Nr. 240. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Big ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Jena. Sonntag, den 14. Oftober 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1984. Beseitigung der Steuerprivilegien usw. abgerungen wurde, lähmte alle Tatkraft des siegreichen Bürgertums, das so lange war bitter wenig, gemessen an den gewaltigen sozialen und untätig schwazte und schwazte, bis Strone und Junkertum politischen Umgestaltungen, die die Revolution dem französi- wieder das Heft in die Hände bekamen, um dann die parlaschen Volke gebracht hatte. Aber diese Reformen verliehen mentarischen Schwäger mit den Bajonetten auseinander zu Wenn unseren herrschenden Klassen nicht aller historischer gleichwohl erst dem preußischen Staate jene nationale treiben und die legten Regungen der Revolution im Blute zu Sinn abhanden gekommen wäre, müßte sie die hundertste Spanntraft, die 1813 und 1815 die Befreiungskriege ersticken. Wiederkehr des Schlachtentages von Jena zu ernstester Ein- überhaupt möglich machte. Und mehr noch als durch diese Der Konflikt der preußischen Bourgeoisie mit der Reaktion fehr aufrütteln. Denn dem historisch geschärften Blick bietet schwächlichen Reformen wurde die nationale Energie, die durch in den sechziger Jahren war dann bloß noch eine Farce. Der sich so manche Parallele zwischen der Zeit vor 1806 und der das Junkerregiment zum Verderben des Staates so lange großsprecherische Fortschritt fapitulierte kläglich vor dem Gegenwart. Selbst manche bürgerlichen Kritiker haben darauf danieder gehalten war, durch I o dende Verheißungen unfertum und der junkerlich beherrschten Soldateska. Und hingewiesen, daß die chauvinistische und militärische Ueber- belebt, die dem Volke gemacht wurden. Bereits im Herbst 1808 als schließlich die lang ersehnte und wirtschaftlich notwendig hebung, die um die Wende des 18. Jahrhunderts in Preußen stellte der Freiherr v. Stein die Schaffung einer National- gewordene„ Ginigung" des Reiches unter preußischer Pickelhervortrat, sich auch in der Gegenwart unangenehm bemerkbar bersammlung in Aussicht, die Teilnahme der Nation Haubenspitze zustande kam, söhnte sich die Bourgeoisie macht. Wie die preußische Armee unter Friedrich Wilhelm III. an Gesetzgebung und Verwaltung". vollends mit dem Juntertum aus. Das Bürgerin eitler Selbstberäucherung von dem Ruhme der friderizianischen Dies Erwachen des nationalen Geistes wurde durch die tum verzichtete auf die Eroberung der politischen Macht um Waffentaten zehrte, so hält sich auch unsere heutige Armee für die Lasten der Kriegskontributionen, die Pflicht, die französischen den Preis, daß ihm das Junkertum mit gepanzerter Faust erste der Welt. Damals wie heute begegnen wir einer beispiellosen Besatzungsarmeen zu unterhalten, kurz durch den ganzen das Proletariat daniederhalte. So ist Preußen bis auf den Ueberschäzung des Gamaschendrills und des blinden Kadaver Druck der Fremdherrschaft begreiflicherweise beschleunigt. Auch heutigen Tag ein völlig verjunkertes, politisch vorsündflutliches gehorsams und einer völligen Verkennung der Bedeutung der in den Bauern und Kleinbürgern schwoll allmählich der Haß Staatsgebilde geblieben, dessen schmachvolles Dreiklassenwahlmoralischen Elemente für die wahrhafte triegerische gegen die französischen Eroberer an. Man vergaß bald, system aller modernen Kultur Hohn spricht. Tüchtigkeit. Aber noch mehr der Aehnlichkeiten: wie es für daß Deutschland doch schließlich Frankreich So sind wir, soweit die Rechte der Masse des Volkes, Friedrich II. und seine Nachfolger die sublimste politische die Anfänge der bürgerlichen Freiheit zu des vierten Standes", des Proletariats in Frage kommen, Marime war, die Kriege für Angelegenheiten der Dynastie zu verdanten habe, und beachtete nur noch die Summen, heute in Preußen kaum weiter als im Jahre 1806. Wir erklären, die das Volt selbst gar nichts angingen, so erklärte die nach Frankreich wanderten. haben zwar ein durch Blut und Eisen" zusammengetittetes ja noch in diesem Jahre Fürst Bülow, daß die auswärtige Scharnhorst und Stein bestürmten unablässig den König, Deutsches Reich", aber nur in Form des ausgeprägtesten, kulturPolitik des Deutschen Reiches von der zünftigen Diplomatie fich den antifranzösischen Mächten anzuschließen. So richtete widrigen Militärstaates unter junkerlich- absolutistischer Herrgemacht werde, nicht aber in der Hasenheide". Diese auch im Jahre 1811, als ein Strieg zwischen England und schaft. Durch die Nation aber geht der tiefe Riß glorreiche Politik, die das Volk von dem Entscheid über Rußland einerseits und Frankreich andererseits auszubrechen zwischen Herrschenden und Beherrschten, Strieg und Frieden völlig ausschalten zu können glaubt, drohte, Stein eine Denkschrift an die preußische Regierung, zwischen Ausbeutern und Ausgebeuteten. war prattikabel im 18. Jahrhundert; sie führte aber nach die eine Organisation der nationalen Streitkräfte nach dem Daß ein solches Staatsgebilde auf die Dauer ebensowenig Jena, sobald die Kabinettspolitik mit den Mächten der Vorbilde der französischen Revolution empfahl. Stein fagte Lebensfähig ist wie der preußische Junkerstaat von 1806, bebürgerlichen Revolution in Kollision geriet. Und sie müßte wörtlich: So verabscheuungswürdig der revolutionäre Wohl darf keines langen Nachweises. auch heute wieder zu einem Zusammenbruch wie im Jahre fahrtsausschuß( von 1793) wat, so sehr verdient er Nach- Wie sehr auch den Herrschenden die einstige Götter1806 führen, sobald die herrschenden Klassen sich einbilden ahmung und Bewunderung bei seiner Aufstellung und dämmerung schwant, beweisen ja viele Stellen aus den Dentsollten, sich gegen den Willen der Massen des Entwickelung der Streitkräfte der Nation." Und welcher würdigkeiten des dritten Reichskanzlers, die just zur rechten Volkes in einen Kriegshandel stürzen zu Geist befeelte erst den Soldatenkatechismus Ernst Zeit, zum Gedenktag von Jena, erschienen sind. Man fühlt, Morit Arndts, der im September 1812 ver- daß der Industriestaat das Ende des Junkerstaates befönnen! " 1 " " " " Die russische Revolution. Justizmorde. Die Russische Korrespondenz" erhält das nachstehende Warschau, den 13. Oktober. Es gelang mir, Kenntnis zu erlangen von nachstehender Zirkularverfügung: Höchst konfidenitiell! Kriegsministerium, Hauptmilitärgerichtsverwaltung. 2. Abteilung. Wir haben bereits an anderer Stelle den Nachweis ge- faßt wurde. Schonungslos wird darin die Ehr- deutet, aber man weiß kein Mittel, den unabwendbaren führt, daß die Katastrophe von Jena das naturnotwendige losigkeit und der Vaterlandsverrat der deutschen Fürsten historischen Entwickelungsprozeß aufzuhalten. Und daß der Resultat der altpreußischen Junkerherrschaft war. Dieser gebrandmarkt, die Soldaten werden direkt aufgefordert, ihren Junker in Preußen heute Trumpf ist, daß das liberale Junterstaat mit seinem verrotteten Verwaltungssystem, seiner Fürsten den Gehorsam zu kündigen.„ Wenn ein Fürst seinen Bürgertum zu seinen Gunsten abgedankt hat, und daß das ebenso ränkesüchtigen wie unfähigen Diplomatie und seiner Soldaten befehle, Gewalt zu üben gegen die Unschuld und Zentrum nur die Hilfstruppe der junkerlichen Reaktion ist, zopfigen Armee mußte zertrümmert werden, sobald er mit das Recht, wenn er sie gebrauchte, das Glück und die Freiheit hat ja ebenfalls Fürst Hohenlohe unumwunden genug ausdem ihm auf allen Gebieten überlegenen bürgerlich- ihrer Mitbürger zu zerstören, wenn er sie den Feinden des gesprochen. revolutionären Frankreich ernstlich zusammengeriet. Und der Vaterlandes gegen das Vaterland zu Hülfe schickte, wenn er Das Bürgertum hat feige auf seine historische Rolle, mit Fluch junkerlicher Rückständigkeit und Korruption rächte sich durch sie seine eigenen Landesleute plündern, verheeren, be- dem Junterstaat aufzuräumen, verzichtet und sich würdelos in furchtbar am preußischen Staate. Vergebens fuchte Friedrich fämpfen hieße: müßten sie nimmer gehorchen, was wider das die Rolle des Schuhjuden des Junkertums hineingefunden. Wilhelm III. durch beispiellose Demütigung die großmütige Nach- Gebot Gottes und das ebenso heilige Gebot streitet, das Seine geschichtliche Aufgabe ist dem modernen Proletariate ficht Napoleons zu erfaufen. Seine fläglichen Bittbriefe be- Gott in unser Gewissen gelegt hat. Das ist die deutsche zugefallen, das zugleich mit Junkertum und Bourgeoisie aufantwortete der Sieger mit eisigem Hohn; und auch die viel Soldatenehre, daß der brave Krieger dem Könige oder räumen muß und aufräumen wird. Wollen die Herrschenden schlimmere Demütigung, der sich Friedrich Wilhelm III. da Fürsten, der ihm zu gebieten wagt, für die Franzosen nicht von Jena lernen, so wird das Proletariat seiner histodurch unterzog, daß er seine Gattin, die Königin Luise, persön- und ihren Despoten den Degen zu ziehen, den Degen im An- rischen Mission um so dringender eingedenk sein! lich als Bittstellerin zu Napoleon schickte, blieb ohne jeden gesicht zerbreche." Auch für den Soldaten gelte der Satz: Erfolg. Und welche Demütigung war es, daß die preußische Du bist ein Mensch, und du sollst den Königin durch Bitten und Tränen auf denselben Mann Eindruck Menschen nicht ausziehen, wenn du die Montur zu machen suchte, der die Bittstellerin dreiviertel Jahre zuvor in anzieh st." Auch Stein schrieb in diesen Tagen eine Dentöffentlichen Proklamationen unerhört beschimpft, sie als die schrift über die zukünftige deutsche Verfassung. In dieser Maitresse des russischen Zaren bezeichnet hatte! Napoleon Denkschrift wurden gegen die egoistische Hausmachtspolitik der blieb unerbittlich; im Frieden von Tilsit mußte der König deutschen Fürsten gleichfalls die schärfsten Ausdrücke gebraucht. Telegramm: von Preußen die Hälfte seiner Ländereien abtreten. Die deutschen Untertanen" begannen sich endlich einmal Statt mun den tieferen Ursachen dieses beispiellosen Zu- als Bürger zu fühlen. Der Sturm der Erregung galt in sammenbruches nachzuspüren und aus der Vergangenheit erster Linie der Abschüttelung der Fremdherrschaft, aber Lehren für die Gegenwart zu ziehen, tröstet sich unser Junker- darüber hinaus begeisterte man sich auch für die Schaffung tum und seine Schußbefohlene, die Bourgeoisie, damit, daß eines freien, geeinten Staatswesens. Wie dem Zusammenbruch ja die Wiedergeburt" Preußens gefolgt sehr das auch Friedrich Wilhelm III. selbst während der Besei. Ja, man plappert das oberflächlich- törichte Wort freiungskriege zum Bewußtsein gekommen war, beweist die Bismarcks nach, daß ohne Jena ja auch Sedan nicht möglich Tatsache, daß der König vom Wiener Rongreß am gewesen sei. Nun, Napoleons Herrschaft wurde allerdings 22. Mai 1815 auf Steins und Hardenbergs Rat dem später gebrochen, Preußen stieg im Laufe des 19. Jahr Volte eine Repräsentativverfassung verhunderts zu gewaltiger Macht empor. Nur freilich nicht sprach, ein Versprechen, das freilich schnöde gebrochen dant dem preußischen Juntertum, sondern wurde! troß dieses Juntertums! Im Jahre 1813 brach dann der Sturm los. Das auf Daß sich Preußen wieder aufzuraffen vermochte, war das der Basis der allgemeinen Wehrpflicht neuorganisierte preußische Werk Napoleons oder besser der der französischen Heer, dessen Kriegsrüstung durch englische Subsidien ermöglicht Revolution selbst. Der Staatsmann, der sich um die wurde, zog diesmal nicht, wie 1806, durch den Korporalstock Durchführung politischer und sozialer Reformen in Preußen, getrieben, sondern in nationaler Begeisterung entflammt ins die überhaupt erst die Möglichkeit seiner Erhebung im Jahre Feld und schlug vereint mit den russischen und österreichischen 1813 boten, am meisten verdient gemacht hat, der Freiherr Truppen die Armeen Napoleons. b. Stein, war nach Jena von Friedrich Wilhelm III. in einer, Die Junkerschmach von 1806 war gesühnt, wie Niebuhr sagt, an Wahnsinn grenzenden Verblendung davon aber die Junterherrschaft selbst leider nicht gejagt und erst auf Drängen Napoleons wieder berufen worden. gebrochen. Staum fühlte sich die dynastisch- junkerliche Napoleon unternahm damit ein Werk der Selbstvernichtung, Reaktion wieder geborgen, als sie schleunigst daran ging, de m aber er konnte nicht anders handeln.„ Wenn der Erbe der Volte neue Retten aufzulegen. Die Selbstbürgerlichen Revolution die Wiedereinsehung Steins verlangte, herrscher der drei verbündeten Mächte schlossen ihre Heilige so folgte er einem Gebote der Selbſterhaltung, das sich dann Alliance" zur Niederwerfung aller freiheitlichen Bewegungen in der Dialektik des historischen Prozesses freilich auch als ein im Innern ihrer Länder. Die liberalen Räte in Preußen Gebot der Selbstvernichtung erweisen sollte. Denn die bürger- wurden entlassen, und dafür durch die Karlsbader Beschlüsse lichen Reformen, die den historischen Rechtstitel feiner Grobe- 1819 die schmählichen Demagogenverfolgungen eingeleitet, rungen bildeten, erweckten auf die Dauer, und um so lebhafter, denen selbst Leute, wie Ernst Morik Arndt und der Turnje weiter sie sich erstreckten, das nationale Bewußtsein der vater" Jahn zum Opfer fielen! Völker, das im feudalen Klassenstaate nicht erwachen Die weitere Entwickelung der preußisch- deutschen Geschichte fonnte, aber, sobald es einmal erwacht war, das drückende ist dem Proletariat hinlänglich vertraut. Mit dem wirtschaftJoch der Fremdherrschaft abschütteln mußte."( Mehring.) lichen Erstarken des Bürgertums wagten sich wiederum die Was von Stein und seinen Mitarbeitern nach Jena an freiheitlichen Bestrebungen im Volfe hervor. Im Jahre 1848 Stopie unterzeichnet: Adjutant des Warschauer Generalstabes. politischer Reformarbeit der Krone und dem Junkertum auf dem triumphierte sogar die Revolution in ganz Deutschland. Aber Gebiete der Gewerbefreiheit, der Bauernbefreiung, der tom- die Furcht vor dem Proletariat, dessen erste Kontrafigniert: Stabschef des Warschauer Generalgouverneurs munalen Selbstverwaltung für die städtischen Kommunen, der schüchterne Lebensbetätigungen sich damals bemerkbar machten, 29. August 1906 Nr. 887 St. Petersburg. An den Oberkommandierenden des Warschauer Militärbezirks. Beim persönlichen Vortrage des Kriegsministers vor dem Kaiser am 26. August hat Seine Majestät befohlen, allen Kommandierenden kundzugeben, daß er die unbedingte Anwendung des neuen Gesetzes über die Feldgerichte, welches im ,, Regierungsanzeiger" Nr. 190 und im Russischen Invalid" Nrn. 186 und 187 veröffentlicht ist, fordert gegen: über allen Verbrechen, welche in diesem Geseze genannt sind. Rommandierende und Generálgouverneure, die sich Abweichungen von diesem kaiserlichen Befehl erlauben, werden dafür persönlich vor Seiner kaiserlichen Majestät verant, wortlich sein. Kommandierende müssen dafür sorgen, daß in diesen Sachen keine Depeschen mit Begnadigungsgesuchen an den Kaiser gerichtet werden. Von diesem kaiserlichen Befehl habe ich die Ehre, Eure Exzellenz in Kenntnis zu sehen. In Ergänzung der chiffrierten Depesche des Kriegsministers Nr. 820. Unterzeichnet: Chef der Hauptmilitärgerichtsverwaltung Generalleutnant Pawlow. Kontrafigniert: Abteilungschef Oberst Zwonnikow. Kapitän( Name unleserlich). Rittmeister Baron( Unterschrift unleserlich). Durch dieses Rundschreiben ist aufgeklärt, wie es kam, daß es auch in Fällen absoluter Schuldlosigkeit und bei aus- gezeichnetsten Verbindungen unmöglich war. Begnadigungen zu erlangen. Der Zar hat sich ja des Rechtes und der Pflicht begeben, selbst die furchtbarsten Ungeheuerlichkeiten der Feld- kriegsgerichte zu korrigieren. Diese Justizmorde werden sich an ihm und seinen Kreaturen noch einmal rächen! Taschen zu! Der„Nuss. Kurier" schreibt: I» den russische» Finanzkreise» kursiert boS Gerücht, daß der tussische Finanzminister Kokoffzew seinen Posten verlassen und dann, von dem Zaren mit einer besonderen Mission betraut, sofort die geeigneten Schritte zur Realisierung einer größeren Anleihe ein- leiten wird.' Die„Schwarze Bande" bei der Reinwaschung der Mörder von Sirdlce. Die russische Korrespondenz stellt uns die nachstehenden Aus- fuhrungen der„Nuskoje Snamia", des Organs der schwarzen Bande zur Verfügung: „Wage nur die Negierung abzuleugnen, daß die Judcn�und die Revolutionäre dieser Tage aus dem Auslande kolosialc Summen für revolutionäre Zwecke erhalten haben. Das kann die Regierung nicht, denn das Geld ist zugeschickt worden und angekommen. Wir wissen das und haben Beweise dafür; und sollte der Fall eintreten, daß die Forderungen von Sliosberg und Günzburg erfüllt wenden und die Siedlecer Juden vom Feldgericht befreit werden, dann wird die beleidigte russische Armee das Recht haben, zu glauben, daß revolutionäre Gelder nicht nur für Propaganda unter russischen Matrosen, sondern auch zur Bestechung von höheren Beamten Rustlands verwendet werden. Es wird ein jeder im Recht sein zu sagen, daß die Juden die Vertreterder Regie- rung bestochen haben. So bedenket denn, ihr Herren Minister, in welche Lage Ihr schließlich geratet, wenn Ihr statt mit den frechen Juden Sliosberg und Günzburg. mit dem beleidigten russischen Offizierkorps zu tun haben werdet." Der Zweck dieser Ausführung ist vollständig klar. Da es akten- mäßig feststeht, daß in Siedlce Revolutionäre nicht vorhanden gc- Wesen sind, und da somit der Pogrom sich ganz gnverhüllt als eine barbarische Menschenschlächterei erweist, muß etwas geschehen, um die schuldigen Offiziere zu rechtfertigen. Der Weg, den die schwarze Bande eingeschlagen, ist der, daß die Verhafteten von Siedler, die tatsächlich unschuldig sinch durch die Feldkriegsgerichtc als schuldig verurteilt werden sollen. Dann ist der Beweis geliefert. daß die Offiziere in Siedlce so handeln mutzten, wie sie gehandelt haben. Deshalb droht die schwarze Bande den Ministern mit dem Zorn der russischen Armee, und sucht die Minister als Bestochene der Juden hinzustellen. Ausfühungen dieser Art sind trotz der Zensur gestattet. Die Zensur existiert nur noch für die liberalen Blätter, nachdem alle weiter links stehenden Blätter bereits unter- drückt sind. Die Stimmung auf dem Laude. Aus dem Bezirke Gdow des Gouvernements Petersburg wird der Petersburger Zeitung„Towarischtj" geschrieben: „Je mehr der Spätherbst herannaht, desto nervöser wird die Spannung der Bauern. Die Entrichtung der Steuern war auch früher ziemlich schwach; in der letzten Zeit werden sie aber vollkommen verweigert. Die durch die schlechten Agrar- Verhältnisse hervorgerufene Gärung ist besonders dort intensiv, wo sich Apanagenland befindet. Es empörte die Bauern, als sie in Erfahrung brachten, daß die Apanagen keine Steuern zu leisten verpflichtet sind und dabei große Preise für Heu, Bau- und Brennholz von den Bauern forderten. Infolgedessen herrscht zwischen den Bauern und den Angestellten der Apanagen ein gespanntes Verhältnis. Vorläufig hat der Kampf einen ökonomischen Charatter. Etwa vor einen, Jahre war es den Bauern ge- lungen, die damals auf den Apanagengütern geltenden Holz- preise um das Dreifache zu reduzieren. Damals gab die Apanagen-Verwaltung leicht nach, und die begonnene Gärung tvurde lahmgelegt. Jetzt ist die Spannung wieder da. Die Bauern schrecken sogar vor Tätlichkeiten nicht zurück— einem Angestellten wurden die Fensterscheiben eingeworfen, dem anderen eine Heuscheune niedergebrannt.... Man be- obachtet in allen Dörfern eine ganz besondere Er- regung. Während der letzten zwei Jahre haben sich Stimmung und Ansichten der Bauern stark ver- ändert. Das Liedersingen und Witzemachen der Dorf- jugend ist dahin. Die Jungen wie die Alten denken energisch über ihre Lage nach. Gespräche über politische Angelegen- heiten sind eine alltägliche Erscheinung und zwar nicht nur auf den sogenannten Abendgesellschaften, sondern auch auf den Wolostjversammlungen. Die provinzielle Zeitung„Sewero-SaPadny-kraj" meldet, daß in den Dörfern des Bezirkes Bialystock eine tiefe Gärung vor sich gehe. Die Bauern verüben Ueberfälle auf die Schnapsbuden und nehmen AbHolzungen privater Forsten vor. AuS dem Gouvernement Jaroslawl wird geschrieben, daß in den Bezirken Myschkin, Mologa und Uglitfch eine weit an- gelegte Agitation der extremen Parteien eingesetzt habe. In mehreren Dorfgemeinden weigern sich die Bauern, Steuern zu entrichten. Die Semstwo-Kassen sind leer. Besonders revolutionär gestimmt sind die Bauern des Bezirkes Mologa. Die Lage dort ist so ernst, daß alle Semsky Natschalniki (Landeshauptleute) den Dienst aufgeben. Ein Stellvertreter eines solchen Semsky Natschalnik wurde durch Drohbriefe und beunruhigende Nachrichten aller Art geisteskrank und mußte ins Krankenhaus abgeführt werden. Verhaftungen und Haus- suchungen dauern fort. Aus den, Bezirke Simferopol kommen Nachrichten von einer starken Gärung der Wolostj Saraimin. Man befürchtet, daß während der Rekrutenaushebung ernste Ereignisse sich ab- spielen könnten. Eine Revision der Reservisten, die in diesen Tagen vorgenommen werden sollte, ist plötzlich verschoben. Man stellt das in Zusammenhang mit der Gärung unter den Bauern. Im Gouvernement Smolensk kam es zu ernsten Aus- schreitungen. Es gibt Verwundete. Die Bauern sind gegen die Landwächter sehr ausgebracht." Aus Lodz. Lodz, 10. Oktober. Gestern wurde das Gefängnisgebäude in der Dlugastraße vom Militär stark bewacht und es wurden alle angrenzenden Straßen abgesperrt. Die Maßnahme regte die Be- völkerung sehr auf und allerlei unmögliche Gerüchte wurden sofort in Umlauf gesetzt. In Wirklichkeit fand im Gefängnis eine geheime Feldgerichtssitzung statt. Um 7 Uhr war das Stadtviertel von Pastanten geräumt und vier Kompagnien Infanterie hielten vor dem Gefängnis Posta. Inzwischen wuchs die Aufregung der Einwohner. Schon um 4 Uhr nachmittags legten die Arbeiter sämtlicher Fabriken die Arbeit nieder. Heute in aller Frühe wurden fünf Mann standrechtlich erschaffen. Die Verurteilten wurden unter starkem Militärschutz nach außerhalb der Stadt gebracht. Dort angelangt, kamen sie an eine kleine Wiese, wo bereits fünf Gruben ausgegraben standen. Punkt 5 Uhr 4S morgens tönte das Kam- mando und sofort knallten die Gewehrschüsse. Als der Arzt den Tod festgestellt hatte, legte man die Leichen in die Graben, über- schüttete"sie mit Sand und ebnete dann die Erde ganz glatt. Wer die Erschossenen find, ist unbekannt. Sie stammen nicht aus Lodz und wurden vorgestern dorthin per Bahn gebracht. Sämtliche Fabriken stehen außer Betrieb, da die Arbeiter streiken. Der Straßen- bahnverkehr ist eingestellt. Das Gefängnis bleibt stark bewacht; das Feldgericht tagt dort weiter.(Franks. Ztg.) Lodz, 12. Oktober. Die Behörden haben den hier herrschenden anarchischen Zusiänden nicht zu steuern verstanden. Der Streik dauert fort. Keine Zeitungen erscheinen.'Die Terroristen jagten alle Fleischer ans dem Schlachthause, es herrscht daher Fleisch- Mangel. Viele Einwohner Verlasien die Stadt. Ein Schutzmann wurde durch drei Unbekannte erschossen. Als der Oberst des Wladimirschen Infanterieregiments Obrutfchew Dzielna die Straße passierte, wurden vier Rcvolverschüsfe durch Unbekannte auf ihn ab- gefeuert. Das Attentat mißlang jedoch. Der Kriegsbezirk-Zchef hat den Befehl des Bezirksgouverneurs von Petrikau veröffentlicht, dem- zufolge alle Industriellen, die ihren Arbeitern während des jetzigen Streiks Lohn bezahlen, 8000 Rubel bezahlen müssen oder mit drei Monaten Gefängnis bestraft werden. Derselbe Befehl erging an die Kaufmannschaft. Warschau, 13. Oktober.(„Voss. Ztg.") Zu Lodz ist der Aus st and zum Teil beendet. Bombenfunde. Tiflis» 12. Oktober. Bei Durchsuchungen in zwei armenischen Kirchen in Schuscha wurden im Altarraume 29 geladene Bomben. Gewehre, Patronen, Dolche und Säcke mit in Petroleum getränkten Hobelspänen gefunden, die dazu bestimmt waren, die Kirche in Brand zu setzen. In einer anderen Kirche fand man 17 geladene Bomben. Drei Priester sowie mehrere Angestellte der Kirchen wurden verhaftet. poUrtlche Ucberfuht. Berlin, den 13. Oktober. Grenzsperre und Fleischteuerung. Die„Köln. Volksztg." scheint bei ihrer Erörterung der Fleischteuerung nach dem Wahlspruch„8uum cuique" zu verfahren. Nachdem sie in letzter Zeit zur Beschwichtigung ihrer Leserschaft in den Kreisen der Gewerbetreibenden und industriellen Arbeiter für eine Oeffnung der Grenzen unter Einführung der nötigen Sicherheitsmaßnahmen plädiert hat, bringt sie zur Abwechslung in ihrer Mittagsausgave vom 12. d. M. wieder einen für die Herren Landwirte bestimmten Artikel, der beweisen soll, daß die Grenzöffnung eigentlich gar keinen Zweck hat. Der Ruf nach einer ganzen oder teilweisen Oeffnung der Grenzen ist nun das einfachste und bequemste Mittel, um einen Sündenbock für die Teuerung zu haben. Zu einem sehr großen Teil aber handelt es sich lediglich um ein in der Politik geprägtes Schlagwort; die Volkswirtschaft selbst rechtfertigt dieses nicht. Einmal ist die Grenze nicht gegen die Einfuhr von fremdem Vieh gesperrt und sodann ist das Ausland selbst nicht in der Lage, uns erheblich mehr Vieh abzugeben; es ist bereits an der Grenze der Leistungsfähigkeit angelangt. Eine weite Oeffnung der Grenzen im allgemeinen bringt die Gefahr der Verseuchung des wertvollen deutschen Viehbestandes mit sich. Millionen sind dann verloren und aus der Fleischteuerung entsteht eine Fleischnot. In weiten Kreisen ist man der Ansicht, daß unsere Grenze gegen jede Vieheinfuhr gesperrt sei; was aber total unrichtig ist. Die Statistik gibt über den Wert der Viehemsuhr nach Deutschland folgendes Bild: 1902 1903 1904 190S �Jungvieh 21.6 Mill.M. 2S.7Mill.M. 24,4Mill.M. 31.9Mlll.M. * Kühe.. 39,2„„ 41,5„„ 34,6„ 42,1„„ Ochsen..34„„ 46,7„„ 50„„ 43,2„„ Schweine 8,4„„ 8,3„„ 7.2„„ 8,4.,„ Dabei ist noch zu beachten, baß wir eine nicht unerhebliche Ausfuhr von Schafen aufzuweisen haben. Die Vieheinfuhr ist nun durch die neuen Handelsverträge nicht beschränkt worden; lediglich das Viehseuchenabkommen mit Oesterreich-Ungarn gibt nur die Möglichkeit der Präventivsperre statt der bisherigen Sperre nach nachgewiesener Einschleppung der Seuche. Wie hat sich nun die Vieheinfuhr unter der Herrschaft des neuen Zolltarifes ge- staltet? Es liegen eben jetzt die neuesten monatlichen Nachweise vom August vor, die einen Rückblick über daS Halbjahr März- Angust 1906, also das erste Halbstjahr der neuen Handelsverträge, geben. Danach stellt sich in diesen, Zeitraum die Vieheinfuhr in Stückzahl und Schätzungswert folgendermaßen dar: Jungvieh 36 424 Stück im Werte von 12,6 Mill. M. Kühe... 31 430„„„„ 18,12.,„ Ochsen.. 30 618„„„„ 17,75„„ Schweine. 46 465„„„„ 5,67„„ Es ist nun zu beachten, daß wir im ersten Halbjahre 1906 gegenüber dem Borjahre eine kleine Ermäßigung der Fleischpreise verzeichnen konnten; jetzt erst setzt wieder eine Steigerung ein. Aber trotzdem ist die Vieheinfuhr unter der Herrschaft des neuen Zolltarifes nicht unter dem Durchschnitt der Einfuhr der vier vorhergehenden Jahre geblieben, sondern hält sich ganz genau an diewn. Weshalb liefert uns aber das Ausland nicht mehr Vieh, wenn die Preise bei uns so hoch sind? Weil es nichts mehr abzugeben hat; es steht an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit, wie sich namentlich sehr deutlich aus der Einfuhr von Schweinen ergibt. Rußland hatte unter der Herrschaft der alten Handelsverträge das Recht, jährlich 70 720 Stück Schweine nach Deutschland einzuführen. Es nützte dieses Kon- tingent auch stets voll anS und führte von 1902 bis 1905 jährlich Schweine im Werte von 8.4 Millionen, 8,3 Millionen. 7,2 Mill. und 8,4 Mill. Mark Schweine ein. Seit 1. März 1906 aber hat Rußland das Recht, jährlich 130 000 Stück Schweine über die Grenze zu führen. In der Zeit vom 1. März bis 31. August aber hat es nur 44 672 Stück eingeführt; in diesen sechs Monaten hätte es jedoch 65000 Stück einführen dürfen. Weshalb hat es sein Kontingent nur zu zwei Drittel ausgenützt? Weil es keine Schweine abgeben konnte. Der Handel würde sich dieses rentable Geschäft nicht entgehen lassen. Ein ganz ähnliches Bild zeigt sich in Oesterreich; dieses hatte früher gar kein Schweine- kontingent. Seit 1. März 1906 aber hat es das Recht der jährlichen Einfuhr von 80 600 Stück Schweinen. Es war jedoch nicht in der Lage, dieieS Recht voll auszunutzen. Vom 1. März bis 31. August 1906 führte es nur 1524 Stück ein. während es 40 000 Stück hätte einführen dürfen I Also auch hier keine Aus- füllung der Einfuhr, und doch ist der Viehhandel mit Oesterreich sehr gut organisiert I Das Nachbarland hat eben kein überflüssiges Vieh. Was kann uns also da eine Oeffimng der Grenzen nützen? Gar nichts; wohl aber viel schaden I Die von der„Köln. Volksztg." erwähnten Ziffern sind zwar an und für sich richtig; nur beweisen sie nicht, was durch sie bewiesen werden soll. Gerade aus jenen Ländern, die vornehmlich in der Lage wären, uns mit dem fehlenden Schlachtvieh zu versorgen, ist nämlich die Einfuhr verboten. Rinder dürfen z. B. weder aus Holland noch aus Rußland eingeführt werden, und die Einfuhr aus Dänemark darf nur über bestimmte Häfen unter Einhaltung lästiger, die Spesen enorm erhöhender Ouarantänevorschriften geschehen, während Schweine lediglich aus Oesterreich und aus Rußland eingeführt werden dürfen. und zwar aus Ruß- land nur in Oberschlesien, nicht in andere deutsche Landesteile. Der Import aus Rußland aber wird zurzeit durch die rcvolittionäre Gärung gehindert, während in Oesterreich die Schivcinepreise infolge ungünstiger Futtermittel- ernten beträchtlich gestiegen sind. Dennoch würde sicherlich die Einfuhr ven dort einen viel höheren Stand erreicht haben, wenn nicht mit dem 1. März die Viehzölle um ein Mehrfaches erhöht worden wären. Daß nun hierin der Grund zu suchen ist, beweist die Tat- fache, daß die nicht in gleichem Maße beschränkte Fleischein-' fuhr zugenommen hat. Es wurden nämlich eingeführt: Rindfleisch: 1902: 1903: 1904: 1903: 17 000 Tonnen 15 000 Tonnen 17 300 Tonnen 26 900 Tonne» i. W. v. i. W. v. i. W. v. i. W. v. 13 Mill. M. 14,4 Mill. M. 16,4 Mill. M. 23.1 Mill. M. Schweinefleisch: 1902: 1903: 1904: 1905: 38 300 Tonnen 13300 Tonnen 10 600 Tonnen 27 000 Tonnen i. W. v. i. W. v. i. W. v. i. W. v. 40,7 Mill. M. 16,3 Mill. M. 10,1 Mill. M. 27.5 Mill. M. Seitdem ist die Fleischeinfuhr noch gestiegen, obgleich feit dem 1. März d. I. der Vertragszollsatz auf 27 Pf., der all- gemeine Zollsatz auf 45 Pf. pro Kilogramm erhöht worden ist. Die Einfuhr von Rindfleisch stellte sich z. B. im ersten Halbjahr 1906 bereits auf 13 600 Tonnen, die Einfuhr von Schweinefleisch(mit Einschluß von Schinken) aus 31000 Tonnen. Erbauliche Scharfmacherreden. H a l l e a. S.. 12. Oktober. Wegen Verletzung des Urheberrechtes war heute der Genosie Molkenbuhr, Redakteur des„V o l k s b l a t t s", von der Straf-- kammer angeklagt, weil er den wesentlichen Inhalt einer Rede ohne Genehmigung des Autors nachgedruckt haben sollte. Am Abend des 19. Mai hatte der Maurermeister Lummert aus Hamburg. Vorsitzender des dortigen Unternehmervcrbandes, hier vor etwa 60 bis 70 Arbeitgebern in den Kaisersälen eine Rede gehalten, in der er u. a. für eine kraftvoll einsetzende General- aussperrung der Bauarbeiter einttat. Redner mußte aber das Zugeständnis machen, daß sich die Heranziehung auswärtiger Arbetter bei Streiks nicht empfehle. Denn Ausländer(Italiener usw.) wären meistens schlechte Arbeiter, die viel verdürben und wenig leisteten. Ein Auszug jener Rede, die nicht flir die Oeffentlichkeit bestimmt war. erschien unter der Spitzmarke:„Niedriger hängen; aus dem Hexenkessel des Unternehmerverbandes für das Baugewerbe" im„Volksblatt". Herr Lummert und der Geschäftsführer des hiesigen Verbandes, dem das aufgenommene Protokoll auf der Straße verloren gegangen, nachher aber von unbekannter Seite wieder zugestellt worden war, stellten Strafantrag wegen unerlaubten Nachdrucks. Redakteur Molkenbuhr erklärte, seinen Ge- währsmann, der ihm das Material zu dem Referat zu- gestellt habe, nicht nennen zu können. Den Abdruck des Auszuges der Rede habe er im Interesse der Arbeiterbewegung für notwendig gehalten. Staatsanwalt Schlutter meinte. daß es sich im vorliegenden Falle um eine ganz geheime Sache gehandelt habe. Die sozialdemokrattsche Partei habe in Beziehung auf Veröffentlichung von geheimen Sachen ein sehr weitesGewissen. Die Strafabmessung liege deshalb mehr auf dem rein moralischen Gebiete und es sei eine Geldstrafe von 1000 M. zu beantragen. Der Verteidiger Rechtsanwall Dr. Landsberg- Magdeburg entgegnete, der Staatsanwalt habe gar keinen Anlaß, im vorliegenden Falle die Moral so sehr zu be- tonen; auch die Unternehmer veröffentlichten geheime Dinge über die Gewerkschaften der Arbeiter, wenn sie ihre Positton dadurch stärken könnten. Jede Partei bringe geheime Sachen ans Tages- licht. Der Angeklagte sei freizusprechen. DaS Gericht stellte sich aber auf den Standpunkt des Staatsanwalts und verhängte eine Geldsttafe von 600 M. Der Gerichtssaal wird für manche Staatsanwälte und Richter immer mehr zu einer Arena, auf der sie gegen die Sozialdemokratte unrichtige Vorwürfe zu erheben sich berechtigt fühlen, nachdem der preußische Justizminister ein scharfes Borgehen gegen die Sozial- demokraten empfohlen hat. Man wird es der Staatsanwaltschaft nachfühlen können, weshalb sie sich zum Kampf gegen die Sozial- demolratie ein Kampffeld wählt, wo die von ihr ungerecht und beweislos angegriffene und verdächttgte Partei durch das Gesetz behindert ist sich zu verteidigen. Auch dem Hallenser Staats- anwalt wird der Grundsatz«Vorsicht ist der bessere Teil der Tapferkeit" für sein Privatleben— und dazu sollte seine polittsche Betätigung gehören— nicht passen. Wie wäre es. wenn er in einer sozialdemokratischen Versammlung, in der ihm volle Redefteiheit sicher ist, seine Anschauungen über Moral zur Diskusston stellt? Im Gerichtssaal, so meinte einmal ein biederer Oberttibunalsrat, sollte der Richter sich vor seinen, dem Angeklagten entgegenstehenden politischen Anschauungen hüten, um unparteiisch sein oder zum mindesten scheinen zu können. Uns soll es recht sein, wenn durch solche Art des Aufttetens von Staats- anwälten in immer mehr Kreise die Ueberzeugung dringt: die heutige Rechtsprechung kann die Aufgabe, Richterin über Handlungen zu sein, um so weniger erfüllen, als sie zur Rächerin der polittschen Ueberzeugung des Angeklagten auf- gerufen wird. Die Anklagesache hat auch, abgesehen von den pikanten Tragi- komödien, mit denen der Vertreter der Anklage sie würzen zu müssen meinte, ein öffentliches Interesse nach anderer Richtung hin. Genosse Molkenbuhr ist wegen vermeintlicher Verletzung des Urheber- rechts verurteilt. Diese Verurteilung ist mit dem Gesetz nicht ver- einbar. Wenn sie es wäre, so wäre eine schleunige Aende- rung des Urheberrechtsgesetzes dringend er- forderlich. Nach dem Gesetz über das Urheberrecht sind Reden nur dann geschützt, wenn sie„dem Zwecke der Erbauung, der Belehrung oder der Unterhaltung" dienen. Die Scharstnacher. rede gehört hierher nicht. Seine Rede ist eine solche, die„bei einer Verhandlung politischer und ähnlicher Versammlungen gehalten" wurde. Solche Reden sind nach§ 7ck des Ge- setzeS vom 11. Juni 1870 ausdrücklich dem Urheberrecht ent- zogen. Das Urheberrechtsgesetz von» 19. Juni 1901 hielt eS für selbstverständlich, daß nach der neuen allgemeinen Fassung derartige Reden vor Nachdruck nicht geschützt sind. Wird das Reichsgericht das ungerechte Urteil aufheben?— Deutfcbcs Reiche Töbeln-Rosiwcin. Döbeln, 12. Oktober. Die Nachwahl im 10. sächsischen Reichstagswahlkreise Döbeln- Roßwein findet am Montag, den 22. Oktober, statt. Unsere Partei- genossen haben sofort den Wahlkampf mit der gebotenen Energie aufgenommen, nachdem die Kandidatenfrage durch die Aufstellung des Genossen Karl Pinkau- Leipzig eine rasche Erledigung ge- funden hatte. Genosse Pinkau begann mit einer Versammlungs- agition, die ihn im Verlaufe der Wochen in alle Teile des räumlich ausgedehnten Kreises führte. Wenn Versammlungen die Stim- mung der Wähler richtig wiederspiegeln, hat sich unser Kandidat rasch große Sympathie zu erringen verstanden. Neben Pinkau sprachen eine Anzahl sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete Sachsens. Die Konservativen, Nationalliberalen und Antisemiten, die sich zum gemeinsamen Borgehen einigten, hatten es nicht leicht, den laut werdenden Widerspruch gegen die in Aussicht genommene Kandidatur des alldeutschen Professors Hasse zu besänftigen. Hasse zog es vor, sich wochenlang nach seiner Aufstellung im Kreise nicht sehen zu lassen. An seiner Stelle setzten die Macher einer vor kurzein in Sachsen neu gegründeten Mittelstandsvcreinigung mit der Agitation in Versammlungen der Innungen und Geschäfts- leutc ein. Gleichzeitig tauchten die ersten Sendboten des Reichs- verbairdes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie im Kreise aus und liehen sich in Döbeln häuslich nieder. Reichsverbändler beriefen eigene Versammlungen ein, kamen aber auch in die sozialdemokratischen Versammlungen, um dort ihre Zitatensäcke zu leeren. Sie sind gründlich heimgeschickt worden. Wie in den Versammlungen, ist auch in den reichsverbändlerischen Flugblättern in der bekannten Art gegen die Sozialdemokratie los- gezogen worden. Hasse vermeidet es. sich zu einem klaren politischen Programm zu bekennen, auch nachdem er die Agitation im Kreise aufgenommen hat. Er will, für den Fall, daß er gewählt wird, fteie Hand be- halten. Ein Flugblatt, das zu den schwebenden politischen Fragen Stellung nimmt, wurde von ihm und seinen Wahlmachern nicht herausgegeben. Um so gründlicher sind seine gemein- gefährlichen polnischen Bestrebungen in den sozialdemokratischen Flugblättern kritisiert worden. In den ersten Versammlungen, in denen Hasse sprach, lieh er Sozialdemokraten nicht zu Worte kommen, die Folge war, daß die weiteren Versammlungen, in denen er sich vorstellte, miserabel besucht waren. Darauf gestand er eine be- schränkte Redezeit zu. Nachdem die Freisiimigen lange Zeit gebraucht hatten, um einen Kandidaten zu finden, sind sie jetzt ziemlich eifrig. Sie halten Ver- samntlungen ab, in denen freie Diskussion stattfindet. Da ihr Kandidat nur ein mäßiger Redner ist. sprechen für ihn der Reichstags- abgeordnete Kopsch und der sächsische Landtagsabgeordnete Günther. Ihre Agitation richtet sich vornehmlich gegen die Sozialdemokratie. Zwar werden die Reden mit kritischen Betrachtungen über die konservative und nationalliberale Politik eingeleitet, aber in der Hauptsache wird gegen die Sozialdemokratie losgezogen. Die Kopsch und Konsorten stehen in bezug auf Verleumdung unserer Partei nicht im geringsten hinter den Reichsverbändlern zurück. Wenn es ihnen gelänge soweit eine Zerspluterung der Stimmen herbeizuführen, daß der Kampf nicht im ersten Wahlgange entschieden würde, hätten sie das möglichste getan, um Hasse zum Erfolge zu verhelfen. Unsere Parteigenossen werden die kurze Spanne Zeit bis zum Wahltage noch bestens benutzen. In letzter Zeit ist ein ganzer Schwärm von Agenten des Reichsverbaudes auf den Kreis losgelassen worden, in dem ein Probestück für den Wahl- kämpf im Jahre 1008 geliefert werden soll. Aber trotz Reichsverband und Freisinn geben wir uns der Zuversicht hin. daß es uns nicht nur gelingen wird, das Mandat zu behaupten, sondern auch eine größere Stimmcnzahl für den sozialdemokratischen Kandidaten auf« zubringen, als bei der Wahl im Jahre 1903.— Hoffnungstrüume. Der nationalliberale Parteitag in Goslar hat in der ganzen freisinnigen Presse eine abfällige Beurteilung gefunden; nachträglich stellt sich aber doch ein freisinniges Blatt ein, das selbst aus dieser zweifelhaften Blüte nationalliberaler Staatskunst Honig zu saugen weiß: Herrn Theodor Barths„Nation". Barth vermag zwar nicht zu verkennen, daß die Friedberger und Bassermänner in Goslar die Jungen nach Bismarckschem Rezept derart an die Wand ge- drückt haben, daß sie quietschten; aber, meint er, die Jungliberalen könnten sich die mit ihnen vorgenommene Prozedur nicht gefallen lassen. Sie würden bald der nationalliberalcn Partei den Rücken kehren und nach links Anschluß suchen; und damit wäre denn endlich die Vorbedingung gegeben— zur Bildung der langersehnten großen, entschieden liberalen Partei: „Der Verlauf des Goslarer Parteitages," heißt es in dem Barthschcn Artikel,„hat nun allerdings glücklicherweise dar- getan, daß sich die Mißstimmung in der nationalliberalen Armee gegen die reaktionäre Politik ihrer Führer weit ausgebreitet hat. Nur mit Mühe und Not hat man eine Resolution zusammen- geklittert, die inhaltslos und widersprechend genug war, um Annahme zu finden. Aber damit ist nichts geändert. Die Fraktionen sind auf dem reaktionären Wege schon viel zu weit gegangen, als daß sie noch umkehren könnten, und die Kritik an dem reaktionären Verhalten der Führer ist insbesondere in den Kreisen der Jungliberalen viel zu lebhaft gewesen, als daß sie sich nun dabei beruhigen könnten, daß man ihnen auch nicht die geringste Konzession gemacht hat. Ihre politische Existenz- berechtigung beruht in der Geltendmachung eines liberalen Standpunktes, für den die nationalliberale Parteileitung keinerlei Verständnis hat. Daß dieser Gegensatz durch Reso-- lutionsredcnsarten'nicht ausgeglichen werden kann, liegt auf der Hand.... Die Grundsätze der Jungliberalcn unterscheiden sich zwar sehr beträchtlich von denen, die heute in der offiziellen national- liberalen Partei herrschen, aber sehr wenig von den programmatischen Leitsätzen der liberalen Demokratie. Das politische Verhalten der badischcn Nationalliberalen hat zwar die öffentliche Mißbilligung durch die nationalliberale Zcntralleitung, jedoch die begeisterte Zu- stimmung von Freisinnigen und Demokraten erfahren. Auch in Bayern ist es gelungen, zwischen Freisinnigen und National- liberalen ein Aktionsprogramm zu vereinbaren, das liberal genug ist, um es der norddeutschen nationalliberalen Führung unannehmbar erscheinen zu lassen. Aus all diesen Vorkommnissen geht zur Genüge hervor, daß innerhalb des nationalliberalen Parteikörpers noch manche für die Erneuerung des Liberalismus wert- volle und unentbehrliche Elemente st ecken, die es gilt, aus der reaktionären Verstrickung freizumachen. Im Interesse des Gcsamtliberalismus ist eL nicht von entscheidender Bedeutung, ob sich diese liberalen Elemente in dem alten nationalliberalen Parteirahmen oder außerhalb desselben be- tätigen. Wichtig ist nur, daß sie überhaupt zur Geltung kommen und in irgend einer Weise die Kraft des demokratischen Liberalismus in Deutschland stärken helfen. Parteibildungen sind schließlich ephemere Erscheinungen." Vom Staate besoldete Agitatoren hat wie keine andere bürger- llche Partei das Zentrum. Jeder katholische Geistliche ist so- zusagen zugleich Zentrumsagitator. Ein Geistlicher, der sich bei- kommen ließe, anders zu denken und sich um die Parteipolitik nicht zu kümmern, würde sich in seiner Gemeinde unmöglich machen. In welchem Maße der Klerus in der Zentrumsagitation tätig ist, zeigt eine Vertrauensmännerkonfcrenz des rheinischen Kreises Bitburg, die dieser Tage stattgefunden hat. Man wählte dort zu dem Ende Oktober stattfindenden Telegiertcntag der Zentrumspartci des Regierungsbezirks Trier zwanzig Delegierte, und von diesen zwanzig Vertretern sind nicht weniger als elf Geistliche. Die übrigen sind: Notare, Gutsbesitzer, Landwirte 'und so weiter. Einen Arbeiter sucht man vergebens darunter. Von den früheren Delegierten war einer— selbstverständlich wieder ein Geistlicher— inzwischen nach einem benachbarten Wahl- kreise verseht worden, llcber diesen sagte der Vorsitzende der Kon- ferenz, ein Notar: Den Anwesenden würde es gewiß interessant sein, zu hören, daß der frühere Pfarrer von Bicrsdorf, Pastor Nixen, feit kurzem in Bombogen, am letzten Sonntag in Wittlich auf einer großen Zentrumsbersammlung nach dem Bericht der heutigen „Landeszeitung" eine glanzvolle Rede gehalten habe, nach welcher der Herr Dcchant Schumacher von Wittlich in seinem Schlußwort gemeint habe:„Diese Rede habe gezeigt, daß der Kreis Wittlich an dem neuen Pfarrer eine sehr tüchtige Kraft gc- Wonnen habe, die man noch oft werde verwenden können." Es wird hier also ganz unverfroren in aller Oeffentlichkcit ausgesprochen, daß man den neuen Pfarrer lediglich als einen will- kommenen Agitator und erfolgreichen Redner für Zentrumsparade- Versammlungen betrachtet.— Großhcrzoglich hessischen Umsturz wittert die„Post". Aller Respekt vor Kronenträgern, der sie sonst bis ins Mark der Knochen erfüllt. wird beiseite gesetzt, und in einer Tonart, die die„Post" jakobinisch nennen würde, wenn wir sie gegen irgendeinen Souverän führen wollten, wird dem Großherzog der Text gelesen. Die Bestätigung des Genossen Eißnert zum Beigeordneten von Offenbach läßt die „Post" schwarz in schwarz phantasieren. In der Pose der Kassandra schreibt der Schleifstein: „... Viele Leute, welche bisher noch Bedenken trugen, diese revolutionären Vaterlandsfeinde zu unterstützen, werden sich sagen, wenn die Regierung Mitglieder dieser reichsfeindlichen und staats- gefährlichen Verschwörersekte als Beamte für geeignet erachtet, kann man sie auch ohne Bedenken wählen. Die Folgen solcher das Reichsinteresie schädigenden Handlungen wird das deutsche Volk bei den nächsten Wahlen schwer empfinden. Es kann mit Recht von den Bundesfürsten verlangen, daß sie sich in ihren Handlungen nur von nationalen und reichstreuen Gesichtspunkten leiten lassen und nicht Parteien moralisch und praktisch fördern, welche die aus- gesprochensten und gehässigsten Feinde unseres Vaterlandes sind. Gerade in diesen Tagen erst hat sich gezeigt, in wie entschiedener Weise die große Mehrheit des deutschen Volkes darauf bedacht ist, Front zu machen gegen alles, was unsere schwer mit Blut er- rungenen nationalen Güter gefährden kann. Um so mehr sollten die deutschen Bundesregierungen es ohne Ausnahme sür ihre heiligste Pflicht erachten, ausgesprochen vaterlandsfeindliche Richtungen so zu bewerten und zu behandeln, wie es ihnen nach dem Urteile aller nationalen Elemente zukommt." Die„Tägliche Rundschau" wünscht dem hessischen Staatsoberhaupte eine heilsame Ministerkrise. Sie verweist auf den Gegensatz, in den der Großherzog zu den nichtbestütigenden Behörden getreten ist, und schreibt dazu: „Es ist ohne weiteres ersichtlich, daß die hessischen Behörden bei der weiteren Vertretung dieser durchaus zu billigenden Auf- fassung durch das Vorgehen des Großherzogs in eine üble Lage geraten. Trotzdem ist zu hoffen, daß sie bis ins Ministerium hinauf Rückgrat genug haben, bei ihrer Abneigung gegen sozial- demokratische Obrigkeiten zu verharren und dem Großherzog erforderlichenfalls die Kabinettsfrage stellen." Unsere Königstreuen sind eben nur so lange loyal, als die Monarchie ihren Interessen dient. Ob Junker oder Bourgeois, beide halten es mit dem Gründsatz: Und der König absolut, wenn er unfern Willen tut. Sie sind allezeit bereit, nötigenfalls ihre Ge- sinnung zu revidieren.—_ Das nichtkonfessionelle Zentrum. Die Zentrumspresse ist seit einiger Zeit eifrigst bemüht, nach- zuweisen, daß das Zentrum absolut keine konfessionelle Partei ist. Die„Märkische Volksztg." benutzt sogar den von Onkel Chlodwig in seinen„Denkwürdigkeiten" berichteten Ausspruch Bismarcks: „Ja, Windthorst hustet auf das päpstliche Schreiben", um daraus unter Zuhülfenahme allerlei früherer Aeußcrungen großer Zentrumsheiliger die Folgerung zu ziehen, das Zentrum erkenne nur in religiösen Fragen die Autorität des sog. Heiligen Stuhls und des Klerus an, nicht in politischen Dingen. Wieweit diese Behauptung richtig ist, kann hier unerörtert bleiben; interessant ist aber jedenfalls, wie sehr sich plötzlich die klerikale Presse angelegen sein läßt, das Zentrum als eine rein politische Partei erscheinen zu lassen. Der Zweck ist, wie wir schon mehrfach dargelegt haben, die Nationalliberalen und Frei- sinnigen in Rheinland-Westfalen günstig für ein Kompromiß bei den nächsten Reichstagswahlen zu stimmen.— Eine amüsante„Feststellung" publiziert die„Nat.-Lib. Korr,". Aus dem Parteitage der Nationalliberalen zu GoSlar hat der Ab- geordnete Basierniann bekanntlich den Heldenmut einiger seiner Fraktiouökollegen gefeiert, die auS patriotischer Ueberzeugung für die Reichsfinanzresorm stimmten, obgleich sie voraussahen, daß sie um der unpopulären Steuern willen ihre Mandate verlieren würden. Im Anschluß daran folgte die heitere Geschichte von dem vorsichtigen Abgeordneten, der Bassermann vor einer wichtigen Abstimmung sagte, er reise nach Hause, da die Hälfte seiner Wähler für, die Hälfte gegen das Gesetz sei; in solcher Lage sei er am liebsten bett- lägerig krank. Diese kleine Anekdote hat Herrn Bassermann einen HeiterkeitS- erfolg eingetragen. Er und feige Parteigenossen sind indes damit nicht zufrieden, denn es ergab sich, daß sie auf ihre eigenen Kosten gelacht hatten. Die böse Welt war so boshaft zu glauben, daß der vorsichtige Parlamentarier, den Herrn Bassermann einmal so unvorsichtig sein Herz erschlossen hat, ein Fraktionsgenosse des Redners sein müsse. Diese Annahme geht aber den Herren Nationalliberalen sehr gegen den Strich und so muß sich denn die„Nat.-Lib. Korr." mit dem erfolglosen Ver- suche abquälen nachzuweisen, der„ganze Zusammenhang" ergebe, daß Bafferinann nichl.vo» einem na.tionalliberalen Abge ordneten, sondern von einem Mitglieds einer anderen Partei sprach. Die gegnerische Presse mißverstehe ihn a b s i ch t l i ch I Das ist nun wohl nicht der Fall. Wenn sedermann bei dem Lesen der Bassermannschen Worte an einen natronalliberalen Abgeordneten dachte, so geschah das, weil die Handlungs- weise des Manne? sich dem nationalliberalen Milieu zwang- los einfügt. Dem ganzen Wesen dieser Umfalls- und Komproniitzpartei, die die Nalionalliberalen bilden, paßt sich die schlaue Taktik des„Bettlägerigen" ganz vortrefflich an. So be- trachtet, ist die Geschichte so ungemein ivahrscheinlich. Aber es soll nicht sein. Wir wollen glauben, ein Nicht-Nationalliberaler habe dem nationalliberalen Führer das holde Geständnis gemacht. Wir fürchten, daß unser Glaube dazu nicht ausreichen wird, selbst wenn wir miS Mühe gebe» wollten.— Zcntrumsmoral. Für die Moral der Zentrumsschäflein ist recht charakteristisch, daß die Zentrumspartei in Bonndorf(Schwarz- wald) eine Protestkundgebung sür den zu Zuchthaus verurteilten Pfarrer Gaisert erlätzt. Außerdem sammeln die Gündelwangcr Zentrumsleute Unterschriften für ein Begnadigungsgesuch.— Eine harmlose Notiz—«ine Majestätsbeleibigung! Unter der Anklage der Majestätsbeleidigung stand am Sonn- abend der verantwortliche Redakteur des„Hamburger Echo", G u st a v W a b e r s k y, vor der Strafkammer I V des Land- gerichts Hamburg. Nach Annahme der Anklagebehörde soll die Be- leidigung des Kaisers in einer kurzen Lotalnotiz des„Hamb. Echo" in Nr. 12b vom 1. Juni d. I. enthalten sein, die die Stichmarke: „Plünderungen von Bäumen und Sträuchern" trug. Der Angeklagte erklärte, er habe bei ihrer Aufnahme nicht entfernt daran gedacht, daß darin ein Staatsanwalt eine Be- leidigung erblicken könnte, da es sich nur um eine scherzhafte Aeußerung eines Kollegen handelte, die im Schlußsatz untergebracht sei. Genosse Emil Krause bestätigt diese Angaben. Der sehr temperamentvolle Staatsanwalt Holländer griff bei Begründung seiner Anklage zu persönlichen Verunglimpfungen des Angeklagten. Er sprach von einem schamlosen Herunterreißen einer aus Pietät hervorgegangenen Handlung, von einer schäm- losen Infamie des Angeklagten, der in unflätiger Weise den Kaiser mit Schmutz beworfen habe. Bei Ausmessung der Strafe müsse die Vorstrafe des Angeklagten wegen Majestätsbeleibigung in Betracht gezogen werden. Da damals eine Kritik politischer Hand- lungen in Betracht kam. sei aus Festungshaft erkannt worden. Jetzt handle es sich um ein gemeines Herunterreißen der Person des Kaisers. Aus diesem Grunde beantrage er zehn Monate Gefängnis. Der Verteidiger Dr. Suse weist die Angriffe des Staats- anwalts energisch zurück und führte u. a. aus, daß ihm während seiner LOjähngen Tätigkeit als Verteidiger derartige Angriffe auf einen Angeklagten, der kein Verbrecher oder Rowdy, sondern ein Ehrenmann sei, noch nicht bekannt geworden seien. Weshalb diese kolossale Erregung? Die Notiz solle nur ein harmloser Scherz sein, weshalb der Angeklagte freigesprochen werden müsse. Der Staatsanwalt suchte darauf seine Ausführungen abzu- schwächen. Das Gericht verurteilte' den Angeklagten zu zwei Monaten Gefängnis; es unterstellte als wahr, daß der Vorgang auf der Redaktion sich so abgespielt hat, loie geschildert. Da es sich nicht um einen politischen Artikel handle, sondern um eine Notiz, in die gewaltsam die Handlungsweise des Kaisers hineingepreßt worden sei, könne nicht auf Festungshaft erkannt werden. Weil aber aus der Notiz keine rohe Gesinnung spreche und die Beleidigung keine bedeutende sei, habe das Gericht auf das zulässig geringste Strafmaß erkannt. Hluslancl. Ungarn. Jndustriepvlitik. Aus Budapest wird vom 13. Oktober ge- meldet: Der gestern vom Haudelsminister Kossuth im Ab- geordnetenhause eingebrachte Gesetzentwurf zurFörderungdcr Industrie ermächtigt die Regierung, neu gegründeten Industrie- Unternehmungen Befreiung von der Gewerbesteuer und anderen Gebühren für 15 Jahre zu gewähren. Ferner können auf Grund des Entwurfes solchen Industrieanlagen Subventionen in einer Gesamthöhe von jährlich 29 Millionen Kronen gegeben werden. Schließlich soll diesen Industrien eine Bevorzugung bei Lieferungen für Staats- und Gcmeindebedürfnisse eingeräumt werden.— Frankreich. Die Kammern werden nach einem Beschluß des Ministerrates zum 25. Oktober einberufen. Für hastige Rüstungen während der vorjährigen Kriegspanik hat, wie die Beratungen des Budgetausschusses ergaben, die Regierung 115 Millionen von den Kammern nicht bewilligte Gelder ausgegeben. Antiklerikalismus. Der Präfekt des Departements Seine inferieure hat nach einigen anderen neun weitere Bürger- meister ihres Amtes enthoben, die die von den Lehrern aus den Schulen entfernten Kruzifixe von neuem hatten anbringen lassen, Soziales. Krankenkassen-Schwindler. Vor dem Landgericht München I hatten sich in zweitägiger Verhandlung die Gründer der„über ganz Deutschland staatlich ge- nehmigten und unter Staatsoberaufsicht stehenden Allgemeinen Krankenkasse B a v a r i a" wegen eines fortgesetzten Vergehens gegen das Krankenkasiengesetz zu verantworten. Angeklagt waren die Ver- sicherungsagenten Adolf Fischer in Plauen i. V., Johann Kasseneder zurzeit in Straßburg, der derzeitige Gemeinde- förster Bock von Wulflingen Carl in Etzenhausen, der Ver- sichermigsagent Joseph B a r t h m a n n aus Stein und endlich der Gastwirl Joseph Amelunxen in Lichtenthal i bei Baden-Baden. Die zweitägige Verhandlung ergab, daß die Burschen mit aus- gesuchtem Raffinement Tausende armer Teufel beschwindelt und be- trogen und von der Aufsichtsbehörde ungestört auf fremde Kosten ein angenehmes Leben führe» konnten. Die Einlage des Kasseneder betrug ganze 15 Mark, die des Angeklagten Bock von Wulflingen in faulen Wechseln und Schuldscheinen. Die Kasse bestand, den Kontrolleur mit eingerechnet, aus acht Personen. Es wurde ein Heer von Versicherungsagenten engagiert, die von diesen gestellten Kautionen bildeten das einzige Betriebskapital. Die Agenten legten ihre Leimruten in ganz Süd- und Westdeutschland aus, und um die Werbung von Mitgliedern zugkräftiger zu gestalten und das Publikum zu täuschen, wurde das erste Mitgliedsbuch mit der Nummer 1991 versehen. Die Mitgliederzahl belies sich innerhalb zwei Jahren auf 49 999, als die Kasse geschlossen wurde, waren noch 29999 zahlende Mitglieder vorhanden. Nur 5 Proz. der Einnahmen wurden für Unter- stützungszwecke verausgabt, 95 Proz. fielen auf die Verwaltung. Eine aus 15 Personen, darunter 9 Vorstandsmitglieder, zusammen- gesetzte„Generalversammlung" bewilligte dem Vorstande 24999 Mark für Vcrwaltungszwecke, woraus die Gehälter der Vor- stand'schast sofort bis zu 125 Mark pro Nase erhöht wurden. Die meisten Mitglieder rekrutierten sich aus Rheinland, Westfalen, Baden, Provinz Brandenburg, die übrigen aus Bayern. An Mttgliederbeiträgen gingen ein 158611,49 M., als Einschreibe» gebühren 9959,59 M., die Aufnahmegebühren a 2 M., die dem Agenten zufielen, sind hierin nicht eingerechnet. Die Kasse, die erst ihren Sitz in Augsburg hatte, wurde schließlich nach München oer- legt, wie Kasseneder behauptete, damit die Vorstaiidsmitgljedet flotter leben und ungenierter Saufgelage abhalten konnten. In der Verhandlung suchten sich die Angeklagten gegenseitig zu be- lasten, jeder von ihnen hätte gern den Kopf aus der Schlinge gezogen. Charakteristisch ist noch, daß bei der behördlichen Schließung der Kasse ein Barbestand von 6,59 M. vorhanden war. Fischer wurde zu 19 Monaten Gefängnis, Kasseneder zu einem Jahre und drei Monaten Gefängnis und fünf Jahren Ehrenverlust, Barth mann zu drei Woche il Gefängnis und 6j9 Mark Geld st rase und Bock v. Wulflingen zu 29 Mark Geldstrafe verurteilt. Amelunxen wurde freigesprochen. Die"„Bavaria" ist eine der Schwindelkassen, vor der wir und andere Parteiorgane wiederholt eindringlich gewarnt haben. Die Strafversolgimgsbehörde hätte länyst auch gegen andere Schwindel- lasten einschreiten können, wenn mit dem zehnten Teil der Aufmerk- samkeit, mit der sie nach Strafparngraphen zur Einengung der berechtigten Bestrebungen der Arbeiterklasse zu suchen veranlaßt wird, den Schwindlern und Kassenbelrügern zugewendet hätte. In der Kommission zur Vorberatung des Gesetzentwurfs, der der Erdrosse- lung reeller Kassen die Wege bahnt, betonten Regierungsvertreter und bürgerliche Abgeordnete, der strafrechtliche Weg sei nicht gang- bar, das wurde auch rücksichtlich der„Bavaria" erklärt. Die Sozial« demokraten widersprachen und sie haben recht behalten. In der Kommission wurde aktenmäßig nachgewiesen, daß die Staats- anlvaltschaft noch ärgeren Schwindlern gegenüber in den Fällen der Schwindelkassen„Thalia" und„Union" versagt habe. Dort habe gar die Staatsanwaltschaft„im öffentlichen Interesse" Be- leidigungsklage gegen den verantwortlichen Redakteur des Hannover« scheu„Volkswillen" erhoben und nach Freisprechung durch daS Schöffengericht die Verurteilung des Redakteurs durchgesetzt, weil dieser behauptet hatte, die Verwaltung der Kassen sei eine unreelle, auf Täuschung und Betrug abzielende. Erst geraume Zeit später ging dann endlich die Staatsanwaltschaft gegen die„Thalia"- und„Union"-Schwindler vor, die denn auch zu harten Strafen ver« urteilt wurden. Hier in Berlin treibt munter und lustig u. a. die blasse„Volkswohl" ein des öfteren von uns kritisiertes Geschäft. Würde:>vie es die sozialdemokratischen Vertreter im Reichs« tage verlangten, das Recht öffentlicher Anklage gegen Kassenschwindler jedem Geschädigten oder den von der Re- glerung und Herren vom Schlage der Mugdan. Trimborn, Giesberts bitter gehaßten Vorständen der reellen Krankenkassen erteilt sein, so würden Tansende und Abertausende armer Hand- werker. Arbeiter und Arbeiterinnen bor Schaden belvahrt sein. Mugdan, Trimborn, GiesbertS und der Regierung steht aber die Drangsalicrimg ehrlicher Betätigung politischer und religiöser Ueber- zeugung höher als die Verhütung von Schwindel. Das ist der Grund, aus dem heraus diese Herren dem Hülfskaffengesetzeiitwurf zugejtinunt haben, der der Drangsalierung iuii> Verfolgung der Ehrlichen und Prämiierung und staatlicher Begünstigung von Schwindlern, ganz wie in dein aktemnähig belegten hannoverschen Fall, die Wege zu ebnen geeignet ist. Die zweite Lesung der HülfS- rassennovelle wird bald nach Eröffnung des Reichstages zur Ver- Handlung im Plenuni gelangen. GcwerkfcbaftUcbcs. ßcrUn und Umgegend. Die Aussperrung in der Berliner Schuhindustrie. Während vier Wochen verharren die Ballschuhmacher im Aus- stände. Zwölf Fabrikanten haben die Forderungen bewilligt, trotz- dem erklären die übrigen zehn, meistens die kapitalkräftigsten, die Forderungen der Arbeiter nicht akzeptieren zu können. Drei Punkte sind es vor allen anderen, welche ihr Mißfallen erregen, dergestalt, daß sie hierüber nicht verhandeln wollen: Die Platzmiete, die Entschädigung für Furnituren und für kleine Kommissionen. Aus dem Umstände, daß die anderen Fabriken die Forderungen bewilligt haben, ist zu ersehen, daß nur der bekannte Unter- nehmerstolz ein Eingehen auf diese Punkte verbietet. Statt eine Verständigung auch über diese Sachen in gemeinsamer VerHand- lung herbeizuführen, droht man seit vierzehn Tagen mit der Aus- sperrung. Am Mittwoch dieser Woche wurde uns ein Lohntari seitens der Schuhfabrikanten vorgelegt, mit der Bedingung, daß auf Grund dieses Tarifes bei den Verbandsfirmcn Melnick und Leiser die Arbeit aufgenommen werden solle. Dieser Lohntarif deckt sich in seinen ersten Positionen mit den Forderungen der Arbeiter, nachher verändert sich das Bild und die letzten besseren Arbeiten sind derartig niedrig angesetzt, daß dies für die Arbeiter der Firma Melnick ein Lohnabzug bedeutet. Außerdem enthält der Tarif wesentliche Mängel und sind Po- sitionen ausgelassen, welche bei den betreffenden Fabrikanten ge- fertigt werden. Die Arbeiterausschüssc wurden daher von unserer Seite be- auftragt, mit ihren Arbeitgebern zu verhandeln und dies dem Vorsitzenden des Unternehmerverbandes mitgeteilt. Freitag sollten die Verhandlungen stattfinden, doch wurde den Ausschüssen erklärt, daß die Arbeiter auf Grund dieses mangelhaften Tarifes die Arbeit aufnehn.�n sollen. Gleichzeitig traf ein Schreiben der Unternehmervereinigung ein, mit der Drohung, wenn nicht bis Montag die Arbeit in den beiden Betrieben ausgenommen würde, am nächsten Dienstag sänitliche Ringfabriken aussperren würden. Eine am Freitagabend abgehaltene Vertrauensmännersitzung befaßte sich mit dieser Tatsache und erklärte, daß sie nicht gewillt ist, aus Furcht vor der Aussperrung einen Druck auf die Ballschuh- macher zwecks Aufnahme der Arbeit auszuüben, vielmehr ent- schlössen, mit ganzer Kraft für dieselben einzutreten, um ihnen zum Siege zu verHelsen. Mit eifrigem Bemühen suchen die Fabrikanten in ihren eigenen Reihen den Wankelmut einzelner zu beseitigen. So er- schienen sie fünf Mann stark bei einem Arbeitgeber, der sich ver- nünftigerweise mit seinen Leuten geeinigt hatte, um ihn zum Bruch des gegebenen Versprechens zu bewegen. Es war leider kein Polizist zugegen, der den Herren plausibel machen konnte, daß niemand seinen Nächsten an freiwilliger Arbeit hindern darf. Die Gewerbeordnung ist den Herren gleichfalls unbekannt, sonst müßten sie wissen, daß sie sich obendrein der Verleitung zum Kontrakt- bruch schuldig machen, denn die Arbeit war schon aufgenommen und die Kündigung nicht ausgeschlossen. Welche Mittel die Fabrikanten auch anwenden mögen, sicher ist. daß der Weg der Verständigung leichter zum Ziele führen wird, wie diese Gewaltpolitik. Milchverteuerung und Arbeitslöhne bei Bolle. Bekanntlich hat die Meierei C. Bolle kürzlich eine Erhöhung der Milchpreisc eintreten lassen. In dem Flugblatt, worin Herr Bolle seinen Kunden die Preiserhöhung ankündigt, sagt er, daß außer anderen Ursachen auch das„Steigen der Arbeits- löhne hier am Platze" ihn zwinge, eine Erhöhung des Milch- Verkaufspreises um 2 Pf. eintreten zu lassen. Was Herr Bolle eigentlich meint, wenn er die Erhöhung des Milchpreises mit dem Steigen der Arbeitslöhne hier am Platze begründet, bleibt unklar. Wenn„hier am Platze"— das heißt doch in der Geschäftssprache„in Berlin"— die Arbeitslöhne gestiegen sind, so kann das für Herrn Bolle kein Grund sein, die Milchpreise hinaufzuschrauben, falls er nicht in seinem eigenen Be- triebe eine Erhöhung der Arbeitslöhne hat eintreten lassen. Das ist aber durchaus nicht der Fall. Von einer Seite, die über die Verhältnisse bei Bolle gut unterrichtet ist, wird uns mitgeteilt, daß die bei Bolle beschäftigten Kutscher und Burschen in den letzten Jahren keine Lohnerhöhung er- halten haben, ja daß sich ihre Lebenslage verschlechtert hat, da ja in den letzten Jahren eine erhebliche Verteuerung der not- wendigsten Lebensmittel eingetreten ist. Im Betriebe des Herrn Bolle herrscht ein äußerst raffiniertes System der Entlohnun, welches darauf zugeschnitten ist, daß die Arbeiter aufs äußerste angespannt werden, um die Millionen des Herrn Bolle möglichst ausgiebig zu vermehren. So erhalten bei- spielsweise die Kutscher nach 2-, 4-, 8- und Llljährigcr Tätigkeit im Betriebe Wochcnlöhnc von 18, 21 und 24 M. Wenn aber ein Kutscher durch große Umsicht und Tüchtigkeit in der Lage ist, einen Absatz von 5(3 M. täglich zu erzielen, dann bekommt er für je 7 M. eine Extravergütung von 10 Pf. Eine solche Tageseinnahme kann natürlich nur unter günstigen Umständen erzielt werden. Auf der anderen Seite ist aber im Bolleschen Betriebe dafür ge- sorgt, daß die Löhne der Arbeiter nicht in voller Höhe in die Taschen der Arbeiter fließen, sondern ihnen durch ein bis ins kleinste ausgebildetes Strafsystem ein oft recht erheblicher Teil des fchwcr verdienten Lohnes abgezogen wird. Es besteht eine un- endlich lange Liste von„Straftaten", deren sich ein Kutscher im Betriebe schuldig machen kann. Ganz geringe Verschen find mit 10— 20 Pf. Strafe belegt und so steigen die Strafsätzc bis zur Höhe von 50 Pf., 1 M., ja 4 M. für jeden Einzelfall. Die mit Strafe belegten Versehen sind meist so geringfügig, daß sie fast gar nicht vermieden werden können, namentlich bei Arbeitern, die unter dem Drucke des Prämicnsystems stehend, mit großer Hast arbeiten wüssen, um einen einigermaßen auskömmlichen Lohn zu erlangen. In allerletzter Zeit, als die Bolleschen Arbeiter Interesse für die gewerkschaftliche Organisation bekundeten, haben sie ja geringe Zulagen erhalten, so ist den Burschen auf ihren Wochenlohn von 8— 13 M. eine Lohnzulage von 1 M. und eine Prämie von 1 M> gewährt worden, so daß die jungen Leute im Alter von 15 bis 13 Jahren im günstigsten Falle auf einen Wochcnverdicnst von 15 M. kommen, vorausgesetzt, daß sie sich keinen Verstoß gegen die Bollesche Strafliste zuschulden kommen lassen. Auch die Kutscher haben geringe Zulagen erhalten, doch sind dieselben nicht derart, daß sie als Grund für die Milchpreiserhöhung gelten können. Da sich Herr Bolle, wie bekannt, als eifriger Gegner der Arbeiterorganisation erwiesen hat, so werden die Milchkäufer gut tun, sich von den Kutschern und Mitfahrern die braune Legiti- mationskarte zeigen zu lassen, welche als Ausweis dafür dient, daß der Betreffende organisiert ist. Lohnbewegung in der Berliner Perlmutt- und Steinnuß- industrie. Die Perlmutt-, Horn- und Steinnußarbeitcr Groß- Berlins waren Donnerstagabend im Gewerkschaftshause sehr zahl« reich versammelt, um zu einem Lohntarif, der von einer Ver- trauensmännerversammlung aufgestellt war, Stellung zu nehmen. Wie der Referent mitteilte, hat die gegenwärtige günstige Kon- jünktur in der Branche, die seit länger als 10 Jahren keine Lohn- bewegung zu verzeichnen gehabt hat— und Arbeitslose ü�rhaupt nicht vorhanden sind— mit zu dem jetzigen Vorgehen beige- tragen. Die Forderungen, die von den Versammelten ange- Wommen wurden, sind folgende:„Die Arbeitszeit beträgt B'A Stunden, Sonnabends 8 Stunden. Ueberstunden dürfen nicht gemacht werden. An den Tagen vor den drei hohen Festtagen um 12 Uhr mittags Feierabend bei voller Bezahlung. Der Minimal- lohn beträgt 27 M. die Woche. Arbeiter, die über 18 Jahre alt und mindestens 0 Monate in der Branche tätig sind, haben Anspruch auf den Minimallohn. Zurzeit bestehende Löhne werden um 0 Pf. die Stunde erhöht. Auf die Äkkordpreise erfolgt ein Auf- schlag von 10— 15 Proz. In jeder Werkstatt wird ein Akkordtaris ausgearbeitet. Neue Muster werden nur im Lohn gearbeitet. Sämtliche Werkzeuge sind vom Arbeitgeber zu liefern usw. Der Lohntarif hat ein Jahr Geltung." Es wurde beschlossen, die Forde- rungcn sofort, Freitag, den Arbeitgebern mit einem Anschreiben zu unterbreiten und bis kommenden Montag Antwort zu ver- langen._ Achtung, Töpfer! Sämtliche Kollegen, die am 15. d. M. durch die Fensterfrage arbeitslos werden, und die Kollegen, welche in der Kontrollstation als arbeitslos eingeschrieben sind, haben sich innerhalb drei Tagen (bis zum 17. d. M.) als Streikende eintragen zu lassen und zwar in der Zeit von 0 bis 4 Uhr im Gewerkschaftshanse, Saal 1. Vom Donnerstag, den 18. d. M. ab, findet die Kontrolle von 1—4 Uhr und fallen demnach die Kontrollstunden von 5—7 Uhr bis auf weiteres fort. Die angemeldeten offenen Stellen werden von 3—4 Uhr vermittelt. Das Verbandsbuch ist unbedingt vorzuzeigen. _ Die Verbandsleitung. Tie Arbeiter von der Firma Belker u. Schneevogel, die auf dem Neubau der Firma Ludwig Löwe, Wiebestrahe, die Eisenkonstruktion auszuführen Habens befinden sich wegen Lohn- reduzierungen und Arbeitsverschlechterung in einem Abwehrstreik. Alle arbeitsuchenden Kollegen werden ersucht, bis auf weiteres dort keine Arbeit anzunehmen und den Bau strengstens zu meiden. Auch wird die Finna, deren Betrieb in der Pankstr. 19/20 sich befindet, versuchen, Arbeiter dort anzunehmen, um sie dann nach dem Bau zu schicken. Es ist deshalb von allen Arbeitsuchenden die größte Vorsicht zu üben. Zcntralverband der Handels und Transportarbeiter. Verwaltung Berlin I. Achtung! Barbiergehülfen! Die Arbeitgeber geben sich jetzt schon die größte Mühe, die von der Gehülfcnschaft während der Lohnbewegung erkämpften humanen Forderungen illusorisch zu machen. Wie vorauszusehen war, wollen dieselben die schlechtere Konjunktur, die im Winter bei uns herrscht, ausnutzen, um die Forderungen der Gehülfen zu hintertreiben, indem sie weit unter dem Tarif bezahlte Arbeitskräfte einstellen. Darum, Kollegen, haltet treu zur Organisation und zeigt den Arbeitgebern, daß wir daran festhalten werden, was wir erkämpft haben. Achtet darauf, daß die Kontrollkarte laufend gestempelt und mit der Namens- Unterschrift Baumgart versehen ist. Gleichzeitig werden die Kol- legen darauf aufmerksam gemacht, daß die Arbeitszeit vom 1. Ok- tober bis zum 1. April von früh lh8 Uhr beginnt. Die Forderungen durchbrochen haben B e t h g e, Frieden- straße 90, B o r o w s k i, Schönleinstraße 28 und Almstaedt, Rummelsburgerstraße 60 in Friedrichsberg. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perückenmachergehlllfen Berlins. Bureau Schillingstraße 15— 16. Telephon Amt 7 2824. Ge- öffnet von 10— 1 Uhr. Die Lohnbewegung der Luxusmöbelarbeiter zu Trebbin im Kreise Teltow wurde nach eintägigem Streik günstig für die Streikenden beendet. Nachdem die Verhandlungen während der Kündigungsfrist resultatlos verlaufen waren, wurde am Sonnabend, den 6. Oktober, die Arbeit niedergelegt. Am vergangenen Montag fanden nochmals Verhandlungen im Beisein des Gauvorstehcrs S t u s ch e vom Deutschen Holzarbeiterverband, und des Vorsitzenden Walter von der Freien Bereinigung der Drechslermeister Deutsch- landS.statt. Zwischen den bitzden Organisationen ivurde ein Vertrag bis zum 1. Oktober 1907 mit vierteljähr- sicher Kündigung geschlossen, in welchem folgendes festgelegt wurde: Die Arbeitszeit(bisher 57 Stunden) beträgt bis zum 31. Dezember 1906 55>/z, vom 1. Januar 1907 ab 55 Stunden. Ueberstunden werden nur in dringendsten Fällen gemacht und müssen dieselben bei männlichen mit 10 und bei weiblichen Arbeitern mit 5 Pf. Zu- schlag pro Stunde bezahlt werden.— Lohnarbeiter erhalten 3 Pf. Lohnerhöhung pro Stunde. Die Akkordpreise werden um 5—10 Proz. erhöht. Bei der Firma Hermann Gräfe, wo bisher 59 Stunden gearbeitet wurde. beträgt die Arbeitszeit 56'/-, beziehungsweise 56 Stunden. Tischler erhalten 1 M. Lohnerhöhung pro Woche, währenddem die Akkordpreise auf Drechslerarbeiten um 10 Proz. er- höht werden.— Mit diesen Vereinbarungen erklärten sich die Ar- beiter einverstanden und wurde demzufolge am Dienstag die Arbeit wieder aufgenommen.— Auch in der Bauttschlerei von W. Binge, wo die Tischler schon 3'/z Wochen streiken, wurde eine Einigung er- zielt. Dort beträgt die Arbeitszeit, welche bisher ebenfalls 57 Stunden war, bis zum 1. Juli 1907 55. von da ab 54 Stunden pro Woche. Das Hobelgeld, welches bisher von den Arbeitern getragen wurde, bezahl! der Arbeitgeber und die Akkordpreise wurden um 5 bis 8 Proz. erhöht. Hier wurde die Arbeit am 10. d. M. wieder auf- genommen. Deutfehea Reich. Bestrafter Unternehmcrterrorismus. In Königsberg hat der Arbeitgeberverband für das Baugewerbe verfügt, daß die Mit- glieder nur Maurer einzustellen haben, die im christlichen Streik- brecherverein organisiert sind. Falls sie dagegen handeln, werden sie in eine Konventionalstrafe von 300 M. genommen. Ein Polier der Firma Riuderknecht hatte nun vier Maurer eingestellt, die im Zentralverbande der Maurer organisiert sind. Der Polier hatte sie zur Arbeit bestellt und vor Beginn derselben die Auöweiökarten vom christlichen Arbeitsnachweis verlangt, da er sie sonst nicht beschästigen könnte. Dabei hatte er den Maurern geklagt, daß er vom Arbeits- Nachweis„allerlei Schofelzeug" erhalte, mit dem er nichts anzu- nngen wisse. Die Maurer gingen nun nach dem Arbeitsnachweis, um die Karten in Empfang zu nehmen. Hier wurde ihnen aber von Herrn Lauster, Vorsitzenden de? Arbeitgeber- Verbandes, erklärt, daß sie die Karten nur dann bekommen, wenn ie dem christlichen Maurerverband beitreten. Das lehnten die Maurer aber ab, worauf sie unter Hinweis auf den Hausfriedensbruchsparagraphen von dem„ch r i st l i ch e n' Bau- Herrn zum Hause hinausgejagt wurden. Als sie zum Polier zurück- kehrten und keine Karte» aufweisen konnten, stellte er sie nicht ein. Nun klagten die Maurer vor dem Gewerbegericht und ver- langten von der Firma Rinderknecht eine Entschädigung für die l4tägige Kündigungsfrist. Das Gericht hielt de» Klage- a» sprach für berechtigt, und da der Polier als Zeuge die Angaben der Kläger bestätigte, so riet der Vorsitzende des Gewerbe- gerichts dem Vertreter der verklagten Firma, auf einen Vergleich einzugehen. Von einer Einstellung der Kläger wollte der Vertreter durchaus nichts wissen. Er einigte sich vielmehr dahin, an jeden Kläger eine Summe von 5,0 Mark, also insgesamt 200 M. zu zahlen. Der Rheinflößcrstreik, der mittlerweile an allen beteiligten Orten beendet ist, hat den Ausständigen trotz des heftigen Widerstandes der Unternehmer ansehnliche Erfolge gebracht. Die bisher völlig unbeschränkte Arbeitszeit beträgt im Sommer elf, im Winter acht Stunden. Der Lohn wurde beim Flotzbau von 1,50 M.(!) auf 3 M. und in den Depots von 1,80 und 2 M. auf 3,25 und 3,50 M. erhöht. Diese Löhne verstehen sich bei freier Kost einschließlich der üblichen Bierverpflegung(4 Liter pro Mann und Tag!) Ohne Kost betragen die Löhne jetzt 4,50, 4,75 und 5 M. Sonntags- und Ueberarbeit wird von jetzt an bezahlt: ebenso wurde» die Reise- löhne um 10 Proz. erhöht. Der H a f e n ar b ei t e r v e r b a u d hat hier ein vorzügliches Stück Arbeit geleistet. Die Sperre über das Mctropol-Theater in Köln ist auf« gehoben, nachdem die Direktion die gegen drei Mitglieder der Bühnenarbeitersektion des Verbandes der Staats- und Gemeinde- arbeiter verhängte Maßregelung rückgängig gemacht hat. Lohnbewegung der Uhrenarbeiter im Schwarzwald. In den acht Hauptorten der Uhrenindustrie finden zurzeit Versammlungen statt, die vom Deutschen Metallarbeiterverbande einberufen sind und in denen die dortige Arbeiterschaft Stellung nimmt, um bessere Lohn- und Arbeitsverhältnisse herbeizuführen. In erster Linie verlangen die Arbeiter die Einführung der neuneinhalb- stündigcn Arbeitszeit, eine Lohnerhöhung von 10 bis 15 Proz., Regelung des Ucberstundenwesens und Bezahlung der Ueberstunden mit einem Zuschlage von 25, 50 und 100 Proz. Ferner Regelung der Akkordarbeit, Garantie des Stunden- l o h n c s und Erhöhung der Akkordpreise um 5 bis 15 Proz. Ein- schränkung der Heimarbeit durch Besserbczahlung der« selben und einen gesonderten Zuschlag von 25 Proz. für alle in der Heimindustrie angefertigten Artikel. Ferner kostenlose Lieferung von Material und Werkzeug, welches in vielen Fällen die Arbeiter heute noch selbst liefern müssen. Vor zirka 2 Jahren haben die Arbeiter schon einmal ähnliche Forderungen an die Unternehmer gestellt, doch bei dem bekannten Protzenstandpunkt, den die Mehr- zahl der dortigen Fabrikanten einnimmt, hat es die große Mehrheit derselben nicht einmal für nötig erachtet, ihren Lohnsklaven auch nur eine Antwort zu erteilen. So billig dürften die Herren ja nun diesmal gerade nicht wegkommen. Die allgemeine Teuerung macht sich in den Kurorten des Schwarzwaldes geradezu ungeheuerlich bemerkbar und auch den dortigen Arbeitern dämmert es, daß es so nicht mehr weiter gehen kann, und daß man von den glatten Worten der Diener des Herrn und von den Versprechungen der Fabrikanten sich nicht satt essen kann. Vor allem gilt es jedoch, noch eine große Zahl von Arbeitern dort aufzurütteln und sie der Organisation zuzuführen, damit sie mit allem Nachdruck auch für ihre gewiß bescheidenen Forderungen eintreten können.— Die Arbeiterschaft Deutschlands wird ersucht, den Zuzug von Metall- arbeitern aller Branchen und von Holzarbeitern auf das Strengste fernzuhalten. Die Arbeiterpresse wird um Nachdruck gebeten. Ausland. Vom Bäckerstreik in Budapest meldet der Telegraph, daß das Korpskommondo sich auf Ersuchen des Magistrats bereit erklärt hat, während des Bäckerstreiks täglich 20 000 Kilogramm Brot in den Militärbäckereien herstellen zu lassen. Die Bäckermeister erklären, diese Hülfe vorläufig nicht in Anspruch nehmen zu wollen, da sie über einen großen Vorrat an Brot verfügen. Am Montag wird eine Ausgleichslonserenz zwischen den Meistern und den Gehülfen stattfinden. Die Maffenausspcrrung in Berviers. Der Gemeinderat von Verviers hat der Arbeitskommission den Auftrag erteilt, mit den Fabrikanten sowie mit den Arbeitern in Verbindung zu treten, um Friedensverhandlungen zwischen den Parteien anzubahnen. Die Sozialisten unterstützten diesen Vor- schlag. In derselben Sitzung verlangte ein Ratsmitglied, daß den Kleinbürgern ein Teil der Gemeindesteuern erlassen werde, weil sie infolge der Aussperrung in eine schwierige Lage gekommen seien. Der Sozialist Fluche erklärte hierauf:„Wenn das be- schlössen wird, so beantrage ich unmittelbar Unterstützung aus Gcmeindemitteln für die ausgesperrten Arbeiter. Sie sind doch wohl ebenso viel wert wie die Kleinbürger!"— Beide Anträge wurden der Finanzkommission überwiesen. Die Fabrikanten von Berviers würden jedenfalls sehr unklug handeln, wenn sie die vom GeMeindcrat beschlossenen Einigungs- versuche zurückwiesen. Die großartige Unterstützung, die die Ar- beiterschaft ganz Belgiens den kämpfenden Ärbeitsbrüdern zuteil werden läßt, bürgt dafür, daß die Fabrikanten ihr Ziel: die Ver- nichtung der Arbeiterorganisation, nicht erreichen werden. Welch niederträchtiger Mittel man sich bedient, um der Arbeiterschaft Belgiens ihre Opferwilligkeit zum Teil zu verleiden. davon zeugt eine Notiz der„Gazette de Liege": Dieses klerikale Blatt schreibt, daß unter den Kindern in Verviers der Keuchhusten und die Masern herrschten. Das ist nichts als Lüge, erfunden, um die Arbeiter in anderen Städten abzuschrecken, Kinder der Ausgesperrten in Pflege zu nehmen. Die Arbeiterpresse sorgt aber dafür, daß auch diese Lüge ihren Zweck verfehlt. Am Donnerstag ist ein Sonderzug mit 425 Kindern Aus- gesperrter nach Antwerpen abgegangen. 50 fanden in Pepinster Aufnahme; die übrigen alle in Antwerpen. Am Tage vorher hatte die Arbeiterschaft von Lüttich 200 Kinder aufgenommen, ihnen Schutz zu bieten vor der ihnen von dem Unternehmertum zugedachten Hungersnot. Die Verpflegung der Kinder wird durch besondere Arbeiter- kommiffionen überwacht. Es wird aber nicht nur dafür gesorgt, daß sie gut genährt werden, man veranstaltet auch besondere Sammlungen, um ihnen für die rauhe Jahreszeit warme Kleidung zu verschaffen, wozu ihre Eltern bei den erbärmlichen Löhnen, und jetzt während der Aussperrung noch viel weniger, imstande waren. Letzte JVachnchtcii und Depefeben. Ein Dorf in Flammen. Planen i. Bogtl., 13. Oktober.(W. T. B.) Die in der Nähe von Ziegenrück gelegene Ortschaft Liebcngrün steht seit heute vor- mittag in Flammen. Zwölf Gebäude sind bereits eingeäschert, und infolge des heftigen Windes steht das ganze Dorf in Gefahr. Das Feuer soll von Zigeunern angelegt sein. Agitatoren in der Kutte. Waldshut, 13. Oktober.(B. H.) Die Geistlichkeit der Land- kapitel Klettgau und Waldshut erhob Beschwerde beim Erzbischof wegen der im vorigen Jahre von der Regierung veranstalteten Er- Hebungen über geistliche Wahlagitationen. Erfolgreicher Streik. Herborn, 13. Oktober.(B. H.) Der seit dem 27. August bei der Burgerhütte andauernde Streik der Former ist nunmehr be- endet, nachdem die Ivstllndige Arbeitszeit, Ibprozrntige Lohn- erhöhung und Anerkennung der Koalitionsfreiheit Zugestanden wurden._ Lohnbewegung in Ungarn. Budapest, 13. Oktober.(W. T. B.) 1200 Arbeiter der G u t t« mannschen Sägeindustrie in Bclisce(Slavonien) sind in den Ausstand getreten. Sie fordern«ine Lohnerhöhung. Die Unter- nehmer verhielten sich bis jetzt ablehnend. Reue Verhaftungen. Petersburg, 13. Oktober.(Meld, der Pctersb. Telcgr.-Agentur.) Aus dem Auslande sind gestern einige Anarchisten hier eingetroffen. Die Polizei, der ihre Ankunft bereits vorher gemeldet war. folgte ihnen bis in ihr Absteigequartier und verhaftete sie dort. Unter den Verhasteten befindet sich auch ein ehemaliger Petersburger Student. Bei den Verhafteten wurden eine große Menge Spreng- stoffe. darunter über 30 Pfund Dynamit gefunden. verantw. Redakteur: Hau» Weber. Berlin. Inseratenteil verantw.: kt. Blecke. Berlin. Druck u. Verlag: Borwärt» Buchdr. u. Brrlag»anst«It Paul Singer&. Co., Berlin SW. Hierzu 5 Beilage«, iir.m 23. laiir�,,| Klillge des„Amiirts" Kerlim Nsldsdllltt. u. Oer preußif(l)e Zusammenbruch von 1806. n. Jena und A u e r st ä d t. Durch die RevolutionZkriege war ein großer Teil Deutschlands halbwegs auS dem feudalen Sumpfe gerissen worden. Freilich nur um den teueren Preis der Fremdherrschaft, aber anders als durch die ausgiebigsten Schläge, die sie von der französischen Revolution und ihrem Erben verabreicht erhielten, ließen sich die deutschen Fürsten und Junker nicht in die Bahn bürgerlicher Reformen zwingen. Sicherlich wäre es tausendmal vorzuziehen gewesen, wenn eine deutsche Revolution mit den Friedrich Wilhelmen und ihrem Junker- trotz denselben energischen und kurzen Prozeß gemacht hätte, wie die französische Revolution mit den Ludwigen und deren Junkertroß machte; wir spüren es heute noch schmerzlich genug am eigenen Leibe, daß es so nicht gekommen ist. Aber es ist schon in unserem ersten Artikel darauf hingewiesen worden, weshalb es so nicht kommen konnte, und wir dürfen deshalb nicht verkennen, daß eS ein historischer, daß es namentlich auch ein nationaler Fortschritt war, der sich heute vor hundert Jahren vollzog, als der altpreutzische Staat durch die Schlachten bei Jena und Auerstädt zertrümmert wurde. Dem Siege von Austerlitz, der Oesterreich niederwarf, Rußland in seine Grenze» zurücktrieb und Preußen zum Verbündeten Napoleons machte, war der Preßburger Friede gefolgt, der tatsächlich das heilige römische Reich deutscher Nation zertrümmerte, so viel es davon noch gab. Die Stiftung des Rheinbundes, der— nachdem das linke Rheinufer schon mehrere Jahre früher dem ftanzösischen Reiche ein- verleibt worden war— sechzehn Fürsten im Siiden und Westen Deutschlands unter französischem Protettorate vereinte, darunter die neugeschaffenen Königreiche Bayern und Württemberg, beseitigte auch formell die letzte Spur der feudalen Reichsherrlichkeit. Es war nunmehr unausbleiblich, daß der norddeutsche Feudalismus nach- stürzen mußte, früher oder später, auf diese oder jene Weise; die unheilbare Torheit der preußischen Junker sorgte dafür, daß sich die Geschicke schnell vollzogen. Napoleon behandelte den preußischen Staat, seinen nunmehrigen Verbündeten, niit verdienter, will sagen init äußerster Verachtung. Er ließ sein siegreiches Heer in Süddeutschland stehen, dicht an der preußischen Grenze, spielte mit dem Könige, den er treffend einen„unglaublichen Schwachkopf- nannte, wie die Katze mit der Maus, teilte ihm nicht einmal die Stiftung des Rheinbundes mit. Sie war längst vollzogen, als der französische Minister Talleyrand dem preußischen Gesandten das höhnische Wort hinwarf: falls sich Preußen dadurch beschwert fühle, könne es ja ein nord- deutsches Kaisertum gründen. Die preußischen Junker nahmen den bluttgen Spott als staatsmännischen Ernst und machten sich ans Werk, an den gespensterhasten Versuch, mitten im feudalen Krach eine neue feudale Trutzburg zu errichten. Dieweil sie sich aber noch an dieser reaktionären Utopie abquälten, überraschte sie die Kunde, daß ihr fteundlicher Gönner an der Seine in Friedens- Verhandlungen, die er mit England führte, dem englischen König die Rückgabe des eben an Preußen abgetretenen Hannover an- geboten habe. Da sie längst daran gewöhnt waren, ähnliche Ohrfeigen von Paris her zu erhalten, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, und da es sehr unwahrscheinlich war. daß die Friedensverhandlungen zwischen England und Frankreich zum Ziele führen würden, wie sie dann tatsächlich auch gescheitert sind, so hatten sie eigentlich keinen besonderen Gruno zur Auftegung. Aber sie waren längst in einem Zustande des Verfalles, wo der intellektuelle Defekt auf gleicher Höhe mit dem moralischen Defekt steht, und sich in den tollsten Sprüngen ergeht; hatten fie mit blödem Stumpfsinn die blutigsten Demütigungen erttagen, so bekamen sie es jetzt mit dem Koller des junkerlichen Ehrenkodex und beschlossen, am S. August 1806 das Heer mobil zu machen. Freilich blieb der Katzenjammer nicht lange aus. Namentlich der König jammerte und weinte;„Heldenkönig", wie er war, wollte er doch durchaus nicht in den Krieg, wo geschossen wird. Selbst Napoleon empfand ein menschliches Rühren, und wenn nur gleich abgerüstet würde, so versprach er, zu vergeben und zu ver- gessen. Aber abrüsten ohne jeden auch nur scheinbaren. Erfolg ging selbst für dies verachtete Preußen nicht an; namentlich die Berliner Gardeoffiziere, die sich vor tollem Hochmut nicht zu lassen wußten, näselten und schnarrten unwillig bei dem Gedanken, daß eS abermals heißen solle: Rückwärts, rückwärts, Don Rodrigo; um eine erste Probe ihres Heldenmutes zu geben, wetzten sie ihre Degen auf der Steintreppe des französischen Gesandtschaftshotels. Die Mehrzahl der Offiziere war freilich aus guten Gründen viel friedlicher gestimmt, und am letzten Ende entschied die märchenhafte Hoffnung, daß Napoleon zurücklveichen werde, wenn man recht be- scheidene Forderungen an ihn stelle und dazu tüchttg mit der Plempe rassele. So verlangte man denn, daß Napoleon die Errichtung des norddeutschen Kaisertums nicht stören und seine Truppen aus Süddeutschland hinter den Rhein zurückziehen solle. Darauf nahm das Heer eine drohende Stellung in Thüringen ein, in der sicheren Er- Wartung der Junker, Napoleon werde sich auf so billige Forderungen gern einlassen, und die herrliche Armee könne dann, geschmückt mit unblutigen Siegeskränzen, unter Paulen- und Trompetenschall den glorreichen Heimmarsch antreten. Die herrliche Armee, das will sagen eine Herde verhungerter Vogelscheuchen, wie sie ähnlich wohl sonst niemals dagewesen ist. Die Organisation des altpreußischen Heeres beruhte auf der so- genannten„Kompagniewirtschaft-, einem raffinierten System von Gaunereien, von dem die ausgepichtesten Schwindler.der modernen Börsenwirtschaft noch manches lernen könnten. Der Kompagniechef, natürlich immer ein waschechter Junker, erhielt vom Staat die nötige Summe, um die Kompagnie auszurüsten, zu besolden und zu verpflegen, benutzte diese Einrichtung aber, um in seine Tasche zu wirtschaften, cid- und ehrvergessen seinen königlichen Kriegsherrn zu betrügen, sich und sein Junkcrnesl zu mästen an den Groschen, die durch einen blutigen Steuerdruck von der bäuerlichen und der städtischen Bevölkerung erpreßt wurden. Ursprünglich rekrutterte sich das preußische Heer durch sogenannte „freiwillige- Werbung, aber um an den Werbegeldern zu sparen, hatten die Junker begonnen, ihre Hörigen gewaltsam für den Heeres- dienst zu pressen. Ganz konnten sie in dem menschenarmen Lande jedoch auf die Werbung nicht verzichten; ungefähr zur Hälfte teilte fich das Heer in geworbene Ausläirder und in gepreßte Inländer. Die Werbung selbst war zu einen: ruch- und schamlosen Menschenhandel entartet, bei dem sich die junkerlichen Werbeoffiziere jede Infamie gestatteten, um halbwegs tüchtige Rekruten zu bekommen. Indessen waren sie längst so verrufen, daß in ihren Fängen nichts hängen blieb, als der schmutzigste Auswurf: unverbesserliche Tagediebe, Vaga- banden, Verbrecher; wer noch einen Funken von Ehre und Gewissen im Leibe hatte, vermied es wie die Pest, unter diesen„glorreichen" Fahnen zu dienen. Um dies Gesindel halbwegs an die Fahne zu fesseln, waren ent- setzliche Sttafen notwendig, tvie das Spießrutenlaufen, eine der scheußlickstcn Martern, die je von Folterknechten ersonnen worden sind. Peitschen und Prügeln war an der Tagesordnung; anders als mit dem Stock ist die militärische Disziplin nicht aufrecht zu erhalten, so lautete die herrliche Lehre, die der alte Fritz seinen Nachfahren als köstlichstes Geheimnis hinterlassen hatte. Der Kriegs- dienst wurde die entehrendste und peinvollste Strafe in den preußischen Landen, und so demütig sich sonst die Massen noch unter die Junker- Herrschaft fügten, so mußten sie, so weit sie überhaupt noch etwas zu verlieren hatten, doch von der Einstellung ins Heer„eximiert" werden. Für die gewaltsame Pressung blieb den Junkern nur die ärmste Armut übrig, der jedes Mittel zur Flucht und zum Widerstande fehlte, eine Armut, die unter ihren Hörigen freilich die Regel war. Jedoch auch die ärmste Armut blieb noch lange nicht vor den gierigen Griffen dieser Junker verschont. Kärglich genug waren Kleidung und Verpflegung, Ausrüstung und Besoldung der Mann- schaft benlessen, aber aus gestohlenen Groschen wußten sich die Äompagniechefs dennoch stattliche Vermögen zu sammeln. Sie kürzten den Schnitt der Röcke, wodurch eine bedeutende Anzahl Ellen des Zeuges gespart wurden. Sie verspeisten ganz und gar die Weste, indem sie damit begannen, ihr die Aermel abzuschneiden, und damit endeten, sie durch einen zwischen den vorderen Rockklappen angenähten Lappen zu markieren. Ein leckeres Gericht für die Kompagniechefs war auch das Schuhzeug der Mannschaft;„wenn Dido", so schreibt ein preußischer Leutnant, der aus prattischer Er- fahrung dieses ganze Betrugssystem kannte,„aus einer Kuhhaut den Platz zur Erbauung einer Stadt schnitt, so wollen die Kapitäns aus den Schuhsohlen ihrer Kompagnie den Plan zu ein paar Ritter- gittern schneiden." Dazu kamen Dutzende von ähnlichen Beutel- schneidereien: um Sold unterschlagen zu können, wurden tote Soldaten in den Listen als Lebende fortgeführt, kranke aus den Lazaretten geschleppt, um bei den Revuen die klaffenden Lücken auszu- füllen; bei den Lieferungen von Fourage wurden die armen Bauern übers Ohr gehauen u. a. m. Die größten Schnitte machten die Kompaguiechefs aber, indem sie ihre Mannschaften für die weitaus längste Zeit des Jahres ein- fach von der Fahne wegschickten, sich jeder Sorge für sie entschlugen, und die Unterhaltungskosten für sie ruhig aus der Staatskasse fort- bezogen. Anfangs galt dies System nur für die gepreßten In- länder, die sogenannten„Urlauber", die nicht so leicht entweichen konnten und als ländliche Arbeitskräfte unter der Peitsche der Junker blieben; später wurde es aber auch auf die geworbenen Aus- länder ausgedehnt, die als sogenannte„Freiwächter" innerhalb der Garnisonmauern vom Dienste entbunden wurden und nun sehen mußten, wie sie sich ernährten. Zehn Monde des Jahres blieben nur kleine Trupps bei der Fahne, gerade so viel, als nötig waren, um den Wachdienst zu versehen und— bei der Kavallerie— die Pferde zu füttern. Was dabei aus der militärischen Tüchtigkeit des Heeres wurde, braucht nicht erst nachgewiesen zu werden. Vielmehr liegt auf der Hand, daß diesem Heere nichts ver- haßter sein mußte, als der Krieg. Die Kompagniechefs— und das waren alle höheren Offiziere des Heeres, da jeder den Fleischtopf seiner Kompagnie beibehielt, und wenn er bis zum General- feldmarschall auftückte— verloren den größten Teil ihrer Ein- nähme, sobald die Kriegstrompete erscholl; meistens abgelebte Greise, scheuten sie auch die Strapazen des Feldzuges; Begeisterung für den Krieg war höchstens bei den jüngeren Offizieren vorhanden, die erst zu Kompagniechefs avanzieren wollten. Die Mamrschaften ihrerseits hatten nicht daL geringste Interesse, in den Krieg zu ziehen; er entriß sie dem ver- hältnismäßig ungebundenen Leben, das die meisten von ihnen als „Urlauber" oder.Freiwächter" führten und fügte zu den ewigen Prügeln, die sie schon vom Exerzierplatz her kannten, noch die An- nehmlichkeit. totgeschossen zu werden für eine Sache, die sie im mindesten nichts anging und auch nichts anzugehen brauchte. In schneidendem Gegensatze zu dem grotesk-janmierhaften Auf- zuge der Mannschaft stand der ungeheure Troß, den die Offiziere mit ins Feld schleppten. Sie wollten im Kriege nicht die geringste Annehmlichkeit missen, an die sie im Frieden gewöhnt waren; Bagage-, Küchen-, Nüstwagen folgten dem Heere in unabsehbarem Zuge. Ein Leutnant eines Berliner Regiments hat sich unsterblich gemacht, indem er selbst sein Klavier mit in den Krieg schleppte. Jedes Infanterieregiment hatte an hundert Knechte, an dreihundert Pferde, so daß im ganzen das Heer 32 000 Pferde und an 12 000 Knechte gebrauchte, ungerechnet der Arttllerie- und Pontontrain und die Reitpferde der Offiziere. Denn daß auch der jüngste Leutnant beritten sein mußte, gehörte zu den unanfechtbarsten Vor- rechten der junkerlichen Offiziere. Von der Umwälzung der Strategie und Taktik, die sich in den Revolutionskriegen vollzogen hatte, hatte niemand im preußischen Heere eine klare Vorstellung, höchstens dieser oder jener Generalstabsoffizier, und vermutlich sogar nur der einzige Scharnhorst, eine ungefähre Ahnung. Man lebte und webte noch völlig in den Vorstellungen des Söldnerheeres, wie es in den Tagen des alten Fritz gewesen war, und es konnte auch nicht anders sein. Denn das Heer, das bei Jena und Auerstädt geschlagen wurde, war noch das ridericianische Heer. Es wurde nicht geschlagen, weil es von den „siegreichen Tradittoncn" des Königs Friedrich abgefallen war, bndern weil es an ihnen festgehalten hatte, mitten in den kolossalen Umwälzungen der Kriegführung. Es hatte aber daran festgehalten, weil jede Reform des Heeres eine Reform der sozialen Zustände er- brdcrte, weil ein nationales Heer, wie es die Franzosen besaßen, eine wirkliche Nation voraussetzte, wie sie erst die bürgerliche Revolutton geschaffen hatte, weil der preußische Staat, solange seine 'eudale Grundlage nicht umgewälzt worden war, gar kein anderes Heer haben konnte als den grotesken Spuk, der heute vor hundert Jahren eine schmähliche Niederlage erlitt. Insoweit haben die junkerlichen Schönfärber von heute ganz recht, wenn sie zu beweisen suchen, daß die Armee vor Jena so 'chön gewesen sei, wie sie der altpreußische Junkerstaat nur immer habe produzieren können. Sie widerlegen damit aber nur jene liberale Legende, wonach unter dem genialen Friedrich alles herrlich bestellt gewesen und erst unter seinem unfähigen Nachfolger der Verfall eingetreten sei. Ihnen hat schon ein bürgerlicher Historiker, der in kriegSgeschichtlichcn Fragen meist sehr richtig urteilende Herr HanS Delbrück, die treffende Antwort gegeben, indem er schrieb: »Kein Friedrich hätte mit ISO 000 Mann geworbener Truppen. Lineartaktik, Magazinalverpflcgung siegen können über 200 000 Mann, ein Nationalheer, Tirailleurtaktik und Ncquisitionssystem.... Das preußische Offizicrkorps hatte seinen Stärkeren gefunden, dem eS so wenig widerstehen konnte�wie Achill es mit dem linken Flügelmann des zweiten Gliedes der zwölften Kompagnie aufnehmen könnte, wenn dieser mit einem Zündnadelgewehr bewaffnet ist." Möglich, daß nach der Niederlage die Schäden des preußischen Heeres in dem einen oder dem anderen Punkt übertrieben worden sind, aber wenn die heutigen Nachfahren der Junker von Jena in dieser oder jener Einzelheit wirklich ihre Ahnen entlastet haben sollten, so fällt die ganze Schmach von Jena um so ungeteilter auf jene Junkerwirtschaft, die lieber den Staat in die Hände eines über- legenen Feindes geraten ließ, ehe sie von ihren halb ergaunerten und halb geraubten Vorrechten auch nur ein Titelchen preisgab. Hält man diesen historisch entscheidenden Gesichtspunkt klar im Auge, so treten die kriegerischen Ereignisse verhältnismäßig in den Hintergrund. Es ist eben deshalb auch ein Kniff der heutigen junkerlichen Schönfärber, wenn sie ausführlich dabei verweilen, wenn sie mit einer gewissen Offenheit sogar die Fehler, zugeben, die von den preußischen Generalen gemacht worden seien und die Niederlage verschuldet hätten. Zu Siegen lassen sich die Schlachten bei Jena und Auerstädt beim eifrigsten Willen nicht umfälschen; je größere Schuld aber den einzelnen Individuen aufgepackt wird, um so mehr vermindert sich die Schuld, die auf der ganzen Klasse lastet. Sobald das preußische Heer in Thüringen aufmarschiert war, wäre das Vernünftigste gewesen, was es tun konnte, durch einen kräftigen und raschen Vorstoß nach Franken die feindlichen Streit- kräfte zu überfallen, die sich erst zu konzentrieren begannen. Aber obgleich der Gedanke so einfach war und so nahe lag, daß er selbst den preußischen Gamaschenknöpfen aufdämmerte, so taten sie doch das Unvernünftigste, was sie tun konnten, indem sie einige Wochen ganz zweck- los vertrödelten, in der geradezu blödsinnigen Erwartung, Napoleon werde doch noch einlenken und die preußischen Bedingungen an- nehmen, wofür ihm in einem königlichen Ultimatum eine Frist bis zum 8. Oktober gestellt war. Natürlich benutzte Napoleon diese Zeit, seine Rüstungen zu vollenden und sich schlagfertig zu machen, während auf der Gegenseite in endlosen Kriegsratsberatungen kein Kriegsplan gelingen wollte, die Braunschweig, Hohenlohe, Möllen- dorff, Nüchel und wie die preußischen Heerverderber sonst noch hießen, sich in den ekelhaftesten Zänkereien ergingen und die Heeres- Maschine schon in allen Fugen zu krachen begann, ehe noch ein Feind aufgetaucht war. Es ist kaum nöttg zu sagen, daß Napoleon, als er am 7. Oktober das ihm aus Paris nachgesandte Ultimatum des preußischen Königs in Bamberg erhielt, in helles Gelächter über den abgeschmackten Wisch ausbrach und nun, da er fertig war, seine Heeressäulen auf dem rechten Saaleufer in der Richtung auf Leipzig aufbrechen ließ. Er war vollkommen unterrichtet über die vollkommene Ratlosigkeit. die im preußischen Hauptquartier herrschte, dessen Truppen auf dem linken und rechten Saaleufer über eine Linie von 120 Kilo- meiern zerstreut waren, aber er nahm an, daß sie sich seinem Vormarsch irgendwo in den Weg werfen würde», und nichts war ihm dann sicherer, als daß. er sie besiegte. Allein er hatte die braven Preußen noch immer überschätzt. Als er am 9. und 10. Ottober ihre Vortruppen in den Gefechten bei Hof und Saalfeld zersprengt hatte, überließ ihm das preußische Heer das rechte Saaleufer und retirierte auf das linke, wo es sich angst- voll um Jena und Weimar zusammeudrängte. Schon herrschte die größte Verwirrung in seinen Reihen; Hungerrevolten brachen aus und in Jena selbst entstand eine allgemeine Panik, wie sie sonst nur nach einer verlorenen Schlacht eintritt. Am 12. Oktober blieb das preußische Heer wie gelähmt stehen, während Napoleon bis Raum- bürg vordrang und damit schon im Rücken der Preußen stand. Nun entschlossen diese sich wieder zu einer heroischen Retirade. Sie wollten an die Elbe zurückgehen, um dort die eittscheidende Schlacht anzunehmen. Der Herzog von Braunschweig rückte mit dem Haupt- Heer am 13. Oktober bis Auerstädt flußabwärts; Hohenlohe, der bei Jena, und Nüchel, der bei Weimar stehen blieb, sollten einstweilen seinen Rückzug decken und ihm dann folgen. Aber es war zu spät. Napoleon wollte dem Opfer, das er schon umgarnt hatte, nicht mehr gestatten, durch die Maschen des Netzes zu entschlüpfen. Er sandte dem Marschall Davoust nach Naumburg den Befehl, dem Herzog von Brannschweig den Weg zu verlegen; er selber rückte mit überlegenen Stteitkräften auf Jena bor, wo er die Saaleübergänge offen fand. Die Verachtung der Preußen, die sich die Franzosen angewöhnt hatten, hätte ihnen bei einem Gegner, der diese Verachtung weniger verdient hätte, teuer zu stehen kommen können; nachdem sie an: 13. Jena besetzt hatten, erstiegen ihre ersten Truppen den Landgrafenberg, auf dessen Plateau sich das Lager Hohenlohes befand, aber in so geringer Anzahl, daß der preußische General sie mit leichter Mühe hätte herabwerfen und die steilen Aufgänge des Berges für die nachdrängenden ftanzösischen Truppen uichassierbar machen können. Er tat jedoch weder das eine noch das andere, sondern legte sich ruhig schlafen, während Napoleon die ganze Nacht hindurch Bataillone und Kanonen den Berg hinauf- schaffen ließ. Am nächsten Morgen um 6 Uhr hatte er den sicheren Sieg in die Hand. Einen Hcerhausen der Preußen schlug er nach den: anderen, wie sie ihm kopflose Generale entgegen führten, zuletzt, nachdem Hohenlohes Truppen schon in voller Flucht waren, den Heerteil Nüchels, der trotz aller dringenden Botschaften aus nienrals aufgeklärten Gründen den ganzen Vormittag verttödelt hatte, ehe er von Weimar herankam. Gegenüber der ftanzösischen Tirailleurtakttk erwies sich die preußische Lineartaktik, gegenüber dem VolkSheere das Söldnerheer völlig hülflos. Zur selben Morgenstunde, wo Napoleon bei Jena den Angriff auf Hohenlohe befahl, war der Herzog von Braunschweig beim Aufbruch von Auerstädt auf das Korps des Marschall Davoust ge« stoßen, der dem preußischen Heere denRückzug auf dieElbe sperren sollte. Wie bei Jena die Gunst des Terrains, so hatten die Preußen bei Auerstädt den Vorteil der Ueberzahl auf ihrer Seite. Sie waren mit ihren 60 000 Mann den Franzosen mindestens umS Doppelte überlegen. Aber zwei Fünftel ihrer Streitkräfte brachten sie, dank dem Eigen- und Stumpfsinn ihrer Generale, gar nicht in den Kampf, und als der Herzog von Braunschweig tödlich verwundet worden war, hörte auch die letzte Spur von Führung auf preußischer Seite auf. Der stupide König konnte nicht kommandieren, ernannte aber auch keinen anderen Oberbefehlshaber; jede Disposition hörte auf, und in wildem Durcheinander mußte der Rückzug angetreten werden. Auf der Flucht lösten sich beide Heere in ein wüstes ChaoS auf, und schmachvoller noch als die Niederlage selbst wurden ihre Folgen. Der italieuische Parteitag. Ueker den Sctiluh der Verhandlungeii wird uns berichtet: Nach der Abstinimuiig des vorhergehenden Tages, die den Antcgralisten zusammen mit den Reformisten die überwältigende Mehrheit gebracht hat, geht der Rest der Verhandlungen schnell von statten. Zun, Chefredalteur des„Avanti" wird F e r r i wiedergewählt. Sodann unterbreiten die JntegraliGn eine Vorschlagsliste für den neuen Parteivorstand. Dieser soll sich in Zukunft zusammen- setzen aus gö Personen, �ntregalisten und Reformisten aus den einzelnen Provinzen. Die eigentliche Leitung wird in die Hände eines Exekutivkomitees von acht Personen gelegt, die ihren Wohnsitz in Rom haben; die Redaktion des„Avanti" und die parlamentarische Fraktion entsenden je einen Genossen in das Komitee. Mit der Ab- stimmung über die politische Aktion der Partei ist das Interesse am Parteitag fast erschöpft und viele der Delegierten sind bereits am Abend des dritten Tages abgereist. Der letzte Tag bringt noch eine längere Diskussion über den Antimilitarismus. Romualdi, Labriol a und andere treten für die Ideen Hervss ein. Rigola und Ferri treten diesen entgegen. Es liegen ein ganzes Dutzend Resolutionen zu diesem Pmikte vor. Ferri sieht in dieser Tatfache den Beweis, daß der Parteitag nicht imstande sei, über eine so komplizierte Frage Beschluß zu fassen, und beantragt die Ueb er Weisung an den Parteivorstand. Turati unterstützt diesen Antrag, der auch schließlich gegen die Stimmen der Syndikalisten angenommen wird. Auch die Frage der autononren Zirkel wird den, neuen Parteivorstand überwiesen. Damit war die Tages- ordnung des Parteitages erschöpft und Andrea Costa schloß hieran die Verhandlungen, nachdem zuvor eine Sympathieerklärung für die russischen Revolutionäre angenommen worden war. Die Delegierten verlassen unter Absingen des Liedes der Internationale den Saal. »« « Der neue Parteivorstand ist sofort nach Schluß des Kongresses zu einer Sitzung zusammengetreten, um das Exekutivkomitee zu wählen. Zum politischen Sekretär des Parteivorstandes wurde Morgari gewählt. Die Genossen Cabrini und Rigola werden den Parteivorstand beim Zentralkoinitee der Confederation der Arbeit vertreten. Der französische Gewerkschaftskongreß. 2. Tag. Nachmittagssitzung. Ami eng, 10. Oktober.(Eig. Bcr.) Die Diskussion der Berichte wird fortgesetzt. Den Vorsitz führt B r o u l ch o u x, der bekannte Gegner der B a s l y schen Berg- arbeiterorganisation. Am Anfang der Sitzung kommt es zu stürmischen Szenen, namentlich infolge einer Erklärung der— zur sozialistischen Partei stehenden— Textilarbeiter. Der weitere Verlauf ist verhältnismäßig ruhig, obzwar dem Konfödcrations- vorstand scharfe Kritiken nicht erspart bleiben. P o u g e t sucht die Stellung der„Boix du Peuple" zu rechtfertigen. Gegen Guörards Antrag auf die vorhergehende Approbierung der geivcrk- fchaftlichen Artikel durch die Organisationen hat er nichts einzu- wenden.— Guörard wendet sich gegen die Stelle des Berichts, wo es heißt:„Die Verurteilungen der Genossen werden die anti- militaristische und antipatriotische Propaganda nicht verhindern." Er bemerkt, daß er niemand kritisiere. Aber die betreffenden Kameraden hätten in ihrem eigenen Namen und nicht in dem der Konföderation gehandelt. D e l e s s a l l e erwidert, die vor- hergehenden Kongresse hätten sich für diese Propaganda aus- gesprochen und im Komitee sei sie einstinimig beschlossen worden. Der Konflikt der Konföderation mit der Arbcitsbörse von Reims, die gegen die Verwendung der Rcgierungssnbvention für das nationale statistische und Arbeitsvermittelungsamt protestiert hat, wird Anlaß einer Debatte, in der-das enkant ternble der Syndikalisten, der Konföderationskassierer L 6 v y, Erklärungen ab- gibt, die die Heiterkeit der ganzen Versammlung, auch seiner Gc- sinnungsgenossen, hervorrufen. Die„AntiParlamentarier" haben nämlich gründlich parlamentarische Mogelei betrieben und sich bei „politicens" und in Ministerzimmern herumgetrieben. Levy gibt dafür die famose Rechtfertigung:„Es gibt eben oft heikle Situationen." Und weiter sagt er:„Wir sind in den Ministerien zu Hause." Wenn die Arbcitsbörsen Subventionen forderten, sei es ihr Geld, das sie zurückbekämen. Die Berichte des Vorstandes, auch der über die„Voix du Peuple", werden in getrennter Abstimmung genehmigt. Gegen den über das Verbandsorgan stimmt eine ansehnliche Minorität. Der Kongreß nimmt einstimmig eine Resolution au, die die Propaganda für das Esperanto empfiehlt. 3. Tag. Vormittag. 11. Oktober. Der Kongreß berät über die Achtstundenagitation. Man hört verschiedene Meinungen über die bisherige Taktik aussprechen. Ein Redner fordert geheime Komitees„wie in Rußland". C o u p a t ist dagegen, daß man ein bestimmtes Datum für die Durchsetzung der Forderung festsetze. Man fasse keine platonische» Beschlüsse, sondern überlasse es jeder Organisation, mit ihren Mitteln auf das Ziel hinzuarbeiten. Ein Vertreter der Gießer nennt die Aktion der Konföderation in diesem Jahre eine„furchtbare Gymnastik". Schließlich wird eine Propagandakommission für den Achtstundentag gewählt und beschlossen, daß das Konföderations- komitee ein Datum für den Kampf nach Anhörung der Organi- sationen bestimmen soll. ES ist ein stilles Begräbnis des Ge- neralstreiks. Hierauf geht der Kongreß zum Punkt: Stückarbeit über. Abcndsitzung. Heute nachmittag hat die Verhandlung über das Verhältnis der Gewerkschaften zur sozialistischen Partei be- gönnen. Auf diesen Punkt hat sich das Interesse der Delegierten wie das der Oeffentlichkeit konzentriert. Wie wenig hat sich doch die Meinung des Anarchisten P o u g e t erfüllt, daß der Antrag der Textilarbeiter, kaum ausgesprochen, auch schon abgetan sei! Fünf Redner haben heute 4 Stunden lang gesprochen und 40 sind noch vorgemerkt! Die Debatte hat sich in unerwartet ruhigen Formen vollzogen. Nur einige Zwischenrufe brachten die Ver- satnmlung in Bewegung. Die bedeutendsten Reden— eine für, eine gegen den Antrag— wurden beide von S o z i a l i st e n ge- halten. Der Sprecher der Textilarbeiter, R c n a r d, ist ein alter Guesdist, in der marxistischen Lehre dieser Gruppe aufgewachsen. Seine Rede, gründlich durchdacht und mit starken Akzenten vor- gebracht, machte einen sichtlichen Eindruck. Sein Gegner Niel von den Buchdruckern war etwas langatmig, aber auch seine Argumente verfehlten ihre Wirkung nicht. Für Niel ist der Sozia- lismus nicht der Boden, aus dem die politische und die gewerkschaft- liche Bewegung entsprossen sind,'sondern die Frucht, die sie gc- meinsam hervorbringen. Gegen die Syndikalisten, die die un- politischen Gewerkschaften in politische Schulen des Antiparlamen- tarismus verwandeln wollen, ging der Redner tüchtig ins Zeug. Die syndikalistischen Redner von heute kamen über demagogische Phrasen, wie die, daß die sozialistische Partei nicht das Arbeiter- interesse vertreten könne, weil in ihr auch Unternehmer ständen, nicht hinaus.— Wir kommen auf die bedeutungsvolle Debatte noch zurück. •.« Amiens, 13. Oktober.(Privatdepesche unseres Korrespondenten.) Die Vereinbarungen mit der sozialistischen Partei wurden mit 724 gegen 34 Stimmen bei 37 Enthaltungen angenominen. Mit 824 gegen 8 Stimmen wurde eine von Syndikalisten vorgeschlagene 'Resolution angenommen, die die Notwendigkeit der Sozialresorm anerkennt, strikte Neutralität fordert, den Gewerkschaftlern außerhalb der Gewerkschaft Freiheit in politischer Betätigung läßt. Das Re- sultat bedeutet einen Rückgang der antiparlamentarischen Propaganda in den Föderationen. � � Im heutigen„Vorwärts" befinden sich im Bericht über den französischen Gewerkschaftskongreß folgende Ausführungen des Leiters der französischen Gewerkschaften, Griffuelhes: „Auch von seinem Berliner Aufenthalt hat er traurige Er- innerungen heimgebracht. Nachdem die Verhandlung mit Singer erfolglos geendet hätte, habe sich niemand um ihn gekümmert und er sei— da er des Deutschen nicht mächtig sei— zwei Tage lang in der fremden Stadt Hülflos umhergeirrt, von trockenem Brot lebend, wofür er sich allerdings später durch ein gutes Diner— in Frankreich— entschädigt habe! Glücklicherweise hat sich schließlich ein den Anarcho-Sozialisten nahestehender Mann seiner angenommen, als er in Berlin fremd herum- spazierte." Ich bedauere, feststellen zu müssen, daß der Redner die Un- Wahrheit gesagt hat. Unterzeichneter ist im Auftrage der General- kommission den ganzen Sonnabend bis zum späten Abend mit Griffuelhes zusammcngewesen. Nach der Sitzung der General- kommission, an der Griffuelhes teilnahm, wurde gemeinsam mit Legten im Restaurant des Gewerkschaftshauses zu Mittag gegessen; dann fand die Besprechung mit Singer im Reichstage statt. Später wurden die Heimarbeit-Ausstellung und verschiedene Restaurants besucht. Das Abendessen wurde wiederum im Restaurant des Ge- Werkschaftshauses eingenommen. Hierbei wurde verabredet, sich am"ändern Vormittag im Restaurant des Gewerkschaftshauses zu treffen. Dort habe ich stundenlang, und zwar längere Zeit in Gesellschaft Dr. Michels, auf Griffuelhes gewartet, ohne daß er erschien. Griffuelhes kam dann am Montagvormittag in meine Wohnung, um sich zu ver- abschieden, wobei ich mich wiederum zu seiner Verfügung stellte, was aber wegen einer Verabredung, die Griffuelhes mit Dr. Michels hatte, dankend abgelehnt wurde. Griffuelhes ist während seines Aufenthaltes in Berlin in durchaus verbindlicher Weise aufgenommen worden; wenn kein herzlicher Verkehr zustande kam, so lag dieses an dem verbissenen, abweisenden Verhalten von Griffuelhes. Auch muß ich feststellen, daß während meines diesjährigen Auf- cnthaltes in Paris, wobei ich zwei Tage mit Griffuelhes und anderen französischen Gewerkschaftlern zusammen war, kein Wort der Klage gesagt wurde, daß man vielmehr, obgleich sachlich ab- lehnend, persönlich durchaus liebenswürdig war, was man jedenfalls nicht gewesen wäre, wenn Griffuelhes in Berlin einen unfreund- lichen Empfang gefunden hätte. Es ist aufs tiefste zu bedauern, daß durch solche unwahren Behauptungen, dazu noch auf dem Gewerkschaftskongreß vorgebracht, versucht wird, einen Gegensatz zwischen den deutschen und fran- zösischen Gewerkschaften zu schaffen. Deshalb fühle ich. mich ver- pflichtet, diese Angelegenheit sofort richtig zu stellen. Berlin, den 13. Oktober 1000. Johann S a s s e n b a ch. Der erste Nürnberger Krawallprozeß. Nürnberg, 12. Oktober. Die erste Kategorie der vom Staatsanwalt aufgebrachten Zeugen besteht aus Anwohnern der Negcnsburgerstraße und der angrenzenden Straßen. Durch sie will er den Nachweis sühren, daß die ganze Nachbarschaft durch die Vorgänge beunruhigt worden und in Angst versetzt worden sei, daß sich fast niemand auf die Straße getraut habe, weil man fürchten mußte. Unangenehmes zu erleben. Äußer- dem sollen sie nachweisen, daß die Streikbrecher sich stets als die reinen, unschuldigen Lämmlein erwiesen und die Streikenden immer die Angreifer waren, daß die Belästigungen der Arbeitswilligen schon vom Beginn des Streiks an erfolgt und immer mehr aus- geartet seien, ferner daß dem Vorgehen der Streikenden am 17. August ein ivohlüberlegter Plan zugrunde gelegen hahe und die Erschießung Fleischmanns nur in der Notwehr erfolgt sei. Diese Zeugen, die nicht dem Arbeiterstande angehören— solche hat man nicht geladen, obwohl sehr viele in der Nachbarschaft ivohnen— belasten auch die Angeklagten zum Teil sehr schwer, ihre Aussagen stimmen aber nicht irinner miteinander überein. So wird zuni Beweis dafür, daß Ausschreitungen geplant gewesen seien, an- geführt, daß gerade an diesem Abend der größte Teil der Streikenden im Hirschen anwesend war, was sonst nicht der Fall gc- wcsen sei. Es sei schon den ganzen Tag das Gerücht gegangen, daß am Abend etwas los sei. Einige Zeugen haben von den Kindern gehört, daß diesen wieder andere Kinder erzählt hätten, heute abend gebe es etwas, es käinen noch mindestens 50 Mann extra. Auf diese von Kindern verbreiteten Gerüchte, für die onst kein Beleg erbracht werden kann, legt die Staats- anwaltschaft anscheinend großes Gewicht. Die Streikenden sind aber, wie andere Zeugen bekunden, deshalb in die Wirtschaft gekommen, weil sie den Abschluß des Streikes feiern und von dort aus gemeinsam zu der am gleichen Abend tagenden Generalversammlung des Deutschen Metallarbeiterverbandes gehen wollten. Ein Teil der Belastungszeugen will von allem Anfang an Belästigungen der Arbeitswilligen bemerkt haben, wieder andere be- künden, daß sie vor dem 17. August nichts Derartiges gesehen haben. Der Begriff�,, B e lästi g un g" wird von ihnen sehr verschieden aufgefaßt. Wie die dahingehenden Aussagen zu bewerten sind, geht aus der Bekundung der Frau eines Unternehmers hervor, die von starken Belästigungen spricht und, als sie aufgefordert wird, Einzelheiten anzuführen, erklärt, daß die Arbeitswilligen von den Streikposten angeredet worden seien. Diese Zeugin faßt es also schon als eine Belästigung auf, wenn Arbeitswillige angehalten und auf den Streik aufmerksam gemacht werden. Die Arbeitswilligen selbst müssen bekunden, daß sie von den Streik- Posten nicht behelligt wurden, sondern daß ihnen diese anständig entgegengetreten seien. Bezüglich der Beteiligung der fünf Angc- klagten an den vorgekommenen Schlägereien werden ebenfalls sehr widersprechende Angaben gemacht, ebenso bezüglich des Auftretens der Arbeitswilligen. Die Frau eines anderen Unternehmers erklärt auf Befragen, die Arbeitswilligen hätten auch geschimpft, aber nicht so sehr wie die Streikenden. Die Anklage behauptet dann noch, daß die Streikenden sich an jenem Abend bewaffnet hätten, was sonst auch nicht vorgekommen sei, aber keiner von den Belastungszeugen kann es auf seinen Eid nehmen, daß einer von den Streikenden nur einen Stock bei sich gehabt hat, ausgenommen den Angeklagten Braun, der, was er auch gar nicht leugnet, aus der Wirtschaft einen ihm nicht gehörigen Stock mitgenommen und damit zugeschlagen hat, nachdem er von einem Arbeitswilligen mit dem Messer bedroht worden sei. Die als Zeugen vernommenen Streikbrecher wollen gar nichts getan haben und grundlos angegriffen und zum Teil mißhandelt worden sein. Der Arbeitswillige Geier, für den die Arbeiter noch vor einigen Monaten gesammelt haben, gibt an. er sei tagtäglich belästigt worden. Fünf Tage vor dem 17. August habe er sich täglich einen Gummischlauch eingesteckt. In der Voruntersuchung hat er anSgesagt. daß dies mindestens vierzehn Tage lang geschehen sei. Darnals hat es aber noch keinerlei Zusammenstöße auf der Straße gegeben. Fabrikdirektor Maurer äußert sich über den Ausbruch des Streiks, der durch die Entlassung der Arbeiter D r e y e r und W e st- meier verursacht gewesen sei. Dreher sei deshalb entlassen worden. weil er gehetzt habe und weil man oft eine große Anzahl Leute an seinem Schraubstock habe stehen sehen. Sowohl Dreyer wie andere Zeugen bekunden, daß er niemals in der Fabrik agitiert hat und daß die Leute nur deshalb öfters zu ihm gekommen find, weil er in seinem Kasten ein Stück SpezialWerkzeug hatte. Maurer erklärt weiter, er habe sich auf keinerlei Unterhandlungen eingelassen und nur solche Leute aufgenommen, die nicht organisiert waren oder erklärten, aus dem Verbände auszutreten. Am 10. August sei er von der Ortsverwaltung des Verbandes angerufen worden, ob er nicht wenigstens einen Teil der Leute wieder einstellen wolle, was er abgelehnt habe. Am anderen Tage sei ihm von der Polizer mitgeteilt worden, daß die Streikenden die Beendigung des Streiks beschlossen hätten. Abends seien dann die Ansammlungen erfolgt, er sei im Automobil heraus unter die Menge gefahren, um Luft zu machen, und habe zu seiner Sicherheit eine Luftpumpe bei sich gehabt, er habe aber nicht zugeschlagen, sondern die Pumpe versieckt in der Hand gehabt. Zeuge hat auch einige Drohbriefe erhalten. die verlesen werden. In dem einen, der„Ein Arbeftswilllger unterschrieben ist, wird er gemahnt, auf sciiicr Hut zu sein, da sein Todesurteil bereits gefällt sei; der andere ist unterschrieben:„Eine Jugendfreundin, jetzt Feindin"; darin wird er gefragt, ober sich nicht mehr daran erinnere, daß er selbst einst Arbeiter ivar; er werde mit seinen Streikbrechern durch eine Bombe in die Luft fliegen. Der dritte enthält nur die Worte:„Bluthund, hüte dich, Rache für den Mord." Maurer scheint diese offenbar von Spaß- vögeln oder überspannten Leuten herrührenden Briefe furchtbar eriyt zu nehmen. Auf Befragen muß er zugeben, daß er niemals von den Streikenden angegriffen worden sei. Ein interessanter Zwischenfall ereignete sich bei der Vernehmung des Zeugen L e h n e r, eines früheren Streikenden. Er war Streik- Posten am 17. August und hat gesehen, wie der Arbeitswillige Hammbacher, der vorher als Zeuge jede Provokation in Abrede ge- stellt hatte, aus dem Fabrikhofe heraus die Sireikposten verhöhnte; der Arbeitswillige Schott, auch ein„ganz unschuldiger" Zeuge, habe aus dem Hofe heraus gedroht. Direktor Maurer sei bei den Arbeits- willigen im Hofe gestanden und habe geäußert:„Geht doch hin und haut sie zusammen". Abends seien die Arbeitswilligen geschlossen aus der Fabrik marschiert. Es habe allgemein geheißen, sie hätten Waffen. Als die Verteidigung beantragt, den zunächst unbeeidigt vernommenen Zeugen zu vereidigen, stellt der Staatsanwalt den Gegenantrag, �eil der Zeuge der Mittäterschaft verdächtig sei. Für die Staatsanwaltschaft sei jeder Streikende, der am 17. August in der Regensburgerslraße war, des Landfriedensbruchs verdächtig. Das Gericht beschließt, den Zeugen nicht zu vereidigen, woraus die �er- teidigung erklärt, sie verzichte dann auf alle anderen EntlafttingS- zeugen und behalte sich Aussetzungsantrag vor, weil ihr unter solchen Umständen der Entlastungsbeweis abgeschnitten sei. Als aber der Borsitzende erklärt, daß dieser Beschluß nicht prinzipiell sei und von Fall zu Fall entschieden werden solle, erklärt sich die Verteidigung damit einverstanden. Große Widersprüche ergeben sich auch in den Aussagen der Arbeitswilligen darüber, aus welcher Entfernung Thiel die Schüsse auf Fleischmann abgefeuert habe. Der eure schätzt die Entfernung aus 10 bis 13, der andere auf-0 Schritte, ein dritter auf 10 Meter, ein vierter auf l'/e Meter usw. Ebenso widersprechend sind die Angaben über die Anzahl der Personen, die Thiel verfolgt haben sollen. Der Zeuge Geiger, Sttcikeiidcr. der am 17. August Stteik- Posten stand, hat gehört, wie mittags die Arbeitswilligen ans dem Hofe herausriefen:„Jetzt habt Ihr noch zwei Tage, dann müßt Ihr auch wieder arbeiten." Ein anderer habe gerufen:„Gelt, Ihr wart jetzt ftoh, wenn Ihr wieder drinnen wärt." Maurer habe zu seinen Slreikbrechern gesagt:„Geht hin und haut sie zusammen, Ihr seid doch Leute genug." Maurer habe zuletzt noch hinzugesetzt: „Ihr könnt machen, was Ihr wollt, es geschieht Euch nichts," Ern Arbeitswilliger habe einmal auf ihn, den Zeugen herausgedeutet mit den höhnischen Worten:„D-r gefällt mir." Der arbeitswillige Zeuge Tnimmert habe vor ihm ausgespuckt. � Der Verbandsleiier St ä st»er sagt über den Ausbruch des Streiks ans. In den llnionwerken habe schon lange eine gewisse Unruhe geherrscht wegen der Launenhafugkeil des Direktors Maurer. Als die Entlassung der zwei Ltute erfolgte, seien die Arbeiter sehr erregt gewesen und hätten die Arbeit niedergelegt, ohne erst die Zu- stimmung der Verwaltung einzuholen, was dieselbe getadelt habe. Es hätten wiederholte Verhandlunge» stattgefunden, aber zu keinem Ziele geführt. Zeuge erklärt auf Bcftggen, daß die Streikenden stets zur Ruhe und Besonnenheit ermahnt wurden. Arbeitsivilliger R ü ck e r t hat nicht viel von Belästigungen ge- merkt, ebensowenig der Arbeitswillige Robert Bär. Erst am 17. August sei es zu Zusammenstößen gekommen. Andere Arbeitswillige behaupten, öfters spöttische Redensarten gehört zu haben. Der Dreher Friedrich Steiger, der Streiklciter war mid zunächst unbeeidigt vernommen wird, ist nachmittags in den„Braunen Hirschen" gekommen, wo ihm mitgeteilt wurde, daß von der gegen- über liegenden Wirtschast die Arbeitswilligen höhnische Geberden zu den Streikenden herüber gemacht haben; einer habe gesagt:„Jetzt kriegen sie nichts mehr". Durch solche und ähnliche Redensarten seien die Streikenden erregt worden. Abends bei dem Auflauf habe Maurer, als er mit dem Automobil unter die Menge fuhr, mit der Luftpumpe herumgefuchtelt. In bezug auf Fleischmann, dem man nachsagen möchte, daß er die Streikenden zum Ueberfall kommandiert habe, sagt Zeuge aus, daß er erst fortgegangen sei, als jemand gemeldet habe, da unten werde einer der Streikenden geschlagen. Er habe erklärt, da müsse er sich doch umschauen. Er Jet hinuntergegangen und dort von dem Streikbrecher Thiel erschossen worden. Nun wiederholt sich das alte Spiel. Die Verteidigung be- antragt die Vereidigung des Zeugen, der Staatsanwalt stellt den Gegenantrag. Das Gericht beschließt die Vereidigung, da die AuS- sagen des Zeugen nicht derart seien, daß von einem Verdacht der Mittäterschaft desselben gesprochen werden könne. Der christliche Arbeitswillige Sauer hat, wie er erklärt, als Waffe eine Schraubenmutter bei sich gehabt. Der Schutzmann Hemmerlein stand vor dem Auflauf Posten in der Nähe der Fabrik. Er hat gesehen, daß aus dem„Braunen Hirschen" erst drei, dann etwa 10 Personen herauskamen, sonst sei niemand auf der Straße ge- wesen. Wenn 200 bis 300 Personen da gewesen wären, hätte er Verstärkung geholt. Es wird allgemein behauptet, daß der Revolverheld Thiel, bevor er schoß, geschlagen worden sei. Der Arbcitsivillige Schlosser Mierlein erzählt, er habe Thiel flüchten sehen, nachdem er geschossen; bei der Allersbcrgerbrücke sei er erwischt und„anständig geschlagen" worden. Sonach hätte Thiel seine Prügel erst nach der Schießerei bekommen. Ein anderer Arbeitsivilliger, der Mechaniker Schneider, stellt den Vorgang des Schießens wieder ganz anders dar, als andere Zeugen. Er sagt, als Thiel schoß, sei der Angeklagte Müller vor Fleischmann geweien, was Müller bestreitet, der 13 Schritte hinter Fleischmann gegangen sein will. Zeuge beharrt jedoch ent« schieden auf seiner Aussage, obwohl er sich'nicht erklären kann, warum dann Fleischmann und nicht Müller getroffen wurde. Dreher Kraus, Streikender, zunächst unbeeidigt vernommen, ge- hörte der Streikleitung an und kam am 17. August abends in den „Braunen Hirschen", lveil ihm Fleischmann gesagt hatte, er solle für die Streikenden am Abend einen Antrag ans Wohnungsunterstützung schreiben und in den„Braunen Hirschen" mitbringen, von wo man in die Versammlung gehen wolle. Zeuge bekundet, daß er nicht gehört habe, daß Fleischmann das Zeichen zum Hinausgehen aus der Wirt- schaff gegeben habe, Fleischmann sei erst gegangen, als jemand kam und mitteilte, einer der Streikenden werde von den Arbeitswilligen geschlagen. Zeuge hat ebenfalls gesehen, wie Direktor Maurer im Automobil die Luftpumpe schwang. Es wird von der Anklage behauptet, die Streikenden hätten auf die Wirte einzuwirken versucht, den Arbeitswilligen nichts mehr zu verabreichen. Der Zeuge Gastwirt Schmidt bekundet jedoch, daß der Angeklagte Braun zu ihm gesagt habe, er, Zeuge, sei Geschäfts- mann, er solle den Leuten nur ruhig Kost geben. Gastwirt Lutz, dessen Sohn als Lehrling in den Uuionwerkcn beschäftigt ist, sagt aus, sein Sohn sei mittag heimgekommen und habe erzählt, heute gehe es los. Auf näheres Befragen habe der Junge mitgeteilt, sie hätten sich alle Waffen, wie Schläuche usw. hergerichtet, der Meister habe eS angeordnet. (Privatdepesche des„Vorwärts".) Nürnberg, 13. Okt., 5,53 nachm. Die Geschworenen verneinten die Schuldfrage nach Landfriedensbruch, bejahten die nach Körper» verlebuna. zu treiben. * Der Steinarbeiter": würde. Das Gegenteil trat ein. Trok der weitgehendsten Diffe Arbeiterbewegung aber als untergeordnet angesehen werden kann. 0 Es wurden berurteilt: Braun zu 18, Dbörfer zu 12, 1 frembung der Partei von der Gewerkschaft oder umgekehrt ver- sehr zufriedenstellendes set. Bedauerlich war, daß die Zeit der Müller zu 7, Beitengruber und Wohlleben zu je hindert. Freilich, den ruhigeren Beobachter fonnte dieser Ausgang Tagung eine zu furze war, so daß sehr wichtige Punkte, wie die Ereinem Monat Gefängnis. des Parteitages nicht überraschen; denn wie die Dinge im allge- ziehungsfrage und die Frage der Strafvollstreckung und des Strafvoll meinen liegen, wäre es heller Wahnsinn gewesen, in irgend einer zugs, zu schnell erledigt und zum Teil auf den nächsten Parteitag vertagt Sobald der Verhandlungsbericht ganz vorliegt, werden wir auf und Gewerkschaft durch ein Vor- den- topf- stoßen irgend einer Richtung felten eine so große Ginigkeit herrschte als in der Massenstreitfrage. Die Weise etwa vorhandene Keime der Gegenfäßlichkeit zwischen Partei werden mußten. Mit Genugtuung müsse konstatiert werden, daß wohl bas harte Urteil zurüdfommen. weiter zu treiben. Aber in den bürgerlichen und vielleicht auch in Annahme der Resolution Bebel- Legien mit dem Zusatz Kautsky brachte einigen parteigenössischen Kreisen erwartete und sah man voraus, zum Ausdruck, daß Partei und Gewerkschaften zur Vertretung ihrer Die Gewerkschaftspresse zum Parteitag. daz Mannheim zu einem besonders turbulenten Parteitag werden Interessen Hand in hand gehen müssen, keine der beiden Seiten der renzen in den Ansichten in manchen Fragen blieben die Redner Die Berichte wurden mit großem. Beifall aufgenommen. In "... Die Kennzeichnung der Stampferschen Kampfesweise und wurden die Verhandlungen zu sehr interessanten und der ge- hafte Debatte über das Verhalten des Genossen Dr. Braun sachlich, durchwehte die Debatten ein streng parteigenössischer Ton der darauf eintretenden Diskussion entwickelte sich eine lebdurch Hoch verfehlte ihre Wirkung nicht, und so trat der Dignitar samte Verlauf des Parteitages zu einem durchaus würdigen. ( Würdenträger) der Partei, Dr. Heinrich Braun, für seinen Die Resolution( zum Massenstreit) ist nun freilich auch wieder gegenüber der Partei. Genosse Dr. Braun fand betreff des Schüßling Stampfer in die Schranken. Er gürtete seine Lenden ein Krompromiß; denn sie vereinigt in sich Zeile der ursprünglichen unliebſamen Zwischenfalles auf dem Parteitage in der Dismit der Toga der sittlichen Entrüstung, betrat das Podium und Vorstandsresolution, des Amendements Regien und der Resolution fussion scharfe Gegner, da er die Schuld der Redaktion beschwerte sich zunächst über den scharfen Ton" auf dem Partei- Stautsty. Aber trotz alledem dürfte sie das Richtige treffen. Sie des" Vorwärts" zuschob. Es wurde von einigen Genossen der tage. Dann folgte ein Lamento über das Zentralorgan, das sich verbindet, sie vermeidet jede Schärfe, fie erklärt nach keiner Seite Meinung Ausdruck gegeben, daß die Haltung seit dem Dresdener in wichtigen Fragen in Widersprüche verwickle und ohne jegliche hin den Strieg, sondern sie dittiert den Frieden. Es war fraglich, Parteitage verschiedene Male Anlaß zu Auseinandersetzungen gegeben Direktive ſei. Weiter verteidigte Braun die eigenartige Bitierkunst ob die Auffassung Kautsfys, vom Parteitag akzeptiert, diese Eigen- babe. Heinrich Braun erklärte, daß er sich von dem Gedanken leiten von Stampfer. Doch der Parteitag ließ sich durch seine Moral- schaften besessen hätte. Die strifte Forderung, daß die Gewerk- ließ, daß er eine öffentliche Stritit, wie sie durch den Stampferschen pauke nicht zu einer persönlichen Polemit herbei, sondern zeigte schaften den Weisungen der Partei zu folgen hätten, fonnte nicht Artikel in der„ Neuen Gesellschaft" geübt wurde, nicht unterbinden durch große Unruhe, daß es an der Zeit sei, mit seinen Tiraden beruhigend wirken, fie mußte zu neuen Streitigkeiten führen. dürfe. Die Versammlung ist mit dem Ton dieser Kritik nicht einSchluß zu machen und nicht immer in der Partei Eigenbrödelei diese sind aber ganz unnötig; denn zu einer Scheidung zwischen verstanden. Diese sind aber ganz unnötig; denn zu einer Scheidung zwischen verstanden. Seine Entschuldigungen fanden bei der Versammlung Braun als Hohepriester der Parteimoral", wie sich Bartei und Gewerkschaft kann es und darf es nicht kommen. Dazu wenig Anklang; er versprach, sein möglichstes zu tun, um derartige Wels( Berlin), mit drastischem Wiß ausdrückte, wird aus der sie sich mir, wenn sie sich völlig gleich fühlen. Das aber erklärt die sind beide zu viel auf einander angewiesen. Und vertragen fönnen Zwischenfälle zu vermeiden. Stimmung des Barteitages erkannt haben, daß man an seinem Resolution ausdrücklich. Von besonderer Wichtigkeit ist jedoch in EX Auftreten 1903 in Dresden noch heute genug hat. Gemeindewahlen. Wenn Legien gegen die Publikation des Protokolls sprach, so alle Mal ausdrücklich fest, daß die Gewerkschaften nicht nur formell welche am Dienstag unter einem Vierklassenwahlsystem stattfand, dieser Beziehung der zweite Teil der Resolution. Er legf ein für Die Gemeinderats- Ergänzungswahlen in Willau( Sachsen), hat er sicherlich das mehr aus formellen Gründen getan, Bömel- der Partei völlig ebenbürtig sind, sondern auch ideell. Der Unter- endete mit einem Siege unserer Parteigenossen in der zweiten Klaffe burg dagegen sprach rundweg aus, die Veröffentlichung des schied, den man vor Mannheim so gern machte, indem man nur der der Unansässigen. An der Wahl beteiligten sich die„ Christlichen“ Protokolls sei unter den gegebenen Verhältnissen unbedingt not- Partei den Charakter als Klassenkampforganisation zuerkannte und mit aller Macht, um unsere Genossen aus dem Felde zu schlagen. wendig gewesen. Legien wurde durch Bömelburg glänzend die Gewerkschaften als ein Zwitterding hinzustellen sich bemühte, ist desabouiert. Wenn Legien meint, die Debatte hätte gezeigt, welche in der Resolution verschwunden und ausdrücklich werden die Gewerk. Die„ Chriftlichen" brachten es auf 82 begw. 79 Stimmen, während Schwäche der Arbeiterbewegung noch innewohne, für die Gegner schaften als nicht minder notwendig wie die Partei bezeichnet. Wir unsere beiden Genossen Kögler und Martin je 249 Stimmen erſei dies besonders genehm, so irrt er sich gewaltig. Diese Debatten freuen uns dessen, denn wir wollen als Gewerkschaftler Klassen- hielten. Von 827 Wahlberechtigten haben 331 von ihrem Wahlrechte werden uns alle anspornen, mit doppeltem Eifer die Ausbreitung fämpfer fein. Und darum bedeutet der letzte Absatz der Resolution Gebrauch gemacht. unserer Ideen zu propagieren. Wir müssen ja auch in gewert für uns eine Selbstverständlichkeit, der ja schon immer Rechnung ge= Sebrauch gen Polizeiliches, Gerichtliches ufw. schaftlichen Kämpfen öfters eingestehen, wir sind zu schwach, um tragen wurde. da oder dort mit den Unternehmern anzubinden", und doch haben Welche scharfen, unvorsichtigen Worte wurden deshalb den dieses Jahres sollte im Lokale Vom preußischen Polizeiregiment im Ruhrrevier. Am 8. April uns solche Schwächen nicht gehindert, im allgemeinen genommen, Beamten"-Delegierten von Köln entgegengeschleudert. Und jetzt? Schmidthorst im Kreise Ruhrort eine öffentliche Verdes Gastwirts UIIrich zu ungeheuere Erfolge erzielen zu können. In Mannheim wurde ausdrücklich festgestellt, daß zwischen Köln Wir freuen uns, daß die Resolution Bebel mit den modi- und Jena teine Differenz, kein Widerspruch besteht und daß dem sammlung stattfinden. Obwohl nun das genannte Lokal erst vor fizierten Amendements mit so großer Mehrheit angenommen nach alle darauf gebauten Angriffe, Verurteilungen und Diskredi- fechs Jahren erbaut ist und schon Dußende öffentlicher Verwurde. Durch diesen Beschluß wurde die völlige Einigkeit zwischen tierungen in sich zusammenfallen müssen. Ein unerwarteter Aus- fammlungen darin unbeanstandet haben tagen können, fand dennoch Partei und Gewerkschaft glänzend dokumentiert. Hoffentlich gang für alle jene, die vordem nur auf die allein selig machende die Hüterin der öffentlichen Ordnung plötzlich heraus, daß das Lokal werden auch in der Presse die unerquicklichen Polemiken, wie sie abfinden? Wir wollen uns deswegen keiner billigen Schadenfreude der drei Türen Jenaer Resolution schwuren. Wie werden sie sich mit Mannheim nicht den baupolizeilichen Anforderungen entspreche, indem eine bor kurzem an der Tagesordnung waren, verschwinden. um 20 Zentimeter zu schmal Dieser Antrag( Antrag R. Fischer zur Frage der Lokalisten) heim war, sondern mit dem jetzigen Friedensschluß das Gewesene bewerten wissen, wenn man hört, daß dieselbe Polizei hingeben oder untersuchen, wer Sieger und wer Besiegter in Mann- sei! Man wird diese Entdeckung der Polizei um so höher zu traf das allein richtige. Den Parteitag kann nicht der Vorwurf vergessen. gemacht werden, einen übereilig gefaßten Beschluß herbeigeführt erledigt und wir versagen es uns, die Haltung des Parteivorstandes licher" Grundlage die plögliche Entdeckung der Polizei beruhte, kann Auch die Protokollveröffentlichung ist für uns endgültig feinerzeit den Bau abgenommen hat. Auf wie„ sachzu haben. Die Lokalorganisierten fönnen sich innerhalb Jahres- in dieser Frage, besonders auf die betreffenden Ausführungen des man ferner noch ermeffen an der Tatsache, daß das Lokal überhaupt frist befinnen, ob sie in die dargebotene Hand zum Frieden ein- Genossen Pfannkuch hin, einer erneuten Betrachtung zu unter- nur 160 Personen faßt und außer der um 20 Zentimeter zu schmalen Tür willigen wollen. ziehen. Im Grunde genommen, sind das ja alles Eintags- noch 2 andere Türen besitzt, die die erforderliche Weite haben. Der Wirt Ullrich, der nicht zu jener Sorte Wirte gehört, die vor jedem Der Handschuhmacher": Polizeihelm zusammenfniden, ließ denn auch die Aufforderung der den Beschlüssen des Parteitages ebenso zufrieden wie einverstanden. unbeachtet. Da das aber einer Geringschäzung polizeilicher AnordWir für unser Teil sind mit den Beratungen sowie mit Polizei, die oben erwähnte Versammlung abzubestellen, Daß die Zusäße des Genossen Kautsky zur Massenstreit- Resolution nungen gleich tam, so rettete" die Schmidthorster Polizei ihr Anin der ursprünglichen Fassung vom Parteitag nicht akzeptiert wurden, sehen durch Auflösung der Versammlung und mit einem möchten wir als einen glücklichen Gedanken preisen, da im anderen Strafmandat von 30 Mart, womit der Wirt Ullrich beglückt Falle in Gewerkschaftskreisen ein Gefühl der Bitterfeit ausgelöst wurde. Das Schöffengericht in Ruhrort jedoch worden wäre. Es will eben niemand untergeordnet sein, am aller- zum großen Leidwesen der Polizei das polizeiliche Strafmandat Боб wenigsten haben es die Gewerkschaften verdient, zum ständigen auf, inden es betonte, daß, nachdem dieselbe Polizeibehörde, Bantapfel innerhalb der Parteibewegung zu werden. die seinerzeit den Bau abgenommen, sechs Jahre lang die VerMehrmals hatte die Partei schon Auseinandersetzungen über sammlungen habe ungehindert tagen lassen, der Wirt sich sehr wohl Bedeutung und Daseinsberechtigung der Gewerkschaften, nie aber in dem guten Glauben befunden haben könne, das Lokal hatten sich die letzteren im selben Sinne mit der Partei zu be- entspreche den Vorschriften, selbst wenn es Tatsache sei, daß nach schäftigen. Darüber bestand zu keiner Zeit ein Zweifel, daß nur der Bauordnung eine der Türen um 20 Zentimeter zu schmal sei. die sozialdemokratische Partei die Arbeiter, Kultur und den Fort- Doch mit dieser ersten Blamage war die Polizei noch nicht zufrieden. schritt wirkungsvoll bertreten kann. Was in Mannheim über die Die Sache fam vor die Straffammer des Landgerichts Duisburg. Gewerkschaften geredet wurde, muß alle ihre Mitglieder überzeugen, Hier fand sich nun wenigstens eine Seele, die Verständnis hatte daß sie als gleichwertiges Glied der modernen Arbeiterbewegung für die Schmerzen der Polizei, nämlich der Herr Staatsanwalt. anerkannt sind. Für die Zukunft wird auch weiter getrennt Diefer meinte, es sei ganz einerlei, ob die Polizei seinerzeit den marschiert gegen den gemeinsamen Feind, aber in allen großen, all- Bau abgenommen habe oder nicht. Bereits vor dem Parteitage schrieben wir, daß die unklare gemeinen Fragen, besonders in solchen der Taktik, wird vorher die Tür zur Zeit der fraglichen Versammlung Tatsache sei, daß die Idee, eine besondere Theorie der Gewerkschaften neben der für die Zeitung beider Richtungen behufs Verständigung rechtzeitig zu meter zu schmal gewesen sei, und da hätte der Wirt der polizeilichen Arbeiterbewegung geltenden Klassenkampftheorie zu schaffen, endgültig zurückgewiesen sei, gerade wie jenes in den neunziger die Frage auf, wer denn entscheide, falls Partei- und Gewerkschafts- Staatsanwalts und der beteiligten Polizei hatte die Strafkammer Der verdiente Genosse Kautsky warf bei dieser Gelegenheit Aufforderung, die Versammlung abzubestellen, ohne weiteres nachkommen müssen. Bum großen Leidwesen des Herrn Jahren ausgehedte spezielle Programm für die Gewerkschaften. bertretung nicht zur Einigung gelange. Seiner Meinung nach Wir können jedoch die Befürchtung nicht zurückdrängen, daß hätten sich die Gewerkschaften einfach zu fügen, eine Ansicht, zu der nicht das richtige Verständnis für solche Deduktionen, sie beſtätigte neue Differenzen ausbrechen werden, solange nicht der unselige fich der Parteitag aber nicht verstehen konnte. Unserer Auffassung vielmehr das freisprechende Urteil des Schöffengerichts mit derselben Zwist in der Berliner Gewerkschaftsbewegung beseitigt ist, der zufolge ist der Streit hierüber höchst müßig. Bei Entscheidungen Begründung. Uebrigens ist inzwischen die Tür derart verbreitert, bisher schon als eine der Ursachen der Streitigkeiten zwischen von ganz außerordentlicher Bedeutung wird weder die Partei den daß fie auch von dem umfangreichsten Polizisten, ohne anzustoßen, Partei und Gewerkschaften anzusehen war, obgleich der Zwist allein Gewerkschaften etwas aufzwingen wollen, noch werden sich die Ge- passiert werden kann. auf das Konto der Gewerkschaften zu schreiben ist. Wenn es nun werkschaften gegen eine Aktion auflehnen, die unvermeidlich im der Leitung der Partei und der Generalfommission gelingen sollte, Interesse des Proletariats durchgeführt oder wenigstens durchzus den vom Mannheimer Parteitag ihnen erteilten Auftrag auszu- führen versucht werden muß. Wegen Beleidigung der Elberfelder Stadtverwaltung und eines führen und die Verschmelzung der Lokalisten mit den Zentral- Die nüchterne Auffassung der verantwortlichen Parteileiter Polizeisergeanten wurde der Genosse Hoffmann von der Elberorganisationen herbeizuführen, sollte uns das sehr freuen, denn über den politischen Massenstreit ist uns eine Gewähr dafür, daß felder Freien Presse" durch das Schöffengericht zu 100 m. dann wäre der schlimmste Bantapfel beseitigt. Es ist auf die es dieses Problems halber zwischen Partei und Gewerkschaften nicht Geldstrafe verurteilt. Der Amtsanwalt hatte einen Monat GeDauer unmöglich, diesen Spalt in der Gewerkschaftsbewegung fo leicht zu Differenzen kommt. Den Massenstreits- Romantikern fängnis beantragt. Die Berufung des Genossen Deifel von flaffen zu lassen, ist es doch schier unglaublich, daß in unserer Zeit aber ist durch den Parteitag ziemlich viel Wasser in den schier über- der Bergischen Arbeiterstimme" gegen ein Urteil des nach all den Erfahrungen in der Arbeiterbewegung eine derartige schäumenden Wein gegossen worden, doch werden sie sich der Wahr- Solinger Schöffengerichts, das ihn wegen Beleidigung eines SchulBersplitterung eintreten konnte. Hier muß alles getan werden, heit dessen, was beide Referenten über die Schwierigkeiten der reftors mit 50 m. Geldstrafe belegte, wurde von der Straffammer die Einigung herbeizuführen, nötigenfalls unter Ausschaltung der eventuellen Durchführung des politischen Massenstreits ausführten, verworfen, obgleich die Verhandlung ergab, daß der Herr Rektor Personen, die aus irgendwelchen persönlichen Gründen die nicht entziehen können. Er ist gewiß eine gewaltige Waffe in den den Stock in hohem Maße anwendete. Sechs Wochen Ges Einigung zu hintertreiben suchen. Freilich wird es dabei auch Händen des Proletariats, die jedoch, wenn nicht ganz plöbliche Erfängnis hat das Schöffengericht Zittau gegen den Genossen nicht ohne eine weitere Zurüddrängung der Neutralitätsduselei ab- eignisse eintreten, etwa ein Attentat auf das Wahlrecht oder auf Schnettler vom, Armen Teufel" erkannt wegen Beleidigung gehen, die besonders in den nationalsozialen Gewerkschaftlern ihre das Koalitionsrecht, in absehbarer Zeit nicht zur Anwendung kommen eines Amtsblattredakteurs, dem in der Abwehr tüchtig auf die Finger Vertreter hat. Das letztere wäre ja ebenfalls im Sinne des Mann- wird. Um den" Parteifrieden" erwarb sich der Vorwärts" bein geklopft worden war. Genosse Leimpeters erhielt vom heimer Parteitages, denn die Resolution Kautsky verlangt, daß fehend, daß auch die Partei zur Erhaltung ihres Ansehens wie zu weil er durch einen Artikel der Bergarbeiterzeitung" zwei Bechengeringes Verdienst. Er fand rechtzeitig den versöhnlichen Ton, ein- Schöffengericht Bochum einen Monat Gefängnis zudiftiert, die gewerkschaftliche Bewegung mit dem Geifte ihrer Weiterentwickelung der Ruhe" bedarf. Allzuviel Partei- gewaltige beleidigt haben soll. der Sozialdemokratie erfüllt wird", wie es eigentlich diskussion, ganz gleich, ob sie der Theorie oder der Taktik gilt, ist selbstverständlich ist, denn es muß immer wieder gesagt werden eben auch der stärksten Partei ungesund." die Sozialdemokratie ist die Gründerin der Gewerkschaften." Wir sind mit der Mannheimer Woche sehr zufrieden. Die fragen. geschaffene Ginigung zwischen Partei und Gewerkschaften drückt den ganzen Verhandlungen den Stempel des Jmponierenden auf. Bölliges Zusammenarbeiten auf der ganzen Linie ist in Zukunft die Basis der gesamten Arbeiterbewegung..." Der„ Labakarbeiter": Auf dem Mannheimer Parteitage ist der Revisionismus völlig verstummt und nur die Differenzen zwischen Partei und Gewerkschaften blieben zu begleichen. Die Begleichung ist erfolgt. Was dabei an persönlicher Nichtbefriedigung über die Art der Verständigung zurückbleibt, kommt nicht in Betracht. Der Jenaer Beschluß über den politischen Massenstreit bleibt der maßgebende, wenn sich auch die Urheber des Kölner Gewerkschaftstongresses von der Mehrheit des Mannheimer Parteitages attestieren ließen, daß er nicht im Widerspruch mit dem des Jenaer Parteitages stehe. Der Logik ist damit zwar nicht gedient, aber dem Frieden. Ueber die Einzelreden wollen wir, um diesen Frieden nicht zu stören, heute fein Urteil fällen, im Laufe der Beit wird eine Kritik eine mehr historische, also ruhigere Auffassung finden. " Schuhmacherfachblatt": " Der Parteitag in Mannheim hat weder das sehnsüchtige Verlangen der Gegner erfüllt, noch die Befürchtungen von befreundeter Seite bestätigt, er hat in Wirklichkeit gute Arbeit geliefert. sammentreten. Aus der Partei. " seniai Dido Eine Vollversammlung des Internationalen Sozialistischen Bureaus .. Wir haben alle Ursache, uns zu freuen, denn wir waren wird am Sonnabend, den 10. November, am Size des Internatio Zeuge der Gesinnungen, daß es nicht galt einen Riß zu über- nalen Sozialistischen Sekretariats zu Brüssel im Volkshause um fleistern, der früher oder später wieder aufbricht, sondern daß all- 10 Uhr morgens zusammentreten. Die Tagesordnung lautet: seitig das lebendige Gefühl nach Einheit und Einigkeit in der 1. Die Organisation und Tagesordnung des Internationalen Arbeiterbewegung vorhanden war und ist. Das führte mit Natur- Sozialistischen Kongresses zu Stuttgart( August 1907). notwendigkeit zu der von allen ersehnten Einigkeit. Die Klippe des Massenstreits, an welcher unsere Gegner 2. Zweite Prüfung des Vorschlages van stol in bezug auf hofften, daß die Einheit der Arbeiterbewegung berften werde, wurde die Regelung der Internationalen Kongresse und des Internatioglücklich umschifft." nalen Sozialistischen Bureaus. 3. Die Sagungen der Interparlamentären Sozialistischen und Das Blatt verzeichnet zum Schluß mit Genugtung' den Antrag Fischer gegen das gemeinfchädliche und arbeiterverräterische Arbeitskommission. Treiben der anarcho- und sozialistischen Lokalisten". " Personalien. Genosse Tauba del teilt uns mit, daß er nicht, wie wir aus einer Notiz der Görlizer Volkszeitung" irrtümlich geschloffen haben, für die Chemnizer" Boltsstimme" engagiert war, sondern daß er als Leiter der Chemnitzer Maurerorganisation tätig fein sollte. Die Parteiorganisationen zum Parteitage. " Straffonto der Presse. 19 um 20 Bentis Die Wahrheit darf man nicht immer sagen. Diese längst bekannte Tatsache bestätigte das Hallesche Schöffengericht in einem Breßprozeß gegen den Redakteur Genossen Moltenbuhr vom Voltsblatt" für Halle. Ein Privatsekretär hat endlose Prozesse gegen die Genossen Molkenbuhr, Thiele und Ebeling anhängig gemacht, weil es sich bei Prozessen nicht umgehen ließ, seine Vorstrafen zu erwähnen. Nun ist es sicherlich Pflicht der Presse, wird. Da nun immer wieder gesagt werden mußte, der Redakteur den Lesern zum wenigsten zu unterbreiten, weshalb man bestraft ist bestraft, weil er dem Privatsekretär die Vorstrafen vorgeworfen hat, tlagt der Mensch immer wieder und das Gericht nimmt mertwürdigerweise auch diese Klagen an. So ist Genosse Molkenbuhr wegen derselben Sache bereits dreimal bestraft worden und am Donnerstag wurde er wieder mit 150 Mart Geldstrafe belegt. In der Urteilsbegründung hieß es, man dürfe die Wahrheit nicht immer sagen, zumal wenn sie verlegend sei. Das nennt man aber Preßfreiheit. Witterungsübersicht vom 13. Oftober 1906, morgens 8 1hr. Stallonen Barometer stand mm Wind. Swinemde. 754 SW richtung Windstärke Weller 2 Dunst Temp. n. E 8° G.= 4º R. Stationen Barometer. stand mm Wind. Bunipp Windstarte Wetter Zemp. n. C. Boto 5333 4 bedeďt 7 2 bedeckt 5 wolfig 13 Die„ Ameise"( Organ der Porzellanarbeiter): Die Spannung, die allgemein in den Kreisen der Partei- und Gewerkschaftsgenossen vor dem Mannheimer Parteitag herrschte, ist nun gewichen. Nicht, daß sie sich in explosiven Ausbrüchen entladen hat, sondern sie hat allmählich einer befriedigenden Stimmung Platz gemacht, die wohl in den weitesten Kreisen der Genossen als 10 Haparanda 742 S Aus Fürstenwalde( Wahlkreis Frankfurt a. D. Lebus) Bamburg 754 23 die beste Lösung der vor Mannheim so brennend erschienenen 11 Petersburg 759 S Berlin 756 SS 10 Scilly 755 N Streitfragen empfunden wird. Und darin liegt eben die Bedeutung berichtet die Märkische Volksstimme": Franks.a.M. 75728 11 In der am letzten Mittwoch abgehaltenen Mitgliederversammlung München 759 D Aberdeen der Mannheimer Tagung für die gesamte Bewegung, daß man in 751 WSW 1 halb bd. 4 heiter 10 Baris 756 SSW 2 bedeckt verföhnendem Sinne die anscheinend gegensäßlichen Ansichten dis- des hiesigen sozialdemokratischen Wahlvereins erstatteten vorerst die Bien 761 Still Nebel 9 tutierte und, ohne irgend einer Seite in ihren Empfindungen Delegierten des Wahlkreises, die Genossen Dr. Heinrich Braun und Wetter- Prognose für Sonntag, den 14. Oftober 1906. tränkend zu nahe zu treten, eine einigende und bindende Mittellinic Albert Schön, eingehenden Bericht vom Parteitage. Beide sprachen sich Etwas fühler, vielfach heiter, jedoch unbeständig mit leichten Regenschuf, deren Beschr' ten jede Trennung oder scheinbar mögliche Ent- übereinstimmend dahin aus, daß das Resultat der Verhandlungen ein schauern und ziemlich frischen westlichen Winden. " 3 wolfig 2heiter 2 bedeckt 12 A.WERTHEIM DAMEN- U. KINDER- KONFEKTION Karierte Morgenröcke halbwollener Stoff, 11 Mk. gezogen Matinees Flauschstoff mit Velvet- Garnitur 10.50 Karierte Blusen blaugrün, mit Passe und Paspel, 9.75 gefüttert Seid. Blusen gestreift od. kariert, eleg. Form m. 19.75 Weste od. brosch. m. Passe u. Stich Ein grosser Posten: Seidene Blusen gestreift Serie 1 gestreift+7.90 od. kariert Vorderteil in Säumchen, ganz gefüttert Kinderkleider karierter Zibeline, Passe mit Paspel Länge 74 80 86 92 98 cm 6.50 7 Mk. 7.50 8 MK. 8.50 Einfarbige Blusenkleider mit garniert. Überkragen, Lg. 62 68 74 80 86 Faltenrock gefüttert 92 98 cm 10.75 11.50 15.50 16.50 17.50 18.50 19.75 changeant 11.75 14.50 Serie II Serie III klein kariert, changeant od. blau- grün gestreift elegante Streifenmuster Serie I Serie II Serie III Fussfreie Kostüm- Röcke 4.90 7.90 9 Mk. engl. gemustert, grösstenteils Faltenfaçons Ein Posten besonders preiswerter: Früh. Wert ca. 8 Mk. 11.50-13 Mk. Astrachan- Sackpaletots 17.50 Paletots 13.75| halblang, gefüttert | engl. meliert. Stoff 14-16 Mk. Serie IV 10.75 17-19 Mk. Havelocks 13 MK engl. meliert. Stoff Mk. PELZWAREN Kanin rasé- Stola ca. 1,90 m lang, mit Schweifen Nutria- Stola ca. 1,30 m lang, mit Schweifen 6.75 Mk. 7.50 Mk. Seal Bisam- Stola 11.25 Mk. ca. 1,45 m lang, mit Schweifen Tibet- Stola schwarz, ca. 2,10 m lang, mit Schweifen Nutria- Stola ca. 2,30 m lang, mit Schweifen 13.25 M 23 MK. Zobelmurmel- Stola 33 M ca. 2,30 m lang, mit Schweifen Pelz- Mäntel, Jacketts-, Boleros, Stolas, Krawatten, Hüte und Muffen in Zobel-, Nerz-, Hermelin, Persianer- und anderen Pelzarten DAMENHÜTE Sammethut mit Seldenband- Arrangement und Pose Filz- Matelot neue Form, mit Sammet und Phantasie- Garnitur Plumes- Hut mit Sammet- od. SeidenGarnitur und Phantasie KLEIDER- UND SEIDENSTOFFE Melierte Phantasiestoffe gestreift und kariert, reine Wolle, ca. 110/120 cm breit Mtr. Reinwollene Satins in modernen Farben ca. 110 cm breit Mtr. Mk. 1.55, 1.95 1.65, 1.95 Mk. Kleinkarierte reinseid. Taffet- Chiffons 2.10, 2.80 blau- grün, weiss- rot und andere moderne Farbenstellungen Mtr. Reinseidene Schotten blau- grün mit Satinstreifen Reinseidene Taffet- Musselines Mk, Mtr. 1.95, 2.30 Mk. Mtr. 2.80, 3.75 1.35, 2.10 Mk Mk. Mk. Ein grosser Posten: Reinseidene 6.75 8.50 9.75 Chinéstoffe Mtr. 2,25 in effektvollen Farbenstellungen. Schwere Kostümstoffe mit gestreifter und karierter Rückseite klein kariert mit Broché- Effekten Mtr. Einfarbige reinseidene Louisines Einfarbige reinseid. Taffet- Chiffons Mr. 2.10, 2.80 Die bis jetzt einzelnen Roben und Reste angesammelten Mtr. 1.75, 2.50 M Mk. in Kleider- und Seidenstoffen kommen in dieser Woche zu aussergewöhnlich billigen Preisen zum Verkauf LIBERTY- ABTEILUNG ALLEINVERTRIEB Möbelstoffe Cretonnes Lampenschirme ALLER ECHTEN ERZEUGNISSE VON LIBERTY& CO. LTD., LONDON. Velvets Brokatstoffe Seidenstoffe Gardinenstoffe Dekorationsstoffe Kissenbezüge Fertige Kissen Tischdecken Seidene Schals Seidene Blusen Theater- Capes Pompadours Breantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Br. 240. 23. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 14. Oktober 1906. Die Buchdruckerbewegung. Der Korrespondent" schreibt: Stunde Arbeitszeitverkürzung, und so wahr bieten sie den gericht aus. Für gewerbliche Arbeitsverträge ist aber ein Gehülfen sofort eine Stunde Arbeitszeitverkürzung und 20 Proz. Schiedsgericht, bei dessen Entscheidung ein Anwalt als VorLohnzulage an, wenn ihre Verhältnisse ihnen gestatten sollten, sigender fungiert, gültig. 12 Segellängen- Jacht zur Kieler Woche zu segeln, statt in 80- statt 40pferdige Autos anzuschaffen und in einer einer von nur 6 Segellängen! " Aus Induftrie und Handel. Hinter den Kulissen. Heute finden in einer größeren Anzahl von Druckorten Beschlußfassende Buchdrucker- Versammlungen statt. Unter den großen Druckorten stehen mit ihrer Stellungnahme noch aus: Berlin, Leipzig, Stuttgart, Köln, 3 wida u mindestens hundert Arbeiter in seinem Die Buchdruckindustrie geht zugrunde! Man muß und Hannover. Der Korrespondent" spricht die Erseinem Betriebe be- Wie in den Kreisen der Industriellen hinter den Kulissen gegen um schäftigen, wartung aus, daß die Kollegen der betreffenden Orte als während in anderen Gewerben dazu schon ein paar gearbeitet wird, dafür gibt der Geschäftsbericht des Bundes der werden Kommerzienrat zu fönnen, die Arbeiterorganisationen und gegen sozialpolitische Strömungen reife Männer ihr Urteil nur auf Grund der eigenen Erwährend Tausend Lohnsflaven ausreichen. Ueberhaupt: die Sehr unzufrieden ist man mit wägungen fällen und sich nicht von dem Steſſeltreiben beirren druckindustrie ist die Industrie der Kommerzienräte, und das den Gewerbeinspektoren, weil diese sich allzuſehr als Anwälte, Ueberhaupt: die Buch- Industriellen einige Anhaltspunkte. Lassen," welches in einem Teile der Parteipreffe jetzt Tarifamt würde sich ein Verdienst daran erwerben, die Zahl der Arbeiter fühlten. Also die Beamten sollen noch mehr blind ſein wieder gegen die Buchdrucker entfesselt wird". Jeder wird den Wunsch des„ Korrespondent" teilen, daß der ernste statistisch festzustellen, um das glänzende Elend dieses be- trogverbände. Eine Reihe Verbände wurden entsprechend reorganisiert. dieser armen Schlucker unter den Buchdruckereibesigern aufgabe sah der Bund in der Ausbreitung der Unternehmer- Streitgegenüber den offenkundigsten Gesezesübertretungen! Eine HauptAugenblick ernste Männer finde. Aber der Logik, daß ein un- Sauernswerten Berufes mit Brillantfeuerwerk zu beleuchten! günftiges Urteil über den vorgelegten Tarif ein Sesseltreiben Der dem Bunde angeschlossene Verband sächsischer Industrieller gegen die Buchdrucker" sei, vermögen wir nicht zu folgen. Das Mitleid mit diesen Prinzipalen preßt dem„ Korrespon- ging mit der Gründung einer Streifentschädigungsgesellschaft voran, Unser Urteil über den denten" Tränen aus, und aus Aufopferung für sie hungern während sowohl der Verein deutscher Arbeitgeberverbände wie die neuen Tarif teilt der die Buchdrucker weiter! Verstehe diesen gewerkschaftlichen Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände Einrichtungen zu gleichem " Korrespondent" nicht. Natürlich nicht! Zwecke in der Art von Rückversicherungsgesellschaften ins Leben Er macht uns aber eine Anzahl Vorhaltungen, auf die Standpunkt, wer kann! riefen. Die neue Organisation des Bundes in Baden beziv. Südwestwir eingehen, um von vornherein gegenseitige Mißverständnisse Wann läuft der bestehende Tarif ab? deutschland und neuerdings auch der Bayerische Industriellenverband unmöglich zu machen. sind in gleicher Richtung tätig. Weiter wird berichtet: Die Aus Buchdruckerkreisen sind wir um Beantwortung der Seimarbeiterfrage, die durch die Anfang 1906 in Berlin oben stehenden und einiger damit zusammenhängender Fragen abgehaltene Anstellung in einseitiger und zum Teil tendenziöser Be Der Vorwärts" fennzeichnet anerkennenswerterweise aber vom rein rechtlichen Standpunkt aus ersucht. Wir kommen leuchtung erschienen war, gab Veranlassung von industrieller Seite, feine„ Objektivität" gegenüber den Buchdruckern mit einem kleinen diesem Ersuchen hiermit nach. Schilderungen der Geschäfts- und Lohnverhältnisse in der HausGeständnisse. Er sagt nämlich, daß Tarife, ähnlich dem jezigen unsrigen, allerdings schon abgeschlossen seien für die Metallschläger des Tarifvertrages bis zum 31. Dezember 1906. Wird der Warum scheuen die Unternehmerangaben das Licht der Oeffentlich1. Der bestehende deutsche Buchdruckertarif gilt nach§ 42 industrie herbeizuführen. An welche Adresse mögen die Schilderungen gegangen sein? in Nürnberg, Fürth und Schwabach sowie die Chemigraphen und Kupferdrucker. Wir setzen noch hinzu: Lichtdrucker. Warum der Tarif nicht mindestens drei Monate vor Ablauf von mindestens feit? Sollen ihre Mitteilungen etwa als objektiv gelten? " Vorwärts" aber feinerzeit, als diese Verträge abgeschlossen 4 Prinzipals oder 4 Gehilfenvertretern im Auftrage ihrer Auf dem Gebiete der Kartellgründung war der Bund ebenfalls worden, nicht entdeckte, daß diese neue Aera sozialen Wirkens" Streise gefündigt, so", heißt es dort weiter ,,, berlängert er sich tätig. Jm verflossenen Geschäftsjahre wurde eine Preisfonvention arbeiterschädlich und nicht mehr Sache der betreffenden Arbeiter stets um ein Jahr." Eine Kündigung ist nicht eingetreten, der Kinderwagenfabrikanten Deutschlands ins Leben gerufen und in Kategorien allein fei, sagt er allerdings nicht. Wir aber wollen es mithin gilt der bestehende Buchdruckertarif der Dachpappen- und Nahrungsmittelindustrie wurden Startelle anerflären: Weil alles, was die deutschen Buchdrucker machen bis zum 31. Dezember 1907. Der in Beratung gebahnt. und tun, unter einem ganz anderen Gesichtswinkel stehende notariell abgeschlossene neue Vertrag ist lediglich ein betriebe uſw. hat der Bund durch Eingaben Stellung genommen. Auch zu anderen Fragen, z. B. Arbeitszeit im Eisenbahnbetrachtet wird." Vertrags entwurf, dessen rechtliche Wirksamkeit soweit bei der Zitierung unserer Antwort nicht an dieser Stelle ab- haupt rechtlich bindend werden kann von der ausdrücklichen Der Korrespondent" hat recht.( Wir bitten ihn aber, er in seiner Gesamtheit oder in seinen einzelnen Zeilen über Bie die Eingaben ausgesehen haben mögen, läßt sich denken. zubrechen; um Mißverständnisse zu vermeiden.) Der Kor- Bustimmung der Generalversammlung des Verbandes und Grundstückverwertung hat im abgelaufenen Geschäftsjahre bei dem Terrainspekulation. Die Aktiengesellschaft Neu Westend für respondent" hat recht. Wir betrachten es unter einem von der Durchführung mehrerer Statutenänderungen abhängt. Verkauf von 7383 Quadratruten Bauland einen Reingewinn von anderen Gesichtswinkel, wenn eine so große, für viele Nach dem Wortlaut des§ 152 der Gewerbeordnung, feiner 1 607 144 M. erzielt. andere Gewerkschaften vorbildliche Organisation, wie es Entstehungsgeschichte und der ihm ständig vom Reichsder Buchdruckerverband nun doch ist, sich auf einen Weg gericht gegebenen Auslegung steht jedem einzelnen Buch- am Sonnabend auf dem Standesamt die Ziviltrauung des LeVon der Königin der deutschen Industrie. In Bredeneh fand begibt, den wir für einen der Gewerkschaftsbewegung nicht bruder und dem Deutschen Buchdruckerverein jeder gationsrats Dr. v. Bohlen und Halbach mit Fräulein Berta Krupp förderlichen halten. Deswegen braucht der Korrespondent" eit frei, den alten, später eventuell auch den statt. Trauzeugen waren der Bruder des Bräutigams und der unsere Objektivität nicht seinen Lesern in Gänsefüßchen neuen Tarifvertrag ohne Schadenersatzverpflichtung seinem Großindustrielle Artur Krupp aus Berndorf bei Wien. Jetzt habent vorzuführen. Jeder Artikel hat natürlich eine gewisse un- Verein die Kruppschen Arbeiter einen neuen gewollt subjektive Färbung; aber die Absicht der objektiven klären. Tut er dies, so gelten die Bestimmungen des Tarifsich für unverbindlich zu erBrotgeber. Betrachtung eines Gegenstandes von solcher Wichtigkeit darf vertrages dennoch für das Rechtsverhältnis zwischen dem des Rheinisch- Westfälischen Kohlensynditats hat der Absatz im Monat Steigerung der Kohlenproduktion. Nach dem September- Ausweis uns auch der„ Korrespondent" nicht absprechen, der als eng einzelnen Arbeitgeber und dem einzelnen Arbeitnehmer für die September d. J. gegen den gleichen Monat des verflossenen Jahres, beteiligt am Zustandekommen des Tarifes doppelt vorsichtig Dauer des Arbeitsvertrages. trozdem dieser einen Arbeitstag mehr hatte, insgesamt um mit dem Vorwurf der Stimmungsmache sein sollte. Nun wundert der Korrespondent" sich, daß wir den bleibt der Tarifvertrag und das allgemeine Anerkenntnis, daß September 1906 1013 148 Tonnen oder auf den Arbeitstag 2. Wird der Tarifvertrag von einer Seite aufgehoben, so 193 410 Tonnen oder auf den Arbeitstag um 15 645 Tonnen zugenommen, gleich 7,91 Prozent. Der Kolsabsatz betrug im acht jährigen Tarifvertrag der österreichischen Buchdrucker eine Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung erforderlich sei, 40 526 Tonnen, im Monat September 1905 6 836 480 Tonnen oder einen eklatanten Erfolg der Gehülfen nannten, den angeblich als Erkenntnisquelle Erkenntnisquelle für den für den Ortsgebrauch bon fünfjährigen der deutschen Buchdrucker das Gegenteil. deutung. Nach Aufhebung des Tarifvertrages würden September 1906 Be- auf den Arbeitstag 32 172 Tonnen. Der Brikettabsatz betrug im Wir sprachen aber ausdrücklich nicht von der bloßen also 206 686 Tonnen oder auf den Arbeitstag Dauer des Tarifes, sondern von dieser Tarifdauer ohne mindestens die in jetzigen Tarifvertrag stipulierten Lohnmangels besonderer Vereinbarung vom Gericht 8267 Tonnen. jede Garantie auf eine Lohnerhöhung bedingungen zuzusprechen sein, soweit nicht besondere Ab- es abgelehnt haben, in San Francisco den vollen Ansprüchen der Deutsche Versicherungsgesellschaften sind es vorwiegend, welche oder Arbeitszeitberkürzung".( Auch im Driginal machungen getroffen sind. Versicherten bei der Brand- und Erdbebenkatastrophe nachzukommen. vom Donnerstag gesperrt!) Der Korrespondent" sagt aber 3. Die Frage, ob der jetzige Vertragsentwurf lediglich Der Verband deutschamerikanischer Vereine von Kalifornien will selbst, daß der achtjährige österreichische Tarif in Raten als eine Abänderung einzelner Zeile des Tarifs jetzt versuchen, auf diese Versicherungsgesellschaften einen Druck Zariferhöhungen im Gesamtbetrage von 4,25 M. ein aufzufassen ist, ist unbedingt zu verneinen. Ueber 1. Oftober wurde beschlossen, die deutsche Regierung und die Lokalauszuüben. Auf der Jahresversammlung in San Francisco am treten läßt. Der deutsche Tarif in der vorgelegten Form Abänderungen bestimmt§ 43 des geltenden Tarifs: garantiert nicht nur keine Erhöhungen nach fünf Jahren, behörden deutscher Städte aufzufordern, die Gesellschaften an ihre sondern läßt sogar Verschlechterungen nach dieser Zeit Ein Antrag auf Abänderung einzelner Zeile des Pflichten zu erinnern. Der Kaiser, die Handelskammern und zu! Das ist doch ein fundamentaler Unterschied! Tarifs muß mit Beginn des letzten Halbjahres der Gültigkeits- Bürgermeister aller größeren Städte Deutschlands sowie die dauer des vereinbarten Tarifs beim Tarifamte eingereicht sein. Zeitungen sollen vom Stand der Dinge unterrichtet werden. Die Wird dieser Antrag auf Abänderung des Tarifs von mindestens Weigerung der deutschen Gesellschaften, unter Berufung darauf, vier Prinzipals- oder vier Gehülfenvertretern im Auftrage daß sie für Erdbebenschäden nicht verantwortlich seien, wird als eine ihrer Kreise eingebracht, so hat das Tarifamt diesen Antrag fleinliche Handlungsweise betrachtet. binnen zwei Wochen zu veröffentlichen und zur Einsendung von Spezialanträgen eine weitere Frist von einem Monat festzusetzen. Die gestellten Spezialanträge einzureichen von mindestens vier Prinzipals- oder vier Gehülfenvertretern im Auftrage ihrer Kreise find alsdann ebenfalls binnen vierzehn Tagen zu veröffentlichen, und spätestens einen Monat darauf hat der Tarifausschuß zur Beratung und Beschlußfassung zusammenzutreten. Auch das Tarifamt hat das Recht, aus dem Tarifkommentar sich ergebende Abänderungsanträge zu stellen. 11 Streitet der Korrespondent", daß auch eine Verringerung nach fünf Jahren eintreten kann? Er schreibt schon heute: „ Nach unserer Kenntnis der gewerblichen Lage müssen wir zurzeit den Behauptungen der Prinzipale- die Prinzipale als Gesamtheit genommen Glauben schenken, daß sie nicht in der Lage seien, die berechtigten Wünsche der Gehülfen erfüllen zu können." gegenüber für sich Die beschlossenen Abänderungen treten am darauf folgenden 1. Januar in Straft." " Entwickelung der deutschen Handelsflotte. Ueber die Entwickelung der deutschen Handelsflotte macht die Marine- Korrespondenz" folgende Angaben: Im Verkehr zwischen den Vereinigten Staaten und Europa bewältigte Deutschland vor sechs Jahren vier Millionen Tonnen, im Jahre 1904/05 aber nahezu fünf Millionen. Im Verkehr mit China hatte Deutschland 1889 mit 1 850 000 Tonnen gleich 4,7 Proz. des Gesamtverkehrs die vierte Stelle inne, im Jahre 1904 aber mit mehr als 7 Millionen gleich 12,3 Proz. des Gesamtverkehrs die dritte Stelle; hier ist also der deutsche Anteil relativ fast um das dreifache, abfolut genommen, um das vierfache gestiegen. Aehnlich verJahre 1889 behauptete die deutsche Flagge mit 576 000 Tonnen hält es sich im Verkehr mit der neuen Großmacht Japan. Im gleich 7,7 Proz. des Gesamtverkehrs die dritte Stelle, im Jahre Und jetzt befinden wir uns in einer aufsteigenden Ronjunktur, nach fünf Jahren vielleicht bereits schon wieder auf dem Wege zur Strise! Den Korrespondent" jammert die Lage der Buchdruckerei besizer. Und daß uns diese gleichgültig ist, unterscheidet uns prinzipiell von dem„ Korrespondenten". Wo ist der Arbeitgeber, der nicht bei Forderungen seiner Leute tausend Die hier aufgestellten Vorbedingungen sind unseres Wissens Eide schwört, daß deren Bewilligung sein Untergang fei? Die nicht erfüllt. Selbst wenn sie aber sämtlich Herren um Bürenstein herum gleichen darin ganz jenen erfüllt wären, insbesondere also die Kreise, in deren englischen Fabrikanten, die Didens so schön in seinem Auftrage bestimmte Abänderungsanträge gestellt sind, 1904 aber mit drei Millionen Tonnen gleich 14 Proz. die zweite; Roman Harte Zeiten" schildert: alle Bestimmungen des neuen Tarifs beantragt hätten, hier hat also, relativ genommen, eine Verdoppelung, absolut aber „ Sicherlich", sagt er, hat es nie so zerbrechliches und selbst wenn man( zu Unrecht) den neuen Tarif lediglich eine Verfünffachung des deutschen Anteils stattgefunden. Freilich Porzellan gegeben, als das, aus dem die Spinnereibesiger als eine Abänderung ansprechen wollte, so hätte der dürfte gerade hinsichtlich Japans in den nächsten Jahren ein Rückvon Coketown gemacht waren. Mochte man sie noch so vor neue Zarif ohne Zustimmung der General- fchritt zu erwarten fein wenigstens in relativer Hinsicht- weil sichtig angreifen, so zerbrachen sie doch mit solcher Leichtig- versammlung des Verbandes der deuschen Buchdrucker tm Jahre 1904 die japanische Handelsflotte selbst durch den Krieg teit, daß man auf den Verdacht tommen mußte, teine Gültigkeit, weil der zehn Paragraphen ziemlich lahmgelegt war. " sie hätten schon vorher einen Sprung gehabt. Sie umfassende neue Vertrag betreffend die Tarif- Die kritische Lage der Fabriken in Südrußlaud. Man schreibt gingen zugrunde, wenn fie die Kinder aus der gemeinschaft der deutschen Buchdrucker" über eine Tarif- uns aus Petersburg: Das Fehlen an genügenden Verkehrsmitteln Fabrik in die Schule schicken sollten; sie gingen zu bereinbarung weif hinausgehen Statutenveränderungen an der Zekatesineneisenbahn bringt die ganze südliche Bergindustrie grunde, wenn Inspektoren zur Aufsicht über die Fabriken er des Verbandes enthält und voraussetzt und überdies auch in eine äußerst schwierige Lage. Die Vorräte an Heizungsmitteln nannt würden; sie gingen zugrunde, wenn diese Inspektoren Vorschriften enthält, deren rechtliche Zulässigkeit( z. B. Vernehmen stark ab. Viele Fabriken haben nur noch Kohlen für eine sie nicht für ganz berechtigt hielten, ihre Fabritarbeiter von sicherung der Prinzipale gegen Schädigung durch Vertrags- geringe Anzahl von Arbeitstagen übrig und werden wohl demnächst den Maschinen in Stücke reißen zu lassen; sie waren ganz bruch) zum mindesten außerordentlich zweifelhaft ist. genötigt sein, die Arbeit einzustellen. Die Eisenbahnverwaltung erhielt eine derartige Nachricht von der Alexandrowski- Fabrik der und gar zugrunde gerichtet, als man ihnen zu verstehen gab, 4. Für den einzelnen Buchdruckergehülfen oder Buch- Brjauster Gesellschaft. Eine gleiche Mitteilung machten auch die daß sie vielleicht nicht beständig so schrecklich Rauch zu machen druckereibesizer, der von dem bestehenden Vertrag zurücktritt, südruffischen Zuckerfabriken. Sie erhalten Kohlen aus den Donezker brauchten." entstehen nach§ 152 Abjak 2 Gewerbeordnung keinerlei recht- Stohlengruben und erklären, daß das Fehlen der Heizungsmaterialien Seit Dickens Zeiten ist sicher keine Spur der englischen liche Nachspiele. Die zurzeit in Geltung befindlichen Schieds- fie nötigen wird, die Anzahl der Arbeiter zu vermindern. Industrie mehr übrig geblieben; sie ist zugrunde gerichtet, gerichte entbehren, wie auch Gewerbegerichte anerkannt haben, Der Stahltruft hat, wie die Blätter melden, durch seinen Ver vernichtet, zerstampft, der Erde gleichgemacht; die Schornsteine, der rechtlichen Wirksamkeit, weil nach§ 6 Absatz 2 des treter Gary getvaltige Erzlager im Seengebiet gepachtet. Die Eigendie so fürchterlich spieen, liegen am Boden, die Reste der Gewerbegerichtsgesetzes Schiedsverträge, durch welche die Zu- tümer der Felder sind ein Mr. Longyear und James J. Hill. Die Umfassungsmauern gleichen Ruinen von Raubritterburgenständigkeit der Gewerbegerichte für fünftige Streitigkeiten aus Bachtgebühr allein an Longyear und dessen Erben beträgt die diese Fabriken in Wirklichkeit auch waren. geschlossen wird, nur dann rechtswirksam sind, wenn nach dem 25 Millionen Dollar. Raubritterburgen? Ach ja! Es ist ja noch nicht lange Schiedsvertrage bei der Entscheidung von Streitigkeiten Arbeither, da beteuerten im deutschen Reichstage die Nachfolger geber und Arbeiter in gleicher Zahl unter einem Vorsitzenden der Köckerite, Lüderike und Jhenplize: wenn das deutsche mitzuwirken haben, welcher weder Arbeitgeber oder AnBolt durch seine Vertreter beschließe, sich von ihnen mit Hülfe gestellter eines beteiligten Arbeitgebers, noch Arbeiter von neuen Handelsverträgen das Fell über die Ohren ziehen ist. Diese Fassung des Gewerbegerichtsgesetzes ist durch zu lassen, dann seien fie in der Lage, ihren Arbeitern höhere die Novelle vom 30. juni 1901 in баз Gesetz Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Löhne zahlen zu fönnen, dann würden sie es tun. gekommen. Später, bei Beratung des KaufmannsgerichtsSo wahr, wie es keine englische Industrie mehr gibt, gefeßes, tam zur Sprache, daß auch dieser Schutz für die Anso wahr, wie unsere Agrarier in diesem für sie segensreichen gestellten ungenügend sei, da beispielsweise bei Wertheim das Jahre ihren Arbeitern Lohnzulagen gegeben haben, so wahr Schiedsgericht unter dem Vorsitz eines sonst für Wertheim geht die deutsche Druckindustrie zugrunde, wenn die Rotations- tätigen Rechtsanwalts fungiere. Das Kaufmannsschiedsgericht barone ihren Leuten 15 statt 10 Proz. bewilligen und eine halbe schließt deshalb zum Schuß der Angestellten jedes SchiedsAchtung, Heimarbeiterinnen der Wäsche, Blusen und Schürzenbranche! Die nächsten Zusammenkünfte für den Norden sinden am Montag, den 15. Oktober, bei Lamprecht, Lychenerstr. 3, und am Dienstag, den 23. Oftober, bei Punzel, Stralsunderstr. 26, für den Often am Montag, den 29. Ollober, bei Renfer, Heidenfeldstr. 17, abends 8%, Uhr, statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. Berlins und Umgegend. Abteilung VI. Montag, ben 15. Oktober, abends 8 Uhr, bei Schmidt, Jasmunderftr. 4: Diskutierabend. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Steglitz und Schöneberg. Sonntag, den 14. Dtober, nachmittags 4 Uhr, bei Obst, Schöneberg, Meiningerstr. 8: Betſammlung. Allgemeine Familien Sterbekasse. Heute: Zahltag Aderstr. 123 bei Wiesenthal von 3-6 Uhr. Ferdinand Bonns Für den Inhalt der Inserate Berliner Theater. übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Conntag, den 14. Ottober. Anfang 7 Uhr. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr, 13./14. Abteilung. Berliner Theater: Die Streuzel schreiber. Neue freie Volksbühne. Nachmit Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Komische Oper. Sonntag, den 14. Oktober: Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends 8 Uhr: Carmen. Montag zu volkstüml. Preisen: Hoffmanns Erzählungen. im Deutschen Theater: Wutter Theater des Westens Landstraße. Nachm. 3 Uhr: 3. Abteilung im Neuen Theater: Eine. Der Stammgast. Nachm. 3 Uhr: 7. Abteilung im Schiller Theater O.: Maria Stuart. D Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Sonntag 3 Uhr( halbe Preise): Zar und Zimmermann. Abends 72 Uhr: Die Zauberflöte. Montag: Der Troubadour. Anfang 7 Uhr. Gutscheinheste ungültig. Dienstag: Stradella. Hierauf: Die und 14. Abteilung Nr. 13001 bis schöne Galathée. Anfang 7%, Uhr. Nachm. 3 Uhr: 13. Abteilung ganz 13150 im Schiller Theater N.: Weh' dem, der lügt. Opernhaus. Carmen. Montag: Fidelio. Schauspielhaus. Hamlet, Bring von Dänemark.( Anfang 7 Uhr.) Mittag 12 Uhr: Matinee. Das Lieb vom braven Mann. Montag: Klein Dorrit. Nenes Operntheater. Die Entführung aus dem Serail. Montag: Geschlossen. Deutsches. Das Wintermärchen. Montag: Dieselbe Borstellung. Westen. Die Zauberflöte. Nachmittags 3 Uhr: Bar und Zimmermann. Montag: Der Troubadour. Lorking. Der Wildschütz. Nachmittags 3 Uhr: Fra Diabolo. Montag: Der Freischüß. Anfang 8 Uhr. Leffing. Das Blumenboot. Nachmittags 3 Uhr: Die Wildente. Montag: Das Blumenboot. Berliner. Sherlock Holmes. Montag: Dieselbe Borstellung. Schiller 0.( Wallner Theater.) Hajemanns Töchter. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Der Herrgottswarter. Hierauf: Zum Einsiedler. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Donna Diana. B Nachmittags 3 Uhr: Weh' dem, der lügt! Montag: Frau Inger von Deftrot. Neues. Die Hochzeit von Boel. Montag: Bürgerlicher Edelmann. Der Stammgast. Komische Oper. Carmen. Lustspielhaus. 3 Uhr: Der Weg zur Hölle. Abends 8 Uhr: Verwehte Spuren. Zentral- Theater. Nachm. 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Abends 7 Uhr und folgende Tage: Tausend und eine Nacht. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( 28affner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. Montag, abends 8 1hr: Der Herrgottswarter. Hierauf: Zum Einsiedler. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Herrgottswarter. Hierauf: Zum Einsiedler. C 2473L* Sonntag, nach m. 3 lb r: Weh' dem der lägt. Lustspiel in 5 Aufz. v. F. Grillparzer. Sonntag, abends 8 Uhr: Donna Diana. Lustspiel in 3 Aufzügen von Moreto. Montag, abends 8 Uhr: Urania. Zirkus Busch. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Sonntag, den 14. Oftober 1906: 2 große Vorstellungen. 2 Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Rahm. 45r. Abends 7½ Uhr. Montag 8 Uhr: Fran Inger von Oestrot. Der jüngste Ausbruch des Vesuvs. Dienstag, abends 8 Uhr: Donna Diana. astans Panopticum Friedrichstraße 165. Schreckenskammer.- Irrgarten. Von 6 Uhr ab: Cabaret- Abend. Volkstümliche Vorträge aller Art.: Z OOLOGISCHER CARTEN 50 PI. Heute Sonntag Eintritt Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Nachmittags ab 4 Uhr: Großes Militär- Konzert. Morgen sowie täglich: Großes Militärkonzert. Zirkus Schumann. Bernhard Rose- Theater brillante Die fliegenden Menschen ex Emir Rixfords) Heute Sonntag, den 14. Oktober, nachm. 3, Uhr und abends 7½ Uhr: 2. große Nachm. auf allen Bläzen ohne 2 Gala- Vorstellungen. Ausnahme 1 Kind frei. Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Galerie), abends jedoch volle Preise. In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: ( Lex der musikalische Wundorpony Das höchst originelle Auf der Pußta, vorgeführt von Direktor Alb. Schumann. In beiden Vorstellungen, nachm. und abends: Die einzig existierende Größte Tigergruppe. Noch nie gesehene Wilde Dressur, vorgef. b. Mr. Henridsen. In beiden Vorstellungen die großartigen neuen Spezialitäten und sämtl. Clowns und Auguste mit ihren neuesten Um 10 Uhr zum zweiten Male: Löwen- Baron, der Urkomische. Katzenklettern. Luisen- Theater Ein Tag in Monte Carlo. Reichenbergerstr. 34. Nachmittags: Ein Wintermärchen. Abends: Else vom Erlenhof. Montag: Die Hochzeit von Valeni. Dienstag: Der Goldonkel. Mittwoch: Ein Kind des Glüds. Donnerstag: Else vom Erlenhof. Residenz- Theater. Direktion Richard Alerander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwant in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaux. Vicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Heute nachmittag 3 Uhr: Die Höhle des Löwen. Große Ausstattungs- Pantomime, arrangiert und auf das glänzendſte inszeniert von Dir. Albert Schumann. Metropol Theater Apollo- Theater. Heute Sonntag, den 14. Oktober 1906, nachmittags 3 Uhr: Ermäßigte Preise! Auf in's Metropol! Gr. humor. Ausstattungs- Revue in 9 Bild. von J. Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt v.Direktor Richard Schultz. Bender. Massary. Giampietro. Josephi. Preise der Pl. an d. Anschlagsäul. Abends 8 Uhr: peter Lortzing Theater Der Teufel lacht dazu Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Residenz. Triplepatte. Nachmittags 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Montag: Triplepatte. Lustspielhaus. Berwehte Spuren. Nachmittags 3 Uhr: Der Weg zur Hölle. Montag: Berwehte Spuren. Zentral. Tausend und eine Nacht. Bellealliancestr. 7/8. Heute nachmittag 3 Uhr: Vorstellung des Vereins für Volksunterhaltungen: Fra Diavolo. Abends 7: Der Wildschütz. Abonnements ungültig. Montag: Der Freischütz. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Nachmittags 3 Uhr: Der Zigeuner Der Hausfreund. baron. Kleines. Ein idealer Gatte. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Man tann nie wissen. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Nachmittags 3 Uhr: Er und ich. Montag: Jm wilden Westen. Anjang 8 Uhr. Folies Caprice Linienstr. 132, Ecke d. Friedrichstraße. Direktion Felix Berg. Serenissimus August XXVI. Thalia. Benn die Bombe plast! Das Modell und Das Provinzmädel. Nachmittags 3 Uhr: Bis früh um Fünfe! Montag: Wenn die Bombe plakt. Luisen. Elfe vom Erlenhof. Nachmittags 3 Uhr: Ein Wintermärchen. Montag: Die Hochzeit von Valeni. Bernhard Nose früher Carl Weik. Berliner Kinder. Nachm. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf bei A. Wertheim und an der Theaterkasse 10-2 Uhr. Rixdorfer Theater Bergstr. 147. Bürgerfäle. Bergstr. 147. Sonntag, den 14. Oktober: 3 Uhr: Der Millionenbauer. Die Notbrücke. Montag: Berliner Kinder. Trianon. Der Hausfreund, Nachm. 3 Uhr: Loulou. Montag: Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Metropol! Montag: Der Teufel lacht dazu. Apollo. Berlin im Omnibus. Spezialitäten. Luftsp. in 3 Aften v. Gresac u. Croisset. Raffeneröffnung 62, Anf. 7% Uhr. Volks- Theater des Westens. Spichernstr. 3, am Nürnbergerplatz. Schwant In Zivil. in 1 art Hierauf: Aft. Nachmittags 3%, Uhr: Familien Pension Schöller. vorstellung. Montag: Berlin im Omnibus. Spezialitäten. Kafino. Alexander der Große. Nachm. 4 Uhr: Madame Bonivard. Montag: Alexander der Große. Folies Caprice. Das Modell. Das Provinzmädel. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Spezialitäten. Baffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Tanbenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Der jüngste Ausbruch des Besuv.. Montag: Dieselbe Borstellung. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die Hochzeit von Poël. Montag: Der bürgerliche Edelmann. Der Stammgast. Dienstag und folgende Lage: Die Hochzeit von Poël, Kleines Theater. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Zum 96. Male: Ein idealer Gatte. Montag: Man kann nie wissen. Dienstag z. 97. Male: Ein idealer Gatte. Mittwoch z. 98. Male: Ein idealer Gatte. Große Jahresrevue in 9 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. H. Bender, J. Josephi. Nachm. 32 Uhr! Halle Preise! Familien- Vorstellung mit dem vollständ. Spezialität.- Progr. Glite Vorstellung Liane d'Eve, bie Original mit Matschiche Tänzerin. Berlin im Omnibus mit dem Omnibus- Trick. WINTER CARTEN 65 früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Heute nachmittag 3 Uhr( fl. Breiſe): Der Millionenbauer. Abends 8 Uhr: Berliner Kinder. Original Boltsstück mit Gesang in 4 Abteilungen von H. Salingré. Montag u. folg. Tage: Beri. Kinder. Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren auf allen Sitzplägen Tais halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Monsieur Romeos staunenerregende Automobilexperimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Wagen ( 30 8tr. schwer und 4 Insassen). Zur Verfügung gestellt durch die Fa. Loeb u. Co ,, G. m. b. H., Berlin. in beiden Vorstellungen: Die größte Tiger: und Löwen gruppe.( Ringkampf des Dompt. Billy Peters mit 2 wilden Tigern.) in beiden Vorstellungen: Auftreten jämtl. Clowns mit den neuesten Bizen und Späßen. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtl. neuengagierter Künstler und Künstlerinnen. Abends 72 Uhr: Aus der Vukta. Orig.- Pantomime d. Zirkus Busch. Volksgarten- Theater. Badftr. 8, Behm u. Bellermannstraße. Säle 26422* 300-1000 Personen fassend, auch losseum tags an Vereine zu vergeben. Colo Dresdenerstr. 97. Das brillante Oktober- Programm. Spezialitäten und Volks- Kabarett Sommerfeste für den 20 000 Bersonen fassenden Garten bitte zeitig anzumelden. Max Silberstein. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Sonntag u. Montag die beliebten Schweizer Garten Willy Walde Sänger Am Königstor Am Friedrichshain. Straßenbahn Nr.1,2,4, 17, 59, 62, 63,74. Jeden Sonntag bet verſtärktem Orchester Ball Anfang 4%, Uhr An Wochentagen find die Säle an Vereine zu vergeben. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Die Bluthochzeit oder: Königin Margot. Schauspiel aus der Hugenottenzeit in 5 Alten. Das neue Oktober- Programm! nf. 7 Uhr. Entree 30 Pf. bis 1 M. Ein glänzender Erfolg! Nach der Vorstellung: Familienball. Montag: Dieselbe Borstellung. Bros. Permane, Exzentriks. Fröbels Allerlei- Theater Charlene und Charlene, musik. Akt. Robert Steidl, Humorist. Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Tanzkränzchen. Kaffeneröffn. Sonnt. 5Uhr, Mont.7 Uhr. Beg. d. Kong. 6 814 Eintritt Vorst. 7 " " 712 50931. 403f. In den unteren Sälen: Gustav Gottschalks Populäre Konzerte unt. Witw. d. Operns. Herrn Hermann Hulles. Eintritt 30 Pf. Das Volks- Museum für Anatomie und Ceroplastik, Friedrichstr. 112 a, am Oranienburger Tor, ist zugänglich für jedermann. Täglich geöffnet von früh 9 Uhr bis 11 Uhr abends. Entree 30 Pf. und 50 Pf. ELYSIUM, Landsberger Allee 40-41, Jeden Sonntag u. Mittwoch: J. Giampietro. Das Erntefest, englisches Ballett Konzert, Theater, Spezialitäten. Großer Ball. Les Mas- Andrés, Pariser Duettisten. lebende MarmorKolossal- Gruppen. Maria Vinent, portugies. Sängerin. Bros. Spissel und Mack, Fritzi Massary. De Vry's Phila Wolff a. D. Rauchen überall gestattet. Gewöhnliche Preise der Plätze amerikanische Exzentriks. Radfahrer. Jongleuse. Jackson- Truppe, Kitty Traney, Passage- Theater. Kasino Theater Das Gastspiel Josefine Dora in der Komödie ,, Rieke" mit dem Schlager „ Emil du bist eene Pflanze" ist wegen d. außerord. Erfolges und der tägl. ausverk. Häuser für Oktober prolongiert. Außerdem 14 neue Nummern. Deutsch- Amerikanisches Theater. Abends Wiederauftreten 8 Uhr: Adolf Philipp. Zum Im wilden 54. WESTEN. Male: Pension Schöller. Sonntag ER& ICH. Schwank in drei Atten. Anfang 6 Uhr. ValhallaWa Variete Theater Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. nachm.: Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Alexander der Große von Emil Thomas und Adolf Selig. Reu! Fehér- Duett in ihrem Repertoir. Klara Antonie X Fred u. Carman. Sonntag 4 Uhr: Madame Bonivard. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Stadt- Theater Moabit Bernhard Rose- Theater Alt- Moabit 47/49. = Große Extra Borstellung. Das Geheimnis der alten Mamfell. Lebensbild in 7 Bildern von Charlotte Birch- Pfeiffer. Nach der Heute Sonntag: 2 Vorstellungen 2 Borstellung: Nachmittags 31, Uhr: Kleine Preife. Sin Kind frei! Abends 8 Uhr: Gr. Ball. Kasseneröffnung 5 Uhr, Anfang 6 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. 12 Spezialitäten 12 Schwarzer lustig u. originell! Emmi Kröchert, Willy Prager, Chevalier Thorn B.T.L. Krueger der weibl. Kom. neue akt.Coupl. mit neuen Musik. kom. Illusionen. Extravaganz. und das übrige humor. Programm. Rauchen überall gestattet. Theaterkasse b. 10-1 Uhr u. v. 2 Uhr permanent geöffnet. Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Gesundbrunnen, Badstraße 58. Heute Sonntag nachmittags 3 1hr bei volkstümlichen Preisen: Die Tochter des Herrn Fabricius. Schauspiel in 3 Akten von Wilbrandt. Abends 7 Uhr: Frl. Schnabels Verlobung. Sensationelle Bosse mit Gesang in 4 Atten von Kreuzer. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: 24762* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Ans. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr Zanzleitung: B. Sachse. Ballmusik von 2 Stapellen. Anfang 4 Uhr. Entree frei. Jeden Montag: 23562 Sanssouci. Kobuser Orig. Harburger Sänger. 4a. Direktion Wilhelm Reimer Anfang 8 Uhr. Vorzugskarten 10 Bj Sonntg., Montg.Donnerst. Hoffmanns Nordd. Sänger Alhambra New! New! Wallner- Theaterstraße 15. Studiosus in der Klemme. Jeden Sonntags Beginn 5 Uhr, Sonntag: Wochentags 8 Uhr. Großer Ball J.Dienstag: Theaterabend. Großes Drchester. Anfang Sonntags Zum 1. Male: Adele.( Nach 5 Uhr. d. gleichn. Rom. d.„ Berl. Lokal- Anz.") A. Zameitat. Palast Theater. Markgrafensäle Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Entree 50 Pf. Heute 28 Uhr. 12 Attraktionen 12 11. a.: Russ. Meisterwerke der Skulptur. Robert und Bertram die Urkomischen. Berlin 0.17, Markgrafendamm 34 Inh. N. Theefs. Seute fowie Gr. Ball. jeden Sonntag: Jeden Donnerstag: Gr, Streich- Konzert. Nach d. Konzert: Familienkränzchen. Entree 15 Bf. Säle: 100-1000 Perf. f. Bereine, Hochzeiten, Versamml. 2c. Kegelbahnen. John Ilket and Jenny, Germania- Pracht- Säle Sens. equil. Aft Die Loreley. Bosse von D. Klein. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow. Münzstr. 16. Gustav N., Chausseestr. 103. Karl Richter. Jeden Sonntag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger Bollständig neues Brogramm Auf. 6 Uhr. Eintritt: 50 Pf. mit an schließend. Familienkränzchen. Jm weißen Saale Gr. Ball. von 5 Uhr ab: Jeden Mittwoch: Hamburger 23892* Sänger und Freitanz. Rixdorf. Behrens Fritz Hoppes Festsäle, Theater, Hermannstr. 48-49. Berlin O., Jed. Sonntag im großen Saal: Frankfurter Allee 85. Gr. öffentlicher Ball Kolossaler Erfolg bei start befektem Orchester. Anfang 4 Uhr. NB. Für Vereine und Gesellschaften des sensationellen neuen fleine und große Säle jowie Bereinszimmer von 45-150 Personen. Ein Saat ist auch Sonntags zu 23702* bergeben. Oktober- Programms. 22 Nummern. Anfang 7 Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Einige Sonnabende find noch frei, Kreuzberger Harmonie. Mitgl. d. Arb.-S.-B. Chormeister: Botho Frank. Sonntag, den 21. Oktober 1906: Gesellschafts- Abend in Hoppes Festsäle, Rixdorf, Hermannstr. 49. Programm 30 Pf. 66/19 Anfang 5 Uhr. Das Komitee. Alexanderstraße 27c, Englischer Garten, Fernspr. Amt 7. No. 1576. Sonnabend, den 3. November cr., oberer großer Saal rei geworden. Ferner habe noch einen Sonnabend und Sonntag Im Dezember frei. Max Queißer, Gastwirt. [ 2510L*] BREUERS Festsäle ,, Zur Königshank" وو Gr. Frankfurterstr. 117. XJnh. Curt Breuer. X Amt Vila, 8142 Den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Klubs empfehle ich meine Gesamträume zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art zu den fulantesten Bedingungen. Um recht regen Zuspruch bittet Anton Boekers Ball- Salon, Weberstr. 17. Z.- A.: VII. Nr. 13414. Empfehle den geehrten Borständen von Gewerkschaften und Vereinen meine Säle zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art unter sehr günstigen Bedingungen. Auch sind noch große Vereinszimmer einige Tage in der Woche zu bergeben. Anton Boeker, Weberstr. 17. Achtung! Vereine! Habe noch an Sonnabenden und im Sonntagen in November fonie Weihnachtsfeiertag Säle zu vergeben. 26442* H. Ebert, Neues Klubhaus, 72, Kommandantenstr. 72. Wirtshaus zum Strauß. Inhaber: Gustav Maertins. Berlin, Pappel- Allee 25. Empfehle den geehrten Vorständen bon Gewerkschaften, Genossen und Bereinen meinen Saal( 250 Personen) zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art unter sehr günstigen Bedingungen. Auch Vereinszimmer bis 30 Personen. 15966* Gustav Maertins, Pappel- Allee 25. Den verehrten Vereinen und Gesellschaften zur Kenntnis, daß ich das Lokal 99 17265* [ 24702] Curt Breuer, Gaftmit. 0 Borzügliche Sumatra Decken zu billigsten Preisen offeriert S. Hammerstein- Filiale, Vertr. Gustav Boy, Berlin N., Brunnenstraße Heinrich Franck, 183. Berlin N. 54, Brunnenstr. 185. Umblatt, Java 125 Pf., fehr leicht, flott brennend, groß u. blattig. Roh- Tabak E. Nauen, Templerstr. 3. a. d. Schwedterstraße. Konkurrenzlose Offerte! Märker federleicht 75 31. J. Fränkel, Brunnenstr. 181. Roh- Tabak Decke Nr. 5791 a 1,50, II. Länge, Vollblatt, schöne, hellbraune Farben, tadelloser Brand. W. Hermann Müller, Magazinstr. 14. Welt Gericht Wir klagen an! Achtung! ,, Blut und Eisen" 2397L* Krieg und Kriegertum in alter und neuer Zeit Ausnahmepreis von Hugo Schulz. 237/ 5* Erscheint in 50 Lieferungen a 20 Pfennig. Soeben ist Heft 2 ausgegeben! Zu beziehen durch die Expedition des Vorwärts, Lindenstr. 69( Laden), alle Parteispeditionen und Kolporteure. Achtung! Eröffne 24512 Arbeiter, Parteigenossen! homöopathische Poliklinik Berliner Schneiderei- Genossenschaft G. m. b. H. ( Gegr. von organisierten Schneidergehülfen Berlins) Brunnenstr. 185, im Laden, empfiehlt sich den werten Arbeitern und Parteigenossen zur zwischen Rosenthaler Tor und Juvalidenstraße, Anfertigung von Seestraße 65 I. Sprechzeit: Dienstag und Feitag 8-9 Uhr abends. Dr. Eckermann, homöopath. Arzt, ehem. Assistent des homöopath. Arztes Dr. Kroemer, Kiel. Ehem. langjähriger homöopath. Stadtarzt u. Krankenhausarzt. Ich habe meine homöop. Poliklinik nach Oranienburgerstraße 46/47 II verlegt. Wochentäglich ( aug. Donnerstag) abends 7-8 Uhr. Dr. med. Schaper, Homöop. Arzt. Spez.- Arzt für Haut und Harnleiden. Frauenkrankheiten. feinerer Herren- Garderobe. Großes Lager fertiger Herren- und Knaben- Anzüge, Winter- Paletots, Joppen und Arbeiter- Berufskleidung. babe mich in Charlottenburg Verkauf nur gegen bar! Streng feste Preise! Die Herstellung unserer Fabrikate erfolgt in eigenen Werkstätten unter den von der Organisation festgesetzten Lohnbedingungen. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet Achtungsvoll geb„ Hoffnung" 207/ 1* Zum Schweizergarten Aus erster Hand Berliner Schneiderei- Genossenschaft in Köpenick mit Saal, vier verdeckten Kegelbahnen und Tennisplatz übernommen habe. Küche und Getränke nach bewährtem Muster. Recht regen Zuspruch er wartend, zeichne ich hochachtungsvoll W. Fröhlich früher Berlin, Rungestraße 17. Damen- Konfektion faufen Sie, wenn Sie Ihre Tabake großen Lager offeriere ich u. a. als von mir beziehen. Aus meinem besonders preiswert: 289/ 1* Brasil von 0,85-2,20. Java Domingo . . " 0,80-1,80 " D 0,85-1,10 " Sumatra Havana . 1,20-5,-. 1,20-4, " Preise pr. 2 kg verzollt. Bersand erfolgt gegen Boreinsendung des Betrages oder Nachnahme. Nichtgefallendes nehme ich anstands: direkt aus der Fabrik. Tos zurüd. Paketporto 0,80 m. Kein Laden. Nach beendeter Engros- Saison auch Einzel- Verkauf enorm billig Jacketts Paletots Havelocks Capes Kostüme KostümRöcke MädchenPaletots Pelz- Stolas Robert Baumgarten Hausvogtei- Platz 11, 2. Etage ( an der Jerusalemerstraße). Bei Vorzeigung d. Inserates an der Kasse werden 5 Proz. Rabatt vergütet. Auch Sonntags geöffnet. Gustav F. Keller, Samburg, Baboiſen 88. Bon 36 Mk.. an Herrenanzug od. Baletotn. Maß, rnw.Stoff. neust. Must. 2 Anpi., feinst.But..f.gut.Siz goldene Medaille. Ludw.Engel, Brenzlauer straße 23 II ( Alexanderplat). SS Kolonie Röntgenhöhe, Stat. Buch Nöntgental, gefunde hohe Lage, idyll. Umg., bester Boden, Landparzellen noch billig. Nute von 10 M. an. Größte Zukunft. Nächste Nähe Straßenb. in Sicht. Wochent. nachm., Sonut. tagsüber a. d. Terrain. Hohenberg, Koloniestr. 2. Gardinen kauft man am billigsten nur direkt in dem seit 40 Jahren bestehenden Gardinen- Spezialgeschäft von Bruno Güther, Grüner Weg 80, parterre. Kinderwagen- Bazar, Baby" 7.00, 8.75-60,00. PolsterBettstellen $.50, 6.50-20.00. S. Kaliski. 1. Invalidenstr.160 a.Brunnenstr. 2. Brunnenstr. 92, a. Rügenerstr. 8. Chausseestr. 75. Summer achten. 4. Frankfurterstr. Andreasstr. 115, ant 5. Oranienstr. 31, a. Adalbertstr. 6. Belle Alliancestr. 107, Hallesches Tor. 7. Kleiststr, 21. & Bensselstr. 18, an Turmstr. 9. Spandau, saveltr. 20. Auf Wunsch grössere Ratenzahlung ohne Preiserhöhung. Tellzahlung gestattet, bei gröss Raten Cassapreise. 7.50, 12.00-150.00. Fertige Betten in nur guter Dualttät Stand:[ 14970 Königsbergerstr. 10 3 Minuten vom Schlesischen Bahnhof. Neuheiten, in engl. garniert. Barett- u. Matrosenformen Stück 1,95, 2,45 2,95, 3,50 etc. 87.50, 49.00-75.00. Lieferant des Berliner Konsum Vereins und der Konsum- Genossenschaft Berlins und Umgegend. Gegründet 1894. Jede Dame spart Geld! Um mein bedeutendes Lager zu räumen, verkaufe nach beendeter Engros- Saison ,,& inzeln": Jacketts, Saccos, Boleros, Capes, Abendmäntel von 5 bis 25 Mark. Spezialität: Extraweiten für starke Damen. Paletots, Jacketts u. Capes. Ein Posten hocheleg. Modelle unter Herstellungspreis Seidenplüsch- Paletots, Astrachan- Paletots, Boleros, Jacketts, Tuchmäntel in allen Längen und neuesten Farben. Engros-= Regulärer Preis bis 150 Mark. 1 Kein Lager Backfisch- Kinder- Saccos 3 his 10. Laden Max Mosczytz, Landsbergerstr. 59 Nur Eine Treppe, Am Alexanderplatz. Achten Sie in Jhrem eigenen Interesse auf die Hausnummer. PATONO Teilzahlung Anmeld.v.Patent.i. In- u. Bureau monatlich 10 M. liefere elegante Herren- Garderobe nach Maß. Billigste Preise. Aust. Verwert.Finanzier. Wolters& C J. Tomporowski, Schneidermeister. 1. Ref. Coul. Bedingung. 26550 Tegeler Weg 108, Eine Partic imit. PerserTeppiche Gebet- und Dekorationsstücke, getreue Kopien echter Perser von wunderbarer Farbenpracht auf beiden Seiten benutzbar. Ungefähre Größe: 90X185cmM. 3,75( bisher 6,00) 130X200 160X230 200X300 " "" 5,50( 17 8,25) 8,75 " 12,75) " » 12,75 99 18,50) 250X350 21,50 プラ" " 99 " 28,50) 29 300X400 28,50( 39,00) Passende Bett- u. Pult- Teppiche Stück 75 Pf., 1,00 und 1,50 M. Nach auswärts per Nachnahme. Teppich- Spezialhaus Emil Lefèvre I. Berlin Oranienstr. 158. als prakt. Arzt 2c. niedergelassen. Sprechstd. 8-10, 42-6. Teleph. Amt Charlottenburg 10904. Dr. med. Jacobius. Infolge Aenderung der Hausnummer wohne ich jetzt Heinersdorferstraße 28. 247/5 Dr. Paul Caspari, Arzt. Dr. Simmel, Str. 41, PrinzenSpezialarzt für 137/ 13* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Dr. Schünemann Spezial- Arzt für 21032* Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Künstl. Zähne Plombieren, Nervtöten u. schmerzloses Zahnziehen. amerik. W. Kallmann, Dentist. Berlin C., Rosenthalerstr. 4 I, a. Tor. Verlag Max Richter Berlin W. 30 Speyererstr. 27. über 3000 Exempl. verkauft Die Harnleiden ibre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN Preis 1 Mark. Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl. viel Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92, 10-1u.4-6, Sonnt.11-1U- Bellin WilhelmsBerlin, Lindenstr. 110, 2. Gtage. Zigarren- Geschäft reell billig zu Nähe Belleallianceplay. 20145 Zu erfragen Gräfestr. 76 1, Strauß. Allen Zigaretten- Rauchern zur gefälligen Beachtung! Wollen Sie sicher sein, trotz der Steuer das bisherige, bewährte fabrikat zu erhalten, so rauchen Sie Bolero- Zigaretten per Stück 2 Pf. Zenith- Zigaretten per Stück 3% pf. Wir garantieren Ihnen: Unveränderte Qualität, un25252* veränderte formate feinste Handarbeit! Gleichzeitig empfehlen wir unsere neue 3 Pf. Askari- Zigarette in vorzüglicher, milder Qualität, ebenfalls nur Handarbeit! Gebr. Selowsky- Dresden. Größtes Spezial- Putz- Geschäft des Ostens. N. HAASE, Berlin 0. Damenhüte, ca. 3000 Stück; die neuesten Barett- u. andere schicke Fassons in enormer Auswahl. M.2,95, 3,95, 4,95, 5,95, 6,95, 7,95 etc. Sachen. Kinderhüte, in allen Farben, entzückende 1,45, 1,95, 2,75 etc. Lieferant der Rabatt- Sparvereine Osten und Vereinigter Geschäftsleute. S. Mus Mein neuer Pracht- Katalog mit 600 Abbildungen etwa in künstlerischer Ausstattung auf Wunsch gratis und franko. Extra billig! div. Teppiche mit kleinen Webefehlern! S Tuche Cheviots für Stoff- Reste Kammgarne, Herren. Englische Stoffe! Damen KostümNeueste WestenElegante Futter- J kolossal billig bet H.& J. Friedlaender, Berlin C., Molkenmarkt 12 Annoncen- Vorleger erhalten Extravergüt. Möbel ganze Wohnungs- Einrichtungen fowie einzelne Stücke äußerst billig. Eigene Tischlerei- Werkstattt. Berlin O., Wiehr, Petersburgerft.62. Werte Genossen! Kaufen Sie Ihren Bedarf in H Herren Anzügen KnabenArbeiterbei dem " PP Genoffen Wald, Marienburgerstraße Nr. 11. Nirgends kaufen Sie besser! nirgends billiger! Königsbergerstr. 10 3 Minuten vom Schlesischen Bahnhof. Trauerhüte, ca. 1000 Stack, in den 0,95, 1,25, 1,75, 2,25 etc. neuesten Fassons vorrätig. A.JANDORF& Co Brunnenstrasse Montag, Dienstag, Mittwoch soweit Vorrat Spittelmarkt Belle Alliancestrasse Grosse Frankfurterstrasse 06 Hervorragend billiges Angebot in Kottbuserdamm Kleiderstoffen, Sammete u. Seidenwaren Ein Posten Costüm- und Blusenstoffe Ein Posten Costüm- Stoffe Taffet regulärer Wert bis 1.75 Meter ca. 110/140 cm breit, Herrenstoff- Geschmack, regulärer Wert bis 2.25 Meter 4800 Meter Blusen- Sammet ,, Reine Seide", in allen modernen Farben 95 PL Pf. 1.35 regulärer Wert bis 2,25 Meter 1.25 1.55 Meter 1.00 Atlas Gloria ca. 60 cm breit, schwarz oder farbig Meter 1.35 ca. 120 cm breit, einfarbig oder changeant Meter 1.95 Moter 1.95 1.45 Taffet vorzügliche Qualität ca. 53 cm breit, schwarz, , Special- Marke" 1.55 Meter Meter 1.95 ,, Reine Seide", ca. 60 cm breit, grösste Farbenauswahl Meter Japon Merveilleux Louisine ,, Reine Seide", grosses Farbensortiment ,, Reine Seide", viele Farben Meter Seiden- Pannete Farben In der Handarbeits- Abteilung Point- lace Schoner ca. 35/35 cm ca. 50/50 68. Decken 1.55, Läufer 2.55 cm Manufakturen, Wäsche, Weiß-, Wollwaren, HerrenSchöneberg Artikel, Beruiskleidung, Knaben- Anzüge u.-Mützen, Kaufhaus Emil Hoegner Schöneberg Das Problem der Wer- Stoff- hat Fortpflanzung gelöft! Soeben erschien: fertige Anzüge nach Maß 20 M. Zadelloser Siz, haltbare Futtersachen. Bei Stofflieferung billigste Preise. Das Wesen der Fortpflanzung 2479 Von Dr. Emil Koenig. Breis brosch. 1,50 M. Zu beziehen durch jede Buchhandlung und direkt vom Verlag Seiz u. Schauer, München. 18446* Wanzen, Schwaben und ales Ungeziefer mit Brut bertilgt man totsicher und schnell nur allein mit Noa's unerreicht., unfehlbaren Spezialmitteln. Preis p. Bort. m. Anw. 0,50, 1,-, 1,75 u. 3,- M. Einz. u. allein echt nuv b. Erfinder u. Fabrikant. 20112* Max Noa, 3.Saus b. Roſenth. Tor. Elsaffer Straße 5, Lieferant f. Militär- u. Städt. Behörden. Dampfbettfedern- Reinigungs- Anstalt. Große Betten M. 10,50 bestehend in Deckbett, Unterbett, 2 Kissen. Beffere Ausführung: 12, 15, 18, 22, 24, 27 M. Daunen- Betten 30, 33, 36, 42, 45 M. Füllkräftige Bettfedern pro Bfund 37 Pfennig. Mandarinen- Daunen pro Pfund 2 m. 25 f. 3-4 Bfd. genüg. 3. groß. Dedbett. in jeder Gänsefedern preistage. Kinder- und Metallbettstellen, Matratzen, Keilkissen in größter Auswahl. Bettfedern- u. Bettenfabrik E. Becker, Berlin, Landsbergerstr.41. Tel. Amt VIIa, 7805. Abholung und Zusendung frei Haus. Wir bügeln und reparieren die bei uns gekauften Sachen kostenlos. Franke, Aderstraße 143, Ede Invalidenstraße. ** 106 Ecke Akazienstraße. Mädchenkleider u.-Kopfbedeckungen. Wöchentlich 1 Mark. Jur 1.25 für Blatten Apparate, Phonographen, Anzug, Pal, Spieldosen, Zithern, Geigen, Man- Rein., Bag., dolinen, Handharmonikas. Groge kleine Rep., Auswahl i. Platten, Noten, Walzen. treie Liet Zubehörteile u.Reparaturen billigst. Juhre, N., Demminerstr. 2, dicht an der Brunnenstraße. Musik- Spezial- Geschäft. S., Britzerstr. 10. am Stottb. Tor Eigene große Betriebswerkstätte Neue Hobrechtstr. 59-60. Es ist die höchste Zeit!!! Wo???? Filiale: Magazinstrasse 13 Man verlange Sparmarken. Nirgends Ton 25 M. Hefere Paul Töbs, Schneidermeister Anzug Paletot nach Mass, wer selbst Stoff hat von 15 Mark chic, dauerhafte Zutat. Tel.: IV 5548 besser als bei Schneidermeister Lesser. Hauptgesch.: Neue Jacobstr. 6. daß jeder Herr daran denkt, seinen Bedarf an Winter Bekleidung fertig und nach Maß zu kaufen. im Spezial- Hause eleganter Herren- und Knaben- Bekleidung Leske& Lehrer 78 Kottbuser Damm 78 Qualitäten, Paßform, Auswahl, Verarbeitung sind allbekannt unerreicht! Unerreichte Auswahl an Winter- Paletots, Lodenjoppen, Winter- Anzüge, Knaben- Anzüge, Knaben- Paletots, Jünglings- Anzüge, Jünglings- Paletots. W Unsere Grundsätze: ir verarbeiten nur gute, reelle, ausgeprobte Stoffe. ir haben in sämtlichen Abteilungen enorme Auswahl. ir achten auf tadellose Verarbeitung und guten Sitz. ir werden stets das Neueste zum Verkauf bringen. ir verkaufen zu billigen, aber streng festen Preisen. Originalentwurf! Nachdruck verboten. ir haben auf jedem Gegenstand den festen Verkaufspreis mit Zahlen vermerkt. Unerreicht groß ist unser Lager in Stoffen zur Anfertigung feiner Herren- Moden nach Maß. Sämtliche Sachen werden in eigenen der Neuzeit entsprechend eingerichteten Betriebswerkstätten unter Leitung erster Meister angefertigt. Unsere Abteilung„ Anfertigung nach Maß ist einzig dastehend. Wir richten an unsere geschätzten Kunden die ergebenste Bitte, bei uns rechtzeitig die Bestellungen zu machen, damit wir in die Lage gesetzt werden, die bei uns bestellten Maßsachen auf das Sorgfältigste verarbeiten zu können und in jeder Weise zufriedenzustellen. LESKE& LEHRER 78 Kottbuser Damm 78 Lieferanten an Vereine und Genossenschaften. Wir bitten genau auf unsere Firma und Hausnummer zu achten. Lieferanten an Vereine und Genossenschaften. Insterburger: ftraße 16. Laden. 市 u. ausländischer Lager in Stoffe. Neu! In Neu! 18766* Hohen- Neuendorf ( Nordbahn) direkt an königl. Forst und Brieseflicß, Schönster Hochwald mit Wassergrenze, nahe Schüßenhaus Rute von 12 Mart an. Bis auf weiteres noch Vorzugs preise. Gas, Wasserleitung am Drt. Angelsport in der Havel. Verkäufer täglich, auch Sonntags in unserem Kontor Schönfließerstraße 13, am Bahnhof, neben Restaur. Neubauer. Nieschalke& Nitsche, Landsbergerstraße 66. Passform preisgekrönt Erste Thüring. Lehr- Schuhfabrik, staatlich konzessioniert, Ilversgehofen- Erfurt 6. Erteilt praktischen Unterricht in allen Zweigen der Schuh- und Schäftefabrikation.- Einzelkurse. Prospekt gratis. Meisterkurse. Rester- Wandrey Bester Ein- u. Verkauf Reste, Schneiderartikel u. Konfekt. Wassertorstr. 64. Berlin, Alte Jakobstr. 124. Elektro- Technikum gegr. 1874. Cig. Fabrik. Elektro-, Maschinen-, Bau, Ingenieur, Techniker, Wertmeisters, Monteur, Chauffeur- Ausbildung. Neuer Abendkursus. Prospekt kostenfrei. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Giloke, Berlin. Druck u. Nerloa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW * Nr. 240. 23. Jahrgang. Theater. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 14. Oktober 1906. Deutsche BühnenDer Name des läßt und Florence eine Reihe moralischer Milderungsgründe zu- dadurch nicht veranlaßt fühlen, Leute zu beschäftigen, deren Arbeit gebilligt erhält, brachte noch manche wißige Wendungen. ihnen keinen Vorteil bringt. Die Wiedereinstellung der AusGespielt wurde durchgängig sehr flott. Die Hauptrollen lagen gesperrten ist bekanntlich ziemlich langsam von statten gegangen, in den Händen des Fräulein Tilly Waldegg und der Herren jetzt aber soweit erfolgt, daß in Berlin noch 20, in Leipzig noch 70 dt.außer Arbeit sind. Die Berliner Buchbindereibesizer haben, entVerfammlungen. Lustspielhaus.„ Verwehte Spuren". Lustspiel in drei Schönfeld, Paul und Marx. Aufzügen von Victorien Sardou. gegen dem beim Tarifabschluß gegebenen Versprechen, eine Art bearbeitung von Oskar Blumenthal. schwarzer Listen geführt. Das wurde ihrerseits zwar geleugnet, späteren Sardou ist durch melodramatische Sensations- und Ausaber nachdem die Gehülfenschaft beim Tarifschiedsgericht Beschwerde stattungsstücke kompromittiert. Seine" Theodora", die man bei Geerhoben hatte, gestanden sie in der Sitzung des Tariffchiedsgerichts Legenheit eines Gastspiels im Krollschen Theater neuerdings hervoram 1. Oftober zu, daß eine Verabredung bestehe," scharfe geholt und verschwenderisch dekorativ herausgeputzt hatte, hinterließ Agitatoren" nicht wieder einzustellen. Die Verabredung gelte jedoch einen unauslöschlichen Eindruck verdrießlicher Dede. Eine falte Die Zahlstelle Berlin des Buchbinderverbandes hielt am jezt nicht mehr, sie sei nur auf 3 Wochen bemessen gewesen. Der Gine flügelnde Spitfindigkeit hatte alles mit so offenkundiger Absicht auf 11. Oktober im großen Saal des Gewerkschaftshauses eine außer Spruch des Tarifschiedsgerichts ist noch nicht gefällt. den Effekt hin arrangiert, daß auch der ganz naive Zuschauer das ordentliche Mitgliederversammlung ab, in der die Abrechnung Firma, mit der man sich während der Aussperrung besonders be Abgekartete des Spiels durchschauen mußte, in keinerlei Spannung wurde. Wie Conrad mitteilte, ist diese Abrechnung noch nicht Der eine Firmeninhaber, Sadmann, hat, wie der Redner bevon der großen Aussperrung dieses Sommers gegeben schäftigen mußte, ist Schreiber u. Co. in der Luckauerstraße. hineingetäuscht werden konnte. Aber das kalkulierende Verfahren, das, wenn er packen und erregen möchte, so unerträglich wird, vollständig abgeschlossen, da noch einige Rechnungen für Inserate merkte, offenbar vergessen, daß nach dem Vertrag, der auch für handhabt der Alte, der die unvergeßliche lustige" Cyprienne" schuf, mandate einlaufen, obwohl für Strafmandate und Gerichtskosten Arbeiter vor gegenseitigen Beleidigungen geschützt, also in der Bes ausstehen, außerdem aber auch noch fortgesetzt polizeiliche Straffeine Firma gilt, die Arbeitswilligen sowohl wie die organisierten in den Grenzen der Pariser Schwantwelt noch immer mit berblüffender Virtuosität. Die Verwehten Spuren" zeigten das. Es schon über 1100 M. ausgegeben wurden. Die Ausgaben für Streit- handlung kein Unterschied gemacht werden soll. In diesem Betrieb war ein Vergnügen, mit anzusehen, wie er auf dem Schachbrett die unterstützung beliefen sich auf 154 662,75 M., für Mietszuschüsse ist einer jener anständigen Leute, namens Ernst Laube, tätig. Figuren hin und her schob und dabei im Handumdrehen die auf 5359,50 M. Im ganzen kostete die Aussperrung in Berlin Er hat, ohne dazu gereizt worden zu sein, kürzlich einen anderen Arbeiter mißhandelt, und die Folge war, daß nicht etwa er, sondern launigsten Kombinationen hervorbrachte. Hat man ein paar Vor- 165 432,43 M., wovon 118 000 M. auf die Zentralkasse kommen. aussehungen zugegeben, so wickelt sich das andere mit einer Eleganz lung und den Verlauf des Kampfes, der bekanntlich infolge einer besonders schäbenswerte Kraft für die Firma zu sein, da ſeine Im Anschluß an die Abrechnung schilderte Klar die Entwicke- der Mißhandelte entlassen wurde. Allerdings scheint er eine ganz und einem Anscheine von Folgerichtigkeit ab, die glänzend von der außerordentlichen starten Beteiligung an der Maifeier den Buch- Arbeitswilligkeit nicht nur die Wochentage anhält, sondern sich soschweißtriefenden Gewaltsamkeit der gewöhnlichen Pariser Schwank- bindern in einer Jahreszeit aufgedrängt wurde, die für sie die gar auf die Nacht vom Sonnabend zum Sonntag und bis Sonntag fabrikate absticht. Hier, wo der Wit allein entscheidet, alle weiteren allerungünstigste war, und dann ja auch zu feinem besonders er- mittag erstreckt. Auch wird darüber geklagt, daß sich der anständige Brätentionen ausgeschlossen sind, zeigt sich Sardou als gründlicher freulichen Ergebnis führte. Daß man sich schließlich mit dem Tarif Mann Arbeiterinnen gegenüber Redensarten bedient, die öffentlich und sicherer Rechner. Er firiert sich auf einige wenige Situationen vertrage vom 27. Juli zufrieden geben mußte, war hauptsächlich wiederzugeben nicht möglich ist. Herr Sadmann, der Lehrer und kalkuliert so lange, bis der höchst mögliche Ertrag komischer auch durch die große Zahl von Streitbrechern notwendig geworden, der Innungs- Fachschule ist und als solcher gewiß auf Anstand Ueberraschungen und Dialogpointen herausgeholt und konzentriert die sich in Berlin auf 500 bis 600, in Leipzig gar auf 900 belief. und gute Sitte hält, scheint dies offenbar nicht zu wissen. ist. Jene Leichtigkeit und Einfachheit sind sicher Produkt hart- Jetzt sind diese Arbeitswilligen, denen die Brinzipale bei hohen nädiger, methodisch ausgeübter Arbeit, eine Arbeit, die sich auf die Löhnen dauernde Stellung feierlichst zugesichert hatten, bis auf Organisation, die Buchbindervereinigung" Reform" gebildet, als Die arbeitswilligen Buchbinder haben bekanntlich eine eigene Kunst versteht, die Spuren ihrer Mühen wieder zu verwischen. wenige, alle wieder entlassen, teils auch in Erkenntnis der Unhalt- deren Zweck Schutz der Arbeitswilligen gegen die sozialorganisierten Die Komik gipfelt in den Szenen des Mittelattes, wo eine ge- barkeit ihrer Stellung selbst gegangen. Im Leipziger Tageblatt" Arbeiter" und" Schutz der Prinzipale" angegeben wird. schiedene und wieder verheiratete Dame ihren früheren Gatten mit stimmte fürzlich einer dieser Arbeitswilligen,„ Einer für viele", der Bitte heimsucht, ihr gefälligst ein Liebesabenteuer aus der ver- ein bitteres klagelied über die Treulosigkeit der Buchbinderei- nnung gefällt diese" Reform" augenscheinlich weit besser als der flossenen Ehezeit zu attestieren. Sein Nachfolger habe zu Hause besizer an, das unter anderem folgende Säße enthält: mit dem die Prinzipale in einem Vertragsverhältnis einen Liebesbrief gefunden und halte nun sich selbst für den Bestehen. Der Obermeister Slaby hat fürzlich bei der Frei" Die Herren Buchbindereibefizer, haben sie ihr Versprechen ge- sprechung der Lehrlinge diesen jungen Leuten empfohlen, dent trogenen. Der Abgedankte, ein tief von seiner Unwiderstehlichkeit halten? Diese Frage muß leider mit„ Nein" beantwortet überzeugter Don Juan, fühlt sich durch Florences Bitte und ihr Ge- werden. In den meisten Großbuchbindereien wurden schon in der aber wohl annehmen, daß sie schon aufgeklärt genug sind, um sich Verein Reform" und nicht dem Verbande beizutreten. Man kann ständnis, daß sie den kompromittierenden Brief noch unter seinem ersten Woche diejenigen Gehilfen abgelohnt, welche den Herren nicht verführen zu lassen, gegen ihre eigenen Interessen zu handeln. Gheregiment empfangen, nur geschmeichelt. Das Ganze kann un- Buchbindereibesitzern während des Streits treu" zur Seite gemöglich etwas anderes als eine Finte sein, zum Zweck, den Gatten standen hatten. Teils wurde ihnen, da sie nicht von selbst die neuen Forderungen denjenigen Firmen zugesandt worden sind, die Der Referent bemerkte ferner, daß nach dem 1. September die Numero Zwei von der richtigen Fährte abzubringen. Er lacht Arbeit aufgaben, direkt gekündigt, und sie wurden entlassen. Florence verständnisinnig an und verspricht, sich des ehrenvollen Die„ treuen" Gehülfen, die anständigen jungen Leute, liegen Teil dieser Firmen hat zustimmend geantwortet und den neuen von dem Abschluß des Tarifvertrages nicht berührt wurden. Ein Vertrauens würdig zu erweisen. Aber so geschickt erfinderisch er heute auf der Straße, sie sind gemaßregelt worden für„ treu" geseine Lügen dem Eifersüchtigen vorträgt, der Unterton von Heiter- leistete Dienste, dem Spott und Hohn und der Arbeitslosigkeit Vertrag anerkannt, von mehreren Firmen ist jedoch noch keine keit in feinen Worten bestärkt nur den Verdacht. Der Gatte tobt preisgegeben und zum Proletarier herabzujinken. Der Mohr hat Antwort eingetroffen. Hier gilt es jeßt, weitere Schritte zu tun. und will den Namen wissen, wenn er an die Präeristenz des seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen!" Das Ehrenwort, ruhige und fachliche Aussprache, in der die im Kampfe angewandte An das Referat knüpfte sich eine rege, aber im allgemeinen mysteriösen Liebhabers glauben soll. Als alle Ausflüchte erschöpft welches auf großen Anschlägen der Oeffentlichkeit von seiten der Tattik und die Lehren, die daraus zu ziehen sind, von verschiedenen sind, bezeichnet Florence den zufällig eintretenden Neffen von Großbuchbindereibejizer gegeben wurde, ist gebrochen worden. Numero Eins als den gesuchten Unbekannten, was noch viel un- Welche Partei ist nun als„ Ehrenhaft" anzusprechen? Wird diese Seiten beleuchtet wurden. Alle Redner waren sich darin einig, glaubwürdiger als die frühere Berufung auf einen verstorbenen Maßnahme auch von derjenigen gebilligt werden, welche gewissen daß rüstiges und einmütiges Zusammenarbeiten in der OrganiHerrn Meher wirkt. Daß der verdußte junge Mann, durch Ellen- Personen Titel und Orden verleiht?" sation und für die Organisation das beste ist, was sich jetzt nach bogenstöße des Ontels ermuntert, die Aussage bestätigt, beweist Der Eine für viele" meint schließlich, daß die Innere Abschluß des Kampfes tun läßt. natürlich gar nichts. Alles geht Schlag um Schlag. Jeder Augen- Mission" ein gutes Wert tun könnte, wenn sie diesen anständigen Dem Kassierer der Streilleitung wurde auf Antrag der blid bringt eine überraschende Verschiebung. Das drolligste ist, daß jungen Leuten" in ihrem ferneren Fortkommen behülflich sein Revisoren Decharge erteilt. Die Abrechnung wurde dann dem der Neffe, als ihn der Onkel lachend zu der Art, wie er die Rolle wollte. Bermutlich soll dieses Missionswerk darin bestehen, daß Kassierer der Zahlstelle überwiesen. durchgeführt, beglückwünscht, sich als der wirklich Schuldige entpuppt, die fromme Gesellschaft eine Arbeitsvermittelungsstelle für Streifdaß die Schadenfreude plötzlich in Blamage umschlägt. Auch die brecher errichtet, vielleicht mit Unterstützung für gemaßregelte Nachlese des dritten Aktes, in dem der Gatte sich endlich überzeugen Arbeitswillige. Die Prinzipale werden sich selbstverständlich auch WinterPaletots Vielseitigste Ausmusterungen neuester Erzeugnisse u. kleidsamster Fassons. Viele Tausende Exemplare aparter Winter- Moden. Nur eigene Erzeugnisse! 65, 60, 55.50, 45, 40.36.- 30,- 2724.- 21.-, 18.15.- MK. WinterAnzüge Unübertroffene, reichhaltigste Auswahl hochmoderner Muster und Fassons. Viele Tausende Exemplare neuester Winter- Moden. Nur eigene Erzeugnisse! 50.-, 45, 40.36, 33, 30, 27.- 24.- 21.- 18.15.- MK. Vornehme Mass- Anfertigung. Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24/25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20. Der Haupt- Katalog No. 30( neueste Winter- Moden) wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. Teppiche Seltene Gelegenheit mit kleinen Farbenfehlern. Salon- Teppich 25,50, 16,75 imit. Perser 200/300.. 12,50 Vorlegeren von 68 Pf. Fellvorleger.. 3.75, 1,85 Tuchportieren 9.75, 6.75, 3,99 Spezial- Haus für Teppiche und Gardinen Rosenthalerstraße 2, am Tor. Joseph Anzüge Paletots, Joppen. Robert Bohn BERLIN N., Invalidenstr. 135. Großes Lager fertiger Herren- u. KnabenGarderoben. MaBabteilung I. Etage. 29 Gardinenhaus Bernhard Schwark Wallstr. 29 Flur Eing. Rheumatismus Gicht-, Gliederreissen, Nervenschmerzen, Hüttwehzc.verschwinden bald durch äußerlichen Gebrauch von Reichel's Electricum" ( Aetherisches Kiefernadel Waldwoll 61). Einfaches und unschädliches Naturprodutt v. starfer durchareifender. fofort schmerzftillender Wirtung. Tausende verdanken Electricum" ihre Gesundheit, Fl.1.- u.2.-. DieWir fung wird noch erhöht d. den inneren Gebrauch von Reichel's WacholderExtrakt ,, Medico", L. 75 Pf., M. 1.50, u. 2.50. In den Drogerien u. Apotheken erhältlich und zu beziehen burch BERLIN SO., 43. Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. ORIGINA SINGER Der Singer Nähmaschinen. 24612* Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. MAHMASCHINE Singer Co. Nähmaschinen Het. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen ca. 999 Paletots getragen und neuMk. 5.-, 6.8.- etc. Getragene Jackett- Anzüge Getragene Rock- Anzüge Getragene Gehrock- Anzüge Getragene Hosen 2502L* von feinsten Herrschaften, Kavalieren, Reisenden nur kurze Zeit getragen, für jede Figur passend. J. Wand, Hauptgeschäft: 80a Chaussee- Straße 80a 2. Geschäft: Prinzen- Straße 17 3. Geschäft: Gr. Frankfurterstr. 116 Bitte genau auf Firma zu achten Arkona- Bad 34, Anklamerstr. 34, gegenüber der Zionskirchstraße. Sämtliche Bäder für Herren und Damen zu jeder Tageszeit. Lieferant sämtlicher Krankenkassen. Möbel- Fabrik von A. SCHULZ, Reichenberger Straße 5 ( gegründet 1878) empfiehlt ihr großes Lager nur anerkannt gediegener Möbel in jeder Holz- und Stilart von 300, 400, 500, 600 bis 10 000 Mk. Auch fertige Sofas, Garnituren und Matratzen eigener Fabrikation zu äußerst billigen Preisen. 2036L* Verbande der d Sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Dienstag, den 16. Oktober 1906, abends 8 Uhr: Partei Versammlungen in folgenden Lokalen: 1. Wahlkreis: Dräsel, Neue Friedrichstr. 35. 3. 2345 4. 5. $ 9 $ 2 19 22 6. Wahlkreis: Germania- Prachtsäle, 103. Hofjäger- Palast, Gafenheide 52/53. Rixdorf: Hoppes Saal, Germannfr. 48/49. Buggenhagen, Mori- plah, Gr. FrankBreuer( Königsbank), furterstr.117 Charlottenburg: Volkshaus, Rofuenfr. 3. Roßinenftr. ( Vorstands- und Revisionsbericht.) Altes Schützenhaus, finienftr. 5. Schöneberg: Obst, Meininger. 8. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Mannheimer Parteitag. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung von der Brandenburger Provinzialfonferenz. 4. Diskussion. 5. Partei- und Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert! Das Erscheinen aller Parteigenossen erwarten 6. Wahlkreis, Schönhauſer Vorfadt G. Wahlkreis. Sonntag, den 14. Oktober, abends 6 Uhr, in den Berolina- Sälen, Schönhauser Allee Nr. 28: Volks- Versammlung. Zages- Ordnung: 264/ 4* Vortrag des Genoffen Paul John über: Hundert Jahre Junkerfeigheit und Junkerfrechheit." Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Sozialdemokratischer Wahlverein Schöneberg. Dienstag, 16. Oftober, abends 81, hr, in E. Obsts Festsälen, Meiningerstraße 8: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: Bericht vom Mannheimer Parteitag. Diskussion. Verschiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein Rummelsburg. Weigel, Türrschmidtstr. 45: 6. Sonntag, den 14. Oktober 1906, abends 6 Uhr, in Raabe's Salon, Kolbergerstr. 23: Oeffentl. Versammlung für Männer und Frauen. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen O. Mai über: Björnsons Drama ,, Ueber unsere Kraft". 2. Diskussion. Es ladet freundlichst ein Der Einberufer. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. 264/ 6* 209/11 Die Vorstände. Krankenunterstützungs- und Begräbnisverein gewerbl. Arbeiter 8 zu Berlin. Sonnabend, den 20. Oftober, abends Uhr, im Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15, Saal 7: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Raffenbericht pro III. Quartal 1906. 2. Die Lage der Kaffe. 3. Statutenänderung(§ 10 und 17). 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist erforderlich. 269/19 Friedrich Freudenreich, Borfigender, S. 59, Bigmannstr. 17, III. Deutscher Metallarheiter- Verband Verband der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. und Berufsgenossenschaften Deutschlands. Simmer 1-5, Amt 4, 9679. Bezirksgruppe: Berlin- Brandenburg u. Mecklenburg. Heute Sonntag, den 14. Oftober, vorm. 10 Uhr, in den Musiker: fälen", Kaiser Wilhelmstr. 18m( nahe Bahnhof Mexanderplat): Achtung! Bauanschläger! Die Kollegen werden darauf aufmerksam gemacht, daß laut Tarif vom 15. Oftober ab nur bei verglasten Fenstern gearbeitet werden darf. Bezirkstag in Berlin. Tages Ordnung: 0 1. Bericht des Vorstandes und der Revisoren. 2. Diskussion. 3. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Bericht und Wahl der Delegierten zur Gewerkschaftskommission. 5. Wahl der Mitglieder zum Zarifamt und Bei der großen Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht aller Kollegen, zu erscheinen. Der Vorstand. Dienstag, den 16. Oftober, abends 8%, Uhr, im Saale der Witwe Achtung! Gewerbegerichtswahlen! Achtung: au Beautsant, 6. Berbandsangelegenhelfen. Außerordentliche General- Versammlung. 8/10 Zages Ordnung: 1. Berichterstattung vom Parteitag in Mannheim. 2. Diskussion. 3. Beschlußfaffung betr. Anschluß an die Berliner Parteispedition. 4. Bereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch gilt als Legitimation. Der Vorstand. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Sonntag, den 14. Oftober, abends 7 Uhr, in Feuersteins Festfälen, Alte Jakobstraße 75: Bortrag des Genoffen Julian Borchardt über: Der Wert der Bildung für den Arbeiter. Nach dem Vortrag: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 20 Pf. Garderobe frei. Verein für Frauen u. Mädchen der Arbeiterklasse. Wahllegitimationen und Wahltableaus erhalten die Kollegen im Verbandsbureau, Engel- Ufer 15 1, Zimmer 1. 154/11 Die Ortsverwaltung. Isolierer u. Steinholzleger Berlins, Sonntag, den 14. Oktober cr., nachmittags 3 Uhr, bei Karl Patt, Dragonerstr. 15: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Die lekte Verhandlung mit den Arbeit: 219/20 Der Vorstand. gebern. Verein der Töpfer Berlins und Umgegend Donnerstag, den 18. d. M., abends 6 Uhr, in den Musiker. Festsälen, Kaiser Wilhelmstr. 18 m: Außerordentliche Tea Deutscher Kürschnerverband. Zahlstelle Berlín. Mittwoch, den 12. Oktober 1906, abends 8 Uhr, Prenzlauerftr. 41: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 103/6 1. Bortrag des Genossen Brüdner über: Aus der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung. 2. Diskussion. 3. Abrechnung bom II. Duartal 4. Die Sperre bei der Firma Jacka u. Komp. Gäste haben Zutritt. Achtung! Die Ortsverwaltung. Achtung! Schuhmacher! Montag, 15. Oktober, abds. 8%, Uhr, im Lokal Königsbank, Große Frankfurterſtraße 117: Montag, den 15. Oftober, abrubs 51, Hbr, im Steven Slushenfe, Mitglieder- Versammlung. Oeffentliche Schuhmacher- Versammlung. abends Kommandantenstr. 72: Vortrag des Schriftstellers Wilhelm Holzamer: Heinrich Heine und die Epigonen. Gäste willkommen. Der Vorstand. 56/1 Tages- Ordnung: 295/2 1. Bericht über den Stand des Fensterstreits. 2. Ersakwahl des Vorstandes. 3. Gewerkschaftliches. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Ehrenpflicht der Kollegen, 3. pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Die Aussperrung in der mechanischen Schuhindustrie. Diskussion. 4. Verschiedenes. 170/12 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Einberufer. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zentralverband der Ifaurer. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Mittwoch, den 17. Oktober 1906, abends pünktlich 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): Mitglieder- Versammlung mit Frauen. Tages- Ordnung: Rezitation des Leopold Kampfschen Dramas:„ Am Vorabend" von Frau Regina Ruben- Hamburg. NB. Zu diesem Rezitationsabend sind alle Kollegen mit ihren Frauen eingeladen und ersuchen wir pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. 147/ 15* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Bezirk: Oestliche Vororte!' Montag, den 15. Ottober, abends 6%, Uhr, bei Pickenhagen, Scharnweberstr. 69, in Friedrichsberg: Bezirks- Versammlung. Tages- Ordnung: Der Sektionsvorstand. Freie Kranken- u. Begräbniskasse der Schuhmacher und Berufsgenossen Berlins. ( E. H. Nr. 27.) Montag, den 15. Oftober cr., abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75: General- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Innere Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. Rixdorf, 1. Vortrag des Kollegen Karl Reiche über: Tarifverträge 17425* und Kündigung unseres Vertrages". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Kollegen! Es darf in dieser Versammlung niemand fehlen. Die Kommission. Montag, den 15. Oftober, abends 81%, Uhr: Bezirksversammlung mit Frauen der Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt in den ,, Berolina- Sälen", Schönhauser Allee 28. Zages Drdnung: 1. Unsere Unfallversicherungs- Gesetzgebung. Ref.: Kollege Ahrens. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Berschiedenes. Gäste willkommen. Der Vorstand. Montag, den 15. Oftober, abends 812 Uhr: Bezirks- Versammlung der Bezirke Nordoften, Often I und Often II in den ,, Andreas Festsälen", Andreasstr. 21. Zagesordnung: Unser Vertrag mit den Unternehmern. Referent: Kollege Glocke. Der hochwichtigen Tagesordnung wegen erwarten zahlreiches Erscheinen Die Kommissionen. Die Adresse des stellvertretenden Obmannes ist: Benno Hauser, Fruchtstr. 64. Montag, den 15. Oktober, abends 8 thr: Branchen- Versammlung: aller in der Telephon- Branche und für Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Am Mittwoch, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, finden in sämtlichen Berliner Bezirken , den 17. Oktober, und den Vororten bie statt. Bezirksversammlungen In den Berliner Bezirken gelangen die Wahllegitimationen zur Gewerbegerichtsbeisigerwahl zut Ausgabe und ersuchen wir die Kollegen, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Kollegen! Am Montag, den 15. Oktober, tritt auf allen zum Lohngebiet Berlin ge hörenden Ausbauten die Fensterfrage in Aftion. Wir ersuchen, streng darauf zu achten, daß durch die Buzzer den übrigen Bauhandwerkern in dieser Frage keine Schwierigkeiten bereitet oder Hindernisse in den Weg gelegt werden. Hauptsächlich müssen, soweit dies, ohne die eigene Sicherheit zu gefährden, möglich ist, die Fassadenrüstungen so hergestellt werden, daß die Fenster zu verschließen gehen. Gleichzeitig machen wir auf den die heizbare Baubude betreffenden Beschluß aufmerksam, wonach fich die Kollegen verpflichtet haben, dafür Sorge zu tragen, daß in der kalten und nassen Jahreszeit auf jedem Bau eine zugfreie, geheizte Bude für die Buzzer vorhanden ist. Kollegen! Mit eiserner Notwendigkeit zwingen uns unsere Krankenziffern und die Art der Erfrankungen, dieser Frage mehr Beachtung als bisher beizulegen. Ihr seid es Euch selbst, in erhöhtem Maße aber Euerer Familie schuldig, Euere Gesundheit zu schüßen und dieselbe nicht, wie dies leider 6swald Scholz, estrade noch sehr häufig geschieht, in geradezu frivoler Weise aufs Spiel zu setzen. Wir erwarten, daß dieser Hinweis genügt, um bei der demnächst stattfindenden Baukontrolle nicht einen einzigen Bau anzutreffen wo dieser Beschluß nicht zur vollen Durchführung gelangt ist. Schirmreparaturen und Bezüge. 134/20 Krawatten, Handschuhe, Wäsche, Regenschirme, Spazierstöde. Die örtliche Verwaltung und die Oblente. Konsum- Verein zu Charlottenburg. Verband der Tapezierer. Montag, 21.Oktober, abds.8 Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3, Kleiner Saal General- Versammlung. Tages Ordnung: Statutenänderung. 207/4 Gleichzeitig findet eine Warenausstellung statt. Um zahlreiches Er. scheinen auch der Frauen ersucht Der Aufsichtsrat Die Verwaltung des Konsum Vereins E. G. m. b. H. zu Charlottenburg. gez. E. Gehrke, Borsigender. ArbeiterSamariterWinterkursus Der Kursus beginnt in der = 4. " photographische u. chirurgische Apparate beschäft. Tischler im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( Saal VIII). Tagesordnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Achtung! Bodenleger und Bohner. Montag, den 15. Oktober, abends 8 Uhr, bei Paul Walter, Adalbertstraße 62: + Filiale Berlin. Mittwoch, 17. Oktober, abends 8%, Uhr, bei Wendt, Beuthstr. 20: Versammlung Tages Drdnung: 1. Vortrag des Schriftstellers M. Schütte über: Merander II. von Rußland und der Nihilisinus. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht. Die Verbandsleitung. 179/1 Ortskrankenkasse der Sattler Orts- Krankenkaffe und verw. Gewerbe zu Berlin. Freitag, den 26. Okt., abends 8, Uhr: Kolonne.al- Verfammlung 1906/1907. 2. Abteilung, Brunnenstr. 154, am 15. Oktober; 2 für Lichtenberg und Umgegend bei Pickenhagen, Scharnweberstr. 60, am 18. Oktober. Das Thema des ersten Abends in jeder Abteilung lautet:„ leber Anatomie( Bau des menschlichen Körpers)" mit Demonstrationen an Wandtafeln und Präparaten. zeilnehmern unentgeltlich aur Berfügung. Der Besuch des ersten Abends Einschreibegeld 25 Pf. Monatsbeitrag 25 Pf. Die Bibliothek steht den steht jedem als Gast frei. Die Lehrstunden finden in jeder Abteilung oierzehntägig statt. Beginn derselben 9 Uhr abends. 261/15 Voranzeige: Sonntag, den 21. Oktober, abends 6 Ubr, im großen Saale des Dresdener Gartens, Dresdener straße 45: Vortrag der praktischen Aerztin Fräulein Dr. Profé über: " Einiges aus dem Gebiete der Gesundheitspflege". Nach dem Vortrage: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Kommissionssitzung mit Vertrauensleuten. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Die Kollegen Janka, Max Harnisch und Ballenthin werden hierzu geladen. Die Kommission. Montag, den 15. Oftober cr., abends 8, Uhr, im Gewerkschafts. hause, Engel- Ufer 15, Saal 4: der Branchen- Versammlung Maschinen- Arbeiter Tagesordnung: 1. Die Einrichtungen des Holzarbeiter- Berbandes. Referent: Kollege Richard Leopold. 2. Wahl der Obmänner und des Branchenleiters. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 94/17 Die Ortsverwaltung. Achtung! Küchenmöbeltischler u. Maler! Die Kollegen der Firma Tosch, Ruppinerstr. 5, befinden sich im Streit. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Bekanntmachung der Schlichtungs- Kommission für das Berliner Portefeuilles Gewerbe. Die auf Grund des§ 14 des Tarifvertrages gebildete Schlichtungsfommission hielt am 12. Oftober 1906 eine Sigung ab, in welcher entschieden Achtung! Damenkonfektion! Achtung! Montag, den 15. Oktober 1906, abends 8%, Uhr: Oeffentliche Versammlung im Reichenberger Hof", Reichenbergerstraße 147. Zages Drdnung: Bortrag der Frau Dr. Weyl: Unter welchen Witänden haben die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen zn leiden?" Kollegen und Kolleginnen! Erscheint zahlreich zu dieser Versammlung und protestiert gegen die Behauptung der Unternehmer, daß in der Kon fettion die höchsten Löhne bezahlt werden. 164/11 Der Einberufer. Herren- Maßbranche. Hosenschneider! Achtung! Montag, den 15. Oftober, abends 8, 1hr: Achtung! Oeffentliche Hosenschneider- Versammlung in den„ Arminhallen", Kommandantenstraße Nr. 20. Tages Ordnung: 1. Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Hofenschneider. 2. Wahl einer Unterfommission. Es ist Pflicht jedes Kollegen, zu dieser Versammlung zu erscheinen. Die Kommission. 10000 Mark Strafe wurde, daß die Lederwaren Fabrikanten: A. David, H. Hey!, berpflichten wir uns an die Armen Berlins zu zahlen, wenn dieses Angebot E. Raube, Schlesinger u. Petermann, Schlosser nit treng reell ist. Arbeiter! Sandwerker! Wollt Ihr Euch billig u. Schumann ben Zarifvertrag nicht einzuhalten gewillt find, wes. wegen die von den Arbeitnehmern verhängte Sperre zu Recht besteht. Die Schlichtungskommission Achtung! für das Berliner Portefeuilles Gewerbe. Portefeuiller! Achtung! und gut fleiden, kauft uns die von der Seundschaft nicht abgenommenen preis und darunter abgeben, damit unsere guten Sachen nicht den geschäftes hat sich wieder ein größerer Bosten angesammelt, von modernsten Stoffen und Schnitten, so daß jeder Geschmack befriedigt wird. Wer bald tommt, hat die größte Auswahl, auch werden die ausgesuchten Sachen für später reserviert. Ferner kommen noch diverse Sachen aus Resten angefertigt fowie andere Baren spottbillig mit zum Berkauf. Maßanzüge und Maßpaletots ab, welche wir zum SelbstkostenRamichern zum Opfer fallen. Infolge unseres ausgedehnten Versandund Ledergalanterie- Arbeiter und Arbeiterinnen! Modehaus Gentleman Bezugnehmend auf obige Bekanntmachung der Schlichtungskommission ertvarten wir von allen Stollegen und Stolleginnen, daß fie die Sperre beachten und die Betriebe bis auf weiteres streng meiden. Die streikenden Kollegen und Kolleginnen melden sich zweds Kontrolle Montag, den 15. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Zimmer 24. Die Streifleitung. 109/14 Berlin, Inhaber Gebr. Heinemann. für Friedenau Bekanntmachung. Infolge Ablaufs der Wahlperiode der Kassenmitglieder im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, hat für die Jahre 1907/1908 die NeuSaal I. Tagesordnung: wahl der Vertreter der Generalvers 1. Wahl von 410 Vertretern der fammlung zu erfolgen. Zwecks FestKaffenmitglieder für 1906-1908, 2. Borstellung der Anzahl der Vertreter ist trag des Herrn Dr. Zadek: Boran der am 1. Oftober 1906 vorhandene sterben die Sattler in Berlin?" Mitgliederstand zugrunde zu legen. 3. Verschiedenes. Derselbe beträgt 2513, worunter sich 59 freiwillige Mitglieder befinden. Hiernach sind gemäß§ 49 des Statuts vom 11. November 1903 zu wählen: NB. Wahlberechtigt und wählbar sind nach§ 48 des Statuts nur diejenigen Mitglieder, welche großjährig und im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Mitgliedsbuch legitimiert. Montag, den 22. Okt., abends 8, Uhr: im Wahl- Versammlung der Arbeitgeber Gewerkschaftshause, Engelufer 15, Saal VII. Tagesordnung: 1. Wahl von 196 Vertretern der Arbeitgeber für 1906-1908. 2. Verfchiedenes. m seitens der Arbeitgeber 25 Bertreter; seitens der Arbeitnehmer 50 Vertreter. Die Wahlen finden statt im Gasthaus Gesellschaftshaus", Rheinstr. 14, für die Arbeitgeber am Mittwoch, den 24. Oktober 1906, von 5-6 Uhr abends, für die Arbeitnehmer am Mittwoch, den 24. Oktober 1906, von 7-8 Uhr abends. Die Wahlen sind geheim und werden durch Stimmzettel vorgenommen. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Mitgliedskarten zwecks Legitimation NB. Wahlberechtigt und wählbar find diejenigen Arbeitgeber, welche für die bei ihnen beschäftigten Ber: mitzubringen. Auf den Stimmzetten fonen Beiträge aus eigenen Witteln find die Bertreter als solche deutlich zur obengenannten Staffe zahlen. Biru bezeichnen. Im übrigen wird auf machen noch darauf aufmerksam, daß die Bestimmungen der§§ 49, 50, des zu Bertretern auch Geschäftsführer erwähnten Staffenstatuts verwiesen. und Betriebsbeamte gewählt werden. Friedenau, den 11. Oftober 1906. Der Vorstand. Der Vorstand. 276/15 Herm. Schölzel, Wilh. Stolle, Ernst Uhlisch, Borf., Manteuffelstr. 67. Borsigender. Walter Dittmann, Schriftf., Sparrstr. 6. Schriftführer. findet am Dienstag, den 20. No NB. Die Generalversammlung Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, vember, abends 8%, Uhr, im Saal I, statt. Kaffenbäder Bad, stopeniderſtr. 60. 276/ 16* jeder Art Augustabis 9, Sonntag 5, event. Teilz. ff. Pianino billig! Gerichtstr. 32, Dittrich. Orts- Krankenkaffe Weißensee. Durch die am 1. Oftober 1906 abgelaufene Wahlzeit ist eine Neuwahl fämtlicher Vertreter erforderlich. Es find zu wählen: 129 Arbeitnehmer- Vertreter, 61 Arbeitgeber- Vertreter. Schottischer Schäferhund, Die Wahlen finden im Reſtaurant braun, Brust, Beine, Schwanzspite Enders Festsäle" in Weißensee, seönigweiß, Halsseite weißer Fled, topi Chauffee 5/6, statt und zwar wählen weiß gescheitelt, auf„ Lug" hörend, die mit Maulforb, Marte 2751, am 2. 10. Arbeitnehmer Arbeitgeber 276/12 abhanden gekommen. Barteigenoffen, am Mittwoch, den 17. Oftober 1906, welche ähnlichen Hund bemerken, abends von 7 bis 9. Uhr, die bitte um Bescheid. Ankauf gewarnt. Lorenz, Rigdorf, Bannierstr. 7. 央央悲 安安 央 le follen wir unire Kinder ohne Prügel erziehen? Bon J. Borchardt am Freitag, den 19. Oftober 1906, abends von 7 bis 8 Uhr. Wahlberechtigt und wählbar sind nur diejenigen Stassenmitglieder und rbeitgeber, welche großjährig und im Befit der bürgerlichen Ehrenrechte find. Die Arbeitnehmer haben das Quittungsbuch bei der Wahl vorzulegen. Die Arbeitgeber wollen gweds Legitimation fich ebenfalls mit einem Ausweis versehen. Weißensee, den 8. Oftober 1906. Die Ortskrankenkasse. Dr. Albert, Wrels 30 Pfennig ☐ i tommer gerivalter. Der Verfasser geht von dem Gebanken aus, daß das Prügeln in der Schule zu verwerfen sei, daß aber auch das Prügeln der Kinder im Hause für die törperliche und geistige Entwickelung des Kindes verderblich ist. Er gibt vielfache An. regungen, wie die Eltern ihre Kinder ohne Prügel erziehen können. Mittelstraße 46 und Unter den Linden 55/56. Buchhandlung Vorwärts 1 Treppe( kein Laden). Wochentags 8-12 und 2-7 Uhr. Linde Geöffnet: Sonntags 9-10 und 12-2 Uhr. Wir bitten Inserat aufheben und bei Bedarf nachzufragen. Kein Kaufzwang, wer nichts findet faun unbehindert weiter gehen. Berlin SW. 68. Englischen Unterricht( Uebersetzungen), französischen, deutschen Unterricht erteilt G. Swienty- Liebknecht. Schöneberg, Sedanstr 57III. 189 1.00 wöchentlich ohne Anzahlung Deutsche Singer 75 Mart Garantie 6 Jahr Mäb- u. Stic Unterricht gratia Bobbm. Ablet. Dor- u. rückwärts. nabend.. S. Kaliski, Chausseestr. 75. Invalidenstr. 160. Frankfurterstr. 115. Oranienstr. 31. Belle- Alliancestr. 107. Beusselstr. 18. Kleiststr. 21. T Warenhaus Hermann Tietz LEIPZIGERSTRASSE Montag, Dienstag, Mittwoch Soweit der Vorrat reicht ALEXANDERPLATZ 10llo Special- Angebot für Ausstattungen Wäschestoffe Hemdentuch 80/82 cm breit kräftige Qualität Renforcé 80/82 cm breit, feinfädige Elsässer Qualität Macotuch 84 cm breit, aus EdelbaumLouisianatuch für Leibwäsche wolle für feine Leibwäsche Louisianatuch Tischtücher| Damenwäsche Drell- Tischtücher halbleinen, gesäumt Hausmacher- Jacquard gediegene Qualität vorzüglichem Haustuch, Passe mit 175 Mtr. 26 32 38 45 Pf. 80 cm breit Mtr. 35 42 50 Pf. Mtr. 55 60 70 Pf. Mtr. 30 35 42 52 Pf. 110X130 110X150 130X130 130X165 Servietten, gesäumt 100 130 135 175 Dtzd. 325 130X160 160X160 160X225 160X330 Servietten 65X65 Louisianatuch für Bett wäsche 80 cm breit Mtr. 42 52 Pf. Damenhemden Borte und Durchbrucharbeit Damenhemden aus Renforcé mit Languette Damenhemden a. Renforcé m. Stickerei garn. Damenhemden mit Stickerei u. braiter Borte Damenhemden mit Stickerei reich garniert 200 175 200 225 180 cm breit Mtr. 72 90 Pf. 350 Bettsatin Bettsatin Bettdamast gestreift 80 cm breit Mtr. 50 60 130 cm breit Mtr. 80 100 75 Pf. 110 450 145 160 Bettdamast Beinkleider m. Borte und Stickerei- Volant, Knieform 200 Köper- Inlett Köper- Inlett Beinkleider Elsasser Rauh- Croisé mit Handlanguetten 250 290 Nachtjacken Louisianatuch mit Languetten Nachtjacken Blaser Bauh- Croisé mit solidem Besatz 160 225 82 cm breit Mtr. 55 75 85 Pf. 130 cm breit Mtr. 85 115 125 einfarbig 82 cm breit Mtr. 85 100 125 und gestreift 130 cm breit Mtr. 140 160 210 Mtr. Mtr. Laken- Dowlas 150 cm breit 70 Pf. 95 Pf. 160 cm breit 105 Piqué- Barchent Mtr. 30 Pf. 35 Pf. 50 Pf. 60 Pf. Matiné- u. Blusenstoffe moderne Streifen u. Karomuster Mtr. 45 55 70 Pf. Baumw.bedruckt. Sammetflanell Mtr. 40 55 70 80 Pf. Eiderflanell Mtr. 100 Rafinéstoffe Mtr. 105 115 245 300 400 650 Dtzd. 600 Unsere Specialmarken. Bewährte Qualitäten. Reinleinen Jacquard- Hausmacher 180X132 180X160 130X225 Servietten 60X60 225 275 375 Dtzd. 560 Handtücher weiss Halbleinen mit Dtzd. 500 Damen- Nachthemden mit Stickerei- Jabot und Umlegekragen Jabot, reich garniert Damen- Nachthemden mit Stickerei- Einsätzen und Beinkleider Renforcé mit Stickerei- Volant, Knieform Beinkleider Köper- Barchend mit Languette Bettwäsche Küchenhandtücher bunten Streifen Dtzd. 325 410 Küchenhandtücher grau Halbleinen Drell Dtzd. 360 460 Stubenhandtücher weiss Drell Stubenhandtücher Gerstenkorn m. Jacquardmuster Dtzd. 540 Stubenhandtücher Zwirndrell, gesäumt und gebändert, gediegene Qualität Dtzd. 675 Bettgarnitur Stubenhandtücher Jacquard, Halbleinen, gesäumt Dtzd. 5⁹0 Küchenhandtücher Gerstenkorn, schwere Qual. Dtzd. 375 bestehend aus 1 Deckbett und 2 Kissenbezügen oder gestreift Dimiti Louisianatuch 450 825 160 Louisianatuch extra 700 Damast Kissenbezüge oder mit Stickerei- Einsatz mit, breitem imitiertem Klöppel- Einsats Grosse Gelegenheitsposten in Kleiderstoffen und Confection, fabelhaft billig. Kleiderstoffe Serie I Meter 1.45 Serie II Serie III| Serie IV Meter 1.25 Meter 95 Pf. Meter 85 Pf. KammgarnCheviot grosse Breite alle Farben Meter 1.45 Sämmtliche Stoffe sind streng modern und haben fast den doppelten Werth. Pelzwaaren Ein Posten echte Sealbisam- Stolas, grosse lange Form, ca. 2%, Mtr. lang Ein echte Sealbisam-Colliers, Posten ca. 1 Mtr. lang. Confection Havelocks aus guten Stoften im engl. Geschmack.. 5.75 Havelocks aus gediegenen, blau- grün karrirten Stoffen 12.75 8.75 Eskimo- Paletots, gefüttert, m. Seidenblenden garnirt 12.00 Paletots, tadellos sitzend und gut verarbeitet 24.50 Fussfreie Costümröcke in schönen Façons, aus gediegenen, modernen Stoffen. 14.50 En Skunks- Wallaby-Stolas, 16.50 Posten Ein Posten ca. 2 Mtr. lang . .. 5.50 Wollblusen, ganz auf Furter, mit Cravatte und Knopf. 3.95 sehr kleidsam • aus gutem blauen Cheviot, 50 bis 2.65 Kinder- Capes 100 ctm. lang • . durchweg Ein Schwarze Thibet- Stolas, Seal- Kanin- Stolas, ca 21, Mtr. lang 12.75 Posten mit 6 Schweifen ca 2 Mtr. CA lang 10.75 H. Greifenhagen Nachf. Brunnenstrasse 17-18 Veteranenstrasse 1-2 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 240. 23. Jahrgang. 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 14. Oktober 1906. Aus der Frauenbewegung. Aufruf!! Schon acht Wochen tobt in Aachen ein wirtschaftlicher Kampf. 3000 Arbeiter des Hüttenwertes Rote Erde" bei Aachen kämpfen um ihr Menschenrecht. Das Werk ist eines der gewinnbringendsten Deutschlands, dagegen stehen die Löhne an drittletter Stelle unter den Werken in RheinlandWestfalen. Die Walzwerks-, Ofen- und Adjustagearbeiter verlangen mehr Lohn für ihre schwere, gefahrvolle Arbeit. ( Während der Kündigung blieb noch ein Familienvater von sieben Kindern tot.) Die Direktion erflärt, sie könne und wolle nicht mehr Lohn zahlen. Sie verlangt bedingungslose Wiederaufnahme der Arbeit. welche Auffassung vom Begriff des Anfängers im Sinne des Tarifs Kranz nieder und sprach dabei die Worte:" Im Namen des die richtige sei, für nicht erheblich. Es verurteilte den Be- Zentralverbandes der Maurer Deutschlands lege ich diesen Kranz flagten nach dem Alageantrage schon deshalb, weil hier eine nieder." Dadurch sollte er die Polizeiverordnung des RegierungsSpezialabmachung zustande gekommen wäre, wonach Kläger auf präsidenten zu Frankfurt a. D. vom 5. Juni 1860 übertreten haben, jeden Fall gleich auf 30 M. Wochenlohn Anspruch gehabt hätte. wonach Laien auf öffentlichen Begräbnisplätzen ohne Genehmigung An fich habe ja der Tarif gegolten. Das schließe aber nicht ab- teine Reden halten dürfen. Das Landgericht zu Frantweichende Sonderabmachungen aus. Wie nun auch die strittige furt a. D. als Berufungsinstanz berurteilte ihn auch zu Bestimmung auszulegen sei: es stehe fest, daß Kläger erklärt habe, einer Geldstrafe. Es meinte u. a., es handle sich hier zweifellos nicht unter 30 M. zu arbeiten und daß er trotzdem beschäftigt um eine Rede im Sinne der Verordnung. Denn jene Worte worden sei. Das genüge, ihm den Anspruch auf 30 M. Wochenlohn sollten offenbar die Empfindungen eines größeren Kreises dem auch für die erste Woche auf jeden Fall zu sichern. Verstorbenen nahestehender Personen ausdrücken. Unerheblich wäre, Die grundsäßliche Frage ist mithin nicht zum Austrag ge- daß die geistliche Feier zu Ende gewesen sei. tommen. Uns erscheint unzweifelhaft, daß noch unter Befolgung Der Angeklagte legte Revision ein und machte geltend, daß der Auslegungsregeln, von denen seinerzeit das Reichsoberhandels- der Begriff der Rede verkannt sei. Jene zwölf Worte gericht beherrscht war, allein die von den Gehülfen behauptete Aus- könnten unmöglich eine Rede darstellen. Außerdem sei durch das legung, als zutreffend in Frage kommen kann. Ist eine Verein- Urteil§ 10 des preußischen Vereinsgefeßes verletzt, der mit seiner barung unklar, so ist nach der Rechtsprechung des Reichsober- Bestimmung, daß gewöhnliche Leichenbegängnisse keiner ErHandelsgerichts zugunsten der Arbeiter zu interpretieren, da Treu laubnis bedürfen, auch ausdrücke, daß Teilnehmer solcher Begräbund Glauben fordern, daß der Arbeitgeber das für ihn Vorteil- nisse auch ohne Genehmigung am Grabe sprechen dürften. Ein hafte mit zweifelsfreien Worten ausbedinge. gewöhnliches Leichenbegängnis habe hier stattgefunden. Der erste Straffenat des Kammergerichts verwarf Westafrikanische Verhältnisse vor dem Kaufmannsgericht. die Revision des Angeklagten mit folgender Begründung: Die FestDer Handlungsgehülfe Emil St. war von der hier domizilieren- ftellungen der Vorinstanz erregten feinerlei rechtliche Bedenken. den Deutschen Solonialgesellschaft für ihre Nieder- sei sehr wohl möglich, eine Kundgebung, wie die des Anlaffung in Swakopmund in Westafrita engagiert worden. Laut An- geklagten, als eine Rede aufzufassen, als den Ausdruck eines Gestellungsvertrag standen dem St. 1800 W. Jahresgehalt und freie bankens gegenüber einer Anzahl Zuhörer. Ob sie länger oder Station zu. Bezüglich der letzteren besagte der§ 1 fürzer sei, darauf komme es rechtlich nicht an. Das komme höchstens für die tatsächliche Würdigung des Einzelfalles in Betracht. Auf§ 10 des Vereinsgefeßes könne Angeflagter sich schon wiederholt die deshalb nicht berufen, weil Leichenbegängnisse, wo Laien Reden Das wäre für die freie Lieferung von Mineralwasser. Das wurde halten, immer ungewöhnliche seien! ihm nicht gewährt. Er fah sich gezwungen, das Selterwasser aus eigner Tasche zu bezahlen und erhebt mm gegen die Gesellschaft einen Anspruch für zehn Monate a 30 M., somit im ganzen 300 M. Genossen und Genossinnen, Männer und Frauen! Das herzlose, goldgierige Unternehmertum troßt der Armut unserer Mitbrüder. Von keiner staatlichen Behörde, von keinem Menschen läßt die Werkleitung sich bestimmen, die Lebenslage der Arbeiter aufzubessern. Die kämpfenden Arbeiter, schutzlos daſtehend, mit geringen Mitteln für ihre Familie sorgend, müssen den Kampf trotz großer Entbehrungen weiter führen. Stehen wir ihnen bei. des Vertrages, das unter freier Station Wohnung und Das ist möglich, indem wir den Kämpfenden ihre Kinder für Kost mit Ausschluß geistiger Getränke zu stehen ist. Der Angestellte berlangte die Dauer des Kampfes abnehmen. Kämpfenden eine erhebliche Erleichterung. Von den freigewerkschaftlich Organisierten kommen 328 Kinder unter 14 Jahren in Frage. Wer Kinder in Pflege geben will und wer Kinder in seine Familie aufnehmen will, wird ersucht, sich an die unterzeichneten sozialdemokratischen Frauen zu wenden. Diese übernehmen auch die Kontrolle über die Verpflegung. Frau Stupp, " Lemark, " Aachen, Alexanderstr. 109, 2 Tr. Mauerstr. 46, 2 Tr. Rochusstr. 2, 1 Tr. Oranienstr. 4, 3 Tr. Aachen, den 13. Oftober 1906. " . Schillings, Brammer, " " " nun ber Die ente. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. 0 Königl. Opernhaus. Sonntag: Carmen. Montag: Fidelio. Diens Zur Begründung der Klage führte der Vertreter des zurzeit in tag: Manon. Mittwoch: Lohengrin.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Gibeon in Bestafrika weilenden lägers folgendes aus: Das Anfang 12 Uhr: Sinfonie- Matinee. Abends: Sinfonie- Konzert. Freitag: Verlangen nach Getränk sei naturgemäß in Afrika Carmen. Sonnabend: Margarete. Sonntag: Figaros Hochzeit. Montag: größer als in Europa, das Wasser sei aber in Magarete. Swakopmund nicht zu trinten gewesen. Königl. Schauspielhaus. Sonntag, mittags 12 Uhr: Matinee. Das von der Gesellschaft gelieferten Getränke seien Staffee und Lied vom braven Mann. Abends: Hamlet.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Klein Dienstag: Hamlet.( Anfang 7 Uhr.) Dorrit. Montag: Klein Dorrit. Tee gewesen, die jedoch gleichfalls durch die schlechte Beschaffenheit Mittwoch: Das Lied vom braven Mann. Donnerstag: Geschlossen. Freides Wassers einen widerlichen Geschmack gehabt hätten. Da tag: Klein Dorrit. Sonnabend: Hamlet.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Das im Vertrage ausdrücklich nur die alkoholischen Getränke von der Lied vom braven Mann. Montag: Gyges und sein Ring. freien Station ausgenommen sind, so habe der Kläger einen be= Neues königl. Opern- Theater. Sonntag: Die Entführung aus dem rechtigten Anspruch auf das nichtalkoholische Selterwasser. Serail. Sonntag, den 21. Oktober: Iphigenie auf Tauris.( Anfang Der Einwand der Firma, daß die deutschen Kolonialtruppen 7 Uhr.) Das Frauenstimmrecht im Stadtparlament zu Bromberg. Lessing Theater. auch kein Mineralwasser bekämen, sei nicht stichhaltig, Die WildSonntag nachmittag 3 Uhr: Die bürgerlichen Frauenrechtlerinnen Schnee und Ortstein denn die Soldaten müßten eben damit zufrieden sein; ein nach tag: Rosmersholm. Abends: Das Blumenboot, Montag: Das Blumenboot. Diens ( Anfang 72 Uhr.) Mittwoch und Donners aus Bromberg erhoben gegen die Liste der stimmfähigen Bürger freiem Vertrage angestellter Handlungsgehülfe brauche sich das aber tag: Das Blumenboot. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend: Das Brombergs Einspruch, weil sie in die Liste nicht aufgenommen sind. noch lange nicht gefallen zu lassen. Blumenboot. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Rosenmontag. Abends: Das In ihrer Eingabe an den Magistrat führen die beiden Petenten an, daß sie hierorts ansässige, selbständige, steuerpflichtige Preußen das Wasser besonders in abgekochtem Zustande absolut einwandsDer Vertreter der Beklagten behauptet demgegenüber, daß Blumenboot. Deutsches Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: Das Winter sind und demzufolge dem Gesetze nach, in welchem nur allgemein von frei ſei, der Vertreter Preußen die Rede ist, wahlberechtigt sind, und da dies für die Städte vom 19. Oftober 1905 datierten Brief vor, in dem die eigenen Der Liebestönig. Montag: Das Wintermärchen. des Klägers legt indessen einen märchen. Mittwoch: Der Liebestönig. Donnerstag: Das Wintermärchen. Freitag: Der Liebestönig. Sonnabend: Das Wintermärchen. Sonntag: ordnung zutrifft, bitten beide um nachträgliche Aufnahme in die Prokuristen der Gesellschaft, die Herren Schettler und MansWählerlisten. In der Situng am 12. Oktober kam die Angelegen- feld, an die Direktion nach Berlin u. a. schreiben:" Der Genuß bürgerlicher Edelmann. Der Stammgast. Von Dienstag bis Montag: Die Neues Theater. Sonntag: Die Hochzeit von Boel. Montag: Ein heit zur Beratung. Der Stadtverordnete Justizrat Wolfen führte des Wassers wird hier für gesundheitsschädlich an- Hochzeit von Boel. dazu unter anderem, nach bürgerlichen Blättern, folgendes aus: Theater des Westens. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Bar und " Die angeführten gesetzlichen Bestimmungen sind dem Wortlaut gesehen und viele Krankheiten werden darauf zurückgeführt. Abends: Die Zauberflöte. Montag: Der Troubadour. nach richtig. Nach der Auffassung des Gesetzgebers fei aber anzu- Jeder Ankömmling erkrankt nach dem Genusse des Wassers an Zimmermann. Stradella. Schöne Galethee. Mittwoch: Der Bettelstudent. nehmen, daß die Frauen vom Stimmrecht ausgeschlossen seien. Die Darmkatarrh. Um die Entdeckung neuer unterirdischer Flußläufe Donnerstag: Der Freischüß. Freitag: Die Zauberflöte. Sonnabend nachStädteordnung stamme aus dem Jahre 1853, einer Zeit, wo noch bemühe sich zwar eifrig Hauptmann v. Spalding mit der mittag 3 Uhr: Romeo und Julia. Abends: Der Bettelſtudent. Sonnfein Mensch daran gedacht habe, daß auch die Frauen öffentliche Wünschelrute; aber man stehe drüben diesen Ver tag nachmittag 3 Uhr: Undine. Abends: Die Fledermaus. Montag: Rechte ausüben könnten in der Weise, daß sie sich an den Wahlen suchen allgemein sehr skeptisch gegenüber." Von den ein- Stradella. Schöne Galathee. beteiligten. Von einer Selbständigkeit der Frau sei damals noch gezogenen Gutachten besagt das Gutachten des Re Schiller- Theater 0. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. gar keine Rede gewesen. Das Landrecht ging in seiner Auffassung gierungsarztes, daß das Wasser einwandsfre i sei, wenn Abends: Hasemanns Töchter. Montag und Dienstag: Der Herrgottswarter. foweit, daß es in Anlehnung an das alte römische Recht bestimmte, es auch dem Tee und Kaffee einen unangenehmen Geschmack Zum Einsiedler. Mittwoch: Hoffnung auf Segen. Donnerstag und Freieine weibliche Person scheide nur aus der Gewalt des Vaters durch gebe. Der Ober apotheker in Swakopmund stellt einen faden tag: Der Herrgottswarter. Zum Einsiedler. Sonnabend: Donna Diana. Abends: Die Kinder der ausdrückliche Entlassung oder durch Heirat. Aus der Gesinnung Geschmack des Wassers sowie Spuren eines Bodensates Sonntag nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. und dem Gedanken des Gesetzgebers müßte man ohne weiteres und Chlor- und Ammoniatgehalt fest. Exzellenz. Montag: Der Herrgottswdrter. Zum Einsiedler. Direkte Bedenken lägen Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag schließen, daß er in der Städteordnung mit der Bezeichnung selb- aber nicht vor. In einem dritten Gutachten eines Arztes nachmittag 3 Uhr: Weh' dem, der lügt. Abends: Donna Diana. Monständiger Preuße" nur eine männliche, niemals eine weibliche wird das Wasser als hygienisch verdächtig" bezeichnet. tag: Frau Inger von Destrot. Dienstag und Mittwoch: Donna Diana. Person meinte. Für diese Auffassung spricht auch die Städteordnung Der als Zeuge vorgeladene Rechtsanwalt Dr. Rohde, der Donnerstag und Freitag: Die rote Robe. Sonnabend: Hoffnung auf selbst. Sie erwähnt bei den Bestimmungen darüber, wer Mitglied sieben Jahre in Swakopmund in den Diensten der Gesellschaft Segen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Weh' dem, der lügt. Abends: Die des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung sein kann, stand, stellte die Wasserverhältnisse wesentlich günstiger bar. rote Robe. Montag: Donna Diana. fie bestimmt, daß Vater und Sohn nicht zugleich Mitglieder des Das Wasser sei allerdings etwas salzhaltig, aber nach kurzer Zeit Berliner Theater. Sonntag und die folgenden Tage: Sherloc Magistrats oder der Stadtverordnetenversammlung sein können, gewöhne man sich daran. Zumal in abgekochtem Zustande sei es otipielhaus. Sonntag nachmittag 3 Uhr: während in ihr davon, daß Mutter und Tochter nicht zugleich Mit- ungefährlich, und es werde den Leuten drüben auch immer wieder Abends und Montag bis Sonnabend: Der Weg zur Hölle. Verwehte Spuren. Sonntag glieder sein können, nirgends die Rede sei. Daraus geht flar her- gesagt, nur abgefochtes Wasser zu trinken. Zudem sei nachmittag 3 Uhr: bor, daß weibliche Personen überhaupt nicht in Betracht kommen und Swakopmund durch die fühlen Meeresströmungen von sehr fühlem Der Familientag. Abends und Montag: Berwehte nach dem geltenden Recht in die Wählerlisten nicht aufgenommen Klima und das Trinkbedürfnis fei nicht annähernd so groß, wie Komische Oper. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. werden können." Dem Antrag des Referenten, die Betenten in die Wählerliste Sie Angestellten auch immer mit der Lieferung von Tee und Staffee Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Lakmé.( Anfang 7 Uhr.) Sonn3. B. in der Hauptstadt Windhuk. Während seiner Tätigkeit seien Abends: Carmen. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Dienstag: Carmen. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Carmen. Freitag: nicht aufzunehmen, stimmte das zum größten Teil aus„ liberalen Männern" zusammengesetzte Stadtparlament ohne Diskussion ein- zufrieden gewesen. tag nachmittag 3 Uhr: Loulou. Abends: Lakmé. Montag: Unbestimmt. stimmig zu. Die Frauen jehen aus dem Verhalten dieser bürgerLorking Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Fra Diavolo. lichen Vertreter, mit welchen Phrasen und von welchen GesichtsAbends: Der Wildschütz. Montag: Der Freischüß. Dienstag: Bar und punkten aus diese ihren berechtigten Forderungen entgegentreten. Zimmermann. Mittwoch: Der Barbier von Sevilla. Donnerstag: Der Sonnabend: Fra Diavolo. Sie sollten aber daraus auch die Lehren ziehen und es sich zur Wildschüß. Freitag: Der Waffenschmied. Pflicht machen, bei allen Wahlen mit ganzer Straft für die Wahl Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Freischük. Abends: Der Barbier von sozialistischer Kandidaten einzutreten, denn diesen wird es nicht einSevilla. Montag: Der Troubadour. fallen, ihnen das Recht, an der Wahlurne zu erscheinen, abzusprechen, Gerichts- Zeitung. " Spandauer Rechtspflege. Spuren. Luisen- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ein Wintermärchen. Abends: Else vom Erlenhof. Montag: Die Hochzeit von Valeni. Diens tag: Der Goldonkel. Mittwoch: Ein Kind des Glücks. Donnerstag: Else vom Erlenhof. Freitag: Ein Boltsseind. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends: Ein Wintermärchen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Else vom Erlenhof. Abends und Montag: Ein Wintermärchen. Zentral Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Allabendlich: 1001 Nacht. Nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus.. Bernhard Nose- Theater( früher Carl Weiß- Theater). Sonntag nach mittag 3 Uhr: Der Millionenbauer. Abends 8 Uhr: Berliner Kinder. etichenbrödel Abends: Berliner Kinder. Sonntag nachmittag( 3 ühr: Die Montag bis Freitag: Berliner Kinder. Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Bluthochzeit. Abends und Montag: Berliner Stinder. Das Kaufmannsgericht fam nach längerer Beratung leider zu einer Abweisung des Klägers und verurteilte ihn gleichzeitig zur Tragung der recht erheblichen Kosten. Aus dem Wortlaut des Vertrages ergebe sich nicht die Verpflichtung der Gesellschaft zur Lieferung von Selterwasser. Auch die Beschaffenheit des Wassers verpflichte die Gesellschaft nicht dazu. Wer nach Afrika Kleines Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nachtafyl. Abends: in Stellung gehe, der müsse eben auch die besonderen Umstände mit Ein idealer Gatte. Montag: Man kann nie wissen. Dienstag und Mittin Kauf nehmen, die sich aus der Beschaffenheit des Landes ergäben. woch: Ein idealer Batte. Donnerstag: Man kann nie wissen. Freitag Danach hat das Kaufmannsgericht also angenommen, den und Sonnabend: Ein idealer Gatte. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Nacht Forderungen von Treu und Glauben entspréche die Lieferung von asyl. Abends: Man kann nie wissen. Montag: Ein tdealer Gatte. Tee und Kaffee, auch wenn diese mit einem Wasser zubereitet sind, Trianon- Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Loulou. Allabendlich: das nach einwandsfreiem Gutachten einen unangenehmen, faden, Der Hausfreund. Die Auslegung des Tarifs der Berliner Musterkonfektion salzhaltigen Geschmack hat, Bodensaz aufweist, von Chlor und Ammoniat fam mit in Frage bei einem Rechtsstreit, der die Kammer 1 des durchsetzt, hygienisch verdächtig ist. Mancher NahrungsmittelBerliner Gewerbegerichts in mehreren Sibungen beschäftigte. Der verfälscher und Weinpantscher wird ähnlich nachsichtige Richter sich im Frühjahr zustande gekommene Tarif für jene bevorzugte Branche wünschen. Leider hat sich das Kaufmannsgericht wohl durch kolonialder Damenkonfektion sieht für Schneider einen Minimallohn von freundliche Neigungen einiger seiner Beisitzer und durch die Ansicht 30 M. vor, bestimmt aber zugleich, daß für Anfänger" eine des Rechtsanwalts Rohde, der wohl schwerlich nur Kaffee, Tee und achttägige Probezeit gelten solle, während der jedoch der Stunden- Wasser in Afrika zu sich genommen hat, beeinflussen lassen. John nicht unter 45 Pf. betragen dürfe. Die Unternehmer legen die Bestimmung nun so aus, daß als Anfänger jeder zu betrachten sei, der bei einem Meister zum erstenmal in Arbeit trete, ganz Vor dem Schöffengericht hatte sich am Freitag der Bäckermeister gleich, ob er schon vorher in der Musterkonfektion gearbeitet habe oder nicht. Dagegen sind die Arbeiter der Meinung, daß ein An- Friedrich Voz zu verantworten, weil er in der Nacht vom 20. zum fänger im Sinne der Bestimmung sei, wer in der Branche der 21. August cr. feine drei noch nicht 15jährigen Lehrlinge von Mustertonfettion noch nicht gearbeitet habe und ihre Eigen- abends 10 Uhr bis zum anderen Morgen 11½ Uhr beschäftigte, heiten noch nicht verstehe und daß jeder, der die Branche schon also 1-1 Stunde zu lange. Als der Kommissar Wangelin um fenne, von vornherein Anspruch auf den Minimallohn 11% Uhr erschien, fand er die Lehrlinge noch bei der Arbeit. Der bon 30 m. habe. Diese Meinungsdifferenz führte zu dem Rechts- Angeklagte gab an, daß die Lehrlinge gegen seinen Willen frei streit des seit Jahren der Musterkonfettion angehörenden willig so lange gearbeitet hätten. Um 10 Uhr hätten sie, wenn Schneiders G. gegen den Meister Feder, der ihm nach mehrtägiger sie sich herangehalten, mit der Arbeit fertig sein können. Die Beschäftigung nur den Satz für die Probezeit von Anfängern" ehrlinge sagten aus, daß fie um 10 Uhr mit ihrer regelmäßigen als Lohn gezahlt hatte, weil Kläger bei ihm zum erstenmal Arbeit fertig waren und daß sie dann noch freiwillig, ohne arbeitete. G. beanspruchte als eingeweihter Musterkonfettions- daß es ihnen der Meister gesagt, Formen geschmiert hätten. Der schneider Bezahlung nach dem Minimalwochenlohn von 30 M. Das Amtsanwalt vertrat die dem Gesetz entsprechende Ansicht, daß der Gewerbegericht erhob Beweis. Zwei Meister, die seinerzeit bei den Meister darauf zu achten hat, damit die Lehrlinge nicht länger Verhandlungen als Kommissionsmitglieder beteiligt waren, be- arbeiten. Er beantragte 30 M. Geldstrafe. Das Gericht sprach den fundeten, daß sie hinsichtlich des Wortes" Anfänger" gleich der Angeklagten aber frei, da ihn kein subjektives Verschulden treffe. Auffassung gewesen seien, die wir oben als die der Unternehmer Gr wäre nur strafbar, wenn die Ueberarbeit mit seinem Wissen und in seinem Auftrage ausgeführt worden wäre. Gleich schlechtweg bezeichneten. Snoop vom Verband der Schneider erflärte als Zeuge die gegenteilige Auffassung der Schneider für die hinterher wurde dann ein Arbeiter Hermann Kuhl meh zu 5 M. richtige und sagte noch aus, daß er auch gerade dem Beklagten Geldstrafe verurteilt, weil er sein noch nicht 6jähriges uneheliches Feder, mit dem er den Tarif abschloß, den Paffus in diesem Entellind ohne polizeiliche Genehmigung bei sich in Pflege geSinne erklärt habe. Der Kläger G., der gerade bei Feder anfing, nommen hatte. habe dann auch noch hinzugefügt, daß er nicht zu den Anfängern gehöre und nicht unter 30 m. arbeite. " Mit Rüdsicht auf die lehten Worte des Zeugen Knoop erachtete Zwölf Worte eine Grabrede. Bei der Beerdigung des Maurers B. in Reppen in der Mark der Gerichtshof im vorliegenden Falle eine Entscheidung darüber, legte auch der Maurer Günter für den Maurerverband einen Thalia- Theater. Sonntag nachmittag 3%, Uhr: Bis früh um Fünfe. allabendlich: Wenn die Bombe plakt. Sonnabend nachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Drleans. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. Residenz Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Höhle des Löwen. Allabendlich: Triplepatte. Nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: eine Hochzeitsnacht. Kajino Theater. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Madame Bonivard. abends und Montag bis Sonnabend: Allerander der Große. Sonntag nachmittag 4 Uhr: Hotel Selingebusch. Abends und Montag: Alexander der Große. Palast Theater. Die Loreley. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Metropol Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Abends und die folgenden Tage: Der Teufellacht dazu. Spezialitäten. Apollo Theater. Sonntag nachmittag 3, Uhr: Familienvorstellung. Abends 8 Uhr und die folgenden Tage: Berlin in Omnibus. Spezialitäten. = Passage Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Karl Haverland- Theater. Spezialitäten. Folies Caprice. Das Modell und Das Provinzmädel. Deutsch- Amerikanisches Theater. Sonntag nachmittag 8 Uhr: Er und Jch. Abends 8 Uhr und die folgenden Tage: Jm wilden Westen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Er und ich. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag, Montag, Diens tag und Mittwoch: Der jüngste Ausbruch des Vesuv. Donnerstag, Freitas. Sonnabend und Sontag: Die Mosellande und ihr Weinbau. Arbeiter- Bildungs- Schule. Grenadierstraße 37, Hof geradezu I. Lehrplan für das 4. Quartal 1906. Montag. Max Maurenbrecher: Geschichte. Die große französische Revolution( 1789-1799). 1. Weltgeschichtliche Bedeutung der französischen Revolution. 2. Soziale und geistige Entwickelung Frankreichs im achtzehnten Jahrhundert. 3. Ausbruch der Revolution. 4. Taktik der Krone, der Gemäßigten und der Radikalen. 5. Verlauf der Revolution bis zum Konsulat Napoleons. 6. Vergleich der französischen mit der heutigen russischen Revolution. Dienstag. Simon Katzenstein: gebung. Soziale GesetzDeutsches Arbeiterrecht, 1. Teil. Das Recht des gewerblichen Arbeitsvertrages. 1. Geschichtliche Entwickelung und soziale Bedeutung des A.-V. Rechtsgrundsätze. Freiheit und Gleichheit". 2. Rechtlicher Charakter des A.-V. Das gewerbliche Arbeitsverhältnis. Dienst- und Werkvertrag. Gruppenakkord. Hausindustrie. 3. Voraussetzungen des A.-V. Minderjährige und Ehefrauen. Abschluß und Auflösung. Rechtsfolgen des Vertragsbruches. 4. Der Arbeitslohn. Lohnhöhe. Lohn ohne Arbeit. Die Lohnsysteme: Naturalund Geldlohn, Zeit- und Stücklohn, Prämien, Gewinnbeteiligung, Gratifikation, Trinkgeld. Vorrecht des Lohnanspruches. Vorschriften über Lohnzahlung, Trucksystem, Verwirkung, Einbehaltung, Aufrechnung, Beschlagnahme des Lohnes. 5. Arbeiterschutz und Arbeitsvertrag. Schutzbestimmungen und Schutzhemmnisse im Gesetz. 6. Der A.-V. in der Großindustrie. Die Arbeitsordnung. Arbeiterausschüsse. Die konstitutionelle Fabrik. gewerbe. Innungswesen. Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Achtung! Achtung! Aufklärung! Durch unseren enormen Bedarf sind wir in der Lage, die allergrößten Posten aufzukaufen, und nur dadurch sind wir so enorm billig. Das von der Firma S. Böhm 43 Kommandantenstr. BERLIN S. Kommandantenstr. 43 gekaufte Lager unterstellen wir wegen Aufgabe des Ladens einem Total- Ausverkauf. 169/14 Es kommen gleichzeitig im gleichen Lokale große Partie- Posten aus unseren anderen Geschäften mit zum Verkauf. Um die weiten Wege unserer geehrten Kundschaft zu ersparen, haben wir auch große Posten hocheleganter Herren-. Knaben- Anzüge 1. Paletots von dem Ausverkauf nach unseren anderen Filialen verteilt. Vor Täuschung ähnlich klingender Firmen wird gewarnt. Blitz 18 150 22 " " 3 24 … 22 22 mit Sattel, 28 23 " " 2 " " 22 24.00 36 27 27 45 2800 Blitz Blitz Blitz Blitz Ausnahme- Tage für Anzüge und Paletots! Herren- Anzug Art. Murkel früher M. 18 jetzt 150 35 Herren- Anzug 7. Der Arbeitsvertrag im KleinMeck Der Lehrvertrag. 8. Das genossenschaftliche Arbeitsverhältnis. Produktiv- und Herren- Anzug„ Lullu Konsumgenossenschaften. 9. Der kollektive A.-V. 10. Die Rechtsstellung der Gewerkschaften. 11. Die Rechtsverfolgung. Herren- Anzug Lehmann Gewerbegerichte und Schiedsgerichte. 12. Fortbildung des A.-V. durch Organisation und Gesetz. UeberHerren- Anzug„ Gentleman windung des Lohnsystems. Herren- Anzug Gustav Mittwoch. M. H. Baege: Naturerkenntnis. Die Abstammungslehre und die Lehre Darwins. 1. Der Grundgedanke der Abstammungslehre( Deszendenztheorie). 2. Die Darwinsche Zuchtwahllehre( Selektionstheorie) und ihre Bedeutung für die Abstammungslehre. 3. Natürliche Zuchtwahl( Gesetz der übermäßigen Vermehrung, Kampf ums Dasein, Anpassungen). 4. Die geschlechtliche Zuchtwahl( Verschiedenheit der Geschlechter; sekundäre Geschlechtscharaktere; Schmuckfarben, Bewerbungskünste, Waffen und Kämpfe der Männchen). 5. Die Bedeutung der vergleichenden Anatomie für die Abstammungslehre, Rückbildung und rudimentäre Organe. 6. Die physiologischen Beweise für die Abstammungslehre. 7. Die Bedeutung der Keimesgeschichte( Embryologie) für die Abstammungslehre. 8. Die paläontologische Urkunde( Bedeutung der Versteinerungen). 9. Die Beweise für die Abstammungslehre aus der geographischen Verbreitung der Tiere. 10. Der Stammbaum der Tiere. Donnerstag. Julian Borchardt: Rednerschule. Uebung im Ausarbeiten und Halten von Vorträgen unter Zugrundelegung der Reden und Schriften hervorragender Redner. Freitag. Max Grunwald: Nationalökonomie. Grundbegriffe der theoretischen Nationalökonomie. Ihre 1. Nationalökonomie als selbständige Wissenschaft. Einteilung und ihr Objekt. 2. Entwickelung zur kapitalistischen Weltwirtschaft. 3. Ware. Wert. Geld. Preis. Kapital. Mehrwert. Arbeitskraft. Arbeitslohn. 4. Die Entwickelungstendenz der kapitalistischen Weltwirtschaft. Sonnabend. Heinrich Ströbel: Literaturgeschichte. Die deutsche Dichtung im Zeitalter Goethes. 1. Wieland Herder Lessing. 2. Der Sturm und Drang. 3. Der Göttinger Hainbund. 4. Goethe als Lyriker, Prosaiker und Dramatiker. 5. Das Problem des Faust und Goethes Weltanschauung. 6. Schiller, seine Kunsttheorie und seine Werke. Montag. Julian Borchardt: Fortschrittskursus in Nationalökonomie. Gemeinsame Lektüre eines grundlegenden nationalökonomischen Werkes und selbständige Ausarbeitungen darüber unter Anleitung des Lehrers. Der Unterricht in Geschichte beginnt am Montag, den 15. Oktober; in Soziale Gesetzgebung Dienstag, den 16. Oktober; in Naturerkenntnis Mittwoch, den 17. Oktober; in Rednerschule Donnerstag, den 18. Oktober; in Nationalökonomie Freitag, den 19. Oktober; Literaturgeschichte Sonnabend, den 20. Oktober; Fortschrittskursus in Nationalökonomie Montag, den 15. Oktober. Zum Fortschrittskursus werden nur zirka 20 Teilnehmer zugelassen, welche schon einen Kursus in Nationalökonomie besucht haben müssen. Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt pünktlich um 9 Uhr und endet pünktlich um 11 Uhr. Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Fahrow, Ravenéstr. 6; Horsch, Engel- Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin S. 59, Freiligrathstr. 3, 1. Quergeb. IV, Geldsendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, Hasenheide 56, zu senden. Der Vorstand. Möbel und Polsterwaren Th. Knorn, Gerichtstr. 10, am Hochplatz. Größte Auswahl in kompletten Wohnungseinrichtungen von 300 Mark aufwärts, bunte Küchen schon von 56 Mark an. Besichtigung ohne Kaufzwang erbeten. 1 Blitz Blitz Blitz 000000000000000 " 14.50 1800 27 33 " 33 23 28 " " 32 " 33 " 2200 40 33 2500 48 " 7 3200 45 Schlafröcke früher 16 bis 90 M. Samtanzüge Art. Puppe früher 18 Samtanzüge für Kinder M. 12 Herren- Paletot, ausnahms- früher M. 14 jetzt 850 Herren- Paletot, Gelegenheit weise, seltene Futter Herren- Paletots, gestepptes Herren- Paletots, prima Herren- Paletots, auf Seide Herren- Paletots, echt englisch» Ferner empfehlen wir jetzt 8-30 M. jetzt 9⁰⁰ ,, 3 1450 1800 Herren- Hosen bis 33%% unter Preis. Loden- Joppen 180, 240, 300 bis 180° M. Stück 280 Arbeiter- Kleidung halb umsonst. " In unseren gesamten Geschäften befinden sich zirka 14000 Anzüge, 15000 Paletots, 10000 Hosen, 4000 Joppen Anzüge Art. Blitz, immer noch 690 an Hosen 99 Paletots Art. Blitz, immer noch 740 an " " von 170 an Joppen Blitz 80 Chausseestr. 80 Blitz Rosenthalerstr. 9 Blitz Ecke Auguststr. Verlangen Sie 4 Geschäftshäuser Blitz Blitz Blitz " Blitz 320 募 an 137 Gr. Frankfurterstr. 137 zwischen Koppen- u. Fruchtstr. Blitz 43 Kommandantenstr. 43 Ecke Oranienstr., nahe am Moritzplatz. Blitz Blitz Blitz Tellus- Zigaretten garantiert Handarbeit 371L* Mit peinlichster Sorgfalt von bestbezahlten Zigaretten- Arbeitern hergestellt. M. Butze, Orientalische Zigaretten- Fabrik„ Tellus", Berlin N. 54. Eine Mark wöchentl. Teilzahlung liefere elegante, fertige Herren- Moden. Ersatz für Maß. Maß- Anfertigung feinste Verarbeitung Garantie tadelloser Sitz. J. Kurzberg, An der Jannowitz- Brücke 1, I. Direkt am Bahnhof. Möbel kauft man am billigsten u. besten bei Wilhelm Misch Grosse Frankfurterstr. 45/46. Da keine Ladenmiete geringe Unkosten kleiner Nutzen oder Teilzahlung. Bar Blitz Blitz Blitz Filiale Chausseestraße 54 ist aufgelöst. Anzüge Paletots nach nach Maß 24, 30 und 38 Mark Unter Garantie des tadellosen Sitzes bei peinlichst gewissenhafter Anprobe liefere ich von prima modernen Stoffresten Anzüge u. Paletots nach Maß nur zu obigen Preisen. Keinen Zwang zur Abnahme bei nicht passendem Sitzen. 294/ 1* Sonnenscheins Herren- Moden nach Maß. Nur Linden- Straße Nr. 95, I, neben der Markthalle. Filiale Chausseestraße 54 ist aufgelöst. Telephon Amt IV 5797 Kein Waren- Kredithaus. Empfehle allen Freunden und Bekannten zum bevorstehenden Umzuge usw. mein Glas-, Porzellan-, Steingut-, Nippes-, Lampen- und Emaillewaren- Geschäft sowie sämtliche Küchen- Artikel zu den billigsten Preisen. Hugust Mielert, Petersburgerstr. 41 este R bei der Landsberger Allee. Damentuche, schwarz u. * Auf Teilzahlung!!! Wöchentlich nur 1 Mk. Große Auswahl in Herren- und Damen- Uhren, Standuhren, Freischwinger, Regulateure, Broschen, Ringe, Ketten, Stöcke, echte Menzenhauer Zithern, Phonographen, Plattensprechmaschinen, Polyphons, Harmoni93 kas, Mandolinen, Geigen etc. 2241L* Verkauf von Platten, echten Edison- u. prima 1 Mk.- Walzen. Warschauerstr. 72 und Reinickendorferstraße 101. Juhre& König, Konfektion: farbig, Kostüm- Stoffe, Havelocks, Paletots, AbendSeidenplüsch, Sammete, mäntel, Capes, Kostüm- Röcke. Astrachan. Pelz- Stolas in großer Auswahl. C. PELZ, Kottbuserstraße 4. J.B J. Baer Baustr.26.Ecke , Prinz.- Allee Herren- und KnabenModen.Berufskleidung. Elegante Paletots und Joppen. Großes Lager in- und ausländischer Stoffe zur Anfertigung nach Maß. Allerbilligste, streng feste Preise. ANGKANAN ANA 乘 Total- Auflösung. denied this nem glzalim Vollständig reeller Ausverkauf der Firma M. SCHNEIDER& Cie. Spittel- Markt 11 Blusen: SPEZIAL- KAUFHAUS für schwarze und farbige Kleiderstoffe, Seidenstoffe, Leinen- und Baumwollwaren, fertige Wäsche, Trikotagen, Unterröcke, Schürzen, Korsetts, Gardinen, Portieren, Teppiche, Läufer, Tisch-, Stepp-, Schlaf- und Bettdecken. Ecke Kurstraße. Kostümröcke HANANANANANANANANANANANANANANAN COBURG UNO C FISTUNGEN Staatspreise. BERLIN SO. Köpenickerstr. 121, Eckhaus. VERDIENST HOLLE 4LUSTUNG AUSSTELLUNG LEIPZIG 290 FUR BEK Goldene Medaillen. Ehrenpreise. GEM ENSTA CARL ZOBEL JA ГРУЗО ЛЮБІЙ И Искусстве сть / ИНИСТЕРСТВА RANCOSS BERLIN SO. Köpenickerstr. 121, Eckhaus. Beste Herren- und Knaben- Garderoben der Gegenwart. 2628L* Alle Größen, auch für korpulente Herren, in reichster Auswahl vorrätig. Für jedes bei mir gekaufte Kleidungsstück übernehme ich volle Garantie. Feste Preise. Werkstätten im Hause. Ankleidezimmer in jeder Abteilung. Großes Stofflager für Maßarbeit. Der gute Ruf meiner Firma bürgt für gewissenhafte und billige Bedienung. Besichtigung ohne Kaufzwang gestattet. Gebrüder Wolff Lieferanten des Rabatt- Sparvereins ,, Norden" Berlin N., Invaliden- Straße No. 134 Gartenstraße. Unser Spezial- Ausstattungs- Geschäft erfreut sich seit 23 Jahren des Rufes strengster Reellität und bieten wir in allen Abteilungen eine sehr große Auswahl. Wir haben große Abschlüsse mit sehr bedeutenden Fabriken und sind wir daher imstande außergewöhnlich billig verkaufen zu können. Von einigen Artikeln unseres sehr reichhaltigen Lagers führen wir nachstehend einzelne Genres auf, fast jeder Gegenstand ist ein >>>> sehr großer Gelegenheitskauf. Leinenwaren u. Bettwäsche Schürzen Karierte Bettzeuge 80 cm breit Meter 30 P. Große Schwarze Wirtschaftsschürzen Karierte Bettzeuge prima Qual., 80 cm mit Tasche Stück 95 Pf. 118 Stück Meter 42 Pf. Bett- Inletts glatt rosa und rot- rosa ge- 43 Pf. streift . • Meter Bett- Inletts in ganzer Bettbreite Meter 75 PL. Sehr vorteilhaftes Angebot: i. Louisianatuch ganz Bettbreite, 130 cm 58 Pf Bettdamast neueste Dessins, 130 cm breit, 95 Pf. für Meter kl. Stücken. 10 Meter Weißes Haustuch in guter Qual., 80 cm breit, 315 Weißes Hemdentuch- Renforcé ne 10 Meter 465 schwere Qual., in kleinen Stücken. Appretur Weiße Stubenhandtücher und Weiße Küchenhandtücher 50 cm breit 2 Dtzd. 180 Gerstenkorn- Handtücher mit ver schiedenen 12 Dtzd. 210 Große schwarze Wirtschaftsschürzen mit Volant und Taschen Große schwarze Reform- und Kleiderschürzen mit schwarzem oder farbigem Besatz 228 Stück mit Große bunte Wirtschaftsschürzen volant 88 Pf. Stück Große bunte Kleiderschürzen aus kariertem Gingham Zum 212 Meter Stück 128 Zum Selbstaussuchen. Hell Barchente für Unterröcke passend, Karierte Blusen- Reste. 4 Meter für 115 50/110 groß Dtzd. 210 Karierte Bettzeug- Reste 6 Meter für 178 Damast- Stubenhandtücher neueste Zeich- Inlett- Reste rot oder rot- rosa gestreift Jacquard- Kanten, 50/110 groß Stubenhandtücher Drell- Gewebe Größe 50/110 cm • 1/2 nungen, 1/2 Dtzd. bändert, Dtzd. 235 Pa. Stubenhandtücher gesäumt und ge- 295 Damast- Tischtücher gebleicht, 130 Damast- Tischtücher gebleicht, 150 cm 108 lang lang Stück 95 Pf. Stück 180 Damast- Servietten gesäumt, Grö, Dezd. Rolltücher mit gestreifter Kante Stück 48 Pf. Rolltücher mit Jacquard- Kante, sock 95 Pf. Wischtücher gesäumt, Größe 60/60, schwere Qualität schwere Stück 12 Dtzd. 180 Ein Posten Samtflanell- Blusen 245. Halbleinene . • . 250 6 Meter für 138 2 Meter für eeee Fertige Wäsche gene Fabrikation Weiße Herrenhemden in allen Halsweiten 118, Weiße Damenhemden Prisenform oder 98 Pf. Weiße Achselschluß- Hemden mit. gest. Achselschluß Passe Großer Gelegenheitskauf! 128 Weiße Achselschluß- Damenhemden a Pa. Hemdent. m. Stick. u. Bördchengarnierung 188 Spitze a. schwerem PI. Damen- Nachtjacken aus Barchent mit 981 Weiße Damen- Nachtjacken Köper- 138 Barchent mit Langetten Weiße Damen- Beinkleider aus Barchent, 108 Weiße Damen- Kniebeinkleider mit breiter Stickerei Weiße Damen- Anstands- Unterröcke aus Barchent mit Langetten. 85 gute Qualität 138 148 Stickerei 195 118 • 165 225 Weiße Anstands- Röcke mit eleganter Buntgestreifte Männer- Barchent- Hemden mit Klappe Buntgestreifte Männer- Barchent- Hemden mit doppelten Brustklappen 3 Meter 90 PL. Große buntkarierte Bettbezüge für Lakenstoffe in ganzer Bettbreite Gestreifte Hemden- Barchente Tüll- Gardinen Blusen- Barchente Abschnitte in weiß u. crême 108 Große weiße Bettbezüge aus Hemdentuch 250 O 3 Meter gesäumt 98 Pt. Schwarze Kleiderstoff- Roben 6 Meter für 425 Große Leinen- Laken ohne Naht, gesäumt 148 2, Meter für 65 Pf. Große Dowlas- Laken ohne Naht, u. farbige Schwere Drell- Tischtücher eckig Zum Ausverkauf steht ein sehr großer Posten Länge 150 u. 165 cm, zum Aussuchen Stück 118 1 Gelegenheitskauf! I Ein m. Stickerei 395 Plüsch- Tischdecken Posten Stück Ein Posten schwarze Lasting- Unterröcke mit Flanell- Futter Stück 395. Ein Posten Sport- Röcke 275 M. Bitte genau auf Hausnummer 72 zu achten. nur Es tommen täglich im Volks- Leibhaus Moabit Rostockerstr. 34 1 Treppe, 2 Minuten vom Bahnhof Beusselstraße, die bei der letzten Auktion verfallenen Pfänder sowie sämtliche Arbeiter- und DamenGarderobe zu spottbilligen Preisen zum Verkauf. Monats- Anzüge. Spezialität: Hosen, Knabenund Herren- Anzüge, HerrenBaletots, Nöcke, Blusen, Betten, Bezüge, Wäsche, Steppdecken, Tischdecken, Gardinen, Uhren, Ketten, Ringe, Stiefel stannend billig. Bis 9 Uhr abends geöffnet. Sonntags geöffnet von 7-10 und 12-2 Uhr. 22602+ Grosse Betten 12 Mk. ( Oberbett, Unterbett, Riffen) mit doppeltgereinigten neuen Bett febern, bessere Betten 15, 19, 24 W.; 1½ schl. Betten 15, 20, 23, 29, 36 mr. usw. Versand geg. Nachnahme. Preis liste, Proben, Berpackung fostenfrei. Berlin S. Gustav Lustig, Prinzenstr, 46 Größt. Spezial- Geschäft Deutschl. Möbel Polsterwaren Sofas, Matratzen, Garnituren, Bettstellen. 312 V* 6tto Dornbusch, apezier und Detorateur. RIXDORF 47 Bergstraße 47. Polsterwaren n. aus eigener Werkstatt Central- Leihhaus, r Jägerstr. 72, 26411* Räumungs- Ausverkauf wegen Umbau. Ecke Kanonierstraße. garn- Anzüge, Hochzeits- Anzüge. und sind BanchTäglicher Verkauf von eleganten, modernen Herbst- und Winter- Paletots und-Anzügen von Mk. 10, 12, 15, 20, 25-36 Prima. Knaben- und Jünglings- Anzüge, KammJoppen, Gummi- Mäntel Herren- und Damen- Stiefel. Tausende eleganter Herren- Garderoben sind jetzt zur Winter- Saison zum Verkauf gestellt, Sachen selbst für die korpulentesten Herren passend Gelegenheitskäufe für Herren- Geh- Pelze und Reise- Pelze. Posten Teppiche billigen Preisen. Alles tabelhaft billig. in großer Auswahl vorhanden. zu erstaunlich Poliz. konz. Leihhaus. Auch Sonntags geöffnet von 7-10 und 12-2 Uhr. Gegen Kasse, billigste Preise. M.KRUGER'S $ 89 Speise Lemo ist das B Trisc Durch Befragen von Bekannten und bei einer Prüfung aller Urteile über türkische Cigaretten müsste man sich beinahe von der Unmöglichkeit überzeugen, alle Cigaretten- Raucher zu befriedigen. Allerdings ist es fast unmöglich. Nur die in einer Lebenszeit gesammelten Erfahrungen können dies ganz ermöglichen. JOSETTI CIGARETTEN stellen das Resultat langjähriger Versuche dar, dem Geschmack der besten deutschen und ausländischen Kenner gerecht zu werden. Nach einer langen Reihe von Versuchen ist es uns geglückt, cine Anzahl Marken herzustellen,' welche den verschiedenen Geschmacksrichtungen angepasst, an Güte den höchsten Anforderungen entsprechen. Alle diese Marken sind sich darin gleich, dass sich bei sämtlichen alle Erfordernisse einer guten Cigarette vereinigen und haben sie sich hierdurch die höchste Gunst des Publikums erworben. Josetti Griseldis 10 St. 30 Pfg. 灬 3387 1533 112009 ནང་ 5223 Josetti Juno 10 St. 20 Pfg. મ 1033 M 7715 . 721 -Das Verpack en türkischer Blättertabake in Ballen. Die ausgewählten Blätter werden naeh Qualität sortirt und kommen zum Versand in Ballen. Der Kenner der sich den Genuß von frischem Speise- Leinöl verschaffen will, sollte niemals verjäumen, bei Einkauf desselben ausdrücklich zu verlangen M. Krügers Speise- Leinöl und auf nebenstehend abgebildete, gesetzlich geschütte Leinöl Flaschen mit Etikett Spreewälderin" zu achten; denn M. Krügers Speise- Leinöl ist das beste täglich frisch und garantiert rein. Dasselbe ist in allen besseren Stolonialwaren- und VorkostGeschäften zu haben. Engros- Lager: Berlin SO., Skalitzerstraße 105. Fluss- und Seefisch- Handlung jetzt Weldenweg 37 Rob.Richter Mein selt 6 Jahren Petersburgerstrasse 8 bestehendes Fischgeschäft habe nach Weidenweg 37 verlegt. Eine Mark wöchentlich liefere selbstspielende Musikwerke, Sprechmaschinen und echte Menzenhauer- Zithern. Schönste Familienunterhaltung. J. Kurzberg, An der Jannowitzbrücke 1, I., direkt am Bahnhof. Josetti YN 2097 8416 .... ハツ 9097 Besichtigen Sie unsere erprobten bewährten 2497L* Spiritus- GlühlichtLampen und Brenner. Centrale für Spiritus- Verwerthung BERLIN NW. 7, Friedrichstr. 96, gegenüber dem Central- Hotel. Kein Kaufzwang! Preisliste kostenlos! R. Rosien Schwedterstraße 26. Komplette Wohnungs- Einrichtungen 60 kompl. aufgestellte Zimmer in den Paneel- Plüschsofa von 85 M. mit Satteltaschen neuen Fabrikräumen. 1 Zimmer und 1 Küche 300 Mark Telephon: Amt III, 169. Echt Nußbaum fourniert. Kleiderschrank mit Pilaster 45 M. -FehltIhnen etwas? für die neueWohnung, so gehen Sie rechtzeitig in unser Spezial Haus. Dort finden Sie eine überraschend grosse Auswahl Teppiche Neuheiten: v. M. 4.50, 8, 13.50, 24, 36, 45 usw. 7.50, 9, 12 usw. Gardinen. M. 2.10, 3.50 5. Portieren M. 5, 6.75, 9. 11.50 usw. sowie Steppdecken, Tisch- u. Diwandecken, Läufer- und Möbelstoffe etc. Zum diesmaligen Umzuge stellen wir grosse Partie- Posten zu wirklichen Ausnahme- Preisen zum Verkauf, worauf besonders aufmerksam machen. TeppichAdler Königstrasse 20-21, a. d. Jüdenstr. Kein Reisemusterschwindel. Stola, Muffen, Kolliers in allen Pelzgattungen sowie alle sonstigen Pelzwaren. Nur eig. Fabrikat aus best. Material. Kein Zwischenhändler, daher Fabrikpreise. Ferdin. Kalman Dresdenerstr. 75 vorn II, 2. Haus v.Thalia- Theater. Verkauf auch Sonntags, und Wochentags von 8 Uhr morgens bis 9 Uhr abends.* Spezial- Möbel- Halle Harry Goldschmidt 59 Moritzplatz 59 Ecke Stallschreiberstraße. Nicht zu vergleichen mit Abzahlungs- Geschäften, welche Garderobe usw. führen. Extra- Abteilung verliehen gewesener Möbel. Wöchentliche oder monatliche Teilzahlung gestattet! Kronleuchter für Gas u. Petroleum fauft man am besten und billigsten in der Fabrik von Siegel& Co., Prinzenstr. 33 500 Kronen bon 10-300 m. 14 Auf Wunsch Teilzahlungen ohne Preiserhöhung. 158/ 12* teppdecken billigst direkt in der Fabrit * 72. Wallstr. 72, wo auch alte Steppdecken aufgearbeitet werden. Bernhard Strohmandel, Berlin Ks. lustr. Katalog gratis. Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige[ 2466L* Herren- Garderobe Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Große Frankfurterstraße 37, 11, Eingang Straußberger Platz. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Nr. 240. 23. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Soutag, 14. Oktober 1906. Partei- Angelegenheiten. schule( Vortragender: Julian Borchardt): Uebung im Ausarbeiten Mark wurde nur ein Zuschuß von 2 160 760 M. berbraucht. Unter und Halter von Vorträgen unter Zugrundelegung der Reden und Hinzurechnung der Reste in Höhe von 88.875 M. wurden danach Die Lokalliste für Berlin und die Provinz Brandenburg Schriften hervorragender Redner. Freitag: National- zusammen 414 960 m. weniger verausgabt, wozu noch 91 437 M. ist neu herausgegeben. Bei der Wichtigkeit der Lokalfrage ist es die begriffe der theoretischen Nationalökonomie. Sonnabend: 414 930 m. jetzt sich zusammen aus einem Minderzuschuß von Dekonomie( Vortragender Max Grunwald): Grund- Wehreinnahmen kommen, so daß sich der Gesamtzuschuß um 506 367 Mart auf rund 1980 000 M. ermäßigt. Der Minderzuschuß von dringende Pflicht der organisierten Arbeiterschaft, die Lokal- Literaturgeschichte( Vortragender Heinrich Ströbel): 376 613 M. für das Ordinarium und einem Minderzuschuß von Liste streng zu beachten. Den Saalabtreibereien und Ver- Die deutsche Dichtung im Zeitalter Goethes. Montag: 377 317 M. für das Ertraordinarium. Jm Ordinarium ist der weigeringen gegenüber, die in Berlin teilweise verstedt, in Orten Fortschrittstursus in Nationalökonomie( Vortragender Minderzuschuß hauptsächlich zurückzuführen auf die Mehreinnahme der Provinz dagegen offen und in der schroffsten Form betrieben Julian Borchardt). Einige Teilnehmer fönnen sich noch melden. werden, bleibt uns kein anderes Mittel übrig, als die Lokal( Näheres siehe Lehrplan im Inseratenteil.) iperre. Diese überall dort, wo es nötig ist, durchzuführen, muß das Bestreben aller Parteigenossen sein. Zur Eingemeindung der Jungfernheide in Berlin wird mit Wir richten deshalb wieder an alle Parteigenossen, Gewerk gegen die Eingemeindung beim Oberpräsidenten eingereicht hat. geteilt, daß die Gemeinde Tegel einen eingehend begründeten Protest schaften, Gesang- und sonstigen Vereine, deren Mitglieder aus Dieser wird auch vom Niederbarnimer Landratsamte und vom organisierten Arbeitern bestehen, das dringende Ersuchen, Kreisausschusse unterſtüßt. Der Gemeindevorstand von Tegel hebt bei allen Vergnügungen und sonstigen Arrangements sich ausschließ- hervor, daß die beabsichtigte Gingemeindung im wesentlichen nur lich nach der neuen Lokalliste zu richten. Des weiteren empfehlen See befinden und zu deren Ergänzung und Erweiterung die Stadt wegen der großen Berliner Werke geschehen soll, die sich am Tegeler wir, daß in den Verträgen eine Klauſel aufgenommen wird, wonach Berlin später Gelände von der Jungfernheide braucht. Die Stadt für den Fall, daß das betreffende Lokal für Arbeiterversammlungen Berlin wolle sich dadurch der Pflicht, an Tegel Steuern zu zahlen, später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit ver- entziehen. Die in Betracht kommenden Tegeler Gelände ständen in liert. Vorkommnisse der letzten Zeit lassen eine derartige Be- feinem Zusammenhang mit Berlin, sie seien von der Stadt vieldingung dringend ratsam erscheinen. Es ist außerdem mehr durch das militärfiskalische Gelände und die Grenze der notwendig, daß sich die Vereine usw. bei Arrangierung irgend welcher Stadt Spandau unterbrochen. Ausflüge, Partien usw. mit ihren Anfragen recht frühzeitig zu Potsdam gegen den Eingemeindungsplan des Berliner Ma Wie von anderer Seite mitgeteilt wird, soll auch die Regierung an die Kommiſſion wenden, damit ihnen unliebſame Vorkommnisse gistrats sein. Selbstverständlich sind die Organe der preußischen bei ihren Vergnügungen nach Möglichkeit erspart bleiben. Regierung, sobald es sich um Differenzen zwischen der Reichshauptstadt und einem oder mehreren Vororten handelt, stets im Lager der Gegner der Reichshauptstadt anzutreffen. Ganz besonders weisen wir darauf hin, daß alle nicht in der Lifte als frei bezeichneten Lokale gesperrt sind, eine Spezies fogenannter neutraler Lokale fann es nicht geben. Desgleichen ist es Pflicht der Vorstände und Komitees, dafür zu forgen, daß das zu ihren Vergnügungen und sonstigen Veranstaltungen notwendige Bedienungspersonal vom kostenlosen Arbeitsnachweis des Verbandes deutscher Gastwirts geh it Ifen( Drtsverwaltung Berlin), Dircksenstr. 39 I, Telephon Amt III, 1813, bezogen wird. Parteigenossen! Der Kampf um Versammlungssäle verordnetenversammlung nicht statt. Am nächsten Donnerstag findet eine Sihung der Stadt stellen, Kontoren und Lagern der Roh- und Garleber Einführung völliger Sonntagsruhe in den offenen Verkaufsbranche, sowohl für die Engros- wie auch für die Detailgeschäfte Berlins durch Ortsstatut fordert ein Antrag des Vereins junger Kaufleute der Lederbranche Deutschlands. Der Verein ist durch cine von ihm veranlaßte Umfrage bei den betreffenden Geschäftsinhabern zu der Ueberzeugung gekommen, daß die Mehrzahl dervon 182 868 M. aus Kanalisationsgebühren, auf den Minderbedarf bon 25 877 M. für den Betrieb der einzelnen Radialsysteme und auf den Mehrüberschuß von 40 972 M. bei den Einnahmen aus den Hausanschlüssen. Dagegen ist eine Mindereinnahme zu verzeichnen Mark zur vorläufigen Deckung der aus dem Jahre 1905 verfür die Riefelfelder( 96 075 M.) und ein Mehrbedarf von 91437 bliebenen Einnahmereste. Der Minderzuschuß beim Extraordinarium ist im wesentlichen auf die Mehreinnahme von 322 341 M. aus Straßenanliegerbeiträgen zurückzuführen. Straßenbahnlinie eröffnet die Große Berliner Straßenbahn am nächsten Montag, den 15. Oktober. Sie erhält die Nummer 68 und verbindet das neue Virchow- Krankenhaus mit der Hubertusstraße. Sie erhält die Bezeichnung Frankfurter Chaussee- SeeStraße. Die Linie macht folgenden Weg: Hubertusstraße, Ringbahnhof Frankfurter Allee, Frankfurter Tor, Alexanderplak, MünzChauffeestraße, Müllerstraße, Weddingplay. Seestraße. Die Fahrt straße, Rosenthaler Tor, Invalidenstraße, Stettiner Bahnhof, für die ganze Strecke beträgt 63 Minuten. Die Wagen gehen Werttags vom Ringbahnhof Frankfurter Allee von 6 Uhr 22 Min. bis 7 Uhr 22 Min., von der Hubertusstraße von 7 Uhr 31 Min. bis 9 Uhr 1 Min. und von der Hubertusstraße aus bis zur Müllerstraße, Ecke der Seestraße, von 9 Uhr 16 Min. bis 10 Uhr 31 Min. Sonntags beginnt der Betrieb etwas später, dauert aber länger. Die lezten Wagen gehen dann von der Hubertusstraße 12 Uhr 16 gilt zunächst für die Dauer eines Jahres als Versuchsbetrieb. Minuten, vom Birchow- Krankenhaus 12 Uhr 10 Min. Der Betrieb Neue Straßenbahnlinie zum Virchow- Krankenhaus. Eine neue ist auch ein Kampf um das Versammlungsrecht. felben geneigt ist, die völlige Sonntagsruhe einzuführen, wenn Absichten der Auftraggeber ein Werk geschaffen werden, das der Tut ein jeder seine Pflicht, so wird auch der Erfolg nicht ausbleiben. Klein auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehender Arbeiter darf ein gesperrtes Lokal besuchen. Beherzige ein jeder die Mahnung: Beachtet die Lokalliste! Die Lokalfommission. Schöneberg. Barteigenossen! demokratischen Wahlvereins findet am 16. Oktober, abends Die Versammlung des sozial8 Uhr, in E. Dbfts Festfälen statt. Die Tagesordnung lautet: 1. Berichterstattung vom Mannheimer Bateitag 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Friedenau. Die Mitgliederversammlung findet erst am 23. Dt tober statt. " Treptow Baumschulenweg. Am Mittwoch, den 17. d. Mts., abends 8 1hr, findet in Speers Festsälen", Baumschulenstr. 78, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht außer dem Kaffenbericht, Bericht vom Mannheimer Parteitag, Referent Genosse A. Thiel- Tempelhof. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das pünktliche Erscheinen aller Mitglieder beider Ortsteile in dieser Versammlung. Besondere Gin ladung durch Handzettel findet hierzu nicht statt. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Rummelsburg. Die Berichterstattung vom diesjährigen Partei tage findet am Dienstag, abends 8 Uhr, im Saale der Witwe Weigel, in einer außerordentlicheen Generalversammlung des hiesigen Wahlvereins statt. Auch soll in dieser Versammlung Beschluß gefaßt werden über den Anschluß an die Berliner Parteispedition( offene Handelsgesellschaft). Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Teltow. Am Dienstag, den 16. d. Mts., abends 8 Uhr, findet im Lokal des Herrn Ders die regelmäßige Mitgliederversammlung bes Wahlvereins statt. Um regen Besuch bittet Der Vorstand. auch diejenigen, welche hierzu noch nicht bereit sind, durch den Erlaß ortsstatutarischer Bestimmungen gezwungen werden, ihre Geschäftslokale, Kontore usw. ebenfalls an den Sonntagen zu schließen Der genannte Antrag tam in der letzten Sitzung der Gewerbedeputation des Magistrats zur Verhandlung. Der Referent, Stadtrat Dr. Weigert, verhielt sich dem Antrag gegenüber schroff ablehnend. Man solle erst abwarten, bis 10 Uhr fejtjeke, wirken werde wie das kürzlich erlassene Ortsstatut, welches für die Kontore der Engrosgeschäfte eine höchstens zweistündige Sonntagsarbeit, von 8 Stadtverordneter fämpfte den streng ablehnenden Standpunkt des Referenten. Er Der Korreferent, Stadtverordneter Deutsch, bebeantragte, bei den betreffenden Prinzipalen durch die Gewerbebeputation selbst eine Umfrage zu veranstalten und die Beschluß fassung auszusetzen, bis das Resultat dieser Umfrage festgestellt fei. nicht für spruchreif und warnt vor einseitigem und zu schnellem Stadtverordneter Goldschmidt hält die Sache noch Vorgehen auf diesem Gebiet. Borgmann und Bürgerdeputierter Tubauer traten der Schwarzjeherei auf diesem Gebiete enigegen. Andere Städte seien in dieser Hinsicht viel weiter gegangen als die Berliner Gemeindebehörden durch den Erlaß des vom Referenten angeführten Ortsstatuts, welches übrigens nur für die Kontore von Engrosgeschäften Geltung habe. Die Antragsteller aber fordern die volle Sonntagsruhe auch für die Detailgeschäfte und Lager ihrer Branche. Diesem Verlangen könne man entfprechen, um so mehr, als sich ein so großer Teil der Prinzipale mit dieser Forderung schriftlich einverstanden erklärt hat. Nachdem sich noch einige andere Mitglieder teils im zustimmen den, teils im ablehnenden Sinne ausgesprochen hatten, beschloß die Gewerbedeputation, eine Umfrage bei den Prinzipalen der Rohund Garlederbranche zu veranlassen, durch welche auch die Zahl der in den einzelnen Betrieben beschäftigten Angestellten und Arbeiter ermittelt werden soll. Die endgültige Beschlußfassung- welche übrigens noch der Zustimmung des Magistrats, der Stadtverordnetenversammlung und des Oberpräsidenten bedarf, wenn der Erlaß eines Ortsstatuts erfolgen soll soll stattfinden, wenn das Resultat der beschlossenen Umfrage vorliegt. Die Feuersgefahr in Mietsschulen Ober- Schöneweide. Am heutigen Sonntag früh 1,8 Uhr findet von den bekannten Stellen aus eine Flugblattverbreitung statt und werden die Genossen aufgefordert, sich recht zahlreich daran zu beteiligen. Am Dienstag, den 16. Oktober, abends 8 Uhr, hält ist im„ Borwärts" oft genug erörtert worden. Am Donnerstag hat der Wahlverein im Wilhelminenhof" die regelmäßige Mitglieder- es nun auf dem Grundstück Schönhauser Allee 109 einen gewaltigen bersammlung ab. 1. Vortrag des Genossen Julian Borchardt: Die Dachstuhlbrand- gegeben( wir haben in der Freitagnummer darüber Erkenntnis des wahren Charakters der politischen Parteien". berichtet), der sich rasch über ein langgestredtes Seitengebäude samt 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Bahl- awei Quergebäuden ausdehnte. In der nebenan liegenden Miets reiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. faserne Schönhauser Allee 108 sind nun aber zwei Ertner. Dienstag, den 16. d. Mts., abends 129 Uhr, findet die Gemeindeschulen untergebracht. Einige Blätter haben geWahlvereinsversammlung für Erkner und Umgegend beim Genossen meldet, die nach Ausbruch des Brandes sofort angeordnete RäuDegebrodt statt. Tagesordnung: 1. Bericht vom Parteitag. mung der Klassenzimmer habe sich ohne jede Schwierigkeit vollReferent: Genosse Grunow, Ober- Schöneweide. 2. Diskussion. 3ogen. Eltern, deren Kinder diese Schulen besuchen, haben dem3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Genossen ist Pflicht. gegenüber uns versichert, es sei dabei keineswegs alles so ganz glatt gegangen. Wir wollen hierüber nicht urteilen. Erwähnen Weißensee. Am Montag, den 15. Oktober, findet der bevor- wollen wir nur, daß in zwei Klassenzimmern, die etwas abseits stehenden Gemeindevertreterwahl im alten Ortsteil eine öffentliche auf einem besonderen Hofe untergebracht sind, das für die ganze Wählerversammlung im Café Rettig, Berlinerstr. 11, statt. Genosse erst später von den Kindern geräumt wurden. Da dürfte es sich Schule gegebene Alarmsignal überhört wurde, so daß diese Zimmer Emil Boeste wird über die Aufgaben eines Gemeindevertreters empfehlen, in diefem Schulhause" eine zuverlässigere Art der referieren. Die Genossen aus dem neuen Ortsteil sind ebenfalls Alarmierung einzuführen. eingeladen. Der Vorstand. Reinickendorf- West. Parteigenossen! Am Dienstag, den 16. Oftober cr., abends 8%, Uhr, findet bei Otto, Berlinerstr. 113/114, die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Auf der Tagesordnung steht der Bericht der Gemeindevertreter; da außerdem noch wichtige Vereinsangelegenheiten zur Beratung stehen, deren Erledigung dringend notwendig sind, wird es jedem Genossen zur Pflicht gemacht, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Nowawes- Neuendorf. Am Mittwoch, den 17. d. M., abends 81 Uhr, findet im Lokale des Herrn Schmidt, Wilhelmstr. 3, die Berichterstattung vom Parteitage statt. Referent: Genoffe HeinrichsRigdorf. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. hauses Wertheim auf ihrem Privatbesitz an der Havel errichten Ein Heine- Denkmal bei Berlin wollen die Inhaber des Kauflassen. Dasselbe ist, wie das„ Berl. Tageblatt" erfährt, in großent Stile gedacht. Unabhängig von äußeren Strömungen soll nach den Bedeutung des trotz aller gehässigen Anfeindungen so hoch stehenden Dichters und Sprachmeisters gerecht werden soll. Es soll bei schaffen werden, deren ganze Stimmung mit dem Denkmal in Kladow am Wannsee eine eigene weihevolle Parkanlage geGinklang gebracht werden soll. Das Monument wird auf der an steigenden Höhe des Parkes errichtet werden und vom Wannsee weitaus für alle Vorüberfahrenden sichtbar sein. Es ist zu hoffen, daß die Anlage nach ihrer Vollendung allgemein zugänglich sein wird. Die Ausgestaltung nicht nur des Denkmals, sondern auch des Parkes ist dem Berliner Bildhauer Professor v. U e chtrih übertragen. Der Künstler hat zurzeit die Entwürfe in Arbeit. Mit den Lohnverhältnissen des Personals der städtischen Jrrenanstalten beschäftigte sich am 11. d. M. die Deputation für die städtische Irrenpflege. Allfeits wurde der Ueberzeugung Ausdruck gegeben, daß insbesondere bei dem Pflegepersonal dorfer Anstalt hatte ein Schreiben an die Deputation gerichtet, in eine Aufbesserung der Löhne dringend sei. Die Direktion der Dalldem es hieß: Die von uns vorgeschlagenen Löhne find fast durchweg nicht betvilligt, sondern es sind die für 1905 gewährten in den Etat für 1906 wieder eingestellt! Infolgedessen ist die Unzufriedenheit groß, die unverheirateten Leute verlassen zum Teil ihre Stellungen, die verheirateten mit Familie sind bei den immer mehr steigenden Preisen aller Lebensbedürfnisse tatsächlich Entbehrungen ausgesetzt. Ganz besonders schlecht gestellt sind noch immer unsere Pfleger, und die Folge davon ist, daß wir ständig mit einem schweren Notstande in dieser Beziehung zu kämpfen haben. Nicht nur, daß sich das Pflegepersonal, was das neu eintretende anlangt, in seiner Qualität verschlechtert hat, es ist überhaupt kaum möglich, auch nur die Zahl vollständig zu halten. Es ist zeitweise vor= gekommen, daß 20 und mehr Pfleger fehlten. Daß darunter der Dienst und, was in erster Linie in Betracht kommt, namentlich auch die Kranken leiden müssen, braucht nicht gesagt zu werden. Ueberall bieten sich unseren besten Leuten angenehmere und lohnendere Stellungen; aus diesem Grunde haben allein in den letzten zwei Jahren( 1904/05) 27 Pfleger, die nach längerer Dienstzeit zu den besseren zählten und ungern entlassen wurden, die Anstalt verlassen, darunter 11 in dem schweren Dienste des Ueberwachungshauses gut ausgebildete Leute. Von dem bea ständigen Wechsel der weniger tauglichen Elemente sehen wir dabei ganz ab. Gewiß ist dieser Uebelstand nicht nur durch höhere Löhne zu bekämpfen, sondern erfordert noch ganz andere Maßnahmen, aber zunächst wird es doch immer ein höherer Lohn sein, der den Anfang der Besserung herbeiführen kann. Er entspricht auch in keiner Weise mehr, verglichen nach dem jezigen Werte des Geldes, den früheren Löhnen und auch nicht den in anderen Verwaltungen gezahlten Löhnen. Eine Abhülfe in dieser Bea ziehung ist dringend notwendig usw." Von seiten der sozialdemokratischen Mitglieder der Deputation wurde unter Hinweis auf den ganz kolossalen Wechsel des Perfonals im ersten Jahre nach einer von der Direktion Wuhlgarten aufgestellten Statistit wurden nahezu 75 Prozent der abvor Ablauf des ersten Jahres wieder entlassen gegangenen Pfleger und 58,3 Prozent der Pflegerinnen eine ausreichende Steigerung insbesondere des Anfangslohnes gefordert, um für die Jrrenpflege geeignete Kräfte heranzuziehen und festzuhalten; dem Was unsere grundfäßliche Stellungnahme zur Frage der Ver- vorzeitigen Kraftverbrauch bei dem aufreibenden Dienst müsse durch wendung von Mietskasernen als Schulhäuser betrifft, so ist sie hin- Berkürzung der Dienstzeit, Erholungsurlaub und Gewährung der reichend bekannt. Dieser Brand hat aufs neue und mit erschreckender persönlichen Freiheit in der dienstfreien Zeit vorgebeugt werden; Deutlichkeit gezeigt, wie bedenklich es ist, Schulen in wolle man sich nicht entschließen, das bisherige Kost- und Logiswesen Mietstafernen unterzubringen. Mietstafernen sind in den Anstalten abzuschaffen was über kurz oder lang doch nun einmal anders eingerichtet als Schulhäuser. Wenn in Hinter- fommen muß so müsse für ausreichende Wohnung und aus. gebäuden solcher Mietsfasernen ein paar Schulen mit mehr als reichende, einwandsfreie und abwechselungsreiche Soft gesorgt 1000 Kindern hausen müssen, so sind bei Ausbruch eines Feuers, werden usw. das im Schulhause selbst entsteht, die entseßlichsten Folgen zu beDie Deputation beschloß, dem Magistrat zu empfehlen: fürchten. In Hintergebäuden sind die Treppen steil und schmal für Pfleger eine Lohnstala, die mit 50 W. monatlich( bisher und die Türen eng. Da ist eine rasche Leerung der Klassenzimmer 35 M.) beginnt und in den ersten vier Jahren um monatlich und des Hauses unmöglich, sobald unter den geängstigten Kindern 5 M. alle Jahre, von da ab um 5 M. alle zwei Jahre steigt bis zum irgend welche Verwirrung entsteht. Im Hause Schönhauser Im Hause Schönhauser Höchstgehalt von 90 m. nach zwölf Dienstjahren( außer Kost, Allee 108 befinden sich Klassenzimmer selbst im obersten Stockwerk Logis usw.); für Pflegerinnen eine Stala von 30 M. Anunmittelbar unter dem Dache. Und dicht neben solchen Klassenfangslohn( bisher 22 M.), steigend um 3 M. jährlich bis zum zimmern wütete auf dem Dache des Giebel an Giebel stehenden Höchstgehalt von 60 m. nach zehn Jahren; daß die Pfleger des Quergebäudes des Nebenhauses die Feuersbrunst, bei deren Be- Ueberwachungs- und des Verwahrungshauses in jeder Stufe 5 M. fämpfung übrigens unsere Feuerwehr keineswegs Glänzendes ge- mehr erhalten; daß bei den Anstalten Familien= leistet hat. wohnungen in ausreichender Zahl errichtet werden, die dem verheirateten Pflegepersonal gegen eine billige Miete( Selbstfosten) überlassen werden können. Die übrigen Beſchlüſſe betrafen die in den Anstalten beschäftigten Schweizer, Hausdiener, Küchen- und Waschmädchen, Bureaudiener, Pförtner usw. Das neue städtische Hospital in Buch mit seinen 20 Gebäuden Berliner Nachrichten. Arbeiter- Bildungsschule Berltu.( Schullokal: Grenadier straße 37, Hof geradezu, 1 Treppe). Heute abend 7 Uhr in Feuersteins Festfälen, Alte Jakob- ist in seinen wesentlichen Zeilen fertiggestellt und unter Dach. Die straße 75: Vortrag des Genossen Julian Borchardt über Bubarbeiten haben begonnen und die Heizungsanlagen gehen ihrer Der Wert der Bildung für den Arbeiter". Vollendung entgegen. Auch die Bauarbeiten für den die BaulichIn dieser Woche beginnen die Kurse und werden die feiten verbindenden, großen unterirdischen Rundkanal sind nahezu Die alte Unfitte der Kinder, sich an fahrende Wagen anzuArbeiter und Arbeiterinnen nochmals ersucht, sich zahlreich vollendet. Die Terrainregulierungen sind in großen Zügen fertig hängen, vor der immer und immer wieder gewarnt wird, hat gestern daran zu beteiligen. Montag: Geschichte( Vortragender: gestellt. Mit der Bepflanzung der Anlagen wird in den nächsten Nachmittag wieder einen Unglücksfall herbeigeführt, dem jedenfalls Max Maurenbrecher): Die große französische Revolution Tagen begonnen werden. Die Arbeiten für Ent- und Bewässerung, noch ein blühendes Menschenleben zum Opfer fallen wird. die Beleuchtung der Gebäude usw. schreiten vorwärts, sodaß mit sechsjährige Knabe Hugo Lehmann aus der Zimmerstr. 16 hatte ( 1789-1799). Dienstag: Soziale Gesetzgebung( Vor der Fertigstellung im nächsten Jahre gerechnet werden kann. sich in der Kochstraße an einen Omnibus der Linie Greifswalder. tragender: Simon Kaßenstein): Deutsches Arbeiterrecht, I. Teil. Die städtischen Kanalisationswerke haben im vergangenen straße- Anhalter Bahnhof angeklammert und als ihn der Schaffner Das Recht des gewerblichen Arbeitsvertrages. Mittwoch: Jahre( 1905/06) erheblich besser abgeschlossen, als im Jahre herunterjagen wollte, stürzte er auf den Straßendamm und ein Naturerkenntnis( Vortragender: M. H. Baege): Die Ab- 1904/05 und als bei der Etatsaufstellung vorausgesehen werden hinterdreinkommender Speditionswagen fuhr ihm über die Brust stammungslehre und die Lehre Darwins. Donnerstag: Redner konnte. Statt des im Etat angesetzten Zuschusses von 2486 815 hinweg. Ein Schuhmann brachte den Knaben nach der UnfallDer ffaHon XIII und tjött dort wurde ex in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus Moabit eingeliefert. Mit einer Angelegenheit agrarischen Ursprungs hatte sich die letzte Sitzung des Kuratoriums des städtischen Vieh- und Schlacht- Hofes zu beschäftigen.� Es handelte sich um folgendes: Eine aus Räten des Landwirtschafts- und des Handelsministeriums zu- sammengesetzte Kommission hat am 9. Mai die Einrichtungen des städtischen Viehhofes besichtigt, um sich über die Art der Preis- Notierungen zu informieren. Dieser Besuch in Verbindung mit einer Zuschrift des Handelsministcrs an die hiesige Handelskammer ließ die Absicht erkennen, wenn nicht ganz schwerwiegende Bedenken bestehen, einem am 9. Februar 1995 vom deutschen Landwirtschafts- rat gefaßten Beschlüsse die Einführung des Wage- und Schlußschein- zwanges betreffend an den größeren Schlachthöfen nachzukommen. Als Unterlage für die Beratungen hatte der Herr Direktor des Viehhofes eine sehr eingehende, umfangreiche Denkschrift vor- gelegt, in welcher auf die vielen Bedenken und die nicht unbedeuten- den Kosten, sowie auf die Erschwerung des Handelsgeschäfts auf dem Viehhofe hingewiesen wurde und die das Kuratorium veran- laßte, mit allen gegen eine Stimme gegen die Einführung des Wägezwanges zu protestieren. Genosse Hoffmann, der gegen diesen Protest stimmte und sich deshalb als„Ueberagrarier Arm in Arm mit Ring" bezeichnen lassen mutzte, verkannte keineswegs die großen Schwierigkeiten und die hohen Kosten, ebensowenig die Absicht der Agrarier, den Handel auf den ihnen verhaßten großen Viehhöfen nach Möglichkeit lahmzulegen. Alles dies könne ihn aber nicht ver- anlassen, gegen eine vom Standpunkte der Reellität des Handels durchaus begründete Forderung zu stimmen; er halte es für einen schweren Fehler, durch Ablehnung solcher Forderungen der wüsten Agitation nimmersatter volksausbeutendcr Agrarier neue Nah- rung auch nur mit dem Schein einer Berechtigung zu geben. Gerade dadurch, daß man sich berechtigten Wünschen der Landwirt- schaft nicht verschließt, unterbinde man am besten ihr Volks- schädigendes Treiben und öffne den Indifferentesten die Augen. Das Treiben der Agrarier dürfe uns nicht blind machen gegen wirkliche Schäden, als solche betrachte er das Fehlen des Wage- Zwanges, dem sich sonst jeder Kaufmann unterwerfen müsse, seine Ware zu wiegen oder zu messen, daran sei nicht nur der Vorbcsitzcr, in diesem Falle der Produzent, sondern die gesamten Konsumenten beteiligt. Interessant in dieser überaus lebhaften Sitzung war schließlich noch, daß die Beleuchtung des Börsensaales des Viehhofes, die bereits, wie aus der Stadtverordnetenversamm- lung(vor den Sommerfericn) bekannt ist, über den Kopf des 5iuratoriums durch den Stadtrat Hübner verfügt war, wieder auf der Tagesordnung stand,„weil durch ein Versehen das Kuratorium übergangen se i". Es wurde schließlich dem Antrage Hoffmanns entsprechend beschlossen, sämtliche sechs Kronleuchter zu erhalten, ein Verlangen, dem sich auch der an- wesende«tadtbaurat voll anschloß, und an Stelle des Millenium- lichtes eine Probe an einem Kronleuchter mit hängendem Gas- glühlicht vorzunehmen und nach befriedigender Besichtigung durch das Kuratorium diese Beleuchtung einzuführen. Vielleicht ver- anlaßt dieser e i n st i m m i g gefaßte Beschlutz den Herrn Ober- bürgermeister, seine Rede, die er seinerzeit gegen den Genossen Hoffmann in der Stadtverordnetenversammlung hielt, als derselbe gegen das eigenmächtige Vorgehen des Stadtrats Hübner zugleich mit dem bürgerlichen Stadtverordneten Kuhlmann protestierte. nochmals nachzulesen, sie dürfte jetzt besonders interessant sein, weil sich auch Herr Stadtrat Hübner nunmehr den Ausführungen Hoffmanns für Erhaltung allen Kronleuchter voll und ganz an- schloß. Ein falscher Kriminalbeamter. Unter dieser Spitzmarke brachten wir nach einer Korrespondenz die Mitteilung, daß ein Buchdruckereibesitzer B., Frankfurter Allee 111, sich fälschlicher- weise den Titel eines Kriminalbeamten beigelegt habe. Die In- haber der Buchdruckerei R. P. Stoppe u. Co., Frankfurter Allee III, deren technischer Leiter ein Herr B. ist, ersuchen mitzuteilen, daß sie mit dem angeblichen Buchdruckcreibesitzer und Kriminalbeamten nicht identisch seien.— Der falsche Kriminalbeamte hatte sich der Polizei gegenüber als Buchdruckereibesitzer Bambach, Frankfurter Allee 111, legitimiert. In dem genannten Hause wohnt nun, wie wir feststellten, ein Agent Bambach, welcher Buchdruckerciauf- träge vermittels jedoch tatsächlich nicht Besitzer einer Buch- druckerei ist.. An den Folgen eines Fliegenstichs gestorben ist der Gastwirt Benke aus Köpenick, der, wie wir kürzlich mitteilten, sich infolge eines Fliegenstichs eine Blutvergiftung der rechten Hand zuge- zogen hatte und sich einer Armamputation unterziehen mußte. Leider war die Blutvergiftung bereits zu weit vorgeschritten, und die Bemühungen der Aerzte, B. am Leben zu erhalten, erfolglos. Benke ist gestern im Kreiskrankenhause in Groß-Lichterfelde ge- storben. Der Leichenfund, den ein Streckenarbeiter auf der Nordbahn inachte, hat gestern vormittag seine Aufklärung gefunden. Die Kriminalpolizei stellte fest, daß der Tote, dem der 51opf von der Lokomotive eines Schnellzuges vom Rumpfe getrennt wurde, der seit vier Tagen vermißte Sohn der Reichardschen Eheleute in Pankow ist. Der kaum 16jährige junge Niann hatte seiner Mutter einige Mark entwendet und wagte sich nicht nach Hause. Auf dem Felde, dicht an der Nordbahnstation Pankow, hatten die Reichard- schen Eheleute Laubenland. Dort hatte der junge Durchgänger anscheinend übernachtet. Ob er freiwillig auf den Schienen der Eisenbahn den Tod gesucht hat oder ob er von der Schnellzug- lokomotive beim Ueberschreiten der Gleise gefaßt wurde, konnte noch nicht ermittelt werden. Der Kopf des Toten mutz sich im Räderwerk der Lokomotive festgeklemmt haben, denn nur auf diese Weise ist es erklärlich, daß man ihn drei Kilometer von der Un- glücksstelle entfernt fand. Die Berliner Feuerwehr auf einer Affenjagd. Der 15. Zug wurde am Sonnabendmittag von dem Besitzer eines Pavians ge"- beten, einen bisher zahmen, plötzlich entflohenen und wildgewordcnen Affen einzufangen. Es wurden ein Oberfeuermann und mehrere Feuerwehrmänner mit einer Gasspritze entsandt. Das Einfangen des bösen Tieres war aber nicht so einfach, es sträubte sich heftig, biß und versuchte sich Immer wieder zu befreien. Da der Affe gar nicht zu bändigen war, wurde die kleine wilde Bestie mit Ein- Verständnis des Besitzers getötet. Entsetzlich zugerichtet wurde gestern abend der Arbeiter Franz Gehrat, Schulstr. 66, bei einem bedauernswerten Unglücksfall. G. war vor einigen Tagen umgezogen und als er gestern abend von der Arbeit heimkehrend, die neue Wohnung betrat, stolperte er über einen Korb mit Porzellan und stürzte so unglücklich, daß er mit dem Kopf mitten in die Scherben hineingeriet. Auf seine Schmerzensschreie eckten Frau und Kinder hinzu und befreiten ihn. Der Aermste war furchtbar zugerichtet. Am Kopf und im Gesicht wies er zahlreiche Verletzungen auf und viele Glassplitter hatten sich in das Fleisch hineingebohrt. Auf der Unfallstation wurde G. blutüberströmt eingeliefert und nachdem er dort die erste Hülfe er- halten, dem Krankenhaus zugeführt. Durch einen Schuß ins rechte Ohr hat sich gestern der Ma- schinenmeifter Ernst Sch., Marienstr. 1, getötet.. Sch. wohnte nach dem vor zwei Jahren erfolgten Tode seiner Ehefrau mit seiner 16jährigen Tochter allein zusammen und wurde in den letzten Monaten von einer schweren Krankheit geplagt. In größter Auf- opferung pfkegte die Tochter den kranken Vater. Kurzlich erfuhr Sch., daß sein Leiden unheilbar sei und da er nicht dulden wollte, daß sein Kind vielleicht auf Jahre hinaus an sein Krankenlager gefesselt werde, entschloß er sich, freiwillig aus dem Leben zu scheiden. Gestern jagte er sich eine Revolverkugel in das rechte Ohr und starb kurz darauf an den Wirkungen des Schusses. Arbeitersamariterkolonne. Es beginnen in dieser Woche die Kurse in der zweiten Abteilung am Montag, in der vierten Ab- teilung am Tonnerstag, jedesmal 9 Uhr abends beginnend. Auf wiederholte Anfragen bringen wir nochmals zur Kenntnis, daß die � SiUüßJim vöv Fpagey Wd Mädchen an unseren Kursen durchaus erwünscht ist. Deshalb ersuchen wir die Arbeiter und Parteigenossen, ihre Frauen und Töchter sowie Mitarbeiterinnen darau hinzuweisen. Alles weitere siehe Inserat der heutigen Nummer. Auf der Trcptow-Stcrnwarte spricht Herr Dir. Archenhold am Sonntag, den 11. Oktober, nachmitttags ö Uhr über:„Erdbeben und unser Wissen vom Erdinnern", abends 7 Uhr über:„Wolken, Blitze und andere Erscheinungen in unserer Atmosphäre". Am Montag, den IS. Oktober beginnt der 19 stündige Vortragszyklus der Humboldt-Akademie und zwar spricht Herr Dir. Archenhold abends 9 Uhr über:„Unser Standpunkt im Weltall". Für den Zyklus sind Hörerkarten vor dem ersten Vortrag im Bureau der Treptow-Sternwarte zu kaufen.— Alle Vorträge sind mit zahl- reichen Lichtbildern ausgestattet.>— Mit dem großen Fernrohr wird wahrend der ganzen Woche nachmittags die Sonne, abends Doppelstern Albirca und Saturn beobachtet. Der botanische Garten in Dahlem ist für dieses Jahr zum letztenmal am Sonntagnachmittag für das Publikum geöffnet; er wird dagegen an den übrigen drei Nachmittagen in der Woche (Dienstag, Mittwoch, Freitag) noch bis zum Ende Oktober zum Besuche freigegeben sein. Kinder unter 19 Jahren haben auch in Begleitung Erwachsener keinen Zutritt. Im wissenschaftlichen Theater der Urania wird der Vortrag „Der jüngste Ausbruch des Vesuv" am Sonntag, Montag, Dienstag und Mittwoch dieser Woche wiederholt werden, an allen übrigen Tagen, also am Donnerstag, Freitag und Sonnabend wird der neue mit zahlvichcn farbigen Bildern ausgestattete Vortrag„Die Mosellande und ihr Weinbau" zur Darstellung gelangen. Im Hörsaal werden nachstehende Vorträge gehalten: Dienstag, Dr. von Unruh,„Einführung in die organische Chemie". Mittwoch, Dr. W. Scheffler,„Die Linsenbilder", Donnerstag, 6 Uhr, Dr. C. Thcsing,„Lebende, leblose und tote Naturkörper", 8 Uhr, Dr. C. Thesing,„Die Gewebe des tierischen Körpers", Sonnabend, Dr. B. Donath,„Der elektrische Spannungszustand". Im großen Hörsal der Urania-Sternwarte in der Jnvalidenstraße spricht am Dienstag Dr. Ristenpart über„Die Größe der Erde und das Geoid". ' Feuerwehrbericht. Gestern früh um 7 Uhr wurde die Feuer- lvehr nach der Siemensstraße 17 gerufen. Niedergedrückter Rauch war die Ursache. Auf der Fahrt stürzte ein Rappe(Kondor) vor einem Fahrzeuge des 15. Zuges und vcrmdek gleich darauf. In der letzten Nacht hatte die 3. Kompagnie in der Trcbbinerstratze zu tun. Tort brannte auf dem Platz der Markt- und Kühl- Hallengesellschaft ein Schuppen mit Materialien usw. Oberbrandinspektor Reinhardt war mit zwei Zügen schnell zur Stelle und es gelang durch energisches Vorgehen und tüchtiges Wassergeben, den Brand auf den Schuppen zu beschränken. Tie Entstehung konnte noch nicht ermittelt werden. Morgens 4 Uhr brannte auf dem Hofe Beuthstratze 3 Müll und Kanonierstratze 19 Türen usw. in einer Schlächterküche. Kisten, Kleider u. a. wurden in der Anklamerstratze 36 ein Raub der Flammen und Gardinen in o. d. Heydtstraße 1. Wegen eines Küchenbrandcs erfolgte ein Alarm nach /der Willibald Alexisstraße 12 und wegen eines Keller- brandes nach der Müllerstraße 163. Vorort- JVacbricbtem Charlottenburg. Steigerung der Fleischpreise. Wie gewaltig die Fleischpreise in den letzten Jahren gestiegen sind, geht aus einer interessanten Ber- öffentlichung des Statistischen Amtes hervor. Seit 1898 werden in den Monatsberichten des Statistischen Amtes regelmäßig die durch- schnittlichen monatlichen Marktpreise mitgeteilt, wie sie sich aus den von der Polizei aus den verschiedenen Marktplätzen der Stadt er- nnttelten Preisen ergeben. Es ergibt sich hieraus, daß ganz be- sonders seit 1993 jede Fleischsorte beträchtlich im Preise gestiegen ist. Im August 1993 betrug im Kleinhandel der Durchschnittspreis pro Kilo Rindfleisch von der Keule 1,59 M., im August 1996 da- gegen 1,99 M. Für Rindfleisch vom Bauch ist in dem gleichen Zeit- räum der Preis pro Kilo von 1,15 auf 1,59 M. gestiegen, für Kalb- fleisch von 1,69 auf 1,89 M., für Hammelfleisch von 1,59 auf 1,99 Mark und für Schweinefleisch sogar von 1,55 auf 2,19 M. Ein besseres Bild für die Schwankungen der Fleischpreise geben die Großhandelspreise, die von der Zentralmarkthglle in Berlin täglich zusammengestellt werden. Aus dem größten und kleinsten Preise einer Fleischsorte ergibt sich ihr mittlerer Preis und aus den täglichen Mittelpreisen eines Monats der mittlere Preis für den Monat. Auf diese Weise sind für den Monat August der letzten Jahre folgende Preise ermittelt worden. Im Jahre 1897 betrug der mittlere Großhandelspreis für 59 Kilogramm Rindfleisch beste Sorte 69,35 M., bis 1999 blieb der Preis ungefähr gleich, er stieg dann bis auf 63,89 M. im Jahre 1993, sank im nächsten Jahre wieder, um dann bis auf 71,79 M. im August dieses Jahres zu steigen. Für Rindfleisch zweiter Sorte stieg der Preis von 1897 bis 1996 von 53,52 auf 66,29, für Rindfleisch dritter Sorte von 46,27 auf 69,97, für Rindfleisch vierter Sorte von 39,39 auf 54,44 Mark für je 59 Kilogramm. Kalbfleisch ist. in der gleichen Zeit im Preise gestiegen von 57,99 auf 84,45 M. bezw. von 41,12 auf 64,85 Mark pro 59 Kilogramm, Schweinefleisch von 56,54 auf 69,93 M. Beschränkt man sich nicht auf einen bestimmten Monat, sondern zieht man den mittleren Großhandelspreis für den Durchschnitt der einzelnen Jahre in Betracht, so ergibt sich für Schweinefleisch sogar eine Steigerung von 42,17 auf 65,97 M. für je 59 Kilogramm in den letzten zehn Jahren. Alle Flcischsorten, ganz besonders aber Schweinefleisch, waren in den letzten Jahren starken Preis- schwanknngen unterworfen, und zurzeit stehen alle Fleischsorten außergewöhnlich hoch im Preise. Während z. B. 59 Kilogramm Schweinefleisch noch im Januar 1994 durchschnittlich 47,68 M. kosteten, war der Preis desselben Gewichts im Februar 1996 auf 75,25 M. gestiegen, und es hat den Anschein, als wenn diese Preishöhe am Anfang des nächsten Jahres noch überholt werden wird. Schöneberg. Mit dem Rathausnenbau wird sich wieder einmal die Stadi- verordnetenversammlung beschäftigen, und zwar in ihrer am nächsten Montag stattfindenden Sitzung. Der von der Stadwerordneten- Versammlung eingesetzte Ausschuß hat sich mit der Errichtung des neuen Rathauses auf dem städtischen Grundstück am Platz R nicht einverstanden erklärt, sondern empfiehlt der Stadtverordneten- Versammlung, den Magistrat zu ersuchen, einen Platz in der Haupt st raße ausfindig zu machen. Der Ausschuß hat ferner beschlossen, dem Vorschlage des Magistrats, die Hochbaudeputation mit dem EntWurfe des Bauprojekts zu betrauen, nicht zuzustimmen; es soll vielmehr eine öffentliche Ausschreibung vorgenommen werden. Die Einführung der obligatorischen Fortbildungsschule in Schöncberg wird jetzt nach langem Drängen durch die Stadt- verordnetenversammlung vom Magistrat geplant. In seiner der Versammlung gemachten Vorlage teilt � der Magistrat mit, daß er jahrelang mit dem Minister f�r Handel und Gewerbe wegen Gewährung eines Staatszuschusscs in der Höhe der Hälfte der Kosten bei Umwandclung der jetzt bestehenden fakultativen Fort- bildungsschule in eine obligatorische in Unterhandlung gestanden hat. Tie Verhandlungen haben jedoch nicht zu dem gewünschten Er- folge geführt. Der Minister hat erklärt, daß der Staat zu den laufenden Unterhaltungskosten nur ein Drittel gewähren könne. Um nun unter den gegebenen Umständen die Umwandclung nicht noch weiter hinauszuschieben, zumal in den meisten Nachbarorten bereits Pflichtfortbildungsschulen bestehen und z. B. Charlottenburg nur einen Staatszuschuß von einem Viertel der Kosten erhält, hat der Magistrat in Uebereinstimmung mit der Schuldeputation be- schloffen, die obligatorische Fortbildungsschule zum 1. April 1997 einzurichten. Ein dcmentsprechendeS Ortsstatnt wird der Stadt- verordnetenversammlung in ihrer nächsten Sitzung vorliegen. Zum Leiter des Statistischen Amtes der Stadt Schöneberg ist vozv Magistrat Hexx Dx. Robert Kuczyns.ki gewähst tLpxden, dex bereits die Leitung deS Statistischen Amtes in Elberfeld inne hatte. Der bisherige Direktor des Statistischen Amtes in Schöneberg, Pro- fessor Dr. Silbergleit, hat bekanntlich am 1. Oktober die Leitung des Statistischen Amtes in Berlin übernommen. Wilmersdorf. In ber am Mittwoch stattgcfundenen gut besuchten Mitgliedern Versammlung dcL Wahlvcreins erstattete Genosse Wollermann den Parteitagsbericht. Einleitend gab er seiner Freude über den ruhigen und würdigen Verlauf der Verhandlungen Ausdruck. Die Organi- sations- sowie Massenstreiks- bezw. Gewerkschaftsdebatte behandelte Redner ausführlich. Die in Jena geschaffene Organisationform habe diesmal die Möglichkeit eines Ueberblickes über die Zahl der im Reiche organisierten Parteigenossen gewährt. Wenn er auch mit dem ErgcbniSartikel der Magdeburger„Volksstimme" nicht ein- verstanden sei, so müsse man doch zugeben, daß manches dort Ge- sagte zutreffend sei. Zieht man in Betracht, daß Berlin der Kon- zentrationspunkt des politischen Lebens ist. so ist die Zahl der hier organisierten Parteigenossen, die zirka 11 Proz. der bei der letzten Reichstagswahl abgegebenen Stimmen ausmache, kein besonders günstiges Resultat. In Hamburg seien es zirka 22 Proz. Berlin könne eben deshalb.mehr Geld abliefern, weil die Agitation viel leichter sei ais in der Provinz. Jeder einzelne Genosse müsse energisch mit Hand anlegen, die Lauen aufzurütteln, wo und wann immer sich dazu Gelegenheit bietet, nur mit starken Organisationen könne an eine günstige Durchführung des politischen Massenstreiks gedacht werden. Für das Amendement Legten zur Massenstreik- resolution haben Redner sowie seine Mitdelegierten des Kreises nicht stimmen können, da er unmöglich verstehen könne, daß sich die Kölner und Jenaer Resolution decken sollen. Alle Diskussionsredner -erklärten sich mit den Ergebnissen des Parteitages in den wesent- lichsten Punkten einverstanden. Unwillen rief der vom Partei- vorstand eingenommene Standpunkt gegenüber den bei öffentlichen Wahlen nicht ihre Pflicht tuenden Genossen hervor. Von allen Rednern so auch vom Referenten wurde dieser Standpunkt als un- haltbar bezeichnet, daß ein Stadtverordneter, der sich den Fraktions- beschlössen nicht unterordne, wie z. B. Gericke-Rixdorf, weiter der Partei angehören soll. Es wurde darauf hingewiesen, daß dies die Wahlarbeiten und Agitation enorm erschweren und die Disziplin zerrütten müsse. Mit der Ablehnung der Resolution gegen die Lokalisten erklärte sich die Versammlung, außer einzelnen Rednern, einverstanden.- Zum Schluß forderte Genosse Wollcrmann zu reger Agitation und nutzbringender Verwertung des in Mannheim Ge- leisteten auf. Namentlich vor den Stadtverordnctcnwahlen sei die Anspannung aller Kräfte nötig, um ins Stadtparlamcnt Arbeiter- Vertreter zu wählen. Der Vorsitzende machte alsdann noch die vom Vorstand getroffenen Vorbereitungen zu den Stadtverordneten- Wahlen bekannt. Da noch nicht feststeht, ob Listenwahl stattfindet oder der Ort in Bezirke geteilt wird, ist die ausgestellte Kandidaten- liste noch nicht als endgültig zu betrachten. Mit einem dringenden Appell zu neuer Arbeit war Schluß der Versammlung. Ein schwerer Bauunfall ereignete sich im Laufe des Freitag- nachmittags auf dem Neubau in der Ringbahnstraße 246. Dort- selbst brach das Gerüst von der dritten Etage, auf welchem sich die Maurer befanden, herunter auf die zweite Etage, wodurch einige Maurer teils schwere, teils leichtere Verletzungen davontrugen. Der Unfall ist, wie uns von fachmännischer Seite mitgeteilt wird. dadurch entstanden, daß der Wechselbalken, wo die überladene Rüstung darauf ruhte, brach. Der Bau ist polizeilich gesperrt worden. Ober- Schöneweide. Gemeindevertretung. Die Bewilligung von Mitteln für die im Bau begriffene 3. Gemeindeschule gab Anlaß zu längeren Aus- einandersetzungen. Allseitig wurde bemängelt, daß man der Ver- tretung ein durchaus unfertiges Projekt vorgelegt habe. So hat sich herausgestellt, daß Aenderungen in der Mauerkonstruktion 14 999 Mark Mehrkosten erfordern. Die Aufsichtsbehörde hat ferner eine anderweitige Ausführung der Abortanlagcn angeordnet, die"allein 18 499 M. an Mehraufwand erfordern. Für Einrichtung einer Kochschule im Gebäude wurden 8999 M. gefordert. Das eigen» mächtige Handeln des Gemeindebaurats wurde scharf verurteilt. Seitens unserer Genossen wurde der Baukommission das Recht der selbständigen Vergebung von Arbeiten bestritten. Be- schloffen wurde, sämtliche Forderungen einer nochmaligen Prüfung in der Baukommission zu unterziehen. Für Zwecke der Verwaltung und Unterbringung der Volksbibliothet soll die Rektorwohnung im Ayitshause verwendet werden. Zwecks Fürsorge für kranke Kinder wird die Schaffung von 19 Freistellen in S e e h o s p i z e n be- schlössen; des weiteren die Aufstellung eines Desinfektions- s ch r an k e s im Feuerwehrgebäude. Unsere Genossen beantragten die Unentgeltlichkeit der Desinfektion. Beschlossen wurde, dieselbe bei einem Einkommen bis zu 2 99 9 M. unentgeltlich auszuführen. Auf Antrag des Fortbildungsschulkuratoriums wurde beschlossen. das Schulgeld für auswärts arbeitende Lehrlinge, wenn die betr. Lehrherren die Zahlung verweigern, niederzuschlagen. Zwecks Herbeiführung einer direkten Straßenbahnverbindung mit Berlin wird eine Kommission eingesetzt. Bemängelt wurde die Untätigkeit der Gesellschaft„Berliner Ostbahnen" in dieser Frage. Auch die Frage der Einrichtung einer Äutomobilomnibuslinic soll ins Auge gefaßt werden. Das Liegegeld von Schiffen an den Ge- meindeablagen wird auf eine einmalige Gebühr von 1 M. ermäßigt. In diesem Jahre wird sich die Gemeinde zum erstenmal an der Wahl von Kreistagsabgeordneten beteiligen. Rummelsburg. Eine Warenansstellnng veranstaltet der Berliner Consum-Verein, Abteilung Rummelsburg, am helltigen Sonntag von 3 Uhr nach- mittags ab im Lokale der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45. Gleich- zeitig findet eine öffentliche Versammlung mit Vortrag statt. Nach der Versammlung gemütliches Beisammensein mit Tanz. Entree frei. Um recht rege Beteiligung bittet Die Abteilungsleitung. Trebbin(Kreis Teltow). Ein Raubmord an einem Arbeiterinvaliden ist in Jütjcndorf bei Trebbin entdeckt worden. Dort wurde der 6Zjährige Arbeiter Friedrich Balz erschossen in seinem Bett aufgefunden. Ein Geld- betrag sowie ein Sparkassenbuch wurden in der arg verwüsteten Behausung von den Tätern geraubt, deren Spuren in Berlin ver- ulgt werden. Ueber das Verbrechen werden uns folgende Einzel- heilen gemeldet: In dem dicht bei Trebbin belegenen kleinen Lütjendorf wohnte der Arbeiter Friedrich Balz seit zehn Jahren bei seiner verheirateten Tochterd Frau Merisch, die ein Grundstück mit einem Häuschen am Ende des Dorfes unweit einer Waldparzelle besitzt. Wenn die Familie Merisch mit Feldarbeiten beschäftigt war, wurde Vater Balz allein im Häuschen zurückgelassen, dessen Haustür verriegelt wurde. Ein Hund bewachte den Hof. Von den übrigen Häusern im Dorf liegt das Gehöft ziemlich abgesondert dicht an der Land- straßc. Als Balz vorgestern nachmittag wieder allein in seinem Bette lag, begehrten fremde Burschen bei ihm Einlaß. Der Hund schlug, wie Passanten in der Dorfstraße hörten, lauten Lärm. Tann wurde nichts mehr vernommen. Als abends um 6 Uhr die An- gehörigen vom Felde heimkehrten, fanden sie den alten Mann im Bett mit einer Schußwunde im Hinterkopf tot auf. Die Stuben und die Küche waren in größter Unordnung; alle Schränke und Kästen waren erbrochen, Kleider und Wäsche�lagen untereinander gewühlt auf dem Boden. Aus einem Behältnis hatten die Räuber, die den Alten als unbequemen Zeugen erschossen hatten, einen Bar- betrag von 4,59 M. sowie ein Sparkassenbuch über 469 M. an sich genommen. Die weiteren Spuren zeigten, daß die Raubmörder den Zutritt zur Wohnung durch ein niedriges Fcnsterchen, das sie zertrümmert hatten, genommen und nach der Untat durch dieses sich wieder geflüchtet hatten. Am Tatort, und zwar an dem von ihnen erbrochenen Küchenschrank, haben sie einen knallroten Schlips liegen lassen. Es ist dies eine lange, fertig gebundene Schleife, die möglicherweise einem der Täter vom Kragen gerutscht ist. Nach dex Son ihnen im Hause angerichteten Verwüftung zu ürteilen, müssen| trägen oder von Unterschriften dazu unternimmt, oder die er-| Nach Schätzung der Süblichen Baumwollgesellschaft" wurden allein sie sich mindestens eine Stunde lang dort aufgehalten haben. Fuß- wirkte Erlaubnis überschreitet, verwirkt Geldbuße bis zu 10 Taler im Staate Georgia 40 000-50 000 Ballen Baumwolle auf der spuren, die auf weichem Boden vom Tatort in den Wald hinein oder Gefängnisstrafe bis zu 8 Tagen, in besonders leichten Fällen Staude zerstört. führen, lassen vermuten, daß zwei Täter in Frage kommen. Weitere einen Verweis." Das Landgericht meinte, in den Erklärungen Anzeichen weisen darauf hin, daß sie sich noch gestern abend nach der beiden Versammlungsvorsitzenden seien Aufforderungen zu veira hinterläßt in Havanna Verbindlichkeiten in Höhe von 20 MilEine 20 Millionen Dollarschuld. Der flüchtige Bankier Sil Berlin begeben haben. sehen, sich an Sammlungen für die Opfer der russischen Revolution lionen Dollar; 5 Millionen hat er in bar mitgenommen. Wie es zu beteiligen. Das genüge, die Angeklagten wegen Teilnahme Weißensee. an einer nicht genehmigten Sammlung zu bestrafen, denn durch heißt, soll er sich nach Venezuela gewandt haben, um dort beim Der schweigfame Dr. Pape. Gelegentlich der letzten Gemeinde- die Aufforderungen hätten sie die Sammlungen mit veranstaltet Präsidenten Castro Schutz zu suchen, da dieser ein intimer Freund bertretersizung interpellierte Genosse Taubmann den Gemeinde- und seien Teilnehmer der Sammlungen" geworden. von ihm sein soll. borsteher, ob er davon Kenntnis habe, daß Herr Dr. Pape feinerzeit Die Angeklagten legten Revision ein und machten geltend, sämtlichen Gemeindevertretern, mit Ausnahme der sozial- der Begriff der Kollette sei verkannt. Eine solche seße eine Tätigdemokratischen, eine Abschrift der gegen den Kassenvorstand keit des Einsammelns voraus. Die Angeklagten hätten aber nicht an den Staatsanwalt gerichteten Anklage zugehen ließ. Da das eingesammelt. Es wäre auch verfehlt, eine" Teilnahme" an einer Schriftstück mit:„ Der Gemeindevorstand Dr. Bape" unterzeichnet Sammlung ihnen vorzuwerfen. Auch nicht von der Anstiftung ist und dasselbe, wie im Anfange steht, eine Aufklärung an die zu einer Kollekte könne gesprochen werden, denn sie hätten nur Gemeindevertretung sein sollte, so ist das Ganze als amtliche Wünsche der Versammelten bekanntgegeben. Handlung zu betrachten; da aber ein Teil der Gemeinde- Der erste Straffenat des Rammergerichts verbertreter, die sozialdemokratischen diesen Schriftsah nicht warf die Revisionen mit folgender Begründung: Es fämen hier erhalten haben, so liegt hier ein Amtsmißbrauch vor, was nicht, was zu beachten sei, die anders gearteten Bestimmungen von dem Gemeindevorsteher als Vorgesezten gerügt werden müsse, der preußischen Gesetzgebung in Betracht, sondern§ 119 des handa Mittel, Arbeitkräfte, Porto usw., der Gemeinde gehörig, von noverschen Polizeistrafgesetzbuches. Durch Artikel 4 der Verordnung einem Beamten zu Privatzwecken benutzt worden sind. Zur Beant- bon 1867( betreffend Einführung preußischer Geseze in neuen wortung dieser Interpellation wurde Herrn Dr. Pape das Wort er- Landesteilen) seien die§§ 119 und 121 des hannoverschen Polizeiteilt, felbiger lehnte jedoch eine Beantwortung ab und murmelte nur strafgesetzbuches ausdrücklich aufrechterhalten worden. in seinen Bart:„ Ich kann machen, was ich will!" Der Rechtsirrtum habe hier das Landgericht lebertretungen des§ 119 Ohne Herr Gemeindevorsteher Dr. Woeld gab ebenfalls absagende Ant- angenommen. worten, so daß nunmehr beantragt wurde, den Fall zu untersuchen Die getroffene Entscheidung berwirrt die Begriffe Sammeln und eventuell das Disziplinarverfahren gegen Herrn Dr. Pape zu und Geben. Nicht das Geben, sondern das Sammeln ist durch eröffnen. Die gesamten bürgerlichen Herren stimmten gegen diesen jenes Polizeigefeß, dessen Rechtsbeständigkeit auf sich beruhen mag, Antrag und bewiesen hiermit, ebenso wie der Gemeindevorsteher, verboten. Das Reichsgericht hat unter anderem im Februar 1892 daß sie mit dem Verhalten des Herrn Dr. Bape einverstanden in einer Straffache gegen Herzdort und Schmidt ausdrücklich und waren. Unsere Genossen werden sich beschwerdeführend an die mit Recht betont: wer zum Geben auffordert, fordert nicht zum Aufsichtsbehörde wenden. Sammeln auf, beteiligt sich auch nicht als Anstifter oder sonst Verstoßes, die Sammlungen verbieten, verurteilt werden. am Sammeln und kann deshalb mit Recht nicht wegen Kammergericht hat anders entschieden und das trok der EntDas scheidung des Reichsgerichts und wiewohl das Kammergericht selbst ausdrücklich und mit Recht früher in ständiger Praxis auch für das hannoversche Gebiet die ungültigkeit solcher Vorschriften betont hatte, die§ 16 des verflossenen Sozialistengeſetzes zu ersehen geeinmal, die Institution der auf Anklageerhebung gerichteten Staatseignet wären. Ein badischer Ministerialdirektor behauptete anwaltschaft müsse naturnotwendig auf den Intellekt und die Unabhängigkeit der Richter ungünstig einwirken. Die Entwickelung der kammergerichtlichen Rechtsprechung gibt dem Ministerialdirektor nicht unrecht. Zu unserer vorgestrigen Notiz bittet uns die Firma Resener, Wäscheverleihgeschäft, mitzuteilen, daß sie mit dem Institut( R.) nicht identisch ist. Spandau. Ein Bauunfall, der ein blühendes Menschenleben vernichtete, ereignete sich auf einem Neubau des Unternehmers Milenz in der Weißenburgerstraße. Dort war am Mittwoch, nachmittags gegen 4 Uhr der 17jährige Maurerlehrling Johann Bohl damit beschäftigt, am Frontspieß der Vorderfront des drei Etagen hohen Baues einem Gesellen Handreichungen zu machen. Durch irgend einen Fehltritt ist er nach außen abgestürzt. Der schwer Verletzte wurde mittels Krantenwagen nach dem städtischen Krankenhause gebracht, wo er nach zwei Stunden verstarb. Zufällig fand an demselben Tage eine Bautenkontrolle vom Zentralverband der Maurer statt. Die Kontrolleure waren gleich nach dem Unfall auf dem Bau und stellten fest, daß die Vorderfront unten ohne Schutzdach war. Auch fehlte das Fanggerüst in der Höhe der Dachbalkenlage; wäre ein solches vorhanden gewesen, hätte der Unfall nicht so schwere Folgen haben können. Auch war der Kellerschacht nicht abgedeckt. Nicht viel besser sieht es auf verschiedenen anderen Bauten in Spandau aus. Es ist hieraus zu ersehen, wie notwendig und berechtigt die Forderungen der Bauarbeiter nach Bauarbeiterschutzbestimmungen und deren Kontrolle durch die Arbeiter sind, Gerichts- Zeitung. Nachspiele zu den Wahlrechtsversammlungen. In Harburg a. G. fanden am 21. und 22. Januar öffentliche Versammlungen statt, die von den Genossen Eigelmeyer und Müller geleitet wurden. Auf der Tagesordnung stand in beiden: " Die politische Rechtlosigkeit der Arbeiterklasse in Preußen und die Ereignisse in Rußland." In der Versammlung, die E. leitete, machte dieser bekannt, daß aus der Mitte der Versammlung der Wunsch gekommen sei, für die Opfer der russischen Revolution Geld zu sammeln, und er fügte hinzu, es würde Gelegenheit gegeben sein, zum Schluß Geld entgegenzunehmen. Es kamen denn auch 87 M. zusammen, die von der Expedition des Harburger Boltsblattes" dem Parteivorstand in Berlin zu dem gedachten 8wed überwiesen wurden. Auch in der anderen Versammlung wurde der Wunsch nach einer Sammlung für die Opfer der russi Der Vorsitzende Müller teilte dies mit und sagte dann: Eine Tellersammlung wäre allerdings nicht erlaubt. Indessen fordere er die Genossen auf, an Rose und Albrecht( die ihm als sozialdemokratische Vertrauenspersonen befannt waren) freiwillige Beiträge abzugeben. R. und A. stellten fich zum Schluß an der Tür auf und hielten ihre Hüte hin. Das Ergebnis waren 76 M., die ebenfalls an den Parteivorstand abgingen. Egelmeyer und Müller wurden demnächst in zweiter Instanz vom Landgericht Stade zu Geldstrafen verurteilt, und zwar wegen Uebertretung des§ 119 des alten hannoverschen Polizeistrafgesetzbuches von 1847, welcher bestimmt: Wer ohne Erlaubnis eine Sammlung( Kollekte) von Geld oder sonstigen Beischen Revolution laut. Vermischtes. Ueber ein schweres Eisenbahnunglück, welches sich auf der Station Rottbus ereignete, wird von einem Augenzeugen berichtet: Die 23jährige Verkäuferin Anna R. aus Rottbus wollte vorgestern nach Forst fahren und bestieg irrtümlicherweise einen am Bahnsteig stehenden Leerzug. Sie bemerkte ihr Versehen erst, als der Forster Bug die Ausfahrt erhielt, sprang infolgedessen aus dem Abteil und versuchte, quer über die Gleise rennend, den richtigen Bahnsteig zu erreichen. Das Mädchen lief an einem Rangierzuge vorbei, der neben dem Ausfahrtgleise des Forster Zuges hielt und sich in demselben Augenblick in Bewegung setzte, als die Maschine des Personenzuges anzog. Die R. wurde von der Rangiermaschine erfaßt, zur Seite geschleudert und stürzte auf das Ausfahrtgleis. Der Lokomotivführer des nach Forst bestimmten Zuges gab sofort Gegendampf, konnte aber das Unglück nicht mehr verhindern. Das junge Mädchen geriet unter die Räder der Maschine und ihm wurden beide Beine abgefahren. Die Verunglückte wurde nach dem Rottbuser Krankenhause gebracht, verstarb jedoch schon auf dem Transport. theaters hatte im vorigen Jahre die spanische Tänzerin Otero für Die Tänzerin Otero. Die Direktion des Dresdener Zentralein auf acht Tage berechnetes Gastspiel verpflichtet. Die Künstlerin nahm es aber mit diesem Engagement nicht sonderlich ernst, sonbern sagte unmittelbar vor Beginn der Vorstellung telegraphisch ab. Sie schüßte Unwohlsein vor, doch stellte es sich später heraus, daß die Otero einem Engagementsangebot nach Paris gefolgt war. Bentraltheaters, gegen die Tänzerin auf Zahlung einer KonbenDieser Kontraktbruch veranlaßte die Direktion des Dresdener tionalstrafe von 6000 M. zu flagen. Da die Tänzerin zur gestrigen Verhandlung nicht erschienen und auch nicht durch einen Rechtsanwalt vertreten war, erließ das Dresdener Landgericht ein Versäumnisurteil und verurteilte die Otero zur Zahlung der ber wirkten Konventionalstrafe von 6000 M. Ueber Schneesturmschäden wird aus New York gekabelt: Gin schwerer Schneesturm, wie man ihn zu dieser Jahreszeit seit über 30 Jahren nicht erlebt hat, suchte die Staaten New York und Ohio, sowie das Michigan- und Ontariogebiet heim. Die Frucht und Feldernten wurden schwer beschädigt. Vernichtender Frost richtete ferner großen Schaden in Virginien und anderen Südstaaten an. Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 69-74 pr. 100 ẞjd., Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen IIa 63-68, IIIa 58-62, IVa 52-56. Stalbfleisch, Doppelländer 105-118, Ia 85-92, IIa 74-82, IIIa 64-72, holl. 55-62. Hammelfleisch Ia 75-80, Ia 0,45-0,60. Rotwild Ia 0,40-0,45, IIa 0,30-0,38. Damwild 0,35-0,57. Па 64-74. Schweinefleisch 67-74. Rehböcke Ia per Pfd. 0,65-0,90, wildschweine 0,15-0,49. Frischlinge 0,45-0,50. Hafen p. Stück 2,50-3,50, flein Stridenten 0,60. 1,00-2,00. Staninchen per Stüd 0,25-0,90. Wildenten per Stüd 1,25-1,60. Bekassinen 0,65. junge IIa 0,50-0,80, alte 0,60-0,75, junge fleine 0,00. Rebhühner, junge Ia 0,85--1,20, alte per Stüd 1,50-2,00, alte II a 0,80-1,30, junge per Stück 0,50-1,30. Hühner, Tauben per Stud 0,36-0,68, alte 0,00. Enten, junge per Stüd 1,40-2,60, alte p. Stüd 0,00, Hamburger, junge p. Stüd 3,00-3,10. Gänse, Dderbrucher, per Pfund 0,45-0,60, dito Hamburger, junge 0,63, do. flein 0,60. Ia per Stid 3,00-4,00, IIa 1,25-2,90. Boulets per Stück 1,30. Hechte per 100 Bfb. 82-100, groß 48-66, tlein 100. mittel 92-94, Alland 0,00. Schleie 104-111, fleine 0,00-0,00. Bleie 00-00. Male, groß 0,00, flein mittel 0,00, unsortiert 0,00. Plögen 42-45. Karpfen, unsortiert 66-72, do. 50er Galizier 66-69, 100er do. 0,00, 40er Schleftsche 0,00. Barse 55, matt 0,00. Karauschen 64-73, do. flein 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 43-52, matt 0,00. Amerikanischer Lachs Ia neuer per 100 do. Ila neuer 90-100, bo. IIIa neuer 75. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,30, Danziger, Wall 0,50. Flundern, pommersche Ia, per Schock 3,00-9,00, do. pommersche 2-3, Hamb. Stiege 5-6, halbe Stifte 2. Büdlinge, per Wall Stieler 2-3,50, IIa 2-4, Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber Stifte Stralsunder 2,00-3,50. Alale, groß per Pid. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Niste 3-4, per Anter 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Bollheringe do. 2 Kiste 2. Stabliau, p. 100 pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Beringe, neue Matjes, per 2½ To. 60-120. Sardinen, russ., Faß 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Schocfaß 11, fleine 5-6, Riefene 14. Hummern, fleine, per Pfd. 0,00. trebje, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. per 100 Bio. Ia 124-127, Ila 115-120, IIIa 110-114, abfallende 95-105. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Lands, per Schod 4,00-4,60. Butter Saure Gurken Schock 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Startoffeln ber 100 Pfund magnum bonum 2-2,15, Dabersche 2-2,15, Rosen 0,00, weiße 1,60-1,80, Salatkartoffeln 4,00-5,00. Spinat Roje 100 per Pfund 10,00-15,00. Karotten per Schockbund 2,50. Sellerie, hiesige, per Schod 4,00-6,00. do. pommersche 4-5,00. Zwiebeln große, per 100 Pfd. 3,00-3,50. do. Kleine 2,50-3,00. do. hiesige( Berl) 30-50. Charlotten 50-60. Petersilie, grün, Schodbd. 1,25. Kohlrabi per Schock 0,75-1,00. Rettig, bahr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen per Schock- Bd. 0,80-1,00. Salat, per Schod 1,50-2,00. Bohnen, grüne, per 100 Pfund 18-25. Pfefferlinge per 100 Bfd. 8-12. Wachsbohnen 20-25. Weiße Rüben 3-8. Mohrrüben per 100 fb. 2-3. Teltower Rüben p. 100 Bfd. 10-12. Blumenkohl p. Mandel 1,50-2,50. do. Erfurter, Stopf 0,16-0,21. Wirsingkohl per Schock 4,00-7,00. Rotkohl Steinpilze p. 100 Pfd. 15-25. Kohlrüben, Schock 2,50-4,00. Tomaten, hiesige p. Schod 4,00-8,00. Weißfohl p. Schod 2,00-6,00. Rosenkohl p. 100 Pfd. 25-30. 100 Pfd. 10-18. Sürbis 2-3. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 7-25, Tiroler 20-35, böhmische 4-16. Wepfel, per 100 Bfd., hiesige 4-20, Gravensteiner 8-20, Tiroler 00-00, do. in Fässern 15-25, bo. lose 12-13. Preißelbeeren, schwedische 23-24, Gebirgs 30-32, Wallnüsse per Schock 1,00-1,50. Pflaumen, per 100 Bfd., hiesige 4-6, Böhmische 4-7, do. große 7-10. Bitronen, Meffina 300 Stüd 19,00-22,00, 360 Stüd 12,50-20,00, 200 Stüd 0,00, 420 Stüd, Hein 12,00-15,00, 500 Stüd, Hein 13-15. Pfirsiche, Werdersche per 100 Bid. 00-00, Tiroler 0,00, italienische 50-70. Dresden Wasserstand am 13. Oktober. Elbe bei Aufsig Meter, bei Straußfurt 0,58 Meter, bei Magdeburg+ 2,26 Meter. Unstrut bei Meter. Dder bei Ratibor+1,78 Meter. mündung+1,94 Meter. NeißeDder bei Brieg+2,96 Meter. Dder. bei Breslau Unterpegel 0,53 Meter. Am Donnerstag, den 11. Dttober verstarb plößlich am Herzschlag unser Mitglied, der Litho graph 295/1 Karl Ladwig im Mter von 43 Jahren. Er hat sich stets als ein braber Kämpfer für unsere gute Sache erwiesen. Wir werden sein Andenken dauernd in Ehren halten. am Die Beerdigung findet Sonntagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des Friedenskirchhofes in Schönhausen- Nordend aus statt. Die Verwaltung der Filiale Berlin III( Lithogr.) des Deutschen Senefelder- Bundes. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metallarbeiter Paul Bruschke geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Rirdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Kaufhaus S. Eisenstadt Samaritestr. Frankfurter Allee 165 Mainzerstr. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Bettenlagerei, Gardinenverkauf, Steppdecken, spottbillig Pfandleibhaus Weidenweg neunzehn. Damen- Blusen Wollwaren Kleiderstoffe Wäsche 10 pCt. bar od.dopp. Rabattmarken 10% Ausnahme- Tage 10% Sonnabend:: Montag:: Dienstag Doppelte Rabatt- Marken oder 10 pCt. bar. Kleine Anzeigen * Herrenfahrrad, Damenfahrrad, wie neu, 45,00. Holz, Blumenftraße 36 b. Herren- Artikel Gardinen Möbelstoffe Teppiche 10 pCt. bar od. dopp. Rabattmarken ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Deckbett, Unterbett, Kissen mit glattrotem Inlett 10,50, Pfandleihe Andreasstraße achtunddreißig. 1930s Notrofa- gestreiftes Deckbett, Unter Teppiche mit Farbenjehlern Fabril. bett, zwei Stiffen 18,00, Andreas niederlage Große Frantjurterstraße 9, ftraße achtunddreißig. Pfandleihe. parterre. + 41* Bauerndeckbett, Unterbett, zwei Hochvornehme Herrenanzüge, Bauernbetten, Garderobenlagen, Stiffen 27,00. Große Laten 1,00. Herrenpaletots aus feinsten Maß Kanarienhähne, Andreasstraße achtund- stoffen 18 bis 38,00, ofen 7-12,00 Aussteuerwäsche, spottbillig Weidenweg Leibhaus neunzehn. dreißig. Elektrische nach überall. + 41* Brautbetten, Bettinlette, Gardinenverkauf, Tischdecken, Teppichlager, staunenerregend, Weidenweg neun zehn. + 41* Stammblut, SchwedenRingschiffchen( Singer) 35,00, Kanarienroller, Seifertitamm, Langschiffchen 20,00, fast neu, sofort Buchtweibchen, Borchardt, Bossener Tilsiterstraße 16, Milchgeschäft.+49 straße 33, of. 20315 Makropoden, mittelgroße 0,30, Seifertkanarien, zuchtfähige 0,60, Stampffische 0,75, aplochilos 0,75, große Schleier Buchtmaterial, schwänze 3,50, Chanchitos, Torf, Lehm, straße 13. Flußsand, Wasserpflanzen verkauft Büchterei Klasen, Büdlerstraße 26 IV. Kinderwagen, billig, verkauft Kanarienhähne, Vorfänger.Reihfner, Kastanienallee 23. +60 Kanarienvögel, Vorschläger, billig, Mehlwürmer. Richter, Grunewaldftraße 116. + 112* Lange, Manteuffelstraße 114. Teppiche!( fehlerhafte) in allen verkauft täglich, Sonntag. Deutsches Bersandhaus, Jägerstraße 63, I. Kinderwagen, Kinderbettstellen, Sportwagen, gebrauchte, zurüdgesezte pottbillig. Schneider, Kurfürsten+3 Nähmaschinen- Teilzahlung vers güte 10 Mart, wer kauft oder nach 1814 weift. Bartsch, Binetaplah 7. 18236* Abessinierpumpe 8,00. Sauger 2,50, Flügelpumpen 10,00, Garten Noad, +1 sprigen 25,00, Schlauchfarren 6,00, Rasenmäher 17,00, Saugrohre, Hans+106 schläuche, Gummischläuche, spottbillig. Bumpenfabrik Schröder, Hochstraße 43. Vorschläger, Zuchtweibchen, Lehmann, BrunnenSchäfte und Unterleder, speziell 20565 straße 29. Eichengerbung. Lederhandlung Rühl, Größen für die Hälfte des Wertes + 105* Schöneberg, Bahnstraße 43. Kanarienroller, flottfingend, und im Teppichlager Brünn, Hadelcher Wegen Plazmangel verkaufe billig gutfütternde Weibchen, verkaufe billig Markt 4, Bahnhof Börse. 268/14 modernes Taschenjosa, Nußbaumtisch, wegen Zuchtaufgabe. Schumacher, 9626* Trumeau, 4 Stühle, neuen KinderBettenverkauf, 20336 Kleiderspind 20 Mart, Kommode ftraße 172. Wanduhren, Manteuffelstraße 110. Taschenuhren, Händler verbeten. Niede, 21, Vertiko 29, furniertes Kleider- Bronzegastronen, dreiflammig magen. spindvertito, modern 40, Säulen 6,00, Salongastronen 15,00, Bas Tempelhof, Ringbahnstr. 54. 19756* Kanarienhähne, Vorfänger, Krebs, geschenke, Pfandleihhaus Weidenweg schränke 54, Garderobenschränke 38, Ihren 1,50, neunzehn. 2059b Stopeniderstraße 154a. Bettstelle mit Matraße, ChaiseWaschtoiletten 21, Ruhebett 27, Schlafs Schaufensterbeleuchtung, Gasbogen longue billig verkäuflich Beyme- Kanarienroller billig Meranders Gardinenhaus Große Frankfurter fofa 38. Muschelbettstelle, englische lampen, Betroleumlampen spottbillig. ftraße 30, am Stralauer Tor, Milch- straße 12. Seiffertkanarien, prämiiert, billig ftraße 9, parterre. Zentrale Lebuserstraße 3. 1t Schlafzimmer, Küchenmöbel. Auch Gassparkocher 1,00, Zweiloch 3,00. laden. 170/9 +2 Kanarienhähne, Seifertstamm, Steppdecken spottbillig, Fabrik Teilzahlung. Transport frei. Wall Schröder, Hochstraße 43. 18635* + 2* Kanarienhähne verkauft Friede Große Frankfurterstraße 60. Halbrenner, hochelegant, feltene Mahnke, Görlitzerstraße 32. 18428 straße 81. 169/ 19* Kinderwagen, Kinderbettstellen. Gelegenheit, muß sofort verkaufen. Kanarienhähne, wald, Grünauerstraße 9. +2 Vorschläger, Geschäftsdreirad, äußerst stabil, Aquarium mit Springbrunnen gebrauchte, zurüdgesezte, spottbillig. Hinrich, Christburgerstraße 31, Seiten Seifertstamm, billig Borhageners Kanarienhähne, Seifertstamm, 50,00. Holz, Blumenstraße 36 b. verkauft Kerl, Lübbenerstraße 3.+2 Sommer, Bienerstraße 51. 17956 flügel I. +1 ftraße 11 IV, Stramer. 20616 Rosenau, Reichenbergerstraße 137. Uhrtetten, Fest + 42* Gaswandarme 0,65, 247/ 2* . Mäumungs Ausverkauf! Gary dinen, Stores, 10 Broz. Rabatt, Fenster 1,15, 1,65, 1,85, 2,45, 2,95, 3,85, 4,75, 5,75 usw. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurter straße 125, nahe Koppenstraße.* Tüllbettdecken 2,15, 2,25, 2,45, 2,95, 3,25, 3,35, 4,50 usw. Vorziehgardinen, weiß, creme, rot und goldfarbig in allen Breislagen 10 Broz. Rabatt. Weißenbergs Teppichhaus. Räumungs- Ausverkauf! Möbelstoffe, Möbelplüsche und Reste für ganze Bezüge 15 Broz. Rabatt. Japaner: und Perser Teppiche, 2 Meter lang 3,85; 2,35 Meter lang 5,90. 1893 Große Posten echte Plüschteppiche mit Fehlern, nur so lange Borrat 10 Broz. Rabatt. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurters straße 125. * +84 Mietsgesuche. Am 99 2650L* Vorwärts" ist die Stelle des Feuilleton- Redakteurs Möbelangebot. Im Anhalter Hohe Vergütitttg bei Ringschiffchen Humorist Hellmich Paul fret jeder Beffere Schlafstelle fofort oder Bahnspeicher, Mödernstraße 25, An- Bobbin, ohne Anzahlung, Woche 1,00, Art. Ständige Adresse N., Adolf- November bei Witwe Thiel, Meterhalter Innenbahnhof, direkt Hoch- gebrauchte 12,00, Stöpenickerstraße60/ 61, straße 12a. straße 6, Hof parterre rechts.+65 bahnstation Möckernbrücke, stehen ver- Große Frankfurterstraße 43, Prenz- Alter Musikverein, Streich, Blas- Saubere Schlafftelle bermietet schiedene Einrichtungen zum Ver- lauerstraße 59/60. +89 mufit, wünscht noch Mitglieder. Mitt sofort Reiß, Antlam erstraße 29 II. fauf. Darunter befinden sich hoch= Bettstelle, Matrage billig. Dade, woch 9 Uhr Hussitenstraße 34 bei Schlafstelle, feparat, 2 Herren. moderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Kastanien- Allee 33, II. +67 Frère. +102 Mariannenufer 7, linter Seitenflügel Herrenzimmer, auch einzelne Salon Schlafsofa 18,00, Chaiselongue, Mark 50,00 Belohnung erhält IV, Schrader. 2022b garnituren, Paneelsofas, Biblio neues Plüschtaschensofa 48,00, ver- Wiederbringer des auf dem Hofe Schlafstelle, separat, zwei Herren. theken ,, Ankleideschränke, Nußbaumschiedene Nußbaummöbel, billig ver- Bethanien- üfer 6 verlorenen Brillant Dennewigstraße 19, Aufgang E par neu zu besetzen. Bewerber bitten büfette, Bronzefronen, Delgemälde, 20216 wir, ihre gefl. Offerten unter Z. 3 terre, Bodara. Schreibtische 28,00, Ruhebetten mit fäuslich. Kagermann, Bankow, Brehmeringes. Heilmann, Holzmarktstraße 35. straße 52. +137 Empfehle allen Freuden und Bes an die Expedition d. Bl. einzusenden. derschöne Säulentrumeaus 30,00, prachtvoller Diwandecke 22,50, wunMetallbetten, 2 hochelegante fannten mein Weiß- und BayrischVerlag des ,, Vorwärts". hochelegante Salonteppiche schon 14,00 100,00 Ritterstraße 112, II. 170/4 bierlofal; Vereinszimmer mit Bianino bis zu allergrößten Saalteppichen, Lieferwagen und alle Sorten Räder ist zu vergeben. Kurt Spaet, Blumenallerliebste Zimmerteppiche 8,00, Palisadenstraße 101. 20635 ftraße 20( früher Liegmannstraße 26). reichgestickte Uebergardinen, SpachtelNähmaschinen, 20,00, verkauft Architekt erteilt Unterricht, schnellste stores, Tüllgardinen, Steppdecken, Sturzner, Swinemünderstraße 105. Ausbildung. Maurerpolier, BauSalonbilder, Standuhren, prachtvolle techniker. Beuser, Schöneberg, MeiLaube, Blumen, Sträucher verkauft ningerstraße 2. Plüschtischdecken 5,00, verschiedene Gelegenheiten. lebernahme voll- Haud, Köllnischesufer 35, Elsenstraßen+1 1894 ständiger Warenlager, Wirtschaften, Nähmaschinen sämtlicher Systeme, Konkursmassen, Nachläffe zum schnellen idekes Anhalter Bahnspeichereien.* billig. Gilgemeng, Rirdorf, HobrechtOtto gebrauchte Maschinen und Reparaturen Verkauf und Versteigerung. straße 84. +121 Vorkostgeschäft mit Rolle zu verFahrräder Ausverkauf, Engrosfaufen, Miete 20, Sieberstraße 11/12. Gardinenrefte, 1 bis 4 Fenster, lager Brandenburgstraße 45.+65 verkauft Güther, Grüner Weg 80, parterre. 1798 Teppiche, Rückseite angeschmukt, unter Fabrifpreis. Stoehr, MünzStraße 17. Räumungs Ausverkauf! Einen Posten Zuchtischdecken 1,65, 1,95, 2,45, , 95, 3,50, 4,35 ust. 18958* Plüschtischdecken, wert das Dopbelte: jett 6,85, 7,50, 8,75, 9,75, 11,00: 10 Broz. Rabatt. Steppdecken, nur so lange Vorrat 2,85, 3,85, 4,85, 5,85, 6,85. 1897 18968* Tuch und Plüschvorhänge mit Otterbehang 3,85, 4,50, 5,00, 7,85, 9,50, 10,50 ust. mit 10 Broz. Rabatt. Weißenbergs Teppichhaus, Große Frankfurterstraße 125, Haltestelle nahe Stoppenstraße. 1898 Mobelfabrik, Dranienstraße 58, direkt Morikplay. In meinen fünf Etagen stehen tomplette Wohnungseinrichtungen in jeder Preislage vom Einfachsten bis zum Elegantesten. Besondere Gelegenheit biete ich in verliehen gewesenen, fast neuen Möbeln, die bedeutend herabgesett find. Besichtigung erbeten, ohne Kaufzwang. Auffallend billig verkaufe ich Chaiselongues neue Dame verkauft Muschelkleiderspind 28 Mart, moderne Küchenmöbel, Ausziehtisch 16, Bettstellen mit Federmatraßen und Keillissen 29, Ruhebett 25, Waschtoilette, Nachttisch, Sofatisch 15, Kommode, Muschelspiegel 12, Baneelsofa 75, Taschensoja 50, Rohrlehnitühle, Stand Betten 20, Bilder, Gardinen, Teppich 8, Steppdecken 7. Dresdenerstraße 38, vorn II links.* Steppdecken billigst Febrit Große Frankfurterstraße 9, parterre.+1 Plüschdecken! Entzückende Muster. 9,75, 7,50, 6,75, 5,75 das Stück. Seppichhaus Joseph, Rosenthaler1922* straße 2, am Tor. Gardinen! Nestbestände von 1 bis 17, Schlaf- 4 Fenstern billigst Gardinenhaus fofa 27, Satteltaschensofa 45, Rosenthalerstraße 2, am Tor. 19218 Baneelfofa 55, hochelegante PlüschSäulentrumeau 29, garnitur 75, Bettstelle mit Matvaze 16, Ausziehtisch 16. Muschelspind, Vertiko 27. Getaufte Möbel fönnen drei Monate fostenfrei lagern. Teilzahlung ge stattet. Kein Laden, direkt Fabrik. Auch Sonntags geöffnet. Musterbuch gratis. 1523K Monatsanzüge und Winter paletots von 5,00, Joppen von 4,50, Sofen von 1,50, Gehrodanzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie für Torpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleihen verfallene Sachen fauft man am billigsten bei Naß, Mulad ftraße 14. 19526* Steppdecken! in allen Farben, bedeutende Ermäßigung, rot, Stüd 2,85. Teppichhaus Joseph, Rosenthalerstraße 2, am Tor. 1923 Restauration, neben Neubau, frankheitshalber zu verkaufen. Zu erfragen Waldstraße 51, born III rechts. Nähmaschine, wie neu, 40,00. Betersburgerstraße 64, Glaser. 2009b Stehbierhalle( goldsichere Eristenz), 2012, Miete 900,00, erforderlich 800,00. Petersburgerstraße 64. 20106 ede. Restaurant zu verkaufen. fragen Expedition des Petersburger Platz 4. Herr sucht kleines Zimmer 1./11. Nähe Hallesches Tor. bis 17,00. Offerten unter A. H., Postamt 29. Alleinmieter! Einfach möbliertes Bimmer oder Schlafstelle zum 1. NoPreisofferten +103 bember. an Kulte, Holzmarktstraße 48 III. Obst, Gemüse, Materialwaren, Brennmaterial frankheitshalber billig Gleimstraße 17. 2066b 20286 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Darm- Sortierer ftellt ein Rich. Migge, Danzig. Reisegeld wird vers gütet. Sofort mehrere tüchtige, selbständige Abzieher und Polierer Frettchen 7 Mark Tiedstraße 5, bet ble werden abgeholt und für Zink- u. Kupferplatten 20445 „ Ger= +2 Waldparzellen, seltene schöne Lage in Eggersdorf bei Strausberg, 5 Minuten vom Bahnhof, mitten im Walde, Quadratrute nur 10 Mart, verfauft Nickel, Fruchtstraße 21, oder Braunes Bett, Matraße zu ver- auf Villenkolonie Eggersdorf. 2053b Platt, Wilmers: faufen, 20 Mart. 275/14 Bimmermann. 20546 dorf, Hohenzollerndamm 4. Kinderwagen billig. Hoppe, Maurergesellen, intelligente, werJohannisstraße 3. +144 den ausgebildet als Poliere. Stunde Frettchen 8,00 verkauft Jarrey, 50 Pf. Offerten" Garantie" Post: Artilleriestraße 2. $ 144 amt 68. Zu er- Volkssänger Gesellschaft Vorwärts, hardy", Wrangelstraße 22. +134 Lumpen, Metallbruch kauft August Wiegner, Buerschaper, Naunynstraße 19, Südost. +134 Daselbst Wagenvermietung.+3 Tanzinstitut Siegert empfiehlt seine allgemein beliebten Sonntagsfurse Dresdenerstraße 96. Beginn 3 Uhr. Damen 3 Mart, Herren 6 Mark. Teilzahlung gestattet. Freunden und Bekannten empfehle mein Borhagenerstraße 21 eröffnetes und Restaurant Vereinszimmer. * Gustav Schulze mit" b". Restauration zur HolzarbeiterBörse empfiehlt Hermann Lischke, Cadinerstraße 10. Aquarium verkauft Ebelingstraße 9. Verschiedenes. Abendkurse in Elekrtotechnik ( Theorie, Laboratorium), Zeichnen, Algebra. Prospette frei. Technikum Elektra, Neanderstraße 4. Patentanwalt Wessel, Gitschiner straße 94a. 9276* Kunststopferei von Frau Kokosky, Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* Rigdorf, Bruses Festsäle, Knesebedstraße 113, Restaurant, Garten, Bereinszimmer, Barkettsaal( 600 Per+ 121* sonen). Sonntags Ball. Pfandleihe, Prinzenstraße 63, täglich 8-8, Sonntags bis 2.[ 19088* Pfandleihe Martusstraße 27. Renters Volfsgarten, Bankow, Schloßstraße 2. Freunden und Befannten empfehle meinen Saal zu Vereinen usw. zur gefälligen Beallen Festlichkeiten, Versammlungen, nukung. +173 Vereinszimmer mit Pianino, 50 Personen, zu vergeben Mustauer+ 20* straße 1, F. Fröhlich. 20-100 frei. +49 +49 Vereinszimmer mit Piano bis 30 Personen zu vergeben. Kühn, +134 Libauerstraße 5. Vermietungen. Wohnungen. Oudenarderstraße 36, 37, 38 billige Wohnungen sofort. 15996* Müllerstraße 38a/ b, Ede Amsterdamerstraße, 3 fleine schöne Bohnungen zu vermieten sofort oder später. 20476* Monatsanzüge, Winterpaletots Monatsanzüge, Winterpaletots, von 6 Mart aut, auch neue elegante wenig getragene, von 5 Mart an, Herren- und Knabengarderobe, große große Auswahl für jede Figur, auch Auswahl, fauft man am billigsten neue elegante Garderobe aus erster beim Schneidermeister Fürstenzelt, Bezugsquelle 20 Prozent billiger wie nur Straußbergerstraße 46, parterre. Zimmer. im Laden, direkt vom SchneiderVereinszimmer Halbrenner, Damenrad, 30,00, tadelmeister Paul Fürstenzelt, nur Rosen- los, selten wiederkehrende Gelegenheit, Engel, Seydelstraße 30. 11995* Möbliertes Zimmer sofort Püdler thalerstraße 10. Habe keine Filialen. verkauft sofort Horn, Große Frank +2 Quadratrute zehn Mark! Die furterstraße 124. Großzes Vereinszimmer bis hun straße 51, Eberst. +49 dert Personen zu vergeben, Schön- Möbliertes Flurzimmer, zwei besten Hochwaldbaustellen liegen nur Kleiderspind, Wäschespind, Bett- leinstraße 6, Donath. 19666* Herren, 15 Mark Waldemarstraße 40a, im idyllischen Luftkurort Eggersdorfstellen, Taschensofa, born II. Strausberg, direkt im Walde, 5 MiAusziehtisch, Bahngebisse, Platinaabfälle taust +2 Gold- und Silberschmelzerei Möbliertes Zimmer vermietet nuten vom Bahnhof, 10 Minuten Plüschgarnitur, Trumeau, Wasch- die von Rennbahn, herrliche, stille, gesunde toiletten, Regulator, Bilder verkauft M. John, Berlin SW. 48, Friedrich- zum 15. Oktober Steffen, Wiener +2 155/ 14* ftraße 55 II. Lage, genehmigter Bebauungsplan, sofort spottbillig Schuhmann, Walde- straße 3. größte Zukunft, schönste Seltenheit, marstraße 27 I. Drescher, Schönhauser Allee 156, Möbliertes Vorderzimmer, zwölf Brunnen gratis. Berkäufer täglich empfiehlt sein Restaurant mit schönem Mark, Wichertstraße 3, born III Terrain. Otto Joers, Pankow, Vereinszimmer. 1865* geradezu, am Bahnhof Schönhauser Elisabethweg 10. 2015b +67 Bücher fauft, beleiht Antiquariat Stochstraße 56, I. 1872 * 20366 Allee. +112 Blinder Stuhlflechter bittet um zurüdgeliefert. straße 27. A. Gläser, Mulad 1468b gegen hohe Affordpreise gesucht Annenstr. 48, part. 1928 * * Vorarbeiter resp. Meister wird von einer hiesigen Geldschrank fabrik 3. bald. Antrit gesucht. Offert. unter V. 715 an Annonc.- Erp. Adalb. 20575 Müller, Rosenthalerstr. 36. Tüchtige Heizungsmonteure für dauernde Beschäftigung suchen Rietschel& Henneberg, G. m. b. H., Berlin S., Brandenburgstr. 81. Stellenangebote. Verleger, selbständige, für fugenlose Steinholzfußböden sofort gesucht. Deutsche Steinholzwerke, Kant straße 38a. Wiederverkäufer für Neuheit gesucht. Hoher Nebenverdienst. H. Wolf, Zwickau, Nordstraße. Marmorschleifer, tüchtiger, für dauernde Arbeit auf Möbelplatten, welcher auch vielleicht Aufsäge zu sammensett, verlangt Saffe, Liesen straße 12. 20245 Korbmacher, mehrere, verlangt Leitloff, Teltowerstraße. 20026* Schloffergesellen auf Baubeschlag, Fenster, Türen. Blume, Charlotten burg, Schillerstraße 97. 19646* Lehrling zur Schildermalerei( Soft und Logis) verlangt Niesch, Alte Jakobstraße 25. 19566* Anschläger verlangt Busch, Schöneberg, Siegfriedstraße 8. +105 Farbigmacher verlangt Glischke, wird aufgenommen unter Angabe Weißensee, Königchaussee 80.+123 feiner Lohnansprüche und legten Rahmenmacher verlangt Brückner, Arbeitsplätze. Mexandrinenstraße 97. 212/7 Jedermann wird schnellstens zu erftflaffigem Chauffeur theoret. und prakt. ausgeb. Glänzd. Erfolge. Lehrpläne fostenlos. Größter Stellennachweis. Stets Nachfrage n. Chauffeuren. Autotechnikum„ Berlin". Infolge bedeut. Bergrößerung jezt: Berlin- Wilmersdorf, Hildegardstr. 13. Größte, bedeut. 275/ 15* Chauffeurschule! Kupferplattenschleifer 170/5 20416 Offerten unter ,, Arbeitsam 7801" Rahmenmacher sucht Lechner, befördert Rudolf Mosse, Wien I, Alexandrinenstraße 93/94. 19916 Seilerstätte 2. Schuhmacher verlangt auf Sohlen und Flecken Ziege, Belle- Alliancestraße 74a. 20256 Zwei tüchtige Bilderrahmenmacher finden bei hohem Lohn dauernde Befchäftigung. Hans Goft, Kurfürstenftraße 45. 20305 Stanzmesser- Schlosser, mehrere, verlangen 20376 Friedr. Marquardt& Co., An der Michaelbrücke 1. Einen Korbmacher auf Mattarbeit Achtung! verlangt Frankfurter Chauffee 127. Verfilbrrer verlangt E. Meyer, 20676 Ebertystraße 20. Achtung! Klavierarbeiter! In der Pianofabrik von Bell& Schriftmaler, tüchtige, fofort ge- Co., Andreasstr. 32, haben sämt fucht. R. Ganter, Rifterstraße 31. liche Kollegen wegen Lohndifferenzen Schriftmaler- Lehrlinge sofort ge- die Arbeit niedergelegt. 141/ 16* sucht. R. Ganter, Ritterstraße 31. Zuzug ist fernzuhalten. Portier, finderlos, zuverlässig, Vereinigung der Musikinstrumentenarbeiter. gegen Stube und Küche, sucht Eigentümer Bostamt 99. +144 Kartonarbeiterinnen fabrik, Wienerstraße 10. in und 170/3 19615* Tischler, Polierer, Vergolder, Achtung! Kürschner! Textilarbeiter! Neubespielen von Edison- und anderen Goldgußwalzen, auch abTändelschürzen- Näherinnen, beſſere, Achtung! gespielten Wachsivalzen. Ersatzteile, Dehmke, Winsstraße 47. 144 Rahmenmacher, Krautstraße 50. Brautleute kaufen Reparaturen. Prediger, Prinzen Möbliertes Borderzimmer ver Möbel, Spiegel, Bolfterwaren spott- traße 90 II, nahe Ritterstraße. mietet Arndt, Barnimstraße 32.+144 außerm Hause, dauernd, KartonTanzunterricht! Grupe, Annen billig. Saalfelds Möbelspeicher. Stein Bagageien bon 12,00 an, Zwergstraße 16, zweimonatliche Anfänger Möbliertes Zimmer an ein oder Auden. 19496* papageien 1,00, Edelfinken 0,90, 3eifige Sonntagskurse, Herren 4,00, Damen zwei Herren vermictet Voigt, Eberth1,25, Stieglite 1,50, Reisfinten 0,75, 3,00 monatlich. Krawatten- Lehrmädchen verlangt Buchbinder u. Hülfsarbeiter. Singerbobbin, Ringschiffchen, Speziell Walzer- ftraße 13, zweiter Aufgang born II. Luke, Friedrichsfelderstraße 24.+49 Die Arbeiter der Photographie 20,00, gutnähend, Alexanderstraße 12. Wellensittiche 2,50, Chinesische Nachti- unterricht. 246/ 17* Leeres Borderzimmer Zorndorfergallen, reizende Spieläffchen. EngrosMamsells im Hause auf Kostüme rahmenfabrik Pfriemer, Alexan Gastronen, Petroleumkronen ohne geschäft Mariannenstraße 37. Vereine! Saal, Vereinszimmer straße 53. +134 verlangt 1934 Schnepp, Schönfließer drinenstraße, befinden sich im Streit. Anzahlung, Woche 1,00. Louis Böttcher Sonnabende frei.( Weißbier!) Slub- Möbliertes Zimmer, ein auch straße 20. 20485 92/ 17* Zuzug ist fernzuhalten. Kolonialwaren- Geschäfte, mehrere ( selbst). Spezialhäuser: Borhagenerhaus, Annenstraße 16. 246/ 18* 3ivei Herren, Badebenugung, sofort, Näherin für vorgezeichnete HandDie Ortsverwaltungen. aus einer Konkursmasse in Rirdorf, straße 32( Bahnverbindung Warschauerftraße) Reinickendorferstraße Berlin, Johannisthal und Baum116, Wereinszimmer, Saal, empie 2 Treppen lints. 1994 arbeiten und Stinderschürzen. Bo- Achtung! 60. Schönhauser Allee 80, Potsdamer schulenweg find preiswert zu ver- Markgrafenstraße 83, Stafino. 2013b* 2 Treppen links. taufen. Auskunft erteilt konkurs Feuer, Lebens-, Einbruch, Dieb Möbliertes Flurzimmer, bessere ftraee 81, Rigdorf, Kaiser Friedrich verwalter Lorenz, Kaiser Friedrich- stahl, Kinderversicherung. Baul, Ora- Schlafstelle. Geübte Damenhosennäherin ber Stalizerstraße 1 II, straße 247( Hermannplak.) Der Verein selbständiger Kürschner langt Schwarz, Bernauerstraße 113, 1885* straße 55 zu Rigdorf. 1933 nienstraße 191, Rost, Rirdorf, Reuter Brot. +65 parterre. 247/6( Belzbranche) hat über die Firma Möbeltischlerei liefert gediegene 16675 Freundlich möbliertes Zimmer für Joka u. Co. Damenhemden, Herzfasson, aus ftraße 8. Junges Mädchen zur Ladenhülfe die Sperre verhängt. Wir ersuchen Wohnungseinrichtungen äußerst billig. Bunte Küchen. Reelle Arbeit. Be gutem Hemdentuch, Vierteldubend Achtung! Handwaschanstalt! Köpe- Herin fofort oder Ersten. Jahn, fichtigung meines staunend großen 400, drei weiße Herrenhemden 3,50. nic. Chlorfreies Waschen garantiert! Kreuzbergstraße 5, Hof hochparterre. athensee gesucht. Färberei, zang die selbständigen stürschner, lich( treng hansstraße 4. +138 Teilnehmer, möbliertes Borders an den Beschluß zu halten. Lagers erbeten. Auch Ratenzahlung. Bettwäsche, Arbeiterhemden, Normal- Freien getrocknet! Laten, Leibwäsche, Botenfrauen finden sehr lohnende 103/ 2* wäsche sowie einzelne Reisemuster 4 Handtücher 0,10. Abholung, Liefe- zimmer. Bellealliancestraße 73 IV und dauernde Beschäftigung PrinzenDer Vorstand. Nur Keller und Hinterräume. Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Harnad, Tischlermeister, Dresdener- spottbillig. Wäschefabrik Salomonsky, rung Montag. Siegemund, Parrisius. Wermuth. straße 41. straße. 170/1 Stürschnerverbandes ersucht die Mitstraße 124, zwischen Oranienplatz und Dirdsenstraße 21, Alexanderplatz. Kleines möbliertes Zimmer für Botenfrauen finden sehr lohnende glieder, diese Werkstelle streng zu 17688* Rottbuser Tor. Wäsche wird sauber gewaschen, im 1 Herrn Admiralstraße 20, born I, und dauernde Beschäftigung König meiden, Menzenhauer- Guitarzither, 8,00 Strabei, Brunnenstraße 100.+106 Freien getrocknet, Leibwäsche 10, Hospel. 20656 da selbige ebenfalls die Herren Garderobe nach May, straße 56/57. 170/ 11* Sperre verhängt hat über die Firma. Nußbaumwirtschaft, Frau saubere Arbeit, großes Stofflager, darunter Taschentücher, 4 Stüd 10. Möbliertes Zimmer für einen auch Köpenid, MüggelheimerKartonarbeiterinnen sowie ArDie Ortsverwaltung. Baletot, Anzug 36 Mart an. Kauft Säulenschrank, Plüschgarnitur, Plüsch- Stufig, zwei Herren. Anderson, Stendaler 20405 beiterinnen an der Niet- und Ecken- Achtung! beim Handwerker, lasset den Hand- sofa, Tische, sehr billig verläuflich straße 42. straße 17. +74 schließmaschine verlangt Leopold Stein, Achtung! werker verdienen. Teilzahlung gestattet. Badstraße 17 II, Eingang Badstraße. Humorist frei. Holz, Schulstraße 106 Zimmer, ungeniert, Dame, 1. No- Neue Königstraße 30. F. Dörge, Dresdenerstraße 109. Schanklokal, fichere Existenz, Tanzfomiker, auch Gesellschaft, vember vermietet Schmidt, FriedrichBotenfrauen finden sehr lohnende 20446 Damenjacketts, Paletots, Have- wegen Verzug verkäuflich Brunnen- urkomisch, Henry Wolff, Höchste straße 215 II. Beschäftigung Sorauerstraße 20.* Die Arbeiter und Arbeiterinnen der 20276 Locks, hochelegante Reisemuster, teils straße 101. +106 ftraße 49. auf Seide, 9 Mart, Bosten hochfeine Botenfrau findet sehr lohnende Teppich Fabrik M. Proten u. Restauration billig verkäuflich Tanzluftige Damen, Herren, jucht Schlafstellen. Steppdecken, durchweg 3,75. Julius Prinz Eugenstraße 24. +160 gesellige Bereinigung. Fénichl, Se Beschäftigung( Tour: Carmensylva Sohn in Stralau bei Berlin beFreundliche Schlafstelle, 1 oder straße). Näheres Rytestraße 31.* finden sich im Ausstand. Zuzug ist Neumann, Bellealliancestraße 105. 1 Werkzeug, gut erhalten, für bastianstraße 2. 20356 2 Herren, bei Henne, Palisaden197/10 Lehrmädchen mit guter Schul streng fernzuhalten. Gastronen, Petroleumkronen, gimmers und Treppenbau, billig zu Winterlaube, gute Beschaffenheit, straße 52, IV. +94 bildung bei monatlicher Bergütigung Filiale Stralau- Rummelsburg. Woche 1 Mark, Fabrikpreise. Große berkaufen. Berlin, Bülowftraße 56, gesucht. Beschreibung mit Preis Schlafftelle für 2 Herren Mir- zum baldigen Antritt gesucht. Mel Frankfurterstraße 92 und Ravené- Bigarrenladen, Kolbin. +112 schriftlich. Kern, Plan- Ufer 93a. 20295 bachstraße 25, Duergebäude IV, bungen nur in Begleitung der Eltern Deutscher Holzarbeiterstraße 6( Wedding). 1852 Material, Milchgeschäft, vierzehn Schweres Gänseausschieben, jeden Geisler. +49 oder des Vormundes mittags 1-2 Nähmaschinen, ohne Anzahlung, Jahre bestehend, schöne Wohnung, Montag bei Stoll, Swinemünder Schlafftelle an zwei Herren, oder abends 8-9 Uhr. A. Jandorf wöchentlich 1,00. Wienerstraße 1-6, billige Miete, wegen Heirat berkäuf- ftraße 81. Warschauerstraße 67, Aderstraße 111. lich Göbenstraße 8. freundliches Zimmer, Prinz, Frucht- u. Co., Bellealliancestraße 1/2.[ 19278* +112 Gänseansschieben jeden Montag straße 53, Hof I lints. $ 49 Wegen Plazmangel verkaufe Gar Spiegel, Trumeau, spottbillig, bei Riegert, Wrangelstraße 86.+2 Zwei Handwerker finden freundnitur, Sofa, 2 Seffel 15 Mart. verkauft Zigarrengeschäft, Große Achtung! 20 Mark tostet der An- liche Schlafstelle, separat, Frau Gebrauchten Kleiderschrank fauft Frankfurterstraße 80/81. Für tadel Lüdert, Palisadenstraße 59, vorn I. zug, wer Stoff bringt. Wenzlaff, Ottostraße 10. Kuschewski, Restaurant zu verkaufen Pant- losen Sitz Garantie! Luxusmöbelfabrik Schlafstelle für Herren Kottbuser Sofas, gebrauchte, neue, billig. ftraße 47. +84 Annenstraße 2. Lausitzerplatz 13/14. Sund, Waldemarstraße 63. straße 18, vorn IV, Heinemeyer.+2 Becker, Stalizerstraße. Pianino, gebrauchtes, nußbaum, Voltsfänger Gesellschaft Ante" Möblierte Schlafstelle für zwei Brämer, Warschauerstr. 70. Schlafsofa, Chaiselongue verkauft vorzüglich, billigst verkäuflich Büdler- Weihnachten frei. SwinemünderFür Knopfarbeiter: Schulz, Swinemünderstraße 122, of ftraße 33 I, links. + 2* straße 17. + 102* +2 Abramowsky, Röpenicker. parterre. 2046b Pianino, 80,00( fein Tafelflavier), Schmelzer, Volkshumorist. Auch Möblierte Schlafstelle Dder straße 33a. Turmstraße 8, parterre. 170/7 Gesellschaft, Stettinerstraße 57.+ 102* bergerstraße 35, voin II, Albrecht. Für Drechsler: Nußbaum Kleiderspind, Vertiko, Wer Stoff hat! Fertige Anzüge Möblierte Schlafstelle, Herrn, beabsichtigt zum 1. Dezember d. 33. Sklanie, Wienerstraße. Ohmann, Lausitzerplak. Trumeau, schönes Plüschsofa, Bett nach Maß 20 Mart. Tadelloser Sib, 11 Mart, Borderzimmer, Wolliner- einen Kassenbeamten einzustellen, Laborenz, Rigdorf, Knesebeck stellen, Tisch, Stühle, Kücheneinrichtung haltbare Futtersachen. Franke, Ader+67 der nebenher die Krankenkontrolle billig, Königsbergerstraße 13, Liese. straße. straße 143, Ede Invalidenstraße. 20605 ftraße 67, III lints. Saubere, gemütliche Schlafstelle auszuüben hat. Bevorzugt werden Panitsch, Brunnenstraße. Grünfram und Kolonialwaren- Tanzunterricht Liepolt. Heute für Herrn, Witwe Keuchel, Straß- Stassenmitglieder. Bewerbungen, Walter, Rüdersdorferstraße. geschäft, gut gehend, zu verkaufen beginnen Tanzlehrkurse! Damen 3,00, burgerstraße 20, Hof III.+67 denen eine furze schriftliche Arbeit Berthold, Stralauerstraße. Rirdorf, Reuterstraße 27. 170/6 Herren 6,00. Anmeldungen nach- Sofort Herr Schlafstelle. Dröseler, über die Aufgaben eines Kranken: Knoche, Adalbertstraße. mittags 3 bis 6 Sophienstraße 18 besuchers beizufügen ist, sind bis Feldner, Weißenfee. Damenbüsten, Bügeleisen billig.( Sophiensäle) erbeten. +102 Cadinerstraße 16. +134 zum 30. Oktober 5. 3. unter K. B. Eichhorn, Weißensee. Laegel, Kreuzigerstraße 14/15, I. Schlafftelle Herrn Petersburger an unserer Stasse in Mariendorf, Leipziger Humoristen und Quartett+134 Elegante Plüschgarnitur, Bertiko, fänger einige Tage frei. Geschäfts. Blag 4, born I. Mannchen. Schaukelwanne, Fahnenschild ver- Teppich abreifehalber schnell ver- stelle Hans Krüger, Rirdorf, Kaiser Freundlich möblierte Schlafstelle. fauft Gitschinerstraße 91 II. 20455 täuflich Snvalidenstraße 37, Restaurant. I Friedrichstraße 245. +65| Kalbe, Hochstraße 32a. +93 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin S 20396 20516 Waschtoilette, Zylinderbureau, Nähmaschine, Bilder, Zither verkauft Neustergerling, Ritterstraße 22. und Fahrrad, hochelegant, Schlafsofa, Wäscheschrank, Kleiderschrank, Grammophon. Wienerstraße 37, Lotal. Herrenfahrrad, Freilauf Rücktrittbremse sowie eine DeltaKlapp- Camera wegen Ausgabe des Sports billig zu verkaufen. Bischoff, Litauerstraße 28, of II. 29385 2058b 2048b 20265 Herren Manteuffelstraße 67, von IV Henning. Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen koften 50 Pf. die Zeile. Die gemeinsame Orts- Krankenkasse für Mariendorf u. Umg. Verband. Wegen Streit und Lohndifferenzer find gesperrt: Für Tischler, Polierer und Maschinenarbeiter: Ohmann, Chausseestr. 74, II zu richten. 276/14 3uzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Mariendorf, den 10. Oftober 1906. F. Fischer, Vorsitzender.