Mr. 248. Abonnements- Bedingungen: 16 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Pig. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30. fg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedructe) Bort 20 Pfg., jebes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Rummér müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Grenzen auf! " Mittwoch, den 24. Oftober 1906. Maul- und Klauenseuche Milzbrand 1902: 20144 1903: 11339 1904: 51395 Rinder Schweine Schafe Ninder 7147 14846 4003 5020 23793 4387 3990 33727 4571 Rausch brand Rinder 928 1065 1626 Seit es nach den Auslassungen offiziöser Blätter scheint, Die vorstehenden Ziffern zeigen, wie wenig von einer als wenn die Regierung nicht mehr der Forderung einer Seuchenfreiheit" im deutschen Viehstand die Rede sein kann. weiteren Deffnung der Grenzen für die Vieheinfuhr in Dazu kommt, daß erst neuerdings wieder, vor kaum 8 Tagen, gleichem Maße ablehnend gegenübersteht, wie im Sommer auf dem Zentralviehhofe in Berlin unter den Ueberständen dieses Jahres, verdoppelt die konservative Presse ihre An- des Schweinemarktes die Maul- und Klauenseuche festgestellt strengungen zu beweisen, daß jedes Zugeständnis an die worden ist, obgleich keines dieser Schweine aus Wünsche der Fleischkonsumenten unvermeidlich den Ruin der dem Auslande stammt. Die Agrarlogik bringt allerdings deutschen Landwirtschaft oder zum mindesten der deutschen auch in diesem Fall fertig nachzuweisen, daß die ErViehzucht zur Folge haben werde und müsse. frankung aus dem Auslande eingeschleppt ist. Die agrarExpedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. 0 fuhr bestimmungen unmöglich gemacht; die Erlaubnis der Einfuhr steht also nur auf dem Papier. So bestimmt§ 10 des Schlußprotokolls des Viehseuchenübereinkommens zwischen dem Deutschen Reiche und Desterreich Ungarn, daß für sämtliche lebend einzuführenden Tiere auf den Ursprungszeugnissen bescheinigt sein muß, daß das Land in den letzten vierzig Tagen seuchenfrei war. Man sollte glauben, diese Bestätigung würde genügen, dies ist aber nicht der Fall. Es wird weiter verlangt, daß die Tiere außerdem noch dreißig Tage lang tierärztlich überwacht werden. Weiter müssen die Tiere in den Grenzschlachthöfen Rosenheim oder Passau geschlachtet werden. Macht schon die erstgenannte Bedingung die Einfuhr lebender Schweine wegen der hohen Kosten der Ueberwachung unmöglich, so ist dies noch mehr durch die zweite Bestimmung der Fall: Bei warmer Witterung ist der Transport geschlachteter Schweine unmöglich..." Den einen Tag beweist sie, daß die Grenzsperre unbedingt tonservativen Blätter argumentieren nämlich nach dem aufrecht erhalten werden müsse, denn eine stärkere Zufuhr schönen Schema, das ihnen der im Landwirtschaftsministerium fremden Schlachtviehes aus dem Auslande werde binnen beschäftigte Geh. Oberregierungsrat Schröter geliefert hat, Genau denselben Wert hat die Behauptung der agrarischen furzer Zeit zu einer vollständigen Verseuchung des ein- folgendermaßen: Da die Maul- und Klauenseuche nur durch heimischen Viehstandes führen, den nächsten Tag versichert Ansteckung übertragen wird, so muß von irgend woher der Presse, daß Rind- und Schweinefleisch beinahe unbeschränkt fie, die weitere Deffnung der Grenzen hätte schon deshalb Ansteckungsstoff eingeschleppt sein, denn im schönen Deutschen in Deutschland eingeführt werden darf. Tatsächlich ist die Als wahr Einfuhr aus fast allen Ländern verboten, die als Erportfeinen Zwed, weil die Viehpreise in den Nachbarländern fast Reich kann natürlich so etwas nicht vorkommen. So darf zum ebenso hoch ständen, wie auf dem Inlandsmarkt, und die aus- scheinlich, beinahe als gewiß darf deshalb angenommen werden, länder für diesen Artikel in Betracht kommen. ländischen Viehproduzenten also, auch wenn die Grenzsperre daß der Ansteckungsstoff aus Rußland stammt, denn dort Beispiel in das deutsche Zollgebiet, abgesehen vom zollfreien aus folgenden Ländern tein aufgehoben würde, in Anbetracht der hohen Transportkosten herrscht bekanntlich zurzeit nicht nur die Revolutions-, sondern Grenzverkehr, Es muß demnach an- frisches Schweinefleisch eingeführt werden: und Spesen gar kein Vieh an Deutschland abzugeben ber- auch die Maul- und Klauenfeuche. möchten, und am dritten Tage wieder leistet sie sich mit gleicher genommen werden, daß die ertranften Schweine aus deutschen aus Dänemark, Schweden, Norwegen, RußRumänien, Serbien, Vereinigte Sachverständigkeit den Nachweis, daß eine eigentliche Grenz- Landesteilen längs der russischen Grenze stammen und dort land, sperre gar nicht besteht, sondern nur einige nebensächlichen durch irgend welche Personen, die aus Rußland herüber- Staaten von Amerika. Dagegen ist die Einfuhr von Schutzmaßregeln eingeführt worden sind, die den Vieh- und gekommen sind, die Seuche auf die armen Borstenviecher Schweinefleisch aus Spanien, Portugal, Brasilien usw. gestattet, Fleischimport aus den meisten Ländern durchaus nicht hindern. übertragen worden ist. Folglich ergibt sich, daß die nur führen leider diese Länder ebensowenig Schweinefleisch aus, Fleiſchimport aus den meiſten Ländern durchaus nicht hindern. Gren 3 absperrung nicht vermindert werden wie Schweden Wein oder Norwegen Apfelſinen. Von allen Daß die eine dieser schönen Beweisführungen stets die darf; sie muß vielmehr verschärft werden. Schweinefleisch produzierenden und exportierenden Ländern borhergehende völlig aufhebt, also 3. B., wenn Daß auch in diesem Fall wieder ihre Argumentation, darf nur Holland frisches Schweinefleisch in das deutsche Zolldas Ausland wegen der Steigerung seiner Viehpreise kein ganz abgesehen von ihrem Operieren mit albernen Voraus- gebiet einführen, und es hat denn auch vom 1. März dieses Jahres Vieh nach Deutschland zu liefern vermag, auch eine weitere fegungen und Annahmen, gerade umgekehrt beweist, daß die bis zum 1. September dieses Jahres 44 128 3entner frisches Deffnung der Grenzen keine vermehrte Zufuhr fremden heutige Art der Grenzsperre wenig Schutz gegen die Seuchen Schweinefleisch über die deutsche Grenze geschickt. Aber infolge Schlachtviehes und feine Verseuchung des ganzen Viehstandes einschleppung bietet, begreifen die Herren Agrarier in ihrer der Einfuhrerschwerungen durch die Versand- und Zollabfertizur Folge haben kann, oder wenn die heutigen Sperr- Sachverständigkeit" nicht; und doch müßten sie sich selbst gungsbedingungen sowie durch die hohen Zoll- und Transportmaßnahmen doch die Zufuhr aus den meisten Ländern nicht sagen, daß wenn die Seuchen auch jederzeit durch Personen fosten vermag auch Holland nur bestimmte angrenzende Teile verhinderten, dann eine Berringerung dieser Maßnahmen und waren eingeschleppt werden können, dann die Vieheinfuhr- der Rheinproving mit Schweinefleisch zu versorgen. Die Einunmöglich die prophezeiten ruinösen Folgen für die deutsche verbote und-beschränkungen zur Abwehr der Seuche absolut nicht fuhr aus Holland darf nämlich nach dem Schlachtvieh- und Viehzucht haben kann, das leuchtet den viehverständigen genügen, dann müßte auch aller Personen- und Warenverkehr Fleischbeschaugesetz vom 3. Juni 1900 und der Fleischbeschau" Fachmännern", die sich in agrarischen Blättern diese Art des heiligen Deutschen Reiches der Mitte mit dem Auslande Bollordnung vom 5. Februar 1903 nicht in beliebigen Mengen von Beweisen" leisten, nicht ein. Logik war stets ein höchst verhindert werden. Vielleicht kommen die Herren zum Schuße und Stücken, sondern nur in ganzen Tierkörpern und Tierfeltener Artikel in der agrarkonservativen Presse. Immer des deutschen Animalreiches preußischer Nation noch zu dieser hälften erfolgen, vorausgesetzt, daß mit letteren noch Brust- und Bauchfell, Lungen, hat sie in richtiger Einschäßung der geistigen Eigenschaften viehverständigen Forderung. Herz und Nieren ihrer Leser den Grundsay befolgt, die Qualität ihrer Beweise Doch die Sachverständigen in den konservativen Re- verbunden und die Hälften derartig verpackt sind, daß sich durch die Quantität zu ersetzen. daktionen sind gründliche Leute. Sie beweisen nicht nur, daß ihre Zusammengehörigkeit ohne weiteres sofort feststellen läßt. Das feuchenfreie deutsche Vieh müsse, behaupten die eine weitere Deffnung der Grenzen nicht möglich ist, sondern Außerdem unterliegen diese Tierkörper der amtlichen Unterdeutschen Agrarier, vor der Verseuchung durch fremdes daß sie auch keinen Zweck hat, da auch dann, wenn die Grenz- fuchung und dürfen nicht über das nächste beste größere ZollSchlachtvieh geschützt werden und leider sei nun einmal sperre nicht bestände, das Ausland kein Schlachtvieh in Deutsch- amt, sondern nur über einige wenige beſtimmte Zollämter das ausländische Vieh samt und sonders verseucht. Der Bert land einführen würde. Diesen Beweis machen sie sich, da sie eingeführt werden. Das holländische Fleisch muß also oft, um dieses Arguments wird schon dadurch illustriert, daß die meist dauernde geistige Anstrengungen schwer ertragen, in einem nahe der preußischen Grenze gelegenen preußischen agrarische Presse unserer Nachbarländer genau entgegen- recht bequem. Wenn auch aus den meisten Ländern, Drt zum Verkauf gelangen zu können, den Umweg über ein Rindern verboten ist, weit entferntes Zollamt machen. Durch solchen Transport gefeßter Meinung ist und umgekehrt das deutsche Vieh sagen sie, die Einfuhr von für das am meisten verseuchte hält. Tatsächlich so ist sie doch aus Desterreich- Ungarn und Dänemark erlaubt, nebst der amtlichen Untersuchung und Bollabfertigung geht haben unter dem Druck der Agitation ihrer Agrarier die und ferner dürfen aus Rußland monatlich zirka 11 000, aus biel Zeit verloren, und da ferner mit den Tierkörpern, Regierungen aller unserer Nachbarländer sich zu ähnlichen Desterreich zirka 6600 Schweine eingeführt werden; aber trotz wie schon oben erwähnt worden, die leicht verwesenden Teile Absperrungsmaßnahmen gegen das völlig„ berseuchte" dieser Erlaubnis sind z. B. in den sechs Monaten vom verbunden bleiben müssen und es dem Importeur verboten deutsche Vieh verstanden, wie die preußische Regierung gegen 1. März bis 1. September dieses Jahres nur 47 503 Stück ist, durch Anwendung irgend welcher konservierender Säuren deutsche Vieh verstanden, wie die preußische Regierung gegen die Einfuhr des verseuchten österreichischen, schweizerischen, Rindvieh aus Desterreich- Ungarn, 44 819 Stüd Rindvieh aus oder Altalien den Verwesungsprozeß zu verlangsamen, so muß französischen, belgischen, niederländischen, dänischen Biebes Dänemart, 1524 Schweine aus Desterreich und 44 672 Schweine sofort nach der Bollabfertigung das Fleisch verkauft und und so weiter. Wegen der Gefahr der Ansteckung ihres ein- aus Rußland in das deutsche Zollgebiet eingeführt worden. konsumiert werden, wenn es nicht verderben soll. Schon heimischen Biehbestandes durch das„ berseuchte" deutsche bezw. Das beweist, daß diese Länder selbst keinen großen Vieh- aus diesem Grunde verbietet sich, besonders im Sommer, ein Transport nach weit ent., preußische Vieh hat z. B. Dänemark die Einfuhr von Rindern überschuß haben und nur wenig abzugeben vermögen. und Schweinen aus Preußen vollständig verboten. In In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse, wie die Vieh- fernten oder für die Bahnbeförderung unRind günstig gelegenen Gegenden. Holland dürfen aus Preußen feine Rinder, Schweine, Schafe gelehrten wohlweislich verschweigen, ganz anders. Dazu kommen die hohen Unkosten und Spesen. Der und Ziegen sowie fein Schweinefleisch eingeführt werden; in bieh darf keineswegs beliebig aus Dänemark in Deutschland Belgien feine preußischen Rinder und Schweine, in Frank- eingeführt werden, z. B. nicht über die nordschleswigsche Landes- 3ollfab beträgt 13% Pf. pro Pfund; da dieser Zoll aber auch grenze. Nur auf dem Seewege über bestimmte Hafenpläge, von den minderwertigen Teilen und Abfällen der Tierkörper reich keine Rinder- Schweine, Schafe und Ziegen. Die Schweiz in denen sich staatliche Quarantäneanstalten befinden, dürfen entrichtet werden muß, erhöht sich der Zoll für das ausverweigert wegen der Seuchengefahr nicht nur die Durchfuhr dänische Rinder eingeführt werden, und in diesen Anstalten geschlachtete Fleisch auf etwa 18 Pf. pro Pfund. Hierzu von deutschem Vieh, sondern sie hat auch die Einfuhr von werden sie mit Tuberkulin geimpft und zehn Tage lang von kommen die Ausgaben für Bahn- und Wagentransporte, deutschen Schweinen ganz verboten, während deutsche Rinder, Tierärzten kontrolliert, bevor sie zur sofortigen Abschlachtung Lagerung, Bollabfertigung usw., so daß sich für den Importeur Schafe und Ziegen nur über bestimmte Zollstellen nach vorauf freigegeben werden. Die Kosten trägt der Importeur. Sie die Untoften auf 24 bis 28 Pf. pro Pfund stellen. Daß unter gegangener genauer tierärztlicher Untersuchung eingeführt stellen sich für Transport, Fütterung, Untersuchung, Gewichts- folchen Umständen sich die Einfuhr nur unter besonderen werden dürfen. Ebenso ist die Einfuhr deutscher Wieder- abnahme auf zirka 9-12 Pf. pro Pfund Schlachtgewicht, dazu günstigen Bedingungen für den Importeur lohnt, braucht fäuer und Schweine in Desterreich an allerlei Vorbedingungen tommen 4 Pf. Zoll pro Pfund Lebendgewicht oder 6 Pf. pro nicht erst bewiesen zu werden. gebunden; und selbst Rußland hat sich gegen die angeblich Pfund Schlachtgewicht, Verluste durch Erkrankung oder Be- Es ist demnach eine auf die Unkenntnis des großen feinem Viehbestand von dem verseuchten schädigung des Viehes auf dem Seetransport usw. Der Publikums spekulierende frivole Entstellung der Tatsachen, preußischen Vieh drohende Ansteckungs- Importeur hat also pro Pfund Schlachtgewicht nicht weniger wenn die agrarkonservative und die agrarklerifale gefahr durch allerlei Einfuhrverbote und Beschränkungen als 18-22 Pf. Untosten und Spesen, und außerdem Presse behauptet, der deutsche Viehstand wäre biel schüßen zu müssen geglaubt. verliert das Fleisch durch die Tuberkulinimpsung an Geschmack weniger verseucht als derjenige Desterreichs, der Schweiz, Den ausländischen Landwirten gilt also das deutsche und wird von den Schlächtern als nicht vollwertig angesehen. Frankreichs, Belgiens, Hollands oder Dänemarks, und Vieh nicht minder für verseucht, als den deutschen Land- Der Import lohnt sich deshalb nur unter ganz besonderen wenn sie ferner ihren Lesern vorschwindelt, eine eigentliche wirten das ausländische Vieh; und die Herren Agrarier des Voraussetzungen, und wenn trotzdem von März bis Sep- Grenzsperre wäre gar nicht vorhanden, speziell Schweinefleisch Auslandes vermögen sich dafür nicht nur auf die hohen Ziffern tember noch 44 819 Stüd Rindvieh aus Dänemark eingeführt tönne fast unbeschränkt" in das deutsche Zollgebiet eingeführt der deutschen Seuchenstatistik zu berufen im Jahre 1899 worden sind, so ist das eine hohe Biffer. werden. Tatsächlich liegen die Verhältnisse so, daß nur die war z. B. ein Zehntel des gesamten deutschen Rindvieh- Durch allerlei ähnliche Bestimmungen wird die Einfuhr Einfuhr aus jenen Ländern gestattet ist, die nichts zu bestandes von der Maul- und Klauenseuche befallen sondern von Rindern und vor allem von Schweinen aus Desterreich- exportieren haben oder deren Entfernung die Möglichkeit eines auch auf die Tatsache, daß nach einem beträchtlichen Rückgang Ungarn erschwert. Charakteristisch dafür ist die folgende Stelle Imports ausschließt. In den wenigen Fällen aber, wo die in den Jahren 1899/1901 neuerdings die Seuchen unter dem aus einer Eingabe, die jüngst der Bezirksverein Bayern des Einfuhr aus Nachbarländern formell erlaubt ist, da sorgen deutschen Viehbestand trop aller Grenzabsperrungen wieder deutschen Fleischerverbandes an die bayerische Regierung ge- die hohen Zölle in Verbindung mit allerlei fein ausgetiftelten start zugenommen haben. Für die Jahre 1902 bis 1904( für richtet hat: Einfuhr- und Zollabfertigungsbedingungen dafür, daß die Einfuhr 1905 fehlen noch die Ermittelungsergebnisse) ergibt sich z. B. Die gestattete Einfuhr von jährlich 50 000 Schweinen aus auf ein Minimum beschränkt bleibt und den deutschen Viehzüchtern folgende Zunahme: Desterreich nach Bayern wird durch die bestehenden Ein- leine ernstliche Konkurrenz nicht entsteht. Die ganzen Maßregeln sind lediglich auf den Vorteil der großen deutschen Viehzüchter, auf die Steigerung ihres Profits berechnet. Einen anderen Zweck haben sie nicht. Deshalb fort mit den die Lebenshaltung der ärmeren Bebölkerung schwer belastenden Einfuhr- verboten und Einfuhrbeschränkungen, fort mit den lediglich beul Profttinteresse der Agrarier dienenden Einfuhrzöllen! Die Grenzen auf! Höher als das Profitinteresse der großen Viehzüchter und Viehhaltcr steht die Ernährung der großen Vollsmasse._ poUtilchc Ckbcrlicht, Berlin, de» 23. Oktober. Tie Wahl in Döbeln-Noftwein. Ein sicheres Ergebnis über die Wahl im 10. sächsischen NeichstagSwahIkreise liegt bis zur Stunde noch nicht vor. Außer Zweifel steht nur der Sieg des sozialdemokratischen Kandidaten Genossen Pinkau. Darüber, mit ivelcher Stimmen- Mehrheit dieser Sieg errungen wurde, gehen die Meldungen auseinander. Itach dem Wölfischen Depeschenbureau erhielten Professor Hasse sKartellparteien) 8320, Lehrer Beck(frs. Vp.) 3509, P i n k a u(Soz.) 1�059 Stimmen. Danach hätte Pinkau nur 1J50 Stimmen mehr erhalten, als die beiden Gegenkandidaten auf sich vereinigten. Eine Privatdepesche des„Vorwärts" schreibt Hasse 8300, Beck 3312 und P i n k a u 12 274 Stimnien zu, so daß die sozial- demokratische Mehrheit<162 Stimmen betragen hätte. Mehrere konservative Berliner Blätter endlich buchen für Hasse 8372, für B e ck 3612, fiir Pin kau 12 716 Stimmen, wonach das sozialdemokratische Mehr sich auf 702 Stimmen beziffert hatte. Da im Jahre 1903 der Nationalliberale 5-134, der Reformparteiler 5369 und Genosse Grünberg 13 162 Stimmen erhalten hatte, differiert also der Stimmen- rückgang der Sozialdemokratie zwischen 446 und 1103 Stimnien. Dagegen wuchs die Zahl der für die bürgerlichen Gegenkandidaten abgegebenen Stimmen gegenüber 1903 um 1809 respektive 2011 Stimmen. Betrachtet man den konservativ-anttsemitisch-nationallibe- ralen Mischmasch, der diesmal für Haffe stimmte, g e- sondert, so ergibt sich für diese reaktionären Parteien ein Rückgang von rund 2700 Stimmen. Mit dem Jubel über den sozialdemokratischen Stimmen- rückgang verbinden sich deshalb in der reaktionären Presse wütende Ausfälle gegen die Liberalen. Die„P o st" erhebt gegen den Freisinn zornige Anklage, weil er durch Auf- stellen der Sondcrkandidawr Beck angeblich den Wahlsieg PinkauL verschuldet habe. Sei diese freisinnige Kandidatur unter- blieben, so wäre vermutlich der Sieg zu erringen gewesen. Diese Kalkulation ist äußerst univahrscheinlich. Wäre kein freisinniger Kandidat aufgestellt worden, so wäre im Gegenteil ganz sicher die Stimmenmehrheit für Pinkau noch eine be- deutend beträchtlichere gewesen. Das Organ Knuten- O e r t e l s hinwiederum rempelt die Nationalliberalen an, die sich als höchst unzuderlässige Bundesgenossen erwiesen hatten, sei doch zweifellos ein Teil der früheren national- liberalen Stimmen für den Freisinnigen abgegeben worden. Bei einer solchen Unzuverlässigkeit könnten die National- liberalen künftig für ähnliche Kompromisse überhaupt nicht mehr in Frage kommen. Do. die Sozialdemokratie nach allen drei Meldungen einen Stimmenrückgang aufzuweisen hat, scheint so viel festzustehen, daß ein Teil der Wähler, die seit 1898 für die Sozialdemokratie stimmten, aus Freisinnigen bestand, die, da seit dem genannten Jahre bis zur gestrigen Wahl kein freisinniger Kandidat mehr aufgestellt war, die Sozialdemokratie als das„kleinere Uebel" ansahen, diesmal aber wiederum freisinnig stimmten. Hinzukani, daß der ver- storbene Genosse Grünberg im Wahlkreise ansässig und persön- lich auch in bürgerlichen Kreisen beliebt war, Momente, die für Pinkau nicht ins Gewicht fielen. Die Lehre der Döbelner Wahl für uns kann nur wiederum die sein, die Organisationen ziw höchsten Leistungs- fähigkeit auszubauen und in der nachdrücklichsten Weise grund- sätzliche Aufklärung zu betreiben. Sehr schlecht hat bei der Wahl der Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie ab- geschnitten. Trotz aller Wühlerei und schofelster Verleumdungs- künste hat er nicht verhindern können, daß die Stimmenzahl des famosen alldeutschen Wahlrechtsfeindes Hasse um zirka 2000 Stimmen hinter der reaktionären Stimmenzahl auS dem Jahre 1903 zurückgeblieben ist! Die B e r l i n e r„ V o l k s- Z t g." bemerkt zum Wahlausgang: „Der sozialdemokratsche Kandidat hat mit 12 959 Stimmen gegenüber den allgemeinen Wahlen im Jahre 1993 einen Rückgang von 1193 Stimmen zu verzeichnen. Dieser Rück- gang will angesichts der Tatsache, daß im Jahre 1903 lein freisinniger Kandidat aufgestellt worden war, nicht viel besagen. Sicher haben damals viele Freisinnige dem Sozial- demokraien ihre Stimme gegeben. Zum letzten Male war in diesem Kreise im Jahre 1893 ein freisinniger Kandidat aufgestellt worden. Dieser brachte es damals auf 1646 Stimmen. Jetzt hat der steisinnige Kandidat Lehrer Beck-Dresden 8509 Stimmen erhalten. Zählt man die oppositionellen freifinnigen Stimmen zu den oppositionellen sozialdemokratischen Stimmen hinzu, so hat die Linke bei dieser Ersatzwahl gegenüber den allgemeinen Wahlen im Jahre 1903 ein Mehr von 2406 Stimmen erzielt, lvährend, wie wir vorhin erwähnt, die vereinigten Reaklioilstruppen nahezu an 3000 Stimmen eingebüßt haben." Ein Pyrrhussieg der einen reaktionären Masie. Die bürgerliche Presse verkündet mit dem nötigen Aplomb, daß die vaterlandslose Rotte wieder einmal furchtbar aufs Haupt ge- schlagen worden. Mülhausen, das elsässische Manchester, hat fürderhin keine sozialdemokratische Gemeinderals-Mehrheit. Am Sonntag hat die Ersatzwahl zum Gemeinderat den Bürgerlichen den Sieg gebracht, die Sozialdeniolratie ist unterlegen. Mit 2609 Stimmen Mehrheit ging die bürgerliche Liste durch. Grund genug für die Organe des Bürgertums, sich eines so seltenen Falles zu freuen. Indes fühlen sich unsere Mülhauser Genossen durchaus nicht zerschmettert und das wird verständlich, wenn man die näheren Umstände dieser Wahlschlacht betrachtet. Zun, ersten Male stand die Sozialdemokratie Mülhausens einem Block der Bürgerlichen gegenüber. Alle Parteiunterschiede im bürgerlichen Lager waren zerflosirn in der Hitze der sozialdemokratischen Rotglut; Zentrum, Liberale und Demokraten hatten sich zusanimengefunden auf einer Liste. Und auf diese Liste fielen 7989-8949 Stimmen, während die Sozialdemokratie aus ihre Kandidaten 5495—5431 Stimmen ver- einigte. Im Jahre 1904 fielen auf die sozialdemokratische Liste 3936—3980 Slimmen. die übrigen 7500 Stimmen verteilten sich auf die damals getrennt marschierenden drei bürgerlichen Parteien, von denen der Wahlverein der Katholiken 3109. der Allgemeine Wahl- verein(Liberale der verschiedenen Richtungen) 2399 und die Demokraten 2109 erhielten. Der Vergleich ergibt, daß die Sozialdemokratie fest 1991 um rund 1460 Stimmen ge- wachsen ist, während die bürgerlichen Parteien nur 513 Stimmen gewannen. Ein solches Ergebnis kann die Sozialdemo- lratie, wie unser Mülhauser Parteiblatt schreibt, mit Stolz, Freude und Zuversicht erfüllen.«Der Sieg der vereinigten Gegner am 21. Oktober 1996 war ein Pyrrhussieg: noch ein solcher Sieg und sie sind endgültig verloren I Sie werden aber voraussichtlich gar nicht dazu kommen, einen solchen.Sieg' wieder in zwei Jahren zu erringen, denn die Hauptwahlen von 1993 vollziehen sich notwendig unter ganz anderen Bedingungen.' Es sind aber noch andere Gründe für das Wahlresultat vor» handen. Darüber schreibt uns unser elsässischer Korrespondent: Bis zum Jahre 1992 bestand der Mülhauser Gemeinderat in seiner Mehrheit aus Bürgerlichen, die Neues und Notwendiges so gut wie gar nicht schufen und emsig darüber wachten, daß die Interessen der Bourgeois nicht geschädigt und ihre Geldbeutel nicht allzu- sehr für soziale und gemeinnützige Zwecke in Anspruch genommen wurden. Aufwendungen, die über die Einkünfte aus dem Oktroi hinausgingen, wurden möglichst vermieden. Ein progressives städtisches Steuersystem gibt es nicht. Die Landes- gcsetzgebung gestattet den Genieinden nur, Steuerzuschläge zu den Landessteuern für kommunale Zwecke zu erheben. Aber selbst diese Steuerzuschläge, die beileibe nicht progressiv nach der Steuerkrast der Einwohner bemessen waren, suchte man zu vermeiden. Die un- gerechte, volksausbeutende Verzehrsteuer, das Oktroi, blieb die Haupteinnahmequelle der Kommune. Den Bau von Arbeiter- Wohnungen, eine Notwendigkeit für Mülhausen, die Armen- fürsorge usw. überließ man der privaten Wohltätigkeit der schwer- reichen Unternehmer und Fabrikanten, die die Arbeiter so in drückender wirtschaftlicher Abhängigkeit hielten. Im Jahre 1992 gelang es der Sozialdemokratie, die absolute Majorität im Rathause zu erobern. Biel Arbeit fand sie in der Kommune vor, denn vieles war vernachlässigt worden. Mit Feuereifer gingen die sozialdemokratischen Bertreter daran, Refonnen in der Stadtverwaltung vorzunehmen. Die Arbeitsverhältnisse der städtischen Arbeiter wurden verbessert, so daß sie vorbildlich für manche andere Ge- meinde geworden sind. Neue, den modernen Ansprüchen genügende Schulhäuser wurden gebaut und sonstige Reformen im Schulwesen eingeführt. Für die Arbeitslosen wurde im Winter durch Notstandsarbeiten gesorgt. Arbeiterwohnhäuser wurden errichtet. Das Elektrizitätswerk wurde aus Privat- besitz in den Besitz der Stadt überführt, eine Wald- schule wurde gegründet, die Stadt selbst verschö.nert und mit praktischen Neuerungen versehen. Selbst die Gegner müssen diese Verschönerung der Stadt und die Verbesserung der Einrich- tungen zugeben. Dagegen haben sie auch nichts einzuwenden. Aber die gegen früher bedeutend erhöhten Zuschlagspfennige haben es ihnen angetan. Es erbittert sie, daß.'auch sie zu den Kosten der Einrichtungen für die Allgemein- heit und die wirtschaftlich Schwächeren mit herangezogen werden. Ein Schimpfen hob an über sozialdemokratische Mißwirtschaft, sozial- demokratisches Klassenregiment, obgleich lediglich Einrichtungen ge- schaffen wurden, die im heutigen bürgerlichen Gemeinwesen schon notwendig find, und um die auch eine vorgeschrittene bürgerliche Gemeindevertretung nicht herumgekommen wäre. Im Zentrum, bei Liberalen und Demokraten ertönte der Ruf:.Die sozialdemokratische Klassenherrschaft auf dem Rathause muß gebrochen werden." Wie aber das anfangen. Sollte man noch zusehen bis 1998, wo die allgemeinen Wahlen stattfinden? Das dauerte den um ihre Geldsücke bangenden Bourgeois zu lange. Man fand einen anderen Weg. Die elsaß-lothringische Gemeindeordnung bestimmt, daß bei Erledigung von einem Viertel der Gemeinderatssitze Ersatz- Wahlen stattzufinden haben. Auf diese Bestimmung wurde der Augriffsplan aufgebaut. Eiuige Sitze waren bereits durch Wegzug und Tod erledigt und um das Viertel vollzumachen(neun von 36 Sitzen) legten die Demokraten die Gemeinderatsmandate nieder. Infolge weiterer Demissionen stiegen die erledigten Sitze auf 11, sodaß der Bezirkspräsident Neuwahlen ausschrieb. Jetzt galt es nur noch, die feindlichen bürgerlichen Parteien Ar einigen, und es kennzeichnet die Situatton ungemein, daß sich die antiklerikalen Demokraten mit dem auf allen Gebieten rückständigen Zentrum ohne Schwierigkeiten zusammenfanden. Durch den Ausgang der Ersatzwahlen werden die Sozialdemo- kraten aus der absoluten Mehrheit in die relattve Mehrheit gedrängt. Der Gemeinderat wird in Zukunft bestehen auS 14 Sozialdemo- kraten, 8 Zeutrumsleuten, 7 Demokraten, 5 Liberalen und 2 Wilden, wovon einer klerikal ist. Die weitere Folge wird, wenn die bürger» liche Mehrheit ihren Versprechungen nachkommen will, eine so- genannte.sparsamere" Wirtschaft sein, d. h. ein Sttllstand in kom- munalen und sozialen Reformen. Allerdings werden unsere Ge- nossen alles aufbieten, um eine solche Kommunalpolitik so viel wie möglich zu verhindern. Die dritte Folge, die ihre Schatten auf das ganze Land wirft, ist der Verlust des Mandats des Genossen Emme! im Landesauöschuß. Der Genosse Emmel ist als Vertreter der Stadt Mülhausen seinerzeit von der Gemeindevertretung in den Landesausschuß gewählt worden. Da er dieses Jahr aus dem Landesparlament ausscheidet, ist seine Neu- wähl bei der neuen Majorität im Gemeinderat wohl nicht zu er- warten. Die arbeitende Klasse Elsaß-LothringenS verliert also ihren einzigen Bertreter im LandesauSschusse, und an Arbeiterinteressen wird in den nächsten Jahren im Landesparlament wohl nicht gedacht werden, wenn es nicht gelingen sollte, im Straß- burger Gemeindeparlament einen unserer Genossen in den Landes- ausschuß zu wählen. Sicher ist das nicht. Die Folgen der Wahl sind also nicht zu unterschätzen. Das wußten die Gegner, und deshalb ließen sie alles Trennende beiseite. ES handelte sich für sie nicht mehr um irgendwelche Partei- interessen bei dieser Wahl. Ihre Klasseninteressen, die einige Jahre nicht berücksichtigt worden waren, die vor den all- gemeinen Interessen zurückgestellt wurden, gewannen über die kleinen trenncilden Sonderwünsche und Sonderinteressen die Oberhand. K l a sse st a n d g e g e n K l a ss e. Und die Wahl zeigt uns wieder einmal aufs deutlichste, daß im Besteiuugskampfe der Arbeiterschaft der Kampf nicht einer bürgerlichen Partei, sondern der bürger- lichen Klasse gilt. Der Kampf der Arbeiter ist eben der Klaff en- kämpf.— Oeutrched Reich. Vom Odium sozialer Anwandlung befreit! Wenn noch ein Zweifel darüber möglich war, daß das Scharfmachertum in Deutschland regiert, daß die Regierung den leisesten Winken der Montangewaltigen gehorcht, daß die Berufung des Scharfmacher-Engel in das Handelsmimstmum von programmatischer Bedeutung ist, daß Stummscher Geist die letzte Spur sozialen Strebens ans der Regierung vertrieben bat, daß wir vor einer neuen Aera der S ch a r f m a ch e r e i und Ausnahmegesetzgebungsabsichten gegen die moderne Arbeiterbewegung stehen, so müssen jetzt die letzten Restchcn solchen Zweifels schwinden. Wir berichteten gestern über die Auslassungen der„Norddeutschen A I l g e m. Z t g." über die Lohnbewegung unter der Berg- arbeiterschaft. Wir hoben schon hervor, daß die Stellung- nähme des offiziösen Blattes wahrscheinlich aus Rücksicht auf die allgemeine Wirtschaftslage erfolgt sei: man brauche dahinter noch keinerlei soziale Erwägungen zu wittern. Um so weniger, als ja die Regierung als Berg- Herrin genau auf demselben Standpunkt stehe, den das offiziöse Blatt bei den Nuhrgrubenfeudalen verhöhnte.— Ja, der Vater Staat als Arbeitgeber zahle noch schlechtere Löhne wie das Privatunternchmertum, und bei den staatlichen Gruben ständen die Lohnsteigerungen weit hinter denen in den übrigen Bergbaubezirken zurück. Einige bürgerliche Organe glaubten trotzdem an das Wunder sozialer Anwandelungen in der Verengelten Regierung. Ja, man verniutete sogar, die Regierung habe durch die Auslassung den b ö s e n E i n d r u ck, den die Berufung des M i n i st e r- st ü r z e r Engel, des rücksichtslosesten Vertreters des Fabrikabsolutismus in das Handelsministerium, selbst in liberalen Kreisen hervorgerufen hat, etwas verwischen wollen. Solchen Verdacht konnte man nicht auf sich sitzen lassen: die„Norddeutsche Allgem. Ztg." beeilte sich deshalb, mitzuteilen, daß die Regierung unschuldig an dein bei den Grubengewaltigen hervorgerufenen Aergernis sei. Sie schreibt: „In cipzclnen Blättern werden unsere in den letzten Rück- blicken enthaltenen Ausführungen über die Streikgefahr im Ruhrrevier als Regierungskundgebung bezeichnet und behandelt. Demgegenüber stellen wir fest, daß diese Auslassung rcdattionellen, nicht amtlichen Ursprungs ist." Das Wohlwollen der Grubenkönige wird die Regierung durch das Dementi vielleicht zurückerobern, aber vor der ganzen Welt hat sie sich doppelt lächerlich g e macht. Sachlich hat das offiziöse Organ sich nicht be- richtigt. Ter Regierung kam es also lediglich darauf an, sich von dem Verdacht zu reinigen, daß sie ein s a ch l i ch e s Urteil gefällt habe und, was beinahe noch schlimmer, mit sozialen Duseleien behaftet sei. Nicht nur falsche Hauptleute und Minister, die sich nicht vor den Bauch stoßen lassen, auch ein Artikel im offiziösen Organ kann in Preußen-Teutschland Stoff zu schneidenden Satiren liefern! *** Aus Essen wird unterm 22. Oktober berichtet: „Zu den Forderungen der Siebencrkommission hat der Berg- bauverein in seiner heutigen Vollsitzung dahin Stellung ge- nommen, daß als Vertreter"der Belegschaften nicht die Verbände, sondern nur die durch das Gesetz geschaffenen Arbeiterausschüsse anzusehen sind und daß andererseits der Bergbauvcrein nicht zu- ständig ist, über die Lohnfcstsctzung Erklärungen abzugeben. Es wurde beschlossen, den Zechen zu empfehlen, in den Arbeiter- ausschüssen zu den einaercichten Forderungen Stellung zu nehmen, wobei darauf hingewiesen werden soll, daß seit Jahresfrist die Löhne bereits in rapider, sprunghafter Weise um 19 bis 15 Proz. gestiegen sind und sich noch in fortwährender Steigerung befinden. Insbesondere hat in der letzten Zeit die Lohnsteigerung»och bc- sonders zugenommen, was daraus hervorgeht, daß die Durch- schnittSIöhnc im Monat September d. I. sich um mehr als 7 Proz. höher stellen als die Löhne im Durchschnitt des zweiten Quartals dieses Jahres. Die Kohlrnpreisstcigerung, die im letzten Jahre durchschnittlich nur 4 Proz. betragen hat, wird damit von der Steigerung der Löhne bei weitem überholt." Das ist ein n e u c r H v h n für die Arbeiter! Der Berij- bauverein erklärt, nicht er oder die Verwaltungen hätten mit der Siebenerkommission zu verhandeln, sondern die Ver- waltungen lediglich mit den Arbciterausschüsscn. Gleichzeitig wird aber Anweisung gegeben, wie die Ver- waltungen sich zu verhalten haben! Und wir kommandieren doch, ist ihr Grundsatz!—_ Zur KSpenicker Affäre. Die Sclbstverhöhnung des deutschen Militarismus durch den Köpenicker Rathaus-Ueberfall weckt überall in der Welt dasselbe spöttische Gelächter, auch im Norden.„Göteborgs Handels- tidning" schreibt z. B.: „Je mehr man sich in die Einzelheiten dieser Geschichte hineinversetzt, um so höher steigt die Bewunderung für den uni- formierten Banditen, denn er hat ein unvergleichliches Meister. stück ausgeführt, und das gute Gelächter, das er der ganzen Welt geschenkt hat, ist billig bezahlt mit den 4999 M., die er bei den guten Stadtvätern„in Beschlag genommen" hat. Außerdem hat der Hauptmann eine politische Erwcckungstat vollbracht, deren erzieherische Bedeutung nicht zu Unterschätzen ist, denn er hat zu voller Evidenz bewiesen, daß in Preußen eine Offiziersuniform über Gesetz und Recht stebt." Aehnlich urteilt unser Amsterdamer Bruderorgan„Het Volk". Es fügt aber hinzu, daß man in Holland nicht sicher sein könne davor, daß unter denselben Umständen ein solches Ereignis ebenso verlaufen würde, weil der Charakter des Militarismus, der blinde Gehorsam gegen die Borgesetztcn überall unter der Klassen» Herrschaft der gleiche sei. ..Wir gönnen Teutschland die ruhmreiche Uebcrrumpclung in Köpenick von Herzen," schreibt„Het Volk".„Aber wir machen unS selbst nicht weis, daß das Bürgertum nun fortan vielleicht mit ängstlichem Eifer seine Rechte gegenüber dem Militär geltend machen werde. Das Bürgertum kann dem Heer nicht entschlossen gegenübertreten, denn es hat kein Rückgrat, und das einzige, worauf es sich stützt, ist die Gewalt." Der Hauptmann von Köpenick ch, der schweizerischen Presse. Dem sensationellen Gaunerstreich widmet die schweizerische Presse ganze Seiten, die mit den reproduzierten Berichten und Mit- teilungen der deutschen Presse sowie mit eigenen Betrachtungen angefüllt sind. Unser Züricher Parteiorgan, das „V o l k s r e ch t", bespricht den Fall in einem Leitartikel, in dem es vor allem dafür plädiert, oaß dem falschen Hauptmann ein Denkmal dafür errichtet werde, daß er den überspannten Militarismus uns so glänzend und genial ack sbsuräum(seinen Widersinn dargetan) geführt hat. „Der ganze Plan zu dem Kassenraub, führt unser Bruder- blatt u. a. aus, stützte sich auf Deutschlands Militärshstem, auf dessen Kernpunkt und Stolz, auf die bedingungslose Disziplin und auf die Tatsache, daß jeder Bürger, sei er auch der höchste Zivilbeamte, vor der Uniform und dem aufgepflanzten Bajonett auf dem Bauch zu liegen hat. Diese Grundlage war so sicher, daß sie genügt hätte, um auch eine größere Gaunerei als nur den Raub von 4000 Mark mit vollem Erfolg zu Ende zu führen... Dazu gibt Preußen-Deutschland seine ungeheuren Summen aus, dazu verschwendet es so unendlich viele Kräfte, um den Menschen das. was sie sonst vielleicht noch hätten und was sie nach menschlichen Begriffen vom Tier unterscheiden soll, zu nehmen, gewaltsam zu vernichten, die Vernunft, die eigene Ucbcrzeugung! das eigene Verantwortlichkeitsgefühl beim Handeln. Die Bourgeoisie will doch ein derartiges Heer; und nichts wäre ihr schrecklicher, als wenn der Soldat zu denken beginnen würde. Wie wäre es denn sonst noch möglich, daß der Arbeiter sich als Soldat gegen den Arbeiter verwenden ließe? Sie fordert überall den blinden Gehorsam als erste Soldatentugcnd und deswegen hat ja der Gauner von Köpenick seine Lehre auch uns erteilt, sogar uns Schweizern, deren Heer mit jedem Jahr mehr nach dem glorreichen preußischen Vorbild umgestaltet werden soll, dam't es auch hier immer mehr Werkzeug des Ver, Drechens werde und brauchbar sei, so oft der Proletarier im Gegensatz zu seiner innersten Ueberzeugung mit dem Gewehre dem Proletariat entgegengeführt werden soll." Der Bcrner„Bund" leitet die Tarstellung des Gauner- nrcichs mit dem Satze ein:„Eine bessere Satire auf das m i l i t ä r f r o m m e P r e u h e n hätte man kaum erfinden können." Das liberale„Neue Winterthurer Tage- b l a t t" redet von der„Burleske von Köpenick" und die k o n s e r- vativen„Basler Nachrichten" schreiben: „... Das in Preußen-Deutschland Unglaubliche, hier ward's Ereignis. Die schöne Formel„so etwas kommt bei uns nicht vor" wird man in Deutschland jetzt etwas spärlicher anwenden müssen. Wenn aber gestern noch der Gaunerstreich belacht wurde, heute dürfte die gute Miene zum bösen Spiel sich doch geändert haben. Ein Gefühl der Beschämung mit Wut vermischt wird nicht nur die zunächst Beteiligten schon ersaht haben. Wenn man die Einzelheiten des Vorganges liest, glaubt man ein Kapitel aus einem Roman vor sich zu haben. Auch dem Bürgermeister und dem Nendanten von Köpenick, die zu den Hauptfiguren in diesem Kapitel gehören, kam ja die ganze Geschichte etwas abenteuerlich vor, aber— der„Herr H a u p t m a n n". Darin liegt des Rätsels Lösung..." Nun folgt die eingehende Darstellung der Vorgänge, an die das Blatt diese Schluhbetrachtung knüpft: „Wenn man für die Wirkung, welche der Militarismus auf die normale Denkweise ausübt, ein Beispiel hätte konstruieren wollen, es wäre kein besseres zu finden gewesen als der groteske Köpenickcr Vorfall. Die Soldaten folgen blind dem Befehle des Vorgesetzten, so wurden sie's gelehrt. Meditationen darüber geben sie sich nicht hin. Die höhere Charge ist für sie Gesetz. Ihnen kann man es nicht einmal so sehr zur Last legen, daß sie folgten. Denn sie waren im Grunde nur konsequent und ein Optimist freut sich vielleicht über die bodenlose Disziplin der wackeren Grenadiere. Aber die verhafteten Zivilisten, ihnen kann man kaum mildernde Umstände zubilligen. Ihr Verhalten wird nur dadurch erklärlich, dah ihnen die Uniform des„Herrn Haupt- mann" jedes freie Urteil nahm. Die Unterwerfung des Staats- bürgers unter die militärische Autorität auch im ge- wöhnlichen Leben, ist hier einmal grell in Erscheinung getreten und jetzt sieht wohl auch mancher Deutsche ein, was Nichtdeutsche meinen, wenn sie Deutschland einen Militärstaat nennen. Nicht die vielen Soldaten machen ihn auö, sondern der Kotau vor jeder Uniform, wenn auch darin ein so wenig adonishaftcr Kerl steckt, wie in der, welche der Gauner von Köpenick trug... Mit einem ebenso frechen wie im Grunde plumpen Manöver, das nur auf das Privileg der Uniform spekulierte, fing der Gauner wackere Stützen des Staates und leistete damit einen Veitrag zur deutschen Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die Satiriker brauchen nicht mehr an die Arbeit zu gehen. Der Köpcnicker„Staatsstreich" ist schon eine schreiende Satirc."— Die bürgerliche Presse der Schweiz würde allerdings gut tun. Such für ihr Land eine Lehre daraus zu ziehen und praktisch an- zuwenden. Ter prcustisch-dcutsche Militarismus ist das Ideal der schweizerischen Bourgeoisie, das sie wahrhaft sklavisch nachäfft und durch eine ganze Reihe von Mastnahmen in den letzten Jahren soll der schweizerische Milizsoldat zu demselben willenlosen Schiest- automatcn und zu dem die Menschheit schändenden Kadavergehorsam erzogen werden, die in Deutschland im Köpenicker Sensationsfall ihre höchste Blüte erreicht haben. Wenn das Volk nun mit Schrecken erkennt, wie„herrlich weit" der Militarismus es bereits mit der Entwürdigung des Mannes gebracht hat, so hat der geniale Schwindlerhauptmann von Köpenick in der Tat den Anspruch auf ein Denkmal als Zeichen der Anerkennung erworben.— Der Parteitag des rheinischen Zentrum» fand am Sonntag in Trier statt. In seiner BegrühungSrede wies der Abgeordnete Trimborn hin auf die Bedeutung der nächsten Reichstagswähl! die Gegner rüsteten schon in er- heblichem Umfange; die Parteiarbeit des kommenden Winters müsse bereits der Vorarbeit für die Wahl von 1908 gewidmet sein. Der Abgeordnete Nacken behandelte sodann die Reichsfinanz- reform. Das Zentrum habe auch bei diesem Werke seinen alten Grundsatz von der ausgleichenden Gerechtigkeit hoch- gehalten und die Schonung der wirtschaftlich Schwachen ziehe sich wie ein roter Faden durch das Gesetz.(Um die„wirtschaftlich Schwachen" zu schonen, hat das Zentrum auch wohl einer wirk- famen Ausgestaltung der Erbschaftssteuer entgegengewirkt!) Der Abgeordnete Roeren beschäftigte sich mit den Hauptaufgaben der bevorstehenden Parlamentstagung. Er begann mit der Sozial- Politik, als deren Grundlage er den Satz verkündete, dah jedem „Stande" gewährt werden nnissc, was er„bcrechtigterweise verlangen" könne.(Nur schade, daß über das Mast des„berechtigterweise" zu Verlangenden die Meinungen so weit auseinandergehen.) Volle Be- friediguug zu erzielen sei unmöglich. Ausstände führten nicht zum Frieden, sondern zur. Verschärfung der Klassengegensätze. Eine dauemde Gesundung der sozialen Verhältnisse sei nur durch gegen- seitige Verständigung zu erreichen. Das Zentrum werde so lange für die Koalitionsfreiheit der Arbeiter eintreten, bis deren Organisation den Unternehmern gleichwertig fei.(Was hat denn das Zentrum getan, um die Koalitionsfreiheit der Arbeiter zu ver- wirklichen? Und wie steht es zu der Koalitionsfreiheit der Land- arbeiter?) Bezüglich der Kolonialpolitik meinte der Redner, daß sie uns bisher über ö00 Millionen Mark gekostet und nicht einen Pfennig eingebracht habe. Es krache an allen Ecken und Kanten und eS werde so lange krachen, bis das ganze S h st e m in die Brüche gegangen sei. In der kommenden Session werde sich zeigen, ob die Regierung gewillt sei, Wandel zu schaffen; weigere sich die Regierung und billige sie dem Reichstag kein größeres Maß von Mitwirkung zu. dann habe man sich ernstlich zu fragen, ob man noch einen Pfennig für die Kolonien b e w i l l i g e n s o l l e.(So reden die ZentrnmSführer auf Partei- tagen und in Bolksverfammliinge»; im Reichstag tun und bewilligen fic, was die Regierung haben will!) Herr Roeren ging dann noch auf die Polen Politik und ihre neuesten Erscheinungen ein; eS hmkdcle sich um eine Frage des Rechts und der Verfassung; es wäre ein Verrat ag seiner ganzen Vergangenheit, wenn das Zentrum nicht auf feiten dew Polen stände. Zum Schluß wies der Redner auf die nächsten»eichstagswahlen hin. die sich unter der Parole„Lieber rM als schwarz" vollziehen würden, um dann zur dauernden Blockbildung zu führen. Demgegenüber gelte es noch fester zusammenzuhalten. Noch etwas war wichtig aus der Rede des Abgeordneten Roeren: seine Aeußerung über die Warenhaus st euer. Roeren gehörte mit seinem Parteigenossen Fuchs ehemals zu den lebhaftesten Bcfür- Wörtern der Warenhaussteuer, die seiner Ansicht nach in einer Höhe festgesetzt werden müsse, daß sie wie eine Erdrostelungssteuer wirke. Herr Roeren scheint in dieser Beziehung etwas gelernt zu haben, denn er äußerte in Trier wesentlich andere Ansichten. „Das Uebergewicht der Warenhäuser", so meinte er,„besteht in den kolossalen Suinmen, mit denen sie operieren, und wodurch sie in den Stand gesetzt werden, die Waren billiger sich Mi be- schaffen und sie an einer Stelle feil zu halten. Es ist nicht mehr zu verhindern, daß diese Betriebe sich mehr und mehr entwickeln, nachdem sich an ihnen das Großkapital beteiligt. Durch hohe Steuern ist hier nichts zu erreichen; das Schädigende der Warenhäuser für andere Betriebe liegt in dem kolossalen Umsatz. Dieser wird um . so großer werden, je höher die Steuer wird. Mit der Erhöhung der Steuer ist. lso nicht geholfen; es müßte denn eine Er- drosselungssteuer ,'in. gflc diese bin ich lange eingetreten, aber veder die Regierung, noch das Parlament ist dafür zu haben, und kei der EntWickelung der Verhältniffe trage ich jetzt Be- denken,. ob eine solche Steuer tunlich und mög- l i ch ist. Es bleibt nur übrig, dem in dem Warenhause arbeitenden Kapital ein gleich großes Genossenschaftslapital entgegenzustellen." In seinem Schlußwort forderte der Abgeordnete Trimborn — wie die„Kölnische VolkSzeitung" berichtet:„unter dem Beifall der Versammlung"— auf, für die V e s e i t i g u n g d e S Dreiklasse n w a h l s y st e m s einzutreten und auch die Fraktion auf- zufordern,„in diesem Sinne weiter tätig zu sein".— Wenn das Zentrum„in diesem Sinne weiter tätig" ist wie bisher, dann dürfte es mit der Abschaffung des Dreiklassenwahlsysiems noch gute Weile haben. Seit dem Windthorstschen Vorstoß im Jahre 1873 hat das Zentrum in Preußen keinen Finger mehr gerührt, diesem System von Unrecht und Unsinn ein Ende zu bereiten.— Der Reichstag wird am 13. November wieder zusammentreten. Auf der Tagesordnung stehen 13 Pctitionsbcrichte, darunter folgende: Arbeitsverhältnisse der Angestellten im Gastwirtsgewerbe, Einführung einer staffelförinigen Umsatzsteuer für Großmühlen (hierbei wird auch die betreffende Resolution der Steuerkommission beraten werden), Befähigungsiiachiveis für das Handwerk, Be- freiung Schwachsinniger vom Militärdienst, Ausbau eines mittel» europäischen Wasserstraßennctzcs.— Mit besonderem Interesse darf man den Erörterungen über eine Umsatzsteuer für Getreidemühlen entgegensehen. Der Reichstag hatte bei der Verabschiedung der neuen Steuergcsetzc auch eine Resolution angenommen, worin eine Umsatzsteuer für Getreidemühlen gefordert wurde, jedoch verlautet bis jetzt nicht, daß das Reichsfchatzamt dieser Forderung näher- getreten wäre.— Gegen den Fleischwucher werden in Baden nun auch die Handelskammern und Stadträte vorstellig; die Konstanzer und Mannheimer fordern Oesfnung der Grenzen zur Vieheinfuhr. Der liberale Stadtrat der Residenz Karlsruhe macht die Regierung auf die u n te r e r u ä h r t e Bevölkerung der Großstädte aus- merksam und will die Städte der badischen Städteordnung zu einem gemeinsamen Protest aufrütteln. Diese scheinheilige Gesellschaft hatte indes seinerzeit nur ein höhnisches Achselzucken für die Be- mühungen der sozialdemokratischen Landtagsfraktion, die Regierung zum Kampfe gegen die Volksaushungerung zu bewegen.— Freisinn im Rcichsvcrbande zur Verleumdung der Sozialdemokratie. Die liberale.Münchener Allgemeine Zeitung" brachte dieser Tage eine Notiz, die folgendermaßen begann: „Der Reichsverband in Bayern. Bor kurzem hat sich ein Landcsausschuß des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie für das Königreich Bayern gebildet, dem folgende Herren angehören: Hugo Barbeck, Magistratsrat und Mitglied des Reichstages, Nürnberg... Es folgt dem Namen des Magistratsrats von Nürnberg noch eine Reihe anderer nicht minder illustrer. Sie interessieren uns indes weniger. Daß Nationalliberale dem Reichsverbande angehören, ist etwas natürliches. Herr B a r b e ck aber ist waschechter Frei« si uns mann, sogar einer vom linken Flügel und als solcher zum Neichstagsabgeordnetcn gewählt im Wahlkreise Fürth! Gewählt freilich mit Hülfe des Reichsverbandes, dem er nach erfolgter Wahl seinen tiefgefühlten Dank für die kräftige und erfolgreiche Hülfe aus- sprach. Von solcher Danksagung bis zum Beitritt war freilich nur ein Schritt. Herr Barbcck hat ihn getan und so ist der Reichsber- band also auch Mandatar des deutschen Freisinus geworden. Da seine Verleumdertaktik sich nicht allzusehr unterscheidet von der schoflen Kampfesweise, wie sie die„Freisinnige Ztg." in Reinkultur pflegt, so ist diese Vereinigung nur das Finale gleichgesiunter edler Seelen. Die Sozialdemolratie hat sicher nichts dagegen einzuwenden, wenn vor aller Welt gezeigt wird, daß der stolze deutsche Freisinn den Vor- spann des rcaklionären Reichsverbandes gar nicht verschmäht. Traurig ist nur. daß eine solche Gesellschaft ungestraft das Wort Freisinn mißbrauchen darf._ Die schlcsischc» Mrtallindustricllcn endlich wegen Aussperrung unter Anklage. In der Vorgeschichte zu dem Breslauer Krawallprozeß handelt eS sich bekanntlich darum, daß die Unternehmer alle organisierten Metallarbeiter aussperrten. D'e Arbeiter hatten daraufhin gegen die Leiter des Schlesischen Metallnidustriellen- Verbandes, G l a s e n a p p und N e u m a n n, ein Verfahren lvegen Vergehens gegen die Gewerbeordnung und Erpressung beantragt. Die Staats- anwaltschaft und die ObcrstaatSanwaltschaft halten ein solches Ver- fahren abgelehnt. Nunmehr hat, wie im Prozeß gegen den Kaiser- deputierten festgestellt wurde, jetzt das Obcrlandesgericht Breslau auf Antrag des Rechtsanwalt H e i n e- Berlin die Einleitung des Verfahrens auf Grund deS§ 163 Gelverbeordnung beschlossen., Seit Jahren haben wir darauf hingewiesen, wie gegen Arbeiter alles mögliche in den§ 153 der Gewerbeordnung, und in allerlei andere Strafgesetzparagraphen hineingelegt wird, während Arbeit- g e b e r, deren Köalitwnen zwecks Aussperrung und Versicherung gegen Aussperrung und Streiks offene Auflehnungen gegen den 8 153 der Gewerbeordnung und gegen den ErpressungS- Paragraphen sind, falls die gegen Arbeiter zur Auwendung gelaugte Auslegung der Gesetze auch gegen Arbeitgeber Geltung hat, bislang unvcrsolgt blieben. Man darf auf den Ausgang des Prozesses ge- spannt sein und mit Recht fragen, wann denn endlich gegen die anderen durch rechtswidrige Verträge koalierten Industriellen, z. B. die Textilindustriellen eine ähnliche Anklage erhoben werden wird.— Bon dem Anklagemonopol der SwatSanwaltschnft. Wir haben in Nr. 183 unter der llebersckirist„Eine Polizeitat k la Breslau" über die Erschießung des Arbeiters Berndgen in Köln- Bickendorf durch den Schutzmann Weiß berichtet. Der Er- schoffene war Kassierer des Vickcndorfer Krieger Vereins und kam an dem verhängnisvollen Abend mit feiner Frau nach Haufe. Als er eben seine Wohnung betreten hatte, sah er durchs Fenster, wie zwei Schutzleute niit gezogenem Säbel hinter zwei jungen Leuten herliefen, ohne sie einholen zu können. Aus Neugier begaben sich Berndgen und seine Frau wieder auf die Straße. Wie die Frau des Getöteten berichtete und wie bis heute nicht widerlegt ist, hätten die inzwischen zurückgekehrten Schutzleute sofort den Berndgen geschlagen. B. soll mit dem Schutzmann Weiß früher einen Zwist gehabt haben. Den ersten Schlag, so sagt Frau B., erhielt der Mann mit dem Revolver gegen die Stirn; dann seien die Schutzleute trotz der flehentlichen Bitten des Mannes auch noch über die sich in gesegneten Umständen befindende Frau und die beiden ebenfalls herbeigeeilten, kaum der Schule entwachsenen Söhne hergefallen. Darauf habe der Schutzmann Weiß zwei Revolvers chüsse auf Berndgen abgegeben, so daß dieser mit dem Rufe:„Ich bin getroffen; ich sterbe!" hinstürzte. Nun habe der Schutzmann immer noch nicht von seinem Opfer abgelassen, sondern sich auf den am Boden Liegenden, dem schon einSchuß in derBrustsaß, gekniet und ihm eine dritte Kugel oberhalb der Scham- teile in den Unterleib geschossen. An der Leiche wurden drei Schuß- sowie schwere Hieb- und Stichwunden, ferner blutunterlaufene Stricnieu gefunden. Die Frau erhielt einen Säbelhieb über die Hand. Die Schutzleute kümmerten sich nicht um drn daliegenden Sterbenden. Weiß warf den Revolver, der keine Dien st Waffe, sondern sein Privateigentum war, weg und entlief. Der anderen Tages in der Presse erscheinende übliche, von der Polizei herrührende Bericht erwies sich als den Tatsachen aufs schärfste widersprechend, wogegen die Angaben der Frau B. genau mit dem Befunde der Leiche überciustimmtcn. Im Laufe der Untersuchung wurde der Schutzmann dann in Haft genommen, vor vierzehn Tagen aber auf freien Fuß gesetzt, und wie ein Berichterstatter unwidersprochen melden konnte. ist das Verfahren gegen ihn eingestellt worden. Eine Begründung dieses rätselhaften Beschlusses hat die Oeffentlichkeit nicht erhalten. Wie unser Kölner Parteiblatt, die„Rheinische Zeitung", mitteilt, hat einer der vernommenen Zeugen es für völlig unmöglich er- klärt, daß angesichts der von ihm gemachten Aus- sagen eine Gerichtsverhandlung gegen den Schutzmann unter- bleibe. Auch die Frau des Erschossenen hat öffentlich in der Presse erklärt, daß sie die reine Wahrheit gesagt habe und ihre Darstellung jederzeit beeiden wolle. Die Staatsanwaltschaft hat trotz dieser furchtbaren Zweifel eS nicht für nötig erachtet, durch eine öffentliche Gerichtsverhand- lung den entsetzlichen Vorfall klarstellen zu lassen. Sie behandelt das Volk, das gebieterisch nach Aufklärung verlangt über die Ver- nichtung eines in der Blüte stehenden Menschenlebens, über den gewaltsamen Tod eines geachteten Bürgers und guten Familien- baters, anscheinend als nicht vorhanden. Und niemand kann die Staatsanwaltschaft zu anderem Handeln zwingen. Sie Haidas Anklagemonopol. Wann endlich wird ihr dies absolutistische, widersinnige Recht genommen?— Hudland. Oesterreich. Zum Goluchowski-Riicktritt wird ans Wien gemeldet: Die Deutsche Volkspartei wird gemeinsam mit anderen Parteien den Ministerpräsidenten über den Rücktritt Golu- chowskis interpellieren und fragen, ob die Demission nur auf die Aktion Ungarns zurückzuführen sei und ob der Minister- Präsident auch die Interessen Oesterreichs zur Geltung brachte und wahrte.— Die Interpellanten wollen durch die Jnter- pellation ausdrücken, daß die Krisis nach gemeinsamen Gesichtspunkten zu beurteilen sei und daß die österreichische Reichshälste dasselbe Recht besitze, in dieser Angelegenheit vollen Einfluß zu nehmen wie die ungarische. Diese An- schauung müsse auch bezüglich der Berufung des Nachfolgers aufrechterhalten werden. Das Eigenartige und Ungewöhnliche bei diesem Minister- stürz ist, daß der unfähige Goluchowski nach seiner zwölf- jährigen Tätigkeit schon gehen muß, ehe Franz Joseph einen anderen Minister des Aeußeren parat hat.— Zu den Gcmeinderatswahlen in Graz. Am 14. November finden die Neuwahlen der für den dritten Wahlkörpcr ausgelosten Gemeinderätc statt. Es wird zu einem heftigen Wahlkampfe kommen, da alle Parteien sich gegen die sozialistischen L'kandidatcn verbunden haben und sich in einem Wahl- ausschuß konstituierten. Klerikale, Alldeutsche und„Dcutschfreiheit- liche" bilden die erlesene Gesellschaft. Unter den Kandidaten für die Sozialdemokratie befinden sich nebst anderen Genossen Abgeordneter Resel und Gcnoffe Dr. Schacher!. Besonders gegen letzteren richtet sich die Agitation der Gegner, weil dieser in seiner Eigenschaft als Redakteur sich mit Erfolg energisch für die Sonntagsruhe der Handelsangestclltcn einsetzte.— Schweiz. Die„Schwcizcrfrcihcit". Welch trauriges Handwerk die politische Polizei der Schweiz ausübt, geht aus folgendem Aktenstück hervor, dessen Original in die Hände des„Basler Vorwärts" gelangte. Das„Dokument der Schande", lvie der„Basler Vorwärts" es richtig nennt, lautet: Schweizerische Buudesanwaltschaft. Bern, den 8. August ISOS. Ministere Public Fedöral. An das Polizeidepartement des Kantons Basel-Stadt. Basel. Herr Rcgicrungsrat I Bezüglich des Biirgerrechtskandidaten A. Camille, geb. 1805, Farbarbeiter in Basel, über den Sie uns mit Schreiben vom 21. Juli abhin berichteten, wünscht das politische Departement nähere Auskunft über die Natur des Vergehens„Koalitionen", das unterm 21. V. 1900 vor Polizeigericht Basel dem Petenten zwei Tage Haft eintrug. Wir bitten Sie hiermit höflichst, uns die gewünschten Angaben zukommen zu lassen. Mit vorzüglicher Hochachtung Für den Sekretär der Bundesanwaltschaft; A. Lörtscher. Was hatte der Mann verbrochen? Darüber berichtet der„Basler Vorwärts" folgendes: Nach dem Bericht des kantonalen Polizei- departements konnte über ihn nichts Nachteiliges gesagt werden, als daß er im Jahre 1887— als 22jähriger Jüngling— wegen Lärmens eine Haftstrafe von einem Tage zu verbüßen hatte und daß er dieses Frühjahr auf die Denunziation einer nichtswürdigen Polizistenseele hin wegen angeblicher Belästigung eines Streik- brechers—„Ucbcrtretung in bezug auf Koalitionen" heißt das Delikt im verhunzten Deutsch der betreffenden Amtsstelle— zu einer zwei- tägigen Haftstrafe verurteilt wurde. Diese letzte Verurteilung zu zwei Tagen Hast genügte nun. um den Petenten, der beinahe 20 Jahre in Basel arbeitet und ebenso lauge dort ansässig ist, von der Aufnahme in den schweizerischen Staatsverband auszuschließen und sein Einbürgerungsgesuch ohne Mitgabe einer Begründung abzuweisen, nachdem die Bundesanwalt- schast durch das oben reproduzierte Schreiben die nötigen Linjor- mationen eingeholt hatte.— Frankreich. Clemeuceau soll nach einer Havas-Meldung nunmehr mit der Kabinettsbildung zustande gekommen sein und außer dem des Kolonialministeriunts alle Portefeuilles glücklich an den Mann gebracht haben. Wenn die erwähnte Meldung richtig ist, so erhält das neue Ministerium folgendes Aussehen: Präsidium und Inneres Clömenceau. Justiz Guyot-Dessatgne. Auswärtiges Pichon. Unterricht Briand. Finanzen Caillaux, Krieg Picquart, Marine Thomson, öffentliche Arbeiten Barthou, Handel Doumergue, Ackerbau Ruau, Ministerium für Arbeiten und Gesundheitspflege Viviani. V) Da Millerand für das noch ausstehende Kolonial- Ministerium nicht in Betracht kommt, so wäre er also wieder Erivarten leer ausgegangen. Man meint, das liege daran. daß er kein anderes Portefeuille als das des Aeußeren über- nehmen wollte, das Clsmenceau aber seinem Freunde Pichon nicht vorenthalten zu können erklärte.— Spanien. Madrid, 23. Oktober. Eine Amnestie für Preß- und Streik- vergehen unterzeichnete König Alfons heute aus Anlaß des Namens- tagcs seiner Frau. England. London, 23. Oktober. Das Unterhaus nahm heute bei starker Präsenz die Tagungen der Herbstsession auf. Der Premierminister. Sir Henry Campbell-Bannerman, der bei seinem Eintritt in den Gaal von den Ministeriellen stürmisch begrüßt wurde, erklärte, daß die Regierung beabsichtige, unverzüglich an verschiedene wichtige in ihrem Programm vorgesehene Maßnahmen heranzutreten, darunter auch an die Fertigstellung des Gesezes über gewerbliche Streitig feiten. Das Haus nahm dann die Beratung des Handelsschiffahrtsgefeßes wieder auf. Im Laufe der Session wird die Arbeiter- und die Unterrichtsfrage zur Erörterung gelangen und in den Beratungen einen breiten Raum einnehmen. Große Bedeutung wird der Haltung des Ober. hauses zu diesen Fragen beigelegt, und man glaubt, daß ein Konflitt zwischen beiden Häusern unvermeidlich sein wird. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Gewerbebeputation und der paritätische Arbeitsnachweis der Glaser. Auf Grund des Tarifvertrages, der im August dieses Jahres vom Zentralverband der Glaser mit dem Verband der Glasereien Berlins und der Vororte sowie mit den Glaserinnungen zu Berlin und Charlottenburg abgeschlossen wurde. ist der Arbeitsnachweis der Innung in einen paritätischen umgewandelt worden. Das Statut dieses Arbeitsnachweises enthält u. a. folgenden Paragraphen: Die Arbeitgeber übernehmen die Verpflichtung, ihren Bedarf an Kräften, mit Ausnahme der Werkführer, nur durch Vermittelung des Nachweiſes einzustellen, indem durch öffentlichen Anschlag in jedem Betrieb etwa anfragende und arbeitsuchende Gesellen abzuweisen sind. In erster Linie werden die Arbeit geber und Arbeitnehmer der borbenannten Organisationen berücksichtigt. Auf Antrag des Kuratoriums müssen Gehülfen, welche den Arbeitsnachweis nicht passiert haben, wieder entlassen werden. Gegen diesen Paragraphen hat nun die Berliner Getverbedeputation in einem Schreiben an die Innung, datiert bom 1. Oktober, Protest erhoben. Das Schreiben lautet: beabsichtigt, ihren Arbeitsnachweis in einen paritätischen umzu63 iſt zu unserer Kenntnis gelangt, daß die Glaserinnung wandeln und diesem das Regulativ des Arbeitsnachweises des Gesellen bezw. Arbeitgeberverbandes zugrunde zu legen. Jm § 9 dieses Regulativs ist bestimmt, daß die den beiden Organtfationen angehörenden Gesellen und Arbeitgeber bei der Arbeitsvermittelung vor den nichtorganisierten zu berücksichtigen find. Besteht diese Absicht, dann weisen wir darauf hin, daß die Innung nicht berechtigt ist, eine derartige Bestimmung in die Geschäftsordnung des Arbeit snachweises aufzunehmen, oder nach diesem Grundsatz ihren Arbeitsnachweis zu verwalten, denn eine solche Maßnahme würde Mißhelligkeiten und Unzufriedenheit unter den Gesellen verursachen. Die Innung würde also damit gerade das Gegenteil der ihr gesetzlich zufallenden Aufgabe, die in der Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Meistern und Gesellen besteht, erfüllen. Abgesehen hiervon, ist überhaupt den Innungsmitglieder und Gesellen bei Benutzung der Innungseinrichtungen die Gleichberechtigung gesetzlich gewährleistet, die keinem von ihnen beschränkt werden darf, so lange er seinen gefeßlichen und statutarischen Verpflichtungen der Innung gegenüber nachfommt. Wir ersuchen daher den Vorstand, nach Möglichkeit darauf hinzuwirken, daß die Innung bei der Beratung über die Neueinrichtung des Arbeitsnachweises einen Beschluß in dem borbezeichneten Sinne nicht faßt. Kommt dieser Beschluß doch zustande, so sind wir genötigt, ihn auf Grund des§ 96 Absatz 2 der Gewerbeordnung aufzuheben. fann. 2. Bestimmungen sind zu treffen, welche eine gerechte Bermittelung durch den bestehenden Arbeitsnachweis garantieren, so daß feine Bevorzugung einer gewissen Seite( der Gelben) stattfinden 3. Der in den Vereinbarungen zugesagte Zentralarbeitsnachweis ist baldigst einzuführen. 4. Der Gesellenschaft soll gestattet sein, gegen tariffeindliche Meister vorgehen zu können. Die Forderungen der Bädergefellen in der Schlichtungskom Hier lehnt es also der bergbauliche Verein ab, mit der mission, die sich mit den Beschwerden der Gesellen über die Richt- Siebenerkommission zu verhandeln und verweist die Bergleute an einhaltung der Abmachungen, die Arbeitsvermittelung betreffend, die einzelnen Zechen. Während er aber den Bergarbeitern gegenbeschäftigt, sind folgende: 1. Die Absehung des Sprechmeisters Vogel wird verlangt. Die bleiben, zu den Forderungen der Arbeiter Stellung zu nehmen, 1. Die Absetzung des Sprechmeisters Vogel wird verlangt. Die über behauptet, es müsse den einzelnen Zechen überlassen Schlichtungskommission soll dann die Wahl eines neuen Sprech- schreibt der Verein den Zechen diese Stellungnahme vor! Den meisters vornehmen. Bechen wird empfohlen", ihren Arbeitern nachzuweisen, daß die Löhne sprungweise gestiegen" sind; ihnen wird empfohlen", in den Jammer der Buchdruckereibesitzer einzustimmen, daß die Industrie eine solche Belastung nicht vertragen fönne, weil die Kohlen. preissteigerung im letzten Jahre( man merke wohl: im lebten Jahre!) nur um 4 Prozent gestiegen ist. Und was die Forderung der Aufhebung der sogenannten Sperre betreffe, so könne angesichts eines Belegschaftswechsels bon rund 27 000 Mann im Monat September gleich 120 Prozent der gesamten Belegschaft auf das Jahr gerechnet, von einer Beeinträchtigung der Bewegungsfreiheit der Arbeiter nicht die Rede sein. Dieser Wechsel sei so bedeutend, daß er geradezu als eine Gefahr für das Leben und die Gesundheit der Arbeiter angesehen werden müsse und eine gewisse Beschränung des fortwährenden Wechsels der Arbeitsstätte von seiten der Arbeiter dringend erforderlich sei. Die Zechenverwaltungen sollten sich nicht das Recht nehmen lassen, die ihnen geeignet er scheinenden Bergarbeiter anzunehmen oder abzulegen. 5. Meistermitglieder der Schlichtungskommission dürfen keine Gesellenorganisation gründen, noch Propaganda dafür machen oder eine Organisation mit Geldmitteln unterstützen. Dasselbe ist den Gesellenmitgliedern verboten. 6. Sämtlichen Sprechämtern soll verboten sein, Stellungen mit Kost und Logis zu vermitteln. Eine öffentliche Schuhmacherversammlung, die am Montag bei Bernau in der Schwedterstraße tagte, erörterte die Frage: Ist der im vergangenen Frühjahre vorgelegte Mindestlohntarif für die Reparaturgeschäfte in Groß- Berlin durchgeführt?- Der Referent Dalli beantwortete die Frage dahin, daß der Tarif wohl in einem Teil der Vororte anerkannt werde, in Berlin aber, und besonders Wenn nun die vom bergbaulichen Verein nach langer Verim Norden, sehe es in dieser Hinsicht sehr ungünstig aus. In den Geschäften, wo der Tarif vorgelegt und seine Anerkennung ent- Bögerung der Entscheidung an die Zechen verwiesenen Arbeiter schieden verlangt wurde, werde er durchgeführt. In einem großen bei diesen vorstellig werden, wird ihnen auf diesem Wege die vor= Teil der Geschäfte dagegen hätten die Gehülfen nicht Selbstbewußt- geschriebene abweisende Antwort des Vereins zur Kenntnis gebracht sein genug gehabt, auf die Anerkennung des Tarifes zu bestehen. und die Zechenverwaltungen werden achselzuckend erklären, ohne Der Umstand, daß der Tarif von einem erheblichen Teil der Arbeit- Zustimmung des bergbaulichen Vereins nicht anders entscheiden zu Zur BeWelchen Zweck hat eine solche Politik? geber nicht beachtet werde, bringe die Gefahr mit sich, daß er auch können. von denen, die ihn anerkannt haben, wieder gebrochen werde. Es ruhigung der Bergleute trägt sie doch wahrlich nicht bei, wohl aber gelte deshalb, dem Tarif allgemeine Anerkennung zu verschaffen. zu deren Aufregung. Wenn sich auch Begeisterung nicht einpöfeln" Tiefe Aufgabe hätten die in den Reparaturwerkstätten beschäftigten läßt, so läßt sich aber auch der Hunger nicht abgewöhnen, und von Kollegen im kommenden Frühjahr zu lösen und sich zu dieſem statistischen Nachweisen über die Vorzüglichkeit ihrer Lage werden gehaltene Resolution an. reger Diskussion nahm die Versammlung eine in diesem Sinne die Bergleute nicht satt. Schickt man die Grubenarbeiter mit ihren Deutsches Reich. Nach Achtung, Lederarbeiter! In Malchow in Mecklenburg hat die Firma Steinlein vier Kollegen wegen ihrer Verbandszugehörigkeit gekündigt. Die Fabrit ist gesperrt für Verbandsmitglieder. Zuzug von Blanchierern, Scherern usw. ist streng fernzuhalten. Der Zentralvorstand. Die Bewegung der Buchdrucker. Es ist kein Scherz; der neueste Beitartikel des Korrespondent" für Deutschlands Buchdrucker beginnt:„ Gad, Gadgadgadgad!" und in dieser Tonart fährt dann der Verfasser durch den ganzen Artikel fort. Unter der Rubrik" Rundschau" wird dann der„ Vorwärts" für seine ruhige Beurteilung der Sachlage als„ betrübter Zohgerber" hingestellt. Da heißt es u. a.: Anerkennung verdient auch das Eingeständnis des„ Vorto.", wenn er von den nach seiner Ueberzeugung unheilvollen Bestimmungen des Tarifes und des Organisationsvertrages spricht. Damit gibt das Zentralorgan zu, daß nach anderer Ueberzeugung der Tarifvertrag feine unheilbollen Bestimmungen enthält. Und die Leute, die dieser Ansicht sind, bilden die überwiegende Mehrheit. Die„ Korrespondent"-Redaktion muß ihr eigenes Blatt nicht lesen, sonst könnte sie das nicht behaupten. Unter allen Berichten Einem Berichte über den Ausfall der Beratung sowie der im Storrespondent" findet sich nicht einer, nach welchem der Tarif von den Buchdruckern rückhaltlos als ein Musterwerk anerkannt worden ist. Wo man sich zur Zustimmung entschlossen hat, tat man dies aus schwerem Herzen. Einreichung des Protokolls hierüber sehen wir entgegen. gez. Friedel. Der erwähnte Absatz der Gewerbeordnung gibt der Auffichtsbehörde die Macht, durch Geldstrafen die Befolgung der gesetzlichen und statutarischen Vorschriften zu erzwingen. In der Sache selbst stügt sich die Gewerbedeputation hauptsächlich auf§ 81a Absatz 2 der Gewerbeordnung, wonach Aufgabe der Innungen ist:„ die Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses zwischen Meistern und Gesellen sowie die Fürsorge für das Herbergswesen und den Arbeitsnachweis". Man sollte nun meinen, daß der Gewerbedeputation das Bestehen eines paritätischen Arbeitsnachweises besonders am Herzen liegen müßte, da doch eine solche Einrichtung sehr geeignet erscheint, ein gedeihliches Verhältnis zwischen Meistern und Gesellen zu fördern. Leider hat die Gewerbedeputation bereits einmal das Gegenteil bewiesen. aki Wir erhalten noch folgende Berichte: In einer von etwa 400 Buchdruckern von Chemnitz und der näheren und weiteren Umgebung besuchten Allgemeinen Buchbruderversammlung sprach der Redakteur Reghäuser bom Sorrespondent" über den neuen Tarifvertrag in ziemlich zweistündigem Referat. Er bemerkte eingangs, daß der neue Tarifbertrag von höheren, größeren Gesichtspunkten aus beurteilt werden müßte, als es bisher geschehen sei. Der Widerspruch, der sich gegen den Tarif geltend gemacht und in Berlin und anderen Städten durch Ablehnung desselben zum Ausdruck gekommen sei, sei von außerhalb der Buchdruderschaft stehenden scharfmacherischen Kreisen von rechts und lints angefacht und genährt worden. Großen Anteil daran haben nach Rerhäuser die Leipziger Boltszeitung" und der„ Vorwärts" und die anderen, vom Ausschnitt dieser beiden lebenden Blätter. Für Tarifberfräge fehle jenen Kreisen das Berständnis. Aber einen prinzipiellen Kampf könnten sie gegen Tarifverträge nicht mehr führen, weil die ganze deutsche Gewerkschaftsbewegung den Kampf um Tarifverträge darstellte. Rerhäuser besprach dann die wichtigsten Positionen des Tarifs und versicherte, daß die Vertreter der Buchdrucker Wort für Wort einer genauen Prüfung unterworfen hätten. Schließlich hätte es sich nur um Annahme oder Ablehnung des Tarifs gehandelt. Nach kurzer Diskussion fand gegen 4 Stimmen Annahme die folgende Resolution: " 1 Forderungen dauernd von Pontius zu Pilatus, so dürfte doch einmal der Augenblick eintreten, wo sie zu Hause bleiben und den Herren überlassen, erst einmal untereinander darüber einig zu werden, ob sie den Grubenleuten etwas bewilligen wollen und was. Eine runde Ablehnung, ob vom bergbaulichen Verein oder von den Einzelverwaltungen, würde die Lage in unangenehmer Weise verschärfen. Zum Mannheimer Hafenarbeiterstreif. Wie der Zentralverband der Maschinisten und Heizer uns mitteilt, sind die bei dem Mannheimer Hafenarbeiterstreit in Betracht kommenden Kranund Elevatorenführer nicht im Hafenarbeiterverband, sondern im Zentralverband der Maschinisten und Heizer organisiert, und iſt der günstige Erfolg des Streits wesentlich der sofortigen einschreiben. mütigen Arbeitsniederlegung dieser Berufsgruppe mit zuzuDie im Metallarbeiterverband organisierten Arbeiter des Simonswertes in Rheda i. W. sind vorgestern in den Streit getreten. um sich gegen die Absichten der Fabrikleitung auf Vernichtung der Organisation zu wehren. Da die Firma alle Mittel in Anwendung bringt, um Arbeitswillige zu ergattern, ersucht die Streilleitung um Fernhaltung des Zuzugs. Die Ersatzwahl in Stade Blumenthal. Bei der heute vollzogenen Ersatzwahl im 18. Hannoverschen Wahlkreise, der seither durch den verstorbenen nationalliberalen Abgeordneten Sattler vertreten wurde, wurde nach der bis jetzt vorliegenden Zählung folgendes Stimmenergebnis festgestellt: Stade, 23. Oktober.( W. T. B.) Es wurden bis 9 Uhr abends gezählt: für Klaevemann( Bund der Landwirte) 1100, Meding( Welfe) 417, Reese( natl.) 2700, Otto( frs. Vp.) 1646, und Ebert( Soz.) 2200 Stimmen. Das Resultat aus 130 fleinen Landorten steht noch aus. Ein weiteres Telegramm meldet: Stade, 23. Oktober.( W. T. B.) Bis 111 Uhr war das Resultat von reichlich drei Vierteln des 18. Hannoverschen Reichstagswahlkreises wie folgt festgestellt: Ebert( Soz.) 5115, Reese( natl.) 5114, laevemann( B. d. L.) 2476, Otto ( fri. Vp.) 2567, v. Meding( Welfe) 1157 Stimmen. Stichwahl zwischen Reese und Ebert gilt als sicher. Ein paritätischer Arbeitsnachweis der Glaserinnung hat schon einmal bestanden, und zwar seit dem Jahre 1902. Er hat, wie die Meister selbst anerkannten, tadellos funktioniert. An einen Sieg des sozialdemokratischen Kandidaten, des Im Jahre 1904 aber beschloß die Innung gegen den Willen der Gesellen, den Nachweis wieder einseitig zu gestalten, verGenossen Ebert, war von vornherein nicht zu denken, oblegte auch die Arbeitsvermittelung ausschließlich auf die Vorgleich infolge des Wachstums in der proletarischen Wählerschaft eine Stimmenzunahme zu erwarten war. Zu berückmittagsstunden, so daß den Gesellen sogar die Kontrolle unfichtigen war allerdings, daß diesmal eine polnische möglich wurde, wollten sie nicht ihre Arbeit verfäumen und Sonderkandidatur aufgestellt worden war, die auf damit vielleicht ihre Stellungen aufs Spiel setzen. Als" Die heutige allgemeine Versammlung der Chemnizer BuchGrund für die Aufhebung der Parität gab die Innung an, bruder, welche auch von Kollegen aus Burgstädt, Frankenberg, die Stimmen der in dem Wahlkreise angesiedelten zahlreichen der Nachweis sei von den Gesellen als Agitationsort für den Hohenstein, Hainichen, Limbach, Lugau, Lichtenstein, Mittweida, polnischen Arbeiter spekulierte. Im übrigen waren feinerlei Zentralverband und zu sozialdemokratischen Bestrebungen be- Penig, Waldheim, Thum und Zschopau besucht war, erklärt sich Ueberraschungen zu erwarten. Es ist anzunehmen, daß auch Zentralverband und zu sozialdemokratischen Bestrebungen be- nach dem Anhören des Referates unseres Kollegen Rerhäuser diesmal wiederum Stichwahl zwischen dem nationalnutzt worden. An Gründen fehlt es ja den Arbeitgebern nie, mit dem Abschlusse von Organisation zu Organisation, trots ver- liberalen und dem sozialdemokratischen Kanwenn es gilt, die Rechte der Arbeiter zu vernichten. Zur schiedener Mängel, einverstanden. Ganz besonders bedauert fie die didaten stattfinden wird. Für den Fall dieser Stichwahl ist Förderung eines gedeihlichen Verhältnisses konnte der Einführung des Berechnens an den Sehmaschinen und die Bei- bereits von der freisinnigen Weserzeitung" ausgegeben Innungsbeschluß jedenfalls nicht dienen, und mit Recht be- behaltung der Lohnitaffel. Wenn ein Mehr" nicht zu erzielen bereits von der freifinnigen Weferzeitung" ausgegeben rief sich denn auch der Gesellenausschuß in seiner an die Ge- denen wir heute noch unser ganzes Bertrauen entgegenbringenstüßen, da nur auf Grund eines liberalen Kartells der Liberief sich denn auch der Gesellenausschuß in seiner an die Ge- war, so liegt das nicht an dem Eintreten unserer Gehülfenvertreter worden, den nationalliberalen Kandidaten zu untermerbedeputation gerichteten Gegenschrift gerade auf den fondern vielmehr an der ablehnenden Haltung der Brinzipale. ralismus im Jahre 1908 als stärkerer Machtfaktor auftreten Paragraphen 81a der Gewerbeordnung. Gleichwohl ergänzte Schließlich erwartet die Versammlung, daß die Prinzipale bei folgeangelegenheit in einem Wachstum der welfischen folgeangelegenheit in einem Wachstum der welfischen die Gewerbedeputation auf Grund der Macht, die ihr der der Einführung des neuen Tarifs teine Schwierigkeiten bereiten könne. Ob sich der Einfluß der Braunschweigischen Thron§ 95 Absatz 4 der Gewerbeordnung gibt, die von dem Ge- werden, ferner, daß auch alle diejenigen Kollegen, welche mit mehr Stimmen bemerkbar machen wird, vermag erst das endgültige fellenausschuß versagte Zustimmung zu jenem Innungs- als 3 Mart über das Minimum entlohnt werden, eine angemessene Stimmen bemerkbar machen wird, vermag erst das endgültige Lohnausbesserung erhalten möchten. Da endlich Chemnik eine der Stimmenergebnis zu zeigen. Ebenso wird sich erst dann die Lebensmittelteuerung demi beschluß, der denn auch das gedeihliche Verhältnis zwischen teuersten Städte Deutschlands ist, so setzt die Versammlung bestimmt herausstellen, inwieweit Meistern und Gesellen im Glasergewerbe gründlich zerstörte. voraus, daß bei Festsetzung der Lofalzuschläge für unseren Ort Nationalliberalismus Abbruch getan und Freifinn und SozialNun aber, nachdem sich die Innung genötigt gefehen hat, eine Revision in der Weise stattfindet, daß der Lohnzuschlag um demokratie einen Stimmenzuwachs gebracht hat. die Gleichberechtigung der Gesellen bei der Arbeitsvermitte. 5 Broz. erhöht, also von 12% auf 17% Proz. festgesezt wird. lung von neuem anzuerkennen, hält es die Gewerbedeputation Die Versammlung verspricht, mit aller Energie für die Ein- und des Berliner Magistrats für angebracht, gegen eine Be- Durchführung des neuen Tarifes tätig zu sein." stimmung aufzutreten, die den die Kosten tragenden organisierten Meistern und Gesellen ein gewisses Vorrecht bei der Arbeitsvermittelung sichert und in gleicher Weise beiden Organisationen zugute fommt. Wer ohne Voreingenommen. heit die Tätigkeit der Organisationen zu würdigen versteht, muß erfennen, daß gerade sie es sind, die durch Tarifverträge ein gedeihliches Verhältnis zwischen Arbeitern und Arbeitgebern fördern, soweit das unter den bestehenden Verhältnissen möglich ist. Gelingt es der Gewerbedeputation, die von ihr beanstandete Bestimmung der Geschäftsordnung des Arbeitsnachweiſes zu beseitigen, so kann das niemals zur Förderung, sondern nur zur Beeinträchtigung des gedeihlichen Berhältnisses zwischen Meistern und Gesellen dienen. Von der Gehülfenorganisation ist nun die Angelegenheit dem Gewerbegericht unterbreitet worden, vor dem der Tarifvertrag für das Glasergewerbe, der auch die Anerkennung des Statuts und der Geschäftsordnung des Arbeitsnachweises in sich schließt, festgelegt wurde. Im Zirkel herum! Der bergbauliche Verein hat am gestrigen Tage der Siebenerfommission seine Antwort zugehen lassen. Das Schreiben lautet: Herrn W. Hammacher, Oberhausen. Essen, 22. Oktober. Die geehrte Zuschrift vom 10. d. M., durch die fünf Arbeiterverbände die Forderungen der in den Kohlengruben und allen Nebenanlagen beschäftigten Arbeiter uns zugestellt haben, ist in der heutigen Vorstandssitzung zur Vorlage gekommen. Der bergbauliche Verein erklärt wiederholt, diese Verbände nicht als Vertreter der Belegschaften anertennen zu können und ist auch selbst nicht zuständig, über Lohnfestsetzungen Erklärungen abzugeben. Er muß es deshalb den einzelnen Bechenverwaltungen überlassen, in den gesetzlich gewählten Arbeiterausschüssen zu den erhobenen Forderungen Stellung zu nehmen. Der Verein für bergbauliche Interessen: gez. Kleine, Bingel, Funke. Letzte Nachrichten und Depefchen. Unternehmerdünkel. Kiel, 23. Oftober.( W. Z. B.) Die Direktion der HowaldsWerke hat das Anerbieten des Gewerbegerichts, auf Wunsch des der Metallarbeiter Verbandes in dem ausgebrochenen Streit Arbeiter der Werke zu vermitteln abgelehnt, da sie die Bevollmächtigten des Metallarbeiter- Verbandes nicht als Vertreter ihrer Arbeiterschaft anerkennen könne. Für das Frauenst immrecht. London, 23. Oktober. Während der heutigen Sigung des etwa dreißig bekannte verschafften sich Agi= Unterhauses tatorinnen für Erweiterung des Frauenstimmrechts Zutritt zu der Bentralhalle neben dem Foyer des Hauses und veranstalteten dort eine Rundgebung. Einige riefen: Gerechtigkeit für die Frauen! Stimmrecht für die Frauen!, während andere Flaggen schwenkten. Die Polizei schritt alsbald ein, die Frauen weigerten sich aber, die Halle zu verlassen, und mußten mit Gewalt aus dem Bereich des Hauses entfernt werden. Die Anführerinnen der Kundge bung wurden nach der nächsten Polizeistation gebracht. Berantw. Redakteur: Hans Weber. Berlin. Inferatenteil berantw.; Th.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblats Nr. 248. 23. Jahrgang. L KtilM d» Jotüärts" Kerlim MMR PttiMili, 24.©Moliti 1906. Die russische Revolution. Rußlands Verkauf an das Ausland. Nachstehenden Vorschlag der„Russisch-Amerikanischen Technischen und Handels-Compagnie" an die amerikanischen Kommissionäre veröffentlicht die„Rjetsch": „Anbei wird Ihnen das Verzeichnis und die Beschreibung von 12 Konzessionen im europäischen Ruhland und in Sibirien mitgeteilt. 1. Eisenbahn im europäischen Rußland von Wladl- kawkas bis Tiflis, 30 000 000 Dollar. 2, Eisenbahn im europäischen Rußland von Petersburg bis Slawjansk, SO 000 000 Dollar. 3. Eisenbahn in Sibirien von Artzmnaj bis Ehabarowsk. 125 000 000 Dollar. 4. Eisenbahn in Sibirien von Omsk bis Semipalatinsk. 23 000 000 Dollar. 5. Waldexploitation in Persien am Kaspischen Meer, 1 000 000 Dollar. 0. Fischsang im europäischen Rußland auf den Wolga-Sandbänkcn bei Astrachan, 4 000 000 Dollar. 7. Schweselbergwcrke im europäischen Ruß- land im Kaukasus, 150 000 Dollar. 8. Graphitbriiche in Sibirien, an der chinesischen Grenze, 100 Meilen von der sibirischen Eisen- bahn entfernt, 250 000 Dollar. 9. Goldfelder in Sibirien, 1200 Meilen von Jrkutsk gen Norden entfernt, an den Ufern des Witim, 5 000 000 Dollar. 10. Goldminen in Sibirien, 60 Meilen von der chinesischen Eisenbahn entfernt, 500 000 Dollar. 11. Gold- selber in Sibirien, 10 Meilen von der Transbailäl-Eisenbahn entfernt, bei Nertschinsk, 2 500 000 Dollar. 12. Kupfer- und Eisenbergwerkc in Sibirien, 60 Meilen von der Transbaikal- Eisenbahn entfernt, bei Tschita, 2 500 000 Dollar. Alle diese Konzessionen können entweder verkauft werden, oder aber es können dafür besondere Gesellschaften gegründet werden. Die Konzessionen auf die Eisenbahnen werden in naher Zukunft von der kaiserlich russischen Regierung, die sich für den möglichst schnellen Bau dieser Linien zwecks wirtschaftlicher Eni- Wickelung des Landes sehr interessiert, garantiert werden. Ob Sie die Geschäfte in Amerika oder Europa abschließen, in beiden Fällen werden Sie 5 Proz. von den Eisenbahnkonzessionen und 10 Proz. von den übrigen Unternehmungen erhalten, gleichgültig, ob Sie dieselben direkt oder indirekt zustande bringen." Dieses Zirkular ist vom Präsidenten der Gesellschaft Graf Tiesenhausen unterzeichnet. Dieser selbe Graf Tiesenhausen ist Beamter des russischen Konsu- lats in New Aork! Der Vizepräsident der Kompagnie B o t r e tz k i ist eine dem Konsul nahestehende Persönlich- keit.— Der Sinn des Schreibens ist klar: Die russische Regierung verschmäht keinen Weg mehr, um Geld und wiederum Geld zu erhalten. Wie hoch die Zahl der Millionen sein würde, die sie für alle feilgebotenen Schätze erzielen könnte, wissen wir nicht, sie würde aber sicherlich eine beträchtliche sein. Jedenfalls könnte die Regierung ihre Kasse wieder füllen und ihre Schreckensherrschaft mit frischen Kräften fortsetzen, das Blut des russischen Volkes fließen lassen, zahllose neue Greueltaten inszenieren.— Das russische Volk würde aber dafür dem Auslande tributpflichtig, die Reichtümer des Landes, die im Schöße der Erde ruhenden Schätze würden in fremde Hände wandern. Was schert sich die russische Rc- gierung um das Wohl des Volkes, um die Zukunft des Landes, um die kommenden Geschlechter? Heute will sie herrschen, heute genießen und Blut vergießen! Nach ihr die Sintflut! Die Reaktionäre verlangen Abschaffung der Goldwährung!! Anläßlich des Kiewer Kongresses der„Echtrussischen Männer" hat die ultrareaktionäre Zeitung„Kiewljanin" das Programm des Verbandes des russischen Volkes, das vor kurzem in Petersburg angenommen wurde, vollständig veröffentlicht. Da heißt es unter anderem: „Der Verband wird die Vermehrung der Zahl der Wertzeichen durch die Abschaffung der Goldwährung und die Einführung des nationalen Kreditrubcls erstreben." Das wollen also die gegenwärtig mächtigsten politischen Elemente Rußlands, vor denen die Minister sich entschuldigen müssen, wenn jene mit ihnen unzufrieden sind. Die„Ruhe". Da die Ereignisse der letzten Tage bewiesen haben, daß die kussischen Hochschulen noch immer nicht in der gewünschten Weise funktionieren können, so ziehen eS zahlreiche Studenten vor, ihre Studien im Allslande fortzusetzen, vorwiegend reisen Techniker ab. Baltische Sorgen. Vor etlichen Tagen entnahmen lvir einem Denunziationsartikel der„Kreuz-Zeitung" einige Sätze, in denen der bürgerliche Tintenkuli die Ostseeprovinzen als Waffcildepot fiir ganz Rußland hinstellt. Wir knüpften daran die Bemerkung, daß auf diese Weise die baltischen Henker voni Auslande her zu ihrer Blutarbeit angespornt werden. Die baltische Junkerpresse machte auch wirklich durch den Abdruck des Artikels der„Kreuz-Zeitung" die russischen Behörden auf die wichtige Entdeckung des rcichsdeutfchen Bruderorgans aufmerksam, und schon berichtet das offiziöse Depeschenbureau von neuen Massen- arretierungen und MaffcnhauSsuchuugen in Riga. Ganze Häuser- komplexe sind vom Militär eingeschlossen, zu Dutzenden werden die Menschen in die Gefängnisse abgeführt. Alle Arrestlokale sind über- füllt, Männer werden in Fraucngefängnissen untergebracht. Die„Düna-Zeitung" berichtet noch von Militärverstärkungen, die in Riga eintreffen. Jeder ankommende Zug enthält mehrere Wagen mit Soldaten, jeder abgehende Zug einige Arrestantenwagen mit politischen„Verbrechern". Viele sind gefesselt, unter diesen be- merkt inan ftühere Angestellte der elektrischen Straßenbahn, die in einer Zahl von 500—600 aus Riga ausgewiesen werden I Seit dem 19. August streiken die Straßenbahner. Der Betrieb ist jetzt mit Hülfe von Militär auf einigen Linien eröffnet, die Wagen fahren aber seit der Ausforderung zum Boykott, die das Rigasche sozial- demokratische Komitee vor einigen Wochen erließ, fast leer. Beinahe täglich kominen Unglücksfälle auf diesen Linien vor. Nach einer Zusammenstellung des„Muhsu Laiki" sind vom 1. September bis zum 3. Oktober auf das Konto der Streikbrecher 37 schwere Ver- letzungen und mehrere Todesfälle zu schreiben. Die Stadwäter ent- ziehen der Direktion nicht etwa die Konzession, sondern bezahlen noch einen Teil der Unkosten, die die Militärwachtposten verursachen I Am 12. Oktober sind wieder drei Personen vom Feldgericht zu Riga und zwei vom Feldgericht zu Mitau zum Tode verurteilt worden. In Lubanen(Livland) siird fünf Personen„auf der Flucht" erschossen worden. Rigasche Blätter sprechen von der Ernennung des Generals v. Möller-Sakomelsky zum Generalgouverneur der Ostseeprovinzen. Beim Hören dieses Namens allein verbreitet sich Grauen und Sorge; denn neben Orlow hat wohl niemand von den zahlreichen Saftapen des Zaren so viel unschuldiges Blut ver- gössen wie Möller- Sakomelslh. Sein Wirkungskreis war, wie be- kannt, Sibirien. Das arme Baltenland geht wieder blusigen Zeiten entgegen. Die„Kreuz-Zeitung" wird diese Maßnahmen der russischen Regierung mit Freuden begrüßen. Die Sozialdemokratie Lettlands. Unlängst hatte die Parteileitung eine Konferenz der Land- Propagandisten(b. h. der Agitatoren unter dem Landproletariat) ein- berufen. Hierbei erwies sich, daß ftotz der Tausende von hin- gerichteten, eingekerkerten und geflohenen Genossen auf dem flachen Lande der Partei noch inimer zirka 3000 organisierte Mitglieder angehören, die jederzeit bereit sind, in den aktiven Kampf ein- zutreten und auch seine Folgen aus sich zu nehmen. Im Vergleich mit dem Frühjahr ist die Zahl der organisierten Genossen aus dem flachen Lande gewachsen. Auf der Konferenz wurde beschlossen, trotz aller blutigen Repressiv- maßregeln die Propaganda und die Organisierung unter dem Land- Proletariat mit allen Kräften fortzusetzen, den ökonomischeu und politischen Kampf gegen die Junker mit erneuter Kraft weiter- zuführen und auch den bewaffneten Einzclkampf gelten zu lassen, wobei nur imnier die lokalen Verhältnisse in Beftacht zu ziehen sind. Die Konferenz sprach sich gegen einen Massenwiderstand bei der diesjährigen Rekrutenaushebung aus, weil jetzt gerade ziel- bewußte sozialdemokratische Genossen im Heere nötig seien, um eine erfolgreiche Agitation unter dem Militär durchzuführen. Weiter be- schloß die Konferenz, sich an den Dumawahlen zu beteiligen. Der mederrheinische Parteitag tagte am Sonntag und Montag unter dem Vorsitze des Genossen Bühler-Effen im Volkshaus zu Hagen i. W. Es gehören zu dem Agitationsbezirk die 12 Wahlkreise des Regierungsbezirks Düsseldorf und die westfälischen Wahlkreise Hagen-Schwelm, Altena-Jserlohn und Siegen. Teil nahmen außer dein Agitations- koinitee 76 Delegierte, ferner die Reichstagsabgeordneten und -Kandidaten des Bezirks, sowie die nach dem Statut zugelassenen Vertreter der Presse, zusammen 101 Genossen. Der Parteivorstand war durch den Genossen Molkenbuhr vertreten. Aus dem ge- druckten Geschäftsbericht hat der„Vorwärts" schon am 7. d. M. die wichtigsten Angaben veröffentlicht. Aus dem von Gewehr- Elberfeld erstatteten mündlichen Bericht sei noch erwähnt, daß die Aufgaben des Agitationskomitees sehr umfangreiche waren, fallen doch die drei wichtigsten Reichstagsnachwahlen in Essen, Hagen- Schwelm und Altena-Jserlohn in das Berichtsjahr. Dazu kam, daß das noch nicht lange eingerichtete Sekretariat plötzlich verwaiste und die Stelle zwei Monate unbesetzt war. Dann übernahm sie Genosse Haberland- Barmen. Abgesehen von der Herausgabe eines Kommentars zum Kommunalprogramm sind aber alle Ar- beiten ausgeführt worden und ist auch auf der ganzen Linie ein guter Fortschritt zu verzeichnen. Die Zahl der politisch organt- sierten Genossen ist im letzten Jahre um 40,9 Proz. gestiegen gegen 28,5 Proz. im Vorjahre. Der Bericht des Sekretärs sagt weiter: Man müsse endlich davon Abstand nehmen, immer Abgeordnete für Agitationstouren zu verlangen. E i n Abgeordneter Brauche über 6 Wochen, wolle er alle Orte des Bezirks, in denen Versammlungen möglich sind, berücksichtigen. In der Legislaturperiode 1898/1903 hatte der ganze Westen(Rheinland-Westfalen) nur einen Ab- geordneten(Elberfeld-Barmen), jetzt aber hat der niederrheinische Bezirk vier und der Dortmunder Bezirk zwei sozialdemokratische Abgeordnete, die nach Lage ihrer Verhältnisse alle ihre Schuldigkeit getan haben. Entsprechend dem Fortschritt der Partei sind die polizeiliche ii und richterlichen Verfolgungen ge- wachsen, die der Berichterstatter an der Hand der gesetzlichen Be- stimmungen scharf kritisierte. Der Bericht des Kassierers B o l l e n s weist inklusive eines Zuschusses des Parteivorstandcs von 1100 M. und eines über- nommenen Kasscnbestandes von 2477,72 M. eine Einnahme von 10 469,35 M. auf, dem eine Ausgabe von 9633,13 M. gegenübersteht. In der sehr eingehenden Debatte wurden gleichfalls die viel- fachen polizeilichen Schikanen scharf gerügt, besonders aus den Kreisen Duisburg-Mülheim, Essen, Lenncp-Mettmann und Hagen. Ein unerhörter Zustand ist es, daß die Behörden oft Strafmandate erlassen für Tätigkeiten, die der oberste Gerichtshof längst als zu- lässig erklärt hat. Folgende Beschlüsse wurden zu diesem Punkte gefaßt: Bei allen wichtigen Anlässen, mindestens alle Vierteljahr ein- mal, soll das Agitationskomitee die Kreisleiter zu einer gemein- samen Besprechung einladen. Die Kreisleitungen sind verpflichtet, halbjährlich genaue statistische Berichte über den Stand der Bewegung dem Agitations- koinitee einzusenden. Das Agitationskomitce soll eine praktische Anleitung für Ver- sammlungsleiter und fiir die Verbreitung von Schriften heraus- geben. Die Kreisleitungen sind verpflichtet, eine Abschrift der vierteljährigen Abrcchimngen dem Agitationskomitee ein- zusenden. Am zweiten Verhandlungstage referierte zunächst Genosse tzaberland- Barmen über die Reichstagsersatzwahlen des letzten Jahres und die kommenden allgemeinen Wahlen. Die Er- satzwahlen des Bezirks, die alle drei erfreuliche Resultate auf- weisen, haben uns eine Fülle von Winken für die nächsten all- gemeinen Wahlen gegeben, die der Redner im einzelnen erörterte. Selbst die Gegner haben schon wiederholt zu erkennen gegeben, daß die nächsten Reichstags wählen im rheinisch- westfälischen Jndustriebezirk mit bisher nie dagewesener Erbitterung geführt werden dürften. Die Diskussion betraf die allgemeine politische Situation und die auf ein allgemeines Kompromiß gegen die Sozialdemokratie hinauslaufenden Bestrebungen der bürgerlichen Parteien. Unsere Partei beachtet wohl fortgesetzt die Bewegungen des Feindes, geht aber den ihr durch unsere Grundsätze vorgeschriebenen Weg ge- radeaus vorwärts. Dr. Laufenberg- Düsseldorf hat aus- gerechnet, daß dem deutschen Volke durch die Zollpolitik seit den 70er Jahren etwa 40 Milliarden aus der Tasche geraubt worden sind. Er hält es für zweckmäßig, eine genaue Aufstellung darüber herzu- stellen, wieviel dem Reiche und wieviel den Agrariern durch die Zölle und indirekten Steuern geopfert werden mußte. Auch Ge- nosse Molkenbuhr griff in diese Debatte in sehr wirkungs- voller Weise ein. Auf eine Anregung in der Diskufsion teilte er mit, daß der Parteivorstand bereits beschlossen habe, mit Beginn der Reichstagstätigkeit eine allgemeine Protestbewegung gegen dic Vcrteuerung der Lebensmittel cinzu- leiten. Die Wirkungen der neuen Zölle würden sich erst in nächster Zeit in ihrem vollen Umfange zeigen. Nicht auf glänzende Versammlungen und glänzende Redner solle man sich verlassen, sondern die Kleinarbeit, die Hausagitation müsse es in der Hauptsache bringen. Die unter dem Zwange des Sozialisten- gesetzes geschaffene innere Organisation müsse heute freiwillig über- all erstehen und der dichtbevölkerte westliche Jndustriebezirk eigene sich dazu besonders gut. Ferner wurde in der Diskussion empfohlen, womit mau schon in einigen Wahlkreisen begonnen hat, nämlich neben dem Ausbau der Organisation schon jetzt einen Kampf- fonds zur Bestreitung der Wahlkosten anzulegen. Auf Antrag von Siegen wurde das Agitationstomitee beauftragt, für den Wahlkreis Siegen baldigst ein Flugblatt herauszugeben, das sich speziell gegen die Stöckerei richtet. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung betraf den internationalen Kongreß in Stuttgart. Da entsprechend dein Mannheimer Beschluß die Verteilung der Delegierten noch nickt stattgefunden hat, der nicdcrrheinische Bezirk aber sicher drei Delegierte zu entsenden haben dürfte, wurden die Genossen Habcrland. Gewehr und Dr. Laufe nberg, und für den Fall, daß es vier sein sollten, nych Genosse Hengsbach- Köln als Delegierte gewählt. Darauf hielt Stadtverordneter R eub er-Ohligs ein instruk- tibes Referat über die Kommunalwahlen. Der Vortrag sowie die sich anschließende Diskussion zeigten wieder, welch eine Fülle von Betätigungsmaterial uns aus kommunalem Gebiete geboten ist. Dank des infolge des hohen Zensus im Rheinland besonders un- günstigen Wahlsystems ist es in den rheinischen Großstädten den Genossen mit einer einzigen Ausnahme bisher nicht gelungen, Stadtverordnctenmandatc zu erobern, aber in verschiedenen Städten steht die Entscheidung auf des Messers Schneide. Die Gemeindewahlkäinpfe sind hier reine politische Kämpfe und werden mit demcntsprechender Erbitterung geführt. Die herrschenden Klassen gcberden sich, als sei schon mit dem Einbruch eines sozial- demokratischen Stadtverordneten in ihre Privilegien das Ende ihrer Macht da. In den kleineren Städten und Landgemeinden des Agitationsbezirks gibt es nach dem Bericht 69 sozialdemokratische Verfteter. Auf dem Parteitag konnte aber mitgeteilt werden, daß in den letzten Tagen in zwei Orten des Wahlkreises Mülheim- Duisburg weitere fünf Mandate hinzugekommen sind. Dem terrorisierenden Großkapitalismus mutz eben Stückchen auf Stück- chen abgerungen werden; jeder Erfolg unserer Partei wiegt hier doppelt schwer. Abgesehen davon, daß die Gemeindevertreter an- gewiesen werden, überall die Einführung der Wertzuwachs» st e u e r zu beantragen, legte sich der Parteitag nicht auf weitere bestimmte Beschlüsse fest, sondern empfahl die gegebenen An- regungen, besonders die regelmäßige Einberufung von Konferenzen der Gemcindcvertreter dem Agitationskomitee zur Beachtung und vertraut diesem und den Kreisleitungen, daß das durch die Ber- Hältnisse gebotene Notwendige geschehen werde. Bei dem letzten Punkt der Tagesordnung, verschiedene An» träge, gab es noch eine lebhafte Debatte über die Agitation i n der Jugend. Anträge von Solingen und Essen, die sich auf die Bildung von Bildungsausschüsien, Herausgabe von Flug- blättern das Arrangement von Versammlungen, die Anstellung pädagogisch gebildeter Kräfte usw. beziehen, wurden dem Agitations- komitee als Material überwiesen mit dem Wunsche, daß im nächsten Jahre die Sache nach Möglichkeit gefördert und über das Ergebnis dem nächsten Parteitage Bericht erstattet werde. Beschlossen wurde auf Antrag Dr. Laufcnbergs, überall der Errichtung von Lehr- kurscn näher zu treten, und das Agitationskomitce zu beauftragen, bis zum nächsten Parteitage zu ermitteln, inwieweit Genossen zur Verfügung stehen, die sich zu Lehrvorftägen eignen. Der nächste Bezirksparteitag � findet in Düsseldorf statt. Das Agitationskomitce behält'seinen Sitz in Elberfeld. Die letzte große Aktion der Leidiger Justiz gegen die „Leipziger Dolkszeitnng". Leipzig, den 22. Oktober. Verhandlungsbericht. Der Prozeß begann heute vormittag 9 Uhr im Landgericht zu Leipzig. Außer den bereits schon mitgeteilten Zeugen wurde noch Genosse Hönisch, politischer Redakteur der„Leipziger Volks- zeitung" und— der berühmte Lim an— geladen. Nach Ver- lesung des EröffnungSbeschlusses führte der Angeklagte, Genosse S e g e r zu seiner Verteidigung aus, daß der Artikel„In eigener Sache" eine Abwehr darstelle gegen die Angriffe des Oberstaatsanwalts Böhme und auch die mehrfachen Angriffe der Assessoren Lange und F r a n k e und des Amtsrichters H ä n e l auf die Redakteure der„Leipziger Volkszeitung" und das Blatt selbst. Der Eröffnuugsveschluß rede zwar davon, daß der inkriminierte Artikel den, Oberstaatsanwalt Böhme den Vorwurf macht, daß er die glorreiche Methode der Beschimpfung der „Leipz. Volksztg." seit dem 9. Februar, seit dem großen Aufteizungs- Prozeß praktiziere, in Wirklichkeit habe er aber in früheren Pro- zessen— so am 20. Januar 1905 gegen den augeklagten Redakteur der„L. V.", den Genossen Lange— erklärt, daß der Sauherden- ton der„L. V." getroffen werden müsse. Ebenso bezeichnete er den Genossen Lange in herabsetzender Weise als einen Sitzredatteur, während sich die Schuldigen feige zurückzögen. In ähnlicher Weise plaidierte er gegen denselben Genossen in einem Prozeß am 24. Februar. In dem großen Aufreizungsprozeß am 9. Februar begnügte sich der StaatSanlvalt nicht mit dem Angeklagten, der alle preßgesetzlichen Vorschriften deckte, sondern griff darüber hinaus ins- besondere die polittschen Redakteure an, die keine Freunde der Ver- antwortlichkeit seien, denen ihre Person möglicherweise zu lieb sei. und die deshalb die Vorsicht für den besseren Teil der Tapferkeit hielten. Ihr Verantwortlichkeitsgefühl hätte sie veranlassen sollen herzukommen und zu sagen: Wir sind es gewesen.(Tableau!) In dem dritten Falle nun handelt sich's um die Angriffe, die der Amtsrichter H ä n e l in der Privatbeleidigungsklage L i in a n S gegen die„Leipziger Volkszeitung" gerichtet hat, indem er nachdem, was der Liman in den„Leipziger Newesten Nachrichten" geschrieben hat, sagte,„es sei gerichtsnotorisch, daß die„Leipziger Volkszeitimg" ihre politischen Gegner in wüster und roher Weise beschimpfe". Auch hier sei dieser Angriff, meinte Genosse S e g e r weiter, völlig deplaciert gewesen, denn Hänel habe nur einen Artikel der „Leipziger Volkszeitung" gegen die„Neuesten Nachrichten" verlesen lassen, während er umgedreht einen Beweisantrag abgelehnt habe, die Schimpfartikel der„N. N." gegen die„L. V." verlesen zu lassen. Der vierte Fall ist das Zitat aus einem schriftlichen Gerichtsurteil des Hülfsrichters Franke, daß den sozialdemokratischen Redakteuren der„Leipziger Volkszeitung" das ethische Empfinden für die Ehre ihrer Mitmenschen abhanden gekommen sei und daß eine Besserung nur durch drakonische Strafen erzielt werden könne. Auf die Frage des Vorsitzenden, was der Angeklagte unter dem „Zur Ordnung rufen" drS Oberstaatsanwalts verstehe, bemerkte Genosse Seger, daß die politischen Redakteure eine Erklärung gegen Böhme erlassen hätten, worin sie dessen Vorwurf der Feigheit gegen sie als eine leichtsertige Verdächtigung zurückwiesen. Diesen öffentlich erteilten Ordnungsruf habe Oberstaatsanwalt Böhme eingesteckt, weil er ihn einstecken mußte. Oberstaatsanwalt B ö h m e rief darauf in den Verhandlungssaal ganz erregt hinein: „Das habe ich nicht gemußt". ES behauptete dann die Staatsanwaltschaft: Daß die politischen Redakteure der„Leipziger Bolkszeiwng" keine Freunde der Verantwortlichkeit seien, sei aus dem eigenen Lager, der Mannheimer „V o I k s st i m m e" in einem Artikel„Unglaublich", der„S ä ch s i- sch en A rbeiter- Z eitung", die die„Volkszeitung" verlogen genannt hatte, sowie in dem„Korrespondent", dem Verbands- organ der Buchdrucker, dargctan worden. Gegen diese Anführung bemerkte sowohl der Verteidiger Dr. Liebknecht als auch der Angeklagte, daß die Ausfassung dieser Blätter einmütig von der sozialdemokratischen Presse zurückgewiesen worden sei. Die Vernehmung des Oberstaatsanwalts Böhme gestaltete sich zu einer schweren Niederlage für die staatsanwaltschaft- liche Praxis gegen die„Leipz. Volksztg." Seine Rolle, die er alS Zeuge gespielt hat, tvird ani besten durch die Bemerkung des Vor- sitzenden Adam charakterisiert:„Herr Oberstaatsanwalt, Sie sind ja nicht der Angeklagte!" Böhme gab ohne weiteres das in den Artikeln und Prozeßberichten der „Leipziger Bolkszeitung" Behauptete zu und war verwundert, daß die im Prozeß Beteiligten eine andere Auffassung von der staats- anwaltlichen Tätigkeit hätten. Die wenigste Zeit glaubte man, er stehe als Zeuge vor Gericht, sein Zeugnis klang wie ein Plaidoyer. Das Gericht lehnte die BeioeiSanträge ab, die darauf abzielten, die sozialistcntöterische Tätigkeit Böhmes vor dem 9. Februar d. I. zum Gegenstände der Beweiserhebmig zu machen. Dadurch wurde der Angeklagte verhindert, die staatsanwaltschaft- lichen Anwürfe gegen den verstorbenen früheren Abgeordneten Albert Schmidt in Burgstädt, den Böhme in einer Gerichtsverhandlung einen gewerbsmäßige Verleumder ge- nannt hatte und deshalb rektifiziert war. mit unter Beweis zu stellen. Die beiden Rechtsanwälte Dr. Drucker und Dr. H übler gaben über die staatsanwaltliche Praxis als objektive Behörde einen Aufschluß, der den übrigen Juristen schwer auf die Nerven fiel. So zeigte Rechtsanwalt Dr. Hübler, daß der Oberstaatsanwalt Böhme in seinem Plaidoher am 9. Februar, in dem Aufreizungs- Prozeß gegen H e n n i g wenig auf die Sache einging, sondern seine persönlichen Leiden vortrug, daß die„Volkszeitung" ihn persönlich so angreife. I u r i st i s ch— meinte Dr. H ü b I e r— habe das Plaidoher so gut wie gar nichts enthalten. Gegen diese Aussage machte Böhme fortgesetzt Einwürfe. Ferner zeigte Hübler an einem Beispiel— auf Befragen des Verteidigers Liebknecht— daß bei der Anklage- erhebung der Grad von Objektivität zu vermissen sei, der nach seiner Ansicht von einem Vertreter der Staatsbehörden verlangt werden müsse. So bekundete Hübler. daß auf die Anzeige eines Unter- nrhmers gegen einen Leipziger Gewerkschaftsleiter eine haltlose An- klage im öffentlichen Interesse wegen Beleidigung erhoben war— eS handelte sich um den erweislichen Vorwurf des„Kontrakt- Bruches"—, daß aber, als diese Anklage in der Verhandlung zu Boden fiel, dann der Oberstaatsanwalt Böhme die Klage- erhebung im öffentlichen Interesse gegen den Unternehmer zu übernehmen ablehnte, obgleich der den Gewerkschaftsleiter einen„Verleumder" genannt hatte. Derselbe Zeuge bekundete, daß der Amtsrichter Hänel seine Animosität gegen Angeklagte aus dem Arbeiter- stände so unverhohlen zum Ausdruck bringe, daß viele Beschwerden von Angeklagten und von Rechtsanwälten gegen ihn erhoben sind. Da während der ganzen Verhandlung die Legende des Sihredakteurwesens eine große Rolle spielte, wurde auf Antrag der Verteidigung der an- wesende Redakteur Hönisch als Zeuge darüber vernommen, daß , man in der sozialdemokratischen Presse, besonders aber in der „Leipziger Volkszeitung" das System des Sitzredakteurwesens über- Haupt nicht kenne. Hönisch führte nun aus, daß sämtliche in Leipzig ansässigen Redakteure der„Leipziger Volkszeitung" verant- wortlich zeichnen, und daß der verantwortliche Redakteur sowie jeder andere Redakteur auch geistig zu arbeiten hat. Der Borsitzende hatte in, Laufe der Verhandlung erwähnt, ihm sei aus Wurtzen von der Sitzredakteurschaft vor 12 Jahren etwas bekannt. Der Vorsitzende irrt sich: vor 12 Jahren bestand in Wurtzen überhaupt kein sozialdemokratisches Blatt. Schon aus diesem Grunde kann kein sozialdemokratischer„Sitzredakteur" sich dort befunden haben. Eine bezeichnende Episode bildete die Vernehmung des evangelischen Judensohnes Lim an, der neuerdings unter dem Namen„der arme Uorik" als der typische Vertreter des Links- und Rechtsschreibens der bürgerlichen Journale bekannt geworden ist. Es handelte sich darum, von Liman zu erfahren, ob Amtsrichter Hänel die Worte: „Es sei gerichtsnotorisch, daß die„Leipz. Volksztg." ihre Gegner in wüster und roher Weise beschimpfe", in der Begründung des Urteils wörtlich so gesagt habe, wie sie in dem Artikel der„Neuesten Nach- richten"— der literarischen Abladestelle Limans— als Worte des Urteils angeführt seien. Liman erklärte zunächst, daß er den Artikel möglicherweise geschrieben, ihn aber jedenfalls vor der Druck- legung dürchgesehen und zwar unter dem frischen Eindruck der Ver- Handlung. Er bestätigte damit, daß Hänel diesen Ausdruck ge- braucht habe, nahm aber sofort seine bestimmte Aussage zurück, als er erfuhr, daß Hänel bestritt, diese Worte gebraucht zu haben. Das Gericht lehnte es durch Beschluß ab, den Genossen Stadthagen darüber zu vernehmen, daß Böhme schon früher die Gepflogenheit hatte, sozialdemokratische Redakteure und Partei- ungehörige zu beschimpfen, weil alles vor dem 9. Februar Liegende unerheblich sei. Staatsanwalt Kunze führte ungefähr folgendes aus: In ihrem Kampfe gegen die Leipziger Justiz habe die„Leipziger Volkszeitung' die Methode verfolgt, die Justiz so darzustellen, als ob sie fort- während die„Leipziger Volkszeitung" angegriffen habe; aber gerade umgekehrt sei dies der Fall. Sie habe ferner fortgesetzt in ihren Artikeln und in ihrer Berichterstattung über Gerichts- Verhandlungen gegen die„Leipziger Volkszeitung" immer— trotz- dem die Richter ihr Urteil gesprochen hatten, mitgeteilt, daß ihre Redakteure wegen„angeblicher" Beleidigung usw. verurteilt worden seien. Diese Artikel seien jahrelang erschienen, man habe immer gehofft, die„Leipziger Volkszeitung" werde es selber mal über bekommen; aber da sie nicht damit aufhörte, habe man endlich beschlossen, die Anklage zu erheben. Lese man den unter Anklage stehenden Artikel unbefangen durch, dann erkennt man, daß durch ihn die Tendenz geht, die Leipziger Justiz und ihre Ver- treter in den Staub zu ziehen. Die vom„Korrespondent", der Mannheimer„Volksstimme" und der„Sächsischen Arbeiterzeitung" an der„Volkszeitung" geübte Kritik wolle er auch anführen. Nach- dem der Staatsanwalt m längeren Ausführungen noch den Versuch gemacht hatte, die Amtstätigkeit der in dem Artikel„In eigener Sache" beleidigt sein sollenden vier Leipziger Justizbeamten als eine korrekte zu beweisen, beantragte er, den Angeklagten wegen Be- leidigung zu einer empfindlichen Gefängnisstrafe zu ver- urteilen. Er sei in der glücklichen Lage, seinen Antrag aus Z 186 aufrechterhalten zu können. Aber selbst dann, wenn das Gericht nicht darauf eingehe, bleibe die Anklage aus Z 185. Das Plaidoher Liebknechts zerzauste nicht nur die Ausführungen des Staatsanwalts, sondern ging mit der Leipziger Justiz grausam ins Gericht, indem eS ungefähr folgendes ausführte: Der Staatsanwalt habe heute sein Plaidoher auf die Tendenz der„Leipziger Volkszeitung" zugespitzt, was energisch zurückgewiesen werden müsse. Der Artikel„In eigener Sache" sei nichts als eine Erwiderung auf die Beleidigungen, die die vier Leipziger Justizbeamtcn gegen die„Volkszeitung" ausgestoßen haben. Oberstaatsanwalt Böhme sei Vertreter derjenigen Behörde, die mal als„die objektivste Behörde der Welt bezeichnet sei. Von Objektivität könne bei ihm keine Rede sein. Er habe von hämischen Beleidigungen, dem Schimpf- und Hetzhandwerk in einem Plaidoher gesprochen, das der„Leipziger Volkszeitung" gelegt werden müsse, daß die Redakteure„feige wären und Mangel an Verantwort- lichkeit litten". Wir haben es hier mit einem Herrn zu wn. der in außergewöhnlich subjektiver Weise semes Amtes waltet. Bei Böhme liege der Gedanke nahe von der grundsätzlichen An- Wendung von zweierlei Maß gegen Angehörige verschiedener Parteien. Was Böhme heute als von ihm gesagt zugegeben habe, decke sich mit dem, was ihm in dem Artikel nachgesagt werde. Die„Leipziger Volkszeitung' führe ebenso kräftige Töne, wie ungefähr Herr Böhme. Sie habe ein sehr feines Empfinden dafür, wenn einem Kämpfer ihrer Partei der Vorwurf der Feigheit gemacht werde. Die Sozialdemokratie kann politisch Feige nicht als ihrer wert betrachten. Endlich einmal sei auch in der Verhandlung die Legende von den Sitzredakteuren zerstört worden und das, trotz- dem am Anfang der Verhandlung Vorsitzender und Staatsanwalt es noch als gerichtsnotorisch bezeichnet hätten. Der AssessorLange habe zugegeben, daß er die Tendenz der„Leipz. Volksztg." in den Vordergrund gerückt habe. Ueber Amtsrichter Hänel habe die Beweisaufnahme ergeben, daß er seine Funktionen nicht angemessen ausfülle. Man habe hier das Gefühl, daß das nicht mehr die objektive Behörde sei, sondern daß sie sich einem Feinde gegenüber sehe, den sie auf den Boden niederringen will. Auch heute wieder habe der Staatsanwalt mit seiner Bemerkung:„Der Artikel sei vom Zaun gebrochen", dieselbe Methode angewandt, von der die„Volks- zeitung" dem Assessor Franke gegenüber von einem Gerede ins Blaue hinein mit Recht gesprochen habe. Die Justizbeamten ständen den Angeklagten gegenüber als Partei- g e g n e r. Die Prozesse seien dafür charakteristisch, daß die Angeklagten von den Beamten beschimpft und verdächtigt wurden, die zum Schutze der Bürger verpflichtet seien. Damußted erAngeklagte den Schlag zur Abwehr führen. Wenn nach der Tendenz geurteilt werde, dann werde daS Ansehen der Justiz untergraben und das sei so wie so in Deutschland bedenklich ins Wanken geraten. Können Staatsanwalt und Richter nicht ihre persönliche Meinung zurückhalten, so stürzen sie um, was sie schützen sollen. Er beantrage den F r e i s p r u ch. Nach einer kurzen Replik und Duplik zwischen der Verteidigung und der Staatsanwaltschaft wurde die Urteilsverkündigung, wie bereits mitgeteilt, auf den 29. d. M. ausgesetzt. Eue der parte!* Ein sozialistischer Wahlsieg in Paris. Paris, 21. Oktober.(Eig. Ber.) Die geeinigte Partei hat heute im Montmartre» Bezirk Clignancourt einen glänzenden Erfolg davongetragen. Es war ein Gemeinderat an Stelle des verstorbenen unabhängigen Sozialisten Legrandais zu wählen. Die geeinigte Partei hatte den Sattler Genossen Dherbecourt aufgestellt, gegen den eine Reihe von Kandidaten auftraten, die sich alle in irgend einer Zu- sammensetzung den Namen„Sozialist" beilegten. Der erste Wahl- gang vor acht Tagen ergab kein endgültiges Resultat. Unser Partei- kand'dat erhielt 4309, der unabhängige Sozialist Blond el 3999, ein Radikalsozialist 2599, ein weiterer„Sozialist" 599 und zwei andere Kandidaten ebenso unbestimmter radikaler Färbung gleich- falls 599 Stimmen. Etwa 1990 weiße Stimmzettel waren ab- gegeben worden, die dem Nationalisten zuzurechnen waren. Bei der heutigen Stichwahl kam es nun darauf an, zu zeigen, daß der Einigkeitsgedanke in der sozialistischen Arbeiterbevölkerung des Bezirks den Sieg über die alten Rivalitäten der verschiedenen Schulen davongetragen hat. Der Wahlkampf war sehr erbittert. Für Blondel lief das ganze radikale Kleinbürgertum zur Wahl. Trotzdem siegte Genosse Dherbecourt mit 6199 Stimmen. Ja, Blondel kommt erst an dritter Stelle. Die Nationalisten haben einen Ueberrumpelungsversuch unternommen und in der Nacht vor der Wahl unzählige Plakate für den Kandidaten Charles Bernard angeschlagen, der beim ersten Wahlgang gar nicht kandidiert hatte. Er erhielt gegen 4999 Stimmen, während Blondel es nur auf 3869 brachte. Die geeinigte Partei hat also einen Bezirk erobert- Es ist kein Zweifel mehr, sie hat die organisierte Arbeiterschaft auf ihrer Seite. Was sich heute„unabhängiger Sozialismus" nennt, ist außer dem republikanischen Spießbürgertum nur noch ein loser Haufen von allerlei abgesplitterten Gruppen und Wirtshaus- freundschaften._ Der mecklenburgische Parteitag nahm am zweiten Ver- bandlungstag ein K o m m u n a l p r o g r a m m an, das von einer Kommission vorberaten war. Reichstagsabgeordneter Dr. Herz- seid- Berlin hielt ein Referat über die Lage der Landarbeiter. Im Anschluß hieran wurde ein Antrag aus Schwerin verhandelt, eine Landarbeiterzeitung allmonatlich herauszugeben. Im Prinzip erklärte sich der Parteitag dafür. Die Einzelheiten sollen durch die Genossen in Rostock erledigt werden. Ferner wurde be- schloffen, den Parteivorstand in Berlin zu ersuchen, ein Flug- b l a t t zur Massenverbreitung über den Lebensmittel- Wucher herauszugeben. Gemeindewahlsiege in Baden. Im Rathause zu Kirchheim bei Heidelberg sind nun 24 Sozialdemokraten eingezogen, deren eS bisher nur 3 waren. Die Opposition gegen die bisherige Rathans- Herrschaft hat in allen drei Klassen nahezu einen vollkommenen Er- folg zu verzeichnen. In der 2. und 3. Klasse— in letzterer mit 39 Stimmen Mehrheit— siegte die Liste unserer Partei.— Auch in Forst bei Bruchsal gewann die Arbeiterschaft im Kampfe um die 3. Klasse gegen die Rathauspartei. In beiden Orten wurde für die Arbeiterschaft die Wahl auf eine so ungünstige Tageszeit verlegt, daß die Arbeiterschaft vielfach nur auf Kosten ihres Tagelohnes das Wahlrecht ausüben konnte. Die Organisationen zum Parteitage. Die Mainzer Genossen erklärten sich mit den Beschlüssen des Parteitages einverstanden. Von den Organisationen. In Mannheim macht die politische Organisasion gute Fortschritte. Der Ortsverein zählte anfangs 1992 etwa 1290 Genossen; zu Beginn dieses Jahres waren eS deren 2164 und heute ist die Zahl 3999 bereits überschritten. Eine bedeutende Zunahme(98) weist die erste Hälfte des Oktober auf, wobei jeden- falls der Parteitag von großem Einfluß gewesen ist. Zur Erklärung des Genoffen Heinrich Braun über sein Ver- halten in der Wahlvereinsversammlung zu Fürsten- walde und den Verlauf dieser Versammlung schreibt der Vor- st and des sozialdemokratischen Wahlvereins Fürstenwalde der„Märkischen Volksstimme": „... Wenn Genosse Braun Zweifel darüber hegt, ob die Ver- sammlung mit den Ausführungen der Diskussionsredner über den Stampferschen Artikel einverstanden gewesen sei, so irrt er sich. Der in der Wahlvereinsversammlung vom Juli d. I. einstimmig gefaßte und auf der Generalversammlung des KreiswahlvereinS in Platt- kow vom 12. August d. I. verhandelte Antrag betreffs anderweitiger Regelung der Reichstagskandidatur sollte dem Genossen Braun Klarheit über die Stimmung der Fürstenwalder Parteigenossen- schaft geschaffen haben. Wenn wir es in der letzten Versammlung vermieden haben, einen Beschluß über unsere Meinung zu dem Verhalten in dieser strittigen Frage herbeizuführen, so ist dies nicht zum wenigsten im Interesse des Genossen Braun selbst geschehen..." Die Sicherung der„Humanite". Die„Humanite" veröffentlichte die beiden Briefe, die zwischen der deutschen und der französischen Sozialdemokratie in Sachen der „Humanite" gewechselt wurden. Die Schreiben lauteten: „Berlin, 12. Oktober. Lieber Genosse Jaurösi Wir haben zu unserem großen Bedauern erfahren, daß die „Humanite" Gefahr läuft, zu verschwinden, wenn es der Partei nicht im letzten Augenblick gelingt, sich die nötigen Geldmittel zu verschaffen. Wir würden in dem Verschwinden der„Humanite" ein großes Unglück erblicken, da es nicht nur hie französische Partei, sondern auch die Internationale betreffen würde. Ich bin von unserem leitenden Komitee beauftragt, Sie zu benachrichtigen, daß wir bereit sind, zur Verfügung unserer Bruderpartei Frankreichs 25 999 Frank für die„Humanite" zur Verfügung zu stellen. Ich bitte Sie, dieses Anerbieten der Leitung der Partei mitzuteilen und mich davon zu benachrichtigen, ob unser Anerbieten an- genommen worden ist. Dann senden wir Ihnen unverzüglich einen Scheck über 25 999 Frank an die Adresse, die Sie uns angeben werden. Wir hoffen und wünschen, daß es� der Bruderpartei in Frankreich gelingen wird, die anderen Hülfsmittel aufzutreiben, die für die Sicherung des Bestandes der„Humanite" notwendig sind. Brüderliche Grütze Ihr A. Bebel." Die Antwort lautete: „Paris, den 17. Oktober 1896. Lieber Genoffe Bebel! Genosse Jaures hat dem ständigen Verwaltungsausschusse der sozialistischen Partei(französische Sektion der Arbeiter-Jnter- nationale) den Brief mitgeteilt, durch den der leitende Ausschuß der deutschen Sozialdemokratie der„Humanite" eine Summe von 25 999 Frank zur Verfügung stellt. Ter Ausschuß ist tief gerührt von diesem Schritt internationaler Solidarität, die über die Grenze hinweg einem Blatte zu Hülfe eilt, das, unter der politischen Kon- trolle der Partei stehend, kräftig an dem Emanzipierungskampfe der Arbeiterklasse gegen die Bourgeoisie teilgenommen hat. Die Mletgrier Frankreichs werden sich dadurch um fp mehr ermutigt fühlen, selbst ihre Pflicht bis zum äußersten zu tun. Der Ausschuß bittet Sie, in seinem Namen und in dem der ganze» Partei dem leitenden Ausschusse unserer Bruderpartei Deutschlands seinen leb- haftesten Dank auszusprechen, und sendet Ihnen seinen brüder- lichen Gruß. ' Für den Nationalrat: Das Sekretariat. Louis Dubreuilh, Bracke, Pierre Renaudel." Der Verband niederländischer sozialdemokratischcr Gemcinderats- Mitglieder hat am 14. Oktober zu Utrecht einen Kongreß abgehalten. Zur. Erteilung von Auskunft und Ratschlägen an die Gemeinde- Vertreter der Partei unterhält der Verband ein Jnformationsbureau in Amsterdam. In dieses Bureau wurden die Vorstandsmitglieder Tak, Loopuit und Vliegen gewählt. Der Kongreß erörterte dann die Frage der Regelung der im Dienste der Gemeinden täsigen Arbeiter und Angestellten. An der Besprechung nahmen die Ver- treter des Gemeindearbeitcrverbandcs Van Hinte und König teil. Das Referat hielt Genosse Ter Laan. Es wurden als not- wendig erachtet: Festsetzung ausreichender Minimallöhne; Regelung und Verkürzung der Arbeitszeit mit dem Ziel des Achtstundentages, der in solchen Bettieben, wo Tag und Nacht gearbeitet wird, zetzt schon einzuführen ist; allgemeine Regelung der AnstellungS- und Pensionsverhältniffe. Dann wurde über die Wasserversorgung ländlicher Gemeinden beraten, und schließlich über die Arbeitslosenversicherung. Ueber diesen Punkt hielt Genosse S p i e k m a n den einleitenden Vortrag. Er sprach sich im allgemeinen für Gemeindesubsidien nach dem Genter System aus, jedoch so, daß nur den Gewerkschaften die Unterstützung gewährt werde. Entsprechend der Zentralisasion der Gewerkschaften, die man jetzt in Holland mehr und mehr durchzu- führen sucht, werde man später zu dem norwegischen System der StaatSunterstützung übergehen müssen. polizeilicbes, Oeriebtiiehes ulw. Der„nicht genehmigte", aber doch abgehaltene Lichtbilderavend. Die Parteigenossen von Kirchhain i. L. hatten für den letzten Sonn- tag einen Lichtbildervortrag des Genossen Grempe-Berlin über„Die Freiheitskämpfe in Rußland' arrangiert. Am Tage zuvor bekam nun der Anmelder auf einem Briefbogen der Polizeiverwaltung folgendes Schreiben:„Der von Ihnen zum 21. d. M. angemeldete öffentliche Lichtbilderabend wird nicht genehmigt." Darunter stand eine unleserliche Unterschrift. Da zur Sicherheit eine öffentliche Versammlung angemeldet worden war, so ließen sich aber unsere Genossen durch die merkwürdige Zuschrift nicht stören. Einer von den beiden überlvachenden Beamten wies bei der Entgegennahme der Anmeldebescheinigung auf das„Verbot" der Lichtbilder hin und warnte vor„Unannehmlichkeiten". Genosse Grempe hielt nun zu- nächst ein Referat ohne Lichtbilder. Am Schlüsse desselben ging er auf die merkwürdige Zuschrift ein und führte aus: Die Zuschrift sei wohl auf einem Bogen der Polizeiverwalttmg geschrieben, es fehle aber der Amtsstempel und bei der(wohl vom Bürgermeister herstammenden?) unleserlichen Unterschrift der Amts- charakter. Es handele sich also um eine Zuschrift rein privater Natur. Aber selbst wenn man sie als amtlich betrachten wolle, so könne dadurch der Lichtbilderabend nicht gehindert werden. Der Verfasser des merkwürdigen Schreibens habe ja nur den„Abend" „nicht genehmigt", er habe sich wohlweislich gehütet, den Licht- bildervorttag zu verbieten! Auf Grund des komisch amnutenden Schreibens könne man sich ja nicht einmal mit Aussicht auf Erfolg beschweren bezw. klagen, da es ja immer heißen würde, es habe überhaupt kein„B erbot" der Versammlung vorgelegen und der Staatsbürger müsse wissen, daß die Polizei in dieser Sache über- Haupt nichts„zu genehmigen" habe. Der Verfasser der Zuschrift hätte sich aber geirrt, wenn er glaubte, durch seine„Nichtgenehmi- gung" den Einberufer der öffentlichen Versanimlung und den Redner einzuschüchtern. Der Briefschreiber hätte sich doch sagen müssen, daß er es hier mit Sozialdemokraten, welche die Gesetze genau kennen. zu tun habe— und nicht etwa mit dem ängstlichen Bürgermeister von Köpenick. Wenn es nun die überwachenden Beamten wagen würden, die ordnungsgemäß angemeldete öffentliche Versammlung aufzulösen beim Beginn der Lichtbilder, dann würde man gegen diese im Beschwerde- und Klagewege wegen einer solchen durchaus ungesetzlichen Maßregel vorgehen! Die Versammlung entspreche allen Anforderungen des Vereinsgesetzes. In demselben stehe nichts davon, daß man nicht zur Unterstützung seiner Ausführungen Bilder, Zeich- nungen, Lichtbilder oder ähnliche Objekte heranziehen dürfe. Die Behörden aber seien doch in erster Linie dazu da, die Gesetze zu respettteren, und daher warne er nochmals die überwachenden Be- amten vor ungesetzlichen Maßnahmen. In der dann eintretenden Pause berieten die beiden Beamten eifrig miteinander. Als dann der Lichtbildervortrag begann, zeigte es sich, daß die Rechts- belehrungen doch gewirkt hatten, denn die beiden Beamten störten den dann glatt zu Ende geführten,„nicht genehmigten" Lichtbilder- abend in keiner Weisel Die Theaterabtreibung. in Dortmund ist bereits im Unter- Haltungsblatt der vorgestrigen Nummer unseres BlatteS gemeldet. Unser Dortmunder Parteiblatt, die„Arbeiterzeitung", schreibt zu der Heldentat der Dortmunder Stadtväter: „Die Dortmunder Arbeiter sind von dem Magistrat, an dessen Spitze das Aufsichtsratsmitglied der Harpener Bergbaugesellschaft, Schmieding, steht, sowie von einem Stadtverordnetenkollegium, in dem Zentrumsleute die erste Rolle spielen, allerhand gewohnt. Trotz- dem hat die unrühmliche Vereitelung der Arbeitervorstellung große Erregung hervorgerufen. Die Dortmunder Arbeiter wissen, daß durch die Vorstellung keine Rechte verletzt, daß durch sie niemand geschädigt worden wäre. Und deshalb erblickt man in den Kreisen der Arbeiter in der Verweigerung der Theaters eine Schikane seitens des Kollegiums und des Magistrats. Man ist sich klar, daß das Verbot, da es in erster Linie auf das Treiben der Schwarzen zurückzuführen ist, vor allen Dingen auf politischen Beweggründen beruht." Ein angebliches Boykotwcrgehen. In Görlitz wurde vom Schöffengericht der Genosse Emil Lange zu 199 M. Geldsttafe eventuell 29 Tagen Haft verurteilt. Er ivar beschuldigt, beim Be- streichen einiger Häuser mit der Inschrift:„Das Lokal ist boykottiert" Beihülfe geleistet zu haben. Blinder Eifer. Die Breslauer„Volkswacht" berichtet: Wegen eines Vortrages, den er in Oswitz in einer Bauarbeiterversammlung gehalten hatte, war gegen den Genossen Dachdecker N entwich eine Untersuchung wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten ein- geleitet worden. Die Aufreizung wurde darin erblickt, daß Nentwich zur Stärkung der Kassen der Organisationen mit dem bekannten Bilde vom„Sammeln von Munition" aufgefordert hatte. Nun muß der Staatsanwalt unserem Genossen mitteilen, daß jenes Verfahren eingestellt worden ist. Strafkonto der Presse. Das Reichsgericht verwarf am Montag die Revision des Genossen Adler von der„Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung" gegen ein Urteil des Landgerichts zu Kiel vom 6. Februar, das ihn wegen Beleidigung der Marineverwaltung mit drei Monaten Gefängnis belegte. To�iales. Jahresversammlung des wisscnschaftlich-humanitären Komitees. Die Jahresversammlung des wissenschaftlich-humanitären Komitees fand vor einigen Tagen statt. Dem Geschäftsbericht war zu entnehmen, daß die Ausdehnung des Komitees in steter Zu- nähme begriffen sei. Die Höhe der Beittäge betrug im letzten Jahre 18 990 M. An periodischen Publikationen gibt daS Komitee das Jahrbuch für sexuelle Zwischenstufen und die Monatsberichte heraus. Im letzten Geschäftsjahre seien 329 Anfragen bezüglich Bisexualität eingegangen Im Laufe der Verhandlungen wurde be- schloffen, sich, ivie bisher, auf ein rein wissenschaftliches Arbeiten und dessen Verbreitung zu beschränken, von allen radikalen und über das Ziel hinausschießenden Nebenströmungen aber fich fern auf den Tisch legen, wenn der Verkauf nicht zustande komme, und| Maurenbrechers Stellung als zukünftiger Lehrer der Parteischule. zu halten. Das Fehlen eines Angestellten wegen Wahrnehmung eines Termins kein Entlassungsgrund. damit sollte eine neue Kolonisation der Inseln ins Werk gesetzt Die Arbeiterbildungsschule gehe sie nichts an. Man könne sehr tverden. So fagten sie. Aber als es zum Klappen tam, gelang es wohl auf dem Standpunkt stehen, daß Maurenbrecher sich zum ihnen erst nach langem und schwerem Bemühen, durch Aktienzeichnung Lehrer an der Parteischule nicht qualifiziere, weil er nicht auf rund 1 Millionen aufzubringen, der Rest mußte gegen hohe Renten streng marristischem Boden stehe. In formaler Beziehung sei, das durch Bump herbeigeschafft werden. gebe er zu, dem Genossen Maurenbrecher aber bitter Unrecht getan Dann tauchte der Gedanke auf, dem wirtschaftlichen Ruin der worden, weil der Parteivorstand einen Fehlgriff auf andere Art Inseln durch eine Lotterie au steuern. Der dänische Reichstag aus der Welt schaffen mußte, als er es schließlich getan habe. stimmte dem zu, und nur die Sozialdemokraten protestierten energisch Borchardt vertritt denselben Standpunkt. Maurenbrecher dagegen. erklärt, wirklich teine Hintergedanken bei seinem Vorschlage gehabt Der Buchhalter Walter R. war von seinem Chef, dem Austernund Raviarhändler Gustav Ad. Radi, ohne Innehaltung der gesetzlichen Kündigungsfrist sofort entlassen worden, weil er sich am 12. Juli früh zu einem um 10 Uhr vor dem Moabiter Kriminalgericht anberaumten Termine hatte Urlaub geben lassen und an demselben Tage nicht mehr ins Geschäft gekommen war. Der Buchhalter, der gestern vor der ersten Kammer des Kaufmanns- Verlauf von kaum zwei Jahren zu einem schmählichen Fiasko. Da alten Thema lassen. Obwohl er schon seit zehn Jahren auf dem Troy aller Phrasen und Berlockungen führte die Lotterie nach zu haben. Wenn es aber so aufgefaßt werde, wolle er es bei dem gerichts einen Alageanspruch von 150 M. gegen die Firma erhob, machte in der Verhandlung geltend, daß er zwar zu 10 Uhr gelang es im letzten Augenblick ein Paar Käufer für den ganzen Boden der materialistischen Geschichtsauffassung stehe und sich seit an dem in Frage stehenden Tage vorgeladen war, daß die Schwindel zu finden, zwar nicht in Dänemark, wohl aber in Deutsch: 15 Jahren mit philosophischen Studien befasse, sei es oft schwer, Sache aber erst gegen 6 Uhr nachmittags zur Verhandlung land, die Herren Mosse und Stern. Ende April und Anfang Mai einzelne Gegenstände zu behandeln, weil in der Soziologie noch fam. Diese Angabe wurde durch die seitens des Kaufmanns- dieses Jahres gelang es dann auch, im dänischen Reichstag eine feine Richtschnur vorhanden sei. Deswegen sei man oft auf seine gerichts vom Landgerichtsrat Rosenberg eingezogenen Erfundigungen Abänderung des westindischen Lotteriegefezes durchzuführen, die der subjektive Meinung angewiesen. Sassen, Kreplin und bestätigt. Der Vorsitzende Magistratsrat Techow legte angesichts Ausbeutung der Spielleidenschaft noch weit mehr Raum als bisher Krüger sind mit der Tätigkeit Maurenbrechers zufrieden. dieser Sachlage dem Beklagten nahe, sich zu vergleichen, dieser bot. Die Sache wurde mit solcher Geschwindigkeit durchgepeitscht, Mehrere Resolutionen, welche dem Genossen Maurenbrecher Tehnte aber jede Ginigung ab und bestand auf prinzipieller Ent- daß unser Parteigenosse Harald Jensen nur eben Zeit fand zu ihr Vertrauen aussprechen, werden auf Ersuchen Grunwaldz scheidung. Er führte aus, daß dann der Kläger immer noch um erklären, der dänische Staat stelle sich durch diese und Maurenbrechers zurückgezogen, da ja in der General27 Uhr hätte im Geschäft sein können, worauf ihm aber der Vor- neue Lotterie auf eine Stufe mit Monato. versammlung niemand die Befähigung Maurenbrechers fibende erwiderte, daß, wenn man von 210 Uhr früh bis 6 Uhr als Lehrer an der Arbeiterbildungsschule angezweifelt habe. nachmittags auf den Korridoren des Kriminalgerichts warten müsse, man wohl zu mürbe" sei, um noch Arbeitsfähigkeit zu befizen. Das Kaufmannsgericht verurteilte den Beklagten zur 3ahlung von 150 M. Der Kläger habe seiner Pflicht Genüge getan, indem er vor dem Weggange unter Angabe des wahren Grundes den Chef um Urlaub anging. Für die Terminsverspätung treffe ihn auch kein Verschulden, ebensowenig, wie er dem Prinzipal über sein Eintreffen im Geschäft etwa per Telephon hätte bestimmte Angaben machen können. Der Kläger hatte sogar die Pflicht, vor dem Verhandlungsraume auszuharren, bis seine Sache aufgerufen würde, da es auch oft vorkommt, daß eine Sache außer der Reihe vorweg verhandelt wird. Die Zahl der Lose wurde durch das neue Gesez bon 25 000 auf 50 000 erhöht, und an Stelle der früheren 8 Ziehungen treten nun 12, verteilt auf zivei halbjährliche Serien. Mit Gewinnen von bis zu Die hiesige Filiale des Zentralverbandes der Stuffateure 650 000 Fr. wird Reklame gemacht, aber die höchsten Gewinne find hielt am Montag ihre Generalversammlung ab. Nachdem die von so seltenen Zufällen bedingt, daß fie faum jemals ausgezahlt Abrechnung vom 3. Quartal gegeben und der Kassierer entlastet werden können. Der höchste Gewinn wird nur dann er- war, trat man in den Hauptpunkt, die Fensterfrage, ein. Dietrich reicht, wenn das große Los just auf die leste behandelte eingehend die parlamentarische Geschichte und den Wert Nummer, die gezogen wird, fällt. Geschieht dies des Bauarbeiterschutzes überhaupt und der Fensterfrage im beWunder, dann wird zu dem Hauptgewinn so viel in Form einer ſonderen. Er erwähnte, daß eine Sihung der Baugruppen stattPrämie zugelegt, daß die Summe von 650 000 Fr. voll wird. 15 Millionen Jahreseinnahme ergibt. Die 50 000 Lose fosten 300 Fr. das Stück im Jahr, was also 10 Millionen, 10 daß 5 Millionen teils in die Taschen der KapitaDie Gewinne betragen listen fließen, teils dem dänischen Staat zufallen, um dem chronischen Dalles in der Verwaltung der westindischen Inseln abzuhelfen. Die Scharfmacher in der Holzindustrie. Die sozialdemokratische Preſſe Dänemarks iſt eifrig bestrebt, das der Agitation für die Lose ist dieser Tage begonnen worden. Eine ganz erhebliche Verschärfung der Situation in der Volt über die„ patriotische" Schwindellotterie aufzuklären, und unser Berliner Holzindustrie ist durch die Beschlüsse einer Versamm Kopenhagener Bruderorgan schreibt unter anderm: lung der Tischlermeister und Holzindustriellen Groß- Berlins lich den Herren Mosse und Stern dienen, die mit Hülfe der LandsDie goldene Zeit, die nun vielleicht kommen wird, wird wesenteingetreten, die gestern( Montag) abend bei einer Beteiligung mannsbant, der Privatbank und dreier großer ausländischer Banken von mehr als 2000 Personen in den Konkordiasälen stattfand. die Lose über die ganze Welt verkaufen werden, versehen mit dem Die Vorstände sämtlicher Arbeitgeberverbände der Berliner dänischen Reichswappen und unter Garantie des dänischen Staates. Holzindustrie waren vertreten. Die Referate des Vorsitzenden Auch hier zu Lande werden die Zettel von den Deutschen feilgeboten der Freien Vereinigung der Holzindustriellen Plathen und werden, obwohl sonst der Verkauf deutscher Lotteriezettel auf des Obermeisters der Tischlerinnung Sahardt gipfelten dänischem Boden bei Strafe verboten ist und obwohl diese dänischdeutschen Lose ein viel frecheres Attentat auf die Taschen leichtin der Parole: Scheitern die Verhandlungen, so wird ausgesperrt, ohne Vertrag keine gläubiger Leute sind als die verbotenen ausländischen Lotteriezetter." Arbeit! Zur einstimmigen Annahme gelangte folgende Resolution: werden. Verfammlungen. Als gefunden habe, die nach anfänglichem Sträuben zwar zu einer Man wolle zwar laut Beschluß, nach vorhergehendem Einverständnis Einigung führte, jedoch die Hauptsache den Fordernden überlasse. erlassenen Polizeiverordnung nicht genügen, doch glaube er, wie der der in Betracht kommenden Vorstände die Bauten sperren, die ber Vertreter der Töpfer, daß man die eigene Kraft benußen müsse, wie es die Töpfer seit langen Jahren getan, um etwas zu erreichen. notwendige dieser Forderung sehr viel leichter einfah als der VerWenn in jener Sibung der Vertreter der Bauhülfsarbeiter das treter der Buber, so brauche man sich nicht zu wundern, daß der Vertreter der Maler befürchtete, von seinen eigenen Kollegen vom die Durchführung der Forderung mit einzutreten. Nach einBau gewiesen zu werden, wenn er diefelben betreten Nach, eingehender Diskussion gelangte folgende Resolution zur Annahme: Die am 15. Oktober tagende Stuffateurversammlung beschließt, daß auf allen Bauten, welche unverglast und nicht zugsicher sind, vom 1. November ab die Arbeit zu ruhen hat, bis die in der Polizeiverordnung bestehenden Vorschriften erfüllt sind. Diejenigen Kollegen, welche vor dem 1. November auf offenen Bauten gearbeitet haben und daher arbeitslos werden, erhalten vom dritten Tage ab die statutenmäßige Streitunterstüßung, d. h. nur für die liegengelassene Arbeit. Sämtliche nach dem 1. November angefangenen offenen Bauten gelten als gesperrt Ueber etwelche und die Kollegen darauf als Streitbrecher. " Die heute tagende Versammlung der Tischlermeister und Formalitäten entscheidet die Kommission. Holzindustriellen Berlins und der Vororte nimmt Kenntnis von den Ueber die angestrebte Zentralisierung der Krankenkassen Die Arbeiterbildungsschule hielt ihre ordentliche General- referierte Strebs. Folgende Resolution fand bazu einstimmige Forderungen des Deutschen Holzarbeiterverbandes und beschließt: versammlung am Donnerstag im Gewerkschaftshause ab. Zum Annahme: 1. In Erwägung, daß bei der heutigen Ausnutzung der Holz- Vorstandsbericht führte der Vorsitzende Lammé aus, es hätten bearbeitungsmaschinen auch in den kleinsten Werkstätten die 4 Vorstandssigungen, 2 Ausflüge und 2 Sonntagsversammlungen Die Versammlung der Stuffateure ist dafür, daß die physische Arbeitstraft unserer Arbeiter nur noch in geringem Maße stattgefunden. Das Schullokal befindet sich seit Oktober dieses Zentralisation der Berliner Ortskassen mit allen Mitteln erstrebt in Anspruch genommen wird und die gegenwärtige Arbeitszeit nur Jahres Grenadierstr. 37, da das erst in Aussicht genommene Lokal wird. Sie hält jedoch den Beschluß, nunmehr schon eine, achtfache 8 Stunden 40 Minuten durchschnittlich pro Tag beträgt, kann eine in der Alexanderstraße für die Schule nicht zu haben war, auch Zentralisation nach Berufsverbänden anzustreben, für zu weit zurückweichend. Die Versammlung hätte gern von den zuweitere Verkürzung derselben auch in Rücksicht auf die Versuche, den Arbeitsnachweis der Holzarbeiter oder der Brauerei- ständigen Verwaltungsbehörden darüber eine offizielle Aeußerung Konkurrenzfähigkeit des hiesigen Gewerbes nicht zugestanden arbeiter zu erhalten, an dem Widerstande der Unternehmer und gehabt, ob nicht die Zentralisation der Kassen nur für Berlin, des Herrn Dr. Freund scheiterten. Die Mitgliederzahl beträgt ohne Vororte, möglich wäre, um erst dann die jetzigen Vor 2. In weiterer Erwägung, daß der Durchschnittslohn 658, davon 60 Damen und 598 Herren. H. Königs gibt den schläge gutzuheißen. Die Versammlung nimmt an, daß es bei unserer Holzarbeiter, nach der eigenen Statistik des Deutschen Kassenbericht. Die Einnahmen inklusive Bestand vom 2. Quartal einer Zentralisation für Klein- Berlin nur eine Frage der Zeit Solzarbeiterverbandes 35,10 bis 36,63 M. und der Wochenverdienst betrugen 7019,88 m., die Ausgaben 721,35 W., so daß ein Bestand gewesen wäre, um nach und nach alle Vorortskassen derselben tüchtiger Arbeiter sogar 50 bis 60 M. und darüber beträgt, daß von 6288,53 m. verbleibt. Durch Neuanschaffungen im 4. Quartal Verwaltung anzugliedern. ferner die Berliner Holzindustrie mit derartig hohen Löhnen fast ist der Kassenbestand wieder erheblich zusammengeschrumpft. Die ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) an der Spize aller Gewerbe steht, wird das Verlangen nach weiterer Bibliothek war geöffnet an 12 Abenden und wurde von 124 Per- Verband der Hafenarbeiter. Die am Sonntag abgehaltene MitLohnerhöhung mit Entschiedenheit zurückgewiesen. 3. Die Forderung einer allgemeinen ohnerhöhung bei Bände und verteilen sich dieselben auf folgende Fächer: Politit, gegen. Die Einnahme betrug 2808,81 M., die Ausgabe 1394,78 M., sonen, 49 Damen und 75 Herren, besucht. Entliehen wurden 131 gliederversammlung nahm die Abrechnung vom dritten Quartal entAktordarbeiten oder einer teilweisen Beseitigung der Nationalökonomie und Sozialpolitik 32, Gesetzgebung und Statistik bleibt ein Bestand von 914,13 M. Hierauf stellte der Vorsitzende letzteren muß als undiskutabel abgelehnt werden. 8, Geschichte, Kulturgeschichte und Biographien 6, Naturwissen- die Vereinbarungen zur Diskussion, welche bezüglich einer Ver4. Die obligatorische Benußung des paritätischen Arbeitsnach- schaft, Geographie, Reisen und Gesundheitspflege 9, Philosophie, schmelzung der Verbände der Hafenarbeiter, Eisenbahner, Handelsweises durch die Arbeitgeber würde die Arbeitnehmerorganisationen Ethik und Religion 8, Literatur: Deutsche 32, Ausländische 14, und Transportarbeiter, Maschinisten und Heizer und der Seeleute ermöglichen, mißliebige Arbeitgeber schwer zu schädigen. Pädagogik und Voltsbildung 8, Kunst und Technik 4, politische und getroffen worden sind und nunmehr der Ürabstimmung der Mit5. Die Abschlagszahlungen bei Affordarbeiten bleiben in der gewerkschaftliche Protokolle und Jahresberichte 3, Revuen und Zeit- glieder unterstellt werden sollen. Nach einem Hinweis auf die VorBibliothekare wurden gewählt Mühe, teile einer einheitlichen Organisation wurde die Debatte über diesen Bergante und Pluschte, als Unterrichtsvertreter Frau Gegenstand bis zur nächsten Versammlung vertagt. Raue, Fräulein Reil, Kreplin, Wohlgethan, Edel läßlich des Streiks der Binnenschiffer waren in einem und Krüger, als Revisoren Haumersen und Riedel. bestimmten Falle Zweifel aufgetaucht, ob die Hafenarbeiter Unter Schulangelegenheiten beantragten Fräulein off- einen Kahn entladen dürfen, wo die Bootsleute streiken. Es wurde mann und Rabenstein das Schullokal tagsüber als Lesehalle festgestellt, daß der Verband auf dem Standpunkt steht, die Arbeiten zu benutzen. Die Gewerkschaftskommission sei bereit, einen Teil der Hafenarbeiter werden durch den Streit der Schiffsleute nicht beder Stoften zu tragen. Kreplin sprach sich dahin aus, daß die troffen, die Ladung wird also durch die Hafenarbeiter gelöscht, aber Gewerkschaftskommission die gesamten Kosten tragen müsse, da die sie dürfen keine Arbeit verrichten, die den Schiffern zukommt.Barmittel der Schule zu knapp seien. Den Raum solle aber die Weiter kam der mit den Holzhändlern abgeschlossene Tarif zur Schule zur Verfügung stellen. Die Versammlung stimmt einer Sprache. Es wurde ausgeführt, daß der Tarif Fehler habe. Ueberweisung dieses Antrages an den Vorstand zu. Fried. Um diese zu beseitigen, setzte die Versammlung eine Kommission mann fritisiert sodann den letzten Geschichtsunterricht des Ge- ein, die gemeinsam mit dem Vorstande den Tarif rebibieren soll. nossen Maurenbrecher, vor allem seine Rechtfertigung des bayrischen Kuhhandels bei den Landtagswahlen, die Verneinung eines Gegensatzes zwischen Revisionisten und Radikalen in der Partei, sowie überhaupt die zu subjektive Darstellung des Lehrers. Nach seiner Auffassung soll der Lehrer einer Schule als Pädagoge Von der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist foeben vas wirken und objektiv jede Meinung zur Darstellung bringen; sonst 3. Heft des 25. Jahrganges erschienen. Es hat folgenden Inhalt: sei er mit der Vortragsweise als solche sehr zufrieden. Mauren Das zweite Jena. Die Balkanwirren. Von Janto Satasoff( Sofia). Aus Induftrie und Handel. brecher entgegnet, er habe nur gesagt, die ganze Partei habe das Georg Bernard Shaw als Dramatiker und Sozialist. Bon M. Beer.( FortDer siebente Parteibayrische Kompromiß gebilligt, ein Gegensatz zwischen Revisionisten segung.) Jena und Tilfit. Von Heinrich Cunow. Literarische Hibernia". Der Bruttoüberschuß der Bergwerksgesellschaft und Radikalen, wie er auf dem Parteitag in Hannover bestand, tag des Jüdischen Arbeiterbundes. Ueberfekt von A. 2 " Hibernia" betrug im britten Quartal 3870 719. gegen 3 723 894 M. eriftiere nicht mehr und in der Darstellung habe er abweichende Rundschau: Dr. Marie Baum, Drei Klassen von Lohnarbeiterinnen in Industrie und Handel der Stadt Karlsruhe. Bon Gustav Hoch, Hanau a. M. im vorigen Quartal und 2947 704 M. im dritten Quartal des Vor- Auffassungen stets angeführt. Im übrigen freue er sich der offenen Dstar Neve, Die deutschen Fachverbände. Von ad. br. Notizen: Trade jahres. Kritik Friedmanns, denn in der Generalversammlung und Unions und deutsche Gewerkschaften. Von K. K. Liebesgaben an die LandDas letzte Quartal hat mithin gegen die gleiche Zeit des Vor- im Kursus sei der Plaz, seine Meinung zu sagen. Leider seien wirtschaft in der Arbeiterversicherung. Bon Friedrich Kleeis( Burzen). Die jahres ein Mehr von annähernd 1 Mill. Mark 34 Proz. erbracht. auch anonyme Buschriften an ein sächsisches Parteiblatt, die Leip- Stauffrait des Geldes. Bon P. Z. Ausländische Arbeiter und Unfallgefahr. Und da sollen Preisaufschläge notwendig sein, um die Lohnforderung Berufung zum Lehrer an die Parteiſchule gegen ihn ausgeschlachtet bandlungen, Boſtanſtalten und Stolporteure zum Breiſe von 8,25 9. pro ziger Volkszeitung", gemacht worden, die diese gelegentlich seiner Von E. G. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhabe. Gegen solche Dinge sei man aber wehrlos. Er ersuche die Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Post mur pro Quartal Die Preisschraube bleibt in Bewegung. Der Kupferrohrverband Generalversammlung, ihre Meinung zu sagen, und je nachdem abonniert werden. Das einzelne Heft loftet 25 Pf. hat, wie der Düsseldorfer„ Generalanzeiger" meldet, den Grundpreis werde er seine Konsequenzen ziehen, sowie er sie an anderer Stelle Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. um 5 M. auf 273 M. per 100 kilogramm ab heute erhöht. In gezogen habe. Gleichzeitig ersuche er, im nächsten Quartal anstatt Achim von Arnims ausgewählte Werke in vier Bänden. Heraus der letzten Sigung des Verbandes deutscher Herdfabriken wurde über die französische Revolution über die materialistische Geschichts- gegeben und mit Einleitungen versehen von Mar Morris. Mit des Dichters XXXVIII, 941 S. Laut Kölnischer Zeitung" beschlossen, den bisherigen Teuerungs- auffaffung lehren zu dürfen; er habe das erste Thema auch in der Bildnis und einem Briefe als Handschriftenprobe. Broschiert 1,50 M., in Leinenband 2 M., feine Ausgabe 3 M., Luxusausgabe aufschlag auf emailierte Herde von 5 auf 7 Proz. zu erhöhen. Parteischule lehren wollen. Angesichts seines Rücktritts könne er, 4 M. Mar Hesses Verlag, Leipzig. Außerdem soll statt des bisherigen Aufschlages von 1,25 M. und anderer Arbeiten wegen, denen er sich jetzt widmen müsse, solche Helene Morsch. J. B. Staub. Ein Edelmensch im schlichtesten Ge1,50 M. auf Meffing- und Nickellefsel ein solcher von 2 M. und umfangreichen Vorarbeiten, wie dieses Thema fie erfordere, nicht wande. Zweite Auflage. Broschiert 4 M., geb. 5 W. Verlag von Otto 2,50 M. berechnet werden. mehr machen. Rabenstein ist für Beibehaltung des festgesezten Weber, Leipzig. Franz Standinger. Wirtschaftliche Grundlagen der Moral. 160 S. Lehrstoffes, weil das Programm schon herausgegeben sei, auch find die Anschauungen über den historischen Materialismus noch nicht Verlag von Eduard Noether, Darmstadt 1907. geklärt, weshalb dieses Thema mehr in einen Kursus über Philosophie passe. Der anonyme Briefschreiber hätte die Pflicht sich zu melden. Grunwald ist der Ueberzeugung, daß die Gegensäke 10 Broz. im in der Partei noch ebenso vorhanden seien wie früher. Das beweise auch der Mannheimer Parteitag. Im übrigen lehne er es ab, auf der Stationen Generalversammlung solche Fragen zu diskutieren. Der Lehrer hätte die Pflicht, auch andere als seine Anschauungen darzustellen; er fönne sich ja troßdem dagegen aussprechen. Hinter der Themas zahlung von 27 M. wöchentlich für jeden Arbeiter ohne Rücksicht auf seine Leistungen wird abgelehnt. 6. Die Versammlung beauftragt die Vorstände, auf Grundlage der von den Arbeitgebern auf dem Gewerbegericht bekanntgegebenen Bedingungen die Verhandlungen fortzusetzen." Dieser Einschüchterungsversuch der Scharfmacher in der Holzindustrie wird natürlich auf die Beschlüsse der Arbeiter organisation wenig Einfluß ausüben. Der größte Teil der Holzarbeiter wird jedoch erstaunt sein über die Lohnziffern, die in dieser Resolution aufmarschieren. Es ist ja ein alter Trid des Unternehmertums, ins Blaue hinein über die Riefenlöhne ihrer" Arbeiter zu fabeln, wenn die Arbeiter es wagen, einen geringen Teil von den Profiten der Unternehmer zu verlangen. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) der Arbeiter zu erfüllen. Lothringer Hütten- Verein Aumet- Friede in Kneutlingen. Der Rohgewinn für das letzte Geschäftsjahr stellt sich auf 6 328 164 M., gegen 4 364 488 m. im Vorjahre. Aus dem Reingewinn von 3 230 608 M., 1490 371 M. im Vorjahre, werden 8 Proz. Dividende verteilt. Eine fofort zahlbare Dividende von 20 Proz. Vorjahre beschloß die Generalversammlung der Porzellanfabrik Lorenz Hutschenreuther, A.-G., in Selb, Bayern. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Eingegangene Druckschriften. Witterungsübersicht vom 23. Ottober 1906, morgens 8 1hr. Barometer stand mm Wind. Windstarte Better Temp. n. G. 5°. 4° R. Stationen Barometer. Wind richtung Windstärke Belter AnTemp. n. C. 1 13 12 3 wolfig 8 Haparanda 778 ND 2 bedeckt 5 12 Petersburg 769 NND 3mollig 12 Scilly 762 SSW 2 wolkig 8 Aberdeen 756 SSD 2 wollig 9 Paris 766 SSW 1 halb bd. 12 9 2 Deutsch- dänisch- westindische Schwindellotterie. Zu Anfang des Jahres 1902 schien der Verkauf der dänisch- änderung scheine der Pferdefuß zu stecken, die Schule gegen den Swinemde. 769D Berlin westindischen Inseln an die Vereinigten Staaten nahe bevorzustehen. Barteivorstand auszuspielen. Aus diesem Grunde, und weil die Damburg 766 DSD 3 Rebel 767 Still bedeckt 1 Nebel Franti.a.M. 767 SD Die Bevölkerung wollte gern amerikanisch werden, Amerika war Anschauungen über den vorgeschlagenen Lehrstoff bei Mauren769 SW 2 halb bd. bereit, die Inseln zu kaufen und das dänische Ministerium Deunger brecher noch nicht abgeschlossen seien, sei er gegen die Aenderung. München 769 23 2 wolfen! war ebenfalls für den Verkauf. Das Folkething stimmte dem Ver- Maurenbrecher werde auch so den einmal angekündigten Bien taufsvorschlage der Regierung zu, aber das Landsthing verwarf Stoff so weit beherrschen, sonst solle man lieber eine andere GeWetter- Prognose für Mittwoch, den 24. Oktober 1906. ben Vorschlag mit einer Stimme Mehrheit. Die Landsthingpatrioten schichtsperiode wählen. Ueber die Notiz in der Leipziger BoltsEin wenig fühler, vorwiegend nebelig bei schwachen nordöstlichen rabmen damals den Mund recht boll, 4 Millionen Kronen wollten sie zeitung" habe er sich selbst gewundert; sie beziehe sich aber nur auf Winden; keine wesentlichen Niederschläge Deutscher Buchbinder- Verband. G P= Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr: General- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 4). Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kaffenbericht. 2. Bericht vom Arbeitsnachweis und der Bibliothekkommission. 3. Ersatzwahl zur Ortsvertvaltung. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Mitglieder mit mehr als 8 Wochen Rest haben keinen Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 26/4 55 Buchbinderei- Arbeiterinnen! Montag, den 29. Oktober, abends 7 Uhr, in Voigts Ritterfälen, Ritterstr. 75( großer Saal): Oeffentliche Arbeiterinnen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Die jetzige Stellungnahme der Berliner Prinzipale zum Tarifvertrag vom 27. Juli 1906. 2. Verschiedenes. Kolleginnen! Die Prinzipale gedenken die in Leipzig zugestandene Lohnzulage für die Arbeiterinnen erst vom 1. Januar 1907 anstatt am 1. November 1906 in Kraft treten zu lassen! Es ist unbedingt notwendig, daß sämtliche Buchbinderei- Arbeiterinnen in dieser Versammlung erscheinen. Die Agitationskommission. Gewerkschaftskartell Berlins und Umgegend Bureau: C. 54, Steinstraße 38. Telephon: Amt III 8574. Freitag, den 26. Oktober, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Oeffentliche Versammlung aller sozialdemokratischen Wahlvereinsmitglieder der Organisationen, die dem Gewerkschaftskartell angeschlossen sind. Tages. Ordnung: Der Mannheimer Parteitag und wir". P Zu dieser Versammlung hat nur Zutritt, wer sich als Wahlvereins- und Gewerkschaftsmitglied des Kartells legitimiert Partei und Gewerkschaftsgenossen! Diese Versammlung ist im Einverständnis der Organisationsbertreter unserer Richtung einberufen, um den Barteiangehörigen, in derem Auftrage diese Versammlung stattfindet, Gelegenheit zu geben, zu den Vorgängen in Mannheim Stellung zu nehmen. Wir setzen voraus, daß die Genossen es als eine Ehrenpflicht erachten, diese Versammlung zu besuchen. J. A. Der Ausschuß des Berliner Gewerkschaftskartells. Große Mengen aussortierter Knaben- Anzüge und Mäntel werden zu teilweise weit unter dem Herstellungswert herabgesetzten Preisen ausverkauft. Nur eigene Erzeugnisse, daher höchste Leistungsfähigkeit. Vereinigung der Maler, Baer Sohn Lackierer, Anstreicher. Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Donnerstag, 25. Oktober, abends 8 Uhr, in Kellers feffälen, koppenftr. 29: Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 126/4 Lichtbilder- Vortrag:„ Japan, Land und Leute." Vortragender: Paul Lorenz, Südende. Die Kollegen werden ersucht, zu diesen Versammlungen ihre Frauen mitzubringen. Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Pünktliches Erscheinen ist notwendig, da während des Vortrages die Saaltüren geschlossen bleiben. Die Ortsverwaltung. Bezirks- Versammlungen finden statt: Gesundbrunnen: Sonntag, den 28. Oktober, abends 6 Uhr, bei Hahn, Solonie- Straße 124. Rixdorf: Montag, 29. Oktober, abends 8% Uhr, bei Gellert, Steinmenftr. 113. Wedding: Montag, 29. Oktober, abends 8 Uhr, bei Hoffmann, Basewalkerstr. 3. Südwest: mittwoch, 31. Oktober, abends 8% Uhr, im Kassenlokal, Lankwitzstr. 5. Regen Besuch erwarten Die Bezirksführer. Achtung! Genoffinnen und Genoffen! Atung Mittwoch, den 24. Oktober, abends pünktlich 81 Uhr, im Neuen Klubhause, Kommandantenstraße 72: Volksversammlung. Tages- Ordnung: 1. Berichterstattung von der Frauenkonferenz zn Mannheim und vom Parteitag. 2. Diskussion. 3. Berichterstattung und Neuwahl der Vertrauenspersonen. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwarten Die Vertrauenspersonen. 1/9 Fachverein der Tischler Krankenkaſſe Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, bei 3ölz, Köpenickerstraße 137-138: der Gelb- und Zinngießer. Mittwoch, den 24. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wollschläger, Adalbertstr. 21: Außerordentliche General- Verfammlung. General- Versammlung, Tages Drdnung: 1. Bericht sämtlicher Funktionäre. 2. Diskussion über den Mannheimer Parteitag. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Pünktlichen und zahlreichen Besuch erwartet 186/ 13* Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bahlstelle Charlottenburg. wozu sämtliche Herren Arbeit: geber, welche ein Drittel zur Kaffe zahlen, und fämtliche großjährigen Kaffenmitglieder hiermit eingeladen sind. Duittungsbuch legitimiert. Tages- Ordnung: 1. Wahl von 30 Vertretern der Arbeitgeber. 2. Wahl von 60 Vertretern der Arbeitnehmer. 3. Verschiedenes. Berlin, den 15. Dttober 1906. Donnerstag, den 25. Oftober 1906, abends 84 Uhr, 20736 im Volkshause, Rosinenstr. 3: Der Vorstand. General Versammlung teppdecken 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1906. 2. Unsere Forderungen zum neuen Vertrag. 3. Bortrag über Fortbildungskurse für Arbeiter. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. 95/8 Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Spezial- Haus grössten Massstabes. Chausseestrasse 24a/ 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20. Der Haupt- Katalog Nr. 30( neueste Wintermoden) wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, 25. Oktober, abends 8, Uhr, im ,, Nosenthaler Hof", Rosenthalerstraße 11/12: Branchenversammlung der Stellmacher. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Zentral- Arbeitersekretärs Stollegen Robert Schmidt über: Was müssen wir vom Strankenversicherungsgeset wissen"? 2. Bericht der Kommission vom dritten Quartal. 3. Neuwahl der Zentralfommission. 4. Branchenangelegenheiten. 5. Verschiedenes. 95/9 Die Kommission. 7. August Schmidt, Köpenickerstr. 116, Tabakfabrik Billigste Bezugsquelle für alle Sorten Schnupf, Rauch- und Kautabake Cigarren, Cigaretten. Amt IV, 7300. Gegründet 1883. O 2206L* Der Säuglingsmagen und Darm wird geschont durch den Zusatz von Kufetes Kindermehl zur Kuhmilch, weil dieselbe dann nicht flumpig, sondern feinflodig gerinnt und weniger der Gärung ausgefegt ist. Der Zusatz von Kusekes Kindermehl zur Milch bietet nicht nur einen Schuß gegen Magen- und Darmerfrankungen, sondern macht dieselbe auch viel nahrhafter und regelt die Verdauung in hervorragender Weise. Bei Gebrauch von Stufetes Stindermehl gedeihen die Kinder vorzüglich und leiden nicht an Berdauungsstörungen. freitog Montag Mittwoch 4uh Spandauerstr. 49. AMarker Berlin.& Probewaschen Waschfrau" Waschmaschine Schnell- DampfHusten, Keiserkeit beseitigen wunderbar leicht und schnell die berühmten Hustentropfen bon Otto Reichel. 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Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 248. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt., 24. Oktober 1906. Partei- Angelegenheiten. い Mahlsdorf. Heute abend 8 Uhr findet im Lokale von Linke, Grunowstraße( Solonie) eine Versammlung hiesiger Schulhaus bäter statt. Da äußerst wichtige Schulangelegenheiten auf der Tagesordnung stehen, ist es Pflicht aller Genossen pünktlich zu erscheinen. Berliner Nachrichten. Zeitungen, die sich des Publikums gegen polizeiliche Uebergriffe ans Unzurechnungsfähigkeit erst festgestellt wurde, als eine Anzeige gegen nehmen. Die sogenannte„ gutgesinnte" Preffe gerät nur dann einmal den Schußmann Gasse vorlag. Es liegt nahe anzunehmen, daß diese in Ertafe, wenn die Polizei bei Absperrungen oder sonstigen höfischen Unzurechnungsfähigkeit auch schon vor der Tat am 15. Mai vorFriedrichshagen. Sonnabend, den 27. Oftober, im Restaurant Veranstaltungen einen hochgestellten Herrn etwas unsanft anfäßt handen war, wie außerdem feststeht, daß der unzurechnungsfähige Eiskeller", Friedrichstraße 96/97: Stiftungsfest des Wahlvereins. oder wenn ihre Vertreter in die vierte oder sechste Reihe geschoben Beamte noch nach dem 15. Mai Dienst tat. Wie lange hätte der Konzert, humoristische Vorträge der Gesellschaft Schmelzer- Gnörich- werden, so daß sie nicht alles sorgsam sehen und registrieren Mann noch Dienst getan und in seinem unzurechnungsfähigen Zu Balzé, Festrede, furnerische Aufführungen, Reigenfahren, Tanz. fönnen; im übrigen aber findet es diese Presse ganz in der stande manches Unheil angerichtet, wenn nicht zufällig sich die Anfang 8 Uhr. Entree 25 Pf. Tanz für Herren 50 Pf. Um Ordnung, daß die Polizei„ recht schneidig" vorgeht, zahlreiche Beteiligung der Mitglieder bittet wenn Staatsanwaltschaft mit ihm zu beschäftigen gehabt hätte? Der Vorstand. es sich um Leute handelt, die nicht im Zylinder und Ist denn das Publikum dazu da, daß unzurechnungsfähige Lackschuhen einhergehen einhergehen können. So tommt es, daß nur Schußleute auf dasselbe losgelassen werden? Angesichts dieses Vorwenig Zeitungen übrig bleiben, die es wagen, polizeiliche Ueber- tommnisses muß der Ruf: Schutz vor Schußleuten! immer wieder griffe öffentlich zu besprechen. Eine solche öffentliche Besprechung ist von neuem erhoben werden. immer eine sehr gewagte Sache. Unser Polizeipräsident als Vorgesezter der Polizei versteht da keinen Spaß und man setzt sich sehr wird in der neuen Festhalle auf dem Gelände des Zoologischen Zweierlei Maß der Postverwaltung. Ein Ausstellungspostamt leicht der Gefahr einer Beleidigungsklage der Polizei aus, mag es Gartens eingerichtet. Das Postamt wird am 29. Oktober eröffnet einem auch in der Tat nur darum zu tun sein, Mißständen abzu- und bleibt bis zum 12. November bestehen. Es dient als Poſtamt helfen und jede beleidigende Absicht fernliegen. Durch dieses ständige der Internationalen Automobilausstellung Herbst 1906. Die neue Die Stadtverordnetenersahwahl im 8. Wahlbezirk. Damollesschwert eines Beleidigungsprozesses wird die Sachlage Bostanstalt tritt unter der Bezeichnung Internationale Automobil Es war wieder nichts für den Freisinn! All sein heißes indes nicht gebessert, sondern die Mißstände werden nur fonserviert. Ausstellung Berlin" in Wirksamkeit. Sie wird mit Telegraphen Sehnen nach dem Mandat des 8. Kommunalwahlbezirks, all Es passiert so manches auf den Revieren, von dem der Vorgesetzte betrieb und öffentlichen Fernsprechstellen ausgestattet. Das Postamt seine trampshaften Bemühungen, diesen Bezirk zurück- der Polizei keine Kenntnis hat, die aber bei Kenntnis der Verhält- ist für den Verkehr mit dem Publikum werktags von 9 Uhr vors zuerobern sind erfolglos geblieben. Die gestrige Ersatz- nisse beseitigt werden könnten und vielleicht auch beseitigt würden. mittags bis 8 Uhr nachmittags, Sonntags von 12 Uhr vormittags bis 8 Uhr nachmittags geöffnet. Bei dem Postamte werden Postwahl hat mit einem neuen Sieg der Sozialdemo= Zu diesen allgemeinen Darlegungen veranlassen uns viele Slagen, fendungen jeder Art, Telegramme und Rohrpostsendungen an kratie geendet der Ausgang dieser Wahl hat aufs neue die uns ständig aus unserem Leserkreise teils schriftlich teils mündlich genommen, sowie Postwertzeichen verkauft, auch können daselbst Postgezeigt, daß der Freisinn in den Bezirken der zugehen und in denen Beschwerde geführt wird über ungerechte Be- endungen jeder Art, Telegramme und Rohrpostsendungen abgeholt dritten Abteilung nichts mehr zu gewinnen handlung durch die Polizei oder aber gar über erlittene Miß- werden, sofern sie in der Aufschrift den Vermerk:„ Internationale hat und selbst mit den skrupellosesten Mitteln das verlorene handlungen. Leider müssen wir in vielen Fällen auf eine öffentliche Automobilausstellung Berlin" tragen. Patete werden dort nicht anTerrain nicht wiederzuerobern vermag. Behandlung derartiger Vorkommnisse von vornherein verzichten, weil genommen und nicht ausgegeben. Von der Ausgabe ausgeschlossen Das Ergebnis der Ersatzwahl im 8. Kommunal die Aussagen der Beschwerdeführer durch keine Zeugen gestügt find ferner Sendungen mit einer Wertangabe von mehr als wahlbezirk ist das folgende( in Klammern die Zahlen der werden können als im günstigsten Falle durch ein ärztliches Attest, Wahl von 1903): Die Veranstalter der Automobilausstellung finden bei der Postdas aber unter Umständen vom Gericht noch nicht als zwingendes verwaltung ein ganz anderes Entgegenkommen, als andere StaatsBeweismittel angesehen wird, denn ein solches Attest kann sich mur Bürger, die zufällig" Sozialdemokraten sind. Es sei nur daran auf den Befund beschränken, feineswegs darauf, daß eventuelle Vers erinnert, daß der Postminister erst ganz fürzlich der Mannheimer legungen nun gerade auf der Polizeiwache von Polizeibeamten bei- Bostverwaltung verbot, während des Parteitages im Tagungslokal gebracht worden sind. Und so kommt es, daß wir manche Beschwerde- eine Posthülfsstelle einzurichten. führer dahin bescheiden müssen, daß wir ihnen wohl glauben, daß ihnen Unrecht geschehen sein mag, daß aber die Polizei sich das Markthallen- Deputation erstattete Bericht über die städtischen Markt. Keber Fleischmangel und Fleischteuerung läßt sich der von der Die Stimmenzahl, mit der wir den Bezirk be- heutzutage erlauben kann, ohne daß ein Hahn danach kräht. In ge- hallen für das Etatsjahr 1905 wie folgt aus: eigneten Fällen geben wir den Rat, sich beschwerdeführend an den Der Fleischhandel gestaltete sich im Berichtsjahre äußerst hauptet haben, ist leider nur wenig höher als vor drei Jahren, Polizeipräsidenten und mit einem Strafantrage an die Staats- schwierig. Die durch anhaltende Dürre des Sommers 1904 ver während die Zahl der auf den Freisinnskandidaten verursachte Mißernte beeinflußte den ganzen Fleischhandel höchst nacheinigten Stimmen gegen damals erheblicher gestiegen ist. anwaltschaft zu wenden, ohne den Petenten allzu große Hoffnungen teilig. Die Viehzüchter saben sich genötigt, ihre Beſtände einzuAber bezüglich des Freisinns ist allerdings eine Vergleichung zu machen, hier ihr Recht zu finden. schränken und alles minder wertvolle und zurückgebliebene Vieh, das des diesjährigen und des damaligen Ergebnisses nicht gut die Presse nun allen polizeilichen lebergriffen ruhig zusehen und auch endlich der Viehmangel im ganzen Deutschen Reiche ein, der Wenn nun dies alles so ist, so soll damit nicht gesagt sein, daß keine gute Futterverwertung versprach, zu verkaufen. Es trat dann angängig, weil diesmal eben alles, was antifozial- dulden soll, wie Recht und Gerechtigkeit mit Füßen getreten wird. demokratisch zu wählen hat, für den Freifinn mobil gemacht worden ist. Der„ Reichsverband Im Gegenteil ist es die vornehmste Pflicht der Presse, erkannte finn mobil gemacht worden ist. Der Reichsverband Uebelstände schonungslos der öffentlichen Stritit zu unterziehen. Und gegen die Sozialdemokratie" hatte mit Zirkularen, Flug- dazu veranlaßt uns heute ein Fall, der den Vorzug voller Beweisblättern und allem Möglichen für den Freisinnskandidaten fraft für sich hat, weil die behaupteten Tatsachen von der StaatsSuff agitiert, die Bürgerpartei hatte ihre Anhänger durch anwaltschaft nachgeprüft find. Birkular aufgefordert, für Huff zu stimmen, und noch am Wahltage wurden vom liberalen Wahlkomitee auch die nichtliberalen Wähler durch ein letztes Flugblatt ermahnt, dem Herrn Huff ihre Stimme zu geben, um die Sozialdemokratie nicht noch mehr zu stärken". Für so viel Anstrengung aller vereinigten Gegner hätte man in der Tat anderes erwarten sollen. Eingeschriebene Wähler Abgegebene Stimnien Sozialdemokratie Liberalismus. Zersplittert 6074( 6275) • 2308( 2143) . 1379( 1359) 928( 782) 1( 2) Gewählt: Genosse Paul Dupont. " 11 6000 M. zu einer noch nicht dagewesenen Fleischteuerung führte. Der im Borjahre festgestellte Aufschwung in der Schweinezucht tam unter allein, daß die Zahl der auf den Markt gebrachten Schweine immer ( den schlechten Futterverhältnissen vollständig ins Stocken. Nicht mehr zurudging, so waren auch der Mastzustand und das Gewicht der Tiere wesentlich geringer. Die Preise für Schweinefleisch erfuhren seit Beginn des Jahres eine stetige Steigerung. Der Durch Das Opfer eines Polizeibeamten ist ein junger Mann, der seit schnittspreis des Vorjahres, der sich auf 52,3 M. für 50 Kilogramm 1902 lungentrant ist und sich seit dieser Zeit in ärzlicher Behandlung gestellt hatte, erreichte im Berichtsjahre die Höhe von 69,4 M. befindet. Im November 1905 hatte sich das Leiden so verschlimmert, gebnis ein ungünstiges, weil das Fleisch meistens von leichtem, unRindfleisch kam genügend auf den Markt; troßdem war das Erdaß fich Herr W., das ist sein Name, frank melden mußte, und die reifem Vieh herrührte. Ein Steigen der Bufuhren an Fleisch von Aerzte konnten dem schwerkranken W. nichts weiter anraten als Auf- gut gemästetem Vieh und ein Sinten der hohen Preise dürfte kaum enthalt in der frischen Luft und Spazierengehen. Einen solchen vom zu erhoffen sein, zumal die reichliche Futterernte des Jahres 1905 Der Wahlkampf wurde von den Freisinnigen mit durch die Laubenkolonie in der Bellermannstraße und kam hierbei fleisch war ebenfalls meist geringer Qualität. Die Nachfrage nach Arzt empfohlenen Spaziergang machte W. auch am 15. Mai d. J. für die Landwirte Anreiz genug sein wird, ihre immer noch stark verminderten Viehbestände wieder zu vervollständigen. Kalb Aufbietung all ihrer Kraft geführt. Schon vom frühen Vor- an den Johlschen Weg, der hinter den Häusern der Grünthalerstraße Sammelfleisch war im Berichtsjahre größer als sonst einerseits, mittag an schleppten sie ihre Wähler heran; zur Verfügung entlang führt. Hinter einem dieser Häuser, in dem sich das 9. Polizei- weil alle Gemüse, zu denen gewöhnlich Sammelfleisch genossen wird, stand ihnen ja ein Heer von Schleppern aus ihren eigenen revier befindet, liegt ein Stück unbebautes Land, das mit einer vorzüglich gedichen und dementsprechend billig waren, andererseits Reihen und vom Reichsverband". Die Mittagstunde brachte spärlichen Grasnarbe versehen ist. Um etwas zu ruhen, legte sich weil bei dem Mangel an Schweinefleisch das Hammelfleisch vielfach einen lebhafteren Zustrom sozialdemokratischer Wähler, so daß w. auf dieser Grasnarbe in die Sonne nieder und las in einem als Ersatz dienen mußte. Nach den Notierungen der Durchschnittsnach 1 Uhr die Zahl der für Dupont abgegebenen Romanheft, neben ihn lagen zwei andere junge Leute. Nach einiger preise sind die Preise im Geschäftsjahre gegenüber dem Vorjahre Stimmen über der Stimmenzahl für Huff stand. Aber Zeit erschien ein Polizeibeamter auf dem Plan mit den Worten: Ila um 5,20 M., IIIa um 5,20 M., IVa um 5,40 M.; bei Kalbgeftiegen( für 50 Kilogramm) bei Rindfleisch Ia um 4,30 M., in den Nachmittagstunden rückte die Beamtenschaft an, hr arbeitsscheues Gesindel, macht, daß Ihr vom Platz kommt!" fleisch Ia um 6,60., IIa um 2,60 m., bei Hammelfleisch Ia um die natürlich für den Freisinn eintrat und diesem für. tam der Aufforderung nach, als er aber 4-5 Schritte gegangen 6,30 M., IIa um 5,30 M.; bei Schweinefleisch um 17,10 M. Längere Zeit einen Vorsprung verschaffte. Erst gegen Abend war, sprang der Schußmann hinter dem kranken Menschen her, schlug Infolge der hohen Fleischpreise und der guten Absatzverhältnisse tehrte sich das Verhältnis wieder um, und dann waren alle ihn hinterrücks mit der Faust in den Rücken, daß W. taumelte und waren auch die Zufuhren von ausländischem Fleisch erheblich größer Anstrengungen der Freisinnigen vergeblich! Ihre Schlepper bediente sich dabei der Worte:„ Mit Dir arbeitsscheuem Hund werde als in den Vorjahren. Die Tatsache war im Interesse des Konsum rasten mit Automobilen durch die Straßen des Bezirks, um ich anders verfahren." Darauf zog der Schußmann- 518 ist die und Holland, die Rindfleisch in großen Mengen hierher lieferten; mit Befriedigung zu begrüßen. Namentlich waren es Dänemark noch alles heranzuholen, was antifozialdemokratisch wählen Nummer- seinen Degen, einen Wachtmeisterdegen, und hieb dem aber auch aus England wurde Schweine- und Ochsenfleisch zumußte. Zu derselben Zeit schritten die Arbeiter, die eben von Taumelnden über den linken Oberarm. In sich zusammenfinkend geführt. Wenn auch das importierte Fleisch wegen des langen der Arbeit heimgekehrt waren, ruhig und ernst zu den Wahl- rief W.:„ Herr Wachtmeister, ich bin ein franker Mensch" und als Transportes nicht mehr als erstklassig zu bezeichnen war, so be Lokalen, und Mann für Mann stimmten sie für die Sozial- w. zum Beweis dafür die Papiere zeigen wollte, schlug der Schutz- einflußte es doch in fühlbarem Grade den Fleischhandel und machte Eine bittere Enttäuschung für die Frei- Nur dadurch, daß W. seinen linken Arm über seinen Kopf hielt, kam mann blindlings weiter auf den bedauernswerten Menschen ein. die Großschlächter zu Preiskonzessionen an die Kundschaft bereiter. Die Tagesordnung der Stadtverordnetensizung am Donnersfinnigen! Als sie ihren Huff in einem kleinen Kon- er mit Berlegungen am linken Unterarm davon, der fünf bis sechs- tag, den 25. Oktober, enthält u. a. folgende Beratungsgegenstände: bentikelchen zum Wahlkandidaten proklamierten, da hatte mal getroffen wurde. Auf der Unfallstation in der Hochstraße mußte Denkmals für den Staatskanzler Fürsten von Hardenberg auf dem Berichterstattung über die Vorlage, betr. die Errichtung eines der Stadtverordnete Perls, sein Protektor, für die Aus- sich 2. verbinden lassen und sich darauf in der Poliklinik des Lazarus Dönhoffplake. Vorlagen, betreffend: die Teilung des Bezirks sichten dieses Wahlkampfes nur Worte der Zuversicht. Und Krankenhauses weiter ambulatorisch behandeln lassen., Bemerkt sei der 211B. Armenkommission, den Erwerb der von dem Grundhoffnungsfreudig blieb der Freifinn bis zum Tage der Wahl. noch, daß der Schußmann den W. nach der Prügelei gehen ließ, stücke Alte Jakobstr. 22 zur Straßenverbreiterung erforderlichen Noch in den Morgenblättern vom Dienstag konnte man ohne ihn wegen irgend eines Vergehens festzustellen. Fläche, den Erwerb von Straßenland zwecks Freilegung der Iesen, es sei wohlbegründete Aussicht vorhanden, den Diesen Sachverhalt trug uns 2. seinerzeit auf unserer Redaktion Straße 18a, Abteilung X des Bebauungsplanes, den Erwerb Wahlkreis der Sozialdemokratie wieder ab- vor. Wir rieten ihm gegen den prügellustigen Schußmann bei der von Straßenland von dem Grundstücke Alt- Moabit 75 zur Straße zugewinnen." Dort unten vor dem Halleschen Tor Staatsanwaltschaft Strafantrag zu stellen. Alt- Moabit, die Aufnahme der unreinen Abwässer von zwei findet sich noch jene" forschere" Spezies des Freisinns, deren und was war das Ergebnis? Die Staatsanwaltschaft antwortete fation von Nieder- Schönhausen, den Antauf einer Wegefläche in Das ist auch geschehen. Krantenanstalten im Gemeindegebiet von Rosenthal in die KanaliVertreter im Rathause teils der Neuen Fraktion der Linken", unterm 28. September: Willmersdorf bei Bernau zu Rieselzwecken, teils der Sozial- Fortschrittlichen Gruppe" angehören. Sie dachten's zu schaffen, wenn sie in ihrem Flugblatt von sozialen Aufgaben" schwatzten und Forderungen der Zeit" aufstellten. Auch das hat ihnen nicht den gehofften Erfolg gebracht. demokratie. " 1 W. Auf Ihre Anzeige vom 17. Mai 1906 gegen den Schußmann Sasse wegen Amtsvergehens: -die Uebertragung der Bespannung, Bedienung und Unterhaltung der städtischen Kehrmaschinen für die Zeit 1. April 1907/1909 an die derzeitigen UnterIch habe das Verfahren eingestellt, da nach dem Gutachten nehmer, die Instandsetzung der Präme und Träger der städtischen des königlichen Streisarztes der Beschuldigte zur Zeit der Begehung Flußbadeanstalt Cubrystraße, die anderweite Abgrenzung der der Tat sich in einem Zustande von frankhafter Störung der Armenkommissionsbezirke 196B, 196E, 196J, 196L und die Bildung Geistestätigkeit befunden hat, durch den seine Willensbestimmung eines neuen Armenkommissionsbezirks, den freihändigen Er ausgeschlossen war. werb der von den Grundstücken Seestr. 35/36 zur Freilegung der Unterschrift unleserlich. Seestraße erforderlichen Flächen, die nochmalige Einberufung der gemischten Deputation zur Beratung über die Ausführung der Gartenanlagen auf dem Faltplate- und den Verkauf einer an Bestimmungen des Krugschen Testaments, die Herstellung von der Schlüterstraße, Ecke der Ließenburgerstraße in Charlottenburg belegenen Barzelle. In der geheimen Sibung wird der Ausschuß über die Besetzung der Stadtschulratsstelle berichten. Und auch das hat ihnen nichts genußt, daß sie sich dem„ Reichsverband" in die Arme warfen. So weit ist es bereits mit dem Berliner Freisinn gekommen, daß er mit dieser gesinnungslosen Kohorte, die Damit war der Beschwerdeführer aber nicht zufrieden, da er jedem ohne Ansehen der Person zu dienen bereit ist, offizielle festgestellt hatte, daß Saffe nach der Tat noch weiter Dienst getan Freundschaft schließt. Es tennzeichnet die Situation, daß hat. Er wandte sich auf unseren Nat dann noch an den Oberselbst einer der„ Forschesten", der Stadtverordnete Perls, der staatsanwalt, wie aber vorauszusehen war, mit keinem besseren sonst so stramm gegen Parteilosigkeit und Gesinnungslosigkeit Erfolg. Vom Oberstaatsanwalt ging dem Beschwerdeführer folgendes zu deklamieren pflegte, die politische Verlumpung Schreiben zu: eines Bündnisses mit dem Reichsverband" mitgemacht hat. Für uns Sozialdemokraten fönnen die Erscheinungen, die durch diese Wahlagitation gezeitigt worden sind, nur ein Ansporn sein, den Kampf gegen den Berliner Freisinnsamt seiner reattionären Bundesgenossenschaft noch nachdrücklicher zu führen. " 1 Schutz vor Schuhlenten! Vorberfahren gegen Saffe B5 J. 618/ 06Staatsanwaltschaft III Berlin. Der Etat des städtischen Obdachs unterlag in letzter Kuratoriumssigung der Beschlußfassung. Die Belegung des Obdachs hat sich insofern etwas verändert, als endlich die GeschlechtskrankenIhre Beschwerde vom 5. Oftober 1906 fann nicht als be- station für männliche Kranke nach dem neu eröffneten Virchow= gründet erachtet werden. Wie Ihnen in dem Bescheide des Herrn Krankenhaus übergeführt worden ist und nur die Abteilung der Ersten Staatsanwalts mitgeteilt worden ist, beruht die Einstellung von der Polizei überwiesenen geschlechtskranken Prostituierten bis des Verfahrens auf dem Gutachten des Herrn Kreisarztes, nach zur Fertigstellung des Geschlechtskrankenhauses in Rummelsburg welchem der Schutzmann Saffe die im übrigen voll erwiesene Tat noch im Obdach verbleibt. Dieser Zustand ist allerdings mit Rückin unzurechnungsfähigem Zustande begangen hat. Eine Bestrafung ficht auf das in demselben Hause sich befindliche, wenn auch räum desselben kann daher nicht erfolgen. Die weiteren Maßnahmen aus Anlaß dieses Vorfalles zu Virchow- Krankenhaus resp. die Krankenhausverwaltung die Ueberlich getrennte Familienobdach gewiß kein idealer, aber da das treffen, ist Sache der dem Sasse dienstlich vorgesetzten Behörde, annahme dieser doch gewissermaßen polizeigefangenen Mädchen abwelche der Herr Erste Staatsantvalt die Vorgänge abgeben wird. gelehnt hat, läßt sich augenblicklich nichts anderes dagegen machen, In Vertretung. Preuß. Dieser Ruf muß in der Tagespresse aus den verschiedensten Anlässen des öfteren erhoben werden, weil in vielen Fällen das Publikum gegen die ihm von der Polizei zu teil gewordene Behandlung geradezu wehrlos ist. Auch in unserer Haupt- und Residenzstadt mit feiner föniglichen Polizei kommen wir hin und wieder in die Lage, darauf hinzuweisen, daß die Bürger keine Objekte der Polizei Aus dem Bescheid der Staatsanwaltschaft ist ersichtlich, daß der sind, sondern daß die Polizei eigentlich zum Schutze der Bürger und Schutzmann nicht verfolgt werden kann, weil er die Tat in unSteuerzahler da sein sollte. In Berlin sind es ja nicht allzuviel zurechnungsfähigem Zustande verübt hat. Interessant ist, daß diese werden. Die alten und gebrechlichen Leute aus dem nächtlichen als nur wünschen, daß die Fertigstellung des Spezialkrankenhauses nicht weitere 12 bis 14 Jahre auf sich warten läßt. Der nun durch die Entfernung der männlichen Kranten im Familienobdach ge= wonnene Raum soll für Hospitaliten eingerichtet und verwandt genommen wurde, Die über das städtische Obdach von der Germania" verbreitete Besonders hervorgehoben zu werden verdient, daß der Antrag wärtigen hatten, in der Nacht ausgebrochen feien und dabei einer Notiz, nach der einige fyliften, die polizeiliche Vorführung zu ges unserer Genossen, das Anfangsgehalt der Hausdiener von 85 monatlich auf 40 M. und das Höchstgehalt von 50 M. auf 60 W. Alofettfanal ſteden geblieben und gefiorben fei, wird mit recht zu erhöhen, also awei neue Stufen au schaffen, einstimmig an- gebrochen fei und nur ein unbekannter fylift, der in der Nacht wichtigtuerischer Wiene dahin richtig gestellt, daß niemand aus Gin Hülfsheizer erhielt noch eine Zulage von 25 refp. 50 Bf.bas Kloſett aufsuchte, gestorben sei. Diesen habe jedenfalls ein pro Tag, dann aber war das gute Hera" der Mehrheit total exPf.Herzschlag gerührt. fchöpft. Gin Antrag, den Wafchfrauen, welche gewiß in dieser An= stalt teine leichte und angenehme Beschäftigung haben, den Tage= Lohn von 2,75 M. auf 8 M. zu erhöhen, wurde mit allen gegen Schließlich ist noch anerkennend zu erwähnen, daß die mit 1000 Mark im Etat eingesetzte Summe zur Unterstützung hülfsbedürftiger Obdachloser auf 2000 m. erhöht wurde. drei Stimmen abgelehnt. Unter Mordverdacht verhaftet. Obdach sollen nach Möglichkeit dieser Sospitalabteilung zugeführt für die Ausnutung ihrer Arbeitstraft als die und ungerechtfertigt, weil Schöneberg die gesündeste Stadt im werden, wodurch natürlich die im Etat vorgesehenen Erfparniffe für bisher beliebten 88 i bie Stunde gewähren muß. Deutschen Meiche ist. In alten Städten mag diefelbe wohl berechtigt die Krankenstation wieder aufgebraucht werden. Immerhin bleiben Die Wafferwerte sind also genötigt, einen Minimallohn von 40 P. sein. Die Wohnungsinspektion bringe nur Nachteile für die Hausdie Ausgaben des Etats selbst nach den im Kuratorium vorzu bezahlen, wenn sie nicht gerade die tüchtigsten Arbeiter an die befizer und den Schifanierungen der Mieter werde Tür und Loc genommenen dringenden Ergänzungen doch um etwa 15 000 bis Privatindustrie abgeben wollen. 17 000 Mart gegen das Vorjahr aurüd; sie erreichten die Höhe von geöffnet. Stadtv. Rheinbacher und Dr. Marrwih treten 440 000 bis 442 000 Mart. in eigener Verwaltung und nicht in bänden der Polizeibehörde. für die Errichtung einer Wohnungsinspektion ein, wenn möglich Krankenkasse der Kaufleute hingewiesen, aus der hervorgehe, wie Von sozialdemokratischer Seite wird auf die Statistik der elend es in Berlin und Vororten noch mit den Wohnungen bestellt wo derartige Einrichtungen vorhanden find, spreche man sich nur fei. Auch Charlottenburg habe eine Wohnungsinspettion. Ueberall, günstig darüber aus. Stadtu. Bat. Fröhlich wünscht, daß erst in den ländlichen Orten mit dieser Einrichtung der Anfang gemacht werde; hier bedeute das nur eine Belästigung der Hausbefizer und Mieter. Der Mehrheit der Versammlung schien der Fortgang arbeiter Abolf Schütte unter dem Verdacht eingeliefert, ani 28. März einen Schlußantrag ein Ende_machte. In namentlicher AbAuf dem Polizeirevier 98 in der Nytestraße wurde gestern der diefer Debatte unangenehm zu sein, weshalb sie der Sache durch baben. Auf die Ergreifung des Doppelmörders war eine Belohnung Gewägung zu überweisen. Die Petition betr. Einführung bee dieses Jahres das Ehepaar Neichert in Schöneberg ermordet zustimmung wurde jedoch beschlossen, die Petition dem Magistrat zur von tausend Mart ausgefeßt worden. Das Verbrechen hat seiner Ach tuhrladenschlusses wird zurückgestellt, bis die gleiche Eine Stadtverordnetenwahl fand gestern auch in der zweiten ohne irgend einen Anhalt über den Täter blieb. Am 28. März und Siechenhauses. Die Frage ist schon des öfteren in der zeit großes Aufsehen erregt um fo mehr, als die Polizei faft Angelegenheit in Berlin ihre Erledigung gefunden hat. Eine vierte Petition fordert die Errichtung eines ArmenAbteilung des 11. Kommunalwahlbezirts ftatt. Gewählt wurde der nachmittags 6 Uhr, wurde der Gärtner Franz Reichert, 11. D Liberale Heer Dr. Jiage, der 478 Stimmen erhielt, während fein tober 1829 in Berlin geboren, und seine Ehefrau Auguste, wird befchloffen, eine gemischte Deputation einaufeßen, die der VerStadtverordnetenversammlung erörtert worden. Ohne Debatte Gegenkandidat, Fischereimeister Baul Kraat, für den die Mittelstands- geborene Köhn, 5. Juli 1841 au Blantenburg geboren, im partei Hauseigentümer und Konfervative eintraten, es auf Seller des von ihnen allein 469 Stimmen brachte. Dr. Jiaac hat demnach nur eine recht tnappe Friedenauerstraße 49, tot aufgefunden. Beide Leichen lagen in dem sozialen Fürsorge mit der Entwickelung Schönebergs nicht gleichen bewohnten Hauses, Schöneberg, foll. Vom Berichterstatter wurde betont, daß der Ausbau der sammlung geeignete Vorschläge nach dieser Richtung unterbreiten Majorität erhalten. jelben Raum und zeigten schwere Schädelverlegungen, die durch Siebe mit einem Spaten hervorgerufen waren. Der Mörder war Schritt halten konnte, jest sei es aber notwendig, etwas schneller durch ein Kellerfenster des alleinstehenden Landhaufes entkommen. borzugehen. Der Ankauf zweier dem Eisenbahnfistus gehörenden Barzellen " In schwer betruntenem Zustande beging am Sonnabend- Dem Morde mußte ein furchtbarer Kampf vorausgegangen fein. nachmittag der 20 jährige Kellner Karl Dohrau in der Neuen Der unter so schwerem Verdacht Verhaftete wurde gestern vom gärtnerischer Schmuckstreifen in der Neuen Winterfeldstraße. an der Marstraße wird genehmigt, ebenso die Herstellung Königstraße groben Unfug, Er rempelte verschiedene Personen Polizeirevier 98 dem Berliner Polizeipräsidium und von dort der an und versette dem Kammacher Mar Hoffmann ohne jede Ver- Schöneberger Polizei zugeführt, die nun die weiteren Untersuchungen schaft Industriegebäude Schöneberg" abzufchließender Vertrag anlaffung einen Stochieb über den Kopf. Als er nun von dem 3weds Gerichtung von Fabrilen auf dem an Tempelhof Schuhmann Loeschte festgestellt werden sollte, fprang er dem Be licher Seite machte man nun den Verfuch, über die gestellten Be Bedingungen waren bereits vor Jahresfrist festgesetzt. Bon bürger grenzenden Teile Schönebergs. Die der Gesellschaft aufzuerlegenden bingungen noch hinauszugehen, woraus mit Deutlichkeit die Absicht hervorging, dadurch den ganzen Vertrag zu Falle zu bringen. Denn durch Errichtung von Fabriken fönnte ja eine Verminderung in dem Buzuge des steuerträftigen Publikums eintreten und die Arbeiter in größerer Jaht in Schöneberg ihren Wohnfib nehmen. Dem walter einer Privatgesellschaft hergebe. Es wurde darauf beantragt, Magistrat macht man noch den Vorwurf, daß er sich zum Sachdie Angelegenheit in geheimer Sibung weiterzuberhandeln. Gegen Mitternacht war die Deffentlichkeit wiederhergestellt, da die Mehrhinter verfchloffenen Türen erledigen könne. Die Beratungen Heit doch zu der Einsicht tam, daß man diese Angelegenheit nicht fonnten jedoch nicht zu Ende geführt werden, bie Hausbesitzer frattion forgte für die Beschlußunfähigkeit der Versammlung. Lankwiz. Der Polizeifäbel. Ueber die Anwendung des Bolizeifäbels bei einem schwer Betrunkenen meldet der Polizeibericht: leitet. amten an die Kehle und verfekte ihm einen Fauftschlag ins Ge- platz zu verrichten. Dort war ein Pferd in den Kanal ge Ein schwieriges Rettungswert hatte die Wehr gestern am Hafen ficht. Loeschte stieß seinen Angreifer von sich und verfeste ihm, raten. Den Anstrengungen der Feuerwehrleute gelang es, das Tier als Dohrau ihn von neuem angriff, je einen Säbelhieb über den mittels Fangleinen gefund aus den Fluten wieder herauszuholen. Kopf und den rechten Oberarm. Nachdem fo fein Widerstand gebrochen war, wurde er der Wache zugeführt, wo ein herbei- Zur Köpenicker Affäre ist heute Neues nicht zu berichten. Die gerufener Arzt erklärte, daß Dohrau so fchwer betrunken sei, daß Hauptmannsjagd hat eine ganze Reihe Verhaftungen in den verer für seine Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden schiedensten Gegenden Deutschlands zur Folge gehabt, aber immer ergab sich, daß der falsche Hauptmann nicht unter den Verhafteten war. Der Köpenider Bürgermeister hat verständigerweise ben ihm augedachten Fackelzug abgelehnt. fönne. Der Arzt bekundete nach diesem Polizeibericht, daß der Mann fa fchwer betrunken war, daß er für seine Handlungen nicht verantwortlich gemacht werden könne". Und mit einem solchen schwer Betrunkenen wird ein Schuhmann nicht anders fertig, als daß er ihn mit dem Säbel einen Sieb über den Kopf und den rechten Oberarm verfekte. Das verstehe, wer will! Dr. phil. Walter Vielhaber seine Vorlesungen über: Moderne Freie Hochschule Berlin. Nächsten Donnerstag beginnt Herr deutsche Kulturpolitit auf entwickelungsgeschichtlicher Grundlage" Die Vorträge finden von 8-9 Uhr im Mathause, Zimmer 109( GinVon der Teuerung bleibt auch nichts verfchont, Seit dem gestrigen gang Jüdenstraße), statt. Bei den Jbsen- Vorträgen, die Herr Eugen Tage ist bie Milberteuerung in Berlin aur allgemeinen Albu Donnerstags 9-10 Uhr abhält, wird Helene Riechers vom Durchführung, gelangt. Nachdem auch die Zentrale für Milch- Neuen Theater die Rezitation der weiblichen Rollen übernehmen. berwertung einen Preisaufschlag von zwei Pfennig hat eintreten Nächsten Donnerstag werden die wichtigsten Szenen aus Stüßen laffen, haben sich die Molkereibejizer und Wilchhändler ohne vorher der Gesellschaft" zum Vortrag kommen. gegangenen Beschluß dem Vorgehen der beiden Hauptmilchlieferanten Berlins angeschlossen und ebenfalls eine Berteuerung eintreten laffen. In den Vororten von Berlin ist der Preisaufschlag für Milch eben falls allgemein durchgeführt. " Zu den Vorlesungen von Herrn Direktor D. Schutz- Hende tönnen wegen Ueberfüllung teine Hörer mehr angenommen werden. Die Vorträge werden aber nach Neujahr wieberholt werden. Im Bernhard Rose- Theater, früher Carl Weiß- Theater, findet heute abend die Premiere von Karl Böttchers fozialem Drama Ausgewiesen" statt. Mit nicht geringer Spannung fieht die hiesige Einwohnerschaft dem Resultate der Verhandlungen zwischen der Gemeindevertretung und den B. V.-E.-W. entgegen, die zum Abschluß eines neuen Vers trages wegen der ferneren elektrischen Beleuchtung des Drtes führen follen, Lantwis zählt zu jenen Gemeinden, die schon seit Jahren elektrisch beleuchtet werden. Aber wer jemals, befonders an finsteren Winterabenden, in die ftillen, mit' dichten Bäumen bepflanzten Straßen diefes vor den Toren Berlins gelegenen Vorortes berDas pffizielle Mefultat der Ballonwettfahrt vom 14. Dftober fchlagen worden ist, wird sicherlich seine hohe Meinung von der wurde gestern abend bekanntgegeben. Den Ehrenpreis des Staisers erhielt Ballon, Ernst"( Führer Dr. Brötelmann), während der Ehrenglänzendften aller irdischen Lichtquellen eingehend revidiert haben. preis des Berliner Vereins für Luftschiffahrt dem Ballon Sohnte" straße behufs Ausführung von Kanalisationsarbeiten vom 22. dieses würmchen", deren Leuchtkraft im umgekehrten Verhältnis steht Gesperrt ist die Wallstraße zwischen der Neuen Grüne und Roß In langen Abständen hängen oben in den Zweigen die Glüh ( Führer Dr. Emden), zuerkannt wurde. Es gelangten ferner noch Monats ab und die Oudenarderstraße zwischen See- und Hennigs- 34 bem bedeutenden Aufwande an massiven Drähten fnf weitere Preife aur Berteilung, die den Ballons Helios"( Führer dorferstraße behufs Umpflasterung des Kreuzbammes diefer Straße und mächtigen eisernen Trägern. Die alte bornapoleonische BeDr. Schlein), Helmboly"( Führer Dr. Elias)," Koblenz"( Führer und der Seestraße vom 29. dieses Monats ab. leuchtung mit Sienspahn und Talglicht erscheint geradezu als ein Leutnant Zimmermann), Graubena"( ührer Hauptmann Wehrle) Ideal gegen dieses Licht der Neuzeit" in Lantwig. Und nicht selten und„ Bezold"( Führer Hauptmann d. t. von Kehler) zugesprochen um 81% Uhr die Feuerwehr nach der Schwedenftr. 86. Filmftreifen Grbreich. Auch daran haben sich die Lanfiber gewöhnt; denn es Der Brand eines Kinematographen alarmierte vorgestern abend erlöschen die glimmenben Fäden gänglich und Dunkel bedeckt das Opfer des Straßenverkehrs. Gin tödlicher Unglüds- bas trop der Banik unverlegt blieb. In der Chauffeeftr. 82 brannte dieser Beleuchtung und der Dunkelheit. Diese erbärmlichen Vers hatten sich dort entzündet und verursachten eilige Flucht des Publikums, hat noch niemand einen merklichen Unterschied gefunden zwischen fall im Automobil- Omnibus. Betrieb rief borgestern ether in einer Gasglühlichtfabril. Ein Mann erlitt babei teine hältniffe find darauf zurückzuführen, daß die B. V. E.-W. abend an der Ede der Straße linter den Linden und der Friedrich- Verlegungen. firaße unter ben zahlreichen Baffanten große Aufregung hervor. Feuer aus. In der Langeftr. 39 fam in einer Räuchertammer Dre bit rom liefern, eine Stromart, die nach Ansicht der Gine etwa 50 Jahre alte unbekannte Frau, die vom Bahnhofstraße 68 e, Bergstr. 77, Jonasstr. 5 u. a. Stellen. Betten, Gardinen, Möbel usw. brannten in der See- Sachverständigen für gewiffe Lampen fich nicht eignet, ferner Friedrichstraße gekommen, war im Begriff gewesen, den nördlichen ftraße 8 tam in einer Küche Feuer aus. Auf dem Moabiter Güter nun häufig vor, daß infolge der Berührung mit den naffen oder In der Dänen- darauf, daß die Stromzuführung oberirdisch erfolgt. Es kommt Fahrdamm der Linden zu überschreiten, und bei dem starten Wagen- bahnhof wurden Breßtohlen ein Raub der Flammen. Ferner wurde feuchten eften Sturzschluß und damit das Erlöschen der Lampen berkehr wurde sie verwirrt und rannte direkt gegen einen Auto- die Wehr nach einem Tummelplatz auf dem Sparrplay, nach dem herbeigeführt wird. Diese unerträglichen Zustände sollen nun durch mobil- Omnibus der Linie 4. Die Passantin wurde niedergeriffen Bahnhof Weißenfee und dem Hafenplatz gerufen, wo ein Pferd in einen neuen Vertrag mit den B.-B.-E.-W. beseitigt werden. Der und das Hinterrad ging ihr über den Kopf hinweg. Mit ger den Hafen gesprungen war. malmtem Schädel wurde die Unglüdliche nach der nahen Unfalljezige Vertrag ist derart lückenhaft und unsachgemäß abgefaßt, daß scheinlich mit einer Niederlage enden würde. Die Geſellſchaft wird ein Prozeß gegen die Elektrizitätswerte für die Gemeinde wahr im neuen Vertrage zweifellos nicht zu fura kommen. Ihre beiben Hauptbedingungen find: breißigjährige Vertragsbauer und e benjolanges Monopol wurde. gebracht. station gebracht, wo aber nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Die Leiche wurde zur Netognoszierung in das Schauhaus Gin Ehepaar überfahren. Ein doppelter schwerer Unglücksfall hat sich vorgestern in der Invalidenstraße zugetragen. In der Nähe des Stettiner Bahnhofs hatte der Kaufmann Hans Schmidt, Weinstr. 29, am Arm seiner Frau den Fahrdamm überschritten. Er bemerkte dabei nicht das Herannahen einer Droschte und bevor ihn seine Begleiterin warnen tonnte, war er von den Nädern erfaßt und niedergeriffen worden. Auch die Frau wurde unter die Droschte gezogen und überfahren. Schwerverletzt wurde das verunglückte Ghepaar nach der Unfallstation in der Eichendorff= straße gebracht. Frau Sch. hatte einen komplizierten Unterschenfelbruch und schwere Oberschenfelquetschungen erlitten, während der Ehemann an beiden Beinen erhebliche Verlegungen davongetragen hatte. M ( Gesundbrunnen) Feuer aus. Bei Anfunft der ersten Löschzüge Feuerbericht. In der letzten Nacht tam in der Stettinerftr. 45 ftand schon der Dachstuhl des Hauses mit dem Inhalt der Boden verschläge in Flammen. Diese hatten reiche Nahrung gefunden. Die Feuerwehr mußte mit mehreren Schlauchleitungen bis gegen 2 Uhr Wasser geben, um die Gefahr zu beseitigen. Die Gemeinde afzeptiert ersteres mit Kündbarkeit im Jahre 1925, Arbeiter- Samariter- Kolonne. Morgen Donnerstag, abends 9 Uhr: der für die Gesellschaft vorteilhafter iſt das Monopol aber nur bis zum Jahre 1917. Der Drehstrom" Fortsetzung des Kursus der 3. Abteilung für Schöneberg und Um wißern. Nur im Falle anderen in gleicher Lage befindlichen Gemeinden Umber- bleibt den Lank gegend bei Obst, Meiningerstr. 8. Vortrag über Phyfiologie. Referent Gleichstrom geliefert wird, muß dies auch in hiesiger Gemeinde ge Herr Dr. Großmann. Neue Mitglieder können noch eintreten. Um fchehen. Daraus ergibt sich schon, daß im wesentlichen alles zahlreiche Beteiligung wird gebeten. beim alten bleibt. Der Gedanke, die Versorgung der Gemeinde mit Licht selbst in die Hand zu nehmen, scheint auch für unfere Gemeindevertretung undiskutabel zu sein. Wohl hat eine fleine sogenannte oppofitionelle Gruppe unter Führung des Gemeindevertreters Unger fich gegen den Abschluß des neuen Vertrages ausgesprochen, aber schließlich fielen ihre Anhänger, und allen voran Herr Unger, der am meisten gegen die Annahme wetterte, um und stimmten schließlich für den Vertrag. Während nun einerseits die Elektrizitätswerke nicht zu befürchten brauchen, daß ihre Bedingung: Monopol für dreißig Jahre endgültig abgelehnt werden wird, kann man andererseits einer Gemeinde zu folchen Vertretern gratulieren, die all' bas akzeptieren, was sie noch turz vorher bekämpft und selbst als„ unannehmbar" gekennzeichnet Friedenau. Schöneberg. Vorort- Nachrichten. haben. " Hauptmann- Jagden haben gestern in den verschiedensten Vor- Die Stadtverordnetenversammlung nahm am Montag wieder orten stattgefunden. So glaubte man in der Düppelstraße in Steglig einmal mit persönlichen Auseinandersehungen zwischen den bürgerden Räuberhauptmann von Köpenick in dem Restaurant von Ludwig lichen Stadtverordneten ihren Anfang. Den Anlaß hierzu bot der gefunden zu haben. Der Verdächtige wurde scharf beobachtet und augenblicklich tobende Wahlkampf um zivei StadtverordnetenDie Polizei fofort benachrichtigt. Als der Betreffende dies bemerkte, Mandate der zweiten Abteilung, in dem anscheinend auf die Ausentfernte er fich schleunigst. Inzwischen waren mehrere Striminal wahl der Agitationsmittel teine besondere Rücksicht genommen wird. beamte erschienen, und nun gab es eine wilde Jagb nach dem mut Die Versammlung ging aber nach furzer Zeit über diese Ausmaßlichen falschen Hauptmann. Schließlich gelang es an der Straßen- einandersetzungen zur Tagesordnung über, bahnhaltestelle in der Schloßstraße, den Verfolgten festzunehmen." Gr Eine Petition um Errichtung einer kaufmännischen wurde nach der Wache fiftiert, und als er erfuhr, weshalb man ihn Magistrat zur Berücksichtigung zu überweisen. Stadtv. Hepner Fortbildungsschule empfiehlt der Petitionsqusschuß dem berfolgt habe, äußerte er ironisch, er fei erft Susarenleutnant, aber tann die Notwendigkeit dieser faufmännischen Fortbildungsschule giertenwahlen zur Ortskrantentasse im Gesellschaftshaus" eine Am Mittwoch, den 17. Oktober, fand aus Anlaß der Delefeine Beförderung zum Hauptmann fiebe bevor. Der zweimal falfche nicht anerkennen. Der größte Teil der am Orte wohnenden fauf- bon der Steglißer Gewerkschaftskommiffion einberufene öffentliche Hauptmann wurde als der etwas geiftesschwache Drechsler August männischen Angestellten ist in Berlin beschäftigt. Man würde also Berfammlung statt. Genosse Koblenzer erläuterte in eingehender Blaschte aus Berlin festgestellt. Da er für die Zeit des Köpenicker durch Errichtung dieser Schule Berlin nur eine Last abnehmen. Weise in feinem Referat:" Was bedeutet die Delegiertenwahl zur Kaffenraubes fein Alibi nachweifen konnte, wurde er fofort wieder auch würben sich, wenn die Unterrichtszeit in die Tagesstunden ver Ortstrantentaje?" den Wert einer starten, auf dem Boden der auf freien Fuß gefeßt. Auch in Nixdorf gab es gestern eine legt wird, die Berliner Geschäftsinhaber bedanten, Angestellte aus modernen Arbeiterbewegung stehenden Arbeitervertretung, nicht Hauptmannsjagd. In der Hermannstraße in der Nähe der Kirchhöfe Schöneberg zu nehmen. Er beantragt, die Angelegenheit zu ber nur innerhalb der Ortstrantentassen, sondern auch im ganzen Ara war den Paffanten ein Mann aufgefallen, auf den die Beschreibung tagen. Stadtv. 3obel spricht fich für diese Fortbildungsschule aus beiterversicherungswesen. In seinen Ausführungen, die reichen von dem Räuberhauptmann von Köpenick einigermaßen paßte. Es und empfiehlt die Angliederung an die neu zu errichtenbe obliga Beifall fanden, tennzeichnete er die Notwendigkeit einer Mitschien dem Manne feineswegs zu passen, daß er so scharf firiert torische Fortbildungsschule. Stadtv. Küter( Soz.) tritt den arbeiterschaft der Arbeiter in der Krankenkasse, sowie auch in den wurde. Er zog es vor, sich aus dem Staube zu machen und gerade Ausführungen des Stadtv. Hepner entgegen. Daß man in Schöne- anderen Körperschaften, wie unteren Verwaltungsbehörde der dadurch wurde das Bublitum in feinem Berdacht bestärkt. Es ver- berg immerhin mit einer großen Anzahl faufmännischer Angestellter Alters- und Invaliditätsversicherung, bis hinauf zum Reichsverfolgte den vermeintlichen Hauptmann und stellte ihn auch. Aber es zu rechnen habe, beweise die Tätigkeit des hiesigen Kaufmanns- ficherungsamt. Zum Schluß warnte er vor Eintritt in die sowar wieder einmal ein Fehlgriff. Den gleichen Ausgang nahmen gerichtes, das ja eigentlich nach der Ansicht des Stadtv. Hepner auch Hauptmannsjagden in Charlottenburg und Reinickendorf. überflüssig wäre. Redner empfiehlt ebenfalls die Angliederung an genannten Betriebskrankenkassen, da diese aus bekannten Gründen Die Verwaltung der städtischen Wafferwerke hat in der jüngsten die gewerbliche Fortbildungsschule Stadtv. al. Fröhlich ist gar nicht imftande wären, ben Arbeitern das zu bieten, wie eine Deputationsfizung den Beschluß gefaßt, daß mit Rüdwirkung vom gegen die Errichtung einer faufmännischen Fortbildungsschule; er große und starte Ortstrantentasse, nech dazu die ersteren dem Gin 1. Oktober ab der Stundenlohn für die niedrigste Lohntlasse von erivartet davon teine Vorteile für den Mittelstand. Befchloffen fluß der Unternehmer mehr oder weniger ausgesetzt sind. wird fobann, bie Petition dem Magistrat zur Berücksichtigung zu Nachdem gab Genosse Krause den Geschäftsbericht der Orts38 f. auf 40 f. erhöht wird. Diese Lohnerhöhung bezieht sich überweisen und den Magistrat zu ersuchen, Grmittelungen anzu- frantentasje. Nach Aufstellung der Kandidatenliste schloß der Vorauf die Stolonnenarbeiter im Betriebe der Werkstatt und ist un- ftellen über die Zahl der in Schoneberg wohnenden und in Berlin fizende die Versammlung mit der bringenden Ermahnung an die abhängig von einer für das fünftige Etatsjahr vorgesehenen alle beschäftigten taufmännischen Angestellten. Anwesenden, daß jeder seine Pflicht bis zum Tage der Wahl, am gemeine Steigerung der Löhne. Der Befchluß entspricht einem Antrage, der feit Jahresfrist von dem sozialdemokratischen Mitglied 3ohnung& infpettion. Stadtb. Hoffmann( Soz.) richtet und somit die Sache der modernen Arbeiterbewegung auch in diefer Eine weitere Petition verlangt die Einrichtung einer 24. Ottober, tue, indem er für die aufgestellten Kandidaten agitiere des Kuratoriums gestellt und mit den bekannten sozialpolitischen namens des Ausschusses das Ersuchen an die Versammlung, der Weise fördern helfe. Erwägungen begründet war. Es ist bezeichnend, daß die Petition die Zustimmung zu geben. Eine ausführliche Begründung Direktion der Wafferwerte diefe Anregung zu der ihren machte im derfelben hatte er bereits in einer der vorhergehenden Sibungen Nummelsburg. wesentlichen beswegen, weil die Großindustrie jest gegeben, in ber aber die Sache von der Tagesordnung abgefebt Die Wahlen der Delegierten der Arbeitnehmer zur Ortstranten aug ben gewöhnlichen Arbeitern höhere Breite wurde. Stabtv. Sepner hält diese Einrichtung für überflüssig taffe für Rummelsburg finden am heutigen Mittwoch abends 8 Uhr, im Saale der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45, statt. Die, haus zu schicken, während seinerzeit Gener in Leipzig, der die bom Rummelsburger Gewerkschaftskartell aufgestellte Lifte enthält Leute um Hunderttaufende gebracht habe, mit 16 Jahren Gedie Namen von 138 Mitgliedern, und zwar als ersten den Namen fängnis babongekommen fei. Der Gerichtshof erachtete es für Paul Handtte und als letzten den Namen Gustav Schubert. besonders verwerflich, daß der Angeklagte das Mitleid und religiofe Empfinden anderer in so frevelhafter Weise gemißbraucht habe. Das Urteil lautete auf Grund diefer Erwägung auf drei Jahre Zuchthaus, 1500 M. Geldstrafe, eventuell noch 100 Tage Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Da eine Gegenliste aufgestellt ist, so ersuchen wir die Genoffen, hierauf ganz besonders zu achten. Ein Sieg der Gewerkschaftsliste ist aber nur dann möglich, wenn jeder Genosse fein Wahlrecht ausübt. Als Legitimation ist das Mitgliedsbuch resp. Starte oder eine Bescheinigung vom Arbeitgeber mitzubringen, Das Gewerkschaftskartell Wilhelmsruh- Rosenthal. Briefkaften der Redaktion. M. M. 1. Nein. Lindena und N. O, Ja. Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 91 Uhe abends statt. Geöffnet 7 Uhr, Sonnabends beginnt die Sprechstunde um beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. 6 hr. Jeder Aufrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen rentner Invalidenrente gewährt ist. A. S. 20. Nein; Altersrente tommt in Fortfall, sobald dem Alters21. 2. 100, Wenden Sie sich an die Waisenverwaltung( Nathaus). S. 2. 33. Die Stlage bei dem Gewerbegericht wäre durchaus gerechtfertigt und hat Aussicht auf Erfolg. Ein Falschmünzerprozeß beschäftigte gestern unter Vorsib des B. in B. 10. a. m, K. H. Der Bortier braucht die Ständigung Landgerichtsdirektora Langner in einer mehrstündigen Sibung für sich nicht gelten zu laffen. Er kann, falls nicht etwa andere Abreden das Schwurgericht am Landgericht I. Ga handelte fich um eine aus borliegen, verlangen, daß eine einmonatliche Kündigungsfrist eingehalten, Die Rathaus- und Schulfrage im neuesten Stadium. Nirgends noch sehr jugendlichen Mitgliedern bestehende Falschmünzerbande, also spätestens am 1. zum legten des Monats gefündigt wird. Gr fann tritt die Gefährlichkeit gewisser Spekulanten frasser in die Er- die längere Zeit hindurch die Vororte, insbesondere Nixdorf und baum 17. Gine Interventionstlage ist bei Objekten unter 300 M. bei dem darauf flagen, daß die Kündigung erft zum 1. Dezember gilt. fcheinung, als in Wilhelmsruh- Mosenthal. Die Tatsache, daß der Charlottenburg, mit ihren falfififaten überschwemmt hatte. Unter Amtsgericht, bei höheren Objekten bei dem Landgericht Einwohner wügelmsruh teine Schule ar bie stage uma besitzt, ist typisch für die Kulturfeindlichkeit unserer befizenden Kreise. der Antlagebant Plaz nehmen: Der 21jährige Schaustellergehülfe den Antrag auf Einstellung der Zwangsvollstreckung erwachsen dieselben Eigentümlich ist es mun, daß sich gerade die Feinde des Schulhaus Karl Bugram, der 18jährige Schneidergeselle Friedrich Kosten, wie bei anderen Klagen, baues in genauntem Drte sa fehr für den Bau eines Million andite, die 16jährige Näherin Hedwig Ramin, der S. K. 594. Die Hypother wird mit Ablauf der fünf Jahre fällig, eine Mark toftenden Nathausbaues ins Beug legen. Faft glaubte man, Schraubendreher Emil Schulz und die Vermieterin Marie unfauvente vuht leider, solange der Unfallberechtigte eine die Dauer von fillschweigende Verlängerung findet nicht statt. dieses Projekt sei aus dem Hirn der befizenden Gemeinde Wagner. In den Monaten April bis Juni b. J. tauchten in 1 Monat übersteigende Freiheitsstrafe verbüßt. Sie wird auch nicht nachgezahlt. ratsmitglieder verschwunden. Trotzdem mindestens 95 Broz. der Ein- den verschiedensten Vororten von Berlin falfche Fünfmarkstücke auf, 20, s. 38. Die Verfolgung des Antrages auf Bewilligung der Unfalle wohnerschaft dagegen sind, beschloß die legte Gemeindevertretung die den Buchstaben A und die Jahreszahl 1901 oder 1902 trugen. rente wäre völlig aussichtslos. Nicht ausgeschloffen ist aber, daß eine klage mit 8 gegen 3 Stimmen, den Bauplan etwas umändern zu lassen Die Falsifikate waren sehr gut nachgemacht und unterschieden sich gegen die Straßenbahngesellschaft Erfolg hätte. Laffen Sie sich zweds u und das luguriöse Projekt doch zu D. W. 25. Die verwirklichen. Durch von den echten fast lediglich durch den Klang. Die Gemittelungen trengung dieser Klage das Armenrecht bewilligen. diefen Bau, der mitten auf freiem Felde errichtet werden soll, wird ergaben, daß die Falschstücke in allen Fällen von derfelben Person Aufforderung der Polizei würde unseres Erachtens nicht durchzuführen sein. die Gemeinde mindestens mit 6-8000 m. alljährlich mehr belastet, berausgabt worden waren. 8. D. 28. 1. In Weft Am 23. Juni d. J. erschien der An- Lassen Sie es also auf weiteres ankommen. .. 10. Benn pro Kopf der Einwohner mit etwa 1,80 M., ein Familienvater mit geklagte Schulz in dem Zigarrengeschäft von Strehlau in der eine gütliche Einigung vergeblich ist, so können Sie Erbauseinandersetzungen falen, Kreis Paderborn. 2. Mindestens sechs Monate. zwei Kindern also mit etwa 6 M. jährlich. Die Befiger der in der Weichselstraße zu Rigdorf und taufte eine fleine Quantität Biga- zunächst bei dem dortigen Amtsgericht beantragen und event. auf Zahlung Nähe des Bauplages befindlichen Terrains die zugleich Mitglieder retten, wobei er ein Fünfmarkstüd in Bahlung gab. Bald nach flagen. W. H. 15. nach- flagen. Mt. H. 15. Meyanderplatz. Die Zimmernummer erfahren Sie der Gemeindeverwaltung refp. Vertretung sind erwarten selbst dem Schulz den Laden verlassen hatte, schöpfte Strehlau Verdacht, bortselbst. A. M. Hohenzollern. A. 3. 29. Da Sie nicht Meister verständlich eine Wertsteigerung derselben. Ein Bedürfnis für neue da das in Zahlung gegebene Gelbstüd einen eigenartigen Klang find, dürfen Sie auch den Meistertitel nicht anbringen. Ob Sie den Vora Amts- und Gemeinderäume ist vorhanden, die alten sind primitiv gehabt hatte. Er entdeckte nun erst, daß es sich um ein falsches namen andeuten oder ausschreiben, ist gleichgültig. Die Anmeldung des und unzulänglich. Hier ließe sich aber ein Weg finden, der bequem Geldstück handelte und lief dem Angeklagten deshalb sofort nach. Geschäfts hat an die Verwaltung für direkte Steuern, Museumsinsel zu erfolgen. Radfahrer I, Bülowstraße. 1. bis 3. In der leichtsinnigen und mit wenigen Kosten das Problem lösen würde. Das Auf der Straße bemerkte er den Schulz neben der Mitangeklagten Handlung tann eine Urkundenfälschung erblickt werden. Diese ist auch ohne jezige Schulhaus, an der Hauptstraße gelegen, tönnte leicht Ramin stehen, welcher er foeben das herausbekommene Geld aus- Strafantrag verfolgbar und mit Gefängnis bedroht. 2. 624. 1. Ja. zum Amts- und Gemeindehauſe umgebaut werden und händigte und dafür ein neues Fünfmarkstück von ihr erhielt. 2. Eine Klage auf Aufhebung des Vertrages megen zinilrechtlichen Be an dessen Stelle in der Gegend des jetzt geplanten Nat- Strehlau requirierte einen Schußmann, der die beiden Mitglieder truges wäre nicht aussichtslos, ebenso eine Klage auf Minderung. Sie hauses eine neue große Zentralschule errichtet werden. der Falschmünzerbande festnahm. Die Namin trug eine Hand- müßten aber beweisen, daß die Zusicherungen erteilt sind und daß diese Es wäre damit jebe Stalamität beseitigt ausgenommen tasche bei sich, in welcher noch weitere 17 Falsifikate vorgefunden Zusicherungen für Ihren Entschluß erheblich gewesen find. 3. Wenn der die der Grundstücksspetulanten. Das alte Schulhaus ist absolut wurden. Die weiteren polizeilichen Gemittelungen ergaben, daß Beschuldigte gerichtlich bernommen ist, muß er über den Ausfall be unzulänglich geworden. Die Schülerfrequenz namentlich der Unter- Bugram, Handite und Schulz in der Wohnung der Wagner eine nachrichtigt werden, sonst erhält er in der Regel nur auf Antrag Nachricht. E. P. Freden. Ein Besuch in Deutschland wäre möglich, aber und Mitteltlassen ist zum Teil schon weit über das zulässige Maß Falschmünzerwerkstatt errichtet hatten. Hier wurden eine große wahrscheinlich ist Ihr Sohn in contumaciam berurteilt. Es würde dann hinaus gestiegen; schon hat man eine fliegende Klasse in einem Anzahl Gipsformen, Metallrückstände und sonstige zur Herstellung die ertannte Strafe gegen ihn vollstreckt werden. Vielleicht erkundigen Sie anderen Gebäude unterbringen müssen und in allernächster Zeit der Falsifikate benutte Werkzeuge beschlagnahmt. In der Ver- sich bei der Behörde ob eine Bestrafung erfolgt ist. R. P. 76. Es wird es notwendig sein, die zweite und dritte zu er- handlung, welche unter Ausschluß der Oeffentlichkeit stattfand, muß gegen beide Steueravten in Sachsen reklamiert werden. 909. Ja. richten. Die Angelegenheit wird noch schlimmer dadurch, bestritten sämtliche Angeklagten ihre Schulb. Die Gefchworenen Taffen, so ist bie Berpfändung des Grundstückes ohne Wert. Der Darlehns F. B. 79. Da Shre Schwiegermutter das Geld nicht hatte eintragen daß die Schule im alten Dorfe gelegen ist und die Kinder tamen auch bezüglich der beiden weiblichen Angeklagten nicht zu schein hat den Wert des Beweises der Hingabe des Darlehns und gilt auch des bei weitem größten Ortsteiles Wilhelmsruh je nach ihrem einer Bejahung der Schuldfragen. Die angeschuldigten Ramin ben späteren Erben 23. K. 17. Klagen Sie schleunigst Alter 20 bis 30 Minuten die über freies Feld führende, oft auf- und Wagner wurden deshalb kostenlos freigesprochen. auf Aufhebung des Lehrvertrages und auf Schadenersas. Teilen Sie ferner geweichte Straße bei Wind und Wetter benügen müssen, was bei Dem Wahrspruch der Geschworenen gemäß lautete das Urteil gegen die Verhältnisse der Gewerbedeputation Stralauerstr. 1 m, weil eine FeinSchneegestöber im Winter oft unmöglich wird. Anstatt nun darauf Bugram auf 3 Jahre, gegen Handtke auf 2 Jahre mechanik ohne Gehülfen mit neun Lehrlingen zweifellos bermäßige Aushinzuarbeiten, eine neue große, von allen Ortsteilen gleich gut zu Gefängnis und gegen Schulz auf 3 Jahre Zuchthaus. beutung übt. G. S. 2782. Wir sind nicht in der Lage, bestimmte erreichende Zentralschule zu errichten, arbeiten Schulvorstand und Außerdem wurden den Verurteilten die bürgerlichen Ehrenrechte Personen für Privatunterricht zu empfehlen. Wenden Sie sich an die Letter Gemeindevertretung darauf hin, daß nur ein Anbau resp. Ausbau auf die Dauer von je sechs Jahren aberkannt und die Zulässigkeit wenn die Mutter nicht in der Lage ist, ihren Angelegenheiten vorzustehen, der Schule, die Sie besuchen. Demminerstraße 18. Ja. 1. 101. der alten Schule vorgenommen wird, wodurch zwar der Ueberfüllung der Polizeiaufsicht ausgesprochen. so könnte eine Pflegschaft eingeleitet werden. Die von Ihnen aufgeführten gesteuert, aber die doch ebenso wichtige Wegetalamität für die Umstände würden die Pflegschaft zweds Verwaltung des Vermögens schwers Wilhelmsruher Kinder nicht beseitigt wäre. Und Wilhelmsruh stellt Altertumskonservierung städtische Pflicht? lich rechtfertigen. Büständig zur Einleitung der Pflegschaft wäre atvei Drittel aller Kinder! Mit welchen Mitteln man arbeitet, zeigt O. Nein. folgendes: Anfang Februar dieses Jahres beschloß eine Haus tauer Torturmes in Münsterberg verlangte von dieser Stadt der sich direkt an die Waisenverwaltung( Rathaus). Aufwendungen zur Erhaltung des schadhaft gewordenen Patsch- das Amtsgericht, in deffen Bezirk die Mutter wohnt. N. M. 6. Eine Klage erscheint aussichtslos. 16 R. Wenden Sie bäterversammlung, ein neues, großes, für fiebenstufigen Regierungspräsident zu Breslau. A. G. 151. Die Bürge Die Stadt lehnte es ab, worauf fchaft ist, falls sie nicht schriftlich geschlossen ist, ungültig. Siegel, Lehrgang eingerichtetes Schulgebäude อน errichten. Aber der Regierungspräsident ihre Verpflichtung dazu feststellte und ihr Reinickendorf 4. Wenden Sie sich an den Verlag von Hoffmann, erst im März reichte der Vorsitzende des Schul- Vor- im Wege der Zwangsetatisierung aufgab, für den gedachten Zweck Blumenſtr. 14. B. 15. Nein, Sie tönnen, falls Shre Aufforderung standes, Gemeindevorsteher Schmidt, diesen Beschluß der Aufsichts- 5700 M. zu beschaffen beziehungsweise in den Etat einzustellen. Die fruchtlos bleibt, lediglich auf Zahlung gegen Nüdgabe der Bluse lagen und behörde ein, befürwortete aber ganz energisch, anstatt fich selage der Stadt gegen den Regierungspräsidenten wurde vom bann Pfändung der Bluse vornehmen lassen. diesen Beschluß zu eigen zu machen, die Nichtausführung desselben! Oberverwaltungsgericht dieser Tage abgewiefen. Die müssen aber die Singabe des Geldes beweisen. 2. Sa, Sie haben Shre In einer anderen Hausväterversammlung von einem Genoffen nach Begründung des Gerichts ging dahin: Die Gemeinden sind ver- Aug. 34. 4. Staatsangehörigkeit nicht verloren. M. I. 67. Mein. dem Protokoll und dem Verlauf der Sache befragt, spielt er aber pflichtet, in ihrem Bejizz befindliche Sachen, Baulichkeiten, welche G. 3. 21. Solche geime sind uns mcht bekannt. Nein, Sie könnten auf Ehescheidung flagen. G. O. 9. Ja. dann den Beleidigten und verweigert die vorgeschriebene Verlefung einen geschichtlichen, wissenschaftlichen oder fünstlerischen Wert besitzen, M. H. 18. Ihre Tante ist feineswegs verpflichtet, sich bei Ihnen ein, des Protokolls und jede Auskunft! Als dann während der letzten in Stand zu halten. Die kommunale Aufsichtsbehörde kann sie zur zufinden, ebenso wenig geht die Erbschaft der Taute verloven oder kann ihr Protestversammlungen wegen des Nathausbaues die Deffentlichkeit Erfüllung der Pflicht nötigen Falles unter Zwangsetatifierung der entzogen werden, wenn sie Ihre Aufforderung unbeachtet läßt. Die Lante mit großer Genregie auch den Bau eines neuen Schulhauses ver- erforderlichen Mittel anhalten. Im vorliegenden Falle könne bahin- it vielmehr berechtigt, Hinterlegung oder Auszahlung der Erbschaft zu ver langte, wich die Mehrheit der Gemeindevertretung anscheinend gestellt bleiben, ob der alte Turm des Batschkauer Tors Kunstwert langen. Um gerichtliche Schritte zu vermeiden, tun Sie gut, fic in Güle dem Drud der öffentlichen Meinung und faßte mun befige. Auf jeden Fall habe er gefchichtlichen Wert. auseinander zusehen, eventuell können Sie auf gerichtliche Teilung flagen. auf Dadurch sei einmal einstimmig ben wunderbaren Befchluß für aber die Zwangsetatisierung gerechtfertigt. Beldner. Uns nicht bekannt. 2. Sch. 100. Für den Fall eines Wilhelmsruh das berlangte Schulhaus zu erbauen, Prozesses müßten Sie beweisen, daß die von Ihnen behaupteten Abreden getroffen find. Den Lohn können Sie einklagen.- Wandersinann 10000. nicht sofort, sondern erft Der zum 1. Oftober 1907!! 1. In jeder Buchhandlung. 2. und 3. Uns unbekannt. 2. J. Vorsteher selber erklärte, daß er nun nicht mehr Gegner der Sache fei, sondern sich vom Bedürfnis überzeugt habe, und hinterher, als Das Schwurgericht Effen verurteilte den aus der Fürsorge. Die Stiefmutter erbt in diesem Falle nicht mit. nun der Landrat endlich von ihm verlangt, er solle ein Bauprojekt anstalt entflohenen Fürsorgepflegling Bomorin aus Gelsenkirchen, der einreichen, verweigert er dies! Wundersame Logit! Man wollte bei seiner Wiederverhaftung den Polizeisergeanten Hecht durch Nenämlich mit dem eben erwähnten Beschluß die öffentliche bolverschüsse lebensgefährlich verletzte, zu zehn Jahren Zucht- Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 67-72 pr. 100 d., Meinung nur etwas beschwichtigen, um Zeit zu gewinnen, bas aus. Ila 61-66, IIIa 56-60, IVa 52-56. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, unüße Rathausprojekt in Sicherheit zu bringen; denn im übrigen Ia 84-90, IIa 72-82, IIIa 62-70, holl. 54-60. Hammelfleisch Ia 73-78, betrieb man nach wie vor im geheimen eine Gegenagitation gegen IIa 62-72. Schweinefleisch 63-71. Rehböde la per Pfd. 0,65-0,95, den eigenen Beschluß, in der Hoffnung, daß die Aufsichtsbehörde dann IIa 0,45-0,60. Rotwild Ia 0,35-0,45, IIa 0,10-0,28. Damwild 0,25-0,42. fchließlich die Zustimmung bersagen würde. Dann hätte man gewonnenes Wildschweine 0,20-0,40. Frischlinge 0,35. Hasen p. Stück 2,50-3,20, flein Spiel gehabt. Inzwischen sind 4 Gemeindevertreter, darunter auch Somitee herausgegebenen Monatsbericht teilt der Borsigende des 1,25. Stridenten 0,60. Belajjinen 0,83. Mann oder Frau? In dem vom wissenschaftlich- humanitären 1,00-2,00. Staninchen per Stud 0,30-0,70. Bildenten per Stück 1,10 bis unsere Genoffen, aber bei der Aufsichtsbehörde vorstellig geworden Komitees, Dr. med. Hirschfeld( Charlottenburg) mit: Eine gebildete junge la 0,50-0,80, alte 0,50-0,75, junge fleine 0,00. Rebhühner, junge Ia 0,85-1,20, Hühner, und haben da erfahren, daß dieselbe der Forderung einer neuen Zentralschule in der nächsten Nähe von Wilhelmsruh, die von allen 22jährige Dame beabsichtigt auf sein Zureden, sich standesamtlich alte per Stüd 1,00-1,60, alte II a 0,50-0,90, junge per Stüd 0,40-1.12. Zauben per Stüd 0,30-0,71, alte 0,00. Enten, junge per Stüd brei Drtsteilen gleich gut zu erreichen wäre, gar nicht unsympathisch umschreiben zu laffen, da die Untersuchung ergeben habe, daß die 140-1,60, alte per tid 0,00,' Hamburger, junge per Stüd 3,10. Gänse, gegenübersteht, ja vielleicht, um allen Streit zu beendigen, in diesem ift ,, ersucht Dr. Hirschfeld edle Menschenfreunde, der Dame durch la per Stud 2,75-3,50, Ila 1,00-2,50. Da jedoch die Dame mittellos derbrucher, per Pfund 0,40-0,50, dito Hamburger, junge 0,00, Sinne schließlich verfügen wird. Am Donnerstag fand bei Deutschmann eine von allen Parteien Unterstützung die Geschlechtsberänderung zu ermöglichen. Erwünscht do. flein 0,25. Hechte per 100 Bib. 76-78, matt 70-74, groß 56, flein 89. einberufene, von 300 Personen besuchte Protestversammlung statt; wäre es, wenn jemand die Dame als Sekretärin, bezw. Sekretär, Alland 58-64. Schleie 105-106, große 0,00, fleine 0,00. Bleie, flein 0,00. Aale, Es ist nicht verständlich, welche petuniären groß 93, mittel 0,00, flein 49-57, unsortiert 0,00. Plögen 41-44. Genoffe Kemnitz hielt das Referat. Einstimmig fand eine Refolution engagieren wollte." Annahme, welche auch den Aufsichtsbehörden übermittelt werden soll. Schwierigkeiten der Berichtigung der ftandesamtlichen Gintragungen Starpfen, 40er 64-06, bo. 30er Laufiper 0,00, bo. 80-100er 0,00, Der Vorsteher Schmidt war zum erstenmal in einer der Protest durch Menschenfreunde erforderlich sein sollten, um dem jungen als neuer per 100 Bib. 110-130, bo. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. bersammlungen anivefend; er ergriff aber das Wort nicht. Doch wird gehofft, daß er sich endlich davon überzeugt hat, daß er der Mädchen angezogenen Mann zu ermöglichen, als Mann zu leben. Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,30, Danziger, Wall Gemeinde keine guten Dienste leistet, wenn er die Rathaustreiber noch weiter unterſtügt. Gerichts- Zeitung. Ein reisender Arbeitswilliger. aber Folgen der Fürsorgeerziehung? Vermischtes. N. S. 70. 1. Ja, Sie 2. Wenden Sie fich an das Amtsgericht des Drtes, an dem Shr Onkel starb, oder, falls etwa ein Nachlaßpfleger eingesezt ist, an diefen. Boulets per Stüd 0,90, im Wege stehen sollten und weshalb besondere Unterstützungen Bleifische 0,00. do. 40er Schlesische 0,00. Barse 0,00, matt 0,00. Karauschen 0,00. els 0,00. Bunte Fische 40-53. Amerit. Lachs Ia Die Köpenicker Räubergeschichte im Wiener Burgtheater. Daß 0,50-0,70. Flundern, pommersche Ia, per Schod 3-9, do. pommersche das Burgtheater sich nicht die Tragikomödie von Köpenick IIa 2-4, Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber Stifte 2-3, Hamb. dramatisieren ließ, fei zu Schlenthers Ehre gleich vorweggenommen. Stiege 4-5, balbe stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Stieler 2,50-3,50, Und doch hat die interessante Historie heute schon ihren Weg zu den Stralsunder 3,50-4,00. Aale, groß per Pid. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Stifte 3-4, Brettern des Wiener Hoftheaters gefunden, und das ging, wenn do.%, Stifte 2. Stabliau, p. 100 Pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er wir uns auf die Erzählung eines Wiener Journalisten berlassen per Anter 95, 1904 er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Voltheringe tönnen, folgendermaßen zu: Man ist jetzt dort mit den Proben zum 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. neueinstudierten Goetheichen" Faust" beschäftigt, und nach alter Tradition Heringe, neue Matjes, per To. 60-120. Sardinen, vufs., Faß Brathevinge, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, begleitet manch fröhliches Werk dort die vorbereitenden Arbeiten. So 1.50-1,60. Summern, fleine, per Pfd. 0,00. auch hier. Eben ließ der Regisseur Thimig die Szene vor dem Schockfaß 11, fleine 5-6, Riefen- 14. Tor stellen: Zuerst ziehen Spaziergänger aller Art hinaus, und Strebe, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schod 4,00-4,60. Butter Die neue Szene zeigt eine per 100 Bio. la 125--128, Ila 118-122, IIIa 113-118, abfallende 102-107. dann kommen Faust und Wagner. Pappel- Allee. Der Hauptweg teilt sich an einer bestimmten Stelle Sauve Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Kartoffeln in zwei Nebenwege, und an dem Punkt der Abzweigung pflanzte der per 100 Bid. 0,00, magnum bonum 1,90-2,10, Daberſche 1,90-2,10, weiße 1,60-1,80, Salatkartoffeln 4,00-5,00. Spinat luge Theatermeister einen Wegweiser auf. Die Teilung der Wege Rofen 0,00, Starotten per Schockbund 2,50. ist durch den Tert vorgeschrieben. Denn die Spaziergänger streiten ja per 100 fund 10,00-15,00. über die Schönheit der Wege. Die einen wollen zur Mühle wandern, Sellerie, biefige, per Schod 4,00-6,00, do. pommersche 4,00-5,00. Zwiebeln große, per 100 fb. 3,00-3,50. bo. kleine 2,25-3,00. bo. hiesige( Berl) die anderen finden den Weg zum Wafferhof schöner. Als nun die 30-50. Charlotten 50-60. Petersilie, grün, Schockbb. 1,25, Stohlrabi per Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen per Schauspieler die Spaziergangsfzene zu sprechen begannen, da fümmerte fich niemand um die Tafel des Wegweifers. Doch plöglich, als der Schock- Bd. 0,80-1,00. Salat, per Schod 1,80-2,00. Bohnen, grüne, Pfefferlinge per 100 Pfd. erste Bürger", mit den berühmten Worten einfiel: Nein, er gefällt per 100 Pfund 0-00. Wachsbohnen 0-00. mir nicht, der neue Bürgermeister", da fielen die Blicke auf den Weg 10-15. Wohrrüben per 100 Bib. 2-8. Teltower Rüben p. 100 Bfb. 10-12. weiser und in großen schwarzen Lettern konnte man die Worte lesen: Weiße Rüben, große 8-4, fleine 7-8. Blumenkohl per Mandel 1,50-2,50. Nach Köpenid!" Der Scherz erregte bei allen Anwesenden eine bo., Erfurter, Stopf 0,11-0,19. Wivfingfohl ber Schod 4,00-7,00. Notkohl berartige Seiterkeit, daß nicht eher weiter gespielt werden konnte, P. Schock 5,00-9,00. Weißkohl p. Schock 2,00-6,00, Rojentobi p. 100 Bfd. pfd. Birnen, per 100 Bfd. hiesige 7-25, Tiroler 0,00, als bis der Regiffeur ben Auftrag gegeben hatte, den Wegweiser zu 15-20. Steinpilze p. 100 Bfo. 15-20 Stobicüben od 2,50-4,00. böhmische 6-16. Aepfel, per 100 Pjb., biefige 4-25, Gravensteiner 8-20, Tiroler in Fässern 15-26, bo. lose 10-11, Amert. 19-26. Preißel 1,00-1,50. Bilaumen, per 100 Bid., biefige 2-4, Böhmische 2-5, do. große beeren, schwedische 23-24, Gebirgs 32-35, Wallnüsse per Schock 1,00-1,50. Pflaumen, per 100 Bid., biefige 2-4, Böhmische 2-5, do. große 6-8. Bitronen, Messina 300 Stüd 19,00-22,00, 860 Stüd 10,00-18,00, 200 Stud 10-14, 420 Stüd, flein 9-13, 500 Stüd, flein 10-13. Pfirsiche, Tiroler 0,00, italienische 50-70. " Eir überaus dreister Schwindler stand gestern in der Person bes aus Sachsen stammenden Schlossers Karl Moser unter der Anklage der Urkundenfälschung und des Betrugs vor der ersten Straffammer des Landgerichts II. Der schon wiederholt bor bestrafte Angeklagte war bei seinem Aufenthalt in Brandenburg bei dem dort amtierenden Brediger Wanzleben von der apoftolischen Gemeinde gewesen und hatte Gelegenheit gefunden, deffen Stempel zu dem von ihm erfonnenen Schwindel zu mißbrauchen. Er fertigte fich ein mit dem Namen des Predigers Wanzleben unterzeichnetes und unterstempeltes Legitimationspapier aus, Inhalts dessen der Angeklagte als achtbares und ohne eigenes Verschulden in bedrängte Lage geratenes Mitglied der apoftolischen Gemeinde den zu der gleichen Glaubensgemeinschaft gehörigen Gemeindemitgliedern in anderen Orten recht warm zur Betätigung christlicher Liebe anempfohlen wurde. Mit dieser gefälschten Legitimation machte sich der Angeklagte auf den Weg und suchte in Berlin und Umgegend die Mitglieder der apostolischen Gemeinden auf. Ga gelang ihm auch in 9 Fällen Darlehen zu erschwindeln, indem er angab, daß er gute Arbeit in Aussicht habe, sich aber erst Handwertszeug laufen müsse, dann wieder, daß er als Arbeitswilliger Zu spät gehoben. Biserta, 23. Oftober. Die Arbeiten zur ein Opfer bes Etreits fei; manchmal trat er auch mit Sebung des gesunkenen Unterseebootes Lutin" sind soweit gediehen, dem Märchen hervor, daß sein von ihm erwarteter Stoffer noch nicht daß es gestern gegen 6 Uhr abends gelang, dasselbe einige Meter eingetroffen sei und er sich in momentaner Geldverlegenheit be- zu heben. Das Boot soll nach der Richtung der Küste gefchleppt finde und dergleichen mehr. Obgleich er von den Belastungszeugen werden, zu welchem Zwecke durch Bojen Stellen angedeutet worden an feiner ganz charakteristischen Erscheinung und seinem ausgeprägt find, wo das Boot ohne Gefahr auf den Meeresboden gesetzt werden fächsischen Dialett aufs bestimmtejte als der Schwindler wieder tann. Die Arbeiten haben die ganze Nacht fortgedauert. ertannt wurde, leugnete er feine Täterschaft. Auf den auf " entfernen. Wasserstand am 23. Oktober. Elbe bei Aussig Meter, bei Dresden 1,06 Meter, bei Magdeburg+ 1,45 Meter. Unstwut bei Straußjurt Meter. Oder bei Ratibor+ 1,25 Meter. Dder bei Brieg+2,06 Meter, 1,03 Meter. 2 Jahre lautenden Strafantrag des Staatsanwalts erwiderte Lefe und Diskutierklub„ Süd- Ost. Heute abend 6%, Uhr bei mündung+ 1,52 Meter. er, daß es doch eine grandiofe Ungerechtigkeit wäre, ihn ins Zucht Zottsdorf, Görligerstr. 581 Sigung. bet Breslau Unterpegel Neiße Dder Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublifum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 24. Oktober. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Rigoletto. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Westen. Schützenliesel. Anfang 8 Uhr. Leffing. Das Blumenboot. Lorking. Bar und Zimmermann. Berliner. Sherlod Holmes. Nachm. 3 Uhr: Der Widecspänstigen Zähmung. Schiller 0.( Wallner Tbenter.) Der Herrgottswarter. Zum Ei siedler. Schiller N.( Friedrich Wilhelm B städtisches Theater). Diana. Donna Neues. Die Hochzeit von Poel. Komische Oper. Ladmé. Residenz. Triplepatte. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr. Bith. Th.) Mittwoch, abends 8 16 r: Der Herrgottswarter. Ein Drama in 3 Aufz. v. H. Lilienfein. Hierauf: Zum Einsiedler. Mittwoch, abends 8 Uhr: Donna Diana. Luftspiel in 3 Aufzügen von Woreto. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Alee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Die Mosellande und ihr Weinbau. Qustsp. in 1 Aufz. v. Benno Jacobson. Donnerstag, abends81hr: Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Im Hörsaal 8 Uhr: Das photographische Objektiv. Z Donnerstag, abends 8 1 hr: Hasemanns Töchter. Freitag, abends 8 11 br: OOLOGISCHER Die Hoffnung auf Segen. CARTEN Volks- Kabarett Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., b. 5 Uhr ab 50 ẞj. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Lustspielhaus. Allabendlich 8 Uhr: Verwehte Spuren. Zentral- Theater. ( Operette). Täglich 8 Uhr: Luftspielhaus. Berwehte Spuren. Tausend und eine Nacht. Zentral. Tausend und eine Nacht. Kleines. Ein idealer Gatte. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Der Hauptmann von Köpenick. Thalia. Wenn die Bombe plagt! Luifen. Ein Volksfreund. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. hard Roſe früher Carl Weißt. Ein Volksfeind. Bernhard Ausgewiesen. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Berlin im Omnibus. Spe. zialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Kasino. Alexander der Große. Folies Caprice. Serenissimus August XXVI.- Das Modell. Das Provinzmädel. Wintergarten. Spezialitäten. Bajinge. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstrasse 48/49. Theater 8 Uhr: Die Mosellande und ihr Weinbau. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Ein Kind des Glüds. Freitag: Ein Wintermärchen. Sonnabend 4 Uhr: Kindervorstellung: Hänsel und Gretel. Abends: Ein Wintermärchen. Sonntag nachm.: Ein Wintermärchen. Abends: Ein Volksfeind. Montag: Die Jungfrau von Drleans. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Im Hörsaal 8 Uhr: Das photo- Schwant in 5 Atten v. Tristan Bernard graphische Objektiv. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Heute abend 7½ Uhr: Schützenliefel. Fritz Werner als Gast. Donnerstag: Die Fledermaus. Freitag: Die Zauberflöte. und André Godfernaur. Bicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Die rote Robe. Freitag, abends 8 Uhr: Frau Inger von Oestrot. der Brett'l- Diva Margarete Walkotte Sonntag, 28. Okt., abends 71/2 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29. Als Gast: Hans Fredy. Mitwirkende: Hans Fredy, Artur Taube vom LessingTheater, Georg Wolff vom Thalia- Theater, Frl. Nelson, Kunstjodlerin, Frl. Seidlitz, Konzertsängerin, Margarete Walkotte. Entree 50 Pf. Reserv. Platz 1 M. Vorverkauf: Wertheim, Leipz. Str., u. Horsch, Zig.- Hdlg., Engel- Ufer 15. Abendkasse: 60 Pf. und 1 M. 20 Pf. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. 2735L* Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: 24762* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute abend präzise 712 Uhr: Grande Soirée équestre. Elite- Programm. 1. a.: Mons. Fernand Guichenet, Oberbereiter Seiner Maj. des Baren. Moni. Fontana, ausgez. Reitfünstler. Die einzig existierende größte Tiger- Gruppe. Noch nie wilde Dressur borgeführt von gesehene Mr. Henriksen. Abends 72 Uhr: Nendreffuren des Herrn Ernst Schumann. Frl. Marguérite, Schulreiterin. Mlle. Léris Loyal in ihrem graziösen Champagner- Aft. Ferner: Monfieur Romeo's Staunen erregende Automobil- Experimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Automobil Insassen.) Der ur Löwen- Baron( Gew. 30 Zentner u. 4 rund tomische mit seinem dressierten Tierpart. Die neuesten Monsterdressuren des Direktors Alb. Schumann. Die phänomenalen Luftgymnastiker Les Rixfords. geführt von Herrn Bono. Deutsch- Amerikanisches 12 Araber- Hengste in Freiheit vorTheater. Jeden Abend 8 Uhr: Die großartigen neuen Spezialitäten. Wiederauftreten von Adolf Philipp: Um 10 Uhr: Ein Zum 12. Male: Im wilden Westen und Tag in Monte Carlo. Herr Hauptmann" von Köpenick.usstattungspantomime in vier Atten, Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe arrangiert und auf das glänzendste inszeniert vom Dir. Alb. Schumann. Preise: Ueber'n großen Teich. Metropol- Theater Neues Theater. Der Teufel lacht dazu. WINTER CARTEN Anfang 8 Uhr. Die Hochzeit von Poël. Große Jahresrevue in 9 Bildern Donnerstag und Freitag: Die Hochzeit von Poël. von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. Sonnabend zum ersten Male: Die In Szene gesetzt von Direktor Condottieri. Anfang 28 Uhr. Richard Schultz. Kleines Theater. H. Bender. Bum 102. Male: Ein idealer Gatte. Anfang 8 Uhr. Donnerstag zum 103. Male: idealer Gatte. Ein Freitag: Man kann nie wissen. Sonnabend zum 104. Male: Ein idealer Gatte. J. Giampietro. J. Josephi. Fritzi Massary. Phila Wolff. Rauchen überall gestattet. Sonntag, den 28. Oktober 1906, nachmittags 3 Uhr: Ermäßigte Preise! Neues Schauspielhaus Auf in's Metropol Freitag, Oftober, 8 Uhr: Eröffnungs- Vorstellung. Der Sturm. Die für den 20. Oftober gelösten Eintrittskarten behalten ihre GülApollo- Theater. Täglich: Liane d'Eve Berlin im Omnibus tigkeit für Freitag, den 26. Otd. Original- Matschiche Tänzerin. tober. Die für Sonntag, den 21., gelösten Eintrittstarten behalten ihre Gültigkeit für Sonnabend, den 27. Oftober; eventuell fönnen die bereits gelösten Eintrittskarten von 10-1 Uhr bis zum Mittwoch, den 24. Oktober, zurüdgegeben werden. mit dem Omnibus- Trick und das große Spezialit.- Progr. Sonntag, den 28. Oftober, nachm. 32 Uhr: Große Familienvorstellung. Halbe Preise! 65 Letzte Vorstellungen des glänzenden und amüsanten Oktober- Programms. Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Heute abend 8 Uhr: Das humorist. Oktober- Programm. Emmi Kröchert, Willy Prager, Berlins popul. neue Soubrette. aktuelle Coupl. Außerdem: 4 Debüts u. a.: Royal Mitsuta's Filippos Wunderhunde. Rauchen überall gestattet. Jap. Leit.- Bal. Salbe Preise Theater Folies Caprice. Komische Oper. Bernhard Rose- Theater Anfang 8 Uhr. Lakmé. 3m 2. Art: ,, Cobra", ausgef. b. Ruth St. Denis. Donnerstag: Hoffm. Erzählungen. Hierauf: Eine indische Szene", ausgef. von Ruth St. Denis. Freitag: Lakmé. Jm 2. Aft: ,, Cobra", ausgef. bon Ruth St. Denis. Sonnabend 3 1hr: Ruth St. DenisMatinee. früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Anfang 8 Uhr. Zum ersten Male: Ausgewiesen. Soziales Boltsstück in vier Aufzügen von Carl Böttcher. Morgen u. folg. Tage: Dies. Vorstell. Sonnabend 4 Uhr: Slindervorstellung: Breise): Berliner Kinder. Lortzing Theater Aschenbrödel. Sonntag 3 Uhr( fleine Bellealliancestr. 7/8. Heute abend Uhr: Zar und Zimmermann. Passage- Theater. Abonnements gültig. Donnerstag: Undine. Sonntag nachm.: Vorstellung des- Vereins f. Volksunterhaltung: Der Waffenschmied. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 24. Oftober: Gedenkfeier für Henrik Ibsen. Ein Volksfeind. Schauspiel in 5 Aften v. Henrif Jbsen. Anfang 8 Uhr. Das Gastspiel Josefine Dora in der Komödie 9, Rieke❝ 99 mit dem Schlager ,, Emil du bist eene Pflanze" ist wegen des außerordentl. Erfolges und der täglich ausverkauften Häuser f. Oktober prolongiert. Außerdem: 14 neue Nummern. Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Serenissimus August XXVI. Das Modell. Das Provinzmädel. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag bei bedeutend ermäßigt. Preisen: Soll und Haben. Nach dem Zapfenstreich. Anfang 3 Uhr. 000000000000000, Die größte TigerLöwengruppe. Aus der Pußta. Bantom. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenstr. 16. Die Bluthochzeit oder: Königin Margot. Schauspiel aus der Hugenottenzeit. n. 8 Uhr. Entree 30 bis 75 Bf. Ehren- und Vorzugskarten gültig. Donnerst.: Extravorstellung. Schuldig. Etablissement Neue Welt Hasenheide 108/114. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Mutterliebe. Boltsstüd in 4 Aften. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Nur noch bis 31. Oktober! Alexander der Große. 1. November: Premierenabend. Gonntag 4 Uhr: Madame Bonivard. Palast Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. 12 Attraktionen 12 11. a.: John Jiket and Miẞ Jenny, sens. equil. Att. Robert und Bertram die Urkomischen. Die Loreley. Bosse von D. Klein. Familienfarten, zum halben Staffenpreise gültig, in allen Barbiers, Friseur u. Bigarrengeschäften gratis. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Zanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Gustav Behrens Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Direttion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger Der Hausschlüssel. Schwant in zwei Akten. ( Durchschlag. Erfolg! Sonnt.Beg. 5, Wochent. 8 U. Dienstag: Theater- Abend. Theater, Colosseum Berlin O., Frankfurter Allee 85. Dresdenerstr. 97. Das brillante Oktober- Programm. Spezialitäten und Kolossaler Erfolg Volks- Kabarett des sensationellen neuen Oktober- Programms. 22 Nummern. Anfang 7 Uhr. Sonntags 52 Uhr. Trianon- Theater. Heute und folgende Tage: Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Der Hausfreund. Verbindung mit größter FilmsAnfang 8 Uhr. Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. ♦ Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Buggenhagen to Pritzkow. Münzstr. 18. Moritzplatz. Jeden Mittwoch u. Sonnabend: Humoristischer Abend Verlangen TellusBlitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz und Freitanz. Englischen Unterricht( Uebersetzungen), französischen, deuts schen Unterricht erteilt G. Swienty- Liebknecht. Schöneberg, Sedanstr. 57 III. Blitz Blitz Blitz Blitz Total- Ausverkauf nur Kommandantenstraße 43 des von der Firma S. Böhm gekauften Warenlagers. Der schlechten Saison wegen bringen wir Ausnahme- Tage fur Paletots Serie schwarz und gemustert nur nur 7.40 M. 8.75 M. nur 10.50 M. 12.50 M. Serie II neueste Muster Serie III prima Ware, grau kariert, Serie IV hochmoderne mit Sattel Serie V Ulster, alle Farben u. 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Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz 000000000000000 Br. 248. 23. Jahrgang 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt., 24. Oktober 1906. Der Kaiserdeputierte" Hirsch vor dem Schwurgericht. Arbeiter Biewald Sodann wird der aufgerufen. Er trägt jetzt an seinem linken Armstumpf eine fünftliche Hand. Der Zeuge erzählt vor dem Schwurgericht die bekannten Vorgänge, die für ihn einen so verhängnisvollen Ausgang genommen haben. Vorsitzender Landgerichtsdirektor Pilling teilt mit, daß das Ermittelungsverfahren nach dem Schuhmann, der Bietvald die Hand abschlug, auch jetzt noch kein Ergebnis gehabt hat. Festgestellt wurde jedoch, daß der Säbelhieb mit einem scharf geschliffenen Säbel und einer gewissen Straft ausgeführt worden scharf geschliffenen Säbel und einer gewissen Kraft ausgeführt worden fein muß. Es wird die Vereidigung Biewalds beschlossen, weil das Gericht zu der Ansicht gekommen ist, es lasse sich positiv nicht nachweisen, daß Biewald an den Vorgängen irgendwie beteiligt war. Auf seinen Wunsch wird hierauf Polizeikommiffar Schmidt, zu dessen Revier das Wohnhaus Biewalds gehört, verKarl Runge Sohn Es gelangte zum Schluß der Beweisaufnahme die Entscheidung des Breslauer Oberlandesgerichts gegen die Breslauer Metallindustriellen = 9 Aus der frauenbewegung. auf und fragt, was er zu den Bekundungen seines Vaters sagt. Karl Runge schildert dann ebenfalls die schlechten Familienverhältnisse und macht hierauf die aufsehen erregende MitAus der Stickereibrauche. Die in der Sonntagsnummer er teilung, daß sein Vater ihn am 20. September von der Arbeit schienene Notiz, welche sich mit der am Donnerstag, den 18. d. M., Breslau, den 23. Oftober.( Telegr. Ber.) abgeholt und zu bestimmen bersucht habe, nichts un bei Feuerstein stattgefundenen Versammlung der Stickereiarbeiter begünstiges gegen Hirsch auszusagen. Er habe das schäftigt, erfordert eine Nichtigstellung. Die Versammlung war Unter den heutigen Zeugen befindet sich auch der Arbeiter entrüstet abgelehnt und gesagt, er würde nur seinem Gewissen nicht von und nur hauptsächlich für die Stickerinnen Berlins, Biewald, dem an dem Krawalltage vom 19. April bekanntlich folgen. die Hand abgehackt wurde. Der alte Runge bestreitet entschieden, sondern vom Zentralverband deutscher Textilarbeiter, resp. vont Zunächſt werden mehrere Schul- eine derartige Beeinflussung versucht zu haben und stellt seinen Sohn Genossen W. Prillwig einberufen. Sie befaßte sich mit der Lage kinder vernommen, die bekunden, sie hätten zwar am Krawall- als den größten Lügner der Welt hin. Es werden nun eine aller in der Kurbelstickerei tätigen Sticker, Stickerinnen, Pauferinnen, abend gegen kleine Geldgeschenke tüchtig Hurra geschrieen und Reihe Leumunds zeugen für Karl Runge vernommen, unter Hefterinnen, Ausschneiderinnen uſw. Mehr noch wie die sonstigen Lärm gemacht, sie verneinen aber die Frage, ob anderen der Vorsitzende des Evangelischen Arbeiter- Stickerinnen find es gerade die nur so nebenbei erwähnten Hirsch es war, der ihnen das Geld gab. die der Organisation vereins Pastor Wackernagel. Zeuge schildert den Runge Hefterinnen, Ausschneiderinnen usw., am als einen ruhigen Menschen, dem nicht zuzutrauen ist, daß er vor ein williges, fchuylos dem Unternehmer ausgeliefertes Ausbeutungsmeisten bedürftig find. Gerade die Letzteren find Gericht wahrheitswidrig aussage. objekt, während die Stickerinnen und Sticker trotz ihrer miserablen Lage immerhin eine selbständigere Stellung einnehmen, als die Hülfsarbeiter. Ein falsches Bild gibt die Notiz auch von den Lohnberhältnissen. Die Sticker und Stickerinnen verdienen in der Saison zur gerichtlichen Erörterung. Zunächst wurde die Strafanzeige des( die Hauptsaison ist nicht im Spätsommer, sondern im Frühjahr, Rechtsanwalts Wolfgang Heine- Berlin verlesen, in der die und dauert bis 13 Wochen, die zweite Saison ist im Spätsommer beiden Leiter des schlesischen Metallindustriellenverbandes der ber- und dauert 4-5 Wochen, die andere Zeit ist sehr wenig, überwiegend suchten Erpressung und des Vergehens gegen die Gewerbe- gar nichts zu tun) 30-40 M. und darüber, im Jahresdurchschnitt ordnung beschuldigt werden. Die Staatsanwaltschaft beim Landgericht zirka 24-25 M. In diesem Jahre dürfte der Durchschnitt inapp Die Ausschneiderinnen und Hefterinnen ber= Breslau lehnte die Strafverfolgung ab, weil in dem Schreiben der Metall- 21 M. fein. industriellen, in dem die Aussperrung angedroht wurde, lediglich eine Mit- dienen 10-20 M. in der Saison, in Ausnahmefällen der Nächte etwas teilung an die Arbeitnehmer und feine Drohung zu erblicken sei. Die mit Hülfenahme darüber, der JahresStaatsanwaltschaft beim Oberlandesgericht schloß sich der durchschnitt gibt hier einen Verdienst von 7-12 M. Wie blehnung an. Gegen diese Entscheidung hatte Rechtsanwalt man sieht, ein gewaltiger Unterschied zwischen den weiblichen AusSeine beim Oberlandesgericht Beschwerde eingelegt, das nunmehr gebeuteten einer Branche, zwischen Stickerinnen und Handentschied:„ Die Erhebung der öffentlichen Anklage arbeiterinnen, beide Arbeiten gleich gesundheitsschädlich! Darum wird angeordnet, da die Beschuldigten Glasenapp auch in unserer Branche mehr als zuviel des Kastengeistes. Stider Neues zum Fall Biewald und Neumann sowie die noch zu ermittelnden und Stickerinnen dünken sich als etwas Besseres. Die Lage aller bekunden zu können. Er habe seit der Strafkammerverhandlung Teilnehmer an dem Beschluß, der die General Stickereiarbeiter ist in hohem Maße verbesserungsbedürftig und deshalb erneut Ermittelungen angestellt, um alle Einzelheiten des Falles aussperrung über alle organisierten Breslauer Metall- möchte ich mich an die Genossinnen mit der Bitte wenden, alle in genau festzustellen. Es sei in der Verhandlung vor der Straf- arbeiter verhängte, hinreichend verdächtig erscheinen, der Kurbelstickerei beschäftigten Personen an den Zentralverband fammer und auch heute wieder gesagt worden, die Tür des Hauses andere durch Drohungen zu verhindern versucht deutscher Textilarbeiter zu weisen. G. Waſewig. Hildebrandstr. 25 sei geschlossen gewesen und dann von Schußleuten zu haben, an einer Verabredung zur Erlangung Gleichen Lohn für gleiche Arbeit fordern die Lehrerinnen von mit Gewalt aufgerissen worden. Diese Behauptung sei ihm so un- besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen teilgeheuerlich vorgekommen und so ganz unmöglich erschienen, daß er zunehmen." In der Begründung zu diesem Beschluß weist das Groß- New York. Der ungerechte und unsinnige Brauch, Frauensich eingehend mit allen Bewohnern des Hauses Hildebrandstr. 25 in Oberlandesgericht darauf hin, daß der 153 der Gewerbeordnung in arbeit schlechter zu entlohnen als Männerarbeit, selbst wenn sie § Verbindung gesetzt habe. Der Hauswirt und dessen Bruder, beide allen Fällen Anwendung zu finden habe, in denen im gewerblichen Europa wie drüben in Amerika. Das Gehalt, welches die Vollsabsolut gleichwertig ist, gilt auch für den Lehrerberuf. Hier in Maurermeister, hätten ihm gesagt, daß sie zwar anordneten, das Haus Leben ein unzulässiger Zwang auf die Willensentschließung eines anderen lehrerin in New York zum Beginn ihrer Tätigkeit erhält, beträgt zu schließen, von den Bewohnern sei aber die Tür immer wieder ausgeübt werde. Die Absicht der beschuldigten Arbeitslehrerin aufgerissen worden, so daß das Haus die meiste Zeit überhaupt geber ging nach dem Entscheide des Oberlandesgerichts unzweifel- tann sie es bis auf 1440 Dollar bringen. Der Lehrer hingegen be600 Dollar pro Jahr und nach elfjähriger Ausübung ihres Berufes nicht geschlossen war. Bei einer solchen Gelegenheit werde es nun haft dahin, durch ihre Ankündigung, die von den Arbeitern als lebel fommt gleich im Anfang 900 Dollar und fann es bis auf wohl passiert sein(!), daß die Schußleute, die getreten, gestoßen, aufgenommen werden mußte, in unzulässiger Weise auf 2400 Dollar bringen. Nachdem die Lehrerinnen sich schon im beschimpft und angespuckt wurden, hinter einem Manne hergelaufen diese einzuwirken. Die Bekanntmachung, daß eine Generalsind und sich gewehrt haben. Das Gericht beschließt darauf, den aussperrung in Kraft treten würde, wenn die streifenden Former und vorigen Frühjahr vergebens an den Schulrat gewandt hatten, Hausbesizer und dessen Bruder zu laden. Der nächste Zeuge ist Gießer die Arbeit nicht wieder aufnähmen, beschränkte diese in ihrer beabsichtigen sie diesmal ihre Klagen bei der Legislatur anzubringen. Die Lehrerinnenvereinigung, welche 4000 Mitglieder zählt, hat der Anstreicher Scholz, der von einem Schuhmann einen freien Willensbestimmung und verschlechterte ihre Lage. Denn Säbelhieb bekommen hat. Vorf.: Sie sollen geblutet einerseits konnten sie von den Ausgesperrten die ihnen sonst sicber hierzu die nötigen Schritte eingeleitet. haben? Beuge: Nicht zu knapp!( Heiterkeit.) Das Blut floß zuteil gewordene finanzielle Unterstützung im Lohnkampfe nicht mehr mir in die Schuhe. Vert. Simon beantragt hierauf, die erwarten, andererseits wurden sie überhaupt durch die Aussperrung Atten der Straftammerverhandlung zuzuziehen. Er würde beeinflußt, die Arbeit zu den alten Bedingungen wieder aufzunehmen, jedoch auf diesen Antrag verzichten, wenn der Vorsitzende ihm was im Interesse der Beschuldigten lag. erklärte, daß der nommen. Er erklärt, Die den Geschworenen vorgelegten Schuldfragen lauten auf Vergehen gegen die Gewerbeordnung, Rädelsführerschaft bei einem Aufruhr und öffent. liche Beleidigung. Auf Antrag der Verteidigung wurden die ülfsfragen nach Auflauf und lebertretung einer Straßenpolizeiverordnung gestellt. Plaidoyers. # " " Der sozialdemokratische Francnverein der Vereinigten Staaten hielt am 8. Oktober seine diesjährige Generalversammlung in Brooklyn ab; vertreten waren 13 Zweigvereine durch 26 Delegiertinnen. Aus dem Rechenschaftsbericht ist zu entnehmen, daß zurzeit 14 Zweigvereine mit einer Gesamtmitgliederzahl von 293 Ge Kommandeur der Schuhmannschaft nossinnen bestehen. Einige Zweigvereine, die von Chicago, St. Louis Roll, um die Täter beim Krawall zu eruieren, und Cleveland, haben sich mit der Partei vereinigt. Durch die angeordnet Einführung einer besonderen Frauenede" in der New Yorker habe, daß Volkszeitung", die von der Genossin Meta Stern redigiert erhofft man einen weiteren Aufschwung der Be fämtliche Berlebte ohne Grund und ohne daß gegen sie irgend etwas wird, wegung. Mit warmen Worten wurde der Genoffin Dr. Ingermann vorlag, in Untersuchungshaft genommen nnd eingesperrt wurden. gedacht, die eine glänzende Existenz aufgab, um zur aktiven TeilStaatsanto.: Wir haben hier nicht über den Polizeilommissar Roll zu Gericht zu ſizen, sondern über den Vorschmied aus der Verhandlung das Ergebnis, daß der Angeklagte Hirsch als gegen den Zarismus vielleicht ihre Freiheit oder Leben opfert. Eine Der Vertreter der Antlage Staatsanwalt Fipper zog nahme an der Revolution nach Rußland zu eilen und die im Kampfe Hirsch. Herr Roll hat seine Maßnahmen vor seinen Vorgesezten zu Mädelsführer bei den Strawallen in Betracht tomme. Der Angeklagte Sympathieresolution für das russische Bolt gelangte zur Annahme. verantworten. Dem Berteidiger steht es zu, hiergegen Beschwerde hat nun das Zeugnis des Belastungszeugen Runge dadurch anzu- Ferner wurde beschlossen, eine rege Agitation zur Berbreitung der einzulegen. Bert.: Ich will nachweisen, daß Fehler auf beiden zweifeln gesucht, daß er Runge selbst als unglaubwürdig hinstellte. Boltszeitung", wie überhaupt der sozialistischen Preſſe unter den Seiten vorgekommen sind, sowohl bei den Arbeitern, die erregt Dieser Beweis sei vollständig mißlungen, denn Runge sei aus den nofsinnen in Amerika noch zu leisten haben, herrschte doch durchaus Frauen zu betreiben. Trotz der schweren Arbeit, welche die Ges waren, wie bei der Polizei. Als Runge der Kommandeur Roll die von der Verteidigung angezogenen An- über den Striegauer Play ging, hörte er von Hirsch das Wort: teine Mutlosigkeit; man verwies auf die deutsche Bewegung, mo ordnungen erlassen hat.. Eine große Anzahl Alibizeugen der Verteidigung machen un- berhauen. " Pfaffenaas!" Gleich darauf wurde er von vier bis fünf Mann auch erst nach jahrelanger Arbeit der Erfolg eingetreten sei. Bis beſtimmte und teilweise widersprechende Zeitangaben. Mehrere ihm des Hirsch der Anreiz für jene Prügelhelden war. Nichts getragen, es soll aber versucht werden, die Ideen des Sozialismus Das ist ein Beweis dafür, daß die Beschimpfung liegt wird die Bewegung fast nur von deutschsprechenden Genoffinnen ungünstige Aussagen sucht der Angeklagte Hirsch mit der Be- weiter, berlange der Tatbestand der Rädels auch in die engliſchſprechende Frauenwelt einzuführen. hauptung zurückzuweisen, die Leute seien bearbeitet und beführerschaft. Der Tatbestand des Landfriedens Zur Frage der Kindererziehung schreibt Hebe", die neue stochen worden. Borf.( erregt auffahrend): Sie verschlechtern Ihre Position durch solche haltlose Behauptungen und bringen Ihren bruch es war gegeben, nachdem die Polizei die Menge aufgefordert Redakteurin der Abteilung„ Für Frauen" in der" New Yorker Vollshatte, den Platz zu verlassen, und diese es nicht tat. Man werde zeitung": Berteidiger in eine ungünstige Lage. Die Angriffe auf die Zeugen, einwenden, die vier Leute, die geschlagen haben, find gar nicht zur In den größeren Städten der Vereinigten Staaten bestehen denen die Wahrheit auf der Stirn geschrieben ist, dulde ich nimmer. Stelle. Ja, wenn die Staatsanwaltschaft die hätte, dann wäre sie sogenannte„ Mothers Clubs", Vereine von Müttern, welche sich das Mehrere Arbeitskollegen schildern den Angeklagten als in der glänzenden Lage, einen ganz ftritten Beweis zu Studium des Kindes zur Aufgabe gemacht haben. Diese" Mothers einen ruhigen und besonnenen Menschen. Staatsanw.: Wie führen. Den brauchen wir aber gar nicht, denn der Richter Clubs" sind nun noch um einen Grad übertroffen, durch den jüngst war denn Hirsch gegen solche Leute, die nicht im Verbande waren? bedarf keines Beweises von A bis 3, sondern er hat in Boston gegründeten Verein von Vätern und Müttern. Dieser Beuge: Sehr follegitätisch.( Heiterkeit.) Zeuge Schmiedemeister das Recht der freien Beweiswürdigung, und dieses Recht haben die Verein hat vor den anderen den Vorzug, daß er nicht allein auf Führbrecht stellt den Angeklagten als einen fleißigen und ge- Geschworenen auch. Wenn Hirsch bei den Strawallen nicht das Ansehen Mütter, sondern auch auf Väter aufklärend wirkt, und daß schickten Arbeiter hin. Er ließ aber die Neigung erkennen, in der eines Rädelsführers genoß, wie sei es dann zu erklären, daß er durch regelmäßige, öffentliche Vorträge mit freier Diskussion Werkstatt für den Verband zu agitieren. Daraufhin habe er den die vier Leute auf den harmlosen Runge losschlugen? Mildernde das Intereffe weiterer Kreise erweckt für die wichtige Erkenntnis, Hirsch mehreremal verwarnt und mit Entlassung bedroht. Ein Umstände müssen dem Angeklagten versagt werden. Als Ver- was ein zibilisiertes Gemeinwesen seinen Kindern schuldig ist. Ueber Geschworener: War Hirsch gegen Leute, die nicht im Verbande trauensmann der Metallarbeiter und als Delegierter der Stranken- Erziehung, Schulwesen, Spielplätze, Säuglingspflege usw., wurden waren, anders wie gegen seine Verbandskollegen? Zeuge: Es fasse durfte er nicht so handeln, wie er gehandelt hat, sondern er von befähigten Männern und Frauen populäre Vorträge gehalten, wurde mehrfach darüber geklagt. Derselbe Geschworene: Haben Sie selbst bestimmte Wahrnehmungen dar- hatte die Pflicht, zur Ruhe und Besonnenheit zu mahnen. Leider und besonderes Aufsehen erregte eine Serie von Vorträgen über die fige er heute als einziger auf der Anklagebant, weil die anderen Frage: wann und wie sollen wir unseren Kindern über gemacht? Zeuge: Nein. Zeuge Kontorist nicht ermittelt worden sind. Aber wenn hier auch Hunderte das Mysterium des Menschwerdens erklären?" Dentende Weise hat bom Fenſter aus das Verhalten der Schutz von jenen Tausenden säßen, ich würde jedem ein Männer und Frauen kommen immer mehr von dem alten Märchen Ieute auf dem Striegauer Plazz beobachtet und die vom Klapperstorche zurück, und erkennen, daß in einer schönen Langmut der Polizei bewundert. Das Verhalten der Leute einen ebenfalls Milde versagen." Verteidiger Rechtsanwalt Simon stellt das Ver- und passenden Form die Wahrheit nie zu früh gelehrt werden war unverschämt, wild und roh. Die Polizei griff erst ein, als die halten der Arbeiter auf dem Striegauer Plaz als durch die Er- kann. Außer feiner erzieherischen Tätigkeit hat der Situation es erforderte. Einige heitere Szenen brachte die mun- regung infolge der Aussperrung entschuldbar hin. regung infolge der Aussperrung entschuldbar hin. Daß die Arbeit- Fathers' and Mothers' Club" feine Aufmerksamkeit zivilen mehr erfolgende eingehende Erörterung der geber sich ebenfalls gegen das Gesetz vergangen haben, beweist die Angelegenheiten zugewandt und beschäftigt sich jetzt mit den neueste Entscheidung des Oberlandesgerichts Breslau. In aller Er ernsten sozialen Problemen der Kinderarbeit und der schwächlichen innerung ist wohl auch die Zuchthausvorlage, die jeden mit und schlecht ernährten Schultinder. Den Bemühungen des Vereins Zuchthaus bestrafen wollte, der so wie die Direktoren Glasenapp und ist es gelungen, daß versuchsweise an einer der öffentlichen Schulen Neumann die Arbeiter an der freiwilligen Arbeit gehindert hätten. Bostons eine gelernte Wärterin angestellt wurde. Nebenbei bemerkt Vors.( einfallend): Wenn diese Worte die Bedeutung haben sollten, ist dieser Versuch auch in New York und zwar in reicherem Maße daß die Herren Glasenapp und Neumann eigentlich ins Buchthaus gemacht worden. Gegenwärtig find an verschiedenen öffentlichen der Arbeiter Runge, aufgerufen.- Bors.: Wieviel Stinder haben gehören, dann müßte ich sie zurückweifen. Berr.( fortfahrend): Schulen dieser Stadt fünfzig gelernte Wärterinnen angestellt, deren Sie denn? Beuge: Es sind noch sieben. Vorf.: Wieviel Nein, so wollte ich die Aeußerung nicht aufgefaßt wissen. Ich wollte Aufgabe es ist, den Gesundheitszustand der Kinder zu beobachten waren es denn? 3euge: 3wanzig. Die Aften müssen es damit nur zeigen, wie sehr solche Handlungsweise auch in anderen und, wo immer es not tut, ärztliche Hülfe hinzuzuziehen. ausweisen.( Stürmische Heiterkeit.) Borf: Hat Ihr Sohn Sie Kreisen verurteilt worden ist. Ich selbst halte ein Gesetz wie die Das Experiment hat sich als äußerst vorteilhaft erwiesen, so daß man einmal wegen Sittlichkeitsverbrechens angezeigt? Buchthausvorlage für überflüssig. Der Verteidiger sucht dann ein- hoffen darf, die Neuerung bald allgemein eingeführt zu sehen. Eines 3euge: Das ist eine lange Geschichte. Ich habe meinen gehend den Nachweis zu führen, daß infolge der langen Zeit feit der interessantesten Experimente des" Fathers' and Mothers' Club" Kindern Geld gegeben und als ich das Geld einmal wiederhaben den Krawallen, auf die Zeitangaben der Zeugen fein großes Gewicht ist eine große Farm, wo Kindern unbemittelter Eltern ein kurzer wollte, wurde es mir verweigert. Die Kinder haben die zu legen sei. Er bat die Geschworenen, nur die Schuldfrage Sommeraufenthalt geboten wird, und wo gleichzeitig die Mädchen Art gegen mich erhoben und mich verhauen. Aus wegen Auflaufes zu bejahen, da für die Nädelsführerschaft in Hausarbeiten, und die Knaben im Ackerbau belehrt werden. Rache hat nun meine Tochter Auguste mich bei der Staatsanwalt tein Beweis geliefert sei. Außerdem müssen dem Angeklagten Leider muß dieses wohlgemeinte Unternehmen, wie alle kapitalistische schaft denunziert, ich hätte mit ihr unzüchtige Dinge getrieben. Die mildernde Umstände zugebilligt werden, da er in leicht wohltätigkeit, an denselben Zuständen, die seine Eristenz notwendig machten, auch scheitern. Was kann den Proletarierkindern ein paar Staatsanwaltschaft hat aber das Verfahren abgelehnt. Was für begreiflicher Erregung gehandelt habe. ein Mensch mein Sohn ist, mag daraus hervorgehen, daß Nach zweistündiger Beratung der Geschworenen verneinten die Wochen gefunden Landlebens nügen, wenn sie wieder zurückkehren die ungesunden Wohnräume der Armut? Was er behauptet hat, ich hätte im Jahre 1890 meine verstorbene Frau felben die Schuldfragen auf Landfriedensbruch, Rädelsführerschaft, müssen in die mit einem Hammer totgeschlagen. Vors.: Was ist denn der Karl Beleidigung, Teilnahme an einem Auflauf, Uebertretung einer nüßt es den Arbeitersöhnen, daß sie Ackerbau lernen, wenn sie doch sonst für ein Junge? 8euge: Er war schon von der Wiege an Straßenpolizeiverordnung und bejahten die Schuldfrage wegen Ver- ihr ganzes Leben hinter Fabritmauern, zwischen faufenden Waschinen, fchlecht. Bors: Ist denn in Ihrem Hause nicht auf Religion gchens gegen den§ 153 der Gewerbeordnung. Der Staatsanwalt vertrauern müssen? Trotzdem dürfen wir diese Unternehmungen gehalten worden?- 8euge: Fragen Sie ihn mal, ob er das beantragte dafür drei Monate Gefängnis, der Verteidiger des An- nicht verurteilen, sondern müssen sie sogar anerkennen. Sie find vierte oder achte Gebot tennt. Borf.: Trauen Sie Ihrem Sohne geklagten, Rechtsanwalt Simon, ersuchte das Gericht, nicht auf das immerhin ein Schritt auf dem Wege sozialer Pflichterfüllung, und zu, daß er hier vor Gericht unter dem Eid die Unwahrheit sagt? beantragte Höchstmaß zu erkennen. Das Gericht gab nach kurzer schon mancher ist auf diesem Wege zum Sozialismus gekommen. 3euge: Das kann schon sein. Staatsanw.: Die ganzen Beratung in der zehnten Abendstunde das Urteil bekannt, das auf Wer weiß, vielleicht können wir sogar von dem„ Fathers' and Familienzwistigkeiten bei Runge rühren daher, daß die erste Frau zwei Monate Gefängnis lautete, die durch die Unter- Mothers' Club" etwas lernen. Ein Verein sozialistischer Väter und des alten Runge gestorben ist und er jetzt mit einer anderen Frau fuchungshaft als verbüßt betrachtet wurden. Der Angeklagte wurde Mütter wäre nicht schwer zu verwirklichen, und ein solcher Verein außerehelich zufammenwohnt, womit die Kinder nicht einverstanden sofort auf freien Fuß gesezt und von dem zahlreich anwesenden tönnte vielen Genossen und Genofsinnen lehrreiche und genugreiche find. Der Borsigende ruft nun den Zeugen Publikum, Freunden und Verbandskollegen, stürmisch begrüßt. Zusammentünfte bieten. Zwiftigkeiten in der Familie Runge. Es handelt sich darum, daß die Verteidigung die Glaubwürdig teit des Hauptbelastungszeugen Karl Runge anzweifeln will. Als Zeuge wird der 70 Jahre alte Vater des Runge, " Neu erschienen find folgende Schriften, die wir unseren Lesern bestens empfehlen: Jena und Tilfit. Ein Kapitel ostelbischer Junker: geschichte von Franz Mehring. Preis 1,00 M. Die Leffing- Legende. Zur Geschichte und Kritik des preußischen Despotismus und der klassischen Literatur bon Franz Mehring. einem neuen Vorwort. Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,00 M. Geschichte des Sozialismus zweite unveränderte Auflage mit in den Vereinigten Staaten bon Morris Hillquit. Autorisierte Ueberlegung von Karl Die Stadt Berlin und Müller Wernberg. Breis brosch. 2,50 M., geb. 3,00 M. Geschichte der Kommune von 1871 von Lissagaray. Dritte illustrierte Auflage. Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,00 M. Sozialdemokratie ihre Arbeiter. Ein Beitrag zur Sozialpolitik der größten deutschen Gemeinde von Emil Dittmer. Preis 1,00 M. Ziele und Wege. Erläuterungen der sozialdemo kratisch. Gegenwartsforderungen Unter Mitarbeit von Adolf Braun, Hugo Lindemann, Max Süßheim, Herausgegeben von Ad. Braun. und Anarchismus Friedrich Stampfer, Klara Zetkin. bon Wilh. Herzberg. Preis 20 Pf. Zur Vermählung unseres Oberhauptes und Kollegen Otto Michaelis und Frau 22635 senden wir die herzlichsten Glüdwünsche und ein donnerndes Hoch!! Und die fröhlichen Lehren, Die dazu gehören, Die sollst Du in der nächsten Sizung hören! Die Branchen- und Agitationskommission der Fraiser, Hobler, Bohrer und Stoßer. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten zeigen das Ableben ihres lieben Mannes und Baters, bes Händlers Hermann Koch tiebetrübt an Witwe Pauline Koch und Tochter, Grünthalerstraße 46. Die Beerdigung findet am Donnerstagnachmittag 4% Uhr, von der Halle des neuen BaulsKirchhofes in der Seestraße aus statt. Preis 20 Bf. Niedergelassen: Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. 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Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechanifer Paul Bartusch geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Oktober, nachmittags 3 Uhr, vom Trauers hause Thurneyfferstraße 4 aus nach dem St. Paulskirchhof in der Seeftraße statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise der Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, sagen wir allen Beteiligten, insbesondere dem Deutschen Senefelderbund, sowie seinen Kollegen der Firma Selmar Beier unseren herzlichsten Dank. Ober- Schöneweide. nebst Kindern. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Stralauer Viertel. Bezirk 167. Todes Anzeige. = Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Tischler, Genosse Karl Westphahl geftorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 24. Oktober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Lazarus- Kirchhofes in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Frankfurter Viertel). Bezirk 186. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Uhrmacher Hermann Hayn gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. Oftober, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Palisadenstr. 95 aus nach dem Friedhofe der AuferstehungsGemeinde in Weißensee statt. Um rege Beteiligung ersucht 262/14 Der Voritand. monatlich 10 M. Herren- Garderobe Teilzahlung liefere elegante * Wwe. Klara Dörffer nach Maß. Billigste Preise. J. Tomporowski, Schneidermeister. Berlin, Lindenstr. 110, 2. Gtage. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 165 Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Nähe Belleallianceplay. Freunden und Genoffen empfehle mein Weiß- u. Bayrisch: 30 Personen. W. 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