Nr. 253. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Nolonel. geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition iff bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Der 30. Oktober. Dienstag, den 30. Oftober 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. tarier verborgen sind. Die Angst hatte die Augen und die war ein kurzer Freiheitstraum! Wir wissen, mit welchen Dhren der europäischen Bourgeoisie geöffnet, die Furcht vor Mitteln die Regierungsbestien die Erinnerung an die Freiheitsdem neuen mächtigen Feinde, die Sorge um das Schicksal ihres tage aus dem Gedächtnisse des Proletariats auszulöschen verDas ist ihnen nicht gelungen. Seit dem Am 30. Oftober stellte die Regierung einen Wechsel östlichen Gendarmen, des Wachthundes des europäischen Stapi- sucht haben. 2. Oktober dieses Jahres fizt der Petersburger Geauf Freiheit aus, der bis heute noch nicht eingelöst talismus", öffnete ihnen auch den Beutel.-worden ist. Der Absolutismus war schließlich zum Nachgeben bereit. richtshof über den Petersburger Arbeiterdeputiertenrat Chrustalew in seiner Rede vor dem Gericht. Am 30. Oktober erschien das bekannte Manifest, zu Gericht. Es ist dies, wie der Zeuge Lewkin sich ausdrückte, ( 7. Oftober 1906.) in dem die bürgerlichen Freiheiten, eine Voltsvertretung das Gericht über das russische Proletariat". Kann es eine Jm Winter 1905 war es, als die Revolutionswogen die und noch einiges mehr in allgemeinen Phrasen versprochen gräßlichere Komödie geben, als wenn der Zarismus über das Oberfläche des schon seit mehreren Jahren nicht mehr ganz wurde. Es war fast zu viel im Manifest versprochen! Das Proletariat zu Gericht ſizen will! Die Angeklagten haben ruhig dahinfließenden politischen Lebens plötzlich in stürmische fiel den Massen sofort auf, und überall äußerten sie ihr Miß- bewiesen, auf wessen Seite das historische Recht ist, die Bewegung verfekten. die trauen. Trotzdem war der Jubel der Massen über den er- eigenen Diener des Barismus wurden gezwungen " In der Privatflagefache des Redakteurs W. Christians in Wilmers dorf, Privatklägers, gegen den Redakteur Karl Leid, hier, Angeklagten, wegen Beleidigung, ist in der Sigung des königlichen Schöffengerichts Berlin Mitte, Abteilung 148, folgender Vergleich geschlossen worden: Parteien vergleichen sich dahin: Der Angeklagte erklärt: So weit in den Artikeln 150 und 153 des Vorwärts" von 1903," Der goldene Fahrstuhl" und am„ Presse Pranger" persönliche Beleidigungen gegen Herrn Christians enthalten sind, nehme ich diefelben zurück und erkläre, daß ich mich überzeugt habe, daß Bestech ich Herrn Christians persönliche Vorwürfe von lichkeit und Storruption nicht machen fann; hierbei bemerke ich jedoch, daß ich in den genannten Artikeln nur die von mir auch heute noch aufrecht erhaltene Ansicht vertreten wollte, daß der Redakteur eines Drgans für Sypothekenbankwesen nicht Mitglied des Aufsichtsrats einer Hypothekenbank sein dürfte. Die russische Revolution. Der 22. Januar hatte die Revolution entzündet. Die rungenen Sieg groß. Stein Raum konnte die begeisterte lezten Fezen vom verfaulten Körper dieser historischen darauffolgenden, mit neuen Mezeleien verbundenen Sympathie- Menge fassen. Man suchte die Freiheiten, die man sich er- Mißgeburt zu reißen. Den Arbeitervertretern Petersburgs streits in Warschau, in Riga und in anderen Industriezentren zwungen hatte, voll auszunuzen gerade deshalb, weil keine ist die geschichtliche Rolle zugefallen, der Welt zu zeigen, riefen eine Reihe ökonomischer Ausstände in den fleineren Garantien gewährt wurden und weil man nicht wissen wie niederträchtig der Zar die Arbeiterschaft betrogen hat und Städten hervor, die die Monate März und April hindurch konnte, wie lange die bürgerliche Freiheit andauern noch täglich betrügt. Die Vertreter der Petersburger Arbeiter dauerten. Einer Ruhepause im Mai, welche durch die zum würde. sprechen den Fluch über den Zarismus auch im Namen derWeltfeiertage getroffenen Maßregeln der Regierung erzwungen Die sozialdemokratischen Organisationen waren sich darüber jenigen ihrer Genossen, die zu tausenden hingemordet war, folgte eine ganze Reihe politischer Massenausstände im flar: Was erzwungen werden konnte, das mußte sofort wurden, weil sie die einmal erkämpften Freiheiten zu verSommer. Der Kampf ließ zeitweise nach, um dann mit um erzwungen werden, solange der Ausstand noch andauerte und teidigen wagten. Es nähert sich die Stunde, wo das Volk so größerer Wucht wieder einzusetzen. Kaum hatte sich eine die Regierung sich vom ersten Schlage noch nicht erholt hatte. die Regierung zwingen wird, den am 30. Oftober 1905 Woge der Revolution im Norden oder im Westen des Reiches In diesem Augenblick des Freiheitsfiebers wäre das Volk zu ausgestellten Wechsel auf Freiheit einzu lösen. gelegt, da schwoll schon eine neue im Süden oder im allem fähig gewesen, und daher hielt die Regierung es für Zentrum an. flüger, in den ersten Freiheitswochen das Militär noch in den Durch den Krieg waren nicht allein alle Schwächen des Kafernen zu belassen. Sie mußte, um die Erregung der Absolutismus aufgedeckt, sondern es war auch bei den aller- Massen wenigstens einigermaßen zu dämpfen und für sich die breitesten Bevölkerungsschichten eine politische Erziehungsarbeit nötige Zeit zu erlangen, auch die Befreiung der politischen geleistet. Die Ereignisse des Winters vernichteten die letzten Häftlinge aus den Gefängnissen zulassen. Mit den übrigen Vertrauensüberreste zum Zaren- Väterchen, die vielleicht noch geforderten Garantien( Einberufung der konstituierenden Verunter einigen Anhängern Subatoms und Gapons zu finden fammlung, Ausarbeitung des Wahlgefeges usw.) hatte sie dann waren. Die Wahlen in die Schidlowskyschen Kommissionen Beit genug. näherten die indifferenten Massen den organisierten Arbeitern. Wir dürfen den 30. Oftober weder nach der einen noch Immer weitere und weitere Arbeiterschichten schlossen sich der nach der anderen Seite hin überschäßen. Wenn wir die daBewegung an. Immer lauter wurde die Forderung nach malige Lage nicht vom Standpunkt des Wünschenswerten bepolitischen Rechten. Der morsche Bau des Staatsschiffes trachten, sondern einzig und allein vom Standpunkte der trachte unter den Stößen der anstürmenden Revolutionswogen. tatsächlichen Ereignisse und der Machtverhält Das Staatssteuer wurde aus den Händen des einen nisse, so müssen wir zugeben, daß, wenn Witte damals Ministeriums genommen und denen eines anderen anvertraut: vielleicht auf dem Wege der Stonzessionen wirklich Ruhe Swiatopolt Mirsky ward von Bulygin, Bulygin von Witte und Ordnung herstellen wollte, er nicht mit einer fräftigen abgelöft. Dabei sah sich die Regierung zu einigen kleinen Nebenregierung gerechnet hatte und daß er durch sein BeDie Sozialdemokratie in Zentralrusland. Stonzessionen genötigt. So genügten die Freiheiten" unter streben, die alte Staatsordnung den neuen politischen Verhältnissen ( Aus einem Bericht an das Zentralfomitee.) dem liberalen Frühlingsministerium" Swiatopolt Mirstys anzupassen, einen wesentlichen Fehler beging. Die Regierung Die Gouvernements des zentralrussischen Gebiets der S. D. P. gerade dazu, um die zerstreuten Kräfte der russischen Liberalen Wittes verschärfte durch ihr Verhalten die politische Lage in bieten gegenwärtig das Bild eines kolossalen Wachstums der sozialzu einer Oppositionspartei zu sammeln. Auch durch das weit höherem Maße, als es durch die unmittelbare Agitation demokratischen Organisationen und ihres Einflusses. Obgleich die Die Nachsicht gegen Zahl der führenden Kräfte, die den Organisationen zur Verfügung Bulyginsche Sonstitutionsprojekt wurde gerade das Gegenteil von der Sozialdemokratie geschehen konnte. dem erreicht, was beabsichtigt war: Die Voltserregung wurde nicht über den Pogromanstistern, die Nichtaufhebung des Kriegs- stehen, vom Dezember an fast überall sich verringert hat, steigt schwächer, sondern sie nahm noch zu. Den Streifenden schlossen zustandes schaffte immer neues Mißtrauen, immer neue Be- dennoch die Zahl der Parteimitglieder überall aufs drei. fich in den Städten die Handwerker und einige professionale fürchtungen im Volte und trieb es direkt in den Kampf. fache und vierfache im Vergleich mit der vom Ende des vorigen Die alte Jahres. Troz aller Repressivmaßnahmen und„ konspirativen Be Verbände an. In den Ostseeprovinzen und einem Teile Bald stellte sich ein Zwitterzustand ein: Bolens brachen furz vor dem 19. August, dem Tage der Staatsordnung war beseitigt, aber eine neue noch nicht bingungen" werden fast jeden Tag neue sozialdemokratische Zirtel und Gruppen gegründet. In den meisten Gouvernements des GeVeröffentlichung der Bulyginschen„ Konstitution", größere geschaffen. Man war in eine Sackgasse geraten aus der man biets sind die Punkte, wo eine sozialdemokratische Parteiarbeit Agrarunruhen aus. Die Bulyginsche Reichsduma, die nicht weder zurück noch vorwärts konnte. Der Regierung wurde geleistet wird, so spärlich, daß sie an den Fingern abgezählt werden einmal als eine Ständevertretung angesehen werden sowohl von der äußersten Linken als auch von der äußersten tönnen. Das Wachstum der Organisationen wurde überall von konnte, befriedigte niemand, und das Projekt wurde von der Rechten Unentschlossenheit und Untätigkeit vorgeworfen. Witte ihrem Wiederaufbau in demokratischem Sinne geleitet. Dieser Um Regierung selbst fallen gelassen. Zur politischen Losung der entschied sich schließlich, der Rech ten nachzugeben, und er stand ebenso wie solche Ereignisse, bei denen die Arbeiter fich an Massen wurde das allgemeine, gleiche, direkte und geheime geriet mit jedem Tage mehr und mehr ins Fahrwasser der der Führung zu beteiligen verlangten, haben es uns ermöglicht, in Wahlrecht und die konstituierende Versammlung. Selftver- Ge genrevolution. Er wurde allmählich zum Stroh- lebendige und wirksame Verbindung mit der Masse zu treten. Die ständlich konnte sich niemand die Ausübung dieser Rechte ohne mann Durnowos und stüßte in der lumpigsten Weise noch Masse hat sich an uns gewöhnt und vertraut uns. Ohne das Preß-, Rede- und Versammlungsfreiheit denken, und für diese mehrere Monate hindurch mit seinem Namen den Kredit der Komitee" werden die Arbeiter nirgends einen ernsten Schritt unternehmen, und die Direktiven der örtlichen Organisationen verklingen Forderungen traten damals auf den ersten Semstwo- Gegenrevolution. tongressen auch die Liberalen ziemlich geschlossen ein. Ein neuer allgemeiner Ausstand im November war miß- nicht wie die Stimme des Rufenden in der Wüste. Gleichzeitig mit dem Wachstum der sozialdemokratischen Orgas Wir können hier weder auf die Streifbewegung im lungen. Schon der Oktoberstreit, an dessen erfolgreichem Aus- nisationen in den Städten und Industriezentren steigt der Ein Dttober noch auf die Entstehung des Rates der Arbeiter gang doch nicht der geringste Zweifel sein kann, hatte deutlich fluß der Partei auf dem platten Lande. Dies geschieht nach dendeputierten", der gewissermaßen die Riesenbewegung in ganz gezeigt, daß mit dem Ausstand allein die Sache nicht selben Gesezen wie die Vermischung der Flüssigkeiten in kommuni Rußland wenigstens in der ersten Zeit seines Bestehens- abgetan werden kann. Falls im Oktober die Regierung nicht zierenden Gefäßen. Es wäre auch sonderbar, wenn die Arbeiter, leitete, näher eingehen. Das hieße nach den Worten Ronzessionen gemacht hätte, so wäre auch damals die Ar- die mit dem platten Lande durch Familien- und wirtschaftliche Chrustalews die 50tägige Geschichte des ganzen russischen beiterschaft gezwungen gewesen, den Ausstand nach kurzer Zeit Bande verknüpft sind, es unserem Einflusse nicht unterworfen Lebens" beschreiben. Es war jedenfalls ein gewaltiges, zum Abschluß zu bringen oder zum Aufstand überzugehen. hätten. In den Dörfern des zentralrussischen Gebiets sind wir mächtig. heldenhaftes Ringen des russischen Proletariats mit dem Zu einem solchen aber war das große Rußland weder geDie Bauernbewegung im zentralrussischen Gebiete hat bis Kapitalismus und dem Absolutismus zugleich, das sich in nügend vorbereitet noch genügend organisiert, wenn über jetzt nicht jene frankhaften und dabei elementaren Formen anhaupt jemand schon damals an einen Sieg über dieser Zeit abspielte. genommen wie bei den Ausbrüchen in Südrußland. Zweifellos noch in der Mehrzahl regierungstreuen Truppen find die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und vielleicht eine Schon am 21. Oktober, als infolge der Arretierung der die Eisenbahndeputierten der Eisenbahnerstreik Daß das Proletariat nicht entmutigt, daß mindere Schärfe der Bodenfrage ausschlaggebend gewesen. Hier der Eisenbahnerstreit im Moskauer denken konnte. Eisenbahnnetz ausbrach, wurde in den sozialdemokratischen es zu allem bereit war, das bewiesen die Aufstände in begreifen es die Bauern besser als im Süden, daß ohne Frei Zentralleitungen der Gedanke erwogen, den Streit zu einem Mostau, in den Ditsceprovinzen, im Kaukasusgebiet und in heit das Land nicht zu erlangen ist. Und bei ihrer entschieden allgemeinen zu machen. Der weitere Verlauf der Dinge Sibirien. Einen Erfolg hätte man sich aber nur dann ber- politischen Stimmung halten sie sich vor Bornausbrüchen leicht au brachte diesen allgemeinen Streit unumgänglich mit sich. Am sprechen können, wenn schon das ganze Volt hinter der rüd. Wir haben hier häufig folgende Erscheinung beobachtet: 3m Süden die Flammen der Agrarrevolten, bei une Meetings und 25. Oftober trat der Rat der Arbeiterdeputierten Petersburgs Arbeiterschaft gestanden hätte und wenigstens ein Teil des Versammlungen; die Bauern hören zugereisten und einheimischen in Funktion. Am 26. Oftober wurde der Generalstreit Militärs bei der ersten Aufforderung auf die Seite des Volkes Rednern zu, erörtern Organisationsfragen. Sie stellen sich keinen proflamiert. Der Streit begann in Moskau. Am nächsten getreten wäre. Daran war im November noch nicht zu denken. anderen Aufstand vor als einen im Berein mit den Arbeitern Zag streiften nicht allein alle Eisenbahnlinien, sondern auch geführten, nach einem ausgearbeiteten Plan, mit einer starken die Arbeieer und Handwerker Petersburgs, Warschaus, Rigas, Organisation. Kiews, Rostows und der übrigen Industriezentren Rußlands. Ihnen folgten die kleinen Städte und Fabrikorte. Auch die Gerichte und die Schulen stellten ihre Tätigkeit ein. Also muß der 30. Oftober wohl als ein Rückzug auf beiden Seiten betrachtet werden. Die Regierung betrat den Weg der Konzessionen und das klassenbewußte Proletariat erklärte: Trogdem es sich mit dem Manifeste nicht zufrieden gebe, könne es doch vorläufig auch den bewaffneten Kampf nicht aufnehmen, Ganz plötzlich also war das Unglaubliche in Rußland zur und kehre zu seiner unterirdischen" Arbeit zurück. Aber ein Tat geworden: Der allgemeine politische Massen- Rückzug ist noch keine Niederlage, fein Aufgeben des streit wurde durchgeführt! Die proletarische Losung:" Alle Kampfes! Daß der Kampf noch lange nicht zu Ende ist, Räder stehen still, wenn Dein starker Arm es will", hatte sich davon mußten sich schließlich das erste wie das zweite Beam besten, am großartigsten in Rußland bewährt. Nicht allein ruhigungsfabinett", die Herren Witte- Durnowo wie Goremykin, die russische, sondern auch die westeuropäische Bourgeoisie ward überzeugen, davon wird sich auch der blutige Stolypin übergeblendet. Sie sah plötzlich das aufgerichtete Gespenst eines zeugen müssen. Die Revolution ist noch lange nicht tot. politischen Massenstreits vor sich und mit Grauen und Furcht Dafür sprechen schon die eben proklamierten Sympathieftreits fühlte sie, daß auch in ihren Fabrikkellern, in den Kasematten in Charkom und Jekaterinoslaw. ihrer industriellen Schlösser Millionen durch den Hunger in Die Reaktionäre denken mit Schrecken, das Proletariat Ketten geschmiedete, aber klassenbewußte und geistesstarke Prole- denkt mit Begeisterung an die Oktobertage von 1905. Es Die Tätigkeit der Organisationen des zentralrussischen Gebiets wird in der letzten Zeit auf eine weitere Entwidelung der Be wegung auf dem Lande gerichtet. In dieser Frage hat das Bureau des Gebiets Verhandlungen mit dem allrussischen Bauernverband eingeleitet. Als Resultat dieser Verhandlungen kommt in einigen Organisationen eine gemeinsame Tätigkeit der Partei und des Bauernverbandes auf der Grundlage der revolutionär- demokra tischen Organisation des Dorfes zustande." öffentlicht: Die Feldkriegsgerichte. Die illegale Zeitung Proletarij" ist in den Besitz des folgenden offiziellen Dokuments gelangt, welches es in seiner Nr. 5 verMinisterium des Innern. Eigene Kanzlei des Minister präsidenten. Nr. 485. Eilig. Geheim. An Se. Exzellenz ben Mostauer Gen.- Gouverneur: Das Polizeidepartement meldet dem Ministerkonseil, daß das p Moskauer Feldtriegsgericht, ohne Swjerew über die Anklagen, die feine Hinrichtung herbeiführten, zu verhören, ohne Informationsmaterial als Grundlage der Anklage, ihn verurteilt hat. Entsprechend den vom Polizeidepartement erhaltenen Angaben find die Ueberfälle auf Polizisten und die Plünderungen nicht das Wert Swjerets gewesen, sondern eines gewissen Bauern Nikolaj Dementjei Popow, der nach den Angaben des Bolizeidepartements fich ins Ausland gerettet hat. Zum Etat für 1907. mäßig jung, fie müssen eben erzogen werden. Bergreift sich ein ist lediglich die Vertretung und Förderung der Interessen feiner Vorgesetzter bei der Ausbildung an den Leuten, so ist es ganz in Gönner, der Herren Bergwerks- und Hüttenbefizer. Es sieht, daß der Ordnung, daß der Betreffende mit Arrest bestraft wird. Wie die Arbeiter mit der stetigen Steigerung der Lebensmittel- und die gesetzlichen Bestimmunge: aber jetzt liegen, muß jeder leichte Fleischpreise unzufrieden sind und sich gestatten, unter Hinweis auf Schlag, jeder unbedeutende Stoß gerichtlich geahndet werden. Diese Steigerung höhere Löhne zu fordern. Das paßt den HinterDas ist sehr umständlich, ruft Erbitterung bers 0 vor und die Zukunft einzelner Offiziere und männern des Blattes nicht, zumal die Regierung sich nicht von Unteroffiziere wird eventuell in Frage gestellt." vornherein energisch auf die Seite der Bergwerksmagnaten gestellt Man sieht, wie zärtlich Herr v. Goßler fich der Soldaten- und den Arbeitern mit dem ganzen Aufgebot der bekannten RegierungsIndem ich Ihre ernste Aufmerksamkeit als des Borgesetzten schinder annahm. Die Möglichkeit, daß ein solcher Rohling weisheit in der„ Nordd. Allg. 3tg." nachgewiesen hat, daß jede Rohndes Feldkriegsgerichts auf solche schwere Juſtizirrtümer lenke, am Ende erbittert würde, weil er für seine Flegeleien eine erhöhungsforderung unfittlich und staatsgefährlich ist vielmehr dieses welche eine Erregung der Geister in der Bevölkerung hervorrufen, leichte Strafe erhielt, erweckte ihm schwere Sorgen. Von der Blatt es, wenn auch gegen den Willen des Herrn Delbrüd, wagen empfehle ich Ihnen, sofort alle Maßnahmen zu verfügen, um die Erbitterung, die sich in den mißhandelten Soldaten ansammeln fonnte, einen Artikel zu veröffentlichen, der den Unternehmern Verbreitung von diesbezüglichen Gerüchten durch die periodische empfahl, in Anbetracht ihrer steigenden Profite die Arbeiterlöhne Presse zu verhindern und das in dieser Angelegenheit gesammelte muß, fagte Exzellenz nichts. Material an meine eigene Kanzlei einzusenden. Der Nachfolger des Herrn v. Goßler, der jezige etwas zu erhöhen. Kriegsminister b. Einem erklärte am 11. Dezember Solche Anmaßungen müssen nicht nur zurückgewiesen, sondern 1903 dem Reichstag und damit auch der ganzen Armee, es muß zugleich der hohen Regierung demonstriert werden, daß es Angesichts der anhaltenden Gerüchte über die bevorstehende daß er die Schläge, die da und dort man ch gar manche Dinge gibt, deren Erörterung ihr peinlich sein dürfte. Aufnahme einer neuen Anleihe ist es interessant, folgenden, von der mal in der Erregung fallen, wohl entschuldigen Recht deutlich läßt das ehrsame Zechenorgan selbst dieses Motiv durchRjetsch" veröffentlichten Auszug aus dem Protokoll der Verhandfönne. Der verstorbene preußische General bliden, indem es schreibt:„ Die Erregung der Arbeiterschaft, die nicht lungen des Ministerrates anzuführen: Die Aufstellung des Etats für 1907 bietet die größten b. Boguslawski schrieb einmal einen Artikel, in dem er zum geringsten Teil von den hohen Fleischpreisen hervorgerufen ist, fällt Schwierigkeiten. Der Abschluß der letzten Anleihe von 1906 hat die Zahl der im Deutschen Reiche vorkommenden Soldaten- heute mit Bucht auf die Arbeitgeber. Die Arbeitgeber außerordentlich viel Mühe gekostet und ist auf sehr ungünstigen Be- mißhandlungen als sehr niedrig bezeichnete. Und der preußische haben die Folgen einer nicht geschickten Staatspolitik zu tragen, dingungen hin zustande gekommen. Jedoch ist die Einnahme von Oberstleutnant a. D. Karl v. Wartenberg, und hinterher macht dann die Regierung noch die dieser Anleihe, trotz ihrer ansehnlichen Summe, unzureichend zur dessen Schriftstellername Freiherr v. Guhlen lautet, ließ in Arbeitgeber verantwortlich, wenn sie nicht unverzüglich Deckung des Defizits von 1905 und der Ausgaben für die feiner 1905 erschienenen Schrift Ceterum censeo" S. 80 die Wünsche der Arbeiterschaft befriedigen. Aber den stärksten Grund Liquidation des Krieges. Die Aufnahme einer neuen Anleihe für zur augenblicklichen Unruhe in den großen Arbeiterzentren hat 1906-1907, sei es innerhalb des Landes, sei es im Auslande, ist für folgende Klage los: nicht der Arbeitgeber gegeben, sondern die uns unerreichbar, wie infolge der allgemeinen Marktlage so Politik des Herrn v. Podbielski." auch ganz besonders infolge der Ungeklärtheit unserer inneren Zustände. Auf diese Weise ist es notwendig, um den Etat für 1907 ohne Defizit aufzustellen, entweder zu neuen Steuern oder zur Bestimmung der einzelnen Etatsposten in äußerst bescheidenen Grenzen zu greifen. Jedoch können neue Steuern faum verwirklicht werden, um bereits 1907 fühlbare Resultate aufzuweisen." " " Politische Uebersicht. Berlin, den 29. Oktober. Die Gegenfäße im Zentrum. " = $ 93 „ Aber unheimlich mußte den alten Praktikern zumute werden, als sie später boit autoritativer Seite zu hören bekamen, daß die an sich verhältnismäßig geringe Zahl der Soldatenmißhandlungen noch zurückgegangen sei. Ließ sich daraus nicht Lieber für den Fleischwucher, als für die Sozialdemokratie! schließen, daß die beständig aufs heftigste in ihrer Existenz bedrohten Vorgesetzten heute weniger tatkräftig gegen ihre Weferzeitung" fordert zur Unterstützung des national Die der Freisinnigen Bereinigung angehörence Untergebenen auftreten als vordem, damit nur nichts vorkomme?" Da haben wir es! Der preußische Herr Oberstleutnant liberalen Kandidaten Reese im Wahlfrelse Stade- Bremervörde auf. a. D. v. Wartenberg, der zuletzt an der Spize eines preußischen Selbst die Ration"( das Organ Barths), erklärt, sie verzichte auf den Bataillons stand, kann sich die Soldatenausbildung ohne Versuch, die Freisinnigen zur Stimmabgabe für den sozialdemokratischen Prügel ebensowenig vorstellen wie ein preußischer Normal- Kandidaten Ebert anzuspornen. Gegen die Lebensmittelverteuerung major von 1806. Nach unserer Erfahrung gibt es aber viele hätten sich die freisinnigen Wähler durch ihre erste Abstimmung Wartenbergs in der deutschen Armee. Nur schmettern sie ihre für den freisinnigen Kandidaten ausgesprochen. Jezt könnten Anschauung nicht so ungeniert in die Welt hinaus. Wie sie gegen die Lebensmittelverteuernng nur noch demonstrieren, nachsichtig auch die große Masse der deutschen indem sie für den Sozialdemokraten stimmten. Damit Offiziere über Soldatenmißhandlungen denkt, beweisen zur fet aber zugleich eine Demonſtration für die sozialdemo Genüge die äußerst milden Strafen, die die Soldatenquäler fratische gesellschaftliche Ordnung verbunden, die meistens erhalten." von ihnen so rückhaltlos verworfen werde. Der Brotest gegen die Wie die Polizei Verbrechen züchtet. Bor kurzem philosophierte die„ Germania" über die Gegen Jäge in den Parteien. Die gesamte Linke, so führte das Zentrumsblatt aus, kranke an inneren Zwiftigkeiten, und auf der Rechten herrsche zu wenig politisches Leben, als daß es überhaupt zu einem Gegensatz kommen könne. Demgegenüber wurde die Einigkeit im In der deutschen Armee spuckt eben leider noch Sozialdemokratie sei aber wichtiger als der gegen die Agrarzölle. Zentrum und dessen politische Rührigkeit gelobt. Darauf hat bereits immer Friedrich II. als Gespenst. Vor allem die preußischen Deshalb müsse die Wahlparole sein:" Für den Nationalliberalen". die Kreuz- Zeitung" bemerkt, rein äußerlich könne die Kriegsgelehrten können sich auch in der Zeit der allgemeinen Schamloser kann die freisinnige Jämmerlichkeit sich nicht ent „ Germania" recht haben, wenn sie behaupte, das 3Zentrum Wehrpflicht von dem preußischen Tyrannen, der in der blößen. Das durch den Brot- und Fleischwucher ausgebeutete tenne teine 8wiftigteiten. Aber", so schreibt das fonfer Zeit der Lineartaktik und der Söldnerheere große Proletariat weiß nun, was es von den papierenen Protesten des vative Blatt, es können in einer Partei sehr tiefgehende Gegen- militärische Erfolge errungen hat, nicht trennen. Mögen Freisinns gegen den Lebensmittelwucher zu halten hat! fäße bestehen, ohne daß sie als Zwiftigkeiten nach außen sie einmal ernstlich darüber nachdenken, wie es dem großen sich bemerkbar machen. Sollte gerade die Zentrumspartei, die doch König" ergangen wäre, wenn er mit seinen verprügelten und aus den politisch heterogensten Elementen zu gemarterten Soldaten, von denen die meisten nur auf eine Wir haben schon darauf hingewiesen, daß im Grunde sammengesett ist, feine inneren Gegensäge kennen? Diese Gelegenheit zur Desertion lauerten und daher zum Kampfe niemand anders für die lezte Tat des Köpenicker HauptFrage wird die„ Germania" feinesfalls verneinen können." in unübersichtlichem Gelände überhaupt unbrauchbar waren, manns", des unglückseligen Zuchthäuslers Wilhelm Die Rheinische Boltsstimme" nimmt Bezug auf diese gegen Napoleon hätte Strieg führen müssen. Er wäre zweifellos Voigt, verantwortlich ist, als die Polizei, die Voigt zu Auseinandersetzung und meint, es bedürfe keiner näheren Darlegung, unterlegen, wenn auch nicht so erbärmlich wie Friedrich wiederholten Malen während der letzten Monate u m daß die Germania" die Behauptung der Kreuz Zeitung", in Wilhelm III. feine Existenz gebracht hat. In einigen Blättern der Zentrumspartei gebe es gerade so gut wie in anderen Solange das dem Hohenzollernfultus heraus- war behauptet worden, daß Voigts Behauptung, er sei mit Parteien Meinungsverschiedenheiten, nicht widerlegen könne. wachsende Festhalten an den Traditionen Friedrichs II. im den polizeilichen Maßnahmen auch um seine Arbeit in „ In wirtschaftlichen Dingen", so schreibt das preußischen Heere nicht aufgegeben wird, kann das Soldaten- Berlin gebracht worden, wie er kurz vorher durch die Blatt der rheinischen Zentrumsbauern, sind die Gegen- prügeln aus der deutschen Armee nicht verschwinden. Es ge- mecklenburgische Polizei in Wismar aus der Arbeit gefäge im Zentrum oft genug in die& r= hört ja zu den zweifelhaften Ruhmestiteln des großen trieben worden war, den Tatsachen nicht entspreche. Nach den scheinung getreten. Wie tönnte es bei der Parteizuſammen- Königs", daß er und sein Herr Vater zu den größten Prügel- Erfundigungen, die jedoch ein Berliner Blatt bei der Berliner segung auch anders sein. Wir erinnern an die scharfe parlamenta meistern der Welt gehörten. Polizeibehörde selbst eingezogen hat, trifft die Dar. rische Auseinandersetzung zwischen dem Arbeitersekretär Giesberts stellung Voigts dennoch zu. Nach diesen Informa und dem Landesrat Schmedding, der bekanntlich einer Anregung des Westfälischen Bauernvereins entsprechend für die Beseitigung tionen hat der Berliner Polizeipräsident Voigt eine Beschrän kung des Aufenthaltsortes insofern auferlegt, als dem unter der kleinen Unfallrenten eintrat und von seinem Polizeiaufsicht Stehenden der Aufenthalt in Berlin Fraktionskollegen Giesberts dieserhalb scharf angegriffen wurde. und seinen Vororten untersagt wurde! Für die Berliner Polizeibehörde sei hierbei das preußische Gesetz vom 31. Dezember 1842 maßgebend gewesen, das mit Zucht haus bestraften, für die„ öffentliche Sicherheit oder Moralität" gefährlichen Personen gegenüber der Landespolizeibehörde das Recht einräumt, solche Personen in der freien Wahl ihres Aufenthalts zu beschränken. " * Deutfches Reich. Gegen die Fleischteuerung. Die„ Rheinisch- Westfälische Ztg.", das Organ der Rechenbefizer, Einen neuen Beweis für die Meinungsverschiedenheiten im hat bis vor kurzem nicht nur die hohen Vieh- und Fleischzölle der Zentrum hat das Blatt gefunden in dem Verhalten der Partei neuen Handelsvertragstarife, sondern auch die von der Regierung zur Fleischfrage. Während in der letzten Sizung der Kölner zum Rugen der agrarischen Taschen betriebene Grenzsperrpolitit Stadtverordneten der Abgeordnete Trimborn warm für die verteidigt und die sozialdemokratischen wie liberalen Aeußerungen Deffnung der Grenzen eintrat und im Verein mit seinen über die Schäden dieser Politik als lächerliche Queruleien verspottet. Parteigenossen an der Seite der Liberalen einen dahin gehenden Erst jüngst hat sie sich bewogen gefühlt, eine etwas andere Taktik Antrag annahm, habe sich die Kölnische Volkszeitung" einzuschlagen, und in ihrer Sonnabendnummer leistet sie sich selbst in einer ihrer letzten Nummern recht scharf gegen eine der eine Querulei, die sich sehen läßt. Sie schreibt nämlich: artige Maßnahme gewandt. Selbst die führenden Zentrumsblätter seien nicht immer einer Meinung. Während in der Gewerkschaftsfrage die Germania" dem konfessionellen Zusammenschluß der Arbeiter das Wort rede, trete die Kölnische Bollszeitung" mit aller Energie für die christlichen Gewerkschaften ein. Derartige Meinungsverschiedenheiten seien eben unausbleiblich bei einer Partei, deren Wähler sich zusammensetzen aus den verschiedensten Interessengruppen: Bauern, Beamten, Handwerker, Kaufmanns- und Arbeiterstand. " Die Gründe, weshalb das zentrumsagrarische Blatt, ganz entgegen der sonstigen Gewohnheit der Klerifalen, das Vorhanden sein von Gegensätzen und Meinungsverschiedenheiten betont, liegen auf der Hand. Die Agrarier beherrschen das Zentrum, fie find rücksichtslos bis zum äußersten und dringen vor allen Dingen auf die Durchführung ihrer Interessen. Sie würden es am liebsten sehen, wenn das Zentrum die städtischen Wahlkreise loswürde, die die Staatsmänner der Partei zu allerhand Konzessionen an die Arbeiter nötigen. Ihr Jdeal ist der Satz des Grafen Strachwitz: Das Zentrum wird agrarisch sein, oder es wird nicht sein! ein Standpunkt, der sich nicht verträgt mit dem des Herrn Trimborn, der seinem Wahlkreise zuliebe verkündet: Das Zentrum wird sozialpolitisch sein, oder es wird nicht sein! Die„ Rheinische Voltsstimme" legt es darauf an, den sozialpolitischen Ballast loszuwerden und das Zentrum auf rein agrarische Interessen zu verpflichten. Deshalb die gefliffentliche Betonung der Gegensäge im Zentrum, deshalb die scharfmacherische Haltung gegenüber der Arbeiterbewegung. die christlichen Gewerkschaften mit eingeschlossen. Die nächsten Reichstagswahlen werden voraussichtlich wesentlich dazu beitragen, das Zentrum von seinen städtischen Mandaten zu befreien und nach dem Wunsche des ultramontanen Bauernblattes zu einer fast rein agrarischen Partei zu machen. Nochmals die preußische Prügeltradition. In Deutschland voran im militärischen Prügelfult ist, wie allerdings selbstverständlich, Preußen. Es hat bekanntlich Offizieren, die sich wegen Soldatenmißhandlungen in Süddeutschland nicht mehr halten fonnten, Unterschlupf gewährt. Der frühere preußische Striegsminister v. Goßler gab am 9. März 1903 im Reichstage fogar folgende Prinzipien bon sich: 2 Wir haben schon früher wiederholt auf die Wirkungen dieses Gesetzes hingewiesen, das obendrein ganz mechanisch " Die Fleischteuerung hat einen Grad erreicht, der ohne schwere angewendet zu werden pflegt. Wie in vielen anderen Erschütterung nicht unverändert bleiben darf. Es ist gewiß be- Fällen ist auch in diesem Falle dem entlassenen Sträfling rechtigt und unvermeidlich, daß die Landwirtschaft bem allgemeinen Strom der Marktlage folgt; wenn die gesamte Lebens- Voigt die Möglichkeit genommen worden, sich durch Arbeit haltung Deutschlands und der meisten Kulturvöller aufwärts feinen Unterhalt zu verdienen. Er ist so lange hin und her steigt, wenn Löhne steigen, die Arbeitsbedingungen erschwert gestoßen und in feinem Broterwerb gehindert worden, bis werden, so wird auch die Landwirtschaft mit höheren Selbst- er jeden Versuch, sich zu rehabilitieren aufgab, und jenen kosten zu rechnen haben. Stein Billiger wird auch genialen Streich ausheckte, den er dann mit so verblüffendem Erfolg in Köpenick ausführte. bon der Landwirtschaft verlangen, daß sie für andere Berufsstände umsonst arbeiten soll; wir wünschen einen Schutz der Landwirtschaft so gut wie für die Industrie. Allein alle Breissteigerungen müssen eine Grenze haben und es geht nicht an, daß einzelne außerordentlich wichtige Waren sto weise so in die Höhe gehen, besonders wenn von diesen waren die Ernährung und Lebens haltung eines übergroßen Teiles des Volkes abhängt." Dann wird statistisch nachgewiesen, in welchem Maße in einigen rheinischen Orten seit 1904 die Fleischpreise gestiegen sind, und darauf heißt es: Ob man nun endlich daran gehen wird, den berüchtigten Gesetzesparagraphen, der bisher nur Unheil gestiftet und unzählige Menscheneristenzen vernichtet hat, außer Kraft zu jegen? Wir wagen das auch jetzt noch nicht zu hoffen. Denn das Schicksal von Zuchthäuslern ist ja kein Gegenstand, der unsere herrschenden Klassen aufzuregen geeignet wäre! Leipziger Justiz. Die Straffammer des Leipziger Landgerichts überraschte gestern in der großen Leipziger Juftizattion gegen die Leipziger Volksztg." " Es geht aus den Ziffern jedenfalls hervor, daß die Steige- dadurch, daß es troz des für den Oberstaatsanwalt Böhme und die rung für Schweinefleisch über 40 Proz. beträgt. Das ist feine drei angeblich beleidigten Nichter geradezu vernichtenden Ausrubige Entwicklung der Preise mehr, sondern ein stoßweises Springen falls der Beweisaufnahme nicht ein auf Freisprechung des nach oben. Ein solcher Sprung hätte nun bei vielen Waren nicht Genossen Redakteurs Seeger lautendes Urteil verfündete, sondern allzu viel Schlimmes zu bedeuten; da aber, wo es sich um ein den Genossen Seeger zu zwei Monaten Gefängnisstrafe notwendiges Genußmittel und notwendiges Gebrauchsmittel wegen des in Abwehr gegen Angriffe Leipziger Justizbeamter gehandelt, ruft eine solche Verteuerung Erregung weitester schriebenen Artikels der Leipziger Volkszeitung" verurteilte. Die Wir kommen morgen Streise hervor. Es ist uns ganz zweifellos, Urteilsbegründung liegt uns noch nicht vor. daß ein großer Teil der Gärung in der nach Eingang derselben auf den für die Rechtlichkeit der Presse und Arbeiterschaft in den Montanbezirken bewußt der Arbeiterklasse sowie für den Selassenjustizcharakter unserer Rechtsoder unbewußt mit der Verteuerung der Fleischpflege außerordentlich bezeichnenden Prozeß zurüd. preise zusammenhängt. Noch schlimmer aber sind die Folgen in den anderen, z. B. den Textilbezirken, wo durchaus Mit Dank quittiert. Herr Dr. Jüngst sendet uns eine fo= feine Hochbewegung des Gewerbes vorliegt und wo die Löhne genannte Berichtigung, die zwar nicht dem Preßgefeß entspricht, nicht steigerungsfähig sind. der wir aber mit Bergnügen Raum gewähren, weil wir darin die ausbrüdliche Bestätigung für die gegen den Herrn erhobenen Vorwürfe finden. Das kostbare Bugeständnis lautet: Die Sperre ist doch nicht selbstzweck und etwa bestimmt, Fleischnot hervorzurufen, sondern Mittel zum Zwed, und wenn dies Mittel gefährlich wird, so muß man andere Mittel suchen. Wir richten die Fragen an Herrn v. Podbielski: Was hat er im Laufe der letzten Jahre getan, um das Mittel der Sperre zu ersehen für den Fall, daß die Sperre unhaltbar ist? Wo find Seuchenhöfe für eingeführtes Vieh? Wo sind irgend welche Vorbereitungen für Quarantäne? Es ist uns unbekannt, daß auf diesem Gebiete irgend etwas geschehen ist." Das ehrfame Organ der Kohlen und Eisenmagnaten versteht also ebenfalls recht gut zu querulieren. Doch hieße es die schönen Ich halte es überhaupt für unrichtig, daß Eigenschaften dieses Blattes verkennen, wollte man annehmen, daß es in jeder Mißhandlungsfall gerichtlich abgeurteilt werden muß: Bezug auf die Fleischteuerungsfrage zu befferer Erkenntnis gelangt sei. früher war es so, daß ein leichter Stoß oder Schlag disziplinarisch Es folgt überhaupt nicht irgendwelchen Erkenntnissen, noch läßt es bestraft wurde. Die Offiziere und Unteroffiziere sind verhältnis- fich feine Politit durch Grundsäge diftieren; seine Richtschmur Es ist unrichtig, ich fönne nicht bestreiten, daß mit meiner Methode, den niedrigsten Lohnstand zum Ausgangspunkt der Berechnungen zu machen, meine ganze Beweisführung den Charakter der Tendenzmache erhalten habe und tendenziös sei. Dagegen ist richtig, daß ich auf das entschiedenste bes ftreiten fann, daß meine Darstellung, wenn, sie. den niedrigsten Lohnstond zum Ausgangspunkt nimmt, irgendwie tendenziös ist, da es nur ein Moment der Zufälligkeit ist, daß ein Jahr, von dem ich in Ermangelung weiter zurüdreichenden vergleichbaren amtlichen Materials bei meiner Betrachtung der Lohnentwickelung im Ruhrbergbau ausgehen mußte, den niedrigsten Lohnftand in den letzten zwanzig Jahren aufweist. Eine allgemeine Steigerung der Kohlenpreise, die einer 15prozentigen Erhöh... der Löhne entsprechen würde, würde in den weitesten Kreisen Mißstimmung hervorrufen und zu einem Niedergang der Konjunktur führen, auf den eine ebenso sprunghafte Lohnherabsetzung folgen müßte, und der schwere Mißstände hervorrufen würde. Es sei auf eine friedliche Verständigung zu hoffen, besonders, da die Bergarbeiter bon der allgemeinen Teuerung am wenigsten betroffen feien. Kein Gewerbe wende seinen Arbeitern solche Vorteile zu wie der Kohlenbergbau. Für die Deputatkohlen seien die Preise nicht erhöht. Die Mieten seien nicht ge= steigert worden. Ueber die Entwickelung der nächsten Zukunft Lasse sich nichts sagen. Es sei aber dem gesunden Sinn der Bergarbeiter zu vertrauen, daß sie den Urhebern der grundlosen Un zufriedenheit nicht folgen würden.- Hierzu ist zu bemerken, daß die Bergarbeiter, selbst wenn für sie, wie ausgeführt, die Kohlenpreise und Wohnungsmieten nicht gesteigert worden sind, doch unter der allgemeinen Verteuerung der Lebensmittel noch schwer genug zu leiden haben. Es ist unrichtig daß mein wissenschaftliches Gewissen jarbeiter gegen unmenschliche Ueberarbeit zup mich nicht abgehalten habe, bei der Darstellung der Lohn schützen. entwickelung nach Perioden die Jahre so zu wählen, wie sie für Ein Stauer hatte eine Anzahl Echauerleute angenommen, die meine Beweisführung gerade am besten paßten. Dagegen ist sich ihm gegenüber verpflichtet hatten, gegen einen Affordlohn die richtig, daß ich zur Erfüllung meiner Aufgabe, u. a. auch die Leute von früh 5 Uhr bis abends 7 ihr mit den Ladung eines Kohlendampfers in einer Tour" zu löschen. Nachdem den Einfluß des Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikats auf die üblichen Baufen gearbeitet hatten und zur Entleerung des Schiffes Entwickelung der Löhne der Ruhrbergarbeiter zu zeigen, nicht noch mehrere Stunden erforderlich waren, haben sie dem umhin konnte, die Jahre 1886-1892( vorsyndikatliche Beit) und Safeninipettor erklärt, daß sie wegen Erschöpfung 1893-1905( Syndikatszeit) einander gegenüberzustellen, woneben nicht mehr im stande seien, die Arbeit fortzusetzen. Der sich der Vergleich der Perioden 1886-1895 und 1896-1905 als Hafeninspektor hat darauf die Weiterarbeit verboten. der zweier Jahrzehnte ganz ungesucht, sozusagen von selbst Das Verbot war damit begründet, daß die Fortsetzung der Arbeit ergab.. durch die ermüdeten Leute eine unmittelbare Gefahr für ihr Leben Die Reederei des und ihre Gesundheit gebracht haben würde. Schiffes hat daraufhin dem Stauer einen Abzug von 400 m. ge macht; dieser hat sich an den Arbeitern schablos halten wollen. Deren Ansprüche sind jedoch vom Gewerbegericht ohne Abzug für berechtigt ertlärt worden. Nunmehr hat der Stauer die Polizeibehörde, welche die Vertretung des Hafeninspektors übernommen hat, vertlagt, weil diefer Die Behauptung, die Mieten seien nicht gesteigert worden, steht eine Amtsbefugnisse gröblich überschritten mit den Tatsachen in schreiendem Widerspruch. Selbst der berühmte Herr Dr. Jüngst hat in seinen tendenziösen Artikeln im Glückauf" habe(!). Die Klage ist abgewiesen worden. Aus den Gründen sei hervorgehoben: Nachdem die Arbeiter 14 Stunden hintereinander bei einer Steigerungen der Mietspreise und zwar auch für Zechenwohnungen schweren törperlichen Arbeit beschäftigt gewesen waren, mußte, nach anerkannt. Offenkundige Tatsachen werden ungeniert geleugnet, um Maßgabe der menschlichen Leistungsfähigkeit, mit der Möglichkeit die Ablehnung der Bergarbeiterforderungen zu begründen. Wie gerechnet werden, daß sie bei der Weiterarbeit an ihrer Gesundheit würde man über die Arbeiter und die Urheber der Unzufriedenheit" Schaden erleiden, sich auch gegenseitig gefährden könnten. Die An- herfallen, wenn diese mit ebenso unwahren Behauptungen wie Herr nahme, daß der Hafeninspektor die ihm zustehende Befugnis zur Müser aufwarten wollten. Als eine faum glaubliche Unverfrorenheit Inhibierung der Arbeit absichtlich zugunsten der Arbeiter mißbraucht muß der Hinweis auf die eventuelle Notwendigkeit einer 15prozentigen habe, ist daher ohne weiteres zurückzuweisen. Preissteigerung für Kohlen empfunden werden. Der Ueberschuß der Durch das Gesetz vom 26. November 1897 ist der Wirkungsfreis Es ist unrichtig, daß ich in der Hauptsache mit den Ergebnissen der Gelsenkirchener Bergwerks Aktiengesellschaft operiert habe. Dagegen ist richtig, daß meine Darstellung der Lohnentwickelung ausschließlich auf den amtlichen Lohnnachweisungen des Königlichen Oberbergamtes zu Dortmund basiert und eine Verwendung der über 1886 hinaus reichenden( nichtamtlichen) Lohnangaben einzelner Zechen, wie 3. B. der Gelsenkirchener Bergwerts- Aktiengesellschaft, sich des halb verbot, weil sie wegen der in der damaligen Zeit biel größeren Verschiedenheit der Lohnverhältnisse tein allgemeines Bild der Lohngestaltung im ganzen Ruhrbezirk hätten geben fönnen. Glückauf! Dr. Jüngst. Also für Herrn Jüngst war es selbstverständlich, den niedrigsten Lohnſtand zum Ausgangspunkt seiner Beweisführung zu benußen. Das verstehen wir! Für einen Statistiker, der " objektiv die Verhältnisse schildern wollte, wäre es allerdings felbit des Hafeninspektors dahin umschrieben, daß ihm die Fürsorge Harpener Gesellschaft belief sich für das 8. Quartal 1906, auf titelt: Ausland. Frankreich. für den Schutz der Hafenarbeiter gegen Gefahren für Leben und Gesund- 5105 000 Mart, das ist gegen das Ergebnis des 3. Quartals 1905 heit sowohl in den Arbeitsbetrieben selbst, wie bei der Beförderung von ein Mehr von 1560 000 Mart gleich 44 Prozent. Pro Arbeitstag und nach den Arbeitsstätten im Hafen nach Analogie der Fabrikinspektoren stellt sich der Betriebsüberschuß im 3. Quartal 1905 auf 44 873 m., obliegt. Insbesondere ist er befugt, wenn seines Erachtens durch mangel- im 3. Quartal 1906 auf 65 448 M. Mit solchen Ergebnissen sind hafte Betriebseinrichtungen im Hafen eine unmittelbare Gefahr die Kohlenmagnaten nicht zufrieden, sie wollen die Konsumenten noch für Leben oder Gesundheit der im Betriebe Beschäftigten entsteht, mehr schröpfen und die Arbeiter sollen hübsch bescheiden und zufofort die zur Abwendung der Gefahr erforderlichen Anordnungen frieden sein. zu treffen und nötigenfalls die Fortsetzung der Arbeit bis zur Abstellung der gerügten Mängel zu untersagen. " " Eine Polemik Jaurès' gegen den Vorwärts". Paris, 28. Oktober.( Eig. Ber.) Genoffe Jaurès hat in der gestrigen Humanité" einen Ar" Entre deux Excès"( 3wischen zwei Ueber treibungen") veröffentlicht, der sich mit der enthusiastischen Betriebserweiterungen. Nach der Rhein.- Westf. 8tg." stehen Begrüßung Clémenceaus durch den„ Avanti" und der skeptischen Unter einer mangelhaften Betriebseinrichtung ist mehrere Hüttenwerke in Verhandlungen, um Siegerländer EisensteinAuffassung beschäftigt, die in dem Artikel„ Der 18. Brumaire des nicht nur die Mangelhaftigkeit der zum Betriebe benugten Gin- gruben zu erwerben. So haben u. a. die Rheinischen Stahlwerke Georges Clémenceau" in der Freitagnummer des Vorwärts" richtungen, die Arbeitsmaschinen, die Werkzeuge, Gerüste, Leitern, bie Gruben Concordia"," Neute Hardt"," Bautenberg" und Pfannenzum Ausdruck gekommen ist. Da diese Nummer vorgestern in Lösch- und Ladeeinrichtungen, die Sicherheit der Zugänge zum Schiff berg" befahren lassen. Paris noch nicht eingetroffen war, mußte sich die Ungeduld des und zu dessen einzelnen Räumen zu verstehen, sondern auch Metallindustrie Schönebeck A.-G. Aus dem Ergebnis des verKritikers an den Auszug halten, den der" Temps" in gewohnter die Art und Weise, wie der Betrieb geregelt ist. Art für seine Zwecke durch Entstellungen und Fälschungen prä- Auch dieser muß so eingerichtet sein, daß er, soweit tunlich, teine floffenen Geschäftsjahres wird eine Dividende von 10 Proz. verteilt. pariert hatte. Eine Bemerkung des Genossen Jaurès läßt indes Gefahr für die Arbeiter mit sich bringt. Amerikanische Ernte. Der„ New Yorker Handelsztg." entnehmen voraussehen, daß er auf den Artikel des Vorwärts" nach der Zu einer Betriebseinrichtung gehört es also auch, daß wir folgende Angaben: Lektüre feines Textes noch zurückkommen wird. Der Grundsatz, bei gewissen schwierigen Arbeiten die genügende Arbeiterzahl ein- Auf Grund der neuesten amtlichen. Angaben vergleichen sich die bei einer Polemik von der wirklichen Meinung des anderen aus- gestellt und bei lang andauernden Arbeiten für einen rechtzeitigen für die Hauptartikel unserer Bodenproduktion soweit vorliegenden zugehen, wird natürlich auch beim Berichterstatter des„ Borwärts" Erfaz der ermüdeten Arbeiter gesorgt wird. Eine mangel. Ernteaussichten mit der amtlichen Schätzung der lezztjährigen ErgebBefolgung finden. So versagen wir es uns, auf die vorläufigen bafte Betriebseinrichtung in diesem Sinne ist in gleicher nisse in folgender Weise: Bemerkungen des Genossen Jaurès einzugehen. Eine fachliche der Arbeiter mit sich zu bringen, wie die mangelhafte Beschaffenheit Weise geeignet, unmittelbare Gefahren für Leben oder Gesundheit Auseinandersetzung über den Gegenstand wird vielleicht erst mög- der Betriebsräume, Maschinen und Gerätschaften. lich sein, wenn die Rede vorliegt, die Jaurès gestern in Tours gehalten, worin er die Taktik der Sozialisten gegenüber der Regierung Clémenceaus dargelegt hat. Bisher tennt man nur das telegraphische Referat des" Matin", das dem Redner einen Optimismus zuschreibt, der sich allerdings weit mehr dem„ Erzeß" des Avanti" als dem des" Vorwärts" nähern würde. " Ein Zarenattentäter, begnadigt. Der Fall einer solchen mangelhaften Betriebseinrichtung lag aber vor. Entlöschung des Kohlenschiffes gearbeitet hatten, zu ermüdet waren, Denn daß die Arbeiter, die bereits vierzehn Stunden bei der um ihrer Tätigkeit und der Bedienung der dabei benutzten Maschinen und Gerätschaften noch die notwendige Aufmerksamkeit widmen zu fönnen, also fein geeignetes Personal zur Fortsetzung der Arbeit waren, ist nicht zu bezweifeln. Gleichgültig ist dabei, daß die Arbeiter durch Vertrag die überZu dieser durchaus dem§ 120a der Gewerbeordnung und§ 618 des Bürgerlichen Gesetzbuches entsprechenden Entscheidung des Hamburger Oberlandesgerichts möchten wir nur noch hervorheben, daß Arbeitgeber- industrielle wie landwirtschaftliche durch Anordnung übermäßig langer Arbeitszeit ihre gefeßliche und ihre Vertragspflicht verlegen. Das hat bekanntlich im Fall der HamburgAmerika- Linie das Getverbegericht gröblich verkannt. Gegen die auf die Hamburg- Amerika- Linie bezügliche Entscheidung ist übrigens Berufung eingelegt. Krankenlaffenwahl in Darmstadt. Winterweizen Frühjahrsweizen Gesamt- Weizenernte Mais Hafer Gerste Kartoffeln. Buchweizen Oftober 1906 Ernte von 1905 428 462 834 264 516 655 692 979 489 Bushel 493 434 000 246 449 000 789 883 000 2 780 069 000 2 707 993 540 863 352 000 144 528 000 287 615 000 13 249 000 186 651 020 260 741 294 Berlin und Umgegend. 953 216 197 14 505 082 Aus Paris schreibt man uns: Am 6. Juni 1867 fuhr Zar Alexander II., der Gast Napoleons III. im Boulogner Wäldchen mäßige Arbeit übernommen und sich dadurch selbst in die Lage ge- Demnach ergibt fich für 1906 bei Weizen ein Mehr von spazieren, als sich ein junger Mensch, ohne Hut und mit aufgeregten bracht haben, sie ausführen zu müssen. Denn die Anordnung des 46 903 511 Bushel, bei Mais von 72 075 460 Bushel, bei Hafer ein Gesten dem Wagen näherte. Der Stallmeister, der nebenher Hafeninspektors geschieht im öffentlichen Interesse und ohne Rücksicht Minus von 89 864 197 Bushel, bei Gerſte ein Mehr von 7876, 980 galoppierte, fiel ihm in den Arm. Ein Pistolenschuß krachte und auf bestehende Berträge. Bushel, bei Kartoffeln ein Mehr von 26 873 706 Bushel, und bei traf das Roß des Stallmeisters. Der Urheber dieses findischen Das Verbot der Fortsegung der Arbeit durch Buchweizen ein Minus von 1 256 082 Bushel. Attentats war ein neunzehnjähriger Pole namens Berezowski. übermüdete Arbeiter war daher von seiten des Er wurde zu lebenslänglicher Zwangsarbeit in Kaledonien ver- Safeninfpettors gefeglich gerechtfertigt." Gewerkschaftliches. urteilt. Es hatte sich zwar herausgestellt, daß mindestens in demfelben Maße wie politischer Haß die Sucht, vor einem vergebens umworbenen Mädchen in einer Heldenrolle dazustehen, den unreifen Jüngling zu der Tat getrieben hatte, aber die monarchische SoliAchtung, Metallarbeiter! Die Differenz in den Siemenswerten darität gestattete keine Gnade. So mußte der Knabe, der ein Roß hat eine weitere Verschärfung und Ausdehnung erfahren. Am verwundet hatte, in die kaledonische Hölle ziehen. Dem wahnFreitag beschlossen mehrere Abteilungen mit zuſammen zirka sinnigen Greis gestattet jetzt die Gnade des Präsidenten der Republik, 250 Mann, die Ausgesperrten durch Niederlegung der Arbeit zu 250 Wlann, die Ausgesperrten durch Niederlegung der Arbeit zu sie zu verlassen. Vergebens hatte der Gefangene gehofft, daß die unterstüben. Dieser Beschluß ist am Sonnabend ausgeführt. junge Republit einem Tyrannenmörder Milde bezeugen würde. Natürlich ist der Firma Mitteilung von dem in Aussicht stehenden In den Jahren nach der Kommune aber gab es fein Mitleid für AufStreit gemacht worden, um ihr noch in letzter Minute Gelegenheit rührer. Erst Gambetta bewirkte 1879, daß die Strafe in einfache zu geben, die Niederlegung der Arbeit durch Entgegenkommen den Deportation umgewandelt wurde. Seither lebte Berezowski in Am Sonntag fand die Wahl der Vertreter der Ortsfrankenkaffe Ausgesperrten gegenüber, zu verhüten. Aber die Herren Direktoren einer elenden Hütte boll Ratten und Ungeziefer auf dem Terri. in Darmstadt statt. Die christlichen Gewerkschaften beteiligten sich haben in ihrer Weisheit anders beschlossen. Wie beschlossen war, torium des Bagnos, sein Leben von mitleidigen Gaben und von zum erstenmal an der Vertreterwahl, fie erhielten 116 Stimmen. ging klar aus den nachfolgenden Maßnahmen hervor. Die 250 Arden färglichen Ergebnissen des Fischfangs fristend, wahnsinnigen Auf die Standidaten des Gewerkschaftskartells entfielen 1895 Stimmen. beiter hatten den Betrieb noch nicht verlassen, als zunächst seitens Erfinderphantasien nachhängend. Dem harmlosen Mann die ganze Bravo! Bei gleicher früh ansetzender Rührigkeit des Gewerkschafts- der Meister auf die 250 ein Sturmangriff bersucht wurde, um alle Freiheit zu geben, daran dachte die Republik, die sich unterdes dem fartells auch an anderen Orten dürfte der Sieg des Gewerkschafts- alles versprochen! Eine ganze Reihe von Meisterstellen! Als das oder doch einen Teil zum Bleiben zu veranlassen. Was ist da nicht Zaren zu Füßen gelegt hatte, nicht. Erst jetzt, nachdem der Un- fartells ein ähnlicher ähnlicher sein. Es zeigen aber Wahlen an glückliche 39 Jahre, den Aufstieg und die Fülle des Lebens, im verschiedenen Orten, an denen die jetzigen Kandidaten des nicht 30g, ging man zu Drohungen über. Man holte einzelne und 2, 3 und 4 Mann zusammen in die Meisterbude, um so wirksamer Elend der Gefangenschaft verloren hat, ist ihm die Befreiung zuteil Gewerkschaftskartells gewählt find, daß man sich gar zu arbeiten zu können. Doch alles vergeblich. Bis auf einige wenige worden. Eine Anzahl von Politikern und Philanthropen, unter großer Siegesgewißheit hingibt. Dringend erforderlich ist, bei haben die in Frage kommenden kurz nach 12 Uhr den Betrieb verihnen drei sozialistische Deputierte: Dejeante, Thibrier der Mobilisierung der Christlichen und des Reichsverbandes gegen lassen, die Meister usw. in der Rolle der betrübten Lohgerber und Breton, ergriffen die Jr.itiative, und die Liga der Menschen die Kaffenverwaltungen red taeitig und Hand in Hand mit den zurücklaffend. Nun begann ein weiteres Spiel. In allen Abrechte, an deren Spiße Francois de Pressensé steht, unterstüßte politischen Organisationen die Stassenwahlen vorzubereiten. teilungen, die noch im Betrieb waren, wurde seitens der Vorges ihre Aktion. Bezeichnend für die Verkommenheit der reaktionären setzten im höheren Auftrag bekannt gegeben, daß, wer nicht sofort Presse ist die Tatsache, daß der nationalistische Eclair" die Beder gelben Geivertschaft" beitrete, am Abend ausgesperrt würde. gnadigung, wenn auch nicht offen tabelt, so doch mit Bosheit Auch hierbei wurden wieder alle Register gezogen. Versprechungen, gloffiert und als überflüssig erklärt, da ja Berezowski in Staledonien Bitten und schließlich Drohungen. Mit einem Wort, es ist in der doch volle Freiheit gehabt habe. Die besoldete Brutalität der ungeniertesten Weise in Belästigung, Drohung und Nötigung gefranzösischen Kosaken kann mit der der russischen den Wettkampf arbeitet worden. Daß mancher der Arbeiter es schon als Beohne Furcht aufnehmen. leidigung empfindet, wenn man ihm auch nur anbietet, Mitglied der gelben Streitbrecherorganisation zu werden, scheinen die Herren Direktoren ganz zu vergessen. Nun haben aber unsere Kollegen, die noch im Betrieb arbeiten, diefem zweiten Sturm auf ihre Organi sation tapfer standgehalten. Was die Herren für die gelbe Gewerks schaft erwischt haben, ist derartig minimal und minderwertig, daß England. Der Anfang zu einer englischen Volksweyr. London, 26. Oktober. Wir stehen in England vor dem Beginn einer wirklichen demokratischen Reform des Heerwesens. Allgemeine Militärpflicht nach deutschem Muster ist hier ganz unmöglich. Bon mehrjährigem Kasernenleben, von der Anbetung des Soldatenrockes will der Engländer nichts wissen. Wohl aber ist Gegen übermäßige Ausbentung jugendlicher Arbeiter müsse mit aller Strenge des Gesetzes vorgegangen werden, sagte das Landgericht in Augsburg in der Begründung eines Urteils, das einem Ziegeleiunternehmer wegen 14 und 15 Stunden langer Beschäftigung jugendlicher Arbeiter eine Geldstrafe in Höhe von 75 Mart auferlegte. Mit dieser Strenge des Gesetzes wird der nichtswürdige Ausbeuter wohl zufrieden sein, denn er hat in einer langen Zeit aus diesen jungen Burschen jedenfalls den vielfachen Betrag von 75 M. herausgeschunden. Bestimmungen über Arbeits- und Wohnräume der Bäckergesellen hat der Bezirkspräsident des Unter- Elsaß erlassen. Unter anderem wohl in Erkennung dieser Tatsache die für den Abend angesagte heißt es in diesen Bestimmungen, daß die Arbeitsräume nicht in Aussperrung unterblieb. Ob die Aussperrung nicht doch noch kommt, unmittelbarer Verbindung mit Bedürfnisanstalten stehen dürfen. oder ob die Vernunft bei der Direktion Oberhand gewinnt, werden Ferner müssen auf jede beschäftigte Person im Arbeitsraum 15 Subit wir wohl in den nächsten Tagen sehen. Doch wie immer es auch er geneigt, der Jugend eine militärische Erziehung geben zu meter Luftraum entfallen. Den Arbeitern muß Gelegenheit geboten kommt, so viel steht heute schon fest, alle Arbeiter und Arbeiterinnen Tassen. Und mit dieser militärischen Erziehung wird jetzt der An- fein, ihre Kleider sauber zu verwahren und sich an einem ausreichend sehen, wohin der Kurs geht. Es handelt sich für die Firma um fang gemacht. In vielen Schulen Mittel- und Elementar- gewärmten Orte zu waschen und umzukleiden. Die Arbeitsräume nicht mehr und nicht weniger, als um die Vernichtung unserer schulen wird der Schießunterricht obligatorisch. dürfen als Wohn- oder Schlafräume nicht benutzt werden, was leider Organisation. Die Firma hat die letzten Rücksichten beiseite gelegt, Zu diesem Zwecke werden in Birmingham Miniaturflinten zu noch eine sehr verbreitete Unfitte ist. Es wäre zu wünschen, daß sie hat die Maske der Humanität und Arbeiterfreundlichkeit voll. Schulzwecken fabriziert. An einigen Hochschulen werden auch Kurse in diesen tätigen Arbeiter und des konsumierenden Publikums ab- Kollegen und Kolleginnen im Wert wissen jebt, was los ist. Wir Schulzweden fabriziert. An einigen Hochschulen werden auch Kurse auch anderwärts dieſen allergröbsten Uebelständen zum Rußen der ständig abgenommen und zeigt jebt ihr wahres Gesicht! Unsere für militärische Geographie, Kriegsgeschichte und Strategie ein- geholfen würde. erwarten, daß sie nach wie vor ihren Mann stehen. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverivaltung Berlin. gerichtet. Interessenstumpffinn bürgerlicher Gemeinderäte. Im Streit der Werkzeugmacher und Schloffer der Spezial zu erziehen und sie dann durch periodische Uebungen zu befähigen, sich ein bürgerlicher Gemeinderat über die Presse, weil diese die In der Stadtverordnetenfißung in Kempten( Allgäu) beschwerte betriebe für Schnitte und Stanzen ist eine Aenderung nicht einihr Land gegen eine Invasion zu schüßen. Das jetzige stehende Deffentlichkeit vom Auftreten des Typhus in der Stadt in Kenntnis getreten. Der Streik dauert jetzt bereits über 2 Wochen und scheint Heer soll zu einer Kolonialarmee werden. Der Grundgedanke dieser Reform ist: die Jugend militärisch Soziales. Eine sozialpolitisch verständige Entscheidung. Das Hamburger Oberlandesgericht hat dieser Tage eine gerechte Entscheidung getroffen, die in einem anerkennenswerten Gegensatz zu dem bekannten verkehrten Urteil des Hamburger Gewerbegerichts gefezt habe. Dadurch habe unter dem Bublifum eine Beunruhigung es, als ob noch längere Zeit vergehen muß, che die Herren für Blaz gegriffen und die Folge davon sei gewesen, daß ihm aus unsere Forderungen das notwendige Verständnis haben. Ein Nachausgeben Furcht, typhuskrank zu werden, niemand mehr Schlagrahm geben seitens der Werkzeugmacher ist, wie in einer Versammlung unter Zustimmung aller Streifenden von einem Beteiligten erabgekauft habe. tlärt wurde, vor Weihnachten ausgeschlossen. Voraussichtlich wird dieser Kampf also noch ein Weilchen dauern. Aus Industrie und Dandel. Hezer. Eine echte Scharfmacherei leistete sich auf der Generalversamm in Sachen der Hamburg- Amerifa- Linie aus Anlaß der Maifeier steht. In der Entscheidung handelt es sich um die Feststellung lung der Harpener Bergwerksgesellschaft der Generaldirektor Müser. der Befugnisse des Safeninspettors, die Hafen. Nach dem Bericht des B. T." führte er aus: Achtung, Metallarbeiter! Heute, Montag, ist bei der Firma Siemens u. Halske und Siemens Schudert mit Mitteln für die gelbe Getvertschaft gearbeitet, die bollendete Era preffung, Nötigung, Bedrohung und Bergehen gegen§ 158 der Ges werbeordnung darstellen, Es ist deshalb Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft gegen p die Direktion sowie die Werkführer und Meister obiger Firma er= stattet worden. Es bleibt abzuwarten, ob gegen diese Gesetzesverächter ebenso schneidig vorgegangen wird, wie wenn es sich um Arbeiter handelt. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Anträge zum Tarifvertrag der Zimmerer. Da der Tarifvertrag für das Zimmergewerbe am 31. März 1907 abläuft oder, falls er bis zum 1. November nicht gekündigt wird und auch keine Abänderungsanträge gestellt werden, auf ein Jahr unverändert weitergilt, haben bereits cine Anzahl Bezirksfizungen der Zimmerer über diese Fragen beraten und in manchen Bezirken wurden fogar zwei oder drei Sitzungen deswegen abgehalten. Die Vorschläge der Bezirke lagen einer am Sonntag bei Littfin in der Memelerstraße abgehaltenen 3 a hlstellen bersammlung gedruckt vor. In allen Bezirken waren Lohnerhöhung und Verkürzung der Arbeitszeit verlangt worden. Wie der Vorsitzende Witt, der über die Situngen berichtete, ausführte, war die Forderung der Lohnerhöhung übereinstimmend damit begründet worden, daß die hauptsächlich durch den neuen Zolltarif hervorgerufene allgemeine Verteuerung der Lebensmittel, dazu die auf dem Grundstückswucher beruhende Steigerung der Wohnungsmieten die Zimmerer immer mehr zur Einschränkung und Verschlechterung ihrer Lebenshaltung nötigen, während die Unternehmer immer tcpitclfräftiger werden. Die Forderung der Arbeitszeitverkürzung war damit begründet worden, daß die meiste Arbeit nicht mehr in Berlin, sondern in entfernt liegenden Vororten ausgeführt wird, wie denn auch die Holzpläße, die Hauptarbeitsstätten der Zimmerer, nach außerhalb verlegt worden sind, und daß dedurch die nach dem Vertrag neunstündige Arbeitszeit sich oft auf volle 12 Stunde. ausdehnt. Soll es nun dem Zimmerer möglich sein, als Kulturmensch zu leben, sich seiner Familie, der Erziehung seiner Kinder zu widmen, so ist es unbedingt notwendig, den Achtstundentag einzuführen. Dieser Begründung schlossen sich sämtliche Redner in der Zahlstellenverfammlung an. Die Versammlung beschloß, die Verkürzung der Arbeitszeit auf 8 Stunden und die Er höhung des Stundenlohnes auf 85 Pf. zu verlangen. Ginige stimmten für 1 M. Stundenlohn; die Mehrheit war jedoch der Ansicht, daß, wenn auch ein solcher Lohn durchaus nicht zu hoch sei, diese Steigerung um 25 Pf. doch allzu schwer durch Es lagen noch verschiedene andere Anträge zum Tarifvertrage vor; sie wurden jedoch von der Versammlung nicht weiterberaten, sondern den Mitgliedern der Achtzehnerfommission als Material überwiesen. zusetzen sein werde. Der Verfan.... lung wurde auch die Abrechnung vom 3. Quartal vorgelegt. Die Einnahmen samt dem alten Bestand von 102 568,16 M. betrugen 154 003,05 m., die Ausgaben 45 250,87 Mark, sodaß der Bestand sich am Quartalsschluß auf 108 752,18 27. erhöht hatte. An den Streiffonds wurden 3825,60 m. abgeliefert, an die Zentralfaffe 29 676,90 M. Das Sommerfest brachte 343,74 Mark Ueberschuß. Die Mitgliedc- zahl stieg von 4687 auf 4914. Dann wurde über die Sperre bei Ferdinand Friz in der Torf: straße berichtet. Sie hatte keinen Erfolg, weil sich eine Anzahl Arbeitswilliger eingefunden hatten, teils unorganisierte Leute, teils Mitglieder des Vereins oder des Verbandes. Ihre Namen find: Ernst Bietsch, Gustav Strehmann, Richard Schulz, Paul Hilde brand, Stenz, Artur Sühle, Otto Ziegler, Hermann Klemann, Josef Jazkowski und Ernst Schwaß. Soweit sie Verbandsmitglieder find, beschloß die Versammlung, ihren Ausschluß beim Hauptvorstand zu beantragen. den Wunsch aus, daß Mittel und Wege geschaffen werden, die und Mitfahrer möglichst innegehalten werden und sind die Touren geeignet sind, selbst die größten Kämpfe wirksam durchführen derselben dementprechend zu regein. Jedem Fahrer und Mitzu können. Da diese Mittel aber notwendig eine Erhöhung der fahrer wird im Sommer ein Urlaub wie folgt gewährt. Nach einer Beiträge in sich schließen, so erwartet die Versammlung, daß Beschäftigungsdauer von einem Jahr 1 Woche, nach einer Beder Zentralborstand dem nächsten Verbandstage eine ent- schäftigungsdauer von zwei Jahren 2 Wochen, unter Fortzahlung sprechende Vorlage unterbreitet. des Lohnes. In jedem Brauereibetrieb find für das Fahrpersonal Betreffs der bevorstehenden Tarifberatung erklärte sich die verschließbare Spinden zur Aufbewahrung ihrer Garderobe und Versammlung einstimmig für die in den Vorbesprechungen auf- sonstigen Sachen anzuschaffen. Der Tarif gilt vom 1. Januar 1907 gestellten Forderungen. Dieselben besagen in der Hauptsache: Die bis zum 31. Dezember 1908 und gilt auf ein Jahr verlängert, falls Arbeitszeit soll mit der derjenigen der Maurer und Zimmerer über- er nicht 6 Wochen vor Ablauf von einer Partei gekündigt wird. Nach längerer Aussprache, an der sich auch mehrere anwesende einstimmen. Die Stundenlöhne, welche für die verschiedenen Vertreter des Brauereiarbeiterverbandes beteiligten, erklärten sich Arbeiterkategorien jest 50-80 Pf. betragen, sollen um je 10 Pf: die Anwesenden mit allen gegen vier Stimmen für die Einreichung erhöht werden. Für die Akkordarbeiter soll der Tarif gefordert dieser Forderungen unter Annahme folgender Resolution: werden, der bereits in der Sonnabendnummer des„ Vorwärts" mitDie Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Re geteilt ist. Danach ist der jezige Preis um 50 Pf. pro 1000 Steine ferenten einverstanden. Nach eingehender Begründung der aufzu erhöhen. Ueberstunden, falls solche notwendig, find mit einem gestellten beiderseitigen Lohnforderungen stehen die Versammelten Aufschlag von 50 Proz., Nacht- und Sonntagsarbeit mit 100 Pro3. auf dem Standpunkte daß die als Ergänzungsvorschläge vom Transzu bezahlen. portarbeiterverband vorgelegten Forderungen als Grundlage für die demnächst stattfindenden Verhandlungen mit den Brauereibefizern zur Annahme zu empfehlen sind. Die Versammelten beauftragen daher die Ortsverwaltung Berlin I des Transportarbeiterverbandes, diese Forderungen den vereinigten Brauereibesizern zu unterbreiten und Verhandlungen auf dieser Grundlage anzubahnen." Der Vorsitzende kniebow teilte mit, daß sich die Freie Vereinigung der Bauarbeiter( Lokalisten) an die Verbandsleitung gewandt habe mit dem Ersuchen, beide Organisationen möchten sich über die aufzustellenden Forderungen gemeinsam verständigen. In Uebereinstimmung mit einem Vorschlage des Verbandsvorfizenden Behrendt beschloß die Versammlung, daß der Freien Vereinigung die hier angenommenen Forderungen des Verbandes mitgeteilt werden. Es müsse der Freien Vereinigung überlassen bleiben, ob sie sich den Forderungen anschließen und dieselben eben- Ausführender: Töpfermeister un fug, ist hiermit aufgehoben. falls den Unternehmern einreichen wollen. Zu Beginn der Versammlung hatte der Kassierer Böttcher den Kassenbericht vom dritten Quartal erstattet. Einschließlich des alten Bestandes von 73 487,74 M. betrug die Einnahme 159 976,55 Mark, die Ausgc.be belief sich auf 80 695,39 M., so daß ein Bestand bon 79 281,16 m. bleibt. 11 669 Mitglieder haben im dritten Quartal ihre Beträge voll bezahlt. Verein der Töpfer Berlins und Umgegend. Die Sperre über den Bau Sparr- und Sprengelstraßen- Ede, Der Vorstand. Achtung, Buchbinder und Buchbindereiarbeiterinnen! In der Buchbinderei und Buchdruckerei von E. Bartels, Weißensee, Generalstraße 8, hat das Gesamtpersonal des Betriebes wegen Ablehnung des Tarifes einmütig die Arbeit niedergelegt. Die Firma fertigt in der Hauptsache jene noch von breiten Arbeiterschichten ge= Streit und Aussperrung in der Schuhindustrie. Aus den Be- faufte Hintertreppen literatur an. Es entspricht dem ne richten, die in der am Montagvormittag abgehaltenen Versammlung halt dieser Literatur Billig und Schlecht" auch die bisherige Entder Streifenden und Ausgesperrten erstattet wurden, ergibt sich, lohnung wie Behandlung des Personals in dem Betriebe. Schläge daß die Situation im allgemeinen unverändert ist. Die streikenden der noch jugendlichen Arbeiterinnen in der Buchbindereiabteilung, Ballschuhmacher denken nicht daran, die geringfügigen Forderungen, sowie Reißen an den Ohren, daß die Ohrringe herausfliegen und um welche sich der Kampf dreht, fallen zu lassen und ebensowenig entsprechende Titulationen aus dem Wortschatz der Zoologie find in sind die ausgesperrten Arbeiter der mechanischen Betriebe willens, dem Betriebe noch an der Tagesordnung. Zuzug nach diesem Eldovor den Fabrikanten zu Kreuze zu friechen. Bekanntlich haber die rado ist streng fernzuhalten. außerhalb ihrer Organisation stehenden Ballschuhfabrikanten den Deutscher Buchbinderverband. Die Ortsverwaltung. Arbeitern Tarife vorgelegt, auf deren Grundlage weiter verhandelt Herr Gastwirt Morre in Rummelsburg sendet uns folgende werden soll. Die eingehende Prüfung dieser Tarife durch die Ver- Buschrift: tretung der Arbeiter ist zwar noch nicht beendet, doch hat eine In einem Artikel des Vorwärts"( Nr. 251) wird mein Lokal flüchtige Durchsicht schon soviel ergeben, daß nur ein einziger Tarif ein Tummelplatz für Streifbrecher usw. genannt, desgleichen ich wirklich als eine Verbesserung zu betrachten ist, während alle selbst noch als im Solde der Firma Prozen u. Sohn stehend übrigen neben Erhöhungen einzelner Positionen auch erhebliche bezeichnet. Ich war zirka 35 Jahre lang bei obengenannter Serabsehungen vieler anderer Positionen erhält. Damit ist also Firma tätig. Wegen eines Unfalls, welchen ich in der Fabrik erdargetan, daß es nicht wahr ist, wenn die Fabrikanten behaupteten, litt, mußte ich meinen Posten aufgeben, und um nicht ganz era fie hätten Lohnerhöhungen von 5-15 Proz. bewilligt. Ebenso un- werbslos zu sein, wurde ich Gastwirt. Es bringt ja nun mein wahr ist es auch, wenn das Unternehmerorgan, der Schuhmarkt", neuer Beruf mit sich, daß in meinem Lokal neben anderen Gästen fagt, es feien in den mechanischen Betrieben 1800 Arbeiter aus- Meister, mit denen ich 25 Jahre und länger gearbeitet, desgleichen gesperrt. Nach den Berichten der Vertrauensmänner sind nur aber auch andere Arbeitnehmer verkehren. Nun ist es ja so selbst850 Arbeiter ausgesperrt, und die Zahl der Streifenden beträgt verständlich, daß ich mit diesen Leuten über den Streit gesprochen gegen 200, sodaß Streitende und Ausgesperrte zusammen die Zahl habe. Jedoch habe ich mich jedes Urteils über den Streit von etwa 1000 erreichen. Die Arbeiter sind auch heute noch so enthalten, denn mir ist ein Gast so lieb und wert als der einig wie am ersten Tage des Kampfes, während die Fabrikanten andere, mag er Meister sein oder nur Arbeiter. Ich bin gesich in einer weniger günstigen Situation befinden, denn sie ver- zwungen, parteilos zu ſein; ich glaube, es dürfte Ihnen nicht unsuchen, ihre Arbeiten in anderen Betrieben, außerhalb Berlins, bekannt sein, mit welchen Schwierigkeiten ein kleiner Gastwirt anfertigen zu lassen, ein Versuch, der jedoch meist an der Solida- heutzutage zu kämpfen hat. Ich bin mir jedenfalls nicht bewußt, rität der betreffenden Arbeiter scheitert. Unter diesen Umständen daß ich zuungunsten der Streifenden irgend etwas getan habe. sehen die Streitenden und Ausgesperrten mit aller Ruhe dem weiteren Verlauf der Dinge entgegen. Berliner Brauereibesizer. Hermann Morre, Gastwirt. Deutfches Reich. Der Ferner wurden die Vorgänge auf dem Bau Kaiserhof" zur Sprache gebracht, die im Wahlverein des 6. Kreises ein Schiedsgerichtsverfahren gegen den Vorsitzenden Witt zur Folge hatten. Subiti erklärte hierzu, der Genosse Eugen Ernst habe ihm Der Streit bei Kehling u. Thomas ist beendet. Die bereits mitgeteilt, dem Genossen Witt sei für sein Verhalten auf dem Bau Achtung! Arbeiter! Parteigenoffen! Wiederum ist es dem angekündigten Verhandlungen der Streifleitung mit der Vervom Schiedsgericht eine Rüge erteilt worden. Demgegenüber be. unterzeichneten Zentralverband gelungen, in den Handtuch- und trauenskommission der Metallindustriellen haben gestern im Beisein merkte Witt, daß dies durchaus nicht der Fall sei. Er schilderte Wäscheverleihgeschäften durch straffe Organisation den am 1. Mai des Organisationsvertreters and tte stattgefunden. Sie hatten dann ausführlich die Vorgänge auf dem Bau und seine Stellung 1906 abgeschlossenen Tarif auf folgende Firmen auszudehnen: das Ergebnis, daß Herr Keyling fich verpflichtete, von jetzt ab dazu, und sagt zum Schluß, daß leines der Schiedsgerichtsmitglieder A. Schulze( in Firma Hoffnung"), O. Dürre, G. Fließ, die geltenden Abmachungen hinsichtlich der Ausschußarbeiten, welche gegen sein Verhalten etwas einzuwenden gehabt habe, und sowohl G. Spormann( in Firma Fronto), A. Rüdiger, P. Zahn die Former und Kernmacher anbetreffen, zu respektieren und undas Schiedsgericht wie die Vorstandsmitglieder des Wahlvereins und R. Weimann. berechtigte Abzüge dieser Art zu unterlassen. Dagegen veriveigerte anerkannt hätten, daß er nur seine Pflicht als Vertreter der Or- Ein kleiner Prozentsaz( Kutscher und Hausdiener) weigert er nach wie vor die Wiedereinstellung des Kernmachers Sch. Eine ganisation erfüllt habe. Er selbst aber werde, falls wieder ein sich, trop reger Agitation, der Berufsorganisation beizutreten. Wiedereinstellung sämtlicher übrigen Streifenden sagte er jedoch solcher Fall einträte, ebenso handeln, wie es den Vorschriften und Darum ist es doppelt notwendig, Solidarität zu üben, und die zu, mit der Maßgabe, daß, soweit sie nicht alle sofort wieder anBeschlüssen der Organisation entspreche. Auf Vorschlag braune Kontrollkarte, welche jeden Monat den Kontrollstempel der fangen können, nach und nach an ihre alten Bläge kommen sollen, Knüpfer nahm die Versammlung hierzu einstimmig folgende Organisation aufweisen muß, zu fordern. weil er die Arbeitswilligen aus gewissen Nücksichten doch nicht samt Resolution an: Karten, die nicht jeden Monat gestempelt sind, haben keine und sonders sogleich entlassen könne. Die Versammlung der Nach genauer Kenntnisnahme der bekannten Vorgänge am Gültigkeit. Streifenden erklärte sich gestern nachmittag in geheimer AbBau Kaiserhof" erklärt sich die heutige Versammlung mit den Zentralverband der Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter stimmung gegen eine starke Minorität mit den gemachten Zudamals getroffenen Maßnahmen des Kameraden Witt voll und Deutschlands. Branchenleitung der Handtuchfahrer. geständnissen schließlich einverstanden und beschloß, unter Berück ganz einverstanden." Ueber einen Antrag, zu verlangen, daß die in der vorigen portarbeiterverband einberufene startbesuchte öffentliche Versamm- Bedingungen wieder aufzunehmen. Wenn auch auf die WiederLohnbewegung des Brauereifahrpersonals. Gine vom Trans- sichtigung verschiedener anderer Umstände die Arbeit unter diesen Versammlung angenommene Resolution über die Schreibweise des lung ber Bierfutscher, Mitfahrer und Stalleute be- einstellung des einen zu Unrecht entlassenen Kollegen verzichtet " Bimmerer" wortgetreu im Verbandsorgan veröffentlicht werde, faßte sich am Sonntag in Buggenhagens Gtablissement sehr ein- wurde, so war die Mehrheit der Ausständigen doch der Meinung. wurde durch Annahme der folgenden, von knüpfer vorgehend mit der Aufstellung von Lohnforderungen an die daß der Firma Kehling u. Thomas durch diesen dreiwöchentlichen geschlagenen Resolution zur Tagesordnung übergegangen: Nach einem Referat des Genossen Streit eine Lektion erteilt worden ist, die ihre Maßregelungsgelüfte Durch den Beschluß des Mannheimer Parteitages ist er- Bender- Magdeburg über die Rohn- und Arbeitsverhältnisse des wohl erheblich einschränken dürfte. freulicherweise das Verhältnis der Partei zur Gewerkschafts- Brauereifahrpersonals berichtete thes daß die bisherige bewegung anerkannt und festgelegt, wie es in unserem Verbande Sektion II des Brauereiarbeiterverbandes den für die Brauereiseit dessen Bestehen vertreten worden ist. Daher erklären wir die hülfsarbeiter gültigen, am 31. Dezember d. J. ablaufenden Tarif Streit der Hochfeefischer. Gestern früh find in Hamburg und Angelegenheit für erledigt und fahren in der Tagesordnung fort." gekündigt und auch für das Fahrpersonal neue Forderungen gestellt in Altona die Besatzungen der Fischdampfer außer den Kapitänen, hat, ohne sich darüber vorher mit dem Transportarbeiterverband zu Steuermännern und 1. Maschinisten in den Ausstand getreten. Tarifforderungen der Bauhülfsarbeiter. Wie die Tarif- verständigen, obwohl diesem die Mehrheit der Kutscher usw. ange- Die von See kommenden Dampfer werden entlöscht und dann von verträge der Berliner Maurer und Zimmerer, so läuft auch der hört. Die eingereichten Forderungen des Brauereiarbeiterverbandes der Besatzung verlassen. Vertrag der Bauhülfsarbeiter am 1. April 1907 ab. Eine General- fehen nun einen durchschnittlichen Jahresverdienst vor, und zwar für Der Metallarbeiterausstand in Offenbach beendet. Faßfahrer von 3500 M., für Flaschenbierfahrer von 2800 M. und bersammlung des Verbandes der baugewerblichen Hülfsarbeiter, für Privatbierfahrer von 2600 M. Nun sind die im Transport- Offenbacher Zeitung" zufolge ist der Lohnkampf in der Metalldie am Sonntag unter sehr zahlreicher Beteiligung im Feenpalast arbeiterverband organisierten Fahrer jedoch mit der Normierung industrie, bei dem 2000 Arbeiter teils die Arbeit niedergelegt die am Sonntag unter sehr zahlreicher Beteiligung im Feenpalast tagte, hatte zu beschließen, welche Forderungen bei der Neu- eines Jahres verdienstes nicht einverstanden. Sie wünschen viel hatten, teils ausgesperrt worden waren, heute auf Grund beiderberatung des Tarifs aufgestellt werden sollen. Zu diesem Punkt mehr die einheitliche Festsetzung eines Mindest Wochen- seitigen Entgegenkommens beendet worden. der Tagesordnung hielt der Verbandsvorsitzende Behrendt aus lohne 8. Aus diesem Grunde hat die Ortsleitung des TransportHamburg einen Vortrag. Er besprach die Entwickelung der Unter- arbeiterverbandes eine Reihe von Ergänzungsvorschlägen nehmer- sowie der Arbeiterorganisation und zeigte, daß die Löhne zu dem. Tarifentwurf des Brauereiarbeiterverbandes ausgearbeitet, der Bauhülfsarbeiter um deswillen erheblich hinter den Löhnen der die der Versammlung zur Beschlußfassung vorlagen. Sie lauten Maurer und Zimmerer zurüdgeblieben sind, weil die Bauhülfe- im wesentlichen: arbeiter bis vor nicht allzu ferner Zeit recht schwach organisiert waren. Jetzt aber sei die Organisation erheblich stärker geworden und auf diesen Umstand gestübt, könnten die Bauhülfsarbeiter mit Aussicht auf Erfolg Forderungen stellen. Ferner verwies der Redner auf den Plan der Unternehmer, im Jahre 1908 eine große Aussperrung ins Wert zu sehen. Der Verband der Bauhülfsarbeiter habe eine Reihe von Verträgen mit der Unternehmerorganisation abgeschlossen. Es laufen 26 dieser Verträge, an denen 18-19 000 Verbandsmitglieder beteiligt sind, im Jahre 1907 ab und im Jahre 1908 enden 54 Verträge, die sich auf etwa 45 000 Mitglieder erstrecken. Wenn sich also der von den Unternehmern Woche 25 M. Die Provision beträgt für jeden Staften verkauftes geplante Kampf entwidele, so fönne er eine große Ausdehnung Bier 10 Pf. und für eigene Stunden fortlaufend pro Kasten verkauftes annehmen. Es sei nun eine der wichtigsten Aufgaben des Ver- Bier 5 Pf. Frankfurt a. M., 29. Oftober.( B. H.) Hiefigen Blättern wird bandes, sich für diesen Kampf zu rüsten, damit, wenn die Unter- Für Flaschenbiermitfahrer beträgt der Lohn pro nehmer den Kampf wagen, er von den Arbeitern siegreich durch- Woche 30 M., außerdem erhalten dieselben für jeden verkauften über einen entseglichen Vorfall aus Worms gemeldet: Die schwangere geführt werden kann. Der Referent empfahl folgende Resolution: Kasten Bier 2 Pf. Provision. Bei einem durchschnittlichen Verkauf Frau eines Fuhrmannes namens Seiler erlitt eine Venenblutung, In Erwägung, daß sich die Unternehmer immer mehr in bon über 30 Staften täglich, oder 180 Kasten in der Woche, erhält so daß ihr Zustand ein sehr kritischer war. Nachdem ihr Mann verOrganisationen fester zusammenschließen, um dadurch den ge- 20 bis 30 Staften verlaufen und diese Arbeit allein bewerkstelligen, fand sich endlich der sechste, ein Armenarzt, bereit, ihn zu der jeder Flaschenbierkutscher einen Mitfahrer. Kutscher, welche täglich geblich fünf Aerzte zu bewegen versucht hatte, ihr zu Hülfe zu cilen, rechten Forderungen der Arbeiter besser entgegentreten zu erhalten täglich 1,50 M. Extravergütung. Schwerkranken zu begleiten, fand die Frau aber nur noch als Leiche fönnen; in fernerer Erwägung, daß die in den letzten Jahren Der Lohn für Stalleute beträgt pro Woche 34 M. vor. Die Entrüstung unter der Bevölkerung über diesen Vorfall ist abgeschlossenen Verträge im Frühjahr 1908 fast alle ablaufen, Für Touren nach außerhalb erhalten die Fahrer und Mitfahrer allgemein. und daß bestimmt zu erwarten ist, daß von seiten der Unter- Spesen. Das Abfahren von Touren an Sonn- und Feiertagen soll nehmer irgend welche Maßnahmen geplant werden, die darauf in Zukunft auch während des Sommerhalbjahres von dem FahrEin neues Opfer. hinauslaufen, durch allgemeine Aussperrung die Arbeiter- personal nicht verlangt werden. Falls dennoch in ganz dringenden Petersburg, 29. Oftober.( B. H.) Nachdem die Polizei in Er= organisation völlig zu bernichten, um so mehr, da die Unter- Fällen eine Tour erledigt werden muß, so erhalten die Fahrer und fahrung gebracht hatte, daß Rechtsanwalt Agatanow der eigentliche nehmer von seiten der Behörden das weiteste Entgegenkommen Mitfahrer je 3 M. Vergütigung für diese Arbeit. Das Pußen der Führer der Sozialrevolutionären ist, wurde derselbe verhaftet, um vor zu erwarten haben, wie solches die Streits und Aussperrungen Pferde und Reinigen der Geschirre darf von dem Fahrpersonal an ein besonderes Kriegsgericht gestellt zu werden. der lezten Jahre gezeigt haben. Da aber solchen Machinationen Sonn- und Feierlagen nicht berlangt werden. Die Arbeitszeit der nur eine gefestigte, auf guter finanzieller Grundlage stehende Reservefahrer foll 10 Stunden innerhalb 12 Stunden täglich nicht Organisation entgegentreten tann, so spricht die Versammlung überschreiten. Dieselbe Arbeitszeit soll auch für Flaschenbierfahrer Der Mindestlohn für Faßfahrer beträgt 27 M. pro Woche, außerdem erhalten dieselben für je 100 Liter( 1 hektoliter) verfauftes Bier eine Provision von 80 Pf. Für Faßmitfahrer beträgt der Lohn pro Woche 30 M., außerdem erhalten dieselben für je 100 Liter( 1 hektoliter) vertauftes Bier eine Provision von 10 Pf. Für Reservefahrer beträgt der Lohn pro Woche 34 Mt., außerdem erhalten dieselben auf Reservetouren für je 100 Liter ( 1 Seftoliter) bertauftes Bier 40 Pf. Provision. Ausland. Der holländische Staatsanzeiger" als Streifbrecherorgan. Viele Mitglieder des Budgetausschusses erachten die amtliche Bekanntmachung im Staatsanzeiger", wonach infolge des Ausa standes in Duisburg und Ruhrort Leutenot herrsche und viele holländische Arbeiter dort Beschäftigung finden würden, für unvereinbar mit der vollkommenen Neutralität, welche die Regierung in Arbeitsstreitigkeiten zu beachten habe. Dieser Protest hat auch in dem gedruckten Bericht über den Etat des Ministeriums des Aeußern Aufnahme gesunden. Der Mindestlohn für Flaschenbierfahrer beträgt pro Letzte Nachrichten und Depeschen. Edle Menschen. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Ch. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Sieru 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt tr. 253. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 30. Oktobri 1906. Neue Minister und neue Krisen. ernannt. Wien, 27. Lktober 1906. " " " Dem Andenken Fr. A. Sorges etiva 11 000 Mann( für beide Staaten) ausgesprochen hatte. Dank aus für den Empfang, aus für den Empfang, und gab dann eine interSie ist erst durch den bekannten Friedensschluß vom April essante Schilderung der Umstände, die bei seiner Kandidatur vorigen Jahres beendigt worden. Dadurch ging die Regierung in und erstmaligen Wahl vorlagen. Das Schandgesetz in seiner Ungarn an die Koalition über, wogegen sich diese verpflichtete, die ganzen elenden Niederträchtigkeit tauchte vor den Augen der Zuhörer, Drei gemeinsame Minister besitzt Desterreich- Ungarn, den Minister Forderungen auf nationale Konzessionen in Sachen der Armee ruhen von denen viele jene Periode noch durchgemacht haben, wieder auf. bes Aeußern, den Kriegsminister und den Finanzminister, der im zu lassen. Man wußte auch( und es wurde von den Koalitions- Weiter gab der Redner aus dem Schatz seiner reichen Erfahrungen Nebenamt Gouverneur von Bosnien ist, und zwei von ihnen sind führern so dargestellt), daß als Gegenwert die Krone auf die Er- einen knappen Abriß der Geschichte unserer neueren sozialdemokratischen diefer Tage ausgewechselt worden: Der Minister des kaiserlichen hebung neuer militärischer Forderungen verzichtet habe. Dem ist Literatur und ermahnte zur eifrigen und fleißigen Weiterbildung Hauses( der Titel geht voran) und des Aeußern Graf Goluchowski aber, wie jezt herauskam, nicht so, vielmehr haben sich die Partei- der Genossen. ist durch den Freiherrn von Aehrenthal ersetzt worden, und an Stelle führer verpflichtet, auch während der Dauer des„ Waffenstilstandes", Unter mehreren eingegangenen Glückwunsch depeschen war cine des Ritters von Pietreich tritt der Feldzeugmeister Schönaich, der der bekanntlich bis zur Geseßwerdung der ungarischen Wahlreform des Parteivorstandes. Der Vorsitzende des Vereins, Genosse bisher österreichischer Landesverteidigungsminister war. An demselben dauert, für unaufschiebbare militärische Notwendigkeiten Sorge zu Hoffmann, sprach einen vom Genossen Stengele verfaßten Prolog. Tage, da die Ernennung Aehrenthals veröffentlicht wurde, ist es tragen", das heißt: auch in dieser Uebergangszeit eine als not Vorträge der Arbeitergesangvereine und Instrumentalmusik machten bekannt geworden, daß Herr von Pietreich demissioniert hat; so nahe tendig erkannte Erhöhung des Refrutenkontingents durch den übrigen Teil des Festes aus. Dem Jubilar wurde zum Anes mun läge, diese zwei Ministerkrisen in Zusammenhang zu bringen, zusetzen. Daß diese Notwendigkeit gegeben ist, wird nun denken an die Feier eine in kunstreicher Ledertechnik ausgeführte so haben sie mit einander doch nichts gemein. Auch ihre Be- von der Militärverwaltung entschieden behauptet und dürfte Mappe mit einigen Kupferstichen, Partien Hamburgs, besonders der deutung ist sehr ungleich; während der Wechiel im Kriegsministerium natürlich nur vom Standpunkte des Militarismus auch der Fall Neustadt, und einem von der Parteidruckerei ausgefüheten prächtigen eine schwere Krankheit der Monarchie aufdeckt und einen ernsten sein. Insbesondere soll der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand Kunstblatt überreicht. Konflikt borbereitet, ist die Veränderung im Auswärtigen Amte auf die Erhöhung drängen, da er die Mangelhaftigkeit der artillenicht mehr als ein Personenwechsel: Ein verbrauchter Mann ist ristischen Ausrüstung bei den letzten Land- und Seemanövern erkannt entlassen worden, und ein neuer von gleichem Kaliber ward haben will. Diese Forderung hat nun pietreich bei den Ungarn er widmet die Leipziger Volkszeitung" folgende Zeilen: hoben, die ungarische Regierung jedoch, die auch weit schwächer ist Er war der Sohn eines sächsischen Pfarrers, picht weit von In dem Ränkespiel, aus welchem sich die gegenwärtige inter- als man gemeint hat und die Koalition dieser Belastungsprobe nicht Leipzig geboren, aber der Heimat seit fast sechzig Jahren entfremdet nationale Diplomatenpolitik zusammensetzt, erschien Graf Goluchowski aussehen mag, hat sie jedoch rundweg abgelehnt. Früher hätte das durch ein infames Todesurteil, das die sächsische Justiz über den allerdings als eine starke Nummer, und feine auch in der zu einem Konflikt der Ungarn mit der Strone geführt; durch die edlen und tapferen Jüngling gefällt hatte, weil er im Jahre der reichsdeutschen Presse unermüdlich tätigen Offiziösen hatten ihn der Erfahrungen letzten Jahre gewißigt, hat man ihn Welt unzählige Male als eine Stüße des europäischen Friedens, als diesmal auf den Minister lokalisiert, und so ist Pietreich Revolution die Waffen trug für die Sache des Voltes. einen der führenden Geister hingestellt und gepriesen, von denen die gegangen, weil er die seiner Ansicht als Kriegsminister nach Jedoch sein Herz hing an der alten Heimat, und als ihn ein Ruhe und die Wohlfahrt diefes Weltteils abhängt! Das alles sind unerläßliche Forderung nicht durchsetzen kann und für das Defizit Mitglied unserer Redaktion in diesem Sommer besuchte, da hörte er findliche Uebertreibungen. Der polnische Graf war in Wirklichkeit der militärischen Ausgestaltung, das dadurch entstehe, nicht die Ver- gern, und seine treuen Augen leuchteten vor innerem Behagen, wie sein Lebtag nie mehr als ein routinierter Handwerker; wäre er antwortung tragen will. Nun hat der Kaiser in einem sehr ernst hoch die revolutionären Saaten ständen im„ roten Königreiche", aus aber mehr gewesen, so hätte er es am wenigsten als Minister dieses gehaltenen Handschreiben an den scheidenden Minister seine völlige dem ihn einst ruchlose Gewalt vertrieben hatte, in dem entehrten zerrissenen Staates betätigen können, dessen auswärtige Bolitik schon lebereinstimmung mit der militärischen Forderung erklärt! Da Kleide des Rechtes. eine Großtat vollbringt, wenn sie das Bestehende zu erhalten trachtet. Bietreich bei den Ungarn ziemlich gut gelitten war, sein Nachfolger Wenn man Goluchowski ein Lob schenken darf, so höchstens das, daß er aber, der gebildete und umgängliche Schönaich, von ihnen als seine durch und durch tüchtige Natur wußte auch das Schwerste zu Jm Exile harrten seiner schwere und schwerste Tage. Aber Defterreich- Ungarn in demselben Verhältnis zu Eurova zurüdläßt, in dem Desterreicher" verfemt wird, so find die Aussichten, daß der Nach- überwinden. dem er es übernommen. Schwer ist das gerade nicht; denn die folger durchießen werde, was dem Vorgänger versagt war, recht Als Musiklehrer in Hoboken, einer Nebenstadt New habsburgische Monarchie hat in Europa an Sympathie gewonnen, gering. Lassen sich die Ungarn nicht bewegen, die Forderung zu Yorks, in der das deutsche Element stark vertreten ist, schuf Sorge seitdem Deutschland an Sympathie zu verlieren begann; die habs- bewilligen, so kann der kaum geschlichtete Krieg zwischen Reichstag fich bald eine geachtete Existenz. Allein nie, in guten so wenig burgische Monarchie nimmt das auf, was Deutschland einbüßt, und und Hofburg bald von neuem entbrennen. Ivie in schlimmen Tagen, verblaßten ihm die Ideale feiner Jugend. wenn man das Deutsche Reich brüskieren will, so hofiert man Daß selbst der Anschein, daß die Ungarn gegen militaristische Er wurde die Seele der Internationale in Amerika, ihr letzter Desterreich- Ungarn was sich so deutlich an den Freundschaftlich- Lasten kämpfen, die Sympathien, die sie einst besaßen, nicht wieder Fahnenträger überhaupt, als der Sitz des Geceralrates nach teiten" zeigt, mit denen die Hofburg unausgesetzt von England zu beleben vermag, foll nicht verschwiegen werden. Erstens ist das regaliert wird. Daß das Verhältnis zu Italien trog Dreibund und ja nur der Schein; denn nicht gegen militärische Belastungen, sondern New York verlegt worden war, und auch nachdem der gewaltige Miniſterreifen innerlich immer frostiger wird, das liegt sicherlich um abgeschmacte chauvinistische Schrullen geht dieser Kampf, der Fortschritt der internationalen Arbeiterbewegung diese Form ihrer weniger an der österreichisch- ungarischen als an der italienischen auch Ungarn schwere Wunden schlägt. Zweitens aber macht das Drganisation gebrochen hatte, blieb er in engvertrautem Berkehr mit Diplomatie; daß sich die russische Gefahr, die Kalnokys, Berleugnen eingegangener Verpflichtungen, dieses Zusagen in Marg und Engels. Goluchowostis Vorgänger, größte Sorge gewesen war, in ihr der Not und Abstreiten nach der Gefahr, alles andere denn Es ist das letzte, aber nicht das geringste Verdienst Sorges geNichts aufgelöst hat, ist wieder am wenigsten das Verdienst einen erhebenden Eindruck. Deshalb ist und bleibt in beiden wesen, daß er aus seinem Briefwechsel mit Mary und Engels, mit des Ministers und seiner bekanntesten Leistung, des Mürzsteger Staaten das wichtigste die Wahlreform: Erst durch sie wird Johann Philipp Becker und Joseph Dieggen ein Werk zusammenProgramms über ein gemeinsames Vorgehen auf dem Balkan. Wie aus dem Verkehr der beiden Staaten jene Charlatanerie entfernt, gestellt hat, das ein dauernder Schmuck der sozialistischen Literatur wenig diese berühmten Diplomaten fähig sind, die wirklichen Ent- die sich heute noch als Beherrscherin der Beziehungen zwischen bleiben wird. Und auch ein dauernder Denkstein für ihn selbst. widelungen vorauszusehen, zeigt gerade dieses Programm, das Desterreich und Ungarn widerstandslos spreizen darf. Denn ans jedem dieser Briefe leuchtet hervor, wie viel unsere besten Defterreich- Ungarn eben in der Zeit zum Gefangenen Rußlands macht, da die zarische Macht geradezu verschwunden ist. und größten Vorfämpfer auf Sorge gehalten haben. Er ging nicht Aber das Schwergewicht der österreich- ungarischen Politik liegt leicht daran, die Briefe zu veröffentlichen, denn er war von einer nicht in Europa, sondern auf dem Balkan, und da endet das rührenden Bescheidenheit und Uneigennüßigkeit, und am stärksten Goluchowskische Regime mit einem ausgesprochenen Bankrott. Nicht nur trieb ihn wohl der Wunsch, in diesem Briefwechsel eine neue Klammer Rußlands Einfluß, dessen Wettbewerb Desterreich- Ungarn so viele Mit dem Unterrichtsturfus für Parteifunktionäre wird voraus zu schaffen für das grandiose Mauerwerk des Marrismus, an dem Jahrzehnte gelähmt hat, war bei den Balkanvölkern niemals so sichtlich am 15. November begonnen werden können. Positive An- leichtfertige oder auch nur vorwißige Hände rütteln zu sehen, ihn gering wie jetzt, sondern auch der Einfluß Desterreich- Ungarns war gaben darüber werden noch rechtzeitig bekannt gegeben. Das Unter- allemal in tieffter Seele empörte. Denn vor seinem geraden und immer größer als jetzt, und als Bilanz der zwölfjährigen Minister richtslokal befindet sich in dem Hause Lindenstr. 3, nahe am Belle scharfen Verstande bestand keine Kleingeisterei und feine Kleinmeisterei. schaft bleibt die Verfeindung mit allen Baltanstaaten, die- wie Ein leichtes Lächeln glitt dann aber doch wohl über sein altes es so faßlich das Beispiel Serbiens dartut- selbst vor der Schädigung alliance- Platz. Die Dauer des Kursus ist auf fechs Monate vorber eigenen Interessen nicht zurückschrecken, wenn sie damit dem gehaßten gesehen. gutes Gesicht bei der Aussicht, das fertige Buch auf seinem WeihNachbarn einen Tort antun können. Daß die letzten zehn Krisen- Von den Besuchern des Kursus ist mehrfach der Wunsch ge- nachtstische zu sehen. Da er schon im vorigen Winter schwer gejahre in Desterreich- Ungarn zur Erhöhung des Ansehens des Reiches äußert, Auskunft über die Wohnungsverhältnisse zu erhalten. Das litten hatte, so wurde die technische Herstellung des Werkes möglichst im Auslande nicht beigetragen haben, daß ein Staat, dessen innerer Parteibureau, Lindenstr. 69, ist gern bereit, Anmeldungen geeigneter beschleunigt, aber die ersten Exemplare werden nun erst, in New Jammer lange Zeit sprichwörtlich war, auch außerhalb feiner Logis entgegenzunehmen und den Reflektanten bekannt zu geben. In York eingetroffen sein, da sich für immer die Augen schlossen, Grenzen niemandem imponiert, das ist ja selverständlich. Dazu der Nähe des Unterrichtslokales gelegene möblierte Zimmer würden die feit sechzig Jahren für das Wohl der Arbeiterklaffe gewacht kommt noch, daß die Kräfte in diesem buntgemengten Staate ein- bevorzugt werden. ander paralysieren und daß sich eine Gesamtauffassung und ein Gesamtiville in Hinsicht des Verhältnisses zu anderen Staaten und Die IV. Konferenz des Agitationsbezirks Frankfurt a. M. tagte am Bölkern gar nicht herausbilden kann. Viel ist also von dieser aus Sonntag, den 28. Oktober, in Klein- Steinheim bei Hanau. wärtigen Politik nicht zu erwarten und nicht zu verlangen und daß Ursprünglich war geplant, daß sie in Hanau a. M. stattfinden sollte. Graf Goluchowski auch das Wenige schuldig blieb, rechtfertigt Der Polizeipräsident in Hanau aber berief sich auf die Berdas Urteil, daß Desterreich- Ungarn durch Goluchowskis Rücktritt nur frommungsverordnung für den Regierungsbezirk Kaffel, gewinnen fann. die Verhandlungen erst von 3 Uhr nachmittags ab zuzu wie dem Jüngling. Troßdem hätte Goluchowsli noch lange Minister bleiben können, laffen. Deshalb mußte die Konferenz auf hessisches Gebiet, Und allen, die für dieselbe Sache kämpfen, wird sein Andenken und er hätte auch die seltsame Depesche überdauert, mit der ihn in das benachbarte Dorf Klein- Steinheim verlegt werden. in hohen Ehren bleiben." Wilhelm II. zum Range feines Sekundanten" erhob. Gewiß Der Agitationsbezirk umfaßt 12 Wahlkreise, die bei der letzten wäre in früheren Jahren eine solche Auszeichnung für jeden Reichstagswahl zusammen 74 887 fozialdemokratische Stimmen Der Kaiserdeputierte Hirsch, schreibt die Breslauer Minister tödlich gewesen, aber nun ist Franz Joseph ein alter Mann, ergeben haben. In dem Bezirke ist Genosse Rudolph als Boltswacht", ist durch die langmonatliche harte Untersuchungsund so ist es nicht erstaunlich, daß er mit den ihm nahestehenden Sekretär angestellt. Seine Tätigkeit hat sich aufs beste bewährt. haft förperlich ebenso wie seelisch schwer herabgekommen. Er bedarf Ministern nicht gern wechselt und der Nächste ist ihm natürlich Die Zahl der organisierten Genossen ist von 7510 am 1. Januar 1905 daher dringend der Erholung, um wieder so gekräftigt zu werden, der Minister des Aeußeren, der trotz des Dualismus noch immer auf 10 945 am 30. Juni 1906 gestiegen. Hierzu heißt es in dem daß er imstande ist, seiner schweren Berufsarbeit als Schmied nacheine Art Reichstanzler darstellt, zumal da es an Ministerkrisen gebrudt vorliegenden Jahresbericht: zugehen. Von der Unterstützung, die Genosse Hirsch aus Mitteln im Innern beider Staaten wirklich nicht gebricht. Graf Goluchowski gedruckt vorliegenden Jahresbericht: So erfreut man über die Zunahme der Mitglieder an einzelnen seines Verbandes erhält, ist er dazu nicht in der Lage, zumal er zu fällt als Opfer der Wandlung in Ungarn, die sich umsomehr in Orten auch sein mag, im allgemeinen ist das Wachstum der Organi- Hause eine feit 8 Jahren gelähmte Frau und einen lungenkranken Personenfragen austoben muß, als sie an fachlichem fationen nicht befriedigend. Haben auch keine allgemeinen Wahlen 12jährigen Sohn hat. Die Breslauer Arbeiter werden sicher auch Gehalt arm ist. Mit Recht oder Unrecht stand Goluchowski im Ver- stattgefunden, so war das Berichtsjahr doch eines der politisch leb- in diesem Falle sich ihrer oft bewährten Solidarität einem Genossen dacht, an den Verschwörungen Fejervarys teilgenommen zu haben, haftesten und die Erregung der weitesten Volksfreise mußte in gegenüber erinnern und mit dazu beitragen, daß Genosse Hirsch die und so war es natürlich, daß die Unabhängigkeitspartei, da fie größerem Maße den politischen Organisationen zugute fommen. Bis ihm dringend nötige Erholung fich gönnen kann. Gaben schon gezwungen wird, für die von ihr prinzipiell verneinte Gemein- zum Jahre 1908, dem Jahre der allgemeinen Reichstagswahlen, gibt nimmt das sozialdemokratische Parteisetretariat, ſamkeit weiter zu arbeiten, ihre Wut gegen die Institution an es noch viel nachzuholen, wollen wir bei den Wahlen mit be- Breslau, Neue Graupenstraße Nr. 5, II. Etage, dem Minister fühlt. In der legten Delegationssession hat die friedigenden Resultaten abschließen." entgegen. ungarische Regierung den Schild über Goluchowski gehalten; da sie Die Konferenz war von 76 Delegierten besucht und besprach in Auch die Parteiblätter außerhalb Breslaus werden um Abdruck fich aber für die kommende Session nur zur Bewilligung des eingehender Weise namentlich die Agitation. Dabei wurde auf die gebeten. Aus der Partei. Die Parteischule. um hatten. In ähnlicher Lage sagte einst ein sterbender Dichter: Bald fehlt uns der Becher, bald fehlt uns der Wein. Aber dem alten Sorge hat niemals der Becher und auch niemals der Wein gefehlt; fein größte Sache der Menschheit, deren Sieg dem Greise so sicher war, ganzes Leben war ein glückliches Bollen und Vollbringen für die " Vorwärts" Budgets verpflichten, insbesondere aber dem gemeinsamen Minister große Zahl der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter im Bezirke Die Stelle eines Parteisekretärs in einem für die Parteibewegung nicht verbürgen wollte oder nicht verbürgen konnte, daß ihn die hingewiesen, von denen nur ein sehr kleiner Teil der Partei noch ungenügend entwickelten Agitationsbezirk ist zu besetzen. ungarischen Delegierten in ihren Reden weniger gehässig behandeln angehört und auf das Parteiblatt abonniert ist. Von allen Von dem Bewerber werden neben der Qualifikaton, die zur würden, als es das letzte Mal geschah( er selber fann sich nicht ver- Rednern wurde betont, daß es eine der wichtigsten Aufgaben Betreibung und Förderung der Agitation und Organisation vorteidigen noch wehren, da er nicht magyarisch versteht!), so mußte sei, die Gewerkschaftsgenossen auch für die Partei zu ge- ausgesetzt werden muß, Energie und selbständiges Urteil verlangt, Goluchowski das Feld räumen. An Goluchowskis Stelle tritt, wie gemeldet, der bisherige Bot- pinnen. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Gemeindevertreter um mit Festigkeit eine erfolgreiche Wirksamkeit entfalten zu können. wurde allgemein als segensreich anerkannt. Um aber etwaige Reflektanten wollen sich mit dem Bureau des Parteivorstandes, schafter in Petersburg, der in Desterreich selbst bisher nur in fub- 3weifel zu tlären, sollen in Zukunft in gewissen Zwischenräumen Lindenstr. 69, in Verbindung setzen. alternen Stellungen gedient hat und den komplizierten Verhältnissen Konferenzen der Gemeindevertreter abgehalten werden, auf denen diefer aus zwei Staaten und einem Duzend Nationen bestehenden Fragen aus der Praxis besprochen werden. Zur Vorbereitung Personalien. In die Feuilleton- Redaktion des Monarchie ganz unerfahren gegenüber steht. Er wird sich sicherlich dieser Debatten sollen die wichtigeren ist an die Stelle des verstorbenen Genossen Fragen bor der" auch nicht länger halten als bis zur nächsten ungarischen Krise, die Konferenz Parteiorgan erörtert werden. H. Bezüglich der Krauß Genosse St. S. Döfcher eingetreten, der bisher in unweigerlich jeden Minister des Aeußeren unter den Trümmern der Presse wurde die Frage von neuem angeregt, ob es nicht möglich München und Nürnberg tätig war. Gemeinsamkeit" begräbt. Die Ungarn hatten fich offenbar auf den sei, die Herausgabe der Blätter für Frankfurt, Offenbach, Mainz Genosse Frohme legt Wert darauf zu konstatieren, daß er nicht, Botschafter in London gespitzt, der ein Schwager des hochmögenden und Gießen bis zu einem gewissen Grade zu zentralisieren. wie in unserem Jubiläums- Leitartikel der Freitagsnummer gefagt Grafen Apponyi ist. Deshalb wird ehrenthals Ernennung in Das Agitationskomitee in Frankfurt wurde beauftragt, den wurde, einige Male" seinen Wahlkreis gewechselt habe. Von 1881 Desterreich Is ein„ Erfolg" gebucht! Aber wirklich nur deshalb, denn was der neue aus dem Ausland geholte Minister ist und Berjuch zu machen, eine Verständigung hierüber unter den beteiligten bis 1884 habe er den Kreis Hanau und von 1884 bis jetzt den Genossen herbeizuführen. Von den übrigen Beschlüssen ist noch Streis Altona vertreten. Er habe also den Wahlkreis nur einmal Die nächste ungarische Strife kündigt sich bereits im Wechsel des hervorzuheben, daß bei Aftionen wie einem Bierboykott eine Ber- gewechselt und feit 1881 ununterbrochen dem Reichstage angehört. Kriegsministers an; denn ihre Ursache ist keine andere als der alte ständigung über ein einheitliches Vorgehen möglichst in dem ganzen Bezirk angebahnt werden soll. Die Wahl der Delegierten zum Streit zwifchen Habsburg und Kossuth um Rekruten. In internationalen Kongreß findet durch Urabstimmung statt, wobei so den letzten Delegations- Seffionen find nämlich für neue Stanonen, viele Wahlbezirke gebildet werden wie Delegierte zu wählen sind. Haubigen, Kriegsschiffe und ähnliche anmutige Dinge etwa eine Halbe Milliarde Kronen bewilligt worden. Zu den neuen Eine Jubiläumsfeier hat der Sozialdemokratische Kanonen braucht man aber auch neue Soldaten, und diefe, das Verein für den zweiten Hamburger Wahlkreis Refrutenkontingent, bewilligen nicht die schmiegsamen Delegationen, am Freitag im großen, an 1300 Sigpläge faffenden Saal des parteisondern die widerspenstigen Barlamente, von denen natürlich das historischen Tütgeschen Etablissements abgehalten. Dem Genossen ungarische das widerspenstigste ist, welches die Bewilligung neuer Die galt die Feier, dem Reichstagsabgeordneten des Wahlkreises, Rekruten, also eine Erhöhung des Kontingents, traditionell, von der seit 25 Jahren ununterbrochen das Mandat innegehabt, 25 Jahre der Gewährung nationaler Konzessionen in Sachen der sogenannten lang eines der bedeutsamsten Vertrauensämter ausgeübt hat, die die Armeesprache abhängig macht. Die vierjährige ingarische Genossen zu vergeben haben. Krise hat sich an der einstigen( nie bewilligten) Borlage Ju der Erividerung auf cine Begrüßungsansprache des BorSzells entzündet, e eine Erhöhung des Kontingents um standsmitgliedes Genossen Stengele sprach der Jubilar seinen fann, weiß im Vaterlande natürlich niemand. Die Polizeistunde und junkerliche Willkürherrschaft vor dem Oberverwaltungsgericht. Am Donnerstag wurde von dem Oberverwaltungsgericht eine Klage um die Polizeistunde zugunsten der Klage entschieden, die cinen starken politischen Hintergrund hat und für die rechtlosen Zustände in den Junkergefilden von typischer Bedeutung ist. Der Kreis Templin gilt seit langem als ein märkischer Musterkreis zur Illustrierung selbst vor den Toren Berlins noch gar vielfach herrschenden junkerlich absolutistischen Polizeiwirtschaft mit ihren frisch fromm fröhlichen Verstößen gegen Ges Sie ifjt Alcht in Seil Kram passen, und mit ihrer naib-offenen Ausnützung polizeilicher Befugnisse zur Bekämpfung der Sozial- demokratie. Ein politischer Feldzug. man möchte fast sagen: ein Kreuzzug solcher Art gegen unsere Partei ist nach etwa l�jähriger Dauer vor wenigen Tagen beendet worden und zwar mit einer geradezu jenenser Niederlage der biederen Sozialistentöter. Es lohnt sich, diese kleine, aber interessante Episode aus dem Kampf unserer Genossen für Achtung der Gesetze kurz darzustellen, weil sie für den Kamps in ganz Ostelbien typisch ist. Schauplatz ist daö hauptsächlich von Maurern bewohnte Dorf llurtschlag bei Zehbenick; Ausüber der polizeilichen Macht sind der Amtsvorsteher über Zehdenick-Forst und der Landrat von Templin; Objekt ihrer Fürsorge ist die organisierte Arbeiterschaft von llurtschlag und Umgebung und der Gastwirt Wißmann zu Curtschlag. Nach langen Mühen war es dem Maurerverband im Frühjahre ISVS gelungen. Witzmann zur Hergabe seines Lokals zu bewegen. Nun ging ein polizeilicher Kampf gegen Wismann los. Witzmann war seit 16 Jahren Gastwirt und hatte nie die geringsten Scherereien oder Konflikte mit der Polizei gehabt. Seit dem Jahre 1961 war ihm die Polizeistunde im Sv'nmer auf 12, für den Winter auf 11 Uhr festgesetzt, währeuö die von der Polizeiverordnunq als normal bestimmte Polizeistunde nur 11 bezw. 16 Uhr war. Kaum war nun die„umstürzlerische Haltung" Witzmanns bekannt ge- worden, als auch schon eine Verfügung des Amtsvorstehers ein- traf, die die Polizeistunde auf das Normalmatz, nämlich 11 bezw. 16 Uhr, d. h. um eine Stunde, herabsetzte. Nicht ein Wort der Begründung enthielt diese Massnahme. Zu einem zweiten Schlage fand sich erst einige Monate später Gelegenheit. Am 12. Juli 1965 erhielt Witzmann folgende klassische Verfügung des Amtsvorstehers: Hierdurch werden Sie auf Grund des Z 4, Absatz 2 der Polizeiverordnung des Herrn Oberpräsidenten vom 7. März TssOI aufgefordert, in Ihrem Lekal nach 9 Uhr abends keine Gäste zu dulden. Die Polizeistunde wird gemätz Verfügung des Herrn Landrats deswegen herabgesetzt, weil der Gottesdienst am ersten Pfingstfeiertag durch Lärmen und Singen in Ihrem Lokal gestört wurde und Sie jeden Versuch, diesem Unfug ein Ende zu machen, unterlassen haben. Da derrrtize Ausschreitungen in Ihrem Lokal schon bei Tage vorkommen, ist zu befürch'en, daß es am Abend und während der Nacht zu groben Ruhestörungen kommen kan i. Diesem vorzubeugen ist Pflicht der Polizei>er!r ltung und werde ich die Nichtbefolgung dieser Verfügung nachdrücklich bestrafen. I. V.: Sommerfeld. Also ein einziger Fall, in dem an einem Feiertag im Lokal von Witzmann gelärmt und gesungen sein soll, reichte dem Land- rat und dem Amtsvorsteher aus, eine ernstliche Besorgnis vor Ruhestörungen für den Abend und für d'e Nacht zu hegen, nach- dem Witzmann sich bisher in einer absolut tadellosen Weise privat und geschäftlich geführt hatte!! Ueberdies war in der Verfügung der tatsächliche Sachverhalt geradezu auf den Kopf gestellt. Die Polizei hatte die Ermittelungen über die Vorgänge vom ersten Pfingstfeiertag in der Weise vorgenommen, dah sie Mitteilungen von Gendarmen über gelegentliche Aeuherungen von ein paar dem Witzmann feindlichen Personen in den Akten registrierte. Nicht einmal polizeiliche Vernehmungen waren für nötig gehalten worden zur Vorbereitung einer Matznahme, die sich als eine teil- weise Entziehung der Konzession darstellt und für die ganze Existenz Witzmanns verhängnisvoll werden konnte. Von einer Er- Hebung der dem Witzmann zur Verfügung stehenden Beweise war keine Rede gewesen. Infolge eines Mitzverständnisses über die Rechtslage erlangte die Verfügung vom 12. Juli formelle Rechts- kraft. Um sie zur Aufhebung zu bringen und dem Witzmann die Normalpolizeistunde wieder zu verschaffen, beschritt nun in seinem Auftrage der Genosse Liebknecht zunächst den Aufsichtsweg durch alle Instanzen hindurch bis zu dem Minister des Innern von Bethmann-Hollweg. Er bot einen umfänglichen Zeugnisbeweis dafür an, datz zwar am frühen Morgen ein, übrigens gar nicht einmal sozialdemokratischer Gesangverein mit Gesang nach seinem Lokal gekommen war, datz Wißmann aber dem Verein vor dem Betreten seines Lokals schon um deswillen alles Singen verboten und Ruhe zur Pflicht gemacht hatte, weil er am selben Morgen seinen Vater beerdigt hatte. Beweis war ferner dafür angetreten, datz in der Tat auch schon stundenlang vor dem Gottesdienst und während des Gottesdienstes und überhaupt am ganzen Tage in dem Lokal weder gesungen noch gelärmt und die Kirche auch über- Haupt nicht gestört war. Diese Zeugen wurden einfach ignoriert. Der Anwalt bezichtigte in seinen Beschwerden den Amtsvorsteher und den Landrat ansdrsicklich, die Verfügung vom 12. Juli nur zu dem ausschließlichsten Zwecke erlassen zu haben, Witzmann in materielle Schwierigkeiten zu bringen und so zu zwingen, sein Lokal dem Maurerverband wiederum zu entziehen, wobei der an- gebliche Borgang vom ersten Pfingstfeiertag bewußt nur als Bor- wand benutzt worden sei. Auf diese schwere wiederholte Bezieh- tigung wurde nicht mit einem Wort reagiert. Alle Instanzen bis zum Minister hinauf steckten sie ruhig ein und— wiesen die Beschwerden ohne Begründung zurück. Bemerkenswert ist. dah die Erledigung dieser Beschwerden, obwohl sie ihrem Inhalte nach höchst dringlich waren, trotz mehrfacher telegraphischer Anträge und Bitten um Beschleunigung in jedem einzelnen Falle monatelang dauerte und schlietzlich die am 4. Februar 1966 bei dem Minister eingelegte Beschwerde erst durch eine am 21. März 1966 zugestellte Verfügung vom 15. März 1966 abschlägig beschieden wurde. Natürlich wurde der Ausgang dieses BeschwerdeverfahrenS von dem Genossen Liebknecht nicht abgewartet. Im Oktober 1965 stellte er bei dem Amtsvorsteher einen Antrag auf Wieder- cinräumung der normalen Polizeistunde. Nach etwa drei Wochen traf die Antwort ein. datz es bei der Verfügung vom 12. Juli sein Bewenden behalte. Dagegen erhob der Anwalt die Ber- waltungsbeschwerde. Ziemlich prompt erhielt er von dem Amts- Vorsteher die Antwort, datz jener Bescheid kein mit Gründen der- sehener Bescheid sei, sondern datz er„lediglich ein aus Gründen der Höflichkeit" als Antwort aus das Schreiben des Anwalts er- gangenes Schreiben sei! Der Anwalt belehrte den Amtsvorsteher, datz er um einen Akt der Höflichkeit nicht gebeten und amtlich zu solchem Akt auch nicht befugt sei, datz er vielmehr nach dem Gesetz die Verwaltungsbeschwerde einfach weiter zu geben habe. Erst am 3. Januar, also nach zwei Monaten, erfolgte trotz wiederholter Bitten um Beschleunigung die Erwiderung des Landrats, die sich gleichfalls auf den Standpunkt stellte, datz jener erste Bescheid des Amtsvorstehers keine dem Verwaltungsstreitverfahren unterliegende Verfügung sei und datz der Landrat deshalb ein Eingehen auf die Verwaltungsbeschwerde ablehnte. Auch der Regierungspräsident wies Ende Januar die bei ihm eingelegte Beschwerde ohne jedes nähere Eingehen„als unbegründet" zurück. Hiergegen erhob nunmehr Genosse Liebknecht die Klage im Bcrwaltungsstreitvcrfahren, über die am 25. Oktober 1966, also nach neun Monaten, vor dem Oberverwaltungsgericht verhandelt wurde. In dieser Verhandlung schilderte der Anwalt den Polizei- lichen Feldzug gegen Witzmann, den er als ein wahres Kessel- treiben bezeichnet. Er benannte Zeugen dafür, datz Witzmann alsbald nach Freigabe seines Lokals einer ganz besonders schikanösen Neberwachung unterworfen worden war und führte u. a. noch folgende Einzelheiten an: Seit Jahren hatte Witzmann entgegen einer ihm unbekannten Polizeivorschrift seine Einfahrt nicht mit einem ordnungsmätzigen Steinpflaster versehen. Das war unbeanstandet geblieben. Jetzt wurde es plötzlich entdeckt und mit einer Geldstrafe von 16 Mk. geahndet, gegen die formell nichts zu machen war. Weiter erschien eines abends in der Dunkelheit ein Gendarm und leuchtete die Borstellkrippen Wißmanns ab. Bald daraus trass ein Strafbefehl wegen nicht genügender Reinigung dieser Krippen (Uebertretung der 8§ 1 und 7 der Polizeiverordnung vom 9. De- zember 1892» ein. Auf Einspruch gegen diesen Strafbefehl er- kannte das Amtsgericht Zehdenick und das Amtsgericht Prenzlau Alf Freisprechung, weil eine genügende Reinigung der Krippen trotz des entgegenstehende» Zeugnisses des Gendarmen Jffert für nachgewiesen erachtet wurde. Eine weitere Strafvcrfügung erging wegen angeblicher Ueber- schreitung der Polizeistunde durch Wißmann. Auch hier beantragte Genosse Liebknecht gerichtliche Entscheidung, indem er den Nach- weis anbot, datz eine geschlossene Versammlung der Filiale des Maurerverbandes vorgelegen habe. Ehe es noch zu einer Ver- Handlung kam, zog der Amtsvorsteher seine Verfügung zurück. Mitte Oktober 1965 erschien der erwähnte Gendarm Jffert bei Wißmann und erklärte ihm u. a.:„Wenn er die Roten nicht gehen lasse, werde er sehr schnell seine Konzession loswerden, für ihn sei ein ganz spezielles Gesetz da, nach dem ihm die Konzession ent- zogen werden könne." Wegen dieser Aeutzerung erstattete Genosse Liebknecht Anzeige gegen Jffert. Das Gericht der dritten Gen- darmerie-Brigade erachtete zwar beim Bestreiten Jfferts die Aeutzerung in der behaupteten Form nicht für erwiesen, erteilte aber dem w Jffert wegen einer in der gleichen Richtung liegenden, von ihm selbst zugegebenen Aeutzerung eine Rüge. Jffert ist dann aus dem Kreise Templin versetzt worden. Eine wahre Odyssee erduldete der 52jährige Maurer Küthcr zu Eurtschlag, der in einer Versammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins im August 1965 bei Besprechung von Gemeinde- angelegenheiten angeblich den überwachenden Gendarmen dadurch beleidigt haben sollte, datz er während einer„Pause" in der Ver- sammlung geäutzert haben sollte, die Dorfstratze befinde sich in einem schlechten Zustande, die Ungesetzlichkeiten der Bauern und Höhergestellten sehe der Gendarm nicht, er suche und sehe nur die geringsten Kleinigkeiten bei Arbeitern, um diese noch mehr zu drücken. In erster Instanz wurde Küther zu 36 Mk. Geldstrafe veru"eilt. Das Landgericht Prenzlau erhöhte die Strafe des un- bescholtenen Angeklagten auf 14 Tage Gefängnis. Auf Revision des Genossen Liebknecht heb daS Kammergericht dieses Urteil auf, weil K 193 verletzt war, da Küther eventuell seine Aeutzerung in Wahrnehmung berechtigter Interessen getan habe. Auf erneute Verhandlung verurteilte das Landgericht Prenzlau Küther wiederum zu zwei Woch'n Gefängnis, indem es nicht nur entgegen dem Be- streiten des Küther und einiger Zeugen die Aeutzerung in der behaupteten Form für erwiesen erachtete. Wiederum hob daS Kammergericht auf Revision des Anwalts wegen Verletzung des § 193 Str. G. B. und des Vereinsgesetzes auf und in der dritten nun folgende" Verhandlung vor der Strafkammer in Prenzlau wurde endliä ents! rechend dem Antrage des Staatsanwalts und des Genossen Liebknecht auf Freisprechung erkannt. Angesichts aller dieser Vorgänge wiederholte der Verteidiger des Kläge i vor dem Oberverwaltungsgericht nachdrücklich gegen Amtsvorsteher und Landrat die Bezichtigung der mißbräuchlichen Berwendung ihrer Amtsbcfngnisse zu politischen Zwecken, zur Be- kämpfung der Sozialdemokratie. Er benannte die beiden Beamten als Zeugen dafür, datz sie mit ihrer Aktion den behaupteten Zweck verfolgt hätten, und dah sie selbst die Vorgänge vom ersten Pfingstfeiertag 1965 für durchaus nicht erheblich erachtet, datz sie in der Tat keinerlei Besorgnis vor Ausschreitungen daraus ent- nommen und sie nur als formellen Deckmantel benutzt hätten. Der beklagte Regierungspräsident zog in letzter Stunde noch einige neue Ouisquilien an. Angeblich sollten nämlich am ersten Pfingstfeiertag irgend welche vor dem Witzmannschen Lokal stehende Personen irgend welche Kirchgänger irgend wie belästigt haben — näheres vermied der Beklagte anzugeben— und angeblich sollte weiter Witzmann etwa eine Woche später jemandem auf der Stratze eine grobe Redensart zugerufen haben! All das vermochte der Anwalt spielend als unerheblich und an den Haaren herbeigezogen zu bezeichnen. Er trat aber auch einen erschöpfenden Gegenbeweis an und beantragte, nachdem der Kläger Witzmann über ein Jahr seit der Herabsetzung seiner Polizeistunde ebenso wie all die früheren Jahre sich nicht das geringste hatte zuschulden kommen lassen und sein Geschäft in der einwandfreiesten Weise geführt hatte, Aufhebung der polizeilichen Verfügungen des Amtsvorstehers, des Landrats und des Regierungspräsidenten, die seinen Antrag auf Wiedereinräumung der normalen Polizeistunde zurückgewiesen hatten. Nach längerer Beratung erkannte das Oberverwaltungsgericht diesem Antrage gemäß. Begründend ausgeführt wurde, dah, wenn auch das Gericht nur zu prüfen habe, ob nicht Willkür borliege, offensichtlich die Verfügung vom 12. Juli 1965 an und für sich schon trotz ihrer formellen Rechtskraft auf sehr schwachen Fützen stehe und jedenfalls eine Besorgnis gegenüber der Geschäftsführung des Klägers, Witzmann, keineswegs mehr gerechtfertigt erscheinen lasse. Damit ist vorläufig der polizeiliche Angriff gegen die Arbeiter- schaft CurtschlagS abgeschlagen und unsere Genossen können auch in diesem schwarzen Winkel so frei aufatmen, wie das eben in Preutzen überhaupt möglich ist. Hoffentlich wird nunmehr gegen Landrat und Amtsvorsteher ein zivilrcchtlicher Schadensersatz- prozetz angestrengt. Gilnkonferen; des Fabrik-, Fand- und Wlssarbtittr- Verbandes. Am Sonntag hielt der genannte Verband im Berliner Ge- werkschaftshaus für den Distrikt Brandenburg, Mecklenburg und Posen seine diesjährige Gaukonferenz ab. Anwesend waren 66 Delegierte aus etwa 36 Zahlstellen. Aus dem Tätigkeitsbericht des Gauleiters Bennewitz ergab sich, datz der Verband während der letzten beiden Jahre recht erfreuliche Fortschritte besonders in der Provinz Brandenburg gemacht hat. Die Mitgliederzahl hat sich während dieser Zeit verdoppelt; sie stieg von 6666 aus 13 666, die sich jetzt auf 43 Verbandszahlstellen verteilen. An Ein- nahmen hatte der Gauvorstand 3236 M., demgegenüber stand eine Ausgabe von 3159,33 M.. so datz ein Bestand von 76,67 M. verblieb. Unter Hinzuziehung des Gauvorstandes wurden in der Berichtszeit 75 öffentliche, 78 Mitglieder- und 76 Betriebsversammlungen ab- gehalten. Ausserdem war der Gauvorstand bei 29 Differenzen ver- mittelnd tätig. Von den Lohnbewegungen brachten fünf einen Erfolg, ohne datz es zur Arbeitsniederlegung kam. Von den Streits resp. Aussperrungen verliefen 11 erfolgreich und 5 erfolglos. In 12 Betrieben verschiedener Ortschaften der Provinz wurden Mit- glieder des Verbandes wegen ihrer Organisationstätigkeit gemäss- regelt.— Die Aussprache drehte sich hauptsächlich um die Schwierigkeiten der Agitation in den kleineren Ortschaften. Es gehen dort die Indifferenz der Arbeiter mit llnternehmerwilliür und Polizeischikanen ständig Hand in Hand, besonders in der Pro- vinz Posen, wo die Arbeiter zudem noch vielfach durch übermähigen Alkoholgenuh derartig verblödet sind, dah ihnen das Unwürdige ihrer Lebenslage kaum zum Bewuhtsein kommt. Ein guter An- fang in der Agitation konnte während des letzten Sommers unter den Ziegeleiarbeitern verschiedener Orte gemacht werden. Doch lätzt sich noch nicht voraussehen, ob die hier gewonnenen Mitglieder auch dauernd erhalten werden können, weil sie während des Winters wieder in ihre entlegenen Heimatsorte zurückkehren und dort nur schwer zugänglich sind. Immerhin steht zu erwarten, datz bei ständig und beharrlich wiederholter Agitation auch diese Arbeiter- kategorie späterhin in grösserer Zahl für die Organisation gewonnen werden dürfte. Mit der Tätigkeit des Gauvorstandes erklärte sich die Konferenz im allgemeinen einverstanden, besonders weil zu berücksichtigen war, dah bei der Grötze des Gaues eine erhöhte Leistung billigerweise kaum verlangt werden konnte. Eine Anzahl Anträge, welche die Agitation betrafen, wurden dem Gauvorstand zur tunlichsten Berücksichtigung überwiesen.— Bei der dann fol- genden Aussprache über die Beschlüsse des diesjährigen Leipziger Verbandstages wurde fast allgemein die Erhöhung der Beiträge gebilligt. Im Brennpunkt der Verhandlungen stand dann aber die Verschmelzungsangelegenheit der Zahlstellen Köpenick. Charlottenburg,«pandau und Tegel mit Berlin. Der Zusammenschluh dieser Zahlstellen zu einer Zahlstelle Grotz- Berlin ist bereits vor längerer Zeit angeregt worden. Wegen des Widerstandes der genannten Vororte wurde bislang jedoch eine Verständigung in dieser für die Organisation so überaus wichtigen Frage nicht erzielt. Um nun nach dem' Vorbilde anderer Organi- sationen die Zersplitterung in und um den grossen Industriezentren zu beseitigen und die Einheitlichkeit der Verwaltung und der Aktion daselbst zu sichern, hatte der Leipziger Verbandstag folgenden Be- schluh gefatzt:„An Orten mit gemeinsamem Wirtschastsgebieto kann in einem Umkreis von 15 Kilometern nur eine Zahlstelle er- richtet werden." Gegen diesen Beschlutz, der den genannten Zahl- stellen den Zusammenschluh direkt zur Pflicht macht, ergingen sich die anwesenden Vorortvertreter in heftiger Opposition. Die gegenseitige Debatte darüber nahm die Zeit der Konferenz vor- wiegend in Anspruch. Der ebenfalls anwesende Verbands- Vorsitzende Brey- Hannover lieh schlietzlich keinen Zweifel darüber, datz der Hauptvorstand gestützt aus den Verbandstags- beschlutz unter allen Umständen auf die baldige Verschmelzung der Zahlstellen von Berlin und Umgegend dringen werde, weil der ein- heitliche Zusammenschluh eben eine zwingende Notwendigkeit ge- worden sei und im vitalsten Interesse des Verbandes liegt.— Zum Schluh wurde dann noch ein Antrag angenommen, der besagt, datz zu den künftigen Konferenzen die Zahlstellen bis zu 166 Mit- gliedern e i ne n Delegierten, und für jedes weitere angefangene Hundert einen Delegierten mehr ernennen solle. Jedoch darf keine Zahlstelle mehr wie drei Delegierte ent- senden. Als Ort der nächsten Gaukonferenz wurde wieder Berlin bestimmt._ Mus der frauenbewegung* Gesinde-Ordnung oder freier Arbeitsvertrag? In einer öffentlichen Versammlung der Hausangestellten unter dem Vorsitz von Genossin Baader sprach Genosse Stadt» h mg e n am Sonntag abend über das Thema„Gesinde-Lrdnung oder freier Arbeitsvertrag?" Mit dieser Versammlung, die sich eines sehr guten Besuches erfreute, sollte die Bewegung der Berliner Dienstmädchen gegen die Gesinde-Ordnung in eine be- stimmte Bahn geleitet werden. Es gilt, eine rege Agitation sur einen freien Arbeitsvertrag, wie ihn Stadthagen vorgeschlagen (kürzlich erst im„Vorwärts" veröffentlicht), zu entfalten. Erst von der Mitte des 13. Jahrhunderts an. so erklarte der Referent, könne man von einem Gesindestand reden, der bald eine Stufe höher gestellt wurde als die Leibeigenen und Hörigen. Tie alten Äesinde-Ordnungen aus damaligen Zeiten enthielten schon Bestimmungen, die dem Schutze des Gesindes dienten und der Willkür der Herrschaften entgegentraten. Nach der damaligen Struktur des Staates hatten die grossen Gutsbesitzer einen weiten Machtbereich und auch die Sorge zu übernehmen für alle, die ihnen unterstellt waren. In Krankheitsfällen mutzte das Gesinde die nötige Pflege erhalten. Aus dem 15. Jahrhundert hören wir noch, dah das Züchtigungsrecht für das Gesinde sehr milde zur Anwendung kam. Später, als die Städte aufblühten. wurde die Lage des Gesindes verschlechtert. 1548 wurden zum erstenmal Dienstzeugnisse eingeführt. Während des 36jährigen Krieges(1618—1648) wurde das�Äesinde etwas mehr geachtet. aber nach dem Kriege wurde die Staatsgewalt mobil gemacht für die grossen Gutsbesitzer, die nach Arbeitskräften aus den Städten verlangten, und manche Verordnung, nach welcher die Kinder der Stadtbewohner zu Dienstleistungen auf den Rittergütern ver- pflichtet waren, wurde erlassen. Die Gesiinde- Ordnungen er- regten damals schon viel Erbitterung, und Gutachten von Richtern und Universitätsprofessoren sprachen sich im 17. Jahrhundert bei verschiedenen Gelegenheiten gegen die Gesinde-Ordnungen aus. Das Gesinde führte einen heftigen Kamps um seine Rechte, aber das Sträuben hals nichts, das Gesinde unterlag gegen den Staat; der seine Machtmittel zur Anwendung brachte. Das Gesinde stand allein in dem Kampfe. Redner erinnerte daran, wie Luther vom .Gesindeteufel" sprach, der„die Peitsche haben mühte". Es war ein Kampf der Klassen. Die herrschende Klaffe ging gegen die unterdrückte vor, die sich wehren wollte. Vom 17. Jahrhundert an wandte der Staat sich mit drei grossen Mitteln gegen das Ge- finde: Es wurden die Taxordnungen eingeführt, die es strafbar machten, dem Gesinde einen höheren Lohn zu geben, und ebensowenig durfte das Gesinde einen höheren Lohn nehmen. Der Zwangsgesindedienst wurde eingerichtet, nach welchem jedes Kind verschiedene Jahre fast unentgeltlich bei einer GutS- Herrschaft dienen mutzte. Dann kam das Züchtigungs recht wieder auf. Heute besteht in Deutschland nach dem Gesetz keinerlei Züchtigungsrecht, aber in der Praxis ist es anders, da wird sogar durch Gerichtserkenntnisse ein gewisses Züchtigungsrecht an- erkannt. Das Jahr 1866 räumte in Preutzen mit vielen alten Ordnungen auf, so auch mit Gesinde-Ordnungen, aber 1816, am 8. November, setzten die Junker eine neue Gesinde-Ordnung durch, die die alten Zustände zum Teil wieder einführte. In Preutzen waren freilich nicht nur eine, sondern 19 Gesinde-Ordnungen in Kraft, die von 1732—1859 eingeführt wurden. Der Redner hält sich an die Gesinde-Ordnung vom 8. November 1816, die er scharf beleuchtet und an vielen Beispielen ihre Härten und Widersinnig- leiten zeigt. Er bringt dann den den.,VorwärtS"-Lesern bereits bekannten Entwurf eines freien Arbeitsvertrages zur Verlesung und erläutert die einzelnen Punkte eingehend. Er schlieht mit de� Aufforderung, für diesen freien Arbeitsvertrag zu wirken, um damit die Notlage und Rechtlosigkeit des Gesinde? bekämpfen zu helfen. In der Diskussion verglich Genosse Unger das Verhältnis der Dienstboten zur Herrschaft mit dem Kost- und LogiSwesen im Handwerkerstand. Er machte darauf aufmerksam, wie energisch die Gewerkschaften sich gegen dieses System, das sich noch bei Bäckern, Schlächtern, Kellnern, Meiern usw. findet, wenden und auf ihre Abschaffung dringen.— Ein Redner wandte sich gegen dia Ausbeutung durch die Dienstvermittler. Genossin Bahr forderte zum Beitritt in den Verein für die Hausangestellten auf. Forderungen könnten nur dann durchgesetzt werden, wenn eine Organisation dafür eintritt und dem einzelnen den Rücken deckt. Die folgende Resolution gelangte einstimmig zur Annahme: „Die in Beckers Festsälen versammelten Dienstboten erklären. dah die Ausführungen des Referenten ihren Anschauungen von Rechten und Freiheiten, die sie anstreben, vollständig entsprechen. Die Versammlung erblickt in dem Vorschlage de? Referenten, einen freien Arbeitsvertrag zu schaffen, eine Möglichkeit, die Lage der Dienstboten in wirtschaftlicher und sittlicher Beziehung zu heben und verspricht, mit allen Mitteln für einen freien Arbeitsvertrag an Stelle der entwürdigenden Gesinde-Ordnung einzutreten. Die Versammlung beauftragt das Bureau, entsprechende Schritte ein- zuleiten, uni baldmöglichst menschenwürdige Arbeitsverhältnisse auch für Dienstboten zu schaffen." Von dem Erfolge der Versammlung zeugt die Tatsache, dah 31 Mädchen sich sofort als Mitglieder in den Verein der Haus- angestellten aufnehmen liehen._ Demonstration für die Wahlrechtskämpferinnen. London, 29. Oktober. Im Hydepark fand gestern zugunsten der Frauenrechtlerinnen ein Meeting statt, welchem 5666 bis 6666 Frauen beiwohnten. ES wurde eine Resolution zugunsten der Freilassung der 11 verhafteten Frauen angenommen. Versammlungen— Veranstaltungen. Reinickendorf- West. Dienstag, den 36. Oktober, abends 31h Uhr, bei Franke, Eichbornstrahe 18, Vortrag des Herrn Stürmer:„Kampf um? Recht". Wahl einer Vertrauensperson. SSosierltond am 29. Oktober. Elbe bei Rüstig— Meter, be Dresden— l, 14 Meter, bei Magdeburg+ 1,30 Meter.— U n st r u t bei Itraußsurt— Meier.—Oder bei Nattbor st- 1,13 Meter.--- Neißc» müntmna st- 1,30 Meter.— O d e r bei Brieg st- 1,SS Meter.--Oder bei Breslau Umerpegel— 1,28 Reter. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 30. Oktober. Anjang 72 Uhr. Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Das Rheingold. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Deutsches. Der Kaufmann von Venedig. Westen. Schüßenliesel. Lorning. Fra Diavolo. effing. Rosmersholm. Neues. Die Condottieri. Anjang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. DerSturm. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die rote Robe. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die Hoffnung auf Segen. Komische Oper. Carmen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Unsere Stäte. Zentral. Tausend und eine Nacht. Kleines. Man kann nie wissen. Deutsch Amerikanisches. wilden Westen. Der Hauptmann von Köpenick. Thalia. Wenn die Bombe platt! Luisen. Sherlok Holmes. Im Bernhard Nose früher Carl Weiß. Ausgewiesen. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Berlin im Omnibus. Spe zialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Kasino. Merander der Große. Folies Caprice. Serenissimus August XXVI.- Das Modell. Das Provinzmädel. Passage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Sizilien. Hörsaal 8 Uhr: Die Verwertung des Luftstickstoffes. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Theatersaal 8 Uhr: Die Umdrehung der Erde. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Dienstag, abends 8 Uhr: Dienstag, abends 8 Uhr: Trianon- Theater. Orts- Krankenkasse Orts Krankenkasse Heute und folgende Tage: Die Hoffnung auf Segen. Der Hausfreund. Der Hausfreund. . Schiffer Drama in 4 Bildern von Hermann Heijermans jun. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Die rote Robe. Schauspiel in vier Aften von Eugen Brieur. Deutsch von Anne St. Cére. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Herrgottswarter. Hierauf: Zum Einsiedler. Donnerstag, abends8lbr: Donnerstag, abend 38 Uhr: Hasemanns Töchter. Frau Inger von Oestrot. Urania. Zirkus Schumann Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Sizilien. Hörsaal 8 Uhr: Die Verwertung des Luftstickstoffes. Heute abend präzise 72 Uhr: Anerkanntes Sensat.- Programm. l.a.: Mister Henricksens größte Tiger- Gruppe, worunter Tamany, Riefentiger. der kämpfende Im Theatersaal Invalidenstr. 57/62, Löwen- Baron, berr abends 8 Uhr: Die Umdrehung der Erde. JOOLOCISCHER Z CARTEN Täglich ab nachmittags 4 Uhr: Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 5 1hr ab 50 Pf. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. mit seiner dressierten Menagerie. Die fliegenden Menschen Les Rixfords. Auf der Pußta borgeführt Schumann. bom Dir. Monf. Fernand Guichenet, Oberbereiter Seiner Maj. des Zaren. Frères Houde. Mons. Fontana. Mons. Franz. Außerdem: Sämt liche neuengagierten Spezialitäten. Um 10 Uhr: Ein Zum 17. Male: Tag in Monte Carlo. Gr. Ausstattungspantomime. Lustspielhaus. Zirkus Busch. Allabendlich 8 Uhr: Unsere Käthe. Zentral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Abends 72 Uhr: Monsieur Romeo's Staunen erregende Automobilexperimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Gem. 30 Zentner ut. 4 Insassen.) 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Js. beratene und angenommene revidierte Kassenstatut hat die Genehmigung der Aufsichtsbehörde erlangt und tritt nunmehr mit dem 1. November ds. Js. in Straft. Abweichungen von den bisherigen Sazungen enthalten folgende Paragraphen: § 10. Meldepflicht der Arbeitgeber. 13. Das Krankengeld wird auch für die Sonntage gezahlt. = Lichtenberg. Einladung zur Wahlversammlung. Es machen sich zufolge Ausscheidens fammlung nötig. Ersakwahlen zur General Ver In Gemäßheit der§§ 51, 51a und 66 der Kassensazungen lade ich daher our Ersatzwahl hiermit ergebenſt ein. Wahlberechtigt und wählbar sind die Stassenmitglieder, die großjährig rechte sind. und im Besize der bürgerlichen EhrenDie Wahlen finden in getrennten nehmer) statt. Wahlgängen( Arbeitgeber und ArbeitZu wählen ist für den Rest der Periode Oktober, 1905 bis September 1907. § 19. Das Sterbegeld wird für Mitglieder, welche der Kasse länger als sechs Monate angehörten, wie die Herren folgt gezahlt: SI. I. 120 M., I. II. 90 m., Sel. III. 72 M., S. IV. 45 M., St. V. 33 m. § 25. Eintrittsgeld kommt nicht zur Erhebung. Wer nicht nachweist, daß er bereits Mitglied der Schlosser tasje war, hat 20 Pf. Umschreibegebühr zu zahlen. § 33. Zusammensetzung und Wahl des Vorstandes. § 35. Entschädigung der Vorstandsmitglieder § 49. Obliegenheit der General bersammlung. Zur Bornahme der Wahlen laden wir Arbeitgeber zum Freitag, den 9. November 1906, nachmittags von 4-5 Uhr, in das Lokal der Herren Gebr. Arn hold, Frankfurter Chaussee 5( Bimmer rechts vom Haupteingang) hiermit er. gebenst ein. Die Herren Arbeitnehmer, Rassen. mitglieder, die in zwei Abteilungen wählen, laden wir zur Vornahme der Wahl, und zwar die I. Wahlabteilung, umfassend die Betriebe östlich der Gürtelstraße, der Dorfstraße und des Weißenseer Weges, ausschließlich der § 55. Deponierung der zeitweise drei genannten Straßen, sowie die überschüssigen Barbestände. 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Die Wahlhandlung wird pünktlich eröffnet und gilt als Legitimation für die Staffenmitglieder das Mitglieds buch oder Karte, für die Arbeitgeber die letzte Beitragsquittung. cin Zur zahlreichen Beteiligung ladet 277/7 Der Kaffenvorstand. M. Hentschel, I. Borsigender. Verbindung mit größter Films- Quadratrute 5 and 6 Mark ,, Armin- Hallen" Fabrik Frankreichs, daher täglich Schulz, Schönebg., Gustav Müllerstr.42. neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Otto Pritzkow, Mlinzstr. 16. Bum letztenmal: Große Jahresrevue in 9 Bildern Die schöne Ungarin. Buggenhagen von Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. Freitag: Der bürgerliche Edel. In Szene gesetzt von Direktor mann. Der Stammgast. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Man kann nie wiffen. Mittwoch und Donnerstag: Ein idealer Gatte. Freitag: Man kann nie wissen. Richard Schultz. H. Bender. J. Giampietro. J. Josephi. Fritzi Massary. Phila Wolff. Rauchen überall gestattet. Sonntag, den 4. 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Berliner Nachrichten. Die Wahlbetvegung im dritten Berliner Landtagswahlkreis nimmt ihren ruhigen Fortgang. Soweit unsere Partei dabei in Frage kommt, wird nach Kräften dahin gearbeitet, die einzelnen Urwähler für die Wahl sozialdemokratischer Wahlmänner zu interessieren. Das ist allerdings mit vieler Mühe und Arbeit verknüpft. Eine erhebliche Schwierigkeit bildet der Umstand, daß viele Urwähler am 1. Oktober aus dem Wahlkreis verzogen sind. Da diese aber in demselben noch ihr Wahlrecht ausüben können, so muß versucht werden, deren Adressen zu ermitteln. Für die Erjazwahlen der Wahlmänner, die verzogen, verstorben oder auf sonstige Weise aus. männer, die verzogen, verstorben oder auf sonstige Weise ausgeschieden sind, müssen die wahlleitenden Genossen andere geeignete Wahlmänner suchen. Diese Arbeit ist in den meisten Bezirken nahezu vollendet. Gegenwärtig werden für einzelne Bezirke, meistens aber für mehrere zusammen zahlreiche Urwählerversammlungen in den verschiedensten Gegenden des Wahlkreises abgehalten. Diese Versammlungen, zu denen die Urwähler besonders eingeladen werden, haben sich eines außerordentlich starken Besuches zu erfreuen. Diese Agitation ist überhaupt für unsere Partei die Hauptsache. Gerade hier bietet sich willkommene Gelegenheit, den Arbeitern ihre Recht losigkeit eingehend darzulegen und die Volksfeindlichkeit des Dreiflassenparlaments an den verschiedensten Beispielen zu demonstrieren. Was den Terminzu den Wahlmännereriatwahlen anbelangt, so rückt der immer näher heran. Für die 3. Abteilung ist die Wahl auf Dienstag, den 6. November, bon vormittags 11 bis abends 7 Uhr, festgesetzt; während die zweite Abteilung am Mittwoch, den 7. November, von vormittags 11 bis nachmittags 5 Uhr, und die erste Abteilung ebenfalls am Mittwoch, aber von nachmittags 5 bis abends 7 Uhr wählt. Soweit die Terminsund Zeitfestseßung für die dritte Abteilung in Frage kommt, so bestreiten wir, daß dieselbe dem kürzlich veröffentlichten Wahlreglement entspricht, in dem es heißt, daß die Wahlstunden möglichst günstig für die Wahl. beteiligung" zu bestimmen seien. habenden Bewohner vornehmer" Stadtteile sich nichts träumen trieben worden ist, dürfte zweifellos bald auf heftigen Widerstand der i lassen. Opfer ihres Bekehrungseifers stoßen. Und die Herren von der Die Herren Hauswirte, die viel geplagten, schelten gern Stadtmission hätten zu allerletzt Ursache, sich darüber zu bellagen, auf die Mieter, die durch eigene Unsauberkeit nur zu rasch ein wenn ihnen unzweideutig die Stuben- und die Haustür gewiesen ganzes Haus in ein schmutziges verwandeln. Daran ist manches wird. Oder würden es sich etwa die Herrschaften in Berlin W. gewahre. Es gibt aber Häuser, in denen Unsauberkeit herrscht, für die kein Mieter, sondern nur der Herr Hauswirt selber verantwort- fallen lassen, wenn eines schönen Tages ein sozialdemokratischer lich zu machen ist. Ueber einen Zustand, für den uns der parla- Gesangverein erschiene, eine Strophe der Marseillaise vorträge und mentarische Ausdruck fehlt, ist aus dem Hause Borsigstr. 32 dann eine fulminante Ansprache zu halten begönne. Daß man aber eine Klage an uns gelangt. Durch den Keller des Quergebäudes überhaupt zu einer solch aufdringlichen Agitationsweise greift, ist gehen die Röhren, die teils aus den in den Wohnungen befind- offenbar nur den Wirkungen zuzuschreiben, die die durch die Schullichen Klosetts und Ausgußbecken, teils aus den auf dem zweiten berpfaffung hervorgerufene Bewegung zum Austritt aus der of untergebrachten Vichställen die Abwäffer in die Kanalisation Landeskirche hervorgebracht hat! leiten. Diese Röhren verstopfen sich mitunter, wie das wohl überall einmal vorkommt. Um die Verstopfungen beseitigen zu können, Ausnahmebeschäftigungstage in Bäckereien und Konditoreien. Auf hat man in die Röhren ein paar Löcher gehauen, von denen das Grund der Bekanntmachung des Herrn Reichskanzlers über den eine etwa 15 Zentimeter lang und 78entimeter breit, das andere etwa Betrieb der Bäckereien und Konditoreien vom 4. März 1896 werden 11 Zentimeter lang und 6 Zentimeter breit ist. Die Löcher werden noch der 15., 19., 20., 21., 22. und 31. Dezember d. J. als solche ständig offen gehalten und bleiben unverdeckt. Tage festgesetzt, an denen in Bäckereien und Konditoreien Gehilfen Wiederholt hat die stinkende Jauche sich aus den Röhren in den und Lehrlinge über die vorgeschriebene Zeit hinaus beschäftigt steller ergoffen, wo sie nicht nur den Erdboden, sondern auch allerlei werden dürfen. Matraßen und ähnliches) durchtränkte. Gelegentlich ist sie auch in in diesem Teil des Kellers lagerndes Gerümpel( anscheinend alte benachbarte Teile des Kellers hineingeflossen. Auf dem Polizeibureau ist über diesen Zustand bereits Meldung erstattet worden, aber man hat dort die Sache wohl nicht für sehr wichtig und eilig gehalten, wenigstens ist es zunächst noch beim alten geblieben. Hier ist Arbeit für die Gesundheitspolizei! Doch unsere Gesundheitspolizei, wie sie heute ist, erscheint uns freilich nicht sehr geeignet, solche Dinge zu verhüten. Wie überall, so ruht auch hier die Hauptlast auf dem allwissenden Schußmann. Der Besitzer des Hauses wohnt übrigens selber im vornehmen" Westen. Da scheint es ihn wenig zu fümmern, was da oben im proletarischen Norden in seiner Mietstaferne vorgeht. Wenn nur die Mieten vollzählig und pünktlich eingehen, so ist der Herr Hauswirt aller Sorgen ledig. Der Berliner Lehrerverein beschäftigte sich am legten Freuag mit dem Thema:„ Was hat Berlin für die körperliche Erziehung der Jugend getan, und was steht noch aus?" Referent war der Turnlehrer a II was. Nach mehr ständiger Debatte, an der sich auch rege der städtische Oberturnwart Dr. Ludow beteiligte, einigte sich der Verein auf folgende Thesen: " Ter Perliner Lehrerverein erkennt an, daß durch die Bestrebungen der städtischen Verwaltung troß der schwierigen Verhältnisse die Sache der körperlichen Erziehung der Jugend in Berlin in vieler Hinsicht gefördert worden ist, hält aber einen schnelleren Fortschritt auf diesem Gebiete für notwendig. Der Berliner Lehrerverein empfiehlt daher besonders folgendes: 1. Die Vermehrung der Turnräume, so daß vor allem jede neue Schule mit einer eigenen Turnhalle versehen wird, 2. eine durchgreifende Neuordnung der noch immer ungenügenden Reinigungsverhältnisse der Turnhallen, 3. die Einrichtung von Umkleideräumen nicht nur bei den neuen, sondern auch bei den alten Turnhallen, 4. eine tatkräftigere Förderung der Schulausflüge, des Schwimmunterrichts und des Eislaufes, 5. die Vermehrung der Spiel- und Badegelegenheiten für Schüler und Schülerinnen der Volks- und Fortbildungsschulen, 6. die Einführung von orthopädischem Unterricht für die mit Gebrechen behafteten Kinder der Volls chulen, 7. die Aufnahme des freiwilligen Turnunterrichts in den Arbeitsplan aller Fortbildungsschulen. Der Berliner Lehrerverein sieht in der Tätigkeit aller für eine verständige Leibeserziehung wirkenden Vereine, die sich fernhalten von sportmäßiger Uebertreibung. besonders in den Bestrebungen der Turnvereine der„ Teutschen Turnerschaft", eine wichtige und notwendige Ergänzung der Schularbeit." Warum die Turnvereine der Deutschen Turnerschaft" allein protegiert werden, da doch auch andere Turnvereine sich diesem löblichen Bestreben widmen, ist nicht recht verständlich. Ein eigenartiger Feldzug wider den Unglauben. Von einem Lefer unseres Blattes wird uns geschrieben: ertrantt." Er flagt über innerliche Schmerzen. Schon bei feinen Der Hauptmann von Köpenid" ist im Untersuchungsgefängnis Verhören auf dem Polizeipräsidium fühlte er sich nicht wohl. Es scheint das nicht allein die Folge der Aufregung der letzten Tage zu ein. Voigt sagt, das Alter habe ihn gebrechlich gemacht. Die letzte Zeit habe ihn nur die Anspannung aller Kräfte zur Ausführung feines Planes aufrecht erhalten. Er verhält sich ganz ruhig. Vernommen fonnte er seines Zustandes wegen vom Untersuchungsrichter noch nicht werden. Zunächst soll er in ärztliche Behandlung kommen. Daß er einen Raub oder eine räuberische Erpressung begangen habe, bestritt er vor der Kriminalpolizei bis zum legten Augenblid. Er habe als„ Hauptmann" nur befohlen und niemand bedroht. Daß man ihm gehorcht, sei nicht seine Schuld. Eigentlich liege nicht einmal ein Diebstahl vor, denn der Kassenrendant habe ihm das Geld selbst ausgehändigt. Als man sich über seine spißfindigen Aus legungen des Strafgesetzbuches erstaunt zeigte, meinte er lächelnd, in ihm stecke vielleicht noch mehr als ein Hauptmann von Köpenid". Daß man übrigens milde mit ihm verfahren werde, wagt er nicht zu hoffen. Er sei in der Beziehung nichts wegnier als verwöhnt. Ihn im Alter von 18 Jahren für die Fälschung von fünf Poftquittungen mit 10 Jahren Zuchthaus zu bestrafen, sei troß seiner Vorstrafen doch wohl etwas hart gewesen, und für den Einbruch in die Gerichtstaffe zu Wongrowig 15 Jahre Zuchthaus sei noch härter. Er habe damals zwar eine geladene Waffe bei sich gehabt, aber doch keinen Gebrauch davon gemacht und auch nicht einmal versucht, es zu tun. Vom Lage seiner ersten Verurteilung zum Zuchthause an habe er fich zu hart bestraft gefühlt. Dieses Gefühl habe ihn auch nie wieder verlassen. Seine Beutezüge in Wongrowiß und nach Köpenick mit der Absicht auf öffentliche Gelder seien im letien Grunde aus diesem Gefühl hervorgegangen, das an ihm nagte. Es wären Rachezüge, wenigstens zum Teil. Als die Tat einer Unzurechnungsfähigen stellt sich der mysteriöse Vorgang heraus, deren Opfer die Schülerin Frida W. geworden ist. Die Jda Michaelis, die sich, wie wir berichteten, unter dem Titel einer Opernsängerin des Mädchens bemächtigt und sie zu einem Zahntechniker geführt hatte, war kurz vor diesem seltsamen Abenteuer von ihrem Lehrherrn wegen ihrer Fahrigkeit und Dem Zahntechniker völligen Unbrauchbarkeit entlassen worden. Herrn Gustav hatte sie schon einmal eine kleine Schülerin zugeführt, damit er dem Kinde Zähne ziehe. Da aber Herr G. feinen Anlaß zu irgendwelcher ärztlichen Hantierung fand, so ließ er die Da in der dritten Abteilung eine große Zahl Arbeiter M. mit dem Kinde wieder gehen. Bei der zweiten ihm gebrachten wählen, so dürfte für diese der günstigste Tag der Sonntag entdeckte er die beiden bereits ganz lofen Milchzähne, deren Entsein. Wenn es nun aber schon ein Wochentag sein muß, so fernung ihm im Interesse der nachfolgenden Zähne geboten erist unter allen Umständen zu verlangen, daß nicht schon um schien, und so hat er sie mit leichter Mühe beseitigt. Ein anderes 7 Uhr die Wahlhandlung geschlossen wird, sollen nicht viele Mal war die M. zu ihm mit der Bitte gekommen, ihr die Zähne Arbeiter um ihr Wahlrecht kommen. Der Siebenuhrschluß zu reinigen. Das müsse aber, sagte sie, schnell gehen, denn am Nachmittag fände die Trauung ihrer Schwester statt. Dabei hat wird für die Arbeiterwähler noch ungünstiger, wenn man besie, wie Herr G. jest weiß, gar keine Schwester. An dem Tage, denkt, daß alle Wähler, die um 7 Uhr im Wahllokal anwesend an welchem sie ihn mit der Frida aufgesucht hatte, erzählte fie, find, aber noch nicht gewählt haben, nicht mehr zur Wahl daß sie noch am Abend nach München reisen müsse, um dort ein zugelassen werden, wie das etwa bei den Stadtverordneten- Eine höchst eigenartige Methode, die wachsende„ Ungläubigkeit" Engagement als Sängerin anzutreten. Unerklärlich erscheint wahlen zulässig und üblich ist. Es ist deshalb dringend zu bekämpfen, wird gegenwärtig von einem Vertreter der inneren es, wie man das Mädchen für eine Opernsängerin halten konnte. wünschenswert, daß der Magistrat eine Verlängerung Mission getrieben, der zunächst das Kreuzbergviertel unsicher zu Auf die Frage, warum sie sich gerade den Namen Leonor. Sassen der Wahlzeit eintreten läßt. machen scheint. Dorf vernahmen die Hausbewohner am Sonntag beigelegt habe, erklärte die M., irgendeinen Namen müsse sie doch Da das Vor angeben, aber nicht den ihrigen. Man glaubt, daß das Mädchen Neue Fernsprechanschlüsse. Der Fernsprechverkehr Berlins ist gegen 9 Uhr plöglich vierstimmigen Männergesang. an alluzinationen leidet. Auf Anraten der Polizei wird heute auf folgende Orte ausgedehnt worden: Bandelow, Barenthin, getragene fich als ein firchliches Lied herausstellte, konnte es sich unmög- die M. ärztlich untersucht und dann jedenfalls einem Heilinstitut Bauchwiz, Bork, Cammerforst, Försterei Rassenheide, Försterei lich um irgend ein Ständchen handeln. Kaum war auch die erste Strophe überwiesen werden. Schadewiß, Glansee, Güßlaffehagen, Hagenow( Pomm.), Langen- des Gesanges verftummt, als ein mit einem dolmanartigen Mäntelchen Nach dieser Mitteilung will es uns doch etwas feltfam erscheinen, diebach, Neumark( Kr. Weimar), Rieseby, Robe, Rosenfelde( Bomm.) bekleideter Herr von einigen 30 Jahren mit Stentorstimme eine daß der Rektor sowie die Lehrerin der Schule, die Frida W. besuchte, Gespräch bis zur Dauer von 3 Minuten beträgt im Verkehr mit lange geistliche Ansprache zu halten begann. Diese mit großer fo ohne weiteres das sind der Jda M. mitgaben. Hätte man die Bandelow und Försterei Nassenheide je 50 Pf., mit den übrigen Orten Verbe und Zungenfertigkeit vorgetragene Ansprache war offenbar Schülerin gefragt, ob die Abholende wirklich die Tante sei, als je 1 Mark. auswendig gelernt. Denn der Herr Hof- Prediger begleitete seine die sie sich ausgab, so wäre doch gleich festgestellt worden, daß es Worte zwar mit sehr heftigen Gestikulationen, aber er heftete seine sich um keinerlei Verwandtschaftsverhältnis handelte, und fremden Für die Erhebung der Zigarettensteuer sind jetzt verschiedene Personen aus der Schule Kinder ohne Zustimmung oder ausdrück Erleichterungen zugelassen worden. Von mehreren Fabriken wird augen konstant auf einen Punkt des Erdbodens, als ob ihm von lichen Auftrag der Eltern zu verabfolgen, ist doch nicht üblich. Wie beabsichtigt, zur Ermöglichung der Besichtigung der verpackten dort aus die Eingebung täme. Die Ansprache stellte eine eindring uns mitgeteilt wird, wollte die Frida W. erst nach Hause gehen und Zigaretten ohne Oeffnungen der Badungen in die Dedel der Um- liche Mahnung an die der Kirche entfremdeten Elemente dar, doch sich anders anziehen, die Lehrerin soll aber, damit ja teine Beit verfchließungen Glasplatten einzufügen. Gegen dieses Verfahren ja wiederum in den Schoß der Kirche zurückzukehren. Gar schred loren werde, geraten haben, Schulmappe, Schürze und Stullenbüchse follen Einwendungen nicht erhoben werden, soweit sonst die Steuer- lich wurden die Folgen der Entkirchlichung dargestellt. Einige Säße beim Portier abzugeben. Es muß immer wieder darauf aufs vorschriften beobachtet werden. Der Vorschrift der Anmeldung vor des Vortrages lauteten etwa folgendermaßen:„ Erst vor furzem merksam gemacht werden, daß Eltern ihre Kinder warnen, ihnen der Entnahme der Zigaretten aus der Erzeugungsstätte soll bei ausländischen Erzeugnissen dadurch entsprochen werden, daß an Stelle hat sich ein furchtbares Verbrechen ereignet, ich meine das alte Ghe- unbekannten Personen zu folgen. Unglüdsfälle im Straßenverkehr. Einschwerer Straßen= der Erzeugungsstätte der Zollgewahrsam tritt. Die Steuerzeichen paar, wo der 82jährige Greis erst seine Frau und dann sich für Packungen von 500 und 1000 Stüd erhalten fünftig eine Länge felbst tötete. War das die Tat eines Christen? Ich sage nein, bahnunfall ereignete sich Sonntag mittag gegen 2 Uhr vor bon 55 Zentimeter und eine Breite von 20 Millimeter. Die Steuer- denn hätten sie Gott in ihrem Herzen getragen und an Jesum dem Hause Kastanien- Allee 72. Der 72 Jahre alte Tischler Ernst zeichen für Zigarettenhüllen werden neben der bisherigen Länge von Christum geglaubt, so hätte die Tat nicht geschehen können. Dann Leiwe aus der Granseerstraße 4 wollte den Fahrdamm über10 Zentimeter, auch in einer Länge von 30 Zentimeter hergestellt. war da ein zwölfjähriges Mädchen, das mit einem zwanzigjährigen schreiten, als ein Straßenbahnzug der Linie 33 herannahte. Der Der Reichskanzler war ferner ersucht worden, den Tabat- und Manne verkehrte. Was war die Folge davon? Das Mädchen tötete Führer des Wagens bemerkte, wie der Greis sich dem Gleis Bigarrenladen- Inhabern zu gestatten, besondere für den Zweck der Schaufensterdekoration dienende, mit einem Zeichen der Steuer- sich. Auch das war nicht die Tat eines Christen! Darum, liebe näherte und gab das Warnungssignal, worauf L. langsamer ging. Blöblich aber trat der Tischler, kaum einen halben Meter von dem behörde zu versehende leere Packungen für zigarettensteuerpflichtige Bewohner, bin ich gekommen, Euch gerade an diesem Sonntage zu Wagen entfernt, auf die Schienen, wurde von der rechten BerronWaren in den Schaufenstern auszustellen. Dies ist nicht zugelassen jagen: nehmt einmal Eure verstaubten Traubibeln heraus, suchet ede des Motorwagens erfaßt, niedergerissen und stürzte mit dem worden, da die Ueberwachung eine zu schwierige wäre. Auch wäre Jesum Christum auf und Ihr werdet sehen, es wird ein schönerer Stopf auf das Gleis. Der Straßenbahnfahrer gab die Gefahr. es bedenklich, wenn man eine Unterscheidung zulassen wollte zwischen Sonntag sein, als wenn er frivol verlebt wäre. Solltet Ihr Zweifel bremse und brachte auch den Kraftwagen auf die kurze Entfernung leeren Backungen, die zigarettensteuerpflichtige Waren enthalten haben und nach dem Infrafttreten des Zigarettensteuergesetzes ge- hegen, ich bin gern bereit, Euch solche zu zerstreuen, wie ich über- von drei Metern zum Stehen. Der Greis war unter den Vorderleert worden sind, und solchen für die Verpackung solcher Waren haupt die Absicht habe, jetzt herauf zu Euch zu jedem perron geraten und eine kurze Strecke mitgeschleift worden. Der eingerichteten Umschließungen, die noch nicht gefüät gewesen oder einzelnen zu fragen, Verunglückte, welcher einen schweren Schädelbruch und eine starke об noch un= schon vor dem Inkrafttreten des Gesetzes geleert worden sind. Da- getraute Paare, ungetaufte Kinder und solche Quetschwunde am Hinterkopf erlitten hatte, wurde nach dem Lazarus- Krankenhause übergeführt. gegen sollen besondere Schauftüde hergestellt werden dürfen, die vorhanden sind, welche die Sonntagsschule besuchen Mutter und Kind sind Sonntag nachmittag von einem äußerlich den Badungen von Zigaretten oder Zigarettentabat Die in der Urbanstraße 130 gleichen, aber zur Verpackung oder Aufbewahrung dieser Waren nicht fönnen". Abermals wurde alsdann die Strophe eines Chorals ge- Omnibus überfahren worden. berwendet werden fönnen, 3 B. Holzflöschen in Form und Größe fungen. Als dann der Herr Hof- Prediger nochmals ankündigte, daß wohnende Frau Hochmann hatte mit ihrem sechsjährigen Sohne diefer Verpackungen mit der gleichen Bekleidung und Ausstattung, er mun die Bewohner persönlich aufsuchen werde, wurde ihm von einen Straßenbahnwagen der Linie 65 benutzt und stieg an der fogen. Atrappen. dem Portier des Hauses begreiflich gemacht, daß nun wohl die Ge- Kottbuser Brüde ab. Unmittelbar hinter dem Motorwagen, etwas Arbeit für die Gefundheitspolizei.„ Berlin ist die reinlichste duld der Hausbewohner erschöpft sei und er besser tue, fich ruhig zu seitlich von den Schienen, hielt ein Omnibus der Linie 22, dessen Stadt der Welt." So behaupten es ihre Lobredner- und so sieht's entfernen. Nach einigen pathetischen Protesten hielt es denn auch Pferd in diesem Augenblid anzog. Hierdurch verwirrt gemacht, auch aus, wenn man nur die Außenseite prüft. Wer durch die der belehrungseifrige Stadtmissionar für das beste, den Plaz zu des Straßenbahnzuges umgestoßen. Dabei stürzte auch der Knabe trat Frau H. plößlich zurück und wurde von dem Anhängewagen Straßen geht, namentlich durch die Straßen der verkehrsreichen räumen. zu Boden, und beide gerieten unter den Omnibus. Während Innenstadt oder des„ vornehmen" Westens, der wird dort menig Es wäre ein starkes Stück, wenn diese die Heilsarmee noch um Frau H. von dem Wagen nur leicht gestreift wurde, ging das linke ftens bei normalem Wetter nur selten Anlaß finden, über Un- ein Erhebliches übertrumpfende Missionstätigkeit unserer Stöckerianer Hinterrad des schweren Gefährtes dem Kinde über den Kopf hinfauberteit zu flagen. Anders liegen freilich die Verhältnisse in Nachahmung finden oder auch nur fortgesetzt werden sollte. Wir sind weg. Der Kleine wurde nach dem Krankenhause am Urban gebracht; den vorwiegend von Arbeitern bewohnten äußeren Stadtteilen, wo diesen Herren gegenüber gewiß nicht intolerant, wir gestehen ihnen er hatte einen Bruch des Unterkiefers erlitten. biele Straßen nicht täglich, sondern nur drei- oder zweimal in jeder Liebestragödie einer Kabarettsängerin. Einen traurigen AbWoche gründlicher gereinigt werden. Da findet mancher Gelegen- gerne das Recht zu, für ihre Anschauungen in derselben Weise heit, sein Urteil über die reinlichste Stadt der Welt" doch sehr zu Proselyten zu machen, wie die Vertreter jeder anderen Richtung. Wenn schluß hat ein Liebesverhältnis gefunden, das bis vor kurzem torrigieren. Betrachtet man vollends das Innere der Häuser, die Berliner Stadtmission ihre Konventikel abhält, Versammlungen zwischen einem jungen Lebemann aus der vornehmen in denen die Arbeiter bevölkerung zu wohnen ge- einberuft oder Flugschriften verbreitet, so ist das ihr gutes Recht. Welt und einer Kabarettsängerin bestanden hatte. In awungen ist, so kann man Dinge erleben, von denen die wohl. Aber eine so aufdringliche Propaganda, wie sie in diesem Falle ge- einer jener Vergnügungsstätten, die des Nachts eine besondere Ans tommen und zu säure, die giehungskraft ausüben, hatte der junge Mann die Dame fennen| Seinrich Scholz( Orgel). Bach- Kantate: Eir feste Burg" und wahrhaft teuflischen Plan. Sie füllte einen Fingerhut voll 3 uder gelernt. Sie stand erst im Beginn ihrer fünstlerischen Laufbahn, Orgelfompofitionen von Bach und Reger( Choralphantasie über fiel aber durch ihre elegante Erscheinung und ihr liebenswürdiges Ein fefte Burg"). Der Eintritt ist frei! Wesen allgemein auf. So war es begreiflich, daß die beiden sich bald näher traten und ein regelrechtes Liebesverhältnis eingingen. Es währte jedoch nicht lange, da wurde er ihrer überdrüssig und beschloß, die Liaison zu lösen. Das glaubte die Künstlerin nicht überleben zu können, und so fam es zur Katastrophe. Als gestern nacht der junge Mann, der hier in Berlin dem Rechtsstudium obliegt, mit einem seiner Freunde im Café saß, wurde er plößlich dringend ans Telephon gerufen. Es war seine Geliebte, die ihm die Mitteilung machte, daß sie ihrem Leben ein gewaltsames Ende zu machen bereit sei. Alle Vorstellungen am Fernsprecher fruchteten nichts das junge Mädchen war fest entschlossen. Nun eilte der Student zum zuständigen Polizeirevier und begab sich mit einem Beamten in die Wohnung der jungen Dame. Es war zu spät. Blutüberströmt lag die Künstlerin auf ihrer Chaiselongue; sie hatte sich einen Schuß in die rechte Schläfe beigebracht. Einem herbeigerufenen Arzt gelang es, das reichlich hervorsickernde Blut zu stillen und die junge Dame vorläufig am Leben zu erhalten. Die Verletzungen sind jedoch so schwer, daß wenig Hoffnung besteht, die in ihren Erwartungen arg getäuschte Künstlerin vom Tode zu erretten. Im Elisabeth- Krankenhause liegt das junge Mädchen schwer krank danieder, ohne daß ihr bisher das Bewußtsein zurückschwer frank danieder, ohne daß ihr bisher das Bewußtsein zurüdgefehrt ist. Um ein neues Denkmal ist der Tiergarten bereichert worden. Am Sonntag wurde das Lorking- Denkmal enthüllt, das an der Rousseau- Insel seinen Platz gefunden hat. zum Buzzen des kupfernen Waschkessels benutzt werden sollte, und schüttete das Gift in die Milch des Feuerwehrbericht. Grober Unfug lag einer Feuermeldung zu- leinen Kurt H., welche dieser in der Nacht trinken sollte. grunde, die in der letzten Nacht aus der Uferstraße 1 einlief. Der Hierauf begab sich die jugendliche Verbrecherin ruhig in ihre Kammer Täter ist entkommen. Wegen eines Pferdestallbrandes erfolgte ein und legte sich schlafen, als ob nichts geschehen sei. Wie sie vor GeAlarm nach der Lüneburgerstraße 15. Betten und anderes wurden richt auf Befragen des Vorsitzenden erklärte, habe sie sogar in dieser in der Wienerstraße 34 ein Raub der Flammen. An der Ecke der Nacht sehr gut geschlafen, in der die Mutter selbst nichtsahnend Schwedterstraße und Kastanienallee wurde ein Mann von der elektri- ihrem Kinde den Gifttrunk reichte. Am nächsten Morgen fand man Es schen Straßenbahn überfahren und von der Straßenbahn ein Stück den kleinen mit verglasten Augen in seiner Wiege liegend. mitgeschleift. Die Wehr befreite den Mann. In der Thomafius- wurde fofort ärztliche Hülfe hinzugezogen, die jedoch nichts mehr straße 7 brannte der Fußboden u. a. und in der Warschauerstraße 70 ausrichten konnte. Unter den schlimmsten Dualen ver Späne u. a. in einem Kesselhause. Durch die Explosion einer starb das unglüdliche fleine Wefen am NachDer Verdacht eines Verbrechens Petroleumlampe entstand in der Schreinerstraße 3 ein Brand, ferner mittage des 29. Mai. zuerst in der Mutter des auf so schändliche hatte die chr in der Wienerstraße 34, Dalldorferstraße 19, Holz- tauchte Weise umgebrachten Kindes auf. Am 30. Mai wurde marktstraße 64, Wilhelm Stolzestraße 32 u. a. Stellen zu tun. die Angeklagte verhaftet und der Polizei in Charlottenburg bor geführt, der sie die ihr zur Last gelegte Straftat mit aller Energie bestritt und sogar die unglückliche Mutter des getöteten Kindes vere dächtigte, daß sie selbst ihr Kind ermordet habe. Erst später legte fie ein offenes Geständnis ab, welches sie gestern vor Gericht wiederholte. Der Gerichtschemiker Dr. Jeierich hat an der Leiche des Eine Resolution gegen die Berichterstattung der Charlottenburger getöteten Kindes, troz eingehender Untersuchungen, Spuren von in ihrer letzten Mitgliederversammlung. Die Resolution hat folgenden dizinischen Sachverständigen stellte sich eine uneinigkeit Neue Beit" beschloß die Filiale des Zentralverbandes der Zimmerer Budersäure nicht entdecken fönnen. Unter den übrigen meüber die Frage Frage heraus, об die geringe Menge des Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Wortlaut: " Die Versammelten nehmen mit Entrüstung Kenntnis von der genoffenen Giftes als alleinige Todesursache in Betracht tomme. Art und Weise, wie die Charlottenburger Zeitung Neue Beit" techtsanwalt Dr. Theodor Liebknecht stellte deshalb über Unglücksfälle auf Bauten, entgegen den Tatsachen, berichtet, und den Antrag, durch Hinzuziehung weiterer Sachverständiger über verpflichten fich, dafür zu agitieren, daß diese Zeitung aus den diesen Punkt völlige Klarheit zu schaffen. Das Gericht beschloß, die Sache zu vertagen und zu dem nächsten Termin den Geheimen Kreisen der Charlottenburger Arbeiter gänzlich verschwindet." Begründet wurde die Resolution damit, daß anläßlich des am Rat Prof. Dr. Liebreich zu laden sowie ein Gutachten des königlichen 5. September passierten Bauunglücks in der Charlottenstr. 44, das, Obermedizinalkollegiums einzuholen. Hoffentlich bringt ber wie ausgeführt wurde, auf ungenügende Sicherheitsmaßregeln zurück nächste Termin auch darüber etwas Klarheit, welche Gründe das zuführen war, genanntes Blatt geschrieben habe, der Zimmerer fei angeflagte Kind zu der sittlichen Verwahrlosung geführt haben und durch seine eigene Schuld verunglückt". Cenau so habe das Blatt ob es die zur Erkenntnis der Strafbarkeit ihrer Handlung erforderam 20. Oftober berichtet, als auf dem Bau Bismardstraße, Ecke liche Einsicht besaß. Gerade in den Jahren der Entwickelung zur Straße 8a, der Zimmerer St. Anflam verunglückte. Durch eine solche gefchlechtlichen Reife zeigen sich nicht selten frankhafte Veränderungen Berichterstattung werde es den Verunglückten sehr erschwert, Unfall- bes Seelenlebens, die die Einsichtsfähigkeit und Widerstandsfähig rente zu erhalten. feit außerordentlich beeinflussen. Ist das junge Mädchen geistig normal, so ist ihre entsegliche Tat unerklärlich. Schöneberg. Der feit zehn Tagen vermißte Gymnasialschüler Billi ere ba aus der Kolonnenstr. 19 ist gestern abend zu seinen Eltern zurück gekehrt.. Er erzählt, daß er von den beiden Arbeitern Schulz und Gehrte nach Böhmen verschleppt worden ist. Plöglich sei er von ihnen verlassen worden. Nach sechstägiger Fußreise kehrte der Knabe gestern abend mit zerschundenen Gliedern in sein Elternhaus zurück. Reinickendorf- Weft. Tegel. Ein grober Unfug, Ein Raubmord an einem Kutscher der Schultheiß- Brauerei ift am Sonntag früh in der Nähe von Fürstenwalde( Spree) verübt worden. Man fand den Kutscher Ernst Haase auf dem Wege zwischen Neuendorf und der Abdeckerei erschlagen auf. Es wird bermutet, daß zwei Männer an dem Morde beteiligt sind, doch haben die zur Ergreifung der Täter unternommenen Maßnahmen der Polizei noch zu feinem Resultat geführt. Zu der Wordtat werden folgende Einzelheiten gemeldet: Der 35 Jahre alte Bierkutscher Ernst Haase, der seit Jahren Der 35 Jahre alte Bierkutscher Ernst Haase, der seit Jahren bei der Fürstenwalder Filiale der Schultheiß- Brauerei beschäftigt ist, wurde Sonntag turz nach 7 Uhr als Leiche auf seinem Bierwaren, ungefähr 5 Minuten von der Stadt entfernt, aufgefunden. Der schwere Kastenwagen stand h der Aldeckerei auf dem sogenannten Morgenlande in eine: schen zwei Scheunen beder Veranlassung zu allerlei Attentatsgerüchten gab und in der legenen Sandgrube. Die Pferde waren abgesträngt und befanden Gegend des Michaelfirchplages längere Zeit große Aufregung hervor fich gleichfalls in der Grube. Eine Gerichtskommission stellte fest. rief, wurde gestern vor der 142. Abteilung des Schöffengerichts daß Haase am Hinterkopfe eine furchtbare Wunde aufwies; die Berlin- Mitte abgeurteilt. Wegen Uebertretung des§ 360 Abf. 11 Schädeldecke hatte ein klaffendes Loch. Außerdem war dem ErSt. G. B. war der Techniker Paul Jenisch in Gemeinschaft mit mordeten der Hals durchschnitten. Der Mann war am Sonnseinem Sohne, dem Schüler Waldemar J., angeklagt. Im Mai d. J. abend früh mit einer Bierladung über Land gefahren und spät wurden die Anwohner des Häuserviertels an der Michael abends von dem etwa 2½ Meilen entfernten Städtchen Münche= Heute abend 8 Uhr findet Eichbornstr. 18 eine öffentliche Verbrüde fast alltäglich durch einen eigenartigen Vorgang erberg nach Fürstenwalde zurückgekehrt. Auf seiner Tour hatte er ſammlung statt, in welcher Genosse Störmer über:" Der Kampf ichreckt und beunruhigt. Auf der Straße und insbesondere wahrscheinlich von der Kundschaft Gelder einkassiert, die ihm von ums Recht" referieren wird. Zahlreiches Erscheinen, namentlich der auf dem Wasser ertönte wiederholt ein tanonenschuß dem Mörder geraubt worden sind. Die Höhe der entwendeten Frauen, ist sehr erwünscht. ähnlicher Knall, der bon einer starken Rauchentwidelung Summe fonnte noch nicht festgestellt werden. Bulegt wurde Haase begleitet war. Der entstandene Rauch hatte einen eigenartigen von einem in Fürstenwalde wohnhaften Handelsmann Tharrun, an dessen Wagen er nachts 3 Uhr auf der Chaussee zwischen den Zu dem Betriebsunfall in der Borsigschen Fabrik wird penetranten Geruch, der ängstliche Augenzeugen eines derartigen Dörfern Beerfelde und Trebus vorbeifuhr, lebend gesehen. Bald uns mitgeteilt, daß der Verunglückte von einem zusammengebrochenen Vorfalles zu der Ansicht kommen ließ, es handle sich um irgend darauf muß er zwischen dem Dorfe Trebus und der Stadt Fürsten Schwenftran, auf dem ein 98-100 Bentner schweres Eisenstück ge- einen Sprengstoff, der von böswilliger Hand zur Explosion gebracht Fürsten- Schwentkran, geworden war. Infolge solcher Detonation brach eines Tages unter Dem Verunglückten wurden der walde ermordet worden sein. Die Tat ist vermutlich mit einem legen hat, begraben wurde. den Passagieren eines Vergnügungsdampfers, der gerade die Brüce Beil ausgeführt worden, denn ein solches wurde in der Nähe der Oberkörper und die Beine zerschmettert, worauf er nach wenigen passierte, beinahe eine Banif aus. Mit einem furchtbaren Knall Mordstelle von einem Knaben gefunden. Es war start mit Blut Stunden verstarb. explodierte auf der Wasserfläche plötzlich ein Gegenstand, der über befleckt. Nach den sofort aufgenommenen polizeilichen Grmitte- Spandau. das Brüdengeländer hinweg geschleudert worden war. Dieser grobe lungen glaubt man auf der Spur der Täter zu sein. Am Sonnabend abend zwischen 9 und 10 Uhr wurden nämlich auf einem Die letzte Stadtverordneten- Versammlung erledigte ihre Tages- Unfug währte längere Zeit hindurch, ohne daß es gelang, den ge aus der Stadt herausführenden Wege zwei Männer gesehen, von ordnung in einer halben Stunde, desto länger dauerte jedoch die heimnisvollen Sprengstoff oder den Attentäter festzustellen. Schließdenen einer ein Beil über der Schulter trug. Am Sonntag früh geheime Sizung. Bei den bürgerlichen Stadtvätern Spandaus be- lich wurde der Angeklagte Jenisch eines Tages beobachtet, wie ſteht eine große Neigung, wichtige Beratungsgegenstände hinter ver- er in Gemeinschaft mit seinem Sohne ein derartiges Attentat" ver zwischen 7 und 8 Uhr beobachtete man auf dem Abort des Fürsten- ichlossenen Türen zu verhandeln. So erging es auch am Freitag übte. Der Sachverhalt klärte sich in der Weise auf, daß der Anwalder Bahnhofes ebenfalls zwei Männer, die ein auffälliges Beber Vorlage betreffend den Verkauf von Forstgelände an das geklagte sich den seiner Ansicht nach harmlosen„ Scherz" geleiſtet nehmen zeigten. Als sie den Abort verlassen hatten, fand man Johannisstift in Plögenfee. Der Referent zu diesem Punkt be- hatte, chemisch- reines Natrium in das Wasser zu werfen. Dieses dort Blutspuren. Wahrscheinlich haben sie sich an der Wasser- antragte Berhandlung in geheimer Sigung: dem widersprach unser Bräparat hat die Eigenschaft, daß es sich, sobald es mit Wasser in leitung die blutbefleckten Hände und Kleidungsstücke gereinigt. Genoffe Bied, indem er das Verlangen, die Angelegenheit in ge- Berührung kommt, entzündet und unter starker Rauchentwickelung Die beiden follen vom Bahnhof zu Fuß in der Richtung nach heimer Sizung zu beraten, auf ein schlechtes Gewissen zurüdführte. mit lautem Knall verbrennt. Das Schöffengericht erkannte Hangelsberg weitergegangen sein. Sofort machten sich Bolizei Diese zutreffende Vermutung entlockte den Bürgerlichen ein lebhaftes mit Rücksicht darauf, daß durch die Handlung des Angeklagten beamte auf die Verfolgung, konnten aber die Gesuchten nicht mehr Dho! Es liege, so meinte unser Redner, fein Anlaß vor, die Paul J. das Publikum in ziemlich starkem Grade beunruhigt entdecken. Die Nachforschungen waren dadurch sehr erschwert, daß Deffentlichkeit zu fcheuen. Für die Verhandlung der Angelegenheit worden sei, auf die höchst zulässige Strafe von 150 Mark eventuell die mutmaßlichen Täter schon einen Vorsprung von zwei Stunden in geheimer Sigung sprach nur noch Stadtv. Schob. Die Versamm- 15 Tage Haft. Der mitangeklagte Sohn wurde freigesprochen. hatten und sich um das ziemlich zwei Meilen von Fürstenwalde lung beschloß dem Antrage des Referenten gemäß. entfernte Hangelsberg große Waldungen ausdehnen. Der ErDie Vorlage, Verkauf des Forstgeländes von 300 Morgen und mordete war ein großer, träftiger Mann, verheiratet und Vater eines Waffergrundstückes an der Oberhavel von 2 Morgen wurde dreier Kinder im Alter von 5-7 Jahren. Er lebte in glücklichsten mit 28 gegen 6 Stimmen angenommen. Nicht erschienen waren Familienverhältnissen. In der Vermutung, daß die Mörder sich 7 Stadtverordnete. nach Berlin gewandt haben können, benachrichtigte man die hiesige Kriminalpolizei. Diese sette sofort die Bahnhöfe, die Gendarmerie usw. in Kenntnis, so daß überall auf die Männer gefahndet wird. Gerichts- Zeitung. Der politische Hintergrund. Eine 16jährige Mörderin? . Bater Staat als Arbeitgeber. Der Postbeamte Egger in Lager Lechfeld hat aus der Postkasse 20 Mart veruntreut. Das Eurgericht in Augsburg verurteilte ihn zu 6 Monaten Gefängnis. Der fönigliche Beamte hatte einen Monatsgehalt von 75 Mart! Der Eisenbahnbeamte Nuschela in Steinbach im Allgäu entnahm zur Deckung seines Defigits im Familienhaushalt der amtlichen Kasse den Betrag von 140 Mart. Diesen Mann schickt Vater Staat mun 7 Monate ins Gefängnis, während er ihm vorher zumutete, mit 89 Mart Monatsgehalt fein und seiner Familie Leben zu fristen! Vermischtes. Ein Wort gibt das andere. Schließlich zeige ich ihm meinen Reisepaß. Troydem- bum, ich bin arretiert. Marsch, nach der Wache! Zwei Herren, welche den ganzen Vorgang mit angesehen, folgen. Bitte, laufen Sie nicht so rasch! Ich bin leidend!" " Das sagt jeder Faulenzer. Wir werden's Ihnen auf der Bache schon besorgen." Stoßen, Schupfen, Knuffen. Eine gestern eingelaufene Nachricht befagt, daß der Raubmörder in der Person eines polnischen Arbeiters in Müncheberg berhaftet Wegen nicht weniger als fünf strafbarer Handlungen hatte sich worden und ge ständig sei. Der Täter habe in Eggersdorf den fürzlich der Kohlenarbeiter Karras vor der Strafkammer Wagen Haafes verlassen, sei nach Müncheberg zurückgelaufen, habe bes hiesigen Landgerichts zu verantworten. Er hatte während des dort von dem Hofe des Brauereibefizers Kließ das Beil gestohlen Sohlenarbeiterstreits aus einem vorüberfahrenden Kohlenwagen die und fei, mit diesem ausgerüstet, dem Bierkutscher auf einem Zwei- hintere Schüße herausgeriffen und infolgedessen waren einige Preßrad wieder nachgefahren, um ihn zu ermorden und zu berauben. fohlen heruntergefallen und zerbrochen. Außerdem sollte er den Zur Beleuchtung unserer Polizeizustände. Zweckverband zwischen Berlin und den Nachbargemeinden. Wagenführer Streitbrecher genannt und geschlagen haben. Wegen Die Begründung einer Interessengemeinschaft in verkehrs- dieses harmlosen Vorfalls wurde er wegen Sachbeschä= Der Frankfurter Zeitung" geht über eine nächtliche Arretierang technischen und-politischen Fragen zwischen Berlin und den Vorort- digung, öffentlicher Beleidigung, öffentlicher Beleidigung, versuchter in Wiesbaden folgende Darstellung zu: und Körperberlegung gemeinden hat gestern einen Ausschuß beschäftigt, zu dem unter Rötigung, wegen Vers Heimkehr von der Generalversammlung des Vereins Wies dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner die Vertreter Char- gehens gegen§ 153 angeklagt. Von den drei leztgenannten badener Presse". Spät in der Nacht. Weiß Apollo, wodurch ich lottenburgs, Schönebergs, Wilmersdorfs, Nixdorfs und Lichten Bergehen wurde er freigesprochen, wegen Sachbeschädigung und bergs bereinigt waren. In der bis zum späten Nachmittag öffentlicher Beleidigung aber zu einer Woche Gefängnis verurteilt, ruhiger Wanderer die Aufmerksamkeit eines nächtlich vereinsamten währenden Beratung wurden die Grundzüge für eine solche Or- obwohl der Wagenführer sich als Kohlenhändler( nicht Streifbrecher Schumanns geweckt habe! Wie heißen Sie?" herrscht er mich plötzlich an. Der entpuppte und seinen Schaden auf nur 2 M. bezifferte. ganisation erörtert und in einem Statutenentwurf feftgelegt. " Danach haben Sie mich jetzt nicht zu fragen." Staatsanwalt hatte sage und schreibe sechs Wochen beRadrennen zu Steglit, 28. Dftober. Noch einmal versammelte antragt. Das Gericht nahm an, daß der Fall ziemlich harmlos der Sportpark Steglig seine Getreuen, die trotz des empfindlich fei, bekannte aber ganz offen, eine Geldstrafe dem noch unbestraften falten, wenig zu einem Aufenthalt im Freien einladenden Wetters Angeklagten deshalb nicht auferlegen zu fönnen, weil die Sache doch in stattlicher Zahl erschienen waren, verstärkt durch viele Anhänger immerhin einen politischen Hintergrund" habe. Wieder ein Beitrag der Pferderennen, die heute einen Helden des Rafens im Kampfe zur Beurteilung der Unparteilichkeit unserer Nichter! mit unserem besten Dauerfahrer sehen wollten, denn das lange besprochene und wohlvorbereitete Match Robl- O'Connor über 50 Kilometer mit Motorführung sollte zum Austrag gebracht werden. So gut D'Connor, der siegreiche Jocken, auch im Training gefahren wurde gestern das 16jährige Dienstmädchen Frieda Schütz der Unter der Anklage des Mordes eines unschuldigen fleinen Kindes " Sie denken wohl, ich bin der Hauptmann bon war, im Kampfe mit Robi verjagte er vollständig. Der Weltmeister, britten Straflammer des Landgerichts III vorgeführt. Es handelt Köpenid?" der überaus leicht und sicher fuhr, machte wenig Federlesen und sich um einen unglaublich gefühlsrohen Rachealt, welchen man ber Das tönnen Sie auch sein. Dder Sie sind ein Russe oder nahm seinem Gegner Runde um Runde, der denn auch vor dem 40. Stilometer die Waffen streckte und mit 18 Runden( 9000 Meter) jugendlichen Mörderin mit dem Kindergesicht gar nicht zutrauen sowas. Aber wir leben hier in Deutschland. Und wenn Sie nicht Weil ihr der Dienst gekündigt worden war, hatte gleich laufen, kriegen Sie& ette." Verlust das Rennen aufgab. Robl beendete die 50 kilometer in der möchte. sehr guten Zeit von 34 Minuten 122 Sekunden, nur wenig hinter sinde ihrer Dienstherrschaft ein scharf äsenSechzehnjährige dem kleinen achtmonatlichen Ich laufe. Trozdem bum, hab' ich die Kette, ums Handbem von Guignard mit 34 34:01, Sefunden gehaltenen Bahn- des Gift in die als Nachttrunt' dienende gelent und werde gefesselt dahingezogen. Ein anderes Dauerrennen über 50 Kilometer mit Motorführung schuldiges Opfer am nächsten Tage unter den gräßlichsten Dualen Milch gemengt, so daß das unglückliche Kleine Wefen als un ( 500, 400, 850, 300 m.) war diesem Match vorausgegangen. Es verstarb. Die Angeklagte ist die einzige Tochter ehrbarer Handwurde von dem Kölner W. Mauß und den Berlinern H. Pray werterleute, die sich schlecht und recht durchs Leben schlagen mußten. rembel, A. Stellbrint und A. Schipte bestritten. Wauß Bald nach ihrer Entlassung aus der Schule mußte war seinen Gegnern überlegen, die er von Anfang bis zu Ende ficher hielt. Die S. einen Dienst annehmen. Aber schon nach furzer Zeit wurde Zuerst marschierte Schipfe auf dem zweiten Blazz, geriet aber durch ein zeitweiliges Verlieren des Anschlusses an seinen Motor an die fie auf mehreren Dienststellen wieder entlaffen. Am 1. Dezember letzte Stelle. Przyrembel und Stellbrinkt verloren nach und nach b. Is. wurde die S. von dem Werkmeister Heinow in Charlotten immer mehr an Boden; anfangs leisteten sie noch Widerstand, burg als Dienstmädchen angenommen. Anfänglich führte sie sich sehr blieben aber nach dem 30. Kilometer immer weiter zurüd. Maus gut. Balb aber belog sie die Herrschaft, tam spät nach Hause und beendete die 50 Kilometer in 35 Minuten 488, Sekunden, Przyrembet ar sehr unordentlich und unsauber. Frau H. hätte die Angeklagte längst schon entlassen, wenn diese sie nicht inständigst gebeten hätte, sie wenigstens 1680 Meter, Stellbrink 2020 Meter, Shipte 3560 Meter dahinter. doch so lange zu behalten, bis sie einen neuen Dienst gefunden habe. Orgelfonzert. Mittwoch, den 31. Oftober, abends 7-8% Diese Gutmütigkeit sollte für Frau H. die allerschrecklichsten Folgen Uhr, veranstaltet der königliche Musikdirektor Bernh. Irrgang in der haben. Am 28. Mai d. J. gab es in dem H.schen Hause große St. Marientirche ein Reformationstonzert unter Wäsche". Als sich die Angeklagte hierbei wiederum als faul und Mitwirkung des Soloquartetts: Frau Charl. Simpel, Frl. Julia lügnerisch erwies, wurde ihr von Frau H. endgültig der Dienst ge Michaëls, Herr A. v. Fossard, Herr Hans Gernot, und des Herrn kündigt. Am Abend desselben Tages faßte das Mädchen einen reford zurückbleibend. die " „ Sie haben doch wohl auf der Wache einen Vorgesetzten, der mich verhören wird?" " Nein, das werde ich selbst besorgen. Und wenn Sie noch viel reden, behalten wir Sie dort." Allerhand Schimpfworte, wie 2ump"," Hochstapler" usw., folgen. Noch bevor wir die Wache erreichen, wollen sich die beiden bes gleitenden Herren entfernen. Ich bitte fie, mitzukommen, um als Beugen zu dienen. Sie lehnen es ab und empfehlen sich in fordialster Weise vom Schutzmann. Vielleicht waren es zwei Geheimpoliziften. Auf der Wache, Röderstraße, die anwesende Schußmannschaft beim Statspiel. Mein Transporteur zieht mich ins Nebenzimmer. Das Verhör Sind Sie Frember?" beginnt. " Nein. Ich wohne bereits ein Jahr hier, war aber inzwischen wiederholt auf Reisen." Bur Ach so, Sie sind ein Steuernbrüder! Wenn Sie schon ein Jahr| Schneegestöber den Weg. Der Mediziner Hans Lamfert aus Düsseldorf zwei Methoden der Gewerkschaftspolitik. Bon Rosa Luxemburg. hier sind, müssen Sie im Adreßbuch stehen." ftürzte ab, blieb, mehrfach verlegt, bewußtlos liegen und konnte Lohnbewegung der Bergarbeiter. Bon J. Bißmann( Bochum). erst nach fünfstündiger Klettertour von seinen Gefährten zu Tal Literarische Rundschau: Otto Erich v. Wussow, Geschichte und Entwickelung Bon ad. br. der Warenhäuser nach Mitteilungen von Oskar Lich. gebracht werden. Die Verlegungen Lamferts sind nicht lebens- Rascabio Hearn, Kotoro. Von demselben: Lotos. Von G. Edstein. gefährlich. Notizen: Schmiede- Berufsgenossenschaft. Bon E. G. Vom deutschen Obstbau. Von rts. " Da stehe ich nicht drin." " Nicht? Ist bedenklich!" „ Ich wohne in einer Penfion." Rebenna Vier Inzwischen war der Stat im Nebenzimmer beendet. Schußmänner prüfen neuerdings meinen Paß. Fordern mich dann allesamt auf, sofort die Bache zu verlassen. Bevor ich noch etwas antworten kann " Hinaus mit dem Kerl! Hinaus!" schreit es durcheinander. Auf die Straße geworfen bin ich. Ich will mir die Hausnummer der gastlichen Wache notieren mein Transporteur jagt mich vom Bürgersteige. Am nächsten Morgen mein Handgelent, um welches die Kette lag, arg geschwollen. Ich gehe zu meinem Hausarzt, der die durch das Anziehen der Kette verursachte Geschwulst, sowie die Spuren der Strangulierung feststellt. Auch macht er mich darauf aufmerksam, den Fall" dem polizeilichen Kreisarzt Geh. Medizinalrat Dr. Gleizmann vorzulegen. " Sofort begebe ich mich nach dessen Wohnung. Nein", erividert der Herr Kreisphysikus, ich lehne es ab, bon der Verwundung Kenntnis zu nehmen. Ich will das nicht sehen." Infolge der Strangulierung, die heftige Schmerzen verursacht, bin ich unfähig, heute zu schreiben. So geschehen im Weltturort Wiesbaden, am 26. Dt tober 1906! Wiesbaden, Abeegstr. 2. Karl Böttcher, Schriftsteller. Eine schleunige amtliche Untersuchung des Falles ist unbedingt geboten. Durch Erkundigungen, die die Frtf. Btg." eingezogen hat, ist der Borfall im wesentlichen bestätigt worden. M Ein graufiger Tod. Biserta, 28. Oftober. Heute früh find drei Luken des Unterfeebootes Lutin" geöffnet worden. Die Leiche des Leutnants Fepour wurde in der vorderen Abteilung gefunden; vier Mann der Besagung befanden sich in der vorderen und fünf in der hinteren Abteilung, die übrigen sollen ganz vorne liegen. Der Tod der Leute foll, wie amtlich mitgeteilt wird, am 16. d. M., mittags, eingetreten fein. Die erste Untersuchung des Bootes läßt darauf schließen, daß durch Offenlassen der Ventile zum Einnehmen von Wasserballast Wasser in das Boot eingedrungen ist, und daß durch zu starten Druck im Innern desselben mehrere Schotten eingedrückt worden sind. Biserta, 28. Oktober. Nach einem Bericht der Marineärzte find die bei dem Untergang des Unterseebootes Lutin" umgekommenen Personen am Erstickungstode infolge des Druckes auf zu großer Tiefe gestorben. Man nimmt an, daß die Besatzung sehr schnell gestorben(?) ist. Ueber ein schweres Eisenbahnunglück wird aus Amerika gelabelt. New Yort, 28. Oktober. Ein elektrischer Zug der Pennsylvaniaeisenbahn stürzte heute nachmittag durch die offene Zugbrücke bei Pleasantville( New Jersey). Eine große Anzahl Personen büßte bei dem Unfall ihr Leben ein; die Zahl der Umgekommenen beträgt zwischen 50 und 80 Personen. Ein weiterer Bericht besagt: Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchbandlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Poft nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft tostet 25 Bf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Verlag von Baul Singer), ist uns soeben Nr. 22 des 16. Jahr ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Die Lohnfrage und die rauen. Bon D. Frauenstimmrecht und Wahlrechtstampf in Desterreich. Bon Klara Zetkin. Von Gisela Michels- Lindner. Von der sozialistischen Frauenbewegung in Italien. Wenn die Frauen erwachen. Von m. g. Eine freie Schule vor fünfzig Jahren. Bon Anna Blos. Die Un fänge der proletarischen Frauenbewegung in Deutschland. Von Klara Bom Bettin.( Fortjegung.) Aus der Bewegung: Von der Agitation. Soalitionsrecht der Arbeiter und Arbeiterinnen in Braunschweig. Politische Rundschau. Von G. L. Genossenschaftliche Rundschau. Von Simon Kazenstein. Notizenteil: Arbeitsbedingungen der Arbeiterinnen. Dienstbotenfrage. Frauenstimmrecht. Frauenbewegung. Feuilleton: Der Flüchtling. Bon Else Belli. Ein gutes Gewissen. Bon Alexander L. Kielland. Für unsere Kinder: Spruch. Von Friedrich Rüdert. Die Harfe der armen Monita. Von Lu Märten. Bom schlafenden Apfel. Bon Robert Reinid.( Gedicht.) Ihr Bögel alle, wohin? Bon Brand. Die Squaw. Von A. Fendrich. Herbst. Von Anna Maria Biel. ( Gedicht.) Die Gleichheit" erscheint aller 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis viertelfährlich ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 m. 231tterungsübersicht vom 29. Oktober 1906, morgens 8 lhr. Barometer. stand mm Wind. richtung Windstarle Better New Yort, 29. Oktober. Die Wagen des Eisenbahnzuges, der gestern bei Pleasantville durch die offene Bugbrüde stürzte, fielen in das zwischen Atlantic City und dem Festlande liegende Gewässer. Bisher find 9 Leichen geborgen worden. 20 Personen, die VerNeberfahren. Amtlich wird gemeldet: Heute vormittag 6 Uhr legungen erlitten haben, find gerettet und in das Krankenhaus ge 20 Minuten ist bei Stilometer 71,8 zwischen den Bahnhöfen Rathenow schafft worden. Zahlreiche Leichen befinden sich noch in den 30 Fuß und Groß Wudicke eine von einem Zuge der Richtung Stendal tief im Waffer liegenden Wagen. New Yort, 29. Oktober. Nach weiteren Meldungen aus Stationen Berlin überfahrene und getötete weibliche Person im Alter von etwa 36 Jahren aufgefunden worden. Ob ein Unglücksfall oder Selbst- Pleasantville( New Jersey) sind bei dem Eisenbahnunfall 44 Permord vorliegt, muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. Am fonen ertrunken und um Mitternacht geborgen worden. Man glaubt, 27. 5. Mts. ist im Gleis 1 am Bahnhof Debisfelde furz nach Aus- baß wenigstens 25, möglicherweise 50 Leichen noch im Wasser Swinemde. 757 SGD 4wollig fahrt des Zuges 996 nach Braunschweig, Debisfelde ab 6 Uhr liegen. 53 Minuten nachmittags, ein Reisender tot aufgefunden worden. Vermutlich ist derfelbe beim Abspringen von dem bereits in der Ausfahrt begriffenen Zug verunglückt. Die Untersuchung ist eingeleitet. Absturz in den Bergen. Eine Korrespondenz meldet aus Gastein: Fünf reichsdeutsche Hochtouristen unternahmen am 28. Oftober eine Tour auf den Mallniger Tauern und verloren in einem furchtbaren DЄingegangene Druckschriften. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 4. Heft des 25. Jahrganges erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Ein Busammenbruch. Liberalismus und Arbeiterpartei. Bon Th. Noth ftein. Georg Bernard Shaw als Dramatiker und Sozialist. Bon M. Beer. ( Schluß.) Der neue Zarif der Buchdrucker. Von se. Stautsky. Sozialdemokratischer Wahlverein Die Temp. n. T. 5°.= 4º R. 28 Stationen Barometer fland mm Bind. richtung Windstärke Better 5 Haparanda 770 SGD 2 bebedt 6 Petersburg 770D 1Schnee 5 Scilly 755 N 741 SW Hamburg 752 SSD Berlin 757 SSD Franff.a.M. 757 SW München 5 bebedt 1hetter 3 bedeckt 765 SD 2 wolfig 2 heiter 9 Aberdeen 4 Baris Bien 762 S 5 wolkig 1 moltig 758 SSW 2 wolkig Temp. n. 6. 10 11117 Wetter Prognose für Dienstag, den 30. Oktober 1906. Etwas wärmer, veränderlich, vorwiegend trübe mit Regenfällen und lebhaften südlichen Winden. Berliner Betterbureau. Sozialdemokratisch. Wahlverein Arbeiter- Raucher- Bund 6. für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis.&. Berliner Wahlkreises Dienstag, den 30. Oktober, abends 8% Uhr: General- Versammlung in den Andreas- Festsälen, Andreasstraße 21. Tages Drdnung: 1. Fortsehung der Diskussion über den Bericht vom Mannheimer Parteitag. 2. Bericht von der Braudenburger Konferenz. 3. Verschiedenes. 262/ 18* Mitgliedsbuch legitimiert! Verband der Kürschner Berlins und Umgegend. Geschäftsstelle u. Arbeitsnachweis Gollnowstr. 5. Telephon Amt 7 Nr. 318. Mittwoch, den 31. Oktober, abends 8 Uhr, im ,, Alten Schüßenhause", Linienftr. 5: General- Verfammlung. Zages Drdnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1906. 2. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 103/7 Der Vorstand. Konsum- Verein für Tegel und Umgegend. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Donnerstag, den 8. November, abends 8 Uhr, in Trapps Feft: fälen, Bahnhofstraße 1: Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 27. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Schneider Christian Lehnig Rykestraße 24. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, nachmittags 3½ Uhr, von der Halle des BartholomäusFriedhofes in Weißensee, Falkenberger Chauffee, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 264/15 Der Vorstand. MUSIK- WERKE Rauchklub„ Veilchenblau" Art gegen Monatsratenv.2 Mk.an No. 666 gratis u.frei. Jilustr. Katalog Bial& Freund, Breslau I ( Mitgl. d. A.- R..B.) Todes- Anzeige. Am 27. d. M. berstarb unfer Pfeifenbruder Christian Lehnig im 44. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 30. d. M., nach mittags 31, Uhr, von der Leichenballe des Bartholomäus- Kirchhofes ( Falkenberger Chaussee) aus statt. 24175 Grts- Krankenkasse für das Der Vorstand. Ordentliche General- Versammlung. Buchdruckgewerbe zu Berlin. Tages- Ordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Genehmigung der Bilanz. 3. Entlastung des Borstandes. 4. Genehmigung des Verteilungsplanes. 5. Ergänzungswahl des Aufsichtsrates. 6. Antrag der Verwaltung auf Eröffnung einer neuen 8 Sonntag, den 11. November èr., vormittags präzise 10%, Uhr, Berkaufsstelle. Der Vorstand. Mag Lichtenberg. Robert Kotterba. Hugo stöbler. im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: 207/10 Der Aufsichtsrat. J. Maier. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin Hauptbureau: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Umt 4, 9679. Mittwoch, den 31. Oftober 1906, abends 8%, Uhr: Versammlung aller in der technischen Hartgummibranche beschäftigten Arbeiter im„ Rosenthaler Hof", Rosenthalerstraße 11-12. Zages Drdnung: 1. Bericht über die Antwort der Arbeitgeber und unsere Stellung. nahme. 2. Diskussion. Kollegen! In Anbetracht der sehr wichtigen Tagesordnung und da wir unser Stellungnahme danach einrichten müssen, ist es Pflicht, daß ein jeder von Ihnen kommt. Mittwoch, den 31. Oftober 1906, abends 8 Uhr: Bezirks- Versammlung für Steglitz, Groß- Lichterfelde u. Ümg. im Lokal von Schellhase, Steglitz, Ahornstraße 15a. Tages- Ordnung: 1. Jahresbericht: Kollege Barthel. 2. Neuwahl der Bezirksleitung. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Ohne Buch tein Zutritt. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, zu der Versammlung pünktlich zu erscheinen. 159/8 Die Ortsverwaltung. Ordentliche Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Bundesbruder Christian Lehnig aus Klub Beilchenblau" am 27. b. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Dienstag, den 30. d. Mts., nach mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus Kirch hofes, Weißensee, Fallenberger Chauffee, aus statt. 296/3 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Puzer zur Nachricht, daß unser Mitglied Ludwig Conradt verstorben ist. Die Beerdigung findet hente, Dienstag, den 30. Ottober, nach mittags 2%, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichfelde aus statt. 135/2 Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. 3. A.: H. Neumann. anten Verband der Schneider, Schneiderinnen und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern geben wir hiermit der General- Versammlung. Karl Gedatus Tages Ordnung: 1. Wahl von drei Borstandsmitgliedern für die Sabre 1907-1909( ein Arbeitgeber, zwei Arbeitnehmer). 2. Wahl des Rechnungsausschusses für das Jahr 1907. 3. Besprechung über die geplante Bentralisation der Drtstrantentassen Berlins nach Branchen. 4. Verschiedenes. Berlin, 29. Oktober 1906. Der Vorstand. 24216 Johannes Blenz, Vorsitzender. Dito Bonisti, Schriftführer. Deutscher Tabakarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 31. Oktober 1906, abends 8%, Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Feind, Weinstraße 11. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1906. 2. Bericht über den Kampf der Tabatarbeiter in Westfalen und anderen Stellen. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. Die Bevollmächtigten. J. A.: S. Rosenthal. 187/11 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 31. Oktober 1906, abends 7%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7: Branchen- Versammlung der Perlmutter- u. Knopfarbeiter. Tages- Ordnung: am 26. Oktober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 30. Oftober, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle auf dem Friedhofe der DreifaltigkeitsKirchengemeinde in Mariendorf aus statt. 164/14 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Dachdecker Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Am Freitag, den 26. Oktober, verstarb nach langem schweren Krantenlager unser Kollege Adolf Lange. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitt woch, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs. Kirchhofes in Weißensee, Lichtenbergerstr. 110-123, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. 58/1 Danksagung. Für die innige Teilnahme und für die vielen Serangspenden bei der Beerdigung meiner unvergeßlichen Frau sage ich allen Freunden und Bekannten meinen besten Dank. 249° 5 Der Obmann. Re'nhar Poube 1. Unser Arbeitsnachweis. Stollege Pattloch. 2. Diskussion. 3. Be richt der Kommiffion. 4. Verschiedenes. Alle Kollegen müssen erscheinen. 95/17 PAD Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Baters, fagen allen Teilnehmern, besonders den Kollegen der Firma Sokobel, dem Ber. d. Töpfer Berlins, dem Gesangs verein Frei", dem Schwimmklub Borwärts", Reinickendorf, unseren besten Dant. 24066 Wwe. Kostynski nebst Kindern. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes spreche ich allen Genoffen und Genoffinnen meinen aufrichtigsten Dank 24115 Die trauernde Witwe aus. Klara Kohl. Danksagung. 24105 Für die rege Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Kutschers Franz Siebert, fagen wir allen Kollegen, Freunden und Bekannten, sowie dem Chef Herrn Hoffmann unseren besten Dant. Die Hinterbliebenen. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die vielen Aranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Schraubendrehers Gustav Röhle sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten sowie den Kollegen von Siemens- Schudert, Charlotten burger Wert, Abt. 85, dem Metallarbeiterverband und dem Wahlverein von Rirdorf, 8. Bezirt, unseren herzlichen Dank, und ebenfalls besten Dank meinen Chefs und meinen Kollegen und Kolleginnen der Firma Helmert u. Co. für die schöne Kranzspende. Rigdorf, 29. Oktober 1906. Witwe Röhle, geb. Radtke, nebst Kindern. 27822 Eine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige[ 2466L* Herren- Garderobe Ersatz für Maß. Anfertigung nach Maß. Tadellose Ausführung. Julius Fabian, Schneidermeister, Große Frankfurterstraße 37, II, Eingang Straußberger Platz. Cine Mark wöchentliche Teilzahlung liefere elegante fertige Herrenmoden Bestellungen nach Maß, tadellose Ausführung i.eigenerWerkstatt. 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