Nr. 257. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland B Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Quxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. Kleine Anzeigen", das erfte( fettgebrudte) Wort 20 Bfg. jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg. ,, jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1983. Sonnabend, den 3. November 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. An die Parteigenoffen Preußens! eeze nur in ſeinem Intereſſe zuſtandebringt, die allgemeinen Gemeinden zu beschränken, wenigstens einen gewissen, wenn Der preußische Parteitag des Jahres 1904 hat die Parteigenossenschaft Groß- Berlins mit dem Auftrage betraut, im Jahre zweiten preußischen Parteitag 1906 einen au berufen. Indem wir dieser Pflicht nachkommen, bitten wir die Genossen Preußens, diese am Donnerstag, den 27. Dezember, früh 9 Uhr, nommen: hichte hat eine Klasse so rücksichtslos Gebrauch von ihrer sinnigen in dem Kampfe gegen die Verpfaffung der Schule, Machtstellung gemacht wie das preußische Junkertum, das in der Abwehr der Versuche, das Selbstverwaltungsrecht der Interessen aber in brutalster Weise mit Füßen tritt. Dabei auch keineswegs heroischen Widerstand geleistet. fommt ihm nicht nur die Regierung zu Hülfe, die die Junker Aber es wäre ein verhängnisvoller Irrtum, wollte man bon jeher verhätschelt und auf Kosten der Gesamtheit mit glauben, daß ihre Opposition der Liebe zur Arbeiterklasse entLiebesgaben überhäuft hat, sondern indirekt auch das sprungen wäre. Nein, sie sahen ein, daß es sich um ihre Bürgertum, das in der organisierten Arbeiterklasse seinen eigene Sache handelte, daß der Sieg der Reaktion auf den schlimmsten Feind erblickt und aus Furcht vor der Sozial- genannten Gebieten ein schwerer Schlag gegen das liberale demofratie mit der Reaktion liebäugelt. Bürgertum wäre. Daher ihr Widerstand. Aber da, wo einzig Wenn je eine Klasse sich ihrer Machtstellung bewußt und allein die Interessen der Arbeiterklasse in Frage kamen, gewesen ist, so ist es das preußische Junkertum, das ganz ist von einer energischen Wahrnehmung dieser Interessen durch genau weiß, daß die Regierung es als Stütze der Reaktion den Freifinn niemals die Rede gewesen. Auch ihrem Stampf braucht. Es sei nur an die Opposition der Junker gegen die gegen das Dreitlassenwahlrecht vermögen wir eine Solange die FreiStanalvorlage erinnert, ein Projeft, für dessen Zustandekommen ernsthafte Bedeutung nicht beizumessen. sogar der deutsche Kaiser sein Wort verpfändet hatte. Aber sinnigen durch das Dreiklassenwahlsystem Vorteile hatten, Junkerwille geht vor Fürstenwillen. Trotz der jahrelang fort- haben sie nichts zu seiner Beseitigung getan, fie merkten die gesetzten Agitation der Junker gegen den Kanal wagte es der Schwächen und Mängel dieses Systems erst in dem Augenblick, Kaiser nicht, Der den Landtag aufzulösen. Grund wo sie selbst dadurch an die Wand gedrückt wurden. Die in Berlin in den Räumen des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15, statthabende Tagung durch Delegierte zu beschicken. Für die Erledigung der Geschäfte sind Donnerstag, der 27., Freitag, der 28., und Sonnabend, der 29. Dezember, in Aussicht genommen. Gemäß weiteren Beschlusses des preußischen Parteitages 1904, ist jetzt aus den Hohenloheschen Memoiren ersichtlich. Geschichte des Kampfes um das allgemeine, gleiche, direkte den Entwurf einer Landesorganisation für das Königreich Preußen Der Staiser wollte nicht auflösen, weil ihm mehr und geheime Wahlrecht zum preußischen Landtag ist der beste auszuarbeiten, haben wir uns dem unterzogen und unterbreiten an dem Zuchthausgeset als an dem Kanal Beweis dafür, daß es dem Freisiun niemals ernst mit dieser hiermit das gemeinsam mit dem Parteivorstande ausgearbeitete lag, und dazu brauchte er die Konservativen im Reichs- Forderung gewesen ist! Statut der Beratung der Organisationen Preußens.*) Weitere tage. Die Folge dieses Zurückweichens vor den Juntern Als Gegengewicht gegen die junkerliche Mehrheit des Exemplare stehen den Parteigenossen auf Wunsch gern zur Ver- war, daß die Agitation des Bundes der Landwirte sich ins Landtages tommt der Freifinn ernstlich überhaupt nicht mehr fügung. Maßlose steigerte, bis schließlich die Wirtschaftspolitik inszeniert in Frage. Da, wo sie ihn für ihre Zwecke ausnußen zu Als vorläufige Tagesordnung ist in Aussicht ge- wurde, deren Früchte sich jetzt in der gewaltigen fönnen glauben, buhlen die Junker um die Gunst des FreiSteigerung aller Lebensmittelpreise zeigen. finns, im übrigen spotten sie über ihn. Und die freisinnigen 1. Die Drganisation für Preußen. Die Arbeiter mögen sich bei den Junkern bedanken, wenn der Abgeordneten, anstatt sich diese Liebesbewerbungen der Junker 2. Die bisherige Tätigkeit des preußischen Landtages und das Genuß von Fleisch heute zu den Ausnahmen gehört. entschieden zu verbitten, sind stolz darauf; sie bilden sich ein, Wahlrecht in Preußen. Aber auch die Vertreter des liberalen daß sie wirklich noch etwas zu bedeuten haben; sie füssen Bürgertums sind nicht unschuldig an der womöglich noch die Hand, die sie gezüchtigt hat. Lebensmittelverteuerung. Was nützen alle schönen Die Wähler des dritten Berliner Landtagswahlkreises, Neden über Fleisch- und Brotwucher; was mußt es, daß die der Hochburg der Sozialdemokratie, werden alles daran sezen, Freisimmigen von der Tribüne des Landtages herab die junter- um einen Sieg des Freisinns zu verhindern. Sollten sie trotz liche Raubpolitik kritisieren? Ihre Kritik ist so milde wie aller Bemühungen dazu nicht im stande sein, sollte dennoch möglich, sie wagen nicht, den Junkern so entgegenzutreten, wieder ein Freifinniger als Vertreter" dieses Kreises in den wie es sich gehört, und die Junker lachen sich ob dieser Landtag einziehen, so würde er als Vertrauensmann, der Opposition ins Fäustchen. Wissen sie doch, daß es bei bloßen Wählermassen nicht angesehen werden können, er würde seine Worten bleibt und daß sie im Ernstfalle auf die Unter- Wahl einzig und allein dem plutokratischen Dreiklassenwahl stützung des Freisinns rechnen können, der, um ein paar system zu danken haben. Wohl wissen wir, daß die FreiMandate zu ergattern, seine Prinzipien ohne Be- sinnigen dann ihren Sieg" und die Niederlage" der denken über Bord wirft! Sozialdemokratie in alle Welt triumphierend hinausposaunen 3. Die Lage der Staatsarbeiter in Preußen. 4. Die Landtagswahlen 1908. ( Die Referenten sind noch nicht bestimmt.) Alle Anfragen bezüglich des preußischen Parteitages sowie die Anmeldung der Delegierten find an den Mitunterzeichneten Leopold Liepmann, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, zu richten. Berlin, Ende Oktober. Mit Parteigruß! J. A.: Eugen Ernst. Emil Boeste. Leopold Liepmann. *) Der Entwurf folgt an anderer Stelle dieser Nummer. Zur Landtagswahl im 3. Berliner Landtagswahlkreife. " 12 " Nein, zum ernsten Kampfe gegen das Junkertum bedarf würden. Uns soll das wenig fümmern, unsere Genossen es ganzer Männer, Männer, wie sie nicht eine im Sterben würden aus einer solchen„ Niederlage" neuen Mut schöpfen, liegende, sondern nur eine aufstrebende Partei, nur die Sozial- sie würden neue Sträfte sammeln zum Stampf für das demokratie, zu erzeugen vermag. Das weiß niemand besser allgemeine, gleiche, direkte und geheime als die Junker selbst. Daher ihre Furcht vor der Sozial- Wahlrecht, und wir sind sicher: In zwei Jahren demokratie, in der sie mit recht ihren Todfeind, ihren einzigen wird der Sturm der Sozialdemokratie auf ernst zu nehmenden Gegner wittern. Daher ihre fortgesezten den preußischen Landtag von Erfolg getrönt Angriffe auf die winzigen Rechte und Freiheiten des Voltes, fein! daher ihr planmäßiges Streben, die Massen zu verdummen, Die Mähler des 3. Berliner Landtagswahlkreises werden desAber auch diesmal ist ein Erfolg nicht ausgeschlossen. zu entrechten und zu fnebeln. Die russische Revolution. Die gemäßigte Opposition in Rußland. II. Der 4. Parteitongreß der Kadetten". Aus den Zeitungsberichten über den Kadettenkongreß in Helsingfors ist ersichtlich, daß der größte Teil der Sizungen tattischen Fragen gewidmet war. Diese Fragen riefen leidenschaftliche Debatten hervor und gaben Veranlassung zur Bildung einer Opposition innerhalb der Partei, die hier zum erstenmal mit der Sondermeinung von 24 Delegierten" offiziell hervortrat. Die Resolution der Kongreßversammlung über die Parteitaktit verdient deshalb in erster Reihe erörtert zu werden. In wenigen Tagen findet im 3. Berliner Landtagswahl- Nun kommt allerdings im dritten Berliner Landtags- halb alles aufbieten, um, soweit es an ihnen liegt, schon in freise die Ersatzwahl für den verstorbenen freifinnigen Ab- wahlfreis als ernster Gegner für uns nicht der konservative, diesem Jahre den Sieg an die rote Fahne zu heften! geordneten Zwick statt. Nach den Bestimmungen des Wahl- fondern der freisinnige Kandidat in Frage, aber trotzdem gesetzes werden nicht sämtliche Urwähler des Kreises zur würde ein Sieg über ihn zugleich eine schwere moralische Stimmabgabe berufen, sondern nur die Urwähler derjenigen Niederlage des Junkertums bedeuten. Der erste Einzug eines Bezirke, deren Wahlmänner verstarben oder berzogen sind. Sozialdemokraten in den preußischen Landtag gerade in dem Im übrigen üben die 1903 gewählten Wahlmänner ihr Amt Augenblick, wo die agrarische Ausplünderungspolitik ihre weiter aus. Es handelt sich also nicht um eine vollständige wüstesten Orgien feiert, würde ein Beweis dafür sein, Neuwahl, sondern nur um die Ergänzungswahl eines daß das Volk es endlich satt hat, noch fürderhin auf seine Zeils der Wahlmänner. Roften eine Klaffe mit durchzufüttern, die, selbst nicht an ernste Daß die Stimme des Volkes dabei noch weniger gehört Arbeit gewöhnt, ein behagliches Schmarokerleben führt und wird als bei den allgemeinen Wahlen, ist selbstverständlich. die fettesten Posten und besten Pfründen für sich in Anspruch Ueberhaupt bedeutet ja das Dreiklassenwahlsystem direkt die nimmt. Fälschung des Willens der Wähler. Jstes nicht die schreiendste Ueber die Notwendigkeit einer sozialdemokratischen Ungerechtigkeit, um nicht zu sagen der blühendste Unsinn, Landtagsvertretung brauchen wir kaum noch ein Wort zu wenn im Jahre 1903 nach den amtlichen Ermittelungen 4968 verlieren. Die Freifinnigen, mögen sie sich noch so sehr als Der Kongreß billigt die Tätigkeit der Parlamentsfraktion in der Urwähler in Berlin III freisinnig, dagegen mehr als zehnmal Arbeiterfreunde aufspielen, haben in Wirklichkeit noch niemals Duma, erklärt sich prinzipiell mit dem Wyborgschen Aufruf( bis zur so viel, nämlich 53 538, sozialdemokratisch wählten, aber troß- die Interessen der Arbeiter wahrgenommen. Wo ist ins Einberufung einer neuen Volksvertretung keine Rekruten zu stellen dem zwei Freisinnsmannen als gewählt proflamiert werden besondere der freisinnige Kandidat Dr. Müller jemals als und feine Steuern zu zahlen) einverstanden und erklärt"-wie konnten?! Von den 2605 Wahlmännern gehörten 1311 den Vertreter von Arbeiterinteressen oder als Förderer einer der dritte Punkt lautet daß pasfiber Widerstand, wenn er freifinnigen Parteien, 1100 der Sozialdemokratie und 184 der gefunden Sozialpolitit aufgetreten? Davon hat man in weiten Kreifen organisiert ist, mit den allgemeinen taftischen fonservativen Partei an, die Freisinnigen hatten also die weder während seiner langjährigen Zugehörigkeit zum Brinzipien der Partei der Volksfreiheit vereinbar und als wirf bernommen, noch während absolute Mehrzahl der Wahlmänner, obwohl sie noch nicht Reichstage etwas der samstes Mittel im Kampfe gegen die Atte, durch die den Rechten der einmal 7 Broz. der abgegebenen Urwählerstimmen auf sich kurzen Zeit, wo er dem Landtage angehörte. Volksvertretung wesentliche Gefahr droht, anwendbar ist". Und Die Taktik passiven Widerstands besteht in der Weigerung, fich vereinigten, die Sozialdemokraten blieben mit 72 Proz. der das gleiche gilt von seinen Parteifreunden. Die Beratung den Gefeßen und Verordnungen der Regierung zu fügen, wobei abgegebenen Stimmen in der Minderheit! des preußischen Etats bietet reichlich Gelegenheit, fozial- aber alle attiven Schritte ausgeschlossen sind, z. B. die Schaffung Ob es der Sozialdemokratie gelingt, bei der bevor- politische Anregungen zu geben, aber fast stets lassen die frei von Organen, deren Aufgabe die Wiederherstellung der Voltsstehenden Ersatzwahl die absolute Zahl der Wahlmänner zu finnigen Redner diese Gelegenheit unbenutzt vorübergehen. souveränität ist in Fällen, wo die Regierung die lettere einzugewinnen, läßt sich im voraus nicht sagen. Jedenfalls sind nur ganz schüchtern sind die Freisinnigen vor langen Jahren schränken sucht. Ist nun eine derartige Taftit imstande, den Beihre Aussichten nicht schlecht. Aber selbst dann, wenn im Abgeordnetenhause für einen Ausbau der Gewerbeder jezigen Lage der Dinge zu för jede Hoffnung auf den Sieg genommen wäre, wäre es doch inspettion eingetreten; seit dem Tode des Amvalts der freiungskampf bei dern? Pflicht unserer Genossen, mit der altbekannten Opferwilligkeit Gewerkvereine, Dr. Mar Hirsch, scheint unter den freisinnigen widerstand nur dann einigen Erfolg erzielen kann, wenn die BoltsAbgefehen davon, daß anerkanntermaßen passiver und dem auch von unseren Gegnern anerkannten Eifer in den Abgeordneten keine Neigung mehr zu bestehen, für Preußen massen wohlorganisiert und politisch gereift find Wahlkampf einzutreten. Jede zugunsten eines einen einigermaßen vernünftigen Arbeiterschutz zu befürworten. welche in Rußland noch fehlen kann diefe Taktik den verwidelten fozialdemokratischen Wahlmannes abgegebene Wo hat sich der Freifinn im preußischen Landtage wirklich Knoten der politischen Verhältnisse in Rußland jezt keineswegs Stimme bedeutet einen Protest gegen die ernsthaft mit der Lage der Eisenbahnarbeiter be- lösen. So lange es sich darum handelte, die Regierung zum Wanten Miswirtschaft in Preußen und gegen das schäftigt, wo hat er sich der Bergarbeiter in einer Weise zu bringen, zu desorganifteren", äußerte sich die Jstra" anläßlich elendeste aller Wahlsysteme, das die Ar- angenommen, wie es einer arbeiterfreundlichen, von fozialem einer analogen Frage, entsprach die Taktiv passiven Widerstands, der beitertlasse entrechtet und den schlimmsten Geiste erfüllten Partei geziemt, wo hat er einen energischen Stampf mit über der Brust gefrenzten Armen, der politische Boykott gewiß Arbeiterfeinden die Herrschaft im Staate Vorstoß gegen die ausnahmerechtliche Stellung dem ins Auge gefaßten Zwecke. Auch die Verbreitung und Verder ländlichen Arbeiter und des Gesindes Beriode- wurde durch sie in hohem Grade gefördert. Sie de stiefung der politischen Agitation eine zweite Aufgabe jener ausliefert. Es gilt einen Sturmlauf gegen den preußischen Landtag, gewagt? monstrierte der Bevölkerung auf das augenscheinlichste die Unmög das Parlament, das der rückständigsten und eigennüßigsten Nur da, wo er feine eigenen Interessen gefährdet glaubt, lichkeit, so weiterzuleben"; fte zeigte, daß der Arbeiter nicht mehr Klasse, dem Junkertum, ausgeliefert ist. Noch nie in der Ge- erscheint der Freifinn auf dem Plane. So haben die Frei- arbeiten, der Advokat nicht mehr Brozesse führen, der Arzt nicht meb Bedingungen, kurieren, Professoren, Lehrer, Studenten nicht Wetter lehren und lernen konnten. Sie bewies deutlich, welch ein unüberwindliches Hindernis nicht nur für jede fortschrittliche EntWickelung, sondern für eine weitere Existenz jedes gesellschaftlichen Lebens die selbst- herrlich-bnreaukratische Staatsordnung darstellte. Die Taktik de» passiven Widerstandes— und das ivar ja im Grunde die Taktik der Streiks und Boykotts— diskreditierte diese Staatsordnung, erhöhte im ganzen Lande die politische Erregung und das politische Bewußtsein und gewöhnte an den Gedanken eines bevorstehenden aktiven Widerstandes." Jetzt ist die Lage eine andere geworden. Die Finanzen sind gänzlich zerrüttet, der MechaniSniuS der.alten Staatsordnung" ist erschüttert, und ihren kurzen Scheintriumph verdankt die Bureau- kratie nur noch den �eldkriegsgerichten. Unter solchen Umständen ist� jede wirklich demokratlsche Partei verpflichtet, das Volk nicht zu passivem' Widerstand, sondern zu entschiedenem Angriff aufzurufen. Die in Helsingfors versammelten Kadetten machten viele Worte über ihre Vereitschaft, für die Interessen des Volkes einzutreten, sie dachten aber gar nicht daran, die Losung aktiven Kampfes zu verkünden, sondern zogen es vor, den einzig wahren Weg zur Befreiung dem Volke zu verhehlen. Aber auch ihre sehr gemäßigte Taktik wagten die Kadetten nur prinzipiell gutzuheißen, während sie zu einer praktischen Durchführung derselben nicht den Mut fanden. Ebenso wie ihre früheren Kongresse ganz widersprechende Resolutionen zutage förderten, brachten die Kadetten es auch diesmal fertig, die theoretische Billigung der Taktik passiven Widerstandes praktisch völlig unfruchtbar zu machen. Darin traten sie ganz in die Fußstapfen der despotischen Bnreaukratie seligen Angedenkens, die— wenn sie Gesetze erließ, um dem Volke irgend ein Recht zu bewilligen— immer Vorbehalte und Anmerkungen beifügte, durch die das geschenkte Recht gleich wieder entzogen wurde.— Denselben Sinn hat auch der von„Welt- bekannten Professoren" und„berühmten Schriftstellern" redigierte 4. Punkt der Kongrcßresolution, loelchcr folgendermaßen lautet:„Von der Erkenntnis ausgehend, daß eine umfassende und organisierte Anwendung passiven Widerstandes sowohl im allgemeinen als auch speziell in der Form einer Verweigerung der Militär- dieitstpflicht im Jahre ISVÜ faktisch nicht ausführbar wäre, kann der Kongreß die sofortige und notgedrungen unvollkoinmene Durchführung eines solchen nicht empfehlen. Gleichzeitig besteht der Kongreß auf der Notwendigkeit einer weiteren Verbreitung, Be- gründuug und Befestigung der Idee passiven Widerstandes im Volks- bewußtsein." Also: Die Anwendung passiven Widerstandes wird gebilligt, kann jedoch der Bevölkerung nicht enipfohlen werden! Welchen Sinn hatte dann, so lautet die vollkommen berechtigte Frage der Zeitung „Strano", die Resolution von der Notwendigkeit einer„Verbreitung... im Volksbewußtsein"? Die Kadetten als„Realpolitiker" kamen schließlich auch selbst zn der Einsicht, daß eine Partei, die nur schöne Reden hält, aber im Volke keine Stütze findet, kaum jemand Respekt ein- flößen kann, und sie faßten in Helsingfors den Beschluß,„in engste Verbindung mit der Bevölkerung" zu treten I Zweifellos wird diese Absicht ein leerer Schall bleiben; hat die aus hoch- mütigen„Intellektuellen" zusammengesetzte konstilutiouell-demolratischc Partei es bisher doch hartnäckig vermieden, die auf einer niedrigeren Kulturstufe stehenden Massen zu gewinnen. Den liberalen Parteiführern flößt die Masse einen unüberwindlichen Schrecken ein. Die schwankende und nachgebende Taktik der Kadetten würde ja auch beim ersten Andrang der revolutionären unteren Volksschichten über den Haufen geworfen werden, und die Furcht davor können die Liberalen nicht loswerden. Die Behauptung, die Kadettcnpartei ermangele jeder Stütze im Volke, entspricht übrigens nicht ganz dem Tatbestand. Bei den Wahlen hatten sich um diese Partei Elemente aus verschiedenen Volksschichten konzentriert, ein buntes Gennsch von Wühlern hatte den Kadetten zum Eintritt in die Reichsduma ver- Holsen. Doch eine Partei, deren Unterlage so verschiedenartige und schwer vereinbare Bestandteile enthält, kann unmöglich auf lange Dauer rechnen. In der Tat hat die bunte Armee, an deren Spitze die Kadetten eine Zeitlang standen, schon begonnen, sich in alle Himmelsgegenden zu zerstreuen,- die Generale müssen zu- sehen, wie die Armee schmilzt, und sie fühlen, daß der Boden unter ihren Füßen entweicht. Den gleichen Zweck einer Annäherung an die Massen verfolgt ein anderer Beschluß des Helsingforser Kongresses: Die Partei- Mitglieder werden dazu angehalten, sich an den professionellen Bereinen tu beteiligen.— Auch dieser Beschluß wird völlig rcsultatlos bleiben. )ie professionellen Vereine sind Klassenorganisationen der Proletarier und als solche aktiv beteiligt am Kampfe der Arbeiter mit den Unternehmern, während die Juristen, Aerzte, Ingenieure usw., aus denen sich die K.-D.-Partei zusammensetzt, sicherlich in den meisten Fällen für die Interessen des Kapitals eintreten worden, an dessen Vertreter ja ihre Existenz gebunden ist. Aber auch die wenigen, im Kampfe zwischen Arbeit und Kapital nicht direkt beteiligten Kadetten werden höchstens eine ganz passive Zuschauerrolle spielen können. Solche„unerwünschten Gäste" aber sind in den Proletarierverbänden nicht am Platze. Das Bureau der Petersburger professionellen Vereine, in welchem Sozialdemokraten die leitende Rolle spielen, hat auch schon beschlossen, Kadetten— als Vertreter der Bourgeoisie— nicht aufzunehmen! In der Agrarfrage hat die K.-D.-Partei, an der früheren Position festhaltend, es für nötig befunden, der Bevölkerung die Schattenseiten der einschlägigen, von der Regierung ergriffenen Maß- regeln klarzulegen. Gewiß werden die Professoren und Slaais- männer der Partei, wie der ehemalige Finanzministergehülfe Kuttler u. a. m.. diese Aufgabe befriedigend lösen. Im Einklang mit ihrem Programm werden sie nachzuweisen suchen, daß Enteignung von Privatlandbesitz„gegen Entschädigung auf Grund gerechter Schätzung" vorgenommen werde» muß. Als feurige Anhänger der „Gerechtigkeit" werden sie es gutheißen, daß der kleine Geldbeutel des Bauern zugunsten der Magnaten und Latifundienbesitzer geplündert werde. Als Platform bei den bevorstehenden Wahlen hat der Kadetten- kongreß die Antwortadresse der ersten Duma auf die Thronrede„mit einigen aus dem Programni der Partei hervorgehenden Ergänzungen" erklärt. Diese Adresse, welche die stände-monarchische Staatsordnung durch die allergemäßigsten sozialpolitischen Reformen unterstützen wollte, erwähnt mit keinem Wort der volkstümlichsten, von allen aufrichtigen Volksfreunden aufrecht erhaltenen Forderung der Ein- berufung einer konstituierenden Versammlung! I Nach wie vor wollen die Bankettredner aus der Kadettenpartei also ohne das Volk über das Schicksal des Volkes verfügen, wobei sie den Mut haben, der ganzen Welt daS Märchen aufzubinden:„Wir (Kadetten) stützen uns auf keine einzelne Klasse, fondern auf das ganze Volk, wir verfolgen nicht unsere eigenen Sonderzwecke; des- halb brauchen wir auch nicht unsere eigenen besonderen Wege zu gehen. Wir wollen dem Volke seine Ziele klar machen, wir sind bemüht, seine Handlungen in die rechten Bahnen zu lenken." In der Tat, nur eine bürgerliche Klassenpartei ist fähig, von einem so gewagten Standpunkte auszugehen. Nur eine Partei, welche jeder Selbsttätigkeit der Volksmassen feindselig ent- gegentritt, ist fähig, die MaLke der Fürsorge für das Volkswohl zu tragen, während sie daS Volk selbst und seinen aktiven Willen so geringschätzig behandelt. Eine summarische Charakteristik der Kongreßarbciten kann nach alledem nur folgendermaßen lauten: Die Kadettcnpartei hat eine entschiedene Wendung nach rechts getan und ihren ehemaligen Forderungen zum Schutze der Volksinteressen endgültig entsagt. Ans„Väterchens" Gnadenborn. Wilna» 2. November. Der Generalgouverneur hat den Adels- Marschall angewiesen, allen wegen Aneignung einer orthodoxen Kapelle in Slonim in Haft genoinmencn Katholiken am 3. No- vember aus Anlaß des Jahrestages der Thronbesteigung des Kaisers Amnestie zu verkündigen und ihre sofortige Freilassung anzuordnen. poUrtfcbc Geberlicht Berlin, den 2. November. Protest der Landwirtschaftsbündler. Die Herren Agrarier sträuben sich mit allen Kräften dagegen, daß irgendwo an der deutschen Grenze die gegen die fremde Bieh- einfuhr gerichteten Maßnahmen angetastet werden. Sie betrachten die rücksichtslose Ausnutzung der durch die offizielle Zoll- und Grenz- sperrpolitik künstlich erzeugten Fleischteuerung als ihr unveräußerliches Menschenrecht und jedes Mittel, das, wenn auch nur auf engbegrenztem lokalem Gebiet, die Gelegenheit zur Profitsteigerung vermindert, als eine Beeinträchtigung ihrer berechtigten Interessen. Deshalb hat auch der aus dem Freiherrn V. Wangcnheim, Dr. Roesicke und Dr. Hahn bestehende engere Vorstand deS Bundes der Landwirte gegen den Beschluß der rheinischen Landwirtschaftskammer. bei der Regierung die Zulassung einer Einfuhr von wöchentlich 1000 bis 1500 Schweinen nach der Rheinprovinz aus Holland zu befürworten, sofort energischen Protest eingelegt. „Die Ausführung dieses Bcschluffes", heißt eS in der langen Verwahrung des Bundes- Trifoliums,„und damit die weitere Durchbrechung des heute schon aus das denkbar geringste Matz eingeschränkten Viehseuchen- Grenzschutzes könnte nur als ein nationales Unglück angesehen werden. Denn eS handelt sich hierbei nicht nur um die schwere Gefährdung der deutschen Viehbestände zum Schaden des einzelnen Landwirts, sondern unmittelbar um die tatsächlich schwerste Gefährdung der Versorgung der deutschen Bevölkerung mit Fleisch, da bei erneuter Verseuchung der deutschen Viehbestände nicht nur die augenblickliche Fleischproduktion stark leidet, sondern insbesondere auch die Zuzuchl sich verringert, also in der zukünftigen Fleischversorgung ein großer Ausfall notwendig entstehen>nüßle.... Außerdem ist es völlig unverständlich, warum die Einftihr lebender Schweine aus Holland gestattet werden soll, da ja doch die Einfuhr von Schweinefleisch, frisch und zubereitet, ungehindert erfolgen darf. Es kann doch wohl für die Volksernährung gleich- gültig sein, ob die Tiere jenseits oder diesseits der Grenze geichlachlet werden. Tatsächlich ist dieser Schweinefleischeinfuhr aus Holland auch durch den neuen Zolltarif ein Hindernis nicht bereitet worden. Es wurde von dort frisches Schweinefleisch importiert t vom 1. März bis 30. September 1905 27 100 Doppelzentner, dagegen vom 1. März bis 80. September 1906 30 300 Doppclzentner. Die Einfuhr ist also unter den neuen Zöllen noch etwas gewachsen. Daß sie aber nicht noch stärker wurde, ist also nur ein Beweis dafür, daß größere Mengen für den Export nach Deutschland nicht verfügbar sind.... Es ist daher tief zu beklagen, daß die gesetzliche Vertrettmg der rheinischen Landwirtschaft durch das wüste Fleischnotgeschrei sich hat einschüchtern lassen und die staatSmännische Beurteilung der Frage gänzlich außer acht gelassen hat. Das gegenwärtige Geschrei über die Steigerung der Fleisch- preise beziveckt nichts anderes, als die heute bestehende allgemeine Preis steigerung der gesamten industriellen Produkte in Vergessenheit zu bringen und sie allein der Landwirtschaft in die Schuhe zu schieben bezw. die Nachteile auf sie abzuwälzen. Dabei wird geflissentlich übersehen, daß es sich um eine seit Mitte der neunziger Jahre andauernde ständige Preissteigerung handelt, die einen internationalen Charakter hat. In dem schönen Protest tritt in gleichem Maße die Un- verfrorenheit wie die eigenartige Moral des bündlerischen General- stabs zutage. Da sie doch nicht offen sagen können, daß sie das Volk nur als Ausbeutungsobjekt für die Nachkommen der alten Raubritter betrachten, greisen die Bündlergenerale zu demselben Mittel, das auch die Regierung gebrauchte, als den schreienden Agrariern mit den„kleinen Mitteln" der Mund gestopft werden sollte. Sie führen als Grund für die Grenzsperre die Vieh- scuchen in Holland an. Die Manager der Fleischnot schreiben:„Die Tatsache des gegen- wältigen Vorkommens von Maul- und Klauenseuche in Holland ist verschiedentlich von den Zeitungen gemeldet worden, ebenso ist Milzbrand und Klauenfäule der Schafe in bedenklichem Umfange. Trotzdem Schweincseuche und Schweinepest(zwei Namen für die- selbe Krankheit. Red. d.„V.") dort nicht einmal der amtlichen Anzeigepflicht unterliegen, meldete der„Reichs-Anzeiger" für August 1906 das Herrschen von 344 Fällen der Schweineseuche, da- von allein 204 in Westfriesland, das für den Fleischexport nach Deutschland besonders in Betracht kommt." Das Fehlen der Anzeigepflicht für Schweineseuchen ist ein Zu- stand, der in verschiedenen deutschen Staaten auch bis 1899 vor» Händen war. Erst seit 1899 sind diese Seuchen in der Seuchen- statisttk aufgeführt und ist damit gleichzeitig bewiesen, daß die deutschen Schweinebestände sehr stark verseucht sind. Den niedrigsten Stand hatten wir bei Rotlauf der Schweine 1901, in diesem Jahre erkrankten 35 309 Schweine. Die Seuche stieg und brachte 1903 nicht weniger als 89 087 Erkrankungen. Den niedrigsten Stand der Schweinepest hatten wir 1899, als 12 155 Schweine erkrankten, während wir 1904 sogar 89 890 Erkrankungen hatten. 1904 waren in Deutschland 18 920 666 Schweine, wovon 57 789 an Rotlauf und 89 890 an Schweinepest erkrankten. Von 1000 Schweinen er» krankten also 1904 schon 7,1 Schweine. Selbst angenommen, daß in Holland in jedem Monat 344 Schweine an Schweinepest erkrankten, dann sind es 4128 im Jahr. Nach der letzten Viehzählung hatte Holland 882 502 SchPcine. Für Schweinepest ist August der un- günstigste Monat, aber wenn man diesen ungünstigen Monat als Durchschnittsmonat betrachtet, dann kommen auf 1000 Schweine doch erst 4,67 Erkrankungen, während in Deutschland 1904, dem »etzten Jahre, aus dem eine Statistik vorliegt, doch 4,75 von 1000 Schweinen an Schweinepest erkrankten. Es werden dieselben Seuchenherde sein, wovon Deutschland und die Niederlande be- troffeer sind. Genau so steht es mit den anderen Scuchen. Maul- und Klauenseuche war in den Grenzländern von Holland, in Olden- bürg, Westfalen und Rheinprovinz auch vertreten. Freilich nicht so stark wie in Ostpreußen, Schlesien. Posen, Sachsen und Württem- berg. Mit Milzbrand waren in Westfalen 297 und in der Rhein- Provinz 430 Gehöfte verseucht. Also alle Seuchen, welche eventuell eingeschleppt werden könnten, haben wir schon so lange wie wir eine Seuchenstatistik haben. Doch die Berufung auf die Seuchengefahr dient den Bündler- organcn nur als Bcschwichtigungsmittel. Die Teuerung war daS hehre Ziel ihrer Politik, und nun, nachdem dieses Ziel glücklich er» reicht ist, verspüren sie nicht die geringste Neigung, sich die günstige Gelegenheit zur Profitmacherei verkümmern zu lassen. Das Publikum soll sich vielmehr nach ihrer Meinung dazu bequemen, die stetige Preissteigerung des Fleisches als cttvas Normales an» zusehen und mit ihr als etwas Unvermeidlichem zu rechnen. DeS- halb das Gerede von der„allgemeinen Preissteigerung der gesamten industriellen Produkte" und deren„internationalem Charakter".—- Polnische Wirtschaft. Durch den Schnlstreik in der Provinz Posen ist die Sinn- losigkeit unserer Hakatistenpolitik wieder einmal derartig vor dem In- und Auslande bloßgestellt worden, daß jetzt selbst die„N ordd. Allgem. Zt g." Veranlassung nimmt, ihre Politik iil einem langen Artikel zu rechtfertigen DaS offiziöse Organ versucht nachzuweisen, daß die Zwangsgermanisierung gegenüber den Polen ja gar nicht so schlimm sei, daß man vielmehr die größten Rücksichten zu nehmen bemüht gewesen sei. Die Bestimmungen, daß dee Religionsunterricht in deutscher Sprache zu erteilen sei, datiere bereits aus dem Jahre 1873. In der betreffenden Instruktion heiße es, daß, wenn die Kenntnis der deutschen Sprache soweit vorgeschritten sei, daß ein richtiges Ver» ständnis auch bei der in deutscher Sprache erfolgenden Ueber- Weisung erreicht werden könne, dann auch der Religions- Unterricht in deutscher Sprache zu erfolgen habe. Diese Be- stimmung sei aber so milde gehandhabt worden, daß im Re- gierungsbezirk Posen bei rund 110(1 von- katholischen Kindern polnischer Zunge besuchten Schulen in noch nicht 300 Schulen der Religionsunterricht in deutscher Sprache erteilt werde. Die Opposition gegen diesen deutschen Religionsunterricht gehe auf das Frühjahr 1905 zurück, wo zuerst der Gedanke eines Schulstreiks angeregt worden sei. Einen bedenklichen Charakter habe der Schnlstreik erst angenommen, als der Erzbisch of von Posen, Stablewski, unmittelbar vor Wiederbeginn des Schulunterrichts von allen Kanzeln einen Hirtenbrief habe verlesen lassen, in dem er über den un- zureichenden Religionsunterricht in der Volksschule geklagt und seine Diözesanen aufgefordert habe, diesen mangelhaften Unterricht durch einen solchen in Haus und Kirche zu er- ganzen. Wenn die Regierung jetzt ihre Maßnahmen als überaus tolerante hinstellt, so verbreitet sie geflissentlich die U n» Wahrheit. Die ganze Polenpolitik bestand seit der Völker- rechtswidrigen Annexion der polnischen Provinzen in einer systematischen Unterdrückung der nationalen Eigenart der annektierten Polen. Diese Zwangsgermanisierungs-Politik hat namentlich in den letzten Jahrzehnten wahre Orgien ge- feiert. Statt zu versuchen, durch eine verständige Duldung der nationalen Eigentümlichkeiten, durch die wirtschaftliche Hebung der polnischen Landesteile den Polen Sympathien für die deutsche Reichsherrlichkeit einzuflößen, hat man den polnischen Elementen durch eine blöde und plunipe Zwangs- Politik das Festhalten an nationalen Eigentümlichkeiten ge- waltsam auszutreiben versucht. Wie man durch die polnische Siedelungspolitik den polnischen Grundbesitz in deutsche Hände zu bringen suchte, so versuchte man durch ebenso törichte wie rigorose Maßregeln gegenüber den Schülern jeden, auch den harmlosesten Gebrauch der Muttersprache zu verhindern. Daß eine solche Unter- drückungspolitik die nationalen Leidenschaften entflammen mußte, versteht sich von selbst, und daß die national-polnische Geistlichkeit die künstlich aufgestachelten nationalen Instinkte zu ihren Zwecken zu benutzen suchte, lag nicht minder aus der Hand. So zeigt sich denn, daß nicht nur die preußische Siedelungspolitik Bankrott erlitten hat, da die Bilanz zu- gunsten der polnischen Landerwerbungen abschloß, sondern auch die preußische Schulpolitik, die jetzt zu einer beispiellosen Opposition der polnischen Elemente ge- führt hat! Gerade die Tatsache, daß nicht weniger als 45 000 Kinder sich an dem Schulstreik in der Provinz Posen beteiligten, obgleich nur in etwa einem Viertel der Schulen der deutsche Religionsunterricht eingeführt worden ist, be- weist den fanatischen Widerstand der polnischen Elemente. Soviel sollte nun auch für unsere Herrschenden feststehen, daß sich durch schnöde Vergewaltigungen nationale Eroberungen nicht machen lassen! Die Regierung wird das freilich auch jetzt noch um so weniger einsehen, als auch die bürgerlichen Parteien allen Lehren gewaltsam die Augen verschließen. Selbst die liberale Presse zetert über den Widerstand der Polen, statt die Regierung für diese Zustände verantwortlich zu machen. Wenn sie irgend eine Klage erhebt, so nur die, daß die„Nordd. Allgem. Ztg." den widerspenstigen Bischof Stablewski nicht energisch genug angepackt habe. Tie liberale Presse macht also nur in ödester chauvinisti- scher und K u l t u r k a m p f p a u k e r e i! Die„Post" macht wenigstens einen Vorschlag zur Güte. Sie empfiehlt unter Berufung auf§ 1006 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, den obstruierenden Eltern das E rz i e h u n g s r ech t zn nehmen. Das Verhalten deS Vaters in religiöser oder politischer Hinsicht biete nach diesem Paragraphen die Handhabe, durch das Vormundschaftsgericht den polnischen Eltern das Erzichungsrecht abzuerkennen. Das Scharfmachcrblatt beruft sich zur Interpretation des ge- nannten Paragraphen darauf, daß ja der von sozialdemo- kratischer Seite gestellte Antrag, das Verhalten des LZaters in religiöser oder politischer Hinsicht oder die Einwirkungen des Vaters auf das Kind nach diesen Richtungen hin als einen Mißbrauch des väterlichen Erziehungsrechte's im Sinne des § 1000 zu charakterisieren, seinerzeit im Reichstage abgelehnt worden sei. Das Scharfmacherblott vergißt nur, daß dieser Antrag nicht deshalb abgelehnt worden ist, weil der Reichstag dem Paragravhen eine solche Dehnbarkeit z u- sprechen wollte, sondern deshalb, weil man es als selb st verständlich ansah, daß derartige Jnter- pretationen eines Vormundschaftsgerichts jederzeit durch die höheren Instanzen als irrig ganz selbstverständlichkorrigier Hv erdenwürden. Also auch mit dem lj 1666 wird gegen die polnischen Kaninchen nichts auszurichten sein. Wenn freilich der Vop- schlag der„Post" durchgeführt werden könnte, würde er eine Erbitterung unter den polnischen Elementen hervorrufen, zu der der gegenwärtige Schulstreik nur ein harmloses Vorspiel bilden würde.— .« Oeutfckes Klick. Aus dem Hannoverschen Stadtparlament. Wie das Berliner, hatte auch das Hannoversche Stadtparla- ment am Donnerstag seine Flcischnotdebatte. Der Mittelstands. rcttcr Max Küster fragte an. ob die Sadt nicht Schritte tun wolle. um die durch die Fleischteuerung hervorgerufene Notlage der werk- tätigen Bevölkerung zu mildern. Er empfahl, an die Reich?« regierung um schleunige Oeffnung der Grenzen und Aushebung der Futtcrmittelzölle zu petitionieren. Außerdem regte er an, stadtseitig eine Verkaufsstelle für billige Seefische zu errichten. Auf diese Anfrage erwiderte der Stadtdirektor, daß der Magi- strat den Notstand durchaus anerkenne, es könne auch eine Petition abgesandt werden, da die Sperrung der Grenzen in dem jetzigen Umfange auf die Dauer nicht aufrecht zu halten sei. Für die Ein- richtung eines Fischmarktcs fehle es jedoch der Stadt an Kühl» anlagen, auch sei zu befürchten, daß den hiesigen Fischhändlern großer Rachteil erwachse. Der nationalliberale Landtagsabgeordnete Senator Fink meinte, daß sich der deutsche Städtetag im vorigen Jahr» bereit» Kl die Regierung gewandt habe, der Minister sei aber lächelnd über die Vorstellungen des Städtetages hinweggegangen. Diese Bemerkungen veranlaßten den Stadtdircktor zu einer Rechtfertigung des Fleischwuchers: Er müsse davor warnen, diesen Mißstand zu einer Aufhetzung der Städte gegen das Land oder umgekehrt zu machen. An der Fleischnot trage noch heute die Futternot von 1L04 die Schuld; es sei jedenfalls grundverkehrt, in der Landwirtschaft den Sündenbock zu suchen. Die Regierung und die Landwirte befänden sich in einer unglücklichen Lage, denn es liege im Interesse des gesamten Volkes, daß es in sanitärer Beziehung geschützt werde. Es bedürfe erst reiflicher Erwägung, ob die Be- haupiungen der Agrarier, daß im Auslande auch Viehknappheit herrsche und durch Oeffnen der Grenzen die Seuchengefahr ver- größert werde, ohne weitere Bedenken widerlegt werden könnten I Aus eigener persönlicher Kenntnis könne er versichern, daß es niemand mit dem ganzen Volke besser meine als' eben Herr von Podbielski. Man dürfe sich den Blick nicht trüben lassen durch die ungerechten Presseangriffe, man dürfe sich nicht auf einen einseitigen Standpunkt stellen, sondern das Staatsintercsse im Auge behalten. Die„eigene persönliche Kenntnis" des jovialen Pod scheint das Stadtoberhaupt auf dem Einweihungsessen in Bad Neundorf erworben zu haben. Dort ist im letzten Sommer durch Herrn von Pod eine neue Badeanlage eingeweiht, und obgleich Neundorf nicht im Hannoverschen liegt, hat Herr Tramm von seinem Gönner Pod eine Einladung erhalten. Freilich, den Hannoverschen Stadtdirektor ficht die Fleischnot nicht an. Er ist zwar nicht Teilhaber von Tippclskirch u. Co., dafür aber Aufsichtsrat der Kontinental- Kautschuk- und Guttapercha-Kompagnie in Hannover, die neben 40— 50 Proz. Dividende noch gegen 60 000 M. Tantieme für jedes Aufsichtsratsmitglied abwirft. In solchen Verhältnissen kann man die Fleischnot ertragen.— Viehhandels-Profite. Die„Köln. Ztg." vervollständigt in gestriger Nummer ihre Mit- teilungen über die Verteuerung der Vieh- und Fleischprcise durch den Zwischenhandel.„Wir haben." schreibt sie,„m unserer Nr. 1137 vom 25. Oktober auf die befremdliche Tatsache verwiesen, daß der Kölner Fleischverbrauch durch die Viehkommissionsgebühren, die auf dem hiesigen Viehhofe bezahlt werden müssen, um die stattliche Summe von rund 600 000 M. verteuert wird, und daß dieser Betrag in der Hauptsache in die Tasche von einem Dutzend Leuten fließt. Nunmehr wird uns von zuständiger Seite weiter mitgeteilt, daß diese Angaben hinter der Wirklichkeit noch zurückbleiben. Denn neben den Vermittelungsgebühren von 4— 5 M. für ein Stück Groß- vieh und 80 Pf. bis 1,25 M. für Schafe, Kälber und Schweine muh . der Metzger noch ein sogenanntes Trinkgeld von 50 Pf. bis 1 M. zahlen. Und da der Umsatz auf dem Kölner Viehhof in runden Zahlen 60 000 Rinder. 50 000 Kälber. 30 000 Schafe und 200 000 Schweine beträgt, so ergibt sich, wenn man das Trinkgeld für Rinder mit 1 M. und für die übrigen Viehgattungen mit nur 50 Pf. anfetzt, die weitere ansehnliche Summe von 60 000-si 140 000 M., zusammen also 200 000 M., die in erster Linie die Metzger, in letzter aber die Fleischverzohrcr aufzubringen haben. Dazu kommt, daß die Metzger sich gegen diesen Blutzehnten gar nicht zu wehren vermögen, da die Kommissionäre einen förmlichen Ring ge- bildet haben, der es ihnen ermöglicht, jedem Metzger das Vieh vorzuenthalten, der sich weigert, das Trinkgeld zu zahlen; die Vermittler sollen sich gegenseitig verpflichtet haben, hohe Vertragsstrafen zu zahlen, wenn sie Vieh ohne Trinkgeld abgeben."—_ Der verhängnisvolle Jnterpunktionsfehler. Wie wir aus dein„Berliner Tageblatt" ersehen, hat der Druckfehlerteufel wieder einmal schweres Unheil angerichtet. Herr Dr. Theodor Barth verwahrt sich in dem genannten Blatte dagegen, daß er für die Stichwahl in Stade die Parole aus- gegeben habe, daß die Freisinnigen für den Nationalliberalen in der Stichwahl eintreten sollten. Eine solche Parole war in einer Reihe von bürgerlichen Blättern Herrn Dr. Barth zugeschrieben worden. Diese, wie wir feststellen wollen, grundlose Behauptung ist auf ein kleines Jnterpunktionsversehen zurückzuführen, das dem«Vor- wärts" unterlaufen ist. In unserer Nummer vom 30. Ottober befand sich folgende Notiz: Die der Freisinnigen Vereinigung angehörende „W eserzeitung" fordert aur Unterstützung des national- li bcralen Kandidaten Reese ich Wahlkreise Stade-Brcmervörde auf. Selbst die„Nation"(das Organ Barths), erklärt, sie verzichte auf den Versuch, die Freisinnigen zur Stimmabgabe für den sozialdemokratischen Kandidaten Ebert anzuspornen. Gegen die Lebensmittelverteuerung hätten sich die freisinnigen Wähler durch ihre erste Abstimmung für den freisinnigen Kandidaten - ausgesprochen. Jetzt könnten sie gegen die Lebensmittel- Verteuerung nur noch demonstrieren, indem sie fiir den Sozial- demokraten stimmten. Damit sei aber zugleich eine Demon- Stration für die sozialdemokratische gesellschaft- iche Ordnung verbunden, die von ihnen so rückhaltlos ver- warfen werde. Der Protest gegen die Sozialdemokratie sei aber wichtiger als der gegen die Agrarzölle. Deshalb müsse die Wahl- Parole sein:„Für den Nationalliberalen". Schamloser kann die freisinnige Jämmerlichkeit sich nicht ent- bloßen. Das durch den Brot- und Fleischwucher ausgebeutete Proletariat weiß nun, waS es von den papiernen Protesten des Freisinns gegen den Lebensmittelwucher zu halten hat!— In dieser Notiz, ist der zweite Satz folgendermaßen zu lesen: „Selbst die„Nation"(das Organ Barths), erklärt sie, ver- zichte auf den Versuch, die Freisinnigen zur Stimmabgabe für den sozialdemokratischen Kandidaten Ebert anzuspornen." Nach dieser Rektifizierung der Interpunktion ergibt sich, daß die Aufforderung an die Freisinnigen, in der Stichwahl für den Nationallcheralen zu stimmen, nicht von der„N a t i o n", sondern von der„Weserzeitung" ausging. Hätten die bürgerlichen Blätter einen Blick in die„Nation" selbst geworfen, so würden sie sofort den Druckfehler selbst wahrgenommen haben. Die von uns gegeißelte„freisinnige Jämmerlichkeit" ist also speziell der„W e s e r z e i t u n g" gewidmet gewesen. Tie„Nation" selbst hatte, da sie ihre Pappenheimer von der Waterkant hinlänglich kannte, lediglich darauf verzichtet, der kläglichen Parole der„Weser- zcitung" eine andere Parole entgegenzusetzen.— Wieder mal„lästig gefallen". Zur Ausbeutung sind die ausländischen Arbeiter unseren herrschenden Klassen jederzeit will- kommen« Objekte, nur dürfen sie sich nicht mit ihren deutschen Arbeitskollegen zusanlmentun, um bessere Existenzbedingungen zu erringen. Die Ausweisung ist ihnen in diesem Falle gewiß— im Interesse der„öffentlichen Sicherheit" natürlich l Dieser Praxis verfiel soeben wieder eine Anzahl holländischer Staatsangehörigen, die teilweise schon seit Jahren, teilweise seit jüngerer Zeit in D u r s- bürg und Umgegend dem Kapital Frondienste leisteten. Wie noch erinnerlich, traten im Juli d. I.. nachdem die Duisburger Hafen- arbeiter einen mehrwöchentlichen Streik siegreich beendet hatten, auch die Kranarbeiter des DuiSburg-Ruhrorter Hafengebiets, vorwiegend Ausländer, in einen Streik, der schon nach fünf Tagen zu ihren Gunsten endete. Das war. wie gesagt. am Schluß des Monats Juli. Seitdem haben die Holländer. Italiener, Kroaten usw. ruhig weiter frondcn dürfen, ohne daß deshalb der preußische Staat und dag Duisburger Hafengebiet im besonderen ins Wackeln geraten wäre. Jetzt plötzlich hat man nun die Entdeckung gemacht, daß jene Holländer, die sich an der Lohnbewegung im verflossenen Sommer beteiligten, doch wohl ganz gefährliche Individuen sein müssen, denn innerhalb 28 Tagen sollen sie nunmehr mit Sack und Pack die Grenzen des preußischen„Rechtsstaates" von der Außenseite be- wundern— im Interesse der„Ruhe" und„Ordnung" selbstverständlich I Daß die Langmut der Behörde diesen fremden Umstürzlern gegen- über gerade noch so lange anhielt, bis die eiligsten Arbeiten fertig und inzwischen wieder frische Nachschübe au» aller Herren • Länder eingetroffen waren, ist natürlich reiner Zufall. Russische Spitzel und sonstiges Lumpengesindel, wenn eS sich nur gegen die Arbeiterschaft verwenden laßt. da? gefährdet den berühmten preußischen Rechtsstaat nicht, fleißige Arbeiter jedoch, die sich zu Verräterdiensten gegen ihre deutschen Klassengenossen nicht verwenden lassen, die weist man aus l— Die Stichwahl in Stade-Blumenthal. Stade, I. November. Bei der heutigen Reichstags- Stichwahl im 18. hannoverschen Wahlkreise wurden bis 10>/„ Uhr abends ge- zählt für Reese(natl.) 12 693 und für Ebert(Soz.) 6699 Stimmen. Einige Landbezirke fehlen noch. Reeses Wahl ist gesichert.— Die Landtagswahlen in Sachsen-Weimar. Jena, 2. November.(Privatdepesche des„Vorwärts".) Bei der Landtagswahl in Jena hing die Entscheidung an an einigen Stimmen. Gewählt wurden 44 bürgerliche, 33 sozial- demokratische Wahlmänner. Infolgedessen ist die Wiederwahl des Nationalliberalen Netz im Wahlkreise Jena gesichert. In Apolda ist Genosse B ändert wiedergewählt, m Weimar ist der Freisiunige durchgekommen.— Soldaten als Lohndrücker. Jedenfalls um den Unfug der Beurlaubung von Soldaten zu Ernte- und sonstigen Arbeiten zu beschönigen, veröffentlicht die bürgerliche Presse einen Bescheid, den das Generalkommando Hannover auf eine Anfrage nach den Bedingungen, unter welchen Ernteurlauber zu haben sind, erteilt hat. Das Schreiben lautet: Eine Beurlaubung von Mannschaften zn den jeweiligen Ernte- arbeiten kann stattfinden, sofern wirkliche Arbeiternot besteht, dienstliche Interessen nicht geschädigt werden und in keiner Weise eine Konkurrenz für Zivilarbeiter geschaffen wird. Ob die Beurlaubung in dem einzelnen Falle erfolgen kann, entscheiden die Truppenkommandeure Pflicht- mäßig. An diese sind entsprechende Gesuche zu richten. Dieser Bescheid vermag uns nicht zu veranlassen, von unserer wiederholt geübten Kritik auch nur ei» Titelchen zurückzunehmen. Soldaten dürften unter keinen Umständen fremden Arbeit- gebern als Lohnarbeiter zur Verfügung gestellt werden. Denn w o liegt„wirkliche Arbciternot" vor? Räch der Auffassung der Junker und gewerblichen Scharfmacher bei jeder Enrte, wo keine billigen Arbeitskräfte zu haben sind, bei jedem Streik! Mögen die Herren Fleischwucherer doch anständig zahle», dann wird es ihnen ebensowenig an Arbeitern mangeln, wie beispielsweise den sozial- demokratischen Großgrundbesitzern! Wenn aber Soldaten als Lohn- drücker verwendet werden können» ohne die. dienstlichen Interessen zn schädigen", so— verkürze man einfach die allzu- lange Dienstzeit!—_• Die beleidigte Hamburger Polizei. Die blutigen Krawalle im Januar dieses JahreS haben für die bekannte bürgerliche Frauenrechtskämpferin Schriftstellerin Dr. jur. Anita Augspurg ein unangenehmes Nachspiel. Sie ist zum Montag, den 19. November, wegen Beleidigung der Hamburger Polizei vor das Landgericht Hamburg geladen. Dr. Anita Augs- purg hielt sich anläßlich der Wahlrcchtsdemonstration in Hamburg auf und wohnte mit drei Damen am 17. Januar der Sitzung der Hamburger Bürgerschaft bei. Gegen Mitternacht beobachteten die Damen von der Stufe einer Wirtschaft aus das Vorgehen der Polizei. In Nr. 19 des Hamburger„Gencral-Anzeigers" teilte darauf Dr. Anita Augspurg im Sprechsaal ihre Beobachtungen mit und unterzog das Verhalten der Polizei einer scharfen Kritik. Sie behauptete, daß sie, als sie um die Ecke der Brückenstraße bog. plötzlich den zum Schlag ausgeholten Säbel eines Schutzmannes über ihrem Kopfe bemerkte. Der Säbel wäre sicher auf ihren Kopf nicdcrgesaust, wenn nicht ein anderer Mann den Schutzmann am Arme gefaßt und den Schlag verhindert hätte. In einer merk- würdigen Verkennung der wahren Umstände seien von der gesamten bürgerlichen Presse den Taten der Polizei goldene Brücken gebaut worden. Es sei höchste Zeit, daß diese Liebedienerei gegen die Wahlrechtsumstürzler aufhöre und die Wahrheit an den Tag komme, die darin bestehe, daß die Polizeiverwaltung durch ihre Ent- blößung des Kaschemmenvicrtels von aller Aufsicht die unmittelbare Ursache zu dem Tumulte gegeben habe.— Enthüllungen au» einer rheinischen Stadt. Zu drei Wochen Gefängnis wurde dieser Tage Genosse Schotte als verantwortlicher Redakteur unseres Parteiblattes in Düsseldorf von der dortigen Strafkammer wegen Beleidigung eines Bürgermeisters verurteilt. Genosse Schotte hatte in drei Artikeln die Verhältnisse in Erkrath, einem Landstädtchen im Wahl- kreise Düsseldorf, einer Kritik unterzogen. Unter anderem wurde in den Artikeln über Porgänge in einer Gemeinderatssitzung zu Erkrath berichtet. Ein Gemeinderatsmitglied erklärte vor Eintritt in die Tagesordnung, der Direktor Rösgen habe geäußert, daß er den Bürgermeister und den katholischen Pfarrer ins Zucht- haus bringen könne. Die Aeutzerung habe er, das Gemeinderats- Mitglied, dem Bürgermeister sofort mitgeteilt, dieser habe aber keine Klarstellung geschaffen. Er sehe sich deshalb veranlaßt, das Ver- halten des Bürgermeisters der vorgesetzten Behörde mitzuteilen. Außerdem werde er den Gemeinderatssitzungen so lange fern bleiben, bis die Angelegenheit geklärt sei. Beschlußfähige Gemeinde- ratssitzungen haben seit der Zeit nicht mehr stattgefunden. In einem dritten Artikel hatte Schotte seine Verwunderung darüber ausgesprochen, daß der Bürgermeister die Beschuldigungen ruhig hinnehme, da er doch sonst so scharf und schneidig sei. Die Be- liauptung seines Intimus Rösgen, daß er reif fürs Zuchthaus fei, könne der Bürgermeister doch nicht auf sich sitzen lassen. In der Verhandlung vor der Strafkammer trat Genosse Schotte den Wahrheitsbeweis an und der Staatsanwalt mutzte zugeben, daß er gelungen sei. Schotte wurde indes wegen formaler Beleidigung bestraft. Bewiesen wurde, daß Rösgen der Intimus des Bürger- meisterS war und daß er eigentlich die Zügel in Erkrath führte. Der Bürgermeister hatte auf Veranlassung des Rösgen sogar eine Anzeige wegen Sittlichkeitsverbrechens gegen einen Günstling des letzteren zu unterdrücken versucht. Es wurde bewiesen, daß Rösgen die Aeutzerung, er könne den Bürgermeister ins Zuchthaus bringen, getan und daß dieser ihn nicht zur Verantwortung gezogen hat. Weiter wurde festgestellt, daß der Bürgermeister Nnternehmer auf- forderte, bei ihnen in Arbeit stehende Sozialdemokraten und freie Gewerkschaftler z» entlassen. Außerdem stellte sich noch heraus, daß Kaiser früher in Goch mit einem höheren Gehalte als Bürgermeister angestellt war. Warum er dort weggegangen, wurde nicht klargestellt. Tatsache aber ist, daß die Gemeinde Goch ihrem früheren Bürgermeister jährlich noch 600 M. Zugabe zahlt, damit er das nämliche Ein- kommen hat, das er früher bezog. Eine ganz eigentümliche Praxis. Unser Genosse ist nun wegen der Beleidigung bestraft; es wäre interessant zu erfahren, ob gegen den frommen, königstrcuen Bürgermeister ein Disziplinarverfahren eingeleitet wird.— Ernst von Eyncrn. In Barmen ist heute der nationalliberale Führer und Landtagsabgeordneten von Ewiern an einer Gas- Vergiftung gestorben. Am 2. April 1838 zu Barmen als Sohn eines Kommerzicnrats geboren, trat er später in dessen Handelshaus als Teilhaber ein, wurde 1875 in Barmen als Stadtverordneter und 1879 von dem Wahlkreis Lennep-Remschcid in das preußische Abge- ordnctcnhaus gewählt, dem er von da ab ununterbrochen angehörte. Rcichshaushalt für 1905. In der heutigen Sitzung deS Bundesrates wurde die Vorlage betreffend die Uebersicht über die Reichs- ausgaben und»Einnahmen für das Rechnungsjahr 1905 dem Aus- schütz überwiesen; der Ausschußbericht über den Entwurf einer Ver- ordnung betreffend nähere Festsetzungen über Gewährung von Tage- geldern, Fuhrkosten und Umzugskosten an die Beamten der Militär- und Marineverwaltung fand die Zustimmung des Bundesrates.— Huötand. Schweiz. Die Trennung ssön Kirche und Staat in der Stfjwekz. Basel, 31. Oktober.(Eig. Ber.) Gegenwärtig steht in drei Kantonen: Basel, Genf und Neuen- bürg die Frage der Trennung der Kirche vom Staate auf der Tagesordnung. In Neuenburg besteht zur Förderung der Trennung ein kantonales Komitee, das aus Angehörigen ver- schiedener Parteien zusammengesetzt ist und das nun beschlossen hat, sofort eine Volksinitiative zu inszenieren für die Ab- schaffung des Kultusbudgets. Würde diese beschlossen, so wäre die Frage in der denkbar einfachsten Weise materiell ent- schieden zugunsten der Trennung. Im Kanton Genf wird die Frage der Trennung von Kirche und Staat schon seit mehr als einem halben Jahrhundert diskutiert. Bereits im Jahre 1842, sodann in den Jahren 1855, 1871, 1880 und 1897 ist darüber im Großen Rat verhandelt worden, ohne daß jedoch ein definitiver Abschluß gefunden worden wäre. Porige Woche gab es wiederum eine lebhpfte Debatte, die vorläufig damit endete, daß die bezügliche Regierungsvorlage an eine elfgliedrige Kom- Mission verwiesen wurde, der auch zwei Sozialdemokraten, unsere Genossen Schäfer und Duvinne, angehören. Ten Ausgangspunkt der gegenwärtigen Aktion bildet die Notre- damekirche in Genf, die auf Staatsboden steht, aber � mit den Geldern der Katholiken erbaut wurde. Sie steht nicht im Besitze der Nömisch-Katholischen, sondern der Altkatholiken, soll aber an jene übergeben werden. Den letzteren verbliebe dann noch die Kirche von St. Germain. Darüber hinaus wird jedoch die Ab- schaffung des Kultusbudgets, also die wirkliche Trennung der Kirche vom Staate angestrebt. Im Großen Rat ist hierfür auch eine starke Mehrheit vorhanden, ob auch im Volke, dem schließlich der definitive Entscheid zusteht, ist fraglich. Der Gesetzentwurf der Regierung, mit dem sich der Große Rat vorige Woche beschäftigte, bestimmt u. a. folgendes: Staat und Gemeinden besolden keinen Kult. Die Kulte können sich als Stiftungen konstituieren. Die einem Kultus dienenden Lokalitäten, die Gemcindceigentum sind, behalten ihre religiöse und konfessionelle Bestimmung bei. Die Kirche zu St. Peter bleibt unveräußerliches Gemeindeeigentum der Stadt Genf und bleibt auch künftig dem protestantischen Kultus zur Be- nützung eingeräumt. Das Gesetz tritt drei Jahre nach der Volksabstimmung in Kraft. Vom 1. Januar 1910 ab erhalten die Geistlichen, die während wenigstens zehn Jahren im Amte waren, eine Pension von zwei Dritteln ihres Gehalts; nach zehn Jahren wird diese Pension herabgesetzt auf die Hälfte des Ge- Halts. Die protestantischen Wähler werden eine aus 25 Welt- lichen und 6 geistlichen Mitgliedern zu bildende Kommission wählen, welche die Vexwaltung des Konsistorialvermögens zu führen hat. Der Entwurf ist im wesentlichen dem Gesetze Frankreichs über die Trennung der Kirche vom Staate nachgebildet. Wie in Genf, so ist auch im Kanton B a s e l st a d t die„Zurück- setzung" der Katholiken der Ausgangspunkt der ganzen Kampagne. Im September 1903 ersuchte der Vorstand des Vereins der römisch- katholischen Gemeinde Basel die Regierung, ihr eine Jahrcsunter- stützung von 30 000 bis 40 000 Frank zu gewähren bezw. durch den Großen Rat gewähren zu lassen, worauf die Regierung jedoch nicht einging. Daraufhin stellte das katholische Mitglied des Großen Rates, Gutzwiller, der zugleich auch Präsident der römisch- katholischen Kirchgemeinde Basel ist, folgenden Antrag:„Der Regierungsrat wird eingeladen, zu prüfen und zu berichten, ob nicht zugunsten des Vereins der römisch-katholischen Gemeinde eine jährliche Subvention von 40 000 Frank, erstmals pro 1906, ins Budget aufzunehmen sei." Demgegenüber beantragte unser Ge- nosse Dr. Knörr namens der sozialdemokratischen Fraktion:„In Erwägung, daß das in§ 19 der Kantonsvcrfassung festgesetzte System von Jandeskirchen und die damit verbundene Bestreitung ihrer Kultusbcdürfnisse durch den Staat den Anforderungen der' Gerechtigkeit und Billigkeit nicht mehr entspricht, wird der Rc. gierungsrat eingeladen, zn prüfen und zu berichten, ob nicht die Kirchen vom Staate grundsätilich zu trennen seien." Die Regierung unterbreitete als Antwort auf die beiden An- träge dem Großen Rat eine 74 Druckseiten umfassende interessante Vorlage, in der die geschichtliche Entwickclung und der heutige Stand der kirchlichen Verhältnisse in Basel dargestellt werden und zum Schlüsse beantragt wird, über den Antrag Gutzwiller als ver- fassungswidrig zur Tagesordnung überzugehen, den Antrag Knörr dagegen der Regierung zur weiteren sinngemäßen Verfolgung zu überweisen! Darüber hat nun der Große Rat bereits in vier Sitzungen verhandelt. In der nächsten Sitzung(1. November) kommt es wahrscheinlich zur Abstimmung und somit zur vorläufigen Ent- scheidung. Auf jeden Fall wird der Gedanke der Trennung der Kirch« vom Staate in der Schweiz durch deren Durchführung in der benachbarten französischen Republik sehr wirksam gefördert und in absehbarer Zeit auch zur Verwirklichung gebracht werden, mögen nun die gegenwärtigen bezüglichen Aktionen in den drei Kantonen Basel, Genf und Neuenburg wie immer ausgehen. Norwegen. Sozialdemokratische Interpellation über de» RnssenkurS. Die Beschlagnahme der russischen Schriften in Vardö, unter denen übrigens das„Wiborgcr Manifest" nachträglich wieder frei- gegeben worden ist, veranlasste unsere Genossen im norwegischen Storthing, am Sonnabend eine Interpellation an den Minister des Aeußercn einzubringen. Zunächst richtete Dr. E r i k s e n nach einer kurzen Einleitung die Frage an den Minister, aus welchem Grunde und mit welchem Recht die Regierung die Beschlagnahme der Schriften veranlaßt habe.— Minister L ö v l a n d erklärte, die Frage sei s e h r einfach und l e i ch t zu beantworten. Im Laufe des Sommers hätten die Zeitungen mitgeteilt, daß in Vardö eine russische Sozialistenzeitung herausgegeben werden sollte. Er habe die Sache untersuchen lassen, und da sei denn die russische Druckerei entdeckt worden. Anfang September sei der russische Gesandte zu ihm gekommen. habe ihm aber keine Note überreicht, auch keine Aufforderung an ihn gerichtet, sondern nur in einem P r i v a t g e s p r ä ch darauf auf- merksain gemacht, daß die Schriften aufrührerisch seien und nach Rußland eingeschmuggelt würden. Er habe darauf geantwortet, daß die Sache schon von den Behörden— in Uebereinstlmmung mit den norwegischen Gesetzen— untersucht werde. Es liege also keine Handlung vor, die unter dem Druck russischer Behörden vorgenommen wäre. Er übernehme als Mitglied ver Regierung die volle Verantwortung für die Beschlagnahme. Genosie E r i k s e n erwiderte darauf, daß fiir die Anwendung des für die Beschlagnahme als maßgebend erachteten 8 95 des Strafgesetzes Voraussetzung sei. daß da« friedliche Verhältnis zu einem anderen Lande in Gefahr gebracht werde. Das könne aber nur insosern geschehen, als das Recht des Volkes gekränkt werde. Die Frage sei nun, ob die Schriften eine Verletzung des Volks- rechtes enthalten. Gerade da dies nicht der Fall scr, habe wohl Rußland auch nicht die Jnhibicrung des Druckes der Schriften verlangen können. Er tvieS dann»ach, daß die befchlagnahmlen Schriften in der ganzen Welt im- gehindert gedruckt werden können und überreichte dem Minister ein Exemplar der in Paris in russischer Sprache erscheinenden Zeitschrift„Die rote Fahne", da« den in Vardö beschlagnahmten „Aufruf an den russischen Bauernstand" enthielt. Aus anderen Nummern dieses Blattes, das mit Wissen der französischen Behörden und zum Zwecke der Verbreitung in Nußland in Paris gedruckt wird, verlas der Redner Sätze, die an Schärfe alles übertreffen, was in den beschlagnahmten Schriften steht. Er bemerkte weiter, daß das wieder freigegebene Manifest„An das Volk von des Volkes Repräfenlanleu" schärfere Redewendungen enthält alz die nicht wieder freigegebenen Schriften. Nach scharfen Worten der Wer- urteiluna de« Verhaltens der norwegischen Regierung bracht« der Redner folgenden Vorschlag ein: Nach Eriksens Rede schien es dem Minister nun doch nicht mehr fo einfach und leicht, mit der Sache fertig zu werden. Er sagte: Dr. Eriffens breit angelegter Vortrag hat so viele wichtige Bunfte berührt, daß gewiß alle Parteien den Wunsch teilen, eine eingehende Debatte über die Sache zu eröffnen, weshalb ich wünsche, daß sie auf eine spätere Sizung verschoben werde."- Das Storthing entsprach diesem Wunsche. Die Aussperrung von Verviers Das Etorthing spricht sein Bedauern über das Verhalten ein Arbeitgeber würden auch wohl einsehen, daß eine Arbeitszeit- nen Vertrages. Welch Gefchrei, wenn das Arbeiter fertig brächter. | ber Regierung bei der Beschlagnahme der russischen Schriften in verkürzung nicht durchführbar sei, und was fie, die Arbeiter- Eine am Dienstagabend stattgefundene Versammlung beantwortete Bardö aus, da dieser Schritt unferer Stellung nach außen vertreter, hier zur Begründung einer Verkürzung der Arbeitszeit an diese Fabrikantenmaßregel damit, daß die Schleifer dieses Betriebes zum Schaden gereicht und den Grundsätzen der Preßfreiheit führen, das sei wohl nur für die Deffentlichkeit bestimmt. wieder demselben entzogen wurden. Vielleicht hilft das. widerstreitet." Diesem Einwand gegenüber betonten die Vertreter der Arbeiter ganz entschieden, daß sie gar nicht daran dächten, zum Fenster hinaus Husland. zu reden, es sei ihnen vielmehr durchaus ernst mit der Forderung der 50 stündigen Arbeitszeit. Die Arbeitgeber so fagten die Ver- ist, wie der Telegraph schon lurz berichtete, durch ein Uebereintreter der Arbeiter hätten doch gesagt, daß sie eine ein fommen zwischen Unternehmern und Arbeitern beendet. Der abbeitliche Regelung der Arbeitsverhältnisse wünschen. Da also geschlossene Vertrag anerkennt die beiderseitigen Organisationen als in vielen Betrieben bereits eine furze Arbeitszeit wie 52 Stunden die Vertreterinnen der Interessen der Arbeiter beziehentlich der bestehe, 10 tönne doch die einheitliche Regelung mur Unternehmer. Nach den Vereinbarungen soll in Zukunft eine Ausin dem Sinne bor sich gehen, daß die günstigeren sperrung oder ein Streit nicht mehr stattfinden, bevor nicht von Verhältnisse als Grundlage genommen werden. Es sei einer von Vertretern beider Parteien zusammengesetzten Einigungsdoch nicht zu erwarten daß die Arbeiter derjenigen kommission der Versuch einer Verständigung gemacht worden ist. Betriebe, die heute schon eine 51, 50- oder 49 stündige Arbeitszeit Propaganda für die gewerkschaftliche Organisation soll von den haben, einer Vereinheitlichung zustimmen, die ihnen die Arbeitszeit Arbeitern innerhalb der Fabriken nicht getrieben werden. Die wieder auf 52 Stunden verlängert. An der Forderung der fünfzig- Fabrikanten laffen aber jedem Arbeiter die vollständige Freiheit, sich stündigen Arbeitszeit wird unbedingt festgehalten. zu organisieren und haben ferner darein gewilligt, daß in jeder feite, in ser nächsten Sigung der Kommiſſion diejenigen Firmen biefe ihre Bekanntmachungen anschlagen können. Die Arbeiter habent Die Vertreter der Arbeitgeber ersuchten nunmehr die Gegen- Fabrik den Arbeiterorganisationen eine Stelle eingeräumt werde, wo namhaft zu machen, welche eine fürzere als die 52 stündige Arbeits- diese Abmachungen auf ihrer Versammlung gutgeheißen und mit zeit eingeführt haben. Dann soll über die Frage der Arbeitszeit 457 gegen 350 Stimmen die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen. weiter verhandelt und darauf über die Lohnfrage gesprochen werden. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.). Asien. Auf den Philippinen werden Vorbereitungen getroffen zu den Wahlen für das neue Parlament, das Roosevelt im Jahre 1904 den Inselbewohnern versprochen hatte, wenn sie zwei Jahre Frieden und Ruhe halten würden. Das Parlament foll aus zivei Kammern bestehen: das Unterhaus, die Voltsvertretung, soll nicht weniger als fünfzig und nicht mehr als hundert Mitglieder haben, das Oberhaus wird durch die gegenwärtige Philippinenkommiffion dargestellt. Die Wahlen werden nicht vor März 1907 stattfinden. Gewerkschaftliches. Terror. Siemens Halste und = = am Streit in der technischen Hartgummibranche. Die mehrmaligen Verhandlungen, die am Donnerstag von den einzelnen Kommissionen des linten Seineufers, der am 14. Oktober seinen Anfang Der Ausstand des Personals der elektrischen Straßenbahnen der Hartgummiarbeiter mit den Arbeitgebern angebahnt werden Bweihundertundneunzig verfemte Männer und achtund- sollten, haben zu den gewünschten Ergebnissen nicht geführt. Nur genommen hatte, ist durch einen Schiedsspruch des Ministers der zwanzig verfemte Frauen finden wir in einer Liste verzeichnet, zwei Firmen erklärten sich zur Anerkennung der neuen Tarif öffentlichen Arbeiten Barthou beendet worden. die gedruckt vor uns liegt. Die Liste ist herausgegeben vom wurde entsprechend des jüngst gefaßten Beschlusses bei allen acht forderungen bereit, die übrigen verhielten sich ablehnend. Darauf Gegen die Schwarzfüße".. Verband der Berliner Haarschmuckfabrikanten und vom Ver- Firmen, die nicht bewilligen wollten, am Freitagmorgen fast ein in ales, die insgesamt etwa 45 000 Arbeiter beschäftigen, Auf 10 von den 50 Kohlengruben des Reviers von Rhondda band Berliner Perlmutt, Horn- und Steinnußfabrikanten mütig die Arbeit niedergelegt. und die Namen der Verfemten sind die solcher Arbeiter und Etne Razzia auf ausgesperrte Schuhmacher wurde stellten, wie wir bereits in einem Teil der gestrigen Auflage melden Arbeiterinnen, die es gewagt haben, in einen Kampf zur Donnerstagabend von der Polizei in der Landsbergerstraße ver- Wochen gekündigt hatten, um dadurch gegen die Beschäftigung von fonnten, die Bergarbeiter die Arbeit ein, nachdem sie vor vier Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsbedingungen ein- anstaltet. In dieser Straße befindet sich die Schuhfabrik von solchen Bergarbeitern zu protestieren, die nicht der Bergarbeiter zutreten. Goldmann, welcher ebenfalls seine Arbeiter ausgesperrt hat. vereinigung angehören. Auf den übrigen 40 Stohlengruben ist es Ein anderes Bild: Die Arbeiter der Weltfirmen Der Herr hoffte, daß dieselben am anderen Tage den berüchtigten nicht zum Ausstand gekommen, weil dort alle Arbeiter, die bisher Siemens Schuckert Revers unterschreiben würden. Seit ihn diese Hoffnung trog, ist nicht Mitglieder der Bergarbeitervereinigung waren, dieser jetzt wehren durch Streit eine Arbeitszeit- Verlängerung und eine der Mann nervös geworden. In seinem stillen Fabritsaale ist's beigetreten sind. Man glaubt, daß der Ausstand in den 10 erſt unwürdige Arbeitsordnung ab. Flugs kommt der Metall- ihm unheimlich; so läuft er denn den ganzen Tag treppauf, treppab, genannten Gruben nur von kurzer Dauer sein wird, da nur noch industriellen- Verband her und versendet an seine Mitglieder jeden Augenblid auf der Straße erscheinend, um Posten stehende wenige Arbeiter außerhalb der Vereinigung stehen. ein Zirkular, feine Arbeiter und Arbeiterinnen von 18 Ber- Ausgesperrte der Polizei zu denunzieren. Er findet hier natürlich liner Firmen, darunter Siemens- Halske, Siemens bas größte Verständnis für seine Unternehmerschmerzen. Die NerEine Riefenaussperrung in der englischen Metallindustrie. Schuckert, Gebr. Siemens u. Duded, einzustellen, vosität dieses Herrn hat sich auf die Polizeibehörde derartig über- arbeitern am Glyde droht alle Werften zur Betriebseinstellung zu Die weitere Ausbreitung des Streifs unter den Schiffbausofern es sich um solche Arbeiter handelt, die zuletzt bei tragen, daß die Beamten in jedem harmlosen Passanten der Straße zwingen. Die Ursache dieser Verschärfung der Lage ist die Andiesen Firmen gearbeitet haben. einen Streifposten vermuten. So erschien am Donnerstagabend kündigung der Arbeitgeber des Schiffsmaschinengewerbes, sie Das ist ein Stück Terrorismus, das begründet ist im ein Polizeiaufgebot, bestehend aus einem Polizeihauptmann(!), würden ihre gesamte Arbeiterschaft aussperren, falls nicht die Wesen der kapitalistischen Produktionsweise, ein Auswuchs einem Leutnant( 14), zwei Wachtmeistern(!!!), zwölf Schutz- Streifenden die Arbeit wieder aufnehmen. Wahrscheinlich werden derfelben, dem weder eine starke Organisation noch eine wirk- leuten(!!!!) und vier bis sechs Kriminalbeamten(!!!!!), um auf binnen wenigen Tagen 40 000 Mann arbeitslos fein. Der Streik lich soziale Gesetzgebung beikommen fönnen. Solche Vorfälle Streifposten zu pirschen. Das Ergebnis dieser Razzia waren fünf am Tyne greift ebenfalls weiter um sich und droht gleichfalls zu zeigen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiterschaft immer Verhaftungen. Unter den Verhafteten befand sich ein harmloser einer Betriebseinstellung zu führen. erneut, daß ihre letzte Schlacht um die Beseitigung einer Straßenpassant, seines Beichens Versicherungsagent. Den VerWirtschaftsweise geschlagen werden muß, welche den größten Teil der Menschheit, den schöpferischen Teil derselben, bedingungslos der Willkür des kleinen schmaroßenden Teiles ausliefern. Berlin und Umgegend. Der Streit der Werkzeugmacher dauert noch immer unverändert fort. Berständigungsversuche werden weder von den Arbeitgebern noch von den Arbeitnehmern mehr gemacht. Die Betriebe liegen vollständig brach. Wohl selten ist ein Streit mit solcher Ruhe und Leidenschaftslosigkeit geführt worden wie dieser. Jeder Teil wartet eben gelassen ab, bis der andere nachgeben muß. Es wird eben darauf ankommen, wem am ersten die Buste ausgeht. Achtung, Metallarbeiter! Nach den heute hier eingegangenen Nachrichten suchen die Firmen Siemens u. Halste und Siemens- Schudert in den Provinzstädten Arbeitswillige. Wir ersuchen unsere Kollegen allerorts, auf diese Versuche ein hafteten wurde auf dem Polizeibureau eröffnet, daß, falls fie sich noch einmal sehen lassen, der grüne Wagen zum weiteren Transport für sie bereit stände. Die Berliner Polizei braucht offenbar nicht, wie die Köpenicker, als Anregung für ihr Einschreiten eine Hauptmannsuniform; ihr genügt die" Ziviltluft", wenn darin ein statt licher Unternehmerbauch steckt. richtet: Conried hat sich bekanntlich für die New Yorker Große Ein Streit an Conrieds Oper. Aus New York wird beOper einen Chor in Europa engagiert, da ihm sein früherer Chor zu große Anforderungen gestellt hatte und ihm allerlei Ungelegen= heiten bereitete. Aber dieser unter vielen Mühen herbeigeschaffte neue Chor wird wahrscheinlich nicht in Aftion treten fönnen, denn alle Angestellten des Metropolitan, Opera House", die Elektriker, Die Lohnbewegung der Hausdiener und Packer in den Leder- die Kulissenarbeiter, die Maschinisten und Musiker haben den Bes Engrosgeschäften hat bisher einen befriedigenden Zeilerfolg schluß gefaßt, ebenfalls zu streiken, wenn Conried mit dem alten gehabt. Wie erinnerlich sein dürfte, lehnte der Verein Berliner Chor nicht wieder in Unterhandlungen tritt und ihn von neuem Zederhandlungen fürzlich die Forderungen auf Einführung eines engagiert. Die Mitglieder des alten Chors behaupten, sie hätten einheitlichen Lohntarifs mit der Motivierung ab, daß die Verhältnisse ein Anrecht darauf, wieder beschäftigt zu werden, schon wegen der in den einzelnen Betrieben zu verschiedenartige seien, um eine ein schweren Verluste, die sie bei dem Erdbeben von San Francisco heitliche Regelung zu ermöglichen. Hierauf traten die Hausdiener auf der letzten Tournee mit Conried erlitten hätten. Sie berder verschiedenen Firmen mit Einzelforderungen an ihre Arbeitgeber langen Gagen von sechzig bis hundert Mark und Extravergütiberan. Wie nun am Donnerstag in einer Versammlung dieser gungen für die Proben und begründen ihre hohen Forderungen Arbeitergruppe berichtet wurde, haben bisher zirka 20 Firmen die damit, daß das Leben in Amerika viel teurer wäre als in Europa Spezialforderungen ganz oder teilweise bewilligt, indem sie den und daher hier die Gehälter auch höher sein müßten. Hausdienern und Packern Zulagen von 2-5 M. pro Woche zu sicherten. Die Versammlung beauftragte hierauf die Ortsverwaltung wachſames Auge zu haben. Kein Mann darf zurzeit bei obigen des Transportarbeiter. Werbandes, jest auch bei den Letzte Nachrichten und Depefchen. Firmen in Arbeit treten. nur übrigen Forderungen zu stellen. Nach der jetzt endgültig vollzogenen Vereinigung der Haus. bienerorganisation dürfte die Durchsetzung der Forderungen nunmehr erheblich weniger Schwierigkeiten verursachen als vordem. Die Gummiarbeiter in den Siemens- Schudert Werken haben sich nun ebenfalls der Bewegung angeschlossen. Zuzug von solchen ist fernzuhalten. Achtung, Friseurgehülfen! Wegen Differenzen sind für unsere Mitglieder gesperrt: Schmidt, Naunynstr. 22, Hennig, Pallisadenstr. 54, Kühne, Grüner Weg 50/51, Benz, Rigdorf, Weserstr. 205 und Gransee, Rigdorf, Hermannstr. 91. Deutfches Reich. Zum Streit der Binnenschiffer. Ausstand in Odessa. Eisenbahnunglück. Budapest, 2. November.( W. T. B.) In Miskolcz wurden bei einem Zusammenstoß zweier Güterzüge fünf Waggons zertrümmert, zwei Bahnbeamte wurden getötet, einer schwer verletzt. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Odessa, 2. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) Arbeitswilligenvermittelung für die Siemens- Schuckert- Werke. Die Mannschaften der Handelsschiffe treten morgen in einer In welche Bedrängnis der Streik einzelner Abteilungen des Stärke von 3000 Mann in den Ausstand, weil die Behörden Siemens- Schuckert- Werkes die Leitung des Geschäfts gebracht hat, die bereits erteilte Erlaubnis des Rechtes der Organisation lehrt die Tatsache, daß Agenten der Fabrik unter der betrügerischen zurückgezogen haben. Vorspiegelung, der Streik im Werke sei beendet, Arbeitskräfte zu Bor den Bauch gestoßen? werben versuchen. So wird uns die Nachricht, daß in der Herberge in der Auguststraße ein Streitbrecheragent gestern, Freitagabend, Frankfurt a. M., 2. November.( B. H.) Wie der Frtf. 3tg." Leute für das Werk zu werben versuchte. Versprochen wurde den Im Stand der Bewegung sind wesentliche Aenderungen bisher aus Potsdam berichtet wird, verlautet in Bekanntenkreisen des Leuten ein Stundenlohn von 45 Pf. für Arbeiter, 60-65 Pf. für nicht zu verzeichnen. Der„ Berliner Aloyd" erhält mühsam einige Landwirtschaftsministers von Podbielski ziemlich bestimmt, daß Schlosser usw. Sogar Vorschuß wurde den Wermsten versprochen, Dampfer, welche mit Steuerleuten und Maschinisten, die sich der Herr von Podbielski für das Oberpräsidium in Kassel in Aussicht müssen sie erst eine Stunde gearbeitet haben. Während Bewegung nicht angeschlossen haben, bemannt sind, im Betrieb. genommen sei. Der jezige Oberpräsident von Windheim werde dem Judas Ischarioth noch 30 Silberlinge für seine Verräterei Die in der gestrigen Notiz erwähnten Berliner Schleppdampfer dann ein Ministerium übernehmen, aber nicht dasjenige der Landüben auf die Bewegung feinen besonderen Einfluß aus. Es sind bezahlt wurden, soll die durch den Agenten benüßte Herbergsleitung meist Privatfähne, bezw. solche, welche den Ober- Gesellschaften wirtschaft. Ferner heißt es, daß der Minister des Innern nur 30 Pf. für jeden durch den Streifbrechervermittler angewor- angehören, die von diesen Schleppern durch Berlin geschleppt von Bethmann- Hollweg für ein anderes Amt bestimmt ſei. benen Verräter an seinen Klassengenossen erhalten haben. Wie- werden, und die in die Bewegung nicht mit eingeschlossen sind. Der biel mag der Agent an jedem Arbeitswilligen verdienen? Mut der Streifenden ist ungebrochen. Sie werden die Arbeit nicht Beendigung des Streits der Hochseefischer. eher aufnehmen, als bis sich die Gesellschaften zu Unterhandlungen Geestemünde, 2. November.( W. T. B.) Zwischen den Reede mit der Organisation bereit erklären. Den ausgesandten Menschen- reien der Fischdampfer und den streikenden Mannschaften ist heute händlern ist es bisher nicht gelungen, Arbeitswillige zu födern; mittag eine Ginigung zustande gekommen. Damit ist der Ausstand nun versuchen es die Gesellschaften auf andere Weise, indem sie die beendet. Die Tarifverhandlungen der Holzarbeiter wurden in der am treugebliebenen Steuerleute auffordern, die Bootsleute zurück zu Donnerstag abgehaltenen Sigung der Schlichtungskommission fort- beordern, da der Streik„ beendet" sei. Aber die Streifenden wissen, gesetzt. Es wurde ausschließlich über die Frage einer Verkürzung der daß für sie nur eine Parole maßgebend ist, und das ist die der Arbeitszeit diskutiert. Die Vertreter der Arbeiter führten aus, daß Verbandsleitung. So müssen denn nun die auf ihrem Herrendie sich immer mehr entwickelnde Maschinentechnik sowie die gerade standpunkt trotzenden Unternehmer mit ansehen, daß auch dies in Berlin herrschende intensive Arbeitsmethode eine ungewöhnliche flägliche Mittel nicht mehr zieht. Anspannung der Kräfte des Arbeiters zur Folge haben und daß schon aus diesem Grunde eine Verkürzung der Arbeitszeit not In Geestemünde liegen jetzt 21 Fischdampfer still, doch sind nur wendig sei. Nun täme noch hinzu, daß die mehr und mehr in Aufnahme kommende Teilarbeit eine Anzahl von Arbeitern überflüfig 80-90 Mann von den Besatzungen ausständig. Die Reeder haben machen würde, wenn nicht die Arbeitszeit verkürzt werde. Es wurde bereits zugeständnisse gemacht, doch wollen sie nicht mit den Verauch darauf hingewiesen, daß bei der Lohnbewegung im Jahre 1896 tretern des Seemannsverbandes, sondern mit den Arbeitnehmern Der damalige Obermeister Marschall selbst anerkannt habe, direkt verhandeln. daß der Achtstundentag in absehbarer Beit eingeführt werden müsse. Es würde den Arbeitern Die Lohnbewegung in der Offenbacher Metallwarenindustrie jetzt wohl möglich wurde, wie schon telegraphisch gemeldet, am Montag durch Vergleich fein, zur Durchführung den Achtstudentag zu bringen, umsomehr, als bereits eine erhebliche Zahl der beiden Parteien abgeschlossen. Der von den beiderseitigen Kommissionen festgelegte Vertrag soll bis zum 1. Juli 1908 Gültigkeit von Betrieben der Holzindustrie in Berlin gebe, wo weniger ale 52 Stunden pro Woche gearbeitet werde und man dort also haben. Die Arbeitszeit beträgt wöchentlich 54 Stunden, über diese dem Achistundentage schon ziemlich nahe sei. Fraglich wäre es Beit hinaus geleistete Arbeit wird mit 22 Proz. Buschlag pro Stunde bezahlt. Eine Aufbesserung ungenügender Affordlöhne wurde zuaber, ob der Achtſtundentag, wenn er jetzt allgemein eingeführt gesichert. Für Lohnarbeiter traten 3 und 2 Pf. pro Stunde Erwürde, auf die Dauer erhalten werden könne, da viele Kleinmeister, höhung ein. Versäumnisse, die unter§ 616 des Bürgerlichen Gefür die der Sprung von 52 auf 48 Stunden zu groß wäre, gegen fetzbuches fallen, werden bis zu 4½ Stunden vergütet. Zur Einsicht den Achtstundentag ankämpfen würden. Aus diesem Grunde und der Arbeiter müssen die jetzt bestehenden Affordsage in ein Buch einmit Rücksicht auf die allgemeine Lage des Gewerbes, würden sich getragen werden. Strafgelder unterstehen der Kontrolle des Ardie Arbeiter für diesmal mit einer Verkürzung der Arbeiszeit von beiterausschusses. Bei der am Dienstagmorgen erfolgten Wieder52 auf 50 Stunden begnügen. aufnahme der Arbeit zeigte es sich, daß besonders in der Fabrik Die Bertreter der Arbeitgeber traten den von der Gegenseite von Schlesinger ein Drittel der Ausgetretenen resp. Ausgesperrten angeführten Gründen entgegen und stellten sich auf den Standpunkt,( wohl an 100 Mann) erst nach und nach wieder eingestellt werden. daß sie einer Verkürzung der Arbeitszeit nicht zustimmen fönnten, Die letzten sollen erst Mitte November wieder zur Arbeit zurücksie hätten vielmehr von ihren Kollegen den Auftrag erhalten, die fehren. Auch sollten über 20 Personen überhaupt aus diesem BeArbeiter davon zu überzeugen, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit triebe ausgesperrt bleiben. Eine recht merkwürdige Respektierung nicht gewährt werden könne. Die Vertreter der Arbeiter sagte eines unter dem Vorsitz eines städtischen Beigeordneten abgeschlosse- Mann feiern. Zur Bewegung der Hochseefischer. Prozeß gegen Marinetruppen. Kronstadt, 2. November.( W. T. B.) Vor dem Marinca Kriegsgericht kam heute die Anflage gegen 26 Matrofen des PanzerDie Matrosen sind der schiffes" Slava" zur Verhandlung. Meuterei und Gehorsamsverweigerung angeklagt, begangen am 17. Juli durch die Weigerung, zwei Quartiermeister, die als Agitatoren galten, ans Land zu bringen. Der Gerichtshof berurteilte 25 Mann zur Einreihung in Strafabteilungen; ein Angeklagter wurde freigesprochen. Forderungen der französischen Seeleute. Paris, 2. November.( W. T. B.) Der hier tagende Kongreß der eingeschriebenen Seeleute nahm Beschlußanträge an, welche verlangen, daß die auf französischen Kauffahrteischiffen und Fischerbooten dienenden Ausländer zu den gleichen Beiträgen für die Invalidenversicherung und die Fürsorgekassen herangezogen werden, wie die Inländer. Ferner beschloß der Kongreß, daß die Seeleute, wenn der Gefehentwurf betreffend die Erhöhung der Invalidenpensionen nicht schleunigst angenommen wird, in den allgemeinen Ausstand treten zu wollen. Streit englischer Schiffsbauer. Lowdon, 2. November.( W. T. B.) Die Lage in dem Ausstande der Schiffsbauer in der Teesbucht ist fortdauernd gespannt. Der Ausstand ist durch die Weigerung der Arbeiter, sich eine Lohnfürzung von 25 Prozent gefallen zu lassen, veranlaßt. Wenn eine Einigung nicht zustande kommt, werden voraussichtlich 11000 Verantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt Nr. 257. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Entwurf einer Landes- Organisation für Preußen. Ausgearbeitet vom Zentralvorstand des Verbandes sozialdemokratischer Wahlvereine Groß- Berlins in Verbindung mit dem deutschen Parteivorstande.) § 1. Zur Wahrnehmung der Parteiinteressen der Sozialdemokratie Zur Wahrnehmung der Parteiinteressen der Sozialdemokratie Breußens findet alle zwei Jahre eine Landeskonferenz statt. § 2. Zur Teilnahme an der Landeskonferenz sind berechtigt: a) die Delegierten der einzelnen Kreiswahlvereine mit der Maßgabe, daß die Vereine bis 1000 Mitglieder einen, bis 3000 zwei, bis 5000 drei, bis 10 000 bier und darüber fünf Delegierte zu wählen berechtigt sind; b) die Delegierten der sozialdemokratischen Frauen Preußens; c) die sozialdemokratischen Reichstags- resp. Landtagsabgeordneten Preußens; d) die Landeskommission. § 3. Zu den Aufgaben der Landeskonferenz gehören: 1. Prüfung der Mandate; 2. Entgegennahme der Berichte der Landeskommission und der Landtagsabgeordneten Preußens; 3. Beratung und Beschlußfassung über alle das Parteileben Preußens berührende Fragen; 4. Beschlußfassung über alle eingegangenen Anträge; 5. Wahl des Drtes, an welchem die nächste Landeskonferenz stattfinden soll. § 4. Spätestens sechs Wochen vor Einberufung der Landeskonferenz hat die Landeskommission den einzelnen Kreiswahlvereinen einen Rechenschaftsbericht zu übermitteln und durch die hierfür bestimmten Parteiorgane den Termin sowie die provisorische Tagesordnung bekannt zu machen. § 5. Alle Anträge zur Landeskonferenz find spätestens drei Wochen bor Stattfinden derselben bei der Landeskommission einzureichen und ist diese verpflichtet, die Anträge und die von ihr vorzuschlagende Tagesordnung spätestens zwei Wochen vor Stattfinden der Landestonferenz in ben hierfür bestimmten Parteiorganen zweimal hinter einander zu beröffentlichen. § 6. Eine außerordentliche Landestonferenz fann einberufen werden burch Mehrheitsbeschluß der Landeskommission. Auf Antrag von vier Provinzialkomitees ist die Landeskommission zur Einberufung einer solchen Konferenz innerhalb vier Wochen verpflichtet. Weigert fich die Landeskommission, so hat die Einberufung ber Landestonferenz durch die Vorsitzenden der die Konferenz beantragenden Provinzialfomitees zu geschehen. Die Fristbestimmungen für Anträge usw. fallen für die außer ordentlichen Landeskonferenzen fort. § 7. Die Abgeordneten und die Landeskommiffion haben in allen Fragen, welche ihre parlamentarische Tätigkeit resp. ihre Geschäftsführung betreffen, tein Stimmrecht auf der Landeskonferenz. § 8. Die Untoften für die Kreisdelegationen trägt jeder Kreiswahlberein. § 9. Die Unloften, welche durch die Geschäftsführung der Landestommiffion resp. des geschäftsführenden Ausschusses entstehen, find burch Umlageverfahren prozentual der Mitgliederzahl in den einzelnen Brovinzen bezw. Kreiswahlvereinen zu erheben. § 10. Die Landestommission besteht aus je einem Vertreter jeder Provinz Preußens und von Groß- Berlin, die von der Landesfonferenz gewählt werden. Jm Behinderungsfalle ift eine von dem betreffenden Provinzialkomitee zu stellende Bertretung zulässig. Die Landeskommission wählt sich aus ihrer Mitte einen geschäftsführenden Ausschuß von drei Personen. Der Obmann muß seinen Bohnfiz in Berlin haben und ist seine Adresse in den Parteiorganen bekannt zu machen. § 11. Bei allen wichtigen Parteiattionen, an denen die Sozialdemotratie Preußens beteiligt ist( Beschluß über die Art der Wahl beteiligung, Demonstrationen und dergleichen), hat sich die Landesfommission mit den Provinzialkomitees rechtzeitig in Verbindung zu setzen, jedoch vor der Beschlußfaffung in diesen Fragen mit dem Parteivorstande fich zu verständigen. § 12. Die Kreiswahlvereins- Vorsitzenden oder Vertrauensleute der Kreise und die Provinzialausschüsse sind verpflichtet, fofort nach erfolgter Wahl der Landeskommission ihre Adresse mitzuteilen, fotie bon jeder Adressenveränderung Kenntnis zu geben. Aus der Partei. Die Parteischule. Einige Parteiblätter bringen die Meldung. Genosse Heinrich Schulz Bremen sei zum Leiter der Parteischule erwählt worden. Das ist ein Irrtum. Die Leitung der Schule wird nach demokratischen Grundsägen durch das gesamte ehrer follegium erfolgen. Genosse Schulz wird Mitglied des Lehrerfollegiums. Sobald dessen Zusammensetzung definitiv fest steht, wird sie bekannt gegeben werden. " " " Und die Pfälzische Post" meinte endlich: Bis heute hat, fo fügen wir hinzu, der Vorwärts" zu diesen Ausführungen geichwiegen. Warum?. Weil uns die Befchuldigungen gar zu dumm und der Raum des Vorwärts" zu fostbar waren, unterließen wir. dem Ludwigshafener Parteiblatt zu antworten. Wenn wir jetzt trotzdem noch die Angelegenheit behandeln, so geschieht es, weil neuerdings auf Umivegen versucht worden ist, uns die anscheinend verlorene Sprache" wider finden zu lassen. Wir wollen deshalb kurz feststellen: Unser Bericht über die Eröffnungsfeier des Parteitages ist uns vom Bureau Baafe Guttmann geliefert worden. Des Genossen Wendelin Weis heimers Verdienste als Komponist und Dirigent sind darin gemeldet. Der Bericht der Mannheimer Voltsstimme" über das Wormser Fest ist im Vorwärts" allerdings der Kürze wegen kastriert" worden. Daß wir es dabei aber besonders auf die Verfchweigung der Verdienste des Genossen Weisheimer abgesehen hätten, ist eine so fleinliche Annahme, daß wir wohl nicht nötig haben, sie ernstlich zurückzuweisen. " Totenliste. In Stuttgart verstarb im Alter von 82 Jahren ein alter Parteigenoffe, der in den schwersten Zeiten in der Partei treu und aufopfernd tätig war, der Seilermeister K. Rheinbold aus Konstanz. Rheinbold hat, als der" Socialdemokrat" in Zürich erscheinen mußte, oft die gefahrvolle Aufgabe übernommen, ihn über die Grenze nach Deutschland hineinzuschmuggeln. War der Landweg selbst des Nachts nicht sicher, so fuhr er seine Ware auch wohl im Boot über den Bodensee. In einer finsteren Nacht stürzte er mit seiner Last, die wohl einen Zentner wog, in einen Steinbruch, ohne jedoch erfreulicherweise größeren Schaden davonzutragen. Die Polizei sette ihm stets hart zu und hängte ihm auch einen Geheimbundprozeß an, in dem er 8 Monate Gefängnis erhielt. Dann durfte er Bayern und Württemberg nicht mehr betreten und auch das Weichbild von Konstanz schließlich nicht mehr verlassen, wodurch er in seinem Geschäft schwer geschädigt wurde. In den neunziger Jahren zog er nach Stuttgart, wo er bei einem Sohne lebte. Er war bis in die letzte Beit hinein sehr rüftig. Die treue Arbeit, die er geleistet, wird ihm unvergessen bleiben. Der französische Parteitag. Sonnabend, 3. November 1906. Die Entziehung erfolgt durch Verfügung der unteren Ber waltungsbehörde; gegen die Verfügung findet der Rekurs statt. Wegen des Verfahrens und der Behörden gelten die Vorschriften der§§ 20 und 21, soweit nicht landesgeseßlich das Verfahren in streitigen Verwaltungsfachen playgreift. Durch die höhere Verwaltungsbehörde kann die entzogene Befugnis nach Ablauf eines Jahres wieder eingeräumt werden. Die Berliner Gewerbedeputation ist auf Grund dieser Bestimmung u. a. gegen den Krawattenfabrikanten Steins berg. Spittelmartt 2, eingeschritten. Wie wir f. 3. mitteilten, erließ sie am 16. Mai 1906 gegen Steinberg ein Verbot zur Beschäftigung und Haltung von Lehrlingen auf Grund des§ 126a. Das Verbot gründete sich darauf, daß Steinberg durch Annoncen Damen jeden Alters und Standes zur Erlernung der Krawattenfabrikation sucht und von denselben 10-20 M. Lehrgeld nimmt für eine vierwöchentliche Ausbildung; die Arbeitszeit beträgt nur einige Stunden täglich, trotzdem wird den Lernenden versprochen, daß sie schon in der Lehrzeit bis 40 m. pro Woche verdienen könnten. Nach dem von der Getverbedeputation eingeholten Sach= berständigen Gutachten soll zur Ausbildung von ehrlingen in der Krawattenfabritation eine echsmonatliche Ausbildung notwendig sein und noch weitere sechs Monate, um etwas Tüchtiges in der betreffenden Branche zu leisten. Gegen die Verfügung der Gewerbedeputation hatte Steinberg Entscheidung im Verwaltungsstreitverfahren beantragt. Daher kam vor dem Stadtausschuß zur die Angelegenheit gestern mündlichen Verhandlung. Es ist der erste der= artige Fall, der zur Entscheidung dieser Behörde gelangt. Im Termin behauptete Kläger, daß die betreffende Verfügung zu Unrecht erlassen sei. Er habe keine Behrlinge" im Sinne der Gewerbeordnung gehalten, sondern habe ein Lehrinstitut". Das Geschäft Spittelmarkt Nr. 2 habe er inzwischen an ein Fräulein Hill verkauft, sein Lehrinstitut ſet jett Stralauer str. 39. Daß sein Institut feine Krawattenfabrik, sondern wirklich eine Schule sei, habe das Gewerbegericht dadurch anerkannt, daß es Stlagen feiner Schülerinnen wegen Unzuständigkeit des Gerichtes Limoges, 2. November. Der Kongreß der französischen abgelehnt habe!! Auch in einer Straffache sei er von der betreffenden Sozialisten begann gestern seine offiziellen Verhandlungen mit der Straffammer freigesprochen. Der Vertreter des berklagten Magistrats, Berlesung der üblichen Berichte über die Finanzlage der Partei und Magifiratsrat Techow, bestritt die Ausführungen des Klägers dergleichen. Der Bericht über die Tätigkeit der parlamentarischen und bat, das Fräulein Hill als Beugin darüber zu bernehmen, ob Gruppe führte die Debatte sofort zu dem eigentlichen Brennpunkt sie die Kratvattenfabrit Spittelmarkt 2 wirklich gekauft hat, oder ob des Kongresses, zum Verhältnis der Partei zum neu- fie nicht nur eine vorgeschobene Person ist. Ferner beantragt der gewählten Ministerium Clemenceau. Ein großer Magistratsrat, die betreffenden Atten des Gewerbegerichts und des Programm, der Regierung die parlamentarische Unterstützung ver- über den Geschäftsbetrieb des Klägers zu ersuchen. Teil der Mitglieder wünschte, daß die Partei, entsprechend ihrem Landgerichts einzufordern und die Gewerbeinspektion im Auskunft fage. Ein von Rappaport- Paris eingebrachter Antrag verlangte eine klare und absolute Absage an das Kabinett Clemenceau, einige andere Redner forderten, daß man gerade, weil zwei ab- Wiewohl unseres Erachtens die Sache ohne weiteres zur Entscheidung Zweifel über die Haltung der Partei bestehen lassen dürfe. In daß durch die Anordnung der Beweisaufnahme Gelegenheit gegeben trünnige Sozialisten im Ministerium fißen, nicht den geringsten gegen den Kläger reif war, kann es mit Freuden begrüßt werden, lebhafter Debatte trat Jaurès für eine abwartende Taktik ein. ist, vor der breitesten Deffentlichkeit das von der Gewerbedeputation Man müsse Clemenceau nicht im voraus vollen Kredit versagen. gekennzeichnete Verhalten des Klägers zu beleuchten und eine große Erst wenn er das radikal- sozialistische Programm nicht verwirkliche, Warnungstafel gegen Anerbietungen der geschilderten Art zu er hätte die Partei das Recht, ihren Beistand zurückzuziehen. Dem- richten. gegenüber vertrat Jules Guesde den Standpunkt, daß der Kongreß sich über die zu betreibende Politik sofort aussprechen müsse. Die sämtlichen Anträge werden darauf einer Kommission überwiesen.( Frankf. 3tg.") Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Straffonto der Presse. Genosse Sauerbed von der Schwäbischen Tagwacht" war wegen Beleidigung des früheren Ortsbaumeisters Lusser von Untertürkheim zu 50 M. Geldstrafe berurteilt. Herr Luffer hatte, obgleich er städtischer Beamter war und als solcher an der Feststellung des Ortsbauplans mitzuwirken hatte, start in Grundstücken spekuliert und dabei oft und gut verdient. Die Beweiserhebung fiel nicht zu seinen Gunsten aus. Wäre er nicht Untertürkheimer, sondern Stuttgarter Beamter gewesen, so sagte der als Zeuge bernommene Stuttgarter Gemeinderat Dr. Mattes aus, so wäre gegen ihn vorgegangen worden, denn den Stuttgarter Beamten sei derartiges untersagt. Das Gericht erkannte auch in der Begründung des Urteils an, daß Luffers Spekulationen nicht einwandfrei" gewesen und zur Kritik geradezu herausgefordert haben", erkannte aber doch auf die er wähnte Geldstrafe, da der Mißbrauch amtlicher Kenntniffe su seinen privaten Zweden nicht nachgewiesen sei. In einem zweiten Prozeß wurde Genosse Sauerbed wegen Beleidigung eines Nagolder Fabrikanten zu 100 m. Geldstrafe verurteilt. Das Gericht hielt nicht für erwiesen, daß in der Fabrik des Klägers Löhne bon 20 Bf. gezahlt worden feien, da das nur bor 6 Jahren der Fall gewesen. Freilich seien Arbeiter zum Beitritt zu einer Spartaffe gezwungen worden, aber der Zwang sei ein wohltätiger gewesen. " Ins Wasser gefallen ist eine Klage, die von„ beleidigten" christ lichen Gipsern gegen die Mannheimer Wolfs ft imme" angestrengt werden sollte. Sie hatten ihre Klage dem ZentrumsRechtsanwalt Mürb zu Mannheim übertragen, der in früheren Prozessen sich durch einige verunglückte Ansfälle gegen die„ Volksstimme" einen Namen gemacht hat. Herr Mürb schickte nun zum Sühnetermin einen Bertreter, aber feinen der Kläger. Das Amtsgericht mußte infolgedessen den Sühnetermin für ungültig erklären. Die Ansetzung eines neuen aber war unmöglich, da mittlerweile die angebliche Strafttat der Boltsstimme" berjährt war. Die Klage wurde beshalb unter Belastung der Klagesteller mit den Kosten zurüdgewiefen. Soziales. Eine merkwürdige Anrempelung des Vorwärts" haben sich fürzlich einige Parteiblätter geleistet. Die Mainzer Voltsaeitung" eröffnete den Reigen mit folgender Bemerkung in ihrem Einschreiten der Gemeindebehörden gegen Ausbeutung der Not burd Bericht über die Jubiläumsfeier eines Arbeitergesangvereins: " Krawatten- Lehrunterricht. Der Stadtausschuß beschloß im obigen Sinne Beweis zu erheben und die Sache bis zur nächsten Sigung zu vertagen. Ein internationaler Kongreß für Sonntagsruhe wurde dieser Tage in Mailand abgehalten. An diesem nahmen die Vertreter einer ganzen Anzahl der europäischen Regierungen teil; von Belgien war der Handelsminister selbst erschienen, die deutsche Regierung war nicht vertreten. Auch eine Anzahl italienischer Sozialisten waren anwesend; der Genosse Cabrini wurde als Vizepräsident gewählt. Es wurden eine Reihe Thesen angenommen, in welchen die gefeßliche Festlegung eines Ruhetages pro Woche( der Sonntagsruhe ist der Vorzug zu geben) gefordert wird. Und dies aus wirtschaftlichen, sozialen und fittlichen Gründen. Von besonderem Interesse waren die Verhandlungen über zwei Punkte, nämlich über die Sonntagsruhe für die Presse und über die Halbtagsruhe am Sonna bend. Die lettere Forderung wurde vertreten von einem französischen Industriellen. Er sagte u. a.: Die Sonnabendnachmittagsruhe ist eine notwendige Ergänzung zur Sonntagsruhe; für die Arbeiterin eine absolute Notwendigkeit, für den Arbeiter ein großer Vorteil. Baumgartner, so hieß der betreffende Fabritant aus Rouen, bestritt auch den Einwand, daß durch diese Maßnahme die Produftionstofter erhöht oder die Löhne herabgedrückt würden. Gine lange Diskussion entstand über die Frage der Sonntagsruhe für die Preffe. Es war dem Sozialisten Turati vorbehalten, gegen die Durchführung einer gänzlichen Sonntagsruhe für die Tagespresse au opponieren. Er sprach von den Pflichten des Journalisten, von den Opfern, die der Schriftsteller seinem Berufe bringen müsse. Den Einflüssen der Kirche am Sonntag müsse durch die Preffe entgegen gewirkt werden. Seine Auffassung wurde nur noch von zwei Kongreßmitgliedern geteilt. Die übrigen stimmten einer Resolution zu, in welcher auch für die Presse und zwar für die Schriftsteller als auch für das technische Personal ein wöchentlicher Ruhetag und zwar besonders eine Sonntagsruhe gefordert wird. Sozialpolitik im Ausland. Gegenüber dem Rückwärts auf fozialpolitischem Gebiete in Deutschland ist ein Ueberblick über die Sozialpolitik im Ausland am Blaz. In Desterreich, wo der Arbeiterschuß recht langsam vor wärts schreitet, ist eine fozialpolitisch beachtenswerte Verordnung feitens der niederösterreichischen Statthalterei herausgegeben worden, die besagt, daß bei Staatsbauten, welche unter Leitung der niederösterreichischen Statthalterei erfolgen, fünftig die Beistellung nicht bleiweißhaltiger Farben bedungen wird. Ueberbies hat die Statthalterei beim Minister des Innern allgemein zu verbieten, zum mindeſten aber bei allen angeregt, die Verwendung bleiweißhaltiger Farben Gleich der erste Chor brachte eine Stompofition des greifen Staatsbauten ohne Ausnahme zu untersagen. Das Ministerium hat Genoffen Weißheimer, vom Komponisten selbst wurde die große Wiederholt haben wir gegen das nichtsmuzige Treiben gewiffen- die Herausgabe entsprechender gewerbehygienischer Verfügungen in Sängerschar dirigiert. Es war Empor zum Licht", ein Gedicht loser Leute uns wenden müssen, die durch Annoncen versprechen, in Aussicht gestellt, deren Grundlage die Ergebnisse der Erhebungen des zurzeit schwerkranten Reichstagsabgeordeten Genossen Emanuel wenigen Tagen oder Monaten umsonst" oder gegen geringes Ent- des Arbeitsstatistischen Amtes über die Bleibergiftungen im GewerbeWurm. Wie bereits auf dem Mannheimer Parteitage, so hatte gelt die Anfertigung von Krawatten zu lehren. Wenn dann die betriebe bilden sollen. das prächtige Lied auch hier einen durchschlagenden Erfolg zu ver- Mädchen und Frauen vertrauensvoll der Annonce folgten und ihre Eine Revision des Fabrifgefeßes wird in der zeichnen. Auffallend ist nur, daß gerade der„ Borwärts", das letzten Markstücke für die Zutaten", die das„ Umsonstlernen" er- Shweiz vorbereitet; ihre Notwendigkeit ist von allen Seiten anBentralorgan der Partei, in seinem Mannheimer Festbericht selt- fordert, oder für das Lehren ausgegeben hatten, so stellte es fich erkannt worden. Von den zur Entscheidung stehenden Hauptfamerweise die Namen des Dichters und des Komponisten ber- heraus, daß fie lediglich wertlose Pfuscharbeit leisten könnten. fragen feien erwähnt: der Vorschlag der Einführung Schwieg Diefe menschenfreundlichen Lehcherren fanden immer wieder des Zehnstundentages und einer noch fürzeren Arbeits Die Mannheimer, Volts stimme" fügte dem an: Lernbegierige, weil sie in sogenannten farblosen Zeitungen annon- zeit für gesundheitsgefährliche Betriebe; bas Verbot Das ist gewiß auffallend und ist gerade auch in Mannheim cierten und diese Sorte Zeitungen leider noch immer von den der Beschäftigung bon Kindern nicht allein unliebsam bemerkt worden, um so mehr, als nicht nur das große politisch farblosen Lehrlingen" gelesen werden. Gegen die Lehr- vor Bollendung bes bierzehnten Lebensjahres, fondern Publitum, sondern vor allem auch die Parteitagsdelegierten einig herren" tann unter Umständen der Strafrichter, kann aber auch auf auch vor Abschluß ihrer Schulbildung; die Festwaren darin, daß der Weißheimersche Festchor zu dem Besten, Grund des§ 126a G.-D. die Gemeindebehörde einschreiten.§ 126a fegung der wöchentlichen oder zweiwöchentlichen Lohnzahlung; die Gediegensten und Wirksamsten gehöre, was an musikalischen Ge- lautet: Freigabe des Sonnabendnachmittags usw. Im Kanton Baselnüssen jemals einem Parteitag dargeboten worden sei. Aber noch weit auffallender" ist die Tatsache, daß das Zentral organ der Partei den Bericht, den die Mannheimer Boltsstimme" über die Wormser Wormser Aufführung des Weißheimerfchen Massenchors brachte, zwar in feinen wesentlichen Ausführungen abgedruckt, aber mit außerordentlicher Geflissentlichfeit überall den Namen des Genoffen Weißheimer weggelaffen hat. Die Gründe dieser Maßregelung unseres Komponisten sind uns nicht befannt aber dafür, daß kein bloßer Zufall, sondern Absicht vorliegt, spricht zu deutlich die Art und Weise, wie der Bericht der Mannheimer Vollsstimme" fastriert worden ist." " G Die Befugnis zum Halten und zur Anleitung von Lehr- Stadt wurde ein Lehrlingsgeses erlassen; es beschränkt das lingen fann folchen Bersonen ganz oder auf Beit entzogen Maximum der täglichen Arbeitsdauer mit Einschluß des Schul- und werden, welche sich wiederholt grober Pflichtverletzungen gegen die Fachturfebesuches auf zehn Stunden, für Lehrmädchen unter ihnen anvertrauten Lehrlinge schuldig gemacht haben, ober gegen 15 Jahren auf neun Stunden. Ueberzeitbewilligungen dürfen zwei welche Tatsachen borliegen, die sie in sittlicher Beziehung zum Stunden täglich und insgesamt die Dauer von vier Wochen nicht Halten oder zur Anleitung von Lehrlingen ungeeignet erscheinen übersteigen. laffen. In Frankreich trat das Gesetz über den wöchentlichen Die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen fann ferner Ruhetag am 2. September d. J. in Kraft. Die Arbeitszeit solchen Personen entzogen werden, welche wegen geistiger oder der Lokomotivführer, Heizer und EisenbahnLörperlicher Gebrechen zur sachgemäßen Anleitung eines Lehrlings fchaffner ist durch eine Ministerialverfügung geregelt worden, so nicht geeignet find. zwar, daß im Durchschnitt auf eine täglich a ehnstündige effettive Arbeitszeit eine ebenso lange ununterbrochene Ruhe fällt. einen Sändler find nun einige gesperrten Unternehmer auf die sich erspare und dadurch toloffale Gewinne, die auf 150 000 Die Verlängerung der Arbeitsdauer ist gestattet, sobald auch die schwarze Liste des Syndikats aufmerksam gemacht worden. Da diese bis 200 000 Mark berechnet werden, einstecke. Der/ Vor darauffolgende ununterbrochene Ruhepause verlängert wird. Ein Unternehmer dem Arbeitgeberverbande für das rheinisch- westfälische figende bemühte sich, einen Vergleich zu stande zu bringen, die Verumfassendes Gesez über den Arbeitsvertrag liegt Baugewerbe angehören, fanden sie an diesem Berbande einen Rück- fuche hatten aber feinen Erfolg. Angell. Klapper erklärte sich bereit, dem Parlament vor. halt. Der Verband erklärte sich mit den vom Shubilate gesperrten anzuerkennen, daß die Vorwürfe gegen Herrn v. Tiedemann hinfällig In Großbritannien wurde vom Admiralitäts- Mitgliedern solidarisch und will nun seinerseits das Syndikat boy- geworden seien, wenn dieser, wie fett verlaute, feinen bisherigen amte ein Erlaß veröffentlicht, nach welchem die wöchentlich en fottieren, indem er seinen Mitgliedern empfiehlt, von Zementwerfen Standpunkt aufgegeben und sich zum Beitritt zur Zentrale bereit erklärt Arbeitsstunden in den töniglichen Beughäusern auf 48 herab- außerhalb des Synditats ihren Bedarf an Zement zu laufen. Wenn es haben soll. Der Angeklagte fügte hinzu, daß er als vollswirtschaftlicher gefeßt werden. Es ist dies ein Versuch, der für ein Jahr gemacht auch nicht zu diesem äußersten Schritt tommen wird, so dürfte doch das Publizist, den die wirtschaftliche Entwickelung des deutschen Brennereider wird. Die Marinebehörden haben im nächsten Jahre an das Syndikat in diesem Stampfe klein beigeben, da es sich um gewerbes berufsgemäß intereffiere, zu feiner Kritik berechtigt geMinisterium Berichte über die Resultate ihrer Erfahrungen zu Hauptfundschaft der Syndikatswerte handelt. Wir sehen an diesem wesen sei, da die abgesonderte Stellung des Herrn v. 2. einem senden. Die zum Beginne der Herbstfession im Parlamente zur Fall, daß bie Abnehmer einer fartellierten Ware nicht so ohne Teile des Gewerbes großen Schaden zufüge und von ihm und zahlBeratung stehende Gefeßvorlage über die Aenderung der weiteres der Macht eines Synditats ausgeliefert sind, daß vielmehr reichen Brennern als fittlich zu verdammen betrachtet werde. Unfallentschädigung kommt den Wünschen der Arbeiter ent- die Zusammenfaffung der Nachfrage nach einer Ware ben Abnehmern Von der anderen Seite wurde erwidert, daß es doch noch gegen, wenngleich sie noch teineswegs allen Anforderungen ent- eine ähnlich starke Macht verleiht wie dem Startell. Bu beachten gar nicht unanständig sei, wenn sich jemand weigere, sich an spricht. bleibt freilich, daß der Zusammenschluß der Abnehmer schwieriger einem Trust zu beteiligen. Der Verteidiger des Angeklagten In den Niederlanden ist vor kurzem ein Gesetz geschaffen herbeizuführen ist als der der Produzenten einer Ware; nur bei der hatte furz vor dem Termine in einem umfangreichen Schrift worden zum Schuße des Lebens und der Gesundheit Ware Arbeitskraft verhält es sich leider umgekehrt. fatze eine Reihe von Beweisanträgen gestellt, durch von Arbeitern, die unter größerem Luftdruck als dem atmosphärischen beschäftigt werden. Das Bu- find, sollen nun auch wieder die Bandeisenpreise gesteigert werden. beschloß die Anberaumung eines neuen Termins nach vorheriger Die Preisschraube. Weil die Halbzeugpreise wiederum erhöht worden welche der wahre Grund des Fernbleibens des Privatklägers von der Spirituszentrale flargelegt werden soll. Das Gericht Taffungsalter für solche Arbeiter beginnt mit dem vollendeten 20. Lebensjahr, und auch für Personen, bie diefes Alter erreicht haben, Der Aufschlag ist auf 2,50 M. pro Tonne festgesetzt. Vernehmung der in diesen Beweisanträgen benannten Zeugen. Die hängt die Zulassung vom Ergebnisse einer ärztlichen Untersuchung ab. Konzentration. Die Schiffsreederei der Firma Gebr. Mellinghof Ausführung dieses Beschlusses soll ausgesezt sein bis zum Eingang Die Arbeitsdauer darf, wenn der Ueberbrud weniger als brei G. m. b. 5. fowie deren Beteiligung beim Koblenkontor hat Mathias einer Gegenerklärung. Außerdem soll festgestellt werden, ob und Atmosphären beträgt, mit Einschluß der Ruhezeit höchstens Stinnes erworben, dessen Beteiligung beim Kohlenkontor damit auf welche Vereinbarungen inzwischen zwischen der Ostdeutschen Spritacht Stunden im Tag währen. Bei Ueberbrud von mehr als 750 400 Tonnen antpächst. Das Rh.- Westf. Kohlensyndikat ist mit fabrit und der Spirituszentrale zustandegekommen sind. drei Atmosphären tritt ergänzend die Bestimmung hinzu, daß der 1 431 800 Tonnen beteiligt. Stinnes hat die zweitgrößte Beununterbrochene Aufenthalt in der Arbeitskammer nicht mehr als teiligungsziffer. Stunden und der gesamte Aufenthalt daselbst innerhalb 1 Verschlechterung des füddeutschen Kohlenmarktes. Wie gemeldet wird, steht die Einstellung der gesamten Rheinschiffahrt wegen des wird sich die Lage auf dem füddeutschen Kohlenmarkt noch mehr verschlechtern. 24 Stunden höchstens drei Stunden betragen darf. Seit 1. Oftober d. I. steht in Norwegen das Geſetz, durch welches den Arbeitslosenfassen ein Recht auf einen Staatsbeitrag gewährt wird, in Straft. Die staatliche Unterstützung besteht in der Rückerstattung eines Viertels der der für Arbeitslosenversicherung norwegischer Staatsbürger aufgetvendeten Beiträge. Zwei Eine Stimmungsmache. Aus New York wird gemeldet: Drittel der dergestalt bom Staat ausgezahlten Rück Nach Schäzung sind in den Vereinigten Staaten für Lieferung erstattungen werden sodann auf die Gemeinden umgelegt, in im Jahre 1907 1 500 000 Tonnen Stahlfchienen bestellt, das ist unwelchen Sie unterstügten Personen während der letzten fünf Jahre gefähr die Hälfte des jährlichen Quantums, welches die Schienendurch mindestens je sechs aufeinander folgende Monate wohnten. walzwerke zu liefern vermögen. Einige Bahnen fordern auch AnDie Unterstügung barf nicht mehr als die Hälfte des ortsüblichen gebote von ausländischen Schienen ein, um schnellere Lieferung zu Tagelohnes in dem betreffenden Gewerbe ausmachen und nicht für erreichen. Die Nachfrage erstreckt sich hauptsächlich auf schwerere längere Zeit als 90 Tage in je zwölf Monaten berabfolgt werden. Schienen zu Erneuerungszwecken. Den Staatsbeitrag können nur arbeitsfähige( gefunde) Personen bei unverschuldeter Arbeitslosigkeit erhalten. Da in den letzten Tagen die Stimmung auf dem Amerikamarkt bedenklich abflaute, wird eine solche Sensationsmeldung den beabfichtigten Zwed wohl erfüllen. Hus der Frauenbewegung. Der Aushülfsdienstbote. Die Arbeiterschutzgesetzgebung der Vereinigten Staaten bon Amerika war im gegenwärtigen Jahre nicht von weitreichender Bedeutung, obzwar in den Einzelstaaten verschiedene neue Schutzvorschriften erlaffen und mehrere bestehende ergänzt wurden. Doch war andererseits in einigen Fällen die Ungiltigertlärung von Arbeitsgefeßen erfolgt; hierunter befindet sich auch das Gesez des Staates New Dort, das die Nachtarbeit der Frauen und Jugendlichen verbot. Ueber Aushülfsdienstboten zieht Else Rema in der Berliner Das Bundesparlament in Washington hat ein neues Gesetz über Frauenpost" in abfälliger Weise zu Felde. So eine Aushülfe ist die Haftpflicht der Eisenbahnunternehmungen gegen dargestellt als eine Person in gesetzten Jahren, die es satt gefriegt über ihren Bediensteten zustande gebracht und das Einwanderungs- hat unter dem Joch eines nach den Satzungen der Gesindeordnung gefeß ergänzt. Das von den Arbeiterverbänden verlangte verbefferte angestellten Diehstboten zu seufzen. Sie ist dreift, verträgt absolut Achtstundengesetz für öffentliche Arbeiten blieb in der letzten Seffion feinen Ladel, berlangt hohe Bezahlung, mindestens zwei Mart für wieder unerledigt. den Tag. Die Hausfrau muß sich ganz ruhig verhalten, damit nicht die Aushülfe es vorzieht, sofort der„ gastlichen" Stätte den Rüden zu tehren. Aus Induftrie und Handel. Unter der Laft der hohen Löhne. Es ist schrecklich, wie die armen Hausfrauen leiden müssen. Und die beneidenswerten Aushülfen führen ein Götterleben! Wir vermögen die beneidenswerte Lage einer Aushülfe nicht man in Betracht, daß eine Aushülfe doch immer wieder ein paar Die Henderung eines Strafurteils zuungunsten des Angeklagten ift unzulässig, wenn er allein ein Rechtsmittel eingelegt hat. Der Arbeiter August Suters in Sterdersdorf war vom Schöffen gericht in Beine wegen Beleidigung des Wiehhändlers Barthels zu einer Geldstrafe von 50 m. verurteilt worden und hatte Berufung eingelegt. Das Landgericht Hildesheim, welches am 16. März fiber die Sache zu entscheiden hatte, nahm öffentliche Beleidigung an und entschied als erste Instanz( in der Befehung der Straffammer mit 5 Richtern), indem es den Angeklagten wiederum zu 50 M. Geldftrafe verurteilte, außerdem aber dem Nebenkläger Barthel die Bublikationsbefuguis auf Kosten des Angeklagten zusprach. Gegen diefes Urteil hatte der Angeklagte Revision eingelegt, indem er reformatio in pejus rügte, d. 5. fich darüber beschwerte, daß er, obwohl er selbst das erste Urteil angegriffen hatte, in der Berufungsinstanz härter bestraft worden sei. Das Reichsgericht ertannte an, daß in der dem Nebenkläger zugesprochenen Publikationsbefugnis eine Strafe zu erblicken ist. Es h o 6 deshalb am Donners tag bgs Urteil auf, foweit es auf Publikationsbefugnis erkennt, und brachte diese in Wegfall. Prozeß Zander vor dem Reichsgericht. Das Reichsgericht verhandelte gestern über die Revision des Prozesses gegen den Major a. D. M. v. Zander, der nach vier15. Juli d. J. nur in einem einzigen Falle wegen Betruges zu wöchiger Verhandlung vor dem Schwurgericht zu Breslau am 300 m. Geldstrafe verurteilt worden war. Gegen dieses Urteil hatte sowohl die Verteidigung als auch der Staatsanwalt Revision eingelegt, letterer wegen der Freisprechung in den übrigen Fällen. Verteidigung und des Staatsanwalts. Der Ver Das Urteil lautete auf Verwerfung der Revision der urteilte beabsichtigt beim Landgericht Breslau das Wiederaufnahmeverfahren zu beantragen, Verfammlungen. Der Effener Bergwerksverein König Wilhelm erzielte in den zu erkennen. 2 M. Lohn pro Tag ist allerdings für die Gnädige" Zum Berichte von der Generalversammlung der Arbeiter- Bildungsverflossenen drei Duartalen 1906 einen Ueberschuß von 2 189 725 m. 8u biel, ein Dienstmädchen erhält vielleicht nur die Hälfte. Bieht schule habe ich zu bemerken, daß von mir und meines Erinnerns gegen 1117 708 M. in derselben Zeit des Vorjahres. Der Mehr- Tage pausieren muß, so kann durchaus nicht davon die Nebe sein, auch vom Genossen Maurenbrecher nicht von einem anonymen Briefe gewinn in neun Monaten stellt sich auf 1072 017 m. gleich 96 Proz. daß 2 m. den Tag ein so glänzendes Einkommen darstellt. Die war, daß das Mitglied, das nach der 2. V." sich an diese gean die„ Leipziger Voltsztg." gesprochen wurde. Was ich bemängelte, Eine bessere Begründung für die Lohnforderung der Bergarbeiter Aushülfe muß Miete zahlen usw., da bleibt wahrlich nicht viel wandt hatte, nicht, wie es seine Pflicht war, seine Bedenken gegen als die Geschäftsabschlüsse gibt es nicht. Sie geben den Behaup- übrig. Daß eine Aushülfstraft sich nicht ebenso schurigeln läßt, die Qualifitation eines Lehrers zunächst oder doch auch im tungen von der bedrohten Rentabilität das richtige Relief. Sie wie ein ganz in die Hand der Herrschaft gegebenes Mädchen, ver- Nahmen der Schule zum Ausdruck gebracht hat, mithin demonstrieren weiter wirksam die Notwendigkeit weiterer Preis- steht sich von selbst. Es ist daher auch erklärlich, daß immer mehr dem Berein Arbeiter Bildungsschule gegenüber erhöhungen, ohne welche die Kohlenmagnateu nicht mehr existieren Dienstboten es vorziehen, als Aushülfe zu gehen, anstatt in festen anonym geblieben ist. Da die Beschuldigten diesen Sachverhalt Stellen zu bleiben. Wir fönnen es nur begrüßen, wenn die Dienst- tannten, hatte ich keine Veranlaffung, einen vielleicht nicht ganz boten auf diese Weise selbst mit Hand ans Werf legen, um die flaren Ausdrud im Versammlungsbericht richtigaustellen. Gefindeordnung unwirksam zu machen und dadurch ihrer Aufhebung Bei dieser Gelegenheit sei auch richtiggestellt, daß durchaus nicht von allen Rednern der Generalversammlung die fachliche Haltung Der Kampf wird aber erst wirksam unterstützt durch Zu- des Parteivorstandes in dieser Frage gebilligt wurde. fammenschluß in der Berufsorganisation. Der Gedante, nur bor- Nebner, so auch ich, äußerten sich zu dieser Seite der Sache gar übergehend Dienstbote zu sein und so bald wie möglich zu heiraten, nicht, ba bas nicht zur Zuständigkeit der Arbeiter- Bildungsschule wie das bei den Frauen gar zu häufig der Fall ist, sollte von einem gehört. Die fich aber in diesem Sinne aussprachen, beurteilten Anschluß an die Organisation nicht abhalten. umso schärfer das Vorgehen gegen Genossen Maurenbrecher in formeller Hinsicht. Simon Kagenstein. tönnen. Eine Mache der Rohlenmagnaten! Die Erklärung der Rh.- Weftf. 8tg." trägt den Stempel der Erfindung an der Stirn. Ein hochangesehenes Mitglied des Bergbaulichen Vereins erhält bon befreundeter Seite" ein Telegramm und nimmt an( 1), es stamme vom Handelsminister!!! Wer das glaubt, muß in der Tippelskirche getauft worden sein. borarbeiten. Wenn bürgerliche Frauenrechtlerinnen fich dagegen berwahren, mit den tapferen Frauen in Rußland auf eine Stufe geftellt zu werden, so mutet das gerade so an, wie wenn ein Freisinnsheld entschieden bestreitet, ein Napoleon zu sein. Briefkaften der Redaktion. Einige Die juristische Sprechstunde findet wochentäglich von 7 bis 9% thr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Daß es sich bei dem angeblichen Telegramm des Handelsministers an den Bergbaulichen Verein um eine Mache aus den Kreisen der Kohlenmagnaten handelt, bestätigt eine Erklärung der „ Rh.- Weſtf. 8tg.", die sich damit felbft aus der Stanbalaffäre herausziehen will. Das Kohlengrubenorgan schreibt in einer Bolemit gegen ein Dortmunder Blatt, welches darauf hingewiesen hatte, baß die Rh.- Weftf. 8tg. die Nachricht von dem Telegranum gebeffert, bann haben diese nicht mehr nötig, in der Heirat eine Wird mit Hülfe der Organisation die Lage der Dienstboten Delbrüds zuerst veröffentlicht habe, folgendes: Demgegenüber stellen wir fest, daß wir am 25. Oftober meldeten, Erlösung aus unwürdigen Verhältnissen zu sehen, sie können freier der Handelsminister habe dem Bergbaulichen Berein gebrahtet, er wählen und damit wird auch mancher unglüdlichen Berbindung ftebe bem Artikel der Norddeutschen" fern, es handele fich um eine borgebeugt. Also Anschluß an die Organisation, das muß für jedes Arbeit der Redaktion, was ja auch in der Norddeutschen" offiziös Dienstmädchen Grundsatz werden. erklärt wurde. Tatsächlich hat der Bergbauliche Verein nach dem Unnötige Verwahrung. In einer Versammlung der Dresdener Erscheinen jenes Artikels ein Telegramm von„ befreundeter Seite" aus Berlin erhalten, worin aus dem Handelsministerium" das Frauenrechtlerinnen erstattete Frau Salinger Bericht über die A. G. Das Mädchen soll den Arbeitgeber auf den rückständigen Lohn gemeldet wurde, was wir veröffentlichten. Das Telegramm war 7. Generalversammlung des Bundes deutscher Frauenvereine in fo abgefaßt, daß ein hochangesehenes Mitglied des Bergbaulichen Nürnberg. Am Schlusse der Versammlung wurden aus der Mitte beim Gewerbegericht verflagen und soll der Drganisation beitreten. Vereins annahm und uns versicherte, es sei ein Telegramm des der anwesenden Frauen heraus Bedenken gegen die auf dem Nürn-. 100. 1. Sie müßten sich an das bayerische Pfarramt wenden; soweit zu ersehen, ist aber ein gültiger Austritt Jhrerseits nicht erfolgt. 2. Benden Handelsministers. Wir können auch gar nicht einsehen, warum berger Kongreß gefaßte Resolution in Sachen der im russischen Sie sich an Hoffmann, Blumenſtr. 14.. 3. 30. Um Ihre Erbschaftsein preußischer Handelsminister sich scheuen sollte, in einem so Freiheitstampfe stehenden Frauen laut. Man hob hervor, diese frage zu beantworten, müßten Sie angeben, ob die Tante verheiratet war, außergewöhnlichen Falle unmittelbar mit einem so bedeutsamen und Resolution habe der deutschen Frauenbewegung geschadet. Dazu ob fie Kinder, ob sie Eltern hinterlassen hat, wieviel Geschwister sie hinter so nah beteiligten Organe, wie der Bergbauliche Verein es ist, sich bemerkte die Vorsitzende, Frau Stritt, daß der Sinn der Resolution lassen hat und wie viel Geschwister etwa vor ihr verstorben sind und ob Der mündliche Wunsch oder in Berbindung zu setzen." zweifellos aufrecht erhalten werden müsse. Es sei indessen viel. diese Geschwister Kinder hinterlassen haben. Diese Auslaffung illustriert wieder einmal drastisch die Gemein- leicht flüger gewesen, mit einer Wendung den Verdacht auszu- die mündliche Anordnung Ihrer Tante hat keine Rechtsverbindlichkeit. Frieda 28. Wenden Sie sich an die Auskunftsstelle der deutschen gefährlichkeit des Unternehmertums, das sich nicht gentert, den schließen, als ob die deutschen Frauenvereine den Bomben- Gesellschaft für ethische stultur, unter den Linden 16, Quergebäude. Es steht Namen des Ministers zu arbeiterfeindlichen Zwecken zu mißbrauchen werferinnen ihre Sympathie hätten ausdrücken wollen. M. B. 33. Lediglich der Erzeuger und die Mutter baften. und das auch tun darf, ohne reftifiziert zu werden. Shnen frei, den Pflegevertrag aufzuheben. Sie fönnen aber eine Behörde für die Brivatschulden der Eltern des Stindes nicht verantwortlich machen. E. 2. 2. Sie find stimmberechtigt, falls Sie in der Wählerliste stehen. Wenden Sie sich an den Bezivtsführer ihres früheren Bezirks, damit Ihnen der Stimmzettel zugesendet wird oder besuchen Sie zu diefem 8wed den früheren 8ahlabend. G. R. 82. Der Abzug ist unberechtigt. Ihre Tochter muß sich an den Sanitätsrat wenden und ihn eventuell beim Amts. In der Erklärung des Bergbaulichen Vereins vom 31. Oftober gericht verflagen. 226. Nigdorf. 1. Uns nicht bekannt. 2. Rahmen. wird ausdrücklich gesagt, dem Berein fei weder vom Minister noch Else Willt. Eine besondere Erlaubnis ist nicht erteilt. In der Selingelei fann aber schwerlich eine strafbare Handlung erblickt werden. von irgend einem Beamten des Handelsministeriums ein Telegramm F. E. 59. Benden Sie sich an die Eisenbahndirektion Berlin, freilich zugegangen. Damit steht nun wieder die Erklärung der Rh- Westf In einer Privatllage des Rittergutsbesiger Major a. D. ist die Aussicht gering. W. R. 20. Die dem Zurüdbehaltungsrecht des 3tg. in Widerspruch, in der behauptet wird, die Weldung stamme v. Ziebemann Geeheim gegen den Schriftsteller Gbmumb Bermieters unterliegenden Sachen dürfen Sie keinesfalls, ohne sich strafbar aus dem Handelsministerium. Es bliebe die Möglichkeit, daß ein Beamter des Handels- lapper und den Redakteur Fritz Bley stand gestern Verzu machen, entfernen. Die Sachen, die Sie von dem früheren Mieter ber ministeriums eine dritte person zu dem Telegramm veranlagt hätte. handlungstermin vor dem hiesigen Schöffengericht an. Es handelt Ihr Vertrag nicht schriftlich abgeschloffen, so gilt er höchſtens auf die Dauer Auf jeden Fall ist bewußterweise mit dem Mittel der Fälschung ich um folgenden Sachverhalt: Eine Anzahl deutscher Spiritus eines Sabres, troydem haften aber die durch Kauf in Shr Eigentum überfabriten haben sich seinerzeit zu einem Syndilat, der Bentrale gegangenen Sachen. die Deffentlichkeit getäuscht worden. Und der Minister hat geschehen für Spiritusverwertung" zusammengefchloffen. Die Ostdeutsche noch heute gültig. Wenn andere von dem Nachlaß Befit nehmen, fo find Aufklärung. Das gemeinschaftliche Testament ist Lassen, daß die Zäuschung und der Schwindel im Intereffe des Kapitals gegen die Arbeiter und zur Steigerung der Erregung, Spritfabrik G. m. b.§.", deren Gründer und Aufsichtsrats fie zur Gerausgabe und zum Schadenersat verpflichtet. Eine Möglichtrat im Berein mit feit, anders wie durch Anfrage bei der Polizei oder bei Bekannten zur Beunruhigung industrieller Kreise und faft der gesamten Be- mitglied Herr v. Tiedemann ist, dem etwaigen Tode Kenntnis zu erlangen, gibt es nicht. bölferung wochenlang benutzt werden konnte. Und der Minister anderen Brennereien diefem Syndikat nicht bei. Da letzteres nur bis von Witterungsübersicht vom 2. November 1906, morgens 8 1hr. fchweigt weiter. Der Grubenmagnaten Intereffe verlangt, daß er den um 1. Oftober 1908 gefchloffen ist, wurde eine Berständigung mit der Ostdeutschen Spritfabrit angebahnt, diefe aber lehnte auf An Mund hält. frage des Syndilats den Beitritt zu der Zentrale wiederum ab. Dividenden. Die Aktionäre der deutschen Triumph- Fahrradwerke Nun erschien in der vom Angellagten Bley herausgegebenen Stationen in Nürnberg follen für das legte Jahr 10 Broz. erhalten. Die vom 8. Juli d. J. ein bom Angellagten Klapper verfaßter Sonntagsbeilage der Deutschen Tageszeitung", den" Beitfragen", biesjährige Dividende der Görliger Maschinenfabrit A.-G. ift auf Artikel, der die Ueberschrift Herr von Tiedemann- Seeheim" 8 Broz. feftgefent. Auf 12 Bros. wirb die Dividende der Deutschen trägt und fich mit der Stellungnahme des Privatflägers au 5motnembe 751 GD Ban! geschätzt. 9 Broa. sollen die Bapierinhaber der Diskontoban! ber Bentrale für Spiritusverwertung beschäftigt. Durch diesen Damburg 745 Die Hansa- Brauerei schüttet für das leste Jahr 10 Bros. Artifel fühlt sich der Privatfläger beleidigt. Er liest aus einigen Franfi a. 749 23 Auch die Aktionäre der Brauerei Riebed u. Co. A.-G. Stellen den Vorwurf heraus, daß er sich auf unanständige Weise München Leipzig- Reubniz, erhalten 10 Broz. 12 Broz. verteilt die Neußer Gelb mache. Es wird nämlich in dem Artikel behauptet, daß die Bien Papier und Bergamentfabrit.- G. Neuß. von Herrn v. 2. begründete„ Ostdeutsche Spritfabcit" rund 70 000 Wetter Prognose für Sonnabend, den 3. November 1906. Das Zementfyndilat in Bochum hat seinen Abnehmern gegenüber Sektoliter Sprit fabriziere, einerseits die Vorteile der BentraliVielfach heiter, nachts etwas fühler, am Tage sehr mild bei lebhaften den Bogen zu straff gespannt. Es sperrte bie Bauunternehmer, die fierung der Spiritusverwertung in Gestalt der Festlegung figer füdöstlichen Binden; teine erheblichen Niederschläge. Bement auch von anderen wie von Syndikatswerken bezogen. Durch Preise einheimse, andererseits aber die Lasten der Teilnehmer மில் Berliner Betterbureau erhalten. aus. Gerichts- Zeitung. Hinter den Kulissen der Zentrale für Spiritusverwertung. 17 Wohnung gekauft haben, haften für die Dauer des Mietsvertrages. st Berlin Barometer stand mm Sind cichtung Windstarke Weiter 6'mollig 6°.4°. Temp. 11. 9 Stationen Barometer ſland mm Bind richung Windstarte Better Zemp... 3 wollent 2 Haparanda 771'5328 2bebed 10 Betersburg 777 SD 9 Scilly 745 28NW 7 berbeen 745 DSD 4 Baris 746528 5 Regen 751 GGD 1 wolfenl 3 bedeckt 753 SGD 1 woltig 7 82918 8 wolfig 5 Regen 11 3 Regen Für den Inhalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Vublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 3. November, Opernhaus. Der Ring des NiebLungen. Zweiter Lag: Siegfried. ( Unjang 7 Uhr.) Anfang 7 Uhr, Schauspielhaus. bon Dänemark. Hamlet, Prinz Deutsches. Das Wintermärchen. Westen. Schüßenliejel. Nachmittags 3 Uhr: Schülerbor stellung: Der Freischüß. Lorning. Bar und Zimmermann. Neues. Die Condottieri. Anfang 8 Uhr. Leffing. Das Blumenboot. Neues Schauspielhaus. DerSturm. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Baliner 0 Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Sonnabend, abends subr: Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Die rote Robe. Schiffer Drama in 4 Bildern von Schauspiel in vier Aften von Eugen Hermann Heijermans jun. Brieur. Deutsch von Anne St. Cére. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Sonntag, nahm, 3 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Weh' dem der lügt. Sonntag, abends 8 Uhr: Sonntag, abends 8 Uhr: Cyprienne, Die rote Robe. Montag, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Montag, abends 8 Ubr: Die Hoffnung auf Segen. C astans Panopticum Friedrichstraße 165. Der Räuberhauptmann v. Köpenick. A Die zusammengewachsenen Schwestern. Abends 6, Uhr: familien- Bier- Kabarett. theater) Lustspielhaus. Urania. Die Hoffnung auf Segen. Schiller N. Friedrich Wilhelm Abends Unsere Käthe. städtisches Theater). Die rote 8 Uhr: Nobe. Romische Oper. Bierpuppen. Dntel Dazumal. Nachmittags 8 Uhr: Ruth St. Denis Matinee. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Unsere Käte. Zentral. Tausend und eine Nacht. Nachmittags 3, Uhr: Prinzeßchen Neugier. Kleines. Ein idealer Gatte. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Der Hauptmann bon Köpenid. Thalia. Wenn die Bombe platt! Nachmittags 3 Uhr: Nathan der Weise. Luisen. Else vom Erlenhof. Nachmittags 4 Uhr: Rübezahl. Bernhard Rose früher Gart Weik. Ausgewiesen. Nachmittags 4 Uhr: Frau Holle. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Morgen nachm. 3 Uhr: Der Familientag, Wissenschaftliches Theater. Zentral- Theater. ( Operette). 3, Uhr: Prinzeßchen Neugier. Abends 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung: Rübezahl. Abends 8 Uhr: Elfe vom Erlenhof. Sonntag nachmittag: Jungfrau von Drleans. Abends: Sherlod Holmes. Montag: Else vom Erlenhof. In Vorbereitung: Flotte Weiber. Apollo. Berlin im Omnibus. Spe- Deutsch- Amerikanisches zialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Theater. Jeden Abend 8 Uhr Kafino. Die beiden Champignol. Folies Caprice. Sereniffimus August XXVI. Das Modell. Das Provinzmädel. Spezialitäten. Hente im Theater 8 Uhr: Sizilien. Hörsaal 8 Uhr: Stromwärme. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Große Extra- Vorstellung. Zum 1. Male: Adele. Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman d.„ Lot. Anz." v. Hugo Busse. Anf. 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Sonntag: Dieselbe Vorstellung. WINTER CARTEN Wiederauftreten von Adolf Philipp: Interessante neue Darbietungen. Im wilden Westen und Bros. Permané, Exzentriks. Angelos lebende Kunstwerke. La Sandmalerin. Reichsballen. Gleftiner Sänger. Herr Hauptmann" von Köpenick. Das Millmann- Trio, Drahtseilakt Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Theater 8 Uhr: Sizilien. Hörsaal 8 Uhr: Stromwärme. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Lage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Theater des Westens Sonntag nachm. 3 Uhr, halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwant in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godjernaux. Bicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Morgen u. folgende Tage: Triplepatte. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Staleys Verwandlungsakt: Die musikalische Schmiede. ,, Im sonnigen Spanien". Englische Ballettszene, ausgef. von der John Tiller- Truppe a. London. The 3 Urma Sisters, Trapezkünstlerinnen. 0. K. Sato, komischer Jongleur. Maria Vinent von der königl. Oper in Madrid. Cheeberts Chinesentruppe. Clotilde Florido, spanische Tänzerin. Der Biograph: 1. Wettlaufen. 2. Die Hochzeit im Automobil. Julius Lindenbaum Frankfurterstr. 141 Franseckistraße 15 Geke Fruchtstraße. Feste Preise! Geke Kochmeisterstraße. Winter- Paletots. Elegante und moderne Verarbeitung in allen StoffNeuheiten und tausendfacher Auswahl. 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Male: Ein idealer Gatte. früher Carl Weiß- Theater. ( Broße Frankfurterstr. 132. Heute Sonnabend nachm. 4 Uhr, fleine Preise: Frau Holle. Kindermärchen m. Gej. u. Tang 6 Bild. Albends 8 Uhr: Ausgewiesen. Bernhard Rose- Theater ( Vorstädtisches Theater.) Gesundbrunnen und Badftr. 68. Sonntag, 4. November, nachm. 3 Uhr, volkstümliche Preise: Hente das glänzende November- Progr. Josefine Dora mit ganz neuen Schlagern. Ferner: 8. 1. Mal a. b. Kontinent: Das OriginalDamen- Siu- SitsuEnsemble, 3genen, 4 Damen Gapanische Selbstverteidigung). Herren, 14 neue erstklass. Nummern. Beute abend präzise 7%, Uhr: VI. Grande Soirée High Life. Gala Programm und zum 3. Male: Die Könige der Luft. Les 5 Alex. Bum 3. Male: Die größte Novität! Abends 7, Uhr: Monsieur Romeo's Staunen erregende Automobilexperimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Gew. 30 Bentner u. 4 Insassen.) Die größte Tiger- und Löwengruppe. Aus der Paßta. Bantom. Sonntag: 2 große Vorstell., Les 5 Piroscoffis nadm. 4 Uhr, abends 7%, Uhr. In beiden Vorstellungen: Aus der Bukta. Ferner: Die jugendliche Schulreiterin Fr. Dora Schumann. Mr. Henricksen unerreicht dastehende Apollo- Theater, te Tigergruppe Dir. Alb. Schumanns neue u. moderne. Dreffuren. Mons. Guichenet, ( O. frub. Carl Weiß- Theater) Debuts d. neuen Spezialitäten. Oberbereiter einer Maj. bes Baren. Gastspiel Bernhard Rose- Theater Hugo Hummel Arth. Winkler Berliner Kinder. Sens. Gesangspoffe in 6 Bildern. Abends 7 Uhr: Die neueste, befte und vielbelachte Gentrit Die Densmores und Pantomime: die Bulldogge in der Küche. Montag: Sum 111. Male: Ein Der Glöckner von Notre- Dame. Damen- Luftakt, ausgef. b. b. Teimsidealer Gatte. truppe. The Hardinis. La belle Nello. Rom. Shauspiel in 6 Att. 9 Bildern. Liane d'Eve, Orig. Matichiche Tänzerin. Neues Schauspielhaus Metropol- Theater Sonnabend, den 3. November: Der Sturm. Sonntag: Der Sturm. Anfang 8 Uhr. Komische Oper. Abends 8 Uhr: Hierauf: Täglich 8 Uhr: Die Seldoms. Neue Bilder. Berlin im Omnibus mit dem Omnibus.Trid. Der Teufel lacht dazu Kasino- Theater Große Jahresrevue in 9 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Zierpuppen. Ruth St. Denis. H. Bender. Sum Schluß: J. Giampietro. Lothringerstr. 87. Täglich 8 Uhr Die beiden Champignol. Sonntag 4 Uhr: Alexander der Große. Onkel Dazumal. J. Josephi. Fritzi Massary. Palast- Theater. Sonntag nachm. 8 Uhr: Carmen. Abends 8 Uhr: Lakmé. 3m 2. Aft: , Cobra", ausgef. bon Ruth St. Denis. Lortzing- Theater. Bellealliancestr. 7/8. Heute abend 7%, Uhr: Phila Wolff. Rauchen überall gestattet. Morgen Sonntag, 4. November, nachmittags 3 Uhr: Ermäßigte Preise! Zar und Zimmermann. Auf in's Metropol! Abonnements gültig. Theater Folies Caprice. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. Der einzig daftehende November- Spielplan. 1. a.: Dundee- Trio. Fenor und Berad. Lorey- Trio. Hellwegh Brothers. Annetta u. Era. Sonntag nachm.: Der Wildschütz. Linienstr. 132, Eoke Friedrichstraße. Dazu: Eine vom Ballett.( pie Abends 7, Uhr: Fra Diavolo. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 4. Rovember 1906: 2 Volksvorstellungen. Nachm. 3 Uhr: Heimat. Numerierter Plat 50 Pf., in der Erped. bes Borwärts", Redarftr. 2. bbs. 7%, Uhr: Charleys Tante. Serenissimus August XXVI. Das Modell. Luft spiel. Familienkarten, zum halben Kaffen. preise gültig, in allen Barbier, Friseur. u. Bigarrengeschäften gratis. Um 10 Uhr: Ein 8um 19. Male: Tag in Monte Carlo. Sonntag: 2 Galavorft, nadm. 3, Uhr ( ein Seind frei) und abends 7, Uhr. ValhallaWal Variete- Theater Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Das vollständig neue November- Programm. Die kluge Rosa Das schwarze Udel- Quartett. die schöne Nelly French, seunftrabfahrerin. Richard, omiter Emmy Kröchert einer Tarameterin. Anj. 8 Uhr. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. 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In allen vier Versammlungen lautet die Tagesordnung: Die Nachwahl zum Hause der Abgeordneten. Referenten find Bebel, Ledebour, Molkenbuhr, Pfannkuch. die Genossen Bahlreichen Besuch erwarten Achtung! Lederarbeiter. 264/ 17* Lederarbeiter. Achtung! Sonntag, den 4. November, vormittags 9 Uhr, im Marienbad, Badstraße 35-36: Die Vorstände. Ortskrankenkasse der Gastwirte und verwandten Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung. I. Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. General- Versammlung Tages Drdnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal vom Verband wie Lokal. 2. Bericht des Borstandes. 3. Regelung unseres Tarifes entsprechend vom 1. November ab in allen Betrieben. 4. Verschiedenes. Pflicht der Mitglieder ist es, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. J. A.: Const. Weiß, Vorsitzender. 296/6 am Mittwoch, d. 14. November 1906, nachmittags 22 Uhr, im Lokale des Herrn Queißer, Aleranderstr. 27c, zur Vornahme der Erjazwahl von 27 ausgeschiedenen Kaffenmitgliedervertretern für die Zeit bis zum 31. Dezember 1908. Zur Zeilnahme an der Wahl ist jedes großjährige Kaffenmitglied be rechtigt, welches sich als solches beim Eintritt in durch das Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie in Ordnung befindliche Mitglieds such Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. Sonntag, den 4. November, nachmittags 4 Uhr, bei Herrn Bercht, Ritterstraße 75: oder eine vom derzeitigen Arbeitgeber ausgestellte und beglaubigte Arbeitsbescheinigung legitimieren fann und sich im Besize der bürgerlichen Ehrenrechte befindet. Die Wahl findet in der Zeit von 3-4 Uhr statt. Die Wahl ist geheim und findet Fortsetzung der Generalversammlung durch Stimmzettel in der Beiſe ſtatt, 140/1 vom 21. Oftober. Tages Ordnung: Anträge. Bericht der Gewerkschaftskommission und Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. daß jeder Wahlberechtigte so viel Namen auf einen Stimmzettel schreibt, wie Mitglieder zu wählen sind. Geschriebene, gedruckte oder auf anderem mechanischen Wege her. gestellte Hieran Vereinigung d. Musikinstrumentenarbeiter tette Stimmzettel find zuläßßsBerlins und Umgegend. Montag, den 5. November 1906, abends 6 Uhr, in Graumanns Lokal, Naunynstraße 27: Werkstatt- Delegierten- Versammlung. Zages Drdnung: II. Ordentliche 277/5 General- Versammlung der gewählten Kassenvertreter. Tages- Ordnung: 1. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1906; 2. Bors L Tausende Exemplare. Warme Lodenstoffe mit molligen Futterarten. Praktische Fassons mit doppeltem, breitem Brustüberschlag. Hur eigene Erzeugnisse! 24.- 21.-, 18.-, 15.13.50, 12.-, 10.-, 7.50 6.- Mk. Pelz- Joppen Starke Stoffe, durchweg mit Pelzfutter 45.-, 36.-, 27.-, 21.15.-MK. " E WinterGosen Tausende Exemplare. Gute, moderne Stoffe. Vorzüglicher Schnitt. Enorm grosse Abwechselung in Mustern. 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Da die lebte Generalversammlung beschloffen hat, die Bersammlungen um 6 Uhr beginnen zu laffen, so werden die Kollegen ersucht, von der Arbeitsstätte sich gleich dorthin zu begeben. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zur Beachtung Süden. Zur Beachtung! Bom Sonnabend, den 3. November, werden auf der neu errichteten wirtsgewerbe; 7. Bericht des Bor- Am Sonntag, den 11. November 06, standes über den Verbandstag der vormittags 10 Uhr, im Restaurant Stranfenfaffen im Deutschen Reiche in Feind, Weinstraße 11: Düsseldorf; 8. Stellungnahme zu Soeben erschienen: PROTOKOLL über die non der gert alfomnumiffion dersteunten: Ordentliche Generalversammlung. Verhandlungen des Parteitages tassen Berlins vorgeschlagenen wozu lisation der Krankenkassen in Industrie- laden werden. gruppen; 9. Mitteilung des Borstandes und Allgemeines. Berlin, den 22. Oftober 1906. Der Vorstand. Poppe, Borfißend. Braun, Schriftführ. Orts- Krankenkaffe Zahlstelle 67, Gräfe- Straße 2 bei Lehmann, Beiträge entgegen Boxhagen- Rummelsburg genommen von 8 bis 10 Uhr. ( 96/2) Die Ortsverwaltung. PROLAND Eleganter Winter- Paletot für Herren Donnerstag, d. 15. Nov. cr., abends 8 Uhr, im Lokal der Frau Weigel hierselbst, Türrschmidtstr. 45: Tages- Ordnung: 25096 a) Jn getrennter Versammlung: 1. Wahl von 3 Borstandsmits gliedern der Arbeitgeber. 2. Wahl von 6 Vorstandsmit gliedern der Arbeitnehmer. b) In gemeinschaftlicher Versammlung: 3. Wahl der Revisoren zur Prü fung der Rechnungen pro 1906(§ 47 Absatz 1 des Statuts). 4. Verschiedenes. Eintritt gegen Vorzeigung General- Versammlung der Boffarte. Zages Drdnung: 1. Wahl von drei Vorstandsmitgliedern( ein Arbeitgeber, zwei ArbeitHermann Lentz, Borsitzender, Gneisenaustraße 102. nehmer). 2. Wahl der Revisoren zur Orts- Krankenkasse Abnahme der Jahresrechnung. 3. Be Rendanten über wärtigen Stand der Kaffe und der der Klempner. eventuell zu errichtenden Erholungs. der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Abgehalten zu Mannheim vom 23.- 29. September 1906 Mit Anhang: Bericht über die Frauenkonferenz= in Mannheim am 22. und 23. September 1906. Preis broschiert 1.- M., kart. 1.25 M., in Leinwand geb. 1.50 M. Zu beziehen durch die 237/ 8* Expedition des Vorwärts, BERLIN SW. 68, Lindenstraße 69( Laden). ſtätte. 4. Beschwerde des Rassenmit Am Sonntag, den 11. November, Anton Boekers Ball- Salon, Dr. Schünemann gliedes John gegen die Kaffenverwal tung. 5. Berschiedenes. 277/8 Einladungskarte legitimiert. Der Vorstand. J. A.: Budde, bormittags 10 Uhr, findet im Gewerkschaftshause ( Saal 5), Engel- Ufer 15, die Ordentliche Ortskrankenkasse General- Versammlung 24 Mark gadierer. in den neuesten karierten, gestreiften und solide gemusterten Stoff- Arten vorrätig. Dervorragende Saffon- Neuheit! Vornehme Ausstattung Moderner Schnitt Confections- Haus Hermann Vandsburger SW. Friedrichstrasse? ( am Belle- Alliance- Platz) NW. Turm- Strasse 30a ( Ecke der Wilhelmshavener Strasse). eero Sonntag, den 11. November 1906, bormittags 10 Uhr: General- Versammlung im Restaurant Schuhmacher, Staligerstr. 126. Tages Ordnung: 1. Erjazwahl des Borstandes( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 2. Wahl des Ausschusses zur Prüfung ber Jahresrechnung pro 1906 ( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 3. Statutenänderung. 4. Berschiedene Kaffenangelegenhetten. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 25135 Der Vorstand. Otto Weidemann, Borsitzender. Offeriere in nur frischer Ware: Hasen große schwere für nur. gefpidte Hafen von. große wilde Kaninchen. feifte Rebhühner für nur der Vertreter der Kaffenmitglieder und Arbeitgeber unferer Staffe ſtatt. Tagesordnung: 1. Berlesung der Protokolle. 2. Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern, 3 Arbeitnehmer, 1 Arbeitgeber. 3. Wahl des Rechnungsausschusses. 4. Verschiedenes. 25065 Der Vorstand. Nepfel! feinste, 5 Bfd. 40 Bf., Birnen, Bid. 7 Bf., Gänse, Bid. 60 Pf., Zwiebeln, 3tr. 2,60, Lüneburgerst. Stdtbhnbg. 353. 28062* Habe noch Sonnabends und SonnSpezial- Arzt für tags Säle zu vergeben, auch sind Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Vereinszimmer in der Woche frei. Anton Boeker, Beberstr. 17, Friedrichstr. 203, Ecke Schützenstr. T.- A.: VII. Nr. 13414. 27252* 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 gr. Reißzeuge für Fachschüler Echt Rathenower Brillen 1,00 in allen Preislagen. Pincenez( echt Nickel) M. 1,50 59 • 99 5,00 ..12,00 99 • . Doublé Gold Schildpatt 4,50 Opern- u. Reisegläser v. 6,00 an Werke, von Barometer, W, 6,00 an A.Grün, 6ptiker Brunnen- Straße 4 am Rosenthaler Tor Lieferant der Krankenkassen. Wichtig für Zigarren- Händler! 2414L* Zigarren- u. Zigaretten- Weihnachts- Packungen in allen Preislagen, Sorten und Formaten. von M. 3,00 Streng abgelagerte Ware 10 Stück ** 3-4 " 0,90 0 1,00 " Gänse Bfb. 60 u. 65 Pf. in riesiger Auswahl. 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Abteilung bei Frizz Zietz, Wiesenstr. 29, Amt II, 1238. Für die 10. Abteilung bei Heinrich Sauerweier, Marstr. 16. Für die 11. Abteilung a) bei Bachgänger, Prinzen- Allee 82. Für die 11. Abteilung b) bei Hoffmann, Swinemünderstr. 47. Im fünften Kreise befindet sich das Bureau bei Ernst Wittchow, Elfafferstr. 68, Ecke Kleine Hamburgerstr. 27. Amt III, 8965( Neben anschluß). Partei- Angelegenheiten. Diese Wahlmännererfagwahlen vollziehen sich nicht wie bisher in Form der Terminswahl, sondern als Frist wahl. Diese Fristwahl besteht darin, daß der Wähler innerhalb der bekanntgegebenen Wahlzeit seiner Abteilung zu einem beliebigen Zeitpunke zur Stimm abgabe erscheinen kann, die Wahl jedoch pünktlich zur festgesetten Zeit geschlossen werden muß, ohne Rücksicht darauf, ob im Wahtlokal Zur Flugblattverbreitung am Sonntag, noch Wähler anwesend sind, die ihre Stimme noch nicht abgegeben 4. November, bitten wir die Genossen der haben. Achtung, fünfter Wahlkreis! suchen mit verschiedenen Ausführungsformen und Schaltungen end gültig festgestellt. Es handelt sich um Gehäuse sowohl für die Wand wie für den Tisch. Die neuen Apparate unterscheiden sich sowohl in der Schaltung als auch in der äußeren Form erheblich von den bisher gebräuchlichen Apparaten. Das Wandgehäuse ist nach einer amtlichen Beschreibung ganz aus Eisenblech hergestellt und schwarz ladiert. Alle Einzelapparate, wie Hafenumschalter, Induftions spule, Kondensator, Mitrophon sowie die Klemmen sind auf der Grundplatte übersichtlich aufgebaut. Die Verbindungen zwischen den Einzelapparaten sind soweit möglich verlötet. Klemmverbindungen finden nur dort statt, wo die Drähte erfahrungsgemäß infolge von Störungen öfters gelöst werden müssen. Das Ganze wird mit einem Metalldeckel, der auf der Grundplatte mit Schrauben befestigt ist, abgeschlossen. Der Mikrophonarm ist, wie an den bisherigen Wandgehäusen, von oben nach unten beweglich. Die Elektroden bestehen den dämpfung. Die Bauart des Fernhörers ist gegen das bisherige aus Kohlenmenbran und Kohlengruß unter Anwendung von Filz Muster wenig geändert. Die Holzteile sind jedoch wie die Farbe der Metalldeckel schwarz lackiert; auch ist die Muschel etwas kleiner wie bisher. Der Hafenumschalter bildete bisher eine hauptsächliche Störungsquelle bei allen Fernsprechgehäusen. Infolge einer neuen Schaltung ist er jetzt sehr einfach ausgefallen und so nur noch ein 1. Die zur Stimmabgabe erscheinenden Wähler nehmen einzeln anzutreten. Da fubertierte, an bestimmte Adressen gerichtete Blätter Trennkontakt. Dieser Kontakt wird bei Abnahme des Fernhörers hintereinander nach der Zeitfolge ihres Eintreffens Aufstellung und du verteilen find, so hoffen wir, daß kein Parteigenosse des Kreiſes batterie des Amtes über das Mikrophon und die Primärwicklung bom Haken betätigt und schließt den Stromkreis aus der ZentralDienstag, den 6. November, dem Wahltage, sich zur gebracht. Der Schalthebel, der bei den Tischgehäusen an Stelle des Diejenigen Genoffen, denen es die Zeit irgend gestattet, am nicht in dem Gehäuse selbst, sondern in einem Beikasten unterder Induktionsspule. Bei dem Tischgehäuse ist der Kondensator Verfügung zu stellen, wollen dies sofort an den Genossen Ernst Sakenumschalters tritt, hat zwei Kontakte. Die neuen Apparate wittch ow, N. 24, Elsafferstr. 68, mitteilen und die Tageszeit haben die amtliche Bezeichnung 3. B. 06. angeben, zu welcher sie zur Wahlhülfe bereit sind. Auch hierbei hoffen wir, daß sich niemand ausschließt, dem es irgendwie möglich ist, zur Verfügung zu sein. Damit die Wahlen einen ordnungsmäßigen Verlauf nehmen, Hat der Magistrat folgende erlassen: Ordnungsvorschriften rücken so allmählich zu dem Wabltisch vor. Bei starkem Andrange ist es wünschenswert, daß das hintere Ende der Wählerkette möglichst schon vor dem Eingange zum eigentlichen Wahlraume gebildet wird, damit ein Gedränge an dem Eingange vermieden und denjenigen Wählern, welche ihre Stimmen bereits abgegeben haben, das VerLassen des Wahlraumes nicht erschwert wird. 2. Eine Ueberfüllung des Wahlraumes, durch welche das ordnungsmäßige Herantreten der Wähler zum Wahltisch oder das Verlassen des Lokals erschwert werden könnte, muß in der Zeit der letzten Stunde vor Schluß der Wahl werden. insbesondere vermieden Es empfiehlt sich daher, daß jeder wähler, welcher seine Stimme abgegeben hat, den Wahlraum sogleich wieder verläßt. Der Raum vor dem Wahltisch ist auf alle Fälle frei zu halten. 3. Den im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung vom Wahlvorsteher erlassenen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten. 4. Zur schnelleren Auffindung des Wählers in der Liste dient es, wenn jeder Wähler die ihm von uns übersandte Legitimationsfarte mitbringt, im Falle er jedoch eine solche nicht besitzt, dem Wahlvorsteher zunächst seine Wohnung und dann seinen Namen nennt und als Legitimation feinen Militärpaß oder Mietsvertrag, feine Invaliditätsfarte, sein Krankenkassenbuch, seine letzte Steuer quittung usw. vorzeigt. 5. Jeder Wähler, welcher es ermöglichen kann, übe sein Wahlrecht zeitig aus. 6. Da bei der Fristwahl die Abstimmung pünktlich zur feftgesetzten Stunde für geschlossen zu erklären ist, auch wenn sich noch Wähler im Wahlraume befinden, welche ihre Stimme noch nicht ab. gegeben haben, fo wird dringend empfohlen, möglichst frühzeitig, spätestens aber eine Stunde vor Schluß der Wahlzeit sur Wahl zu erscheinen. * * * Als Wahllegitimation gilt: Steuerquittung, Invaliditätskarte, Militärpapiere, Mietsfontrakt usw. oder die den Urwählern der bei den Ersatzwahlen in Betracht kommenden Abteilungen bom Magistrat für diese Wahl zugehenden Wahlkarten. Leptere werden die Nummer des Urwahlbezirks, die Wahlabteilung und die Nummer, unter welcher der Urwähler in die Abteilungsliste verzeichnet steht, sowie Tag der Wahl nebst Wahlzeit und das Wahllokal enthalten. Die infolge Verzuges der Urwähler von der Post als unbestellbar zurückgegebenen Karten können im Wahlbureau, Poststraße 16, II, während der Bureaustunden in Empfang genommen werden. Es mögen sich also die Wähler, die Wahleinladungen wohl von den Wahlkomitees, nicht aber vom Magistrat erhalten haben, die amtliche Wahleinladung noch dieser Tage, heute oder Montag, von der Poststraße 16 abholen. Das Bureau ist nur bis nachmittags 3 Uhr geöffnet. * Auch in den Werkstätten sind die Arbeiter, die Urwähler im dritten Landtagswahlkreis find, auf ihre Wahlpflicht aufmerksam zu machen; hierzu können die Werkstattvertrauensleute erhebliches beitragen. Die aus ihrem bisherigen Bezirke oder aus dem Kreise Verzogenen werden dringend aufgefordert, am Dienstag ihrer Wahlpflicht zu genügen. Gerade auf die Saumfeligkeit dieser Wähler bauen unsere Gegner ihre Siegeshoffnungen. Sie wissen, daß gerade unsere Partei durch die Umzüge von einem Bezirk in den anderen oder von einem Stadtteil nach dem anderen am meisten betroffen wird und uns dadurch viele Wähler entzogen werden. Da ist es doppelt Pflicht, daß diese Genossen, die in einem zur Wahl stehenden Bezirk gewohnt haben, die Hoffnungen der Gegner auf ihre Saumseligkeit zunichte machen durch Ausübung ihres Wahlrechts. Das Wahlrecht zum preußischen Landtag ist ohnehin ein solch fümmer liches, daß es nicht noch durch Nachlässigkeit geopfert werden darf. Am Tage der Wahl werden im 3. Landtagswahlkreise zahlreiche Helfer gebraucht. An solchen hat es zwar noch nicht gefehlt, allein wünschenswert ist es, daß recht zahlreiche Genossen sich an dieser Hülfsarbeit beteiligen. Die diesmalige Landtagswahl vollzieht sich insofern in anderer Form als bisher, als die Wähler nicht alle zu Anfang der Wahlhandlung im Wahllokal antesend zu sein brauchen, sondern im Laufe der Wahlstunden ihr Wahlrecht ausüben können. Diefer Umstand wird zweifellos unseren Gegnern Veranlassung geben, die saumseligen Wähler zur Wahl heranzuholen. Das muß auch von unserer Seite geschehen, und diese Arbeit kann um so intensiver getan werden, wenn zahlreiche Hülfskräfte sich an der Wahlarbeit beteiligen. Aus diesem Grunde ergeht an diejenigen Genossen, die nicht im 3. Landtagswahlkreise wohnen und sonst abkömmlich sind, die Bitte, am 6. November sich den Wahlkomitees zur Verfügung zu stellen. Die Wahlbureaus befinden sich an folgenden Stellen: Für die Tage der Wahlmännerwahlen( 6. und 7. November) ist das Zentral- Wahlburcau bei Karl Fahrow, Ravenéstr. 6. Amt III, 2187, aufgeschlagen. Das Bureau für die 1. Abteilung ist bei Julius Wernau, Schwedterstr. 23. Amt III, 33. Amt III, 3754. Für die 2. Abteilung bei Kleinmann, Dunderstr. 79. Amt III, 5304. Für die 3. Abteilung bei Friedr. Gaule, Schönhauser Allee 57. Für die 3. Abteilung bei Friedr. Gaule, Schönhauser Allee 57. Für die 4. Abteilung bei Fritz Wilke, Brunnenstr. 188. Amt III, 6325. Für die 5. Abteilung bei Frizz Bergmann, Brunnenstr. 79. Amt III, 2572. Für die 6. Abteilung bei Agthen, Pflugftr. 5. Ami III, 2271. Für die 7. Abteilung bei Karl Bachstein, Salzwedelerstr. 16. Amt II, 2791. " " " " 2., 3., 4., 5. Abteilung bei Wirth, Auguststr. 51, 1., 6. Wittchow, Elsasserstr. 68., 7. Kürbis, Luisenstr. 26 früh 8 1hr Der Vorstand. Mariendorf und Umgegend. Die Parteigenossen werden ersucht, am Sonntag, den 4. November, früh 7 Uhr, in den bekannten 6. November in Marienfelde stattfindende Versammlung zu erBezirkslokalen recht zahlreich zur Handzettelverteilung für die am scheinen. Bernan. Am Sonnabend, den 3. November, abends 9 Uhr, findet im Schüßenhaufe eine öffentliche Versammlung statt. Tages ordnung: Kirche, Schule und die Arbeiterschaft. Referent: Genosse Störmer. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. Berliner Nachrichten. . Einstellung der öffentlichen Wettervorhersage. Der öffentliche Wettervorhersagedienst, der zum erstenmal in diesem Sommer_in Norddeutschland eingerichtet worden ist, wird mit dem 14. November geschlossen. Vom 15. November an hört der öffentliche Anschlag der Wettervorhersage an allen Telegraphenanstalten im norddeutschen werden, wenn die erforderlichen Mittel durch den Staatshaushalt Wetterdienstgebiet auf. Er soll im Frühjahr wieder aufgenommen bewilligt werden. Die Künfte blühen... Mit welchem Gifer bei uns die Kunst gehegt und gepflegt wird, dabon legen neben der Bevölkerung des Ginzelheiten Beugnis ab. Sogar bis in den vierten Stock und bis Tiergartens mit allerhand Figuren auch sonst mancherlei hübsche in die Bohemegesellschaft eines Malerateliers versteigt sich die höfische Kunstbegönnerung. Rührend ist, was darüber in bürgerlichen Blättern zu lesen ist: Vier Treppen hoch, im Quergebäude Neue Winterfeldtstraße 27, hat der Künstlerverein" Pallas" sein Atelier, wo viel studiert und viel gelernt und nach der Woche saurer Arbeit Zu einer dieser letzten gemütlichen Zusammenfünfte hatte sich der Sonnabendabend auch einmal ein Erholungsschluck genehmigt wird. Bruder der Kaiserin, Herzog Ernst Günther von Schleswig- Holstein angesagt. Um 10 Uhr klingelte es und der Herzog im schwarzen Rock ein. Man machte nicht viel Umstände. Nach einer ganz kurzen - trat mit seinem Begleiter Vorstellung nahm er Platz und brachte seinen ersten Becher den versammelten Kunstjüngern dar, denen er guten Fortgang ihrer Studien wünschte. Ein dankbares, allgemeines" Profit!" war die Antwort. Maier Linckelmann dankte dem Herzog für seinen Befuch. Dann konnte der offizielle" Teil des Abends beginnen: ein Vortrag des Malers Lindelmann. zollten seinen Ansführungen lebhaften Beifall. Darauf trat die Die versammelten Maler Gemütlichkeit in ihre Rechte. In gegenseitiger Aussprache und Kritik blieb man noch lange beieinander." sehr hübsch bemerkt, ein besonderer Ausschnitt aus dem größten In dem Vortrage wurde, wie der Reporter fürstlicher Huld Kunstkreise", die Frage des menschlichen Modells behandelt. Wir nehmen an, daß die königlich preußischen Kunstanschauungen hierbei gebührend berücksichtigt wurden. Die Künstler, die in sinnigdeutscher Weise Bier und Kunst zu vereinigen verstehen, sind hoffentlich alle getreue Wernerschüler. Der Hauptmann von Köpenick auf der Bühne. Daß sich ein Heer von Couplets und Schauerballaden, dichtern". Hintertreppenromanfabrikanten und sonstigen Spaßmachern auf die Köpenicker Tragikomödie weifen würden, war vorauszusehen. Solch ein brillanter Stoff aus dem Leben“ übertrumpft die größte Phantasie und Kombinationsgabe. Es ist alles da, was jeden llnglauben und Zweifel schweigen läßt. Schon find die Parodien, Persiflagen usw. in Vers und Profa nicht mehr zu zählen, und nun tommen bereits ein paar Dußend" Dramen" dazu. Man braucht nur den Juferatenteil der Theaterfachpresse zu durchstöbern, um auf diese Ankündigungen zu stoßen. Kaum war die Affäre zum Abschluß gekommen, standen auch schon mehrere fire Bearbeiter vor diversen Thespistarren und begehrten Einlaß. Mancherlei Ehre ist dem Köpenicker Hauptmann zuteil geworden. In der Glorie des einem ganzen Generalstabe an Intelligenz und strategischem Genie über legenen Helden wandelt er durch ein- bis vieraftige Gesangsvossen,„ tragitomische" Schwänke und„ Begebenheiten", bald als" Herr", bald als" falscher" Hauptmann benamiet immer aber ein„ Schlager ersten Ranges und sensationellste Novität." In einem Falle hat fogar eine Danie bewiesen, daß die weibliche Schnelldichterei der männlichen nichts nachgibt. Sie offeriert ihren selbstverständlich falschen" Hauptmanin, für 6 Personen berechnet, ein für allemal" um 5 M. Ihre Konkurrenten find anspruchsvoller. Einmal werden für das„ Buch mit Aufführungsrecht für Städte unter 10 000 Einwohner, 10 M., Im Kampfe gegen die Sozialdemokratie darf auch der Magistrat mit Rollen 12,50 M." verlangt; sonst aber ist der dramatisierte und der königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin nicht fehlen. bertonte" Hauptmann„ nur gegen Nachnahme oder Voreinfendung Aussicht, zum Sonntag im Börsensaale des städtischen Viehhofes eine Hatten da unsere Genossen des vierten Wahlkreises begründete des Honorars von 20 M." zu haben.„ Riesiger“ und„ BombenErfolg" garantiert und wahrscheinlich." Die Wiener" sind aber Bersammlung abzuhalten, der sie ein gemütliches Beisammensein offenbar allen Theatern im Neich zuvorgekommen. folgen lassen wollten. Weil der Pächter des Lokals damit einverDort, im standen war, hatten die Genossen bereits Plakate drucken lassen und Kolosseum", erzielt nämlich der Schuster von Köpenick" oder„ Ein auch verbreitet, in denen auf diese Versammlung aufmerksam geStaatsstreich von Anno dazumal" allabendlich stürmischen Heiterkeits- macht wurde. Da wurde aber in letter Stunde ein Strich durch die erfolg. Ueber den Inhalt des Sensationsschmarrns verlautet Rechnung gemacht. Der Generalpächter der Restauration teilte folgendes: Drei frechgeniale Gestalten, der Prinz von Liberia, unterm 21. Oktober dem Einberufer mit, daß auf sein Gesuch an Nueham Schapira( ein gerade in diesen Tagen in Wien zu bas Kuratorium des Schlacht- und Viehhofes die Nachricht einge fünfzehn Jahren schweren Kerkers berurteilter Banknoten troffen sei, daß der Antrag nach Beschluß des Magistrats fälscher) und der„ Schufter von Köpenick" plündern den abgelehnt worden sei. Thronsaal des Schlosses, finden hier alte Uniformen und Wie wir erfahren, soll sich in dem Vertrag des Pächters mit benutzen die königliche Leibgarde dazu, das Ganze ins Versatz- der Stadt eine Bestimmung befinden, wonach die Lafalitäten nicht amt zu bringe.t. Dann besegt das Räubertrio das Schloß und zu politischen Versammlungen hergegeben werden sollen. Inwice entthront den König. Kurioserweise und das erhöht den" Effekt" weit dies zutrifft, können wir in diesem Augenblick nicht einwands wandelt der Hauptmann als weibliche Hosenrolle" über die frei feststellen. Nach dem Verhalten des Pächters zu schließen, muß Bretter. So ehrt man an der blauen Donau den Köpenicker er wohl in jedem Falle Genehmigung einholen, sonst wäre die ge Schustergesellen, der, statt den Sessel eines Ministers zu zieren, nun- stellte Anfrage nicht verständlich. Die Antwort des Magistrats ist mehr im Buchthause über den Wandel des Erdenglückes nachzu- aber auf Fälle eine solche, die beweist, daß unsere Stadtväter unter denken gezwungen wird. Inzwischen schneiden die Theaterdirektoren keinen Umständen sich der Förderung der Sozialdemokratie be und Dichter" faftige Riemen aus seiner Haut und lassen sich ihre zichtigen lassen wollen, obwohl auch Sozialdemokraten zu Berliner defeften Stiebeln fliden. Bürgern gehören und auch ihr Teil, und der ist kein geringer, zur Erhaltung städtischer Einrichtungen beitragen. Das wird zivar nichts nüßen, ist dafür aber echt freisinnig. Zur Entlastung der Linien- und Gollnowstraße, zwei Straßen, die, obgleich weder Straßenbahnen noch Omnibusse in ihnen verfehren, vollständig überlastet sind, ist jetzt ein neues Projekt von Brojekt sieht eine direkte Verbindung des Dranienburger Tores Stadtverordneten und Interessenten vorgeschlagen worden. Dies mit dem Viehhof durch die Elsasser-, Lothringer-, Josty, Mehner, Balisaden-, Friedenstraße und Weidenweg vor. Die Joftystraße foll von der Mendelssohnstraße aus über die Neue Königstraße hinweg bis zur Mehnerstraße am Büschingplatz weitergeführt werden. große Verkehr durch die Gollnowstraße und Linienstraße würde in der Hauptsache dann von diesem neuen Straßenzuge, bei dem die vielen Ecken des alten Verkehrsweges im Wegfall kommen, auf birekte Straßenbahn- oder Omnibusverbindung zwischen dem genommen werden. Es würde dann auch möglich sein, eine neue Viehhof, beziehungsweise dem Baltenplatz und dem Oranienburger Tar, beziehungsweise dem Wedding und Moabit zu schaffen, was bisher schwierig war. Scherl und Moffe, den Verlegern der großen Klatschpresse, foll neue Konkurrenz entstehen.. Es wird berichtet, daß die Gründung bereitet wird. Von dem vorgesehenen Stammkapital von zwei einer neuen großen parteilosen" Tageszeitung in Berlin vor Millionen Mark soll der größte Teil schon gezeichnet sein. Als Seele des Unternehmens wird eine früher im Verlag August Scherl tätig gewesene Persönlichkeit genannt. Der Natürlich ist es Unsinn, von einer„ parteilosen" Zeitung zu reden. Alle diese Zeitungen sind mehr oder minder reaktionär und stehen insbesondere den Bestrebungen der Arbeiterschaft auf Sebung ihrer Klassenlage stets feindlich gegenüber. Leider wird ihr Abonnement unterstützt und wird auf diese Weise den Gegnern diese parteilose" Klatschpresse auch noch von vielen Arbeitern durch der Arbeiterbewegung nur Munition geliefert zur Bekämpfung der Arbeiterinteressen. Jeder Arbeiter, der etwas auf sich hält, sollte sich angelegen sein lassen, diese feile Presse aus dem Hause zu den„ Vorwärts", zu halten: das ist er sich und seinen Klassenberbannen und an ihrer Stelle das einzige Arbeiterblatt Berlins, genossen schuldig. die alten Der Magistrat hat beschlossen, zur Freilegung der Christianiastraße eine der breitesten Ringstraßen Berlins Baulichkeiten zwischen der Prinzen- Allee und der Koloniestraße auf Abbruch zu verkaufen und die Straße zu regulieren. die Regulierung herangegangen wird. Es wird wirklich Zeit, daß hier endlich einmal ernstlicher an An lungenschwindsüchtige Invalidenrentner! Der Vorstand der Landesversicherungsanstalt Berlin macht bekannt: Der Magistrat hat die Einrichtung eines großen Lesesaales In unserem Invalidenhause in Lichtenberg werden voraussichtim Spartaffengebäude Bimmerstr. 90/91 genehmigt und die lich im Laufe der nächsten Monate einige Pläße frei.. Wir ersuchen Mittel dafür in den nächsten Etat eingestellt. Der Lesesaal soll im lungenschwindsüchtige Invalidenrentner besonders solche ohne Erdgeschoß vor der Markthalle III, das jetzt vom Märk. Provinzial- eigenen Haushalt welche wünschen, gegen Verzicht auf die bee Jahres eröffnet werden. Gleichzeitig soll eine Bücherausgabe der hause zu finden, Anträge auf Aufnahme in dieses unter Angabe der museum benutzt wird, eingerichtet und zum 1. Oktober nächsten tilligte Invalidenrente, vollständig freien Unterhalt im InvalidenStadtbibliothek dort für das Publikum eingerichtet werden. Die Geschäftsnummer des Rentenbescheides all den Vorstand Räume im Erdgeschoß des Gebäudes müssen zu diesem Zweck etwas zu richten. Auch können Gesuche unter Vorlegung des Rentenumgebaut werden, so daß sie, da sie erst geräumt werden müssen, bescheides im Zimmer 2 unseres Verwaltungsgebäudes, Köllnischer früher nicht disponibel sind. Part 8, mündlich abgegeben werden. Die neuen Fernsprechapparate ohne Kurbel und Batterie, Im Dienst verunglückt ist Donnerstag abend 9% Uhr der auf Modell 1906, wie sie durch den automatischen Anruf und die Zentral- dem Spittelmarkt stationierte Weichensteller der Straßenbahn. Als batterie notwendig geworden sind, sind jezt nach mannigfachen Verler damit beschäftigt war, für die Linie 59 die Weiche au stellen faufte ein Wagen der Zigarettenfabrit Manoli" heran und riß| 11-1 Uhr statt. Alles Nähere ist aus den Programmen der Spandau. ben alten Mann zu Boden. Der Kutscher griff die Flucht, wurde Freien Hochschule zu ersehen, die kostenlos erhältlich sind in der Die Freie Gemeinde hält Sonntag, den 4. b. M., nachmittags jedoch von Radfahrern am Morigplak eingeholt und so die Fest- Akademischen Lesehalle, Akademischen Auskunftsstelle der Universität, 5 Uhr, einen Vortrag über„ Die Entwidelung des Lebens nahme bewerkstelligt. Dem Weichensteller gingen beide Räder über Börsen- Bibliothek, Oeffentlichen Lesehalle Alexandrinenstraße 26, die Beine. Er wurde von Passanten aufgehoben und nach dem Leſehalle der Gesellschaft für Ethische Kultur, Münzstraße 11 und bei Böhle, Neumeiſterſtr. 5, ab. Gäste sind willkommen. Bürgersteig gebracht. Als das Unglück passierte, war kein Schutz- in den Geschäften von Loeser u. Wolff. mann zur Stelle. Erst als sich ein nach Hunderten zählender Menschenschwarm ansammelte, erschien ein solcher. Der Verlegte wurde nach der Unfallstation gebracht. Kein Verbot der Pücklerversammlungen. Die Meldung, daß der Polizeipräsident von vornherein die Veranstaltung neuer Bücklerbersammlungen verboten habe, entspricht nicht den Tatsachen. Die Polizei läßt vielmehr nach wie vor den Dreschgrafen seine Vorstellungen gegen 20 Pf. Eintrittsgeld abhalten. Erst vorgestern abend fand wieder eine Bücklerversammlung im„ Artushof", Berlebergerstraße, statt. Der Graf sprach anfangs recht gemäßigt, brachte zum Schluß aber wieder die blutrünstigen Bilder" vor. Er konnte jedoch seine Rede zu Ende führen, ohne daß die Versammlung aufgelöst wurde. " In der Adalbertstr. 52 erlag ein Kind und in der SellerZwei Gasvergiftungen beschäftigten gestern unsere Feuerwehr. straße 15a eine Frau der Vergiftung. Gestern abend um 10 Uhr kam in der Alexanderstr. 26 ein gefährliches Feuer aus. Futtervorräte u. a. standen dort bei Ankunft der Wehr in Flammen. Der 1. Kompagnie gelang es, durch kräftiges Wassergeben die Flammen an weiterer Ausdehnung zu behindern. Vermischtes. Arbeiter- Athletenbund Deutschlands. In Magdeburg fand am Sonntag, den 28. Oftober, eine Generalversammlung des Athletenverbandes von Magdeburg und Umgegend statt, an welcher auch die Vorstandsmitglieder Keller und Stibbe vom Arbeiter- Athletenbund Deutschlands teilnahmen. Nach einem Vortrag des Genossen Franz Keller beschlossen die Anwesenden in corpore sich dem Bunde anzuBermißt wird seit dem 29. September 1906 die Schülerin schließen. Wir hoffen, daß diesem Beispiele der Arbeiter- Athleten Margarete Hasselmann, am 13. März 1896 in Berlin geboren. Be- Magdeburgs recht bald auch die in anderen Städten bestehenden fchreibung: 1,40 Meter groß, fräftig, blonde Haare, dunkle Augen, Vereine und Verbände folgen werden. Alle Anfragen, auf die Sie war bekleidet mit rundem Strohhut, rotem Kleide, schwarzen bereitwilligst Auskunft erteilt wird, bitten wir an Franz Keller, Strümpfen und Sandalen, blaugestreiftem Barchendhemd, ohne Berlin O. 34, Torellstraße 2, au richten. Die Arbeiterpresse wird Unterhosen und mit blauem Capes. Die Genannte, welche die Ge- freundlichst um Abdruck gebeten. meindeschule in der Olivaerstraße besucht, hat sich am fraglichen Der Vorstand. J. A.: Franz Keller. Tage ihre Zensur abgeholt, ist jedoch in die elterliche Wohnung nicht Ein verliebter Pfaffe. In München erregt das Verschwin zurückgekehrt. Ueber ihren Verbleib ist bisher nichts zu ermitteln ge- den eines jungen katholischen Geistlichen mit einer hübschen Bürgerswesen. Personen, welche die Vermißte noch nach dem fraglichen tochter Aufsehen. Der Geistliche, der Religionslehrer an einer Tage gesehen, oder welche überhaupt irgendwelche Angaben zur Sache Bürgerschule war, hatte mit dem 17jährigen Mädchen schon längere machen können, werden gebeten, dies der Kriminalpolizei, Zimmer 326 Beit ein Techtelmechtel, was dem Vater des Mädchens, der seine Er oder einem Polizeirevier zu den Akten 7676 IV, 14. 06 mitzu- Tochter häufig in Begleitung des Geistlichen sah, auffiel. wandte sich beschwerdefühend an den Erzbischof, der den Religionslehrer bernahm und ihn zu einer zehntägigen Strafe im ErerKasino- Theater. Im neuen Programm des Kasino- Theaters in zitienhaus in Altötting verurteilte. Am Sonnabend sollte der der Lothringerstraße ist nicht mehr wie für alles gesorgt. Wer etwas Geistliche zur Verbüßung der Strafe in Altötting eintreffen. Der Tragisches hören wollte, fand in dem einaftigen Schauspiel Der Geistliche sagte zu seinen Angehörigen, daß er lieber auf seinen lebte Tag" von Fritz Schäfer ſein Bedürfnis befriedigt, sofern Beruf verzichte, als eine Buße zu heucheln wegen eines Vergehens, er feine literarischen Ansprüche stellt. Wie aber auf Regen Sonnen- das in seinen Augen kein Vergehen sei. Am gleichen Tage berschein folgt, so brachte auch hier der eigens für das Publikum des schwand er aus München und mit ihm die Bürgerstochter. NunAuf dem Schlachtfeld der Industrie hat gestern wieder ein Ar- Kasino- Theaters zurechtgestußte Schwant:„ Die beiden Cham- mehr erhielten die Eltern des Geistlichen einen Brief, der mit den beiter sein Leben gelassen. In der A. E.-G. in der Brunnenstraße pignol eine tolle Heiterkeitsstimmung zustande. Hatte im ersten Worten schloß: Wenn Ihr diesen Brief bekommt, bin ich schon über war ein Arbeiter Wilhelm Sprengborn beim Aufheben einer Teil das Publikums ob des Rührstückes Wehmutstränen vergossen, die Grenze. Grundplatte beschäftigt, als auf irgend eine Weise die Absteifung so wollte in diesem Stück die Lachlust kein Ende nehmen, was nicht nachgegeben haben muß und auf Sprengborn, der sich gebückt hatte, um einen Klotz dazwischenzulegen, mit solcher Wucht fiel, daß der Beum wenigsten dem guten Spiel der Mitwirkenden, vor allem des dauernswerte nach kurzer Zeit sein Leben aushauchte. Sp. war Herrn Direktor Berg zu danken war. Auch eines bunten Teiles war verheiratet und hinterläßt Frau und zwei Kinder. Eine Brücke in der Leipzigerstraße. Aus Anlaß der Untertunnelungsarbeiten für die Untergrundbahn am Leipziger Platz ist im Zuge der Leipzigerstraße eine Holzbrücke hergestellt worden, welche die Fortsetzung der Grdarbeiten ermöglicht, ohne irgend welche Störungen für den Verkehr in der Leipzigerstraße herbeizuführen. Dort sind zu diesem Zwecke eiserne Träger über die volle Straßenbreite gelegt, auf welcher eine Holzverschalung aufgebaut ist. Unter derselben können alle erforderlichen Arbeiten für die Untergrundbahn ausgeführt werden, ohne daß der Fahr- und Fußgängerverkehr teilen. in der Leipzigerstraße darunter zu leiden hat. In der gleichen Weise werden auch die Arbeiten am Spittelmarkt ausgeführt werden, woselbst bereits in der nächsten Woche die Tunnelbauanschlußarbeiten nach der Niederwallstraße in Angriff genommen werden. Der Bau der Holzbrücke wird in den Nächten vom Freitag zum Montag ausgeführt werden. Noch ein anderer Unglücksfall wird uns von einem Erweiterungsbau der Kraftstation der Hochbahn an der Trebbinerstraße berichtet. Dort werden Eisenplatten mit Tauen nach dem vierten Stock befördert. Das geschah insbesondere auch gestern. Bei dieser Gelegenheit riß das Tau und die acht Zentner schwere Platte stürzte in die Liefe. Dabei wurde ein Arbeiter getroffen, der auf der Stelle verstarb. Die polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet. Ein Bauunfall wird vom Kurfürstendamm vom Bau Herholz gemeldet. Dort stürzte ein Rabigspanner Pietzeit beim Spannen in den Fahrstuhlschacht und zwar vom zweiten Stock. Mit zerschmettertem Schädel blieb er liegen und mußte später nach einem Krankenhaus gebracht werden. An den Folgen eines Lungenstichs gestorben ist der Omnibusfutscher Alfred Linke aus der Schröderstraße. 2. hatte in einer der letten Nächte vom Dienste heimkehrend die Gartenstraße passiert und als er in die Schröderstraße einbiegen wollte, stürzten plötzlich mehrere junge Leute über ihn her und stachen blindlings mit Messern auf ihn ein. Blutüberströmt flüchtete der Ueberfallene in das Haus Schröderstraße 2 und brach dort bewußtlos zusammen. Er hatte unter anderem auch einen tiefen Stich in die Lunge erhalten und dieser sollte für ihn verhängnisvoll werden. Gestern starb B. an den Folgen der schweren Verlegung. Die Urheber des blutigen Ueberfalls sind halbwüchsige 17 bis 20 Jahre alte Burschen, die es anscheinend auf einen Racheaft abgesehen hatten und ihrem Opfer an der erwähnten Stelle auflauerten. nicht vergessen. Geklatscht wurde reichlich. " Feuerwehrbericht. Der erste Zug hatte gestern in der Landwehrstraße 11 einen Brand zu löschen; Kartons brannten dort. Derselbe Bug wurde nach der Linienstr. 17 gerufen, wo ein Pferd in einen Keller gestürzt war. In einem Maschinenhause der Bankstr. 52 brannten Preßkohlen und anderes und in einem Kellet in der Brizerstr. 6 Balken, Deckenverschalungen und anderes. Ferner hatte Die vierte Kompagnie in der Invalidenstr. 117 zu tun, wo Betten, Möbel und anderes in einer Wohnung in Flammen standen. Wegen eines ähnlichen Brandes erfolgte Alarin nach der Neuen Königstr. 8. Außerdem liefen noch Alarme aus der Werderstr. 7 und von anderen Stellen ein. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. das Seemannslos. Der französische Generalfonful in Guornesey ist von dem Kapitän des Schiffes„ Gazelle" benachrichtigt worden, daß das Schiff auf der Höhe der Casquette- Inseln, das seit sieben Monaten verschwundene französische Fischerboot„ Christoph Columbus" getroffen habe, welches man allgemein als verloren betrachtet hatte. Die Besagung von 30 Mann ist seit mehreren Monaten ernsten Ents behrungen ausgesetzt gewesen, die Nahrung bestand seit Wochen aus getrockneten Fischen. Trozdem weigerte sich der Kapitän des " Columbus", sein Schiff ins Schlepptau nehmen zu lassen und nahm nur Vorräte von Fleisch und Trinkwasser entgegen. Das Schiff war mit Muscheln vollständig bedeckt und besaß feinen einzigen Mast mehr. Ein irrfinniger Muttermörder. Aarau, 2. November. Ver gangene Nacht erschoß ein aus der Fremde zurückgekehrter Sohn des Gymnasiallehrers Winbeler in einem Anfalle von Geistesgestörtheit seine Mutter, seinen Schwager Bandi und sich selbst. 70 Häuser vom Sturm zerstört. Ein furchtbarer Sturm hat auf der Insel Hyères große Verheerungen angerichtet. 70 Häufer find eingestürzt, zahlreiche Familien obdachlos. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter. ( E. H. 29, Hamburg.) Mitgliederversammlung am Sonntag, den 4. Nov., borm. 10 Uhr, bei Hoffmann, Basewalkerstr. 3. Verein der Buchdrucker und Schriftgießer für Nigdorf- Briz. Sonntag, den 4. November 1906, nachmittags 2 Uhr, im Lokale des Herrn Göke, Hermann- und Biethenstraßen- Ede: Vereinsversammlung. Frankfurterstr. 30: Versammlung aller in der Knabentonfektion Beschäftigten. Kein Bügler, feine Näherin fehle. Die Parteigen offen werden ersucht, ihre Frauen und Löchter auf diese Bersammlung hinzuivelfen. In zwei stark besuchten Versammlungen, die am Montag in Hoppes und Thiels Festsälen stattfanden und in denen die Genoffen Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zn unentgeltlicher BeSchubert und Dr. Weyl über die Kommunalpolitik der Sozial- nutzung für jedermann, SW., Allegandrinenstr. 26. Geöffnet täglich von demokratie referierten, traten die Parteigenossen Rigdorfs in die 5-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Wahlbewegung zu den nun endlich seitens des Magistrats auf In den Lesefälen liegen zurzeit 515 Zeitungen und Zeitschriften jeder Art den 14., 16. und 18. November festgesetzten Stadtverordnetenwahlen und Richtung aus. ein. In beiden Versammlungen wiesen die Redner auf die Notwendigkeit der Beteiligung der Arbeiterschaft an den Kommunalwahlen hin, denn gerade bei der Lächerlichkeit des bestehenden WahlDurch einen gjährigen Kutscher ist gestern nachmittag in der systems sei es geboten, daß sich dieselbe über die kommunalen Verhältnisse genau orientiere. Doppelt notwendig sei dies in Rirdorf, Veteranenstraße ein Zusammenstoß herbeigeführt worden. Der wo die bürgerliche Mehrheit von Parteien fann hier nicht die Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeite 9jährige Sohn des Fuhrherrn Paul, Veteranenstraße 24, fuhr Rede sein - es sich angelegen sein lasse, allen sozialen Forderungen, rinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Lichtenberg- Rummelsburg gestern nachmittag gegen 23 Uhr mit einem Kastenwagen vom die nicht hauptsächlich ihren Interessen entsprechen, ihr Ohr zu Heute abend 8 Uhr, bei Setepfand, Rummelsburg, Goethestr. 9: MitgliederHofe herunter, ohne daß auf der Straße vorbeifahrende Fuhrwerke verschließen. Dies wurde treffend in der Diskussion, an der sich bei bersammlung. Gäste willkommen. Sozialdemokratischer Wahlverein für den Reichstags bor dem aus dem Torweg herauskommenden Wagen gewarnt Hoppe Genosse Conrad, bei Thiel die Genossen Dr. Silber- Wahlkreis Brieg- Namslau. Sonntagnachmitag 6 Uhr bei Voigt, Grü wurden. In diesem Augenblick fuhr ein Straßenbahnwagen der stein, Groger, Heller, Wugly und Nimrich beteiligten, nauerstr. 3: Bersammlung. Linie 51 vorüber und der jugendliche Kutscher versuchte vergeblich, bei Besprechung der Schul-, Verkehrs-, Armenpflege, Kranken- Lese- und Distutierklub Freie Zusammenkunft". Sonnabend das Gespann zurückzuhalten. Obwohl er die Pferde zur Seite riß, haus- usm. Verhältnisse treffend gekennzeichnet. Dieser bürgerliche 9 Uhr, Gewerkschaftshaus, Zimmer 16: Vortrag. fonnte er nicht verhindern, daß der Wagen gegen die Borderplatt- Wischmasch setzt sich zusammen aus Leuten, die vor der Montag, den 5. November, abends S, Uhr, bei Habrecht, Große form des Motorwagens stieß. Infolge des Anpralls stürzte der Wahl vor Arbeiterfreundlichkeit triefen, denen ,, nur Junge von seinem Sibe herab und erlitt Verlegungen an der Hand Wohl der Stadt" am Herzen liegt, in Flugblättern und und an der Stirn. Er wurde nach der elterlichen Wohnung gebracht. Bersammlungen alles mögliche und unmögliche versprechen, aber, Von seinem eigenen Wagen totgefahren wurde gestern der sobald sie im Roten Haufe figen, alles vergessen haben. Da nun Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen 32jährige Kutscher Ferdinand Schiffler aus der Schivelbeinstraße 8. in der dritten Abteilung für sie nichts zu hoffen ist, glauben fie in Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch In 69-74 pr. 100 Bid., Sch. hatte einen mit Mauersteinen beladenen Wagen durch die der zweiten Abteilung ihre Mühe besser belohnt zu sehen. Hier la 63-68, IIIa 57-62, IVa 52-56. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, Herthastraße geführt und als er die Pferde durch Peitschenhiebe retten sie den Mittelstand, helfen dem kleinen Geschäftsmann auf die la 88-95, IIa 76-86, IIIa 62-74, bol. 54-60. Sammelfleisch la 72-80, antrieb, septen diese sich in scharfen Trab und fuhren dabei mit Füße, treten sowohl für die Interessen der Hauswirte wie auch der IIa 56-69. Schweinefleisch 62-70. Rehwild Ia per Pfd. 0,60,-0,85, solcher Wucht gegen die Bordschwelle, daß der Kutscher vom Bock Mieter ein, einer immer den anderen übertrumpfend. Treffend a 0,40-0,59. Rotwild Ia 0,40-0,49, IIa 0,00. Damwild 0,35-0,60. herunterstürzte und unter die Räder fiel. Die Pferde rasten wurde dies illustriert an einem Flugblatte, das von nicht Wildschweine 0,25-0,42. Frischlinge 0,60-0,62. Hafen p. Stüd 3-4,00, flein fofort weiter und die schwere Last ging Sch. über die Brust hinweg. weniger als sechs Vereinigungen: Bürgerverein, Mittelstands: 2,50-2,90. Staninchen per Stúd 0,60-1,04. Wildenten per Stüd 0,80-1,60, Stridenten 0,60. Der Unglückliche wurde auf der Stelle getötet. Rebhühner, junge Ia 1,10-1,30, junge la 0,00, alte vereinigung, Deutscher Handlungsgehülfen- Verband(!), Handwerker- 0,75-0,80, junge fleine 0,00. Hübner, alte per Stüd 1,40-2,25, alte innung, Werkmeisterverband und dem Ausschuß der geeinigten" IIa 0,90-1,35, junge per Stüd 0,40-1,10. Tauben per Stüd 0,30-0,45, Eingebrochen wurde in der Nacht vom Dienstag zum Mittwoch Beamten und Lehrer unterzeichnet. herausgegeben wurde. Hierbei ital. 0,58. Enten, junge per Stüd 1,20-3,00, alte per Stid 0,00, Hamburger, in der Kunstglaserei von Schulz u. Jost, Prinzenstr. 26. Den verdient besonders eine in den Versammlungen wiedergegebene, mit junge per Stüd 3,10.( Sanje, Oderbrucher, per Bfd. 0,50-0,63, do. Ia per Stüd Spitzbuben fielen 7 bezw. 116 Mart in die Hände, die in ber- Seiterkeit aufgenommene Aeußerung eines Herrn Guthjahr, 3,00-4,40, IIa 2,50-2,60. echte per 100 Bid. 64-69, matt, groß 63, fchiedenen Kästen aufbewahrt wurden. Magistratssekretär und Bureauvorsteher, Mitunterzeichner des er- flein 0,00. Aland 0,00. Schleie 87, große 92-95, fleine 120-122, Bleie Bei Ausschachtungsarbeiten auf dem Grundstück Rungestr. 25/27 wähnten Flugblattes, hervorgehoben zu werden. Der Herr lehnt 0,00. ale, groß 0,00, mittel 0,00, flein 0,00, unsortiert 0,00. Blözen, matt stürzten gestern vormittag einige Kubikmeter Erde von einer zwei Beamten ab, während er als städtischer Beamter auf die Arbeiter- Bleifische 0,00. nämlich jedes Eintreten der Sozialdemokraten für die Lehrer und 24-41. Starpfen, unfort. 0,00, do. 25er Laufiger 0,00, do. 40-50er 64-70, do. 100er Schlesische 0,00. Barse, matt 0,00. Starauschen 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 52. Amerit. Lachs Ia Meter hohen, senkrecht abgestochenen Erdwand hinab und beschaft im allgemeinen sehr schlecht zu sprechen ist. Nun, unsere Ge- neuer per 100 Pfd. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do IIIa neuer 75. gruben den 37jährigen Arbeiter Anton Mikulski. sowie den nossen werden ihm, wenn nicht früher, so bei der nächsten Etat- Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,30, Danziger, Wall 17jährigen Arbeiter Josef Florkowsky. Mitarbeiter befreiten die beratung, wenn sein Gehalt auf der Tagesordnung steht, schon die 0,70-0,80. Flundern, pommersche Ia, per Schod 3-6, do. pommersche beiden von den Erdmassen. Mitulski hat einen linken, Florkowsky gebührende Antwort geben. IIa 2-4, Rieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber Stifte 2-3, Hamb. einen rechten Unterschenkelbruch erlitten. Die Schuld foll den Vor- Borerst appellieren wir aber an die Parteigenossen wie an die Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Stieler 3,50-5,10, Stralfunder 4,00-5,00. Aale, groß per Bid. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, arbeiter Waldemar Müller treffen. gesamte Arbeiterschaft, am Tage der Wahl nicht nur in der dritten, flein 0,50-0,60. Heringe per Schod 4-5. Schellfische stifte 4-5, do. Die freireligiöse Gemeinde veranstaltet nächste Woche drei fondern auch in der zweiten Abteilung auf dem Posten zu sein., Stifte 2-3. Stabliau, p. 100 Bfb. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902er naturwissenschaftliche Lichtbildervorträge. Darwinismus Kein Mann, darf fehlen! Rüttelt die Säumigen auf, ermahnt sie per Anfer 95, 1904er 95, 1905er 90, 1906er 70. Schottische Bollheringe 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. und die Kunstformen der Natur( Urpflanzen, ürtiere, Radiolarien an ihre Pflicht, weckt das Juteresse für die kommunale Tätigkeit. Beringe, neue Matjes, per ½ To. 60-120. Sardinen, ruff., Faß usw.). Nach Professor Ernst Haeckels berühmtem Bilderwerk. Er- Die prozentuale Beteiligung an den Stadtverordnetenwahlen war 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, läuternder Vortrag von Herrn E. Vogtherr. Die Vorträge finden bisher in Rigdorf eine minimale. Das soll und muß anders werden. Schodjay 11, fleine 5-6, Riejen 14. Hummern, fleine, per Bid. 0,00. statt: Am Dienstag, den 6. November im Moabiter Gesellschafts- und dafür zu agitieren bis zum Tage der Wahl sei die Aufgabe Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Land-, per Schock 4,00-4,60. Butter Streble, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, uniort. 0,00. haus, Wicleffstraße 24; am Donnerstag, den 8. November in Kellers großem Festsaal, Inhaber A. Freher, Stoppenstraße 29; am Freitag, der Arbeiterschaft Rigdorfs. per 100 Bid. la 127--130, Ila 120 126, IIIa 115-119, abjallende 103-110. den 9. November, im großen Saal der Neuen Welt, Hasenheide 108 Saure Surfen Schod 3,50-4,00, Bieffergurtey 3,50-4,00. Kartoffeln Wilmersdorf. bis 114, abends 8½ Uhr. Billetts, zu einem beliebigen dieser Vorper 100 Bid. 0,00, magnum bonum 1,90-2,10, Dabersche 1,90-2,10, Rosen 0,00, weiße 1,60-1,80, Salatfartoffeln 4,00-5,00. Spinal Eine Protestversammlung Wilmersdorfer Bürger, die am träge berechtigend, toften 20 f. per 100 Pfund 3,00-5,00. Karotten per Schodbund 2-3. Donnerstag unter starter Beteiligung im Kaiserplatz Stafino tagte. Gellerte, hiesige, per Schod 4,00-6,00, bo. pommeriche 4,00-5,00. Bwiebeln An der Humboldt- Akademie, Lehrstätte NO.( Königstädtisches beschloß eine Petition an die Eisenbahndirektion Berlin, in der um große, per 100 Bfd. 3,00-3,50. do. fleine 2,00-2,50. do. hiesige( Berl) Realgymnasium, Elisabethstr. 57/58), beginnen Donnerstag, den die Aufhebung der feit einigen Tagen verfügten Tunnelsperre auf 0,00. Charlotten 50-60. Beterfilie, grün, Schockbund 1,25. Stohlrabi per 8. November, abends 8 Uhr, die boltstümlichen Vortrags- dem Ringbahnhof Wilmersdorf Friedenau gebeten Schod 0,50-0,80. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen per reihen. An diesem Abend beginnt Herr Dr. J. Wurm die erste wird. Außerdem wird eine Deputation die Bürgermeister von Schod- Bd. 0,60-0,80. Salat, per Schod 1,00-2,00. Bohnen, grüne, Serie seiner Vorträge über„ Das Auge und seine Pflege". Pfefferlinge per 100 Bid. Wilmersdorf und Friedenau um ihre Intervention in der Angelegen- per 100 Pfund 0,00. Wachsbohnen 0,00. Am Sonnabend, den 10. November, präzis 9 Uhr, beginnt heit ersuchen. In der Versammlung wurde hervorgehoben, daß das 10-15. Mobrrüben per 100 Bjd. 2-2,50. Teltower Rüben p. 100 Bfd. 10-12. Herr Dr. Hirschberg den ersten Teil der Geschichte der Oper" Verbot, den Bahnhofstunnel als Durchgang zu benutzen, gerade den do., Erfurter, Kopf 0,12 0,18. Wirsingfohl per Schod 3,00-8,00. Rotkohl Weiße Rüben, große 2-5, fleine 5-7. Blumenkohl per Wandel 1,00-2,50. ( mit pianistischen und gesanglichen Erläuterungen).( Das Nähere Verkehr zwischen den belebtesten Teilen von Wilmersdorf und 0 enthalten die in allen Bureaus gratis zu beziehenden Programme.) Friedenau nahezu vollständig unterbinde. Man nimmt andererfeita P. Schod 3,00-8,00. Weißfob! p. Schod 2,00-5,00. Rosenfohl p. 100 Bfd. Der II. Wissenschaftliche Abend" findet für das an, daß die Eisenbahnverwaltung mit ihrem Berbot nur verhindern rüben Schock 2,50-3,00. Kürbis 2-3,00. Birnen, per 100 Bfd. hiesige 5-20, Gebiet der Literaturgeschichte Sonnabend, den 10. November, will, daß der Durchgangsverkehr zu einem Gewohnheitsrecht wird. böhmische 6-25. Alepfel, per 100 Pfd., hiesige 4-20, Gravensteiner abends 8 Uhr, in der Aula des Dorotheenstädtischen Die Gemeinde Wilmersdorf will neben dem Bahnhof einen neuen Realgymnasiums, NW., Georgenstr. 30/31, statt. Bor: Durchgang anlegen. tragender ist Herr Dozent J. H. Andresen, der über„ Henrit Wergeland und seine Beit" spricht. Der Vortrag ist für Treptow- Baumschulenweg. alle frei. Rundgang durch den Zoologischen Garten mit wissenschaftlichen Erläuterungen des Tierbestandes von Prof. Dr. L. Heck( Direktor des Zoologischen Gartens) und Dr. phil. O. Heinroth( Assistent am Zoologischen Garten). Diese, von der Freien Hochschule ber anstalteten Führungen finden an den nächsten fünf Sonntagen von Die Parteigenofen werden nochmals auf das heute stattfindende zehnjährige Gründungsfest des sozialdemokratischen Wahlvereins aufmertsam gemacht. Der Beginn ist pünktlich auf 9 Uhr festgesetzt. Es werden daher die Parteigenoffen ersucht, mit ihren Angehörigen auch pünktlich zu erscheinen. Eintrittskarten a 50 Pf. intl. Kanz find noch bei allen Bezirtsführern au baben. 8-20, Tiroler in Fässern 20-30, do. Loſe 0,00, mert, 17-30. Breißel beeren, schwedische 0,00, Gebirgs 30-37. Walnüsse per 100 Bfd. 16-20, fleine 0,00. Pflaumen, per 100 Bid., hiesige 6-10, böhmische 10-12, do. große 0,00. Bitronen, Messina 300 Stüd 14,00-18,00, 360 Std 8,00-16,00, 200 Stud 10-14, 420 Stüd, flein 5-8, 500 Stüd, lein 5-8. 1 --Meter, bei Unstrut bei Neiße Wasserstand am 2. November. Elbe bet Mufftg Dresden-1,26 Meter, bei Wagdeburg+ 1,25 Meter. Straußfurt Weter. Oder bei Ratibor+ 1,08 Meter. mündung+ 1,30 Meter. Oder bei Brieg+1,78 Meter.- Ober bei Breslau Unterpegel 1,34 Meter Unserem Genossen und Bezirks. affierer 25205 Wilhelm Dietrich nebst Frau zu ihrem heutigen Hochzeitstage die besten Wünsche und ein donnerndes Hoch!!! Die 1. Abteilung. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Am 31. Dftober verstarb unser Mitglied, der Stellmacher Hermann Beyer Beusselstr. 64. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. November, nachmittags 32 Uhr, von der Halle des Heilandskirchhofes in Plößensee aus statt. Um 31. Oftober verstarb unser Mitglied, der Zimmerer Karl Kühnapfel am Scharnhorststr. 34a. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. November, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Gnadenkirchhofes, Barfusstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Todes- Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein innigft geliebter Mann, Vater, Bruder, Schwager u. Schwiegersohn, der Hochspannungswärter Richard Güthler am 30. Dftober im Alter von 29 Jahren tödlich verunglückt ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Witwe Helene Güthler u. Sohn. Paul Güthler. Witwe Güthling geb. Güthler. Familie Lichtenberg. Familie Gesche. Familie K. Fredrich. Familie 0. Fredrich. Witwe Fredrich. 28192 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. November, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen balle des Gethsemane- Stirchhofes, Nieder- Schönhausen aus statt. Sozialdemokratisch. Wahlverein Treptow- Baumschulenweg. Den Mitgliedern die traurige Nachricht, daß der Parteigenosse Richard Spieß plötzlich nach furzem Strantenlager im bollendeten 44. Lebensjahre verstorben ist. 203/16 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. November, nachmittags 3/2 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindefriedhofes in Treptow, Neue Strug- Allee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. de Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Richard Spieß am am 31. Dftober gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. November, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenz halle des Treptower Kirchhofes in Treptow, Neue Krugallee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 159/10 Die Ortsverwaltung Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Drechsler und deren Berufsgenossen. ( E.H.86) Hamburg. Verw. Berl. A. Den Mitgliedern hierdurch zur Nachricht, daß unser Mitglied Richard Spiehs am am 1. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 4. d. M., nachmittags 31, Uhr, von der Leichen halle des Treptower Kirchhofes, Neue Krug- Allee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 25085 Die Ortsverwaltung. Pacific Mit Am 30. b. M. starb nach langem schweren Leiden der Seherinvalde Julius Weisse geboren 4. Juli 1836 zu Berlin. Während seiner langjährigen Tätigkeit unter uns hatten wir biederen Gelegenheit, seinen Charakter tennen und schäzen zu lernen. Ein ehrendes Gedenken be2514b wahren ihm Die Kollegen der Nordd. Buchdruckerei. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. November, nachmittag 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde Friedhofes, Weißensee, Rölkestraße, aus statt. Zentralverbands.Böttcher u. Hülfsarbeiter Deutschl. ( Filiale Berlin.) Den Mitgliedern zur Nachricht. das unser Mitglied Turn- Verein Fichte" Berlin Mitglied des Arb.Sonnabend, 3. November 1906 Turner- Bundes. Aktien- Brauerei Friedrichshain Künstler- Konzert. Mitwirkende: Berliner Sinfonie- Orchester. Kapellmeister: Herr Maximilian Fischer. Solist: Herr Harfenvirtuos Josef Ziegenheim, Kgl. Kammermusiker. Rezitationen: Herr Max Laurence. Anfang 8 Uhr. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme und reichen Kranzipenden bei der BeKarl Löhnerdigung am 30. Oftober geftorben ift.erdigung meines lieben Mannes und Ehre seinem Andenken! am Die Beerdigung findet Sonnabend, den 3. November, nachmittag 3, Uhr, von der Leichenhalle des Weißenseer Gemeinde- Kirchhofes, Röhlkestr. 48, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 39/12 Der Vorstand. 110 Christian Lehnig sagen wir allen Verwandten und Befanrten, den Genossen des 499. Wahlbezirtes, fowie dem Bauchklub, Beilchen blau" unseren innigsten Dant. Witwe Auguste Lehnig geb. Miether 24736 nebst Kindern. Jeden Sonntag bei Verein Berliner Hausdiener Augustin, e 103 gegründet 1883. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß Kollege Hugo Rosenberg 25226 am ( Eisenbahnstr. 15) verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 3. November, nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Todesanzeige. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Paul Hausmann am 30. Dttober im Alter von 38 Jahren gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonnabend, den 3. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Charité aus nach dem Friedhofe der Charité, Müllerftraße, ftatt. 164/15 Die Ortsverwaltung. Sänger- Chor III. ( Mitgl. d. A.-S.-B.) Allen Genossen und Sanges. brüdern zur Nachricht, daß unser lieber Sangesbruder, der Mechanifer Richard Güthler am Dienstag, den 30. Dttober, burch einen Unglüdsfall im Bes ruf plöglich verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. November, nach mittags 8 Uhr, von der Leichen balle des Gethsemane- Kirchhofes aus statt. 191/2 Der Vorstand. Allen Bekannten und Kollegen zur Nachricht, daß am 1. Novbr., morgens 8 Uhr, mein lieber Mann, mein guter Vater, der Maler Otto Peucker sanft entschlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Ernestine Peucker, geb. Körting und Sohn. Die Beerdigung findet Sonntag, nachm. 3 Uhr, von der Halle des neuen Zwölf Apostel Kirchhofes aus statt. 25256 PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 165 Spezialarzt für Haut- und Harnleiden, 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Trockeneierpulver Gemütl. Familienanfenthalt. Gegründet 1864. PelzwarenFabrik S. Schlesinger Neue Königstr. 21 II ( Ordonnanzhaus). 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