Kr. 258. Hbonnemsn.'z-keckingliligtk: aScnnemcnlä• Preis pränumerando; Sierieljiihc!. 3,30 Mk., nionaU. 1,10 Mk,, InSchentlich 28 Psg. frei ins HauS, ginjeme Nim im er B Pfg, EonnlagS» Nummer rml illusirierter Sonntags. Beilage.Die Neue Weil" 10 Pig, Poll- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingelragen in die Post. ZeitungS- Preisliste, Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland 3 Marl pro Monat. PostabonncnienlZ nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland. Italien, Luxemburg. Portugal. näniea, Schweden und die Schweij, S3. Jahrg. WittlRt täglich auQcr(nontaat, Verlinev Volksblettk. DK InKrtionS'6cbflI)f Behfigt für die sechsgespaltene Kolokiel- geile oder deren Raum 30 Psg„ für politische und gewerkschaslllche Pereins- und Bersammlungs-Anzeigen 30 Psg, „Alelne �nieigen", das erste(seit- gedrucktes Wort 20 Psg,, jedes Ivciiere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Echlas- stellen-Anzeigen da§ erste Wort 10 Psg,, jedes weitere Wort 5 Psg. Worte über 13 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate sür die nächste Nummer müssen biS 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöfsnet. Telegramm-Adresse: ,.S»as»IlIt«»Ilk«»eklig-. Zcntratorgan der rozialdemokrattfchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 601. 68, Lindenstrassc 69. Keriiipreckieri Elm» IV, Nr. Sonntag, den 4. November 1906. Expedition: 801. 68» Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Nin» IV. Nr. l»8t. vor der Zweiten Lesung. Wien, 2. November 1906.. Die Ausschußberatung der Wahlreform ist beendigt, und dm fünften November wird im Plenum die zweite Lesung be- ginnen. Schon äußerlich steht diese Ausschußverhandlung imponierend da. Eingebracht wurden die Wahlreform- vorlagen von der Regierung Gautsch am 23. Februar: die erste Lesung begann im Plenum am 7. März und endete, nachdem sie elf Sitzungstage beansprucht hatte, am 23. März, an welchem Tage die Zuweisung an den aus neununddreißig Mitgliedern bestehenden Wahlreformausschuß erfolgte. Der Ausschuß hielt seine erste Sitzung am 28. März, seine letzte, der eigentlichen Wahlreformvorlage gewidmete, am 29. Oktober: er hat also, die Vertagungen eingerechnet, sieben Monate gearbeitet! Sieben Monate voll Auf- regung und nervenzerstörender Anspannung, die man wahr- lich kein zweites Mal mitmachen möchte. Zwei Regierungen sind über die Reform gestürzt und erst der dritten, dem parlainentarischen Kabinett Beck, war es vergönnt, das Schiff durch die Brandungen in den Hafen zu tragen. Wohl darf man sagen, in den Hafen, obwohl vor dem ersehnten Ziele noch die Plenarverhandlung steht, und es ebenso aller Energie wie Geistesgegenwart bedürfen wird, der tückischen Anschläge der nimmer rastenden Wahlreformfeinde Herr zu werden. Die Ausschußverhandlung hat, indem sie alle Hindernisse überwand und alle Fragen löste, die Sieghaftig- keii des Reformgedankens so eklatant bezeugt und die Ge- wißheit der Reform so im Bewußtsein aller verankert, daß nun niemand mehr an ihr Scheitern denkt und jeder mit ihrer Gesetzwerdung rechnet. Das wird ihr in der Plenarvcrhand- lung helfen und sie durch das Gestrüpp der Geschäfts- ordnungsbindernisse zur letzten Abstimmung tragen. Die österreichische Wahlreform ist eine gesetzgeberische Leistung, der sich in der Geschichte sämtlicher Parlamente ein Beispiel schwerlich an die Seite stellen kann. Daß ein großer Staat in die Lage kommt, sein Wahlsystem von Grund aus um- zugestalten, also nickt etwa bloße Reformen bezüglich der Wahlberechtigung vollzieht, bei der Wahlkreiseinteilung sich nicht auf Ausgleichung von„Unstimmigkeiten" beschränkt, sondern daß er— vom Grund bis zum Giebel— ein ganz neues Haus aufbauen, also ein neues Wahlrecht und eine neue Wahlkreiseinteilung schaffen muß, das war, da Ver- fassungen überall auch technisch ein Produkt der EntWickelung sind, noch nirgends notwendig. Der Unterschied zwischen der österreichischen Wahlrcform und Wahlreformen in allen anderen Ländern liegt aber nicht bloß im Umfange der Reform, sondern vornehmlich in der Z e i t: es ist etwas anderes, Wahlkreise einzuteilen, wenn die modernen Klassen- gegenjätze gleichsam erst in Keimen vorhanden sind, und etwas anderes, wenn sie schon ihre volle Schärfe und Ausvrägung erhalten haben: etwas anderes, wenn die politischen Parteien ihr Ringen erst anheben, als wenn der politische Kampf bereits die Anfangsstadien überschritten hat. Vor vierzig Jahren kam man mit einem Prinzip aus:— so und so viel Einwohner bilden einen Wahlkreis, und man konstruierte also Wahlkreise gemäß diesem Prinzip, ohne dabei von politischen und sozialen Gegensätzen und ihren Ansprüchen verfolgt zu werden. Aber heute wäre die Aufgabe auch in einem national einheitlichen Lande, etwa in Preußen, so einfach nicht: heute würde der Gegensatz von Stadt und Land, der Egoismus der mit den Wahlkreisen verknüpften Parteien, nch seinen politischen Besitz zu erhalten, heute wurde die gesamte politische und soziale Entwickelung die Anwendung des Prinzips stören und seine Realisierung trüben. Nun ist aber Oesterreich bekanntlich ein Nationalitäten st aat, wird von acht in ihrer Größe, Entwickelung und Bedeutung sehr ungleichen Völkern bewohnt. Die Mandatsverteilung und Wahlkreis- cinteilung der Wahlreform war also auch das schwerste und umfassendste nationale Problem, das dieser Staat jemals zu bewältigen hatte, und das er jetzt bewältigen mußte, wo alle Nationen ungleich fortgeschritterner und selbstbewußter sind, als es der Fall war, da man im sonstigen Europa Wahl- reformen machte. Vor vierzig Jahren, als Schmerling mit dem Kuriensystem die deutsche Vorherrschaft etablierte, die von den wirkenden Kräften so rasch in Trümmer geschlagen wurde: vor dreißig Jahren, als die gegenwärtige Wahlkreis- einteilung gebildet war, da waren die nichtdeutschen Völker Oesterreichs alle noch schwach, unentwickelt, wenn das Wort Nationen gegenüber zulässig ist: bescheiden. Auch ist die Verfassung damals„gegeben" worden. Daß trotz dieser un- geheuren, durch die eigentümliche Natur Oesterreichs be- dingten Schwierigkeiten die Arbeit möglich war, daß die politischen, die sozialen, die nationalen Gegensätze über- wunden wurden, und zwar überwunden wurden durch den ™ r �iionen selbst, das ist es. was die österreichische Wahlreform zu einer erstaunlichen Leistung macht. Wahlrecht wird das Aussehen des oster- reichlichen Abgeordnetenhauses von Grund auf ändern. Be- kanntlich beruht das gegenwärtige Wahlsystem auf den Kurien, von denen jede einen Teil der Abgeordneten er- wählt. Es sind deren fünf: die des Großgrundbesitzes, die sich auS den Besitzern des ehemals landständischen Grund- besitzes rekrutieren: die der Handelskammern, deren Wähler die Mitglieder der Handels- und Gewerbekammern sind: die der Städte und städtischen Orte: die der Landgemeinden(in welchen beiden die Wahlberechtigung an eine direkte Steuer- leistung von 8 Kronen geknüpft ist) und die der im Jahre 1896 geschaffenen neuen, sogenannten fünften Kurie, in der das Wahlrecht allgemein ist, in der also alle Wahlberechtigten — die Wähler der anderen Kurien eingeschlossen wählen können. Das Verhältnis von Wählern und Abgeordneten ist bei dem gegenwärtigen Kurienwahlsystem folgendes: Großgrundbesitz..£5 431 Wähler 85 Mandate HandelSlammern. 535„ 21„ Slädlekurie.. 493 404„ 118, Laiidgemeindekurie. 1 585 46G„ 129„ Allgemeine Kurie. 5 004 466„ 72„ Demnach entfällt jetzt durchschnittlich im Großgrund- besitz e i n Abgeordneter auf 64 Wähler(in Niederösterreich einer auf 25, in Böhmen auf 19, in Mähren auf 29, in Schlesien auf 16 Wähler), in der Handelskammer einer auf 26, in den Städten einer auf 4193, in den Landgemeinden einer auf 12 299, in der allgenieinen Wählerklasse einer auf 67 593 Wähler. Das neue Haus wird nun aus allgemeinem und gleichem Stimmrecht hervorgehen, und zwar, mit einer einzigen Aus- nähme(den Landge meinden Galiziens), in Einwahl. Ein Wahlbezirk— ein Abgeordneter. Es werden also auch Stadtbezirke, die mehr als einen Abgeordneten wählen(das sind z. B. von den Wiener 21 Bezirken nicht weniger als 19), in Wahlbezirke geteilt. Das neue Haus wird nicht weniger als 516 Abgeordnete zählen, wird also zum dritten Male be- trächtlich vergrößert. Obwohl das die Arbeitsfähigkeit des neuen Parlaments sicherlich nicht steigern wird, konnte die Vermehrung doch nicht umgangen werden: war sie doch der einzige Weg. die Schwierigkeiten bei der Wahlkreiseinteilung zu überwinden. Aus die Länder verteilt sich die Zahl folgendermaßen: Mandate früher: jetzt: Böhmen........ 118 130 Galizien........ 88 106 Niederösterreich...... 55 64 Mähren........ 44 49 Steiermark....... 28 30 Tirol......... 21 25 Oberösterreich...... 20 22 Schlesien........ 13 15 Bukowina....... 11 14 Krain......... 11 12 Salzburg........ 6 7 Jstrien........ 5 6 Görz und Gradisla.... 5 6 Dalmatien....... 11 11 Kärnten........ 10 10 Trieft......... 5 5 Vorarlberg....... 4 5 Mit Ausnahme der vier letzten sind die Mandate aller Länder vermehrt worden. Nach der Nationalität verteilen sich die Mandate folgendermaßen: Deutsche.......... 233 Tschechen.......... 108 Polen........... 81 Ruthenen.......... 33 Slovenen.......... 24 Serbokraten......... 13 Italiener.......... 19 Rumänen.......... 5 Die Wahlberechtigung ist an die österreichische Unter- tanenschaft, das vollendete 24. Lebensjahr und an eine ein- jährige Seßhaftigkeit in der Gemeinde geknüpft. Das Wahl- recht ist gleich(jeder Wähler hat also eine Stimme) und wird direkt und geheim mittelst amtlichen Stimmzettels ausgeübt. Wahlort ist jede Gemeinde, nur in Galizien können Ge- meinden bis zu 1599 Einwohnern zu Wahlorten zusammen- gelegt werden— was natürlich nur eine Konzession zu- gunsren der Schlachtschitzen gegenüber den Ruthenen ist. Die Wahl findet in allen Wahlbezirken an einem Tage statt: auch die Stichwahlen sind an eineni Tage vorzunehmen, welcher Tag schon bei der Wahlausschreibung festzusetzen ist. Die Einführung der Wahlpflicht wird in das Belieben der Landesgesetzgebung gelegt! Die Größe der Wahlbezirke ist natürlich sehr verschieden, was zum Teil unvermeidlich war, zum großen Teile aber eine bewußte Ungleickbeit bedeutet: das Wahlrecht begünstigt in erster Linie'Nationen, in zweiter Linie die städtische und industrielle Bevölkerung. In dieser Hinsicht unterscheidet sich die österreichische Wahl- rekorm von dem Wahlsystem im Deutschen Reiche ganz außer- ordentlich, ist darin das strikte Gegenteil von ihm. Es wird wählen: Wien.... mit 1 527 000 Einwohnen: 33 Mgeordnete Prag(m. Vorort.) u 402 000» 13» Lemberg..., 156 000„ 7„ Krakau....» 80 000, 5„ Graz 141 000„ 4 Brünn....„ 110000„ 3» Trieft....„ 151 000„ 6„ Ebenso begünstigt werden auch die kleinen, ja kleinsten Städte. So wählen Karlsbad. Teplitz. Neichenberg. Aussig, Leibach, Klagenfurt, Wiener-Neustadt, lauter Städte mit 19999 bis 39 999 Einwohnern jede einen eigenen Ab- geordneten, Innsbruck deren zwei, Linz drei! Eine Be- günstigung, die sich aus der geringen Städtebildung Oester- reichs leicht erklärt. � � Die zweite Lesung beginnt im Plenum am nächsten Montag und wird dann ununterbrochen fortgeführt werden. Da die Vorlage in der Form eines Dringlichkeitsantrages auf die Tagesordnung gelangt, so kann sie von der Ob- struktion durch Tringlichkeitsanträge nicht mehr behelligt werden. Trotzdem wird es aller Energie bedürfen, um mit der Verhandlung bis zum 15. November, an welchem Tage die Delegationssession beginnt, fertig zu werden. Sind doch nicht weniger als 67 Minoritätsanträge(Anträge von Aus- schußmitglieder) eingebracht, durch die alle kritischen und heiklen Fragen, die die Ausschußverhandlung so schwierig gestaltet haben, auch ins Plenum gebracht werden. Aber trotz aller Widersprüche und Gehässigkeiten wird das Werk, in welchem der Wille aller Nationen Oesterreichs verkörpert ist, und in dem die Entschlossenheit der Millionen Rechtlosen lebt, sein Ziel sicher und rechtzeitig erreichen. pditilcke Qeberlicbt Berlin, den 8. November. Eine Zentrumsgröße. In nahezu zweiwöchiger Verhandlung befaßte sich unter ge- waltigem Zudrang des Publikums das Schöffengericht Köln mit der Privatbeleidigungsklage des Kölner Zentrumsführers Franz Zillens gegen die Verfasser und Verbreiter einer Bio- schüre, die vor einigen Monaten erschien und reißenden Absatz fand. Der Titel der Broschüre lautete:„Herr Zilkens! Herunter mit der Maske!" Der Verfasser ist ein Kauf- mann I. Hewel, ein polittsch indifferenter Mann, der die Bro- schüre lediglich deshalb herausgegeben hat, weil, wie er darlegt, Zilkens ihn um ein mehr als 700 000 Mark betragendes Vermögen gebracht hat. Herr Zilkens war ursprünglich ein bettelannes Schreiberlein. In mehrere Jahrzehnte dauernden: unablässigen:, zähem und skrupellosem Streben hat er es zum mehrfachen Millionär, größten Grundbesitzer von Köln-Ehrenfeld und zun: Gutsbesitzer gebracht. In der Zeit des Kulturkampfes halfen die Klerikalen dem jungei: Mann in den Sattel und er entwickelte mit der Zeit ein solches Talent in Geldgeschäften und Grundstücksspekulationen, daß man bestimmt noch großes von ihn: erwarten konnte. Heute ist der Mann Ritter eines päpstlichen Ordens, Stadtverordneter und mit dein Abgeordneten Eduard Fuchs gemeinsam Oberbefehlshaber der Kölner Zentrum slvahltruppen. Im Sankt Leobau in Köln-Ehrenfeld, dem Heerlager der dortigen Ultra- montanen, hängt fein lebeitsgroßes Bild st: Oel gemalt. Lassen wir die Gerichtsverhandlung sprechen. Der Beklagte Hewel erklärte, er habe durch Zilkens und die mit diesem sozusagen idenüsche„Bank für Landwirtschaft und Gewerbe" Hab und Gut verloren; seine sämtlichen Häuser seien subhastiert worden, und die meisten und besten habe die Zilkensbank an sich gebracht: er habe dreiviertel Millionen Mark verloren. Es liegen in der Tat (Siehe Nr. 123 des„Vorwärts", dritte Seite„Eine Zentrumsgröße".) zwei Urteile des Landgerichts Köln vor, worin der Geschäftsverkehr der Zilkensschen Bank mit Hewel als„eine fortgesetzte BeWucherung" des letzteren bezeichnet loird: das ganze Verhalten deS Direktors Zilkens lasse erkennei:, daß die Bank von vornherein die Absicht hatte, Hewel zu„machen" und„sich in den Besitz der rentabelsten Besitzstücke deS Hewel auf billigste Weise zu bringen." Also gerichtlich festgestellter Wucher und Halsabschneidereil Schon im Jahre 1370 hat Zilkens seine geldbringende Tätigkeit begonnen. Damals waren die Geschäfte noch recht kleinlicher Art: aber trotzdem hieß Zilkens schon in eingeweihten Kreisen der „Pferdedieb" und„Erbschleicher". Er war Privat- schreiber des Ehrenfclder Bürgern:eisters. Eine Zeugin bekundet, sie habe damals viel Scherereien mit dem Bürgermeistera»:t gehabt, als sie etwas bauen wollte.(Die Zeugin war damals eine«ga- laute" Dame!) Sie habe sich an Zilkens gewandt, der damals ein armer Schlucker war, und innerhalb 24 Stunden habe sie die Bauerlaubnis gehabt; dafür habe sie Zilkens 66 M. gegeben. Die Verteidigung stellt fest, daß Zilkens die Zeugin jetzt vor ihrer Vernehmung in Charlotten- bürg aufgesucht hat. Infolge dieser 60 Mark-Affäre ging damals die Rede: Das„Käthchen von Ehrenfeld", jene galante Dame, die von einem Weinhändler ausgehalten wurde, habe ZilkenS den Heiratsanzug geschenkt. Damals stand Zilkens schon im Vordertreffen der ultramontanen Bewegung. Das hinderte ihn nicht, das folgende„Geschüft" zu machen: In Ehreitseld war eine Holländerin, ebenfalls eine Halbwelt- dame(II) gestorben. Es hieß, Erbci: seien nicht vorhanden, und das Haus wurde versiegelt. Der Fiskus schien die Hinterlassenschaft zu bekommen. Herrn ZilkenS aber„gelang" es die Erben zu finden; er reiste nach Holland und kaufte ihnen die Hinterlassenschast für 700 Gulden ab. Die Sache wurde ruchbar und kam in die liberale Presse. Die Erben sandten einen Anwalt nach Ehrcnfeld und Herr Zillens sah sich gezwungen, das merkwürdige Geschäft fahren zu lassen und sich mit dem Auwalt zu verständigen. Als die Siegel- abnähme erfolgte,' ergab sich, daß 4760 Taler vorhanden waren, wovon Herr Zilkens, wie er angibt, 1226 Taler erhielt; 1000 Taler babe der Anwalt als Entschädigung ttnb Honorar erhalten. Durch d!e Verteidigung aher wird aus den Akten festgestellt, dag ZilkenS die 1000 Taler mit dem holländischen Rechtsanwalt geteilt hat, also weitere 1300 Mark erhielt, was er dem Gericht verschwieg. DieVer- leidiger nagelten ihn auf dieser— wie sie es wohl mit Recht nannten — bewußten Unwahrheit fest. Später brauchte Zilkens sich mit solchen unsauberen Ge- schästen nicht mehr abzugeben. Er wurde Grundstücksspekulant. Aber erst als er in den achtziger Jahren Stadtverordneter geworden war. wodurch er Kenntnis von dem Stadtbebauungs- Plan erhielt, wurde die Sache lohnend. Immerhin mußte er sich im Stadtverordnetenkollegium und auf dem städtischen Tiefbau- amt noch einigen Zwang antun, bis dann vor mehreren Jahren die Zentrumspartei im Kölner Rathause die Mehrheit erhielt. Doch lassen wir darüber die Zeugen reden. Der Zeuge Sieberger, der bis vor wenigen Monaten bei- geordneter Bürgermeister der Stadt Köln war. enthüllte einen stinkenden Sumpf kommunaler Korruption. Er bekundete: Die Art und Weise, wie Herr Zilkens sein Amt als Stadtverordneter zugunsten seiner Privatiuter- essen geltend machte, verträgt sich nicht nnt der Würde eines Stadtverordneten. Zilkens ist Besitzer oder Interessent großer Baugelände und bestrebt, dieses Gelände durch Straßen zu er- schließen. Er hat mir, dem Stadtbaurat Steuernagel und den Bau- inspektoren seine Wünsche vorgetragen, wie es nicht zulässig ist. Er wünschte für sich Ausnahmen und Außerachtlassung der Be- sttmmungen. Er ließ sich auf den städtischen Bureaus Akten vorlegen, die ihn als Privatmann betrafen. Ich mußte meine Beamten anweisen, städtische Akten- nicht mehr herzugeben. Zilkens hat sich, wenn er bei mir nicht durchdrang, an Mitglieder der Tiefbaukommission, namentlich solche seiner Fraktion, gewandt, um seine Wünsche durchzusetzen. (Um welche kolossalen Vorteile eö sich bei den Geschäften des Groß- spekulanten Zilkens handelt, gebt daraus hervor, daß Zilkens allein 1 800000 M. an Straßcubaukostcu an die Stadt bezahlt hat!) Man spricht viel vom. Kv ln i sch en Kl ün gel", und ich habe, ehe ich nach Köln kam. vieles davon gehört. Aber daß mir der Klüngel in einer solchen Gestalt entgegentreten würbe, das. habe ich nicht erwartet. Der Zeuge führte eine Reihe Machenschaften des Zilken an und fährt dann fort, über die Gründe seines Ausscheidens aus den, städtischen Dienst vom Vorsitzenden befragt: Die Gründe lagen auf verschiedenen Gebieten, aber was mir nieine Tätigkeit in Köln geradezu verekelt hat, waren der Klüngel und die Intrigen des Zilkens; besonders hat mich zum Weggang die Rolle b e- stimnrt, die Zilkens in seiner(der Zentruins-) Fraktion gespielt hat. Den Beamten gegenüber spielte er sich als Brotherr auf. Als ich dem Oberbürgermeister einmal über das Verhalten des Zilkens Vortrag hielt, sagte er:„Die Sache kann so nicht weiter gehen; die Blase muß jetzt platzen; ich werde mit Herrn Trimborn reden."(Reichstagsabgeordneter Trimborn sitzt mit Herrn Zilkens im Kölner Stadtverordnetenkollegium. Die„Blase" ist aber nicht geplatzt;.auch nach. Erscheinen der Broschüre und nach dem erwähnten Prozeß, der Zilkens des Wuchers bezichtigte, hat man Herrn Zilkens in seiner Fraktion nach wie vor die Hand ge- drückt und ihn wie seinesgleichen behandelt!) Stadtbauinspektor Zern in sagt ähnlich über das Gebaren des Zilkens aus. Zilkens habe ihn, der ihm nicht zu Willen war, aus dem Amte entfernen wollen. Es tritt eine großeZahl von Zeugen auf, die eine endlose Reihe von Fällen vortragen, in denen Zilkens sie bei Geld- und Grundstücksgeschäften betrogen oder hinter- gangen hat. Ferner werden ihm Unregelmäßigkeiten mit Quittungen n. a. m. vorgeworfen. Auch die V e r iv a n d t e n des ZilkenS hatten mit diesem Aus- einandcrsetzungen wegen ihrer Eigentumsrechte. Ein Neffe des Zilkens bekundet: Als mein Vater gestorben war, fragte mich Zilkens, ob ich dieselben Ansprüche stellte, wie mein Bruder. Als ich das bejahte, sagte er:„Was wollt Ihr armen Würmer? Geht doch zum Gericht; Zilkens ist ZilkenS, dem kann keiner was wollen. Wenn Ihr gegen mich vor- geht, werde ich Euch unmöglich machen."— Nachdem die Broschüre erschienen war, hat ZilkenS„freiwillig" an die Brüder 7000 M. gezahlt. Einer der Brüder ist, weil er ein Revolverattentat auf Zilkens verübt hat, von der Strafkammer mit Gefängnis bestrast worden. lieber ZilkenS alsArbeitgeber werden der kgl. Kreis- arzt Dr. M e d e r und der Gewerbeinspektor Back vernommen. Der letztere bekundet: Bei jeder Revision der Zilkensschen Ziegelei haben sich Mißstände gefunden. Zilkens ist deshalb einmal mit 10. einmal mit 20 und einmal mit S0 M. bestraft worden. Eine der Zieglerwohnungen war menschenunwürdig. Der Raum der Männer war von dem Schlaframn der Frauen nur durch Sackleinen ge- trennt, worin sich Löcher befanden. Wenn Herrn Zilkens ettvaS an seinen Arbeiten, gelegen wäre, so würde er, als Dr. Meder und ich in die menschenunwürdige Wohnung hinaufkletterten, mitgegangen sein; statt dessen blieb er unten stehen und steckte sich eine Zigarre an. Der kgl. Kreisarzt Dr. Meder bekundete: In den Arbeiter- wohmmgen hatte es durchgeregnet. Der Schlafraum der Mädchen war von dem der Männer nur durch ein mit Leinen bezogenes Lattengestell getrennt. Der Raum der Mädchen hatte kein direktes Licht und keine direkte Luft. Die Wohnung war eine der schlechtesten, die ich je gesehen habe. Die Beweisaufnahme wurde Freitag und Sonnabend durch die Plaidoyers der sechs Vertreter der beiderseittgen Parteien abgelöst. Die Urteilsverkündigmrg wird voraussichtlich ausgesetzt werden. Wie auch das Urteil ausfallen mag, an dem Ergebnis des Prozesses, der eine Riesenblamage der Kölner Zentrumspartei bedeutet, wird dadurch nichts geändert. Herr ZilkenS, der päpst- liche Ritter und Kölner Zentrumsführer ist gerichtet und mit ihm die Partei, die ihn feit länger als einem Jahrzehnt an ihrer Spitze geduldet und als den Interpreten ihrer Anschauungen und ihrer Sittlichkeitsbegriffe gefeiert hat.— Die amerikanischen Wahlen. Alle zwei Jahre wählt das amerikanische Volk feine Vertreter in den Bundeskongreß. Der Wahltag steht vor der Tür; Dienstag, den S. November, soll die Entscheidung fallen, ob die Republikaner oder die Deniokraten siegen werden in dem Kampfe um eine reiche Beute. Diese Beute, welche die Sieger an ihre An- Hänger verteilen, war bisher die stärkste Attraktion für die Politiker beider Schattierungen, wenn auch regelmäßig mit großem Pathos behauptet wurde, daß ein ernster Prinzipienstreit auszufechten sei. Die siegende Partei war meistens die republikanische; selten nur gelang es der demokratischen, au die öffentliche Krippe zu kommen. Seit Jahren schon bemühen sich die Demokraten um die Gunst des arbeit e n den Volkes, um mit seiner Hülfe zu siegen, sie ver- sprechen die verhaßten Trusts bekäinpfen zu wollen, und erklären, daß die Repuhlikaner nur die Interessen der Trusts und der Mächtigen vertreten; sie versprechen den Arbeitern ihren Schutz, sie wollen den Farmern helfen und die Rechte des MttelstandeS, des kleinen Kapitals gegen das große, das Truslskapital. wahren. W. I. B r h a n ist der Führer der Partei und trotz seiner Niederlagen bei den Präsidentenwahlen, 1396 und 1900, sehr hoch angesehen. Man glaubt an ihn als unversöhnlichen Feind der Trusts und als Beschützer der Volksrechte, die durch das Großkapital in Gefahr kommen. Neben Bryan spielt William Randolph' Hearst die größte Rolle, ein junger Millionär und Besitzer vieler Zeitungen, der von ungeheurem Ehrgeiz beseelt ist und nach der .Präside utenwürde sttebt. Er versucht seit Jahren schon die organisierten Arbeiter zu gewinnen und hat damit auch teilweise Erfolg gehabt, wie die ungeheuere Stimmenzahl in der Stadt New- Aork bewies, die er vor Jahresfrist als Bürgermeisterkandidat erzielte. Mit einer ganz geringen Majorität siegte sein Gegner Mac Clellan, und es wurde allgemein behauptet, daß dieser nur durch Wahlbetrug seinen Sieg gesichert habe. Die zu Wahlzeiten viel umworbenen und später stets genarrten Arbeiter sind nun mit der Zeit doch mißtrauisch geworden. Ob sie den Republikanern oder den Demokraten trauten, sie wurden immer verraten. Mit großem Eifer predigten die S o z i a l i st e n in allen Gewerkschaften:„Ihr müßt Euch selbständig an der Politik beteiligen, wenn Eure Forderungen Berücksichtigung finden sollen!" Sie erlebten endlich die kleine Genugtuung, daß Samuel G o m p e r s, der Präsident des„Amerikanischen ArbeiterbundeS", vor einigen Monaten bombastisch ankündigte, daß die organisierten Arbeiter den Politikern zeigen würden, welchen Einfluß sie ausüben können. Man glaubte zuerst, daß eine Arbeiter- Partei nach englischem Muster sich bilden werde, aber bald zeigte sich, daß die alte Taktik, den Republikanern oder Demokraten Ge- folgschaft zu leisten, nur wenig geändert werden sollte. GomperS Plan war. daß man die Kandidaten der alten Parteien auf be- stimmte Arbeiterforderungen verpflichten mW gegen die Arbeiterfeinde stimmen sollte. Es wird interessant sein, zu beobachten, wie weit dies am Wahltage gelingen wird. Die erste Probe aufs Exempel ist sehr schlecht ausgefallen, nämlich im Staate Maine. In drei Staaten finden die Wahlen schon vor dem November statt: in Oregon im Juni, in M a i n e und Vermont im Septeniber. In Maine führte Präsident G o m p e rs selbst die Kampagne gegen den Arbeiterfeind Littlefield(Republikaner), aber Littlefield wurde g e- wählt, wenn auch feine frühere Majorität sehr zusammen- geschrumpft war. Für die sozialistische Partei sich zu er- klären, fällt Gompers nicht ein, es müssen Republikaner oder De- mokraten sein, die unterstützt werden, andere können nach seiner Meinung nicht siegen. Hearst erivartet die Unterstützung der Arbeiter im Staate N e w D o r k, wo er sich um den G o u v e r n e u r s p o st e ti be- wirbt und den Wahlkampf mit einer Heftigkeit führt, daß die Kämpfe in den anderen Staaten vollständig in den Schatten gestellt werden. In Hearst. der sich sehr radikal gebürdet,, sehen die Republikaner einen sehr gefährlichen Politiker, weil durch seinen Sieg die radikalen Strömungen im Volke gewinnen würden, die Republikaner bieten alles auf, ihm eine Niederlage zu bereiten und haben in den letzten Tagen Noosevelt veranlaßt, Hearst als einen „Volksfeind" erklären zu lassen. Hearst hat ein neuesElement in die Wahlkämpfe zwischen Republikaner und Demokraten gebracht: er spielt mit der Unzufriedenheit der Arbeiter. Große Massen des Volkes stehen auf seiner Seite und damit aus Seite des radikalen Flügels der demokratischen Partei. Diese Massen sind unruhig und erwarten etwas. Sie glauben, daß die radikalen Demokraten einen ernsten Kampf mit den immer unverschämter und anmaßender auftretenden Trustmächten führen werden, und sind zu ihrer Unterstützung bereit. Die Republikaner aber, die ihre Haitpl- stütze in der herrschenden Klasse haben, die den Interessen des Groß- kapitals dienen, fürchten etwas von der steigenden Unzufrieden- heit, die noch genährt wird von Hearst und Parteigängern. Des- halb bckänipfen sie diese gefährlichen Einflüsse grinunig und bitter. Daß der Stand unserer Partei der Lage der Dinge nach eine sehr schwierige sein muß, ist einleuchtend. Trotzdem ist auch diesmal eine starke Agitation entfaltet worden, um die 400 000 Stimmen, welche die Wahlen vor zwei Jahren brachten, nicht nur zu erhalten, sondern noch zu vermehren. Die Partei hat 270 Kongreß- kandidaten aufgestellt und in 3ö Staaten Kandidaten für die Staats- ämtcr vom Gouverneur abwärts. Außer den Kongreßwahlen finden nämlich am 6. November auch die Wahlen in den Einzelstaaten statt. Für den Staat Colorado hat die Partei den Präsideuten der Bergarbcitervereinigung der Weststaaten als Kandidaten für den Gouvenieurposten aufgestellt. Dieser Kandidat der Sozialisten und Gewerkschaftsführer sitzt im Gefängnis, angeklagt der Mithülfe an der Ermordung des Gouver- neurs Steunenberg von Idaho, der einem Attentat zum Opfer fiel. Seine Unschuld steht außer allem Zweifel, aber dte Unternehmer halten ihn als ihr Racheopfer mit zwei anderen Beamten derselben Gewerkschaft fest. Dagegen sollen die Arbeiter protestieren, indem fie für ihn stimmen. Sozialistische Siege bei den Kongreßwahlen sind kaum zu er- warten. Im Staate W i s k o n s i n glaubt die Partei einige AuS- sichten zu haben, und. wenn die Hoffnungen sich erfüllen, würde damit der erste Vertreter unserer Partei in den Kongreß einziehen. Gegenwärtig herrschen die Republikaner daselbst mit einer Majorität von 112 Stimmen. Daß sich diese Majorität am 6. November stark vermindern wird, geben die Republikaner selbst zu. Ein„Sozialistenparadies". Die„Freisinnige Zeitung" hat in Australien und Neuseeland ein„Sozialistenparadies" entdeckt, und sie macht sich daran, alle Schönheiten dieses„Paradieses" auszumalen, um hinterher der „dort herrschenden Arbeiterpartei" ein paar freisinnige Esels- tritte zu versetzen. Bei der ganzen Schmiererei kommt es dem Blättchen natürlich nur darauf an,„an einem praktischen Beispiel" zu zeigen,„wohin eS führt, wenn ein Staatswesen auf sozialistische Abwege gerät". Streikbrecher und Lohndrücker werden fern- gehalten, die Eisenbahnen verstaatlicht, die Eisenbahnfahrpreise ver- billigt, der Arbeiterschutz wird ausgebaut, der— Sechsstundentag eingeführt, die Frauen erhalten das Wahlrecht, und was dergleichen unfreisiimige Dinge mehr sind. Natürlich treibt das Land dem Ruin entgegen; denn die Produktionskosten sind gestiegen, die Arbeitsleistung ist herabgcgangen, die Einsuhr hat zugenommen, die Ausfuhr abgenommen. Der„Freis. Ztg." ist der ganze Jammer zu Ohren gekommen durch einen Artikel in der Londoner„Times", in dem„auf Grund einer Darlegung des BerbandeS neuseeländischer Industriellen" über die organisierte Arbeiterschaft Klage geführt wird. Da hoben wir die Lösung dcS Rätsels. Die. manchesterlichen deutschen Kollegen der neuseeländischen Industriellen fürchten, das böse Beispiel erhöhten Arbeiterschutzes könne über den Ozean hin- weg wirken und die„zufriedenen" deutschen Proletarier aus den Gedanken, bringen, daß, auch in Deutschland bedeutend mehr für Arbeiterschutz getan werden müßte.'.... Uebrigens entwerfen australische Unternehmer'durch die eng- lische Presse sehr rosige Schilderungen von ihrem-„jungen blühenden Lande", sobald eS gilt, die Einwanderung anzu- ziehen, und es waren australische Gewerkschaften, die vor einiger Zeit erst die organisierten Arbeiter Englands vor über- tricbenm Hoffnungen warnten und sie darauf aufmerksam machten, daß der Kapitalismus hüben wie drüben seine industriellen Reservearmeen der Arbeitslosen habe. Wenn die„Freis. Ztg." von einer„rigorosen Handhabung des Einwanderungsgesctzes" durch die Arbeiterpartei spricht, so muß bemerkt werden, daß es sich dabei nur um f a r b i g e Einwanderer, in erster Linie um die Chinesen handelt und daß diese Maßregel drüben vor» der Mehrheit aller Parteien als notwendig anerkannt wird. Man fürchtet die gelbe Flut, die ja sogar die Ver- einigten Staaten von Amerika durch ein striktes Verbot der Chinescneinwanderung, gefordert von der Arbeiterschaft selbst, ein- gedämmt haben. Nun ist es aber sehr töricht, von Neuseeland als von einem „Sozialistenparadies" zu reden oder von Australien zu sagen, daß „der Sozialismus dort seine schönsten Blüten" treibt. Die Partei der organisierten Arbeiter ist eine politische Macht, die ihre Stellung dazu benutzt, um den auch dort herrschenden Kapita- lismus zu bekämpfen, wobei sie zum großen Leidwesen der Kapitalisten manchen kleinen Erfolg erringt. Sie geht nicht einmal sehr radikal vor, sondern im Gegenteil sehr gemäßigt; sie erwägt zu viel und zu oft, wie weit praktische Rücksichten eine Durchsetzung von Arbeiterforderungen zulassen, sodaß viele streng sozialistisch denkende Mitglieder der Partei oft unzufrieden mit der ganzen Taktik sind. Der Führer der Partei, Watson, war Ministerpräsident, und selbst seine Gegner konnten nicht behaupten, daß er es an Umsicht und Geschick bei der Leitung seiner Amtsgeschäfte fehlen ließ. Für die Gegenwart hat die Partei ein Reform- Programm aufgestellt, welches genau mit den bestehenden Ver- Hältnissen rechnet und mit dem sie jetzt wieder vor die Wähler des Landes, Männer und Frauen, tritt; denn am 21. November finden die Wahlen zum Bundesparlament statt. Die Arbeiterpartei gibt sich der wohlbegründeten Hoffnung hin, aus diesen Wahlen gestärkt hervorzugehen, trotzdem die Gegner sich die größte Mühe geben, das Volk mit dem roten Gespenst zu schrecken und vor dem Kommen des Sozialismus zu warnen. Noch also ist der Kapitalismus in Australien an der Herr- schaft, aber er sieht, daß sich eine mächtige politische Arbeiterpartei entwickelt, die gegen die unbeschränkte Ausbeutung der Arbeiter energisch Front macht. Er wittert Gefahr und schreit Zetermordio. Sollte E r dem Untergang geweiht sein, so ist das für ihn natürlich gleichbedeutend mit dem Untergang der Welt. Die Arbeiter- Partei läßt sich aber nicht verblüffen, sie erlahmt nicht im Kampfe gegen den Kapitalismus, sie will und wird ihn unter dem Banner des Sozialismus endlich besiegen. .» Veutfckes Reich. Bismärckifche Indiskretionen. Die„Ha m b u r g e r Nachrichten", weiland das Organ des polternd und nörgelnd hinter dem Rcichskarrcn herlaufenden Alten aus dem Sachsenwalde, beantwortet die Enthüllungen Delbrücks mit einer niedlichen Indiskretion. Zunächst gesteht das Blatt zu, daß Bismarck tatsächlich die Absicht gehabt habe, einen Staats- streich zu unternehmen. Bismarck sei nämlich für die Aus- merzung der geheimen Abstimmung des Reichs- tagswahlrechts gewesen. In einer Polemik gegen die „Frankfurter Zeitung", die die Ansicht geäußert hatte, der Sturz des Fürsten Bismarck habe das Vaterland vor unsagbarem Unglück und vor schlimmen Bürgerkämpfcn bewahrt, spielt dann das Bismarckreptil folgenden Trumpf aus: „Däfern die„Frankfurter Zeitung" aber durchaus etwas von damals geplant gewesenen Staatsstreichen ivissen will, so können wir ihr verraten, daß einst— wir enthalten uns. das Jahr zu nennen—, als große Unzufriedenheit mit dem Reichstage bestand, die Absicht geäußert wurde, diese Institution„ganz abzuschaffen", und daß auf die erstaunte Frage, wie das möglich sein solle, die Antwort erfolgte, nach Heimkehr eines siegreichen Heeres. So wenig- stens hat uns Fürst Bismarck erzählt." Also nicht allein Bismarck trug sich mit Staatsstreichs- gelüsten! Wer die fragliche Absicht, vermittelst eines siegreich heim- kehrenden Heeres das Reichtagswahlrecht zu beseitigen, geäußert hat, sagt das Blatt nicht. Es ist jedoch nicht schwer zu erraten, auf wen das Hamburger Blatt anspielt. Das Proletariat ersieht aus diesen Indiskretionen, mit welch souveräner Verachtung man in maßgebenden Kreisen seine elementarsten Bürgerrechte mit Füßen treten zu können wähnt. Es gibt für es nur eine Parole: Das Pulver trocken und das Schwert ge- schliffen!-_ Verwirrte Patrioten. Die Bestättgung des Genossen Eißnert zum Bürgermeisterei- Beigeordneten in O f f e n b a ch durch den hessischen Großherzog hat die„Volksseele" der nationalliberalen Parteiführer im Großherzog- tum Hessen zum Kochen gebracht; doch ist der heilige Zorn im Lande durchaus nicht gleich nach der„unpatriotischen" Handlung deS Großhcrzogs entbrannt, sondern er hat sich erst an den Aeuße- rungen der Junkerblätter wie„Post".„Deutsche Tageszeitung" usw. entzündet. Die Herren Nationalliberalen tragen sich mit der Absicht, in der Zweiten Kammer die Regierung wegen der Bestätigung eines Sozialdemokraten zu interpellieren. Ihre Pfeile werden sich hierbei natürlich nicht gegen den Großherzog selbst richten, der bloße Gedanke wäre ja auch schon entsetzlich!— fondern gegen die Herren Minister. Während man nämlich an- fänglich annahm, der Großherzog habe über den Kopf der Minister hinweg oder doch wenigstens im Widerspruch mit einigen Ministern gehandelt, erklärt jetzt die Regierung in ihrem Amtsorgan, daß sie einmütig die Entscheidung des Großherzogs gebilligt und befür- wartet habe. In dem Darmstädter Regierungsblatt heißt es zum Beispiel: „Die Ministerialvorstände sind vielmehr über die Entscheidung dieses Falles einer Meinung gewesen, nachdem man die durch die grundsätzliche Stellung der Sozialdemokratie gegenüber der bestehenden Staatsordnung gegebenen und nicht verkannten Be- denken im vorliegenden Falle für minder schwerwiegend als die Erwägung glaubte ansehen zu sollen, daß Kraft des Ge- setzes die Anhänger keiner politischen Partei von der Bekleidung des Amtes eines Bei- geordneten ausgeschlossen sind. Es würde demnach nicht angängig sein, von vornherein und in jedem Falle eine für dieses Amt gewählte Person bloß um deswillen abzulehnen, weil dieselbe einer Partei angehört, deren Tendenzen die Regierung verwirft." So schwächlich die Erklärung ist, fühlen sich doch die National- liberalen nicht befriedigt. Am Sonntag, den 4. November, wollen sie in Darmstadt eine„Landesversammlung" abhalten, um zum „Fall Eißnert" Stellung zu nehmen. Das Organ des Frciherrn v. Hehl, die.Wormser Ztg.". die in diesem Kampfe den Ton an- gibt, jammert: ... Den bürgerlichen Parteien im Reichstage predigt der Reichskanzler mit Recht andauernd festes Zusammenhalten gegen- über der Sozialdemokratie, die nationalen politischen Vereine be- kämpfen sie geschlossen, Krieger vereine werden aufgelöst, und zwar wiederum mit vollem Recht, wenn sie„ G e» Nossen" zu ihren Mitgliedern zählen— und eine g r o ß- herzogliche Regierung gewährt einem Sozinl« demokraten als Beigeordneten, als Hüter kommunalpolttischer Ordnung die Bestätigung! Wie nwg da? aufS Bot! wirken, in Praxis und Moral?! Tief bedauerlich, daß das moralische, p r a k t i s ch- p o l i t i s ch e E l e m e n t in der Bestätigungsfrage so ganz versagen mußte! Die Ultramontanen blasen nach Kräften in die Gluten, UM auch die schwarze Volksseele etwas in Wallung zu bringen. In der Zentrumspresse wird von der„unverständlichen Haltung der Regierung" gesprochen, die„im Volke nicht verstanden" werde usw. Für unsere Genossen wird sich im Landtage— auch ohne Interpellation der Nationalliberalen— Gelegenheit bieten, den Leuten den Standpunkt klar zu machen.— Von der Stichwahl in Stadc-Bremervörde liegt ein abschließendes Resultat noch nicht vor. Es fehlen noch die Ergebnisse aus sieben kleinen Gemeinden. Fm übrigen haben erhalten: Reese(nall.) 13 2ö7 und Genosse Eberl 7130 Stimmen. Nach diesem Ergebnis muß angenonimen werden, daß die Frei- sinnigen gemeinsam mit den Bündlern und Welsen für den nationalliberalcn LebenSmittelwucherer eingetreten sind. Das war um so mehr zu erwarten, als die Vertreter der Freisinnigen in einer bor der Siichwahl stattgcfundenen Versammlung aller bürgerlichen Parteien„bereitwilligst" den Nationallibexalen ihre Wahlhülfe zu- gesagt hatten. Die etwa 1000 Stimmen, die wir mehr als bei der Hauptivahl erhalten haben, stammt aus eigenen Reserven.— Podchcn. Ueber die Beziehungen Podbielskis zum Kaiser erzählen die »Hamburger Nachrichten": „Nach einer Erzählung, die in Hofkreisen in Umlauf ist, wurde der Minister mich vor wenigen Wochen bei seinem Ein» treffen in Rominten zur Hofjagd mit den Worten:„Na. Podchen, wir beide bleiben, was?!" bewillkommnet. Wenn das Wort seine Erfüllung nicht finden konnte, so liegt das daran, daß auch in diesem Fall die Dinge sich wieder einmal stärker erwiesen haben, als die Menschen." Noch ist Podchen nicht gegangen wordpn!— Kameruner Justiz. In dem. W i e d e r a u f n a h m ev e r fa-h r e n in Sachen der K a m e r u n e r Ä k w a l e u t e ist nunmehr das Urteil gestillt worden. Sämtliche seinerzeit verurteilte Akwaleute sind abermals bestraft worden, nur mit dem kleinen Unterschiede, daß die beiden.„Rädelsführer" statt zu neun Jahren Gefängnis diesmal zu fünfzehn rcsp. nenn Monaten Gefängnis verurteilt worden sind! Die übrigen Angeklagten, die in erster Instanz zu drei Monaten Ge- fängnis verurteilt worden waren, haben diesmal der aus- gleichenden Gerechtigkeit wegen fünf Monate Gefängnis auf- gebrummt erhalten. Der P u t t k a m c r u n c r Skandal ist damit keineswegs aus der Welt geschafft. Die Differenz zwischen dem Strafmaß der ersten Verurteilung und dem der jetzigen Verurteilung ist so ungeheuerlich, daß damit dem Gerichtshof, der das sensationelle Bluturteil fällte, seinerseits das Urteil gesprochen ist. Es fragt sich nur, mit welchen Gründen sich das jetzige Strafmaß rechtfertigen lassen wird. Bekanntlich wurde gegey die Akwaleute des- halb Anklage erhoben, weil sie die Frechheit besessen hatten, sich mit einer Besch werde schrift wegen angeblicher Vergewaltigung durch die kolonialen Behörden an den Reichstag zu wenden. Ter Reichstag wird sicherlich Ver- anlassung nehmen, die auch nach dem Urteil der zweiten In- stanz geradezu rigorose Bestrafung dieser Flucht an die Oeffentlichkeit einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen. Auch die Presse wird auf den Fall noch eingehend zurück- zukommen haben.—__ Die LaiidtagSwahlcn in Sachscn-Wcimar. Jena, 2. November.(Eig. Ber.) Die heutigen Wahlmännerw ah leu im Wahlkreis Jena haben nur durch Zufall den Sieg des sozialdemokratischen Kandidaten Parteisekretär, Genossen H. Leber vereitelt. Während in sieben Wahlbezirken sich für die Wahlmännergruppen Majoritäten und Minoritäten mit größerer Differenz ergaben, blieben sich in dem achten Wahlbezirk(dem dritten Jenaer) die Stimmen des national- liberal-nationalsozial-konservativen Mischmaichs einerseits und der sozialdemokratischen Wahlmänner andererseits fast gleich: sie schwankten zwischen 128 und 130. Nur drei Stimmen auf der sozialdemokrati- schen Liste mehr hätten einen Gewinn von 6 Wahlmäiincrn und damit die Majorität der Wahlmänner, 30: 38, gebracht; so ist das Verhältnis 44: 33. Die Abneigung gegen die indirekte Wahl wird unter solchen Umständen, wo sie auch den herrschenden Parteien einmal gefährlich werden konnte,.nur noch allgemeiner; und das ist gut so. Jena, 3. November.(Privat-Depesche des„Vorwärts".) Die Wahlresultate werden nur sehr langsam bekannt. Die sozialdemokratischen Kandidawren sind trotz Stimmenzuwachs mehrfach unterlegen. Ilmenau ist verloren. In Ruhla und Allstedt sind die Teilergebnisse für die Sozialdemokratie auSsichts- voll, die Schlußresultate sind aber noch unbekannt. Das Gesamt- resultat bringt jedenfalls nur eine geringe Verschiebung. Der national- liberale Reichstags-Abgeordnete Lehmann ist wahrscheinlich in Berga gewählt._ LaudtagScndc. Der württembergische Landtag ist heute nach- mittag in einer gemeinschaftlichen Sitzimg beider Kammern der Ständeversammlung durch den Ministerpräsidenten mit königlichem Dekret aufgelöst worden. Der Ministerpräsident hielt dabei eine Ansprache, in der erklärte, mit Genugtuung dürfe der scheidende Landtag auf die Erledigung gesetzgeberischer Arbeiten von ungewöhnlich großer Zahl und Tragweite zurückblicken. Drei gewichtige Reformen auf dem Gebiete des Steuerwesens, der Gemeindeverwaltung und der Landesverwaltung habe der Landtag zur Verabschiedung ge« bracht. Damit sei die in der letzten Thronrede auSgesproche Erwartung, daß eS der vom Geiste der Versöhnung und Mäßigung getragenen hingebenden Arbeit der Ständeversammlung gelingen möge, die ihr obliegende wichtige und schwere Aufgabe zu einem glücklichen Abschluß zu führen, in erfreuliche Erfüllung gegangen. Zur Lohnvcwegnng im Ruhrkohlenbezirk. Unter dieser Ueberschrift veröffentlicht das„Berliner Tageblatt' einen von einem Grubenbeamten eingesandten Artikel, in deyr der Bersuck, unternommen wird, die Praxis des Bergbaulichen Vereins zu rechtfertigen und die Forderungen der Arbeiter als unberechtigt erscheinen zu lassen..Der„fachmännische" Autor hat jedoch von den tatsächlichen Verhältnissen entweder keine Ahnung, oder er hält es zum Zwecke der Reinigung des Bergbaulichen Vereins und der Herabsetzung der Siebenerkomniission für dienlich, lliie Tatsachen auf den Kopf zu stellen. Der Herr„Grubenbeamte" schreibt nämlich: „... Die öffentliche Meinung wird in einem Punkts ganz entschieden zum größten Teile von einer irrigen Anschauung beein- shißt. Diese Anschauung rührt in der Hauptsache noch von dem vorjährigen Streik her. Es betrifft dies die Stellungnahme des„Vereins für die bergbaulichen Interessen im Oberbergamts- bezirk Dortmund" zu der an diesen Verein gerichteten Forderung der sogenannten„Siebcncrlonnnission". Selbst wenn man sich ans den Standpunkt stellen wollte, der in der öffentlichen Meinung bielfach vertreten wird, daß diese„Sisbenerkoinmissicm V wenn auch nicht sämtliche Bergarbeiter des Ruhrbezirkes, so doch einen genügend imposanten Teil derselben hinter sich hat und ihn vertritt, so kann man aus der ablehnenden Stellungnahme des Bergbaulichen Vereins doch diesem unter keinen Umstanden einen Vorwurf machen. Dieser Verein ist lediglich geschaffen und dazu da, um in allgemeinen wirtschaftlichen Fragen die Interessen der ihm angehörenden Zechen des Oberbergamtsbczirkes Dortmund zu vertreten. Er hat aber in keiner Weise von den Werksleitungen ein Mandat, über Lohn- fragen irgendwelche Bestimmungen zu treffen oder auch nur s eine A us i ch t darüber den einz e l uen Werksleitungen aufzuzwingen." Es ist der Siebenerkomniission nie eingefallen, dem Bergbau« lichen Verein das Mandat zuzusprechen, B e st i m m u n g e n über Lotznfragen zu treffen, oder den Werksleitiingen seine Meinung aufzuzwingen; sie hat den Verein lediglich als Vermittelungs- und Verhandlungsstelle angesehen. Da der Herr Autor sich als Fachmann speziell auf den vorjährigen Streik beruft, hätte er das wissen müssen; denn das damalige Antwortschreiben des Vereinsvorstandes an die Siebenerkoiiimisston schließt nämlich folgendermaßen: „Wir müssen daher die uns angetragene Vcrmittlun g ablehnen und vertrauen dem gesunden Sinne des KernS der Belegschaften, daß sie sich' nicht in Not und Elend stürzen werden." Zudem aber spielt der Bergbauliche Verein durchaus nicht die passive Rolle, wie der Herr„Grpbenbeaiute" behauptet; so be- schloß z. B. der Verein in seiner Sitzung vom 21. Oktober: «Zu den Forderungen der Siebenerkomniission hat der Berg- bauverein in seiner heutigen Vollsitzung dahin Stellung ge- nommen, daß als Vertreter der Belegschaften nickt die Verbände, sondern nur die durch das Gesetz geschaffenen Arbeiterausschüffe anzusehen sind und daß andererseits der Bergbauverein nicht zu- ständig ist, über die Lohnfcstsetziing Erklärungen abzugeben. Es wurde beschlossen, den Zechen zu empfehlen, in den Arbeiterausschilssen zu den eingereichren Forderungen Stellung zu nehmen, wobei darauf hingewiesen werden soll, daß seit Jahresfrist die Löhne bereits in rapider, sprunghafter Weise um 10—15 Proz. gestiegen sind und sich noch in fortlvährender Steigerung bsfiiiden."_ Langsame Justiz. Bekanntlich wurde der Genosie Hermann ohne jegliche Ver- anlassung in der Nacht vom 22. zum 23. September zu Hohen- Neueudorf von dem Gendarmen Tietz tödlich verletzt und verstarb an den Folgen des Schusses. Strafanzeige gegen Tietz und den an dem nächtlichen Üeberfall beteiligten Gendarmen Jude wurde alsbald nach dem Vorfall erstattet. Die Witwe des in so tragischer Weise ums Leben gebrockten Familienvaters hat auf ihre Anfrage, wie weit denn-die Untersuchung gediehen sei, von der Staarsanwaltschaft beim Land- gerichl III die Mitteilung erhalten, daß das Ermittclungsverfahren wegen der Vorgänge in der Nacht vom 22. zum 23. September bei der 3. Genvarmcriebrigade schlvebt. Von dieser ist ihr dieser Tage mitgeteilt, daß der Strafantrag an das Gericht der 5. Division abgegeben ist. Ob gegen die Gendarmen endlich Anklage erhoben ist, ist der Witwe nicht bekannt geworden. Sind auch die militari- 'chen Behörden außer Stande, schnelle Sühne für die widerrechtliche Tötung eines Arbeiters herbeizuführen?— Lima». Bekanntlich hat Dr. Paul Liman, der Judenstämmling und geistige Leiter der publizistischen Organe des Antisemitismus, eine Beleidigungsklage gegen die Genossen Dr. Mehring, Krcssin und Seger vor dem Leipziger Schöffengericht angesirengt, weil sie die verleumderische Tätigkeii dieses Helden der Ordnungspresse, der be- kamitlich auch mal links für, mal rechts gegen England geschrieben bat, gekennzeichnet hatten. Die Beklagton haben Beweis für die Limansche Tätigkeit angetreten. Nach wieder- holten Vertagungen war Termin auf morgen, den 5. d. M., vor dem Leipziger Scköffengericht anberaumt. Der Termin ist auf Veranlassung des Klägers in letzter Stunde aufgehoben. Als Schutz- zeuge des Dr. Liman war auch der Leiter der Berliner politischen Polizei Dr. Heiniig geladen. Die von Liman bedienten Blätter haben sich bis heute noch nicht gemüßigt gefühlt, die in ihren Spalten abgelagerten Limanschen Berleumdunge» bedauernd zurückzunehmen.—__ Die Stndtverordttetciiwahle» in Kiel. Vom zweiten Tag der Wahlen, dem Freitag, wird uns aus Kiel gemeldet: Auch der zweite Tag brachte der Sozialdeniokratie einen schöiren Erfolg. Unsere Stimme» hielten sich, obwohl nicht geschleppt werden koimte, im selben Verhältnis zu de» bürgerlicken wie am ersten Tage. Ein Bürgerticher lvurde nur mit 140 Slimmen Differenz gewählt.— „Musterbetriebe". Wegen angeblicher Beleidigung der Eisenbahndirektion zu Altona stand am Sonnabend der Verantwortliche Redakteur August W i n n i g vom„Grundstein", Organ des Zentralvcrbandes der Maurer usw.. vor der Strafkammer IV des Landgerichts Hamburg. Die Beleidigungen sollen in einem Artikel vom 14. Oktober 1005 enthalten sein, in dem die mangelhaften Schutzvorrichtungen am Neubau des Zentralbahnhofes in Hamburg einer Kritik unterzogen wurden. In dem Artikel heißt es. daß es um den Schutz der in schwindelnder Höhe arbeitenden Monteure und Hülfsarbeiter geradezu jämmerlich bestellt sei. Wer nur einigermaßen mit den Bauarbeiterschutzverhältnissen vertraut sei, müsse zu der Annahme gelangen, daß sich Unternehmer, Bauleitung und Berufsgenossen- schaft einig seien, am Bau des Zeiitralbahnhoss ausprobieren zu wollen, mit welchen Opfern an Menschenleben man imstande sei, einen solchen Bau ohne Schutzvorrichtungen hochführen zu können. Dann wird auf die Zahl der tödlichen und anderen Unfälle hin- gewiesen und am Schlüsse bemerkt:„So geht es auf„Muster- betrieben" zu. Wenn diese Zeilen in die Hände der Leser kommen, haben vielleicht schon neue Opfer die Unersättlichkeit des Kapitalis- mus mit dem Leben bsißen müssen. Wie lange wird sich die Arbeiterschaft das noch gefallen lassen?" Als Bauleitung sollen außer dem Eisenbahnpräsidenten Jung- nicke! mehrere höhere Beamte der genannten Eisenbahndirektion anzusehen sein, was von dem Angeklagten, der durch Dr. Suse verteidigt wird, bestritten wird. Er will unter dem Begriff„Bau- leitung" nur den eigentlichen Bauleiter verstanden haben, keines- Wegs die Eiscnbahnverwaltung. die höchstens als Kontrollbehördc in Frage komme. Auch der Staatsanwalt kann sich diesem Einwände nicht ver- schließen; er gibt zu, daß er ursprünglich Bedenken getragen habe, die Anklage zu erheben. Da die Angaben des Angeklagten nicht zu widerlegen seien, so beantrage er die Freisprechung. Das Ge- richt schließt sich diesem Antrage an.— Uuslanck. Schweiz. Bern, 3. November.(B. H.) Der große Rat hat den Antrag angenommen, den katholischen Kultus zu subveiliioiiiercn. Ein An- trag, der eine Trennung von Staat und Kirche verlangte, wurde mit 75 gegen 35 Stimmen verworfen. Frankreich. TaS TrcnmmgSgcsch. Paris, 3. November. In einem Interview über die Folgen des Trennungsgcsctzes erklärt» Minister Briand gegenüber einem Nc- dakteur des„Matin" unter anderem folgendes:„Am 12. Dezembee wird sich etwas sehr einfaches ereignen. Die katholt)che Kirche, welche ein sie begünstigendes Gesetz abgelehnt hat, wird sich eben dem gemeinen Rechte unterwerfen müssen. Da der Artikel 1 des Trennungsgesetzes erklärt, daß die Republik die freie Ausübung der Kulte verbürge, Avird� der katholische Kultus wie jöder andere aus- geübt werden können Der Staat wird der katholischen Kirche die; es Recht nicht untersagen, sondern ihr wie in der Vergangeiiheit die gottesdienstlichen Gebäude zur Verfügung stellen.' Der Pfarrer wird in der Kirche seine Messe lesen und predigen ckönnen wie ge- wöhnlich; aber es wird ihm nur die Benutzung der Kirche ge« stattet sein, während er, wenn sich eine Kultusoereinigung gebildet hätte, glswisscrmaßen Eigent-uwsrecht gehabt hätte, �er Pfarrer wird also di- Kirche nur dank der Duldung des Staates oder der Gemeinde benutzen können, während er es aus Grund eines durch Gesetz verbürgten Rechtes hätte tun können. Dasselbe wird mit den Gebäuden geschehen, welche Eigentum der katholischen Kirche sind. Lourdes und die Sacre-coeur-Kirche aus dem Montmartre werden gleich 2000 anderen Kirchen Frankreichs Staatseigentum werden. Ebenso wird das 400 Millionen Frank betragende kirchliche Vermögen, welches den Kultusvereinigungen hätte zufallen können. unter Sequester gestellt werden. Für die Gläubigen wird nichts, für die Geistlichen aber alles geändert werden. Das Trennungs» gesetz hat große Privilegien-für die katholische- Kirche geschaffen; diese aber hat die Armut dem Reichtum, die Schwäche der Kraft, die Ohnmacht dem festen Gefühl vorgezogen. Utiser einziger Irrtum war nur der, daß wir das Gegeuteil angenommen hatten."— Die Abschoffimg der Todesstrafe wird von der Regierimg ernstlich in Angriff genommen. Der Ministerrat hielt am Sonnabend Sitzung, in der Präsident Falliöres neben den Vorlagen auch den Gesetzentwurf betreffend Abschaffung der To des- strafe unterzeichuetn. Montag soll er bereits der Kammer vorgelegt werden.— England. Die Londoner Geincinderatswahle» haben am Freitag statt- gefunden. Ueher ihr Ergebnis meldet Wolffs Bureau vom 2, No- vember, 10 Uhr abends: Nach den Ergebnissen, die bisher über die Gcmeindewahlen in den 20 BoroüghS von London vorliegen, wurden im ganzen gewählt 918 Konservätive. 254 Fortschrittliche, 07 Un- abhängige, 32 Angehörige der Arbeiterpartei, 1 Sozialist. Der Wahlkampf war sehr heftig: vietsach hatten sich Liberale und Unionisten gegen die Arbeiterpartei verbündet. Die hohe Zahl der Gewühlten erklärt sich aus dem Umstände, daß die Riescnstadt London, in eine ganze Anzahl„Boroughs" mit eigenen Geiueiiidevertretungeli zerfällt.— Amerika. Ein Jiidiaiier-Anfstand ivird aus dem Westen der Union ge« meldet. Es wird telegraphiert: Sheridan(Wyoming), 31. Oktober. Die Indianer, die den Kriegspfad beschritten baben, zählen über 1500 Krieger, da sich den 800 Utas über 700 Cheyenncs angeschlossen haben. Die beiden Stämme haben lauge Zeit hindurch Geivehre mit Muuiiio» an- gesammelt, die Kriegsbräuche geübt und dadurch unter ihren Kriegern das Raffegesühl so aufgestachelt, daß diese geschworen haben, lieber im Kampf' zu sterben, als die Freiheitsbeschränkungen und die strenge Uebcrwachuiig in den Reservatiolien länger zu ertragen.— Hua der Partei. Vom Fortschritt der Presse. Der„Volksbote" zu Stettin hat ein neues Heim in der Schillerstr. 10 bezogen, da die alten Räume nicht mehr genügten. Das„ O f f e n b a ch e r Abendblatt" hat die Auflage von 9000 überschritten. Der Aufschwung wird sogleich zur weiteren Ausgestallung des BtatteS ausgenützt. Es erscheint künstig im Mindestuiilfaiig von acht Seiten und vergrößert seinen Mir- arbeiterstab. Zu den geplanten ReichSkonfcrenzcn der Parteisekretäre und Parteiredaktionen mit dem Parteivorstand, die der Parteivorstand in Aussicht genommen hat, bemerkt das«Offenbacher Abendblatt":„Das ist gut. Aber die Zeitabschnitte sollten nicht strikte eingehalten werden: wen» es not mt, außer der Zeit eine Konferenz einberufen l" BildungSbcstreduligcn. Der ArbeiterbildungSverein zu Nürn- berg veranstaltet im dortigen Intimen Theater eine Reihe von VolkSvorftellungett. Eröffnet wurde der Zyklus durch Heyermaniis „Kettenglieder". Halbes„Jugend" folgt. Der Eintrittspreis be- trägt. Garderobe eiugeschloffeii, für alle Plätze 00 Pf. Eine zwecklose Spielerei. Genosse Dr. Levenstein in Schöneberg versendet an die Parteigenosse» einen Fragebogen, aus dem ein Dutzend Fragen wahllos aneinander gereiht sind. Die Antworten aus die gestellten zwölf Fragen sollen nach seiner Angabe als Unter« läge einer aufzimchmeiiden Statistik dienen. Wir halten'die Sache für eine zwecktose Spielerei und Belästigung der Genossen, die ent- schieden abzuweisen ist. AuS Bade». In F r e i b u r g i. B. findet am 23. und 24. Februar der Parteitag der badischen Genossen statt. Dort wird auch zu dem Projekt Stellung genommen werden, in Baden ein drittes täglich erscheinendes Parteiorgan ins Leben zu rufen. Die Freibmger Genossen bereiten diese Gründung seit einiger Zeit vor: es soll ein Organ fürs Oberland werden. In Lörrach er- scheint die„Arbeiterzeitung" seit kurzem wöchentlich zwei- mal. Am 1. Oktober trat in Offenburg ein sozialdemokratisches Wochenblatt für den 0. und 7. Reichstagswahlkreis ins Leben, das V o l k S b l a t t", das heute schon gegen 1500 Abonnenten aufweist. Der Kampf gegen die wie wahnsinnig sich gebärdende Zentrumspreffe erfordert diese Waffen. Nr. 8 der„Jungen Garde"(Organ des Verbandes junger Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, Sitz Manuheim) ist er- schienen. Dr. Frank behandelt im leitenden Artikel die erste Generalver« saminlung des Verbandes junger Arbeiter. A. Weißmann-KarlSruhe rückt die pharisäische Entrüstung des bürgerlichen Preßgeschwisters über de» Ton auf jener Tagung ins richtige Licht, indem er der Bourgeoisie einige Slitpröbchen aus ihrer Sturm- und Drang- Periode vorführt, Meta Klett-DreSden zieht den Schleier von der Ausbeutung der jugendlichen Gehülfen des Handelsgewerbes. Aus Sinclairs„Sumpf" wird dann die Bersammlungsrede wiedergegeben, die den arbeitslosen Jurgis auS seiner stumpfen Verzweiflimg aufrüttelt und ihn zum siegesfrohcn Sozialisten macht. Weiter bringt eine Skizze von Sasök Aufschluß über die Jugend- bewegung in Böhmen.' Ein Darmstädter Genosse beschreibt einen AuSflug der doriigen jungen Garde: der Abdruck des in Mannheim beschlossenen Verbandsstatuts beschjießt dann die Nummer. — Die„Aulige Garde" wird von jetzt an nur an die ailgeschlol'senen Ortsvereine für die Mitglieder abgegeben. Einzelbezieher wollen sich an die am Orte befindliche Partei» buckhandlung oder die Parteikolporteure wenden, bezw. beider Po st abonnieren. Die Mitgliederzahl mutz spätestens am 25. jeden Monats dem Genossen Paul Kömer, Mann- heim, T 6, 14(Expedition der„Jnngen Garde") angezeigt sein. Berichte für die„Jnilge Garde" müsien spätestens am 20. jeden Monats in den Händen des Genossen Dr. Ludwig Frank, Mannheim, C 2, 4, sein. Alle übrigen Korrespondenzen sind nur an den I. Vorsitzenden, Gen. Bruno Wagner, Mannheim, zu richten. „Der GcbirgSbote" zu Gablonz, das Organ der Partei- genossen des IX. böhmischen Wahlkreises feiert sein zehnjähriges Jubilgum. Die Nummer vom 2. November erschien als Jubiläums» nUnmier mit entsprecheudein Titel. Sie enthält allerlei interessante Rückblicke und Eriiinerungsartikel. � Der französische Parteitag. Aus LimogeS wird gemeldet, daß sich die Mittagssitzimg des zweiten November fast ausschließlich mit dem Verhältnis der Partei i�u den GeWerk« schaften beschäftigte. Die Debatte war sehr lebhaft und wurde schließlich auf den folgenden Tag vertagt. VolüeUudes, Omchtlicbea ufw. Strafkonto der Presse. Vom Reichsgericht wurde die Revision des Genossen?;eldmann-Langenbielau vom P r o l e- tarieraus dem Eulengebirge" gegen das Urteil des Land- genchts Schweidnitz vom 16. März, verworfen, das ihm wegen Be- leidigung des konservativen Reichstagsabgeordneten Freiherrn von Richthosen durch den Ausdruck„Prügel-Richthofen" zu einer Woche Gefängnis verurteilte. Es handelte sich in dem fraglichen Artikel um eine Kritik der Vorschläge zur Wiedereinführung der Prügelstrafe m Deutschland, unter Berufung auf die guten(!) Erfahrungen m England und Dänemark mit solcher Wiedereinführung. Einen Freisprnch erzielte Genosse Paulick vom.Volks- vlatt für Anhalt" vor dem Schöffengericht zu Z e r b st, wo « wegen Beleidigung eines Schutzmanns angellagt war. SetverKIcbaftlicKes. Berlin und Ilmgegend. „Frivole Streiks". Unter dieser Stichmarke bemüht sich die„National-Zeitung" in einem offenbar von der Leitung der Siemens-Werke stammenden oder inspirierten Artikel den gegenwärtigen Streik„in den hiesigen Werken des Konzerns der Siemens u.HalskeA. G. und der Siemens-Schuckert G. m. b. H." als einen unberechtigten und„frivol angezettelten" hinzustellen. Von einem Kapitalistenblatte wie der„National-Zeitung" kann man natürlich nichts anderes verlangen, als daß es den Strang des Unternehmertums zieht und schließlich jeden Streik als frivol angezettelt bezeichnet. Nun enthält der Artikel aber gröb- liche Entstellungen und Verdrehungen der Wahr- he it. Es wird zunächst so dargestellt, als enthalte die neue Arbeits- ordnung hinsichtlich der Ableistung von Ueberstunden im wesentlichen nur dieselben Bestimmungen, wie sie in der alten Arbeitsordnung vorhanden waren, nämlich, daß eine notwendig werdende Verschiebung, Verkürzung oder Verlängerung der Arbeitszeit durch Aushang bekannt gemacht und von den Arbeitern einzuhalten sei. Gegen wirklich notwe ndige Ueberstunden haben sich die Arbeiter auch noch nie gewandt. Hier handelt es sich vielmehr darum, daß die Arbeiter von der Firma ganz will- türlich zur Ableistung von nicht notwendigen Ueberstunden direkt gezwungen werden sollen. Die Firma will nichts mehr und nichts weniger, als die reguläre Arbeitszeit durch ständig anzuordnende Ueberstunden künst- lich zu verlängern. Im Automobilwerk wurde der vielver- heißende Anfang damit gemacht. Es sollte dort bis auf weiteres täglich eine% Uebcrstunde gearbeitet werden, was einer willkürlichen Verlängerung der regulären beständigen Arbeitszeit auf l> Stunden gleichkam. Nun heißt es in dem Artikel ganz nonchalant:„Wenn ein Arbeiter aber außer einer Normal- arbeitszeit von 8e Stunden noch weitere% Stunden als Ueberstunden zu leisten hat, so bedeutet das einen Arbeitstag von neun Stunden, den kein Arbeiter als un erträglich e m p f i nd e n wir d." Unerträglich oder nicht, das ist einstweilen gleichgültig. Es gibt ja viele Arbeitgeber, die da meinen, daß auch einen Arbeitstag von 16, 12 oder sogar 16 Stunden„kein Arbeiter als unerträglich empfinden wird". Hier dreht es sich vor allem um die prinzipielle Abwehr einer willkürlichen Verlängerung der im Werke gültigen Normalarbeitszeit. Daß diese Verlängerung aber wirklich stattfinden sollte, das geht ja aus dem zitierten Satz des Artikels deutlich genug hervor. Was aber die Arbeiter noch ganz besonders in die— auch von der„National-Zeitung" zugegebene— hochgradige Erbitterung versetzte, das ist die Art, in der sie zur Ueberstundenarbeit ge- zwungen lvcrden sollen. Es wird schlankweg von ihnen verlangt, daß sie sich f a st militärisch bei ihrem Meister oder Weriführer „melden" sollen, falls sie aus einem oder dem anderen Grunde ge- legentlich den Betrieb während der Arbeitszeit verlassen müssen. Ja, man will die Arbeiter laut Arbeitsordnung sogar dazu zwingen, sich von den Meistern die„Erlaubnis", nial ausnahmsweise eine Ueberstunde fehlen zu dürfen, nur ausdrücklich allcrgchorsamst zu«erbitte n". Von dieser rigorosen Bestimmung sagt die „National-Zeitung" allerdings kein Wort. Sie würde sonst ja auch zugeben müssen, daß die neue Arbeitsordnung einfach einer G e- fängnisordnung gleicht. Ebenso sieht es mit der„Vorschrift" aus, daß„während der Arbeit ohne Erlaubnis des Meisters nicht nur der Arbeitsraum, sondern auch der Arbeitsplatz nicht verlassen" werden darf. Derartige Zuchthausvorschriften kann sich kein Arbeiter, der noch auf Menschenwürde hält, gefallen lassen. Es läßt sich ja auch gar nicht vermeiden, daß nicht hin und wieder ein Arbeiter mal nach dem Platz eines anderen geht, um sich viel- leicht ein Stück Werkzeug zu leihen oder wegen einer Spezialarbcit Rücksprache mit ihm zu nehmen. Hat nun der Meister einen Ar- beitcr speziell auf dem Lloru, so liegt eö fast jederzeit in seiner Hand, den Mann wegen Ucbcrtretung jener Vorschrift willkürlich zu„bestrafen" oder zu entlassen. Es ist denn auch nichts weiter wie eine Täuschung der Oeffentlichkeit, wenn die„National- Zeitung" von der Milderung der alten Strafbestimmung für Zu- spätkommcn und verspätetes Bedienen der Kontrolleinrichtungcn spricht. Die jetzige» Strafbestimmungen lesen sich trotz dieser „Milderung" noch fast ähnlich wie die Kricgsartikel beim Militär. Es heißt in dem neuen Paragraphenwust nur in einem fort: ist verboten— ist untersagt— wird bestraft— wird mit(so und soviel Lohnabzug) bestraft— wird sofort entlassen usw. Geradezu komisch nimmt es sich daher auch aus, wenn die „National-Zeitung" folgendermaßen jammert:„Auffallend ist übrigens, daß bisher die verschiedenen in den Ausstand getretenen Abteilungen zwar ihren Widerstand gegen die neue Arbeitsordnung als Grund der Arbeitsniederlegung angegeben haben, aus dieser Arbeitsordnung aber zum Teil ganz verschiedene Bestimmungen bezeichnen, die sie speziell zum Streik veranlaßt hätten!! Das kommt eben daher, daß die ganze Arbeitsordnung nichts taugt. Ein solches Monstrum von Arbeitsordnung existiert denn auch tatsächlich in keinem anderen Betriebe der ge- samten Berliner Großindustrie. Mit dem Hinweis aber, daß die„Hirsch-Dunckerschcn" und die „Christlichen" jene Arbeitsordnung doch ohne Einwand angenommen haben, kann die„National-Zeitung" erst recht keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Gerade die Vertreter der Hirsch-Duncker- schen haben vordem Streik am allerwütendstcn gegen die An- nähme der. neuen Arbeitsordnung gebellt. Allerdings auch nur gebellt, denn zum Beißen sind sie bekanntlich zu feige. Von den Christlichen und den„Gelben" gar nicht zu reden. Die Dinge stehen mithin so, daß nicht die„Lügen und Verdrehungen der Hetz- presse", sondern das brutale Ncbcrherrentum der Direktion des Sicmens-Konzerns die Ar- bciter in den Abwehr streik hineingetrieben hat. »* * Die Situation in den Siemens-Werken hat sich seit gestern erheblich verschärft. Schon während der ganzen Woche machte sich bei der Werksleitung eine steigende Nervosität bemerkbar, die ihren höchsten Grad erreichte, als am Freitag zwei Abteilungen der Gummiarbeiter im Kabelwerk die Arbeit niederlegten. Fetzt holte die Direktion zu einem Gegenschlage aus und entließ sofort zirka 3 66 Vertrauensleute und Ausschußmitglieder der in Betracht kommenden Organisationen. Diese Maßregel erhöhte die ohnehin schon starke Erbitterung der Arbeiter ganz beträckt- lich. Es fanden gestern sogleich nach beendeter Schicht eine Reihe Wcranttv. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Fnseratenteil verautw.! von vollzählig besuchten Werkstattbesprechungen statt, in denen sich die Arbeiter meistens für eine allgemeine sofortige Arbeits- niedcrlcgung erklärten. Sie schenkten jedoch den Ermahnungen der Streikleitung überall bereitwillig Gehör, als diese ihnen empfahl, es ruhig bei der bisherigen Taktik zu be- lassen. Die Maßregel der Direktion hinsichtlich der Entlassung der Vertrauensleute sei der bette Beweis dafür, wie empfindlich das Werk durch die bisherige Herausziehung einzelner Abteilungen getroffen werde. Es sei aber erforderlich, daß sich jede Ab- teilung ständig bereit halte, sofort wenn an sie der Ruf ergehen sollte, ebenfalls die Arbeit niederzulegen. Diesen Ausführungen der Streikleitung wurde denn auch allgemein zu- gestimmt.— Am heutigen Sonntag werden sich zwei große Werks- Versammlungen, die in der„Kronenbrauerei" und im„Moabiter Gescllschaftshaus" stattfinden, mit dem Streik befassen. Der Streik der Ballschuhmacher und die Aussperrung in der mechanischen Schuhindustrie. Die vergangene Woche wurde mit Verhandlungen über die Lohpiarise der Ballschuhmacher ausgefüllt. Die Tarife, welche der Gewerkschaft vor acht Tagen von den Fabrikanten zugestellt wurden, waren ungenügend und für die Arbeiter wegen der geringen Lohn- zuschlage unannehmbar. Es wurde den Fabrikanten mitgeteilt, daß diese Lohntarife im besten Falle zur Basis für weitere Ver- Handlungen dienen könnten, und deshalb zunächst die Fabrik- ausschüsse mit ihren Fabrikanten Verhandlungen führen sollten. Diese Beratungen fanden Mittwoch statt und schlössen sich hieran Verhandlungen mit den beiderseitigen Kommissionen. Nach sechs- stündiger Beratung wurden die Lohntarife für die einzelnen Fabriken fertiggestellt. Die Furniturenentschädigung wurde nicht bewilligt. Die Aussperrung selbst war nicht Gegenstand der Beratung, da die Kommission der Arbeiter hierzu keine Befugnis besaß. Den Fabrikanten soll bis Montag abend Bescheid gegeben werden über die Annahme oder Ablehnung der Zugeständnisse. Es steht noch dahin, ob die Streikenden und Ausgesperrten, da eine prinzipiell wichtige Forderung von den Fabrikanten abgelehnt wurde, einer Einigung geneigt sind, lieber diese Frage hat eine Montag stattfindende Versammlung der Ausgesperrten und Streikenden zu entscheiden._ Wegen Lohndiffcrrnzen ist nach einer Mitteilung in unserem gestrigen Blatt das Friseurgeschäft von Schmidt, Naunynstr. 22, für Gehülfen gesperrt. Herr Arthur P u l tz ersucht uns nun um die Mitteilung, daß dies Geschäft durch Kauf aus den Händen des Herrn Schmidt in seine Hände übergegangen ist. Uebcr seine Stellung zu den Gchülfenforderungen läßt sich der neue Geschäfts- inhaber i» seiner Zuschrift an uns allerdings nicht aus. OeutTckes Reich. In der Schokoladenfabrik L. Sprengel u. Co. in Hannober sind 366 Arbeiterinnen und Arbeiter wegen Nichtbewilligung einer Teuerungszulage von 16 Proz. in den Ausstand getreten. In Berlin stehen die Arbeiter bei Th. Hildcbrandt u. Sohn, Schokoladenfabrik, in einer Tarifbewegung. Es wird ersucht, Zu- zug nach beiden Betrieben bis zur Regelung fernzuhalten. Arbeiterfreundliche Blätter werden um Abdruck ersucht. Zentralverband der Konditoren. Die Arbeiter der Weichgummiabteilungcn der Gummikamm- Komp. Akt. Ges. Limmer-Hannover haben wegen Reduzierung des Akkordlohnes von 16— 46 Proz. die Arbeit eingestellt. Wegen Verweigerung von Streikarbeit wurden einige Kollegen des Misch- saales entlassen, was zur Folge hatte, daß sämtliche Arbeiter des Mischsaales die Arbeit niederlegten. Die Betriebsleitung droht nun mit Aussperrung des ganzen Betriebes, wenn sich nicht ge- nügend Arbeitswillige melden. Gummiarbeiterl Verbandskollegen! Genossen! Unterstützt uns in dem aufgedrungenen Kampfe. Haltet den Zuzug fernl Fabrikarbeiterverband Hannover. Zur Bewegung der Bergarbeiter. Eine Konferenz der Arbeiterausschüsse im Lugau-Oelsnitzer Kohlenrevier, die in Gersdorf tagte und von 165 Teilnehmern besucht war,— auch christliche und königstreue Knappen nahmen mit teil— nahm zunächst den Be- richt über die bei der Siebenerkommission eingelaufenen Antworten entgegen. Von 67 Braunkohlen- und 27 Steinkohlenwerken waren Antworten eingegangen. Aus dem Lugau-Oelsnitzer Kohlenrevier hatten drei Werte geantwortet, und zwar betonten sie, daß sie die Siebenerkommission und die Verbandsvorstände als Vertreter der Bergarbeiter nicht anerkennen, daß sie nur mit den gesetzlich fest- gelegten Arbeiterausschüssen verhandeln wollen. Diese Stellung- nähme wurde verurteilt. Es ivurden Klagen geführt darüber, daß die vorjährige Teuerungszulage den sächsischen Bergarbeitern durch die Gedingeregulierung fast wieder illusorisch gemacht worden sei. Mit den aufgestellten Forderungen erklärten sich sämtliche An- wesende einverstanden, auch waren sie überzeugt, daß die Forde- rungen von den Werken ohne Schaden bewilligt werden könnten. Es wurde beschlossen, daß die Arbeiterausschüsse die aufgestellten Forderungen spätestens bis Montag zu unterschreiben und einzu- reichen, bezw. gemeinsame Arbeiterausschuhsitzungen mit den Werksverwaltungen zu beantragen haben. Eine neue Umwälzung in der Technik der Textilindustrie! In der Aktiengesellschaft für Baumwollspinnerei und-Weberei in Klcimnünchen sind seit einiger Zeit automatische Webstühle nach einem neu erfundenen System probeweise in Tätigkeit, welche nach dem einstimmigen Urteil erster Fachautoritäten einen s e n s a t i o- nellen Fortschritt auf dem Gebiete der mechanischen Weberei bedeuten. Die neuen Maschinen machen eine Menge Arbeitskräfte überflüssig. Die Wiener Unionbank hat die neue Erfindung zur kapitalistischen Ausbeutung übernommen. Textilarbeiter Deutschlands! Rüstet Euch zum Kampf für Verkürzung der Arbeitszeit! ZZusUnd. Die Lithographen und Stcindrucker Finnlands befinden sich in der Tarifbcwegung resp. Streik. Zuzug verbeten. Russische Solidarität. Der sozialdemokratische Textilarveiterver. band zu Lodz batte zur Unterstützung des Streiks in Bayern folgenden Handzettel massenhaft verbreitet: Arbeiter und Arbeiterinnen? Die Textilarbeiter der Ortschaft Lambrecht in Bayern (Deutschland! sind in den Ausstand getreten. Die Arbeiter kämpfen bereits seit Wochen um eine Erhöhung ihrer Löhne, die dort äußerst niedrig sind. Die dortigen Fabrikanten haben beschlossen, den Kämpfenden eine Niederlage zu bereiten. Sie wenden sich deshalb, wie uns unsere deutschen Genossen melden, an die Lodzcr Arbeiter und Arbeiterinnen, und hoffen, in ihren Reihen Strei'�reck'-'r zu finden. Arbeiter und Arbeiterinnen! Laßt Euch nicht von den Agenten ins Garn locken, zeigt den Herren Fabrikanten, daß die internationale Solidarität der Ar- beiterklasfe keine hoble Phrase, kein leerer Schall, sondern frohe, befreiende Tatsache ist. Arbeiter und Arbeiterinnen! Niemand von Euch wage es» dem Lockrufe der kapuntistischen Agenten z» folge», niemand von Euch wage es, den kämpfenden Brüdern in Lambrecht in den Rücken zu fallen. Zentralvorstand des sozialdemokratischen TextilarbcitcrvcrbandcZ. Ttz. Glocke, Berlin. Druck U.Verlag: VorwärtsBuchde.u. Verlagsanstalt Arbeitsborsk in Reval. ' Die Revaler Stadtduma hat beschlossen, in der allernächsten Zukunft eine Arbeitsbörse zu eröffnen. Streikbewegung in Moskau. Zwei Konflikte fesseln zurzeit die Aufmerksamieit der organisierten Arbeiler Moskaus: � �* r r�-m Die Bewegung der in der Kleideranfertigungsbranche beschas. igten Arbeiter(Schneiderwerlstälten und Konseklion) begann Ende�evtember. .Die Arbeiter dieses Faches drangen mitten ins Zentrum des ganzen Unterjochungs- und Ausbeutungssystems und voüsührten eine stürmische Attacke gegen das„Sweatingssystem", die Zwischenmeisterei. die Heimarbeit und den Stücklohn. Es streiken die Arbeiter der M Moskau und seiner Umgebung zahlreich vorhandenen Wcnltatten und Kontore zur Verteilung der Konsektionsarbeit der �irma Mandl. Der Bewegung der Arbeiter ging voraus und gehl letzt mit ihr parallel eine Bewegung der Zwischenmeister, die zuglerch kleine Unternehmer sind, welche gleichfalls den KonfektronSgeichanen Forderungen vorgelegt haben. Die Bauern der Gouvernements Moskau und Kasan, die für die Moskauer Finnen Schneiderarbeit liefern, haben sich den Arbeitern angeschlossen und bilden mrt ihnen zusammen einen gemeinsamen Verband. Die Firma Mandl hat die mit den Arbeitern eingeleiteten Unterhandlungen abgebrochen und beabsichtigt, aus dem Wege der Aussperrung die Arbeiter zur Raison zu bringen._.. Der zweite Konflikt spielt sich zwischen dem Verband der Metallarbeiter und den Arbeitgebern ab. Infolge einer gewissen Geschänsstockung nehmen die Arbeitgeber Masienentlasiungen vor. Die Arbeiter in den Maschinenfabriken fordern, daß von den diirch die Arbeitsverminderung verursachten Nachteilen sämtliche Arbeiter betroffen werden sollen.„Wir wollen nur drei Tage in der Woche arbeiten, es soll aber niemand emlasien werden; sonst legen_ wir alle die Arbeit nieder." Eben aus diesem Grunde wird zurzeit in den Betrieben der Gratschews, WeicheldS usw. gestreikt. Die Administraiion hat an den Metallarbeiter die Forderung gerichtet. die Streiks eiiizustellen, sonst würde der Verband geschlossen und das„Berbandsbureau" aus Moskau ausgewiesen werden. Letzte JNtacfmchtcn und Dcpcfchm Das Programm des französischen Kabinetts. Paris, 3. November.(W. T. B.)„Agence Havas" meldet: Die ministerielle Erklärung, die in der Deputiertcnkammer zur Verlesung gelangen wird, ist politisch vorgeschrittener, als die Er- klärungen aller früheren Kabinette. Das Programm des neuen Ministeriums ist ein sehr umfassendes, zahlreich find die darin aus- geführten Reformen. In der Erklärung wird die Versicherung abgegeben, daß das neue Kabinett die Politik des Ministeriums Sarrien, welche die Billigung der Kammer gefunden habe, fort- zusetzen gedenke. Was die auswärtige Politik anbetreffe, wolle das Kabinett die Alliaanz mit Rusiland und die wertvollen Freund- schaften, die Frankreich geknüpft habe, aufrechterhalten. Bezug- lich der Beziehungen zu den Mächten werde Frankreich die Politik der Geradheit weiter verfolgen, die ihm eine der ersten Plätze in der Welt einzunehmen gestattet habe und die es auf seine Ver- teidigungskräste stützen werde. Das Trennnngsgesetz werde in liberalem Geiste, aber mit Festigkeit zur Anwendung gelangen. Dem Parlament werde vom Kabinett eine Vorlage betreffend de» Arbeitsvertrag und eine Vorlage betreffend Rückkauf der West- bahn unterbreitet werden. Ferner werde das Kabinett die Frei- heiten der Fachvereine weiter ausdehnen, die Altersversicherung der Arbeiter zu Ende führen, die Kriegsgerichte aufheben und mehrere Vorlagen zugunsten der Landwirtschaft einbringen. Das Gesetz betreffend die Verfälschungen von Lebensmittel» werde vom Kabinett in strenger Weise angewendet werden. Die Erklärung schließt: Schenken Sie uns Vertrauen, wir werden handeln. Menschenopfer. Paris, 3. November.(W. T. B.) Das Kolonialministerium hat die Nachricht erhalten, daß in der Nähe des Postens Tjdeida in der Landschaft Mauretanien ein Gefecht zwischen einer Jäger- abteilung und Mauren von Adrar stattgefunden hat. Eine An- zahl Jäger soll gefallen sein; die Verluste der Mauren, bei denen auch drei Häuptlinge gefallen sein solle», werden auf 136 Tote an- gegeben..Ter Kolonialminister hat die nötigen Anweisungen er- lassen._ Vom französischen WebereiarbeiterauSstand. «crviers, 3. November.(W. T. B.) In einer Versammlung der ausständigen Webereiarbeiter, die einen stürmischen Verlaus nahm, haben heute die Wollkämmer mit 317 gegen 412 Stimmen sich gegen eine Wiederaufnahme der Arbeit erklärt, sofern nicht die vor der Aussperrung gültigen Bestimmungen wieder in Kraft gesetzt würden. Dagegen haben die Wollwäschcr, die sich zuerst un- versöhnlich zeigten, für Wiederaufnahme der Arbeit gestimmt. Versuchte Befreiung Gefangener. Wladimir, 3. November. lMeldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) In dem hiesigen Gefängnis fesselten Straf- linge, unter denen sich hauptsächlich Matrosen auv Swcaborg be- finden, die Gefängniswache und versuchten, den Posten ihre Waffen wegzunehmen, um 266 Gefangene zu befreien. Einem Ge- fängniswärter gelang es, tclephonisch Militär zu requirieren, mit dessen Hülfe die Sträflinge überwältigt wurden. Folgen der russischen Herrschaft. Moskau, 3. November.(Meldung der Petersvurger Tele- graphen-Agentur.) Die Polizei entdeckte eine 13 Mann starke Räuberbande, die sich aus beschäftigungslosen Arbeitern zusammen- setzt und lange Zeit hindurch die anliegenden Bahnen und Moskau selbst unsicher gemacht hat. Sämtliche Mitglieder der Bande wurden verhaftet._ Perhaftungen. Samara, 3. November.(33. T. 33.) In der letzten Nacht verhaftete die Polizei in einem Hause der Kasanstraße sechs junge Leute, die Bomben anfertigten. Bei-der Haussuchung wurden bei ihnen vier vollkommen fertige Bomben sowie eine Anzahl Gewehre. Dolche und Browning-Pistolcn vorgefunden. Auch Material zur ?lnfertigung von Bomben wurde entdeckt. Auf Grund des weiteren Ergebnisses der Haussuchung wurden dann noch vier Mitschuldige verhaftet._ Eine? Königs Gegenwart— Erzeuget Liebe bei den Untertanen. Malaga, 3. November.(B. H.) Aus Anlaß der Ankunft des spanischen Königspaares hat die Polizei umfassende Borsichtsmaß- regeln getroffen, nachdem sie von der Polizei in Barcelona ver- ständigt wotden war, daß eine Anzahl verdächtiger Personen Plötz- lich aus Barcelona nach unbekannten Bestimmungsorten abgereist seien. Die Wohnhäuser der Straßen von Malaga, die das Königs- paar passieren wird, sind von SichcrheitSagente» genau durchsucht worden. Bulgarische Siänberbande. Athen, 3. November.(33. T. 33.) AuS Saloniki wird ge- meldet: Eine bulgarische Bande, welche am 17. Oktober in Kossi- novo fünf Männer und zwei Frauen, sämtlich Griechen, er- mordete, hat neuerdings einen angesehenen siirieck'cn nainrnö lltameli. seine Mutter, Gattin und vier Zi:' fc: ermordet; von, den letzteren standen zwei noch im KindcSaitcr. Eine anders 'äiche T'i'üw i'i rerschwundiu,::an fürchtet, daß sie das- s.L-c C.v.:...iro i.a lj.____ Paul Singer& Co., Berlin SW. Hier. 5 fZS JfiUvüvtUhc Rundfchau. Sorgco ßinefwccbfel. Briefe und Auszüge au§ Briefen von Joh. Phil. Becker, Jos. Dielzge», Friedrich Engels, Karl Marx und anderen an F. A. Sorge und andere. Stuttgart 1S06. Verlag von I. H. W. Dieb Nach f. Preis broschiert 4 M., geb. 5 M. Die vom Genossen Sorge noch kurz bor seinem Tode ver- vffentlichten Briefe von Marx. Engels. Joh. PH. Becker und D i e b g e n nebst ein paar anderen sind nach der- schiedener Rickilung hin höchst lvertvoll. Zunächst und Haupt- sächlich als historische Onelle. Nicht etwa in dem Sinne, dasi wir joden Schnupfen und Husten unserer Meister für eine historisch wichtige Tatsache hielten und es als ein großes Glück ansähen, daß ihr körperliches Wohlbefinden an dem und jenem Tage nunmehr nnzweiselhaft nach ihren eigenen Angaben festgestellt werden kann. Nuser« Auffassung von der Nolle der grasten Männer in der Geschichte ist bekannt, und sie gilt natürlich für unsere eigenen Großen nicht ininder als für die von der offiziellen Geschichtsschreibung für„groß" erklärten Persönlichkeiten. Wenn wir aus den Briefen erfahren, wie sehr und wie oft Marx durch Krankheit am Arbeiten gehindert war, wenn wir hören, wie seine Gattin von einem unheilbaren Leiden befallen wurde und Jahre lang, langsam aber sicher, dem Tode entgegen ging, wenn wir zwischen den Zeilen die düstere Stimmung herauslesen, in welche Marx hierdurch versetzt wurde, tvenn wir dann weiter den Auflösungsprozeß verfolgen, dem er selbst nun anheimfiel, so daß er der Gefährtin nach wenigen Jahren im Tode nachfolgte— so ist das alles für jeden, der mit dem innersten Herzen an unserer Sache hängt, menschlich ergreifend und ein Gegenstand wachsenden Interesses', aber Weltgeschichte ist es nicht. Dagegen finden sich in den Briefen viele tatsächliche Angaben über zwei Vorgänge, die zu den ersten und wichtigsten Ereignissen der Weltgeschichte gezählt werden müsse»: Die Entstehlli, g und das Wachst nm der moderncn Arbeiterbewegung und das Werden der Marxschen Theorie. Hierfür sind die Briefe eine historische Quelle ersten Ranges, die sicherlich unsere Kenntnisse sehr zu verniehren geeignet sind. Selbstverständlich wollen wir auch hiermit nicht sagen, daß der Historiker, der sie benutzen will, jedes ihrer Worte unbesehen hinnehmen soll. Vielmehr muh er sie be- nutzen, wie man eben vernünftigerweise historische Quellen benutzt; er darf z. B. niemals vergessen, dah auch unsere Gröhten nur Menschen waren, und dah der Mensch sich irren kann, selbst dann irren kann, wenn er ein Erlebnis der letzten Tage brieflich einem Freunde mitteilt, wie denn in der Tat der Herausgeber Sorge an ver- schiedenen Stellen durch Anmerkungen solche Irrtümer berichtigt. Vielmehr muh das, was die Briefe mitteilen oder bestätigen bezw. bestreiten, nach der Methode exakter historischer Forschung behandelt werden, mit anderen Quellen verglichen, nach den sonst genau be- kannten Zeitumständen bewertet werden usw. Alsdann wird diese neue Quelle nicht verfehlen, unsere bisherige Kenntnis von der Gc- schichte unserer Bewegung und unserer Theorie an mancher Stelle zu ergänzen, zu berichtigen und in ei» neues Licht zu setzen. Da aber die Geschichte der Vergangenheit stets die große Lchrmeisterin der Gegenwart sein muh, so läßt sich leicht ermessen, wie sehr hier- durch unsere praktische Tätigkeit befruchtet werden kann. Ein weiterer Wert der Briefe wurde oben schon mit erwähnt. Wer nicht nur mit dem kühlen Verstände, sondern mit vollem, warmem Herzen Sozialdemokrat ist, der interessiert sich auch für die äuheren Umstände, welche die Geburt und den Werdegang unserer großen Sache begleitet haben. Und hier spielen dann aller- dings die Personen eine Hauptrolle. So streng aus der eigent- lichen Geschichte aller Personenkultus verbannt bleiben muh, so sehr man sich hüte» muh, den persönlichen Einflnh auch der Gröhten auf das Werden der Ideen und Bewegungen zu überschätzen, so sehr sind diese Gröhten doch ein Gegenstand warmer persönlicher Anteilnahme gerade für die Besten unter uns. Wie mancher ist unter uns, für den z. B. das Studium von Marx' Schriften einen Wendepunkt in seinem Leben, gewissermahen eine geistige Wiedergeburt bedeutet! Was vielleicht vorher schon halb unbewußt in Kopf und Herzen schlummene, das fand er hier in klare Worte gekleidet, das erhielt jetzt Leben, das flößte ihm selbst ein neues Leben ein. Alle diese stehen also mit Marx in persönlicher Beziehung. Obschvn sie ihn vielleicht nie gesehen, obschon er vielleicht lange tot war, als sie zum erstenmal, ein Buch von ihm in die Hand nahmen, so war er es doch, der ihr Leben in der nach- drücklichsten Weise beeinflußte, dem sie ihr geistiges Erwache» und damit alles verdanken, was dein Leben seine Bedeutung gibt. Endlich aber— und das dünkt uns das wertvollste— ist das Buch auch eine neue Quelle rein theoretischer Erkenntnis. Das Urteil, das Marx und Engels von Zeit zu Zeit abgaben, sei es über ein Buch, sei es über diese oder jene Person, sei eS endlich über das Verhalten der Parteien in dem einen oder anderen Lande bietet des öfteren interessante Aufschlüsse darüber, w i e s i e s e l b st ihre Theorie aufgefaßt wissen wollten. Freilich kommt hier Engels mehr in Betracht als Marx. Die meisten, wenngleich nicht alle Briefe dieser Art stammen ans der Zeit nach Marx' Tode. Wären sie ver- öffentlicht ivordcn, als bei uns in Deutschland noch der Kampf um den Revisionismus tobte, so hätten sie zweifellos in diesen Kampf nachhaltig eingegriffen. Trotzdem wird man Sorge recht geben müssen, dah er sie nicht damals veröffentlicht hat, sondern erst heute, nachdem dieser Kampf im Ivesentlichcn beendet ist. Von praktischem Wert und dauerndem Nutzen ist dem Menschen nur d i e Erkenntnis, die er sich s e l b st erworben, zu der er sich s e l b st durchgerungen hat. Jede von irgend einer Autorität ihm aufgedrungene Meinung ist und bleibt etwas Fremdes, das gerade dann versagt, wenn er es am nötigsten braucht— auch wenn die Autorität eine freiwillig anerkannte ist. Deshalb war es richtig, die Ansichten von Marx und Engels nicht direkt in de» Kampf eingreisen zu lassen. Andererseits ist unbestreitbar' der Kamps um den Sie- visionismus ein wesentliches Stück der deutschen Parteigeschichre. Somit ist es wohl von Wichtigkeit, die Meinung der Meister über jene Streitfragen jetzt nachträglich kennen zu lernen. Selbstverständlich zeigt sich auch hierbei, dast Marx und Engels Menschen waren wie wir alle, irrende sterbliche Menschen. Auch sie waren dem Irrtum ausgesetzt und nichts weniger als unfehlbar. So glaubte z. B. Marx am 1. September 1870, dast der damalige Krieg notwendig einen sofortigen Krieg zwischen Preusten nnd Rustland nach sich ziehen müsse. Und um nur einen Irrtum hervorzuheben, der gerade heute eine gewisse Aktualität besitzt, so schrieb Engels am 10. November 1894(S. 416): „Geht's aber in Rußland los, dann werden wir in Deutsch- land auch etwas Neues gewahr werden. Dann weht in ganz Europa ein liberaler Wind, der uns nur nützlich sein kann." Inzwischen ist es bekanntlich in Rustland losgegangen, aber von dem liberalen Wind in Europa ist nicht viel zu spüren. Engels zu« mal gab sich gern einem rosigen Optimismus hin. der ihn des öfteren, inbesondere über das Tempo der Bewegung, täuschte. Obgleich er z B. wiederholt darlegt, dast in Amerika die Arbeiterbewegung nur sehr langsam und unter ständigen Rückschlägen Boden fassen könne, veranlaßt ihn doch jeder Wahlcrfolg— der nach seinen eigenen Dar- legungen wenig zu bedeuten hatte und von einem Rückschläge ab- gelöst werden mußte— zu der frohe» Hoffnung: nun sind die Massen in Flust gekommen, nun wird's unaufhaltsam vorwärts gehen. So schon Mitte der achtziger Jahre, so auch wieder Anfang der neunziger. In Wahrheit ist es bekanntlich noch heute nicht so weit in Amerika! Und ähnliche Fehler unterlaufen ihm auch in bezug auf andere Länder. Wir verweilen absichtlich so lange bei diesen an sich ja herzlich unbedeutenden Irrtümern, um von vornherein dem läppischen Ein- wand zu begegnen, daß wir aus der Meister Worte schwören. Nichts weniger als das. Wenn wir auf die Meinung von Marx und Engels viel geben, so deshalb, iveil wir wissen, dast sie trotz aller menschlichen Irrtümer doch sehr viel mehr als mancher andere zur richtigen Be- iirteilnng der Dinge beigetragen haben. Hier gleich ein Beispiel dafür. Wir erwähnten soeben, daß Engels sich über das Tempo der amerikanischen Arbeiterbewegung verschiedentlich schiver getäuscht hat. Trotz alledem gibt er darüber auf wenigen Seiten klarere und ein- leuchtendere Darlegungen als z. B. Herr Sombart in seinem diesem Thema gewidmeten Buche. Wir haben dieses Buch („Warum gibt es in den Bereinigten Staaten keinen Sozialismus?") kürzlich— in Nr. 235 vom 9. Oktober— einer Besprechung unterzogen, ans welcher unsere Leser ersehen haben, daß Herrn Sombart trotz umfangreicher Untersuchungen, deren sonstiger Wert nicht bestritten werden soll, die Beantwortung seiner Frage nicht geglückt ist. Damit vergleiche man folgende kurz hingeworfene Zeilen von Engels. Am 6. Januar 1892 schreibt er(Briet Nr. 197 S. 376): „Der Boden ist die Basis der Spekulation(in Amerika) und die amerikanische Spekulationswnt und-Möglichkeit ist der Haupt- Hebel, der die eingeborenen Arbeiter im Banne der Bourgeoisie hält. Erst wenn ein Geschlecht eingeborener Arbeiter da ist, das von der Spekulation nichts mehr erwarten darf, erst dann haben wir festen Boden in Amerika." Und am 30. März 1892(Brief Nr. 199 S. 380): „Was Euer großes Hindernis in Amerika ist. scheint mir. be- steht in der Ausnahmestellung der eingeborenen Arbeiter. Bis 1848 kann man von einer eingeborenen, ständigen Arbeiterklasse nur als Ausnahme sprechen. Die wenigen Ansänge davon im Osten in den Städten konnten immer noch hoffen. Bauern oder Bourgeois zu werden. Jetzt hat sich eine solche Klasse entwickelt und hat sich auch großenteils trade-unionistisch organisiert. Aber sie nimmt immer noch eine aristokratische Stellung ein und über- läßt, was sie auch kann, die ordinären, schlechtbezahlten Be- schästigungen den Eingewanderten, von denen nur ein geringer Teil in die aristokratischen Trade Unions eintritt. Diese Ein- gewanderten sind aber in Nationalitäten geteilt, die sich unterein- ander und meistenteils auch die Landessprache nicht ver- stehen. Und Eure Bourgeoisie versteht es noch viel besser als die österreichische Regierung, eine Ratio- nalität gegen die andere auszuspielen, Juden, Italiener, Böhmen usiv. gegen Deutsche und Jrländer und jeden gegen den anderen, so daß, glaube ich, in New Aork Unterschiede der Lebens- Haltung zwischen Arbeitern bestehen, wie sie sonstwo unerhört sind. Und dazu kommt die Gleichgültigkeit einer ohne allen gemütlichen Feudalhintergrund, auf rein kapitalistischer Basis erwachsenen Ge- sellschaft gegen die dem Konkurrenzkampf erliegenden Menschen- leben:„es gibt immer noch genug und mehr, als wir brauchen von diesen verdammten Deutschen, Jrländern, Italienern, Inden und Ungarn""), und obendrein steht im Hintergruild John Chinaman, der sie alle weit übertrifft in der Fähigkeit, von Dreck zu leben." Was nun die theoretische Erkenntnis betrifft, die ans den Briefen gewonnen werden kann, so findet sich an verschiedenen Stellen die eindringliche Mahnung, aus unserer Theorie kein Dogina zu machen: „Unsere Theorie(schreibt Engels am 28. Dezember 1886, S. 245) ist kein Dogma, sondern die Darstellung eines Evolutionsprozesses, und dieser Prozeß umfaßt aufeinander folgende Phasen." Und wieder am 27. Januar 1387(S. 249): „Unsere Theorie ist eine Evolutionstheorie, kein Dogma, das man auswendig lernt und mechanisch hersagt. Je weniger sie den Anrerikanern von außen eingepaukt wird und je mehr sie sie durch eigene Erfahrung— unter dein Beistand der Deutschen"")— erproben, desto tiefer geht sie ihnen in Fleisch und Blut über." Selbstverständlich wird hiermit nichts Neues gesagt. Dennoch werden zweifellos Stimmen laut werden, welche auf Grund dieser Aeußerniigen zum mindesten Engels, wahrscheinlich aber auch gleich Marx selbst als„Anti-Marxisten" reklamieren werden. Womit denn freilich nur ein neues Zeugnis jener unglaublichen theoretischen Konfusion abgelegt wird, die sich von vornherein dokumentierte durch den Vorwurf, die Aiihänger der Theorie seien„Dogmatiker" Ja es wird sogar vermiitlich nicht an Stimmen fehlen, ivelche bereit sein werden. Marx nnd Engels zur Verteidigung des allerplattesten OpportnilismuS zu benutzen. Nnd zwar auf Grund von Aeußerungcn wie die folgenden.(Engels am 3. Mai 1873, S. 105): „... Seine M i t a r b c i t e r s ch a f t an Bourgeois- blättern geschah unter Mitwissen und Billigung der Partei und direkt für Parteizwecke. Wenn mir morgen die„Times" zur Verfügung gestellt wird, darin zu schreiben, wie ich will, und gegen' Bezahlung, so nehme i ch' s unbedenklich an. Dem Eccarius bat dies niemand übel genommen, bis er die Sache umkehrte, die Internationale in seinem Geldintcresse exploinerte und nicht mehr in ihrem Interesse, sondern im seinigen und dem der„Times" schrieb. Daß Oberwinder in Oesterreich, wo der Feudalismus erst teilweise überwunden und die Massen noch un- begreiflich dunun sind, und wo die Verhältnisse ungefähr noch die von Deutschland vor 1848 sind— dast er da nicht gleich das Aeusterste mit radikal iveitgehendstem Gepolter verlangt, sondern die Politik verfolgt, die wir ain Schluß des Koumnmistischen Manifestes für das damalige Deutschland empfahlen, nehmen wir ihm sicher nicht übel." Aehnliche Aeußerniigen finden sich mehrfach. Wir zitieren nur noch die folgenden, welche für die in Deutschland während der letzten Jahre aufgeworfenen Streitfragen eine mehr oder ininder direkte Bedeutung zu haben scheinen: (Engels am 23. Dezember 1886, S. 246)„... Eine oder zwei Millionen Arbeiterstimmen im nächsten November für eine echte Arbeiterpartei sind augenblicklich unendlich mehr wert als ein Hunderttausend Stimmen für ein theoretisch vollkommenes Programm." (Engels am 27. Januar 1887, S. 249)„... Hätten wir von 1864 bis 1873 darauf bestanden, nur mit denen zusammenzuwirken, die niiser Programm offen annahmen— Ivo würden wir heute stehen?" (Engels am 12. April 1890, S. 334)„... Wenn unsere Partei in Deutschland in nächster Zeit und auch mit Beziehung auf den 1. Mai scheinbar etwa? abwiegelt, so iveißt Du die Gründe. Wir wissen, daß die Generale den 1. Mai gern zum Schießen verwerten möchten. Dieselbe Absicht besteht in Wien und Paris." (Engels am 19. April 1890, S. 337)„... Auf den 1. Mai bin ich begierig. In Deutschland war es Pflicht der Reichstagsfraktion, den übertriebenen Gelüsten entgegenzutreten. Die Bourgeois, die politische Polizei, bei der es jetzt„um's Brot geht", die Herren Offiziere, sie alle möchten gern dreinschlagen hört. ') Eine Redensart, die man oft in den Vereinigten Staaten "") Gemeint sind die infolge des Sozialistengesetzes nach Amerika ausgewanderten Deutschen. und schießen, und suchen jeden Vorwand auf, dem jungen Kaise� zu beweisen, daß er nicht rasch genug schießen lassen kann. DaS würde aber unser ganzes Spiel verderben. Erst müssen wir daS Sozialistengesetz los sein, das heißt den 30.«eprcmber über- standen haben. Und dann machen sich die Dinge in Deutschland gar zu prächtig für uns, als daß wir sie uns durch pure Renommage verderben sollten. Im übrigen ist die Proklamation der Fraktion schlecht und der Blödsinn vom allgemeinen Streik ganz überflüssig. Aber einerlei wie, die Leute sind durch den 20. Februar(Tag der Reichstagswahl 1890) so gehoben, daß si« einer gewissen Zügelung bedürfen, um keine Dummheiten zu machen." (Engels am 9. August 1890, S.34g.)„... JirDentschland präpariert sich ein kleiner Krakeel für den Kongreß. Herr Schippe! und andere Literaten wollen der Parteileitung auf den Leib und eine Opposition bilden. Das wäre nun nach Abschluß des Sozialistengesetzes gar nicht zu verbieten. Die Partei ist so groß, daß absolute Freiheit der Debatte innerhalb ihrer eine Not- wendigkeit ist. Anders sind die vielen neuen Elemente, die ihr in den letzten drei Jahren zugekommen und die stellenweise noch recht grün und roh, gar nicht zu assimilieren und auszubilden." (Engels am 11. Februar 1391, S. 356.) ,,... Die Franzosen sind ganz zornig, daß die Deutschen diesmal am 3. Mai und nicht am 1. Mai feiern werden. DaS ist alles dummes Zeug, die Feier des 1. Mai hat den Hamburgern, die an dem Tage die Arbeit einstellten, eine Aussperrung eingebracht(die auftraglosen Fabrikanten lechzten nach einer solchen),_bie den Arbeitern dort 100 060 Mark kostete— ohne die Beiträge von außen— die Kraft ihrer bestorganisierten Gewerkschaften brach und sie auf lange lahm legte. Heute ist die Ueberproduktion in Deutschland in allen Zweigen der Industrie chronisch, und da eine allgemeine. nur durch Kontraktbrnch mögliche Feier in ganz Deutschland am 1. Mai eine allgemeine Aussperrung herbeiführen, alle unsere Kassen entleeren, alle unsere Gewerkschaften sprengen, und statt Begeisterung Entmutigung hervorrufen würde, so wäre sie Blödsinn." (Engels am 8. April 1891, S. 362)..... Der Pariser Bergarbeiterkongreß wäre beinahe am belgischen Blödsinn des Generalstreiks gescheitert.... Ich wollte fast, die wallonischen Kohlenarbeiter, die den ganzen Generalstreikunsinn diesmal an- gestiftet, trieben es in Belgien zum Generalstreik wegen all- gemeinem Stimmrecht"), sie würden heillos gehauen und der Unsinn wäre begraben. Aber die anderen in Deutschland und Frankreich würden die Folgen auszufressen haben." Damit genug, obwohl sich die Reihe dieser Zitate noch sehr verlängern ließe.— Darf man nun hieraus, wie es sicher geschehen wird, schließen, daß die Begründer der Marxistischen Theorie jenen flachen Opportunismus befürwortet haben, der ohne Bedenken das Prinzip in den Glasschrank stellt, um Augenblickserfolgen nach- znjagen? Dem widerspricht zunächst die außerordentlich scharfe Ab- sage, die Marx und Engels aller Kompromisselei, aller Vertuschung des Prinzips und der Theorie erteilt haben. Haben sie doch sogar Männer ivie Lassalle und Liebknecht mit harten Vorwürfen hierüber nicht verschont! Um ein klares Bild zu gewinnen, ist es nötig, auch von diesen Aeußerungen einige hier zu zitieren: (Marx am 4. April 1874, S. 137.)..... Du wirst bemerkt haben, daß sich im„Volksstaat" von Zeit zu Zeit halbgelehrte Philisterphantasien geltend machen. Das Zeug kommt von Schul- meistern, Doktoren, Studenten. Engels hat dem Liebknecht den Kops gewaschen, was ihm von Zeit zu Zeit nötig zu sein scheint." (Marx am 19. September 1879. S. 165.)„... Höchberg fiel wie aus den Wolken, als Engels ihm reinen Wein einschenkte; er ist ein„friedlicher" Eniivickelungsmann und erivartet die proletarische Emanzipation eigentlich nur von„gebildeten Bourgeois", d. h. seinesgleichen.., Liebknecht hat in der Tat, nachdem er den großen Bock in den Transaktionen mit den Lassalleanern geschossen, allen diesen Halbmenschen Tür und Tor geöffnet und malZrä Im (ohne es zu wollen) eine Demoralisation in der Partei vorbereitet, die nur durch das Sozialistengesetz beseitigt werden konnte. Sollte nun das„Wochenblatt"— das Parteiorgan— in der Tat in der von Höchbergs„Jahrbuch" initiierten(begonnenen) Weise vor- gehen, so wären wir gezwungen, öffentlich gegen solche Ver- luderung der Partei und der Theorie aufzutreten." (Engels am 20. Juni 1832, S. 18e!)„... In Deutschland gehen die Sachen im ganzen vortrefflich. Zwar haben die Herren Literaten der Partei versucht, eine reaktionär— bürgerlichzahm— gebildete Schwenkung durchzuführen, aber sie ist glänzend ge- scheitert... Diese Leute möchten um jeden Preis das Sozialisten- gesetz durch Milde nnd Sanftmut, Kriechen und Zahmheit weg- betteln... Sobald das Gesetz beseitigt... wird die Spalwiig wahrscheinlich offen werden und die Vierecks, Höchbergs einen separaten rechten Flügel bilden, wo man dann von Fall zu Fall mit ihnen verhandeln kann, bis sie endlich definitiv auf den Arsch fallen. Wir haben das schon gleich nach Erlaß des Sozialistengesetzes erklärt, als Höchberg und Schramm im„Jahr- buch"... ein mehr jebildetes, wohlanständiges, salonfähiges Be- tragen der Partei verlangten." Ueber Liebknecht läßt sich Engels sogar im llnmut zu folgenden Aeußerungen hinreißen(3. März 1887, S. 256): „... sein Drang, alles in Ordnung zu bringen und alle Gegensätze durch Auflösung in Phrasen zu vertuschen' seine Sucht, äußere niomentane Erfolge zu erreichen, selbst auf Kosten dauernder Verluste..." Dem Andenken unseres Alten können diese ZorneSworte nichts schaden. Aber sie zeige», ivie rücksichtslos Engels zu Felde zog, wenn er irgendwo Komproiniffelei zu finden glaubte. Auch die Zitate dieser Reihe ließen sich beliebig verniehren, insbesondere mit Engels Urteilen über die englischen„Fabier", welche die„Durchtränkung der liberalen Partei mit sozialistischen Prinzipien für die einzige Lebensaufgabe der Sozialisien ausgeben" und„sich in Gnaden herbeilassen wollen, das Proletariat von obeu herab zu befreien, wenn es nur so einsichtig sein will zu begreise», daß so eine rohe ungebildete Masse sich nicht selbst befreien kann und zu nichts kommt außer durch die Gnade dieser gescheidten Advokaten, Literaten und sentimentalen Weibsleute".(S.'401.) In- dessen denken wir, es wird für das, was wir zeigen wollen, genügen, wenn wir noch kurz eine Stelle anführen, die sich auf Deutschland bezieht: (Engels am 1V. Noveniber 1894, S. 416):.... Erst erklären die Franzosen in Nantes durch Lafargue nicht nur(was ich ihnen geschrieben), daß wir keinen Beruf haben, den Ruin der Kleinbauern, den der Kapitalismus für uns besorgt, durch direktes Eingreifen unsererseits zu beschleunigen, sondern auch: man müsse den Kleinbauer gegen FiSkuS, M u ch e r und Großgrundbesitzer direkt schützen. Das können wie aber nicht mitmachen, weil es erstens dumm und zweitens un- möglich ist. Nun aber konmit Vollmar in Frankfurt und will den Bauer überhaupt bestechen, und zwar ist der Bauer, mit dem er in Oberbayern zu tun hat, nicht der verschuldete rheinische Kleinbauer, sondern der Mittel- und selbständige Großbauer, der Knechte und Mägde exploitiert(ausbeutet) und Vieh und Getreide verkauft. Und das geht nicht ohne Aufgeben des ganzen Prinzips. Wir können den Alpenbauer, den nicdersächsische» und schleswig- holsteinischen Großbauer nur bekommen, wen» wir ihm die Acker- knechte und Tagelöhner preisgeben..." ") WaS 1003 bekanntlich wirklich geschah. ÜBit IjaBen diese ausführliche ClegenühersteNing von Zitaten für Notwendig gehalten, einmal um den Leser ein paar Stichproben von dem Charakter der Briefe überhaupt zu geben, sodann um ihm Über die Frage, deren Erörterung uns ivüuscheuswert erscheint, ein e r g e n e s Urteil zu ermöglichen. Was Marx und Engelz hier sagen, ist, wir loiederholen es, längst bekannt und ganz selbstver- stttndlich. Trotzdem ist leider anzunehmen, dag es einer grasten Zahl von Parteigenossen neu vorkommen durfte. Unendlich oft ist während der theoretischen Diskussionen das Schlagwort vom Marxschen „Dogma" erklungen, das nun überholt sei und einer Nevision im Sinne der Eutwickelungslehrc bedürfe— so oft, dast sicherlich die Mehrzahl der jüngeren Parteigenossen ganz erstaunt sein werden, nun von Marx und Engels selbst diese Warnung vor dem Dogma zu hören. Nach dem Zerrbild, das die Marxsche Lohre im Streit des Tages leider angenommen hat, wird sich gar mancher vorstellen, Marx habe aus dein Kopfe eine Schablone des Klassenkampfes erdacht und nun verlaiigt, dast die lebendige Arbeiterbetvegung sich dieser Schablone in allein und jedem anpassen solle. Aufklärung hlerübcr tut auch heute noch sehr not. Wenn man die oben zitierten und die sonstigen Aeusterungcn der Briefe scharf durchdenkt, so laufen sie auf zweierlei hinaus: tit d er Theorie unerbittliches Festhalten an den für richtig erkannten Prinzipien, von denen kein Tttelchen abgehandelt werden darf: in der Praxis konsequente Ablehnung jeden Versuchs, den Massen die Theorie von austen oder gar von „oben"— her aufzudrängen, statt dessen das Verlangen, dast sie sie im Kampfe des Tages am eigenen Leibe erproben und dadurch lernen > v l l e n.— In der Tat ergeben sich dieselben zwei Gesichtspunkte für jeden, der das Wesen der Marxschen Theorie richtig erfastt. Heute ist es ja Mode geworden, dem Marxismus vorzuwerfen, er wolle durch künstliche Eingriffe einen.Zukunstsstaat" errichten lgrbt es doch sogar Leute, die unter dem marxistischen Prinzip nichts anderes als Zukunftsstaat verstehen). Indessen, mit so viel Lärm der Vorwurf auftritt, er ist noch gar nicht alt. Wer sich noch an die Parteidiskussionen im Anfang der DO er Jahre erinnern kann, der wird wissen, dast damals der gerade entgegengesetzte Vorwurf erhoben worden ist. Damals hiest es: der Marxismus lehre, daß man die Hände in den Schoß legen und gar nichts tun, sondern die Befreiung der Arbeiter« klasse von der„Entwickclung der Verhältnisse" erwarten müsse. Und nicht nur innerhalb der Partei wurde dieser Vorwurf erhoben, auch von den Gegner» wurde der Marxismus jahrzehntelang ver- höhnt, verspottet und verlästert gerade wegen des Entwickelungs- gedankcus. �Das sei ja eine bequeme Lehre, hiest eö, eigens geschaffen für Faulenzer und Leute ohne Verantwortlichkeils- gefiihl I Da wird den Arbeitern einfach gesagt: nicht ihr selbst seid an eurer traurigen Lage schuld, sonder» die.Verhältnisse", folglich braucht ihr auch nichts zu tun, um euch herauszuhelfen, viel- mehr sei alles Heil von der.Entlvickelung der Verhältnisse" zu er- hoffen. Durch eine solche Lehre werde der Sinn für Fleiß, Eifer, Tüchtigkeit untergraben I Der Vorwurf von damals war so unberechtigt wie der von heute. Aber das muß man den Opponenten von danlals lassen, daß sie den Grundgedanken der marxistischen„Orthodoxie" weit näher gekommen sind als die Opponenten von heute. In der Tat, der Entwickelungsgedanke ist die Grundlage der Die rnssische Nevoltttiou. Gold für das Blutregimcnt. In der letzten Zeit war die russische Presse überfüllt mit Nachrichten über die Verhandlungen, die Witte in der Frage der neuen russis ch.e n Anleihe geführt hat. Hochstehende Beamte in St. Petersburg haben es mit voller Bestimmtheit er- klärt: Witte kommt nach Petersburg mit einem fertigen Plan zurück, wie die russischen Finanzen zu retten sind. Aus den ver- schiedensten und dabei auS sehr guten Quellen ist bekannt gemacht worden, dast dieser Plan mit einem Verkauf der Natur- schätze Rußlands an das Ausland verbunden ist. Es wurde von Naphthaquellen, von Goldminen und Goldfeldern, von Berg- werken und Kohlengruben, von Fischereien und Waldungen ge- sprachen, bei deren Verkauf an ausländische Kapitalisten diese einen Vorschuß oder eine bedeutende Anleihesumme der russischen Regierung zu gewähren bereit sein sollen. Auf Grund des Materials, das uns jetzt zur Verfügung steht, kann schon mit Entschiedenheit behauptet werden, daß die Dinge tatsächlich so liegen. Witte hat eine sinanziell-industrielle Kombination fertig gebracht, bei der die Abschließung einer neuen Anleihe gesichert ist, falls der Verkauf der Naturschätze Rußlands durchgeführt wird. Die ausländischen Kapitalisten sind bereit, für das Fortbcstehen der zarischen Schreckensherrschaft Geld zu geben, falls sie dafür die Naturschätze des Landes sich aneignen dürfen. Sie denken, daß diese Schätze ihnen nicht entschlüpfen können, sogar in dem Falle, daß der Zarismus eine finanzielle Katastrophe erleidet. Ob sie sich nicht täuschen? Werden diese Schätze ihnen wirklich so sicher gehören? Sic rechnen nicht mit der siegreichen Revolution! Sie wird aber kommen, und gewiß wird sie nicht solche Vereinbarungen sanktionieren, die gegen die Forderungen des Arbeiterdeputiertenrats und des Wiborger Aufrufs zum Schaden des Volkes und zum Nutzen der außerhalb der Gesetze stehenden feindlichen zarischen Regierung abgeschlossen worden sind. Mögen sich also die Kapitalisten die Sache reiflich überlegen! Sie haben nicht nur die Verachtung und den Fluch der Kultur- freunde zu gewinnen, sie haben auch den völligen Verlust ihrer Kapitalien zu riskieren. Und das letztere wäre ihnen sicher nicht angenehm! Die gemäßigte Opposition in Rußland. III. Personalbestand und vermutliche Evolution der„Kadetten". Zum Verständnis der Position der konstiwtionell-demokrati- schen Partei mutz die soziale Herkunft ihrer Anhänger in Betracht gezogen werden. Die Partei entstand aus zwei Strömungen. Die liberalen Vertreter der Intelligenz, die sich um den Herausgeber der Zeitschrift'„Oswoboshdenie", einen ehemaligen Marxisten, jetzt gemäßigten Kadetten, gruppierten, bildeten den linken Flügel. die liberalen Vertreter der Landschaften(Semstwos) und der städtischen Bürgerschaft den rechten Flügel der Partei. Eine treffende Charakteristik der Partei gibt Potressosf in der Monats- schrift„Otkliki Sowremenosti":„Die Kadettenpartei ist das Pro- dukt einer Wechselwirkung zwischen der bürgerlich-dcmokrati schen Intelligenz und dxm Semstwo-städtischen Liberalismus, einer Wechselwirkung, die sich wie ein roter Faden durch hie letzten 15 bis 20 Jahre zieht. Zweitens trägt die Kadcttenpartei den beut- lichen Stempel des kritischen Augenblicks, wo an diese zwei Elemente die Volksmassen mit der Forderung herantraten, der andringenden Demokratie Platz zu machen, und wo die Notwendigkeit eintrat, die Interessen der Demokratie in den Wirkungskreis dieser politisch aktiven Gruppen aufzunehmen.... So kam es, daß die Kadetten- Partei am Scheidewege zwischen dem Alten und Neuen, zwischen der früheren Hegemonie der begüterten Stände über die zersplitterte intelligente Demokratie und der kommenden, unter schweren Ge- burtswchen entstehenden Schöpfung einer einzigen großen bürger- lich-demokratischen Partei stehen blieb."*) Wer die Entwickclungsgeschichte der konstitutioncll-demo- kralischcn Partei kennt, der weiß auch, daß bisher die Ideen des rechten Flügels das Uebergewicht hatten. Dieser gemäßigte Teil. snit dem Zentralkomitee an der Spitze, trat der Partei bei mit ganzen Marxschen Lehre. Durch sie ist die National- okonomie erst auf den Rang einer wirklichen Wissenschaft erhoben worden. Worin besteht denn das Wesen einer Wissenschaft? Was leistet z. B. die Naturwissenschaft? In dem unendlichen Weltall, das uns umgibt, und in dessen Mitte wir leben, steht nichts still; alles bewegt sich, alles verändert sich unaufhörlich. Aufgabe der Naturwissenschaft ist es nun, diese Bewegungen und Veränderungen so zu erarilnden, daß wir Menschen uns ihnen anpassen und dadurch sie uns nutzbar machen können. Irgend etwas zu ändern vermögen wir, nicht an den Nalurkräftcn; sie sind, wie sie sind. Trotzdem können wir sie uns„dienstbar" machen, indem wir uns den Kräften(richtiger: de» Bewegungen) so, wie sie einmal vor- Händen sind, anpassen. Dazu müssen wir sie aber vorher genau kennen, und diese Kenntnis unS zu verschaffen, ist die Aufgabe der Naturwissenschaft. Ganz dem entspricht auch die Nationalökonomie als Wissen- schaft. Der Gegenstand ihrer Untersuchung sind die wirtschaftlichen Beziehungen der Menschen untereinander. Auch diese Beziehungen stehen nicht still; sie ändern sich, sie entwickeln sich. Ihre Aenderungen vermögen wir uns nutzbar zu machen, genau so gut. wie die Aenderungen, die in der Natur vor sich gehen. Ebenso wie in der Natur, sind wir außerstande, willkürlich rn sie einzugreifen: wohl aber können wir uns ihnen anpassen. Nur müssen wir sie vorher gründlich kennen. Diese Kenntnis uns zu vermitteln, ist Sache der Nationalökonomie. Wir kommen also zu folgendem Resultat: keine Wissenschaft ist um ihrer selbst willen da, etwa zur bloßen Befriedigung müßiger Neugier. Sondern der Zweck jeder Wissenschaft ist, den Menschen mit dem Milieu, in dem er lebt, bekannt zu machen, da« mit er sich innerhalb dieses Milieus so gut wie möglich einrichten kann. Den Menschen mit dem Milieu bekannt machen, das heißt, ihn die Bewegungen, die Aenderungen kennen lehren, die in dem Milieu vor sich gehen. Es muß also die Nationalökonomie die wirt- schaftlichen Beziehungen der Menschen untersuchen, ihre Aenderungen und deren„Gesetzmäßigkeit", oder mit anderen Worten: ihre „Entwickelungstendenzen" aufdecken. In diese EntWickelung will- kürlich einzugreifen, vermögen wir nicht; wohl aber uns rhr an- znpasscn und dadurch sie uns nutzbar zu machen, sobald wir sie genau kennen. Zweifelt man, daß dies der Grundgedanke der Marxschen Lehre ist. so stelle man ihr die Ansichten ihrer Gegner gegenüber. Die bürgerliche Wissenschaft z. B. behauptet, daß im wesentlichen die Menschen ihre Geschicke selbst bestimmen. Die„großen Männer". die Fürsten und Heerführer seien eS. welche die Geschichte der Menschheit durch ihre Taten„machen". Und auch im Leben des Einzelnen sei im wesentlichen jeder selbst seines Glückes Schmied. Demgegenüber lehrt Marx, daß auch in der Menschheitsgeschichte wie in der Natnr,„Gesetzmäßigkeit" herrsche, d. h. daß die jeweiligen Zustände allemal aus den früheren Zuständen herausgewachsen sind und in die späteren hineinwachsen. Die Tätigkeit der Menschen muß sich demnach darauf beschränken, die„Gesetze" dieser Ent- Wickelung kennen zu lernen und sich ihnen anzupassen. Hält man nun fest, daß die nationalökonomische Forschung im Hinblick auf ihren praktischen Zweck betrieben wird— indem ihre Ergebnisse den Menschen die Anpassung an die Wirtschaft- liche Eniwickelung ermöglichen sollen— so liegt klar auf der Hand. weshalb vom Prinzip auch nicht das geringste Titelche» geopfert werden kann. Es würden ja dadurch die Ergebnisse gefälscht werden, d. h. die Menschen würden über die wirtschaftlichen Zustände und deren Aenderungen falsch unterrichtet, und die praktischen Maß- nahmen, die sie auf Grund solcher Ergebnisse ergreifen, wurden nicht zu dem gewünschten Ziel— Nutzbarmachung der tatsächlichen Ent- Wickelung— sondern zu argen Kollisionen führen. Man stelle sich vor, daß etwa ein Chemiker aus Gefälligkeit von den tatsächlichen chemischen Vorgängen, die er beobachtet hat, den einen oder den anderen als nicht vorhanden gelten las'» wollte! Es wäre an keine Nutzbarmachung seiner Lehren zu denken. Wobei noch zu be- merken ist, daß ein solcher Fehler sich in der Natnrwiisenschaft schneller zeigt als in der Nationalökonomie. Hat� jemand auf Grund falscher Voraussetzungen ein Naturgesetz aufgestellt, so zeigt sich oft schon beim nächsten Experiment, daß die Sache nicht stimmt. In der Volkswirtschaft dagegen können ein paar Mcnschenalter darüber vergehen. So erklärt sich die herbe, zornige Erregung von Marx und Engels über jede Verwässernng und Vcrflachung der Theorie, so erklärt sich ihr starres, unbeugsames Festhalten am Prinzip, d. h. an dem, was sie alö wahr erkannt haben: so erklärt sich endlich auch das, waS man den Marxisten alö„Orthodoxie* auslegt. Die bisherige Darlegung zeigt schon, wie grundberkehrt der andere Vorwurf ist, daß nach der Entwickelungslebre die Menschen „nichts tun" sollten. Abgesehen davon, daß ja auch schon die wissen- ichaftliche Erforschung der wirtschaftlichen Zusammenhänge Arbeit in Fülle gibt, so erwachsen gerade ans diefer Grundlage eine ganze Menge„praktischer, positiver" Aufgaben. ES ist gerade als wenn man sagen wollte: weil uns die Naturwissenschaft zeigt, daß wir am Walten der Naturkräft« nichts zu ändern vermögen, können wir nichts tim l Man weiß doch, welche Niesenmenge nützlicher Arbeit das„Sich-anpassen" an die Natnrkräste mit sich bringt: wir nennen nur den Bau von Maschinen aller Art. Ebenso erfordert das„Sich- anpassen" an die wirtschaftliche Eniwickelung eine gewaltige Menge positiver Arbeit, die auf dem Gebiete der Politik liegt. Zumal hier noch hinzu kommt, daß unsere Gegner an der Arbeit sind, die Ent- ivickelung gegen uns auszunutzen. Die Abwehr ihrer Bestrebungen sowie die Anbahnung und Ertrotzung solcher Maßnahmen, welche die wirtschaftliche Eniwickelung in kluger Voraussicht zur Befreiung des Proletariat? benutzen, das ist wahre Arbeitcrpolitik. Daraus ergibt sich von selbst die andere, die taktische Regel, an der unsere Meister in ihren Briefen mit so großer Energie fest- halten: Es ist eitles Bemühen, da» Evangelium des Sozialismus solchen Leuten zu predigen, die eS nicht schon mindestens unbewußt in sich tragen. Da« weiß ja jeder tüchtige Agitator, daß er nur da Erfolge erzielen kann, wo er in klaren Worten das ausdrückt, was die Hörer schon vorher dunkel empfunden, instinktiv gefühlt haben, wofür ihnen aber der klare Ausdruck fehlte. Tatsächlich ist eS die Eniwickelung selbst. die den Sozialismus in immer weitere Massen trägt. Freilich ist der Agitator, der Mann, der den Leidenden die Ursachen ihres Elends zeigt und„ihnen klar macht, wie jede Bewegung, die nicht die Vernichtung desLohnsyftems als letztes Ziel stet« im Auge behält, irregehen und fehl- Ichlagen muß" lEngelS am 29. November 1886, S. 239), dabei unentbehrlich. Aber seine Worte zünden nur da, wo durch die Ent« Wickelung die Herzen und Hirne genugsam vorbereitet sind. Die Wahrheit dieser Lehre zu erfassen und zu befestigen, dazu ist die Lektüre des Sorgeschen Briefwechsels ein treffliches Mittel. Julian Borchar dt. vielen von den vereinigten Semstwo» und Städtekongressen ererbten Vorzügen, denen er seine Ueberlcgenheit verdankte, nämlich: völlig geklärten Anschauungen, bestimmten taktischen Vorschri�en. ge- wisser parlamentarischer Erfahrung und lebhaftem Abscheu vor nichtparlamentarischen politischen Aktionen.„Die demokratischen Vertreter der Intelligenz," sagt Potressoff,„die von jeher nur einen Anhang des Semstwoliberalismns gebildet hatten und jetzt die linke Hälfte der konstitutioncll-dcmokratischen Partei darstellten, waren nicht stark genug, um gegen die in ihrer Art vollendete Ideologie und die liberalen Tendenzen der Parteigenossen selb- ständig auszutreten."**)„Die Klassen der Gesellschaft, die nickt durch die bestehende Staatsordnung in ihrer Existenz gefährdet sind, denen nicht jeder Ausweg genommen ist(und zu diesen Klassen gehören die Kadetten), haben wenig Neigung zu rcvolutio- närer Gesinnung. Diese Klassen streben nach Reformen, nach ge- fahrloscn. gesetzlichen Formen politischer Tätigkeit. Sic lcbcn noch viel zu gut, sie würden zu viel aufs Spiel setzen, wenn sie den Weg der Revolution wählten; auch ist ihr Haß pegen die Staats- orhnung dazu nicht tief genug."(„Obrasowanie" 1906, August.) Eine Verfassung in der Art der preußischen konstitutionellen Monarchie— höher erstrecken sich die Ideale der konstitutionell- demokratischen Partei nicht!— Der 4. Parteikongreh hat gezeigt, daß eine Spaltung der Partei in nächster Zukunft unvermeidlich ist. Die Bildung einer Opposition und die Resolution der Oppositionellen auf dem Kon- greß gibt keiner Hoffnung auf eine Versöhnung Raum.„Wir sind dex Meinung." so kantet die Resolution der Linken,„daß eine Lossagung von der sofortigen Anwendung passiven Widerstandes in deutlichem Widerspruch zum Wiborger Aufrufe steht, für die be- freiende Bewegung schädlich und für die Partei verderblich ist, und wir verlangen deshalb, da wir die vom Kongreß gefaßten Beschlüsse unbedingt mißbilligen, unsere Sondermeinung und die von uns vorgeschlagenen und vom Kongreß verworfenen Resolutionen den Kongreßberichten beizufügen." Die Kadetten machen auch kein Geheimnis aus der Uneinigkeit in ihrer Partei.„Die Einigkeit auf dem Kongreß," schreibt die Zeitung„Retsch",„war freilich nicht die Einigkeit einer„eisernen Disziplin", von der legendarische Preßbcrichte erschienen. Es war nicht die Einigkeit des Geborsams, es war etwas weit Größeres und Besseres: keine mechanische, sondern eine organische«Einigkeit der Mannigfaltigkeit."(„Retsch" Nr. 179, Leitartikel.) Die Spaltung in der Partei ist durchaus kein unerwartetes Ereignis. Wie könnte eine Partei dauernd zusammenhalten, deren leitende Organisationen zu den Elementen der Bevölkerung, die sie zu vertreten meinen, in grellem Widerspruch stehen? �Ter von der revolutionären Strömung abgerissene linke Pärteiflügel wird 1 genötigt sein, sich der Demokratie anzuschließen, die Vertreter der Semstwo- und der städtischen Bourgeoisie des rechten Flügels werden wohl nicht säumen, ins Lager der offenkundigen Feinde des Volkes überzugehen. Aber auch wenn es gelänge, die Spaltung der Partei noch bis zum Ende der bcvorstebcnden Dumawahlen zu verhindern, so unterliegt es keinem Zweifel, daß die Kadetten auf einen so großen Sieg, wie der bei den ersten Wahlen erfochtene, nicht rechnen können. Denn ersten werden jetzt die Parteien der äußersten Linken sich an dem Wahlkamps beteiligen; zweitens sind die Kadetten durch ihr zweideutiges Benehmen in den Augen der Be- völkerung in hohem Grade kompromittiert. Die vielversprechenden Wahlreden und die Gelübde, für die Interessen des Volkes zu stehen und zu fallen, alle die hochtönenden Phrasen werden nur ironisches Lächeln oder zweifelndes Kopfschütteln erregen; denn deutlich genug haben die Kadetten gezeigt, daß„die Interessen des Volkes" bei ihnen eine billige Ware sind. Die Kandidaten der Kadettenpartei werden in diesem Jahre bei weitem nicht so viel Stimmen sammeln wie bei den vorigen Dumawahlen. Neue Greuel in den Ostseeprovinzen. Die letzten Schandtaten des Zarismus und seiner Edelkosaken in den Ostseeprovinzen haben die ganze liberale Presse— selbst- verständlich die russische— auf die Beine gebracht. Es ist ein Notschrei des ganzen Volkes, den die lettischen Blätter ohne Unter- schied der Richtung ausgestoßen haben. ES ist der Verzweiflungs» ruf eines wehrlosen, kleinen Häufleins, das von einer bis zu den Zähnen bewaffneten Schurkcnbande überfallen ist und ge« *)„Otkliki Sowremenosti" Nr. 5, S. LI. **) Daselbst, S. 84. knebelt wird. DaS lettische Volk will sich nicht stillschweigend um- bringen lassen. Wie könnte man auch schweigen, wo solche Greuel geschehen, wie sie ein Augenzeuge in der.Patersiba"(Nr. 1 und 3) also schildert: „Genossen. Bürger! Geht einmal nach Lubancn(Livland) und schaut euch die Henkerarbeit vom 7. Oktober an: Nicht weit vom Schloßparke, im Graben, der zugleich als Abzugskanal des ljcrrschaftlichen Viehstalles dient, werdet ihr eine bis zur Hälfte im Schmutz verscharrte Menschenleiche mit gespaltenem Schädel und hervorquellendem Gehirn finden. ES ist die Leiche des sechzehnjährigen Woldemar Tschuhle. Etwas weiter— in der entgegengesetzten Richtung— findet ihr die leicht mit Erde überschüttete Leiche de« 22jährigen Jünglings Peter Bock. Die auS der Erde hervorschauenden Füße und Hände weisen zum Tat- ort hin.... Noch etwas weiter findet ihr eine größere Grube. Darin liegen die zum Teil erschlagenen, zum Teil erschossenen 15- und 17jährigen Knaben: I. Behrsin. I. Kaschok und MeesiS. Ihr werdet vor Entsetzen fragen, ob daS wahr sei und wofür diese Kinder hingemordet wurden? Bei der Durchsuchung fand man bei den zwei erstgenannten in mehreren Exemplare,» folgende legal erschienene lettische Broschüren:„Die Frauen» frage"(ausgewählte Schriften von Klara Zetkin, Lily Braun u. a.), Kautskys„Soziale Revolution", Marx'„Bürgerkrieg in Frank- reich" und Nr. 3 des Journals„KarogS"(die Fahne). Diese Schriften waren das Todesurteil der Unglücklichen. Der Land, gcndarm Sawitzky schloß aus den Schriften, daß sie„gefähr- liche Anarchisten" sind, ließ dieselben etwas abseits führen und erschießen. Sowohl Bock wie Tschuhle waren überzeugte Sozial» demokraten. Die übrigen wurden zuerst fürchterlich geschlagen. I. Behrsin wiederholte während der Exelation mehrere Mal:„Schlagt mich tot, ich weiß nichts und werde nichts sagen." Der„Revolutionär" Kaschok wurde bis zur Ohnmacht geschlagen, gab aber keinen Laut von sich. Dem dritten wurde der Unterlieferknochcn aus dem Gelenke geschlagen. Im offiziellen Berichte heißt es. wie ge- wöhnlich, die fünf seien»auf der Flucht" erschossen worden. Konnten diese Menschen noch fliehen oder wurden sie vielleicht erst nach dem Tode geschlagen!? Das Lubansche„Schlachthaus"(eine Gutsscheue) ist wieder voll mit„Anarchisten",„Terroristen" und„Räubern". Sawitzky wqltet hier seines Amtes und man hört von weitem seine Korn- Niandorufe:«Schlagt kräftiger!" Nach 50 Schlägen brichh der oder die Unglückliche gewöhnlich ohnmächtig zusammen, Werfen wir einen Blick in die Kanzlei des Henkers Sawitzky. Eben wird der Bruder eines dieser Unglücklichen, ein gewisser W.,„verhört". Die Schläge und die Hinrichtung, die er gesehen hat, haben ihn wahnsinnig gemacht. Er greift nach dem auf dem Tische liegenden Revolver, erhält aber einen Kolbenschlag in den Rücken; ein zweiter Dragoner durchbohrt ihn mit dem Bajonett. Und so will man das Volk in den Ostsccprovinzen beruhigen!!" Der estnische„Sozialdemokrat". Seit September gibt die estnische Gruppe der sozialdcmo- kratischcn Partei Rußlands ein eigenes Organ heraus— illegal natürlich und unter den größten Schwierigkeiten. Die Druckerei wurde gerade während des jiricgszustandes eingerichtet, was viel besagen will. Soeben ist die zweite Nummer erschienen. DaS Blatt kann vorläufig nur kurze Artikel bringen und etwa zweimal monatlich erscheinen. Die estnischen Föderalisten und Zentrallsten haben sich thm* falls verständigt und arbeiten bereits Hand m Hand, so daß der Bruderzwist so gut wie beseitigt ist. Im Lande bilden sich zahlreiche neue Ortsgruppen, und auch für die Beschaffung der notwendigen Literatur scheint ein Weg gefunden zu sei». Die Bildung von Gewcrkvereinen geht unter großen Schwierigkeiten vor sich, da die Administration die Gründung erschwert. Gerschums Flucht. Am 28. Oktober ist der bekonnte Sozialrevolutionär Gri» gorij Gerschuni aus dem Gefängnis für Zwangssträflinqe zu Akatuj entflohen. Der Gouverneur berichtet die Flucht" Im!« Beihülfe der anderen Tiraflinge und der umhcrwohncndcn f Bevölkerung organisiert worden' man habe Gerschuni in einer Wasscrtonne aus dem Gefängnis hinausgebracht. Gegenwärtig vermutet die politische Gcbeimpoli.ze!, dah Gerschmu sich in Petersburg befindet. Allerlei Magnahmen iverden getroffen« Haussuchungen veranstaltet usw., um ihn zu entdecken „Gebildete" Rcnktioniire. Petersburg, 3. November. Beim gestrigen Bankett der Petersburger Lizetstcn schlug der Kammerjunker S a b u r o w die Aufnahme der ehemaligen Universitäts- Professoren Muromzow(des ehemaligen Tuma-Präsi- deuten) und K o r e j o w sowie mehrerer anderer Personen vor. Kaum hatte er geendet, so wurde er von den Bankette Teilnehmern hinausgeworfen, ihm das Abzeichen abgerissen. An dieser Protestkundgebung beteiligte sich auch der Finanz- minister Kokowzcw. Soziales. 300 M. Geldstrafe für de» Unternehmer, Gefängnis für die Arbeiter. Wir berichteten von der unerhörten Art, wie im Sägewerk des Besitzers Ignatz W i e st in Kempten im Allgäu Leben und Ge- sundheit der Arbeiter gefährdet wurde, wie jahrelang die Tätigkeit der Aufsichtsbehörden unwirksam blieb und dast infolge deS freventlichen Spiels gegen das Leben der Arbeiter innerhalb kurzer Zeit 43 Unfälle, darunter vier tödliche, im Betriebe zu verzeichnen waren. Wir berichteten, dag bei Gericht ein R e v i s i o n s- be amter unter Eid erklärte, in ganz Bayern keinen so schlumpigen Betrieb in bezug auf Arbeiterschiitzuorrichtnngen gefunden zu haben; unter den schauderhaften Zuständen hätten die Arbeiter geradezu verunglücken müssen. Trotzdem die Maschine defekt war, muhte weiter gearbeitet werden. Die Folge war, dah ein Arbeiter schwer verletzt, ein zweiter einige Zeit darauf getötet wurde, an der g t o i ch e n Maschine, an welcher bereits früher und unter den gleichen Umständen ein Arbeiter sein Leben eingebüßt hat. Es war also eine außerordentliche Gewissenlosigkeit, in der der äußerlich äußerst fromme Unternehmer mit dem Leben der Arbeiter umging. Wie lautete nun das Urteil gegen diesen rücksichtslosen Unternthmer? Er erhielt 3 0 0 M. G e l d st r a f e, der Mitangeklagte Werkmeister 00 M. Geldstrafe. Die Arbeiter dagegen, die im vergangenen Sommer ein Vierteljahr lang durch einen Ausstand gegen diesen rücksichtslosen „Herren" kämpften, wurden, weil sie den Unternehiner oder einen ehrvergessenen Streikbrecher nur schief anschauten, mit Gefängnis bestraft! Wie sagte doch der Oberstaatsanwalt bei dem Landfriedens- brnchsprozeß am Schwurgericktt in Nürnberg?—:„Wer im Volke den Glanben an die Gerechtigkeit untergräbt, der untergräbt das kuuäaiasQtum regnorum(die Grundlage der Königreiche). Es wäre die Annahme verkehrt, daß allein hohe Bestrafungen von Unternehmern einen wirksamen Arbeiterschutz herbeiführen können. Solch' maßlos niedrige Strafen prämiieren aber geradezu die Rücksichtslosigkeit gegen das Leben und die Gesundheit der Arbeiter und die Gewinnsucht rücksichtsloser Unternehmer. Geradezu gemeingefährlich ist die Unterlassungssünde, die die bürg« lichcn Parteien dadurch sich zuschulden kommen lassen, daß sie die seitens der Sozialdemokratie erhobenen Forderungen zur Sicherung gegen die Gefahren für Leib und Leben der Arbeiter abgelehnt haben. Wer dem vollen Schutz des Koalitionsrechts entgegentritt, wer den Arbeitern das Recht weigert, Unfallverhütungs- Vorschriften mitfestzusetzen und zu überwachen, ist M i t s ch u l d i g e r a« dein Tode und der Vernichtung von Menschen- glück, die alljährlich in Deutschland viele Tausendc Arbeiter trifft. Schutzlos, rechtlos, dem Verderben geweiht ist»ach preußischen Gesetzen der Landarbeiter und das Gesinde. Unter dieser Spitzmarke hatten wir am 14. August und später über das bedauernswerte Schicksal der 56 jährigen Diciistmggd Sevcnancc aus dein oftpreußischen Dorfe Gr. Schwansfeld und ihre« Vaters, des Glöckners, berichtet. Der Leidenskelch der armen Familie ist noch nicht zu Ende geleert, Recht ist ihr auch jetzt noch nicht geworden. Ende September wurde dem alten Glöckner, der seine Tochter nicht die Pfingstfeiertage über in die Dorftluse sperren wollte und der deshalb aus seinen Aemtern entlassen wurde, durch den Grafen v. d. Gröben mitgeteilt, daß er binnen drei Tagen die Glöckner- Wohnung zu Verlasien habe oder auf die Straße gesetzt werde. Nun behauptete aber der Pfarrer der Dorfkircke, der Graf als Patron der Kirche hätte gar nicht das Recht, den Glöckner von seinem Posten zu vertreiben. Er beschäftigte ihn daher weiter im Kirchendwnst. Darauf erhielt der Glöckner durch eingeschriebenen Brief diese schriftliche Kündigung: Gr.-SchwanSfcld, den 6. Oktober 1606. Da Sie, obgleich der Kirchenpatron Ihnen vor einem Viertel- jähr schon den Glöcknerposten zum 1. 10. d. I. gekündigt hat, den- selben noch nicht aufgegeben haben, teile ich Ihnen mit, daß der Gemcindckirchenrat hier laut Beschluß vom heutigen Tage Ihnen den Glöcknerpostcn von sofort kündigt resp. Ihnen untersagt, Kirchen- dienste zu verrichten. Sie sind seinerzeit ohne Mitwirkung des Gemeindekirchenrats nur privatim vom Pfarrer und dem Sohn des Patrons mit der Uebernahme der Glöckneraeschäfte bemiftragt worden, also nicht als Glöckner unter Mitwirkung der kirchlichen Organe angestellt. In» Auftrage des Gcmcindckirchenrats von Gr.-Schwansfeld. Der Vorsitzende. Graf v. d. Groben, Kirchenpatron. So also sucht man den alten Glöckner, der 23 Jahre lang treue Dienste der christlichen Kirche geleistet hat und mit dem der alte Pfarrer bis zur Stunde zufrieden ist, los zu werden. Nur privatim soll der Pfarrer und der Sohn des damaligen Kirchenpatrons den Glöckner eingestellt haben. Der Sohn des damaligen Patrons ist aber der jetzige Patrpn der Kirche, der Graf v. d. G r ö b e n, der— damit die Form gewahrt sein soll— im Namen de« Gc- meindekirchenra» den treuen Kirchendiener in echt christlicher Duldsam- keit auf die Straße setzt. Und die Tochter deS alten Glöckners? Noch immer hat sie leinen Bescheid auf die Beschwerde an den Minister. Am Sonnabend, den 6. Oktober, hat der Gendarm sie erwischt und in die Dorfkluse gesperrt, um, wie man annahm, sie wieder drei Tage Straw abbüßen zu lassen. Als das Mädchen aber am Dienstag, den 9. Oktober, noch nicht bei seinen Eltern war, erkimdigten die,e sich»ach deren Verbleib und erfuhren nun, daß der stellvertretende «mtsvorsteher— daS ist der Oberinspektor deS Grafen — angeordnet hatte, das Mädchen solle pur erne halbe Stunde herausgelassen werden, und dann gleich die weiteren Strafen, also noch sechs Tage in dieser Kluse verbüßen. � t � r Der Kommissar des LandratS. der die Dorfkluse untersucht haben soll, hat diese als hygienisch durchaus einwandfrei befunden, dabei aber doch einige geringfügige Veränderungen vor- nehmen lasten. Danach wollen wir nun dieses DorfgefängniS, in dem man ohne Gefahr vielleicht jemand auf einige Stunden einsvcrrcn, aber nicht eine Woche lang ohne Schädigung der Gesundheit Strafen absitzen lassen kaim, beschreiben:- In dem 7—8 Ouadratmeter großen Rann, sind, auf vier Pfahle gestützt, drei Bretter aufgeschlagen. An einem Ende ist auf cincin Klotz ein Brett schräge aufgenagelt; das ist das Kopfpolstcr. Keine Unterlage, auch nickt einmal Stroh befindet sich auf diesen Brettern. Darauf muß das Mädchen natürlich mit Kleidern liegen. Eine alte zerrissene Pferdedecke dient zum bedecken. Auf einem Brett an der Wand steht jetzt ein Wasserkrng und eine Schale zum waschen. Weiter befindet sich in der Zelle ein unbedeckter N a ch t e. i m e r, sonst nichts. Das kleine Fenster geht zwar jetzt«in wenig zu öffnen, es herrscht aber trotzdem, vielleicht miolge der primitiven Heizung, eil» sehr schlechte Luft darin. Das Mädchen ins Gefängnis, der Vater der Stelle entsetzt, die er 23 Jahre inne hatte, lfnd weshalb? Weil daS Mädchen nicht in eine», Dienst bleiben wollte, in dein- man ihm eine verunreinigte Schlnfstälie gab. Nock viele Monate kann es dauern, bis— vielleicht zugunsten des Mädchens- entschieden ist. Die geradezu Himmel- schreiende, ahcr vorab gesetzliche Behandlung des Mädchens wäre im- möglich, wenn das Mädchen durch Dienstvertrag sich den Austritt äuS dem Dienst in dem von dem Verein Berliner Dienstmädchen vor- geschlagenen Formular aushednngcn hätte. Wer ans Grund eines solchen Formular« einen Dienstvertrag abschließt, kann weder wegen Berlafiens des Dienstes bestraft, noch zwecks Erzwingung eine« WeitcrdiencnS eingelocht werden. Es tväre dringend zu wünschen. daß Eltern ein Verdingen ohne die Klauseln des Vertrages im Bereiche der altprcußischen Gesiudeordnung nicht zuließen. Stcucrschnüffclci. Wiederholt, eingehender unter dem 15. September, hatten wir dargelegt, daß die Novelle vom 19. Juni 1906 zum preußischen Einkommensteuergesetz im§ 22(jetzt§ 23), die nach dein Einkommen des Arbeiters schielende neue Borschrist enthält, daß der Arbeitgeber auf Berlangen der mit den Personeustandsoufnahmen betrauten Gemeindebehörden verpflichtet ist, über das Einkommen der von ihm beschäftigten Personen, sofern das Einkommen 8000 M. jährlich nicht übersteigt, Auskunft zu geben. Diese Vor- schrist verfolgt den Zweck, den Arbeiter möglichst ausgiebig zu den Lasten des Staates und der Gemeinde hcrniizuzichrn. Diefc Vorschrift ist in demselben Gesetz enthalten, das Befreiungen Reicher, insbesondere der Großgrundbesitzer, von der Steuerzahlung enthält. Beantragt wurde die neue Borschrift von konservativer Seite. Ihr stimmten in der Kommission die Konservativen, die National- liberalen und ein � Teil des Zentrums zu. Im Plenum freilich stimmte das Zentrum, nachdem diese Bedrückung der Arbeiter gesichert war. zusammen mit der Fieisinnigen Ver- cinigung und der � Freisinnigen Volkspartei gegen die Forderung, Jetzt rickten auch Zentrums- und uatiouallibcrale Blätter sich gegen den Schnüsfelparagraphen. Allerdings nicht, weil er die Arbeiter bedrückt, sondern weil die Erfüllung der im§ 23 den Unternehmern niiferlegtcn Pflicht diesen gewaltige Scherereien bereitet. Es sind Eingaben an den Finänzminister im Gange. dse darauf abzielen,.die LluSkunstspflicht nur aus Anfragen über bestimmte einzelne Personen zu beschränken. Die den Unternehmern von nationalliberaler. konservativer und Zentrums- seite bescherte Last ist ungerecht, sie wiegt aber federleicht gegen die Nachteile und Scherereien, die sie gegenüber den Arbeitern mit sich führt. Der finanzielle Effekt der neuen Vorschrift Ivird ein außer- ordentlich geringer sein. Unendlich höhere Beträge würden dem preußischen Staat zufiießen. wenn beispielsweise über Schmier- grider, die große Gesellschaften zahlen, oder über das Einkommen der stlllcn und offenen Teilnehmer Auskunft gegeben werden müßte. Wir erinnern daran, daß zum Beispiel bei TippelSkirch u. Cie angegebe.n werden müßte, daß die Minisierftau v. Podbielski und der koloniale Legationsrat v. Bumiller zu je 40 Proz. offen, und bei recht vielen Gesellschaften ähnlich arbeitsame Sozrtzn mit junker- lichen Namen„still" beteiligt sind. B.uq Induftne und Handel. Die Erweiterung des Berliner BörseirmarkteS. Innerhalb zweier Jahre hat der Nominalwert der an der Berliner Börse ge- handelten Papiere um ca. 8 Milliarden oder um mehr als 10 Proz. zugenommen. 1904 betrug die Gesaiiitsnmme aller gebändelten Werte rund 78,5 Milliarden Mark nach dem Nennwert, im Oktober 1906 dagegen 86.8 Milliarden. Bon der Gesamtsteigerung entfielen auf die festverzinslichen Werte nicht ganz 5 Mlliarden Mark. Die Zahl der Schuldner ist hier von 571 im Jahre 1904 auf 619 im laufenden Jahre gestiegen. Die ersteren schuldete» 69,13 Milliarden Mark, die letzteren schulden 74,07. Der stärkste Betrag fällt auf die ausländischen Anleihen, von denen 29,34 Milliarden Mark zum Börsenhandel zugelassen sind. Dir Zahl der Schuldner. ist gegen 1904 mit 43 gleichgeblieben-,«dagegen ist der Betrag des Kapitals von 28.64 auf 29,34 Milliarden Mark gestiegen. Inländische Staatsanleihen sind im Betrage von 16,6 Milliarden Mark zu- gelassen; sie sind gegen 1904 zienilich slarl von 14,63 Milliarden Mark, also um fast 2 Milliarden gestiegen. An dritter Stelle nach der Höhe de» Betrages kommen die ausländischen Eisen- und Straßenbahn- Obligationen in Höhe von 10,49 Milliarden Mark, wogegen die inländischen mit 343 Millionen Mark fast ganz verschwinden. Die Summe der inländischen Hypo- thekcnpfandbriefe und Obligationen stellt sich zurzeit auf 6,73 Milliarde» Mark; ausländische werden im Betrage von etwas über einer Milliarde gehandelt. Der an der Börse zngelaffenc Betrag der kommunalen und landschaftlichen Renlenbriefe ist von 2,76 Milliarden Mark im Jahre 1904 auf 3,60 im laufenden Jahre gestiegen. Endlich werden Kommunalanleihen im Gesamtbeträge von 2,29 Milliarden Mark gehandelt, für welchen Betrag 147 Schuldner hasten. Infolge de» hohen Bcttages ausländischer Staatsanleihen ist daS Ausland am Markte der festverzinslichen Werte überhaupt stärker beteiligt als das Inland. Die ausländischen zugelassenen Werte stellen sich nämlich auf 42,17 Milliarden Mark, die sich auf 166 Schuldner verteilen, die inländischen Werte dagegen nur auf 31,90 Milliarden, mit 453 Schuldnern. Auf die Dividendenlverte entfällt insgesamt ein Betrag v»n 12.80 Milliarden Mark gegen 9,38 im Jahre 1904. Die Zahl der Gesellschaften, deren Aktien gehandelt werden, betrug vor zwei Jahren 882, gegenwärtig aber 936. Die erhebliche Zunahme der Wertsuinme ist hauptsächlich darauf zurück- zuführen, daß amerikanische Eisenbahnwcrte in großen Beträgen zum Börsenhandel neu zugelasien worden sind: hieralleiu betrug dieSteigerung gegen 1904 rund 2 Milliarden, so daß zurzeit eine Summe in Höhe von insgesamt 4.48 Milliarde» Mark gehandelt werden. Nächst den TranSportwerten fallen ain stärksten die Bankaktien und zwar die inländischen mit 2,96 Milliarden Mark ins Gewicht. Gegen 1904 ist eine Zunahme von 419 Millionen Mark erfolgt. Dabei ist bemerkcnsivert,' daß die Zahl der Gesellschafte» infolge der Konzentrationöbewegung im Bankgelverbe von 107 auf 193 zurück- gegangen ist. Der Nominalbetrag der gehandelten Montanaktien stellt sich auf 1.24 Milliarden Marl und ist gegen 1904 um 165 Millionen Mark gestiegen. Ueber eine Milliarde Mark, nämlich 1,29, beträgt der Nominalwert der gehandelten Werte in der Gewerbe- gruppe Metalle und Maschinen. Auf alle übrigen Gruppen zu- sammen entfallen insgesamt rund nur 3 Milliarden Mark. Davon kommt ans nachfolgende Zahl von Geseklschasten ein Nominalwert in Millionen Mark: 64 Gesellschaften der Industrie der Steine und Erden 198.03 32„» Chemischen Industrie.... 213,70 45,„ Textilindustrie....... 125,01 17„„ Papierindustrie....... 42,63 14„„ Lederindustrie....... 89,50 14„„ Holz- und Schnitzstoffindustrie. 55,57 105„ ,, Industrie der NahruugS- und Gcnußmittel....... 832,18 Aus den Gchciinnisse» de« LcrsichcnmaöwesenS. Gegen den Direktor Moli vom Allgemeinen Deutschen Bersschcrungsverem schwebt nach der„Schwöb. Tagwacht" zurzeit ein Uutersuchuiigs- Verfahren. Die Anzeige ist von einem früheren Angestellten deS Versichennigsverein» erstattet worden. Es handelt sich um daS FinauzverhalttiiS. des Allgemeinen Deutschen BersicherungSvereii� zur Slultgartcr Mit- und RückversicherungSgrsellschast, bei der Herr Molt gleichfalls finanziell stark beteiligt ist und die sehr respektable Erträgnisse abwirft. Dos Verhältnis der beide!, Gesellschaften zueinander ist schou vor Jahren als nicht ein-. wandsrei bezeichnet worden- Di? Jnspeltoren(und teiliveise auch Beamte de» VersichcrungS. Vereins— GegenseitigkeitS-Jnstttut) Haben auch für die Mit- und Rückverficherungsgcselljchäft— Aktiengesellschaft— tätig zu sein. Der Direktor der letzteren ist ein Schirnegersvh» de» Molr. Auf das Ergebnis der Untersuchung barst man schon deshalb ge- spannt fei», weil die Beträge, deren korrekte Verwendung in Frage steht, sich in die Millionen belaufen. Herr Molt soll seit einigen Tagen erkrankt sein. Zrchc Helene und Amalie. Die Gelverkschaft erzielte in den abgelaufenen neun Monate» des laufenden Jahre» bei 542 302 Tonnen Forderung einen Ueberschnß von 1147203 M. oder pro Tonne 2.113 M. Für die letzten drei Monate stellt sich der Ueberschnß aber auf 2.151 M. Eiscnprcise. An der Düsseldorfer Börse notierten pro Tonne 19. Oktbr.' 1- Nov. 1993 1906 M. M. Luxemburger Puddeleisen.. 59,20—60 60—60,80 Englisches Roheisen III.. 77-78 7.8—79 Gew. Stahlflußeisen... 147,2—150 150—153 Feinbleche....... 155— 163.160— 165 Stahlwalzdraht..... 145'145—15472 Und die Preise sollen weiter steigen. Die„Köln. Ztg.", die je nach Bedürfnis die Stimmungsbilder abtönt, läßt sich unterm 2. November also vernehmen: Der starte Verbrauch jm Inland dauert vollständig an. Auch vom Auslande ist die Nachfrage sehr stark geblieben; der Weltmarktsbedarf nimmt augenscheinlich bc« deutend zu. und die Unmöglichkeit, genügende Mengen herzustellen, ist in Amerika größer als je. Die Beteiligung Deuischlands an der Versorgung des Weltmarktes könnte wesentlich stärker sein, wenn nicht daS Inland.zu viel brauchte. Es sind nur zwei dunkle Punkte vorhanden: Der teufte Geldstand und die Unsicherheit hinsichtlich des Vorgehens der Bergleute insbesondere in der Lohnfrage. Auch mir vereinzelte Arbeitsstörungen würden die jetzt schon vorhandene Matcrialuot noch weiter verschärfen, die Preise weiter i» die Höhe treibe» und damit zu ungesunden Zuständen führen. Versammlungen. Der Verein Berliner Hausdiener hatte am Freitag seine erst» außerordentliche Generalversammlung als Sektion des Handels»- und Transportarbeiterverband einberufen. Es sollte die Tage»» ordnung behandelt werden« welche in der am 18. Oktober polizeilich aufgelösten Versammlung nicht erledigt werden koniite. Diesmal aber kam es gar nicht erst zum Eintritt in die Tagesordnung. Die Versammlung war nach der Brauerei Friedrichshain einberufen, Der große Saal war fast vollständig gefüllt. Im Vorraum wurde da? Blatt der lokalistftchen Hausdienerorganisation verteilt. Darin ist ein Artikel enthalten, welcher die Situation für die lokalistische Seite auszunutzen sucht, in dem er gegen die Leitung des Vereins Berliner Hausdiener, den Verband der Handels- und Transport- arbeiter, sowie gegen die Berliner Gewedschaftskoinmission Stimmung macht und zum Eintritt in die Lokalorganisation ausfordert. Die Verteiler des Blattes suchte» auch noch mündlich im Sinne deS Artikels auf die Versammlungsbesucher einzuwirken. Nachdem W a p p l e r, der Vorsitzende des Vereins, die Ver« sammlung eröffnet hatte und das Protokoll der vorigen Versamm« lung verlesen war, wurde das Bureau durch Wortmeldungen geradezu bestürmt. Zwei Redner, die das Wort zum Protokoll ver- laugt hatten� sprachen nicht über das Protokoll, sondern über Artikel des„Vorwärts", welche die Verschmclzungsangelegenheit, be» ziehungsweise die vorige Versammlung behandelten. Als der Vor. sitzende Wappler den Rednern bedeutete, sie sprächen ja gar nicht zum Protokoll Und dürften in der bezeichneten Weise nicht weiter reden, entstand großer Lärm, der sich immer erst nach fortgesetzten Beschwichtigungsverl uchcn anderer Versammlungsteilnehmer legte. — Ein R eoner, der gleichfalls zur Geschäftsordnung das Wort er- hielt, begann damit, daß er das Verhalten des Vorstandes in der VerschmclzungSfrage kritisierte. Der Redner sprach unter lärmen- der Zustimmung davon, daß der Vorstand die Mitglieder verkauft habe.— Wiederholt machte der Vorsitzende Wappler den Redner darauf aufmerksam, daß er nicht zur Geschäftsordnung spreche, seine Ausführnnaen vielmehr in die folgende Debatte über die Tages- ordnung selbst gehören.— Diese Hinweise des Vorsitzenden wurden jedesmal durch großen Lärm unterbrochen. Man verlangte stürmisch, der Redner solle weiter sprechen, während Wappler darauf bestand, daß der Redner nicht unter der Maske einer Geschäfts» ordnmigSausführung über die noch einmal begonnene Tagesordnung diskutiere, Wöhrend des LärmS, der bei diesen Ausführungen entstand, löste der überwachende Beamte die Versammlung auf.— Es ist eine beschämende Tatsache, daß die polizeiliche Auflösung mit freudigen Bravorufen und lebhaftem Beifallklatschen eines großen Teil? der Versammlung aufgenommen ivurde. Da» wär der Siegcsjubel derjenigen, welche eine gewaltsame Störung wollten und nun ihre Absicht erfüllt sahen. Unmittelbar nach der Auf- lösung erfolgte ein unbeschreiblich wüster Tumult. Zahlreiche Fäuste uno Stöcke wurden drohend gegen den Vorstand erhoben, Schimpfworte flogen durch den Saal. Einige der erregtesten Schreier stürmten. Tische und Stühle umwerfend, nach vorn, erkletterten die Ballustrade des ziemlich hoch liegenden Podiums, ballten wütend die Fäuste gegen den Vorstand und riefen ihm Schimpsworte. Ver- wünschungen und Drohungen zu. Einer der Ballustradenstürmer ergriff ein auf dem VorstandStischc stehendes Bierseidel und holte zum Wurf gegen den Vorsitzenden aus, nahm aber dann von der Ausführung seiner Absicht Abstand, da dos Ziel seines Wurfgeschosses ausgewichen war.— Jetzt erschienen etwa 20—36 Schutzleute im Saale und drängten die aufgeregte Menge dem Ausgange zu. Die Räumung deS Saales ging langsam aber ohne Zwischenfall vor sich. Die Polizeibeamten benahmen sich bei dieser Gelegenheit zurück» haltend und taktvoll. Es ist im höchsten Grade betrübend, daß solche Szenen sich innerhalb einer Gruppe der Berliner Arbeiterschaft abspielen können. Man mag über einen Vorgang in der Organisation denken. wie mau will, vor allem soll man sachlich und parlamentarisch darüber diskutieren. Ein großer Teil der Mitglieder des Vereins Berliner Hausdiener kann das leider nicht. Für diese ist die Schulung zur Disziplin und zur parlamentarischen Ordnung, wie sie eine große gut geleitete Gowerkschaft bietet, in erster Linie not- wendig, denn sonst müßten diese Leute, welche die Pflicht der Soli» darität noch- nicht kennen, warten, bis ihnen Klassengefühl und proletarische Disziplin durch die Knute des Unternehmertums ein» gebläut wird._ Wir erhalten folgende Zuschriften: In seinen gestrigen Bemerkungen sagt Genosse Katzen st ein, meines Erachteus mit Recht, daß die Oualifikation der Lehrer für die Parteischule„nicht zur Zuständigkeit der Arbeiterbildungs» schule" gehöre. Es ist soptit wohl wieder„ein vielleicht nicht ganz klarer Ausdruck", wenn er gleichwohl den„Beschuldigten" zur Pflicht gemacht haben will, ihre Bedeiiken gegen die Oualifikation eines Lehrerö für die Parteischule, worum es sich einzig und allein handelte, zuerst oder„doch auch" im Rahmen der Arbeiter» bildungsschule zu äußern, die nach seiner eigenen Meinung die Sache überhaupt nichts angeht. F. Mehring. Zu der Zuschrift de? Genossen Mehring in der Nr. 256 des„Vorwärts", 1. Beilage, 3. Seitx, möchte ich beinerkeil, daß ich in jener Generalversammlung der Arbeiterbildungsschule nickt von„anonymen Zuschriften an ein sächsisches Parteiblalt" ge» sprechen habe, das diese dann gegen mich„ausgeschlachtet" hätte, sondern von„Mitteilungen aus Kreisen der Berliner Arbeiter- bildungsschule, die den historischen Unterricht des Genossen Mauren- brecher au» praktischer Erfahrung kennen" und die„in der Form lebhaftester Bcsiirchtuiigen" von meiner Anstellung an der Parteischule sprachen. Ob diese„Mitteilungen" schriftlich oder mündlich erfolgt sind, ist gleichgültig; sie gehören aber nicht meiner Phantasie an,, sondern der Nr. 194, 1. Beilage der„Leipziger Volkszeirung" selbst. Die Debatte in jener Generalversammlung der Arbeftervildnngsschule hat nun freilich wahrscheinlich gemacht, daß die Quelle dieser„Mitteilungen" tatsächlich eine„Phantasie", aber die Phantasie der„Leipziger Bolkszeitting" ist. In jener Generalversammlung wenigstens und in einer vorausgehenden Bor- slandssttzung hat sich niemand gefunden, der diese„Mitteilungen" ge- , nacht.haben will. Mauren brecher. Spittdmarkt Belle Alliancestrasse Soweit Vorrat Grosse Frankfurterstrasse Montag, Dienstag, Mittwoch Brunnensfrasse Kottbuser Damm Soweit Vorrat DAMEN-WÄSCHE BAUMWOLLWAREN DAMEN-CONFECTION Damenhemden HemdÄTmit Trimmia, 1.10, 1.45 Damenhemden Hemdcnmcli mit Trlmming 1.25, 1.45 Damenhemden iÄtSih stick««! 1.65, 1.90 D'amonhomAon Achselschlnss, neuer Schnitt, A ßC b'amennemaen Hemdentucb w. Hohlsaum u. L&nguetten 1. DO Damenhemden �mdlnuchV'Ä�'istiok.rd 1.85 Nachtjacken �ÄÄ�l.lO, Letten 1.25 Nachtjacken Ooeper-Harchend mit Stioke«l-Volant 1.75 Nachtjacken 2.35 Darnenbeinkleider �Vs�he�mit xrimmi°g 95?r. Darnenbeinkleider �5d�t �«�länt 1.45 Darnenbeinkleider 1.35,1.65 Hemdentuch Meter 22, 30, 38pt Louisianatuch Klssenhrelte, Meter 33, 38, 45, 52pf. Louisianatuch Deckbettbreite Meter 35, 68, 75 Pf Dimiti Ki8SenbÄ 55, 65 PH Laken Dowlas ganze Breite Laken Halbleinen Deckbettbreite OC d ACT Meter Oü, l.UO Meter 55, 70, 85 Pf. Inlet Kissenbreite Inlet Deckbettbreite Hemdenflanell gestreift Kuchenhandtücher Stubenhandtöcher Meter 85, 95, 1.10 Meter 48, 55, 70, 90Pf. Meter 85, 1.10, 1.45 Meter 33; 42» 5 5 Pf. v, Dtzd. 1.75, 2.25, 2.75 v, Dtzd. 1.75, 2.45, 2.75 mit 6 Senrieiten, in verschied mea rvarieegedecKe � � � 3 95, 4. 59, 5.45 Ein Posten Damen-Fapon Hemden 1.90 SCHUHWAREN Filzschuhe Ju raSohie 98, 1.35, �d�r 1.85 Kamcelhaarstoffschuhe Su uShie 2.45, 3.75 Filz-Schnallen-Stiefel nr Dimea,' u4dcLe�rs°h'0 l.yO; Z,/0) O.OÜ Leder-Hausschuhe St ÄVnd Absatzüeck 2.25 Schnürstiefel ���7.50, 8.50, 9.75 FilZSChuhe für Herren, mit Filzsohle 1_ 75, 2.00, 2.50 Lederhausschuhe �7�7�1�2.95, 4.75 Schnür-, Zug- od. Schnallen-rv rvr- n rj,- u rn Stiefel für Herren, Box-calf /. ,0,\j. 1 0) 11. OU Filz-Pantoffel mit Filzsohle, für Damen 75, 95, 1.15 Plüsch-Pantoffel mit Filzsohle, für Damen 58, 7 5 Pf. Ein Posten Damen-Schnür-Stiefel Chevreaux oder Bnx-calf 7 mit oder ohne Lackkappe■»ww HANDSCHUHE FÜR DAMEN Zwirn 12 Knopf lang 60pf. Zwim 12 Knopf lang Form„Monsqnetalre 1.75 Imitiert Schweden 12 Kopf lang Form„Monsquetairo" 1.75 Perlfilet.Leine Seide» IZ Knopf lang 2.50 Gestrickt„Keine Wolle- 12 Knopf, Form„Monsqnetalre- 2.00 G!lclO(§ weiss, Form„Mousqnetalro" «Knopf 3-65 8 Knopf 4.10 12 KnoPf 5.10 1« Knopf ß.lO SCHÜRZEN Tandelschürzen weiss oder farbig mit Besatz 45 Pf- Tändelschürzen weiS3 8emustcrt �''�iÄvXt 65 � Tändelschürzen m0dC' brw�be«m Volant mit BcsaU 95 � Tändelschürzen mode) bleUi"LuEmsstz und spitze 1.45 HaUSSChÜrZen mit Volant und Tasche 90 Pf. 1.25 Reformschürzen mlt �'f�gshernm voiant 1.25, 1.85 Reform- Hängeschürzen gemustert mit Besau 1.15 Meter Fclffct schwarz, ca. 53 cm breit, reine Seide, vorzügliche Qualität. Blusen-Sammet in neuesten Farben, viele Streifen und Karos Meter Sammet gerippt, gute Qualität, speziell für Costüme...... Meter 1.55 1.15 1.75 Halbfertige Roben Serie I Serie II ReinecidJaponsfi/ 71: Seiden-Batist o yc Tüllm.eieg.Gamierung� CA »onstiger Preis bis Mk, 18.00-Ii'/ KJ»onstiger Preis bis Mk. 17.50 O•/ kj sonstiger Preis bis Mk. 35,00 LI' W>-> Ganz enorm billig! Serie Bluse 1US Wonst�z auf Futter 3.90, 4.90, 5.90 aus Mtupftem oder karier' cm Velvet C CA UflUSC verschiedene bagons, ganz auf Fqtter Bluse ans sewenTtoffen sten 12.50, 14.50, 19.50 T/ill R|, i 0 mit sehr hübscher Passe und reichem T T C 1 Kntredcui, neuester Aermel l%! U P P au8 Veionrstoff In hellen oder dunklen? QO I ICJIIIICC Farben, mit Velvctkragen und Manschetten I InfurrnrU aus schwarzem Cloth, Volant plissiert Q iC C V_illlCI i w L. A mit verschiedenen Besitzen, auf Futter st.UJ Unterrock"Eeine s tmai 8.60 öacco iÄrchied- 10.50, 12.50, 14.50 r* O pv/7 aus Stoffen englischen Charakters, C p.C vJUil-wU|Jc Peilerine reich applic., ca. 125 cm lang, J.UJ TU__~ aus warm. Stoffen mit angewebt._ 1 neaier-LaDe Futter, brageu mit lufflou-Kolle X 05 I und Paspel, ca. HO cm lang Theater-Hantel ÄÄ 24.50, 28.50 Futter' 1 71 A U o\ aus schwarzem Eskimo, anliegend, auf Futter, 1 O CA v�UUrVui elegante Verarbeitung aus blauem Cheviot mit neuester 32facher Falten-Garnitur Kleiderrock Kussen-Bluse&su-f rutter mit-erflnem 5.90 Imitiert Astrachan Sammet kragen und Kurbelstickerel 8.75, 13.75 sÄ 17.75 PELZWAREN NutriS" Collier mit Schweifen ea. 140 cm lang 6.75 libetin-StolZ�c�' 6. 75 7.90 Houfflon-Btola 11.75 Tibet- Stola weiss, mit Schweifen 13.75, 17.75 Tibet-Stola i0hÄmÄseifen 12.75, 17.75 Skunks-Oppossum-Stola ca Faqon, mit Schweifen, ca.lS0cm lang lO.JW Nerzmurmel-Stola Stui»chÄ 11.75 Zobel-Bisam-Stola brÄncm uSrif' 21.50 KLEIDERSTOFEE Gewebte baumw. Stoffe L?a«.ens modMrenteer 58, 75pf. Kleider-Barchende in grosser Auswahl Meter 33, 5 5 Pf. Blusenstoffe speziell blau-grnn Meter 95, 1.45 CostÜmStoffe Herrenstoffgeschmack Meter 1.35, 1.75 Herveilleux Meter 1.45 HERREN- UND KNABEN- C0NFECTI0N Herren Winter-Paletots moderne karierte oder glatte Stoff« 18.75 21.50 26.00 30.00 Herren Winter- Soppen Ä£er"elierte Lod"rt<)ff# 5.50 6.75 7.50 9.50 Knaben-Pyjacks blane Stoffe mit Futter und Aermel-Stlckerel f. d. Alter v. ca. 3 4 5 5? 8 dabcen 4.90 5.40 5.90 6.40�90�40 Knaben- Paletots blan Cheviot, mit Futter u. Sammet-Kragen 3.90 4.40 4.90 5.40 5.90 6.40 Knaben Winter- Soppen �.t«?' br"ne l0den8t0ff# f.d. Alter v. es. 9 10 II 12 13 14 Jahren 3.50 3.80 4.10 4.40 4.70 5.00 Knaben Schul-Hosen fllr das Alter v. ca.?-8 9-10 blau Cheviot oder melierte Stoffe 11-12 Jahren Ein Posten Knaben-Blusen-Anzüge 1.55 1.75 1.95 2.15 3.85 aus blauen, Cheviot oder dunkel melierte Stoffe, hoch geschlossen mit Umlegekragen für das Alter von ca. 3—8 Jahren durchweg Verantwortlicher Redakteur: HanS Weder. Berlin. Für dq» Anjeratentetl verantw.: TH. Äl»-te. Berlin. Drnck u. Verlag: Vorwärt««uchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer Sc Co.. Berlin SW Nr. 258. 28. Jahrgang. 2. Stilage des Dmiirls" Kcrlim WlksdlM Sonntag. 4. November 1906. Rexhäuser antwortet in der Sonnabendnummer des �Korrespondent" in 10 Spalten auf die Erklärung der Geschäfts- leitung der„Vorwärts"- Buchdruckerei. Des beschränkten Raumes wegen können wir in der heutigen Stummer die Antwort der Geschästsleitung nicht geben, sondern müssen sie auf die Dienstagnummer verschieben. Die Tarifergebnisse der deutschen Buchdrucker. Unter dieser Ueberschrift hat das„Correspondenzdlatt der Generalkommission" drei Artikel gebracht, von denen jetzt der Schlichartikel vorliegt. Der erste Artikel wendet sich gegen die Kritik deS neuen Tarifs durch die.Leipziger Volkszeitung" und den „Vorwärts", unterläßt dabei aber auch nicht, dem„Korrespondent" wegen seiner Propaganda der Verständigungspolitik einen Teil der Schuld zuzusprechen,„wenn die Kritik der Parteipresse sich in Miß Verständnissen bewegt". Der zweite Artikel bespricht den materiellen Teil des Tarifs im wesentlichen günstig. Den dritten Artikel, der den Organisationsvertrag bespricht und am Schlüsse resümiert, lasien wir, als den für die Gesamt- arbeiterschaft wichtigsten, hier folgen. Das„Correspondenzblatt" schreibt: Die meisten Angriffe sowohl aus Berufskreisen der Buchdrucker. als auch von anderer Seite, hat der zwischen der Prinzipalsorgani- sation und dem Gehülfenverband abgeschlossene Organifationsver- trag erfahren, und zwar richten sich diese Angriffe im wesentlichen gegen seinen Inhalt, nicht gegen die Tatsache des Vertrages selbst. Wir erwähnten bereits, daß in Gehülfenkreiscn seit langem der lebhafte Wunsch nach einem Abschluß des Tarifes von Organisation zu Organisation bestand und bei• der diesjährigen Tarifrevision sich auch zu Anträgen verdichtete. Daß aber mit der Verwirklichung dieses Wunsches eine Reihe von Vertragspflichten auf die Organi- sation übernommen wurden, befriedigt elftere nicht und einzelne dieser Verpflichtungen haben im besonderen Maße Mißstimmung erweckt. Der Organisationsdertrag. der für eine Dauer von 10 Jahren abgeschlofien ist. regelt zunächst die Einteilung des Tarifgebietes in 12 Kreise, sodann den gegenseitigen Organisationszwnng mit Ausnahmen und Uebergangsbestimmungen, den Schiedsgerichts- zwang und dessen Ausnahmen, die haftpflichtige Durchführung der Schievsgerichtsurteile, die Zusammensetzung der Tarifinstanzen, die Festsetzung und Jnnehaltung der Kündigungsfristen, die lieber wachung des Lehrlingswesens und endlich das gemeinsame Vor ?chen gegen Gewerbeschleuderer. Die Vertragsdauer soll nach 10 vom 1. Januar 1907 bis zum 31. Dezember 1910 währen mit der Maßgabe, daß der Tarif nach Ablauf von 5 Jahren einer Revision unterzogen werden und dabei den berechtigten Wünschen nach Treu und Glauben Rechnung getragen werden soll. Diese Vertragsdauer hat wohl die meisten Angriffe erfahren, da eine solche lange Bindung den Gefühlen der meisten Gehülscn widerstrebt und die in Aussicht gestellte Revision des Tarifs nach 5 Jahren auf der Basis von Treu und Glauben recht wenig ge- sichert erscheint. Wir legen dieser Vereinbarung weder eine solche bedenkliche, noch überhaupt irgendwelche einschneidende Bedeutung bei, sondern erblicken in derselben nichts anderes, als den Wunsch beider Organisationen nach einer Fortdauer des Tarifverhältnisscs nach dessen Ablauf. Auf keinen Fall ist sie bindend für die Zeit vom I. Januar 1912 bis 31. Dezember 1910, wenn auch nur eine Organisation nach Ablauf der fünfjährigen Tcrrifdauer vom Tarif zurücktreten will. Die Kündigungsklausel des letzteren, die nicht aufgehoben ist, gibt jeder Partei die Möglichkeit des einseitigen ZurücktretenS und falls die Kündigung 3 Monate vor Ablauf des Tarifs nicht erfolgt, verlängert sich die Dauer des letzteren mangels neuer Vereinbarung um ein weiteres Jahr. Der zehnjährige Organisationsvertrag hat lediglich die Bedeutung, den Mitgliedern beider Organisationen ein gewisses Gefühl der Beruhigung zu aeben, daß für diese Dauer nach dem übereinstimmenden Willen beider Parteien größere Kämpfe im Gewerbe nicht erwartet werden Die wichtigsten Fragen des Organisationsvertrages sind die deS gegenseitigen Organisationszwanges und der Haftung für die Durchfuhrung der Schiedsgerichtsentscheidungen. Der Organi- sationszwang ist vorgesehen(§ 4) in der Form der gegenseitigen Verpflichtung. Arbeitsverträge einzugehen nur zwischen organisierten Prinzipalen und organisierten Gehülfen. Er enthält also die voll- cndetste Anerkennung der beiderseitigen Organisationen als maß gebende Faktoren aller Arbeitsverhältnisse. Das ist ein Fort schritt, den nur ein Uebclwollender übersehen kann. Man braucht nur einen Blick zu werfen auf das Verhalten der größten deutschen Arbeitgeberorganisationen, soweit sie der..Hauptstelle deutscher Arbeitgeberverbände" oder dem„Verein deutscher Arbeitgeberver- bände" angehören, er zeigt uns den Kontrast und damit zugleich den Erfolg des Buchdruckerverbandes. Auch im Buchdrucker- gewerbe fehlt eS nicht an Scharfmachern, die unter der Führung Dr. Tilles einen Boykott-Feldzug gegen die Tarifgemeinschaft unternehmen. Ihr Schlagwort war: Los von dem Tarifterro- rismus des Buchdruckerverbandes! Die offizielle Anerkennung der Gehülfenorganisation seitens des zuständigen Arbeitgeberverbandcs bedeutet für diese Widersacher eine klatschende Ohrfeige, für die Buchdruckergehülfen aber einen Sieg ihrer Gewerkschaft. Daß sie diese Anerkennung eintauschten für die Anerkennung der Prin- zipalsorganisation, wird wohl niemand als Beeinträchtigung dieses Sieges bezeichnen. Der Organisationszwang soll aber nicht bloß die Anerkennung der Organisation, sondern auch die Durchführung der einheitlichen Organisation für jede Partei verbürgen. Das ivar wohl auch der eigentliche Zweck des vorliegenden Organi- sationsvertrages. der nicht nur eine Organisarionszugehörigkcit überhaupt, sondern die Zugehörigkeit zu ganz bestimmten Organi- sationen vorschreibt. Hierin liegt der eigentliche materielle Wert eines solchen Zwanges für die Gewerkschaften, denn naturgemäß haben diese kein Interesse daran, die Kollegen anderen Organi- sationen zugeführt zu sehen. Leider hat gerade diese Seite des Organisationszwanges sich sehr wesentliche Einschränkungen gc- fallen lassen müssen, allerdings aus triftigen Gründen, aber doch Einschränkungen, die den Wert desselben für die Einheitsorgani- sation völlig in Frage stellen. Grade beim Buchdruckgewcrbe zeigte es sich, daß ein Organisationszwang nur im beschränkten Maße durchführbar ist, sowohl bei den Prinzipalen, als auch bei den Ge- hülfen. Die Buchdruckerei ist nicht immer ein selbständiges Gc- Iverbe, sondern sehr oft auch Nebenbetrieb anderer Unternehmungen, die ihre Druckarbeiten selbst herstellen, seien es Zeitungs- oder Buchverlage. Warenhäuser, Fabriken, gemeinnützige Korporationen. politische Parteien und dergleichen; selbst die Ozeandampfer haben ihre eigenen Druckereibetriebe an Bord. Alle diese Unternehmer wegen ihres Truckerei-Nebenbetriebes in die Prinzipalsorganisation hineinzuzwängen und sie der Jurisdiktion der letzteren zu unter- stellen, würde den größten Schwierigkeiten begegnen. Schon die Einfügung der sozialdemokratischen Parteidruckereien erweist sich als undurchführbar, und was den sozialdemokratischen Parici- bctricben recht ist, müßte für andere Parteibctricbe gewiß billig sein. Solchen Betrieben könnten also trotz der Nichtorganisation die Arbeitskräfte nicht gesperrt werden. Erweist sich schon deshalb die Einheitsorganisation im Prinzipalslager als unmöglich, so sah sich auch die Gehülfenorganisation zu Ausnahmen gezwungen, — zunächst für die alten GeHülsen, die ihre Plätze nicht mehr wechseln, an denen sie seit Jahrzehnten stehen und aus gewisser Pietät bis an ihren Lcbensrest beschäftigt werden, sowie für die über 50 Jahre alten Gehülfen, mit denen der Verband bei seinen hochentwickelten Untcrstützungszweigen lediglich eine Last erwerben würde. Letzteres trifft bis zu einem gewissen Grade auch für die Angehörigen von Betriebskassen zu; ihre Uebernahme fetzt einen finanziellen Ausgleich mit den in Betracht kommenden Be- triebskassen voraus. Also auch hier war ein allgemeiner Organi- sationszwang unmöglich. Der Organisationsverrrag hat diesen Verhältnissen durch ausreichende Ausnahmen Rechnung getragen "nd im übrigen, um Härten bei der Durchführung dieses Zwanges ' zu vermeiden, eine Uebergangssrist vorgesehen, deren Dauer das Tarifamt beschließt. Das Tarisamt hat auch die Befugnis er- halten, andere Organisationen in die Vertragsgemeinschaft auf- zunehmen, sobald sie für die Tarifgemeinschaft wichtig erscheinen. Damit ist den sozialdemokratischen Parteidruckcreien ohne weiteres die Möglichkeit des Tarifanfchlusscs ohne Beitritt zur Prinzipals- organisation gewahrt. Aber leider ist auch der Grundsatz der Ein- heit der Gehülfenorganisation dadurch in Frage gestellt. Bereits sah sich das Tarifamt veranlaßt, bei den diesjährigen Tarif- beratungen einen Vertreter des Gutenbergbundes mit beratender Stimme zuzulassen. Von da ab bis zur Anerkennung als tarif- treue Organisation ist aber nur ein Schritt. Gewiß sitzen im Tarifamt auch Vertreter des Gehülfenverbandes, aber eine lieber- stimmung derselben ist nicht absolut ausgeschlossen. Zweifellos bestätigt sich aus diesem Vorgang, daß der materielle Wert des gegenseitigen Organisationszwanges nur ein sehr bedingter ist und daß letzterer als ausreichende Grundlage der Einheitsorgani- sation nicht betrachtet werden kann. Ein gewisser strategischer Wert ist ihm aber nicht abzusprechen, und das müßte besonders denen einleuchten, die an der drei- monatlichen Kündigungsfrist und an der einjährigen Verlängerung des Tarifvertrages Anstoß nehmen. Indem der Organisations- zwang die Prinzipale verpflichtet, nur organisierte Gehülfen ein- zustellen, erschwert er eS ihnen, sich in den fraglichen Uebergangs- Perioden durch Einstellung von Nichtverbändlern und Abstoßung der organisierten Gehülfen zu rüsten. Damit ist ihnen eines der bedenklichsten der bisher angewandten KampfeSmittel aus der Hand genommen, und sie können sich desselben künftig nur unter dem Odium des Vertragsbruches bedienen, der auch der Ge- hülfenschaft volle Freiheit des Handelns zurückgibt. Ein Mangel ist darin zu erblicken, daß der Organisations- zwang nicht durch die Verpflichtung der paritätischen Arbeitsnach- weise ergänzt wird, nur organisiertcu Gehülfen Stellen und nur organisierten Prinzipalen Arbeitskräfte nachzuweisen. Diese Er- gänzung kann aber nur eine Frage der Zeit sein, ebenso die obligatorische Einführung der paritätischen Nachweise. Erscheint uns sonach der gegenseitige Organisationszwang mehr als eine moralische, denn als eine materielle Errungenschaft der Gehülfenschaft, so können wir in der Haftung der Organi- sation für die Durchführung der Schicdsgcrichtsentschcidungen weder das eine, noch das andere erblicken. Vielmehr dürfte sich diese Neuerung nach jeder Seite hin als wertlos für die Gehülfen- schaft, tvcnn nicbt sogar als ein Nachteil erweisen. Anzuerkennen ist, daß beide Organisationen zweifellos von der guten Absicht geleitet waren, den Entscheidungen der Schiedsgerichte und des Tarifamtes Nachdruck zu verschaffen und Arbeitseinstellungen wegen solcher Kollektivstreitigkeiten möglichst auszuschließen, wo solche aber eintreten, beide Teile, Arbeitgeber und Gehülfen auf die Jnnehaltung der vereinbarten, mindestens einwöchigen Kün- digungsfrist hinzuweisen. Das Letztere mag manchem als eine Beschränkung der Bewegungsfreiheit der Gehülfen erscheinen. Das Verlangen nach der Beachtung gewisser Formen vor jeder Arbeits- einsteliung ist aber durchaus gerechtfertigt, selbst vom Standpunkte der Gewerkschaft, besonders dann, wenn ein rechtlicher oder gleich- wertigcr Jnstanzenzug geschaffen ist, dem die Entscheidung in solchen Fällen anheimgcstellt ist. Ilxbcrdies darf nicht verkannt werden, daß besonders die Zeitungsdruckereien, die durch Verträge mit hohen Konventionalstrafen an eine minutiöse Fertigstellung der Zeitungen gebunden sind, durch plötzliche Arbeitsniederlegungen besonders schwer geschädigt werden können und die Jnnehaltung einer gewissen Kündigungsfrist innerhalb einer Tarifgemcinfchaft schon als moralische Verpflichtung nicht abgewiesen werden kann. Auch das Bestreben, die Entscheidungen der Schiedsgerichte und de? Tarifamtes durch die Macht der beiderseitigen Organisationen möglichst rechtskräftig zu machen und ihre Beachtung zu sichern, kann unbedenilick erscheinen. Um so bedenklicher dagegen ist das Mittel der organisatorischen Hastung. Das Gesetz gibt dem Arbeit gebet für den Fall des Kontraktbruches seiner Arbeiter nicht nux das Recht des vollen Schadenersatzes bei Nachweis des eingetretenen Schadens, sondern auch das Recht der Lohneinbehaltung zur Siche- rung eines solchen Schadenersatzes, allerdings nur bis zur Höhe eines Wochenlohnes. Anstatt des Ersatzes des vollen, nachweisbaren Schadens kann sich der Arbeitgeber auch mit der Forderung eines Wochenlohnes ohne Schadennachweis begnügen und sich an dem hier- für einbehaltencn Lohnguihaben schadlos halten. Diese Zivilrecht- liche Haftbarkeit jedes einzelnen Arbeiters mußte von Gewerk- schaftsseiten unter allen Umständen als völlig ausreickcnd erachtet weichen zur Sicherung der Arbeitgeber und jede darüber hinaus- gehende organisatorische Haftung unbedingt abgelehnt werden. Der Organisationsvertrag statuiert außer dieser gesetzlichen Hastpflicht des einzelne» die selbstschuldnerische Haftung der Organi- sation für ihre Mitglieder. Dieselbe ist auf eine der Kündigungs- frist eiU spreche nde Lohnsumme, im Mindestfalle auf die Höhe eines Wochenlohnes begrenzt. Ferner wird den Organisationen die Ver- pflichtung auferlegt, das schädigende Mitglied in keiner Weise materiell direkt oder indirekt zu unterstützen. Erfolgt letzteres dennoch, dann ist der Verein des Gcsckiädigten an die Begrenzung des Schadenersatzes nicht gebunden. Sieben diesen zivilrechtlichcn Verpflichtungen sind aber auch solche strafrechtlicher Natur vor- gesehen, so der Verlust der tariflichen Rechte auf Zeit oder für dauernd sowie der Ausschluß nicht tariftreuer Mitglieder auf Zeit. Es fehlt also keineswegs an Murcin, um die Durchführung des Tarifes und der schiedsgerichtlichen Entscheidungen zu erzwingen. Nun ist es wohl völlig selbstverständlich, daß Organisationen, die einen Tarifvertrag mit Schiedsgerichtszwang abschließen, mich die Verpflichtung für dessen Durchführung übernehmen. Daraus wird niemand dem Buchdruckerverband einen Vorwurf machen können. Auch die llebernahme gewisser Zwatigsmaßregeln gegen nicht tariftreue Mitglieder und gegen solche, die unter Kontrakt- bruch die Anerkennung der Schiedsgerichtsentfcheide verweigern, kann getrost zugegeben werde». Nach§ 152, Abs. 2 ist zwar der Rücktritt von Koalitionen jederzeit ohne Klage und Einrede frei,— aber den Gewerkschaften kann nicht verwehet werden, solche Mit- glieder auszuschließen, die sich den Beschlüssen der Organisation nicht fügen. Damit war aber die Durchführung aller tariflichen Interessen auch nack? der strafrechtlichen Seite hin mehr als aus- reichend gesichert. Die Hinznfügung der organisatorischen Haft- Pflicht war nicht bloß entbehrlich, sondern mich widerspruchsvoll und direkt gefährlich. Als widerspruchsvoll muß es erscheinen, die Organisation für die Handlungen des einzelnen Mitgliedes auch in begrenztem Maße haftbar zu machen, obwohl dieselbe dieses Mitglied weder direkt noch indirekt unterstützte. Als die gewerkschaftsfeindliche Rechtsprechung in England durch eine Reihe von Gerichtsurteilen den Grundsatz aufstellte, daß die Organisationen für die Handlungen ihrer Mit- glieder verantwortlich und mit ihrem Vermögen haftbar seien. protestierten die letzteren mit aller Energie und lehnteu selbst die zivilrechtliche Verantwortlichkeit für die Anordnungen ihrer Beamten und Agenten ab. Sie verlangten die Wiederherstellung der völligen 1 Immunität der Gewerkschaften und haben durch ihren Widerstand auch erreicht, daß das Parlament ihren Forderungen nachgab Nun ist es gewiß ein großer Unterschied zwischen einer gesetzlichen Zwangsregelung und einer fteiwilligen vertraglichen Uebernahme gewisser Verpflichtungen. Aber selbst auf freiwilliger Vertrags- basis muß es unverständlich erscheinen, die Haftung für Hanriungen zu übernehmen, deren Verantwortung man durch Nichtunterstutzung des Schuldigen und sogar durch dessen Ausschluß ablehnt,-rlefer Widerspruch wird auch nicht dadurch gelöst, daß man erklärt, die Haftbarkeit solle die Organisation zu stärkerer Beeinflußung ihrer Mitglieder zwingen. Die organisatorische Haftung erscheint im Gegenteil als geeignet, die persönliche Verantwortlichkeit der Mit- glieder zu verflüchtigen, denn schon die bloße Möglichkeit, daß der Verband angehalten werden kann, den Schadenersatz zu decken, wird manches böswillige Mitglied(um solche kann es sich ja wohl nur handeln) veranlassen. eS darauf ankommen zu lassen. So wird durch die Haftung der Geiverlschaften eher das Gegenteil erzielt,— die Konflikte werden dadurch nicht die geringste Einschränkung er- fahren,' denn diejenigen Mitglieder, die es auf den Ausschluß aus der Organisation und aus jeder tariflichen Beschäftigung ankommen lassen, wird auch die Haftung der Organisation nicht im mindesten schrecken. Dagegen ist mit dieser Haftung ein Grundsatz anerkannt, der den Gewerkschaften nur nachteilig werden kann. Noch sind ja die Gewerkschaften keine rechtsfähig anerkannten Berufsvereine, aber die rechtliche Regelung ihrer Verhältnisse dürfte nur eine Frage von Monaten sein. Es ist auch bekannt, daß das organisierte Arbeit- gebertum als Korrelat der Rechtsfäbigkeit die zivilrechtliche Haftung der Gewerkschaften für alle durch Streiks verursachten Schäden verlangt. Gegen diese Bestrebungen sich mit der größten Energie zu wehren, ist die elementarste Pflicht der Gewerkschaften und ihre gemeinsame Aufgabe. In diesem Kampfe müssen sie alle zusammen- halten und dürfen Seitensprünge nicht gestattet sein. Als eine nicht unwesentliche moralische Stärkung der Bestrebungen des organi- sierten Arbeitgebertums muh es aber empfunden werden,- wenn eine Gewerkschaft eine Verpflichtung, die die Gesamtheit in geietz- geberischem Gewände auf das bestimmteste ablehnen muß, freiwillig anerkennt und dies sogar in noch bedenklicherer Tragweite. Diese Konsequenzen dürften den Gehülfenvertretern der Buchdrucker wohl nicht völlig bewußt gewesen sein, sonst hätten sie schwerlich ihre Zu- stimmung zu diesem Prinzip geben können. Sie haben da, auf Drängen der Buchdruckereibesitzer, eine völlig überflüssige Ber- pflichtung übernommen, die vielleicht weniger den Buchdrucker- verband, desto mehr aber die gesamte Gewerkschaftsbewegung schädigen kann. Ueberflüssig war diese Hastpflicht der Organisation�, weil ihre Wirkung auf sie Mitglieder gegenüber derjenigen des völligen Ausschlusses von jeder tariflichen Arbeit völlig verblaßt— ihre einzige Wirkung ist die Bindung der Organisation, die auch innerhalb der Tarifgemeinschast einer gewissen Bewegungsfreiheit nicht entbehren kann. Es liegt in der Durchsetzung ihrer Aufnahme zugleich ein solcher Zweifel an der Ehrlichkeit des Bertragsgegners, daß die Gehülfenbertreter alle Veranlassung hatten, schon aus diesem Grunde sich dagegen aufzulehnen. Und wäre der Organisations- vertrag an diesem Widerstande gescheitert, so war damit nicht allzu- viel verloren. Zum Kampfe wäre es dieserhalb schwerlich gekommen. Die übrigen Punkte des Organisationsvertrages treten hinter den vorgenannten an Bedeutung völlig zurück und mir können sie füglich hier übergehen, zumal sie auch mit dem Tarifvertrag meist korrespondieren. Unser Gesamturteil über die Tarifergebnisse resümieren wir dahin, daß wir in dem materiellen Teil derselben eine zwar nicht völlig ausreichende, aber immerhin recht schätzenswerte Verbesserung der Gesaintlage der GLhülfenschast lind trotz einiger in Kauf ge- uommener Nachteile eine wesentliche Sicherstellung der gewerblichen Lage erblicken, die durch den Einfluß der als maßgebend anerkannten Gehülfenorganisation gewährleistet wird. Der Organisations- vertrag dient im iveselltlicheu dazu, diese anerkannte Stellung des Verbandes zu befestigen, aber für seine Auswüchse nach Seiten der Haftung der Organisation können die Gewerkschaften in ihrer Ge- samtheit keinerlei Verantwortlichkeit übernehmen. Sie werden mit Entschiedenheit allen Schlußfolgerungen, die daraus über ihre Stellung zur Haftungsfrage geschlossen werden könnten, entgegen- treten. Dieneue Nummer der„Sozialdeinokratischen Parteieorrespondenz" bringt im Anschluß an einen Artikel über die Arbeitsverhältnisse in der Borwärts-Buchdruckerei folgende Zeilen: „Bei dieser Gelegenheit erwähnen wir, daß der„Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker" in Str. 124 vom 23. Oktober auf einen Artikel in Nr. 12 der„Sozialdemokratischen Parteieorrespondenz" vom 4. Oktober Bezug nimmt, worin in einer Polemik gegen die Scharfmacherpresse gesagt war, daß allem Anscheine nach wieder auf fünf Jahre hinaus ein FriedenSzustand im Buchdruckerberufe ge- sichert worden fei, mit welchem alle Welt zufrieden wäre, ans- genommen die von Herrn Tille geführte Scharfmacherclique. Diese Ansicht wurde, wie gesagt, von uns geäußert in einer Polemik gegen konservative Blätter, die die Grundlagen der Tarifvereinbarimg. bevor der Wortlaut deS Tarifs bekannt geworden war, in schärfster Gehässigkeit beseitigt wissen wollten. Unsere unter der damaligen Sachlage geäußerte Ansicht von der Zuftiedenheit mit dem Friedenszustand bedarf ja insoweit einer Modifikation, als tatsächlich nach Veröffentlichung des Wortlautes der Tarif- Vereinbarungen ein erheblicher Teil der organisierten Buchdrucker feine Uuziifriedcnheit mit dem neuen Tarif zum Ausdruck brachte. Das hätte eigentlich auch der„Korrespondent" wissen müssen, als er drei Wochen nach Erscheinen der Nr. 12 der„S. P.--C." den erwähnten Satz zitierte, lvie er sich ebenfalls hätte sagen müsien, daß ein sachliches Urteil über den Tarif erst nach dessen Veröffentlichung möglich war."____ BrUfhaften der Redaktion. Sie juristische Sprechstunde findet wochcntäglich dou?>/i bis»>/, Uhr abends statt, tfievffnct? Uhr. Sonnabends beqiniit die Sprechstunde»m K Uhr. Jeder Antrag- ist ein Buchstabe„nd eine Zahl alS Merkzeichen beizufng-u. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. _ H. A.. 3. � Ja, aber Sie müssen darum einkommcn.— F. K. Wird ein Haus subhastiert, so kann der neue Erwerber die alten Miets- »ertrage vorzeitig kündigen. Von diesem Recht kann er bis zum dritten Tage des aus den Verlaus folgenden Quartals zum Quartalsschluß Ge- brauch machen.— P. O. Ä». Aus Order hin ja.— H. Bigert S. A-nn «ic volljährig sind, so ist der Vertrag bindend und kann nur mit beider- stillger Einwilligung ausgehoben werden.- I.«erg.-Gladbach. Wenn bie�irma in den letzten zwei Jahren anerkannt hat, so greift der Einwand der Verjährung nicht durch. Der Betreffende kann aus RechnungS- legung und Zahlung beim Gewerbcgericht klagen.— L. P,, Nord 3« Sie musseii unter Abzug der von Ihnen verauslagten Raten zahlen.— Enge» Hundert. Der.Käufer könnte, falls Sie vertragswidrig handeln, auf Ein- stelluiig des Geschäfts und aus Schadenersatz tlageu. Der Vertrag ist sür «le gültig und kann aus zivlirechtitchem Wege durchgesetzt werden. — Lix. Ihr Sohn muß noch zur Schulc gehen, falls er nicht ausdrücklich durch den Rektor oder die Schuldeputnlion dispensiert wird.— G. B. lvvv. Es ist zweckmäßig, vorher dem Gericht mitzuteilen, daß Sie das Kind be- gleiten müssen.— F. Zt. 102. Vor dem Standesbeamten anerkennen Sic, daß das Kind Ihr Kind ist und baß Sie die Namcnszuschreibung be. antragen. Es entstehen unerhebliche Schreibgcbühren.— Max I. Leider nein.— K.<5. 10«. Zwecks Ehescheidung müssen Sie zunächst beim«lmts- gericht einen Sühnetermin beantragen, dann lassen Sie sich von der Armen- kommisfton bescheinigen, baß Sie nicht in der Lage sind, die zur Durch. sührung der Ehescheidung erforderlichen Kosten zu tragen und be- antragen aus Grund dieses Attestes unter Darlegung des Sachverhalts und der Beweismitte! beim Landgericht Bewilligung deS Annenrechi?. »nt de« Jus, alt der Inserate iiberiiimiiit die Redaktion dem Piiblitn»,«leaeniiber keinerlei _ Berailtwort»»a. Theater. ©onnfag, den 4. November. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr. 1. und 2. Abteilung. Berliner Theater: Oraetlabora und Eine Abrechnung. 12. und 13. Abteilung im Neuen Schauspielhaus: Der Sturm. Nene freie Volksbühne. Nachmit- tags L>/z Uhr: 13. Abteilung im Deutschen Theater: Mutter Landstrajze. Nachm. 3 Uhr: ö. Abteilung im Neuen Theater: Eine.— Der Stammgast. Nachm. 3 Uhr: 2. Abteilung im Schiller-Theater bl.i Weh' dem, der lügt. Nachm. 3 Uhr: 10. Abteilung im Schiller-Theater 0.: Die Ho nung aus Segen. Extravorstellung i.Lortzing-Theater Der Wildschütz. Zlnjang VI, Uhr. OPernhans. Margarete. Montag: Der Ring des Nibelungen. Dritter Tag: Götterdämmerun Schauspielhaus. Othello, derMol von Venedig. Mnntag: Hamlet, Prinz von Däne- niarck. Deutsches. Das Wintermärchen. Montag: Dieselbe Vorstellung. Weste». Schützenliescl. Nachm. 3 Uhr: Der Troubadour. Montag: Der Wassenschmied. Die schöne Galathee. »it Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heule und solgende Tage: SKerlocKkiolmes. Ansang 8 Uhr. tlöiies Sdiauspielhaiis Sonntag, den 3. November! Der Sturm. Monlag: Dtv StUvM. _ Ansang 8 Uhr. Lor�ing. Fra Diavolo. Nachm. 3 Uhr: Der Wildschütz. Montag: Undine. Neues. Die Condottieri. Monlag: Dieselbe Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Lessing. Das Blumenboot. Nachmittags 3 Uhr: Nosenmontag. Montag: Hcdda«Äabler. Neues Schauspiel haus. DerSWrm. Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Sherlock Holmes. Montag: Dieselbe Vorstellung. Tchtite, O.(Wallnet-Thealet Cnprienne. Naapnittags 3 Uhr: Die Hoffnung aus Segen. Montag: Die Hoffnung aus Segen. Schiller ft. lifriedrich Wilhelm städtisches Theater). Die rote Robe. Nachmittags 3 Uhr: Weh' dem, der lügtl Montag: Di« rot« Robe. Komische Oper. Lalmö. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Montag: Carmen. Nesideuz. Triplepatte. Nachmittags 3 Uhr: Der Stell Vertreter. Montag: Triplepatte. Lustipiribans. Unsere Käte. Nachmittags 3 Uhr: DerFamilientag Montag: Unsere Käte. Zentral. Tausend und«ine Nacht. Nachmittags 3 Uhr: Der Zigeuner bgron. Montag: Tausend und eine Nacht Kleines. Ein idealer Gatte. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Monlag: Ein idealer Gatte. Deutsch- Amerikanisches. Im wilden Westen. Der Hauptmann von ttöpenilt. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Montag: Im wilden Westen. Der Hanplmaiin von Köpenick. Dhalia. Wenn die Bombe platztl Nachmittags 3 Uhr: Bis srüh um Sinse! Montag: Wenn die Bombe platzt. Luise». Sherlock HolmerS. Nachm. 3 Uhr: Die Jungsrau von Orleans. Montag: Else vom Erlenhos. Bernhard Siose früher Carl Weis«. Ausgewiesen. Nachm. 3 Uhr: Mutterliebe. Montag: Ausgewiesen. ldrianon. Der HauSsreund. Nachm. 3 Uhr: Die Notbrücke. Montag: Der HauSsreund. Walhalla. Epezialttäten. Montag: Dteseibe Borstellung. Avollo. Spezialitäten. Nachmittags 3>/, Uhr: Familie» Vorstellung. Msntag: iiicjiailMlen Metrovol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: iilus ins Me. tropol l Montag: Der Teusel lacht dazu. Kasino. Die beiden Champignol. Nachm. 4 Uhr: Aicrandcr der Große. Wontag: Die beiden Champignol. Jolics Caprice. Serenissimus August XX VI.— Das Modell.- Das Provinzmädel. ittags 3 Soll und Montag:HerentlsimusAugustXX� "' Provinz Nachmittags 3 Uhr: Haben.— Nach dem '!ontag:SereniIsi Das Modell. DaS mädel. Passage. Spezialitäten. Ilrouia. Daiibciistrniie 48/iS Theater 8 Uhr: Sizilien. Montag: Dieselbe Vorstellung. 8 Uhr: Dr. Ä."-—• Kursus. Lltermvarte, o. Unruh: Chemischer Jnvalidenstr. S7/V2. iteues Theater. Ansang 8 Uhr. SZi« ÜmMlm. Montag und solgende Tage: tztls Condottieri. Kleines Theater. Nachm. 8 Uhr: Wachtasyl. NbendS 8 Uhr zum HO. Male: Ei» idealer Gatte. Montag: Zum III. Male: Rn idealer Gatte. DieuZtag: Man kann nie«lasen, Theater des Westens Siatlon Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Mittags 12 Uhr: Platin,.«. Ruth St. Denis. Kindertänze. Heute nachmittag 3 Uhr(halbe. Preise): vor Vroulmdonr. Abends VI, Uhr: Schützenliesel. Komische Oper. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. 8 uhr- Lakme. Im 2. Akt:„Cobra'1, ausgeführt von Ruth St. Denis. Montag: Carmen. Dienstag: Lakmb. Im 2. Alt „Cobra', nilsgcs. von Ruth St. Denis. Lortzing-Theater Bellealliancestr. 7/8. Heute nachmittag 3 Uhr: Der Wildschütz. Abends 7>/, Uhr: Fra Diavolo. Abonnements ungültig. Montag; IJndine. Schill er-Th ea t er. Schiller-Theater N.(Friedr.-Dilb.Th.) Sonntag, nachm. 3 Uhr: ■Weis' dem der lügt. Lustspiel in 5 Ausz. v. F. Grillparzer. Sonntag, abends 8 Uhr: l»l« rote Rode. Schauspiel in vier Akten von Eugen Brieux. Deutsch von Anne St. Cöre. Montag, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Dienstag, abends 8 Uhr: Fraa Inger von Ocstrot. Schiller-Theater 0.(Wallner-Tbeater). Sonntag, nachm. 3 Uhr: Die HolTnang anf Segen. Schiffer• Drama in 4 Bildern von Hermann Heijermans jun. Sonntag, abends 8 Uhr: C>prienne. Lustspiel in 3 Auszügen von VIctorien Sardou und E. de Najac. Montag, abends 8 Uhr: Die Roffnnng anf Segen. Dienstag, abends 8 Uhr: Hasemannt« Töchter. e astans PanoPt.!�.rn. Frledrichstraße 165. Der Räuberhauptmann v. Köpenick. PiT Die zusammengewachsenen Schwestern. Abends G'/g Uhr: famiUcn-ßicr-Kabarctt. Lustspielhaus. Heute nachm. 3Uhr: Der Tamillentug. tX': Unsere Käthe. Zentral-Thcatcr. Nachmittags 3 Uhr: Der ikigeanerbaron. Abends 8 Uhr: Tannend n»d eine Maebt. Luisen-Theater Rcichenbergerstr. 34. Nachmittags 3 Uhr I Die Iuugftau vo« Orleans. Abends 8 Uhr: ßberlock Holmes. Montag: Else vom Erlenhos. I» Vorbereitung: flotte«eider. Direktion Richard Alexander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Rine lloclizeltanucht. Heule und folgende Tage Ans. 8 Uhr IViplopatts. Schwank in 5 Akten v. Tristan Bernard und Andre Godsernaux. Vicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Theater Folies Caprice. Linlenstr. 132, Ecke FrledrlehstraOe. Serenissimus August MI. Das Modell. Das Provinzmädel. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag bei bedeutend ermäßigt. Preisen: Soll und Haben. Mach dem Zapfenstreich Anfang 8 Uhr._ Rixdorfer Theater BergstraBs>47. Sonntag, den 4. November 130(5: 2. Voiksvorstelltmg. Nachm. 3 Uhr: lieiniat. Numerierter Platz 60 Pf., in der Erped. des.Vorwärts», Neckarstr. 2. Nbds. Vi, Uhr: Charleys Tante Rente 2 Vorst, nachm. 8 u. abendsBUhr; Joseline Dora mit ganz neuen Schlagern. Ferner: k 1. Mal a. d. Kontinent: Da» Original» llSNll-tili.Msi; (japanische Selbstverteidigung) Ensemble, 3Henen.4Damen. ��''•"erstklass�Niimmern, Trianon�ater. Heute und solgende Tag«: Der Hausfreund. illnsang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die WothrDeke. Fröbels Allerlei-Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag lind Donnerstag: teter, Spezialitäteo. Stets erstklassige Riesenspicisolge. Nach der Vorstellung: Cr. Tan«. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8«Ihr. Zirkus Schumann Heute, Sonntag, den 4. d. M., nachm. 3ll, Uhr u abdS. VI, Uhr: 2 große brillante gjk Gala- Vorstellungen � yiuufiiiniuyä uu| aucn nin Plätzen ohneAusnahme"III Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise(außer Galerie). In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Die größte Sensation! Die Könige der Luft Les 5 Alex. I» beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Die größte Novitilt: Les 5 Piroscoffis In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Kr. itcnricksens einzig dastehende größte Tigergruppe BW Wilde Dressur.-WLi In beiden Vorstellungen: illliltM'Ä'VWll«. Särntt. SpcxialiiSten, CIo«ns u. Auguste mit ihren neuesten urkomischen Entrees. Um 10 Uhr: Zum 23. Male: Die grelle Aussiattungs-Pantomime; Ein Tag in Mcnte Carto. Metropol-Thealer Heute Sonntag, den 4. November, nachmittags 3 Uhr: Ermaßigte Preise k jtuj in's ftelropol! Gr. humor. Ausstattungs-Bovue in 0 Bildern von.1. Prennd. Bender, Massary, Giampletro, Josephs. Abends 8 Uhr: Zirkus Busch. Sonntag, den 4. November 1906: Nachm. 4 Uhr. AbendS 7»/, Uhr 2 greke Verstellungen. 2 Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren aus allen Sitzplätzen halbe Preise. In beiden Verstetlungen: Alis der Plißls. Orig.-Pantomime d. Zirkus Busch. In beiden Vorstellungen: O Tlonwiear Romeo«. 9 staunenerregende Automobil- experlmente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat-Wagen (30 Ztr. schwer und 4 Insassen). Zur Verfügung gestellt durch die Fa. Loeb u. Co., G. m.b.H., Berlin. In beiden Vorstellungen: Die größte Tiger- und Löwen- griippe.(Ztingtamps des Dompt. Willy PeterS mit 2 wilde» Tigern.) In beiden Vorsiolungen: Vorführen u. Vorreiten der besten Schul-, Freiheits- u. Springpferde. In beiden Vcrsleilungen: Austreten sömtt. Clowns mit ihren neuesten Witzen und Spaßen. In beiden Verstellungen: Austreten sämti. neuengagierter Künstler und Künstlerinnen. SCasino-Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Die beiden Champignol Sonntag 4 Uhr; Alexander der C rolle. Große Jahresrevue in 9 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. In Szene gesetzt von Direktor Ricnard Schultz. H. Bender. J. iesephi. PhiU J. Giampietro. Fritzl Massary. Wölff. Rauchen überall gestattet. GewBhnliohe Preise der Plätze. Apollo-Theater. faetun. V\2 Dör! Halbe Preise! fir. interessante neue Darbietungen. Bros. Permanä, Exzentriks. Angelos lebende Kunstwerke. La Vilma, Sandmalerin. Das Mlllmann-Trlo, Drahtseilakt. Staleys Verwandlungsakt: Die musikalische Schmiede. „Im sonnigen Spanien". Englische Ballettszene, ausgof. von der John Tillor-Truppe a. London. The 3 Urma Sisters, Trapezkünstlerinnen. 0. K. Laie, komischer Jongleur. Maria Vinent von der k&nigl Oper in Madrid. Cheeberts Chinesentruppe. Clotilde Florido,Bpamsohe Tänzerin. Oer Biograph: 1. Wettlaufen. 2. Die Hochzeit im Automobil. mit dem gesamten neuen Speztalitaten- Programm. Abends 8 Uhr: Elite-Vorstellnng >.--- Ths Denres und die io der Küche. Liane d'Cre.Orig.Matichlche-Tänzerln. _ Oie��sidows._ Neue Bilder. Deutsch-Imerikanisehes Theatci*. Jeden Abend 8 Uhr Wiederauftreten von Adolf Philipp; Im wilden Westen and Herr iaoplniar?on Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Ansang Wochentags 6, Sonntags 7 Uhr. W. Hoacks Theater. Direktion: Rod. Dill,«runnenftr. 16. Adele. Schauspiel nach dem gleichnamigen Preise: ig nachm. 3 Uhr, halbe Deder'n groflen Teich. I Roman d. Ans. 7 Uhr. ' der Co ontag Na> .Lot.-Änz.' v Hugo Busse. Eulree g0Ps.bt»t M. iorstelluni : Diesel Tanzkranzehen. bt Vorstellung. Friedrichsberg. VOLi» Prankftxrtcr Fernsprecher Nr. 8. v"'»» Channnee 5. Jeden Sonntag im Könlgaaaole: iir Großer Ball"MZ wnig Walde-Sänger. Neu 1 Oer Büngllng. Urkomisch! Oebr. Arnbold. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Sizilien. Montag: Dieselbe Vorstellung. 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: CliemlHchcr KarHna. Stiftungsfonds der Berliner Gewerbe-Ausstellung 1879. DUICISCHER z i Heute am 1. Sonntag im Monat i Eintritt ifi Df die Person:'" Ab 4 Uhr nachmittags: Großto Militär- Konzert, j Morgen sowie täglich: «raße». Ranxierk. Berliner Affusrium Unter den Linden SSa Eingang Schadow-Straße No. 14. Heute Sonntag: Eintrittspreis PT 50 Pf.-WI Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 176/3 Mete-Theater Wembergsweg 19 20. Am Rosenthaler Tor. Heute Sonntag: 2 llovWniiip 2 Nachmittags 31/, Uhr: BW«leine Preise. W® Jeder Erwachsene ein Kind frei. 4 neue hochorginelle msr Spezialitäten.-WW Abends 8 Uhr: Die kiiuge Rosa DaS schwarze»del itznartvtt. 0»° mebni, Die urkomische Berlinerin Enmiy Krcetiertx�meÄ" Ein grandioses groSesFrcgranun. 9 Rauchen überall gestattet. 9 Kasse von 10—1 llhr und von 2ll, Uhr ununterbrochen geöffnet. Berniiard Rose-Theatei (Voratttdtiacbes Theater.) Gesundbrunnen und Badstr. 68. Sonntag, 4. November, nachm. 3 Uhr, volkstümliche Preise: Gastspiel ßernhard Rose-Theater (O. früh. Carl tzVelß-Theater) Hugo Hummel X Arth. Winkler Berliner Kinder. sens. sie in 6 BUdern. tzldendS 7 Uhr: M Glöckner von Hotre-Däine. Rom. Spausptel in 8 Alt. 9 Bildern. Nach der Vorstellung: Tan». Billettvorverlaus von 10— 1 Uhr im EtablissemenL_ BernMRgse-Tliealer früher Carl Welß-Thcatcr. Giofee Fraiiklnrlerttr. 182. Heute Sonntag nachmittag 3 Uhr, kleine Preise: Mutterliebe. Abend» 8 Uhr: Ausgewiesen. Btlletworvermus von 10—2 Uhr an der Theaterkasse und bei Wertheim. Montag u. folg. Tag«: Ausgewlesen. 8sn88ouej.8.°a°� Direktion Wilhelm Reimer SonnL, Mont., Donnerst.: lioilmanns(iordd. Sänger Ei« Jubitöumstag. Sonnt.«eg. 6, Wochen!. 8 U. Jeden Dienstag: Tbeater-�.bead. Z�er Weg zum Herzen. 1«(81. Louis) Theater lebender Pbotograpbieo mit abweobaelndem Abnormililen-Progr. Verbindung mit größter Filmt- Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. ♦ Den ganzen Tag Vorstellung. ♦ Otto Prilzkow, MM. 16. Gustav Behrens Theater, Berlin Q, Frankfurter Alle« 85. BW Da< vollständig neue'WB iiPtJfnihft»|Jro(irfliiini. u... 10er Hauptmann v KSpenlckUnii s ItBUi Großer Lachersolg. Sie Rummern. Ansang VI, Uhr. SoimtagS B1/» Uhr. Palast. Theater. Burgstr. 24, 2 Min.*. Bahnhof BIrse. Heute'/aß Uhr. Entree 50 Pf. 12 Attraktionen 12 Dnndee-Dno. laorey-Trlo. Senor und Berad. Annetta n. Kr». 3fr. Sfarlon usw. Dazu: Eine vom Ballett. Lustspiel von O. Richter. e olssseum Drv»dcnvr»tr. 97. 4C erntklaHMige 4C 10 Sper.ialitiiten l« Giza u. Blosca! Verwandelungs-Burleske: fäuzerin und Waisenrat. Truppe Sokolowsky. Buggenhagen Sloritzplatz. Im Kaiser-Saal: Jeden Sonntag U.Montag dlebeliebten Mg WnläeÄnger und TanaEbrßnacbvn. Kaffeneröffn. sonnt. SUhr.Mont.? Uhr. Beg. d.Konz., 6., VI,, .. Borst.. 7.. 8',.. Eintritt. 50 Ps.. 4aPs. In den unteren Sälen: (iustgv Gottsctistlcs populäre Konzerte Traehtsäle des Westens Spichernstr. 3. Carl Stechert. Heute Theater-Aufführung, an D. verhängnisvolle Liebes- f gedieht u. Ein toller Hecht i Ansang 61/, Uhr." Nach der Borstellung:« Familien-«ränzche». � In den Parterre-Sälen: Gr. Ball Anfang 4 Uhr. Sonnabends find noch Säle zu vergeh. Genia-Mi-Si. N., Chausseestr.103. Karl Richter. Jeden Sonntag: Wllh. Welffa Hambnreer Sanier. Bollständig neue» Programm. Ansang 6 Uhr. Em tritt: T Familien- mit an chlleß. kränzchen. Im weißen Saale von 5 Uhr ab: Srnßor RaN. Jeden Mittwoch: Hambarmr Sänger und Freitanz. 23892* jKarUgrafensäle Berlin 0. 17, Markgrafenbamm 34 Jnh. st. Theeft. 25392« Heute sowie RaBI jede» Sonntag:■ Dail» Säle: 100—1000 Pers. u. Kegelbahnen. Volksgarten-Theater. Badstr. 8, Behm- n. Bellermann straße. Säle 28422* 300—1000 Personen faffend, auch SonutagS an Vereine zu vergeben. Sommerseste sür den 2ß 000 Personen.fassenden Garten bttte zeitig anzumelden. Max Sllderslein. Anton ßoekers Ball-Salon, Habe noch Sonnabends und Sonn- tag» Säle zu vergeben, auch find Beretnszimmer in der Woche frei. Anton Bockor, Weberstr. 17, T.-A.! VH. Nr 13414. 27252« Berliner Illk-Trio. Felix Sobeuer Istnlmkntr.l. Pelzwarcn- Fabrik. 2783L« Der Sitizeltf erkauj wie alljährlich in meiner l'abrik fllexamiersir. 80,'Ä' Verkauf nur zu Fabrikpreisen. Pelz-Stolas, Kragsn, Muffen, Pelz- mutzen. Reparaturen billigst. Herrm.Oppenbelm.Kürschnennstr. Gegr. 1874. t* Eine Mark wSohantllehe Teilzahlung liefere elegante fertige[2466L« KerreR-Garderobe — Ersatz für Maß.— Anrei tlsnnc nach Maß. Tadellose AaeCUhrnnff. fulius fabian, Schneidermeister, UrolleFraDkliirterstraßelU Eingang StrauBberger PiaU.• ''WWWWWWMM�M-WWWWWWWI 1 6. Wahlkreis. (g» e h ö n h a ii s e r Vorstadt.) Sonnabend, dm 10. November, in den Gesamträumen des veHinei» Prater, Kastanien-Allee 7—9; \ 6roßer Kunft-Hbcnd unter Mitwirkung des„Berliner Sintonie-Orchesters", Dirigent: Maximilian und erstklassigen Künstlern: Sängerin, Sänger und Rezitator. UV' Räch dem Konzert: TASkSS.— Herren, welche daran teilne.hmen, zahlen SO P>. nach.' flsedsr, 2S4/1L' Eröffnung- �t/g Ohr. Entree 40 pf. Während des Konzerts bleiben die Saaltüren geschlossen.— B i l I e t t S und in der Parteispedition von Karl Mar», Lhchencrsw. lL3, zu haben. Hnfangf 9 Qhr. find nur bei den Bezirkssührern »as Komitee. D Jede praktische Dame I decu ihren Bedarf im| Kftnfektinnshansft|Qj » von | S. Nesselroth, N.,0liau8seestr.9.| 0 Diese Woche vom 4. bis 11. November; Husnabmc-prcisc!= Ein großer Posten Astrachan- u. ßPEitschwanz- Paletots 11. Boleros M. 7.50 an. von Ein großer Posten Seiden-Plüsch- Paletots 11. Boleros von M. 13. SO an. Ein großer Posten Eskimo-Paletots e. Jacketts von M. 0.25 an. Ein großer Posten Jackett- Kostüise in Tuch und engl. Stoffen von M.|Qa50 an. Achtung! Voranzeige. Achtung! Drei populäre naturwissenschaftliche LkhtbMer- Vorträge. Darwinismus und die Kunstforme« der Natur sNrpflanzen, Urtiere, Radiolarien usw.) Nach Professor Ernst Haeckel'S berühmtem Bilderwerk. Erläuternder Bortrag von Herrn E. Vogtherr. Die Vorträge finden statt: Am Dienstag, den S. November, im Moabiter WesellschaftShaus, Wiclesstr. 24. Am DonnerStng, den 8. November, in Keller's grofiem jheitsaal, Inhaber: A. Freyer, Koppenstr. 29. Zlm Freitag, den S. November, im großen Saal Neue Welt» Hascnheide 108—114. Abends 8'/, Uhr. im Billetts, zu einem beliebigen dieser Vorträge berechtigend, kosten 20 Pfennig und sind zu haben: In den Zigarrengcschästen von W. Boerner. Ritterstr. IS? H. Bobsie», Koinmandantenstr. S2! G. Ntenz, Wilhelms- havencrslr. St i R. Rtcit, RummelSburg, Kantstr. 22; W. Schrotte, Gotzkowstyftr. 29; H. Vogel, Lortzing- straße 37; H. Ziehm. Bernauerstr. 48; AI. Istema, Jnsterburgcrstr. 10, und P. Borsch, Gewerkschaftshaus, Engeluser 15". Bei H. Peegr. Rlldersdorserslr. 48; M. Wendt, Grcisswaldcrstr. 208; W. Krause, Pappel- Allee lS— 17; P. Schrotte, Lanluoäbrftr. 3. In den Schankgcschüstcn von A. Kirburg, Adalbcrtstraße 83; M. Mix, Skaiitzerstr. 59; I. Wicdemann. Franksurter Allee 47; C. Rott. Straßmannstr. 29 und C- Voigt, Koppenstr. 34. Außerdem w allen unseren Versamuilunaen am Eingang zum Saal. 32/19» _ Im Austrage der Freireligiösen Gemeinde: Das Komitee. G raumanns Pestsäle Naunynstr. 27 3 Kegelbahnen Bühne! Sonnabende n. Sonntage im Dezember, zu Weihnachts- bescherongen, desgl. auch Silvester und Neujahr noch frei. 27361,* 61. Granmann. Amt 4 No. 7324. Preise• beliebige Deil, zahtuug. oigg Jgeobsoli,.',7.°-.?«. I- Heinrich Franek, Berlin kd. 54, Brunnenttr. 185.1 Jltva 125 Pf., Ä'J tt brennend, gros? u. blnttig. I Vorzügliche Sumatra- Decken .u billigsten Preisen onertert tS. Karnrner-tein- Filiale, zu billigsten Preisen onertert Bertr. Gustav Boy, Berlin N., Bruuiicnstraste 188. Boh-Tabak Decke Nr. 57Si a 1.50, II. I-Unge, Vollblatt, schöne, hellbraune Farben, tadelloser Brand. W. Hermann Müller, Magazinstr. 14. Dr. Schiinemann Tpezial.Arzt sür 2806a* Hant- und Hurnleiden, Eraaeiikrunklieiten. Frledrichstr. 203, Ecke Schühenstr. 1Ü-«, 5-7, Somit. 10-13 Uhr Wl|I«ItirM»5er"n W',30cr Spey ererstr. 27. Ober 3000 crempl. verhautt Die Harnleiden Ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von T>r. med. Srhener, BERLIN-Preist Mark. E. Roh Nauen, ■Tabak VJ Templinerstr. 3, a. d. Schwedterstrafie. Nervenkranken empschl« die von einer Aerzlin be» schriebcne, höchst eigenartige Heil- richtung der nervenstarken Kultur- Völker, die sich hier auch in schwierigen Fällen bewährt. Vlussührliche Bt- lehrung in der naturärztlichen Schrift: „Verschwendung und«mushalt im erkrankten Nerveusystem-, II. Auslage, 1 M.(Prospekt oraltS.) Durch Buchhandlungen oder s2S35b* O. lioiiniannu Verlag, Berlin NW., PerlebergcrstraBe S. Kronleuchter mr Gas. Petrolenni elektriselies Liebt kaufe man zu Fahrikp, reisen am billigsten bei Erich Flosky 108 Franktnrter Allee 103 3.niinastraße 3.• Anzugs Paletots, Joppen. Robert Bohn | BERLIN N., Invalldenstr. 135 Großes Lager fertiger i Herren- n. Knaben- i Garderoben. MaBabtellung I. Etage. Kolonie ItiintgenhUhc, Stat. Buch-Röutgeutal, gesunde hohe Lage, idyll. Umg.. bester Boden. Landparzellcn noch billig. s�jRule von 10 M. an. Blocks bes. Preise. Gr. Zukunft. Nächste Nähe Strastenb. in Sicht. Auslunst jed. Sonnt, aus d. Terrain. Nohenberg, lloloniestr. 2. IcilAhlimg. monatlich 10 M. liefere elegante Nerren- Garderobe nach Maß. Billigste Preise.* J. Tomporawskl, Schneidermeister. Berlin. Lindcnstr. 110, 3. Etage. Nähe Belleallianceplatz. und Landparzellcn dirett am königl. Forst und Brteser- Fließ, Hs Rute von 10 Mark a». Hohen- Nenendorf —"'' 25286» BIS aus weiteres noch Vorzug verkäuser täglich in unserem Berkauss- Pavillon dirett am Bahnhos. Alleoebalke dt\itsche Landsbergerstr. 66. 12 ifiSB'tGS von 1,80 Mb an Kabinetts n 4,80 Mb„ in guter Ausführung liefert Oscar Goetze, Photograph. I. eisclisit: Paul-Straße 26, 2.„ Dresdener-Straße 135, 3. Charlottenburg, Nehringstr. I. Spezialität: Sromsilber-Vergrößerutig bis febensgröjte. GeOftaet von morgens 8 Chr bis abend» 6 L'hr. DM- Sonn- und Ftsitsge den gaiu«a Tag geölinet."Sfl Dr. Simmel, Primen- Str. 41, Sveziolarzl sür 165 Haut- and Harnleiden. 10— 2,5—7. Sonnlag» 10— 12. 2—4. Ein großer Posten IM Ulli von M. 0.50 a Große Posten 2.75 an. u. Seide V-M- 1.�5 an. Kostim-Roclte Blusen 111 Wo116 v. M. Sonntags geöffnet von 8— lO, 10-» Uhr. Htlcn Zigaretten- Rauchern ====== zur gefälligen Beachtung l sein, trot2«ler Steuer c!as bisherige» Möllen Sie sicher heTvährte fabnkat zu erhalten» so r a u ch e n BoUro-XIgaretten p" i pr. Zsnith-Zigaretten persta* 5-/,??. Mir garantieren Ihnen: vnveränclerte Qualität, verändert« formale— feinste Landarbeit! Gleichzeitig empfehlen wir unsere ------neue 3 pf. Hshari-Zlgarctte in vorzüglicher, milder Qualität, ebenfalls nur Bandarbeit! 28012* Gebr. Selowsky- Dresden. UN' Haber Versandhaus w Herren- und Kneben-3ekleidung iDialideii-SMe 112, 0.�-.%�. 1 Kllnnte vom Stcttlner- n. Kord-Babnhof. Winter-Paletots g vorzügliche Verarbeitung, von 45 M. bis � Rock- Jackett-Anzüge 19 r* Avvoot-ea vrrvvmolimö Trnr» Kic" 6�0 26 75 M. M. neueste vornehme Moden, von 48 M. bis GehFoek-, Frack-, a m Tuoh- SmokiDfl- nlltuyo kaS�mi Cheviot etc., la Ausf. von 58 iL bis (Kl Winter-Joppen Winter-Hosen mifWoIl-, Plüsch- und Pelzfutter, auch wasserdicht von 24 M. bis hervorragende Fabrikate, neuester Schnitt, in modern. . von 14 M. bis 5 z M. 75 M. Mustern.... Anzüge und faletots nach IRaß unter Garantie tadellosen Sitzes bei peinliohst gewissen- j hafter Anprobe aus modernen dentsoben u. engl Stoffen. Große Auswahl: Geh- Polre, Havelocks, Hohenzoller- Mäntel, Schlafrloke, Kinder• Paletote und Kinder- AnzDge, Gummi• Mäntel, Kaiser-Mäntel etc. zu enorm billigen Preisen Eigene Anfertigung. S teppdecken billigst direkt in der Fabrik» 73. WallKti». 73, wo auch alte Stcbpdccken ausgearbeitet werden. Bernhard Strohmandel, Berlin Ks. Jllustr. Katalog gratis. Fgreinste ruchtmarmeladen Himbeer-, Apsel- und Melange. Eigene Herstellung u. Ernte, ff. und billiger Brotausstrich. Posteimer 10 Psd. franko 3 M. 174/16' Obstplantagen u. Marmeladenkocherei 1-. Pobbelaer, Isenbüttel. Eine Mark wöchentl. Teilzahlung liatere«legente. fertig« jkmn-Wm. Ersatz für TM aß. Maß- Änferligung feinste Verarbeitung Garantie tadelloser Sitz. J. Kurzberg, An der Jannowitz-Briicke l.L Direkt am Bahnhol Kein Waren-KredithauB. Bau-Parzellen, selten günstig, nahe Bahnhof, von 7 Mark an. Otto«ra»l«kv, Potershagen-Fredersdorf. 170/12» �Hygienische B. Exnptehl.yiel Aorzle u.Prof. grat. mit B. Onger, Ganuniwarealaiirlk Berlin WW- Friednchairaaa a 81 ,'92. Lliimru- imd Kranzbinderti von Aug. Krause WienerstraOo 7. VerelnZkränze.Palmen-SIrrangemenl», Guirlandcnusw. lieserezudenb' Preisen. illiqsten öOOkL» Hochkdle Kavanrnsönger, Nachnahme. Umtausch innerhalb zehn Tagen gestattet. Volle Garantie sür gesund« Ankunst oder Gesangswert. reisliste srei. Horm,«orge», lüchtctcf/icholc i.H.. Hüttenstr.Ll. KasstubilderQ�nNw.� Kttnftl. Zähne Plombieren, Nervtöten u. schmerzloses gahnzlehen.» ». Isümsnti. g?!.?.'!: Berlin v., ltosenldaierstr. 4 I, a. Tor. Iil88!888llf8s füi Gas u. Petroleum kaust man am besten und billigsten in der Fabrik von Siegel Co., Ppinzensts*» 33 500 Kronen--m 10-300 M. Aul Wunsch Teilzahlungen ohne PreiiarhShunfl.-WEISS/ 12' Jeder wahre seinen Vorteil! elbstbereilung VON CoyDUCs Rum,•imtiicheD LikSren, Punscbextrakten i«. Qrtginal-Rcfchei- fassen zen und 0xtracte sind reine Naturprodukte und enthalten die echte»»aHlrliche» Grund. ISJ'ÄÄS-SW Heber 260 Sorten stellung eine» jeden LilörS, wie: �.llesnob,» la Itenedlvtlirvr und vb»rtr«t»B«, Obvrrz? Itnnnd)', Boonekamp, Stonsdorfer, Getreide- kttmmel, NordhUaaer, Cnrafao, Cacao, Roaen, Vanille, Panachextrakte etc. OluS„Original Reichel-Essenzen" hergestellte Liköre find vollkommen echt und bestehen im Vergleich mit den feinsten Likören der Well jede Probe, stellen sich aber doppelt und dreisach, est sogar um das Zehnsache billiger. JSfctnand unterlasse einen Versuch zu machen und oSutm nicht länger, eich im eigenen Interesse selbst zu Oberzeugen. Viele Millionen machen sich bereits seit Jahren die ungeahnten Torteile an Katze! Kein Hisslingen! Jeder Versuch ein Melsletsttek Wertvolles Rezeptbuch„Bio Dostillatlon im Haushalt" kostenfrei. Otto Reicheli Berlin SO., ElsenbatinstraBe 4. Größte 8peziallabrik Deutschlands. Lasse sich niemand durch Nachahmungen täuschen. Die richtigen„Reiohel-cssenzen" sind nur echt mitMckrke„I,ichthers". kejcdöI-8stiiiIu8"?!S,°?LLrblr.l.SCl nur in Origlnalfullting mit anversehrtem VerscfaliiOstreilea. 1 Warenhaus Hermann Tietz LEIPZIGERSTRASSE ALEXANDERPLATZ Von Konto?, den 5. Roveraber bis Sonnobenil, den 10. Hovember Soweit der Oorrat rtiebt Damen- Confection Japon-ßlusen 29B 396 486 786 Japon-Blusen m. Sxlti-Vp»,,«, b«,«0 Schwarze Cheviots ca.90-ll0cm breit Mtr. 95 Pf. 12B I40 i Schwarze Tuche Sreir_1,0em 17B 225 27B Halbfertige Roben Mllll Rnho � tadia-Muil, reich reg.Pr. 12,75 Iii U 1 1- nu Uc m. Einsätz. garniert 8,50 eleg. Ausführung, reg.Pr. 17,50 '- 12,75 reg. Pr. 20,50 15,75 Japon-Robe aparte Fa�ons Schwarze Seidentüll-Robe reich garniert Crepe de chine- Robe sehr elegant ausgeführt Weisse Waschtüll-Robe"1V" reich mit Bändchen und Einsätzen garniert Halbfertige Japon- Bluse reiÄ'icw reg.Pr. 62,00 33,00 reg.Pr. I8,W 12,75 reg. Pr.«,7» 23,50 reg.Pr. 39, M 29,75 reg Pr. 72.00 48,50 reg. Pr. 10,50 23,75 reg. Pr. U�O 9,75' Ein grosser Posten Seidenstoffe Darunter: klein karierte Taffete, blaugrün. Hellgemusterte Louisines. Gaze a jour mit Satinstreifen. Taffet ä jour. Hell gestreifte faffete; Schwarz Damassö. Für Kleider und Blusen geeignet. Wert 2,50 bis 3,50 Mtr. 1 90 Ein grosser Posten Seidenstoffe Darunter: Hellfarb. Damasaes. Gestr. Taffete m. Satinstreifen. Hellgestreifte Louisines. Klein kar. Taffet-Chiffons. Hell- u. dunkelgrün dige Chin6s. Helle Schotten. P, Gesellschaftskleider u. Blusen geeignet. Wert 3,25 bis 4,25 16O Mtr. Damenwäsche durchweg 50 1 Damen hemden Achselschluss m. Spitze■ Beinkleider mit Stickerei-Volsnt Nachtjacken KSperbarchent mit Spitze durchweg "jj 80 Damenhemden Renforc�, m. imit. Handlanguette 2� Beinkleider, Koperbarchent mit Langnette l60 Nachtjacken Lonisianatuch mit Languette Farbige Barchent- Garnitur.Alaska« Rock I60 •JOO DamPnhpmHpn Stoffe, mit Spitze UalllcllllclllUcll und Bortenverzierung; mit Hoblna&t uud f.anguette; Lonisianatuch mit Lansruette; mit Spitzeneinsatz und lianddurchzug; mit Handstickerei; Beinkleid 1®5 I�ICCOnhoTNfTP ans Hemdentnch, l\iüOuf lUuZUgu mit Spitzeneinsatz u. Spruch Bettgarnituren ans vonfigUchem DamaatL Deckbett mit 2 KiBsenbecugen 676 Ein Posten Damen-Tag- u. Nachthemden, Nachtjacken, Beinkleider, die durch Dekoration und am Lager gelitten haben, erheblich unter Preis Herren- Artikel Kragen I'elnen4f»ch s n. s1/, cm hoch Vi Dutzend 1 1 1 Manschetten ÄVew v, Dutzend 290 Ein Posten Oberhemden farbig Percai 225 325 425 Oberhemden zephyr 475 Oberhemden weiss Piquö 3B0 450 Oberhemden weis« PiquA m. Manschetten 500 Ein Posten Oberhemden, besonders preiswert Percal u. Zephyr, durchweg 27B Farbige Garnituren 65 85pf. I10 Kragenschoner m. Dmckknopf 40 65 80 Pf. Kragenschoner- Tücher coui. 45 Pf. Ein Posten Herrenhüte Hsarfilz, tchwirz, stsifa Form 390 Herren hüte Wollfilz, schwirz, stiife forin 240 Schuhwaren Damen-Leder-Hausschuhe 285, Damen-Stiefel � 790 Damen-Stiefel Är-ÄÄSST1"- lO60: Htimon Qtiofol Ohevroaux, Box-Calf,»och mit 1175 Udlllün-OllGlc! Lackkappen, Goodyear-Welt II Herren-Leder-Hausschuhe 37B Herren-Stiefel 80ÄeÄfolC,llf> 1090 Horron Qtiofol Clevre»«, Box-CaOf„Goodyear- IGbV nenen-oueici Weit", enorme Auswahl In Formen 1� Damen-Meltcn-Schuhe SaÄäSÜJS 2 85 Schnallenstiefel � � mit Filz, Ledersohle u. Fleck> fc d 4 Ein Posten Kinder-Stiefel Box-caif, breite Pom 35/26 27/80 81/35 36/39 für Kuabes 450 gOO 550 ß26 025 726 975 Ein grosser Posten Damen- und Herren-Stiefel erstklassige Fabrikate Chevreaux-, Box- Calf, Lack 4 4 25 „Goodyear-Welt" durchweg» � Taschentücher 1 Q00 f Dtzd.� DoinloBtion E68»!"»«, kleinen Webe- Ktinieinen fehlem Wert bis 4,00 Prima Linontücher Reinleinen wert w. 5,00 Dtzd. 290 gesäumt, mit kleinen Webefabietn, feine Qualität Linontucher Bu��VtDtzd 90 Pf I80 Engl. Batisttücher«/»Dtzd. I10 135 185 Pelz-Colliers u.-Stolas Eigens Confection Schwarz Kanin 300 425 550 675 8 75 1100 Seal Kanin 325 425 625 800 1250 1475 Elektrik Kanin 1075 1450 1B75 2150 2 85ü Tibet weisa 107B 1400 1675 2250 307B Tibet schwer« 137B 1675 1975 2550 33'» Nutria II00 14°° 1675 267° Tischtücher Ein Posten Reinleinene Tischtücher, Servietten Sehr gediegene Qualität. Rasenbleiche. Unsauber, zum Teil mit Bletchflecken bis 33l/30/o im Preise ermässigt Ein Poston Stuben- und Küchenhandtücher 30 35 45 60 if. schwere Qualitäten, vom Stack Mir. mit Hohlsiium und bunter Kante "KermTortlicher � Redakteur" Hm» Weber, Berlin. Für diH �seratentetl llerantw.:TH. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: BorwärtV Ouckdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer 61tungisie>>e Sorlin Hanptbnrcau: Zimmer 84, Zlmt 4, IR3. Lngel-Utee 15. Zimmer 4—5, Slmt 4, 067S. Dienstag, de» U. UovkNbrr IM, abends 7 Vhr, im„FiijtNucben Gar'tcu", Zllcxanderstrafte 37c; MM" Versammlung"Mß aller in den Schwarzblech- und Zeugschmieden beschäftigten ülrbeiter. Taacs-Ordnung! 4. Vortrag des Kollegen Büchner über:„Krankentassen und deren Bedeutung-, 2. DiSkumon. 3. Aufstellung der Delegierten zur Zeug- fchmiede-Krankeukasse. 4. Wahl einer Agitations-Kommissivu. 159/12 In Anbetracht der wichtigen zur Stelle sein. Tagesordnung mub jeder Kollege pünktlich Piv Ortaver�vaitunx. r und vortvandten IZvrut>»svn«»«.vn PcutHchlauds. Herren- NEaßschneider der ßosenthaler Vorstadt u. des Zentrums. Slontug:, den 5. November, abends S'/2 Uhr, ===== bei Patt, Prugonerstr. 15:--■■—— T a g c S- Ordnung:»Loht» unserem Berufe. Zahlreiches Erscheinen erwartet und ZlrbeitSverhältniske in 164/16 Per Elnbcrufcr. Achtung! Knaben-Konfektion! Buglcr, Näherinne», Garniere rinnen und Verknöpferinnen! Montax, den 5. Xoven.ber 1UU0, abend» B1/, Uhr, In Habereebt» FcaiKiilon, Orolic Frunkfurterstr. SO: Oeffentliche Versammlung. TageS-Ordnung: Die glänzende Lage der Knaben- koiifektion und die mistliche Lage ihrer Arbeiter u. Slrbeiterinnc» l Referent: Kollege M ä h r. SV Kollegen, Kolleginnen, ob aus einer Werkstatt oder im Hause tätig, erwacht zum Vewusttsein Eurer Krajt nnd erscheint zahlreich in der Versammlung._ Per Einberufer. Tapezierer. Mittwoch, den 7. November, abendö SVa Uhr, bei M. Damm, Schützenstrasje 48/4?:... V ersisiaiBmhmg. T a g e S- O r d» un g:* 404/5 1. Vortrag des Gen. Karl Alb. Stripp über:.Gottfried August Bürger-(mit Rezitationen). S. Diskussion. 3, Wie stellen wir uns zu dem im Zrühjohr 1907 erfolgenden Ablauf der Tarisverträge? 4. Vereins- angelcgenheiten. Der wichtigen Tagesordnung halber erwartet bestimmtes und pünlt. licheS Erscheinen Der Vorstand der Freien Vereinigung der Tapezierer. Bureau und Arbeitsnachweis: Schützenstr. 48/19. Tel.: J, 8067. Gäste willkommen!---— Lackierer. Mittwoch, den 7. November, abends S1/,� Uhr, in Pritacls Fest- sälen, Neue Friedrichstr. 35: � Sektions-Versammlang= der Lackierer» TageS-Ordnung: 4. Vortrag des Genossen M. Schutte über:«Henrik Ibsen". 2. Diskussion. 8. Verschiedene». BW" Wir ersuchen, diesmal recht zahlreich und besonders Pünktlich zu erscheinen. Winuäi Kollegen! iitofisiit ——%uhlHtelle Berlin.—— Vurcau; Wabmannstr, 82 a, Hos Part, Telephon: Anit Vlla, Nr. 6920. I Montag, den 5. November, vorm. O'/a Uhr, bei Bocker, Wcberstr. 17: Oeffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: r. Streik der KaUschuhmacher s°w>° AnssptMing. 2- Verschiedenes._______________ 470/17 Zentratverhand � Sehmiede Zahlstelle Berlin. Bureau: Stralaucrstr. 48. Telephon: Amt 1, 7779. Mittwoch, den 7. November, abends 8'/, Uhr,'in den Musikersälen, Kaiser Wilhelmstraste 18m: Ordentliche General-Versammlnng. Tages-Ordnung:>83/1 4. Abrechnung vom 3. Quartal 1996 und Abrechnung des Vergnügungs- komitees. 2. Vortrag des Genossen Ttmou Kavenstein über:„iNabatt- «parverein oder KoiiMumgonoMenMehafto. 3. Anträge. 4. Verschiedenes. Kollegen I In Anbetracht des überaus wichtige» Themas ersachen wir für einen recht guten Besuch Sorge zu tragen. Der Besuch der letzten Versammlung.«, stand mit der Mitgliedcrzahl der Zahlstelle in einem sehr Verhältnis, und bitten wir deshalb, zu dieser Versammlung ganz Mittwoch, de» 21. November 1906(Bnßtag): \ Kunst-Hbendy? unter künstlerischer Leitung von Mäfiä HolijOfS in den KtUSlUer- Sälen" lgr.Saal), Kaiser Wilhclmstr. 18m. Mitwirkende: Herr Engen Briegcr, Gesang: Herr Kicli. Krnscli, Flügel; Frl. Slariu Holgers, Rezitation. Der Flügel Ist von der Firma 8cbieilma>se Södae. Vertreter: Ksul Koppen, Friedrichstr. 235. Nach Schlutz der Vorträge: �aiUKfänzehen. Tanz frei! ErOifnung 5 Ehr.'Wl Anfang 7 Ehr. =— Billetts 0 40 Pf.■ sind in obiger Versammlung und bei dem Komitee zu haben.— Wir bitten die Kollegen und Kolleginnen, sich recht rege zu beteiligen. 107/11_ Ple Scktlonsleitong. Eingctiagcnc Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Die Mitglieder werden hierdurch zu einer mißtrortikiltt. Gellmtlikrsliillmtlttig ans Sonntag, den 11. November 1966, nachm. 3 Nhr, in das Lokal des Herrn Schimke, Barutherstr. 51, eingeladen. » Tages-Ordnung: 1. Ersahwahl eines Kassierers. 207/13 2. Verschiedenes. Slnwäge hierzu müssen so zeitig eingereicht- werden, daß ihre Ver- ästentlichung mindestens 3-Tage vor dem Tage der Generalversammlung erjolgen kann. Z 0 s s e n, 2. November 1906. Der Aufsichtsrat. Frame Stangenherg, Vorsitzender. BREUER8 Festsäle —„Zur Hönigsbank",. Gr. Frankkurterslp. 117. X Jnh. Curt Breuer. X bm« Vlla, 8142 Den geehrten Gewerkschaften, Vereinen. Klubs empfehle ich meine Gesamt- räume zur Abhaltung von Bers»uin>lu»ge» und Jesttichkvitc» jeder Art zu den kulantesten Bediuguiigen. Um recht regen Zuspruch bittet s2470L's Gurt grsuee, Gastwirt. besonders zu agitiere» nnd für guten Besuch Sorge zu tragen. -" �'»MMWMM» I■ Zu dieser Bersammlun tzraul» Zutritt: Die Ortsverwaltung. haben auch Mtt Grast a. ät.; W. Siering, Q, a, �tralauerstrasto 48. 1„frachfsäte des Ostens". , Inhaber Oscar Erann, FranKfurttr Alias ISt lbS, Den geehrten Qawerkschafte«, Vereinen um) Klubs des 4. Wahlkreises sowie der betr. Vorort» empfehle meine neu er- kanten Eeut-Säle, 50—1500 Personen lusaend, mit allem ■Komfort der Neuzeit»ntapreohend otngorlohtobi nur Abhaltung von Versammlungan und Festlichkeiten jeder Art*11 den kouiantasten Bedingungen. 28274.» Um recht regen Zuspruch bittet QSCär CfaUZ, Gattwirt. Örts-Krankenkafse für den ile, ».SMf. Die ordentliche Ledera!-Versammlung findet gm diensteg, den 13. Sovemtzer, abends 8>/, Uhr, in Fraukes Fest. säten, Sevastianstr. 39, statt. Tages- Ordnung: 1. Antrag des ttassenvorstaiides aus Weiterbewilligung d. GehaltSzuschusseS an die Veamten. 2. Wahl der Revisoren zur Prüsung der Fahresrechnung für 1906. 3, Verschiedene Mittellungen. 4. Wahl von L547b a) 4 Vorstandsmitgliedern aus den Reihen der Arbeitnehmer btö Snde 1909, h< 2 Vorstandsmitgliedern aus den Reihen der Arbeitgeber bis Ende 4909. Der Borstand. B. Kürnberg, Vorsitzender. H. Phillpsohn, Schristsührer, Von B6 Mk. an f Herrenanzug od. Paletot n, 1 ' Mast, rnw. Stoff.»eust.Must' ! 2Anpr.,seinst.Zut.,s.allt.S!h! goldene Medaille, l.uti«.lliigei, Prenzlauer- slraste 23 II (Alexanderplatz). «7- Knisige. Ma«U baeadater Saison grosser [10701* Räunmngs- Ausverkant alt einer FreleberabBetznaw bis an 331,0|o Teppiche' Gardinen'■ Hl. � Portieren T'"k 91 •owla Steppdecken, Tisch- a. Diwsn- tfecken, Läufer- und Mjjtzelttolfe etc. Teppich- 1 Adler 1 1 Königstrasse 20-21,| Laaaaa a d. JUdenetr. mmmmmß Herren-, Dame»- und NM" Kinder-Stiesel fiflnPIt RlMlh Ober- Schöneweide. Ueunj DITIU, Wilhelmmenhosstr. 14». Werktäglich von 8—1 Uhr, 2—9 Uhr, auch Sonntags, zu spottbill. Preisen. MMN d rekl aus der Fabrik. ------ Hein Laden.----- Nach beendeter Engroe-Saieon i enorm billig Jacketts Paletots Havelocks Capes Kostüme Kostüm- Röcke Mädchen- Paletots Pelz-Stolas Robert Oaumgarten Hausvogtei- Platz II, 2. Etage (an der JeruealemerstpaDe). Bei Vorzeigung d. Imorates an dop KaH»o worden 5 Pi-oz. ICabuit vergütet, AacbMonntagN gehlfoet. Orts- Krankenkasse der Kilttirnangkstelllw zu Berlin. Die Wahlen der Delegierte» für die Jahre 1907/1908 und die an Stelle der ausgeschiedenen Delegierten vorzunehmenden Er'gänzungswahlen für das Jahr 1906 finden an den nachstehend bezeichneten Tagen und Orten statt: a) für Arbeitnehmer im Restaurant Pachuro[Klub Haus), LandSbergerstr. 39, am DienStag, den 13. November er., abends. ES find zu wählen: Von 7 bis 7'/, Uhr durch die Kassennutglieder aus der Abteilung der Berussgenossenjchasten: in der Hauplwahl 27 Vertreter .. Ergänzungswahl X. Von 7'/j bis 8 Uhr durch die Kassenmltglieder aus der Abteilung der Versicherungsanstalten: in der Haüptwahl 142 Vertreter .. Ergänzungswahl 62. Von 8 bis 8'/, Uhr durch die Kasscumitalieder aus der Abteilung der Krankenkassen: in der tzaupiwahl 26 Vertreter. Von 8'/. bis 9 Uhr durch die Kassenmitglieder anS der Abteilung der Anwälte, Notare und Gerichts- Vollzieher: in der Hauptwahl 444 Vertreter ,, ErganzungSivahl 49 0 b) für Arbeitgeber im Kassenlokal Straiauerstr. 56, vorn 1 Tr., am Mittwoch, den!4. Novem- ber er,, abends von 8 bis 8'/, llhr. Es sind zu wählen: in der Haupttvahl 156 Vertreter. Wahlberechtigt und wählbar sind Kassenmltglieder vezw. Arbestgeber, welche großjährig und!m Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte sind. Berlin, den 1, November 1906. Per Vorstand. 277/9 G. Bauer, Vorsitzender. Orts-Krankenkasse der Zigarren-».Zigaretten- macher, Zigarren- Sortierer und deren gewerbl. Hülfsarbeiter zu Berti«. Arbeitgeber-Bersammlung. Montag, 12. November, abends 6 Uhr, findet Rosenthalerstr. 14/42 im Nestau« rant Hempel Wahl von Delegierte» zur Generalversammlung statt. TageS-Ordnung: Wahl von 71 Delegierten zur Generalversammlung. 2546b An demselben Abend 8 Uhr findet in demselben Lokal Wahl von 17tt Delegierten der Arbeitnehmer zur Generalversammlung statt.. Nur Mitglieder, welche§ 48 Absatz des Statuts genügen, haben Zutritt. Quittungsbuch legitimiert.—— An diesem Abend findet ketne Kassen- stunde statt. Der vorstand. Orts-Krankenkasse für d. Töpsergewerbe zu Berlin. Dienstag, den 13. November 1906. abends 7 Uhr. im GewerkschastShauS, zu Berlin. . d«> Hr. i Engel-User 15, groster Saal: Mitglieder>Bersamml«»g. Tagesordnung: Ergänzungswahl von 44 Vertretern der Kassenniitglieder.(Eintritt nur gegen Vorzeigung des abgestempelten jkassenbucheS oder BescheMigung des Arbeitgebers.) Freitag, den 16. November 1906, abends 7>/, Uhr, im Königstadt-Kafmo, Holzmarktstr. 72: General-Bersammlung. Arbeitgeber: Tagesordnung: Neuwahl voll 2 Vorstandsmitgliedern. Arbeitnehmer- Tagesordnung: Neu- und Er- gänzungtwahl von 7 Vorstands- Mitgliedern. SM" Abends S Nhr: Ordentl. General-Bersammlung der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Delegierte». Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Wahl des Prüfungsausschusses. 3. Erledigung der an den Vorstand gelangten An- träge. 4. Wahl des Kassensührers. 5. Verschiedenes. (Eintritt nur gegen Vorzeiguug der Delegierlenlarten.) 277/10 Der Borstand. Achtung, Rixdorf. Zkntral-Kraukkll- u. Sterbe- Kasse der Ziinmerer (Oertliche Verwaltung Rixdors). Dienstag, de» 6. November 1906, abends 8 Uhr, bei Geliert, Steirnnetzstraste 118: Bersammlun g. TageS-Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Onarlal. Wahl deS gesamten Vorstandes. Bericht von der Generalverfamm- Inng. 4. Kassenangelegenheit und Verschiedenes. 259/20 MilglledSbuch legitimiert. Per Vorstand. J. Baer Bailstr.26,p Eok8 Lniiiu.ist�rini.-aiiee OWMW� Herren- und Knaben- �"äen. Berufskleidung. Eießanto Paietols und 1 Tr>' aof Joppen. Großes Lsgor "nl' aus'ändischer & Stoffe zur Anferliguno auch MaO** Allarbltllgile, atrtng ftite Prallt. Achtung! Achtung! Hrbcltcr, Parteigenossen! Berliner 0. m. d. H. (Gegr. von organisierten Schneidergehülfen Berlins) Brunnenstr. 185, im Baden, Wischen Losenthaler Tor und Juvalidenkraße, empfiehlt sich den werten Arbeitern und Parteigenossen zur Anfertigung von feinerer Iherren-Laräerobe. Wkz Lager fertiger Herren- und Jtoaben-Ünzüge, Winter-?aletots, 3oppen und Arbeiter-Berufskleidung. in Verkaut nur gegen bar! m Streng feste Preise!— Die Herstellung unserer Fabrikate erfolgt-in eigenen Werkstätten unter den von der Organisation festgesetzten Lohnbedingungen. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet Achtungsvoll „Hoffnung «f* 207/1« Berliner Schneiderei- Genolsenschnft Uef'erant»los Berliner Konsum- Verclnn und der Konsnm-Geuosscnschaft Berlins nnd Umgegend. Auf Teilzahlung! Große Auswahl !!! Wöchentlich nur 1 Mk. in Herren- und Damen-Uhren, sii, iicÄ,..u.i-urc, Broschen, Ringe, Ketten, Blöcke, Zithern, Phonographen. Plattensprech- Maschinen, Spieldosen, Harmonikas, Mandolinen, Geigen etc. N Verkänf von' Platten, Noten, Edison-Walzen. IsiknA Pb VSsmSm Warschauerstr. 72 nnd AMBlPB SO. SuUifTiBQj Reinichendorferstr. 101(nahe - Bahnhof Wedding).' Achten Sie bitte genau auf unsere Firma. Gicht, Gliederreißen, Nervenschmerzen, Hüftweh, Geschwulst:c. verschwinden durch Beichei's....., Echtes Kieiernadelaether-Waldwöllocl) ein reines unschädliches Naturbrodult.(ilectrieum wirtt wunderbar, gleichsam elektrisierend aus den Körper und nicht wie spiriluvse Einreibungen nur momentan, sondern ist von kräftig durchgi eisender und nachhaltiger, sofort schmerzstillender Wirkung. Man nehme nur„Eiectricunl-. Es gibt nichts ähnlich Wirksames! Echt nur in Flaschen a M. 1__ u. ä.— mit Marke„Mrdlco", erhältlich in den meisten Drogerie» u. bei Ott« Kelchel, Berlin SO. 43, Eisendahnstraße 4. ca. 999 faletots getragen und neu liRka 5a— j 6b—, 8b— etc. Getragene Jackett• Anzüge Getragene Rock■ Anzüge Getragene Gebrock■ Anzüge Getragene Hosen von feinsten Herrschaften, Kavalieren, Reisenden nur kurze Zeit getragen, für jede Figur passend. «Ja 2IH(1 9 Hauptgeschäft; 80a Chaussee-Straße 80a 2. Geschäft: Prlnzcn-hitraßo 17 3. Geschäft: Gr, Frankfurterstr. IIS Bitte genau aui Firma zu achten (trojltes Spielwarengeschäft der Welt! Berntiard Keiiich Gr. Hamburgerstr. 21, 22. 23, Ecke Oranienbnrgerstr,, dicht am Monbijouplatz, Hadescher Marli, Bahnh. Börse, Zirk. Busch, 19 Schaufenster bietet tatsächlich eine Auswahl von Spielivaren, wie sie grösier m der ganzen Well nicht anzutreffen ist. Spezial-Abteilung für Gesellschaftsspiele« Beschäftigungsmaterial. Zur Erregung gröfeter �etterfelt viele Neuheiten in: Bcberz-, Ball-, Vereins-, Bockbier-Artikeln. Wegen Ausgabe des Artikels und um Platz für die Saison zu schaffen, verkaufe einen kleinen Rest Musikwerke Hochfeine, massiv eichene Schatulle, Größe S7VS0X30 cm.,|af7t Cfl U Notenscheibe 42 cm., bisheriger Preis IftG M., Jv'tl dü | Eine Mark o- wöchentlich liefer««eibutiplelend« U Musikwerke, = Sprecbmaaetalnen and echts S MenaenhBDer» Zltbern« S Sohäaet« FemüieD Unterhaltung, J. Kurzbergi, S? An der Jannowltzbpßcke 1, L, CO direkt t»m Baiiribof. 29 GardinenhauS Bernhard Schwartz Wallstr. 23 Flur-Eing. Krawatten, Handschuhe, Wäsche, »>»» Regenschirme, Spazierstöcke.-»-» Schumsepasatusen unll Be!lige. 10 ODO Mark Strafe verpslichten wir uns an die Armen Berlins zu zahlen, wen» dieses Angebot nicht streng reell ist. Arbeiter! Handwerker! Wollt Ihr Euch billig und gut kleiden, kaust uns die von der Kundschast nicht abgenommenen IlaUanaUge und MalipalototH ab. welche wir zum Selbstkosten» preis und darunter abgeben, damit unsere guten Sachen nicht de» Ramschern zum Opfer sallen. Infolge unsere? ausgedehnten Versand- geschästes hat sich wieder ein größerer Posten angesammelt, von modenisten Stoffen, und Schnitten, so daff jeder Geschmack besriedigt wird. Wer bald kommt, hat die größte Auswahl, auch werden die ausgesiichten Sachen silr später reseroiert. Ferner kommen hoch diverse Sachen aus Resten au- gesertigt sowie andere Waren spottbillig mit zum Veriaus. J Modehaus Gentiereian Inhaber Gebr. Heinemann. Berlin, Mittclatraßc 46 und Unter den Linden 65/56, - 1 Treppe(kein Laden). 2Güli]* 8-12 und 2-7 Uhr. Geöffnet: S�tllßK 9—10 lUlh 12—2 M SMT' Wir bitten Inserat auszuheben und bei Bedarf nachzusragen.—- Kein Käufzwang, wer nichts findet, kann iliibehindert weitergehen. Lcdens- Versicbcrung. VICTORIA zu BERLIN. Lebens-Versicherungebestand; Ober 1 Milliarde u. 285 Mill. Hk. Gesamt- Vermögen: 544 Millionen Mk. Prämien- und Zinson-Kinnohmo in lOOo: J 13 709 098 Mk. Pro 1905 erholten die Versicherten 22 870 702 Mark Ueberschuß als Dividende.. 1101L* ~ Volks- Versicheruni; VICTORIA. FEUER- VERSICHERÜjraS- ACTIBN-GESELLSCHAPT. Ganz neue liberalste Bedingungen, u i. "T'euer-Verslchening." Kin&erwagen-Uazar ,Jaby" S. Kaliski. ».00, 8.75-60.00. Po'ster- Bettstellen fcjyO, 6.50— 20.00. 1. Invalid cnstr 160 a.Vrunnenik. i. Brunnenstr. 92, a,3fuasnetftt. B. CUauseeentr. 75. m Scbbfng.' 4. Franktnrteratr. IIB, an OinttraBiit, 6. Oranlenstr.'Sl, a. Nhcwrrllir. 6. Belle• AiUancesCr. 107, Hallefches Tvr. T. Kleist ssi1,-ZI, a. Wilienbergpl. 7-S0' IZ-Oo— 150.00. 8. Beusselstr; 18, an Xutmflr. r-„_x-„ 9, Spandan, euMlftT. 20. NklIlgL 0011011 Aul Wumch ortaecra Retenzah'nnp iB nut �lilät oheo Preiserhöhung" Jellzahluor r�etsttet, bei gröee. etano:[UOS» Reton Casseprclee.»7.50. 48.00—75.00. [''iiialo Chausseestraße 54 ist aufgelöst. Anzüge fatetots und Mark, Unter Garantie des tadellosen Sitzes beipeinlichstgewissen- hafter Anprobe liefere ich von prima modernen Sit« 6 reuten Anzüge u. Paletots naob blaß nur zu obigen Preisen. Keinen Zwang zur Abnahme bei nicht passendem Sitzen. 2715s* i SonncnMclieinN Herren- 31 oden nach Mali. Nur Llnden-StraBe Nr. SS. I, neben der Markthalle. MM- Filiale Cbuusseestraße 34 ist aufgelöst.-MU elzwaren, fterren- u. Jtoaliea-3üte. Hützen. Grobes Lager, nur neueste Fagons. Einzelverkauf zu Engrospreisen. Kollier*, Stola* in all. Pelzarten. Steife u. weiche Hüte in Haar u. Wolle. Zylindern, chapeau claques. Mützen für Radfahrer, Yaohtklub, Jockoy, Sport etc. Vereins- u. Damen-, Mädchenmützen. Udert Friedlämier, Sr Gegründet 1894. Jede Dame spart Geld! Engros-Saison, Ausverkauf„Einzeln' Sin Posten Melle, Nach beendeter Saccos, Boleros u. Paletots in all. Längen, durchweg gefüttert. Eskimo. Covercoat. Pelz-Imitationen: Astrachan. Karakul. Breitschwanz Mark Wert bis 60 Mark I bis 35 Seidenplüscb-Paletots, Tuchmäntel in allen Längen und neuesten Farben. unter Berstelliiaßspreis. i Backfisch- und Kinder- Saccos Sp e z i ali t ä t: Extraweltcn für starke Damen. Paletofs, Jacketts und Capes. bis 10 Mark.| Kein Laden Ahfind-Paletots, Giimi-liiitel. Goll-Capes 4 biS 25 Mark Kaxjltosczgtz, Undsbergerstr.SO, Achten Sie in Ihrem eigenen Interesse aui die Hausnummer. Bitte genau anT Huu*»»ini»inor 72«u«eilten. Central-Leihhaus,£ iägerstr. 7 2, 2641L*■mbhhmmmih R•«■■BM b anaacZK A iBfi machaal«' ata af«MBCkMan I Imli�sflB BHH�maHMamBV Ecke Kanonierstraße. Täglicher Verkauf von eleganten, modernen Hernsi- tmd Joppen, Gummi-Mäntel. HerAruc* die korpulentesten Herren puNscnd RnlnnQnhoifckällfo in großer Auswahl vorhanden. ÜBltjyBIlllBIlbUdUIB Räumungs-Ausverkauf wegen Umbau. modernen Herbst- � Winter-Paletots und-Anzügen von Mk. 10, 12, 15, 20, 25-36 Prima. Knaben- und Jfingllngs-Anztige, Kamm garn-AnzUgc, Hochzeit*- Anzüge. Tausende eleganter Herren-Garderoben sind jetzt zur Winter-Saison zum Verkauf gestellt, SScheL�eibÄ für Herren-Geh-Pelze und Reise-Pelze. E,p0sstcncr Teppiche buii�pÄn. Poliz. konz. Leiiihaus. ££££* Ecke Neue Frtedriohstrasse, 33 Konfgstrasse 33, Eöke Neue Friedrichstrasse Sensation erregt der Sonderverkauf an allen Abteilungen. Zum Verkauf gelangen nur streng moderne Waren gediegenster Beschaffenheit. Damen-Konfektion! Winter-Jacketts,. 6.9s 7.9« PaletOtS, in Prima Eskimo, ganz gefüttert, anliegend 14.75 Bolero- Jacketts, gel., in Won-Astrachan 6.95 14.50 Pfanon fanoc sehr schön garniert, in schwarzen||.„ rrauen-vapes, VelinÄstoÄen, 120 cm lang... i'»so echtMufilon, eohtThibot Abend-Capes,»SS™"..»--- II--- Kostümröcke, S mmwÄÄs"«..«.>7» SpOrtrÖCke, aus englischen Stoffen, mit Polten 2.95 Kinder»Konfektion! pi: Blaugrün karierter Blusenkleidcden,-Nlt 3 Volants, Eeäergürtei und Damen-Konfektion! Unterröcke, Unterröcke, Unterröcke, Unterröcke, Unterröcke, Rliictan Wolle, ganz a./Futtor, in mod. Streifen, 7.. UlllaCll, Säumchen............ 6.95 RlllSPfl Lasting, reine Wolle, ganz gefüttert, in C 0, UlUSCU, verschiedenen Farben, schön gearbeitet.. aus Halbtuch, in verschied. Farben, mit 4 X breiter Tressengamierung. schwarz Zanella, m. warmem Futter und Borde besetzt........ farbig Moiree, mit Volant, gute Qualität, warm gefüttert..... roinwoll. Velour, mit gebr. Volant und 4 X Tresse besetzt...... Melton, la Qualität, mit Besatz, QC p. in verschiedenen Farben in mod. Streifen, mit Säumchen............ 2.95 1.95 3.95 2.95 Damen-Konfektion! Blusen, Blusen, Blusen, Blusen, Blusen, Samt, karierte und genunkte Dessins, C.. a./Futter.............. 0.75 5.95 9.50 2.95 1.95 weiß Batist de laine, mit schönem Besatz, für Ball und Gesellschaft....... reinsoid. Louisine, mit Futter, in vielen Farben, in moderner Ausführung.... reinseid. Japon. reich mit Entredeus bes., in schönen Lichtfarben........ Velour, aussehend wie reine Wolle, in den neuesten Schottenmustem Rlifcpn Barchend, in verschiedenen Mustern, mit Nff p, UlUSwll, Säumchen und Knöpfen garniert...'*7 Oberhemden, Sf T«a�u Si. Größe 50 roter Krawatte, 80 85 3.95 4.45 4.95 5.45 5.95 6.45 6.95 7.45 Posten: Prima Velourbarchend-Kleidchen, �oier�m d"n Größ���� von 50—60 cm in stück elegante reinwollene Mäntelchen, g&Ä�G&n� ow 50— 60 cm........................... crSrae, mit großem Kragen, warm 75 Pelzwaren! Thlbet-Stolas, echt, schwarz, mit 4 Schweifen, 220 cm lang.•• 1• 10.75 14.50 Tilibet-StolaS, echt, weiß.............. 140 cm 6.75, 220 cm 12.50 StolaS, rase Kanin, breites Fasson, 160 cm.. 6.25, Kollier mit Schweifen.. 95 Pf. St0laS, Seal imitiert, mit 4 Schweifen,......... 180 cm 10-95, 225 cm 14.95 St0laS, echt Sealbisam....... 16.50, Kerzmurmel....... 4.95 8.95 Ein Posten . Eiderflanell-Morgenröcke, in aiien Größen........ 6.75 Ein großer Posten: Ratinö- u. Velourbarchend-Matinös, vorraT! I.95 3.95 Herren- und Knaben-Garderoben! larlraii Kmitta vorzügliche, moderngemusterte Cheviot- 77». jatKeil-AU/Uge, untj Kammgarnstoffe. Wert bis 40,—. 66.75 Winfpi-nalpfn�o Ersatz für Maßarbeit, in prima Eskimo und gemustert- Ch!viot: 19.so, 22.so, 27.- usw. Qr-JinlariTiin-a aus la. dunkelblauem Cheviot, hochgeschlossen? �k'lllilClIIZril� W rinrl M«.f.rrvH Anfnrm für 9.TahrA..... v»05 Ein Poston: Ein Posten: Ein Posten; Ein Posten: Ein Posten: Herren Herreii- stoffon Knaben Knaben Knaben aus la. dunkelblauem Cheviot, hochgeschlossen und Matrosenform, für 3—9 Jahre..... PviaLrc aus 7a. dunkelblauem Cheviot, warm- �ür 3 5 6— J Jahre "r J jwlva gefüttert, mit Abzeichen..... 4.95 5.95 IrtnnAn aus haltbaren Lodonstoffen in verschiedenen Farben, 7». üUppCU warm gefüttert, für 5—9 Jahre.......... i"vt> Kleider- und Seidenstoffe! Englische Kleiderstoffe, doppeltbreit, Wert bis 1.30.... Meter 75 Pf. Blusenstoffe in entzückenden Streifen, Wert bis 1.50....... Meter 75 Pt Reinwollene Kostümstoffe. �TbifÄ U0.om.br.oi!'.. Meter 95 pt Elegante Kostümstoffe, l.50. l.75 Englische Blusenflanelle. Metor 95 pf l.25 Hauskleider- und Morgenrockstoffe, wert bis 1.25, Meter... 50 — doppeltbreit= Pf. Ein großer Hochelegante Blusensamte, �z? Meter' Posten: Letzte Neuheiten in Moire-gauffrA 95 Pf. I.45 Damen-Wäsche! Damenhemden, Damenhemden, 1.25 1.60 aus gutem Hemdentuch, mit Spitze.......... aus bestem Homdentuch, mit Languette und Hohlsaum.. Damenfassonhemilen,"„'5"sJS>.»- Damenjacken, S KS Äo'lS 95»> Spitze Damcnbeinkleider, SÄr»cs°tli" 95 n las Handsciiuiie � Strumpfwaren! Frauenstrümpfe, wone plattiert..... 38 Pf. Erauenstrümpfe, reine Welle 75 Pf. la Qual. 95 Pf Damen-Ringelstrümpfe, reine weiis., 98 h. Handschuhe, i�stKen, l>5 1.3s l.es 2.95 Glacehandschuhe für Damen...... I.js les Woll waren! Damen-Velourbarctiend-UntQrröcke �Äautät, 1 Herren-Normalhemden..... 95 pf I.35 Damen-Westen.......... 95 pf I.25 Leinen- � Baumwollwaren! Drell-Handtücher, weiß '/a Dtz. 1.75 Gerstenkorn-Handtücher, 1 75 Jacquard-Tischtücher, geläuS'�S l.95 Schuhwaren! Damen-Stiefel, S�rnnÄürfnsson... 4.95 Damen-Stiefel,.. 6.95 Damen-Salonschuhe, weiß viacä..... 1.« Herren-Stiefel, Sc�r-und Zug- 7<9S Filz-Ohrenschuhe, 95 h, Damenputz! TnnilP au3 echtem Panne-Samt, m. französischer 7 1 Tuchi>latto u. Fantasie, in 20 verschied. Farben■»75 PlUmeshÜte, la Qualität, in ollen Farben 2.95 Damen Reformschürzen mit voiant, in verschiedenen Ausführungen....... XV Pf. j Damen-Wirtschaftsschürzen mit Volant, aus bestem Hausmacherstoff 95 Damast- u. Dimiti-Bezüge, uTaiÄ 6 SO �■ Qualitäten, Garnitur: 1 Deckbett u. 2 Kissen,"• r ea. 1Q000 MMS Mrren Arawatten 1 Plastrons, Regattes, Selbstbinder, Schleifen u. sämtl. Fassons für Stehumlegekragen Durchschnittspreis 3 Stück 1.25, Stück*151 Pf- 45 — J verantwortlicher Redakteur: Hans Weder» Berlin. Für da» Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Tnick u/Verlaa: Vorwarf» lvuchdruckerei u. BerlagSanstalt Paul Singer& To.» Berlin Nr. 258, 23. Jahrgang. 4. Knltze i>ks Amörls" Sonntag, 4. Uovtnlbkr lWK. Sericdts- Leitung. KonzessionSstrcit. Die Stätte des ehemaligen Ouargschen Vaudeville-Theaters Kildete den Mittelpunkt einer Singspielkonzessionssache, die den Stadtausschnsi von Berlin in seiner letzten Sitzung unter Vorsitz des Bürgermeisters Reiche beschäftigte. Ein Herr Alex Braune Mar um die Erlaubnis zur Veraiistaltung von Gesangs- und deklamatoriichen Vorträgen, Schanstelluiig von Personen, Sing- spielen und theatralischen Vorstellungen in dem Lokale Alcrander- strasie 3O/40 eingekommen. Die Polizeibehörde hatte die Bedürfnis- frage verneint. In der mündlichen Verhandlung vor dem Sladiaiisschiisz führte der Vertreter des Klägers aus: Es handele sich hier nicht dannn, eine vollständig neue Singipielstätte zu schaffen, sondern es solle gewissermaßen an althistorischer Stelle wiederum eine solche Kon- Zession erteilt werden. Denn hier habe jahrzehntelang das bekannte Onargsche Spezialitätcn-Theater, eines der ältesten Berliner Theater dieser Art, sich befunden, später das Wolzogensche Ueberbrettl und schließlich dasjenige des Herrn Pansenball. Alle diese Vorgänger hätten bereits die Singspielkonzession besessen. Das Lokal liege auch in einem Brennpunkte des Berliner Verkehrs und das darin ge- plante Unternehmen weiche in seinem Charakter doch wesentlich von den in der Umgebung des Alexanderplatzes belegenen Sing- spielhallen ab. Denn diese leiztcreil seien entweder größere Tanz- und Konzertlokale, deren Besitzer die ihnen verliehene Singspiel- konzession gar nicht ausübten, oder aber Lokale, welche kaum 100 Personen fassen und sich ihrer inneren und äußeren Einrichtung nach mit dem vom Kläger geplanten Unternehmen gar nicht messen können. Mit der Verlegung des Gebr. Herrnfcldt-Theaters sei außerdem auch das einzige größere Variätö-Theater, welches zuletzt noch in der Gegend des Alexanderplatzes vorbanden war, von dort verschwunden.— Der Stadtausschuß schloß sich diesen Darlegungen an und crkanute auf E r t e i l u n g der Konzession. Ein Rcvolvcrattcntlit auf die Schwiegermutter lag einer Anklage wegen Körperverletzung mittels gefährlichen Werk- zeuges zugrunde, die gestern den 43jährigen Schneider Franz B n s o>v s k y vor die zweite Strafkammer des Landgerichts l führte. Gegen den nur geringfügig vorbestrastcn Angeklagten, der sich seit dem 3. August d. I. in lintersucbungshaft befindet, schwebte wegen der jetzt zur Anklage stehenden Tat ein Vorverfahren wegen v e r- suchten Mordes, welches erst später in Körperverletzung um- gewandekt wurde.— Im Jahre 1804 heiratete der Angeklagte die einzige Toibler des Gastwirts Ebel, der in der Madaislraße eine Gastwirtschaft betreibt. Die Ehe, welckier fünf Kinder entsprossen, gestaltete sich zu einer sehr glücklichen. Der Angeklagte selbst erwies sich als ein sehr fleißiger und strebsamer Mann, der für feine Familie in der ausreichendsten Weise sorgte. Im Jahre 1903 trat plötzlich in dem Wesen des B. eine große Veränderung ein. Er vernachlässigte Frau und Kinder auf das schlimmste und entwickelte auch in seiner Berufstätigkeit nicht mehr denselben Fleiß wie früher. Den Grund dieses plötzlichen Wandels bildete ein Liebesverhältnis, welches sich ziemlich offen vor den Augen der Ehefrau Busowskh abspielte. Für diese waren die so plötzlich eingetretenen Verhältnisse mit der Feit unerträglich geworden, so daß sie schließlich beschloß, ihren treulosen Ehemann zu verlassen. Eines Tages war Frau B. unter Mitnahme ihrer fünf Kinder und einiger Möbelstücke ver- schwunden. Sie war zu ihren Eltern gezogen, wo sie einstweilen eine Zufluchtsstätte fand. Nach kurzer Zeit schon sah der Angeklagte ein, was er angerichtet hatte, ihn packle die Sehnsucht nach seiner Ehefrau, die ihm nun nachdem er sie verloren hatte, doppelt teuer erschien. Er ermittelte den neuen Aufenthaltsort seiner Frau und begann nun vor dem Lokal förmliche Fensterpromenaden zu machen, nur um„sie" wieder- zusehen. In das Lokal der Schwiegereltern wagte sich der An- geklagte nicht, da ihm unter Androhung strafrechtlicher Verfolgung das Betreten verboten war. Am 6. August d. I. nachmittags ging der' Angeklagte längere Zeit erregt vor dem Lokal auf und ab. Schließlich sonnte er sich nicht länger beherrschen, er trat in das Lokal der Schwiegereltern ein und fragte ungestüm nach seiner Frau- Die allein anwesende Frau Ebel erklärte in etwas höhnischen Tone, das gehe sie nichts an, er solle machen, daß er heraus- komme und lieber zu seiner Geliebten gehen. Kaum hatte Frau E. diese Worte gesprochen, als der Angeklagte einen Revolver Heransriß und auf seilte Schwieger mutier einen Schuß abfeuerte. Hülfeschreiend wollte Frau E. nach der Küche flüchten, der Angeschuldigte feuerte jedoch die sämtlichen Patronen, die fogcnanntcn„Vogeldimst" enthielten, auf sie ab, so daß sie vor Schreck ohnmächtig wurde. Die kleinen Schrotkugeln prallten zumeist ab, nur wenige drangen in die Haut ein und konnten mühelos entfernt werden.— Vor Gericht er- klärte der Angeklagte, er wäre dadurch, daß ihn seine Frau verlassen habe, in eine Gemütsverfassung geraten, in der er bald nicht niehr gewußt habe, was er tue. Durch die höhnischen Redensarten der Schwiegermutter sei er derartig i» Wut geraten, daß er blindlings darauftos geschossen habe.— Der Gerichtshof erkannte auf e i n Jahr sechs Monate Gefängnis. Harte Auslegung von VerficherungSbedingnngen. Der Ehemann der Klägerin war in der Lebensversicherung Akt.-Ges.„N o r d st e r n" in Berlin versichert. Am 23. Februar !903 verstarb er infolge eines Unfalles: es war ihm eine Kiste beim Abladen aus den Unterleib gefallen und hatte ihn derartig verletzt. Die Untersuchung ergab, daß ein Biudegewebestrang, der nach dem ärztlichen Gutachten höchstwahrscheinlich die Folge eims Untcr- leibsbruches war. die Veranlassung zum Tode gegeben hat. Ter � 4 der Versicherungsbedingungcn schließt nun die Ent- fchädigung bei Unfällen aus, die durch Abnormitäten, Unterleibsbrüche und deren Folgen usw. entstehen. Auf die Klage der Witwe des Verstorbenen wandte die Gesellschaft deshalb ein, daß eine Abnormität vorgelegen habe, die auch eine Folge des Unter- leivsbruches gewesen sei und somit die Versicherung hinfällig wäre. Das Landgericht Berlin verurteilte die Gesell- schaft zur Zahlung, da die Abnormität die Versicherung nur dann ausfchlietze, wenn sie vorher bekannt war, was hier jedoch nicht der Fall gewesen sei. Das Kammergericht zu Berlin erkannte auf die Berufung der Beklagten jedoch auf Abweisung der Klage. Es führte u. a. aus, daß die Abnormität als Folge des Unterleibsbruchcs anzunehmen sei, und somit der Ausschluß der Haftung begründet wäre gemäß den Versichcrungsbedingungen. Der Einwand der Klägerin, daß die Beklagte gegen Treu und Glauben verstoße, weil sie seiner Zeit, bei Eintritt deS Unterleibs- bruches auf das Verlangen des Verstorbeucn, die Versicherung auf- znlöseu, nicht eingegangen sei, wurde zurückgewiesen mit der Moti- vierung, daß für die Beklagte der Unterlcibsbruch kein Interesse hatte, da nach dem Vertrage jede Haftung infolge einer Schädigung durch denselben für sie ausgeschlossen war. Die gegen das kammcr- gerichilichc Urteil eingelegte Revision wurde vom dritten Zivil- senat des Reichsgerichts zurückgewiesen. Es mahnt dieser Prozeß, dessen Entscheidung schwerlich den Grundsätzen von Treu und Glauben entspricht, auf's neue, gegen den Abschluß von Versicherungsverträgen mit Gesellschaf« ten, die allerlei Bedingungen aufstellen. Gröbliche Beleidigung Mitnngestclltcr berechtigt zur sofortigen Entlassung. Eine ganze Sammlung von iiberniis gemeinen Schimpfworten und Redensarten hatte der 25 jährige Expedient Anton I,, der in der Expedition des hiesigen Ieitniigsverlages Deutscher Verlag in Stellung war, gegenüber den jüngeren, speziell weiblichen Angeskelltcn gebraucht und war, nachdem die Vorkommiiisse zur Kenntnis der Geschäftsleitung gekommen waren, von dieser sofort entlassen worden. I. war unverfroren genug, gar noch vor der dritten Kamiiicr des K a n f in a n n s g e r i ch t s gegen den Verlag Aiispruch auf Rcstgchalt bis zum Ablauf der Kündigung zu erheben. Die Vernehmung der jugendlichen Angestellte» ergab, daß der Kläger den jungen Mädchen die ordinärsten Worte an den Kopf gcivorfen hatte. Die im Alter von lö—17 Jahren flehenden Mädchen hatten sich zum Termin die Worte auf ein Stück Papier mistieschneben. Eins nach dem andern über- reichte ini Termin den Vorsitzenden, Magistratsassesior Dr. Neumann feinen Zettel und erklärte, daß es sich schäme, solche Worte in den Mund zu nehme». Die Zettel enthieltcn geradezu haarsträubende Gemein- Helten. Einer Zeugin hatte der Kläger erklärt, sie sei„was. für Sternberg", einer anderen hatte er das Tintenfaß aufs Kleid geworfen und einen Laufburschen hatte er geohrfeigt.— Der Vorsitzende riet dem Kläger, nach dem Ergebnisse der Beweisaufnahme die Klage zurück- zunehmen. Da dieser eine Znrückiiahme ablehnte, so wies ihn das Kaufinannsgericht nrit seiner Klage ab. Die gröblichen Ehrvcrletzungen gegenüber den weiblichen Angestellten berechtigten die beklagte Firma zur sofortigen Entlassnng. Der Chef habe die Pfl i ch t, die weiblichen Angestellten gegen Ueber- griffe der männlichen Kollege n oder Vorgesetzten ganz besonders nachdrücklich zu schützen.— Wären die weiblichen An- gestellten Angehörige des Zentralverbandes der Handlnngsgehülfen und-Gehiilfiiinen(Nene Friedrichslr. 20) und hätte der Verlag das Zutrauen der Angestellten gehabt, so hätte schwerlich die Schainlosig- keit des abgewiesenen Klägers die durch die Vclveisaufiiahme kou- statierte Ausdehnung erreichen können. Verliarnl der Fabrik-, Land-, Biiilsarbeiternnd Meriniien (Zahlstelle Berlin.) Am Dienstag, den 39. Oktober, verstarb plötzlich infolge eines Ulisalles(A. E.-G. Ober-Lchöne- weide) unser iviitglied Kidiard Giithler. Ehre seinem Nndeiike»! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. November, nach- mittags 3 Ubr, von der Leichen- Halle des Gcthscmane-KirchhöscS, Nieder-Tchönhanien, aus statt. Am 31. Oktober verstarb Nach längerem Krankenlager unser Mitglied Ferdinand tieuer an Lnngenleiden. Ehre seinem Zlndenkc»! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. November, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- Halle beS St. Thomas-Kirchhofes. Rixdors, Hermamislratze, aus statl. Zahlreiche Beteiligung erwartet 188/4 vi» Orlsverwailiidg, SozialüemflkratisEhJalilvereiD des 6. Berliner Wahlkreises. Todoa- Anzeige. Am 30. Oktober verstarb durch Unfall unser Mitglied, der Arbeiter l�ickarä(Zütliler Stargardcrstraße 3a. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung süidct heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Gethiemanc-Kirch- Hosts in Nieder-Schöuhausen aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersticht 204/19 Der Boritand. SozialdemokratiseherWalilvereiii für den Bezirk Weißensee. Am 28. Oltober verstarb insolgc eines Unsallcs unser Mitglied, der Zimmerer Wittielm /VteWKe im Alter von 42 Jahren. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet am Dienstag, den 0. Novtember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeindc-FricdhostS, Nölkestratzec, aus statt. Um rege Beteiligung bittet 18/13 Der Borstand. B1 Berlins uil Oingepd. Hiermit zur Nachricht, daß unser Bundcsbruder Friftz Virus aus Klub.Rote Rose" am 2. November verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. November, nach- mittags 2 Uhr, von der Leichen- halle des ThomaS- Kirchhoscs. Rixdors, Hermannstraße, aus stait. 290)8 Der VorMtund. Zuschneider-VereiDipg Berlin Todes-Auzeige. Allen Kollegen zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Vtfilhsim Gariz nach langem und schwerem Leiden saust enlschlascn ist. Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. November, nach- mittags 3 Uhr, von der Leichen- halle deS Zions-Kirchhojes Nordend aus statt. 290/7 Die Kollegen werden gebeten, recht püulllich und zahlreich zu erscheinen, um dem Dahin- geschiedenen die letzte Ehre zu erweisen. Der Borstaud. Danksagung. Für die vielen Beivcise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Blumen- spenden bei dem Hiuschcidcn meines geliebicn Mannes, des Töpfers Ernst Mahn sage allen Verwandten und Be- kannten herzlichen Dank. Rixdors, Elscristr. 84. Frau Juli»»na Hahn 25576 geb. Schulz. Zentral-Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin u. Umgegend. (Bezirk 20.) Allen Kameraden hiermit zur Nachricht, daß unser Mitglied Vilvelm Uslilltö an den Folgen eines UnsalleS verstorben ist. Ehre seinem Andenkenl Die Beerdigung findet ani Dicnstaguachniittag 4 Uhr, von der Leichenhalle des Weißcnscer (Lemeinde-Kirchhoses in der Rölkc- slraße aus statt. Um rege Beteiligung bittet Bio Bezirksleitung. Verband d. baugewerblichen Bültsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Reinickendorf-Wcst. Todcs-Anzcigc. film Donnerstag, den 1. November verstarb unser treuer Kollege Leopold Marin. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonn- tag, den 4. November,»ach- mittags 3stz Uhr, von der Leichen- Halle des Kirchhofes in Ncinickcn- dors, Humboldtstraßc, aus statt. »er Zweigvereins-Vorsland. und Zimmermanns- Wasserwagen werden repariert u. abgerichtet. Sydew, Schönhaustr-Allcc 53, Stfl. I. /Stenographie Stolze- Schrcy k � Gelegenheit z. gründl. Erkerniliig ist jed. Teilnehm. geboten I Kursus beginnt Freitag, ab.7Uvr,b.Grupe. Amieiistr.lS. Verband d. baugewerbiiehen Hültsarbelter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Weissensce. Am Mittwoch, den 31. Oktober, verstarb unser langjähriges und treues Mitglied dosepk Wiesner an Lungenbluten im Atter von 54 Jahren. 47/8 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. November, nachmittags 21/, Uhr, vom Traucr- haust, Stragburgstr. 54, aus statt Um recht rege Beteiligung ersticht Her Zweigvereinsverstand. Enghsohen Unterricht(Ueber- Setzungen), französischen, deut» sehen Unterricht erteilt G. Swienty-Liebknecht. ScIlUncberg, Sedanstr. 57111. Umgangsformen cincS ordiiungspnrtcilichcn ArztcS. Vor dem Bürgermeisteramt Offen bnrg hatte sich im Sühne« termin vor kurzem der dortige prakt. Arzt Dr. Köster zu ver» antworten. Derselfie hatte ohne jede Veranlassung eine Arbeiterfrau durch die gemeinsten Schimpfworte beleidigt und bedroht. Auch gegen die ihr beispringenden Arbeiter perhielt er sich ähnlich. Schließlich veranlaßte der Doktor noch seine eigenen K in der. die wüsten Schimpfworte:„Sozzenband�",„Sozzenseckel" usw. zu rufen. In dem Genchtstermin bestritt der Arzt diese Handlungs» weise nicht und begegnete dem Vorwurf, daß auch die Kinder zu iyrier gedankenlosen Frechheit erzogen werden, mit der Enthüllung: Diese Worte seien dem Repertoire seines Papageis entnommen, der sie den Kindern lehre. Ter Beklagte verweigerte den Arbeits« teilten eine Ehrenerklärung; er lasse es ans eine Geldstrafe beim Amisgericht ankommen.— Ueber den Ausfall der Klage Werden wir berichten._ Milde Richter. Der Mordanschlag zn Lörrach(Baden), Welchem unser braver Parteigenosse Schwarz zum Opfer � fiel, beschäftigte das Schwurgericht zn Fr ei bürg i. B. Der Messerheld Roller, ein aus der dortigen Organisätion ausgeschlosiener Arbeiter, hatte unserem Genossen vor dem Versammlungslokal in der Dunkelheit aufgelauert und ihm dann eine 13 Zenti- nieter lange Stichwunde in das Bauchfell beigebracht, welche den' Tod dieses braven, guten Menschen zur Folge hatte. Dem Mörder, der schon zweimal wegen Körperverletzung v o r b e st r a f t ist, stellten die Zeugen einen schlechten Leumund aus. Die Verhandlung zeigte, daß von einer Notwehr keine Rede kein kann. Die Geschworenen billigten dem Verbrecher mil- dernde Umstände zu. Es wurde ans drei Jahre Gefängnis erkannt. Die Strafe trifft am härtesten die Familie(sieben Ämder). die nun im Elend sitzt._ Hud der frauenbcwegimge Bchüt dich Gott, es wär' so schön gewesen. Der Franenbewegiing in Essen wollte die Polizei an den Kragen. An dem Galgen des Vereins- und Versamml»ngs„rechtes" sollte sie erdrosselt werden. Aber die große Staatsaktion fiel ins Wasser. Nach einer gründlichen Uiitersiichnngsprozediir erhielt die Vertrauens- Person Genossin Dcnpcr folgenden Beschluß zugestellt: „In der Strafsache gegen die Ehefrau Friedrich Deuper Wilhelmine geb. Heilers in Essen. Waldhausenstraße 43 wohnhaft, wegen Ziiividerhandlung gegen KI 128, 73, 74 St.-G.-B., sowie II 1, 2, 8, 12, 13 der Verordnung vom 11. März 1350 über die Verhütung eines die gesetzliche Freiheit und Ordnung gefährdenden Mißbrauchs des Versammluiigs- und Bereiiiiginigsrechtes wird beschlossen, das Hauptverfahren gegen die Angeschuldigte nicht zu eröffnen aus dem tatsächlichen Grunde des mangelnden Beweises für die Schuld des Angeschuldigten; die letztere wird außer Verfolgung gesetzt. Die Kosten des Verfahrens Werden der Staatskasse auf« erlegt. Essen, den 24. Oktober 1906. Königliches Landgericht. Straflammer HI. gez. Steinmann. Pfeiffer. Dr. Noetzel. Ausgefertigt Effen, den 24. Oktober 1906. Knollmann, Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts. Ob nun der Eifer der„Politischen" abkühlt? Versammlungeil— Veranstaltungen. Berlin. Heute Sonntag abend geselliges Beisaminensein und Tanz im„Neuen Klubhaus", Kommaiidaiiteiistraße 72. Gäste Will- kommen._ Eingegangene Drucltfchnfteii. „Mutterschutz«. Zeitschrist zur Resorm der sexuellen Ethik. Dr. phll. Helene Stöcker, Berlin- Wilmersdors. Hcst 2—4. Preis: Halbjährlich (0 Hcste) 3 M., Einzelheit 00 Ps. Frankfurt a. M. I. D. Sauerlünders Vertag. Tv. Passek: Ein deutscher Kaufmann in der Mandschurei während des russtsch-japanischen Krieges. Preis 3 M., geb. 4 M. Verlag Franz Siemenrolh, Berlin, Eiscnacherstr. 23. Dr. TS. Keoutieki Di? Lage der Baumwollarbeiter in St. Petersburg. 114'Scitcn. Preis 2,50 M. Verlag E. Reinhardt, Berlin, Jägcrstr. 17. Deutscher Holzarbeiter-VerM Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Polierer �uxustWeinkauk am 1. November am Herzschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet am Montag, den 5. November, mittags um 1 Uhr, von der Leichenhalle desZcnlriilsriedhoscs in Friedrichs« felde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 90/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter-Verband Bcrwaltungsstellc Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser DemhkU'd Neuemiorf gestorben ist. Ehre seinem Andenke»! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 4. November, nach. mittags B/, Uhr, von der Leichen- Halle deS Dankes- Kirchhofes in Rcinickcndors- West, Blaulestraßc, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 159/11 Die Drtsverwailung. Klnilz- mldKliniltilliiildrrri von Köder! Meyer,. nur Mlttinnnkn-Stllljjt 2. fieerdipnosvereift Berliner Zimmerleute. Am 1. d. M. starb nach langem Leiden im Alter von 72 Jahren unser Mitglled, der Zimmerer SeriMtm Altstein. Ehre seinem Andenken I Die Beerdigung findet am Sonntag, den 4. d. M., nach- mittags 2'lt Uhr, von der Leichen- balle des alteu Pankowee Fried- Hofes, Tpoudauersiraste in Pankow, aus statt. Um rege Beleiligimg ersucht 2507b Der Borstand. Stoff- •Re�te • englische StsSe. } Stoffe kolossal billig tci II. i I. FrieiHaenäer, ilcrllnC..Mulkeiiniarkt 13 Annoncen-Vorleoer erhalten Extraverglit hnmrii- Kost Jim- Neueste U'cftcn- Elegante Futter- f Warenhaus Hermann Levy Brunnen-Straße 59, 5 Minuten vom Bahn- hol Oesundbrunnen. Ecke Stralsunder-Straße, Sieferant des ftabatt- Sparvereins„Korden Brunnen-Straße 59. 10 Minuten vom Stettiner Bahnhof. Wegen Umbau und bedeutender Qeschäfts=Erweiterung Hoppelte Rabatt- M arken oder 10 Prozent in bar. 6clcgeiihcltsposten an allen Wägern. •) Einzelne Artikel sind vom Doppel-Rabatt ausgeschlossen. Das bette und bllllgsta aller diätetischen Malzbiere! Von höchstem Nährwert! Nicht berauschend. Für Blutarme, Eekonvaleazen- ten, echwache Kinder, nährende Frauen, Lungenleidende, Magenkranke etc. ärztlich verordnet. Frei Haus, Pfand pro Fl. 10 Pf. Versand nach all. Bahnstationen. Grolerjan's Porter ä Fl. 35 Pt Berliner Malzbier aF!. 10 PL Malzbier-Brauerei Christoph Groterjan Bariin N., Schönhauser Allee 133b Tel. Amt III, 5063.— Prospekte, Gutachten gratis und franko. VB. Auf meine neuerbanten, mit I künstlerisch, Pracht ausgestattet. Fest- u. Restaurationssäle] Schönbauscr Allee 130 mache er- gebenst aufmerksam. Ausschank I von Groterjan's Malzbier und| anderen erstklassigen Bieren. ?ÄUl 7ÖbS, SchntiVfrmelstrr. il- it 59 Moritzplatz 59 Ecke StalischreiberstraSe. Nicht zu vergleichen mit Ah- zahlungs- Geschäften, welche Garderobe usw. führen.• Extra- Abteilung verlieben gewesener Möbel. Wöchentliche oder monatliche Teilzahlung gestattet! I 4 «I fl Z m I s 1 Iii j«| 1 fI K wm mizmm mz mm sutz 1 fil W SUfz Total- Ausverkauf des von der Firma S. Böhm gekauften Warenlagers nur Kommandantenstraße 43. pW* 10150 Anzüge 10150-WD 3000 Herren-Hosen 3000 haben wir von einem der größten Fabrikanten gekauft. Um nun unser ganz enormes Lager zu räumen, haben wir uns entschlossen, nochmals die letzten Ausnahme-Tage 5 Ausnahme-Tage für Herren-Paletots: M. elegante Musler....... stück 7ss Modell 1908/07......... 9»5m. in allen Äusfüliriingen.... 1075 m. mit gestepptem Futter•-. ISrs m. mit Sattel und Stulpen•■•. 13 s m. halbschwer auf Seide prima Eskimo.... Ersatz Für MaO Eng!. Imitation-... das Wunder Berlins Stück 1575 M. 1750 M. 1875 M. « LOkO M. . 2400 M. Schlafröcke 50 Proz. unter Preis. Vor Täuschung ähnlich klingender Firmen wird gewarnt.-WD Ü Blitz* Geschäftshäuser 4 BUtZ F mj 1 i| 1 I. Geschäft: 80 Chausseestraße 80 III. Geschäft: 43Kommandantenstr.4§ II. Geschäft; 9 Rosentbaierstr. 9 Eck< Auguststr. IV. Geschäft: 137 Gr. Frankfurtersir. 137 Engros-Verkauf jetzt nur noch Rosenthalerstraße y, II. Etage. 3Utz 3Utz 3titz 3U&Z 3Utz 3Utz 8Utz H CO I col 1 leol F i leol D 1 VS JSS rl 1 F I M In] i 00 F Bl Wer- Stoff- Hut (ettige Slnzkg« nnrt) 2« M. Tabcllclcr Sik, Haltbare Futtersachen. Lei Slesttielerung billigste Preise. '.'ickersttabe 143, L47LIi* Ecke Jnvelibenstrabe. 0 S I vertage 11 Tellus-Zigaretten == garantiert Handarbeit 8,1 Mit peinlichster Sorgfalt von bestbezahlten Zigaretten-Arbeitern hergestellt. ZK. Satze, Orientalische Zigaretten- Tabrik„7c Uns", Berlin K. 54. (UebergardinenLS.'") ga0� Dekoration (bestehend ans 2 Flügeln und 1 Quorbehang) schwer. WoHserp 450(� i°Viktoriatücli. 600®)rt m Leinenplüsch 835 sird�. Empire II50 g Teppich-Spezialhaus' Emil Lefavre Berlin Süd. Seit 1882 »ar Oranlenstraße 158. ha'" nirgends Filialen! Mach auswärts per Nachnahme. Mein neuer ?racti!-KataIog etwa 600 ibbildungen in künstlerischer Ausstattang auf. gratis u. franko. Wunsch Extra billig! dio. Teppiche Webefehlern! mit kleinen 1.00 — öttauueh rtm «niobUraa Ikeutaebe Kincer 75 ÜfJnrf. •sTÄ Onienlöjjotatie, eodbrn, fiölcr. S. KaKokir� Chausseestr. 76. invsltdenitr. 100. Frankfurtersir. 115. Oranlanstr. 31. Belle-Alliancestr. 107. Beusselatr. 18. Kleiststr 21. Aul Wonach kommt Vertreter. Suppenfleiseli spart Man verlange nttSdrücklich MAGrCrl� HfippCU! wer lucr Suppen mtt dem Kreuzstern verwendet. Nur mit Wasser wenig« Minuten aufzukochen. Mehr als 30 Sorten.— Ein Würfel zu tv Pfg. gibt S Teller. Phonographen- �Hexanderplalz, gegenüber dem Gehnhot. m WW-»... die neuesten Aufnahmen. 10,000 Platten. Neuaufiiahmen erster Künstler derWelt. »Der Teutel lacht daiu®, iDio lustige Witwe', ,1m wilden Westen',„Wenn die Bombe platzt* usw... Die neuesten Aulnnhinen; Sensationelle Neuheit!°!±Ec t:o±� Platten-Sprechmaschine Nr. 3 mit neuem Tonarm sShafffo� Al0?urlMt 18.75 Bedeutend unter Preis! Eitra- Angebot! Konzert-Lyra-Phonograph �l�aDt,etad*1�; 1.95 Dieser Apparat wird nur beim Elakanf von 5 Walsen abgegeben. sÄ Ä. Grosse Konzert-Doppelplatten �<"•"Ta'sp'fj1 Mt- nu' � 1.45 Teilxablungen finden nicht statt, doch werden billige Apparate bei Kauf teuerer Apparate wieder zu vollem Preise in Zahlung geoomccen. SÄT Honnlaee blN•& Uhr getittuet. löC Extra-Verkaul e nnr Alexanderpialz@ Extra-Verxaot Die Preise auf Galanteriewaren sind snmt- llch zurttEKje- setzt, und ze- wahre Jetzt auf Jeden Einkauf extra noch Achtung! AaMMchnclden! saubere, tadellose Ausführungen von 8,— 3*1. an, Plomben von 2,— 3ft. an.— Reparaturen, Umarbeitungen schnell und billigste Berechnung.— Schmerzloses Zahnziehen.— Keine Extraberechnung!— Zahnziehen, Zähne reinigen mt umsonst!-im lähtie _ Vorzeiger diezer Annonee erhält 10 Proz. Rabatt. ümMißtrauen zu vermeiden, bitte ich ausdrücklich, diese Annonce erst beim Abholen vorzuzeigen. 2369L* 51 Y LaunitECp Platz 1. VaUwftvd� Elsawserxtraß« RS» I. Viele Oanksehreiben liegen zur Einnleht!-MG-W Ehe Leihhaus n. Rerllu S.W., BeuthstraßeS. Brillanten Uhren. Goldwaren. Ä5-5O0/0 unt. Ladenpr.| Wöchentlich 1.tlark. Plalien-'Apparltte, Phonographen, Zpicldosen. echt Menzenhauer- u. Llonzcrt- Zithern, Geigen, Man« dolinen, Handharmonikas. Grobe Auswahl i. Platten, Noten, Walzen, auch Edison. Zubehörteile u-Neparaluren billigst. Jnhrc, N., Demminerstr. 2, dicht a. d. Brunncnstr. 8., Lritzerstr. lg, am Kottbuscr Tor. bl., Lcliiliilmuser Allee IV6, an der Ringbahn. S&ü&täitäLACi. I Deutsche Bierbrauerei 3 Ä.»Q. (Gesamtabsatz 1904/05 unserer Interessengemeinschaft 415 1 1 4 Hektoliter) empfiehlt ihre aus bestem Malz und Hopfen hergestellten Biere SIOL* WM" in Fässern und Flaschen. Adresse für FkLbier: AU Moabit OO. Telephon: Amt U, 1615 u. 1616. Adresse für Flaschenbier: Kaiserin Angasta- Allee 15/16. Telephon: Amt II, 3066. Gesundheit ist Reichtum! llecelniU ttlgcti Kaden crhUlt und fdrdert die Oeanndbclt.* Bßade Berlin-Ost im: I*}"», Bade Berlin-Süd Im: ad Frankfurt j|-/itter- Bad uä? Gr. FrankfurterstraBe 136. j Ritlorstr. 18, Ecke PrinzonstraSe. Medizinische Bäder aller Ar! SO OL-, IriEIE-, SCHWEFEi IFICHrENNABEl- »Aptin werktäglich nnuntorbrochen geöffneten Sonder- Abteilungen für Ikanien und Herren. 2 Wannen= Bäder H.Schern 0,75 MI».(40 Minuten Badezeit) Brautleute sich ihre Möbel-Ausstattung kaufen, sollten sie I unter keinen Umständen unterlassen, ?aut Burows Jfiöbel-TabriU, Slndenstr. 105. (Nähe Hallesches Tor) zu besichtig. Moderne bürgorl. Wohnnngs- Einricht. schon f. 200. 300, 400 Mk., hocheleg. v. 500—10000 Mk. Zur Anschaffung von Ergänzungsacücken besonders zu empfehlen, I da gerade große Posten verliehen gew. Möbel, darunter ganze Ziminereinnchtungcn, am Lager stellen. Ausiagsofe 80, Paneel- 1 eofa mit Satteltasohen 83, Muscholkleidcrspind, Mtuchelvertiko 39, Musohelbettstolie mit) Matratze 40, Ohaisolongao, Schreibtisch, Säuientrumeaus 38 Mk., Salongamitur sowie kom[ engl. Schlafzimmer für 220 Mk., Altmahagoni- Salon mit Umbau elegant 545 Mk., furbij Küchen 65 Mk., sowie Speisezimmer u. Herrenzimmer in allen Stilarten. Teilzahlungen gestatte Sonntags 8—10 und 12—2 Uhr geöffnet. Gekaufte Möbel werden kostenlos aufhewahrt. Hygienisch einwandfrei bleiben nur EinzelbSder, niemals gemeinschaftlich benutzte Batsinblder! Versandhaus Germania seit 10 Jahren �SnenS farbig, Kostüm-Stoffe, Seideuplüsch, Sammete, Kstrachan. Konfektion; Kaoelocks, Paletots, Kbend- j mäntel, Capes, Kostüm-Köcke. ?elZ-StOlaS in großer Auswahl, Unter den Linden 21, II.- Fahrstuhl- neben derPassaec. f Zweiggewehttttc miterlmltcn wir nicht.| Hodivornehme Herren-Paletots und Anzüge aus feinsten Maßstoffen 25 bis 40 m. C. PELZ, Kottbuserstraße 4. •I�XHochelugante Beinkleider 9 w» 12 ■ Vorjährige Herren-Garderoben wesentlich billiger, h Verantwortlicher Sicdalteur: Hans Weder. Berlin. Für den Inseratenteil veranlw.: Tb. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärtt Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer&. Co.. Berlin SW. Kaufhaus JSax jUannheim Loks Königsberger Strasse. �llßß 109�112 8cUe Königsbergerj Strasse. D D Q D □ □ D Sonder-Angebot Sonnabend, Montag, Dienstag soweit Vorrat reicht Damen Abend-Mäntel aus reinwollenem Tuch, ganz gefüttert, in zarten, modernen hellen, sowie in allen dunklen Farben, chice Verarbeitung S rk I A f rt- l anWart au�vorzügl. Astrachan, ganz DUICI U üCiU(\dl, getutteit, eleg. garniert M, M. '-■4 Serie I: 29 Wert 48 Mk. 1 275 1 o50 y00 Schwarz-Sacco, 5ri"a F"»'r 1Oä0 850 A UArtrl aus warmen Stoffen, mit □ Abseite und-Iß 50 Q75. /AlJCI lU"wClfJtJo Pelzgarnitur, darunter auch Tibets IO w M. r*r\lf HO— 115 cm lang, aus dunkelgrauen weichen Stoffen, ß75 V3UIT Kragen mit Applikationen O Jackett-Kostüme A„sfeÄ£r 0050 0p25 o17517oo weinrot, marine und englischen Stoffen OO O 4m\ 1# »vi fussfrei, aus engl, und marinefarbenen ß 95 C25 075 r\üblU I i 1 lüUKc, Stoffen, chice Fa?., darunt. Miederröcke D O O Serie II: 3800, Wert 59 Mk. M. M. M. Blusen aus bestem SammetdaneU, in den neuesten Austern 3� 2 0 2 dh 1501 BiUS6n aus besten Wollstoffen, gest. u. karriert, ganz gefüttert 4 3 M. Qllicon aus Pr. Sammet, blau,'grün-, rot/grün-, schwarz/weiss gest., Q50 DlUoCil ganz gefüttert, besonders billig O M. Morgenröcke a°s,°"agl®"pÄSsc''eFa?',,'!'950750 296ii. Morgenröcke aus reinwollenem Velour, mit reich garn. Kragen 1 9 � U. Matines aus vorzügl. Larchend, in allen Preislagen, von y 4� 2'5 M. Weit unter Preis! 70/75 cm(6-8 Jahre) 595 s00 lO00 Mädchen-Mäntel 80 90 cm(9-11 Jahre) y25 1 QOO 12 00 Weit unter Preis! 50/85 �Einh'citsprS 295 Slsus kinclsr- Cupss aus prima Cheviot 95/100 cm(12-14 Jahre) Q50 1200 I4OO 95/100 cm(12-14 Jahre) 095 Einheitspreis w Unterröcke TlJCh- U nterrÖCke mit Bändchen garniert 1 Elegante Tuch-Unterröcke 676 Moire-Unterröcke in vielen Farben und schönsten Ausführungen 2� Ein Posien Reinwollener Tuch-Unterröcke � 76 nbO O00 900 10" bis 13� 400 525 660l Serie I Prima Qualität A 50 M. Wert 7-50 M- Serie II 550 M. Wert 8-50 M- Seidene Unterröcke in den elegantesten Ausführungen. Herren-Konfektion 50 M. Herren-Hosen in Buck8kinu. Kammgarn 4° 3 3 2 Winter-Paletots e�sS 2500 2100 1800 1200 105ü Winter Loden-Joppen1™!™ M. 12�10� 800 650 4 ä. Sacco-/\nzüge 2250 1800 15 00 121 FantaSie-WeSten modernste Auster,(Gelegenheitskauf 2 � 11 Winter Ulster*SZr�ons 4800 3600 24 00 M, Knaben-Konfektion Knaben-Anzüge Jaa A''�,;0,°/7,8ifre° g"'° 24iM| Knaben-Paletots in neuesten Pa?., mit Futter 10M800600400tt Lacktuch- 6 cm breit, in allen Farben Gürtel Ein grosser Posten Gürtel zu noch nie dagewesenen Preisen: Lackleder- /">•• � J �| Seidene Gummi- Lacktuch-■ 1 1 1|"T£1 1 6_8 cm breit T äffet- U.Atlas- schwarz, weiss, rot, grau, Gürtel Stück 1,25 M. = Wert 2.45 M. Der Haupt- Katalog wird auf «ß» Wunsch gratis zugesandt »■m sz.zch.M-. 5. leilöje des Lsmillls" Kerlim Nölksdllltt. Zur Ersatzwahl im 3. Berliner Landtagswahlkreise. Nur noch zwei Tage trennen uns von dem Termin, an welchem zahlreiche Urwähler des 3. Berliner Landtagswahlkreises Ersatz- Wahlen vornehmen sollen für diejenigen Wahlmänner, die seit de» Wahlen im Jahre 1803 durch Verzug, Tod oder auf sonstige Weise ausgeschieden sinix Und das sind nicht wenige. Es sind 1864 Wahlmänner neu zu wählen, von denen der grötzte Teil aus die dritte Abteilung fällt, also auf die Abteilung, in der die Sozialdemokratie über den größten Teil der Wahl- männer verfügt. Diese Ersatzlvahlen für die dritte Abteilung finden am kommenden Dienstag, den 6. November, von vormittags 11 Uhr bis abends 7 Uhr, statt. Bis dahin gilt es, die Lässigen mobil zu machen, daß sie ihre Stimmen für sozial- demokratische Wahlinänner abgeben. Es ist nicht nur notwendig, daß die sozialdemokratischen Wahlmänner gewählt werden, sondern wir legen g rohen Wert darauf, daß diese Wahlmänner mit einer möglichst großen Stimmcnzahl gewählt werden. Nur so wird die Ungerechtigkeit, die Blödsinnigkeit des Dreiklaffentvahlsystems in die hellste Beleuchtung gerückt. DaS Wesen des Dreiklassenwahlsystems besteht darin, daß die Wähler, entsprechend ihrer Stcuerleiftung, in drei Klassen geteilt werden. Das Wahlrecht ist also ein un- gleiches. Die Wahl ist ferner indirekt, die Stimmabgabe ist eine offene. Tagegen ist das Wahlrecht allgemein, soweit man in Ländern, die die Frauen von der Wahl ausschließen, überhaupt von einem allgemeinen Wahlrecht reden kann. Wahlberechtigt ist(§8©.) jeder selbständige Preuße, welcher das 24. Lebensjahr vollendet hat und nicht den Vollbesitz der bürgerlichen Rechte in- folge rechtskräftigen richterlichen Erkenntnisses verloren hat, in der Gemeinde, worin er seit sechs Monaten seinen Wohnsitz hat, sofern er nicht aus öffentlichen Mitteln Arrnenunterstützung erhält. Selbständig ist in, gewöhnlichen Sprachgebrauch zu verstehen. Unselbständig im Sinne des§ 8 ist, wer nicht verfügungsfähig ist ialS Wahnsinniger, Verschwender), lver gefangen oder im Konkurse ist. Hauskinder und Dienstboten find als solche vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen; ein eigener.Haushalt ist nickst erforderlich. Also, auch Schlafburschen sind wahlberechtigt. Als Armenunterslübung gilt nur die Arincnunterstützung, die man zur Zeit der Aufstellung der Liste bezieht, nicht früher be- zogene. Deshalb kann auch Kraickenunterstützung, die vor Auf- stellung der Liste bezogen ist, nicht als Armenunterstützung gerechnet werden, selbst dann nicht, wenn die Krankenhausrcchnung unbezahlt geblieben ist. Tos Wahlrecht beginnt ein Jahr früher als bei den Rcichstagswahlen. Die Wahl ist eine indirekte, d. h. die Wähler wählen nicht die Abgeordneten, sondern Wahlmänner; die Wahlmänner wählen dann die Abgeordneten. Die Wahl der Wahlmäiurer durch die Wähler(Urwähler) nennt man UrWahlen. Die Wahl der Ab- zeordneten durch die Wahlmänner heißt Abgcordnetentvahl. Das Wahlrecht ist kein gleickech vielmehr nach den veranlagten Steuersätzen verschieden. Die Höchstbesteuerten eines jeden UrWahl- bezirks bilden die erste Wählerabteilung, die Niedrigstbesteuerten die dritte; zwischen beiden steht noch eine.zweite Abteilung. Die Stimmabgabe ist eine offene, sowohl für die Wahlmänner- als auch für die Abgeordnetenwahlen. * Unsere Gegner arbeiten weniger offen, desto intensiver aber im stillen. Jhn-.n kommen vor allem die Hausbesitzer zu Hülfe und die vielen perjow lichen Verbindungen. In einigen Bezirken will man insofern Ar heiter zur Abgabe ihrer Stimme für einen Gegner bewegen, indem nan in der dritten Abteilung Arbeitgeber aufstellt. Man hofft, daß die Arbeiter, die im Bezirk ihres Arbeitgebers wohnen, diesem die Stimme geben. Hoffentlich machen unsere Gegner die Rechnung ihnc den Wirt, die Arbeiter. Jetzt ist im Kampfe gegen die Sozialdemokratie auch das Zentrum aus dem Plane erschienen. Är es in Berlin nur über >ine unerhebliche Gefolgschaft verfügt, verzichtet es von vornherein darauf, selbständig in die Wahl cü, zutrete». Das Parteisekretariat )es Zentrums veröffentlicht eine Mitteilung, in welcher auf die Zandtagswahl hingewiesen wird und nennt die Kandidaten, die von den einzelnen Parteien aufgestellt worden sind. Zum Schluß heißt 19 in der Kundgebung: „Der dritte Landtagswahlkrcis umfaßt die Stadtbezirke 211 bis 282 und 285— 326. Von den Zentrums-Teillomitees kommen hauptsächlich in Betracht: Hedwig, Moabit,«Sebastian, Herz Jesu, ©t, Afra und Hl. Familie. Es wird als selbstverstäud- lich vorausgesetzt, daß bei der Wahl der Wahl- männer kein Anhänger der Zentrum spartet einem sozialdemokrati schon Wahlmanne seine Stimme gib t." Wir hatten das nicht anders erwartet. Wir wissen ohnehin, daß wir gut tun, uns nur auf uns zu verlassen. Nur allein sind wir stark! « Am Tage der Wahl werden im 3. Landtags Wahlkreise zahlreiche Helfer gebraucht. An solchen hat es zwar noch nicht gefehlt, allein wünsckvnswert ist es. daß r e ch t z a h l r e i ch e G c n o s s e n sich an dieser Hülfsarbeil beteiligen. Die diesmalige Landbagswahl vollzieht sich insofern in anderer Form als bisher, als die Wähler nicht alle zu Ansang der Wahlhandlung im Wahllokal anwesend zu sein brauchen, sondern im Laufe der Wahlstunden ihr Wahlrecht ausüben können. Dieser Umstand wirdzweifellos unseren Gegnern Veranlassung geben, die saumseligen Wähler zur Wahl heranzuholen. Das muß auch von unserer Seite geschehen, und diese Arbeit kann um so intensiver getan werden, wenn zahlreiche Hülfskräftc sich an der Wahlarbeit beteiligen. Aus diesem Grunde ergeht cur diejenigen Genossen, die nicht im 3. LandtagSwahlkrcise wohnen und sonst abkömmlich sind, die Bitte, a m 6. November sich den WahlkomiteeS zur Verfügung zu stellen. » Arbeiter! Parteigenosse»! Nutzt die Zeit bis Dienstag noch zu intensivster Propaganda für lie Wahl sozialdemokratischer Wahlmänner aus. Insbesondere muß "orgen, Montag, in allen Werkstätten die Landtagswahl im dritten »reise Gegenstand eifriger Agitation sein! Partei- EtogelegetiKeiten. Zur Lokalliste. Folgende Lokale stehen der Arbeiterschaft zu »eriammlungen nicht mehr zur Verfugung, sind daher für orgarn- letteArbetter gesperrt: Im IV. Kreise:.Börsen-Restaurant'. 2 entral»Viehhof, sowie das Lokal Große Frankfurterstr. 28, früher �lebig. In N i e d e r l e h m e das Lokal des Gastwirts G a e r i s ch. e' lV-7 d o r f. SB e st verweigert der Wirt des Lokals .Eichborn-sale, Eichbornstraße, Herr Schmidt, die Unterschrist mit der Begründung daß er lieber das kleinere U e b e l: die Sperrung seines Lokals, als ein Zerwürfnis mit der Behörde auf vchjnehnip will. Ferner machen wir besonders die Arbeiter des Sabrikneuoaues der Firma Löwe darauf aufmerksam, daß daS Lokal von Gördes, Eichhornstraße, zu Versammlungen verweigert wird, und ersuchen wir die organisierten Arbeiter, dies genau zu beachten. In Steglitz ist besonders zu beachten, daß daS Lokal „ A l b r e ch t s h q s", in welchem sogenannte„Pücklervorstellungen" stattfinden, der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung steht und streng zu meiden ist. Folgeuöe Lokale stehen uns zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung: Vierter Kreis(Ost) das Lokal von W. Neumann, Lange- straße 38; Reinickendors-Ost:„Restaurant zur Eisenbahn". Nordbahn- straße 22, Jnh. I. Weber, am Bahnhof Schönholz; Ketschendorf: „Gasthof zum schwarzen Adler", Jnh. Noack; Wilmersdorf:„Zur Klause", Jnh. C. Stecher!, Hildegardstr. 5/6; Groß-Beeren: Re- staurant„Fichtenwäldchen", Jnh. Otto Heinze, Berlinerstr. 89. Bitte auszuschneiden und der Lokalliste bei- zufügen._ Die Lokalkommission. 5. u»d 6, Wahlkreis. Urwähler des 3. Landtags- Wahlkreises. Heute Sonntagmittag 12 Uhr in Fröbeis Allerlei-Theater, Schön- hauser Allee 148 und Moniagadcnd 8 Uhr im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24, Germania-Prachtsäle, Chausfeestr. 183, großer Saal, Swinemiinder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42, finden öffentliche Wählerversammlungen statt. Referenten sind die Genossen Bebel, Ledebour, Molkenbuhr und Pfannkuch. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Wahlkomitee. Desgleichen werden die Genossen an die heute früh statt- findende Flugblattverteilung erinnert. Es ist Pflicht eines jeden Genossen, von den bekannten Lokalen aus sich an derselben zu be- teiligen. Die Vorstände. Zweiter Wahlkreis. Am Sonnabend, den 18. November, abends SV« Uhr, veranstalten die Genossen des Südens im„Hof- jäger-Palast". Hasenheide 52/53, einen Unter Haltung»- abend, bestehend in Konzert, Gesang. Vorträgen, Ball uslv, Der Eintrittspreis beträgt 30 Pf. inkl. Tanz. Billetts sind bei den Be- zirksführern und in der Parteispedition zu haben. Um zahlreiche Beteiligung— auch der Genossen der anderen Stadtviertel— bittet Das Komitee. Britz-Bnckow. Dienstag, den 6. November, abends V.l) Uhr, Wahlvereinsversammlung im Lokale des Gastwirts Schöneberg, Britz, Rudvwerstr. 66. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Bruno Borchardt über:„Demokratie und Wahlrecht". 2. Dis- kussion. 3. Die bevorstehende Gemeindewahl. 4. Vereinsangelegen- heilen. Pünktliches Erscheinen aller Mitglieder erwarter Der Vorstand. Treptow-Baumschulenwcg. Dienstag, den 6. November, abends 8V2 Uhr, findet bei Mohlau in Treptow, Kiefholzstraße, die regelmäßige Mitgliederversammlung statt. Tagesordnung: 1. Vor- trag. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiteii.— Es ist Pflicht aller Genossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Besondere Einladungen durch Handzettel finden nicht statt. Der Vorstand. Steglitz. � Mittwoch, den 7. November, abends 8>/z Uhr, Mitgliederversammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. 3. VereinS- angelegenhciten: Beschlußfassung über daS Umlageverfahren zur Deckung der Kosten für die Grabstäudchen. Eichwaldc. Die regelmäßige Mitgliederversammlung des WahlvcreinS findet am Dienstag, den 6. November, abends 8 Uhr i»ri Witte, Eichwalde, statt. Die wichtige Tagesordnung erfordert I das Erscheinen eines jeden Genossen in der Versammlung. Der Porstand. Nowawes-Neiiendorf. Am Mittwoch, den 7. d. Mts., abends 3V2 Uhr, findet die Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins im Lokale de» Herrn Schmidt, Wilhelmstr. 3, statt. In derselben wird Genosse Fritz Z u b e i l über:„Der Kadaver- gehorsam in der preußischen Armee und der Fall Köpenick" sprechen. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vckrstand. Spandau. Die Genossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß am Dienstag Zahlabend stattfindet. Zahlreiche» Erscheinen er- wartet Der Vorstand. Potsdam. Der sozialdemokratische Wahlverein hält am Mitt- w 0 ch, den 7. November, abends Uhr, seine Generalversammlung iin Restaurant L a d e n t h i n ab.— Tages- ordnung: 1. Neuaufnahme». 2. Jahresbericht des Vorstandes. 3. Wahl des Vorstandes und der Kommissionen. 4. Verschiedenes. Zu dieser wichtigen Versammlung zu erscheinen ist Pflicht jedes Mit- gliedes. Gleichzeitig werdet» die Parteigenossen er- sucht, die Versa in mlung desNeichsverbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie nicht zu b e- suchen, da sie dort nur alsStatisten dienen sollen. _ Der Vorstand. BerUner JVacbrichtm Nebcr das Alter der Almosenempfänger« bringt der neueste Berwaltungsbericht der Armendircktion die übliche statistische Zusammenstellung, die diesen Berichten alljährlich beige- fügt ist. Unter den 33 813 Almosenempfängern(8572 männlichen und 25 241 weiblichen), die am Schluß. des Etatsjahres 1985/86 in den Listen standen, waren allein 18 447, die bereits� das 6 5. Lebensjahr hinter sich hatten. Die Vollendung des 65. Lebensjahres ist ungefähr die Grenze, nach deren Ueber- schrcitung ein Armer bei den Organen der Ärmenverwaltung unserer Stadt auf ein klein bißchen mehr Bereitwilligkeit, ihm znhelfen, rechnen darf. Ist er jünger, so mutz es ihm schon ganz besonders erbärmlich gehen, wenn er der Hülfe bedürftig erscheinen soll. Die oben mitgeteilte Zahl von 19 447 Personen, die bereits über das 65. Lebensjahr hinaus waren, ist etwa gleich vier Siebenteln aller 33 813 Almosenempfänger. Der Anteil dieser älteren Personen an der Gesamtzahl ist auch Jahr für Jahr ziemlich genau derselbe. Schon daS beweist, wie unzutreffend e» ist, wenn über die Almosen- cmpfänger der Stadt Berlin behauptet wirb, sie seien in ihrer Mehrzahl sehr wohl noch arbeitsfähig. Leute, die ihr Leben lang durch eigene Arbeit ihr Brot verdienen mutzten, sind gewöhnlich schon mit 65 Jahren an der Grenze ihrer Kraft angelangt. Von jenen>9 447 waren aber sehr viele noch sehr viel älter als 65 Jahre. 12 738 von ihnen waren über 78 Jahre alt, 2678 von diesen hatten bereits das 88. Lebensjahr überschritten, und 93 von diesen waren schon über das 98. Lebensjahr hinaus. Das höchste Alter unter allen mit Almosen unterstützten Personen hatte eine Frau, die im 182. Lebensjahre stand. Es wäre inter- essant, zu erfahren, wie alt die Aelteren und Äcltestcn der Stadt- armen bereits waren, als sie in Armenpflege kamen. Warum geben die Berichte nicht auch für diejenigen Armen, die in jedem Jahre durch Neu- und Aiederbewilligung hinzugekommen sind, eine Gruppierung nack Altersklassen? Den 19 447 Armen im Alter von mehr als 65 Jahren standen 14 366 Arme gegenüber, die jünger als 65 Jahre waren. Von diesen waren 4323 jünger als 58 Jahre, von diesen wieder 1918 jünger als 48 Jahre. Jene Menschenfreunde, die in jedem Almosenempfänger einen gewerbsmäßigen Schnorrer sehen, der„zu ckul zur Arbeit ist" und„lieber auf Kosten der Stadt lebt", werden angesichts dieser Zahl die Hände über den Kopf zusammenschlagen. 1918 Personen im Alter von iwch nicht 48 Jahren werden aus der Armenkasse unterstützt» Wir können hinzufügen, daß 136 von diesen sogar noch nicht 28 Jahre alt waren. Hört da nicht alles auf? Nun, es versteht sich ja von selber, daß bei so jungen Almosen- empfängern ganz besondere Umstände vorliegen:„frühe s S 1 e ch« tum oder irgend welche Gebrechen, die ihre Erwerbs- fähigkeit stark beeinträchtigen. Und auch bei den Almosenempfängern bis zum 48. Jahre, zum 58. Jahre und noch darüber hinaus, kann gar nicht davon die Rede sein, daß von der Ärmenverwaltung „gesunden und kräftigen" Leuten auf Kostender Stadt ein„S ch l c m m er leb e n" bereitet wird Auch hier muß die Erwerbsfähigkeit durch besondere Umstände, z. B. durch langdaucrnde Arbeitslosigkeit des Familienoberhauptes, durch wiederholte Krankheitsfälle in der Familie, beeinträchtigt sein, wenn die Organe unserer Armenverwaltung sich zur Hülfe bereit finden lassen sollen._ In der nächsten Woche findet eine Plenarsitzung der Stadt- verordnetenversammlung nicht statt, dafür finden zahlreiche Aus- schütz- und Deputationssitzungen statt. Unter anderem treten der Ausschutz für die Vorberatung der Vorlage über die Wertzuwach.- steuer, der Ausschuß zur Vorbereitung der Wahl von zwet un- besoldeten Stadträten und die Hochbaudeputation zusammen. Zum Achtnhr-Ladenschluß wird gemeldet: Die Abstim- mung der Geschäftsinhaber der sämtUckien ,m Landes- polizeibezirk Berlin befindlichen offenen Verkaufsstellen mit Aus- nähme derjenigen für den Verkauf von Lebensmitteln(einschließ- lich Kolonialwaren), Konfitüren, Zigarren, Lichten, Seifen, Drogen und der offenen Verkaufsstellen der Barbiere und Friseure zu dem Antrage auf Verlängerung der Ladcnschlußzcit an den Wochen- tagen, jedoch mit Ausnahme des Sonnabends, ist abgeschlossen worden. Tie Abstimmungsliste liegt nun für die Dauer von zwei Wochen, vom 9. bis cinsckiliehlich 23. November d. I.. von 8I2 ms 11'/- Uhr vormittags im Bureau des Gewerbekommissar, ats, Mark. grafenstraße 25, Hof 3 Treppen, werktäglich zur öffentlichen Eln- ficht aus. Einsprüche gegen die Richtigkeit liiid Vollständigkeit der Liste können von den beteiligten Geschäftsinhabern bis zum Ablauf der vorerwähnten Frist schriftlich oder bei der genannten Dienst- stelle mündlich erhoben werden. Ter Berliner Fiichhandcl, so meldet eine Korrespondenz, ficht augenblicklich im Zeichen des Karpfens, der bei seine, n feinen Gc- schmack und hohen Nahrungslvcrt nicht nur eine Delikatesse, sondern auch ein nicht zu unterschätzender Ersatz für Fleisch»st. Die Preise sind jetzt 8,98 bis 1,28 Vi. pro Pfund und täglich kommen etwa 18 888 Pfund für Berlin allein in den Handel, während be» deutend größere Mengen über Berlin nach Hamburg und Nord- und Süddeutschland verkauft werden. Hauptsächlich kommen Lausttzer Karpfen auf den Markt. Gerade in der neueren Zeit sind in der Lausitz großartige, rationelle Züchtereien entstanden, serner»st der Berliner Markt Hauptabsatzgebiet für die schlesischen Spiegelkarpfen, die von Kennern ganz besonders geschätzt werden. Für die große Masse der Bevölkerung ist der Genuß von Karpfen genau so unmöglich, wie der Genuß von Fleisch lmmer mehr eingeschränkt, wenn nicht ganz darauf verzichtet werden muß. Soweit die Arbeiterbevölterung Fische genießen will, muß sie sich höchstens aus Seefisch beschränken. Karpfen, Aale, Forellen und dergleichen zu genießen, verträgt nur der Gaumen und das Porte- »ivnnaie der Angehörigen der besitzenden Klasse. Ein Besuch der Urania durch die Bertreter der städtischen Be- Hörden fand am Sonnabend, den 3. d. M.. statt. Tie Besichtigung unter Führung der Direktoren des Instituts und der Abtalungs- vorstände galt vor allem den neueingerichtctcn Experimenticrsälcn und naturkundlichen Sammlungen. Mit Ausnahme des Maschinen- saales, der im nächsten Jahre in einen elektrotechnischen umgewan. delt werden soll, sind nach dem Ankauf des Hauses durch die Gesell- schaft Urania alle Säle renoviert und mit Osramlampen beleuchtet. Der Saal für chemische Technologie hat durch neue Sammlungen eine wesentliche Bereicherung erfahren. Völlig verändert erschienen die Säle für Akustik und Optik und entwickelungsgeschichtliche Bio- logie. Besonders die einzigartigen Sammlungen über Schutz- färbungen sowie die EntWickelung der Lebewesen von den niedrigsten bis zu den höchsten Formen nahmen das Interesse der Besucher in Anspruch. Im akustischen Saal findet man interessante neue Apparate über die Wellenbewegung, Fortleitung des Schalles, Bildung des musikalischen Tones, über Schwebnng und Reflexion. Auch die Optik ist durch Versuche vertreten, die durchaus geeignet erscheinen, der allgemeinen Bildung zu dienen. Der elektrische Saal ist durch einige Versuche über Entladungserscheinungcn in lust- verdünnten Räumen bereichert. Nach Beendigung des Rundganges hielt Direktor Dr. P. Schwahn einen kurzen mit überaus lehrreichen Projektionsbildern ausgestatteten Vortrag über den letzten Aus- bruch des Vesuv. Bom Dach abgestürzt. Ein schwerer Bauunfall hat sich gestern nachmittag auf dem Neubau an der Ecke der Pariser- und Sächsi- schcnstratze zugetragen. Der Maurer Emil Förster aus der Forsterstraße 51 mar im Dachgeschoß mit der Vollendung der Schlußmauer beschäftigt, als er beim Emporheben einer Last Steine plötzlich das Gleichgewicht verlor und rücklings abstürzte. Der Un- glückliche schlug mit dem Kops auf den Balkon des Parterre- geschosses und zog sich einen schweren Schädelbruch zu. Außerdem hatte er innere Zerreißungen erlitten. In hoffnungslosem Zu- stände wurde F. in das Krankenhaus Westend eingeliefert. Ein folgenschwerer Unglücksfall ereignete sich Freitagabend in dem Betriebe der südlichen Berliner Vorortbahn. Der Arbeiter Felix Schmidt ans Rixdors versuchte vorgestern abend gegen 7 Uhr am Mariendorfer Weg in der Nähe der Chausscestrasze in Britz die Vorderplattform eines in voller Fahrt befindlichen Straßen- bahnzugcs der Südringlinie zu besteigen, glitt jedoch von dein Trittbrett ab und fiel so unglücklich zu Boden, daß er mit dem linken Bein unter den Waggon geriet. Obwohl der Wagenführer sofort Gegenstrom gab, wurde doch der Fuß unter den Schutzrahmcn gestoßen und das rechte Vorderrad des schweren Gefährts ging dem Unglücklichen über das Bein unterhalb des Kniegelents hinweg. Dem Arbeiter wurde der Knochen des Unterschenkels buchstäblich zermalmt, so daß im Kreiskrankcnhause in Britz, wohin Schmidt gebracht wurde, ihm das Bein bis zum Kniegelenk abgenommen werden mußte. Ein zweiter Unglücksfall, der ebenfalls durch den fahrlässigen Versuch, einen in der Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen zu besteigen, herbeigeführt wurde, ereignete sich Freitag nachmittag gegen'46 Uhr in Charlottenburg. Am Knie sprang der Arbeiter Max Paul. Katzbachstratze 58 wohnhaft, aus die Vorderplattform eines Straßenbahnwagens der Linie R, glitt vom Trittbrett ab und siel neben dem Wagen zu Bode». Er erlitt einen Bruch deS rechten Fußgelenks. Von der Unfallstation, wo Paul die erste Hülfe zuteil wurde, wurde er nach dem Krankenhausc Moabit über- geführt. Ausgeraubte Neubauten. Die Spezialisten auf dem Gebiete der Metalldiebstähle legen eine immer grötzeie Dreistigkeit an den Tag. Ein besonders freckcs Dicbesstückchen leistete sich gestern eine Bande in der Warthcstraßc. Am hellen Tage drangen die Burschen in die neuerbauten Häuser Warthestratze 63-64 ein und lösten fast von sämtlichen Türen, Oese» und Kockmaschinen die Messingbestand- teile. Obwohl in den Seitenflügeln schon teilweise Mieter wohnen, wurde nicht von den Diebstählen bemerkt. Ungehindert konnte sich die Bande mit ihrer reichen Beute entfernen. Mehrere Zusammenstöße führte gestern eine Automobildroschke herbei, welcher mit bedeutender Geschwindigkeit die Gollnowstraße durchfuhr. In der Nähe der Weinstraße versuchte die Kraftdroschke einen Milchwagen der Milchzentrale zu um fahren, sauste jedoch mit solcher Gewalt gegen das Gefährt, daß beide Wagen beschädigt wurden. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt, dock inuhten die Fahrgäste der Droschke aussteigen. Als diese weiter fuhr, stieg der Kraftwagen an der Ecke der Weinstrahe gegen ein GcschäftSdreirad, das ebenfalls erheblich beschädigt wurde. Eine geistesschwache Person in einer Irrenanstalt. Am 29. Juni dieses Jahres ist auf dem Gelände bei Rosenthal eine unbekannte Frau umherirrend angetroffen und am 2. Juli, da über ihre Person näheres nicht zu ermitteln war. nach der Landesirrenanstalt zu Neu-Ruppin gebracht worden, woselbst sie sich noch befindet. Die Ge- nannte, welche etwa 60— 64 Jahre alt sein kann, nannte sich der- ehelichte Dorothea Luise Schulze, wollte aus dem Arnswalder Kreise, und angeblich in Groß-Stilleben geboren sein. Ein solcher Ort konnte jedoch nicht ermittelt werden, ebensowenig sind die anderen Angaben richtig. Beschreibung: mittelgroß, hager, grauweiße Haare, blaugraue Augen, ohne Zähne, bekleidet mit blauem Kattunklcid, rot- und weitzgestreifter Schürze. Personen, welche die Fest- stellung der Person betreffende Angaben machen können, werden gebeten, diese der Kriminalpolizei, Zimmer 326, zu den Akten 4898 IV, 22. 96, mitzuteilen, ebenso kann daselbst eine von der Un- bekannten aufgenommene Photographie besichtigt werden. Ein neuer kaiserlicher Thcaterdirektor? Wovon in Berliner Kunsikrcisen bisher nur insgeheim gemunkelt wurde, scheint nunmehr Tatsache werden zu sollen. Fer di na n d Bonn soll vom Kaiser allen Ernstes zum Direktor des kgl. Schauspielhauses auSersehen sein. Wenigstens berichtet die„Franks. Ztg.": „Was eine Zeit lang als Scherz in Berliner Thcaterkreisen Verbreiter wurde, offenbart sich jetzt als ahnungsvoll vorher erkannte Wahrheit. Es wird uns gemeldet, daß Ferdinand Bonn im Ernste die größte AussiGt habe, Direktor des königlichen Schauspielhauses zu werden. Ludwig Barnay ist, ehe er darin warm wurde, der Direktion schon wieder müde, und zwar infolge künstlerischer Wider- stände, die er gefunden. Mit Ferdinand Bonn scheint man an der entscheidenden Stelle ein leichteres Zusammenarbeiten zu erhoffen." Herr Bonn hat in der Zeit seiner Direktionstätigkeit am Ber- liner Theater hervorragendes Talent zum künstlerischen Fiasko entfaltet. Mit der Aufführung eines seiner eigenen Stücke, mit dem er sein neues Unternehmen eröffnete, hat er aber vielen Leuten sehr viel Amüsement bereitet— wenn auch wider Willen. Im übrigen bewies er seine Praedestination zur Leitung des königlichen Schauspielhauses durch die Wahl seines erfolgreichsten Repertoire- stückes, des Detektiv,.dramas"„Sherlock Holmes". Im doppelten Sinne: Erstens erwarb er die kaiserliche Gunst durch dieses Stück, zweitens bewies er dadurch, daß er durchaus geeignet ist, die kllnst- lerischen Traditionen von„Charleys Tante" unvergeßlichen Andenkens auch an der neuen Wirkungsstätte getreulich fortzusetzen. Als der Mann kaiserlichen Vertrauens wird also Herr Bonn an der königlichen Bühne kaiserliche Kunst aufführen, wenn die Meldung der„Frankfurterin" sich bewahrheitet. Der alte Barnay scheint nicht genügende Anpassungsfähigkeit bewiesen zu haben. Die Kunst ist nach Wilhelms II. Andeutunzen ein Mittel der Politik. Führte er doch am 16. Juni 1898 den Mitgliedern des Schauspiel- Hauses folgendes Kunstprogramm vor: „Ich war der Uebcrzeugung und hatte mir fest vorgenommen, daß das königliche Theater ein Werkzeug des Monarchen sein sollte, gleich der Schule und Universität.... Das Theater ist auch eine meiner Waffen.... Ich bitte Sie nun, daß Sie mir fernerhin beistehen..., den Kampf gegen den Materialismus und das un- deutsche Wesen fortzuführen, dem schon leider manche deutsche Bühne verfallen ist." Bisher hat das deutsche Wesen und der Kampf gegen den Materialismus keine nennenswerten Siege auf der kaiserlichn In- tentionen unterstellten Bühne erfochten. Ob das 5tommando des Herrn Bonn daran etwas ändern wird? Und ob sensationelle Schauerstücke wie„Sherlock Holmes" den Materialisn, us der Theater- besucher des Schauspielhauses zu bannen geeignet sind, scheint auch mehr denn fraglich. So stehen wir denn vor Fragen ringsum. Und nur eins bleibt gewiß: der kommende Mann hat bisher stets ein ausgesprochenes Talent bewiesen, sich selbst zu inszenieren. Ob freilich diese persönliche Rcgickunst«hm das kaiserliche Wohlgefallen auf die Dauer sichern kann, ist eine neue Frage. Der Journalist Gustav Taube ist am 31. Oktober gestorben. Er war seit nahezu 39 Jahren im Dienste der Parlamcntsbericht- erstattung auf den Tribünen des deutschen Reichstags und des preußischen Landtages schriftstellerisch tätig und gehörte seit 1999 dem engeren Verbände des Bureaus der„Oldenbcrgs Korrespon- denz" an. Das einzige Kind ertrunken. Von einem schweren Schicksals- schlag ist das Rausche Ehepaar, Maybachufer 43-44, betroffen worden. Seit Freitag abend wurde das einzige Kind der beiden, ein neun- jähriger Knabe, vermißt. Vergeblich suchten die Eltern die ganze Nacht hindurch nach ihrem verschwundenen Kinde. Gestern mittag wurde ihnen der Kleine als Leiche ins Haus gebracht. Er hatte auf den am Maybachufer im Schaffahrtskanal vor Anker liegenden Kähnen herumgespielt, war dabei ins Wasser gefallen und elend ertrunken. Bei einer aufregenden Szene auf der Millionenbrücke schritt vorgestern abend die Polizei ein. Der Schlosser Heinrich Arendt, Badstr. 62 wohnhaft, war mit seinem dreijährigen Söhnchcn über die Millionenbrücke gegangen und plötzlich wurde der Knabe von einer vorüberkommenden Frau umgerisien und so unglücklich gegen einen Eisenpfeiler gestoßen, daß das Kind mit schweren Ver- letzungen blutüberströmt zusammenbrach. Nun kam es zwischen dem Vater und der Frau zu einem erregten Auftritt. B. wollte sich auf die Urheberin des Unglücksfalls stürzen und sich an ihr rächen; er wurde jedoch durch hinzuspringende Passanten zurückgerissen. ES gab eine große Menschenansammlung, die von Minute zu Minute wuchs. Schließlich schritten Polizeibeamte ein. B. wurde schließlich mitsamt seiner Gegnerin nach dem Revier gebracht, während der Knabe auf der Unfallstation in der Badstraße die erste Hülfe erhielt. Die Affäre dürfte noch zwei gerichtliche Nach- spiele haben. Eine GebSchtniSfeier für Heinrich Hart findet am 2S. No- vember. 11}h Uhr, im Deutschen Theater statt. Wegen eines großen DachstuhlbrandeS wurde am Sonnabend, nachmittags nach 1 Uhr, die Feuerwehr nach der Jägerstraße 63, einem Umbau an der Friedrichstraße, gerufen. Als die 5. Kom- pagnie an der Brandstelle ankam, stand der Dachstuhl schon in großer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten reiche Nahrung gefunden. Brandinspektor Rohnstock ließ wegen der Schwierigkeit des Angriffs zwei große mechanische Leitern auf der Straße auf- richten und über diese mehrere Schlauchleitungen vornehmen. Mit mehreren Dampfspritzen wurde vom 19., 29. und 17. Zuge aus vier Rohren kräftig Waffer gegeben und es gelang nach mehrstündiger Tätigkeit die Flammen auf den Dachstuhl und das 4. Stockwerk zu beschränken. Arbeiter-BildungSschule Berlin. Heute abend 7 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Vortrag des Redakteurs Genossen Paul John über:„Ein Kapitel preußischer Geschichte", Zu zahlreichem Besuch wird hierdurch eingeladen. Die Direktionen der Lariete-Theater wetteifern darin, zu Be- ginn des Monats ihre Programms um neue zugkräftige Nummern zu vermehren oder auch mit gänzlich neuem Programm vor das Publikum zu treten. In einer Reihe von Fällen treten„zug- kräftige" Künstler und Künstlerinnen auf dem Gebiete der leicht- geschürzten Muse eine Reise von einem Variete nach einem anderen an und man begegnet in dem einen Theater einem solchen„Stern", den man in einem anderen den Monat oder Monate vorher ge- sehen hat, manchmal mit dem Unterschied, daß ihm ein anderer Künstlername beigelegt ist, am liebsten ein solcher, der möglichst fremdländisch klingt. Aber wir wollen uns nicht zu weit auf dieses Gebiet des allgemeinen Näsonnements begeben, sondern mit einigen Worten der neuen Darbietungen einiger Varictös im Monat November gedenken. So hat dos Apollo-Theater Piecen im Programm, die tu der Tat wahrhaft künstlerischer Natur sind, Hierher gehören die Seldoms mit ihren plastischen Darstellungen und die Ge- brüder H a r d i n i mit ihren Geigen- und Cellovorträgen. Außer- ordentlich reich ist das Gebiet des Tanzes vertreten. Eine spanische Tänzerin, Alice R e j a n e, wetteifert mit dem Tänzcrpaar Carangeot und der Original-Matschiche-Tänzerin Liane d'E v e. Der Humor kommt in dem komischen Akt:„Automate", der in einer Automatenausstellung spielt, zu seinem vollen Recht. Ergänzt wird das Programm noch durch Gisela Konrady mit ihren lustigen Jodlern, der Kontorsionist in La Belle Nello, einem Damenluftakt der Trias- Truppe und anregenden Bildern des Meßters Kosmograph. Das Walhalla-Variete-Theater bringt gleichfalls eine Reihe neuer Kräfte und macht den großen Varietes wie Apollo und Wintergarten immer größere Konkurrenz. Das neue Programm ist äußerst abwechselungsreich. Soubretten, Humoristen wechseln ab mit Gymnastikern. Antipoden-Spielern und einer Kunstradfahrerin. Einen großen Erfolg erzielte hier das The block Troubadours(das schwarze Udel-Q u a r t e t t.) Auch das Passage-Theater bietet eine ganze Anzahl neuer und sehenswerter Piecen. Was aus dem Oktober hinüber- genommen worden ist, hat an seiner Frische und Wirkungsfähig- keit nicht das geringste verloren. Voran marschiert da I o s e f i n e D o r a als„stramme Amme", die nicht müde wird, mit ihrem Emil in der Hasenheide zu„schwofen". Von den neuen Nummern er- freuten sich besonderen Beifalls die Brettllieder der Frau v. Broich, die oft etwas derben Couplets Georg Kaisers, der Kunstpfeifer G i a l d i n i und die mit verblüffender Eleganz und Gewandtheit ausgeführten Radfahrkunststücke des fünfzehn. jährigen Felix Brunne r. Das sehenswerteste des Abends bot jedoch die O l y m p i a- T r u p p e, die sich im Jiu-Jitsu, einer eigenartigen japanischen Verteidigungskunst, produzierte. Die einzelnen Griffe wurden erst schnell, dann langsam den Zu- schauern vorgeführt. Eine katzenartige Schnelligkeit und Sicher- heit im Anpacken des Gegners, der mit Vorliebe an den Hand- oder' Fußknöcheln ergriffen wird, scheint die Hauptsache beim Jiu-Jitsu zu sein. Jedenfalls ermöglichte diese Verteidigungsart den Frauen der Truppe mit den Männern, die einen Straßenüberfall mar- kierten, im„Handumdrehen" fertig zu werden. Zu den vorgenannten kommt noch das Palast-Theater in der Burgstraße. Auch hier Soubretten, Gymnasttker, Tänzer, Musikimitator und schließlich ein einaktiges Lustspiel von Richter: „Eine vom Ballett". Im Zirkus Schumann bilden die„fünf Könige der Luft" eine neue Sensationsnummer, welche in artistischer Voll- endung die Gemüter in höchste Spannung versetzen. Im wissenschaftlichen Theater der Urania führt der neue Vor- trag:„Sizilien, Lebens- und Naturbildcr aus klassischen Städten", alle die Orte und Naturschönhciten des trinakrischen Eilandes, Palermo, Girgenti und Syrakus mit seinen antiken Ruinen, das Actnagebiet und Taorfriina in herrlichen, den ganzen Farbenreiz des Südens verkörpernden Panoramen vor. Der Vortrag wird in dieser Woche allabendlich zur Darstellung gelangen. Auf der Trcptow-Sternwarte spricht Dir. Archenhold am Sonn- tag, den 4. November, nachmittags 5 Uhr, über„Kometen und Sternschnuppen" mit besonderer Berücksichtigung des bevorstehenden Erscheinens des Halleyschen Kometen. Um 7 Uhr über„Altes und Neues vom Mond". Montag, abends 9 Uhr, über„Mond- und Sonnenfinsternisse und Ebbe und Flut". Mit dem großen Fernrohr wird am Tage die Sonne und abends Saturn und Mond gezeigt. Feuerwehrbericht. Wegen eines großen Dachstuhlbrandes wurde gestern früh um 4 Uhr die dritte Kompagnie nach der Prinzenstr. 99 gerufen. Als der 11. Zug dort eintraf, stand bereits der Dachstuhl des rechten Seitenflügels mit dem Inhalt der Boden- räume in großer Ausdehnung in Flammen. Diese hatten reiche Nahrung gefunden und bedrohten den angrenzenden Dachstuhl. Brandmeister v. Borch ließ sofort mehrere Schlauchleitungen von einer Dampfspritze vornehmen und damit tüchtig Waffer geben. Es gelang auch, eine weitere Ausdehnung des Feuers auf die an- grenzenden Gebäude zu verhüten; es konnte aber nicht mehr ver- hindert werden, daß die Decken, Balken und der Fußboden im 4. Stock von den Flammen erfaßt wurden. Nach dreistündiger Tätig. keit konnte die Feuerwehr wieder abrücken. Die Entstehung des großen Brandes konnte nicht ermittelt werden. Derselbe Zug hatte in der Bocckhstr. 4 zu tun, wo in einer Küche Preßkohlen u. a. brannten. Durch die Explosion einer Petroleumlampe entstand in der ftöwestr. 27 ein Brand. Gleichzeitig brannte es in der Klödcnstr. 3 und etwas später Friedrichstr. 6. Vorhänge, Gardinen usw. waren dort in Brand geraten. Ferner hatte die Feuerwehr in der Schönhauser Allee 158, auf dem Moabiter Güterbahnhof, in der Königgrätzerftr. 109 und an anderen Stellen zu tun. Arbeiter-Somariterkvlonne. Montag abend 9 Uhr, 1. Abtei. lung, Drcsdenerstraße 45. Vortrag über Verletzungen, Wund- behandlung, Blutstillung. Referent Herr Dr. Röder. Daran an- schließend Verbaiidübungen.— Neue Mitglieder können noch ein- treten. Gäste sind willkommen.— Heute abend 6 Uhr, im großen Saale Dresdencrstraße 45 Familienkaffeekränzchen. Um zahlreiche Beteiligung zu allen Veranstqltungen der Kolonne wird gebeten. Vorort- l�acdrickten. Ter Kampf der Arbeiterschaft«m den Saal des„Fmstcnhof" in Zrhlrndorf ist geradezu ein Schulbeispiel für das Verhalten unserer Behörden im politische» Kampfe gegen die Sozialdemokraten. Der„Fürstenhof" ist städtisches Eigentum und von der Gemeinde Zehlcndorf an den Reflaurateur Schwedhelm verpachtet. Die Mehrheit der Zehlcn- dorfer Bürger find Arbeiter und Sozialdemokraten und die Einnahmen des„ Fürstenhof", insbesondere seiner Stehbierhallen werden fast ausschließlich von Arbeitern aufgebracht. Aber der Bürgermeister von Zchlendorf, Dr. Köster, läßt iu den Pachtvertrag der Gemeinde mit dem„Fürstenhof" die Bestimnmiig aufnehmen, daß der Saal des„Fürstenhof" zu sozial- demokratischen Bersammluilgen nicht hergegeben werden darf. Offenbar eine politische Berrufserklärung der sozialdemokratischen Gemeindemitgliedcr, offenbar eine krasse Verletzung ihrer ver- fassungs- und gcmciildcrechllichc.i Gleichberechtigung, offenbar eine unverhüllte Parleinahme der Behörde im politischen Kampfe, offenbar ein Verstoß gegen den Geist des verfasslingSmäßigeii VersammluiigS- rechts, doS die Behörde zu schützen, nicht zu hintertreiben hat, offenbar insgesamt ein Verstoß gegen die guten Sitten. Dazu eine um so dreistere Provokation der Arbeiterschaft, als der.Fürstenhof", wie gesagt, in der Hauptsache von der Arbeiterschaft lebt und die dort verzehrten Arbcitergroschen den Wirt in den Stand setzen sollten die Pacht der Gemeinde zu zahlen. Die Arbeiterschaft nahm die Derrufserllärung selbstredend nicht demütig hin, sondern begann den ihr aufgezwungenen Kampf um ihr Recht. Sie müßten allen Ehrgefühls bare politische Kastraten sein, täten sie es nicht. Sie machten von dem nächst- liegenden Kampfmittel Gebrauch; durch Flugblätter, durch Posten. durch den„Vorwärts" unterrichteten sie die Arbeitcrsckaft von ihrer polittschen Boykottierung durch den„Fürstenhof", forderten sie auf, dagegen den„Fürstenhof" zu boykottieren. Aechte sie der„Fürstenhof", so loäre es ehrlos, den„Fürstenhof" durch Arbeiter- groschen in dm Stand zu setzen, der Gemeinde die Pacht zu bezahlen. Kaum hatte die Arbeiterschaft mit dieser selbstverständlichen Gegenwehr begonnen, so begann die Staatsgewalt mit aller Macht gegen sie in Tätigkeit zu treten. Eine Zehlendorfer Polizeiver- ordnung, hie bis dahin rnemals angewandt worden und die niemand kannte, welche in Gruppen auf der Straße zu stehen verbietet, wurde durch das Zehlendorfer Gemeindeoberhaupt gegen die ahnungslosen Genossm losgelassen. Wo drei Genossen in der Nähe des„Fürsten- Hofs" zusammenstanden, erhielten sie ein Strafmandat über 9 Mark oder drei Tage Hast, die Höchststrafe, welche jene Straßen- polizeiverordnung zuläßt. DaS Gericht setzte die Strafe auf 2 Mark evenwell 1 Tag herab. Aber Polizei und Gendarmerie wurden aufgeboten und nmßten„im Interesse des Verkehrs" vor dem„Fürstenhof" patrouillieren. Gleichzeitig wurden gegen zahl- reiche Genossen Anklagen wegen Verteilung von Handzetteln vor dem„Fürstenhof" erwirkt. Sie mußten freigesprochen werden, weil die entgeltliche Verteilung von Druckschriften der polizeilichen Ge- nebmigung nicht bedarf. Nebenher ging eine Anklage wegen Haus- friedensbruchs bei Schwedhelm. Sie endigte ebenfalls mit Freisprechung. Unsere Genossen, die natürlich sich nicht mehr in Gruppen, sondern einzeln vor dem„Fürstenhof" aufhielten, nachdem ihnen die Gruppen- stehen-Verordnung bekannt geworden, erhielten nun Anklage wegen „groben Unfugs". Und in der Tat wurden eine Anzahl von ihnen wegen groben Unfugs, der darin bestand, daß sie höflich einzelne Arbeiter von der Sperre der Stehbierhalle deS.Fürstenhofs" unterrichtet basten, zu Haft bis zu vier Wochen verurteilt.„Mit Rücksicht auf die ganze Sachlage erschien eine Geldstrafe nicht am Platze", heißt es in dem vom GerichtSaksessor Jacobi verfaßten Urteil. Die Sünder aber, welche hiernach wegen Gruppen- stehens abgeurteilt wurden, erhielten die Höchststrafe von neun Mark oder drei Tagen Haft. Nebenbei brachten einem Genossen angebliche Polizeibeleidigungen und Widerstand drei Wochen Gefängnis und wegen Bedrohung acht Tage Gefängnis ein. Von Geldstrafe wurde Abstand genomnren, so verkündete der Vorsitzende des Schöffengerichis Dr. Rudolphi,„weil die Teilnahme an der Schädigung des„Fürstenhof"-Wirts eine gemeine Gesinnung verrät". Während so die Behörden für den Wirt des„Fürstenhofs" wirkten, war er selbst auch nicht untätig. Abgesehen davon, daß er und seine Angestellten vielfach als Zeugen gegen unsere Genossen vor dem Schöffengericht erschienen, erwirkte er auch eine einstweilige Ver- fügung des Landgerichts, welche 16 darin bezeichneten Genossen ver- bietet, bei Strafe von 24 Stunden Haft für jede Zuwiderhandlung, sich vor dem„Fürstenhof" aufzuhalten, um Gäste von demselben fern- zuhalten. Außerdem hat er eine Anzahl von Genossen und den „Vorwärts" wegen 1992,79 M. Schadenersatz verklagt.„Die Erhöhung des Anspruches" behält er sich vor. Er will diesen Schaden im Juni und Juli d. I. durch den Boykott gehabt haben und meint, daß die Genossen ersatzpflichtig seien. weil der Boykott des„FürstenhofS" gegen die guten Sitten verstoße. Die Parteigenossen aber werden dafür zu sorgen haben, daß dieser uns aufgezwungene Kamps und die Opfer desselben nicht vergebens gebracht werden. Dieser Kampf um unsere Ehre, unsere Gleichberechtigung, unser verfassungsmäßiges Versammlungsrecht muß siegreich enden. Der„Fürstenhof" in Zehlendorf ist gesperrt, bis dieses Grundstück der Gemeinde auch den sozialdemokratischen Gemeinde- Mitgliedern in Zehlendorf zu ihren Versammlungen zur Verfügung steht. Nicht an uns, sondern an der Gemeinde Zehlendorf und dem „Fürstenhof" liegt es. die Beendigung deS Kampfes und einen ehren- vollen Frieden herbeizuführen. Rixdorf. Bei einem eigenartige« Unfall mußte gestem die Feuerwehr in der Walterstraße eingreifen. Die Pferde eines Geschäftsfuhrwerls der Firma Stobwasser u. Co. waren vor einem vorüberfahrenden Straßenbahnwagen scheu geworden und durchgegangen. Bor dem Grundstück Walierstr. 24 stürzten die beiden Pferde in eine ettvc uns Meter tiefe Kanalisattonsgrube und rissen das Fuhrwerk mst in die Tiefe. Zur Bergung des verunglückten Gespannes mußtt schließlich die Feuerwehr herbeigerufen werden. Sie hatte eine Stunde zu tun, um die Durchgänger samt dem Wagen wieder uack oben zu befördern. Das endgültige Ergebnis der letzten Volkszählung ist jetzt dem Rixdorfcr Magistrat seitens des statistischen Amtes übermittelt worden. Danach zählt Rixdorf eine Einwohnerschaft von 153 515 Seelen. Hiervon sind 75 646 männliche und 77 867 weibliche Personen. Wohnhäuser gibt eS in Rixdorf 2573. Die nächtliche Schießerei am Treptower Dammweg, wo. wie wir berichteten, auf freiem Felde die Händlerin Lehmann durch einer Flintenschuß schwer verletzt wurde, ist noch immer nicht völlig auf- geklärt. Bekanntlich find zwei Landwirte aus Rixdorf beschuldigt auf Frau L. geschossen zu haben, weil diese ihnen Feldftüchte ge- stöhlen habe. Die Frau bestreitet jedoch mit aller Entschiedenheit die Diebstähle begangen zu haben. Die Polizei sucht nun noch ein« Reihe von Zeugen zu ermitteln, die den blutigen Vorgang beobachteten, um durch deren Aussagen die Angeschuldigten zu über- führen. Frau L. ist vor wenigen Tagen auS oem Krankenhaus« entlassen worden, sie hat aber noch die ganze Schrotladung im Kopf, da eine Operation wegen der damit verbundenen hohen Lebens- zefahr nicht vorgenommen werden durfte. Die Unglückliche ist in- -olge der schweren Schutzverletzung vollkommen hinfällig und steck geworden. Bon der Redaktion der„Arbeiter-Schwunmer-Zeitmig" erhaltet wir folgende Zuschrift: Der Däne I. P. Müller hält m Berlin und Vororten fieber öffentliche Vorführungen seines Körperpflegeshstems ab. Der Rein- ertrag der Vorführungen ist bis auf den der vierten für die Ferien- ckolonieit bestiinint. Die vierte, Dienstag, den 6. November, abend- 8V2 Uhr, in der„Neuen Welt", findet zum Besten des Brnifond* des„Vereins für Licht- und Lustbäder in Rixdorf" statt. Einlaß- karten für diesen Abend(2,—, 1,50, 0,75 und 0,30 M.) sind in den Buchhandlungen von H. Bickhardt, Bergstt. 13 und G. Zepmeiseh Herrnannstr. 177 zu haben. DaS achte populäre Konzert des„Rixdorfer MännerchorS" (M. d. B.-S.-B.) findet am Sonntag, den 11. November, abend! pünktlich 7 Uhr, in Fritz Hoppes Festsälen, Hermannstt. 49 statt Programme inkl. Liedertexte sind erhältlich im Musikalienverlag« von Kurt Schmidt, Bergstt. 32. Tchöneberg. DaS Schöueberger Krankenhaus wurde gestern in feierlicher Weise eingeweiht. Es wurde mit einem Kostenaufwand von 4 509 900 M. in drei Jahren erbaut und bietet noch Raum für Er- Weiterungsbauten. Das Krankenhaus ist für 600 Betten bestimmt, auch bei ihm ist das Pavillonsystem, allerdings durch zweigeschossige Häuser, durchgeführt. Ein großer Teil des Auguste Viktonakranken- hauseS ist bereits seit dem I. Oktober d. I. in Betrieb. Hoffen wir, daß recht viele Kranke, die diese Stätte aufsuchen müssen, Heilung und Genesung finden. Groft- Lichterfelde. Ein gewaltiger Brand, der einen Schaden von mehrerer hunderttausend Mark verursachte, wütete in ber Nacht zun Sonnabend in der Holzbearbeitungsfabrik von R. H i n tz. Chaussee- sttaße 74/77. Die Feuerwehren von Groß-Lichterfelde, Steglitz Friedenau, Schmargendorf, Marienfelde, Lankwitz, Lichtenrade. Marien- darf und von der Neuen Photographischen Gesellschaft arbeiteten dik ganze Nacht hindurch, um das Feuer zu unterdrücken. Wir erfahrer folgende Einzelheiten: Die Holzbearbeitungsfabrik von R. H i n tz, die als Syezialitä hölzerne Riemscheiben und moderne Arbeitseinrichtungen herstellt, ha! ihre Arbeitsräume in einem langgestreckten Schuppen untergebracht Zwei weitere danebenlicgende Schuppen dienen als Lagerräume füi die Rohmaterialien. Gegen Vzll Uhr bemerkte man nun, daß au! dem ersten Schuppen Flammen schlugen. Ehe nun die sofori alarmierte Ortsfeuerwehr zur Stelle war. verbreitete sich das Feuer derartig, daß nach kurzer Zeit der ganze Schupven ein einzige! Flammenmeer bildete. Der dabei entwickelte Feuerschein war weit- hin sichtbar und bald rückten auS allen Himmelsrichtungen die Feuer- wehreu der oben genannten Nachbarorte zur Hülseleisttuig heran. A» eine Rettung deS Schuppens war indes nicht mehr zu denke». Die Wehren mußten sich vielmehr darauf beschränken, die beiden anderen Schuppen jnt hatten, was schliehttch auch gelang. Trotzdem insgesamt ?? Schlauchleitungen Wasser gaben, dauerte eS doch fast vier Stunden, bevor man Herr des Feuers war. Die vollständige ?!ülöschung und Ausräumung zog sich dann bis in die Vonnittags- stunden des gestrigen Sonnabend hin. Der Schuppen mit seinem Jinzal: ist total eingeäschert. Es tritt daher Betriebsstörung ein. Never die EnrnebungSursache des gewaltigen Brandes ist noch nichts Sicheres festgestellt, doch vermutet man Selbstentzündung. Derber- ursachte Schaden ist zum Teil durch Versicherung gedeckt. Steglitz. Äemeindrwahl im tt. Bezirk. Die durch Ungültigkeitserklärung eines Mandats der dritten Abteilung nötig gewordene Neuwahl findet am Montag, den 12. November, nachmittags 4 bis abends v Uhr statt. Der II. Bezirk umfasit den Ortsteil öitlich der Eisenbahn, sowie Schloßstr. öS bis 8S. Äuhligkshof, Bahnhos 1 und 2 und die Albrechtstratze. Die Wahl findet wieder in der Turnhalle d,.s Glimnasiums statt. Gewählt wird nach der alten Liste, das heitzt, alle Wähler, die im Januar dieses JahreS bei Ausstellung der Liste im II. Bezirk wohnhaft waren, sind wahlberechtigt. Unser Kandidat ist Genosse Richard Krug. Britz. Äm Freitag, den 9. November, nachmittags von 3— fi'/z Uhr findet die durch den Tod unseres Parteigenossen Friedrich Weniger notwendig gewordene Nachwahl zur Gemeindcvertretung statt. Trotz der späten Bekanntgabe des Wahlterinins werden die Genossen alles ausbieten, um eine etwa beabsichtigte Ueberrumpelung zu parieren.— Wahlberechtigt sind alle, die in der im Januar dieses JahreS aufgestellten Wählerliste eingetragen, auch wenn sie nach dieser Zeit aus Britz verzogen sind. Arbeiter. Paneigenossen I Nutzt die kurze Zeit aus. um die zum Wahlsieg erforderlichen Vorbereitungen zu treffen und sorgt dafür, dah die am Dienstag, den 6. November, abends VzS Uhr, im Restaurant Schönebcrg, Britz, Rudowerslrasie 6«, staltfindende Ver- sammlung, in welcher unser Kandidat aufgestellt wird, sich eines recht starken Besuches erfreut. Treptow-Baumschulenweg. Richard Spieß, eines der rührigsten Mitglieder des Wahlvereins, ist mn 1. November im 44. Lebensjahre an Blinddarmentzündung verstorben. Spietz hat mit größtem Eifer für die Sache der Arbeiter- schast gefochten und deshalb sich auch ein bleibendes Andenken bei seinen Genossen gesichert. Die Beerdigung findet heute nachmittag Z'/z Uhr von der Leichenhalle des Treptower Friedhofes, Neue Krug- Allee, aus statt. Köpenick. Am Montag beginnen die Stadtverordneten«»!)!«». Die dritte Abteilung wählt an drei Tagen, und zwar die Altstadt und Damm- Vorstadt am Montag den 5. in der Zeit von 5— 4 Uhr abend« im Stadttheater, Friedrichstr. 6; die Kietzvorstadt Dienstag den ö. im Restaurant von Hausknecht, früher Ludwig. Dorotheenstt. 1, ebenfalls b— 8 Uhr abends; die Wähler der Köllnischen Vorstadt gehen am Mttwoch den 7. im Restaurant Schcer, Rudowerstr. 1, ebenfalls in der Zeit von K—S Uhr abends zur Wahl. Von unserer Seite kan- didieren die bereits jetzt dem Stadtverordnetenkollegium angehörenden Genossen Gabriel, Herbst, Nieke, Kiehl und Seidei. Die bürgerlichen Parteien haben keine Kandidaten normiert, dennoch muß der Wahl- kämpf in gewohnter Energie geführt werden. Die zweite Abteilung wählt am Donnerstag. Der Kamps wird in dieser Abteilung zwischen den bürgerlichen Parteien allein ausgesochten werden, nachdem unserersettS in der letzten Wahlvereinsversammlung au-Z taltischen Gründen von Aufstellung von Kandidaten abgesehen worden ist. Bei der Erledignng des Wahlaeschäfts bitten wir die Genossen zu beachten, die Namen der Kandidaten laut und deutlich zu sagen. Pankow. DaS IS. Stiftungsfest de? Wahlvereins findet mn Sonnabend, den 10. November er. in RqczyckiS Gesellschaftsbaus, Kreuzstr. 8/4, statt. Die Lrettldiva Frau Margarete W a l l o t t e wird den Ge- nofien und Genossinnen Lieder und Gedichte vortragen. Ferner hat der Gesangverein„Vereinigte Sänger Pankows" seine Mitwirkung freundlich zugesagt. DaS Programm läßt auf ein paar genußreiche Stunden hoffen._______ Vermischtes. ftarW Nordpolexveditlon. AuS New gor! wird vom 2. November gekabelt: Nachrichten aus Hössenthal(Hopedale, Labrador) besagen, daß der Nordpolforscher Robert E. Peary die Rückreise angetreten hat, ohne den Nordpol erreicht zu haben._ Eine weikere Nachricht von Peary gelangte an den New Dorker nach ihn benannten Polar-Forschungstlub. Peary berichtet: Der Dampfer„Roosevelt". das Schiff der Expedition, überwinterte an der Nordküste von Grant-Land. Im Februar wurde eine Schlitten- expödition nordwärts angetreten, und trotz ungünstigen Wetters ge» langte Peary über das Eis bis 87 Grad 6 Min. nörd. Breite. Nach vielen Muhsalen kehrte die Expedition zu dem Schiffe zurück. In einer zweiten Expedition, die nach Westen ging und auf der die ganze Nordtüste von Grant-Land bereift wurde, entdeckte Peary beim 100. Meridian neues Land. Peary ist damit bis zu dem nördlich st cn Punkt vorge- drungen, der überhaupt bisher von einem Nordpolfahrer erreicht ist. Auf"der Expedition des Herzogs der Abruzzen gelang es dem Kapitän Cagni mittels einer 104tägigen Schlittenfahrt nur bis zu 86 Grad 33 Min. vorzudringen. Nach Pearys Vorstoß bleiben nun immer noch 2 Grad 64 Min. zu überwinden. Wenn auch der wissenschaftliche Wert der Entdeckung des Nordpols kein allzu großer sein wird, so werden doch zweifellos die kühnen Pioniere nicht rasten, bis dieses Problem gelöst ist._ Unterschlagungen in der Leipziger Stadtlasse. Aus Leipzig wird vom 3. November berichtet: Gestern abend wurden in der hiesigen Stadtkasse Unregelmäßigkeiten entdeckt, deren Ursache sich zunächst nicht feststellen ließ. Heute morgen stellte sich der hiesigen Staatsanwaltschaft der Stadtkassierer Grützmann mit der Selbstbezichtigung, große Beträge aus der Stadtkasse unter- schlagen zu haben. Tie unterschlagene Summe ist noch nicht be- kannt. Eine hiesige Zeitung meldet, es handle sich um den Betrag von etwa 100 000 M._ Eine Tat der Verzweiflung. Ein früherer Bahnhofsportier erschoß in vergangener Nacht in München aus Nahrungssorgen in seiner Wohnung seine beiden sechs- und achtjährigen Töchter und tötete sich dann selbst durch einen Schuß in den Mund. Sturm im Mittelmeer. Während eines SturmcS im Mittel- meer ist der Dampfer„Bnonsante", als er den Hafen von Tricasc aufsuchen wollte, auf einen Felsen geschleudert worden und sofort gesunken. Die Besatzung mit Ausnahme eines einzigen Matrosen ist dabei umgekommen. Zwei Millionen Dollar gestohlen! In Chikago wurde ein Mann verhaftet, welcher eines Postdiebstahls in Höhe von zwei Millionen Dollar verdächtig war. Die Summe wurde größtenteils bei ihm vorgefunden. Auch ein Rekord! Auf den amerikanischen Eisenbahnen wurden laut statistischen Feststellungen in den letzten drei Monaten 16837 Reisende und Beamte bei Unfällen getötet oder verletzt. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeite. rinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Pankow. Montag, den 5. November 1906, abends 8'/. Uhr, im Lokale von Hossmann, Brehme- straßc 66: Mitgliederversammlung. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. Abteilung VI. Montag, den 5. November, abends 61/, Uhr, bei Pieieke, Waldstr. 8: Mitgliederversammlung. CClodieu- Spielplan der Berliner Cbeater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Margarete. Montag: Götterdämme- rung.(Ansang 6'/, Uhr.) Dienstag: Fra Diavolo. Mlttwoch: Carmen. Donnerstag: Yangon und Dalila. Freitag: Sinsoniekonzert. Sonnabend: Margarete. Sonntag: Carmen. Montag: Don Juan. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Othello. Montag: Hamlet. (Ansang 7 Uhr.) Dienslag: Die Journalisten. Mittwoch: Klcln Dorrit. Donnerstag: Hamlet.(Ansang 7 Uhr.) Freitag: Merlin. Sonnabend: Wilhelm Tcll. Sonntag: Merlin. Montag: Klein Dorrit. Neues königl. Operii-Dheatcr. Sonntag: Dr. Klaus.(Anfang 8 Uhr.) Dienstag: ZioSmersholm. Donnerstag: Hedda Gabler. Freitag: Äbadossa di Jouarro Locandiera, Sonntag: Damenkrieg. Dienstboten. Montag: Hedda Gabler. Leising-Tbeater. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Rosenmontcm. AbendS: Da« Blumcnboot. Montag: Hedda Gabler. Dienstag: DaS Blumenboot. Mittwoch: DaS Blumenboot. Donnerstag: Ritter Blaubart.(Ans. 7'/, Uhr.) Freitag: Das Blumenboot. Sonnabend: Das Blumenboot. Sonnlag. nachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends: Ritter Blaubart. Montag: Das Blumenboot. DentscheS Theater. Sonntag, Montag und Dienstag: DaS Winter- märchcn. Mittwoch: Erdgeist. Donnerstag: Der Kaufmann von Venedig. Freitag: Ew SommernachtStraum. Sonnabend und Sonntag: Das Winicrmärchen. Montag: Der Kaufmann von Venedig. Neues Theater. Sonntag und folgende Tage: Die Condottteri. (Ansang 7>i, Uhr.) Neues Schauspielhaus. Allabendlich: Der Sturm. Theater des Westens. Sonntagnachmlttag L Uhr: Der Troubadour. Abends: Das Schützcnliesei. Montag: Der Waffenschmied. Die schöne Galathä. Dienstag: Das Schützenliescl. Mittwoch: Die drei Rolands- knapven. Donnerstag: Die Fledermaus. Freitag: Der Trompeter von Söllingen. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Othello. Abends: Das Schützen. liesel. Sonntagnachmittaa 3 Uhr: Das Glöckchen des Eremiten. WendS: Der Trompeter von Säklmgen. Montag: Der Trompeter von Säkkingen. Schtllcr-Theater O. Sonntagnachmitt. 8 Uhr: Die Hoffnung aus Segen. Abend?: Cyprienne. Montag: Die Hoffnung auf Segen. Dienstag: Haie- manns Töchter. Mittwoch: Die rote Robe. Donnerstag: Die rote Robe. Freitag: Hasemanns Töchter. Sonnabend: Ficseo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Hoffnung aus Segen. Abends: Fiesco. Montag: Die rote Robe. Schiller-Theater ktz.(Friedttch-WilhelmstädtischeS Theater.) Sonntag- nachmittag 3 Uhr: Weh' dem, der lügt, tzlbeuds: Die rote Robe. Montag: Die rote Robe. Dienstag: Frau Inger von Ocswot. Mittwoch: Der Hoch- tourist. Donnerstag: Der Hochtourist. Freitag: Weh' dem, der lügt. Sonnabend: Maria Stuart. Sonntagnachmlttag 3 Uhr: Weh' dem, der lügt. Abends: Der Hochtourist. Montag: Der Hochtourist. Berliner Theater. Sonntag und die solgcnden Tage: Sherlock Holmes. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Lustspielhans. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Familientag. Abend»: Unsere Küte. Montag bis Donnerstag: Unsere Käte. Freitag bis Montag: Husarensicbcr. Sonntagnachmittag 3 Ubr: Der Familientag. Lorping- Theater. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Der Wildschütz. Abends: Fra Diavolo. Montag: Undtne. Dienstag: Der Troubadour. Mittwoch: Der Wildschütz. Donnerstag: Der Waffenschmied. Freitag: Undine. Sonnabend: Die Fledermaus. Somilagnachmiltag 3 Uhr: Der Troubadour. Abends: Die Fledermaus. Montag: Fra Diavolo. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Lakmo. Montag: Carmen. Dienstag: Lakmä. Mittwoch: Hostmanns Erzählungen. Donnerstag: Laims. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Lakmö. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Carmen. Montag: Lakmö. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Ein idealer Gatte. Montag: Ein idealer Gatte. Dienstag: Man kann nie wissen. Mittwoch und Donnerstag: Ein idealer Gatte. Freitag: Man kann nie wissen. Sonnabend: Ein idealer Gatte. Sonnlagnachmitlag 3 Uhr: Nachtasyl. AbendS: Ein idealer Gatte. Montag: Ein idealer Gatte. Trianon-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Notbrücke. All- abendlich: Der Haussreund. Nächsten Soimlag nachmittag 3 Uhr: Die Notbrücke. Luisen-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Abends: Sherlok Holmes. Montag: Else vom Erlenhos. Dienstag: Sherlok Holmes. Mittwoch und Donnerstag: Flotte Weiber, Freitag: Else vom Erlenhos. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Rübezahl. AbendS: Else vom Erlenhos. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Romeo und Julia. AbendS: Flotte Weiber. Montag: Romeo und Julia. Zrntral-Theater. Sonntagnachmitlag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Allabendlich: 1001 Nacht. Nächsten Conntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Bernhard Rose-Theater(srüher Carl Weiß-Theater). Soimtagnach- n Ittag 3 Uhr: Mutterliebe. Abends 8 Uhr: Ausgewiesen. Allabendlich: Ausgewiesen. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Robinson Crusoe. Sonntag» nachmittag 3 Uhr: Der Glöckner von Notre-Dame. Thalta-Thcater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: BIS früh um Fünfe. Allabendlich: Wenn die Bombe platzt. Sonnabendnachmittag 2'/, Uhr: Die Räuber. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bis srüh um Fünse. Residenz- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine Hochzells. nacht. Allabendlich: Triplepatte. Nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Stellvertreter. Kastno-Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Alerander der Große. Täglich abends 8 Uhr: Die beiden Champignol. Nächsten Sonntagnachmittag 4 Uhr: Alexander der Große. Palaft-Theater. Die Lorekey. Spezialitäten. Walhalla-Theater. Spezialitäten. Rcichshallen- Theater. Stetttner Sänger. Metropol-Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Aus WS Melropol. Adeiids und die folgenden Tage: Der Teufel lacht dazu. Spezialitäten. Apollo-Tbeater. Sonntagnachmittag'S'h Uhr: Familienvorstellung. Abends 8 Uhr und die solgcnoen Tage: Berlin im Omnibus. Spezialitäten. Passage- Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Karl Havcrlaiid-Theater. Spezialitäten. Folies Caprice. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Soll und Haben. Nach deni Zapfenstreich. Abends täglich: Serenissimus August XXVI. Da» Modell und DaS Provinzmädcl. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Soll und Haben. Nach dem Zapfenstreich. Deutsch> Ameritanischrs Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Abends 8 Uhr und die folgenden Tage: Im wilde» Westen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Urania> Theater. Taubenstraße 48/49. Allabendlich: Sizilien. IvlteernngSüverNckit von, g. November I»««. morgen« 8 Uhr. Statianen SwMemde. Hamburg Berlin Frants.a.M. München Wien 755 D 754 D 754 SO 753 D 754 SO 755 NO «cttei 2 bedeckt 2 halb bd. 2 bedeckt I bedeckt 1 heiter 2 halb bd. u« c» a Ii h M tb Stakwnen es II 8 a 8>— Haparanda Petersburg Scillh Aberdeen Parts 771 SD 743 NNO 745 SSO 749, SSW 8 bedeckt 1 wolkig 3 halb bd. 3 bedeckt »ai D _ t-s. 1 Wetter-Prognose für Sonntag, den 4. November IS0S. Ein wenig lühler, teilweise heiter, aber veränderlich mit geringen Nieder- schlägen und mäßigen östlichen Winden. Optiaed« Artikel. Wecker-Uhren mit Abstelier... von 1,45 an Nickel-Remonloir-Uhren, 30 St-Werk von 2,65 an Echt silberne Remontoir-Uhren.. von 6,50 an Echt»IIb. Renontolr-Uhren, 6 Rubis von 7,— an Echt gold. Oamcnhalsk. m. Schieb., 130cni!. v. 11,50 an Echt goldene Ringe....... von 0,90 an Versand gegen Nachnahme oder vorherige Einsendung des Betrages. Risiko ausgeschlossen. da bei NichtgefaU. Geld retour. Julius Busse BEUL. IN C. 1» GrUnntr. 11/4 0. und Ecipzigcrwtr« 77, Reich illustrierter Katalog'VfB über alle Arten von Uhren, Ketten, Gold-, nrMje Silber-, Nickel- n. Bronzewaren, optischen D'OUO Instrura, photograph. Apparat., Musikwerk., frenl/n Leder-u. Stahlw., Uhrenfourn. n. Werkzeugen"1 UullRUi Kaffoeservtoe, vernickelt, 4tdg., 1 L. von 6,50 an Brotkörbe........... von 0,46 an TafelsutsStze versilbert..... von 2,50 an Photographisehe Apparate mitSmaligor Plattenwechselung..... von 4,50 an Operngläser mit Etui...... von 3,40 an Sy Wirklich billige und anerkannt reelle Bezugsquelle für Wiederverkäufer, Uhrmacher und Händler. Bronzewaren Photograph. Apparate. Staatspreise. Goldene Medaillen. Ehrenpreise. BERLIN SO. CARL ZOBEL BERLIN SO. Köpenickerstr. 121, Eckhaus. � Vp« Aw Köpenickerstr. 121, Eckhaus. Beste Herren, und Knaben.Garderoben der Gegenwart. Alle GröCen, auch für korpulente Herren, in reichster Auswahl vorrätig. Für jedes bei mir gekaufte Kleidungsstück tibernehme ich volle Garantie. Feste Preise. Werkstätten im Hanse- Ankleidezimmer in jeder Abteilung. Großes Stoflflajfcr für Maßarbeit. Der gute Ruf meiner Firma bürgt für gewissenhafte und billige Bedienung. Besichtigung ohne Kaufzwang gestattet- Jedes Wort 10 Pfennig. üas erste Wort(tettgedruckt) 20 Ptg. Stellengesuche und Schlatstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort (iettgcdruckt) 10 Ptg. Worte mii mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Deckbett, Unterbett, Kiffen mit glatlroiem Inlett 16, 56, Psandieibe Andieasstraße achlunddreißig.■2(X)5St* Notrota-geitreilleS Deckbett, Unter. beU, zwei Kissen 18.00, Andreas» strafe« achtunddreißig. Pfandleihe.* Bauerndeckdctt, Unterbett, zwei Kiffen 27,00. Große Latin 1,00. LeibhauS AndreaSstraße achtunddreißig. Elellrische nach überall.' tttarDtueiibans Großegranklurier« strafe« 9, parierte__ 1+ tche!(febierbasie) i für die Hälsle des >pichl»ger Brünn, H Tepptttie! Gröfeen im TeppiW. H Markt 4, Bahnhof Börse. in allen Werl es Hackeicher 263/14' Teppiche luilFardeiifebleruFabrtl. f Niederlage Grofee Franksurlerftrafee 9. parierte-M ) Kleine Anzeigen| -eiifeblerngobrtl.| Pianino, gold graviert, 100,—(fein Speichermöbel. wenig gebrauchter, Herrensahrr« ankfurlerstrafee 9, Tafelklavier), Tunnslraße 8, 1. 176/6' verliehen gewesener Möbek. Büfetts, wie neu, 45,00 ANZEIGEN fOr die nächste Nummer werden In den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, In der Haupt-Eipedltlon, Lindenstrasse M, . bis 5 Uhr angenommen. Sieppdecken billigst Fabrik Grefe« gvantlurievjtrofe« 9, parterre__ fl Mufikwerke, Sprechmaschinen. Teilzahlungen. Jnvalidenftraße 20. Skalcherslraße 40._ 1S36K Jfebcrbeiten, Stand 10,50, grofee 16,00, Gardinen, Wäsche, Decken, WinterpaletolS, Uhren, Koldsachen spottbillig PsandleihhauS Küstriner- Platz 7._ 19625t* («nsfronen, Petroleumkronen ohne Anzahlung, Woche l, 00. LouiSBittcher (seldst).— Spezialhäuser: Boxhaaener» strafee 32(Bahnvcrbindung Warschauer- strafe«), Reinickendorf ersirafee 116, Schönhauser Allee 80, Potsdamer- straße 81, Rixdors, Kaiser Friedrich. strafe r 247(Hermannplatz.) 1989R* Singcrmaichine 10,00, Alexander- straße 12. 248/17» Billige Quellen. Herren-Anzüge, Joppen, Paletots, ArbettSsachen, Größte Auswahl. Wilhelm Zange, Resterhandlung, Turmstraße 84. Zweites Geschäft AU> Moabit 82. Dritte« Geschäft FlenSburgerstraße (Stadtbahnbogcn)._ t77* Bronzegaskronen!! tampen 9,001 SalongaSkronen 15,001 GaSampellyren>'/,! ZwcilochgaS- tocher 3,00 1 GaSbeizsparösen 6,00 1 Wohlauer, Wallnerthealerstraße 32. Hochvornchme Herrenanzüge, HerrenpaletolS au« feinsten Maß- stoffen 18 bis 38,00, Hofen 7—12.00 oertaust täglich, Sonntag. Deutsches Versandhaus, Jägerstratze 63, L* MSpeichermöbel, weni verliehen gewesener Möde nturen, Büfetts, Säulentrumeaus Plüschgarn 35,00, Paneelsoja», Salonteppiche, Kleiderschränke, VerttkoS, Ausziehtisch 12,00, TafchensosaS, Ruhebetten, Mufchelbettstellen 25,00, bunte Küchen- einrichtung, Gardinen, Marmor- toiletten, Spiegel, Spiegelsplnd 15,00, alles GelegenheitSkäuse, Möbelfpeicher Brlmncnstraßc 182. 194111* Hochelegante Herrenanzüge und Paletots auS seinstenMaßstoffen 25—40 Mark. Perkauf Sonnabend und Sonn- tag. BersandhauS Germania, Unter den Linden Lt. KeinegiUalen. l977K» Steppdecken poitbillig, Große Flankfurter lrafee 60. Fabrik l842K Sardtnen, Portieren, Reste 1— 2— 8 Fenster, enorm billig. Gar« dinenhaus Jerusalemerftraße IL.* Herrcnfnhrrob, wir neu, 45,00. strafet 36 b. Damensabrrad, Holz, Blumen. 2002K' Kanarienhähne.Porsänger.Reihsner, Kastanienallee 23. t60* Kanarirnroller, billig, Alexanderstraße Zuchtweibchen, 12, 248,16» «anarienhöhne. Weibchen, Heck- '' Seh''"" bauet, vertaust Klauß, straße 55 III, rbellmer. ßgO Kanartenroller, acht Stück, vor. jährige. 4,50, Klick», Wittstockerstraße 5. Kanartenhiihne. Hochseine Vor- sänaer, billig. Lehmami, Brunnen- straße 29._ 25646 Kanartenroller. lein straße 20. Scholtz, Schön« 25266» «kanartenroller. gulsütterndc Weibchen, b wacher, Wanlcuffelflratze end, chu- f Kanarienvögel verlaust billigst Scheibe, Zossenerstraße 34, L 26196 Kanarienhähne verkauft Friede wald, Grünauerstraße 9._ f7 Kanarteuhähue 6 Mark Palisadenstraße 29, vorn IV. +30 Seifertvögel billig Noack, Schweden- straße 13,_+95 Kanarienhähne. Setsertstamm, Mahnte, Görlitzerslraße 32._+7 Borschläger, Seisertftamm, billig Kramer, Boxhagenerstraße 11.+3 Kanarienhähne Rosenau, Reichen- bergerftraße 137,_+7 Kanarienhähne billig Swine- münd erstraße 99 IV, Hersort,+95 Kanarienhähne. Zaultck, Pappel- aller IIb III.+6« WinterPaletoK, MonalZanzüge� wenig getragene, von S Marl an, �rohe Auswahl für jede Figur, auch neue elegante Garderobe auZ erster Bezugsquelle 20 Prozent billiger wie im Laden, direkt vom Schneider- nicifter Paul Fiirstenzelt, nur Rosen- thalerstrahe 10. Habe leine Filialen. Monatsanziige und Wmter palelotS von 5,00, Joppen von 4,50, Hosen von 1,50, Gehrockanzüge von 12,00, Fracks von 2,50, sowie sür korvulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Psandleihen versallene Sachen laust man am billigsten bei Naß, Mulack strahe 14. 24256* Zigarrengeschäft umständehalber zu verlausen Friedebergcrstratze 14. Dringend sollen ausgabehalber sämtliche Möbel von süns Zimmern, auch Küchensachen, billig verkaust werden, darunter geschnitztes Büsett, Anlleideschrank, Satin-Schlaszimmer, Stand Betten 20 Marl, Stühle, Tische, SosaS, Waschtoiletten. Bilder, Gardinen, Steppdecken, Verschiedenes. Dresdenerstrahe 38, vorn II links.• Obstanlage! zu verlausen, grast artige Kapitalanlage, nur 1000 Marl ersorderltch. Persönlich anzusragen bei Otto Trentepohl, Wensikendors lMark). 1970K* Möbelfabrik DreSdenerslraste 8 IKottbuser Tor). Wohnungs> Ein- richtungen, Küchenmöbel, Polstermöbel, nachgcdunlelteMahagonimöbelLstöbel- cinlausch lRatenzahlung). Scheidt, Tischlermeister._ 1976K* Herren- Garderobe nach May, saubere Arbeit, großes Stostlager, laietot, Anzug 35 Mark an. Kaust beim Handwerker, lassei den Hand- iverler o erdienen. Teilz ahlung gestattet. F. Dörge, Dresdenerstrahe 109.* tiiudrrwagrn, ltinderbellstellen, «porlwagen, gebtauchte, zurückgesetzte spottbillig. Schneider, Kunürslen- straste 172._ 2459b* Plüschsofa, Scklafsosas billig zu verlausen Adalbertstraste 79.-s-7* Kohlengeschäft zu verlausen. Auslunst Brandenburgstrabe 1—2, Restaurant._ 2482b* GaStrone«, Petroleum krönen, Woche 1 Marl, Fabrilpreise. Große Fraulsurterstratzo 92 und Ravens- straße 5(Wedding)._ 1852K Kinderwagen, Kinderbettstellen. zurückgesetzte, spottbillig Sommer, Äienerslraße 51._ 24606* Möbelangebot. Im Anhalter Babnspcicher, Möckernstraße 25, An» Halter Jnnenbahnhos, direkt Hoch- bahnstatton Möckernbrücke, stehen ver- schiedene Einrichtungen zum Verlauf. Darunter befinden fich hoch- moderne Schlaszimmer, Speisezimmer, Herrenzimmer, auch einzelne Salon- garnituren, Paneelsosas, Bibliotheken,, Anlleideschränke, Nußbaum- büsetle, Bronzetroucn, Oelgemälde, Schreibtische 28,00, Ruhebetten mit prachtvoller Diwandecke 22,50, wnn- derichöne SäulentrumeauS 30,00, doch elegante Salonteppiche schon 14,00 bis zu allergrößten Saalteppichen, allerliebste Zimmerteppiche 8,00, reichgestickte Uebergardinen. Spachtel- storcs, Tüllgardinen, Steppdecken, Saloubilder, Standuhren, prachwolle Plüschtischdecken 5,00, verschiedene Gelegenheiten. Uebernahme voll- ständiger Warenlager, Wirtschastcn, Konkursmassen, Nachlässe zumschnellen Verlaus und Versteigerung. Otto Ltdelcs Anhalter Bahnspeichereien.* "Damen/actetts, Paletots, Kostüme, hochelegante Reisemufter, teils aus Seide, 9 Marl, Posten eleganter Steppdecken, statt 8 Mark jetzt durch- weg 3,75. Julius Neumann, Belle- alliancestraße 105._ 1961K* ""Immer und immer wieder» muß betont werden, daß Sie selbst schuld find, wenn Sie beim Einlaus von Herren- und Knabengarderobe rein- fallen, warum können Sie das Handeln nicht lassen und besuchen solch' un- reelle Geschäfte. Gehen Sie zu Schlesinger, so lausen Sie unbedingt gut. Wo? Turmstraße 53. Fahrgeld wlrd vergütet. 19K5K» Räumung?- AuSverkaus l Gar dinen, Stores, 10 Proz. Rabatt, Fenster 1,15, 1.55. 1,85, 2,45, 2,95, 3,85, 4,75, 5,75 usw. Weißenbergs TeppichhauS, Große Frankfurter straße 125, nabe Koppenstraße.* Tüllbettdecken 2,15, 2,25, 2,45, 2,95, 3,25, 3,35, 4,50 usw. Vorzieb- gardinen, weiß, creme, rot und gold- farbig m allen Preislagen 10 Proz. Rabatt. Weißenbergs TeppichhauS. Räumungö-AuSverkaus! Möbel- stofie, Möbelplüsche und Reste sür ganze Bezüge 15 Proz. Rabatt.> Japaner- und Perser-Tcppiche, 2 Meter lang 3,85; 2,35 Meter lang 5,90. 2013K* Große Posten echte Plüjchteppiche mit Fehlern, nur so lange Vorrat 10 Proz. Rabatt. Wcißenbergs TeppichhauS, Große Franksurter straße 125. L0l4K* Möbeltischlerei liefert gediegene Wohnungseinrichtungen äußerst billig. Bunte Küchen. Reelle Arbeit. Be- fichtigung meines staunend großen LagerS erbeten. Auch Ratenzahlung. Nur Keller und Hinterräume. Harnack, Tischlermeister, Dresdener- straße 124, zwischen Oranienplatz und Ziottbuser Tor._ 1758K* Halbrenner 30,00, tadellos, fetten gebotene Gelegenheit, verlaust drin- gend Horn, Große Franlsurter- straße 124._ fBO Monatsanziige, Wtnterpaletols von 5 Marl an. Auch neue elegante Hcrrengarderobe laust man den dritten Teil billiger al» nn Laden beim Schneidermeister Fürstenzelt, nur Straußbergerstraße 45, parterre. Herrenbekleidung nach Maß, moderne gediegene tzlussührung, vor- züglicher Sitz, niedrige Preise. Großes Stofilager, nur bewährte Fabrikate. Produklio- Genossenschaft Berliner Schneider, Berlin, Kommandanten- stratze 51. 2540b Gisenöfen, gebrauchte, neue 2.00 an, Dauerbrandöfen 11,00, Cadöosen, Kochmaschinen 14,00, Gasöfen 6 00. Schröder, Hochstraße 43. 2o17o Lichtbilder-Apparat dillig abzu- geben Weberstraße 13, Micksch. 25506 Restaurant, Lausgegend, sehr großer Umsatz, billige Miete, große Räume, anschließende Wohnung, um- ständehalber billig. Sichere Existenz. „2000" Postamt 37._ 25496 Zigarrengeschäft verzugshalber billigRixdors, Hobrechtftraße 5. 2537b Obst. Gemüse, Materialwaren, Brennmaterial krankheitshalber billig Gleimstraße 17.__ 25166 Räumung?- Ausverkauf I Einen Posten Tuchiischdecken 1,65, 1,95, 2,45, 2,95, 3,50, 4,35 usw._ 2015a* Plüschtischdecken, wert das Doppelte: jetzt 6,85, 7,50, 8,75, 9,75, 11,00: 10 Proz. Rabatt. 20l6k* Steppdecken, nur so lange Vorrat 2,85, 3,85, 4,85, 5,85, 6,85. 20t7K* Tuch- und Plüschvorhänge mit Ouerbehang 3,85, 4,50, 5,00, 7.85. 9,50, 10,50 usw. mit 10 Proz. Rabatt. Weißcnbergs Teppichhans, Große Franlsurterstraße 125, Haltestelle nahe Koppenstraße._ 201 k.K* Möbelfabrik, Oranienstraße 58, direkt Montzplatz. In meinen füns Etagen stehen komplette Wohnungs- einrichtungen in jeder Preislage vom Einsachsten bis zum Elegantesten. Besondere Gelegenheit biete ich in verliehen gewesenen, fast neuen Möbeln, die bedeutend herabgesetzt find. Besichtigung erbeten, vhue käus- zwang. Aussallend billig verlause ich neue Chaiselongues 17, Schlaf- fosa 27, Satteltaschensosa 45, Paneelsosa 55, hochelegante Plüsch- garnitur 75, Säulentrumeau 29, Bettstelle mit Matratze 16, Auszieh- tisch 16. Muschelspind, Pcrttto 27. Gekaufte Möbel lönnen drei Monate kostenfrei lagern. Teilzahlung ge. stattet. Kein Laden, direkt Fabrck. Auch Sonntags geöffnet. Muster- buch gratis._ 1523K* Bronzegaskrone«, dreiflammig 6,00, Salongaskronen 15,00, Kas- lyren 1,50, GaSwandarme 0,65, Schaufensterbeleuchtung, GaSbogen- lampen, Petroleumlampen spottbillig. Gassparlocher 1,00, Zwelloch 3,00. Schröder, Hochstraße 43._ 25185* Herrenrad, fast neu, spottbillig. Kvauth, Zionskirchstraße 42. 2582b Geschäfte jeder Branche verlaust vorteilhaft und rasch, ohne Kosten- Vorschuß Verlag Bartz, Potsdamer- straße 79. 2505b Gutgebendes Obst- und Räucher Waren-Geschäst, nachweislich sichere Existenz, wegen anderweitiger Neber- nähme billig zu verlausen Choriner- straße 21. 2583b Lieferwagen und alle 3 Pallfadenstraße 101. : orten Räder 2551b Entzückende Blusen, Kostümröcke, Jacketts, selbstgeserttgt, auffallend billig. Keine Ladcnmiete. Ltttaucr, Brunnenstraße 4, I. L577b Haarsärben, unubertrofien.Probe- staschen 0,40. Winterseldt, Eisasserstraße 20(früher Karlstraßc). 2574b Teppiche, Rückseite angeleimt, unter Fabrikpreis. Stoehr, Münz- straße 17._ 1963a* Parteilokal. Restauration— Destillatton, Billardzimmer— Vereinszimmer, täglich»/» Bahrtsch, 120 Liter. Sprit für Nordhäuser, Schiefischen monatlich. Große Woh- nimg. Geringe Miete, da Haus- Verwaltung. Brillante Kapitalanlage. Erforderlich 4000 Marl. Offerten unter P. 4 Hauptexpedition des „Vorwärts*. 2571b Cichlasoma. neuer prächtiger Chanchtto, Stück 50 Pfennige, mehrere billiger. Schleierschwänze und andere ».ier'sischc billig. SkubiS, GotzkowSlh- straße 21._ 25566 Grünkramgeschäft billig zu ver- lansen. Offerten H. Soh. Postamt 2, Rixdors._ tll4 Aquarium mit Springbrunnen verkaust Wiegner, Ebelmgstraße 9. Herrenfahrrad, Damensalirrad, Grammophon, elegant, spottbillig. Wienerstraße 37, Lokal. 2552b Ute immer noch 10 Mark l Hochwald- Ackerbaustellcn im schönen romanttschen Eggersdorf bei Strausberg, süns Minuten vom Bahn- hos, mitten im Walde, herrliche, � ge- sunde Lage, nie wiederkehrend, grötzte Zukunst. Nur der kulante, bekannte Otto JoerS, Pankow, Elisabethweg 10. Verkäufer täglich Terrain. 25SSb Winterpaletots, Winteranzüge, Winterjoppen, Herrenhosen, Gehrock- anzöge, Bettenverkaus, Wäscheverkauf, Teppichverkaus, Gardincnverkauf, Steppdecken, Tischdecken, Uhrenverkaus, Damencapes, Damenmäntel, Damen- röcke, Damenjacketts, Particwaren, versallene Psmidstücke, Damenketten, Herrenketten, Trauringe, Schmuck- fachen, Zigarrenverkaus, Bettenlagcrei. Spottpreise, Psandleihhaus, Weiden- weg neunzebn._ 176/14 Nähmaschine billig Btrkenstr. 51 III. «tetdrrfptnd. Wäichespind. Aus- ziehtisch, Tafchensosa, Bettstellen, Säulentrumeau. Nähmaschine verlaust spottbMig Schuhmann, Waldemar- straße 27, vorn I. 2562b Dame muß verkaufen: Säulen- trumeau 32,00, Paneelsosa, Teppiche, Ruhebett, Stores 3,00, Steppdecken, Bronzekronen, Küchenmöbel, Taschen- sosa, furnierte Muschelschränke 38,00, elegante Säulenschränke 45,00, schnell, Eisasselstraße 53, Konditorei. 25Slb Grünkramgeschäfl. Materialwaren und Kohlen, Preis 700,—, zu verkaufen, Fendler, Manteuffelstr. 115. Schleierschwänze 0,25, Panzer- weise 0,50, Gurami 0,50, Nectropws 0,30, Makropoden 0,15, Girardinus 0,05, GlaSaquarium 36X26X40 1,75. Andersen, Kürassierslraße 10a. L555b Drei Frettchen 18 Mark verkaust Zimmermann, Tieckstraße 5. vzgsb Plüschsofa 38,00, Bettstelle. Ma- tratze 15.00, Palisadenstraße 23, Tape- zier er._ 176/14 Metallbetten, zwei hochelegante. 100,00, Kinderbettstclle 25,00, Taschen. sosa 55,00, Ruhebett 28,00, Trumeau- sptegel 45,00. Ritterstr. I l2, II. 17«, n Frettchen verkaust Jarrey, Ar- tilleriestraße 2. ßl4l Milchgeschäft mit Rolle um- ständehnlbcr sofort billig verkäuflich, Kirchbachslraße 7. PI 10 • Menzel, liaucr-Guilarrzilher 7,00, Skrabei, Brunnenstraße 100. P95 Taschensofa, gebrauchter Diwan, billig, Sund, Waldemarstratze 63. f7 Herreiischreibtisch, 2 Bettstellen mit Matratzen, Schautelbadewanne gebraucht, billig zu verkaufen. Möller, Hohenlohestraße 5._ P8 Papageien, Ziervögel, Kanarien- Vögel, Waldvögel, Ziersische, Wasser. pflanzen, lebende Wasserflöhe, Grü- nauerstraße 14, Vogelhandlung. P8 Restauration zu verlausen Man- teussclstraße III._ fS Teifengeschäft mit Porzellan, umständehalber billig zu verkaufen Reichenbergerstratze 50._ t8 Schankgeschäft, passend sür Parteigenossen, verkauft. Preis 1100,00. Miete 800,00. Gustav Freytagstraße 6, Schöneberg._ PI05 Kolonialwaren.Grünkramgeschäst, srequenteste Lage, altershalber billig verkäuslich, Schöneberg, Koburgcr- straße 2, Zigarrenladen._ PI 05 Bobbin(Singer) �chneidermaschine 45,00, Langschiffchen 20,00, 25,00, sämt- liche fast neu, tadellos, sojort Tilsiter« straße 16, Milchgeschäft._+30 Nähiiiaschinen! Vergüte bis 10,00, wer Tellzahlrmg taust oder nachweist. sämtliche Systeme. Postkarte. Brauser, Tilfitersiraße 90. P30* Singer-Ringichlsschen 38,00, Lang- schiffchen 25,00, wenig gebraucht, wegen Schneiderei- Ausgabe. Merkmann, Große Franksurlerstraße 20. P30 Restaurant billig mit aohlensäure- Niederlage, Zahlstelle vom 4. Wahl- kreis. Erfragen Greisswalderstraße 46, Zigarrenladen._ P30* Kleideripind, Nußbaum, groß, tzutbrett, Plüschsosa, Teppich, Regula- lor, Kinderwagen, Verschiedenes, billig Weidenweg l, Reiter._ P30 Schlafsofa verlaust Niegisch, Lychc- nerstraße 14._+60 Schankgeschäft. gut gehend, viel Werlstellen, großer Verkehr, Zahlstelle, wegen Krankheit billig. Erfragen Warschaucrstraße 2, Restaurant.+30 Ecklokal wegen Todesfall sofort zu verkaufen, Charlottenburg, Wall- straße 69, Neye._+125 Restauration Orchestrion sür Stromstraße 42. mit 2000 Nachweis dauernder Beschäftigung sür Käufer einer Nähmaschine ohne tzlnzahlnnq Woche 1,00, gebrauchte 12,00. Köpnickerstraße 60/61, Große Frankfurterftraße 43, Prenzlauer- straße 59/60.+88 Verschiedenes. Patentanwalt Wessel, Gftschiner- straße 94». 927b* Rixdorf, Brüses Fcstsäle, Knese- beckstraße N3, Restaurant, Garten, Vereinszimmer, Parkettsaal(600 Per- sonen). Sonntags Ball._+121* Pfandleihe, Prinzenstraße«3, täglich 8—8, Sonntags bis 2[ IQOSK* Kunststopfere» von Frau Kolosty, Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* Bückier laust, beleiht Antiquariat K-chstraße 56, I. 1872K Renters Volksgarten, Pankow, Schloßstraße 2. Freunden und Be- kannten empfehle meinen Saal zu allen FesUichleüen, Versammlungen, Vereinen usw. zur gejälligen Be- Nutzung._+173* Graftes Vereinszimmer bis hun- dert Personen zu vergeben, Schön- lein straße 6, Donath. 1966b* Saal. 100 Personen, Sonnabende frei. Brauereiausschank Willner, Pankow. Schönhauser Allee.+69* Pfandlethe MarkuSstraße 27. Wer Stoff hat? Fertige Herren- anzöge, WintcrpaletotS 15,00. Wagner, Schneidermeister. Lichtenberger- straße 9.______ 176/5* Tanzunterricht! Grupe, Annen- stratze 16, zweimonatliche Anfänger- SonntagSkurse, Herren 4,00, Damen 3,00 monatlich. Speziell Walzer- Unterricht. 248/11» Nähmaschinen repariert schnell im und außerm Hause. Margies, Tilsiterstraße 10, Postkarte._+120 Taulicnliörsc habe eröffnet HauS- burgstraße 13, Hermann Gras, ge- nannt Sänger-Hermann.+120 BortragSkünstler, sozial-salirisch, humoristisch oder ernst, auch Borlrags- soubrette sofort steil Strobl, Koch- straße 16/17, II._ 25316 Humorist Willers empfiehlt sich den geehrten Vereinen. Buckowcr- straße 8, IL 176/10 Volkshumorist Oestreich, torstraße 15._ Wasser- +71 Maurer von Zeichenunterricht sür M und Zimmerer. Ausbildung Baupolieren/ R. Buchholz, Architekt und Baumeister. Rixdors, Weichsel- straße 15. Anmeldungen 7—9, Sonn- tagS 9—1.'25326* Empfehle allen Freuden und Be- kannten mein Weiß- und Bayrisch- bierlokal: Vereinszimmer mit Pianino ist zu vergeben. Kurt Spaet, Blumen- straße 20(früher Lietzmannstraße 26). Handwaschanstalt! ChlorfreieS Waschen, Freien getrocknet I Laken, Leibwäsche 0,10. Abholung, Lieferung Wunsch. Freier, Köpenick, Parrifius- straße. 4._ 248/18 Achtung! Restaurant zur Romin- teuer Hütte, Romintenerstraße 2. Empfehle den Parteigenossen, Gewerk- schalten und Vereinen meine Vereins- zimmer mit Pianino, 50 und l 00 Per- sonen fassend. Emige Abende noch zu oergeben. Heinrich Greive.+30 Bereinszimmer ganze Woche stei straße 10, Ecke. mit Pianino Schwelbeiner- +60 Graftes Bereinszimmer mit Pianino zu vergeben Prinz Eugenstraße 17. Prachtsaal Sonnabend November, Dezember sowie Weihnachten frei. Wendt, Münzstraße 17, Eingang Königsgraben. 248/19 Bauzeichnung aus dem Wege Cadincrslraße bis Warschauerbrücke (Hochbahn) verloren.'Abzugeben gegen Belohnung bei Gesche, Cadiner- straße 7, Hos I._+30 Humorist srei.Holz, Schulstraße 106. ».Achtung! 20 Mark kostet der An- zug, wer �tofy bringt. Für tadellosen Sitz Garantte I Kuschewsli, Anncnstraße 2. 2578b Platina, alte Zahngebiise, aller- höchste Preise. Linienstraße l99 II, Joachimstraße-Ecke. 2575b Alteisen, Metallbruch kaust höchst- zahlend Riedel, Markusstraße 43.* Wer Stoff hol I Fertige Anzüge nach Maß 20 Mark. Tadelloser Sitz, ballbare Futtersachcn. Frauke, Ackerstraße 143, Ecke Jnvalidenstraße. 25736 Ehrenerklärung. Die Beleidigung gegen den Lotterieverein„Jtalia" nehme ich zurück. R. Kaminskv. Rykcstraße 41.'2569b Muiikvcrein sucht gebrauchlcs VereinSspind zu lausen. Näheres bei H. Herttg, Gorlitzerstraße 57, V. Kegclbalnicn, große und kleinere Zimmer für Gesellschaften und Vereine zu vergeben. Wilmersdorf, Augusta- straße 66. 2539b Masseure sür sämtliche Kranken. kassen. Rummelsburg, Goethe- straße 10». 2538b* Lumpe», Metallbruch kauft August Buerschaper, Naunynstraße 19. Da- selbst Wagenvermietung.+8 Bolkssänger- Gesellschaft„Anke", 3. Feiertag, Neujahr frei. Swine- Münderstraße 17. Bolkssängcr-GAcllschast Dezember stei. Schmcltzer, Stetttnerslraße 57. Verloren. Paket, enthaltend Tuch. musler ist, vom Wedding bis Pols- damerbahn verloren worden. Bitte abzugeben bei Grünert, Wrangel- straße 94, Hos, parierre.+7 Humorist Hellmich noch stei Sonn- abend, Sonnläg Adolsstraße 12».+82 Vermietungen. Geld verdient jedermann durch Mieten eines Standes in der Riesen- WeihnachtS- Ausstellung. Quadrat- meter süns Mark. Auch für Schau- steller. Meldungen Elsassersstaße 53. Konditorei. 2560b �Voknunzea. Wohnung, billig, 3 Stuben, Küche, Bad, Kammer, Balkon, monat- lich 42,00, sofort zu vermieten. Rixdors, Elbestraße 16, vorn II. Strcmpel. Zimmer. Möbliertes Zimmer vermietet sofort Frau Jacobey, Kolbcrger- straße 26 III. 2510b Teilnehmer zum Vorderzünmcr gesucht. dämm 16/17, vorn H, gang. möblierten Kottbuser- lmker Aus- 25706 Möbliertes Zimmer mit Bade- einrichiung, 20,00. Auskunft: Münch, Koblanckstraße 10.__+141 Möbliertes Borderzimmer sofort oder zum 15. zu vermieten. Zu er- stagen Sonntags oder Wochentags nach 6',. Uhr. bei Hasselbach, Rirdori. Saaleftraße 6, vorn III(Ringbahn- hos.).+ll4 Möblierte Zimmer, auch Schlaf- stellen, vermietet Witwe Delloff, Weinbergsweg 12._ t113 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle sür cmen Parteigenossen zu vermieten. Frau Rosenthal, Forsterstraße 54, Hos III. Bessere möblierte Schlasstelle, 1, auch 2 Herren, Urbanstraße 65, vorn, rechter Ausgang, 2 Treppen links._ 22806 Saubere Schlasstelle für 2 Herren Weißcnburgerstratze 67, Hos rechts, parterre, Frede. 2568b Möblierte user 10, vorn I. Schlasstelle Engel- +136 Möblierte Schlasstelle(Flur- eingaug) Wallstraße 35, vorn in. Schlafstelle lzwci Herren) vermietet Spanholz, tzlndreasswaße 16. rechter Seitenflügel 25596 Schlafstelle vermietet Nicksch, Dres- denerslraße III, vorn, rechter Aus- aana I. 2554b 'Freundlich möblierte Schlafstelle, 2 Herren, Damen, sofort, Hankel, Münchebergerstratze 14, vorn II. f+ZQ Schlafstelle zu vermieten bei Horn- schuh, Lindenstraßc 73._ 25366 Zwei möblierte Schlafstellen Pseiffer, Pappcl-Allee 18, vorn II. s+95 Fliircingnug, bessere Schlafstelle, sofort Rittersttaße 124, Hos I, Bahn- sack._+71 Mietsgesuche. Möbliertes Zimmer, 15,00, Gegend Weddina, sucht junger Mann.„Sau- ber", Wiesenstraße 41, Zeiwngs- speditton.+82 �rdeitsmÄrkt. Stellengesuche. Heimarbeit sucht Frau Hobm, Reichenbergerstraße 106, Seilenflügel links.+8 Vlinder Stublsiechter bittet in» Arbeit. Stühle werden abgeholt und znrnckgeliesert. A. Gläser, Mnlnck- straße 27. 11686 Stellenangebote. Automobilführcr! Jedermann wird schnellstens zu erstklassigem Chauffeur theoretisch und praktisch ausgebildet. Glänzendste Erfolge. Lebrpläne kostenlos. Größter, vor- nehmster Slellennachweis. Stets Nach- frage nach Chauffeuren. Auto- lechnikum„Berlin", jetzt: Berlin- Wilmersdorf, Hildcgardstt'aße 13. Größte, bedeutendste Chaufseurschiüe! Deckcnrohrer verlangt Hollbaus, Halensee, Karlsruherstraßc 5. 251 lb* Selbständige Schlosser aus Schau- sensler sucht Kunstschmiede Krause, Pankow, Florastraße 33. 2592b* Schlosser aus Schaufenster, Türen, Fenster verlangt Blume, Charlotten- bürg, Schillerstraße 97. 2507b* Lehrling sür untere Gravicranstalt sofort gesucht. Kreibich, Haack u. Ko., Rittcrslratze 75. 122b Zigaretten-Arbeiter und Arbeite- rinnen werden stets eingestellt Perle- bergcrstraße 46._ 24676 Barockvergolder sucht A. Werk- Meister, Schmidstraße 8».+136 Rahmenmacher sowie Stanzer und Leiiner verlangt Wolff, Dieffen- bachstraße 33. 2534b Versilbercr sucht Goldleistensabrik Bartheis. Michaeltirchstraße 17. 2527d Arbeiter an der Gelbbrenne ver- langen Henniger u. Co., spictallwaren- sabrik. Alle Jakobstraße 106. 2533b Rohrer sür dauernde Beschäfti- gung. Arndt, Friedrichsberg, Gürtelstraße 22._+129 Dirigent sucht Arbcitergelang» verein. Erfragen Gusl Meyn, Char- loltenburg, Kirchstraße 12, Seiten. slügcl I.+125 Farvigmachcr straße 22. verlangt Pank- Arbeiter, tüchtige, zum Starren, verlangt Bau, Stratze 8, am Bcr- bindungSlanal. hinter Gebauers Fa« brik. Polier Behrendt.+77 Grundierer auf langt Werlmeister, Goldleisten ver- Schmidstraßc 8». Farbiginachcr Kursürsteintratze 7. verlangt Rabe, 176,9 Schlosser, 1 Schmied auf Stanzen- Messer verlangen Friedrich Marquardt u. Co., An der Michaelbrücke 1 Mariiiorschlcifcr oerlangt Wcigcn- see, Rölkestraße 129. 2563b Rahmenmacher verlangt L. Lechner, Alexandrinenstraße 93/94. Zusammenpasser und Drechsier, die auch Schirmstöcke seilen lönnen oerlangt Schälke, Riklerstraße 59. Kiftenarbeitcr, Handbetrieb, ver- langt, Brandenburgstraße 33. 2558b Rohrer werden eingestellt. Neu- länder u. Co., Kursürstendamm. Schürzrn-Näheriunen und Lehr- sräulein, Sternbeck, Grauuslraß« 18. Wirtschafterin sucht Kupserschniidt, Goßlerstraße 10.+146 Frau zum Sttllen gesucht. Offerten unter S. 20 an G. Scharnberg, Sesenheimer+lraße 1, Charlottenburg. Schirmnäherin wird verlangt aus Reparaturen und neu, liefern wie will. Rutkowski, Admiralstraße 34.* Stepperinnen, Haiidnäherinnen, Kleidchen, sucht Fallcnslein, Graun- straße 17. 2544b Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen koste«»0 Pf. die Zeile. Tüchtige Verkäufer für unsere Abteilungen Konfitüren Pfetrerkuclien Spielwaren zum sofortigen Antritt gesucht Meldungen mittags 1—2 oder abends 8—9 Uhr. A. Jandorf& Co., _ Bellealllance-StraBe 1/2. Verein der Berliner Buchdrucker Wd Schriftgie&er Die Buchdruckerei Be Bartels 9 Neu-Weißensee, Gencralstr. 8, ist für Verbandsmitglieder gesperrt. Die Buchdrucker, Buchbinder und Hülfsarbeitcrinnen haben gemeinsam wegen Nichtanerkennung des Tarifs die Arbeit niedergelegt. ficige MierüitB für unsere Abteilungen: Konfitüren Pfederkuehen Spielwaren sofortigen Antritt gesucht. zum Meldungen mittags 1— 2 abends 8— 9 Uhr. oder A. Jandorf& Co Belleallianoe-StraSe 1/2. '» Aclitnng! Achtung! Jtoierarheiter! In der Pianosabrik von Kell A Co.. Audreasstr. 3�, haben sämtliche Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeil niedergelegt. 141/16* Zuzug ist fernzuhalten. Vereinigung öer kdueiitinstrumeaten- _ arbeiter._ Acwitg! fjjjtfdintt! Der Verein selbständiger Kürschner (Pelzbranche) hat über die Firma .1« h a«. Co. die Sperre verhängl Wir ersuchen die seibslüiidigen Kürschner, fich streng an den Beschluß zu halten. 103/2* Der Borftand. Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Kürschncrvcrbandes ersucht die Mit« gliedcr, diese Werkstell« streng zu meiden, da selbige ebenjalls die Sperre verhängt hat über die Firma. Die Ortsverwaltung. ■m (Zahlstelle Berlin). Achtung? Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen. In der Firma E. Härtel«, Buchdruckerei, Weißensee, Gcneral- slraße 8, hat das Gejamtpersonal wegen glatter Ablehnung des Tarifs einmütig die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist streng sernzuhalte» l 26/5 Die OrtSverwaltuug. Ächtung: Ächtung f Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Teppich- Fabrik M. Protzen u. Sohn in Stralau bei Berlin b<> finden fich im Ausstand. Zuzug ist streng sernzubaltcn. 197/10 Filiale Straiau-Rummelsburg. elektrischem verkäuslich, .»________ BtinnUötnrchlFRebgiKut; gtnf üllt-cr, SiiliB. Sür göferatcnteil veraottv.: Th. Glocke, LerliüT'Lruck u. Verlag: verwättsHuKdruckerei»."PerlagSaustalt Paul Singer Lc Co.. Berlin Der Gaaroratand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Degen Streik und Lohndifferenzeu sind gesperrt: Für Tischler. Polierer und Maschiiieiiardciter: Ri'iinicr, Warschauerstr. 70. Für Perlmute- u. knopfarbeiter» Abi'aniowHky, Köpeuickcrstr» Keeler, Graudeuzerftr. 3. Grlnod, Trcsdeuerstrafte. Klar& Mvhulx, Waldemarstr. L-ebach 3k Comf»., Reinickendorf, Tegeler Weg. Für Drechsler: Sklanie. Wiencrstrafte. Panitach. Br, innenstrafte. Walter. Riidersdorferstraftc. Für Kammacher: Alle Betriebe Berlins«nd Bororte: ArvcitSlräste werden nur vom Arbeitsnachweise, Engel- Ufer IS vermittelt. Zuzug ist streng fernzuhalten. __ Die Orrsverwaltung. der Maurer Jßweljfverehi, Berlin. Sektion der Gips-dZemeuthranche,' Die Firma: Rabitzunternchmer Gottlieb Mcliula ist ivcgeu Nichtankennung der Organisation sür sämtliche organisierte 118/3* Raliihpuhtr, Apanner nnb Träger gesperrt. Di- Baute» sind in Rixdors. Bodestr. 14 und Jnnjtratze, Ecke Donnustratze.— Wir ersuchen alle Kollege«, die Firma strengstens zu meiden. _ Der Sektionsvorstand. Zentral-Verband Deutschlands. Zentralyerbacd der Steiaarbeiter! Wegen Maßregelung von 5 Kollegen sind die Bauten der Lolat-Eisen- beton-Gesellschaft und ihrer Unter» aktordanten O. SchlUc wiö J. Jüngers bis aus weiteres ge. sperrt. 180/U* Die Bauten find Kurfürsten. daiiiin 174, Neue Wilhelmstrafte «»d Lanktvitz, Pestalozzt-Stift. Kollegen l Lasse fich niemand täuschen. Keiner darf dort Arbeit nehmen. Die Ortsverwaltuna. _ I- A.: Fr. Starker. Aelitun Acbtono! Bei..de»' Unternehmer Körner haben sämtliche Kollegen wegen Ver« Ictzung des TarijoerlrageS(Lohn- kürzung) die Arbeit eingestellt: die Bauten sind für organisierte Kollegen gelverrt. 148/4* Zentralverband der Maurer.