Nr. 263. Abonnements- Bedingungen: abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 R., toöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bosto Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 ẞfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlo stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Zuſammenbruch. Die bürgerliche Welt ist wieder einmal voll tugendhafter Entrüstung. Die Enthüllungen, die der Prozeß Riehl zu Wien gebracht hat, haben es ihr angetan. Die entmenschte Bordellmutter, die aus der Schande und der Versklavung unglücklicher Mädchen Gold münzt, die wohllöbliche Polizei, Sie nichts sah und nichts sehen wollte, die sauberen Mit glieder dieser Behörde, die die Kostgänger dieses Bordells waren, das sie revidieren sollten, gewissenlose Eltern, die das eigene Blut dem Gefängnis der Riehl überlieferten, das find treffliche Anlässe zur sittlichen Entrüstung, die die eigene Tugend umso wohltuender empfinden lassen. Wenn es hoch kommt, verdichtet sich die wohlfeile Entrüstung zur Forde rung einer„ einschneidenden Reform der Sittenpolizei", allenfalls blizt auch die Erkenntnis auf, daß der Prozeß die Kasernierung der Prostitution gerichtet hat. Für die meisten Beobachter ist er aber nur ein vereinzelter Fall, aus dem feine allgemeinen Schlüsse gezogen werden dürfen. Sonnabend, den 10. November 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Doktor der Rechte mit ins Haus der Riehl gegangen. Wozu, haben. Mit stumpfer Gleichgültigkeit ließ die Polizei minder. ist nicht recht ersichtlich, denn die Revision ließ er durch zwei jährige Mädchen ins Haus der Riehl gehen und stellte ihnen aus. Wenn Polizeiagenten vornehmen, von denen der eine jener war, den Gewerbeschein das Gesundheitsbuch der regelmäßig die Revisionen vornahm und ebenso regelmäßig auch die Einwilligung der Eltern nicht vorhanden den Champagner und die Mädchen des Hauses genoß, der war, angeblich, weil die Mädchen nichts von ihren wahrscheinlich auch bares Geld von der Riehl erhalten hat. Eltern wußten, was sich dann später mehrfach als Genaueres fonnte darüber nicht festgestellt werden, denn dieser falsch erwies. Dann mußte das Mädchen wieder aus Herr und sein Polizeikommissar haben von dem Recht der dem Bordell heraus, nachdem es Zeit gehabt hatte, sich an Beugnisverweigerung Gebrauch gemacht, da sie sich nicht selbst das Leben der Prostituierten zu gewöhnen. Mit stumpfer einer strafbaren Handlung bezichtigen wollten. Ein paar Gleichgültigkeit ließ der Regierungsrat Dr. Kroph die KandiTage nach jener außerordentlichen Revision sind dann zehn datinnen für den Salon Riehl ins Verderben rennen, ohne den Mädchen zur Polizei vorgeladen worden. Und dort haben sie Versuch zu machen, sich über ihre Lage und ihre Persönlichkeit dann, da die Riehl Zeit genug gehabt hatte, sie einzuschüchtern, zu informieren, vielleicht noch die eine oder die andere zu erklärt, daß es ihnen gut gehe und sie keinen Grund zur Be- retten. Denn er war, wie er vor Gericht bekundet, auf schwerde hätten. Und das genügte dem scharfsinnigen Doktor Grund seiner Menschenkenntnis überzeugt, daß an ihnen der Rechte. Um Einzelheiten hat er die Mädchen nicht ge- ausnahmlos nichts mehr zu verderben war. Und dabei sind fragt, nicht einmal nach Aufzeichnungen, die doch hätten vor- blutjunge Dinger, die noch nie mit einem Manne verkehrt handen sein müssen, wenn die Angabe, daß Madame Riehl hatten, in das Bordell aufgenommen worden! Dies eine mit ihren Damen" abrechnete, wahr gewesen wäre. Mit Polizeiwort und ein anderes, daß der Polizeibeamte dazu da nur etwas mehr Eifer hätte der Herr alles aufdecken können, fei, die Deffentlichkeit vor der Prostitution zu schützen, nicht aber was jetzt der Prozeß enthüllt hat. Die Behörde hätte sich die Prostituierten vor der Bordellwirtin, charakterisieren den Der Einzelfall ist freilich gräßlich genug. Madame rühmen können, daß sie aus eigener Kraft Mißstände auf- Geist, der die heutige Sittenpolizei erfüllt. Und nicht bloß Riehl hatte ein ganz raffiniertes System der Sklavenhaltung gedeckt und gehoben hätte. Aber dazu hat es nicht gelangt. die von Wien, sondern die der ganzen Welt! Dieser Geiſt ausgebildet. Sie lockte vornehmlich junge unerfahrene Die Polizei war mit Regina Riehls Betrieb zufrieden, weil ist untrennbar von der Sittenpolizei und wird erst mit dieser Mädchen in ihren Salon andere hätten ihre Behandlung er das„ Laster" von der Straße fern hielt, weil er die Ehr- Institution verschwinden. nicht geduldet. Sie hatte ihre Zutreiber, ihre Agenten, die samen und Sittsamen von der Berührung mit verworfenen Jener offenherzige Beamte, der diese Auffassung von der ihr die Ware zuführten mit Bewilligung der Polizei hat Geschöpfen bewahrte. Aufgabe der Sittenpolizei fundgab, hatte durchaus recht. Unt ihr sogar die ahnungslose städtische Dienstvermittelung minderjährige Dienstmädchen zugesendet, die dann später überredet So konnte das System Riehl üppig gedeihen viele dieser Aufgabe willen ist die Sittenpolizei, ist die Reglemenoder auch gepreßzt wurden, Damen" zu werden. Die Mädchen Jahre lang. Wenn die Presse nicht die Polizei zum Vor- tierung der Prostitution geschaffen worden. Eine Wohlfahrtswurden wie Gefangene gehalten. Die Fenster der Schlaf- gehen gezwungen hätte, wer weiß wie viel Menschenleben behörde für Prostituierte ist sie niemals gewesen und kann sie die Riehl noch hätte zugrunde richten können. Ein Mahn- nach ihrem ganzen Charakter nicht werden. Und wenn alle räume hatten Milchglas und waren mit Vorlegeſtangen ver- die Riehl noch hätte zugrunde richten fönnen. sperrt die Polizei hatte es gesehen und gebilligt, alldieweil ruf der Wiener Arbeiterzeitung" blieb unbeachtet. Erst die Sittenbeamten, was sie erfahrungsgemäß nicht sind, Muster so die Augen der honetten Gesellschaft nicht durch den An- detaillierten Beröffentlichungen des„ Ertrablatt" brachten den von Steuschheit und Unbestechlichkeit wären. Denn diese blick des Rafters beleidigt" werden konnten.( Als ob die Amtsschimmel auf die Beine. Aber vorerst doch nur zu einem Zwangsinstitution fann natürlich niemals das Vertrauen ( Als ob die Amtsschimmel auf die Beine. Aber vorerst doch nur zu einem der Proſtituierten haben. Und die Sittenpolizei kann in Sittlichkeit besonders gefährdet gewesen wäre, wenn ein- widerwilligen Trott. Nach wie vor verließen sich die Oberen diesen armen Geschöpfen, die vom Reglement als rechtlose der Polizei auf die unteren Beamten, die einhalb Dußend Prostituierte ebenso viel Gelegenheit zu die ihnen selbst das Genick brechen mußte, am liebsten hätten Sachen behandelt werden, niemals ein Objekt erblicken, das öffentlichem unanständigen Benehmen gehabt hätten, wie die versanden lassen, die die Spione der Riehl machten, ihr vielen Hunderte andere, die nicht in Bordellen stecken!) Die bersanden lassen, die die Spione der Riehl machten, ihr menschlicher Rücksicht würdig wäre. vielen Hunderte andere, die nicht in Bordellen stecken!) Die halfen, die Mädchen einzuschüchtern und zu ängstigen. Kein durch die Sittenpolizei repräsentiert wird. Es ist nicht nur Schlafzimmer waren so klein, daß die Insassen der Gefäng- Wunder, daß so viele von diesen vor dem Untersuchungs- die Kasernierung der Prostitution, die getroffen ist, nicht bloß Der Prozeß ist der Zusammenbruch des Systems, das nisse mehr Luft hatten, als die Bewohnerinnen der Salons Riehl. Je zwei Mädchen mußten in einem Bett schlafen. richter falsche Aussagen gemacht haben, fürchteten sie doch alle, das Bordellsystem. Freilich ist es die schlimmste aller InstiSie doch wieder ihrer einmal eine„ Dame", die sich„ brab gehalten", zur Reklame halterin ausliefern würde und daß sie dann der Nache der die Gefahren der Prostitution zu beschwören oder doch zu ausführte, wobei sie sie schlauerweise mit Schmucksachen be- Riehl hülflos preisgegeben seien. Mehrere Mädchen mußten mindern sucht. Nur im Bordell konnte der spezifische Fall Riehl hängte und ihr ein Täschchen mit Geld zu tragen gab, damit schließlich wegen falscher Zeugenaussage neben der Riehl auf entstehen. Wir haben alle Ursache, das zu beachten, denn in das arme Ding bei etwaiger Flucht wegen Diebstahls zu be- die Anklagebank. Organe der Polizei haben sie auf dem Gelautete. langen war. Alles, was die Mädchen verdienten, mußten wiffen. Das Gericht hat ihnen verständigerweise im weitesten Deutschland gibt es genug Rufer nach Bordellen oder doch fie abliefern. Sogar die persönlichen Geschenke, die sie über Maße Milderungsgründe bewilligt, so daß die härteste Strafe nach Stafernierung der Prostitution Busammendrängen der Prostituierten in bestimmten Straßen, verschleiertes die Tare erhielten außer dem Essen, dem Schlafraum für diese Kategorie von Angeklagten auf 4 Wochen Kerker Bordellſyſtem). In manchen deutschen Städten bestehen hatten sie nichts wie Prügel mit Schüreisen und HundeRegina Riehl hat wegen Freiheitsberaubung, peitsche, wenn sie einmal aufsässig wurden, wenn sie fort- Verleitung zum Meineid, Veruntreuung und Suppelei folche Einrichtungen ebenso gut wie in Wien, laufen oder den ekelhaften Gelüften irgend eines Perversen 3 Jahre Sterfer erhalten, ihre Gehülfin Bollak 1 Jahr gern die reichsdeutschen Behörden das auch schamhaft vor der Welt verleugnen möchten. Daß das Bordell aber die nicht zu Diensten sein wollten. Die Riehl hatte indessen noch und der Angeklagte König, der seine minderjährige Tochter brutalfte und die für die Mädchen gefährlichste Form bessere Bändigungs- und Verwahrungsmittel als geschlossene durch Mißhandlungen gezwungen hat, lange Jahre in der der Reglementierung ift, das hat der Prozeß Riehl Türen und Wächter, als Schüreisen und Peitsche. Den Gefangenschaft der Riehl zu bleiben, 8 Monate schweren mit unübertrefflicher Deutlichkeit bewiesen. Der Fall Mädchen wurde keine Kleidung gegeben, in der sie sich auf Sterker. Die Supplerin wurde außerdem verurteilt, an Riehl zeigt das Bordell als den Stunden der Mädchendie Straße wagen fonnten; sie erhielten nur die leichten Ge- 12. Mädchen Entschädigungen von 50 bis 1000 Stronen zu händler, als die Triebfraft des Mädchenschachers. Und wie wänder, die Prostituierte im Bordell tragen. Der Haupt- zahlen. trumpf der Stlavenhalterin aber war die Polizei. Die Damit ist der Gerechtigkeit Genüge geschehen. Und grausam ist die Illusion zerstört worden, daß das Bordell den Polizei, die darauf achten sollte, daß die Bordellwirtin die wenn die schuldigen Polizeibeamten im Disziplinarverfahren trefflich hat Madame Riehl die Gesundheitskontrolle unwirksam Mädchen nicht übermäßig ausbeutet und nicht wider ihren bestraft, vielleicht auch vor Gericht gestellt worden sind, dann Willen festhält. Die Polizei, die die Mädchen darüber be- fönnen die Akten über den Fall Riehl geschlossen werden. als beurlaubt gemeldet. Selbst wenn die Gesundheitskontrolle zu machen gewußt. Stranke Mädchen wurden versteckt und Lehren sollte, daß ihnen ein Teil des Verdienstes zusteht und Er ist ja nur ein Einzelfall. in medizinischer Hinsicht ebenso verläßlich wäre, wie sie Wie daß die Bordellwirtin fein Recht hat, sie als Schuldgefangene Doch tun wir den österreichischen Behörden nicht unrecht. nachgewiesenermaßen unzuverlässig ist, die Händlerinnen mit zu behandeln. Die Polizei diente der Riehl als bestes Der Polizeipräsident von Wien hat vor Gericht ausdrücklich Menschenfleisch würden immer noch verstehen, ihr Schnippchen Schreckmittel für freiheitslüsterne Mädchen; sie drohte ihnen erklären lassen, daß schon bei der Einführung des Systems zu schlagen. damit, daß die Polizei die Entlaufene auf ihren Antrag ins der tolerierten Häuser die Gefahr der Freiheitsbeschränkung Der Bankerott des Bordellsystems liegt für den flüchtigen Arbeitshaus, in die Besserungsanstalt steden werde. Und für die Prostituierten und die Gefahr der Bestechung der Beobachter des Prozesses auf der Hand. Aber den tiefer die zitternden Mädchen glaubten es, denn sie sahen ja, daß unteren Beamten erörtert worden sei. Und natürlich soll nun Eindringenden enthüllt sich mehr. Bankerott hat nicht nur die Frau Riehl mit den Herren von der Polizei auf bestem die Sittenpolizei einer„ einschneidenden Reform" unterworfen das rohefte System der Reglementierung gemacht, Fuße stand, daß Polizeibeamte ihre Gratiskunden waren und werden. So will man den Prozeß also doch nicht als Einzel- sondern die polizeiliche Reglementierung der Prostitution daß diese Polizeibeamten, ebenso die Polizeiärzte, die sie fall behandeln, ihn mit der Bestrafung der Supplerin und überhaupt. Wie es in Wien der Supplerin die Sklavinnen darauf prüften, ob sie den Kunden des Salons auch feine Ge- der schuldigen Polizeibeamten nicht abgetan sein lassen? So im Gewahrsam hielt, so hält es dort, wo die Bordelle fahr brächten, für ihre persönlichen Erlebnisse, für ihre Lage wird der Prozeß also, eine Wendung in der Behandlung der fehlen und die einzelne Prostituierte das Ueberwachungsabsolut fein Interesse hatten. So fühlten sich die Mädchen Prostitution bedeuten? objekt der Polizei ist, das Mädchen im Schlamme der Provon aller Welt verlassen ihre Briefe wurden von der Riehl Ja, wenn eine Reform der Sittenpolizei helfen könnte. ftitution fest. Wir haben keine Ursache, pharisäisch die Achseln zensiert, die Klagen, die sie Besuchern vortrugen, wurden Was will aber eine Reform der Reglements bedeuten! So zu zucken über die Wiener Schlamperei. Wie hier in nicht geglaubt, oder nicht weitergegeben, weil die anständigen lange die gesellschaftliche Heuchelei die Prostituierte ächtet, Deutschland Menschenrechte genommen, Menschenleben verHerren sich genierten zu sagen, an welchem Orte sie ver- so lange die Gesellschaft entrüftet die unglücklichen Wesen nichtet werden durch die Paragraphen des Sittenreglements, schwiegene Freuden gesucht. Und wo sich doch einmal einer wie Pestkranke außer alle menschliche Gemeinschaft das ist oft genug an Einzelbeispielen erhärtet worden. Der dazu aufgeschwungen hat, die Polizei zu benachrichtigen, da jagt, so lange werden alle einschneidenden Reformen" fürzlich registrierte Fall jenes Mädchens von Halle, das die hat diese edle Behörde das Vertrauen der Riehl nicht getäuscht. für die Staß sein. Schon die bestehenden Vorschriften hätten Weisheit der Hallenser Sittenpolizei beinahe wieder in den Die oberen Beamten fühlten sich zu gut, selbst in den Sumpf der Wiener Polizei Handhaben gegeben, das System Riehl zu Sumpf gestoßen hätte, daraus es sich mit ehrlicher Arbeit gezu steigen, sie sandten die unteren, die gegen die Gratis- verhindern. Aber was ist von einer Behörde zu erwarten, die rettet hatte, wird noch in frischer Erinnerung sein. Das sind genüsse, die ihnen die Riehl spendete, nicht unempfänglich ihre Pflicht lediglich darin sieht, der honetten Gesellschaft mög- Bustände, die nicht besser sind wie die, die der Prozeß in Wien waren und demgemäß berichteten. Zudringlicheren Be- lichst den Anblick des„ Lasters" zu ersparen, das besagte enthüllt hat, die sich nur dem Grade, nicht dem Wesen nach schwerdeführern wurde energisch bedeutet, nicht fürwißig zu honette Gesellschaft doch nicht entbehren kann! Was von ihnen unterscheiden. sein und sich nicht um Häuser zu fümmern, die die Polizei ist von einer Behörde zu erwarten, die lediglich die Der Prozeß Riehl ist der Zusammenbruch des Systems, überwacht, in denen also nichts Schlechtes geschehen könne. Deffentlichkeit vor der Prostitution schüßen will und das den Prostituierten die Menschenrechte nimmt, um des Das tollste Stücklein ist, daß sich selbst die Liga zur Be- die Prostituierten als Geschöpfe betrachtet, die keinerlei Phantoms eines Schutes gegen Geschlechtskrankheiten willen kämpfung des Mädchenhandels auf diese Weise abfertigen ließ. Anspruch auf Fürsorge, keinerlei Menschenrechte haben! und um der Heuchelei einer Gesellschaft willen, die Wesen Einmal ist allerdings so etwas wie eine besondere Unter- Mit stumpfer Gleichgültigkeit haben die Polizeiärzte, ächtet, die ihr unentbehrlich sind. suchung durch die Polizei vorgenommen worden. Es war die allwöchentlich zweimal im Salon Riehl untersuchten, über Auf eine Beseitigung dieses Grundübels in der Bchandeine detaillierte anonyme Beschwerde an die Staatsanwalt- die Wunden der Mädchen, die ihnen von grausamen Miß- ung der Prostitution, auf eine Beseitigung der polizeilichen schaft gelangt und diese Behörde verlangte genaueren Bericht. handlungen erzählen konnten, hinweggesehen. Steiner wußte Reglementierung der Prostitution aber wird sich die Wirklich ist denn damals auch ein höherer Beamter, ein sich zu entfinnen, Spuren von Mißhandlungen je gesehen zu' bürgerliche Gesellschaft schwerlich einlassen. Die offizielle Heuchelei verbietet ihr die Aufklärung über die Gefahren der führten, werden kaum die nötige Zeit haben, um aus den Vorstädten durch| Nachricht von der bereits erfolgten Annahme des Abschieds Geschlechtskrankheiten im großen Maßstabe zu betreiben. Ihr die sich gewaltig ausdehnende Stadt bis ins Zentrum derselben den gesuches Pods zu bestreiten, scheint aber immerhin zu beProfitinteresse verbietet ihr sowohl, den Kampf der mehrstündigen Gang zur Stadtduma zu machen. Sogar wenn der weisen, daß die Meldung des Scherlblattes der gemeldeten Arbeiterschaft und namentlich der weiblichen Proletarier fleine Mann selbst dazu bereit wäre, wird ihn sein Brinzipal, der Tatsache nur um eine kurze Zeitspanne vorausum bessere Arbeitsbedingungen zu fördern oder auch nur Meister, der Kaufmann, nicht fortlassen. Aber noch schlimmer ist die geeilt ist. bon bureaukratischen und gerichtlichen Fesseln frei zu Lage der zahlreichen Leute, die als Wohnungsmieter" das Wahl- Das anscheinend noch immer Pod- offiziöse Scherlblatt machen, als auch eine tatkräftige Arbeit für wirklichen recht besigen, deren Wohnungen aber so flein sind, daß sie feine ist so boshaft, Pods Verabschiedung lediglich der Arbeiter und Arbeiterinnenschutz. Das alles aber wäre erforderlich, wenn die Gefahren der Prostitution ohne polizeiliche Zwangsmittel vermindert werden würden. Und deshalb versprechen wir uns von all' der schönen sittlichen Entrüstung über den Wiener Prozeß und all den„ einschneidenden Reformen der Sittenpolizei" nicht allzuviel. Unwesentliche Flickereien mag es geben, nicht mehr. Zusammengebrochen ist ein System aber nicht feitigt. Die russische Revolution. Wahlvorbereitungen. Wohnungssteuer" entrichten. Solche Mieter von kleinen Woh- gegriffenen Gesundheit des Landwirtschaftsnungen müssen sich nämlich auf dem Polizeirevier eine Beglaubigung ministers zuzuschreiben. Ganz unsinnig sei es, erklärt das ausstellen lassen! Das Polizeirevier aufzusuchen ist aber kein Ber- Scherlblatt in bemerkenswerter Uebereinstimmung mit der gnügen. Man wird da häufig unverrichteter Sache hinausgejagt.-- Deutschen Tageszeitung", noch immer von einem Duell Infolgedessen werden viele kleine Leute auf ihr Wahlrecht verzichten. Bülow- Podbielski zu reden. Kanzler und LandwirtschaftsMan sieht, wie planmäßig die Mächte der Nealtion arbeiten, minister seien stets ein Herz und eine Seele gewesen, ja Pod um den Ausdruck des Volkswillens bei den kommenden Wahlen zu sei eine der festesten Säulen der Politik des Reichskanzlers gewesen. Offenbar liegt die Absicht vor, dadurch den Kanzlerin das Schicksal Pods zu verwickeln. befälschen. Während in der Provinz die Militärdiktatoren noch mit Hülfe der Kriegs- und Feldgerichte, der Strafexpeditionen" und obligatorischen Verordnungen die" Ruhe" herstellen, das heißt den Boden für die Regierungswahlkampagne durch Gewalt und Ungesetzlichkeit ebnen, prüfen die Zentralbehörden in Petersburg seit einigen Wochen die Wahlgesetze und suchen durch Bündnisse mit neuen politischen Parteien ihre Anhängerschar zu vermehren. Seit dem 30. Oftober 1905 haben die Ministerien DurnowoWitte, Goremykin und Stolypin mit Hülfe der„ Schwarzen Banden", des Verbandes echt russischer Leute", der Partei der Rechtsordnung" usw. regiert. Diesen Leuten wurde im Laufe eines ganzen Jahres freie Hand gegeben, Judenmezeleien zu organisieren, durch Wort und Tat die größten Gemeinheiten zu begehen. Staatsgelder und Staatsdruckpressen standen ihnen frei zur Verfügung; unter dem Schuße des Militärs und der Staatsbeamten konnten sie ungehindert agitieren. Und doch haben diese Parteien einen so geringen Zuwachs erfahren, daß Herr Stolypin mit ihnen allein sich nicht in den Wahlkampf wagt, sondern neue Bundesgenossen suchen muß. Wie schwer es ihm auch fällt, er hat für eine Zeit mit Dubrowin u. Co. brechen müssen. " Vor einigen Tagen hatten die Führer des Verbandes vom 30. Oftober" und des Vereins der friedlichen Erneuerung", die Herren Gutschkow und Heyden, eine längere Audienz bei Stolypin, in der letzterer zwar nicht die 24 friedlichen Erdeputierten als Partei anerkannte, jedoch ihnen als einem " Vereine friedlicher Erneuerung" legales Wirkungsfeld einräumte und Unterstüßung zusagte. " Eine Million Rubel erbeutet! In der Tat bedeutet der Rücktritt Pods an und für sich noch gar nichts. Es handelt sich darum, ob Bülow bereit fein wird, mit der Fleischwucherpolitik Pods gründlich zu brechen. Gelingt es der liberalen Opposition nicht, einen derartigen Bruch mit der hyperagrarischen Aera Podbielstis durchzusetzen, so hat sie nicht das mindeste er. reicht! In unseren letzten Depeschen" berichteten wir gestern in Kürze über den großen Coup von Rogow. Der Tag" erhielt am 9. November folgendes Warschauer Privattelegramm über die Affäre: Augenzeugen berichten von dem Ueberfall auf den Postzug bei Station Rogow nachstehende Einzelheiten: Als der Zug auf der Station stehen blieb, besetzten brei wohldisziplinierte und aus gerüstete Abteilungen mit roten Fahnen alle Zugänge zum Bahnhof und eröffneten aus den Fenstern des Bahnhofs gebäudes mit Mausergewehren ein lebhaftes Feuer auf den Bostwagen und den der Militärbehörde gehörigen Wagen. Gleich Das Wesen der nationalliberalen Opposition. zeitig wurde gegen diesen Wagen eine Bombe geschleudert, die Den nationalliberalen Oppositionshelden bont Schlage mit furchtbarem Getöse explodierte und den ganzen Wagen zer Bassermanns schreibt die wild- nationalliberale, Rheinisch. störte. Die darin befindlichen 16 Soldaten wurden teils fofort e ft fälische Beitung" ein allerliebstes Sprüchlein ins getötet, teils flüchteten sie schwerverletzt auf das freie Feld, wo sie Stammbuch. Sie wirft die Frage auf, warum denn jetzt auf später aufgefunden und nach Warschau gebracht wurden. Während zwei Abteilungen der Räuber unaufhörlich feuerten, be- einmaP der nationalliberale Sturm losgebrochen sei. Sei früher ftieg der Rest den Postwagen und räumte, nachvom persönlichen Regiment, das man jezt auf einmal entdeckt habe, dem die drei Postbeamten unschädlich gemacht worden nichts zu merken gewesen? Die Begünstigung des Seleritalismus waren, den ganzen Wagen aus. An Bargeld und Wertpapieren habe man doch bisher schweigend hingenommen. Die auswärtige fielen den Leuten über eine Million Rubel in die Hände; der Politik sei, hanebüchen geführt" worden und die nationalgenaue Wert fonnte noch nicht festgestellt werden. Der Schuß liberalen Abgeordneten hätten ihr volles Vertrauen" dazu auswagen ist vollständig zerstört, der Postwagen wie ein Sieb von gedrückt. Erst als der Regierung mehr und mehr die Bügel ente Kugeln durchlöchert. Nach der Tat verschwanden die Räuber in den benachbarten Wäldern; sie werden von Kosaken verfolgt. Von glitten seien und die Reichsregenten aus dem ultraden Passagieren des Zuges wurde niemand verletzt. Getötet montanen Lager sie an sich gerissen hätten, da erst, als wurden ein Gendarmerie- Unteroffizier und fünf Soldaten. Zwölf das Partei interesse in Frage gekommen sei, sei man allmählich Soldaten wurden schwer verwundet. In der Bahnhofshalle sind zur Opposition erwacht. Das Blatt fährt dann fort: sämtliche Fensterscheiben zertrümmert und Türen und Fensterrahmen durch Kugeln beschädigt. Aerztliche Hülfe war aus Koluszki und Skierniewicz bald zur Stelle. Der Petersburger Deputiertenrat. VIII. Aleris Petroff, 80 Jahre alt, geboren in einem Dorfe des Mogilewschen Gouverne ments. Im Jahre 1903 wurde er auf administrativem Wege nach Archangelsk verbannt. Im Jahre 1905 fehrte er nach Petersburg zurück, wo er Mitglied eines Unterkomitees der sozialdemokratischen Die Anhänger dieser neuen Regierungsparteien stimmten Partei war. Im selben Jahre organisierte er den Verband der noch bis zum Semstwotongresse vom 6. November 1905 ge- Arbeiter der Petersburger Beleuchtungsunternehmungen, dessen Vorschlossen mit den übrigen Liberalen" für das allgemeine, sigender er ward und der ihn als Delegierten in den at der Arbeitergleiche, direkte und geheime Wahlrecht! Die Revolution mit deputierten abkommandierte. Im Rate wurde er zum Mitgliede dem Siege des Proletariats in den Oktobertagen zersplitterte des Exekutivkomitees gewählt und am 3. Dezember samt dem ganzen die Semitwogruppe; der linke Flügel( die" Kadetten") gab Rate verhaftet. IX. Hoffrath Shanjarsth, die letzten alten Forderungen am Tage der Verkündigung der sogenannten Staatsgrundgesetze auf, gegen die die da 62 Jahre alt( geb. 1844), Edelmann und Grundbefizer im furmalige Dumamajorität mit keinem Worte protestierte. Ja, ländischen Gouvernement. Absolvierte die juristische Fakultät der Charkower Universität. die stadetten berufen sich sogar jetzt, wo Herr Stolypin das richter und fünf Jahre Friedensrichter in Archangelst. War fünf Jahre UntersuchungsWahlrecht der breiten Bevölkerungsschichten beschneidet, auf Seit 1887 Post- und Telegraphenbeamter, zuletzt in der Verwaltung diese Grundgeseze als auf eine„ unantastbare" Stüße der Petersburger Telegraphenagentur. Als sich der Post- und des Staates. Was Wunder, wenn die gemäßigten Telegraphenverband organisierte, ward er zum Vorsitzenden seines Liberalen", aus denen der Verband des 30. Oftober" Petersburger Bureaus gewählt, dann in den Nat. Er gehört keiner ,, Verein und der der friedlichen Erneuerung" sich politischen Partei an. herausbildete, noch einen Schritt weitergehen und X. Saul Sborowsky, alle Regierungsmittel zur Unterdrückung der Revolution gut geboren 1879 in Odessa. Mit 18 Jahren absolvierte er in Odessa heißen!? Wir wissen ja, daß die Agrardebatten in der eine Handelsschule. Im Jahre 1898 trat er in die Reihen der Duma den Grund zu der weiteren Zersplitterung in der Ka- russischen sozialdemokratischen Partei und war hauptsächlich in den dettenpartei gaben, jenter Zersplitterung, die auf dem letzten füblichen Gouvernements Rußlands tätig. Im Februar 1902 wurde Parteitage eintrat. Wie hätten auch die kadettischen Groß- Komitees. Unter Raution freigelassen floh er. Im Jahre 1905 Großer arretiert als Mitglied des Odeſſaer sozialdemokratischen grundbesiger für die Zwangsenteignung des Bodens eintreten wurde er verhaftet und mußte 4 Monate„ brummen". Im Januar 1906 ward er wieder arretiert, und zwar als Mitglied des Arbeiter deputiertenrates und als Mitglied des Erekutivkomitees. Sbo. rowsky war der erste Präsident des Rates der Arbeiterdeputierten. XI. Arseny Simanowsky, fönnen! geboren in Archangelst im Jahre 1879, abfolvierte in Archangelst das humanistische Gymnasium und später die Petersburger Universität, wurde mehrmals wegen Studentensachen aus der Universität ausgewiesen. Im Jahre 1899 wurde er nach Archangelst, im Jahre 1905 nach Jaroslawe verbannt. Simanowsky war einer der Hauptorganisatoren des Petersburger Seperverbandes, dessen Drgan er XII. Jfaat Golinsky, Die bürgerlichen Parteien haben durch ihr beständiges Begrücken von der Revolution und durch ihr fortwährendes Weiterrücken nach rechts zur Reaktion zum guten Teil der Stolypinschen Regierung den Rücken gesteift, und gerade weil die Regierung ihre Leute kennt und dessen sicher ist, daß von dieser Seite kein Protest erhoben werden wird, kann sie den Wahlraub augenblicklich in so offener Weise besorgen. Das Wahlgeset vom 24. Dezember v. 3. hat sich als zu ,, liberal" erwiesen. Witte hatte zu viel auf die Bauern gehofft und ihnen zu große Freiheiten" im Wahlgesetz eingeräumt. auch redigierte. Die neue Senatserklärung vom 19. Oftober 1906 foll dafür sorgen, daß keine Aladjins und Anifins in die Duma hinein- geboren in Berdjanit 1881. Wit 12 Jahren wurde er in eine tommen. Die Arbeiterklasse verzichtete im vorigen Jahre auf städtische Schule gegeben, wo er nur ein Jahr verweilen konnte. die Wahlen, weil sie andere Stampfmittel noch hatte; jetzt, wo wit 14 Jahren wurde er als Lehrling in eine Buchdruckerei auf sie sich zur Beteiligung an den Wahlen anschickt, entzieht die genommen und ftand die letzte Zeit als Verwalter im Dienste des Petersburger Sekerverbandes. Am 26. November wurde er auf der Regierung einem großen Teile der Arbeiterschaft das Wahl- Straße als„ Patrouille" des Nates der Arbeitsdeputation verhaftet. recht( vergl. den Erlaß Stolypins an die Fabrikinspektoren zur Ermittelung der Arbeiter, die eine Wohnung inne haben). Alle Unterbeamten und Angestellten der Eisenbahnen usw. sind 38 Jahre alt; geboren im Dorfe Aljibikin des Gouvernements plötzlich des Wahlrechts beraubt und die übrigen werden ver- Softroma. Arbeiter in einer Eisenbahnwagenfabrik. Früher Mit glied einer von Gapon organisierten Vereinigung. Den Zug vom pflichtet, für die Regierungskandidaten zu stimmen. Eine solche 22. Januar 1905 machte er mit, und das war sein erstes politisches Aufforderung" hat z. B. die Hauptpoſt- und Telegraphen Auftreten". Später wurde er von der genannten Fabrit in die verwaltung erlassen.( Nach den neuesten Daten sind von den Kommission von Schidlowsky abkommandiert und wegen seines Auf162 000 Wählern in Petersburg 45 000 Beamte!) tretens aus der Fabrit entlassen. Als Arbeiter in den Werkstätten Im Ministerrate hat man fogar erwogen, ob es nicht der internationalen Schlafwagengesellschaft wurde er von seinen gut wäre, daß die Regierung als solche an der Wahlkampagne Genoffen zum Mitglied des Rates der Arbeiterdeputierten gewählt teilnähme. Von gewisser Seite wurde darauf hingewiesen, und am 3. Dezember verhaftet. Er ist seiner politischen Ueberdaß die preußische Regierung im Jahre 1862 die Vorwahlen zeugung nach Sozialist, gehört aber offiziell feiner Partei an. durch einen königlichen Erlaß eingeleitet hätte, in dem der König seine Minister aufforderte, den Untertanen offen und flar die Prinzipien bekannt zu geben, von denen die Regierung sich leiten lasse und feindlichen Parteien mit allem Nachdruck entgegenzutreten." XIII. Jwan Bobrow, Politifche Ueberlicht. Berlin, den 9. November. Die Pod- Wirrnis. " So muß man mit Bedauern feststellen, daß erst in dem Augenblick, wo die Partei in Frage kommt, der Mut zur Opposition erwacht, der längst eine vaterländische Pflicht gewesen wäre. Jetzt aber sprechen dieselben Männer von Byzantinismus und absolutistischem Regiment, die durch ihr loyales Schweigen" es nur ermöglicht haben. Principiis obsta. Wäre Wilhelm II. bei seinen ersten Taten nach der Entlassung Bismards auf einen solchen Widerstand gestoßen, er würde sich sicher in ganz anderer Richtung entwickelt haben. Wenn wir es auch mit Genugtuung verzeichnen, wenn heute die ganze nationalliberale Bresse für eine nationale Oppos fition eintritt, so möchten. wir doch unser Bedauern darüber nicht zurückhalten, daß sie reichlich spät und erst im Zus sammenhang mit ihren Parteiinteressen diesen Ton gefunden. Wird mum die gegenwärtige Stimmung irgend einen Erfolg haben? Wenn es bei Worten bleibt, sicherlich nicht. Denn der Regierung wird es sicher sowieso nach ihren bisherigen Erfahrungen schwer fallen, an den Ernst der jetzigen Empörung zu glauben. Folgen keine Taten, das heißt, wird man bei Gesetzesvorlagen, die offenbar dem persönlichen Regiment ihre Entstehung verdanken, wie bisher aus höheren Rücksichten" au stimmen oder Unzulänglichkeiten der äußeren oder innereu Politik ruhig hinnehmen aus Furcht vor einer Krisis, dann wird der ganze Oppositionslärm wie ein Schlag ins Wasser wirken, und nach den Statsberatungen geht alles wieder den alten Gang und diejenigen, die sich bei der Fortdauer des persönlichen Regiments sehr wohl fühlen, werden im stillen Kämmerchen über den nationalliberalen Herbststurm recht ber gnüglich lachen." Die Rheinisch- Westfälische Zeitung" charakterisiert den ver späteten Oppofitionslärm des mannesmutigen Nationalliberalismus wirklich nicht übel. Und zweifellos hat sie durchaus recht, wenn sie die Striegstänge der Baffermann und Konforten lediglich auf eng bergigste Fraktionsinteressen zurüdführt. Auf Fraktionsinteressen auch insofern, als der wackere Nationalliberalismus bereits an die nächsten Reichstagswahlen denkt und sich den naiven bürgerlichen Wählern gegenüber in der Heldenrolle einer Oppositions partei zu präsentieren sucht! Aber selbst die Ausführungen der Rheinisch- Westfälischen 8tg." beweisen, daß die ganze nationalliberale Opposition nur von der Eifersüchtelei gegen das 8entrum diftiert ist. Diesen Urgrund aller nationalliberalen Opposition fühlt auch die, söfn. Volts atg." deutlich genug heraus. In einem Leitartikel wirft sie die Frage auf, ob denn die Nationalliberalen wirklich Ursache hätten mit dem bisherigen Regierungssystem so unzufrieden zu. fein. Bismard habe einst die Nationalliberalen an die Wand ge brückt, baß sie quietschten. Fürst Bülow aber sei den Nationalliberalen gegenüber äußerst konziliant aufgetreten. Die Nationalliberalen hätten auch gar keinen Grund, sich darüber zu beklagen, daß sie 3u wenig Bläge an der Futtertrippe des Staates" hätten. Im Handelsministerium wimmele es von liberalen Ge heimräten, in einer Auzahl von Reichsämtern, ebenso auch im Kultuss ministerium sei das gleiche der Fall, die Kolonialabteilung sei fast ganz in den Händen liberaler Geheimräte gewesen. Der Präsident des statistischen Amtes sei ebenso liberal, wie der neue Stolonialdirektor. Die Nationalliberalen hätten also keine Ursache, noch einige weitere Minister, Oberpräsidenten und noch mehr Geheimräte zu verlangen. Man sieht, auf welche ethischen und nationalen Momente die Köln. Volksztg." die nationalliberale Oppofition, und sicher nicht mit Unrecht, zurückführt. Der ganze Streit dreht sich um die Futtertrippe, um den geheimrätlichen Einfluß, um die Beherrschung der Selinte der Gefeßgebung im Interesse der von der nationalliberalen Partei vertretenen& apitalistenschichten! Eitel Heuchel ei freilich ist es, wenn die Kölnische Volkszeitung" zum Schluß erklärt, daß fie ein solches Wettrennen um erledigte Ministersessel nie mitmachen" werde. Wenn in den nächsten Wochen der Freiherr von Schorlemer AI st am Leipziger Platz feinen Einzug halten sollte, was ja übrigens bestritten werde, so wolle sie schon jetzt daran erinnern, daß nach dem Es wird nicht nötig sein, den russischen Untertanen" noch auf die Prinzipien des Zarismus speziell hinzuweisen. Möglich Die gestrige Meldung des Lokal- Anzeigers", daß das ist es ja aber, daß vor den Wahlen noch ein neues Baren- Abschiedsgesuch Pods bereits bestätigt worden Beugnis der Deutschen Tageszeitung" der rheinische Oberpräsident Manifest herauskommt. Viel Einfluß könnte aber auch das sei, hat verschiedene Dementis erfahren. Das offiziöse den Konservativen näher stehe, als dem Zentrum. Das rheinische auf den Ausfall der Wahlen nicht haben; denn auch so ist ja Depeschenbureau bestreitet die Richtigkeit der Meldung, auch Zentrumsblatt vergißt dabei nur, daß, wie der Fall Strachwiz beschon mehr als genug dafür Sorge getragen, daß die Wahlen" die Kreuz- Zeitung" und die Deutsche Tagesweist, die Grenzen zwischen den Konservativen und den Zentrums" gut" werden! zeitung" erklären noch in ihren heutigen Abendblättern, agrariern schwer festzustellen find! " Nowhj Buti" schreibt: . daß von einer Annahme des Abschiedsgesuchs des Landwirtschaftsministers keine Rede sein könne. Die " " 1 Liberale Ministerstürzer. In Moskau hat sich die städtische Verwaltung diesmal geweigert, Nordd. Allg. 3tg." dagegen nimmt von der Meldung Eine intereffante Parallele mit der gegenwärtigen Situation, Wahlkommissionen in verschiedenen Teilen der Stadt zu errichten. des Lokal- Anzeigers" überhaupt keine Notiz, eine Tatsache, in der sich die bürgerliche Breffe so weit aufschwingt, die Entlassung Jeder, der über seine Eintragung in die Wählerlisten die ent- die um so seltsamer ist, als das offiziöse Blatt den Artikel eines mißliebigen Ministers zu fordern, bildet die Lage Ende der sprechende Erklärung abgeben will, muß sich zu diesem Zwed in des Berliner Tageblattes", der den Generalstabschef 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts in Preußen. Damals richtete | die Stadtduma begeben. So rächt sich der Bürgermeister Gutschkow bon Moltte als Nachfolger Bülows bezeichnete, in sich der allgemeine Haß der Bourgeoisie gegen den preußischen ( der Bruder des Dftabristenführers) an der Stadt Moskau, die ihm, scharfer Form zu desavonieren für nötig erachtet. Das Stultusminister v. Mühler. Aber so berechtigt dieser Haß war, seinem Bruder und allen seinen Parteigenossen bei den vorigen Wahlen Schweigen der Nordd. Allg. 3tg." sowohl, als die Kürze der anders als in ein paar Zeitungsartikeln und Reden machte er sich eine großartige Niederlage bereitet hatte. Sein Gedanke ist flar: Die Erklärungen der Kreuz- Zeitung" und der Deutschen nicht Luft und blieb deshalb ohne jeden Erfolg. Und was bie Kleinen Leute, deren Stimmen das erstemal den Sieg der Kadetten herbei Tageszeitung", die sich lediglich darauf beschränken, die Bourgeoifte von träftigerer at abhielt, war der mangel jeglichen Vertrauens in ihre eigene Kraft. Ludolf Parisius, einer der wasKechtesten Führer der damaligen Fortschrittspartei. schreibt hierüber in seinem 1878 erschienenen Buche:„Deutsch- lands politische Parteien" folgende Zeilen, die gerade bei der gegen- Wältigen politischen Konstellation von Interesse sind: »Franz Ziegler hatte in der Hoffnungsseligkeit des Dichters s!) am 13. November 1889 mit einer zündenden Rede gegen das System und die Person des Ministers v. Mühler die Probe gemacht, dieser Minister, gegen den unter allen Klassen des Volkes sich allmählich eine allgemeine Mißachtung ausgebildet zu haben schien, hatte wiederum gegen die schon ein Jahr zuvor beschlossenen Anträge des Hauses auf Erhöhung der Pensionen der Lehrcrwitwen Widerspruch erhoben, weil die Staatskasse die dazu nötigen 60 000 Taler sährlich nicht aufbringen könne. Da erhob sich der Breslaner Abgeordnete und hielt jene gemaltige Rede, welche unter andauerndem, donnerndem Beifall das Haus aufsordcrte, sich zu einer Adresse zu vereinigen mit dem letzten Ausspruche:„D e r H e r r M i n i st e r V. Möhler m u ß f o r t von seinem Platze." Die erwartete Wirkung trat nicht ein. Herr v. Mühler schwieg zu der Rede, indem er(dem nationalliberalen) Herrn Wedrenpfennig überließ zu versichern, daß diese Gelegenheit zu Angriffen auf den Kultus- minister nicht passe. Ziegler erhiell ein paar Zustimmungsadresse», und alles blieb beim alten." Wichtiger als die Tatsache, daß schon damals in Preußen ein Mnister durch die Entrüstung des Parlaments nicht gestürzt werden konnte, dünkt uns der voll ständige Verzicht desBürger- t u m S auf jede leiseste Hoffnung, hierbei irgend etwas ausrichten zu können. Zieglers Vorstoß erklärt Parisius spöttisch aus der „Hoffnungsseligkeit des Dichters". Ueberdies aber plaudert er in einer Anmerkung folgende bezeichnenden Knlissengeheimnisse aus: «Zicgler hatte mit dieser Rede schon lange auf der Lauer gelegen. Als im September die in Berlin anwesenden Fraktions- genossen auf Dr. Löwes Einladung zu einer Besprechung zu- sammenkamen, daniit man sich über etivaige Vorbereitungen zur Landtagssession einige, überraschte er uns mit dem Vorschlage, man solle einen große» plötzlichen Angriff auf Mühler und dessen mißachtetes System machen und in einer Adresse an den König die Entlassung des Ministers fordern. DaS Volk werde jubelnd dafür eintreten. Mandats niederlegung, wenn es fruchtlos bliebe, werde der Bewegung weiteren Fortgang schaffen. Wir anderen sahen dle Dinge nüchterner an, freuten uns freilich über den jugendfrischen Enthusiasmus unseres alten Freundes und ü b e r l r e ß e n i h m, die Wirkung einer Rede mit dem von ihm angegebenen Inhalt zu versuchen." Aber sie hüteten sich wohl, ihre Mandate niederzulegen, obwohl ihre Wiederwahl absolut sicher gewesen wäre l Das heißt, sie verzichteten darauf, irgend etwas Ernstliches zur Beseitigung des Ministers zu unternehmen, und taten sich auf ihre Feigheit noch etwaS zugute, nannten das„die Dinge nüchtern ansehen". Wenn es auf die„Tatkraft" des Bürgertums ankäme, würde der gegenwärtige Ruf„Fort mit dem Minister PodbielSki" zweifel- los genau denselben Erfolg gehabt haben wie der damalige Ruf: „Fort mit dem Minister Mühler!"— Deutfchca Reich. Max Lorenz gegen den Reichsverband. Herr Max Lorenz beginnt in seiner Korrespondenz die ange- kündigte Abrechnung mit seinem kapitalkräftigeren Konkurrenten in der Sozialistentötung, dem Reichsverband. Er behandelt einst- weilen ein Sckwiftchen de» Vorfitzenden des Reichsverbandes, des Generalleutnants z.Jö. von L i e b e r t, das den Titel trägt: „Die Entwickelung der Sozialdemokratie und der Einfluß auf das deutsche Heer", und das dazu bestimmt sein soll, die Offiziere „über die ftaatsgefährliche Richtung der Sozialdemokratie aufzu- klären und ihnen einen Aichalt zur Belehrung der Mannschaft zu gewähren." Max Lorenz nagelt mit Erfolg die unehrlichen statistischen Künste des Herrn Generalleutnants fest. Herr Liebert versucht nämlich den Nachweis zu führen, daß die Sozialdemokratie erst nach dem Rücktritt Bismarcks ihren mächtigen Auf- schwung genommen habe. Während sie nämlich in den Jahren 1871 und 1878 durch ie neun Mitglieder im Reichstage vertreten gewesen sei, und auch 1881 erst 13 Abgeordnete gestellt habe, sei sie nach dem Rücktritte Bismarcks iin Jahre 1890 auf 3b Abgeordnete gestiegen. Herr Max Lorenz hält Herrn Liebert vor, daß die Sozialdemokratie doch bereits im Jahre 1884 24 Mandate erobert habe, eine Tatsache, die Herr Liebert, weil sie ihm nicht in den Kram paßte, gewissenhaft unterschlagen habe. Außerdem sei es eine Unwahrheit, daß die Wahl im Jahre 1890 nach dem Rücktritte Bismarcks erfolgt sei. Hätten doch die Wahlen bereits im Februar stattgefunden, während Bismarck erst End« März gegangen worden sei. Des weiteren nagelt Herr Max Lorenz fest, daß Herr Liebert „als Grundsätze des heutigen sozialdemokratischen Programms" das Gotha er Programm vom Jahre 1875 bekämpfe, während ihm doch auch bekannt sein müsse, daß für die gegcnlvärtige Sozialdemo- kratie das Erfurter Programm maßgebend sei. Schließlich verurteilt Herr Max Lorenz die Augrifse des Herrn Liebert auf das unmittelbar vor den letzten Wahlen erlassene „K l o s e t t g e s e tz". Eine Broschüre, die sich speziell an die O f f i- ziere wende, dürse doch nicht Rcgierungshandlungcn angreifen, die die kaiserliche Billigung erfahren hätten. Herr Max Lorenz verspricht dann nock) eine Fortsetzung dieser Ztzritik, von der er seinen Leser» versichert, daß sie sie in wohltuende Heiterkeit versetzen Ivürde.— Die Licbertsche Kritik des„Klosett- gesetzes" möchten wir zu allerletzt beanstanden, aber die statisti- scheu Künste des Herrn Liebert und die krittsche Vernichtung des Gothaer Programms scheinen uns in der Tat die absolute Un- fähigkeit des Vorsitzenden d.'S Reichsverbandes zu beweisen, in der Sozialistenvernichtung irgend welche Erfolg« zu erringen. „Ein unangenehmer Parteigenosse." So betitelt das reformkatholische„Zwanzigste Jahr- hundert" Herrn R o e r e n, wegen seiner Rede auf dem Partei- tag des Zentrums im Regierungsbezirk Trier. Dort fühlte sich Herr Roeren bewogen, dem Eifer jener Männer, die das Zentrum durchaus zu einer rein politischen Partei stempeln wollen, einen Dämpfer aufzusetzen. Er erklärte, daß das Zentrum eine politisch« Partei sei, wer anders sage, begehe eine wissentliche Unwahrheit; andererseits aber warnte er doch davor, diese Frage allzuhäusig zu erörtern, da sie Verwirrung in den Kreise» der eigenen Anhänger stifte; außerdem solle man nicht zu erwähnen vergessen, daß die Hauptaufgabe des Zentrums sei, die religiösen Interessen des katho- tischen Volkes zu vertrete». Diese Ausführungen haben nun in hohem Maße den Unmut der genannten Wochenschrift erregt. Die Rede Ryerens, heißt es, wimmele von Widersprüchen, so daß man nur die G e» dankenlosigkeit des Publikums bewundern könne, das ihm„stürmischen, nicht endenwollendcn Beifall" gespendet habe. D>e Frage, ob es die Hauptaufgabe des Zentrums sei, die religiösen ntereffen des katholischen Voltes zu vertreten, beantwortet das latt dahin, daß jede Partei, die aus der Basis der religiösen Frei- heit und Gerechtigkeit aufgebaut sei, die bedrohten Interessen einer Konfession zu wahren habe; aber— heißt es dann weiter: „Der Schutz der Religion kann nur einen Teil des Pro- grammes bilden. Etwas anderes ist es, wenn dieser Programm- punkt zur Hauptsache, zum Unterscheidungsmerkmal von anderen Parteien wird. Dan» haben wir es mit einer konfessionelle» Partei zu tun, und für eine solche ist für die Dauer auf deutschem Boden kein Platz. Sie bedeutet eine fortwährende Beunruhigung und Herausforderung der anderen und eine Schwächung der inneren Kraft der eigenen Konfession. Sie ist für die geistige Selbständigkeit der Konfessionsgenossen eine ungesunde Hemmung und gerät mit Notwendigkeit unter die Fuchtel des Klerikalismus, der die maßlosesten Ansprüche der ultramontanen Richtung in dieser Partei zu verwirklichen hofft." Gegenwärtig noch, so meint zum Schluß die genannte Zeit- schrift, sei der größte Teil der Wähler der Anschauung, daß das Zentrum die Partei der katholischen Kirche sei. Eine solche Auffassung von der Aufgabe des Zentrums möge„für manche Worthelden dieser Partei etwas Angenehmes haben, denn sie er- leichtert ihnen die politische Agitation, da sie nur die kon- fessionellen Instinkte aufzureizen brauchen; aber sie müßte mit der Zeit zum Ruin der Partei führen, wenn einmal die konfessionellen Sonderinteressen vor dem Sturme der Wirtschaft- lichen Kämpfe zurücktreten." Wenn auch die Männer des„Zwanzigsten Jahrhunderts" mit denen der„Kölnischen Volkszeitung" in der Forderung überein- stimmen, daß das Zentrum eine politische Partei sei, so sind doch die Gründe beider verschieden. Das reformkatholische Organ will dem Klerikalismus, der Vermengung von Religion und Politik ent- gegenwirken i die Bachemiten aber haben nur das Interesse ihrer Partei im Auge und dazu bedürfen sie gerade dessen, was die Re- formkatholiken verwerfen: die„Fuchtel des Klerikalismus" und die „Aufreizung der religiösen Instinkte". Denn was wäre das Zentrum ohne die Hülfe der Kirche! Wenn das Zentrum gegenwärtig darauf bedacht ist, die klerikalen Krallen ein- zuziehen, so hat das seine Gründe. Man vergesse nicht, daß die Zeit der Wahl naht. Das Zentrum ist in Not, namentlich im industriellen Westen, wo ihm in wichtigen Wahlkreisen die Sozial- demokratie arg auf den Fersen ist. Da ist es Zeit, sich nach Hülfe umzusehen, und so sticht das Zentrum Anschluß bei den übrigen bürgerlichen Parteien; zu diesem Zweck liegt ihm daran, den Vor- Wurf der konfessionellen Abgeschlossenheit, den Verdacht der aus- schließlich katholischen Geistesverfchssung zu entkräften. Das Zentrum möchte sich als staatserhaltcnde, nationale Partei erweisen, für die auch Nichtkatholiken stimmen können und die ihrerseits bereit ist, andere Parteien im Kampfe gegen den„Umsturz" und den„Un- glauben" zu unterstützen. Das ist der Sinn des vielbesprochenen Turm-Artikels von Julius Bachem; das ist der Sinn der unauf- hörlichen Versicherung, daß das Zentrum eine politische Partei fei, und das ist der Sinn der gerade jetzt ins Werk gesetzten„christlich- nationalen Arbeiterbewegung", die dem Zentrum bei der Wahl die nichtsozialdcmokratischen Arbeiter ins Netz führen soll. Herr Roeren ist weniger diplomatisch als seine Parteigenossen vom Kölner Zentrum. Wenn die fortgeschrittenen Geister des Katholizismus in ihm einen„unangenehmen Parteigenossen" er- blicken, so ist ihm dafür die Anerkennung derer gewiß, die arm an Geist, aber dafür um so stärker an Zahl sind. Der gutkatholische „Arbciterfrcund" nennt Roerens Rede„die beste Antwort auf die 'seinerzeit vielfach verwirrenden Ausführungen Dr. Julius Bachems unter der Spitzmarke:„Heraus aus dem Turm." Nicht heraus, sondern„herein in den Turm!" soll die Losung sein."— National« Arbriterkandidaten. Herr Stöcker hat bekanntlich einien Bcttelaufruf erlassen, um einen Fonds von 60 000 Mark zusammenzubringen. Diese 60 000 Mark sollen die Mittel dazu bieten, sogenannte„nationale Arbeiterkandidatcn" aufzustellen. Angeblich soll die Fühlungnahme mit den einzelnen Parteien das Resultat ergeben haben, daß fünf bis sechs evangelische Kandidaten für den Reichstag und auch einige für den preußischen Landtag konzediert sein sollen. Das Zentrum scheidet für solche Kandidaturen von vornherein aus, und auch die Nationalliberalen sollen keinerlei Zugeständnisse gemacht haben. Die Zusagen können also nur von den K o n s e r v a tft v e n. Antisemiten und der Wirtschaftlichen Vereinigung gemacht worden sein. Voraussichtlich werden die Kandidaten in Kreisen aufgestellt werden, Ivo die Aussicht auf Gowähltwerden ohnhin eine sehr Ungewisse ist. Außerdem hat Stöcker bis jetzt erst über 18 000 Mark quittieren können, es fehlt also noch eine beträchtliche Summe, um das Stöckerfche Projekt zu realisieren. Sollten übrigens auch die 60 000 Mark zusammenkommen, so würde der Erfolg dieser Ar- beiterkaudidaturen, die als ein Gegengewicht gegen die Sozial- demokratie gedacht sind, doch gleich Null sind.— Anerkennung der Fleischnot in— Rcuß. Gera, S. November. Im reußischen Landtage beantwortete die Regierung die von freisinniger Seite eingebrachte Interpellation über die Fleischnot dahin, daß sie daS Bestehen der Ftrifchnot ohne Einschränkung anerkcnnr. Ueber die Gründe der Entstehung derselben seien die Ansichten geteilt. Die Regierung sei bereit, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln dahin zu wirken, daß geeignete Maß- nahmen ergriffen werden, die Fleischnot usid Fleischtenernng möglichst zu mildern. Der Landtag ist mit der Erklärung der Regierung, weil nicht weitgehend genug, nicht befriedigt. Saarbrücken, S. November. Die Stadtverordneten beschlossen, mit Rücksicht auf die herrschende Fleischtenernng allen städtischen Arbeitern eine fünfprozentige Lohnerhöhung zu be- willigen. Dieselbe Wohltat soll den städtischen Beamten zuteil werden, deren Gehalt nicht mehr als 2000 M. beträgt.— Ein Agrarier, der ein bißchen Gewissen hat. In der Stadt Memmingen fand eine Versammlung sämt- licher Bürgermeister des Amtsbezirks statt mit der Tagesordnung: „Die F l e i s ch t e u e r u n g". Der Referent, ein größerer Landwirt, gab zu, daß die Landwirtschaft gegenwärtig unter äußerst günstigen Bedingungen arbeite, daß die landwirtschaftlichen Produkte Preise erzielen, wie nie zuvor, namentlich in der Vieh. zncht. Durch diese bedeutende Erhöhung der Preise für landwirt- schaftliche Produkte sei eine allgemeine Verteuerung der Lebens- mittel als notwendige Folge eingetreten, die Tausenden selbst eine bescheidene Existenz nicht mehr ermögliche. Hier energisch einzu- greifen, sei Pflicht der Landwirtschaft, denn zum Gedeihen des gc- samten Staatswesens sei eine gesunde Wechselbeziehung zwischen Stadt und Land unbedingt notwendig. Dieser Agrarier gibt doch wenigstens zu, daß bei der Land- Wirtschaft von einer Not zurzeit nicht gesprochen werden kann, daß die Agrarier Geld verdienen,„wie nie zuvor" und daß die große Masse des Voltes dabei außerordentlich zu leiden hat. Er will nun insofern geholfen wissen, daß die Landwirtschaft sich ge- nossenschaftlich organisiere, um dadurch den Städten das Fleisch unter Ausschaltung des Zwischenhandels billiger liefern zu können. Mit dem Lebensmittelwucher durch Zollschranken und Grenzsperre ist dieser„ehrliche" Agrarier durchaus ein- verstanden, er unterscheidet sich von» den ostelbischen Raub- rittern nur dadurch, daß er das schöne Geständnis ablegte, und das ist gegenwärtig für uns sehr wertvoll! 4'� Jahre Gefängnis für einen Trunkenheitsexzeß. Vor dem Kriegsgericht der ersten Division in München halten sich die Soldaten des 1. Infanterie- Regiments, Otto Fischer von Rosenheim und Thomas F r i s ch m a n n von Stock- berg, Bezirksamt Pfaffenhofen, wegen eines Verbrechens des mili- tärischen Aufruhrs zu verantworten. Anfang« September, während des letzten Manövers, war die 10. Kompagnie 1. Jnfanterie-Regi- mentS in Tann bei Dimbach einquartiert. Die beiden Angeklagten verbrachten den Nachmittag auf einem Bierkeller, wo sie mit Pionieren zusammentrafen. Der Alkohol tat alsbald seine Wir- kung. Es kam zwischen den Soldaten der beiden Truppenteile zu Reibereien. Beim Nachhauscgehen sah Fischer vor der Apotheke einen Soldaten in der Drillichmontur, mit dem er allerlei Allotria trieb. Dieser verbat sich dieses energisch, stellte sich als Sergeant des Pionier-Bataillons bor und befahl dem Fischer nach Haufe zu gehen. Fischer kehrte sich an diesen Befehl nicht und setzte seine Ulkereien mit dem Sergeanten fort. Tarauf nahm der Sergeant dem Fischer den Säbel ab, cS folgte eine Balgerei um das Seiten- gewchr. Der inzwischen dazugekommene Frisch mann versetzte dem Sergeanten eine Ohrfeige und lief davon; der Sergeant nahm die Verfolgung auf. Fischer, der inzwischen seinen Säbel wieder an sich gerissen hatte, lief hinter dem Sergeanten her und versetzte ihm mit dem Säbel einen Schlag über den Kopf, so daß der Sergeant zusammenbrach. Die beiden Angeklagten entschuldigten sich mit Trunkenheit und behaupteten, daß sie den Sergeanten nicht erkannt hätten. Da nicht siachgewiesen werden konnte, daß sich die beiden Angeklagten vorher verabredet hatten, den Sergeanten anzu- greifen, wurde die Anklage wegen militärischen Aufruhrs fallen- gelassen. Dagegen wurden die beiden eines tätlichen BergreifenS an einem Vorgesetzten schuldig gesprochen und Fischer zu 2 Jahren 6 Monaten, Frischmann zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt. ?Zuslanck. Oesterreich. Die Wahlreformvorlage rief am Donnerstag im Abgeordneten- Hause auch den Ministerpräsidenten, Freiherrn v. Beck, auf den Plan. AuS seiner Rede sind besonders folgende Stellen hervor- zuhcben:„... Durch die Vertiefung und Erweiterung der Volks- rechte, ohne dabei mit den wahrhaft konservativen Tendenzen i» Widerspruch zu geraten, müssen die weitesten Kreise des Volkes' an die staatlichen Interessen gefesselt, und muß der Staatssinn in möglichst tiefe Schichten getragen werden. Das ist nach meiner Ansicht das probateste Mittel zur politischen Erziehung der Bc- völkcrung, das einzige Mittel, den Radikalismus, der außerhalb des Hauses gefährlich werden kann, innerhalb desselben aller Stacheln und Spitzen zu entkleiden und ihn vielleicht sogar für das allgemeine Interesse nutzbar zu machen.(Zustimmung.)... Mag die Schöpfung des Ausschusses mehr oder weniger vollkommen sein, eines ist gewiß: wir haben keine andere Wahl, wir haben den Rubikon überschritten und können nicht mehr hinter den Rubikon zurückkehren(Lebhafter Beifall); denn das Scheitern dieses Werkes wäre gleichbedeutend mit einem Trümmerfelde, welches das Grab der kostbarsten und wertvollsten Interessen wäre.(Beifall.).. Herr v. Beck beschäftigte sich dann noch mit den Aufgaben, die Oesterreich und dem neuen Hause zufallen werden: Neuregelung des Verhältnisses zu Ungarn, Ausgestaltung der Armee, Wieder- Herstellung der Fühlung zwischen Staatsverwaltung und Par- lament. Der etwas naive Appell an die Großgrundbesitzer, denen der Ministerpräsident in seiner Rede zumutete, ihre Unersättlichkeit ein wenig zu zügeln, fiel natürlich auf unfruchtbaren Boden. Graf Stuerkh, der nach Beck das Wort ergriff, gab eine Erklärung ab, die besagt, daß der verfassungstreue Großgrundbesitz nicht aus Klasscninteresse(?), sondern„aus staatlichen und nationalen Vc- denken" an der bisherigen Haltung festhalten und alle Anträge loyal unterstützen werde, welche bezwecken, an Stelle des gleichen „ein billig abgestuftes Wahlrecht" zu setzen und welche die Wer- trctung der Deutschen verstärken und sie durch Schutzmaßregeln gegen jede weitere Erschütterung sichern werden. Der verfassungs- treue Großgrundbesitz werde— so schloß Graf Stuerkh— in dritter Lesung gegen die Vorlage stimmen, falls die Ausschußanträge un- verändert angenommen werden! « �» Wien, 9. November.(Abgeordnetenhaus.) Bei der zweiten Lesung der Wahlreform greift Placek den Tschechcnklub wegen Ver- nachlässigung der Interessen des tschechischen Volkes an. Suklje polemisiert in längerer Rede gegen Tavcar und tritt für die Vor- läge ein. Ein Antrag Herzog auf Schluß der Sitzung wird ab- gelehnt, worauf ein heftiger Wortwechsel zwischen dem Antragsteller und den Sozialdemokraten entsteht.— Schweiz. Zürich, 8. November.(Eig. Ber.) Der Züricher KantonSrat hat in feiner Sitzung vom Montag das Wahlgesetz zu Ende beraten. AuS den Verhandlungen ist erwähnenswert die Neuerung, wonach die politischen Gemeinden durch die Gcmeindeordnungen oder durch Gemeindebcschluß bestimmen können, daß die Wahlen in die parla- mcntarischen Gemeindevertretungen nach dem Verhältnis- wahlverfahren vorzunehmen sind! Sollte das revidierte Wahlgesetz in der Volksabstimmung Annahme finden, so würden von dem Gemeindeproporz wohl zunächst die Städte Zürich und Wintcrthur Gebrauch machen. Ob aber die sozialdemokratische Partei deswegen für das Gesetz eintreten wird, ist noch nicht sicher. Wird doch durch die Erhöhung der Vertrctungsziffer von 1500 auf 1800 schweizerische Einwohner die Mitgliederzahl des Kantonsrates erheblich vermindert, zuungunsten der Städte und insbesondere der sozialdemokratischen Partei und zugunsten der reaktionären Bauern und ihrer städtischen Gcsinnungsaenossen. Dr. Wcttstein wollte die gesamte Einwohnerzahl, einschließlich der Ausländer, gelten lasse», aber sein Antrag wurde von den Reaktionären ab- gelehnt. Frankreich. Vnrinis Rede über die Aufgaben des ihm unterstellten neuen Arbeitsministeriums wird von der bürgerlichen Presse als ein bedeutungsvolles Ereignis bezeichnet. Sie schreibt: Zum ersten Male sei von einem Mitglieds der Regierung das sozialistische Programm auf der Kammertribüne der- teidigt worden. Die radikalen Blätter heben mit Befriedigung hervor, daß die Rede„eine wirkungsvolle Antwort auf die Er- klärung des Kongresses der geeinigtcu Sozialisten" bilde. Sie sagen: Mviani habe unter Ablehnung des Klassen- kampfes gezeigt, daß die Politik der Gewalttätigkeit unfrucht- bar sei.-- Die gemäßigt-republikanischen Blätter meinen: Diejenigen radikalen Deputierten, welche mit Begeisterung für den Mäueranschlag der Rede gestimmt hätten, würden bald sehen, zu welchen bedauerlichen Zielen der neue Mnister der Arbeit sie führe! Jaurös erklärt in der ,.Humamt6": Die Rede Vivianis lege der Regierung und dem Parlament die Pflicht auf, die im Programm des Ministeriums angekündigten Reformen unerschrocken durchzuführen. Jede Politik der Zaghaftigkeit wäre ein Verbrechen und eine Torheit. Daß der Antrag. Vivianis Rede öffentlich anzuschlagen, mit 868 gegen 129 Stimmen angenommen wurde, haben wir bereits gestern melden können. Dazu ist heute nachzutragen, daß von unseren..geeinigten" Genossen im französischen Parlament 83 darunter Jaurds— für und 19— darunter Guesde— gegen den Plakatierunasantrag stimmten!— Rumänien. Gegen die Juden Hetzen die rumänischen Chauvinisten zurzeit wieder, indeni sie zum Boykott der jüdischen Handwerker. Kauf» leute usw. auffordern. Es werden allenthalben im Lande Gesell- schaften gegründet, die sich zum Zwecke machen. Genossenschafts- Schneidereien,-Schustereien usw. auf nationalem Boden auf- zubauen. Auch propagier«!« die judenfeindlichen Elemente bis Gründung von Gewerbc.Äreditbankeu. um den rumänischen Klein, bürgern gegen die Konturrenz der Juden zu helfen.— China. Reorganisation. dem Verbande die Briefe zurückzusenden, wenn er mit organisierten häusern in allen Bezirken. 16. Freiheit der Versammlungen, der Arbeitern zu rechnen hätte. Die Organisation wird gefürchtet, das Vereine und Verbände; Aufhebung des Belagerungszustandes bezw. Beting, 8. November.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) zeigt 3. B. die Aeußerung eines Vorgesezten im Betriebe, daß er des verstärkten Schubes. 17. Nichteinmischung der Polizei in die Der faiserliche Erlag betreffend die Reorganisation der Regierung einen Taler für den Namen einer jeden organisierten Arbeiterin Streifs. 18. Organisation von Notstandsarbeiten und Eröffnung und der Verwaltung schafft für fast sämtliche Verwaltungszweige geben würde. Mit aller Kraft müsse während der Woche an der von Volksküchen zur kostenloser Speisung Arbeitsloser. 19. Strafen eine neue Gestaltung oder neue Bezeichnung. Es wird ein Marines Organisation gearbeitet werden, damit am nächsten Donnerstag be- und sonstige Repressalien werden aufgehoben. amt und ein Generalstab errichtet, ferner ein umfassendes Ver- stimmte Beschlüsse gefaßt werden fönnten; die einzelnen Berufs- monatlicher Urlaub bei Auszahlung des Lohnes. Nachdem die Ar kehrsamt, dem die Post-, Telegraphen- und Eisenbahnverwaltung gruppen sollen sich bis dahin öfter versammeln, um Agitation zu beiterdelegierten die obigen Forderungen der Konferenz überreicht unterstellt wird. Der Erlaß betont, daß die vorerwähnten Aende- treiben. Unter den in Massen erschienenen Arbeitern und Arbeite- haben und dieselbe Kenntnis davon genommen hat, beschloß man, rungen nur die Grundlage bilden sollen für eine Verfassung. rinnen waren auch viele Meister und Betriebsbeamte vertreten, zunächst die wichtigsten Punkte, wie die Lösung der Wohnungsfrage Sollten die Maßnahmen sich als nicht zweckmäßig erweisen, so aber feiner wagte, trop wiederholter Aufforderungen, in der Dis- usw. zu erledigen und erst dann zu den präzisierten Wünschen der würden sie aufs neue zu ändern sein. Der Erlaß schließt mit tussion das Wort zu ergreifen, um die Verhältnisse bei Hildebrandt russischen Naphtaarbeiter überzugehen, vorausgesezt natürlich, daß dem Hinweise, daß China sich so lange in einer gefährlichen Lage zu rechtfertigen. befinden werde, als nicht Geseze erlassen werden, denen Hoch und der russische Handelsminister Filofofow, der bei dieser NaphtaNiedrig Gehorsam leistet. Die Minister werden aufgefordert, gemeinsam vorzugehen auf dem Wege zur Befferung der Lage des Landes; für den Fall, daß sie dem kaiserlichen Befehle nicht gehorchen und es unterlassen würden, die Hoffnungen des Volkes zu erfüllen, wird ihnen Bestrafung in Aussicht gestellt. Aus der Partei. Aus Baden. Der in legter Zeit recht intensiv betriebenen Landagitation gelingt es in folchen Orten sozialdemokratische Lokalorganisationen zu gründen, deren Bevölkerung bisher im Banne des gegnerischen Terrorismus stund. So wurden in Spöck( bei Karlsruhe) und in Dossenheim( bei Heidelberg) nach den Re feraten der Abgeordneten Ged und Pfeiffle sozialdemokratische Ortsvereine ins Leben gerufen. abend hatte die dem Gewerkschaftskartell angegliederte 2okalWieder eine aufgelöfte Hausdienerversammlung. Bu gestern organisation der Hausdiener eine allgemeine Berufsversammlung nach dem„ Englischen Garten" einberufen, die auch von Mitgliedern des Transportarbeiter- Verbandes besucht war. Kniestedt wollte daselbst über die Gristenzberechtigung der Lokalorganisationen sprechen. Durch die bereits zirka 1½stündigen Ausführungen des Referenten, in denen er zuletzt besonders scharf den Transportarbeiter- Verband wegen der Uebertrittsangelegenheit des Vereins Berliner Hausdiener angriff, tam es zu einer derartigen Unruhe, daß der überwachende Beamte die Versammlung auf I öft e. = konferenz den Vorsitz führt, seine Genehmigung dazu erteilt. Gewerkschaftliche Arbeiterbewegung in Spanien. wegen des Koalitions In der letzten Nummer des Organs der Allgemeinen Arbeiter Union von Spanien ist erfreulicherweise der Beweis erbracht, daß Füßen stand, sich rasch emporgearbeitet hat. Namentlich ist die die Organisation, die noch vor Jabresfrist auf äußerst schwachen Fluktuation eine geringere geworden. Während früher im Jahre bis zu 10 000 Mann aus der Organisation wieder austraten, ver zeichnet der gegenwärtige Bericht für das letzte Halbjahr nur 2000 Austritte bei einem Mitgliederbestande von 34 537. Der Bericht spricht die Hoffnung aus, daß der Verlust an Mitgliedern immer geringer wird und daß die gegenwärtigen Mitglieder einen kraftvollen Kern Deutsches Reich. bilden, der der Union zur Verwirklichung ihrer Ziele verhilft. An der Mitgliederbewegung haben natürlich die Streits einen nicht geringen Was sagen die Bergarbeiter? Anteil. Für das Jahr 1905 ist für Spanien folgende Streifstatistik Reminiszenz aus der Zeit des Sozialistengefehes. Vor Aus Essen( Ruhr) meldet uns eine Privat- aufgestellt worden: Die Zahl der Streits betrug 141, an denen zuzwanzig Jahren, am 10. November 1886, hielten Genossen depesche vom 9. November 1906: sammen 19 526 Personen beteiligt waren. Von diesen wurden zu Frankfurt a. M. in dem Lokale des Frankfurter Parteiveteranen, des Genossen Heinrich Prinz in der Albusgasse 19 eine Besprechung ganisationsvorständen beschlossen in heutiger Sitzung, auf den den 141 Streifs wurden 59 wegen der Forderung auf Lohnerhöhung Die Siebenerkommission ins Gemeinschaft mit den Dr- 49 gewonnen, 47 gingen verloren, während 37 durch Vergleich beendet wurden, und von 8 ist das Resultat unbekannt. Von über Parteiangelegenheiten ab. Miften in der Diskussion erscholl 21. November für die größeren Bezirke Revierkonferenzen eingeführt, in 36 Fällen war die Forderung auf Verkürzung plötzlich der Ruf:„ Die Polizei!" Alle Ausgänge waren zuberufen, die über die weiter zu ergreifenden Maßnahmen der Arbeitszeit gestellt, 12 wurden besezt; teiner der Anwesenden durfte den Saal berberlassen und bis auf einen wurden sämtliche 38 Genossen Beschluß fassen sollen. Von den Zahlstellenvorständen rechts geführt, während in 2 Fällen die wöchentliche Lohnverhaftet. Diese Verhaftung gab die Grundlage für den großen soll eine Lohnstatistik aufgenommen werden, um die zahlung gefordert wurde, 12 Streits brachen aus, weil die ArbeitGeheimbundsprozeß 1886/87. Elf Wochen verbrachten die tatsächlichen Verhältnisse auf Grund der Lohnbücher festzu- geber die Verträge nicht innegehalten hatten, vier, weil Arbeiter Genossen in dem noch nicht ganz fertiggestellten Gefängnis Klapper- stellen. Ferner wurde beschlossen, durch die Siebenerkommission ungerechterweise entlassen wurden, vier wegen der Forderung um feld in Untersuchungshaft. Ende Januar 1887 wurden sie dann an die Regierung und an den Reichstag eine Eingabe betreffend den einzelnen Berufen waren am meisten beteiligt das Baugewerbe Abschaffung der Affordarbeit und 12 aus verlegtem Ehrgefühl. Bon nach sechstägiger Verhandlungsdauer zu mehr oder minder hohen Sperre und Ueberschichten zu richten. Gefängnisstrafen verurteilt: die Genossen Prinz, Füllgraben und mit 28 Streits und 3850 Personen; der Zahl der beteiligten PerTrompeter bekamen wegen Geheimbündelei sechs Monate, die anderen der Fleischnot und der Lebensmittelteuerung ebenfalls an die mit 5269 Bersonen durchführten. Es folgen sodann: LebensmittelAußerdem sollen die Organisationsvorstände in Sachen fonen nach tommen an erster Stelle die Bergleute, welche 15 Streits mußten vier, zwei und einen Monat hinter schwedischen Gardinen zubringen. Inzwischen wurde Ende 1886 der fleine Belagerungs- Regierung und an den Reichstag eine Eingabe gelangen industrie 12 Streits mit 3199 Personen; Bekleidungsindustrie aust and über Frankfurt a. M. verhängt, und der 25. Dezember 1886 lassen. fah jenes Schauspiel, das für immer ein Schandmal der deutschen Geschichte bilden wird: die in der ganzen Welt aufsehenerregende Die Reifenmacher des Weichselgebietes von Schulik und Kulm Weihnachtsausweisung. Am Morgen des ersten Weihnachts- haben mit ihren Arbeitgebern einen Tarifvertrag abgeschlossen, der feiertages wurden von dem Polizeipräsidenten v. Hergenhahn bis zum Herbst 1908 Gültigkeit hat. Der im Mai vorigen Jahres die bekanntesten Sozialdemokraten vorgeladen und ihnen eröffnet, daß sie abgeschlossene. Vertrag hatte bis Oktober d. J. Gültigkeit. Infolge binnen Tagesfrist das Stadtgebiet und die nähere Umgebung Frankfurts der Steigerung der Lebensmittelpreise verlangten diese jetzt einen verlassen müßten. Nicht weniger als 71 Genossen, worunter sich 32 durchschnittlichen Lohnaufschlag von 15 Prozent. Die Arbeitgeber, So 17 Streifs mit 1954 Personen; die Tischler 21 mit 1112; Metallarbeiter 11 mit 715 usw. Schon die geringe Anzahl der Beteiligten zeigt, daß wir es hier fast nur noch mit handwerksmäßigen Be trieben zu tun haben. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Berheiratete mit 89 Stindern befanden, traf die Ausweisung. Go ver- welche anfänglich zum Verhandeln nicht zu bewegen waren, erflärten Letzte Nachrichten und Depeschen. 39 suchte damals die Polizei unsere Bewegung mit brutalen Gewalt sich aber zu solchem bereit, als von den Reifenmachern die Kündimaßregelungen niederzudrücken. Aber wie uns heute jedes Klaffen- gung eingereicht wurde. Durch den zustande gekommenen Vertrag urteil tausende neuer Anhänger zuführt, so wirkte die Verhaftung am wurde ein Lohnaufschlag von 10 Prozent erzielt. 10. November 1886 der als Ehrentag in den Annalen der Frankfurter Parteigeschichte steht und ihre Folgen zum Besten der Partei: sie bekam rote Backen und pralle Musfeln." Gemeindewahlen. Scharfmacher in der Enge. Podchens Nachfolger. Frankfurt a. M., 9. November.( B. H.) Als Nachfolger des Landwirtschaftsministers v. Podbielski wird, wie der Frankf. 3tg." Der Arbeitgeberberband säsisch- thüringischer Webereien beschloß aus Berlin gemeldet wird, in politischen Kreisen bereits seit einiger gestern mittag in einer zu Greiz abgehaltenen außerordentlichen Zeit ein älterer konservativer Parlamentarier genannt, der lange in In Iserlohn fielen bei den Stadtverordnetenwahlen auf die Verbandes eine Lohnerhöhung von fünf Prozent ein- Seit Führer der deutsch- konservativen Fraktion im Reichstage geSozialdemokraten 786-739, auf den Freifinn 712-807, auf das treten zu lassen Man hofft damit eine bevorstehende Lohnbewegung wesen ist und seitdem im Herrenhause eine Rolle spielt. Zentrum 591-639 Stimmen. Es muß also Stichwahl zwischen und einen etwaigen Ausstand verhindert zu haben. In Betracht Diefer ältere konserbative Parlamentarier" dürfte der FreiSozialdemokraten und Freifinn stattfinden. In Wetzlar erhielt der sozialdemokratische Kandidat bei den Stadtverordnetenwahlen 73 Stimmen gegen 319 bürgerliche. Die Genossen beteiligten sich zum erstenmal. Zu dem Ergebnis der Düsseldorfer Stadtverordneten wahlen schreibt man uns noch: Während unsere Genossen vor zwei Jahren 2140 Stimmen auf ihre Kandidaten vereinigten, erhielten sie jekt 4045 Stimmen. Aber auch das Zentrum erhöhte seine Stimmen zahl von 6544 auf 8142, die Wahlbeteiligung war stärker als bei der lezten Wahl, troydem wählten auch jetzt nur 333 Prozent aller Wähler. Die Stimmen der Nationalliberalen stiegen von 1519 auf 1857, den größten Fortschritt also haben unsere Genossen gemacht. Fest steht, daß in absehbarer Zeit die dritte Abteilung unseren Genossen zufällt und wenn sich das Zentrum noch so verzweifelt wehrt. Der Zuwachs der Sozialdemokratie beträgt 88 Prozent. Gewerkschaftliches. Wie Streifprozesse entstehen. tommen 243 Betriebe mit 20 000 Arbeitern. Die machen. Stadtverordnetenwahlsieg Lüdenscheid, 9. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) herr Otto von Manteuffel, Vizepräsident des Herrenhauses, sein. Sächsische Maschinenfabrik, vormals Richard Hartmann, in Gegner des Reichstagswahlrechts gezeigt, der Arbeiterschaft der weltberühmten Lokomotivenfabrik, In seiner politischen Tätigkeit hat er sich als einer der schärfst en Chemnik, versammelten sich vor kurzem in zwei großen Sälen und jede gebotene Gelegenheit benutte, die Re beauftragten den Arbeiterausschuß, bei der Direktion dahin bor- gierung gegen die Sozialdemokratie scharf zu stellig, zu werden, daß Ueberstunden möglichst vermieden werden, würden sie aber notwendig, daß dann ein Zuschlag von 25 Proz. bezahlt werde. Nachdem die Verhandlung zwischen der Direktion und dem Arbeiterausschuß stattgefunden hatte, erschien in den Betriebsräumen ein Anschlag, nach dem für die Zukunft für Ueberstunden ein Zuschlag von 20 Broz. gewährt wird. Es ist dies ein Bei den heutigen Stadtverordnetenwahlen erzielten unsere Geannehmbares Angebot, wenngleich der gegenwärtige Stand des noffen einen glänzenden Sieg. Die Kandidaten unserer Partei erWerkes auch einen 25 prozentigen Zuschlag zuließ. Wäre in dem hielten 980 Stimmen, während die Stimmenzahl der Gegner sich auf größten Chemnitzer Betriebe der größte Teil der Arbeiterschaft 700 beziffert. Er wurden drei Genoffen in das Stadtparlament organisiert, so könnte die Direktion auch gezwungen werden, 25 Pro- entsandt. zent Zuschlag zu gewähren. Ferner fönnten auch die niedrigen Löhne, die Hofarbeiter, auch Schlosser und andere Arbeiterkategorien noch erhalten- bis herab unter 15 M. wöchentlich! beseitigt Liffa, 9. November.( Amtliche Meldung.) Am 9. dieses Monats werden. Auch bezüglich der hygienischen Verhältnisse in dem entgleiste der Schnellzug 71 der Strecke Görlig- Liffa- Kalisch hinter Riesenbetriebe steht es nicht zum besten. Da kann nur mit Hülfe Bahnhof Kantel. Zwei Personenwagen mit Borderdrehgestell enteiner starten Organisation Besserung geschaffen werden. gleist, der dritte gestürzt. Reisende nicht verlegt. Ein Beamter verlegt und konnten sich in ihre Wohnungen begeben. erlitt eine stärkere Fleischwunde. Zwei Beamte find ganz leicht Zugentgleifung Beendigung des Binnenschifferstreiks. Bor dem Landgericht in Saargemünd hatten sich sechs Arbeiter zu verantworten, die bei dem Streit auf den Solvaywerken in Saaralben Streifbrecher bedroht und genötigt sofort dem Tarif zugestimmt haben, haben die Straßburger und Zur Buchpruderbewegung. Nachdem die Mülhauser Buchdrucker haben sollten. Am Morgen des 13. August trafen sie auf der Straße Mezzer Gehülfen dies in einer zweiten Versammlung nachgeholt. nach dem Werke sechs Streikbrecher. Einer der Angeklagten rief Die Prinzipale versprachen, auch den über Minimum entlohnten ihnen zu: Halt, feinen Schritt weiter," worauf die Streitbrecher Gehülfen eine Gehaltszulage. Interessant ist, daß die Straßburger Hamburg, 9. November.( W. T. B.) In einer heute hier ab= stehen blieben. Die Angeklagten machten sie nun auf ihr Unternehmer den Gehütfen eine Teuerungszulage versichert hatten, gehaltenen Versammlung der ausständigen Binnenschiffer wurde Tun und Handeln aufmerksam und forderten sie auf, noch wenn der Tarif angenommen sei. Diese wird nun bis zum In- nach langer Debatte mit 107 gegen 9 Stimmen beschloffen, den einige Tage mitzustreifen. Alle Zeugen fagten aus, daß frafttreten desselben bezahlt. Hätten aber die Buchdrucker den Ausstand zu beenden und die Bedingungen der Vereinigten Elb. sie nicht bedroht worden wären und daß daß fie fie bon den Tarif nicht angenommen, dann hätte es auch jedenfalls keine schiffahrtsgesellschaften vorbehaltlich der Zustimmung der heute an verschiedenen Elbepläßen tagenden Versammlungen der Ausständigen anzunehmen. Angeklagten nichts befürchtet hätten, wurden die Teuerungszulage gegeben. Harmonie!" Husland. Beendigung des Streifs in Verviers. Nationale Schweine. München, 9. November. In sämtlichen Regierungsbezirken Bayerns ist die Schweinefeuche( Schweinepest) konstatiert worden. 17 Bersonen getötet. Konstantinopel, 9. November.( Meldung des Wiener t. 1. Telegr.Korresp.- Bureaus.) Eine starke Bande, deren Mitglieder teils mili tärische teils bäuerliche Kleidung trugen, tötete in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag in dem bulgarischen Dorfe Karadzkoej, südwestlich von Serres, 17 Personen und verwundete sieben. Mehrere Häuser wurden durch Feuer und Bomben zerstört. Etwas abgehandelt fie hätten ungeniert ihres Weges gehen können, aber es feien in der Ferne Leute ges kommen, die sie auch für Streifende gehalten hätten, und so seien Kohlengräber- Streif. Jm Kohlenrevier zu Mährisch- Ostrau ijt sie umgekehrt und heimgegangen. Es ist also absolut nichts Straf ein partieller Streit der Grubenarbeiter ausgebrochen. bares festgestellt worden und doch verlangte der Staatsantvalt die Bestrafung der Leute, da sie sich der Bedrohung und Nötigung schuldig gemacht hätten. Die Gendarmerie habe nach telephonischer Die Syndikate der Webereiarbeiter haben mit großer Wehrheit Herbeirufung die Straße säubern müssen. Dabei haben die Zeugen die Wiederaufnahme der Arbeit beschlossen. Von 1085 Ausständigen bekundet, daß die Angeklagten nach der Unterredung ebenfalls stimmten 727 für den Beschluß. Die Wiederaufnahme der Arbeit weggingen und daß niemand mehr an dem betreffenden Drt soll am Montag erfolgen. gewesen sei als die Gendarmen. Und doch Ein Lehrstuhl für gewerkschaftliche Bewegung. Angeklagten zu Gefängnisstrafen in Höhe von 1-14 Tagen vers Bei der ökonomischen Abteilung des St. Petersburger Bulyurteilt. Die Zeugen hatten zum Ueberfluß noch erklärt, daß sie technikums wird ein, besonderer Lehrstuhl für gewerkschaftliche Bes feinen Strafantrag gestellt hätten, daß sie auch nicht haben wollten, wegung errichtet. daß die Angeklagten bestraft werden sollten. Aber alles half nichts. „ Der Jude wird verbrannt", denn ein Direktor des Werkes hatte Forderungen der russischen Naphtaarbeiter. Die Delegierten der Batuer Naphtaarbeiter, die zu der jetzt stellungen sind bei dem bei der Station Rogow von einer bewaffWarschau, 9. November.( W. T. B.) Nach den letzten Festa unbedingt verlangt, daß die Sache den Gendarmen angezeigt und im russischen Handelsministerium stattfindenden Naphtakonferenz neten Bande auf einen Bostzug ausgeführten Ueberfall 41000 Rubel die Leute bestraft werden müßten. Demnach soll die Justiz dazu da nach Petersburg gekommen sind, übermittelten soeben der Konferenz Bargeld und 25 000 Rubel in Wertpapieren geraubt worden. Einige sein, um die niedrigen Rachegelüfte der Scharfmacher zu befriedigen. zur Beratung die präzisierten Forderungen von 25 000 Arbeitern. mit Gold gefüllte Säcke find den Räubern entgangen. Berleht Die hauptsächlichsten Forderungen der russischen Naphtaarbeiter wurden 17 Personen, eine Person wurde getötet. stellen sich wie folgt dar: 1. Achtstündige Arbeitszeit. 2. Bollständige wurden 17 Personen, eine Person wurde getötet. Abschaffung der Ueberstunden und Einführung einer Nachtschicht. Berlin und Umgegend. Ein süßer Scharfmacher. Die Angestellten der Firma Hildebrandt versammelten sich am 3. Völlige Beseitigung aller Affordarbeiten. 4. Anerkennung der Russisches Recht. Donnerstagabend, um zu hören, welche Antwort die Unternehmer Feiner des 1. Mai. 5. Volle Lohnzahlung während der Dauer des Odessa, 9. November.( Südrussische Telegraphen- Agentur.) Der auf das Ansuchen der Arbeiter, ihren Minimaltarif anzuerkennen, Streits. 6. Einstellung aller entlassenen Arbeiter. 7. Organisation hiesige Generalgouverneur erhielt vom Minister Stolypin den Befehl, gegeben hatte. Weidler, der Bevollmächtigte vom Zentral- eines Schiedsgerichts bei gleicher Beteiligung beider Parteien. Die ganze Universität vor Gericht zu zichen für angebliche verband der Konditoren, erklärte, daß die gesandten Schreiben un 8. Niemand darf ohne Zustimmung der aus Vertretern beider revolutionäre Tätigkeit während des vorjährigen Pogroms. In cröffnet zurüdgekommen seien. Hildebrandt hatte die Parteien bestehenden Spezialkommission entlassen werden. 9. Or Wirklichkeit bestand diese Tätigkeit in einer Hülfsaktion für ausAunahme verweigert. Unter dem lauten Beifall der überfüllten ganisation einer zwedmäßigen ärztlichen Hülfe auf Kosten der Ar- geplünderte und verwundete Juden, in der Teilnahme am munizipalen Versammlung sprach der Redner seine Entrüstung über dieses Wer beitgeber. 10. Versicherung der Arbeiter auf Kosten der Arbeitgeber. Stomitee für die öffentliche Sicherheit und darin, daß den Studenten halten der Firma aus. Scharf beleuchtete er die erbärmlichen Ar- 11. Bolle Pension für Kranke und Invaliden. 12. Bibliothek in feitens der Universität nicht verboten wurde, eine Miliz zu errichten, beitsverhältnisse bei Hildebrandt und forderte energisch zur Organi- jedem Bezirk. 13. Organisation von Bolts- und Mittelschulen für um Bogrome zu verhindern. Neben der Stadtverwaltung steht sofation auf, wenn die sehr bescheidenen Forderungen durchgesetzt Arbeiterkinder auf Rechnung der Arbeitgeber. 14. Einrichtung mit auch die Universität unter Anflage, um die Beteiligung an den werden sollen. Hildebrandt würde sich hüten, so führte er aus, awedentsprechender Arbeiterkolonien. 15. Errichtung von Bolts-! Wahlen zu verhindern. Berantw. Redakteur: a8 Weber, Berlin. Injeratenteil verantw.:.Glade, Berlin. Drud u. Norlaa: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 263. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 10. November 1906. Zum Bäckereiarbeiterschutz in Preußen. Statt eines reichsgefeßlichen Bädereiarbeiterschutzgesetzes haben die Bundesregierungen eine Vereinbarung getroffen, auf Grund deren die Minister für Handel und Gewerbe, der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten, sowie des Innern jetzt den Oberpräsidenten den nachstehend abgedruckten Entwurf einer Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Betrieb von Bäckereien und solchen Konditoreien, in denen neben den Konditorwaren auch Bäderwaren hergestellt werden," mit dem Ersuchen zugehen lassen, für ihren Bezirk eine entsprechende Polizeiverordnung zu erlassen. Entwurf einer Polizeiverordnung über die Einrichtung und den Betrieb von Bäcke reien und solchen Konditoreien, in denen neben den Konditorwaren auch Bäckerwaren hergestellt werden. Tiegen. § 1. Der Fußboden der Arbeitsräume darf nicht tiefer als einen halben Meter unter dem ihn umgebenden Erdboden Das Maß von 0,50 Meter kann auf 1 Meter erhöht werden, wenn an der zugehörigen Außenwand ein durchgehender Licht- und Lüftungsgraben hergestellt wird. Der Graben muß mindestens 1 Meter breit sein und mit seiner gut zu entwässernden Sohle mindestens 0,15 Meter tiefer als der Fußboden der anstoßenden präsidenten) können auf Antrag Ausnahmen zugelassen werden, Durch den Regierungspräsidenten( in Berlin den Polizeiwenn auf andere Weise durch zweckmäßige Isolierung des Bodens und ausreichende Licht- und Luftzufuhr den gesundheitlichen Anforderungen entsprochen ist. Räume liegen. Der vorstehend wiedergegebene Erlaß ist eine sehr feine Ab- Arbeiten nicht unter den§ 10 des Kammerstatuts resp.§ 103 k schlagszahlung auf die rastlosen Bemühungen der Arbeiter und der der Gewerbeordnung fallent. Die Vorschrift in§ 10 des Statute Presse. Als ausreichend im Interesse der Arbeiter und der Kon- beziehungsweise 108k der Gewerbeordnung über die Hinzuziehung des Gesellenausschusses bei Erstattung von Gutachten, kann sich nur fumenten können wir ihn nicht erachten. auf die in§ 1036 Abfag 1 Ziffer 3 am angeführten Ort erwähnten Gutachten an die Staats- und Gemeindebehörden beziehen, die der Stammer pflichtgemäß obliegen. Soziales. Wie die Handwerkskammer zu Berlin gegen Bäckereiarbeiterschut arbeitet. Der Vorstand kann daher den in der Resolution enthaltenen Protest als berechtigt nicht anerkennen." Erkläret mir Graf Derindur Diesen Zwiespalt der Natur. An den Reichstag wendet sich die Handwerkskammer als HandDie auf Grund des§ 120e der Gewerbeordnung erlassene werkskammer und als der Gesellenausschuß dagegen protestiert, daß Bundesratsverordnung vom 4. März 1896 über den Betrieb von die Betition ohne seine Zuziehung gefertigt, also teine Petition Bäckereien und Konditoreien gewährt bekanntlich einen noch der Handwerkskammer ist, gibt der Vorstand zu, daß der durchaus ungenügenden Schuß. Die vorgeschriebene Marimal Gesellenausschuß überhaupt nicht gehört ist, aber arbeitsschicht von 12 Stunden ist durch Ausnahmen vielfach durch meint er: Das Petitionsgutachten war nur eine private Arbeit der Handwerkskammer". Löchert. Hinzu tritt eine außerordentlich lage Handhabung der Schutzvorschriften. So zeigt die vom Verband der Bäcker im Jahre 860 Betriebe den nicht einmal durch Sonntagsruhe unterbrochenen 1904 herausgegebene Statistit, daß von 3133 Betrieben in 346 Drten: Durch den vorstehend wiedergegebenen Sachverhalt ist klar erMaximalarbeitstag überschreiten, und zwar bis zu fünf wiesen, daß die unter der Firma der Handwerkskammer zu Berlin Stunden täglich. Es ist eine Herabsetzung der Marimal- dem Reichstage übermittelte Petition überhaupt nicht von arbeitszeit nötig und durchführbar. Die Abschaffung von Kost und Logis im der Handwerkskammer herrührt, sondern eine private Arbeit Hause des Meisters, gesegliche Vorschriften über die Arbeits- und einiger Mitglieder und Beamter der Handwerkskammer ist. HoffentSchlafräume und andere im hygienischen Interesse der Bäckergesellen lich wird dieser Art von Petitionsmacherei im Reichstage die Bes und der Konsumenten liegende Vorschriften sind seit Jahren so handlung zu teil, die solchen gebührt, die unter falscher Flagge offensichtlich notwendig, daß selbst das preußische Ministerium segeln und hinter einer Korporation Deckung suchen, die ordnungsbereits im Jahre 1900 die Abstellung der hinsichtlich der Arbeits- mäßig einberufen keineswegs eine Beseitigung der Marimal durch einheitliche reichs- oder landesrechtliche Bestimmungen in gefordert hätte. und Schlafräume in den Bädereien hervorgetretenen Mißstände arbeitszeit, sondern eine Herabsetzung der Maximalarbeitszeit hört man wieder im Lande der Schweineminister nichts von gesetzAllerdings nur in Aussicht nahm"- feit 1900 ( Soeben geht uns der an anderer Stelle veröffentlichte Entwurf zu einer geberischen Aktionen zugunsten der Arbeiter. Polizeiverordnung zu.) Wohl aber wird erneut von Leuten, Aussicht nahm. Aus Induftrie und Handel. Schweinepreise und Fleischverbrauch. Die feit etwa zwei Wochen zu beobachtenden Preisabschläge am § 2. Die Arbeitsräume müssen mindestens 3 Meter hoch und mit Fenstern versehen sein, welche nach Zahl und Größe genügen, um für alle Teile der Räume Luft und Licht in aus- die die deutsche Nachtluft der Sozialreform wittern, gegen reichendem Maße zu gewähren. Die Fenster müssen unmittelbar die Verordnung bom 4. März 1896 als zu weit gehend Schweinemarkt sind für die Gestaltung des Fleischverbrauchs noch ins Freie führen und so eingerichtet sein, daß sie zum Zwecke der Sturm gelaufen. Es wird dahin petitioniert, den durch jene fast bedeutungslos. Einmal steigen nämlich im Gegensatz zu den Lüftung ausreichend geöffnet werden können. Verordnung erstrebten winzigen Arbeiterschutz völlig illusorisch zu Schweinepreisen die Preise am Rindvieh, Kälber- und HammelDer Regierungspräsident( in Berlin der Polizeipräsident) kann machen und durch Umwandlung der Maximalarbeitszeit von zwölf markt fast unablässig weiter, sodann ist der Auftrieb immer noch auf Antrag, abweichend von den vorstehenden Vorschriften, aus- Stunden in eine Minimalruhezeit von zehn Stunden noch mehr zu nicht auf der Höhe früherer Jahre. Was den ersten Umstand betrifft, nahmsweise die Benutzung von Arbeitsräumen bis zu einer Mindesthöhe von 2,50 Meter gestatten, soweit nicht das örtliche verschlechtern. Eine solche Forderung enthält auch eine von der so spielt zwar Schweinefleisch in der Ernährung des deutschen Volkes Baurecht an Räume, die zum dauernden Aufenthalte von Menschen Handwerkskammer in Berlin im Auftrage des Ausschusses des eine sehr wichtige, aber keineswegs eine ausschlaggebende Rolle. Das deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages" dem Reichstage erhellt deutlich aus einem Blick auf den Gesamtfleischverbrauch bestimmt sind, höhere Anforderungen stellt. § 3. Die Räume müssen mit einem dichten und festen eingereichte Petition. Die Petition wiederholt ohne eine Spur von in einem Jahre. Auf Schweinefleisch entfallen in einem Jahre pro Fußboden versehen und gegen das Eindringen von Erd- Tatsachenmaterial die sattsam bekannten abgedroschensten Kopf der Bevölkerung 18,6 Kilogramm, auf Rind- und Kalbfleisch feuchtigkeit hinreichend geschützt sein. Redensarten über Ruin des Bäckergewerbes durch jene Verordnung usw. dagegen 20,5 Kilogramm. 1 bis 2 Kilogramm des Stonsums Die Wände und Decken müssen, soweit sie nicht mit einer Tatsache ist hingegen, wie in einer Eingabe der Bädergesellen um Herab- werden durch Hammel- und Ziegenfleisch repräsentiert. Wie groß platten, abwaschbaren Bekleidung oder mit einem wasserdichten An- fegung der Marimalarbeitszeit auf 10 Stunden mit Recht betont wird, die Differenz zwischen Rind- und Schweinefleischpreisen zurzeit tatstriche versehen sind, jährlich mindestens einmal mit Stalt frisch daß die Bundesratsverordnung vom 4. März 1896 in feiner Weise fächlich ist, geht aus den Notierungen an den Märkten einiger angestrichen werden. Der wasserdichte Anstrich muß mindestens eine Schädigung des Bäckergewerbes hervorgerufen hat. Das Bäder großer Städte hervor. Mitte Oftober tosteten nämlich 1 Nilogewerbe, soweit die Meisterschaft in Frage kommt, steht auch heute gramm.. Mark in Danzig Berlin Dresden Chemnik Leipzig Stuttgart München noch in voller Blüte. Auch heute, nach zehnjährigem Bestehen der 1,20 1,30 1,30 1,50 1,40 1,30 1,46 gesetzliche Festlegung der Arbeitszeit existenzunfähig geworden wären. Schweinefleisch 1,50 Verordnung, find keine Fälle beizubringen, daß Bäckereien durch die Rindfleisch 1,50 1,60 1,60 1,50 1,80 nnungen von Hamburg, München, Berlin und bewegung am Rindviehmarkt gegenwärtig für die Allgemeinheit In richtiger Erkenntnis dieser Tatsache haben auch die Bäcker Diese Spannung beweist wohl zur Genüge, daß die Preismehreren anderen Städten teils sogar schon vor ein ebenso großes Interesse hat wie die Bewegung der Schweinemehreren Jahren mit den Vertretern der Gefellen- preise. In Berlin und München, den wichtigsten Viehmärkten Deutschschaft Vereinbarungen getroffen, nach welchen zum Teil sogar eine türzere Arbeitszeit als die in lands, stellten sich die Preise für 50 Kilogramm Lebendgewicht in der betreffenden Berordnung des Bundesrates vorgeschrieben- vor- Mart wie folgt: gesehen ist. Es bestehen zurzeit an etwa 300 Orten Berträge der Gesellenschaft mit der Meisterschaft, wonach die Meisterschaft fich berpfichtete, den 8 wölfftündigen Magimalarbeitstag streng einzuhalten. alle 5 Jahre erneuert werden. die Arbeitsräume geführt werden. § 4. Die Arbeitsräume dürfen nicht in unmittelbarer Verbindung mit den Bedürfnis anstalten stehen. Die Abfallröhren der Ausgüsse und Klosetts dürfen nicht durch § 5. In Arbeitsräumen, in denen die Herstellung von Backwaren erfolgt, muß die Zahl der darin beschäftigten Personen so bemessen sein, daß auf jede wenigstens 15 Subikmeter Buftraum entfallen. Zur Befriedigung eines bei Festen oder Sonstigen besonderen Gelegenheiten hervortretenden Bedürfnisses ist eine dichtere Belegung der Arbeitsräume gestattet, jedoch mit der Maßgabe, daß wenigstens 10 kubikmeter 2uftraum auf die Person entfallen müssen. § 6. Den Arbeitern muß Gelegenheit gegeben werden, ihre Kleider sauber zu verwahren und sich an einem ausreichend erwärmten Orte zu waschen und umzukleiden. § 7. Vor dem Zurichten und Teigmachen haben die dabei beschäftigten Personen Hände und Arme mit reinem Wasser gründlich zu reinigen. berboten. • Berlin 1,74 München 1905 22-53 42-54 18-24 66-80 60-72 1906 28-56 -58 -27 1905 1906 Ochsen und Bullen 28-48 28-55 Kälber. 25-59 27-65 Schafe 24-42 28-44 Unter Verschweigung aller dieser Tatsachen Schweine 66-74 58-66 fordert die Petition der Handwerkskammer zu Berlin Beseitigung Nur bei Schweinen ist ein Rückgang zu bemerken, obgleich sie immer der Verordnung vom 4. Mai 1896, zum mindesten Ersatz der noch teurer find als 1904 und in früheren Jahren. Der andere Marimalarbeitszeit durch eine Minimalruhezeit! Umstand, der eine Einwirkung der gegenwärtigen Verbilligung auf Zu diesem Zwede find ausreichende und mit Seife aus Aber die Petition der Handwerkskammer zeichnet den Fleischverbrauch als nicht wahrscheinlich erscheinen läßt, ist der, daß gestattete Wascheinrichtungen zur Verfügung zu stellen; für jeden sich noch durch einen anderen Umstand aus: es ist nämlich der Auftrieb noch immer nicht auf der Höhe früherer normaler Jahre ist. Arbeiter ist mindestens wöchentlich ein reines Handtuch zu liefern. in Wahrheit gar feine Petition der Handwerks- Zieht man den Herbst 1908, der legte Herbst, ehe die VerändeSoweit nicht Wascheinrichtungen mit fließendem Wasser vor- tammer. Die Petition stellt sich als ein freilich durch Mangel rungen am Viehmarkt vor sich gingen, zum Vergleich heran, so erhanden sind, muß für höchstens je fünf Arbeiter eine Waschgelegen- an wirklichen Tatsachen auffallendes Gutachten und als ein eben- gibt sich, daß der Auftrieb in dem Oktober dieses Jahres merkbar heit eingerichtet werden. Es muß ferner dafür gesorgt werden, daß solcher Bericht über die Verhältnisse der Gesellen dar. Zur Be- hinter dem in der Vergleichszeit 1903 zurückblieb. Ob demnach die bei der Wascheinrichtung stets reines Wasser in ausreichender ratung und Beschlußfassung über solche Angelegenheiten muß nach Breise infolge vorübergehender Schwankungen der Auftriebsziffern Menge vorhanden ist und daß das gebrauchte Wasser an Ort und der Gewerbeordnung und dem§ 10 des Statuts für die Hand- einmal eine Abschwächung erfahren, läßt noch keinen Schluß auf eine Stelle oder von einem Nebenraum aus abgeleitet werden kann. tverkskammer zu Berlin der Gesellenausschuß eingeladen und mit Linderung der Teuerung zu: so lange die Auftriebsziffern noch § 8. Die Mehlvorräte sind an trockenen, vor Verunreinigungen vollem Stimmrecht zur Teilnahme zugelassen werden. Wer die an unter dem normalen Niveau bleiben, ist auch keine durchgreifende geschützten Orten aufzubewahren. den Reichstag gerichtete Petition der Handwerkskammer liest, wird Befferung zu erwarten. Das Bearbeiten des Teiges mit den Füßen ist also in den Glauben verfekt, der Gesellenausschuß sei gehört worden. Der Glaube ist jedoch Gesellschaften mit beschränkter Haftung. Nach der„ Statistischen Das zum Streichen des Brotes benußte Wasser muß täglich ein irrtümlicher. Tatsächlich ist die Petition ohne Zuziehung Korrespondenz" hat sich die Zahl der G. m. b. 5. von Ende 1904 erneuert werden. Die Backware darf nicht auf dem bloßen Fuß der Gesellen nach Schema f, das wohl einer der reaftonären bis Ende 1905 von 5548 auf 6481 erhöht, das Stammkapital wuchs boden gelagert werden. Einpeitscher verlangte, bon einigen Meistern oder Beamten von 1 458 320 521 m. auf 1 614 908 321. Der vermeldeten Zahl § 9. Das Sitzen und Liegen auf den zur Herstellung und der Handwerkskammer beschlossen". In der Vollversammlung der der Gesellschaften steht eine Verminderung des Durchschnittstapitals Lagerung von Badwaren bestimmten Tischen und dergleichen ist Handwerkskammer zu Berlin vom 19. September dieses Jahres hat von 262 855 auf 249 176 W. gegenüber. untersagt. Die Betriebsunternehmer haben für ausreichende der Gesellenausschuß gegen dieses Verfahren folgenden Singelegenheit in den Arbeitsräumen zu sorgen. Brotest erhoben: Löhne und Mietssteigerungen. Zu der Notiz in Nr. 236 des Vors § 10. In den Arbeitsräumen sind täglich zu reini= " Der Gesellenausschuß nahm Kenntnis von der Petition wärts" unter vorstehender Ueberschrift geht uns von der Verwaltung Zeche„ Herkules"- folgende gende Spud näpfe, und zwar in jedem Arbeitsraume min der Handwerkskammer vom 15. Januar 1906 an den Reichs- der Effener Steinkohlenbergwerke destens einer, aufzustellen. tag und den Bundesrat auf Aufhebung der Bundesratsverordnung Berichtigung zu: bom 4. März 1896, den Marimalarbeitstag im Bäckereigewerbe beziehungsweise dessen Aufheburg durch eine Minimalruhezeit. Die Petition charakterisiert sich als eine im Auftrage des Ausschusses der deutschen Handwerks- und Gewerbekammer gegebenes Gutachten über die bisherige Wirksamkeit genannter Berordnung. Laut§ 10 des Statuts der Handwerkskammer muß aber zu Beratungen und Beschlußfassungen über Gutachten und Berichte, welche die Verhält niffe der Gesellen und Lehrlinge betreffen", der Gesellenausschuß hinzugezogen werden. Das Ausspuden auf den Fußboden ist verboten. Das Rauchen, Schnupfen und Kauen bon Zabak ist in den Arbeitsräumen und während der Arbeit verboten. § 11. Die Arbeitsräume dürfen zu anderen, mit dem ordnungsmäßigen Betriebe nicht zu vereinbarenden Zweden, insbesondere als Wasch, Schlaf- oder Wohn. räume nicht benutzt werden. $ 12. Die Arbeitsräume sind von Ungeziefer frei sowie dauernd in reinlichem Zustande zu erhalten und täglich mindestens einmal gründlich zu lüften. Die Fußböden der Arbeitsräume müssen täglich, die Wände, soweit sie nicht mit Staff gestrichen sind (§ 3), vierteljährlich mindestens einmal abgewaschen werden. Die im Betriebe verwendeten Tische, Geräte, Gefäße, Tücher und dergleichen dürfen nicht zu anderen als zu Betriebszweden bemukt und müssen in reinlichem Zustand erhalten werden. § 13. Die im Betriebe tätigen Personen müssen während der Arbeit mindestens mit einem Beinkleid und einem Hemde bekleidet sein. § 14. Personen mit anstedenden oder elelerregenden Strant heiten dürfen nicht beschäftigt werden. § 15. In jedem Arbeitsraum, in welchem die Herstellung von Badwaren erfolgt, ist ein Abdruckt dieser Verordnung und ein von der Ortspolizeibehörde zur Bestätigung der Richtigkeit seines Inhaltes unterzeichneter Aushang anzubringen, aus dem ersichtlich ist a) die Länge, Breite und Höhe des Raums, b) der Inhalt des Luftraumes in Rubikmetern, Außer Frage ist aber, daß durch die Verfügung vom 4. März 1896 oder eine Aenderung derselben viele Jnteressen der Arbeitnehmer einer großen Berufsgruppe berührt werden und müßten statutengemäß die gefeßlichen Vertreter der Arbeitnehmer in der Handwerkskammer zur Beratung und Beschlußfaffung herangezogen werden, was indessen nicht geschehen ist. Der Gesellenausschuß protestiert auf das nachdrüdlichste gegen eine derartige Ausschaltung, welche ihn im Gegensatz zum Statut nur als über flüffiges Dekorationsstück erscheinen läßt. beschlossene Resolution, betreffend Nichtanhörung des Es ist nicht richtig, daß der Mietspreis in den zur Zeche „ Herkules" gehörigen Werkswohnungen für eine zweiräumige Wohnung von 1894 bis 1905 um 20 Proz. in die Höhe gegangen, eine dreiräumige Wohnung von 1886 bis 1905 um 50 Proz. im Preise gestiegen ist und daß für drei Dachräume die Steigerung feit 1892 28,57 Proz. betrug, endlich, daß sich die Steigerung für sämtliche Nachweisungen im Durchschnitt auf 29,09 Proz. belief. Dagegen ist richtig, daß die Zeche Herkules" überhaupt erst seit dem Jahre 1905 Arbeiterwohnungen besitzt und seit diesem Zeitpunkt eine Mietssteigerung überhaupt nicht stattgefunden hat. Wir haben die in Betracht kommenden Angaben, wie in der Notiz angegeben ist, der Zeitschrift Glüdauf" entnommen. Den Bahlen stellt der Verfasser des betreffenden Artikels, Dr. Jüngst, folgenden Satz vorauf: " Immerhin ermöglicht die nachfolgende Zusammenstellung, welche mir die Verwaltung der Zeche Herkules" freundlichst zur Verfügung gestellt hat, ein Urteil." In dem protokollarischen Bericht über diese Bollversammlung Allgemeine Elektrizitäts- Gesellschaft. Berlin. Der Aufsichtsrat fehlt dieser Protest! Dort wird vom Gesellenausschuß nur beschloß, die Verteilung einer Dividende von 11 Proz. in Vorschlag mitgeteilt, daß er sich konstituiert habe, zu seinem Vorsigenden den zu bringen. Die Umsäge in den ersten 3 Monaten des laufenden Tapezierer Otto Wels- Berlin, die und die zu Vorsitzenden, Schriftführern Geschäftsjahres zuzüglich der vorliegenden Aufträge belaufen sich und zu Mitgliedern des Berufungsausschusses usw. gewählt habe. Wes- auf 188 Millionen gegen 120 Millionen Mark im Vorjahre. halb ist ein so gewichtiger und wichtiger Protest aus dem Protokoll Der Vorsitzende und Syndikus der Handwerks- teilt für das letzte Jahr 7 Proz. auf das von 6 auf 10 Millionen fortgeblieben? Dividenden. Die Maschinenbauanstalt Humboldt" in Salt ver kammer haben dieser Tage dem Gesellenausschuß folgendes salomo- Mark erhöhte Aktienkapital. Die vorjährige Dividende betrug 6 Proz. 8 Proz. schüttet die Maschinenfabrik vorm. Klein, Schanzlin und c) die Zahl der Personen, die nach§ 5 oder nach§ 16 in den Die in der Sigung des Gesellenausschusses vom 19. September Beder in Frankenthal aus. Die Aktionäre der Aktiengesellschaft Arbeitsräumen regelmäßig beschäftigt werden darf. § 16. Der Regierungspräsident( in Berlin der Polizeipräsi- Gesellenausschusses bei dem von der Handwerkskammer dem für Schlesische Leinenindustrie in Freiburg i. Schles. erhalten 7 Broz, im Vorjahre 5,3 Proz.- Der Aufsichtsrat der Brauerei Hilfebein dent) ist befugt, auf Antrag für bestehende Anlagen, solange fie Ausschuß des Deutschen Handwerks- und Gewerbekammertages erbringt 4 Bros. in Vorschlag. Für die Papierinhaber der Brauerei nicht eine wesentliche Erweiterung oder einen Umbau erfahren, statteten Gutachten in der Frage des Marimalarbeitstages im Ausnahmen von§§ 2, 4 und 5 zuzulassen, wenn darin die Arbeiter Bäcker- und Konditorgewerbe, hat dem Gesamtvorstand in seiner Germania sollen 6 Broz. abgestoßen werden. in anderer Weise gegen Gefahren für ihre Gesundheit soweit ge- Sigung vom 12. d. M. vorgelegen. Der Vorstand hat seine Meinung Die größten Betriebe im rheinisch- westfälischen Kohlenbergbau. schützt sind, wie es die Natur des Betriebs gestattet. dahin ausgesprochen, daß das in der Resolution erwähnte Gutachten Bei der letzten Gewerbezählung im Jahre 1895 gab es im Ober§17. Zuwiderhandlungen gegen diese Bestimmungen werden eine private Arbeit der Handwerkskammer für bergamtsbezirk Dortmund erst drei Betriebe des Steinkohlenbergbaus mit Geldstrafe bis zu 60 M. und im Falle des Unvermögens mit den Ausschuß des Deutschen Handwerks- und mit mehr als 5000 Arbeitern. 1901 waren es schon neun und im entsprechender Haft bestraft, soweit nicht nach anderen Bestimmun- Gewerbelammertages, eine Vereinigung der Handwerks- vorigen Jahre zählte man elf. Diese elf Großunternehmungen, nach gen schwerere Strafen verwirkt sind. tammern ohne behördlichen Charakter, ist, und daß solche ihrer Arbeiterzahl im Jahre 1905 geordnet, find folgende: Name 1895 Arbeiterzahl 1901 1905 Harpener Bergbau- Aftiengesellschaft 15 448 21 111 24 982 Gelsenkirchener Bergwerksgesellschaft 13 509 21 617 24 515 Hibernia Bergwerksgesellschaft 8 361 13 721 16 894 Gutehoffnungshütte, Aftienverein 4 080 5 333 Nordstern, Aktiengesellschaft 4 398 8 006 9485 8376 Deutscher Kaifer, Gewerkschaft 1301 5 064 7.793 Deutsch Luxemburgische Bergwerks 7651 6 240 5851 5429 1. Hütten- Aftiengesellschaft Rheinpreußen, Gewerkschaft Zollverein, Gewerkschaft. Konsolidation, Bergwerks- Aktienges. Arenbergiche Aftiengesellschaft für Bergbau und Hüttenbetrieb Zusammen 2980 3706 1545 3247 2616 5355 3595 5511 3 891 5265 5321 71 724 97 936 122 537 Die elf Unternehmungen beschäftigten im Jahre 1905 rund 51 000 Arbeiter mehr als im Jahre 1895. In der Periode 1895 bis 1901 ist die Ausdehnung der elf Betriebe im allgemeinen etwas größer gewesen als in der zweiten, allerdings um ein Jahr fürzeren Natürlich gehören zu einer Gesellschaft eine Reihe von Zechen, deren im Jahre 1905 im Oberbergamtsbezirke Dortmund 166 in Betrieb waren. Unter diesen sind nun wieder einige Riesenzechen mit über 8000 Mann Belegschaft. Die Werfke mit der größten Belegschaft und der größten Förderziffer sind die folgenden: Förderung in Tonnen Arbeiterzahl Periode. Oberhausen. Deutscher Kaiser. Zollverein 2 125 435 1950 778 1713 313 Ber. Rhein- Elbe und Alma 1541 150 Neumühl. 1458 941 8925 8163 5768 5638 4789 . Consolidation 1 369 043 5429 Ewald 1 140 953 3680 Concordia 1 139 496 4872 1081 353 Ver. Constantin der Große Pluto Die Harpener Geſellſchaft ist 1 015 643 4831 4512 der größte Bergbauunternehmer der Welt, fie verfügt über 21 Zechen mit 41 Schachtanlagen, ferner ift sie an 4 Schiffahrtsgesellschaften beteiligt. Der Schiffahrtsbetrieb brachte der Gesellschaft im letzten Jahre 5 Broz. des insgesamt 22 Millionen Mark betragenden Bruttogewinnes. 1 Million Mark. Aus der Frauenbewegung. werden. bie Buchbruder für die anderen Arbeiter mitfämpfen. Die Frage Arbeitsnachweise fei anfangs auf heftigen Widerstand in den Ge der Arbeitszeit föune nur in Gemeinschaft mit allen graphischen werkschaften gestoßen, heut dagegen seien alle Gewerkschaften Arbeitern geregelt werden. Von den 9000 in Berlin beschäftigten dafür. Frau. Thiede( Buchdruckereihülfsarbeiterin) fritisierte die Buchdrudern haben 4700 die 8% stündige, 700 die 8½stündige und 400 eine noch fürzere Arbeitszeit. Das sei die Folge der Tätigkeit Tarijabmachungen mit Rüdficht auf die Verhältnisse der Hülfs. arbeiter. Die Unternehmer haben es sehr fein herausgefunden, des Verbandes. Nach wenigen Monaten würde vielleicht in ganz Berlin die 8% stündige Arbeitszeit burchgeführt werden. Das sei daß sie nur der einen Arbeitergruppe etwas bewilligen brauchen, doch sehr günstig, wenn man bedenke, daß in vielen Fabriken noch wodurch sie gegen die andere Gruppe gehezt wird, und der Untereine 11-12stündige Arbeitszeit herricht. Der Organisations. rehmer ist dabei der lachende Dritte. Der neue Tarif habe schon vertrag sei besondere scharf fritisiert worden. Ganz mit Unrecht, seinen Schatten in die Reihen der Hülfsarbeiter geworfen. Wenn denn auch dieser Vertrag bedeute einen Fortschitt. Man habe ge- es nicht zu einer Verständigung komme, dann würden die Hülfsfagt, der Gegenkontrahent, die Prinzipalsorganisation, sei zu arbeiter und Arbeiterinnen fich mit allen Einzelheiten dieser Anschwach und wolle mit Hülfe des Buchdruderverbandes gestärft gelegenheit an die Arbeiterschaft wenden. Wo die Hülfsarbeiter Das treffe auch nicht zu. Von 5022 Zariffirmen, die nicht start genug seien, da sei der Tarif auch für die Buchdrucker 51 000 Gehülfen beschäftigen, gehören 3000 mit 42 000 Gehülfen eine Fessel. Die Agitation unter den Hülfsarbeitern verde den der Organisation an. Diese sei also ein ganz annehmbarer Kon- Buchdrudern ja nicht gerade verboten, aber man sehe es gern, trahent. Die Befürchtung, daß Verbandsmitglieder nach diesem wenn sie unterbleibe. Die Hülfsarbeiter hätten aus eigener Vertrage nicht mehr in Parteibrudereien arbeiten dürften, fei hin- Straft erreicht, daß die Löhne von 12 und 15 M. auf 24 bis 30 M. fällig, denn die Prinzipale würden gar kein Verlangen haben, die gestiegen seien. Diese Löhne erscheinen jetzt auch den Buchdruckern Barteigeschäfte in ihrer Organisation zu sehen, da ja die Partei- begehrlich, weil sie nicht mehr weit vom Minimum entfernt ſeien. brudereien feine Konkurrenzgeschäfte der Privatunternehmer feien, Deshalb die Bestimmungen im neuen Tarif, wonach den Buchdruckern auch würden die Prinzipale aus politischen Gründen nicht die eine Reihe von Arbeiten der Hülfsarbeiter zugewiesen werden. Die Mitgliedschaft der Parteigeschäfte verlangen. Uebrigens fei gar Hülfsarbeiter wehren sich nun dagegen, daß die Löhne, die sie auf nicht einzusehen, warum die Leiter der Parteibrudereien nicht die heutige Höhe gebracht haben, den Buchdruckern zugute kommen. in die Prinzipalsorganisationen eintreten sollen, um dort die Intereffen der Gehülfen zu vertreten. Daran sei gar nicht zu denken, daß Kollegen ausgeschloffen werden, weil sie in Partei geschäften arbeiten. Der Redner besprach noch die übrigen Bestimmungen des Organisationsvertrages und schloß seine einundein halbstündige Rebe mit der Bemerkung, er müsse sich jeden Eingriff in die Organisationsverhältnisse der Buchdrucker seitens der Parteipreffe verbitten; er wende sich aber auch gegen die Stellungnahme der sozialpolitischen Richtung des Dr. Freund. Was wir beschlossen haben, führen wir durch, wir brauchen dazu keine andere Hülfe. Wulf( Maurer) bezeichnet sich als Tariffreund, er sei aber dagegen, daß die Hülfsarbeiter an die Wand gedrückt werden. Weiter wendet sich der Redner gegen die Ausführungen von Döblin und Majjini. Krebs will wissen, ob es wahr ist, daß bei den Tarifver handlungen gegen die Berkürzung der Arbeitszeit auch der Grund maßgebend gewesen sei, daß die vorhandenen Arbeitskräfte nicht ausreichen würden, wenn die Arbeitszeit verkürzt werde. Das würde ein sehr rückständiger Standpunkt sein. Eingegangene Druckschriften. Die Dr. A. Thomsen. Das deutsche Strafrecht. 207 Seiten. Preis 4 M. Verlag Struppe u. Binfler. Berlin, Botsdamerstr. 108. Jena und Auerstedt. Eine furzgefaßte Geschichte der unglüdlichen Striegsereignisse des Jahres 1806, welche Friedrich Wilhelm III. nahezu der Hälfte feines Königreichs beraubten. Mit Illuftr. und 2 Karten. Bon Massini bemertte im Schlußwort, dies Argument habe bei Bucha( Buchdrudereihülfsarbeiter) führte aus: Die Hülfs- den Verhandungen teine Rolle gespielt. Bon teiner Seite sei das arbeiter, als nächstbeteiligte Arbeiterschicht, seien mit dem Buch vorgebracht worden.( Buruf: Aber es stand doch im Korrespon druckertarif nicht zufrieden, weil Arbeiten, die bisher den Hülfs. dent.") Was der Redakteur schreibt, dafür sind wir nicht verarbeitern zustanden, nunmehr den Maschinenmeistern überwiesen antwortlich. Unsinn wird alle Tage geschrieben. Des weiterev find. Man hätte erwarten können, daß der Buchdruckerverband ging der Redner auf Ausführungen ein, die in der Diskussion gemehr Rüdjicht auf die Sülfsarbeiter genommen hatte.yer neue macht wurden. Die Hülfsarbeiterfrage gehöre nicht hierher. Die Tarif habe eine dieihe von Differengpuntien zwischen den Buch- Sülfsarbeiter wollten die Gewertschaften anrufen gegen etivas, was drudern und den Sülfearbeitern gebracht. Wenn diese Differenzen, gar nicht besteht. Die Maschinenaneiſter hätten gar nicht die Absicht, nicht durch Vereinbarung zwischen beiden Organisationen beseitigt als Arbeiten zu machen, die ihnen der Tarif zuweist. In dieser werden können, dann würden sich die Hülfsarbeiter an die all Angelegenheit werde eine Berständigung erzielt werden. Buchdruder betrachten sich nicht etwa als Gegner der Hülfsarbeiter. Das Kohlensyndikat in Hamburg. Unter Beteiligung des gemeine Arbeiterschaft wenden. Döblin erwiderte dem Vorredner, hier sei nicht der Ort, Die Organisation der letzteren verdanke doch ihr Entstehen den Rheinisch- Westfälischen Kohlensyndikates hat sich in Hamburg ein um technische Fragen zum Ausdrud zu bringen. Dann wandte Buchdrudern, die es für notwendig hielten, daß eine Organisation Weftfälisches Kohlenkontor gebildet. Das Stammkapital beträgt er sich gegen Ausführungen der Parteipresse und meinte, dieselbe der Hülfsarbeiter geschaffen werde. Der Redner schließt mit dem habe ohne Kenntnis der Verhältnisse den Tarif verurteilt. Trob Wunsche, es möge in der Polemik über den Tarif ein ruhiger Ton der Klassengegenjähe gebe es doch gewisse Berührungspunkte Platz greifen. Sonntag, den 11. November, vormittags zwischen Unternehmern und Arbeitern, auf dieser Erkenntnis fei Freireligiöse Gemeinde. der Tarif aufgebaut. Der Vorwärts" habe die Unternehmer als 8, br, im Rathause( Eingang Jüdenstraße), Saal 109: Versammlung. Die rechtliche Stellung unehelicher Kinder und ihrer Mütter in Sapitalproben hingestellt, die keine Rücksicht auf die Intereffen Freireligiöse Vorlesung. Bormittags 10, Uhr in der Schulaula, Kleine der Arbeiter nehmen. Der Tarif habe aber die Tendenz, menschen- Frankfurterstr. 6: Vortrag von Frl. Ida Altmann über:„ SeelenDänemark soll durch einen Gesegentiurf verbessert werden, den der würdige Verhältnisse zu schaffen und zu verhindern, daß die Arbeiter adel". Herren und Damen als Gäste sehr willkommen. Justizminister Alberti dem dänischen Reichstag vorgelegt hat. Gegen rücksichtslos behandelt werden. Es sei zu bedauern, daß die Partei- Montag, den 12. November, abends 8, Uhr, Sebastianstr. 39: Be wärtig ist es in diefer Hinsicht sehr schlecht bestellt in Dänemark. Die Alimentationspflicht des Vaters eines unehelichen Kindes geht preffe in der Art, wie es geschehen, Stellung gegen den Buchdrucker schließende Bersammlung( für Mitglieder mit weißer Duittung). Sehr tarif genommen habe. Die Lehren von 1896 jeien völlig verloren wichtige Tagesordnung. Verein ehemaliger Gütergoter und Bucher zur Bekämpfung der nur soweit, daß dem Kinde ein notdürftiger Unterhalt gegangen. Man tomme mit albernen Redensarten und suche einen gewährt wird und daß man die Ausgaben dafür dem Vater Zwiespalt in eine starte Organisation zu bringen.( Unruhe.) Zuberkulose. 8 Uhr, in: Masterbaterfreie Zujamu Sozialdemokratischer Diskutierklub Zusammenkunft". und der Mutter, es möglich ift, zu gleichen Wir wollen jebt hören, wie sich die Berliner Gewerkschaften zu Heute 9 Uhr abends: Sigung tz Gewerkschaftshaus, Zimmer 16. Teilen auferlegt. Der vorliegende Gefeßentwurf stellt da- diesem Verhalten der Parteipreffe stellen. Uns liegt daran, auf- Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeitegegen den Grundsaß auf, daß die Versorgung des Kindes den flärend zu wirken. Haben Sie vielleicht im Vorwärts" Auf- rinnen Berlins und Umgegend. Abteilung Charlottenburg. Sonnabend, Lebensverhältnissen der Wutter entsprechen muß, aber die gewöhn- flärung über unsere Berhältnisse gefunden? Kautsky und Rosa den 10. November, abends 8%, Uhr, im Boltshause, Rosinenſtr. 3: Ber lichen guten Durchschnittsbedingungen nicht zu übersteigen braucht, Luremburg vertreten den Standpunkt, wir hätten uns als tampf- fammlung. und die Versorgungspflicht wird dem Vater und der Mutter je nach unfähig erwiesen.( Sehr richtig!) Ja, das möchten fie; aber es ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit auferlegt. Ist das Kind ist nicht so. Wir könnten den Stampf leichter führen wie manche jedoch einem Verbrechen gegen die Geschlechtsfreiheit der Mutter andere Organisation; aber wir mußten uns fragen, ob wir durch entsproffen, so liegt die Versorgungspflicht dem Vater allein ob. einen Kampf mehr hätten erreichen können. Das ist aber nicht der Die bestehende Gesetzesbestimmung, daß der Vater mindestens die Fall. Der Redner bezieht sich auf Mitteilungen des Vorwärts" Hälfte der Wochenbettkosten tragen soll, wird dahin abgeändert, über den Mannheimer Hafenarbeiterstreit und die Lohnbewegung daß beide Eltern ihrer Leistungsfähigkeit, entsprechend dazu der Bergleute und meint, in diesen Fällen habe der Vorwärts" verpflichtet werden. Ferner wird die Bestimmung vorgeschlagen, anerkannt, was er bei den Buchdruckern verurteilte. Anderen Gustav Höder. Preis geb. 1,50 m. daß der Vater bor und nach dem Wochenbett während Organisationen wird ein Loblied gesungen, wenn sie im Zusammender Zeit, wo die Mutter arbeitsunfähig oder so lange ihre Arbeits- arbeiten mit den Unternehmern die Lage der Arbeiter verbessern fähigkeit beschränkt ist, zu ihrer Versorgung beitragen muß. Eine wollen, aber bei uns ist das Verrat. Solche Haltung der Partei wichtige Neuerung enthält der Entwurf über das Erbrecht unehelicher preffe ist verwirrend. Andere Organisationen würden sich solche Kinder ihrem Vater gegenüber. Sie sollen mit den ehe- Quertreibereien, wie sie uns gegenüber gemacht werden, auch nicht lichen gleichgestellt werden, falls nachgewiesen, oder von der gefallen lassen. Es wird gar nicht lange dauern und das, was wir Mutter beschworen wird, daß sie während der Empfängnis- geschaffen haben, wird von einem Gewerkschaftskongreß anerkannt zeit mit feinem anderen Manne Umgang gepflogen hat; Voraus- werden. Rrebe( Stuffateur) bemerkte, er stehe auf dem von Kautsky jegung für eine solche Eidesleistung ist, daß sie nicht durch liederlichen Lebenswandel das Vertrauen zu ihrer Aus- bertretenen Standpunkt, die Ausführungen von Massini und sage erschüttert hat. Außerdem sicht der Entwurf Verschärfungen der Döblin hätten ihn darin bestärkt. Wenn Massini fagte, die ArbeitsStrafbestimmungen gegen Väter vor, die sich ihrer Ber- zeit fonnte nicht verfürzt werden, weil die Buchdrucker nicht für die sorgungspflicht unehelichen Kindern unehelichen Kindern gegenüber zu entziehen Sülfsarbeiter eintreten wollen, jo sei das nicht zu billigen. Als juchen. Auch werden die Väter verpflichtet, jeden Wohnungswechsel gute Organisation hätten die Buchdrucker den Kampf aufnehmen der Behörde anzuzeigen und, falls fie außer Landes ziehen wollen, müssen im Interesse der Hülfsarbeiter. Im Baugewerbe sei dafür geforgt, daß jede Arbeitszeitverkürzung der Maurer auch ben Sicherheit für die ihnen obliegenden Alimente zu bieten. Hülfsarbeitern und anderen Baubranchen zugute tomme. Massini Der Entwurf ist aus Borschlägen hervorgegangen, die der habe es als einen Erfolg gerühmt, daß der Verband bei der EinDänische Frauenverband der Regierung gemacht hatte. Sie enthielten stellung von Lehrlingen mitreden dürfe. Das sei ein rückständiger Markthallen- Direttion.( Großhandel) Rindfleisch Ia 68-73 pt. 100 lb., noch schärfere Bestimmungen, unter anderen die, daß die Mütter Standpunkt. Das Lehrlingswesen sei eine überlebte Einrichtung. Ha 62-67, IIIa 56-61, IVa 50-55. Stalbfleisch, Doppelländer 105-115, unehelicher Kinder, soweit es ihnen möglich ist, bei Strafe ver- Die Dinge würden auch trok des Tarifvertrages dem Verbande la 88-95, IIa 76-86, IIIa 62-74, boll. 54-60. Sammelfleisch Ta 72-80, IIa 56-69. Schweinefleisch 60-68. Rehwild Ta per Pfd. 0,50,-0,65. pflichtet werden sollten, den Namen des Baters zu nennen. Diese über den Kopf wachsen. Der Redner fritisierte die Haftpflicht, IIa 0,40-0,48. Rotwild Ta 0,35-0,43, Ila 0,25-0,33, Damwild 0,30-0,50, Bestimmung ist jedoch vom Justizminister verworfen worden. Aus welche im Organisationsvertrag ausgesprochen ist. Die Buch Wildschweine 0,30-0,45. Frischlinge 0,74-0,75. Hafen p. Stüd 3-3,40, flein der Begründung der Vorschläge ist hervorzuheben, daß in open- bruder verbitten es sich, daß andere in ihre Angelegenheiten 1,50-2,90. Staninchen per Stud 0,50-0,90. ildenten per Stid 0,00. hagen von den außerehelich geborenen Kindern 22 Prozent im hineinreden. Wenn es aber so liegt, daß der Vorteil einer Or Stridenten 0,60. Rebhühner, junge la 1,00-1,20, funge IIa 0,00, alte Hübner, alte per Stud 1,20-2,25, alte Säuglingsalter flerben, von den ehelich geborenen nur 10 bis ganisation ein Nachteil für andere Arbeiterschichten bedeutet, dann 0,70-0,80, junge tieine 0,00. 11 Prozent. sei der Einspruch der Allgemeinheit berechtigt. Die Vorgänge bei IIa 0,70-1,40, junge per Stud 0,45-1,30. Zauben per Stud 0,30-0,45, Enten junge per Stüd 1,40-2,60, Hamburger, den Buchdruckern lassen die Frage berechtigt erscheinen, ob große ital. 0,65-0,70. Industrieverbände und nationale Tarife ein Vorteil für die Are junge per Stúd 3,10. Sanje, Oderbrucher, per Pfd. 0,48-0,62, bo. Ia per Stud Blete, fleine beiter feien. In Bufunft würde wohl feine Generalversamm 3,00-3,70, IIa 1,00-2,90. echte per 100 Bib. 69-80, groß 53.00. Sander Schleie mittel 0,90, große 0,00, fleine 0,00. matt, 115. lung des Buchbrucerverbandes wieder so kurzfichtig sein, den Ber- 24-25. tale, gros 0,00, mittel 0,88, flein 0,00, unf. 0,00. Plöten 42 bis tretern des Verbandes die bedingungslose Vollmacht zum Abschluß 53. Karpfen, unsort. 0,00, do. 25er Laufiber 0,00, bo. 40-50er 68 bis do. Das sei fein berechtigter 71, bindender Abmachungen zu erteilen. Schlesische 0,00. Barje 0,00. Karauschen 0,00. Wels 0,64. Standpunkt, wenn die Leiter des Verbandes sagen, was abge- Bleifische 0,00. Bunte Fische 31-47. Amerit. Lachs Ia schlossen ist, das gilt. Die Macht der Führer müsse gewisse Grenzen neuer per 100 Pib. 110-130, bq. Ila neuer 90-100, bo. IIIa neuer 75. Seelachs 20-25. Sprotten, Nieler, Wall 0,75-1,30, Danziger, Wall haben, an dieser Grenze sei der Buchdruderverband angelangt. 0,60-0,70. lundern, pommeriche Ia, per Schod 8-6, bo. pommersche Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Bidlinge, per Wall Stieler 3,50-5,00, a 2-4, Stieler, Stiege Ia 4-6, bo. mittel ver Stifte 2-3, Hamb. Stralsunder 4,00-5,00. Male, gros per Bib. 1,10-1,80, mittelgroß 0,80-1,00, flein 0,50-0,60. Bersammlungen Veranstaltungen. Schöneberg. Montag, 12. November, bei Dbft, Martin Lutherstr. 51: Vortrag Dr. Röder:" Die Erziehung der Kinder in der Boltsschule". Verfammlungen. Der Kampf ums Wahlrecht in Schleswig- Holstein und der Städtetag in Möln. 82 Seiten. Herausgegeben von der Agitationstommiſſion für Schleswig- Holstein. Drud: Christ. Haase u. Co., Stel W. J. Ashley. Das Aufsteigen der arbeitenden Klaffen Deutschlands im letzten Vierteljahrhundert. 152 Seiten. Preis geh. 1,50 M. Verlag Dr. D. Mayer. Schiffahrtsabgaben. 59 Seiten. Preis 1 M. Berlag . Laupiche Buchhandlung in Tübingen. 3. G. B. Mohr( B. Siebed) in Tübingen. Jahrbuch des Zentralverbandes deutscher Konsumbereine. II. Band 496 Seiten. Bierter Jahrgang 1906. I. Band 592 Seiten. Herausgegeben vom Sekretär Heinrich Kaufmann. Preis beider Bände, elegant gebunden, 8 M. Berlag des Zentralverbandes deutscher Konsumvereine,. Kaufmann in Hamburg. Pintus. Kritische Wochenschrift für Bollswirtschaft und Finanzwesen. ments einschließlich der Plutus- Merttafel vierteljährlich per Post und Buch( Herausgeber: Georg Bernhard.) 45. Heft des III. Jahrganges. Abonnehandel 8,50 M., birett vom Verlag 4 M. Berlag: Berlin- Charlotten burg, Goethestr. 69. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen 100er Ueber den Tarif und Organisationsvertrag der Buchdrucker Wuzki führte aus, den Buchdruckern, die in den Parteidebattierte am Donnerstag eine Versammlung ber Berliner redaktionen tätig sind, dürfe man doch nicht die Urteilsfähigkeit Gewertschaftskommission. Referent war Masjini. über Buchdruckerfragen und das Recht der Kritik absprechen. In Heringe per Schod 4-5. Schellfische Kiste 4-5, do. Er bezeichnete den Tarif und Organisationsvertrag als eine der Polemit mache sich allerdings auf beiden Seiten ein Ton Schöpfung auf dem Gebiete der modernen Arbeiterbewegung, die geltend, der nicht schön sci. Besonders der Korrespondent" habe Stifte 2-3. Stabliau, p. 100 Bid. 20-25. Seilbutt 0,00. Sardellen, 1902er ja zunächst, wie alles Neue, angefochten werde und sich erst nach und manchen Hieb ausgeteilt, von dem jeder Freund der Arbeiterbe- per Anter 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 70. Schottische Bollheringe nach Anerkennung in den Streifen der Arbeiter verschaffen werde. wegung wünschen müsse, er wäre nicht geführt worden Der erste 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Sardinen, ruff., Faß Neunaugen, The man mit der Kritik in der Parteipresse begann, hätte man den Artikel des Vorwärts" jei eine durchaus sachliche Kritik gewesen, Heringe, neue Matjes, per To. 60-120. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Buchdruckerverband über das neue Wert sollen sprechen lassen. die feinen Anlaß zu heftigen Angriffen gegeben habe. Der Tarif 1.50-1,60. Hummern, fleine, per Pfd. 0,00. Statt dessen sei ohne jede Sachkenntnis über Dinge geredet worden, jei ja auch bei den Buchdruckern selbst auf Widerstand gestoßen. Schociaẞ 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Strebfe, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. die nur Fachleute beurteilen fönnen. Das jei Schuld der Buch Man werde doch nicht behaupten wollen, daß die große Versamm Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Land-, per Schod 4,00-4,60. Butter druckerkollegen, die in den Redaktionen der Parteipreffe tätig sind. Tung der Berliner Buchdrucker unter dem Einfluß des Vorwärts" per 100 Bib. la 127--130, Ila 120-126. IIIa 110-116, abfallende 95-105. Uebrigens wenn die Verbandsleitung mit der Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Bieffergurfen 3,50-4,00. Startoffeln Der Redner ging nun auf den Tarif selbst ein sowie auf die Kritit, gestanden habe welchen derselbe in der Parteipreffe erfahren hat. Unter anderem Bekanntgabe des neuen Tarifs nicht so lange zurückgehalten hätte, per 100 Bib. 0,00, magnum bonum 1,90-2,10, Daberiche 1,90-2,10, Rosen 0,00, weiße 1,60-1,80, Galatfartoffeln 4,00-5,00. Spinat führte er aus, im Buchdruckergewerbe herrsche der Kleinbetrieb vor, dann wäre manches schiefe Urteil vermieden worden. 100 Pfund 5,00-8,00. Karotten per Schodbund 2-2,50. deshalb sei es schwierig, einen Tarif zu schaffen, der alle Wünsche Störsten führte aus, die Haftung fei die notwendige Konfe- per befriedige. Immerhin bringe der neue Zarif eine Reihe von Ver- quenz der Tarifverträge Was in dieser Hinsicht die Buchdrucker Sellerie, blefige, per Schod 3,00-4,00, do. pommeriche 2,00-4,00. 8wiebeln bo. fleine 2,00-2,50. bo. hiesige( Berl) befferungen und Fortschritten. Alles soziale Elend fönne man abgeschlossen haben, das sei als ein Vorläufer der Rechtsfähigkeit große, per 100 fb. 3,00-3,50. natürlich nicht durch den Tarif beseitigen, man könne nur das Glend der Berufsvereine zu betrachten. In der nächsten Session des 0,00. Charlotten 50-60. Peterfilie, grün, Schodbund 1,25. Stobirabi per Salat, per Schod 1.00-2,00. Bohnen, grüne, Schock- Bd. 0,60-0,80. erleichtern und das fei nach Möglichkeit geschehen. Wenn es sich Reichstages werde ja eine Vorlage über die Rechtsfähigkeit der Schod 0,50-0,80. Rettig, bahr., per Shod 2,40-4,80. Radieschen per nur um einen lokalen Tarif handelte, dann hätte man mehr er Berufsvereine eingebracht werden. Aus den Beziehungen, welche per 100 Pfund 0,00. Wachsbohnen 0,00. Pfefferlinge per 100 Bid. reichen können. Aber das sei ja gerade der Vorzug des Buchdruder die Unternehmer des Buchdrudergewerbes haben, tönne man 0,00. Wobrriben per 100 Bfb. 2-2,50. Teltower Rüben p. 100 Bfb. 10-12. tarifs, daß er für ganz Deutschland gilt und in allen Orten eine schließen, daß diese Vorlage den Charakter des Organisationsver. Weiße Rüben, große 2-4, tleine 6-7. Blumenkohl per Wandel 1,05-2,50. Lohnerhöhung bon 10 Prozent bringt. Nach einem soeben in trages der Buchdrucker tragen werde. Der Rebner rechtfertigt die do., Erfurter, Stopf 0,18-0,26. Birfingfohl per Schock 8,00-8,00. Rotfobl Leipzig gefaßten Beschluß der Prinzipale erhalten auch die über Haftpflichtbestimmungen diefes Vertrages, indem er ausführt, sie p. Schod 3,00-8,00. Weißtoht 100 Bfb. 2,00-3,00. Rofentohl p. 100 fb. dem Minimum Entlohnten bis zur Lohnhöhe von 40 Mark die feien entschieden ein Vorteil für die Arbeiter gegenüber dem, was 15-20. Grünkohl per 100 jd. 3-5. Steinpilze p. 100 Bid. 0,00. Stohl Zulage. Die verlangte Berkürzung der Arbeitszeit habe man nicht ihnen auf Grund der einschlägigen Bestimmungen des Bürgerlichen üben Schock 2,50-3,00. Stürbis 3-4,00. Birnen, per 100 Bio. hiesige 5-20, Hepfel, per 100 fd., biefige 4-20, Gravensteiner Wenn der böhmische 6-25. burchieben tönnen, denn beim Festhalten an dieser Forderung wäre Gefehbuches an Saftbarkeit auferlegt werden fönne. Wenn der 8-20, Tiroler in Fässern 17-30, Stifte 32-80, mert. 17-30. Preißel der ganze Tarif gescheitert. Die Verhältnisse gestatteten die Ber- Gefeßentwurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine kommt, beeren, schwedische 0,00, Gebirgs 34-38. Walnüffe per 100 Bid. 16-20, fürzung der Arbeitszeit nicht, denn wenn die Buchdrucker eine dann würden die Gewerkschaften zu prüfen haben, ob sie diesen fleine 0,00, Baranüsse 60-70, afelnüffe lange 44-45, runde 30-33. Mit dem Buchdrudertarif sei sei es wie mit Pflaumen, per 100 Pfd., hiesige 4-6, böhmische 5-7, bo. große 0,00. turze Arbeitszeit bekommen, müssen sie auch die Hülfsarbeiter Weg geben tönnen. 200 Stud 12,00-16,00, 360 Stud 8,00-16,00, und sonstige in den Druckereien Beschäftigten erhalten. Würde allen Neueinführungen, erst sträube man sich gegen den neuen Ge- Bitronen, Messina es wegen der Arbeitszeit zum Kampfe kommen. dann müßten ja danken, dann nehme man ihn an. Auch die Frage der paritätischen 200 Stüd 10-14, 420 Stüd, flein 5-8, 500 Stüd, fleis 5-8. M Kaufhaus Max Mannheim Ecke Königsberger Strasse Frankfurter Allee 109-110 Ecke Königsberger Strasse Grösstes Kaufhaus des Ostens für sämtl. Manufakturwaren! Grösste Preiswürdigkeit! Unerreichte Auswahl! 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Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW parterre. M 26375 Verschiedenes. Stellengesuche. Mentenempfänger, Krankenwagen fahren, Grammophonspieler. Mielsch, Fransedistraße 42. +60 Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden abgeholt und 2. Gläser, Muladſtraße 27. 14685 zurüdgeliefert. Zentralverband der Steinarbeiter! Der Sektionsvorstand. Verband der baugewerblichen Wegen Maßregelung von 5 Kollegen find die Bauten der Rolat- Eisen Hülfsarbeiter Deutschlands. beton- Gesellschaft und ihrer Unteraffordanten O. Schille und J. Zweigverein Berlin und Umgegend. 180/ 14* Jüngers bis auf weiteres ge Achtung! Steinträger und Bauten find Nr. 263. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 10. November 1906. Partei- Angelegenheiten. Erfter Wahlkreis. Zur Flugblattverbreitung am Sonntag früh 8 Uhr treffen sich die Genossen in folgenden Lokalen: Hönow, Barochialstr. 36; Weihnacht, Grünstr. 21; Knappe, Kleine Kurstr. 11/12; Steinhauf, Dorotheenstr. 31; Mathias, Krausenstr. 29; Glaue, Krausen Straße 18; Radle, Flensburgerstr. 24. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Charlottenburg. Heute Sonnabend findet das Stiftungsfest des Wahlvereins in den gesamten Räumen des Voltshauses statt. Näheres in der vorgestrigen Annonce. Der Vorstand. Wilmersdorf. Die Flugblattverbreitung zu der am Dienstag stattfindenden Protestversammlung gegen Fleischnot und Bollwucher findet am Sonntag, früh 7 Uhr, von den bekannten Bezirkslokalen aus statt, wozu eine zahlreiche Beteiligung der Parteigenossen erwartet wird. Der Vorstand. " Kosten. Anders, wenn Besuch nach dem Schlosse kommt. So weit war die Sache in den Zeitungen mitgeteilt, und die Da greift, nicht der Einladende in seine Tasche, sondern gute Gesellschaft" war gespannt, wie die Sache sich weiter ente da müssen die Steuerzahler Berlins bluten. Da muß die wickeln würde. Da kommt am Donnerstag plößlich die Nachricht, Feststraße ausgeschmückt werden und die Berliner Stadt- daß der Kaiser den Prinzen Joachim Albrecht von Preußen in die verordneten, die sonst nicht genug knausern können, wenn es schuttruppe für Südwestafrika verfest habe und sich um Forderungen der städtischen Arbeiter handelt, be- daß er aller Wahrscheinlichkeit nach schon mit der nächsten Schiffs= gelegenheit nach Swakopmund abdampfen werde. Fern von willigen mit Hurra die zum Zwecke der Ausschmückung nötigen Madrid" wird der Prinz nun Zeit haben, über seine frebelhaften Gelder und freuen sich noch, daß sie es dürfen. Dafür haben Absichten nachzudenken. Die gute Gesellschaft" wird danach um diese Tapferen die Genugtuung, am Einzugstage mit ihren einen Unterhaltungsstoff ärmer. Damen von der am Pariser Platz erbauten Tribüne dem Auf welche Einfälle manche Stadtväter bei ihrer Suche nach Einzuge der Gäste beiwohnen zu dürfen und zu sehen, wie neuen Stommunal- Steuern kommen, beweist ein Steuervorschlag, der Oberbürgermeister in devotester Haltung im Namen der den der Charlottenburger Stadtverordnete Direktor Rostoc am Donnerstagabend in einer Versammlung im„ Pazzenhofer", Potse Stadt" den Besuch des Kaisers willkommen heißt. Wie gemeldet wird, sollen diesmal vom Brandenburger damerstraße, machte. Er wies darauf hin, daß alle Stadtgemeinden Tor bis zum königlichen Schlosse zu beiden Seiten des Groß- Berlins vor die dringende Notwendigkeit gestellt feien, neue Mittelweges der Straße Unter den, Linden Truppen der Ber Steuerquellen ausfindig zu machen, um die Zuschlagsgrenze bon liner Garnison Spalier bilden, auch Kriegervereine und 100 Pro3. nicht zu überschreiten. Da sei es fonderbar, daß noch keine Zehlendorf. Am Sonntag früh 7 Uhr findet vom Lokal Benno Schnitinder sollen sich an dieser Spalierbildung be- Groß- Berliner Gemeinde mit der Einführung einer Fenstersteuer" vorgegangen sei. Eine Besteuerung der Einwohner nach Midley eine Flugblattverbreitung statt, zu der, um diese Arbeit teiligen. der Anzahl der Fenster sei durchaus gerecht, weil nur reiche Leute schnell zu erledigen, das Erscheinen aller Genossen unbedingt not- Da wird es natürlich für die Schulkinder auch sich Wohnungen mit vielen Fenstern nach der Straße leisten könnten. wendig ist. Außerdem findet am Dienstag, den 13. d. Mts., Einzugsferien geben. Den Kindern wird das Freilich müßte bei der Besteuerung auch auf die Größe der ein8 Uhr abends, im Lokale von Wilh. Mied( früher Roſt), Karlstr. 12, natürlich nicht unangenehm sein, zu Paradeferien nun auch zelnen Fenster Rücksicht genommen werden. Der Redner sprach die eine öffentliche Versammlung statt mit der Tagesordnung: Gegen Brot- und Fleischwucher." Es wird auch hier vorausgesetzt, daß noch Einzugsferien zu bekommen. Die Volkszeitung" be- Soffnung aus, daß recht bald eine Gemeinde Groß- Berlins dem Gedanken einer solchen Fenstersteuer nähertreten möge. alle Genoffen mit ihren Frauen erscheinen. Die Versammlung be- merkt dazu recht sarkastisch: „ Man denke: dem schulfreien Sonntag folgt der schulfreie ginnt pünktlich, weil um 10 Uhr Polizeistunde eintritt. Einzugstag. An den darauf folgenden Dienstag schließt sich wieder ein schulfreier Tag, der Bußtag an. Man sollte daher auch den zwischen dem Einzugstage und dem Bußtage liegenden Dienstag zum schulfreien Tage machen. Bei der Bedeutung, die der Besuch des dänischen Königspaares in Berlin für die moderne Bädagogit zu beanspruchen hat, sind Einzugsferien von der Dauer einer halben Woche sicherlich nicht zu viel." Steglitz. Zur Flugblattverbreitung am Sonntag früh 8 Uhr fordern wir die Genossen zur zahlreichen Beteiligung auf. Sonntags nachmittag 2 Uhr öffentliche Versammlung im Birkenwäldchen. Die Protestversammlung am Dienstag fällt der Wahl wegen aus. Stralau. Die Genossen werden auf die am morgigen Sonntag. früh 8 Uhr im Lofal von P. Schöps, Alt- Stralau 17, stattfindende Flugblattverbreitung aufmerksam gemacht und ersucht, zahlreich zu erscheinen. Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß am Dienstag, den 13. 5. M., für Stralau keine Versammlung stattfindet. Es wird gebeten, sich den Berliner und Nummelsburger Versammlungen anzuschließen. Der Vorstand. Treptow- Baumschulenweg. Ant Dienstag, den 13. d. M., abends 8 Uhr, finden zwei Protestversammlungen statt: für Treptow im Feldschlößchen", Elsenstraße, für Baumschulenweg in„ Speers Festfälen". Morgen Sonntag Flugblattverbreitung; die Genossen werden ersucht, sich vollzählig in ihren Bezirkslokalen Bunit 8 Uhr einDer Vorstand. zufinden. Johannisthal. Sonntag, den 11. November 1906, früh 8 Uhr, findet die Flugblattverbreitung von Albert Gobin, Roonstr. 2 aus statt. Es wird ersucht, zahlreicher als sonst zu erscheinen. Die Billetts zum Lichtbildervortrag am Totensonntag, den 25. November, find zur Ausgabe gelangt, und sind solche beim Genossen Karl Beez, Bismarckstr. 5, zu haben. Dieselben müssen aber spätestens zum Sonntag, den 18. November, abgerechnet werden. Der Vorstand des Wahlvereins. Friedrichsfelde. Sonntag, den 11. November, morgens 8 Uhr: Flugblattverbreitung. Die Genossen werden ersucht, bei Losse, Luisenstraße, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Grünau. Die Mitglieder des Wahlvereins werden gebeten, zur Flugblattverbreitung sich am Sonntag, den 11. November, morgens 8 Uhr, in der„ Grünen Ede" einzufinden. Der Vorstand. Weißenfee. Zur Flugblattverbreitung am Sonntag versammeln Die fich die Genossen morgens 8 Uhr in den Bezirkslokalen. Adresse des Vorsitzenden des Wahlvereins ist jetzt: Otto Kohl, Charlottenburgerstr. 97 I. Nieder- Schönhausen. Zu der am Sonntag, den 11. b. M., früh 8 Uhr, stattfindenden Flugblattverbreitung( aur Protestbersammlung gegen Fleischnot und Bollivucher) haben sich die Wahlbereinsmitglieder vollzählig bei Düder, Eichenstr. 70, einzufinden. Diejenigen Genossen, die sich auch an den Vorarbeiten zu dieser Agitation beteiligen wollen, werden gebeten, bereits am Sonnabend, abends 8 Uhr, in dem oben genannten Lokal zu erscheinen. " Schildow- Blankenfelde( Bezirk Nieder- Schönhausen). Die fällige Wahlvereinsversammlung findet am Sonntag. den 11. d. M., nachmittags 3 Uhr bei Knappe in Mönchsmühle statt. Glaubt an nichts Genosse Braun spricht über das Thema: lebernatürliches!" Um rege und pünktliche Beteiligung ersucht der Vorstand. Die Nieder- Schönhausener Genossen, die sich an dieser Versammlung beteiligen wollen, treffen sich mittags 1 Uhr bei Dücker, Eichenstr. 70. Oranienburg. Zur Flugblattverbreitung, in welcher zum Besuch der Protestversammlung gegen Fleischnot und Zollwucher am Diens tag, den 13. November, aufgefordert wird, werden die Genoffen aufgefordert, sich am Sonntag, den 11. d. M., früh 8 Uhr, vollzählig im Lofal von Heider, Mühlenstr. 31, einzufinden. Der Vorstand. Franz-Buchholz. Am Sonntag vormittag 9%, Uhr findet in Franz Buchholz eine Flugblattverbreitung statt, wozu alle Genoffen eingeladen werden. " Bis zum Einzugstage wird auch dafür gesorgt werden, die nötige Feststimmung zu erzeugen und nachzuweisen, welche große Bedeutung der neue Besuch für die Reichshauptstadt hat. Wir zweifeln nicht im geringsten, daß dieser Nachweis dienstbeslissenen Federn gelingen wird. In der Frage des Achtuhr- Ladenschlusses ist das Resultat der Abstimmung der in Betracht kommenden Gewerbetreibenden noch nicht festgestellt. Der" Lot.- Anz." teilt jedoch mit, daß die Zweidrittel Majorität, die nach der Gewerbeordnung zur zwangsweisen Festsetzung des Achtuhr- Ladenschlusses nötig ist, nicht erreicht sei. Minute! Es ist auch wahr. Warum sollen wir keine Fenstersteuer haben, wo Salzwedel eine Klosettsteuer hat! Was für Blüten wird diese Steuersuche noch treiben! Unheimliche Schützen treiben in letzter Zeit im Südosten der Stadt ihr gefährliches Wesen. So schwebte vorgestern abend die Arbeiterfrau Sommer, Maybachufer 7, in größter Lebensgefahr. während Frau S. vor ihrem Wohnhause stand, frachte gegenüber am Kottbuser Ufer ein Schuß, und im nächsten Augenblick streifte eine Stugel das Ohr der Frau. Als man nach dem Täter suchte, war dieser spurlos verschwunden. Auch die Bewohner der zweiten Etage des Hauses Berlinerstraße 43 wurden durch das Treiben der Unholde in große Gefahr versetzt. Während sie am Mittagstisch saßen, wurden plößlich die Fensterscheiben von außen zertrümmert, und das Geschoß einer Teschingpistole fiel kurz darauf im Zimmer nieder. Anscheinend haben es die leichtsinnigen Burschen auch auf die Straßenbahn abgesehen. Ein Schußmann fand in der Kaiser Friedrichstraße zwischen den Gleisen eine Gewehrpatrone, die jedenfalls absichtlich dorthin gelegt war. Wäre das Geschoß zur Explosion gekommen, so hätte schweres Unheil angerichtet werden können. Die Tragödie einer Russin ruft im Westen der Stadt Aufsehen hervor. Das im 30. Lebensjahre stehende Fräulein P., BahnBis zur Neige auskosten muß der Mechaniker Adolf Scha e we straße 5, war bereits zweimal verlobt, und in beiden Fällen hatte den Kelch, den man ihm im Jahre 1894 in Gestalt von zwölf sie das Unglück, von ihrem Geliebten verlassen zu werden. Für Jahren Zuchthaus wegen eines Zusammenstoßes mit Beamten die zwei Kinder, die aus diesen beiden Verhältnissen entsprossen der politischen Polizei tredenzte. Wir hatten vor kurzem die Er- waren, mußte sie allein sorgen, und nur unter großen Entbehrungen innerung an jene Vorgänge wieder aufgefrischt. Das Urteil wurde gelang ihr dies. Kürzlich hatte sich die P. zum dritten Male veram 7. November 1894 gefällt. Schaewe legte gegen das Urteil lobt, und zwar mit dem 21jährigen Inhaber eines Kolonial- und Revision der Strohhalm des Ertrinkenden ein. Nach neun- Delikateßwarengeschäfts. Die Mutter des jungen Mannes wollte zehn Tagen zog Schaewe die Revision zurück. Diese neunzehn Tage aber von einer ehelichen Verbindung zwischen dem Paare nichts muß Schaewe nun länger im Zuchthause sizen. Er kommt erst, wissen, und schon einige Tage später traf bei der Russin auch der dritte. Absagebrief ein. In der Verzweiflung legte die Unglückliche am 26. November heraus. Es wäre ja auch noch schöner, wenn bei einer zwölfjährigen Hand an sich. Mit einem Rasiermesser öffnete sie sich die PulsZuchthausstrafe neunzehn Tage abgezwadt werden könnten. Recht adern, und als abends die Wirtin heimkehrte, fand sie ihre Aftermuß Recht bleiben! Hätte Schaewe andere Leute betrogen und mieterin in einer großen Blutlache bewußtlos auf der Erde liegend Urkunden gefälscht und hieße er Herr v. Hammerstein, so hätte er auf. Da die Selbstmörderin noch schwache Lebenszeichen von sich auch vielleicht die Vergünstigung augebilligt bekommen, nach Ver- gab, so wurde sie sofort in das städtische Krankenhaus gebracht. Von einem Automobil zerfleischt wurde gestern der Arbeiter G., büßung von drei Viertel der Strafhaft entlassen zu werden. Eo aber hatte er sich gegen die Autorität der staatlichen Ordnung verwelcher einen Straßenbahnzug der Hohenschönhausener Linie begangen, deshalb die hohe Strafe und Abbüßung bis zur lebten nutzt hatte und diesen in der Landsberger Allee verließ. In demselben Augenblic fam ein Automobil herangesaust, dessen Führer Berliner Gesellschaftskreise haben seit einiger Zeit wieder ohne Rücksicht auf den abgestiegenen Passagier so dicht sein Gefährt prächtigen Unterhaltungsstoff. Es handelt sich um ein Fräulein an dem Straßenbahnwagen vorbeilenkte, daß G. zwischen beide Sulzer, das früher als Schauspielerin dem Trianontheater an- Kraftwagen geklemmt wurde. Der Arbeiter wurde von dem Autogehörte und beabsichtigte, sich mit dem Prinzen Joachim Albrecht mobil förmlich herumgedreht und das Fleisch von dem rechten Arm zu vermählen. Da der Sprung von einer ehemaligen Schauspielerin und Oberschenkel aufgerissen, so daß die Wunden bis auf die Knochen bürgerlichen Namens zu einer Prinzessin zu groß war, tam man reichten. Der Schwerverletzte wurde nach der Unfallstation gebracht auf den Gedanken, Fräulein Sulzer zunächst zu einer Baronin und dann nach dem Krankenhause Friedrichshain übergeführt. Die zu machen, um so die Ebenbürtigkeit leichter herzustellen. Um aber Nummer des Automobils fonnte durch Zeugen festgestellt werden. An der Straßenbahnhaltestelle vom Tode überrascht wurde Baronin zu werden, wurde eine sogenannte Scheinehe geschlossen. die dann wieder geschieden werden sollte. Man fam auf einen gestern morgen der Buchdruckereibefizer Gustav Engewicht aus der Wiener Magistratsbeamten Joseph Freiherr v. Liebenberg, der in Badstraße 62. Herr E. wollte nach seiner in der Kaiser Wilhelmden ärmlichsten Verhältnissen als Tagesschreiber vei der Gemeinde- straße belegenen Druckerei fahren und wartete an der nächsten verwaltung lebte. Es wurde ihm der Vorschlag gemacht, gegen Haltestelle auf einen Straßenbahnwagen. Plötzlich brach er leblos eine Abfindungssumme von 20000 m. in London zusammen und verschied kurz darauf an einem Herzschlage. Die eine Scheine he einzugehen, deren Scheidung 14 Tage nach der Reiche des so plöblich Verstorbenen wurde nach der Wohnung gebracht. Vor dem Hause Wilhelmstraße 23 wurde ebenfalls ein unEheschließung durch ein eigens dazu konstruiertes Verschulden des neuen Ehemannes eingeleitet werden sollte. Herrn v. Liebenberg bekannter etwa 40 Jahre alter Mann vom Tode ereilt. Die Leiche erschien dieses Arrangement als eine sehr willkommene Gelegenheit, ist zur Refognoszierung in das Schauhaus eingeliefert worden. aus seiner traurigen Lebenslage herauszukommen, und er erklärte Eine Vorsichtsmaßregel gegen gefälschte Wechsel ist bei den sich zu allem bereit. Als Mittelsperson trat ein Herr Lange in Berlin auf, mit dem vereinbart wurde, daß der„ Bräutigam" vier- hiesigen Bantinstituten und Kreditanstalten allgemein zur EinMehrzahl der vorkommenden Wechselfälschungen sogenannte zehn Tage vor der Hochzeit sich in London aufhalten sollte, weil führung gelangt. Nach den bisher gemachten Erfahrungen sind die dies nach englischem Gefeß zur Gültigkeit einer Ehe erforderlich ist. Domizilwechsel, die bei dem Aussteller oder an dritter Stelle zahlund daß am 9. Mai vor der zuständigen Behörde in London die Trauung stattfinden würde. Die notwendigen Vorbereitungen bar gemacht werden, wodurch dem Wechselfälscher Gelegenheit ge Reinickendorf Oft. Die Flugblattverbreitung findet am Sonntag wurden, ebenso wie die famose Gheschließung, vollkommen programm. geben ist, die Entdeckung des Verbrechens zu verhindern, wenn er früh um 8 Uhr von folgenden Stellen aus statt: 1. Bezirk von der mäßig erledigt. Herr v. Liebenberg wurde mit dem notwendigen die Deckung des Wechsels durch Niederlegung des Geldbetrages Genossenschaftsbäderei, Willeſtr. 62, 1. Hof; 2. Bezirk Reisegeld und„ Spesen" versehen nach London geschickt, wo am Tage sichert. Die Geldinstitute haben nunmehr allgemein die Einrichtung bom Restaurant Herrmann, Residenzstraße, Ede Holländerstraße vor der Trauung Herr Lange bei ihm erschien. Erst am Hochzeits- getroffen, bei Vorkommen eines Domizilwechsels bei dem Akzep 8. Bezirk Restaurant Bolien, Seestraße, Ede Geſellſchaftsstraße: tage wurde Herr v. Liebenberg seiner Braut, deren Namen ihm tanten anzufragen, ob er für die rechtzeitige Deckung des Wechsels 4. Bezirk Reſtaurant Petrad, Provinzstraße, Ede Bürgerstraße: am Tage vorher mitgeteilt worden war, vorgestellt: fie präsentierte Sorge tragen werde. Durch diese Maßnahme dürfte für die Zu5. Bezirk Restaurant Brüdner, Provinzstraße, Ede Herbststraße sich als eine hochgewachsene Blondine von großer Eleganz, die kunft die Zahl der Wechselfälschungen wesentlich vermindert werden. 6. Bezirk Restaurant Schiller, Provinzstr. 79. Ehrenpflicht eines ihrem Bräutigam dafür dankte, daß er ihr diesen Liebesdienst" Im königlichen Opernhause entstand gestern während der jeden Genossen ist, sich an den Parteiarbeiten zu beteiligen. erwiesen habe, und versicherte, daß die Sache finanziell nach Wunsch Generalprobe eine Störung durch das Nichtfunktionieren des eiserDer Vorstand. geregelt werden würde. In der Begleitung der Dame befand fich nen Vorhangs. Der Vorhang fonnte nicht in die Höhe gezogen ein sehr eleganter junger Mann, den sie als ihren Sekretär bor- werden, weil eine der Ketten zerrissen war. stellte. Dieser bedankte sich gleichfalls dafür, daß Baron LiebenBeim Mädchenhandel ertappt. Donnerstagabend wurde auf berg die Stelle eines Scheingatten übernommen habe. Diefer Sekretär soll" nun Prinz Joachim Albrecht von Preußen gewesen dem Bahnhof Friedrichstraße der Bordellwirt Karl Bennice aus sein. Um elf Uhr vormittags war die Zeremonie zu Ende, die Mährisch- Ostrau festgenommen, der mit zwei Mädchen von seiner beiden Ehegatten" empfahlen sich von einander und sahen Heimat nach Lübeck durchreisen wollte. Mitreisende entnahmen auf sich nicht mehr wieder. Die Braut und ihre Gesellschaft der Fahrt von Ostrau nach Berlin aus den Gesprächen, die Brennicke berließen noch am gleichen Tage London; der Ehemann erhielt die mit seinen Begleiterinnen führte, daß er diese nach Lübeck in ein Weisung, noch einige Zeit in London zu verweilen. Die Zusage Bordell bringen wollte. Sie benachrichtigten die hiesige Polizeider sofortigen Auszahlung von 10 000 m. nach der Trauung wurde stelle für die Bekämpfung des internationalen Mädchenhandels, dic aber nicht erfüllt und wurde bis heute nicht eingehalten. Baron mehrere Beamte nach dem Bahnhof Friedrichstraße entsandte. Als steht der Reichshauptstadt wieder bevor. Diesmal kommt der Liebenberg verblieb noch drei Wochen in London und begab sich dann Brennicke mit den Mädchen ausstieg, wurden alle drei von den nach Köln, um dort den verabredeten Vorwand für die Ehescheidung Beamten empfangen und nach dem Polizeipräsidium gebracht. Besuch aus dem hohen Norden. Das dänische Königspaar zu schaffen. Sodann tehrte er wieder nach Wien zurück. Hier Brennide, der in Deutschland geboren ist, wahrscheinlich aber will dem Kaiser einen Gegenbesuch abstatten und trifft am hatte er inzwischen seine bescheidene Stellung beim Magistrat berösterreichischer Staatsangehöriger geworden ist, bestreitet, sich 19. d. M. Hier ein. Dagegen ist natürlich nicht das geringste loren. Die versprochene Abfindungssumme aus Berlin blieb aus. strafbar gemacht zu haben, weil er für die Vermittelung der einzuwenden. Unsere Patrioten fassen aber die Sache anders Er verweigerte nun auch, da die Vereinbarung nicht gehalten wurde, Mädchen kein Gelb erhalte. Er habe nur aus reiner Gefälligkeit auf. Nach ihnen gilt ein solcher Besuch nicht nur dem Staiser seine Zustimmung zur Scheidung und übergab die Angelegenheit gehandelt. Sein Freund Schilling aus Lübeck, der Inhaber eines persönlich, sondern auch der Reichshauptstadt, so sagen sie einem Anwalt, dessen Bemühungen es gelang, eine Einigung zu Bordells, sei vor einiger Zeit bei ihm zu Besuch gewesen und habe wenigstens, obwohl die Stadt Berlin mit der Einladung auch erzielen, nach welcher der Ehegatte die versprochenen 20 000 m. den Wunsch geäußert, die beiden Mädchen für sein Haus zu erhalten. Beide seien 21 Jahre alt, sie könnten also in ein Lübecker Haus nicht das geringste zu tun hat. Aber man muß die Sache so erhalten foll, worauf er in die Scheidung einwilligen wird. In einem Braunschweiger Blatt hat der Adjutant des Prinzen nach den dort geltenden Bestimmungen aufgenommen werden. Er hinstellen, um einen Vorwand zu finden, das Geld der Steuer eine Erflärung veröffentlicht, wonach die Zeitungsmeldungen über habe seinem Freunde nur gefällig sein wollen. Die Mädchen selbst zahler zu solchen Besuchen zu verausgaben. Wenn ein ge- bie bevorstehende Vermählung des Prinzen unzutreffend" feien. waren ganz erstaunt über das Vorgehen der Polizei. Sie hielten wöhnlicher Sterblicher liebe Verwandte oder gute Bekannte zu was der Prinz mit Fräulein Sulzer eigentlich vor hatte, unterließ es für selbstverständlich, daß Brennice, bei dem fie längere Zeit sich einladet, so sucht er ihnen den Aufenthalt ganz gewiß so der Adjutant mitzuteilen. Vielleicht hatte der Prinz ihm darüber waren, fie nach Lübed in ein anderes Haus bringen könne, weil sie seine Schuldnerinnen seien. Irgendwelche Geldmittel besaß angenehm wie möglich zu machen, aber auf eigene auch nichts gesagt. Königs- Wusterhausen. Die Mitgliederversammlung findet im Klubhaus zu Neu- Mühle am Sonntag, den 11. d. M., nachmittags 4 Uhr statt. Bericht über den Parteitag. Referent: Genosse Thiel, Tempelhof. Am selbigen Morgen um 18 Uhr bei Lange: Flugblattverteilung. Alle Genossen müssen erscheinen. Berliner Nachrichten. Höfischer Besuch feines der beiden Mädchen. Sie dachten aber auch gar nicht daran, Jm 13. Wahlbezirk, im Schröder schen Lokale, Nogatstr. 34. Kandidat: Wilhelm Müller, Eigentümer, Wißmannstr. 14. Im 16. Wahlbezirk, sich der Gewalt Brennides zu entziehen. Daß die Reisekosten umfassend: Bergstraße von 43-68 und 107-125, Bodestraße, Emferstraße ihnen in Lübeck gleich wieder zusammen mit den neuen An- bon 1-37 und 107-141, Hermannstraße von 84-112 und 150-178, 3lje schaffungen auf ihr Schuldfonto geschrieben würden, fanden sie auchstraße, Jonasstraße, Stirchhofstraße von 10-34, Nogatstraße, Sellestraße, Straße Nr. 202, 205, 207c, Thomasstraße, ganz in der Ordnung. Sie kannten es nicht anders. Nach ihren Angaben beträgt die Vermittelungsgebühr, die ihnen ebenfalls zur Last gelegt wird, in der Regel 50 bis 60 M, für jedes Mädchen. Nach der Höhe der Gebühr schäßen die Mädchen auch selbst ihren eigenen Wirt. Nachdem man ihnen die Strafbarkeit und ihre ganze Lage flar gemacht hatte, waren sie erfreut, daß ihnen ein Weg geboten wurde, wieder zu einem ordentlichen Lebenswandel zurückzukehren. Beide wurden dem Nationalkomitee gegen den Mädchenhandel überwiesen, das weiter für sie sorgen wird. Brennicke wurde in Haft genommen. Bei einem bedauerlichen Unglücksfall hat gestern nachmittag die 5jährige Frida Riedel aus der Kazbachstr. 26 ihr junges Leben verloren. Das Kind war von der Mutter zum Einkaufen fortgeschickt worden, und als es an der Kreuzung der Monumenten- und Eylauerstraße den Fahrdamm überschritt, vermochte es sich nicht mehr vor dem heraneilenden Bostwagen Nr. 430 auf den Bürgersteig zu retten. Das bedauernswerte Geschöpf wurde unter den Wagen geriffen, und die Räder zermalmten ihm den Kopf. Mit nur noch schwachen Lebenszeichen brachte man es nach dem Krankenhause am Urban, wo jedoch nur noch der Tod festgestellt werden konnte. In der Invalidenstraße wurde nachmittags gegen 4 Uhr ein Kind im Alter von 3 Jahren von einem Wagen der StraßenbahnLinie 3( Außenring) überfahren und schwer verlegt. Um das Kind, das unter den Wagen geraten war, hervorzuziehen, mußte derselbe erst in die Höhe gehoben werden. Jm 17. Wahlbezirk, umfassend: Berlinerstraße von 32-81, Boddinplay, Boddinstraße von 1-22 und 42-66, Erlangerstraße, Jägerstraße von 1-40 und 65-81, Sfarstraße, Münchenerstraße von 1-18 und 36-55a, Nedarstraße, Reuterstraße von 1-8 und 89-98, 300 000. günstigungen für die„ Eigentümer" herauszuschinden. Dabei ent behrt die Ankündigung, daß die Herren mit einer Zeitbegrenzung auf etwa zehn Jahre sich zufrieden geben wollen, nicht des Humors. Die Gemeindevertretung, die vor zehn Jahren den Abschluß mit Berlin wegen des ersten Druckrohrs getroffen hatte, soll nicht an die Zus funft gedacht haben; heute erklären die„ Modernen und Weitsichtigeren": nach zehn Jahren mögen unsere Nachfolger sich mit Berlin auss umfassend: Fallstraße von 423, Sägerstraße von 41-64, Leffingstraße von einandersehen! Bur Dedung bewilligter Terrainankäufe für Ge17-28, Prinz Handjerystraße von 35-53, Ziethenstr. von 19-66, meindezwecke bewilligte die Versammlung eine Teilanleihe von im Heidemannschen Lokale, Ziethenstraßr. 33. Der Gemeindevorsteher machte dann die Mitteilung, Kandidat: Dr. Raphael Silberstein, Arzt, Berlinerstr. 93. daß der den Gemeindevertretern demnächst zugehende Abschluß der Gemeinde- Haupttasse pro 1905 einen Ueberschuß von insgesamt 199 759 m. 36 Pf. ergeben habe!! Das Gemeinde- Gaswerk von dem Bierbanfflatscher behauptet hatten, daß es den im Etat pro 1905 eingestellten Gewinn mit 90 000 m. nicht abführen könne, die Gemeindewerke überhaupt ein Defizit von nahe an 200 000 M. aufzuweisen hätten- bringt außer diesen 90 000 und 25 000 nicht ere hobener Etatsposition aus früheren Ueberschüssen noch 7000 M. Plus. Die Wasserwerke haben 30 000 m. Einnahme aus früheren Jahren nicht erhoben, weisen außerdem einen Ueberschuß von 102 220 M. auf, während in dem Gemeindeetat 70 000 M. vorgesehen waren. Auch das Elektrizitätswert hat den in den Etat eingefeßten Zuschuß von 10.000 m. nicht erhoben, sondern im ersten Jahr seines Betriebes noch 559 M. Ueberschuß aufzuweisen. Die Versammlung ges nehmigte dann in geheimer Sigung die Abmachungen des Gemeindevorstandes mit dem Kreisausschuß des Niederbarnimer Kreises über die Art und Höhe der Abfindungssumme, die Lichtenberg bei dem bevorstehenden Ausscheiden aus dem Kreise zu entrichten hat. Auf die näheren Bedingungen kommen wir noch zurüď. Briz. im Kühne schen Lokale( Weidmannslust), Münchenerstr. 8. Kandidat: Bolly Michalowsky, Maurermeister, Donaustr. 118. Im 19. Wahlbezirk, 1-27 und 233-258, umfassend: Berlinerstraße von 1-31 und 82-107, Mainzerstraße von 1 bis 16 und 47-60, Reuterſtraße von 9-17 and 78-88, Hermannstraße von im Hildebrandtschen Lokale, Berlinerstr. 105. Kandidat: Wilhelm Conrad, Sassenbeamter, Hermannstr. 50. Im 20. Wahlbezirk, umfassend: Biebrichstraße, Fontanestraße von 1-20 und 25-32, Hasenheide bon 61-120, Hermannstraße von 28-34 und 228-232, Karlsgartenstraße, Mainzerstraße von 17-21 und 42-46, Münchenerstraße von 19-35, Wißmannstraße, in der Neuen Welt, Hasenheide 108/114. Kandidat: Volly Michalowsky, Maurermeister, Donaustr. 118. Bermist wird seit Dienstag ein fünfzehnjähriges Mädchen. Sie war in dem Hutgeschäft von Feiler am Morigplatz beschäftigt und hatte abends 29 Uhr das Geschäft verlassen, um noch eine Schöneberg. Besorgung zu machen. Diese hat es auch ausgeführt, ist aber seit der Zeit spurlos verschwunden. Es wird vermutet, daß das junge Stadtverordnetenversammlung zum unbesoldeten Magistratsmitgliede Seine Bestätigung erhalten hat der am 17. September von der Mädchen in ihrer Naivität das Opfer einer Schwindlerin oder gewählte Sanitätsrat Dr. Wagner. Die Einführung wird bereits eines Schwindlers geworden ist. Es war bekleidet mit einem in der am Montag stattfindenden Stadtverordnetenversammlung dunkelblauen Rod, grüngestreifter Bluse, weißem Umlegetragen, erfolgen. In dieser Sizung werden außerdem die beiden neu graugestreiftem Mantel mit grünen Samtaufschlägen. Der Hut war ein blauer Samthut mit schottischem Band, außerdem trug fie gewählten liberalen Stadtverordneten Oberlehrer Destreich und Nationalökonom Dr. Voßberg eingeführt werden. schwarze Schnürstiefel und einen schwarzen Schirm. Personen, die über den Verbleib der Vermißten Auskunft geben können, werden gebeten, diese an Gallasch, Mustauerstr. 44, gelangen zu lassen. Bei der gestrigen Gemeinde- Ersakwahl für den verstorbenen Ge nossen Weniger erhielt unser Genosse Behnisch 258 und der bürgerliche Kandidat 168 Stimmen. Behnisch ist somit gewählt. Weißenfee. aus, der gestern in Weißensee festgenommen wurde. Er hatte einen Ein gefährliches Diebstahlsobjekt suchte sich der Arbeiter Nitter auf der Weide an einem Pflock angebundenen Ziegenbock gestohlen und führte das Tier nach Weißensee, um es dort zu verkaufen. In dem genannten Vorort wurde die Ziege durch das Bellen eines Hundes unruhig gemacht und versette ihrem Führer einen derartigen Stoß, daß er zu Boden fiel. N. schlug nunmehr mit einem Stoc auf den Bock ein, und es entstand eine größere Menschenansammlung, auf welche auch ein Gendarm aufmerksam wurde. Als dieser den ihm verdächtig erscheinenden Arbeiter nach der Herkunft des Tieres fragte, berwidelte sich R. in Widersprüche und wurde, da er auch obdachlos war, nach dem Amtsbureau gebracht, wo der Diebstahl bereits gemeldet worden war. Spandau. Die städtische Desinfektionsanstalt hat seit der Einführung der Unentgeltlichkeit ihrer Benutzung eine außerordentliche Steigerung Auf der Treptow- Sternwarte spricht Herr Direktor Archenhold ihrer Inanspruchnahme zu verzeichnen. Auch im laufenden Etatsam Sonntag, den 11. d. M., um 5 Uhr, über:„ Die Bewohnbarkeit jahre reichen die für die Anstalt bewilligten Mittel nicht aus, so daß der Welten", um 7 Uhr über:" Die Sternbilder". Im Anschluß sich der Magistrat genötigt fieht, die Stadtverordnetenversammlung hieran werden bei flarem Wetter von der Plattform aus die Stern- um eine Nachbewilligung zu ersuchen. bilder am Himmel aufgesucht, Montag, abends 9 Uhr, über Auf recht eigenartige Weise sind zwei Einbrecher überführt Auf recht eigenartige Weise sind zwei Einbrecher überführt " Kometenfurcht und Weltuntergangsprophezeiungen" mit besonderer worden. Einem Wächter der Schöneberger Wirtschaftsgenossenschaft war es in einer der letzten Nächte geglückt, die Urheber eines Einbruchsdiebstahls, der in dem Zigarrengeschäft von Saß in der Hauptstraße verübt worden war, zu überraschen und festzunehmen. Auf der Polizeiwache entpuppten sich die Täter als die schon längst in Spandau liegenden Frachtfahnes entglitt der Mastbaum beim Bom Mastbaum erschlagen. Dem Schiffer eines am Burgwall polizeilich gesuchten Gelegenheitsarbeiter Emil Krüger, Ebersstr. 29, in Spandau liegenden Frachtkahnes entglitt der Mastbaum beim Umlegen und traf ein auf Deck stehendes Kind mit voller Wucht, und der wohnungslose Zimmermann Schulz. Hartnäckig bestritten einbrüchen, die sie in letzter Zeit wiederholt ausgeführt hatten, die beiden jede Schuld und auch von den wiederholten Schaufenster- dem Stopf und Schultern zertrümmert wurden. Der Tod war auf der Stelle eingetreten. wollten sie nichts wissen. Die Einbrecher hatten jedoch nicht mit ihren Verlegungen an den Handgelenken, die sie sich bei dem Zertrümmern der Schaufensterscheiben zugezogen, gerechnet. In Anbetracht dieser verräterischen Merkmale bequemten sich die Burschen schließlich zu einem umfangreichen Geständnis. Berücksichtigung des bevorstehenden Sternschnuppenfalles. In dieser Woche findet auch ausnahmsweise am Dienstag um 5 Uhr ein Doppelvortrag über:" Planetenartige Begleiter im Kosmos" statt. Alle vier Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern aus gestattet. Mit dem großen Fernrohr wird nachmittags die Sonne, mit Eintritt der Dunkelheit Saturn und später Jupiter gezeigt. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht fam an der Schlesischen Brücke, unweit der dortigen Schleuse ein größeres Feuer aus. Dort brannten um 3 Uhr bei Ankunft der Feuerwehr eine Seilerbude, Holzzaun, Bergballen u. a. Der 5. Bug mußte mit mehreren Schlauchleitungen längere Zeit fräftig Wasser geben, um die Gefahr zu beseitigen. Die Entstehung des Feuers ist nicht ermittelt, man bermutet Brandstiftung. Der 3. Zug hatte in der Brunnenstr. 39 zu tun, wo im vierten Stock auf dem 2. Hofe Lumpen, getrocknete Charlottenburg. Pflanzen, Werktische in einer Färberei sowie Terpentin brannten. Der 16. Bug hatte an der Dalldorfer Brücke ein Pferd in Sicherheit in der Joachimsthalerstraße angewendet zu werden. Wie uns aus Eine eigentümliche Sammelmethode scheint in der Gemeindeschule zu bringen, das dort in die Panke gestürzt war. gestern früh um 6 Uhr in der Frankfurter Allee 61 mit der Rettung von der Lehrerin ein Flugblatt mit nach Hause gegeben, worin zum Der 7. Zug hatte Leserkreisen mitgeteilt wird, wurde den Kindern vor einigen Tagen eines Pferdes zu tun. Kleinere Brände wurden aus der Mühlen Beitritt in den Gustav Adolf- Verein und zur Spendung von Gaben straße 69 und anderen Stellen gemeldet. Die Feuerlinie 3 im Nordosten von Berlin war gestern stromlos, sämtliche Feuermelder dieser für denselben aufgefordert wird. Am Tage darauf soll die Lehrerin inie mußten deshalb außer Betrieb gesetzt werden. mit der Büchse herumgegangen sein und von den Kindern Geld ge sammelt haben. So ist es nun vorgekommen, daß Kinder, die Die Feuerwehr hatte gestern Nachmittag auf dem Wedding weiter fein Geld mithatten, als die fünf Pfennige, für die fie fich einen großen Dachstuhlbrand zu löschen. Es brannte der Dachstuhl sonst in der Pause vom Schuldiener Katao oder Milch kauften, diefe des Hauses Pantstr. 32b, der Inhalt der Bodenverschläge, Hausrat fünf Pfennige in die Büchse steckten. Die Folge davon war, daß der Mieter, Brennmaterialien u. a. Dem 16. Zug gelang es schließ- an jenem Tage nicht soviel Kinder Milch und Katao getrunken haben lich durch kräftiges Wassergeben, die Flammen auf den Dachstuhl wie sonst. zu beschränken. Gleichzeitig mußte in der Kommandantenstr. 42 ein Werkstättenbrand gelöscht werden. Wachs usw. brannten dort. Vorort- Nachrichten. Die Stadtverordnetenwahlen in Rigdorf. Wir sind der Meinung, daß die Schule nicht der Ort sein tann, von wo für eine g- beliebige Sache Propaganda gemacht oder gar der Bettelsack geschwungen wird. Noch mehr muß Verwahrung dagegen eingelegt werden, daß Kindern ihre von den Eltern erhaltenen Frühstückspfennige abgelotst werden. Lehrer und Lehrerinnen haben außerdem wichtigere Aufgaben in der Schule zu erfüllen als sich in der Schulzeit in den Dienst privater Vereine zu stellen. Nur noch wenige Tage trennen die Rigdorfer Bevölkerung von Steglit. den Ergänzungs- und Neuwahlen zur Stadtverordnetenversammlung. Ein neues Kreiskrankenhaus errichtet der Kreis Teltow- Beeskow in Mittenwalde. Das Städtchen gibt das etwa drei Morgen umfassende Baugelände unentgeltlich her, während der Kreis die Kosten des Baues und der inneren Einrichtung in Höhe von 125 000 m. übernimmt. Als Bauplatz ist ein Berggelände in der Baruther Vorstadt in Aussicht genommen, das der Rigdorf- Mittenwalder Eisenin Aussicht genommen. bahngesellschaft gehört. Für die Grundsteinlegung ist der 12. März Vermischtes. Gerettet. Wie aus hörde gemeldet wird, gelang es gestern morgen um vier Uhr der Rettungsmannschaft nach 67stündiger Tätigkeit, die vier verschütteten Bergleute ans Tageslicht zu bringen. Sie waren erschöpft aber sonst unversehrt. Stettiner Dampfer gestrandet. Nach einem bei der Reederei Kunstmann eingegangenen Telegramm ist der deutsche Dampfer Reise von den Lofoten nach Stettin vorgestern abend an der GreifsNarvik" mit einer Ladung von 6000 Tonnen Eisenerz auf der walder Die gestrandet. Die Mannschaft befindet sich in Sicherheit. Bur Hülfeleistung hat die Reederei zwei Bergungsdampfer sowie einige Leichterfahrzeuge von Swinemünde zur Unfallstelle entsandt. Ein neuer Eisenbahnunfall. Gestern früh 5% Uhr fuhr der Güterzug 6503 von Mombach nach Bischofsheim auf der BetriebsZur Gemeindewahl. Mit regstem Gifer betreiben unsere Gegner station oftheim infolge Ueberfahren des Haltefignals dem GüterDie Wahlen der III. Wählerklasse finden am kommenden Mittwoch, die Agitation zu der am Montag, 12. November, statt- 8ug 7265 von Bischofsheim nach Kastel in die Flanke. Lokomotiv= den 14. November, in der Zeit von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr findenden Nachwa hl. Gine ganze Anzahl Herren find unterwegs. führer und Heizer bes Zuges 6503 find tot, ein Bremser wurde abends statt. Durch Flugblätter und in Versammlungen sind bereits um die„ verehrten Wähler" persönlich zu bearbeiten. Während man berlebt, etwa 20 Wagen zertrümmert. Beide Gleise sind gesperrt. die Wähler auf die Bedeutung dieser Wahlen aufmerksam gemacht sonst in jenen Streisen einem„ gewöhnlichen Arbeiter" in weitem Das Gleis Kastel- Hochheim ist voraussichtlich bis 11 Uhr verworden. Es ist notwendig, mit aller Kraft dafür einzutreten, daß Bogen aus dem Wege geht und ihn als Plebs behandelt, überwinden mittags wieder fahrbar. Schuld trifft das Lokomotivpersonal des an dem Tage die Vertreter der Sozialdemokratie mit großer die Herren jetzt den Abscheu und bemühen sich sogar in die leider Güterzuges 6503. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen Stimmenmajorität gewählt werden. manchmal wenig einladend ausschauenden Arbeiterhäuser und aufrechterhalten, Schnellzüge über Mainz geleitet. muß unsere Parteigenossen veranlassen, Explosion einer Pulverfabrik. Gestern früh kurz vor 5 Uhr erWahlbezirke und die auf dieselben entfallenden Straßen und die Wahlurne zu bringen. aufzubieten, sämtliche Wähler an folgte auf den Werken der Köln- Rottweiler Pulverfabrik in einem Es kommt auf jede Stimme Schuppen, der große Pulbervorräte enthielt, eine Explosion, durch Nummern, sowie die von der Sozialdemokratie aufgestellten an, wie wir bei der Hauptwahl erfahren haben, wo uns welche die Fenster, Wände und Dächer der umliegenden Häuser Kandidaten. mur drei Stimmen zum Siege fehlten. Wir weisen nochmals im ganzen Fabrifterrain zertrümmert wurden. Fünf Arbeiter Die Wahlen finden statt: darauf hin, daß jeder, der im März dieses Jahres im sind verletzt worden; zwei wurden ins Spital gebracht. zweiten Bezirk wahlberechtigt war, auch am Bur näheren Drientierung bringen wir nachstehend die einzelnen auch ihrerseits Wohnungen. Jm 1. Wahlbezirk, umfaffend: Friedelstraße von 18 bis 46, Hobrechtstraße bon 24 bis 62, Kottbuser Damm von 73 bis 103, Lenaustraße, Maybach- Ufer von 1 bis 22, Pflügerstraße von 1 bis 12 und 67 bis 82, Schinkestraße, Straße Nr. 10, im Gensch schen Lokale, Pflügerstraße 7. Kandidat: Alex Pagels, Metallarbeiter, Berlinerstraße 14. Im 4. Wahlbezirk, 31 alles ontag wählen kann, selbst wenn er mittlerweile Das Dampfschiff Mouet", welches vorgestern mit 300 Bassanach dem anderen Wahlbezirk oder gar nach außergieren an Bord den Hafen verließ, stieß, wie aus Toulon gemeldet halb berzogen ist. wird, mit einem Unterseeboot zusammen. Unter den Passagieren Am Sonntagnachmittag 2 Uhr findet im, Birten- brach eine große Panit aus; es gelang jedoch dem Kapitän, dieselben wäldchen" eine öffentliche Wählerversammlung zu beruhigen. Der Zusammenstoß war so heftig, daß das Dampfstatt. Parteigenossen, sorgt für zahlreichen Besuch, auch der Wähler schiff beträchtliche Beschädigungen erlitt. Das Unterseeboot foll des ersten Bezirkes. Vor allem aber, tut am Tage der Wahl Gure einer eingehenden Untersuchung auf erlittene Beschädigungen unterumfassend: Donaustraße 1-23 und 111-131, Fuldastraße, Harzerstraße von 1-3 und 115-119, Sanfaftraße, Kaiser Friedrichstraße von 16-37 und 213-235, Kölnisches User von 66-74, Lohmühlenplay, Lohmühlen- Pflicht! straße, Maybach- Uljer von 46-66, Pflügerstraße von 26-51, Rütlistraße, Telstraße, Weichselplay, Weichselstraße, Weserstraße von 17-41 und 181 bis 200, Wiesen- Ufer, im Rösler schen Lokale, Bannierstraße 9a. Kandidat: Emil Wutzky, Gewerkschaftssekretär, Thomasstraße 4. Jm 7. Wahlbezirk, umfassend: Bergstraße von 1-26 und 140-163, Kopfftraße von 1-12 und 62-72, Leffingstraße von 1-12 und 33-43, Mittelweg, Prinz Handjerystraße von 1-19 und 70-87, Steinmeßstraße bon 1-19 und 126-146, Straße Nr. 204, 207b, Waßmannsdorferstraße, Biethenstraße von 1-18 und 67-85, in Hoffmanns Festfälen, Bergstr. 151/152. Kandidat: Hermann Sasse, Eigentümer, Stopfstr. 40. Jm 10. Wahlbezirk. Treptow. Am heutigen Sonnabend eröffnet der Turnverein" Jahn", M. b. Am heutigen Sonnabend eröffnet der Turnverein„ Jahn", M. d. A.-T.-B., seine zweite Männerabteilung in der Turnhalle Bouchéstraße 87. Die Abteilung turnt Mittwoch und Sonnabend von 8-10 Uhr. Gäste als Mitglieder erwünscht. Vereinslokal: Mohlau, Kiefholzstr. 35. Lichtenberg. zogen werden. 175 000 Frank veruntreut. Der Hauptkassierer der Unterbezichtigung, aus der Kaffe 175 000 Frank veruntreut zu haben. grundbahn in Paris stellte sich gestern der Polizei unter der SelbstDas Gelb habe er durch Börsenspekulationen verloren. un= Infolge heftigen Nordoststurmes ist die Schiffahrt auf dem Unwetterschäden in Tirol. Durch heftige Regengüsse und Neuschneeschmelze ist die Grödnerstraße schwer beschädigt und passierbar. Die Ueberetscher Bahn und die Valsuganabahn stellter infolge Verwehung ihrer Strecken den Betrieb ein. Viele Flüße Die Gemeindevertretung nahm am Donnerstag zunächst in ge- und Bäche sind ausgetreten und haben Schaden angerichtet. Im heimer Sigung" die Wahl eines Kreistagsabgeordneten vor. Hierzu Jeltale wurden zwei Brüder vom Wildwasser fortgerissen; ihre wurde mit 12 von 23 abgegebenen Stimmen der Direktor des Leichen sind noch nicht gefunden. Aus dem Sarntale werden Eckert Wertes, Steinert, gewählt. Zum Zweckverband Rummels- schwere Schäden gemeldet. Die Lage in Riva hat sich noch nicht burg- Lichtenberg( Kanalisation) wurde Herr Möser als Erfagmann gebessert, der Verkehr der Stadt mit der Umgebung ist gänzlich umfassend Bergstraße von 69-106, Canner Chaussee, Elsterstraße, Grenz- in den Ausschuß entsandt. Daß die Vertreter der dritten Wähler- gestört. bis 150; Stopenider Landstraße, Lahnstraße, Mittelbuschweg, Naumburger- werden, beweist eben nichts, als daß die Herren unter sich sein Tynefluß, wie aus London gemeldet wird, seit vorgestern abend allee, Starpfenteichstraße, Kiefholzstraße, Senesebeckstraße von 1-5 und 147 flasse von den Privilegierten" aus gleichen Aemtern ferngehalten straße, Puderstraße, Richardstraße von 54-63, Saalestraße, Straße Nr. 22a, wollen. 14 500 m. bewilligte die Versammlung zur Verlegung 47, 52, 52a, 54, 55, 56, 59a, 60, 62, 65, 66, 180a, 180b, 180c, 180d, 180e, eines verstärkten Gasdruckrohrs im Wiesenweg. Damit ist endlich vollständig eingestellt. Die Rettungsbootsmannschaften waren die 181a, 181b, 181, 185, 185a, 187a, 187b, 188, Thüringerstraße, Walterstraße, der Anfang zur Regulierung dieses im skandalösen Zustande befind- ganze Nacht hindurch an der Hafenmündung auf dem Posten, doch Wipperstraße, Beigerstraße, lichen Straßenzuges, die im Frühjahr vor sich gehen soll, gemacht. wurden ihre Hülfeleistungen nicht in Anspruch genommen. Einige Der Schaaffhaufensche Bankverein wird nun auch das Terrain links dreißig Dampfer, die Kohlen geladen haben, werden durch den der Ostbahnbrücke bis zur Friedrichsfelder Grenze erschließen. Die Sturm, der aller Voraussicht nach andauern wird, am Auslaufen in Zukunft überhaupt die Gemeinde die Bauausführung bei Straßennachgefuchten Pflastertonsense wurden mit der Maßgabe erteilt, daß gehindert. Wasserstand am 9. November. Das Verlangen der Stadtgemeinde Ibe bei Auffig--Meter, bei anlagen selbst übernimmt. Dresden--Meter, bei Magdeburg+1,06 Meter. Unstrut bet Berlin auf Genehmigung zur Verlegung eines weiteren Druckrohres Straußfurt Meter. Dber bei Ratibor+ 1,00 Meter. Neiße der Kanalisation durch das Weichbild Lichtenbergs verfiel wiederum mündung+1,10 Meter. Dder bei Brieg+1,78 Meter. Dber der Vertagung. Es soll weiter versucht werden, noch einige Ver- bei Breslau Unterpegel 1,38 Meter. im Maschte schen Lokale, Thüringerstr. 42. Kandidat: Ferdinand Wilke, Restaurateur, Hermannstr. 213. Jm 11. Wahlbezirk, umfaffend: Bendastraße, Bruno Bauerstraße, Delbrückstraße, Edmundstraße, Glasowstraße, Herthastraße, Juliusstraße, nesebeckstraße von 6-24 und 120-146, Stranoldstraße, Stranoldplay, Reinholdstraße, Ringbahnstraße, Siegfriedstraße pon 1-24, im Güntherschen Lokale, Knesebecstr. 139. Kandidat: Ernst Zuschling, Böttchermeister, Knesebecftr. 145. Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Wublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, d. 10. November. Anjang 7, Uhr. Opernhaus. Margarete. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Deutiches. Das Wintermärchen. Westen. Schüzenliesel. Nachmittags 3 Uhr: Othello, der Mohr von Benedig. Lorking. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Der Sturm. Lessing. Das Blumenboot. Berliner. Sherlock Holmes. Nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau bon Orleans. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Verschwörung des Fiesto zu Genua. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Stuart. Neues. Die Condottieri. Komische Oper. Lakmé. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Husarenfieber. Maria Zentral, Tausend und eine Nacht. Nachmittags 32 Uhr: Prinzeßchen Neugier. Kleines. Ein idealer Gatte. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Der Hauptmann von Stöpenick. Thalia. Wenn die Bombe plagt! Nachmittags 22 Uhr: Die Räuber. Luisen. Else vom Erlenhof. Nachmittags 4 Uhr: Rübezahl. Bernhard Rose früher Carl Weik. Ausgewiesen. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Rafino. Die beiden Champignol. Folies Caprice. Serenissimus Auguft XXVI- Das Modell.. Das Provinzmädel. Baffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im wissenschaftlichen 8 Uhr: Sizilien. Theater: 8 Uhr: Dr. B. Donath: Elektrisches Licht. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Theater des Westens Station Boolog. Garten, Kantstr. 12. Nachm. 3 Uhr Schüler Vorstellung, fleine Preise: Othello, der Mohr von Venedig. Abends 7%, Uhr: Schützenliesel. Sonntag mittag 12 Uhr: Matinee. Ruth St. Denis. Neues Schauspielhaus Sonnabend, den 10. November: Der Sturm. Morgen: Der Sturm. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Urania. SchleSchiller- Theater. Wissenschaftliches Theater. Abends Sizilien. 8 Uhr: 8 Uhr: Dr. B. Donath: Elektrisches Licht. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. 4 Uhr: Kinder- Vorstellung: Rübezahl. Abends 8 Uhr: Else vom Erlenhof. Sonntag nachm.: Romeo und Julia. Abends: Sherlock Holmes. Montag: Romeo und Julia. Residenz- Theater. Direftion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwant in 5 Atten v. Triftan Bernard und André Godfernaug. Vicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Stellvertreter. 19 Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr. Milh. Th.) Sonnabend. abends 8 Ubr Sonnabend, abends 8ub 1: Bur Feier von Schillers Geburtstag Bur Feier von Schillers Geburtstag: Zum ersten Male: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel in Maria Stuart. Ein Trauerspiel in 5 Aften von 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Friedrich Schiller. Sonntag, nach m. 3 11 br: Die Hoffnung auf Segen. Sonntag, abends 8 ll br: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Montag, abends 8 Uhr: Die rote Robe. C Sonntag, nach m. 3 1 br: Weh' dem der lügt. Sonntag, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. Montag, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. astans Panopticum Friedrichstraße 165. Der Räuberhauptmann v. Köpenick. Die zusammengewachsenen Schwestern. Abends 6 Uhr: familien- Bier- Kabarett. Zentral- Theater.| Lustspielhaus. ( Operette). 3, Uhr halbe Preise: Prinzeßchen Neugier. Abends 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. I Täglich 8 Uhr: Husarenfieber. Morgen nachm.: Der Familientag. Zirkus Busch. Zirkus Schumann Abends 7 Uhr: Monsieur Romeo's Staunen erregende Automobilexperimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Gew. 30 Zentner u 4 Infaffen.) Außerdem: Herr E. Schumann Neudreſsuren. Aus der Puẞta. Orig.- Pantomime d. Zirk. Busch. Sonntag: 2 große Vorstell., nachm. 4 Uhr, abends 7, Uhr. In beiden Borstellungen: Aus der Puszta. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Weihnachts- Prämien. Wir sind in der angenehmen Lage, unseren Lesern in diesem Jahre Ferdinand Freiligraths Werke mit einer Einleitung von Schmidt- Weißenfels in vorzügl. Ausstattung, gebunden in 3 Leinenbänden, zu dem außerordentlich billigen Preise von abgeben zu können. 3 Mark Ferner bieten wir unseren Abonnenten Grillparzers fämtliche Werke Neue illustrierte Ausgabe in 2 Bänden. Herausgegeben und mit Einleitung versehen von Rudolf von Gottschall. Das Werk ist gut ausgestattet, umfaßt über 1000 Seiten und kostet ebenfalls nur 3 Mark Bei der großen Beliebtheit, deren sich die Werke des Freiheitsdichters Freiligrath in der Arbeiterschaft erfreuen, sowie bei dem lebhaften Interesse, das dieselbe speziell den Dramen und Erzählungen Grillparzers entgegenbringt, dürfte die Nachfrage nach beiden Werken, namentlich in Anbetracht des billigen Preises eine sehr große sein, so daß es sich empfiehlt, seinen Bedarf baldigst, wenn möglich schon jetzt zu decken. zu beziehen in unserer Hauptexpedition, Lindenstr. 69, und in allen Parteispeditionen. Die Condottieri..2 Morgen und folgende Tage: Die Condottieri. Kleines Theater. Abends 8 Uhr zum 114. Male: Ein idealer Gatte. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr zum 115. Male: Ein idealer Gatte. Montag zum 116. Male: idealer Gatte. Ein Komische Oper. Abends Lakmé. 8 Uhr: Jm 2. Aft: ,, Cobra", ausgeführt von Ruth St. Denis. Sonntag nachm. 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends 8 Uhr: Carmen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Nachm. 8 Uhr bei sehr fleinen Breisen Kindervorstellung: Rotkäppchen. Abends 7, Uhr zum erstenmal: Die Fledermaus. Abonnements gültig. Sonntag nachm.: Der Waffenschmied. Abends: Die Fledermaus. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 11. November 1906: Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68 Lindenstr. 69, Laden. Theater Folies Caprice. Brunnen- Theater Palast- Theater. Valhalla- Theatre Walhalla Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Varieté- Theater Serenissimus August XXVI. Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Heute abend 8 Uhr: Die vierzehn effektvollen November Spezialitäten. Das schwarze Udel- Quartett ( The Orig. Blook Troubadours). Die kluge Rosa Hollands bester Violin- Birtuose Otto Richard. Bouwmeester, der orig. Humorist. Die bildschöne Monocyclistin Nelly French. Morgen Sonntag: 2 Vorstellungen Nachm. 3, Uhr fleine. Breise. Jeder Erwachsene ein Kind trei. Rauchen überall gestattet. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Das Modell. Das Provinzmädel. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag bei bedeutend ermäßigt. Preisen: Soll und Haben. Dir. Bernhard Rose Gesundbrunnen. Badstraße 58. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Morgen Sonntag nachmittags 3 Uhr bei vollstümlichen Preisen: Mutterliebe. Bolfsstüd mit Gefang in 4 Atten. Abends 7 11hr: Heute wegen Privat- Festlichkeit feine Vorstellung. Sonntag, den 11. November 1906: Heute Sonnabend, den 10. November, abends 7, Uhr: VII. Grande Soirée High Life. Gala- Programm. U. a.: Die Könige der Luft. Les 5 Alex Les 5 Piroscoffis Monf. Fernand Guichenet, Oberbereiter Seiner Maj. des Zaren. Dir. Alb. Schumanns neue u. moderne Dressuren. Mr. Henricksens unerreicht dastehende größte Tigergruppe Um 10 Uhr: Die große Ausstattungs- Pantomime: Ein Tag in Monte Carlo. Sonntag: 2 Galavorſt., nachm. 3% Uhr ( ein Kind frei) und abends 7%, Uhr. Bernhard Rose- Theater früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung bei fleinen Preisen: Robinson Crusoe. Abends 8 Uhr: Ausgewiesen. Soziales Boltsstück in vier Aften von Karl Böttcher. Deutsch- Amerikanisches Theater. Abends 8 Uhr: Gastp. Ad. Philipp. Im wilden Westen und Herr Hauptmann" von Köpenick. Sonntag nachm.: Ueber'n großen Teich. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Stiftungs- Fest des Gesangvereins„ Lied hoch!" Konzert- Theater Ball. Sonntag: Trompeter v. Säkkingen mit Dir. Rob. Dill in der Titelrolle. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich& Uhr Die beiden Champignol. Sonntag 4 Uhr: Alexander der Große. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Heute: Geschlossen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Abends 7%, Uhr: Die Räuber. Montag: Preziosa. Die Grille. blosseum Col Dresdenerstr. 97. erstklassige Spezialitäten 15 15 Giza u. Blosca! Verwandelungs- Burleske: Tänzerin und Waisenrat. Truppe Sokolowsky. Kottbuser Sanssouci. Straßen. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Sonntag Beginn 5 Uhr. Wochentags 8 Uhr. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das vollständig neue November- Programm. Nach dem Zapfenstreich. Ein Mann aus dem Volke Das Riesen- Programm. Neu Der Hauptmann v Köpenick Anfang 3 Uhr. pollo Theater Das neue gr. November- Programm. 11. a.: The Densmores and die Bulldogge in der Küche. Damen- Flugakt, ausgef. v. d TeimsAusstellung. Der Raub der Sabinerinnen. Konzert, Theater, Spezialitäten. Truppe. Ein Spaß in der AutomatenSchwant in 4 Aften von Schönthan. Anfang 7, Uhr: Montag: Zapfenstreich. Mittwoch: Tell. Stets erstklassige Riefenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Liane d'Eve, Drig.Matichiche Tänzerin. Die Seldoms. Neue Bilder. Sonntag, den 11. November, nad oder: Ein ehrlicher Makler. Drig.- Boffe mit Gesang in 4 Aften. Nach der Vorstellung: Ball. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Großer Lacherfolg. 22 Nummern. Neu! Trianon- Theater. Anfang 7%, Uhr. Sonntags 5% Uhr. Heute und folgende Tage: Der Hausfreund. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Die Nothrücke. Buggenhagen Moritzplatz. Photographien mit Jeden Mittwoch u. Sonnabend: abwechselndem Abnormitäten- Progr. Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Verbindung mit größter FilmsSchweizer Garten Am Königstor Am Friedrichshain, Straßenbahn Nr.1,2, 4, 17,59,62,63,74. Jeden Sonntag bet verſtärktem Drchefter Ball Anfang 4%, Uhr An Wochentagen find die Säle Gustav Gottschalks an Vereine zu vergeben. Ik- Trio. Den ganzen Tag Vorstellung, umoristischer Abend Berline launderstr. 1. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. mittag 3hr Familienvorstellung. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. und Freitanz. Felix Scheuer U Metropol- Theater Metropol Theater Vereinigung der Musikinstrumenten- Arbeiter Täglich Uhr: Der Teufel lacht dazu. Berlins und Umgegend. Große Jahresrevue in 9 Bildern Montag, den 12. November, abends 6 Uhr, bei Graumann, von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. H. Bender. J. Giampietro. Fritzi Massary. J. Josephi. Phila Wolff. Rauchen überall gestattet. Morgen Sonntag, 11. November, nachmittags 3 Uhr: Ermäßigte Preise! Naunynstraße 27: Mitglieder- Versammlung. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß mein lieber Mann, unser herzensguter Bater, der Restaurateur Friedrich Eichendorf genannt gemütlicher Frit", Stalizerstr. 17 am Mittwoch, den 7. November, nachmittags 4%, Uhr, nach kurzem, aber schwerem Leiden im Alter von 44 Jahren sanft entschlafen ist. Dies zeigen mit der Bitte um stille Teilnahme an Witwe Berta Eichendorf geb. Bunn nebst Kindern Anna und Friedrich. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 11. d. M., nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause, Stalizerftr. 17, aus nach dem neuen 29182 St. Thomas- Kirchhof, Rigdorf. Hermannstraße, statt. Die glückliche Geburt eines 2920L Baumschulenweg, 8. Novbr. 06 Otto Krippahle u. Frau. Tages Ordnung: 142/15 1. Bortrag über: ,, Weltschöpfung und Welfuntergang". Referent: Genoffe Jungen zeigen an Wilh. Miethke. 2. Distusfion. 3. Abrechnung vom 24. Stiftungsfest. 4. Streits im Berufe und Vereinsangelegenheiten. Der Vorstand. In Anbetracht des lehrreichen Themas erwartet zahlreiches und pünktliches Erscheinen Gäste, auch Frauen, willkommen! Zur Beachtung! Auf in's Metropol! Dienstag, den 20. November, abends Bunkt 8½ Uhr, in Bockers großem Saal, Weberſtr. 17: 12 WINTER CARTEN Interessante neue Darbietungen. Bros. Permané, Exzentriks. Angelos lebende Kunstwerke. La Vilma, Sandmalerin. Das Millmann- Trio, Drahtseilakt. Staleys Ver vandlungsakt: Die musikalische Schmiede. Im sonnigen Spanien". Englische Ballettszen ausgef. von der John Tiller- 1ruppe a. London. The 3 Urma Sisters, Trapezkünstlerinnen. O. K. Sato, komischer Jongleur. Maria Vinent von der königl. Oper in Madrid. Cheeberts Chinesentruppe. Clotilde Florido, spanische Tänzerin. Der Biograph: 1. Wettlaufen. KF Lichtbilder- Vortrag über: I Die Abstammung des Menschen". Bortragender: Gen. Schriftsteller M. H. Baege- Friedrichshagen. ( Birka 60 Lichtbilder erläutern den Vortrag.) Eintritt 25 Pf. Nach dem Vortrag: Geselliges Beisammensein. Um pünktliche und zahlreiche Beteiligung ersucht Orts- Krankenkasse für den Gemeindebezirk Lichtenberg. Einladung! Die Mitglieder der Generalversammlung laden wir zur ordentlichen General- Versammlung auf Sonnabend, 17. November 1905, abends 8 Uhr, in das Votal Paul Schwarz, Konzertgarten, Lichtenberg, Dorfstraße 65, Flur rechts, ganz era gebenst ein. Tagesordnung: 2. Die Hochzeit im Automobil. 1. Wahl von 3 Mitgliedern zum Rechnungsprüfungsausschuß für das Rechnungsjahr 1906. Passage- Theater. Hente das glänzende November- Progr. Josefine Dora mit ganz netten Schlagern. Ferner: 3. 1. Mal a. d. Sontinent: Das OriginalDamen- Jiu- Jitsu Gapanische Selbstverteidigung) Ensemble, 3 Herren, 4 Damen. 14 neue erstklass. Nummern. Feurig- süsser Kraft Rothwein. Santa Lucia Blutarmen J. Kranken ärztlich empfohlen F 1.50.2M Überall 20 haben. In Apotheken, Drogen- u. Delikat.Gesch., steht unt. ständ. Kontrolle des chem. Laborat. Dr. C. Bischoff. Gegründet 1864. PelzwarenFabrik S. Schlesinger Neue Königstr. 21 II ( Ordonnanzhaus). Einzel- Verkauf wie alljährlich nach beendeter EngrosSaison. Pelz- Stolas Muffen, Pelzhüte, schick garniert, federleicht, zu fabelhaft billigen Preisen. Sonntags geöffnet. Zn Engrospreisen Kaufen Sie die schickesten u. elegantesten Herren- und Damenstiefel enorme Auswahl, Haltbarkeit garantiert Nur 29. Prinzenstr. Markus. 29. Nathan Wand 129 Staligerstr. 129. Die schönsten 21132* Herren- Winter- Paletots in neu und Anzüge fowie ipeziell 2. Wahl von 4 Vorstandsmitgliedern aus den Reihen der Stassenmitglieder für den Wahlzeitabschnitt: 1. Januar 1907 bis 31. Dezember 1908. 3. Sassenangelegenheiten. Das Mandat legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 278/3 Der Kaffenvorstand. M. Hentschel, 1. Borsigender. Orts- Krankenkasse der Vergolder u. Berufsg. Montag, den 19. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal III, part. Ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Wahl des Vorstandes( 3 Arbeit geber, 6 Arbeitnehmer). 3. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung 1906. 4. Erfahwahl von Krankenbesuchern. 5. Wahl der Beamten und Festsetung des Gehalts. 6. Verschiedenes. Delegiertenkarte legitimiert. Connabend, ben 17 November, abends 9 Uhr, bei Wendt, Königsgraben 14a: Wahlversammlung der Arbeitgeber, wozu die Herren Arbeitgeber eingeLaden werden. ahl von 50 Bertretern für 1907. Freitag, den 30. November, abends 8-9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal I, part. Tages Ordnung: 1. Wahlversammlung der Arbeit: nehmer, wozu sämtliche Jahre Garderobe frei. Der Obige. Konsumgenossenschaft von Adlershof u.[[ mg. E. G. m. b. H. Sonnabend, den 24. November, abends 8 Uhr: General- Verfammlung Todes- Anzeige. Am 9. November, früh 7 Uhr, starb nach furzem, aber schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Bruder, der Schankwirt Fritz Haenecke am im Alter von 46 Jahren. Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 3 Uhr, bom Trauerhause Kottbuser User 62 aus statt. Dies zeigt tiefbetrübt an Für die trauernden Hinterbliebenen Marie Haenecke. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Begräbnis meines lieben unvergeßlichen Mannes, besonders der Direktion von den Stabelwerten Ober- Schönc weide, den Beamten und Beamtinnen, Arbeitskollegen und-Kolleginnen, den Mietern vom Bau- und Sparverein Stargarderstr. 3, dem Sängerchor III, dem 516. Bezirk vom sechsten Berliner Wahlkreis, dem Verband der Fabrikin Bayers Gesellschaftshans, Adlershof, Bismarckstr. 10. und Land- Hülfsarbeiter u. Arbeiterinen Zages Ordnung: 1. Geschäftsbericht des Borstandes für das Geschäftsjahr 1905/06. 2. Bericht des Aufsichtsrates. 3. Verlesung des Revisionsberichtes des Verbandsrevisors. 4. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 5. Neuwahlen und Ergänzungswahlen des Aufsichtsrates und Vorstandes. 6. Anträge der Verwaltung: a) Kapitalbeschaffung eventuell Beschlußfassung über Ausgabe von Hausanteilen und Errichtung einer Sparkasse; b) Beschlußfassung über die Unterstüßung im Todesfalle der Mitglieder und deren minderjährigen Familienangehörigen; c) Erhöhung der Entschädigung an die Mitglieder des Aufsichtsrates. 7. Verteilung des Reingewinns. 8. Sonstige Anträge. Anträge von Mitgliedern müssen nach§ 13 des Statuts bis zum 15. d. M. schriftlich bei dem Vorstande eingereicht sein. Nach dem Turnus scheiden vom Aufsichtsrate aus: Joel GerhardAdlershof, Paul Mammitsch- Ablershof und Emil NeyenDeutschlands sowie sämtlichen Freunden und Bekannten innigsten Dank. 2636b Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Gastwirt Friedrich Eichendorf wohnhaft Staligerstr. 17( Stadt bezirk 89) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 11. d. M., nachmittags 1 Ubr, vom Trauerhause Stalizerstr. 17 aus nach dem neuen Thomas- Kirchhof, Hermannstraße, statt. 262/19 Der Vorstand. Donnerstag früh 28 Uhr entschlief fanft nach langen Leiden mein lieber Mann und guter Vater, der Gastwirt Gustay Hartmann im 52. Lebensjahre. Dies zeigen fiefbetrübt, um stille Teilnahme bittend, ergebenst an Frau Martha Hartmann nebft Sohn, Fidicinstr. 32. 26396 Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der LeichenRigdorf, Hermannstraße, aus statt. Witwe Helene Güthler balle bes Shomas Kirchhofes in geb. Fredrich nebst Sohn. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Möbelpolierer! Montag, den 12. November, abends 8 Uhr, im Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42: Versammlung. Tages- Ordnung: 16/11 NB. Frauen find zu dieser Versammlung als Gäste: hiermit eingeladen. Der Obmann. Grünau. Freiwillig scheiden aus: Hermann Schulz- Adlershof, Emil 1. Bortrag. 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Mücke- At- Glienicke und Hermann Steinik- Grünan. Bom Borstande scheidet aus August Süske- Alt- Glienicke. Die Genossen sind wieder wählbar. Der Vorstand: 207/ 16* Herm. Hildebrandt. Wilh. Kohl. Angust Süske. Der Aufsichtsrat: Joel Gerhard. Zentralverein für alle in der Hutbranche Deutscher Metallarbeiter- Verband. beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Verwaltungsstelle Berlin. ( Filiale Berlin.) Sonntag, den 11. November 1906, vormittags 10 Uhr: Haupt- Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt IV 9679. Mitglieder- Versammlung Arbeitsnachweis Zimmer 34. Amt IV 3353. Sonntag, den 11. November 1906, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Versammlung aller in der Emaillebranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen A. Störmer über:" Der Kampf ums Recht". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Montag, den 12. November 1906, abends 8, Uhr: miglieber über 21 Babte einge- Bezirks- Versammlung laden werden. Wahl von 107 Bertretern für 1907. Mitgliedskarte legitimiert. 277/8 für Rixdorf, Brik, Treptow, Mariendorf, Marienfelde 2. Bortrag des Herrn Dr. M. Jacobsohn über: Hautfrankheiten im Beruf". Der Vorstand. Herm. Hildebrandt, Johannes Aẞmann, Vorsitzender. Schriftführer. im Lokal von H. Thiel, Rigdorf, Bergstr. 151-152. Zages Drdnung: 155/10 1. Vortrag des Genossen Ahrens. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des zweiten Bezirksleiters. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35. Tages Ordnung: 1. Die Notwendigkeit der Verkürzung der Arbeitszeit. Referent: ( Bewerkschaftssekretär G. Link. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. 294/15 Kollegen und Kolleginnen! Da die Tages- Ordnung eine sehr wichtige ist, ist es Pflicht aller Mitglieder zu erscheinen. D. D. 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Das Das Verschwinden einer Gelbrolle mit Aeußerung verraten haben, daß ihr der Angeklagte die 600 Mark Reichsgericht verwarf deshalb am Donnerstag die eingelegte 1000 Mart aus dem Konferenzzimmer der 192. Gemeindeschule, feinerzeit zur Aufbewahrung gegeben und sie auch in seinem Auf- Revision. welches in dieser Schule seiner Zeit die größte Verwirrung an- trage den anonymen Brief an den Rektor geschrieben habe. Der gerichtet hat, bildete den Gegenstand einer gestern vor der dritten Angeklagte mußte nunmehr den Diebstahl zuDie große agrarische Familie". Straffammer des Landgerichts I geführten Verhandlung. Wegen geben. Er hatte das Geld zur Bezahlung von Schulden Bom Landgericht Halle a. S. ist am 21. April der ehemalige Diebstahls hatte sich der Lehrer May Kurz von der genannten verwendet, behauptete aber, daß die Schulden ihn nicht Geschäftsführer der Filiale der Viehzentrale( Siz Berlin), Georg Schule zu verantworten. Er war 15 Jahre an der letzteren, genoßat gekommen. Nach der Entdeckung wurde er sehr erregt. drängten und er überhaupt gar nicht wisse, wie er zu der Runge, wvegen Unterschlagung zu vier Monaten Gefängnis verden Ruf eines tüchtigen und erfolgreichen Lehrers, ist Seine urteilt worden. Er hat Ende 1905 ohne Berechtigung 4700 M. aus aber ant 30. September 1904 einer Versuchung erlegen. Ehefrau ließ ihn eine Zeitlang in eine Nervenheilanstalt bringen. der Kasse der Genossenschaft entnommen und dem Landwirte Ehrlich Sein letztes Gesamtgehalt betrug 2950 Mark. An jenem Durch Mitteilungen seiner Frau und seines Schwagers wurden dann auf dessen Verlangen geliehen. Nach dem Statut ist der Zweck der Zage hatten die Lehrer Schulz und Jaenice, wie üblich, weifel an der geistigen Gesundheit des Angeklagten angeregt, der Viehzentrale lediglich der An- und Verkauf von Vieh. In der Hauptvon der Stadthauptkasse das für den Rektor und das gesamte Lehr- feinerzeit einen Schlaganfall erlitten und häufig ein sehr auf- verhandlung behauptete der Angeklagte, er habe seine Handlungspersonal fällige Vierteljahrsgehalt geholt. Das Geld wurde im geregtes und merkwürdiges Benehmen an den Tag gelegt haben soll. weise für erlaubt gehalten, da Ehrlich doch als Mitglied der LandKonferenzzimmer unter die einzelnen Berechtigten verteilt. Das Er ist dann sechs Wochen in der Charité beobachtet worden. Im wirtschaftskammer zur großen agrarischen Familie gehöre. Die Geld, bestehend aus Kassenscheinen und mehreren Goldrollen zu gestrigen Termin wurde sowohl der Hausarzt des Angeklagten Revision des Angeklagten wurde am Donnerstag vom Reichs1000' bezw. 500 m., lag auf dem Tisch und die Lehrer und Lehrerinnen Beobachtung in der Charité ausgeführt hat, vernommen. Beide Dr. Borchardt und der Dr. Goldstein, welcher die gericht verworfen. standen um diesen herum. Zu allgemeinem Entsegen stellte sich Der letztere Wegen Unterschlagung des Vermögens des Verbandes der schließlich heraus, daß eine Rolle mit 1000 M. fehlte. Der Angeklagte waren in ihrem Gutachten nicht übereinstimmend. hatte unbemerkt eine solche Rolle sich angeeignet und in Sicherheit begutachtete, daß bei dem Angeklagten zwar eine psychopatische Biseleure und Graveure zu Köln ist am 12. März vom Landgericht gebracht. Das gesamte Lehrerpersonal geriet über dieses Vor- Disposition, ein Zustand, der ein Mittelding zwischen Neurasthenie Köln der Ziseleur Paul Beyer zu einem Monat Gefängnis tommnis in die höchste Erregung; die Aufforderung des Rektors und Hysterie sei, vorliege, aber von Unzurechnungsfähigkeit oder verurteilt worden. Er hatte das Vermögen des Verbandes, welches Trinkaus, daß jeder Lehrer und jede Lehrerin doch genau nachsehen Bewußtseinsstörung nicht die Rede sein könne. Dr. Borchardt vertrat 90 Mart betrug, in eine Versammlung mitgebracht. Nach der Vermöchte, ob nicht aus Irrtum irgend jemand zu viel erhalten habe, dagegen die Ansicht, daß die Möglichkeit einer Bewußtseinstrübung fammlung betrug es 146 Mark, die der Angeklagte nach Hause trug. blieb erfolglos, ebenso die Recherchen im Beyer will unterwegs von Rathaus, об bei dem Angeklagten zur Zeit der Tat vorlag. Der Ver Später war das Geld nicht mehr da. dort vielleicht etwas verloren worden sei. In der Schule ent- teidiger glaubte darauf bestehen zu müssen, daß noch eine zwei Männern überfallen und beraubt worden sein. Nach Zeit, Drt wickelten fich infolge des Verschwindens der Geldrolle Autorität auf psychiatrischem Gebiete gehört werde.- Der Staats- und sonstigen Umständen hat das Gericht geglaubt, diese Erzählung sehr gespannte und fast unhaltbare Zustände. Die Lehrer anwalt nahm an, daß der Angeklagte ein schwacher, nervöser für unwahr halten zu müssen. Das Reichsgericht erkannte beobachteten sich gegenseitig mit Mißtrauen, es tam zu Zivil. Menich sei, der nicht die genügende Charakterstärke gegenüber Ver- am Donnerstag auf Verwerfung der Revision. prozessen, es entwickelten sich Beleidigungsprozesse. Ein gewisser fuchungen besize, bestritt aber die Anwendbarkeit des§ 51 und beVerdacht fiel von Anfang an auf den Angeklagten, weil bekannt antragte gegen ihn vier Monate Gefängnis. Der Ver wurde, daß er Schulden habe, doch lenkte sich dieser Verdacht auch teidiger beantragte dagegen die Freisprechung. Es fehle an von ihm wieder auf andere Personen. Tatsächlich war er aber der jedem Motiv für die Tat des Angeklagten, denn er hatte keine Täter. Er hatte von den 1000 m. fofort 400 m. mit seinem drückenden Schulden und wurde von niemand gedrängt. Der Aneigenen Gelde vermischt, 600 m. hatte er zunächst zu einer geflagte sei zweifellos bei Begehung der Tat geistesgestört gewesen, Frau G. gebracht und erst später zu sich zurückgeholt. Eines mindestens müsse das Gericht zu einem non liquet fommen. Lages erhielt der Rektor einen Brief mit 300 W. Inhalt Das Gericht hielt eine Anwendung des§ 51 für nicht gerecht und folgenden, von Frauenhand geschriebenen Zeilen:" Mein Ge- fertigt und erkannte dem Antrage des Staatsanwalts gemäß auf wissen läßt mir keine Ruhe, ich habe das Geld gefunden, die Rolle vier Monate Gefängnis. Tag im Kaffenraum." Wieder wurden Recherchen nach der drei Monate Wegen Entwendung von zwei Bund Stroh Schreiberin angestellt, ohne diese zu ermitteln. Als dann der Stadtverordneten- Versammlung der Antrag des Rektors und LehrerGefängnis. kollegiums borgelegen hatte, wurde durch anonyme Zuschriften der Vom Landgericht Magdeburg ist am 24. April die verRektor auf verschiedene Umstände aufmerksam gemacht, die nun ehelichte Karoline Barthel wegen Rückfallsdiebstahls zu drei die Täterschaft des Angeklagten ans Tageslicht brachten. Die| Monaten Gefängnis verurteilt worden. Sie hat am 1. Februar Machahmungen ohne Schimmelgespann zurückweisen Witterungsübersicht vom 9. November 1906, morgens 8 1hr. Stationen Barometer. stand mm Windrichtung Windstarke Better Swinemde. 754 SS 3wollig pamburg 753 5 Wien 4 bededt 3 wolkenl Temp. n. E. 5° G. 4° N. Stationen Barometer. stand mm Wind. Bun 7 Haparanda 763 S 8 Petersburg 765 DSD 5 Scilly 6 Aberdeen 3 Paris 10 752 NND 764 N Windstarte Belter 4Schnee O Temp. n. C. 5° C.= 4° Я. 3 bedeckt -2 6 bedeckt 11 5 Regen 752 SSW 3 tollig Berlin 756 SS 1 heiter Frankf.a.M. 756 N München 760 SD 2 halb bd. 759 Still wolfig Wetter- Prognose für Sonnabend, den 10. November 1906. Etwas fühler, teils heiter, teils nebelig bei mäßigen südöstlichet Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner etterbureau. Mampe- Halb und Halb mit dem Schimmelgespann Der Ausschank von Falsifikaten aus der Originalflasche wird strafrechtlich verfolgt. Grösste Berliner LIKOR Spezialität Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Seltene Gelegenheit zum Einkauf von Winterbekleidung. 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( Nachdruck verboten.) 144 841 82 1021 103 13 280 400 26[ 1000] 604 736 62 900[ 500] 27 2225 317 48 51-62 70 411 92 525 82 862 304 3020 69[ 1000] 76 186 211 4121[ 2000] 256 337 460 958 5171 546[ 1000] 087 823 937[ 1000] 6868 078 775 7225 313 51 413 518[ 500] 662 792 909 51 91 8243 503 962 9056 [ 500] 242 613 770 97 10085 94 221 32 320 92 929[ 1000] 11085 218 415 594 879 900 15 12103 301 440 653[ 1000 57 74 724 48 78 13124 36 63 243 533 000 44 997[ 1000] 14083 181 200[ 3000] 391 419 541 873 937 99 15502 16230 345 599 700 829 88 917 32[ 1000] 17095 183 246 484 654 18329 41 689[ 1000] 880 973 19285 20025 98 223 387 485 508 675 780 829 921[ 500] 21091 106 7 21 211 350 403 652 819 84 22130 232 85 309 409 26 527 74 600 23211 80 374 404 552 24030 168 81 203 333 88 476 86 514 716 925 25144 210 531 645 79 762 861 65 26381 505 67 1500] 84 871 982 1300] 27152 68 558 730 829 910[ 500] 28148 307 547 987 29045 118 263 402 600 922 30014 135 514 659 31036 37 120 38 73 241 467[ 1000] 605 728 835 55 95 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( Nachdruck verboten.) 38 180 379 528 704 14 911 1111 201 483 528 680 2001 165 215 to[ 1000] 507 069 773 801 60 3053[ 500] 277 799 988 93 4199 23L 489 701 75 876 5811 6096 295 [ 3000] 466 005 920 7261 305 79 410 728 24 37 8135 316 704 889 13000] 9080 219 50 1500] 373 435 40 861 L15000] 758 808 73 977 10453 58 537 42 61 667 735 912 11 46 11180 244 824 28 93 975[ 1000] 12199[ 500] 336 58 694 13069 294 381 418 534 661 708[ 500] 11 801 14173 312 48 684 763 869 78[ 3000] 15205 364[ 3000] 468 82 615 [ 1000] 737 81 16034 91 729[ 500] 30[ 3000] 39 92 810 13 17190 319[ 1000] 567 604 42 765 76 935 18043 55 58 80 215 52 360 08 420 574 605[ 1000] 7 985 19034 131 472 777 856 20112 19[ 30001 60 235 601 846 64 970 21130 61 234 332 49 507 621 75[ 500] 728 890 97 22192 770 042 76 23313 818 62 954 76[ 1000] 24022 260 600[ 3000] 25040 183 349 472 796 859 63 990 26002 57 77[ 1000] 106 48 986 27021 35 279 477 662 750 66 71 887 28125 235 68 489 896[ 500] 943[ 3000] 80 29527 673 754 944 86 91 30103 886 439 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Auchdruckerei u. Verlagsanstalt Rail Singer& Co., Berlin SW