Nr. 266. RbenntmenU'Btdlngnngn: «totmemen«■ Preis pränumerando; vierteljährig 3,30 Ml, monatl, 1,10 Ml, «Schenllich 28 Pfg. frei ins HauS. Einzelne Nummer ö Pfg, Sonntags» nummer mit illustrierter Sonntags- Vellage»Die Neue Weit' 10 Pia, Post- Abonnement: 1,10 Mari pro Monat. Eingetrogen in die Post. ZeitungS» PreiSIilte. Unter Kreuzband für Zieutschland und Oesterreich» Ungarn S Marl, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat, PostabonnemenlS nehmen an: Belgien, Dänemarl. Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. S3. Jahrg. CrfAilit agil» uStr MsitZ«. Devlinev VolksblcM. vle lnseMonZ-eedllhr belrägt für die scchsgespallene kolonel- zeilc oder deren Raum M Psg„ für politische und gewerlschastliche Vereins- und BersammIungS-Anzeigen 30 Pfg, „Kleine Snreigen", das erste(fett- gedrulitej Wort 20 Pfg,, jedes weitere Wort 10 Pfg, Stellengesuche und Schills- sicllen-Anzeigen das erste Wort 10 Pfg,, jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Jnferali für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expeditio» abgegeben werden. Die Expedition is bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm-Adresse: ,>Z»»IzIil«w»Il»l Btrll»". Zentralorgan der rozialdernokratifcben Partei Deutrchlandd. Redaktion: 8CQ. 68, Llndenstraese 69. ihrrnstirrrfirr; tlinl IT. Nr. HINS. Expedition: SRI. 68, Lindcnstraese 69. Zternivrecbcr: lllmt IT. Nr. IS»4. Line freche Komödie. Als hn Sommer dieses Jahres die freisinnige, vor allen Dingen aber die ultramontane Presse unter schmetternden Fanfaren und dröhnendem Tantam ihren Feldzug gegen die Korruption unserer Kolonialpolitik begann, konnte mancher naive Philister wähnen, jetzt endlich sei die Geduld dieser Parteien erschöpft, jetzt beginne'der Krieg bis aufs Messer gegen die Politik des kolonialen Aberwitzes und des kolonialen Ausbeuter- und Freibeutertums. Spitzte sich doch dieser Kampf, der mit der Aufdeckung einer Unzahl kolonialer Skandalös« und stinkender Korruptions- anschauungen begann, allmählich zu einer rücksichtslosen Attacke gegen das ganze koloniale System zu. Schreckte man doch nicht davor zurück, den verantworllichen Leiter der Reichspolitik, den Reichskanzler FürstenBülow selb st der Vertuschung und Begünstigung des kolonialen Korruptionssystems anzuklagen l So richtete am 1. August d. I. das freisinnige„Berliner Tageblatt" die Anftage an Bülow, warum erst jetzt das Disziplinarverfahren gegen die Gouverneure von Puttkamer und vonHorn eingeleitet worden sei, „obgleich dieselbe« schweren Anklage«, die diesem Verfahren zugrunde liegen, schon in emem Schreiben des Geheimen Sekretariatsafststenten Pöplau an den damaligen Grafen v. Bülow unter dem 22. November 1904 in aller Ausführlichkeit erhoben und substantiiert worden sind?" Auch die entsetzlichen Grausamkeiten der T h i e r r y, Besser. Wegener, Kannenberg usw. seien schon damals, zwei Jahre zuvor, von dem genannten Kolonial- beamten dem Reichskanzler unterbreitet worden! Trotzdem sei von Bülow nicht das geringste veranlaßt wordenl Warum sei auf all diese Anzeigen»die ganze Zeit nichts oder so gut wie uichts geschehen"? Aber auch das führende Zentrumsblatt, die„Germania", erhob damals. Anfang August, von der noch viel derber zu- packenden Provinzpresse des Zentrums ganz zu schweigen, die schwersten Anklagen gegen die Hehler der Äolonialkorruption, die an ganz anderer Stelle säßen, als an subalternen Posten der Kolonialverwaltung. Auch die„M ä r k. V 0 l k s z t g.". der Ableger der„Germania". schrieb am 2. August: „Die Kolonialpolitik ist ein Unglück für Deutschland. Einige Jahre hindurch haben wir nun Unglück über Unglückt erlebt. Zirka 2000 junge Deutsche haben ihr Leben aus den Schlachtfeldern in Deutsch-Südwestafrika lassen müssen, und bald eine halbe Milliarde Mark ist in jener unselige« Sandwüste zum Ruin unserer Reichsfinanzen verpulvert worden. Ein Skandal, eine Enthüllung jagt die andere, aber da» Meer des Unheils, das da braust und zischt, eS will sich nimmer erschöpfen und leeren. Kaum haben wir den Fall Fischer halbwegs verdaut, da kommt auch schon der Fall Horn, und zu alledem liefert dann die Militärverwaltung in Deutsch- Südwestaftika der Sozialdemo kratie wieder Wasser auf die Mühle." Selbst wenn Herr Erzberger nicht immer und immer wieder die Drohung ausgestoßen hätte, daß er nun endlich einmal gründlich mit seinem Material im Reichstag„aus packen" werde, hätte man glauben sollen, der Reichstag werde diesmal bei seinem Zusammentritt eine Abrechnung mit unserer korrupten Kolonialpolitik erleben, wie sie noch nicht dagewesen war, eine Abrechnung, deren schonungslose den„Hauptverantwortlichen" nicht zurück- Kritik auch vor schrecken werde! Und nun erleben organ dem seinerzeit wir es. daß das führende Zentrums- so rücksichtslos angegriffenen Reichs- kanzler die gemütliche Zusicherung gibt, daß das P l e n u m des Reichstages von allen unliebsamen Kolonial- debatten verschont bleiben werde, daß man über alle die als Symptome maßloser Sorrnptio» gegeißelten Skandalosa der Vergangenheit Gras wachsen lassen werde. tvenn die Regierung nur bereit sei, in die Einsetzung einer Un te r su ch un g S- alias Begräbnis- K 0 m m i ss i 0 n zu iv i l l i g e n! Ist denn auch nur das geringste geschehe«, um einen solch verräterischen Rückzug der ultramontanen„Enthüller" auch nur einigermaßen zu motwieren? Haben etwa die Skandalosa und Korruptionsfälle irgend welche Sühne erfahren? Nichts von alledem! Die Puttkamer, die Besser, die Horn usw. der- zehren noch immer vergnüglich ihre Pensionen. Major Fischer wird bestenfalls mit„schlichtem Abschied" entlassen werden. Nicht einmal der Tippelskirch- Bertrag ist gelöst worden, im Gegenteil haben mit dieser Firma inzwischen neue bedeutende Abschlösse stattgefunden! Es ist buchstäblich nichts geschehen, außer daß ein verwegener Börseaner an die Stelle des Kolonialprinzen auf Vorschnß gesetzt worden ist, «n Börseaner, der nun erst recht durch„großzügige" Kolonisationsprojekte das Geld der Steuerzahler hundert» millionenweise für die nnsiunige Kolonialpolitik verschleudern wird' Aber der Grund des jämmerlichen Rückzugs des Zentrums ist einleuchtend genug. Dem wiederzusammcn- getretenen Reichstage wird baldigst eine neue Huudertmillionen- forderung für Wüst- West und unsere anderen kostbaren kolonialen Kleinodien vorgelegt werken— und fü" diese Forderungen will das Zentrum stimmen. Es könnte aber für diese Forderungen unmöglich eintreten, wenn es sein Ver- sprechen einlösen und unsere Kolonialpolittk öffentlich auf Herz und Nieren prüfen würde! Daß dieser Zentrumsfeldzug nichts sein würde als eine dreiste Komödie, haben wir freilich im voraus gewußt und auch oft genug vorausgesagt. Uns konnten die unverfrorenen Drohungen der Zentrumspresse keinen Augenblick imponieren. Aber auch die Regierung hat ganz genau gewußt, was sie von Fanfaronaden zu halten hatte, wie sie z. B. am 2. August in der«Mark. Volks ztg." zu lesen waren: „Wenn fich die Regierung der süßen Hoffnung hingibt, daß der Reichstag im schlimm st en Falle einige Tage über die „Fälle" reden und dann doch gute Miene zum bösen Spiel machen werde, dürfte sie sich vielleicht arg getäuscht haben." Die Regierung kannte ihre Pappenheimer ganz genau, sie wußte, daß sie zur rechten Zeit jämmerlich zusammen- klappen würden. Deshalb beschränkte sie auch die Tätigkeit des famosen„eisernen Besens" nur auf die Eni- und Ver setzung etlicher Geheimräte und subalternen Schreiber, die ihr übrigens schon deshalb unbequem waren, weil sie sie im Verdacht hatte, daß sie die Presse auch künftig mit kolonialen Skandalen speisen könnten! Besonders hübsch nimmt sich aber heute, angesichts des erbarmungswürdigen Mckzuges des Zentrums, jene Prahlerei aus, in der sich die„Mark. Volksztg." am 2. August erging: „Die Enthüllungen über die kolonialen Mißstände nutzen diesmal wenigstens der Sozialdemokratie nichts. Sie gehen von Angehörigen der bürgerlichen Parteien aus und beseitigen so die vielfach eingewurzelte Auffassung, als habe nur die Sozialdemokratie den nötigen Mut, um einmal energisch dazwischen zu fahren. Von diesem Gesichtspunkte aus hat die Sozialdemokratie also keine Ursache, fich zu freuen." In der Tat, das Zentrum besitzt einen„Mut", dessen die Sozialdemokratte niemals fähig wäre: den Mut des beispiellos schmählichsten UmfalleS, den Mut, auS purer Demagogie die frechsten Komödien anfznführen! Es täuscht sich freilich, wenn es wähnt, solche ekle Demagogenkünste ungestraft treiben zu können! Die Sozial demokratte wird dafür sorgen, daß auch den breitesten Kreisen der Zentrumswähler über das dreiste Ränkespiel dieser Demagogen-Partei die Augen geöffnet werden! Die russische Revolution. Die„Wahlkampagne" beginnt. Die„Wahlkampagne", das bedeutet:— vermehrte Ver» Haftungen.— Zu Anfang dieses Jahres, vor der„Wahlkampagne zur ersten Duma, gab im ganzen zirka 72 000 Verhaftete. Die zweite Wahlkampagne, die jetzt beginnt, wird wohl noch eine höhere Ziffer ergeben. Aus allen Ecken und Enden kommen Nach richten über die neue Verhaftungskampagne. Nicht nur in den größeren, sondern auch in unbedeutenden Kreisstädten sind die Gefängnisse, Arresthäuser, Polizeireviere usw. überfüllt. Man verhastet in den Städten und in den Dörfern. Alle möglichen Broschüren, Zeitungen und Flugblätter, selbst Programme der konservativen Parteien werden beschlagnahmt. Es werden Gymnasiasten, Schülerinnen von Mädchengymnasien, Seminaristen verhaftet, auch Großkaufleute. Beamte in staatlichen Lemtern, sogar SemSki NatschalnikS. Bauern werden verhaftet, wenn sie nicht rechtzeitig dem Urjadnik eine halbe Flasche Brannt- wein geschenkt haben. Die Stimmung auf dem Lande wird dadurch immer aufgeregter. Verhaftete werden gewaltsam befreit usw. Der gesamte behördliche Apparat ist in Gang gesetzt, um in Anbetracht der Wahlen einen möglichst großen Druck auf das ganze Volk auszuüben. t.Rjetsch', S. November.) Die Arbeiter gegen den WahlrechtSranb. Der Wahlrechtsraub ruft in den Arbeiterkreisen starke Eni- rüstung hervor. In zahlreichen Arbeiterversammlungen wird be- schloffen, die„Gesetzeserläuterung" zu ignorieren und den Arbeitern. welche Wohnlingsmieter sind, zu empfehlen, ihre Eintragung in die städtischen Wählerlisten zu verlangen. Dies sei um so notwendiger, als bei den gegenwärtig herrschenden Massenentlassungen bis zum Augenblick der Wahlen viele Arbeiter das Wahlrecht in der Fabrik- arbeiterkurie verloren haben werden. Wenn sie sich nicht in die städtischen Wählerlisten eingetragen haben, werden sie weder auf dem einen, noch auf dem anderen Wege an den Wahlen teil« nehmen können!— Clömenceau Protektor deS Zarismus? Petersburg, 11. November.(Eig. Ber.) AuS Paris treffen Nachrichten ein, wonach eS JSwolSki doch gelungen wäre, die Haltung deS Ministeriums Clömenceau soweit zu beeinflussen, daß eS einer neuen Anleihe nicht mehr ganz ablehnend gegenüberstehe! Der Berichterstatter deS„Retsch", der allem Anschein nach für seine Behauptungen bestimmte Grundlagen hat, versichert sogar, daß Clsmenceau mit einer russischen Anleihe in Frankreich bereits ganz einverstanden sei und daß die interessierten Banken nur den geeigneten Augenblick abwarten, um den geheim geführten Ver- Handlungen feste Formen zu geben. Die politische Seite der Frage sei als geregelt zu betrachten, und man will sogar wiffen. daß seitens der französischen Regierung dabei Bedingungen be- treffend die weitere auswärtige Politik Rußlands gestellt worden seien und daß Clömenceau auch Zusicherungen über die inncrvolitischen Maßnahmen der russischen Regierung erhalten habe. Welcher Art diese sind, darüber wissen die Blätter nicht? zu sag'n; sie enthalten sick vorläufig noch aller Kommentare.— Immerhin ist eS nach der hier vorwiegenden Auffassung noch frag- lich, ob bei den gegenwärtigen Geldmarktverhältniffen, die sich schwerlich vor Februar oder März 1V07 ändern können, eine größere Anleihe möglich ist, wenn auch der französische Markt bei weitem nicht jene Anspannung zeigt wie der deutsche und englische. Daß die Aussichten für die Regierung nicht ganz so günstig liegen, beweist auch die fallende Tendenz der russischen Renten, die selbst auf der Petersburger und Moskauer Börse wieder auf das alte Niveau zurückgehen, wodurch also die Anschauung der hiesigen Finanzkreise vollauf bestätigt ist, daß die Steigerung eine künst- Ii che war. Auch die Tatsache, daß die Regierung zu den tollsten Finanzprojekten greift, daß sie die wahnsinnigsten Kombinationen und Vorschläge macht, von denen in der russischen Presse einige aus- führlich wiedergegeben werden, spricht eher dafür, daß eine Anleihe nicht so sicher ist.— Diplomatische Verhandlungen über neue Rnssendienste. Die gutinformierte Zeitung„Strana"(8. November) ist imstande, mitzuteilen, daß das russische Ministerium der Auswärtigen Angelegen- heilen mit den Staaten, mit denen Rußland Verträge über die AuS- lieferung von Verbrechern abgeschlossen hat, nun Verhandlungen ein- geleitet habe behufs Ergänzung der bestehenden Auslieserungs- vertrüge durch Zusatzbestimmungen, welche die Gültigkeit der Betträge auf die durch das Grsetz vom 22. Februar 1000 vorgesehenen Fälle von Anfertigung. Anschaffung und Veräußerung von Sprengstoffen und Projektilen ausdehnen sollen.; wie hat man den Frieden von Kalkfontein<27. Januar 1904) verurteilt; nun. die Schreihälse haben ihren Willen bekommen. Diese Handvoll Hottentotten hat sich als ein geriebener Gauner erwiesen, mit denen wir doch Frieden machen müssen. Ich war Ostern zu Besuch in Warmbad. Seitdem hatte ich öfters Gelegenbeit, Warmbader Hottentotten zu sprechen. Nach allem, was wir hörten, sind wir der Ansicht, daß sich die Hottentotten nicht auf Gnade und Ungnade ergeben werden. Bor kurzem besuchte mich T. auS Wannbad. Erst wollte er nicht mit der Sprache heraus. Als ich ihm aber der deutschen Re- gierung gegenüber Stillschweigen versprach, sagte er. es wäre wohl Aussicht auf Frieden, wenn die Regierung den tiottentotten entgegenkommen würde und ihnen genügend and, den Besitz ihres Viehs und ihre persönliche Freiheit zugestehen würde. Auch einige Offiziere sprach ich in Warmbad. Sie bezweifeften sehr, ob man bei dem schwierigen Gelände die Hottentotten jemals fangen oder vernichten würde. Von der Proklamation des Gouverneurs Lindequist verspreche ich mir wenig, denn sie wird den Eingeborenen keine von den genannten Forderungen zugestehen. Man redete, nachdem Morenga ausgeschieden war. von noch 70 bis 90 Gewehren. In Wirklichkeit aber sind es noch 3- bis 400, wie ich aus sicherer Quelle weiß... Viele haben schon gesagt, unter L.s Führung hätten wir schon Ruhe. Kürzlich ist Missionar Wand res nach dem Süden gegangen, um mit den Bondels über den Frieden zu verhandeln, im amtlichen Auftrag. Die Schwierigkeit wird sein, daß er ihnen das, was sie wollen. Freiheit und Verbleib in ihrem Lande, nicht wird versprechen können. Mit der Waffenabgabe werden sie sich schon eher abfinden, da sie immer etwas auf die Seite schaffen können. In der Freiheitsftage aber schreckt das Beispiel der Witbois. Diesen wurde auck, bei der Uebergabe die Freiheit versprochen und sie wurden doch nach Windhuk verbracht." Welch glorreiches Ergebnis zweier Kriegsjahre, in denen vier- hundert Millionen verpulvert wurden I— Wilhelm II. gratuliert einem Museum! Der Kaiser hat folgende Urkunde ausstellen lassen: Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, entbieten dem Deutschen Museum in München zur Feier seiner Eröffnung und der Grundsteinlegung seines endgültigen Baues Unseren Kaiserlichen Gruß und Glückwunsch. Ins Leben gerufen durch eine Reihe hervorragender Ver- treter der deutschen Naturwissenschaft und Technik hat das Museum unter der Obhut und der fördernden Hu' des bayerischen Königshauses, tatkräftig unterstützt durch das eich, das Königreich Bayern und die Haupt- und Residenzstadt München dem hohen Ziel, eine alle Zweige der Naturwissenschaft und Technik umfassende vaterländische Sammlungsstätte zu werden, wirksam zugestrebt. Möge ihm auch fernerhin unter dem Gedeihen verbürgenden Schutz von Reich und Staat die Teilnahme der das Geistes- und Wirtschaftsleben des Vater- landcs leitenden Kräfte erhalton bleiben, und es dadurch befähigt werden, der deutschen Arbeit reiche Anregung zuzuführen. Zum Ausdruck Unserer Kaiserlichen Huld und Fürsorge wollen Wir dem Museum für seine Sammlungen das Schnittmodell eines Unserer im Baue befindlichen Kriegsschiffe stiften als ein Merkzeichen der Errungenschaften deutschen Gcwerbefleißes und der im Reich geeinigten Wehrkraft des deutschen Volkes.— Klerikale Unverfrorenheit. In Verfolgung der Proteste gegen die Wahl einiger Klerikalen und eines Notabeln zu de» Bezirkstagen im Reichslande halben die Bezirksräte auch die eidliche Vernebmung einer Anzahl katho- lischcr Geistlicher angeordnet. Diese sollten von den Kanzeln eines Hirtenbrief des Bischofs Fritzen von Straßburg, der sich mit den Wahlen im allgemeinen beschäftigt, verlesen und im Anschluß daran aufgefordert haben, nur gut katholische Männer zu wählet«. Gegen die eingeleiteten Untersuchungen entstand nun eine Bewegusg unier dem katholischen Klerus, die in folgender Protefterklä- rung zum Ausdruck kam: „Der katholische Klerus des vorderenBreuscki- tales erhebt hiermit Einspruch gegen die Untersuchungen, dae gelegentlich der jüngsten Bezirkstagswahlproieste gegen die Predigt- tätigkeil einzelner Get st lichen des Breuschtales s»» wie des Ober-Elsasses angeordnet und durchgeführt wordsn find. Er kann niemanden, außer der Bischöflichen Behörde, als kompe- tente Autorität für die Beurteilung seiner seelsorglichen Tätigkeit an- erkennen und weist deshalb jede andere Kontrolle als lieber- griff in das geistliche Lehramt zurück." Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte für die Anmaßutyg des Klerikalismus, dann ist es diese Erklärung. Die Geist- lichkeit nimmt für sich daS Recht in Anspruch, nach Belieben agitiere», schalten und walten zu können. Da ist die Pfaffokratie«n auS- geprägtestem Sinne. Dabei haben die Allgemeinheit, dor Staat und die Gemeinde, die Kosten für Kirche und KleruS aufzubringen, sie sollen aber beileibe nicht daS Reckft haben, zu konttollieren. wie Kirche und Geistlichkeit arbeiten. Eine besseue Begründung der Notwendigkeit der Trennung von Kirche und Staat, als dieser anmaßende Protest des katholischen Klerus gibt es nicht. Wer Gelder des Staates beansprucht und sich eine Kontrolle seiner Tätigkeit nicht gefallen lassen will, hat, ganz ab- gesehen von der prinzipiellen Seite der Frage, keinen Anspruch auf die Hülse des Staates.—_ Die Nebeneinnahmen des Unteroffiziers. Der Unteroffizier S t e i n f a t t von der 12. Kompagnie des Regiments„Hamburg". ein Produkt der Unteroffizierschule, wurde vor einiger Zeit als Polizeiunteroffizier nach dem Garnisonlazarett kommandiert, wo er feine Bezüge dadurch erhöhte, daß er den Kranken Gelder unter- schlug. In einem Falle blieben ihm 25 M. an seinen schmutzigen Fingern kleben; in anderen Fällen pumpte er die Soldaten an und behielt Geldbeträge, die durch die Post für die Kranken einliefen, für sich. Auch hat er anderen Unterosfizieren Gegenstände auS den Spinden gestohlen. Der Ankläger beanttagte 7 Monate Gefängnis und Nebenstrasen. Das Urteil lautete auf 8 Monate Gefängnis, Degradation und Versetzung in die zweite Soldatenklasse.•— Husland. Schweiz. Ein dentschtr Polizeispitzel in der Schweiz. Aus Zürich wird uns geschrieben: Das.Volksrecht" veröffentlicht folgende Notiz: „Ein Polizeispitzel. Ein.... Polizeispitzel ist ein gewisser Panl Pelka olias Paul v. Zuleski, geboren den 13. Januar 1890, von Roßberg in O b e r s ch l e si e n. Dieser... schlich sich bei russischen Revoiulionären ein, ließ sich von denselben unterstützen, spielte sich als Revolutionär auf und trieb nebenbei fein schmutziges Geschäft. In einer gerichtlichen Untersuchung sagte Pelka alias v. ZalcSki folgendes aus: „Ich gebe zu, daß ich von dem Deutschen Konsulat in Zürich für die Mitteilungen und die Aufficht etwas bekommen habe. In einer Weise habe ich mit der Oraanisation ein Doppelspiel ge- trieben. Im Auftrage des französischen Konsulats gab ich vier Personen an, die nach Poris abgereist find; ich habe sie beobachtet. Sie kamen aus Genf. Ich gab dem Konsulat schriftlichen Bericht über die vier Personen, ich hatte auch Entschädigung bekommen. Ich sollte vier Personell, die einen Bombentransporl von Paris nach Rußland durcksiihren mußten, beobachten, und ich gab dem französischen Konsulat deren Namen an." Das deutsche Konsulat hatte also seine Hände im Spiele. ES muß doch kläglich um daS Deutsche Reich bestellt sein, wenn sein Bestand von den Schandtaten einiger Spitzel abhängt. Frankreich. Die Avancemcntsverhältniffe der Offiziere sollen— wie der neue Kriegsminister Picquart durch ein Rundschreiben an die Korps- kommandeure mitteilt— durch Gesetz geregelt werden. Inzwischen trifft Picquart folgende Bestimmungen über die Altersbedingungen: Das Durchschnittsalter soll betragen ffir den Lcutnanlsrang 33. für den Haiiptmannsraiiq 43. für den Majorsrang 51. für den Oberst- leutttantsrang 54. für den Oberstenrang 5V und ftir den Brigade- general 58 Jahre. Nur bei besonders befähigten Offizieren könne von dieser Regel eine Ausnahme gemacht werden. Offiziere, die von der Pike auf gedient haben, würden entsprechend die gleiche Behandlung erfahren, damit der Grundsatz bestätigt werde, daß in einer dcmokr-tischcn Armee alle Offiziere sämtliche Rangstufen erreichen können. Nach der Mitteilung deS Bureau Herold hebt Picquart in seiner Zirkularuote an die Äorpskonimandcure ausdrücklich hervor, daß bei der Beförderung in der Armee ausschließlich die Verdienste dos betreffenden Offiziers und kciueswegs dessen Anschauungen berück- sichsiot werden durjen l— England. Eine Nachtfitzung fand von Montag auf Dienstag im Unter- paus statt. Das Parlament beschäftigte sich mit einer Anfrage über den Bureneinfall in die Kapkolonie. Unterstaatssekretär Winston Churchill verlas Telegramme des Gouverneurs der Kapkolonie, in denen dieser die bereits bekannten Meldungen bestätigt und außev dem mitteilt, daß er den Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika von dem Vorgefallenen telegraphisch verständigt und ihn ersucht habe, Matznahmen zu treffen, um die Freibeuter einzufangen, wenn sie sich nach Deutsch-Südwestafrika zurückziehen sollten, und sie dann auf Grund der Beschuldigung des Diebstahls und Mordversuches auszuliefern. Auf eine Anfrage des Liberalen Dalziel, ob das Kolonialamt Nachrichten besitze, nach denen sich die Annahme recht- fertige, datz der vorerwähnte Einfall von Johannesburg aus in Szene gesetzt worden sei, um die Aufmerksamkeit von der Frage der chinesischen Arbeiter abzulenken, erfolgte keine Antwort der Re- gierung.— Sodann kam an die Reihe die Einzelberatung der Vorlage, betreffend die Landpacht. Die Opposition bekämpfte jeden ein- zelnen Punkt der Vorlage aufs heftigste, und so zog sich denn die Sitzung bis Dienstag früh ö Uhr 40 Minuten hin!— England. Vom Lordmayorbankett. An König Edes 65. Geburtstage übernahm der neue Lordmayor von London am Freitag sein Amt. Bei dem obligaten Festschniaus in der Guildhall wurde— wie üblich— nicht nur wacker geschmaust und pokuliert, sondern auch ge- redet. So führte Kriegsminister H a l d a n e aus, daß es Englands Sorge sein.müsse, die Armeeorganisation zur „denkbar besten" zu machen.„Wir brauchen keine kontinentale Armee, für die wir gar keine Verwendung hätten, aber wir brauchen eine, welche die beste in ihrer Art und in bezug auf ihre Wirksanikeit so stark als möglich ist. Eine solche Streitmacht zu organisieren, ist unsere Aufgabe. Wir brauchen keine Armee nach ausländischem Muster, sondern eine Armee, wie sie unseren Erfordernissen angepatzt ist. Die Regierung wird diese Aufgabe nicht leicht nehmen und ist sich ihrer Pflicht und Verantwortung in dieser Beziehung im vollsten Matze bewutzt."— Aus der Rede des Lordgeheimsiegelbewahrers Marquis of Ripon ist folgendes hervorzuheben:„... Ich freue mich, im Einverständnis mit Sir Edward Grey Ihnen erklären zu können, datz zurzeit alle Anzeichen auf Frieden vorhanden sind. Wir wünschen und glauben, mit allen auf freundschaft- lichem Futze zu stehen, und unsere Freundschaften und Allianzen dürften kauin zu Schwierigkeiten mit anderen Nationen führen. Seitdem wir unser Amt angetreten haben, ist der allgetneine Weltfriede aufrecht erhalten geblieben. Nur eine kleine Wolke hat sich im Osten gezeigt bezüglich der türkisch-ägyptischen Grenze. Diese Schwierigkeit ist aber bei- gelegt, und eine ehrenvolle Verständigung ist zustande ge- kommen. Wir können wohl zufrieden sein, datz diese Frage. die mit ernsten Möglichkeiten verbunden ist, für immer ab- getan ist.— Unser Entschlutz, nicht zu gestatten, datz unsere Stellung in Aegypten in irgend einer Weise geschwächt oder verletzt werde, ist— wie ich kaum zu sagen brauche— vollkommen frei von irgend einer aggressiven Absicht." Bezüglich Mazedoniens führte Marquis of Ripon aus: „Wir haben in vollständiger Uebereinstimmung mit den Großmächten Europas solche weiteren Reformen vereinbart, die ausführbar und erreichbar sind. Wir haben abgemacht. datz diese Verbesserungen in der Verwaltung Mazedoniens in befriedigender Weise zu beginnen seien, ehe wir unsere Zu- stimmung zu irgend einer Erhöhung der Zollabgaben gäben. Die Verhandlungen werden noch fortgeführt, aber wir werden auch in Zukunft, wie wir es in der Vergangenheit getan haben, unser Bestes tun im Einvernehmen mit unseren Ver- bündeten." Der Redner kam dann auf den Kongostaat zu sprechen und sagte:„Die Pflicht, die Staatsangelegenheiten dort besser zu führen, fällt in erster Linie der belgischen Regierung zu. Wenn es Belgien beliebt, diese Pflicht aus sich zu nehmen und wenn es sich selbst für fähig hält, seinen Verantwortlich- keiten gerecht zu werden, so kann es sich darauf verlassen, datz es unsere Absicht ist, nichts zu tun, was seine Rechte bezüglich dieser Frage antasten könnte. Wenn es aber keinen Weg sehen sollte, seiner Pflicht nachzukommen, so' müssen wir sehen, und zwar, wie ich überzeugt bin, in Uebereinstimmung mit den anderen Mächten, was geschehen mutz, um Wandel zu schaffen und um unter allen Umständen die britischen Rechte und Interessen zu schützen und zu wahren, wozu wir voll berechtigt sind."—_ Die Gemeindewahlen und die sozialistische Presse. London, 11. November.(Eig. Ber.) Uebcr den Ausfall der Gemeindewahlen schreibt die„Justice":„Wir hatten nur 4 Ge- nassen, die in den letzten drei Jahren in den Londoner Gemeinden Hackney, Jslingtoii, Poplar und Westminster als Gemeinderäte dem Volke dienten und sich jetzt einer Neuwahl unterziehen mutzten. Davon wurde nur einer in Poplar wiedergewählt und ein neuer Genosse hinzugcwählt. Wir haben also die Hälfte der Vertreter verloren. Aber unsere Kandidaten haben in den verschiedenen Ge- meinden Londons 13 000 Stimmen erhalten, die etwa 6000 Wähler repräsentieren.... Wir haben nicht mehr Mandate erobern können, weil es nicht genug Sozialisten gibt." In Burnleh sHyndmans Wahlkreis! erhielten die sozialistischen Kandidaten 464« Stimmen, gegen 4714 liberale und 4730 konserva- tive Stimmen, aber nur ein Sozialdemokrat wurde gewählt. >. Ferner wurden in Coventry, Berwick und vielleicht in noch einigen Wahlkreisen Sozialisten gewählt. Die Unabhängige Arbeiterpartei und die Gewerkschaften stellten fast im ganzen Lande Kandidaten auf, ungefähr 560, die auf sich eine Stimmenzahl von 286 000 vereinigten. Erfolgreich waren nur 126; an neuen Mandaten wurden 56 gewonnen, aber ebenso viel an alten verloren. Der„Labour Leader" satzt das Ergebnis wie folgt zusammen:.,... Obwohl wir fast ebenso viel Mandate gewonnen wie verloren haben, so ist doch das Gesamtergebnis der sozialistischen und Arbeiterkandidaten prachtvoll. Nicht nur haben wir unsere Stellung behauptet gegen einen der heftigsten kapitalistischen Angriffe, sondern wir sind auch in vielen Plätzen in die Linien des Gegners eingebrochen. Wie lange her ist es denn. datz man uns sagte, datz selbständige Arbeiterkandidaten in unserem Lande eine Unmöglichkeit wären? Heute aber haben wir diese Un- Möglichkeit überall zu einer Möglichkeit gemacht. Und was de- deuten dieser Tatsache gegenüber die Niederlagen? Eine junge und wachsende Bewegung mutz Niederlagen erleiden. Tie wirkliche Bedeutung der letzten Gemeiudcwahlen liegt weder in den Mitz- erfolgen noch in den Erfolgen, sondern darin, datz wir fast in jeder Gemeinde des Landes den Wahlkampf aufnehme konnten. Und dieS taten wir als eine junge Partei ohne Presse,'hne Geld, ohne materiellen Einflutz.... Wir kämpften, wir stürmten voran und ließen unsere Banner lustig flattern im ganzen Lande." Die Abschaffung der Lanze bei sämtlichen Dragonerregimcntern ist vom Kriegsamt angeordnet worden. In Deutschland behält man das Spielzeug natürlich bei.— Norwegen. Ein klein wenig nach links. Obwohl Michelsen sich und seinen Leuten in der Debatte über die Thronrede eine Art von Vertrauensvotum verschaffte, hat er es jetzt doch für nötig befunden, sein Ministerium ein bißchen nach links zu rekonstruieren. Der konservative Finanzminister Hagerup Bull und der moderate Landwirtschaftsminister Vinje sind in Gnaden entlassen worden und Abraham Berge, der früher Generalsekretär der Linkenpartei war, ist an Hagerup Bulls Stelle, Sven Aarrestad, Vorstandsmitglied derselben Partei, an Pinjes Stelle getreten. An den ausgeschiedenen Ministern ist offenbar nichts verloren, an ihren Nachfolgern nichts oder jedenfalls nicht viel für die Sache des Fortschrittes gewonnen. Von Bulls Finanzverwaltung sagte der Mann, der nun sein Nachfolger geworden ist, während der Wahlbewegung, datz sie„beinahe schlecht" genannt werden müsse, und über die schlechte Leitung und Perwaltung des Landwirtschafts- departements sind in letzter Zeit viele Klagen laut geworden. Die neuen Minister sind beide früher Schullehrer gewesen. haben aber auch Landwirtschaft betrieben. Aarrestad ist als Agitator für die Alkoholabstinenz bekannt. Der Liberalismus der neuen Minister ist von sehr zweifelhafter Art.„Verdens Gang" begrüßt sie als Sozialistentöter und schreibt:„Zwei Bauern sind zu Mitgliedern in des Königs Rat ernannt worden. Die Bauern Norwegens sind geborene Beschützer der Volksfreiheit, der Handlungsfreiheit des einzelnen und des Ellenbogenrechts. Gegen die sozialistische Zwangsarbeitsanstalt können nur Norwegens Bauern uns beschützen."— Afrika. Ferreira hat sich— wie„Cape Argus" meldet— der Helio- graphenstation der Kappolizei bemächtigt. Ein gewisser Jensen soll als Ferreiras Stellvertreter fungieren.— Hus der Partei. Aus der Parteischule. Die Parteischule wird morgen im Schullokal, Lindenftratze 3. Hof 5. eröffnet werden. Der Unterricht wird in der Regel vor- mittags von 8 bis 1 Uhr stattfinden. Das Lehrerkollegium setzt sich aus folgenden Genossen zusammen, die in den daneben gesetzten Disziplinen Unterricht erteilen: Dr. Hugo Heinemann: Strafrecht. Strafprozeß und Straf- Vollzug. Dr. Rud. Hilferding: Wirtschaftsgeschichte, Nationalökonomie. Simon K a tz e n st e i n: Gewerkschaftswesen. Genossenschaftswesen, Kommunalpolitik.. Dr. Franz Mehring: Geschichte der politischen Parteien. Dr. Anton Pannekocl: Historischer Materialismus, Soziale Theorien. Dr. Kurt Rosenfeld: Bürgerliches Recht. Heinrich Schulz: Mündlicher und schriftlicher GedankenauSdruck. Zeitungstechnik. Artur Stadtbagen: Arbeiterrecht, Gewerblicher Arbeitsvertrag, Soziale Gesetzgebung, Gesinderecht, Verfassung. Ein herzliches Glückauf der Schule, eine gedeihliche EntWickelung zum Nutzen der Arbeiterklaffe und der Parteil Genosse Bollmar hat am 10. November die Glückwünsche des Sozialdemokratischen Vereins München erhalten aus Anlaß der fünfundzwa n z i gsten Wiederkehr des Jahres- tages, an dem er zum ersten Male in den Reichstag gewählt worden ist. Am 10. November 1881 war es. als Georg v. V o l l m a r im 15. sächsischen Wahlkreise Mittweida-Limbach in der Stich- wähl mit 7603 Stimmen gegen den konservativen Kandidaten zum Reichstagsabgeordneten gewählt wurde. Die„Munchener Post" zeichnet aus Anlatz des Jubiläums in wenigen Strichen die Parteiarbeit Vollmars. Sie schreibt: Vollmars erste politische Tätigkeit hat in Sachsen begonnen. Sie brachte auch ihm eine Reihe von brutalen Verfolgungen, darunter den Chemnitz-Freiberger„Geheimbunds"prozeß, in dem er<1886) mittels einer neuen„Rechtsauslegung" mit acht Genossen zu längerer Haft verurteilt wurde. Schon vorher, beim Erlatz des Sozialistengesetzes, genoß er in Zwickau das sächsische Gefängmsleben und versatzte damals ferne Schrift über den isolierten sozialistischen Staat. Im Reichstag war es seine bekannte Rede über das Tabaksmonopol, die die große taktische und parlamentarische Begabung Vollmars anzeigte,„die erste parlamentarische Kundgebung der Partei, die eine völlig un- anfechtbare und unzweideutige Stellung in dem Wirrwarr der bürgerlichen, sich als angebliche Sozralrefornreir maskierenden Jnterejsenkänrpfen nahm", s Mehring, Gesch. d. d. Sozialdem.) Sein eigentliches Arbeitsgebiet jedoch fand Volkmar erst, als er 1883 nach München zurückkehrte, um in seinem Heimatlande die Leitung der Agitation zu übernehmen. Wie er hier wirkte, ivie er klug und besonnen es verstand, den besonderen bayerischen Verhältnissen gerecht zu werden, davon gibt die Entwickelung unserer Partei ein deutliches Zeugnis. Und nicht nötig ist es wohl, den Lesern dieses Blattes auf dem Papier zu wiederholen, was sie lebenskräftig und plastisch vor sich sahen und täglich weiter miterleben. Uno wenn die Abgesandten der Münchener Arbeiterschaft ihrem Freunde. Kampfgenossen und Führer an diesem Erinnerungstage in einfache» Worten die Glückwünsche, den Dank und das Vertrauen ihrer Auftraggeber überbringen, haben sie den Willen eines Volkes vollstreckt, der in der Geschichte mehr wiegen wird, wie die vorüber- gehende Erscheinung alles hallenden, dynastischen und byzantinischen Lärms. Denn die Arbeit dieser fünfundzwanzig Jahre war mehr wie eine Grundsteinlegung, sie war die sichere Vorarbeit ftir eine neue. eine bessere Zeit für das arbeitende Volk und alle, die mit ihm unter dem Joche der kapitalistischen Klassenherrschaft noch seufzen. Bon den Organisationen. Der LandeSborftand der sozial- demokratischen Partei Braunschweigs verzeichnete im 3. Quartal eine Einnahme von 1820,21 M., eine Ausgabe von 1773,01 M., so daß ein Kassenbeftand von 55,30 M. verblieb. Unter den Ausgaben find 687,01 M. Beitrag an den Partei- vorstand. Im Kreisverein für den 1. braunfchweigifchen Reichstagswahlkreis hatten die Ortsvereine eine Einnahme von 3268,30 M., eine Ausgabe von 2385.07 M.. worunter 1500,60 M. an den Kreisvorstand. 876,47 M. Ausgaben am Orte; die Bestände der OrtSkasien ergaben 833,32 M. Die KreiSkasse hatte eine Ein- nähme von 2200,33, eine Ausgabe von 1284,58, einen Kassenbestand von 015,75 M. Die Mitgliederzahl der Kreisvereine stieg im ersten Wahlkreis von 2166 au' 2572. also um 406, im zweiten Wahlkreis von 314 auf 350, also um 36, im dritten Wahlkreis blieb sie auf 370 stehen. Im ReichstagSwahlkreise D n i s b u r g- O b e r h a u s e n ist nach dem letzten Vierteljahrsbericht des KreiSvertrauenSmannes die Zahl der Mitglieder des KreiSvereinS auf 2600 angewachsen; der Ortsverein Duisburg zählt über 1000. Die Einnahme der Kreis- tosie beträgt 3402,15 M., der eine Ausgabe von 1888.20 M. gegen- übersteht. Ein Bestand von 1603,05 M. verbleibt für das vierte Oacrtal. Sozialismus in Südafrika. Ueber dieses Thema schreibt unser Bruderorgan„Justice" in London in der Nummer vom 3. November. Im Vordergrunde der Interessen der Bevölkerung in Südafrika stehen drei Fragen: Soll dre Einführung von Kontraklarbeitern auS Asien (Chinesen und Jndier) geduldet werden? Sollen Natal und Trans- vaal vereinigt werden? Welche Politik soll den Eingeborenen gegenüber befolgt werden?— Zu diesen Fragen müssen auch die Sozia- listen Stellung nehmen, denn die Partei hat in Natal an Einfluß gewonnen und auch, wie vor ewiger Zeit berichtet, bei den letzten Wahlen Siege errungen. Selbstverständlich sind die Arbeiter gegen die von den Unternehmern betriebene Einführung von Kontrakt- arbeitern aus Indien und China. Der Kontrakt macht diese Kulis zu völlig widerstandslosen Aus- beuwngsobjektcn, die dem Kampfe der weißen Arbeiter gegen die Unternehmer schwere Hindernisse bereiten müssen. Die Sozialisten fordern deshalb mit den übrigen Vertretern der weißen Arbeiter die zwangsiveise Zurückfiihrung der Kontraktarbeiter in ihre Heimat. Den Eingeborenen soll durch eine Politik der Fürsorge eine Entschädigung für die Wegnahme ihres Landes gegeben werden. Die Partei forden zugleich, man solle die kommunistlschen Gewohn- heiten der Eingeborenen ausbilden und pflegen. Die Ver- einigung von Natal und Transvaal liegt nur im ' Interesse der Kapitalisten. Gegenwärtig kann man die Eingeborenen aus Natal auf gesetzlichem Wege nicht nach den Bergwertsdistrikten in Transvaal befördern, was man nach einer Vereinigung der beiden Länder sofort tun könnte. Dadurch hätte man sich eine reiche Zufuhr von billigen Arbeitern gesichert.— Ei» Massln-Protest. Gestern früh wurde durch die Tagespresse bekannt, daß ein vom Volke lang ersehnter Moment eingetreten und der Vertreter der junkerlichen Zollwucherer, der Landwirtschafts- minister Podbielski, seines Amtes enthoben sei. Einer! Allerdings der gefährlichste und skrupelloseste Ver- treter der Junkerinteressen! Aber was will das besagen, wenn wir wissen, datz deren in allen Behörden, in allen Ver- waltungskörperschaften, in den diversen Parlamenten, � im Reichstage, im Landtage, noch ungezählte sitzen. Die zirka 86 Protestversammlungen, die gestern ibend in Berlin und seiner Umgebung stattfanden, kamen deswegen auch nach Podbielskis Sturze nicht zu svät und waren um so not- wendiger, als gestern der Reichstag wieder zu seinen Sitzungen zusammentrat, der dem Volke den Brot- und Fleischwucher beschert, der den Junkern die Möglichkeit zu einer so grenzenlosen Ausbeutung des Volkes gegeben hatte, datz selbst unsere Regierung der allgemeinen Mißstimmung einen Junker vom Schlage Podbielskis zum Opfer bringen mutzte. Freilich war's ihr erleichtert worden da- durch, datz dessen krasser Egoismus in der Tippelskirch-Asfäre und bei anderen Gelegenheiten sich allzusehr persönlich zeigte, als datz nur Klasseninteresse ihn zu erklären vermochte. Wenn aber die Regierung etwa glaubte, durch solche Opfer das Volk zufrieden stellen zu können: die gestrigen Versammlungen sollten ihr das Gegenteil beweisen. Es ist nicht die Tätigkeit einzelner Personen, unter der die Massen leiden; es ist das Regierungs s y st e m, die herrschende Politik insgesamt, die solche Proteste auslöst. Zu den Versammlungen am gestrigen Abend waren gut 50 000 Menschen unterwegs! Die Lokale waren in der großen Mehrzahl schon frühzeitig polizeilich abgesperrt, Tausende konnten keinen Einlaß mehr erhalten. Und was von besonderer Bedeutung ist: die Stimmung war überall eine derart übereinstimmende, auf Be- seitigung des Brot- und Fleischwuchersystems, daß jedes schärfere Wort der Kritik zustimmende Rufe in den Ver- sammlungen weckte, der sich teilweise, wenn ein Redner be- sonders wirkungsvoll sprach, zu tosendem Beifall steigerte. Ueberall wurde e i n st i m m i g folgende Resolution an- genommen: Die Versammlung betrachtet die allgemeine Lebensmittel- teuerung. die seit längerer Zeit allgemein eingesetzt hat und weiter steigende Tendenzen verfolgt, als die unausbleibliche Folge der Schutzzoll- und Absperrungspolitik, die das Deutsche Reich aus- schließlich im Interesse der Agrarier auf Kosten der übrigen Be- völkerung und namentlich der Arbeiterklasse betreibt. Die Versammlung betrachtet diese Politik als verhängnisvoll und verderblich für den weitaus größten Teil der Nation; diese Politik legt den großen Massen der Bevölkerung schwere Eni- behrungen auf, zwingt sie zur Unterernährung und befördert da- mit Siechtum und frühen Tod; sie nötigt ferner große Volks- schichten, da die Beschaffung der notwendigsten Lebensmittel ihr schwere finanzielle Opfer auferlegt, auf andere Lebensnotwendig- keiten zu verzickteu. Diese Schutzzoll- und Absperrungspolitik schädigt also nicht allein die große Masse der Bevölkerung in ihrer Ernährung, sie schädigt auch die Industrie, insofern der Verbrauch von Industrie- artikeln eingeschränkt wird, und sie schädigt Reich, Staaten und Gemeinden, weil diese unter dem Druck der hohen Lebensmittel- preise erhöhte Aufwendungen für ihre Einrichtungen(Heer, Marine, Verwaltung, Kranken-, Armen-, Gefängniswesen usw.) zu macheu haben, was wieder die stärkere Inanspruchnahme der Steuertraft der Staatsangehörigen zur Folge hat. Die Versammlung spricht über diese volksfeindlich und agrar- freundliche Politik ihre tiefste Empörung aus, sie verlangt, datz insbesondere sofort die Grenzen für die Vieh- und Fleischeinfuhr, unter loyaler Handhabung der sanitären Kontrollmaßregeln, ge- öffnet und die Zölle auf die notwendigsten Lebensmittel erheblich herabgesetzt und schließlich gänzlich aufgehoben werden. Der Verlauf der Versammlungen im einzelnen war der folgende: Erster Wahlkreis., Der Dräselsche große Saal war überfüllt. Gegen 1200 Personen beiderlei Geschlechts lauschten den von häufigen Beifalls- kundgebungen unterbrochenen vorzüglichen Ausführungen des Reichstagsabgeordneten Adolf Geck, der in scharfer, treffender Weise die volksfeindliche, rücksichtslose Agrarpolitik der Reichs- regierung geißelte. Die vorgeschlagene Resolution fand begeisterte Zustimmung. Zweiter Wahlkreis. Hofjäger-Palast, Hasenheide. Der über 1000 Personen fassende Saal war Kopf an Kopf gedrängt besetzt, namentlich waren die Frauen zahlreich vertreten. Um 8 Uhr wurde der Saal polizeilich gesperrt. Hunderte mutzten umkehren, bedauernd, daß sie nicht auch Protest erheben können. Das Referat hatte der Reichstagsabgeordnete Genosse Sachse übernommen. In seinem oft von großem Beifall unterbrochenen Vortrag zeigte er an ber Hand reichen Materials, datz die Fleischpreise bis aus den heutigen Tag fortgesetzt gestiegen sind. In der Diskussion wandte sich die Genossin Baader besonders an die Frauen, sie auffordernd, sich tatkräftig an die Seite der Männer zu stellen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Gleich nach 8 Uhr wurde die Versammlung bei Zü hlke in der Dennewitzstratze polizeilich abgesperrt, so daß viele keinen Einlaß finden konnten. Beionders viele Frauen waren unter den An- wesenden. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Referat des Ge- nossen Link wurde die Resolution einstimmig angenommen. Mit einem Hinweis auf die Organisation und einem Hoch auf die Sozial- demokratie wurde die Versammlung geschlossen. In Habels Brauerei referierte Reichstagsabgeordneter Richard Fischer. Das Lokal wurde um �8 Uhr polizeilich ab- gesperrt. Im Saal und den Nebenräumen waren zirka 1000 Per- ionen anwesend. Hunderte fanden keinen Einlaß. Das Referat des Genossen Fischer wurde von den Anwesenden mit Begeisterung aufgenommen. Die Resolution vom Parteivorstand wurde ei»- stimmig angenonu Dritter Wahlkreis. In den A r m i n h a l l e n referierte RsichStagSabgeordneter K. P i n k a u- Leipzig. Er sprach vor einer von zirka 1000 Personen besuchten Versammlung, die um 8� Uhr polizeilich abgesperrt wurde. Ter Referent schilderte in drastischen Worten die Lebensverhältnisse im sächsischen Gebiete zum Vergleich der übrigen Staaten Deutsch- lands. Von besonderem Eindruck war der Hinweis auf die unge- bcure Bereicherung der Grotzgrundbesitzer bei Verlauf der Güter. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. 'Die Versammlung bei Möhring im„Märkischen Hof" wurde schon vor Beginn abgesperrt, so daß eine große Zahl der Besucher umkehren mußte. Hier referierte unter großem Beifall der Genosse Reichstagsabgeordneter Heine vor zirka 700 Per- sonen. Zahlreiche Frauen waren anwesend, dieselben gaben dem Referenten durch Zwischenrufe ihre Zustimmung. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Versammlung im Gewerkschaftshaus, um 8� Uhr abgesperrt, und von zirka 1500 Personen besucht, hörte ein Referat des Genossen Molkenbuhr. Trotz der durch die Ueberfüllung des Saales hervorgerufenen hohen Tempe- ratur folgte die Kopf an Kopf dicht gedrängte Menge in muster- hafter Ruhe den interessanten Ausführungen. Zum Schluß forderte Redner zum Anschluß an die Parteiorganisation auf, um stark genug zu sein, endlich die Macht der Junkerpartei zu brechen und erträg- liche Verhältnisse für die Arbeiterschaft zu erobern.(Brausender Beifall.) Die Resolution fand einstimmige Annahme. Vierter Wahlkreis. Bei Keller in der Koppenstraße referierte Genosse Singer. Die Versammlung war um VU Uhr polizeilich abgesperrt. Der Saal sowie die Galerie waren bis auf den letzten Platz gefüllt. An» ivesend waren 3000 bis 4000 Personen. Auf der Straße warteten Tausende auf Einlaß. Die Polizei, die in Kompagniestärke erschien, fand selbstverständlich keinen Anlaß zum Einschreiten. Gen. Singer kritisierte in scharfer Weise das Verhalten des Minister P o d b i e l s k i zu der Fleischteuerung sowie die Stellung zu der Firma T i p p e l s t i r ch u. C o. Er wies dann durch Zahlen nach, wie es die Junker der- standen haben, in den letzten zehn Jahren die Fleischpreise um das Doppelte zu erhöhen. Diese Teuerung kann nur durch Oeffnen der Grenzen und Aufheben der Fleischzölle behoben werden. Die Re- soültion wurde ein st immig angenommen. Die Versammlung bei L i t f i n in der Memeler Straße wurde schon um 7�. Uhr wegen Ueberfüllung abgesperrt, obgleich Tische und Stühle aus dem Saale entfernt waren. Ungefähr 1000 Personen füllten den Saal und verschiedene Hunderte mußten wieder um- kehren. Das Referat des Genossen Förster, welches des öfteren von stürmischen Beifallskundgebungen unterbrochen wurde, fand lebhaften Beifall. Die Versammlungsbesucher mußten, da die Stühle entfernt waren, zirka 2 Stunden stehend, den Vortrag an- hören. Im„Elysium" in der Lanbsberger Allee waren sämtliche Tische und Stühle aus dem Saale entfernt. Kopf an Kopf gedrängt stand die Menge in einer Anzahl von 2500 Personen. Bereits um fh8 Uhr mußte der Saal polizeilich gesperrt werden. Die Später- kommenden gingen in dichten Scharen auf und ab. Das Referat hatte Genosse Maurenbrecher übernommen, der sich seiner Aufgabe in trefflicher Weise erledigte. In der Diskussion iprach ein Herr Wolf aus Hirschbcrg, anscheinend ein Sendapostel des Reichsverbandes, der mit seinen nicht das Thema berührenden Ausführungen die Geduld der Zuhörer mißbrauchte. In seinen Schlußausführungen führte der Referent diesen Herrn aufs treff» lichstc ab. Der Andrang nach der Drachenburg war ein derartig gewaltiger, daß der Saal kurz nach 7 Uhr polizeilich gesperrt wurde. Etwa 2000 Personen fanden keinen Einlaß. Hier hatte G r u n w a l d das Referat übernommen, der in scharfen Worten die Volksfeindlichkeit der herrschenden Klassen und ihre Stellung zu der Fleischnot und dem Zollwucher darlegte. Die Versammlung in„Sanssouci" war schon lange vor Beginn derselben abgesperrt worden; Tausende von Personen liattcn daher keinen Einlaß finden können. Zahlreich waren die Frauen in der Versammlung anwesend; ein glänzendes Zeugnis ihres Interesses an der allgemeinen Verteuerung der Lebensmittel. Genosse H a a s e referierte über das Thema in zündender Rede. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Fünfter Wahlkreis. Die in den„M u s i k e r- Sä l e n" einberufene Versammlung wurde um 8� Uhr polizeilich abgesperrt. Ein starkes Polizei- aufgebot achtete scharf darauf, daß nicht einer von den mehreren Hundert von der Absperrung Betroffenen durch irgend einen Seitengang Eingang in den Versammlungssaal finde. Weit über 1500 Besucher- folgten aufmerksam den Ausführungen des Ge- nassen A. Bebel, der hier als Referent erschienen war. Den treffenden Worten, durch welche der Referent die Zustände Preußen-Deutschlands scharf geißelte, wurde stürmischer Beifall ge- zollt. Die den Versammelten durch den Referenten vorgelegte Re- solution fand einstimmige Annahme. Eine Diskussion fand nicht statt. Im Schweizergarten war kurz nach 8 Uhr sowohl der geräumige Saal wie die Nebenräume von einer dichtgedrängten. etwa 2000köpfigen Menge, darunter zahlreiche Frauen, gefüllt und wurde polizeilich abgeiperrt. Referent war Genosse Robert Schmidt. In sarkastischer Rede beleuchtete er zunächst die zoll- politischen und sonstigen, insbesondere finanziellen Machenschaften des nunmehr endlich gegangenen agrarischen Vertrauensmannes Viktor v. Podbielsii. Die Grenzsperren für Schlachtvieh wie über- Haupt die ganze volksfeindliche, ausbeuterische gegenwärtige Reichs- Politik zog der Redner in den Kreis seiner Betrachtungen, wie häufige lebhafte Zustimmungen zeigten, in völliger Ueberein- stimnzung mit der ganzen Versammlung, welche insbesondere der rücksichtslosen Nacktzeichnung der herrschenden, verlogenen, re- aktionären Sippe stürmisch Beifall zollte. Sechster Wahlkreis. Die Versammlung in H e n s e l s F e st s ä l e n in der In- balidcnstraße wurde um �8 Uhr polizeilich gesperrt. Nur der kleinere Teil der Anströmenden konnte Einlaß erhalten, um die Ausführungen des Genossen Goldberg zu hören. So gestaltete sich die Versammlung zu einer wirksamen Demonstration gegen Fleischwucher und VolkSausbeutung. Die„Berolina-Festsäle" wurden bereits kurz nach 7 Uhr polizeilich abgesperrt. Nachdem Tische und Stühle entfernt wurden, waren ungefähr 700 Personen anwesend. Hunderte mutzten wieder umkehren. Der Referent W i l k e geißelte in oft von großem Beifall begleiteten Vortrag das preußische Junkertum. Nun ist es genug— fort mit dem Zollwucher— öffnet die Grenzen! schloß er. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die in Schulz' Festsälen, Belforterstraße. tagende Volks- uersammlung wurde bereits kurz nach 8 Uhr polizeilich abgesperrt, Die dicht gedrängte Menge, unter der das weibliche Element sehr stark vertreten war, lauschte mit großer Spannung den Ausführungen des Genossen Th. Fischer. Brausender Beifall lohnte den Redner. Die vorgelegte Resolution wird einstimmig angenommen. In Wernaus Festsälen in der Schwedterstraße referierte Genosse K ü h n- Langenbielau. Die Versammlung war um 7'h Uhr vollständig überfüllt, so daß Tische und Stuhle entfernt werden mußten. Sämtliche Nebenräume waren vollständig besetzt, so daß hunderte keinen Einlaß fanden. Die Versammlung war von zirka 1000 Personen besucht, die dem markigen Vortrage des Referenten mit großer Aufmerksamkeit folgten. Gegner meldeten sich nicht zum Wort, trotz mehrmaliger Aufforderung seitens des Vorsitzenden. Der Kösliner Hof wurde ebenfalls polizeilich abgesperrt. lieber 1000 Personen konnten keinen Einlaß finden. Im Saal waren 2400 Anwesende, die Mann an Mann standen, um den Aus- führungen des Genossen Bernhard B r u n s zu lauschen, der, unter- hrochen von brausendem Beifall, sich in vorzüglicher Weise seiner Aufgabe entledigte. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Die Versammlung, welche in Schirms Salon in der Bad- straße stattfand, mußte kurz nach 71h Uhr bereits abgesperrt werden, weil der große Raum sich als zu klein erwies. Stehend hörten die Erschienenen, unter denen zat'wse Frauen waren, die Rede des Genossen Ledebour an, da Tische und Stühle aus dem Saale entfernt waren. Auf der Straße wogte stundenlang eine große Menschenmenge auf und ab; es war die Masse derer, die keinen Einlaß mehr gefunden hatten. Die Versammlung in den Germania-Sälen wurde, wie viele der anderen, schon um 71/4 Uhr polizeilich abgesperrt. Viele Hunderte fanden keinen Einlaß. Der Referent, Genosse Adolf Hoffmann, geißelte in wuchtiger Weise die schamlose Aus- beutung des Volkes durch die Junkerfippe. Die Versammlung war ein so imposanter Protest gegen die Maßnahmen der Regierung, daß sie den Teilnehmern unvergeßlich bleiben wird. Die Versammlung in der Kronen-Brauerei wurde um 1h8 Uhr polizeilich abgesperrt. Galerie und Saal waren bis zum letzten Platz gefüllt. Tausende mußten draußen bleiben. Referent Genosse Dr. Gradnauer schilderte in seinem ändert- halbstündigen Vortrage an der Hand trefflichen Materials, bis zu welchen enormen Preisen die Lebensmittel durch die Zölle und Grenzsperren gestiegen sind, und erntete von der auch zahlreich von Frauen besuchten Versammlung reichen Beifall. In der Dis- kussion richtete die Genossin Wulff an die anwesenden Frauen noch ermahnende Worte in betreff der Organisationen der Frauen. Die Resolution fand einstimmige Annahme. AdlerShof. Der Saal war überfüllt. Der Referent Genosse D u p o n t fand reichen Beifall. Die Resolution wurde mit Be- geisterung angenommen. Baumschulenweg. Eine von über 450 Personen besuchte Ver- sammlung protestierte in Speers Festsälcn gegen den Fleisch- und Brotwucher. Reichstaasabgeordneter Stolle geißelte in ein- gehender Weise die Politik der Regierung und die Unersättlichkeit der Agrarier. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. In Treptow war die Versammlung überfüllt. 530 Personen füllten den Saal des„Feldschlößchens" in der Elsenstraße, welches auf Rixdorfer Gebiet liegt. Die Tische mußten entfernt werden, um die Besucher, welche zum großen Teil aus Frauen bestanden, zu fassen. Der Referent, Genosse E b e r t, ging in scharf pointierter Rede von Fleisch- und Brotwucherern zu Leibe, geißelte die Hans Tampf-Politik Bülows. die Marinepolitik und forderte zu tat- kräftiger Mitarbeit in den Gewerkschaften und Wahlvereinen auf. Die Resolution gelangte einstimmig zur Annahme. Charlottenburg. Die Versammlung im„Volkshause" zu Char- lottenburg war von zirka 2000 Personen besucht und polizeilich ab- gesperrt. Hunderte von Frauen und Männern, welche herbeigeströmt waren, fanden keinen Einlaß. Das Referat hatte Reichstags abgeordneter Genosse Meist übernommen und löste in einer l'/zstündigen Rede diese seine Aufgabe in sehr befriedigender Weise unter großem Beifall der Anwesenden. Die Resolution wurde ein- stimmig angenommen. Charlottenburg. Die Versammlung in den Schulzschen Festsälen in der Kaiser Friedrichstr. 24 war um 8 Uhr schon über- füllt, so daß die Räume polizeilich abgesperrt wurden. Es waren 600 Personen anwesend, Hunderte mußten leider wieder umkehren, da auch das letzte Plätzchen trotz Entfernung von Tischen und Stühlen besetzt war. Reichstagsabgeordneter Genosse Tutzauer hielt einen äußerst interessanten Vortrag, welcher häufig von Beifallskundgebungen unterbrochen wurde. Friedenau. Vor überfüllter Versammlung im Gesellschafts- haus sprach in packender Weise Paul Hirsch- Charlottenburg. Die Resolution sand einstimmige Annahme. KönigS-Wufierhausen.(Telegraphische Meldung.) Versamm. lung von 600 Personen besucht, Resolution einstimmig angenommen. Groß- Lichterfelde. Die Teilnehmer an der Versammlung im großen Saale des„ K a i s e r h o f"— für den östlichen Ortsteil— war eine bedeutende. Unter den ungefähr 600 VersammlungS- besuchem war eine außerordentlich« Anzahl Frauen. Die Aus- führungen des Referenten Genossen Z u b e i l fanden stürmische Zu- stiinmuiig und die Resolution einstimmige Annahme. In der Dis- kusfion sprach Genosse EiSner im Sinne des Referates und über die„Machr des Zirkus Busch". Johannisthal. Hier sprach in den„Rittersälen" in stark besuchter Versammlung Benno Maaß- Berlin unter lebhaftem Beifall gegen die volksfeindliche Wucherpolitik der herrschenden Kreise. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Köpenick.(Telegraphische Meldung.) Die Versammlung war überfüllt. 1500 Personen waren anwesend. Die Resolution fand einstimmige Annahme. Marienfelde. Vor einer borwiegend von ländlichen Arbeitern besuchten, stark besetzten Versammlung sprach Genosse Ritter- Berlin. Reicher Applaus lohnte den Vortragenden für seine treff- lichen Ausführungen. In der Diskussion zog Genosse Greulich die örtlichen Gutsverhältniffe an, die so recht beweisen, daß die Landwirtschaft unter den Wucherzöllen ein glänzendes Geschäft macht. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Mariendorf. Die Protestversammlung, die hier im größten Saale stattfand und sehr gut besucht war, darunter ein gut Teil Frauen, folgte den Ausführungen des Referenten Genossen H. M ü l l e r mit großem Interesse und Zustimmungskundgebungen. An der Diskussion beteiligte sich Genosse Komnick, der die Aus- führungen des Referenten vorzüglich ergänzte. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Rixdorf. In der Versammlung bei Thiel, Bergstraße, waren weit über 1500 Personen anwesend. Vor 8 Uhr mußte das Versamm- lungslokal abgesperrt werden. Nach Ansicht des Polizeiaufgebots mußten über 1000 Personen, die keinen Einlaß bekamen, umkehren. Der Referent war der Reichstagsabgeordnete N o s k e- Chemnitz. Genosse Schöpflin iReichstagsabgeordneter) ergänzte die Aus- führungen des Referenten und wandte sich hauptsächlich an die an- wesenden Frauen. Der Vorsitzende Boeske erinnerte die Versamm- lung daran, daß sie am 14. sowie am 16. d. M. bei der hier statt- findenden Stadtverordnetenwahl ihre volle Schuldigkeit tun solle. In der Versammlung bei Hoppe referierte Genosse Stück- l e n. Lange vor Beginn der Versammlung, nachdem Tische und Stühle entfernt waren, wurde der Saal polizeilich abge- sperrt. Die Anzahl der Versammlungsbesucher betrug weit über 2000 Personen, darunter viele Frauen. In seiner IlÄstündigen, mit beißender Satire vorgetragenen Rede� wird der Referent oft durch lebhaften Beifall unterbrochen. Schmargenderf. In der hier stattgefundenen Versammlung referierte die Genossin AnnaMesch vor einer Versammlung von 150 Personen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Schöneberg. Der große Saal von Obst und die Nebenräume waren vollständig überfüllt. Sämtliche Tische und fast alle Stühle waren aus dem Saale entfernt worden, trotzdem konnten viele keinen Einlaß finden und mutzten wieder umkehren. In kernigen Worten und an drastischen Beispielen führte der Referent Genosse Koblenzer den Versammelten die daS gesamte Volk schwer schädigende Zollpolitik vor Augen. Mit großem Beifall wurden seine Ausführungen aufgenommen und fand die Resolution einstimmige Annahme. Die Versammlung im„Klubhaus, Schöneberg, Hauptstr. 5/6, wurde wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrt. Reichstags- abgeordneter Genosse Kunert referierte vor einer seinem Vor- trage mit spannendem Interesse folgenden Zuhörerschaft. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Tempelhof. Vor sehr gut besuchter Versammlung sprach S t r ö b e l in zirka Inständigem Vortrage. Resolution einstimmig angenommen. Wilmersdorf. Die Protestversammlung fand hier im stark überfüllten Saale des„Luisenpark" mit zirka 800 Besuchern, darunter vielen Frauen, statt. Referent, Genosse Stadtverordneter K o tz k e- Berlin, führte den Anwesenden in klarer und scharfer Weise die Folgen und Wirkungen des Wuchertarifs vor Augen, des öfteren durch entrüstete Zwischenrufe der Versammlung seine Ausführungen bestätigt erhaltend. Die verlesene Protestresolu- tion wurde einstimmig angenommen. Borsigwalde. Der Referent Reichstagsabgeordneter Fräßdorf schilderte in 1l/z stündigem Referat die Wirkungen des Zolltarifs aus die arbeitende Bevölkerung und forderte die Anwesenden zur polittschen. gewerkschaftlichen und konsumgenossenschaftlichen Organi- sation auf. ebenso zum Abonnement auf die Parteipresse. In den Wahlverein wurden 10 Genossen aufgenommen. Anwesend waren zirka 250 Personen. In Friedrichsfelde referierte Genosse H a b e r l a n d- Essen. Die Versammlung war gut besucht, besonders von Frauen. Zirka 400 Personen waren anwesend. Die Resolution wurde ange- nommen. Karlshorst. Die Versammlung im Restaurant Fürstenbad war von 120 Personen besucht. Die Anwesenden folgten mit steigen- dem Interesse den Ausführungen des Reichstagsabgeordneten L i p i n s k i. Der Redner faßte seine Darlegungen in einem scharfen Protest gegen diese Lebensmittelverteuerungspolitik zu- sammen, dem die Versammlung sich in ungeteiltem Matze anschloß. Die Resolution wurde mit großem Beifall angenommen. Lichtenberg. In den.Prachtsälen des Ostens" referierte Genosse Dr. Wey l. Der Saal wurde um 8'/z Uhr polizeilicherseits gesperrt. Anwesend waren 1500 Personen: hunderte mußten umkehren. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Die Versammlung in Lichtenberg im Schwarzen Adler war überfüllt. Das Referat hielt der Reichstagsabgeordnete S i n d e r- mann. Lautlos hörte die Versammlung den packenden Aus- führungen des Redners zu, um ihm am Schluß starken Beifall zu zollen. Die bekannte Resolution wurde einstimmig angenommen. Mit einem Hoch wurde die imposante Versammlung geschlossen. Oberschöneweide. Die Volksversammlung, in„Wilhel- m i n e n h o s" tagend, war von 1000 Personen besucht. Als Re- ferent war Parteisekretär Genosse Müller erschienen. Der- selbe erledigte in fesselnder Weise seine Aufgabe. Die Versammlung der Pankowcr Genossen fand im überfüllten Saale von Ebersbach statt. Obgleich durch Zusammenrücken Platz geschaffen wurde, mußten doch die Späterkommenden mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Bemerkenswert war daS Erscheinen einer größeren Anzahl Bürgerlicher. Hildenbrand- Stuttgart sprach unter großem Beifall. Friedrichshagen. Hier fand bereits am Sonntagnachmittag eine autbesuchte Versammlung in Conrads Festsälen statt, in der Genosse Düwell über„Fleischnot und Zollwucher".referierte. Der Vortrag wurde wiederholt von lebhaftem Beifall unterbrochen und am Schlüsse stürmisch applaudiert. Eine Diskussion fand nicht statt. Auch Gegner meldeten sich trotz der Aufforderung des Bor- sitzenden nicht zum Wort. In Reinickendorf sprach in einer von zirka 400 Personen be- suchten Versammlung Genosse Albrecht Fülle. Nach den treff- lichen Ausführungen des Referenten fand die Resolution begeisterte Zustimmung. Rummelsburg. Schon lange vor Beginn der Versammlung war der Saal der Witwe W e i g e l überfüllt. Obgleich Tische und Stühle entfernt wurden, mußten viele Bersammlungsbesucher wieder umkehren. Genosse V. E l m verstand eS durch feine auf statistisches Material gestützten Ausführungen den Beifall der Ver- sammlung zu finden. Seiner Aufforderung, es nicht bei der Zu- stimmung zur Resolution bewenden zu lassen, sondern auch die Tat folgen zu lassen und dem Wahlverein beizutreten, wurde vielfach nachgekommen. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Weißensee. In dem weitüberfüllten„P r ä l a t e n'-Saal sprach Genosse M o h s. Auf der Straße war eme starke Menschenmasse versammelt, welche leider keinen Einlaß mehr findest konnte. Die Resolutton wurde einstimmig angenommen. GewerKfcKaMicKes. Das amerikanische Großkapital- kündigt eine Reihe von Lohnerhöhungen an. Die Pennshl- vania Railroad Company, die größte Eisenbahngesell. schaft, hat für ihre 150 000 Angestellte eine Lohnerhöhung von 12 Millionen Dollar bewilligt.„New Jork Herald" macht bekannt, daß der Standard O e l T r u st die Löhne von 60 000 Angestellten erhöht. Der Kupfertrust hat alle Angestellten davon in Kenntnis gesetzt, daß eine zehnprozentige Lohnerhöhung be- schlössen worden sei. Die großen Textilwerke in den Neuenglandstaaten haben kürzlich die Löhne erhöht und viele Eisenbahngesellschaften haben ihren Angestellten eine Besserung der Arbeitsverhältnisse angekündigt.— Es heißt, daß die Trustgewalten mit diesem Entgegenkommen heraufziehende Stürme beschwichtigen wollen, denn immer ernstlicher lehnt sich das Volk gegen die Ausbeutung durch die Trusts aus. Im allgemeinen aber ist die Erscheinung nicht neu, daß gerade das Großkapital cS vorzieht, mit starken Gewerkschaften in Amerika feste Verträge zu schließen, die durch ein wenig Entgegenkommen an Dauerhaftigkeit gewinnen und auf Jahre hinaus dem Großkavital Ruhe und Frieden verbürgen. Das Großkapital rechnet aereits mit den großen Gewerkschaften als mit bestiistmten Machtfaktoren der Arbeiterschaft, während das Kleinkapital noch in ärgster und er- bittertstcr Weise gegen die Gewerkschaften ankämpft und sie zu zerstören sucht. Die Gewerkschaftsführer wissen diese Unterschiede voll zu würdigen und verstehen die Gründe für das scheinbare große Entgegenkommen der Trusts. Daß die neue Losung von der Verstaatlichung der Eisenbahnen oder die A n t i t r u st g e s e tz e oder Roosevelts Drohung mit Matznahmen.zur Zerschlagung der großen Vermögen eine besondere Wirkung erzielt haben sollten, ist bei der großen Machtstellung der Trusts kaum anzu- nehmen, wenn diese scheinbare Nachgiebigkeit auch vielfach so aus- gelegt wird und damit zugleich— irgend welche ernstlichen Maß- nahmen verhütet werden.„„ � (Siehe auch 1. Beilage.) Au» 6inZegangene Druck Ickriften. Feldzugsbriefe des Grafen Paul Hatzseldt an seine Frau 1870—71. _ dem Großen tzauptquai iier de» Königs Wilhelm von Preußen. Mit Fllustraüonen. 21 Bogen. Preis brosch. 7.50 M.. gebd. 10 M. Verlag von Heinrich Schmidt u. Karl Günther in Leipzig. 1W6. .Nene Gesellschaft«. Hcsl 7. Soziaiiitische Wochen, chnst. Herausgeber: Dr Heimich Braun und Lilv Braun. Verlag: B-ilüi.�chonebcrg. Preis(Or daS Emzechest 10 Ps.. pro Monat 40 Ps.. pro Licrlchahr 1.20 M. Letzte JVaebnebten und Depefeben« Ueberfall einer Räuberbande. K-nstantin-pel, 13. November.(B. H.) In einer Ortschaft bei Serres beging'eine griechische Bande Greueltaten gegen die dortigen bulgarischen Einwohner. Sechzehn Bulgaren wurden ge- tötet. Lexantko. Reda'teur:. Hans Weber, Berlin. Inseratenteil vexantg?,.: kß. Glocke. Berlin. Druck u.Berlag: BorwärtSBuchdr.v.Perla2SangaltWaulSingerLcCo.,BerlinLW. Hierzu 3 Beilagen u.llnterhaltungsblatt Nr. 266. 23. Iahrgavg. l. KeilM Ks Jnnräls" Iniinn lollisUntt. Mittwoch, 14. November 1966. l2 eine Bundesratsverordnung er- gangen, die ihre Ansprüche in ungenügender Weise erfüllt, weil eine große Kategorie von Arbeitern nicht mit einbegriffen worden sind, die unter ungünstigen Verhältnissen zu leiden haben und für deren soziale Lage die Erhebungen der Kommission für Arbeiter- statistik ein außerordentlich interessantes Material dargeboten haben. ES ist gar nicht einzusehen, weshalb nach dieser Bundes ratsverordnung die als Hausdiener, Hoteldicner und als Küchen personal tätigen Angestellten des Gastwirtspersonals nicht mit ein bezogen sind, während gerade diese Angestellten ganz außerordcnt lich schlecht gestellt sind und sich über eine außerordentlich lange Arbeitszeit zu beklagen haben. Nach einer vom Verband der Hotel- diencr im vorigen Jahre aufgenommenen Statistik kommen nicht nur Arbeitszeiten von 18— 20, sondern sogar in Einzelfällen von sogar 38 Stunden vor. Die Leute sind um 5 Uhr in den Dienst getreten, haben bis gegen Mitternacht ständigen Dienst verrichtet . und hatten dann die ganze Nacht noch Nachtwache. Die besonderen Verhältnisse des Gastwirtsgewerbes rechtfertigen solche Zustände doch gar nicht. Der Gastwirt bezahlt ja in vielen Fällen seine An- gestellten überhaupt nicht, die vielfach auf Trinkgelder angewiesen sind. In diesem Gewerbe herrscht geradezu ein Mangel an jedem sozialen Empfinden seitens der Unternehmer. Auch in den Groß- betrieben, in den großen Hotels, sind die Zustände keineswegs besser, sondern vielfach noch trauriger als in den ganz kleinen Wirtschaften und Restaurants, in denen die Angestellten weit eher eine Ruhepause haben. Nach den Angaben der Petition der Hotel- diencr haben dieselben von 5 Uhr bis 11 Uhr abends Dienst und treten dann in die Nachtwache, die darin besteht, daß sie sich auf eine Pritsche legen und immer öffnen, wenn ein Fremder Ein- laß begehrt. Nach einer Statistik der Berliner OrtSkrankcnkassc für An gestellte im Gastwirtsgewerbe fallen bei einer Mitgliederzahl von 18 380 allein 1323 Erkrankungen auf Magenleiden, die größten- teils darauf zurückzuführen sind, daß den Angestellten keine regel- mäßige Mittagspause gewährt wird. Auch die Sterblichkeits- statistik weist sehr ungünstige Resultate auf. In dieser Kranken- lasse starben im Vorjahre 137 Mitglieder, davon 83 an Tuberku- lose und Erkrankungen der Atmungsorgane. Von 137 verstorbenen Mitgliedern hatten nur 3b ein Alter von über 50 Jahren erreicht. Ich kann mich auch nicht damit ein- verstanden erklären, daß die Hotelbesitzer eine über die ganze Woche verteilte 78stündige Ruhepause gewähren wollen. Dabei wäre jede Kontrolle unmöglich. Gegenwärtig haben wir auch eine Begrenzung der Arbeitszeit nur für die Kellner durch eine Ruhepause von 8 Stunden. Es ist traurig, daß die Angestellten heute erst um eine Erhöhung der Ruhepause auf 9 Stunden petitionieren und regel- reckte Pausen während einer Ibstündigen Arbeitszeit noch einzu- fügen bitten müssen. Diese Forderungen sind wirklich recht außer- ordentlich bescheiden. Das Schlimmste ist aber, daß die Bundes- ratsverordnung heute gar nicht befolgt wird, weil die Ausführung der Kontrolle den Polizeibehörden überwiesen ist, was ich in unserer sozialpolitischen Gesetzgebung überhaupt für einen llebelstand halte. (Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Den Beamten fehlt dafür die Vorbildung; es müßte dann überhaupt eine be- sondere Beamtenkorporation geschaffen lverden, die sich vielleicht an die Fabrikinspcktion angliedern könnte. Die Polizei ist viel mehr dazu geeignet, Schikanen auszuüben und beispielsweise darüber zu wachen, daß in den Lokalen der Gastwirte keine sozialdemo- kratischen Versammlungen mehr abgehalten werden. In einem unserer Ostseebäder ereignete es sich sogar, daß ein Landrat auf die Bitte eines Angestellten, für die Einhaltung der Bestimmungen der Bundesratsverordnung Sorge zu tragen, erwiderte:„Ich weiß ja gar nichts von einer solchen Verordnung; zeigen Sie mir diel" l Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Zu einer solchen Unkennt- niS seitens der Behörden kommt noch der außerordentliche Wider- stand der Unternehmer hinzu. So versuchen zum Beispiel einige Unternehmer, Dienstmädchen anzustellen, um sie nebenbei noch in ihrem Gewerbe als Kellnerin auszunützen. Es ist überhaupt viel- fach versucht worden, diese Bundesratsverordnung zu umgehen, und diese Verhältnisse sind nur in letzter Zeit zu einem kleinen Teile wieder besser geworden. Auch die Stellenvermittelung zeigt außer- ordentliche Uebclstände, noch schlimmer als in anderen Gewerben. ES ist daher durchaus berechtigt, daß die Angestellten verlangen, daß die private Vermittelung gänzlich verboten"'erde. Durch die Festlegung dieser Tatsachen hat sich Herr Dr. Ludwig große Vcr-. (dienste erworben. Auf dem Verbandstag der Arbeitsnachweise wurde auch durch das Referat des Vorsitzenden des Verbandes der f Gastwirtsangestellten eingehend dargestellt, mit welchen Uebel- ständen die Angestellten ständig zu rechnen haben. Durch den fort- gesetzten Wechsel, der gerade in diesem Gewerbe häufig ist, werden sie gezwungen, immer wieder zu den Stellenvermittlern Geld zu tragen. Ein Mann, der eine Aushülfsstelle für einen einzigen Tag verlangt, ist gezwungen, dem Vermittler eine Mark zu zahlen!(Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Im günstigsten Falle erhält er selbst von dem G a st w i r t e drei Mark Entschädigung! Für bevorzugte Stellungen sind wucherische Vcr- mittelungsspesen bis zur Höhe von 200, 300 und 400 M. üblich. Dagegen wird der unentgeltliche Arbeitsnachweis der GeWerk- schaften von einer großen Anzahl von Unternehmern einfach beiseite gelassen. Die Gemeinde Stuttgart hat einen besonderen städtischen Arbeitsnachweis für das Gastwirtsgewerbe eingerichtet, allein die Unternehmer gehen nach wie vor zu den privaten Vermittlern. Es ist notwendig, zwar nicht städtische und auch nicht staatliche Ar- beitsnachweise einzurichten, wohl aber vor allen Dingen die Ge- meinden dazu anzuhalten, daß sie geeignete Räume für paritätische oder— wo solche nicht vorhanden sind— für gewerkslbaktliche Arbeitsnachweise und Arbeitsvermittelungen zur Verfügung stellen. In anderen Gewrben hat man auf diese Weise diele Mißstände beseitigt. Auch in der Versicherungsgesetzgebung sind die Gastwirts- angestellten sehr schlecht weggekommen. In ihrem Berufe kommen zahlreiche Unfälle vor, wie z. B. eine Statistik der Ortskrankenkasse des Gastwirtsgewerbes für Berlin erwiesen hat. Ich möchte daher bitten, die allgemeine Unfallversicherung auf das Gastwirtsgewerbe auszudehnen und willkürliche Grenzen endlich zu beseitigen, wie z. B., daß ein Küchenbetrieb nur dann, wenn daselbst Maschinen zur Anwendung kommen oder mehr als 10 Personen beschäftigt sind, der Versicherung unterworfen ist. Wenn z. B. ein Fensterputzer in einem Gastwirtsbetriebe einen Unfall erleidet, wird er dafür entschädigt; denn sein Gewerbe ist versicherungspflichtig. Wenn aber ein eigener Angestellter des Betriebes denselben Unfall er- leidet, bekommt er keine Rente!— Gerade die übergroße Aus- Nutzung solcher Angestellten, die außerordentliche Uebermüdung der- selben im Dienste ist die Ursache davon, daß in ihrem Betriebe verhältnismäßig viel mehr Unfälle vorkommen, als man glauben sollte. Was die Petition des allgemeinen Kcllnerbundes betrifft, so sind wir auch der Meinung, daß die Auswüchse des Lehrlingswesens, beseitigt werden sollten. Aber ich halte eine dreijährige Lehrzeit' nicht für das Minimum, sondern für das Maximum, das man als berechtigt anerkennen kann; denn die Lehrlingsausbeutung steht allerdings im Gastwirtsgewcrbe in außerordentlicher Blüte, und die Lehrlinge lernen überhaupt nichts und werden nur für unter- geordnete Dicnstverrichtungen, z. B. für Botengänge, herangezogen. Ich bin also der Meinung, daß die schematische Beschränkung, welche die Petition verlangt, nicht zu empfehlen ist. Im übrigen aber enthalten diese Petitionen so durchaus berechtigte Ansprüche, daß die Regierung, wenn es ihr wirklich ernst ist mit der Erfüllung sozial- politischer Aufgaben, ihr den Gastwirtsgehülfen vor lö Jahren gegebenes Versprechen endlich einlösen muß.(Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Trimborn(Z.): Ich habe leider die Einzelheiten des Vorschlages, den Herr Abg. Dasbach machte, bei der Unruhe im Hause nicht verstehen können. Soweit er auf eine Abschwächung des Schutzes der Gastwirtsgehülfen hinausläuft, kann ich von vorn- herein erklären, daß meine Freunde dafür nicht zu haben sind. Ein ähnlicher Antrag auf Abschwächung der herrschenden Gastwirts- ordnung ist sogar im preußischen Abgeordnetenhause mit großer Mehrheit abgelehnt worden. Was nun die vorliegende Position anlangt, so sind meine Freunde für die Ucbcrweisung der Forde- rung einer 3östündigen Ruhezeit zur Berücksichtigung, nur wünschen wie die Verlegung dieser Ruhezeit auf den Sonntag. In der Kam- Mission herrschte hierüber nicht volle Klarheit, daher kam der Be- schluß zustande, diese Petition nur als Material zu überweisen. Ebenso sind meine Freunde für die Forderungen auf Einschränkung der Lchrlingshaltung. Abg. Dasbach(Z.): Der Antrag der Hotelbesitzer kann nicht von vornherein als Benachteiligung der Hotclangestellten angeschen werden; denn er sieht 22 Stunden mehr Ruhezeit innerhalb 14 Tagen vor und wünscht nur eine andere Verteilung der Ruhezeit, als die Verordnung vorsieht. Die Hoteliers machen vor allem geltend, daß es ihnen unmöglich sei, für 24 Stunden nacheinander eine Aushülfe zu bekommen. Abg. Molkenbuhr(Soz.): Der Sturm gegen den Ruhetag der Gastwirtsgehülfen, der zuerst von den Freisinnigen eröffnet wurde, wird jetzt auch von einem Mitglieds der Zcntrumspartci aufgenommen. Im Jahre 1891 wurde vom Regierungstischc das Versprechen gegeben, daß in allernächster Zeit für die Sonntagsruhe der Gastwirtsgehülfen Schritte getan werden würden. Das damals gegebene Versprechen eines Ruhetages im Gastwirtsgewerbe ist bis heute von den vcr- kündeten Regierungen noch nicht eingelöst worden. Wenn aner- kannt wurde, daß auf diesem Gebiete Mißstände bestehen, die der Regelung dringend bedürfen, so hätte man mit der Regelung nicht 15 Jahre warten dürfen. Die erlassene Bundcsratsverordnung entspricht keineswegs der damaligen Forderung eines Ruhetages für alle im Gastwirts- und Verkehrsgcwerbe tätigen Personen; sie trifft nur einen geringen Bruchteil der in Gast- und Schank- wirtschaften Angestellten; der weitaus größte Teil der in diesem Gewerbe beschäftigten Personen entbehrt jeden Schutzes, nämlich 160 000 Personen unter 258 000 Angestellten des Gastwirts- gewerbes, während nur 90 000 Personen der Verordnung unter- stellt sind. Gelegentlich der Erhebungen im Jahre 1893 glaubte man, daß irgend welche allgemeine Schutzbestimmungen für das Gastwirtsgewcrbe dabei herauskommen würden. Damit war die Sache aber abgetan. Die Verordnung besagt, daß regelmäßig 7 bezw. 8 Stunden Ruhezeit gewährt werden sollen und ebenso alle 14 Tage bezw. 3 Wochen eine Ruhezeit von 24 Stunden. Unter den Personen aber, welche täglich über 17 Stunden beschäftigt werden können und jahraus, jahrein keinen freien Tag zu be- kommen brauchen, befinden sich 125 000 weibliche und 13 236 jugcnd- liche Personen, die im Alter von unter 16 Jahren stehen. Gegenüber dem Herrn Abgeordneten Trimborn will ich nur anführen, daß das Zentrum mit der Kommission für Arbeiter- statistik dafür eingetreten ist, daß die jugendlichen Arbeiter, soweit sie nicht Kellner sind, täglich länger als 17 Stunden arheiten dürfen und daß die weiblichen Arbeiter überhaupt ohne Ruhetag bleiben dürfen. Für eine Regelung der Stellenvermittelung hat man cbeüso wenig etwas getan. Ich habe damals vorgeschlagen, durch ein Gesetz oder wenigstens durch eine Verordnung zu be- stimmen, daß die Vcrmittelungsgebühr unter allen Umständen vom Wirt zu bezahlen sei. Aber alle diese Vorschläge sind nun ein für allemal abgelehnt. Wie will denn der Herr Abgeordnete Dasbach kontrollieren, daß die Hoteliers die von ihnen versprochenen Frei- stunden einhalten? Nach der Verordnung kann ja der Tag sehr lang sein; denn nur der Anfang ist festgelegt und niemals der Schluß! Die letzten 24 Stunden sind immer nur ein notdürftiges Surrogat für den verlorenen Sonntag, die Angestellten werden diesen freien Wochentag oft zum größten Teil verschlafen, da ja der vorhergehende Tag ein 24stündiger Arbeitstag gewesen sein kann. Es gibt kaum ein Gewerbe, in dem der Betrieb so unregelmäßig ist wie gerade im Gastwirtsgewerbe; daher kann man bei großem Andrang nicht immer Hülfspersonal bekommen, z. B. zu Pfingsten, Karneval, zur Zeit der Messen usw. Ist das Personal für eine solche Zeit wirklich vermehrt worden, so bleibt es dann lange Zeit wieder als arbeitslos übrig. Man könnte aber schon deshalb verlangen, daß die Schntzbestimmungen für Kellner auch auf das übrige Personal ausgedehnt werden, weil sonst die gesetzliche Ruhezeit für das letztere direkte Nachteile haben kann. Die Arbeiten find ja innerhalb des Betriebes nicht ganz ab- gegrenzt. Tische abwischen z. B. und ähnliche Reinigungsarbeiten werden von Kellnern, aber auch von Hausdienern gemacht, und wenn der durch das Gesetz geschützte Kellner morgens später an- tritt, natürlich von dem ungeschützten Personal, das vielleicht morgens bis 4 Uhr gearbeitet hat und um 6 Uhr schon wieder für den Kellner eintreten mutz. So hat man gerade die weiblichen und jugendlichen Personen einer stärkeren Ausbeutung preisgegeben. Nach einer von den Haus- und Hotcldicnern angestellten privaten Enquete haben 49 Proz. derselben eine Arbeitszeit von weniger als 16 Stunden. Also 51 Proz. arbeiten l ä n g e r als 16 Stunden, eine Anzahl sogar länger als 18 Stunden. Von 1200 befragten Personen hatten 589 regelmäßig noch Nachtarbeit zu verrichten. Der Beweis dafür, daß die Regierung hier bloß aus Rücksicht auf den Geldbeutel der Unternehmer nicht eingreift, liegt darin, daß sie die Unfallversicherung auf diese Personen nicht ausdehnt. Es verunglücken z.B. beim Bier- und Weinabladen zwei Personen: der Knecht ist bei der Lagercibcrufsgenossenschaft versichert, und der Hausdiener, der beim Abladen hat helfen müssen, geht leer aus! Das ist die„Gerechtigkeit" deutscher Gesetzgebung. Auch zahllose Arbeiten im Hotelbetrieb haben eine große Aehnlichkeit mit den Arbeiten der bei der genannten Berufsgenossenschaft ver- sicherten Personen. Die Hoteldiener müssen bei der Beförderung der Koffer und des Reisegepäcks vielfach angestrengter arbeiten als gewöhnliche Transportarheiter. Sie müssen mit Ziehkarren schnell und durch die belebtesten Straßen fahren, sie müssen mit schwerem Gepäck treppauf, treppab laufen. Trotzdem sind sie der Unfallversicherung nicht unterstellt. Da kann man sagen: wäre im Deutschen Reiche die Gesundheit der Arbeiter nur halb so gut geschützt wie der Geldbeutel der Unternehmer, sie würden froh sein.(Lebhaftes Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Die Diskussion ist erschöpft. Der Antrag A l b r e ch t und Genossen(Soz.), den ersten Teil der Petitionen(36stündigc Ruhepause) dem Reichskanzler zur B e- rü ck sichtig un g zu überweisen, wird mit einer von Sozial- demokraten, Zentrum und Wirtschaftlichen Vereinigung gebildeten Mehrheit angenommen; der zweite Teil dagegen(Beseitigung bezw. Einschränkung der privaten Stellenvermittelung und Aus- dehnung der Unfallversicherung) wird nach dem Antrag der Kommission als Material überwiesen, ebenso die Forderung auf Einschränkung der Lehrlingshaltung mit den Stimmen des Zentrums und der Rechten. Die Forderung, die 36stündige Ruhepause auf einen Sonntag zu verlegen, wird dem Reichskanzler als Material überwiesen. Eine Petition betr. die Einführung einer staffelförmigen Umsatz- steuer für Großmühlen und einer Umsatzsteuer für Getreidemühlen wird auf Antrag des Abg. Spahn(Z.) von der Tagesordnung ab- gesetzt, weil der Berichterstatter verhindert ist. antvesend zu sein. Einige Petitionen über Bahnverbindungen in Elsaß- Lothringen werden an die Kommission zurückverwiesen. Es folgt der Bericht zu den Petitionen betr. Regelung des Apothekenwesens. Abg. Burkhardt(Wirtsch. Vg.): Da? Verlangen des Apotheker- Vereins, Neukonzessionen erst nach zehn Jahren veräußern und ver- erben zu dürfen, würde das wieder aufheben, was die Negierung geschaffen hat. Abg. Wurm(Soz.): Angesichts der Mißstände im Apothekenwesen� muß man auf die Beseitigung ihrer Ursachen ausgehen. Diese liegen darin, daß die Apotheken Privatbetriebe sind; es muß also das Apotheker- gewerbe ein Gemeinde- oder Staatsbetrieb werden. Zum mindesten muß verlangt werden, daß— nachdem einmal Kranken- lassen vorhanden sind, nachdem diese große Organisation geschaffen ist— man ihnen das Recht gebe, Apotheken einzurichten, damit sie nicht gezwungen sind, Abniachnngen mit den Apothekern zu treffen, bei welchen sie, wenn ihnen auch noch so hoher Rabatt gewährt wird, bedeutend zu viel bezahlen müssen. Dies ist um so mehr zu fordern, als die Krankenkassen gemeinnützige Institute sind, die dadurch jährlich Millionen sparen würden. Nur im Zusammenhang damit kann auch die Aerzteftage bei den Krankenkassen gelöst werden; dies kann nur geschehen, wenn die Krankenkassen in der Lage sind, sich der Uebervortcilung durch die Apotheken zu entziehe». Man muß doch auch in Betracht ziehen, daß früher wohl derApotheker derjenige war. welcher die Heilmittel herstellte; heute aber lverden säst alle Heilmittel fix und fertig im Großbetriebe hergestellt und von den Apothekern einfach gekauft. Um so weniger sind ihre Monopolgewinne gerechtfertigt.(Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Mngdan(frs. Vp.) meint, daß die Anschauung von den großen Gewinnen der Apotheker ein Vorurteil sei. Die Petitionen werden dem Antrage der Kommission entsprechend dem Reichskanzler als Material überwiesen. Es folgt eine Petition des Bundes deutscher Frauenvereine in Dresden betreffend die Rechtsverhältnisse der in die häusliche Gemeinschaft aufgenommenen Dienstverpflichteten. Sie wird debattelos nach dem Antrage dem Kommission dem Reichskanzler als M a- terial überwiesen. Eine Petition, eine vermehrte Ausprägung von Fünfmarkstücken betreffend, beantragt die Kommission dem Reichskanzler als Material zu überweisen, dagegen über eine Petition betreffend die Ausprägung von 25- Pfennigstücken zur Tagesordnung überzugehen. Abg. Strombeck(Z.) wünscht Ueberweisung der Petitrou zur Erwägung. Rcichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel gibt zu. daß gewisse Erleichterungen im Zahlungsverkehr von der Entführung eines 25-PfennigstückeS zu erwarten wären. Die Schwierigkeiten, die der Ausprägung von neuen Münzen entgegenstehen, liegen hauptsächlich in der F o r m. Diese Schwierigkeiten haben wir noch nicht über- wunden. Die Anregungen des Herrn v. Strombeck werden jedenfalls eingehende Erwägung finden. Abg. Blell(frs. Vp.) wendet sich gegen die weitere Ausprägung von Talern und gegen die Einführung von Fünftuidzwanzig-Pfennig- stücken. Abg. Dr. Arendt(Rp.): Der Abstand zwischen dem Zehn- und dem Fiinfzig-Pfcnnigstück ist zweifellos zu groß. Ob ein neues Geldstück dazwischen geschaffen wird, ist lediglich eine Formfragc. Man sollte die Taler recht schnell einziehen und neue bequemer ge- formte Fünfmarkstücke ausprägen lassen. Rcichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel: Ich habe mich nicht selbst für die Ausprägung kleinerer Fünfmarkstücke ausgesprochen, sondern nur gesagt, daß diese von verschiedenen Seiten gewünschte Aus- Prägung erst erfolgen könnte, wenn die Taler ganz eingezogen sind. Abg. v. Strombeck(t.) macht nähere Angaben darüber, wie er sich die'25 Pf.-Stücke denkt. Abg. Dr. Bcumer(natl.) weist darauf hin, daß im Rheinlande ein großer Mangel an Kronen, Fünf- und Dreimarkstücken bestehe. Damit schlieft die Debatte. In der Abstimmung wird der An- trag Strombeck angenommen. Weitere Petionen betreffend Abänderung des KrankcnversicherungS- gesetzes beantragt die Kommission als Material zu überweisen. Abg. v. Gerlach(frs. Vg.) wünscht Ueberweisung zur Berück- sichtigung der Petition zur Einfiihrung der Krankenversicherung für die im häuslichen Dienst Angestellten. Abg. Frttßdorf(Soz.): Der erste Teil der Petition— die Petition des Kafsenrendantcn Maier— verdient nicht die Ueberweisung als Material, sondern Taan durch Uebergang zur Tagesordnung erledigt werden. Die 2. Alle gewerkschaftlichen Organisationen, die auf dem Boden woche( 29. September) waren in den berichtenden Organisationen Regelung der Beamtenverhältnisse bei den Krankenkassen ist gewiß des Klassenkampfes stehen und die Notwendigkeit der politischen, das 13 058 gleich 1,0 Proz. der Mitglieder arbeitslos, und zwar sehr wichtig, sie ist aber in neuerer Zeit von den Kassenorgani- ist der gesetzgeberischen und parlamentarischen Aktion anerkennen, 1,1 Proz. der männlichen und 0,7 Proz. der weiblichen Mitglieder. sationen und den Beamtenorganisationen in die Wege geleitet ohne direkt an der politischen Bewegung teilzunehmen. Am lezten Tage der 8. Quartalswoche( 25. August) betrug die Zahl worden und auch zum Abschluß gekommen durch Tarifbereinbarungen. Für den Abstimmungsmodus auf dem Kongreß macht der Arbeitslosen 9940 gleich 0,7 Proz. der Mitglieder, während sie Es sind Anstellungsbedingungen und Besoldungsverhältnisse mit den Genosse Huysmans dem Bureau folgende Vorschläge: am legten Tage der 4. Quartalswoche( 28. Juli) 10 428 gleich Beamten vereinbart, die ihren Wünschen entsprechen. Es ist auch Die Abstimmung findet nach Köpfen statt. Sie muß nach 0,8 Proz. betragen hatte. der Grundsatz aufgestellt, daß politische oder religiöse Anschauungen der Nationen stattfinden, wenn drei Nationen es beantragen. Der Arbeitslosenprozentsatz wäre demnach von Anfang des Beamten feinen Grund zur Entlassung bilden sollen. Es ist ein Ausschuß Als Nationalitäten werden die unter einer Regierung ver- Quartals bis über die Mitte desselben gesunken, um sich dann der Beamten und ein unparteiisches Schiedsdericht gebildet worden. Auch einigten Bevölkerungen angesehen. Indes kann das Bureau auch wieder zu heben auf einen Stand, der den Anfangsstand noch um ein Tarifamt ist geschaffen. Der Herr hat sich übrigens an ausnahmsweise solche Bevölkerungsteile als Nationalitäten betrachten, 0,3 überragte. Diese Tatsache stimmt aber nicht überein sowohl mich in einem Schreiben gewandt, das einen so reaktionären deren Streben nach Unabhängigkeit und moralischer Einheit, aus mit den praktischen Beobachtungen des täglichen Lebens, Charakter trägt, daß ich es einfach zu den Akten gelegt habe. langer historischer Tradition hervorgegangen, der Abhängigkeit von die immer noch eine steigende Arbeiternachfrage Arbeiternachfrage erkennen Die Petition der Zahnärzte ist mir vom Standpunkt der Kassen viel einer oder mehreren fremden Regierungen widerstanden hat. Die lassen, als auch mit den Feststellungen der Krankenkassen sympathischer. Wo es nicht möglich ist, approbierte Zahnärzte den Stimmenzahl der Sektion darf dadurch nicht geändert werden. und Arbeitsnachweise. In den Krankenkassen, die dem Krantentassen zur Verfügung zu stellen, muß auf die Zahnkünstler Jede Settion erhält mindestens 2, höchstens 20 Stimmen, nach Reichsarbeitsblatt" Mitteilung machten, war die Zahl der zurückgegriffen werden. Die Petition der rheinisch- westfälischen einer Lifte, die für das erste Mal durch das Internationale Bureau versicherungspflichtigen Mitglieder vom 1. September bis 1. Oktober Krantenfassen trifft bezüglich der Besoldung und Behandlung für 1906/07 in Straft gesezt wird. Die Verteilung der Stimmen 1906 heraufgegangen von 3 020 006 auf 3 168 981. Und den Be der Aerzte durchaus das Richtige. Ich hoffe, daß es möglich wird für jede Seftion festgesezt: richten von 640 Arbeitsnachweisen zufolge hatten sich im September sein wird, in nächster Zeit wie mit den Beamten so auch mit gegenüber dem Vormonat zirka 3000 Arbeitsuchende weniger geden Aerzten zu einem Tarifvertrage zu kommen. Daß dabei die meldet, während die Zahl der offenen Stellen um rund 14 000 und Aerzte Rücksicht auf die Leistungsfähigkeit der Kassen nehmen müssen, die der durch die Nachweise beseßten um rund 7000 sich erhöht hatte. ist selbstverständlich. Vor allem müssen die Aerzte darauf verzichten, Wir dürfen daher wohl mit Recht annehmen, daß die obige scheinunter allen Umständen die freie Arztwahl eingeführt zu sehen. Zur bare Steigerung der Arbeitslosenziffer im September auf die erst Befferung der wirtschaftlichen Verhältnisse der Aerzte sind die Drtsallmählich zur Gewohnheit werdende neue Zählmethode, die auch frankentassen Deutschlands durchaus bereit.( Bravo! bei den Sozialdie Karenztage mit berücksichtigt wissen will, zurückzuführen ist. demokraten.) Segen wir nun die für dieses Quartal ermittelten Prozentziffern der Arbeitslosigkeit in Vergleich mit denen früherer Erhebungen, ergibt fich folgendes Bild: a) nach der Zahl der zahlenden Mitglieder unter Berücksichtigung der Einwohnerzahl; Bureau. b) nach der Wichtigkeit der Nationalität; c) nach der Stärke der gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen sozialistischen Organisation;" d) nach der politischen Macht der sozialistischen Partei oder der sozialistischen Parteien. Wenn in einer Sektion verschiedene Parteien bestehen, so soll Abg. Dr. Mugdan spricht sich für den Antrag Erlach ans. Der die Verteilung der Stimmen nach dem Uebereinkommen der interTarifvertrag, den Herr Fräßdorf erwähnt hat, ist ein Tarifvertrag, effierten Gruppen erfolgen, im Falle der Nichteinigung durch das wie er nicht sein soll. Tarifverträge müssen von unpolitischen Barteien abgeschloffen werden; dieser Tarifvertrag aber ist von der längere Debatte. Schließlich einigt man sich auf folgenden Beschluß: Ueber diese Vorschläge des Sekretariats entspinnt sich eine fleinen Minderheit der Krankenkassenbeamten-2000 von 20 bis 50 000 abgeschlossen worden, nämlich von denen, die den beiden ausbilden eine Sektion, die über die Zulassung aller Vereinigungen Die Parteien und die Organisationen jedes Landes oder Volkes gesprochen sozialdemokratischen Krankenkassenvereinen angehören. Auf diese Weise werden indirekt die übrigen Beamten gezwungen, und Organisationen der betreffenden Rationalitäten entscheiden. diesen sozialdemokratischen Organisationen beizutreten. Falls die Gemeinschaft der Parteien oder Organisationen, die Abg. Fräßdorf( Soz.): Mir ist es nicht bekannt, daß die beiden die Sektion bilden, sich über die Verteilung der Stimmen nicht Bereine fozialdemokratisch find; ich weiß nur, daß ein großer Teil einigen fönnen, wird die Verteilung durch das Internationale ihrer Mitglieder nicht Sozialdemokraten sind. Uebrigens gibt Sozialistische Bureau erfolgen." es gar feine anderen Organisationen, mit denen Tarifberträge abgeschlossen werden könnten. Herr Mugdan sagt, man tönne Tarifverträge nicht mit einer Minderheit abschließen. Abgesehen von den Buchdruckern aber gibt es wohl in Auf eine Frage Troelstras wird festgesetzt, daß die Fraktionen Deutschland feine Organisation, die die Majorität der Berufs- der Sektionen getrennt stimmen können. follegen umfaßt und doch schließen die Arbeitgeber Tarifverträge Die englische Sektion schlägt vor, das System der Kommissionen mit ihnen ab. Würde das nicht geschehen, würde man nie zu Tarif- durch ein permanentes Komitee zu ersetzen, das mit der Ordnung berträgen fommen.( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) der verschiedenen Resolutionen beauftragt wird. Außerdem solle die Abg. Thiele( Soz.) beantragt, auch Punkt 5 der Petition, der Redezeit auf 20 Minuten beschränkt werden. Nach kurzer Disfich auf die männlichen Hausangestellten bezieht, zur Berüd- fussion werden diese englischen Anträge abgelehnt. sichtigung zu überweisen. Aufnahme neuer Sektionen. so 1903 31. März 0,0 1904 1906 31. März 1,1 30. Juni 1,2 30. Juni 3,2 31. März 2,0 30. Juni 2,1 1905 31. März 1,6 30. Juni 1,5 30. Sept. 2,3 30. Sept. 1,8 30. Sept. 1,4 28. Juli 0,8 30. Dez. 2,6 31. Dez. 2,4 31. Dez. 1,8 25. Aug. 0,7 29. Sept. 1,0 In den letzten drei Jahren hat also entsprechend der steigenden Konjunktur des gesamten Wirtschaftslebens eine fast ununterbrochene Verminderung der industriellen„ Referbearmee" stattgefunden. Ferner wird festgesezt, daß jede Nation, die zurzeit im Bureau Nicht vergessen darf man dabei, daß die in vorstehendem gegebenen Durchschnittsprozentsäke das rechnerische Resultat sehr verschiedener vertreten ist, eine Geftion bildet; das Bureau entscheidet über die Prozentfäge für die einzelnen Berufszweige find. Einzelne Verbände weisen eine hoch über dem Durchschnitt stehende Arbeitslofigkeit auf. Die höchsten Arbeitslosenziffern hatte an allen drei famen die Formstecher, Tapezierer und Buchdrucker. In diesen vier Stichtagen der Verband der Friseurgehülfen. Nächst ihm Verbänden schwankte die Prozentziffer der Arbeitslosigkeit im Laufe des Quartals wie folgt: 28. Juli 25. August 29. September Friseurgehülfen. 7,3 Formstecher Tapezierer. Bureaus. Die interparlamentarische Kommission. Buchdrucker . . . 13,5 6,3 5,4 11,0 10,4 7,2 6,0 19,3 3,5 4,0 5,0 Bei diesen Schwankungen spielen Saisoneinflüsse wohl die Hauptrolle. Daneben tommen partielle Krisen und Lohnkämpfe in Betracht. Die niedrigsten Arbeitslosenziffern weisen die großen 20. September d. J. 1,2 Proz. Arbeitslose, der Metallarbeiterverband sogar nur 0,6 Proz. Abg. Mugdan( frs. Vp.): Bei dem Abg. Fräßdorf ist die Seele Nach dem Bericht Huysmans wird folgender Beschluß an des Kassenvorsitzenden in Konflikt geraten mit der Seele des Sozialgenommen: demokraten. Zuerst bekämpfte er als Vorsigender die FordeEine interparlamentarische Konferenz wird gebildet. Sie sett rungen der beiden Arbeitervereine ebenso wie ich, dann sich aus je einem Delegierten pro Nation zusammen. aber unterwarf er sich als Sozialdemokrat löblich, löblich, nach- Die Mitglieder der interparlamentarischen Kommission find die dem man ihm in Düsseldorf mancherlei gefagt hatte. parlamentarischen Gruppen der sozialistischen Parteien, die dem Industriearbeiterverbände auf. So hatte der Holzarbeiterverband am Ich bin einig mit ihm darin, daß Tarifverträge unpolitisch sein internationalen sozialistischen Bureau angeschloffen find. Die sollen. Um so mehr ist zu bedauern, daß die freien Gewerkschaften Funktionen des Sekretärs versieht der Sekretär des internationalen zu politischen gemacht worden sind, und zwar durch die sozialdemokratische Partei. Das ist bedauerlich im Interesse der ihnen zu erteilenden Berufsfähigkeit und der Tarifverträge, die Jede Partei zahlt für jedes ihrer Barlamentsmitglieder jährlich er 5 Frant Beitrag. schwert find mit Gewerkschaften, welche ein Appendix ( Anhängsel) der sozialdemokratischen Partei find. Wenn die Gesetz- glieder der parlamentarischen Gruppen Zutritt haben, Jährlich findet eine Versammlung statt, zu der alle Mit die gebung so töricht ist, solche Verträge zuzulaffen, warum sollen fie der Kommission angeschlossen sind. Außerordentliche Versammlungen, dann nicht von den Sozialdemokraten geschlossen werden?( Aha! bei in denen jede parlamentarische Gruppe sich durch zwei Delegierte den Sozialdemokraten.) Aber ich trete, dafür ein, die Folgen der vertreten lassen kann, können berufen werden. Sie müssen berufen schlechten Gesetzgebung und diese selbst aufzuheben. In Dresden werden, wenn fünf parlamentarische Gruppen es fordern. das weiß doch der Abg. Fräßdorf find 250 Angestellte, die dem Verbande nicht beitreten wollten, damit bestraft worden, daß fie teine Gehaltserhöhung erhielten. Sie wollen die Beamten da durch zwingen, Sozialdemokraten zu werden.( Beifall bei den Freifinnigen.) Abg. Fräßdorf( Soz.)( von den Freisinnigen mit Unruhe empfangen): Der Vorredner hat behauptet, Beamte, welche der Organisation nicht angehörten, hätten fein Recht auf ein Schiedsgericht. Aber der§ 2 des Anstellungsvertrages besagt ausdrücklich: Streitigkeiten sollen unter Ausschluß des Rechtsweges endgültig durch ein Schiedsgericht erledigt werden. Zu diesem Schiedsgericht hat der betreffende Beamte drei Schiedsrichter zu ernennen, ebenso der Vorstand, und die Schiedsrichter wählen den Unparteiischen. Von dem Ausschuß der Angestellten heißt es in§ 9: Der Vorstand erkennt einen von den Angestellten gewählten Ausschuß als berechtigten Vertreter der Angestellten an. Von der Zugehörigkeit zur Organisation ist teine Nede. Auf die Frage des Terrorismus gehe ich heute nicht ein, wenn ich es auch fönnte. Will Abg. Mugdan dahin wirken, daß jeder Terrorismus unterbleibt, so soll er vor seiner eigenen Tür kehren, bei seinen Kollegen, durch welche Kollegen, welche ihrer Organis sation nicht angehören wollten, in den Tod getrieben sind.( Beifall bei den Sozialdemokraten.) Das Internationale Sozialistische Bureau hat das Recht, sich in jeder Versammlung der interparlamentarischen Kommission vertreten zu lassen. Es hat dann beratende Stimme. Das Stimmenverhältnis ist dasselbe wie im internationalen Bureau. Als Siz der Kommission und Versammlungsort wird auf Vorschlag Bebels Brüssel gewählt. Im allgemeinen sollen die Sigungen nach denen des internationalen Bureaus stattfinden. Alles in allem ergibt sich die Tatsache, daß feine Zeit günstiger wie die jetzige für die Arbeiter ist, sich auch ihren Anteil an dem goldenen Segen, der über die Industrie niedergeht, zu verlangen. Eine Erhöhung ihrer Geldlöhne ist für sie umſomehr eine Notwendigkeit, als die gewaltige Steigerung der Preise aller wichtigen Gebrauchsgüter, insbesondere der Lebensmittel ihnen sonst eine direkte Verschlechterung ihrer Lebenshaltung aufnötigt. Zum Wert der Bertrauensärzte. Die Patienten beschleunigt ist, zeigt folgender Fall. Ein älteres weibliches Wie durch Jrrtum eines Kaffenvertrauensarztes der Tod eines Mitglied der Berliner Ortskrankenkasse der Schneider erkrankte und wurde nach sechswöchentlicher Behandlung durch Dr. Simonson einem Nervenarzt( Lowinski) zur Weiterbehandlung überwiesen. Patientin wurde bettlägerig. Dr. L. mußte die weitere Behandlung ablehnen, da er als Nervenarzt den Weg nicht bezahlt erhält. Dr. Simonson behandelte die Kranke weiter. Die Die Kolonialfrage. Kranke wurde dann bon der Kasse zu ihrem Vertrauens Das Exekutivbureau schlägt dazu vor, 1. daß für jedes lautete: Gesund und arbeitsfähig. Der behandelnde Ärzt Sein Gutachten arzt Dr. Sommer, Elsasserstraße, geschickt. Kolonialreich eine kompetente Person erwählt werden soll, die muß darauf die Weiterbehandlung ablehnen. Sie wird nun von Berichte über die Verhältnisse der Kolonien ihres Landes erstattet. einem Arzt in der Stralsunderstraße behandelt. Abermals läßt Zum Beispiel fönnte Van sol über Niederländisch- Indien, Hynd- die Kasse die Kranke durch ihren Vertrauensarzt Dr. Sommer man über Britisch- Indien, Vandervelde über den Kongo, untersuchen und abermals lautet sein Gutachten: Gesund & edebour über die deutschen Kolonien berichten. 2. Wenn möglich, Berichte von sozialistischen Kolonisten einzuholen, da es nüßlich wäre, nicht nur Nationalökonomen und Politifer zu hören, sondern auch Leute, die im kolonialen Milieu leben. Nach kurzer Debatte wird beschlossen, daß jede Nation ihren Berichterstatter über die Kolonialfrage ernennen soll. Arbeiter- Einwanderung und Auswanderung. Abg. Mugdan( frs. Vp.): Abg. Fräßdorf hat beim Verlesen der Es wird beschlossen, die sozialistischen Parteien aufzufordern, beiden Baragraphen hinzuzufügen vergessen, daß der Tarifvertrag Material über diese Frage zu sammeln. Auf Antrag Brantings zwischen der geschäftsführenden Kasse und den beiden Verbänden der wird beschlossen, die Frage der Saisonwanderungen auf dem Kongreß Angestellten geschlossen ist. Es heißt das also, daß die Schiedsrichter von Stuttgart nicht zu diskutieren. Das Bureau beschließt ferner, nicht beliebig gewählt werden dürfen, sondern nur aus den An- den Genossen Schippel aufzufordern, ihm das Material des Buches gehörigen der Verbände.( Widerspruch bei den Sozialdemokraten.) zu übergeben, das er über die Ruliarbeit in Amerika, Australien und Es ist doch der Fall, und gerade darüber beschweren sich die An- Südwestafrika herausgegeben. gestellten. Abg. Fräßdorf( Soz.): Herr Mugdan will nicht verstehen oder Die Beziehungen zwischen den politischen Parteien und den gewerkschaftlichen Organisationen. kann die Tarifabmachungen nicht lesen. In dem Vertrage sind Bezirksämter und ein Tarifamt eingesezt, und natürlich aus VerAuf Vorschlag des Grekutivbureaus wird beschlossen, die Frage tretern der vertragschließenden Parteien.( Aha! bei den Freifinnigen.) auf die Tagesordnung des Stuttgarter Kongresses zu setzen. Außerdem aber find Schiedsgerichte und ein Ausschuß der Angestellten vorgesehen, die ohne Zugehörigkeit zur Organisation zu wählen find lautet demnach: ( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.), und wenn Herr Mugdan es zehnmal bestreitet.( Bravo! bei den Sozialdemokraten.) Abg. Mugdan( frs. Bp.): Die Streitigkeiten in Dresden sind aus dem Tarifvertrage entstanden, und in dem Tarifamt entscheiden eben Sozialdemokraten.( Lautes Lachen bei den Sozialdemokraten.) Unter Ablehnung der eingegangenen Anträge wird der Kommissionsantrag( Ueberweisung der Petitionen an den Reichskanzler als Material) angenommen. Darauf vertagt sich das Haus. Der Präsident v. Ballestrem teilt mit, daß eine Interpellation vom Abg. Bassermann über die auswärtige Politit eingegangen ist, eine Interpellation Albrecht und Genossen über die Teuerung der notwendigsten Lebensmittel und eine Interpellation des Abgeordneten Dr. Ablaß über die Fleischteuerung. Die erste soll morgen, die beiden anderen in einer der nächsten Sizungen auf die Tagesordnung kommen. Nächste Sizung: Mittwoch 1 Uhr. Tagesordnung: Interpellation Bassermann über die auswärtige Politit; Wahlprüfungen; Rechnungsfachen. Schluß 6 Uhr. Die Konferenz des Internationalen Sozialistischen Bureaus. ( Schluß.) Die Tagesordnung des Stuttgarter Kongresses 1. Vorlegung der verschiedenen vom internationalen Bureau beschlossenen Resolutionen. Bureaus und der interparlamentarischen Kommission. 2. Die Geschäftsordnung des Kongresses, die Statuten des 3. Der Militarismus und die Verhinderung internationaler Konflikte. 4. Die Beziehungen zwischen den politischen Parteien und den gewerkschaftlichen Organisationen. 5. Die Kolonialfrage. 6. Arbeiter- Auswanderung und Einwanderung. Das Mehr an Kosten deckt die deutsche Sozialdemokratie. Jeder Delegierte zum Kongreß hat 10 Frant Beitrag zu zahlen. Mai stattfinden. Die nächste Sigung des Bureaus wird in der ersten Hälfre des Soziales. und arbeitsfähig. Jest war die in der Tat schwer Strante gezwungen, sich auf ihre Kosten in privatärztliche Behandlung zu begeben. Dr. Marcuse( Brunnenstraße) hält die Patientin für zweifellos arbeitsunfähig und einer schleunigen Operation bedürftig. Die Kranke wird in die Dr. Cohnsche Klinik gebracht. Dort wird sie untersucht: vier Aerzte halten schleunige Operation( Entfernung einer Hirngeschwulst) für absolut geboten. Die Kasse erhält Kenntnis. Die Kasse verlangt, daß die Batientin der Charité zugeführt werde. Die Patientin wünscht aus leicht erklärlichen Gründen die Ueberführung in ein anderes Krankenhaus. Erst durch Intervention des Dr. Marcuse wurde eine Ueberführung nach dem Krankenhause am Friedrichshain ermöglicht. Dort wurde gleichfalls erklärt, daß eine schleunige Operation, die schon vor Wochen hätte borgenommen werden müssen, die einzige Rettung gewesen sei, indes sei nunmehr eine Operation zu spät, da die stranke zu schwach, der Krankheitsprozeß zu weit vorgeschritten Am 3. November star 6 die " jet. arme Patientin an den Folgen des zweimal falich abgegebenen Gutachtens des Vertrauensarztes". Noch innerhalb einer Woche nach Erstattung des zweiten" Gutachtens" wäre Rettung wahrscheinlich gewesen. Man wende uns nicht ein: Jrren ist meniulich. Eben weil irren menschlich ist, war es die verdammte Pflicht und Schuldigkeit des Vertrauensarztes", vor Abgabe seines Gutachtens, daß die Todkranke gesund und arbeitsfähig" sei, daran zu denken, daß seine Kollegen anderer Ansicht waren und daß er sich irren könnte. " So wenig eine etwaige Simulation zu begünstigen ist, so energisch muß die Simulationsriecherei und das System vou Bertrauensärzten, falls dies nicht mit absolutem Schutz gegen bureaukratische und fiskalische Simulationsschnüffelei umgürtet ist, bekämpft werden. Sache der Vorstandsmitglieder der Kasse und der Kaffenmitglieder muß es sein, ein System zu beseitigen, das den Tod eines Mitgliedes zur Folge haben tann und leider auch zur Folge gehabt hat. Zu dem Streit über die Verhältnisse im Vorwärts- Betriebe erhalten wir noch folgende Zuſchrift: " In dem in Nr. 264 des Vorwärts" abgedruckten Artikel„ Herr Reghäuser und die Vorwärts- Buchdruckerei" hat Herr Fischer einige auf mich bezügliche Ausführungen gemacht, die mich zu einer Erwiderung zwingen. Zur Statistik der Arbeitslosigkeit. Einen sehr wertvollen Beitrag zur Bemessung des An- und Abschwellens der„ Reservearmee" bietet die vom reichsstatistischen Amt veranstaltete periodische Erhebung bei den Fachverbänden: den freien Gewerkschaften sowohl wie bei den Hirsch- Dunckerschen, christlichen Meine Zuschriften an den„ Korrespondent" geschahen nicht und konfessionellen Vereinen. Die am 26. September 1906 ver- anonym, sondern unter vollständiger Angabe meines Namens. Auf sandten neuen Anfrageformulare bedeuten insofern einen Fortschritt eine diesbezügliche Umfrage meiner Kollegen habe ich mich auch Die Zulassungsbedingungen für den Inter- gegenüber den früheren, als nunmehr an stelle des einen Stichtages ohne weiteres als den Verfasser jener Buschriften bezeichnet. nationalen Kongreß, die in der Resolution des Bariser drei Stichtage getreten sind, und zwar der letzte Arbeitstag der Für alle in meinen Zuschriften gemachten Behauptungen trete Kongresses von 1900 firiert wurden, bleiben unverändert 4., 8. und 13. Quartalswoche. Außerdem werden nunmehr die ich jederzeit den Wahrheitsbeweis an. Die 1000 M.- Notiz ist nicht bestehen. Danach werden also zugelassen: 1. Alle Organisationen, gesamten Arbeitslosentage einschließlich der Karenztage erfragt, also meine Arbeit. die die wesentlichsten Grundsäße des Sozialismus anerkennen. Ver- nicht nur wie bisher die Unterstützungstage. Ich habe dem„ Korr." auch nicht ohne weiteres mein Material gesellschaftung der Produktions- und Austauschmittel, internationale Geantwortet haben diesmal 64 Verbände mit insgesamt rund zur Verfügung gestellt. Wiederholt hatte ich von einer Kritik der Einigung und Aktion der Arbeiter, Eroberung der politischen Macht 1366 000 Mitgliedern. Das Ergebnis war nach dem Reichs- Mißstände im Vorwärts- Betriebe die Abstellung derselben erwartet. durch das als Klassenpartei organisierte Proletariat. arbeitsblatt" folgendes: Am lezten Arbeitstag der 13. Quartals. Selbst in einer Kreiskonferenz des 4. Kreises hatte ich das versucht. Auf meine Beschwerden im allgemeinen geht Herr Fischer gar schichte verantwortlich machen, indem sie ihm unterstellen, er hätte nicht ein, nur auf meine Makulatur kommt er höhnisch zurück, die über die derzeitigen Verhandlungen mit der Direktion den Arbeitern in folgendem bestand: Nachdem ich unter Zurücklegung meiner nicht wahrheitsgemäß berichtet und dadurch die Erregung unter eigentlichen Arbeit bereits zwei eilige Arbeiten erledigt hatte, ihnen hervorgerufen. Ein sehr billiges Vergnügen, da sich der bekam ich eine außerordentlich eilige, ein dreiseitiges Zirkular. Arbeiterausschuß den Herren Auge in Auge gegenüber ja nicht Sie war so eilig, daß der Faktor mir die ersten beiden knapp mehr verantworten kann. fertigen Seiten selbst vom Platz nahm und zur Abziehpresse trug. Die Arbeiter allerorts werden aber nach wie vor dringend erDie hastige Herstellung der Arbeit machte ein jorgfältiges Arbeiten sucht, jedes Arbeitsangebot nach den Firmen Siemens- Halske und unmöglich, und so geschah es, daß ich bei der Korrektur eine Zeile Siemens- Schuckert während der Dauer des Kampfes unbedingt abmit einer ähnlich lautenden verwechselte. Bei der Revision wurde zuweisen. Die Bemühungen der Firmen, Arbeits= das nicht gesehen und Makulatur gedruckt. Wegen dieses auch willige zu erhalten, müssen scheitern an dem anderen Kollegen schon passierten Versehens wurde ich zu Herrn Solidaritätsgefühl der organisierten ArbeiterFischer gerufen, der mir eröffnete, daß ein nochmaliges schaft! Versehen mit Entlassung beantwortet werden Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden ebenfalls gebeten, von würde. Im übrigen wird mir Herr Fischer nicht zumuten, dem Streik entsprechend Notiz zu nehmen und vor Zuzug zu daß ich zu einer Kritik seiner Handlungsweise erst seine Zu- warnen. stimmung erbitte oder gar mit seinem Rücken Rücksprache nehme! Otto Mahlo. Gewerkschaftliches. Nügliche Elemente." beDie beiden Steindrucker Böhme und Müller waren während eines Streits bei einem Steindruckereibesizer in Chemnit als Arbeitswillige eingetreten. Da sie wußten, daß ihre Rausreißerdienste von seiten der Unternehmer hoch eingeschätzt und sie als notwendiges Arbeitsmaterial trachtet werden, glaubten sie ihren Unternehmer auch etwas schröpfen zu können. Sie ließen sich gleich zu Beginn ihrer Tätigkeit jeder 20 M. Vorschuß geben, indem sie vorschüßten, daß sie sich ein möbliertes Zimmer gemietet hätten und die Miete pränumerando zahlen müßten. Die beiden Arbeitswilligen bekamen auch ohne weiteres das Geld. Sie hatten aber ihrem Chef etwas weiß gemacht und berjubelten das Geld. Dieses Geschäft schien sich zu lohnen, denn bald darauf machte Müller den Versuch, sich von einem Berliner Unternehmer 50 M. zu erschwindeln, indem er angab, daß er mit der ganzen Familie übersiedeln müsse. Dieser merkte aber Lunte und brachte die Sache zur Anzeige, wodurch auch die anderen Schwindeleien an den Tag kamen. Die beiden Streifbrecher hatten sich nun dieserhalb vor dem Schöffengericht in Dresden zu verantworten. Dieses verurteilte Müller wegen vollendeten und versuchten Betruges zu drei Wochen und Böhme wegen Betruges in einem Falle zu 15 Tagen Gefängnis. Berlin und Umgegend. Der Streit in den Siemenswerken Achtung, Werkzeugmacher! alter Disziplin zu fügen und wird für die Durchführung des Tarifs eintreten." In einer zweiten Resolution spricht die Versammlung die bestimmte Erwartung aus, daß die Prinzipale des Gaues Oftpreußen in der Lokalzuschlagfrage infolge der enormen Verteuerung der Lebenshaltung der Gehülfenschaft das möglichste Verständnis entgegenbringen werden. Meinungsfreiheit. Der letzten Nummer des„ Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker" entnehmen wir folgende Säge: " Daß die Meinungsfreiheit in dem Verbandsorgane der deutschen Buchdrucker im weitesten Maße garantiert ist und der ,, Korr." hierin manchem Parteiblatte als Vorbild dienen kann, wissen die objektiv denkenden und urteilenden Kollegen zur Genüge." Und das zweite Mal hat die Meinungsfreiheit" folgendes. Aussehen: " In diesem Sinne wäre es geboten, jenem Preßgelichter, das sich nicht genug tun tann in seinen den Verband verlästernden Orgien, begreiflich zu machen, daß wir ihnen gegenüber nicht anders zu denken vermögen wie Goldschmidts Junge. Schließlich haben wir gegen Schädlinge im Verbande einen Paragraphen in unserem Verbandsstatute(§ 5 Abs. b), der es verdiente, in etwas unter die Lupe genommen zu werden." Die Streifenden der Spezialbetriebe haben am gestrigen Tage zu dem Artikel der Arbeitgeberzeitung" den Werkzeugmacherstreit betreffend Stellung genommen. Die Streifenden fanden keine Veranlassung, wegen dieses Klageliedes ihre Stellung zu ändern, sondern beschlossen, im Streif weiter zu verharren. Wir ersuchen bringend, den Zuzug von Arbeitswilligen von Berlin fernzuhalten. Orsverwaltung Berlin des Metallarbeiterverbandes. national Talting Machine Co.( Sprechmaschinen) in Neu- Weißensee, Metallarbeiter, Achtung! Sämtliche Arbeiter der Firma: InterLehderstr. 22 find in den Streit getreten. Zuzug ist streng fern- Wilhelmshaven und den oldenburgischen Vororten. Der Grund war Ortsverwaltung Berlin des deutschen Metallarbeiterverbandes. Deutsches Reich. zuhalten. Der fragliche Paragraph ist der Ausschluß- Baragraph! Die ganze Arbeiterschaft ausgesperrt haben die Arbeitgeber in ein fleiner Streit bei einem Fuhrunternehmer, dessen Personal die Absetzung eines zu Schikanen neigenden Futtermeisters verlangte. Der Arbeitgeberverband mischte ich sofort in diesen an sich unbedeutenden Ausstand und beschloß am Sonntag in ge= Erfolge gewerkschaftlicher Organisationen. heimer Sigung den Streit mit einer Generalaussperrung Der Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands hat sämtlicher organisierter Bauhandwerker zu beantworten. Die ſeit zwei Jahren eine Zusammenstellung seiner Erfolge der gewerk- Aussperrung trat am Montag in Kraft und erstreckt sich mit Ausschaftlichen Kämpfe feiner Mitglieder vorgenommen, deren Resultat nahme der Werft- und Hafenarbeiter fast auf die gesamte organi2318 Personen eine Arbeitsverkürzung von wöchentlich 12 474 Stun- 100 Maurer, 70 Bauhandwerker, 50 Zinumerer, 40 Holzarbeiter, er jetzt veröffentlicht. Demnach wurde in diesem Zeitraum für fierte Arbeiterschaft Groß- Wilhelmshavens. Ausgesperrt sind zirka den und für 3551 Personen eine Lohnerhöhung von wöchentlich 70 Maler, 60 Metallarbeiter und die Dachdecker bei zwei Firmen. 6191 M. erzielt. Auf das ganze Jahr berechnet, ergibt das für jede Von welcher Seite wird jetzt Terrorismus geübt? Die Gewerkschaften Person eine durchschnittliche Arbeitsverkürzung von 269 Stunden hatten auf das Anfinnen des Arbeitgeberverbandes, die bei der und eine ebensolche Lohnsteigerung von 87,17 M. In der Tat ein betreffenden Firma streikenden Transportarbeiter zu zwingen, die schöner Erfolg! Arbeit wieder aufzunehmen, beschlossen, das Personal der Firma Im ganzen wurden während der letzten 10 Jahre vom Zentral- seinen Lobnkampf allein ausfechten zu lassen und sich nicht in den berband der Schuhmacher Deutschlands 297 Streits geführt. Von Streit zu mischen, die Arbeitgeber aber benutzten diesen Bagatelldaran 33 146 Personen, die vom Verband gezahlte Unterstützungs- schaft zu verhängen. Besonders bemerkenswert ist es, daß der diesen waren 169 Angriffs- und 127 Abwehrstreits. Beteiligt waren streit, um eine Generalaussperrung über die organisierte Arbeiterfumme erreichte die Höhe von 839 944 M. Banter Sekretär des Arbeitgeberverbandes, ein gewisser Tapten, ein Hauptscharfmacher, noch bis vor kurzem dem sozialdemokratischen Wahlverein angehörte. Erst kurz vor dem Mannheimer Parteitage wurde seine Ausschließung beschlossen. Streit teilMassenaussperrungen auf den deutschen Schiffswerften in Sicht. Wie seinerzeit hier gemeldet worden, befinden sich seit mehr als einem halben Jahre die Schiffbauer und Schiffszimmerer der Eine mehr denn merkwürdige Verurteilung erfolgte am Sonnhat durch die Arbeitsniederlegung mehrerer neuer Abteilungen eine Werft von Stocks und Kolbe in Wellingdorf bei Kiel wegen Lohn- abend vor dem Schöffengericht in Hof. Zwei noch nie mit dem weitere Ausdehnung erfahren, sodaß sich die Zahl der Ausständigen forderungen im Ausstand. Wiederholt haben sich die Vorstände der Strafgesetz in Berührung gekommene Arbeiter standen unter der gegenwärtig auf zirka 2300 beläuft. Wie unangenehm der Firma in Betracht kommenden Arbeiterorganisationen bereit erklärt, mit das fortdauernde Herausziehen von an sich zwar nur fleinen, nichts der Firma in Unterhandlungen zu treten, diese weigerte sich jedoch Auflage: gegen den berüchtigten§ 153 der Gewerbeordnung berdestoweniger aber sehr wichtigen Abteilungen aus dem Betriebe hartnäckig, die Organisationen anzuerkennen. Die Firma besaß ſtoßen zu haben. Als einziger Zeuge fungierte der Tischlergehülfe ift, zeigt zur Genüge ihr krampfhaftes Bemühen, Arbeitswillige fogar die Unverfrorenheit, die Streitenden unter schroffer Zurück Zennych, dem der Laie auf geraume Entfernung schon ansieht, daß aus allen Gauen Deutschlands und Desterreichs heranzuholen. weisung ihrer Organisationsvorstände vor das Forum des Arbeit- man es mit einem blöden, schwachsinnigen Menschen, einem Allerdings entspricht der Erfolg keineswegs den aufgewendeten geberverbandes der Kieler Eisen- und Metallindustrie zu zitieren, Jdioten zu tun hat. Dieser Mensch, dem offenbar das VerMühen und Kosten, denn die wirklich brauchbaren Arbeitskräfte und stellte, wie im September hier berichtet worden, für den ständnis für die Gewerkschaftsidee völlig abgeht, leistete anläßlich dieser Art fangen meistens gar nicht erst an, oder hören schon Weigerungsfall eine allgemeine Aussperrung in der nordwest- des diesjährigen Tischlerstreits Naußreißerdienste, und soll diesernach wenigen Stunden wieder auf, sobald ihnen von den Streitenden deutschen Schiffbauindustrie in Aussicht. Die Streikenden gaben tlargemacht worden ist, wie die" Aktien" bei der Firma stehen. des lieben Friedens wegen nach und traten unter Beiseitestellung balb von dem Brauer J. Fritsch und dem Tischler Joh. Roth beKleben bleibt im Betriebe von den neu angeworbenen nur der Teil, ihrer Organisationsleitungen direkt mit dem Arbeitgeberverband droht und beschimpft worden sei. Der beklagte Fritsch konnte nur der wegen ungenügender Leistung herzensfroh sein muß, wenn er in Verbindung. Aber alles half nichts, die Firma ließ sich auf nachweisen, daß er zu der fraglichen Zeit, wo die Bedrohung ge= überhaupt nur irgendwo einen Unterschlupf findet. In normalen nichts ein. Die letzten Verhandlungen fanden vor einem Monat schehen sein soll, gar nicht in Hof in Arbeit gestanden habe; darauf Zeiten würde sich die Firma denn auch sehr bedanken, Leute vomi statt. Nun erschien auf einmal der Vorstand der Gruppe aufmerksam gemacht, meinte die Staatsstüße, daß es dann eben zu Kaliber dieser Arbeitswilligen einzustellen. Gegenwärtig erscheinen deutscher Schiffswerften, Hermann Blohm in Ham- andrer Zeit gewesen sei. Der Beklagte Noth reiste bei Ausbruch. fie als Lückenbüßer jedoch gut genug; fie füllen wenigstens die burg, auf dem Kampfplatz. Die Streifenden erhielten die Zahl. Der Schaden, den die Firma durch den jezigen Streit fategorische Aufforderung, die Sperre über die Firma Stods und des Streites sofort in seine Heimat und kehrte erst zurück, als eine Anzahl Meister bewilligt und er Arbeit hatte. erleidet, ist nach ihrem eigenen Gingeständnis und nach den ge- Kolbe aufzuheben, widrigenfalls der Arbeitgeber- Verband in Hamlegentlichen Bekundungen verschiedener Meister denn auch ein ganz burg weitere Maßregeln ergreifen würde. Die Streifenden taten Auch von diesem, der so gut wie garnicht am enormer. Die Produktionsfähigkeit der Werke hat sich, wie es auch aufs neue ihre Bereitwilligkeit zu unterhandeln kund, wünschten genommen, will der Kronzeuge mindestens dreißigmal belästigt und gar nicht anders sein kann, recht erheblich vermindert, und eine aber die Hinzuziehung des Herrn Kolbe. Daraufhin traf am bedroht worden sein. Während so die Aussagen des Herrn weitere Verminderung ist naturgemäß unausbleiblich, je länger 7. November vom Arbeitgeber- Verband, Gruppe deutscher Schiffs- Arbeitswilligen zweifellos recht unglaublich erschienen, lehnte dennoch die Direktion auf ihrem trassen Herrenstandpunkt beharrt. Jetzt werften, ein Telegramm ein, worin die Streikenden aufs neue auf- das Gericht den Antrag der Verteidigung auf Aussetzung der VerStreitleitung bereits schon sämtliche Arbeiter aus dem Betriebe aufzuheben, widrigenfalls" die dem Arbeitgeber er weitere Antrag, Zeugen darüber zu vernehmen, daß der Zeuge sucht die Direktion zwar den Anschein zu erwecken, als hätte die gefordert wurden, jo fort die Sperre über die Wellingdorfer Werft handlung behufs Alibinachweises furzer Hand ab, wie auch der herausgezogen, die ihr überhaupt nur zugänglich seien. Wieweit band Kiel angehörigen girmen und mit diesen nicht zurechnungsfähig ist, abgelehnt wurde mit der mehr als dies zutrifft, dürften die kommenden Wochen ja zeigen. Soviel die Werften der Gruppe Schleswig- Holstein vom ist jedoch ficher: Wenn die Direktion wirklich der Meinung sein 24. November ab ihren Betrieb einschränken merkwürdigen Begründung:„ Die Sache sei durch die vollständig sollte, daß die Streifleitung bereits am Ende ihres Lateins an- würden. Die übrigen deutschen Schiffswerften glaubwürdige Zeugenaussage des gennych genügend aufgeklärt." gelangt ist, so befindet sie sich in einem schweren Irrtum. Min- würden sich am 8. Dezember dieser Maßnahme Die beiden Sünder wurden denn auch zu drei resp. fünf Tagen destens die gleiche Anzahl von Abteilungen, wie sie jetzt bereits anschließen." Gefängnis verurteilt. draußen sind, harren nur des Rufes der Streitleitung, sich ebenfalls Die Streitenden hatten keine Veranlassung, diesem Utas Folge Entwürdigende Zumutungen an streifende Arbeiter stellt der den Ausständigen anzuschließen, sobald dies notwendig sein sollte. zu leisten, und so haben die Unternehmer bereits Anstalten ge= Ein Beweis hierfür liegt ja schon allein in der Tatsache, daß die troffen, ihre Drohung wahr zu machen. Auf der Kruppschen Direktor der Spinnerei in Erlangen, in welchem Betriebe erst türzlich aus allen Teilen des Werkes entlassenen 300 Vertrauens- Germaniawerft haben am Sonnabend 1700 Arbeiter, d. h. fünfzig fürzlich eine Bewegung der Anießer und Halbspinner durch VereinLeute bereits nach zwei Tagen prompt durch neue Vertrauensleute Prozent der Beschäftigten, ihre Kündigung zum 24. November er- barung beigelegt wurde. Am Dienstag sind neuerdings vierhundert erfekt waren, sodaß die Organisation im Betrieb durch jene Mag- halten; für die Howaldtswerke steht eine gleiche Maßregel in Aus- Arbeiter in den Ausstand getreten, weil das Gerücht ging, daß eine regel der Direktion nicht den mindesten Schaden erlitten hat. So- sicht. Bereits im Frühjahr, gelegentlich der deutschen Former- große Anzahl böhmischer Arbeiter unterwegs sei, und weil der mit ist der Stand der Dinge für die beteiligten Organisationen bewegung, haben die Scharfmacher in Kiel ähnlich manöveriert, Direktor erklärt hatte, die Ansetzer und Spinner würden nie mehr nach Lage der Sache ein völlig befriedigender. Daran ändert auch schließlich aber, in letter Stunde, die Massenkündigungen zurück zu Spinnern vorrücken. Das Gewerbegericht suchte in zweimaligen nichts das mehr wie eigentümliche Verhalten der„ Arbeitgeber genommen. Da außerdem auf der Kruppschen Werft eine Kün- Verhandlungen zu vermitteln, wobei der Direktor die Bedingung Zeitung". Dies edle Blatt bemüht sich in einer ganz auffälligen digungsfrist nicht existiert, betrachten die Arbeiter auch die dies- stellte, die Arbeiter sollten eine bindende Erklärung abgeben, daß Weise, den Streit bei Siemens zu einem Stampf um prinzipielle maligen Maßregeln als Schredschuß, zumal die beteiligten Unter- nie mehr eine derartige Arbeitsniederlegung vorkomme, ferner solle Dinge zu stempeln, bei dem es der Metallarbeiter- Verband darauf nehmer bei der jetzigen Hochkonjunktur im Schiffbau mit der abgesehen habe, als Organisation von der Firma offiziell aner Ausführung ihrer Drohung die reine Selbstmördertaftik befolgen kannt zu werden. Der Metallarbeiter- Verband dentt gar nicht würden. Zum 21. November sind vier große Versammlungen eindaran, die Anerkennung seiner Organisation hier durch einen berufen, in denen die Arbeiterschaft Stellung zu dem neuesten Kampf zu erzwingen". Diese Anerkennung wird ihm ja ganz Scharfmacherstreich nehmen wird. von selbst; sie liegt in der zunehmenden Stärke des Verbandes und seinem wachsenden Einflusse begründet. Einem derartigen Ein- Achtung, Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen. Bei der Die Führer der Londoner Motoromnibusse stehen etwa 500 an flusse und seiner steigenden Bedeutung vermögen sich auf die Dauer Firma Georg Schäfer, Magdeburg, ist am 12. d. M. wegen Lohn der Bahl im Streit. Der Lohn dieser Omnibusführer beträgt jetzt auch die größten Weltfirmen nicht zu entziehen. Ebensowenig zieht differenzen ein Streit ausgebrochen. Mit Ausnahme des Werkführers 7 M. pro Werktag bei neunstündiger Arbeitszeit, 10,50 m. für den das Verlegenheitsschlagwort von der Durchsetzung sozialdemokra- und des Pressers ist das Personal, 10 Gehülfen und 20 Arbeiterinnen Sonntag bei 18 stündiger Dienstzeit und 3,50 m. pro Tag, wenn tischer Grundsäße". Wie bereits betont, handelt es sich bei diesem einmütig in den Ausstand getreten. Zuzug nach Magdeburg ist streng der Wagen zweds Reparatur im Depot zu verbleiben hat. Nur mit Stampf einzig und allein um die neue Arbeits. fernzuhalten. dem letzteren Sage sind die Arbeiter nicht zufrieden. Sie fordern ordnung und die damit zusammenhängende bei Reparaturarbeiten 5 M. pro Tag. Darauf ging die Direktion Frage der Ueberstundenarbeit. Die Arbeiter sind nicht ein, sondern schlug nun überhaupt ganz andere Lohnnach wie vor bereit, wirklich notwendige Ueberstunden zu machen. zahlungen vor. Sie will jetzt die Führer nach zurückgelegten Um aber zu verhüten, daß die bisherige reguläre Arbeitszeit durch In fünf Versammlungen, denen Tausende von Metallarbeitern Touren bezahlen, also eine Art Affordlohn einführen. Die willkürlich angeordnete nicht notwendige Ueberstunden verlängert beiwohnten, wurde am Montagabend beschlossen, die Zugeständnisse Führer ihrerseits erklären, daß diefes Lohnsystem eine Gefahr für wird, verlangen die Arbeiter weiter nichts, als daß der Arbeiter der Fabrikanten anzunehmen. Vom 1. Januar 1907 ab werden das Bublifum mit sich bringen würde, denn um einen entsprechenden ausschuß beratend hinzugezogen wird, sobald die Direktion die also in sämtlichen Nähmaschinen- und Fahrradfabriken eine fünf- Lohniaz zu erreichen, müßten die Fahrer ihre Vehikel stets in Ableistung von Ueberstunden für eine längere Zeitdauer anzuordnen prozentige Lohnerhöhung und eine Verkürzung der Arbeitszeit von möglichst raichem Tempo halten. Der andere Vorschlag der Direktion gedenkt. Weiter soll die Bestimmung der neuen Arbeitsordnung 10 auf 92 Stunden eintreten. Am Sonnabend wird nur unterscheidet zwischen Führern ersten, zweiten und dritten Grades. betr. der gewerkschaftlichen und politischen Agitation nicht nur gegen 9 Stunden gearbeitet, und an den Vortagen der drei hohen kirch- Auch dieses System lehnen die Arbeiter ab. Das Anerbieten der die freien Gewerkschaften, sondern gegen alle angewandt werden. lichen Feste werden die Fabriken um 2 Uhr nachmittags geschlossen. Organisation, zwischen Streifenden und Direktion zu vermitteln, Demzufolge müßte die Agitation der Werkführer, Meister usw. Die Königsberger Buchdrucker und der neue Tarif. wurde von letzterer abgelehnt. Die Arbeiter fordern aber die Angegen die freien Gewerkschaften und für den gelben Unterstüßungsverein untersagt werden. Mit der Proportionalwahl für die Ar- Die Königsberger Buchdrucker lehnten bekanntlich den neuen nicht gefunden. erkennung ihrer Organisation. Streitbrecher haben fich bisher noch beiterausschüsse sind die Arbeiter einverstanden. Die gegenteiligen Tarif in der Oktoberversammlung mit Zweidrittelmajorität ab. Behauptungen der Arbeitgeber- Zeitung" find also unwahr. Nur Der Vorstand der Ortsverwaltung war nun bestrebt, einen anderen Briefkaften der Redaktion. verlangen die Arbeiter, daß die auf Grund solcher Wahlen zustande Beschluß herbeizuführen, zumal im Deutschen Reiche die Gegner gekommenen Ausschüsse sich ihre Subkommission durch Mehrheits des neuen Tarifes in der Minderheit blieben. Es fand nun am gericht stattfinden. Dann könnte erst auf Rückkehr geklagt werden. Wenn 123. Ein Sühnetermin müßte vorausgehen, derselbe muß beim Amts. beschluß selbst wählen. Schließlich wären noch zu erwähnen die ab- Sonntag, den 11. November, im alten Schüßenhause eine zweite dann ein Jahr verflossen ist, ohne daß das Eheleben wieder aufgenommen änderungsbedürftigen Bestimmungen über das Stecken der Kon- Buchdruderversammlung statt, die sich wiederum mit der Tarif- ist, könnte erst eine erfolgreiche Ehescheidungstlage angestellt werden. Bei trolluhr, die Entlassung ohne Angabe von Gründen und den Auf- angelegenheit beschäftigte. Hier wurde nun der neue Tarif auf dieser Sachlage ist also zu raten, einen anderen Scheidungsgrund als Unter enthalt an fremden Pläßen im Betriebe. Das sind in der Haupt- Grundlage folgender Resolution mit allen gegen zwei Stimmen lage zu nehmen. R. A. 10. Nein, Sie hätten längst die preußische sache die ganzen Differenzpunkte. Daß es deswegen zu einem so angenommen: Staatsangehörigkeit erwerben tönnen. 3. R. 131. Ueber Eisenbahnheftigen Kampfe kommen fonnte, ist lediglich dem unglaublich„ Obwohl mit den Beschlüssen des Tarifausschusses in wesent: verbindungen erteilen Ihnen die amtlichen Auskunftstellen( Bahnhof schroffen Verhalten der Direktion zuzuschreiben. Nun aber, da die lichen Bunkten in keiner Weise zufrieden, sieht sich die Mitglied- Alexanderplat, Schlesischer Bahnhof, Potsdamer Bahnhof, Friedrichstraße) O. R. 11. Jawohl. Herren sehen, daß der von ihnen entfachte Brand nicht so schnell, schaft Königsbergs veranlaßt, heute angesichts der Sachlage, daß 2. Gleichzeitig mit der Anfrage können Sie den Antrag auf Bestrafung die zuverlässigste Auskunft. Sorge 100. 1. Ja. wie sie es erwarteten, erlöschen will, sondern täglich weiter um der Tarif seitens der Mehrheit der Kollegen des Deutschen wegen wissentlich falscher Denunziation verbinden, wenn der Sachverhalt fich greift, möchten sie den Arbeiterausschuß für die ganze Ge- Reiches als angenommen anzusehen ist, sich diesem Faktum in sich in der Tat so verhält, wie Sie ihn geschildert haben. E. 2. Nein. " Deutscher Buchbinderverband. Die Ortsverwaltung. Der Metallarbeiterstreik in Bielefeld beendet. eine Kommission der Arbeiter bei ihm um Entschuldigung bitten, endlich behielt er sich das Recht vor, acht Spinner, die sich als Unruhestifter" hervorgetan hätten, zu entlassen. Eine Versammlung der Streikenden lehnte diese unwürdigen Bedingungen ab. ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.)) Husland. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 14. November. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Mignon. Schauspielhaus. Hamlet, Prinz v. Dänemark. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Das Wintermärchen. Westen. Martha. Lortzing. Der Barbier von Sevilla. Nochm. 3 Uhr: Rotkäppchen. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Der Sturm. Lessing. Das Blumenboot. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0.( Wallner Theater.) Die Verschwörung des Fiesto zu Genua. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). tourist. Nenes. Die, Condottieri. Kemische Oper. Lakmé. Residenz. Triplepatte. Der HochLustspielhaus. Husarenfieber. Kleines. Man kann nie wissen. Zentral. Tausend und eine Nacht. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Der Hauptmann bon Stöpenick. Thalia. Wenn die Bombe platt! Luisen. Ein Wintermärchen. Bernhard Rose früher Carl Weik. Ausgewiesen. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Kasino. Die beiden Champignol. Folies Caprice. Serenissimus August XXVI.- Das Modell. Das Provinzmädel. Paffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Jm wissenschaftlichen 8 Uhr: Sizilien. Theater: Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Scheffer: Die photographische Camera. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Abends 7, Uhr: Martha. Gutscheinheste ungültig. Donnerstag: Der Trompeter von Säkkingen. Richard Koennede a. G. Neues Schauspielhaus Mittwoch, den 14. November: Der Sturm. Morgen: Der Sturm. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die Condottieri. Morgen und folgende Tage: Die Condottieri. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Man kann nie wissen. Donnerstag zum 118. Male: Ein idealer Gatte. Freitag zum 119. Male: Ein idealer Gatte. Komische Oper. 8 Uhr: Lakmé". Jm 2. Aft: ,, Cobra", ausgeführt von Ruth St. Denis. Donnerstag: Carmen. Ruth St. Denis. Hierauf: Urania. Wissenschaftliches Theater. Abends Sizilien. 8 Uhr: Hörsaal 8 Uhr: Dr. W. Scheffer: Die photographische Kamera. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwank in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaug. Vicomte Robert de Houdan: Richard Alerander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Bernhard Rose- Theater früher Carl Weiß- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Ausgewiesen. Soziales Volksstüd in vier Aften von Karl Böttcher. Billettvorverkauf für 8 Tage vorher bon 10-1 Uhr an der Theaterkaffe und bei Wertheim. Sonnabend nachm.: Frau Holle. Sonntag nachm.: Die Tochter des Herrn Fabricius. Schiller- Theater. ith. Th.) Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr. Mittwoch, abends 8 Ubr: Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Der Hochtourist. Ein republikanisches Trauerspiel in Schwant in 3 Atten von Kurt Kraak 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Freitag, abends 8 Ubr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. und May Neal. Donnerstag, abends8ubr: Donna Diana. Freitag, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball E unter Leitung des Herrn D. Bürger. Jeden Mittwoch: 24762* Willy Walde- Sänger. Montag, den 19. November: Großes Elite- Streich- Konzert ausgeführt vom Nenen Tonkünstler- Orchester( Dir. Franz Hochfelder). Entree 25 Pf. Nach dem Konzert: Familien- Kränzchen. Anfang 8 Uhr. Gebr. Arnhold. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute Mittwoch, den 14. November, abends präzise 7½ Uhr: Grande Soirée équestre. Mons. Fernand Guichenet, Elite Programm. 1. a.: Oberbereiter Seiner Maj. des garen. Mr. Henricksens unerreicht dastehende Abends 7, Uhr: Monsieur Romeos Staunen erregende Automobilexperimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Gem. 30 Zentner u. 4 Insassen.) Außerdem: Frl. Martha Mohnke, Schulreiterin. 4 Springpferdegrößte Tigergruppe Konkurrenz. Herrn Ernst Schuwilde Dressur. Die 5 Könige der Luft Les 5 Alex. Auf der Pußta borgert Schumann. bom Dir. Les 5 Piroscoffis Mile. Rosa Cardinalė. Mile. Ella. MIle. Eugenie usw. Um 10 Uhr: Die große AusstattungsPantomime: Ein Tag in Monte Carlo. Deutsch- Amerikanisches Theater. Jeden Abend 8 Uhr Gastsp. A. Philipp. Im wilden Westen und der sensationelle Lacherfolg manns Neudreſsuren. Fräulein Marguerite, Schulreiterin. Aus der Puẞta. Orig.- Pantomime d. Zirk. Busch. 3entral- Theater. ( Operette). 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. WINY STARTEN 65 Herr Hauptmann von Köpenick. Interessante neue Darbietungen. Sonnabend nachmittag 3, Uhr: Die Reise durch das Märchenland. Kleine Preise! Ein Kind frei! Sonntag nachm. 3 Uhr( halbe Breife): Ueber'n großen Teich. Weihnachts- Prämien. Wir sind in der angenehmen Lage, unseren Lesern in diesem Jahre Ferdinand Freiligraths Werke mit einer Einleitung von Sehmidt- Weißenfels in vorzügl. Ausstattung, gebunden in 3 Leinenbänden, zu dem außerordentlich billigen Preise von abgeben zu können. 3 Mark Ferner bieten wir unseren Abonnenten Grillparzers fämtliche Werke Neue illustrierte Ausgabe in 2 Bänden. Herausgegeben und mit Einleitung versehen von Rudolf von Gottschall. Das Werk ist gut ausgestattet, umfaßt über 1000 Seiten und kostet ebenfalls nur 3 Mark Bei der großen Beliebtheit, deren sich die Werke des Freiheitsdichters Freiligrath in der Arbeiterschaft erfreuen, sowie bei dem lebhaften Interesse, das dieselbe speziell den Dramen und Erzählungen Grillparzers entgegenbringt, dürfte die Nachfrage nach beiden Werken, namentlich in Anbetracht des billigen Preises eine sehr große sein, so daß es sich empfiehlt, seinen Bedarf baldigst, wenn möglich schon jetzt zu decken. zu beziehen in unserer Hauptexpedition, Lindenstr. 69, und in allen Parteispeditionen. Expedition des Vorwärts", Berlin SW. 68 99 Lindenstr. 69, Laden. Lortzing- Theater Metropol- Theater POLLO Trianon- Theater. Berliner Prater- Theater 7 Der Barbier von Sevilla. Der Teufel lacht dazu. Abonnements gültig. Morgen: Zar und Zimmermann. Große Jahresrevue in 9 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent M. Roth. a Theater Das große neue Programm. : The Densmores und die Bulldogge in der Küche. Lustspielhaus. In Szene gesetzt von Direktor Liane d'Eve, Orig. Matichiche Tänzerin Allabendlich 8 Uhr: Husarenfieber. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Ein Wintermärchen. Donnerstag: Flotte Weiber. Freitag: Sherlock Holmes. Sonnabend 4 Uhr Kindervorstellung Die fieben Raben. Abends: Else vom Erlenhof. Conntag nadm.: Maria Stuart. Abends: Flotte Weiber. Montag: Sherlod Holmes. Richard Schultz. Die Seldoms. Neue Bilder. Der Hausfreund. Sonntag nachm. 3 Uhr: Ihr zweiter Mann. losseum Col Dresdenerstr. 97. erstklassige Spezialitäten 15 Giza u. Blosca! 15 Massary. Wolff. Bender. Berlin im Omnibus m. b. Omnibustrick. Sonntag, den 18. November na Giampietro. Josephi. mittag 3, Uhr Familienvorstellung. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Halbe Preise. Sonntag, den 18. d., nachm. 3 Uhr: Ermäßigte Preise Auf in's Metropol. Etablissement Neue Welt Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Die beiden Champignol. Hasenheide 108/114. Gastspiel Bernhard Rose- Theater Die Cameliendame. Dram. Gemälde in 5 Atten v. Dumas. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr im Sonntag 4 Uhr: Alexander der Große.| Etablissement. Verwandelungs- Burleske: Tänzerin und Waisenrat. Truppe Sokolowsky. Sente Jägerliebchen. 8 Uhr: Donnerstag: Der Leiermann und sein Pflegekind. Kottbuser Sanssouci. Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer Sonnt., Mont., Dommerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Lott is tot. ( Durchweg neues Brogr.) Sonnt. Beg. 5, Wochent. 8. Freitag: Extra- TheaterAbend: Romeo und Julia. Wirtshaus Schloß Woltersdorf" 6. Erkner, a. b. Chauffee nad Kalkberge- Rüdersdorf. Wurstessen Gr.Schlachtefestation 60% f), Bf.). Am Bußtag ( Mittwoch, 21.d.M.) wozu ich die geehrten Vercine bei ihren Partien ganz ergebenit einLade. Friedrich Saewert. ( 29182*) Hochachtend Bros. Permaně, Exzentriks. Angelos lebende Kunstwerke. La Vilma, Sandmalerin. Das Millmann- Trio, Drahtseilakt. Staleys Verwandlungsakt: Die musikalische Schmiede. ,, Im sonnigen Spanien". Englische Ballettszene, ausgef. von der John Tiller- Truppe a. London. The 3 Urma Sisters, Trapezkünstlerinnen. 0. K. Sato, komischer Jongleur. Maria Vinent von der königl. Oper in Madrid. Cheeberts Chinesentruppe. Clotilde Florido, spanische Tänzerin. Der Biograph: 1. Wettlaufen. 2. Die Hochzeit im Automobil. Passage- Theater. Hente das glänzende November- Progr. Josefine Dora mit ganz neuen Schlagern. Ferner: 8. 1. Mal a. d. Sontinent: Das OriginalDamen- Jiu- JitsuGapanische Selbstverteidigung) Ensemble, 3 Herren, 4 Damen. 14 neue erstklass. Nummern. Theater Folies Caprice. Linienstr. 132, Ecke Friedrichstraße. Serenissimus August XXVI. Das Modell. Das Provinzmädel. Anfang 8 Uhr. Sonntag nachmittag bei bedeutend ermäßigt. Preisen: Soll und Haben. Nach dem Zapfenstreich. Anfang 3 Uhr. W. Noacks Theater. Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16, Adele. Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman d. Lot. Anz." v. Hugo Busse. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag: Trompeter v. Säkkingen mit Dir. Rob. Dill in der Titelrolle. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. ValhallaVariete- Theater Wa Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Das effektvolle November: Programm. Das schwarze Udel- Quartett ( The Orig. Black Troubadours). Die kluge Rosa 14 boraglide 14 Spezialitäten Anfang S Uhr. Rauchen überall gestattet. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Entree 50 Pf. Heute 8 Uhr. Der einzig dastehende November- Spielplan. 11. a. Dundee- Duo. Senor und Berad. Lorey- Trio. Hellwegh Brothers. Annetta u. Era. Dazu: Eine vom Ballett. piel. Familienkarten, zum halben Kaffenpreije gültig, in allen Barbier.. Friseur- u. Bigarrengeschäften gratis Berantwortlicher Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantiv.: Th. Glocke. Berlin. Drud u. Verlaa: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Br. 266. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 14. November 1906. Heute Mittwoch findet für Berlin und Vororte der Zahlabend itatt. Partei- Angelegenheiten. Nixdorf. Die arbeitslosen Parteigenossen, welche bei den heutigen Stadtverordnetenwahlen helfen wollen, ersuchen wir, sich entweder in den Bezirken, wo gewählt wird, oder im Lokal von Hoppe, Hermannstr. 49, melden zu wollen. Der Vorstand. Friedenau. Heute abend in allen Bezirken Bahlabend. I. Bezirt bei Triebsch, Handjerystraße. II. Bezirt, Wilhelmshöherund Stubenrauchstraßen- Ecke. III. Bezirk bei Grube, Kaiser- Allee. IV. Bezirk bei Hegert, Handjery- und Rönnebergstraßen- Ecke. Zahl reiches Erscheinen erwartet Der Borstand. Köpenid. Der Bahlabend für den Bezirk I( Altstadt) findet beute beim Genossen Gustav Müller, Alter Markt 8, statt. Berliner Nachrichten. Die juristische Sprechstunde wird nicht mehr in der Lindenstr. 69 abgehalten, sondern Friedrichstr. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstraße 101). Wir bitten unsere Genossen, davon gefälligst Notiz nehmen Verlag und Redaktion des, Vorwärts". Inach Fleisch nicht mehr genügen. Zur Ernährung der in-| berordneten der Bürgerpartei. Was dem Manne in Flugblättern alles ( dustriellen Bevölkerung der Großstädte und der Industrie öffentlich vorgeworfen wurde, läßt sich hier auch nicht annähernd zentren ist demnach, wie in allen Ländern mit großer In- ihn beschuldigt, wahr ist, so ist gar nicht zu verstehen, wie seine wiedergeben. Und wenn nur ein fleiner Teil dessen, wessen man duſtrie, die Inanspruchnahme auswärtiger Fleischmärkte Freunde ihn noch so lange halten. Umgekehrt wurden wieder von nicht zu umgehen. Prezels Freunden den„ Gegnern" die christlichen" Redensarten an In seinen weiteren Darlegungen begründet der Magistrat den Kopf geworfen und Flugblätter verbreitet, die Denunziationen eingehend seine Petition in dem eingangs angedeuteten enthielten. Schließlich erklärt Herr Brezel, daß er sich mit seinem Sinne. „ Verleumder", wie er sagt, vor dem Richter wieder sehen werden. Wir haben an der Katzbalgerei feinerlei Interesse, sondern nehmen lung am Donnerstag, den 15. November d. J., nachmittags 5 Uhr, Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordnetenverfamm- nur als lachende Dritte davon kurz Notiz. zunächst in gemeinschaftlicher Sigung mit dem Magistrat: Wahl von Leuten, die sich Brandwunden zugezogen haben, nicht einDie Unfallstation in der Lindowerstraße scheint für Behandlung des ersten stellvertretenden Mitgliedes der Abteilung I des hiesigen Bezirksausschusses. Vorschläge des Ausschusses für die Verteilung gerichtet au sein, wenigstens geht das aus einer Zuschrift hervor, der Zinsen des Vermächtnisses Sr. Majestät Friedrich Wilhelm III. die uns ein Arbeiter schickt. Er schreibt uns: Am Freitag gegen Berichterstattung über die Vorlage, betreffend die Festsetzung 5 Uhr abends hatte ich das Unglüd, in einen Ladierofen zu fallen von Fluchtlinien für eine Verbindungsstraße zwischen der Neuen und die ganze Handfläche der linken Hand an dem ziemlich Königstraße und Mendelssohnstraße im Zuge der Gollnow- und glühenden Herd des Ofens zu verbrennen. Das für derartige Fälle Jostystraße. Vorlagen, betreffend: die anderweite Ausführung im Betriebe vorhandene Kaltwasser mit Leinöl war zur Linderung der Fußböden in den Bureauräumen des neuen Verwaltungs- des Schmerzes nicht ausreichend und so ging ich, wie man es in gebäudes in der Jüdenstraße, den Verkauf der Grundstücke Brenz- ähnlichen Fällen zu tun pflegt, nach der Unfallstation in der Linlauer Allee 147 und 148, die Verlegung und Vergrößerung der dowerstraße. Nachdem nun der Arzt die Brandwunden gesehen, septischen Abteilung im Hauptgebäude des Rudolf Virchow- Kranten- glaubte ich, daß ich einen Verband bekommen und nach Hause gehen hauses, den speziellen Entwurf zu dem Neubau einer Turnhalle fönne. Weit gefehlt! Der Arzt ordnete an, daß ich mich mit der auf dem Grundstücke der 31. Gemeindeschule, Alt- Moabit Nr. 23, Hand unter die Wasserleitung stellen soll. So stand ich da nun die Herstellung eines neuen Rohrbrunnens in dem östlichen zirka 2 Stunden. Auf meine Frage, ob denn keine anderen Mittel, Brunnenfessel der Badeanstalt in der Oberberger Straße, den wie die sog. Brandbinde, vorhanden wären, wurde mir der Bespeziellen Entwurf zum Neubau einer Fleischvernichtungs- und Ver- scheid, daß es wohl hunderte von Mitteln gegen Verbrennung gibt, wertungsanstalt in der Gemarkung Rüdnik nebst einer Sammel- daß aber die Wirkung derselben nicht unbedingt sicher sei, schließlich stelle auf dem hiesigen Viehhofe, die einstweilige Beibehaltung fäme es ja auf den behandelnden Arzt an; Wasser sei auch sehr Die Stadt Berlin und die Fleischteuerung. des Anschlusses des Fabriketablissements der Aktiengesellschaft für gut! Wenn man lange genug mit Wasser gekühlt habe, sei der Der Magistrat von Berlin hat dem Reichstage und dem Anilinfabrikation an die Kanalisation von Berlin, den Verkauf Brand heraus und mit diesem die Schmerzen! Da ich nun auch einer Baumaste an der Turiner Straße, Ede der Seestraße, nach Hause wollte, entschloß sich der Arzt, mir einen feuchten VerReichskanzler wegen der Fleischnot eine Betition übersandt die Ausschmückung der rechtsseitigen Landpfeiler des Borsigsteges band ein Stück Mull in Wasser getaucht, Papier und Binde mit dem Ersuchen:" Der Reichstag wolle durch geeignete mit den Reliefbildnissen von August und Albert Borfig, die darüber zu machen und mich so nach Hause zu schicken. Schon Mittel dahin wirken, daß die auf Reichsgesetz und auf reichs Teilung des Administrationsbezirks Buch und die Schaffung neuer beim Abschied stellten sich die brennenden Schmerzen von neuem gesetzlicher Grundlage beruhenden Beschränkungen der Vieh- etatsmäßiger Stellen für einen Administrator und einen Rech ein, jedoch war ich bald auf der Elektrischen, um nach meinem und Fleischeinfuhr aus dem Auslande möglichst beseitigt und nungsführer, die Veräußerung einer von dem städtischen Grund Wohnort Rigdorf zu fahren. Lange hielt ich es aber nicht aus. die Hölle auf Vich, Fleisch und Futtermittel aufgehoben oder stüde Driesener Straße 22 überbauten Fläche, die Abänderung Da die Schmerzen unerträglich wurden, riß ich den Verband herauf das unbedingt erforderliche Maß zurückgeführt werden." der Fluchtlinien an der Ede Köpenider Straße 30 und Engelufer 2 unter, um an der nächsten Haltestelle, an der sich ein Brunnen und den freihändigen Erwerb des Grundstückes Wallstraße 34. befand, schnell das Verbandzeug in den Steinbeden einzutauchen In seiner Begründung verweist der Magistrat zunächst Außerdem findet am Beginn der Sigung die Einführung und und dann wieder auf die Elektrische zu steigen. Die Wunderauf die frühere Denkschrift in der gleichen Sache und weist Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten Dupont und wirkung des Wassers konnte ich so noch einige Male verspüre:. darauf hin, daß die vom Landwirtschaftsministerium ge- Dr. Isaac statt. um zu Hause angekommen es war mittlerweile schon nach machte Voraussage, daß die übermäßige Steigerung der 8 Uhr die Verordnung des Unfallstationsarztes, die WasserEröffnung einer Straßenbahnlinie. Eine Straßenbahnlinie 46 leitungstur, fortzusehen. Um 11 Uhr sah ich endlich ein, daß Fleischpreise eine vorübergehende sei, nicht eingetroffen sei. Rigdorf- Pankow eröffnet die Große Berliner Straßenbahn am ich schließlich die ganze Nacht an der Leitung stehen könnte, unt Bielmehr ergibt die folgende Busammenstellung der amt- Donnerstag, den 15. November. Die Linie geht von der Canner den Brand zu vertreiben. Ich entschloß mich nun, nach der Riglichen Durchschnittspreise für Schlachtvieh am Berliner Straße in Rigdorf über den Görlizer Bahnhof zum Alexanderplat dorfer Unfallstation zu gehen, in der Hoffnung, dort etwas zur Biehhofe: und von hier durch die Münzstraße und die Alte Schönhauser Straße Linderung meiner Schmerzen zu erhalten. Ohne weiteres wurde Rinder Schweine Kälber Schafe Lämmer über das Schönhauser Tor und die Schönhauser Allee bis zur mir dort ein Watteverband mit Salbe gemacht und die gewünschte Kreuzung der Schönhauser Allee mit der Friedrichstraße in Bankow. Wirkung blieb nicht aus. Diese selbständige Linie 46 tritt zum Teil an Stelle der bisherigen Einsablinie 22E Rigdorf- Alexanderplatz. Auch diese ist schon seit einigen Tagen versuchsweise zum Teil bis Pankow durch geführt worden. zu wollen. 1904 72,66 54,03 82,67 65,94 69,91 1905 70,04 76,32 89,65 73,96 79,14 1. 4.- 30. 9. 1906 80,11 67,03 93,27 76,72 82,05 1.10.- 27. 10. 1906 88,25 69,63 99,63 81,50 87,75 daß der Preis aller Fleischarten, außer Schweine, bei denen gegen 1905 ein ganz geringer Preisrückgang stattgefunden, wieder um ein ganz Erhebliches gestiegen ist. welche ihre Bestrebungen hauptsächlich nach Deutschland richten, gingen Ueber zweifelhafte Firmen in den Niederlanden und Rumänien, dem Verein Berliner Kaufleute und Industrieller In welcher Weise auch der Viehmangel sich geltend macht, von zuverläffiger Seite vertrauliche Mitteilungen zu. Diese Mit der natürlich auch auf den Preis wirkt, ergibt folgende Aufteilungen liegen für Interessenten im Vereinsbureau, Jägerstr. 22, stellung: 1. 4.- 30. 9. 1905 1. 4.- 30. 9. 1906 1906+ ober 2. Schlachtungen: 1. Auftrieb: Rinder 1. 4.- 30. 9. 1904 . 9 107 195 115 380 122 280 gegen 1905 +6 900 Schweine 576 748 583 880 580 077 -3 808 1. 4.- 30. 9. 1904 • 69 606 68 733 65227 479 668 472 270 471 570 1. 4.- 30. 9. 1905 1. 4.- 30. 9. 1906 Kälber 102 488 107 708 106 244 -1 464 86 828 90 791 91 181 Schafe 305 788 in der Geschäftszeit von 9-1 und 4-7 Uhr zur Einsicht aus. Nach dem Polizeibericht vom 6. November sollte sich die Rüder336 442 straße wohnhafte Schneiderin Anna Schulz vergiftet haben. Das 332 385 trifft aber, wie aus einem uns vorgelegten ärztlichen Attest hervor -4057 geht, nicht zu. Danach ist die Anna Schulz an Herz- und Gefäß erfrantung gestorben. Da die Angehörigen Wert auf diese Feststellung legen, fommen wir dem Wunsche nach Richtigstellung des 231 580 Bolizeiberichts gern nach. Auch ein Beitrag für die Zuverlässigkeit 251 159 polizeilicher Berichte. 248 812 Daß der Kaiser seine Genehmigung zu den vier städtischen Straßenbahnlinien erteilt hat, konnten wir bereits in unserer Nummer vom 2. November mitteilen. Jezt veröffentlicht der„ Neichs- Anzeiger" folgenden an den Eisenbahnminister gerichteten Erlaß: Ich habe nun durch meinen Unfall die Erfahrung gemacht, daß die Unfallstation in der Lindowerstraße für Brandunfälle nicht ausgerüstet ist und hoffe ich, daß diese Zeilen den Mangel dort abstellen werden. vermöge der Ueberbrüdungsmethode, die dort in Anwendung Die Arbeiten für die Untergrundbahn am Leipziger Platz gehen gebracht ist, fast unbemerkt vor sich und haben eine wahrnehmbare Berkehrsstörung faum im Gefolge gehabt. Es besteht das Projekt, die Leipzigerstraße in ihrer ganzen Länge mit einer derartigen Brücke zu versehen. Bei dem geplanten Bau des Leipzigerstraßentunnels der Großen Berliner Straßenbahn sollen, um jede Berkehrsstörung zu verhindern, während der Bauarbeiten hölzerne Ueberbrückungen ausgeführt werden, die eine gewisse Aehnlichkeit mit der jezigen Ueberbrüdung auf dem Leipziger Platz haben. Ein Unterschied besteht nur darin, daß die Tunnelarbeiten gleichBeitig nur auf einer Straßenhälfte stattfinden sollen, sodaß sich streden wird, während bei dem Quertunnel des Leipziger Plates auch die Ueberbrückung nur auf die Hälfte der Straßenbreite erdie ganze Straßenbreite überbrüdt ist. = Dem mäßig zunehmenden Auftrieb von Rindern steht ein Minderauftrieb von Kälbern, Schafen und, was besonders für die Ernährung der unteren Volksschichten in Betracht tommt, von Schweinen gegenüber. Noch bedenklicher für eine Stadt, deren Bevölkerung jährlich um 25 000-30 000 Seelen zunimmt, sind die Zahlen der zweiten Tabelle, die statt einer stetigen Zunahme einen großen Rüdgang an Schlachtungen überhaupt, besonders aber an Schweineschlachtungen zeigen( gegen 1904 um 8098 Stüd). Die Umrechnung des gesamten Berliner Fleischkonsums nach der obigen Schlachtungstabelle in Schweinen a 80 Kilogramm ( 1 Rind 3 Schweinen= 12 Schafen) ergibt, daß Berlin im Sommer 1896 etwa 11000 Schweine weniger zu konsumieren gehabt hat, als in der gleichen Periode des Vor- im Rathause eingetroffen ist, ist nicht bekannt geworden. jahres, trop vermehrter Bevölkerung. Eine gleiche Be- Noch in der Sigung der Verkehrsdeputation vom 6. November rechnung hinsichtlich der im Deutschen Reich gezählten wurde fonstatiert, daß die kaiserliche Genehmigung dem Schlachtungen ergibt für das erste albjahr 1906 einen Magistrat noch nicht zugegangen fei. Der Weg von der Fehlbetrag von mehr als 800 000 Schweinen gegenüber dem Wilhelmstraße nach der Königstraße ist auch so weit, daß es ersten Halbjahr 1905 bei der stetigen Zunahme der Be- schon verständlich ist, wenn es im Zeitalter des Verkehrs völkerung ein gewaltiger Ausfall! Bei alledem vermehrt sich besonders der in der Industrie mehrere Wochen dauert, bis das Schreiben an sein Ziel gelangt. der Firma Clement: ein Sechszylinderchassis, eine Limousine und beschäftigte Teil der Bevölkerung Berlins beständig, und ein Doppelphaeton. Gestern sollte nun der Gerichtsvollzieher gerade augenblicklich ist bekanntlich eine große Anspannung Direktor der königlichen Schauspiele und Ausführer kaiserlicher Kunststellungshallengesellschaft aufgegeben, die Pfändung in ihrer Halle Kommt er oder kommt er nicht, Herr Bonn nämlich als Schwierig den Arrest vollstreden. Das Gericht hatte der Ausfämtlicher Industriezweige zu verzeichnen. Daß in solchen intentionen, das ist immer noch die Frage. Trotz aller Dementis au dulden. Die Gesellschaft teilte dem Beamten mit, daß sie jedes Zeiten eine städtische Bevölkerung das vergrößte Bedürfnis der Generalintendanz ist die Sache noch feineswegs erledigt. Zudem Sausrecht während der Dauer der Automobilausstellung den nach der kräftigeren Fleischnahrung hat, bedarf feines Be- leben wir ja im Lande unbegrenzter Kunstmöglichkeiten. Also die Staiserlichen Automobil- klub überlassen habe. Der Gerichtsvollweises. Nun ist es eine bekannte Tatsache, daß die Be- Tägl. Rundschau" weiß zu berichten, daß Herr Bonn am Sonntag zieher sehte sich mit diesem in Verbindung und erhielt die Bevölkerung Berlins durch den stetigen Rückgang der Geburten mehrere Stunden beim Kaifer im Neuen Balais weilte. Da unferes willigung. Als er aber am Clement- Stand die blauen Siegel auf und den noch stärkeren der Sterbefälle sich gegenwärtig Wissens Herr Bonn nicht berufen wurde, um den Orden für Pod die schönen Dinge fleben wollte, stand ein Beamter der Halle in den höheren, fleischbedürftigen Alterskategorien erheblich mitauszusuchen, wird es sich wohl um Kunstdinge gehandelt haben. bort, der die Vornahme der Pfändung verweigerte. Herr Louis stärker vermehrt, als in den unteren, weniger auf Fleisch- der sollte der Kaiser des Theaterdirektors Ratschläge in Kostüm: Bock fuhr darauf nach dem Landgericht III, und der Präsident gab nahrung angewiesenen. Angesichts aller dieser Tatsachen blatt" an, daß Generalintendant Hülsen kaum die Berufung Bonns Richters, Landgerichtsdirektors Herold brachte, und dieser verfügte, fragen eingeholt haben? Auf alle Fälle kündigt das Berliner Tage ihm einen Beamten mit, der ihn in die Wohnung des zuständigen erfüllt uns die Aussicht auf die Fortdauer des gegenwärtigen über sich ergehen lassen würde, und ferner, daß fehr wertvolle Mit baß der N. A.-K. verpflichtet sei, die Amtshandlung des Gerichtsunerträglichen Zustandes oder gar auf eine weitere un glieder des Schauspielhauses dem Institut lieber den Rücken fehren, vollziehers zu dulden, da Gefahr vorliege, daß der Kläger sonst günstige Entwickelung der Dinge, wie sie leider befürchtet als sich unter die Fuchtel Bonns ducken würden. Die Angelegenheit fein Geld verliere. Erst in später Abendstunde prangten dann die werden muß, mit großer Sorge, und dringender noch als im verspricht demnach noch sehr belustigend zu werden. blauen Siegel auf den Ausstellungsgegenständen Clements. Ausstellung im Berliner Papierbause, Dessauerstr. 2, bis abends Postkarten Ausstellung. Vom 15. d. M. ab ist die Postkarten9 Uhr geöffnet. Das Ausstellungsmaterial wurde neuerdings noch durch die Erzeugnisse einiger hervorragender Firmen der Brandje in Berlin vermehrt; sie gewährt dem Fachmann wie dem größeren " Auf Ihren Bericht vom 21. September dieses Jahres will Bublikum Gelegenheit, sich über alle Verfahren, welche für die Herich die Genehmigung zu den von der Stadt Berlin geplanten, stellung von Ansichtspostkarten in Frage kommen, zu unterrichten. in dem wieder beifolgenden Blane rot dargestellten Straßen- Ein Ausstellungsstand unter Siegel. Die internationale Autobahnlinien mit der Maßgabe erteilen, daß die Stadt verpflichtet mobilausstellung in Berlin ist gestern geschloffen worden. Am sein soll, die vorläufig zugestandenen Endhaltestellen in der Montag gab es noch einen schrillen Mißklang. Ein Berliner, Behrenstraße und der Krausenstraße an andere zu genehmigende namens Louis Bock, hatte bei dem Vertreter der bekannten Pariser Stellen zu verlegen, wenn nach Ansicht der Aufsichtsbehörden Automobilfirma Clement u. Co., Otto Krüger für Berlin und die Verlegung notwendig ist. Neues Palais, den 24. Oktober Brandenburg eine Automobildroschte bestellt, die 9000 M. kosten 1906. Wilhelm R." und im vergangenen Mai geliefert werden sollte. Er zahlte 1500 Datiert ist dieser Erlaß vom 24. Oktober; ob er schon Mark an, mietete sich eine Garage, zahlte Monat für Monat die Miete, aber die Autodroschke wurde ihm nicht geliefert. Eingeschriebene Briefe, die er nach Paris sandte, blieben unbeantwortet. Der Mann ging zuguterlegt zum Stadi und verklagte vor zwei Monaten die Firma auf Rückzahlung der 1500 M. und auf 3000 M. entstanden waren. Jetzt hörte er, daß die Firma Clement auf Entschädigung wegen der Unkosten, die ihm durch die Garage usw. der Automobilausstellung ausgestellt habe, und erwirkte beim Landgericht III einen gerichtlichen Arrest auf die Ausstellungsgegenstände Borjahre erhebt sich für die städtische Verwaltung die Frage: Wenn die Frommen und Gläubigen sich in die Haare geraten, Eine Liebestragödie hat gestern in früher Morgenstunde in Wie kann hier geholfen werden? Unseres Erachens ist Ab- werfen sie allen Schein von sich und geben sich, wie sie find. Man der Friedrichstadt einen blutigen Abschluß gefunden. Der 24jährige hülfe nur in einer Richtung zu suchen! Solange das Miß- merit dann so gar nichts von der so viel gerühmten christlichen Student der Medizin, Erwin Kundt, versuchte in der Novalisverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage besteht, müssen Nächstenliebe und Duldsamkeit. Diese Beobachtungen fonnte man ftraße 8 erst seine Geliebte, die 19jährige Dora Markus und dann sich die Preise in aufsteigender Richtung erhalten. Eine die letzte Woche machen, wenn man in manchen Kirchengemeinden sich selbst zu erschießen. Während es gelingen dürfte, das Mädchen Aenderung ist daher nur von einer ständigen Vergrößerung den aus Anlaß der Kirchenwahlen sich abspielenden Wahlkampf am Leben zu erhalten, erlag der Student bald den schweren Verdes Angebotes gegenüber der täglich zunehmenden Nachfrage zwischen Liberalen und Pofitiven verfolgte. Am heftigsten war lekungen. Das Motiv zur Tragödie ist auf Eifersucht zurüdzu. des Angebotes gegenüber der täglich zunehmenden Nachfrage biefer Wahlkampf in der Sophiengemeinde entbrannt und die in führen. zu erwarten. Die deutsche Landwirtschaft allein, deren Be- diefer Gemeinde wohnenden Angehörigen der Kirchengemeinde wurden Seit etwa einem halben Jahre hatte Kundt mit der Markus, völkerung schon ziffernmäßig hinter der industriellen von in den letzten Wochen unter einem Wust von Flugblättern, Stimm einen ungewöhnlich hübschen jungen Mädchen, ein Liebesverhältnis Tag zu Tag mehr zurückbleibt, kann selbst durch äußerste zetteln, Bersammlungseinladungen geradezu ersticht. Hier drehte sich unterhalten. Säufig besuchte er die Geliebte in deren Wohnung Verstärkung ihres Viehbestandes dem zunehmenden Bedürfnis der Kampf in der Hauptsache um Herrn Brezel, den früheren Stadts in der Novaltsstraße 8. Vor einiger Zeit machte das Mädchen die Ravenéstr. 6, abzuholen. Wahrnehmung, daß der Student feineswegs beabsichtigte, fie später| entgegengenommen bei der Kriminalpolizei, Zimmer 326, zwei für die im Handelsgewerbe beschäftigten Lehrlinge die Unterrichts. einmal zu heiraten. Seitdem schien es dem K., als ob die Liebe Treppen, oder bei jedem Polizeirevier zu den Aften 7699 IV, 34, 06. zeit bis 8 Uhr abends auszudehnen. Stadtverordneter Hoff. bei seiner Braut für ihn immer mehr und mehr erkalte. Auch ein Krankenkassenbuch( Grundstein zur Einigkeit") nebst Invaliden- herrn nicht gegeben, um von ihm bis aufs äußerste ausgenügt zu Im Laufe der vergangenen Woche sind ein Wahlvereinsbuch und mann( Soz.) wendet sich dagegen. Der Lehrling ist dem Lehrs Bücher find gegen genügende Legitimation beim Stassierer Fahrow, haft sowohl für den Lehrling wie für den Lehrherrn, wenn die farte, auf den Namen Karl Panzer lautend, abgegeben worden. Die werden. In der Fortbildungsschule soll das nachgeholt werden, was in der Volksschule vernachlässigt worden ist. Es ist vorteilverloren gegangen und ist abzugeben an Sarl Heer, Nirdorf, Stein- neter 3obel und Gottheiner wenden sich ebenfalls gegen Eine Sammelliste für Schäwe( Nr. 849) ist am 13. Oktober Unterrichtszeit nicht bis nach 7 Uhr ausgedehnt wird. Stadtverordeine weitere Hinausschiebung der Unterrichtszeit. Stadtverordmehstr. 126, vorn III. neter Mittelschullehrer Stunze( Hausbesißerfraktion) ist für eine Freie Hochschule Berlin. Bölsche Vortrag. Der von der weitere Hinausschiebung der Unterrichtsstunden. Man habe nicht Freien Hochschule für den 20. November angekündigte Vortrag von nur die Interessen der Lehrlinge, sondern vor allem die der Meister Wilhelm Bölsche über„ Der Weltuntergang in Sage und Natur zu berücksichtigen. Im Interesse der Meister handle man aber wissenschaft" findet am Bußtag, den 21. November, im großen Saale nur, wenn die Unterrichtszeit weiter hinausgeschoben wird. Das des Architektenhauses statt. Karten zu diesem Vortrag nur an der Halten der Lehrlinge sei für den Meister heute eine Laft, daher Abendkasse. Die bereits gelösten Karten behalten Gültigkeit. komme es, daß die Mehrzahl der Gesellen auf dem Lande ausFeuerwehrbericht. Wegen einer Gaserplosion wurde in der gebildet würde. Der Lehrling sei heute der Herr im Hause. Er letzten Nacht die vierte Kompagnie nach den Germania- Prachtiälen halte es durchaus nicht für gesundheitsschädlich, wenn der Lehrling in der Chausseestr. 103 gerufen. Die Explosion, welche durch Un- in den Abendstunden unterrichtet wird. Auch auf den Lehrer vorsichtigkeit entstanden sein soll, hat beträchtlichen Schaden ver- brauche keine Rücksicht genommen werden, denn der weiß des ursacht. Eine Person, die schwere Brandwunden an den Armen er- Morgens, wenn er aufsteht, was er verdient hat, der Handwerkslitten hat, wurde von Samaritern der Feuerwehr verbunden. Die meister aber nicht. Er richte sich auch nicht nach dem Urteil der Feuerwehr konnte die Gefahr bald beieitigen. Um Mitternacht tam Arbeiter, sondern nach dem Urteil anderer Kreise, das ihm mehr in der Potsdamerstr. 32 in dem Tapetenlager von Doodt u. Gott- wert ist. Stadtverordneter Linicus schließt sich den Ausschalk Feuer aus. Der 12. Zug mußte tüchtig Wasser geben, um die führungen des Vorredners an; er wünscht die Unterrichtszeit bis Flammen zu löschen. Am Warschauer Plaz 12/14 tam nachts in 8 Uhr abends auszudehnen. einer Garage Feuer aus. Eine Benzin- Motordroichke brannte dort. Stadtverordneter Magnan( Soz.) findet es sonderbar, daß Der Brand konnte auf die Droschke beschränkt werden. Zwei Keller- ein Lehrer für die Verlängerung der Unterrichtszeit eintritt. brände beschäftigten die Feuerwehr in der Neuen Friedrichstr. 78 und Pflicht eines Lehrers ist es doch, die Entwickelung des Kindes zu Wasserthorstr. 46/47, wo Papier und Packmaterialien in Brand ge- beobachten. Man kann von einem Lehrling nicht verlangen, daß raten waren. Ferner hatte die Wehr in der Waldstr. 45 und Ritter- er länger arbeiten soll als der Geselle. Man muß dem Lehrling Straße 125 zu tun, wo der Fußboden in einer Wohnung, Betten, Beit geben, sich weiter zu entwickeln. Die Anregungen in der Möbel usw. in Flammen standen. Werkstatt und in der Schule hat er geistig zu verarbeiten, wenn er späterhin seinen Mann stehen soll. Redner widerspricht den Ausführungen des Stadtverordneten Kunze, daß das Halten der Lehrlinge nur eine Last sei. Woher kommt es denn, daß es heute noch eine so große Anzahl Betriebe gibt, die Lehrlingszüchterei glaubte er, daß ihm das junge Mädchen untreu geworden sei. In seiner blinden Eifersucht faßte der junge Mensch einen unseligen ivillig aus dem Leben scheiden. Ohne daß das junge Mädchen etwas Entschluß. Er wollte feine Geliebte töten und dann selbst frei davon ahnte, traf K. seine Vorbereitungen. Er kaufte sich einen Revolver, verabschiedete sich von vielen seiner Bekannten und schrieb Abschiedsbriefe. Gestern abend gegen 10 Uhr suchte er seine Braut in der Novalisstraße 8 auf. Er bat die Wirtin, für sich und das junge Mädchen etwas Abendessen zu bereiten und als fich das Paar gesättigt hatte, ging es aus. Die jungen Leute besuchten zwei Lokale in der Friedrichstadt und K. ließ während des nicht das geringste von seinem Vorhaben merken. Erst als die beiden kurz nach Mitternacht wieder in der Wohnung der M. eintrafen, tam es zu einem erregten Auftritt, bei dem K. seiner Geliebten heftige Vorwürfe machte. Die Wirtin brachte dem Mädchen noch ein Stück Butterbrot und ließ die beiden dann allein. In der dritten Morgenstunde wurde sie plötzlich durch mehrere kurz hintereinander fallende Schüsse aus dem Schlafe aufgeschreckt. Sofort eilte sie in das Zimmer ihrer Chambregarnistin und dort bot sich ihr ein furchtbarer Anblick. Auf dem Fußboden lag der Student fast völlig entkleidet, mit blutüberströmtem Gesicht und schwer röchelnd. Eine große Blutlache zog sich vor dem Bette her. Auch das junge Mädchen blutete start im Gesicht. St. hatte fünf Schüffe abgegeben, von denen zwei für die Geliebte und drei für sich selbst bestimmt waren. Während die erste Kugel fehl gegangen war, hatte die zweite das Gesicht des jungen Mädchens zwischen Nase und Oberlippe getroffen. Lebensgefährlich ist die Verlegung jedoch nicht. Dagegen drangen die Kugeln bei dem Studenten in den Kopf. Es wurde sofort von der Unfallstation in der Eichendorffstraße ein Arzt hinzugerufen, der den beiden jungen Leuten die erste Hülfe leistete. Sie wurden dann in Droschten nach der Charité gebracht, doch kurz nach der Einlieferung starb K. an den Folgen der schweren Schußverlegungen. Arbeiter- Samariterkolonne. Vierte Abteilung für Lichtenberg Zehn rote Pfennige waren die ganze Barschaft eines Selbst- und Umgegend am Donnerstag bei Bickenhagen, Scharnweberstr. 60. mörders, der gestern in der Jungfernheide erhängt aufgefunden Referent Herr Dr. Hirschfeldt. Zweite Abteilung am Freitag bei wurde. Da der Tote Papiere nicht bei sich trug, konnte seine Per- Dase, Brunnenstr. 154, Referent Herr Dr. Wunsch. Vortrag in fönlichkeit bisher noch nicht festgestellt werden. Bei der geringen beiden Abteilungen über Verlegungen, Wundbehandlung, Blutstilung. Barschaft, die in seinen verschiedenen Taschen vorgefunden wurde Daran anſchließend praktische Uebungen. Neue Mitglieder können ist anzunehmen, daß der noch eintreten. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. es waren zehn einzelne Pfennige Lebensmüde aus Not den Tod gesucht hat. Der Selbstmörder zählte etwa 60 Jahre, hat blondes Haar, breite Nase, ist bartlos und trägt schwarzen abgetragenen Rock, graue Zeughose und graubraune Barchendunterjace. Gestohlen wurde gestern in der Neanderstraße ein grüner Handwagen mit annähernd 2 Zentnern Metallschrauben. Der Führer des Wagens, ein Junge, wurde von einem fremden Herrn zur Besorgung einer Bestellung in ein Haus geschickt und fand bei der Rückkehr den Wagen nicht mehr vor. Es wird gebeten, eventuelle Mitteilungen über den Verbleib des Wagens. und des Inhaltes an Kant, Für bringerstr. 2, gelangen zu lassen. eingeliefert. Furchtbar zugerichtet wurde gestern nachmittag der 38jährige Arbeiter Rudolf Diel bei einem verhängnisvollen Unglücksfall auf dem Grundstück Wilhelmstraße 4. D. hatte einen beladenen Arbeitswagen umdrehen wollen, das Gefährt kam dabei ins Rollen, D. stürzte zu Boden und die Räder gingen ihm über den Unterleib hinweg. Der Aermste wurde schredlich zugerichtet und in äußerst bedenklichem Zustande in das Krankenhaus am Urban Ebenfalls auf schreckliche Weise verunglückt ist gestern das 8jährige Töchterchen des Hausdieners Frante aus der Elbestr. 9/10. Während die Mutter beim Blätten beschäftigt war, spielten die Kinder um sie herum und dabei stolperte das Mädchen und fiel mit dem linken Auge direkt in das glühende Plätteisen hinein, sodaß sich dessen Spize tief in die Augenhöhle hineinbohrte. Mit cinem gellenden Aufschrei brach das unglückliche Geschöpf bewußtlos zusammen. Ein heftiger Zusammenstoß eines Straßenbahnwagens mit einem Rollwagen fand Montag an der Ecke der Brunnen- und Invalidenstraße statt. Ein der Firma Czadzek gehöriger Rollwagen fuhr, von der Fehrbellinerstraße kommend, die abschüssige Veteranenstraße hinunter, als der Wagen plöglich ins Rollen fam, jodaß ihn die Pferde nicht zu halten vermochten. In rasender Karriere sauste das schwere Lastfuhrwerk den Berg hinunter und stieß an der Kreuzung der Brunnen- und Invalidenstraße mit voller Gewalt gegen die Seitenwand eines die Brunnenstraße entlang fahrenden Straßenbahnwagens der Linie 41. Durch den Anprall wurde das Gitter der Vorderplattform zerbrochen, die Perronstüße herausgerissen und eine Seitenscheibe zertrümmert. Der Kaufmann Kollenda, Chauffeestraße 42, der Arbeiter Reiß, Briz wohnhaft, und der Maurer Greiling, Mirbachstraße 18 erlitten glücklicherweise nur leichtere Verlegungen. Die neue Zugangstraße zum Stettiner Bahnhof, die einen direkten Verkehr von der Chausseestraße nach dem Vorortsbahnhof wird, bereits provisorisch für den Fußgängerverkehr für die Zeit ermöglichen wird, ist, obwohl die Straße gegenwärtig reguliert von 8 Uhr morgens bis 5 Uhr nachmittags freigegeben. Dem nach resp. von dem Bahnhofe gehenden Publikum ist es gestattet, den Straßenzug zu benußen, soweit die Arbeiten hierdurch nicht gestört werden. Die Regulierungsarbeiten werden derartig gefördert, daß die neue Straße bei Einfeßen des Weihnachtsverkehrs bereits der öffentlichen Benutzung übergeben werden kann. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Achtung, Stadtverordnetenwahlen! treiben und auf die Ausbildung des Lehrlings keinen Wert legen. Stadtverordneter Fritsch( Soz.) geht besonders auf das Verhältnis der Lehrlinge im Baugewerbe ein und beweist, daß der Lehrherr aus dem Halten der Lehrlinge nur Vorteile zieht. Wenn der Herr Kunze behauptet, daß der Lehrling heute Herr ist, so könne er nur sagen, daß Herr Kunze nicht gelernt zu haben scheint. In der Heimindustrie spottet es jeder Beschreibung, was alles von einem Lehrling verlangt wird. Aus Idealismus nehme sicherlich keiner Lehrlinge. Der Lehrling soll das Handwerk nicht nur erlernen, sondern sich auch vervollkommnen. Stadtverordneter Küter( Soz.) und Stadtverordneter Hoff= mann( Soz.) wenden sich ebenfalls in scharfer Weise gegen die Ausführungen des Stadtverordneten Kunze, während Stadtverordneter Val. Fröhlich dem Herrn zu Hülfe eilt. Heute von 11 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends finden im 1., 4., 7., 10., 11., 13., 16., 17., 19. und 20. Bezirke die Stadtverordnetenwahlen für die III. Abteilung statt. Es ist nicht nur jedes Parteigenossen, sondern jedes wahlberechtigten Wählers Pflicht, sich an der Wahl zu beteiligen. Die Wähler der III. Klasse sind Nach Ablehnung des Antrages des Stadtverordneten Marre tretern der Sozialdemokratie im Stadtparlament vertreten wurden. des Stadtverordneten Linicus beschlossen, für den Unterricht festdie tausende Besiglose, deren Interessen bisher nur von den Ver- wird sodann in namentlicher Abstimmung gegen die Stimme Ihnen gegenüber steht die Hausbesizermehrheit, die zur Genüge be- zusetzen: im Sommer die Zeit zwischen 7 Uhr morgens und 7 Uhr wiefen hat, daß fie für die Lage der arbeitenden Klasse nicht das abends, im Winter zwischen 8 Uhr morgens und 7 Uhr abends. geringste Verständnis besitzt. Nur erinnern wollen wir daran, daß Der Abstimmung enthalten haben sich die Stadtverordneten Kunze, es erst fürzlich ein bürgerlichen Stadtverordneter anläßlich der Bal. Fröhlich und Marre, während die führenden Geister der HausFleischnotdebatte fertig gebracht hat zu sagen: in Rirdorf gibt es befizerfraktion den Saal vorher verließen. feine Fleischnot! Das Sündenregister dieser Gesellschaft, die; wenn Eine längere Debatte brachte dann noch der abermals auf der es galt, ohne Rüdficht auf allgemeine Interessen stets ihre Inter- Tagesordnung stehende Antrag des Magistrats, die MittelDie Stadtverordneten Kunze und essen zu fördern, ließe sich bis ins Endlose aufzählen. Wem daran schule aufzulösen. gelegen ist, mit der Politik des Geldjacks zu brechen, der gebe seine Schüler traten nochmals lebhaft für Beibehaltung der Mittelschule Stimme dem Vertreter der sozialdemokratischen Partei. Jeder ein, während von sozialdemokratischer Seite sowohl wie vom Wähler sei auf dem Posten, keine Stimme darf fehlen. Stadtverordneten Zobel und Bürgermeister Blankenstein die Die Majorität Es gilt nicht nur zu fiegen, sondern auch zu zeigen, wie Gründe für die Auflösung dargelegt wurden. flaffenwahl nur einen Bruchteil des Rechtes haben, das die Be- Mittelschule. Genehmigt wurden dann noch die Vorlagen des Zahl der Einwohner ist, die durch die Drei- lehnte die Auflösung ab und forderte den weiteren Ausbau der fizenden für sich in Anspruch nehmen. Deshalb„ Alle Mann auf Magistrats betreffend Neubau einer Realschule und höheren Ded". Die Berliner Genossen werden gebeten, etwaige säumige Mädchenschule in der Kolonnenstraße und betreffend Eröffnung der Arbeitskollegen, welche wahlberechtigt find, auf ihre Pflicht auf- höheren Mädchenschule im Friedenauer Ortsteil. merksam zu machen. Gegen 12 Uhr erreichte die öffentliche Sigung ihr Ende. Jm 20. Bezirk ftandidiert Malermeister Friedrich Füllgraf, WeserCharlottenburg. groß die straße 199. gebracht. Schöneberg. Stadtverordnetenversammlung. Wir machen noch darauf aufmerksam, daß für den Wahlbezirk diejenige Wohnung in Betracht kommt, welche der Wähler bereits in Nacht der 21jährige Arbeiter Stanislaus Kopczynski in CharlottenUnter einen Straßenbahnwagen geworfen wurde in der gestrigen den Monaten Juli und Auguſt zur Zeit der Aufstellung der Wählerlisten Er war auf der Spandauer burg, Spandauerstr. 12 wohnhaft. innegehabt hat. Sind Wähler am 1. Oktober in Chauffee mit mehreren Männern in Streit geraten. Schließlich vereinen anderen Bezirk verzogen, so können sie ihr Wahlrecht nur in fegte ein unbekannter Mann dem Arbeiter einen derartigen Stoß, dem Bezirk ausüben, in welchem sie vor dem 1. Oktober gewohnt daß er hinter einem vorbeifahrenden Straßenbahnwagen hinweg auf haben. Auch empfiehlt es sich, eine Legitimation mitzunehmen, das gegenüberliegende Gleis taumelte und unmittelbar vor dent vielleicht den legten Steuerzettel, Mietskontrakt oder Militärpapiere. Motorwagen Nr. 2107 der Straßenbahnlinie R zu Boden stürzte. Bon einem Stadtbahnzuge überfahren wurde in der gestrigen verhindern, daß K. unter die Vorderplattform geriet. Stopczynski, Zwar gab der Wagenführer sofort Gegenstrom, konnte jedoch nicht Hof Nirdorf die Gleise überschritten und dabei das Herannahen Knöchelbruch erlitten hatte, wurde nach dem Krankenhause Westend Nacht der Bahnarbeiter Wilhelm Bergemann. B. hatte am BahnB. hatte am Bahn- der außer einer Stichverlegung am Kopfe auch einen doppelten eines von der Station Hermannstraße einlaufenden Ringbahnzuges geriffen. Sofort setzte der Lokomotivführer die Notbremse in Tätig- Ober- Schöneweide. überhört. Er wurde von der Lokomotive erfaßt und unter den Zug überführt. Die Urheber des Unglücksfalles find leider entkommen. feit und mit einem Ruck stand der Zug still. B. hatte bereits schwere Verlegungen erlitten und wurde nach dem städtischen Krankenhause fünfjährige Töchterchen Erna des Kutschers Schmidt aus der LuisenLebendig verbrannt. Einen schrecklichen Tod fand gestern das straße 28. Frau Schmidt hatte ihre Kinder für etwa eine Viertelstunde allein in der Wohnung gelassen, da sie wichtige Einkäufe bejorgen mußte. Während dessen spielte eines der Kleinen mit Streichhölzern, stedte dabei versehentlich ein Zündholz an und warf Verschwunden ist seit mehreren Tagen der Rechtsanwalt U. in der Die letzte Sitzung nahm ihren Anfang mit der Einführung es dann erschrocken von sich. Unglücklicherweise fiel es auf die Jüdenstraße, der früher eine einträgliche Praxis besaß. Sein Jahres- des Stadtrats Dr. Wagner und des Stadtverordneten Dr. Voß- Schürze der Schwester Erna und im nächsten Augenblick brannte das einkommen wurde auf 30 000 M. gefchäßt. Für Kollegen übernommene berg. Die Einführung des ebenfalls neugewählten Stadtverord- Kind lichterloh. Schreiend rannte das arme Geschöpf in der WohBürgschaften, für die er schließlich haften mußte, zerrütteten seine neten Oberlehrers Destreich konnte nicht erfolgen, da derselbe noch nung umher und in ihrer Ratlosigkeit stießen die Geschwister laute Vermögensverhältnisse und drängten ihn in die Hände von Bucherern. nicht die Genehmigung seiner vorgesezten Behörde hatte. Hülferufe aus. Als kurz darauf die Mutter heimkehrte und die In letzter Zeit wuchs ihm die Schuldenlast derart über den Kopf, Die Anfrage mehrerer Stadtverordneter, den Magistrat um Flammen an ihrem Kinde erstickte, war es bereits zu spät. Unter daß er seine Praris vollständig vernachlässigte. Jezt hat er sich Auskunft über den Stand der Angelegenheit des Stadt- furchtbaren Qualen hatte es den Tod gefunden. entfernt, ohne das Ziel seiner Reise anzugeben. U. hat es ber- theaters zu ersuchen, begründet Stadtv. Dr. v. Gordon. In standen, sein Personal über seine mißlichen Verhältnisse zu täuschen. eingehender Weise erörterte er nochmals die ganzen Verhandlungen Weißensee. Erst als Klagen und Pfändungen einliefen, wurden seine Beamten und spricht sein Bedauern darüber aus, daß der Magistrat es ab= Ein schwerer" Diebstahl. Von einem Lagerplay am Weißen aufmerksam. Am Freitag waren wichtige Termine angesetzt; da U. gelehnt hat, mit der in Frage kommenden Gesellschaft den Vertrag See wurden gestern zwei eiserne Anker mit Ketten im Gesamtnicht erschien, fragte sein Bureauvorsteher in Stargard i. P., wohin abzuschließen. Den Wohlhabenden sei wohl ein Theater am Nollen- gewicht von etwa vier Zentnern am hellen lichten Tage gestohlen 11. reisen wollte, an, ob er dort weile. Dort wußte man aber von dorfplatz geschaffen, aber für den Mittelstand und die Minderwohl- und vermutlich auf einem Handwagen fortgeschafft. Der Diebstahl U. nichts. Man schäßt die Verbindlichkeiten auf etwa 150 000 Mart. habenden geschehe nichts. Der ablehnende Standpunkt des muß von mindestens zwei Personen ausgeübt worden sein. Verhängnisvoll find dem verschwundenen Rechtsanwalt vor allem Magistrats sei auf jeden Fall zu tadeln. Bürgermeister Blanken= feine Beziehungen zu dem Rechtsanwalt Merlecker geworden, der in st ein erwidert, daß dem Magistrat nur die Ermächtigung zum der Affäre Alphons Rhöll eine Rolle spielte. U. hatte sich für ihn Abschluß des Vertrages erteilt sei. Bedenken gegen die rechtlichen finanziell start engagiert. und finanziellen Verhältnisse der Gesellschaft haben den Magistrat Mit einem alten Schwindeltrid hatte der Kaufmann Paul Das Polizeipräsidium macht bekannt: Ami 5. November d. J., beranlaßt, vorläufig den Vertrag nicht abzuschließen. Redner abends gegen 61% Uhr, ist zwischen den Fahrgeleisen der Eisenbahn spricht die Hoffnung aus, daß es möglich sein werde, diese Bedenten Christian operiert, welcher sich gestern unter der Anklage des zwischen den Stationen Angermünde und Schönermart der Berlin- zu beseitigen. Stadtverordneter Kuznikky hält das Vorgehen versuchten Betruges in sechzehn Fällen und des vollendeten BeStettiner Eisenbahn eine schwer verlegte Frauensperson gefunden des Magistrats für richtig. Die Stadt tonne selbst bauen, fie truges in zwei Fällen vor der 2. Straffammer des Landgerichts I worden, die bald darauf verstorben ist. Anscheinend ist sie aus dem brauche keine Mittelspersonen, die nur ein gutes Geschäft daraus verantworten mußte. Im September vorigen Jahres erschien in Zuge Berlin- Stettin 597( ab Berlin 4 Uhr 26 min., Angermünde machen wollen. Stadtverordneter Küter( Soz.) ist der lleber- zahlreichen auswärtigen Zeitungen ein Inserat, nach welchem an5 Uhr 55 Min. gefallen. Etwa 400 Meter von der Fundstelle wurde zeugung, daß aus den weiteren Verhandlungen mit der Gesellschaft ständige und achtbare Leute gesucht wurden, welche gewillt wären, eine schwarze Handtasche mit Nickelbügel gefunden. In der nichts mehr herauskommen wird. Es wäre beffer gewesen, die ein Kind vornehmer diskreter Geburt zu adoptieren. Die Beselben befand sich ein Fahrplan, ein Billett III. Selasse Berlin- Stadtverordnetenversammlung hätte seinerzeit nicht den sozial- treffenden sollten, sobald die Adoption perfekt geworden, eine AbStettin( abgestempelt 05, 11, 06. 10.) und eine Geldtasche, welche demokratischen Antrag, der den Bau des Theaters in eigener Regie findungssumme von 5000 M. erhalten. Nach weiteren zehn Jahren ein kleines Portemonnaie mit 260 Mart in Gold und außerdem berlangte, abgelehnt. Die Stadt wird jeht gar nicht anders sollten nochmals 5000 m. für die Erziehung des Kindes gezahlt 27,56 Mart in Silber, Nickel- und Kupfermünzen enthielt. handeln können, als sich den sozialdemokratischen Antrag zu eigen werden. Auf dieses Inserat hin, welches unter anderem in dem Die Frauensperson ist etwa 36 Jahre alt, hat dunkele zu machen. Der vom Stadtverordneten v. Gordon begründete Kölner Stadtanzeiger" erschien, meldete sich ein in Köln- Nippes blondes Haar und einen falschen Zopf und war befleidet mit einem Antrag wird darauf angenommen. wohnhafter Herr Adam Ost. Schon nach einigen Tagen erhielt er schwarzen Samthut mit schwarzen Straußenfedern und schwarzem Es folgt die Beratung des Ortsstatuts für die am 1. April aus Potsdam ein Schreiben, welches mit Franc Thomas, PrivatUnterfutter mit der Firma: Modes Carl Casper, Bernau- Mark; 1907 zu errichtende obligatorische Fortbildungs- sekretär" unterzeichnet war. In diesem wurde mitgeteilt, es mit einem schwarzen wollenen Kleide mit schwarzem, geträufeltem, schule. Ohne wesentliche Debatten wird beschloffen, den Unter- handele sich um einen zweijährigen Knaben allervornehmster Abseidenem Einsatz; mit einem schwarzen Cape mit breitem Kragen richt auch auf gewerbliche Buchführung auszudehnen und die sämt- funft, der von einfachen aber achtbaren Eheleuten als eigen an= und Schnur bejezt, sowie mit schwarzen Schnürstiefeln. In der lichen Lernmittel den Schülern unentgeltlich zu liefern. Diese genommen werden sollte, gegen eine Abfindung von 5000 M. Die Tasche fanden sich ein rotes sowie ein weißes mit roten Kanten- Lernmittel fönnen den Schülern bei ihrem Abgange überlassen Geldfrage spiele hierbei keine Rolle, so hieß es in dem Briefe streifen versehenes Taschentuch. Die Wäsche ist ungezeichnet, auch werden. Bei der Festsetzung der Unterrichtszeit, die der Aus- weiter, denn der hohe Auftraggeber wolle sein Kind so gut als hatte die Unbekannte weder Ringe noch sonstige Schmucksachen bei schuß nur in die Wochentagsstunden von 7 Uhr früh bis 7 Uhr irgend möglich versorgt wissen. Zugleich wurde mitgeteilt, daß fich. Nähere Mitteilungen über die Person der Unbekannten werden abends zu legen empfiehlt, beantragt Stadtverordneter Marre D. in den engeren Kreis der Bewerber gezogen sei, da sein Gesuch Gerichts- Zeitung. Vermischtes. Der Eisenbahnmörder verhaftet. Der Hamburger Polizei gelang es gestern, den Mörder des neben einigen anderen als das zusagendste erscheine. Um zu wissen, mit wem man es zu tun habe, solle O. den Betrag von Wahrnehmung berechtigter Interessen. 6 M. zwecks Einholung eines Auskunft einsenden, die er ja wohl burg und des Krankenhausarbeiters Adam sind am 29. Mai vom Wegen angeblicher Beleidigung des Magistrats zu Eilen. nicht fürchten brauche, wer.n seine in dem Bewerbungsschreiben Landgericht Torgau der Geschäftsführer des Konsumvereins, gemachten Angaben der Wahrheit entsprächen. Das Geld sollte Hermann Schmidt und drei Mitangeklagte zu je 40 M. Geld- Bahnarztes Claussen, der in einem Abteil zweiter Klasse zwischen nach einem Hotel am Ank alter Bahnhof gesandt werden. Herr O. strafe verurteilt worden. In einer öffentlichen Versammlung, Bahrenfeld und Groß- Flottbeck ermordet und beraubt worden war, fandte vertrauensvoll die verlangten 6 M. ein, da er tatsächlich in welcher über Mißstände im städtischen Krankenhause gesprochen tieren. Als er aber keine Antwort erhielt, schöpfte er Verdacht. getan. en lange Zeit vorher den Blan gefaßt hatte, ein Kind zu adop- wurde, haben die Angeklagten die infriminierten Reußerungen zu verhaften. Es ist der 18jährige, in Deſterreich geborene GärtnerEr wandte sich an die Polizeibehörde in Köln, wo ihm die Mit- vom Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht aus Berlin ver- Mörders wurden verschiedene Personen veranlaßt, die Polizei auf Die von den Angeklagten eingelegte Revision wurde gehülfe Thomas Rüder. teilung gemacht wurde, daß eine dortselbst wohnhafte Frau B. treten. Seinem Antrag auf Aufhebung des Urteils schloß Rücker aufmerksam zu machen. Gestern früh 2 Uhr nahm die Polizei Durch das in den Zeitungen veröffentlichte Signalement des ebenfalls um die 6 W betrogen worden war. Diese hath anfäng- sich der Reichsanwalt und das Reichsgericht an. Es hob am den Mörder in seiner Wohnung, Altona, Rolandstr. 35, fest. Gr lich mit der Einsendung des Geldes gezögert, und erit als ihr Montag das Urteil auf und verwies die Sache an das Landgericht leugnete zunächst, die Tat begangen zu haben, als aber der Polizeijener Privatsekretär Franc Thomas" mitteilte, gerade dies wäre zurück, weil der Schuh des§ 193 den Angeklagten zu Unrecht ver- kommissar in einer Tasche seiner Kleidung Blutflecke fand und ihm der Prüfstein, ob sie die Sache auch ernst nehme, hette sie die sagt zu sein scheine. 6 M. eingesandt. Die Kölner Polizeibehörde setzte sich mit der auf den Kopf zusagte, daß auch das Beil gefunden worden sei, da Berliner Krimino Ipolizei in Verbindung, die mit Hülfe der PostAbermals neues Recht gegen Streikende. gestand er die Tat ein. behörde auf sehr komplizierte Weise den Angeklagten Christian Ein Urteil, das wegen eines lustigen Streiches gegen einige Er erzählt, er habe das Beil, mit dem er den Mord begangen, als den angeblic en" Thomas" ermittelte. Als C. am 10. November streifende Arbeiter angezogen war und juristische Bedenken selbst in Hamburg gekauft. Dann habe er auf dem Bahnhofe gewartet, vorigen Jahres in dem Hotel am Anhalter Bahnhof erschien, wurde bei der Reichsanwaltschaft erregte, wurde am Montag vom Reichs- ob er einen wohlhabenden Reisenden entdecken könne. Beil Clausen er von Krimirialbeamten in Empfang genommen. Schon nach gericht bestätigt. Anfang Januar 1905 waren die Arbeiter der einen wohlhabenden Eindruck gemacht habe und eine Ledertaiche einer Woche wurde der Angeklagte jedoch wieder caus der Unter- Firma G. Lohmann in Bielefeld in Streit getreten. Die Firma batte, jei, er zu ihm ins Kupee gestiegen. Sofort, als der Zug ſuchungshaft entlassen, da ſich bei ihm allerlei Krankheits- schickte ihren Vertreter Lug nach Chemniz, damit er dort Ar- Groß- Bahrenfeld verlassen hatte, hat er sich auf ihn gestürzt into erscheinungev bemerkbar machten. In der ersten Verhandlung beiter anwerbe. Infolge eines Telegrammes, wonach vier Arbeiter ihn mit Beilhieben niedergeschlagen. Er hat 100 M. bares Geld gegen C. stellte der Anwalt den Antrag, den Angeklagten auf seinen kommen würden, ging abends der Prokurist nach dem Bahnhofe. bei Claussen gefunden und außerdem die Uhr mitgenommen. Von Geisteszustand untersuchen zu lassen, da er als Verteidiger ver- Tatsächlich hatten die Chemnizer Arbeiter aber auf die Reise nach Bahrenfeld ist er zu Fuß nach Altona gegangen in seine Wohnung schiedene Dinge aus dem Vorleben des C. ermittelt hatte, die auf Bielefeld verzichtet und den organisierten Genossen dort davon und hat sich dort vom Blute gereinigt. Wo er die Uhr gelassen eine geiſtire Abnormalität schließen ließen. Des Gericht beschloß, telegraphisch Mitteilung gemacht. Der Schlosser Karl Severing hat, will er nicht sagen. Von dem Gelde wurde noch ein Teil bei den Angeilagten in der königlichen Charité auf seinen Geistes- hatte dies erfahren und beschloß, der Firma 2. einen Schabernad ihm vorgefunden. zustand intersuchen zu lassen. In der gestrigen Verhandlung be- zu spielen. Er überredete vier andere Arbeiter, nach Herford zu zeichneten die psychiatrischen Sachverständigen den Angeschuldigten fabren, und als Metallarbeiter verkleidet in Bielefeld anZu dem Eisenbahnunglück in Amerika, als einen heriditär schiver belasteten Menschen, bei dem aber nur zukommen, um sich dem Prokuristen als die Chemnißer Arbeiter über das wir im gestrigen Depeschenteil berichteten, wird weiter geeine gewisse geistige Minderwertigteit zu konstatieren sei, nicht aber vorzustellen. Dies geschah dann auch. Da Streitposten auf sie ein- meldet: Die Zahl der bei dem Eisenbahnunglück in der Nähe eine Geistesstörung im Sinne des§ 51 St.-G.-B. Der Staatsanwalt drangen, nahmen die beiden Prokuristen eine von Balparaiso( Indiana) Umgekommenen beläuft sich auf siebenbeantragte eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten, da es sich doch Droschke und begleiteten die vier Arbeiter nach undvierzig, die sofort den Flammen zum Opfer fielen, so daß ihre um einen ziemlich gemeingefährlichen Gaunertrid handele. Der der Herberge. Auf Kosten der Firma verzehrten Feststellung unmöglich ist. 38 Personen erlitten Verletzungen, von Gerichtshof erkannte auf nur 4 Wochen Gefängnis unter die vier das für die Chemnizer Arbeiter be- denen eine Anzahl tödlich verlaufen dürfte. Die beiden Züge fuhren Anrechnung der vollen Untersuchungsheft. stimmte Abendessen und tranken den ihnen dargebotenen Wein. Dann stellten sie sich dem Prokuristen Loh- im Augenblicke des Zusammenstoßes mit einer Geschwindigkeit von mann mit ihrem richtigen Namen vor, zogen höflich den Hut 40 Meilen in der Stunde. Sechs Wagen wurden vollständig zerund empfahlen sich höhnisch lachend. Sie ließen sich trümmert und fingen sofort Feuer. Viele Fahrgäste wurden von den sogar in ihren Kostümen photographieren und Ansichtskarten nach Bugbeamten geborgen, andere wurden durch die Trümmer festgehalten dem Bilde herstellen. Das Landgericht Bielefeld hat und verbrannten vor den Augen der Menge, die sich an dem Schauseinerzeit die Arbeiter wegen Beleidigung zu je 30 M. platz des Unglücks versammelt hatte. Gestern abend traf hier ein und Schlosser Severing wegen Anstiftung zur Beleidigung zug ein, der die 38 Verlegten mit sich führte. Eine Menge russische zur gleichen Strafe verurteilt. Severing erreichte die Auf= hebung des Urteils, soweit er in Frage fam, aber das Land- und polnische Verwandte der Verunglückten hatte sich vor dem Bahngericht hat ihn am 21. Februar d. J. abermals ver- of angesammelt und versuchte die Eisenbahnbeamten, denen sie die urteilt. Den Schuß des§ 193 hat das Gericht den Angeklagten Schuld an dem Unglück zuschrieben, tätlich anzugreifen. versagt, da sie überhaupt keine Interessen der Streikenden, denen fie auch nicht angehörten, wahrnehmen, sondern nur die Firma vethöhnen wollten. Sie waren sich bewußt, daß besonders die auf dem Bahnhofe sie erwartenden Prokuristen getäuscht und an der Naje herumgeführt werden sollten. Auch Severing, so heißt es weiter im Urteile, wollte diesen Erfolg, obgleich er nicht voraussehen fonnte, was die vier Meitangeklagten dann noch unternehmen würden. Gegen das neue Urteil hatte Severing ebenfalls Revision eingelegt. Er warf dem Urteile Widersprüche vor und verwies auf die Feststellung, daß er das Verhalten der Mitangeklagten nicht voraussehen konnte. Der Reichsanwalt hielt die Feststellungen ebenfalls für widerspruchsvoll. Das Reichsgericht erkannte aber doch auf Verwerfung der Revision. Ein prügelnder Schuhmann. Vom Landgerichte Hamburg ist am 27. April der Schuhmann Hinrich Lösch in Altona zu einer Geldstrafe von 100 Mart verurteilt worden, weil er einen polnischen Arbeiter, den er auf Veranlassung anderer in einer Wirtschaft in Altona verhaftet hatte, unterwegs ins Gesicht geschlagen und am Halse gewürgt hat. Seine Revisiov. wurde vom Reichsgericht verworfen. Aufreizung zu, Gewalttätigkeiten. Wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten sind am 10. April bom Landgericht Hamburg, der Vorsitzende des Hafenarbeiterverbandes und Redakteur der Verbandszeitschrift Der Hafenarbeiter", Döring, sowie der Bezirksleiter des Verbandes, Christian Schlüter, zu Geldstrafen verurteilt worden. In dem genannten Blatte war ein mit T. Schl. unterzeichneter Artikel erschienen, in welchem es hieß:„ Wir fürchten uns nicht," so hieß cs, wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten, aber eine Welt zu gewinnen. Gelobet, den Kampf zu führen bis aufs Messer, bis zum endgültigen Siege!"" Darin hat das Gericht die Aufforderung zum gewaltsamen Kampfe gegen das Bürgertum und den Kapitalismus erbat. Die nur von Schlüter eingelegte Revision wurde an Montag vom Reichsgericht verworfen. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. ( Görlitzer siertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Drüder Richard Lubosch wohnhaft Admiralfr. 5( Stadtbezirt 88) gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Bee: digung findet Mittwoch, den 14. Oftober, nach mittags 3 Uhr, bom Krankenhause Bethanien ans nach dem neuen Jelobi- Kirchhof, Hermannstraße, ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 263/1 Der Vorstand. Sozialdemokrat. Wahlverein für den VI.Berliner Reichstagswahlkreis • Todes Anzeige. Am 12. d. Mts. verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Hermann Maß Borsigstraße 12a. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3, Uhr, vom Virchow Krankenhaus aus nach dem Golgatha- Friedhof, Barjusstraße, stati. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 226/1 Der Vorstand. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Todes Anzeige. Am 10. November verstarb nach furzem Leiden unser Mitglied, der Glätter Hermann Maaß im Alter von 30 Jahren. Ehre seinent, Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. November, nachmittags 32 Uhr, vom Birchow- Krankenhause aus nach dem GolgathaKirchhof statt. 170/20 Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung unseres lieben Baters und Bruders sagen wir dem Zentralverband der Maurer Deutschlands, Sektion der Gips- und Bementbranche, besonders den Herren Kollegen für die reichliche Unterstüßung und Kranzspende herzlichen Dank. Sozialdemokratischer Wahlverein Zehlendorf. Am 12. November verstarb unser Mitglied, der Arbeiter Eduard Nihle am ( Beerenstr. 5). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. November, nachmittags 4 Uhr, auf dem hiesigen Kirchhofe statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 203/7 Der Vorstand. Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied August Reichert im Alter von 52 Jahren am 12. d. M. verstorben ist. Derselbe war Mitglied im Klub„ Ringelwolfe". am Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause Moabit, Eingang Birkenstraße, aus nach dem Heilands Kirchhof, Blößensee, statt. Am 12. d. M. verstarb unser Mitglied Eduard Nihle aus Klub Freiheit II" in Zehlen dorf. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. 6. M., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Ge: neinde- Friedhofs in Zehlendorf, Spandauerstraße, aus statt. Der Vorstand. 296/15 Rauchklub ,, Ringelwolke!" Am Montag früh verstarb an einem Nierenleiden unser Mitglied Verein Berliner Hausdiener gegründet 1883. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Kollege Rudolf Sommer ( Fasanenstr. 53) verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 14. November, nachmittags 32 Uhr, von der Halle des Lulas- Kirchhofes, Briz, Mariendorfer Weg, aus statt. " Untergang eines französischen Dampfers. Lloyds Agentur erhielt ein Telegramm aus Punta Arenas, daß der französische Dampfer Duchesse Berry" am 12. Oktober in der Nähe der Küste der Staateninseln auf einen Felsen gestoßen und gesunken sei. Acht Mann der Befagung tonnten gerettet werden, dte übrigen ertranfen. Der schwedische Schuner, Dagny" ist, wie uns telegraphiert wird, gestern abend im Fehmarnbelt von dem Torpedoboot Sloo" angerannt und das Vorderschiff beschädigt worden. Der Schumer wurde heute früh von dem Torpedoboot in Stiel eingeschleppt. Wahlkreis Kalau- Luckan. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den NeichstagsDie Ausgabe der Kalender findet am Donnerstag, den 15. November, bei Weihnacht, Grünstr. 21, statt. Danksagung. Für die Teilnahme bei der Beerdigung Verband der Wäsche- und meines geliebten Mannes, des Bußers Krawattenarbeiter Deutschl. Filiale Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unsere Kollegin, die Näherin Martha Ulrich am Sonntag, den 11. November, verstorben ist. Ehre ihrem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 3 Uhr auf dem Thomas Kirchhofe in Rigdorf, Hermannstraße statt. 2725b Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Richard Kühn am am 12. ds. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 15. November, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenballe des Georgen- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß am 9. November mein lieber Mann, unser guter Bater, der Etuimacher Hugo Kaul im 47. Lebensjahre nach kurzem, schwerem Leiden verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr vom Moabiter Krankenhause aus nach dem St. Johannis- Kirchhof in Plößen see statt. 27396 Danksagung. August Reichert. Teilnahme bei dem Hinſcheiden meines Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 15. November, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Moabiter Krankenhauses aus nach dem Heilands- Kirchhof statt. teppdeden # billigst direkt in der Fabrit 72. Wallstr. 72, 29502 wo auch alte Steppdecken ausgearbeitet Louise Pieszeit werden. Bernhard Strohmandel, nebst Geschwistern. Berlin Ks. Justr. Katalog gratis. Für die vielen Beweise herzlicher geliebten Gatten, unseres Vaters und Schwagers sagen wir den Mitgliedern des Konsumvereins Berlin und Umgegend unseren herzlichsten Dank. 29512 Auguste Scharte nebst Kindern. Danksagung. Allen Verwandten und Freunden, insbesondere dem Zentralverband der Maurer( Sektion der Puter) sowie den Mitgliedern des Wahlvereins Wilmersdorf sagen wir für die Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Vaters unseren innigsten Dank. 27306 Witwe Anna Roßmann nebst Sohn. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Todesanzeige. Hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Ida Völker gcb. Niedlich am 12. d. Mts. gestorben ist. Die Beerdigung findet am Don nerstag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenballe des Rigdorfer Gemeinde Friedhofs, Mariendorfer Weg, aus statt. Dies zeigen betrübt an Der trauernde Gatte 2736b nebst Kindern. Prachtsäle des Westens Spichernstr. 3. Carl Stechert. Heute Theater- Aufführung. Eduard Hönigk, jage ich allen, besonders den Kollegen meinen 2728b innigsten Dank. Witwe Franziska Hönigk geb. Heise. Berliner Genossenschafts- Bäckerei. ( Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht.) Am 1. Dezember, abends 812 Uhr, Neue Hochstraße 18: Ordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Buggenhagen Moritzplatz. 1. Bericht des Vorstandes und Auf- Jeden Mittwoch u. Sonnabend: fichtsrates, Borlegung der Bilanz Gustav Gottschalk- Gesellschaftsund Beschlußfassung über dieselbe. 2. Bericht des gerichtlichen Bücher Konzert. Humoristischer Abend revisors. 3. Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates. 4. Neuwahlen. 5. Statutenänderungen. 6. Anträge und Verschiedenes. Die Bilanz liegt den Mitgliedern im Kontor, Neue Hochstraße 18, zur Einsicht aus. Der Vorstand. A. Michaelis. Paul Lenz. 207/20 Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Der Pariser Taugenichts. Verbindung mit größter FilmsLustspiel von Karl Töpfer. Anfang 8%, Uhr. Entree 40 Pf. Nach der Vorstellung: Familien Kränzchen. Kinematograph Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. und Freitanz. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das vollständig neue November- Programm. Neu! Der Hauptmann v Köpenick Neu! Großer Lacherfolg. 22 Nummern. Anjang 7, Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Englischen Unterricht( Uebers setzungen), französischen, deut schen Unterricht erteilt G. Swienty- Liebknecht. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Schöneberg. Sedanstr. 57 III Allen Zigaretten- Rauchern zur gefälligen Beachtung! Wollen Sie sicher sein, trotz der Steuer das bisherige, bewährte fabrikat zu erhalten, so rauchen Sie Bolero- Zigaretten per Stück 2 pr. Zenith- Zigaretten per Stück 3% Pf. Wir garantieren Ihnen: Unveränderte Qualität, un28012* veränderte formate feinste Handarbeit! Gleichzeitig empfehlen wir unsere neue 3 Pf. Askari- Zigarette in vorzüglicher, milder Qualität, ebenfalls nur Handarbeit! Gebr. Selowsky-Dresden. Orts- Krankenkaffe Deutscher Metallarheiter- Verband. Vereinigung der Maler, le Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Lackierer, Anstreicher. Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr: Melchiorstraße 28. Versammlung aller Fahrstuhlmonteure und Helfer Berlins in Röwers feftfälen, Elisabethkirchstr. 14. Zages Ordnung: 159/17 1. Vorschäge der Kommission zur beabsichtigten Branchengründung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ehrenpflicht aller Branchenkollegen und Helfer ist es, pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Hierdurch machen wir die Kollegen aufmerksam, daß die Arbeitszeit vom 16. November 1906 bis 31. Januar 1907 höchstens 7 Stunden beträgt. Jede weitere Ausdehnung der Arbeitszeit gilt als Ueberstunde. 126/6 Deutscher Holzarbeiter - Verband. Büffet- und Schreibtischmacher. Sonntag, den 18. November, vormittags 10 Uhr: Donnerstag, den 15. November, abends 8, Uhr, bei Litfin, Memelerstraße 67: General- Versammlung Versammlung in der Neuen Welt, Hafenheide 108/114. Tages Drdnung: sämtlicher Büffet- und Schreibtischmacher. Zages Ordnung: Wie sollen sich unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen im neuen BerDie Kommission. 1. Bericht der Kommission in der Angelegenheit 2 üde. 2. Stassenbericht vom 3. Duartal und Bericht der Revisoren. 3, Neuwahl der trage gestalten? Revisoren. 4. An die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Tischmacher. Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr: Verband der freien Gast- und Schankwirte Versammlung sämtlicher Tischmacher Berlins und der Vororte Deutschlands.( Zahlstelle Berlin.) Bezirksversammlungen: Bezirk 1. Donnerstag, den 15. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Gießhoit, Blößensee, Seeftr. 81. 70/9 99 99 99 99 99 2. Freitag, den 16. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Wernau, Schwedterstr. 23-24. 3. Freitag, den 16. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bet Beckmann, Samariterftr. 11. 4. Freitag, den 16. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, 5. 6. bei Merkowski, Andreasstr. 26. Donnerstag, den 15. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Donath, Schönleinstr. 6. Freitag, den 16. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Hoffmann, Klosterstr. 62. Die Ortsverwaltung. 7. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 18. November 1906, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) ( Ohne Gewähr.) 288 358 72 422 599 791 954 1041 57 343 482 97[ 500] 548 58 97[ 500] 815 2123 41 46 229 383 3077 352[ 1000] 440 648 717 46 839 69 81 4113 299 442 648 49 87 809 73 955 5019 427 44 89[ 1000] 817 978 83 6180 302 88 408 510 [ 3000] 76[ 1000] 93 946[ 1000] 7198 267 392 564 94 632 831 986[ 500] 39 8106 392 9117 85 843 425[ 1000] 507 48 88 642 54 736 932 49 10113 30 91 235 47 341 418 [ 500] 546 834 41 930 11213 76 436 59 967[ 1000] 12012 47 111 87 203 55 393 402[ 500] 596 655 850[ 1000] 63 13188 218 747 807 88 14109[ 1000] 204 13 350 497 952 [ 1000] 15035 60 74 289[ 500] 395 470[ 500] 546 608 97 747 79 16110 94 314 621 709 17560 889[ 3000] 928 64 1500] 18099 261 412 525 29 617 758 19004 265 340 474 85 525[ 1000] 82 20178 237 90 350 447[ 500] 59[ 1000] 98 97 553 627 76 [ 1000] 960[ 500] 85 21000 133 404 591[ 500] 22037 44 557 790 92 23032 80[ 3000] 255 484 753 65 79 839 24053 175 205 420 49[ 3000] 577[ 500] 667 782 88 25025 160 282 501 600 784 960 26142 268[ 500] 313 50 94 509 47 680 708 834 973 27190 458 506 727 65 818 902 75 96 28000 [ 500] 68 220 300 400 62 826[ 500] 29014 280 96 419 22 679 726 30392[ 500] 587 798 847 31001 229 54 92 864 32366 71 97[ 3000] 600 715 807 905 22 33394 518[ 3000] 655 34042[ 500] 216 519 47 692 903[ 500] 50 35080 1500] 153 209[ 3000] 45[ 500] 329 68 588 631 53 891 94 38179 962 95 37028 186 250 61 354 63 405 15 50 662 706 38325 [ 3000] 560 98 858 74 39293 643 SS[ 500] 887 945 64 74 40041 811 89 401 595 714 805 41020 333 451 74 743 967 76 42035 195 298 360 531 675 897 936 43045 284 519 85 632[ 1000] 44 92 767 854 44015[ 1000] 102[ 1000] 456 61 518 45012 309[ 500] 15 43 551 54 684[ 500] 901 15[ 500] 70 46312 46[ 500] 484 844 75 92 47155 411 49 616 48221 422 722 95[ 3000] 836[ 3000] 49097 258 397 477 729 953 50168 640 908 54 65[ 3000] 51187 201 634 856[ 1000] 924 52008 260 61 365 89 405 519 629 44 800 46 966 70 53304 43 67 440 658[ 3000] 700 58 825 54109 244 789[ 1000] 55187[ 3000] 461 664 966 96 56027 15001 71 128 267 305 56[ 500] 71 91 415 503 57 704 57300 48 455 59 520 615[ 3000] 753 925[ 1000] 56[ 3000] 58209 53 807 98 851 59092 184 491 526 887 967 60007 214 365[ 500] 400 44 49 84 669 61150 78 94 270 94[ 1000] 377 405 641 703 62092 107 44 374 479 505 27 63047 105 673 80 91[ 500] 748[ 500] 51 93 64000 161 90 408 91 568[ 500] 736 924 1500] 55 65127[ 10000] 28 93 280 378 507 693 872 949 66106 44[ 1000] 754 15001 67297 428 672 825 68067 209 48[ 1000] 94 337 579€ 26 736 60 827 926 69333 273 642 87[ 1000] 798 952 63 70G88 318 664 841 71177 227 388 479[ 1000] 647 748 72 953 72308 73363 540 638 710 43[ 500] 884 74025 188 809 75051 82[ 1000] 188 290 361 439 80 81 817 90 76055 [ 3000] 165 204 30 594 77006 27 157 202 424 532 654 839 997 78014[ 300] 47[ 1000] 433 55 62 526 621 734 70 995 [ 500] 79102 214 70 560 718 77[ 3000] 93 98[ 500] 824 20 [ 500] 957[ 500] 58 80085[ 500] 257 378 688 703 18 63 807 909 81072 101 12 840 424 630[ 1000] 781 82470 570 71 78[ 500] 83060 217 300 809 965 84038 62 334 94 580[ 1000] 704 804 959 85005 265[ 1000] 96 309 454 554 55 735 86167 249 344 749 816 87097 297 355 470 559 712 897 88007 274 30T 429 745 998 89193 300 413 49 58[ 500] 518 668 703 11 90058 194 398 440 578 745 55 842 963 91003 168 489 757 912 93 92182[ 500] 40 622 93018 51 626 00 840 94201 95 [ 500] 409 528 831 912 95239[ 1000] 77.83 824 495 643 98 762 828 90 979 96122 59 377 451 514[ 500] 86 910 97037 382 83 514 810 912 59 98004 48 62 164 358 77° 6 [ 500] 415 62 728 99101 208 39[ 500] 380 607 29 70 880 [ 1000] 976 100242 492 719 897 101114 93 300 708 55[ 1000] 888 102118 99 255 338[ 1000] 83 625 71 856[ 500] 71 914 103199 262 540 656 99 897 104469 536 82 606 51[ 1000] 719 981 105154 235 1500] 377 411 619 50 77 106191 745 892 961 86 107035 92 138[ 3000] 290 98 500 691[ 3000] 127 819 923 108099 613 752 79 833 940 78 109208[ 300] 481 508 687 734 73 816 43 997 110152[ 3000] 673[ 30001 754 111129 33 91[ 500] 758 820 56 922 112069 199 440 508 10[ 500] 739 92 976 113108 99 382 606[ 1000] 30 30 744 114050 808 995 115225 44 83 578 841 44 116158 219[ 1000] 444 636 48 49 76[ 3000] 92 117564 678 91 702 118211 301 73 76 98 585[ 1000] 627 28 51 706 62 97 925 119139 60 454 708 906 120056 256[ 3000] 659 121363 474 572 85 506 122543 657 88 123826[ 500] 473 558 915[ 1000] 124086 [ 3000] 148 278 405 90 576 125353 78 540 48 711 41 854 80 126072 230 358 601 40[ 500] 127022 90 176 265 471 813 913 128317 21 444[ 500] 691 771 80 850 129089 98 333[ 3000] 445 646 61 93 842 986 130124 38 499 570 13000] 850 131171[ 1000] 304 570 662 987 132129 229 [ 1000] 866 76 6: 0 133207 309 686 343 134381 481 573 752 79 1500] 835 60 135241 648 136192( 3000] 248 329 68 492 747 833 909 18 22[ 500] 20 1500] 58 137161 425 695 824 138063 64 101 38 78 697 812 71 139085 296 378 531 [ 500] 53 66 827 966 im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 8). unter dem neuen Bertrage gestalten? Die Ortsverwaltung. Dr. Simmel, Aer Klempner. Am Dnnerstag, den 22. November, abends& Uhr, findet im, Englischen Garten", Alexanderstraße 27 c, cine Versammlung der großjährigen Mitglieder unserer Kasse behuja Wohl von 170 Ber: tretern für das Jahr 1907 statt. Das Cuittung buch legitimiert. Am Dienstag, den 27. November, Uhr, abends 8% lr, findet Stōpeniderftraße 100 eine Versammlung der Arbeitgeber, welche Beiträge für angemeldete Mitglieder zu unserer Stasse leis en, behuss Wahl Prinzen- bon 85 Bertrete ru pro 1907 statt. Str. 41, Die Arbeitgeber to men sich auch durch 165 ihre Geschäftsführer oder Betriebs. beamte vertreten lassen. Svezialarzt für Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. 2714b Der Vorstand. Zentralverein der Bildhauer Deutschlands. Verwaltung Berlin. Donnerstag, 15. November, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Versammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. 2. Fortsetzung der Diskussion über die Beschlüsse der Generalversammlung zu Frankfurt a. M. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. 21/8 Zentralverband d. Schuhmacher Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Bureau: Waßmannstr. 32 a, of part. Telephon: Amt VIIa, Nr. 6920. Tagesordnung: Wie sollen sich unsere Lohn- und Arbeitsbedingungen Freitag, den 16. November, abends 8%, Uhr, bei Böker, Die Branchenkommission. Weberstraße 17: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Kombin. Mitglieder- Versammlung. Zahlstelle Rixdorf. Donnerstag, den 15. November cr., abends 62 Uhr, bei Thiel, Bergstr. 151-152: Branchen- Versammlung der Bautischler. Es wird ersucht, daß sämtliche Sollegen erfcheinen. Die Kollegen von Schütz, Britz, find besonders eingeladen; auch die Kollegen, welche dort jezt nicht mehr beschäftigt sind. 96/15 Die Ortsverwaltung. 718 142216 884 86 508 20 741 62 844[ 500] 943 77 143158 92[ 1000] 251 313[ 500] 33 53 464 71 79 548 53 731[ 500] 57 884 81 927 144050 1500] 167 211 87 130001 344 510 68 940 145206 12 382[ 500] 476 720[ 1000] 828 146071 209 692 714 30 808 914 73 147007 43 59 221 38 369 620 62 864 148038 65 299 597 745 93 149019 76[ 1000] 86 129 561[ 500] 601 150103 279 1500] 857 58 617 741 801 88 151876 86[ 500] 450 93 503 728 152081 148 689 92 805 23 53 153031 188 429 552 154231 78 99 403 47 514 74 155007 83 112 325 85 [ 500] 614 708[ 500] 870 936 79 156039 90 266 384 651 703 36 807 157037[ 1000] 54[ 1000] 449 60 96 537 93 614 32 848 158058[ 3000] 384 91 403 49 533 84 620 799 860 915 159366 641 876[ 8000] 160001 108 51 62 94 213[ 500] 400[ 500] 37 653 161138 69 214 595 793 172157 406[ 500] 678 797 884 970[ 500] 163250[ 3000] 79 351 89 425 818 92 978 164044 357 67 444 81 878 165026 230 536 963[ 3000] 166389 402[ 1000] 680 167378 575 601 75 758 168092 142 358 412 22 529 45 636 70[ 1000] 885[ 500] 87[ 1000] 903 70 169321 39[ 500] 594 614[ 500] 47 819[ 500] 93. 926 170205 80 466 83 768 843 171189 209 405 81 638 [ 1000] 172076 106 93 318 409 651[ 1000] 747[ 500] 855 947 173492 550 93 647 67 746 846 174185 520 90 130001 647 70 91 767 74 175123 988 176160 224 28 71 78 373 547 744[ 1000] 846 981 87 177189 84 288 328 87 402 23 67 87 522 52 71 615 57 733 884 178023 76 318 420 [ 1000] 824 99 179117 92[ 500] 482 690 735 841 60 180150 365 706 876 964 93 181173 248 382 549 87 622[ 500] 838 182030 838 1500] 671 760 809 90 936 183226[ 500] 71 504 609 40 734 184035 121 86 255 381 502 3 705 30 839 185112 37 44 214 67 317 419 26 690 838 186026 296[ 500] 399 420 523 808 38 66 187183 218 66 492 614 86 771 832 42[ 1000] 188144 73 855 18000] 75 702 74 835 59 189186 96 343[ 500] 708 13 31 805 44 954 190100 33 74 545 774 922 191200 430 502 18 621 881 933[ 1000] 192204 480 551 667[ 500] 765 814[ 500] 15 920 23 193044[ 3000] 52 185 343[ 500] 630 58 194053 87 235 61 70 364 97 435 43[ 3000] 76 693 849 195111 19 282 465[ 500] 534 734 76 196119 59 372 96 696 742 197287 601[ 500] 960 198082[ 500] 480 644 841 913 [ 500] 199410 53 711[ 3000] 957 200001 17 109 16 267 328 61 99 574 647 834[ 500] 65[ 500] 974 201078 123[ 1000] 68 631 781 11000] 202146 452 570 76 639 803 922 63 203000 99 1500] 171 110001 261 334 67 596 816 204022 38 74 159 490 501 809 205052 162[ 3000] 227 322 790 908 34 206015 171 388 437 207013 167 359 404 552 883 208024 113[ 500] 393 656 862 900[ 1000] 209071 292 364 400[ 500] 91 504 636 66 845 938[ 1000] 210009 155 383 67 619 77 96 704 72 809 1500] 88 946 93 211000 310 611 33 49[ 10001 887 956 66[ 3000] 212117 19 283 93 305[ 500] 538 89 92 669 709 12 213032 53 107 75 839 956 214399 746 813[ 1000] 935[ 1000] 215313[ 500] 866 81[ 500] 976 216449 542 762 997 217158 233. 560 732 814 218049[ 500] 238[ 500] 645 727 219186 316 56 446 529 608 48 864 92 220285 711 50 82 221477 854 222385 579 784 900 [ 3000] 223061 108 200 443 634 773 224008 310 40[ 1000] 419 40 508 666[ 500] 87 718 53 852 959 225080 302 88 446 [ 10 000] 79 756 95 99 845 919 87 226018[ 3000] 392 439 66 704 818[ 500] 227519 22 23 651 877 904 64 228100 98 435 559 949 229035 220 24 81 540 84 230049[ 10001 121 271 306 515 813 51[ 500] 87 231027 44 161 386 481 746 911 232019 114 303[ 500] 68 487 705[ 1000] 830 [ 300] 1[ 10001 233086 539 789 910 234298 656 716 235849 236233[ 3000] 381 557 237032 192 601 709 238320[ 1000] 712 49 59 239183 229 376 767 844 74 89 910[ 500] 240175 279 621[ 500] 718 44 824 58 926 65 241018 104[ 3000] 589 663[ 500] 879 242012 99 127 308 24 592 029[ 500] 733[ 3000] 243251 87 527 36 642 68 743 54 244045 116 33 374 667 746 824 99 977 245216 409 26 561 689 702 864 246240 365[ 500] 478 730 983 247424 29 507 08[ 500] 637 46 865 248045 268 99 335 451 566 622 51 700[ 500] 3[ 3000] 16 249600[ 500] 12 918 44 52 250093 210 332 44 679 916 251005 311 54 458 754 15001 252057 327 594 646 95 253278 321 525 701[ 3000] 78 [ 1000] 967 254107 241 441 63 670 711 31 868 919[ 1000] 55 255126 69 277 459[ 500] 63[ 3000] 831 945 92 256567 661 74 751 932 98 257814 758 76 989 258749 68 808 42 259108 83 500 652[ 3000] 81 729 75 806 21 39 260000 46 51 254 320[ 1000] 542 72[ 3000] 616 871 261104 336 45[ 3000] 446 570 690 818 262151 62 150001 250 456 515 654[ 500] 67 774 263092 184 205 481 891 972 204012 35 194 254 56 85[ 3000] 343 61[ 5000] 439 72 742 47 265085 194 233 98 810 957[ 500] 266014 116 51 250 861 87 940 82 267212 68 371 692 826 268373 420 74 568 857 269329 567 710 45 834 56 270109 86 202 69[ 8000] 363 74 421 271189 528 699 272205 [ 1000] 544 1580] 840 58 963 273211 424 585 947 274.003 603 275243 54 300 587 95 791 276125 561[ 5001 616 67 716[ 500] 867 902 40 277107 256 502 79 731 71 278022 138 94 414 23 511 97 742.53[ 500] 964 279030 213 49 347 520 50 88 623 90 280026 87[ 3000] 150 69 203 450[ 1000] 99 520 86 627[ 500] 900 30 281107 208 442[ 500] 635 42[ 1000] 716 62 932[ 1000] 81 282349 78 479 1000] 632[ 1000] 31 744 283285 357 650 284003 36 170 685 15001 285094 119 213 489 588 628 988 280053 11000] 186 57 78 869 402 25[ 500] 543 48 68 993 287057 127 204 33 63 313 29 523 649 799 802 97 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie à 300 000 M.. 1 Ge wnn à 500 000, 1 à 150 000, 2 à 100 000, 1 à 75000, 2 à 60 000, 3 à 50 000, 3 à 40 000, 10 à 30 000, 20 à 15000, 55 à 10 000 108 à 5000, 1624 à 3000, 2580 à 1000, 3955 à 500 Berichtigung: In der Liste vom 12. November vor140019 209 97 529[ 3000] 31 656 733 947 52 141105 mittags lies 172 116 statt 172 114. Tages Drdnung: 1. Aufstellung der Kandidaten zu den Krankenkassenwahlen. 2. Verschiedenes. NB. Am 17. November, abends 9 Uhr, findet in den AndreasFestsälen( Andreasstr. 21) das Konzert zum Besten der ausgesperrten Kollegen statt unter Mitwirkung der Theater- Gesollschaft Strzelewioz und des Gesangvereins der Schuhmacher. 170/19 Billetts sind bei den Vertrauensmännern und auf dem Bureau zu haben. Bahlreiche Beteiligung erwünscht Die Ortsverwaltung. 7. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 18. November 1906. nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 18 381[ 500] 443[ 3000] 636 98 1394 416 56 672 717 2043 237[ 3000] 89 92[ 500] 560 689 91 855 3105 7 273 431 620 59 784 832 918 65[ 1000] 4043 66 110 55 82 259 5148 681 707 79 800 6034 39 527 738 810 34 7292 98 650 711 833 68[ 1000] 963 8042 169 249 72 445 784 985 9102 780 10079[ 10001 384 494[ 500] 511 661 775 915 11101 261 413 30 500 62 97[ 1000] 697 783 800 958 12887 454 682 911 15[ 3000] 13355[ 1000] 95 571_717 57 915[ 500] 14398 488 552 769 15362 647 791 96 16120 [ 1000] 392 658 930 17001 72[ 3000] 158 245 545 720 18270 398 400 78 519 23 628 19047 127 43 83 444 631 710 20058 822 58 464 510 800 21233 342 550 650 781 830[ 1000] 49 961 22266 408 49 58 60 511 39 82 654 984 92 23511 605 12 48 843 944 24105[ 500] 241[ 500] 354 430 89 524 738 858 25118[ 500] 291[ 500] 483 95 544 657 898 [ 1000] 26025[ 3000] 455 95[ 3000] 540 63 686 39 47 791 943 27135 286[ 500] 388 475 96 518 621 763 871 28020 53 [ 3000] 239 843 47[ 500] 487 687 849 29142 62 206 373 [ 3000] 99 609 30 796 949 85 30055 129[ 1000] 45 335 80 506 653 62 86 793 857 91 916 17 70 R1227 432 531 37[ 1000! 67 78 629 33 32088 155 221 98 615 718 957 33072 246 [ 500] 448 99 637 724 30 52 977[ 3000] 97 34143 203 78 98 423[ 500] 81 527 785 834 89 904 33[ 500] 35243 98 13000] 322 434[ 3000] 515 684 828 41 961 36264 840 86 401 74 [ 1000] 569 37127 256[ 1000] 455[ 3000] 38063 279 81 356 550 29294[ 1000] 540 46 54 58 874 917 87 40185 217 607 63[ 500] 702 839 933 98 41162 512 752 854[ 500] 42632 50 43264 83 351 500[ 3000] 706 817 992 44114 62 599 681[ 3000] 964 45019 493 520 627 791 [ 1000] 988 46098 536[ 1000] 604 80[ 1000] 841[ 3000] 910 76 91 47112 15 66 274 76 606 804 77 966 48022 1500] 51 181 88 310[ 3000] 409 610 789 816 82 947[ 5000] 49015 54 56[ 8000] 77 203 70 483 735 809 922 66[ 500] 50230 480 642 830 900 82 51056 241 50[ 1000] 608 807 35 985[ 1000] 52049 111 225 625 809 96 53132 204 314[ 1000] 46 551 779 824 921 54364 675 87 731 849 920 55231 745 829 41 56102[ 500] 536 52 990[ 500] 57069 83 175[ 1000] 466 703 20[ 500] 950[ 500] 58194 205[ 1000] 76 86 368 485 574 618 701 68 859 69 59133 315 428 729 65 805 940 96 60221[ 500] 357 508 824 45[ 500] 49 61305 408 532 99 706 825[ 8000] 31[ 3000] 62196 496 554 613 845 900 82 63068 98[ 500] 120 448 589 780[ 500] 64005 70 71 482 [ 500] 985[ 500] 50 65149 66188 276[ 500] 314 20 592 704 988 71[ 500] 67403 42 582 636[ 300] 764 804 910 68012 108 250 474 94 529 612 34 69285 388 403 9 586 602 B 807[ 500] 83 97 903 79 70029[ 1000] 147 458 808 43 [ 1000] 91 946[ 500] 48 71178 209 450 532 39 714[ 3000] 851[ 500] 72878[ 500] 73088 243 398 719 830[ 30001 74065 427 33 549 55 678 918[ 500] 75520 609 736 98 825 32 76091 195 207 500[ 1000] 855 89 77008 73 117 392 460 606 715 912 87[ 1000] 78142 345 418 30[ 500] 505 672 809 982 79061[ 500] 137 58 247[ 1000] 423[ 1000] 785 80025[ 500] 64 137 200 348 434 549 691 789 808 913 33[ 1000] 95 81034 358[ 500] 504 40 82114[ 500] 63 212 433 34 702 83000 108 332 488[ 500] 539 761 880 84044 390 575 618 50 733 857 85000 57 268[ 500] 667 708 858 86106 219 403 522 87311 98 464 756 90 941[ 3000] 88002[ 3000] 236 81 312 30 419 38 508 60 89 689[ 1000] 824 89671 90087 392 404[ 500] 729 91[ 500] 850 68 907 35 91044 130 38 96 856 476 86 612 42 50[ 1000] 709 884 87 92207 65 376 432 40[ 500] 604 93094 181 283 309 1500] 92 441 517 44 664 94015 39 90 108 91[ 500] 348 418 23 603 730 862 95016[ 3000] 507 888[ 500] 96090 138 72 409 97001 59 64[ 1000] 335 708 39 90 822 46 900 8 37 98122 229 93 893 408[ 500] 18 862 87[ 1000] 966 70 99093 457 524 29 812 903[ 3000] 100235 336 472 916 101011 24 249 57 556 643 709 832 966[ 500] 102209 745[ 3000] 62 897 103007 233 363 469 88 501 50 104069 148 70 250 317 18 456 99 559 674 721 105072 124 57 00 334 433 591 600 45 723 47 869 106074 99 357 623 827 77 89 107192[ 1000] 223 108093 [ 500] 97 129[ 1000] 216 593 680 710 109041[ 500] 44 350 456[ 1000] 547[ 1000] 626 88 783 110350 458 621 49 111269 309 700 19[ 500] 94 99 941 112172 84 349 519 82 728 113122 278 464 82 571 75 648 791 114014 102 [ 1000] 264 300 44 51 603 63 758 970 115042 88 127 353 60 500] 698 791 897 116077 178 286 408 90 807 915 05 117115 72 251[ 1000] 574 672 894 931 118027 250 354 71 411 53 63 71 506 720 63 983 119682 737 120185 43 248 54 799 941 121027 51 101 7[ 500] 831 79 719 826 27 122036 51 278 97[ 3000] 469 707 870 123358 15001 410 76 634 751[ 5001 802 54 94 124183 375 484 673 711 811 125081 110 47 310 517 850 984 33 126497 781 836 958[ 500] 127054 321 429 549 94 700 876 128093 250 94[ 3000] 325 75 612 884 930 36[ 500] 94 129607 37 176 336 608 22[ 500] 931 74 130057 257 551 635 785 131189 631 34 854 916 132027 153 242 349 60 594 845 905 133007 135 204 46 374 451 627 134280 13000! 438 659 850 96 135158[ 500] 235 358 634[ 1000] 778 833 62 98 136079 131 34 354 416 71 775 811 945 1500] 137020 206 80 463 730[ 3000] 32 933 45 138467[ 1000] 506 777 854 139272 305 7 30 41 587 613 59 745 859 924 31 140202 44 388 626 773 829 984 141388 566[ 1000 94 617 79 965 142023 596 702 846 986 143084 1500] 151 324 543 600 730 144145[ 600] 867 740 81 85 813 145122 210 357 79 457 67 578 657 707 465 146080 332 50 545 617 147011 55 232 55 508 825 1418401 71 583 770 858 945 [ 500] 149112 21 409 19 20[ 500 895 917 70[ 500] 150077 108 418 563 817 151030[ 8000] 154 276 475 595 619 61 720 852 152134[ 500] 279 629 50 750 62 968 153154 380 [ 3000] 97[ 3000] 461 677 805 66 900 154249 857 488 70 912 44[ 500] 155049 109 253 637 156070 111 78 585 634 61 64 795 98 157171 855 423 801 158079 171 203 21 328 536 54 667 702 58[ 1000] 95 952 59065 135 348 531 48 55 77 617 782 889 945 160081 289 486 561 614 770 161000 337 416 28 758 902 22 162050 227 98 821[ 3000] 603 19 163027 60 208 482 620[ 1000] 80 164005 85 103 24 31 212 538 73 95 668 89 705 59 829 36 42 165171 80 254 579 696 898 908 166141 800 64 82 428 656 77 739 820[ 500] 167064 157 899 554 168178 821 75 88 169079 327 52 83 472 784 170013 196 302 88 482 726 862 11088 379 896 922 172001 46 87 153 79 420 556 762 92 971[ 500] 98 173121 [ 500] 36 478 679[ 3000] 749 867[ 1000] 912 174048 93 105 84 561 77[ 1000] 620[ 1000] 22 814[ 1000] 17 978 175299 533 640 176084 97 220 31 706 21 953 177115 61 502 915 89 178118 228[ 3000] 46[ 500] 411 42 86 658 1500] 809[ 500] 995 179089[ 500] 89 518[ 300] 52 634[ 500] 82 969 89[ 1000] 180875 429 33 511 629[ 1000] 715 68 69 988 181164 311 44 602 14 80 182019 670 734[ 1000] 810 183248 543 [ 3000] 730 982[ 500] 184085 178[ 500] 253[ 500] 832 51 579 864 185101[ 500] 9[ 500] 49 284 403 86 863 186050 144 290[ 3000] 95 386 432 599 635 980 187 052 100 449 730 944 188004 87 101 71 81 314 15 62 596 889 94 991 189109[ 1000] 80 200[ 3000] 17 18 492 94 751 996[ 1000] 190565 612 729 906 27 191081 319 453 538 48 708 68 76 [ 500] 869[ 500] 968 82 92 192161 353[ 500] 4.36 59 506 30 839 905 44[ 1000] 193144 59 371 508 604[ 500] 776 803 80 194151 59 546 708 805 195080 170 74 95 98 390 479 500 672 813 196093 122 269 370 641 92 733 96% 197103 37 67 87 219 341 426 32 76 889 198229 381 474 85 551 633 919 199672 98 812 917 200201 73 439 506 674 846 201088 95[ 3000] 187 [ 1000] 460 904 7 41 202012 68 148 390 558 62[ 1000] 855 203081[ 500] 326 45 46 70.420 51 712 960 65[ 500] 204145 284 352 85 456 606 55 783 870 928 78 205358 96 508 25 88 [ 1000] 900 45 51 74 206844 764 999 207159 255 56 510 664 713 95 934 208229 30 608 953 209516 39 643 45 850 210431 650 903[ 500] 88 211089[ 1000] 120 54 202 411 700 [ 500] 810 212015 53 87 198 369 95 643 894 984 96 213986 311 14 95[ 1000] 533 608[ 1000] 94 776 809 82 991 214015 217 393 419[ 500] 669 863 215173 759 216057 235 338 926 48 217015 98 203 491[ 3000] 778 828 218106 203 90 628 830 92 984 219018 515 732 220451 732 43 807 31 221094[ 8000] 181 544 602 222051 91 98 124 754 94 95 805 67 223346 481 90[ 500] 708 17 40 224002 55 262 321 578 638 847 83 225068 74 89 390 621 24 58 793 944 62 226016 60 128 44 87 483 586, 656 852 983 227139 273 854 968 228427[ 3000] 229069 146. 310 490 536 47 603 90 887[ 3000] 957 230092 112 283 391 539 613 862 231070 101 11 247 1000] 392 476 778 884 232287 301[ 1000] 6 422 85 730 233135 203 699 708 898 234080 437 80 614 62[ 3000] 91 717 51 866 96 235063 407 56 57 801 941 62 236078 161 566 749 809[ 1000] 964 237092[ 1000] 130[ 1000] 347 644 747[ 1000] 238827 856 [ 1000] 239287 384 412 536 917 73[ 500] 240035 563 658 780 938 99 241025 296[ 1000] 697 708 242089 112 453 94 545 656 243081 73 108 680 817 [ 1000] 908 244 133 670 721 808[ 500] 28 245308 442 843 97 913 246069 431 247414 32 88 687 769 820 924 75 248127 288 305 556 749 822 63 901 249153 293 530 715 250134 303 511 77 630 84 738[ 1000] 813 31 953 251072 156$ 10 515 68 650 65 905 14 93 252029 44 440 742 983 253046 230 477 531 693 812 254135 81. 493 601 255083 1500] 217 [ 500] 61 419 42 641 57[ 3000] 97 256704 816 257069[ 1000} 155 99 438 525 651 750 839 61 903 258278 314 17 490 587 [ 500] 678 259070 188 273 504 618 819 935 260845 261010 404 782 262034 73 263 301 22 23 638 74 75 87 803 263019 483 660 807 46 77[ 1000] 369 264102 245 88 337 450 963 265328 749 865 266061 370 588 714 63 267108 213 39 326 30 78 516 897 268168 [ 15000] 212 368 499[ 500] 812 269014 526 798 816 270259 399 633[ 500] 846 271501 78 77 80 736[ 500] 832 272302 419 57 88 604 866 273201[ 1000] 360 518 65 73 624 724 931 71 274181 702[ 500]$ 35 275075 153 690 803 276157 65[ 500] 211 332 446 60 779 277235 70 130001 338[ 500] 444 659 76 96 716 44[ 500] 278034 133 218 40 403 827 66 94[ 3000] 943 279036 91 103 49 250 386 69 99 566 R48 64 717 51 991 280136 70 229 399 460 83 530 8 927[ 1000] 77 281179 406 14 88 671 791 282190 268 91 442 48 77 939 [ 5001 283183 92 216 37 42 428 58 Tinel 520 669 955 78 94 284154 326[ 8000] 521 622 80 748 835 285415 125 26 266 441 49 85 86 504 24 803 923 286834[ 1000] 390 025 62 866 287006 200 58[ 1000] 379 522 641[ 500] 729 820 932 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Mittwoch, Br. 266. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. two, 14 November 1906. Tarifforderungen der Berliner Maurer. Die Maurer Berlins sind ernstlich entschlossen, mit allem nötigen Nachdrud im nächsten Frühjahr eine Verkürzung der normalen Arbeitszeit auf 8 Stunden durchzusehen und außerdem eine Erhöhung des Stundenlohnes von 75 auf 85 Pf. Seit 1896 besteht für die Berliner Maurer die neunstündige Arbeitszeit, die fich in den Wintermonaten, den kurzen Tagen entsprechend, auf bis zu 7 Stunden verkürzt. Aber die Berliner Maurer find hinsichtlich ihrer Arbeitszeit lange nicht so gut gestellt, wie man das nach der Zahl ihrer Arbeitsstunden annehmen könnte. Ihre Arbeitsstätten, die Bauten, liegen größtenteils an den äußersten Enden der Stadt oder in noch weiter entfernten Vororten, und da fie bald in dieser, bald in jener Gegend arbeiten, ist es ihnen ganz unmöglich, sich auch nur einigermaßen bei der Wahl ihrer Wohnung nach dem Arbeitsplatz zu richten. So müssen sie fahren, oft stundenlang fahren, um zu ihrem Arbeitsplatz, und von dort wieder nach Hause zu kommen. Und mit der wachsenden Ausdehnung Groß- Berlins wird dieser Uebelstand immer ärger. Aber auch mit den scheinbar und im Verhältnis zu anderen Berufen hohen Stundenlöhnen ist es eine eigene Sache. Hängt doch die Tätigkeit des Maurers so sehr von den Witterungsverhältnissen ab, daß er nicht nur im Winter, sondern selbst in der schönen Sommerszeit gezwungen ist, manchen Tag zu feiern, während Frost und Regen teinerlei Einfluß auf die Tätigkeit der Werkstattarbeiter ausüben. Dazu kommt, daß er tagsüber nie zu Hause essen kann und oft auf eine einzige Gastwirtschaft angewiesen ist, die durch feine Konkurrenz gezwungen wird, besonders wohlfeile und gute Speisen und Getränke zu liefern. So hat denn der Maurer, wie alle Arbeiter der Bauberufe, vielleicht noch etwas mehr als die anderen Arbeiter unter der furchtbaren und immer mehr steigenden Teuerung zu leiden. Aus diesen Gründen ist es leicht begreiflich, daß die Maurer, sowohl die im Zentralverband, wie die in der Freien Vereinigung organisierten, ja selbst die„ Chriftlichen", den Achtstundentag und den 85 Pf.- Stundenlohn verlangen. Diese Forderungen sind am Montag endgültig und einmütig von zwei großen Versammlungen der zentral- und lokalorganisierten Maurer beschlossen worden. ,, Die heute am 12. November 1906 tagende start besuchte Damit hat der Fiskus sich und den Syndikatsleuten einen Aber das muß auch konstatiert Versammlung der Freien Vereinigung der Maurer Deutsch- großen Portemonaiegefallen getan. lands" ist zu der Erkenntnis gelangt, daß werden, an der gefahrbrohenden Preisüberspannung ist der Fiskus zu einem guten Teil mitschuldig, von einer preismildernden Tätigkeit hat er bisher noch nichts spüren lassen. Gegen die Fleischnot. 1. eine wesentliche Verkürzung der täglichen Arbeitszeit zum dringenden Bedürfnis für die gesamten Berliner Maurer geworden ist. Die Notwendigkeit hierfür liegt zum Teil in der schon jetzt und in nächster Zeit sicher noch mehr sich geltend machenden Ueberproduktion im Baugewerbe und der damit verDer Verein Berliner Staufleute und Inbundenen Arbeitslosigkeit begründet. Ferner erfordern die dustrieller und der 8entralausschuß hiesiger faufenorme Ausdehnung und Entwicklung Groß- Berlins, die fast männischer, gewerblicher und industrieller Verstundenlangen Eisen- bezw. Straßenbahnfahrten zu und von der eine haben in einer ausführlichen Eingabe an den Reichskanzler Arbeitsstätte und die damit verbundene Entziehung der über- auf die durch die zunehmende Fleisch verteuerung dem aus notwendigen Erholungszeit der Maurer, daß die Berkürzung Sandel und der Industrie drohende Gefahr hingewiesen und um der Arbeitszeit notwendigerweise eintreten muß, soll den Pro- Ausführung von Maßnahmen zur Beseitigung der bestehenden duzenten bei den heute hochentwickelten Arbeitsleistungen das Fleischnot gebeten. In der Eingabe wird unter Nachweis der nötige Maß von Stabilität zur Sicherung der Arbeitskraft nicht bestehenden Fleischteuerung durch statistische Belege ausgeführt, daß frühzeitig verloren gehen; die der deutschen Bevölkerung im Verhältnis zum Jahre 1897 durch 2. daß mit der Verkürzung der täglichen Arbeitszeit ein die Verteuerung des Kilos Fleisch um 40 Bf. entstehende Mehrausgabe für dementsprechender Lohnaufschlag naturgemäß folgen muß. Aber das Jahr etwa 1 milliarde 200 Millionen Mart beträgt. Die Folge der nicht nur dadurch ist die Lohnaufbesserung erforderlich. Sie Teuerung feien Streits und ohne Milderung des jezigen Rotstandes resultiert vielmehr zum größten Teil aus den maßlosen 30 würden Lohnfämpfe und Unzufriedenheit in bedenklichem Umfange erhöhungen, die die Verteuerung der unent= behrlichsten Lebensmittel zur Folge hatten. zunehmen. Bestritten wird, daß der Zwischenhandel mitschuldig sei an der Teuerung, es bestehe tatsächliche Biehnot. Das Zurüc Hierzu kommen die enormen Mietssteigerungen, die namentlich bleiben der einheimischen Viehproduktion, besonders in bezug auf Arbeiterwohnungen ganz bedeutend belasten. Aus diesen und Nind- und Hammelfleisch müsse angesichts des Zurückganges der manchen anderen Gründen ist eine Lohnaufbesserung nicht nur Benutzung von Weideland als unabänderliche Tatsache angenommen gerechtfertigt, sondern sogar zum Lebensbedürfnis der Berliner werden; der Rückgang der Einfuhr von ausländischem Vieh und Fleisch fönne aber durch Aufhebung der Sperren und Aufhebung bezw. Ermäßigung der Bölle beseitigt werden. Es ergebe sich, daß die bestehende Fleischnot nur dadurch gemildert werden könne, wenn neben der Hebung und Verbilligung der einheimischen Viehproduktion ausländisches Bich und Fleisch in erheblich größeren Mengen als bisher zugelassen werde. Es werden folgende Maßnahmen dem Reichstanzler als zur Beseitigung der Fleischnot geeignet in Empfehlung gebracht: Maurer geworden. Die Versammelten fordern deshalb: 1. die Verkürzung der Arbeitszeit um eine 1. die Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde täglich, so daß dieselbe im Sommer nicht über 8 Stunden betragen darf; 2. eine Lohnerhöhung auf 85 Pf. pro Stunde. Die Versammlung hält diese Forderung für das Mindest maß dessen, was die Berliner Maurer auch infolge der ständigen Eristenzunsicherheit ihrerseits in materieller Beziehung zu fordern gezwungen sind. Die Versammelten beauftragen den Vorstand der Freien Vereinigung, im Einverständnis der übrigen in Betracht kommenden Maurerorganisationen, diese Forderungen dem Verband der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten zu unterbreiten mit der Maßgabe, daß der Ortsverein bereit ist, mit dem Verband der Arbeitgeber in Verhandlungen darüber einzutreten. Weiter ersucht die Versammlung den Vorstand, an der Hand der jetzt bestehenden vertraglich festgesetzten Lohn- und Arbeitsbedingungen Verbesserungsanträge auszuarbeiten und diefelben ebenfalls den Arbeitgebern einzureichen. Die Versammlung gelobt mit Energie und Ausdauer in die Agitation für diese Forderungen einzutreten und wenn nötig, dieselben mit allem Nachdruck zu vertreten." Nach Beendigung der Diskussion, die sich fast einhellig im Sinne des Referats hielt, wurde die Resolution gegen eine Stimme angenommen. Die außerordentliche Generalversammlung bes Zentralverbandes der Maurer füllte den Riesenfdar der Neuen Welt samt den Galerien. Es waren wohl über 4000 Mitglieder anwesend, eine Maurerversammlung so gewaltig, wie man sie seit Jahren nicht mehr erlebt hat. Ihr Verlauf zeugte von dem ernsten Wollen und dem Kampfesmut, der die Berliner Durer jett befeelt und immer stärker werden wird, je näher die Be heranrüdt, wo es gilt, die Forderungen durchzusehen. Das Referat hielt ante. Seine Begründung der Forderungen deckte dich im wesentlichen mit der bereits ongeführten und auch in der Resolution der Versammlung wiedergegebenen. Es ist vorher in Bezirks- und Viertelsversammlungen über die Sache beraten worden, und auch alle Instanzen des Verbandes haben den Forderungen zugestimmt. Nach dem Referat tamen Diskussionsredner in großer Anzahl zum Wort. Einige waren mit der Höhe der Sohnforderung nicht zufrieden und wünschten, daß man 90 Pf. oder 1 M. Stundenlohn verlangen sollte. Demgegenüber bemerkte der Gauvorfizende Silberschmidt, daß ein solcher Lohn an sich Und die Preise steigen weiter. gewiß nicht zu hoch sei, daß man sich aber aus praktischen Gründen Auch im Oktober sind die Preise der wichtigsten Lebensmittel in gewissen Grenzen halten, und daß man das Hauptgewicht auf die weiter gestiegen. Nach den Zusammenstellungen der„ Statistischen Verkürzung der Arbeitszeit legen müsse. Diese Forde- Korrespondenz" über die Preise der wichtigsten Lebensmittel aus rung werde vielleicht einen langen und harten Kampf notwendig 23 Marktorten ergeben sich folgende Durchschnittsziffern: machen, und da gelte es für die gesamten Maurer Berlins, einmütig zusammen zu stehen und allen törichten Streit zu vermeiden. -Die Versammlung gab sich diesen Gründen gemäß mit der borgeschlagenen Lohnforderung zufrieden und stimmte folgender Resolution zu: Aus Induftrie und Handel. . Weizen. Roggen Gerste Hafer Gelbe Erbsen Weiße Bohnen Linsen Startoffeln. Rindfleisch • 1. Bollfreie Zulassung von ausländischem Vieh zu Mästungszwecken. 2. Verbilligung der Futterstoffe. 3. Herabfezung der Eisenbahnfrachten für Vieh und Fleisch. 4. Erleichterung der Einfuhr von ausländischem Vieh durch Beseitigung der Einfuhrverbote und Ermäßigung bezw. Beseitigung der Viehzölle. 5. Erleichterung der Einfuhr von ausländischem Fleisch durch Aenderung des Fleischbeschaugefezes, Aufhebung der Einfuhrverbote( insbesondere Zulassung von gefrorenem Fleisch) und Aufhebung bezw. Ermäßigung der Zölle für Fleisch, Sped und Schmalz. Bulver im Syndikatsturm. Wie die Kölnische Zeitung" meldet, hat die Harpener Bergbau- Aktiengesellschaft erklärt, daß sie infolge bes Urteils des Reichsgerichts in dem Rechtsstreit der Deutsch- Lurem burger Bergwerks- und Hütten- Aktiengesellschaft gegen das Kohlensyndikat den Vertrag des Kohlensyndikats vom 15. September 1903 anfechte, weil sie sich bei Abschluß dieses Vertrages über dessen In halt im Irrtum befunden habe. Einstweilen werde sie den Syndikatsbertrag weiter erfüllen, doch unter Protest und unter Ablehnung jeden Präjudizes eines darin sonst etwa liegenden Anerkenntnisses der Rechtsgültigkeit des Vertrages. Rußlands Warenausfuhr nach Deutschland. In Doppelzentnern betrug nach der deutschen Handelsstatistit unsere Einfuhr aus NußLand während der ersten drei Quartale in nachfolgenden Artikeln: Weizen Roggen. 9 4965 405 Im Großhandel 1905 1906 1906 Dftober Septbr. Oftober 1906 mehr im Ottober 1905 6 906 223 1906 5 624 036 gegen 1905 2 986 702 8 193 615 in Mart in Prozent. Gerste 7354 512 9 047 391 · 9 pro 1000 kg 165 171 172 4,24 Hafer. 6 179 426 4 260 830 157 153 159 5,30 " " " Erbsen 479 691 478 265 147 152 156 6,12 Eier 547 711 711 411 " " " 145 152 156 7,58 " " " Haushühner 21 763 .74 857 232 240 243 " " " 4,74 324 326 316 " " " Sonst. Federvieh außer Gänsen Gänse, Stückzahl. 9 718 11 164 3 814 826 450 554 572 4,89 " " . 45,4 50,1 52,4 " " " 1258 1296 1303 15,42 1,98 " " 1 in Pfennigen 161 167 169 4,96 138 143 145 5,06 """ 172 174 174 1,16 • " " 166 169 172 3,61 F " "" 156 165 166 " "" 6,41 186 188 190 2,15 • • " "" 249 251 252 • " "" 1,20 182 182 181 " "" 31 31 32 3,22 " "" 26 27 27 3,84 • " . pro i Schod 460 1 421 479 4,18 • Jm Kleinhandel Rindfleisch, Keule pro 1 kg Bauchstück Schweinefleisch Kalbfleisch. Bei Bau- und Nußholz ist der Vergleich mit dem Vorjahr sehr erschwert, weil nach der neuen Klassifikation der Waren in der deutschen Handelsstatistik Baus und Nußholz unter ganz andere Positionen gebracht ist wie früher. Immerhin läßt sich bei Holz schließlich noch eine vergleichbare Gesamtziffer ermitteln, während bei der Ausfuhr von vielen Warengruppen ziffernmäßige Bergleiche mit dem Vorjahre kaum noch möglich find. Der Import von Baut und Nutzholz stellte sich in den ersten neun Monaten 1903 auf rund 18,08 Millionen Doppelzentner gegen nur 15,12 im Vorjahre. Abgenommen hat dagegen die Einfuhr in den meisten anderen wichtigen Waren, die wir aus Rußland zu beziehen pflegen, so namentlich bie Einfuhr von Häuten und Fellen zur Belzbereitung, von Kalbfellen, von Hanf und Hede, von Kleie und Delfuchen, endlich auch von Petroleum. Gereinigtes Petroleum bezogen wir bisher nur 666 067 Doppelzentner gegen 827 985 im Jahre 1905. In Anbetracht der fortschreitenden Kulturentwicklung aller Gesellschaftsschichten, des Strebens jeden Standes, seine soziale Lage zu verbessern; ebensowohl in der Einsicht, daß nur durch weitere Berkürzung der Arbeitszeit die Lage der Arbeiter in wirtschaftlicher und ethischer Beziehung zum Wohle der ganzen menschlichen Gesellschaft zu verbessern ist, und im Hinblick auf die steigende Intensität der Arbeit im Bauberuf, sowie der fortschreitenden Ausdehnung Groß- Berlins, die dazu beiträgt, daß der einzelne Maurer der großen Entfernung wegen täglich lange Beit unterwegs ist, und in der Erkenntnis, daß eine Verkürzung der Arbeitszeit möglich ist ohne Schädigung des Gewerbes; befchließt die heutige außerordentliche Generalversammlung des Zweigvereins Berlin an die Arbeitgeber die Forderung zu stellen, Die tägliche Arbeitszeit auf acht Stunden zu berkürzen. Um bei den gesteigerten Lebensmittelpreisen, hervorgerufen Hammelfleisch durch die Zollpolitik der herrschenden Klassen, in den Einnahmen Ger. Sped des Arbeiters den notwendigen Ausgleich zu schaffen, ist der Eßbutter Stundenlohn auf 85 Pf. zu erhöhen. Die Versammelten sprechen Schweineschmalz außerdem die Erwartung aus, daß seitens ihrer Vertreter bei Weizenmehl der Beratung eines neuen Vertrages allen Anträgen auf Ver- Roggenmehl befferung desselben, wie sie in den Bezirks. und Zahlstellen Gier... versammlungen gestellt worden sind, Rechnung getragen wird." Also im Kleinhandel nur bei Schweineschmalz ein PreisrüdAußerdem wurde noch eine Resolution angenommen, die wie gang um 1 Pf. und bei Schweinefleisch im Vergleich zum Vormonat folgt lautet: " Bezugnehmend auf den§ 9 des Tarifvertrages, wonach im ein Preisstilstand, sonst in allen Artikeln ein weiteres Anziehen der November 1906 die Achtzehnerkommission aufammnzutreten Preise. Bei solcher Preiswucherei fann das Bolt seine Bedürfnisse Stadt hat, um die Arbeits- und Lohnverhältnisse für das nächste Jahr in der Fleischnahrung nicht decken, anstatt eine Konsumzunahme, die festzusehen, beschließt die Versammlung, den Anregungen aus aus der günstigen Wirtschaftslage wohl gerechtfertigt wäre, weist die Chicago Mitgliederkreisen folgend, den Versuch zu machen, mit den in Statistik der Schlachtungen eine weitere Konjumabnahme, eine weitere Cincinnati Frage kommenden Organisationen die Forderungen gleichmäßig Verschlechterung der Lebenshaltung aus. Die Schlachtvieh- und St. Louis zu erheben. Die Versammlung beauftragt die Verbandsleitung, Fleischbeschau im Vierteljahr vom 1. Juli bis 30. September 1906 Milwaukee u. dahin zu wirken, daß die eventuelle Verhandlungs- resp. Acht für den preußischen Staat hatte folgende Ergebnisse: zehnerkommission prozentual der Mitgliederstärke der einzelnen Organisationen zusammengesetzt wird." Schweineschlachtungen in Amerika. Ueber den Umfang der Schweineschlachtungen in den wichtigsten amerikanischen Schlachtstädten gibt folgende Zusammenstellung Aufschluß: Zahl der geschlachteten Schweine( 1. November bis 1. März) 1899/1900 1900/1901 1901/02 1902/03 1903/04 1904/05 In 1000 Stüd 2869 2970 3484 2952 2926 2813 270 245 238 221 248 268 614 667 642 504 627 762 Die Freie Vereinigung der Maurer" nahm ebenfalls in einer imposanten Versammlung, die in Sellers Festsälen" stattfand, zur Tariffrage Stellung. Gehl hob in seinem Referat besonders hervor, daß die Berliner Maurer diesmal das Hauptgewicht ihrer Forderungen auf die Verkürzung der Ar beitszeit zu legen hätten, wobei der Verdienstausfall natürlich durch eine entsprechende Lohnerhöhung ausgeglichen werden müsse. Ochsen Ob die gut organisierten Bauunternehmer den nur zu berechtigten Bullen Forderungen der Arbeiter ein verständiges Entgegenkommen be- Stühe. zeigen werden, oder ob sie es im Vollgefühl ihrer wirtschaftlichen Junge Rinder über drei Monate alt. Macht zum Streit kommen lassen, das entziehe sich vorläufig noch jeder Beurteilung. Komme es jedoch zum Kampf, Sann Junge Kälber über drei werde Berlin einen Streit erleben wie nie zu= 1905 1906 Zahl der geschlachteten und beschauten Tiere im 3. Biertel drittes brittes zweites jahr 1906 Vierteljahr Vierteljahr Vierteljahr weniger als 1905 in Prozent. Cudah Louisville Indianopolis Kansas City. Omaha.. 339 896 322 295 423 394 132 144 150 144 126 184 411 484 476 859 479 516 960 1178 1272 744 862 1231 729 786 939 778 746 738 1906 Bufammen 6824 6820 7468 5997 6437 6906 Pferde und andere Einhufer. 19 379 19 199 77 997 78.093 17 693 76 753 8,70 1,59 Für die Sommer- und Wintersaison erreichte die Schweineschlachtung in Chicago allein annähernd die gleiche Höhe wie in den genannten Städten zusammen im Winter; denn es tamen in Chicago 78 752 77 993 76 079 3,39 zur Verarbeitung 256 996 239 033 243 494 0,19 Jahr bis Jahr bis Schweine 1. März 1. März Schweine 128 376 Monate alt. • • • bor. 493 242 1776 477 599 626 22 545 322 101 289 678 921 1779 315 340 606 47 754 350 123 806 0,28 1900 7119 440 1903 6 860 453 . 491556 1 858 664 531 951 26 916 326 2,92 1901 1902 7 268 915 1904 6 713 086 . 7 636 000 1905 5 990 430 • 0,08 Witterungsübersicht vom 13. November 1906, morgens 8 1hr. Aus dieser Erkenntnis heraus haben die Vertreter der Schweine. lokalistischen und zentralistischen Organisationen ein in jeder Hin- Schafe. sicht gemeinsames Vorgehen gegen das Unternehmertum für unum Ziegen gänglich notwendig erachtet. Jept gelte es unbedingt, Hunde. alles Trennende unter den Organisationen Also trotz der Bevölkerungszunahme nur bei Schweinen im beiseite zu sehen und nur das Einigende in den letzten Vierteljahr eine geringe Steigerung gegenüber der Vergleich Stationen Bordergrund zu rücken. Dem gemeinsamen Gegner, also zeit des Vorjahres, sonst bei allen Viehgattungen eine Abnahme. dem Verband der Baugeschäfte, dürfe von vornherein auch nicht der leisefte Zweifel barüber gelassen werden, daß er bei Die Agrarier jubeln, das Volk muß den Schmachtriemen enger der kommenden Lohnbewegung auf teine Zersplitterung schnallen. Die Preise steigen, die Portionen werden kleiner. Das ist in den Kreifen der Arbeiter zu rechnen habe, fondern daß ihm die Sozialpolitik in Preußen- Deutschland! gefamte organisierte Bauarbeiterschaft von Berlin und den Vororten in geschleifener Bhalang gegenübersteht. Daher seien auch die diesmaligen forderungen gemeinsam beraten und auf- Nach der Köln. Volksztg." weisen die neuen Saarfohlengestellt worden Heoner ersuchte schließlich um Annahme folgender Richtpreise für das erste Semester 1907 gegen diejenigen des Resolution, die vom Vorstand und den Zahlstellenleitungen aus- laufenden Semesters durchweg eine Erhöhung um 60 Pf. pro Tonne gearbeitet worden und gleichzeitig die Begründung der Forde- und einige besonders start begehrte Marten eine noch stärkere rungen enthält. Sie lautet: Erhöhung auf Fistus ist kein Spaßverderber. Barometerfland mm Wind Bunzip Bindstärke Better Sminemde. 766 N 4 bedeďt Hamburg 771 W Berlin 769 WNW Frants.a.M. 773 GD München Zemp. n. T. 5° G.= 4° N. Stationen Barometer. fland mm Wind richtung Windstärke Better Temp. n. 6. 2 heiter -21 2 bedeckt -5 778 DND 773S 773 NO 3 bedeckt 8 1 heiter 5 2 pollen! 2 8 Haparanda 761 N 4'bedect 8 Betersburg 754 NW 3 mollig 7 Scilly 1 Nebel 3 Aberdeen 774 SSD 1 heiter-3 Baris 771 28 3 bedeckt 4 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 14. November 1906. Etwas fühler, vielfach heiter, zeitweise nebelig bei mäßigen nordwestlichen Binden; teine wesentlichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Bien 00000000 Verlangen Tellus- Zigaretten garantiert Handarbeit 371L* Mit peinlichster Sorgfalt von bestbezahlten Zigaretten- Arbeitern hergestellt. M. Butze, Orientalische Zigaretten- Fabrik„ Tellus", Berlin N. 54. Wählen Sie zwischen Spiritus- u. Petroleum- Beleuchtung. Petroleum so beachten Sie, daß die Bassins u. Lampen durch Schwitzen stets unrein hält, tägliches Reinigen des Zylinders erfordert, tägliches sorgfältiges Putzen des Dochtes verlangt, blakt und riecht, stark belästigende Hitze ausstrahlt, ein mattes gelbes Licht gibt, gegen Wind und Luftzug leicht empfindlich ist, nach dem Anzünden ein wiederholtes Regulieren der Flamme erfordert, pro 10 Hefnerkerzen und Stunde% 10 Pf. kostet. Spiritus vollkommen reinlich ist, etwa alle 4 Wochen eine Reinigung des Zylinders erfordert, kein tägliches Putzen, sondern nur alle 3 bis 4 Monate einen leicht zu bewirkenden Ersatz der Dochte verlangt, vollkommen blak- und geruchfrei ist, durch Wärmeausstrahlung nicht lästig wird, schönes, weißstrahlendes, dem Gasglühlicht ebenbürtiges Licht gibt, selbst bei starkem Winde und Luftzug nicht erlischt, gleichmäßig ohne jegliche Regulierung brennt, pro 10 Hefnerkerzen und Stunde 1, Pf. kostet. Spiritus- Glühlicht- Lampen-Brenner U. für Innen- und Außen- Beleuchtung in nur erprobten und bewährten Konstruktionen sind erhältlich in den einschlägigen Geschäften oder in unserem Ausstellungs- und Verkaufs- Lokal: BERLIN NW. 7, Friedrichstraße 96, gegenüber dem Central- Hotel. Preisermäßigung für Brennspiritus Marke„ Herold“ OriginalLiterflasche: in Patentflaschen mit Original- Verschluß. ca. 90 Vol.%, 28 Pf.( bisher 30 Pf.) ca. 95 Vol.%, 30 Pf.( bisher 33 Pf.) Ueberall erhältlich! } exkl. Glas. 2803L Centrale für Spiritus- Verwerthung G. m. b. H., BERLIN W. 8. Besichtigung ohne Kaufzwang! Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter. 1+ ftraße 9, parterre. Teppiche mitfarbenfehlern Fabrit niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +1 Steppdecken billigst Febrit Große Frankfurterstraße 9, parterre. +1 Illustrierte Preisliste kostenfrei! Bet Husten, Heiserkeit wirten Reichels 000000000000000 Hustentropfen überraschend schnell und sicher. Nur ecnt, wenn mit Marke ,, Medico" verich offen. laiche 50 Pf. ORIGINA SINGER * NAHMASCHIN Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 29462* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Weltausstellung Grand Prix St. Louis 1904. Paris 1900: Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen Portieren Spezialität!( ca. 200 Genre). Einz.Garnituren spottbill. Spezial- Katalog( ca. 600 Illustr.) gratis u. franko. Teppich Emil Lefèvre Spezialhaus Oranienstr. 158 Berlin Gänsefedern S. lief. frko. stiel- und staubfrei, schneeweiß, daunenreich, pr. Pfd. In allen Drogerien, und bei Otto M. 1,40, dies. neu ff. geschliffen M. 2,40. Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. 1( Must.gr.) Schneier, Myslowit D.- S.3. Möbel Bürgerliche WohnungsEinrichtungen eventuell auch auf Teilzahlung Paul Burow's Möbel- Fabrik Berlin SW., Lindenstraße 105. Keine Mutter sollte es versäumen, der zur Ernährung des Säuglings bestimmten Ruhmilch einen Busaz ven Kufetes Kindermehl zu geben, da dasfelbe nicht nur die Nährkräft der Milch erhöht und durch seine Eiweiß- und Mineralstoffe günstig auf die Muskelfleisch- und Knochenbildung einwirkt, sondern die Kuhmilch im Magen des Kindes auch feinflodiger gerinnbar und dadurch leichter verdaulich macht, ferner weil es die Stuhlverstopfung der Kinder verhindert und gärungswidrig im Darmkanal wirkt, zugleich. ein wirksamer Schutz gegen die Erkrankung der Kinder an Magen- und Darmkrankheiten ist. Endlich wirkt es appetitanregend, wird seines Wohlgeschmackes wegen von allen Kindern sehr gern genommen und sichert ihnen ein gutes Gedeihen. Kleine Anzeigen Maurer! Kennen Sie Schlesingers Strudanzüge? Joppen, Hosen, Besten. Eisenfeft. Biel haltbarer als Englischleder. Alleinverkauf: Turm straße 58. 1966* Neftauration für Parteigenossen zu verkaufen. Näheres Frenzel, Weserstraße 49, Zigarrengeschäft.+114 Betten spottbillig bis Sonnabend Steppbeden, Diverses. Chauffeestraße 36/37, Eingang Schwarzkopffftraße. Baertel. Kunststopferei von Frau Kotosty, Charlottenburg, Goethestraße 84, I. Umsonst! Zementfüllungen, zahnärztliches Institut, Chausseestraße 2 B, 269/ 11* Hof II. 27326 6958. 2031 Dedbett, Unterbett, Kissen mit Sofa- Teppiche, zirka 2 Meter glattrotem Inlett 10,50, Pfandleibe lang, imitierte Berfer 3,75, TapestryAndreasstraße achtunddreißig. 2005st* brüssel 4,35, Arminster 4,65. Teppich Notroin- gestreiftes Dedbett, Unterhaus Emil Lefèvre, nur Dranien bett, zwei Stiffen 18,00, Andreas. ftraße 158. straße achtunddreißig. Pfandleihe. Bauerndeckbett, Unterbett, awei Stiffen 27,00. Große Laten 1,00. Leibhaus Andreasstraße achtunddreißig. Elektrische nach überall. * 27336 Zwei Bettstellen mit Matraßen, zwei Stand Betten billig zu verfaufen. Zu erfragen Urbanstraße 65, Restaurant. Nähmaschinen ohne Anzahlung, alle Systeme, hohen Rabatt oder Thieme, Provision bei Nachweis. Raumerstraße 20. +60 Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Bertes im Zeppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Babuhof Börse. 268/ 14* Dringend Plüschsofa, Kleiderschrank, Bertilo, Spiegelspind, BettMusikwerke, Sprechmaschinen. ftellen, Matragen billigit bis Donners Platinabfälle, Gold, Bruchgold Silber, Gebisse, alte Uhren, Kehrgold, Staubgold, Brillanten, photographische Rückstände, sowie sämtliche gold- und filberhaltigen Abfälle fauftGoldschmelze Broh, Wrangelstraße 4. Telephon IV, 177/ 18* Altes Kleiderspind Kommode, Küchenspind, Schreibtisch, Schlafsofa, tauft Verwalter Balisadenstraße 95. Bücher fauft, beleiht Antiquariat Kochstraße 56, I. 1872 Masseure für sämtliche KrankenRummelsburg, taffen. Goetheftraße 10a. 25386* Volksfänger Gesellschaft Schmelzer, Stettinerstraße 57. Vermietungen. Stellenangebote. Tüchtiger Barodvergolder auf Leisten verlangt Reichenbergerstr. 88. * Gegründet 1864. PelzwarenFabrik S. Schlesinger Neue Königstr. 21 II ( Ordonnanzhaus). Einzel- Verkauf wie alljährlich nach beendeter EngrosSaison. Pelz- Stolas Muffen, Pelzhüte, schick garniert, federleicht, zu fabelhaft billigen Preisen. Sonntags geöffnet. Zahnärztliche Klinik Belle- Alliancestr. 106 I. Schmerzl Zahnziehen unentgeltlich. Bei künstl. Zähnen, Plomben etc. werden nur die Auslagen ver gütet. Geöffnet v. 9-6 Ubr Sonntags 10-12 Uhr. Postkarten mit der abgehackten Hand des Franz Biewald in Breslau find soeben in einer neuen Auflage mit demgelungenen Bildnisse Biewalds erschienen und in jedem Quantu beim Verleger Paul Ullrich, Breslau, Bismarckstr. 32, haben. Teilzahlung, 26745 monatlich 10 liefere elegante Herren- Garderobe nach Maß. Billigste Preise. J. Tomporowski, Schneidermeister. Berlin, Lindenstr. 110, 2. Etage. Nähe Belleallianceplag. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Charlottenburg! Tüchtige Schloffer und Kunst Achtung! Maßschneider! schmiede verlangt Emil Kühne, Steglit, Bei der Firma J. Kolenda, Ahornstraße 6. 2022K Pestalozzistr. 69, haben die Kollegen Rahmenmacher verlangt Wasser- die Arbeit wegen Verweigerung der 2734b Tarifzahlung niedergelegt und wird torstraße 21. Farbigmacher verlangt Briezener- deshalb die Sperre verhängt. ftraße 6. +95 Vor Zuzug wird gewarnt! Vergolder auf Naturleisten ver- 1. A. der Ortsverwaltung des Verbandes langt Biehstädt, Friedrichstraße 16. Selbständig arbeitende Heizungsmonteure sucht Gebr. Körting, AktienGesellschaft, Alt- Moabit 3. 27245 Weißnäherin( Wilson) verlangt Poser, Putbuserstraße 2. +95 Botenfrau findet sehr lohnende und dauernde Beschäftigung SorauerMay straße 20.( Tour Mühlenstraße.) 20 Boteufrauen finden sehr lohnende Beschäftigung Charlottenburg, Stant straße 34. 178/7 +95 Im Arbeitsmarkt durch Achtung! Gewerkschaften. Begen besonderen Druck hervorgehobene Teilzahlungen. Invalidenstraße 20. tag. Müller, Gubenerstraße 6, Hof III. Berlegung des Bureaus wird das Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. Staligerstraße 40. Milchgeschäft, Bad1936 der Schneider: Franz Hugol. Achtung, Töpfer! Wegen Lohndifferenzen ist hiermit über die Firma August Berndt, Achtung! Achtung! Klavierarbeiter! In der Pianofabrit bon Bell& Co., Andreasstr. 32, haben sämt liche Kollegen wegen Lohndifferenzen die Arbeit niedergelegt. 141/ 16* Zuzug ist fernzuhalten. Vereinigung der Musikinstrumentenarbeiter. Annahme- Stellen für ,, Kleine Anzeigen". Westen: Zentrum: Un Frit Zinke, Mauerstr. 89. A. Hahnisch, Auguftstr. 50. Wilmersdorf, Hildegardtstr. 15, die G. Schmidt, Bülowstr. 52. Sperre verhängt In Betracht tommen die Bauten Jungstr. 14/15, W. Mann, Petersburgerplab 4. Friedrichsberg und Schloßstraße, R. Wengels, Rüdersdorferstr. 3. Steglit. 211/11 Gustav Vogel, Koppenſtr. 83. Die Verbandsleitung. Nordosten: Feberbetten, Stand 10,50, große ware, mit Rolle, langjährig, bilig Engelufer 15 II, zu vermieten gejut Zentral- Verband der Maurer Deutsch. Buchbinderverband 16,00, Gardinen, Wäsche, Deden, verkäuflich. Näheres Dderberger Gewerkschaften, welche darauf refletWinterpaletots, Uhren, Goldsachen straße 10. plag 7. 1962* Zimmer. * Berlin. Sektion der ( Zahlstelle Berlin). Achtung! Buchbinder Gips- u.Zementbranche und BuchbindereiArbeiterinnen. Weißensee, Generalstr. 8, ist wegen ist wegen Die Buchdruckerei von E. Bartels, 148/ 3* Nichtanerkennung des Tarifs gesperrt. 27226 tieren, wird dortſelbſt Auskunft erteilt. Deutschlands. Zweigverein spottbillig Pfandleibhaus Küstriner Nähmaschinen, 3 fast neue, sehr Die Ortsverwaltung. billig Alexanderstraße 12. 178/11 Steppdecken spottbillig, Fabrik Monatsanzüge und WinterGroße Frankfurterstraße 60. 18428 paletots von 5,00, Joppen von 4,50, Möbliertes Zimmer vermietbar. Hofen von 1,50, Gebrodanzüge von Herbrich, Hornstraße 21, parterre. Bettstellen, fien, nußbaum poliert, 12,00, Frads von 2,50, sowie für Die Firma: Rabikunternehmer Möbliertes Zimmer( fleines) zu Gottlieb Schulz mit neuen Matraßen, Umstände forpulente Figuren. Neue Garderobe vermieten. Hübener, Luisen- Ufer 40. Nichtankennung der Organisation für billigst. Bankow, Dameromstraße 59, au staunend billigen Breisen, aus Gartenhaus 3 Treppen, Friedrich. Möbliertes Zimmer( 16 Mart, sämtliche organisierte Bfandleihen verfallene Sachen fauft Walde gelegene Baustellen, aller- ftraße 14. 27355* porn I. und Abzahlung, günstigste AnKrautstraße 50. Brautleute taufen Schlafstellen. Quadratrute 4 Mark an, jezt beste Möbel, Spiegel, Polſterwaren spottBflanzzeit, nur Richter, Bahnhof Reh- billig. Saalfelds Möbelspeicher. Kein Schlafstelle sofort Demminerfelde, Ostbahn. + 120* Laden. 27205* ftraße 15, Niwlay. +127 Gelegenheitsfäufe: Baletots, An Nähmaschinen! Vergüte bis 12,00, züge, Hojen, Stoffer, Revolver, mer Teilzahlung fauft oder nachweist. Systeme. Bofttarte. Leschings, Uhren, Goldsachen, Steffel, Sämtliche fpottbillig. Rude, Dranienstraße 131. Brauser, Tilfiterstraße 90. Richters Bauterrain, herrlich am man am billigsten bei Nay, Mulador naffee) Holz, Oppelnerstraße 41, Reisegläser, Operngläser, Reiß zeuge, Regulatoren, Freischwinger, Harmonitas, Geigen, Bithern, Bilder, Teppiche, spottbillig. Lude, Dranien. 27056* Straße 131. Teppiche, Rüdseite angeleimt, unter Fabrifpreis. Stoehr, Münzftraje 17. Stridmaschinen, 1963* Teilzahlung, Ersatzteile, Reparaturen Engelufer 20. + 31* Verschiedenes. Patentanwalt Bessel, Gitschiner. 9276* ftraße 94a. Pfandleihe, Prinzenstraße 63, täglich 8-8, Sonntags bis 2.[ 19088* Mietsgesuche. Für zwei Herren ungeniertes möbliertes Zimmer zum 1. Dezember, Nähe Alt Moabit oder Turmstraße. Offerten mit Preisangabe unter„ 77" Postamt 87. 27215* Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Rabikputer, Spanner und Träger gesperrt. Die Bauten sind in Nirdorf, Bodeftr. 14 und Innstraße, Ede Donaustraße. Wir ersuchen alle Kollegen, die Firma strengstens zu meiden. Der Sektionsvorstand. Achtung! Präger. 9 Osten: 2. Zucht, Keibelstr. 42. J. Reul, Barnimitv. 42. Norden: H. Raschke, Aderstr. 36. F. Trapp, Rügenerstr. 24. Karl Mars, Lychenerstr. 123. Karl Weiße, Wiesenstr. 41/42. L. Dechand, Ruheplasstr. 24. H. Vogel, Lorgingstr. 37. A. Tich, Invalidenstr. 124. Nordwesten: W. Schrolle, Gozkowskyftr. 29. Rarl Anders, Salzwedelerstr. 8. Südwesten: H. Werner, Mittenwalderstr. 30. H. Schröder, Streuzbergstr. 15. Süden: St. Frit, Prinzenstr. 31. Die Reklame Kartonprägerei der F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8 Firma M. Beck, Startonfabrik, Adalbertstraße 59 ist gesperrt. Zuzug ist streng fernzuhalten! Die Ortsverwaltung. 26/5 Verein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer ,, Galvanoplastik", G. m. b. H., Friedrichstraße 16, und Buchdruckerei E. Bartels, Weißensee bei Berlin, Generalstraße 8/9, Blinder Stuhlflechter bittet um sind gesperrt. Konditionsannahme zieht den Ausschluß nach sich. 43/18 Der Gauvorstand. Südosten: Paul Böhm, Lausiber Platz 14/15. P. Horich, Engel- Ufe: 15. Charlottenburg: G. Scharnberg, Sejenheimerstr. 1. Friedrichsberg: D. Seifel, Kronprinzenstr. 50. Rixdorf: M. Heinrich, Nedarstr. 7. Conrad, Hermannstr. 50. Schöneberg: Wilh.Bäumler, Martin Lutherstr. 51. Weißensee: W. Reste, Sevenfte, 105. Jul. Schillert önig- Chanffee 39a. Reinickendorf: P. Gursch, Provinjft. 108. Rirdorf, Bruses Festsäle, Kenesebedstraße 113, Restaurant, Garten, Arbeit. Stühle werden abgeholt und Blätteret frankheitshalber billig Vereinszimmer, Partettjaal( 600 Per- zurüdgeliefert. A. Gläser, Mulad verkauft Prenzlauer Allee 2.+60( onen). Sonntags Ball.+ 114* ftraße 27. Verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Gloce, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW 1468b