Mr. 268. Abonnements- Bedingungen: abonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 M, monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft. Ebonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramım Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. Nr. 1983. Freitag, den 16. November 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. r. 1984. So vor 30 Jahren die preußische Regierung. Und heute? Nummer 1 soll rechtsfähig" werden, wenn die Be Da heißt es:„ Das zwingende Interesse der Allgemeinheit", hörde das gestattet. Die Rechtsfähigkeit kann aus den in das heißt deutlicher vom der Regierung: das§ 15 genannten Gründen, also(§ 43 Abs. 3 B. G.-B.) auch dann Das neue Ausnahmegefetz gegen ereje, der Junker, der Großgrundbesitzer und der Groß- entzogen werden, wenn die Vereinssagungen einen politiſchen die Arbeiter. industriellen, deren ausführendes Drgan die Regierung ist, sozialpolitischen oder religiösen Zweck nicht verfolgen, in der Tat erheischt das etwaige persönliche Interesse" der Landarbeiter, aber solcher Zweck verfolgt wird. Ferner u. a. dann, wenn er der Eisenbahnarbeiter, der Schiffsmannschaft nach höherer eine Arbeiteraussperrung oder einen Arbeiterausstand Stultur, nach besseren Lebensbedingungen den Landtagen, in herbeiführt oder fördert, die mit Rücksicht auf die Im Laufe des gestrigen Abends ist der von uns gestern denen der Junker dominiert, zu überlassen, und die gesamten Natur oder die Bestimmung des Betriebes geeignet sind, die beröffentlichte Gesetzentwurf über die Rechtsfähigkeit der Be- dem siebenten Titel der Gewerbeordnung nach Ansicht der Re- Sicherheit des Reiches oder eines Bundesstaates rufsvereine endlich den Abgeordneten und den Zeitungen zu- gierung( fie rechnet sogar die Eisenbahnwertstätten zu gefährden, eine Störung in der Vergegangen, nachdem er zwei Tage zuvor der Kölnischen arbeiter als nicht dahin gehörig 1) nicht unterstellten forgung der Bevölkerung mit Wasser oder Zeitung", für die insbesondere während des Kampfes für den Arbeiterkategorien außerhalb Reichsrechts stellen! Beleuchtung herbeizuführen oder eine geZolltarif der jeßige Vizepräsident des Reichstages und Kolonial- In den Motiven wird lediglich von den Arbeitern ge- meine Gefahr für Menschenleben zu verdirektor außer Hoffnung Dr. Paasche Berichte schrieb, über- sprochen, im Gesetzentwurf werden Arbeiter und Arbeitgeber ursachen." g der mittelt war. Hat man geglaubt, durch diese auffallende forme II gleichgestellt. Diese formale Gleichstellung zeigt Darüber, ob diese Voraussetzungen zur Entziehung vorArt der Bevorzugung eines nationalliberalen Blattes wiederum die volle Verständnislosigkeit der Regiernng für die liegen, entscheidet die Polizeibehörde. Bei welchem größeren für die Vorlage Stimmung machen zu können, so befand man Bedürfnisse der Arbeiter. Es ist falsch, das Vereinsrecht und aussichtsvollen Streit wird diese das Vorhandensein dieser fich, soweit die Arbeiter in Betracht kamen, in argem Irrtum. das Koalitionsrecht der Arbeiter dem der Arbeitgeber gleich- Voraussetzungen nicht entdecken? Größere Bergarbeiter-, Selbst der noch wenig aufgeklärte Arbeiter muß die Vorlage als zustellen, da das Koalitionsrecht der Arbeiter ein von dem Bauarbeiter, Metallarbeiterstreits würden so inhibiert werden einen ungeheuerlichen Angriff gegen seine Menschenrechte toalitionsrecht der Arbeitgeber begriffsmäßig total tönnen. Das nennt man" Rechtsfähigkeit". empfinden. Durch die Vorlage soll zunächst den nicht der verschiedenes ift. Das Koalitionsrecht der Arbeiter Die zweite Sorte Berufsvereine soll rechtsfähig werden Gewerbeordnung unterstehenden Arbeitern, insbesondere ist erforderlich, soll der Verkäufer der Ware Arbeits- fönnen, wenn sie eine amtliche Bescheinigung erhält. Diese ben ländlichen Arbeitern, nicht minder aber der Schiffsmannschaft fraft" nicht schlechter behandelt werden, als der kann ihr aus gleichen Voraussetzungen, wie der ersten Klasse und den Eisenbahnarbeitern dauernd das Koalitionsrecht vor Verkäufer irgend einer anderen Ware. Die Beschränkungen entzogen werden. enthalten werden. Die Motive( S. 13 und 20) betonen aus der Koalitionsfreiheit der Arbeiter enthalten eine Beschränkung Die gesamte Rechtsfähigkeit" beruht also auf Willkür drücklich, daß diese Arbeiterkategorien von der Regierung als in der Wahl der Mittel, welche auf die Bestimmung der Ar- der Behörden, ist abhängig davon, daß von dem Koalitionsaußerhalb des§ 152 der Gewerbeordnung stehend betrachtet beitsbedingungen, namentlich des Arbeitslohnes und der Ar- recht nicht Gebrauch gemacht wird und hat den alleinigen werden und daß es dem Entwurf, fern liegt, das Koalitions- beitszeit, einwirken können, da sie die Verabredung des ge- Vorteil, daß das Vermögen des Vereins für die recht diesen Arbeiterkategorien einzuräumen. Und weshalb meinschaftlichen Handelns, durch das allein der Annahme Ansprüche der Unternehmer haftet, sobald die nicht? Da heißt es: der Bedingungen Nachdruck verschafft werden kann, einengen. Selassenjustiz fich für Haftbarkeit erklärt hat. Diese Ver. Wenn man aber auf gewerblichem Gebiete mit ber gefenn- Durch das Roalitionsrecht erst tommt der sicherung der Arbeitgeber gegen nachteilige zeichneten Entwickelung der Verhältnisse als mit einer gegebenen Arbeiter in dieselbe Lage, wie jeder andere Folgen von Streits nennt unser Kurs SozialTatsache rechnen muß, so ist diese Entwickelung doch feineswegs a renbertäufer. Koalitionsbeschränkungen politit! so beschaffen, daß es im allgemeinen Interesse angezeigt erscheinen fährden bei der Untrennbarkeit Am schlimmsten ist die dritte Sorte Vereine dran. Diese fönnte, irgendwie durch Alte der Gesezgebung fünstlich( 1) ihre Uebertragung auf Verhältnisse zu fördern, wo die Dinge bis- are Arbeitskraft von der Person ihres foll nämlich, wenn anders wir die Motive recht verstehen und her einen anderen, und zwar einen ruhigeren und friedlicheren Ver. Eigentümers die persönliche Freiheit des mit dem Hülfskaffengeset und dem legten Paragraphen des lauf genommen haben. Liegt hierna das tatsächliche sozial abhängigen Arbeiters. Das Koalitionsrecht in Beratung befindlichen Gesetzes über den privaten VerBedürfnis nicht vor, das Vereinsrecht für alle Berufs- der Arbeiter ist ein Stampfmittel im Stampfe gegen die öfono- ficherungsantrag in Verbindung bringen, über ihre jezige stände gleichmäßig auszugestalten, so fehlt es überdies dafür an mische Hörigkeit der Arbeiter. Von alledem ist bei Vogelfreiheit hinaus den landesgefeglichen Ziviebeleien dem notwendigen Vorhandensein einer entsprechenden Gleichartig einem Roalitionsrecht der Arbeitgeber nicht freigestellt werden. keit der übrigen rechtlichen Voraussetzungen. Dies gilt ins die Rede. Eine Beschränkung des Koalitionsrechts der Wir werden in weiteren Artikeln auf andere Schönheiten besondere von dem Koalitions- und Streifrechte. Die historischen wie die inneren Gründe für die hier bestehenden Unternehmer beschränkt nicht die Person des Unternehmers, des Geseßentwurfs zur Einführung polizeilich gestatteter Sonderbestimmungen fönnen nicht ohne weiteres außer sondern lediglich eine Möglichkeit, höheren Profit aus der Vereine in Deutschland einzugehen haben. Des find wir sicher: acht gelassen werden, vielmehr spricht hier auch die Rüd Arbeit seiner Mitmenschen und aus der Notlage der Arbeiterklasse Die gesamte Arbeitertiasse ohne Rücksicht der sicht auf das Gemeinwohl mit. Im Gebiete herauszuschlagen. Das Stoalitionsrecht des Arbeiters ist eine Grund- politischen Richtungen, wird gegen dies Machwert der Landwirtschaft, beispielsweise zur Zeit der Ernte, lage der bestehenden Gesellschaftsordnung, das Koalitionsrecht zur Anebelung des Koalitionsrechts und des ferner im Betriebe der großen Lebensadern des Verkehrs, der der Unternehmer ist innerhalb der heutigen Gesellschaft nicht Gewerkschaftsrechts der Arbeiter sich wie Eisenbahnen, würden umfassende Lohnlämpfe einen weitaus erforderlich. Die Koalition der Arbeiter ist erforderlich, um ein Mann erheben, sobald sie die bureaugefährlicheren Charakter annehmen, als auf dem gewerblichen das Maß zu erhöhen, in dem der Arbeiter an den Stultur- tratisch- tnifflich gefeßten Bestimmungen der Gebiete: Massenausstände könnten da unter Umständen nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, sondern für Staat und Reich errungenschaften teilnehmen kann; die Stoalition der Arbeit- Vorlage durchschaut hat. geradezu vernichtend wirken. Das etwaige persönliche geber ist ein Mittel, um die Anteilnahme der Arbeiter an der Interesse der Nächstbeteiligten muß sich hier dem zwingen- Stultur und damit die Kulturhöhe selbst zu senken. den Interesse der Allgemeinheit als dem höheren An all diesen für jeden Menschen, dessen Verständnis nicht durch Haß gegen die Arbeiterklasse gebrauchsunfähig geSelten ist in fo wenigen Säßen der gesamte wirtschaftliche und worden ist, flar liegenden Dingen geht die Vorlage vorbei. techtliche Tatbestand auf den Kopf gestellt und die vollendete Nichts von Erweiterung des Kreises der Koalitions. Feindschaft gegen die Arbeiterklasse dokumentiert wie hier. Die berechtigten, nichts von einem Schutz des Koalitionsrechtes tücksicht auf das Allgemeinwohl fordert als eine Grund- steht in der Vorlage. unterordnen." " s Politifche Ueberlicht. Berlin, den 15. November. Auswärtiger Kladderadatsch und Wahlprüfungen. Die grrroße Bassermannsche Aktion endete heute int Reichstage in ein paar Neden der Antisemiten LieberSie entbon Sonnenberg und Zimmermann. age der heutigen Gesellschaftsordnung", weil sie auf der Aber, wird man einwenden, die Rechtsfähigkeit, die mann Arbeit rechtlich freier Menschen beruht, Ausbildung und so heiß ersehnte Rechtsfähigkeit der Berufsvereine ist sprachen ganz der totgeborenen nationalliberalen OppoSchutz des Koalitionsrechts für alle Arbeiter. Das an- boch nun endlich da. Wäre sie es, es, so wäre nichts sition gegen die auswärtige Politik der Regierung. Niecfannte vor 28 Jahren ein so weit rechts stehender erheblich Großes, aber immerhin etwas der Arbeiterklasse mand mißt dem zwar lungenträftigen, aber inhaltshohlen Lationalliberaler wie Gneist, vor 30 Jahren ins nicht Gefährliches geschaffen. Es wäre dann dem schmach- antisemitisch- täppischen Geschwäz irgendwelchen Wert bei. lesondere auch für die ländlichen Arbeiter vollen Zustand ein Ende gemacht, gemacht, daß Berufs- Die reaktionäre Gesinnung der den Junkern Sukkurs leisten. tie preußische Regierung. Den Arbeiter in seinem bereine, weil sie ernste Interessen ber- den Antisemiten ist genugsam bekannt, als daß ihr Wortechte hindern, zur, Erringung besserer Arbeitsbedingungen treten, minderen Rechts als Segelflubs oder Rauf gedröhn innerhalb und außerhalb des Reichstags noch und einer besseren Lebenslage sich mit seinen Arbeitsgenossen und Saufbereine wären. Durch die Verleihung der Interesse erweden könnte. Dagegen perfiflierte der Abgeordnete Gothein mit usammenzutun, heißt seine persönliche Freiheit hindern. Der Rechtsfähigkeit würde die Erschwerung der Rechtssicherheit und feie Gebrauch der Arbeitsfraft und die freie Bestimmung des Rechtsverkehrs der Berufsvereine beseitigt. Das würde einigen zutreffenden Strichen die absolutistischen, vom Reichser Bedingungen, unter welchen die Arbeit geleistet wird, ist sich, wie die Motive mit Recht hervorheben, namentlich- fanzler tolerierten Neigungen, die die Weltpolitik der Regierung nzweifelhaft ein Ausfluß der Freiheit der Person. Die Be- wir dürfen sagen fast ausschließlich bei den Rechten zeigen, beeinflussen. hränkungen der Koalitionsfreiheit enthalten eine Beschränkung zu deren Erwerb es der Eintragung in das Grund- Der flägliche Ausgang nationalliberaler Oppositionsi der Wahl der Mittel, welche auf die Bestimmung der Arbeits- bu ch bedarf, ferner in der Frage der aktiven Prozeß- spielerei bestätigte die wesenlose Schwammigkeit des Nationaledingungen, namentlich des Arbeitslohnes und der Arbeits- legitimation und drittens in Hinsicht der persön- liberalismus, sowie das taktische Ungeschic, die auf dem letzten eit, einwirken fönnen, denn sie schließt die Verabredung der Lichen Haftung der Vorstandsmitglieder. Loche pfeifende Partei durch Knalleffekte vor den abfallenden emeinsamen Arbeitseinstellung aus oder beschränkt solche Die Vorlage geht nicht diesen Weg, sie verleiht nicht den Wählern aufzuputschen. erabredungen. Durch die gemeinsame Arbeitseinstellung soll Berufsvereinen Rechtsfähigkeit, sondern geht den vom ehemaligen Danach trat der Reichstag in Wahlprüfungen ein. Zur ber der Annahme der Arbeitsbedingungen Nachdruck verschafft russischen Minister Plehwe inszenierten Weg: Arbeitervereine Wahl im 4. Kösliner Wahlkreise( Abg. v. Brockhausen) charak erden und die gemeinsame Arbeitseinstellung ist besonders von Regierungsgnaden zu schaffen. Der Weg der Regierungs- terifierte Genosse Herbert die konservativen Machenschaften. eignet, einen solchen Nachdruck zu üben. borlage ist um so verwerflicher, je versteckter die Fallen gegen Als Herbert fonstatierte, daß sogar ein sozialdemoDie Beschränkung der Koalitionsfreiheit beschränkt nicht die Arbeiter gelegt sind. fratischer Flugblattverbreiter von einem Konservativen wegen ur die persönliche Freiheit des Arbeiters, sie leistet Die Vorlage schafft zivilrechtlich drei Arten von Berufs- der Verbreitung von Flugblättern berbauen worden sei, uch dem Arbeitswucher, der Arbeiterausbeutung in be- bereinen: rief der nationalliberale Abgeordnete ehmann Bravo!" onders hohem Grade Vorschub. Der einzelne Arbeiter ist 1. Solche, deren Rechtsfähigkeit auf Eintragung beruht. Das entfesselte Entrüstungsrufe auf der Linken, die von der er wirtschaftlichen Macht des Unternehmers nicht gewachsen. Die Eintragung tann"( nicht muß) erfolgen, wenn der Fraktion Lehmanns mit ziemlich verlegenem Schweigen hinrst durch Zusammenschluß mit seinen Kameraden kann er Zweck des Berufsvereins„ nur auf die Wahrung und genommen wurden. essere Arbeitsbedingungen erzielen. Bei dem Handel um die Förderung der mit dem Berufe seiner Mitglieder unmittelbar Heiße Debatten entbrannten um die Wahlen Dietrich höhe des Lohnes für die von ihm verdungene Arbeitskraft in Beziehung stehenden gemeinsamen gewerblichen Interessen uß der Arbeiter wie jeder Verkäufer von jeder oder daneben auf die Unterstüßung seiner Mitglieder gerichtet ußeren Beschränkung frei sein. In diesem Sinne", führten ist, ohne daß ihnen ein Rechtsanspruch darauf eine Motive des preußischen Gefeßentwurfs vom 10. Fe- geräumt wird". uar 1866 aus, ist es von Wert, daß die Arbeiter in der 2. Solche Vereine, deren Rechtsfähigkeit nicht auf Einreinigung die Straft suchen können, welche dem einzelnen tragung beruht; das sind die, die ihren Mitgliedern einen geht, und durch die Androhung gemeinschaftlicher Arbeits- Rechtsanspruch auf Unterstüßung gewähren oder deren Zwed stellung ein richtigeres Verhältnis in der Berechnung des sonst auf einen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb gerichtet ist". nes zum Unternehmergewinn herbeizuführen suchen." 3. Alle übrigen. 3. Wahlkreis im Regierungsbezirk Potsdam, wo Bürgermeister und Gemeindevorsteher einen Wahlaufruf für Dietrich unterschrieben haben, und MaIfe wit,-3. Wahlfreis im Regierungsbezirk Röslin, wo Wahlbeeinflussungen vom Landratsamte ausgingen. Im ersteren Wahlkreise war unser Genosse Kiesel der unterlegene Gegenfandidat, in letzterem der Freifinnige Dr. Barth. Nicht nur die Praktiken der obfiegenden konservativen Partei und der für fie Wahlbeeinflussung betreibenden Beamten wurden in Parser Weise kritisiert, auch die immer reaktionärer aus- artende Praxis der Wahlprüfungs-Kommission erfuhr hierbei heftige Angriffe, die auf unserer Seite von den Genossen Geyer, Fischer und Herbert geführt wurden. Selbst der Zentrumsabgeordnete Gröber wandte sich gegen die neuerliche, auch von seinen Fraktionsgenossen in der Wahlprüfungs-Kommission geübte Nachsicht gegen amtliche Beeinflussung, die zu unhaltbaren Schlüssen und Beschlüssen führt. Ueber die Wahlen Dietrich und Malkcwitz wird morgen namentliche Abstimmung stattfinden.— Eintagsstimmnngen. Die bürgerlichen Blätter und nicht in letzter Reihe die offiziösen Organe geben in breiter Ausführlichkeit die aus- ländischen Preßstimmen über Bülows gestrige Rede wieder. Sie konstatieren auf Grund dieser Preßstinimen, daß Bülows Erklärungen im Reichstage im Auslande den günstigsten Eindruck gemacht hätten. Es läßt sich auch in der Tat nicht bestreiten, daß die vorsichtigen und sorglich abgewogenen Wendungen der Bülowschen Rede, die es ängstlich vermieden, irgendwo auch nur leisesten Anstoß zu erregen, in der ausländischen Presse den Eindruck gemacht haben, als sei die deutsche Regierung nunmehr ernstlich be- müht, allen internationalen Konflikten aus dem Wege zu gehen. Wir unsererseits verzichten darauf, diese Preß- äußerungen, die in dem gleichen Tone gehalten sind, wie die diplomatische Causerie des Reichskanzlers, wiederzugeben. Wissen wir doch, daß derartige diplomatische und journalistische Friedensschalmeien ebensowenig ernst zu nehmen sind, wie der Theaterdonner, in dem sich gelegentlich Diplomaten und Bourgeois-Presse gefallen. Wenn durch wohl- gedrechselte Phrasen internationale Politik gemacht werden könnte, wenn von solchen Liebenswürdigkeiten oder Unliebcnswürdigkeiten das Geschick internationaler Bünd- nisse oder gar die Frage des Krieges oder des Friedens ab- hinge, dann freilich müßte man zugestehen, daß die Rede Bülows eine Aera des freundschaftlichsten Einvernehmens der Nationen einzuleiten geeignet sei. Jeder einsichtige Politiker weiß aber, daß diplomatische Liebenswürdigkeiten und der Austausch von Höflichkeiten der internationalen bürgerlichen Presse für den Gang der politischen Ereignisse absolut be- lang los sini}. Fürst Bülow selbst hat ja darauf hingewiesen, daß Deutschlands Lage gerade durch die Kolonialpolitik und die damit in Verbindung stehenden Flottenrüstungen Teutschlands eine so delikate geivorden ist. Dabei soll keines- Wegs bestritten werden, daß nicht durch früheröReden. die eine für die gegenwärtigen Kolonialmächte bedrohliche weltpolitische Expansion Deutschlands anzukündigen schienen, Deutschlands koloniale Welt- und Flottenpolitik dem Aus- land in einem bedrohlicheren Lichte erschienen sind, als es gerade nötig gewesen wäre. Ebensowenig soll bestritten werden, daß die blöden Hetzereien der All- deutschen und die K r a f t p h r a s e n der Macher des Flottenvereins nur zu geeignet gewesen sind, rm Ausland Besorgnisse zu erregen. Wenn also in Zukunft nach all diesen Richtungen hin auf derartige Provokationen verzichtet würde, so wäre das nur zu begrüßen. „ Nichtsdestoweniger werden die kolonialen und maritimen Rüstungen ganz allein dafür sorgen, daß das Mißtrauen des Auslandes nicht verschwindet. Solange Deutschland seine bis- herrge Weltpolitik fortsetzt, wird auch die Gefahr inter- nationaler Verwickelungen weiter bestehen. Mit dieser Tat- fache haben sich ja auch unsere bürgerlichen Parteien samt und sonders abgefunden. Klangen doch die Reden der Ver- treter fast aller bürgerlichen Parteien in dem Refrain aus, daß Deutschland infolge seiner Isolierung seine Rüstungen nun er st recht fortsetzen müssei Diese deutschen Rüstungen werden die ausländischen Staaten zu Maßnahinen gleicher Art veranlassen. Und die dadurch hervorgerufenen Mißstimmungen werden über kurz kurz oder lang von neuem jenes all- gemeine Mißbehagen auslösen, das jetzt höchstens für Wochen oder Monate be- schworen ist?— Die optische Täuschung des Auslandes. Die ausländische Presse hat den Entriistiingssturm gegen das persönliche Regiment weit ernster genommen, als er es verdiente. Sie hat darin den Versuch der deutschen Bourgeoisie erblickt, wirklich ein konstitutionelles Regiment zu erzwingen. Diese Auffassung tritt namentlich in der e n g l i s ch e n Presse hervor. So urteilte dieser Tage der Leitartikler des„Observer": „Es ist vorläufig unmöglich zu sagen, waL aus den parla« mentorischen Geburtswehen herauskommen wird. Vielleicht etwas ganz Ueberraschendes, möglicherweise ein lächerliches Mäuschen. Wahr! ist jedenfalls, daß dos deutsche Volk jetzt zum ersten Male eine klare und'feste Stell rrng gegenüber dem persönlichen Regiment einnimnrt. ES ist eine neue Lage in Deutschland— eine Revolution der politisch e-n Philister an der Spree." Weit ernster noch wird der scheinbare Kampf gegen das persön» liche Regiment von den„Times" behandelt, die in ihm den Aus- trag des Klassenkampfes zwischen Junkern und Industriellen erblickt. Die„TimeS" betont, dag eine Armee wohl auf feudal-absolutistischen Interessen beruhen könne, aber eine maritim« Politik müsse eine industrielle und kommerzielle Klasse zur Grundlage haben. Eine solche gesellschaftlich« Klasse müsse einen wirklichen Anteil an der Regierung des Reiches verlangen. Dieses Verlangen sei schon vor dem Jahre 1848 gestellt worden. Seitdem seien diese Wünsche noch weit dringender geworden. Die „TimeS" fährt dann fort: „Was wird das Resultat dieses Zusammenstoßes zwischen den Ansichten der Junker und den Ansichten derjenigen Klassen sein, von denen die wirtschaftliche Stärke und Größe Deutschlands ab- hängt?... Es scheint, daß der Sieg nicht der Reaktion zufallen kann; früher oder später werden der Nation Konzessionen gemacht werden müssen. Aber je länger sie verschoben werden, desto größer werden sie schließlich sein." Die englische Presse faßt also den Vorstoß der Bassermänner so auf, als habe es sich dabei wirklich um die Vertretung demokratischer Rechte gehandelt. In Wirklichkeit war aber diese Kampagne gegen das persönliche Regiment nur von fraktioneller Eifer- süchtelei diktiert. Die Nationalliberalen mißgönnten den Junkern und vor allen Dingen auch dein Zentrum den Einfluß auf die Regierung. Konstitutionelle Grundsätze spielten dabei keine Rolle, sie konnten sie schon deshalb nicht spielen, weil ja die Konservativen und Ultramontanen schließlich eine weit größere Stimmenzahl hinter sich haben als die Nationalliberalen. Und daß die Nationalliberalen der stärksten Partei des Landes, der Sozialdemokratie. jeden Einfluß auf die Gesetzgebung und Verwaltung b e- streiten, beweist ja zur Genüge der nattonalliberale Pro- test, der erst vor wenigen Tagen von den hessischen National- liberalen dagegen erhoben worden ist, daß die hessische Regierung die Wahl eines Sozialdemokraten zum städtischen Bei- geordneten bestäügt hatte. Der Kampf gegen das per- fönliche Regiment drehte sich also nicht um eine Einengung der Rechte der Krone, sondern brachte lediglich die Eiferfüchtelei in dem Wettkampf um die Beeinflussung der Krone durch a n t i- demokratische Momente zum Ausdruck! Wie wenig ernst der ganze Sturm im Glase Wasser zu nehmen war, hat ja inzwischen die Rede Bassermanns bewiesen. Da Pod nun doch glücklich gegangen und Bülow geblieben ist, ist die liberale Fronde wieder vollauf befriedigt. Das Fortwursteln in der bis- herigcn Weise nimmt seinen Fortgang. Jede der miteinander rivalisierenden privilegierten Parteien und Klassen sucht die andere auszustechen und übers Ohr zu hauen. An die Durch- setzung wirklich konstitutioneller und demokratischer Zustände denkt keine dies er Parteien, da sie alle den gleichen Abscheu gegen ein System besitzen, das an Stelle der p r i v i- legierten Cliquen und Schichten die Masse des Volkes s e l b st mit der Leitung seiner politischen Geschicke be- trauen würde.— • Deutfchca Reich. Eine Ausweisung. Die Versetzung des Prinzen Joachim Albrecht von Preußen zur Schutztruppe von Südwestastika, die den jähen Abschluß eines Liebestraumes bedeutet, hat einen eigenartigen Nachtrag erhalten. Es wird telegraphiert: Dortmund, 1ö. November. Wie der„Dortmunder Zeitung" aus Berlin gemeldet wird, ist die bekannte Schauspielerin Marie Sul)er, welche durch ihre Scheinheirat mit dem österreichischen Untertan Baron v. Liebenberg ihre preußische Staats- angehörigkeit verloren hat, von der Berliner Polizei aus Preußen ausgewiesen worden; sie muß binnen 14 Tagen das Staatsgebiet verlassen.— Prinz Joachim Albrecht fährt noch in dieser Woche von Hamburg nach Südwestastika ab.— Die Zeit der Isttros de cachet ist vorbei. Vorbei die Zeit des Absolutismus, da Theaterdamen des Landes veiwiesen wurden. wenn sie dem Landesvater nicht gefielen oder auch vermittelst diplo- matischer Maßregeln aus dem Auslände zurückgeholt wurden, je nachdem Serenissimus gelaunt war. Vorbei ist auch die Zeit, da ein Freiherr v. Trenck mit langer, harter Kerkerstrase gequält werden konnte. weil er seine Augen zu der Schwester Friedrichs II. erhoben hatte. Aber wenn auch der Absolutismns dahinschwand, wenn der Wille des Monarchen nicht mehr über die Grundgesetze des Staates hinweg kann. feine Interessen sind heute nicht minder geschützt als anno dazu- mal. Die Behörden. die dazu da sind, die öffentlichen Inter- essen zu wahren. begreifen darunter vor allem auch die vermeintlichen persönlichen Interessen der Dynastie. Die Theater- dame, die sich ins Haus Hohenzollern eindrängen wollte. erscheint dem pflichtgemäßen Ermessen der Polizeibehörde als„lästige Ausländerin", weil sie gewagt hat, einen Prinzen für sich fangen zu wollen. Welche Reichs-, welche Landesinteressen hat sie dadurch verletzt? Nach dem Urteilsvermögen des Staatsbürgers keine. Und die Polizeibehörde braucht bei Ausweisungen keine Gründe anzugeben! Das„Berliner Tageblatt" will übrigens wissen, daß die Meldung der„Dortmunder Zeitung" unwahr sei. Es meldet: Wie wir auf Anfrage von zuständiger Seite im Polizei- Präsidium erfahren, ist an amtlicher Stelle von der Ausweisung nichts bekannt. Es handele sich lediglich um ein in militä- rischen Kreisen kursierendes Gerücht. Das Dementi ist gerade nicht sehr überzeugend. Nichts b e« könnt ist bei der zuständigen Stelle? Weshalb sagt man nicht. daß eine solche Answeisung undenkbar, unmöglich sei? Ist sie doch möglich. Wir wollen abwarten, ob Marie Sulzer demnächst Preußen verlassen wird I—_ Die Protestbewegung gegen den Lebensmittelwucher. Protestvcrsammlungcn werden gemeldet aus E l b i n g, Scgeberg(Holstein), Radolfzell(Baden). Im Wahlkreis Hagen-Schwelm fanden am 10., 11., 12. und 13. November acht durchweg gut besuchte Versammlungen statt, die insgesamt von rund 1600 Personen besucht waren. Die Eingabe der Bergarbeiterorgan isa- tionen an den Reichstag in Sachen der Lebensmittel- teuerung ist den Abgeordneten zugegangen. Keine Kamarilla? Der Reichskanzler versicherte gestern im Reichstag, daß so etwas wie eine Kamarilla in Deutschland nicht existiere. Das hatte vor ihm auch schon die— agrarische Presse versichert, die einen Kampf zwischen Pod und Bülow in das Bereich der Fabel zu verweisen sich erkühnte. Demgegenüber schreibt die„Rhein.-Wests. Ztg.": „Die Auguren lächeln immer, wenn von kranken Ministern die Rede ist, und diesmal haben sie ganz besonderen Anlaß. Herr v. Podbielski erhielt den hippostatischen Zug in dem Augenblick, wo der Ministerpräsident durch die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" aller Well kund tat, daß jener sein Abschiedsgesuch eingereicht habe. In der Unterredung, die bald darauf Fürst Bülow und der Kaiser in Homburg hatten, drängte der Mini st erpräsident auf beschleunigte Erledigung der Krisis, fügte sich aber schließlich dem Einwände, daß man den sonst verdienstlichen Mann unmöglich der so- genannten öffentlichen Meinung opfern dürfe. Also aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Zwischen damals und heute sind alle Ränkespinner eifrig am Werk« gewesen. Genauer wird man ihre Fäden erst später erkennen, aber soviel steht fest, daß sie bis zum äußersten gingen und den Monarchen schließlich vor die Frage zu stellen wußten. ob Bülow oder Podbielski gehen solle. Der Kaiser hatte Monate hindurch gehofft, beide vehalten zu können, und die Entscheidung immer wieder hinausgeschoben. Fürst Bülow hat sich dabei bcichiedcu. anstatt auf eine sofortige Entscheidung durch Stellung der Kabinettssrage zu drängen. Jetzt endlich, w o i h m das Wasser bis zum Halse stieg, angesichts des un- mittelbar bevorstehenden Wiederbeginns des parlamentarischen Feldzuges, hat er sich zu einem Entweder— Oder auf- gerafft." Daß Bülow Pod seinerzeit zum Rücktritt nötigen wollte, aber sich„f ü g e n" mußte, ist eine nicht gut zu bestreitende, weil alten- mäßig belegte Tatsache. Trotzdem leugnete Bülow die Existenz einer Kamarilla. Der Ahnungslose! Auch er gehört offenbar zu dem„Völkchen", das den Teufel nie spürt,„und wemi er sie am Kragen hätte".—_ Entwurf eines Gesetzes über die Sicherung der Bauforderungen. Gestern abend ging der Entwurf eines Gesetzes über die Sicherung der Bauforderungen dem Reichstage zu. Das Gesetz soll nur in dem durch landesherrliche Verordnung bestimmten Ge- mcinden im Falle eines Neubaues zu Wohn- oder gewerblichen Zwecken Geltung haben. Die Sicherung soll durch Eintragung eines Bauvermerks auf dem Grundbuchblatt(Vermerk, daß das Grundstück bebaut werden soll) stattfinden. Mit der Eintragung des Bauvermerks erwerben die Bau- gläubiger den Anspruch auf Eintragung einer Hypothek für ihre Bauforderungen(Bauhypothek); der Bauvermerk hat die Wirkung einer Vormerkung zur Sicherung dieses Anspruchs. Die Ein- tragung eines Bauvermerkes unterbleibt, wenn in Höhe eines Be- trags, der nach dem Ermessen der Baupolizeibehörde den vierten Teil der voraussichtlich entstehenden Baukosten erreicht, Sicherheit durch Hinterlegung von Geld oder Wertpapieren geleistet ist. Baugläubiger sind die an der Herstellung des Gebäudes auf Grund eines Werk-' oder Dienstvertrags Beteiligten sowie die- jenigen, welche zur Herstellung des Gebäudes Sachen geliefert haben, sofern die Werk-, Dienst- oder Lieferungsverträge von dem Eigentümer der Baustelle oder für seine Rechnung geschlossen worden sind. Dem Eigentümer der Baustelle steht gleich, wer den Bau mit Zustimmung des Eigentümers als Bauherr ausführt. Hat der Eigentümer die Herstellung des Gebäudes oder eines einzelnen Teiles des Gebäudes einem Unternehmer übertragen und war ihm bekannt oder infolge grober Fahrlässigkeit unbekannt, daß dem Unternehmer die zu der Herstellung erforderlichen Mittel nicht zu Gebote standen oder daß dieser nicht die Absicht hatte, die aus der Herstellung für ihn erwachsenden Verbindlichkeiten in vollem Umfange zu erfüllen, so gelten die Laugläubiger auch dann als Baugläubiger, wenn die Verträge von dem Unternehmer oder im Falle der Weiterübertragung der Herstellung an andere Unter- nehmer von einem solchen gefchlossen worden find. Den von einem Unternehmer geschlossenen Verträgen stehen Verträge gleich, die für seine Rechnung geschlossen worden sind. Auf den weiteren Inhalt des 36 Paragraphen umfassenden Gesetzes, dem 127 Seiten Motive beigefügt sind, kommen wir nocki zurück.— Schutz der Deutschen im Auslande. Aus London wird der„Voss. Ztg." gemeldet: Ein junger deutscher Ingenieur, der kein Wort englisch spreckien konnte, mußte sich am 12. November in der Guildhall vor dem Aldcrman Sir Alfred Newton verantworten, weil die Polizei ihn gänzlich mittellos in einem Gemach in Holborn schlafend aufgefunden hatte. Der Richter lieh auf dem deutschen Konsulat anfragen, ob man nicht den mittellosen Reichsangehörigcn in die Heimat zurücksenden könne, und erhielt zur Antwort, daß dies nicht möglich sei, da das Konsulat k ei n�e Mittel daz u habe. Doch werde man, wenn der Mann entlapen sei, sich um Arbeit für ihn umsehen. Sir Alfred drückte sein Erstaunen darüber aus, daß das deutsche Konsulat sich weigere, einem jungen Deutschen zu helfen, der mittellos und ohne ein Wort englisch sprechen zu können, auf die Straße gesetzt sei. Wenn ein Engländer im Aus- land auf den Strand gerate, so brauche er sich bloß au ein britisches Konsulat zu wenden, um Unter st ützung zu erhalten. Teutschland lvolle auf Kosten der britischen Wohltätigkeit seine notleidenden Laudsleute los werden. Wenn Russen nicht imstande seien, in England Arbeit zu finden, und in Not gerieten, so brauche der Richter bloß das russische Konsulat zu benachrichtigen, das sofort die Miitel zur Rückreise des russischen Staatsangehörigen liefere. Sir Alfred vertagte den Fall, um dem deutschen Äonfulat Zeit zu geben, über die Sache nachzudenken. Nationales Arbeiter-Dementi. Die„Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht folgende Erklärung des geschästsführenden Vorstandes des„Nationalen Arbeiter-Wahlausschusses": „Die von Herrn Hofprediger O. Stöcker erbetenen 60000 M. scheinen gewissen Leuten arge Sorgen zu machen. Die jüngst durch die Presse gegangene Nachricht, daß dieses Geld für die in Aussicht genommenen evangelischen, sog. nationalen Arbetter- kandidaturen bestimmt sei, ist in allen ihren Lesarten unzu- treffend. Der Nationale Arbciter-Wahlausschuß hat mit den in Rede stehenden 60 000 M. keinerlei Verbindung." Man darf dem„Nationalen Arbeiter-Wahlausschnß" ohn � weiteres glauben, daß er mit den 60 000 M., die bis dato trotz allett Schererei noch nicht zusammen sind,„keinerlei Verbindung" hat.— Vom polnischen Kriegsschauplatz. Abg. Dr. von Jazdzewski bat in einer in Koschmin abgehaltene Versammlung die polnrfchen Eltern zur Ruhe irnd Ordnung gc mahnt I Er führte aus. die Eltern sollen in der Angelegenhett de polnischen Religionsunterrichts keine weiteren Schritte Unternehmer sondern zunächst das Ergebnis der von den Abgeordneten in Berli eingeleiteten Schritte abwarten.— Ferner ist, wie die„Germania meldet, dem Kaiser eine umfangreiche Denkschrift mit der Bin um Wiedereinführung des völmschen pieligionsunterrichts zugc gangen. Eingesandt ist die Denkschrift vom Domkapitel in Pose und Gnesen und unterzeichnet vom Erzbischof v. StablewSki, von de Weihbischöfen und sämtlichen Domherren, unter denen sich auch ei deutscher«findet.„ � Die polnische Fraktion des Reichstags soll beschlossen habe: den polnischen Schulstreik nicht im Reichstage zur Verhandlung z bringen, sondern die Angelegenheit erst bei der Etatsberatung i'. preußischen Landtage zu erörtern. Ter Beschluß scheir aus der Erwägung heraus gefaßt zu sein, daß die Regierung b Behandlung einer rein preußischen Angelegenheit im Reichstage al lehnen wird.—_ Hänge-Peters. Hänge-Peters polemisiert in einer aus London datierten Ei klärung gegen Bebels Abfertigung seiner unverfrorenen Anpöbeluni Er sagt u. a.: „Mein Borgehen am Kilimandscharo in den Jahren 189 bis 1893 ist. genau wie meine Taktik auf der Emin Pasche Erpedition, nur zu verstehen aus der Kenntnis der damalige Verhältnisse in Mittel-Afrika. In beiden Fällen hatte ich g>( wisse Austräge und Befehle auszuführen, und in beiden Fälle: war mir die Entscheidung über die zur Ausführung erforder lichcn Mittel überlassen. Was alte Weiber und Philister i Deutschland auch urteilen mögen, ich habe auf der Emin Pasche Expedition wie am Kilimandscharo nach bestem Wissen und G< wissen im Interesse der deutschen Rechte und unserer Weltstellun gehandelt, und beide Male mit Erfolg.... Es blieb den Den; scheu vorbehalten, ihren eigenen Landsmann, der sachlich erfolg reicher gewesen ist als irgend ein Engländer, Belgier oder Frau zose, zu beschimpfen tznd in den Staub zu ziehen. Hierüber wir die Nachwelt ihr Urteil sprechen." �, Die Nachwelt wird sich mit dem Hängc-PeterS, dem ja ir, zwischen in den Horn. Besser, Kannenbcrg, Arenberg usw. erfolg reiche Konkurrenten erstanden sind, wohl überhaupt nicht' fr schäftigen. Die Berufung auf sein„Gewissen" wirkt vollenk komisch. Noch komischer freilich wirkt die kindische Selbs beräuchcrung, der einen Cecil Rhades sich, dem Hänge-PeterS gegr> über, für einen Waisenknaben erklärt. Ter Mann scheint a chronischem Tropenkoller zu leiden.— HueUnd, Oesterreich. Graz, 14. November.(Eig. Bcr.) Die ErgänzungSwahlc für den Gemeindrrat vollzogen sich heute unter ungemeine Spannung der gesamten Bevölkerung. Es galt ja als gewiß, da die Sozialdemokraten dem vereinten Ansturm der bürgerliche Parteien nicht würden standhalten können. DaS Siegesbewußtsei: der klerikalen, dcutschnationalen und alldeutschen Blätter bestärk! die Stimmung. Doch es sollte anders kommen! Der größte Te der Wählerschaft hatte Abscheu davor, für derartige Mischmasch Kandidaten seine Stimmen zu geben, und die sozialdemokratische Kandidaten hatten sogar um hundert Stimmen mehr zu ver zeichnen als im vorigen Jahre— trotz der niederträchtigen Le' lcumdungcn, die der gemeinsame Wahlausschuß knapp vor dci Wahltag in die Bevölkerung gestteut hatte. Die Gegner boten ei Heer von bezahlten Agitatoren auf(zumeist zweifelhafte Subjekte .an deren Spitze schon längst abgetane und abgetakelte Politik: standen. Es half alles nichts! Die sozialdemokratischen Kandidaten bekamen die Majorität: Abgeordneter Rcscl 1649, Redakteur Fr. S ch a ch e r l 1637, M u ch i t s ch 1626, Sonnleitner 1614, Geislinger 1611 und Stcinbauer 1567 Stimmen. Die vereinigten Bürgerlichen erhielten 1360— 1400 Stimmen. Diese Wahl ist von iveittragcnder Bedeutung für die im März 19/z Proz.), 150 000 M. Unkosten, 500 000 M. Reservefonds, 150000 M. Pensionsfonds, 895000 M. außergewöhnliche Steuerreserve, 375 000 M. Tantieme für den Aufsichtsrat. Der dann noch verbleibende Rest von zirka 4'/s Millionen Mark soll der ordentlichen Generalversammlung zur Verwendung reserviert bleiben. Die Oberschlcsicr melden sich auch. Wie das„B. T." erfährt, ist in der Hauptversammlung der oberschlesischen Kohlenkonvention be- schlössen worden, die Preise für Staubkohlen um 50 Pf. und für Klein-Gries und Förderkohle um 30 Pf. ab 1. Januar zu erhöhen. Das wäre im Hinblick auf die Erhöhungen, die das rheinisch-west- fälische Kohlensyndikat vorgenommen hat, ja ziemlich bescheiden, aber es soll per 1. April 1907 eine weitere Preisregnlierung nach oben folgen. Jedenfalls wird man dann die notwendige Harmonie mit den Verkaufspreisen des Kohlensyndikats herstellcir. Anpassungsfähig. Die Unternehmungen für Gewinnung von Eichenrinden- und Lohefabrikaten in Ungarn schlössen sich zu einem Kartell zusammen und— erhöhten den Preis pro Waggon Rinde um 200 M., soweit es sich um Auslandsverkäufe handelt. Für den Julandsverbrauch wurde eine wesentlich geringere Erhöhung fest- gesetzt. Das ist eine neue„Erleichterung" für die deutsche Leder- iudustrie, die sich schon des OuebrachozolleS erfreut. Erhöhung der Srifenpreise in Bayern. Weil die wichttgsten Fett- Materialien außerordentlich hoch im Preise gestiegen siikd, auch die sonstigen Selbstlosten sick erhöht haben, beschlossen die bayerischen Seifenfabrikanten eine Preisheraufjetzung für ihre Erzeugnisse. Dividenden. Die Norddeutschen Cpritlverke sollen für das letzte Jahr 10 Proz. abstoßen.— Der AussichtSrat der Brauerei König- stadt schlägt die Verreilung von 7 Proz. vor.— 5 Proz. werden für die Attionäre der Ballhorn-Brauerci Braunschweig in Vorschlag ge- bracht.— Die Bautzcner Brauerei schlägt 9>/z Proz. vor.— Die Aktiengesellschaft für Bürstenindustrie in Striegau schüttet 9 Proz. aus.— Die Papierinhaber der Oppelner Aktten-Brauerci sollen 6 Proz. erhalten.— Der AussichtSrat der Stärkezuckerfabrik A.-G. Franfturt a. O. schlägt vor, 18 Proz. zu verteilen. Agitationsverein für den Wahlkreis Landsberg. Soldin. Versammlung heule Freitag im GeiverlschastShause, Saal 2. Abends 8'/z Uhr. Gäste willkommen. Lese- und Tiskutierklnb„Johann Jacoby". Heule abend 8'/z Uhr, bei Bugge, Kastanien-Allee 95/96, Sitzung. Uerei» für die Interessen der Hnnsangestellten. UnterhaltungS- abend Sonntag, den ls. November, bei M. Münch, Steglitzerstr. 35. Vor- wäge und Tanz. Ansang 6 Uhr. Gäste willkommen. Lese- und Tiskutirrklub«Norden«. Heute abend 8'/, Uhr bei Korff, Aisabelhkirchstr. 18, Sitzung. Wasserstand am 15. November. Elbe bei Aussig Meler, bei Dresden— i,29 Meier, bei Magdeburg-s- 0.96 Meter.— Uuftrnt bei Strautzsnrt— Meter.— Oder bei Ratibor t,08 Meter.— Neiße- mündung+ 1,27 Meter.— Oder bei Brieg 4 1,79 Meter.—Oder bei Breslau Unterpegel— 1'59 Meter. VI. Wahlkreis! Sonntag, den 18. November, abends 6 Uhr, im„ Kolberger Salou", Kolbergerstr. 23: Versammlung für Männer und Frauen. Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Frik Zubeil über: Agitation, Kirche and Religion". 2. Diskussion. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein 226/ 3* Der Einberufer. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. Vereinigung der Zimmerer Deutschlands. Bureau: Berlin C. 54, Dragonerstr. 15, Hof I. Fernsprecher: Amt III Nr. 5028. Sonntag, 18. November, vorm. 10 Uhr, in den Industrie- Festfälen, Beuthstr. 20: Mitglieder- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins u. Umgegend. Tages Drdnung: 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Vortrag über:" Die Urgeschichte der Menschheit." Referent: Genoffe Max Schütte. 3. Diskussion. 4. Berschiedenes. 258/7 Der Vorstand. J. A.: Albert Juppenlaz. Deuticher Metallarbeiter Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Zimmer 34, Amt IV, 3353. Engel- Ufer 15. = Haupt- Bureau: Zimmer 1-5. Amt IV, 9679. Sonntag, den 18. November, vorm. 10 Uhr, in der Neuen Welt, Hafenheide 108/114: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 159/20 1. Bericht der Kommission in der Angelegenheit Büde. 2. Kassenbericht vom 3. Quartal und Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl der Revisoren. 4. An die Verwaltung gelangte Anträge. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Sonnabend, den 17. November, abends 8 Uhr, im Lokale von Fritz Schüler, Köpenick, Hohenzollernplatz: Bezirksversammlung für Köpenick und Friedrichshagen. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Karl Schmidt über: Krankenversicherung."( II. Zeil.) 2. Diskussion. 8. Verbandsangelegenheiten. Zahlreichen Besuch erwartet Deutscher Holzarbeiter- Verband, Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Am 18. November, bormittags um 9 Uhr, und am 2. Dezember, nachmittags um 4 1hr, finden Urania- Vorstellungen statt. Zur Aufführung gelangen am 18. November:" Die Mosellande" und am 2. Dezember:" Sizilien". Billetts zum 18. November sind nur noch auf dem Bureau, Engel. Ufer 15, zu haben. Die Billetts zum 2. Dezember sind vergriffen. Die Ortsverwaltung. Montag, den 19. November, abends 8%, Uhr: General- Verfammlung bei Keller, Koppenstraße Nr. 29. Tagesordnung: Stassenbericht, Bericht des Borstandes, der Arbeits. bermittler und des Bibliothekars, Bericht der Werkstattkontrollkommission und der Schlichtungskommission, Verbandsangelegenheiten. Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. 96/9 Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Dachdecker Verwaltungsstelle Berlin. Die Ortsverwaltung. Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes Solidarität“. Touren zum Sonntag, den 18. November. 1. Abt. nachmittags 1, Uhr nach Schenkendorf. Start: Bülowstr. 59. 2. Abt. früh 7 Uhr nach Luden walde, nachmittags 1 Uhr nach Großbeeren( Fichtenwäldchen). Starts: Urbanstraße 7. E Schlafröcke Die Freude aller Ehemänner u. Junggesellen. Angenehmster Schutz gegen Erkältung. Ungemein reichhaltige Sortimente in molligen, warmen Stoffen. Hübsche Fassons mit schönen Besätzen. Nur eigene Erzeugnisse 40.21.- 15.- 12.30.- 27.7.65 M. Herren- Morgenröcke 50 Schöne Schlafrockstoffe mit Besätzen 30.- 24.- 18.- 12.Winter- Joppen Warm gefüttert. überschlag. Breiter Brust24.- 21,- 18.15,- 12- 9.Pelz- Joppen Durchweg mit Pelz. 50.- 40.- 36.- 27.750 6. M. 15. Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24a/ 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 Der Haupt- Katalog Nr. 30( Schlafröcke, Joppen) wird auf Wunsch kostenlos zugesandt. Spandau. Verband der Schneider und Schneiderinen Augem. Orts- Krankenkasse. und verwandten Berufsgenossen Deutschlands. Sonntag, den 18. d. M., von 10 Uhr vormittags bis 3 Uhr nach: Montag, d. 26. Nov. 1906, mittags in den" Arminhallen", Kommandantenstr. 20: abends 8 Uhr, im Viktoriagarten, Wahl der Delegierten General- Versammlung. zur Ortskasse der Schneider. 3. Abt. früh 8 Uhr nach dem Ziepnik- Unsere Liste beginnt mit dem Namen, Ade" und endet mit dem Namen„ Zühlte". fee, nachmittags 1 Uhr nach Buch ( Schloßrestaurant). riannenplag. Starts: Mas Auf zur Wahl! Arbeiter! Barteigenossen! Veranlaßt Eure Frauen und Die Ortsverwaltung. 4. Abt. nachmittags 2 Uhr nach Töchter, daß fie zur Wahl gehen. Friedrichshagen( Waldkater). Start: Küftrinerplag. 5. Abt. nachmittags 1 Uhr nach Steglitz( Birkenwäldchen). Start: „ Elysium". 6. Abt. nachmittags 1 Uhr nach Biesenthal( Schützenhaus). Start: Oberbergerstr. 30( Genossenschaft). 7. Abt. nachmittags 1%, Uhr nach Schulzendorf( Müller). Start: Kösliner Hof. Sonntag, den 18. November 1906, vormittags 10 Uhr, bei Feind, bekanntgegeben. Weinstraße 11: Versammlung. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Der paritätische Arbeitsnachweis für das Buchbinder- Gewerbe und verwandte Berufe befindet sich nach wie vor Rückerstr. 9 III. Amt III, 3791-3797. Telephon: 8. Abt. nachmittags 2 Uhr nach Baumschulenweg. Start: Waldstr. 8. 9. Abt. nachmittags 1 Uhr: Bohin twird am Start: Schillingstraße 22 Mittwoch, 21. Novbr.( Bußtag): 1. Abt. früh 8 Uhr nach Nauen, nachmittags 1%, Uhr nach Spandau Permittelungszeit für weibliche Personen vorm. 9-10%, Uhr. 2. Abt. nachmittags 1 Uhr nach 58/2 Strausberg( Hungriger Wolf). Die Prinzipale, Arbeiter und Arbeiterinnen werden hierdurch nochmals auf das Fortbestehen dieser bewährten Einrichtung aufmerksam gemacht und ersucht, nur diesen paritätischen Arbeitsnachweis zu benutzen. Bermittelt werden männliche und weibliche Personen für das Albums, Goldschnitts, Bavier- und Lebergalanterie, Etui, Kontobuch, Kartonnagen- und Luguspapier- Gewerbe. Tagesordnung: 1. Welche Forderungen gedenken wir an die Meisterschaft zu stellen? 2. Stellungnahme zum Tarij. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. ( Stumfe). 3. Abt. vormittags 10 Uhr Streif 26/ 10* ,, männliche " 10%-1 Die Ortsverwaltung. und Zentralverband der Asphalteure, age binden Grunewald, nach. Möbel- Fabrik Lager kompletter Pappdachdecker usw. Ortsverwaltung Berlin. Sonntag, den 18. November, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Die Hauskassierung. 2. Der Lohntarif für 1907. 3. Berbandsangelegenheiten. 296/19 mittags 1 Uhr nach Schildhorn. 4. Abt. mittags 12, Uhr nach Charlottenburg, Besichtigung der Arbeiter wohlfahrts- Ausstellung.( Donnerstag, den 22. Abteilungsversammlung.) 6. Abt. nachmittags 1 Uhr: Bohin wird am Start bekanntgegeben. 7. Abt. nachmittags 1 Uhr nach Bichelswerder. Starts wie am Sonntag. Am 25. Nov.( Totensonntag) in den Andreas- Feitsälen", Andreas 21: " Verband der Hafenarbeiter u. verw. Berufsg. Großer Lichtbilder- Vortrag. Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin. Sonntag, 18. November, vorm. 10% Uhr, im Königstadt Kasino, Holzmarktstraße 72: Anfang abends 7 Uhr. Billetts a 20 Bf. sind bei den Abteilungsleitern zu haben. Mitglieder Versammlung Oscar Arnold Zages- Ordnung: 1. Berbandsangelegenheiten. 2. Diskussion über den Zusammenschluß der Verbände. 3. Verschiedenes und Aufnahme neuer Mitglieder. 19/10 Der Vorstand. Zentralverband des techn. Bühnen- Personals Sitz Berlin. Sonnabend, 17. November, abends 11 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel Ufer 15: ラ Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Verbandsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwünscht Der Vorstand. Hüte, Mützen und Pelzwaren Engros! Export! Dresdenerstr. 116 ( kein Laden). Einzelverkauf! zu sehr niedrigen Prei fen, sirla 100 verschie bene Sorten Kolliers und Stolas in allen modernen Pelzarten. Großes Lager in Muffen, Kinder- Garnituren, Herren und Wohnungs- Einrichtungen zu Fabrikpreisen Eigene Werkstätten Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, empfiehlt am Kottbuser Tor. Eingreifen oder Revolution! Die Frage der Lebensmittelteuerung muss in allen Parlamenten aufgerollt werden und zum Eingreifen Veranlassung geben. Unter Eingreifen versteht sich von selbst Aufkauf von Lebensmitteln, denn die jetzige deutsche Ausfuhrpolitik führt direkt zum Lebensmittelmangel, zu enormen Preissteigerungen, zur Hungersnot, zur Revolution in Deutschland. Wer sich für diese gefährlichen Vorgänge im Wirtschaftsleben interessiert, verlange Proestlers Broschüre: ,, Das Wirtschaftsbild der Gegenwart und der Zukunft". Vollständige Ausgabe in besserer Ausstattung M. 2-, Teil- und Volksansgabe 60 Pfg. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen( Komm Otto Weber, Leipzig), woselbst auch Prospekte und Zirkulare umsonst abgegeben werden, ausserdem sind solche direkt vom Herausgeber der Broschüre, Kaufmann Michael Proestler in Würzburg, portofrei zu beziehen. Tages- Ordnung: 1. Wahl einer Rechnungsprüfungs tommission. 2. Neuwahl zum Vorstand, a) 4 Arbeitnehmer, b) 2 Arbeitgeber, c) Ersagwahl, 2 Arbeitgeber. 3. Statutenänderung. 4. Berschiedenes. Der Vorstand. 278/16 R. Appoldt, Borsigender. B Aufgepaßt! Noch immer die bill. Bezugsquelle für Monats: Anzüge, Winter Paletots u. Hosen, von Reisenden und feinsten Kavalieren angekaufte, ebenso neue, sehr schid u. modern gearbeitete, in neuesten Stoffmustern vorhanden. HerrenKnabengarderoben. Große Auswahl in Winter. paletots u.warme Winterjoppen. Ein gr. Bost. einzelne Jadetts, einzelne Besten und einzelne Hosen zu sehr billigen Preisen. Zu haben bei Moldauer und Prinzenstraße 64 Ede Annenstraße, im Laden. Cigarren In ieder Preislage von 25.00-450.00 M. p. mille za Engros- Preisen. Reinhard Hellmich, jetzt Friedrichstr. 108, 1. Illustrierte Preisliste gratis und franko. Kein Laden. Begründet 1873. Spezial- Hut- Engroslager. Neueste Moden der Saison in Filzhüten, Jagdhüten, Zylinderhüten u. Chapeau claques. Einzelverkauf zu außergewöhnlich billigen und streng festen Preisen! Knaben- Kragen und Sonntags Neue Königstraße 48, I Treppe, Alexanderplatz. Pelzmützen. geöffnet! Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& C., Berlin SW Nr. 268. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Achtung, 6. Wahlkreis! Die ordentliche Generalverammlung des Wahlvereins findet am Dienstag, den 18. Dezember, statt. Eventuelle Anträge ersuchen wir fristgemäß einzureichen. Der Vorstand. Charlottenburg. Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Volkshause, Rosinenstr. 3, Vortragszyklus über„ Einführung in die Ideen des Sozialismus". Der Zyklus findet jeden Freitag statt und ist die Teilnahme unentgeltlich. Gleichzeitig weisen wir darauf hin, daß am Mittwoch, den 21. d. M.( Bußtag) der fünfte Bezirk eine Herrenpartie nach Bichelswerder veranstaltet. Abmarsch vormittags 9 Uhr von Bartsch, Sesenheimerstr. 11. Zahlreichem Erscheinen aller Bezirke sieht entDer Vorstand. gegen Freitag, 16. November 1906. aufI Behandlung und nicht zu vergessen mit dem rigorosen vorhanden. Ich veranlaßte den Patienten, sich die Hand mit kühlem Bolleschen Strafsystem geltend. Jufolgedessen hatten viele Kutscher Wasser zu berieseln, ein Verfahren, das bei derartigen Fällen durchden Weg zur Organisation gefunden. Die Organisation aus üblich ist. Die Schmerzlinderung gab der Patient auch selbst während. Was konnte auch alles für Unheil im Betriebe angerichtet wohltat. Da er fortzugehen wünschte, versah ich die Hand mit aber beunruhigte das fromme Gemüt des Herrn Bolle nun fort zu. Ich überließ es ihm dann, so lange zu spülen, als es ihm werden, wenn seine" Kuischer und Arbeiter etwa alle organisiert einem Deckverband und mit einer Armbinde durch Hochhaltung der würden! Vor allen Dingen würden sie bald eine anständigere Be- Hand. Da ich voraussah, daß Schmerzen wieder eintreten fönnten, zahlung verlangen macht natürlich pro Jahr so und so viel Profit fagte ich dem Patienten, er möge zu Hause die Kompresse abweniger. Dann würden sie auch eine etwas weniger militärische" nehmen, am Leitungswasser anfeuchten und wieder Behandlung nebst Einschränkung der willkürlich vorgenommenen legen, falls die Schmerzen unerträglich würden. Es ist be= Strafgelderabzüge fordern dadurch könnte aber wieder die gegen tannt, daß die Schmerzen bei solchen Verbrennungen erst nach wärtig so mustergültige Disziplin" unter dem Personal erschütter twerden. Stunden nachlassen und dann dauernd fortbleiben. Wenn der Das darf beileibe nicht geschehen. Flugs entläßt er 20, 30 organi- Patient die Salbe, die er in Rigdorf bekommen, schon hier auf der fierte Stuticher, um ein christliches Erempel zu statuieren. Da er Station erhalten hätte, so bin ich der festen Ueberzeugung, daß aber trotzdem nicht sicher ist, ob das" Gift" der Organisation nicht dadurch die Schmerzen in höherem Maße weder gelindert noch abschon weiter unter seinen Kutschern um sich gefressen habe, kommt gekürzt worden wären. Daß die Unfallstation in der Lindowerstraße ihm vom Himmel plöglich die Erleuchtung, anstatt der vom Gift mit allen notwendigen Mitteln für Brandwunden usw. ausgerüstet Nieder- Schöneweide. Der Wahlverein hält am Sonnabend, den weibliche Kutscher„ heranzubilden". Weshalb sollte auch der Aufsässigkeit angesteckten männlichen Wagenlenter allmählich ist, davon kann sich jeder Sachverständige überzeugen. Die hier gemachten Darlegungen scheinen uns nicht geeignet, 17. d. Mts., fein Stiftungsfest im Lokale Hasselwerder" ab und Klingel- Bolle in der Ausnußung der weiblichen Arbeits- den in unserem Blatte geschilderten Sachverhalt zu erschüttern. erwartet, daß sich die Genossen recht rege an diesem Feste beteiligen. traft hinter anderen mindestens ebenso frommen Arbeitgebern Insbesondere wird auch gar nicht bestritten, daß der Berlegte Der Vorstand. zurückstehen. Er hat obendrein noch das Verdienst, der Frau ein stundenlang an der Wasserleitung in der Lindowerstraße stehen Friedrichshagen. Sonnabend, den 17. November, abends 9 Uhr, ganz neues Arbeitsressort erichlossen zu haben. Also frischweg, den mußte. Der Patient hat auch nicht, wie in der Zuschrift des Arztes im Restaurant" Wilhelmsbad", Seestraße 45: Monatsver Anfang gemacht! Die Kutschermüze steht dem Mädel gut; Leine steht, eine Armbinde, sondern, wie er uns mitteilt, nur einen sammlung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag und Peitsche handhabt es schon vorzüglich, und Pferdepuzen, feuchten Verband erhalten, als er entlassen wurde. Auch hat er des Reichstagsabgeordneten Wolfgang Heine über:„ Unser Wagenwaschen und Geschirrichmieren wird es bald lernen. Lohn ausdrücklich nach einem anderen Mittel, als nach Kühlen mit Wasser, Koalitionsrecht und der Paragraph 153". 2. Disfuffion. 3. Vereins- gibts natürlich weniger, wie für die männlichen Kutscher. Und verlangt. angelegenheiten. 4. Wie stellen sich die Parteigenossen zur Räumung das ist ja auch die Hauptsache bei dem Geschäft. In der eigenen Wohnung gefesselt und beraubt. Die 73 Jahre der Mansardenwohnungen? 5. Verschiedenes.- Gäste, auch Frauen, Art den Gefahren des großstädtischen Straßen wurde gestern in ihrer Behausung von zwei Männern überfallen, nicht aber geradezu frivol ist, ein Mädchen auf solche alte Witwe Konopaci, die in der Bellealliancestraße 7a wohnt, verkehrs auszusetzen, darüber Am Sonntag, den Herr scheint sich der fromme gefesselt und beraubt. Frau Konopaci ernährte sich durch Zimmer18. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, findet im Lokale von May Girke in In einem aber dürfte sich Herr Bolle jedoch täuschen, nämlich in dem vermieten. Gestern mittag um 11% Uhr kamen zwei Männer, um Fredersdorf eine Volksversammlung statt. Thema:" Fleischnot und Glauben, daß mit der Einführung weiblicher Kutscher auch ein- für sich eine Stube anzusehen. Der eine, etwa 25 Jahre alt, nannte Zollwucher" In Anbetracht der Wichtigkeit der Versammlung ist allemal die Organisation aus seinem Betriebe verschwindet. Die fich Arbeiter Schulz, der zweite war etwa 18 Jahre alt und sah zahlreicher Besuch erwünscht. Erfahrung hat vielmehr gelehrt, daß die Arbeiterinnen, soweit sie als beide über die Frau herfielen und ihr mit einem Lederriemen aus wie ein Schiffer. Kaum hatten sie ihr Anliegen vorgebracht, Trebbin( Kreis Teltow). Am Sonntag, den 18. November, früh zur Erkenntnis ihrer Klassenlage gekommen sind, dem selbstherrlichen die Hände auf den Rücken fesselten. Durch Drohungen ein8 Uhr, findet für die Stadt und die beiden Landbezirke Flugblatt- Unternehmertum gegenüber mindestens ebenso energisch ihre geschüchtert, ließ die Greisin die Räuber gewähren. Sie plünderten verbreitung statt. Die Adressen der beiden Landbezirksführer find: Interessen zu vertreten wissen wie die Männer. Sehr leicht möglich die Wohnung und fanden zwei Mäntel und etwas Geld. Eine VerHermann Nöthe, Bahnhofstr. 52 a, Franz Faustmann, Barkstraße. also, daß sich Herr Bolle also in seiner Rechnung diesmal gründlich folgung der Räuber blieb erfolglos. Pünktliches Erscheinen der Genossen ist unbedingt notwendig. verspekuliert. Die Wahlvereinsversammlung ist um acht Tage verschoben auf Sonnabend, den 24. November. Zu derselben ist wieder ein Referent find willkommen. Achtung! Neuenhagen und Umgegend. gewonnen worden. zu wollen. Berliner Nachrichten. Die juristische Sprechstunde wird nicht mehr in der Lindenstr. 69 abgehalten, sondern Friedrichstr. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstraße 101). Wir bitten unsere Genossen, davon gefälligst Notiz nehmen Verlag und Redaktion des Vorwärts". Vielfachen Wünschen der Leser des Vorwärts" im Zentrum und Westen von Berlin entsprechend, haben wir drei weitere Partei- Speditionen " Mauerstraße 89, Hof geradezu( Laden), Auguststraße 50, Eingang Joachimstraße( Laden), Bülowstraße 52, Hof parterre errichtet. Abonnements auf den„ Vorwärts" sowie Inserate werden daselbst jederzeit entgegengenommen. Haupt- Expedition des Vorwärts". " Bolle vorläufig feine Ob es zu machen. Ein überraschendes Ergebnis haben die Ermittelungen zur AufNahezu 1192 Millionen Fahrkarten sind nach der soeben erschienenen Verkehrs- Statistik der fönigl. Eisenbahndirektion ärung der die bestragödie in ber Novalisstraße s Berlin in der Zeit vom 1. April 1905/6 auf den Stationen des gehabt. Danach hat allem Anschein nach die Dora Markus, die von Bezirkes verkauft worden. Es bedeutet dies eine Verkehrszunahme ihrem Geliebten, dem Studenten der Medizin Erwin Kund, an um mehr als 10 Proz.( den durchschnittlich angenommenen geschossen sein wollte, diesen niedergeschossen und hat sich dann selbst Sat), denn im Vorjahre betrug die Zahl der verkauften Fahrkarten den ungefährlichen Schuß beigebracht. 107 Millionen und vor zwei Jahren nur 972 Millionen. Auch Revolver in der Hand gezwungen, Abschiedsbriefe zu schreiben. Es Die Martus hatte behauptet, ihr Geliebter habe sie mit dem diesmal hat der Stadt- und Fernbahnhof Friedrichstraße " Die Verwundete, der das von den an einem Zahn abgeprallte in der Frequenzliste seinen ersten Plaz behauptet; es wurden hier fiel auf, daß sie nicht schon hierbei um Hilfe gerufen, sondern damit 7,7 Millionen Fahrkarten gelöst( gegen 6,7 Millionen im Vorjahre). gewartet hatte, bis alles vorüber war. Nun ist aber von den anIhm folgen die Stationen Alexanderplay mit 5,7( 5,1), geblich durch die Drohung erzwungenen Abschiedsbriefen nicht ein einziger zum Vorschein gekommen. Schlesischer Bahnhof mit 5,5( 5,1), 300log. Garten 4,1( 3,9), anderen Abschiedsbriefen, die Stund geschrieben haben sollte. Es Ebensowenig Bellevue 3,5( 3,2), Börse 2,9( 2,8), Charlottenburg 2,7( 2,4), ist auch festgestellt, daß der Revolver, aus dem alle Schüsse Jannowißbrüde 2,4( 2,1), Savignyplaz und Lehrter abgefeuert wurden, nicht dem Studenten, sondern der Stadtbahnhof mit 2,2( 2,1) Willionen. An der Spitze der Fern Martus gehörte. Kund hat nie eine Waffe besessen. Die Art Bahnhöfe steht der Stettiner mit 2,6( 2,4) Millionen Fahrkarten, der drei Wunden, die der Stopf des erschossenen Studenten Reisebureau), der Lehrter und Anhalter mit je einer Million. Auf den Revolver abgefeuert habe. Die Kriminalpolizei hat ferner eine ihm folgen der Görlizer( 1,9), der Potsdamer( 1,4 einschließlich aufweist, läßt es sehr zweifelhaft erscheinen, daß er selbst auf sich den Ringbahn- Stationen war der Fahrkartenverkauf am leb- den Revolver abgefeuert habe. Die Kriminalpolizei hat ferner eine Ringbahn- Stationen sehr verdächtige Aeußerung der Markus festgestellt. In einem Café haftesten am Gesundbrunnen( 2,8 Millionen), am Potsdamer Ring- äußerte diese zu mehreren Mädchen, wenn es ihr mit dem neuen bahnhof und Warschauerstraße( 2,5), auf dem Wedding( 2,2), in Geliebten wieder so gehe wie mit dem ersten, dann schieße sie ihn tot. Stralau- Rummelsburg( 1,8), Schönhauser- Allee( 1,7 Millionen) usw. und unter den Vorort Stationen haben Spandau( 2,5) der Markus durchaus zu, daß ihre Drohung ernst gemeint war. G3 Hierbei zeigte sie wiederholt ihren Revolver, die Mädchen trauten und Potsdam( 2,04) einen sehr lebhaften Verkehr entfaltet. Auch auf den beiden Rigdorfer Bahnhöfen wurden über hängnisvollen legten Abend in mehreren Lokalen auf ihren auch beobachtet worden, wie Dora Markus vor dem verzwei Millionen Fahrkarten verkauft, in Groß Lichter Begleiter, der augenscheinlich seine Trennungsabsichten ausGroß- Lichterfelde West und st zusammen fogar 2,2 Millionen, Die Leiche des Studenten war zur in Nieder- Schöneweide 1,9, führen wollte, heftig einredete. in Zehlendorf auf Auf Veranlassung der beiden Stationen 1,4 Millionen usw. Recht gute Geschäfte Beerdigung bereits freigegeben worden. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. hat auch die Wannseebahn gemacht; hier wurden verkauft in Kriminalpolizei wurde sie jedoch von der Staatsanwaltschaft von Die gestrige Sigung brachte uns die Einführung Berlin 3,2, auf Groß- Görschenstraße 1,8, in Friedenau 1,2, in neuem beschlagnahmt und soll nun besonders zu einer genauen des kürzlich zum Stadtverordneten gewählten Genossen Stegliz 2,2 Millionen Fahrkarten. Zurückgegangen ist die Untersuchung der Schußwunden obduziert werden. Die Verlegung des Mädchens ist derart, daß fie sowohl von ihm Dupont. Die sozialdemokratische Fraktion ist nun wieder Neubabelsberg, ferner in Spindlersfeld und Oberspree, sowie auf halten der Markus hat die Kriminalpolizei in ihrem Verdacht beFrequenzziffer auf den Stationen Halensee, Grunewald, Wannsee, selbst als auch von einem anderen herrühren kann. Das Verin ihrer bisherigen Stärke von 35 Mitgliedern vollzählig den nördlichen Stationen Buch, Hermsdorf und Stremmen, obgleich halten der Markus hat die Kriminalpolizei in ihrem Berdacht be beisammen. sonst überall, auch im Norden( namentlich in Pankow, Nordbahn, Geschoß die Wange durchschlug, wurde, wie wir mitteilten, nach der Der Magistrat hatte gestern feinen sehr glücklichen Tag: Reinickendorf- Rosenthal usw.) eine recht erhebliche Verkehrszunahme Charité gebracht. Polizeigefangene war sie nicht, weil man geglaubt mehrmals vereinigten sich fast alle Gruppen der Versammlung zu verzeichnen ist. hatte, daß und sie angeschossen habe. Gestern verlangte sie ihse in einer scharfen Kritik seiner Vorschläge und Maßnahmen. Zur Bewältigung des Ringbahnverkehrs am Totenfest( Sonntag, Entlaffung aus dem Krankenhause, die ihr auch gewährt wurde, Dem Plan, das Chauffeehaus- Grundstück in der den 25. d. M.) läßt die fönigliche Eisenbahndirektion Berlin auf dem obwohl die Verlegung noch keineswegs geheilt ist. Vom KrantenPrenzlauer Allee zu verkaufen, wurde nicht zu- Nord- und Südring die folgenden Vollring 3üge befördern: hause begab sie sich nach ihrer Wohnung, pacte dort rasch ihre gestimmt. Ein Redner der„ Alten Linken, Herr Fähn- ab 23 eſt end- Jungfernhaide uſw.( Wedding) 111, 1145 vormittags Sabfeligkeiten zusammen und reiste angeblich nach Hannover ab. drich, eröffnete den Reigen und riet vom Verkauf ab. und 1215, 1245 nachmittags; ab est end- halensee usw.( Sitd Jetzt ist sie verschwunden und wird unter dem Verdacht des Mordes verfolgt. Gegen diesen Plan erklärte sich selbstverständlich auch die ring) 117, 1147 vormittags und 1217, 1247 nachmittags. fozialdemokratische Fraktion. Genosse Arons nannte ihn die Unterbringung jugendlicher Strafgefangener in den Seedienst. Der Verein zur Besserung der Strafgefangenen beabsichtigt Ein entseglicher Unglücksfall ereignete fich gestern nachmittag in ,, unbegreiflich" und wies hin auf die Notwendigkeit, den Vorläufig sollen die Pfleglinge auf Privatsegelschiffen unter be- der Invalidenstraße. Die 22jährige Tochter Hildegard des Dozenten Grundbesitz der Stadtgemeinde nicht an Spekulanten zu ver- sonders ausgewählten tüchtigen Kapitänen ausgebildet werden. an der Bergakademie und Mitglieds des kaiserlichen Patentamtes, schleudern, sondern ihn festzuhalten und zu mehren. Herr Auch die städtische Waisenverwaltung hat bereits den Versuch Geheimen Regierungsrats Georg Brelow, Heidestr. 49, wollte Stadtrat Na msla u wißelte, es widerspreche allerdings gemacht, Pfleglinge für den Seedienst ausbilden zu lassen und gestern gegen i Uhr mittags in der Invalidenstraße, Ede der Heide den Anschauungen der Sozialdemokratie, daß die Stadt zwar für den Hochseefischereibetrieb. Soweit uns bekannt, herrscht straße, den Motorwagen Nr. 2387 der Straßenbahnlinie 11( Moabitin diesem Berufe, der durchaus kein so leichter sein soll, eine un- Görlizer Bahnhof) besteigen. Der Straßenbahnzug hatte, als die Grundstücke weggebe, aber diese Anschauungen hätten doch erhörte Ausbeutung und es ist dringend zu verlangen, daß bei der Dame sich nach der Haltestelle begab, diese bereits verlassen und borläufig noch nicht allgemeine Geltung. Es half ihm nichts: Auswahl der Stellen die größte Vorsicht angewendet wird. Die befand sich in ziemlich schneller Anfahrt. Fräulein B. vers die Vorlage wurde abgelehnt. Waisenverwaltung verspricht sich aber nur dann einen Erfolg, suchte, auf den in der Fahrt befindlichen Waggon zu springen, glitt Für eine Umgestaltung, die im Bir chow- ranten- wenn diese Schiffsjungen nach beendeter Lehrzeit auch als Matrosen jedoch von dem Trittbrett ab und fiel so unglücklich zu Boden, daß haus in der geburtshülflichen und gynäkologischen Ab- für große Fahrt zugelassen werden. In der am Montag statt- fie unter die Vorderplattform des Anhängewagens geriet. Der teilung vorgenommen worden war, ohne daß der Magistrat gefundenen Sitzung des Vereins erstattete Präsident Braun das Fahrer brachte zwar den Zug auf eine Entfernung von etwa drei hierzu die Genehmigung der Stadtverordneten- Versammlung Referat über das Ergebnis der Beratungen der zu diesem Zweck Metern zum Stehen, jedoch fonnte nicht verhindert werden, daß das eingeholt hatte, wurde jest um nachträgliche Zustimmung er- schon ethische Momente wünschenswert erscheinen lassen, Fürsorge Baſſanten wurde der Wagen angehoben und die Unglüdliche aus gewählten Kommission. Die Kommission war der Ansicht, daß es Mädchen unter den Schußrahmen geklemmt wurde. Mit Hilfe von sucht. Sie mußte nach Lage der Sache erteilt werden, aber pfleglinge im Seedienst ausbilden zu lassen. Ein schwieriger Bunft ihrer furchtbaren Lage befreit. Die Verunglückte wurde nach der als Zugabe bekam der Magistrat eine tüchtige Portion Vor- ist allerdings der finanzielle; doch stehen dem Vereine mehrere Charité gebracht, woselbst durch die Aerzte der bereits durch schwere würfe. Neben Herrn Cassel schalt der Vorsteher Langer hundert Mark pro Jahr für den genannten Zwed zur Verfügung. innere Verlegungen eingetretene Tod konstatiert wurde. hans auf die Kurzsichtigkeit der Verwaltung. Dem Stadt- Budem erhalten die Schiffsjungen sofort ein monatliches TaschenDie Berliner Jugendorganisation rat Weigert, der eine Rechtfertigung versuchte, er geld, so daß sie imftande sind, die vom Verein gemachten Aufwiderte Genosse Singer, ein Ruhm sei das allerdings wendungen an Ausrüstung und eventuellen Prämien an den tritt in eine umfangreiche Agitation ein. Am Sonntag, ben für die Verwaltung nicht. Singer betonte das Geld Kapitän zurüdzuerstatten. Außerdem soll versucht werden, einen 18. November, nachmittags 2 Uhr finden zwei große Spezialfonds für diesen Zweck der Vereinstätigkeit zu schaffen. öffentliche Versammlungen statt und zwar im Kol. bewilligungsrecht der Versammlung, das der Magi- Der Antragsteller Pastor Diestel, der aus eigenen Mitteln schon berger Salon", Stolbergerstraße 23 und in Habels strat aewisserhafter zu beachten habe. mehrere Fürsorgepfleglinge auf Seeschiffen untergebracht hat, bes Brauerei( großer Saal), Bergmannstraße 5-7. Die Mit dem Bau der Abdeckerei, der nun bei Rüdnik merkte, daß er sich auch bereits mit der städtischen Waisenver- Tagesordnung in beiden Versammlungen lautet: geplant ist, soll sofort begonnen werden. Zu dem vorgelegten waltung ins Einbernehmen gesetzt habe. Nach längerer ErBauentwurf stellte Genosse Weyl die Frage, ob man denn örterung beschloß die Verwaltung, die Unterbringung jugendlicher schon die Konzession habe. Stadtrat Fisch bed versicherte, Strafentlassenen für den Seedienst in sein Arbeitsfeld aufzu nehmen, wählte Pastor Diestel zum Vertrauensmann, seinen Amtsdie werde man kriegen, diesmal sei fie der Stadt sicher. genossen Pfarrer Hirsch zum Stellvertreter und seßte eine jährliche Herrn Fischbeds Zuversicht hat in dem Streit um die an- Summe für den gedachten Bwed aus. fangs bei Schildow geplante Abdeckerei sich schlecht bewährt. Weibliche Bollekutscher Sämtliche städtische Markthallen erhalten jezt auch Außenbeleuchtung, damit sie auch von außen mehr fenntlich gemacht werden und dadurch das Publikum auf die Hallen hingewiesen wird. Bei find der neueste Typ im Straßenleben Berlins. Es find vorläufig der Markthalle in der Andreas bezw. Krautstraße und Grüner Weg zwölf folcher Stutscherinnen" angestellt worden, die besonders im find z. B. die Fronten der Vorderhäuser, die Eingänge und Höfe Zentrum und Süden die Aufmerksamkeit der Straßenpassanten er durch elektrische Bogenlampen jetzt gut beleuchtet, außerdem ist in regen. Wie uns num aus den Reihen des Bolleschen Berfonals mit der Andreasstraße ein Reklamefchild angebracht, dessen Buchstaben geteilt wird, dürfte diese Neuerung im Betriebe der Firma Bolle aus 120 Glühlampen bestehen, die ihren Zweck erfüllen. wohl weniger idealen Motiven als vielmehr dem Eigennutz des In- Zu dem Borfall in der Unfallstation in der Lindowerstraße geht habers entsprungen sein. Unter den Milchkutschern der Firma uns von dem dortigen Arzt folgendes Schreiben zu: machte sich bekanntlich seit einiger Zeit eine starte Un Bei dem betr. Patienten waren weder Brandwunden noch aufriedenheit mit der niedrigen Entlohnung, der schlechten Brandblasen noch Brandschorf in der mittleren Fläche der Handhöhle " Der Kampf der Freien Jugendorganisation um Anteilnahme an den Gütern der Kultur! Referenten: Rechtsanwalt Dr. Broh und Schriftsteller Kasenstein. Die organisierte Arbeiterschaft wird gebeten, durch ihr Erscheinen ihr Interesse an der Jugendorganisation zu bekunden und ihre Söhne und Töchter, sowie die jugendlichen Arbeiter, mit denen sie in der Werkstatt zusammenkommt, auf diese Versammlungen aufmerksam machen. Rowdies haben gestern die Keibelstraße unsicher gemacht. Gegenfeitige Anrempelungen führten zu Mefferstechereien, so daß die Unfallstation in Anspruch genommen werden mußte. Aber auch hier kam es zu wüsten Auftritten. Die Krantenträger des Krankentransportwagen wurden sogar belästigt. Als schließlich die Polizei erschien, ergriffen die Rowdies die Flucht. Gesellschaft für soziale Reform. Im Bürgersaal des Rathauses in Berlin hält die Gesellschaft für soziale Reform am 3. und 4. Des zember die Beratungen ihrer 8. Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung sieht das sehr zeitgemäße Thema: Methoden des gewerblichen Einigungswesens; Referenten sind Dr. Zimmermann (Soziale Praxis). G. Hartmann. Vorsitzender des Zentralrates der deutichen Gewerkvereine, und C. M. Schiffer. Vorsitzender des Ge- famtverbandes christlicher Gewerkschaften. Diese Berichterstatter haben der Kommission angehört, die auf Anregung der Gesellschaft für soziale Reform die gewerblichen Einigungsinsiitutionen in Enqland studiert hat.— Mittwoch, den S. Dezember, findet eine Besichtigung sozialpolittscher Einrichtungen statt. Ein Ehcdrama ist im Norden Berlins vorgekommen. Gestern früh 8 Uhr wurde die 18jährige Frau Amanda Hintz geb. Skudel in ihrer Wohnung im Hause Tegelerstraße 38 im Bette erschossen aufgefunden. Die Tat ist nach ärztlichem Befunde vor ungefähr drei Tagen verübt worden. Der vermutliche Täter ist der 24jährige Ehemann, Schlosser Ernst Hintz. der sich in der vergangenen Nacht durch einen Revolverschusz und Trinken von Lysol zu töten versuchte.— Hintz, ein Mann von 24 Jahren. heiratete Pfingsten dieses Jahres die 18 Jahre alte Buchhalterin Amanda Skudel. ein bildhübsches Mädchen. Das Paar bezog im Hause Tegelerstratze 38 im zweiten Stock eine aus zwei Stuben und Küche bestehende Wohnung, von der es eine Stube an eine junge Dame abvermietete. Schon bald nach der Hochzeit glaubte Hintz Grund zur Eifersucht zu haben. Ob diese Eifersucht begründet war. ist nicht festgestellt. Jedenfalls trübte sie das Eheglück des jungen Paares und führte dahin, datz Hintz beschlotz, seine Frau und sich selbst zu töten.-Wahrscheinlich am Dienstag schritt er zur Ausführung seines Planes. Aus einer alten Pistole schoß er seiner Frau mehrere Kugeln in den Kopf. Den Schuß, den er dann aus derselben Waffe gegen seinen Kopf abgab, verletzte ihn nicht tödlich, aber doch so schwer. datz er besinnungslos liegen blieb. Da die Mieterin zur Zeit der Tat nicht zu Hause war und später die Stube der Hintzschen Ehe- leute verschlossen fand, so blieb das Verbrechen zunächst unentdeckt. Mittwoch abend erst kam der Mörder wieder zur Besinnung. Er deckte nun die Leiche seiner Frau in ihrem Bette mit einer Stepp- und Ueberdecke vollständig zu, wusch sich, verklebte seine Wunde mit Heftpflaster und ging dann hinunter, um sich Lysol zu holen. Nachdem er sich nun in sein Bett gelegt hatte, trank er aus einem Tassenkopfe die ätzende Flüssigkeit, um auf diesem Wege seinem Leben ein Ende zu machen. Aber auch jetzt gelang es ihm nicht. Gestern morgen hörte die Aftermieterin ihn von ihrem Zimmer aus schwer röcheln. Sie veranlaßte, daß man die Tür öffnete und nun entdeckte man die Bluttat. An der Leiche der Frau, die schon so lange in dem warmen Zimmer gelegen hatte, zeigten sich bereits die ersten Spuren der Verwesung. Hintz wurde aus seinem Bette gehoben und nach dem Rudolf Virchow-Krankenhause gebracht, wo er vernehmungsunfähig und fast hoffnungslos daniederliegt. Die Kriminalpolizei nahm den Befund und Tatbestand auf und Photo- graphierte die Wohnung._ Der Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehiilfmtteu Deutschlands schreibt uns: Unser Mitglied Hermann Kroh, Raupach str. 7,- hat am Sonntag beim Flugblattverteilen zirka 180 Verbands marken verloren. Der Finder wird gebeten, die Marken bei obigem Mitglied oder im Bureau des Verbandes, Neue Königstr. 3S, abzugeben. Der Kassierer des zweiten Wahlkreises, Genosse G u st a v Schmidt, teilt hierdurch mit, daß er die Geschäfte des Wahl- Vereins nicht mehr Miltenwalderstr. 30, sondern Bülowstr. 52, Aus- gang 4, parterre, erledigt. Ein Besucher des naturwissenschaftlichen Bortragsabeiids am Montag, den 12. d. M., im Böhmischen Brauhause hat einen Schirm stehen lassen. Derselbe kann bei Barenthin, Tilsiterstr. 81, in Empfang genommen werden. Zu rekognoszieren und vermißt. In der Nacht zum 13. November gegen 12'/� Uhr sprang ein zirka 2V Jahre alter, dem Arbeiterstande angehöriger Mann am Kupferaraben, nördlich der eisernen Brücke, in den Spreekanal und ertrank. Der Unbekannte ist zirka 1,70 Meier groß, schlank, hat dunkles Haar und Anflug von Schnurrbart und war bekleidet mit dunklem Jackettanzug, grauen Sttümpfen, schwarzen Schnürstiefeln und weißleinenem Hemd, gez. K. T. Die Leiche befindet sich im Schauhause, Hannoverschestr. 6. Nachrichten Über die Person zu 8466 IV. 41 Polizeipräsidium, Zimmer 249, erbeten.— Seit dem 30. September 1906 wird der Arbeiter Arno Metzdorf, am 28. Oktober 1890 zu Berlin geboren, vermißt. Beschreibung: 1,60 Meter groß, schmächtig, blonde Haare, graue Augen, gesunde Zähne. Kennzeichen: auf dem Kopfe verschiedene Narben. Kleidung: Schwarzer steifer Hut, schwarzes Jackett, graue Weste, graumelierte Hose, Schnürstiefel. Zweckdienliche Mitteilungen, welche zur Auf- findung des Genannten führen könnten, werden sowohl von der Kriminalpolizei, als auch von jedem Polizeirevier, zu den Akten: 7584 IV. 29. 06, schriftlich oder mündlich entgegengenommen. Im Luisen-Theater wird Sonnabendnachmittag um 4 Uhr als Kindervorstellung„Die sieben Raben" zu ganz kleinen Preisen gegeben. Feuerwehrbcricht. Gestern ftüh um 6 Uhr hatte der 8. Zug in der Reichenbergerstr. 73 zu tun und um 7 Uhr der 16. Zug in der Rcinickendorferstr. 113, wo Holz in Brand geraten war. In der Winsstr. 14 brannten Bettdecken, Gardinen u. a. und in der Klopstock- straße 25 Mull usw. Vorort- IVadmcbten. 'iiixdorf. Zur Stadtverordneten-Wahl in Rixdorf. Heute— Freitag— von 1 Uhr mittags bis 7 Uhr abends finden die Wahlen in der zweiten Abteilung statt. Da gilt es. auf dem Posten zu sein! Der glänzende Sieg, den wir in der 3. Abteilung errungen haben, darf uns nicht blenden und nicht etwa veranlassen, lässig zu werden. Die dritte Abteilung gehört ohnehin der Sozial- dcmokratic; das mögen sich unsere Gegner hinter die Ohren schreiben. Aber auch in der zweiten Abteilung müssen wir Bresche legen. Die große Masie der Bevölkerung Rixdorfs ist sozialdemokratisch, das hat die Rcichstagswahl bewiesen. Setzen wir also alles daran. um uns auch in der Kommune entsprechenden Einfluß zu verschaffen. Daß der in gewissen Grenzen bleibt, dafür hat schon das elende Dreiklassen- Wahlrecht gesorgt, das zur Stadtverordnetenwahl gilt. Nützen wir deshalb dieses winzige Wahlrecht bis auss äußerste aus I Suchen wir auch in der zweiten Abteilung möglichst viel für uns herauszuschlagen! Um das aber zu können, muß heute jeder Wähler, der in diese Klasse gehört, sein Wahlrecht ausüben. Die Gegner haben sich koaliert. um uns unseren Anspruch streitig zu machen. Da darf auch kein einziger Wähler fehlen! Auf jede Stimme kommt es heute a», eine Stimme kann heute den Ausschlag geben. Deshalb, mit allen Kräften auf zur Wahl in der zweiten Abteilung! Da? an Sehenswürdigkeiten so arme Siixdorf soll in nächster Zeit eine Passage erhalten, die in ihrer Ausführung der Linden- passage ähneln soll. Das Grundstück Bergstr. 151/152, auf dem sich feit er wa 80 Jahren ein BergnügungSetablissement befindet, ist von einem Unteniehnier angekauft worden und dieser beabsichtigt, den ganzen Gebüudekomplex niederzureißen und eine Passage zu bauen. Sie soll eine Verbindung zwischen der Berg- und Richardstratze her- stellen. Charlottenburg. Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung. Die Charlottenburger Stadtverordneten hatten am Mittwoch einen„großen Tag". Allerdings handelte es sich nur um Wahl- Prüfungen, aber die begleitenden Nebcnumstände, all das, was sich vorher hinter den Kulissen abgespielt hatte, die Auseinander- setzungen zwischen den vcrlchiedenen bürgerlichen Fraktionen in der Presse und ihren Kommunalvereinen— das war es, was den Ver- Handlungen ihre Bedeutung verlieh. Es wird noch in Erinnerung sein, wie die Liberalen, nachdem sie jahrelang einen erbitterten Kampf gegen die„Unpolitischen" geführt hatten, an deren Spitze damals Herr Ströhler stand, sich vor den letzten Wahlen mit ihren Gegnern zusammengeschlossen hatten, um gemeinsam zur Vernichtung der Sozialdemokratie aus- zuholcn. Aber das widernatürliche Kompromiß hielt nicht lange vor, es ging schon anläßlich der Wahl des Stadtverordnetenvor- stehers in die Brüche. Die Liberalen bestanden darauf, daß ihr Führer, Herr Kaufmann, den Vorsteherposten erhielt, während alle übrigen Fraktionen für die Wiederwahl des bisherigen Vorstehers Justizrat Rosenberg eintraten, der denn auch als Sieger aus dem 51ampfe hervorging. Darob große Erbitterung bei den Liberalen; sie strebten danach, möglichst bald die absolute Mehrheit zu er- langen, um die Posten besetzen zu können, zu deren Besetzung sie einstweilen noch auf die Hülfe anderer Fraktionen angewiesen sind. So benutzten sie denn die erste sich ihnen bietende Gelegenheit, um die Zahl ihrer Mandate zu vermehren. Im Oktober fanden i n der ersten Wählerklasse vier Ersatzwahlen statt, bei denen die von den Liberalen aufgestellten Kandidaten als gewählt proklamiert wurden. Gegen die Gültigkeit dieser Wahlen sind von Anhängern der unterlegenen Kandidaten rechtzeitig eine große Reihe von Protesten eingegangen. In einigen Protesten wurde behauptet, die sämtlichen Wahlen müßten für ungültig erklärt werden, denn die Wählerliste sei erst am 3. Oktober festgestellt, weil erst an diesem Tage die Stadtverordnetenversammlung über die Einsprüche entschieden habe; die Einladungen zur Wahl dagegen seien bereits am 18. Scp- tember erfolgt. Dieser Einladung habe also nicht die Wähler- liste von 1906, sondern die von 1905 zugrunde gelegen, die einen ganz anderen Kreis von Wahlberechtigten aufwies.— In anderen Protesten war die Rede von Wablbceinfluffungen. Verschiedene liberale Stadtverordnete sollen Wähler ausgefucht und ihnen falsche Auskunft über die politische Stellung der Kandidaten gegeben baben. Weiter sollen unter dem liberalen Wahlaufruf Unterschriften gestanden haben, die niemals gegeben seien.— Ein dritter Protest richtete sich nur gegen die Wahl des Herrn Thieme, der überhaupt nicht die absolute Mehrheit erhalten habe. Die absolute Mehrheit betrug 82 Stimmen, Herr Thieme, der als Ersatzmann bis 1907 aufgestellt war, hatte aber nur 77 Stimmen erhalten und außerdem noch 6 als Ersatzmann bis 1909. Der Wahlvorsteher hatte ihn trotzdem als gewählt proklamiert. Der Wahlprüfungsausschuß hatte nur diesem letzteren Protest Folge gegeben, er beantragte, die Wahl des Herrn Thieme für ungültig, alle anderen für gültig zu erklären. Das Plenum schloß sich diesem Antrag nicht an, es erklärte— allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit— auch Herrn Thieme für gewählt, indem es ihm die sechs Stimmen, die er an anderer Stelle erhalten hatte, hinzurechnete. Die Debatten waren stellenweise recht stürmisch. Interessant war es, wie insbesondere die Juristen, die den„Unpolitischen" an- gehören, an der Hand der Städteordnung die Ungültigkeit samt- ticher Wahlen nachzuweisen suchten, während die der liberalen Fraktion angehörenden Juristen aus denselben Gesehesbestim- mungen das Gegenteil herzuleiten sich bemühten. Auch die angeb- lichen Wahlbeeinslussungen spielten eine große Rolle, die Eni- hüllungen, die dabei zutage traten, zeigten, wie politisch unreif die Wähler der ersten Wählerklaffc sind. Man sollte es kaum für möglich halten, aber so unglaublich es klingt, es ist volle Wahrhett: Herren, die den liberalen Wahlaufruf unter- schrieben haben, stimmen selbst gegen die von ihnen empfohlenen Kandidaten, der eine„un- politische" Kandidat hält es überhaupt nicht der Mühe für wert, sein Wahlrecht auszuüben, obwohl es auf jede Stimme ankommt, unter den„liberalen" Kandidaten befinden sich zwei, die im n a t i o n a l l i b e r a l e n Verein orga- n i s i e r t s i nd. Die„Unpolitischen" sind aber in ihrer großen Mehrheit gleichfalls nationalliberal, die beiden Herren haben also gegen ihre eigenen Parteifreunde kandidiert. Eine große Reihe von Wählern gibt Männern ihre Stimme, die ihnen nicht nur persönlich unbekannt sind, sondern deren politische Richtung und sonstige Qualifikationen sie nicht einmal kennt. Und diese Gesellschaft wagt es. die Arbeiter, die für sozialdemokratische Kandidaten stimmen, als „Stimmvieh" zu bezeichnen! Man sollte es kaum für möglich halten, wie heftig die ehe- maligen Verbündeten aneinandergerieten. Die Liberalen hielten den„Unpolitischen" ein langes Sündenregister vor, sie bezichtigten sie des Antisemitismus, der Rückständigkeit in allen Dingen. Tatsächlich rief ein liberaler Redner unter Bezug darauf, daß die Unpolitischen mit der Mittelstandsvcreinigung zusammengegangen sein sollen, aus: Sage mir, mit wem Du umgehst, und ich will Dir sagen, wer Du bist! Die Liberalen haben offenbar gar keinen Sinn, in welch' sonderbares Licht sie sich dadurch selbst rücken. denn sie waren es ja, die mit den Unpolitischen ein Bündnis ge- schlössen hatten, obwohl ihnen deren Sünden, die sie ihnen jetzt vorhalten, bekannt waren. Fast schien eS, als seien die Liberalen bei den Jesuiten in die Schule gegangen. Auch die Sozialdemokratie suchte man in diesen Stank zu ver- wickeln: es wurde das Gerücht kolportiert, der liberale Führer Kaufmann habe den Sozialdemokraten ein Kompromiß angeboten, falls sie ihn zum Vorsteher wählen würden. Hieran ist auch nicht ein Wort wahr. Die Sozialdemokraten haben geschloffen den bis- herigen Vorsitzenden Rosenberg gewählt. Ja, sogar ein Stadtrats- mandat soll den Sozialdemokraten als Lohn von Herrn Kaufmann in Aussicht gestellt sein. Um den Unsinn voll zu machen, hätte nur noch jemand aufstehen und erzählen müssen, die Sozialdemokraten hätten als Lohn die Stelle des Kämmerers und die sofortige Aus- lieferung der Stadthauptkasse verlangt. Man war eben in der Stimmung, in der man alles glaubt. Für das fernere Arbeiten in der Stadtverordnetenversammlung werden die Debatten zweifellos von Bedeutung sein. Es gewinnt den Anschein, als ob die Ströhlerschen Zeiten seligen Angedenkens wiederkehren. Jedenfalls haben die bürgerlichen Parteien von neuem den Beweis erbracht, daß es eine Unwahrheit ist. wenn sie behaupten, daß es ihnen einzig und allein auf die Förderung der Geschäfte der Stadt ankommt. Nein, obenan steht ihnen ihr Parteiintcressc. Voraussichtlich werden die Herren, deren Proteste abgewiesen sind, nun den Bezirksausschutz und das Oberverwaltungsgericht anrufen. Da sich die persönlichen Zänkereien bis 10 Uhr abends h,n- Friedenau. Ein dreister Raubanfall ist auf dem Friedenauer Hauptpostamt verübt worden. In der fünften Nachmittagsstunde war das Dienst- mädchen eines Fabrikbesitzers auf die Post geschickt worden, um dort eine größere Geldsumme einzuzahlen. Während daS Mädchen am Schalter stand und auf Abfertigung wartete, drängte sich plötzlich ein junger Mann heran und riß der Ahnungslosen einen Hundert- markschein aus der Hand. Der Raubanfall hatte sich so schnell ab- gespielt, daß sich die Bestohlene erst dann von ihrer Ueberraschung erholte, als der dreiste Räuber bereits mit seiner Beute entflohen war. Die Nachforschungen nach ihm waren bisher erfolglos. Tempclhof. Zwischen den Puffern den Tod gefunden hat in der gestrigen Nacht der 25 Jahre alte Rangierer Max Borowstt aus der Chausiee- straße in Mariendorf. B. war auf dem Rangierbahnhofe Tempelhof angestellt und wollte zwei Güterwagen zusammcnkoppeln. Durch ein verhängnisvolles Mißverständnis wurde dem Lokomotivführer du falsches Signal gegeben, so datz die beiden Wagen, zwischen deren Puffer B. stand, zusammenfuhren. Der Rangierer wurde ein- gequetscht und erlitt so schwere Brustverletzungen, daß er kurz daraus starb. Erkner. Ein Frauenbcin, das mit einem schwarzen Wollstrumpf und elegantem gelbem Schnürstiefel bekleidet war, ist am Mittwoch im Dämeritzsee bei Erkner aufgefunden worden. Die von der Behörde sofort angeordnete ärztliche Untersuchung hat keinen AnHall dafür ergeben, daß ein Verbrechen vorliegt. Es ist vielmehr anzunehmen, daß der Körperteil durch eine Schiffsschraube von einer im Waffer treibenden Leiche abgerissen worden ist. Weihensee. Dir Leiche eineS neugeborene» KindeS männlichen Geschlechts wurde gestern in einem Durchführungsrohr dicht an der Weißenseer Chaussee gefunden. Sie war in Windeln und in einer blauen Schürze eingewickelt. Der Schädel des Kindes ist gewaltsam ein- gedrückt worden. Teilweise war die Leiche bereits in Verwesung übergegangen. Schildotv-Blankenfelde(Bezirk Nieder-Schönhausen). Dir letzte Mitgliederversammlung des Wahlvereins fand am Sonntag in Mönchsmühle bei Knappe statt. Genosse Braun referierte über: Glaub! an nichts Uebernatürliches. Der Vorsitzende sprach sein Bedauern darüber aus, daß von den Blankenfelder Mit- gliedern 15 wegen Restierens der Beiträge gestrichen werden mutzten. Er forderte die Genossen auf, mehr als bisher für die Organisation und Presse zu agitieren. Zu der am 2. Dezember statifindenden Kalenderverbreitung ersuchte er um rege Beteiligung. Eiche bei Potsdam. Der erwischte Gemeindevorsteher. Auf der Flucht nach Ameriia verhastet wurde in Amsterdam der ftühere Gemeindevorsteher des Dorfes Eiche bei Wildpark. Wie wir seinerzeit berichteten, war in diesem Frühjahr der Gemeindevorsteher Rümenapp ans Eiche Plötz- lich verschwunden. Er hatte Frau und Familie im Stich gelassen, und die sofort eingeleiteten Ermittelungen ergaben, daß er auch den Hauptinhalt der von ihm verwalteten Sparkasse des Kreises Ost- Havelland mitgenommen hatte. Lange Zeit hindurch waren alle Be- inühungen. eine Spur des Deftaudanten zu ermitteln, erfolglos ge- blieben, bis schließlich die Amsterdamer Polizei auf Grund des hinter R. erlassenen Steckbriefes seinen Aufenthaltsort feststellte; er wurde wenige Stunden vor seiner nach Amerika geplanten Ausreise verhaftet. Größere Barmittel wurden bei dem Flüchttgen nicht vor« gefunden. Die AuSlieferungsverhandlungen sind eingeleitet. Potsdam. Abfuhr des Reichsverbaudes. Am Mittwoch, den 14. b. M. hatten die Genossen von Potsdam eine ssroße Volksversammlung nach dem Biltoriagarten einberufen, um mit den Reichsverbändlern gründlich abzurechnen. Schon bei Eröffnung der Versammlung war der Saal überfüllt und Hunderte fanden keinen Einlaß mehr. Ge- nosse Benno Maaß- Berlin referierte. Die Reichsverbändler schwiegen. Einstimmig gelangte folgende Resolution zur Annahme:„Die heutige überaus zahlreich besuchte öffentliche Volksversammlung zu Potsdam erkennt in dem sogenannten„Reichs- verband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" eine der ver- ächtlichsten und verwerflichsten Erscheinungen unseres öffentlichen Lebens, zu dem ausgesprochenen Zwecke gegründet, die sozialdemokratische Partei mrd ihre Führer mit den ge- mdnsten Lügen und Ehrabschneidereien systematisch zu verfolgen und die gesamte Arbeiterschaft um ihre schmalen Rechte zu betrügen. Demgegenüber erklären die Versammelten sich durch keine Macht von ihrer liefinnersten sozialiftischen lieber» zeugung abbringen zu lassen, im Gegenteil mit verdoppelter Energie für die weitere Stärkung der sozialdemokratischen Partei zu wirken." — Die bekannte Resolution gegen den Fleischivucher fand nach einer trefflichen Begründung durch den Genossen S t a a b ebenfalls ein- stimmige Annahme._ Ueber eine Protestversammlung wird uns noch von Teltow bc- richtet. 300 Männer und Frauen hatten sich am Dienstagabend eingefunden, um ein Referat des Genoffen Kaliski anzuhören. Daß sich die Versammlung eins wußie mit der energischen Ver- urteilung der Wucherpolitik durch den Referenten, bewies die ein- stimmige Annahme der Resolution. Gerichts-Leitung. Ist der verantwortliche Redakteur für alles verantwortlich, tfraS er zum Druck befördert? Wegen Beleidigung des Landrats B. in Markgrabowa ist am 5. Mai vom Landgerichte Königsberg der Redakteur der „Hartungschen Zeitung", Anton H e n s e l. zu einer Geldstrafe von 100 M. verurteilt worden. Im Sprechsaal jenes Blattes war ein Eingesandt betreffend eine neue Bahnlinie abgedruckt worden, durch welches sich der Landrat beleidigt fühlte. Ter Angeklagte hatte in der Hauptverhandlung unwidcrlcgt behauptet, er habe das Ein. gesandt vor dem Drucke nicht gelesen; er habe das Manuskript einem Redaktionskollegen zur Prüfung übergeben und dann, als dieser erklärte, es enthalte nichts Strafbares, die Veröffentlichung angeordnet. Das Landgericht nahm aber doch an. daß er den Even- tualdolus gehabt habe und erkannte auf Strafe.— Die R e v i s i o n des Angeklagten kam am Dienstag vor dem Reichsgerichte zur Verhandlung. Der Reichsanwalt erklärte die oben erwähnte Ansicht des Landgerichtes für nicht frei von Rechtsirrtum. Direkter Vorsatz könne nicht in Betracht kommen. In der angeführten Behauptung des Angeklagten liege der Nachweis, daß er auch nicht mit Eventual- dolus gehandelt habe. Das Landgericht meine nun hier, die An- nähme der Täterschaft des Angeklagten könne durch die bloße Tat- fache, daß ein anderer den unter Verantwortung des Angeklagten erschienenen Artikel geprüft habe, nicht beseitigt werden. Das Gericht scheine einmal in der Bestimmung des§ 20 Abs. 2 des Prehgesetzes rechtsirrtümlich eine Fiktion der Täterschaft an Stelle einer Beweisvermutung zu erblicken, andererseits auch einen generellen Eventualdolus zu unterstellen, vermöge dessen der Redakteur für alle durch das Blatt gegangenen Beleidigungen haftet, solange er nicht den Nachweis erbringt, daß die Veröffent» lichung gegen seinen Willen erfolgt ist. Das Landgericht scheine anzunehmen, daß. weil er die Veröffentlichung angeordnet habe, er unter allen Umständen die Haftung trage. Ties sei eine Ueber- spannung des Eventualdolus, die nicht in Einklang zu bringen sei mit den vom Reichsgerichte aufgestellten Rechtsgrundsätzen.— Das Reichsgreicht folgte diesen Darlegungen, hob das Urteil auf' und verwies die Sache an das Landgericht zurück. Ein Rattenkönig von Anklagen gegen den„Freien Arbeiter". Eine ganze Serie von Anklagen gegen das Anarchiftenblatt„Der freie Arbeiter" kam gestern vor der 9. Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsitz des Landgerichts- direktors Rosenberg zur Verhandlung. Angeklagt war der Redakteur des Blattes, Former Rudolf O e st r e i ch. Die Anklage vertrat Staatsanwaltschaftsrat Lindow, der Angeklagte wurde durch Recktsanwalt Dr. Halpert verteidigt und hatte sich auf folgende Anklagepunktc zu oerantworten: 1. Durch zwei Artikel .Di» Tautippe" und.Menschenvernichtung" unzüchtige(!) Schriften verbreitet zu haben; 2. soll er durch einen Artikel„Tie Polizei im Kampf gegen die Arbeiter" zum Ungehorsam gegen die Gesetze und zu Gewalttätigkeiten aufgefordert haben; 3. durch eine kurze Zeitungsnotiz soll eine Gotteslästerung begangen sein; 4. in einem Artikel unter der Ueberschrift„Moloch" soll die Aufforderung au Personen des Soldatcnstandcs zum Ungehorsam; 5. in einem Artikel„Kirche und Militarismus" eine Beschimpfung der christ. lichen Kirche enthalten sein und 6. soll durch einen Artikel " Rebolution und Erpropriation" das Vorgehen der Aufforderung| hebung des Urteils. Das Reichsgericht erkannte aber doch in wurde im Sund ein unbekanntes Schiff tieloben treibend gefichtet und art zum Ungehorsam gegen die Gesetze und der Aufreizung verschiedener der heutigen Verhandlung auf Verwerfung der Revision. Das der Küste von Laaland strandete die Stralsunder Galeasse„ Rapid", doch Bevölkerungstlaffen zu Gewalttätigkeiten begangen sein. Staats- Unternehmen", sich in den Besitz eines Betriebsgeheimnisses zu konnte die Mannschaft der letzteren nach Nystadt gerettet werden. anwaltschaftsrat& indow hielt den Angeklagten in allen Fällen feßen, sei dem„ Versuch" gleichzuachten. Hierbei fomme es nach Ferner geriet die im Sund ankernde Bark" Don Quirote" infolge der Anklage für schuldig. Er beantragte wegen Verbreitung un- bekannten Rechtsgrundsäßen nur auf die subjektive Vorstellung Bruches der Anterfette auf Strand, und nach einem Zusammenstoß züchtiger Schriften je 50 M., zusammen also 100 M. Geldstrafe des Täters an; die Tat tönne also auch am untauglichen Objekt mit dem norwegischen Dampfer Navarra" fant der gleichfalls in ebent. 10 Tage Gefängnis. Bezüglich der 5 letzten Fälle müsse begangen werden. Das Reichsgericht hält also an der Theorie der Norwegen beheimatete Erzdampfer Margarete" so schnell, daß die berüdfichtigt werden, daß der Angeflagte die Grundlagen des Strafbarkeit des Gedankens auch bei Anwendung untauglicher Mannschaften nur mit fnapper Not an Bord der" Navarra" gerettet Staates auf das allerschwerste angegriffen und zu Gewalt auf- Mittel und gegen untaugliche Objekte fest. In Verfolg dieser werden konnte. Der beim Verlassen der Flensburger Innenförde gefordert hat. Der Staatsanwalt beantragte 1 Jahr 3 Monate leider vom Reichsgericht dauernd betätigten Ansicht müßten nächstens bei Holnis gestrandete Flensburger Dampfer Danebola" ist so hoch Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Halpert schickte voraus, daß alle verehrlichen gläubigen Gegner der Sozialdemokratie, die deren aufgelaufen, daß man vom Schiff aus fast trockenen Fußes an das der bom Angeklagten bertretene politische Standpunkt nicht der Anhängern eine Reise zum Teufel wünschen, wegen bersuchten Ufer gelangen kann. Alle Versuche, das Schiff mit Schlepphülfe seinige sei und legte dar, daß bei ruhiger, sachlicher und un Mordes unter Anklage gestellt werden. wieder abzubringen, blieben bisher ergebnislos. parteiischer Prüfung in den infriminierten Artikeln absolut nichts Strafbares gefunden werden kann. Das Urteil soll heute Mittag um 12 Uhr berkündet werden. Strafbarer Versuch gegen ein Betriebsgeheimnis, bas feins ist. Vom Landgericht II in Berlin ist am 5. Oktober v. J. der Kaufmann Moses Stare in Charlottenburg wegen unlauteren Wettbewerbes verurteilt worden, weil er es unternommen hat, ein Betriebsgeheimnis betreffend die Herstellung eines Buders auszufundschaften. Da ein solches Geheimnis überhaupt nicht bestand, beantragte der Reichsanwalt am Dienstag die AufFür den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 16. November. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg. Anj. 7 Uhr. Schauspielhaus. 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Durch den Sturm der letzten Tage sind, wie Regen und Schneeschmelze im Kastaden- Gebirge hervorgerufen. aus Stiel gemeldet wird, in den benachbarten Gewässern zahlreiche Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten sollen sechs Menschen Schiffsunfälle zu verzeichnen. So wurde der Wiborger Schoner umgekommen sein. Johanne Emilia" von der Mannschaft verlassen auf hoher See von dem Dampfer, Goethe" angetroffen und nach Nero eingeschleppt. Von dem Schicksal der Mannschaft ist bisher nichts bekannt geworden. Ebenso Schiller- Theater. Freitag, abends 8 Uhr: Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Freitag, abends 8 1 br: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Die Hoffnung auf Segen. Sonntag, abends 8 Ubr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Der Hochtourist. Schwant in 3 Aften von Kurt Kraatz und May Neal. Sonnabend, abends 8 Uhr: Donna Diana. Sonntag, nach m. 3 1 br: Weh' dem der lügt. W. Noacks Theater. Palast- Theater. Direftion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Adele. Schauspiel nach dem gleichnamigen Roman d. Lok.- Anz." v. Hugo Busse. Nach der Vorstellung: Ball. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Sonnabend: Extra- Vorstellung. Kean oder: Genie und Leidenschaft. Sonntag, abends 8 ur: Theater Folies Caprice. Die Kinder der Exzellenz. Neues Schauspielhaus. Freitag, 16. Nov. 1906. Zum ersten Male: Die Hochzeitsfackel. Spiel einer Maiennacht von Mar Dreyer. In Szene gesetzt von Ernst Welisch. Dekorationen und Kostüme nach Entwürfen von Professor H. Lefler und Josef Urban. Abonnements gültig. Sonnabend: Der Wildschütz. Sonntag nachm.: Zar und Zimmer- 23ien. mann. Die gesamten Kostüme und Waffen find von Alexander Blaschke u. Co., Die Dekorationen find von Hartwig u. Co., Berlin. 8 Uhr abends. Personen: Rich. Starnburg Else Marland Harry Walden DieKurfürstin- Mutter Gertrud Arnold Dorothea, ihre Tochter Josefine Sorger DerRaugraf, ihrBrud. Hans Siebert Barbara, seine Tochter Charl. Maren Der Kurfürst Die Kurfürstin Fürft Ulrich Brinz Günther, sein Bruder Minister v. Wartendorf Artur Netzbach Mar Staded Gräfin Wellhausen, Geliebte d. Kurf. Toni v. Seyfferit Der Hofmarschall Albert Borée D.Prinzip.d.Komödiant. Ernst Arndt Der alte Schauspieler Hans Ausfelder Der junge Schauspiel. Friz Kleinte Zentral- Theater. 4tte. Eine größere Bauſe findet Selinde ( Operette). 8 Uhr: Die Fledermaus. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Sonnabend 4 Uhr Stindervorstellung: Die fieben Raben. Abends: Elfe vom Erlenhof. Sonntag nachm.: Maria Stuart. Abends: Flotte Weiber. Montag: Sherlod Holmes. Rixdorfer Theater Commtag, den 18. Rovember 1906: Die Ebre. Schauspiel in 4 Alten v. Sudermann. Dienstag, den 20. November: Das Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Glück im Winkel. 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Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege, der Tischler Gustav Dühring am Mittwoch früh verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag 3 Uhr auf dem Kirchhof der Trinitatis- Gemeinde, Reinidendorf Berlin, statt. 96/20 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Der Jalufiearbeiter 96/18 Fiedelius Deufel wird Sonntag um 1 Uhr auf dem Neuen Lutherkirchhof in Lankwik beerdigt. Die Kollegen fahren um 11,41 vom Bahnhof Yorkstraße ab. Der Obmann. Hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwieger und Groß mutter 29662 Wilhelmine Matthes am 14. November nach langem, schwerem Leiden verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. November, bon der nachmittags 3 Uhr Leichenhalle des Dankes- Friedhofes, Tegeler Chaussee, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen Friedrich Matthes, Puger, nebst Kindern. Todes- Anzeige. Mittwochabend entschlief meine liebe Frau, unsere gute Mutter Luise Krabas geb. Jost. 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Klarheit über die Nützlichkeit oder Schädlichkeit des Tarifes zu bringen, abgelenkt ist. scheint uns ein Abdruck dieser Artikel geradezu geboten, um die Debatte wieder in andere Bahnen zu lenken. Die Artikel lauten: I. Ist der neue Buchdruckertarif ein Fortschritt oder nicht? Von H. Backhaus. In Nr. 4 der„Neuen Zeit" schreibt Genosse K. Kautsky unter der Ueberschrift„Der neue Tarif der Buchdrucker" unter anderem: „Es genügt festzustellen, daß der neue Tarif in keiner Weise die Verhältnisse der Buchdrucker erheblich verbessert, in vielen Bc- Ziehungen aber verschlechtert." Weiter wird in dem betreffenden Artikel unter einem grossen Aufwand von Zitaten aus dem„Korre- spondent für Deutschlands Buchdrucker usw." und dem„Cor- respondenzblatt der Gencralkommission" nachzuweisen versucht, dah die gewerkschaftliche Taktik des Buchdruckerverbandes Bankrott ge- macht hat. Dieser Auffassung gegenüber erscheint es notwendig, die Frage auch vom Ständpunkt der Buchdrucker und der Gewerk- schaftsbewegung überhaupt einer Betrachtung zu unterziehen. Genosse Kautsky zitiert zunächst ein Urteil aus dem„Kor. respondent", das dahin lautet, die zehnprozentige Lohnerhöhung bilde nicht den vollen Ausgleich für die allgemeine Teuerung. Diese Ansicht wird auch Wohl von der übergrotzen Mehrheit der Buchdrucker geteilt werden. Wenn sie'dennoch sich damit bescheiden, so geschieht dies aus der Erkenntnis heraus, dass die Gewerkschaften nicht leicht in der Lage sind, die Schäden des Wuchcrtarifs durch entsprechende Lohnerhöhungen wieder auszugleichen. Wäre dies so leicht, dann hätte nicht so ein erbitterter Kamps gegen den Zoll- tarif geführt zu werden brauchen. Es ist deshalb nach wie vor nötig, darauf hinzuweisen, dass die Arbeiter zum Teil die heutigen teuren Verhältnisse mitvcrschuldet haben, weil sie Leute in den Reichstag gewählt haben, die ihre Interessen mit Füssen traten. Hier kann nur durch Aufklärung der Arbeiter geholfen werden. Will man prüfen, ob die seitens der Buchdrucker erzielten Lohn- erhöhungen befriedigend sind oder nicht, dann muss man die ge- samten gewerblichen Verhältnisse bei der Beurteilung berücksichtigen. ES ist nun eine Tatsache, dass die Buchdrucker noch bei keiner Tarif- revision eine grössere Aufbesserung des Lohnes erzielt haben. Um dies zu beweisen, genügt es, die Resultate der einzelnen Revisionen zu vergleichen: man findet dann, dass die Lohnerhöhung höchstens etwas über 7 Proz. betrug. Diesmal betragen aber die Erhöhungen durchschnittlich 10 Proz. Bedenkt man weiter, dass der Tarif den Gehülfen selbst in kleinen Orten eine Aufbesserung von wöchentlich 3,50 M. bis 2,50 M. bringt, diese Erhöhung aber in den Orten mit Lokalzuschlägen bis auf 3,12 M. steigt, so muh man bei ob- jektivcr Betrachtung sagen, dass bei einem Kampfe es schwer möglich sein würde, mehr herauszuschlagen. Dies wäre höchstens in einigen Grohstädten möglich; in den meisten Orten würde die Gehülfen- schaft aber froh sein, wenn sie das, was sie jetzt ohne Kampf er- reicht hat, bei einem eventuellen Streik nicht fallen lassen mühte. Einen Kampf zu führen, bei dem nichts zu gewinnen, viel aber zu verlieren ist, ist im höchsten Grade töricht, wenn nicht die Ehre der Beteiligten auf dem Spiele steht. In diesem Sinne sind auch die vom Genossen Kautsky angeführten Zitate zu bewerten. Das i st keine Bankrotterklärung der bisherigen Taktik des Buchdruckerverbandes, sondern ein richtiges Ab- wägen der gegenseitigen Kräfte. Um zu verstehen, wie schwer es ist, durch Streik mehr zu er- reichen, braucht man nur die seitens der Generalkommission im „Correspondenzblatt" veröffentlichte Statistik über die Lohn- bewegungcn, Streiks und Aussperrungen im Jahre 1905(Nr. 41, 16. Jahrgang) zu studieren. Es geht daraus hervor, dass von den 2604 Streiks und Aussperrungen, die insgesamt stattgefunden haben, 1296 oder zirka 50 Proz. für die Arbeiter mit vollem und 654, gleich 25 Proz., mit teilweiscm Erfolg beendet wurden.„Das sind," schreibt das„Correspondenzblatt",„73 Proz.(richtiger 75 Proz.(wie eine Nachrechnung ergibt) aller Streiks siegreich durch- geführt, ein Erfolg, wie ihn die deutsche Arbeiterbewegung bisher noch nicht aufzuweiien hatte!" Mit den Bewegungen, die ohne Arbeits- einstellung verliefen, zusammengezogen, ergibt sich, dass 84 Proz. erfolgreich verliefen. Trotz dieses günstigen Ergebnisses sehen wir also, dass nur die Hälfte der Streiks vollen Erfolg erzielte. Betrachten wir nun die erzielten Lohnerhöhungen, so sehen wir, dass eine solche pro Woche bis zum Betrag von 1,50 M. von 140282 Arbeitern und Arbeiterinnen erzielt wurde; das ist mehr wie ein Drittel der Gesamtzahl. 131 362 Arbeiter und Arbeiterinnen er- reichten eine Lohnerhöhung von 1,50 bis 2,50 M. Eine Lohn- erhöhung von 2,50 bis 3,50 M. wurde von 89 819 Arbeitern und Arbeiterinnen errungen; mehr als 3,50 M. pro Woche vermochten nur 22 247 Arbeiter und Arbeiterinnen durchzusetzen. Hierbei darf nicht vergessen werden, dass der grösste Teil dieser Verbesserungen erst mit erheblichen Opfern erkämpft werden musste. Vergleicht man damit das durch die Buchdrucker ohne grosse Opfer Erreichte, dann kann das Resultat wohl als ein befriedigendes bezeichnet werden. Mebr als zwei Drittel der an den Lohnbewegungen bc- teiligten Arbeiter waren nicht imstande, mehr, grösstenteils weniger, zu erzielen, als die Buchdrucker durch friedliche Verein- barungen zugestanden erhielten. Wenn auch die Buchdrucker noch an einzelnen Orten für die Durchführung des Tarifes kämpfen müssen, so fällt das doch nicht wesentlich ins Gewicht. Wenn man ferner bedenkt, dass die Mehrheit der Buchdrucker infolge der Lokal- zuschlüge, die für jeden grösseren Ort in Höhe von ülh bis 25 Proz festgesetzt sind und die für einzelne Orte durch die Krcisämtcr auch noch Erhöhungen erfahren dürften, noch mehr als 2,50 M. Lohnerhöhung erzielte, so kann mit vollem Rechte gesagt werden, dass keine Berufsorganisation in solchem Umfang eine grössere Besser- stellung ihrer Angehörigen ohne Kampf zu erzielen in der Lage war. Aus dem Angeführten geht hervor, dass nach Lage der Sache schwer höhere Zugeständnisse der Unternehmer in der Lohnfrage zu erzielen waren. Wäre es dieserhalb zum Kampfe gekommen, dann hätten beide Teile, Gehülfen und Prinzipale, schwere Opfer bringen müssen. Ob diese durch ein besseres Resultat von den Gehülfcn wieder ausgeglichen werden konnten, war fraglich. Sicher ist aber auch, dass die Gchülfen durch die Tarifgemeinschaft die Gewähr der weitesten Durchführung des Tarifes haben. Bei einem Kampfe auf der ganzen Linie war dies ausgeschlossen. Worin die Verschlechterungen für die Maschinen- s e tz e r bestehen, sagt Genosse Kautsky nicht. Es kann ja auch nicht bestritten werden, dah für die Maschinensetzer Bestimmungen— beispielsweise die Gestattung des Berechnens in Zeitungsbstrieben — in Kauf genommn werden mutzten, die als Verschlechterungen anzusehen sind. Will man diese aber richtig beurteilen, dann mutz man hierbei auch die besonderen Verhältnisse berücksichtigen. Wir sehen fast überall im Wirtschaftsleben die Maschine als Lohn- drückerin auftreten. Wo bessere, leistungsfähigere Maschinen in einem Gewerbe eingeführt werden, treten meistenteils Arbeiter- entlassungen und Ersetzung der teuren Arbeitskräfte durch billigere, hauptsächlich durch Frauen, ein. Der Buchdruckerverband ist wohl die einzige Gewerkschaft in Deutschland, die es verstanden hat. die Einführung von Maschinen für die betroffenen Arbeiter weniger fühlbar zu machen, den Arbeitern an den Maschinen einen höheren Lohn(25 bis 30 Proz. erhält der Maschinensetzer mehr Lohn als der Handsetzer) zu sichern und zum Teil für sie eine kürzere Ar- beitszeit durchzusetzen; im Zeitungsbericb beträgt die Arbeitszeit der Maschinensetzer nur 8 Stunden. Dadurch, dah der Verband die Bestimmung durchgesetzt hat, dass an den Maschinen nur ordnungs- mässig ausgekernte Setzer oder Drucker beschäftigt werden dürfen, war es ihm möglich, derartige Bestimmungen aufrecht zu erhalten. Bedenkt man, daß die Arbeit an den Setzmaschinen in Verhältnis- mässig kurzer Zeit erlernt werden kann, so ergibt sich daraus von selbst die Schwierigkeit der Situation. Darüber kommt man mit allgemeinen Redensarten nicht hinweg. Treffend hat das„Cor- respondenzblatt" der Generalkommission in Nr. 43, 16. Jahrgang, hierüber ausgeführt: ..... Immerhin beweist auch dieser Vorgang, wie ernst die Situation der Gchülfenschaft gerade auf dem Gebiete der Setz- maschinensrage ist. Hier werden die entscheidenden Schachzüge zwischen beiden Parteien getan, und ein gewisses Nachgeben der Ge- hülfcnvertreter unter dem Zwange der Verhältnisse ist gar nicht zu verkennen. Das zeigt sich auch in der Garantie einer gesteigerten Leistungsfähigkeit der Maschinensetzer durch Einführung einer ge- wissen Mindestleistung für ihre Ausbildung. Ein solches Nachgeben ist nur verständlich unter dem Drucke der Gefahr, daß die Setzmaschine das Band der Tarifgemeinschaft sprengen könnte, falls man diesen überlegenen Konkurrenten allzusehr in seiner Wcttbcwerbskraft beschränkt. Es ist das gleiche Bild, das sich in den Kämpfen innerhalb der Kartelle hinsichtlich der Bcteiligungs- ziffern der Werke zeigt. In der Tat sah sich die Gehülfenschaft wohl oder übel gezwungen, den Setzmaschinen Konzessionen zu machen, um diesen Faktor nicht aus den Händen entschlüpfen zu lassen. Das letztere wäre sicher ein schwerer Schlag für die Ge- hülfenschaft gewesen, und es verdient Anerkennung, daß sie den Tarif an dieser Klippe nicht scheitern ließen." Betreffs der einhalbstündigen Verkürzung der Arbeitszeit am Sonnabend oder Zahltage ist zuzugeben, dass das keine besondere Errungenschaft genannt werden kann. Eine derartige Behauptung ist auch vom„Korrespondent" nicht aufgestellt worden. Man darf aber nicht vergessen, dass noch wenige Berufe es dahin gebracht haben, die neunstündige Arbeitszeit allgemein durchzuführen; weniger wie 9 Stunden wird nur in ganz wenigen kleinen Berufen gearbeitet. Sicher wäre hier auch von den Buchdruckern ein besseres Resultat zu erzielen gewesen, wenn nicht das Haupt- ewicht auf die Erhöhung des Lohnes hätte gelegt werden müssen. iine gleichzeitige wesentliche Erhöhung des Lohnes und erhebliche Verkürzung der Arbeitszeit mutzte als aussichtslos nach Lage der Sache erscheinen. Bedeutet nun der abgeschlossene Tarif wirklich eine Bankrott- erklärung der bisherigen Taktik des Buchdruckerverbandes?— Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig, einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Tarifgemeinschaft der Buchdrucker zu werfen. Wir sehen, daß im Jahre 1873 jmch einem allgemeinen Buchdruckerstreik in Leipzig und infolgedessen in siebzig Orten erfolgter Aus- spcrrung der Verbandsmitglieder die erste Tarifgemeinschaft ab- geschlossen wurde, die ganz annehmbare Bestimmungen für die Ge- hülfenschaft enthielt. Infolge der niedergehenden Geschäfts- konjunltur mutzten sich die Gehülfen dann zweimal, 1876 und 1878, eine Reduzierung gefallen lassen. Erst dxr Tarif von 1886 brachte den Gehülfen dann eine Erhöhung des Lohnes um 5 bis 6% Proz. Trotzdem die Gehülfcn fast allein die Kosten der Tarif- gemeinschaft zu tragen hatten und für die Einhaltung des Tarifes vielfach gekämpft werden musste, scheiterte die Tarifgemeinschaft erst 1891 an der Frage der Arbeitszeitverkürzung. Die Unier- nehmcr wollten damals zwar eine Lohnerhöhung von 7% Proz. bewilligen, lehnten aber jede Arbeitszeitverkürzung strikte ab. Der dann ausbrechende Streik endete bekanntlich dann mit einer Nieder- läge der Gehülfen und Wiederaufnahme der Arbeit zu den alten Bedingungen. Vier Jahre brauchte der Verband, um sich von den Wunden des Kampfes so weit zu erholen, dass er wieder einen Vorstoß wagen konnte. Wiederum war die Hauptforderung der Gehülfen der Verkürzung der Arbeitszeit um eine Stunde täglich. Die Unternehmer willigten dann in eine Verkürzung der Arbeits- zeit um eine halbe Stunde täglich und 2)4 Proz. Lohnerhöhung ein. Von da ab datiert die jetzige Tarifgemeinschaft, die gegen die frühere wesentliche Verbesserungen aufweist. Innerhalb derselben war es der Gchülfenschaft 1901 möglich, trotz der schlechten Ge- schäftskonjunklur eine Erhöhung deS Lohnes um durchschnittlich über 6 Proz. zu erzielen. Wenn diesmal die Erhöhung des Lohnes die Hauptforderung bilden mutzte, so wird nach Ablauf des neuen Tarifes voraussichtlich wieder die Verkürzung der Arbeitszeit eine der Hauptforderungen sein. Wird hierüber keine Verständigung dann oder später erzielt, so wird es wieder zum Kampfe kommen, und von der Stärke und Macht beider Parteien wird es abhängen, wer Sieger bleibt. Ter Kampf würde aber voraussichtlich derartige Kosten und persönliche Opfer verursachen, dass gerade so, wie der Niederlage von 1891/92 ein späteres Nachgeben und Entgegen- kommen der Prinzipale folgte, auch bei einem Siege der Prinzipale die Furcht auf ihrer Seite vor einem zweiten derartigen Kampfe sie zu Konzessionen wiederum zwingen würde. Dies dürfte der normale Verlauf der Verhältnisse sein, wenn nicht politische Kämpfe eine Aenderung herbeiführen. Will der Buchdruckerverband bei dieser Taktik bestehen, dann gilt es auch für ihn nach wie vor, die Organisation immer mehr auszubauen und zu kräftigen. Der gleichzeitig abgeschlossene Organisationsvertrag gibt den Gehülfcn % E ein nicht zu verachtendes Mittel hierzu in die Hand. Ohne starke Organisationen kann eine Tarifgcmeinschaft nicht bestehen. Man braucht nicht mit allem, was im„Korrespondent" ge- schrieben wurde, einverstanden zu sein, man darf aber nicht die Schwierigkeit der Situation für die Redaktion verkennen, die sich daraus ergibt, die Abmachungen gegen die Angriffe von links und rechts und aus dem eigenen Lager zu verteidigen. Ein alle Be- teiligten voll befriedigendes Resultat läßt sich nie erreichen. Mit Zitaten kann man viel beweisen; das hat ja auch Genosse Kautsky kürzlich erfahren. Eine gerechte objektive Kritik ist niemals vom Hebel: einzelne Parteiblättcr sind aber bei der Kritik weit über diesen Rahmen hinausgegangen; mutzte doch selbst der„Vorwärts" seine anfängliche Stellungnahme rektifizieren.�) Einzelne Unrichtigkeiten in dem Artikel des Genossen Kautsky müssen noch richtiggestellt werden. So sind nicht 87 Proz. der Buch- drucker gewerkschaftlich organisiert; die Zahl dürfte 80 Proz. kaum überschreiten. Weiter hat der„Korrespondent" den rein gewerk- schaftlichen Kampf nicht als hoffnungslos hingestellt, sondern nur einen Kampf, der nach einem annehmbaren Angebot, wie es der Be- schlossene Tarif ist, geführt würde. Der„.Korrespondent" hat auch nicht die Notwendigkeit des gewerkschaftlichen Kampfes geleugnet, sondern mehrfach betont, dass nur eine starke Organisation imstande ist, den Unternehmern Zugeständnisse abzuzwingen. Was über„die gleichen Interessen von Tausenden der Unternehmer mit denen der Gehülfen auf dem Tarifgcbict" geschrieben wurde, ist meines Er- achtens nur so zu verstehen, dass die Unternehmer ein Interesse daran haben, dass der allgemein gültige Tarif auch überall durch- geführt wird, weil dadurch die unlautere Konkurrenz, die auf der Grundlage niedriger Löhne und langer Arbeitszeit usw. basiert, ausgeschaltet wird. Was weiter in dem Kautskyschen Artikel über den engeren Zu- sammenschluss der Arbeiterklasse gesagt wurde, kann man größten» teils unterschreiben. Soll aber die Sozialdemokratie auch in dem rein gewerkschaftlichen Kampfe immer mehr Einfluß gewinnen. dann ist es notwendig, daß beide Teile der Arbeiterbewegung be- müht sind, sich gegenseitig Gerechtigkeit und objektive Beurteilung widerfahren zu lassen. In bezug hierauf haben die Buchdrucker manchmal zu klagen gehabt, wie sich auck wieder bei dem jetzigen Tarifabschlutz gezeigt hat. Wenn beispielsweise in der„Leipziger Volkszeitung" geschrieben wurde, dass für zehn Jahre auf eine Arbeitszeitverkürzung verzichtet wurde— der Tarif gilt jedoch fünf Jahre— und weiter es heißt:„Wenn die Buchdruckergehülsen die Errungenschaften der Tarifrevision gutheißen, dann tun sie besser, sich mit der Untcrnehmerorganisation zu einer grossen Reichsinnung zu verschmelzen", von anderen Sottisen abgesehen, so dient dies nicht dazu, für die Sozialdemokratie mehr Anhänger unter den Buchdruckern zu gewinnen. In der Partei sollen sich doch alle Arbeiter zusammenfinden, und wenn bedauerlicherweise der größte Teil der organisierten Buchdrucker der Partei nicht angehört, so kann man ihn nur gewinnen, wenn man diese Arbeiter aufklärt, nicht durch Beschimpfungen. Waö endlich über die Methode der ruckweisen Erringung von Fortschritten gesagt wurde, so ist dies doch wohl gleichbedeutend mit dem vielfach so gepriesenen alten Schlagwort des„AusnntzenS der Konjunktur". Es ist doch eine alte Tatsache, daß bei schlechter Konjunktur diese ruckwcisen Errungenschaften wieder verloren gehen. Wenn Genosse Kautsky und ebenso Genossin Luxemburg. hierin auf Rvtzland verweisen und betonen, dass die russischen Buchdrucker zurzeit durch diese Taktik bessere Erfolge erzielt haben, so darf nicht vergessen werden, daß in Russland ganz ausserordent- lichc Verhältnisse bestehen, und daß diese Fortschritte auch nur einem kleinen Teile der Arbeiter zugute kommen. Andererseits gibt Ge- nossin Luxemburg selbst zu, dass großenteils in Russland auch von den Buchdruckern noch des Sonntags gearbeitet werden mutz. In Zeiten revolutionärer Bewegung hat die Arbeiterschaft auch früher schon bedeutende Erfolge erzielt, die aber nicht von Bestand waren. Gewiss sind die durch Genossin Luxemburg veröffentlichten Aus- züge aus der Tarifvcreinbarung der Moskauer Buchdrucker mit den Unternehmern nicht zu unterschätzen. Wenn in dieser Beziehung der Deutsche Buchdruckerverband nicht so weitgehende Zugeständnisse aufweisen kann, so darf aber doch wohl darauf hingewiesen werden, daß auch der deutsche Buchdruckertaris nunmehr einen be- sonderen Schutz der Vertrauensmänner der Gchülfenschaft vorsi>-ht. Alles in allem kann ich die aufgeworfene Frage dahin beant- warten, dass der neue Tarif der Buchdrucker einen Fortschritt für die Gehülfenschaft bedeutet. Um später mehr zu erreichen, bedarf es auch im Buchdruckerverband einer regen Aufklärungs- und Er- zichungsarbeit. Hierbei kann auch die Partei mitwirken. Nötig ist jedoch, daß sich jeder über die Verhältnisse ein objektives Urteil verschafft: denn nur durch Wahrheit kommt man zur Klarheit. *) Hier irrt der Genosse Backhaus. Der„Vorwärts" hat sich an keiner Stelle rektifiziert und seine sachliche Verurteilung des Tarifes und des Organisationsvertrages in jedem Betracht auf- recht erhalten._ Hus der Frauenbewegung. Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Montag, 19. November. 8'/s Uhx. im Neuen Kkubhause, Kommandantenstr. 72: R-zitationsabend. Frau Helma Stein- bach(Hamburg). Pankow. Donnerstag. 22. November. 8'/z Uhr. bei Grosskurt, Wer- lincrstrasse 27: Vortrag. Genossin Ihrer:„Die Zukunft der jungen Proletarier"._ gsincriiiiflgflbttllrlit vom 15. November t'■> 0 B, iii org euB�gJll) t■ Bctln -Nebel 1 bedeckt b bedeckt 1 wolkig 3 bedeckt «s« ce. Mfc -0 -6 V B -2 Wetter-Prognose für Freitag, de» 16. November 1666. Etwas wärmer bei ziemlich lebhasien südwestlichen Winden und langsam zunehmender Bewölkung; keine oder unerhebliche Niederschiägc. Berliner W e t i e r d u r« a u. teures Fleisch Billige Seefische Bester tzh Fleisch "So Ersatz Sf Potsdamerstrasse 112 a, Telephon: Amt VI, 7190 *1- Bahnhoif Aiexamterpiaki Hoher Nährgehalt Hanptdeickäft Bahnhof Bfirse, Boten 8-10 Deutsche Dampf- Fischerei- Gesellschaft L/ Fernsprecher; Priuzenstrasse 30 4loth- Biann'fec'f; � Amt III, 8804 Landsberäerstnute 32 Gr. Schellfisch mit Kopf......„1 QO Cabliau ohne Kopf.............. J Pfd. Ocb Pfg.«g Seelachs mit Kopf.............. Pfd... 25 Pfg« ts' j Alle übrigen Sorten Seefische zu im Ganzen Sj billigsten Tagespreisen fs Riesen-Lachsheringe.......... Stück.. 15 Pfg. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. 265 486 613 725 97 900[ 500] 149017 32 91 113 511 159 Ziehung vom 15. November 1906, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 40 53 97 131 54 253 70 396 597 870 913 1276[ 500] 301 453 586 708 835 46 912 75[ 1000] 2067 82 264[ 1000] 757 911 3158 505[ 1000] 88 624 720[ 3000] 974[ 3000] 4048 [ 3000] 58 176 225 311 598 945 5025 474 76 507 854 933 6025[ 3000] 103 18 206[ 1000] 332 818 97 7041 188 245 863 517[ 500] 754 8075 563 605 719 961 96 9017 98 150 292 586 630 803 990 10070 213 326 96 525 32 754[ 500] 852[ 1000] 991[ 3000] 11072 178 230 446 581 970 99 12218 19 67 385 509 624 72 709 71 885 13068 236 70 84 489 586[ 1000] 664 767 817 14756[ 500] 993 15274 87 518 639 705 946 83 16277 357 481 663 17121 35 689 811 35[ 500] 46 948 18026 216 536 620 895 19102 223 641 [ 1000] 74 721 922 51[ 500] 20019 105 461[ 500] 645 21361 549 778 815[ 500] 75 22509 77 650 734 950 23012 197 396[ 500] 735 50 69 24004 125[ 500] 312 30 579 608[ 3000] 89 836 921 78 25219 567 642 58 727 26554 641 50 784 964 65[ 500] 96 27127[ 3000] 813 960 82 84 28084[ 500] 205 377 468 93 787 804 29061 81 286 408 24 89 528 30125 44 314 98 751 801 17 987 88 31105 39[ 3000] 220 72 320 539 632 32067 148 462 63 603 74 812 927 33047 387 453 525 92 626 34046 716 94 35228 49 563 89 760 835 927 36063 312 36[ 500] 53 550 65 735 806 58 37011 227 321 75 [ 3000] 82 83 476 589 88 889 38346 93 462[ 1000] 69 509 92 666 877 943 39008 46 152 84 93 355[ 1000] 58 94 419 655 40105 62[ 500] 260/448 80 530 86 93 618 730 814 75 999 41551 97 620 42135 402[ 500] 99 639 765 954 86 43006 461[ 500] 584 630 891 916 44342 99 402 579 45120 403 636 841 46090 355 746 808 964 47310 425 544 874 48083 555[ 500] 811 17[ 500] 29 49000 40 221 697 989 50020 185 221 68 408 43 82 752 78 804 9 87 907[ 5000] 51197 600[ 500] 49 794 886 52083 200 565 993 96 53029 [ 1000] 79 159 803 22 54040 41 70 80 107 91 268 71 81 953 55035 160 63 221 488 830 967 56260 401 587 601 767 [ 3000] 864 910 57633 770 842 85 967 58225 441 659 68 702 5 48[ 500] 968 59217 24 892 60021 381 854 61003[ 1000] 36 201 400 29 612 61 828 62182 93 203 419 82 92 537 676[ 500] 764 804 63081 319 51 92 530 639 890[ 3000] 64077 217[ 1000] 325 434 650 95 845 68 926 98 65083 305 70[ 1000] 624 744 66098 232 65[ 500] 99 644 847 99 920 91 67077 198 277 598 833 68128 412 65 702 889 927 69191 412 668 828 70081 152 74 517 98 792 977[ 500] 71181[ 500] 340 424 49 91 561 662 92 72092 144 77 286 449 82 543 998 73139 348 427 734 61 88 971 74057 253 351[ 3000] 489[ 3000] 535 606 87 831 [ 500] 75151 94 258 347 559 76071 119 38 96 381 404 591 77418 832 902 86 78380 992 79046 125 376 435 691 708 71 896 80152[ 3000] 304 570 679 84 708 81542 44 991[ 5000] 82003 125 72 230 49 358[ 500] 437 83122 703 57 79 984 84193[ 3000] 371 606 817 37[ 5000] 87 85032 163 641 781 847 956 86122 211 53 594 671 705 41 827[ 15000] 939 87683 703 42 78 842 915 88054 231 355 460 76 518 76 906[ 500] 89245 393 452 653 705 90134 536 895 995 91064 102[ 500] 86 649[ 3000] 961 92006 38 62 95 100 53[ 1000] 333 517[ 3000] 98 633 938 93232 321[ 500] 77 486 786 917 94113 221 74 407 605 903 9 95 95007[ 500] 11 96 227 504 676 80 776 204 18 96056[ 1000] 61 259 399 422 876 97163 73 76 213 98 602 9 23 57 82[ 3000] 759 65[ 500] 802 [ 3000] 981 98467 893[ 500] 965 99150 201[ 500] 16 319 482 641 54 839[ 500] 100204 51 605 800 5 91 101186 560 102025 223 26 74 431 74 91[ 500] 709 804 58[ 1000] 89 103052-284 351 56 616 890 996 104085 216 311 68[ 1000] 872 105070 108 219 81 478 674 780 880 997 106073 185 424 89 685 714 22 47 51 107084 97 332 68 93 578 84 642 108029 78 116 22 74 631 33[ 1000] 793 895 109106 68 75 78 774 814 962 110025 36 260 71 309 534 788 111243 502 28 602[ 500] 76 785 112054 114[ 3000] 34 284 347[ 500] 492 113334 451 590 954 114039 106 258 812 115080 248 478 515 803 53 116069 216 313 686 117139 75 401 20 58 742 118018 635[ 3000] 787 119047 75 232 332 566[ 3000] 94 54 1201000376 409 38 520 637[ 3000] 753 87 894 121046[ 1000] 53 236 424 42 67 97 523 45 630 767 79 881 122277[ 1000] 684 804 86 96 123083 325 585 602 708 74 91 845 124076 961 125111 205 30 58 348 888[ 1000] 126074 413[ 3000] 586 851 68 127014 141 414[ 500] 43 73 717 128142 344[ 500] 79 452 676 824 940 129206 63 130027[ 500] 42[ 500] 545[ 1000] 81 603 131006 257 [ 500] 77 361 652 742 72[ 500] 132051 70 121 85 92 367 469 528[ 500] 74 703 133086 199 302 434 521 44[ 500] 841 925 134064 65 175 244 314 35 436[ 3000] 577 677 786 927 135030 96 97 359 413 78 616 45 722 67 136018 42 275 322 519 978 137129 741 800 78 80 84 1500] 975 79 96 138112 80 250 333 54 401 693 872 905 18 72 139125 58 279 476 140090 230 56 58 141041 64[ 500] 400 18 33 585 82 601 13 81[ 500] 976 142617 41 69 758 71 143041 238 83 664 755 950 92 144 14 729 810 58[ 500] 145128 [ 500] 871 74 771 146132 382 435 782 908 40 147029 [ 1000] 118[ 500] 229 58 70 877 462 504 6 951 148004 12 Verkäufe. 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283 364 481 552 611 [ 3000] 781 900 58 287005 199 331 419 968 Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie à 300 000 M., 1 Gewinn à 150 000, 2 à 100 000, 1 à 75 000, 2 à 60 000, 3 à 50 000, 2 à 40 000, 10 à 30 000, 16 à 15 000, 50 à 10 000, 95 à 5000, 1421 à 3000, 2276 à 1000, 8500 à 500 19568* 9. Ziehung 5. Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie.| 145027 55 207 349 609 24 819 75 146230 633 74[ 500] Ziehung vom 15. November 1906, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 15 26 171 73 336[ 3000] 619 1176 250 98 335 49 454 733 2105 80 217 776 917 3147 385 899 942 55 85[ 1000] 4000 139[ 500] 266 368 420[ 1000] 576 698 846 906 5116 372 614 905 20 74 6062 529 77 736 982 7176 241 52 384 501 808 43 978[ 500] 8016 81 235[ 1000] 433 595 673 746 801 9042 77 486 789 10126 289 685 11007 196 405 664 923 12118 432 38 546 625 705 930 13083 240 491 508 607 770 14151 74 78 215 322 586 991 15412 28 503 61 712 811 16171[ 3000] 578 905 85[ 500] 17075 348 467 580 851 915 41 18042 65 113 90 490 537 75[ 500] 662 76 93 814 19216 360 520 33 905 26 450[ 500] 20684 736 21078 355 604 709 89 22214 26 450[ 500] 568 758 801 973 23732 857 24084 93 121[ 500] 41 86 245 339 584 776 25046[ 500] 84 139 92 247[ 1000] 67 92 449 632 761 803 24 921 91[ 3000] 26040 344 486 890 27198 265 340 75 471 511 606 93[ 1000] 28100 8 662 85 764 867 966 29441 562 98 751 78 861 30120 98 219 315[ 500] 96 [ 1000] 428 778 881 31020 469 74 79 868 32041 73 110 275 309 442 848 983 33015 29 150 73 93 244 678 913 34075 349 51 689 901 35086 230 54[ 3000] 91[ 500]$ 20 36008 86 124 54 93 235[ 500] 421 645 62 811 26 915[ 1000] 37284 329 71 696 38166 87 258 447 595 927 39075 501 6 39 612 713 82 40426 97[ 1000] 521 40[ 1000] 99[ 500] 624 94 723 55 825 918 41099 535[ 500] 40 16 617[ 1000] 778 980 932 42203 85 455 588 747 67 819 43165 344 85 505 7 73 15000] 44003 97[ 500] 153 810 496 940 45178 524 907 81 900 46150 95 223 74 310 40[ 500] 670 752 47496 639 92 766 93 921 48111 25 72 205 489 518 639 51 905 49019 167 204 310 21 452 551[ 1000] 87 669 785 904 50070 262 352 444 610 63 866 83 51039 82 415 546 699 873 922[ 500] 76 52161[ 1000] 96 217 42 320 80 438 632 758 70 53418 19 712[ 500] 863 54096 106 347 435[ 500] 59 588 694 876 916 55031 38 212 490 506 28 56 728 964 56002 55 68 106 [ 500] 224 532 985 57033 129 85 87 236 370 534 617[ 500] 54 711 946 1500] 58028 64 249[ 1000] 333 401 8 75 95 59068 82 563 795 60240[ 1000] 394 600 7 67 61189 232 77 93 478 548 72 813[ 3000] 78 62386 99[ 500] 568 635 88 728 803 48 63052 111 70 487 655 857 64284[ 500] 395 585 640 65256 647[ 500] 715 913[ 500] 44 66226 58.944 76 67044 116 883 552[ 1000] 89 677[ 500] 85[ 500] 725 68043 471 69140 223 317[ 1000] 458 594[ 5000] 70359 865 71033 135 98 204 30 39 48 397 496 689 728 914 22 72159 504 782 73008 17 234 88 312 768[ 500] 993 74283 49 534 671 97 919[ 500] 75271[ 1000] 321 424 686 806 949 76092[ 500] 100 1 70 86 242 410 12 513 782 873 79 945 90[ 3000] 77004 5 29 [ 1000] 128 212 89 323 50 54 490 562 636 712[ 500) 801 78093 298 312 695 754 804 934[ 1000] 86 90 79478 850 [ 500) 85[ 500] 90 80172 213 455 340 716 825 28 43 938 64 S1001 200 395 438 87 786 892 900[ 500] 82072 438 43 46 548 83177 280 555 600 760 78 821 84056 78 789 85106 489 1000] 744 98 86012 38 88 93 365 617 87147 415 606 88036 101 [ 1000] 55 60[ 1000] 261 376 774 848 926 89176[ 500] 870 606 48 885 901 45 90021 33 111 31 472 866[ 1000] 979 91225 90 437 92075 93 257 434 692 828 89 913 59 93434 44 751 78 850 94237 71 485 561 89 6: 4 73[ 500] 959 95034 137 74 410 15 544 728 847 96043[ 1000] 106 55[ 500] 855[ 500] 408 599 660 980 97 128 60 98426 648 710 803 99077 00] 273 370[ 1000] 75 510 63 56 100089 223 69 374 662[ 10000] 94 846 101008 36 205 422 42 990 98 102233 420 50 562 678 829 103456 525[ 1000] 83 806 963 104137 217[ 1000] 759 69 72 80 105074 207 327 45 469 565 641 788 813[ 1000] 968 83 106185 87 292 376 802 903 107294 492 673 861 85 96 985 108075 153 207 492 616[ 1000] 711 99 937[ 500] 88 109086[ 500] 153 297 454 638 51 820 110010 139 43 269 335 40 504 661 80 111094 160 261 606 895 909 112099[ 500] 239 644 906[ 500] 64 67 113025 241 387 481 581 114148 65[ 500] 247 342 884 115052 192 546 50 620 67[ 3000] 829 116327 117188 263 355 73 432 34 68 603 714[ 1000] 39 821 75 118177 269 543[ 500] 61 83 836 119203 30 76 437 560 642 793 120046 80 85 124 89 384 448 561 81 682 121225 469 557 640 79 736 122041 172 213 18 91 425 34[ 1000] 522 637 899 913[ 500] 123129[ 500] 42 462 529 711 124084 202[ 3000] 5 84 440 125214 28 361[ 500] 70 450 623 60 717 31 862 916 77 126002 94[ 500] 276 496[ 500] 591 96 639 732 905 127345 52 79 95[ 500] 466[ 1000] 511 42 834 86 987[ 1000] 128558 696 965 129064 152[ 3000] 491[ 3000] 609 743 130058[ 500] 213 715 819[ 1000] 94 131011 51 567 621 90 809 979 132054[ 500] 298 387-445 763 66 91 850[ 3000] 62 133108 11 57 327 448 576 608 794 134092 347 488 555 604 777 903 135448 713 817 86 136189 474 530 866 97 997 137032 83 182 285 95 688 720 817[ 1000] 71 138203 368 413 532 85 667 739 139428 619 82 841[ 1000] 88 140208 563 727 891 141184[ 500] 204[ 500] 8 558 924 34[ 500] 142177 306[ 500] 484 525 786 840 93 96 143118 50 208 587 794 144241 586 656 964[ 3000] Wer Stoff hat? Fertige HerrenWagner, Schneider anzüge, 15,00. meister, Lichtenbergerstraße 9. 179/ 7* Maffeure für sämtliche StrankenGoethe25385* faffen. Rummelsburg, Fabrit im Hause, an tüchtige junge Restaurant, tonzessioniert, fleine Reute sofort billigit( 600,00) verkäuflich. Näheres Eigentümer, Streltzerstr. 39. ftraße 10a. Mädchen- Wäscheverleihgeschäft zu ber88 757 887 946 147004 151 215 47[ 1000] 54 95 321 571 91[ 500] 636 148135 260 71 362 678 783 936 149174 838 73[ 500] 150123 297 407[ 500] 82 599 709[ 3000] 95 889 948 151159 295 709 152032 102 25[ 1000] 50 634 97 841 77 153085 113 455 749 51 915 154021 287 426 61 501 650 709[ 1000] 73 880 975 155005 17 160 87[ 500] 334 537 40 698 717 807 938 156008[ 500] 162 802 26 52[ 3000] 85 93 963 85 157149 299 428 88 546 52 76[ 500] 748 56 800 23 96 918 60 158798[ 1000] 814[ 500] 159054 126 542[ 1000]' 779 160017 215 50 564[ 500] 73 699 765 884 87[ 500] 699 765 161024 38 87 215 452[ 3000] 659[ 500] 91 717 162189 46 225 524 98 883 85 94 930[ 500] 163703[ 500] 164053 142 89 269 424 96[ 8000] 514 83 85 621 165397 409 26 [ 3000] 41 82 99 507[ 500] 686 842[ 1000] 166028 244 [ 500] 343 444 675 831 167013 154 244[ 500] 306 515 86 615 741 168133 66 208 10 35[ 500] 407 54 507 724 49 888 954 99 169171 291 307 13 450[ 1000] 535 170039 88 133 246 335 65 562 86 810 989 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