Nr. 273. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando: Bierfeljähri. 3,30 Mt., monatl. 1,10 MR. wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Erideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. in sudarymi Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel. geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition if bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1983. Freitag, den 23. November 1906. Zum Raub des Koalitionsrechts ehmen von Arbeit ist eine Berlegung der persön der Candarbeiter. 3 Bestrafung der freiwilligen Verabredungen in Beziehung übereinstimmendes Verfahren beim Geben und Solange lichen Freiheit. dies Verbot besteht, Sleiben die Arbeiter in dem Wahn, daß ihr Lohn durch eine gewisse Willfür zu ihrem Nachteil gestellt wird und Aus Anlaß des in dem Antigewerkschaftsgesetz enthaltenen daß sie durch übereinstimmendes Handeln den Lohn auch willAngriffs gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter erscheint es fürlich zu ihren Gunsten anders stellen könnten. Sie kommen angebracht, einige Vorgänge aus der Geschichte der Erringung nicht zu der praktischen Einsicht, daß ihr Lohn allemal voltsdes Koalitionsrechts in Erinnerung zu rufen und die aus wirtschaftlich auf ganz naturgefeßliche Weise durch Angebot nahmerechtliche Stellung der Landarbeiter besonders hierbei und Nachfrage sich bestimmt. Die Folgen versuchter zu sfizzieren. Arbeitseinstellungen sind die besten AbDie preußische Gewerbeordnung vom 17. Januar 1845 ich redungen gegen die Wiederholung des enthielt in den§§ 181 und 182 folgende Soalitionsverbote: Versuchs." Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Arbeitsbedingungen, insbesondere mittels Einstellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter werden aufgehoben. § 2. Ferner werden aufgehoben: 1. Solche Beschränkungen, welche der Freiheit der Arbeitgeber in der Annahme von Arbeitern sowie der Freiheit der Arbeiter in der Wahl der Arbeitgeber durch Forderung handwerksmäßiger Qualifikationsnachweise noch entgegenstehen, 2. Diejenigen Strafbestimmungen, welche gegen die im§ 1 bezeichneten Arbeiter wegen Verlegung der Arbeits- und Dienstberträge andere als die nach dem gemeinen, an dem betreffenden Drte geltenden Zivilrecht den Kontrattbruch treffenden Folgen festsezzen. Demgegenüber beantragte der Abgeordnete Stumm. unterstützt durch die Mitglieder der freifonservativen Partei: ,, Unter Ablehnung des Antrages der Abgeordneten Schulze § 181. Gewerbetreibende, welche ihre Gehülfen, Die Kommission, der dieser Gesezentwurf Dr. Samter, und Genossen den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, mit tunGesellen oder Arbeiter oder die Obrigkeit zu gewissen Handlungen Michaelis und Genossen überwiesen war, nahm ihn an und lichster Beschleunigung auf den Grundlagen des dem oder Zugeständnissen zu bestimmen suchen, daß sie sich miteinander dehnte das Stoalitionsrecht auf die Bergarbeiter aus. preußischen Landtage vorgelegten Gesezverabreden, die Ausübung des Gewerbes einzustellen oder die in Es wurden in den§§ 59 und 60 des Entwurfs nur die entwurfs vom 10. Februar 1866 einen Geſetzentwurf zur ihren Anforderungen nicht nachgebenden Gehülfen, Gesellen oder Arbeiter zu entlassen oder zurückzuweisen, ingleichen diejenigen, Anmaßung von Strafgewalt über Gewerbsgenossen und die Reform der Rechtsverhältnisse zwischen Arbeitern und Arbeitgebern welche zu einer solchen Verabredung andere auffordern, sollen mit Anwendung physischer Zwangsmittel gegen Arbeiter, welche bei dem Reichstage einzubringen". Die Abgeordneten Lasker und Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. einer Stoalition nicht beitreten wollen, ebenso unter Genossen beantragten, die Schiffsmannschaften, die nationalangenommen. Für die Aufhebung des gegen Landarbeiter bestehenden Koalitionsverbotes hatten sich also alle Parteien ausgesprochen. § 182. Gehülfen, Gesellen oder Fabritarbeiter, welche ent- Gewerbetreibenden die Verabredung von physischen Zwangs- liberalen Abgeordneten Baehr, Römer, Weber das Gesinde weder die Gewerbetreibenden selbst oder die Obrigkeit zu gewissen mitteln gegen die, welche einer Koalition über und die Mannschaften auf Seeschiffen von den Handlungen oder Zugeständnissen dadurch zu bestimmen suchen, Preise oder Löhne nicht beitreten Der Antrag wollen, als die Bestimmungen des Gesetzes auszuschließen. daß sie die Einstellung der Arbeit oder die Verhinderung derselben Freiheit und Selbstbestimmung des Individuums gefährdend Schulze u. Genossen wurde jedoch mit 126 gegen 71 Stimmen bei einzelnen oder mehreren Gewerbetreibenden verabreden oder bei Strafe untersagt. zu einer solchen Berabredung andere auffordern, sollen mit Gefängnis bis zu einem Jahre bestraft werden. Diese Bestimmung ist auch anzuwenden auf Arbeiter, welche Plenum. bei Berg- und Hüttenwerken, Landstraßen, Eisenbahnen, Festungsbauten und anderen öffentlichen Anlagen beschäftigt find." Jm§ 183 war eigenmächtiges Verlassen der Arbeit, beharrlicher Ungehorsam und Widerspenstigkeit mit Gefängnis bis 14 Tagen bedroht. Der Kommissionsbericht gelangte nicht zur Beratung im In der nächsten Session legten am 30. April 1863 Dr. Faucher und Ziegler den Entwurf vom 24. Mai 1862 in der von der Kommission ihm gegebenen Form vor. Dieser Antrag gelangte jedoch nicht zur Beratung. = Erwähnt möge werden, daß Stumm auch in einer zweiten Resolution die Beseitigung der die Freiheit der Arbeitgeber und Arbeiter zu Verabredungen und Vereinigungen behufs Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen einengenden Ausnahmebestinimungen verlangte und diese Resolution nicht auf die gewerblichen Arbeiter beschränkte. Bei der Beratung der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 war das Stoalitionsrecht der Landarbeiter vom Reichstag in der zweiten Lesung angenommen, fiel jedoch in der dritter Lesung infolge des Widerspruchs der Regierung. Aus den vorstehend zusammengestellten Materialien, die noch erheblich erweitert werden könnten, ergibt sich, daß das Koalitionsrecht den ländlichen Arbeitern vorenthalten ist, wiewohl die Beschränkung des Koalitionsrechtes der ländlichen Arbeiter nur damit begründet wurde, daß ja die gewerblichen Arbeiter fein Stoalitionsrecht hätten. Wiewohl seit Beseitigung der Koalitionsverbote gegen gewerbliche Arbeiter 37 Jahre verflossen sind, ist den ländlichen Arbeitern das Koalitionsreci Unter dem 10. Februar 1866 legte nunmehr die preußische Regierung dem Abgeordneten noch geraubt. hause folgenden Gesezentwurf bor: § 1. Aufgehoben werden:" 1. Die§§ 181, 182, 183 der allgemeinen Gewerbeordnung bom 17. Januar 1845, 2. die§§ 31, 32, 47 und 48 der Verordnung vom 9. Februar 1849 betreffend die Errichtung von Gewerberäten und verschiedene Abänderungen der allgemeinen Gewerbeordnung, In den Kommissionsberatungen betonte ein RegierungsDie Artikel 29 und 30 der Verfassung von 1850 vertreter, die Arbeiter hätten ja noch gar nicht um das berliehen volle Vereins- und Versammlungsfreiheit. Trotzdem Koalitionsrecht petitioniert, sie wollten es also wohl schwerlich crachtete man das Fortbestehen der eben angeführten Be- haben. Bald darauf gingen Petitionen um Bewilligung des stimmungen für gültig. In den 50er Jahren wurde von Stoalitionsrechtes aus Arbeiterfreifen ein. ländlichen Arbeitgebern darum petitioniert, ähn Im Jahre 1865 wurden Anträge auf Aufhebung der liche Strafbestimmungen gegen die Ländlichen Arbeiter Stoalitionsverbote wiederum im Abgeordnetenhause gestellt. zu erlassen, wie sie die Gewerbeordnung für die gewerblichen Am 21. August 1865 trat eine zur Beratung der KoalitionsArbeiter enthielt. Darauf kam das noch heute bestehende Gesetz frage berufene Kommission zusammen, die bis zum 4. Sepbom 24. April 1854 zustande, welches im§ 1 hartnäckigen tember 1865 tagte. Diese aus 34 Arbeitgebern, Arbeit Ungehorsam oder Widerspenstigkeit gegen die Befehle der nehmern, Pastoren und Abgeordneten bestehende Kommission Herrschaft oder der zu seiner Aufsicht bestellten Person, un- sprach sich für die Aufhebung der Koalitionsverbote rücksichtlich berechtigtes Versagen oder Verlassen des Dienstes mit Geld- aller Arbeiter aus. strafe bis zu fünf Talern oder mit Gefängnis bis zu drei Zagen bedroht. In§ 2 dieſes Gesetzes werden diese Bestimmungen auf die Schiffsknechte und auf Personen ausgedehnt, welche bon den zu Diensten verpflichteten bäuerlichen Besitzern zur Verrichtung dieser Dienste gestellt werden, sowie auf Dienstleute, welche gegen in den ihnen gehörigen Gewährnng einer Wohnung in oder auf dem Gute befindlichen Gebäuden und gegen einen im voraus bestimmten Lohn behufs der Bewirtschaftung angenommen sind( herrschaftliche Tagelöhner; Einlieger, KatenLeute, Instleute usw.), endlich auf Handarbeiter, welche sich zu bestimmten land oder forstwirtschaftlichen Arbeiten wie z. B. Erntearbeiten auf Acker und Wiese, Meliorationsarbeiten, Holzschlagen usw. verdungen haben. Der§ 3 dieses Gesetzes bom 24. April 1854 bedroht Gesinde, Schiffsknechte, DienstIeute oder Handarbeiter der eben bezeichneten Art, ,, welche die Arbeitgeber oder die Obrigkeit zu gewissen Handlungen oder Zugeständnissen dadurch zu bestimmen suchen, daß sie die Einstellung der Arbeit oder die Ver. hinderung derselben bei einzelnen oder mehreren Arbeitgebern berabreden oder zu einer solchen Verabredung anderer auffordern", mit Gefängnisstrafe bis zu einem Jahr. Diese erhebliche Beschränkung des Koalitionsrechts ist rücksichtlich der Schiffsknechte und Flößer, wenn nicht durch die Gewerbeordnung von 1869, so spätestens durch das Binnenschiffahrtsgesetz vom 15. Juni 1895 beseitigt. Dieser§ 3 des Gesetzes von 1854 wurde mit fnapper Mehrheit( 140 gegen 134 Stimmen) in der Landratskammer angenommen. Arbeitgeber, welche sich zusammentun, um geringere Löhne zu vereinbaren oder durchzusetzen, sind straf. los. Das preußische Bergarbeitergeseh vom 21. Mai 1860 erhielt ähnliche Koalitionsverbote in seinen Paragraphen 16 bis 18. In Deutschland sind die Koalitionsverbote gegenüber gewerblichen Arbeitern zuerst durch die sächsische Gewerbeordnung vom Jahre 1861 beseitigt. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 22. November. Kleinigkeiten. Das Gerede um Einführung einer Kontrolle für das 3. der§3 des Gefeßes vom 24. April 1854 be- Baugewerbe und der Meisterprüfung( fleiner Befähigungstreffend die Berlegungen der Dienstpflichten nachweis) nahm auch heute noch im Reichstage seinen Fortdes Gesindes und der ländlichen Arbeiter, gang, ohne daß neue Momente in die Debatte geworfen 4. die§§ 16 und 17 des Gesetzes vom 21. Mai 1860, betreffend wurden. Gegen die verblümte Zünftlerei des Zentrums die Aufsicht der Bergbehörden über den Bergbau und das Ver- abgeordneten Erzberger polemisierten mit Geschick noch hältnis der Berg- und Hüttenarbeiter, unsere Genossen Herbert und Ehrhart, während Hilpert vom bayerischen Bauernbund und Pauli- Botsdam natürlich wieder am Zunftzopf Gefallen fanden. Letterer rempelte die Sozialdemokratie in kindischer Weise an, worauf er ein herzhaftes ironisches Bravo von unseren Genossen erntete. 5. die Art. 43 und 44 der Allgemeinen Gewerbeordnung im Fürstentum Hohenzollern- Hechingen vom 7. April 1842. § 2. Verabredungen unter Gewerbetreibenden, welche darauf gerichtet find, ihre Gehülfen, Gesellen oder Arbeiter zu gewiffen Handlungen oder Zugeständnissen dadurch zu bestimmen, daß fie die Arbeit einstellen, oder die ihren Anforderungen nicht nach gebenden Gehülfen, Gesellen oder Arbeiter entlassen oder Nachdem Graf Posadowsky zur Verteidigung der Aurüdweisen, desgleichen Verabredungen unter Gehülfen, angekündigten Vorlage über die Meisterprüfung den AusGesellen oder Arbeitern, welche darauf gerichtet sind, Gewerbe- spruch getan: im Volfe bestehe die Sucht nach Bildung treibende dadurch zu gewissen Sandlungen oder Zugeſtändnissen zu forporativer Vereinigungen-schloß die Generaldiskussion. bestimmen, daß sie die Arbeit einstellen oder dieselbe verhindern, korporativer Vereinigungen In der Spezialdiskussion wurden die sozialsind für die Teilnehmer rechtlich unverbindlich. § 3. Wer andere durch Anwendung förperlichen Zwanges, durch demokratischen Anträge nach unwesentlicher Debatte gegen Drohungen, durch Ehrverlegung oder durch Verrufserklärung be- die Stimmen der Sozialdemokraten und der Freisinnigen stimmt oder zu bestimmen versucht, an solchen Verabredungen(§2) teil- Vereinigung abgelehnt. zunehmen oder ihnen Folge zu leisten, oder wer andere durch Nur Artikel 2a wurde nach unserem Antrage- gegleiche Mittel hindert oder zu hindern versucht, von solchen Ver- strichen. Artikel 3 ward nach den Anträgen Trimborn abredungen zurüd zutreten, wird mit Gefängnis bis zu 3 Monaten gestaltet und angenommen, ebenso Artikel 5 nach dem Antrag bestraft, sofern nicht nach dem allgemeinen Strafgesetz eine härtere des Zentrums. Die Resolution 1 wird angenommen, ResoStrafe eintritt. des § 4. Die Bestimmungen der§§ 2 und 3 finden lution 2 nach einem Hammelsprung mit 130 gegen auf die in den§§ 1 und 2 des Gefezes, betreffend die 126 Stimmen abgelehnt. Resolution 3 wird angenommen. Verlegungen der Dienstpflichten der Gefindes und Es folgte die zweite Beratung des Gesebentwurfes beLändlichen Arbeiter bom 24. April 1854, bezeichneten Arbeiter treffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste beziehungsweise deren Arbeitgeber, auf Bergleute beziehungsweise und der Photographie. Ohne wesentliche Debatte( von Bergiverkseigentümer oder deren Stellvertreter und auf Arbeiter, unserer Seite beteiligte sich Fischer- Sachsen) wurde die welche bei Landstraßen, Eisenbahnen, Festungsbauten oder anderen Spezialberatung bis zum§ 22 geführt. Alle Paragraphen öffentlichen Anlagen beschäftigt find, Anwendung. fanden Annahme gemäß den Kommissionsbeschlüssen. Dann Dieser Gesezentwurf kam nicht zur Beratung. Es folgte trat die Vertagung ein. österreichische Krieg. Morgen großer Tag"; denn auf der Tagesordnung steht: Erste Beratung des Gefeßentwurfes betreffend die gewerblichen Berufsvereine. Am 8. Juli 1861 stimmte das preußische Abgeordnetenhaus der Resolution betreffend Vorlegung eines Gewerbegesetzes zu. Am 24. Mai 1862 legten die Abgeordneten der Dr. Faucher, Michaelis und Genossen dem Abgeordnetenhauſe Nach dem Kriege legte die preußische Re: einen ähnlichen Entwurf nicht den Entwurf zu einem vollständigen Gewerbegesetz vor. In gierung einen diesem wurde die Aufhebung der Titel 2 bis 10 der All- wieder bor. gemeinen Gewerbeordnung vom 17. Januar 1845 und damit Im Jahre 1867 brachten die Abgeordneten Schulze- Delitzsch auch die Aufhebung der§§ 181 bis 184, welche und Dr. Becker einen aus folgenden zwei Paragraphen bedie Verbote und Strafbestimmungen gegen stehenden Gesezentwurf ein: bas Koalitionsrecht enthielten, beantragt. In den eigenartigen Motiven zu diesem Entwurf heißt es: n betreff der Arbeitseinstellungen rechtfertigt sich nur das Verbot der Anmaßung der Strafgewalt und der Anwendung physischer Zwangsmittel. Die Das amerikanische Wahlresultat. Das Resulat der amerikanischen Wahl, soweit es unsere Partei § 1. Alle Berbote und Strafbestimmungen gegen Arbeitgeber anbetrifft, ist nach den bisherigen Nachrichten als befriedigend zu oder Arbeiter sämtlicher Gewerbszweige einschließlich bezeichnen. Kein Sturmlauf, teine eroberten Positionen von Wichtigder Landwirtschaft, des Berg und Hütten feit, aber ein langsames, sicheres Vordringen mit wenigen Ausbetriebes, der Stromschiffahrt, des Gesinde nahmen auf der ganzen Linie! Sogar in New York, wo der und agelohndiensteswegen Verabredungen und Hearst Taumel die ganze Arbeiterschaft ergriffen hatte, ist eine ZuVereinigungen zum Behufe der Erlangung günstiger Lohn und nahme an Stimmen gegen das Vorjahr zu verzeichnen. Die Nach r!cht. die das„Berk. Tagebl/' brachte, daß ein sozialistischer Kongreß- abgeordneter gewählt worden sei, hat sich nicht bestätigt. In Milwaukee im Staate Wisconsin hat die Partei die besten Re- sultate erzielt. Dort wurden vier Mitglieder in das Staatsparlament gewählt. Dabei verdient bemerkt zu werden, daß in Milwaukee das Deutschtum sehr stu.i vertreten ist, und daß dort die Führer der Partei deutscheSozialdemokraten sind. Wer seine Erwartungen auf einen Fortschritt unserer Partei in den Vereinigten Staaten hoch spannte, wurde durch das Resultat enttäuscht, aber es lag auch keine Be- rcchtigung vor. große Erwartungen zu hegen. Man konnte sich im Gegenteil der Annahme nicht verschließen, daß die amerikanische Arbeiterschaft, soweit sie den alten Parteien die unbedingte Gefolg- schaft versagen würde, hier dem Demagogen Hearst, dort vielleicht dem Gewerkschaftsführer Gompers zu folgen bereit sei, sicherlich aber zuletzt für die Sozialisten eintreten werde, denen das amerikanische Proletariat zum größten Teil noch verständnislos gegenüber steht. Hearst hat selbst durch seine Niederlage nichts an Popularität verloren, denn der Sieg seines Gegners Hughes wurde ungemein schwer erkämpft. Das„Philadelphia Tageblatt", Organ der deutschen Sozialisten von Philadelphia, schreibt über Hearst: „Als der wirkliche Held der letzten Wahlen erlveist sich, trotz seiner Niederlage, William Nandolph Hearst von New Bork. Bis auf ungefähr 6V 000 Stimmen ist er, bei einem wahrscheinlichen Votum von anderthalb Millionen, an den Sieg herangekommen. 338 000 Stimmen hat er in der Stadt New Jork erhalten. Die demokratische Partei hat er zersprengt, aber für die„konservativen" Demokraten, welche sich ins republikanische Lager schlugen, hat er starken Ersatz erhalten durch die sonst republikanisch stimmenden Arbeiter im Staate. In fast allen industriellen Städten desselben hat er die Mehrheit. Die Kapitalisten und die Bauern zusammen haben ihn überwältigt; aber die industriellen Massen folgten ihm in kolossalen Haufen. Darin liegt die Bedeutung— nicht des Mannes, sondern der Sache. Hearst persönlich würde keinen Hund hinter dem Ofen hervorlocken. Und kaufen konnte er die vielen Hunderttausende von Wählern auch nicht. Sie folgten ihm, weil er sich aufspielt als den Anwalt des armen Mannes. Darin liegt die Bedeutung der Sache. Das Votum der Arbeitermassen für Hearst ist ein mächtiges Zeichen für die Emanzipation der Arbeiter von den kapitalistischen Parteien. Daß sich diese Emanzipation— vorerst— vollzieht in dieser Weise, mag bedauerlich sein. Aber Emanzipation ist es doch oder wenigstens der Wille dazu. Hearst repräsentiert eine Phase in der Emanzipation der amerikanischen Arbeiter s sie bildet die Vorstufe zu ihrer Belehrung zum Sozia- lismus." Samuel Gompers, der Präsident des amerikanischen Arbeiterbundes, der mit der Macht der Gewerkschaften sich an dem Wahlkampf beteiligen wollte, hat eine große Niederlage erlitten. Seine neue Arbeitcrpolitik versagte. Die von ihm befeh- beten Kongreßmitglieder sind sämtlich wiedergewählt worden. Er mag sich trösten, weil zwei Beamte der Bergarbeiter-Vereinigung in den Kongreß und eine Anzahl Kohlengräber in ein Staats- Parlament gewählt wurden, aber diese Leute wurden als Demo- kraten gewählt, und der Einfluß von Gompers fällt dabei nur gering ins Gewicht. Nach der Wahl ließ sich Gompers bereits wieder vom Präsidenten Roosevelt empfangen, um ihn ergebenst zu bitten, bei seiner Botschaft an den Kongreß auf Arbeiterforderungen Rücksicht zu nehmen. Als Sieger hätte er fordern können, aber die Unselbständigkeit und Haltlosigkeit der Gompersschen Arbeiterpolitik konnte der Niederlage kaum entgehen. Trotzdem erhielt er auf dem Jahreskongreß, der gegenwärtig von dem „Arbeiterbund" in Minneapolis abgehalten wird, ein Vertrauens- Votum. Die Gewerkschaften erklärten sich damit einverstanden, ihrem Präsidenten weiter auf diesem Wege zu folgen, um Arbeiterpolitik zu treiben. Auf Anregung von Gompers wählte der Kongreß eine Delegation, die nach Australien gehen soll, um zu erforschen, wie die Arbeiterpartei dort zu ihrem Einfluß gelangt ist.— Das könnte sehr nützlich sein, wenn die amerikanischen Arbeiter sich ihre australischen Brüder zum Vorbild nehmen, die ihre beste Stärke dadurch gewonnen haben, daß sie viele Forderungen der Sozia- l i st e n aufnahmen und mit den Sozialisten Hand in Hand gehen.— •.• Dcutfcbco Reich. Der hinkende Bote. Der„Reichs-Anzeiger" verkündet heute endlich auch amtlich die Berufung des Herrn Bernd v. Arnim-Kriewen zum LandwirtschaftS- minister. Gleich der„Deutschen Tageszeitung" rühmt auch die offiziöse „Köln. Ztg." die agrarische Sachverständigkeit des neuen Landwirt- schastsmmisters. Der ehemalige Marineleutnant habe seine Güter in musterhafter Weise bewirtschaftet und namentlich auch durch Be- Nutzung von Maschinen den Ertrag seiner beiden Güter außerordent- lich gesteigert. Bon anderer Seite wird erzählt, daß Arnim- Kriewen auch Hohenzollernblut in seinen Adern habe. Kein Geringerer als Prinz August von Preußen sei sein Großvater gewesen. Die Mutter des LandwirtschaftLministers stamme nämlich aus einer Verbindung des Hohenzollernprinzen mit einer früheren Marie Arndt,„einer Berliner Israelitin einfachen Standes". Diese genealogischen Entdeckungen sind herzlich gleichgültig. Um so wichtiger ist die Stellung des Nachfolger PodS zur Flcifchnot. Darüber ist bis jetzt noch nichts bekannt geworden!— Gegen den Gesetzentwurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvercine nahm am Mittwoch eine stark besuchte Berliner Gelverkvereins- Versammlung Stellung, die der Zentralrat der Hirsch-Dunckerschcn Gewerkvereine einberufen hatte. Der Referent Redakteur Gold- s ch m i d t besprach den Entwurf und kam zu dem Ergebnis, daß derselbe den Berufsvereinen mehr Nachteile wie Vor- teile bringe und daß die Gewerkvereine aus diesem Grunde die Ablehnung dieses Entwurfes verlangen müßten. besonders deshalb, weil er das Koalitionsrecht aller Arbeiter bedrohe und den Landarbeitern sowie den Eisenbahn- und staatlichen Arbeitern das Koalitionsrecht überhaupt abspreche.— In gleichem Sinne sprachen der zweite Referent G l e i ch a u f sowie mehrere Diskussions- redner. Einer der letzteren Ivandte sich an den anwesenden Ab- geordneten Bassermann mit dem Ersuchen, im Reichstag „geradezustehen" und dafür einzutreten, daß die Rechte der Arbeiter gewahrt werden und dieser Entwurf nicht Gesetz werde. Auch den ebenfalls anwesenden Abg. M n g d a n forderte der Redner auf, gegen den Entwurf einzutreten. Dies sei eine Gelegenheit, bei der die Gewerkvereine sehen könnten, ob die Abgeordneten, auf die sie sich verlassen, falsches Spiel treiben. M n g d a n nahm hierauf das Wort und erklärte, er werde den Entwurf mit aller Entschiedenheit bekämpfen. Er könne auch annehmen, daß seine politischen Freunde bei dieser Gelegenheit hinter ihm ständen. Herr Bassermann schwieg! Als Nationalliberaler kann er natürlich nicht die Versicherung abgeben, daß er für die Rechte der Arbeiter„geradestehen" wird. Nach Schluß der Diskussion wurde folgende Resolution an- genommen:„Die Versammlung richtet an den Reichstag das dringende Ersuchen, dem Gesetzentwurf die Genehmigung zu versagen. Die Versammlung hat den dringenden Wunsch, daß den Berufsvereiuen die Rechtsfähigkeit verliehen wird. Das muß aber in einer Form geschehen, wie sie der Zentralrat im Jahre 1335 in einer Petition an den Reichstag verlangt hat. Jedenfalls darf die rechtmäßige Ausübung des Koalitionsrechtes keinerlei Einschränkung erfahren. Insbesondere verlangt die Ver- sammlung das Koalitionsrecht auch für die Landarbeiter sowie für die in Staats- und Eisenbahnbetriebswerkstätten beschäftigten Arbeiter."_ Die Protestbewegung gegen den Lebensmittelwucher. In Chemnitz fanden am Sonnabend und Sonntag in sieben der größten Säle der Stadt massenhaft besuchte Versamm- lungen statt. Im Wahlkreis Hanau- Gelnhauscn-Orb fanden am Sonntag, den 18. November elf Protest versamm- lungen statt. Am selben Tage hat auch eine Anzahl Protest- Versammlungen in dem Wahlkreise Höch st- Homburg-U singen stattgefunden. Alle Versammlungen waren'ehr stark besuchr. In vier durchweg sehr gut besuchten Versammlungen, die sämtlich einen ausgezeichneten Verlauf nahmen, demonstrierte am Montag das Proletariat von Kiel-Gaarden gegen die Wucher- Politik der Regierung._ Herr Giesberts. Es war gegen Ende des Jahres 1898. Der Kaiser hatte in Oeynhausen jene Rede gehalten, worin er das Gesetz ankündigte, durch das„jeder, der einen deutschen Arbeiter. der willig wäre, seine Arbeit zu vollführen, daran zu hindern versucht oder gar zu einem Streik anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll". Die Rede rief die deutsche Arbeiterschaft auf die Schanzen: eine machtvolle Protestbewegung gegen das Attentat auf das Koalitionsrecht setzte ein. Selbstverständlich war«s die klassenbewußte Arbeiterschaft, die Sozialdemo kratie und die Gewerkschaften, die die Führung dieser Protest bewegung übernahm. Um dieselbe Zeit wurde in Köln das Annahaus eiw geweiht, ein katholisches Arbeitervereinshaus. Die weltlichen und geistlichen Spitzen der Stadt fanden sich zu der Feier ein und auch Herrn Johann Giesberts, der damals noch in Diensten der Firma I. P. Bachem stand, hatte man mit einer Rede betraut. Herr Giesberts, der es damals schon eilig hatte, sich als den Mann der„guten Gesinnung" zu empfehlen, meinte, daß durch die Oeynhausener Kaiserrede eine„große Verstimmung" in Arbeiterkreisen entstanden sei, aber, so sagte er weiter: „Wir katholischen Arbeiter lehnen es ab, diesen Vorfall auszuschlachten und durch Hetz- und Protestversammlungen das monar- chische'Gefühl noch weiter herunterzu- drücken, als es leider schon geschehen ist." Indessen blieb die Protestbewegung nicht auf die sozial- demokratische Arbeiterschaft beschränkt: die Empörung über die Zuchthausvorlage griff auch auf die christliche Arbeiter schaft über und Herr Giesberts selber sah sich, von der Strömung im eigenen Lager fortgerissen, gezwungen, in „Hetz- und Protestversammlungen" gegen die Vernichtung des Koalitionsrechtes zu reden! Unterdes sind acht Jahre ins Land gegangen. Herr Giesberts, der ehemalige Kesselwärter, ist zum Führer der christlichen Arbeiterbewegung emporgestiegen, er gehört als einziger Arbeiter der Zentrumsfraktion an und ist jüngst in Essen für würdig befunden worden, zusammen mit einem Landgerichtsrat und einem Freiherrn dem Katholikentage zu präsidieren. Und wiederum ist die deutsche Arbeiterschaft bedroht von einem Gesetz, das ihre Bewegungsfreiheit zu hindern bestimmt ist, und wiederum hat sich Herr Gies- berts vor einer auserlesenen Reihe von Würdenträgern zu diesem Gesetz geäußert, indem er in der Berliner Versamm- lung der christlichnationalen Arbeiter sagte: „Der Entwurf cnhält gewiß viele schlechte Bestimmungen�, aber dazu liegt kein Grund vor, ihn als Ausnahmegesetz gegen die Arbeiter zu stigmatisieren. Die christlich nationale Arbeiterschaft macht die Verketzerung des Ent- Wurfes nicht mit." Herr Giesberts bewährt sich hier, genau wie vor acht Jahren gegenüber dem Zuchthausgesetz, wieder in der Rolle des„Gutgesinnten". Die klassenbewußte Arbeiterschaft wird sich dadurch nicht abhalten lassen, das neue Gesetz zu kenn- zeichnen als das, was es ist: als e i n A u s n a h m e g e s e tz gegen die Arbeiter! Es wird sich zeigen, ob die christliche Arbeiter- schaft sich dem Protest, wie bei der Zuchthausvorlage, a n- schließt oder ob sie diesmal Herrn Giesberts folgt. Unser Schade wird es nicht sein, wenn das letztere der Fall istl—_ Verspätete Einsicht. Das Zentrum hat infolge de» Mißbrtrnchs des§ 1666 des Bürgerlichen Gcietzbuchs folgende Interpellation eingebracht: „Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß in preußischen Volksschulen Kindern deutscher Reichsangehöriger die Erteilung deS Religionsunterrichts in ihrer Muttersprache vorenthalten und daß Fürsorgeerziehung gegen Kinder angeordnet wird, welche im Religionsunterrichte nicht in deutscher Sprache geantwortet haben? Was gedenkt der Herr Reichskanzler zu tun, um diese mit reichsgesetzlichen Vorschriften im Widerspruche stehenden Eingriffe in das Recht der elterlichen Fürsorge für die Person desKindeSzuverhindern?" Hätte das Zentrum bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetz- buchS für den sozialdemokratischen Antrag gestimmt, so hätte es sich seine jetzige Interpellation erspart I— Der Fall Hanth. Zur Verhaftung des Genossen Hauth in Mannheim wegen angeblicher Fahnenflucht wird uns mitgeteilt, daß sich Genosse Hanth in der Kaserne des 3. Infanterieregiments zu Mannheim befindet. Er wurde sogleich nach seiner Festnahme dorthingebracht und eingekleidet. Ueber die Rechtslage wird uns geschrieben: Wahrscheinlich erweist sich diese schneidige militärische Attacke als ein Schlag in die Luft, denn erstens kann jemand, der sich nicht unter der Fahne befindet, nicht wegen Fahnenflucht bestraft lverden und zweitens wird es nicht gut gehen, den schon einmal Gestraften nun nach der Rückkehr noch einmal zu strafen. Von anderer Seite wird aber darauf aufmerksam gemacht, daß, wenn auch keine Fahnenflucht und keine erneute Be- strafung in Frage kommen kann, doch vielleicht bei der Militär- bchörde die Absicht besteht, den Genossen Hauth zum Nachdienen zu zwingen. Die Verpflichtung hierzu bestreitet Genosse Hauth natürlich._ ArmeS Bernhardchen! „Unferm" Kanzler kann eigentlich nichts Schlimmeres passieren, als daß er in einem der Blätter seines Intimus, des Herrn August Scherl, desavouiert wird. Das ist ihm jetzt passiert. Am Bußtag brachte„Der Tag" einen kleinen Artikel von Karl Eugen Schmidt- Paris. Da erhält der große Zitatenkünstler eine kleine Lektion, die er sich durch seine„geistreiche" Aeußerung über„Jaurös, die Schwalbe" redlich verdient hat.— Schmidt schreibt: „Das Auftreten des französischen Sozialistenführers in der Kammer ist doch ein wichtigeres Symploin als das Erscheinen einer Schwalbe im Februar, obgleich auch diese einzelne Schwalbe verkündet, daß es bald warm wird. Jaurös ist zwar der einzige Politiker, der in öffentticher Kammersitzung für die Freund- schaft mit Deutschland eingetreten ist, aber rund hundert Deputierte bekannten sich bei der Abstimmung zu seinen An- schauungen." Und dann hält Schmidt dem Herrn von Bülow eine historische Vorlesung, deren Hauptteil also lautet: „Wenn vor dreißig Jahren ein französischer Deputierter so gesprochen hätte wie Jaures vor einem Jahre, was hätte man mir ihm getan? Ich glaube, man hätte ihn ohne weiteres in die Zwangsjacke gesteckt und in die Irrenanstalt von Charenton gebracht. Vor zwanzig Jahren aber, als man die Sache schon nicht mehr für so ganz und gar absurd halten konnte, hätte man den Verwegenen als meineidigen Verräter in Stücke gerissen. Und vor zehn Jahren hätte ein so allgemeines Heulen, Pfeifen und Pulldeckelklappen seine Worte ersnckr, daß nichts davon an die Ohren der Oeffentlichkeit gelangt wäre. Vor einem Jahre aber hörte man Jaures an von Anfang bis zu Ende. Er wurde hier und da unterbrochen, aber stets in durchaus Höf- licher Weife. Kein Mensch dachte daran, ihn einen verkauften Ver- räter zu schelten. Ja, kein Mensch fand auch nur etwa» Unerhörtes und Undenkbares in seinen Ausführungen. Nicht die Rede selbst, sondern ihre Aufnahme in der Kammer und im Lande zeigte aufs allerdeutlichste. daß sich in den Anschauungen des französischen Volkes ein gewaltiger Um- schwung vollzogen hat...." Nun ist„unser" beredter Kanzler um eine Erfahrung reicher und um ein Zitat ärmer.—__ ES war einmal! Eiw alter Leser schreibt uns: Der Besuch des Tänenkänigs erweckt die Erinnerung an die Zeit, als Schleswig und Holstein noch-unter der damals„angestammten" Herrschaft des Tänenkänigs standen, der es für seine„Gottes Gnaden Pflicht" hielt, den deutschen Kindern in„seinen" Provinzen das Deutfchreden genau so mit Prügeln auszutreiben, wie es jetzt mit den polnisch sprechenden Mndern geschieht. So alt ich bin, erinnere ich mich noch lebhaft der mitfühlenden Begeisterung, mit der wir damals diese tapferen schleswig-holsteinschen deutschen Kinder betrachteten, und der flammenden Zornesausbrüche der preußischen Zeitungen all er Schattierungen über diese„empörenden Gewalt- maßregeln gegen die Muttersprache".— Zentrum und Nationalliberale. Der Provinzialvorstand der rheinischen Zentrums- Partei hat jüngst in Köln eine Sitzung abgehalten. Wie bei dieser Gelegenheit dre„Kölnische Zeitung" mitteilt, hat infolge neuerlicher Anfrage der Provinzialvorstand nochmals Veranlassung genommen, zu erklären, daß er von einer Vereinbarung, tnit dem Zentrum ein Wahlbündnis für die Han'ptwahlen einzugehen, unbedingt Abstand nehmen wird. „Für die Hauptwahlen" ist also keine Vereinbarung mit dem Zentrum in Aussicht genommen. Also wohl für die Stich« wählen!—_ Disziplin und Leidenschaft. Wegen tätlichen VergreifenS an einem Vorgesetzten hatte sich vor dem Kriegsgerichte München der Reiter des zweiten schweren Reiterregiments Georg Felder zu verantworten. Auf einem Reisemarsch, den das zweite schwere Reiterregiment am 5. Juni nach München unternahm, wurden 17 Mann im DorfwirtShause in Kletthorn einquartiert. Um die Gunst der einzigen im Wirtshause bediensteten Magd buhlte außer dem Angeklagten auch der Unteroffizier Kaiser. Um nun feinen Rivalen matt zu setzen, sagte der Angeklagt� Felder dem Mädchen, daß der Unteroffizier Kaiser ein ganz schlechter Kerl sei und schon wiederholt ans Oberhaus gesessen habe. Um aber seiner Sache auf alle Fälle sicher zu sein, nahm Felder den Schlüssel zur Kammer der Dienstmagd an sich und als sich die Dorfschöne des Abends zur Ruhe begab, schloß Felder das Mädchen in die Kammer ein und nahm den Schlüssel an sich. Spät abends ging der Stellvertreter Gottes wirklich ans Kammer- sensterl, und als die Dorfschöne hoch und teuer versicherte, daß sie ihm unmöglich öffnen könne, da sie der Angeklagte Felber ein- geschlossen und den SchlüW an sich genommen habe, begab sich der Unteroffizier gravitätisch nach dem Zimmer, in dem Felber lag und forderte einen Soldaten auf, die Taschen des Felber nach dem Schlüssel zu durchsuchen. Der Angellagte Felber sprang ans, stieß seinen Kameraden zur Seite und versetzte dem Unteroffizier einen derartigen Stoß vor die Brust, daß er zur Türe hinausflog und auf dem Gang zu Falle kam.— Da? Kriegsgericht verurteilte Felber wegen tätlichen Bergreifens an einem Vorgesetzten sowie wegen einfacher und verleumderischer Beleidigung zu insgesamt elf Monaten Gefängnis! Vier Monate der erlittenen Untersuchungshaft kommen in Abrechnung.— Preusiisches aus Baden. In den großen badischcn Städten werden im allgemeinen die Lehrer nicht schlecht bezahlt, denn die Städte gehen, um gute Lehrer zu bekommen, weit über das im Schulgesetz festgelegte Gehaltöminimum hinaus. Das galt für die Volksschullehrer, die statt des bisher landcsgcsctzlich festgesetzten Maximums von 2200 M. in den großen Städten bis 3600 W. an- steigen konnten, und jetzt sollten aus Anlaß der steigenden Teuerung die Real- und Gewcrbcschullehrcr auch von den Städten eine be- sondere Gehaltszulage bekommen. Durch Ministerialerlaß ist nun den Lehrern die Annahme dieser Zulage verboten worden. Diese unglaubliche Maßregel wird ihre Wirkung auf die badischen Lehrer nicht verfehlen. Vorerst ist Baden doch noch nicht Preußen und die Lehrer werden sich derartigen Studtschcn Praktiken nicht stillschweigend unterwerfen. Wäre der Landtag beisammen, so dürste die Zulagensperre bald rückgängig gemacht sein; so müssen die Lehrer es jetzt bei Eingaben bewenden lassen. aber im kommenden Landtag wird sicher Vorsorge gegen solche Uebergriffe der Regierung getroffen werden.— Unterschlagungen in Südwestafrika. Einem Briefe ans Windhuk entnimmt die„Germania" folgende Stelle: „An einem Tage wurden hier 24 Personen, Militärs und Zivilisten, wegen Veruntreuung fiskalischer Gegen- Itände verhaftet. Einer von diesen, ein besonders schwerer Junge, der als solcher aber schon längst bekannt war, soll nicht weniger als 250 000 M. zuungunsten der Militärverwaltung„ge- macht" haben. Der Kerl war früher in der Kapkolonie, wurde dort wegen eines gemeinen Verbrechens zu acht Jahren Kerkers mit Zwangsarbeit verurteilt, entwischte aber bei seiner lieber- sührmig nach Bermuda und kam 1904 nach Deutsch- Südwestaftika. Zuerst war er hier Assistent des Burengenerals Maritz, dem ier der Fuhrpark der Militärverwaltung übertragen war. Als der„General" weßen Unterschlagung verhaftet werden ollte, verabschiedete er sich französisch, und nun wurde seinem eitherigen.Assistenteii", Leutnant der ehemaligen Burenarmee Teinert. das gesainte Fuhrwesen der Truppe gegen ein Jahresgehalt von zirka 10 000 M. übertragen. Mit Hülfe einer anderen gleich- gesinnten Seele, die ihm als Strohmann diente, hat er dann die ~rachtenbetrügereien zum Nachteil des Militärfiokus unternommen. r sitzt nun mit seinen Kumpanen hinter Schloß und Riegel, aber einen Raub hat er bei außerdeutschen Banken in Sicherheit ge- bracht. Die übrigen Verhafteten wurden zum größten Teil wegen Unterschlagung von Ausrüstungsgegenständen der Truppe dingfest ge- macht. Da? Interessanteste ist. daß die Zivilbehörden den Schwindel aufdeckten und dag... die Zivilöehörden mit der Untersuchung und Verfolgung der Durchstechereien betraut find." Diese schurkischen Buren! Sie dachten offenbar, datz, was deutschen Monopolfirmen recht sei, auch ihnen, den vielgefeierten Stammesverwandten billig wäre i— Schutz gegen Photographieren wider Willen. Als K 23 des Gesetzes über Urheberrecht an Werken der bil- denden Künste und der Photographie hat die Regierung vorge- schlagen, zu setzen: Zjfür amtliche Zwecke dürfen Bildnisse von den Behörden ohne Einwilligung des Berechtigten sowie des Abgebildeten oder seiner Angehörigen vervielfältigt, verbreitet-und öffentlich zur Schau ge- stellt werden. In der Kommission wurde dieser Paragraph dahin geändert, daß der Eingang lauten soll:„Für Zwecke der Rechts- pflege und der öffentlichen Sicherheit dürfen auf richterliche An- ordnung von den Behörden usw." Bekanntlich ist das Photogra- phieren wider Willen des Photographiertcn wiederholt Arbeitern gegenüber sowohl aus Anlaß von Streiks wie wegen der politischen Gesinnung des Photographiertcn mißbraucht worden. Die sozial- demokratische Fraktion hat deswegen beantragt, dem§ 23 in der Fassung der Regierungsvorlage folgenden Zusatz zuzufügen: „Als amtlicher Zweck gilt nicht die Einleitung einer Straf- Verfolgung wegen Streikvergehen, wegen einer Handlung, die einen politischen Charakter an sich trägt oder wegen einer Ueber- tretung im Sinne des 8 1 des Reichsi-Strafgesetzbuches. In diesen Fällen ist auch die Anfertigung eines Bildnisses ohne Ein- willigung des Berechtigten nicht gestattet;" eventuell aber in der Fassung der Konunissionsvorlage vor auf richterliche Anordnung nur einzuschalten, ferner vor vervielfältigt angefcrtgt einzufügen und endlich den Zusatz zu machen: Tic „angefertigt" einzufügen und endlich den Zusatz zu machen: Die richterliche Anordnung darf nur auf Grund reichsgesetzlicher Be» stimmung erteilt werden.— Husland. Schweiz. Der„berühmte" Polizeileuwant Locher in Zürich ist endlich von seinem Amte, das er durch seine Skandalaffären unheilvoll kompromittierte, zurückgetreten. Er bleibt wohl für sein ganzes Leben mit dem Titel„Gummischlauch-Locher" belastet. Für die eidgenössische Initiative betreffend das Verbot des Absinths sind bereits 50 643 Unterschriften aufgebracht, doch hofft man die Gesamtzahl aus 100 000 bringen zu können. Für die Initiative betreffend die Trennung der Kirche vom Staate i« Kanton Neuenburg sind bereits zirka 7000 Unterschriften ge- sammelt, für die Gegen-Jnitiative 7712. Eine Versammlung der Angehörigen der reformierten Landeskirche beschloß mit allen Mitteln für deren Beibehaltung zu wirken, und bestellte zugleich ein bezüg- liches Aktionskomitee von 27 Mitgliedern. Es stehen also harte Kämpfe in Aussicht.— Frankreich. Die Radikalen verraten die Sonntagsruhe. Paris, 1k. November.(Eig. Bericht.) Die radikalen Klein- bürgcr zeigen immer unverhohlener ihre Arbeiterscüidlichkeit. Im Pariser Gemeinderat haben sie�sich mit den Reaktionären der- schworen, die Arbeiter um die'Sonntagsruhe zu bringen. Den Gemeinden ist die Aufgabe zugefallen, die Ansuchen um Aus- nahmen von den allgemeinen Bestimmungen des Gesetzes zu be- gutachten. Am 12. November er. nahm nun der Pariser Gemeinde- rat mit 51 gegen 22 Stimmen eine Resolution an, die die Not- wcndigkeit betont, bei der Anwendung des Gesetzes auf„die Be- dürfnisse des Publikums" Rücksicht zu nehmen, d. h. den Laden- Inhabern zuliebe die Angestellten zur Sonntagsarbeit zu zwingen! Tie Minorität setzte sich aus den geeinigten und unabhängigen Sozialisten zusammen. Außerdem stimmten zwei Radikale mit ihr, darunter der Präsident des Gemeindcrats, Chautard, ein Mann, der das sozialpolitische Programm seiner Partei doch ernster nimuit als seine Kollegen. Als der Gemeinderat gestern beschloß, sich als geheim tagendes Begutachtungskomitee zu konstituieren, erhoben die Sozialisten Protest und erklärten, in keinem Fall« an den neheimen Beratungen teilzunehmen.— Chautard schloß sich dem Protest an und verließ den Präsidcntenstuhl. Die Mehrheit wählte hierauf den Nationalisten Patenne zum Präsidenten der Sonntagsruhekommission. Die Sozialisten sind entschlossen, gegen den Block der Arbeiter- feinde mit den stärksten Mitteln— die Obstruktion inbegriffen— vorzugehen. Da etwa 3500 Gesuche um Bewilligung von Aus- vahmen vom Gesetze vorliegen, die einzeln zu erledigen sind, würde die Obstruktion nicht schwer fallen.— Clemenceaus Erklärung. Paris, 21. November. Nach der von einigen Blättern ver- bffcnllichten Fassung lautet die infolge der Interpellation des Sena- tors Gaudin de Villaine vom Ministerpräsidenten Clemenceau in Betreff der äußeren Politik abgegebene Erklärung folgendcrmahcn: „Ich sei ein Anhänger der cilglischen Politik, haben Sie ge- sagt, ohne irgend etwas näheres hinzuzufügen, und ohne daß man lvciß, was das eigentlich ist. und Sie benutzen dies, um Frankreich das größte Unglück vorauszusagen." Gaudin de Villaine unterbrechend: „Ja oder nein? Giebt es eine Militär-Konvention mit England?" -(Sehr gut! rechts.) Clemenreau sortfahrend:„Glauben Sie, daß ich eine"solche Frage mit„ja" oder„nein" beantworten kann, obgleich der Herr Minister des Auswärtigen mir— wie allen seinen Kabi- netslollegen— Depeschen übermittelt hat, von denen sich einige auf die englisch-französische Entente beziehen?— Nein, so habe ich die Frage nicht studiert: Gibt es eine Militär-Konvention? Ich weiß es nicht, aber glaube es nicht."— Gaudin de Villaine unterbrechend: „Das ist uilgehcucrlichl" Clemenceau:„Was ist ungeheuerlich?" Gaudin de Villaine:„Das. was Sie gesagt haben:(Heiterkeit linkS) Ihr Geständnis!" Clemenceau fortfahrend:„Sie haben sodann von Diktatur und von Rcvancheministern gesprochen. Das ist ein Wort, Ivelches auszusprechen Sic nicht das Recht haben. Was soll ich Ihnen erwidern? Wollen Sic, daß ich die Gesinnungen desavouiere, tvelche im Herzen vieler Franzosen- sind? Das ist es. loas Sie zu verlangen wagen!(Lebhafter Beifall links.) Wollen Sie, daß ich Frantreich den schlimmsten Abenteuern ausliefere, indem ich sage, daß Sic recht haben? Das ist eines guten Franzosen unwürdig!" Man nennt so etwas:„Nicht Vogel noch Fisch."— Die Jnvcuturaufnahmcil fanden am Dienstag in 48 Depar- tements statt. Es kam dabei mir zu unbedeutenden Zwischenfällen. In Landerneau und Ploudaniel im Departement Fimstere sowie in Brest wurden die Türen der Kirchen zerbrochen, einige Gendarmen und Bauern verwundet und mehrere Verhaftungen vorgeilommen. In Pomörols(Departement Höranlt) lain es zu Zusammenstößen in der Kirche, wobei ein Gendarm verwundet wurde. Auch hier wurden mehrere hundert Personen verwundet. Während der Inventaraufnahme in der Kirche von LinsellcS wurde ein Ossizier des 127. Jnsanterie-Regiinents am Kopfe verwundet. Sein Zustand ist ernst....., Nach einer im Mimstermm des Innern veröffentlichten Aufstellung ist die Kircheninventaraufnahme nunmehr in 65 Departements völlig beendet. In den noch ausstehenden 21 Departements sollten die Aufnahinen am Mittwoch stattfinden. Paris, 22. November.(W. T. B.) Bei der Kircheninventar- aufnähme in St. Jean-Cappel bei Lille weigerte sich der Hauptmann des 8. Infanterieregiments Magnier, dein Polizeilommiffar die von demselben zur Sprengung des Kirchentores verlangte» Soldaten zur Verfügung zu stellen mit der Bcgründlmg. daß Soldaten nur dann zur Verwendung gelangen dürsten, wem, es unmöglich sei, Zivilarbeiter für dieses Geschäft auszutreiben. Der Pollzeikommissar war ge- nötigt, zwei Arbeiter holen zil lassen, welche das Kirchenlor sprengten. Bei der Fnventarausiiahme in Waereghem. Departement Nord, wurden 12 Soldaten verwundet und 6 Ruhestörer verhastet. Ei««« Autrag auf Erhöhung der Entschädigung für die De- putiertcn auf 15 000 Fr. nahm die Kammer gestern(Donuerstag) ohne Debatte an. England. Die Schulvorlage im Oberhause. London, 19. Nov.(Eig. Ber.) Die liberale Schulvorlage befindet sich bereits die vierte Woche im Oberhause, wo ihr der ganze liberale Charakter genommen wird. In liberalen Kreisen herrscht darüber viel Aufregung, jedoch läßt sich vor- läufig nicht sagen, wohin die Aufregung führen wird. Nach Ansicht der Lords entspricht die Vorlage nicht den Wünschen der großen Mehrheit der Nation. Die bisherigen Aen- derungen, die das Oberhaus vornahm, beziehen sich auf fol- gende Punkte: 1. Die Regierungsvorlage stellte es den Lokalbehörden anHeim, darüber zu entscheiden, ob der Religionsunterricht überhaupt in der Volksschule erteilt werden soll. Die Lords machten dagegen den Religionsunterricht obligatorisch. 2. In"den Schulen, die bisher konfessionell waren, ge- stattete die Vorlage zwei Stunden konfessionellen Religions- Unterricht wöchentlich. Die Lords erhöhten die Stundenzahl auf fünf. 9. Um in irgend einer Schule konfessionellen Religions- Unterricht zu erteilen, war die Zustimmung von 89 Prozent der Eltern nötig. Jetzt soll die einfache Mehrheit genügen. 4. Die Religionsfreiheit der Lehrer wurde von den Lords erheblich eingeschränkt; ebenso die Befugnisse der Lokalbehörden gegenüber den konfessionellen Schulen.— Dänemark. Allgemeines Kommunalwahlrccht. Kopenhagen, 21. November. Der Landsthing verhandelte in seiner heutigen Sitzung über den Entwurf der Regierung betreffend Einführung des allgemeinen, gleichen Wahlrechts für die Kommuneii. Der Führer der Freikonservativen Graf Frijs erklärte, daß der Ans- fall der diesjährigen Reichstagswahlen unzweideutig die Sympathie der Bevölkerung für den Regiernilgsentwurf kundgetan habe und daß seine Partei die Konsequenzen daraus ziehen wolle!— Der Minister des Inneren dankte Frijs für seine für die Durchführung des Gesetzes bedeutungsvollen Erklärungen. kommunales. Stadtvcrordueteu-Bersammlung. 3 4. Sitzung vom Donnerstag, den 22. November. nachmittags 5 Ilhr. Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Verhandlungen um 5Vs Uhr. Der Oberbürgermeister Kirschner hat bekanntlich auf Veran- lassung des Ministers des Innern eine Denkschrift über die Ver- hältniffe Groß-Berlins ausgearbeitet. Namens der Versammlung spricht der Vorsteher dem Oberbürgermeister den Dank für seine den Standpunkt der städtischen Behörden voll wahrenden Dar- legungen aus. Für die Beschaffung der eisernen Rohre zu neuen Druckrohrleitungen für die Radialsysteme Xll und VII.' für die Vcrbindungsleitung zwischen den Pumpstationen Radial- system V und Xll, sowie für die Anschlutzleitung der Pumpstation Radialsystem III an die vorhandene Druckrohrleitung Radial- system III/VII sind nach dem Ergebnis der am 13. Oktober statt- gehabten Submission 3 170 000 M. erforderlich, deren Bewilligung aus Anleihemitteln vorbehaltlich der Vorlage genauerer Projekte der Magistrat nachsucht. Stadtv. Hcrzberg(Fr. Fr.) beantragt Ausschußberatung. Man wolle zwei Drittel des Ouantums aus Schmiedeeisen, ein Drittel aus Gußeisen herstellen lassen; die Gründe für diese Verteilung seien nicht durchsichtig. Die technische Seite der Frage sei aber von höchster Wichtigkeit. Stadtv. Gronewaldt(A. L.) verweist auf die heutige Hoch- konjunktur des Eisens, in der mit so enormen Bestellungen vor- zugehen doch seine große Bedenken habe, und befürwortet ebenfalls Riedersetzung eines Ausschusses. Auch Stadtv. Dr. Paul(N. L.) spricht sich dafür aus. Stadtbaurat Krause: Es handelt sich bei den schmiedeeisernen Röhren allerdings um etwas Neues. Schreiben wir erst im Früh- jähr aus. so werden wir sehr kurzfristige Termine und sehr Hobe Preise haben, während uns jetzt Gußeisen für 14 M. angeboten ist. Die Vorlage geht an einen Ausschuß, den der Vorstand sofort ernennt. Nach Erledigung einiger unwesentlicher Vorlagen geht die Versammlung über zur Beratung eines Zusatzabkommens dör Stadt Berlin und der Berliner Elektrizitätswerke. Zwischen der Stadtgcmeinde Berlin und der Aktiengesellschait Berliner Elektrizitätswerke ist zu dem Vertrage von 1809 in den letzten Wochen ein Zusatzabkommen vereinbart worden, welches heute zur Beratung der Versammlung steht. Den wesentlichsten Inhalt dieses Abkommens haben wir dieser T*ge bereits wiedergegeben. Es wird beantragt, die Vorlage einem sofort zu ernennenden Ausschuß zu überweisen. Stadtv. Jacobi(Ä. L.): Der Grund für 8 4 des Vertrages war seinerzeit, daß die Stadt nicht unnützerweise Aktiva übernehmen wollte, die vielleicht erst später eingerichtet zu werden brauchten. Bedauerlicherweise hören wir, daß die Maxima schon erreicht sind und zahlreiche Interessenten vergeblich Elektrizität verlangen. Mit Recht hat der Magistrat die Anträge betreffs des Erneuerungsfonds und der Gewinnverteilung abgelehnt. Dagegen hat er— und ich meine mit Recht— die Klausel wegen des einfachen Erlöschens des Vertrages fallen lassen; die Gründe der Berliner Elektrizitätswerke dafür scheinen mir durchaus durchschlagend. Ich glaube, das Zu- satzabkommen wird ebenso segensreich wirken, wie der Bertrag. der von 7 bis 8 Jahren hier in fast unglaublicher Weise angefochten wurde. Die damaligen Gegner werden ja nicht bekehrt sein, ob- wohl ihre Aufsaffung sich als irrtümlich erwiesen hat. Man sagte damals den Ruin der städtischen Gaswerke voraus; der Konsum hat sich gegen 1808 verdoppelt! Von einer Gewinnbeteiligung über die Bruttoabgabe hinaus sollte keine Rede sein; tatsächlich erhielt Berlin 1005 Abgabe 1750 000 M.. Gewinnbeteiligung 1700 000 M.! Die Gesellschaft würde die Preise hochzuhalten verstehen; tatsächlich hat sie den Preis von 55 aus 40 Pf. herabgesetzt, Berlin hat den billigsten Preis von allen Kommunen für elektrisches Licht und elektrische Kraft! Wir wollen uns heute dennoch nicht bereits für die Uebernahme aussprechen; endgültig kann das Urteil noch nicht sein, die Entwickelung der Werke muß abgewartet werden. Tatsache ist aber, daß die Erwartungen der Freunde des Vertrages weit über- troffen sind und Herr Kirschner sich um Berlin wohl verdient ge- macht hat.,.. Stadtv. Kyllmann(Fr. Fr.): Auch wir sind erstaunt über die so glänzende Entwickelung der Werke, über den Aufschwung in kurzen sieben Jahren! Diesen schönen Erfolg auch für die Stadt ver- danken wir dem gediegenen Vertrage, dessen Zustandebringcn dem Oberbürgermeister allein schon die Bürgerkrone verschaffen muh. (Beifall.) ES soll hier nun ein Eckstein des Vertrages ausgebrochen werden; die tatsächliche Lage macht das aber zur Notwendigkeit, und die gebotenen Aequivalente sind nicht zu unterschätzen. Wir haben gegen Ausschuhbcratung nichts einzuwenden, nachdem sie einmal von anderer Seite beantragt ist. Stadtv. Singer(Soz.): Die Reden der beiden Vorredner machten den Eindruck, als wenn wir uns auf einem Jubiläumsfest der B. E.-W. befänden; namentlich hätte Herr Jacobi. wenn auch Nicht mit der Aufforderung, die Gläser zu erheben, aber doch mit derjenigen, sich von den Sitzen zu erheben, sehr wirksam schließen können.(Heiterkeit.) Auch wir können ja anerkennen, daß der Bürgermeister Kirschner damals alles aufgeboten hat, dem Interesse der Stadt zu dienen; aber darüber, was Interesse der Stadt ist. kann man sehr verschiedener Meinung sein. Wir sind einverstanden mit Ausschutzberatung und wollen auch zugestehen, daß der Aus- schuß schon heute ernannt wird. Aber es liegt hier wieder einmal ein Schulfall vor darüber, wie die Versammlung gezwungen wird, wichtigste Vorlagen zu behandeln. Der Magistrat hat eine Reihe von Monaten gebraucht, die Vorlage vorzuberaten; uns wird zu- gemutet, in vierzehn Tagen damit fertig zu sein, damit am ersten Januar 1007 angefangen werden kann zu bauen. Wir müssen auch hier wieder dringend wünschen, daß uns genug Zeit zur Durch- beratung gelassen wird. Bei der Hurrastimmung der Vorredner und ihrer Fraktionen wird ja die Zeitfrage kein Hindernis sein; selbst die Ausschuhberatung erscheint ja der Mehrheit schon als eine Konzession. Die Vorlage präsentiert sich in sehr harmlosem Gewände. Wem nutzt sie? Nicht den B. E.-W., nicht der Stadt nach meiner Meinung. Also wem? Der tatsächliche Inspirator der Vorlage, dem sie einen Millioncnnutzen verspricht: das ist die A. E-G., die hat so kolossale Interessen an der Vorlage, daß diese Tatsache mindestens in der Diskussion erwähnt werden muß, was die beiden Vorredner unterlassen haben. Die B. E.-W. sind eine Tochtergesellschaft der A. E.-G. Während sonst die Kinder die Eltern erst in höherem Lebensalter zu ernähren verpflichtet sind, ist die A. E.-G. eine Mutter, die ihre Kinder von allem Anfang an dazu verpflichtet. Neben anderen großen Einnahmen hat die A. E.-G. das Baumonopol für die B. E.-W. Wenn hier von 40 Millionen die Rede ist, so können Sie sich etwa denken, was die A. E.-G. an diesem Bauvertrag verdient; das materielle Interesse an dieser ganzen Transaktion liegt also bei der A. E.-G., mit der w i r ja nichts zu tun haben. Es ist ja ein Zeichen von Geschick- lichkeit, wie diese Gesellschaften sich gegenseitig maskieren. Der Hauptnutzcn der A. E.-G. aus diesem Geschäft ist aber noch ein anderer: die B. E.-W. müssen von allen neuen Aktien 50 Proz. der 21. E.-G. zum Parikurse überlassen(Hört! hört!), die diese dann an die Börse bringt, um den Gründergewinn einzustecken. Stehen die Papiere der B. E.-W. jetzt 100, so wird eine solche Gesellschaft neues Kapital nicht mit 100 auflegen, sondern höher, und die Differenz schluckt die A. E.-G. Trotz aller Abgaben, die unsere Ge- fellschaften an die Stadt zahlen, erkläre ich: Die Stadt ist nicht dazu da, den Fußschemel für solche privatkapitalistischen Gesell- schaften zu bilden!(Ah! bei der Mehrheit.) Der Vertrag der A. E.-G. mit den B. E.-W. dauert gerade solange wie der Vertrag der B. E.-W. mit der Stadt Berlin; wir haben also eigentlich nur mit der 2l. E.-G. und dem kapitalistischen Klüngel, der mit ihr ver- Kunden ist, zu tun, mit d c m machen wir die Verträge. Tatsächlich werden diese denn auch in den Bureaus der großen Kapitalsmächte formuliert, und je mehr Sie diese stärken, desto mehr geben Sie von den noch verbliebenen Rechten der eigenen Verwaltung aus der Hand; schließlich wird die Stadt zu weiter nichts als zu einem Bureau, wo sie die Abgaben der Gesellschaft in Empfang nimmt. Der Kursgewinn für die Aktien der A. E.-G. ist der springende Punkt in diesem ganzen Vorgang. Die Kapitalsgesell- schaften wollen verhindern, daß dieses so gute Geschäft 1015 auf» hört. Bei der Stimmung in der Mehrheit dieser Versammlung und beim Magistrat sind diese Herren äußerst gute Psychologen; die 40 Millionen werden 1915 von der Stadt mit übernommen werden müssen. Die Vorlage spricht noch davon, es sei wahrscheinlich, daß die Stadt 1015 die Werke übernimmt, Herr Kyllmann und Herr Jacobi behalten sich die Entscheidung vor; i ch sage, die Entscheidung darüber wird heute gefällt, denn diese Bewilligung schließt es in sich, daß man 1015 nicht mehr daran denkt, die Werke zu übernehmen. Nun soll§ 31 2lbs. 2 gestrichen werden. Daß 1015 die Werke ge- kündigt, aber nicht übernommen werden, diese Möglichkeit scheidet damit aus; wir werden dann vor die Frage gestellt sein, entweder zu übernehmen oder den Vertrag zu verlängern, das einzig wirk- same Pressionsmittel, welches die Stadt in der Hand hatte, wird aufgegeben. Warum will man nun die Bestimmung aufgeben? Die Begründung meint, eine wesentliche Schädigung der städtischen Interessen würde durch die Beseitigung nicht entstehen. Ueber „wesentlich" kann man verschieden denken, nach meiner Meinung werden alle Vorteile des Vertrages mit der Aufgabe dieser Kombination aufgegeben. Eigentümlich ist, daß die Berliner Elek- trizitätswerke erst in diesem Sommer bekannt gegeben babcn, daß sie die 2lnsprüche, die an sie herantreten, nicht mehr befriedigen kann. Trifft das zu, dann zeugt das nicht gerade für große Vor- aussicht der Gesellschaft, oder ihr Vertrauen auf das Entgege.r- kommen der Stadt muß felsenfest gewesen sein. Der§ 4 bestimmt aber, daß die Gesellschaft aus dem Berliner Werk nicht mehr als ein bestimmtes Quantum liefern darf- dadurch wird doch nicht ver- boten, daß, wenn der Magistrat es verlangt, Vorkehrungen getroffen werden, den Mehrbedarf anderswo zu decken. Wozu sind denn die Oberschönewcider Werke da? Im Ausschuß bekommen wir hoffentlich 2!uSkunft darüber, ob diese Frage überhaupt im Ma- gistrat ventiliert worden ist. 8 4 zwingt den Magistrat nicht, die Wünsche der Berliner Bevölkerung nach Elektrizität uitbesriedigt zu lassen. Nach 8 9 Abs. 2 kann>die Gesellschaft nur dann ihre Lieferung einstellen, wenn sie nachweislich durch die zuständigen Behörden daran gehindert ist. Also nur wenn sie der Magistrat daran hindern würde, könnte sie die erhobenen Ansprüche nicht be- friedigen. Die Prüfung dieser Frage ist der Kernpunkt in dem ganzen Vertrage, alles andere ist Brimborium und Ornament; es handelt sich lediglich darum, ob die Berliner Elektrizitätswerke be» rechtigt sind, uns jene 2lend«rung des Vertrages anzusinnen.(Sehr richtig!) In§ 33 ist den Berliner Elektrizitätswerken eine Kon» ventionalstrafo von 3000 M. für jeden verioeigcrtcn Anschluß angedroht; kennt der Magistrat diesen 8 83 nicht? Wir haben es also vollständig in der Hand, den Bedarf auf Grund des bestehenden Vertrages befriedigen zu lassen. Tritt der Magistrat vom Vertrage zurück, weil die Gesellschaft ihre Verpflichtungen nicht erfüllt, dann wird den beiden Gesellschaften schon die Erleuchtung kommen, daß sie auch innerhalb des bestehenden Vertrages ihren Verpflichtungen nachkommen kann. Wir werden also vom Magistrat juristische Gut- achten erbitten müssen, um zu wissen, auf welcher rechtlichen Grund- läge seine Ansicht sich aufbaut. Die können nicht in acht oder zehn Tagen beschafft sein. Wenn die Rechtslage für die Berlmer Eick- trizitätswerke so zweifelllos war, daß sie glaubte, die Lieferung einstellen zu können, dann hätte sie auch nicht derartig« Kon- Zessionen gemacht, die Herr Jacobi in den Himmel hebt. WaS ich dem Magistrat und der Mehrheit verdenke, ist. daß sie sich viel zu leicht ins Bockshorn jagen läßt. Wir'haben ein Recht, zu ver. langen, daß solche Fragen eingehender geprüft werden. Nicht der augenblicklich vorgeschobene Grund, die Abnehmer nicht befriedigen zu können, ist der wesentliche, sondern die Zlbsicht, für 1015 der Stadt ein Mittel aus der Hand zu nehmen, welches gegenüber der Gesellschaft von außerordentlichem Werte wäre; ob wir dazu die Hand bieten wollen, das sollten wir unä zehnmal überlegen. Die Möglichkeit, daß die Stadt selbst das Unternehmen 1015 in die Hand nimmt, wird um so mehr erschwert, je mehr Kapital die Gesellschaft selbst noch aufnimmt. Wenn von 1015 bis 1025 der Preis pro Kilowatt auf 8,1 festgesetzt wird, so verzichtet man doch auf jede Möglichkeit, Verbilligungen. die durch Verbesserungen der Technik herbeigeführt werden, in An- spruch zu nehmen. Daß die B. E.-W. darauf eingehen wollen, bei Verlängerung des Vertrages den Uebernahmcpreis zu ermätzitzen, möchte für die Stadt geradezu ein Danaergeschenk sein. Auch als wir die Aktien der elektrischen Straßenbahn kauften, glaubten wir ein betriebsfähiges Unternehmen erworben zu haben; und schon nach Jahresfrist mußten Maschinen und Wagen angeschafft und Motoren erneuert werden. Also die Hoffnung, daß wir eine betriebsfähige Anlage nach einer Reihe von Jahren annähernd kostenlos über- nehmen, steht lediglich auf dem Papier. Daß die Erbauung und Erweiterung von Stationen an die Genehmigung des Magistrats' gebunden wird, ist ein Fortschritt, der aber nur zur Wahrheit macht. wofür w i r 1808 vergeblich gelämpst haben, wogegen damals auch der Magistrat Stellung nahm. Alles in allem bedarf also die Vor- läge sehr ernster Prüfung nach Swpi Richtungen: einmal, ob nicht 9 " die B. E.-W. durch den Vertrag eventuell durch die Gerichte ge- Posten sind und aufpassen, daß wir durch Zuzug von dort stand und man warf mit Bierpappen nach dem Redner. Man bezwungen werden können, das Bedürfnis Berlins nach Eletrizität nicht belästigt werden. Von auswärts wird uns weiter mit ruhigte sich aber dann doch soweit wieder, daß er weiter sprechen zu befriedigen und dann, ob es wirklich angezeigt ist, den tatsäch- geteilt, daß eine Anzahl Kollegen lediglich zum Vergnügen an die konnte. Der Redner sprach sich dafür aus, daß man mit den Gehüllichen Eckpfeiler des Vertrages herauszunehmen.( Beifall.) Stadtrat Namslau: Herr Singer hat ein im Zusammenhange Firma schreiben, ohne auch nur daran zu denken, bei der Firma in fen über ihre Forderungen verhandeln und, um anständige Löhne ganz unrichtiges Bild von der Sachlage entworfen. Gerade der Arbeit zu treten. Wir ersuchen unsere Kollegen, auch der zahlen zu können die Preise erhöhen sollte. Die Versammlung erflärte sich schließlich mit den Tarifvorschlägen des Innungsbor Fall der Vermehrung der Kapazität ist gründlich von uns erwogen artiges zu unterlassen und die Arbeitergesuche der Siemens u. standes, sowie damit, daß mit dem Gehülfenausschuß verhandelt worden; es ging nicht anders, als die Grenzen zu streichen, aber Halste und Siemens- Schuckert vollständig unbeachtet zu lassen. werde, einverstanden. dafür soll jetzt unsere Genehmigung für jede Erweiterung notDa auch unter anderer Adresse Arbeiter von außerhalb hergeholt wendig sein. Das Verhältnis zur A. E.-G. spielt doch gar keine werden können, ersuchen wir bei einem Arbeitsangebot nach Berlin Rolle für uns: für Berlin spielt es auch keine Rolle, ob die Stadt stets erst bei uns anzufragen, damit die Kollegen genau wissen, daß 1915 ein paar Millionen mehr anlegen muß, wenn sie nur ein sie weder direkt noch indirekt als Arbeitswillige benutzt werden. gut fundiertes Unternehmen übernimmt. Die Auffassung des Arbeiterfreundliche Blätter ersuchen wir um Nachdruck. Kollegen Singer vom§ 4 ist deshalb hinfällig, weil dieser auch die Kapazität der Außenwerte limitiert.( Widerspruch. Ruf: Bloß an Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. die Genehmigung des Magistrats gebunden!§ 121) Die B. E.-W. berweisen immer auf diesen§ 4; wir haben ja auch dagegen angefämpft.( Lachen. Zwischenruf des Stadtv. Nathan.) Ihre Rechtsauslegung ist doch nur einseitig; auch wenn wir mit unserer Rechtsansicht durchdrängen, wäre damit nichts Reales gewonnen. Die Gesellschaft könnte ja bei einem Verlangen unfererseits nach Befriedigung des Bedürfnisses mit unverhältnismäßigen Tariferhöhungen für Kraftstrom antworten. Weiter bedauert Redner die geringschäßige Berurteilung der Gegenkonzef= fionen, die er seinerseits ins beste Licht zu sehen versucht. Es empfehle fich, mit unserem Sozius" wieder auf gütlichem Wege zur Einigung zu kommen. " Stadtv. Rosenow( N. 2.): Herr Jacobi scheint allen Ernstes zu glauben, der Betrieb in städtischer Regie hätte teine Prosperität gezeigt. Wenn die B. E.-W. auch als Kontrahent vertragstreu find, so hätte doch die Stadt die erwähnten Vorteile auch als Unternehmer genossen. Ueberrascht" worden sind wir nur durch den späten Termin, zu dem wir von der Erreichung der Maxima des § 4 erfuhren. Wir müssen aber das Bedürfnis der Bürgerschaft befriedigen, denn die Industrie braucht Elektrizität. Daß die B. E.-W. am Ende ihrer Leistungsfähigkeit ist, glaube ich übrigens nicht; sie besitzt sicher große Reserven, die sie sofort spielen lassen wird, wenn der Zusatzvertrag perfekt ist. Stadtv. Cassel( A. 2.): Ohne Nachteil für die Sache kann ich heute, verzichten; ich will damit ein Beispiel der Entsagung geben.( Heiterkeit.) Hirsch- Dunckersche Wahrheitsliebe. " Ueber den Streit in den Siemens- Schuckert- Werken bringt der Hirsch- Dunckersche Gewertverein" einen Artikel, der so beginnt: " Der Streik in den Berliner Siemens- Schuckert- Werken, der bekanntlich in der Hauptsache deswegen ausbrach, weil der Lohntag nicht auf den Freitag, sondern auf den Donnerstag verlegt wurde,.. 2 Scharfmacher- Allüren. Dieser Tage wollte auch eine Abteilung des Werner- Werkes der Siemens- Schuckert- Werte mit in den Ausstand treten. Während der Verhandlungen wurden die Vertreter der Arbeiter von der Direktion des Werner- Werkes ersucht, doch einmal mit der GesamtDirektion wegen Beilegung der Differenzen in Verbindung zu treten. Ein solcher Versuch würde jedenfalls von Erfolg gekrönt sein. Die so Angegangenen setzten sich mit ihren Kollegen in Verbindung und die Folge ihrer Beratung war dieser Brief an die Direktion: " Veranlaßt durch eine Anzahl noch im Betrieb befindlicher Kollegen erlauben sich Unterzeichnete im Einverständnis mit ihren Kollegen anzufragen, ob der Direktion eine Beilegung der wegen der neuen Arbeitsordnung ausgebrochenen Differenzen erwünscht Sollte die Direktion geneigt sein, den Weg der Verständigung zu beschreiten, würden wir empfehlen, dies durch mündliche Verhandlung zwischen Direktion und einer Kommission der Streikenden oder noch im Betriebe Befindlichen in die Wege zu leiten. Letztere müßten natürlich hierzu von den Streifenden beauftragt ist. werden. " Die Zeitungsträgerinnen waren am Dienstag recht zahlreich im Englischen Garten" versammelt, um eine Aussprache über die fortwährenden Maßregelungen organisierter Frauen in den verschiedensten Filialen der„ Ber liner Morgenpost" herbeizuführen. Sowohl von der Referentin, Frl. Schaub, wie auch von einer Anzahl Austrägerinnen wurden lebhafte Beschwerden über die häufig geradezu unwürdige Behandlung der Frauen durch die Herren Filialleiter sowie über ungerechtfertigte Entlassungen wegen der Organisationszugehörigkeit vorgebracht. Als beliebter Vorwand zur Entlassung muß gewöhnlich der Umstand herhalten, daß die Frauen nach altem Usus mit ihren Kolleginnen von anderen Blättern, wie vom„ Vorwärts" oder dem Lokal- Anzeiger", gegenseitig Zeitungen austauschen, um sich ihre schwere Arbeit dadurch etwas leichter zu machen. Das heißt, die eine Frau nimmt der anderen für dies oder jenes Haus einige der genannten anderen Blätter ab und besorgt sie auf ihrer Tour mit, damit nicht etwa die Frauen zu gleicher Zeit dieselben Treppen hinauf und herunter zu flettern brauchen, falls die Abonnenten auf einem Flur oder demselben Treppenaufgang wohnen. Wie gesagt, dieser Austausch ist seit Jahren üblich und wird auch von den meisten Frauen gegenseitig gehandhabt, ohne daß von den in Frage kommenden Geschäftsleitungen der genannten Blätter viel Aufhebens davon gemacht worden wäre, wenns vielleicht auch nicht gerne gesehen wird. In letzter Zeit aber gehen die Filialleiter der Morgenpost" mit besonderer Schärfe gegen diesen alten Brauch vor. Da sie ihm aber, weil zu sehr eingewurzelt, allgemein nicht ohne weiteres steuern können, so suchen sie sich mit Vorliebe die organisierten Frauen heraus, um an diesen durch rücksichtslose Entlassung ein Erempel zu statuieren. So sind eine ganze Anzahl Frauen, die schon seit langen Jahren als Austrägerinnen tätig sind, dieser Entlassungsmanie zum Opfer gefallen. Geändert ist damit an dem alten Zustand aber durchaus nichts geworden, auch durch den Eifer von angestellten Sontrolleuren nicht, ganz abgesehen davon, daß der Eifer solcher Leute nur gar zu häufig in kleinliche Schikane ausartet. Wenn in dem einen Bezirk das„ Uebel" vermeintlich abgestellt war, tam es in dem anderen längst von selbst wieder zum Durchbruch. Besonders schroff ist nun der Leiter der„ Morgenpost"-Filiale in der Brunnenstraße gegen verschiedene organisierte Frauen vorgegangen. Beschwerden der Gemaßregelten bei der Unſteinſchen Geschäftsleitung wurden aber kurzerhand abgewiesen, sodaß die betreffenden Frauen brotlos wurden. Bei der Kritik dieser Maßregelungen fam noch eine eigenartige Geschäftspraxis des Ullsteinschen Verlages zur Sprache. Den Zeitungsfrauen wird nämlich hin und wieder zugemutet, außer der Besorgung ihres Blattes noch mit Schriften des Verlages haufieren zu gehen. Irgend welche Schmöker, wie z. B. das„ Werk"„ Arzneilose Stur" sollen von den Frauen an den Mann gebracht werden. Wenn ihnen dann von den Abonnenten die stereotype Antwort wird , ach, was sollen wir denn mit dem Schund", und sie können von den Schrifte nichts los werden, so erhalten sie nicht selten heftige Vorantwürfe wegen Unfähigkeit. Die Versammlung nahm einstimmig eine Filialleiter von der Morgenpost" entschieden verurteilt wird. Der Transportarbeiter- Verband wurde beauftragt, geeignete Schritte zu unternehmen, um ferneren Maßregelungen dieser Art vorzubeugen. Sollte die Direktion schriftliche Verhandlungen vorziehen, dann würde uns das, trotzdem dieser Weg umständlicher ist, auch recht sein. Eine geft. Antwort auf dieses Schreiben ersuchen wir höf. licht an die Unterzeichneten oder an die dieses Schreiben überreichende Kommission oder an den Obmann des Arbeiterausschusses, Herrn Rich. Friedrich, Dynamowerk Franklinstraße, gelangen lassen zu wollen. Hochachtungsvoll Stadtv. Preuß( Soz.- Fortschr.): Da ich nicht im Namen der Mehrheit spreche, kann ich diesem guten Beispiel leider nicht folgen. ( Heiterkeit.) Der Jubel und die Freude der Herren Jacobi und Kyllmann über ein Recht, das wir aufgeben sollen, hat mich sehr überrascht. Die guten Früchte des Vertrages sind zum großen Teil der Tätigkeit der damaligen Opposition zu verdanten; erst auf einen Antrag aus der Versammlung wurden die 40 Proz. Gewinnanteil der Stadt auf 50 Proz. erhöht. Wir haben es hier tatsächlich mit der A. E.-G. zu tun; die B. E.-W. sind nur eine Buchungsform davon.( Heiterkeit.) Für die Regelung solcher Verhältnisse ist, wie sich hier wieder einmal ergibt, die Vertragsform ungeeignet und für die Stadt ungünstig. Jetzt soll das Recht der Stadt aus§ 31 aufgegeben werden. Damit geben gez. Georg Kuck. Wernerwerk, Berlin O., Andreasstr. 7, wir einen Drücker allerersten Ranges aus der Hand, und gez. Richard Kennert, Dynamowerf, Berlin NW., Zinzendorfstr. 6, daß man mit dreimaligem Hurra ohne Ausschußberatung gez. Otto Baumgart, Autobau, Berlin N., Christianiastr. 14." darauf eingehen wollte, will mir unbegreiflich scheinen. Die Leitung des Werner- Werkes muß nun über die Stimmung Ich faffe die§§ 4 und 12 so auf, wie der Kollege Singer; halb und der Gesamt- Direktion schlecht unterrichtet sein, denn dieſe anthalb hat das auch Herr Stadtrat Namslau als richtig zugegeben, wortete auf das von der Sub- Direktion veranlaßte Schreiben wie Resolution an, in der das organisationsfeindliche Verhalten der wenn er auch auf die Möglichkeit der Erhöhung der Tarife für folgt: Straftabgaben mit Ausnahme der Straßenbahnen hinwies. Unser Recht wollen wir doch nicht von vornherein unter den Scheffel stellen, sondern davon ist recht intensiv zu reden zur Einigung ist immer noch Zeit. Stadtv. Jacobi: Den Vorredner möchte ich daran erinnern, daß auch ich mich 1898 für 50 Proz. ausgesprochen habe. Damit schließt die erste Beratung. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern, der vom Vorstand sofort ernannt wird und dem auch die Stadtvv. Dr. Arons, Heimann und Singer( Soz.), sowie Dr. Preuß angehören. Für die Zwecke der preußischen Viehzählung am 1. Dezember werden 4000 M. bewilligt. Schluß gegen 29 Uhr. Gewerkschaftliches. Ein unauffindbarer" Mordbube. " Herrn Georg Kud, Berlin O., Andreasstr. 7. Auf Ihr Schreiben vom 22. d. M. teile ich Ihnen im Namen der Direktion der Siemens u. Halske Aktiengesellschaft und der Siemens- Schuckertiverte G. m. b. H. mit, daß wir uns von den von Ihnen vorgeschlagenen Verhandlungen einen Nutzen nicht versprechen können, da für die in unsere Werke hineingetragene Bewegung stichhaltige Gründe nicht vorliegen, durch deren Beseitigung eine Beilegung erzielt werden könnte. Wir machen darauf aufmerksam, daß der größere Teil der berlassenen Pläbe bereits wieder besetzt ist; falls ein Teil der in Ausstand getretenen Arbeiter für eine etwaige Wiedereinstellung in Aussicht genommen werden will, müßten sich die Betreffenden alsbald schriftlich bei dem Werke melden, bei dem sie in Arbeit gestanden, da die Zahl der verfügbaren Pläge täglich fleiner wird. Hochachtungsvoll Unterschrift." Die Direttion trug dann sofort Sorge dafür, daß dieser Briefwechsel auch in der Oeffentlichkeit bekannt würde. Durch diese BeIm vergangenen Sommer hat bekanntlich bei einem fanntgabe mußte natürlich und sollte der Eindrud entstehen, daß Streit in Nürnberg der Streifbrecher Thiel, ein junger die Arbeiter zu Streuze zu friechen bereit seien, während die Direk Bursche, den Streitführer Fleischmann, einen Familien- tion sich stolz ablehnend verhalte. Hoffentlich zerstört unsere Darbater, mit dem Revolver niedergeknallt. Der Mörder wurde stellung der Sachlage diesen Eindruck. zwar sofort verhaftet, aber schon am anderen Tage wieder auf freien Fuß gesezt, weil er angeblich Zur Lohnbewegung der Friseurgehülfen in Rigdorf. Das Ausland. mit Der Sozialismus in den englischen Gewerkschaften. sozialistischem Geiste nimmt einen steten Fortschritt; es mehren Durchdringen der englischen Trade Unions sich die Zeichen, aus denen dies deutlich hervorgeht. Zu diesen ges hört die Annahme einer Resolution in mehreren Versammlungen des Eisenbahnerverbandes, in welchen über die Beschlüsse des Cardiffer Kongresses verhandelt wurde. In einigen dieser Versammlungen wurde bezüglich der Kandidaten zum englischen Unterhaus folgende Resolution beschlossen:" In Erwägung, daß die Zwede und Ziele der Arbeiterbewegung ihren einzig wahren Ausdrud im Sozialismus finden, in weiterer Erwägung, daß die Ziele nur erreicht werden können, wenn sie im Parlament durch Sozialisten vertreten werden, und da die Arbeiterpartei mit ihrer Politik der Unabhängigkeit diesem Zwecke dient, so begrüßen wir die Beschlüsse des Kongresses von Cardiff, wonach in Zukunft alle Kandidaten die Politik der Arbeiterpartei zu vertreten haben." Der Beschluß ist um so bemerkenswerter, als der Generalsekretär des Eisenbahnerverbandes, Richard Bell, Mitglied des Barlaments, sich als Liberaler gegen die unabhängige, sozialistische Politik im Parlamente wendet. Die Schlachthausarbeiter in Belgrad sind wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. Bei den Stichwahlen in Notwehr gehandelt habe, was aber in dieser Zeit gar nicht Die Zwangsinnung der Barbiere von Rigdorf beschäftigte sich festgestellt werden konnte. Der Mörder verschwand aus in der Nacht vom Dinstag zum Mittwoch in einer außerordentlichen Nürnberg. Das Vorgehen der Justiz erregte unter der Generalversammlung mit den Forderungen der Gehülfen. Die dortigen Arbeiterschaft um so größere Empörung, als einige Versammlung verlief ziemlich stürmisch und dauette bis gegen 3 Uhr. Streifende, die sich bei der gleichen Gelegenheit geringfügig teils gegen die Meister, die die Forderungen bewilligt und das beDie Erregung richtete sich teils gegen die organisierten Gehülfen, an Streifbrechern vergriffen hatten, in Untersuchungshaft feſt tannte plakat ausgehängt haben. Man behauptete, baß dieſe Weifter Letzte Nachrichten und Depefchen. gehalten wurden. In dem ersten Nürnberger Strawallprozeß es leicht gehabt hätten, zu bewilligen, weil sie feine Gehülfen beschäf sprach der Staatsanwalt sein Mißfallen darüber aus, daß tigten. Der Referent, Herr Knuth, erklärte, daß es ganz ausge die Arbeiterpresse diese beiden Tatsachen einander gegenüber schlossen sei, den eingereichten Tarif ohne Aenderungen anzunehmen, gestellt hatte, dadurch werde der Glaube an die Gerechtigkeit, zumal darin nichts über die Leistungen der Gehülfen und auch nichts im 3. Landtagswahlkreis vermehrte sich am Donnerstag die das ,, fundamentum regnorum", erschüttert. Der Vorsigende des über die Dauer des Tarife enthalten sei. Er macht dann im Namen Bahl unserer Wahlmänner um elf in der zweiten und um Gerichtshofes glaubte der Deffentlichkeit ,, Aufklärung" dahin geben des Vorstandes Gegenvorschläge, die darauf hinausliefen, daß die vier in der ersten Wählerklasse. Nach den bisherigen Festzu müssen, daß das Verfahren gegen den Streifbrecher Thiel 20 M. Wochenlohn ohne Kost und Logis nicht als Minimallohn, stellungen waren von unseren im Jahre 1903 gewählten sondern nur für als Friseure, Barbiere und Perrüden Wahlmännern 512 durch Tod oder Umzug ausgeschieden. wegen Totschlags nur deshalb nicht habe zu Ende geführt ma che r leistungsfähige Gehülfen bewilligt werden sollten. Die jetzt abgeschlossenen Ersakwahlen brachten uns an derey werden können, weil er nicht mehr aufzufinden sei. Er habe und bei derselben Leistungsfähigkeit mit halber Kost ohne Logis Stelle 582, so daß wir den ansehnlichen Gewinn von 70 Wahlseinerzeit Nürnberg berlassen müssen, aber bemerkt, daß bei 15 M. Für ausgelernte Gehülfen im ersten Jahre nach der Lehrzeit feinem Schwager in Eisleben seine Adresse jederzeit erfragt follten mit Soft und Logis 7,50 M., mit halber Kost ohne Logis männern zu verzeichnen haben. werden könne. Jetzt sei aber sein Aufenthalt nicht zu er 10,50 M. bewilligt werden; für ältere Gehülfen ohne Kost und mitteln. Man mußte danach annehmen, daß der Bursche ins Logis 18 M., mit Soft und Logis 9 M. Für Aushülfen sollten geAusland berduftet sei. Nunmehr wird aber der Fränkischen zahlt werden: für Sonnabendabend und Sonntag bis 2 Uhr 6 M. Tagespost" aus Eßlingen in Württemberg mitgeteilt, daß Kost wird von den Meistern bei Aushülfen deswegen für unzulässig mit Kost, an Wochentagen 2,50 M. mit Kost. Die Bezahlung ohne Thiel sich schon seit längerer Zeit dort aufhält. Da Eßlingen erachtet, weil Aushülfsgehülfen in jo ausgehungertem Zustande zur 6700. nicht gar zu weit von Nürnberg weg liegt, so kann man wohl Arbeit gekommen sein sollen, daß sie nicht arbeitsfähig waren. Die annehmen, daß die Nürnberger Justiz den Mordbuben wohl Arbeitszeit sollte sich nach der im Gewerbe ortsüblichen richten. hätte finden können, wenn sie seiner wirklich so sehnsüchtig be- Die Stunde Tischzeit könnte bewilligt werden, dafür aber kein freier gehrte. Berlin und Umgegend. Achtung, Rohrleger und Helfer! Bei der Firma Fischer u. Krüger, Sonnenburgerstr. 26, befinden sich die Rohrleger und Helfer wegen Tarifbruchs der Firma im Ausstand. Wir ersuchen daher sämtliche Bauhandwerker um ihre Solidarität. Die Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter Verbandes. Achtung, Metallarbeiter! Stadtverordnetenwahlfieg. Frankfurt a. M., 22. November.( Privatdepesche des VorQuart wiedergewählt. Unsere Stimmen stiegen von 4200 auf wärts".) Bei der heutigen Stadtverordnetenwahl wurde Genosse Zum Tippelskirch- Skandal. Nachmittag in der Woche; die drei zweiten Feiertage von morgens Leipzig, 22. November.( B. H.) Die vor einigen Tagen ver10 Uhr ab; wollten die Gehülfen diese Tage ganz frei haben, so breitete Nachricht, der Vertrag der Kolonialabteilung mit Tippelsfollten sie dafür sorgen, daß das gefeßlich eingeführt werde. Der firch sei bereits definitiv gelöst, ist, wie das Leipziger TageAuthentisch Tarif müsse vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts abge- blatt" meldet, in dieser Form nicht zutreffend. schlossen werden, und zwar auf drei, mindestens aber auf 2 Jahre. ist vielmehr nur, daß die Verhandlungen wegen Lösung des Par Behresschluß ablaufen und nicht zu Ostern oder Pfingsten. Der lauf zu nehmen scheinen, so daß die Lösung des Bertrages in nächster Festsetzung einer vierteljährigen Kündigungsfrist follte er mit trages schieben und daß diese Verhandlungen einen günstigen Ver Verhandeln wollte Arbeitsnachweis follte paritätisch sein. die Zeit zu erwarten ist. Innung wohl, aber nur mit dem Gehülfenausschuß. Beleidigungsprozeß des Häuptlings Afwa vertagt. Entschieden wies der Redner den Vorwurf zurück, daß die Meister Ihre Kon- Hamburg, 22. November.( B. H.) Vor dem Schöffengericht beden Gehülfen das Organisationsrecht rauben wollten. trollfarte fönnten die Gehülfen beibehalten, aber an die Sachen der gann heute der Beleidigungsprozeß des Häuptlingjohn Atwa gegen den Im Streit der Werkzeugmacher ist eine bemerkenswerte Men- Meister dürfe sie nicht geſtedt werden. In demselben Sinne wie der Stapitänleutnant Lieriemann, welcher erklärt hatte, utwa jei ein derung nicht eingetreten. Die Arbeitgeber versuchen Arbeitswillige Referent sprachen sich die meisten Diskussionsredner und auch der minderwertiges Subjekt und wegen Diebstahls schon bestraft. Das zu erhalten; das ist ihr Recht. Wir unterbinden den Zuzug von Obermeister Weinberg aus. Bei 50 bis 60 M. Wocheneinnahme Gericht beschloß die Vertagung, da in Kamerun Zeugen berhört Arbeitswilligen, und zwar bis jetzt mit Erfolg; das ist unser Recht. sei es unmöglich, einem Gehülfen, der nicht einmal einen Bopf werden sollen, ob Alwa tatsächlich schon wegen Diebstahls borKlar scheint uns, daß die Werkzeugfabrikanten diesen Streit aus machen könnte, 20 M. Wochenlohn zu zahlen.- Herr Otto bestraft ist. eigener Straft nicht aushalten, sondern von anderer Seite, wohl auch Vogel, von der linken Seite des Hauses", hatte es dagegen recht Gleich von Anfang an wurde ihm finanziell, unterſtüßt werden. Wir ersuchen dringend, Buzug fern- fchiver, zu Worte zu kommen. Brüssel, 22. November.( B. H.) Im Bezirke Charleroi find zuhalten. zugerufen, daß er ja feinen Gesellen beschäftige, worauf er anttwortete, daß er ja Aushülfen bezahlen müsse. Als er sagte, daß Streits unter den Kohlenarbeitern ausgebrochen; etwa 1200 Arbeiter Auch vom Streit bei den Firmen Siemens ist wesentlich Nenes doch 20 M. für einen Gehülfen nicht zu viel sei, um auch nur ein sind in den Ausstand getreten. In anderen Gruben drohen die nicht zu berichten. Es mehren sich die Nachrichten aus dem Aus- einigermaßen menschenwürdiges Dasein zu führen, wurden ihm Bergarbeiter ebenfalls mit Streit, falls nicht einige entlassene Arbeiter lande, aus denen hervorgeht, daß unsere Genossen dort auf dem allerlei Echeltworte entgegengerufen. Ein gewaltiger Lärm ent- wieder eingestellt werden. Kohlenarbeiterstreifs. Berantw. Redakt.: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Inserate verantw.: Ty.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Hr. 273. 23. Jahrgang. 1. KkilW des Jon W Knlm loMott Freitag, 23. Navmber 1906. l Das angekündigte Gesetz soll nur verhindern, daß jemand den Meistertitel führt, der eine Prüfung nicht abgelegt hat. Aber auch jeder andere soll die Tätigkeit als Handwerker ausüben und eine Kundschaft erwerben können. Eingewandt ist ferner, daß die � Erwerbung des Meistertitels für einen Koch zum Beispiel, der später etwa Schorn- steinfegermeister wird, die Befähigung nicht nachweist. Solche Aus- nahmen spielen der Regel gegenüber keine Rolle. Gewiß ist eS in der Weltgeschichte schon einmal vorgekommen, daß ein Koch Schorn« steinfegermeister geworden ist und umgekehrt; aber Bedeutung für die Weltgeschichte hat das nicht gehabt.(Große Heiterkeit.) Uebersehen Sie doch auch nicht, daß nach dem angekündigten Gesetzentwurfe die fachliche Ausbildung dieselbe bleibt. Auch jetzt muß jemand, der Lehrlinge ausbilden will, das Gewerbe fünf Jahre ausgeübt oder er muß die Gesellenprüfung abgelegt haben. Nun soll dazu kommen, daß er den Meistertitel hat, also einmal ordentliche Schule genossen hat. Die Sehnsucht nach eine korporativem Wesen liegt tief im Blute des deutschen Volkes. In der Zeit des theoretischen Liberalismus hat man versucht, alle Korporattonen zu zerstören. Aber die Sehnsucht danach kehrt immer wieder, wie es gerade auch die Arbeiterbewegung aufs deutlichste beweist. Auch die Handwerker haben den Wunsch, sich korporativ zusammen zu tun, um ein korporatives Standesbewußtsein zu ent- wickeln. Diesem berechtigten Wunsche trägt der angekündigte Gesetz- entwurf Rechnung.(Beifall rechts und in der Mitte.) Damit schließt die Diskussion. Ueber das Schlußwort des Berichterstatters, des Abg. Burckhardt (Wirtsch. Vg.) entspinnt sich eine längere Geschäftsordnungsdebatte. Abg. Singer(Soz.) stellt fest, daß der Berichterstatter das Schlußwort dazu mißbraucht habe, um in längeren Ausführungen seine persönliche Ansicht über die Ailträge Bömelburg darzulegen. Abg. Burckhardt beruft sich darauf, daß diese Anträge im schrift- lichen Kominissionsberichte erwähnt seien und daß er die Ansicht der Majorität zu vertteten habe. Abg. Singer(Soz.): Wenn die Anttäge Bömelburg auch in der Kommiision vorgelegen haben, so hat doch der Herr Berichterstatter sie in seinem Berichte über die Kommissionsverhandlungen nicht erwähnt, sondern er hat, wie ich wiederholen muß, sein Schlußwort dazu mißbraucht, um nach stattgehabter Diskussion gegen diese An« träge von sich aus zu polemisieren. Hierauf werden die Art. 1 und 2 der Vorlage unter Ablehnung der Anträge Bömelburg angenommen. Es folgt Artikel 2 a. Diesen Artikel beantragen Bömelburg u. Gen.(Soz.) zu stteichen. Abg. Pachnicke(fts. Vg.): Mit diesem Artikel wollen Sie das Baugewerbe der schrankenlosen Willkür der Polizei preisgeben und es auf eine Stufe stellen mit den Trödelhändlern, Händlern mit Sprengstoffen, mit Lotterielosen, Heiratsvermittlern, Winkelkonsulenten u. dergl., die einer gewissen polizeilichen Kontrolle unterliegen. Der Artikel soll ein Pflaster sein für diejenigen, welche den Befähigungs- Nachweis haben wollen und ihn nicht erhalten. Abg. Erzberger(Z.): Der Artikel ist nur formell neu, in- haltlich war er bereits in der Regierungsvorlage enthalten. Per« s ö n l i ch stimme ich seiner Streichung zu, da seme Aufrechterhaltung zu großen polizeilichen Schikanen führen kann. Bei der Abstimmung erhebt sich für die Aufrechterhaltung des Artikel 2 a nur der Abg. Pauli-Potsdam(k.)(Große Heiterkeit.) Der Artikel 2 a ist abgelehnt. Artikel 3 wird angenommen. Zu Artikel 4 begründet Abg. Erzbcrger(Z.) einen Antrag Trimborn und Genossen: Für den Einspruch gegen die Untersagüng einer Bauausführung oder Bauleitung eine Frist zu bestimmen. Artikel 4 wird mit diesem Antendement angenommen. Es folgt Artikel 5. Abg. Wicmer(frs. Vp.): Meine Freunde werden der Reso» lution 3, welche um einen Gesetzentwurf ersucht, der die Lehrlings- Haltung an den Meistertitel knüpfen will, nicht zustimmen. Abg. Erzberger(Z.) beantragt, Art. 5 zu fassen:„Dieses Gesetz tritt ani 1. April 1907 in Kraft", weil dann eine neue Bauperiode eintrete. Artikel 5 wird in dieser Faffung angenommen. Zu Resolution la(Forderung von Baukontrolleuren) beantragt Abg. Gamp(Rp.) die Worte„gewählte Vertteter der Arbeiter" zu stteichen. Dieser Anttag wird abgelehnt, die Resolutton wird an- genommen. Resolution 1b(Forderung von Arbeiterschutzbestimmungen) wird angenommen. Bei Resolution 2(Forderung eines Gesetzentwurfs zur Pflicht- fortbildungsschule) ist die Abstimmung zweifelhaft. Die Linke und Nationalliberale stimmen dafür, Rechte und Zentrum dagegen. Der Hammelsprung ergibt Ablehnung der Resolution mit 130 gegen 126 Stimmen. Die Resolution Trimborn und Genossen(Z.)(die Re« gierungen sollen sich über die Durchführung der PflichtsortbildungS- schule verständigen) wird angenommen. Resolution 3(Forderung, die Berechttgung zur Lehrlingshaltung an den Meistert, tel zu binden) wird angenommen. ES folgt die zweite Beratung des Gesetzentwurfes über das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie. Die§§ 1. 2 und 2a werden gemeinsam beraten. Die Paragraphen lauten in der Kommissionsfassung: i, Urheber von Werken der bildenden Künste und der Photographie werden nach Maßgabe dieses Gesetzes geschützt. ...» 2- Die Erzeugnisse des Kiiilstgewcrbes sowie Entwürfe dazu gehören zu den Werken der bildenden Künste. DaS gleiche gilt von Bauwerken, soweit sie künstlerische Zwecke verfolgen. S 2a. Als Werke der Photographie gelten auch durch ein der Photographie ähnliches Verfahren hergestellte Werke. Rbg. Hcnnigvie hier. und die Zustimmung der einzelnen Parteien im Plenun, geht doch wohl von verschiedenen Anschauungen-aus. Ich stimme diesen Para« Kraphm nicht nur aus Zweckmäßigkeitsgründen zu, sondern auch weil rch in ihnen einen Fortschritt sehe in den Anschauungen über Kunst. DaS, was William Morris seit Jahrzehnten vertreten hat, daß zwischen Kunst und Handwerk keine prinzipielle Scheidewand bestehen dürfe, kommt hier zum Ausdruck. Jeder ist ein Künstler, der es versteht, sein persönliches künstlerisches Empfinden in seine Arbeit hinein- zulegen, oder wie der berühmte englische Künstler Walter Crane sagt: „Ob jemand den Meißel führt, den Hammer oder den Pinsel, ob er an derHobelbank oder auf dem Gerüst steht, wenn er in seiner Arbeit lebtund das Geschick besitzt, etwas Schönes hervorzubringen, dann ist er ein Künstler im wahren Sinne des Wortes." Da die>e Auffassung in dem Gesetzentwurf zum Ausdruck kommt, erklärt es sich, daß die All- gemeine Deutsche Kunstgenossenschaft, die auf dem alten zünftlerischen Standpunkt steht, in dem Gesetz eine Herabwürdigung der Kunst sieht, weil Photographien und auch das Kunstgewerbe darin auf- genommen find. Würde ihrer Anregung, statt dessen„angewandte Kunst" zu sagen, stattgegeben, so würde der ganze Fortschritt dieses Gesetzes wieder aufgehoben, und die Scheidewand zwischen Kunst und Handiverk würde bestehen bleiben. Es ist nicht richtig, was die Kunstgenossenschast sagt, daß die Photographie auch in ihren besten Leistungen niemals eine original-geistige Schöpfung fei, sondern stets nur vorhandenes Kunstwerk reproduziere. Wer die Ausstellung von Photographien in der Wandelhalle des Reichstages seinerzeit gesehen hat, der mutz zugeben, daß es in der Tat Photographien gibt, die man als Kunst- werke bezeichnen kann. Auch der Photograph, der derartige Ausnahmen macht, muß künstlerisches Empfinden haben und es in seine Arbeit hineinlegen.(Sehr richtig I bei den Sozialdemokraten.) Der Wider« stand des„Kunstwart", der von dem Standpunkt derjenigen aus- geht, die die Kunstwerke unter dem Volke verbreiten wollen, richtete sich eigentlich gegen ettoaS ganz anderes, was mit dem Gesetz- entwurs gar nichts zu tun hat. Der„Kunstwart" meinte, daß jetzt eine Reihe von photographischen Gesellschaften in den Museen ein Monopol habe; andere Unternehmungen werden nicht zugelassen, wir w.ssen daher die Photographien teuer bezahlen. Dieser Protest hätte angebracht werden müssen bei den Direknonen der Museen oder bei dem Landtag, der die Aufficht über fie hat. Man kann aber unmöglich zulassen, daß jedes Kunstwerk ohne weiteres photographisch verbreitet werden darf, ebensowenig wie literarische Erzeugnisse— wenn auch ihre Verbreitung zur Volks- aufklärung sehr erwünscht wäre; denn sonst würde jeder Urheber- schütz aufhören. Es gibt auch eine Reihe von Photographien, deren Aufnahme große Kosten verursacht, z. B. wissenschaftliche Photographien und Aufnahmen in entlegenen Ländern. Wir können nicht zulassen, daß solche Aufnahmen von jedem nachgemacht werden. Deswegen stimmen wir dem Z 1 zu. Ebenso ist es unangebracht, im§ 2 nach dem Wunsche der deutschen Künstlergenossenschaft„Kunst" statt„Kunst- gewerbe" zu setzen; deswegen werden wir auch für den§ 2 in der Fassung der Kommission stimmen.(Bravo I bei den Sozial- demokraten.) Abg. Dowe(frf. Bg.): Die deutsche Künstlergenossenschast vcr- wahrt sich dagegen, daß die Photographie mit der Kunst»n einem Gesetze behandelt wird. Wenn fie behauptet, dies sei der Kunst un- würdig, so stimme ich mit der Zurückweisung dieser Anschauung mit dem Vorredner ein. Abg. Lattmann(Wirtsch. Vg.): Auch wir halten die Zusammen- fassung der Werke der bildenden Künste und der Photographie für zweckmäßig und werden den§§ 1 und 2 zustimmen. Abg. Dr. Müller-Meiningen(frf- Vp.): Die Künstler behaupten mit Unrecht, daß es sich im Gesetz um eine Gleichstellung der Photo- graphie mit Werken der bildenden Kunst handelt; eS handelt sich vielmehr lediglich um die Verbindung zweier gesetzgeberischen Materien aus technischen Gründen. Geheimrat Robolski: Ich kann bestätigen, daß die Verbindung der Photographie mit den Werken der bildenden Künste nur auS praktischen Zwecken erfolgt ist. Die§Z 1, 2, 2s, werden angenommen. Es folgt§ 3. Abg. Dr. Müller-Meiningen(als Referent): Im§ 1 des Gesetzes betreffend das Urheberrecht an literarischen Werken werden Urheber von solchen Nachbildungen wissenschaftlicher oder technischer Art geschützt, welche nicht ihren Hauptzwecke nach Kunstwerke sind. Das deckt sich mit dem ß S des vorliegenden Gesetzes nicht völlig. Ich möchte den Regierungsvertreter um Auskunst bitten, ob ein Rückschluß von jenem Gesetz auf dieses zulässig ist. Das würde den K 2 illusorisch machen. Geheimrat Robolski: Ein solcher Rückschluß ist nicht zulässig. 8 3 wird angenommen. Die 8s 4—23(Abschnitt I und II des Gesetzentwurfs) werden, (fast sämtlich debattelos resp. nach unwesentlicher Debatte) an- genommen. Darauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Freilag t Uhr. Tagesordnung: Fortsetzung der Beratung. Erste Beratung des Gesetzentwurfs betr. die gewerblichen Bcrufsvereiue. Schluß G/z Uhr._ Die russische Revolution. Das amerikanische Syndikat in Sibirien. Herr Loique de Lobelle ist ein edler Franzose von altem aristo- kratischem Geschlecht, vielleicht ein Nachkomme der Kreuzfahrer. Er will Rußland eine Eisenbahn in Ostsibirien schenken und der russischen Regierung eine große Summe in barem Gelde zahlen. Einen Test dieser Summe, etwa 200 Millionen Rubel, soll die russische Regierung von ihm jetzt bald pränumerando erhalten. Es ist dieS keine Anleihe, sondern ein KonzessionS- und Pachtvertrag, und Monsieur de Lobelle glaubt dessen sicher zu sein, daß seine auf diesen Vertrag gegründeten Rechte auch von einer neuen russischen Regierung nicht bezweifelt werden können. Lobclle verpflichtet sich, ohne eine Garantie seitens der russischen Regierung zu verlangen, eine Eisenbahn zu bauen, die an einer Station der jetzigen sibirischen Bahn, höchst wahrscheinlich von K a n s k(zwischen Krassnojarsk und Jrkutsk) ihren Anfang nehmen und über Jakutsk bis zum östlichen Ende Sibiriens, bis zur Beringstraße. geleitet werden soll: er ver- pflichtet sich, einen Tunnel unter der Beringstraße durchzuführen und seine Eisenbahnlinie mit den amerikanischen Eisenbahnen zu verbinden!— Eine Eisenbahn durch die ostsibirischen Polareinöden, die ja hauptsächlich von verschickten Sozialdemokraten und Sozial« revolutionären bewohnt werden, durchzuführen und einen Tunnel unter der Beringstraße durchzustechen, das wird sehr viel Geld kosten.-- Welche Bedingungen stellt nun Monfieur de Lobelle seinerseits? Für dir Dauer der Konzession, d. h. für SO Jahre, wird ihm daS Territorium zu beiden Seiten der Bah» in einer Breite von je 12 Werst(über 12 Kilometer) auf jeder Seite zu seiner«erfügung abgetreten mit dem Recht der Exploitation der Oberfläche des Konzessionsgebietes sowie auch der im Schöße der Erde ruhenden Schätze!!! Lolqne de Lobelle ist selbstverständlich ein Strohmann. Er ver- tritt ein Syndikat amerikanischer Millionäre. Es ist festgestellt worden, daß das projektierte Konzessionsgcbiet unermeßliche Reich- tümer an Gold enthält! Als die russische Regierung verlangte, daß der Bau der Eisenbahn von ihrem westlichen Ende,' von der an der Sibirischen Bahn gelegenen Ausgangsstation an. beginnen solle, lehnte Monsieur de Lollelle dies ab. Das Syndikat wollte den Bau von der Bering st raße beginnen, und man kam endlich überein, daß der Bau von beiden Enden gleichzeitig in Angriff ge- nommen werden soll.». Wie weit das Syndikat in bezug auf den westlichen Teil der Eisenbahn seinen Verpflichtungen nachkommen wird,»st fraglich. Den Amerikanern kommt es nur auf die Goldschätze und die Kommunikation zu diesen an. Die amerikanischen Millionäre werden unermeßliche Reichtümer erbeuten, der rusfischen Re- gierung eine schöne Geldunterstützung gewähren und dem russischen Reiche eine für dieses ganz unnötige Eisenbahn geben. die nur für den Transport der Goldausbeute an ihre amerikanischen Eigentümer von Wichtigkeit sein wird.(„Towarisch" vom IS. November.) In St. Petersburg wimmelt's jetzt von großen und kleinen de Lobelles. Der eine verlangt eine Eisenbabnkonzession(immer nebst Territorium), der andere Fischereien, der dritte staatliche Berg- werke....„Wo Aas ist, da sammeln fich die Geier." Die klugen Herren machen ihre Rechnung ohne den Wirt! Sie vergessen, daß es dem russischen Volke wenn mit irgend einem, so mit dem Vorsatze bitter ernst ist, nach Niederzwingung des Zarismus alle von der jetzigen Regierung unter Ignorierung der Volksvertretung abgeschlossenen Konzessions-, Pacht-, Kaufverträge für null und nichtig zu erklären. Jene Pächter oder Käufer der Naturschätze Rußlands stecken also Geld in eine verfehlte Spekulation. Denn von ihrem Gelde werden diese Spekulanten— dafür wird das erwachte russische Volk sorgen— keinen Heller wiedersehen. StolypinS Wahlvorbereitungen. fu den unzähligen Maßregeln zur Fernhaltung der proletarischen äuerlichen Mafien von den Wahlurnen ist am 16. November eine neue hinzugekommen. Stolypin schreibt— selbstverständlich geheim— den Herren Gouverneuren vor: den Landschafts- Vorstehern(Semskie-Natschalniki) einzuschärfen, daß dieselben beileibe keine Abweichungen von den„Senatserläuterungen" in den Dörfern zulassen dürfen. Was eine solche„Einschärsung"-für die ohnedies ichon schneidigen Kreispolizeihauptleute bedeutet, das wird man erst später genügend würdigen können. Vorläufig bringen die rusfischen Blätter Zahlen über die Wirkung des Wahlrechtsraubes in einzelnen Gouvernements: Im Kreise Tschernigow des gleichnamigen Gouvernements zum Beispiel ist die Zahl der wahlberechtigten Kleinbauern von 12 000 auf 6000 gefallen! Im Kreise M e l i t o p o l haben etwa 30 Prozent das Wahlrecht verloren, im Gouvernement Kowno etwa 20 Prozent. Im Kreise P o l t a w a hat nur ein Siebentel der ftüheren Wähler und Wahlmänner das Wahlrecht. Im Kreise U m a n sind von den ftüheren 4777 Kleinbauern nur 700 in die Wählerlisten eingettagen usw. Neue Gäruugen. Durch kaiserlichen Ukas wurde das Kubangcbiet im Kaukasus in den Kriegszustand erklärt. Keine Juden-Emanzipation! Petersburg, 22. November.(Von einem Privatkorrespondenten.) Der Agitation des Verbandes russischer Leute gegen die Erweiterung der Rechte der Juden schließt sich nun auch, wie heute aus Kiew ge- drahtet wird, der Verband der Rechtsordnung an. Sowohl dem Kaiser wie auch Stolypin gehen zahlreiche Telegramme von Mit- gliedern des Verbandes russischer Leute zu, welche nahelegen, die Rechte der Juden nicht zu erweitern. An Stolypin wurde gedrahtet, daß eine Erweiterung der Rechte der Juden die Mitglieder des letzt- genannten Verbandes zu Verbrechen treiben würde. Zur Gaponiade. lieber Gapon, der laut Nachrichten der reakttonären Prefie seiner- zeit„auf Beschluß sozialdemokratischer Organisationen ermordet wurde", scheinen die Akten noch nicht abgeschlossen zu sein. Nach der„Ssewodnja" sollen in Bälde sensattonelle Enthüllungen in dieser Sache zu erwarten sein.— Der Untersuchungsrichter Saizen soll bereits ein gewaltiges Material bezüglich der Ermordung und der politischen Rolle Gapons gesammelt haben. Außer dem Unter- suchungsrichter wäre nur noch eine Persönlichkeit in das Geheimnis der„Gaponiade" eingeweiht, und zwar der Anwalt Kwaschin- Samarin. Das obengenannte Blatt schreibt wörtlich:„Dieser Mann könnte der russischen Gesellschaft schon jetzt die Augen über vieles öffnen, aber er ist durch das Gesetz zum Schweigen verpflichtet.„Glauben Sie mir", so äußert er sich.„Gapon hat in der russischen Geschichte eine Rolle gespielt, die tausendmal größer ist, als die. welche ihm die öffentliche Meinung zuschreibt. Diese Rolle ist tief geheimnisvoll. eng verknüpft mit Leuten, deren tönende Namen bisher noch nicht mit dem Namen deS sagenhaften Helden vom 9.�22. Januar in Zu- ämmenhang gebracht worden sind. Die ganze rufst, che Gesellschaft wird erstaunt sein, wenn sie hören wird, daß Gapon am Vorabend des 17./30. Ottober 1905, als man ihn für ermordet oder geflohen hielt, in Petersburg war und daß er damals eine komplizierte polittsche Rolle spielte, eine vielleicht noch kompliziertere als am 9./22. Januar. Durch die Untersuchung wird eine weiwerzweigte politische Intrige aufgedeckt werden." Herr Kwaschin-Samarin deutet ferner an, daß in diese Jntrigue auch auswärttge Mächte verwickelt seien!— Also zu der Enthüllung UrussowS und LopuschinS über die Tätigkeit der Nebenregierung will auch Herr Kwaschin-Samarin etwas beitragen——_ Die Hllmbnrger Polizei auf der Auklagebavit. Hamburg. 22. November. Dritter Berhandlungötag. (Telegraphischer Bericht.) AuS der Zeugenvernehmung am Abend des zweiten SitzungS. tages ist noch nachzutragen, daß noch eine ganze Reihe Schutzleute über die Borgänge vom Abend des„roten Mitt» woch" vernommen wurden. Sic schildern übereinstimmend die Situation in dem berüchtigten„Abbruzzenvicrtel" Hamburgs, in der Niedernstraße, am Schopenstchl usw. als sehr bedrohlich. Die Beamten seien mit Steinen und anderen Wurfgeschossen bom- barbiert worden, vor dem Restaurant von Lunau an der Niedernstrahe sei eine ganze Masse von Tumultuantcn zusammengeballt gewesen. die eine bedrohliche Haltung annahmen. Aus dem Restaurant seien fortwährend Wurfgeschosse auf die Schutzleute geworfen worden. Auch als sie das Lokal schon gestürmt hatten, habe man von den hinteren Tischen her mit Gläsern, Untersätzen auf sie gc- warfen. Gastwirt Lunau tritt diesen Aussagen entschieden entgegen. Er sagt: Wenn das geschehen wäre, hätte ich es sehen müssen. ES hätten dann auch die Scherben nicht bloß um die Tische herum, sondern auch im Gange vor dem Schanktisch liegen müssen. Die B e a m t en halten ihre Aussagen aufrecht. Zeuge Zigarrenhändler Höhninger: Er liefere an Lunau Zigarren und sei an jenem Abend als Gast im Restaurant gc- wcsen. Er saß ganz in der Nähe der Tür und nahm nichts davon wahr, daß auS dem Lokal geworfen wurde. Als die Polizisten mit geschwungenem Säbel hineinstürmten, sprang er sofort auf, habe aber trotzdem 5 Hiebe über Kops und Hände erhalten. Ein Hieb sei so wuchtig gewesen, daß er einen Schlüssel, den Zeuge in der Seitentasche trug, durchgeschlagen habe,(Der Zeuge überreicht dem Gericht die Schlüsselstücke.) Eine Aufforde- rung, das Lokal zu verlassen, hat Zeuge nicht vernommen. Verteidiger Dr. G a e n ß l e r wünscht, daß die am Vormittag zum Fall des infolge eine» Säbelhiebes verstorbenen Arbeiters W i t t m a n n vernommene Frau R e i n d e l aus München auch noch über ihre Beobachtungen in der A p o t h e k e i n d e r Klosterstraße befragt werde, wohin man den blutuberfiromten Wittmann gebracht hatte. Frau R e i n d e l gibt an: In der Apotheke warteten schon mehrere Personen, die von emem Arzt verbunden wurden. Es wurde gesagt, daß 23 Personen in dieser Weise dort behandelt worden wären. Einem Ivjährigen Knaben waren 4 Finger an der rechten Hand fast ganz durchgeschlagen. Auch noch ein anderer Knabe war unter de» VcrlcUtcm Dann brachte man eine halb bewußtlose Dame an, die sagte, daß sie fremd und ahnungslos vom Klostertor hergekommen sei. Heute früh wurde die Zeugenvernehmung fortgesetzt. Es wird zunächst auf den Fall Lavy eingegangen. Kaufmann Paul Lavy, Sohn des Bürger« schaftsmitgliedes Lavy, kam etwa um%12 Uhr aus einem Cafe am Jungfernstieg und ging, da die Bergstraße ab- gesperrt war, durch das Alstertor nach dem Fischmar- Aus dem Fischmarkt standen 40 bis 50 Schutzleute in Reihen au, marschiert. Publikum war kaum zu sehen. Die Gesellschaft, in der sich der Zeuge befand, löste sich in kleinere Trupps auf, um nicht als Tumultuantcn angesehen zu werden. Der Zeuge fährt wörtlich fort: Ich ging mit einem Freunde durch die Reichstraße, in der wir etwa 7 bis 8 Leute gehen sahen. Plötzlich hörte ich, wie ein Mann, der hinter mir auf der anderen Straßenseite ging, von einem Schutzmann bedroht und geschlagen wurde. Gleich darauf war auch ein berittener Schutzmann neben mir und sagte: „Du bist wohl auch so einer!" Damit schlug er gleich mit dem Säbel auf mich los.— Vors.: Wohin?— Zeuge: Uebcrall hin, auf de» Kopf, den Rücken und die Hände. Sofort stürzten 6 bis 8 Schutzleute zu Fuß auf mich los und alle schlugen auf mich ein, wohin sie trafen.— Vors.: Haben Sie denn den Beamten keine Aufklärung geben können?— Zeuge: Dazu kam ich gar nicht. Die Schutzleute liefen immer hinter mir her und ich rettete mich in eine Wirtschaft in der Reichstraße. E i n S ch u tz» mann verfolgte mich aber auch dahin und schlug weiter auf mich las, so daß ich wieder heraus muhte. Draußen wurde ich von Schutzleuten mit Schlägen traktiert, ein Schutzmann gab mir mehrere Faustschläge ins Gesicht.— Vor s.: Waren im Lokal viel Gäste?— Zeuge: Ich glaube zwei.— Vors.: Wie verhielten sich diese?— Zeuge: Sie blieben ganz ruhig. Ich mußte machen, daß ich herauskam. Ich lief nach dem Klostertor, ein berittener Schutzmann galoppierte hinter mir her und schlug weiter auf mich los. Erst am Ende der Straße ließ man von mir ab. Meine Freunde traf ich hier und ging mit ihnen nach der Raboisewache, wo ich mich verbinden ließ.— Vors.: Wieviel Schläge mögen Sie erhalten haben?— Zeuge: Es wurde un- unterbrochen auf mich losgeschlagen, wobei ich an den Händen und am Kopf Schnittwunden erhielt. Ich habe 6 bis 8 Pflaster auf den Kopf erhalten. Der Staatsanwalt glaubt, daß die jungen Leute sich wohl aus Neugierde dorthin begeben hätten.— Zeuge gibt zögernd zu. daß er nach der Schützenstraße wollte.(Heiterkeit.) Die Schützen- straße ist eine Bordellstraße.)— Staatsanwalt: Wieviel Wein und Schnaps hatten Sie wohl etwa getrunken?— Zeuge: Sehr wenig Alkohol, ich war vollkommen nüchtern.— Verteidiger: Haben Sie nicht am Klostertor einen Schuhmann nach der Polizeiwache gefragt und von diesem eine merkwürdige Antwort erhalten?— Zeuge: Ja. es stand ein einzelner Schutzmann da. den fragte ich nach der nächsten Polizeiwache. Er hatte eine Zigarre im Munde und gab zunächst leine Antwort; nachher rief er:„Auf dem Monde!"(Heiterkeit.) Der Vater des Zeugen Lavy, Bürgerschaftsmitglicd Lavy ge- hört der rechten Seite der Hamburger Bürgerschaft an. Er hat für die Wahlrechtsänderung gestimmt. Er bekundet: Sein Sohn hatte am nächsten Morgen an beiden Händen und am Kopfe Pflaster. Ich sagte zuerst: Das ist Dir ganz recht geschehen, weshalb bist Du dahin gegangen.'Als er aber sagte, daß er mit seinen Freunden ruhig die Reichstraße entlang gegangen sei, ersuchte ich ihn. alle» niederzuschreiben und bei der Wahrheit zu bleiben. Den Bericht schickte ich mit einem Anschreiben an den zuständigen Senator. Der Verteidiger beantragt hierauf den im Zuhörerrau« befindlichen Freund des jungen Lavy, Kaufmann K o r d s. zu laden. Er wird sofort vernommen. Er bekundet, daß er mehrere Schläge mit der flachen Klinge über den Rücken bekommen und sich dann in die Straßenbahn gerettet habe.— Ein Beisitzer: Ist et vielleicht auf der Straße laut gewesen oder haben Sie viellcich. gelärmt?— Zeuge: Nein, wir gingen ganz ruhig unsere! Weges.— Polizeihauptmann Niemann war auf der Wache als der junge Lavy zum Verbinden kam. Er war sehr aufgeregt und wurde von dem Wachtmeister verbunden. Die Verletzunger. waren nur geringfügig. Soweit ich mich erinnere, sagte einer feine» Freunde: Das geschieht Dir ganz recht, ich habe Dich doch gewarnt. hinzugehen.— Zeuge Lavy erinnert sich der Aeußerung nicht.— Polizeidirektor Roscher bekundet, daß ihm die Eingabe des Bürgerschaftsmitgliedes überreicht worden sei.— Auf Per, anlassung der Verteidigung wird die Eingabe und der dazu ge- hörige Bericht zum Beweise dafür, daß fie in sehr ruhiger und fach- licher Form gehalten sind, verlesen. In dem Anschreiben schreibt Lavy sen.:„Wenn die Polizei in solcher Weise vorgeht, darf man sich nicht wundern, daß in gut bürgerlich gesinnten Kreisen Erbitte- rung Platz greift."— Polizeidirektor Roscher bekundet, er habe sich nicht ermitteln lassen, welcher Schutzmann den Lavy verletzt habe. Bert. Gaenhler wünscht zu wissen, in welcher Weise bi« Recherchen über die Beschwerde des alten Lavy angestellt wurden.— Polizeimajor Diestfeldj ES wurde sämtlichen Beamten die Frage vorgelegt, wer sich er, innere, daß ein junger Manu mißhandelt worden sei. Die Ant- wort lautete verneinend.— Bert.: Auf diese Weise kann wohl kaum etwas herauskommen.— Zeuge Lavy jun. erklärt auf Befragen, daß er weder vorgeladen, noch einem Schutzmann gegen- übergestellt worden fei.— Es wäre vielleicht möglich gewesen, daß er gleich damals wenigstens den Schutzmann, der ihm die Faust- schlüge versetzt hatte, wiedererkannt hätte. Heute sei das unmöglich. Verl.: Nachdem der Zeuge Polizeimajor Diestfeld erklärt hat, daß er daS Verhalten feiner Beamten für korrekt halte, möchte ich ihn fragen, ob sich das auch auf den Fall Lavy bezieht?— Zeu ge. Ich bin der Anficht, daß Herr Lavy sehr unvorsichtig handelte, weil er auS Neugierde dorthin ging.— V e r t.: Dos ist eine Kritik an dem Verhalten des Herrn Lavy; meine Frage bezweckt etwas anderes. — Zeuge: Ich führe dies nur an, um nachzuweisen, daß meine Beamten richtig gehandelt haben. Herr Lavy hat sich in Gefahr begeben, meine Beamten waren beim Aufräumen und da wurde er mit ausgeräumt.(Heiter- keit.)— Vert.: Halten Sie es denn für richtig, das beim Auf- räumen und Weitertreiben der Leute einzelne Passanten stnß- handelt werden? Gehört denn zu Aufräumen auch da« Austeilen von Faustschlägcn?— Zeuge: Gewiß!(Lachen im Publikum.) — Vert.: Tie glauben also, daß die Beamten beim Säubern der Straßen vollkommen korrekt vorgegangen sind?— 8j-u9€:. �aS habe ich nicht gesagt, ich habe nur sagen wollen, daß.Vi n' klären kann, daß Herr Lavy als Unschuldiger, ohne daß die Beamten unkorrekt gehandelt haben,, Prügel bekam. Polizeihauptmann Niemann erklärt eS für absolut un- möglich, daß auf dem Rathausmarkt von den Schutzleuten in die Massen hinein galoppiert worden sei. Man hal-e die Leute immer aufgefordert, wegzugehen und sie dann zurückgedrängt. Es wird dann ein Brief des Besitzers der Apotheke in der Klosterstratze verlesen, worin dieser erklärt, in seiner Apotheke sei ein Minderjähriger nicht verbunden worden. Assekuranzbeamter Witter, ein Freund des jungen Lavy. bekundet, daß er mit anderen jungen Leuten weggelaufen sei, als er die Schutzmannskavallkade anrücken sah. Ihnen sei nicht» passiert. Auf der Wache sagte der Leutnant: Weshalb gehen Sie dorthin? Er erinnere sich aber nicht, daß er oder einer seiner Freunde dem Lavy einen Vorwurf gemacht hätten.— Einer der S ch n tz l e u t e auf der Wache will dagegen gehört haben, wie einer der Freunde Lavys zu diesem sagte: Beruhige Dich doch nur. Wärst Du nicht hingegangen, dann wäre Dir nicht» passiertt Naturheilkundiger Bergmann tvax mit dem Redakteur Witte zusammen über den Ruhmarkt und durch verschiedene Ttrahen gegangen. Die Schutzleute waren in sehr erregter Stim- mung. Er beobachtete, wie zwei Damen an einer Haltestelle auf die Straßenbahn warteten. Ein Schutzmann fuhr sie barsch an. Als die Damen sagten, daß sie auf die Straßenbahn warteten, schrie der Schutzmann: Machen Sie, daß sie weiter kommen! Als die Damen den Wagen besteigen wollten, befahl der Schutzmann dem Kutscher, weiter zu fahren. Des Zeugen Begleiter erhielt zwei Schläge über den Rücken, es wurde ihnen zugerufen, sie sollten laufen. Sie eilten dann in einen Hauseingang. Es war aber gar keine Spur von Tumult vorhanden. Bei dieser Gelegenheit sahen sie einen Arbeiter, der Geräte über der Schulter trug. Ein Schutz- mann schlug ihn mit dem Säbel übers Kreuz und rief, er solle laufen. Ein zweiter Schutzmann lief ihm dann nach und versetzte ihm noch mehrere Hiebe. Hinter ihm kamen zwei Arbeiter, ihnen wurde zugerufen, sie sollten laufen. Der eine fiel hin, da sprangen mehrere Schutzleute mit geschwungenem Säbel auf ihn zu. Das war zuviel. Ich sprang vor und sagte: Lassen Sie den Mann doch, Sie sehen ja, daß er lief. Darauf ging der Schutzmann weg, ohne ein Wort zu sagen. Redakteur Witte bestätigt die Angaben des Vorzeugen. Er sah, wie die Schutzleute in die Masse des Publikums hinein galoppierten. In anderen Städten habe er gesehen, wie in solchen Fällen die Schutzleute ihre Pferde seitwärts an das Publikum drängen und nicht geradezu hinein galoppieren. Dieses direkte Hineingaloppieren habe ihn gerade empört.— Buchhalter Treuer meldet sich aus dem Zuschauerraum, um der Ansicht dieses Zeugen entgegen- zutreten. Es sei nicht richtig, daß in das Publikum hinein galoppiert wurde, sondern es sei ein gewöhnliches Zurückdrängen gewesen. Er habe auch gesehen, datz auf die Polizei Steine gc- warfen wurden. Er habe auch damals die beiden Zeugen Witte und Bergmann gesehen. Bei dem Zeugen Witte habe er sich da- mals gleich gesagt: Der sieht aus wie ein Schriftsteller.(Heiter- keit.) Zeuge Rathausdiener Beckmann kam an dem Abend mit seinem Kollegen aus der Bürgerschaftssitzung. In der Steinstrahe, die ganz leer war. kam ihm der Wachtmeister L i d k e, den er per- sönlich kannte, mit geschwungenem Säbel entgegen und holte zum Schlagen aus. Zeuge rief: Lidke, was machst Du denn? In dem- selben Augenblick hatte er schon einen Hieb weg. Lidke lief erschreckt weiter. Wachtmeister Lidke erklärt, daß er den Beckmann genau kenne, er wisse aber nicht, daß jemand seinen Namen gerufen habe. An der Stelle waren kurz vorher Steine geworfen worden. Ein Beisitzer: Zeuge Beckmann erklärt in seiner durchaus glaubhaften Aussage daß vor und hinter ihm keine Leute waren und dah in dem Augenblick auch nicht geworfen wurde. Wenn Sie ihn nicht erkannt haben, müssen Sie doch blind zugeschlagen haben. Hatten Sie denn das Recht, die Leute zu schlagen, ohne sie zum Weitergehen aufzufordern?— Zeuge: Die Leute haben sich direkt auf uns geworfen. Zeuge Wolter, der mit Beckmann zusammen war und jetzt Schuldiener ist, erklärt, dah die Stcinstrahe leer war. Gleich nach- dem er sich von Beckmann getrennt hatte, kam ihm ein Schutzmann entgegen. Da er sah, wie ein junger Mann von einem Schutzmann verhauen wurde, flüchtete er, aus Furcht, auch Prügel zu bekommen, in ein Haus. Ter Schutzmann forderte ihn auf, herauszukommen, und beim Weggehen erhielt er Hiebe über de» Arm.— Eine Reihe von Zeugen machen sodann Bekundungen über ähnliche Beobach- tungc». Hierauf wird auf Aufforderung des Verteidigers Fräulein H e h m a n n den Schutzleuten gegenübergestellt, die ausgesagt haben, dah Fräulein Heymann Schimpfworte gebraucht habe. Fräulein Heymann erklärt: Ich habe nur gesagt, das ist ein miseraLIes Benehmen der Polizei.— Schutzmann Brotkorb Iwt deutlich gehört, wie Fräulein Hcymann rief: Gemeinheit, Schuftigkeit. Sie hat genau so geschimpft wie das andere Fräulein. Der Herr Verteidiger ist nicht dabei gewesen, kann es also nicht beurteilen.— Der Vorsitzende verweist diesem Zeugen diese Aeußerung.— Schutzmann Fach will die Aeuherung gehört haben: Schurken, Niederträchtigkeit! Das Gericht beschlieht nach kurzer Beratung, Fräulein Hey- mann zu vereidigen. Die Verhandlung wird dann auf morgen vertagt. Es sind nur nych einige Zeugen zu vernehmen, dann bc- ginnen die Plaidoyers. Hus der partei« Gcmeinderatswahlcn. — Bei den Gemeinderatswablen in einigen Landgemeinden in der Umgegend vonDortmund erzielten unsere Genossen bemerkenswerte Wahlsiege. In Heeren bei Kamen siegte der Kandidat unserer Partei mit etwa 170 Stimmen über den Zechenkandidaten, der sich mit 120 Stimmen begnügen muhte. In der Landgemeinde Rüdinghausen, wo wir seit zwei Jahren die Mehrheit in der Gemeindevertretung haben, haben die Gegner jeglichen Mut verloren: sie stellten uns bei der jetzigen Wahl nicht einmal mehr einen Kandidaten entgegen. Den größten Erfolg erzielten wir in den Orten Hombruch, Kruckel und Kirchhörde, die zusammen eine Landgemeinde bilden. Hier wurde schon seit Jahren ein erbitterter Kampf geführt, das Zentrum hat dort von jeher mit den Zechen- und Fabrikhcrren gemeinsame Sache gemacht. Noch im Jahre 1904 siegte der Mischmach mit etwa 20 Stimmen über unsere Kandidaten, diesmal trugen aber unsere Genossen einen überwältigenden Sieg davon. Die ver- einigten Gegner erhielten 303 Stimmen, während die Sozialdemo- kratie 454 Stimmen auf sich vereinigte. Die Stimmen der Gegner vermehrten sich um etwa 60 Proz., die Stimmen der Sozial. demolratie nahmen aber um etwa 150 Proz. zu, denn im Jahre 1004 hatten wir erst 181 Stimmen. Dieser Erfolg berechtigt zu den besten Hoffnungen für zukünftige Wahlen. Bei der Gemeinderatsersatzwahl in Gleuel, einem stockkatholi- schen Orte im Landkreise Köln, gelang es unseren Genossen zum erstenmal, einen Sozialdemokraten durchzubekommen. Es handelte sich nur um zwei Stimmen, und es wäre ein zweiter Genosse ge- wählt worden. In Crimmitschau(Sachsen) erfochten unsere Genossen einen glänzenden Sieg. Sie erhielten 810, die Gegner 090 Stimmen. Die letzten Stadtverordnetenwahlen in Crimmitschau gingen unter den Nachwirkungen des großen Crimmitschauer Textilarbeiter- streik» vor sich. Die Textilbarone setzten Himmel und Hölle in Be- wegung, um mit Hlklfe des neugegründeten Arbeiterverein« unsere Genossen aus der ersten Klasse— Crimmitschau hat ein Drei- Ilasseuwahlsystem, bei dem die Plebs die erste, die reichen Leute aber die dritte Klasse bilden— zu verdrängen. Unsere Genossen siegten mit einer winzigen Mehrheit. Die Gegner fochten die Wahl mit den nichtigsten Gründen an und hatten auch Erfolg. Bei der neuen Wahl blieb aber der von den Gegnern erwartete Erfolg trotz der skrupellosesten Agitation au«. Unsere Liste siegte wiederum mit lvenigen Stimmen. Wie daS Ergebnis der gestrigen Wahl zeigt, hat diesmal die Arbeitswilligentruppe der Fabrikanten vollständig Versagt. Antisemitismus in der Sozialdemokratie hat das �Berliner Tageblatt" wieder einmal entdeckt. Als corpus delicti produziert eS ein Eingesandt. daS in der Freitagsnummer des„Volks- blatt für Anhalt"(Dessau) veröffentlicht wurde. Es war ein Beitrag zum Wohlkampf um die Stadtverordnetensitze und rührte von einem Handwerker her. Der Schluh dieses Eingesandts, das sich in rein zünftlerischcn Gedankengängen bewegt, lautet: Und nun noch ei,,»: In Nr. 260 des„Voltsblatt für Anhall- schreiben Sie, alle Hände voll zu tun zu haben, um keinen Anti- semitiSinuS aufkommen zu lassen. Schade um Ihre Mühe II Sie ist ganz zwecklos k Der Antisemitismus wird hier sehr bald festen Fuß fassen und das ist in Anbetracht der Vorgänge auch nur zu natürlich. Ich war niemals ein Judeufreund, weil ich ge» funden habe, dah alle, die ich bisher kennen lernte, ohne jede Aus- nähme hinfichtlich des moralischen Wertes auf ein und derselben Swfe stehen. Ich würde es also durchaus nicht für ein Unglück halten, wenn alle Semiten schon in den nächsten Tagen durchs Rote Meer zurückgehen und bei dieser Gelegenheit wirklich so viel Wasser schlucken würden, wie angeblich vor Jahrtausenden die Aegypter! Dah wir keinen Schaden hätten, wenn damals das Meer anstatt der Aegypter die„Kinder Israels" samt ihren Eltern verschlang oder aber wenigstens die Semiten jenseits des Jordans blieben, werden Sie jedenfalls nicht bestteiten wollen. Das„Verl. Tageblatt- bemerkt dazu, daß das.Volksblatt" dieses Eingesandt ohne jede Bemerkung abdruckte, sich also still- schweigend mit seinem Inhalt und mit dem antisemitischen Schluh einverstanden erklärte. DaS erste ist richtig, das zweite nicht. Das „Volksblatt- hat in der Nummer vom Montag folgende Erklärung gegeben: DaSEingesandt desHandwerkers, das wir am Freitag veröffentlichten, sSloh mit rein antisemitischen Ausführungen. Es war ja selbstverständlich, dah wir durch Abdruck des Eingesandts uns mit demselben nicht identifizierten. Wir haben es wiedergegeben, einmal, weil wir den betteffenden Handwerker zum Wort kommen lassen wollten, sodann, um zu zeigen, wie wenig die„Mittelstandsretterei" bei allen Hand- werkern verfange, und drittens, um klar in die Erscheinung treten zu lassen, wie das Austreten eines Cohn auf die anti- semitischen Instinkte aufreizend wirke. Daß wir dem Anti- scinitismuS nicht mit Haaresbreite ein Zugeständnis machen, ist selbstverständlich. Weil es selbstverständlich ist, ward auch kein Zusatz zu dem Eingesandt gemacht. Um aber auch kein Miß- Verständnis aufkommen zu fassen, wollen wir heute doch aus- drücklich, wie das Pens auch am Sonnabend getan hat, auch an dieser Stelle konstatieren, datz wir uns mit dem auch sonstige Schiefheiten in wirtschaftlicher Beziehung enthaltenden Eingesandt in keiner Weise identifizieren. Das beweisen wir übrigens durch die Tat mit unserem Stimmzettel. Viele Juden arbeiten mit Hingebung und Eifer in unseren Reihen für die Sache der Frei- heit und Gerechtigkeit. Das ist auch verständlich. Aber wenn ein Jude sich zum Führer der Reaktion gegen die Sozial- demolratie auswirft, dann ist das ebenso verächtlich, wie wenn jüdische Bankiers dem russischen Zarismus immer wieder neue Gelegenheit zu Millionenpumpen verschaffen, damit er mit der Revolutton fertig werde. Unsere Sympathie geht mit den Juden, die bei den russischen Progroms abgeschlachtet werden. Mit den Juden aber, die das Geld für diese Judenabschlachtungen liefern, haben wir allerdings keine Sympathie. Und ein Cohn figuriert für uns heute in Reih und Glied mit den letzteren. Das„Berliner Tageblatt- hat also unrecht, wenn es das »Volksblatt für Anhalt" des Antisenntismus beschuldigt. Wir stehen allerdings nicht an zu erklären, datz der Abdruck des Eingesandts uns selbst durch die Erregung des Wahlkampfes kaum entschuldbar erscheint, datz weiter aber die Fortlassung jeder Be- merkung zu diesem Eingesandt zum mindesten eine grobe Unter- lassungssünde war. Vom Fortschritt der Presse. DaS„Hamburger Echo' hat jetzt eine regelmätzige Auflage von über 57 000 erreicht. Das ist das hocherfreuliche Resultat der eiftigen Agitationstätigkeit der Parteigenossen. 5400 neue Abonnenten hat allein die in den letzten Wochen von der Parteiorganisation des ehemaligen nördlichen Be- lagerungsgebieteS durchgeführte Aktion gebracht; ungefähr ebenso viel erzielien die Gewerkschaften, die in dankenswerter Weise unter ihren Mitgliedern für das Parteiorgan warben. So stieg die Auf- läge allein im Jahre 1906 von 44 700 zu Anfang Januar auf 57 000 zu Ende Oktober. Toteuliste. Zu Hamburg starb im Krankenhause der Genosse Andreas Bitter im 66. Jahre. Er war viele Jahre hindurch Redakteur des Verbandsorgans der Maurer, des. G r u n d st e i n s". Von einer schweren Krankheit heimgesucht, muhte er seinen Posten aufgeben. Nach seiner Genesung trat Bitter am 1. Juni 1891 als Sekretär in den Bureaudienst der Hamburger Buchdruckerei und Verlagsanstalt Auer u. Co. Ursprünglich wollte er sich dem Apothckkrgewerbe widmen und war bereits als Lehrling darin tätig, als sein Vater starb. Da es an den nötigen Mitteln fehlte, mutzte Bitter seine Studien unter- brechen und einen anderen Beruf ergreifen. So wurde er denn Maurer und später Redakteur des Fachorgans. Schwedens Sozialdemokratie und die„Jungsozialisten". Der schwedische sozialdemokratische. Parteivorstand gibt in „Social-Demokraden- vom 17. November cr. den Arbeiterkom- munen bekannt, dah er beschlossen hat, die Herren Hinke Bei» gegrcn in Stockholm und C. G. Schröder in Helsingborg von der Mitgliedschaft in der Sozialdemokratischen Partei zu suspen- diercn. Ueber die Gültigkeit dieses Beschlusses soll eine all- gemeine geheime Urabstimmung der Parteigenossen entscheiden und zwar in folgender Form: „Wer es billigt, dah der Parteivorstand gegen die systematischen Angriffe auf das Programm, die Taktik und die Vertrauens- männer der Partei bestimmt Front gemacht haß stimmt mit ja. Wer das nicht will, stimmt mit nein. Ueber den endgültigen Ausschluß der Genannten aus der Partei soll auf dem nächsten ordentlichen Parteitag entschieden werden. Der Parteivorstand macht die Arbeitcrkommunen dann darauf aufmerksam, dah es grundsätzlich unrichtig ist. solchen Personen, die in ihren Grundanschauungen und in ihrer ganzen Wirksamkeit vom Programm und von der Taktik der Partei abweichen, Gelegen- heit zu geben, im Namen der Partei oder der Arbeitcrkommune aufzutreten, oder ihnen gar Vertrauensaufträge in Parteian- gelcgenheiten zu geben, und fordert die Parteiprcsse auf. allen Vcrsucben, die im Parteiprogramm und in ParteitagSbeschlüssen festgelegte Grundauffassung der Partei innerhalb der Arbeiter- schaft zu untergraben und die ganze Tätigkeit der Partei zu ver- 'dächtigcn, kräftiger als bisher entgegenzutreten. Schließlich spricht der Parteivorstand seine Mitzvilligung darüber aus. dah Parteiorganisationen im Widerspruch zum Parteistatut Publi» kationen ökonomisch und moralisch unterstützen, die konsequent und bewußt dem Streben der Partei entgegenarbeiten. Hinke Beraegrcn ist der bekannteste Führer der Jungsozialisten und Herausgeber der Zeitschrift„Brand". Anhänger von ihm waren in den vor kurzem in Stockholm entdeckten Bankplünde- rungsplan verwickelt, über den er selbst allerdings entschieden seine Mißbilligung aussprach. C. G. Schröder gibt die Zeitung„Nya Folkvilfan"(„Der neue Volkswille") heraus, in der. ebenso wie in„Brand", die Partei fortgesetzt verdächtigt, ihr Programm und ihre Taktik angegriffen werden. Der Wirksamkeit Sck�öders wird auch iene tumuttuarisch verlaufene antimilitaristisch« Demonstration in Helsingborg zuge. schrieben, die für einige junge Leute Zuchthausstrafen von lg Mo» naten bis zu S Jahren zur Folge hatten. Eue Industrie und ftandel, Woher kommt die Lohnsteigerung? Dah auch in Oberschlesien die höheren Löhne vorzugsweise aus Leistungssteigerung resultieren, ergibt die Statistik der obersckilesischen Berg- und Hüttenwerke. Danach stellt sich für die ersten drei Ouartale in 1906 die Förderung auf 22 082 416 Tonnen, die einen Geldwert von 158 010 783 M. repräsentieren; für die gleiche Zeit des Bor- jahres ergibt sich eine Fördermenge von 19 952 652 Tonnen, deren Geldwert auf 139 301309 M. angegeben ist. Die durch- schnittliche Belegschaft für alle drei Ouartale ist nicht angegeben. wir legen deshalb die für das 3. Quartal ermittelte Arbeiterzahl zugrunde und erhalten dann folgendes Resultat. Aus den Kops der Belegschaft entfällt 3 Ouartale mehr in 1905 1906 1906 Fördermenge. 5io. 228,8 244,4 15,6 Wert der Fördermenge M. 1597 1764 157 Tatsächlich sind die Kopfleistungen aber grötzer; denn für alle drei Quartale stellt sich die durchschnittliche Belegschaft niedriger als für daS 3. Quartal. Stellt man nur das 3. Quartal in Vergleich, ergeben sich folgende Zahlen. Es wurde erzielt pro Kopf der Ve-' schäftigten: 3. Quartal mehr in 1905 1906 1906 Fördermenge..... To. 78,1 83,9 5,8 Wert der Fördermenge.. M. 651,6 612,0 60,5 Bei der Förderung ergibt sich eine Leistungssteigerung vo« 7,42 Prozent und bei dem Wert eine solche von 10,97 Prozent. Elekttizitäts-Aktien-Gesellschaft vormals Schuckert u. Cie. Nürn- berg. Der Bruttogewinn des am 31. Juli d. I. abgelaufenen Geschäftsjahres beträgt 4251300 M.(im Vorjahre 3446066 M.), wozu noch ein Gewirinvortrag vom Vorjahr mit 922 931 M.(im Vorjahre 1 204 103 M.) ttitt. Nach Deckung der Verwaltungskosten, der Boll- zinsen, der Steuern und der Abschreibungen mit 1970 097 M.(im Vorjahre 1973 616 M.) verbleibt ein Reingewinn in Höhe von 3 204 134 M.(im Vorjahre 2 676 553 M.). wovon 114 060 M. (im Vorjahre 73 622 M.) dem geschäftlichen Reservefonds zufliehen und fünf Prozent vertragsmäßige Tantiemen für den Aufsichtsrat gleich 24 357 Mark zu bestreiten sind. Der Auffichtsrat und Vorstand schlagen der auf den 4. Januar nächsten Jahres einzuberufenden Generalversammlung vor. eine Dividende von 6 Proz.(im Vorjahre 4 Proz.) zur Verteilung zu bringen, und den Restbettag von 966 717 M.(im Vorjahre 922 931 M.) auf neue Rechnung vorzutragen. Gleichzeitig soll ein Antrag auf Erhöhung des Akttenkapitals von 42 Millionen auf 60 Millionen, also um 8 Millionen Mark, gestellt werden, zu deren Uebernahme sich ein Bankkonsortium bereit erklärt hat, und von denen 7 Millionen den Aktionären im Verhältnis einer neuen aus sechs alte Aktien an- geboten werden. Kein Nadelgeld. Die„Franks. Ztg." berichtet:„An die Kapitalserhöhung von 160 Millionen Mark auf 180 Millionen Mark sind allerlei Erörterungen geknüpft worden, die aber wohl aus- schließlich auf Kombinationen beruhen. Weder ist an eine Weiter- begebung der neuen Aktien gedacht, noch handelt es sich überhaupt um eine neue Geldbeschaffung; Neuanschaffungen und Vergrößerungen werden nach wie vor aus dem Betriebe gedeckt. Die ganze TranS- aktion ist vielmehr eine rein buchmäßig-formale, indem einfach 20 Millionen Mark von denjenigen Bettägen, die als Dividende usw. den Besitzern gutgeschrieben worden waren, auf Kapital-Konto über- tragen, d. h. also zu Aktien gemacht werden." So werden aus dem Ertrage der Arbeit immer wieder neue Mllionen dem dividendenfressenden Kapital zugeführt, die Zinsenlast wächst; technische Fortschritte, gesteigerte Produktivität, alles kommt dem erhöhten Kapital zu gute, die Arbeiterschaft partizipiert daran nur ganz minimal. Günstig— aber: Die„Rhein.-Westf. Ztg." meldet vom rheinisch- westfälischen Eisenmarkt: Die Marktlage bleibt trotz mancher Be- sorgnisse fest. Die Ausführungsaufträge gehen in den letzten Wochen in verstärktem Matze ein. Nach Meinung der industriellen Kreise sind keine Anzeichen vorhanden, die einen Umschwung der be- stehenden Verhältnisse befürchten lassen. Auch mit einem Nach- lassen des Weltmarttbedarfes wird für das erste nicht ge- rechnet. In leichteren Handelsfabrikaten, wie Stabeisen, hat die Kauflust ivohl nachgelassen. Diese Erscheinung findet teils in der gegenwärtigen Jahreszeit ihre Begründung, andererseits auch, iveil die Händler und Verbraucher sich überreichlich gedeckt haben und Spekulationskäufe nicht machen wollen. Die Preis- bewegung ist in ein ruhigeres Fahrwasser gekommen. Für die weitere Marktlage befürchtet man jedoch teuren Geldstand, Lohn- bewegungen und Verbandserneuerungen, wie die Erneuerung des Stahlwerlsverbandes, des Röhrensyndikats und des Walzdraht- verbandeS. Ferner sei auch die Krise im Kohlenshndikat nicht von der Hand zu weisen. Sine befriedigende Lösung dieser drei Fragen wird aber erhofft. Erhöhung der Selbstkosten. Als Grund für die meisten Preiserhöhungen müssen die an- geblich gestiegenen Selbstkosten herhalten. Solche Behauptungen müssen schon befremden, wenn man dazu die Erklärungen und Er- läuterung'en vergleicht, die gewöhnlich bei Anträgen auch Kapital- erhöhungen vom Stapel gelassen werden. In der Regel hört man dann, dah die Umbauten notwendig sind, um durch Verbesserungen nach den neuesten technischen Fortschritten die Produktionskosten herabzudrückcn und damit konkurrenzfähiger zu machen. Es ist auch nicht anzunehmen, dah man Umbauten und Neuemrichtungeu vor- nehmen Ivürde, wenn dadurch nicht eine Produktions- verbilligung zu erzielen wäre. In welcher Weise technische Vervollkommnungen die sachlichen und manuellen Kosten vermindern, illustrieren folgende zwei Mitteilungen. Wie die„Kattow. Ztg." berichtet, hat die Vereinigte Königs- und Laurahütte ein sogenanntes Morgan-Walzwerk erbauen lassen. Dieses Werk ist eine rein mecha- nische Walzensttahe für Handelseisen, die nur von zwei Arbeiter» bedient wird. DaS Werk wird das erste dieser Art in Oberschlesien sein und eine Leistungsfähigkeit von 100 bis 150 Tonnen in zwölsstündiger Schicht haben. Und in der General- Versammlung der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hütten- Aktiengesellschaft berichtete der Vorsitzende Hugo Stinnes folgendes: Auf dem Differdinger Werk seien die Umbauten beendet. während man mit den Bauten auf den Zechen im März 1907 fertig zu werden hoffe. Man müsse bei Beurteilung des letzten Abschlusses berücksichtigen, datz es sich um ein Baujahr gehandelt habe. Auf der Friedrich WilhelmLhütte seien keine Neubauten gemacht worden. Im ersten Quartal des laufenden JahreS feien die Erlöse für die Fabrikate des Differdinger Werkes noch nicht wesentlich gestiegen; um so weniger kämen die kleinen Steigerungen in Betracht als gleichzeitig die Löhne und die Preise für Materialien. Manganerze:c. gestiegen seien. Trotzdem habe da« erste Quartal für Differdingen einen Mehrgewinn von zirka 1 000 000 M. ergeben. Dieser Mehrgewinn stamme nicht aus Konjunkturpreisen, sondern aus Verbesserungen im Betriebe. Durch die Einführung des elekttifchen Betriebes spare man beispielsweise 80— 90 000 M. monatlich.— Einrichtungen ähnlicher Art. z. B. auch die Verwendung der Gichtgase usw.. sind in den letzten Jahren auf allen größeren Werken vorgenommen worden. Sobald es sich aber um Preis- oder Lohnfragen handelt, hört man von Reduktion der Selbstkosten nichts, dann müssen ge- steigerte Produlttonskosten den Sündenbock abgeben für die— Plünderung der Konsumenten. ' Tic chinesischen Arbeiter i» Transvaal. Aus London schreibt man uns: Die langwierige Agitation gegen die Einfuhr von chinesischen Arbeitern in Transvaal scheint jetzt bessere Aussicht auf Erfolg zu haben. Die Zwangszustände, unter denen die Chinesen dort leben, führten zu unnatürlichen LuS- schweifungen, gegen die sich das Gewissen Englands auflehnen muhte. Die 55 000 Chinesen leben zusammengedrängt in einem abgeschlossenen Areal um den WitwaterSrand bei Johannesburg; eS sind lauter kräftige, in den mittleren Jahren stehende Männer, die ohne Frauen sind. Die unnatürlichen Zustände führten zu unnatürlichen Ge- bränchen, über die der englischen Regierung ein vertraulicher Bericht vorgelegt wurde. Der Bericht kam letzten Donnerstag in» Ober- und Unterhause zur Sprache und rief einen äutzerst peinlichen Eindruck hervor. Im Oberhause sprach der Erzbischof von Canterbury. der Primas der anglikanistben Kirche; im Unterhause der liberale Ab- geordnete Lehmann. Die Vertreter der Regierung gaben.die Er- klärung ab. daß die Rekrutierung von Chine, en eingestellt und dah die Sanierung der Verhältnisse unter den chinesischen Arbeitern in Angriff genommen würde. Die endgüliige Entscheidung über die Zurücksendung der ckinesischen Arbeiter soll indes von der Trans- vaaler Regierung abhängen, da diese binnen kurzer Zeit sich konsti« tuieren wird.— der Gemeinschaftliche Versammlung Stukkateure, Rabihputer Spanner Zentralverband der Handels-, Transport-, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. und Ortsverwaltung Köpenick u. Umg. und Heute, am 23. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel Ufer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zu den Vereinbarungen zwischen dem Verband der Stuffateure ( Filiale Berlin) und der Sektion der Gips- und Zementbranche, Verband der Maurer( Akkordarbeit). Referent: Genosse Haese. 2. Diskussion. 181/12 Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwarten Die Einberufer. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Ortskrankenkaffe Berlin. Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- User Nr. 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Vergolder! Montag, den 26. November 1906, abends präzise 8 Uhr, in den " Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Nitschke: Die wirtschaftliche Ent: wickelung." 2. Diskussion. 3. Abrechnung vom dritten Quartal 1906. 4. Berschiedenes. Laut Beschluß werden die Versammlungen pünktlich 8 Uhr eröffnet, gleich am Eingang wird jedes Mitgliedsbuch behufs Kontrolle des Versammlungsbesuches bei jeder Versammlung abgestempelt. 97/7 Die Branchenleitung. Sonnabend, den 24. November 1906, in der ,, Neuen Welt": Konzert, Vorstellung lebender Photographien 0000 mit darauffolgendem TANZ. ooo Billetts a 20 Pf.•••• Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Anfang präzise 812 Uhr. D. O. Branche der Musikinstrumentenarbeiter. Montag, 26. November, abends 81%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal I: Branchen- Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Schöpflin über:" Der deutsche Bauernkrieg." 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Branchenleitung. Achtung! Sitzmöbeltischler. Achtung! Sonntag, den 25. November, vorinittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 1: Verfammlung. Zages Drdnung: 1. Die Konferenz in Dresden. Referent: Rollege Langhammer. 2. Anträge. 3. Wahl der Delegierten. 4. Verbandsangelegenheit. Die Kommission erscheint eine Stunde früher. Holzarbeiter, Bur Beachtung. Holzarbeiter. Die Zahlstelle 37 ist von Lichtenberg, Prinzen- Allee 6, nach Friedrichsfelde, Prinzen- Allee 59 bei Bartolein berlegt worden. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. für das Bierbrauergewerbe zu Berlin. Freitag, den 30. November 1906, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal IV, SO., Engel Ufer Nr. 15: Ordentliche General- Versammlung der am 16. d. M. gewählten Delegierten. Tagesordnung: 1. Stellungnahme zu der geplanten Zentralisation der Krankenkassen Berlins; Refer. Rendant Heilmann. 3. Ersatzwahlen zum Vorstande( drei 2. Berschiedenes. Arbeitgeber und sechs Arbeitnehmer sowie zwei Arbeitgeber- und vier Arbeitnehmer- Stellvertreter). 4. Bahl der Revisionskommission zur Prüfung der Jahresrechnung pro 1906( ein Arbeitgeber und zwei Arbeitnehmer). Anfragen und Beschwerden, zu welchen die Einsicht in die Kassenbücher oder Atten notwendig ist, müssen mündlich oder schriftlich behuss Beantwortung derselben in der Generalversammlung bis 25. November dem Vorstande mitgeteilt werden. Als Legitimation bei der bevorstehenden Versammlung dient die übersandte Einladungskarte. Um recht pünktliches Erscheinen aller Delegierten bittet 213/16 Der Vorstand. Otto Ullrich, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse der Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege, der Kutscher Georg Armoneit wohnhaft Alt: Glienicke Nudowerstraße 68 nach langem schweren Leiden an der Proletarierkrankheit verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 23. November, nach: mittags 3 Uhr, vom Trauerhause in Alt- Glienicke aus nach dem dortigen Friedhofe statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 72/8 Die Ortsverwaltung. Treffpunkt der Kollegen 2 Uhr nachmittags in den Bezirkslokalen. Verein Berliner Hausdiener. Gegründet 1883. Todes: Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Julius Hagedorn Kochhannstraße 42 Mitglied seit 16. April 1888 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 23. November, nachmittags 3 Uhr, auf dem Auferstehungs Kirchhofe, Weißensee, Lichtenbergerstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. 2891b Verband der Schneider und Schneiderinnen. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Bernh. Jahnke im Alter von 37 Jahren am 20. November gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 24. November, nachmittags 3 Uhr, Bigarren- und Zigaretten- Norden bei Stieber- Schönhausen macher, Zigarettenfortierer und deren gewerbliche Hülfarbeiter zu Berlin. General- Versammlung der Arbeitgeber Freitag, den 30. November 1906, abends 6 Uhr, Aleranderstraße 27c im Restaurant „ Englischer Garten". Tages Ordnung: 1. Bericht des Rendanten. 2. Wahl mitgliedern. 3. Bahl eines Mitgliedes von drei ausscheidenden Vorstandszur Vorprüfung der Jahresrechnung. 4. Berschiedenes. Am selben Tage findet im selben Lokal abends 8 Uhr General- Versammlung Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. ftatt. Achtung! Achtung! Englische Gasmeffer- u. Gasofenfabrik Mariendorf. Sonntag, den 25. November 1906, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7, Engel- Ufer Nr. 15: Versammlung aller im Betriebe der Englischen Gasmesserfabrik beschäftigten, insbesondere der bei der Maibewegung beteiligt gewesenen Kollegen einschl. der Entlassenen. Zages Drdnung: Bericht des Kantinenvorstandes über den Konflikt der 160/4 Kantinenverwaltung. Das Erscheinen aller Stollegen ist dringend erforderlich. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. der Arbeitnehmer Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Beat richt des Rendanteu. 3. Wahl von sechs ausscheidenden Vorstandsmit gliedern. 4. Ersatwahl für ein ausscheidendes Vorstandsmitglied. 5. Wahl von zwei Mitgliedern zur Vorprüfung der Jahresrechnung. 6. Verschiedenes. Nur Delegierte zur Generalver sammlung haben Zutritt. 28926 Der Vorstand. Heute Freitag bei Oranien Augustin, frate 103: Frische Wurst. Dr. Simmel, PrinzenSpezialarzt für 165 Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. ( D. B. G: M. 235918.) Für lohnenden patentierten HaufiererArtikel, als Haar Einlegfohlen und Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Mitglieder Ver- Saar- Ginziehschuhe 28985 sammlung am Donnerstag, den 22. November, ausfällt, dafür Hausierer findet am Donnerstag, den 6. Dezember, abends 6%, Uhr, im resp. Bertreter gesucht. Offerten er Lokal des Herrn Thiel eine Agitations- Versammlung ftatt. beten unter G. 5 an die Erp. d. 3tg. Referent: Gauvorsteher Sollege Stufche. 97/6 Die Ortsverwaltung. Cifchler- Verein( E. H. 89) Sonnabend, den 24. November, abends 8, Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Bortrag des Herrn J. Saffenbach: Streifzüge durch Italien." Ausgabe der Billetts zum Weihnachtsvergnügen. Aufnahme neuer Mitglieder. D. V. Zentralverband der Steinarbeiter Berlin I. Die zu hente angezeigte Versammlung findet nicht statt. Die Ortsverwaltung. Oscar Arnold Hüte, Mützen und Pelzwaren Engros! Export! Dresdenerstr. 116 ( kein Laden). Einzelverkauf! zu sehr niedrigen Breifen, zirka 100 verschie bene Sorten Kolliers und Stolas in allen modernen Belzarten. Großes Lager in Muffen, Kinder- Garnituren, Herren, und Knaben Kragen und Pelzmützen. statt. Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz 165/2 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 20. November, nachts 112 Uhr, verstarb nach langem, schwerem Strantenlager mein lieber Mann, unser herzensguter Bater, Bruder, Schwager und Schwiegersohn, der Mappen arbeiter 29945 Paul Görlich im Alter von 30 Jahren. Dies zeigt hiermit tiefbetrübt an Elisabeth Görlich nebst Kindern. Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 24. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Simeon- Lukaskirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Verband der Portefeuiller. ( Zahlstelle Berlin.) Todes- Anzeige. Hiermit den Mitgliedern zur Kenntnis, daß am Dienstag, den 20. November, nach langem, schwerem Krankenlager unser früherer langjähriger 2. Borsigender, der Mappenarbeiter Paul Görlich im Alter von 30 Jahren verstorben ist. Wir verlieren mit dem Dahingeschiedenen einen wahren Freund, einen treuen Mitarbeiter für die Arbeiterfache. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonnabend, den 24. November, nachmittags 3 Uhr, von der Reichenhalle des Simeon- Lukaskirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 109/18 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten sowie den Kollegen sage ich für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Wilhelmine Mathes meinen herzlichsten Dank. 30252 Friedrich Mathes nebst Stindern. 29402* ArbeiterBerufs- Kleidung I. Spezial- Geschäft 3 Mühlendamm 3. II.... Kottbuserdamm 95. Geschäft: Blitz Blitz Blitz Adolf Wecker. * Verband der Portefeuiller. Zahlstelle Berlin. Am Dienstag, den 20. November, verschied nach langem, schwerem Leiden unser früherer langjähriger treuer Verbandskollege, der Mappenarbeiter Paul Görlich. Nur die heimtückische Krankheit, welcher er nach 24 wöchentlichem Krantenlager erlegen ist, konnte ihn davon abhalten, den Bosten als 2. Vorsitzender, den er lange Zeit bekleidet hat, nicht mehr zu übernehmen. Ein treues Mitglied, einen wahren Freund und Be rater hat mit ihm die Verwaltung berloren. 28936 Sein Leben und Wirken wird uns stets als Vorbild dienen und werden wir sein Andenken stets in Ehren halten. Der Vorstand der Zahlstelle Berlin. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 21. Nobbr., früh 33 Uhr, entschlief sanft nach langem schweren Leiden mein innigft geliebtet Mann, unser Bruder, Schwager und Onkel, der Former Adolf Handtke im 39. Lebensjahre. 28975 Mit der Bitte um stilles Beileid zeigen dies hierdurch an Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet 25. November, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Stralsunderstraße 24 aus statt. am + Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. Stola Muffen etc. etc. Nur eig. Fabrikat. Billige Preise. Große Auswahl. Spez.: Pelz- Jacken nach Maß. C. Hornung, Kürschnermeister, Alte Jakobstr. 87, III Verkauf auch Sonntag. Blitz Blitz Blitz Blitz Wenn die Bombe platzt verkaufen wir zu jedem Preis. Die Konkurrenzlosigkeit unserer allbekannten Firma Konfektionshaus Blitz Blitz veranlaßt manche Firma zu Anzeigen gegen uns. Da unser Unternehmen zu groß und der Verkauf ein zu riesenhafter ist, haben wir gar keine Zeit, uns um andere Firmen zu kümmern. Wir machen das verehrte Publikum wiederholt darauf aufmerksam, daß nur das von der Firma S. Böhm, Kommandantenstraße 43, gekaufte Lager einem Total- Ausverkauf Posten Waren aus unseren unterstellt ist. Im gleichen Lokale kommen nach wie vor große anderen Filialen mit zum Verkauf. Jedem Kunden wird auf Wunsch Aufklärung zu teil, ob die betreffende Piece von uns oder Böhm ist. Nun erst recht bringen wir Herren- Paletots.. Burschen- Paletots. Kinder- Paletots.. von 740 M. an 410 M. an von von 300 M. an Herren- Anzüge.. von 680 M. an Burschen- Anzüge von 380 M. an Kinder- Anzüge von 90 M. an . bis zum allerfeinsten, teilweise 50% unter Preis! E Blitz Blitz E 80 Chausseestraße 43 Kommandantenstraße Blitz nahe Moritzplatz. Blitz Blitz Gr. Frankfurter Str. 137 zwischen Koppen- u. Fruchtstr. 4 Geschäftshäuser 4 Blitz Blitz Rosenthaler Str. 9 Ecke Auguststraße. Blitz Blitz Blitz Verantwortl. ebatteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SIV. Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Blitz Br. 273. 28. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Bericht sagt zwar, bei der Erhebung durch die Handelstammer habe nicht die Absicht vorgewaltet, Gegenmaterial gegen die Ergebnisse der Ausstellung zu sammeln, sondern es habe lediglich das Ziel vorgeschwebt, die tatsächlichen Verhältnisse zu er funden, gleichgültig, ob sie zur Widerlegung oder zur Bestätigung der Ausstellungsergebnisse führen. 814 • Freitag, 23. November 1906. Die tröchentlich auf die Ablieferung der Arbeit verwendet werden Höhe von 6 bis 16 Proz. Die amtliche Lohnstatistik erzählt aber müffen. nur von knapp 5 Proz. Lohnerhöhung. Es ist ein neuer Beweis Die Heimarbeit und die Handelskammer zu Berlin. fichtlich nur die günstigeren Fälle anführen, find nicht geeignet, das des Ruhrreviers hat der Ausschuß Lohnbücher vorgelegt mit recht Auch die Einzelangaben über die Löhne, obgleich sie er vorhanden, daß die Lohnlisten gefälscht werden. Auf einer Grube Jm März 1906 beschloß die Handelskammer, eine Untersuchung zu widerlegen, was von anderer Seite über die schlechten Lohnver- niedrigen Löhnen, die sogar dem Zechenvertreter auffällig gewesen über die Lage der Heimarbeit in Berlin und den Vororten zu ver- besagen, wenn von den wenigen Beispielen, welche die Statistik an- und es ergab sich, daß in den Journalen der Lohn pro hältnisse der Heimarbeiter festgestellt worden ist. Was will es denn sind. Die Lohnbücher wurden mit den Lohnjournalen verglichen anftalten. Was veranlaßte die Handelskammer, gerade im März 1906 ein besonderes Interesse für die Berliner Heimarbeit gibt, etwa die Hälfte Wochenlöhne von 20 M. und etwas darüber Mann und Schicht um 1 Mark höher berzeichnet an den Tag zu legen? Die Antwort liegt auf der Hand. Im aufweisen, die aber in vielen Fällen nicht einmal von einer Ar- stand, als er zur Auszahlung gelangt war. Januar und Februar 1906 fand in Berlin die Deutsche Heimarbeit- beiterin allein, sondern mit Hülfe von Angehörigen verdient worden Rohnlisten sind also zuungunsten der Bergleute gefälscht worden und Ausstellung statt. Sie zeigte an zahlreichen Beispielen, was lange aber auch Wochenverdienste von 15, 12, 10 M., wobei aber nie ver- Die Sache wird wohl zur weiteren Verfolgung dem Staatsanwalt find? Andererseite finden wir in der Statistik der Handelskammer diese Fälschung ist auch in die amtlichen Lohnlisten übergegangen. vorher schon von Arbeiterorganisationen in Wort und Schrift dargelegt worden ist, nämlich daß die Lohn- und Arbeitsverhältnisse um einen Nebenerwerb verheirateter Frauen oder Personen mit bücher könne ein flares Bild über die wirklichen Lohnverhältnisse säumt wird, darauf hinzuweisen, daß es sich in solchen Fällen nur übergeben werden. Nur die Lohnstatistik auf Grund der Lohnin der Heimindustrie erheblich ungünstiger als die der Fabrik- und Werkstattarbeiter sind. Das längst bekannte Glend der Heimarbeit noch anderen Einnahmequellen handele. Also selbst nach dieser bücher könne ein klares Bild über die wirklichen Lohnverhältnisse andreiheinen die schaffen. ist durch die Ausstellung der breitesten Oeffentlichkeit vorgeführt Statistit erscheinen die Verhältnisse der Heimarbeiter feineswegs und dadurch manchen Beuten zum Bewußtsein gebracht worden, die als rosige. Zur Feststellung der tatsächlichen Verhältnisse aber Sachse spricht dann über: die nunmehr einzuschlagenden Er gibt einen kurzen Ueberblick über die bisher untersich bis dahin wenig oder gar nicht um diese Nachtseite unserer sind die Angaben schon deshalb nicht geeignet, weil man in feinem Wege." nommenen Schritte. Er weist den Vorwurf der Presse zurück, daß fozialen Verhältnisse gefümmert hatten. Die Unternehmer, welche der angeführten Fälle sehen kann, wieviele Arbeitsstunden ergroße Profite aus der Heimarbeit ziehen, haben natürlich das forderlich waren, damit die Arbeiterin die angegebenen Wochen- die Siebenerkommission die Bewegung verschleppe. Eine Ber schleppung bezweckten die Unternehmer, indem sie mit den Auslöhne verdienen konnte. lebhaftefte Interesse, den ungünstigen, aber wahrheitsgetreuen, finnenfälligen Eindruck, den die Heimarbeit- Ausstellung in den Alles in allem hat die Handelskammer, selbst wenn man die ihr schüssen verhandelten und falsche Lohnlisten veröffentlichten. Auch was wir sei der Vorwurf zurückzuweisen, daß die generelle Forderung von weitesten Kreisen hinterlassen hat, zu verwischen, und so ist die gemachten Angaben als einwandsfrei ansehen fönnte nicht tun Heimarbeit- Ausstellung die unmittelbare Veranlassung zu der 120 000 Seimarbeitern und Arbeiterinnen, die nach den Ermitte- deute. Die ungerechtigkeit sei auf seiten der Unternehmer, die eine nichts weiter bewiesen, als daß es unter den 15 Proz. Lohnerhöhung für alle Arbeiter eine Ungerechtigkeit beUntersuchung gewesen, welche die Handelskammer über die Lagelungen der Handelskammer in Berlin vorhanden sind, eine kleine so große Differenz in den Löhnen hätten eintreten lassen. Die der Heimarbeit veranstaltet hat. Die Ergebnisse dieser Unterfuchung sind jetzt im Handelskammerbericht der Deffentlichkeit Bahl fagen wir ein paar Hundert gibt, die in nicht zu Siebenerkommission und auch die Bergleute seien damit einversuchung sind jetzt im Handelskammerbericht der Deffentlichkeit langer Arbeitszeit einigermaßen auskömmliche Löhne erzielen. standen, wenn die niederen Löhne eine bessere Berücksichtigung bei übergeben worden. Das aber ist eine Tatsache, die noch von keiner Seite bestritten der Lohnerhöhung finden, als die hohen. Und dann stehen die Orwurde. Zeigte doch selbst die Ausstellung unter der Fülle von ganisationen auch auf dem Standpunkt, daß ein Minimallohn ge= Glend einzelne Beispiele, die als verhältnismäßig günstig bezeichnet zahlt werden muß. Unsere Zechenherren sagen freilich, der Miniwerden konnten. Solche Ausnahmen bestätigen die Regel und mallohn sei eine Prämie auf die Faulheit. Aber in vielen Bediese ist, trotz aller Schönfärberei der Gewährsmänner der Handels- rufen sei der Minimallohn durch Tarifverträge eingeführt. Dies fammer: Lange Arbeitszeit und niedrige Löhne sind neben einer mal habe man den Karren nicht so schwer beladen wollen, deshalb Reihe sonstiger Uebelstände tennzeichnend für die Heimarbeit. habe man man sich mit einer 15 prozentigen Lohnerhöhung begnügt. Die Veröffentlichung der Handelstammer ist weit entfernt, aber auf den Minimallohn sei damit nicht verzichtet und bei eine unbefangene und zutreffende Darstellung der Heimarbeit zu nächster Gelegenheit würde auch diese Forderung wieder erhoben sein. Sie hat vielmehr die klar erkennbare Tendenz, die Unter- werden. Die Sperre besteht in den meisten Revieren, im Ruhrnehmer in der Berliner Heimindustrie vor gesetzlichen Schußmaß- revier, in Sachsen, in Niederschlesien usw. Mit dem Ueberschichtennahmen, die zugunsten der Arbeiter etwa getroffen werden könnten, unwesen sei es ebenso bestellt. Um die Bewegung zu sprengen, zu bewahren. Nur ja teine gesetzgeberischen Eingriffe, die unsere blühende Industrie schädigen fönnten! Das ist das Leitmotiv, hätten die Unternehmer den Zantapfel der Ausschüsse dazwischen welches auf jeder Seite des Handelskammerberichts deutlich ver- geworfen, sie hätten ihren Zweck aber nicht erreicht. Die Siebenernehmbar antlingt. Dieser Tendenz entsprechend, bemüht fich fommission habe ihre Pflicht erfüllt, jest möge die Konferenz die der Bericht, von Anfang bis zu Ende, es so hinzustellen, als müsse ihre tun und einen Beschluß fassen, der im Interesse der gesamten die Berliner Heimarbeit in ihrer heutigen Form gerade im Inter- Bergarbeiterschaft liege. esse der Arbeiter, namentlich aber der Arbeiterinnen, erhalten Gffert macht noch ergänzende Ausführungen und erklärt: so wird gesagt werden. Die Arbeiterinnen wollen nicht in Die Werksbefizer dürfen nicht glauben, daß die Fabriken oder Betriebswerkstätten gehen, sie wollen zu Hause Ausschüsse von uns als Faktor betrachtet werden bleiben, die Wirtschaft besorgen, und das Einkommen des Mannes könnten, der die Organisationen ausschalten durch Erwerbsarbeit nebenbei erhöhen helfen. An einer Stelle könnte. Die Ausschüsse gelten uns nur etwas. bemüht sich der Bericht sogar, an einem Einzelfall nachzuweisen, wenn sie von der Organisation gedeckt sind. So daß die Produktion in eigenen Werkstätten für den Unternehmer wird es von uns gehalten werden und wenn das vorteilhafter sei, wie die Heimarbeit. Man sollte nun meinen, Gesez noch zehnmal besser gemacht würde. es müsse doch den Unternehmern recht sein, wenigstens nach und Fast sämtliche Verbandsvertreter erklären in der zum Teil nach zum Fabrikbetriebe überzugehen. Aber weit gefehlt! Die äußerst lebhaften Diskussion, daß die Forderungen durch Streik Unternehmer sträuben sich mit Händen und Füßen gegen die Ab- zur Anerkennung gebracht werden müssen. Man sei des Wartens schaffung der Heimarbeit. Weshalb? Das ist verständlich, wenn müde. Man müsse den Rechenbesitzern zeigen, daß man nicht mit man sieht, welche Vorteile dieselbe selbst nach den Angaben sich spielen lasse. Die Situation erfordere energisches Handeln, der Handelskammer für die Unternehmer hat. Da heißt es: man müsse sich aller sentimentalen Anwandlungen entschlagen. Nur Die Heimarbeit befreit den Unternehmer von der Sorge um Be- der sofortige Streit sei die richtige Antwort auf das Verhalten der schaffung eigener Arbeitsräume, Betriebseinrichtungen usw. und Grubenbesizer. von dem Risiko, das im Halten eines festen Arbeitspersonals besteht, die Unternehmung erhält damit im Vergleich zum Fabritbetrieb größere Beweglichkeit, sie wird ohne erhebliche Schwierig feit ihr Tätigkeitsgebiet ausdehnen, wenn die Konjunktur und Saison es gebieten, und wieder einschränken fönnen, sobald das Geschäft abflaut. Als weiterer Vorteil wird vielfach der Umstand angesehen, daß die einengenden Vorschriften, welche der Staat im Interesse der Arbeiter für Fabrikbetriebe erlassen hat, insbesondere die Bestimmungen der sozialen Gesetzgebung den Unternehmer, der Heimarbeiter beschäftigt, nicht oder nur in bescheidenem Grade berühren. Einen weiteren Vorteil, den die Heimarbeit dem Unternehmer bietet, verschweigt der Bericht wohlweislich. Dieser Vorteil besteht darin, daß die Unternehmer den Heimarbeitern, die ihm einzeln gegenüberstehen und untereinander in der Regel feine Beziehungen haben, die ihm, dem Unternehmer, genehmere Arbeitsbedingungen leichter aufdrängen kann, als Fabrikarbeitern, bei denen ein solidarisches Zusammenhalten gegenüber dem Lohndruck viel leichter möglich als bei den Heimarbeitern. Es ist ja vom Standpunt te egoistischer Unternehmer durchaus verständlich, daß sie eine Produktionsform, die ihnen solche Vorteile bietet, zu erhalten sich bemühen. Es ist auch nicht dagegen zu sagen, wenn Unternehmer einzeln oder in Korporationen ihre Intereffen nach dieser Richtung vertreten. Wenn aber die Handelskammer eine Schrift veröffentlicht, die unter dem Deckmantel einer unbefangenen Statistik erscheint, und doch nichts anderes ist, als eine Tendenzschrift gegen jeden gefeßlichen Schutz der Heimarbeiter und gegen jede irgendwie geartete Einschränkung der Arbeiterausbeutung, dann verdient solches Verhalten der Handelskammer die allerentschiedenste Zurückweisung. Die Handelsfammer ist eine Interessenvertretung des gewerblichen Großfapitals. Ihre Tendenzidrift ist noch minderwertiger als ähnliche Schönfärbereien der rheinisch- westfälischen Großindustrie. Die fast auf jeder Seite der Schrift klarliegende Tendenz, gesetzlichen Schutz gegen das durch die Heimarbeit verbreitete Elend zu vereiteln, sollte der unsere gefeßgebenden Faktoren dazu anspornen, schleunig st diese längst spruchreife Frage endlich in Angriff zu nehmen. Mit dieser angeblichen Absicht der Handelskammer ist aber weder die Art ihrer Erhebungen noch der darauf geftüßte Bericht in Einklang zu bringen. Wenn es in dem Bericht heißt: man wird die Augen davor nicht verschließen dürfen, daß die Ausstellung kein Spiegel der deutschen Heimarbeit im ganzen war", so ist das gewiß richtig. Hat dock niemand, am wenigsten die Veranstalter der Ausstellung, angenommen, daß diese ein in allen Teilen erschöpfendes Bild der Heimarbeit geboten habe. Sollte aber der Verfasser des Handelskammerberichts sich einbilden, daß seine Arbeit ein Spiegel auch nur der Berliner Heimarbeit in ganzen sei, dann weiß man nicht, ob man über die kindliche Naivität oder über die unglaubliche Anmaßung des Verfassers staunen soll. Die Erhebungen der Handelskammer sind ausschließlich durch Befragung der Unternehmer zustande gekommen. Die auf solche Weise gewonnenen Resultate tönnen also gar nicht anders als einseitig und parteiisch sein. Den Unternehmern, die selbst direkt oder indirekt Heimarbeiter beschäftigen, mußte natürlich daran liegen, dem Eindruck, den die Ausstellung hinterlassen hat, entgegenzuarbeiten und die Verhältnisse in möglichst rosigem Richte erscheinen zu lassen. Was aber die Angaben der Unternehmer gerade im borliegenden Falle ganz besonders unzuverlässig erscheinne läßt, ist der Umstand, daß sie zum allergrößten Teil gar nicht in der Bage sind, aus eigener Kenntnis Angaben über Löhne und Arbeitszeit der Heimarbeiter zu machen, da ja die Heimarbeiter in den allermeisten Fällen gar nicht zu dem eigentlichen Unternehmer, sondern zu dem Zwischenmeister in einem Arbeitsverhältnis stehen. Der Unternehmer hat also in der Regel die für sein Geschäft tätigen Heimarbeiter nie gesehen, hat nie über Löhne und Arbeitsbedingungen mit ihnen gesprochen, er führt auch nicht Buch über die Löhne der Heimarbeiter, die ihn ja gar nichts fümmern, weil sie nicht bei ihm, sondern bei seinem Zwischenmeister arbeiten. Das alles weiß doch die Handelskammer und trotzdem vermißt sie sich, einzig und allein durch die Unternehmer ein Bild von der Lage der Heimarbeiter entwerfen zu lassen. Was man nicht weiß, darüber fann man natürlich, auch wenn man ein noch so erfolgreicher Unternehmer ist, nichts sagen. Weil sie aber doch der Handelskammer etwas über die Heimarbeiter sagen sollten und auch gern sagen wollten, so setzten sich die Unternehmer mit ihren Zwischenmeistern ins Einvernehmen und ließen sich von diesen Angaben über die Verhältnisse der Heimarbeiter machen. Daß aber die Zwischenmeister ebenso, vielleicht noch mehr als die Unternehmer, an einer rofig gefärbten Darstellung der Arbeiterverhältnisse interessiert find, liegt auf der Hand. Die Arbeiter selbst sind bei der ganzen Erhebung nicht befragt worden. Nur die eine Seite: die Unternehmer, in Verbindung mit den Zwischenmeistern, hat gesprochen. Eine Möglichkeit, diese einseitigen Angaben nachzuprüfen, ist nicht gegeben. Was die Handelskammer auf diese Weise erkundet hat, das besitzt nicht die geringste Beweiskraft und hat für die Feststellung der tatsächlichen Verhältnisse in der Heimarbeit gar keinen Wert. Aber nicht nur wegen ihrer Einseitigkeit, sondern auch wegen ihrer Mangelhaftigkeit ist die Erhebung der Handelskammer als Beweismittel für die Lage der Heimarbeiter völlig wertlos. Nach den Schäzungen der Handelskammer gibt es in Berlin etwa 120-140 000 Seimarbeiter, einschließlich von etwa 20-30 000 Berfonen, die in den Werkstätten der Zwischenmeister arbeiten. Von den 140 000 Arbeitern und Arbeiterinnen kommen auf die Damenund Kinderkonfektion 52 000, auf die Herren- und Knabenkonfektion 22 000, auf die Wäsche, Weißwaren- und Strabattenbranche 47 000, auf die Sut, Müßen-, Blumen- und Federfabrikation 6000, auf die Schuhfabrikation 2000, auf die Galanterie-, Papier- und Lederwarenindustrie 5000, auf die Zigarren- und Zigarettenindustrie 3000. Revierkonferenz der Ruhrberglente. Die christlichen Redner waren sämtlich der Meinung, daß keine Stimmung für einen Streif vorhanden sei. Einige meinten, es würden höhere Löhne schon gezahlt und nach dem 1. April 1907 würden weitere Lohnerhöhungen folgen. Einige weitere christliche Redner meinten, wenn gestreift würde, wüßten ihre Kameraden nicht, was sie tun sollten. Noch andere wieder erklärten ganz offen, sie würden nicht mitmachen, wenn gestreift würde. Aber alle christlichen Redner waren darin einig, daß wenigstens bis Januar gewartet werden müsse, damit man erst sehe, was die Lohnstatistik ergebe. Nach dieser Diskussion, in welcher so außerordentlich verschiedenartige Meinungen zum Ausdruck kamen, sahen sich schließ= lich die Organisationsvorstände veranlaßt, folgende Resolution in Vorschlag zu bringen: Resolution. " In Erwägung, daß die öffentliche Meinung durch die den Ausschüssen mitgeteilten falschen Lohnlisten der Werksbefizer zurzeit irregeführt ist; in weiterer Erwägung, daß durch die bevorstehenden Weihnachtstage viele Kameraden von einem etwaigen sofortigen Streit abgehalten werden dürften und ferner auch, daß durch die für November. und Dezember vielfach ver sprochenen Lohnaufbesserungen sich viele irre führen lassen werden, raten wir zuerst, die von den Organisationen veranstaltete Lohn= statistik für das letzte halbe Jahr abzuwarten, ehe die folgenschwere Entscheidung getroffen wird. Nach Fertigstellung der Statistik haben die Siebenerkommission und die Verbandsvor stände sofort die notwendigen Schritte zu tun. Die gestellten Forderungen werden voll und ganz aufrecht erhalten. Die Kon= ferenz ist überzeugt, daß dieselben angesichts der bereits bom Kohlensyndikat beschlossenen Kohlenpreiserhöhungen ab 1. April eher zu niedrig als zu hoch sind." Aus der Mitte der Delegierten war noch ein Antrag eingegangen, sofortige Arbeitsniederlegung forderte. Sachse begründete die Resolution mit dem Verlauf der Diskussion. Man möge recht sorgfältig an der Statistik arbeiten und dann im Januar zu einer neuen Konferenz zu= jammentreten. Die Bewegung sei mit der heutigen Konferenz nicht zu Ende, vielmehr sage er, wenn die Unternehmer nicht nachgeben wollten, dann dürften die Bergleute auch vor dem äußersten Mittel nicht zurückschrecken. Den Antrag, welcher auf sofortigen Streik laute, bitte er zurückzuziehen. Im gleichen Sinne sprachen die Leiter der anderen Organisationen. lution zustimmen wollen, um zu zeigen, daß die Bergleute nach wie Ginige Delegierte erklären, daß sie schweren Herzens der Mesovor einig sind. Ueber höchstens 700 Arbeiter und Arbeiterinnen bringt der Handelskaminerbericht Angaben bezüglich der Löhne und Arbeitszeiten. Das heißt also, von je 1000 Arbeitern erscheinen mur fünf in der Statistik der Handelskammer und über die Verhältnisse der Arbeiter haben nicht diese, sondern die Unternehmer und Zwischen meister Angaben gemacht. Wenn es der Handelskammer bezw. den Unternehmern wirklich darum zu tun war, ein möglichst genaues Bild über die Lage der Heimarbeiter zu geben, dann mußten Essen, 21. November.( Eig. Ber.) die Erhebungen dock auf eine größere Zahl von Arbeitern erstreckt Heute war wieder reges Leben im historischen Saale von werden. Warum geschah das nicht? Sollte es den Unternehmern van de 200 in Essen. Wiederum waren die Knappen zu einer bewirklich nicht möglich gewesen sein, mehr als fünf vom Tausend deutsamen Entscheidung zusammenberufen. Außerordentlich stark der für sie tätigen Arbeiter für die Erhebung heranzuziehen? Die war die Presse vertreten. Von den verschiedenen Organisationen Vermutung liegt nahe, daß man eben nur die Verhältnisse solcher der Bergarbeiter waren etwa 400 Delegierte erschienen. Auch die Maßregelungen, die in den letzten Tagen vorgekommen sind. Eine Auf Zeche Neumühl" droht ein Streit wegen verschiedener Arbeiter der Deffentlichkeit zeigen wollte, die besonders geschickt Kameraden des Wurmreviers, des Kölner Braunkohlenreviers und Kommission soll mit der Zechenverwaltung und mit dem Oberbergfind, unter besonders günstigen Verhältnissen arbeiten und deshalb des Saarrebiers hatten ihre Vertreter entsandt. in ihrem Einkommen erheblich bessergestellt sind, als alle übrigen Kurz nach 11 Uhr wurde die Konferenz durch Effert errat berhandeln, damit die Maßregelungen rüdgängig gemacht werden. Arbeiter der betreffenden Branche. Wenn die Angaben, welche die Unternehmer der Handelskammer machten, für die Gesamtverhält öffnet, der mit wenigen Worten auf den Zweck derselben hinwies. Der Streifantrag wird zurückgezogen und Dann sprach Genosse Sachse über die vorzunehmende Lohn- darauf die Resolution mit allen gegen 5 Stimmen nisse in der Berliner Heimarbeit typisch wären, dann müßte alles, was von anderer Seite, namentlich auch in der nicht von den statistik. Er macht den Vorschlag, in Anbetracht der bedeutenden Arbeitern beeinflußten reichhaltigen sozialpolitischen Literatur, Schwierigkeiten nur eine Statistik aufzunehmen und zwar im das der Handelsfammer völlig fremd zu sein scheint, über die Januar und womöglich direkt auf den Zechen durch die Leiter der Heimarbeit festgestellt worden ist, entiveder bodenloser Unsinn oder örtlichen Zahlstellenverwaltungen. Sollten sich die Zechen dagegen sträuben, so würde das nur für ihr schlechtes Gewissen zeugen. Die Statistik soll enthalten die Zahl der wirklich verfahrenen Schichten und die Schichten nach dem Lohnbuche, Gesamtlohn, Knappschaftsgefälle und sonstige Staffenbeiträge, sonstige Abzüge, Strafen, Gesamt- Reinlohn und Reinlohn pro Schicht. purer Schwindel fein. angenommen. Sachse wünscht dann noch einen Beschluß herbeizuführen wegen der rigorosen arbeiterfeindlichen Bestimmungen des Gesezentwurfs betr. die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. Mehr noch wie in den Einzelanhaben der Handelskammer Die christlichen Redner Behrens und Köster sind mit dem tritt in den allgemeinen Betrachtungen das Bestreben zutage, unter Hinweis auf wenige günstige Beispiele den Glauben zu Gefeßentwurf ebenfalls nicht einverstanden und sagen, lieber fein Gefeß, als ein solces, aber einem Beschluß wollen erwecken, daß die Verhältnisse der Berliner Heimarbeiter sehr rosig find und von einem Elend der Heimarbeiter teine Rede sein könne. Köster meint, die bekannt gewordenen Lohnerhöhungen feien fie nicht zustimmen aus Gründen der Disziplin, weil sich der Ge Die Ueber- famtverband der christlichen Gewerkvereine mit der Frage beDer Bericht bezeichnet die in einem Flugblatt aufgestellte Behaup- lediglich auf Ueberschichten zurückzuführen. tung, daß in der Heimindustrie 12, 14, 16 Stunden täglich gear- schichten würden auf die gewöhnlichen Schichten verrechnet, wodurch fassen wolle. Von einigen Delegierten wird verlangt, daß von der Siebenerbeitet werde, als unzutreffend. Was aber der Bericht selbst an ein höherer, aber falscher Durchschnittslohn entstehe. tatsächlichen Angaben bringt, ist nicht geeignet, diese Behauptung zu Effert macht Mitteilung, daß von 144 Ausschußsizungen, kommission und von den Organisationsvorständen eine Massenaktion widerlegen. Da ist beispielsweise eine Tabelle, die über die Arbeits- welche 200 Schachtanlagen betreffen, Berichte eingegangen seien. gegen diesen Gefeßentwurf eingeleitet werde. zeit von 68 Heimarbeiterinnen Auskunft geben soll. In den aller- In 80 Fällen feien Lohnerhöhungen zugesagt worden. In 46 Fällen meisten Fällen wird die Arbeitszeit als unbestimmt" bezeichnet, eine sofortige Erhöhung der Schichtlöhne. Auf sechs Zechen soll nach und wo bestimmte Angaben gemacht sind, da schwanken sie zwischen dem 1. April 1907 eine 15 prozentige Lohnerhöhung erfolgen. Und 6 und 18 Stunden täglich, wozu dann noch ebensoviele Stunden auf 70 Werken soll angeblich eine Lohnerhöhung erfolgt sein in Nach einigen anfeuernden Worten Sachses wurde die Konferenz dann geschlossen. Sie hatte 6% Stunde gedauert. Soziales. QeBet die Heimarbcitöenquetc der Handelskammer debattierte am Dienstag eine gut besuchte Versammlung der Ver- cinigung Berliner Ägenten der Textilindustrie. An der Debatte beteiligten sich auch mehrere Inhaber großer Konfcktionsfirmen sowie Mitglieder der Handelskammer. Den Vortrag über die Wirt- schaftliche Bedeutung der Heimarbeit hielt Herr B r y. Der Vor- tragende hat— wie er mitteilte— den Vorsitz in der Kommission geführt, welche von der Handelskammer mit den Erhebungen über die Berliner Heimarbeit betraut worden ist. Herr Bry hat die Arbeiten der Kommission geleitet, er ist also wahrscheinlich auch Verfasser der von uns an anderer Stelle besprochenen Denkschrift über die Heimarbeit. Diese Tatsache ist insofern von Interesse, als sie uns eine Erklärung für das Zustandekommen der ein- seitigen und tendenziösen Arbeit der Handelskammer gibt. Nicht, daß wir Herrn Bry unterstellen wollten, er habe bewußt eine den Wirklichen Verhältnissen nicht entsprechende Darstellung gegeben oder gar die Erhebung nach dieser Richtung beeinflußt. Wir trauen Herrn Bry, der uns kein Unbekannter ist, vielmehr zu, daß er redlich bemüht war, eine nach seiner Meinung objektive und einwandsfreie Arbeit zu liefern. Aber wir wissen auch, daß Herr Bry nach Lage der Verhältnisse diese Aufgabe beim besten Willen nicht erfüllen konnte. Herr Bry. der Großunternehmer in der Holzindustrie, kennt das weitverzweigte, vielgestaltete Gebiet der Heimarbeit aus eigener Anschauung nicht. Was er in der Denkschrift sowie in seinem Vortrage gesagt hat und was er sonst über die Heimarbeit zu wissen glaubt, ist nichts anderes als der Niederschlag dessen, was ihm die Unternehmer der Konfektion und anderer Zweige der Heimindustrie in den monatelangen Arbeiten der Enquetekommission vorgetragen haben, ohne daß die Angaben der Unternehmer durch Befragung von Arbeitern nachgeprüft wurden. Herr Bry hat sich hinsichtlich der Heimarbeit die An- schauungen und Gedankengänge der Konfektionsunternehmcr so vollkommen zu eigen gemacht, daß er jetzt als beredter Anwalt der Berliner Heimindustrien in ihrer gegenwärtigen Gestalt auftritt, obwohl er selbst, wie er in seinem Vortrage sagte, der Fabrikarbeit den Vorzug vor der Heimarbeit gibt, und obwohl er selbst der Meinung ist, daß die Lage der Berliner Heimarbeiter so, wie sie nach den Erhebungen der Handelskammer erscheint, keineswegs alS eine gute bezeichnet werden kann. Von Interesse ist auch der Grund, den Herr Bry dafür angab, daß die Enquetekommission keine Arbeiter befragt hat. Er sagte nämlich, da eine Organisation der Heimarbeiter nicht bestehe und die Angaben einzelner Arbeiter angezweifelt werden könnten, so habe die Kommission von der Befragung von Arbeitern abgesehen, sie überlasse es vielmehr den Arbeitern sowie den Gegnern der Heimarbeit, Material zu sammeln, durch das die Angaben der Eilquetekommission ergänzt und berichtigt werden könnten. Der Grund, den Herr Bry für das Uebergehen der Arbeiter angibt, ist durchaus nicht stichhaltig. Wir wissen nicht, ob die Kam- Mission ihr Material nur von Unternehmer organisationen bezogen hat. Aus der Denkschrift geht das— soweit wir sehen— nicht hervor. Tollte es aber so sein, dann möchten wir fragen: Wenn es keine Unternehmerorganisationen in der Heimindustrie gäbe, hätte dann die Handelskammer darauf verzichtet, Erhebungen zu veranstalten, welche Material gegen die Ergebnisse der Heim- arbcitausstellung herbeischaffen sollten? Wenn es auch keine Organisation gibt, die nur Heimarbeiter umfaßt, so hat doch— um nur die größten Heimindustrien zu nennen— der Schneiderverband und der Wäschcarbeitervcrband Heimarbeiter genug in seinen Reihen, um Angaben über deren Verhältnisse machen zu können. Wie man einwandsfreie Erhebungen vornehmen kann, das hat schon im Jahre 1896 anläßlich des damaligen Konfcktions- arbeiterstreiks das Berliner Gcwerbcgericht gezeigt, als es sich um Erhebungen zum Zweck der Aufstellung von Tarifen handelte. Da- mals wurden zunächst Arbeiter und Arbeiterinnen bestimmter Firmen und bestimmter Zwischenmeister vernommen. Anderen Tages befragte man dann die betreffenden Zwischenmeister und Firmcninhaber, um so durch Gegenüberstellung der von beiden Seiten gemachten Angaben die tatsächlichen Verhältnisse fest- zustellen. Bei jener Gelegenheit haben wir die Beobachtung ge- macht, daß Unternehmer und Z w i s ch e n m e i st e r. als sie merkten, daß es dem Gewerdegericht um die Ermittelung der Wa h rh e i t zu tun war, ihre Angaben verweigerten und schließlich überhaupt nicht mehr zu den Vernehmungen erschienen. Gewitzigt durch die Erfahrungen von 1896 sind die Unternehmer— es sind ja meist noch dieselben wie damals— bei den jetzigen Erhebungen der Handelskammer hübsch unter sich geblieben, und sie haben in Herrn Bry einen eifrigen Verfechter ihrer Interessen gefundezi. Was Herr Bry in seinem Vortrage zur Sache selbst sagte, das deckt sich vollkommen mit dem Inhalt der Denkschrift der Handelskammer. Hier wie dort vertrat er die Ansicht, daß die Berliner Heimarbeit für die in Frage kommenden Industriezweige die beste Produktionsform sei, die nicht in Fabriken verlegt werden könne wenn man nicht die meisten Unternehmer ruinieren und den größten Teil der Heimarbeiter, namentlich die hcimarbeitenden ver- heirateten Frauen, schädigen wolle. Er wünsche von Herzen Schutz- gesctze, aber die Gesetzgebung dürfe nicht den Weg gehen, den die Leitung der Ausstellung gewiesen habe. Das einzige, was der Vortragende zugunsten der Heimarbeiter vorschlug, war die gesetz- lichc Ausdehnung der Krankenversicherung auf alle Heimarbeiter in Deutschland und Aufhebung der Unterscheidung von Heim- arbeitcrn und Hausgewerbetreibenden. In vollkommener Ueberciiistimmung mit den Grundgedanken des Vortrages äußerten sich einige Inhaber großer Konfektions- firmen, so die Handclskammcrmitgliedcr Guggenheim und Kommcrzienrat Bamberg, sowie der Vorsitzende des Vereins der Herren- und Knabcnkonfektion, Herr Gollop. Andere Redner übten Kritik an Einzelheiten des Vortrages, sprachen auch 9£ßcn die Heimarbeit. Als grundsätzlicher und ent- schicdener Gegner der Ausführungen des Vortragenden trat Benno Ma aß auf, der unter anderem den kleinlichen und eng- �ü�?bunktcn, welche die Verteidiger der Heimarbeit inF Feld führten, mit dem Hinweise auf die Tatsache entgegentrat, daß die Unternehmer immer, wenn soziale Verbesserungen zugunsten der Arbeiter durchgeft-hrt werden sollten, die Behauptung auf. stellten, durch solche Verbesserungen werde die Industrie ruiniert. Auch dte Sonntagsruhe nn Handelsgewerbe sei vor ihrer Ein- führuiM mit diesem Argument bekämpft worden, und doch hätten die Tatsachen bewiesen, daß d.e Sonntagsruhe keinem Unternehmer geschadet habe. Auch die Heimarbeit werde einmal beseitigt werden, und die Industrie werde daran nicht zugrunde gehen. Zur Selbstverwaltung in den Ortskrankenkaffen. In Rheydt ist ein fast zweijähriger Kampf um»ie Selbst- Verwaltung in der Allgemeinen Ortskrankenkasse beendigt, und lohnt es sich, die verschiedenen Phasen und den Ausgang desselben der Ocffentlichkeit zu unterbreiten. Die genannte Kasse wurde bis Anfang des Jahres 190S von einem Magistratssckretär im Nebenamt verwaltet, wie es in Rheydt allgemein Usus war, daß die Kommunalbcamtcn sich Ncbcneinnahmcn verschafften. Eine Opposition, die sich in der Bürgerschaft gegen dieses System geltend machte, veranlasste auch den Sekretär, den Rendantenposten nieder- zulegen. Die Arbeitnehmer im Vorstande der Kasse schlugen den Genossen' Heusgen aus Krefeld, der ein tüchtiger Krankenkassen- beamtcr ist, als Rendant vor. Wäre Heusgen nicht Sozialdemokrat gewesen, so würden ihn auch die Arbeitgeber akzeptiert haben, jetzt aber wollten sie den Stadtsekretär Hcrx als Rendant. Als die Arbeitnehmer sich einstimmig für Heusgen erklärten, ivurdcn aller- lei Schwierigkeiten gemacht, die Kautionssumme erhöht und eine Probezeit festgesetzt, doch auch diese erschwerten Bedingungen wurden angenommen. Die Arbeitgeber legten die Aemter im Vor- stände nieder; durch dieses Manöver ließen sich die Arbeitnehmer nicht beirren und wählten am 29. Januar 1905 den Genossen Heusgen zum Rcndanten. Von der Aufsichtsbehörde wurde dem Vorstande aufgegeben, sich jeder weiteren Maßnahme betreffs der Rendantenwahl zu enthalten, und wie nun der Vorsitzende dem Heusgen privatim Mitteilung von der Wahl machte, wurde der Vor st and seines Amtes enthoben? Die Generalversammlung, welche nicht alle An- ordnungen der Aufsichtsbehörde guthieß und sich z. B. weigerte, eine Jahresrechnung, welche nicht gehörig geprüft war, abzunehmen, wurde zweimal aufgelöst. Daß das Mißtrauen der Ver- treter berechtigt war, zeigte sich nachher, als ganz bedeutende Unterschlagungen festgestellt wurden. Der Vorstand hatte gegen seine Amtsenthebung Beschwerde erhoben und entschied das Oberverwaltungsgericht am 1. Februar 1996 endgültig zu seinen Gunsten. Mittlerweile hatten auch die Vertreterwahlen stattgefunden und waren die freien Gewerkschaften, trotz der heftigen Gcgenagitation der Auf- sichtsbehörde in Verbindung mit den Christlichen, als Sieger aus dem Kampf hervorgegangen. Der Vorstand übernahm wieder die Verwaltung und gedachte sofort seine früher gefaßten Beschlüsse zur Ausführung zu bringen. Dazu gehörte vor allen Dingen die Ein- führung des Genossen Heusgen in sein Amt als Rendant. Durch diese Rechnung hatte die Aufsichtsbehörde einen Strich ge- macht, sie hatte nämlich den Stadtsekretär Herx am 2b. Juli 1995, trotzdem das Streitverfahren schwebte, als Rendant ange- stellt, und zwar auf Lebenszeit! Gegen diese Maß- nähme protestierte der Vorstand, doch vergeblich, der Vertrag wurde als zu Recht bestehend anerkannt. Bei genauer Durchsicht des Vertrages entdeckte der Vorstand dann, daß die Kasse sehr geschädigt wurde, es wurden nämlich Aus- gaben gemacht, die laut Vertrag der Rendant zu decken hatte. Der Vertrag ging dahin, daß Herx pro Mitglied 85 Pf. erhält, aus dieser Pauschale aber sämtliche persönlichen Ausgaben zu decken hat. Es ist ihm ein Einkommen von 4599 M. steigend bis 5399 M. gewährleistet, ausserdem ist ihm Ruhegehalt und Hinterbliebenen- Versorgung zugesichert. Bemerken wollen wir, dass seine Einnahmen das garantierte Einkommen weit übersteigen, er verwaltet dann nebenbei noch eine Kasse, was ihm 699 Mark einbringt. Nun be- zahlt der Rendant aber nicht das Gehalt der Krankenkassen- kontrolleure aus der Pauschale, er stellt sich auf den Standpuutt, dieses sei keine persönliche Ausgabe und müsse aus der 5lasse bezahlt werden. Gegen eine solche Auffassung erhoben die Vorstands- Mitglieder Beschwerde, doch wurde der Standpunkt des Rendanten von allen in Betracht kommenden Instanzen geteilt. Das Fazit des Kampfes, während welchem der Redakteur unseres Krc- felder Partciblattes wegen Beleidigung der Aufsichtsbehörde mit 159 M. und der Vorsitzende der Kasse, Genosse Meyer, mit 30 M. bestraft wurden, ist folgendes: Dem Vorstande wurde vom Ober- vcrwaltungsgericht sein Recht, seiner Beschwerde wurde stattgegeben und mußte er wieder in sein Amt eingesetzt werden. In der Zwischenzeit hat aber die Aufsichtsbehörde, welche ungesetz- lich vorgegangen war, einen den Arbeitgebern genehmen Rcndanten auf Lebenszeit angestellt und ist gegen die Rcchtsgültigkeit des Ver- träges nicht anzukommen. Die Mitglieder haben also einen Ren- danten, der ihnen nicht paßt, und arbeitet dieser unter Be- dingungen, die dem rechtlichen Empfinden der Beteiligten Hohn sprechen. Und das nennt man Selbstverwaltung.— Aus welchem Grunde schreitet die Staatsanwaltschaft gegen die Rhcydtcr Auf- sichtsbehörde nicht wegen Amtsmißbrauchs ein? Uebrigens möchten wir bezweifeln, daß der Rendantenvertrag nicht vom Gericht für ungültig erklärt werden würde. Ein so offensichtlich gegen das Interesse der Kasse verstoßender Vertrag durch eine, wie das Ober- vcrwaltungsgericht festgestellt hat, zu Unrecht als Vorstand funktionierende Behörde entbehrt in vollem Umfange der Rechts- gültigkeit, gleichviel, wie die der„Aufsichtsbehörde" übergeordneten Instanzen entschieden haben._ „Der deutsche Arbeiter hat eine gesicherte Existenz bis ins hohe Alter hinein." Mit Tarabumdiäh, Schnedderendeng. Taradibum wird jetzt im Kriegerverein von Gröditz die Werbetrommel gegen die Arbeiter in dem Bezirk des bekannten Lauchhammerschen Eisenwerkes unter Vorantritt des freikonservativen Reichstagsabgeordneten Prü schenk von Lindenhofen gerührt. Die dort gehaltenen Jubelreden über die prächtige Lage der Arbeiter werden durch folgenden Vorfall trefflich illustriert. In dem Eisenwerk Lauchhammer, früher Gräfl. Einsiedelschen Werke in Gröditz, war seit dem Jahre 1991 der Schlosser Schulze beschäftigt. Schulze war zuerst als Heizer und Maschinist eingestellt, wurde dann aber, weil man ihn im Verdacht halte, jozialdemo- kratischen Tendenzen zu huldigen, in eine andere, schlechter bezahlte Stellung„versetzt". Auch durch diese Strafversetzung trat eine Besserung bei diesem verstockten Sünder noch nicht ein, und so mußte Sch. eine nochmalige„Versetzung" in eine schlechter bezahlte Stellung über sich ergehen lassen. Unser Genosse kam in die elektrische Schweißerei. Hier ereilte ihn sein Schicksal. Am 26. Oktober verunglückte Sch. beim elektrischen Schweißen dadurch, daß ihm die elektrilchen Strahlen das linke Auge verletzten. Noch während seiner Krankheit und zwar am� 6. November erhielt Sch. von dem Eisenwert Gröditz seine Kündi- gung zugestellt. Am 9. November ist Schulze von dem ihn behandelnden Arzte als arbeitsfähig aus dem Krankenhause entlassen worden. Als er am 19. November im Kontor des Lauchhammerwerkes in Gröditz sich wieder zur Arbeit meldete, um doch wenigstens seine Kündigungszeit abzuarbeiten, wurde ihm eröffnet, der Direktor Lipp mann habe seinen Kurschein gesehen und infolge der Bemerkung des den Sch. behandelnden Arztes auf dem Äurschein:„linkes Auge vollständig erblindet, rechtes Ange st ort angegriffen" habe der Herr Direktor Lippmann befohlen, Sch. solle sofort das Werk verlassen. Er, der Direktor, wolle nicht, daß Sch. das rechte Auge auch noch einbüße. Seine Papiere und dasGeld für die 14 Tage könne er sofort in En, pfang nehmen. So war Schulze, der fünf Jahre in diesem Werke gearbeitet hatte lind Vater von drei Kindern ist, entlassen. Eine Eingabe an den Generaldirektor Hallbauer, � ihm doch wenigstens die an die PensionSkaffe geleisteten Beiträge zurück- zuerstatten, wurde abschlägig beschieden. Bei den Arbeitcrn in Gröditz hat sich mit Recht eine lebhafte Empörung über die Behandlung des entlassenen Arbeiters Lust ge- macht. Sie beschlossen, den so aufs Pflaster geworfenen und dem Hunger überlieferten Kollegen und Genossen nicht fallen zu lassen. Die Genossen beabsichtigen, Scki. in dem neugegründcten Konsum- verein ein Unterkommen zu verschaffen. Die Direktion des Lauchhammer- Werkes scheint aber auch hier dem von ihr aufs Pflaster geworfenen Arbeiter keine Ruhe lassen zu wollen. Alle auch nur erdenklichen Mittel werden angewendet, um den neuen Konsumverein zu ver- Nichten. Der Vorfall wird so manchen noch„reichstreuen" Arbeiter über die Notwendigkeit aufklärci», sich der Sozialdemokratie anzuschließen. Gerichts-Zeitung. Wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittelgcsetz ist am 31. Mai vom Landgericht I in Berlin der Schlächtermeister Otto Hin der lach zu drei Tagen Gefängnis verurteilt worden. Ein Reisender hatte ihm ein Pulver zur Konservierung des Fleisches gebracht, welches angeblich erlaubt war. Kaum hatte er eS dein Hack- und Schabefleisch beigemischt, so kam die Polizei und ließ durch Dr. Juckenack das Vorhandensein von schwefliger Säure im Fleische feststellen.— Auf die Revision des Angeklagten und gemäß dem Antrage des Reichsanwalts hob am Dienstag das Reichsgericht das Urteil a u f und verwies die Sache an das Land- gericht zurück, weil die Feststellung, daß der Angeklagte vorsätzlich gehandelt habe, sich als unzureichend begründet erweise, eS hätte höchstens Fahrlässigkeit angenommen werden können. Schamlos. Ein Beleidigungsprozeß, der die Rechte der Gewerkschafts- bewcgung betraf, wurde am 17. November 1996 vor dem Land- gericht zu Neu-Ruppin gegen den Brauer Ludwig Hodapp zu Weißen- see verhandelt.„.„ Im Frühling 1996 suchten die Angestellten der Akttenbrauerel vorm. Gebr. Schonbeck die Einführung eines Lohntarifs durchzu- setzen. Der Ganleiter Bockert wandte sich erst brieflich an die Brauerei, doch hielt es der Vertreter der Brauerei, Herr Garbsch, nicht für nötig. darauf- auch nur zu antworten. Als Herr Backer einige Zeit darauf persönlich vorsprach, hielt ihn Garbsch hin und gab ihm keine beslimnite Antivort. Demnächst begann Garbsch mit seinen Arbeitern selbst Berhand- lungen über die Lohnfrage. Diese wünschten jedoch, daß die Ver- Handlungen durch den Verband geführt würden. Als der Angeklagte Hodapp zu diesem Zwecke Garbich aussuchte, lehnte dieser jede Ver- Handlung ab, wie er selbst erklärte,„weil er nicht wolle, daß sich der Verband zwischen ihn und seine Arbeiter dränge". Den Ar- heitern erklärte Garbsch. wer nickt innerhalb drei Tagen aus dem Verbände ausgetreten wäre, würde gekündigt. Daraus legten diese die Arbeit nieder. Noch einmal suchte Hodapp, der zur Schlichtimg des Streites herbeigerufen war. eine persön- liche Verhandlung mit Garbsch. wurde aber von diesem vom Brauereigrundstück verwiesen. Daraus veröffentlichte Hodapp ein Flugblatt, worin das Vorgehen des Garbsch gegen das Äoalitions» recht der Arbeiter deutlich charakterisiert war. Er wurde deshalb, wie wir seinerzeit mitteilten, wegen Beleidigung des Garbsch an- geklagt und auch vom Schöffengericht in Neu-Ruppin, trotzdem er noch nicht vorbestraft war, zu 399 M. Geldstrafe verurteilt. Das Schöffengericht erblickte nämlich in der Androhung, die dem Verbände angehörigen Arbeiter würden entlassen, wenn sie nicht austräten, durchaus keinen unberechtigten Zwang, sah aber einen Zwang darin, daß die Arbeiter den Wunsch hatten, durch ihren Vertreter mit Garbsch zu verhandeln. Ja es ging so weit, zu sagen, nicht Garbsch, sondern die Arbeiter hätten damit einen Terrorismus ausgeübt. In der Berufungsinstanz vor den: Landgericht Neu- Ruppin wies der Angeklagte darauf hin, daß sein Verband schon mit Hunderten von Brauereien Tarifverträge� abgeschlossen hätte, die zur Zufriedenheit aller Teile in Wirksamkeit wären, er hätte also mit Recht darüber entrüstet sein dürfen, daß Garbsch ihn nicht einmal anhörte und in so rücksichtsloser Weise gegen die Arbeiter vorging. Der Verteidiger Rechtsanwalt Wolfgang Heine aus Berlin charakterisierte das durch politische Vorurteile und Unkenntnis der wirtschaftlichen Verhältnisse hervorragende Urteil erster Instanz in gebührender Weise. Er führte aus, daß der Angeklagte allerdings das Verhalten des Garbsch als„schamlos" � bezeichnet hätte: nun würde unzweifelhaft Garbsch auch heute noch, wenn man ihn fragte, ob er sich seines Vorgehens schämte, sagen, daß er dies nicht täte, denn er bildete sich offenbar ein, völlig richtig gehandelt zu haben. Darüber mit Garbsch zu rechten, hätte keinen Zweck. Indessen müßte es dem Angeklagten auch gestattet sein, dies Verhatten entsprechend zu bezeichnen. Mindestens wäre eine Herabsetzung der Strafe am Platze. Das Gericht billigte dem Angeklagten zu, daß er in Wahrung berechtigter Interessen gehandelt hätte, meinte aber doch, daß der Ausdruck„schamlos" beleidigend wäre. ES setzte in« dessen die Geldstrafe auf 199 Mark herab. Die widerrechtlich zurückgczogcuc Tanzerlaubuis. Ein Polizeiakt, wie er nach hoch st richterlichem Entschekdc unstatthaft ist. lag einem Strafverfahren gegen den Gastwirt Bensch zu Oswitz bei Breslau zugrunde. Bevor Herr Bensch dem Boykott der Arbeiterschaft von Breslau und Umgegend gegen die Saalbesitzer nachgab, erhielt er vom Ortsvorsteher die schriftlicke Er- laubnis, an den Montagen im Monat Mai in seinem Saal in Oswitz öffentliche Tanzlustbarkeiten abzuhatten. Ein solcher Montag war der 7. Mai. Inzwischen hatte er seinen Saal der Arbeiterschaft zur Verftigung gestellt. Am Morgen des 7. Mai ließ ihm nun der Amtsvorsteher durch den Amtssekretär mündlich mitteilen, daß er jene Tanzerlaubnis zurückziehe. Bensch ließ trotzdem am Abend dieses Maimontags öffentlich tanzen, indem er sich an die schriftliche Erlaubnis hielt. Die Folge war eine Anklage wegen Veranstaltung einer öffentlichen Tanzlustbarleit ohne die polizeiliche Genehmigung, die nach einer Rcgierungspolizeiverordnung dafür erforderlich ist. Der Angeklagte bestritt, sich strafbar gemacht zu haben, und betonte, die Zurücknahme der einmal erteilten polizeilichen Tanzgenehinigung für die Maimontage sei ohne triftigen Grund und auch ohne Angabe von Gründen erfolgt, so daß er sich nicht danach habe richten brauchen. Das Landgericht Breslau als IBerufungsinstanz ver» urteilte jedoch den Angeklagten zu einer Geldstrafe und führte auS: Wenn die Polizei, die für die Erteilung der Erlaubnis zu- ständig war, die Erlaubnis zurückzog, so sei eben keine Erlaubnis mehr vorhanden gewesen. Selbst wenn die Rücknahme der Er- laubnis grundlos erfolgt wäre, hätte dem Gastwirt nur der Weg der Beschwerde beziehungsweise des VerwattungL- streitvcrfahrens offen gestanden; auf keinen Fall hätte er ohne Er- laubnis eine öffentliche Tanzlustbarleit abhalten dürfen. Angeklagter legte Revision ein und berief sich wieder darauf, daß er ja die schriftliche Erlaubnis in Händen gehabt habe und so im Besitze eines wohlerworbenen Rechtes gewesen sei. Der Amtsvorsteher habe zwar keine Gründe für sein Vorgehen angeführt! Indessen sei anzunehmen, daß er die Er- laubnis deshalb habe zurücknehmen wollen, weil Angeklagter, um sich nicht wirtschaftlich ruinieren zu lassen, dem Drucke der Sozial- demokralie nachgegeben und ihnen semen Saal zur Verfügung ge- stellt habe. Das sei kein Grund, der die Rücknahme der Erlaubnis rechtfertigen könnte. Der erste Strafsenat des Kammergerichts hob oas Urteil des Landgerichts auf und sprach den An- geklagten mit folgender Begründung frei: Der Amtsvorsteher habe hier den Amtssekretär beauftragt, dem Angeklagten an dem Tage, wo nachmittags die öffentliche Tanzlustbarleit stattfand, zu sagen, die erteilte Erlaubnis werde zurückgezogen. Die Frage sei nun, ob eine solche Erklärung Rechtsgültigkeit be- anspruchen könne. Nun sage die Regierungspolizeiverordnung selbst nichts darüber, daß Genehmigungen zurückgezogen werden dürften. Selbstverständlich habe aber die Polizei das Recht, auf Grund des§ 19. Teil II, Titel 17 de» Allgemeinen preußischen Landrechts einzuschreiten in allen den Fällen, wo dem Publikum Gefahren drohen oder die öffentliche Ordnung und Sicher- heit gefährdet erscheint. Dann dürfe aber nicht so wie hier einfach erklärt werden, die Erlaubnis werde zurückgezogen. ondern es müsse eine selbständige polizeiliche Ver- s ü g u n g erlassen werden, die erkläre, aus welchen Gründen etwas verlangt oder untersagt werde. Wenn eS vielleicht auch nicht nötig sei, müsse sie möglichst schriftlich ergehen, weil die Rechts- behelfe aus dem Landesverwaltungsgesetz sBeschwerde, Klage) an eine Frist gebunden seien. Vorliegend Hab« nun der Amtsfekretär nicht gesagt, der AmtSvorsteher verbiete die für heute abend ge- plante öffentliche Tanzgclegenheit auS den und den Gründen, fon- dem er habe nur gesagt, die Genehmigung werde zurückgezogen l DaS reiche nicht aus. Hieraus folge die Freisprechung. Wird nunmehr die Staatsanwaltschaft gegen den AmtSvorsteher wegen Amtsmißbrauch vorgehen? Wnsserssaud„m 22. November. Elbe bei Aussig ivteler. bei Bresben— 1,31 iKctei, bei Magbebing+ 1,16 Meter.— Unstrut bei Slrautzfurt— Meter.- Ode» bei Ratibor 4-1.19 Meter.— Neigc. Mündung 4- 1.24 Meier.—Oder bei Bticg 4- 1,79 Meter.— Oder bei Breslau Unterpegel— 1,52 Meter. Aus der Frauenbewegung. Gleichberechtigung der Frau anerkannt werde. Es wurden nicht mehr] Witterungsübersicht vom 22. November 1906, morgens 8 1hr. wie 348 Stimmen abgegeben; davon erhielt der Sozialist 165; zehn Stimmen waren ungültig. Barometer. stand mm ind. Eine Wahlprobe veranstalteten die bürgerlichen Frauen von New York am Tage der Staatswahl, wie„ New York Herald" erzählt. Die Liga für gleiche Rechte" hatte ein Bureau eingerichtet, wo über 21 Jahre alte Frauen ihre Stimme für einen der Gouverneurs Kandidaten abgeben konnten. Die Liga hatte an alle drei Kandidaten, den Demokraten, den Republikaner und den Sozialisten, Schreiben gerichtet mit dem Ersuchen, Stellung zum Frauenwahlrecht zu nehmen. Der Demokrat Hearst ließ durch seinen Sekretär antworten, daß er der Frage seine Aufmerksamkeit schenken werde. Der Republikaner Hughes ließ durch seine Frau die noch während des ganzen nächsten Monats in der Heilstätte bleiben, Patienten in Beelik, Buch usw. Diejenigen unserer Abonnenten, den Empfang des Schreibens höflichst bestätigen, sich zu der wollen uns wegen der Ueberweisung von Freieremplaren sofort ihre Adresse gestellten Frage zu äußern. Der Sozialist einsenden, da bei verspäteter Bestellung die ersten Nummern des neuen Chase erklärte fich unumwunden für das Frauenwahlrecht und wies Monats von der Poft nicht geliefert werden. Alle Adressen müssen jeden auf das Programm seiner Partei hin, in welchem ausdrücklich die Monat neu eingesandt werden. Berichtigung. In dem Auffaz:" Proletarische und bürgerliche Stationen Frauenbewegung" muß es am Schluß des ersten Absatzes heißen: Sie wird dann leicht die Vorkämpferinnen der bürgerlichen Frauenbewegung für Vorkämpferinnen der Frauen( nicht Swinemde 772 Proletarierin) überhaupt ansehen usw. Für den Jubalt der Juierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 24. November. Anfang 7%, Uhr. Opernhaus. Drittes Sinfoniekonzert der königlichen Kapelle. Schauspielhaus. Hamlet, Prinz bon Dänemark. Deutsches. Das Wintermärchen. Westen. Drei Rolandsknappen. Lorking. Der Wildschütz. Anjang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Sturm. Leijing. Rosmersholm. Zeutral. Der Bogelhändler. Berliner. Sherlock Holmes. Schiller 0. Der ohne Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater Sizilien. abends 8 Uhr: Komische Oper. Briefkaften der Expedition. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Freitag, abends 8 Uhr: Freitag, abends 8 Uhr: DieVerschwörung des Fiesko zu Genua. Der Hochtourist. Gin republikanisches Trauerspiel in Schwank in 3 Aften von Kurt Kraatz 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Sonntag, abends 8 11 br: Freitag, den 23. November, 8 Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Carmen. Sonnabend: Die Bohème. Sonntag abend: Lakmé. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Lortzing- Theater. Bellealliancestr. 7/8. und May Neal. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. Sonntag, abends 8 Uhr: Kabale und Liebe. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute Freitag präz. 7, Uhr: Das anerkannte Sensations- Progr. 1. a. Mr. Henricksens einz. dastehende größte Tigergruppe wilde Dressur Freitag, den 23. November, 7½ Die 5 Könige der Luft Der Wildschütz. Abonnements gültig. ( Wallner- Theater.) Morgen Sonnabend: Die Fledermaus. Die Verschwörung des Fiesto zu Genua. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Der Hochtourist. Neues. Kinder. Komische Oper. Carmen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Husarenfieber. Kleines. Ein idealer Gatte. Deutsch Amerikanisches. T Im wilden Westen. Herr Hauptmann b. Stöpenick. Thalia. Wenn die Bombe plakt! Luisen. Preciosa. Bernhard Rose früher Carl Weiß. Der Millionenbauer. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Avolio. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Kasino. Die beiden Champignol. Folies Caprice. Serenissimus August XXVI. Das Modell. Das Provinzmädel. Vajjage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute Anfang 8 Uhr: Triplepatte. Schwank in 5 Aften v. Tristan Bernard und André Godfernaut. Vicomte Robert de Houdan: Les 5 Alex. Les 5 Piroscoffis ausgezeichnete fomische Jongleure. Ferner sämtliche Spezialitäten sowie Clowns und Auguste in ihren neuesten Wigen. Um 10 Uhr: Die große AusstattungsPantomime: Ein Tag in Monte Carlo. Richard Alexander. Bernhard Rose- Rheater Zotensonntag abends 7, Uhr: Frou- Frou. In Vorbereitung: Florette und Patapon. Metropol- Theater ( Broße Frankfurterstr. 132. Der Glöckner von Notre- Dame. Romantisches Drama in 6 Tableaus von Charlotte Birch- Pfeiffer. Morgen nachm. 4 Uhr bei kleinen Breijen: Robinson Crusoe. Abends 8 Uhr Premiere: Die neue Welt. Der Teufel lacht dazu. Brunnen- Theater Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Direktion: Bernhard Rose. Viktor Hollaender. Dirigent Max Gesundbrunnen. Badstraße 58. Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Lenore, Urania. Taubenitrate 48/49. Massary. Wolff. Bender. die Grabesbraut. Im wissenschaftlichen Theater: 8 Uhr: Sizilien. Ferdinand Bonns Giampietro. Josephi. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Berliner Theater. Totensonntag, den 25. November: Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. er Morgen nachm. 3 Uhr: Voltstümliche Sclaffikervorstellung zu mäßigten Preisen: Faust. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Heute abend 7 Uhr: Drei Rolandsknappen Gutscheinheste ungültig. Sonnabend 3 Uhr: Schüler- Borstellung bei fleinen Preisen: Undine. Abends 7, Uhr: Schützenliesel. Neues Schauspielhaus Freitag, den 23. November: Der Sturm. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Die Hochzeitsfackel. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die Condottieri, Morgen und folgende Tage: Die Condottieri. Kleines Theater. Heute abend 8 Uhr zum 124. Male: Ein idealer Gatte. Sonnabend z. 1. Male: Die Feinde. Szenen( 3 Afte) von Marim Gorki. Sonntag: Die Feinde. Montag: Die Feinde. Lustspielhaus. Einmalige Aufführung: Schauspiel in 3 Abteilungen. Staffeneröffnung 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-2 Uhr an der Theaterkasse. Der Müller und sein Kind. W. Noacks Theater. Winfergarten. Anfg. 8 Ufir Heute: Ruth St.Denis die berühmte indische Tänzerin u.das interressante Spezialitäten. Programm. s Bros.Permané The 3 Urma Excentrics Sisters Trapez künstlerinnen. Angelo's lebende Kunstwk. O.K.Sato La Vilma Kom.Jongleur Sandmalerin Maria Vinent Das Millmann- von der Königl. Trio Drahts- Akt. Oper in Madrid. Staleys VerLiJem Hai San wandlungsakt Chinesentrup. D.mus.Fassbind. Clotilde Florido Im sonnigen Span. Tänzerin. Spanien Engl. Der Biograph Balletscene, aus 1.Wettlaufen. gef.von d.John 2.Die Hochzeit Tiller Tr.a. Lond. im Automobil. a pollo Theater Nur noch 8 Tage! Täglich Husarenfieber. Das große November- Brogramın mit 8 Uhr: Sonnabend nachm.: Gänseliesel. Liane d'Eve. Matfchiche Tänzerin. Die Driginal Direktion: Rob. Dill. Brummenstr. 16. Kean oder: Genie und Leidenschaft. Schausp. nach d. Französ. v. Raudolf. Anjang 8 1hr. Entree 30 Bf. Sonnabend: Große Extravoritellung. Der Müller und sein Kind. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Josefine Dora neueste Schlager. Mary Irber vom Intimen Theater in München. Georg Kaiser „ Matschiche". Damen- Jiu- Jitsu japanischer Ringkampf. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Die beiden Heute, Freitag, den 23. November, abends 7, Uhr: ROM. Gr. Drig.- Pantomime des Birkus Busch in 7 Bildern. 1. Bild: Im Hause des Acilius. II. Bild: Das Prunkgelage Neros. ( Radium- Ballett) III. Bild: Jm Senat. IV. Bild: Die großen Kampfspiele des Zirkus Caligula. Biergespanne, Schwertfämpfer, Negfämpfer, Ringfampf zu Fuß u. zu Pferde. Faustkämpfer. Die Todesfahrt über die zersprengte Brücke. V. Bild: In Neros Balaft. VI. Bild: Das große Opferfest im Tempel des Castor. Brand und Zusammensturz des Tempels. iienipiele: Bilder aus der römischen Vergangenheit. VII. Bild: Phantastische Allegorie in feenhaft. Licht- u. Wasserspielen. Ferner: Nur noch wenige Tage: Monsieur Romeos staunenerregende AutomobilExperimente. Ueberfahren mit cinem 70 PS. Fiat- Wagen. Gewicht 30 8tr. schwer und vier Insassen.( Zur Verfügung gestellt d. die Fa. Loeb u. Co., G. m. b.., Berlin.) Frl. Marguérite, Schulreiterin. Mdm. Léris Loyal, Demimonde- Reiterin u. das gr. Gala- Programm. Walhalla Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Das effektvolle November- Progr. Das schwarze Udel- Quartett ( Original Black Troubadours). Die kluge Rosa! 14 borzügliche 14 Spezialitäten Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Trianon- Theater. Anjang 8 Uhr. Bunzipp Windstarke Better Temp. n. 6. 5°.= 4° R. Stationen Barometer. fland mm Wind 8 Petersburg 768 SW 4 Scilly richtung Windstarle Better Temp n. G. 3 heiter 2 Haparanda 762 NW 2 halb bd. 767 SSB 8 Aberdeen 757 SS 3 bedeckt 5 bebedt 2bedeckt 11 6 Paris 773 SS 2 bedeďt Hamburg 770 SS23 2 bebedt Berlin 772 SSD 2 bedeckt Franks.a.M. 773 S 2 Regen München 776 523 2 Regen Bien 1 halb bd. 2 776 93 Wetter Prognose für Freitag, den 23. November 1906. Etwas wärmer, teilweise aufklarend, vorwiegend trübe mit leichten Regenfällen und mäßigen südlichen Winden. Berliner Betterbureau. Sanssouci. Kottbuser .Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen. Großer Erfolg! Frau Feldwebel. Sonntags Beginn 5, Wochent, 8 Uhr. Jeden Dienstag: Theater- Abend. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Freitag: Gustav Gottschalk- GesellschaftsKonzert. Wunsch- Abend. Welt- AustellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. ◆ Den ganzen Tag Vorstellung. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das vollständig neue November- Programm. Neu! Der Hauptmann v Köpenick Neu! Großer Lacherfolg. 22 Nummern. Anfang 7, Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Welcher Geldgeber gibt einem fleißigen strebsamen Geschäftsmann fofort eine Hypothek bon 18 000 Mart auf Gebäude- und Grundsicherheit zu mäßigen ginsen zweds Abstoßung einer Hypothet, die die Existenz untergräbt, weil ich sozialdemokratische Huldigungen unters stäbe. Binszahlung pünktlich. Kapitalisten, die gern und schnell helfen wollen, bitte w. Adresse an Daube& Co., Berlin S.W. 19, unter ,, A. L. 1217 zur Weiterbeförderung abzugeben. Agenten verbeten. Cigarren in jeder Preislage von 25.00-450.00 M. p. mille 20 Engros- Preisen. Reinhard Hellmich, jetzt Friedrichstr. 108, 1. Illustrierte Preisliste gratis und franko. Kein Laden. Beste Bettenfüllung find die vorzüglich füllenden, fehr elastischen, echt chinefischen Monopoldaunen ( gefeßt. gefchüßt) Pfund Mr. 2,85. 3-4 Pfund genügen 8. gr. Oberbett. Derf. geg. Nachnahme. Berpadung frei. Gustav Lustig Berlin S. Prinzenstr. 46 Größtes Bettfedern- Spezials geschäft Deutschlands. Peter Rofeggers neuester Roman Die Försterbuben" erscheint foeben in der Monatsschrift„ Der Türmer" ( 9. Jahrgang).=== Probebefte bereitilligst franko durch die Buch180/ 7* handlungen sowie vom Verlag Greiner& Pfeiffer, Stuttgart 46. Der Hausfreund. Größte Puppen- Fabrik Berlins Totensonntag: Das Ende der Liebe.. Berliner Prater- Theater Kaftanien- Allee 7-9. Heute abend 8 Uhr zum ersten Male: Der Pfarrer von Kirchfeld. Sonnabend zum letzten Male: Die Räuber. Champignol. 00000000 Sonntag 4 Uhr: Die goldene Brücke. Deutsch- Amerikanisches Theater. Jed. Abend 8U. Gastsp. A. Philipp: Im wilden Westen und Herr ,, Hauptmann" v. KÖPENICK. Sonnab. 3, Uhr, kleine Preise: Die Reise durch das Märchenland. Sonntag abend Gastsp. A. Philipp: Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Serenissimus August XXVI und Das Modell. Ab 1. Dezember Wiederauftreten von Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. ER und ICH. Palast Theater. Palast- Theater. Zentral- Theater. Die Seldoms. Blaftische Darsten. Fröbels Allerlei- Theater ( Operette). 8 Uhr: Der Vogelhändler. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Bum ersten Male: Preziofa. Anjang 8 Uhr. Sonnabend 4 Uhr Kindervorstellung: Die fieben Raben. Abends: Flotte Weiber. Sonntag nachmittag geschlossen. Abends: Sherlod Holmes. Montag: Flotte Beiber. 1 Dame, 3 Herren. Sonntag, den 25. November( Totenfonntag), abends 8 Uhr: Große Vorstellung. Ausgewähltes erſtl. Brogr Reichshallen. Täglich: Stettiner Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riefenspielfolge. Nach Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr Rad ber Borstellung: Gr. Tanz. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Heute 8 Uhr. Gutree 50%. November- Spielplan. Neu: Little Fred Nen! Der glänzende der 16jährige Entfeffelungsfünftler: Befreiung aus der Zwangsjacke! Sänger Colosseum Arsène Argolla Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Dresdenerstr. 97. Vollständig neues Hunde- und Tauben- Dresseur. Dazu: 10 Attraktionen 10 PROGRAMM. und: Eine vom Ballett. Konzertsaal: fpiel. Familienkarten, zum halben Stassen gültig, in allen BarbierP. R. Zierow, Berlin N. 37. Schönhauser Allee 179. Eigene Fabrikation. Gekleidete Puppen. Größtes Lager v. Kugelgelenkpuppen, Bälgen, Köpfen, Perücken, Puppenartikeln und allen Ersatzteilen. bitte schon jetzt an meine Reparaturen Firma gelangen zu lassen. Kein Laden. Auch Einzelverkauf. und Lager kompletter Möbel- Fabrik Wohnungs- Enrichtungen zu Fabrikpreisen Eigene Werkstätten empfiehlt Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, am Kottbuser Tor. Bäckerei, Konditorei und Café elegant eingerichtet, im Norden Berlins, unter günstigen Bedingungen an tüchtigen Fachmann sogleich zu vermieten. Adressen unter" Günstig", Postamt 31 erbeten. Weidenweg 12.1 Raben und ohnung, Monat 75 Mart, und fleine Wohnung jret, durch Tröllsch 1. Blitz- Schnell tommt man mit der Hochbahn zu Weingarten, Gitschinerstr. 72, Station im Hause. Haltestelle Brinzenstraße. Empfiehlt: 1 Posten Monats- Anzüge, 1 Posten Monats- Paletots, 1 Posten Monats- Beinkleider zu staunend billigen Preisen, auch für forpulente Herren passend. Dieselben sind von feinen Stavalieren und Reisenden, die nur einen 5352* Monat ihre Garderobe tragen. Fahrgeld wird vergütet. Bitte auf Hausnummer zu achten. Künstlerkonzert u. Volks- Kabarett.rijeru. Bigarrengeschäften gratis. 00000000000000000000 teppdecken 2309 L* Gelegenheitskauf! Ersatz für Bunt Kattun 285 Deckbett Similiseide ₤ 485 675 in den Farben rot, Wollatlas( blau, 1525 750 bis zu den oliv feinsten Qualitäten Bunte NormalSchlafdecken 150 250 350 Wolldecken ik 300 400 a ganz dick Emil Lefèvre Spezialhaus, Berlin Süd nur Oranienstr. 158 halte unter- nirgends Filialen! Spezialkatalog mit etwa 600 Illustrationen gratis und franko. Hochschule für Operette, Variété und 29902* Ballettkunst, Berlin, Steglitzerstraße 35. Sachgemäße, gediegene Ausbildung in allen Fächern der Operette, Variété und Ballettkunst sowie in fremden Sprachen. Näheres Prospekte. Sprechstunden 12-1 und 5-7. Aufnahmen jederzeit. Die Direktion. Paul Mürich, Kgl. Tänzer, Ballettmeister. Ludwig Dowe, Opern- und Stonzertjänger. mo!! Liebhaber eines zarten reinen Gesichts mit rosigem jugendfrischen Aussehen, weißer sammetweicher Haut und blendend schönem Teint, gebrauchen die allein echte Steckenpferd- Lilienmilch- Seife von Bergmann& Co., Radebeul- Dresden Schutzmarke Steckenpferd, à St. 50 Pf., überall vorrätig. Möbel- Restbestände 14. Ziehung 5.KI. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 22. November 1906, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 16 104 230 300[ 500] 97 98[ 500] 428 86 611 85 745 801 [ 500] 927 1089 101 315 30 38 69 2223 340 468 626[ 3000] 3248 730 949 4003 61 298 456 88 620 92 5012 342 418 52 [ 3000] 723 31 977 6014 23 50[ 500] 156 57 426 1500] 622 715 30 845[ 3000] 7336 400 82 560 8211[ 3000] 377 470 [ 3000] 525 730 811[ 1000] 955 9201 851[ 1000] 75 98 10339 422[ 1000] 806 14 69 926 11038 88 126 40 77 274 820 566 [ 500] 12045 132 34 221 354 570 747 74 817 13208 484 642 696 961 14013 426 50 602 710 816 968[ 3000] 15006 113 208 68 425 56 596 805[ 500] 16008 17 235 71 75 85 363 [ 500] 428 54[ 500] 551 56 745[ 3000] 58 17279 451 15000] 69 825 962 18029 505 821 908 70 19123 41 319 505 625 82 942[ 1000] 43 20151 68 385 812 21203 338 406 12 37 579 87 632 73 22022 244 50 59 314 36 924 66 23078 118 39 226 638[ 3000] 78 810 79[ 500] 24006[ 500] 41 76 137 44 202[ 500] 421 29 527[ 500] 661 764 963 955 25410 513 675 729[ 500] 822 26 26086 90 161 266[ 3000] 314. 530 812 993 27011 243 618 793 812 927 77 28279 606 29015 400 531 34 667 909 80 30096 203 21 332 590 774 809 911 31149 59 87 373 555 68 87 636,90 745 72 915 98 32181 288 481 506 703 959 33449 553 624 77 767 863 909 34286[ 1000] 379 532 782 874 84 92 35265 88 312 658 779 985 36196 332[ 500] 402 533 931 89 37506 43[ 1000] 851 983 38192[ 500] 294 518 33 68 803 39018 24 92 115 85 432[ 3000] 40 49 606[ 500] 89989 40003 267[ 500] 304 99 509 727 905 41178 279 83 352 513 799[ 1000] 934 42308 570[ 500] 77 78 699 786 93 850 43078[ 500] 124 372 681[ 3000] 800 79 44068 160 259 303 525 631 724 45035 124 226 90 344 51 404 6 49 69 46054 419 58 615 69 727 63 803 10 85[ 500] 47114[ 1000] 282 99 390 715 19 936 86 91 48011 70 94 217 304 442 49094 164 366[ 3000] 691 711 14 889 976 50401 546 74 51305 39 99[ 500] 453 750 52055 147 273 53267 344 427 632 96 706 975 54042 73 709[ 1000] 817 901 55123 39 479 524 61 71 56077 583 639 796 954 57035 144 530 627 67 868 924[ 500] 58264 496[ 3000] 685 985 59102 52 408 593 808 910 38 60048 225 324 663 84 924[ 500] 61061 275 591 676 760 76 927 62015 53 240 325[ 1000] 418[ 1000] 23 519 39 784 60 829 63[ 1000] 63096 115 725 37 70 929 30[ 500] 64041 308 35 415 723[ 1000] 52 832 907 65064 267 71 [ 1000] 379[ 500] 512 68 704 12 66041 43 80 158 205[ 500] 84[ 3000] 90 568 87 709 30 81 67280 450 792 938[ 500] 68131 62 235 328 58 661 747 818 32 69 69523 29 699 736 860 70052 149[ 500] 71 239 859 71179 722 36 39 72367 431 534[ 500] 841 953 79 73133 88 222 339[ 1000] 99 495 [ 3000] 512 20 666 737 810 924 25 77 74005 206 352 92 447 74 933 60 75111 245[ 500] 948 76007 104 405 97 628 89 806 56 978 77222 366 90 403 83 502 21 41 713 96 909 78004 53 243[ 10000] 329 606 45 792[ 500] 820 79219 39 647 71 724 923 3000] 546 69 80120 98 347 431[ 3000] 546 695 817 81062 163 68 284 406 605 806 917[ 3000] 82 82305 36 90 420 634 858 960 83236 568 90 662 69-882 973 84007 335 40 414 577 730 893 986[ 500] 85089 198 394 451[ 500] 707 87 887 86045 103 79[ 500] 799 811 46 916[ 500] 34 87294 351 656 822 88119 26 377 437 584 702 71 95 897[ 500] 923 [ 3000] 34[ 500] 60 89044 257 350 418 80 675 779 90008 36 120 95 300 432 516[ 500] 747 801 9 98[ 300] 922 91271 865 954[ 500] 92520 602 879 939 93012 196 400 80 564 94098[ 500] 160 418 95003 15 377[ 500] 466 969 96079 233 331 63 444 577 80 696 709 99 877 921 32 97051 76 183 387 412[ 500] 658 975 98217 584 647 69 99125 325[ 500] 90 412 689 821 65[ 500] 100067 105 90 291 621 59 75[ 3000] 740 47[ 500] 886 989[ 1000] 101061 125[ 500] 44 303 449 578 648[ 500] 84 102016 144 470 606 805 50[ 500] 103274 99 350 473 588 706 70 78 104032 156 76 468 520 89 687 803 105101 21 69 72 571[ 1000] 820 908 38 75 106041 101 252 99 433 [ 1000] 728 107109 295 412 75 93[ 3000] 514 80 746 875 973[ 1000] 108020 104 73 91 372 626 725. 53[ 1000] 70 944 109351 627 757 808 110170 328 404 664 69 763 976 111079 101 359 416 752 69 72 813 75 911 112032[ 5000] 135[ 1000] 61 92 285 88[ 3000] 406 34 566 653 706 38 876 990 113325 433 80 615 731 871[ 3000] 77 88 114168 259 301 25 505[ 500] 12 115155 74 94 322 601 863 922 116274 441 65 539 97 755 882 117018 45 344 99 419 573 617 68 [ 3000] 722 31 891[ 500] 118010 190 240 55 348 412 79 678 854 119148 229 453 73 520 41 620 735 819 120226 313 494 566 71 788 98 121032 49 140 277 07 400 47 521 84 97 747 923[ 1000] 64[ 500] 122091 102 16 61 202 368 78 581 94[ 500] 608 31 708 845 83 972 123249 387 406 682 124535 677 865 79 125164 321 [ 3000] 668 831 126199 372 526 749 834 37 58 81 87[ 1000] 954 127227 51 411 61 78 806 19 923 77 128063 192 819 [ 500] 693 129379 664 747 869[ 3000] 78 130225 444 628 931[ 500] 59 62 131090 104 320 409 32[ 1000] 589 964 77 [ 5000] 132032 138 62 254 92 330 452 787 872 910 133097 158 609 61 779 92 870[ 500] 134312[ 500] 419 762 936 80 135021 214 316 624 759 76 877 964 136212 89 325 455 vom Umzuge M. Markiewicz. Die im Hause Friedrichstr. 111 noch vorhandenen alten Regale, Schreibtische, einige SchlafzimmerMöbel, zirka 1500 Stühle, Tische etc. für Pensionate, Restaurants, Wohnungen geeignet, sollen zu jedem annehmbaren Preise bis Ende dieses Monats daselbst verkauft werden. Der Hausverwalter Bock. 631 777 S77 953 62 137387 744 138153 224 362[ 500] 92 883 902 66 139145 413 54 635 140218 331 404 667 772 873 141100[ 1000] 284 369 439 552 775 142017 24 142 326 454 58 549 872 909 143336 537 747 64 144056[ 1000] 109 606 38 78 962 145080 190 513 82 626[ 1000] 146271 374 564 845 147809 148002 20 47 48 68 204 326 565 650 80[ 1000] 819 46 149014 57 145 524 705 858 83 87 150032[ 5000] 43 166 267 307[ 1000] 34 71 628 733 151035 198 285 340 592 965 152014 294 97 362 704 65 S5 S04 32 909 153000 137 76[ 1000] 95 430 99[ 1000] 503 932 154117 285 377 440 543 937 155346 64 435[ 1000] 582[ 1000] 693 955 941 156026 146 462 77 640 157051 241 300 583 85 722 889[ 1000] 980 158054 129 50 439 839 96 934 159225[ 3000] 414 54 652 749 160026[ 1000] 95[ 1000] 110 21 374 590 772 85 91 832 [ 1000] 986 87[ 500] 161209 331 486[ 3000] 561 689 955 98 162221 403 768 85 827[ 500] 163109 267 361[ 1000] 612 [ 500] 931[ 3000] 164146 471 932[ 500] 35 75[ 500] 80 165435 541 53 57 816 166031 51 198 301 84 461 89 778 872 167035 332 57 74 461 97 563 671 649 168269 577 [ 1000] 92 787[ 1000] 854[ 3000] 931 2[ 30001 63 169590 700 854 170056 185[ 500] 91[ 1000] 296 304 604 794 811 992 171088 210 614 31 73 713 840 172033 66[ 500] 455 588 873 955 173013 61 262 313[ 1000] 42 400 45 576 680 824 174467 78 175111 26 41 219 53 69 396 401 564[ 1000] 77 86 613 878 86 931 57 89 176115[ 500] 293 1500] 333 177023 135 42 276 391 633 64 716 29 77 849 178048 160 348 997 179078 200[ 60 000] 67[ 500] 484 555 636 927 1500] 484 5556 86 79[ 3000] 180053[ 1000] 61[ 5000] 163[ 3000] 203 57 450 67 540 94 661 720 32[ 3000] 994[ S000] 181307 1500] 470 110001 831 933 39 182181 324 425 551 699 999[ 500] 183097 157 283 384 415 78 535 74[ 500] 812 940[ 500] 74 184073 182 236[ 500] 84 470 657 59 79 185037 524 33 607 711 23 83 926 186086[ 500] 405 560 64 782 187175 284 86 451[ 3000] 922 73 188158 266 319 25 584[ 500] 821 96 189197 337 552 631[ 500] 718 816 932[ 500] 190070 337 693 191003 [ 3000] 379[ 3000] 501 600 745 855[ 3000] 58 70[ 500] 192139 484 516 27 779 193114 69 601 968 194069 118 207 1500 57 334 838 981 195093 117 48 708 911 196024( 3000] 224 601 882 967[ 500] 91 197066 552 699 198596[ 3.00] 747, 927 199010 41 278 510[ 500] 22 646 75 727 84 939 200029 56 151 318[ 3000] 659 81 947 201152 272 508 202075 129 67 438 54 630 810 203003 12 443 764 880 969 204191 343 70 412 S4 509[ 3000] 799 827[ 1000] 205027 122 349 446 595 206150 503 27 818 97 207050 161 809 612[ 3000] 737 77 208102 247 11000] 81 379 926 38 969 83 209566 616[ 1000] 712 820 1500] 968 210058 71 415 55 617 44 827 81 211003 235 439 71 674 92 212380 465 507 619 742 860 86 213359 125 607 1500] 895 901 214432[ 500] 215135 752 74 983 216030 35 252 82 344 [ 500] 467 80[ 1000] 658 864 217103 25 91 1500] 874 218058 67 409 70 502 60 665 68 820 81[ 500] 219015 67 280 391 505 49 638 90 791 220000 145 250 461 791[ 3000] 950 221455 69 506 [ 3000] 608[ 500] 33[ 500] 222443 550 621[ 1000] 76 702 975 223071 154[ 1000] 704 10 806 53 974 224160 636 40 722 36 859 225062[ 500] 90 94 320 516 85 924[ 1000] 97 226032 47 103 411 43 533 958 227075 343 426 130001 67 719 228002 69[ 500] 379 400 46 535 99 904 95 229116 269 314[ 1000] 87 534 625 230006 96 145 90 92 266[ 500] 328 52 578 648 68 720 993 231054 296 539 96 651 882 90 232208 98 466 883[ 1000] 233164 643[ 500] 799 810 36 [ 500] 82 96[ 3000] 234153 362 436 543 235113 379 404 49 728 871 973 97 236204 532 673 840[ 500] 59 974 237144 474 535 646 76 737 238054 222[ 3000] 56 531 47 619[ 500] 728 844[ 1000] 239024 131 47 302 470 652 794[ 500] 801 240089 204 546[ 1000] 609 54[ 3000] 64 241043 137 47 300 458 90 242121[ 3000] 312[ 1000] 516 84 713 810 [ 500] 89 965 243629 244010[ 500] 234 412 29 749 245106 287 542 659 753 246143 330 79 610 907 16 247284 314 451 819 248246 95[ 1000] 860 914 73 249171 78 345[ 3000] 615 26[ 500] 84 250088 374 416 575 842 251125 675 252026[ 1000] 36 52 134 226 381 429 44 755 869 957 253216 338 67 91 416 81 88 542[ 500] 90 801 89[ 1000] 254305 585 921[ 500] 41 255130 241 420 527 34[ 1000]. 624 51[ 3000] 709[ 1000] 70 905[ 500] 29 42 256039 143 226 433 74 257031 92 168 442 814 919 258 59 241 457 684 813 23 77 259085 112 57 569 705[ 3000] 849 907 260036 42 446 55[ 1000] 757 70[ 500] 96 819 261123 266 593 262238 489 568 G09 13000] 741 839 87 253223 301 264295 370 76 648 928 265257 69 462 619[ 300] 50 [ 500] 266173 245 53 360 422 96 544 55 689 703 33 61 812 928 98 267004 20 131 38 496 580 803 907 45 268033 43 [ 500] 95 274 309[ 500] 57 492 502 85 780 843 269020 25 132 275 331 561 902 19 270083 126 247 302 34 639 816 25 53 81 941 271042 121 306 59 799 974 272345 58 431 704 986 273008 637 705 10 274075 98 147 723 838 994 [ 500] 275032 41 111 68 439 42 45 832 276410 683 928 277180, 297 736 278068 277 86 396 824 42 279054 139 227[ 1000] 435 91[ 500] 94 507 17 865 904,92 280099 186 275 444 582 281044 110 711 45 957 282094 132 88 272 378 474 617[ 3000] 809 83 283166[ 500] 223 300 424 93 582 863[ 3000] 284013 307 73[ 500] 506 47 52 645 735 853 285057 131 36 49 83 455 933 286096[ 1000] 155 216 38 416[ 500] 22[ 500] 77 80 634 782 996 287168 214 323 499 739[ 500] Im Gewinnrade verblieben: 1 Prämie à 300 000 M., 1 Gewinn á 150 000, 1 à 100 000, 1 à 75 000, 2 à 50 000, 1 à 40 000, 6 à 30 000, 11 à 15 000, 37 à 10 000. 63 à 5000, 983 à 3000, 1582 à 1000, 2310 à 500 Unsere erprobten und bewährten Spiritus- GlühlichtBrenner nebst Ersatz- u. Zubehör- Teilen zu unseren Listenpreisen W. erhältlich bei P. Raddatz& Co., G. m. b. H., Leipzigerstr. 122/123 Carl Haupt, Tauenzienstr. 14 Emil Riedel, Potsdamerstr. 52 R.& Th. Viereck, Potsdamerstr. 85 NW. Carl Rakenius& Co., Unter den Linden 62/63 SW. Richard Hauer, Lindenstr. 81 O. P. Neuendorf, Blüchefstr. 12 Carl Rakenius& Co., Zimmerstr. 98 H. Schollwer, Yorkstr. 49 C. Martin Gülzow& Co., Seidelstr. 26 Holtz& Linke, Landsbergerstr. 58 S. Hermann Arnold, Alexandrinenstr. 110 H. Kabermann, Prinzenstr. 26 Richard Hoppach, Kommandantenstr. 60 SO. 0. Wilh. Krusemark, Oranienst. 205 Erich Flosky, Frankfurt. Allee 102 Charlottenburg. Fritz Schroeder, Schlüterstr. 59 Centrale für Spiritus- Verwerthung G. m. b. H. Ausstellungs- und Verkaufs- Lokal: Friedrichstr. 96 Berlin NW.7, 2804L* gegenüber dem Central Hotel. ecco Billigste Bezugsquelle für Monats- Garderoben. Die schönsten Herren- Winter- Paletots u. Anzüge in getragener, speziell Monats- Garderobe. Bon Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, speziell Bauchanzüge, fomie Knaben- u. Burschen- Anzüge find in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben. Prinzen- Str. 33, H. Kieferbaum, zwisch. Morigpl. u. Ritterſtr. 14. Ziehung 5.KI. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 22. November 1906, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 37 119 576 96 666 810 969 1067 339 78 401 525 46 773 828 2044 509 10 616 20 77 876 954 3061 1500] 280 454 82 685 86 4313 505 646 86 737 1500] 5029 223 387 586 862 70 951 56 6238 77 574 92 620 23 48 7016 68 73[ 1000] 393[ 500] 550 738 984 8302 686 91 830[ 1000] 32 91 10006 190 253 315 622 35 847 995 11338 480 547 645 790 12150 435[ 500] 66 519 604, 13123 332[ 500] 46 431 [ 3000] 549 651 91 795 14040 82 102 242 489 558 607 960 15044 170 250[ 500] 62 93 306 415 61 77 625 764 82 16037[ 1000] 250 407 9 23[ 500] 92 557 706 43 972 17098 321 63 440 688 748 83 810 94 18007 145[ 3000] 51 423 531 894[ 500] 19175 241 49 321 84 95 447 838 959 20076 184 454[ 3000] 565 609 722 834 908 21064 90 222 70 399 409 814 43 915[ 3000] 22380 607 931[ 500] 23090 189 320 461 536 786[ 3000] 24067[ 500] 633 704 821[ 500] 25086 268 414 20[ 500] 74 532 736 26193 426 [ 500] 691 733 72 977[ 500] 27145 77 93 211 15[ 500] 754 72 805 928 28056 519 620 74 784 29091 254 423 517 615 866 98 30017[ 500] 24 39 269 305 420 531[ 500] 53 625 754 906 31296 500 72 703 900[ 500] 32071[ 500] 116 77 78 334 76 516[ 500] 33051 259 455 543 90 688[ 3000] 814 86 [ 500] 926 34315 823 35025 79 316 30 609 87 786 843 36261 409 586[ 500] 37043[ 500] 48 279 526 727 48[ 500] 883 939 38020 33 397 473 77 83 567[ 500] 706 816 947 84 39531 79 768 828 40017 66 287 744 41112 35 212 310[ 1000] 28 77 528[ 500] 67 677 793 875 42058 412 540 641 720 802 922 43028[ 10 000] 118 41 43 765 83[ 500] 888 44080[ 500] 401 77 88 651 700 48 45214 22 46 61 306 593 683[ 1000] 846 902 46001[ 500] 77 110 489 679 83 837 43 47203 308 497 502 609 15 990 48065[ 3000] 243 355 567[ 1000] 976 49020[ 500] 59 117 244 324 39 58 436[ 1000] 48 538 60 61 50094 121 201 32[ 500] 320 38 40 77 521 680 735 51059 158[ 3000] 291 307 795[ 1000] 52074 241 340 410 50 735 834 975 53268 89 338 410 873 966 54066 200 392 448 661 786 97 917 55573 649[ 3000] 74 954[ 500] 56058 647 57103 78 429 519 608 713 82 875 58007 316 48 63 580 751[ 1000] 85 843 82 956[ 500] 59015[ 500] 266 407 30 823 932 59 60192 291 97 353 585[ 10001 619 38 810 935 54 61000 19 21[ 500] 31 44 56 426 582 637 791 856 94 62285 301 604 801 63317 427[ 1000] 90 595 693 795 944 64182 [ 500] 323 555[ 500] 776 841 990 65200 20 445 651 73 84[ 1000] 797[ 1000] 806 927 28 66196 207 367 546[ 500] 719 801[ 500] 67768 999 68055 60[ 1000] 152 401 694 714 854 948 69094 197 233 381 530 664 811 70020 547 71330 469[ 1000] 691 763 827[ 1000] 72006 119 283 348 72 601 73074 216 53 78 304 528 29 672[ 500] 780 825 96 87[ 1000] 74012 105 364 761 867 74 964 75003 108 23 668 771 864 76052 296 419 567 746 847 70 77341 508 601 78 862[ 1000] 78012 420 35 721 40 869 79057 [ 1000] 62 288 355 595[ 1000] 754 80253[ 1000] 327 595 690 862 81173 87 220 874 585 662 767 835 82097 187 242 466[ 500] 705 20 44 907 99 83117 23 84 201 316[ 500] 458[ 500] 641 84003 84 400 667 87 714 77 926 85403[ 500] 590 617 57 724 38 79 933 86 86111 366 88 439 70 525 600 87199 268 960 88051 177[ 500] 204 466 609 59 75 86[ 1000] 915[ 1000] 89088 101[ 1000] 224 81 87[ 500] 326 44 59 533 676 26 843 909 92 90093 203 11 88 301 414 500[ 1000] 91513[ 500] 631 92118 320 65 837 91 93220 373 411 572 604 13[ 500] 59 99 783 849 931 80 94138 40[ 3000] 227 303[ 1000] 610 798 886 94 975 95012 175 278 11000] 304[ 500] 576 606 96460 609 814 22 97018 263 476 83 [ 500] 891 98053 114 98 366 515 695. 940 44 73[ 500] 91 99143 84 207[ 500] 94[ 500] 100327 94 488 545 641 750 101051 351 77[ 500] 525 633 705 102196 234 61 467 76 677[ 500] 846 63 927 86 99 103296 468 639 804 914 104056 494[ 500] 881 105018 174 99 201 308 55 72 486 660 64 924 106097 107041.48 98[ 500] 275 629[ 1000] 710 907 22 55 108012 39 176 358 501 991 109013 151 88[ 500] 365[ 1000] 528[ 500] 79 653[ 1000] 772 110002 147 90 1500] 210 38 491 688 718 53 849 111000 130 65 465 531 636 55 737 853 112006 [ 3000] 29 38[ 500] 206 525 652 941[ 3000] 73[ 3000] 113013 33[ 83000] 183 342[ 1000] 461 600 757 866 919 114206 17 376 519 89 657 62 793 899[ 500] 907 50 65 73 115058[ 1000] 125[ 3000] 57 411 552 630 735_988 116018 52 134 94 346 51 526 66 827 81 89 930 117017 93 321 436 53 78 720 927 118127 258[ 500] 468 516 621 765[ 500] 962 89 119108 33 75 91 222 1500] 501 795 120043 55 203 386 551 635 833 960 121077 183 406 72 617 66 90 122127 215 496[ 1000] 599 123052 13000] 256 445 887 124396 560 655 81[ 1000] 705 21 125068 451 84 882 903 92 126551 676[ 500] 758 959 127398 650 708 92 128003 794 881 89 993 129298 686 130135 244[ 3000] 600 23 805 35 925 131014 15 33 269 377 707 55 842 67 132030 68 184 251 77 717 44 133287 785 903 134268 380 425 713 135023 136 57 612 736 853 136109 290 469 578 607 806 137022 138 205[ 1000] 91 385 473 911 138189 212 319[ 500] 678 701 822 139102 306 442 555 77 662 780 981 Bitte auf die Hausnummer zu achten. I e 140059 68 270 337 582 91 141602 74 781 950 142273 143002 210 393 746 144001 178 324 472 856 57 145007 85 315[ 1000] 408 519 702 936 146157 213 684 728 838 985 147081 149 680 893 148000[ 500] 323 55 677 149143[ 1000] 201 390 556 93[ 500] 96 150005 65 73 355 61 85 558 868[ 1000] 902[ 1000] 151089 297 [ 3000] 99[ 1000] 362 481 526 940[ 500] 152081 47 64 163 96 249[ 500] 77 358[ 1000] 718 97 926 153051 125 203 80[ 500] 396 502[ 3000] 50 756 59 68[ 1000] 860 85 154204 24 309 406 10 676 992 155067 79[ 500] 165 216 97 433 636 711 50 849 156322 51 475 646 97 867 157084 93 118 244 62 700 78[ 1000] 961 158327 408 13 817 26 921 159179 259 418 60 602 793 825 939[ 500] 160234 56 90 99 312 34[ 500] 407 595 617 35 161023 123 49 95 560 90 162001 135 694 725 800[ 500] 163166 81 504 626 70 77 91 164363 562 947 165094 306 87 517 94 651 786 93 909 166325 456 507[ 1000] 667[ 1000] 818 37 167031[ 500] 62 116 74 80 84 239 325 38 411 79 662[ 1000] 751[ 3000] 803 168228 373 600 4 89 733 902 169385 416[ 1000] 58[ 1000] 97 633 93 94 800 170179 522 812 171042 156 364 465 71 562 707 36[ 500] 65 172189 204 493 173026[ 3000] 334 688 953[ 500] 174035 [ 500] 285 585 719 175004 118 57 64 67 697 98 711 817 75 911 176205 393 97 526 56 694 712 950 177019 171 335 63 532 178020 107[ 500] 89 258 401 598 630[ 1000] 767 [ 1000] 813 179290 498 512 66 67 794 180107 255 97 453 531 90 608 33[ 3000] 904 5 181062 68 154 243 599 765 182120 278 407 647 778 868 183112 454 537 88 600 8 789 184078 115 72[ 3000] 218 412 601 765 81 962[ 3000] 185045 62 106 292 336 459 [ 500] 518 704 61 860 186015 421 22 500] 528 645[ 500] 51 74 847 187047 60 290 329 871 188066 251 441 507 189014 26 344 56 577 611 20[ 5001 190142 752 861 [ 1000] 191185 404 500 10[ 500] 25 842 192106 71 285 355 85 432 50 575 98 851 193265 345 427 69 516 686 865 194038[ 1000] 244 312 27 513 718 929 195047 56 [ 1000] 427 668[ 1000] 703 96 196021 76 281 417 37 521 653 854 197047 49 308 27 405 722 69 921 67 68 198022 733 199156 88 226 598 751 200095[ 1000] 339 73 735 84 201374 656 888 914 202112 86 521 626[ 500] 82 741 203144 603[ 500] 13 700 59 862 77 937 204053 124 88 379 420 36 937 96 205043 86 252 427[ 500] 549 750 206000 227 51 309 69 458 911 207094 105 23 345 457 76[ 3000] 530 56 604 861 961 208008 30 40 165 292 94 348 499 582 805 944 209019[ 1000] 20 83 243 47[ 1000] 690 929 210569 606 211043 177[ 500] 454 590 660 828 63[ 500] 212008 58[ 500] 80 213[ 500] 416 591 686[ 500] 744 88 818 979 213205 36 351[ 500] 517 625 55 214002 40 118 80 702 88 989 215043 213 305 524 768 828[ 3000] 96 952 216008 25 98 111 392 663 873 928[ 150 0001 217131 64 80 385 468 548 626 971 218005 71 156 493[ 500] 506 61 914 219277 618 70 774 75[ 1000] 220054 251 781[ 3000] 221100 23 247 319 420 731 96 841 55[ 3000] 76 222060 499 523 723[ 1000] 85 866 223369 442 66 629 60 797 903 224159[ 5000] 76 85[ 500] 234 92 362 417 96 225005 322 82 417 74 725 829 57 226267[ 500] 378 520 997 227167 80 85[ 500] 611[ 500] 67 962 228192 487 768 94 229148 244 371 422 723 43 50 53 837 41 230038 163 347 90 405 568[ 500] 627 43 72 789 871[ 500] 956[ 1000] 231371 428 41 544 753 941 232122 566 778 820 984 233010 126 72 312 431 752[ 500] 234016 40 305 414 580 689 709 908 78 235255 79[ 500] 98 350 495 877 236206 321[ 5000] 552 98 622[ 500] 89 712 95 898 237314 29 469 546 728 238030 113 272 81 88 349 80 471 702 812 901 239209 328 479[ 1000] 89 723[ 500] 885 240201 35 311 519 47 72 241029 210 341 656 771 242450[ 1000] 54[ 1000] 558 710 854 83 950 76 243195 450 807 22 40 244221 361 530 615 766[ 1000] 67 926 29 245103 21 302 443[ 500] 99[ 1000] 655 60 97[ 1000] 848 908 84 246169 407[ 1000] 11 38 44 665 71 720 897 981 247013 14 25 564 603 947 248140 78 277 468 693 772 78 950 249008 12[ 500] 124 416 625 804 90 978 250102 202 27 317[ 500] 52 546 757 860 964 93 251289 348 571 699 252045 249 353 63 505 31 765 851 940 93 253037 98 194 458 62 658 890 254089[ 1000] 219 458 634 842 78 988 255071 267 436 565 628 75 95[ 500] 746 800 30 92 256255 449 595 637 879 257115 44 81 88 963 258032. [ 500] 174 88 213 30 77 84 409[ 1000] 586[ 500] 609 16 839 259014[ 1000] 161 247 53 382 579 679[ 1000] 957 260214 59 71 351 604 857 261120 44[ 3000] 473 84 542 890 262019 177 217 441 626 59 733[ 500] 861 992[ 500] 263053 201 6 93 264126 579 615[ 3000] 720 30 831 78 86 909 14 265157 384 483 569 981 266095 105 27 207 354 63 469 97 681 713 814 267067[ 1000] 82 361 407 877 268035 399 552 77 604 21 723 882[ 3000] 269060 307 407 631 714 75 270070 115 320 44 671 271066 89 157 216 30 318 415 56 640 272015 76 393 699 798 927[ 300] 273219[ 500] 20 92 95 700 14$ 8 805 910 274293 669 716 960 62 275230 60 415 22 616 276051 501 51 724 830 277333 56 537 52[ 3000] 278000 71 467 671 737 279186 354 445 280001 14[ 500] 114 41 387 461 66[ 500] 644 707 281066 131 444 505 631 939[ 1000] 61 282110 235 303 61 459 526 43 98 739 64[ 500] 915 283096 473 76 557 [ 500] 985 284091 259 472 958 71 78 285003[ 3000] 65 246 461 632 87[ 500] 934[ 1000] 286223 35 73 309[ 600] 452 501 4 630 92 969 287060 84 109 20 282 395 L1000] 98 593 893 959 Berantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 273. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Charlottenburg. Heute Freitag Vortragsabend über die„ Einführung in die Jdeen des Sozialismus". Gäste willkommen. Die Teilnahme an den Vortrag ist unentgeltlich. Anfang 8% Uhr. Der Vorstand. Bankow. Am Dienstag, den 27. November, abends pünktlich 19 Uhr, findet die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Eintritt nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches. Der Vorstand. Trebbin( Sr. Teltow). Wahlvereinsversammlung am Sonnabend, 24. November. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Groger über: Kirche und Sozialdemokratie im Lichte der materialistischen Geschichtsauffassung. 2. Mitteilungen des Vorstandes. 3. Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung. Wegen der wichtig.n Tagesordnung ist das Erscheinen aller Genossen unbedingt notwendig. Der Vorstand. Schenkendorf. Morgen, Sonnabend abend 8 Uhr, findet bei Pätsch die Wahlvereinsversammlung statt. Die Genossen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. B. E.-W. u. Co." Für das Zusazabkommen" zu dem seit 1899 bestehenden Vertrag zwischen der Stadtgemeinde Berlin und der Aktiengesellschaft Berliner Elektrizitäts- Werke, das der Magistrat den Stadtverordneten empfiehlt, waren zu Beginn der gestrigen Stadtverordnetensitzung die Aussichten dem Anschein nach recht günstig. Als aber die Sizung zu Ende ging, hatte man die Empfindung, daß der Ueberrumpelungsversuch der B. E.-W. zum mindesten nicht so mühelos gelingen wird, wie die Gönner dieser Gesellschaft es sich gedacht haben mögen. D Freitag, 23. November 1906. der Vororte in den Kreis bereits wegen Krankheit längere Zeit beurlaubt gewesen sind, ein schaf lichen Einheit einer einheitlichen Regelung bedürfen, die recht. besonderer Erholungsurlaub nicht zu gewähren ist, wenn die Art lichen Organe fehlen, eine solche sachlich notwendige einheitliche der Krankheit, welche die Dienstversäumnis veranlaßte, eine Regelung herbeizuführen. Von welcher Bedeutung dieser Mangel Schwächung des törperlichen Gesamtbefindens nicht zur Folge ist, fann man von vornherein ermessen, wenn man die großen und hatte, sondern, wie bei geringeren förperlichen Verlegungen, bei wichtigen Verwaltungsgebiete ins Auge faßt, welche die deutsche Katarrhen, Abszessen, Ausschlägen usw. noch eine Erholung ge- und die preußische Gesetzgebung der Autonomie der Gemeinden stattete." überlassen hat und der immer zahlreicher und immer bedeutungsNach eingehender Begründung des Antrages durch den Stadt- boller werdenden Aufgaben gedenkt, welche die moderne Entwickelung, berordneten Dr. Wehl, der die Verfügung als im Widerspruch insbesondere auf wirtschaftlichem und sozialem Gebiete den Städten namentlich den Großstädten stellt. Nach meinen stehend mit dem gemeinsamen Gemeindebeschluß bezeichnete, wurde und der Antrag unter Zustimmung sämtlicher Fraktionen einem Aus Erfahrungen gibt es faum einen Zweig der Berliner fchuß aur weiteren Erörterung überwiesen. In der ersten Sigung städtischen Verwaltung, bei dem nicht das Fehlen dieses Ausschusses wurde die Urlaubsverfügung nach allen Regeln der einer rechtlichen Organisation von Groß- Berlin als Kunst von unseren Genossen zerpflückt mit dem Resultate, daß alle Mangel empfunden würde". Auch hierfür bezieht sich der Mitglieder des Ausschusses den Magistrat ersuchten, noch einmal in Oberbürgermeister auf einzelne Vorkommnisse bei der Aufstellung Erwägung darüber einzutreten, ob diese Verfügung nicht zurückzu- von Bebauungsplänen, Berkehrsunternehmen, gewerblichen Anziehen sei. Inzwischen hat sich der Magistrat in zwei Sigungen lagen usw., Prozeßführung, Grundstückserwerbung und bei der mit der Angelegenheit beschäftigt und ist zu dem Ergebnis gelangt, Durchführung einer weitausschauenden Bodenpolitik. Der Stadt die beanstandete Verfügung mit folgender Motivierung zurüdzu- Berlin stellen sich bei der Ausführung von Verkehrsziehen: plänen infolge des Mangels einer Organisation von Groß- Berlin Unsere Verfügung vom 17. August d. J. betreffend die taum überwindliche Schwierigkeiten entgegen. Jede einzelne Ges Urlaubserteilung an städtische Arbeiter ist an verschiedenen Stellen meinde betreibt eigene Verkehrspolitik und nimmt keine Rücksicht falsch aufgefaßt worden. Es war nicht beabsichtigt, durch auf das Ganze oder die Nachbargemeinde. Auf die Mängel die Verfügung den vom 9. Januar 1904 durch Gemeindebeschluß der Armen und Armentrantenpflege wird ebenfalls aufgemacht und dann das Schulwesen Berlins den Arbeitern gewährleisteten Erholungsurlaub irgendwie zu merksam beeinträchtigen. Die Verfügung sollte vielmehr nur verhindern, und der Betrachtung gezogen. daß von einzelnen Verwaltungsstellen mißbräuchlich ein doppelter Ferner weist der Oberbürgermeister auf die Verschiedenheit Erholungsurlaub gewährt würde. Um eine unrichtige Anwendung in der kommunalsteuerlichen Behandlung der einzelnen Teile von unferer Anordmung auszuschließen, wollen wir uns in solchen Groß- Berlin hin. Die Zuschläge schwanken bei den GemeindeFällen für die Zukunft die Entscheidung selbst vorenthalten und einkommensteuern von 15-2331/ Proz., Schmargendorf erhebt sogar weisen daher in Abänderung unserer Verfügung vom 17. August 331 Broz. Zuschlag zur staatlichen Grund- und Gebäudesteuer, dieses Jahres die Verwaltungsstellen hiermit an, alle Fälle, in während Grunewald nur 1%, Broz. erhebt. Dann betont der Autor denen es zweifelhaft sein kann, ob nicht ein doppelter Urlaub in noch, daß sehr viele Einrichtungen, Anlagen, RepräsentationsFrage kommt, weil bereits eine als Erholungsurlaub zu erachtende pflichten usw. auch den Vororten zugute kommen, während die Selbst die Arbeitsunterbrechung stattgefunden, fortan uns zur Entscheidung Kosten von Berlin allein getragen werden müßten. borzulegen. An sämtliche Berwaltungsstellen. Kirschner." Statistik leide unter dem Mangel einer Organisation von GroßWährend die Vertreter der liberalen Fraktionen im Ausschuß in Berlin erheblich. Polizeiliche Verordnungen für Berlin haben in diesem Vorgehen des Magistrats ein besonderes Bugeständnis er der Regel in den Vororten feine Gültigkeit und umgekehrt. Dasselbe blidten und sich mit der Erklärung des Bürgermeisters Reite, daß gilt vom Feuerschutz usw. usw. bei der Beurteilung eines etwa vorkommenden Falles in der pein- Oberbürgermeister Kirschner tritt dafür ein, daß zunächst die Jene aus Freisinnigen bestehende Stadtverordneten- lichsten Weise verfahren werden solle, beruhigten, wandten sich§§ 33 und 35 des Stommunalabgabengejeges geändert werden, damit mehrheit, die über privaten Erwerbsgesellschaften ihre unsere Genossen noch einmal mit großer Entschiedenheit gegen die Ungerechtigkeiten in der Besteuerung derjenigen Personen, die schützende Hand zu halten pflegt, hätte den Vorschlägen des die Maßnahmen des Magistrats. Es wurde hervorgehoben, außerhalb wohnen, aber in Berlin ihre Beschäftigung haben, bedaß auch der jezige Zustand biele Unzuträglichkeiten im feitigt werden können. Da der Minister von vornherein zwei Wege Magistrats am liebsten ohne Ausschußberatung sofort zu Gefolge haben werde. Auch in staatsrechtlicher Beziehung zur Befferung der Zustände als ungangbar bezeichnet, so bleibt als gestimmt. Aber der Eindruck, den solche Eile nach außen hin sei alles beim alten geblieben. Die alte Verfügung sei durch eine die einzige Möglichkeit danach nur übrig die Bildung eines oder gemacht hätte, wäre doch ein bißchen peinlich gewesen. So andere ersetzt, nur mit dem Unterschiede, daß an Stelle der unteren mehrerer Zweckverbände von Berlin mit im Provinzialverband verfam's, daß die Mehrheitsmänner im voraus fich bereit er- Verwaltungsbehörde der Magistrat als Entscheidungsbleibenden Vororten. Dieses Vorgehen ist auf zwei Wegen denkklärten, in die Ueberweisung des vom Magistrat instanz tritt. Aber selbst von dem rechtlichen Standpunfte bar, nämlich auf Grund des bestehenden Rechtszustandes ohne Aenborgelegten Vertragsentwurfes an einen abgesehen, müsse nach wie vor ausgesprochen werden, daß derung der Gesetzgebung oder in neuen gesetzlichen Formen mit Hülfe Ausschuß zu willigen. Ihre Wortführer äußerten sich der hier vertretene Standpunkt Kleinlich und unverständlich der Gesetzgebung. Ein von dem Stadt- Die Darlegungen des Herrn Dberbürgermeisters, die auf die aber so begeisterungsvoll über dieses Zusazabkommen und ist. Bergeblich war alles Bemühen. den angeblich für die Stadt aus ihm zu erwartenden Vorteil, die Verfügung vom 17. August als mit dem Gemeindebeschluß be laufen, find so verständige, daß fachlich nichts dagegen einzuwenden ist. verordneten Caffel eingebrachter Antrag: Die Versammlung hält Schaffung eines Groß- Berlin durch Eingemeindung der Vororte hinausdaß man eigentlich gar nicht versteht, warum sie nicht die treffend Gewährung eines Erholungsurlaubs an die Arbeiter nicht Diese Forderung deckt sich im wesentlichen mit denen, die von der letzten fofortige Annahme forderten. im Einklang befindlich, erachtet indes diese Verfügung durch die Wie die größte Gruppe der Versammlung, die Alte Verfügung des Magistrats vom 7. November 1906 der Sache nach Konferenz der sozialdemokratischen Vertreter Berlins und der Vororte aufLinke", sich zu dieser Neuordnung des Verhältnisses zwischen für erledigt," wurde in seinem ersten Teil einstimmig, in seinem gestellt worden sind. Nur muß immer wieder betont werden, daß die Mehrheit der Vertreter im Noten Hause mit dem Magistrat den richtigen Stadtgemeinde und B. E.-W. stellt, das erfuhr man aus zweiten gegen fünf Stimmen angenommen. dem Munde des Herrn Jacobi. Es versteht sich von Die fozialdemokratische Fraktion wird alles daran setzen, bei Zeitpunkt versäumt hat, als man im Ministerium des Innern der felber, daß er nicht schweigen darf, wenn die Stadt- der Verhandlung dieser Frage im Plenum der Versammlung, gegen Eingemeindung nicht nur sehr sympatisch gegenüberstand, sondern verordnetenversammlung über private Erwerbsgesellschaften den zweiten Teil des Ausschußantrages anzufämpfen. Gleichbiel ob fogar die Eingemeindung wünschte und förderte. Heute weht, wie debattiert. Er pries das Zusakabkommen als jegens uns ein voller Erfolg beschieden sein wird, so viel steht sicher fest, die Bemerkungen des Ministers des Innern beweisen, in dieser Bedaß die Zurüdnahme der ursprünglichen Magistratsverfügung mit ziehung ein anderer Wind. reich". Bemerkenswert war seine Erklärung, er und seine ihrer engherzigen und rückständigen Aufforderung an die unteren ziehung ein anderer wind. Nicht allzu hart wollen wir es nach alledem dem Herrn OberFreunde seien noch lange nicht der Meinung, daß die Stadt Borgefeßten lediglich der Initiative der sozialdemokratischen nach Ablauf des bestehenden Vertrages im Jahre 1915 die Partei zu danken ist. Es wird Sache der städtischen Arbeiter sein, bürgermeister anfreiden, was er über die politische Wirkung B. E.-W. übernehmen solle. Nein, gewiß nicht! Dabei wenn wider Erwarten einzelne Fälle unberechtigter Urlaubs- der auch von uns unterstüßten Forderung auf Eingemeindung der leistete er sich in ungewollter Selbstironie die Stilblüte: beschränkung sich ereignen sollten, der zuständigen Stelle davon Vororte in seiner Dentschrift sagt. Nachdem er betont hat, daß auch Wir nageln uns da in keiner Weise fest"; er meinte: fest- Stenntnis zu geben. nach Bildung eines Groß- Berlin die politische Konstellation bei legen". Reichstags- und Landtagswahlen die gleiche wie bisher bleibe, fagt er: " Wenn wirklich jemals der unglüdfelige Tag kommen follte, an dem die Bevölkerung von Groß- Berlin in ihrer Mehrheit staatsgefährliche Ziele in der Gemeindeverwaltung oder außer halb derselben verfolgte, würde es solchen Bestrebungen an einer Organisation für Groß- Berlin nicht fehlen, und es könnte verhängnisvoll werden, wenn derartigen organisierten Bestrebungen nicht in einem organisierten Groß- Berlin einheitlich entgegengetreten werden könnte." Festgenagelt" wurde diese Schwärmerei der Mehrheits- Der Oberbürgermeister über die Schaffung eines Groß- Berlin". männer für den Privatprofit der B. E.-W. durch unseren Der Minister des Innern v. Bethmann- Hollweg hat Genossen Singer. Ueber Jacobis Rede, sowie über die vor einiger Zeit dem Oberbürgermeister Kirschner unter Bezug des Herrn Kyllmann, der als Redner der Freien Fraktion" nahme auf eine Aeußerung in der Stadtverordneten- Versammlung fich ganz ähnlich aussprach, fällte Singer das Urteil, das sei vom 21. September 1905 um eine ausführliche Darstellung über ein passender Toast für eine Jubiläumsfeier der B. E.-W. die Schaffung eines Groß Berlin" und um feine Ansicht über die Verwaltung dieses großen Körpers ersucht, besonders Unser Redner zeigte, daß den Hauptvorteil von dem neuen darüber, welche tatsächlichen Mängel nach seiner Ansicht aus dem Vertrage nicht die Stadt hat, sondern die hinter den B. E.-W. Fehlen einer verwaltungsrechtlichen Verbindung zwischen Berlin und stehende A. E.-G. In sehr interessanten Ausführungen wies feinen Vororten vom Standpunkte von Berlin aus hervorgehen, wie er nach, daß die Stadt gar nicht nötig hat, durch ihnen abzuhelfen sein möchte, insonderheit ob dies durch Her- bei der Regierung die Wirkung erreicht, die er sich davon verspricht. einen neuen Vertrag dem Klüngel dieser Kapitalsgesell- ftellung einer solchen dann auch in ihren Formen zu be So sehr man dort geneigt ist, alles zu unterstüßen, um unserer Be schaften 8 ugeständnisse zu machen und die ihr durch schreibenden Verbindung zu geschehen haben würde. wegung Abbruch zu tun und ihr entgegenzuarbeiten, so bezweifeln hat der Minister vorweg bemerkt, im Einklang den alten Vertrag gesicherten Pressionsmittel aus der Hand mit der tal. Staatsregierung den Weg der Eingemeindung der wir in diesem Falle den Erfolg. Nichtsdestoweniger aber und troßzu geben. Der Magistrat habe sich durch den Schreckschuß der Berliner Vororte nicht für gangbar erachte und auch dem etwaigen dem wird uns Herr Kirschner bei Vertretung der von ihm auffgl. B. E.-W. ins Bodshorn jagen lassen und habe übersehen, Blane der Bildung einer Proving Berlin aus Berlin und seinen Vor- gestellten Forderung auf seiner Seite finden. welche Waffe er in dem alten Vertrage besitzt. " daß er Dabei orten unter Ausscheidung der letzteren aus der Provinz Brandenburg " " Wir glauben nicht, daß Herr Kirschner mit diesem Argument " " G Für den Magistrat sprach nicht Oberbürgermeister nicht würde zustimmen können. Beide Eventualitäten würden des Fünfundzwanzig Jahre Waisenpflegerin ist am 29. b. Mts. bie Kirschner, sondern Stadtrat Na mslau. Bei dem Versuch, halb außer Betracht gelassen werden können. Der Oberbürgermeister Frau Johanna Sutter, deren Gatte Stadtverordneter war. Im Singers Darlegungen zu entfräften, redete der Herr Stadt- Kirschner hat darauf eine Denkschrift ausgearbeitet und dem Auftrage des Magistrats und der Stadtverordneten wird ihr eine rat sich in einen nervösen Eifer hinein, der auf fein großes Minister überfandt. In diefer heißt es u. a.:" Meine Aeußerung Adresse überreicht werden. Vertrauen zu seiner eigenen Position schließen ließ. Hert wie der Ministerialerlaß feßen zwei verschiedene Begriffe Berlin" Zuallererst das Hausbefiterinteresse! Kirschner, der sonst so gern den Retter in der Not macht, jaß inne ist durch die Gesetzgebung bestimmt feſtgeſtellt; es ist der ,, Berlin im engeren als gegeben voraus. Der erstere Begriff Wenn der Hausbesitzer an seinem Hause Verbesserungen dabei und schwieg, wie schon gesagt. Herr Namslau neben den Provinzen, Regierungsbezirken und Kreisen des vornehmen soll, die ihm nichts einbringen", weil sie nicht ficherte sich dann einen leidlichen Abgang, indem auch er mit preußischen Staates einen besonderen Verwaltungsbezirk bildende sofort in eine Mietssteigerung umgemünzt werden können, einem Hymnus auf die B. E.-W. schloß. Er nannte sie den Gemeindebezirk( Stadtbezir!) Berlin. Der andere Begriff dann schreit er's in die Welt hinaus, daß er sich wieder eine " Sozius" der Stadtgemeinde und das sollte Groß- Berlin" umfaßt dieses Berlin und die mit ihm fein Wig sein. lediglich tatsächlich, nicht auch rechtlich zu einer Einheit verbundenen neue Belastung aufpacken lassen muß. So lamentieren die Eine feine Firma, die Firma B. E.-W. u. Co.", Vororte. Der Begriff Vorort von Berlin und damit der Begriff Hausbefizer nun schon seit mehreren Jahren darüber, daß die der Herr Stadtrat da pries! Sehr viel weniger Groß- Berlin" umfaßt, dieses Berlin, ist aber von der von ihnen gefordert wird, Vorkehrungen zu treffen zur Verbegeisterungsvoll äußerten sich über sie die beiden Gefeggebung nicht figiert und tatsächlich von verschiedenen Be- hütung des Rücktritts von Schmutzwasser aus folgenden Redner Herr Rosenow( Neue Linke") urteilern zu verschiebenen Zeiten und bei verschiedenen Anlässen ver- den Abflußleitungen in die Zuflußleitungen schieden bestimmt worden." Oberbürgermeister Kirschner geht für Reinwasser. Der Apparat, den sie zu diesem Zweck und Herr Preuß( Sozial- Fortschr.). Beachtung verdient hierauf nicht näher ein, führt aber zum Beweise für die äußere und in die Leitungen einbauen sollen, der Rohrunter. die Rede des Herrn Breuß, der in Uebereinstimmung innere Berbindung eine Menge von umfangreichem zum Teil neuem brecher", ist auch wieder eine so modern hygienische mit den Darlegungen Singers betonte, daß nicht die Stadt- statistischen Material begleitete Tatsachen an. So u. a. daß in einer Errungenschaft, die den„ notleidenden" Hausbesizern nur gemeinde sich in einer Zwangslage befindet, sondern die Länge von 20 220 Meter, also von mehr als 22 Meilen die B. E.-W. folchen Faren" gewußt, heute aber verlangt in seiner sofern die Stadt auf Grund des bestehenden Berliner Weichbildgrenze in Straßen liegt, die der Stadt Berlin Geldausgaben verursacht". Früher hat kein Mensch etwas von Bertrages ihr Recht nachdrücklich geltend macht. und den angrenzenden Vororten gemeinsam sind. Man braucht nur Wird sie es tun? Der Ausschuß, dem diese Mahnung über die Straße zu gehen, um in einem anderen Orte zu sein. nimmersatten Begehrlichkeit sogar der Arbeiter, daß man ihm mit auf den Weg gegeben wurde, soll sofort zusammentreten, 48 Berliner Straßen sehen sich ohne jede Unterbrechung in die Möglichkeit schaffe, hygienisch zu leben". Das Verdrießlichste an dem Streit um die Rohrunterweil bis zum 1. Dezember so will es die Gesellschaft die Vororte fort, 31 Jinungen erstrecken sich auf eine mehr oder minder große Zahl Vororte, ebenso Betriebs- und brecher ist für die Hausbesitzer das, daß sie diesmal B. E.-W. alles fir und fertig sein muß. Wird Singers andere Krankentasjen. Rund 8000 Beamte haben ihren ständigen selber geholfen haben, sich diese Suppe einzubroden. Als bor Alarmruf gegen den Ueberrumpelungsversuch der B. E.-W. Wohnsitz in den Vororten. Groß ist die Zahl der Schüler und fünf Jahren die Behauptung laut wurde, das Schmutzwasser ohne Eindruck auf den Ausschuß bleiben? Schülerinnen, die in Berlin die Schulen besuchen, obgleich fie ständig der Klosetts könne in die Zuflußleitungen für Reinwasser außerhalb wohnen. Alle diese Verhältnisse laffent, Groß- Berlin" als Die Urlaubsbeschränkung der städtischen Arbeiter. Am 20. Sep- eine tatsächliche Einheit erkennen. Daß bei dieser Sachlage gelangen und so auch das zum Trinken bestimmte Wasser tember wurde von den Stadtv. Arons und Genossen( Soz.) die gefchäftliche Behandlung der verschiedensten Angelegenheiten fort- berunreinigen, ließ der Bund der Berliner Grundbesitzerder Antrag im Stadtverordnetenkollegium gestellt, den Magistrat zu dauernd zu zahlreichen Irrtümern und damit zu unnüßen Weite- bereine durch Experimente prüfen, was daran Wahres sei. bon einer Sommission angestellten Versuche ersuchen, die Verfügung vom 17. August 1906 betreffend die Berungen, Arbeiten, Zeitverlusten, Aergernissen und Schäden führen Die schränkung der Urlaubsberechtigten unter den muß, ist selbstverständlich. Hierfür werden in der Denkschrift Bei gaben, daß in der Tat die Möglichkeit einer städtischen Arbeitern schleunigft aufzuheben." Die angezogene fpiele angeführt und auf die verschiedenen Behörden, Post, Polizei, Berunreinigung des Trinkwassers und hierJustiz, Handelskammer usw. hingewiesen, deren Zuständigkeit eine sehr einer die Gefahr Berfügung besagte: Verseuchung borUnter Bezugnahme auf die Verfügung vom 6. Januar 1904, ungleichmäßige ist. In einzelnen Fällen erfordert die Ueberwindung wonach allen städtischen Arbeitern, die fich fünf Jahre lang in der hieraus sich ergebenden Schwierigkeiten ein förmliches Studiunt. liegt. Die Kommission des Bundes begriff, daß eine Gestädtischen Diensten befinden, jährlich ein Urlaub von einer Woche Bon erheblich größerer Bedeutung ist es jedoch, daß in Groß- Berlin heimhaltung der Versuchsergebnisse unmöglich sei; das Aufunter Fortzahlung des Lohnes zu gewähren ist, bestimmen wir für alle zur Zuständigkeit der Gemeinde gehörigen Angelegenheiten, fehen wäre ja auch um so größer gewesen, wenn das Gehiermit, haß den Arbeitern, die in der laufenden Urlaubsperiode also auch für diejenigen, die in der tatsächlich vorhandenen wirts heimnis hinten herum" schließlich doch in die Deffentlichkeit mit er gelangt wäre. Sie sprach aber die Ansicht aus, daß der Fall einer Verunreinigung nur selten eintreten könne. Für die Polizei konnte das kein Gründ sein, die zweifelsfrei nach gewiesene Gefahr als unerheblich zu betrachten. Im Januar 1902 erließ der Polizeipräsident von Berlin eine Verord> n ü n g, die zur Verhütung des Rücktrittes von Schmutzwasser in die Reinwasserleitungen die Einfügung von Rohrunter brechern als erforderlich bezeichnete. Der Bund der Grund besitzervercine verzichtete damals aus den aussichtslos scheinenden Widerstand gegen die Verordnung.„Durch diese Haltung sollte", so lesen wir jetzt in einen: Aufsätze des Bundesorgans„Grundeigentum",„die Leffentlichkeit und vob nehmlich die große Zahl derer, die die Haiisbesitzer zur Kenn Zeichnung ihrer vermeintlich höchst einseitigen Jnteressenpolitik durch den Ausdruck„Häüsagrarier� verunglimpfen, über die Be strebungen der im Bunde vereinigten Hausbesitzer aufgeklärt werden." Sehr schön gesagt! Es fragt sich nur, wer den„Haus agrariern" das glauben tvird- Als die Polizeibehörde zunächst noch zögerte, jeNe Ver� ordnung durchzuführen und die Hausbesitzer zur Beschaffung der Rohrunterbrecher anzuhalten, schöpfte Manches Haus besitzerherz wieder Mut. Man gab sich der Hoffnung hin, der Herr Polizeipräsident habe nachträglich eingesehen, wie schweres Unrecht er den armen Hausbesitzern angetan, und er wolle nun die Sache unbemerkt einschlafen lassen. Das Zögern hatte indes ganz andere Gründe. Die Polizei meinte, die Durchführung komme nicht ihr selber zu, sondern dem Magistrat. Doch in Berlin ist die Polizeiverwaltung schon lange nicht Mehr städtisch. Zwar war 1875 der Stadt wenigstens die Straßen baupolizei zurückgegeben worden, die Unter anderem die Ent- Wässerung der Grundstücke zu beaufsichtigen hat, aber die Rohr unterbrecherfrage gehört zur B e Wässerung. So wurde es nötig, der Stadt die polizeiliche Beaufsichtigung ailch der Be ivässerung zu Überträgen. Erst 1903 kam es hierzu. In zwischen hatten die Hausbesitzer sich längst mit dem Gedanken vertraut gemacht, daß es„auch so gehe" Und die Rohr- Unterbrecher überflüssig seien. Was die Experimente ergeben hatten, das werde, so sagten sie, in Wirklichkeit Nie vorkommen. Zwar wurde diese Annahme durch die Tatsache widerlegt; denn in den Jahren 1904 und 1903 wurden in drei Häusern der Frankfurter Allee, der Fischerstraße und der Schlesischen- sträße(das Bundesorgan verschweigt die Hausnummern) eine Verseuchung der Rein Wasserleitungen f e st g e st e l l t, die nicht durch Experiment, sondern auf natürliche Weise zustande gekommen war. Aber für das Gros der Hausbesitzer war auch daS noch kein Gtund, sie von der Notwendigkeit der Rohrunterbrecher zu überzeugen. Für die Behörde dagegen waren diese Vorkommnisse ein Grund mehr, an der Ueberzeugung festzuhalten(die übrigens auch bereits vom Oberverwaltungsgericht in zwei Entscheidungen aus- gesprochen worden ist), daß die V e r s e u ch u u g s g e f ä h r mehr als bloße Vermutung ist. Die Verordnung wurde im Januar 1906 wiederholt, und die Durchführung würde jetzt der Nunmehr zuständigen„städtischen Polizei- Verwaltung", d. h. dem Magistrat, zugewiesen. Wer gedacht hatte, nun werde wenigstens der Magistrat die Erfüllung dieser Pflicht beschleunigen, der sah sich bald eines anderen belehrt. Bis zum Herbst 1906 hatte die „städtische Polizeiverwaltung" erst 1100 Hausbesitzern die Aufforderung zur Beschaffung der Rohrunterbrecher zugehen lassen, und daNn hörte sie plötzlich ganz damit auf. Ein neuer HöffnuNgsskraht fiel in geängstigte Hausbesitzerherzen. Wollte die Behörde doch noch Zugeständnisse machen? Jetzt wird bekannt, daß die Aufforderungen bis auf weiteres eingestellt worden sind, weil man Meint, sonst sei eine ordnungsmäßige Abwickelung des Geschäfts- bekriebes nicht möglich. Es wird behauptet, die EinsügUitg der Rohrunterbtecher in ditz Leitungen könne nUr ganz all� mählich ausgeführt iverden, weil die Betriebe auf Massen- auftrüge nicht eingerichtet seien. Das hat man allerdings gesagt, in einigen dieser Betriebe sei von Uebetlastung nichts zum merken gewesen, und sehr S i st i e r u n g der Aufforderungen Besbhäftiguttgs Mangel eingetreten. nicht angemessener. wenn unser Magistrat, sehr um die Hausbesitzer beziehungsweise um die Unternehmer sorgt, es den beteiligten Unternehmern überließe, wie sie sich mit den MafsenaUfträgen abfinden wollen? Es ist, wie ge- sagt, zweifelsstei festgestellt, baß Verunreinigung des Trink- Wassers durch Rücktritt aus LllosettleitUngön tatsächlich vor- gekommen ist. Daß sollte für den Magistrat ein Ansporn sein, lieber die Hausbesitzer zil schleunig st er Erfüllung ihrer Pflicht anzuhalten. Wie wird mancher Hausbesitzer sich freuen, daß der Magistrat das Nicht tut! Der richtige„Hausagrarier", der seine Mieter als ein Objekt rücksichtsloser Ausbeutung betrachtet, fragt den TeUfe! was nach„gesundheitlichen Gefahren", die den Mietern drohen. Der Bund der GrundLssitzörvereine sieht in der neuen Verzögerung Nur eine Galgenfrist. Er mahnt die Seinen, sich keinen Hoffnungen hinzugeben und jeden Gedanken an Widerstand endgültig aüfzNgebett. Damit aber der Verzicht auf Widerstand nicht ganz ohne Nutzen für die Hausbesitzer bleibe, rühmt das Bundesorgan, in der Rohrunterbrecherfrage habe der Bund sich„frei von jeder engherzigen Uüd einseitigen Jnteressenpolitik" gezeigt, nun werde man hoffentlich auch in Reich, Staat Und Kommune den Klagen der Hausbesitzer über ihttcn Zu Unrecht auferlegte Lasten dasselbe Verständnis ent- gegeNvriNgett. Die BNnbestestUng scheint die Berliner Hausbesitzer schlecht zu kennen. Eben jetzt wird bekäNUt. baß ein Hausbesitzerverein bor dem Frankfurter Tör beschlSssett hat, auf Aufhebung der Röhrunterbrecher-VerfiigUttg zu klagen. Die Mitglieder sollen, wenn sie zur Beschaffung von Royrunterbrechern anfgefördert werden. Stundung be- äntkageN. Auch einige andere Hausbesitzervereine rüsten sich zum Widerstand. Es ist der Magistrat, der ihnen durch sein Entgegenkommen erst Mut zu diesem Botgehen gemacht hat. Die Bevölkerung hat jetzt eine weitere Verschleppung zu«Hmrtfert.__ Fahrkitttknblöcks im Berlin« Stadt- und Ringbahnveekehr, Zur Bequemlichkeit der Neifenbeu Und zur Erleichterung der Abfertigung bald Nach sei sogar Wäre es der sich so »erden. Die einzelnen Karlen diesek FahtkllrkenblockS. die int Format Und Aufdruck den Karten des Stadt- und RingbahnverkhrS ttit» sprechen, sind aN der unteren, schnialen Serie perforiert und zitje zehn Stisik durch eine DrabltlamMet Zu eiiiem Block vereinigt Bei der JnoebraUchNahme werden die Karten an der perforierten-t-lle von dem Neisenden abgetrennt. Die neuen Fahrlartenblocks werden zunächst nur bei den Fahrlartenausgabestellen Charlotten« bürg« Zoologischer Garten, Friedrichstratze, Alexanderplatz und Sch lesischer Bahnhofl aufgelegt werden; sie werden zu den tarifmatzigen Preisen— 1,50 M. für die zweite und 1 M. für die dritte Wagenklasse— verkauft. Mir der Ausgabe soll am 1. Dezember d. I. begonnen werben. Der Berlin« Bolkschor wiederholte am Buhtag in der Neuen Welt die Aufführiig des mächtigen Oratoriums„Judas Macca- bäus" von G. F. Händel. Die musikkritische Besprechung ist nach der ersten Anffiihrung im Oktober erfolgt. Wir können Uns daher heute hier darauf beschränken, mitzuteilen, daß. die Wieder- holung gut oelairg und daß die enggedränate Menge, die den Riesensaäl bis aüf den letzten Platz füllte, das botene mit der bei künstlerischen Darsiellungeii vor Arbeitern gewohnten musterhaften Ruhe sowie mit lebhafter Anteilnahme und rauschendem Beifall aufnahm. Der große Chor, der freilich für den Riesensaal noch bedeutend größer zu wünschen ist, und der durch einen lieblichen und gut geschilsten Kinberchor ergänzt wurde, die Solisien Frl. Helene Günther, Frau Paula Wein- bäum und die Herren Rudolf Jäger und Paul Knüpf er von der Hofoper zu Dresden und Berlin sowie das auf S3 Musiker ver- stärkte Reue Tonkilnstler- Orchester wirkten unter der umsichtigen Leitung des Dirigenten Dr. E. Zand er zum guten Gelingen zu. iaMmen. Möge sich der Wunsch der Leitung erfüllen, daß die Mit gliedschaft des Chors wachse und damit seine künstlerische Leisinngs. sähigkeit und seine finanzielle FundieruNg gefestigt werde, so daß er weiter imstande ist. der Berliner Arbeiterschaft solche musikalische Genüsse zu übermitteln. Ein neue? Fernsprechamt ist unter der Bezeichnung»Fern- sprechvermittelungSamt lila" in der Oranienburgerstraße in Be trieb genommen. Das neue Amt ist von dem Amt III abgezweigt und macht eine teilweise Umnumerierung der Teilnehmer erforder- lich. Die Neueinrichtung ist jedoch nur eine provisorische und wird bis zur Fertigstellung des im Neubau befindlichen Amtes III, das ebenfalls das sogenannte kurbrllose System erhalten wird, in Be- trieb bleiben. Das neue Nummernverzeichnis wird mit dem in wenigen Tagen erscheinenden neuelt Berzeichnis der Fernsprech- teilnehmer herausgegeben. Das im Neubau befindliche Ami Iii wird räumlich so groß angelegt, daß es den weitgehendsten An- sprächen genügen und die Herstellung bon nicht weniger als 34 000 Anschlüssen ermöglichen wird. Bei der Umwandlung der Aemier in das kurbellose System werden diese aüf ein Fasiungsvermögen von je 24 000 Anschlüffen erweitert, so daß nach beendeter Fertig- stellung der verschiedenen Umbauten die Berliner Vetmiiielungs- ämter rund 150 000 Teilnehmern innerhalb des Fernsprechgebietes Berlin Anschlüsse ermöglichen können. Mit dem Untergrundbahnbau wird in der nächsten Woche auch NM Hausbogteiplatz begonnen werden, Wo die Bahnlinie, von der Mohrenstraße kommend, einmünden soll. Die Bäume und Sträbcher der Anlage des Hausvogteiplatzes werden jetzt entfernt und die Rasenflächen abgestochen. Sobald der Platz eingezäunt ist find die Baumaterialien zugeführt sind, werden iM Zuge der Mohren- und Niederwallstratze BrllckeiibclUten nach dem Muster am Leipziger Platz angelegt, did ein ungestörtes Arbeiten an der Tuttnelsohle ermöglichen, ohne daß der Straßenverkehr dadurch eine Beeinflussung erfährt. m Die Absperrung des Aufmarschterrains am Biktorinpark ist seit Wochen Gegenstand lebhafter Klagen und Beschwerden der Anwohner der Gegend im Südwesten. Neber den Grund der Absperrung gehen im Südwesten die widersprechendsten Gerüchte um. Die einen wollen wissen, daß der Fiskus das Gelände der Bebauung erschließen werde, die anderen sagen, ein Unglücksfall sei die Ber- anlastnng zu der Maßregel gewesen, es wären daher auch die Löcher gefüllt und die Wege geebnet worden. Hieraegen aber wendet man ein. daß der Fiskus doch für alle Unfälle auf einem Gelände, dessen Betreten verboten ist, nicht haftbar gemacht werden könne. Eine dritte Version, die einige Wahrscheinlichkeit für sich hat, geht dahin, daß das Gelände dem Verkehr zeitweilig entzogen werden solle, um die kahlen Stellen und sandigen Wege mit Raien Zu belegen. In der Tat haben die Anwohner seit Jahren Klage iber die Belästigung durch Staubwolken, die bis in die Wohnungen eindringen, geführt. Welche von den angegebenen Gründen zutreffend sind, ist schwer estzustellen. IN der Tat müssen diejenigen, die in den Viktoriapark gelangen wollen, einen weiten Umweg Machen und es sind schon die verschiedensten Vorschläge gemacht worden, um hier Abhülfe zu schaffen. Jn einerVersammlung eines sogen. Verkehrsausschusses dcrGruiidbesitzer- Bezirksvereiue usw. des Südwestens und Südens wurde dies« Tage von anwesenden Stadtverordneten mitgeteilt, daß der Magistrat wegen Ankaufs jenes Terrains nochmals mit dem MilitärfisluS in Ver- handlüngen einzutreten beabsichtige; lasse sich eine Einigung herbei- 'ühren, so läge es in der Absicht der städtischen Behörden, das„Auf- marschterrain, dqs diesevNamen ja seit. einem Jahrzehnt nicht mehr ber- dievt. den, Viktoriapürk aNzugliederii. In einer der hierzu borliegenden Anregungen der Anwohnetschaft tvird dieser Plan m anziehender Forn, ausgemalt. Es sind aber auch wunderliche Pläne wieder aus- getaucht; so.schlägt jemand vor, inmitten der zu schaffenden Park- anläge eine Kirche zu etrichten und ein üüderer Möchte hiep ein Denkmal für. den»Reitergeneral Prinzen Friedrich Karl" erstehen ehen. daS bis zur Jahthimderifeier deS Nationaldenkmals auf de», Kreuzverg(1013) fertig gestellt sein könnte, und ein dritter empfiehlt. ein Jmmediätgesiich an den Kaiser zu richten. Der Vcrkehrsansschnß Hai den zahlreichen Anregungen wenigstens insoweit Folge geben zu mütsei, geglaubt, baß« beschloß, aufs neue mit einer Petition an den Magistrat heranzutreten, damit die Angelegenheit nicht wieder einschlafe. Ilnserer Meinung nach sollte 98t Fiskus dieses Terrain der Stadt überlassen, damit dasselbe für die Anwohner zu enffprecheitder Benutzung hergerichtet werden taim, wenn er dies nicht selber tim will; aber eil, solches Entgegenkommen ist vom Fiskus nicht zu erwarten. Die Forstverwaltuiig holzt die Wälder ätz und liefert sie der Bauspekulation ans und der Militärfisku? verfährt mit„seinem Terrain" in gleich rücksichtsloser Weise. Von ihm erwarten, auf die Wünsche und Interessen der Bevölkerung Rücksicht zu nehnien, hieße sich großer Täuschung hingeben. Ein durchgehendes Gespänn raste am Buhtag durch die Rosen- thalerstratze und verbreitete Angst und Schrecken. Ein Schutzmann warf sich oesi Pferden entgetzsn und brachte siä zum Stehen. Ein Opfer seiner SpeknlgtionSwut ist her Prokurist Glaser von der Firma A. u. B. Elkisch, Neue Friedrichstratze, geworden. Glaser, der 20 Jahre bei A. u. B. Elkisch tätig war. heiratete vor etwa 14 Jahrsn Und erhielt zirka HO 000 M. Mitgift. Um schneller reich zu werden, ließ er sich auf Fixgeschäft ein. usid berlor sein ganzes Vermögen. Am Sonnnbendmitiag.berlieh er seine Wohnung, angeblich uni iNS Geschäft zu gehen, statt dessen thilte er der Firma durch Linen Brief mit, daß ek infolge großer Verluste an dir Börse sich das Leben, nehmen müsse. Seine Zeiche werde man im Tiergarten findest. Angestellte der Firma fandest denn auch den Selbstmörder schwer b8rletzt auf Liner Bank im Tiergarten und schafften ihn inS Krankenhaus, ivo 8r.änl nächsten Sage einer Lhsolvergiftnng erlag-. Die Berlüste sollen nutzer den 50 000 M. noch sehr beträchtlich sein. Nnter dem Verdacht des GattenmordeS»st dee SS Jahre alte frbeiter Gustav Gpdglück aus der Ädmiralstr. 83 verhaftet worden. mit Godgliick, Marianne geb. Muszhnskä, Kurde am �omitag- morgen in ihrer Wohnung tot am Bettpfosten hängend aufgefunden. Auf' dem Tische lag ein Abschiebsze.itel m,t den Worten- Lieb« Mann, ich kann nicht tnehr leben. Denke oft an Dein» liebe Man. Der Befund und vi? zunächst ermittelten Umstände liehen auf einen Selbstmord schließen, nach ustd nach aber kämest Dinge an? Licht. die den Verdacht nahelegen, daß Godglllck seine Frau umgebracht habe. Vorliegende VeroachtsgründL veranlaßien d,e Kr, mmol- Polizei, die Beerdigung der Leiche zu verhistdern, um die,e ob- duzieren zu lassen. Durch eine Schriftprobe wurde der Verdacht noch weiter bestärkt, so. baß Godafück festgenommen Und gestern mittag de* Staatsanwaltschaft vorgeführt wurde. Da»»Maß das der Verdächtige schreiben mußte, gleicht auf ein Haar dem Zettel, den seine Frau geschrieben haben soll. Das Ende hat genau den- selben Schnörkel, und auch alle Fehler in der Rechtschreibung stimmen überein. Dagegen weicht die Schrift des Zettels von der Hand- fchrist der Frau ab. Es wird vermutet, daß Godglück seine Frau erschlagen oder sonst irgendwie Umgebracht und an den Bettpfostcn gehängt habe, um den Anschein eines Selbstmordes zu erwecken. In der Hennig-Affäre hat ber Verteidiger Rechtsanwalt Keanes von einem Weichensteller ans der Potsdamer Gegend ein Schreiben erhalten, in dem der Absender erklärt, bezeugen zu wollen, daß er Hemiig am Mordtage in Begleitung eines Mannes in W a n n s e e gesehen habe. Diese Nachricht, die für eine Wiederaufnahme nicht bedeutungslos wäre, verankaßte das Kammergericht, den vorläufigen Aufschub der Strafvollstreckung zu verfügen und die Oberstaats- anivalischasi mit Recherchen nach dem»Komplicen Franz", der der Mörder sein soll, zu beauftragen. Erhängt und vergiftet. Durch Selbstmord geendet hat Mittwoch ckbend der Doktor der Chemie St., der in der Passauerstr. 29.30 wohnte. Doktor St. war erst bor einigen Tagen von Hamburg nach Berlin gekommen, um an einem hiesigen chemischen Laboratorium tätig zu sein. Am Mittwoch schrieb er mehrere Abschiedsbriefe, brachte sie sebst nach dem Postkasten und schloß sich dann in sein Zimmer ein. Als die Wirtin abends vergeblich Einlaß begehrte, schöpfte sie Verdacht und ließ die Tür gewaltsam öffnen. Vor dem Bett lag Dr. St. völlig leblos. Er hatte sich vergiftet und sich zur Sicherheit noch an einer seidenen Halsbinde am Bettpfosten erhängt. Der Tod war bereits eingeireten. Was den Unglücklichen zu diesem verzweifelten Schritt getrieben hat, vermag sich niemand zu er- klären. Vielleicht geben die Abschiedsbriefe, die nach Hamburg gerichtet waren, Aufschluß über die Motive zu dem Selbstmord. TodeSsturz im Restaurant. Bei einem bedauerlichen Unglücks- fall hat am vorgestrigen Abend die Ehefrau des Dr. Schrinner ihr Leben verloren. Sie war in einem Restaurant in der Kaiser Allee gewesen und als sie es später wieder verlassen wollte, geriet sie an einen falschen Ausgang» irrte an die Kellertür und stürzte kopfüber die Treppe hinab. Bewußtlos trug man die Verunglückte vom Platze und rief den Arzt von der Unfallstation von, Zoologischen Garten herbei. Frau Sch. hatte jedoch einen so schweren Schädel- Vrilch erlitten, daß sie kürz darauf siatb. Ein schwerer Stkahenbahnunfall ereignete sich gestern morgen in der Müllerstraße. Der 40jührige Arbeiter Franz Wieczoreck, Weimarersträtze 31, wollte den Motorwagen Nr. 1921 der Linie 20 besteigen, um nach Tegel zu fahren. Noch während sich der Wagen in Bewegung befand, trat W. hinzu, wurde umgestoßen und unter die Plattform geschleudert. Er zog sich eine schwere Gehirnerschütterung sowie erhebliche Perletzungen an der Stirn und am Kopf zu und wurde nach ber Charit« gebracht. Arbeiter-vildnngsschnle Berlin. Heute abend findet der Unterricht insozialerGesetzgebung statt. Der heute ausfallende Unterricht in Nationalökonomie wird am SonNtag, den 23. d. M.. vormittags 10'/» Uhr, nach- geholt.— Sonntag, dön 2. Dezember, abends 7 Uhr. im großen Saale des Gewetkschaftshauses. Engelufer 15: Nieder- ländischör Dichtsr- Abend unter besonderer Berück- ichtigting von Heyermans und Matatuli. Vortrag und Rezi- tation bim Frau Rubens- Hamburg. Der Fortschrittskursus in Nationalökonomie beginnt am nächsten Sonntag, den 23. November, pünktlich Um 9 Uhr rüh(nicht 9'/z Uhr). Der Unterricht am Montag, den 26. d. M. abends, fällt dafiik äüs. Der Wintergarte» war am Dienstag von Weihrauch duften ge- chwängert und soll es eine Zeitlang jeden Abend sein, da die Diteltion die biSH« in der Komischen Oper austretende Miß Ruth s t. Denis zu einer Gastspielrolle verpflichtet hat. Das Winter- garten-Püblikum. das sonst gern, mit Operngläsern bewaffnet, die dünnen Beine der Mitglieder der Tillertruppe bewundert, wirb nunmehr einen Teil Aufmerksamleit den Hindutänzen der Miß Ruth St. Denis zuwenden, Tänzen, deren Charakter wir bereits anläßlich ihres Auftreten in der Komischen Oper näher schilderten. Auch die übrigen Nummern des Novemberprogramms enthalten recht gute Kunstleistunge». Hierher gehören besonders Dr. Angelos lebende Klttt st werke, die Opetnsängerin Marie Vinent und Millmanns Trio mit seinem La Maffchiche auf einem Drahtseil. Ein Künstlerksnznt, und zwar sein drittes, hatte am Bußtag der Gesangverein„N o r b w a ch t" in den„Germaniasälen". Chaussee- 'traße, veranstaltet. Dem bekannten Dirigenten Richard B l o v 8 l hatten sich neben seinen Sävwern Frau H. G e i p e t t al? Öraloriensängerin und Herr G. Vogel mit einer tüchtigen Solistenkapelle zur Verfügung gestellt, deren Darbietungen -in wohlverdienter Beifall zu teil wurde. Der in Arbeiterkreisen beliebte Violinvirtuose Herr A l t m a n n brachte auf seinem Instrument bei gespanntester Aufmerksamkeit der zahlreichen Zuhörer- chaft prächtige Stücke zu Gehör. Auch sonst gaben die übrigen Mitwirkenden ihr Bestes. Hervorgehoben sei das„Ave Maria" von Bach-Gounod, borgetragen von Frau Geipelt und den Herren Altmann. Arndt(Klavier), Blobel lOrgel), ferner daS Largo bon Händel(Orgel und Violine) und die„Legende" und„Papillen"(Violinel Herr Blobel hat sich Mit diesen Arrangements um das Interesse der Arbeiterschaft fiir bessere Kunstgenüsse ein Verdienst erworben. Größere Ruhe, Aufmerksamkeit Und Pünktlichkeit stellen sich Hassent- lich in Zukunft auch ein. Der Kunstgenuß wird dann um so vollständiger werden I Im Berliner Prater-Theater wird heute„Der Pfarrer von Kirchfeld" von Anzengruber zur Aufführung gelangen, während im Luisen-Theater„Pröciosa" in Szene geht. Feuerwehrbericht. Ein großer Dachstuhlbrand beschäftigt« Mittwoch abend die 2. Kompagnie in der Wienerstr. 4». Die Feuerweht von mehreren Seiten alarmiert, rückte gleich mit mehreren Löschzügen aus. Als sie an der Brandstelle ankam, schlugen die Flamen schon an verschiedenen Stellen ans dem Dache empor. Brandinspestor Dransfeld ließ deshalb sofort mehrere Schlauchleitungen vornehmen und kräftig Wasser geben. Es gelang, eine weitere Ausdehnung der Flammen zu verhüten und dadurch den Brand auf den Dachstuhl. der erneuert werden muß» zu beschränken. Die Entstehung des Brandes ist noch nicht ermittelt. Der 20. Zug hatte am Werder- schen Markt 10 tun, wo Schwefel in einem Keller brannte. In der Mlchelkirchstr. 27 hatte der 5. Zug eineN Brand zU löschen, der auf einem Boden auSgekomnten war. Ein gefährlicher Brand kam in der Wässertorstp. 40 zum Ausbruch, dort brannten Packmaterialien, Regale u. a, so daß längere Zeit Wasser gegeben werden mußte, um die Gefahr zu beseitigen. Unter einer Treppe in der Swine- miinderstraße 124 brannte Werg u. A. Als die Wehr erschien war die Treppe total verqualmt. Ferner hatte die Wehr in der Keibel- straße 5, aNi Köppenplatz 1, in der PoseNerstr. 1, DreSdeNerstr. 2, LichteNbergerstr. 17 unb verschiedenen anderen Stellen zu tun, Vorort- jyacbHcfotcn* Charlottendurg. vom WohnungSelenb. Die Anschauung, daß es ist Charlotten, bürg keine WohstungSnot mehr gibt, erfahrt eine schlagende Widerlegung durch die bon der ArNienverwaltitng veranstaltete Enquete übet die Mietspteise ber«rtstenwohnungen. Der Durchschnitts- preis böst 70 sin Jähre 1903 Neu gezähltest ArmenwohnungeN von Stube und Küche hat 21,00 M. monatlich— 0,18 M. mehr als 1904-=■ betragen; ist der ersteN Hälfte des taufenden Jahres 1900 zeigt sich bei den hier Neu gezählten 52 WobnungsU zwar ein geringfügiger Rückgang des Durchschnittspreises aus der ersten -w de» borigen Jahre», der Preis selbst aber ist mit 21.2?»{. Vermischtes. fogar noch elibas höher als des ganzen Jahres 1005. Boft den ges naturgemäß start intereffiert sind, beliefert. Der Borsigende) zahlten 122 Wohnungen bon Slube und Küche foften 51 über 20 M., Hentschel gab ben Delegierten ferner Witteilung über Vorarbeiten 19 über 25 M. und eine über 30 M. monatlich. Unter den übrigen zu weitergehender Zentralisation der Krankenkassen, die der Verbefindet sich offenbar eine verhältnismäßig große Zahl minders teidigung des Selbstverwaltungsrechtes dienen soll. Daß der Vor sich hohe Durchschnittspreis niedrig erscheint gegenüber der für den weiter ermittelten Preisen. Durch das statistische Amt sind aus den Zähltarten der Armenverwaltung, foiveit angegeben, die Wohnungsverhältnisse der Armenbevölkerung ermittelt worden Dabei find 410 Wohnungen von Stube und Küche mit Angabe des Breises ermittelt, 75 im Vorberhause, 335 im Hinterhause. Auf fällig ist zunächst, daß die Preise der Wohnungen im Vorderhause fast durchweg niedriger sind als im Sinterhause ein deutliches Beichen, bai es sich bei den wenigen folchen Wohnungen im Vorder baß hause überwiegend um minderwertige Wohnungen handeln muß. Der Durchschnittspreis int Vorderhause beträgt 20,30 M., im Sinterhause 21,50. Weiter ergibt sich aus den zählungen die W. Tatsache, daß Familien, die Aftermieter halten, durchweg für Sie gleiche Wohnung von Stube und Küche mehr, zum Teil erheblich mehr, zahlen müffen als andere ohne Aftermieter. Der Betrag der Aftermiete wird also zu einem Teile wieder aufgegehrt durch den höheren Preis, der für das Recht, Untermieter halten zu dürfen, gezahlt werden muk Die Poden in Breslau. In den letzten acht Wochen sind in Breslau neun Falle bon echten Boden, wenn auch so heißt es ta ber amtlichen Bekanntmachung in der modifizierten Form rührenden Lebensfragen. Ueber die Gestaltung der Kaffenberhält Wohnungsverhältnisse unter benen Sie arbeitende Bevölkerung nisje fonnte der Rendant ein erfreuliches Bild geben. Den firglich Breslaus bielfach zu leiden hat, ist die Möglichkeit nicht ausge beschlossenen Mehrleistungen hat die Regierung nicht voll die zu schlossen, daß diefe außerordentlich leicht übertragbare Krankheit ftimmung erteilt, fie beanstandete die Zahlung des Krankengeldes für noch weiter um sich greift. Um der Weiterverbreitung der Krankdie Sonntage. Um ben Stranten wenigstens die übrigen beschlossenen heit entgegenzutreten, erinnert das Breslauer Polizeipräsidium Mehrleistungen zugute kommen zu lassen, beschloß die Versammlung, baran, daß nach den geseklichen Bestimmungen jede Erkrankung auf die Sonntagsbezahlung vorläufig zu verzichten. ein deutliches auf die Sonntagsbezahlung vorläufig zu verzichten. Nach kurzer und jeder Todesfall an Poden, sowie jeder Fall, welcher den Ber Beit wird die Regierung, bei weiterer günstiger Enlividelung der sacht dieser Strankheit erweckt, dem zuständigen Polizeikommissariat Kassenverhältnisse, die bestimmt zu erwarten ist, der jetzt be angezeigt werden muß, daß ferner jetzt auch Windpoden als poden anstandeten Mehrleistung wohl zustimmen. Im weiterent, tam noch artige Erkrankungen zu gelten haben und ebenfalls angezeigt zur Erörterung ein Plan, für mehrere staffen gemeinsam ein werden müffen. Schließlich wird die Schubpodenimpfung bezw. Erholungsheim zu errichten. Ein Delegierter machte darauf auf Wiederimpfung als bestes Schutzmittel gegen die Erkrankung an merkjam, daß bei dieser Sache eine gewisse Vorsicht geboten sei, ba Boden empfohlen und mitgeteilt, daß der Magistrat von Breslau die Erwerbung einer Erholungsstätte in Betracht komme, die der beschlossen hat, kostenlose öffentliche Simpfstellen einzurichten. Befiger zu einem ungebührlich hohen Preise an den Mann aut bringen suche. Da die Angelegenheit fich erst noch im Stadium der machungen nicht treffen wird, wurde von einer weiteren Distuffion Vorberatung befindet, die betreffende Stommiſſion bindende Ab in dieser Sache Abstand genommer. wertiger Wohnungen; denn nur so läßt es sich erklären, daß der an sigende solche Frage anrege, wurde als erfreulich bezeaffe Bes( Variolois) zur Beobachtung gekommen. Infolge der schlechten mit Recht betont der amtliche Bericht, daß die Söhe der Mieten naturgemäß fortdauernd eine große Anzahl von Familien givingt, sich mit dem denkbar geringsten Raum zu begnügen und daß kinder reiche Familien bei der Lage der Dinge auch heute noch nicht selten Schwierigkeiten haben, eine geeignete Wohnung zu einem für fie erschwinglichen Preise zu finden. Unter 363 Wohnungen von Stube und Küche waren im Jahre 1905 60 bon mehr als 5; 14 fogar von mehr als 7 Personen belohnt. Der Einfluß solcher Ueberfüllung auf den Gesundheitszustand bedarf keiner näheren Darlegung. Wunder nimmt es nur, daß angesichts dieser Tatsachen die städtischen Körperschaften müßig die Sände in den Schoß legen. 3war existiert in Charlottenburg seit langen Jahren eine Deputation zur Beschaffung von Wohnungen für die minderbemittelten Klaffen, aber sie steht nur auf dem Bapier und tritt anscheinend überhaupt nicht zusammen. Es wäre höchste Zeit, daß diese Deputation endlich einmal wieder berufen wird. Wilmersdorf. " Adlershof. Die Ortstrantentaffe von Köpenia, Adlershof und Umgegend hat 40 bis 45 Delegierte zu wählen; es ist deshalb erforderlich, daß in den versicherungspflichtigen Betrieben bereits geeignete Mitglieder ausgesucht werden, um sie dem Obmann unterzeichneten Kartells beds Aufstellung einer gemeinsamen Lifte zu übermitteln. Die Nachträge zum Statut bitten wie von den Arbeitgebern sich aus handigen zu lassen. Am Dienstag, ben 27. November, abends 7 Be, findet bei Meißner, Bismarckstr. 60 in Adlershof, eine General versammlung ftatt, in welcher vier Vorstandsmitglieder gewählt werden. Der Obmann des Gewerkschaftstartells. W. Arndt, Adlershof, Hadenbergstr. 8. Bei der gestrigen Schöffenwahl wurde der bisherige Schöffe Ernst Syring mit 18 Stimmen wiedergewählt. Pautoiu. heiten über die Expedition Bearys, aus denen hervorgeht, daß die Von Peaths Notspotfährt. New York Herald" bringt Einzel bak infolge Sturmes das Eis in beträchtlicher Ausdehnung hinter Erreichung einer noch höheren Breite nur dadurch vereitelt wurde, Pearh aufbrach und ihn so der Möglichkeit beraubte, bon seinen Sülfsabteilungen Unterstübung zu erhalten. Et machte nun mit feinen Begleitern einen Borstoß, jab jich aber, nachdem am 21. April die Breite von 87° 6' erreicht tvar, init Müdficht auf das Schwinden feiner Lebensmittel und auf die Möglichkeit, auf dem Rüdwege offene Wasserlöcher angutreffen, zum Rüdmarfe veranlaßt. Auf 84° Breite hielt ein ausgedehnter, Streifen offenen Wassers die Erpeditionstruppe fünf Tage auf; infolgebeffen mußten hier Schlitten als Feuerungsmaterial zum Kochen von Hundefutter benut werden, auf das man als lentes angewiesen war. Schließlich gelang es, die Wasserspalte, als jie sich mit dünnem frischen Eis bebedt hatte, zu pajfieren. Mühsam durch Trümmereis sich einen Weg bahnend, erreichte die Gesellschaft am 12. Wlai die grönländische Küste, wo sie auf den Expeditionsgertossen Glarte mit drei Estimos ſtieß. Ein Schiffsunfall. Der Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd Kaiser Wilhelm der Große" ffieß beim Verlassen des Hafens von Cherbourg mit dem Royal Mail Dampfer Orinoco" aufammen. Kaiser Wilhelm der Große" wurde vorn an Steuerbordseite bee schädigt, indem verschiedene Platten im Zwischendeck durchbrochent wurden. Bei der Kollision, burden vier Zwischenbed> paffagiere getötet, fünf verwundet. Das Schiff ist in allen Teilen dicht, der Schaden nicht erheblich. ritusbehälter, der sich in einer Brannimeinbrennerei befand und 70 000 Gallonen frisch gebrannten Spiritus enthielt, und überflutete die Muirheadstraße spei Fuß fief. Durch die Gewalt der ausströmenden heißen Fluffigteit wurden eine Anzahl Arbeiter gegen die Häuser geschleudert und mehrere Fuhrwerke, deren ferde den Boden verloren, fortgetrieben. Bierzehn Personen wurden verwundet, bon denen elf in ein Krankenhaus geschafft wurden, außerdem wurde eine person getötet. Die Rolle des Sozialistenbekämpfers scheint die sich der wilmers dorfer Bevölkerung so sehr in empfehlende Erinnerung bringende Die Gemeindevertretung hatte in ihrer lebten Sizung eine „ umpartetische" Wilmersdorfer Zeitung" zu übernehmen. Das zeigt umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Die angekündigte Lesich so recht bei den gegenwärtigen Borbereitungen zu den Stadtratung über die Erhöhung der Beamten- und Lehrergebäller balle verordnetenwahlen. Nicht genug, daß in recht unpartelischer Weise die Tribünen vollständig gefüllt. Dem Antrage auf Verleihung See von einer höheren Binne" einer vollen Einmütigkeit aller nationalen Gemeinderechts an den Bürgermeister Suhr und den besoldeten Eine Schnaps- Sintflut. Jn Glasgow Barst gestern ein Spie Richtungen gegenüber der einseitigen elvig verneinenden Wühl Schöffen Lampe wurde, nachdem ihn Genoffe Freiwaldt begründet arbeit der Sozialdemokratie" bas Wort gepredigt wird, leistet sich hatte, sugestimmt. Die Wahl eines Streistagsabgeordneten in genanntes Blättchen in seiner Dienstagnummer fogar ein Artifelchen, geheimer Gikung- fiel auf den Bürgermeister Stuhr; unsere Geüberschrieben:„ Die Abwehr der sozialdemokratischen Klaffenherrschaft". noffen gaben weiße Bettel ab. Sie gibt hierzu einem M. Lieste das Wort, deffen wirre Enthüllungen Zur Neuregelung der Lehrers und Beamtengehälter lagen die ficher nur von wenigen berstanden werden dürften. Um möglichst Borschläge der Beamten und der Finanzfommiffion vor, nach abschreckend zu wirken, dichtet er der Sozialdemokratie den bekannten welchen die Mietsentschädigung der Lehrer bon 550 auf 650 0., vulgären Gleichheitsfanatismus an. Das fennzeichnet fchon zur ferner die Alterszulagen von 200 auf 250 M. erhöht werden sollen. Genüge die Verworrenheit des Schreibers, der von Sozialismus Die bisherigen Grundgehälter der Lehrer( 1400 M.) sollen bestehen nicht einen blassen Schimmer hat. Bei diesem Herrn ist die bürger- bleiben, die Endgehälter dagegen um 550 M. fteigen, bei den liche Gesellschnftsordnung der Boden des natürlichen Rechts" und Rektoren jogar um 850 W. Den an der Realschule angestellten Sie kommunistischen Bestrebungen der Sozialdemokratie sind re Vorschullehrern soll die pensionsfähige Funktionszulage von 200 St. aktionär, berfinnbildlichen den Eigentumsdiebstahl in gewaltsamer auf 300 wt. erhöht werden. Form. Wir beglückwünschen die Wilmersdorfer Beitung" zu dieser geiftigen Leuchte und hoffen, daß fie in ihrem Bestreben, durch solche Mitarbeiter den Sozialismus zu bekämpfen, nicht erlahmen möge. Det Wilmersdorfer Sozialdemokratie leistet sie dadurch unschägbare Dienste. Steglit. Krieg im Frieden. Infolge Meißen einer Stelle auf dem Kriegsschiff Admiral Baudin" wurden in Toulon neun Matrosen schwer und sechs leicht verlebt. " Ein heftiger Sturm hat in der Gegend von San Sebastian große Verheerungen angerichtet. flein und Bleie, fleine Die Beamtengehälter sollen in der Weise aufgebessert werden. bag bie Grundgehälter der Assistenten von 1800 auf 2100 M. und Berliner Marktpreise: Aus dem amtlichen Bericht der städtischen die der Sekretäre von 2100 auf 2400 W., bie Alterszulagen bon martiballen- Divellion.( Großhandel) Rindfleisch Ia 68-73 br. 100 Bid., 200 auf 300 t. erhöht werden sollen. Die Endgehälter follett era 62-67, la 56-61, IV 50-55. Stalbfleisch, Doppelländer 115-125, höht werden bei den Rendanten und Rechnungsrevisoren um 700 Ia 88-95, IIa 76-86, IIIa 62-74, holl. 54-60. Sammelfleisch Ia 70-78, Mart, bei den Assistenten und Sekretären um 600 M., dem Polizei Ifa 54-67. Sweinefleith 56-65. Steffil8 Ia per 18. 0,50-0,70. Arbeiter! Barleigenoffen! Die Stichwahl zwischen unserem wachtmeister, deffen Grundgehalt um 300 m. erhöht wird, fell bas la 0,80 0,48. Retivit Ta 0,40-0,49, b8. Ila 0,30-0,86, bo. Stálbet 0,40 bis 0,55. Damwild 0,45 0,50, 86. Stalber 0,55-0,60. Bildschweine 0,00. Endgehalt um 1200 M. aufgebeiiert werden. Den Polizei Frischlinge 0,00. Hajen ber Stud 3,00-3,40 δο. Genossen Richard Krug und dem bürgerlichen Oberpostassistenten beamten soll das Grundgehalt um 200 m., das Endgehalt um 500 11a 1,75-2,90. Staninchen pr. tud 0,00 0,90. ilberteit pr. Stüd 1,25-1,65. Templiner findet am Montag, den 26. November, nachmittags Mart aufgebeffert werden. Vollziehungsbeamten, Steuereinholern, Stridenten 0,00. Rebhübner, junge fa 0,90-1,10, junge la 0,00 0,00, alte bon 4-9 Uhr, statt. junge fleine 0,00, übner, alte per Stüd 1,50-2,25, alte Wie überall, wo ein Sozialdemokrat mit einem Bürgerlichen in Gemeindedienern und Schuldienern will man nach 18 Dienstjahren 0,90, Stichwahl steht, wird auch hier der Kampf nicht zwischen den beiden mur 200 m. bewilligen. Technische Beamte, Nachtwächter mit 500 11a 1,20-140, junge per Stüd 1,00-1.20. Sauben per Stüd 0,47-0,77, Enten, junge per Stüd 2,00-2,85, Samburger, junge Parteien ausgefochten, sondern das gesamte Bürgerfum Mark Jahresgehalt, sowie die Gemeindearbeiter find bon ben ilal. 0,80 0,85: 0,56-0,61, zieht gegen uns zu Felde. Wie wir vorausgesagt hatten, so ist es läge wies Bürgermeister Kuhr darauf hin, daß der Antrag auf matt 0,00. Stele millet 96, große 0,00, fleine 0,00. 8,75, IIa 0,00. Sechte per 100 15 75-88, grog 63. Bander zieht gegen uns zu Felbe. Wie wir vorausgefagt hatten, so ist es Stommiffionen unberüdsichtigt geblieben. Zur Begründung der Bor per Gind 8,10, Gante, Oberbricher, per Bib. 0,50 0,61, bo. Ia per Glud eingetroffen: Die feindlichen Brüder von gestern sind heute ein Herz aufbefferung der Gehälter der unteren Beamten und Lehrer be- 54. tale, groß 0,00, mittel 0,00, flein 0,00, unj. 0,00. Blöten 86-47. und eine Geele. Die Grundbefizerpartei ließ schon am Tage nach der reits vor einem Jahre durch den Gemeindevertreter Freiwaldt ge- Starpfen, 25er 0,00, 58 40 er 0,00, do. 80-100 er 66-67, Hauptmahl durch ihr Organ berkünden, daß fie es für ihre 50-60er 69-70 Barse 66-71. Starauschen 0,00. Bleipatriotische Pficht halte, in der Stichwahl für den Mieterstellt ſei. Es sei schwer gewesen, eine gerechte und annehmbare be Bunte Fische 85-58. Amerikan. Sachs Ia fandidaten zu stimmen, um ber vaterlandslosen Sozialdemokratie Gehaltsstala aufzustellen. Der finansielle Effekt der Vorlage be fiche 00,00. eta 60,00. eine Niederlage zu bereiten. Es gilt also für unsere Genossen und deute für die Gemeinde eine Mehrbelastung bon 65 000. pro neuer per 100 fb. 110-180, bo, Ila neuer 90-100, bb. IIIa neuer 75. Seelachs 20-25. Sprotten, Rieler, Wall 0,90-1,30, Danziger, Ball Anhänger, alle Hebel in Bewegung au feten, um den ungleichen abr. Rebner gab den zahlenmäßigen Nachweis, baß die Gemeinde 0,00 0,80. Flundern, sommerfche Ta, per Echod 3-6, bo pommersche Kampf mit aller Energie aufzunehmen. Das Studium der Wähler Die Mehrbelaftung fragen und frob ber- Mehrausgaben ber fom- a 2-4, leler, Stiege Ta 4-6, 66. mittel vet stifte, 2-3, Hamb. listen liefert den Beweis, daß die Arbeiterschaft mit Leichtigkeit felbit munale Steuerzuschlag von 110 auf 100 Proa. herabgefeht werden liege 4-5, balbe stifte 1,50-2 Bdlinge, per Ball Kieler 3,50-5,00, die vereinigten Gegner schlagen tann, wenn nur jeder Arbeiterwähler fann. Es wird dabei erwähnt, daß, wenn die Gemeinde im Jahre Stralsunder 6,00. tale, groß bet B, 1,10-1,30, mittelgros 0,80-1,00, Shellfische stifte 5-6, do. sein Wahlrecht ausübt. Sunderte von Wählern sind der 1905 bie Wertzulvachssteuer eingeführt hätte, fie bereits in diefem ein 0,50 0,00. Beringe per Shod 4-5. Wahlurne ferngeblieben. Diese Säumigen, die entweder aus Bequem- abre mit einer Mehreinnahme von 551 714 9. rechnen tönnte. Suite 2,75-8. Stabliau, p. 100 lb. 20-25. Seitbull 0,00. Sarbellen, 1902er pet infer 95, 1904 95, 1905er 98, 1906er 73, Schottische Bollheringe lichkeit oder weil sie die wichtigkeit der Gemeindewahlen unter Genosse tubig präzisierte die Stellung seiner Freunde zu diefer 1905 0,00, large 40-44, full. 86-88, med. 35-42, deutsche 37-44. Sardinen, russ., Fay schägen, ihr Wahlrecht nicht ausübten, müssen bei der Stichwahl auf Vorlage. Die Notwendigkeit der Erhöhung der Gehälter fet ge- Beringe, neue matjes, per/ 20. 60-120. Bratheringe, Büfe( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, die Beine gebracht werden ihnen muß begreiflich gemacht werden, deben durch die unerhörte Bollpolitik der Regierung und einer eine 1,50-1,00. Summern, fleine, per Pfd. 0,00. daß es ihnen nicht gleichgültig sein darf, ob ein Oberpostassistent flußreichen fleinen unterclique, welche das Volt aufs äußerste Schofa 11, Heine 5-6, Miejena 14. oder ein Arbeiter ins Rathaus einzieht. Bu biefem gwed muß auspolern; die Gemeinden werden durch diese Politik aufs schwerste treble, per Sthod, große 0,00, millel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. jeder Parteigenosse fein Bestes tun, jeder muß Agitator sein. belastet. Trotzdem müsse er sich gegen die Vorlage wenden, welche aligler, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land, ber Schod 4,00-4,60. Butter Die Hauptwahl hat leider gezeigt, daß in dieser Hinsicht einseitig nur die beffergestellten Beamten berüdsichtige und ben er 100 3jo: la 123--125, Ila 115-123, IIIa 110-114, abfallende 95-105. Sauve Gurten Schod 8,50-4,00, Bieffergurten 8,50-4,00. Kartoffeln viel gefündigt worden jein muß. Weit über hundert unteren Beamten nur wenig und den Gemeindearbeitern gar nicht per 100 Bib. 0,00, magnum bonum 1,00-2,10, Daberſche 1,90-2,10, Wähler, die bei der Wahl im März für uns geftimmt technung trage. Nicht Gehälter über 3000. find zuerst zu betojen 0,00 weiße 1,60-2,00, Salallartoffeln 4,00-5,00. Spinal 100 und 5,00-8,00. Karotten per Ghodbund 2,50-8,00. hatten, find am 12: November der Wahl ferngeblieben. rüdsichtigen, sondern Jahresgehalter bon 500 m. und Stundenlöhne per Hierdurch war es möglich, daß wir einen Stimmenrüdgang von 57 von 30 bis 40 Pf. Nach langer Debatte wurde folgender Antrag Gellerle, biefige, per Schod 8,00 4,00, 80. pommeriche 4,00-5,00. 3wiebeln große, per 100 16. 8,00-8,50$ 8. Meine 2,00-2,50. do. biefige( Berl) zu verzeichnen hatten, froßdem wir fast ebenso viel Wähler neu unserer Genossen angenommen:„ Die Vorlage ist an die Kommiffion 8,00. Charlotten 50-60. peterfilie, grün, Schodbund 1,25. Stohlrabi per gewonnen haben. Wenn auch eine ganze Anzahl Anhänger von hier zurüdzuberweisen, die Hoch- und Tiefbaukommiffion hat die Löhne od 0,50 0,80. Rettig, bay, per God 2,40-4,80. Radieschen per verzogen sind, mußte das Resultat ein besseres sein, wenn jeder der Gemeindearbeiter einer Verbesserung zu unterziehen, um in Schodbund 0,60-0,80. Salat, ber Shod 2,00-2,50. do. Escarole", Genosse seine Pflicht erfüllt hätte. Diese Scharte muß ausgevegt nächster Sigung gemeinsam über die Vorlage zu entscheiden. werden. Parteigenossen, benut die wenigen Tage noch dazu, die Säumigen aufzumuntern, der Erfolg wird dann nicht ausbleiben! Lichtenberg. Spandant. per Mandel 0,75-1,50, bo. Endivien" 1-1,50. Mobrrüben þer 100 16. 2-2,50. Teltower Rüben per 100 pfb. 10-12. Weiße Nüben große 2-3, Heine 6-7 Blumenkohl per Mandel 2,50-3,00, 60. Erfurter Stopf 0,00. Sirfinglobl ber Schod 3,00-6,00. Rotkohl Der Achtuhr- Ladenschluß wird auf Anordnung des Megierungs- p. God 8.00-8.00. Belfout 100 fb. 2,00-6,00. Stojentol p. 100 jb. präsidenten in Potsdam vom 2. Januar 1907 ab für alle 10-18. Gruntobi per 100 1b, 8-5. Steinpilze per 100 33fb. 0,00. Stopl Spandauer Bädereigefchäfte in straft treten. rüben, School 2-3. Stirbis 8-4 Birnen, per 100 Bfb. biefige 7-20, böhmische 6-21 gepfel, ber 100 Bib., Biefige 3-20, Gravensteiner 8-20, iroler in gaffern 17-80, Stifte 82-80, mert. 17-30. Preißel Beeren, schwedische 0,00, Gebirgs 30-35, Baunusse per 100 B18. 16-20, bo. rumänische 24-80, bo. frana Cornes 82-35. Paranüffe 60-65. Safel runde 81-86 Bitronen, Messina, 300 Sta niffe lange 44-47, 8,00-14.00 360 tid 7,00-16,00, 200 Gild 10-12, 420 Glüd, flein 5-8, 500 Glud fein 5-8. Die Arbeitgeber streiten! Das fonstatierte in set am Sonnder abend stattgefundenen Generalversammlung der Ortsfrankenkasse der Borsigende Hentschel. Verschiedene Gerren fcheinen eingefehen zu haben, daß sie mit untauglichen Mitteln einen Feldzug unternommen Berein für die Interessen der Sausangestellten. haben, bet im Grunde genommen ben Bibed berfolgte, die uit bequeme Rathausoppofition, bie sich gegen Sonderbestrebungen und Betfammlung am Sonntag, den 25. November bei Obit, Interessenwirtschaft richtet, zu stürzen. Daß unsere Genossen für die Martin Lutherstr. 51. Bortrag von Frl ba Baar überi Zukunft weiter noch sehr auf dem Posten sein müssen, um intel- Dienstboten. Anfang 6 Uhr. Gäste willommen. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen zligen von gewiffer Seite erfolgreich begegnen zu können, das hat Berlins und Umgegend. Abteilung Pantow. Freitag, den 23. November: aufs neue die strankenhausfrage, ait ber die Staffenmitglieber Abteilungsversammlung bei Abendroth, Winblenfte: 26. Bif Borse Deffentliche Schöneberg, hub ben Charlotten Bahnlich Wilmersdorferstrasse 111 Teleph.: Charlottenburg 6718 000 Hoher Nährgehalt Teures Fleisch Billige Seefische Bester FleischErsatz Potsdamerstrasse 112a, Telephon: Amt VI, 7190 Hoch Bahnh Bulow Str. Seefisch- Kochbücher gratis 000 Hauptgeschäft Bahnhof Börse, Bogen 8-10 000 Deutsche DampfFischerei Gesellschaft Nordsee Prinzenstrasse 20 Fernsprecher: Amt III, 8804 Had Bhof m Prinzen St Seefisch- KochBücher gratis Bihnhof Alexanderplatz Landsbergerstrasse 52 Kabeljau ohne Kopf. Pla. 33 PL. Seelachs mit Kopf. Bratfundern Pfd. Pfd. Pfd. 25 Pf. 25 Pi .8 Pfd. 70 Pf. Ger. Riesen- Lachsheringe.. Stück 15 Pf. Bahnhof. Schlesischer Madaistrasse 22 Niederbarnimstr. 14 Wel Cericht Wir klagen an! Blut und Eisen" Krieg und Kriegertum in alter und neuer Zeit von Hugo Schulz. Erscheint in 50 Lieferungen a 20 Pfennig. Soeben ist Heft 8 ausgegeben! Zu beziehen durch die Expedition des Vorwärts, Lindenstr. 69( Laden), alle Parteispeditionen und Kolporteure. Das schönste Weihnachtsgeschenk ist ein echter Orthophon- Sprechapparat aus der rühmlichst bekannten Fabrik der Deutschen Telephonwerke. Plattenapparate in jeder Preislage, prima Schallplatten. Zu jeder Platten- Sprechmaschine drei doppelseitige Schallplatten gratis. Eugen Krämer, BERLIN C., Königstraße 53. Spezialvertrieb der Orthophonapparate der Deutschen Telephonwerke G. m. b. H. Die allerbeste Puppe erhält man, wie seit Jahren bekannt, in der Puppen- Fabrik Otto Kreyssig Brunnenstr. 83 jest nur Billigste Preise! Reparaturen Jedes Wort 10 Pfennig. früher Brunnenstr. 119. bei Einkauf von Griazteilen gratis. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhans Große Frankfurter. ftraße 9, parterre. 1+ Teppiche mit Farbenjehlern Fabril. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +1 Steppdecken billigst Febril Große Frankfurterstraße 9, parterre.+1 Teppiche!( jehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hadescher Markt 4, Bahnhof Börse. 268/14 Musikwerke, Sprechmaschinen. Teilzahlungen. Invalidenstraße 20. Staligerstraße 40. 1936 Arbeiter[ 2947L*] Gesang- Vereine finden die grösste und beste Auswahl an Musikalien bei J. Günther, Verlag, Dresden, Ziegelstr. 24. Reichsto Auswahlsendungen zu allen Gelegenheiten. Katalogo gratis. Bitte auf Hausnummer achten! Monats- Garderoben- Haus 6 Prinzenstraße 6 Die schönsten Herren- Winter- Paletots und-Anzüge in getragener, speziell Monats- Garderobe. Von Kavalieren getragene Sachen, fast neu, für jede Figur passend, speziell Bauchanzüge, sind in großer Auswahl stets zu staunend billigen Preisen zu haben im Laden 2961L* Paul Lowicki, Prinzenstr. 6. Hochbahnstation: Prinzenstraße. H. Zimmermann Berlin SO. Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. 2522L* Fleischteuerung, Lebensmittelteuerung, Hungersnot, Revolution stehen im engsten Zusammenhang. Von einem Ereignis zum andern ist nur ein Schritt. Wer sich für diese gefährlichen Vorgänge im Wirtschaftsleben interessiert, verlange Proestlers Broschüre: ,, Das Wirtschaftsbild der Gegenwart und der Zukunft". Vollständige Ausgabe in besserer Ausstattung M. 2., Teil- und Volksausgabe 60 Pfg. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen( Komm. Otto Weber, Leipzig), woselbst auch Prospekte und Zirkulare umsonst abgegeben werden, ausserdem sind solche direkt vom Herausgeber der Broschüre, Kaufmann Michael Proestler in Würzburg, portofrei zu beziehen. Greift zu! 11 " " 27522* den besten Aufgepaßt! Noch immer die bill. Bezugsquelle für Monats- Anzüge, Winter- Paletots u. Hosen, von Reisenden und feinsten Kavalieren angetaufte, ebenso neue, sehr schick u. modern gearbeitete, in neuesten Stoffmustern vorhanden. Herren und Knabengarderoben. Große Auswahl in Winter. paletots u.warme Winterjoppen. Ein gr. Bost. einzelne Jacketts, einzelne Westen und einzelne Hosen zu sehr billigen Preisen. Zu haben bei Moldauer Prinzenstraße 64 Ede Annenstraße, im Laden. Stolas über 500 Stück ( alle Pelzarten), sowie alle sonst. Pelzwaren. Muffen, Kolliers Nur eig. Fabrikat aus best. Material. Streng reell. Kein Zwischenhändler, daher sehr billig. 7. Kalman Kürschnermstr. 75. Dresdenerstraße 75 vorn II, 2. Haus v. Thalia- Theater. Verkf. auch Sonntags, u. Wochentags v. 8 Uhr früh bis 9 Uhr abds.* Dfferiere in nur frischer Ware: Hasen große schwere für nur. " große wilde Kaninchen. " " Monatsanzüge. v. 9,50 M. Monatspaletots b. 9,50 M. Abonnementsanzüge 10,50 Abonnementspaletots , 12,50 Anzüge, Ersatz f. Mak, 20,00 Paletots, Ersatz f.Maß, 19,50 Pfandleihanzüge. 12,50 Joppen 5,00, Beinkleider 2,00 Getragene Kleidungsstüde von Kavalieren, Reisenden aus den feinsten Wertstätten Berlins, teils von Hoflieferanten, alles auch für korpulente Figuren. Zentral- Keller, Berlin 35, Neanderstraße 35. 3 Min. von Stadtb. Jannowißbr., an der Köpenickerstr. Straßenb.- Vergüt. Kleine Anzeigen Winterpaletots, Gehrocanzüge, Taschenuhren, Bjandleihpreise. Weidenweg neunzehn. Winterpaletots, Jadettanzüge, Trauringe, Pfandleihpreise, Weidenweg neunzehn. Winterpaletots, Winterhosen, Teppichverkauf, Spottpreise, Weidenweg neunzehn. Winterpaletots, Wintercapes, Binterjadetts, Damenmäntel, Weidenweg neunzehn. 181/6 Zahle bis 10,00, wer Teilzahlung Nähmaschine tauft oder nachweist. Sämtliche Systeme. Postkarte. Brauser, Zilfiterstraße 90. Damenhemden, Herzfafson, aus gutem Hemdentuch, Vierteldubend 4,00, drei weiße Herrenhemden 3,50. Bettwäsche, Arbeiterhemden, Normalwäsche sowie einzelne Reisemuster spottbillig. Wäschefabrik Salomonsky, Dircksenstraße 21, Alexanderplatz. Federbetten 11,00, bejjere spottbillig. Michel, Dresdenerstraße 38. Federbetten, schöne breite, Stand 20 Mart, 5 Bimmer wenig gebrauchte Möbel sofort zu verkaufen Dresdenerstraße 38, vorn II lints. 181/ 7* Schamottofen, hoher, mit Ringen verkauft billig Kirscht, Kopenhagener straße 71. +61 + 32* Gasheizsparöfen! Gasbratöjen! Nähmaschinen 10 Mart bar, wer 7,00. 3weilochgastocher 3,00. Gass tauft oder nachweist. Neumeister, plätteisen, Gasbügelapparat! Gas Ramlerstraße 38. 28656 Ihren 12, Gaszuglampen! 9,00. Steppdecken spottbillig, Fabrit Möbelangebot. Im Anhalter Bohlauer, Wallnertheaterstraße 32. Große Frankfurterstraße 60. 1842 Bahnspeicher, Möckernstraße 25, An- Achtung, Bier! Durch günstigen halter Innenbahnhof, direkt Hoch- Abschluß bin ich in der Lage, prima Gänse! Gänse! frischgeschlachtet, bahnstation Mödernbrüde, stehen ver- helles und dunkles Lagerbier zu äußerst billige Preise, sind zu verkaufen schiedene Einrichtungen zum Ver- billigem Preise abzugeben, und bitte Samariterſtraße 21. Bettfedern- Bertauf. Darunter befinden sich hoch- ich werte Kollegen, wegen Lieferung tauf. Paul Hoft. 180/ 10* moderne Schlafzimmer, Speisezimmer, sich vertrauensvoll an mich zu wenden. Monatsanzüge und Winter- Herrenzimmer, auch einzelne Salon- Gefällige Offerten unter E. 5 an die paletots von 5,00, Joppen von 4,50, garnituren, Baneelfofas, Biblio- Expedition dieses Blattes erbeten. Hosen von 1,50, Gebrodanzüge von 12,00, Frads von 2,50, sowie für torpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Breisen, aus Pfandleihen verfallene Sachen taust man am billigsten bei Naß, Mulad ftraße 14. 28575* Schankgeschäft frankheitshalber zu verkaufen Tilsiterstraße 27.+121 Restauration mit Bahlstellen Umstände halber zu verkaufen Bres lauerstraße 28. + 121* Federbetten, Stand 10,50, große 16,00, Gardinen, Wäsche, Decken. Winterpaletots, Uhren, Goldsachen spottbillig Pfandleihhaus Küstrinerplay 7. Verschiedenes. theken ,, Ankleideschränke, Nußbaumbüfette, Bronzefronen, Delgemälde, Schreibtische 28,00, Ruhebetten mit prachtvoller Diwandede 22,50, wunderschöne Säulentrumeaus 30,00, bochelegante Salonteppiche schon 14,00 bis zu allergrößten Saalteppichen, allerliebste Zimmerteppiche 8,00, reichgestichte Uebergardinen, Spachtel stores, Tüllgardinen, Steppdeden, ftraße 94a. Salonbilder, Standuhren, prachtvolle Gastronen, Elsholz, Komiter, Gesellschaft, Gropiusstraße 6. 27775 Patentanwalt Weffel, Gitschiner 9275* Pfandleihe, Prinzenstraße 63, Vermietungen. Wohnungen. Oudenarderstraße 36, 37, 38, Wohnungen, monatlich von 17,00 an. Näheres beim Wirt, Nummer 37. Zimmer. * RehKeulen von Rüden M. 3,00 0,90 " 4,00 5,50 179/ 5* Gänse Bfd. 60 u. 65 Pf. in riesiger Auswahl. Wegner, so., Mariannenstr. 34. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Erfahrener, mit Maßnehmen und| Achtung! Kalkulationen durchaus vertrauter Achtung! Werkführer für Bautischlerei Klavierarbeiter! der durchaus selbständig einen Betrieb bon 30-40 Leuten leiten fann, sofort gesucht. Offerten mit Angaben bisheriger Tätigkeit, Gehaltsansprüchen unter D. 5 an die Expedition d. Bl. 28705 Möbliertes Zimmer vermietet Tüchtige Verkäuferinnen sofort Frau Jacobeh, Kolberger für unsere Abteilung straße 26 III. 25106 Große Stube billig Ebelingstraße 15, born 4 Treppen links.+121 Schlafstellen. Möblierte Schlafstelle vermietet Schaal, Ritterstraße 124, Hof II links. Mietsgesuche. Pfefferkuchen Ueber die Pianofabrik Bell& Co., Andreasstr. 32 und Grüner Weg 79, die unter der Firma Neugebauer Nachf. Arbeits. willige sucht, ist nach 14 wöchigem Streit die Sperre dauernd verhängt. Zuzug streng fernhalten. 141/ 16* Vereinigung der Musikinstrumenten. zum eventi. jofortigen Antritt gesucht. Achtung! Meldungen mittags 1-2 oder abends 8-9 Uhr. A. Jandorf& Co. Belle- Alliancestr. 1/2. Tüchtige Verkäufer Pfefferkuchen Handwerker sucht zum Ersten für unsere Abteilung fleines möbliertes Zimmer, Nähe Rosenthaler Tor. Offerten mit Preisangabe Spedition, Aderstraße 36. zum event. sofortigen Antritt gesucht. Alleinige Schlafstelle, bis 16 Mart, Meldungen mittags 1-2 oder abends 8-9 Uhr. A. Jandorf& Co., sucht junger Mann. Nähe Bülow: straße, Dorfstraße. Offerten: L. K., Spedition, Bülowstraße 52, Schmidt. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Arbeit. Stühle werden abgeholt und Blinder Stuhlflechter bittet um zurüdgeliefert. A. Gläser, Mulad. 1468 straße 27. Plüschtischdecken 5,00, verschiedene täglich 8-8, Sonntags bis 2.[ 1908 Gelegenheiten. Uebernahme vollständiger Warenlager, Wirtschaften, Nixdorf, Bruses Festsäle, KeneseVerkauf und Versteigerung. Kontursmassen, Nachlässe zum schnellen bedstraße 113, Restaurant, Garten, Dtto Vereinszimmer, Parkettsaal( 600 Ber Lidetes Anhalter Bahnspeichereien.* sonen). Sonntags Ball.+ 114* Kunststopferei von Frau Kotosty, Betrolenmtronen, 2067 Boche 1 Mart, Fabritpreise. Große Charlottenburg, Goethestraße 84, I. Umsonst! Zementfüllungen, zahnSimiliseidene Steppdeden 4,85 straße 6( Wedding). Frankfurterstraße 92 und Ravené1852st ärztliches Institut, Chausseestraße 2 B, ( Seidenersay), Wollatlas- Steppdecken Hof II. 269/ 11* 4,25. Bunte Stretonnesteppdecken 2,85. Möbelfabrik, Dranienstraße 58, Bücher tauft, beleiht Antiquariat Lefèbre, Teppichhaus Emil mur direkt Morikplay. In meinen fünf Stochstraße 56, I. 2025 Etagen stehen komplette Wohnungs1872 Dranienstraße 158. einrichtungen in jeder Preislage vom Vereinshaus Invalidenstraße 146, Hochvornehme Herrenanzüge, Einfachsten bis zum Elegantesten. Saal zu Hochzeiten, Versammlungen, Herrenpaletots aus feinsten Maß- Besondere Gelegenheit biete ich in Vereine, auch Sonnabends zu verstoffen 18 bis 38,00, ofen 7-12,00 verliehen gewesenen, faft neuen geben. verkauft täglich, Sonntag. Deutsches Möbeln, die bedeutend herabgesett Altes Kleiderspind, Kommode, Görlitzer Ufer 23. Bersandhaus, Jägerstraße 63, I.* find. Besichtigung erbeten, ohne Kauj Küchenspind kauft Verwalter, Balizwang. Auffallend billig verkaufe ich fadenstraße 95. Hochvornehme Herrenhosen aus neue Chaiselongues 17, Schlaf+ 113* 2880b 28955 Bellealliancestr. 1/2. Cüchtiger Kehler perfekt im Messermachen und im Einstellen, sofort gesucht. Anfangslohn M. 35,- pro Woche. GoldleistenSchmidt& Co., fabrik, Amberg, Bayern. Balgenmacher Deutsch. Buchbinderverband ( Zahlstelle Berlin). Stellenangebote. Tüchtige Bohrer berlangt PianoMechanikfabrik Reichenbergerstr. 63a. finden dauernde, lohnende BeschäftiNeuenburgerstraße 20. Goldarbeiter verlangt Lange, gung bei Kalbe, Gipsstraße 13. 30212* Vergolder auf Handarbeitrahmen, der in Bien gearbeitet hat, gesucht. Offerten unter Chiffre F. 5 an die Expedition des Vorwärts". Farbigmacher verlangt Rigdorf, Jägerstraße 66. +115 Grundierer verlangt Wienede, Rockfarbeiterin auf Damenröde berlangt Haupt, Kleine Andreasfeinsten Maßstoffen 9-12 Mart. joja 27, Satteltaschenfofa 45, Handwaschanstalt Chlorfrei", straße 16. 181/5 Die Buchdruderei von E. Bartels, Verkauf Sonnabend und Sonntag. Baneeljoja 55, bochelegante Plüsch- Köpenid, liefert tadellose Wäsche, Zigaretten Arbeiterin verlangt Weißenfee, Generalstr. 8, ist wegen Bersandhaus Germania, Unter den garnitur 75, Säulentrumeau 29, Lafen, Leibwäsche, 4 Handtücher 0,10. Albrador, Prinzessinnenstraße 28. 216/1 Nichtanerkennung des Tarifs Linden 21. Keine Filialen. 1988* Bettstelle mit Matraße 16, Auszich- Abholung Sonnabend, Montag, Dienstisch 16. Muschelspind, Bertito 27. tag. Siegemund, Barrisiusstraße. Möbelfabrik Dresdenerstraße 8 Getaufte Möbel können drei Monate Im Arbeitsmarkt durch ( Stottbuser Tor). Wohnungs- Ein- tostenfrei lagern. Teilzahlung ge- hoch. Bostkarte erbeten. Tasche, But- besonderen Druck hervorgehobene richtungen, Küchenmöbel, Bolstermöbel, stattet. Stein Laden, direkt Fabrik. nach gedunkelte Mahagonimöbel, Möbel- Auch Sonntags geöffnet. Muster- buserstraße 9. +61 Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. eintausch( Ratenzahlung). Scheidt, buch gratis. Waschanstalt M. Rudolph, Köpenid, Tischlermeister. Grünauerstraße 36. Garantiert chlorArbeitsburschen 1976 Kinderwagen, Kinderbettstellen, Puppenwagen, zurüdgefeßte, spott billig. Sommer, Wienerstraße 51. Winterpaletots in enormer Austahl 18 bis 50 Mart bei Herrmann Schlesinger, Turmstraße 58. 19688 1523K* Gastronen, Petroleumkronen ohne 181/ 4* Verein sucht Spinde, 1,30 bis 1,50 Achtung! Buchbinder * 11* und BuchbindereiArbeiterinnen. Anzahlung, Boche 1,00. Louis Böttcher freies Baschen. Stein Bertauschen. 14 Jahre alt, verlangt Harmonikafelbit).-Spezialhäuser: Borhagener. Laten, Leibwäsche, 0,10, 3 Handtücher, fabrit Kalbe, Gipsstr. 13. 4 Taschentücher 0,10. Abholung Monstraße 32( Bahnverbindung Barschauer- tag. ftraße), Reinidendorferstraße 116, 2070St Schönhauser Allee 80, Potsdamer- Ehrenerklärung! Nehme Be gesperrt. Achtung! Präger. Die Rellame Kartonprägerei der Firma M. Beck, Startonfabrik, Adalbertstraße 59 ist gesperrt. Buzug ist streng feinzuhalten! Die Ortsverwaltung. 30132* 26/5 Werkführer arbeiter. Achtung! Maurer! Die Bauten der Firma Kuhn U in Wildau bei Königs Wuster: hausen( Familienhäuser ber Schwarzkopfffchen Fabrik) sind wegen Akkordarbeit von unterzeichneter Organisation gesperrt und alle Maurer ersucht, von diesem Beschluß Kenntnis zu nehmen und diese Arbeitsstellen zu meiden. Der Vorstand des Zweigvereins Kgs.- Wusterhausen des Zentral- Verbandes der Maurer J. A.: Aug. Hermann. Deutschlands. Achtung, Töpfer! Begen Lohndifferenzen ist hiermit über die Firma August Berndt, Wilmersdorf, Hildegardstr. 15, die Sperre verhängt. In Betracht tommen die Bauten Jungftr. 14/15, in Friedrichsberg, Schloßstr. 32 in Steglitz und Kaiserstr. 6. 7 in Berlin. 211/11 Die Verbandsleitung. Deutscher HolzarbeiterVerband. Begen Streit und Lohndifferenzer find gesperrt: Für Tischler: Gärtner, Dresdenerstraße. Völkel, Martgrafenſtr. 8. Schulz( Wenkels Nachf.), Mariendorf, am Teltowkanal, und Berlin, Potsdamerstr. 9. Für Perlmutt- u. Knopfarbeiter: Grinot, Dresdenerstraße. Lebach& Comp., Reinicken dorf, Tegeler Weg. Für Kammacher, Perlmutt und Knopfarbeiter: Alle Betriebe Berlins und Vororte! Arbeitskräfte werden nur vom Arbeitsnachweise, Engelfer 15 vermittelt. Für Bodenleger: Bau Kaiser- Allee, Ede Wilhelmsaue, Firma Pumplun. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. straße 81, Rirdorf, Kaiser Friedrich- leidigung zurüd, erkläre Frau Dau für Bäderei und Konditorei, tüchtiger Fachmann, zum sofortigen Antritt straße 247( Hermannplag.) 1989st für anständig. Fr. Adler. 2069s berlangt. Offerte H. 7, Bojtamt 31. Verantwortl. Redakteur: Carl Wermuth, Berlin- Rigdorf. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.