Ur. 275. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Boste Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehnien an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweis Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf ftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg.. jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 1hr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernibrecher: Amt IV, 9r. 1983. Heilige Ordnung! Fräulein Dr. Anita Augspurg ist verurteilt und der Philister streicht sich befriedigt das Bäuchlein. So ist die Sache der Ordnung gerächt an der dreifachen Freblerin wider die Autorität der Wahlrechtsräuber, der Polizei und des männlichen Geschlechts. Es gibt noch Richter. Sonntag, den 25. November 1906. Expedition: SW. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. r. 1984. gelegt hat, wer sich erinnere, daß ein junger Mann mißhandelt recht keine Krawaller waren. Schadet nichts. Ordnung muß worden sei. sein. Die heil'ge Ordnung über alles! Sämtliche Beamte sind befragt worden! Man be- Die Gefahr war groß! Das ist das Leitmotiv wundere die Gewissenhaftigkeit! Und wenn sämtliche Beamten des Urteils. Das Gefühl der Unsicherheit der Herrschenden, nichts wußten, da wäre es doch nur unnötige Belästigung ge- das Empfinden des klaffenden Klassengegensates spricht daraus. wesen, den Herrn Lavy noch zur Polizei zu bemühen, damit Der Klassenkampf, die Verschärfung der Klassengegensäge sind er die Täter selbst heraussuche. Die negative Aussage der die Bedingungen für Taten, wie sie die Polizei verübte, für sämtlichen Beamten" erwies ja doch schon, daß er gar nicht Urteile, wie das der Hamburger Richter. Der Klassenstaat mißhandelt worden ist, daß er in der Erregung ,, das Erlebte braucht eine solche Polizei und wird sie sentimentaler Benicht von dem Bilde seiner Phantasie zu trennen vermochte", denken wegen nicht aufgeben. Wenn Fräulein Dr. Anita Diese Anflägerin, die nach alter deutscher Sitte zur An- daß er nicht zu erkennen vermochte, wie weit die von ihm Augspurg als freisinnige Volksparteilerin nicht eingezwängt geflagten gemacht wurde, hatte alle braven Ordnungsleute, behaupteten Vorfälle im Rahmen des Ganzen lagen", um mit wäre in die ideologische Denkweise des Bürgertums, wenn ihr alle die etwas haben und alle, die etwas find, wider sich. In den Hamburger Richtern zu reden. die Befangenheit ihrer Klasse nicht das Eindringen in die dem empörten Ausschrei:„ Wir wollen keine Weiberherrschaft, Herr Lady jr. ist der Sohn eines Ordnungsmannes, wie tieferen Gründe der gesellschaftlichen Erscheinungen verwehrte, werft die Weiber in die Alfter!" tochte die Bourgoisseele über, er im Buche steht und eines Hamburgischen„ Voltsvertreters", an ihrem Prozeß könnte sie lernen, daß die deutsche Polizei deren sittliches Empfinden dieses emanzipierte Frauenzimmer eines Bürgerschaftsmitgliedes, das für die Wahlentrechtung und Justiz, wie sie sind, legitime Sprößlinge des Klassenbeleidigte, diese Verförperung frecher Antastung der heiligsten gestimmt hat. Aber die Hamburger Polizei geht ganz un- staates sind und daß der Erzeuger seine eigene NachkommenGüter des Rechts auf Wahlrechtsraub, des Rechts auf Polizei- parteiisch vor, fie tennt kein Ansehen der Person, noch der schaft nicht verleugnen, nicht umbringen wird. Man muß den taten gegen das Proletariat und des Rechts auf Sklaverei Partei, noch der Gesinnung. Wie er die Prügel bekommen Klassenstaat vernichten, wenn man seine Brut ausrotten will. der Frau. hat wie ein wahlrechtslüsterner Proletarier, so gehts auch Bei der Wesenheit des deutschen Freisinns und der bürgerWie die Haltung der Richter die Empfindungen der feiner Beschwerde nicht besser, wie der aller andern, die an lich- radikalen Frauenbewegung ist freilich eher anzunehmen, herrschenden Klasse getreu und ungebrochen wiederspiegelte! den weisen Maßnahmen der wohllöblichen Polizei zu nörgeln daß die Verurteilte und ihre Gesinnungsgenossen sich des An der Spitze des Urteilsspruchs die Kriegserklärung an die wagen. Oder ist es doch etwa ein Vorzug, daß sämtliche verhältnismäßig gelinden Urteilsan deutschen Zuständen Frauenbewegung: Das Zeugnis des Mannes ist wertvoller Beamte vernommen wurden und die Beschwerde nicht etwa gemessen freuen und sich von dem Prozeß eine günstige als das der Frau! Ihr folgend die Rechtfertigung der tapferen unbeachtet in den Papierforb flog? Einwirkung auf die Polizei versprechen. Anstatt zu sehen, daß Polizei, an der zu nörgeln fein Untertan berechtigt ist. Und In Anbetracht der Gewissenhaftigkeit, die die Polizei die Urteilsbegründung der Polizei einen Freibrief ausstellt für zwischen den Zeilen, aber nicht minder deutlich als die bei der Behandlung der Beschwerde des Herrn Laby be- neue Taten, die denen des roten Mittwoch" nicht nachstehen. Urteilsgründe die Entrüftung über die unberufene wiesen hat, zeigt es freilich bon sträflichem Leichtsinn und Die Taten der Hamburger Polizei und ihre Billigung Kritikerin, die es wagt, eine Attion zu bemängeln, die nötig freventlicher Nörgelsucht, wenn der Bürger mit einer Be- durch die Herrschenden erklären sich aus der Wut über den war zur Verteidigung des Hamburger Staates gegen den schwerde über die Polizei an die Presse geht. Die öffent- wuchtigen Protest der Hamburger Arbeiterschaft gegen WahlAus der Angst vor der Umsturz, die nötig war zur Verteidigung des Wahlrechts- liche Meinung darf nicht aufgeregt werden gegen die rechtsraub und Klassenregiment. raubes. Obrigkeit, die das Schwert trägt. Die Presse ist nicht dazu Arbeiterbewegung. Diese Gesellschaft voller Verwirrung aller Selbstbewußte Leute sind diese Hamburger Richter. Ge- da, dem gedrückten Herzen des Bürgers Luft zu machen. Die menschlichen Beziehungen, diese Gesellschaft der gesetzlichen UnLassen hat der Vorsitzende das große Wort gesprochen: Es Beitungsschreiber haben kein Recht, Behörden zu kontrollieren, ordnung braucht die heil'ge Ordnung", die Polizei und Justiz ist nicht richtig und vor Gericht niemals vorgekommen, daß die in sich selbst Mittel genug besigen, um unwürdige Glieder bewachen; die sie aber auf die Dauer doch nicht zu schützen die Aussagen von Schußleuten gegenüber denen von Zivil- zur Ordnung zu bringen oder abzustoßen. Die Presse melde vermögen vor dem Ansturm der Arbeiterklasse, aus dem der personen als Aussagen erster Klasse betrachtet worden sind." Ordensverleihungen und Droschtengaulstürze und preise allen Wahlrechtskampf des hamburgischen Proletariats nur ein Kühl tut der Herr die gehäuften Erfahrungen von Jahr falls die erhabene Politit der Machthaber und das vorbildliche Moment ist. zehnten ab, mit einer Handbewegung schiebt er den Berg von Familienleben des Landesvaters. Dazu ist sie da. Material zum Thema„ Bürger und Polizei vor Gericht" zur Seite. Wir haben umzulernen. Was wir gesehen haben aber und abermal, was zum alltäglichen Ereignis wurde, daran unsere Nerven sich abstumpften, das alles ist nicht gewesen. Die Hamburger Richter sagen es. " " 17 Politische Uebersicht. Berlin, den 24. November. Scharfmacher- Bekenntnisse! Der Bürger aber hüte sich, wenn die Polizei am Aufräumen ist und gehe ihr aus dem Wege. Wo Holz gehauen wird, da fallen Späne, und wo die Polizei aufräumt, da sett es Hiebe. Für Gerechte und Ungerechte. Ueber alle wird unparteiisch der Säbel geschwungen. Wenn Herr Lavy jr. nicht Und schwimmen mitten drin in dem großen Strom von so neugierig gewesen wäre, sondern wie sein braver Vater, In der heutigen Reichstagssitung unternahm Graf Befangenheit, in dem seit je die deutsche Rechtsprechung herum- das gutgesinnte Bürgerschaftsmitglied, zu Hause geblieben Posa do wsty den mißglückten Versuch, die Spottgeburt An dem plätschert, sobald das Verhältnis von Bürger und Polizei wäre, dann hätte ihm nichts passieren können. Das ist nicht zu des neuen Antigewerkschaftsgesezes zu verteidigen. berührt wird. Dieser Hamburger Prozeß, welch' flassisches bestreiten. Wenn nun aber ein friedlicher Bürger durch die Straßen, lebhaften Widerspruch, den der Staatssekretär auch bei Beispiel ist er für die Polizeifrömmigkeit deutscher Justiz. wo die eifrige Polizei am Aufräumen ist, seiner Wohnung zustreben bürgerlichen Rednern gefunden hat, wird er gesehen Die Aussage des Schußmannes entscheidet. Das Zeugnis muß? Der Fall ist nicht vorgesehen in den flugen Räsonne- haben, wie sehr dieser verwegene Versuch mißlungen ist. des Bürgers gilt nur, wenn es mit dem des Schußmannes ments, mit denen Staatsanwalt und Polizeimajor den Fall Wenn Posadowsky etwas bewiesen hat, so nur das, daß übereinstimmt. Der Bürger kann sich freuen, daß ihm noch Laby kommentierten. Und ebenso vergeblich sucht der Laie in der Gesezentwurf in der Tat nichts anderes ist und auch der gute Glaube zugebilligt wird. Er ist nicht fähig, objektiv diesen Kommentaren nach einem zulänglichen Grunde zum sein soll, als ein Gewerkschaftsknebelgesetz schlimmster Art. zu beobachten. Das kann nur der Schußmann. Das Zeugnis Aufräumen", wenn feine Menschenmassen, sondern nur und noch eins hat er bewiesen: daß diejenigen, die ihn bisher des Bürgers ist wertlos, weil er erregt war des Schutz- einzelne Passanten auf der Straße sind. So daß der Laie in immer noch für einen Sozialpolitiker mit fortschrittlichen manns Erkenntnisvermögen ist nicht durch Erregung getrübt. die Versuchung tommt, die Art des Aufräumens", wie sie Neigungen gehalten haben, sich in einem argen Frrtum Es waren erregte Nachtstunden, in denen sich die Polizei- dieser Prozeß gezeigt hat, für völlig unsinnig und zwecklos zu befanden. Hat er doch heute mit aller Rücksichtslosigkeit Anschlacht zu Ehren des Wahlrechtsraubes abspielte. Die Zu- halten. sichten bekundet, aus denen hervorgeht, daß er nicht eine schauer und die Opfer der Polizeitaten waren sicherlich er- Aber das Urteil wird ihn eines Besseren belehren. Die Spur wirklich modernen sozialen Empfindens regt, aber nicht auch die Schußleute? In der Urteils- vereinzelten Passanten, die friedlichen Männer und Frauen, besitzt, sondern ein Minister ganz nach dem Herzen der großbegründung steht davon kein Wort! Von den Zivilzeugen an denen die Schuyleute ihren Tatendrang ausgelassen haben, industriellen Scharfmacher ist. Daß man sich zeitweilig heißt es, daß sie nicht zu erkennen vermögen wie weit die müssen im Rahmen des Ganzen" betrachtet werden. Sie in ihm versehen hat, lag lediglich an seiner gelassenen, scharfvon ihnen bekundeten Vorfälle im Rahmen des Ganzen sind auch Teile, freilich abgesplitterte und harmlose, aber eben macherische Töne verschmähenden Sprechweise und an den liegen". Aber die Schußleute, die auf friedliche Passanten in auch Teile der Menschenmengen, die die Polizisten zerstreuen biedermännischen Kapuzinaden, die er gelegentlich auch in blinder Wut einhieben, die selbst ihre eigenen Bekannten nicht mußten und aus denen ihnen Steinwürfe geantwortet haben. seiner heutigen Rede wieder- einflocht. schonten, die haben immer gewußt ,,, wie weit die Vorfälle im Von diesen bereinzelten Passanten hatten allerdings Posadowsky machte sich die Entgegnung auf Legiens einRahmen des Ganzen lagen". Das heißt, sie haben immer gewußt, die Schußleute nichts zu befürchten, aber da sie im dringliche Antlagerede ungemein leicht. Auf die Einzelheiten daß sie eine Schlacht gegen Aufrührer" lieferten und daß, Rahmen des Ganzen" zu betrachten waren, so ist flar, daß einzugehen, lehnte er mit der bequemen Ausrede ab, daß dazu wenn sie Unschuldige verhauten, sie doch eine berechtigte Wut fie auch mit aufgeräumt" werden mußten. Und das Auf- in der Kommission eine viel bessere Gelegenheit sei. Soweit er über andere auszulassen hatten, die sie vorher mit Stein- räumen" war eine für Hamburgs Sicherheit hochnotwendige sich aber auf die geübte Einzeltritit einließ, leugnete er würfen und Schimpfworten bedacht hatten. Sie haben immer Sache. Der Landfrieden in der Stadt war durchbrochen schlankweg die von Legien so überzeugend gekennzeichneten den Blick aufs Ganze gerichtet, die Wackeren in der Pickel- und es beftand offener Aufruhr", sagt das Urteil, und diese Gefahren. Stein Mensch denke daran, den Bergarbeitern haube. Gefahr zu beseitigen, mußten eben auch harmlose Passanten, das Recht des Streifens zu nehmen, das sei ja auch in der Ihr Zeugnis wird nicht beeinträchtigt durch ihre Erregung, die nichts von Landfriedens brechern an sich hatten, mit dem Begründung des Entwurfes betont. Nun, dem gegenüber sei die ja auch die Hamburger Richter wohl bei näherem Ueber- Säbel trattiert werden. denn doch auf jene Rede hingewiesen, die im Jahre 1899 Iegen nicht bestreiten würden. Denn diese Erregung war eine Das Gericht hat das Empfinden gehabt, daß vor der der damalige preußische Handelsminister Brefeld zur pflichtgemäße Erregung, eine amtliche Erregung, die noch eine öffentlichen Meinung die Polizei auf der Anflagebant faß. Und Begründung jener Zuchthausvorlage gehalten hat, die der höhere Weihe erhielt durch den Umstand, daß sie im Dienste deshalb hat sie ihr einen Rechtfertigungs- und Entschuldigungs- Heurigen Zuchthausvorlage als Unterlage gedient hat. Herr der Verteidigung heiligsten Gutes, des Rechts auf Wahlrechts- zettel geschrieben. Darin stehen die aufflärenden Säße: Es Brefeld sagte damals: raub stand. gebührt der Polizei Dank dafür, daß sie mit eiserner Hand Die Schutleute sind nebenbei freilich auch Partei; aber zugegriffen hat. Es ist nicht zu verkennen, daß einzelne Bedas macht nichts aus. Sie sind die Ordnungshüter und die amte über das Ziel hinausgegangen find, aber es ist dabei Wenn einzelne Bürger, die sich über sie beklagen, find Nörgler und Ordnungss auch zu bedenken, daß die Gefahr groß war. feinde. Sela! Beamte sich mehr herausgenommen haben, als ihnen zufam, Und deshalb muß die Polizei geschüßt werden vor öffent- so ist das zu bebauern, aber verständlich." licher Kritik. Kein Bürger, sagt das Hamburger Urteil, hat Hier ist der Schlüssel zu dem Urteil. Die Gefahr war das Recht, Mißstände in der Presse zu rügen. Niemals groß! Und wenn der Bürger diese große Gefahr beschworen fann ihm zugebilligt werden, daß er dabei in Wahrung be- haben will, so muß er fleine Unbequemlichkeiten mit in den rechtigter Interessen handele; wenn er glaubt, sich beschweren Rauf nehmen. Wenn er eine schneidige Polizei haben will, zu müssen, so wende er sich an die zuständige Behörde". damit sie ihn und sein Eigentum schütze gegen die rote wahlDas sagen die Hamburger Richter nach einem Prozeß, in rechtslisterne Notte, so darf er nicht wehleidig tun, wenn dem die Methode, nach der die zuständige Behörde Beschwerden diese schneidige Polizei im Eifer des Gefechtes auch einmal der Bürger behandelt, eben frisch vor aller Deffentlichkeit einem Angehörigen der herrschenden Klasse einen Jagdbloßgelegt wurde. Auf diese Weise kann wohl faum etwas hieb versetzt. Eins ist ohne das andere nun einmal nicht zu herauskommen", rief der Verteidiger, als er hörte, daß der haben.. " " Polizeimajor Diestfeld auf die Beschwerde des mißhandelten Zwei Zote stehen auf der Liste des Erfolges der HamStaufmanns Lavy hin, sämtlichen Beamten die Frage vor- burger Polizei, zwei Tote, die teine Demonstranten und erst " Wenn zwei so große Rebiere, wie das Saar- und Ruhrrebier, gleichzeitig dahin kommen, die Förderung ihrer Kohlen einstellen zu müssen; wenn infolgedessen die darauf angewiesenen Fabriken genötigt find, ihre Tätigkeit einzustellen, ihre Arbeiter zu entlassen; wenn es dazu kommt, daß auch die Eisenbahnberwaltung, die Kohlen, die sie notwendig hat in ihrem Betriebe, nicht mehr erlangen tann; wenn es dazu kommt, daß große Städte, die der täglichen Zufuhr durch die Eisenbahn bedürfen, bie Mittel zu der Ernährung nicht mehr erhalten; wenn es dazu tommt, daß man die Straßen nicht mehr beleuchten kann, daß die Mittel, die für den Lebensunterhalt nötig sind, auch fehlen für bie Kranken- und Zuchthäuser vergegenwärtigen Sie sich alles das und dann fragen Sie sich: sind das nicht 8ustände, die mit einer großen Gemeingefahr berbunden find?" Wer wollte angesichts solcher Tendenzen und der Zustände unserer Verwaltungen und Gesetzgebung die Garantie übernehmen, daß nicht hinterdrein doch auch den Bergarbeitern das Streifrecht estamotiert werden würde? GBenfo leicht nahm es Posadotvsky mit den Chikanen der Verpflichtung zur Aushändigung der Mitgliederlisten, der Haftpflicht usw. Das Interessanteste der Rede Posadowskys aber war, daß der Staatssekretär keinen Anstand nahm, zu erklären, daß in der Tat die erste und letzte Absicht des ganzen Gesetzentwurfs fei, die bisherigen Rechte der Gewerkschaften z» beschneiden. Diese Organisation z» zünftlerisch versimpelten Gewerkvereinen «ach übelstem englischen Muster herabzudrücken und dadurch einen Keil in die moderne Arbeiterbewegung zu treiben! Der wackere Posa ließ keinenZweifel darüber, daß in der Tat beabsichtigt sei, den mo- deinen Gewerkschaften ihre Mucken gründlich auszutreiben, ihnen jegliche Beschäftigung mit sozialpolitischen it n d Jj 0 li ti s ch e ii Angelegenheiten völlig unmöglich zu inachenr Es sei doch sonnenklar, daß die Regierungen gar nicht daran dächten, ein Gesetz zu schaffen, das„unter der Form von Gewerkvereinen eine Art politischer Klubs privi- Jtegiere". Die Gewerkschaften sollen also politisch unter Kuratell Abstellt, sie sollen mit Gewalt geistig verkrüppelt werden, man will ihnen unmöglich machen, irgendivie die w t ch t i g st e n Interessen ihrer Klasse zu vertreten, ja nur zu er- ö t e r n I Eine Absicht, so perfide und so borniert, daß selbst ein wahrhaftig nicht in dem Rufe sozialpolitischer Weitherzigkeit stehender Parlamentarier, der Abgeordnete M u g d a n, dagegen schärfsten Protest zu erheben ge- nötWt war! Aber nicht nur eine solche intellektuelle Ent- mündigung erstrebt nach dem brutal offenen Geständnis Posadowskys der Gesetzentwurs, auch die berufliche Interessenvertretung soll den Gewerkschaften«ach Möglichkeit er- schwert werden. So meinte er höhnisch:„Sie wollen also, daß die Berufsvereiue sich eintragen lassen dürfen, daß sie die Rechte einer juristischen Person erhalten. Sie sollen aber auch alle Freiheiten behalten, die jetzt die freien Gewerkschaften haben." In der Tat, ein so verniessenes Begehren konnte bei dem preußischen Minister für Sozialpolitik nur über- legenem Spotte begegnen! Dieser Mann begreift gar nichv, wie die Arbeiter sich noch dagegen sträuben können, gegen das Linsengericht der Rechtsfähigkeit auch noch den Rest ihrer gewerkschaftlichen BctätigungSmöglichkeit einzutauschen I Er hat— darin begegnete er sich mit dem Antisemiten Schack— gar kein Gefühl dafür, daß eS die Arbeiter als sozialpolitische Rückständigkeit sondergleichen empftnden, daß man ihre Organisationen � wie es das„Korrespondenzblatt der Generalkommission" bereits im Juli d. I. ausdrückte— in das Prokrustes- b e t t der bürgerlichen, auf die spezifisch kapi- talistischen Interessen zugeschnittenen Rechte pressen will, statt den besondere» Bedürfnissen der zahl- reichste» kllasse deS Volkes auch durch eine besondere Art der Gesetzgebung Rechnung zu tragen I— Ebenso rück- ständige Ansichten gab der Minister über daS Koalitionsrecht der Eisenbahner, speziell auch der Landarbeiter zum besten. Hier entwickelte er Auffassungen, wie sie junkerlicher auch ein Podbielski nicht hätte vertreten können I Die sozialdemokratischen Redner werden Herrn Posadowsky die gebührende Antwort nicht schuldig bleiben. Die Rechte des Hauses freilich belohnte den ministeriellen Sachwalter des Scharfmachertums mit einem lebhaften Bravo! Bezeichnend für den Charakter des EnttvurfS war der von Herzen kommende Beifall, den ihm der Konservative S ch i ck e r t, der Retchspartetler Bokelmann und der Antisemit Schack spendeten. Nicht minder bezeichnend war die Opposition, die ihm sogar Abgeordnete wie die Herren Bassermann und M u g d a n zu machen gezwungen tvawl. Speziell der letztere sah sich in die ungewohnte Lage versetzt, die Ausstellungen des sozialdemokratischen Redners Punkt für Punkt unterstreichen zu müssen. Am Montag wird wahrscheinlich Herr Giesberts Gelegenheit finden, sich zum Gesetzentwurf zu äußern. Ob er es wagen wird, diesem Wechselbalg, zu dessen Er- zeugern auch das Zentrum gehört, ebenso viel liebenswürdige Eigenschaften abzugewinnen wie sein Fraktions» kollege Trimborn? I--__ Noch ein liberaler Musterbetrieb. Die»Berliner Morgenpost* ist mit den vielen anderen gleichgearteten Zeitungsschwestern auf die vom Stöckerschcn„Reich" entdeckte„Maßregelung" des Genossen Fischer, weil er die Prokura der Buchhandlung Vorwärts abgegeben hat, hereingefallen. Wir warben keine Veranlassung haben, von diesem Retnfall besonder- Notiz zu nehmen, wenn nicht diese Annoncenplantage der Firma Ullstein, bei der der» der Zeitung gebotene Text eine Zugabe zu den Anpreisungen von Witwenbällen. Heiratspartien. Kräuter» bädern, liebevollen NiederkunstSorten und ähnlichen das sittliche Niveau der Leser des Blattes wiederspiegelnden Dingen ist. die Dummdreistigkeit besäße, diesen Reinfall mit einem Angriff aus die sozialdemokrättschen Betriebe zu maskieren. Die„Morgenpost" schreibt: „Der„Vorwärts" stellt fest, daß Abg. Richard Fischer nur die Leitung der Vorwärts- Buchhandlung abgegeben habe, daß er hingegen nach wie vor Leiter der Vorwärts»Buch- d r u ck e r e i bleibe. Wenn im„Vorwärts" weiter behauptet wird, daß das in seiner Buchdruckerei beschäftigte Personal in jedem Betracht weit besser gestellt sei als dasjenige in kapitalistischen Betrieben, so ist das eben nur eine Behauptung, die einer genauen Nachprüfung kaum standhalten dürfte. Taffache ist jedenfalls— und darauf kommt eS im vorliegenden Falle ausschließlich an—, daß da»„Verhältnis zwischen Arbeit» ?ebern und Arbeitnehmern in der VorwärtS-Druckerei um nichts efier sst als in irgend einem kapitalistischen Betriebe— viel« leicht aberum vieles schlechter". Wie wir schon vor einigen Tagen dem„Verl. Tageblatt" gegen» über feststellten, sehen die Behauptungen dieses Prehgelichterö in Jft* Spalten der Blätter ganz anders aus, als die Zustände im vuchdruckbetriebe dieser Firmen sich in der Wirklichkeit darstellen. 8» unserer Freitagnummer erst brachten wir eine Notiz, in der über ilne Versammlung der Zeitungsträgerinnen der„Morgenpost" «richtet wurde. Es handelte sich um Maßregelungen orgauifierlcr Zeitungsfrauen in den verschiedensten Fittalcu der„Berl. Morgenpost". Es wird weiter in der Versammlung über eine„geradezu un- würdige Behandlung" der Trägerinnen geklagt und daß man„durch rücksichtslose Entlassung ein Exempel statuieren" wolle. Das ist wohl daS bessere BerMnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern? � � �„ Daß man sich in einem solchen liberalen Betriebe den Staffel- t a r i s zu nutze macht, ist nicht etwa eine Härte gegen die mit Bor- liebe eingestellten jüngeren Buchdrucker, sondern soll nur da? be- sonders gute Verhältnis mit dem Personal beweisen. Um dem Schlemmerleben, dem Arbeiter leicht bei hoher Bezahlung an- heimfallen könnten, entgegenzuwirken, muß eben dafür gesorgt werden, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Nur deshalb läßt man Buchdruckergehülfen sechs bis acht Jahre ohne Zulage und erklärt ihnen, wenn fie wegen einer solchen vorstellig werden:„Es ist Ehrensache des Arbeiters, wenn er keine Zulage erhält, auszuhören." Aber, hören wir die Herren Unternehmer sagen, wir haben doch Teuerungs- zulagen gegeben. Sehr richtig, so unsozial sind„liberale" Leute nicht, den Arbeitern die Lasten des Lebensmittclwuchers allein aufzu- halsen. ES haben 8—10 Mann vom Werkpersonal eine Mark Zulage aus diesem Anlaß erhalten, bei anderen betrug dieselbe 10 Pf., es wurde nämlich der Lohn von 23,90 M. auf 30 M. pro Woche erhöht, bekanntlich der Anfangslohn der im Vorwärts- betriebe eingestellten Buchdruckergehülfen! Luch Ferien sind im Ullstein scheu Betriebe eingeführt, gewiß doch Dinge, die von hoher sozialer Einsicht der Unternehmer zeugen. Nur schade, daß inan nicht, wie im Vorwärts betriebe— dessen Verhältnisse „vielleicht um vieles schlechter sind alS in irgend einem kapitalistischen Betriebe"— jedem Arbeiter, der ein Jahr be- schäftigt ist, eine Woche Ferien gewährt, sondern daß man erst zwei Jahre Tättgkeit absolviert haben mutz, um 3— d r e i— Tage Ferien zu erhalten, und nur acht Jahre Tätigkeit dazu ge- hören, wn acht Tage Ferien zu erhalten! Wir halten bessere Zustände, als sie in bürgerlichen Betrieben herrschen, für die sozialdemokratischen Unternehmen für notwendig und selbstverständlich. Mußte doch auch der Redakteur Rexhäuser, dem wohl niemand besondere Vorliebe für die Sozialdemokratie andichtet, zu- geben,„daß selbstverständlich die Verhältnisse in sozialdemokratischen Betrieben besser seien wie in bürgerlichen". Wir wundern unS allerdings nicht über die Art dieser liberalen Presse, über die„ZuchihauSzustände" in sozialdemolrattschen Betrieben zu keifen. Haben doch die liberalen Wortführer— siehe Mugdan und Konsorten— eS tatsächlich von jeher verstanden, in Arbeiter- fragen den reaktionärsten Standpunkt einzunehmen und zu gleicher Zeit über den„sozialdemokratischen ZuchlhauSstaat" erbauliche Be- trachtungen anzustellen. UebrigenS hat das„Tageblatt" bisher noch keine Antwort auf unsere Festnagelung deS Mofseschen Musterbetriebes gefunden. Warum wohl nicht?— ».' DentfcKes Reich. Abermals neun Millionen Nachtragsetat! Zu den 30 Millionen deS ersten Nachtragsetats für Wüst- West ist nun bereits ein zweiter NachtragSetat gekommen, der rund 9 Millionen fordert I Dabei kommen zu diesen vierzig Millionen noch die>v e i t e r e n 20 M i l l t o n e n, die man, um nicht allzu unliebsames Aufsehen zu erregen, nach der „Germania" als Nachtragsetat auf das Jahr 19l)S ver- buchen wird. Also eine neue Gcsamtforderung für Wüst-West von 69 Millionen! Und zwar für Ausgaben des laufenden EtatsjahreS, das für den glorreichen Kolonialkrieg binnen 12 Monaten 159 Millionen verschlungen bat! Dazu kommen dann noch die rund 199 Millionen für das neue Etatsjahr! Und der brave Michel will sich eine solche Wirtschaft schafsgeduldig noch länger gefallen lassen?!— Die Protestbewegung gegew den Lebensmittelwucher. Auch in Ostpreußen ist die Bewegung in lebhaftem Gange. ES wird uns geschrieben: In Königsberg und in allen anderen Städten, in denen wir agitatorische Kräfte hatten, sind viel« tqusendd Flugblatt er verbreitet worden. Äluch an zirka 1b00 Adressen von Landarbeitern sind sie herschickt. Start besuchte, zum Teil uberfüllte Protestversamwlungen fanden bisher statt: in Königsberg, Memel. Gum binnen und L y ck. Weitere Versammlungen folgen. Die Redner in diesen Versammlungen fanden ungeteilten Beifall und begeisterte Zustimmung. Ueberall wurde die vom Parteivorstand empfohlene Resolution einstimmig angenommen. Es sieht fast so aus, als wenK der einmütige Protest der ar- beiteuden Bevölkerung es verursacht hat, daß die Fleischpreise in den letzten Tagen etwas herunter gegangen sind. Dem ist natürlich nicht so. Wenn in Königsberg, in Memel und einigen anderen Städten unserer viehreichen Proving die Fleischpreise um zirka zehn Pfennige pro Pfund gefallen sind, so liegt das daran, daß eine Anzahl Besitzer ihren Bichstand zum Winter verringern und ab- stoßen. Gegenwärtig wird also etwas mehr Vieh auf die ustpreu- tzischcn Markte und Schlachthöfe geschickt Denselben Preisrückgang, wohl auch aus denselben Ursachen, hatten wir hier im Monat August vorübergehend zv verzeichnen, um dann eine beste erheb- kichere Steigerung zu erfahren. Es erklären selbst einsichtige Landwirte, daß ohne Ocffnnug der Grenze ein anhaltender Preis- rückgang für Vieh und Fleisch nicht möglich ist. Aus Hannover wird uns berichtet: 43 Protestversammlungen gegen den Lebcnsmittclwucher waren am vorigen Sonnabend und Sonntag im mittleren und süd- ltchen Teil der Provinz Hannover veranstaltet. Ueberall, wo nur ein Lokal zur Verfügung stand, protestierte die Arbeiterschaft durch einstimmige Annahme der bekannten Resolution gegen die Ver. schlechterung ihrer Lebenshaltung. Bon allen Versammlungen ist zu berichten, daß der Zulauf der Arbeiter, trotzdem die Lokale oft recht weit außerhalb der Orte lagen, ein ganz enorm erge- Wesen ist. Das für die schamlose Auswuchcrung des werktätigen Volkes kämpsinde Agrarierblatt in Hannover meinte am Borabend dieser Protestversammlungcu, die Fleischnotaktion sei eingeleitet, weil der„Wahlrechtsrummel" nicht mehr ziehe. Nun der glänzende Verlauf und der Massenbesuch dieser Versammlungen wird sehr wesentlich den„Wahlrechtsrummel" fördern und wenn nicht anders, so wird bei der Reichstagswahl im Jahre 1308 bewiesen werden, daß das Wahlrecht eines derjenigen Mittel ist, mit dem dem raffgierigen Junkertum die eingeheimste Beute wieder ent- rissen wird. Der Erfolg der cinhcitlimcn Aktion im Hannoverschen ist nicht allein in dem wesentlichen Zuströmen der Bevölkerung zu erblicken, nein viele Hunderte von Arbeitern traten der Partei als Mitglieder bei. bestellten den„Volkswille" und gerade dieser Nachhall der Protestbewegung wird für unsere Gegner am un« anigenehmften werden. Je größer die Kämpferschar der aktiv Be- teiligten, desto sicherer steht der Sieg in Aussicht. Roch ein Urteil über das Anti-GewerkschastSgesetz. Der nationalsoziale Herr Tischendörfer veröffentlichi in der„Hülfe" einen Artikel, in dem er nach längeren Erwägungen zu folgendem Urteil kommt: Alles in allem I Der(Betetzentwurf für die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine ist absolut unannehmbar! Ob sich aus ihm noch etwas Brauchbares wird herausarbeiten lassen, erscheint sehr fraglich. Die Gegensätze zwischen dem Willen der verbündeten Regierungen und den berechtigten Forderungen der Arbeiter sind zu groß! Wen» auch nur ein Teil der besprochenen Bestimmungen zum Gesetz erhoben werden würde, könnte man keinem Berufsvereine raten, von der Rechtsfähigkeit Gebrauch zu machen. Er wjirde sich in Fesseln legen, welch« seine Aufgabe vollkommen vereiteln würden."...„..„ Wann nun wohl endlich die christlichen Orgamsattonen Stellung zu der Vorlage nehmen werden? Halten Sie � ihre Jnteresien in b-u Händen der T rim dorn und Konsorten wirluch mr so trefflich aufgehoben, daß fie sich Nicht selbst zu rühren brauchen?! Zwaiigöcnteiguiing der Pole»? Das Fiasko der Polenpolitik. die Hunderte von Millionen ver« geudet hat, angeblich um den polnischen Gutsbesitzer auszukaufen. in Wirllichkeit. um verschuldeten germanischen Junkern ihren Besitz zu Wucherpreisen abzulaufen, genügt unseren Hakatisten noch nicht. Trotz der statistisch nachgewiesenen Tatsache, daß diese Aliskaufs- Politik nur zu einer Vermehrung des polnischen Landbesitzes ge- führt hat, trotz des polnischen Schul st reiks sucht man die nationale Empörung der polnischen Bevölkerung künstlich noch weiter aufzupeiffchen. So wird offiziös angekündigt, daß der nahezu ver- brauchte Viertelmilliardensonds von neuem„auf- gefüllt" werden müsse. Dann heißt es weiter: „Mit einer einfachen Ausfüllung wird man sich sicher nicht begnügen können. Es wird, wenn man zu einer Verständigung mit dem Landtage betreffs der Landpolittk in diesen Laiidesteilen gelangen will, sich vielmehr sicher als notwendig erweisen, daß damir Bestimmungen verbunden werden, durch welche die Erreichung der Ziele dieser Landpolilik gegenüber den Gegenzügen des PoloniSmus wirksamer gesichert wird als bisher. Dadurch erwächst dem Landtage eine Ausgabe, deren Bedeutung nur von ihrer Schwierigkeit übertroffen wird." Mit diesen schamhaften Andeutungen kann nur eine ZwangS« enteignung der Polen gemeint sein. Man will die fundamentalsten Grundsätze der„heiligen" Ordnung des bürgerlichen Eigentums mit Füßen treten, um endlich der polnischen Kaninchen Herr zu werden. Auch diese verzweifelte Matzregel würde nur zum Schaden der tollwütig gewordenen Germanisatoren ausschlagen I— Staatliche Arbeiterfürsorge. In diesen Tagen haben bürgerliche Blätter anläßlich des Jubiläums der deutschen Sozialreform in hohen Tönen das Lied von der„Fürsorge für den deutschen Arbeiter biS ins hohe Alter hinein" gesungen. Wie es in Wirklichkeit mit dieser Fürsorge aussieht, haben wir bei derselben Gelegenheit in einem Leitariilel über„die Kompottschüssel" beleuchicl. Jetzt erhalten wir auS dem Reiche des seligen Budde eine Mit- teitung. durch die unsere offizielle Sozialponffk drastisch gekennzeichnet wird. Die prrußisch-hessische Staatseisenbahnverwaltung hat in den „gemeinsamen Bestimmungen für die Arbeiter aller Dien st zweige" gemäß einem Erlaß des Eisenbahn- millisters unter dem 18. Oktober dieses Jahres eine Anzahl A e n d e- r u n g e n eintreten lassen. Dem§ 17 dieser Bestimmungen ist dabei als Absatz 3 hinzugefügt worden: Das Dirnstverhaltitis erlischt, ohne daß es einer Kündigung bedarf: 1. wenn ein Arbeiter über den Zeitpunkt hinaus erkrankt, bis zu dem die EisenbahnbetriebSkrankenkasse, der er angehört, sayungs- mäßig Krankengeld gewährt, mit dem letzten Tage deS Kranken- geldbezuges; 2. wenn für einen Arbeiter schon vor diesem Zeitpunkte eine Invaliden- oder Unfallrente festgesetzt worden ist, mit dem Tage der Zustellung des Bescheids über die Rentenfestsetzung, es sei denn, daß sich die Verwaltung ausdrücklich mit der Fortsetzung des Dienstverhältniffes einverstanden erklärt. Also der Arbeiter, der daS Unglück hat. monatelang krank und für seinen und seiner Fansilie Unterhalt aus die kärgliche Kranken- Unterstützung angewiesen zu sein, der wird in dem Augenblick, in dem er vollständig subsistenzlos wird, zugleich erbarmuugölos«ms die Straße gestoßen, und wenn ihm schon vorher eine Rente zugebilligt worden ist, so wird ihm bereits mit dem Inkrafttreten derselben der Stuhl vor die Türe gesetzt. Blutiger als durch diese menschenfreundlichen Bestimmungen kann die Sozialpolitik in unseren staatlichen Musterbetrieben mcht verhöhnt werden.,___ Freiheitsberaubung mit Hülfe des ZwangserzichungsgcsctzeS. Unter dieser Ueberschrift berichteten wir in Nr. 265 des„Vor- wärts" vom 13. November über einen eigenartigen Fall der Be- nutzung des Zivangserziehungsgesctzes auS Rastenburg. Dort wurden einem Stellmacher am 15. Oktober d. I. plötzlich von der Straße fort, wo sie ihrem Vater beim Umzug behülflich waren, seine beiden 15 und 17 Jahre alter. Sdkme in die Zwang«- erziehungsanstalt gebracht. Der älteste Sohn befand sich bereits seit einem halben Jahre in der Lehre bei einem Schmiedemeister. Beide Söhne hatten sich noch nie etwas zuschulden kommen lassen; auch war den Eltern derselben nichts von einem Gerichtsbeschluß zur Vollstreckung der zwangsweisen Für, soraeerziehung bekannt. Weder der Lehrmeister deS einen Sohnes. »och die Eltern erhielten auf ihre Nachfragen bei den verschiedensten Behörden Aufklärung über diese ihnen vollständig unverständliche, durch nichts begründete behördliche Mahnahme, auch dann nicht, als der Lehrmeister ein ausgezeichnetes Führungsattest über seinen Lehrling, und der Vater die besten Schulzeugnisse seiner Söhne bei der Polizei eingereicht hatte. Die jungen Leute wurden in der Zwangserziehungsanftalt Eichhof festgehalten. Endlich. Mitte November, erhielt der Stellmacher auf seine, an den Landeshauptmann gerichtete Beschwerde folgenden Bescheid: Der Landeshauptmann der Provinz Ostpreußen. Tagebuch-Zifser 18 535. Auf Ihr Gesuch vom 2g. Oktober d. I. erhalten Sie den Bescheid, daß Ihre Söhne.... geb. am 20. 1. 1830 und.... geb. am 23. 5. 02 durch vollstreckbaren Beschluß des königlichen Amtsgerichts zu OrtelSburg vom 28. September 1901 und 13. Februar 1902 zur Unterbringung in Fürsorgeerziehung ver- wiesen worden sind. Die Ausführung dieses Beschlusses liegt gesetzlich mir ob. und kann erst jetzt erfolgen, da sich Ihre Sühne bisher der Fürsorge» erziehung entzogen haben. Brandt, An den Stellmacher Herrn I... M... in Rastenburg. Durch diesen Bescheid des Landeshauptmanns wird dieser sonderbare Vorfall in noch größeres Dunkel gehüllt. Nach wie vor behaupten die Eltern, eine erwachsene Schwester der an- geblichen Zwangszöglinge, sowie Bekannte der Familie, daß noch niemals ein Verfahren wegen Zwangserziehung, auch nicht vor 4 resp. 5 Jahren, gegen die jungen Leute eingeleitet worden ist! Daß in dieser Sache das Amtsgericht zu Ortelsburg einen vollstreckbaren Beschluß gefaßt haben soll, ist deshalb schon unwahrscheinlich, weil der Stellmacher in den Jahren 1901 und 1302 gar nickt t n Ortelsburg war, sondern im Pr.- Eylauer Kreise ge- wohnt hat. Seinen beiden Söhnen ist es daher auch niemals ein- gefallen, sich der Fürsorgeerziehung, der sie niemals� verwiesen worden sind, zu entziehen! Die Familie hat überall längere Zeit mit ihren Söhnen polizeilich angemeldet gewohnt, die letzteren haben die Schule zur Zufriedenheit der Lehrer besucht, sind konfirmiert und dann in Arbeit getreten. Aber selbst wenn die beiden jungen Leute wirklich vor vier und fünf Jahren als Schul- jungens irgendwie Anlaß zur Fürsorgeerziehung gegeben haben sollten, dann läßt eS daö famose Fürsorgeerzichungsgesetz zu, daß die beiden erwachsenen Menschen, die in geordneten Verhältnissen leben, plötzlich von der Straße hinweg wie die größten Verbrecher in eine Gefängnis ähnliche Anstalt gesperrt werden! Die abgebackte Hand macht die Breslau er Polizei tag. lich mehr nervös. Vor einiger Zeit wurde ein Bauarbeiter wegen Polizeibeleidigung angeklagt, weil er vom Neubau herunter: „Linke Hand! Ad!" gerufen hatte. Der Polizei-Präsident hatte persönlich Strafantrag gestellt. Vor Gericht stellte sich her» aus, daß obige Bemerkung eine auf Neubauten beim Messen und Richten überall gebräuchliche Bezeichnung ist und soviel bedeutet wie: Linke Hand mit der Schnur etwas von der Mauer ab(fern) halten. Ei» Polizist hatte aber die. Worte gehört und— eine interessante Selbsteinschätzungl— sofort auf sich bezogen. Natur» lich wurde der Sünder freigesprochen.— Ein Arbeiter aus einem Dorfe(Oswih) bei Breslau wurde ebenfalls wegen Polizisten- und Gendarmenbeleidigung angeklagt, weil er einem Polizcimanne nachgerufen haben sollte:„Linke Hand!" Ferner hat der Breslauer Polizeipräsident als Borgesetzter deS HandabhackerS bereits zweimal gegen einen Redakteur unseres BreSlauer Parteiblaitcs Strafantrag gestellt, weil er in einigen Reden den Handabhackcr—, Ina?.-unfer Genoste gar nicht bestreitet— einen ..feigen Halunken" genannt hat. Beide Klagen schweben indes noch und zwar bei der bekannte» II. Straflammer des Herrn Janske. Den Gipfel der Nervosität aber erreichte die Polizeibehörde rnit einer Klage gegen einen Eisenbahnbeamten, der Schutzleuten gegenüber auf die..abgehackte Hand" angespielt haben sollte. Der Aermste hatte sich deshalb wegen dieses„Staats- Verbrechens" vor der l. Strafkammer des Breslauer Landgerichts zu verantworten. Er soll nämlich eines Nachts im Juli, als einige Schutzleute einen Mann zur Wache—„transportierten", zu einem der Beamten gesagt haben:„Haudabhackcn. das könnt Ihr, das ist Eure Bravour! Aber weiter könnt Ihr nichts! Ich bin vereideter Bahnpolizeibeamter. Ta herrschen nicht solche Zustände wie hier bei der Breslauer Polizei!" Das Brcslaucr Gericht verurteilte ihn zu SV M. Geldstrafe und— sprach dem durch die Handabhacker- Anspielung beleidigten Polizisten obendrein die Publikationsbefug- niS zu! So geschehen in Breslau! Rcchtöstaatliches aus dem Wuppertal. Die Staatsanwaltschaft in Elberfeld hat nicht nur wegen ihrer besonders eifrigen staatsretterischen Tätigkeit, sondern auch wegen ihres Miizgeichickö bei dieser Tätigkeit in der Parteigeschichte eme Ber— ühintheit erlangt. Zurzeit ist es unser Wahlrechtsflug» b l a t t, das der Staatsanwaltschaft noch immer schwere Sorge bereitet, obwohl der Angeklagte, Genoste Ullenbaum, läng st end« gültig freigesprochen ist. Nachdem am lg. Februar d. I. die Freiiprechung erfolgt war. konnte man erwarten, dah nun auch die beschlagnahmten Flugblätter und Platten fteigegeben würden. Und tatsächlich fragte die Staatsanwaltschaft bei dem Verlage an, wohin die Flugblätter zurückgegeben werden sollten. Der Verlag erwiderte darauf: dorthin, wo sie beschlagnahmt worden sind. Wäre nun die Rückgabe erfolgt, so hätten unsere Genossen die Möglichkeit gehabt, die Blätter zu der Wahlrechts- demonstration am 18. März nutzbringend zu verwenden. Allein die Staatsanwaltschaft schien hier vor einer schwierigen, wenn nicht für fte unausführbaren Ausgabe zu stehen. Das Gros der Flugblätter war ja allerdings in der Elberfelder Druckerei beschlagnahmt worden, allein die übrigen Beschlagnahmen verteilten sich über eine Menge Orte des Niederrheius. denn dank der telegraphischen Anweisungen der Elberfelder Staatsanwaltschaft hatte man ja überall Razzia auf die Flugblätter gemacht und die Beute nach Elberfeld gesandt, wobei nicht immer die gesetz- lichen Bestimmungen gewahrt wurden. Genug, die Staatsanwalt- fchast gab jetzt die Flugblätter n i ch t z u r ü ck. und eine Beschwerde des Verlages wurde von der Oberstaatsanwaltschaft in Köln zurück- gewiesen unter Bezugnahme auf die KZ 40— 42 des Straf-Gesetzbuche». Wenn auch kein strafbarer Angeklagier gefunden worden sei, so sei doch die Möglichem nicht ausgeschlossen, daß der Jnhalt des Flugblattes im Sinne der Anklage strafbar sei l Zu gleicher Zeit legte dre Staatsanwaltschaft Revision gegen das freisprechende Erkenntnis ein, die vom Reichsgericht erst kürzlich verworfen wurde. Das reichz gerichtliche Urteil läßt die Frage offen, ob der Jnhalt des Flug blattes strafbar sei, es erklärt aber ausdrücklich die Annahme der Elberfelder Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Anwendung der 40—42 de» Strafgesetzbuch« für irrig, allerdings aus dem Grunde, weil aus dem Urteil der Vorinstanz nicht hervorgehe, daß in Deutschland keine andere Person zu finden sei, die für den e t w a i g e n strafbaren Jnhalt des Flugblattes haftbar gemacht werden könne. Der Elberfelder Staatsauwalt folgert nun daraus: ist nach dem Urteil des Reichsgerichts auch der Angekl. Ullenbaum endgültig freigesprochen. so sollen doch die Flugblätter noch nicht frei fem und fs e der- weigern auch jetzt noch die Auslieferung, ebenso die Auslieferung des beschlagnahmten Metalls. Nun wird sich da? Elberfelder Landgericht neuerdings mit unserem Wahlrechtsflugblatt zu befchäf- tigen haben: eine Anklage wegen Aufteizung zu Gewalttätigkeiten ohne Angeklagten! Und das alles, obwohl— wir wiederholen es— die Staatsanwaltschaft schon im Februar dieses Jahres anfragen ließ, an wen fte die freigegebenen Flugblätter zurückschicken solle I So sorgt die staatsrcttensche TäNgkert der Staatsanwaltschaft wenigstens dafür, daß unsere Wahlrechts- bewegung immer neuen Impuls erhält, und sie erinnert an da» Goethesche Wort von dem Teil der Kraft,—... Eine sozialdemikratische Gcmcindcstencrreform. Der Rot gehorchend, hat die hessische Regierung dem Be- schluß der Offenbacher Stadtverordneten vom 2. November auf Aushebung der Verbrauchssteuer auf sämtliche Lieh- und F l e i s ch s o r t e n am 12. die Genehmigung erteilt mit der Maßgabe, daß diese indirekte kommunale Besteuerung eines der wichttgsten Nahrungsmittel am 23. November aufzuhören hat. Wäre es nach einem Antrage der Fleischerinnung gegangen, dann wäre diese Oktroiaufhebung nur eine vorübergehende gewesen: so wurde durch da» Eingreifen unserer Genossen eine endgültige daraus. Noch zu Beginn des Jahre« hatte die Regierung einem bei der städtischen Etatsberatung gestellten Antrag unserer Genossen auf teilweise Auf- Hebung deS FleifchoktroiS die Genehmigung versagt, da die« zur Zeit nicht im Interesse der Stadt liege. Und jetzt gibt man tviderspruchlo« feine Einwilligung. Ja die Not lehrt nicht nur beten, sondern macht auch eine Regterung mürbe.— Keine Bildung den Polen! Entzieht den Polen die Schulbildung! Das ist die neueste Blüte alldeutscher Bersttegenheit. Der Ausschuß de» A l l d e u t s ch e n Verbandes hat am 18. November zu Berlin folgende Resolution gefaßt: .Die Erfahrung hat gelehrt, daß die sogenannte.Kulturpolitik im preußischen Osten lediglich dazu geführt hat, den Feinden unseres Volkstums Waffen zu unserer Bekämpfimg zu liefern. Wir haben vom nationalen Standpunlt kein Interesse an einer höheren Bildung des einzelnen Polen, die fast ausnahmlos dessen Nationalbewußtsein steigert und ihn im wirtschaftlichen Kampfe besser wettbewerbsfähig macht. Der Alldeutsche Verband bittet daher die preußische Staat» regierrntg, zu verfügen, oaß die polnischen Kinder, die sich der Schuldisziplin nicht fügen, sofort dauernd vom Schul« besuch ausgeschlossen werden und wünscht die Ein- bringung eines Gesetze», durch da« der preußischen Regierung die Ermächttgung erteilt wird, die verfassungsmäßig fest gelegte allgemeine Schulpflicht nach Bedarf in den von Polen bewohnten Landestetlen Preußens auf- z u h e b e n." Die SNavenhaltermoral der Alldeutschen kommt hier zu klarem Ausdruck. Man halte die Polen in der Unwiffenheit fest, damit sie den herrschenden Deutschen keine Konkurrenz machen, sondern allezeit williges Ausbeutungsobjeft bleiben!— Unter Polizeiaufsicht.— Ausgewiesen. Geradezu entsetzlich swd folgende zwei Anklagen gegen nnsere heutige Gesellschaft: Der Tagelöhner Joseft Pröbstle, einer jener Unglückseligen, die des Lebens Sonnenschein noch niemals genossen, kam wieder einmal aus dem Zuchthause. Wie schon öfters, ver- suchte er den Mahnungen des Zuchthausgeistlichen, in Zukunft em„braver" Menscb zu werden, nachzukommen. Er suchte nach Arbeit. Er erhielt welche. In der Landwirtschast. Er arbeitete schwer. Er wollte ja ein„braver" Mensch werden! Jede Woche ober kamen Gendarmen ins Haus, einmal, zweimal, dreimal l Warum? Er stand unter Polizeiaufsicht!— Dem Dienst- Herrn wurde die Sache unangenehm. Der Mann wurde entlassen— ungern I Er war ja ein.braver" Arbeiter, aber--. Wiederum steht Pröbstle vor dem Nichts l Er d a r f n i ch t arbeiten! Er darf kein„braver" Mensch werden. In wilder Vcrzweislung irrt er von Dorf zu Dorf, ohne Geld, ohne Unterkunft— ein Geächteterl Was blieb rhm übrig, als wieder in« ZuchthauZs zu gehen! Er verübte einen Einbruch, machte sich mit dem erbeuteten Gelde<45 M.) einige gute Tage und stellte sich dann freiwillig der Gendarmerie mit den Worten:„Ich will wieder ins Zuchthaus!" Das Landgericht in Augsburg erfüllte seinen Wunsch. Er wurde zu 2'/. Jahren Zuchthaus verurteilt. Von Stellung unter Polizeiaufsicht hat daS Gericht abgesehen— aus Gnade I Aehnlich erging es dem Dienstknecht Jgnaz Bschaier. Auch er hatte in sich beschlossen, unter sein bisheriges Leben einen Strich zu machen und«gut" zu tun. Ja, er wollte gut tun und er arbeitete fleißig! zuerst in Kempten. Nack einigen Wochen erhielt er einen Beschluß des Magistrats zugestellt, die Stadt zu verlassen; er wurde ausgewiesen. Er ging und arbeitete sofort wieder wo anders; in Kaufbeuren! auch wieder zur Zufriedenheit feines Dienstherrn. Doch das gehetzte Wild sollte nicht Ruhe finden, man wollte den Mann wiederum zum Verbrecher machen, man ließ ihn nicht arbeiten. Er wurde auch hier ausgewiesen.— Aber jetzt hat er Ruhe, jetzt darf er arbeiten: Das Landgericht in Augsburg verurteilte ihn wegen Diebstahls zu zwei Jahren Zucht- Haus, um aus ihm— einen ordentlichen Menschen zu machen I— Hudland. Schweiz. Altersversicherung in Kanton Waadt. Lausanne, 17. November.(Eig. Ber.) Der Kanton Waadt ge- hört in sozialpolitischer Beziehung zu den rückständiasten Kantonen der Schweiz, aber auch in seiner demokratischen Entwickelung ist er zurückgeblieben, so daß wohl diese Verhältiiisse auch mit schuld daran sind, daß die Arbeiterbewegung in unserem Kanton stark anarchistisch durchseucht ist und jeder anarchisttsche Phrasendrescher hier Anhänger findet. Als vor mehreren Jahren der Versuch zur Schaffung eines Arbeiterinnenschutzgefetzes gemacht wurde, scheiterte er an der arbeiter« feindlichen Mehrheit des Kantonsrates, die den Gesetzentwurf ab- lehnte. Nun hat die Regierung dem Kantonsrate den Entwurf zu einem Altersversicherungögesetze vorgelegt, der im wesentlichen folgendes bestimmt: Die Altersversicherungskasse steht unter der Aufsicht und Ge Währung des Staates, ihre Verwaltung und ihr Vermögen sind ober vom FiskuS ganz unabhängig. Als Mitglieder werden alle im Kanton Waadt wohnhaften Perionen und die KantonSangehörigen angenommen. Der Versicherte bestimmt selber, in einer Grenze zwischen dem 50. und 05. Altersjahre, de» Zeitpunkt, von welchem an die jährliche Rente ihm entrichtet wird. Die Pension kann in keinem Falle die Summe von 1200 Fr. überschreiten. Die Verl sicherung kann in Form einer Rente oder eines den Erben nach dem Tode des Versicherten auszubezahlenden Kapitals erfolgen. Der Staat ist an der Kaffe mit Subventionen beteiligt. Diese Sub- ventionen werden aber nur für Rechnung derjenigen Personen be zahlt, welche eine Rentenversicherung vereinbarte». Sie betragen 100 Prozent für eine jährliche Einzahlung von 0 Fr.; 60 Prozent für 12 Fr.; 42 Prozent für 24 usw. bis 11 Prozent für eine jährliche Einzahlung von SV Fr. So nimmt die staat- liche Subvention mit den, zunehmenden Versicherungsbeitrage ab. Für Mitglieder, welche den Beginn der Bezahlung der Rente vor ihrem 00. AlterLjahre feststellten, fällt aber die staatliche Prämie weg. Mit der staatlichen Subvention wird die jährliche Einzahlung für elne Rente von 300 Fr. vom 65. Altersjahre an auf 12 Fr.. also auf 1 Fr. per Monat herabgesetzt, wenn der Eintritt des Ver« sicherten in die Kaffe mit seinem 20. Altersjahre stattsiudet und wenn er zugleich auf die Rückbezahlung seiner Einzahlungen ver« zichtet.— Also eine ganz allgemeine Volksversicherung. Was nun die finanzielle Tragweite des Entwurfes betrifft, so nimmt die Rel gierung an, daß nach einer Reihe von Jahren die Zahl der Ver- sicherten 20 000 und die durchschnittliche Jahresprämie 3 Frank pro Kopf betragen würde. Die Beiträge des Kantons würden all» das Budget mit 16 000 Frank belasten. Das wäre endlich eine Art sozialer Einrichtung in dem sozial- politisch völlig verödeten Kanton Waadt. Ob sie aoer auch wirklich geschaffen wird? Vielleichl scheitert sie abermals an der blöden Arbeiterfeindschaft der agrarisch-kapitalistischen Mehrheit des Kantons- rates.—_ Sonntagsruhe im Kanton Zürich. Zürich, 20. November.(Eig. Ber.) Der Züricher Kantonsrat behandelte in seiner Sitzung vom Montag das neue Gesetz über die öffentlichen Ruhetage. Der 5} 1 desselben lautet:„Die Sonntage und folgende Festtage: Neujahrstag. Karfreitag, Oster- sonntag, Auffahrt, Pfingstmontag und beide Weihnachtstage werben als öffentliche Ruhetage erklärt.— E» dürfen nicht mehr als zwei öffentliche Ruhetage unmittelbar auf einander folgen; wenn der erste Weihnochtstag auf einen Freitag oder Montag fällt, so fällt als Ruhetag aus." der zweite Rödiier, därunter tuich unser Genosse Greulich, traten für die Streichung des zweiten Satzes ein, einige bürger- liche Rodner für die Einführung eines neuen Feiertages, des Montags noch dem eidgenössischen Bettag, unser Genosse Kaufmann für die gesetzliche Festlegung des 1. Mai als Feiertag, aber alle diese Anträge wurden abgelehnt. Aus der Debatte ist besonders er- wähnenSwcrt die Ausführung des Liberalen Dr. Bissegger, des EhefredakteurS der bekannten großkapitalistischen„N. Zürcher Ztg.", daß„wir" es den Arbeitern durchaus nicht verargen, wenn sie den 1. Mai feiern wollen; es sei den Unternehmerii zu empfehlen, den Arbeitern, die es wünschen, den 1. Mai frei zu geben. Gegen den K 2, der den Beamten die völlige Sonntagsruhe sichern und die Lohnzahlung an öffentlichen Ruhetagen unter- sagen wollte, liefen die Agrarier Sturm; denn sie wollen auf dem Lande tun können, was sie wollen. Diese agrarischen Anarchisten siegten mit 77 gegen 61 Stimmen; denn agrarisch ist in der ge- samten Schweizer Politik Trumpf! Die Weitevberatung des Gesetzes wurde auf den 26. November vertagt. Frankreich. Die bourgeoisradikale Reaktion demaskiert. Paris, LI. November.(Eig. Ber.) Vor zwei Wochen haben die Bourgeoisrepubliianer BivianiS sozialistische Erklärungen mit Beifall überschüttet. Gestern, als es sich um die winzige Sozialreform der Sonntagsruhe handelte ließen sie alle arbeiterfreundliche Flunkerei fahren und entpuppten sich als bornierte Stockreaktionäre. Wir haben schon be- richtet, daß die kleinbürgerlichen Radikalen des Pariser Gemeinde- ratS mit den Nationalisten vereinigt der Agitation der kleinen und großen Ladeninhaber gegen die Sonntagsruhe Vorschub leisten. Dem Verrat tn der hauptstädtischen Ratsstube folgte gestern die Kriegs- erklärung an das Proletariat in offener Kammersitzung. Den An- laß gab ein Antrag des Nationalisten B e r r y auf Abänderung deS SonntagSruhegesetzeS. Berry verlangte die Dringlichkeit. Ihm er- widerte Viviani in einer sehr korrekten Rede, in der er erklärte, eine Abänderung des Gesetzes, bevor man es durch die Erfahrung habe prüfen können, laufe auf die Preisgabe seines Prinzips i hinaus! Darauf ging der Radikale M a u j a n, der sich zum Fahnenträger der Ausbcuterrevolte gegen daS Gesetz gemacht hat, in perfider Weise wider diese Reform los, indem er sich zwar gegen die Dringlichkeit deS Antrags Berry und für das„Prinzip" des angegriffenen Gesetzes erklärte, aber meinte, man müsse auf die legitimen Interessen"— daS sind nämlich die der Ausbeuter— Rücksicht nehmen. Genosse Rozier antwortete in einer aus» gezeichneten Rede. Dann gab der Radikale Puech Erklärungen ab. welche die MaujanS an sozialpolitischem Unverständnis und an Uebelwollen noch übertrafen. In einer neuen Rede griff Maujan die Sozialisten wütend an und zog sich eine gründliche Ab- •ertigung von feiten I au res zu. der die Aktion der Radikalen als ein Werk des unsaubersten Klassenegoismus charakterisierte und aussprach, daß die Radikalea wohl einen Augenblick lang bei der Beschlußfassung über ein Gesetz ihren Klassenegoismus überwinden könnten, aber bei seiner Anwendung sich wieder als Sklaven des Kapitalismus enthüllen. P e l I e t a n verwahrte sich dagegen, daß Maujan seine Er« klärung im Namen des Vollzugsausschusses der ganzen radikalen und radikalsozialistischen Partei abgegeben habe. Die Sozialisten enthielten sich bei der Frage der von Maujan befürworteten Ber» Weisung des Berryschen Antrages an die Kommission der Ab- stimmung mit der Begründung, daß die Reden der Radikalen die ganze Situation verfälscht hätten. Sie stimmten nur gegen die Dringlichkeit. Die Kammer entschied in beiden Punkten im Sinne der Bourgeoisradikalen. Heute ist die bürgerliche Presse voll Freude über hie gestrige Wendung im Parlament. Besonders der„Temps" und das Journal des Debats" jubeln darüber, daß nunmehr das Tischtuch zwischen den Radikalen und den Sozialisten zerschnitten sei. Sicher ist, daß die gestrige Sitzung die Klassengegensätze in einer Art entschleiert hat, daß es den Radikalen nicht mehr leicht werden wird. mit ihren sozialistischen Feiertagsreden noch jemand zu fangen. In welcher Weise die gestrige Verhandlung auf die Stellung der Rc- gierung einwirken wird, daS läßt sich noch nicht sagen. Bezeichnend ist, daß Maujan seine Ablehnung der Dringlichkeit damit begründet hat, daß seine Partei die Regierung, die sich gegen sie gewendet habe, nicht stürzen wolle. Die Regierung hat also kein direktes Miß- trauensvotum, aber einen recht demütigenden Pardon erhalten. Das„Echo de Paris" behauptet heute, der Polizeipräfekt L e p i n e habe aus Anlaß des Mißtrauensvotums, das ihm der Gemeinderat wegen der ungerechtfertigten Verhaftungen der De- monstranten für die Sonntagsruhe erteilt hat, seine Demission ge- geben. Die Nachricht wird im Ministerium deS Innern dementiert. und das Dementi ist glaubwürdig. Herr L 6 p i n e sitzt zu fest, als daß ihn ein Votum der Pariser Bürgerschaft stürzen könnte. In diesem Falle hat das Wort:„Wissen ist Macht" eine besondere Bedeutung. Der Mann weiß zu viel...— Die Erhöhung der Parlamentsdiäte». Poris, 25. November. tEig- Ber.) Die Deputiertenkammer und der Senat haben gestern eine Er« höhung des Abgeordnetengehalts von 9000 ans 15 000 Fr. beschlossen. Die Mehrausgabe für die gesetzgebenden Körperschaften beläust sich im ganzen auf 5V» Mill. Frank— eine Summe, die in einem an einem schweren Defizit krankenden Staatshaushalt nicht so leicht aufzubringen ist, wenngleich sie im Verhältnis zu einem Staats- erfordernis von 4 Milliarden nicht gar so groß erscheint. Populär machen wird ber gestrige Beschluß daS Parlament schwerlich. Es macht nicht eben einen günsttgen Eindruck, wenn die Herren Gesetz« geber m demselben Augenblick, wo sie der Bevölkerung so lässige und kulturwidrige Abgaben wie die Klaviersteuer zu- muten, einen Betrag, der dem vorausgesehenen Ergebnis dieser Steuer gleichkommt, für ihr Privatbudget in Beschlag nehmen. Besonders übel aber muß die verstohlene, heinilichtuerisckie Art wirken, in der der Beschluß vorbereitet, und die verlegene Eile, mit der er angenommen wurde: Die Buchhaltungskommission hatte ihre Beratungen in größter Heimlichkeit gepflogen, und an dem Tage, da die ersten Nachrichten in die Presse sickerten, wurde der Antrag auch schon beiden Häusern vorgelegt und ohne Debatte an- genommen!— Kaum daß einzelne Abgeordnete mit Maß pro- testierten. Nachttäglich freilich, da die heikle Fracht glücklich über den Berg gebracht ist, wollen die Nationalisten die sittlich Entrüsteten spielen und zu dem persönlichen Profit, den sie aus dem gestrigen Beschluß ziehen, den politischen einer demagogischen Tugend- lichkeit fügen. Bei unbefangener Betrachtung kann man sagen, daß sich die Parlamentarier gestern mit besonderer Ungeschicklichkeit in» Unrecht gesetzt haben. Niemand wird ernstlich bestreiten, daß die 9000 Frank ihren Bedürfnissen auch bei mäßigen Ansprüchen in vielen Fällen nicht genügen konnten. Die meisten Deputierten haben ihre Familie in ber Provinz zu erhalten und den für einen nicht fest Angesiedelteil besonders teueren Pariser Aufenthalt zu bestreiten. Dazu komme» dann noch die Wahlschulden, die die unbemittelten Abgeordneten in ihr parlamentarische« Leben mitbringen, da die Parteiverbände ihren Kandidaten keine ausreichenden Agitasionsfonds zur Verfügung stellen. Dazu kommen endlich eine empfindliche Inanspruchnahme durch alle möglichen Vereine des Wahlkreises, der sich der bedauernswerte Abgeordnete nicht zu entziehen wagen darf, sowie die Kosten einer ausgebreiteten Korrespondenz mit den Wähleni und dl« Ausgaben, die der Besuch einflußreicher KirchturmSgrößen mit sich bringt, denen „ihr" Deputierter natürlich Paris zeigen muß und dergleichen mehr. Ob diese Umstände gerade eine Erhöhung um 6000 Fr. gerecht« fertigt haben, wollen wir unerörtert lassen. Der treffliche Beschluß der sozialistischen Deputierten, sich selbst eine Parteisteuer vo» 1200 Fr. jährlich aufzuerlegen, d. h. der gentralkasse und den Föderationen der Partei 62 000 Frank zuzuführen, widerlegt jeden- falls die zweifelhaften Moralisten, die die Abgeordneten heute als eine Bande von nichtswürdigen Egoisten darstellen. Unter diesen tut sich besonder« das„Journal des Dsbats" hervor, das diesmal ganz aus seiner Rolle des Hüters bourgeoiser Wohlanständigkeit fällt und in einem: Einbruch I" betitelten Leitarsikel Mistkarren voll Schimpfwörtern über den Parlamentariern ausleert. Die braven Leute, die dieses Kapitalistenblatt aushalten, möchten ja am liebsten die Abgeordnetenentschädigung überhaupt aus der Welt schaffen, damit nur ihresgleichen die Gesetze machen könnte und allen- falls solche Ehrenmänner, die sich von Kapitalistengesellschaften mieten lassen. E« ist ja fraglich, ob die Erhöhung deS Abgeordnetengehalte» ein wirksame» Schutzmittel gegen die parlamentarische Korruptton ig Frankreich ist. Der Abgeordnete Z ö v a d» hat heute einen Entwurf über die Unvereinbarkeit eines parlamentarischen Mandat» mit einer Verwaltungsratstelle vorgelegt und die dringliche Zu- Weisung an den Ausschuß durchgesetzt. Man darf daraus freilich nicht schließen, daß die Abgeordneten, die unter dem Eindruck der gestrigen Abssimmiing ihre Uneigennützigkeit zu demonstrieren sich gedrängt fühlten, ein solche« Gesetz wirklich machen wollen. Und va daö erhöhte Gehalt den Zndrang der Kandidaten wahrscheinlich vermehren und. die AgitattonSkosten steigem wird und die Wähler- cliquen die Ansprüche an ihre Abgeordneten erhöhen werden, so mag am Ende der Nutzen, den diese aus der Zulage ziehen, nicht gar so groß bleiben.— Bulgarien. Die Kammerdebatte» und die Sozialpolitik der Negierung. Der neue Minister de» Aeußeren hat auch nicht» weiter getan. als die üblichen Beteuerungen der Freundschaft und des schönen Verhältnisses mit allen Nachbarn vom Stapel zu lassen. Klarer und jedes Widerspruchs bar waren dagegen die Ausführungen des Ministers der Landwirtschaft und deS Handele über die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Regierung— was natürlich nicht bedeuten will, daß diese Ausführungen etwa mit größerem Vertrauen hinzunehmen wären. Einem radikal-demokratischen Abgeordneten gegenüber, der dem Ministerium vorgeworfen hatte, daß es durch das unausgeführte Gesetz der Frauen- und Kinderarbeit nur die Gesellschaft betrügen wollte, versprach er. dieses Gesetz nunmehr auszuführen. Edenso versprach er die von den Arbeitern ver» Itfitigte Abschaffung der Verpflichtung deZ obligatorischen EmtrittZ in die Handwerksmnu�en i°wie die Abschaffung mancher anderen arbeiterfeindlichen Vorschriften des Handwerksgcsebes. Tatsächlich wird der Minister eine Vorlage über die Einführung der Arbeits- lnspektion einbringen. Diesem Gesetzentwurf nach sollen zwölf Arbeits, nspektoren ernannt werden, bon denen aber außer Zurück. legung des 30. Lebenslahres auch noch Hochschulbildung ver- langt werden soll, eine Bestimmung die offenbar darauf berechnet ,st. den Sozialdemokraten den Zutritt zu diesem Amte zu ver- sperren! Bekanntlich fordern auch unsere bulgarischen Ge» Nossen, daß die Arbeltsinspektoren durch die Arbeiterorganisationen gewählt werden. Dw Gewerkschaften haben im Einvernehmen mit der sozialdemokratischen Partei große Versammlungen abgehalten, i»3™ ,?0 erstr. 6— 7, Berlin. Mögen die andern Bauhandwerker hiervon Notiz nehmen. Die Berbandsleitung. Deutsches keiek. Die Bergherren wollen den Kampf. Nachdem die am Bußtage stattgehabte Revierkonferenz den Streik abgelehnt, aber beschlossen hatte, wegen mehrfacher Matzregelungen gerade der tüchtigsten und besonnensten Ar- bester auf Zeche„Neumühl" vorstellig zu werden, begaben sich am Donnerstag Vertreter sämtlicher vier Verbände zum Direktor Bentrop, um wenigstens die Maßregelungen des noch in Kündi- gung stehenden Knappschaftsältcstcn Mellinghoff und der- jenigen Verbandsmitgliedcr rückgängig zu machen, die bisher ander- weitig Arbeit nicht gefunden haben. Bei Mellinghoff tritt die Matzregelung besonders provozierend hervor, weil dieser nach jeder Richtung durchaus einwandsfrcie Arbeiter zurzeit krank feiern mutz, man ihm also seine Kündigung als Kranker zustellt. Direktor Bentrop hielt es aber nicht einmal der Mühe wert, die Vertreter der Arbeiter zu empfangen. Brüsk wurden die Vertrauensleute der Arbeiter zurückgewiesen. Der Herr Direktor teilte auf einen Zettel mit, daß er keine Zeit und auch keine Lust habe. sich mit der Kommission einzulassen!— Die Kommission beschloß daher, um keinen Weg der Verständigung unversucht zu lassen, beimBergamtinDuisburg vorstellig zu werden, was denn am Freitag auch geschah. Da zunächst der Herr Bergrat persönlich nicht anztttreffen war, so verabredeten sich die Kam- misswnsmitglieder, daß der Vertreter des„alten" Verbandes, Gatte- Oberhausen, noch einmal allein versuchen solle, den Herrn Bergrat zu treffen, was nach Ueberwindung einiger kleiner Schwierigkeiten denn auch am Freitagnachmittag gelang. Zunächst schien der Herr Bergrat die Sache sehr kurz erledigen zu wollen, indem er erklärte, nur mit dem gesetzlich eingesetzten Arbeiterausschutz verhandeln zu können! Nachdem dann aber Gätte darauf hinwies, daß doch auch der Herr Bergrat wisse, daß die Belegschaft zu dem Ausschutz kein Ver- trauen habe und daß dieser Versuch der Einigung lediglich unternommen werde, um Unruhen zu vermeiden, die in Anbetracht der gereizten Stimmung gerade auf Zeche„Neumühl" mit ihrer starken ausländischen Belegschaft leicht eintreten könnten, da ließ sich der Herr Bergrat herbei, zu erklären, daß, wenn durch den Ar» beiterausschutz keine Einigung zu erzielen sei er eventuell mit einer aus der Belegschaft gewählten Kommission zu verhandeln bereit sein werde. Auf die Frage an Gätte, ob er Belegschaftsmitglied der Zeche„Neumühl" sei, mutzte dieser natürlich verneinen, was dem Herrn Bergrat Veranlassung genug war, die Unterredung für beendet zu erklären. da er mit autzerhalbder Zeche„Neumühl" stehenden Personen nichts zu verhandeln habe!— Also die großen Bcrgarbeiterorganisationen gelten den Berg- Herren gar nichts! Man stellt sich auch jetzt wieder auf den geradezu aufpeitschend wirkenden Standpunkt, daß die Organisationen der Bergleute Lust sind für die Berggewaltigen. Nur zu so. Wer Wind säet, soll sich nicht wundern, wenn er Sturm erntet. Bemerkt sei noch, daß der Bergrat auf den Einwand des Ver- treters der Organisation, alle gegebenen Mittel zu versuchen, um Unruhen abzuwenden, auch erklärte:„Sie werden doch nicht wegeneinigerPersonen streiken? DieZechekann bis 25 Mann entlassen ohne Angabe von Gründen." Daraus klingt sehr deutlich hervor, daß man all die besten Leute aus der Organisation, die Vertrauensleute der Arbeiter, genau so wie die Zeche„Neumühl" verfährt, allmählich an die Luft setzen will. Der Tanz auf dem Vulkan! Den Achtstundentag abgelehnt hat der Mannheimer Stadtrat für die Maschinisten und Kohlensahrer im städtischen Elektilzltätswerk unter der faulen Begründung, daß er sich wegen der Arbettsnteder- legung der Gc'uchsteller(vor einigen Tagen) m einer Zwangslage befinde und deshalb in keine Verhandlungen einlasse. Wegen fortgesetzter Maßregelung haben Donnerstag abend 250 Arbeiter der Pfälzischen Nähmaschinen- und Fahrradfabrik in Kaiserslautern die Kündigung eingereicht. Zuzug ist fernzuhalten. TlusUmd. Ein Streik im Krankenhaus. In Dijon traten sämtliche Wärter und Wärterinnen des allgemeinen Krankenhauses in den Ausstand und veranstalteten eine Kundgebung gegen die Spstalleiterin. Der Achtstundentag in Rußland. Bei dem Bau der öffentlichen Werkstätten in Petersburg werden drei Schichten zu je 8 Stunden eingeführt. Die Gesamt- zahl der Arbeitslosen, die bei diesem Bau beschäftigt sind, wird bald 1500 Mann betragen. Die innere Arbeitsordnung, die von den Arbeitern selbst eingeführt worden ist. steht im ganzen zwei Arten von Strafen vor: das erste Mal— Entfernung von der Arbeit auf drei Tage, im Wiederholungsfalle— gänzliche Ent- fernung von der Arbeit. Dieser Tage'wurde auch in allen Druckereien der Stadt Jekaterinoslaw der Achtstundentag eingeführt. Schon über 3 Wochen streiken 350 Setzer in den Buchdruckereien der Stadt Saratow. Sie haben folgende Forderungen auf. gestellt: Achtstündige Arbeitszeit(anstatt der neunstündigen) und Erhöhung des Lohnes um 10—12 Proz. Die Arbeiter organi- sicren partielle Streiks, die Streikenden werden von den Kollegen unterstützt, welche in den anderen Buchdruckereien arbeiten. Der gewerkschaftliche Verband der Arbeiter des Buchdruckerfachs stellt den Besitzern der Buchdruckcreien außerdem die unbedingte Forde- rung: Anerkennung des Rechts des Verbandes auf die Führung der Arbeiter und auf die Regelung sämtlicher Beziehungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern sowohl in Sachen der Anstellung, als auch der Entlassung der letzteren. Sm/. Kiste 2,75-3. Kabliau, p, 100 Psd, 20-25. Heilbutt 0.00, Sardellen, 1902cr per Anker 95, 1904er 95, 1905cr 93, 1906er 73, Schottische Vollberingc 1905 0,00, large 40—44, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjcs, per»7:> To. 60—120. Sardinen, Ulfs., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Niesen- 14. Hummern, kleine, per Psd. 0,00. Kvcbsc, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, uniort. 0,00. Galizicr, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,00—4,60, Butter per 100 Psd. la 123—125, IIa 115— 123, lila 110—114, abjallende 95—105. Saure Gurken Schock 3,50— 4,00, Pscffcrgurkcii 3,50— 4,00. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, magnum bonum 1,90—2,10, Dabcrsche 1,90— 2,10, Noscn 0,00, weiße 1,60—2,00, salatkarloffeln 4,00—6,00. Spinat per 100 Psund 5,00—8,00. Karotten per Schockbund 2,50—3,00. Sellerie, hiesige, per Schock 3,00— 5,00, do, pommersche 4,00— 5,00. Zwiebeln große, per lOOPsd, 3,00— 3,50. do, kleine 2,00—2,50. do. hiesige iPcrl») 0,00, Charlotten 50—60. Petersilie, grün, Schockbund 1,25—1,50. Kohlrabi per Schock 0,50—0,80. Rellig, bahr., per Schock 2,40—4,30. Radieschen per Schockbund 0,60— 1. Salat, per Schock 2.00—2,50. do.„Escarole", per Mandel 1,00—1,50, do.„Endwien" 1,50—2. Mohrrüben ver 100 Psd. 2—2,50. Tettowcr Rüben per 100 Psd. 10—12. Weiße Rüben große 2—3, kleine 6—7. Blumenkohl per Mandel 2,50—3,00, do. Ersurter Kops 0,09, Wirsingkohl per Schock 3,00—6,00, Rotkohl p. Schock 3.00-8.00. Weißkohl 100 Psd. 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 10—18. Grünkohl per 100 Psd. 3—5. Schnittlanch 12 Töpse 4—4,50. Kohl» riiben. Schock 2—3. Kürbis 3—4. Birnen, per 100 Psd, hiesige 7—20, böhmische 5—18. Achsel, per 100 Psd,, hiesige 3—20, Gravensteiner 8—20, Tiroler in Fässern 17—30, Kiste 32—80. Amerik. 17—30. Preißel- beeren, schwedische 0,00, Gebügs- 30—35. Wallnüsse per 100 Psd, 16�,20, do. rumänische 24—30, do. jranz. Corncs 32—34. Paranüsse 60—65. Hasel- nüffe lange 44—47, runde 31—36. Zitronen. Mcjsina, 300 Stück 8.00—14,00. 360 Stück 7.00—16,00, 200 Stück 10—12, 420 Stück, lleine 5-3, 500 Stück Nein 5-8._ Wlt»er»»n?sipcrflcht vom 34. November 1006, morgend« Ilyr. Slalioncn S£ L S e 3 S!® K Setter Swlnemde, E amburg erli» Franks. a M. 779 SO München!731s Wien 778 NW 775 WNW 777 WSW 777 W 3bedeckt 4 Nebel 1 bedeckt 1 bedeckt 1 Nebel 2 bedeckt a m c~ » II g» « a> Stallonen L£ S 6 ie o 5 85= 8« Haparanda 753 S Petersburg 760 SSW Scilly Aberdeen Paris (774 S 766 SSW 778 SSO ! »elle, 2 Nebel 2 Regen 4 bedeckt 4 heiter 2 bedeckt S1 v? H 3j 1 2 12 11 11 Wetter-Prognoie für Sonntag, de» 25. November 1906. Ein wenig kühler, vorwiegend nebelig oder wolkig bei schwachen süd» westlichen Winden; leine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterburea» Unser Rabatt Beachten Sie unser Rabatt- System. beträgt voll 5 pCt. Neu. Ueberall& PreisAuszeichnungen 1 Cassa 1 Teilzahl Preis H. Greifenhagen Brunnenstr. 17-18 Nachf. Veteranenstr. 1-2 Ein schönes WeihnachtsGeschenk für Jedermann ist eine Photographie Don Montag, den 26. Nov. bis Sonnabend, den 1. Dez, verabfolgen wir bei einem Einkauf von 5 Mark an Gratis Photographie- Bons. Unser Rabatt beträgt voll 5 pCt. Complette Ausstellung von 100 Einrichtungen. Wie muss es in einem modernen Möbel- Kauf- Hause aussehen ? Wie bel M. L. N. ! Beachten Sie unser Rabatt- System. PrinzenDr. Simmel, str. 41, 165 Spezialargt für Hant- und Harnleiden. 10-2.5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Das bestbekannte Optische Institut von Optiker Max Michaelis befindet sichjezt nur BrunnenStraße 178, direkt gegenüber Jandorf! Lieferant sämtlich. 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( Nachdruck verboten.) 211[ 500] 341 49 68 543 740 56[ 500] 1157 67 83 266 867 424[ 500] 35 584 876 84 921[ 5000] 50 77 2083 368 524 3271 490 121 54 908[ 500] 4079[ 1000] 324 76 446 83 538 [ 500] 712 70 825 901 5292 612 759[ 3000] 6107 8 347 553 917 7214 77 429 58 95 642 709[ 500] 29 31[ 1000] 898 8007 25 128 33 68 281 415[ 500] 63 505 755 816 9069 144 51 309 [ 3000] 82 415 657 723 24 45 63 87 997 10038 128 39 534 51 71 712 77 918 11100 236 388 401 631 819 12259 74 384 460 97 718[ 5000] 13040 291 425 741 14333 635 775 94 983 15143 77 94 95[ 500] 214 404 549 612 24 28 33 704 38 90 864 922[ 500] 16019 31 43 92 107 523[ 500] 30 43 842 50 98[ 1000] 17093 295 383 472 522 650 849 900[ 500] 17 18079[ 500] 121 289[ 1000] 626 42 723 40[ 1000] 42 47 807 69 901 19162 303 67[ 500] 86 578 616 735 842 20004 36 64 589 768 810 995 21077 489 538 694[ 500] 791 879 86 22157 212 13 850 429 39 83 660 705 934 49 87 23001 102 5 231 493 510 66 664 724 866 24411 655 64 85 25050 126 97[ 1000] 287[ 1000] 403 24 44 86 785 919 26035 222 561 621 707 839[ 8000] 925 27139 249 92 [ 50000] 329 489 745 933 28226 384 525 726 834 29062 98 [ 3000] 100 53 233 79 514 30060 267 78 583 666 69 757 73[ 500] 859[ 500] 918 31117 437 46[ 1000] 603 72 81 927 32502[ 500] 611[ 500] 33257[ 500] 76[ 1000] 457 87[ 1000] 760 73 93 96 34021 79 133 79 99 237 310 46 427 54 514 935 45 35121 408 721 90 940 36054 60 199 391 506[ 1000] 629 831 900 37057 64 661 795[ 500] 811 906 38103 620 979 39037 74 134 87 88 233 484 95[ 1000] 600 7 71 81 914 48 40064 286 466 587 701 87[ 1000] 902 41503[ 500] B4 807[ 500] 941[ 1000] 85[ 500] 42238 78 382 90 453[ 500] 542 633 792 884 93 43162[ 600] 649 62 754 809 52 85 952 [ 1000] 44147[ 1000] 94 219 334[ 3000] 79 509 639[ 3000] 735 80 863[ 5000] 45063 153 296 433 67 821 46434 1000] 546 646[ 500] 726 895 47055 71 128 43 465[ 3000] 773 48028 245 568 73 664 920 49010 519 648 901 86 50535 32[ 3000] 751 802 51029 818 549 965 52170 99 415 26 882 948 53041[ 500] 660 745 882 54100 228 30 39 303 66 [ 1000] 568 717 55278 415 598[ 500] 684 767 868 88 56219 794 925 27 57050 264 307 804 10[ 5000] 26 58094 99 255 311 86 482 46 90 818 981 59007 229 76 309 12 35 56 638 710 43 48 45[ 1000] 61071 189[ 500] 75 301 494[ 500] 584 [ 3000] 87 649 822 52 88 62085 100 56 464 917 63075[ 500] 134 227 487 710 64253 436 570 95 672 731 823 65105 91 416 66067 220[ 2000] 305 90 409 800 67199 226 50 370 640 843[ 1000] 68113[ 500] 39[ 3000] 408[ 1000] 511 53 611 35 99 752 63 900 87[ 3000] 69089 155 457[ 500] 502 918 47 70038 100 50 215 505 38[ 3000] 71041 50[ 1000] 125 406 B04 655 970 72129 49 426 86 884 997 73134[ 1000] 58 792 861 87 920 78 74196 361 552[ 500] 658 791 986[ 500] 75077 392 465 529[ 1000] 55 96 737 808 999 76431 43 699 767 835 77151[ 500] 233 95 310 645 83 757 911[ 500 78058[ 1000] 81 155 217 598 658 824 74 966 79815-94 400 700[ 500] 897[ 500] 930 80480 82 603 13 811 81688 82671 783 871 83015 131 296 340 429 70[ 500] 527[ 1000] 80 887 84163 464 632 774 85157 290 334 36 601 912 17 99 86316 942[ 500] 87326 447 565 672[ 500] 88191 209 80 329 91 565 620 89073 144 432 41 971 90104 291 449[ 500] 554[ 1000] 709 875 956 88 91095 439 560 630 92 766 901 28 92707 93004 30 55 96 134 211 37 81[ 500] 864[ 500] 404 612 95 826 62 94156[ 600] 70 210 563 707 825 30 52 95121 356 455 617 [ 500] 55 933 96445 72 614 728[ 1000] 74 81 820 926 97057 101 37 462 897 930 98041 330 434 1500] 94 514 86 755 850 99157 61 66 72 462 538[ 500] 601 40 797 808 9 20 33 999 100088[ 1000] 533 34[ 1000] 36 704 24 60 806 33 ( 500] 101115 409 56 547 955 102075 99 243 370 541 669 Es000] 907 26 103095 202 14 326 572 605 847 949 104005 132 230 69 863 457[ 3000] 814 916 105245 59 532 817 1000] 23 106111 95[ 500] 321 484 559 667 711 853 913 107154 390[ 500] 413 663 92 737 820[ 500] 108079 82 1000] 168 685 705 35 86 957 109096 195[ 1000] 513 760 B17 110112[ 500] 76 303 75 797 930 111158 244[ 500] 529 584 88[ 500] 92 94 670 815 112084 205 540 753 947 113188 214 84 95 845 640 59 114053 104 299 377[ 3000] 410 26 55 680 754 850 115093 361 763 116160 389 418 [ 500] 80 500 81 117023 112 274[ 500] 316 38 502 667 701 118113 375 810 974 119188 428 777 120033 75[ 1000] 123 37 239 336 553 668[ 1000] 91 710 855 77 903 121030 73 217 722 122444 916 123100 271 319 401 758 868 903 124892 432 550 855 972[ 500] 84 125047 81 294 364 473 518 620 865 948 126010 267[ 500] 406 127299 479 502 74 789 825 32 927 63 128004[ 500] 36.150 713 17 862 129003 21 79[ 3000] 157 334 59 438 708 933 130133 301 414 42 589[ 500] 684 131219 26 78 406 822 28[ 1000] 683 96 786 972 132196 237 421 553 860 133091 859 63[ 500] 741 134045 202 41 316 959 135264 423 613 87 918 58 91 136070 201 727[ 500] 903 137074 118 559 68 138002 85 650 139119 70 332 609 22 79 775 935 140428 555[ 3000] 663 746 987 45 141174 224 359 405 671 787 44[ 3000] 93 857 142049 61 107 250 825 Jedes Wort 10 Pfennig. 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Auswahl, Separatur Hiengfong- Essenz, as Brobe 53 481 735 883 143078 97 850 530 604 712 853 57 956 13000] 144044.[ 500] 147 647 712 1500] 13 60 892[ 500] 145380 419 95 529 65 708 921 146019 231 68 448 719 20 890 147114 79[ 10 000] 383 458 589 808 924 87 148443 504 11 647[ 500] 149284 411 582 150001 167 206 55 60 318 467 151012 41 110 844 499 534 152244 882 418 63 720 39 962 81 153077 188 575 96 783. 964 154028 272 462 5-18 740 910 155266 496 745[ 500] 830 982 91 156286 887 83 701 882 157043 44 575 651 784 046 158107 98 617 782 880 984 92 159083[ 3000] 147[ 1000] 88 349 84 441 845 160425 625[ 1000] 59 748 161014 126 846 525 704 10 38 912 162062[ 500] 292 306 48 53 401 560 617 28 82 163083[ 1000] 307 22 401 36 700 19 71 839 959 96 164439 641 714 807 27 165141[ 500] 61 570 694[ 500] 714 166137 237 70 641 79 848 985[ 500] 167015 195 328 16 483 507 987 168272 340 432 95 527 95[ 1000] 169169 85 210 567 70 652 927 170088 103 63 220 84 324[ 3000] 415 545 94 171144 200 446 83 536 641 725 938 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Prämie à 300 000 M., 1 Gewinn á 100 000, 1 à 75 000, 1 à 50 000, 1 à 40 000, 6 à 30 000, 11 à 15 000, 82 à 10 000, 53 à 5000, 822& 3000, 1288 à 1000, 1876 à 500, Berichtigung: In der Liste vom 22. November, nachmittags, lies 279 286 statt 279186. * empfiehlt H. Mrose, Naunyn straße 67. Amt IV, 3444. besonders kräftig. fiftchen mit 30 Fl. franto 6,- M. pr. Rachn. J. M. Gündel, Lichts- Königsee i. Thür. Bald. Preisliste gratis. Schmeltzer, Stettinerstr. 57. Gnörich, Fennstr. 1 a. Balzé, Manteuffelstr. 41. Kompotts O • 0 BA Anton Boekers Ball- Salon Breiselbeeren. Bid. 35 Pf. Habe noch Sonnabends und Sonne Kürbis. 28 tags Säle zu vergeben, auch sind Senfgurken. 30 " Bereinszimmer in der Woche fret. liefert von 5 Bid. an frei Haus Anton Boeker, Beberstr. 17, Reitmann, Treptow- Berlin, T.- A.: VII. Nr. 13414. 29022* Köpenicker Landstr. 257. 16. Ziehung 5.Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterle. Ziehung vom 24. November 1908, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 4 204 425 710 1052 78 144 90[ 1000] 207 85 431 579 623 748 75 817 41 980 2009 170 480 809 78 13000] 930 3116 406[ 3000] 47 529 760 77 917 4039 98 164 790 983 5111 25 67 847 89 508 52 807 90 6120 224 482 48 773 806 7213 795 8311 22 429 9673 79 752 10388 491 518 639 758 861 91 11540 78[ 3000] 708 77 982 12085 123 61 415 845 874 91 912 22 13154 955 14023 197 248 75 393 522 839 924[ 500] 34 15148[ 3000] 441 574[ 500] 631 710 14 883 900 47 67 16126 325 35 430 52 83 536 862 99 17064[ 3000] 322 32 738 53 978 92 18152 200 23 872 17 884 902 29 19029 96 350 448 754 814 20010 117 209 368 462 679 88 89 861 21034 81 119 91 255 851 94 664 22198[ 500] 384 837 916 23099 140 53 247 722 817 986 24018 302 35[ 3000] 613 39 42 809 88[ 1000] 25102[ 3000] 24 87 239 78 870 440[ 3000] 551 659 873 26089 126 417 624 727 36[ 500] 900 18 57[ 1000] 27158 318 482 707 82 983 28085 293 329 639 82 993 29179 366 761 859 30100 55 990[ 500] 31003 170 225 78 494 594 649 60 849 989 55 74 32052 651 920 33077 99 118[ 3000] 238 890[ 500] 465 504 89 654 80 742 820 29 45 34403 608 57 66 752 807[ 500] 35017 102 92 278 320[ 1000] 720 808 89 36041 127 399 404 83 502 51[ 500] 75 628 88 878 37024 89 97[ 1000] 198218 48[ 500] 378 572 695 703 13 815 948 38048 123 47 73 86 255 90 99 391 436 635 39149 88 240 450 94 550 57 649[ 10000] 40006 33 541 689 713 98 896 41089[ 8000] 138 203 27 576 552 91 761 71 866 42081[ 3000] 92 1500] 162 383 548[ 500] 66 831 58 924 43036 290 468 97 576 677 739 959 67 44661[ 1000] 786[ 500] 45027 112 203 10 596 644 87 743 834 949 81 85[ 1000] 92 46305 554[ 3000] 678 801 26 31 39 974 47021 179 560 778 803 82 403 48 13 [ 8000] 26 47 218 341 94 659 49001 39 130[ 3000] 509 629 788 998 50375 476 89 567 715[ 3000] 998 51233[ 500] 380 419 619 817[ 500] 52180 389 550 694 807 53118 48 435 78 592 665 721 834 916 54408 74 84 617 27[ 1000] 838 48 55385 411 59 66 837 752 68 69 56001 217 45 308 60 512 55 65 629 847 57329 80 584 58163 388 418 642 [ 600] 53 872 931 64 99 59052 210 510 46 954 60132 209 367 77 948 61131 43 54 008 14 62188 204 32[ 500] 515 1500] 609 6 872 936 1500] 86 63355 94 624[ 3000] 968 64.090 678 822 942 95 65126 62 487 623 666 66015 197 400 608 94 768 850 62 88 67149 408 81 642 877[ 500] 918 68627 897 983 69017 108 211 14.52 452 692 70078 178 212 44 70[ 3000] 364 453 92 518 59 800 899 71210 417 72 626 64 762 821 72052 78 199 217 95 363 507 734 808 29[ 500] 925 89 73067 131 99 334 704 937 74079 250 350 70 526 84 601 815 29 78 75015 855[ 3000] 605 857 66[ 500] 84 76056 156 656 734 42 70 [ 1000] 851 77264 454 682 727 898 99 78184 275 382 419 24 589 55 57[ 3000] 80 795 925 55 79059 259 638 61 88 701 56 875 80157 78 225 72 401 35 75[ 3000] 598[ 100 000] 821 78 81069 172 756 830 82001 180 311 502 740 914 83090 267 638 735[ 500 873 88 84099 168 347 708 36[ 500] 70 861 935 85008 1500] 115 24 30 253 393 507[ 1000] 88 893 834 86327 471 79[ 1000] 546 655 76 87381 516 19 65 603 958[ 1000] 88192 1500] 223 645 731 89820 110001 54 503 717 850 67 74 93[ 500] 90116 281 504 624 49[ 500] 720 829 69 958[ 1000] 91112 450[ 1000] 52[ 5000] 634 78 89 759 992 92268[ 1000] 75 77 375 532 1500] 620 [ 1000] 93075 174 88 427 84 628 842 990 94158 422 578 618 76 13000] 728 95051 110[ 1000] 43 94 329 84 578 [ 3000] 683 96 838 96075[ 500] 146 439 65 650 729 968 97095 178 242 719 98189 84 383 560 720 79 99096 197 [ 8000] 224 71 366 69 600 713 95 966 100085 88 243 63 70 80 350 468 716 92 101159 812 18 987 102125 256 432 88[ 1000] 511 688 755 1500] 87 103019 264 421[ 1000] 816 53 104047 59 281[ 500] 51 601 65 88 820 28[ 1000] 950 105247 426 43 98 673 793 838 60[ 1000] 106124 28 355 475 842 107151 55 214 524 87[ 1000] 784 906 108285 467 527 59 941 109229 308 67 538 751 933 110003 43 119 256 826 462 508 19 [ 1000] 688 700 35 111027 116 18000] 227 469 623 968 112049[ 500] 477 524 813[ 3000] 24 113047[ 1000] 59 134 254 66 882 409 14 67 94 819 944 114251 307 777 805 115087 147 380 849 972 116048 344 468[ 500] 554 823 82 117072 218 56 424 638 710 118182 71 81 452 572 899 119119 509 720 89[ 500] 804 18000] 120051 194[ 3000] 401 562 620 775 90 963 97 121091 150 601 34 892 122262 734 123148 238 451 96 928 124087 391 620 775 82 87[ 3000] 125049 295 373 640 721 866 92 983 126107[ 3000] 228 36 556 728 41 127028 315 42 63 526 641 889 128197 257 827 836 129991 130084[ 500] 379 533 621 24 29 947[ 500] 81 131530 03 85 603 771 939 132037 40 346 429 66[ 500] 517 617 70 [ 500] 133015[ 3000] 53 119 50 270 329 607 91 134365 [ 1000] 442 98 528 611 20[ 500] 769[ 1000] 135035 224 47 550 667[ 10000] 136147 231 398 503 94 694 843[ 3000] 137393 752 844 47 930 76 138051 90 896 598 621 857 913[ 3000] 20 139284 822 404 864 922 140246 342 69 528 651 827 968 98 141054[ 1000] 66 97 399 499 759[ 3000] 851 93[ 500] 928 142014 31 170 414 48 781 143046 83[ 500] 126 201 144065 214 Kleine Anzeigen achtund. 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Dezember stattfindenden Urania- Vorstellung find noch Billetts beim Genossen A. Korn zu haben. Der Vorstand. Wilmersdorf. Die Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins findet am Dienstag, abends Punkt 8 Uhr, im Luisenpark", Wilhelmsaue 112, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. 2. Diskussion. 3. Die bevorstehenden Stadtverordnetenwahlen. 4. Bericht von der Parteispedition. 5. Wahl der Delegierten zur Kreis- Generalbersammlung. Von 8 Uhr ab werden die Bezirksführer Beiträge entgegennehmen. Die Genossen werden ersucht, zahlreich zu er scheinen. Der Vorstand. Schmargendorf. Am Dienstag, den 27. November, abends 812 Uhr, findet im Restaurant„ Zum Lindenbaum" eine Mitgliederversamm lung des Wahlvereins statt, in welcher Genosse Dr. LöwensteinBerlin einen Vortrag über:„ Das Leben ohne Gott!" hält. Pflicht jedes Genossen ist es, pünktlich zu erscheinen. Gäste, auch Frauen, willkommen. Lichtenberg. Heute um 8 Uhr verbreiten die Genoffen vom Berliner Konsumverein ein Flugblatt. Wir fordern die Mitglieder des sozialdemokratischen Wahlvereins auf, sofern sie die Konsumbewegung unterstützen wollen, sich rege an der Flugblattverbreitung zu beteiligen. Der Vorstand. 1 Gotteswortes als eine" gottgewollte" gepriesen wird! Und haben Sie gleich das gewünschte Signalement. Also jetzt hatte ich's! drängt nicht der Klassengegensatz, der Gegensatz zwischen Die Radfahrkarte ist also das Ideal aller Legitimationen. Aber Besigenden und Besiglosen, ohne den diese" gott- schon hatte ich wieder meine Bedenken. Erstens muß ich Zeit vergewollte" Gesellschaftsordnung nicht bestehen kann, noch auf fäumen, um mir die Karte zu lösen, dies geht dann schon wieder dem Friedhof und gerade heute am Totensonntag sich greifbar ab von den zu erhoffenden 7,50 M.; und dann könnte ich als Pechdeutlich uns auf? Prahlt nicht des reichen Müßiggängers vogel, der ich nun einmal bin, eventuell einmal wegen Schnell. Familie mit pomphaftem Grabschmuck, wo an so manchem fahrens usw. aufgeschrieben werden, obwohl ich gar nicht im Be Arbeitergrab die Liebe mit der Not um ärmliche Kranzspenden size eines Rades bin, denn vorgekommen ist alles schon. Brrr! ringen muß? Mich schaudert schon im voraus vor den vielen Vernehmungen, bis Dem arbeitenden Volt, das am Totensonntag seiner sich die Sache aufgeklärt hätte. Das war also wieder nichts für Toten gedenkt und seine verstorbenen Kämpfer mich. Nach verschiedenem Hin und Her riet mir der Beamte, da ehrt, lassen die Prediger des Gotteswortes da draußen auf ich Wochentags 17 Uhr keine Zeit habe, doch Sonntags von 7 bis den Begräbnisplägen ihre Traftätchen überreichen. Sie halten 10 Uhr zu kommen, da sei der Geldbriefträger da, der mir den die heutige Massenwallfahrt nach den Friedhöfen für eine be- Bettel überbrachte. Ich staunte, denn ich konnte mir nicht denken, sonders günstige Gelegenheit, der Kirche ein paar der Ab- daß ein einfacher Geldbriefträger sich über das hinwegsehen könnte, trünnigen zurückzugewinnen. Uns will scheinen, daß die Ge- was in der Verwaltung unausführbar sei, denn eine bessere Legilegenheit besonders schlecht gewählt ist. Gerade der Toten- timation konnte ich doch auch dem Geldbriefträger nicht vorzeigen, fonntag predigt uns laut und deutlich die Pflicht, nicht auf und auch persönlich kannte ich den Herrn nicht. Schon bedeutend das Jenseits zu warten, das die Kirche verspricht, sondern um mutloser machte ich mich also am Sonntag wieder ein besseres Diesseits zu tämpfen. Das ist das viertenmal auf den Weg zur Post. Diesmal wieder Hof Vermächtnis, das unsere Toten uns hinterlassen. 1 Treppe. Wiederum sah ich sehnsüchtig die für mich bestimmte Anweisung in den Händen des Beamten. Auf die angstboll erwartete hervor. Doch diesmal hatte ich mich umsonst geängstigt, denn kaum Frage nach der Legitimation zog ich zaghaft meinen Militärpaß zeigte ich dem Beamten( welcher auch nicht derjenige war, der mir den Zettel überbrachte) meinen Baß, so sagte er:„ Ah! Sehen Sie, das genügt ja schon," und ich bekam anstandslos das Geld. Der untere Postbeamte hatte demnach mehr Befugnisse als selbst der Herr in der Verwaltung. So geschehen im Zeitalter des Verkehrs der Intelligenz. Gerade wie ich schließen will, höre ich zu meinem in der Haupt- und Residenzstadt Berlin, genannt auch die Stadt Schreden, daß wieder eine Anweisung für mich eingelaufen sei. Schrecken, daß wieder eine Anweisung für mich eingelaufen sei. Himmel hilf! also zum Fernsprechapparate ohne Kurbel und Batterie bei den VermitteFalsche Benuzung der neuen Fernsprechapparate. Die neuen Tungsanstalten 6, 7 und Charlottenburg werden nach amtlicher Wahrnehmung von vielen Teilnehmern nicht sachgemäß benutzt. Die Fehler sind insbesondere folgende. Einige hängen den Fernhörer bei kurzen Gesprächspausen an und bewegen oder drücken den aus dem Gehäuse hervortretenden Haken während des Gespräches nieder. Sie veranlassen hierdurch eine vorzeitige Trennung der Oberschöneweide. Die Genossen werden nochmals darauf auf vor sich das Amt auf ihren Anruf überhaupt gemeldet hat, oder fie Verbindung. Andere Teilnehmer hängen den Fernhöhrer an, bemerksam gemacht, daß heute abend 7 Uhr im„ Wilhelminenhof" ein lassen den Fernhörer, namentlich in der Nachtzeit, abgehängt liegen. Lichtbildervortrag von Herrn Baege über:" Die Entstehung des Auch die Bestimmungen über den Anruf der Nebenstellen werden Menschen!" stattfindet. Nachdem gemütliches Beisammensein. Ein- vielfach außer acht gelassen und die Nebenstellen daher von der tritt 20 Pf. Billetts sind bei den Bezirksführern zu entnehmen. Zahl- Hauptstelle aus nicht angerufen. Es wird deshalb auf die richtige reiche Beteiligung wird erwartet. Bedienung der Apparate besonders hingewiesen. Die Anweisung Zu unserem Artikel:„ Kinder auf der Schaubühne" schreibt Niederschönhausen. In der am Dienstag, den 27. November, ist auch im Teilnehmerverzeichnis S. 7 abgedruckt. Bei den Ver- uns die Direktion des Zorbingtheaters, daß sie von dem Vorgehen abends 8 Uhr, im Restaurant„ Wilhelmshof", Kaiser Wilhelmstr., mittelungsanstalten 6, 7 und Berlin- Charlottenburg erfolgt der des Rektors Neumann lediglich durch die Polizei und unser Blatt Ecke Eichenstr., stattfindenden Wahlvereinsversammlung Anruf durch Abheben des Fernhörers von dem Haten, bei den erst Kenntnis erhalten habe und meint, daß es doch nahe gelegen spricht Genosse A. Störmer über das Thema:„ Kampf ums übrigen Vermittelungsanstalten in Berlin und in den Nachbar- hätte, daß sich der Herr Rektor zunächst an die Direktion gewandt Recht!" Die Wahlvereinsmitglieder werden gebeten, pünktlich und und Vororten durch Drehen der Induktorkurbel. Die verlangten hätte. Die Direktion, die über die behördlichen Vorschriften über vollzählig zu erscheinen. Gäste sind willkommen. Sprechstellen oder zweiten Aemter werden von dem Personal der die Verwendung von Kindern als Statisten nicht genügend inVermittelungsanstalten angerufen. Bei Verbindungen vom Amt formiert gewesen wäre, hätte sich auf den inzwischen entlassenen nach einer Nebenstelle durch Vermittelung der Hauptstelle ist erstere stets von der Hauptstelle aus mittels Kurbeldrehung anzurufen. Rebenstellen rufen die Hauptstelle ebenfalls stets durch Kurbeldrehung an. Bankow. Am Dienstag, den 27. November, abends 1/29 Uhr, findet im Gesellschaftshause, Kreuzstr. 3/4, die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre, 2. Neuwahl des Vorstandes usw. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Es ist Pflicht aller Parteigenossen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Stadtverordneten se yllmann und Genossen haben bei der Der Vorstand. Stadtverordnetenversammlung folgenden Antrag eingebracht:„ Die Reinickendorf- Oft. Am Dienstag, den 27. November, abends Stadtverordnetenversammlung wolle beschließen, den Magistrat" um 8 Uhr, findet bei Weber, Restaurant zur Eisenbahn," Nordbahn eine Vorlage zu ersuchen behufs Beschaffung, Bedienung und Unterstraße, Ece Provinzstraße, die Mitgliederversammlung des Wahl- haltung von zwei Automobilen für Zwede der städtischen bereins statt. Vortrag des Genossen Düwell: Selassen. Berwaltung." tämpfe". Recht zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. " Groß- Besten. Heute nachmittag 2 Uhr findet die Mitgliederbersammlung des Wahlvereins statt. Die Genossen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Nowawes- Neuendorf. Am Sonntag, den 25. November, vormittags von 9-12 Uhr, werden in den bekannten Lokalen Beiträge und Neuaufnahmen für den sozialdemokratischen Wahlverein entgegengenommen. Die Mitgliederversammlung findet am 5. Dezember statt. Spandau. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet am Dienstag bei Köpnid, Pichelsdorferstraße, statt. Gen. Rehbein wird über„ Politische Streifzüge" referieren. Zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Totensonntag. Die postlagernde Postanweisung. Statiftenführer verlassen, der wiederholt versichert habe, die in Frage kommenden Vorschriften genau zu kennen und für Durchführung derselben bei der Verwendung von Kindern die volle Verantwortung zu übernehmen. Nach dieser Zuschrift erscheint das Verhalten des Herrn Rektors in noch eigentümlicherem Lichte als bisher. Hätte sich also der Herr Rektor an die Direktion gewandt, so wäre er vielleicht der monatelangen fruchtlosen Aufklärungsarbeit und auch der mühebollen Prügelerekution enthoben gewesen. Fauler Zauber. Die Kinematograph- Gesellschaft, welche Stott, buferdamm 22 eine Filiale befißt, hatte zu Freitagnacht 11-1 Uhr eine Herrenvorstellung" angejeßt, zu der lange vorher in Cafés wurden, mit der Versicherung:„ etwas Großartiges, noch nie Geund Restaurants unter der Hand" Billette für 1 m. vertrieben sehenes, echte Pariser Bilder". Gegen 12 Uhr begann auch diese Herren- Nachtvorstellung. Es hatte sich ein sehr gewähltes" Publikum eingefunden, Handwerker waren sehr wenig darunter. Aber was dargeboten wurde spottet jeder Beschreibung. Die allerfindlichsten Sachen, welche man in jedem anderen Kinematograph für 30 Pf. zu sehen bekommt, wurden dort vorgeführt; natürlich ersten Bilde ging der Trubel los und steigerte sich immer mehr und fehlte auch nicht der Hauptmann von Köpenid". Gleich beim mehr, so daß der Herr Direktor mit Aufhebung der Vorstellung drohte. Man ließ sich auch wieder beruhigen; es tommi ja noch, dachte man. Aber es tam nichts, rein gar nichts. Als gegen 1 Uhr der Schluß der Vorstellung und eine Ankündigung zu einer neuen erfolgte, da brach der Sturm los. Diese Schmeichelnamen wiederzugeben, die der Herr Direktor zu hören bekam, erlaubt uns das Blatt nicht. Man rüdte ihm schließlich zu Leibe und verlangte kategorisch das Geld zurück, und daß es nicht zu Zätlichkeiten fam, tröstung:„ Wer nicht zufrieden ist, kann sich morgen sein Geld hatte man nur einigen Besonneren zu verdanken. Mit der Verwiederholen", verlief sich gegen 2 Uhr endlich die aufgeregte Menge. Vor ähnlichem Klimbim sei hiermit gewarnt. Die Rettungsgesellschaft der Wassersportvereine von Berlin und Umgegend, welche ihre Tätigkeit am Müggelsee für dieses Jahr vor einigen Wochen eingestellt hat, kann auch in diesem Jahre Ueber Erfahrungen mit dem heiligen Bureaukratismus im auf eine befriedigende Tätigkeit zurückblicken. Gs wurden im Postwesen schildert uns ein Leser in recht launiger Weise ein Er- ganzen 9 Personen im Verlaufe des Jahres 1906 durch die Einlebnis, das auch für weitere Kreise von Interesse ist und uns ver- richtungen der Gesellschaft gerettet, sodaß deren Gesamtzahl anlagt, dasselbe hier erzählen zu lassen. Man schreibt uns: Als seit der Begründung 48 beträgt. Diese Zahl spricht von selbst für ich vergangene Woche abends nach Hause tam, überreichte mir die segensreiche Wirksamkeit und die Notwendigkeit des Bestehens meine Wirtin eine Benachrichtigung der Post, daß Geld für mich der Rettungsstation bei Rahnsdorf. Der Vorstand. auf dem Postamt liege, und da ich nie zu Hause anzutreffen sei, folle ich mich am anderen Morgen 6% Uhr auf dem Poftamt die Nummer tut hier nichts zur Sache- Hof 1 Treppe einfinden und das Geld vom Geldbriefträger in Empfang nehmen. Da ich nun um die gewünschte Zeit nicht abkommen konnte, ging ich noch an demselben Abend nach dem betreffenden Boftamt, und da ich den Geldbriefträger nicht antraf, füllte ich ein Antragsformular aus, nach dem alle an meine Adresse gerichteten Geldsendungen postlagernd Amt Nr. 00 verbleiben sollten. Am anderen Tage, einem Donnerstag, ging ich wieder nach dem Postamt, um am Schalter Die evangelische Kirche begeht heute das Totenfest, das für postlagernde Sendungen mein Geld abzuheben. Es war keine durch ihren kirchlichen Kalender vorgeschrieben ist. Berlins Bostanweisung für mich da. Nach Vorzeigung meiner postalischen Bevölkerung ist vorwiegend evangelisch; darum macht in Benachrichtigung sagte man mir:" Ja, da müssen Sie Hof 1 Treppe Berlin der Totensonntag der evangelischen Stirche sich viel gehen." Als ich erklärte, da sei ich am Tage vorher schon gewesen stärker nach außen hin bemerkbar als der Allerseelensonntag und hätte ein Antragsformular ausgefüllt, daß Geldsendungen für der Katholiken oder der dem Gedächtnis der Toten bestimmte mich postlagernd" abgehoben werden, antwortete der Beamte: Feiertag der Juden. Wir alle tennen die Massenwall- Dann hat eben der Briefträger die Poftanweisung heute noch mit fahrt nach den Friedhöfen, die Jahr für Jahr am genommen." Ich ging also wiederum Hof 1 Treppe. Da aber Totensonntag dem Straßenbild Berlins und der Vororte sein der betreffende Geldbriefträger nicht da war, sich auch trotz allen Wir alle empfangen in jedem Suchens die Postanweisung nicht vorfand, vertröstete man mich eigenartiges Gepräge gibt. Jahre aufs neue den machtvollen Eindruck, den die Pilgerzüge auf den anderen Tag, an dem ich ganz bestimmt mein Geld post der Hunderttausende auf den Betrachter ausüben. lagernd" erhielte. Ich gehe also am Freitag wieder zur Post, und Berlins Bevölkerung ist überwiegend„ evangelisch", aber zwar zunächst an den Schalter, erhielt aber wieder den Bescheid, Eine verhängnisvolle Hasenjagd wurde Freitagnachmittag au sie hält zum allergrößten Teil sich von der Kirche fern. Die daß für mich nichts da liege. Wieder berief ich mich auf meinen dem Terrain zwischen der Liebenwalder, Reinickendorfer und Sec Pastoren sehen sich in den Gotteshäusern allein mit dem Benachrichtigungszettel und wurde nun zum drittenmal nach Hofstraße, woselbst sich eine ausgedehnte Laubenkolonie befindet, ab Häuflein ihrer Gläubigen und derer, die dafür gelten wollen. 1 Treppe verwiesen. Da ging mir denn doch die Galle über, und ich gehalten. Meister Lampe hatte sich, vermutlich von den Rehbergen Doch den Tag, den die Kirche dem Gedächtnis der machte meinem bedrängten Herzen Luft, was man mir hoffentlich kommend, verlaufen und war so in das Berliner Stadtgebiet ge Toten geweiht hat, feiert auch der In- als geborenen Baher nicht allzu stark ankreiden wird. Nunmehr raten, wo er natürlich sofort entdeckt, wurde und eine ausgedehnte gläubige mit. Was gilt dem Gros der sich noch ging ich hinauf in die Verwaltung, wo ich als Freund eines quten eßiagd veranlaßte. Mehr als hundert Personen jagten hinter „ evangelisch" nennenden Bevölkerung beispielsweise der Buß- Wizes für die erlittene Unbill reichlich entschädigt werden sollte. und wo nun eine regelrechte Treibjagd auf ihn veranstaltet wurde. dem Hasen her, der sich nach dem oben genannten Gelände flüchtete, tag, den die Kirche in der vorigen Woche nach Vorschrift ihres Nachdem ich nämlich mein Anliegen vorgetragen hatte, fand sich und wo nun eine regelrechte Treibjagd auf ihn veranstaltet wurde. hierbei wurde der Arbeiter Berger von einem Jagdteilnehmer Stalenders abhielt? Wie wenige würden nach ihm fragen, auch bald meine Bostanweisung, und nun frug mich der diensttuende niedergeriffen und zog sich eine nicht unerhebliche Kopfverlegung wie wenige ihn überhaupt kennen, wenn er nicht als Extra- Beamte vor der Aushändigung pflichtgemäß, ob ich mich legiti zu. Ein anderer Jäger", der über einen Stein stürzte, trug eine zugabe zur allwöchentlichen Sonntagsruhe willkommen wäre! mieren fönnte. Mit einem Seufzer der Erleichterung weise ich Armverrentung davon. Beide mußten die Hülfe der Unfallstation Wie wenige dagegen vermögen am Totensonntag sich der stolz meinen Militärpaß vor. Zu meinem großen Erstaunen wird in Anspruch nehmen. Dem Hasen aber war es gelungen, sich seinen Stimmung zu erwehren, die an diesem Tage über uns alle mir erklärt, daß dieser Baß für die Post noch keine genügende Verfolgern zu entziehen. tommt! Regitimation fei, ob ich denn fein amtliches Papier besäße, auf Das arbeitende Volt hält an der gemeinsamen welchem mein Signalement verzeichnet wäre? Darob große VerTotenfeier fest. Es hat den Totensonntag von seinen firch- legenheit meinerseits, da ich leider nicht im Besize eines solchen lichen Zutaten befreit, so daß wieder die alte, unverfälschte bin, und ich wünschte mir in meiner Verzweiflung fehnlichst ein Totenverehrung zur Geltung gekommen ist, die da war, che schon abgesessenes Jahr Zuchthaus, nur wegen des erwünschten es Kirchen gab. Das arbeitende Volt, das gottentfremdete, Signalements. Doch plötzlich hellten sich meine Züge wieder auf, Wenn man eine Schußmannsnummer notieren will! Daß es gedenkt an dem hergebrachten kirchlichen Totenfest seiner Toten denn ich hatte zufälligerweise noch die Vorladung aufs Schieds- riskant ist, sich Schußmannsnummern zu notieren, das hatte der auf seine Art. Wir pilgern hinaus zu den Friedhöfen und gericht bei mir, in welcher zu lesen war, daß ich einen Töpfer- Tischlergeselle Bruno Ghlert nicht glauben wollen, aber schmücken die Gräber. Aber wir lassen uns nicht ge meister R. auf Entschädigung verklagte. Da nun der Absender des nun weiß er's. Diese Erkenntnis verdankt er einer Schöffennügen an tatloser Klage um die Lieben, die unterm Geldes befagter Töpfermeister war, so dachte ich mir in meiner über ein ihm von der Polizei aufgepadies Strafmandat ersucht abteilung des Amtsgerichts Berlin- Wedding, das er um Entscheidung Rasen ruhen nach einem Leben voll Stampf, lassen Einfalt, daß dies genüge. Doch auch dies fand keine Anerkennung, hatte. An einem Septemberabend zur Zeit des Kohlen= uns auch nicht beschwichtigen mit der Verweisung ebenso erging es mit jüngeren Briefschaften, darunter eine Starte, arbeiterstreits war Ehlert, von der Arbeit heimkehrend, just auf das Jenseits, das für alle Dual des Dies welche zugleich als Legitimation zum Einlaß in die General- dazugekommen, als die Polizei ihr Amt, Arbeitswillige von bezw. seits entschädigen soll. Was wir von den Gräbern versammlung einer Krankenkasse diente. Wohlwollend erklärte mir nach dem Kohlenbahnhof Wedding zu eskortieren, mit bewährter unferer Toten heimkehrend mitnehmen, das ist die Mahnung der Herr, daß er mir ja glaube, daß ich derjenige sei, für welchen Schneidigkeit ausübte. Eine große Menschenmenge sah diesem zu tatkräftigem Schaffen, was wir von den ich mich ausgäbe, aber seine Vorschriften verlangten eben das Schauspiel zu und gab den Arbeitswilligen samt der Polizei das Friedhöfen heimtragen, das ist neuer Mut zu neuem Gignalement. Als ich mir nun erlaubte, einzuwerfen, daß es doch Geleit. Dabei fam es schließlich zu einer jener Berhaftungen, an Stampfe. in solchen Fällen darauf ankomme, vernunftgemäß und nicht bureau- denen es bei solchen Gelegenheiten nie fehlt. E. meinte, daß die hätten, und hielt es für nötig, sich die Nummern der beteiligten Vertreter der Polizeigewalt sich nicht einwandsfrei benommen Beamten zu notieren. Einer der Nummerierten, dem E. sich näherte, nahm die Sache krumm und forderte den Neugierigen auf, weiter zu gehen. Als E. ihm das nicht schnell genug zu tun schien, nahm er auch ihn fest. Das Ende vom Liede war dann das übliche Denn zum Kampf muß selbst der Friedhof uns mahnen- kratisch vorzugehen, hielt mir der Herr einen kurzen Vortrag über zum Stampf, zum raftlos unablässigen, ruft selbst die Stimme, preußische Verhältnisse, ohne mich jedoch überzeugen zu können. die aus den Gräbern zu uns spricht. Wie viele derer, die der Da ich nun gar keinen Ausweg mehr wußte, so bat ich den Herrn Rasen deckt, janten früh in die Gruft als Opfer der um Rat, was nun zu tun sei. Derselbe wurde mir auch gewährt, Gesellschaftsordnung, die von den Predigern des indem er mir fagte: Löfen Sie sich doch eine Radfahrkarte, dann Aus dem zweiten Stock auf die Straße gestürzt ist gestern nachmittag die Frau Richter, Mariannenplay 18. Frau R. war seit einigen Tagen frant und hat wohl in einem Fieberanfalle das Fenster geöffnet, von wo aus sie den unglücklichen Sturz bollbrachte; sie verstarb auf der Stelle. n ein Polizeiliches Strafmandat, das diesmal gleich auf 30 Mark Kommandantenstr. 20, das Hannele" bon Gerhart Hauptmann. I vermehrt. Die Zunahme der Schülerzahl, welche auf 24 227( 1905: lautete. G. follte an einem durch Streit der Kohlen- Die Harmoniumbegleitung, die an einigen Stellen die ergreifende 22 042) gestiegen ist, bedingt dies. arbeiter beranlaßten Auflauf teilgenommen" Wirkung des sozialen Dramas noch erhöht, hat Herr Richard Kursch Der borgelegte Entwurf einer Gewerbesteuerordnung wird haben. Vor dem Schöffengericht trat gegen ihn nicht derjenige übernommen. Eintrittskarten je 40 Pf. Kaffeneröffnung 2 Uhr. einer Kommission überwiesen, nachdem Stadtv. Conrad( Soz.). Beamte auf, der ihn zum Weitergehen aufgefordert hatte, sondern ein anderer, von dem E. behauptete, er( Ehlert) habe diesen gar den 25. November, unter Mitwirkung des aus 40 Musikern beschäftigten Angestellten polemiſiert hatte. Der Gesangverein Kreuzberger Harmonie" veranstaltet heute, gegen die Umlage der Steuer auf Grundlage der Zahl der be nicht gesehen. Der Beamte, der jene Aufforderung an G. gerichtet stehenden Berliner Sinfonieorchesters( Kapellmeister M. Fischer), Der Antrag des Magistrats auf Errichtung einer größeren hatte, war zwar gleichfalls als Beuge geladen, war aber wegen ein größeres Konzert in der Brauerei Friedrichshain. Zur Auf- Volksbadeanstalt mit Schwimmbassin( auf die Einzelheiten kommen Krankheit ausgeblieben. Der andere Beamte, Schuhmann Balzer führung gelangen unter anderen Chören„ Bineta", ein acht- wir noch zurück) gab dem Stadtverordnetenvorsteher Sander Ver( Nr. 948), bekundete mit großem Eifer, E. sei dreimal zum Weiter- stimmiger Männerchor von Ed. Schulz und„ Sturm" von Uthmann. anlassung zu einer fulminanten Rede, in der das schon lange von gehen ermahnt worden, aber er habe in seinen Bemühungen, die Das äußerst reichhaltige Programm verspricht einen genußreichen allen gehegte Streben nach einer solchen Anstalt, insbesondere aber Nummern zu notieren, sich nicht stören laffen. Weiteres wußte er Abend. Es seien hiermit alle Freunde und Gönner des Vereins die Hausbesißer als die Pioniere" in dieser Hinsicht gefeiert nicht auszusagen; er behauptete auch nicht, daß E. Krakeelt oder sich nochmals besonders auf das Konzert hingewiesen. wurden. Auch der mit Schluß des Jahres nach Barmen übersonstwie an dem Auflauf beteiligt habe. E. selber versicherte, siedelnde Bürgermeister Voigt mußte als Verfasser der Vorlage ein schleunigst weitergegangen zu sein. Als er die Bemerkung fallen Die deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrant- dick unterstrichenes Lob über sich ergehen lassen, das er dankend ließ, bei der Festnahme sei nach der Kehle gefaßt" worden, be- heiten, Ortsgruppe Berlin, veranstaltet am Montag, den 8. De quittierte. Stadtv. Dr. Silberstein( Soz.) bezweifelte mit Recht lehrte ihn Balzer:" So' was machen wir überhaupt nicht, daß wir zember, abends 8 Uhr in den Industrie- Festsälen, Beuth- dem Stadtverordnetenvorsteher gegenüber, daß die Pioniertätigkeit einen an die Kehle faffen." Der Amtsanwalt erklärte es für selbst- ftraße 19/20 eine öffentliche Versammlung. Auf der Tagesordnung der Hausbesitzer weit her sei; eine Vertiefung in die Borgeschichte verständlich, daß dem Befehl eines Schumannes un steht ein Vortrag von Fräulein Anna Papprig über Geder Badeanstaltsbewegung würde sicher ganz andere Resultate zubedingt Folge zu leisten sei, und beantragte Bestätigung chlechtskrankheiten und Familie. Der Zutritt ist tage fördern. Gleichwohl begrüße auch er die Vorlage. Er hoffe des Strafmandats in voller Höhe. Der Verteidiger meinte, der jedermann gestattet. jedoch, daß dadurch nicht etwa die Einrichtung von SchulbrauseSchuhmann habe in seiner Erregung wohl nicht die Möglichkeit Feuerwehrbericht. Gestern früh um 6 Uhr stand in der Soll- bädern in weite Ferne gerüdt werde. Beides sei nötig, beides sicherer Beobachtung gehabt. Das Gericht glaubte dem Schuhmann, mannstr. 33 auf dem Hofe ein kleines Gebäude in Flammen. Dort müsse einander ergänzen. Der sofortige Anbau der für später geder gar nicht selber die Aufforderungen an E. gerichtet hatte, und brannten in der Hauptsache Kolonialwaren der Firma F. Ram- planten Schwimmhalle für Frauen jei boltsgesundheitlich not verurteilte G. zu 20 Mart. Serabgesetzt wurde die Strafe nur des buscheck. Durch energisches Wassergeben konnte dieser Brand wendig. Es sei absolut unzutreffend, wenn behauptet werde, daß halb, weil E. bisher unbestraft ist. Man sieht, wie das Recht, fich bald auf seinen Herd beschränkt werden. In der Oranienstr. 2a 50 Broz. aller Zweizimmerwohnungen in Rigdorf Badeeinrichtung eine Schuhmannsnummer zu notieren und eine Schußmanns- mußten zwei Brände gleichzeitig gelöscht werden. Dort brannten hätten. In der Baukommission müssen neben Fachleuten aud handlung weiter zu verfolgen, durch den von der Notierung be- Gardinen u. a. im Vorderhause und im Quergebäude in zwei ver- Hygieniker Platz finden. Redner spricht schließlich die Erwartung drohten Schuhmann selber illusorisch gemacht werden kann. Wenn schiedenen Wohnungen. aus, daß auch den Arbeiterschwimmbereinen in der neuen Anstalt er zum Weitergehen auffordert und seinem Befehl nicht sofort Folge Raum gewährt werde. Hierauf erfolgt einstimmige Annahme geleistet wird, so kann er der Vorlage. der Schuhmann, den die Gerichte als den Herrn der Straße ansehen sich für verpflichtet halten, den Neugierigen unschädlich zu machen, indem er ihn festnimmt und ihm ein Strafmandat besorgt. -Nixdorf. am Vorort- Nachrichten. Den Bedingungen für die Anstellung eines Stadtbauinspektors für den Hochbau wird zugestimmt. Von der Wahl des Regierungsbaumeisters a. D. Jüngerich für diese Stelle durch den Magistrat wird Kenntnis genommen. Es folgte hierauf geheime Sibung. Der Anlauf von Gelände zur Vergrößerung des zweiten Rieselgutes wird genehmigt. In derselben Weise finden einige Personalien Erledigung. · Großfeuer bei Pintsch. Die bekannte Gasmesserfabrik von J. Pintsch in der Andreasstraße 72-73 an der Stadtbahn ist in der Die Stadtverordnetenversammlung war in ihrer ersten Sizung borlegten Nacht von einem gewaltigen Schadenfeuer heimgesucht Donnerstagabend vor bor umfangreiche Aufgaben gestellt. worden. Als die 2. Kompagnie unter Führung des Brandinfpet- 22 Tagesordnungspunkte darunter solche von recht großer Betors Dransfeld kurz vor 2 Uhr an der Brandstelle antam, deutung harrten der Erledigung. standen dort ein Quergebäude und der rechte Seitenflügel schon in Aus der Wahl für die neugeschaffene Stadtratsstelle ging der Zu einem heftigen Zusammenstoß fam es zwischen Magistratsgroßer Ausdehnung in Flammen. Diese sollen angeblich in den Magistratsassessor Seydel- Charlottenburg einstimmig als gewählt vertretern und der sozialdemokratischen Fraktion bei der Beratung Radierwerkstätten ausgekommen sein und dann die übrigen Werk- hervor. des Erbbaubertrages mit der Kirchengemeinde Dt.- Rigdorf bezüglich stätten in ganz kurzer Zeit ergriffen haben. Auf die Meldung von genehmigt. In der ersten derselben wird vorgeschlagen, denjenigen Sigung von der Mehrheit genehmigt, hat sich aber wegen eines Die ersten sieben Vorlagen des Magistrats wurden debattelos des Reuterplages. Der Vertrag wurde bereits in einer früheren dem Brandstätte und übernahm die Leitung der von allen Seiten ein Teil der örtlichen Bolizeiverwaltung, welcher sich auf bie burch Formfehlers als ungültig herausgestellt. Dieser Fehler sollte jetzt getroffenen Löschzuge. Drei große mechanische Leitern wurden auf die bestehenden allgemeinen Anlagen bewirkte Bewässerung und gut gemacht werden". Unsere Genossen bemühten sich, dies zu verden Höfen aufgerichtet, um von außen gegen das entfesselte Element Entwässerung der Grundstücke sowie der Straßen und Plage in hindern, indem sie auf das empörende Verhalten derselben Kirchens borgehen zu können. Ferner wurden 2 Hakenleiter- und 1 Sted- biefiger Stadt bezieht," auf die Stadtgemeinde Rigdorf zu über- gemeinde verwiesen, welche die Stadt auf Herausgabe des städtischen leitergang benutzt, um den Brandherd, der im ersten und zweiten nehmen. An die Eisenbahndirektion soll, um die Aufstellung einer Friedhofes an der Kirchhofstraße verklagt habe. Den Erbbaubertrag Stockwerk lag, zu erreichen. Die Treppen und Eingänge waren Bedürfnisanstalt am Bahnhof Rirdorf zu ermöglichen, eine An- müſſe die Stadt als Waffe in der Hand behalten. Die bürgerliche total berqualmt und fonnten nur mit Schwierigkeiten begangen erkennungsgebühr( jährlich 3 M.) gezahlt werden. Stadtv. Conrad Mehrheit dachte anders- fie warf auch den Reuterplatz endgültig werden. In kurzer Zeit konnte die Wehr mit sech& Rohren von( Soz.) sprach den Wunsch aus, daß diese Anstalt auch für Frauen in den nimmersatten Rachen der Kirche. Dampfsprißen wirksam Wasser geben. Dadurch gelang es, eine eingerichtet werden möchte. Die Gebührenordnung für die Beim nächsten Punkt: Stiftung eines Geschenks für die Erweitere Ausdehnung des Brandes zu verhüten. Gegen 5 Uhr war städtischen Friedhöfe wird in einigen Punkten abgeändert.- Die richtung einer ta tholischen Kirche" hatte man es bezeichnenderdie Macht des Feuers gebrochen. Ein Teil der Löschzüge konnte Hälfte der Baukosten für ein neues Schulhaus in Waßmannsdorf weise weniger eilig. Diese Sache wurde flugs bertagt- wegen wieder abrücken und die übrigen mit der Aufräumung beginnen. nach den Angaben der Vorlage au urteilen, scheinen dort geradezu borgerüdter Zeit natürlich. Der rechte Seitenflügel mit dem angrenzenden Quergebäude ist fast ostelbische Schulzustände noch zu bestehen werden auf die Stadt Ein seltenes Bild bot sich den Passanten am Donnerstag total ausgebrannt. Das Dach muß erneuert werden. Eine Menge übernommen. Die Bauentwürfe für den Gutshof des aus Brusen- nachmittag in der Hermannstraße dar. Ueber 100 Kanarienvögel Maschinen, Lacke usw. sind vernichtet. Der Schaden ist durch Ver- dorfer und Großmachnower Barzellen bestehenden zweiten Riesel waren einem Vogelzüchter in der Allerstraße entwichen und hatten ficherung gedeckt. Gine Betriebsunterbrechung soll nicht statt- gutes werden genehmigt. Dasselbe erhält den Namen„ Richards- sich auf die dortigen Bäume gesezt. Noch am Freitag abend waren finden. Die Firma verfügt hier und in Fürstenwalde über ge- hof". Für die zweite Brandenburgische Geflügelzuchtausstellung einige Dußend dieser armen Ausreißer auf einem Baum am Hernügende Kräfte und Räume, um den Fabrikationsbetrieb in wird ein Stadtpreis im Werte von zirka 100 m. geftiftet. mannsplatz zu sehen. Lange dürfte ihnen die Freiheit nicht bebollem Umfange aufrecht zu erhalten. Eine lange und lebhafte Debatte rief der Punkt 9:„ Einrichtung kommen. Bon einem Schlaganfall betroffen wurde Freitagabend der soll für die schulentlassene männliche Jugend ein Heim geschaffen eines Jugendklubs" hervor. Nach dem Vorschlage des Magistrats Charlottenburg. Chefredakteur eines hiesigen Montagsblattes, Dr. Georg Korn. werden, in dem sie gesammelt und zu nußbringender, körperlich zu Die am Dienstagabend im Volkshause tagende MitgliederGegen eine Aufnahme lag ein Widerspruch vor, weshalb die Dr. K. war in einem Straßenbahnwagen gefahren und wurde am und geistig gesunder Verwendung ihrer freien Zeit angeregt" versammlung des Wahlvereins nahm 170 neue Mitglieder auf. Dönhoffplatz plötzlich von einem Unwohlfein befallen. Er verließ werden soll. Der" Freiwillige Erziehungsbeirat" will die Sache. Der Vortragende infolgedessen den Wagen, doch kaum hatte er die Straße betreten, in die Hand nehmen; die Stadt sowohl als auch die Regierung Angelegenheit zur näheren Prüfung dem Vorstande überwiesen so brach er bewußtlos zusammen. Er wurde nach der Unfallstation sollen je 1000 M. als Beihülfe zur Verfügung stellen. Die Ver- wurde. Arbeitersekretär Genosse Dittmet referierte alsdann gebracht und von dort auf seinen Wunsch dem Krankenhaus Am treter der sozialdemokratischen Frattion, die Stadtvo. Wuth, über Materialiſtiſche Geschichtsauffassunge Urban zugeführt. Es liegt bei dem Patienten eine rechtsfeitige Böste und Dr. Silberstein, erklärten, daß die in der Vorlage zum entwickelte in flarer Weise die Grundlinien dieser Geschichtsdie der Helden zerstört und schaftlichen vor. Wie uns auf eine Anfrage im Krankenhaus gestern morgen und Förderung verdienten, wozu auch fie gegn bereit jeien. Die Triebfräfte der Entwickelung aus den allgemeinen wirtschaftlichen mitgeteilt wurde, gibt der Zustand zu den ernstesten Besorgnissen Art aber, wie man an die Durchführung derselben gehe, mache die Verhältnissen nachweist. Anlaß. Verweisung an eine Kommission nötig. Die Ueberlassung der Eine Diskussion schloß sich an den beifällig aufgenommenen Auf der Chauffee erschossen. Eine traurige Aufklärung hat Lösung dieser Frage an eine private Vereinigung müsse unbedingt Vortrag nicht an. jetzt das Verschwinden des 32jährigen Glasers Philipp Nauert aus bekämpft werden. Diese lettere biete nicht die geringste Gewähr Es folgte nunmehr die Beratung des Organisationsentwurfes Chaussee zwischen Moorlate und der Pfaueninsel mit durchschoffener Gegenteil: der an der Spitze des Freiwilligen Erziehungsbeirate" eine eingehende Kritit in Anlehnung an den in Nr. 260 des Bor der Stegligerstr. 21b gefunden. Der Vermißte wurde auf der für eine von modernen Grundsäken getragene Einrichtung. Im für Preußen. Genosse Dr. Borchardt übte an dem Entwurf Schläfe tot aufgefunden. Den Revolver hielt der Tote noch krampf- stehende Schulrat Anders, welcher ja auch die vorgelegte nichts- wärts" erschienenen Artikel. Aus den dort entwickelten Gründen haft in der Rechten. Was den Lebensmüden in den Tod getrieben fagende, ja geradezu mangelhafte Dentschrift verfaßt habe, lasse den beantragte er, im§ 3 des Entwurfes der Ziffer 3 eine einhat, konnte nicht festgestellt werden. N. hinterläßt eine Witwe und Schluß zu, daß lediglich ein Jünglingsverein von der bekannten schränkende Fassung zu geben, um zu verhindern, daß die preußische mehrere unmündige Kinder. bermuderten und hurrapatriotischen Art zustande kommen werde. Landeskonferenz in die Befugnisse des allgemeinen Parteitages Großes Aufsehen verursachte in der vergangenen Nacht ein Der genannte Herr habe ja auch in der Gewerbebeputation für die übergreife. Vor allem aber bemängelte er, daß die geplante Orga Geistestranter am Nettelbedplatz. Der Händler Gustav N. aus der Fortbildungsschülerbibliothek Schriften des Flottenvereins und nisation jeder aktionsfähigen Instanz entbehre, offenbar aus Furcht, Müllerstr. 30 war plöblich tobsüchtig geworden und nur mit dem ähnliches zur Anschaffung empfohlen. Zieht man noch in Betracht, dem allgemeinen Parteivorstand nicht einen preußischen an die Hemd bekleidet auf die Straße gerannt. Dort riß er auch noch daß für die Beihülfe schließlich auch die in Erziehungsfachen stod Seite zu feben. Ueberwiege diese Furcht, so müßte man auf eine reaktionäre Regierung ihren Einfluß geltend machen wird, so kann preußische Organisation ganz verzichten, wolle man aber eine bem Nettelbeckplatz. Er tobte und schrie und bald hatten sich große dann auch kein Wunder, wenn derselbe bei denen, für die er ge- staltet werden. Er beantragte daher im§ 10 eine Fassung, wonach Menschenmengen um den Unglücklichen herumgeschart. Er raste schließlich die Bankstraße hinunter und an der Ecke der Wiesenstraße schaffen wird, keiner Sympathie begegnet. Soll das Ganze den der Landesausschuß aus fünf Personen, zwei Vorsitzenden, zwei endlich stellten sich ihm mehrere Straßenreiniger mit dem Besen beSekretären und einem Mitgliede des deutschen Parteivorstandes waffnet entgegen und schafften ihn in einer Droschte nach der bestehen soll. Um Reibungen und Konflikte mit dem deutschen Charité. Parteivorstand zu vermeiden, beantragte er die Zufügung eines Paragraphen in der in dem erwähnten Artikel des Vorwärts" vom 7. November vorgeschlagenen Fassung, wonach für Fragen, bei welchen die Kompetenz zweifelhaft erscheint, unter Mitwirkung von drei Mitgliedern des deutschen Parteivorstandes die Kompetenz entschieden werden soll. Wünschen der Bürgerschaft entsprechend gestaltet werden, dann muß diese Einrichtung von der Stadt selbst in die Hand genommen werden, damit auch die in diesem Falle besonders berufenen Vertreter der Arbeiterschaft im Stadtverordnetenkollegium dabei mit. Das Prater- Theater hat am Freitag das Anzengrubersche zuraten und mitzutaten Gelegenheit haben. Außerdem komme in Stüd:" Der Pfarrer von Kirchfeld" zur Aufführung gebracht. Der Vorlage deutlich das finanzielle Unvermögen der genannten Heute, Sonntag, findet die Teste Sonntagsvorstellung Vereinigung und die Absicht, für das neue Unternehmen mit dem statt, weil es am 30. d. M. als Volkstheater vorübergehend Klingelbeutel umzugehen, zum Ausdruck. Da müsse doch gesagt geschlossen werden soll. Der Grund für diese Unterbrechung werden, daß es für die Stadt Rirdorf beschämend sei, wenn sie das Dr. Borchardt beantragte, die Landeskommission des Entwurfes der Spielzeit ist eine Verpachtung der Theaterräume zulaffe, anstatt selbst die benötigten paar tausend Mart in den Etat als Kontrollkommission für den Landesausschuß beizubehalten. an die Internationale Artiftenloge während des Monats aufzunehmen. Diese Feftnagelung sozialer. Unkenntnis rief eine Schließlich beantragte er noch, statt des in§ 9 vorgeschlagenen Dezember. ganze Reihe bürgerlicher Redner auf den Plan. Bürgermeister Umlageverfahrens zur Dedung der Kosten die Einführung eines Arbeiter- Samariter- Kolonne. Montag abend 9 Uhr, 2. Ab. Boigt, Stadtrat Dr. Glüdsmann, die Stadtvv. Kohe, Abraham, regelmäßigen Beitrages für die preußische Organisation, da dies feilung Brunnenstr. 154; Vortrag des Spezialarztes für Chirurgie Belß sie alle mühten sich krampfhaft, die Vorwürfe unserer Ge- felbe ohne Verfügung über eigene, wenn auch recht beschränkte Mittel Herrn Dr. Loeby über Knochenbrüche, Verrentungen und Ver- noffen abzuwehren. Da aber ein Widerlegen nicht möglich war, so vollkommen attionsunfähig wäre. Genosse icke erblickte in den ftauchungen. Daran anschließend praktische Uebungen. Neue mußten Mäßchen, in denen man sich gegen das Zigarettenrauchen vom Genossen Borchardt vorgeschlagenen Aenderungen eine BeTeilnehmer können jederzeit eintreten. Gäste find willkommen. Der jungen Burschen motierte, herhalten. Diejenigen aber von den vorzugung Berlins vor der Provinz und trat deshalb für den vom Nach der Uebungsstunde Borstandsbesprechung. Am Dienstag, den Herren, welche verschmähten, mit solchen Mitteln zu operieren, ge- Aftionsausschuß vorgelegten Entwurf ein. Genosse Gebert schloß 11. Dezember findet im großen Saale desselben Lotales ein öffent- rieten allgemach in eine Nervosität, die sich in Verdächtigungen fich im wesentlichen den Ausführungen des Genossen Borchardt an. Die sämtlichen vom Genossen Dr. Borchardt gestellten Ablicher Vortragsabend statt. Es spricht auf Veranlassung der deut- dahingehend entlud, daß unsere Genossen lediglich aus Angst gegen schen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten Herr die Vorlage seien und befürchteten, daß die geplanten fozial- änderungsanträge wurden gegen wenige Stimmen angeSanitätsrat Dr. Siegheim über" Das Wesen und die Bekämpfung demokratischen Jugendorganisationen durch dieselbe einen gefähr- nommen. Zu der am 9. Dezember in Mariendorf stattfindenden der Geschlechtskrankheiten". Der Vortrag ist für Damen und lichen Konkurrenten bekommen. Natürlich konnte das auf den Herren frei. Der Vortrag des Geh. Med.- Rates Prof. Dr. Gulen- Bänken der Sozialdemokraten nur große Heiterkeit auslösen. Generalversammlung des Kreises wurden als Delegierte die beiden burg über Geschlechtsleben und Nervensystem" wird, weil der Welche unbehagliche Stimmung aber durch die wuchtigen Anklagen Vorsitzenden, die Genossen Schmidt und Kley sowie Genosse legte Vortrag wegen Ueberfüllung gesperrt war, im Laufe des unserer Genossen im bürgerlichen Lager und am Magistratstisch Dr. Borchardt gewählt. Winters noch einmal wiederholt. eingezogen war, bewies die Tatsache, daß selbst die bloße Anwendung des Wortes„ Genosse" in der Debatte den Herrn Bürgermeister aus Im wiffenschaftlichen Theater der Urania wird am Mittwoch dem seelischen Gleichgewicht brachte und ihm zur Begründung der Herr Geh. Postrat Prof. Dr. Strecker feinen bereits angekündigten die sozialdemokratischen Stadtverordneten angeblich leitenden Bortrag" Das Telegraphenneh der Grde und sein Betrieb" halten. Barteimotive dienen mußte. Selbstverständlich verfehlten alle diese An den übrigen Tagen der Woche wird der mit zahlreichen farbigen Stadtväter nicht, ihre in Wohltätigkeit machenden Klassengenossen Bildern ausgestattete Bortrag" Sizilien, Lebens- und Naturbilder mit dem entsprechenden Glorienschein zu verbrämen, die doch ihr aus flassischen Stätten" zur Darstellung gelangen. Im Hörsaal werden nachstehende Vorträge gehalten: Dienstag, Dr. v. Unruh ganzes Sein und alle ihnen zu Gebote stehende Kraft in den Dienst werden nachstehende Vorträge gehalten: Dienstag, Dr. v. Unruh berselben Arbeiter stellen, deren Vertreter so schnöde an der geDas Leuchtgas", Mittwoch, Dr. Scheffer Die photographische planten neuesten Großtat fritteln. Weiß man doch noch, daß die Camera", Donnerstag, Dr. Thefing um 6 Uhr Schwämme und Redner allesamt solchen Wohltätigkeitsklubs angehören, wirken diese Neffeltiere", um 8 Uhr Dr. Thefing Gegenseitige Sülfe in der selbstbeweihräuchernden Tiraden geradezu widerlich. Die Entwidelung" und am Sonnabend Dr. Donath Wechselstrom und Magistratsvorlage fand- wie nicht anders zu erwarten gegen Drehstrom". Jm großen Hörsaal der Urania- Sternwarte in der Invalidenstraße spricht am Sonntag Herr Dr. Ristenpart über die Stimmen der Sozialdemokraten Annahme. Der Antrag auf Mit der gegenwärtig herrschenden Fleischnot wird sich die Werden und Vergehen im Weltall" und am Dienstag über" Der Kommissionsberatung wurde von derselben Mehrheit abgelehnt. Der Lehrkörper der Gemeindeschulen wird mit dem 1. April nächste Stadtverordnetenversammlung beschäftigen. Auf der 1907 um zwei Rettoren, zwölf Lehrer, vier wissenschaftliche und drei Tagesordnung steht ein Antrag der Hausbesizerfraktion:" Die technische Lehrerinnen, mit dem 1. Ottober 1907 um zwei Rettoren, Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, bei der neunzehn Lehrer, drei wissenschaftliche und eine technische Lehrerin Reichsregierung vorstellig zu werden, daß umgehend Schritte getan " Trabant der Erde". " XIV. volkstümlicher Vortragsabend von Maria Holgers. Heute nachmittag 8 Uhr liest Maria Holgers in den" Arminhallen", Für die Landeskonferenz, welche Ende Dezember stattfindet, stehen dem Kreise fünf Delegierte zu. Die Versammlung er. wartete, daß die Generalversammlung einen dieser Delegierten Charlottenburg zubilligen würde, und beschloß, der Generalversammlung hierfür den Genossen Dr. Borchardt zu empfehlen. Unter Verschiedenem wurde darauf aufmerksam gemacht, daß am nächsten Dienstag, den 27. November, eine öffentliche Ver fammlung stattfinden wird, in welcher Frau Dr. David über das Thema referieren wird:" Wie kann die Frau ihren Mann bei der Schaffung besserer Lebensbedingungen unterstüßen?". Der Vor fizende forderte zu reger Agitation für diese Versammlung, namentlich auch unter den Frauen, auf. Schöneberg. Werden, um der unsere Volkswohlfahrt aufs schwerste schädigenden| Oranienburg. Fleischnot abzuhelfen." Vor einem Jahre hatte sich die VerTempelhof. Ueber Voltserziehung und Sozialdemokratie referierte in der legten Wahlvereinsversammlung Genosse Wermuth. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage wurden die Genossen Kepler, J. Flieg und Brauer als Delegierte zu der am 9. Dezember im Tempelhofer Wilhelmsgarten, Berlinerstr. 9, stattfindenden KreisGeneralversammlung gewählt. Genosse Flieg verwies alsdann auf die von der Ortstrantentasse arrangierten hygienischen Vorträge, die aufänglich in der Schulaula stattfinden sollten, der Gemeindevorstand habe dies abgelehnt. Sie werden nun im Lokale des Genossen Müller vom 15. Januar bis 15. März abgehalten. Des weiteren fritisierte er, daß bei den Kanalisationsarbeiten so viele Frauen beschäftigt werden. Es sei dies nur daraus zu erklären, daß der Unternehmer, der die Arbeiten zirka 2000 m. billiger ausführe, als der Tempelhofer Unternehmer Kunze, zu billigeren Arbeitskräften zu greifen gezwungen sei. Zum Schluß ermahnte der Vorsitzende die Genossen, sich an dem Kursus über Nationalökonomie, der gemeinsam mit Mariendorf abgehalten werden soll und wo Genosse Grunwald die Vorträge übernommen hat, rege zu beteiligen. Das Stiftungsfest des Wahlvereins findet am 19. Januar statt. Neu aufgenommen wurden 14 Genossen. Wilmersdorf. schenkte Bild, das einen Richter darstellt, der wegen seiner Ent. scheidung geschunden wird. Wie recht hatte doch der Staatssekretär des Reichsamtes des Innern, als er äußerte: wir leben in einem Land der vollkommensten Rechtsgarantien! Soziales. Sozialpolitische Spaziergänge in die Rechtsprechungsinstanzen der Invalidenversicherung. Wie hätte, so hätte troßdem Rentenbewilligung nicht erfolgen können, sammlung mit derselben Angelegenheit beschäftigt. Es wurde das Stadthagen referieren sollte, lann wegen polizeilichen Verbots nicht sondern nur kurze Zeit bestanden hat." Die für heute angekündigte Bolksversammlung, in der Genoffe da die vorübergehende Erwerbsunfähigkeit doch nicht 26 Wochen, mals eine Deputation eingefeht, die der Versammlung geeignete stattfinden. Das Verbot fügt sich auf den§ 10 der PolizeiSo die Entscheidung des Schiedsgerichts. Der vorliegende Fall Schritte zur Bekämpfung der Fleischnot unterbreiten sollte. Das verordnung über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage ist eine wunderbare Jllustration zu der berühmt gewordenen Einzige, was die Deputation zu tun empfahl, war eine Aufforderung vom 4. Juli 1898 an den deutschen Städtetag zur Herbeiführung geeigneter Maß fammlungen, welche nicht gottesdienstlichen Zweden dienen, an dem dem Amtsblatt Seite 306, wonach öffentliche Ver- gefüllten Romp ottschüssel". Der Sachverständge findet also die Blutarmut und die Nervennahmen gegen die Fleischteuerung. Damit glaubte man genug Andenken der Verstorbenen gewidmeten Jahrestage nicht gestattet sind. schwäche sei noch nicht so hochgradig", und da die Klägerin getan zu haben, und im Februar dieses Jahres beschloß die Mehr- Unter der Mitwirkung des Kammergerichtsrates Havenstein wurde auch noch im jugendlichen" Alter( 44 Jahre) steht, so könne sie heit der Stadtverordnetenversammlung gegen die Stimmen der der erwähnte Teil der Polizeiverordnung als verfassungswidrig und noch mehr als 66% M. pro Jahr verdienen. Muß die Betroffene Sozialdemokratie, die in der Angelegenheit der Fleischteuerung ein- rechtsungültig anerkannt. Herr Havenstein wurde bald darauf aus es nicht als blutigen Hohn auf unsere ganze Arbeiterversicherungsgesetzte Deputation aufzulösen, da ihre Aufgabe als erledigt an dem Straffenat in den Zivilsenat verfegt. Seitdem hat das gefeßgebung empfinden, wenn sie als krantes armes Weib mit ihren zusehen ist. Die weitergehenden Anträge unserer Parteigenossen Rammergericht eine gleiche Entscheidung nicht mehr getroffen. In Rentenansprüchen abgewiesen wird, weil sie nach Ansicht des Kreiswurden abgelehnt.- Daß nach diesen Vorgängen gerade die dem Sigungssaal des Straffenats des Kammergerichts' hängt auch arztes noch mehr als 66% M. pro Jahr verdienen kann? mit einem neuen Antrag an die Stadtverordnetenversammlung zu Das ist die gesicherte Gristenz" bis in das hohe treten, erscheint uns äußerst merkwürdig. Iter hinein. Das sind die Früchte unserer so viel gepriesenen Sozialreform, die just in diesen Tagen auf ein 25jähriges Bestehen zurückblickt! Stolz fann Deutschland auf dieses Jubiläum gerade nicht sein. Wie es auf Grund der Bereisungen" durch die Kommissare des Reichsversicherungsamtes mit den Bewilligungen der Invalidenrenten besonders bei der Landesversicherungsanstalt Schlesien aussieht, dafür nur einige Zahlen. Vor den Bereisungen wurden von der Anstalt in vier Quartalen an Renten bewilligt: 5485, 4650, 3535 und 4842, in denselben entsprechenden Quartalen nach der Bereifung: 4379, 3255, 2580, 2867. Das ist Bekanntlich äußerte sich der Staatssekretär des Innern Serr ein Rüdgang der Renten um fast die Hälfte. Wir glauben, danach Graf von Posadowsky über die Invalidenversicherung dahingehend, dürften die Bereisungen" nicht im Interesse der Versicherten daß, wenn die Renten in dem Maße steigen wie in den Jahren 1902 liegen; vielmehr sind die Bereisungen geeignet, das bißchen soziale auf 142 780 und 1903 auf 152 871, daß dann die Erhöhung der Fürsorge, was noch im Gesetz vorhanden war, zu vernichten. Die Beiträge eine unausbleibliche Folge sei. Das Reichsversiche- borgeschilderten Fälle sprechen deutlich dafür. Die wichtigste Aufrungsamt hat darauf durch Kommissare sogenannte„ Bereifungen" gabe der Invalidenversicherung erblicken wir ferner in der Ueber der einzelnen Landesversicherungsanstalten vornehmen lassen. Bet nahme des Heilverfahrens. Das Gesetz sagt ausdrücklich:„ daß, den diesseitigen Verhandlungen wurden außer den Anstalt 3- wenn ein Versicherter derart erkrankt ist, daß als Folge der Erborständen in der Regel auch der Streisarzt gehört. Teil- frantung Erwerbsunfähigkeit zu besorgen ist, die einen Anspruch weise wurden auch die Rentenempfänger vorgeladen. auf Invalidenrente begründet, die Versicherungsanstalt das Recht Von den Vertretern des Reichsversicherungsamts wurde darauf bat, zur Abwendung dieses Nachteils ein Heilverfahren eintreten zu hingewiesen, daß die Vertreter der Reichsbehörden auf besondere laffen. Strenge bei der Rentenbewilligung nicht dringen wollen. VielAus den von uns am 27. Februar mitgeteilten Zahlen ergibt mehr sei zu erstreben, daß jeder nach dem Gesetz Rentenberechtigte sich die traurige Tatsache, daß gerade diejenigen Verauch tunlichst sicher und schnell in den Besitz der Rente gelange. ſicherungsanstalten, welche die höchsten Einnahmen haben, für die Uebernahme des Heilverfahrens fehr geringe AufDie Vertreter des Reichsversicherungsamts haben auch darauf aufBesonders ungünstig stehen auch hier wendungen machen. merkjam gemacht, daß in Folge oberflächlicher Bearbeitung der wieder die Landesversicherungsanstalten Schlesien, Sachsen( KönigRentenfachen und falscher Handhabung der Bestimmungen solchenreich), Hessen- Nassau u. a. Bersonen Renten zugesprochen worden, die den gesetzlichen Voraus- reich), Hessen- Nassau u. a. Das Reichsversicherungamt mag Sorge dafür tragen, daß Fälle fetzungen nicht genügen." rungsamt sehr zufrieden. Nach dem Bericht desselben läßt sich ließen, als Zeichen der sozialpolitischen Fürsorge" ausstellen zu Mit den Ergebnissen dieser Bereifungen ist das Reichsversiche- wie die vorn geschilderten vermieden werden. Oder ist es bereit, von uns angeführten Fälle, die sich um Dubende vermehren folgendes nachweisen: Wenn man die für jede der bisher bereisten lassen? Die Arbeiter find gezwungen, Beiträge zu zahlen, Versicherungsanstalten für die Jahre 1901 bis 1904 in jedem damit sie für den Fall der Invalidität eine Rente erhalten. Der Quartal bewilligten Renten zusammenzieht und diese dann erstens behördlich genährte neue Glaube von Aengsten an eine unter mit der jährlichen Zahl der vor der Bereifung bewilligten Renten Arbeitern grassierende Rentenfucht nimmt in wachsendem Maße mit den im Jahre 1905 bewilligten Renten bergleicht, dann ergibt den Arbeitern ihr wohlerworbenes Recht auf Rente. Diese Versich, daß in dem Jahre vor der Bereifung jährlich 55 729 Renten fürzung der Rechte ist schwerlich geeignet, Zufriedenheit hervorbewilligt wurden. Im Jahre 1905 dagegen nur 36 898. Demnach zurufen. ist die Zahl der Bewilligungen rund gerechnet um 40 Proz. zurückgegangen. Das heißt, im Jahre 1904 wurden nur 140 092 und Zur Lehrlings ,, ausbildung" im Buchbruckgewerbe. im Jahre 1905 gar nur 122 869 Invalidenrenten festgefeßt. Das Eines der traurigsten Kapitel der kapitalistischen WirtschaftsReichsversicherungsamt glaubt, daß nach den Bereisungen die Zahl weise ist die Ausbeutung der Arbeitskraft der Frau zu besonders der Renten auch fernerhin zurück geht und damit eine Erniedrigen Löhnen und die Ausnutzung der Arbeitskraft jugendlicher höhung der Beiträge nicht einzutreten braucht. Arbeiter, Parteigenossen! Wir machen nochmals darauf auf merksam, daß die Wählerlisten bis einschließlich den 30. November im Rathause, Brandenburgerstr. 2, Zimmer 16, wochentags bon bormittags 8 bis nachmittags 3 Uhr und am heutigen Sonntage bon 8-10 Uhr vormittags ausliegen. Bersäume niemand, sich davon zu überzeugen, ob er auch in der Wählerliste steht. Wer nicht eingetragen ist, darf nicht wählen und geht somit seines geringen Rechtes, was er besigt, verlustig. Des halb sehe jeder die Liste nach! Lichtenberg. Ueber das Thema: Wie verbessern wir unsere wirtschaftliche Lage?" wird morgen abend Reichstagsabgeordneter Genosse Fräßdorf- Dresden im Schwarzen Adler in einer Volksversammlung, einberufen vom Berliner Konsumberein referieren. Der Einberufer ersucht namentlich die Frauentvelt, die Versammlung zahlreich zu besuchen. Rummelsburg. Das Thema: Aus der Geschichte der Arbeiterbewegung behandelte in der am Dienstag stattgefundenen außerordentlichen Genevalversammlung des Wahlvereins Genosse Hans Block. Gingehend schilderte Redner die kapitalistische Entwickelung und das Eingreifen der Maschinen in den Produktionsprozeß. Des weiteren erwähnte er die feindliche Stellung der damals noch in bürgerlichen Vorurteilen stedenden Arbeiterklasse. Erst das durch Marr und Engels geschaffene wissenschaftliche Fundament habe die Arbeitertlaffe eingeführt in den Leitgedanken des Sozialismus und sie zu Klaffentämpfern gemacht. An uns, den Jüngeren, liege es, die Be freiung der Arbeiterklasse vom Joch des Kapitalismus zu bollführen. Die Ausführungen fanden reichen Beifall. Zum Partei spediteur wurde Genosse Rosenkranz gewählt. Alsdann wurde beschlossen, die Zahlstellen aufzuheben, um die Mitglieder mehr nach den Zahlabenden hinzugewöhnen. Der Abs. 1 und 2 des Antrages, die Delegiertenwahl zur Atreis Generalversammlung betreffend, wurde angenommen, Abs. 3 bagegen abgelehnt. Zur Kreis- Generalversammlung am 8. De gember cr. wurden 12 Delegierte gewählt. Neuaufgenommen wurden 46 Genossen. Das Ableben des Genossen Schlecht chrte die Versammlung in üblicher Form. Köpenick. Behufs Aufstellung von Kandidaten zu den bevorstehenden Delegierten- Ersatzwahlen der Gemeinsamen Ortstrantentasse für Stöpenid und Umgegend findet heute Sonntag, abends 6½ Uhr, im Lokale von Gelling eine Versammlung der gewerkschaftlich organi. fierten Kaffenmitglieder statt. Pflicht eines jeden Staffenmitgliedes ist es, anwesend zu sein." Ein Opfer des falschen Hauptmanns. Mit dem 1. April nächsten Jahres wird der Polizeiinspettor Jädel in Köpenick aus dem Dienste scheiden. Man bringt seine Pensionierung mit der Angelegenheit des Rassenraubes in Verbindung. J. ist seit 16 Jahren in Stöpenid tätig. Jäckel hat seine Lorbeeren auf dem Gebiete der Sozialdemokratenbekämpfung erworben. Das war auch leichter als mit dem falschen Hauptmann fertig zu werden. Bekanntlich hatte er den Schuhmacher sogar um die Erlaubnis gebeten, ein Bad nehmen zu dürfen, anstatt seinen Herrn, den Bürgermeister, zu schützen. In der lesten Wahlvereinsversammlung sprach Genoffe Litfin über Kolonialpolitik". Als Delegierte zur Kreis- Generalversammlung wurden die Genossen Kegel, Nidel und Werth bestimmt. Reinickendorf. Die lette Mitgliederversammlung des Wahlvereins nahm zunächst ein Referat des Genossen Zipfel über" Reaktionäre Pläne" entgegen. In seinem Vortrage kennzeichnete der Referent nicht nur die reaktionären Gelüfte der regierenden Kreise der um ihr Recht kämpfenden Arbeiterklasse gegenüber, sondern ermahnte die Versammelten auch zu tatkräftiger Agitation für Organisation und Presse. Die Genossen Bold und Kuschminder berichteten, daß der Vorstand bereits eine intensivere Agitation zu entfalten ins Auge gefaßt habe; es soll deshalb am 4. Dezember ein Ertrazahlabend stattfinden, um mit den Genossen eingehend darüber zu diskutieren. Bernau. Ein Förderer der Jugendorganisation ist die hiesige Bolizeibehörde. Das bewies das Resultat einer Protestversammlung, die einberufen war, um gegen das Verbot auf Abhaltung des Stife tungsfestes des Vereins der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter zu protestieren. In der Versammlung wurde mit den Maßnahmen der Polizei scharf ins Gericht gegangen. Das Ergebnis war, daß sich 25 jugendliche Arbeiter zur Aufnahme in den Berein meldeten. Adlershof. Zu der am Dienstag, den 27. b. M., abends 7 Uhr, bei Meißner stattfindenden Generalversammlung der Ortstrantentasse haben nur die gewählten Delegierten von 1904 Zutritt. Aus deren Mitte sind vier Borstandsmitglieder zu wählen. Die Wahl der fehlenden 40 bis 45 Delegierten der Arbeitnehmer wird in einer späteren Generalversammlung der gesamten Kaffenmitglieder vorgenommen werden. Zeit und Ort dieser Versammlung wird im Vorwärts" noch bekanntgegeben werden. Der Obmann des Gewerkschaftskartells für Adlershof und Umgegend. Wilhelm Arndt, Hadenbergstraße& Ob diese Auffassung des Reichsversicherungsamtes die richtige ist, mag dahingestellt bleiben. Jedenfalls steht das eine feft, daß diese„ Bereifungen" das Vertrauen der Versicherten zu den Landesversicherungsanstalten arg erschüttert haben. Wie bei der Unfallversicherungsgesetzgebung, so macht sich auch bei der Invalidenverficherung das System der Vertrauensärzte und deren Einfluß zu ungunsten der Versicherten bemerkbar. Arbeiter, welche mit Vorliebe unter dem Namen Lehrlinge eingestellt werden, meist aber nur deswegen benutzt werden, um als billige Arbeitskraft dem Unternehmertum eine über das gewöhnliche Maß hinausgehende Profitrate zu gewährleisten Nach dem Begriff, der in dem Worte„ Lehrling" liegt, soll der unter diesen Verhältnissen in Arbeit stehende junge Mann durch Lernen befähigt werden, die ihm überwiesene Arbeit in guter, ordnungsgemäßer Weise herzustellen. Bei der Ausbildung kann es weniger auf die Es bezog eine Porzellanarbeiterin die Invalidenrente. Die Arbeitsproduktes ankommen, soweit das Interesse des Lehrlings Es bezog eine Porzellanarbeiterin die Invalidenrente. Die Quantität von Arbeitsleistung als auf die Qualität des geleisteten Beeinträchtigung der Erwerbsfähigkeit war auf 66% Proz. fest mitspricht. Es müßte also eigentlich als selbstverständlich angesehen gefebt; jebt soll nun nach dem Gutachten des Kreisarztes eine Befferung" eingetreten sein dadurch:„ daß die Fisteln werden, daß junge in der Lehre befindliche Leute nicht etwa in berheilt sind und die Narben nicht mehr schmerz- Werte ordnungsmäßig erlernen. Ein Schulbeispiel dafür, wie es intensiver Weise Werte schaffen, sondern die Herstellung dieser haft sind; die Rentenempfängerin ist danach nur noch um nicht gemacht werden darf, liefert der Buchbruckereibetrieb des 50 Proz. in der Erwerbsfähigteit beeinträchtigt." Nur einige Beispiele: Ein besonders charakteristischer Fall, der die Landesversiche. Sommerzienrats Bügenstein in Berlin. Seit Jahren arbeiten rungsanstalt Schlesien betrifft, fei hier angeführt. Diese Anstalt ist bort, wie wir erfahren, Lehrlinge für Gehülfen im Berechnen, das nach den Bereifungen" in der Bewilligung der Invalidenrenten heißt, das vom Lehrling geleistete Sabquantum bringt der Gehülfe, der beim Unternehmer selbst im Akkord steht, mit zur Verganz erheblich zurückgegangen. Eine Frau N. stellt den Antrag auf Invalidenrente; von der rechnung und zahlt für die ihm so zugeführte billige Arbeitskraft Landesversicherungsanstalt wird der Antrag abgelehnt. Die N. eine bestimmte Summe an den Unternehmer zurüd. Wir müssen legt gegen den Ablehnungsbescheid Berufung beim Schiedsgericht gestehen daß wir es nicht für möglich gehalten hätten daß Arfür Arbeiterversicherung in Breslau ein. Hier wird ihr die beiter zur Ausbeutung fremder Arbeitskraft in dieser Weise rantenrente für die Zeit vom 12. November 1904 bis 3. De beranlaßt werden könnten. Wir müssen annehmen, daß die Zeitung zember 1904 bewilligt. Mit ihren weiteren Ansprüchen wird die der organisierten Buchdrücker ohne Kenntnis von einer derartigen Slägerin abgewiesen. Und die Gründe? Es heißt einfach: Ausbeutung von Lehrlingen geblieben ist, da sie doch sonst schon im Nach dem Gutachten der Vertrauensärzte der Beklagten ureigensten Interesse Einspruch gegen diese, wie uns versichert wird, ( Landesversicherungsanstalt Schlesien) war die Klägerin bei Ent. jahrelang geübte Braris erhoben hätte. Es liegt auf der Hand, daß ein junger Mann, der sich im Lehrlaffung aus dem Genesungsheim Schmdbg. wieder zur Verrichtung aller leichteren landwirtschaftlichen Arbeiten fähig, mithin wieder verhältnis befindet, die Technik des Sazes nicht so beherrscht, wie imstande, die Mindestverdienst gren ze von jährlich fie eine vollendete Ausbildung voraussetzt. Nun wird aber anderer75 M. zu erreichen und nicht mehr erwerbsunfähig im Sinne des seits dem Akkordarbeiter, dem ein solcher Lehrling unterſtellt ist. Gesetzes." Auch die Entziehung der Invalidenrente vom 1. Juni weniger daran liegen, daß der Lehrling einen technisch vollendeten 1904 ab sei zu Recht erfolgt. Im Sommer 1905 stellt Frau N. Saz herstellt, als daß der Lehrling ein möglichst großes Quantum wiederum den Antrag auf Gewährung der Invalidenrente. Der Arbeitsleistung vollführt, denn jede Zeile Sableistung mehr kommt Antrag wird durch Bescheid vom 8. Dezember 1905 wieder zurüd- ja dem Gehülfen mit einigen Pfennigen zu gute. Den Arbeitern gewiesen. Die Klägerin legt gegen den Ablehnungsbescheid beim kann aber nur daran liegen, daß ausgelernte Arbeiter eine möglichst Schiedsgericht für Arbeiterversicherung Berufung ein und das genaue Kenntnis der herzustellenden Arbeit haben, denn minder Schiedsgericht weist die Klägerin mit ihrer Berufung mit folgender leistungsfähige Arbeiter wirken als Lohndrücker. eigentümlichen Begründung ab:" Unter dem 23. Oftober 1905 ist ein ärztliches Gutachten von Dr. H. erstattet. Der Arzt sagt, daß die N. infolge schlechter Ernährung an Blutarmut und allgemeiner Körperschwäche leidet, sie ist indes zu allen häuslichen und leichteren landwirtschaftlichen Arbeiten ohne zeitliche Beschränkung fähig." " = Charakteristisch bei der geschilderten Ausnußung der Arbeitsfraft Lernender ist, daß derselbe Unternehmer, in dessen Betrieben derartige Arbeitsprinzipien Platz greifen, sich in der Behauptung gefällt, eine große Anzahl Gehülfen im Buchdrudgewerbe sei nicht leistungsfähig, die technische Ausbildung derfelben sei eine mangel. hafte usw. Bei dem Verlangen nach Abstellung solcher Lehrlingsausbildung" muß es natürlich gleichgültig sein, daß es sich in diesem Falle um den berufenen, geschäftsgewandten Vertreter der mit dem Verbande der Buchdrucker im Vertragsverhältnis stehenden Unternehmerorganisation handelt. Gerichts- Zeitung. Die Königsberger Junge Garbe" abermals bor dem Kammergericht. Auf Beschluß des Schiedsgerichts erstattete derfelbe Arzt unter dem 16. Februar 1906 ein weiteres Gutachten und erklärt:" Der objektive Befund ist der gleiche wie im Oktober 1905; wenn auch der Atem kürzer und oberflächlicher geworden und der AllgemeinDie Gewerbebeputation dürfte auf Grund des vorgetragenen zustand ein schlechterer sei und von großer Schwäche zeuge. Die Klägerin sei vorübergehend völlig erwerbsunfähig." Sachverhalts so berechtigt wie verpflichtet sein, auf Grund der Die Beklagte( die Landesversicherungsanstalt) beantragte die$$ 126a und 128 der Gewerbeordnung zum Schutz der Lehrlinge Einholung eines weiteren Gutachtens von dem Kreisarzt Dr. W. einzuschreiten. Das Schiedsgericht gab diesem Antrage statt. Unter dem 22. März 1906 erstattet der Sachverständige folgendes im Auszuge hier mitgeteilte Gutachten:" Die Klägerin ist eine schwächliche, blutarme Frau, doch sind ihre Organe gesund. Weder die Schwächlich feit noch die Blutarmut sind auffallend hoch. Wie man von Rechts wegen" Lehrlingsvereine zu politifchen stempelt. gradig; ebensowenig ist ein besonders hoher Grad von Nervenschwäche anzunehmen. Aus diesem Grunde und unter gleichzeitiger Berüdsichtigung ihres noch jugendlichen Alters von 44 Jahren be Vor einiger Zeit berichteten wir über die höchftrichterliche steht teine begründete Veranlassung, die Klägerin als Billigung der Anwendung der§§ 2 und 18 des preußischen VereinsInvalide zu erachten. Sie ist zu allen leichten häuslichen und gefeßes gegen den Vorstand des Vereins der Lehrlinge und jugendlandwirtschaftlichen Arbeiten befähigt and imstande, jährlich mehr lichen Arbeiter für Königsberg und Umgegend". Jest hat nun auch als 66% M. zu verdienen." bom Kammergericht in Berlin die letzte Beihe ein Urteil des Lande Das Schiedsgericht hat daraufhin die Berufung der Klägerin gerichts Königsberg t. Pr. erhalten, das zu den eigenartigsten Jm§ 8 zurüdgewiesen. Aus dem Urteil seien einige Stellen wiedergegeben: Blüten preußisch- deutscher Rechtsprechung gehört. es unter anderem: .... Das Schiedsgericht hat in Uebereinstimmung mit der des preußischen Vereinsgefeßes heißt in unteren Verwaltungsbehörde die Ueberzeugung erlangt, daß Für Vereine, welche bezweden, politische Gegenstände Selägerin noch fähig ist, durch Verrichtung entsprechender Lohn Versammlungen zu erörtern, gilt( noch) nachstehende Beschränkung: arbeiten die Verdienstgrenze zu erreichen. Der Abschätzung der sie dürfen keine Frauenspersonen, Schüler und Lehrlinge als Erwerbsbeschränkung der Klägerin durch Dr. Hohmann fonnte im Mitglieder aufnehmen. Wird diese Beschränkung überschritten, so ist Sinblick auf den objektiven Befund eine entscheidende Be- die Ortspolizeibehörde berechtigt, vorbehaltlich des gegen die Bedeutung nicht beigemessen werden. Selbst wenn das Schieds- teiligten gefeßlich einzuleitenden Strafverfahrens, den Berein bis zur gericht dem Dr. Hohmannschen Gutachten beigetreten wäre und ergehenden richterlichen Entscheidung zu schließen." Von diesem borübergehende Erwerbsunfähigkeit als borliegend angenommen Schließungsrecht machte mun der Bolizeipräfident gegenüber dem Verbotener Weg für Streikposten. fizenden Gesandten:„ Mann! Und das erfahre ich jest erit?" Alles blidt entfest auf den armen Qatar. Der ist weiß wie das Tafeltuch, schlottert in feinem Galakleid und stammelt endlich: An Land liegen auch schon sehr viele Depeschen." Wil. helm wird dunkelrot, springt auf, befiehlt allen, fißen zu bleiben, läuft in sein Rauchzimmer und dämpft bei der Zigarette langsam den 3orn. In aller Haft muß ein Bote die Depeschen holen. Ungefähr 400 find's; noch nicht einmal fortiert. Obenauf liegt der Glückwunsch, den Freund Abdul Hamid geschickt hat. Die Höflingschar im Kreise bebt noch von der Erregung. Doch der Kaiser ist schon wieder bei gutem umor, nimmt ein Depeschenformular und schreibt schnell an deif Kronprinzen:" Erfahre soeben durch den Sultan, daß Dir ein Sohn geboren ist." Und so weiter. Würdigt Herrn Stübel aber feines Blickes mehr und läßt teinen Zweifel darüber, daß diesem Mann das Todesurteil geschrieben und unterzeichnet ist. Niemand spricht mit ihm. Unselige muß an Bord bleiben. Allen ist er Luft. Und während das Schiff nordwärts schlingert, dann stampft, hat er zum Nachdenken Muße und lernt erkennen, daß die eine Versäumnis ihm mehr geschadet hat als alle Sünden, die er als Direktor der Kolonialabteilung ungefühnt ließ." " Der erst im Dezember 1905 gegründeten Berein der Königsberger Lehr- der beiden Fälle von angeblichem Hausfriedensbruch schied das inge und jugendlichen Arbeiter bereits am 2. März 1906 Ge- Gericht ohne weiteres aus, weil Ohst, als er die Aufforderung zum brauch, nachdem die Polizei in der kurzen Zwischenzeit die Ver- Verlassen des Grundstückes erhielt, dasselbe noch gar nicht betreten anstaltungen des Vereins durch Verbote und Auflösungen von Ber- hatte. Es blieb noch der zweite Fall übrig. Hier hatte sich Ohst ammlungen und Zusammenfünften, selbst solcher zu Zwecken der geweigert, den Hof zu verlassen, weil er denselben betreten hatte, Rezitation von Gedichten usw., unmöglich gemacht hatte. Troß um die Gastwirtschaft aufzusuchen. Der Tatbestand ist nicht dieser Unmöglichkeit der Betätigung in Versammlungen und strittig, nur um die Rechtslage handelt es sich. Sigungen die Feststellung", daß der Berein bezwede, politische Der Vertreter der Anklage hielt einen Fall von HausGegenstände in Versammlungen" zu erörtern. Die Staatsanwalt- friedensbruch für vorliegend und beantragte eine Geldstrafe schaft sette das Werk der Polizei fort und das Königsberger Land- von 60 Mart. gericht erkannte im Sinne von Polizei und Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Behrend, berief sich Die Vorstandsmitglieder Walter und Georg Karg, Licht, Krüger auf ein Reichsgerichtsurtcil, wonach nicht jeder, der berechtigt ist, und Rautenberg wurden auf Grund der§§ 8 und 16 des Vereins- iemand den Aufenthalt auf einem Grundstück zu verbieten, das gesetzes zu Geldstrafen verurteilt, weil sie in der Zeit vom Recht hat, Strafantrag wegen Hausfriedensbruch zu stellen. Ein Dezember 1905 bis zum März 1906 als Vorstandsmitglieder Hausverwalter so führte der Verteidiger aus, habe wohl das eines politischen Vereins gemäß§8 Lehrlinge als Mit- Recht, jemand vom Grundstück zu verweisen, das Recht zur Stellung glieder aufgenommen hätten. Unverblümt gab das Gericht zu, eines Strafantrages habe aber nur der Besizer des Grundstückes. daß nicht aus den Statuten und auch nicht aus der Tätigkeit Wenn also im vorliegenden Falle die Inhaber der Firma Bell des Vereins, soweit eine solche überhaupt entfaltet wurde, geschlossen u. Co. das Recht hatten, Personen, die widerrechtlich auf dem werden könnte, es sei ein Verein im Sinne des§ 8 des Gefeßes. Grundstück verweilten, fortzuweisen, so stehe ihnen das Recht, StrafEin solcher sei es aber doch aus verschiedenen anderen Gründen: antrag wegen Hausfriedensbruch zu stellen, nicht zu, das Verfahren Da sei zunächst die Tatsache, daß die Sozialdemokratie( auch in gegen den Angeklagten müsse daher, weil kein rechtsgültiger StrafDer Tenorist Caruso, der vor einiger Zeit hier in Berlin im Königsberg) fortgesetzt als sehr wichtig die Frage erörtere, wie die antrag vorliege, eingestellt werden. Aber selbst, wenn sich das Opernhause seine Stimme ertönen ließ, wurde in New York zu sozialdemokratischen Lehren und Ansichten unter der Jugend ver- Gericht nicht auf diesen Standpunkt stellen sollte, so könne der An- einer Strafe von 10 Dollar verurteilt, weil er im Affenhause des breitet werden könnten. Dann sei da dieser Krüger, auch Borstands- geklagte nicht bestraft werden, denn der Firma Bell u. Co. stehe ja New Yorker Zoologischen Gartens seinen Arm unzüchtig um die mitglied, wenn auch nicht Lehrling, noch Jugendlicher: der habe nur das Recht zu, solche Personen fortzuweisen, die sich wider- Hüfte einer Dame gelegt hatte. Die Gerichtsverhandlung fand sich mit der Frage viel literarisch beschäftigt, so z. B. in der„ Gleich- rechtlich auf dem Grundstück aufhalten. Der Angeklagte habe am Donnerstag statt. Caruso sagte im Verhör aus, er sei berhei heit". Dort habe er allerlei Vorschläge gemacht, wie man u. a. in aber ein Recht gehabt, auf dem Grundstück zu verweilen. Die Aus- ratet, seine Frau habe ihn jedoch auf seiner Reise nach Amerika Jugendheimen der Jugend Gelegenheit geben fönne, mit der sozial- übung des Streitpostenstehens sei das gute Recht des Angeklagten, niemals und unter keinen Umständen der geringsten Ausschreitung, nicht begleitet. Der Richter fragte:" Haben Sie geschworen, sich demokratischen Literatur bekannt zu werden, wo dann auch ältere er habe auch im übrigen das Recht gehabt, auf dem Grundstück zu wie sie Ihnen jetzt zum Vorwurf gemacht wird, schuldig gemacht Genossen anwesend sein müßten, und wie sie schließlich zu Sozial- verweilen, wo sich eine Gastwirtschaft und mehrere Fabriken bedemokraten und tüchtigen Klassenfämpfern zu erziehen sei. Krüger finden. Die Zugänge zu solchen Mietsräumen dürfe selbst der zu haben?" Als Caruso diese Frage bejahte, fragte der Polizeifei extremer und überzeugter Sozialdemokrat und in hervorragendem Hauswirt nicht sperren. Aus rechtlichen Gründen müsse deshalb kommissar:" Waren Sie am 4. Februar 1904 nicht bei der Nachmittagsaufführung des Barsifal" im Metropolitan OperaMaße für die Sozialdemokratie tätig. Im Königsberger Abstinenten- die Freisprechung des Angeklagten erfolgen. house?"" Ich weiß es nicht," antwortete Caruso. In diesem heim, einer sozialdemokratischen Gründung, wo der Verein Auf- Nach kurzer Beratung des Gerichts verkündete der Vorsitzende Augenblid" betrat eine weiß verschleierte Dame das Gerichtsnahme gefunden habe, seien die hauptsächlichsten Voraussetzungen folgendes Urteil: Das fragliche Grundstück sei ein Durchgang podium.„ Kennen Sie die Dame?" fragte der Polizeikommissar. einer Einwirkung auf die Jugend im Sinne jenes Strüger- bom Grünen Weg nach der Andreasstraße, also ein öffentlicher" Ich kenne Sie nicht." Der Richter forderte die Dame, eine etwa schen Artikels gegeben. Ferner habe ein Hauptgründer des Weg. Dem Fabrikanten Schüße konnte deshalb das Recht, hier 30jährige Blondine, auf, den Schleier zurüdzuschlagen.„ Erkennen Vereins, der Vorsigende Walter Karg, in der Hauptverhandlung Personen fortzuweisen, nicht zugebilligt, auch die„ Union" als Be Sie sie jest?" donnerte der Polizeikommissar den Angeklagten gesagt, die polizeiliche Unterdrückung des Vereins werde deffen Ziele fiberin des Grundstückes konnte ihm ein solches Recht nicht über an. Mit größtem Gleichmut antwortete Caruso, daß er die Dame nicht verhindern; die Lehrlinge würden auch ohne ihn wissen, wohin tragen. Der Angeklagte ist des Hausfriedensbruches nicht schuldig zum ersten Wale in seinem Leben sehe. Der Polizeikommissar sie sich nach der Beendigung der Lehrzeit zu wenden hätten. und wird deshalb freigesprochen. teilte nun mit, daß diese Dame aussage, daß Caruso sich ihr Wenn nun dieser Walter Karg einen Verein der Lehrlinge und gegenüber im Opernhause in derselben Weise vergangen habe, jugendlichen Arbeiter gründete, und zu dieser Gründung sich der wie gegen Mrs. Graham im Affenhause. Der Polizeikommissar Mitwirkung einer Persönlichkeit wie die des Krüger versicherte, so Ein Strafmandat in Höhe von 5 M. hatte der Schmied Otto behauptete, ein ähnliches Vorkommnis habe sich auch bei der rechtfertigte das ohne weiteres den Schluß, daß Beich erhalten, weil er am 19. Oktober dieses Jahres am Nonnen- Pferdeschau im vorigen Jahre abgespielt. Der Verteidiger erhob nach der Meinung dieser beiden der gebildete Verein in erster Linie damm auf einem angeblich verbotenen Wege Streitposten gestanden. Einspruch dagegen, daß die Polizei eine Menge Fälle erwähne, dazu dienen sollte, die heranwachsende Jugend mit dem Auf seinen hiergegen eingelegten Einspruch verhandelte am Freitag ohne die Zeugen beizubringen. Wir können das tun," lautete Als Caruso in Parteiprogramm der Sozialdemokratie bekannt zu das Schöffengericht zu Spandau in dieser Sache. Der Angeklagte die ruhige Antwort des Polizeikommissars. machen und sie durch die Ueberzeugung von dessen war durch Rechtsanwalt Heinemann vertreten. Die Verhandlung dem Kreuzberhör gefragt wurde, worauf im Affenhauſe ſeine Wahrheit und Richtigkeit im sozialdemokratischen hatte folgendes Ergebnis: Am 19. Oktober stand der Angeklagte Gedanken gerichtet gewesen seien, entstand ein Kichern im Publikum, Sinne zu erziehen. Daß damit eine Erörterung des auf einem Privatwege mit noch einem Kollegen. Der Weg ist als und der Verteidiger wollte eine derartige Frage nicht zulassen. Ganz fozialdemokratischen Parteiprogramms verbunden sein müsse und Privatweg durch Tafeln tenntlich gemacht, auf welchen die Fabrit. Neto York wißelt über den Fall Caruso. In einem Theater riß ein zwar in den Versammlungen der Vereinsmitglieder, das liege auf leitung der Siemens u. Schuckertwerte hatte schreiben lassen: Wit aus dem„ Olymp" das ganze Haus zu stürmischster Heiter. der Hand. Das Programm der sozialdemokratischen Partei sei aber" Dieser Weg ist unser Privateigentum. Unbefugten ist das Be- feit fort. Es wurde ein Stück aufgeführt, in dem der Held des auf Umgestaltung der gesamten staatlichen Verhältnisse, auf eine treten nicht gestattet." Der Gendarm Merter trat an den An- Stüdes plötzlich verschwindet. Während auf der Bühne die SchauAenderung der gesamten öffentlichen Zustände, in allen wesentlichen geklagten heran und fragte ihn, ob er Arbeit suche, und als dies spieler überlegten, wo man ihn finden könnte, ertönte von der wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und verfassungsmäßigen Beziehungen verneint wurde verwies derselbe den Beich von dem Weg. Dieser Der Rufer soll größeren Erfolg gehabt haben, als der Autor des Galerie der Ruf:" Habt Ihr schon im Affenhause nachgesehen?" unter Anwendung staatlichen Zwanges gerichtet. Die Erörterung leistete Folge. Angeklagter wendet ein, daß die Arbeiter der Elek eines solchen Programms enthalte daher zweifellos eine Erörterung trischen Werte, auch Arbeiter der Motardschen Lichtfabrik, fowie politischer Gegenstände. Der Verein habe danach den Zweck eines andere Personen diesen Weg passieren, und da seine Papiere fich Liebet cure Feinde! In Wasquehal bei Lille tam es bei ber solchen im Sinne des§ 8 des Gesetzes gehabt. Es müsse auch an- noch bei der Fabrikleitung der Siemens- u. Schuckertwerte be- Kircheninventaraufnahme zu stürmischen Auftritten. Ein Priester genommen werden, daß die anderen Vorstandsmitglieder die An- fanden, er also noch nicht entlassen war, so hielt er sich für befugt, schlug den Polizeikommissar, weil derselbe in der Kirche den Hut fichten Walter Kargs und Krügers ge billigt hätten. Die Angeklagten legten Revision beim Kammergericht ein, vor für schuldig. Er meint, jeder Arbeiter habe gewußt, daß die Fabrik- ments Loire Inférieure, Bonnet, wurde feines Postens enthoben, den Weg zu betreten. Der Amtsanwalt Wolf hält den Angeklagten aufbehalten hatte; er wurde sofort verhaftet und nach dem Untersuchungsgefängnis in Ville gebracht. Der Präfekt des Departe dem sie Rechtsanwalt Roth vertrat. Es wurde geltend gemacht: Selbst leitung polizeiliche Hülfe in Anspruch genommen, daß streikende weil er die Weisungen des Ministers des Innern betreffend die das Landgericht habe erklärt, daß weder die Statuten noch die Tätigkeit Arbeiter diesen Weg nicht betreten sollten, damit die Arbeitsdes Vereins einen Schluß zulassen, es wäre ein Verein gemäß§ 8. willigen vor den Streitposten geschüßt würden. Kircheninventaraufnahmen nicht mit der entsprechenden Entschieden. Zu einer Tätigkeit des Vereins sei es ja übrigens gar nicht ge- Er beantragte 5 M. Geldstrafe. Das Gericht erkannte auf heit durchgeführt habe. kommen. In den nur in Betracht kommenden Monaten Januar und Freisprechung, da der Angeklagte sich für berechtigt halten Montag, den 26. November, abends 8%, Uhr, bei Renfer, Helden. Februar 1906 habe die Polizei durch ihren fortwährenden Kampf fonnte, den Weg zu passieren, weil auch andere nicht in den dortigen feldstraße 17: Außerordentliche Versammlung der Heimarbeiterinnen ber gegen den Verein eine Tätigkeit desselben unmöglich gemacht. Werken beschäftigte Personen denselben gingen, und weil die Blusen, Schürzen und Strawattenbranche. Vorträge, Unterrichtskurse usw. hätten gar hätten gar nicht stattfinden Papiere des Angeklagten sich noch bei der Fabrikleitung befanden, tönnen, und schon am 2. März habe ihm die Polizei er also noch gar nicht aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden war. das Lebenslicht ausgeblasen. Es hätte somit Freisprechung erfolgen müssen. Statt dessen operierte der Vorderrichter in Minderwertige Düngemittel und die Landwirtschaftskammer. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, der mitgeteilten Weise mit der Person Krügers, mit den von diesem im öffentlichen Leben vertretenen Jdeen, seiner Parteitätig 12. Juni der Kaufmann Paul Rohkrämer vor dem Land- Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Wegen öffentlicher Beleidigung hatte sich am eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 7 bis 9 Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. keit uſtv. Und daraus ziehe er dann seinen Schluß auf den Charakter Der bei der Landwirt- Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort des Vereins. Das wäre ganz unzulässig. Es gebe viele neutrale gericht Erfurt zu verantworten. Vereine, wo Männer mitwirkten, die außerhalb des Vereins haftskammer in Halle a. S. angestellte Leiter der kultur- wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. technischen Versuchsstation und Redakteur der Landwirtschaftlichen O. 23. 1864. 1. bis 3. Wenn der Inhalt Ihres uns nicht bekannten enragierte Parteimänner seien, und es falle niemand ein, die Vereine Wochenschrift", Dr. M., hatte in diesem Blatte einen Artikel Bertrages nicht entgegen steht, tönnen Sie auf Herstellung der Heizanlage nach den Ideen solcher Personen zu bezeichnen. Minderwertige Düngemittel" veröffentlicht. Darin hatte er die flagen und die Miete so lange einbehalten. 4. Jede Art Beweis ist zulässig, würde eine theoretische Belehrung über ein Parteiprogramm noch von der Firma des Angeklagten gelieferten Düngemittel als minder- ratsam ist es, das Gutachten eines Bausachverständigen beizufügen. teine Politik sein. Der erste Strafsenat des Kammergerichts verwertig und nicht empfehlenswert bezeichnet. Der Angeklagte hatte G. 2. 20. Die Berufsgenossenschaft hat nur mit Entschädigung von Un. warf jedoch die Revision mit folgender Begründung: Es darauf in einem anderen Blatte geantwortet und darin unter fällen es zu tun. Die einzelnen Gesellen werden nicht angemeldet, sondern der gesamte Betrieb. Werden in Ihrem Betriebe weder Maschinen verwendet ohne Rechtsirrtum festgestellt, daß der anderem den Satz gebraucht:" jeit langer Zeit, che die Weisheit noch durchschnittlich mindestens zehn Gefellen beschäftigt, so gehört der Bebezweckte, in Versammlungen politische Gegenstände zu erörtern. des Dr. M. die Welt beglückte". Dadurch sollte er den Dr. M. trieb nicht zu den versicherungspflichtigen. Auskunft, ob er zu einer BerufsF. R. 20. Die Der Vorderrichter gehe davon aus, daß die Lehren der Sozialdemo- beleidigt haben. Strafantrag hatte als amtlicher Vorgesetzter der genoffenschaft gehört, erhalten Sie bei der Polizeibehörde. fratie an sich die Tendenz hätten, staatliche Einrichtungen zu ändern. Borsibende der Landwirtschaftstammer gestellt. betreffende Staffe ist uns nicht bekannt. Studieren Sie vor dem Eintritt in Heimarbeit. 1. Leider nein. 2. Eine Aus der Feststellung ergebe sich, daß die Versammlungen bestimmt Das Gericht kam aber zur Freisprechung, da es in jenen Worten dieselbe genau die Statuten. M. W. 33. Die Kündigung würde als gültig B. 500. Nein. Streit 100. 1. In fünf gewesen seien, nicht etwa eine theoretische Uebersicht zu geben, sondern objektiv keine Beleidigung erblickte und auch annahm, daß der An- Staffe tritt nicht ein. H. 3. Nein. agitatorisch dahin zu wirken, daß die Jugend mit den Lehren geflagte nicht die Absicht der Beleidigung gehabt habe. Die Re- erachtet werden. 23. 25. 1. Das Pflichtteil beträgt die Hälfte der gefeßlichen Erbportion. bekannt und in der Anwendung der Lehren geschult vision des Staatsanwalts wurde am Donnerstag vom Reichs Jahren. 2. Fragen Sie an einem der Gesangsabende an. 2. Nein. D. S. 1. Dem Testament fehlt das Datum und die Unters In welcher Weise der Vorderrichter seine gericht als unbegründet verworfen. Es ist gerade kein gutes Zeichen für die Wirksamkeit einer schrift. Ein Beispiel und eine Anleitung zu einem wechselseitigen Testament lleberzeugung gewonnen habe, dürfe der Revisionsrichter Landwirtschaftskammer, wenn sie es für nötig erachtet, eine Kritik finden Sie in dem in den öffentlichen Bibliotheken ausliegenden Arbeiter nicht nachprüfen!-der Arbeiten ihrer Angestellten durch Beleidigungsklagen zu be- recht"( Anhang: Führer durch das Bürgerliche Gesetzbuch, Seite 238, Nr.55). 5. B. 49. 1. Nein. 2. Ja. 3. Das ist ber antworten. Noch weniger Ruhm erwirbt eine Staatsanwaltschaft, 2. Uns nicht bekannt. die solche Beleidigungsflagen im öffentlichen Interesse erhebt. Der schieden: Sie müßten den Sie intereffierenden Fall unter Angabe, wann und wo die Heirat stattgefunden hat, schildern. Runge. 1. Ohne andwirtschaft ist nicht durch schlechte Anklagen, sondern durch gute Kenntnis der Atten nicht zu beantworten. 2. Nein. 3. Wenden Sie sich Düngemittel gedient. an das Arbeitersekretariat, Engel- Ufer 15. 4. Ja, Sie können sich aber außerdem behandeln lassen. A. M. Nein. C. N. 11. Ja. St. 26.§ 365 des Str.-G.-B. bedroht mit Geldstrafe den, der in einer Schantstube oder an einem öffentlichen Vergnügungsort über die gebotene Bolizeiftunde hinaus verweilt, wiewohl der Wirt oder ein Polizeibeamter ihn zum Fortgehen aufgefordert hat. Strafbar ist auch der Wirt, welcher wie das Gericht zu der Ueberzeugung von der begangenen Straftat gelangt, ist unerheblich. fei werden sollte. Im übrigen Verein Das übertragene Hausrecht, eine unbrauchbare Waffe gegen Streifposten. " Ein katholischer Priester als Schwindler. Stüdes. Briefkaften der Redaktion. Anläßlich eines längere Zeit währenden Streits in der Pianofabrik von Bell u. Co.( Neugebauer Nachflg.), Andreasstr. 32, führten die Inhaber des Geschäftes einen erbitterten Kampf gegen die Streikposten. Eine besonders schneidige Waffe für diesen Vor dem Landgericht München I hatte sich der 29 Jahre Kampf glaubten die Firmeninhaber sich dadurch geschmiedet zu alte katholische Priester Sugo Wopfner von Atting wegen Behaben, daß sie sich von der Baugesellschaft Union, der Besizerin des Grundstückes, auf dem sich die Werkstätten von Bell u. Co. befinden, trugs und Urkundenfälschung zu verantworten. Er war der ihm das Hausrecht übertragen ließen. Außer den Arbeitsräumen der zur Last gelegten Betrügereien geständig und verteidigte sich damit, Firma Bell u. Co. befinden sich auf dem betreffenden Grundstück daß er von seinen Angehörigen wider seinen Willen zum geistlichen verschiedene Fabriken, in denen etwa 2000 Arbeiter tätig sind. Da Berufe gezwungen wurde. Wopfner wurde zu 1 Jahr 6 Mo- Schokoladenhandlung. naten Gefängnis verurteilt. das Grundstück noch einen zweiten Eingang vom Grünen Weg hat, so wird es vom Publikum ungehindert als Verbindungsweg zwischen der Andreasstraße und dem Grünen Weg benußt, und zwar mit um so größerem Recht, als sich im Hofe des Fabrifgrundstückes eine Gastwirtschaft befindet und auch ein daselbst befindliches Postamt Vermischtes. das Verweilen seiner Gäste über die gebotene Polizeistunde hinaus duldet. 5. November. D. 2. 333. 1. und 2. Sofern nicht die uns nicht be. Stanniol. Benden Sie sich an irgend eine G. Schwarz. Der Sühnetermin findet por dem Amtsgericht statt, der klagende Ehegatte hat zu laden. Zwedmäßig ist es, die Heiratsurkunde mitzubringen. Beiteres ist nicht erforderlich.- R. A. 43. Uns nicht bekannt. D. S. Adoptieren fönnen Sie, wenn Sie feine ehelichen Kinder haben. Der Adoptierende soll 50 Jahre alt sein, doch ist Dispensation zulässig. Der Vertrag ist gerichtlich oder notariel von beiden Seiten des Durchganges aus erreicht wird. Obgleich darüber erzählt Harden in seiner Zukunft": Wie der Kaiser von der Geburt feines Gutels erfahren hat, zu schließen und vom Amtsgericht zu genehmigen. Roftenpunkt 50 Mart. S. 703. Der Einwand ist zulässig, die kritische Zeit ist 7. Juli bis hiernach das Grundstück als ein öffentlicher Verkehrsweg angesehen Juli 1906. Die Kronprinzessin hat ihrem Mann einen Knaben tannte Versicherungspolize Gegenteiliges bestimmt. 3. 3a. E. S. 75. werden muß, hat die Besizerin kein Bedenken getragen, der Firma geboren. Den Kaiser, der auch diesmal der erste Gratulant sein 1. Uns nicht bekannt. Wenden Sie sich an die Landschaftskaffe. 2. Nein. Bell u. Co. eine Vollmacht zu erteilen, wonach jedem Teilhaber der möchte, hat auf der Hochsommerreise die frohe Kunde noch nicht 5. 88. 1. Amtsgericht Berlin- Wedding. Am besten geben Sie die Klage Firma das Recht übertragen wird, Personen, welche widerrechtlich erreicht. Als er in Bergen landet, fommt Herr Oskar Stübel, in der Anmeldeſtube Grunerstraße zu Protokoll auf 2. Bein. 3. Die Höhe M. A. 35. Ihre Frau soll auf dem Grundstück verweilen, gemäß§ 123 des Strafgesetzbuches her beim norwegischen König beglaubigte Gesandte des Deutschen der Stoften richtet sich nach dem Objekt. P. 2. 12. Auf ( Hausfriedensbruch) zu entfernen. Reiches, mit dem Konsul Mohr an Bord der„ Hamburg". Herr beim Gewerbegericht auf Zahlung des Lohnes flagen. Mit diesem Schein in der Tasche ging nun einer der Firmen- Stübel, der an dem Abschluß schlechter Verträge und an mancher Grund einer vollstrecbaren Ausfertigung kann dreißig Jahre lang inhaber, Herr Schüße, gegen die Streikposten vor. Zunächst stellte anderen tropischen Torheit mitschuldig ist, hat, seit die Kolonial- gepfändet werden. Gläubiger, deren Forderung im Stonkurs festgestellt iſt, erhalten solche Ausfertigung. Die Forderungen selbst verjähren er sich den Streikenden, welche sich in der auf dem Grundstück be- flandale die Welt mit Lärm und Stant erfüllen, den Monarchen je nach der Art ihrer Entstehung( Sauf, Darlehen, Lohnforderungen usw.). findlichen Gastwirtschaft aufhielten, als wohlbestallten Inhaber des nicht mehr gesehen und am furchtbaren Tag des Gerichts nun das B. 94. 1. Ja. 2. Der Beweis des Zusammenseins in der fritischen Hausrechtes vor und später wies er jeden derselben, der auch nur Köpfchen verloren. Troß der Vorbildung als Mathematiker und Zeit genügt. R. 7. Berlangen Sie Erfüllung, drohen Sie, daß Sie den Versuch machte, den Hof zu betreten, vom Grundstück, wobei er Jurist zittert er bor der ersten Begegnung mit dem Allmächtigen, nach fruchtlosem Ablauf einer bestimmten Frist auf Kosten des Verkäufers gelentlich auch durch einen Schußmann unterstützt wurde. der ihn selig sprechen und verdammen kann. Wird aber gnädig die Nachpolitur vornehmen lassen würden, führen Sie die Drohung aus Einer der Streifenden, Tischler Ohst, hat auf Antrag des empfangen und, mit seinem Begleiter, zur Mahlzeit geladen. Als und lagen Sie die Stoſten ein.- Unwiffend. Herrn Schüße einen polizeilichen Strafbefehl erhalten, bas Tischgespräch einen Augenblid ffodt, sagt der Konsul:" Der verordneten- Bersammlung, lekte Instanz Oberverwaltungsgericht. wodurch ihm für zwei Fälle, wo er der Aufforderung des Fabri- reiche Fahnenschmuck der Stadt wird Eurer Majestät gezeigt haben, Wasserstand am 24. November. Elbe bei Auffig Meter, bei fanten Schüße, das Grundstück zu verlassen, nicht Folge leistete, welchen Anteil die Bevölkerung an der Geburt Allerhöchstihres Dresden 1,32 Meter, bei Magdeburg+1,10 Meter. Unstrut bei Der Kaiser schlägt mit der Faust Straußfurt Meter. je 30 M. Strafe auferlegt werden. Ohst beantragte richterliche Entels nimmt Dder bei Brieg+1,80 Meter. Entscheidung, die Angelegenheit tam infolgedessen am Sonn- auf den Tisch, daß die Teller und Gläser flirren. mündung+1,20 Meter. Und zu dem neben ihm bei Breslau Unterbegel Gulenburg!" abend bordem Schöffengericht zur Verhandlung. Einen Entel?. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 1. Nein. 2. Stadt Oder bei Ratibor+0,99 Meter. 1,44 Meter. Neiße Dder