Nr. 277. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 0, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland B Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere ort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafa stellen Anzeigen das erste Wort 10 Pfg., jebes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm breffe: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Koloniale Schwindelbilanz. Mittwoch, den 28. November 1906. # Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Kolonien zu verfahren, um auch dort zu einer befriedigenden Bilanz zu gelangen! Die russische Revolution. Zur Frage der Wahlbündnisse. ländlichen Grundbefizes betrüge 3 Proz. Das Gut repräsen tierte dann also bei Kapitalisierung der 10 000 m. Reinertrag einen Wert von 300 000 M. Die Denkschrift aber würde bei Zur Kennzeichnung dieser schwindelhaften kolonialen ihrer Methode einen Wert von 1 800 000 M. herausrechnen. Sie Bilanz führt die Denkschrift selbst aus, daß im Grunde seit würde nämlich außer dem Reinertrage auch noch einmal den 1900 die Mehrausgaben Frankreichs für Algier von Die kritischen Gesichtspunkte, die wir bei unserer Be- Bruttoproduktionsertrag von sagen wir 50 000 M. 434 auf 534 Milliarden angewachsen seien! Die neue Form sprechung der schwindelhaften Kolonialbilanz des neuen mit 3 Prozent kapitalisieren, also einen weiteren Wert von der Kolonialbilanz hat also weiter kein Ergebnis gehabt, als Kolonialturses hervorgehoben haben, sind auch von der 1 Millionen hervorzaubern. Das Gut wäre dann also nicht die Tatsache zu verschleiern, daß, während von 1830 bis 1900 bürgerlichen Presse nachträglich als berechtigt anerkannt nicht 300 000 m. wert, sondern 1800 000 m. So grotest das durchschnittliche Defizit der Kolonie jährlich 60 Millionen worden. So hat man ebenfalls darauf hingewiesen, dies Beispiel sich ausnimmt, so gibt es doch durchaus betrug, es in den letzten sechs Jahren durchschnittlich mehr daß die Rentabilität des fistalischen Kapitals, das getreu die koloniale Berechnungsmethode der Dentschrift als 150 Millionen pro Jahr betragen hat! Wäre diese ideale zumeist in Eisenbahnen angelegt ist, nur solange ge- wieder! Form folonialer Bilanzierung in den letzten Jahren auch für sichert ist, als militärische Operationen großen Aehnliche Schwindelmethoden liegen auch den übrigen Südwestafrika eingeführt gewesen, so würden sich Stiles zu unternehmen sind. Des weiteren hat man her- Berechnungen der Denkschrift zugrunde. Zwar behauptet die möglicherweise die Einnahmen und Ausgaben gegenseitig vorgehoben, daß von den 142 Millionen gesellschaft- Nordd. Allgem. 8tg.", daß die 142 Millionen gesellschaft ausgeglichen haben. Die mehr als 300 Millionen Mark, die licher Kapitalien sicherlich der größte Teil nur auf dem lichen Kapitals wirklich angelegt seien. Allein sie unter der Krieg in den letzten Jahren verschlungen hat, wären Papier stehe, nicht aber bereits werbend angelegt läßt es wohlweislich, die Gesellschaften, ihr Kapital dann einfach im allgemeinen Reichsetat verrechnet fei. So hat man schließlich auch unser Argument akzeptiert, und die Art der Anlage dieses Kapitals im einzelnen worden. Die Kosten für das deutsche Volk wären also um daß die Berechnung des Kapitalwertes von 616 Millionen Mart nachzuweisen. So lange sie das aber nicht tut, ist man feinen Pfennig niedriger gewesen, wohl aber hätte der durch Kapitalisierung der Exportproduktion ein ganz unmögliches nach den sonstigen Ungeheuerlichkeiten der Denkschrift durchaus Kolonialdirektor mit behaglichem Schmunzeln auf das„ GeErempel sei. Stelle diese Exportproduktion doch bereits die Ver- berechtigt, auch diese Behauptungen für unerwiesene und deihen" unserer herrlichen Kolonie Südwestafrika" hinzinsung des unter den 370 Millionen gebuchten Kapitals dar! unerweisliche zu erklären! weisen fönnen! Diefer lettere Schwindel, der gestern noch in der„ Nord- Aber auch die zweite Dentschrift, die einen Vergleich Man sieht, das Kolonialamt gibt in seinen beiden Denkdeutschen Allgem. 3tg." offiziös verteidigt wurde, ist der deutschen Kolonialentwickelung mit der Entwickelung schriften nicht nur ein Musterbeispiel kolonialen Bilanzselbst dem kolonialfreundlichen Mosse- Blatt zu arg. Das der französischen Kolonie Algier zieht, leistet das schwindels, sondern es mutet dem Reichstag obendrein zu, ,, Berl. Tagebl." müht sich vergebens, hinter die Geheimnisse Ungeheuerlichste an Entstellung. Welche Abgeschmacktheit diesem Schwindel dadurch sein Placet aufzudrücken, daß es dieser famosen Rentabilitätsberechnung zu kommen. Es ist es zunächst, unsere Fieberkolonien und Sandwüsten mit ihrer nach französischem Muster die koloniale Bilanzverschleierung druckt den betreffenden Absatz der Denkschrift nach, in dem ausschließlich eingeborenen Bevölkerung überhaupt in zum System erhebt! ausgeführt wird, daß man zu einer Summe von einem Atemzuge mit Algier zu nennen! In unseren Die morgen beginnende Kolonialdebatte wird ja zeigen, 616 Millionen Mart fomme, wenn man die Exportproduktion Stolonien befinden sich insgesamt 7000 Weiße, wovon wiederum inwieweit sich die bürgerlichen Parteien, speziell das der Schutzgebiete mit 5 Prozent fapitalisiere und davon der größte Prozentjaß auf Beamte, Missionare und Zentrum, zum Mitschuldigen des kolonialen Schwindels und 2 Prozent für eigenen Verbrauch und für Verlust von Produkten Mitglieder der Schußtruppe entfällt. Und das nach der kolonialen Boltsausplünderung machen wollen! abziehe. Nehme man als Prozentsatz für die Stapitalisierung 20 Jahren Kolonialpolitik: Algier dagegen zählte unter seinen nur noch 3 Proz., ziehe man ferner von dem Werte des 5 Millionen Einwohnern bereits im Jahre 1901 641 000 Europäer, Exportes alle diejenigen Artikel ab, die nicht durch Pro- und bereits vor 40 Jahren, im Jahre 1866, betrug die Zahl duktion, sondern durch Okkupation erworben würden, wie der in Algier ansässigen Europäer 112 000. Der UnterElfenbein, Felle usw., so ergebe sich der genannte Betrag von schied zwischen unseren Stolonien und Algier erhellt ferner aus 616 Millionen. der Tatsache, daß es in Algier zwei Städte mit 100 000, eine Der Beschluß der Sozialdemokratie, sich an den Dumawahlen Aus diesen Ausführungen ist absolut nicht zu ersehen, mit 50 000, zwei mit 40 000, zwei mit 30 000 und zwei mit zu beteiligen, hat der Frage über ihre Stellung zu den bürgerlichen ob die 616 Millionen durch Kapitalisierung der Erport 20-30 000 Einwohnern gibt, während wir in unseren Kolonien Parteien neue Gestalt verliehen. Sie spißt sich jetzt auf die Frage produktion zu 5 oder aber zu 3 Proz. gewonnen werden. Bei auch nicht einen einzigen Flecken haben, dem überhaupt der Wahlbündnisse und Wahlabkommen zu. Für die russische Sozialder Kapitalisierung zu 5 Proz. würde die Exportproduktion den der Name einer Stadt gebührte! demokratie ist diese Frage von größerer Wichtigkeit, als sie vielleicht zwanzigsten Teil der 616 Millionen, also rund 30 Millionen Doch weiter. Die gesamte Ausfuhr aus unseren ie für eine Partei gewesen ist. Die Gründe dafür find doppelter betragen. Nimmt man die Kapitalisierung von 3 Prozent, so Kolonien beträgt 26 Millionen, wovon wiederum nur Natur. Einerseits liegen fie in der allgemeinen politischen Situation müßte die Exportproduktion auf rund 20 Millionen bewertet 17,6 Millionen nach Deutschland ausgeführt werden. Die des Augenblicks, andererseits spielt hier das verworrene und berworden sein. Nun behauptete aber die„ Nordd. Allgem. Ztg." Ausfuhr Algiers dagegen betrug im Jahre 1904 290 Millionen zwickte Wahlsystem mit. in ihrer offiziösen Verteidigung der konfujen tolonialen Mart. Die Einfuhr Deutschlands nach seinen Kolonien Die allgemeine politische Situation wird vor allem gekenns Schwindelrechnung, daß die 616 Millionen nur das Zwölf- betrug im Jahre 1905 34 Millionen Mark. Die Ausfuhr nach zeichnet durch das Bestreben der Regierung, mit allen, wenn es fache der Produktion betragen sollten. Durch diese Darlegung Südwest afrita partizipiert daran allein mit 18% geht:" gefeßlichen" und wenn es nicht geht: auch ungefeßlichen wird die ganze Berechnung nur noch blödsinniger, denn Millionen, eine Folge des südwestafrikanischen Mitteln eine gehorsame, gefügige Duma zusammenzubringen, die dann müßte ja der Berechnung ein Export von 50 Millionen Krieges, denn im Jahre 1903 betrug die deutsche Einfuhr Türen des Taurischen Palais nicht nur der Sozialdemokratie und Mark zugrunde liegen. Das Berl. Tageblatt" fann sich so nur 44 Millionen. Unter normalen Verhältnissen hätte der Arbeitsgruppe", sondern auch den Kadetten, ja womöglich sogar flaren Tatsachen beim besten Willen nicht verschließen. Es also die deutsche Einfuhr 1905 nur etwa 20 Millionen be- den unschuldigen„ friedlichen Erneuerern" zu schließen. Der Zweck erklärt deshalb diese Berechnung in unangebracht höflicher tragen. Dem gegenüber betrug 1904 die Einfuhr Frank- dieses Vorgehens ist flar: Die gefügige Duma foll Selbstmord beWeise für irrtümlich". In Wirklichkeit ist diese Berechnung reich 3 nach Algier 160 Millionen Mart! Die gesamte gehen, fie soll ihr eigenes Grab schaufeln, sie soll der Regierung aber keineswegs irrtümlich, sondern offenbarer Schwindel! Ein- und Ausfuhr unserer Kolonien beträgt 60 Millionen helfen, das vor einem Jahre erkämpfte winzige Körnchen Volksvertretung Der ganze Export unserer Stolonien( mit Ausnahme von Mark, während die Ein- und Ausfuhr Algiers einen Wert zu vernichten. Gelänge dieser teuflische Plan, dann würde Kiautschou, das ja auch die Denkschrift selbst aus ihren von 510 Millionen Mark repräsentiert. Aber auch bereits für Rußland-wohlgemerkt unter der Zustimmung und dem Berechnungen ausschaltet) betrug 26 Millionen. Verzwölffacht im Jahre 1877, also vor rund 30 Jahren, belief sich der Wert Segen der„ Volksvertretung"- eine Periode der Reaktion anman diese Summe nach der Anweisung der„ Nordd. Allgem. der Ein- und Ausfuhr Algiers auf 280 Millionen Mark. brechen, mit der verglichen die Aera Stolypin im rosigen Lichte Zeitung", so fommt erst der Betrag von 312 Millionen her- Man sieht also, welch beispiellose Kühnheit dazu gehört, einen erschiene. aus, also nur die Hälfte der Summe, die die Denkschrift in Kolonialbesig wie Algier mit unserem deutschen KolonialDie Sozialdemokratie hat natürlich alle Ursache, zu wünschen so mysteriöser Weise herausrechnet. Aber die Berechnung der befit vergleichen zu wollen! und zu erstreben, daß dieser Rückschlag nicht eintritt, daß die Duma Dentschrift wird noch rätselhafter, wenn man von diesen In einem Punkte allerdings können wir den Aus- eine den Hoffnungen der Regierung entgegengesetzte wird, mit anderen 26 Millionen Export alle diejenigen Posten abziehen führungen der Denkschrift durchaus zustimmen. Darin Worten: daß die linken, die revolutionären und oppofitionellen wollte, die er angeblich nicht mitberechnet haben will: nämlich, daß auch Algier für die französische Nation einen Elemente in ihr möglichst stark vertreten sind. Daraus ergibt sich nämlich den Export von Elfenbein, Fellen, opal, folonialen Schröpfkopf schlimmster Art darstellt. Aber diese nun, daß der Gedanke an eine gegenseitige Unterstützung zwischen Kuriositäten, sowie 50 Proz. des Holz- und des Tatsache hat die Denkschrift nicht erst zu entdecken brauchen, Sozialdemokraten und bürgerlichen Demokraten auftauchen mußte Kautschuferportes! auf sie ist gerade von der Sozialdemokratie wieder für Fälle, in denen eine Zersplitterung der Wählerstimmen den Aber selbst, wenn die aufgemachte Rechnung ebenso richtig holt hingewiesen worden, um die Unsinnigkeit der kapitalisti- Sieg eines reaktionären Kandidaten, eines Oktobermannes oder gar wäre, wie sie falsch ist, wäre sie noch immer nichts anderes, schen Kolonialpolitik, ihre Unverträglichkeit mit einer ver- eines Echt Russischen" herbeiführen könnte. Selbst die Unterstützung als eine Schwindelrechnung unverfrorenſter Art. Nach nünftigen nationalen Wirtschaftspolitik zu beweisen. Mit der Kadetten rückte in den Bereich der Erwägungen; denn wie der Berechnung der Denkschrift sollen ja 370 Millionen Kapital Recht hebt die Denkschrift hervor, daß bis zum Jahre 1900 schwankend in der Taftit, wie unzuverlässig und gemäßigt ein Kadett rentabel angelegt sein; diese Rentabilität müßte doch zur die Ausgaben Frankreichs für Algier die Einnahmen auch sein mag, jedenfalls ist er das kleinere Uebel" im Vergleich Hauptsache in dem Export zum Ausdruck kommen, so weit aus dieser Kolonie um 434 Milliarden überstiegen. mit einem brutalen Reaktionär. Nicht zu vergessen ist auch, daß die wenigstens Farmer, Plantagen- und zum guten Teil Ob selbst die Ansiedelung von Hunderttausenden von russische Sozialdemokraftie ja in die Duma geht 1. um sie agi auch das Handelskapital in Frage kommt. Nun soll Franzosen in Algier, ob die Anlage eines sich auf Milliarden dieser Export aber noch einmal dazu dienen, unt das Vor- belaufenden französischen Kapitals in der Kolonie, ob der handensein eines weiteren Kapitals von 616 Millionen Gewinn aus den Handelsbeziehungen mit der Kolonie diese Mart zu beweisen! fünf Milliarden, die von den französischen Steuerzahlern aufAber noch mehr des ungeheuerlichen Schwindels. Die gebracht werden mußten, aufwiegen, ist eine Frage, die wir 26 Millionen Gesamt export stellen doch keineswegs einen zu allerlegt mit ja beantworten möchten! Netto ertrag dar. In ihnen stecken, ganz abgesehen von Aber die Denkschrift des Kolonialamts weist nicht nur Die verhältnismäßig leicht zu überblickende Situation wird nun dem Anlagefapital, doch noch bedeutende Pro- nach, daß auch Frankreich Milliarden für Algier verpulvert durch das herrschende Wahlsystem ungemein verwirrt: Stadt, Land, duktionskosten: Arbeitslohn, Transport hat, sondern sie zeigt auch den Weg, wie Deutschlands Arbeiterschaft, alles wählt durcheinander. Wo soll und darf da das toften usw. Zieht man von dem Bruttowert diese Pro- Stolonialpolitik saniert" werden könne. Man müsse es nur Busammengehen mit den demokratischen bürgerlichen Barteien einduktionskosten ab, so würde der Reinertrag schwerlich ebenso machen, wie Frankreich mit Algier. Dort habe man segen, und wo soll es wegfallen? Bur Beantwortung dieser Frage hinreichen, um auch nur eine winzige Berzinsung der nämlich seit 1900 ein Spezialbudget für Algier aufgestellt, kann das Vorgehen der Sozialdemokratie in Westeuropa, in den 370 Millionen zu ergeben, die die Denkschrift in ihrem ersten aus dem die gesamten Militärlasten für die Kolonie sowie Ländern mit einer längeren parlamentarischen Erfahrung, nicht als Teil herausrechnet. Dabei soll aber dieser Exportwert nicht die Zahlung der Zinsgarantien bezw. Subventionen der Beispiel in Betracht kommen. Da z. B. in Deutschland- nicht nur diese 370 Millionen als rentabel erscheinen lassen, sondern Eisenbahnen in Höhe von 80 Millionen Mark jährlich ent- bie relative Mehrheit entscheidet, sondern die absolute erforderlich auch noch ein weiteres Kapital von 616 Millionen hervor- fernt worden feien. Diese Ausgaben feien einfach vom ist, weshalb oft Stichwahlen stattfinden, so braucht die Sozialdemozaubern! französischen Staat übernommen worden. Durch tratie oft erst in der Stichwahl ihre Entscheidung zu treffen. Im Veranschaulichen wir die famose Schwindelrechnung der diese Sanierung" des algerischen Budgets habe man das ersten Wahlgang tritt sie selbständig auf. Anders in Rußland, wo in Dentschrift resp. ihrer Verfasser durch ein Beispiel. Nehmen glänzende Ergebnis gewonnen, daß seit 1900 die Ein- sämtlichen Wahlgängen die einfache Majorität entscheidet und wir an, ein Landgut brächte 10 000 m. Reinertrag, nahmen die Ausgaben um insgesamt 26 Millionen über- leine Stichwahlen stattfinden! Daher wird die ruffische Sozialnehmen wir ferner an, die durchschnittliche Verzinsung des stiegen hätten. Man brauche nur ähnlich bei unseren demokratie wieder mehr ols einmal das Rünalein an der Wage " " tatorisch auszunuzen, 2. um sie zu einem Mittelpunkt der Organifation der Voltsmassen zu machen. Daß diese Aufgaben durchaus auf dem Gebiete des Erreichbaren liegen, hat bis zu einem gewissen Grade das Beispiel der alten Duma gezeigt. Aber die unerläßlichen Borbedingungen sind natürlich ein Borwiegen der linken und die Zurüddrängung der rechten Elemente. Bilden und den Sieg dieser oder jener Partei entscheiden, wie z. B., Der Staatssekretär erscheint dem Redner als gefesselter| Dazu fommen noch 10 Millionen Doppelzentner Noggen. Hierfür bei den letzten Dumawahlen in Moskau die Arbeiterivahlmänner Prometheus"! Uebrigens zeigte sich hierin der Redner zu ist ein Einheitssatz von 1 M. Mahlkosten eingesetzt, so daß sich für durch Abkommen mit den Kadetten die Oktobermänner durchfallen sehr als Optimist, denn Posadowsky befundete es bekanntlich den deutschen Konsum die Gesamtmahltoften auf 369 Millionen Mart ließen. Daß ähnliche Fälle bereits im ersten Wahlgange bei als seine eigene Meinung, daß dieses Monstrum von Gesetz- stellen. Würden die unrationellen fleinen und kleinsten Betriebe der Wahlmännerwahlhäufig genug vorkommen werden, entwurf eine Grundlage für ein Reichs- Vereinsgesetz und was ausgeschaltet, dann könnte, wenn man den jetzigen Saz der Großwird durch verschiedene statistische Aufstellungen als unzweifelhaft sonst noch für gute Zwecke sein werde! mühlen zugrunde legt, eine Ersparnis von 134 Millionen Mark pro dargetan. Schematisch läßt sich ein solcher Fall etiva folgender- Graf Posadowsky unternahm es nun noch einmal, Jahr gemacht werden. Die Erdrosselung der Großmühlen würde maßen darstellen: Ein Oktobermann" erhält 6000, ein„ Kadett" dem Entwurf die beste Seite abzugewinnen, und er deklarierte natürlich die entgegengefegte Preisentwickelung, eine folossale Erhöhung 5000, ein Sozialdemokrat 4000 Stimmen; würden Kadetten zu diesem Zweck Einzelbestimmungen in beschönigender Weise. der Mahlkosten zur Folge haben. und Sozialdemokraten zusammengehen, so wäre der Oktober- Diese Art Besprechung gehört in die Kommissionsberatung, Man sollte num meinen, den Agrariern könnte es gleichgültig mann durchgefallen; infolge der Bersplitterung der Stimmen ist aber ihre Wahl beweist, wie schwer es dem Redner wurde, fein, ob das Getreide in großen oder kleinen Mühlen bermahlen er als Sieger hervorgegangen, während z. B. in Deutschland den Geist des Gesetzes zu verteidigen. In seinen all wird. Ja, wenn es sich nur um die Müller handelte, dann würden erst noch Stichwahl zwischen ihm und dem Kadetten notwendig wäre. gemeinen Bemerkungen über den Entwurf fiel der Staats- die bündlerischen Mittelstandspolitiker, die für Riefengüter und große Wahlbündnisse können nun in zweifacher Form auftreten: Als sekretär völlig ab, und es erregte Heiterfeit auf der Linken, Agrargenossenschaften schwärmen, keinen Finger rühren. Weil aber die menschenfreundlichen Agrarier glauben, durch die allgemein für die ganze Wahlperiode gültige oder als für die als er erklärte, ein Verein erhalte den Charakter eines Geeinzelnen Wahlgänge gültige, mit Berücksichtigung der lokalen heim bundes, wenn der Behörde seine Existenz nicht Großmühlen würde der Getreideimport gefördert und dadurch die Berhältnisse von Fall zu Fall geschlossen. Es versteht sich von selbst, angezeigt und die Mitgliederliste nicht eingereicht werde! Wucherpolitik der Zöllner etwas gestört, so möchten fie unter dem daß die erste Form unbedingt zu verwerfen ist; denn sie Noch sonderbarer und ein Zeugnis von bureaukratisch ver- Schein mittelständlerischen Wohlwollens die Störer der Volksbedeutet für die Sozialdemokratie eine Einengung, eine Einfahrener Auffassung war die Erklärung des Redners: durch plünderei vernichten. Ja, daß man direkt Zollgaunerei betreibt, um schränkung ihrer Agitation auf das mit der betreffenden ver- das Gesetz solle die Freiheit der Mitglieder innerhalb besser preiswuchern zu können, deutet die erwähnte Eingabe ganz bündeten Partei vereinbarte nächftliegende Programm, zum Beispiel eines Vereins geschützt werden, eventuell gegen den Bereins- zarf in folgenden Ausführungen an: auf die vom sozialdemokratischen Standpunkte aus völlig unzureichende vorstand oder andere Faktoren. Antwortadresse der Duma auf die Thronrede, welche die Kadetten als Wahlplattform gewählt haben. Die Sozialdemokratie müßte fich in solchem Falle also auf ein gemäßigt- bürgerliches Programm beschränken, sie würde sich selbst der Möglichkeit berauben, vor den Massen ihr sozialistisches Programm, ihre Forderungen zu vers treten. Das wäre ein Schaden, der sich später schwer gutmachen ließe, zumal in Rußland, wo die Sozialdemokratie jede Gelegenheit zur Agitation beim Schopfe fassen muß. Die zweite in Betracht kommende Bündnisform gewährt der Sozialdemokratie relative Bewegungs- und Agitationsfreiheit. Da, wo sie hoffen kann, ohne fremde Hülfe durchzubringen, geht sie selbständig vor, wie z. B. im Kaukasus, der ja schon in die erste Duma Sozialdemokraten gefandt hat. Ebenso wären in der Arbeiterfurie feinerlei Wahlabkommen höchstens hier und da mit den Sozialrevolutionären notwendig, da die Arbeiterschaft allerorts unter dem vorherrschenden Einfluß der Sozialdemokratie steht. Auch in manchen Stadtbezirfen, wo ihr Erfolg sicher ist, wird die Sozialdemokratie selbstänbig vorgehen können. Wir erhalten foeben folgende Meldung: Nach diesen Reden versandete die Debatte. Von den Freisinnigen wandte sich noch der Abgeordnete Potthoff gegen den Entwurf. Der Bole Korfanty erklärte: wenn dieser Entwurf Gefeß werde, sei zu befürchten, daß die Polizei gegen die polnischen Arbeiter noch schikanöser vorgehen werde, als es jetzt schon geschehe. Der nationalliberale Abgeordnete Beumer magte es nicht, in gewohnter Weise die Regierung gegen die Arbeiter anzureizen, aber in seiner Feindseligkeit gegen die Arbeiter resp. die Arbeiterorganisationen konnte er es sich am Schlusse doch nicht verkneifen, die Vorlage als einen Gefeßentwurf zur staatlichen Organisation der Sozialdemokratie" zu bezeichnen! Beumer erntete für diese„ Entdeckung" die ironische Heiterkeit der Sozialdemokraten. Der Entwurf wurde an eine Kommission von 28 Mitgliedern verwiesen. " 1 Morgen Kolonialdebatte. siniste sids Wir halten uns verpflichtet, über diese Behauptung die volle Wahrheit freimütig auszusprechen. Seit girla 12 Jahren ist Deutschland aus einem Getreide importierenden Lande wieder ein Getreide exportierendes Land geworden. Die damals geschehene Aufhebung des Jdentitätsnachweises für Getreide hat die Folge gehabt, daß bei einer guten deutschen Ernte Roggen und Weizen in ganz ungeheueren Mengen aus dem Deutschen Reiche ausgeführt werden... Das aus dem Deutschen Reiche ausgeführte Getreide muß unbedingt ersetzt werden, ebenso auch noch das sich stets ergebende natürliche Manko der deutschen Gefreideernte. Der Getreidehandel, vor allen Dingen aber die Großmühlenindustrie, hat die Hochwichtige Aufgabe, den Ausgleich durch Einfuhr ausländischen Getreides wieder herzustellen. Nur diese verfügen über einiger maßen beträchtliche Getreidebestände. Würde diese Einfuhr nicht erfolgen, so würden wir in Deutschland innerhalb zwei Monaten eine Hungersnot haben. Das wäre dann der Gipfel der Weisheit der Antragsteller für die Zerstörung der Großmühlen." Die Brotwucherpresse wird diese Behauptungen natürlich als eine maßlose, gehässige, wahnwißige Verleumdung brandmarken. Man kann sich die Entrüstung sparen. Wenn die Zollpatrioten nichts zu fürchten haben, dann brauchen sie nur dem von der anklagenden Firma gemachten Vorschlage zuzustimmen. Diese schreibt nämlich in ihrer Eingabe weiter: „ Es würde sehr zu empfehlen sein, so schnell wie möglich eine genaue Aufnahme der Bestände von Brotgetreide im Deutschen Reiche vorzunehmen und zwar a) von inländischem Getreide, b) von ausländischem Getreide und c) von fertigem Mehl. Das Ergebnis dieser Aufnahme, davon sind wir fest überzeugt, wäre ein so erschreckendes, daß dann die Pläne der Antragsteller für die Umsagsteuer sofort von der Bildfläche verschwinden würden. Statt dessen würde die sofortige Ergänzung der Bestände zu den wichtigsten Aufgaben gehören..." Stichwahl im dritten Berliner Landtags- Wahlkreis. In einem den vorliegenden Ausführungen etwa entsprechenden Bei der heute vorgenommenen Erfahwahl im dritten Berliner Sinne haben sich in der Diskussion über die Wahlbündnisfrage die Landtags- Wahlkreis wurden nach dem offiziösen Depeschenbureau sogenannte„ Minorität" der ruffischen Sozialdemokratie mit Blechanoff 2442 Wahlmänner- Stimmen abgegeben. Davon entfielen auf den an der Spitze und der Jüdische Arbeiterbund ausgesprochen. Die freisinnigen Müller- Sagan 1117, auf den SozialdemoMajorität" dagegen hält nur die Wahlbündnisse mit den Sozial- fraten 2e debour 1112 und auf den Rechtsanwalt Ulrich( Fonrevolutionären und mit der Arbeitsgruppe für zulässig und lehnt fervativ) 211 Stimmen. Es ist demnach Stich woahl zwischen jedes Wahlabkommen mit den Kadetten ab. Jedoch steht die Frage Ledebour und Müller- Sagan notwendig, die am 4. Dezember stattfindet. noch im Stadium der Diskussion; sie soll auf einer Parteikonferenz Jm Jahre 1903 erhielt der freifinnige Randidat 1309 gelöst werden, deren wichtigsten Punkt sie zweifellos bilden wird. Stimmen und siegte damit im ersten Wahlgang über feine Gegner, von denen der Sozialdemokrat 1100, der Konservative 182 Stimmen erhielten. Im Vergleich zu damals hat also der Freifinn Zur Frage der Wahltaktik hat die allgemeine Partei 192 Wahlstimmen weniger erhalten, während die Zahl der sozial- Zu einer entschiedenen Ablehnung der projektierten Vernichtung konferenz der Sozialdemokratie Rußlands mit 18 gegen demokratischen Stimmen um 12, die der konservativen um 29 zu der Großmühlen tommt die Handelstammer Dortmund 14 Stimmen eine Resolution gefaßt, die sich gegen Wahl- nahm. Man sieht: der Freifinn hatte alle Ursache, nach dem aus folgenden Erwägungen:„ die geringere Qualität des in KleinBlocks, d. h. dauernde Wahlbündnisse mit anderen Ausfall der Wahlmännerwahlen von einer sozialdemo- und Mittelmühlen hergestellten Mehles und seine höheren ProduktionsParteien ausspricht sowie auch gegen jegliches Wahlabkommen tratifchen Niederlage" zu sprechen! foften bergen die Gefahr einer Ueberschwemmung Deutschlands mit in der Arbeiterfurie. Außerhalb der Arbeiterkurie sind Jm ganzen wurden diesmal 149 Stimmen weniger abgegeben, schlechtem ausländischen Mehl in sich. Oder, wenn die Mehleinfuhr Wahlabkommen mit oppofitionell- demokratischen Parteien statt- als im Jahre 1903. Diefes ganze Minus und darüber entfällt durch sanitätspolizeiliche oder ähnliche Vorschriften unterbunden haft; es können auch gemeinsame Kandidatenlisten aufgestellt auf den Freifinn. Er hat am schlechtesten abgeschnitten. Die werden sollte, ist eine empfindliche Mehl- und Brotverteuerung unSozialdemokratie hätte, nach dem Ausfall der partiellen Wahl- vermeidlich. Jedenfalls aber würde in dem einen wie dem anderen Auf der Konferenz waren vertreten: die beiden Fraktionen männerneuwahl, 70 Stimmen mehr erhalten müssen als 1903. Falle nach Wegfall der Großmühlen und ihrer großen Vorräte an der russischen Sozialdemokratie, der Jüdische Arbeiterbund, die Daß sie nur 12 Stimmen mehr erhielt, ist zur Hauptsache wohl gefundem, lagerfähigem in- und ausländischem Getreide in Kriegspolnische und die lettische Sozialdemokratic. dem nachträglichen Abgang an Wahlmännern zuzuschreiben, der seit zeiten die Mehlversorgung unserer Truppen auf große Schwierige dem 1. Oktober d. J. eingetreten ist. feiten stoßen, wenn sie nicht ganz versagen würde." werden. Verschwunden." Die russische Administrativbehörde stellte fest, daß das Material, das die Abgefandten der Reichsduma, Staatsanwalt Arakanzew, Profeffor Schtscheptin und Rechtsanwalt Jakubsohn über die Juden mezelei in Bialystok für das Plenum ausgearbeitet haben, aus der Reichsdumakanzlei verschwunden ist! Politifche Ueberlicht. Berlin, den 27. November. Die Regierung im Kreuzfeuer. Wir können trotzdem nur wiederholen, was wir nach dem AbEs sind herrliche Perspektiven, die sich hier für das deutsche schluß der Wahlmännerwahlen sagten: Wir sind mit dem Wahl- Volt eröffnen. Zur Zoll wucherpolitik soll ihm noch eine Steuerergebnis durchaus zufrieden. Es übersteigt die kühnsten wucherpolitik, zur Fleisch teuerung noch eine gedoppelte Brot Erwartungen, und ist ein prächtiger Erfolg der raftlofen auf- teuerung beschert werden. Noch mehr als es schon durch die Wucheropfernden Tätigkeit unserer Genossen. Ob es gelingen wird, am zölle der Handelsverträge geschieht, soll die Einfuhr billigeren aus4. Dezember den Sieg zu einem endgültigen zu gestalten leider ländischen Getreides erschwert werden durch die Erdrosselung der waren mehrere sozialdemokratische Wahlmänner an der Wahl- leistungsfähigen Abnehmer des Getreidehandels und durch die der teilnahme gestern verhindert steht dahin, da anzunehmen ist, daß fünstliche Erhaltung das Mehl teurer produzierenden, die antisemitischen und konservativen Wahlmänner ihren Müller- und das Brot stärker belastenden Kleinbetriebe, durch die Sagan mit herauszuhauen suchen werden. Bernichtung der rationeller und billiger produzierenden Großbetriebe zu der Verteuerung des Brotes durch die Hungerzölle foll eine zweite kommen durch künstliche Erschwerung des Getreideimports und eine dritte durch die Erhöhung der Mahltoften! Wenn die Agrarier und die von ihnen beherrschte Regierung ihre Pläne ausführen, wird Deutschland bald ein einziger großer Hungerturm für die ausgedarbte Masse sein! Wie lange wird das deutsche Volt solche wahuwizige Wirtschaft noch lammsgeduldig gewähren lassen? Deutfches Reich. Eine maßlose Herausforderung. Ohne besondere Debatte wurden einige kleinere BorTagen erledigt, darunter die erste Beratung der Einnahmen Agrarische Erdrosselungs- und Brotwucherpolitik. Der neueste Plan der Mittelstandsretter ist: die Großmühlen zu und Ausgaben des Schutzgebietes Kiautschon für das Rechnungsjahr 1905. Hierbei rügte der Abgeordnete Erz- erdrosseln. Das soll natürlich in gesegmäßigen Formen geschehen. berger( 8.) Etatsüberschreitungen, die das Budgetrecht Wie man unter dem Vorwand, die kräftigeren Schultern stärker zu des Reichstags zum Teil illusorisch machen: Was nüßen Ab- belasten, die Großbetriebe im Kleinhandel durch Sonderſteuern zu streichungen, die in der Budgetkommission erfolgen, wenn die erdroffeln sucht, so will man nun auch den Großmühlen an den Regierung sie durch Etatsüberschreitungen ausgleicht? Kragen. Selbstverständlich sind bei dieſent Spiel auch wieder die Sogar der konservative Abgeordnete v. Richthofen be- Agrarier die Kartenmischer sonst würde die Regierung überhaupt mängelte diese Etatisierung von Kolonialausgaben. Der nicht mitmachen. Es wird nur agrarische Mittelstandspolitik gemacht. Neichsschatzsekretär v. Stengel entschuldigte die verspätete Der Regierung wird es nicht einfallen, eine Antikartell- oder auch Einbringung des Gesamtetats mit der Fülle des Materials. nur eine Antigroßindustriepolitik zu betreiben, um die Selbständigkeit Da der Schatzsekretär über bemängelte Posten des vor der Zwerg- und Kleinbetriebe zu erhalten. Aber wo es sich um Die Regierung traut dem deutschen Volte wirklich ein Maß von liegenden Etats nicht Auskunft geben konnte, und kein Ver- Junkerwünsche handelt, da wird das Widersinnigste Gesetz, das Untreter des Marineamtes anwesend war, der hätte Auskunft gerechteste ausgleichende Gerechtigkeit. Schon seit Anfang Mai Geduld und eine Summe von Schlafmüßigkeit zu, daß man sich einer staffelförmigen über nichts mehr zu wundern hat. Pod ist gegangen. Aber die geben können, beantragte Bassermann Absetzung dieses dieses Jahres geht der Sput um. Nach einer Eingabe der Fleischnot besteht weiter, da ihre Ursachen andauern. Die Regierung Gegenstandes von der Tagesordnung. Kopsch( frf. Vp.) Mühlenumfassteuer und Genosse Singer fchloffen sich diesem Antrage an. Sandelskammer in Dortmund verlangen die Freunde hat, um das Drängen der breitesten Schichten zu beschwichtigen". Singer erklärte, die Gründe des Schatzsekretärs für die der schmerzstillenden Erdrosselungssteuer eine Staffel auf folgender Untersuchungen angeordnet und Maßnahmen mehr oder weniger Späte Einbringung des Gesamtetats nicht anerkennen zu Grundlage: Eine Mühle von 300 Tonnen Jahresvermahlung hat flar oder verbindlich angekündigt. Und was geschieht nun? Man fönnen. Die Verzögerung bedeute, so führte er aus, eine für die Tonne 1 Pf., eine Mühle von 30 000 Tonnen Jahres- traut seinen Augen nicht und fragt, ob denn so etwas selbst bei schädliche Hinschleppung der Geschäfte für den Reichstag. vermahlung für die Tonne 1 M., also das hundertfache, eine Mühle uns, im Lande des vereinigten Absolutismus, Kapitalismus und Notgesetze würden notwendig werden, weil der Etat schwerlich von 100 000 Tonnen Jahresvermahlung für die Tonne 3,33 M., also Agrarismus, möglich ist. Wenn die Deutsche Tageszeitung", das aus bis zum 1. April fertig werde. Die Verschleppung bereitele das dreihundertdreiunddreißigfache, eine Mühle von 200 000 Tonnen besten Quellen informierte Agrarierorgan, das dem fgl. preußischen eine gründliche, eingehende Beratung des Etats, drücke also für die Tonne 6,66 M., also das sechshundertsechsundsechzigfache zu Ministern ihr Verhalten vorschreibt, nicht einen Aprilscherz treibt, so muß man wohl oder übel das Unvermeidliche glauben. Das Blatt den Reichstag in seiner Bedeutung herab. zahlen als die Mühle der ersten Staffel. verkündet nicht mehr und weniger als dieses: ,, Wie wir erfahren, ist man munmehr in den maßgebenden Kreisen vollkommen davon abgekommen, irgendwelche Abschwächungen des Grenzschutzes einzuführen. Man steht auf dem Standpunkte, daß Schutzmaßregeln lediglich im Interesse der Gesundheit des heimischen Viehstandes getroffen worden sind und getroffen werden mußten und daß deshalb die Marktlage und die Preisbewegung feine Veranlassung geben können, Abschwächungsmaßnahmen durchzuführen! DO Boltsgesundheit, wohlfeile Massenernährung, fulturelle Hebung Diesen Ausführungen gegenüber beteuerte der Schatz- Die Jahressteuer einer Mühle würde sich nach diefer Staffelung sekretär, daß die Regierung eine Einschränkung der fon- bei einer Jahresvermahlung von 300 Tonnen auf 3,00 m., bei 1000 ftitutionellen Rechte des Reichstags mit der späten Ein- Tonnen auf 33,27 M., bei 10 000 Tonnen auf 3382,67 M., Bei bringung des Etats nicht beabsichtige; lettere sei nur die 30 000 Tommen aber schon auf 30 000 m., bei 100 000 Tonnen auf Folge einer Notlage und er werde dafür sorgen, daß diefer 333 326 67 m., bei 200 000 Tonnen auf 1 333 306,67 M. ftellen usw. Fall ein Ausnahmefall bleibe. Als der Zentrums- Daß eine solche Staffelung die Erdrosselung der Großbetriebe zum abgeordnete Schwarze dem Reichstage schnelle Etats- Biel hat, liegt auf der Hand. beratung nach dem Muster des preußischen Landtags Die Wittener Walzen- Mühle A. G. macht in einer Eingabe an empfahl, widersprach Gothein( frs. Bg.) dieser Empfehlung den Reichstag über die volkswirtschaftliche Bedeutung der Frage sehr energisch, da die Etatsberatung des preußischen Land- folgende intereffante Ausführungen: Die jährliche Mahlmenge für Weizen tags ein Muster sei, wie es nicht gemacht werden darf, im Deutschen Reiche stellt sich auf zirka 160 Millionen Doppelzentner der arbeitenden Klassen, die doch voraussetzt, daß die Ernährung wenigstens nicht von einem Parlamente, das auf seine Re-( 1 Zonne gleich 10 Doppelzentner). Davon entfallen auf die Groß- nicht das allermeiste des Einkommens verschlinge- Larifari! Wenn putation hält. mühlen mit einer Tagesleistung, von 1000 bis 3000 Doppelzentner nur das Vieh gesund bleibt, das brave. gute deutsche Vieh, der Der Gegenstand wurde mit großer Mehrheit von der 50 Millionen Doppelgentner. Die Herstellungskosten schwanken je Anfang und das Ende aller Agrarier- und Regierungsweisheit. Man Tagesordnung abgesett eine Blamage für die Re- nach Größe und Lage der Mühlen zwischen 1,75 M. pro Doppel- möchte von einem wahrhaften Wiehfultus sprechen. Den Herrschaften gierung. zentner bei 600 Doppelzentner und 3,50 M. bei den Zwergmühlen. vom Mist ist das Vieh ein heiliges Tier geworden, dem die ganze In der Fortsetzung der Beratung des Gesezentwurfes Für die eigentlichen Großmühlen wird aber ein Stoftensatz von nur Ration Opfer und Verehrung zu weihen hat. Ein Wunder, daß sie über die Berufsvereine ergriff zuerst Träger( fri. Vp.) 1,25 m. zuzüglich 25 Pf. Profit, in Summa 1,50 W. angegeben. das deutsche Vich noch schlachtent laffen. Das ist doch auch nicht das Wort zu einer ablehnenden Kritik des Entwurfs, der Danach ergibt sich folgende Stechmung: Es stellen sich die Mahlkosten gerade gesund. weder eine Grundlage für ein Reichs- Vereinsgeset, noch für im Durchschnitt für Es braucht nicht erst gesagt zu werden, daß das Gerede von ein anderes Arbeiterrecht sein fönne; dazu ermangele der 100 Mill. Dz. in Klein- und Mittelbetrieben auf 2,84. pro Dz. ber alleinseligmachenden Gesundheit des deutschen Viehes eine schamEntwurf des Verständnisses der bestehenden Verhältnisse. 50 07 0 in Großbetrieben 1,50 U Lose Heuchelei ist. Die Deutsche Tageszeitung" meint: 704 »Nur dann würden solche Maßnahmen überhaupt erwogen werden können, wenn der Seuchenstand im Auslande erheblich besser geworden wäre. Das ist aber nicht der Fall." Daß das nicht der Fall ist, glauben wir gerne. Denn erst kürzlich ist statistisch nachgewiesen worden, daß zum Beispiel in den Niederlanden weniger Senchen herrschen als in dem für Vieh angeb- lich so urgesundcn Deutschen Reiche. Wenn ein Seuchenstand ein guter ist, oder gar keine nennenswerten Seuchen vorhanden sind, braucht er nicht erst besser zu werden. Doch was kümmern sich die Agrarjesuiten um solche Kleinigkeiten. Ihre Viehreligion hat zwei Glaubenssätze: das deutsche Bieh ist gesund und das verfluchte aus- ländische, das die Preise drücken könnte, ist auf alle Fälle krank. Darum dürfen auch keine Grenzschlachthäuser zur sofortigen Ab- schlachtung ausländischen Viehes zugelafien werden. Dabei kann zwar von einer Seuchengefahr keine Rede sein, aber der wahre Endzweck der ganzen Chose: die Ausplünderung der Konsumenten könnte dadurch gefährdet werden. Schließlich wird dem verflixten ausländischen Vieh die Existenz untersagt werden müssen, denn es könnte auf allerlei andere Weise das in Gesundheit und unerschwinglichen Preisen schwelgende deutsche Bieh schließlich noch anstecken. Gegen keinen Choleraeinbruch, gegen keine Pestgefahr wird der deutsche Untertan so sorgsam geschützt wie sein Vieh gegen die(meist nicht vorhandene) Seucheneinschleppung. Wenn man nicht Steuern zu zahlen und die Agrarier auszuhalten hätte, möchte man bald königlich preußisches Vieh werden, nüt einem Gesundheitsattest vom neuen Lundwirtschaftsminister. Was an dem ganzen Seuchengetue dran ist, offenbart dieselbe „Deutsche Tagesztg." in demselben Artikel. Sie behauptet nämlich, daß in den Niederlanden die Schweinenot so groß ist, daß in manchen Gegenden eine wirkliche Krisis herrscht und daß von einem Export gar keine Rede sein könne. Trotzdem muß natürlich das deutsche Vieh gegen das ausländische, das angeblich für den Export gar nicht in Frage kommt, geschützt werden! Was für Maßnahmen die Regierung nun aber treffen wird, das wird kurz und bündig ausgedrückt in dem Satze: „Aus all diesen Gründen wird voraussichtlich die Regierung sich darauf beschränken, Maßnahmen durchzuführen und vorzu- schlagen, die eine Verbilligmig des Fleisches auf dem Wege von dem Produzenten zum Konsumenten zu bewirken geeignet sind." Die Massen werden inzwischen, ehe dieses mysteriöse und rein demagogische Rezept probiert wird, dafür zu sorgen wissen, daß die Regierung die Riaßnahmen trifft, die Neun- zehntel des deutschen Lölkes, die die gesamte Arbeiterschaft geschlossen fordert und denen sie Nachdruck zu verleihen wissen wird.— Die Fleischnot. Die Agrarier sind angesichts der Protestbewegung gegen die Fleischteuerung nicht untätig. Alle möglichen agrarischen Körper- schaffen fassen Resolutionen gegen die Oeffnung der Grenzen und reichen Eingaben in diesem Sinne bei den Regierungen und beim Reichstage ein. So beschloß der Vorstand der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel, bei dem Reichskanzler und dem Landwirtschaftsminister zu beantragen, dem erneuten Ersuchen der Städte und sonstigen Korporationen wegen Oeffnung der Landes- grenzen zur Einführung lebenden Schlachtviehes die Zustimmung versagen zu wollen. Und der Landeskultur rat des Königreichs Sachsen hat gleichfalls an die sächsische Regierung Vorstellungen gegen die Grenzöffnung gerichtet und gefordert, daß von Staats- wegen nur der Verteuerung des Fleisches„auf dem Wege vom Produzenten zum Konsumenten" entgegengetreten werde, da sonst die Gefahr einer Verseuchung des inländischen Viehes herbeigeführt werde. Ehrlicher als diese Argumentation des sächsischen Landeskultur- ratö ist die des hessischen Bauernbündlers und Landtagsabgeordneten K ö h l e r- Langsdorf. In einem Antrage, den er in der Zweiten hessischen Kammer eingebracht hat, fordert er die hessische Regierung auf, im Bundesrat für die„Beibehaltung und Herbei» führung des Grenzschutzes" mit allem Nachdruck ein- zutreten, da es sich bei der Grenzsperre um eine Maßregel handelt, die der Landwirtschaft einen„entsprechenden" Lohn durch „Preiserhöhung ihrer Erzeugnisse" sichern soll. Der „Grenzschutz" sei bestimmt,„für angemessene Viehpreise Gewähr zu bieten". Die Agrarier werden sich vor diesem eukaut ts iridis bekreuzen und im übrigen weiter die Grenzsperre für eine Maßregel zum Schutze der Vieh- und Volksgesundheit erklären. Versteht sich— vor der Oeffentlichkeit I Unter den Maßnahmen, die jetzt von den Regierungen verlangt werden, findet sich auch die Gestattung der Einfuhr ge- frorenen Fleisches. In welchem Maße diese Matzregel zur Fleischversorgung beitragen könnte, zeigt die folgende Statistik. Aus Argentinien ist gefrorenes Fleisch exportiert worden: ganze Hammel Rindcrviertel 1899... zirka 2 486 00V Stck. zirka 113 430 Stck. 1900.. 1901... 1902... 1903... 1904... 1905... 1906 Jan./Scpt. 2 385 000 2 723 000 3 429 000 3 382 000 3 674 000 3 468 000 2 390000 265 970 498 370 830 210 926 020 1209 990 1933 900 1 554 750 Jan./Sept. Der Hauptexport bewegte sich nach England, wo dieses Fleisch Von Jahr zu Jahr sich größerer Beliebtheit erfreut. Die augenblicklichen Preise betragen für gefforenes Ochsenfleisch zirka 35 Pf. pro engl. Pfund, gefrorenes Hammelfleisch zirka 45 Pf. pro engl. Pfund, während wir in Deutschland zurzeit 90 Pf. bis 1 M. pro deutsches Pfund zahlen müssen I Das ist ein erheblicher Preisunterschied, selbst wenn man in Betracht zieht, daß das englische Pfund 47 Gramm weniger hat als das deutsche und daß das gefrorene Fleisch von geringerem Wohlgeschmack ist als das nichtgefrorene. Die Einfuhr gefforenen Fleisches, wofür übrigens neben Ar- gentinien auch Australien in Frage kommt, wäre demnach sehr wohl geeignet, die Fleischnot zu lindern. Natürlich fällt deswegen die Dringlichkeit der Aufhehung der Grenzsperre für lebendes Bieh und der Einfuhrerleichterung für frisches Fleisch nicht fort l— Die„Deutsche Tageszeitung" behauptet heute, daß man„in den maßgebenden Kreisen" vollkommen davon abgekommen sei, irgendwelche Abschwächuugen des Grenzschubes einzuführen. Man stehe auf dem Standpunkte, daß Schutzmaßrcgeln lediglich im Interesse der Gesundheit des heimischen Viehstandes getroffen worden sind und getroffen werden mußten, und daß deshalb die Marktlage und die Preisbewegung keine Veranlassung geben tonnen, AbschwächungSmaßnahmen durchzuführen. Wenn das Blatt der Agrarier recht berichtet ist, so würde also so gut wie nichts gegen die Fleischnot geschehen! Ist eine schärfere Herausforderung des Volkes denkbar? Die Protestbewegung gegen de» LcbenSmittelwuchcr. Proteswersammlungen fanden statt in Schweidnitz(über 400 Personen, darunter viele Frauen), in Danzig(über- füllt), in Frankenberg(Sachsen)(600 Personen, darunter viele Frauen), in O h l a u in Schlesien(300 Personen).— Die Poleninterpellationen sollen am nächsten Dienstag im Reichstag verhandelt werden. Es verlautet nach der„Germania" „bestimmt", daß der Staatssekretär Dr. N i e b e r d i n g sie bc- antworten werde.— Das wäre ein Novum, da die Reichsregierung bisher alle polnischen Angelegenheiten als in die Kompetenz des preußischen Abgeordnetenhauses fallend erklärt hat.— Die Abgeordnetenwahlen im Großherzogtum Sachsen. Die Wahlen haben am Montag ihren Anfang genommen. Bei den Wahlen des ersten Tages wurden nur Bürgerliche gewählt. Die Sozialdemokratie verlor das Mandat für Ilmenau an die Nationalliberalen. Der Genosse H a n w e d e, der den Wahlkreis bis jetzt vertrat, wurde ein Opfer der neuen Wahlkreisgeometrie. In Ilmenau stimmten 16 sozialdemokratische Wahlmänner und 27 bürgerliche, in E i s e n a ch, wo die Nationalliberalen sich be° haupteten, 40 sozialdemokratische und 48 nationalliberale Wahl- niänner. Ueber die Wahlen vom Dienstag meldet uns ein Privat- t e l e g r a ni m: Heute wurden Baudert in Apolda mit 39 von 55 Stimmen wieder, Leber-Jena in Ruhla mit 20 von 35 Stimmen neu- gewählt. Damit ist der Verlust von Ilmenau ausgeglichen. In Blankenhain und Weida erzielten die sozialdemokrati�-n Kandidaten starke Stimmenzahlen. Tie Partei der Beter. Auf dem Parteitag der westfälischen Zentrums- Partei, der am Sonntag in Hagen stattfand, ersuchte einer der Redner, der Abgeordnete v. Savigny, die Versammlung und die Wähler, die Vertreter der Partei in ihrer schwierigen Arbeit auch mit Gebet zu unter- stützen; es würde vieles besser im Deutschen Reiche stehen, wenn mehr gebetet würde. Glauben die Abgeordneten des Zentrums in der Verteuerung der Lebensmittel und dem Bewilligen der Heeres- und Flotten- vorlagen noch nicht genug getan zu haben, daß sie das Bedürfnis empfinden, ihre„Arbeit" durch das Gebet ihrer Wähler erleichtert zu sehen? Und sollte der Herrgott wirklich Gefallen finden an einem katholischen Arbeiter, der ihn darum bittet, daß er der Brot- wuchcrpartei seine Hülfe gewähre?— � Der ReichStagSwahlkreis Mannheim, der nun durch den Tod des Genossen Dreesbach vor einer Nachwahl steht, wurde im Jahre 1890 zum erstenmal von der Sozialdemokratie erobert, ging 1893 wieder verloren und verblieb seit 1893 wieder der Sozial- denwkratie. Das Resultat der Wahlen seit 1390 war: Soziald. Natl. Bolkspart. Ref.-Part. Zentr. 1890.... 8 701 9 872 7 705—— Engere Wahl. 14 550 12 094——— 1893....10114 10 779 7 252 815— Engere Wahl. 13 062»5 465——— 1898.... 15244 8 747 2 319 2 097 4667 Engere Wahl. 1» 05? 14 369_ �_ 1903.... 20 037 12 250 2 163— 7 104 Engere Wahl. 23 182 17 573——— Schmock„Arbeitgeber-Zeitmig". DaS Organ des rücksichtslosesten Scharfmachertnm? polemisiert in seiner letzten Nummer, wie üblich, gegen die Sozialdemokratie. Ju entrüstercu Tönen erklärt dasselbe es für eine Verleumdung des Unter- nehmertums, wenn man ihm imputiere, es betrachte den selbständigen Kampf der Arveiter nicht für nonvendig und segensreich. Von der stolzen Warte der unbestechlichen Objeklivität urteilt das Blatt: „Besser noch als die weisen Könige wissen die Arbeitgeber, daß es nichts taugt, über Sklaven zu herrschen, daß nur die Arbeit freier und selbstbewußter Männer zu wirklicher, bleibender Wohlfahrt verhilft. Kampf soll sein! Auch die Arbeiter sollen um ihr Recht, um ihr materielles und ihr ideelles Recht kämpfen, denn glaubt nian im Lager der Sozialdemokratie wirklich, oaß unter den Arbeitgebern jede Einsicht dafür fehlt, wie diejenigen Vorteile, die der eine Arbeitgeber freudig und aus freien Stücken seiner Arbeiterschaft gewähren möchte, an anderer, weniger weit- sichtiger Stelle erst durch Kampf errungen werden müssen? Aber selbst von der Notwendigkeit eines lolchcn Ausgleiches ab- gesehen, soll und darf nicht geleugnet werden, daß auch im Arbeitsverhältnis ein Kanchf, der sich in den Formen der Gesetz- lichkeit und Ordnung abspielt, unter Umständen ebenfalls ein will- kommenes Mittel zum Fortschritt und zur Förderung der Gesamt- interessen bedeuten kann. Oder sollte der Kampf, den das eng- tische Proletariat zur Abschaffung einer über alle Maßen grausamen Kinderarbeit geführt hat, nicht der Industrie der ganzen Welt und in gleichem Maße dem Unternehmertum und der Arbeiterschaft zugute gekommen sein?"— Aber die Einsicht, daß die Arbeiter kämpfen müssen und daß ihre Kämpfe die Kultur befruchtet haben, hält bei dem Organ nicht lange vor. In demselben Artikel hat es auch noch eine andere Meinung. Gegen Kautsky polemisiert es folgendermaßen: „Wie darf man zugestehen, daß von den Unternehmern irgend etwas ohne Kampf erreicht werden könne, obwohl gerade die größten Segnungen, welche die Arbeiterschaft erhalten hat, dieser ohne Kampf, ja sogar häufig gegen ihren eigenen Willen zuteil geworden sind, eine Tatsache, die in diesen Tagen des Gedenkens der kaiserlichen Botschaft nicht oft genug betont werden kann I" Punktum! Die„Arbeitgeber-Ztg." schreibt links, sie schreibt rechts, wie's gerade trifft.—_ Eine liberale Sezession in Württemberg. In Backnang hat sich, veranlaßt durch die reaktionäre Politik der deutschen Partei, ein neuer liberaler BSrein gebildet, der sich mit den liberalen Vereinen in Heilbromi, Nürtingen. Tübingen und Stuttgart zu einem Verband zusammengeschlossen hat. Dem Verein sind eine Reihe von bisherigen Mitgliedern der deutschen Partei beigetteten, nachdem diese aus ihrer bisherigen Partei ausgetreten sind. Der„Ncckarztg." zufolge steht der Anschluß weiterer liberaler Vereine in anderen Städten bevor. Man wird abwarten müssen, wie stark der Liberalismus dieser mißvergnügten Nationalliberalen ist.— Ein Amncftiechen ist in S a ch s e n erlassen worden. Aus Dresden wird gemeldet: Aus Anlaß des Einzuges des Prinzen und der Prinzessin Johann Georg(der Prinz hat geheiratet) hat der König nach dem Lorschlage des Justizministeriums etwa 120 Personen, die wegen eines in Not begangenen Vergehens gegen die Vermögens- ordnuna zu Freiheits- oder Geldstrafen verurteilt waren, die Strafen im ganzen oder zum Teil erlassen. Streik- und Preßsünder sind also vor Amnestierung bewahrt.— Gemeinschaft der Zigarcttensteuer zwischen dem Deutschen Reiche und Luxemburg. Der Bundesrat hat in feiner Sitzung vom 25. v. M., wie der „Reichsanzeigcr" mitleilt, beschlossen, dem am 11. Juli 1906 auf Grund des 8 82 Absatz 2 des Zigarettensteuergesetzes getroffenen Abkommen über Einführimg einer Gemeinschaft der Zigarettensteuer zwischen dem Deutschen Reiche und dem Großherzogtum Luxemburg die Zustimmung zu erteilen.„„ Nach diesem Abkommen soll die Gemeinschaft der Zigarettensteuer vom 1. Juli 1906 ab eintreten.' Für der Zigarettensteuer unter- liegende Waren, die ordnungsmäßig mit dein vorgeschriebenen Steuer- zeichen verschen sind, besteht zwischen dem Deutschen Reiche und Luremburg völlige Freiheit des Berlehc». Die Versenduiig von solchen Waren aus dem Deutschen Reiche in den freien Verkehr Luxemburg? und umgelehrt gilt nicht als Ausfuhr. Für die so ver- sandten Waren der bezeichneten Art darf im Versendungslande Steuerbefteumg nicht gewährt werden.— In ei» Erholungsheim mußte sich Abgeordneter Dr. Müller- Saga», Ivie wir dem„Berk. Tagebl." entnehmen, wegen Ueber- arbcitung für einige Wochen zurückziehen.— Husland. Frankreich. Die Abschaffung der Todesstrafe ist von der Justiz- kommission der Kammer mit 8 gegen 2 Stimmen beschlossen wordeiU— Belgien. Die Koiigoschmach. Brüssel, 27. November. Vor der heutigen Sitzung der Kammer hielten die Abgeordneten der Rechten eine Versammlung ab. Mitglieder der Negierung erläuterten die Lage des Kongostaates vom internationalen Standpunkte aus. Sie brachten die Ausübung des Rechtes der Besitzergreifung des Kongostaates durch Belgien zur Sprache und forderten als vorbereitende Maßregeln die Uebernahme des Freibriefes der Kolonie und die Unterzeichnung des Ueber« lassungsvertrages. Einige Mitglieder wiesen darauf hin, daß die bevorstehende Besprechung der Kongoangelegenheit in der Kammer von großer Bedeutung sein werde. Es fei nötig,' zunächst die Souveränitätsrechte des Kongostaates festzustellen, da die eventuelle zukünftigeSouveränität Belgiens nur eine Fortsetzung der Souveränität des Kongostaates darstellen werde. «!» * (Deputiertenkammer.) Alle Tribünen sind dicht besetzt, fast samt- liche Mirglieder des diplomatischen Korps sind anwesend. In Beant- Wartung einer früher gestellten Anfrage Paul Jansons erklärt der Minister des Aeußeren Baron de Faverean, die belgische Regierung habe von der englischen Regierung keine Mitteilung betreffend die Beziehungen zwischen Belgien und dem Kongostaate erhalten. Die belgische Regierung werde im Bewußtsein ihrer Rechte und der Rechte des unabhängigen Kongostaates bei völliger uneingeschränkter Freiheit des Handelns der Richtlinie folgen, welche ihr die bestehenden Interessen vorschreiben.(Sehr gut! rechts und auf den Bänken der Liberalen.)— Die Kammer ging hieraus zur Prüfung der Dcputterten- ivahl in Courtrai über, nach deren Erledigung die Kongoangelegenheit weiter beraten werden soll. Italien. „Generalstreik". Der„Tag" meldet: Rom, 27. November. Infolge der unerträglichen Zustände im Eisenbahnverkehr wurden heute in Genua, Savona, Spezia, Livorno und Eivitavecchia alle Arbeiten in den Häfen, den industriellen Etablissements, Kontoren und Lagerräumen ein- gestellt. Nur Neapel scheint sich bis jetzt von dieser Bewegung ausschließen zu wollen. Doch genügt schon der Ausstand in Savona und in Genua, um den Transport von Rohmaterialien und Kohlen in den Jndustriebczirken zu u n t e r b i n d e n. In Genua fehlen täglich 1200 Wagen, und die ausständige Handels- weit droht, zu schärferen Agitationsmnteln überzugehen, falls nicht Abhülfe geschaffen wird. Der Verkehr wird dadurch noch erschwert, daß die Zollbeamten von Mailand, Rom und Neapel sich der Obstruktion angeschlossen haben sollen, oie seit einigen Tagen bereits von ihren Gcnueser Kollegen eingeleitet ist. Tie Obstruktion wird— wie die der italienischen Eisenbahner dereinst— durch buchstäblichste Erfüllung der Dienstvorschriften betrieben.— Dänemark. Wahlrechtsreform und Sozialistenfurcht. Die Reform des Kommunalwahlrechts, die nun, wie man hoffen kann, auch die Zustimmuilg des Landsthings finden wird/ entspricht den von der Sozialdemokratie gestellten Forderungen, mit Ausnahme von zwei Punkten: der Streichung der Steuerklausel und der Herabsetzung des Wahlrechtsalters. Im übrigen bietet der Regierungsvorschlag gegenüber dem geltenden Wahlunrecht so viele Vorteile, daß seine Annahme als ein schöner Sieg der Sozial- deuiokratie anzusehen ist, die seit dem Jahre 1895 dey Kampf für das allgemeine gleiche Kommunalwahlrccht mit besonders großem Eifer führt. Jetzt besteht das gleiche Kommunalwahlrecht nur in Kopen- Hagen, aber wahlberechtigt ist nur, wer mindestens 1000 Kronen Einkommen versteuert. In den übrigen Stadt- und Landgemeinden ist das Wahlrecht wohl allgemein für die stcuerzahlenden Männer, jedoch bostehen zwei Klassen von Wählern: die allgemeine und die höchstbesteuerte. Nun sollen alle Steuerzahler vom 25. Lebensjahre ab das gleiche Kommunalwahlrecht erhalten, auch die Frauen, die verheirateten sowohl wie die ledigen, und ebenso die Dienst- leutc, Knechte und Mägde, denen die Verfassung und die Gesetz- gcbung bisher das kommunale sowie das politische Wahlrecht vor- enthält. Ob nun diese Wahlrechtsreform wirklich binnen kurzer Zeit unverschlechtert zustande kommt, ist allerdings noch nicht sicher. Ueber den Entwurf wird demnächst in einem gemeinsamen Ausschuß des Folkethings und des LandsthingS beraten werden. Hier liegt die Gefahr vor, daß die Regierungsliberalen Verrat üben und mit den Konservativen Kompromisse schließen. Nur die Furcht vor der Sozialdemokratie ist es, die einen Teil der bürgerlichen Ab- geordneten der Reform geneigt gemacht hat. auf andere aber gerade die entgegengesetzte Wirkung ausübt. Das zeigte sich recht deutlich im Landstbing. Der Minister Berg empfahl den Entwurfs„um den Sozialdemokraten einen Agitationsstoff zu nehmen," wie er ausdrücklich erklärte. Der konservative Wortführer Hagewarnte vor der radikalen Reform,„weil die Kommunen dadurch dem Sozialismus ausgeliefert werden," erklärte sich aber bereit, zu der- handeln.—_ GewerklcbaftUcbe� Die gelbe Garde hat sich als segensreich erwiesen— für das Unternehmertir.nl Im offiziellen Jahresbericht der Maschinenbau-Attiengcsellschaft Augsburg-Nürnberg wird konstatiert, daß der Verein der Nicht- organisierten im Werk Augsburg, der zurzeit 2100 Mit- glieder zählt, sich als sehr segensreich erwiesen habe. Der Betrieb wurde durch keinerlei Lohnbewegungen der Ar- beiter gestört. Man hat der gelben Garde 100000 M. Almosen geschenkt und nun einen Reingewinn von über 2 Millionen Mark erzielt. An Dividenden werden 17'/;. Prozent verteilt. Die gelbe Garde hat sich also in der Tat als sehr segenS- reich erweisen!_ Berlin und Umgegend« Der Streik in den Siemenswerken nimmt seinen regulären Fortgang. Wie jetzt einwandfrei festgestellt worden ist, sind in den- Werken auch bei weitem nicht soviel Arbeitswillige beschäftigt, als die Firma in der Unter- nchmerpreffe bisher angegeben hat. Der größte Teil der durch den Streik leergewordcnen Plätze, so ließ sie hochmütig verkünden, sei bereits durch„anderweitige" Arbeitskräfte besetzt, und nur ein geringer Teil der Streiteaden würde selbst bei schleuniger Beendi- gung des AusstandeS Ausficht auf Wiedereinstellung in dem Eldorado des Siemenskonzerns haben. In Wirklichkeit aber stehen die Dinge so. daß rund 2500 Arbeiter streiken und nur höchstens 600 Arbeitswillige vorhanden sind. Mithin ist nicht der„größte Teil" der Plätze, sondern etwa der vierte Teil derselben besetzt. Mehr Arbeitswillige aus den Herbergen zur Heimat oder aus dem Asyl für Obdach loie kann d>ie Firm«aber auchaar nicht gebrauchen, weil diese Leute in der Mebrzahl jetzt schon tat- außereuropäischen " = Deutsches Reich. ,, Arbeitgeber- Zeitung", 25. November 1906. sächlich als überflüssiger Ballast in dem Werk herumstehen und nis von dem Mangel an fozialpolitischen Verständnis der In den Tagen der Freiheit" begonnen, dehnt sich die gewerkschaft nicht wissen, was sie machen sollen. Gerade diejenigen Arbeiten, Brauereiunternehmer in bezug auf Verkürzung der Arbeitszeit liche Bewegung immer weiter aus und umfaßt bereits nicht nur auf deren Fertigstellung es der Firma in erster Linie ankommt, kann und Bezahlung des Freibieres. Die Versammelten sind der An- Moskau allein, sondern auch viele benachbarte Städte. Im sie den ungelernten und ungeübten Arbeitswilligen nicht anver- sicht, daß jede nennenswerte Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Gegensatz zu den Petersburger Verbänden, deren Tätigkeit fast trauen, weil lettere lediglich nur zu nebensächlichen Handleistungen, feineswegs aber zu qualifizierten Arbeiten zu gebrauchen sind. Lage dem Unternehmertum abgerungen werden muß, und ver- ausschließlich nur den Petersburger Arbeitern gewidmet ist, überDeshalb wimmelt die Firma auch bereits nach pflichten sich, für Ausbreitung der Organisation tätig zu sein. schreiten einige unter den Moskauer Verbänden die Grenzen der Kräften die sich meldenden ungelernten ArbeitsDie Kommission wird beauftragt, so viel wie möglich auf die Stadt, ja selbst des Gouvernements, und umfassen das ganze in Industrierayon. Verkürzung der Arbeitszeit in der von der Kommission vor- Moskauer Zurzeit zählt man willigen ab. An den 600 Statisten und Lückenbüßern hat sie schon vollauf genug. Was der Firma fehlt, das sind geschlagenen Form hinzuwirken." Moskau 33 gewerkschaftliche Verbände. Zum Schluß richtete der Vorsitzende Hodapp noch einen kräf= Gleich den Petersburger Verbänden sind auch die Moskauer tüchtige und leistungsfähige Werkzeugmacher, tigen Appell an die Versammelten, im Sinne der Refolution für augenblicklich stark den Verfolgungen seitens der Administration Dreher und Mechaniker usw.. Diejenigen, die sie bisher die Stärkung des Verbandes tätig zu sein, und forderte zum ausgesetzt, und so manches Mal haben sie Schweres zu erdulden, hatte, streifen zur Mehrzahl, und diejenigen, die sie jest so gern haben möchte, bekommt sie nicht, weil einmal überall in der Abonnement der Parteipresse und zum Eintritt in die politische aber dennoch vermögen alle Widerwärtigkeiten nicht sie zu entMetallindustrie eine gute Konjunktur herrscht und deshalb tüchtige Organisation auf. mutigen. Nach der Auflösung der Duma wurde im Juli der be Arbeiter dieser Art gegenwärtig knapp sind, dann aber auch, weil deutendste Moskauer Verband, der Druckereiarbeiter. die Arbeiter der genannten Kategorien in ihrer Mehrheit überall Die Berliner Hutmacher befinden sich in einer Bewegung zur verband, vom Stadthauptmann geschlossen. Aber die Arbeiter, der Organisation angehören und deswegen schon aus Soli Berkürzung der Arbeitszeit. Nachdem dieselben am Sonntag, den die diesem Werbande angehörten, gründeten einen neuen unter dem darität mit ihren streifenden Kollegen die Streifbrecherdienste 11. November, ihre Forderungen festgelegt haben, fanden eine Reihe Namen Verband der Arbeiter der graphischen bei der Firma Siemens, als ihrer unwürdig, ganz von selbst ab- von Werkstattbesprechungen statt, die der Propaganda für die Idee Kunst"." So wurde nur der Name des Verbandes geändert, lehnen. Bei der Berliner Ortsverwaltung des des Neunstundentages dienten. Eine heute stattfindende Hut- während er selber seinem Wesen nach der gleiche blieb. Zurzeit Metallarbeiterverbandes gehen tagtäglich zu macherversammlung wird die Forderungen endgültig festlegen. zählt der Verband bereits etwa 8000 Mitglieder. Eine Frage, welche schriften von den Organisationsleitungen fast den Verband unaufhörlich beschäftigt, ist die Einberufung einer aller europäischen und allrussischen Konferenz der Druckereiarbeiter behufs Bildung eines Kulturländer ein, in denen ihr Nachricht gegeben wird von Die Scharfmacher gegen alle(!) Gewerkschaften! Allrussischen Verbandes. Zu diesem Zwecke bildete sich auf An den enormen Anstrengungen der Firma Siemens, die so sehnlichst „ Ob Sozialdemokrat, ob christlicher Arbeiter, ob Anregung des Moskauer Verbandes ein Bureau zur Organisierung gewünschten brauchbaren Arbeitskräfte nach Berlin zu locken. hänger der Hirsch- Dunderschen Richtung, fie alle finden sich eines Allrussischen Verbandes der Drudereiarbeiter, welchem die Tausende von Mark muß die Firma auf solche Weise für Inserate auf dem Boden eines wirtschaftsrevolutionären Programms Vertreter der Verbände von Petersburg und Moskau beigetreten der internationalen Presse und für Agenten ausgeben. Doch die zusammen und die Gemeinsamkeit der Gegner zeigt die sind. Dieses Bureau ist jetzt mit den Vorarbeiten zur Einberufung internationale Solidarität der aufgeklärten Arbeiter ift größer als der Geldbeutel der WeltNotwendigkeit, auch gemeinsam gegen alle Ge- der Allrussischen Konferenz der Druckereiarbeiter beschäftigt. Der Moskauer Verband der Arbeiter der graphischen Kunst gibt eine wertschaften Front zu machen." firma Siemens. Eine gestern im Moabiter GesellschaftsZeitung heraus unter dem Namen:" Das Buchdruder. haus" abgehaltene, vollzählig besuchte Versammlung der Ausgewerbe"( Petschatnoje Djedo"). ständigen hat angesichts dieser Sachlage die Taktik der Streifleitung Streit der Glashüttenarbeiter vor. Die bei der Firma verband der Arbeiter der Metallbearbeitungs. Wie schon furz gemeldet, bereitet sich in Steele ein großer Die zweite Stelle unter den Moskauer Verbänden nimmt der rückhaltlos gebilligt. Freilich waren sich die Streifende auch darüber klar, daß ein Kampf gegen eine solche Millionenfirma nicht Wisthoff u. Co. beschäftigten 200 Glasbläser gehören samt und sonders branche ein, der 4500 Mitglieder zählt; es folgen der Verband bon heute auf morgen mit Erfolg zu Ende geführt werden kann, der dortigen Zahlstelle des christlichen Keramarbeiterverbandes an, der Schneider mit 2967 Mitgliedern, der Verband der Kontor. fondern daß wohl noch diverse Wochen vergehen werden, ehe die deren vor 1½ Jahren erfolgter Gründung von der Werksleitung angestellten und Buchhalter mit 1467, der Kondis Leitung der Siemenswerte sich zu einer Verständigung bequemt. feinerlei Schwierigkeiten entgegengesetzt wurden. Nun hat aber der toren mit 1450 und der Verband der Teeberpader mit Aus diesen Gründen hielten es die Ausständigen auch für ganz Generaldirektor August Wisthoff am 1. Oktober die Leitung des Werkes 1400 Mitgliedern. Dem letzteren Verbande gehören diejenigen selbstverständlich, den Streik in aller Ruhe weiter zu führen. niedergelegt. An seine Stelle trat der Sohn des 1884 verstorbenen Das gegenwärtige schlechte Wetter scheint jetzt auch den Befißers des Werkes, Herr Fernando Wisthoff. Außer den auf dem Mitglieder an, die mit dem Abwägen und Verpacken des Tees beschäftigt sind. In den angeführten Betrieben arbeiten sehr viele bisher so außerordentlich markant betätigten Diensteifer der Char- Werk beschäftigten Tagelöhnern und Hülfsarbeitern hatten sich in Der Verband der TabatFrauen, besonders junge Mädchen. lottenburger und Spandauer Polizei etwas abgefühlt zu haben. legter Beit auch viele der in der Hütte mit dem Einbinden und Ver- arbeiter hat zurzeit 1300 Mitglieder. Neulich hat er die erste Die Beamten stehen jezt in den sibirischen" Feldern mit hoch- packen der dort hergestellten Flaschen, meist Medizingläser, beschäftigten Nummer des„ Blatt des Verbandes der Arbeiter der Tabak- und geschlagenem Mantelfragen und bliden um so mißmutiger drein, Mädchen dem Keramarbeiterverbande angeschlossen. Einem der Sülsenbranche" herausgegeben. Der Verband der Wasserals die Firma ja schon selbst den Streitposten die Arbeit er- Mädchen wurde plötzlich gekündigt, angeblich, weil es gegen einen Teitungsarbeiter hat 1100 Mitglieder, der Verband der leichtert, indem sie die gewöhnlichen" Arbeitswilligen vor dem Meister" frech" gewesen sei, nach Ansicht der Arbeiter aber nur, Arbeiter der Holzbearbeitungsbranche 1084, der Fabrittor wieder abweisen läßt. Immerhin dürfte es interessieren, weil es für den Verband agitiert haben soll. Um die Wahrheit Verband der Tertilarbeiter zählt jest in Moskau allein über daß bereits über 200 polizeiliche Strafmandate an wegen der Kündigung festzustellen, wurde der Vorsitzende der Orts 1000 Mitglieder. Er hat mehrere Abteilungen in den GouverneStreitposten ergangen sind, weil sie sich den Anordnungen der gruppe des Verbandes bei der Werksleitung vorstellig. Er hatte mente Moskau und Wladimir. Am 1. November erschien die Schuhleute oder Gendarmen betreffs" oder„ behufs"„ der Auf- aber nur den Erfolg, daß er, der vierundzwanzig Jahre lang in erste Nummer der Zeitung dieses Verbandes. Der Verband rechterhaltung der Sicherheit" oder„ des Verkehrs" usw. nicht sofort Diensten der Firma gestanden, plöglich die Abkehr erhielt der Handels- und Industrieangestellten:„ Einigkeitgefügt haben sollen. mit der Weisung, sofort die Hütte zu verlassen Macht" hat 900 Mitglieder. Der Verband der Arbeiter Für die Metallarbeiter allerorten heißt es: Haltet den Zuzug und sie nie wieder zu betreten, anderenfalls Des Baufachs hat 900 Mitglieder. Er hat bereits einige Abwerde man ihn wegen Hausfriedensbruches be= teilungen in den Gouvernements Kostroma und Wladimir langen! Drei Kameraden, die daraufhin vorstellig werden errichtet. Der Verband der Arbeiter der Edelmetall. Achtung! Metallarbeiter! wollten, erhielten ebenfalls die Kündigung, noch ehe fie bearbeitungsbranche hat 650 Mitglieder; der Köche 483; zum Kontor gelangten. Durch einen Anschlag in der Hütte der Arbeiter der Appretur- und Färberei branche wurde den Arbeitern die Wahl gestellt, entweder aus dem 482; der Arbeiter der Parfümproduktion 450 usw. usw. Verbande auszuscheiden oder das Arbeitsber- Alle Verbände Moskaus zusammen zählen etwa 30 000 Mithältnis zu kündigen. Zugleich wurde noch einigen Arbeitern Moskau der Arbeiterverband", Organ des Moskauer gekündigt, insgesamt sind zwölf Arbeiter und zwei Mädchen, die glieder. Außer den oben erwähnten Zeitungen erscheint noch in als Funktionäre des Verbandes oder sonst agitatorisch tätig Bentralbureaus der gewerkschaftlichen Verbände. Die Arbeiter, die gewesen, auf solche Weise gemaßregelt. tagtäglich zwei Versammlungen abhielten, je eine für die Tages- und die Nachtschicht, beschlossen in einer Urabstimmung, sämtlich am heutigen Tage die Kündigung einzureichen. Sie er suchten jedoch den Vikar Nießen- Steele, den Amtmann von Königssteele, Herrn Bock v. Wülfingen, und den Gewerberat von Hagen um Vermittelung, da ihrerseits angebahnte Einigungsbersuche an der starren Haltung der Werksleitung gescheitert waren. Nachdem die beiden legtgenannten Herren bei der Werksleitung vorhaben gestern bei den Wahlen in der„ Germania"-Innung eine stellig geworden waren, wurde der oben erwähnte Anschlag zurück von. Sombart, M. Weber und E. Jaffé, welche als Neue Folge des schwere Niederlage davongetragen. Bei der Wahl der gezogen. Vorgestern fand eine öffentliche Boltsversamm 3. C. B. Mohr( Paul Siebed) in Tübingen erscheint, wurde soeben das Lung statt, die sich mit der Angelegenheit beschäftigte. Nach aus- 3. Heft des XXIII. Bandes ausgegeben. Schiedsgerichtsbeisiger, die per Attlamation stattfand, erklärten fich führlichen Referaten der Herren Bezirksleiter Borr- Steele und Das Pfandrecht der Banhandwerker von H. Freese. 340 Seiten. für die Vertretung der Gelben" nur etwa 15-20 Mann. Mehr Gewerkschaftssekretär Bissels Essen gelangte folgende Entschließung 3,60 M. Berlag: F. E. Perthes in Gotha. Eduard Bernstein. Parlamentarismus und Sozialdemokratie. Hoffnung machten sich die Meister für ihre Schüßlinge bei der Wahl zu einstimmiger Annahme: des Gesellenausschusses, die per Stimmzettel vorgenommen wurde. Die vom christlichen Gewerkschaftskartell einberufene, von 700 60 Seiten. 1 M. Moderne Zeitfragen Nr. 17, Pan- Verlag, Berlin W. 35. Aber auch diese brachte ihnen einen fürchterlichen Reinfall: bis 800 Personen besuchte Versammlung erklärt sich nach Andie Liste der„ Meistertreuen" erhielt nur 87-100 Stimmen, die des hörung der beiden Redner mit dem Vorgehen der auf der KönigsZentralverbandes dagegen 235-241. Die Herren Innungsmeister steeler Glashütte beschäftigten organisierten Arbeiter und Armußten so ihre beste Stüße im Kampfe gegen die Gehülfenschaft als morsch erkennen. fern! Die Differenzen bei der Firma„ Cyklop", Bankstraße, sind durch Verhandlungen beigelegt. Die Sperre ist hiermit aufgehoben. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Der Streit der technischen Hartgummiarbeiter dauert unberändert fort. Bis jetzt haben vier Firmen bewilligt, darunter die jenige, deren Inhaber bis vor kurzem die übrigen Arbeitgeber anfeuerte, die Forderungen der Arbeiter unter allen Umständen zurückzuweisen. Von denjenigen Fabrikanten, die noch nicht bewilligt haben, ist jetzt eine Arbeitgebervereinigung der technischen Hartgummibranche" gebildet worden. Diese fiebeh Herren hatten jüngst felbst einen Lohntarif ausgearbeitet, den sie den Streifenden zur Annahme vorlegten. Der" Tarif" wurde in der Streifversamm Tung jedoch kurzerhand abgelehnt. Die gelben" Bäcker Tarifbewegung der Brauereiarbeiter. " Eingegangene Druckfchriften. Geschäftsbericht für das 4. Geschäftsjahr des Konsumvereins für Bremerhaven und Umgegend. 35 Seiten. Druck von Haverkamp u. Co., Bremerhaven. Vom Archiv für Sozialwissenschaft und Sozialpolitik, herausgegeben Berlage von Archivs für soziale Gesetzgebung und Statistit" im beiterinnen einverstanden. Die Versammlung bedauert und vers Letzte Nachrichten und Depefchen. Vom Streit der Trambahner. urteilt es aufs tiefste, daß, obschon Herr Generaldirektor Wisthoff sen. sich vor wenigen Monaten noch lobend über die Tätigkeit und die Bestrebungen der Organisation ausgesprochen, diese scharfen Maßregeln vorgekommen sind. Die Versammlung erwartet auf Rom, 27. November.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Durch das bestimmteste, daß die Fabrikleitung, so wie sie den Anschlag Solidaritätsstreit einer Minderheit wurde die Trambahnerorganibetr. Verbot der Koalition durch Vermittelung des Herrn AmtDie im Zentralverbande der Brauereiarbeiter organisierten Brauer nahmen in einer überaus start besuchten Versammlung Stellung zu der Tarifbewegung. Heyder berichtete über die Verhandlungen mit den Unternehmern. Auf die seitens des Verbandes eingereichten Hauptforderungen: neunstündige Arbeitszeit am Tage, achtstündige bei Nacht, Minimallohn für gelernte und ungelernte Arbeitnehmer im„ inneren Betriebe" 36 M., wurden seitens der Unternehmer Gegenvorschläge gemacht, die von ihrem gefeßlich gewährleisteten Recht der Arbeitsniederlegung maßregelung beschlossen nunmehr die Trambahner, den Streik fortden Unwillen aller Beteiligten hervorrufen mußten. Trotz der Gebrauch zu machen. An die gesamte Arbeiter- und Bürgerschaft zuführen. momentan herrschenden Teuerung glaubte man genug getan zu der Stadt Steele und des Amtes Königssteele richtet die Berhaben, wenn der Lohn um 2 M. pro Woche erhöht wird. Eine sammlung den Appell, die Glasarbeiter in ihrem gerechten Stampfe Verkürzung der Arbeitszeit und gleiche Bezahlung der ungelernten zu unterstützen." Köln, 27. November.( W. T. B.) Bei den heute beendeten Arbeiter mit den gelernten wurde abgelehnt. Dieser ablehnende In Anbetracht der durch Zurücknahme des Hüttenanschlages ver- Stadtratswahlen der zweiten Klasse, die notwendig geworden waren, Standpunkt wurde begründet einerseits damit, daß bei der jett änderten Situation beschlossen die Arbeiter der Glashütte, noch weil die vorjährigen Wahlen dieser Klasse wegen unstatthafter vorherrschenden Teuerung der Rohmaterialien infolge der Zölle, einige Tage mit der Einreichung der Kündigung zu warten. Man Stimmenzählung für ungültig erklärt waren, siegten die Liberaleu Die bisherige ferner infolge der Brausteuer die Rentabilität der Unternehmen erhofft von der vermittelnden Tätigkeit der obengenannten Herren, mit durchschnittlich etwa 60 Stimmen Mehrheit. in Frage gestellt sei, andererseits mit der bevorstehenden neuen daß die Werksleitung die Maßregelungen rückgängig mache. Geschieht Zentrumsmehrheit im Stadtrat geht damit wieder an die Liberalen Reichsfinanzreform, bei welcher man totsicher wieder auf die Brau- das aber nicht, ist der Ausstand unvermeidlich. steuer zurückfommen werde! Seitens der Organisationsvertreter manns Bock v. Wülfingen und des Herrn Gewerberats Klausen fation bestimmt, gestern abend das Ende des Streits zu beschließen. aus Hagen zurückgenommen hat, auch die Entlassung bezw. Die Gesellschaft wies die zur Arbeit Antretenden zurück und verKündigung der Arbeiter und Arbeiterinnen zurücknimmt. Sollte fündete heute die Entlassung des gesamten Personals, von dem es die Fabrikleitung wider Erwarten von ihrem Vorgehen nicht Ab- nur wenige annehmen wollte. Gegenüber der drohenden Massenstand nehmen, so find die Arbeiter zu ihrem Bedauern gezwungenmaßregelung über. berlegt. Ein Kaliber. Eisenbahnunfall. 125 Gefangene entflohen! wurde den Unternehmern entgegengehalten, daß unter der Teue- Der Zentralverband der Holzarbeiter Deutschlands veröffentrung die Arbeiter am meisten zu leiden hätten, und eine ent- licht in seinem kürzlich erschienenen Almanach für 1907 auch eine Zetschen, 27. November.( B. H.) Der von Eger abgelassene sprechende Lohnerhöhung, verbunden mit einer Verkürzung der Uebersicht der Erfolge der von ihm im Jahre 1905 geführten Lohn- Personenzug Nr. 16 ist bei Tuschtau entgleist. Drei Personen wurden Arbeitszeit eintreten müsse. In den beiden Tarifverhandlungen bewegungen. Es fanden im ganzen statt 940 Bewegungen, an denen am 1. und 6. November wurde man sich einig, auf folgender Grund- insgesamt 55 312 Personen beteiligt waren. Davon waren 278 Anlage mit den Auftraggebern in Verbindung zu treten: Minimal- griffftreits mit 14501 Beteiligten zuzüglich 4503 Kollegen, die ihre Straßenbahnerstreit. John 35 M. für Brauer. Von den Arbeitgebern wurde eine Forderungen ohne Arbeitseinstellung betvilligt erhielten, 144 Ab Brest, 27. November.( B. H.) Die Straßenbahnangestellten sind 9% stündige Arbeitszeit bei Tage, innerhalb 11 Stunden, bei Nacht wehrstreifts mit 3172 Beteiligten, 31 Aussperrungen mit 11 522 Beeine 9stündige, innerhalb 10 Stunden, in Vorschlag gebracht, teiligten und 487 Lohnbewegungen ohne Arbeitseinstellung mit in den Streit getreten; aller Berkehr ruht. Die Streifenden verhalten während von den Organisationsvertretern durchweg die 9stündige 21 614 Beteiligten. Von den mit Arbeitsniederlegung verbundenen sich bisher ruhig. Arbeitszeit gefordert wurde. Urlaub nach 2 Jahren 2 Tage, pro Bewegungen waren erfolgreich 64 Proz. der Bewegungen mit Jahr ein Tag Urlaub mehr bis nach 6 Jahren und darüber eine 56 Proz. der Beteiligten, teilweise erfolgreich 16 Proz. der BeWladimir, 27. November.( W. T. B.) In dem hiesigen GeWoche. Tarifdauer drei Jahre. In der Frage der Ablösung des wegungen mit 22 Proz. der Beteiligten und erfolglos 20 Proz. der 14 Kämpfe waven anfängnis tnebelten 125 Gefangene die Wächter, erbrachen den Lagernicht getrunkenen Freibieres versagte das Verständnis der Unter- Bewegungen mit 22 Proz. der Beteiligten. nehmer hierfür vollständig; doch soll diese Frage nochmals seitens Jahresschlusse noch nicht beendigt. ber Unternehmer behandelt werden. Die Freigabe des 1. Mai und eine Arbeitszeitverkürzung von durchschnittlich 2,4 Stunden pro Woche Errungen wurde in diesen Kämpfen: Für 25 485 Personen raum, legten bürgerliche Kleidung an," ahmen 50 Revolver mit und entflohen. Aufnahme dieser Bestimmung in den Tarif wurde seitens der und für 32 708 Personen eine Lohnerhöhung von durchschnittlich Unternehmer als völlig undiskutabel bezeichnet. 10 Millionen Menschen verhungern. 1,62 m. pro Woche; insgesamt also eine Rohnerhöhung von 2 753 036 M. pro Jahr! Eine gewaltige Summe! Außerdem wurden noch andere Verbesserungen der Arbeitsbedingungen durchShanghai, 27. November.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) gefeßt. Die Kosten sämtlicher Streiks und Aussperrungen( Streits Gin internationales Komitee, bestehend aus führenden Männern und Reiseunterstützungen, Rechtsschutz, Agitation und Verwaltung) ausländischer und chinesischer Kreise einschließlich der Konsuls, beliefen sich auf 1 176 066 M. Wie man jedoch sieht, wurden diese wendet sich an Europa und Amerika mit der Bitte um Hülfe gegen nicht geringen Ausgaben allein durch die errungenen petuniären die Hungersnot in Nord- Kiangsu, wo 10 Millionen Menschen vor Erfolge bereits im ersten Jahre um mehr als das Doppelte wieder dem Hungertode stehen infolge Zerstörung der Ernte durch Uebers schwemmungen im Umkreise von 40 000 Quadratmeilen, In der Diskussion über diese Verhandlungen wurde die ablehnende Haltung der Unternehmer auf das heftigste angegriffen. Obgleich seit 16 Jahren der Lohn der Brauer nur um 2 M. pro Woche erhöht wurde, und obgleich die Brauereien die neue Brausteuer nicht selbst tragen, sondern auf die Konsumenten abgewälzt haben, lassen sich die Unternehmer einzig und allein aus Besorgnis um die Rentabilität ihrer Unternehmungen zu keinen zu friedenstellenden Zugeständnissen herbei. Der Geift, der die Ver- hereingebracht. sammlung befeelte, fand seinen Niederschlag in der Annahme folgender Refolution: Ausland. Die gewerkschaftliche Bewegung in Moskau. Die heute im Gewerkschaftshaus tagende, äußerst stark be= suchte Versammlung des Zentralverbandes deutscher Brauerei- Nach dem Grade der Entwickelung der gewerkschaftlichen Be arbeiter, Zweigverein Berlin I, nimmt mit Entrüstung Kennt- wegung rangiert Moskau an zweiter Stelle hinter Petersburg. Berantw. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil berant.; y. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstels Baul Singer& Co., Berlin SW. Hieran 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 277. 23. Jahrgang. Reichstag. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 28. Bovember 1906. 127. Sigung vom Dienstag, den 27. November, nachmittags 1 hr. Am Bundesratstische: Frhr. v. Stengel Das Haus tritt in die Beratung der Denkschrift über die fährung der seit dem Jahre 1875 erlassenen Anleihegeseze. Abg. Friken- Düsseldorf( 3.): Die vorliegende Denkschrift bietet fein erfreuliches, ja sogar ein trübes Bild der Finanzlage des Reiches. Unsere Reichsschulden betragen 3 Milliarden 803 Millionen und zwar sind die Summen durchweg für unproduktive Ausgaben verwendet worden, weit mehr als die Hälfte für Heer und Marine. ( Hört! hört! links.) Ohne Anleihen kann das Reich wohl nicht aus Tommen, aber sie sollten nur für einmalige besondere Ausgaben aufBei Beratung der Uebersicht über die Einnahmen und Ausgaben für das Schutzgebiet Kiautschou für das Jahr 1905 bemängelt Abg. Kopsch( fri. Vp.) die erhebliche Uebertreibung einzelner Etatsziffern. Die erfolgten Personalvermehrungen hätten sehr wohl im Etat für 1905 vorgesehen werden können. gewendet werden. dante der am 10. Dezember eine Verzögerung der Arbeit. Worauf es an- wurf verlangt zweierlei Kautelen. Erstens Schutz der Minderheiten tommt, ist doch, daß die erste Lesung vor Weihnachten geschieht! und zweitens Kontrolle darüber, daß nicht allgemeine politische Dann fängt die Budgetkommission ihre Arbeit gleich nach Neujahr Zwecke verfolgt werden. Ich meine, wer die Vereine gegen die an, und daran ist diesmal eben gar nicht zu denken. Die erste Willkür der Staatsbehörden schützen will, der muß auch geLesung wird erst nach Neujahr beginnen und meiner Schäßung nach rechterweise die einzelnen Mitglieder gegen die Willkür des eine Woche Arbeit erfordern, ehe die Budgetkommission daran denken Vereinsvorstandes schüßen wollen. Gewiß wollen wir die tann, ihre Arbeit zu beginnen. Daß der Etat hier im Hause recht- Freiheit des Vereins, aber auch Freiheit des einzelnen Mitgliedes Aus- zeitig fertig wird, halte ich für eine Illusion. Worauf kommt denn innerhalb des Vereins. Zudem stellen sich alle Maßregeln nur als diese späte Einbringung schließlich hinaus? Auf eine Einschränkung Normativbestimmungen dar, durch welche sich die Mitglieder schützen des Reichstages, den Etat nach allen Richtungen hin so gründlich fönnen; sie können also keineswegs als polizeiliche Bestimmungen zu prüfen, wie es notwendig ist. Es. spukt ja sogar schon der Ge- bezeichnet werden. Im Interesse des Schutzes der Minderheit ist die Einreichung des Mitgliederverzeichnisses erforderlich. Wenn die Kontingentierung der Etatsberatungen Mitglieder und die Behörde nicht wissen, wer Mitglied ist, so würde herum. Formell werden zwar die Rechte des Reichstags durch die ein solcher Verein den Charakter eines Geheimbundes tragen.( Widerverspätete Einbringung des Etats nicht beschränkt, aber die einzige spruch und Lachen bei den Sozialdemokraten.) Weiter verlangen wir Gelegenheit, die Marimen der Verwaltung einer gründlichen Brü- das Recht auf Abschrift des Mitgliederverzeichnisses. Bei dieser Bea fung zu unterziehen, wird doch in sehr erheblicher Weise eingeschränkt, ftimmung hat man vorzugsweise an Vereine von Arbeitgebern und so scheint diese entscheidende finanzielle Magregel eine finanziell- poli- gedacht!! Gewiß liegt die Möglichkeit vor, daß ein Mitglied im tische zu sein, die dazu führen muß, den Reichstag in seiner Bedeutung noch Auftrage eines Arbeitgebers sich ein Mitgliederverzeichnis verschafft. mehr herabzusetzen. Die verbündeten Regierungen follten sich dieser Folgen Aber gegen Angeberei und Spionage gibt es überhaupt kein Mittel ebenso bewußt sein wie der Reichstag. Ich bin nicht in der Lage, und kein Gesetz. Weiter ist bemängelt die Notwendigkeit der Einberufung die Gründe, die der Herr Staatsjefretär angegeben hat, als durch der Mitgliederversammlung statt des Ausschusses. Aber hierin liegt schlagend anzuerkennen. Freilich stehen wir hier wieder wie so eine wesentliche Abschwächung gegenüber dem Bürgerlichen Gesezbor einer vollendeten Tatsache; die Verantwortung für diese buch, nach dessen§ 37 eine Mitgliederversammlung in allen Vereinen Der Reichstag hat nötig ist, wenn 1/10 der Mitglieder es verlangt, während hier Situation aber hat die Regierung zu tragen. jedenfalls keinen Grund, auf eine sehr gründliche Beratung des es verlangen muß. Bemängelt ist sodann die Abschrift der JahresEtats zu verzichten.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) übersicht für die Mitglieder. Sie muß aber von ihnen bezahlt werden, während sie bei den englischen Trade Unions fostenlos zu Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel: liefern ist! Bemängelt wurde weiter, daß die Mits Ich möchte dagegen Verwahrung einlegen, daß den verbündeten glieder nur für die ordentlichen Beiträge haften. Gegen Regierungen der Gedanke nahe gelegen habe, das Etatsrecht des wärtig aber fann der Verein überhaupt nicht klagen! Reichstages, irgendwie zu beschränken. Das lag uns vollständig fern. Freilich kann er auch nicht auf seine Leistungen bers wir befinden uns diesmal in einer tatsächlichen Notlage, an der wir flagt werden, auch nach diesem Gesezentwurf nicht, während nichts ändern können. Ich fann Ihnen aber die eine Busage erteilen, die ordentlichen Mitgliederbeiträge einflagbar sind. Bemängelt ist daß, was mich anlangt, dahin getrachtet werden wird, daß dieser die Anfechtungsflage, die den Mitgliedern gegeben ist. Aber auch Fall in der Tat nur ein Ausnahmefall bleiben soll. jetzt hat jedes Mitglied das Recht zur Feststellungsflage, und wenn Reichsschatzsekretär Frhr. v. Stengel erwidert, die gewünschte Auskunft könne nur von der Marineverwaltung gegeben werden, die leider heute nicht vertreten sei, die aber in der zweiten Lesung die gewünschte Aufklärung geben werde. Uebrigens dürfte das Haus die Ueberschreitung einzelner Etatsziffern nicht allzu strenge beurteilen, da doch die vorliegende Uebersicht mit einem kleinen Ueberschuß abschließe. Abg. Erzberger( 3.): Die Rechnungsprüfung aus den deutschen Schutzgebieten stockt bereits seit 1896. Es ist zu begrüßen, daß die Marineverwaltung die Rechnungsübersicht über Kiautichou so zeitig gibt; das müßte in anderen Verwaltungen auch möglich sein. Die Etatsüberschreitungen werden mit der Anstellung neuer Beamten begründet. Bei einer so fleinen Verwaltung muß aber zu Jahresanfang übersehen werden, was gebraucht wird. Wenn wir die Etatsüberschreitungen ruhig hinnehmen, kann es dahin kommen, daß die Budgetkommission Beamtenstellen streicht und die Verwaltung sie wieder einsetzt. Um dem einen Riegel vorzuschieben, würde es bielleicht gut sein, einen Teil der Rechnungsübersichten, speziell die Kolonialen, nicht der Rechnungskommission, sondern der Budgetfommission zu überweisen. Abg. v. Richthofen( f.): Wir sind gern bereit, die von Herrn Erzberger angeregte Frage in der Budgetkommission weiter zuerörtern; ich möchte aber zu bedenken geben, ob es gerade in diesem Jahre, in welchem die Budgetkommission doch sehr spät an ihre Arbeiten fommen wird, angebracht ist. Abg. Baffermann( natl.): Was die von Herrn Erzberger angeregte Frage anlangt, so halte ich es nicht für zulässig, daß eine Borlage herausgegriffen und der Budgetfommiffion überwiesen wird. Die Aufgabe diefer Kommission ist eine fest umgrenzte, nämlich die Beschäftigung mit dem Reichshaushaltsetat. Es wäre zu prüfen, ob ihre Kompetenz in dem Sinne zu erweitern wäre, daß fie auch die Rechnungsprüfungen vorzunehmen hat. Die Auskünfte, die der Abg. Kopsch verlangt hat, sind wir in der ersten Lesung zu erhalten berechtigt. Da die Beantwortung heute nicht erfolgen kann, so bitte ich, den Gegenstand von der Tagesordnung abzusetzen. Abg. Kopsch( frs. Vp.): Ich schließe mich diesem Antrage an. Die Marineverwaltung fannte doch unzweifelhaft unsere ordnung und hätte sehr wohl vertreten sein können. oft " wenn Aber das Abg. Erzberger( 8.): Eine Benachteiligung des Reichstages statt deffen die Anfechtungsflage eingeführt ist, so tommt das liegt in der in diesem Falle, wie ich zugebe, verständlichen verspäteten allen Mitgliedern zugute, weil dadurch die Zahl der Klagen Bemängelt ist weiter, daß eine Einbringung des Etats nicht; denn wenn der Reichstag bis zum erheblich herabgesetzt wird. 24. März nicht mit der Beratung fertig wird, so ist die Regierung Witteilung und Veröffentlichung der Jahresübersicht gefordert ist. Aber eine besondere Aufsichtsbehörde ist nicht vorgesehen, eben gezwungen, ein Notgesetz einzubringen. Abg. Schwarze- Lippstadt( 8.) weist auf das Beispiel des preußischen und es ist doch selbstverständlich, daß der Verein nicht gede verAbgeordnetenhauses hin, das den Etat fast immer von Januar bis folgen darf, die, wenn sie schon bei seiner Eintragung bekannt gewesen wären, die Eintragung verhindert hätten. Zudem unterliegen Reichsschapsekretär Frhr. v. Stengel: Der letzte Vorschlag des April fertigstelle. Borredners mag berechtigt sein. Vor allen Dingen wollte ich darauf Abg. Gothein( frf. Bg.): Das Beispiel des preußischen Ab- die Maßnahmen der Verwaltung der richterlichen Nachprüfung im Hinweisen, daß die tatsächlichen, geographischen nnd Organisations- geordnetenhauses kann uns wirklich am allerwenigsten zum Muster Verwaltungsstreitverfahren.( Buruf lints: Wo steht das?) Das liegt darin, daß in Preußen wenigstens ganz allgemein berhältnisse in Kiautschou ganz anders liegen als in den anderen dienen.( Sehr wahr! links.) Dort wird der Etat in einer unKolonien. Ferner verweise ich darauf, daß die Ueberschreitungen erhörten Weise durchgepeitscht( Sehr wahr! links) und ich würde es gegen polizeiliche Maßnahmen das Verwaltungsstreitverfahren zudoch nicht ganz ohne etatsrechtliche Begründung sind, da ausdrücklich tief beklagen, wenn diese Methode bei uns Eingang fände.( Leb- lässig ist. Sie können nicht verlangen, daß eingetragene Berufsbereine auch hierin gegenüber allen anderen Korporationen priviborgesehen ist, daß die notwendigen Mehrausgaben aus dem Reserve hafte Zustimmung links.) fonds zu decken find. Der Antrag Bassermann auf Absetzung dieses Punktes von legiert werden. Db das Mitgliederverzeichnis eingereicht werden soll, oder ob es der Tagesordnung wird hierauf angenommen. genügen soll, daß die Behörde Einsicht darin nehmen tann, ist keine Es folgt die Fortsetzung der ersten Beratung des Gesetzes betr. prinzipielle Frage, darüber fönnen wir uns in der Kommission ver die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. ständigen; aber die Einsicht muß der Verwaltung unter allen UmAbg. Träger( frs. Vp.): Auf diese Vorlage paßt das viel zitierte ständen gewahrt bleiben, sonst ist eine Kontrolle nicht möglich. Gegenüber dem bestehenden Recht bedeutet das keine Reichsschazsekretär Freiherr v. Stengel: Jch bin dem Vorredner Wort: Spät fommt ihr, doch ihr kommt." Freilich, die Entbankbar, daß seine legte Aeußerung mir Gelegenheit zu einer Er- schuldigung des„ weiten Weges" steht dem Nachfolger des Grafen Erschwerung, sondern eine Erleichterung; denn gegenwärtig haben flärung gibt. Es ist ganz unmöglich gewesen, die Etatsberatungen folani, dem Grafen Posadowsky, nicht zur Seite; denn dieser die Vereine jeden Mitgliederwechsel sowohl der Polizeibehörde als innerhalb des Bundesrates 10 zu fördern, daß wir in Weg war durch verschiedene Beschlüsse des Reichstags bereits den Amtsgerichten zu melden.( Widerspruch bei den Sozialdemo der Lage wären, die Etatsvorlage vor dem 10. bis 12. Dezember geebnet. Es ist bekannt, daß, der sozialpolitische traten.) In Preußen besteht diese Bestimmung, und die Belästigung einzubringen; diese Verzögerung, welche ich lebhaft bedauere, hat Belz bei uns gewaschen werden soll, man sich sehr vor dem durch sie ist bisher eine Hauptklage derjenigen Vereine gewesen, bei ihren Hauptgrund in dem Umstande, daß es gerade in diesem Jahre Naßmachen anderer sehr empfindlicher Häute hüten muß, die sich, so- denen ein häufiger Mitgliederwechsel stattfindet. besonders schwierig gewesen ist, die Haupteinnahmen richtig und bald sie das sozialpolitische Gebiet betreten, in Gänsehäute ber- als dieser Gefeßentwurf. Es gestattet jedermann, der irgend Das englische Recht geht in den meisten Bestimmungen weiter zwedmäßig zu veranschlagen. Ich erinnere nur daran, daß der neue wandeln.( Sehr gut! und Heiterkeit links.) Diese Vorlage, die man Bolltarif, welcher die Hauptquelle der Einnahmen des Reiches ist, ja als Jubiläumsgabe zur filbernen Hochzeit des Reichstags mit der ein Vermögensinteresse an den Trade- Unions hat, die Einsicht in erst im März in Wirksamkeit trat, und es bedarf einer monatelangen Sozialpolitik bezeichnen fann( Heiterkeit), foll nun nach Graf Boja- das Mitgliederverzeichnis. Die Veröffentlichung der Jahresbilanz Beobachtung, um auch nur annähernd schätzen zu können, welche dowsky die Grundlage für ein neues Arbeiter- oder Vereinsrecht geschieht ja schon heute durch die Vereine. Jedermann fann sie im Einnahmen wir werden ansetzen können. bilden. Diese Grundlage ist aber äußerst mangelhaft. Von den Reichsarbeitsblatt" nachlesen. Auch hier ist das englische Recht Ich möchte mir weiter erlauben daran zu erinnern, daß vor Rechten, die mit uns geboren sind", ist in dieser Vorlage schärfer. Kleine Uebersichten sind dort dem Registerbeamten ein( Sehr gut! links.) zureichen, und dieser kann in jedem einzelnen Falle nach vier Jahren der Reichshaushalt dem Reichstage noch vier Wochen leider außerordentlich wenig die Rede. später, erst am 9. Januar, vorgelegt wurde und daß der Reichstag Wenn die verbündeten Regierungen mit dieser Vorlage vor uns eigenem Ermessen die eingehendsten Detaillierungen fordern. Weiter trotzdem die dritte Lesung des Etats am 24. März beendete. Das als Prüfungskommission ihre Meisterprüfung im Gesetzgebungsbau- darf nach englischem Recht jedermann, der ein Vermögensinteresse läßt die Hoffnung berechtigt erscheinen, daß auch diesmal, wo der handwerk ablegen wollten, wären sie bereits mit Baufen und gegenüber den Trade- Unions hat, Einsicht auch in die Bücher der Etat dem Reichstag zwar auch erst am 10. oder 12. Dezember, aber Trompeten durchgefallen.( Große Heiterkeit.) Selbst aus Herrn Trade- Unions nehmen. Nun hat gestern Abg. Heine erklärt, man doch immerhin vier Wochen früher als damals zugehen wird, der Trimborns, des sozialpolitischen Leuchtturms", Ausführungen habe hätte aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch, aus dem Aktiengesetz und Reichstag ihn rechtzeitig erledigen wird. ich ein entschiedenes„ Nein!" herausgehört, und ebenso äußerte sich aus dem Genossenschaftsgesetz eine Zwangsjacke für die GewerkHerr Bassermann. Eine Ablehnung der Vorlage obne Kommissions bereine gestrickt. Ich meine, wir hätten doch ein Recht, uns an das beratung würde ich trotzdem für einen Fehler halten; denn wir Genossenschaftsgesetz anzulehnen, da die Erwerbs- und Wirtschaftsmüssen in der Kommission der Deffentlichkeit gegenüber zeigen, was genossenschaften ihrer inneren Natur nach den Berufsvereinen am ( Buruf bei den Sozialdemokraten: Durchaus wir eigentlich wollen und wie wir uns die Gestaltung dieser nächsten stehen. Materie denken.( Sehr gut! links.) Von der Verteidigungsrede des nicht!) Meine Herren! ich lasse mich gern belehren. Grafen Posadowsky habe ich bei ihrem elegischen Tone den Eindruck Genossenschaftsgesetz enthält doch viel weitergehende Bestimmungen gewonnen, als, wollte er sagen: Ich gebe Euch, was ich Euch geben zur Kontrolle der Genossenschaften, als in diesem Gesetz enthalten sind. konnte, und als ob er, wenn es nach seinem guten Herzen geDer Abg. Träger hat behauptet, die Handlungsgehülfen fallen gangen wäre, gern mehr gegeben hätte. Er machte den Eindruck eines gefesselten Prometheus.( Große Heiterkeit.) Ganz unverständs nicht unter die Gewerbeordnung, infolgedessen auch nicht unter lich freilich war mir der Saz: Man dürfe den Entwurf nicht dieses Gesetz. Ich halte auf Grund der Motive diese AufTages- beurteilen vom tatsächlichen Standpunkte der freien Gewerkschaften fassung für nicht richtig. Auch der Vorwurf, daß der§ 1 aus, sondern als Novelle zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Es ist doch zu eng gefaßt ist, ist nicht zutreffend. Mir wird eben mitgeteilt, gerade die schönste Aufgabe der Gesetzgebung, den tatsächlichen Ver- daß der Abg. Bernstein einmal geschrieben habe, und zwar im Julihältnissen, wie sie sich entwickelt haben, durch Schaffung von Rechtsheft 1905 in den Sozialistischen Monatsheften": Meine Freunde werden sich dem Antrage, den Gegenstand von normen den Weg zur weiteren Fortbildung zu ebnen.( Sehr gut!" Die Lohnarbeiterschaft bildet im heutigen wirtschaftlichen Leben der Tagesordnung abzusetzen, anschließen. Auch ich halte es für links.) Auf keinen Fall können wir das Gesetz, so wie es ist, der einen so ungeheuer großen Körper, daß es rein physisch schon uneine Bernachlässigung von seiten der Marineverwaltung, daß Justiz und Verwaltung zur Auslegung übergeben. Den Samen möglich ist, die Wahrnehmung ihrer laufenden Interessen durch allfie nicht zur Stelle ist. Schon um die Regierung zu legen wir in ihre Hände, ob Glück, ob Unglüd- lehrt das Ende" gemeine, aus den Angehörigen aller Berufe zusammengesetzte Arin der Folge diese Frage in der gewünschten veranlassen, ich fürchte aber: das dicke Ende kommt nach.( Heiterkeit.) Jch beitervereinigungen besorgen lassen zu können."( hört! hört! rechts.) Weise zu behandeln, werden wir dem Antrage auf Abfegung des tann es den Gewerkschaften gar nicht verdenken, wenn sie sagen: Auf Ganz derselben Auffassung sind die verbündeten Regierungen, die Gegenstandes von der Tagesordnung zustimmen. Aus diesem den Leim gehen wir nicht; denn sie laufen allerdings Gefahr, an sich in dieser Beziehung mit dem Abg. Bernstein in vollster, sachGrunde enthalte ich mich auch auf die Einzelheiten ein vielen Stellen des Leims leben zu bleiben.( Heiterkeit. Sehr lichster Uebereinstimmung befinden.( Heiterkeit rechts.) Es ist nun zum Schluß zugehen, obgleich auch ich der Meinung bin, daß in der Tat die wahr! links.) Ich bin auch Optimist( Heiterkeit), aber ich bin doch ich will Sie nicht länger aufBorlage zu großen Bedenken Veranlassung gibt. Ich will nur auf fest davon überzeugt, daß es dem Scharfsinn der Juristen und der halten sehr heftig moniert worden, daß ich das Gesetz als Novelle das eine hinweisen, daß vom Reichstage abgelehnte Beamtenstellen Urteilskraft der Verwaltungsbeamten gelangen würde, sofort alle zum Bürgerlichen Gesetzbuch behandelt habe. Das Bürgerliche Gesetzdoch geschaffen und aus dem Reservefonds dotiert sind, so daß die die Dinge herauszubekommen, mit denen man den Berufsvereinen buch ist doch noch ein ziemlich junges Produkt des Reichstages und der Regierung auf einem Umwege die Beschlüsse des Reichstages Verlegenheiten bereiten und ihre Entwickelung tnebeln und hemmen verbündeten Regierungen. Damals, als man es annahm, war man doch illusorisch macht! tönnte.( Sehr gut! links.) der Meinung, daß es für lange Zeit eine Rechtsnorm für das Rechtsleben Die Frage, ob die Rechnungsprüfungen der Budgetkommiffion Redner wendet sich nunmehr zu der Kritik der einzelnen Para- des deutschen Volkes fein solle. Wenn jetzt auf diesem wichtigen Gebiete zu überweisen find, bedarf da stimme ich Herrn Baffermann zu- graphen, feine Auslaffungen bleiben aber im einzelnen auf der Berufsvereinsgefeßgebung eine Abänderung der Bestimmungen einer prinzipiellen Erwägung. Die Sache liegt durchaus nicht ein- Tribüne unverständlich. Die Sache liegt durchaus nicht des Bürgerlichen. Gesetzbuches, eines so grundlegenden Werkes, von fach. Ich habe eine langjährige Erfahrung, wie in der Budget den verbündeten Regierungen vorgeschlagen wird, so mußten sie tommission gearbeitet wird, und ich glaube, wenn die Prüfung der selbstverständlich zunächst von den Grundlagen des Bürgerlichen GesezRechnungen in ihr vorgenommen wird, wird das recht schwierig Der Herr Borrebner hat mir meine Bemerkung berübelt, man buches ausgehen und mußten sich fragen, in welchen Beziehungen es sein, und der Reichstag wird jedenfalls den Bericht der Budget- möge diese Gesegesvorlage nicht im Hafen scheitern lassen. Wenn wirtschaftlich gerechtfertigt und politisch zulässig sei, engere Bestimmungen tommission später erhalten, als den der Rechnungsprüfungskommission. der Herr Abg. Träger meines Glückes Schiff mit mir bestiegen und des Bürgerlichen Gesetzbuches zu erweitern, abzuändern und zu Bielleicht ließe sich eine gewisse Personalunion der Mitglieder beider all bie Kämpfe mit mir durchgemacht hätte, die es mich in den deklarieren. Das ist geschehen. Ich habe es ja vielfach erlebt, daß Kommissionen herbeiführen. Aus dem Handgelenk ist die Frage letzten Jahren gekosten hat, das Gesetz dahin zu bringen, wo es jegt zunächst Gesezentwürfe der berbündeten Regierungen in diesem hohen jedenfalls nicht zu lösen, sondern sie bedarf sorgfältiger Erwägung. ist, nämlich dahin, daß es meiner Ueberzeugung nach den berechtigten Hause sehr heftig getadelt und als besonders oberflächlich ausDer Herr Staatssekretär hat nun die Gelegenheit benutzt, um Forderungen der Arbeiterbevölkerung und den berechtigten Wünschen gearbeitet und begründet bezeichnet wurden. Ich habe aber auch uns die späte Einbringung des Etats mitzuteilen. Es war das ja der Mehrheit des Hauses entspricht, so würde er mir das Bild immer beobachtet, daß in ernster gemeinschaftlicher Arbeit zwischen schon bekannt, wie es überhaupt merkwürdig ist, daß wir außer vielleicht verziehen oder es gar für zutreffend gefunden haben. Regierung und Kommission man sich doch überzeugte, daß die Vorordentlich intereffierende Tatsachen und vorzulegende Gesezentwürfe( Heiterfeit und Bewegung.) lagen der verbündeten Regierungen recht reiflich bedacht sind und zuerst aus Beitungen erfahren, die aus den verschiedenen Reichs- Ich hätte es eigentlich für besser gehalten, die Einzelheiten des in dem Hauptzweck, den sie verfolgen, auch durchaus das Richtige ämtern bedient werden. Ich kann nun nicht anerkennen, daß der Reichs- Entwurfes im Schoße der Kommission gründlich zu erörtern. Nach treffeu.( Bravo! rechts.) Abg. Dr. Potthoff( frs. Vg.): Eine Weiterarbeit an diesem Gesetz schatsekretär für die verspätete Einbringung des Etats durchschlagende dem Gange der Erörterungen halte ich es aber doch für nüßlich, um Gründe angegeben hat. Der Vorgang von vor fünf Jahren, auf den nicht ein falsches Bild über die Absichten des Entivurfes und feine hat vor allem um destillen wenig gwed, weil die ganze Atmosphäre er sich bezog, ist richtig. Aber gerade damals ist diese verspätete wirkliche Bedeutung in das Land dringen zu lassen, jetzt schon auf bei uns so viel weniger liberal ist als in England.( Sehr wahr! Einbringung von allen Seiten getadelt worden. Außerdem war ein paar Punkte einzugehen, die von dem Herrn Vorredner meines links.) Vorbedingung eines solchen Gesezes wäre ein freieres Vereinss sie damals durch besondere Verhältnisse als eine Ausnahme be- Erachtens nicht in gerechter Weise zur Darstellung gelangt find. recht, eine Sicherung der Koalitionsfreiheit. Heute steht der gewerbgründet, die selbstverständlich nicht die Regel werden darf. Ich Man kann über das Maß der Kautelen, die der Entwurf verlangt, liche Arbeiter unter einem Ausnahmerecht; es ist deshalb für ihn ganz möchte auch meinen, daß der Vergleich nicht richtig ist, daß in gewiß verschiedener Ansicht sein, aber ich muß es doch als eine un- etwas anders, wenn§ 31 des B. G.-B. auf ihn angewandt wird diesem Jahre der Etat vier Wochen früher eingebracht wird gerechte Beurteilung bezeichnen, wenn man sagt, es befände sich in als wenn dies anderen Staatsbürgern geschieht. als damals; den für den Reichstag bedeutet auch die Einbringung diesem Entwurf ein Uebermaß Kleinlicher Polizeifontrolle. Der Ent Ich will vor allem auf Abg. Singer( Soz.): Staatssekretär Graf Posadowsky: der " ble Bedeutung dieses Gesetzes für die technischen und kanfmknnische» Angestellte» eingehen. Für diese Angestellten bedeutet der Z 1 eine wesentliche Verschärfung der Konturrenzklansel. Einzelne Paragraphen hat Graf Posadowsky zweifellos falsch ausgelegt. So konnten bisher die Vereine Mitglieder, die außerordentliche Beiträge nicht zahlen wollten ausschließen; ich glaube aber nicht, daß ihnen das nach diesem Gesetz noch möglich sein wird. Das schlimmste ist, daß bei jeder Unterstützung von Nichtmitgliedern, bei jedem allgemeinen Vortrag, bei jeder Petition den Vereinen die Rechtsfähigkeit von der Verwaltungsbehörde entzogen werden kann. Sehr bedenklich ist auch die völlige Abhängigkeit des Berufsvereins von jedem einzelnen Mitgliede. So kann durch einen einzigen Ver- rätrr jede Aktion in kritischen Momente» unterbunden werden.... Für den Gesetzentwurf mache ich den Staatssekretär nicht verantwortlich' denn er enthält nicht Geist von seinem Geiste. Der Gesetzentwurf ist nicht ein Mittel zur Förderung der Berufsvereine, sondern eine Falle, sie zu verleiten, einen Teil ihrer Selbständigkeit aufzugeben.(Beifall bei der Freisinnigen Vereinigung.) Abg. Korfnnty(Pole): Die Berufsvereine in den polnischen Landesteilen � haben gegenwärtig bereits sehr unter polizeilichen Schikanen, wie Saalabtreibungen durch die Polizei, zu leiden. Durch den vorliegenden Entwurf werden diese Verhältnisse nicht gebessert, sondern verschlechtert werden. Das Reich sollte die Materie in die Hand nehmen; denn von Preußen ist sicherlich nichts zu erwarten. Leider ist der vorliegende Entwurf ganz von preußischem Geiste ein- gegeben. Statt der Orgauisationsfreiheit gerade auch für die staat- lichen Arbeiter bringt er überall Beschränkungen für die Arbeiter. Abg. Dr. Beniner(natl.): Herr Porthost hat mich als den bösen Geist der Nationalliberalen bezeichnet, der im Gegensatze zu dem guten Geist Bastermann den Gesetzentwurf befürworten werde. Aber auch rnir gefällt der Gesetzentwurf nicht mit seinen aus bureou« kratischem Geist geborenen polizeilichen Bestimmungen. Nicht genügend hervorgehoben ist, daß in dem Gesetz volle Parität zwischen Arbeit- gebern und Arbeitern gewahrt ist. Die Gefahren, die nach der Schilde- rung des Abg. Legien den Arbeitern drohen, drohen in gleicher Weise den Unternchniern.(Lachen b. d. Sozialdeniokr.) Wenn bezüglich der Haftpflicht der Trade-Unions sich jetzt im englischen Unterhause ein Um- schwung zu vollziehen scheint, so verdanken die Trade-Unions das lediglich dem Umstände, daß England einen im kontinentalen Sinne sozial- demokratischen Minister hat, nämlich John Burns.(Abg. Hue(Soz.): „Donnerwetter I") Wenn Sie auch„Donnerwetter" sagen, Herr Hue, so ist es doch so.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ich war persönlich mit John Bnrns zusammen und er sagte mir, sein Ziel sei nicht, die Arbeiter Schritt für Schritt unzufrieden zu machen, um eine neue Zeit herbeizuführen, sondern er wolle den Trade-Unions den Enthusiasmus des Sozialismus hinzufügen, um auch die ungelernten Arbeiter zu heben. Er geht von der Theorie aus, daß der in seiner Lebenshaltung gehobene Arbeiter geeigneter ist, die Lehren des Sozialismus in sich aufzunehmen, er glaubt, auf diese Weise dasselbe Ziel zu erreichen wie die Sozialisten des Kontinents und gleichzeitig für die Arbeiter besser zu sorgen. Sie sehen also: Ein Sozialdemokrat ganz im kontinentalen Sinne I Nun haben wir in Deutschland noch keinen sozialdemokratischen Minister. (Abg. Dr. Südekum: Leider!) Sie sagen„leider I" Ich sage: Gott sei Dank!(Heiterkeit. Zuruf rechts: Wie wär's mit Dr. Südekum?) Ich weiß nicht, ob das den Wünschen der Mehrheit der sozialdemokratischen Fraktion entspräche.(Große Heiterkeit.)— Es ist bisher nur von den Lichtseiten der Gewerkschaften gesprochen worden. Demgegenüber möchte ich betonen, daß sie doch auch manche Schattenseiten haben.(Abg. Hue:„Schwarzseher dulden Ivir nicht! Heiterkeit.) In den Streik auf„Rote Erde" sind die Arbeiter durch die Gewerkschaftsführer hineingehetzt worden. Es sind falsche Lohnlisten— später wurden die Fehler als Druckfehler hingestellt— veröffentlicht Ivorden.(Zuruf bei den Sozial- demolraten: Unwahr I) Ein sozialdemokratischer Führer in Essen hat nach dem„Aachener Volksfreund" erklärt: Ein Streik, der 14 Wochen dauert und verloren g�ht, wäre ihm lieber als ein Streik, der nur 14 Tage dauert und verloren geht. (Große Unruhe bei den Sozialdemokraten. Zurufe: Wer hat das gesagt?) Der christliche Führer hat gesagt: Der Streik auf„Rote Erde" wäre eine furchtbare Blamage; er war bereits verloren, be- vor er anfing, aber trotzdem die Hirsch-Dunckerschen so gewissen- los waren, durften die Christlichen nicht zurückstehen, um denen nicht billiges Agitationsmaterial an die Hand zu geben.(Lachen bei den Soz. Zuruf: Alles unrichtig I) Der Führer der Hirsch-Dunckerschen schließlich hat gesagt:„Ich wußte, daß es schwierig ist, in einem so großen Werk zu streiken, aber ich konnte den Arbeitern nicht die Wahrheit sagen, sonst wären sie nicht in den Streik eingetreten." (Hört I hört! rechts. Zurufe bei den Sozialdemokraten.) Das ist - auch wieder nicht wahr!(Heiterkeit rechts.) Weiter rühmt er sich, die Arbeiter in den Kampf gebracht zu haben und erklärt, es sei auch einmal gut, daß die Arbeiter seitens der Arbeitgeber ausgesperrt würden, weil fie dadurch zur Organisation kämen.(Hört! hört! rechts. Abg. Legien:„Was ist denn da so Gefährliches dabei?' Hört I hört I rechts.) Also Ivenn die Arbeiter unter Verdrehung der Wahrheit in den Streik getreten wären, so findet Herr Legien dabei nichts.(Große Unruhe bei den Sozialdemokraten Wiederholte Zurufe:„Aussperrung I") Ich stelle also nochmals fest, daß die Arbeitgeber an diesem Gesetzentwurf gar kein Interesse haben;(Lachen bei den Sozial- demolraten.) ein viel größeres Interesse aber daran, daß den Arbeitern Sezeigt wird, mit welchen Mitteln sie in den Streik getrieben werden. öder vernünftige Arbeitgeber hat ein Interesse daran, möglichst gute und hochbezahlte Arbeiter zu haben, und das Recht, ohne Kontraktbruch in den Streit einzutreten, wird von keinem vernünftigen Arbeitgeber bestritten.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Sie (zu den Sozialdemokraten) wollen die Geiverkschaftcn zu einer privilegierten Klasse machen. Die Erfüllung Ihrer Wünsche bedeutete nichts anderes als die staatliche Organisation der Sozial- demokratie.(Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Soweit sind wir aber Gott sei Dank noch nicht.(Lebhaftes Bravo! rechts.) Ein Schlußantrag Graf Hompesch(Z.) wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten und Freisinnigen angenommen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Die Vorlage geht an eine Kommission von 28 Mitgliedern. Nächste Sitzung: Mittwoch 1 Uhr.(Nachtragsetat für Südwest- Afrika.) Schltiß S'/z Uhr._ Huö der parteu Dreesbachs Beisetzung. Mannheim, 27. November.(Telegraphische Meldung.) Die Feuerbestattung des verstorbenen Neichstagsabgeordneten Drees- bach findet Freitag, nachmittags 3>/z Uhr. statt. Ihr geht um 2 Uhr eine Totenfeier im Nibelungensaal voraus. Eine freifinnige Verleumdung der Plancner Sozialdemokratie. Aus P l a u e n i. V. wird uns geschrieben: Durch die bürgerliche Presse geht eine Notiz, wonach die Ge- nassen in Plauen bei der letzten Stadtverordnetenwahl eine recht auffällige Stellung eingenommen haben sollen. Sie sollen ihre Ge- sinnung gewcchseli und abgeschworen haben, indem sie gegen die Einführung des Sechsklassenwahlrechts keine Stellung genommen haben.„Wie", so rufen namentlich FreisinnSblätter pathetisch aus,„will die Sozialdemokratie das preußische und das sächsische Dreiklassenwahlrecht zum Landtage noch wirksam bekämpfen, wenn sie eine solche, mehr als fragwürdige Haltung gegenüber dem jetzt geplanten„Wahlrechtsranb" einnimmt? Danach sind die dortigen Sozialdemokraten bereit, sich unter den gegebenen Verhältnissen mit dem Sechsklassenwahlrecht einverstanden u erklären und die angebotenen sechs Sitze anzunehmen» also für das Linsengericht der sechs Klasten- Mandate das demokratische Prinzip zu verkaufen I Die Plauener Sozialdemokraten haben jede Agitation gegen das geplante Sechsklassenwahlrecht eingestellt. Weil gewisse sozialdemokratische Herren, welche durchaus keine Arbeiter sind, gern inS Plauener Rathaus einziehen möchten, geben sie das bestehende Listenwahlrecht preis und weisen das Sechsklassenwahlrecht nicht zurück." Viit welcher Unverfrorenheit die bürgerliche Presse Lügen in die Welt st reut, sieht man aus diesem Erguß. Kein Wort davon entspricht den wirklichen Tat- fachen. Als uns bekannt wurde, daß das Wahlrecht nach Chemnitzer Art geändert werden soll— dies war im August— haben wir in zwei Artikeln im„Sächsischen Volksblatt" uns strikte dagegen erklärt und den Freisinnsmann öffentlich aufgefordert, auch seine Stellung dazu zu präzisieren. Der Mann aber hat ge- schwiegen. Als das neue Wahlgesetz bekanntgegeben wurde, haben wir in einer Artikelserie unsere Gegenmeinung klipp und klar geäußert; außerdem noch in einem Leitartikel und in einer Anzahl Notizen. Des weiteren haben zwei Versammlungen stattgefunden, die letzte zwei Tage vor der Wahl; in beiden Versammlungen haben sich die Genossen einstimmig gegen das Berufswahlrecht erklärt. Und da besitzt man die Dreistigkeit und erklärt, die hiesigen Genossen hätten sich mit dem Wahlrechtsraub einverstanden erklärt, sie hä'.ten keine Stellung dazu genommen. Man hoffte aber, die Genossen würden erklären, daß sie sich beim Berusswahlrecht überhaupt nicht an der Wahl be- teiligen würden. Den Gefallen haben wir allerdings den Gegnern nicht getan, sondern erklärt, wenn man glaube, durch den Wahlrechtsraub uns die Beteiligung zu verekeln, so irre man sich; wir würden uns auch dann an der Wahl beteiligen genau wie in anderen Orten und wie an den Landtagswahlen. Wir würden aber im und außerhalb des Rathauses unserer Forderung nach dem all- gemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht Nachdruck geben. Der Schwindel geht von der freisinnigen„Zirtauer Morgen- zeitung" aus und wird begierig weiter verbreitet. Das Freisinns- blatt hatte auch allen Grund, auf uns erbost zu sein, haben wir doch die Haltung des freisinnigen Generalissimus in Sachsen, des Landtagsabgeordneten und Stadtverordneten Oskar Günther, die dieser gegen die Plauenschen Arbeiter einnimmt, richtig ge- kennzeichnet. Der Mann erklärte in öffentlicher Versammlung,— nur seine Anhänger waren da— wenn das Berufswahlrechc ein- geführt wird, bekomme man Sozialdemokraten ins Parla- ment, aber keine Arbeiter; er habe sich schon jähre- lang bemüht, Arbeiter auf die Kandidatenliste zu bekommen, aber es gebe i n Plauen keine Ar« beiter, die so viel Zeit übrig haben, uin ein Mandat ausüben zu können. Die auf der Liste der Sozialdemokraten aufgeführten Kandidaten sind keine Arbeiter, sondern Lagerhalter, Büfettiers, Kontroleure usw. Herr Günther ging noch weiter und erklärte, es liege gar kein Anlaß bor, den Sozialdemokraten jetzt schon Sitze einzuräumen. die sozialdemokratische Gefahr sei zurzeit noch nicht so groß, daß man das Wahlrecht ändern müsse; die Sozialdemokraten würden sich an der Berufswahl aus Prinzip nicht beteiligen. Der Freisinnsmann hält es also für ganz berechtigt, das Wahl- recht zu verschlechtern, wenn eine sozialdemokratische Gefahr droht. Und ein solcher Freiheitsheld läßt durch sein Organ die Stellung der Sozialdemokratie zum Wahlrecht verdächtigen. Armer Freisinn, der über solche Vertreter verfügt! Bon der Parteibewrgung im Reichslande. Kürzlich tagte in Straßburg i. E. die Generalversamm- lung des sozialdemokratischen Bezirksvereins Straßburg. Dazu gehören die Reichstagswahlkreise Colmar- Münster, Rappoltsweiler- Markirch, Schlettstadt- Barr, Molsheim- Erstein, Straßburg-Stadt, Straßburg-Land, Zabern und Hagenau- Weißenburg. Alle Kreise waren durch Delegierte vertreten. Die Organisation der Partei im Reichslande ist noch neu. Jahrelang wurde eine einheitliche, straffe, zentralisierte Organisation durch den bekannten Diktaturparagraphen verhindert und das alte reaktionäre französische Vereinsgesetz sah für Vereine mit über 20 Personen die Ge- nehmigung der Regierung vor. Unter diesen Verhältnissen bildeten die reichsländischen ParteigeuosscnKlubs bis zu2c> Mitgliedern, rn denen sich das Parteileben abspielte. Eine großzügige Agitation ließ sich mit diesen kleinen zersplitterten Organisalionen natürlich nicht flihren. Als dann nach dem Fall des Diktaturparagraphen das Reichsland ein neues Vereins- und Versammlungsgesetz, wenn auch nach reaktionärem Muster, bekam, machten sich unsere Genossen daran, eine zentrale Organisation zu schaffen. Sie bildeten einen sich über das ganze Land erstreckenden Verein, der in die Bezirksvereine Straßburg(Unterelsaß mit einem Teil des Oberelsaß), Mülhausen (Oberelsaß) und Metz(Lothringen) zerfällt. Die Organisation gliedert sich weiter in Wahlkreisvereine und örtliche Mitgliedschaften. In organisatorischer Beziehung steht die Partei also noch am Anfange der Entwickelung. Und auf die neuen ungewohnten Formen sind auch die bisherigen nicht allzu großen organisatorischen Erfelge zurückzuführen. Nach dem Geschäftsbericht des Vorstandes beträgt die Zahl der im ganzen Bezirk Strahburg organisierten Parteigenossen 1720, davon zählt der Wahlkreisverein Straßburg 770. Jedoch fehlen aus einigen Orten Angaben über die Organisationsverhältnisse, und man kann wohl mit insgesamt rund 2000 Mitgliedern rechnen. Die Ein- nahmen seit Bestehen des Vereins vom 1. September 1S0S bis 1. September 1906 betrugen inklusive der Zuschüsse des Parteivorstandes 4002,42 M., die Ausgaben 2788,14 M. Mittlerweile aber haben die letzten Bezirkstagswahlen eine weitereAusgabe von 2924.35 M. verursacht. Zur schriftlichen Agitation wurden im Geschäftsjahre zwei Broschüren und ein Flugblatt über die neuen Steuern verbreitet. In die Land- bevölkerung wurde eiu agitatorisch wirkender Volkskalcnder in einer Auflage von 9000 Stück hineingetragen. Die Generalversammlung lehnte eine Erhöhung des Beitrages, die der Vor- stand mit Rücksicht aus die nächsten Reichstagswahlen beantragte, ab. Sie beschloß aber, beim Parteivorstand die Anstellung eines Parteisekretärs für den Bezirk Untcrelsaß zu beantragen. Durch eine Resolution wurden die Parteigenossen der einzelnen Kreise verpflichtet, ungesäumt an die Aufftellung der Reichstagskandidaturen zu gehen._ Bon den Organisationen. Der Wahlkreis Duisburg-Mülheim-Oberhausen hielt am vorigen Sonntag in Oberhausen seine turnusmäßige H a l b j a h r s- K o n f e r e n z ab, die von sämtlichen 19 der Partei- organisation angeschlossenen Orten beschickt war. 53 Delegierte und 4 sonstige Parteifunktionäre waren anwesend. Dem Berichte des Kreisvertrauensmannes ist zu entnehmen, daß die Eni- Wickelung des ParteilebenS eine gesunde ist. Gegen das letzte Halb- jähr ist die Zahl der organisierten Genossen von 2377 auf 2054 gestiegen, womit dieser, eine vollständig internationale Arbeiter- schaft einschließende Riesen-Wahlkreis in bezug auf die Zahl der Organisierten an die Spitze des aus 15 Wahlkreisen bestehenden Niederrheinischen Agitationsbezirks tritt. Freilich ent- spricht die Zahl der Organisierten noch nicht der Anzahl der frei« gewerkschaftlich Angeschlossenen, sind doch allein zirka 8000 Berg- arbeiter und zirka 4000 andere Gewerkschaftler in unseren Verbänden organisiert. Unablässige Agitation ist deshalb vonnöten. Die Mannheimer Resolution bezüglich der Zusammengehörigkeit von Partei und Gewerkschaft ist sofort versucht in die Tat umzusetzen, indem cürdie Gewerkschaften 12000statistischeFrage- bogen ausgegeben sind, um festzustellen, wie es mit der Partei- zugehörigkeit'und der Arbeiterpreffe bei den Gewerkschaften bestellt ist. Dabei hat sich das beschämende Bild gezeigt, daß die Buch- drucker-Organisation in Duisburg die Frage- bogen abgelehnt hat.(I) Die Mitteilung rief allseitigen Unwillen hervor. Mit welchem Hochdruck Behörden und Unternehmer im Kreise arbeiten, läßt sich ermessen an der Tatsache, daß von 19' der Parteiorganisation angeschlossenen Orten nur7inderLage sind, Versammlungen abzuhalten. Die ekelhafte Kampfesweise der sogenannten„Christen" zeigt darin ihren Höhe- Punkt, daß diese Auch- Geioerkschaftler überall dort, wo unsere Genossen durch Boykotts um Lokale kämpfen, nun ihrerseits die Parole ausgeben, die boykottierten Lokale zu unterstützen! Man sollte es nicht für möglich halten, daß diese Burschen es noch wagen, sich als organisierte Arbeiter auszugeben. Und doch haben diese„Gelben" noch erheblichen Einfluß, steht hinter ihnen doch die Kaplanokratie und das Scharfmachertum mit seinem Heer von Aufpassern. In S t e r k r a d e hat es ein Polizeikommissar fertig bekommen, zn einem Wirte zu sagen: „Falls er die rote Gesellschaft noch länger be- Herberge, werde man ihn so lange zwiebeln, bis ihm die weitere Lu st dazu vergehe!"— Zur Agitation ist zu bemerken, daß im verflossenen Halbjahre 15 öffentliche Volksversammlungen abgehalten und 92 000 Flugblätter verbreitet sind. Bei den Gemeinderatswahlen sind fünf neue Sitze erobert. Allein 21 Anklagen sind im letzten Halbjahre gegen die Partei angestrengt, nämlich sechs wegen Bonkotts, sechs wegen Flugblatt- Verbreitung, vier wegen roter Kranzschleifen, zwei wegen Verstoßens gegen die Verfrommungsverordnung und je eine wegen Beleidigung, Verkauf von Druckschristen und wegen Veranstaltung eines angeblich öffentlichen Umzuges. Achtzehn dieser Fälle sind noch nicht erledigt. So war in Mülheim ein Genosse wegen einer roten Kranzschleife angeklagt. Die Beweisaufnahme ergab aber, daß der Angeklagte gar keine rote, sondern eine weiße Schleife am Kranze gehabt hatte, worauf natürlich Freisprechung erfolgte. Dennoch legte der Amtsanwalt Berufung ein! Die Sache schwebt noch. In einem anderen Falle, ebenfalls vor dem Mülheimer Schöffengericht, hatten sich drei Genossen wegen öffentlicher Flugblattverbreitung zu verantworten. Zwar konnte ihnen das niemand nachweisen, auch der Polizist Nickel nicht. Dennoch ward die Verhandlung ausgesetzt und dem Nickel aufgegeben, zu recherchieren, ob dieAn geklagten nicht irgendwo ein Flugblatt öffentlich abgegeben hätten. In der zweiten Verhandlung konnte Nickel nun auch noch keinen Beweis bringen, aber er hatte doch eine alte Frauensperson aufgestöbert, die in ihr Fensterbrett von der Straßenseite aus ein Flugblatt hinein- gelegt bekommen hat. Und obwohl die Frau die Angeklagten nicht gesehen, es also gar nicht feststeht, wie das Flugblatt ins Fenster gekommen ist, beantragte dennoch der Amtsanwalt abermalige Vertagung des Termins, um noch weitere Recherchen anstellen lassen zu können! Ist hier eigentlich noch eine Steigerung möglich?— Der Punkt„Presse" zeigte gleichfalls eine erfreuliche Ent- Wickelung. Um 2644 Abonnenten hat sich seit der am 1. Oktober erfolgten Einführung eines Kopfblattes der Abonnentenstand des Parteiorgans im Kreise vermehrt. Im ersten Monat des Bestehens weist die„Niederrheinische Arbeiler-Zeitung" ein Plus von 639,74 M. auf. Natürlich wurden allerlei Wünsche' bezüglich der Presse laut. Die Genossen wünschen dringend, daß das neue Kopfblatt recht bald zu einem eigenen Parteiorgan des Wahlkreises ausgebaut werde.— Für den preußischen L a n d e S p ar teita g in Berlin wurden zwei Delegierte gewählt. Der Streik der römische« Trambahner. Rom, 25. November.(Eig. Ber.) Mit einzigartigem Unverstand hat die hiesige Polizei im Verein mit der Trambahngesellschaft gerade zur Feier der Ankunft des Königs von Griechenland einen Trambahnerstreik heraufbeschworen. Nachdem die Erfahrung gezeigt hatte, daß die Trambahner nicht ge- willt waren, die Anleruung von städttschen Schutzleuten für künftige Streikbrecherdienste zu dulden, hat die Polizeidirektion die Stirn ge- habt, Polizisten zum Anlernen zu schicken. Zweimal haben un vorigen August die Trambahner gestreikt, um daS Anlernen der Schutzleute zu �verhüten und es war damals mühsam zwischen Personal und Stadtrat der folgende moclus vivendi vereinbart worden: Die Trambahner erklärten sich bereit, die Anlernung der Schutzleute zu dulden, und der Stadtrat verpflichtete sich, diese Schutzleute nie der Trambahngesellschaft zur Verfügung zu stellen, sondern im Streitfall den Tramverkehr auf den wichtigsten Linien in eigener Regie aufrecht zu erhalten und der' Trambahngesellschaft in diesem Fall nur die verbrauchte elektrische Kraft zu bezahlen. muß aber Zinsen und Amortisationsquote für daS in den Linien und dem rollenden Material investierte Kapital leisten. Die Behörden waren also gewarnt: von Streikbrecherdressur wollte das Personal nichts wissen. Trotzdem belud man gestern einen Schulwagen mit Polizisten— die nicht von der Stadt, sondern von der Regierung abhängen— und läßt fie ganz vergnügt unterrichten. Kaum war diese dreiste Provokation konstasiert— gegen ein Uhr nachmittags— so wurde von allen Endpunkten die Parole ausgegeben: alle Wagen ins Depot. Auch die Kutscher der von derselben Gesellschaft abhängenden Omnibusse wurden sofort informiert. Um 3 Uhr war kein Trambahn- wagen und kein Omnibus mehr zu sehen. Mit er- staunlicher Schnelligkeit und Disziplin war die Niedcrlegung der Arbeit durchgeführt ehe das Publikum auch nur begriffen hatte, worum es sich handelte. Die Präfektur und die Polizeidirektion haben sich beeilt, die unzweifelhaft festgestellte Tatsache der Anlernung von Polizisten zu leugnen. Sie lassen in den offiziellen und öffiziösen Blättern ver- öffentlichen, daß es sich um frühere Polizisten handle, die in den Dienst der Trambahngesellschaft einzutreten gedenken. Leidqx glaubt ihnen kein Mensch, da die„früheren" Polizisten noch am Vorabend des Streiks in Uniform gesehen worden sind. Die Trambahner haben, wie wir bereits telegraphisch meldeten, die Forlführung des Streiks und die Aufstellung folgender Forde- rungen beschlossen: 1. Vertretung ihrer Gewerkschaft in der Kommission, die über die Annahme der Aspiranten zu beschließen hat. 2. Festsetzung eines festen Lohnes für das Hülsspersonal. Die erste Forderung ist von dem Tranipersonal in Genua bereits durch- gesetzt worden; durch sie wird bezweckt, daß die Tramgesellschaft nicht Polizisten, Carabinieri usw. als Aspiranten ausgeben und an- lernen läßt und daß überhaupt die Gesellschaft, nicht eine unbegrenzte Anzahl von Personen anlernen lassen kann, um sich ihrer als einer „industriellen Reserveannee" zu bedienen. Natürlich sind die Unter- nehmer nicht zun, Nachgeben aufgelegt. Sie wollen„Herren im eigenen Hause" sein und haben keine Lust, der Gewerkschaft, di» ihnen eiu Dorn im Auge ist, neue Befugnisse einzuräumen. Versammlungen. Die Anwendung der Bauarbeiter-Schutzbrstimmungcn im Puvergewerbe. Ueber dieses Thema sprach am Donnerstag in„Kellers Fest. sälen" vor einer stark besuchten Versammlung der organisierten Putzer deren Sektionsleiter N e u m a n n. Redner kritisierte zu- nächst scharf die Weigerung der Regierung, Arbeiter» kontrolleure zur Beaufsichtigung der Bauten hinzuzuziehen. Es sei dies ein schlagender Beweis dafür, daß in Regicrungskreisen den Wünschen und Interessen der Unternehmertums und der Be» rufsgenossenschaften ungleich mehr Rechnung getragen werde, wie den auch noch so berechtigten Forderungen der Arbeiter. Die polizeilichen Bauarbeiter-Schutzvorschriften stünden wie fast überall, so auch in Berlin zur Hauptsache nur aus dem Papier. In der Praxis kämen sie nur teilweise zur Ausführung. Was speziell den Putzerberuf anlange, so sei wohl hinsichtlich der Gerüste an den Straßenfronten eine Aendcrung zum Besseren eingetreten, dagegen werden auf den Höfen und an den Hinterfassaden noch dieselben Zustände angetroffen, wie vor 15 und 20 Jahaen. Es werde hier teilweise in ganz unverantwortlicher Weise drauf los gewirtschaftet, ohne Rücksicht auf Leben und. " mit 8915 Krankheitstagen. Aus alledem ergibt sich die dringende Notwendigkeit eines vermehrten Bauarbeiterschutzes unter sachver= ständiger Kontrolle. Redner ermahnte dann zum Schluß die Anwesenden, unter allen Umständen die für die Wintermonate festgesezte berkürzte Arbeitszeit innezuhalten und verwarnte gleichzeitig die Innenpuber, nicht mehr" Lampenarbeit" zu verrichten, als unbedingt notwendig sei. In fernerer Erwägung, daß nur durch eine straffe, alle BerufsKollegen umfassende Organisation es möglich ist, den allgemein anerkannten Forderungen der Bauarbeiterschuß- Kommission Geltung zu verschaffen, sowie die noch im Berufe bestehenden Mißstände, wie lleberarbeit und Lampenarbeit usw. zu beseitigen, verpflichten sich die Anwesenden, dafür einzutreten, daß alle in Berlin und Umgegend beschäftigten Buber, soweit dies noch nicht geschehen ist, dem Zentralverband der Maurer, Sektion der Buzer, beitreten, um so geschlossen, alle für einen und einer für alle, bessere Zustände auf den Arbeitsplähen herbeizuführen." Lohntarifes für 1907 eine gemeinschaftliche Aussprache herbeizuführen. Die Hauskassierung wurde einstimmig angenommen; es meldeten sich sofort zehn Kollegen, die den Posten als Hauskassierer übernehmen wollen. Lefe: und Diskutierklub" Motteler" tagt am Mittwoch, den 28. d., bei Unbehaun, Stolpischestr. 61. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, C. E. R. Nein. K. 650. Nein. Alimente 11. zum Quartal. -J. M. 107. Sie 5. 2. 64. Spieler Von mehreren, die in dieser F. R. 16. Keiner. H. B. 2. Die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte ist ohne Einfluß auf die Verpflichtung, Steuern zu zahlen. P. 5. 300. Sie fönnen in Ihrem Falle erfolglos sein. reklamieren, soweit der Sachverhalt ersichtlich, würde aber die Reklamation R. B. 52. Der Stadt Berlin, auf Ihren Antrag an die Armendirektion wird Ihnen aber der Nachlaß ganz oder zum Teil belassen. fundheit der Arbeiter. In den allerfeltensten Fällen nur findet| Lohntarifes es zweckmäßiger war, die am meisten in Betracht der Eheschließung vor dem Standesbeamten genügt. 2. D. 11. Sicher eine Annagelung der Schuhbarrieren statt, und die kommenden Gewerkschaften rechtzeitig davon in Kenntnis zu setzen, beit würde nur vorliegen, wenn das Grundstück gerichtlich verpfändet wird. Abdeckung unter der Rüstung ist meistens derartig mangelhaft, um eine gemeinschaftliche Ausarbeitung eines Lohntarifes zu voll- Tosch. So viel uns bekannt, nein. 2. K. 2. 1. Die zur Unidaß die Arbeiter fast wie auf den Stäben eines Vogelbauers stehen ziehen. Aus der Versammlung wurden allgemeine Entrüstungs- der Art der Verfügung über ihr Vermögen beschränkt. 2. Die Erbverhält. versalerbin eingesetzte tinderlose Witwe ist ebensowenig wie ein anderer in müssen. Eine Anlehnung an die Barrieren im Falle des Aus- rufe laut, als bekannt wurde, daß trok Beschlusses des fünften nisse der v. Naglerschen Familie sind uns unbekannt. gleitens ist daher für gewöhnlich einfach unmöglich, weil die un- Kongresses der Gewerkschaften Deutschlands und des gegenseitigen würden im vollen Umfang schadenersatzpflichtig sein. genagelten Latten und Bretter nachgeben und daher keinen Schutz Abkommens zwischen dem Bau- und Erdarbeiterverband und dem können ihr Spiel regeln, wie sie wollen. Wir müssen es ablehnen, als vor dem Absturz gewähren. Nur der großen Gewöhnung der Ar- Asphalteur- und Pappdachdeckerverband die Sektion der Dachdecker- Schiedsrichter in Spielfragen aufzutreten. Sp. 45. Ein Rechtsanspruch beiter an die Tätigkeit in luftiger Höhe ist es zuzuschreiben, daß hülfsarbeiter versucht, aus den Reihen der auf dem Boden der steht dem Betreffenden nicht zu. Es steht ihm aber frei, sich an das Striegsnicht noch mehr Unfälle durch Absturz zu verzeichnen sind, als wie modernen Arbeiterbewegung stehenden Gewerkschaften Mitglieder minifterium zu wenden. J. K. Es ist kaum anzunehmen, daß Klage gegenwärtig schon vorkommen. Stürzt jedoch ein Arbeiter, so findet zu erwerben. Einstimmig ist die Versammlung der Meinung, daß erfolgt. Für den Fall der Klage kann sowohl auf Geldstrafe bis 600 D., er unter sich meistens keinen Halt mehr wegen der mangelhaften durch das Vorgehen der Dachdeckerhülfsarbeiter unter den organi- Aerzte, Firmen usw. zu empfehlen, müssen wir grundsäßlich ablehnen. wie Gefängnis bis zu einem Jahre erkannt werden. Bestimmte Anwälte, Abdeckung der unteren Etagen; rettungslos fällt er von der Dach- fierten Kollegen Zwiespalt entstehen würde und diese Art Agitation rüftung bis zum Keller hinab, wobei er sich durch das mehrfache unter allen Umständen zu verwerfen wäre. Beschlossen wurde noch, daß ein Abzug nicht stattfinden darf, so ist diese Vereinbarung maßgebend. C. 2. Falls, wie in der Regel, in Ihrem Mietsvertrag vereinbart ist, Aufschlagen auf die undichten und lückenhaften Schuhdeckungen" mit der Lohnkommission der Dachdeckerhülfsarbeiter wegen des Auf ordnungsmäßige Herstellung und Schadenersatz im vollen Umfange in der Regel schon während des Falles die schwersten Verlegungen fönnen Sie flagen. F. F. 28. Sie sind im Recht. Ist nichts vereinzuzieht. Gine arge Vernachlässigung ist auch bezüglich der Einbart, so gilt für Handlungsgehülfen eine ſechswöchentliche Kündigungsfrist richtungen in den Baubuden zu konstatieren. So wurde bei 33. 2. 6. 1. Ja, aber nicht ein Beamter. 2. und 3. Ja. 4. Ja, aber Montpellier. Ein solches Wert ist uns nicht bekannt einer am 7. November vorgenommenen Bautenkontrolle der Buber festgestellt, daß von 204 kontrollierten Bauten nur auf 173 Aussicht auf Erfolg liegt nicht vor. 5. und 6. Nein. J., Köpenick. berglaste Baubuden vorhanden waren. Bei den übrigen hatten Soweit ersichtlich, würde Ihre Schwester verurteilt werden. Die Klage Wind und Wetter durch die offenen Fensterlöcher ungehinderten braucht Sie feineswegs mitzubringen, kann sich vom Gericht, wenn sie will, Durchzug. In 49 Baubuden gab es auch keine Oefen, so daß Abschrift erteilen lassen und tut wohl gut, sich durch einen Anwalt vertreten zu lassen. Falls ihr gegen die Stlage gerechtfertigte Gindie Arbeiter an Regentagen feine Gelegenheit zum Trocknen ihrer wendungen zustehen. Ihre Darlegungen ergeben feinen hinreichenden Einwand. Kleider hatten, sondern in durchnäßtem Zeuge den ganzen Tag auf J. A. 500. Benden Sie sich an den Leiter einer der Handwerks. der zugigen Rüstung stehen mußten. Hieraus erklärt sich denn auch eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), schulen. A. A. 1000. Nein. B. 84. Die Kündigungsfrist einer die verhältnismäßig hohe Krankenziffer der an Rheumatis wochentäglich von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Buchhalterin beträgt, falls nichts anderes vereinbart ist; sechs Wochen zum mus und Lungenleiden erkrankten Berufskollegen. Während von Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Ersten des Quartals. Hält der Prinzipal sein Versprechen auf Erhöhung den krankenunterſtüßungsberechtigten Mitgliedern im Vorjahre 241 Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort des Gehalts nicht, so fann Ihre Tochter ihn beim Kaufmannsgericht auf Zahlung verklagen. Willi 19. Hat der Vater zu Protokoll seine Batermit 8577 Krankheitstagen gemeldet waren, erhöhte sich deren wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Zahl in den drei Quartalen dieses Jahres bereits auf 269 vornehmen, dann auf Wiederherstellung des ehelichen Lebens flagen. noch ein anderer verkehrt hatte. Ist solches Anerkenntnis nicht abgegeben, A. B. 37. Sie müßten erst Sühnetermin fchaft anerkannt, so haftet er, gleich viel ob innerhalb der Empfängniszeit so haftet, wenn beider Berkehr in die Empfängniszeit fällt, niemand. Gertrud 9. Ja... 100. R. A. 21. Ja. Ist aber nicht in Benukung. Vor der Geburt braucht Ihnen keine Nachricht gegeben zulässig, hat aber leider wenig Aussicht auf Erfolg, weil der Richter an- Sie sollen unter feinen Umständen Ihr eines sind allein zu K. Schatter. Eine Klage auf Unterlassung der Ruheftörung ist an sich aut werden. B. W. 9a. Das Vorgehen des Wirtes war berechtigt. nehmen wird, derartige Arbeiten feien ortsgebräuchlich. P. M. 505. es Hause lassen, fönnte dem Kinde selbst ein schweres Unglüc Funkenverbindung ist möglich. Darüber, ob das Abfangen durch Dritte erzustoßen. A. M. 2. Ein Verband ist uns nicht bekannt. folgreich verhindert werden kann, streiten sich die Interessenten. M. W. 30. Teilen Sie dem Gericht den Sachverhalt mit und beanH. R. 56. In der Regel: ja. A. D. 100. 1. Die Ja, die Verjährung tritt in 30 Jahren ein. D. 1. Sie müßten die ein- tragen Aufhebung einer etwa festgesezten Strafe. Nach Beendigung der Diskussion, die sich durchaus im Rahmen behaltene Sache ohne Zeitgrenze aufbewahren, dürfen sie nicht verkaufen, lage müßte innerhalb 6 Wochen, nachdem Sie von der Tatsache Kenntnis and im Einverständnis mit den Ausführungen des Referenten sondern können nur Shre Forderung einflagen und dann Pfändung in die erhalten haben, durch einen Anwalt angeſtrengt werden und ist nicht ohne hielt, gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: B. W. 11. 1. Wenn Ihr Vertrag nichts " In Erwägung, daß die Bauarbeiter- Schutzbestimmungen, soeinbehaltene Sache vornehmen lassen. 2. Ja, aber die Benukung ist nicht erlaubt. Aussicht auf Erfolg. 2. Ja. weit solche vorhanden sind, nur als auf dem Papier stehende be- weisung und Beispiele für ein Testament, wie Sie es wünschen, finden Sie 21. Lebensjahre heiratsfähig wird, bedarf er teiner Einwilligung des Vaters, E. R. 1. und 2. Die von Ihnen gewählte Form genügt nicht. An- Gegenteiliges enthält, ist der Hauswirt zur Tragung der Reparaturkosten verpflichtet. 2. Ja. 5. J. 28. Da ein Mann erst mit dem vollendeten zeichnet werden müssen, indem die staatlichen und beruflichen Auf- Seite 238 Nr. 55 und 55 des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das der Mutter oder des Vormundes zu heiraten. 2.5. Als Empfängnisfichtsorgane nichts zu deren Durchführung unternehmen, in weiterer Buch liegt in den öffentlichen Bibliotheken aus. 3. Ja. A. R. 23. Erwägung, daß durch das Fehlen der zugfreien geheizten Baubuden 1. a. 2. und 3. Nein. Auf Grund eines nur mündlichen Lehrvertrages zeit gilt die Zeit vom 181. bis 302. Tage vor dem Tage der Geburt in der kalten und nassen Jahreszeit den verheerenden Krankheiten, Sie aus dem oben angeführten Grunde nicht erzwingen. kann nicht auf Schadenersatz geklagt werden. 4. Eine Bescheinigung könnten mit Einschluß des 181. und 302. Tages. 2. M. 347. Uns nicht bekannt. wie Rheumatismus und Erkrankungen der Luft- und Atmungs- 1. Nein, Sie tönnten nur bei Gericht darauf flagen, daß es Ihnen gestattet gefeßlichen Bestimmungen. Ihre Tochter ist nicht Handlungsgehülfin, eine A. P. 100. Beit verkehrt haben, haftet keiner. 7. 2. 27. 1. Bis am 15. zum 1. 2. Nein. 3. Darüber bestehen keine organe der größte Vorschub geleistet wird, verpflichten sich die wird, getrennt zu leben. 2. Der für schuldig erklärte Ehemann hat für etwaige Selage gehört vor das Amtsgericht.- 33 G. R. Die Gegner haben recht. hier Versammelten, mit aller Energie dafür einzutreten, daß auf den Unterhalt seiner Frau zu sorgen. Genz 10. Der Ber allen denjenigen Bauten, wo diese minimale malter ist im Recht, die Mietssteuer wird für die Zeit von Januar zu des Vertrages, so gilt der Vortrag auf einen Monat und kann bis am 15. R. G. 100. Ist Monatszins vereinbart, aber nichts über die Länge aber notwendige Forderung( zugfreie, geheizte Januar erhoben, daher müssen Sie auch für Oktober bis Januar zahlen. von beiden Teilen zum Ersten gefündigt werden. Haben Sie eine andere Bude) nicht erfüllt ist, so lange die Arbeit ruht, bis eine vom Religionsunterricht zu befreien, nicht vorhanden. 4. Ein Alter ist der Richtung hin. 2. R. 1906. 1. und 2.: Ja. 3. Leider ist die Möglichkeit, die Kinder Abrede getroffen, so wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Ergänzung nach den hygienischen Ansprüchen genügende Bude unseres Bissens nicht vorgeschrieben. 5. Hoffmann, Blumenstraße 14. K. M. 77. Die Forderung für Lieferung von Waren hergestellt ist. verjährt in zwei Jahren. Sind die Waren für den Gewerbebetrieb des Weißenborn Karl M. Leider würden Sie im Klagewege absolut nichts Schuldners geliefert, so beträgt die Frift vier Jahre. Die Frist beginnt mit erreichen können. Deutsch. Ohne Lehrer ist der Unterricht auch unter dem 1. Januar des auf die Fälligkeit folgenden Jahres. Benuzung eines Lehrbuches kaum denkbar. Das Lehrbuch müßte der Lehrer Der Käufer muß das gestohlene Fahrrad ohne Zahlung herausgeben. Spremberg. bestimmen. W. P. 25. Wenden Sie sich an einen Arzt, zu dem Sie. 500. Das Gericht ist in der Würdigung der Beweise frei. In der Butrauen haben. Georg 10. Ja. Die Klägerin kann die Kosten durch Regel wird Beugenbewels für das Eigentum verlangt. entgegensteht. 2. Wenden Sie sich an ein Schokoladengeschäft. das Gericht festseßen lassen. R. 7. 1. Ja, falls der Vertrag nicht Neuere Forschungen schäßen die Tiefe auf gegen zwei Meilen. F. G. 100. . G. 14. Uns nicht bekannt. Stralsunderstraße 37. Sechs Wochen. Taube 100. Sie sind verpflichtet, das Kind noch weiter in die Schule zu schicken. H. K., Koloniestraße. Ja.- A. 20. Ein Mann wird mit Bollendung des 21. Jahres, ein Mädchen mit Vollendung des 16. Lebensjahres heiratsfähig. Das Mädchen bedarf bis zum 21. Jahre der Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Uniform- Lieferungs- Einwilligung des Vaters event. der Mutter oder des Vormundes. Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 68-73 pr. 100 Pfd., Schneider wurden am Sonnabend in einer vom Schneiderverband in fremden Staaten erhalten Sie im amtlichen Bureau Schellingstr. 4 aus: La 88-95, IIa 76-86, IIIa 62-74, holl. 54-60. Hammelfleisch Ia 70-78, M. 1907. In Angelegenheiten über Auswanderungen und Verhältnisse IIa 62-67, IIIa 56-61, IVa 50-55. Stalbfleisch, Doppelländer 115-125, für diese Branche einberufenen Versammlung besprochen. Der Th. K. Uns nicht bekannt. führliche Auskunft. m. S. 24. In IIa 54-67. Referent Kunze führte unter anderem aus: Die Lieferungs- der Regel nein. Die näheren Ausführungen hierüber finden Sie S. 166 IIa 0,30-0,49. Rotwild Ia 0,40-0,45, do. IIa 0,25-0,38, do. Stälber 0,40 Schweinefleisch 53-62. Rehwild Ia per Pfd. 0,50-0,68. schneiderei sei für die Uniformbranche dasselbe, was auf dem Ge- des in den öffentlichen Bibliotheten ausliegenden Arbeiterrechts". biete der Herrenbekleidung die Konfektion ist. Hier wie dort A. S., Rüdersdorferstraße. bis 0,55. Damwild 0,38-0,54., do. Stälber 0,40-0,65. Wildschweine 0,00 Die Poſt fann noch weitere Legitis Frischlinge 0,56-0,85. Hasen per Stüd 3,00-3,25, do. Klein und Herrschen Arbeitsverhältnisse, die nicht als befriedigend bezeichnet mationspapiere verlangen. A. R. 150. Die Eltern waren zur Ifa 1,50-2,90. Staninchen pr. Stüd 0,70-0,90. Wildenten pr. Stüd 1,40-1,60. twerden können. Einerseits die Ueberfüllung des Arbeitsmarktes Schenkung berechtigt, Sie sind zu einer Rückgabe nicht verpflichtet. Stridenten 0,00. Rebhühner, junge la 0,90-1,00, junge IIa 0,00-0,00, alte mit Kollegen, die in anderen Branchen der Schneiderei zeitweise 300. 1. Ja. 2. Ihre Frau müßte beim Amtsgericht flagen, der Ver- 0,70-0,75, junge fleine 0,00. Hübner, alte per Stück 1,50-2,75, alte beschäftigungslos find, andererseits aber auch der Indifferentismus urteilte hat die Kosten zu tragen. Für den Fall der Fruchtlosigkeit fällt ein II a 1,25-1,40, junge per Stid 0,60-1,60. Tauben per Stüd 0,35-0,60, der betreffenden Arbeiter selbst, tragen die Schuld daran, daß trob ital. 0,80-0,85. Enten, junge per Stüd 1,10-2,75, Hamburger, junge der enorm gesteigerten Lebensmittelpreise die Löhne der Lieferungs- Karl 51. Am 15., also am ganzen Tage tann gekündigt werden. per Stüd 3,10. Gänse, Oderbrucher, per Pio. 0,50-0,58, do. Ia per Stüd schneider in den letzten Jahren nicht nur nicht gestiegen, sondern 5. P. 110. Nein.- 5. 3. 1. 1882. 2. 1884. Stammtisch Serpentin. mittel 00. 3-3,60, IIa 2-9,0. Hechte per 100 Pfd.. 60-72, groß 00. Zander fogar gesunken sind. Eines der bedeutendsten Geschäfte dieser Der Aal bleibt im Waffer. Schleie mittel 91, große 0,00, fleine 125-129. Bleie, fleine K. N. 77. Die Forderung verjährt erst mit 35-40. Aale, groß 0,00, mittel 00, flein 0,00, uns. 0,00. Plögen 35-40, Branche, die Firma Eduard Sachs, beschäftige 60 Zwischenmeister Ablauf des 31. Dezember dieses Jahres. Rigdorf 100. Klagen Sie groß 0,00. Starpfen, 25er 0,00, do. 30 er 69-71, do. 80-100 er 65, mit 500 Heimarbeitern. Während die letzteren in der Woche 18 Ihre Forderung schleunigft ein. Die Lohnforderung würde 1907, die andere 50. 40-60 er 68-70. Barse 45-53. Karauschen 00. Blei bis 20 Mt. verdienen, erzielen Zwischenmeister Gewinne von möglicherweise erst später verjähren, es ist aber zwecklos, dem Versprechen fische 16. Wels 56. Bunte Fische 26-46. Amerikan. Lachs Ia 400 Mt. pro Woche. Ein Zwischenmeister verdiene sogar 860 mt. zu glauben, daß eine Kaution gezahlt werde. D. R. 100. Nein. neuer per 100 Bfd. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. in der Woche. Die Firma Jaczek, welche die Dienstkleidung für 103. 1. Mein. 2. Ja. 3. Ja, das Gericht kann aber sich selbst als Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Wall 1,25-1,50, Danziger, Wall die Angestellten der Straßenbahn liefert, gebe ebenfalls Anlaß zu sind herauszugeben. Ihre Frau fann durch Borgehen im Klagewege und IIa 2-4, Stieler, Stiege Ia 4-6, bo. mittel ber stifte 2-3, Hamb. sachverständig erachten. A. F. 100, Rigdorf. Der Mann hat das 0,60-0,80. Flundern, pommersche Ia, per Schock 3-6, do. pommersche vielen Klagen. Der Arbeitslohn für einen Mantel sei von 4 auf 3,50 Mt. herabgesetzt und von dem 1,25 Mt. betragenden Arbeits- durch Antrag bei der Staatsanwaltschaft die Herausgabe erzwingen. Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Stieler 3,50-4,00, lohn für eine Hose seien 25 Pf. abgezogen worden. Die Kontrolleur- das Arbeiterfekretariat, Engel- Ufer 15. F. M. 120. Uns nicht bekannt. J. K. 25. Benden Sie sich an Stralsunder 4-5. Male, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, G. S. 15. Sie können mit lein 0,50-0,60. röde würden mit 7 Mt. pro Stück entlohnt, davon könne ein ge- Aussicht auf Erfolg gegen den Wirt flagen. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Stifte 5-6, do. 2. S. 36. Ja. übter Schneider mit Hülfe seiner Frau vier Stück in der Woche Isabella 100. Ja. 1/2 Stifte 2,75-3. Stabliau, p. 100 Bfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er P. P. D. in Rirdorf. Die Ehefrau kann auf per Anter 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73. Schottische Vollheringe anfertigen. Aenderungen nach der Anprobe müsse der Arbeiter Gewährung des Unterhalts gegen den Mann flagen. Zweckmäßig ist es, 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. ohne jede Entschädigung machen. Auch in staatlichen Werkstätten sich das Armenrecht geben zu lassen. Zur wilden Jagd. Busch. Heringe, neue Matjes, per/ To. 60-120. Sardinen, russ., Faß herrschen Verhältnisse, die der Besserung dringend bedürfen. Die B. S. 7. 1. Ja 2. Ja. Das Testament tönnen Sie eigenhändig 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Poftverwaltung unterhalte in der Artilleriestraße eine Betriebs- machen. Anleitung und Beispiele hierzu finden Sie auf den letzten Seiten Schodfaẞ 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Hummern, fleine, per Pfd. 0,00. werkstatt, die den hygienischen Anforderungen nicht entspreche. des dem Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Das Buch liegt in den Strebje, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. Durch den Arbeitsraum gehe ein Klosettrohr, welches üble Gerüche öffentlichen Bibliotheken aus. In fünf Jahren. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Land-, per Schock 4,00-4,60. Butter m. B. 33. 1. Sie könnten das Kind dem Waisenhause übergeben. per 100 fd. Ia 123--125, IIa 115-123, IIIa 110-114, abjallende 95-105. berbreite. Ein Luftschacht führe Küchendunst und Zugluft in die 2. Ja. 3. Nein, wenden Sie sich wegen weiterer Sorge für das Kind an Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Kartoffeln Werkstatt. Einige Löcher seien mit Lumpen verstopft. Die in der das Amtsgericht. F. P. 76. 1. Ja. 2. Soviel uns bekannt: nein. per 100 Bfd. 0,00, magnum bonum 1,90-2,10, Dabersche 1,90-2,10, Bostwerkstatt beschäftigten Schneider erhalten einen Monatslohn 2. 30. 1. Die Mutter soll schleunigst durch einen Anwalt Ihre Rosen 0,00, weiße 1,60-2,00, Salatkartoffeln 4,00-6,00. Spinat bon 90 Mt., die Nähzutaten müßten die Arbeiter selbst kaufen, auch Forderung einklagen lassen. Buständig ist das Landgericht. 2. Bu einer per 100 Bfund 5,00-8,00. Karotten per Schockbund 2,50-3,00. das Reinigen der Werkstatt liege ihnen ob. Weiter führte der Abtretung ist nicht zu raten. Heinau H. G. Ein solches Verbot ist Sellerie, hiesige, per Schock 3,00-5,00, do. pommersche 4,00-5,00. Bwiebeln Redner aus, daß auch das Polizeipräsidium eine Reparaturwerk- nach unseren Erkundigungen nicht ergangen. Groß- Lichterfelde, große, per 100 fb. 3,00-3,50. bo. Meine 2,00-2,50. do. hiesige( Berl) statt für Schußmannsuniformen unterhalte. Für die daselbst be- Jägerstr. 15. Nein, Sie müssen Terminsanberaumung auf der Gerichts- 0,00. Charlotten 50-60. Petersilie, grün, Schockbund 1,25-1,50. Stohlrabi schäftigten Schneider würden keine Versicherungsbeiträge bezahlt. bben. 2. Nein, Sie tönnen aber auf Reinigung und Rückgabe des per Schockbund 0,60-1. Salat, per Schod 0,00-0,00. do.„ Escarole", schreiberei beantragen. J. P. 58. 1. An Ihr Versprechen sind Sie ge- per Schod 0,50-0,80. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen Das Polizeipräsidium habe destvegen einen Rechtsstreit durch geführt und ein Urteil erlangt, wonach die in der Reparaturwert Reinigungsgeldes flagen. 3. Der Inhalt Ihres uns nicht bekannten Ver- per Mandel 1,00-1,50, bo. Endivien" 1,50-2. Mohrrüben per trages entscheidet. 4. Leider wäre durch Klage nichts zu erreichen. 100 fb: 2-3,00. Teltower Rüben per 100 Pfd. 10-12. statt beschäftigten Schneider nicht versicherungspflichtig seien. Der Weiße Rüben 2. N. 100. Ja. Zuständig ist das Amtsgericht. A. S. 32. 1. und große 2-3, fleine 6-7. Blumenkohl per Mandel 0,00-0,00, do. Lohn der Polizeischneider stehe auf derselben Höhe wie der Lohn 2. Nein. 2. Z. 91. 1. und 3. Nein. 2. Ja. R. A. 1. Ja. 2. und Erfurter Kopf 0,00. Wirsingkohl per Schock 3,00-6,00. Rotkohl in der Postwerkstatt. Am Schlusse seiner Ausführungen legte 3. Nein. Treptow 269. Ja, Berufung gegen die Strafe wäre zwed- p. Schod 3,00-8,00. Weißtohl 100 fs. 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Bfd. der Redner den Anwesenden dar, daß eine Besserung der Ber- los. F. P. 37. Ja, wenn ein wirkliches Arbeitsverhältnis vorliegt. 10-18. Grünkohl per 100 Bid. 3-5. Schnittlauch 12 Töpfe 4-4,50. Stohlhältnisse nur zu ertvarten sei, wenn die in Frage kommenden B. B. 23. 1. Ja. 2. Polizeipräsidium. A. T. 50. Die Polizei hat rüben, Schod 2-3. Kürbis 3-5. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 7-20, Kollegen sich der Organisation anschließen. In demselben Sinne nicht das Recht, nachdem Sie fragen. Die von Ihnen vortragenen Um böhmische 5-18. Aepfel, per 100 Bfd., hiesige 3-20, Gravensteiner bewegte sich die Diskussion. stände machen aber die Vermutung dringend, daß das Rad gestohlen war, 8-20, Tiroler in Fäffern 17-30, Stifte 82-80, merit. 17-30. Preißel Sie können sich durch weitere Schritte in die Unannehmlichkeit einer An- beeren, schwedische 0,00, Gebirgs 34-37. Ballnüsse per 100 Pfd. 16-20, Die Organisation der Schlächtergesellen nahm am Mittwoch in flage wegen Heblerei feten. S. 1872. Ein geschiedener Ehemann kann do. rumänische 24-30, do. franz. Cornes 32-33. Paranüsse 60-65. Hasel einer gut besuchten öffentlichen Versammlung, die in den Hand- fofort nach Rechtskraft des Scheidungsurteils wieder heiraten, eine Warte- nüffe lange 44-47, runde 32-36. Bitronen, Messina, 300 Stüc werkersälen" stattfand, Stellung zu den bevorstehenden Dele- zeit ist nur für die Witwe vorgeschrieben. Hat der Witmer einen Sohn, so 10,00-14,00, 360 Stüd 10,00-16,00, 200 Stüd 10-12, 420 Stüd, kleine giertenwahlen zur Ortstrantentasse der Berliner muß er bor der zweiten Heirat beim Amtsgericht die Erteilung 5-8, 500 Stüd flein 5-8. Fleischer. Vom Referenten Hensel wurde besonders auf die eines Auseinandersehungsscheins behufs Wiederverheiratung erwirten. A. 2. 1. 1. und 2. Nein. 8. Ja. A. G. Schmerzensgeld zu be unter der Hand vorgenommenen Quertreibereien der sogenannten anspruchen raten wir ab. Im übrigen fönnen Sie die vollen Kosten, die ,, meistertreuen" Gesellenvereinchen hingewiesen, die mit Unter- entstanden sind und noch entstehen, beanspruchen. Sie übertragen am stützung der Innungsgrößen jetzt emsig bestrebt sind, einen domi- besten diese Angelegenheit einem Anwalt, zu dem Sie Vertrauen haben. nierenden Einfluß in der Kaffe zu gewinnen. Die Versammlung F. 3. 30. Die Kinder treten an Stelle der verstorbenen Eltern. Es war damit einverstanden, daß die Delegiertenliste des Verbandes erbt also die Tochter, die fünf Stinder des zweiten Bruders je 15 und erst am Wahltage, den 29. November, herausgegeben werde, um so völlig ohne Aussicht auf Erfolg, der Erfolg hängt davon ab, ob das Gericht die acht Kinder der Schwester fe 24 A. S. 65. Die Klage ist nicht einer vorzeitigen Maßregelung der aufgestellten Kandidaten nach annimmt, der Schaden wäre nicht entstanden, wenn der Bater seiner Möglichkeit vorzubeugen. Hinsichtlich des Innungsarbeitsnachweises Aussichtspflicht in anderer Weise genügt hätte. Stinemde. 754 4 Regen 6. S. 100. Wenn das wurden die früheren Forderungen wiederholt, wonach die Gesellen Gericht annimmt, daß durch Vernachlässigung Ihrer Aufsichtspflicht Ihrem Berlin Samburg 6 Regen 3 Regen in erster Linie die unentgeltlichkeit der Arbeitsvermittelung ber- Stinde gegenüber die Scheibe zerschlagen ist, so würden Sie ber5 bedeckt Franks.a.M. 765 S langen und des weiteren fordern, daß Schlächtergesellen nur für urteilt werden. Der Ausgang der Silage ist also ein zweifelhafter. München 1 moltig-1 Baris das Gewerbe, nicht aber als Arbeiter oder gar Arbeitswillige für J. D. 180. Sie müßten die Sterbeurkunde Ihres ersten Mannes und 766,28 2halb bb. 4 andere Berufe vermittelt werden. ferner einen Auseinandersetzungsschein beibringen. Den Auseinanderjegungsschein erhalten Sie auf Ihren Antrag vom Amtsgericht, nachdem Wetter- Prognose für Mittwoch, den 28. November 1906. Der Zentralverband der Asphalteure, Pappdachdecker usw. be- eine Teilung stattgefunden hat. Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sie Etwas fühler, zeitweise aufflarend, jedoch sehr veränderlich mit Regen F. K. 37. fchauern und ziemlich starken westlichen Winden. schäftigte sich in seiner letzten regelmäßigen Mitgliederversamm- Seite 222 Nr. 19 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers. Sch. 30. Wenn Sie nicht etwa Betrug beweisen Berliner Betterbureau. lung hauptsächlich mit der Einführung der Haustassierung, sowie Die Staffe hat Recht. mit dem von dem Bau- und Erdarbeiterverband, Sektion der Dach- 2. Gibt es nicht. Melden Sie sich bei einer Aufführung. Streit 100. 1. Jn 5 bis 10 Jahren. können, ist der Bertrag gültig. Wasserstand am 27. November. Elbe bei Ausfig B. M. 76. Dresden 1,44 Meter, bei Magdeburg+ 1,10 Meter. deckerhülfsarbeiter, aufgestellten Lohntarif für 1907. Von vielen Die Poft ist nicht verantwortlich. 100. Nein. 9. 66. 1. Die Straußfurt Meter. Dder bei Ratibor+0,99 Meter. Rednern wurde das einseitige Vorgehen der Dachdeckerhülfsarbeiter Geburtsurkunden und die Bescheinigung der österreichischen Bemündung+1,28 Meter. Dber bei Brieg+1.66 Weter. bemängelt, Sie waren der Meinung, daß bei Ausarbeitung eines hörde, daß der Che teine Hindernisse im Bege stehen. 2. Anerkennung bei bei Breslau Unterheqel- 1.54 Meter. es sich nicht um Bautischlerei handelt. 2. Zahlung der Unfallrenten. Teil auf den Kläger. F. N. 80. 1900. A. K. 123. 1. Nein, falls 1 N. G. 12. -Witterungsübersicht vom 27. November 1906, morgens 8 1hr. Stationen Wien Barometer. stand mm Wind. richtung Windstarte 756 WSW 758 SW 769 S Better Temp. n. T. 5°.= 4º 9. Stationen Barometer stand mm Binb 8. Haparanda 744 Still 8 Petersburg 745 N 8 Scilly 6 Aberdeen richtung Bindstärke 2Better Temp. n. T. bebedt-15 11 2 bedeckt 77123 4 Dunst 756 WSW 2 heiter 769 3 bedeckt Meter, bet Unstrut bei. Meiße Dder Kinematographen, Laterne magica, Eisenbahnen, Dampfmaschinen: A. Grün, Brunnenstr. 4. Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N. 39, Chausseestr. 65-66 Um unsere werte Kundschaft zu veranlassen, die Weihnachts- Einkäufe frühzeitig zu erledigen, da die gewohnte sachgemässe Bedienung kurz vor dem Feste des grossen Andranges wegen nicht immer durchführbar ist, verabfolgen wir auf sämtliche Einkäufe*) von Mittwoch, den 28. November, bis Donnerstag, den 6. Dezember, inkl. Doppelte Anzahl Sparmarken Wir verabfolgen sonst bei einem Einkauf von 1 Mark 4 Sparmarken, an diesen Extra- Tagen jedoch echimdem Name MENZENHAUER 8 Sparmarken ) Ausgenommen sind einige Artikel. Lassen Sie sich nicht durch unglaubliche Reklame verleiten und kaufen Sie keine billige Zither, die keine Stimmung hält. Ein solches Instrument ist etwas fürs Auge, aber wertlos. Wollen Sie wirklich Freude haben, dann kaufen Sie sich die echte Menzenhauer Guitarzither mit unterlegbaren Noten, welche jedermann sofort spielen kann. Ueber 1 Million im Gebrauch. Preis M. 20.00 u. M. 25.00. 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" Wahlausschreibung vorangehenden Steuerjahre vor- nehmer und den Heimarbeitern und heimsen dabei viel größeren geschrieben waren. Durch die Landesgesetzgebung fann bestimmt werden, daß der Mindestbetrag von 25 Kronen im betreffenden Kronlande, jedoch nicht unter den Betrag von 8 Kronen, ermäßigt werde. Jenen Wahlberechtigten, bei denen eine der im vorstehenden Absage a bis c aufgeführten Voraussetzungen zutrifft, fommen zwei Wahl stimmen zu. Jenen Wahlberechtigten, bei welchen mindestens zwei von den erwähnten Voraussetzungen zutreffen, kommen drei Wah Istimmen zu. Material in die Welt! 6,50. 0,50 X 14= 7,30 M. usw. Gewinn ein, als die Denkschrift angibt, die sich ja auch in dieser Hinsicht nur auf Angaben von Zwischenmeistern stüßt. wertlos diese Angaben sind, das wurde unter anderem an einem Aus Wien wird uns vom 25. November geschrieben: Beispiel auf Seite 26 der Denkschrift nachgewiesen. Dort heißt Die zweite Lesung der Wahlreform geht im Abgeordnetenes, in der Mäntelfonfektion sind die Heimarbeiter während eines hause überraschend schnell vor sich, und keine jener vielen SchwierigJahres 8 Monate voll, 2 Monate weniger und 2 Monate fast nicht keiten, welche die Beratung im Ausschusse so verwickelt und so viele beschäftigt. An derselben Stelle führt die Denkschrift die Angaben Krisen hervorgerufen haben, verzögerte bisher die glatte Annahme eines Zwischenmeisters an, der außer einer nicht angegebenen Zahl im Plenum. Während der Ausschuß die Vertagungen allervon Heimarbeitern in seiner Werkstatt einen Zuschneider, einen dings eingerechnet auf den Tag sieben Monate brauchte, um au Bügler, eine Direttrice und zwei Ausfertigerinnen beschäftigt, die dem Bericht ans Plenum zu gelangen, wird dieses in drei Wochen zusammen wöchentlich 129,50 M. Lohn erhalten, dazu kommen fertig werden. Am 8. November hat die zweite Lesung begonnen, Wahlberechtigte, welchen mehr als eine Stimme zukommt, noch 25 M., die der Zwischenmeister für Transport und Nähund am nächsten Freitag, den 30. November, dürfte sie vollendet können die Wahlstimmen nur einem Wahlwerber zuwenden. material wöchentlich ausgibt. Diese Ausgaben mit 154,50 m. pro sein. Das große Ringen im Ausschusse und die umständliche Verhandlung jedes Details hatten eben auch ihr Gutes: Die nationalen schieden ausgesprochen, und das vornehmlich mit der Begründung, Zwischenmeister während der 2 Monate, wo die Arbeit so gut wie Gegen den Antrag hatte sich auch die Regierung ganz ent- Woche sind für das ganze Jahr glatt durchgerechnet, obgleich doch der Leidenschaften haben sich ausgetobt und sind nun verraucht; das daß durch seine Annahme der Hauptzwed der Reform: mit den gar nicht geht, diese Werkſtattarbeiter auch nicht beschäftigen un Generalkompromiß des Ausschusses, das sich aus unzähligen Detail- das gange Staatswesen jo tief erschütternden Wahlrechtskämpfen nicht bezahlen wird. Für die zwei Monate mit wenig Arbeit dürfte kompromissen zusammenseßt, wird nun von jeder Nation als das endlich abzuschließen, vereitelt werden würde. Nachdem das Ge- wenigstens ein Teil dieser Kosten wegfallen. Aber die Rechnung, Mögliche und darum Notwendige empfunden, und niemand sieht spenst nun aber im Abgeordnetenhause verscheucht worden ist, spuft wie sie in der Denkschrift aufgemacht ist, läßt das Einkommen die Hoffnung vor sich, es im Plenum umzustoßen oder zu ver- es unter den Herrenhausmitgliedern herum. Zwar kann das des Zwischenmeisters niedriger erscheinen, als es wirklich ist. Auf ändern. Was im Ausschusse die Gemüter so heftig bewegt hat, Herrenhaus die Vorlage erst verhandeln, wenn sie aus dem Ab- der anderen Seite erscheinen dann die Löhne der Arbeiter um so läßt nun jeden kalt, und wenn auch die unverbesserlichen Chauvi- geordnetenhause angelangt sein wird; doch ist lezten Freitag höher. So macht die Handelskammer Statistiť. nisten die Raketen der nationalen Kraftphrasen wieder abbrennen, bereits die Kommission gewählt worden, welcher die Vorlage Weiter wurde ausgeführt, daß die Handelskammer auch info so gibt es doch keine Fragen" mehr, und es entstehen keine neuen unter Absehung von der ersten Lesung unmittelbar zugewiesen fern eine ganz falsche Darstellung gebe, als sie behauptet, die HeimKrijen. Die Wahlreform als Willensausdruck der breiten Massen werden soll. Aus einem charakteristischen Vorfall bei dieser Wahl arbeit in der Konfettion sei in der Hauptsache die Arbeit der bera und Bereitwilligkeit der Krone ist nun ein Jahr alt, und daß sie ist die innere Wut der Herrenhäusler ob der ganzen Wahlreform- heirateten Frau, die in der Zeit, welche ihr die Hauswirtschaft übrig der Gesetzwerdung so langsam entgegenschritt, verleiht ihr um so aktion deutlich zu erkennen. Das Herrenhaus kennt keine eigent- läßt, einen Nebenerwerb ausübe. Richtig sei dagegen, daß die lichen Parteien, sondern nur drei„ Gruppen", und zwar die so- Konfektionsarbeit in der Hauptsache von ledigen Arbeiterinnen In einer einzigen Frage gab es im Abgeordnetenhause einen genannte Rechte, der die Nichtdeutschen, die feudalen Hochtorys und von Männern ausgeführt werde, also Personen, denen die Kampf, und zwar den schwersten und ernstesten Kampf. An diese und die Klerikalen angehören, dann die Verfassungspartei, die aus Heimarbeit Beruf und einzige Erwerbsquelle ist. Hiernach sei es Frage wollen die Gegner auch im Herrenhause anknüpfen. Es den deutschen zentralistischen Adligen und den liberalen aller also hinfällig, wenn die Handelstammer alle Fälle, wo sie einen ist die Frage des gleichen Stimmrechtes. Bereits im Ausschusse Arten besteht, und drittens die sogenannte Mittelpartei, in welche geringeren Verdienst festgestellt hat, als Nebenerwerb bezeichnet. hatte, wie schon wiederholt berichtet, die Frage des Pluralwahl- gemeinhin alle ehemaligen Beamten eintreten. Nun hatte die Die unglaublich leichtfertige und oberflächliche Art, wie die rechtes eine große Rolle gespielt. Ursprünglich wurde der Einfall, Mittelpartei als einen ihrer Kandidaten für die Wahlreform- Statistik der Handelskammer zusammengestellt ist, wurde an die österreichische Wahlreform mit der belgischen Pluralität zu ver- fommission den Minister des Innern im Kabinett Gautsch, den einigen Beispielen drastisch beleuchtet. Nur eines dieser Beispiele fälschen, gar nicht ernst genommen; außer von den bei jeder Wahl- Grafen Bylandt- Rheidt, nominiert, welcher der eigentliche Schöpfer fei hier angeführt. Auf Seite 37 der Denkschrift ist eine Tabelle reform sich meldenden Theoretikern", die sich Wahlsysteme willtür- der Wahlreformvorlage ist und dessen Wort auch im Kronrat aufgeführt, welche aus dem Stüdlohn und der Zahl der angefertigten lich erfinden und an der Pluralität das ergiebigste Feld für ihre seinerzeit den Ausschlag gegeben haben soll. Die„ Kavaliere" der Stüde( Blusen) den Wochenverdienst der Heimarbeiterinnen„ beoberflächlichen Konstruktionen haben, wurde von dem famosen beiden anderen Gruppen begingen aber die noch nie vorgekommene rechnet". Diese Rechnung ist aber in allen Resultaten falsch. Eo Mehrstimmenrecht überhaupt nicht gesprochen. Es schien um so Taftlosigkeit, ihn von ihrer Liste zu streichen, sodaß der ehemalige hat der Rechentünstler gefunden, daß 13 Bluſen a 0,50 M. eine* mehr ausgesalossen, daß die Gleichheit des individuellen Stimm- Wahlreformminister bei der Wahl durchfiel und an seiner Statt Cohn von 6,65 M. ergeben. 0,44 m. x 15 find nach der Rechnung rechts einer ernsthaften Anfechtung ausgesetzt werden könnte, als ein Dugendgraf gewählt wurde. Mit dieser„ Demonstration" sollte der Handelskammer in der Wahlkreiseinteilung, in der bewußten Bildung un- bargetan werden, wie seine Standesgenossen über den Mann Das ist eine Rechnung, welche Staufleute aufgestellt haben, gleicher Wahlbezirke, die mannigfachsten Pluralitäten" steden: denken, von dem sie nicht mit Unrecht annehmen, daß er das und die Handelskammer schickt solche Berechnungen, die man einem Pluralität für die Nationen, Pluralitäten für die Städte, Plurali-„ Aergernis" in die Welt gesetzt hat, daß er an der verdammten Schuljungen um die Ohren schlagen würde, als statistisches täten für bestimmte Abgeordnete, denen man, um ihnen das Auf- Wahlreform die Hauptschuld trägt. In dieser inneren Wut wagen geben des Privilegs zu erleichtern, die Wahlbezirke gleichsam auf sie es nun nicht, etwa der gesamten Reform Widerstand zu leisten Das allgemeine Urteil der Versammlungsredner ging dahin, den Leib passen mußte. Und da der Gesezentwurf so disponiert dazu sind die Dinge und ist die Zeit zu weit vorgeschritten daß die Angaben der Handelskammer über die Lage der Heimist, daß der erste Paragraph die Verteilung der Mandate auf die aber es soll in den zwei frondierenden Gruppen eine starte arbeiter viel zu günstig seien. Den wenigen Beispielen, womit Wahlsystems die Wahlberechtigung aber erst im nächsten gelehnten Pluralitätsantrag aufzugreifen und die Reform durch teil beweisen. Aber selbst, wenn man die Angaben der Handelseinzelnen Stronländer enthält, die prinzipiellen Grundlagen des Strömung dafür bestehen, doch den im Abgeordnetenhause ab- die Handelskammer ihre rosige Darstellung begründen wolle, könnten die Arbeiter tausende von Fällen entgegenstellen, die das GegenBaragraphen erscheinen, so nahm die Verhandlung im Ausschusse dessen Einfügung zu verseuchen. Den eigentümlichen Gang, daß zuerst Monate lang über die Ob die Herren" den Mut haben werden, ihren Plan zu ver- tammer gelten lassen wollte, so erscheine die Lage der Heimarbeiter Mandatsverteilung und die Wahlkreiseinteilung verhandelt, jedoch brecherischer Tat zu verdichten, kann troßdem billig bezweifelt immer noch so ciend, daß alle Forderungen, welche von seiten der über die Frage nach dem Stimmrecht, der Allgemeinheit und Gleich- werden. Im allgemeinen nämlich steht das österreichische Herren- Arbeiter an den gesetzlichen Heimarbeiterschutz gestellt werden, vollheit der Wahlberechtigung, erst danach entschieden wurde! Die haus nicht auf so niedrigem Niveau, daß jener herausfordernde kommen berchtigt find. Ebenso wenig tönne die Handelskammer Wahlreformfreunde glaubten, damit sehr vernünftig zu handeln: Uebermut von ihm zu erwarten wäre. Es ist zwar eine durchaus die Ansicht widerlegen, daß die Fabrikarbeit gegenüber der HeimGie rechneten darauf, daß über die prinzipielle Grundlage der und sehr konservative Gesellschaft, die da im Herrenhause ver- arbeit in jeder Hinsicht die höhere Form der Produktion sei. Reform die Entscheidung um so leichter sein würde, wenn vorher sammelt ist, aber dennoch darf man das Herrenhaus als Parlament widersprochen. Auch die in den Versammlungen anwesenden Den Ausführungen der Referenten wurde von feiner Seite das schwierige und komplizierte Werk der nationalen Auseinander- nicht etwa mit dem preußischen Herrenhaus vergleichen! Das widersprochen. Auch die in den Versammlungen anwesenden fezung erledigt wäre. Und die Wahlreform feinde glaubten, österreichische Herrenhaus besteht aus den volljährigen( achtzehne Zwischenmeister machten nicht den leiſeſten Versuch, die von den so weit gar nicht denken zu müssen; für sie war es ja eine aus- jährigen) Brinzen des kaiserlichen Hauses, die freilich nie er- Referenten gründlich zerpflückten Angaben der Handelskammer au gemachte Sache, daß die Reform„ unmöglich" ist, daß sie im scheinen, aus den Bischöfen, den Häuptern der großen Adelsfamilien verteidigen. Die Heimarbeiter und Arbeiterinnen aber gaben ihr Urteil über die Tendenzschrift der Handelskammer ab durch die Dunst der nationalen Differenzen untergehen wird, daß sie an( ben erblichen Mitgliedern) und von der Krone ernannten„ um einstimmige Annahme der nachstehenden Resolution: Staat oder Kirche, Wissenschaft oder Kunst verdienten Männern". Als sich die Hoffnung aber als eitel erwiesen hatte und die Dieses Ernennungsrecht sorgt dafür, daß im Herrenhause auch rinnen protestiert gegen die einseitige Art et statistischen nationale Seite der Reform bewältigt war, warfen sich die Reform- Bildung, modernere Gesinnung und Kultur nicht ganz unvertreten Erhebungen der Berliner Handelskammer über die Heimarbeit, feinde auf die Pluralität: Mit ihr sollte dem Werke der Strick ge- find. Angesichts dieser Zusammenfeßung, die dafür bürgt, daß sowie gegen den darüber veröffentlichten Bericht, der unter dem dreht werden. Eine kleine Gruppe, die deutschen Klerifalen, hatte ein einmütiges Botum des Herrenhauses gegen die Reform sich, vornehmlich durch das belgische Beispiel verführt, die Plurali- oder für die Pluralität auf keinen Fall zu erzielen sein wird, ist Dedmantel einer unbefangenen Statistit nichts anderes ist als eine Tendenzschrift gegen jeden gesetzlichen Schuß der Heimarbeit wie tät als„ Bauernschutz" ertoren( vote plural c'est vote rural"). es nicht gerade wahrscheinlich, daß es das Herrenhaus wagen überhaupt gegen jede Einschränkung der Ausbeutung der HeimZu ihr stießen nun alle an sich wahlreformfeindlichen Parteien, fönnte, die Krone, das Parlament und arbeiter und Arbeiterinnen. Der Versuch, die bezüglich der Heimund ihnen schlossen sich aus„ leberzeugung" die Redner des Polen- breiten Boltsmassen zu provozieren, indem es einer Reform ent- arbeitsausstellung gemachten Angaben durch diesen Bericht zu ent flubs an. Das ist zwar noch lange keine Majorität, den Rest hoffte gegentritt, deren gesamter Inhalt nun von allen Völkern und man aber in den schwachmütigen, unverläßlichen und feigen Ele- laffen bejaht wurde. Immerhin wird der Golgathaweg der Wahl- fräften oder zu widerlegen, ist denn auch als vollständig gescheitert zu betrachten. Selbst die nach dem rosig gefärbten Bericht ges menten der bürgerlichen Parteien zu gewinnen. Die Pluralität reform um eine neue Leidensstation vermehrt. Aber wie es gewonnenen Resultate über Arbeitslohn und Arbeitszeit bestätigen das ist ja der„ Damm" gegen die Ueberflutung durch die Sozial- lungen ist, das Pluralitätsgespenst im Abgeordnetenhause zu verdemokratie, und wo fände ein solcher Appell im Herzen der Bour- scheuchen so wird der bornierte Haß einiger verbissener Herren- zum Teil noch die schon früher durch die Arbeiterorganisationen ermittelten Angaben. Die Versammelten halten deshalb nach wie geoisie nicht ein williges Echo? Die Pluralität ist der Aufruf an hausreaktionäre nicht die Macht erlangen, es nochmals zum schred- bor an den bisherigen Ferderungen gefeßlichen Heimarbeiter das( allerdings sehr mißverstandene) Klasseninteresse des Bürger- haften Dasein zu erwecken. schußes, sowie der Errichtung von Betriebswerkstätten fest und vertums, die Mobilisierung seiner schlechten Instinkte. Die Gefahr, pflichten sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für diedaß dem Aufrufe genug Leute folgen werden, um im Bunde mit selben einzutreten. Ferner verpflichten fich dieselben, soweit dies den Wahlreformfeinden die Gleichheit des Stimmrechts erwürgen noch nicht geschehen, dem Verbande der Schneider, Schneiderinnen zu können, war also nicht gering. Zur Ehre der nationalen Bour- Gegen die Heimarbeitsenquete der Handelskammerns. beizutreten, weil es nur dadurch möglich ist, bessere Verhält geoisie muß gesagt werden, daß dieses politische Scharfrichtertum nisse für die Heimarbeiter und-Arbeiterinnen herbeizuführen. Auch in Desterreich versagt hat; der Moment ist eben so gewaltig, daß nahmen am Montag sieben öffentliche Berjamm- die in dem Bericht der Handelskammer zur Besserung der Lohner sogar den engherzigen Egoismus des Spießbürgergeistes zurüd- Iungen Stellung, die der Verband der Schneider ein- berhältnisse empfohlenen Lohntarife können ohne eine leistungsgedrängt hat. Der Pluralitätsantrag ist im Ausschusse mit 26 berufen hatte. Die Versammlungen, die in den verschiedensten fähige Organisation der beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen gegen 20, im Plenum- nach dreitägiger erbitterter Schlacht Stadtgegenden abgehalten wurden, waren sämtlich sehr start be- weder allgemein durchgeführt noch aufrecht erhalten werden." mit 201 gegen 143 Stimmen abgelehnt worden. Dabei beruht sucht, zum Teil jogar überfüllt. Als Referenten traten sieben weder allgemein durchgeführt noch aufrecht erhalten werden." es auf einem schnöden Kniff, daß die Annahme überhaupt durch Mitglieder des Schneiderverbandes auf, die seit Jahren an hereine einfache Mehrheit hatte herbeigeführt werden sollen. Korrefter vorragender Stelle im Verbande tätig sind, nämlich: Heitmann, weise nämlich hätte der Pluralitätsantrag beim Grundgeset Knoop, Kunze, Mähr, Sabath: Stühmer und gestellt werden müssen; denn wenn die Wahlberechtigung eine Täterow. ftaatsgrundgefeßliche Materie ist, so selbstverständlich nicht minder Die Referenten, die sowohl durch ihren Beruf, als auch durch die Gleichheit oder Ungleichheit des Wahlrechts. Nun wird die ihre Stellung in der Gewerkschaft in der Lage sind, die Verhältnisse Gleichheit des Stimmrechts überhaupt nicht ausdrücklich pro- der Berliner Heimarbeiter aus eigener Anschauung und Auf der diesjährigen Generalversammlung des Deutschen flamiert; fie versteht sich von selbst und müßte, um nicht zu sein, auf Grund persönlicher Erfahrung zu tennen, nahmen die Dent- Bentralfomitees zur Errichtung von Heilstätten für Lungentrante" eben durch eine positive Bestimmung beseitigt worden sein.( So schrift der Handelskammer unter die kritische Lupe und enthüllten hielt Profeffor Dr. Kirchner Berlin einen sehr intereffanten fagt z. B. auch die Verfassung des Deutschen Reiches nur: Der Punkt für Punkt die einseitigen und tendenziösen Darstellungen Vortrag über die Verbreitung und Bekämpfung der Tuberkulose im Reichstag geht aus allgemeinen und direkten Wahlen hervor.) dieser Arbeit. Hier sprachen Sachfenner zu einem sachkundigen Kindesalter. Er wies darauf hin, daß die Sterblichkeit der Kinder Nun enthält die Regierungsvorlage in der Wahlordnung( Wahl- Publikum, und vor diesem Forum wurden die rosig gefärbten an Schwindsucht und anderen Tuberkulose- Erkrankungen in den reglement) die rein formell gedachte Bestimmung: Jeder Wahl- Angaben des Handelskammerberichts einmütig als wahrheitswidrig legten 20 Jahren zugenommen hat, und dies, obwohl im allberechtigte hat das Recht auf eine Stimme; er fann sein Wahl- verurteilt. gemeinen die Tuberkulose während dieses Zeitraums eine erhebliche, recht nur persönlich ausüben." An diese rein technische Vor- Mit vollem Recht wiefen die Referenten darauf hin, daß es der von Jahr zu Jahr wachsende Abnahme gezeigt hat. In Preußen schrift haben die Wahlreformfeinde nun die Pluralität angehängt! Handelstammer nur darauf ankomme, die Sympathie, welche die 3. B. starben von je 100 000 der Bevölkerung an Tuberkulose Selbstverständlich aus der Erwägung heraus, daß die Bestimmungen öffentliche Meinung seit einigen Jahren dem Heimarbeiterelend im Jahre 1875 319, im Jahre 1907 aber nur noch 196, dies ein Es ist der Wahlordnung nur eine einfache Majorität brauchen, wogegen gegenüber befundet hat, zu zerstören. Wenn es in der Denkschrift das 38,4 Prozent weniger. Bestimmungen des Grundgesezes einer Zweidrittelmehrheit unter- heiße, die Verhältnisse der Heimarbeiter seien den Arbeitern zu freulicher Beweis dafür, daß der in den letzten Jahrzehnten liegen. Es stimmt ganz zu der Qualität der schlechten Sache, daß ungünstig dargestellt worden, so müsse dagegen gesagt werden, daß gegen diesen furchtbaren Feind der Boltsgesundheit aufgenommene sie den geraden Weg vermeiden mußte und auf einem listigen Um- man an einem Beruf, der nur Schäden und Mißstände aufweist, Stampf doch nicht erfolglos geführt worden ist. Dagegen hatte die weg eingeschmuggelt werden sollte! teine guten Seiten finden kann, wenn man selbst unter diesen Tuberkulosesterblichkeit bei sen aben im ersten Lebensjahre um Da die Habsucht der Arbeiterfeinde wahrhaft international ist, Mißständen leidet. Die Unternehmer dagegen, die aus dem Elend 90 Proz., im zweiten um 19, im vierten und fünften um 3, bom so wird es auch die deutschen Leser wohl interessieren, den Antrag der Heimarbeiter ungeheure Profite ziehen, die sehen natürlich nur 5. bis 10. um 23 und vom 11. bis 15. um 19 Proz. auTollinger( der Antragsteller ist ein Klerifaler aus Tirol) im Gutes an dieser Arbeitsmethode. Die Kritif, welche die Redner genommen. Bei Mädchen, die im Durchschnitt eine noch Wortlaut tennen zu lernen. Er lautet folgendermaßen: fachlich an der Beröffentlichung der Handelskammer übten, deckt sich größere Empfänglichkeit für diese Krankheit zeigen eine Tatsache, Jeder Wahlberechtigte hat das Recht auf eine Stimme. im großen und ganzen mit der Beurteilung, die wir in Nr. 273 bie sich in einem späteren Lebensalter in ihr Gegenteil verkehrt Das Recht auf eine weitere Stimme haben jene Wahl- des Vorwärts" dem Handelskammerbericht zu Teil werden ließen. betrug die Zunahme im ersten Lebensjahre 57 Proz., im zweiten berechtigten, Unser allgemeines Urteil über die Enquete wurde in den Ver- Jahre 15, im vierten und fünften Jahre 12, bom 5. bis 10. Jahre a) welche das 35. Lebensjahr vollendet haben, verheiratet oder sammlungen an zahlreichen Einzelangaben der Dentschrift in jeder 25 und vom 11. bis 15. Jahre 15 Proz Während in den ersten Lebensjahren andere Infektionsberwitwet, sowie Inhaber einer selbständigen Wohnung hinsicht bestätigt. Insbesondere wurde auch die Institution der als Eigentümer, Nuznießer oder Mieter sind; Zwischenmeister beleuchtet. Die Handelskammer stellt die Krankheiten( Keuchhusten, Diphtheritis, Scharlachfieber, Masern) eine b) welche an einer inländischen Mittelschule oder Lehrer- Zwischenmeister als unentbehrlich hin. Die Versammlungsredner größere Gefahr für die Kinder bilden, nimmt die der Tuberkulose bildungsanstalt die Reifeprüfung abgelegt oder eine den fagten dagegen, es sei nicht wahr, daß die Zwischenmeister, wie rasch zu, um mit dem 11. Lebensjahre an erste Stelle zu rüden, auf ▸ Mittelschulen in bezug auf das Einjährig- Freiwilligen- die Handelskammer behauptet, die Arbeiten einrichten, die Heim- welchem Platz sie als bei weitem häufigste von allen Todesursachen recht bei Ableistung der militärischen Präsenzdienstpflicht arbeiter anweisen und anlernen usw. Das könnten die Zwischen- bis ans Ende bleibt. gleichgestellte Fachschule mit Erfolg absolviert haben; c) welche eine selbständige Unternehmung betreiben oder eine Liegenschaft befißen, wofür dirette landesfürstliche Steuern im Mindestbetrage von jährlich 25 Kronen in dem der vornehmlich die ist Soziales. Tuberkulose im Kindesalter. 9 ers meister schon deshalb nicht tun, weil ein großer Teil voit ihnen Die Zunahme der Tuberkulosesterblichkeit im Kindesalter ist ein gar nichts von der Schneiderei verstehe. Leute aus allen möglichen Beweis dafür, daß die gesundheitlichen Schädigungen, unter denen Berufen seien Zwischenmeister in der Konfektion geworden. Sie die Kinder, der großen Mehrheit der Bevölkerung aufwachsen, spielen lediglich die Rolle eines Vermittlers zwischen dem Unter- insbesondere das Wohnungselend: das die Möglichkeit einer Ansteckung vermehrende Zusammenhausen bieler Personen auf einem engen Räume im Wachsen begriffen sind. Eine durchgreifende Wohnungsreform, erhöhte Löhne zwecks Be- s ch a f f u n g kräftiger Nahrung, besonders ein- wandsfreie Milch, peinlich st e Sauberkeit im Haushalt vor allem der Familien bereits von der Tuberkulose Befallener, um weitere Ansteckungen zu vermeiden, und endlich der lveitere Ausbau der schon bestehenden Heilstätten für tuberkulöse Kinder(bis jetzt 14 an der Zahl mit öW Betten) find die Mittel und Wege. um diese furchtbare Erscheinung der Schwindsucht im Kindcsalter einzudämmen. Die vom Dresdener Gcwerkschaftskartell errichtete Würm- und Lcscstube erweist sich immer mehr als eine sehr nützliche Einrichtung.— Die Zahl der Besucher nimmt ständig zu: sie betrug im letzten Winter bei elfwöchentlicher Offenhaltuug 14 625, während sie sich im Vor« jähre in 14 Wochen auf nur 12 912 belaufen hatte. Im ganzen hat die Wärin- und Lescsiube im Laufe ihres fünfjährigen Bestehens HO OOO Personen Obdach, ein warmes Plätzchen und geissige Unter- Haltung gewährt. Es verdient dies umsomehr Anerkennung, als die Dresdener Stadtverwallung sich immer noch wehrt, die in anderen Städten schon längst bestehende Einrichtung öffentlicher Wärmehallen in die Hand zu nehnien. Auch hier ist asio wieder einmal, wie so oft, die Initiative der organisierten Arbeiter der öffentlichen zuvor- gekommen. Das HaMükontingent der Besucher stellen naturgemäß die im Winter unter Arbeitslosigkeit leidenden Berufe: die Maurer, Bauarbeiter und Zimmerer; dann folgen die Metallarbeiter, Holz- arbeiter, Steinarbeiter usw. Die Gesamtausgaben zur Unterhaltung der Wärmstube be- zifferten sich auf 1370 M., die Einnahmen— darunter viel frei« willige Beiträge und Unterstützungen— auf 1440 M. Außerdem wurden namhafte Zuwendungen in Form von Naturalien gemacht, z. B. 3050 Brote, 3 Tonnen Heringe. 37 Pfund Butter, Vz Zentner Gräupchen usw. An den Weihnachtsfeiertagen gelangten an die zu- gereisten Fremden 92 Portionen Mittagessen, 185 Portionen Kaffee und 95 Portionen Abendbrot zur Verteilung. Notdurft zu verrichten ist Arbeitern verboten. Vom kaiserlichen Proviantamt in Metz ist folgende Verordnung ergangen: »Ein Austreten während der Arbeitszeit ist überhaupt nicht gestattet. Jeder Arbeiter hat vor Beginn seines Dienstes oder während der festgesetzten Pausen seine Not zu verrichten. Eine Ausnahme darf nur in ganz besonderen Fällen gemacht werden. Die betreffenden Leute haben sich jedesmal beim Aufseher oder Vorarbeiter unter Angabe des Grundes zu melden. Uebertretungen sind rücksichtslos zu bestrafen. Oeftere Bestrafungen in diesem Falle haben bei den Arbeitern Entlassung zur Folge, was ihnen bekannt zu machen ist." Gegeben im kaiserl. Proviantamt in Metz. Dem Urheber dieser prächtigen sozialen und sittlichen Ver- ordnung wäre anzuempfehlen, probeweise während der 15 Minuten dauernden Pause sein Frühstück- oder Vesperbrot auf dem Abort zu verzehren und nebenbei was des Leibes Not erfordert zu verrichten. Kaiserliche Proviantämter sollen ja doch nach dem kaiserlichen Februarerlaß von 1890 Musterstätten sozialer Fürsorge sein. Ist der Kriegsminister mit dem Inhalt der oben wiedergegebenen„Ver- ordnung" einverstanden?_ Bon den„ArveiterwohlfahrtSeinrichtungen." Die bayrische Staatsrcgierung macht zurzeit wieder sehr viel in Arbeitcrwohlfahrt, was ihr ja nicht zu verübeln wäre, wenn sie nicht gewöhnlich das Diüg beim falschen Ende anpacken würde. Ihre neueste soziale Grohlat ist eine eben erschienene Denkschrift: „Die Arbcitcrwohlfahrtscinrichtungen in bayerischen Fabriken und größeren Gewerbebetrieben", die in ihrem Auftrage vom Kgl. Sta- tistischen Bureau bearbeitet und herausgegeben wurde. Der Zweck der Denkschrift wird in einer Einleitung dahin präzisiert, daß sie eine gedrängte,„übersichtliche Schilderung der Wohlfahrtsein- richtungen geben soll, die in bayerischen Fabriken und größeren Ge- werbebetrieben, vor allem der privaten Arbeitgeber, dann aber auch der Gemeinden und des Staates, aus freier Initiative, ohne gesetzlichen Zwang, für die Arbeiter, bezw. für die denselben gleich- gestellten Gewerbe- und Handlungsgehülfen geschaffen wurden." An 1985 Privatbetriebe, die über 50 Arbeiter beschästigen, wurden Fragebogen ausgegeben, von denen 1496 beantwortet zurückge- langten. Was man alles für Wohlfahrtseinrichtungen ansieht, er- hellt aus den Gesichtspunkten, nach denen die betreffenden Ein- richtungen geschildert werden:„Gehalts- und Lohnzahlungsein» richtungen, Arbeitszeit, Vertragsverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber, Arbeiterausschüsse, Spar- und Vorschuheinrich- tungen, Unterstützungswesen, Einrichtungen zur besseren Er- nährung und Lebenshaltung der Arbeiter, Wohnungsfürsorgc, Ein- richtungen für die Gesundheitspflege der Arbeitnehmer und ihrer Augehörigen, geistige und sittliche Förderung erwachsener Arbeiter. Fürsorge für Unterricht und Erziehung, sonstige Wohlfahrtsein- richtungen." Die Regierung ist von dem Ergebnis ihrer Er- Hebungen„sehr befriedigt", sie konstatiert, an der Gestaltung„sehr vieler dieser Einrichtungen das unverkennbare Bestreben der Ar» beitgeber, wirklich soziale Wohlfahrtspflege zu üben". Seit der ersten derartigen Erhebung, die 32 Jahre zurückliegt, seien außer- ordentliche Fortschritte auf diesem Gebiete zu bemerken. Weniger befriedigt dagegen ist die hohe Regierung durch das Resultat, das ihre Erhebung bezüglich der Einwirkung solcher Wohlfahrtseinrich- tungen auf das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer gezeitigt hat. Die Denkschrift von 1874 konnte noch hervorheben, daß in den Fabriken, die sich durch Wohlfahrtseinrichtungen aus- zeichnen, mit Ausnahme einer einzigen, in den letzten, der Er- Hebung vorausgegangenen Jahren kein Streik vorgekommen sei, während jetzt eine solche Wirkung von Wohlfahrtseinrichtungen nicht mehr behauptet werden könne. Gerade durch derartige Einrich- tungen ausgezeichnete Betriebe seien in den letzten Jahren in her- vorragendem Maße an den Lohnbewegungen beteiligt gewesen. Die betreffenden„Wohlfahrtsfirmen" bringen in den Fragebogen ihre Erbitterung über diese„Undankbarkeit" der Arbeiter zum Aus- druck und klagen, daß in der besten Absicht getroffene Wohlfahrts- maßnahmen mißdeutet würden, in einigen Fällen geht die Schluß- folgerung darauf hinaus, daß ein Ausbau der Fursorgeeinrkch- tungen den Arbeitgebern nicht mehr zugemutet werden könne. Sie führen den Mißerfolg ihrer..Wohlfahrtsbestrebungen" auf die „von außen hineingetragene Unzufriedenheit" der Arbeiter zurück. Die Herren verraten in ihrem Aerger, daß es sich, was wir ja schon längst wissen, für das Unternehmertum bei den Wohlfahrtsein- richtungen nicht um eine„kulturelle Tat", als die diese Einrich- tungen in der Denkschrift gefeiert werden, handelt, sondern nur darum, die Arbeiter behufs bequemerer Ausbeutung unter Vor- mundschaft zu halten. Für uns ist also das erfreulichste Resultat an diesem Unternehmen der bayerischen Regierung die offizielle Konstatierung der Tatsache, daß das Selbstbewußtsein der Ar- beiterschaft bedeutende Fortschritte gemacht hat, daß sie sich nicht mehr so leicht durch derartige Lockspeisen ködern und von der selbständigen Verfolgung ihrer wirklichen Interessen abhalten läßt. Wenn ihr dabei nicht die staatlichen Gewalten allerlei Hindernisse in den Weg legen, ihr nicht durch alle möglichen Schi- kanen das Koalitionsrecht beschneiden würden, so wäre das für sie viel wichtiger, als die Begünstigung sogenannter Wohlfahrtsein- richtungen, auf die jeder unabhängig denkende Arbeiter gern ver- zichtet._ Fruchtloser Kampf gegen die Konsumvereine. Die Mittelstöndler notwendigen Sämtzmaßregeln gegen Senchengefahr und aller be- rechtigten Ansprüche der heimischen Viehproduktionen den jetzigen Notstand aufheben und eine billige und gesunde Volksernährung er- möglichen." Die Gefangenen entlassen. Wie die Londoner„Tribüne" mit- teilt, sind die acht gefangenen Frauen, die wegen der Tumulte im Parlament am 23. Oktober verurteilt waren, aus eine Order vom Ministerium des Innern plötzlich entlassen worden. Es war be- kanntlich die Forderung der politischen Gleichberechtigung, welche diese Frauen vor dem Parlament vertreten� wollten. � Alle gaben ihrer Entrüstung über die Zustände im Gefängnis offen Ausdruck, und jedenfalls wurden diese Damen der Gesellschaft noch nicht ein- mal so wie die gewöhnlichen Gefangenen behandelt. Sie erklären, daß ihre Erfahrungen im Gefängnis sie nur bestärkt hätten»n der Einsicht, daß die Mitwirkung der Frauen in öffentlichen Angelegen- heften eine Notwendigkeit set. Unter den Berliner Dienstmädchen wird gegenwärtig ein Flug- blatt verbreitet, durch welches der schon öfter erwähnte freie Arbeitsvertrag zur allgemeinen Kenntnis gebracht und dringend empfohlen wird. Zu diesem Zwecke fand auch am Sonntag bei Obst in Schöneberg eine öffentliche Versammlung statt, in der die Notwendigkeit eines Schutzes für die Dienstmädchen eifrig be- sprachen wurde. Die Versammlung war gut besucht und hatte den Erfolg, daß sich zwanzig Dienstboten dem„Verein für die Jnlereffen der Hausangestellten" anschlössen. Es wird nicht leicht sein, den neuen Arbeitsvertrag zur An- erkennung zu bringen; die„Herrschaften" weisen ihn zurück als „dreiste Zumutung", als unberechtigten Eingriff in ihre Rechte. Demnach kann es mit der Dienstbotennot nicht weit her sein. Die größte Schwierigkeit bei der Propagierung des neuen Vertrages liegt aber in dem mangelnden Selbstgefühl der Dienstmädchen. Die Mädchen müssen erst verstehen lernen, daß sie durch diesen Verttag gegen die Gesindeordnung geschützt werden sollen. Je mehr und allgemeiner der Brauch zur Geltung gelangt, daß jedes Mädchen wenigstens die Forderung erhebt, daß ein fteier Vertrag über ihr Dienstverhältnis abgeslbloffcn werde, desto mehr „Herrschaften" werden sich fügen, desto leichter wird der erste heftige Widerstand überwunden werden. Und gerade die Mädchen, die mit ihren Stellungen sehr zufrieden sind und keinen Grund zu Be- schwcrden haben, sollten auf den Abschluß eines Vertrages dringen, denn ihnen wird es leicht, die Neuerung e,n- zuführen. Sie können mit gutem Beispiel vorangehen. sie helfen damit Tausenden von schwer bedrückten Mitschwesteru, die sich alsdann darauf berufen können, daß andere Dienstgeber den Per- trag bereitwillig unterschrieben haben. Ebenso sollte» jene Besser- gestellten nicht versäumen, sich dem„Verein für die Interessen der Hausangestellten" anzuschließen und mitzuhelfen, die Dienstboten- verhälttnffe im allgemeinen günstiger zu gestalten. Daß der vor« geschlagene Vertrag eine Reihe von wichtigen Verbesserungen bringt, ist ans den ersten Blick zu erkennen. Es gefällt den Herrschaften zum Beispiel nicht, daß eS heißt: „Das der Hausangestellten einzuräumende Zimmer muß heizbar, von innen verschließbar, ein nach außen liegendes Fenster haben und mit Kleiderschrank, Kommode und Bett ausgestattet, zur alleinigen Versiigung stehen." Irgend eine dunkle Kammer oder der sogenannte Hängeboden war bisher gut genug für das Dienstmädchen. Und eine Stunde Mittagszeit? Und eine halbe Stunde Frühstück- und Vesperzeit? Und einen freien Nachmittag jede Woche? Ueber dies und manches andere noch sind die Herrschasten ent« rüstet. Aber die aufgeklärten Mädchen sagen mit Recht, daß die gnädigen Frauen höchsteigenhändig ihre Hausarbeit machen sollten oder mit einer Aufwärterin zufrieden sein müßten, wenn sie für den Dienstboten kein anständiges Zimmer übrig haben. Um die nötige Anfilärung zu verbreiten, ist noch sehr viel Agitation notwendig. Der erwähnte Verein bedarf vieler Hülfe und Unterstützung vonseiten der Hausangestellten, wenn er für ihre Interessen mit Nachdruck und Erfolg eintreten soll. Versammlungen— Veranstaltungen. Treptow. Donnerstag, den 29. November. 8'/z Uhr, bei Mohlau, Treptow. Kiefholzstr. 35: Vortrag Frau' Berta Lungwitz: „Unsere heutigen Känipfe und die Frauen". Sozialdemokratischer Lese- und Diskuticrklub„Eintracht". Mttwoch, den 28. November, abends 8'/, Uhr, bei Halwaß, Stralaucr Allee 17 F: Sitzung. Lese- und Tiskuticrklnb„Tokrates". Mittwoch, den 28. t» M-, abends 3 Uhr, bei Zietz, Warschauerstr. 61: Vortrag. Gerichts-Leitung. Des Schutzmanns Ermessen richterlicher Nachprüfung entzogen. Die Berliner, Breslauer und Hamburger Rechtsprechung hat den Schutzmann bekanntlich zum unumschränkten Herrn der Straße gemacht. Jetzt ist das Kammergericht sogar noch weiter gegangen und hat ihm auch die Verfügung über daS HauSinnere übertragen. Zugrunde liegt folgender Sachverhalt: Der Handlungsgehülfe L. ging nachts mit einem Freunde an einem Hause der Alten Jakob» straße vorbei, gerade als dort eine Sistierung vorgenommen wurde. L. blieb danach mit seinem Freunde und noch einigen Personen auf dem Stratzendamm stehen. Als jedoch ein Schutzmann in Sicht kam. ging L. mit seinem Freunde in die Türnische deS HauscS. Die Aufforderung des Schutzmanns an die Umstehenden, weiter zu gehen, bezog er nicht auf sich. Da trat der Schutzmann von der Straße zu ihm in die Nische und z e r r t e ihn mit den Worten: „Sie sind auch gemeint" aus der Nische heraus, so daß er auf das nasse Straßenpflaster siel. Daraufhin erhielt er ein Straf- Mandat über 20 M. 1. wegen Behinderung des Verkehrs(nachts 1 Uhr Alte Jatobstraße!). 2. wegen NichtweitergehcnS. 3. wegen ruhestörenden Lärms. Das Strafmandat wurde auf seinen Einspruch vom S ch ö ff e n g e r i ch t nach Vernehmung deS Schutzmanns bestätigt. Dies Urteil griff Rechtsanwalt Ar oh an. Das Landgericht nahm denn auch auf Grund der Beweisaufnahme weder Behinderung de» Verkehrs noch ruhestörenden Lärm an, hielt aber in Höhe von 5 M. die Per- urteilung wegen„NichtweitergehcnS" aufrecht, und dies, obwohl es im Urteil ausdrücklich feststellte,„daß der Angeklagte, als die Aufforderung an ihn erging, nicht mehr auf de? Straße, sondern bereits auf dem Hausgrundstück stand".— Vor dem nunmehr mit der Revision angerufenen Kammergericht führte Rechtsanwalt Broh aus. daß die.Straßen"°Ordnung nicht die Schuhleute berechtigen könne, auch Maßnahmen zu treffen, die sich von einem dort fahrenden Motorwagen der Bahn erfaßt und wurde ist. Unt den Sohn im Unterrichten weiterzubilden, erteilte er in die Häuser erstreckten. Danach würde ja kein Bürger mehr dem Knaben dabei ein Bein abgefahren. öfter Unterricht für ihn. Dies tat er auch in Abwesenheit seines in seinem Heim vor polizeilichen Eingriffen gesichert sein, um fo Das Landgericht Bromberg berurteilte die beklagte Sohnes. Dabei schlug er mehrere Kinder mit dem Stode auf die mehr, als die Rechtsprechung des Kammergerichts bekanntlich eine Gesellschaft gemäß des vorliegenden Betriebsunfalles, indem es das Innenfläche der Hände. Ein Knabe konnte infolgedessen nichts anNachprüfung solcher Anordnungen von Schuhleuten nicht zulasse. eigene Verschulden des Klägers verneinte. Die von der Be- fassen, nicht mit Messer und Gabel hantieren und am Nachmittag Im vorliegenden Falle sei der Betreffende unstreitig überhaupt flagten gegen das landgerichtliche Urteil eingelegte Berufung nicht zur Schule kommen. In der Nacht schlief er schlecht. Ant erst durch den Schuhmann aus dem Hausgrundstück auf die Straße wurde vom Oberlandesgericht Posen zurückgewie anderen Tage kam er wieder in die Schule. Der Angeklagte will hinausgezerrt worden! Die Revision wurde jedoch versen. Letteres jagt in der kurzen Begründung, daß es bei der vom Schulinspektor die Erlaubnis gehabt haben, in jenem Orte worfen. Das Kammergericht führte aus: Der An- Unklarheit des Sachverhalts( die Beugenaussagen beider Parteien zu unterrichten. Das ist nach den Ermittelungen des Gerichts nicht geklagte mußte der Anordnung des Schuhmanns unbedingt Folge widersprechen sich) ein Verschulden des Jungen als erwiesen nicht der Fall gewesen; aber der Schulinspektor wußte, daß der Anleisten. Es genüge, daß das Verhalten der vom Beamten auf ansehen kann. Es sei nicht zu ersehen, daß die Zeugen des Klägers geflagte unterrichtete und hatte nichts dagegen. Der Angeklagte geforderten Person diesem geeignet erscheine, die Ruhe auf übereinstimmend die Unwahrheit gesagt haben sollten. Somit muß fonnte sich daher für berechtigt halten, zu unterrichten und auch zu der Straße zu stören, auch wenn sich die Person nicht die Darstellung des Klägers zugrunde gelegt werden. Es kann züchtigen, hat aber das Züchtigungsrecht bedeutend überschritten, auf der Straße befinde! Danach kann also auch der aber ein Verschulden desselben nicht darin gefunden werden, daß er da er dem betreffenden Knaben mit großer Gewalt fünf Schläge Schuhmann befehlen, daß jemand, der zum Fenster auf die Straße bei einer Entfernung des Wagens von fünf Schritten noch versuchte, auf jede Hand gegeben hat. Die Revision des Angeklagten hinaussieht, fortgehe, und event. mit Gewalt, also auch mit Hülfe das Gleis zu überfrcheiten und daß er nicht unbedingt mit dem wurde durch Rechtsanwalt am Reichsgericht Dr. Scherer bertreten. seines Revolvers, diesen Befehl durchsetzen. Rußland ist ja all- Umstande rechnen mußte, er würde mit dem Fuß an der Schiene Dieser suchte das Reichsgericht zu bewegen, die irrige und schädliche mählich noch eher ein Rechtsstaat als das durch das Kammer- hängen bleiben. Ansicht des Oberverwaltungsgerichts auf diesem Gebiete annehmbar gericht auf die vormärzliche Zeit zurüdgeschraubte Preußen. Diese Auffassung des Oberlandesgerichts wurde seitens der Be- zu machen. Sie geht dahin: Bei förperlicher Züchtigung gehe es flagten vor dem Reichsgericht durch Revisionsein ohne Körperberlegung nicht ab. Schmerz hervorzurufen sei ja der Iegung gerügt und besonders ausgeführt, daß der Knabe er- 3wed der Züchtigung. Man könne also dem Angeklagten nicht ver fennen mußte, daß es bei dem an diesem Morgen herrschenden bieten, Schmerzen zu verursachen. Das Reichsgericht hielt Frostwetter bei den halb mit glatten Schneetrusten bedeckten jedoch an seiner auf dem Gebiet des Züchtigungsrechts ständig be Es verwarf am Straßen überaus gewagt sei, über die Straße zu rennen. Auch tätigten entgegengesetzten Auffassung fest. berief sich die Revision auf die Annahme der Rechtspraxis, daß bei Montag die Revision mit der Begründung, das Vergehen des AnGroßstadtkindern, die den Verkehr der Straßenbahn täglich vor geklagten liege darin, daß er mit zu großer Gewalt geschlagen habe. Augen haben, bei einem Alter von über 7 Jahren eigenes Verschulden Anwendung finden kann. Der bierte Bivilsenat des Reichsgerichts maß diesen Einwenbungen aber feine Bedeutung bei und erkannte auf 3urüdweisung der Revision. Rückständigkeit einer kaufmannsgerichtlichen Entscheidung. Schweinemäster als Sachverständiger für Malerarbeiten. Einen heiteren Beigeschmack hatte eine Verhandlung, die am Dienstag vor dem Weißenfeer Innungsschiedsgericht der Maler zum Austrag kam. Der Beklagte, ein Malermeister N., hatte vom Arbeitsnachweis einen tüchtigen Deckenmaler verlangt. Der Kläger, Maler K., eine Kraft ersten Ranges, nahm die Stelle an. Als der Der Tod des Schankwirts Brosy vor dem Schwurgericht. Die gestern vor dem Schwurgericht beendete Verhandlung ergab folgenden Sachverhalt. Am 25. März abend machten die fünf Angeklagten, in deren Gesellschaft sich noch zwei Mädchen befanden, in einer bom Angeklagten Silber geleiteten Automobil droschke, die dessen Vater gehörte, einen Ausflug nach Plößensee. Nachdem sie dort mehrere Lokale besucht hatten, fuhren sie nachts gegen 12 Uhr vor dem Gasthaus zum Deutschen Kaiser" am Spandauer Schiffahrtskanal vor. Die Angeklagten Walter Hampel und Silber sprangen aus dem Automobil heraus, gingen die Stufen hinauf in das Lokal und sollen dort Bier und Zigarren berlangt haben, fie erhielten aber nur Bigarren und Frau Brosh, die Ehefrau des Gastwirtes, erklärte, daß sie Bier nicht mehr ver- Eine außerordentlich rückständige Entscheidung, die gleichzeitig 1 Stunden gearbeitet hatte, erklärte der Beklagte, er tönne bie abfolge, da bereits Feierabend sei. Es kam im Lokal darauf zu zeigt, wie falsch die gesetzliche Ausschließung der weiblichen Hand- Arbeit nicht gebrauchen; der Bauherr habe erklärt, daß die Arbeit einem scharfen Wortwechsel und argen Schlägerei. Schließlich lungsgehülfen von der faufmannsgerichtlichen Tätigkeit ist, fällte nichts tauge und der verstehe fich ganz besonders auf Malerei; denn wurden die Angeklagten hinausgebrängt. Brosy trat dann nach am Montag das Berliner Kaufmannsgericht. Der Verkäufer er fei Schweinemäster. Bor Gericht wiederholte der Junungs furzer Zeit vor die Haustür, um zu sehen, ob die Luft nunmehr Richard S. war von der Firma F. Raddak u. Co. sofort ent- meister den sonderbaren Entlassungsgrund. Das Gericht vers rein fei und um noch einige Gäste heraus zu laſſen. Da er. Iaffen worden, nachdem die Chefs erfahren hatten, daß S. ein urteilte ihn aber bem selageantrage entsprechend auf Erſatz wegen hielt er plöblich einen Schlag mit einem Messer, Lehrmädchen wegen Ungehorsams geohrfeigt hatte. Wie unrechtmäßiger Entlassung. fo daß er sofort zusammenbrach. Die Angeklagten die am Montag vor der dritten Kammer des Kaufmanns. zogen sich in das Automobil zurück und entflohen. Der verwundete gerichts stattgehabte Verhandlung ergab, hatte das Lehrmädchen Brosh mußte schleunigst in das Krankenhaus übergeführt werden bon S. einen leichten Backenstreich bekommen. Sie selbst nahm ihn und ist daselbst schon am nächsten Tage gestorben. Silber hat auch ruhig hin, ohne sich bei den Vorgesetzten darüber zu be sich an der Schlägerei nicht beteiligt. In Gemäßheit des Spruches schweren. Erst eine andere Angestellte brachte es zur Kenntnis der der Geschworenen wurde der Kutscher Silber frei Chefs. Das Kaufmannsgericht verurteilte die Firma gesprochen, die übrigen Angeklagten wurden des zur 3 ahlung des Restgehalts an den Verkäufer. Der Raufhandels, bei dem ein Mensch den Tod gefunden, für Kläger habe zwar mit der Austeilung der Ohrfeige eine Ungehörigschuldig erklärt. Das Gericht verurteilte den Kutscher teit begangen, fie reiche aber nicht aus, um die sofortige Entlassung Grabowsky zu 2. Jahren Gefängnis unter Anrechnung zu begründen. Sie sei auch von der Geohrfeigten selbst nicht so von 6 Monaten Untersuchungshaft, die Brüder Walter und Willy tragisch genommen worden, auch habe durch sie keine GeschäftsHampel zu je 1 Jahr Gefängnis, wobon 2 Monate als störung stattgefunden, und der ganze Vorgang sei schließlich nur berbüßt angerechnet wurden und den Angeklagten Krüger zu durch einen Zufall zur Kenntnis der Chefs gelangt. Diese Ent 5. Monaten Gefängnis, gleichfalls unter Anrechnung von scheidung ist tief bedauerlich. Der Chef hatte in diesem Falle 2 Monaten. zweifelsohne mehr Empfindung für seine Verpflichtung, für das geistige und sittliche Wohl seiner Angestellten zu sorgen, als das aus Kaufleuten und Handlungsgehülfen bestehende Gericht. Wenn das Gericht mit Beisitzern befeht gewesen, die dem Zentralverband der Handlungsgehülfen( Neue Friedrichstraße 20) als Mitglieder angehören, so hätte folch arger Verstoß gegen die Ehre der eigenen Berufsgenossen schwerlich statthaben können. Trifft einen Sjährigen Knaben beim Ueberfahren durch den Betrieb der Straßenbahn eigenes Verschulden?" Nach dem Gesetz ist die Annahme des eigenen Verschuldens nach§ 254 B. G.-B. bei Kindern von 7 bis 18 Jahren zulässig, aber immer unter Berücksichtigung der Anlagen der Betreffenden. Es sei aus der Praxis folgender jezt vom Reichsgericht entschiedener Fall mitgeteilt: Hart an dem nördlichen Trottoir der Thorner Straße in Bromberg geht ein Gleis der allgemeinen Zotal. und Straßenbahngesellschaft in Bromberg. Am 5. März 1904 wurde morgens auf dem Schulweg der 8jährige Eohn des Magistratssekretärs G., als er über die Straße gehen wollte, Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 28. November. Anfang 7 Uhr. Opernhaus. Cosi fan tutte.( So machen es alle). Schauspielhaus. Das Glashaus. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Erdgeist. Westen. Martha. Lorking. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Hochzeitsfackel. Kleines. Die Feinde. Leffing. Das Blumenboot. Berliner. Sherlock Holmes. Nachmittags 3 Uhr: Faust. Zentral. Der Bettelstudent. Schiller 0. Die ( Ballner Theater.) Das Lumpengesindel. Schiller N.( Friedrich Wilhelmfläbtiſches Theater). Frau Inger von Destrot. Neues. Die Condottieri. Komische Oper. Lakmé. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 31, Uhr: Gänseliesel. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Herr Hauptmann b. Köpenid. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Luisen. Othello. Bernhard Rose früher Carl Weiß. Die neue Welt. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Kasino. Die beiden Champignol. Folies Caprice. August XXVI. Serenissimus Das Modell. Das Provinzmädel. Paffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Geb. Bostrat Prof. Dr. Streder: Das Telegraphennek der Erde und fein Betrieb. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Residenz- Theater. Direktion Richard Allerander. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Faust. Abends 8 Uhr: Der Stock in der Schule. Bom Landgerichte Koblenz ist am 9. April der Rektor Johann Josef Laur wegen fahrlässiger Körperverlegung zu einer Geldstrafe von 15 M. berurteilt worden. Im August 1905 verbrachte er seine Ferien in N. bei seinem Sohne, der dort Lehrer Schiller- Theater. Eingegangene Druckfchriften. " Neue Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrist. Heft 8. Herausgeber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun. Berlag: Berlin- Schöneberg. Preis für das Ginzelheft 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 M. Sozialistische Monatshefte Nr. 12. Herausgegeben von J. Bloch. Preis: 50 Pf. Verlag: Gutenberg, Berlin W. 35. Beiträge zur Arbeiterstatistik Nr. 3, 4 und 5. Bearbeitet im Kaiserlichen Statistischen Amt. Berlag: Karl Heymann, Berlin, Materftraße 44. buchhandlung, Zürich. H. Kutter. Leben. Reformationspredigt. 14 Seiten. Verlag: Grülli Proporz und Klaffenkampf. Rede im zürcherischen Kantonsrat von H. Greulich. 16 Seiten. Preis: 20 Cts. Berlag: Buchdruckerei des „ Volksrecht", Zürich. Dislokationsfarte des t. und t. österr.- ungar. Heeres, der Landwehren Preis: 3 Kr. Berlag: und der Gendarmeriekorps im Jahre 1907. G. Freytag u. Berndt, Bien VII/ 1. Unseren Söhnen! Aufklärung über die Gefahren des Geschlechtslebens von Dr. med. F. Siebert. Broschiert 1,80 M. CI. Attentofersche Berlagsbuchhandlung in Straubing. Lebensversicherung und Aerzte von P. Grafemann. 77 Seiten. 1,50 M. Verlag:. Walther, Berlin W. 30. Zur Rechtfertigung der Zuwachssteuer. Vortrag von Professor Dr. A. Wagner. 23 Seifen. Preis: 30 Pf. Verlag: G. Fischer in Jena. Geschäftsbericht der Brauerei Königstadt A.-G. für das Geschäftsjahr 1905/06. Selbstverlag. Kurd Laßwit. Was ist Kultur? Ein Vortrag. Verlag von B. Elischer Nachfolger in Leipzig. 60 Pf. Zentral- Theater. Urania. Schiller- Theater O.( Wallner- beater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Bilb. b.) abends Der Bettelstudent. Mittwoch, abends 8 Uhr: Das Lumpengesindel. Tragikomödie in 3 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen. 8 Uhr: Mittwoch, abends 8 U br: Operette in 3 Atten. Frau Inger von Oestrot. Schauspiel in 5 Aufzügen von Hemrit Donnerstag: Tausendundeine Nacht. Zbsen, Deutsch von Wilhelm Lange. Deutsch- Amerikanisches Theater. Sherlock Holmes. Donnerstag, abends 8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Heute nachm. 3, Uhr, kl. Preise: Freitag und Sonnabend: Die Cameliendame. Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Freitag, abends 8 11 br: Die Hoffnung auf Segen. Der Hochtourist. Freitag, abends 8 Uhr: Bum 1. Male: Mathias Zollinger. Die Reise durch's Märchenland. Heute abend 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp! SOUVENIR- VORSTELLUNG. Theater des Westens Zirkus Busch. Zirkus Schumann Zum 100. Male: Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Mittwoch, Anfang 72 Uhr: Martha. Donnerstag, zum 1. Male: Der Schmetterling. Friz Werner a. G. Freitag: Der Schmetterling. Neues Schauspielhaus Mittwoch, den 28. November: Die Hochzeitsfackel. Donnerst.: Die Hochzeitsfackel. Anjang 8 Uhr. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Mittwoch, 28. Dez., ab. 7%, Uhr: ROM. Bantomime b.Birkus Gr. Origin. Ausst.Busch in 7 Bildern. Besonders hervorzuheben: Die großen Kampfspiele im Birkus Caligula. Die Todesfahrt über die zersprengte Brüde. Phant. Allegorie in feenhaften Lichtund Wafferspielen. Ferner: Nur noch wenige Tage: Monsieur Romeos Staunen erregende Automobilexperimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Gew. 30 Zentner u. 4 Insassen.)| Die Condottieri, Luisen- Theater Morgen und folgende Lage: Die Condottieri. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Die Feinde. Donnerstag: Sum 126. Male: Ein idealer Gatte. Freitag: Die Feinde. Reichenbergerstr. 34. Heute Anf. 72 Uhr: Gastspiel A. Matkowsky. Othello. Donnerstag: Sherlod Holmes. Freitag: Die Hochzeit von Baleni. Rixdorfer Theater Bergstraße 147. Mittwoch, den 28. November 1906: Komische Oper. Der Prinzgemahl. Mittwoch: Abends Lakmé. 8 Uhr: Donnerstag und Sonntagnachmittag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Die Lakmé. Montag: Carmen. Luftspiel in 3 Aften von Kanroj und Chamel. Anfang 8 Uhr. Bohème. Sonnabend und Sonntag: Metropol- Theater Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Der Teufel lacht dazu. Heute Mittwoch, 28. d. M., abends präz. 7 Uhr: Grande Soirée équestre. Elite Programm und Mr. Henricksens einzig dastehende größte Tigergruppe wilde Dreffur Moni. Guichenet, Ober- Bereit. d.Baren. Im wilden Westen und: Der große Lacherfolg: Herr ,, Hauptmann" v. Köpenick. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Schuldig. Soziales Schauspiel in 3 Atten. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ehren- und Vorzugskarten gültig. Die 5 Könige der Luft Donnerstag zum letzten Male: Der Les 5 Alex. Die französ. Reiterfamilie Cardinale. Trompet. v. Säkkingen m. Dir. Rob. Di!!. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Geh. Postrat Prof. Dr. Strecker: Das Telegraphennetz der Erde und sein Betrieb. JOOLOCISCHER CARTEN Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., b. 5 Uhr ab 50 f. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Passage- Theater. Agube Gutzow, tautas. Steppenreiter: Etablissement Neue Welt Anfang: Abends 8 Uhr. Les 5 Piroscoffis Hasenheide 108/114. Dir. Alb. Schumanns neueste Monstres Mittwoch, 28. November. Dreſsuren. Gastspiel Um 10 Uhr: Die große Ausstattungs- Bernhard Rose- Theater: Pantomime: Ein Tag in Monte Carlo. Die Tochter Bernhard Rose- Theater ( Broße Frankfurterstr. 132. Die neue Welt. Boltsstüd mit Gesang und Tanz in 5 Aften aus dem amerikanischen Bolksleben von H. Kißling. neue Welt. Morgen und folgende Lage: Die Billettvorverkauf für 8 Tage vorber an der Theaterkaffe u. Bei Wertheim. a pollo Theater Nur noch 3 Zage! Liane d'Eve. Die Driginal Matichiche Tänzerin Die Seldoms. Plastische Darstell. und: Das große Mittwoch, 28. November, 7, Uhr: Große Jahresrevue in 7 Bildern November- Programm. Die Fledermaus. Abonnements gültig. Morgen Donnerstag: Undine. Sonnabendnahm. 3 Uhr: 1. Kinder Märchenvorst.: Peter und Paul reisen von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Sonntag, 2. Dez., nachm. 3%, Uhr: In Szene gesetzt von Familien- Vorstellung. Halbe Preise. Direktor Richard Schultz. Roth. Josefine Dora Irber -OOO Mary Georg Kaiser Damen- Jiu- Jitsu und 14 erstklassige Nummern. Sonnabend, 1. Deg.: Premiere Berlin paß' auf! Zweiattige Burleste aus der Weltder Hölle.adt von Leopold Ely. Mufir Breislustspiel in 5 Aufzügen. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr im Etablissement. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Die Tochter der Hölle. von R. Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Martin Georg Kaiser, Bendix, Paulette van Roy. Kasino- Theater Lothringerstr. 87. Täglich 8 Uhr Die beiden Champignol. Preislustspiel in 5 Aften. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf: Krüger& Oberbeck, Staftanienallee 1. Sonntag 4 Uhr: ,, Gebrüder Zorn". Stond. Handwerker, Schönh. Allee 153. ,, Singvögelchen". ValhallaWa Variete Theater Brauerei Friedrichshain Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Nur noch wenige Tage! o Wolf. Bender. Colosseum Udel- Quartett Heute und folgende Tage, 8 Uhr: Triplepatte. ins Schlaraffenland. Schwant in 5 Atten v. Tristan Bernard Lustspielhaus. und André Godsernaur. Bicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Sonntagnachm. 3 Uhr: Der StellFertreter Nachm. 3, Uhr: Gänseliesel. Abends Uhr: Husarenfieber. Massary. Giampietro. Josephi. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sonntag, 2. Dez., nachm. 3 Uhr: Ermäßigte Preise Vollständig neues PROGRAMM. Konzertsaal: Auf in's Metropol. Künstlerkonzert u. Volks- Kabarett. ( Original Black Die kluge Rofa! eur 14 borauglide 4 Spezialitäten Anfang& Uhr. B Rauchen überall gestattet. Am Königstor 16-23. Mittwoch, 28. d. M., abends 9 Uhr Volks- Kabarett- Abend mit hervorragendem Riesenprogramm. Reserviert 50 Pf. Entree 30 Pf. 215* Die Direktion. Berliner Felix Sobouer Ik- Trio. Stralsunderstr. 1. Palast- Theater. Prater- Theater. Trianon- Theater. Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Massen- Vorstellungen von erstklassigen Spezialitäten vom 1. bis 31. Dezember 1906 arrangiert von der Internationalen Artisten- Loge. E. V. Berlin. Anfang der Vorstellungen 8 Uhr. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Adler 189/ 13* Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: 24762* Willy Walde- Sänger. Winfergarfen. Hafg 8 Uhin Heute: Ruth St.Denis dieberühmte indische Tänzerin u.das interressante Spezialitäten. Programm. Bros.Permané The 3 UrmaExcentrics. Sisters Trapez Angelo's künstlerinnen lebende Kunstwk. O.K.Sato La Vilma Kom.Jongleur. Sandmalerin Maria Vinent Das Millmann- von der Königl. Trio Drahts- Akt. Oper in Madrid. Staleys Ver- LiJem Hai San wandlungsakt Chinesen trup. D.mus.Fassbind, Clotilde Florido Im sonnigen Span. Tänzerin. Spanien Engl. Der Biograph Balletscene, aus 1.Wettlaufen. gef von d.John 2.Die Hochzeit Tiller Tr.a. Lond. Berliner im Automobil. Gebr. Arnhold. Palast- Theater. Anfang 8 Uhr. Der Hausfreund. Sonntagnachm.: Ihr zweiter Mann. Prachtsäle des Westens Spichernstr. 3. Carl Stechert. Heute Theater- Aufführung. Die Haubenlerdhe. Schausp. v. E. v. Wildenbruch. Gustav Behrens Spar- und Produktivgenossenschaft Groß- Lichterfelde. Theater,( Gingetragene Genossenschaft mit beBerlin O., Frankfurter Allee 85. Das vollständig neue November- Programm. Anf. 8 Uhr. Entree 40 Bf. Neu! Der Hauptmann v. Köpenick Neu! Nach der Vorstellung: großer Lacherfolg. 22 Nummern. Familien- Kränzchen. Anfang 7%, Uhr. Sonntags 5%, Uhr. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Charlottenburg.) Donnerstag, den 29. November, abends 8 Uhr, im Volkshause, schränkter Haftpflicht.): Freitag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr im Lokale des Herrn W. Drägert, Chausseestr. 45: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht des Borstandes über das Geschäftsjahr 1905/06. 2. Bericht des Auffichtsrates. 3. Genehmigung der Bilanz und Entlastung des Vorstandes. 4. Neuwahlen und Ergänzungswahlen zum Borstande und Aussichtsrate. 5. Anträge(§ 14 des Statuts). Der Vorstand: Der Aufsichtsrat: Fr. Harring. Gustav Platz. Außerordentliche Mitgliederversammlung. Portieren Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. 97/12 Heute: Extra- Vorstellung zum Besten des II. Kreiskommissariats d. NationalDankes für Veteranen. Der RiesenNovember- Spielplan. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. 1. Die gegenwärtige Lage und die nächsten Aufgaben des deutschen Holzarbeiter- Verbandes. 2. Die Innungs- Krankenkasse und die Anträge zur Generalversammlung. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Mittwoch, den 28. November, abends 8%, Uhr, bei Wendt, Beuthstraße 20: Versammlung. 179/9 Tages Ordnung: 1. Wahl des zweiten Beamten. 2. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Die Verbandsleitung. Brunnen- Theater Fachverein der Tischler Direktion: Bernhard Rose. Gesundbrunnen. De Anfang Badstraße 58. 8 Uhr. 8 Uhr. Lenore, die Grabesbraut. Schauspiel in 3 Abteilungen. Staffeneröffnung 7 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 29. November, abends 8 Uhr, bei Herrn 3öls, Köpenider str. 137-138: Mitglieder- Versammlung Tages Drdnung: 1. Vortrag des Genossen Alb. Stripp über: Magim Gorki. ( Mit anschließender Rezitation.) 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. 4. Berschiedenes. 186/14 Frauen wie auch Gäste find hierzu eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Spezialität!( ca. 200 Genre). Einz.Garnituren spottbill. Spezial- Katalog( ca. 600 Illustr.) gratis u. franko. Teppichs Emil Lefèvre Spezialhaus Oranienstr. 158 Berlin S. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Emil Dittmann am 25. November 1906 an der Proletarierkrankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 28. November, nachmittags 2 Uhr, von der Wohnung Schönholzerstr. 8 nach dem Friedhof der Zions- Gemeinde, Niederschönhausen( Nordend) statt. Um rege Beteiligung ersucht 148/19 Der Sektions- Vorstand. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Drechsler Deutschlands. ( E. H. 86.) Verwaltungsstelle Berlin D. Am 24. d. Mts. verstarb unser Mitglied Edmund Kriehn. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 28. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause Friedrichshain aus nach dem Georgen- Kirchhofe, Landsberger Allee, statt. 297/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Donnerstag, 29. November, abends 82 Uhr, im Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11-12: Branchen- Versammlung der Stellmacher. Tages Ordnung: 97/11 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Schöpflin Leipzig über: Die Kolonialpolitik". 2. Diskussion. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Bers schiedenes. Die Kommission. Perlmutter, Horn- u. Steinnuß- Arbeiter Donnerstag, den 29. November, abends 7 Uhr, in den„ AndreasFestsälen", Andreasstr. 21: Branchen- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Richard Leopold. 2. Diskussion. 3. Bericht der Kammission. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht, daß alle Stollegen erscheinen. Der Obmann. Beer Pre- Vereinigung der Maler, Deutscher Metallarheiter- Verband. Heute Der Pfarrer von Kirchfeld. Donnerstag: Muttersegen. Lackierer, Anstreicher. Melchiorstraße 28. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Donnerstag, den 29. November 1906, abends 8 Uhr: Versammlung Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Donnerstag, den 29. November, abends 17 Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20: Versammlung aller in den Serenissimus August XXVI der Maler, Lackierer u. Anstreicher Berlins und der Vororte Militär- Gürtlereien und Das Modell. Ab 1. Dezember Wiederauftreten von Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Mittwoch und Sonnabend: Gustav Gottschalk- GesellschaftsKonzert. Humoristischer Abend und Freitanz. Kottbuser Sanssouci, Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch Sänger und Tanzkränzchen. Großer 13 Lieferl. Erfolg! Neues Soiree- Programm. Sonnt. Beg. 5, Wochent. 8. Dienst.: Theater- Abend. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 1hr. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. 126/7 in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29. Tagesordnung: 1. Die fostenlose Arbeitsvermittelung im paritätischen Arbeitsnachweis. 2. Die schwarze Liste des Arbeitgeberverbandes. Kollegen! Erscheint Mann für Mann. Die Ortsverwaltung. Wir machen die Kollegen, die den statistischen Fragebogen noch nicht ausgefüllt und noch nicht abgeliefert haben, darauf aufmerksam, dieses bis zum Sonntag, den 2. Dezember, zu besorgen. D. D. Wählen Sie zwischen Spiritus- u. Petroleum- Beleuchtung Petroleum so beachten Sie, daß die Bassins u. Lampen durch Schwitzen stets unrein hält, tägliches Reinigen des Zylinders erfordert, tägliches sorgfältiges Putzen des Dochtes verlangt, blakt und riecht, stark belästigende Hitze ausstrahlt, ein mattes gelbes Licht gibt, gegen Wind und Luftzug leicht empfindlich ist, nach dem Anzünden ein wiederholtes Regulieren der Flamme erfordert, pro 10 Hefnerkerzen und Stunde/ Pf. kostet. 1015901-1631 Spiritus vollkommen reinlich ist, etwa alle 4 Wochen eine Reinigung des Zylinders erfordert, kein tägliches Putzen, sondern nur alle 3 bis 4 Monate einen leicht zu bewirkenden Ersatz der Dochte verlangt, vollkommen blak- und geruchfrei ist, durch Wärmeausstrahlung nicht lästig wird, schönes, weißstrahlendes, dem Gasglühlicht ebenbürtiges Licht gibt, selbst bei starkem Winde und Luftzug nicht erlischt, gleichmäßig ohne jegliche Regulierung brennt, pro 10 Hefnerkerzen und Stunde 1, Pf. kostet. Spiritus- Glühlicht- Lampen U. -Brenner für Innen- und Außen- Beleuchtung in nur erprobten und bewährten Konstruktionen sind erhältlich in den einschlägigen Geschäften oder in unserem Ausstellungs- und Verkaufs- Lokal: BERLIN NW. 7, Friedrichstraße 96, gegenüber dem Central- Hotel. Preisermäßigung für Brennspiritus Marke ,, Herold" in Patentflaschen mit Original- Verschluß. Original- J ca. 90 Vol.%, 28 Pf.( bisher 30 Pf.) Literflasche: ca. 95 Vol.%, 30 Pf.( bisher 33 Pf.) Ueberall erhältlich! exkl. Glas. 2803L* Centrale für Spiritus- Verwerthung G. m. b. H., BERLIN W. 8. beschäftigten Kollegen und Kolleginnen. Tages- Ordnung: 1. Die Organisation der Arbeitgeber. Referent: H. Petersdorff. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Ganz besonders sind die Kollegen der Firmen: Junker, Unterwalder, waybauer, Damaschke, Gieseke Nachf., Mathes& Schwabe, Werner, Cuvry, Imme, Schwerin, Tiel, Hoffmann, Lippert, A. Maybauer, Prothmann& Wobejer, Wolltopf& Senftleben eingeladen. Rege Beteiligung wird erwartet. 160/9 Metallarbeiter- Notizkalender für 1907 Stück 50 Pfennig find im Bureau, Engel- Ufer 15, und bei den Bezirkskassierern zu haben. Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2, Hamburg). Dertliche Verwaltung Berlin. Freitag, den 30. November, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7: Mitglieder- Versammlung. Tages- Drdnung: 260/ 1* 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Verschiedenes. 3. Kassenangelegenheiten. Der Vorstand. J. A. Richard Schröder, Tilsiterstr. 82. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. = Bezirk Rixdorf. Donnerstag, den 29. November, abends 8 Uhr, im Lokale von 148/20 Hoppe, Hermannstr. 48-49: Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Maschinisten u. Heizer fämtlicher Brauereien Berlins und Umgegend. Am Donnerstag, den 29. November, morgens 8 Uhr und abends 8 Uhr, findet bei Robert Voigt, Nittertraße 75, je eine öffentliche Versammlung aller in den Brauereien Berlins und Umgegend beschäftigten Maschinisten und Heizer statt. Tages Drdnung: Berichterstattung der Verhandlungskommission über den Lohntarif. 140/4 Der Einberufer. H. Schwittau. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Ber'in SW Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Besichtigung ohne Kaufzwang! Illustrierte Preisliste kostenfrei! Nr. 277. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Partei- Angelegenheiten. Dritter Wahlkreis. Sonntag, den 2. Dezember, abends 6 Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine Versammlung mit Frauen statt. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammen fein. Entree inklusive Garderobe 20 Pf. Tang frei. Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für Teltow- BeeskowStorkow- Charlottenburg. Sonntag, den 9. Dezember 1906, nachmittags 4 Uhr, findet in Tempelhof, Restaurant Wilhelms- Garten, Inhaber Mudulys, Berlinerstr. 9, die Generalversammlung des Kreises mit folgender Tagesordnung statt: 1. Der preußische Parteitag. Referent: Genosse Paul Hirsch. 2. Anträge zum preußischen Parteitag und Wahl der Delegierten zu demselben. 8. Verschiedenes. Anträge, welche auf der Generalversammlung ihre Erledigung finden sollen, müssen bis spätestens Donnerstag, den 6. Dezember 1906, in unserem Bureau eingesandt sein. Die Generalversammlung wird pünktlich eröffnet. Laut Statut ift jeder Wahlverein berechtigt, drei Delegierte zu entsenden; die Delegierten müssen mit Mandat versehen sein. Parteigenossen haben als Gäste Zutritt. Taffen. Der Zentralvorstand. J. A.: W. Eberhardt. Berliner Nachrichten. " Mittwoch, 28. November 1906. liebe und Nationalgefühl zu betätigen. Gewiß soll und wird Pflegestellen ergab ein gutes Resultat"; doch fügt er hinzu:„ Die König Haton als Gast unseres Kaisers mit der gebührenden Pflegen entsprachen unseren Anforderungen und Erwartungen." olchtung hier aufgenommen werden, aber ihn von der Schul- Das soll vermutlich bedeuten, daß die Pflegen so gut" waren, wie jugend in Reihen mit Hurra begrüßen zu lassen: dazu liegt gar man es eben für das bißchen Kostgeld fordern darf und erwarten fein Anlaß vor. Und wenn's noch Sommer wäre! Aber es kann. Herr Barthold hat unter den 320 Pflegestellen nur eine herrscht rauhes, naßkaltes Wetter, und es ist mehr als unwahrscheinlich, daß von den Schülern und Schülerinnen, einzige gefunden, die er aufheben zu sollen geglaubt hat. Von dem deren Zahl ja in die Tausende geht, alle ohne Gesundheits- Lehrer a. D. Thöns, der ihn vertrat, wurden in 66 Orten schädigung davonkommen würden. Gewiß, die Teilnahme ist so- 592 Kinder besucht. Herr Th. berichtet:" Das Ergebnis der Revision wohl für die Lehrer als auch für die Schüler und Schülerinnen war durchweg ein recht befriedigendes." Er rühmt den Segen der freiwillig", aber mit dem freien Willen ist's in folchen Fällen oft Familienpflege und versichert, immer wieder sei er bei seinen Benicht allzuweit her! Deshalb richten wir an die Schulbehörden suchen zu dem Resultat gekommen, daß der Anstalt die Familie die dringende Bitte, rechtzeitig gegen die abermals geplante Spalier vorzuziehen sei. Erst ganz zuletzt teilt er mit, daß er doch in acht bildung aufzutreten; das wäre besser, als wenn sie schließlich vor " den Widerstande der Eltern zurückweichen müßten. Lezteres aber Fällen einen Pflegewechsel beantragen mußte, teils wegen Unwürde doch vielleicht der Fall sein. Sicherem Vernehmen nach sauberkeit oder ungünstiger Wohnungsverhältnisse, teils auch wegen haben sich schon das leztemal verschiedene Lehranstalten von der der am Ort bestehenden ungünstigen Schulverhältnisse( HalbtagsTeilnahme an der Spalierbildung ausgeschlossen." schule). Die Erziehungsinspektorin Fräulein b. Trebra besuchte in Neben dem Protest gegen die Spalierbildung intereffiert uns 160 Orten 1362 Kinder. Sie meldet:„ Die Pflegestellen sind bis der feine Unterschied, den die„ Tägl. Rundschau" zwischen Familien- auf zehn mit„ gut“ zu bezeichnen, einzelne sogar mit sehr gut". Botentaten macht. festlichkeiten im Kaiserhause und der Ankunft irgend eines fremden Zehn Stellen mußten sogleich aufgehoben werden, da ungenügende durchaus nicht am Plage ist. Ob eine Kronprinzessin oder der Fürst eltern mit ihren Angehörigen die Veranlassung waren." Wir meinen dagegen, daß diese Unterscheidung Nahrung, Unsauberkeit und das unfittliche Verhalten der Pflegevon Monaco nach Berlin kommt: in einem wie im andern Falle ist ziehungsinspektorin Fräulein Arlt, die in 277 Orten 1641 Kinder die Gefahr für die Kinder dieselbe; dabei spielt auch die Jahres- besuchte, kann die Pflegestellen im allgemeinen" als„ gut“ bezeich zeit durchaus keine Rolle. nen. Aber: 41 mußten zur Aufhebung vorgeschlagen werden, größtenteils wegen kleiner Wohnung und Unsauberkeit; bei dreien lag die Gefahr der Ausnutzung nahe." 10. bis " Interessant wäre es nach Lage der Sache, einmal öffentlich fest gestellt zu sehen, wer eigentlich die Veranlassung zu dieser Maßregel gegeben hat. Für die Berliner Gemeindeschulen käme zunächst Man sieht, wie ungleich die Ergebnisse sind, die die städtische Schuldeputation in Frage und es wäre wünschenswert, bei diesen Revisionen herauskommen, wie ungleich auch der Ton, in Von der Arbeiter- Krankenversicherung in Berlin. von ihr zu erfahren, in welcher Weise sie dabei beteiligt ist. dem darüber berichtet wird. Uebrigens hat diejenige Dame, die In einem früheren Falle, als plötzlich die Kinder Paradeferien er- 41 Stellen zur Aufhebung vorschlagen zu sollen glaubte, sich zum Die Gewerbedeputation des Magistrats bringt in ihrem hielten und die Sache im Rathause besprochen wurde, mußte der ersten Male an den Revisionen beteiligt. Wenn sie es länger treibt, neuesten Verwaltungsbericht, der das Jahr 1905/06 behandelt Oberbürgermeister feststellen, daß man die Schuldeputation gänzlich wird mit der Zeit auch sie begreifen, daß man für wenig Kostund jetzt vorliegt, die alljährliche Statistik der Arbeiter ausgeschaltet und Paradeferien über den Kopf der Deputation hin- geld natürlich auch nur wenig fordern darf, und daß Krankenversicherung. Am 31. März 1906 bestanden in Berlin weg angeordnet hatte. Damals verlas der Oberbürgermeister ein gut" ein sehr dehnbarer Begriff ist. Als der Er55 Orts- Krankentassen, 54 Betriebs- Krankenkassen, 17 In an den Unterrichtsminister gerichtetes faiserliches Telegramm, das ziehungsinspektor Barthold im Etatsjahr 1902/03 feine erste mings- Krankenkassen und die Gemeinde- Krankenversicherung. den Ausfall des Unterrichts am Paradetage anordnete. Wie steht es Inspektionsreise machte, besuchte er in einem Jahre 2008 Pflegen Im Durchschnitt des Jahres 1905/06( in Klammern die jetzt mit der Anordnung der Einzugsferien und der Vertvendung der und beantragte für 82(!) die Aufhebung. Sein damaliger Bericht Zahlen für das vorhergehende Jahr 1904/05) war die Mit- tinder zur Spalierbildung? Wer hat das angeordnet? gliederzahl: bei den Orts- Krankenkassen 299 135 städtische Schuldeputation oder, wenn diese nichts weiß, die Unter- über die Familienpflege. Seitdem hat B. viel dazugelernt, und Die bedeutete trok aller bemäntelnden Worte ein vernichtendes Urteil ( 281 199) männliche, 188 876( 180 473) weibliche Mitglieder, richtsverwaltung, muß doch hier Auskunft geben können. Vielleicht heute weiß er, was er fordern und erwarten darf. bei den Betriebs- Krankenkassen 87 082( 80 607) männliche, tun dies die städtischen Schulbehörden freiwillig, wenn sie etwa nicht 23 497( 21 061) weibliche Mitglieder, bei den Innungs- Auge im Auge Rede stehen wollen. Die Unterrichtsverwaltung zu Neue Straßenbahnlinie. Eine neue Linie 58 Bentral- ViehhofKrankenkassen 46 442( 43 930) männliche, 25 000( 25 052) einer Antwort zu nötigen, dazu fehlt uns leider eine Vertretung im Rigdorf wird eingerichtet. Sie macht folgenden Weg: Samariterweibliche Mitglieder, bei der Gemeinde- Krankenversicherung Landtage, sonst würde das sicher dort geschehen. straße, Fordenbeckplatz, Baltenplay, Landsberger Plaz, Büschingnur 15( 13) männliche, 31( 32) weibliche Mitglieder. Mithin play, Alexanderplaß, Moltenmarkt, Spittelmarkt, Morigplak, hatten alle der Aufsicht des Magistrats unterstellten Kranken- In der gestrigen Situng der Deputation für die städtische Jrren- Oranienplay, Kottbuser Tor, Hermannplay, Wißmannstraße, Karlsfaffen( nur auf diese erstreckt sich die im Gewerbedeputations- pflege unter dem Borfiz des Stadtrats Geheimrat Dr. Straßgartenstraße, Hermannstraße bis Steinmetzstraße. Auf dem RückBericht mitgeteilte Statistik) zusammen 432 675( 405 749) mann wurde beschlossen, vorbehaltlich der Zustimmung der Ge- weg geht sie über die Steinmeß- und Berlinerstraße, Hermannmännliche, 237 403( 226 618) weibliche, überhaupt 670 078 meindebehörden, an den städtischen Frrenanstalten Stellen für plaß, das Kottbuser Tor usw. Die neue Zinie 58 Zentral- Viehhof( 682 367) Mitglieder. Die Zunahme gegenüber dem Anstaltsärzte" zu schaffen. Diese Aerzte sollen Familien- Rigdorf ergänzt sich mit der Linie 65 Zentral- Biehhof- Morisplas norhergehenden Jahr beträgt für die Gesamtzahl der Mit- wohnungen erhalten und zwischen den Oberärzten und den Assistenz- zu einer Bagenfolge von 7% Minuten. Linie 65 folgt zwischen Mit- ärzten rangieren. dem Zentral Viehhof und dem Moritzplatz dem Weg der neuen glieder 6 Pro3., aber speziell bei den Orts- Krankenkassen Linie 58. Die ersten Wagen gehen morgens Werktags vom Broz., bei den Betriebs- Krankenkassen 834 Proz., bei den reiche Verfügung des Reichspostamtes, die nicht weniger als 15 Buntte Hermannstraße 7,07. Die Linie 30 Swinemünderstraße- Rigdorf Den bevorstehenden Weihnachts- Paketverkehr betrifft eine umfang Bentral- Bichhof 5,19, vom Hermannplay in Rigdorf 5,03, von der Simtungs- Krantenfaffen 3 Proz. Am stärksten war die aufführt, deren Beachtung den Bostanstalten ans Herz gelegt wird. wird in Rirdorf bis zur Hermannstraße, Ede der Ziethenstraße 3½ Zunahme, wie man sieht, wieder bei den Betriebs- Kranken- Die meisten derselben sind auch sehr lehrreich für das Publikum, verlängert. Ihr Weg ist folgender: Swinemünder- und Ramlerwelches sich durch ihre Beachtung vor Unannehmlichkeiten bewahren straßenece, Zionskirchplatz, Rosenthaler Tor, Hackescher Markt, nd Die Zahl der Erkrankungsfälle, die mit Er- tann. Die ersten beiden Buntte betreffen die Verpadung und Neuer Martt, Rathaus, Moltenmarkt, Jannowißbrüde, Brückenmerbsunfähigkeit verbunden waren, ist bei den männlichen Abreffierung der Pakete, bezüglich deren die üblichen Bekannt- straße, Neanderstraße, Dresdenerstraße, Oranienplatz, Stottbuser Mitgliedern weiter gestiegen, bei den weiblichen dagegen ist sie machungen demnächst auf den Bostanstalten ausgehängt werden Tor, Hermannplak, Berlinerstraße, Ziethenstraße. Zurück geht fie heruntergegangen. Es ertranften im Jahre 1905/06( bezw. follen. Die Bereinigung mehrerer Patete zu einer über die Hermannstraße, den Hermannplab und das Kottbuser Tor. 1904/05) bei allen Kassen zusammen 177 509( 172 928) männ- ost patetadresse ist für die Zeit vom liche und 99 434( 103 091) weibliche Mitglieder. Das sind stattet; auch für den Auslandsverkehr wird dem Publikum Steinmetzstraße 56 Minuten, in umgekehrter Richtung 61 Minuten. 25. Dezember im inneren deutschen Verkehr Bei den Fahrzeiten macht sich ausnahmsweise hügeliges Gelände nicht ge bemerkbar. Sie betragen bei Linie 65 vom Zentral- Viehhof bis zur dte absoluten Zahlen; die Vergleichung mit dem durchschnitt- empfohlen, während dieser Zeit zu jedem Balet besondere Bei Linie 30 beträgt die Fahrzeit von der Ramlerstraße bis zur lichen Mitgliederbestand ergibt aber, daß relativ auch bei den Begleitpapiere anzufertigen. Die weiteren Vorschriften beMännern die Erkrankungen sich etwas vermindert haben. treffen u. a. die Sicherung der Kleinen Balete, die gleichzeitige Be- 3iethenstraße in Rirdorf 54 Minuten, zurück 49 Minuten. Es kamen auf 100 männliche Mitglieder 41,0( 42,6) Er- förderung der Pakete und der zugehörigen Adressen, die vor Ohne Herrenbegleitung! Von Herrn Gemeindeschulrektor frankungen, auf 100 weibliche Mitglieder 41,9( 45,5) Er- fichtige Behandlung der Palete, die nicht geworfen oder Sellermann, dem Leiter der aufmännischen und frankungen. Bei den weiblichen Mitgliedern ist die Ver- gegeneinander gestoßen" werden dürfen, sondern von Hand zu gewerblichen Fortbildungsanstalt für Mädchen" minderung der relativen Krankenziffer sehr bedeutend, doch besondere soll den Sendungen mit lebenden Tieren( Vögel usw.) Auskunft darüber erbeten, ob unsere Mitteilungen(" Vorwärts", minderung der relativen Krankenziffer sehr bedeutend, doch Hand zu geben und vorsichtig niederzulegen" sind. Ins( Alte Jakobstraße 127), hat das„ Berliner Tageblatt" sich ist zu beachten, daß gerade das Jahr 1904/05 für die weib- die größte Sorgfalt zugewendet werden. Endlich erinnert die Ver- Nr. 276) über das an dieser Anstalt ergangene Herrenlichen Mitglieder eine ungewöhnlich hohe Kranfengiffer ge- fügung noch an die Vorschriften, betreffend die Sicherung der begleitungs- Verbot zutreffend seien. Herr Hellermann bracht hatte. Der Wandel, der im Jahre 1905/06 eingetreten Sendungen mit Wertangabe, die Gilpatete, den Bahnhofsdienst usw. hat dem Blatt bestätigt, daß er tatsächlich seinen Schülerinnen ist, macht sich auch in der Zahl der Krankheitstage antersagt hat, sich durch junge Herren von der Schule abholen oder bemerkbar. Sie war bei den männlichen Mitgliedern Aus der Waisenpflege der Stadt Berlin. nach Hause begleiten zu lassen. Wiederholt hätten; so versichert er, 4 293 902( 4 155 724), bei den weiblichen 2 989 685( 3 024 669). Eltern sich darüber beklagt, daß ihre Töchter von sehr zweifelhaften Jede mit Erwerbsunfähigkeit verbundene Erkrankung dauerte Etatsjahr 1905/06 erstattet. Am 1. Januar 1906 befanden hätten, die in zwei Fällen mit Verführung der Mädchen endeten. Die Waisendeputation hat jest ihren Bericht für das jungen Leuten abgeholt würden, und daß sich Verhältnisse ergeben durchschnittlich beim männlichen Geschlecht 24,19( 24,03) Tage, fich in ihrer Obhut 8174 Stinder, nämlich: 5590 Waisenkinder im Auch habe ab und zu ein ganzes Heer junger Leute sich auf dem beim weiblichen 30,07( 29,34) Tage. Die Vergleichung mit Se Mitgliederzahl ergibt pro versichertes männliches Mit- engeren Sinne, 378 8wangsaöglinge, 2176 Fürsorgesöglinge, 35 er Bürgersteig vor der Schule angesammelt, so daß der Schulleiter werbsunfähige ehemalige Waisenzöglinge. die Hülfe von Schußleuten in Anspruch nehmen mußte, um die aled 9,92( 10,24) Krankheitstage, pro versichertes weibliches Mitglied 12,59( 13,35) Krankheitstage. Die Sterbefälle die halb oder ganz verwaisten Kinder, sondern auch zahlreiche un- geworden. Zu den Waisenkindern im engeren Sinne" gehören nicht nur Straße zu räumen. So sei schließlich ein Verbot unausbleiblich haben beim männlichen Geschlecht zugenommen, beim weibcheliche Kinder, ferner auch solche Kinder, die nur zeitweilig ihrer Recht dazu habe, seinen Schülerinnen für ihr Verhalten Herr Hellermann ist also wirklich der Meinung, daß er ein fochet abgenommen. Es starben 4071( 3738) männliche und 1498( 1612) weibliche Mitglieder, d. b. 0,94( 0,92) auf je in eigenen Anstalten der Stadt Berlin untergebracht, während die wir glauben es ihm gern, daß den Schülerinnen gegenüber manchem Ernährer beraubt sind. Von diesen 5590 Kindern waren nur 397 außerhalb der Schule irgendwelche Vorschriften zu machen. 100 versicherte männliche Mitglieder und 0,63( 0,71) auf bedeutende Zahl von 5193 Kindern in Kostpflege gegeben war. In Serrn", der seine Begleitung anbietet, Borsicht zu raten ist. Aber 100 versicherte weibliche Mitglieder. der Berliner Kostpflege befanden sich nur 1050 dieser Kostkinder, das rechtfertigt noch lange nicht das Verbot, das der Herr Rektor die übrigen 4143 waren in auswärtiger Kostpflege. Die Berliner verfügt hat. Das Tollste ist, daß er die Uebertretung dieses VetSoftpflege ist lediglich Familienpflege, dagegen sind in der Zahl botes tatsächlich mit Entlassung geahndet hat. Er teilt Gegen die Verwendung von Schulkindern zur Spalierbildung der außerhalb Berlins untergebrachten Kosttinder auch diejenigen dem„ B. T." mit, es feien sogar zwei Mädchen entlassen worden, Bei höfifchen Festlichkeiten haben wir uns ständig ausgesprochen und Kinder enthalten, die dort in fremden Anstalten verpflegt werden. weil sie sich auf dem Schulwege hatten begleiten laſſen. Man kann entschiedenen Brotest dagegen eingelegt. Wir fönnen beim besten In solchen Anstalten stedten 429 Softtinder, so daß die Zahl der nur wünschen, daß die Eltern gegen diese Ausweisung eine Be. Willen nicht einsehen, in welcher Verbindung diese Verwendung der außerhalb Berlins in Familienpflege befindlichen Kostlinder sich richten, damit offiziell darüber entschieden wird, wie weit die schwerde an die dem Fortbildungsschulleiter vorgefeßte Behörde Schullinder mit den Aufgaben der Schule steht. Kürzlich wurden auf 3714 belief. Hiernach befanden sich in eigenen und in fremden Machtbefugnisse des Leiters einer Fortbildungsschule gehen. Das sogar sehr gutgesinnte" Blätter unwillig, als beim Einzug des Anstalten 397+429826 Kinder, in Berliner und in aus-" B. T." bringt übrigens die Aeußerungen des Herrn Hellermann dänischen Königspaares wiederum Schullinder Unter den Linden wärtigen Familien 1050+ 87144764 Kinder. unter der Ueberschrift:„ Ein Verbot für Badfische". Bosto fassen mußten und die Unterrichtsverwaltung wurde sehr Die Familienpflege immer mehr auszudehnen, das war Blatt scheint zu glauben, daß diese Fortbildungsanstalt nur von deutlich auf das unzulässige dieſer Maßnahme hingewiesen. Das seit langem das Bestreben der Waisenverwaltung. Die Frage, ob Mädchen besucht wird, die eben erst aus der Schule entlassen scheint aber nicht viel geholfen zu haben und es ge- man nicht besser mit diesem Grundsatz brechen und lieber die An- worden sind. Unter den Schülerinnen befinden sich viele, die nicht winnt den Anschein, als sollten Spalierbildungen, Parade- ftaltspflege wieder mehr zur Geltung bringen solle, ist vom wissen, was sie zu tun oder zu lassen haben. Aber erst des Herrn Hellermann bedürfen, um ferien und Einzugsferien in den Stunden- und Ferienplan unserer Magistrat und der Stadtverordnetenmehrheit auungunsten der An- auch auf diese Schülerinnen erstreckt sich das Verbot, das hier Schulen als ständige Einrichtungen aufgenommen werden. ftaltspflege entschieden worden. Ueber die Erfolge" der Familien- geradezu zu einer Beleidigung wird. Zu dieser Auffassung muß man kommen, wenn man hört, daß beim pflege wurde man durch die Berichte der Waisenverwaltung früher nächsten dem Kaiser bevorstehenden Besuche wiederum Kinder meist sehr gründlich, in den letzten Jahren aber nur dürftig unterparadieren sollen, und das liegt in nicht allzutveiter Ferne. Dies- richtet. Früher las man dort oft die bittersten Klagen über die Der Ausschuß zur Beratung des Zusatzabkommens zwischen der mal ist es der Norweger, der hierher kommt. Die„ Tägliche Rund- schlimmen Mißstände, die sich bei der Revision der aus- Stadtgemeinde und den B. E.-W. hat am Montag den vom Magistrat schau" schreibt dazu: " Für den 15. Dezember steht der Besuch des Königsinspektors dargeboten hatten. In den letzten Jahren ließen diese die ernsten Bebenten betont wurden, die Genoffe Singer bereits im wärtigen Pflegestellen dem Auge des revidierenden Erziehungs- vorgelegten Entwurf mit großer Majorität angenommen. Die Annahme erfolgte, obgleich namentlich seitens der Sozialdemokraten bon Norwegen bevor, und es verlautet mit ziemlicher Bestimmtheit, daß die Schüler und Schülerinnen der Klagen merklich nach. Sind die Zustände wirklich um so viel Plenum hervorgehoben hatte. Charakteristisch ist es, daß der Stadthöheren Lehranstalten wie der Gemeinde- besser geworden, oder haben die mit der Inspektion betrauten Ber- verordnete Jacobi, der energischste Gegner des städtischen Betriebes, schulen abermals Spalier bilden sollen. Wir warnen fonen nur gelernt ihre Ansprüche auf ein bescheidenes Maß herab- zum Berichterstatter gewählt wurde. davor schon jetzt, che es wieder zu spät ist, und wir wissen, zumindern? sid Bigui Schulkinder als Staffage. Berlin und die B. E.-W. Das Nach der Hurrastimmung, die am bergangenen Donnerstag im daß wir damit einer sehr weitverbreiteten Stimmung Aus- Im Statsjahr 1905/06 ist die Revision der aus. Plenum der Stadtverordneten- Versammlung herrschte, war nichts drud geben. Wir finden es nur gut und angemessen, wenn wärtigen Kostpflege von nicht weniger als vier Personen anderes zu erwarten. Bessere Agenten zur Bertretung ihrer Jnterbei Familienfesten unseres Kaiserhauses und in passender Jahresi wie etwa beim Einzug der Kronprinzessin, auch die Schul- ausgeübt worden, von einem Erziehungsinspektor und einem ihn effen in der Kommune können die B. E.-W. nicht finden als die end mitaufgeboten wird. Zur Reihenbildung aber handelt es zeitweise vertretenden Waisenhauslehrer a. D., sowie von zwei warmen Befürworter des Abkommens in der letzten Rathausfizung. lediglich um einen durch die höfifche Gitte gebotenen Befuch Erziehungsinspektorinnen. Grziehungsinspektor Barthold hat in Ueber die Skrophulose als Schulkrankheit sprach der Direktor emes fremden Herrschers. Das ist keine Gelegenheit, Vaterlands. 54 Orten 320 Kinder besucht. Er schreibt:" Die Revision der des Friedrich- Kinderkrankenhauses Prof. Baginsky vor einer tffentlichen Versammlung, die von der ivrtZgruppe Berlin des »Vaterländischen Frauenvereins" einberufen worden war. Den Begriff der Schulkrankheit bestimmte BagmSky in An- lehnung an den der Gewerbekrankheit. Wie der gewerbliche Ar- beiter aus seiner Tätigkeit mancherlei gesundheitliche Schädigungen davonträgt, so wird auch das Schulkind— das sozusagen das „Gewerbe des Lernens" betreibt— durch den Schulbesuch in seiner Gesundheit beeinträchtigt. Natürlich wird nicht durch die Schule die Skrophulöse erst erzeugt. Aber die gesundheitschäd- lichen Einwirkungen des Schulbesuches helfen mit, die Skrophulose zu entwickeln, wenn das Kind die Anlage dazu mitbringt. Das Schulkind sitzt ,n geschlossenen Räumen, die in der Regel schlecht gelüftet und oft auch mangelhaft gereinigt sind. Von einem gesunden Kinde wird das vielleicht ohne merklichen Schaden ertragen, aber für Kinder mit Anlage zur Skrophulosis wird es zu einer schweren Gefahr. Bei solchen Kindern treten nur zu bald all die Erscheinungen auf, die der Skrophulose eigentümlich sind, die auherordentliche Reiz- barleit der Haut, die rasche Entstehung von Hautausschlägen und langwierigen Eiterungen, die starke Neigung zu hartnäckigen Katarrhen. Diese Kinder sind auch der Gefahr der Uebertragung von ansteckenden Krankheiten aller Art ganz besonders ausgesetzt. Das gilt namentlich für die Tuberkulose, für die die skrophulösen Kinder in hohem Grade empfänglich sind. Um dieSkrophulosiszu bekämpfen und womöglich rhre Entwicklung zu verhüten, ist in neuerer Zeit manches getan worden. Baginsky wies hin auf die Fortschritte der Schulhygiene, die vorbeugend wirke, auf die bisherigen Leistungen der Sommer- Pflege(Ferienkolonien. Scehospize), die kränklichen Kindern Kräftigung bringe. Aber das alles ist— so führte der Vortragende aus—„ein nutzloses Arbeiten, so lange nicht die Verhältnisse besser werden." Nötig sei eine Hebung der gesamten Lebenshaltung der unbemittelten V o l k s k l a s s e. In dieser Hinsicht sei besonders eine Förderung der Wohnungshygiene anzustreben; denn erfolglos sei aller Kampf gegen Skrophulose und gegen Tuberkulose, wenn ein großer Teil der Bevölkerung in der verdorbenen Luft enger Wohn- und Schlafräumc hausen müsse. Für die noch schulpflichtige Jugend forderte Baginsky. daß man ihr die Last erwerbender Arbeit mög- lichst ganz abnehme, damit ihr mehr Erholung, mehr Ruhe, mehr Schlaf gewährt werden könne. Beginnen müsse aber der Kampf gegen Skrophulose und Tuberkulose schon viel früher, schon bei dem Säugling. Der Säugling gehöre an die Mutterbrust, das sei Sas beste Borbeugungsmittel. Jeder Mutter müsse das die heiligste Pflicht sein. Aber auch die Erfüllung dieser Pflicht sei vielen Müttern nicht möglich, wenn nicht die gesamte Lebenshaltung eine bessere werde. Die Zuhörer und besonders die zahlreichen ZuHörerinnen dankten dem Vortragenden mit lebhaftem Applaus. Unter ihnen befand sich manche elegante Dame, die zur Erfüllung ihrer „heiligsten Pflicht" vermutlich eine bezahlte Person mietet. Der Wert solcher Vorträge für dieses Publikum ist unseres Erachtens ziemlich gleich null. Die Besitzendem berauschen sich an ihrem eigenen Mitleid mit fremder Not, aber sie wehren sich gegen die Umge staltung der sozialen Zustände, die zur Beseitigung des Elends erforderlich ist. Schon wenn Arbeiter eine bloße Lohnaufbesserung fordern, um die Lebenshaltung ihrer Familie heben und ihre Kinder vor frühem Siechtum bewahren zu können, schreit die besitzende Klasse über„Begehrlichkeit". Und dieselben Herrschaften, die dem Schilderer des Elends frühsiecher Kinder in momentaner Ergriffenheit Beifall klatschen, finden es ganz in der Ordnung, daß gegen die Väter dieser Kinder Polizei und Gerichte zum Schutze des bedrohten Pro fites aufgerufen werden. � Augen auf! Eine Leserin des„Vorwärts" ersucht uns um Aufnahme folgender Zeilen: Nicht nur möchte ich die Hausfrauen auffordern, im eigenen Interesse energisch den Kampf aufzunehmen gegen eine, wie mir scheint, nicht sehr eng begrenzte Unsitte— das ist der mildeste Ausdruck—, ich halte die Aufforderung auch notwendig im Interesse der allgemeinen Moral. Sehr oft, fast möchte ich sagen „immer", habe ich die Erfahrung gemacht, daß Händler und ganz besonders Händlerinnen es ausgezeichnet verstehem den Käufer beim Abwiegen um einige Gramm zu übervorteilen. Und es scheint mir auch, daß System in der Sache liegt. Dem Zwecke dienen die ver� schiedenstcn Manipulationen. Oft wird die Wage so versteckt auf gestellt, daß der Käufer von dem Abwiegen überhaupt nichts be� merken kann, hier vergißt man beim Zuwiegen eines Viertelpfundes die letzten b Gramm aufzulegen, dort bleibt ein 10 Gramm-Gewicht zufällig in der.Wagschale liegen, die in der Regel der Aufnahme der Ware dient. Eine geschickte Verkäuferin„wirft" die Ware mit einer gewissen Vehemenz auf die Wage, die Zunge schlägt kräftig durch.-- Natürlich nur, um den Kunden eilig zu bedienen, läßt man nicht ruhig auswiegen— und der Käufer ist in der Regel um einige Gramm betrogen. Andere fixe Ladenfräulein wissen durch geschickten Fingerdruck, durch Nachhülfe mit der Warenschaufel usw. den gewünschten Erfolg zu erzielen; die Ware zieht für einen Moment die Gewichtsschale hoch, aber nicht durch das Eigengewicht, sondern infolge der freundlichen Nachhülfe. Solche Beobachtungen machte ich sowohl in Ladengeschäften als auch in der Markthalle. Ich stütze meine Behauptung aber nicht lediglich auf jene Be- obachtungen, ich wicg� regelmäßig mit der Hauswage nach und habe in zahlreichen Fällen Mindergewicht konstatiert. Allerdings meine regelmäßigen Lieferanten, die mich kennen, geben mir stets volles Gewicht. Um das zu erzielen, bedurfte es jedoch einiger Rekla- mationen wegen Mindergewicht. AlS bestes Erziehungsmittel habe ich folgendes erprobt: Wenn ich im Geschäft bemerkte, daß daS richtige Gewicht nicht gegeben wurde, ersuchte ich ruhig aber ent- schieden um Nachprüfung. Das hatte stets eine wunderbare Wirkung— besonders wenn noch mehr Käuferinnen anwesend waren. Zuweilen stellte man sich zunächst beleidigt, wenn das nicht fruchtete, versuchte man wohl mit einem anderen Trick die Fest- stellung de» Mindergewichts zu umgehen. Wenn auch solcher Ver- such an meinem entschiedenen„Bitte, auswiegen lassen" scheiterte, dann folgte nachher eine Entschuldigung: In der Eile, Irrtum... Na, man weiß ja. Mein Zweck war erreicht, für die Zukunft wurde ich reell bedient. Man darf aber nicht glauben, daß nur Eigentümer „eilig bedienen". In Filialgeschäften herrscht derselbe— Eifer. Die Erklärung dafür findet man jedenfalls in der Entlohnung nach Prozent auf die erzielte Einnahme— im Verhältnis zum ein- gelieferten Quantum, oder durch irgend eine andere Form der Ge- winnbeteiligung an dem durch„eiliges Bedienen" erzielten Ueber» schuß über die buchmäßig erforderliche Einnahme. Mir erging es in emer Filiale eine? Kaffee-Speziatgeschäftes, wo man mich noch nicht kannte, folgendermaßen: Nachdem ich wiederholt ein Minder- gewicht festgestellt hatte, beschloß ich eine» Tages, persönlich sin- zuholen und, wenn sich Gelegenheit bot, die Verkäuferin zu etwas mehr Genauigkeit zu erziehen. Nichtig! Mit einer eleganten Bc- wegung, die einem Taschenspieler Ehre machen könnte,„warf" die sehr freundliche Dame die Ware auf die Wagschale und nahm sie mit noch größerer Fixigkeit wieder ab.„Fräulein, wollen Sie bitte die Wage ausschlagen lassen?" forderte ich die Dame auf. Zunächst sah ich ein etwas verdutztes Gesicht, dann aber schallte eS mir entgegen:„Gnä'e Frau glauben doch nicht etwa—-- Wir geben volles Gewicht..."„Bitte, wiegen Sie nach! forderte ich. Wohl oder übel mußte meiner Forderung entsprochen werden, und nach einem vergeblichen Versuch, durch geschickte Fmgerbewegungen das Gleichgewicht herzustellen, meinte die Verkaufsdame etwas moquant: „Es fehlen aber nur ein paar Bohnen!"—-— Unter Zustimmung einiger anderer Käuferinnen erklärte ich der Dame, daß niemand verpflichtet sei. so vornehm zu sein, sich offenkundig zugunsten des Geschäftsinhabers um einige Gramm Kaffeebohnen schadigen zu lassen, um so weniger, weil die stete Wiederholung im Jahre zu einer beträchtlichen Summe anwächst. Mit dem Bemerken:„Ich habe regelmäßig beim Nachwiegen«in kleine? Mindergewicht kon- ftgttertt" wollte ich den Laden verlassen. Da plötzlich tonte e» vom Ladentische her:„Ach gnä'e Frau, einen Augenblick, ich sehe gerade, daß in der Wagschale noch ein— 10 Grammstück liegt."— Tableau! Ich bekam also nochmals 10 Gramm zugewogen. Ohne diesen Zwischenfall wäre das 10 Grammstück wohl noch lange an der unrechten Stelle liegen geblieben. Daß aber die Verkaufsdame, die sogar so„freundlich" war, Winke über Pflichten vornehmen Auf- tretens zu geben, von dem„Uebereifer" kuriert ist, möchte ich be- zweifeln. Mache jede Hausfrau die Augen auf, das ist das beste Erziehungsmittel. Die Angelegenheit ist auch vom Standpunkte der öffentlichen Moral zu betrachten. Fast alle Frauen, mit denen ich über den gekennzeichneten Uebelstand sprach, erklärten mir: Das ist überall so! Mindestens ist demnach die Anschauung verbreitet, das Mogeln sei allgemeine Sitte. Das muß naturgemäß demorali- sierend wirken. Diejenigen, die durch Händlermanipulationen sich benachteiligt fühlen, können doch nur schwach gegen den Gedanken sich wehren, daß für sie selbst Gleiches oder Aehnliches nicht un- moralisch sein kann, was ihnen gegenüber allgemein als Sitte gilt. Also auch im Interesse der allgemeinen Moral, um eine Quelle demoralisierender Ausströmungen zu verstopfen, sollte jede Käuferin streng darauf achten, daß sie beim Zuwiegen nicht übervorteilt wird. Betrügerische Manipulationen. Unter�dem Verdacht des Betruges wurde der Direktor der Lehranstalt für Krawattenfabrikation in der Stralauerstraße, Kaufmann Steinberg, verhaftet. Er ver- sprach in hochtönenden Anpreisungen Frauen und Mädchen, daß sie in seiner Lehranstalt die Herstellung von Krawatten in acht bis vierzehn Tagen erlernen könnten und nach der Lehre Stellungen mit 30— 50 M. Wochenverdienst bekämen. Viele Mädchen trauten dem verlockenden Angebot um so mehr, als Direktor Steinberg vor Schwindelfirmen, die ähnliches versprächen, warnte. Die Aus- bildung kostete 10 M. für acht und 20 M. für vierzehn Tage. Zu dem Lehrgeld kamen noch allerlei Anschaffungen, so daß die Frauen und Mädchen durchweg etwa 30 M. auszugeben hatten. Der An- drang der Schülerinnen wuchs bald derartig, daß der Unternehmer seine„Lehranstalt" vom Spittelmarkt in größere Räume in der Stralauerstraße verlegen mußte. In einem Jahre betrug die Zahl 400. Die Schülerinnen wären mit dem Unterricht vielleicht zu- frieden gewesen, wenn sie die versprochenen Stellungen erhalten hätten. Aber da haperte es. Sobald die Mädchen ausgelernt hatten, standen sie mit ihren Kenntnissen da, die für sie wertlos waren, da sie Stellungen nicht erhielten. Viele Schülerinnen sahen sich dadurch geschädigt und erstatteten Anzeige. Steinberg, der auch durch SegelNubgründungen sich bekannt zu machen wußte, wurde gestern von der Kriminalpolizei dem Untersuchungsrichter vorgeführt. Herr Steinberg war ein bekannter Stammgast des Berliner Gewerbegerichts, auch die Gewerbedeputation hat sich wiederholt mit der eigenartigen„Lehrwerkstätte" des Herrn Steinbcrg zu be- fassen gehabt; immer aber suchte er durch alle möglichen Einwände auszuweichen. Wenn ihn jetzt endlich wirklich die Staatsanwalt- schaft gefaßt haben sollte, so hat er das reichlich verdient. Zu ver- wundern ist höchstens, daß der Staatsanwalt nicht schon längst zu- gegriffen hat. Wir hatten in unserem Blatte längst auf die Manipulationen des Herrn Steinberg aufmerksam gemacht. Im Zirkus Schumann ereignete sich am Montagabend ein auf- regender Vorfall bei der Vorführung der dressierten Tigergruppe. Bon einem Augenzeugen wird berichtet: Als der größte von den neun Tigern zum wiederholten Male über die Peitsche des Donipteurs Henricksen springen sollte, weigerte sich die Bestie und konnte erst durch wiederholte Aufforderung des Dompteur» und der außenstehenden Wärter, die mit eisernen Stangen daS Tier bearbeiteten, dazu veranlaßt werden, zu springen. Der Tiger sprang, verletzte dabei aber den Dompteur mit den Tatzen am linken Unter- arn,. Durch den Blutgeruch wurde das Tier noch aufgeregter und konnte nur durch die Energie Henricksens und durch Antreiben der Wärter dazu bewogen werden. nochmals über die Peitsche zu springen. Diesmal sprang der Tiger noch tiefer und traf mit dem Hinterkörper die linke Schulter des Dompteurs. Beide stürzten. Hendricksen lag langgestreckt neben dem Tiger, der mit der linken Vordertatze nach dem Dompteur ausholte. Dieser verlor aber seine Geistesgegenwart nicht, sondern feuerte seine mit Schrot geladene Pistole dem Tiger in den Rachen. Henricksen sprang nun schnell auf und es gelang ihm mit Hülfe der Angestellten, alle Tiger in die Käfige zu treiben. Die Verletzungen des Dompteurs sind nicht er- hehliche; er konnte sich bald darauf dem Publikum, das seine Ruhe bewahrte, zeigen. Unter einen Hochbahnzug geraten. Bei einem schrecklichen Unglücksfall, der sich in der vergangenen Nacht im Betriebe der Hochbahn ereignete, hat der 40jährige Kellner 5karl Buschinsky aus der Pücklerstraße 12 seinen rechten Arm eingebüßt. B. war etwas angetrunken und infolgedessen über sein Ziel, Station Oranien- stratze, hinausgefahren und am Stralauer Tor vom Schaffner darauf aufmerksam gemacht worden. Als er sich dort auf dem Bahnsteig fortbewegte, torkelte er gegen den abfahrenden Zug und fiel zwischen die beiden letzten Wagen. Der rechte Arm geriet dabei zwischen den Schlußwagen und den Bahnsteig und wurde vollständig zermalmt. Im Krankenhaus am Friedrichshain, wo B. Aufnahme fand, mutzte der Arm amputiert werden. Bon einem Wannseebahnzuge überfahren und tödlich verlebt wurde in der gestrigen Nacht ein unbekannter, dem Arbeiterstande angehörender etwa 40 Jahre alter Mann. In der Nähe von Groß- Lichterfelde war er bei der Dunkelheit auf die Gleise geraten und von einem nach Berlin fahrenden Wannseebahnzuge angefahren worden. Ein Streckenbeamter fand den Verunglückten gestern morgen völlig bewußtlos auf den Gleisen auf. Während deS Transports nach dem Krankenhause starb der Schwerverletzte. Der Verband der freien Gast- und Schankwirte hat im Verfolg de» BierkriegeS sich eingehend der Frage der Begegnung deS protzen- haften Auftretens der Großbrauereien zugewandt und nach ein- gehender Vorberatung beschlossen, eine Erwerbs- und Wirt- ichaftsgenossenschaft von Mitgliedern de» Ver- bandes der freien Gast- und Schankwirte Berlins und Umgegend zu gründen. In den Borstand wurden gewählt MatheS und Obiglo, in den AnfsichtSrat Lilfin und Franke. DaS Resultat der Zeichnung zum Eintntt in die Genossenschaft ist bisher ein sehr günstiges. Bei den 2000 Mitgliedern, die der Verband in Berlin und seinen nächsten Vororten hat, dürfte bald ein er- hebliche» Kapital zusammenkommen, daS dem neuen Unternehmen eine gute Basis schaffen wird. Unterm Ringbahnzug. Die Unsitte, während der Fahrt Eisen. bahnzüge zu besteigen, dürfte der 40jährige Töpfer Friedrich Mauck auS der Bremerstraße 14 noch mit dem Tode büßen müssen. Er war abends von seiner Arbeitsstätte in Berlin gekommen und wollte nach Oranienburg fahren. Auf dem Bahnhof Gesund- brunnen versuchte er uuborsichtigerweise einen bereits in der Fahrt befindlichen Zug zu besteigen, wurde jedoch von dem Trittbrett her- abgeschleudert und unter den Zug geworfen und die Waggons fuhren über ihn hinweg. Auf ein Notsignal hin wurde der Train zum Stehen gebracht und M. unter den Rädern hervorgeholt. Er hatte so schwere Verletzungen erlitten, daß er m hoffnungslosem Zustande in die Charit« eingeliefert iverden mußte. Ein schwerer Berkchrimitfnl! trug sich gestern in der Leipziger- straße zu. An der Ecke der Eharlotienstraße wurde das Dienst» niädche» Marie Giese. das in dem Afchingerfchen Betriebe in der Königgrätzerftraße beschäftigt ist, beim Neberschreiten des Fahr- damms von einem Omnibus uingestoßen und beide Räder des schweren Gefährts gingen der Unglücklichen über die Brust hinweg. In bewußtlosem Zustande wurde sie nach der Unfallstation in der Kroncnstraße gebracht, wo der Arzt bei ihr schlvcre innere Ver» letzungcn feststellte und ihre Einlieferung in daS Krankenhaus Moabit veranlatzte. Mehrere Tage tot in seiner Wohnung gelegen hat der SOjährige Arbeiter Hermann Karpe aus der Jägerstraße 14. K. bewohnte im Seitenflügel einen bescheidenen Parterreraum und war ganz allein auf sich angewiesen. In d«n letzten Tagen war e« den Nachbarsleuten aufgefallen, daß sich der Greis gar nicht mehr sehen ließ. Man öffnete schließlich sein Zimmer und fand K. tot vor seinem Bette liegen. Der Tod war bereits seit einigen Tagen infolge Herzschlags eingetreten. Bon feinem Diebesgcsährten erschossen. Einen Verhängnis- vollen Ausgang fand wieder einmal die unvorsichtige Spielerei mit dem Revolver. Die Kanalisationsarbeiter Julius und Heinrich M., die gegenwärtig bei der Eberswalder Kanalisation beschäftigt sind, hatten bei dem Restaurateur Weiland einen Diebstahl ausgeführt und sich nachmittags in dem Restaurant von Kluth in der Nagel-. straße in Eberswalde aufgehalten. Während sie beim Glase Bier!' saßen, krachte plötzlich ein Schuß und leblos stürzte Julius M.. vom Stuhle. Sein Kollege hatte ihm eine Kugel in den Unter»' leib gejagt und die Schußverletzung war so schwer, daß der Gc- troffene"bald starb. Heinrich M. behauptet, er habe seinem Freunde nur die Waffe zeigen wollen und dabei habe sie sich von selbst entladen. Die beiden Arbeiter stehen übrigens unter Verdacht, einen weiteren größeren Diebstahl verübt zu haben. Feucrwehrbericht. Gestern früh um 7 Uhr brannte in der Luckenwalderstr. 6a ein Benzin-Automobil und eine Stunde später in der Raupachstr. 6 der Fußboden mit dem Zwischengebälk des Hauses. Ein großer Kellerbrand beschäftigte die Wehr in der Neanderstr. 4. Dort brannten Abfälle, Fässer, Lattenverschläge und anderes unter großer Oualmentwickelung; die zweite Kompagnie mutzte kräftig Wasser geben. In der Steglitzerstr. 81 brannte gestern uni 9 Uhr ein einstöckiger Seitenflügel. Ferner hatte die Wehr in der Choriner- stratze 10, Kommandantenslr. 77/78, Barmmstr. 17. Sebastianstr. 27/28, Dresdenerstr. 55, Blumenstr. 65 und anderen Stellen zu tun. Hausrat, Stroh, Müll, Gardinen, Möbel usw. waren dort in Brand geraten. Arbeiter-Samariterkolonne. Morgen, Donnerstag, abends 9 Uhr 4. Abteilung für Lichtenberg und Umgegend bei Piekenhagen, Scham- weberstratze 60. Vortrag über Knochenbrüche, Verrenkungen und Verstauchungen. Daran anschließend praktische Uebungen. Referent Herr Dr. Hirschfeldt. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Gäste willkommen.— Heute abend Monatssitzung der diensttuenden Abteilung. Der Zoologische Garten hat dieser Tage eine männliche Schraubenziege erworben, die jetzt den Hauptanziehungspunkt der Anlage für Wildschafe und Wildziegen bildet. Der herrlir Bock, dessen spiralig gedrehtes Gehörn einen imposanten Eindri macht, stammt aus Afghanistan; in der Art der Gehörnwindn steht er zwischen den beiden, früher im Garten ausgestellten F« men in der Mitte. Der heimatliche Name dieser Wildziegl „Markhor" bedeutet soviel wie„Schlangenfresser" und ist wohl entstanden, daß man aus der Entfernung die Ranken, die von' Tieren gefressen, für Schlangen ansah. Unter den im Berliner Aquarium jüngst eingetroffenen Drei- sendungen befindet sich eine Anzahl neuer und interessanter Wirbel- loser Seetiere, die in der Adria erbeutet wurden. Zum ersten Male kam in zwei Exemplaren eine Art der Gattung Polia an, ein Vertreter der absonderlichen Schnürwürmer, welche, vorwiegend Mccresbewohner, und zweifelsohne di«� am höchsten entwickelten Mitglieder der Klasse der Plattwürmer, durch mehrere äußerst merkwürdige Eigentümlichkeiten in Leibesbau und Lebensweise sich auszeichnen, indem insbesondere die vom Hautmuskelschlaucki veranlatzte Ausdehnung und Zusammenzieyung des Leibes bei ihnen dermaßen(am höchsten im ganzen Tierreich) entwickelt ist, daß einige Arten den Körper um das zehn- ja zwanzigfache �' vorherigen Länge auszudehnen vermögen. Die im Aquarium gestellte Art zeigt am Körper auf trübgrünem Grunde eine weiße Streifung und Ringelung und am Kopf eine gleich' Kreuzzeichnung, nach der die Spezies den wissenschaftlichen „crudgera"(Kreuzträger) erhielt. Einen ganz andereif Wurmtiere stellt ein im Sande dahinkriechcndeS, die Länge Hand und die Breite von 5 cm erreichendes, in allen Regev" färben glänzendes, filzig behaartes Geschöpf. dar, das kaum j? für einen Angehörigen des Wurmkreises halten möchte UlT zur Familie der„Seeraupen" oder Aphroditen zählt. Vorort- JSacbncbten. Charlottenburg. Die im Etat ausgeworfenen Mittel für SäuglingSfllrsorge � antragt der Magistrat um mehr als 20 000 M. zu erhöhen. ES hat sich gezeigt, daß die bisher ausgeworfenen Mittel auch nicht ent- fernt ausreichen, um die Aufgaben auf dem Gebiete der Bekämpfung der Säuglingssterblichkeit zu lösen. In Charlottenburg bestehen zur- zeit vier Säuglingsfürsorgestellen, von denen je zwei dem Vater- ländischen Frauenverein und dem Elisabeth-Frauenverein zur Ver- waltung übertragen sind. In den Sstuglingsfürsorgestellen wird pasteurisierte Milch an Unbemittelte unentgeltlich, sonst gegen Bc- zahlung abgegeben. Die Kosten für die unentgeltlich abgegebene Milch werden von der Stadt voll getragen, während die Vereine für jeden gegen Bezahlung abgegebenen Liter einen Zuschuß von 10 Pf. erhalten. In den ersten 6 Monaten des laufenden Etats- jahres find bereits 63 912 Liter Milch verabfolgt, und zwar 68 gegen Bezahlung, 31 Proz. unentgeltlich. Ferner wurden 4320: rohe Milch zur Herstellung trinlfertiger Portionen vcrir Solche trinkfcrtigen Portionen, die sich aus Milch. Nähr Hafergrütze. Malz, Liebigsuppe und Kindermehl zusammen � kosten einschließlich der Herstellungskosten(Ausgaben für GaS friersalz, Eis, Transport der Nährprodukte) pro Portion Bisher wurden dafür 46 Pf. bezahlt. Dieser hohe Satz kann! beibehalten werden, die.Konsumenten sollen daher in Zukunsi weit sie die Nahrung nicht völlig unentgeltlich bekommen, nur 28 Pf. pro Portion zahlen. Ferner gewährt die Stadt dur' meindebeschluß vom 237 Juni 1905 Beihülfen an stillende Z sogenannte Stillprämien, die.außerordentlichen Anklang gef haben. Sie werden nur in solchen Fällen gewährt, in denen Mütter die Bereitwilligkeit zum Selbstnähren davon abhäiugig machen. Von den 4237 Müttern, die vom 1. April bis End« Sep- tember d. I. mit ihren Kindern in Fürsorge gewesen sind, hsisen 548(12,98 Proz.) zusammen 6067,15 M. Stillprämien erhalten, also jede Mutter im Durchschnitt 11,07 M. Die Bcihülfen werden fast aus- nahmsloS durch Verabfolgung von Milch— täglich 1 Liter, in der Regel auf längstens 13 Wochen— gewährt. Die Aerzte in den 'Fürsorgestellen streben mit allen Mitteln dahin, die Mütter zur Brnstnahrnng zu bewegen. Die Stillprämie hat sich als ein sehr wichtiges Mittel zur Erreichung dieses Ziels erwiesen. Seit Ein! führung dieser Beihülft hat sich die Zahl der in Fürsorge be. findlichen stillenden Mütter um 20 Proz. vermehrt. Erfreulicher- weise ist auch nach Fortfall der Beihülfe der größte Teil der Mütter in Fürsorge geblieben, und nur einige haben daS Stillen ihrer Kinder eingestellt, weil die Prämie nicht mehr gewährt wurde. Hieraus geht hervor, daß die Mütter, nachdem sie einmal für die Brustuahrung gewonnen waren, den Wert des Stillens schätzen gelernt haben. Welchen Einfluß die Nahrung auf die Säußlings- sterblichkeit ausübt, ergibt sich daraus, daß nach dem Verwaltungs' bericht für 1905 auf 100 Kinder bei Brustkindern 1,58 Sterbefälle kommen, bei Brust- und Flaschenkindern dagegen 3,76 und bei Flaschenkindern sogar 10.99. Im allgemeinen hat die Kindersterb- lichkeit in Charlottenburg erheblich abgenommen. Während aus 1000 lebendgeborene Kinder im September 1904 noch 259 und im September 1995 noch 233 Sterbcfälle im ersten Lebensjahre kamen, betrug diese Zahl im September dieses Jahres nur noch 106. ES scheint also. alS ob die Säuglingsfürsorge die Säuglingssterblichkeit günstig beeinflußt. Schöneberg. Gtadtvrrordneteiwersammlung. »Zor Eintritt in die Tagesordnung entspinnt sich eine Debatte über die Verkchrsverhältnisse SchönebergS. Vi schieden«! Rednern wird lebhaft Klage geführt über den Atskön SSefrleB Vit„Tropen S5et!iffFt Straßenbahn", d'te in keiner Weise den dringendsten Bedürfnissen Rechnung trage. Es wird emvfohlen, die Verkehrsverhältnisse durch Einführung von Auto- modil-Omnibuffen zu verbessern. Stadtrat E r l c r erkennt zwar die Mißstände auf diesem Äebiete an, erklärt jedoch, daß Schöne- berg keineswegs stiefmütterlich von der Gesellschaft behandelt werde. Bon unseren Genossen wird gefordert, daß hier endlich einmal der Zweckvcrband Groß-Berlins eingreifen müsse, um der Kalamität ein Ende zu bereiten. Auch die Einführung von Automobil- Omnibussen solle man nicht wieder Privatgesellschaften übertragen, denn dadurch würde dem bestehenden Zustande nur noch Vorschub geleistet. Die Stadt muß die Erweiterung der Verkehrsmittel selbst in die Hand nehmen. Zu dem Antrage Polenz u. Gen.: das Grundgehalt der Feuerwehrleute auf 1500 M. zu erhöhen, liegen zwei Ab- änderungsanträge vor. Die sozialdemokratische Fraktion beantragt, das Grundgehalt auf 1800 M. festzusetzen, steigend jährlich um 100 M. bis zum Höchstgehalt von 2700 M. Stadtv. Lessig will in seinem Antrage ein Jnverbindungtreten mit den Nachbargemeinden, um die Gehaltsfrage der Feuerwehrleute einheitlich zu regeln.— Ohne Debatte werden diese Anträge einem Ausschuß überwiesen. Es folgt die Beratung des Antrages der Hausbesitzcrfraktion, die Reichsregierung um Maßnahmen zur Abhülfe der Fleisch- not zu ersuchen. Stadtv. v. Glasenapp führt in seiner Be- gründung aus, daß es eigentlich überflüssig wäre, noch ein Wort über den Antrag zu verlieren, er hoffe, daß derselbe einstimmig angenommen werde. Die Fleischnot sei eine dauernde geworden" Die Aenderung im Ministerium der Landwirtschaft sei nur ein Wandel in der Person, wovon gar nichts zu erhoffen sei. Wenn wirtlich das Lob der Selbstverwaltung berechtigt sei, wie es in jüngster Zeit erst in Schöneberg betont wurde, so solle man doch den warnenden Ruf der Städte erhören. Stadtv. Voßberg(Lib.) hält den vorliegenden Antrag für nicht weitgehend genug. Der Reichsregicrung dürfe kein so weiter Spielraum in dem Antrage gelassen werden. Es sei Aufgabe der Städte, sich ganz entschieden gegen die agrarische Politik zu wenden. Er unterbreitet namens seiner Freunde einen Antrag, in dem gefordert wird: allgemeine Grenzöffnung, Aenderung des Fleisch- beschaugesetzes, vorübergehende Aufhebung aller Fleisch- und Vieh- zölle und aller Zölle auf Futtermittel. Stadtv. F r i tz s ch(Soz.) erklärt, daß i>ie sozialdemokratische Fraktion für beide Anträge stimmen werde, obwohl sie sich davon absolut nichts verspreche. So lange an der Spitze der Regierung Personen sitzen, die erklären, man müsse ein dickes Fell haben, werde keine wesentliche Aenderung in dem bestehenden Zustande eintreten. Der vollzogene Wechsel im Ministerium ändere an dem jetzigen System nicht das geringste, denn man wisse genau, daß nicht die Entrüstung über die herrschende Fleischnot diesen Wechsel herbeigeführt habe. �Wenn die Regierung wirklich ein Ohr für die Petitionen der Städte hätte, so müßte schon vor Jahr und Tag Abhülfe geschaffen worden sein. Redner unterbreitet der Versammlung folgenden Antrag: „Die Stadtverordnetenversammlung ersucht den Magistrat, demnächst der Versammlung eine Vorlage zwecks Einrichtung einer eigenen Viehzucht, in der Hauptsache Schweinezucht, auf den städtischen Rieselfeldern zu unterbreiten." Selbstverständlich, so führte Redner aus, könne dieser Plan nicht von heute auf morgen verwirklicht werden, sondern es müsse erst eine rechnerische Grundlage geschaffen und dann der Anfang gemacht werden. Wenn die Versammlung wirklich praktisch etwas tun wolle, dann könne er nur die Annahme des Antrages empfehlen. Stadtv. Gottschalk(Lib.) steht dem sozialdemokratischen Antrage zwar sympathisch gegenüber, derselbe habe jedoch mit der gegenwärtigen Fleischteuerung nichts zu tun. Er empfiehlt den Antrag feiner Freunde, mit dem alles getan sei. Stadtv. L u l e y hält das Vorgehen der Sozialdemokratie für eine verfrühte Politik. Notwendiger sei es, zunächst mit der Milch- Produktion den Anfang zu machen. Stadtv. Dr. Marrwitz wendet sich gegen den liberalen Antrag und tritt für die sozial- demokratische Forderung ein.— Nachdem noch Stadtv. Kunze lHausbesitzerfraktion) seinen Unmut ausgelassen über die Zeit, die mit der vorliegenden Angelegenheit verschwendet werde und Stadtv. Rheinbacher den liberalen Antrag nochmals empfohlen hatte, wird der sozialdemokratische Antrag angenommen, » dagegen abgelehnt gegen die Stimmen der Liberalen und Sozialdemokraten der liberale Antrag und darauf ein- stimmig angenommen der Antrag der HauSbcsitzerfraktion. Eine Petition der Lehrerinnen um Anstellung einer V e r- trauensärztin wird dem Petitionsausschutz überwiesen. Eine Reihe von Punkten wird hierauf von der Tagesordnung abgesetzt, um Zeit zu gewinnen, in nichtöffentlicher Sitzung noch- mals zu�>er Theater-Angelegenheit Stellung zu nehmen. Eine Jugcnblitcratur-AuSftellung wird vom Vorstande des sozialdemokratischen Wahlvereins auch in diesem Jahre veranstaltet, und zwar im O b st schcn Lokale, Meiningerstr. 8. Das gleiche Unternehmen im Vorjahre hatte den allseitigen Beifall der Arbeiter- schaft gesunden, und es ist demzufolge die diesmalige Ausstellung noch bedeutend erweitert worden. Der Vorstand verfolgt mit dieser Ausstellung den Zweck, einer guten, gediegenen Jugendliteratur in den Familien der Arbeiterschaft Eingang zu verschaffen und den Eltern bei der Auswahl passender Weihnachtsgeschenke für ihre Kinder hülfreich zur Seite zu stehen. Es gelangen Bücher in jeder. Preislage und für Kinder jeden Alters zur Ausstellung, auch soll speziellen Wünschen nach Möglichkeit Rechnung getragen werden. Die Ausstellung ist zu besichtigen am Dienstag, den 27. No- vember, abends von 7� Uhr ab, und am Sonntag, den 2., 9. und 16. Dezember, nachmittags von 4 bis 7 Uhr.— Hoffentlich hat das Unternehmen auch in diesem Jahre einen vollen Erfolg; denn die Wichtigkeit der Aufgabe, die Erziehung unserer Jugend an der Hand einer guten Literatur in die richtigen Bahnen zu leiten und schon frühzeitig mit der Aufklärung der Jugend in geeigneter Weise vorzugehen, wird sicherlich von der Arbeiterschaft nicht unterschätzt werden. Rixdorf. Lie F-rtbildungsschule, welche bisher nur fakultativ war. soll mit dem neuen Etatsjahr in eine solche mit obligatorischer Schul- Pflicht umgewandelt werden. DaS dazu ausgearbeitete Ortsstatut iit in der letzten Sitzung der Gewerbcdeputation zur Beschlußfassung unterbreitet lvordem Dasselbe lehnt sich fast ausschließlich an die Bestimmungen anderer Städte(Berlin, Charloltenburg, Schöne- berg usw.) an. Ter Kreis der Schulpflichtigen ist genau so abgegrenzt wie in den genannten Nackbarstädten. Alle männlichen Lehrlinge, Gesellen, Gehülfcn und Arbeiter, welche w einem ge° werblichen oder kaufinännischen Betriebe in Rixdorf beschäftigt sind, unterliegen dem Schulzwang, sofern sie das 17. Lebensjahr noch nickt überschritten haben. Die im Ortsstatut festgelegten Aus- nahmen davon sind dieselben, wie sie die Gewerbeordnung zuläßt. Zugelassen können aber auch solche Schüler werden, die dem Zwange nicht unterliegen; dies soll besonders angewandt werden gegenüber den Schillern, die bis jetzt die fakultative Schule besuchen und diese noch weiter besuchen wollen. Arbeitgeber sowohl als auch Ellern and Vormünder sind verpflichtet, die Schulpflichtigen zum Besuche der Schule anzuhalten bezw. nicht daran zu hindern, andernfalls haben sie Bestrafung nach§ IbO der Reichsgewerbeordnung zu ge- tvärtigcir.' Der Entwurf führte irt der Deputation eine mehrstündige Debatte herbei. Stadtrat Dr. Glücksmann leitete diese ein mit längeren empfehlenden Ausführungen. Durch Umfrage bei den Krankenkassen ist eine Schülerzahl von 1000 als m Betracht kommend ermittelt worden. Ter Kostenvoraaschlag ist durch den Mangel jedweder Statistik sehr schwierig festzustellen. Der Stadt «öalle kostet ein FortbildungSschüler 18.76 Mk, Magdeburg 21,10 Mark, Erfurt 21,47 Mk.. Berlin 31,00 Mk. und Eharlottenburg gar 65,00 Mk. AlS Unterlage ist der auch bisher in'der fakultativen Form nötig gewesene Satz von 25,00 Mk. benutzt worden, so daß etwa 25 000 Mk. in Ansatz zu bringen sind. Zu diesem Betrage will die Regierüng die Hälfte beisteuern. Redner bot um Annahme der Vorlage, indem er erklärte, daß Rixdorf dem Beispiel anderer Städte folgen müsse, um nicht schließlich den schlechtcst ausge» bildetsten Arbeiterstand zu haben.— Interessant waren die Aeutzc- rungen der bürgerlichen Deputierten, welche allesamt plötzlich ganz begeistert für die obligatorische Schule waren. Die Tatsache, daß erst der von der sozialdemokratischen Fraktion vor wenigen Monaten eingebrachte Antrag den Stein ins Rollen gebracht hat, war ihnen nicht mehr im Gedächtnis. Die Echtheit der Begeisterung zeigte sich sofort bei den VerbesserungZanträgcn unserer Genossen. Bon der Verlegung des Unterrichts in die Arbeitszeit wollte man nichts wissen. Die Kleingewerbetreibenden leiden— so wurde ausgeführt— schon so sehr unter der Arbeiterversicherungsgesetzgebung; wenn ihnen noch weitere„Lasten" auferlegt würden, müßten sie der Armenpflege anheimfallen. Sehr treffend wurde diese Tirade mit der Bemerkung beantwortet, daß es dann hohe Zeit wäre, wenn diese„Meister" in die Reihe der Gehülfen zurückkehrten. Natürlich sollte auch recht viel Spielraum gelassen werden, um ein Fern- halten von der Schule durch die Meister leickt zv ermöglichen. Um dies gänzlich auszuschließen, beantragten die sozialdemokratischen Mitglieder die Streichung des Satzes im Entwurf, der es dem Schulleiter überläßt,„aus besonderen Gründen" derartigen Wünschen der Meister zü entsprechen. Die Mehrheit hielt aber diesen Kautschukparagraphen aufrecht. Der Versuch, die Schul- Pflicht auch auf weibliche Arbeiter auszudehnen, scheiterte ebenfalls. Wie noch mitgeteilt wurde, sollen den Ausschüssen des Gewerbe- und des Kaufmannsgerichts Gelegenheit gegeben werden, sich über den Entwurf zu äußern.— Die Deputation beschloß ferner ein- stimmig, der neuen Schule gleichzeitig eine Mooellierklasse anzu- fügen. Bei der am Sonntag stattgefundenen Wahl der Delegierten (Arbeitnehmer) der Allgemeinen Ortskrankenkasse wurde die Liste des Gewerkschnftskartells mit 460 Stimmen gewählt. Die Wahl der Arbeitgeber-Delegierten, welche am Montag statt- fand, gestaltete sich äußerst lebhaft. Der Ausschuß der vereinigten Innungen hatte alles aufgeboten, um die Lifte den Innungen durch- zubringen. Trotz aller Anstrengungen erhielten ihre Kairdidaten nur 80 Stimmen. Die Liste des Gewerkschaftskartells wurde mit 122 Stimmen gewählt. Wilmersdorf. Die letzte Gemeindevertretung nahm zu der Errichtung einer Reichsbanknebenstelle Stellung. Nach einem Referate des Herrn Bresser, der einen Ueberblick über die kommerziellen Verhältnisse der neuen Stadt gab, wurde beschlossen, ein Gesuch an das Reichsbank- direktorium zu richten. Für die Anschaffung einer mechamschen Leiter für die eingerichtete Berufsfeuerwehr wurden 10 000 M. eingesetzt. 18 000 M. sollen für die Herstellung, der gärtnerischen Anlagen auf dem Olivaer Platz verwendet werden. Des weiteren wurde die Gründung dreier Lehrer- und vier Lehrcrinnenstellen beschlossen. Die jetzigen Kommissionen und Deputationen sowie da? Kuratorium der Höheren Lehranstalten sollen während des Provisoriums der städtischen Verwaltung beibehalten werden. Nach dem vom Finanz- ausschusse geprüften Rechnungen betrugen die Kosten des Neubaues der Gemeindeschule IV bei einem Ueberfchuß von 22 192 M., die dem Schulwesenfonbs überwiesen wurden, 535983 M. Rumwelsburg. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer letzten Sitzung, die zurzeit noch unter privater Leitung stehende höhere Mädchenschule vom 1. April 1907 als öffentlicke Schule in Gemeinderegie zu über- nehmen. Der jährliche Zuschuß hierfür ist auf 3000 M. berechnet. Dieser Zuschuß würde sich aber bei Errichtung eines neuen Schul- gebäudes für die höhere Mädchenschule(dasselbe ist bereits projektiert) auf 15—16 000 M. erhöhen. Das jährliche Schulgeld soll in den drei Unterklassen 90 M., in den Mittelklassen 110 M. und in den Oberklassen 130 M. für einheimische Schülerinnen betragen. Die von außerhalb die Schule besuchenden Schülerinnen haben ein um 10 M. höheres Schulgeld zu entrichten. Gleichzeitig wird die Angliederung eines Lehrerinnensetninars beschlossen, man glaubt dadurch die Rentabilität der Schule zu heben und auch eine steuerkräftigere Ein- Wohnerschaft heranzuziehen. Der Zuschuß der Gemeinde für eine höhere Schülerin stellt sich pro Jahr auf etwa. 100 M., für einen .Volksschüler dagegen nur auf etwa 52 M. Mit dem gleichzeitigen Hinweis auf die Mängel der hiesigen Gemeindeschulen und auf den Unterschied des Gemeindezuschusses für einen höheren Schüler gegenüber einen Volksschüler beantragten unsere Genossen eine bessere Ausgestaltung der hiesigen Gemeindeschulen. Diesen sehr berechtigten Wunsch lehnte die bürgerliche Mehrheit mit dem Bemerken ab, daß die hiesigen Gemeindeschulen, wenn auch nicht besser— so auch nicht schlechter sind, als die Mehrzahl aller Gemeindeschulen. Ein weiterer wichtiger Beschluß wurde bezüglich der geplanten Erweiterung deS Rummelsburger Krankenhauses ge- faßt. Nach dem vorgelegten Projekt'ist ein Erweiterungsbau für 50 neue Betten in Aussicht genommen. Die Bau- und Grundstücks- kosten hierfür sind auf 310 000 M. festgesetzt. Die Gemeinde Rummels- bürg gibt hierzu eine Hypothek von 120 000 M. zinslos, 110 000 M. sollen hypolhetarisch verzinst worden, der Rest von 80 000 M. ist durch Wohltäiigleitsmitrel bereits aufgebracht worden. Ferner gewährt die Gemeinde einen jährlichen Zuschuß von zunächst 7600 M. unter der Bediiignng, daß 1. der politischen Gemeinde Rummelsburg in dem ArbeilsauSschutz und dem Vorstande des Krankenhauses ei» weiterer Sitz und Stimme gewährt und 2. festgelegt wird, daß der Vorstand der Gemeindeanstallen verpflichtet ist, das EigeMum an dem neu- erworbeiien Gelände und dem Krankenhausbau mit Inventar ab- züglich der üblichen Abschreibung gegen eine nach Fertigstellung deS Krankenhausbaues festzusetzende Summe, welche die Selbstkosten nicht übersteigen darf, zu übertragen. Nach eingehender Diskussion -wurden diese Abmackungcn genehmigt.— Nicht uninteressant war nach Schluß der Tagesordnung die Beschwerde des bürger- lichen Vertreters Stiebitz, welcher den Gemeindevorsteher ersuchte, die nach seiner Meinung nicht objektive Be- richterstattimg aus den Gemeindevertretersitzungen im„Berliner „Lokal- Anzeiger" dem Gemeindesetretär Seidel zu untersagen. Der Gemeindevorsteher wies die Beschwerde kurz mit der Aeußerung zurück, daß er hierzu keine Veranlassung habe. Da den Gemeindebeamten aber jede Nebenbeschäftigung gegen Entgeld verboten ist, so erregte diese Ausnahmestellung des Gemeinde- Vorstehers allgemeines Bcftemden und gab zu den verschiedensten Mutmaßungen Veranlassung. Dir Wahlen der Vertreter der Arbeitnehmer zur Ortskranken- lasse für Rummelsburg, welche am 24. Oktober d. I. gegen die Liste vom Gcwerkschaftskartell mit 20 Stimmen Mehrheit gewählt wurden, sind wegen verschiedener Verstöße von der Aufsichtsbehörde für un- gültig erklärt worden. Lichtenberg. Ein Raubmordversuch wurde gestern gegen den Arbeiter Schmidt. aus der Goethestr. 10s. verübt. Es wird darüber' folgendes be- richtet: In der Nähe des Wasserturmes, auf dem Wege von der Eckertschen Maschinenfabrik nach der Pfarrstraße wurde gegen ll'/z Uhr der 21 Jahre alte Arbeiter Hermann Schmidt aus der Goethestr. 10a zu Lichtenberg von drei oder vier unbekannten, etwa 20 Jahre alten Män«ern überfallen und durch Revolverschüsse in die Backe unterhalb der rechten Schläfe schwer verwundet. Die Räuber warfen den Mann zu Boden urd raubten ihm zwei Zwanzig- Markstücke, ein Zehnmarkstück, eine silberne Zylinderuhr mit der Nummer 349 937 und ein Taschenmesser mit Perlmutterschalen. Nach dem Raube ließen sie ihr Opfer liegen und verschwanden. Schmidt wurde in ein Krankenhaus gebracht. Sein Zustand läßt eine ein- gehender- Vernehmung noch nicht zu. Ober- Schöneweide. Lei dem Lichtbildervorträge des Wahlvereins am Totensonntag ist in Wilhelminenhof ein Portemonnaie mit 8.50 M. Inhalt der- loten gegangen. Der Finder wird gebeten, dasselbe bei Herrlitz, Rathenaustr. 2, abzugeben. Friedrichsfelde. AmtSmiide soll der erst kürzlich zum Bürgermeister ernannte Amtsvorsteher Loechert sein, er will sein schweres Amt niederlegen, wenn ihm eine Jahrespension von 4000 M. bewilligt wird. Loechert ist 34 Jahre in der Gemeinde tätig, seine Gemeindepolitik wie seine ganze Geschäftsführung, soweit aus den Gemeindevertreterberichten zu ersehen war, haben bisher den Stempel der Selbstherrlichkeit ge- tragen. Daß Herr Loechert noch vor Ablauf seiner Amtszeit(1903) seinen Posten verlassen will, dürfte auf die Einsicht zurückzuführen sein, daß sein selbstherrliches Regime mit dem Wohl und Wehe einer aufstrebenden Gemeinde unverträglich ist. Die Sozialdemokratie würde sein Ausscheiden aus dem Gcmeindedienst nur begrüßsn, denn wenn es nach diesem Manne ginge, hätten die Friedrichs- felder Arbeiter heute noch kein Versammlungslokal. Eine Pension von 4000 M. steht dem amtsmüden Gemeindevorsteher laut Beschluß der Gemeindevertretung von 1902 nicht zu. Damals wurde sein Gehalt von 4500 auf 7000 M. und freie Dienstwohnung erhöht und ihm nur 6000 M. als pcnsionsfähig angerechnet. Es würde seine Jahrcspension also nur 3000 M. betragen. Damit dürfte denn auch ein Mann, für den noch vor kurzem keine Fleischnot existierte und der die sogenannte Fleischteuerung für eine künstliche Aufbauschung hielt, ganz gut auskommen. Bei der stattgefundenen Ersatzwahl in der II. Wählerklasse ist ein Herr Kampfcnkel, Vorsitzender des Blirgervereins, mit 68 Stimmen gewählt. Gegenkandidaten waren nicht aufgestellt. Trebbin(Kreis Teltow). In der letzten äußerst gut besuchten Mitgliederversammlung des Wahlvereins referierte Genosse Grager-Rixdorf über„Religion und Sozialdemokratie vom Standpunke der materialistischen Geschichts- anstassung". Zu der Krcis-Generalversammlung wurde außer den beiden Vorstandsmitgliedern als dritter Vertreter Genosse Hanne- mann delegiert. In den Bildungsausschuß für die einzuführenden Fortbildungsturse, dem je zwei Vertreter des Gewerkschaftskartells, der Konsumgenossenschaft und dem Wahlverein angehören sollen, wurden die Genossen Stamann und Hannemann entsandt. Bier- zehn Genossen hatten sich zur Aufnahme in den Wahlverein ge- meldet. Mittenwalde. In öffentlicher, auch von Frauen gut besuchten Versammlung referierte am Sonntagnachmittag Genosse Zubeil über:. Deusch- lands äußere und innere Politik". Die trefflichen 2>/zstiindigen Aus- führungen des Redners wurden mit stürmischem Beifall auf- genommen. Genosse Kaiser- Königs- Wusterhausen ermahnte die Mittenwalder Maurer, sich Mann für Mann der politischen Organi« sation anzuschließen. Der Vorsitzende forderte zum Schlüsse noch zum Abonnement auf die Parteipresse auf. Tegel. Im Borsigwerk schwer verunglückt ist am Sonnabendnachmittag der Kranführer Lüdtke, indem er mit dem rechten Arm m das Krangetriebe des von ihm bedienten Kraus geriet. Der Arm wurde dem Verunglückten vollständig zermalmt. Nachdem der Unfall be- merkt und der Verunglückte befteit worden war, wurde er in den auf dem Hofe haltenden Krankenwagen geladen. Die Arbeiter blieben, da es gerade Feierabend war, einen Augenblick stehen, um zu sehen, wer wieder einmal verunglückt sei. Darüber soll aber, wie uns mitgeteilt wird, der Herr Ingenieur Wanke, in dessen Ab- teilung der Unfall geschehen war, sich sehr empört gezeigt haben.. Einige Arbeiter sollen nicht gerade glimpflich behandelt worden sein. Träfe dies zu, so könnte man mit Recht die Frage auswerfen: ist in einem modernen Betriebe sogar der Ausdruck menschlichen Mitgefühls untersagt? Bei den Wahlen der Arbeitnehmer zur Ortskrankenkasse am Montag siegte die Liste der Gewerkschaften mit 123—144 Stimmen über die Liste der Arbeitgeber, aus die nur 16 Stimmen entfielen. Von den 71 Kandidaten'dieser Liste waren 26 auch von den Ge- werkschaften aufgestellt. Das Ergebnis der Wahl dürfte demnach die jetzige Zusammensetzung des Vorstandes erheblich beeinflussen. Vermischtes. Bom elektrischen Strom getötet. Der in den dreißiger Jahren stehende Installateur Jtzlinger kam am Dienstagabend in der Marmorwarenfabrik von Porzelt in Frankfurt a. M. mit dem elektrischen Strom in Berührung und wurde sofort getötet. Olefährliche Löscharbeit. Die Feuerwehr von Pittsburg hatte am Dienstag eine eigenartig gefährliche Arbeit zu leisten. In dem Bazillen-Laboratorium des Meray-Krankenhauses brach Feuer aus, und die Hitze bewirkte, daß Hunderte von Glastubcn, in denen Millionen von Bazillen tödlicher Krankheiten enthalten waren, platzten. Die Feuerwehrleute, die davon nichts verstanden, be- schmierten sich bei der Arbeit in dem Räume stark mit den Bazillen, so daß zahlreiche Infektionen gefährlicher Krankheiten zu befürchten sind. Die Leute wurden nach Löschung des Feuers sofort mit des- infizierenden Mitteln gewaschen und bleiben so lange unter Jsolie- rung und Beobachtung, bis die Inkubationszeit der verschiedenen Bazillenarten vorüber ist. Drei Mann an Bord verbrannt. Unsere gestrige Mitteilung. daß bei dem Brande an Bord des Schulschiffes„AlgesiraS" drei Mann von der Besatzung, die der Rauch am Entkommen der- hinderte, umS Leben gekommen sind, wird durch eine spätere Mel- dung aus Toulon bestätigt. ES sind dies ein Schreiber, ein Boots- mann und ein Arbeiter. Das Feuer soll Gerüchten zufolge auf verbrecherische Hand zurückzuführen sein. Paris ohne Wasser. In Paris sind die Angestellten der Wasser- werke in den Ausstand getreten, was für die Wasserversorgung schwere Gefahr in sich birgt. Untergegangen. Die norwegische Barke„Magda" ist mit der gesamten Besatzung und den Lotsen auf dem unteren Lorenzstrom untergegangen. Achtzehn Jahre im Kerker eingesperrt. Ein Bauer, namens Tonney, ist gestern, wie der„B. Z. a. M." ans Genf gedrahtet wird, wegen planmäßiger grausamer Behandlung seiner Tochter verhaftet worden. Der unmenschliche Vater hatte seine einzige Tochter achtzehn Jahre hindurch im Keller seines eigenen HauseS eingesperrt. Sein Sohn hatte ihm dabei Helfershelferdienste gc- leistet. Er wurde kurz nachher ebenfalls verhaftet. Die Unglückliche, die nun vierzig Jahre alt ist, war halb verhungert, halb erblindet. gänzlich ohne Sprache und irrsinnig. Sie glich eher einem Tiere als einem Menschen. Als die Polizei in den Keller eindrang, um sie herauszuholen, sprang sie mit einem wilden Aufschrei gegen ihre Retter, um sie zu beißen und zu kratzen. Die Szene machte»üw» erschütternden Eindruck auf die abgehärteten Polizisten. Gefangene als BersnchSkaninchen! Von 24 Gefangenen in B i l i b i d(Manila), die zu Versuchs- zwecken mit Choleragift geimpft waren, starben zehn. Die Aerzte, die die Versuche angestellt hatten, erklären, der Choleragiftstoff sei durch Bubonenpeststoff infiziert gewesen. Der Geiieralgouverncur sprach die betreffenden Gelehrten von einein Verschulden ftei und gab bekannt, daß er Vorsorge treffen werde, daß die Familien vor Not geschützt würden. 18. Ziehung 5.KI. 215. Kgl. Preuss. Lotterie.[ 1000] 971 143025 100 415 24 57 594 669 723 56[ 3000] Ziehung vom 27. November 1906, vormittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 394 444 591[ 500] 695 790 1030 147 386 535 732 800 919 54 98 2035 68 83 184 51 888 411 54 88 556 698 805 3135 67 202 403 28 519 998 4109 89 465 711 936 75 5038 76 118 269[ 500] 322 92 594 821 74 976 6346 431 67 750 7051 283 318[ 500] 684 90 877 927 8458[ 500] 610 79 731 903 21 71 80 9024 53 64 191 841 510 655 813 10088 242 86 310 44 587 726 11-359 598 788 12230 82 89 586 636 836 990 13030[ 500] 113 233 710 66[ 1000] 97 905 14104 365 70 996 15151 589 16056 260 63 300 936 17161 273 761 927 18460 506 51 797 874 85 19115 573 [ 560] 877 20195 221 379 548[ 1000] 734 40 849 21073 108 32 93 259 348 440 583 643 702 822 22024 126 713 956 23194 295 383 464 96 520 824 24005 15 101 291 98 25068 81 101 294 429 50 53 73 88 26418 60 512 16 945 27276 339 49 428[ 500] 659 76[ 3000] 28202 354 672 719 835 920 29038 187 217 376 84 433 678[ 500] 875[ 500] 97 948 77 90 30090 704 22 31210 19 77 83 542 646[ 3000] 55 746 3211g 242 410 41 88 580 92[ 500] 925 33045 96 194 213[ 500] 301 69 77 414[ 500] 791 806 74 994[ 3000] 34058 178 209 305 409[ 500] 553 755 984[ 1000] 35317 489[ 1000] 649 81 794 890 910 36019 478 631 96 738 48 801[ 1000] 91[ 1000] 37283 88[ 500] 947 64 38165 78 362[ 500] 849 39010 143 409 10 551[ 500] 610 818 951 57 40296 355 770 869 41037 165 239 400 627[ 3000] 724 33 42061 99 152 214 340 432 93 645 806 926 43080 406 [ 500] 39[ 500] 626 50 44282 473 727 37 920, 56 45002 84[ 3000] 106[ 500] 42 263 72 368 463 77 726 806[ 500] 42 46136 328 416 24 64[ 500] 72 591 832[ 1000] 47297 340 92[ 500] 424[ 500] 505 89 642[ 3000] 784 48074[ 500] 81 284 400 50 637 49193 96 228[ 500] 377 407 524 84 940 50012 57 167 265[ 3000] 93 675 758 880[ 500] 51352 [ 500] 510 812 57.979 52254 370 413 90[ 500] 738 949 53036 317 501 855 938 54131 74 343 408 640 792 805 55168 619 47 711 989 56250[ 500] 312 49 434 44 556 648 708 980 57013 223 518 96 698 717[ 500] 803 58186 389 541 620 752 88[ 500] 59027 47 171 74 599 60386 461 527 890[ 500] 958[ 500] 61295 391 664 88 767 993 62212 310 438 557 657 63194 220 514[ 500] 17 718 804[ 500] 7 995 64363 406 680 729 87 928 65085 171 203 409 49[ 500] 578 830 66012 29 49 74 125 30 404 513[ 1000] 96 67267 359[ 3000] 568 601 734 815 75 68145 231 303 488 764 69046 186 314 16 72[ 3000] 92 505[ 500] 35[ 1000] 45 70013 61 112 217[ 500] 424 690 783 974 71160 302 682 824 72020 60 143[ 3000] 92 282 402 41 48 93 552 612 876 73228 66 458 69 770 863 80 74111 72 272 695 856 932 79 91 75131 211 369 464[ 500] 68 702[ 1000] 957 68 93 76236 356 781 77085 152 336[ 500] 612 730 826 61 78032[ 500] 36 426 648 79030 314 80020 77 107 22 215[ 500] 94 446 69 507 12 735 849 81124 224 652 53 764 75 82016 46 354 467 837 83021 81 203 464 511 84[ 500] 84139 556 630 745 97[ 500] 911[ 1000] 45 71 85025 338 418 538 628 742 72 850 74[ 1000 86094[ 1000] 312 41 424[ 500] 547 87164 235 332 40 442 697 88020 146[ 1000] 695 873 89259[ 1000] 412 543 [ 5000] 841 90245 492 514 668 728 30 810 920 66 91013 [ 1000] 373 405 12[ 3000] 671 779 92139 47 311 94 441 89 507 85 990 93022 31[ 3000] 215 566 756 60 69 821 901 94027 59 83 347 520 617 53 924[ 8000] 95063 88 371 610 91 96200 372 400 533 72[ 500] 759 66 894 97062 [ 500] 538 48 664 993 95[ 500] 98118 72 91 459 708[ 1000] 30 96 828 45 99223 96[ 3000] 361 475 517 100030 37 403 52 550 94 712 958 S8 101010 233 523 741 87 829 102391 436 545 784 899 918[ 3000] 63 103099 165 67 223 42 585 718 848 978 104053[ 500] 75 [ 3000] 271 479 591 611 82 744 105557 13000] 92 610 93 743 89 963 106093 250 319 34 632 82 107064 182 274 696 789[ 500] 108028[ 500] 280 332 551[ 500] 837 46 77[ 500] 904 36 109404[ 500] 30 765 S1[ 3000] 110081 379 421 663 945 111062 154 71 211 352 61 93 463 736 910 34 112196 213 319 64 414[ 3000] 23 554[ 500] 98 649 740 986 113117 69 210 446 655 741 61 849 68 79 911 [ 500] 50[ 3000] 114119 434 69[ 500] 748 920 984 115278 312 28 417 593 814 54 965 116019 70 290[ 1000] 752 976 117129[ 500] 215 666 735[ 500] 85 800 118069 180 242 99 310 638 78 87 741 95 119180 243 446 66[ 500] 602 757 806[ 1000] 120001 184 251 413 90 777[ 500] 82 966 121013 148 240 412 21 531 739 69 838 956 122196 373 443 576 665 878 902 68 81 123279 312 93 455 570 695 124010 362 443 85 674[ 1000] 125069 146 481 726[ 1000] 50 838 85[ 1000] 126138 77 93 335 98 692 781 127044 80 106 420 85 128255[ 3000] 302 502 19 70 727[ 3000] 854 [ 500] 955 129420 502[ 1000] 42 1500] 45 69 751 82 826 978 130461[ 3000] 871 957 131018 29 388 470 [ 1000] 514 86 612 751 65 69 132157 1500] 218 22 306 12 490 598 133117 21 401[ 3000] 582[ 30000] 881 912 32[ 1000] 84 134185 208 470 888 951 135162 229[ 500] 59 498 502 28 711 988 136160 521 41[ 1000] 68 666 137000 8 150 71 220[ 500] 434[ 500] 659 708 881 99 138252[ 1000] 577 711 80[ 500] 937[ 3000] 139488 687 [ 1000] 880 93 959 99 140049 207[ 500] 374 436[ 1000] 558 775 884 141170 [ 500] 254 99 322[ 500] 465 584 886 142144 544[ 500] 665 Jedes Wort 10 Pfennig. 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Stalizerstraße 40. 1936 Federbetten, Stand 10,50, große 16,00, Gardinen, Wäsche, Deden, Winterpaletots, Uhren, Goldsachen spottbillig Pfandleihhaus Küstrinerplay 7. 2067* 862 99 936 96 144058 494 862 145091 181 283 340 [ 1000] 94 524 80 614 53 700 81 929 146287[ 1000] 334 544 701 74 816[ 1000] 984 147199 511 79 608 14 724 65 [ 500] 148123[ 1000] 223 72 378[ 3000] 427 41 550 748 875 149158 219 395[ 1000] 706 76 888 945 150015[ 500] 31 139 81 554 600 151248 385 488 573 99 676 779 152271 199[ 500] 561 80 802 153027 80 204 31 878 83 698 711 [ 500] 154089[ 3000] 711 803[ 1000] 954[ 10 000] 155111 94 201 8 156102 240 41 387 466 514 22 635 77 98 772 887[ 1000] 157065 199[ 1000] 871 911 158064 239[ 1000] 318[ 10 000] 664 159011 173 868 160131 42 248 557[ 500] 728 161041 88 153[ 500] 262 305 7 74 523 36 71 774 893 162276 470 538 608 713 819[ 300] 163185 383[ 1000] 164077[ 1000] 149 761 895 165079[ 1000] 107 47 422 61 566 603 721[ 1000] 53 [ 15000] 92[ 500] 895 166147[ 10000] 207[ 500] 95 388 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Ziehung 5.KI. 215.Kgl. Preuss. Lofterle. Ziehung vom 27. November 1906, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 102 817[ 500] 577 647 730[ 500] 901[ 500] 1123 79 95 368 552[ 3000] 609 2200 38 48[ 500] 90 318 28 78 92 589 898 3308 481 528 695 726 89 4127 721 85 5015 212 888 442 558 673 762 865[ 1000] 919 24[ 1000] 6250 410 589 872 981 [ 500] 7087 155 79 290 326 448[ 500] 837 953 8134 84 229 303 754 958 97 9074 179 204 81 407 546 10144 223 448 [ 500] 693 952 11371 451 83 514 807 73 12124 405 86 583 616 39[ 500] 753 827 950 81 13299 639[ 3000] 14378 89 562 66 860[ 500] 909 97 15010 63 158[ 1000] 246 1500] 308 [ 500] 38 422 700 906 34 16059 118 74 98 1500] 360 562 644 790 881 86 17151[ 3000] 386 464 645 817 952 18107 629 19042[ 1000] 69[ 500] 725 824 39 82 20418 75 560[ 500] 935 21129 229 715 867 22017 100 86 261 87 329 68 451 76 77 529 80 645 914 52 23066 121 42 232 347[ 500] 748 889 98 24062 314 454 559 60 88 95 943 25257 490 883 26004 103 472 531 695 864 27004 84 136 327 430 567 653 83 882 907[ 3000] 28082[ 500] 126 278 779 822 937 68 29208 85 313 484 93 524 39[ 500] 658 [ 500] 741 30021[ 500] 189 311[ 3000] 491[ 1000] 507 94 642 713 840 902 31528[ 500] 911 32026[ 1000] 160 226 [ 500] 658[ 500] 99 814 85 33018 112 844 574 781 835 934 34036 166[ 500] 295 35131 90 281 307[ 500] 474 504 18 600 770 36334 72[ 3000] 701 11[ 3000] 815 925 37010 377 435 771 38201 83[ 1000] 522 35 73 652 68 784 39105 13 232 51 67 415 512 92 716 837[ 3000] 93 40325 430 539 76 906 75 41031[ 500] 60 373 488 90 522 88 661 887 42078 76 519 744[ 500] 51 78[ 500] 868 43149 84 602 820 33 44045 110 264 562 659 929 45034 152 502 712 31 886 46052 57 93[ 1000] 216 44 85 600 739 961 47356 490 99 647 834 48056 155[ 500] 73 261 72 333 703 49251 563 964 50029 315 623 733 865[ 500] 937 51007 152 224 84 94 52014[ 3000] 345 569 616 80 53225 48 359 474 526[ 3000] 95 636[ 3000] 817 54280 788[ 1000] 850 55094 198 378 98 765 827 31 57 957 56015 199 488 [ 1000] 97 560 765 85 923 57288[ 1000] 879 588 866 944 58123 400 511 734 876[ 500] 59013 194 247 357[ 500] 50S 804 63 933 62 60099[ 1000] 320 37 40 56[ 1000] 694[ 1000] 716 937 45 66 61033 66 226[ 3000] 359 526 46 672 814 62048 181 [ 3000] 98 206 50 83 313 33 421 583 603[ 500] 27 48 767 893 63030 210 79 321 501 77 846 64125[ 3000] 55 201 834 412 542[ 3000] 73 700 65076 138 72 253 352 412 506 57 82 66062[ 1000] 152 223 319 443 504[ 500] 745 67051 [ 500] 324 29[ 500] 64 641 718[ 3000] 75 922 89 68091 181 84[ 500] 257 449[ 500] 59 616 21 708[ 3000] 17 28 803 975 69510 54 610 762 982 70246 495 570 680 876 913[ 1000] 71104 231 51 431 557 749 878 95 918[ 500] 50 60 72220 94 489 703 16 73077[ 1000] 115 314 53 85 524 43 51 69 726 823 51 956 74154[ 500] 269 475 518 849 914 67 75174 93 202 408 70[ 500] 513 31 726[ 500] 810 959[ 1000] 77 76046 96 107 226 332 52 508 637 717 77079 142 218 54 84 319 69 546 78044 189 405 673[ 3000] 749 91 836 54 95 79055 119 96 206 41[ 500] 44 45 611 80193 365 567 753 56 60[ 1000] 832 58 81000 22 67 336 70 690 720 96 853 82454 608 33 68 83008 187 282 386 98 490 1500] 93 501 98 84098 284 518 683 702 50 94 931 85010 24 126 78 211[ 1000] 878 428 585 660 719[ 500] 925 86057 534 653 776 87094 201 410 44 88 671 748 96 823[ 500] 991[ 3000] 88110 284[ 500] 383 587 624 890 89136 411 603 90547 91471 982 88 92023 155 228 32 316 460 535 666 807 93007 120 94[ 500] 216 367 443 593 876 85 94024 246[ 500] 353 59 495 547 95087 262 489 718 63 871 76 84 980 96052 912 36 97321[ 1000] 550[ 1000] 800 [ 3000] 98 98312[ 3000] 53 59 597 894 986 99019 165 87 346 641 652 785 829,44 987 100240 358 407 11[ 1000] 73 580 985 101047 267 343 59 462[ 5000] 695 102158 371 426 663[ 1000] 79 94 [ 500] 717 821 103027 80 171 238[ 1000] 488 599 736 88 860 88 906 104270 394 616 845 105027 206 878 418 92 572 611 752 54 74 826 951 106035 86[ 500] 364 480 669 799 811[ 500] 107069 108[ 500] 35[ 1000] 297[ 500] 310 611 37 108052 141 47[ 1000] 50 259 368[ 500] 456 66 920 109181 227 395[ 500] 646 55[ 3000] 748 110923 60 111054 87 288 343 92 544 70 624 34[ 500] 929 51 112066 151 97 336 522 655 712 97 858 113114 75 263 401 18000] 548 718 845 958 114091 575 638 74 857 1500] 63 93 994 [ 500] 115470[ 500] 623 778 116086 322 117020 21 261 535 904 23 50 118063[ 1000] 365[ 500] 829 931 119120 401[ 1000] 86 684 89 967 120081 304 50 418 552 121038 192 359 61[ 500] 728 983 122138 783[ 500] 856 87 951 123019 23 43 215[ 3000] 24[ 500] 57 488 601 775 847 912 124168 266 477 570[ 500] 612 787 881 58 928 125198 219 408 43 532 678 939 66 126044 66 184 388 97 490 545 983 127189 702 18 876 [ 500] 128169[ 500] 400 586[ 500] 694 764 66 950 129004 347 527 43 70 80 649 75 756 130073 194[ 600] 269 892 616 708 828 60 968 131135 93 295 526 78[ 500] 132043 140 66 359 83 449 512 605 820 133028 346 52 484 500[ 500] 12 84[ 500] 979 134514[ 8000] 25 621 70 873 944 135007 [ 1000] 242[ 500] 342 55 459 635 738 86 981 136027 65 278 334 90[ 1000] 421 641 899 137176 482[ 500] 548 687 818 78 138189 390 542 917 139178 217 92 325 817 78 Kleine Anzeigen Direktion Arbeitsmarkt. 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