Nr. 278. Abonnements- Bedingungen: Ebonnements. Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfa. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost BeitungsPreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. " 2 Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ..Kiefne Anzeigen", das erste( fett gedruckte) Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Wernivredier: Amt IV. Mr. 1983. Alleruntertänigst ersterbende Kolonialkritik. Donnerstag, den 29. November 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. tr. 1984. Aber weiter noch. Die Mehrheit des Reichstages, zu holung selbst auf die ihm mit dem denkbarsten Wohlwollen der auch das Zentrum gehörte, hatte seinerzeit die von Herrn gegenüberstehende Mitte und Rechte des Hauses nur eine einDeimling so überschneidig verfochtene Forderung ab- schläfernde Wirkung ausübten. Es war deshalb ein starkes gelehnt, die Bahnlinie u bub Reetmanshoop zu Stück, daß Herr Dr. Schädler, der nach Dernburg zum Worte bewilligen. Vielmehr hatte die Reichstagsmehrheit gefordert, tam, die fühne Behauptung aufzustellen wagte, daß Herr daß von der Regierung versucht werde, auf dem Wege von Dernburg sich mit seiner Rede nicht unvorteilhaft eingeFriedensverhandlungen die noch im Felde stehenden Hotten- führt habe! Die überschäumende Entrüftung über den unerschöpflichen totten zur Kapitulation zu veranlassen. Bei den Friedens- In vorgerückter Stunde tam noch Genosse Ledebour Schlammbulkan der Kolonialstandale, durch die sich nament- unterhandlungen möge den Eingeborenen der Besit zum Wort. Er würdigte die Schwindelinventur der beiden lich die Zentrums presse auszeichnete, ist noch in guter Er- eines Landesreservates, das zu ihrer Eristenz Denkschriften mit äßendem Sarkasmns. Aehnliche Potemkininnerung. Sind es doch erst ein paar Monate her, daß die ausreiche, zugestanden werden. Statt diesen Wünschen des sche Dörfer habe man bisher dem Reichstag noch nicht zu Märkische Voltszeitung", das Tochterorgan der Reichstages zu entsprechen, wurde dem Reichstag eine bieten gewagt. Wären die Denkschriften das Elaborat eines " Germania", erklärte, unsere ganze Kolonialpolitik habe offenbar von Herrn Deimling stammende Denkschrift durch allerhand Konnegionen avancierten Bureaukraten geuns nichts als endloses Unheil gebracht. Diese Eruptionen überreicht, in der die Notwendigkeit betont wurde, den Krieg wesen, so hätte man demselben die beispiellosen Verstöße der braven bürgerlichen Opposition und speziell des bis zur völligen Niederhebung der Eingeborenen fort- gegen die Regeldetrie noch verzeihen können; daß aber Zentrums mochten wohl draußen die Illusion hervorgerufen zusehen! Und gleichzeitig ging dem Reichstage von neuem Herr Dernburg, das vielberufene Finanzgenie, diese tollen haben, als stehe dem Reichstag beim Beginn der jene Forderung zu, die von der Reichstagsmehrheit so nach- Berechnungen zu verteidigen wage, sei ein starkes Stück. Wenn Kolonialdebatten ein besonders denkwürdiger Tag bevor. drücklich abgelehnt worden war. Auch für diese un- gar die Regierung selbst sich mit diesem halsbrecheWenigstens war der Andrang zu den Tribünen und zur erhörte Brüskierung des Reichstages fand der Zentrums- rischen Unsinn identifiziere, so verscherze sie damit jedes Journalistenempore wiederum ein ebenso beängstigender, wie redner kein Wort des Protestes! Vielmehr war Herr Recht, künftig tünftig bei ähnlichen Denkschriften noch ernſt an dem Tage, wo die Interpellation Bassermann gegen das Dr. Schädler ängstlich bemüht, den neuen Herrn im Kolonial- genommen สิน werden. Genosse Ledebour geißelte persönliche Regiment verhandelt wurde. Aber die Enttäuschung amt seines Vertrauens zu versichern und oftentativ zu be- weiter die beispiellos schlappe Haltung des Sentrums des Publikums war heute sicher keine geringere, als an jenem tonen, daß das Zentrum keineswegs so tolonial- und richtete an das Zentrum sowohl wie die übrigen so fleinen großen" Tage. feindlich sei, wie man es dargestellt habe. Herr Dern- Fraktionen der damaligen Majorität des Reichstages die burg möge nur nicht jenen das Zentrum verdächtigenden kategorische Frage, ob sie sich die höhnische MißEinflüsterungen folgen, sondern sich mit seiner Partei und achtung ihres ihres unzweideutig betundeten den Missionen auf guten Fuß stellen und einem gedeih- Willens gefallen lassen und nunmehr für die lichen Zusammenarbeiten stehe nicht das geringste Hindernis Deimlingsche Forderung des Bahnbaues Rubub- Keetmans hoop stimmen würden. Auch den Nationalliberalen empfahl Die ganze Verhandlung stand im Zeichen eines hübschen Bildchens, das die Hofloge bot. Während der Rede Bülows erschien der Kronprinz mit hohem militärischen Gefolge in der Hofloge. Der rechtzeitig benachrichtigte Präsident des Reichstages hatte das Glück, bei dem Eintritt des Kronprinzen im Wege! zugegen zu fein, um wieder einmal in Demut er. sterben zu können. Die leichte Verneigung des jugendlichen Erben des Thrones beantwortete er mit einer so tiefen Verbeugung, wie sie ein gewöhnlicher Sterblicher sonst nur in hösischen Komödien auf der Bühne zu sehen bekommt. Dieser in Demut erſterbende Bückling des Zentrums grafen symbolisierte in überaus pikanter Weise das Verhalten des Zentrums gegenüber der allerhöchst gewünschten Welt- und Kolonialpolitik. Die russische Revolution. Die„ Garde". Der Tag" bringt folgende Privatdepesche aus Peters burg: In dem in Barffoje Sielo ftationierten Garde- SchüßenBataillon ist unter den Mannschaften der ersten, dritten und vierten Kompagnie eine Gärung ökonomischen Charakters ausgebrochen. Bon Petersburg ist zuverlässiges Militär, darunter auch Matrofen, nach Zaritoje selo abkommandiert, die seit einigen Tagen dort Wache halten. Die Wahlrüstungen der Regierung. Der Fraktionsredner des Zentrums, Herr Dr. er mit beißender Ironie, sich diesmal auf den StandSchädler, enthielt sich aber nicht nur selbst jeder ernst- punkt der Mehrheit zu stellen, um dadurch ihrem haften Kritik unserer skandalösen Kolonialwirtschaft, sondern so pathetisch angekündigten Stampfe gegen das persöner legte gleichzeitig Verwahrung dagegen ein, daß man etwa liche Regiment auch einmal durch die Tat Ausdruck zu geben. im weiteren Verlaufe der Debatte erhobene Anklagen seines Täten sie das nicht, so dürften sie sich nicht wundern, wenn Fraktionsfollegen Erzberger dem Zentrum aufs Ronto fie auch künftig an die Wand gedrückt würden, daß sie feze. Das Zentrum identifiziere sich keineswegs mit Herrn quietschten. Unser Fraktionsredner schloß mit einer wuchtigen Erzberger. Durch diese Erklärung ist von vornherein allen Charakterisierung der Sinnlosigkeit unserer ganzen KolonialAnklagen dieses Zentrumsredners jede Bedeutung genommen! politit seine wirksamen Ausführungen. Bon einer Geißelung der Kolonialsfandale durch den Eine ungeheuerlichere Demagogie, als sie in diesem Falle Frattionsredner des Zentrums, Herrn Dr. Schädler, vom Zentrum getrieben wird, ist nicht gut denkbar. Man war keine Rede. Der Zentrumsredner ging weder auf bedient sich des Herrn Erzberger und seiner Enthüllungen, die Korruption im allgemeinen noch auf irgend einen der um im Lande den Anschein zu erwecken, als gebühre das VerStandale im besonderen ein, er begnügte sich mit der platoni- dienst, der Kolonialforruption zu Leibe zu gehen, in erster schen Forderung, daß fünftig das ganze System der Verwaltung Linie einem Angehörigen der Zentrumspartei. Sobald aber ein anderes werden müsse. Dieses Verhalten des Zentrums Herr Erzberger im Reichstage selbst seine Anklagen zu verbertreters ist um so eigenartiger, als ja inzwischen nicht das ge- treten sich anschickt, gibt von vornherein der erste Fraktionsringste zur Sühne der ungeheuerlichen Kolonialvergehen geschehen redner des Zentrums zur Beruhigung der Regierung die Erist. Denn der Teilhaber der Firma Tippelskirch ist ja be- flärung ab, daß Herr Erzberger ja nur für feine Person Tanntlich angeblich wenigstens wegen seines an- spreche! So täuscht der Zentrumsjefuitismus seinen gegriffenen Gesundheitszustandes aus seinem gläubigen Schäflein eine die Intereffen des Volkes schirmende Amte geschieden. In keinem einzigen Fall ist bis jetzt Opposition vor, die in Wirklichkeit nicht vorhanden ist! ein Urteil vollstreckt worden, das auch nur einigermaßen Bevor Herr Schädler als Redner der ausschlaggebenden Der„ Russ. Korresp." wird aus Petersburg geschrieben: als eine Ahndung der begangenen Bergehen angesehen Partei seine in Ehrfurcht ersterbende bedingungslose Zustimmung. Jezt ist schon vollständig klar und offensichtlich, daß die„ borwerden könnte! Die diversen Geheimräte, die inzwischen ent- zu der von Herrn Dernburg in so unglaublicher Weise bereitenden Maßnahmen" der Regierung zweds Herstellung einer Lassen oder versetzt worden sind, waren doch höchstens Mit- sanierten" Kolonialpolitik unseres weltpolitischen Kurses ab- gutgesinnten Reichsduma fich durch ungemeine Mannigfaltigkeit und Wir schuldige, keineswegs aber die wirklich Verantwort- gab, tamen der Reichskanzler und der neue Stolonialdirektor Reichhaltigkeit an fchöpferischen Gedanken" auszeichnen... bringen hier eine furze Zusammenstellung der wichtigsten Maßnahmen lichen für das verrottete Stolonialsystem. Die Erneuerung selbst zum Worte. Fürst Bülow versuchte mit einigen dieser Art, ohne einen Anspruch erheben zu dürfen, auf diesem des Subalternbeamtenmaterials geschah vollends nicht, um armseligen Phrasen, deren historischer Aufputz über Gebiete erschöpfend zu sein:" Schuldige zu bestrafen, sondern hauptsächlich deshalb, um aus dürftig war, die Notwendigkeit einer einer deutschen 1. Massenausschluß von Wählern durch Senatsbeschlüsse und tünftig zu verhindern, daß durch Judiskretionen nene Skandalosa Weltpolitit zu begründen. Die Kolonialstandale leugnete ministerielle Zirtulare im direkten Widerspruch zum Wortlaute der an die Deffentlichkeit gelangten! Nicht das geringste war also er zwar nicht, aber er behauptete doch, daß Gefeße und Manifeste. geschehen, um die angefündigte fürchterliche Musterung des fie allzusehr verallgemeinert worden seien. Auch gegen der Regierungsbeamten und Offiziere, sondern auch des Personals 2. Raub des Rechtes auf freie politische Betätigung nicht nur Zentrums überflüssig zu machen. Wohl aber war mandjes ihn als Mitverantwortlichen feien Angriffe geschehen, das Veranlaffung gegeben hätte, eine noch viel erhoben worden. Er sei aber so unschuldig daran, wie ein ber Semstwo, Städte und Ständeverwaltung, der Geistlichkeit usw. 3. Direkte Hindernisse zur Ausübung ihres Wahlrechtes für fchueidendere Stritit, als ursprünglich beabsichtigt sein mochte, neugeborenes Kind. Denn ihm, dem von tausend Staatssorgen diejenigen Wähler, die in den Wählerlisten noch unbeanstandet สิน üben. Hatte doch der neue Kolonialdirektor, Geplagten, fönne man doch am Ende nicht zumuten, auch blieben( polizeiliche Schließung der Auskunftsstellen, der WahlErzellenz Dernburg, seine Amtstätigkeit mit einer noch höchsteigenhändig die Brauchbarkeit der füdafrikanischen ausschüsse; Schwierigkeiten beim Eintragen in die Wählerlisten ufiv.) so plumpen Mystifizierung begonnen, wie sie bis dahin Stommißstiefel nachzuprüfen. Den bemerkenswertesten Teil der 4. Bernichtung jeder Spur einer freien Wahlkampagne durch in unserem parlamentarischen Leben unerhört war. Jedes Bülowschen Rede bildete eine schwächliche Verteidigung gegen Berbot der Klubs, der Versammlungen, der Komitees usiv. fämtnoch etwas auf seine Reputation haltende Parlament würde den Vorwurf, daß ihm schon lange Zeit durch den Stolonial licher, wirklich fonftitutionellen Parteien. 5. Massenhafter Raub des Wahlrechts durch unbegründete Aneine Kolonialinventur, wie sie Herr Dernburg in seinen beiden beamten Böplau ein ganzer Rattenkönig von Kolonialstandalen famosen Dentschriften dem Reichstag vorzulegen wagte, als bekannt gegeben worden sei, ohne daß er ein Berage nach§ 129 des Strafgefeges sämtlicher öffentlich und politisch tätigen Männer, die irgendwie oppositionell gesinnt sind. eine Berhöhnung empfunden und gegeißelt haben. Der fahren beranlaßt habe. Die Unglaubwürdigkeit 6. Verhaftungen und Verbannungen der Intelligenten", der Zentrumsredner dagegen begnügte sich mit einigen jovialen Böplaus sei zur Genüge durch den späteren Disziplinarprozeß Lehrer, Arbeiter, aufgeflärten Bauern usw. Witchen über diese beispiellose Verultung der Volksvertreter. erwiesen worden. Auf diese klägliche Ausflucht braucht hier 7. Massenhaftes Berbot von Zeitungen wirklich- konstitutioneller Aber noch andere Umstände hätten gerade dem Zentrum um so weniger eingegangen zu werden, als vermutlich Herr Erz- Richtung. ein rücksichtslos energisches Auftreten zur Pflicht machen berger und der Redner der Freisinnigen Volkspartei morgen müssen. War doch in der Zentrumspresse an den Reichs- darüber das Nötige sagen werden. 8. An ihrer Stelle Gründung einer ganzen Reihe von Reptilienzeitungen auf Staatstoften. 9. Eine Reihe Agitationsreifen der Gouverneure und Erzpriester in die Dörfer, um die Bauernbevölkerung zu beeinflussen. 10. Förderung der Organisation der schwarzen Hunderte und Terrorisierung der Bevölkerung durch diese. Und alles dies noch am Anfang der Wahllampagne; was lettere in borgerüdterem Stadium bringt, fann man gar kanzler die Bedingung gestellt worden, in eine parla. Nach Bülow stellte sich der neue Kolonialdirektor Dern mentarische Untersuchungskommission der Kolonialskandale burg in persona bor. Und zwar gleich durch eine zwei zu willigen. Daß dieser Forderung nur die Absicht einer stündige Rede, die von forgfältig im Ronzept vorbereiteten Bertuschung und Verkleisterung der Kolonialforruption zu- Phrasen wimmelte, deren fachlicher Inhalt jedoch gleich Null grunde lag, haben wir fürzlich ja festgenagelt. Nun ist aber war. So brachte es Herr Dernburg fertig, den Inhalt Die Regierung nicht einmal auf diese so überaus entfeiner famofen Denkschriften noch einmal vor dem Reichstage nicht voraussehen; denn es ist alles möglich. gegentommende Bedingung eingegangen. Bielmehr vorzutragen, ohne auf die in der Presse aller Parteien geübte Proffription! erklärte der neue Kolonialdirektor, daß die Untersuchung geradezu vernichtende Stritit auch nur mit einem Nachdem das Asylrecht für russische Flüchtlinge in Finndieser Skandale einer nicht- parlamentarischen Worte einzugehen! Offenbar ist Herr Dernburg in die dem finnländischen Untersuchungsfommission übertragen werden solle, die aus Geheimnisse der Berechnungen seiner geheimrätlichen Hand- land aufgehoben ist, übermittelte die russische Regierung Senat awei richterlichen Beamten und einem Berwaltungsbeamten langer selbst noch nicht genügend eingedrungen. Im übrigen Proffriptionsliste russischer Revolutionäre, damit diese baldeine ziemlich umfangreiche zu bestehen habe. Eine solche Untersuchungskommission ver- behauptete Herr Dernburg zwar wiederholt, ein neues mag selbstverständlich im Reichstag nicht die geringste Ge- Kolonialprogramm entwickelt zu haben, allein dies ganze möglichst an Rußland ausgeliefert werden. währ dafür zu bieten, daß die Untersuchung in seinem Sinne Programm bestand lediglich in der Beteuerung, daß die BeDie russische Streifwelle. und mit dem von ihm gewünschten Nachdruck ge- amten der Kolonien eine ,, tadellose weiße Weste" haben müßten, Nach dem politischen Massenstreil im Oktober vorigen Jahres, führt werden wird! Aber Herr Dr. Schädler, der daß die Ausgaben für die Kolonien in einem vernünftigen Ver- an dem sich Millionen organisierter und nichtorganisierter Proletarier, Fraktionsredner des Zentrums, vertrat gleichwohl mit feinem hältnis zu bem nach verständiger kaufmännischer Stalfulation die Intelligenz" sowie die Beamtenschaft der untersten und der Worte die von der Zentrumspresse als eine unerläßliche Vor- zu erwartenden Kapitalwert der Kolonien stehen müßten, und mittleren Bureaukratie beteiligten, ergoß sich eine mächtige Streifbedingung gestellte Forderung" in ähnlichen Gemeinplägen, die bei ihrer endlosen Wieder- welle über ganz Rußland. Sie verebbte spüter aus Gründen, die lölr zurzeit untersucht haben. Jetzt bekunden neuere Meldungen, daß jene Streikwelle wieder steigt. Diesmal aber tragen die Streiks einen ausschließlich oder zum großen Teil wirtschaftlichen Charakter, wenn auch das politische Moment bei einigen Streiks eine Rolle spielt. Nun befindet sich Rußland jetzt nicht gerade im ivirtschaftlichen Aufschwung- Im Gegenteil. Die Krise hat noch nicht einmal ihren Kulminationspunkt erreicht. Das russische Kapital ist— wie in allen industriell rückständigen Ländern— relativ unbeweglich, und es strebt zur Realisierung in die sicherste Form des Geldes. Deshalb sehen wir— ausgenommen das Buch- und Zeitungsgewerbe— daß im gleichen Schritt mit der wachsenden Entwickelung der Revolutionsbewegung das Kapital aus der Industrie abfließt. Deshalb hören wir auch nicht mehr von Vergrößerung, sondern von völligem Stocken der Produktion. Die Einschränkung uno Einstellung der Produktion in ganz Rußland führt zu einem noch nicht dagewesenen Wachstum der Arbeitslosenarmee, welche die schon bei„normalen" Zuständen vor- handene Reservearmee verdrei- oder gar vervierfacht! Es könnte nun scheinen, daß Streiks bei einer solchen Konjunktur ein Unsinn sind und der Arbeitermasse vollständige Niederlage, den Kapitalisten vollen Sieg bringen müssen. In den w e st l i ch e n Ländern sehen wir dieses ökonomische Gesetz in Geltung. Dort wächst die Strcikzahl zu Zeiten des industriellen Aufschwungs, wo die Arbeiter durch Streiks Lohnerböhungen zu erobern suchen, um sich an dem erhöhten Profit der Kapitalisten zu beteiligen. Noch eine andere Erscheinung in Westeuropa ist hier zu re- gistrieren: Gleichzeitig mit dem Wachstum der Streikzahl vermindert sich die Zahl der Arbeitslosen, was zum Teil dadurch bedingt ist, daß die Nachfrage nach Arbeitskräften wächst und, wenn die Streikenden siegreich waren, event, durch Eroberung eines kürzeren Arbeitstages die Hinzuziehung neuer Arbeitskräste nötig geworden ist. Nicht so jetzt in Rußland. Wir sehen, daß die Streikwelle keine Erhöhung, noch eine Verminderung der Arbeitslosen gebracht hat. Beim ersten Blick setzt uns auch die Tatsache in Erstaunen, daß die meisten Streiks bis jetzt von den Arbeitern gewonnen worden sind. SllS drittes, scheinbar anormales Phänomen bemerken wir schließlich noch das Fehlen professioneller Organisationen der Arbeiter jvon einzelnen Ausnahmen abgesehen), das Fehlen von Streikfonds, der Mangel von Kenntnissen der Marktverhältnisse usw. Eine solche Erscheinung ist nur in wirtschaftlich rückständigen Ländern möglich, wo die Arbeiterklasse ihren Kamps noch elementar führt. Einen sehr wichtigen Faktor dieser Erscheinung bildet eben die politische Atmosphäre, die durch das Oktobergewitter etwas gereinigt wurde. Das politische Regime drückte die Arbeiterklasse natürlich stets am meisten, die es nicht nur ander politischen, sondern auch an der ökonoinischen Befreiung hinderte. Bis in die letzte Zeit wurden in Rußland ja Streiks einfach auf administrativem Wege mit Gefängnis und Verbannung nach Sibirien bestraft.(In Lodz, Warschau, Odessa, Kiew und in anderen Städten, wo der Kriegs- zustand erklärt ist und die Feldgerichte errichtet sind, werden die Anstifter zum Streik jetzt mit dem Tode bestraft I!) So ent- sprach denn die ökonomische Lage der Arbeiterklasse Rußlands in keinem Falle der Entwickelung der russischen Industrie. Sobald aber die Arbeiterklasse ihre politischen Fesseln etwas durchbrochen hatte, ging sie zum ökonomischen Kampfe über. Die Tatsache, daß sämtliche von den Arbeitern aufgestellten Forderungen von den Fabrikanten sehr oft vollständig bewilligt wurden, spricht schon am besten für die„Gesetzlichkeit" dieser Forderungen. Es handelt sich also nicht etwa um„Streiklust", sondern um eine historische Notwendigkeit I Die von politischen Fesseln stei- gemachte russische Arbeiterklasse hatte von vornherein dringliche Forderungen eines Minimums menschlicher Bedürfnisse aufzustellen. Dieses Streben, sich durch Erhöhung des Niveaus ihrer Bedürfnisse der Kultlirmenschheit anzuschließen, es koste was es wolle, be- «veist, � welche kolossale Kraft in der russischen Arbeiterklasse wohnt. Der Erfolg des größten Teiles aller Streiks beweist aber auch, wie gerecht und bescheiden die Arbeiterforderungen— sogar vom Standpunkte ihrer Erbfeinde, der Kapitalisten, aus— sind. PolitiJcbe Qeberflcbt Berlin, den 28. November. Graf Posadotvsky und die englische» Gewerkschaften. London, 26. November. Nach dem„Vorwärts" von gestern sagte der Staatssekretär Graf Posadowsky in der Debatte über die Gewerkschaftsvorlage: „Moniert worden ist ferner, daß unsere Vorlage nicht kurrent ist, daß beispielsweise der Bericht der königlichen englischen Kom- Mission über die Haftpflicht der Gewerkschaften nicht abgedruckt ist. Unser Gesetzentwurf war bereits im Frühjahr fertig, ist aber zurückgehalten worden, weil er kaum zur Beratung, gc- schweige zur Verabschiedung gekommen wäre. Alles Material, das inzwischen erschienen ist, werden Sie noch erhalten. Es be- reitet mir eine besondere Genugtuung, ein Zitat aus dem er- wähnten Bericht vorzulesen. Es heißt dort bezüglich der Haft- barkeit:„Keine Gesetzesregel ist so elementar, so allgemein,'so unerläßlich wie die, daß ein Uebeltäter angehalten werden muß, ein begangenes Unrecht wieder gut zu machen. Wenn die Ge- werkvereine von dieser Tätigkeit befreit werden, so wäre das die einzige Ausnahme, und es wäre an der Zeit, sie zu beseitigen. Daß so große Körperschaften dauernd befugt sein sollen, anderen Unrecht zu tun und ihr Vermögen von Hunderttausenden dazu zu verwenden, das wäre ein Zustand der Dinge, der jedem Ge- danken von Recht und Gerechtigkeit widerspricht." Dieser Bericht ist von der königlichen Kommission einstimmig angenommen worden, und Mitglied dieser Kommission war der uns von Ihnen so oft gerühmte Sozialpolitiker Sidney Webb. Mit der einzigen Ausnahme, daß das Vermögen des ganzen Gewerkvereins nicht hasten solle für nicht genehmigte Handlungen eines Beamten, hat sich die Mehrheit der Kommission für die Haftbarkeit aus- gesprochen. Die Anträge, die jetzt im englischen Unterhause ge- stellt werden, gehen freilich weit über die Anträge der Kom- Mission hinaus, aber das Gesetz ist bis jetzt noch nicht verab- schiedet." In dieser Bemerkung sind zwei Punkte auseinander zu halten: Der Bericht der königlichen Kommission und die vor zwei Wochen im Unterhause in dritter Lesung angenommene Trade Disputes Bill(lies: Treed Dispjuts Bill). Die königliche Kommission wurde im Jahre 1963 eingesetzt, nachdem die von den Arbeitervertretern zum ersten Male ein- gebrachte Bill mit 39 Stimmen abgelehnt worden war. Die Kom- Mission bestand aus drei Juristen, einem Großindustriellen und Sidney Webb. Da die damalige konservative Regierung keinen Arbeitervertreter in die Kommission ernannte, und da die Arbeiter die Ernennung der Kommission nur als einen Verschleppungs- versuch betrachteten, beschlossen sie, keine Aussagen vor der Kom- Mission zu machen. Die Kommission vernahm nur Industrielle und Juristen, aber keinen einzigen organisierten Arbeiter, so daß der Bericht auf Grund einseitiger Aussagen abgefaßt ist. Sidney Webb wurde von den Gewerkschaften vollständig ignoriert. Sie nahmen es ihm übel, daß er sich dazu hergab, an einer Kommission teilzunehmen, von der die Tradc-Unionskongresse nichts wissen wollten. Der Bericht der Kommission blieb auch ein toter Buch- tyrte, daß die Trade Disputes Bill in den Jahren 1094. 1905 und schließlich 1996 mit wachsenden Mehrheiten angenommen wurde. Zweitens: wenn der Bericht des„Vorwärts" in den drei letzten von uns oben wiedergegebenen Zeilen richtig ist, so scheint Graf Posadowsky, was englische Angelegenheiten betrifft,„nicht kurrent" zu sein. Er spricht von„Anträgen, die jetzt im englischen Unterhause gestellt werden". Es sind keine Anträge mehr und sie werden nicht mehr im Unterhause gestellt. Die Vorlage(Trade Disputes Bill) ist vor zwei Wochen in dritter Lesung einstimmig angenommen worden. Der Führer der Konservativen, Mr. A. Balfour, gab ihr in unzweideutigen Worten seine Zustimmung. Und man erwartet allgemein, daß die Vorlage das Overhaus glatt passieren wird, da ihre Grundlage noch in den Jahren 1875 und 1876 von den englischen Konservativen geschaffen wurde. Es darf kein Zweifel darüber obwalten, daß der deutsche Gesetzentwurf betreffend gewerbliche Berufsvereine dem Taff-Vale- Entscheid gleichkommt, gegen den die englischen Arbeiter seit drei Jahren einen so bitteren Kampf führten. Die Verwandlung eines Gewerkvereins in eine„corporate body"(juristische Person) heißt, die organisierten Arbeiter den Richtern und Unternehmern aus- liefern. Bei der Ungewißheit des deutschen Streikpoftenrechts. bei der Beschränktheit des preußischen Vereinsrechts kann der neue Gesetzentwurf das Verderben der deutschen Gewerkschaften werden. Eine Gewerkschaft ist doch keine Aktiengesellschaft, sondern eines der unentbehrlichsten Verteidigungsmittel des Arbeiters gegen das mit aller Macht der modernen Zivilisation ausgerüstete Kapital. Ihm das Gewerkschaftsrecht beschränken bedeutet im Falle des Arbeiters nicht etwa die Beschränkung irgend eines Paragraphen des Gesetzbuches, sondern die Unterbindung eines seiner not- wendigsten Lebensorgane. Man könnte ihm ebenso gut ein Bein abhacken. Ein klerikal-konservatives Wahlkartell. Heraus aus dem Zentrumsturm! Das ist die Parole, die zuerst von dem Abg. Bachem ausgegeben wurde. Auf dem letzten Katholikentag waren auch andere Stimmen zu vernehmen, die in ganz bestimmter Absicht der Zentrums- Partei einen interkonfessionellen Anstrich zu geben versuchten. Die Absicht läuft darauf hinaus, mit den protestanti- schen Konservativen ein fe st eres Bündnis einzugehen. In Baden, das auch im Hinblick auf den liberalen Block Probierländle war, ist dem klerikal-konservativen Kartell schon vorgearbeitet worden. Allerdings zunächst nur ein- fettig: das Zentrum unterstützte beständig, ohne Gegen- leistungen zu verlangen, die Konservativen. So schon bei den Reichstagswahlen 1877, 1878, 1884. Mehrere konservative Mandate sind damals nur mit Hülfe des Zentrums erobert bezw. erhalten worden. Auch bei den Landtagswahlen ver- dankten die wenigen gewählten Konservativen ihre Sitze zu- meist der Zentrumshülfe. Infolge der Kartellbildung 1887 erkaltete die Zentrums- liebe für die Konfervativen etwas, aber in den letzten Jahren vollzog sich wieder eine rasche und starke Annäherung und bei den Landtagswahlen 1983 zog das Zentrum in einigen Kreisen sogar seine eigenen Kandidaturen zurück, um kon- fervativen Kandidaten gegen liberale und sozialdemo- kratische zuni Siege zu verhelfen. Diese Taktik erhält nun die Partei a m t l i ch e Sanktion durch eine Erklärung, die der Führer des badischen Zentrums, Pfarrer Wacker, soeben im„Badischen Beobachter" abgibt. Pfarrer Wacker erzählt, daß er schon immer(seit 1876) auf dem Standpunkt gestanden habe, das Zentrum müsse„mit den Konservativen in Fühlung treten und deren Emporkommen fördern"). Und ev erklärt zum Schluß: „Da ich von Anfang an gewohnt war, mit Wahlkombinationen nicht bloß mit der Gegenwart zu rechnen, sondern auch mit der Zukunft, wenigstens bei(?) der nächsten, habe ich selbstver- stündlich auch mit der mutmaßlichen Parteikonstellation bei kommenden Wahlen mich schon beschäftigt. Gang naturgemäß muß und wird per Zentrumspolitiker der Entwickelung der Dinge in den konservativen Lagern das' lebhafteste Interesse schenken. Ebenso naturgemäß wird er dabei auf die allergrößte Behutsam- keit bedacht sein. Man weiß wie groß die Vorurteile sind und wie leicht es ist, mit überraschendem Erfolg an dieselben zu appellieren. Nach wie vor steht nicht ein Zusammen- gehlen behufs gegenseitiger Hülfe bei den Wahlen in Frage, sondern die Unterstützung der Konservativen durch das Zentrum. Diese letztere ist an zwei Voraussetzungen ge- knüpft: 1. Daß die Konservativen von den NationaMberalen gründ- lich geschieden bleiben; 2. daß sie in so und so vielen Bezirken selber stark genug werden, um mit Hülfe des Zentrums siegen zu können." Pfarrer Wacker rechnet dann aus, daß beispielsweise bei den Landtagswahlen die Konservativen bei solcher Taktik den größten Teil von 21 ländlichen, jetzt nationalliberal ver- tretenen Kreisen erobern könnten. Die unzerbrechliche klerikal-konservative Mehrheit im Landtag wäre dann ge- geben. Aber vorsichtig muß die Geschichte gemacht werden, denn den Wählern ist nicht zu trauen. Darum schließt der ultramontane Wahltaktikcr mit folgender Mahnung: „Dem so wünschenswerten Erstarken der Kon- fervativen in einer Reihe von Wahlbezirken wird nun aber nicht Vorschub geleistet, sondern geradezu Gefahr bereitet, wenn den zahlreichen nicht besonders gefestigten Elementen das Zusammengehen.mit binn Zentrum vor Augen gehalten wird, was es ja in Wirklichkeit doch nicht geben wird, höchstens sehr sporadisch. Es genügt bollständig, daß das Zusammengehen des Zentrums mit den Konservativen ermöglicht und aussichtsvoll gemacht wird. Weiteres wird sich auf parlamentarischem Boden leicht, ja von selbst ergeben. Dort wird es dann am Platze sein, von einem„Block der Rechten" zu sprechen." Das heißt also: Das reaktionäre ultramontan- konservative Kartell soll sicher kommen, und das klerikale S t i m m v i e h läßt sich auch ohne Bedenken an die Urne kommandieren. Nur auf die„nicht besonders gefestigten" konservativen Elemente, die durch die konfessionelld In- tolcranz der Kleriker leicht kopfscheu gemacht werden, ist Rück- ficht zu nehmen. Deshalb soll der Bund zunächst nur in ein- seitiger Unterstützung der Konservativen sich äußern. Ein Plan, der vermutlich glücken wird, denn es ist von den Zentrnmswählern nicht anzunehmen, daß sie das freche Spiel der Parteidrahtzieher durchkreuzen. Man wird also schon bei der kommenden Reichstagsivahl mit dieser Taktik rechnen müssen.— < DeulfcbcE Reich. Dir Fleischnot. Nicht dementiert ist bis heute die gestern von uns an- genagelte Behauptung der„Deutschen Tageszeitung", daß die Regierung die Grenzsperren nicht aufheben will! Der Vorstand des Westfälischen Städtetages, der am 26. November zu Dortmund tagte, beschloß, im Anschkuffe an der vom Vorstände des Deutschen Städtetages an den Reichs- kanzler und den Reichstag gerichteten Antrag bei den zuständigen Stellen eine Erleichterung der Einfuhr lebenden Viehes nach den inländischen Schlachthöfen zu beantragen. Dasselbe beschloß der sächsische Handelskammertag und die H a n d e l s k a m m e r zu M i n d e n. Der Nürnberger Magistrat beschloß eine Konunission einzusetzen, die die Frage prüfen soll, ob die Fleischpreise mit den Viehpreisen in Einklang stehen._ Der Protest gegen den Lebensmittelwuchcr. Sechs große Prote st Versammlungen, die größten» teils überfüllt waren, fanden am 27. November in Magde» bürg statt. Die Referate wurden oft durch entrüstete Zwischen- rufe, die sich gegen die Fleischwucherpolitik richteten, unterbrochen. Stark besuchte Versammlungen werden gemeldet aus Wetzlar (499 Personen), Jena und Grünberg in Schlesien.— Krücken her? Den Freisinnigen liegt der Ausfall der Landtagsersatzwahl schwer im Magen. Die Tatsache, daß ihr Müller-Sagan das Mandat im dritten Berliner Landtagskreise nicht einfach im ersten Ansturm zu erobern vermochte, bereitet ihnen böses Bauch- grimmen. Die„Volks-Zeitung" führt den Reinfall auf persönliche Momente zurück: Müller ist Reichstagsabgeordneter, die„frei- sinnigen Kreise" mögen von Doppelmandaten und-mandataren nichts wissen und dergleichen mehr. Auch die„Vossische Zeitung" operiert nicht gerade glücklich, wenn sie es zur„Erklärung" des Fiaskos ihrer Freunde so dar- stellt, als seien die 317 Wahlmänner, die zu Hause geblieben waren, sämtlich Freisinns- Helden, und als ob durch ihr „vollzähliges Erscheinen" am 4. Dezember Herr Müller mit Leichtigkeit und Eleganz in das preußische Drciklassenparlament spediert werden könnte. Diese naive Darstellung trägt der guten alten Tante Votz einen kräftigen Nasenstüber ein, den ihr die— „Kreuz-Zeitung" graziös verabreicht, indem sie jene Ternburg- Rechnung als„gewagt" bezeichnet und zum Schluß dem Freisinn folgende bittere Pille dreht: ..... Von ihren Stimmen sollte die„Vossische Zeitung' darum lieber nicht die Rettung des freisinnigen Mandats er- warten. Wenn der Wahlkreis diesmal noch in freisinnigen Be- sitz bleibt, so wird man das lediglich den Konservative» zu ver- danken haben, so schwer es den Freisinnigen auch eingehen mag, daß sie jetzt auch schon nicht mehr bei den Berliner Landtags- wählen ihre Mandate aus eigener Kraft sichern können." So ist es in Wirklichkeit! Den Freisinnigen schlottern die Kniee, und nur zu gut können sie die zweihundert Krücken ge- brauchen, die ihnen der konservative Kampfgenosse schon freund- lichst bereit hält. In B e r l i n ist ja— nebenbei bemerkt— diese Seelenverwandtschaft gar nichts neues; waren es doch Konserva- tive, die anno 1993 den Freisinn im ersten Rei chstagswahl- kreise herausgehauen haben! Das„Berliner Tageblatt" operiert ausnahmsweise einmal weniger in Illusionen: es konstatiert die für den Freisinn so über- aus gefährliche Situation, es gibt zu, daß die 399„Wahlfaulen" nicht bloß Freisinnsmannen sind, und es setzt schließlich als selbstverständlich voraus, daß die Konservativen dem Frei- sinn, dem„kleinen Uebel", aus der Patsche helfen, daß die konser- vativen Krücken am 4. Dezember ihre Pflicht tun werden!— In diesem Zusammenhange haben wir noch eine Zuschrift zu erwähnen, die von der„Vossischen Zeitung" gestern(Mittwoch) Abend veröffentlicht wurde. In besagter Zuschrift wird„eine große Anzahl Wahlmänner aus den bürgerlichen Parteien" der Lässigkeit geziehen, den sozialdemokratischen Wahl- männern dagegen Pflichteifer und Parteidisziplin bescheinigt.— Wir haben es nicht nötig, zu erörtern, wie sehr unsere wackeren Genossen solches Lob— zumal aus besserem Munde— verdienen. Es ist nur z u bekannt, daß sie— wie immer— auch am 27. November ihre Pflicht treu und gewissenhaft erfüllt haben. Sollte ihre Mühe— wie es Freisinnige und Konservative„siegcs- bewußt" schmunzelnd schon heute darstellen— am 4. Dezember nicht von Erfolg gekrönt werden, so brauchen sie sich keine Vor- würfe zu machen. Während die Freisinnigen auf konservativen Krücken in alle möglichen Parlamente hinken, gehen unsere Ge- nassen langsam, aber sicher und auf eigenen Füßen ihren schönen Ziele entgegen. Eine historische Erinnerung. Die konservative„Deutsche Tageszeitung" schnaubt Feuer und Flammen, weil angeblich unser Breslaucr Parteiorgan dortigen Gastwirten mit Boykott gedroht haben soll, wenn sie nicht bei der Stadtverordnetenwahl sozialdemokratisch stimmen würden. Der Breslauer Fall liegt natürlich nicht so, wie ihn die „Deutsche Tageszeitung" darstellt. Es handelt sich lediglich um eine Mahnung an Gastwirte, die sich als Parteigenossen erklären, wenn es gilt Arbeitergroschen zu bekommen, die sich aber bei öffent- licher Wahl gerne der Pflicht als Parteigenossen entziehen möchten. Gastwirte mit dem Boykott zur Verleugnung ihrer Ueberzeugung zu zwingen, fällt unserer Partei selbstverständlich nicht ein. Grund- sätzlich wird von uns Sozialdemokraten der Boykott nur als Waffe gegen Saalverweigerung und allenfalls Arbeitermißhandlung ge- braucht und nicht zu anderen Zwecken. Wenn aber das Agrarier» blatt sittliche Entrüstung markiert mit den Worten:„Eine ärgere Wahlbeeinflussung als hier durch Bedrohung mit Boykott läßt sich nicht wohl denken", so mag es sich gefälligst zunächst an die eigene Nase fassen. Die konservative Partei hat Wahlbeeinflussung durch Boykott und sonstigen wirtschaftlichen Druck nicht nur von jeher in der Praxis betrieben, sondern sie hat das auch von Anfang an ganz ungeniert zu ihrem Grundsatz er- hoben. Die erste konservative Organisation in Preußen war der sogenannte„Preußische Volksvcrein", dessen Gründung im Jahre 1861 erfolgte(wenn auch die konservative Partei, jedoch ohne feste Organisation, schon früher bestand). In demselben Jahr, so- gar noch etwas vor der Gründung des Vereins, hatte das kon- servative Zentralwahlkomitee ein vertrauliches Rundschreiben er- lassen, in welchem es u. a. wörtlich hieß: „Auf dem Lande wird es besonders die Pflicht der Guts» besitzer fein, dahin zu arbeiten, daß niemand, der ihrer Einwirkung zugänglich ist, von den Wahlen zurück- bleibe. Daß in gleicher Weise jeder billige und gesetzlich er- laubte Einfluß auf die Untergebenen und in Geschäfts- Verbindung Siebenden angewandt werden muß, versteht sich von selbst. Ueberhaupt ist es billig und notwendig, daß die Konservativen sich, gleich ihren Gegnern, entschließen, ihre soziale und gesellschaftliche Stellung geltend zu machen und möglichst nur Geschäftsleuten, die gleiche Gesinnung hegen, die Vorteile ihres Verkehrs zuwenden. Ein offenes Anerkennen und Aus- sprechen dieses Grundsatzes wird nicht ohne Wirkung bleiben." Jedes Kind weiß, daß die Konservativen bis auf den heutigen Tag nach diesem Grundsatz gehandelt haben. Was aber ist zu halten von der Moral solcher Leute, die seit Anbeginn ihrer Existenz in Theorie und Praxis eben das zur Richtschnur ihres Handelns machen, was sie selbst als unsittlich und verwerflich erklären?— Eine zusammengebrochene Landfriedensbruchanklage. Vor dem Schwurgericht zu Stettin wurde am Dienstag und Mitt- woch ein großer Landfriedensbruchprozeß gegen vierzehn Swine- münder Hafenarbeiter verhandelt. Eine kleine Plänkelei, die am 12. April während der großen Swineniiinder Hafenarbeiter» aussperrung, die die Swinemiinder Reeder zum Zwecke der Sprengung der dortigen Filiale des Hafenarbeiterverbandes insze- nierten, am Hafen zwischen Ausgesperrten und christlichen Arbeits- willigen stattfand, bildet den Ausgangspunkt des Prozesses. Ueber das Ergebnis der großen Aktion meldet uns ein Privat» telegramm aus Stettin vom 28. November. 8,47 Uhr nach- mittags: Die angeklagten Swinemüder Hafenarbeiter wurden von der Anklage auf Landfriedensbruch freigesprochen. Nur drei An» geklagte wurden verurteilt auf Grund des Paragraphen 3SS des Strafgesetzbuches(Werfen von Steinen). So ist also der große Apparat kläglich zusammengebrochen. Herausgekommen ist eine Verurteilung dreier Arbeiter wegen einer Uebertretung, die im Höchstfalle mit Geldstrafe bis zu 60 M. oder Haft bis zu 14 Tagen bestrast werden kann.(Das Telegramm gibt leider die verhängten Strafen nicht an.) Also endete die Massen- anklage auf Landfriedensbruch.— Eine Zenitrumsniederlage in Köln. Die Kölner Zentrums- Partei hatte seit drei Jahren im Rathause die Mehrheit. Auf Grund der für die rheinischen Ultramontanen günstiger gewordenen Bestimmungen des Kommunalabgabengesetzes war es dem Zentrum im Jahre 1903 gelungen, die bisherige liberale Mehrheit zu brechen. und zwar durch seinen Sieg in der zweiten Krasse. Bei den Ersatz- Wahlen der zweiten Klasse im Jahre 1995 schnitt das Zentrum ebenfalls so günstig ab, daß die liberalen Mannesseelen auf den Stichwahlkampf verzichteten und sich in ein Kompromiß mit dem Zentrum einließen, wonach das Zentrum zwei, die Liberalen einen von den drei zur Wahl stehenden Sitzen erhielten. Diese drei Mandate waren dafür bestimmend, ob die Rathausmehrheit klerikal oder ob sie„liberal" sei. Gewannen die Liberalen die drei Sitze, so hatten sie von 45 Mandaten 23 inne. Statt wie Männer zu kämpfen und gegebenenfalls ehrenvoll zu unterliegen, paktierten die Liberalen in der erwähnten Weise mit dem Gegner, das aber patzte den Jungliberalen nicht; ihr Führer focht auf Grund eines Formfehlers die Gültigkeit der Stichwahl an und führte den Prozeß bis zum Kvmmergericht mit Erfolg durch. Infolgedessen hat am Montag und Dienstag«ine neue Wahl stattgefunden. Einen so heißen und wütenden Kampf hat es bei den Kölner Stadtver- ordnetenwahlen noch nie gegeben. Die Liberalen, aufgepeitscht durch den Verein der nationalliberalen Jugend, kämpften mit allen Krästen, und es ist ihnen am Dienstagabend gelungen, ihre drei Kandidaten, wenn auch mit schwacher Mehrheit, durchzubringen. Damit ist dieZentr ums mehrheit zu Fall gebracht. Drei Jahre hat dos Kölner Zentrum im Rathause die Macht gehabt, und es war in der Lage, zu beweisen, wie weit es gewillt ist, seine sozialpolitischen Theorien und seine arbeiterfreundlichen Worte wahr zu machen, um so mehr, als sich unter den Zentrums- stadtverordneten auch der Reichstagsabgeordnete Trim- Horn, und zwar in führender Stellung, befindet. Was hat das Zentrum in den drei Iahren seiner Macht geleistet? Es hat ein. seitigste Jnteresfenpolitik getrieben- es hat seine ganze Tätigkeit darauf zugeschnitten, wie sie auf die Wähler der zweiten Klasse, von denen es abhängt, welche Partei im Rathause in der Mehrheit ist, wirke. Das Zentrum hat Haus» und Grundbesitzer. Politik, nicht aber Kommunalpolitik getrieben. Es hat die von der städtischen Verwaltung eingebrachte im höchsten Maße unzulängliche Wertzuwachsstcuer vollends in Grund und Boden hinein verhunzt, nur um den HauS- und Grundbesitzern der zweiten Klaffe nicht wehe zu tun. Auf der anderen Seite aber hat das Zentrum auf dem Gebiete der kommunalen Arbeiterpolitik so gut wie nichts getan. Kennzeichnend für das Kölner Rathauszentrum ist es, daß es einmütig den„Allgemeinen Bestimmungen für die städtischen Arbeiter" zugestimmt hat, die sich auf den brutalsten Ausbeuter- ftandpunkt stellen. Bestimmt doch der 8 1 dieses Statuts, daß Ar- beiter, die das vierzigste Lebensjahr vollendet haben, in städti» schen Betrieben nicht mehr angenommen werden können. Würde das private Unternehmertum ähnliche Grund- sätze aufstellen, so blieb dem entlassenen vierzig- jährigen Arbeiter nichts anderes übrig, als dem Hungertode anheimzufallen oder vorher zum Strick zu greifen. Diesem Paragraphen haben sämtliche Z e n tru m s st a d t V e r o r d n e t« zugestimmt. Die borläufig beendete dreijährige Herrschaft deS Zentrums im Kölner Rathause hat wenigstens das eine Gute gehabt, daß es uns den wahren Charakter dieser Partei auch auf kommunalem Gebiete enthüllt hat._ Schwere Sorgen. Schwere Sorgen bedrücken das Herz aller„nationalgesinnten" Politiker. Da nach ihren tiefgründigen Untersuchungen die Schäden der Zeit lediglich an angeblich falschem Eingreifen des Kaisers liegen sollen, so wollen sie„von dem schlecht unterrichteten Kaiser an den besser zu unterrichtenden Kaiser" appellieren. Wie aber kann der Kaiser„besser als bisher über die im Volke Herr- fchende Stimmung unterrichtet" werden? Das ist das Preisrätsel, an dessen Lösung gegenwärtig alle wahren Vaterlandsfreunde ihren ganzen Schweiß setzen. Aber es gelingt ibnen nicht, die harte Nuß zu knacken. Die„Köln. Volksztg." hat folgendes Plänchen aus- geheckt: „Daß der Kaiser gern mit Gelehrten und Künstlern verkehrt, fie zu seinen Nordlandreisen einlädt, wird niemand tadeln. Aber um sich über die politischen Strömungen im Volke, über die Bedürfnisse unseres öffentlichen Lebens zu unterrichten, dazu bedarf es anderer Mittel und Vermittler. Die verantwortlichen Ratgeber der Krone können dagegen nichts einzuwenden haben, wenn sie nur ihrerseits bei der Auswahl und Anhörung der- jenigen Personen, durch die der Kaiser seine Kenntnis des Volkes und der politischen Auffassung im Volke zu erweitern wünscht, angemessen beteiligt find. Wir könnten uns z. B. sehr wohl denken, daß der Kaiser bei einer wichtigen politischen Frage die Auffassung der verschiedenen Parteien persönlich kennen zu lernen wünscht; wir sehen nicht ein, warum ein solcher Ge- dankenaustausch unter Beizichung deS Reichskanzlers oder der beteiligten Minister eine Unmöglichkeit sein sollte. Selbstver- ständlich wäre dabei keine Partei auszuschließen, soweit sie sich nicht selbst ausschließt...." Daran findet nun wieder die ebenfalls bis in die Knochen königstreue„Deutsche Tagesztg." mancherlei auszusetzen. Sie schreibt dazu: „Wir halten diesen Vorschlag einerseits für nicht durch- führbar, andererseits für nicht unbedenklich. Man wird den Kaiser keinesfalls zwingen können, sich so informieren zu lassen. Aber selbst wenn das möglich wäre, so würde wiederum die Auswahl der Personen der Kritik Handhaben bieten. Und auch dann, wenn das vermieden werden könnte, würde immer- hin die Gefahr vorliegen, daß dadurch die Person des Kaisers in den Tageskampf hinabgezogen würde. Das ist unbedingt zu vermeiden. Verfassungsmäßig sind zur Information des Monarchen die Minister, im Reiche der Kanzler berufen. Es kommt darauf an, daß diese Personen sich richtig informieren lassen und ihrerseits den Kaiser entsprechend unterrichten." Es muß uns wohl an dem specifisch monarchistischen Organ fehlen. Denn wir mögen uns anstellen, wie wir wollen, immeck loill uns bcdünken, als wenn alle solche Vorschläge arg unehrcrbietig seien. Welcher anderen Person erlaubt man sich, in dieser Weise den persönlichen Verkehr und das persönliche Verhalten vorzu- schreiben? Uebrigens merkwürdig, daß all diese Vaterlandsretter auf die nächstliegende und einfachste Lösung nicht zu kommen scheinen. Wenn sonst jemand die Ansichten und Absichten der politischen Parteien kennen lernen will, so liest er von jeder wich- tigen Partei ein führendes Blatt. Kann das der Kaiser nicht auch tun?— Amtliche Wahlurne»». Die nationalliberale Reichstagsfraktion hat einmal einen guten Gedanken gehabt. Sie hat einen Initiativantrag eingebracht. durch den eine Ergänzung des Wahlreglements ge- fordert wird; danach ist die Wahlurne kostenfrei den Wahlbezirken vom Reiche zu liefern, ferner wird vor- geschrieben, daß die Wahlzettel, ehe sie aus der Wahlurne genommen »verden, also in der Urne zu mischen sind. Endlich verlangt der Antrag eine Klarstellung darüber, daß die Vorschrift, der Wahlvorsteher müsse mindestens drei Beisitzer ernennen, eine zwingende ist. Wir sind selbstverständlich mit diesem Antrag durchaus ein- verstanden; die darin ausgesprochene Forderung ist von der Sozial- demokrntie mehrfach erhoben worden, ebenso von anderen Parteien der Linken. Hoffentlich wird der Antrag von den Nationalliberalen energisch vertreten, so daß er Gesetz wird. Daß er gerade von nationalliberaler Seite kommt, könnte fast komisch berühren angesichts der schauderhaften Wahlbeeinflnssungen, in denen die Nationalliberalen des Rnhrreviers zum Beispiel noch vor gar nicht langer Zeit exzellierten. Ihnen ist durch die Einführung des Jsolierraumes indes das Handwerk bedeutend erschwert»vorden und in den dichtbevölkerten Bezirken des rheiinsch-Ivestfälischen Jndustriebezirks sind Manipulationen mit der Wahlurne, wie sie in den Dörfern Ostelbiens bei den letzten Wahlen im Schwange waren, praktisch unmöglich. Die Herren nehmen also nur den Konservativen, nicht sich selbst, durch den Antrag. Indes soll ihnen das nicht weiter angerechnet werden. Mag der National- liberalismus»mr bei seiner jetzigen Liebe für reine Wahlen bleiben. Dann wollen wir uns über de» bekehrten Sünder mehr freuen als über zehn Gerechte.—_ Wegen mangelnder Beweise ist das amtliche Ermitte- lungsverfahren gegen den Geh. Legationsrat Dr. Sei tz von der Kolonialabteilung, der der Nachfolger PuttkamerS im Gouvernement von Kamerun werden soll, eingestellt worden. Das Verfahren war auf Grund von Anschuldigungen des suspen- dierten Bureanvorstandes der Kolonialabteilung W» st u b a eröffnet worden. Danach soll Seitz in den Jahren 1898 und 1899 in Kamerun standesamtliche Erklärungen als vor ihm abgegeben bescheinigt haben, während sie tatsächlich nicht vor ihm, sondern vor dem Sekretär Kiem abgegeben worden sind. Die„Nordd. Allg. Ztg." teilt über den Verlaus des Verfahrens mit, daß Herr Seitz sich solcher Fälle„nicht erinnert". Allenfalls könne es vorgekommen sein, daß ihm die Anzeige mündlich erstattet sei und er den Anzeigenden dann zur Abgabe der formellen Erklärung zu Kiem gesandt und das Protokoll dann später unter- zeichnet habe. Der Sekretär Kiem, der jetzt in der Kolonial- abreilung angestellt ist, hat erklärt, er glaube sich' zu erinnern, daß es ausnahmsweise, und zwar bei etiva drei Sterbefällen vorgekommen sei, daß die Protokolle nicht in Gegenwart des Geheimrats Seitz, wohl aber in seiner Gegenivart den Deklaranten vorgelesen und von denselben uitter- zeichnet worden seien, und daß Geheimrat Seitz die Unterschrift Ipäter vollzogen habe. Kiem hat sich jedoch außer stände er- klärt, auch wenn ihm die standesamtlichen Urkundenbllcher aus der in Frage kommenden Zeit, nämlich aus dem Jahre 1898 und aus den Monaten Januar-März 1899 vorgelegt würden, irgend einen tall zu bezeichnen, von dem er behaupien könnte, daß Geheimrat eitz bei der Unterschnstsvollziehui»g durch die Deklaranten nicht zu- gegen gelvesen sei. Er gibt z»», dem Wistuba seinerzeit in Kamerun von der Sache gesprächsiveise Mitteilung gemacht zu haben. Weiteres habe sich nicht ermitteln lasten, so daß der Verdacht nicht hinreichend glaubhaft gemacht sei und infolgcdeffen das Ver- fahren eingestellt werden mußte. Herrn Dr. Seitz kommt die Gedächtnisschwäche deS Sekretärs sehr gelegen. Formell mag die Einstellung des Verfahrens gerecht- fertigt sein; indes wird durch die Aussagen ein Verschulden des Herrn trotzdem sehr wahrscheinlich. So geringfügig an sich die Sache ist, so wirft sie doch auf das Pflichtgefühl des Herrn ein bedenkliches Licht und fügt einen weiteren Grund zu anderen, die gegen seine Ernennung zum Gouverneur von Kamerun sprechen.— Frecher Schwindel. Aus Anlaß des„Jubiläums" der bekannten Botschaft Wilhelms I. versuchten konservative und scharfmacherische Preßorgane, die deutschen sozialpolitischen Gesetze als groß- artige, unendlichen Segen spendende Einrichtungen heraus- zustreichen. Um das zu können, sprach man die gesamten Einnahmen aus der Unfall-, Kranken- und Invaliden- Versicherung als L e i st u n g e n für d i e Arbeiter an. Diesem frechen Schivmdel stellten wir Berechnungen gegen- über, aus denen sich ergab, daß die tatsächlichen Leistungen für die Versicherten zu zirka zwei Dritteln aus ihren eigenen Beiträgen resultieren. Und daß die Gesamtleistungen auch nicht mehr wie Bagatellen darstellen, im Verhältnis zu den Milliarden, die das Volk den Junkern als Zolltribut zahlen muß, illustrierten wir an folgender Tabelle: ÄS. Unfallversicherung.. 18 376 000 127 308 966 M. 6,93 M. Invalidenversicherung 13 756 400 148 355 804, 10,78, Krankenversicherung. 11 418 446 237 107 610„ 20,76„ Das hat die Zollwucherer furchtbar erbost. Aber gegen die Zahlen läßt sich nichts einwenden. Es muß also versucht werden, die Oesfentlichkeit zu beschwindeln. Der vor- stehenden Tabelle hatten wir noch folgende Berechnung an- gehängt: „Im Durchschnitt sind pro Kopf und Jahr für 43 550 846 Versicherte gezahlt worden 11,54 M. oder pro Tag und Kopf 3'/« Reichspfennigo! Aber glänzende Renten heimsen die Entschädi- gungsbercchtigten ein, so will man glauben inachen!" Hierzu bemerkt die„Schlesische Volkszeitung": „Ein frecherer Schwindel ist uns noch nie begegnet, als er hier geboten wird; der„Vorwärts" zählt in seiner Berechnung die Versicherten aller drei Klassen zusammen und spricht so von 43l4 Millionen Versicherten, und das Reich hat nur 60 Millionen Einwohner. Der„Vorwärts" weiß aber»vohl, daß fast alle Leute, welche der Unfallversicherung unterstellt sind, sich auch in den beiden anderen Versicherungen befinden, wer in der Krankenkasse ist, ist auch in der Jnvalidenkasse usw. Ein frecherer Schwindel ist uns nie begegnet, als in diesem Stückchen." Und die„Konservative Korrespondenz" bemerkt dazu: „Das Zentrumsorgan hat recht; aber geglaubt wird in der sozialdemokratisch„aufgeklärten" Arbcitermasse dieser Schwindel doch, wenn er auch noch so dumm ist." Der„Vorwärts" weiß wirklich nicht, daß„fast alle Leute", welche der Unfallversicherung unterstellt sind, sich auch in den beiden anderen Versicherungen befinden. Da die Unfallversicherung über 18 Millionen Versicherte umfaßt, die Invalidenversicherung aber nur über 13 Millionen und die Krankenversicherung gar nur über 11 Millionen, so müssen wir es schon dem schlesischen Agrarblatt und den Brotwnchcrorganen, die den dummen Schwindel nachdrucken, überlassen, uns vorzurechnen, wie trotz Adam Riese die 18 Millionen gegen Unfall Versicherte„fast alle" auch bei der Jnvaliditäts- und Krankenversicherung beteiligt sein können. Daß umgekehrt fast alle gegen Krankheit und In- Validität Versicherte auch der Unfallversicherung unterstellt sind, ein großer Teil der Versicherten allen drei Versicherungen angehört, und es sich bei unserer angezogenen Berechnuicg einfach nur um Versicherungsfälle handelt, weiß natürlich jeder„Vorwärts"-Leser. Bei diesen konnte die obige Be- rechnung, die statistisch durchaus richtig ist, gar keinen Irrtum hervorrufen. Das wäre nur möglich bei Organen, die selbst so einfältig sind, wie sie ihre Leser halten. Wir nehmen indes an, daß jene Blätter ganz genau verstanden, was der„Vor- wärts" schrieb, und daß sie eben nur ihre Leser für einfältig genug halten, sich von dem dummen, frechen Schwindel der Brotwucherorgane betölpeln zu lassen.— Die„Heyls"mSnner gegen den„roten" Großherzog. Aus Darmstadt wird der„Nordd. Allg. Ztg." vom 27. No- vember gemeldet: „Die geheime Sitzung der Ersten Kammer der Landstände dauerte gestern nachmittag von 3% bis 8 Uhr. Sie charakterisierte sich als eine Vorbesprechung für die demnächst stattfindende öffentliche Verhandlung über den Fall E i ß n e r t. Man einigte sich auf folgenden Antrag, der in der öffentlichen Sitzung zur Beratung gestellt werden soll: Das Bestätigungsrecht im Sinne der Städteordnung fassen wir dahin auf, daß durch dasselbe der Staatsraison und den idealen Gesichtspunkten Geltung verschafft werden soll, denen der Staat zu dienen berufen ist. Wir sind der Ueberzeugung, daß grundsätzlich obrigkeitliche Funktionen Personen nicht übertragen werden dürfen, die als Angehörige der Sozialdemokratie programmatisch die monarchische Staatsform und die bestehende Gesellschaftsordnung zu beseitigen und in diesem Sinne zu wirken für ihre politische Aufgabe halten. Die Zulassung des Stadtverordneten Eißnert zur obrig. keitlichen Stellung eines Beigeordneten widerspricht dieser Auf- fassung. Wir geben daher der Hoffnung Ausdruck, daß die Politik der Großherzoglichen Staatsregierung in Zukunft im Sinne dieser Erklärung Richtung nehmen werde. In der Z w e i t e n Kammer wird, wie verlautet, am Donners- tag nur die Antwort der Regierung auf die Interpellation der nationalliberalen Fraktion entgegengenommen werden."— Die Landtagswahlen im Großherzogtum Sachscn-Wcimar-Eisenach. Jena, 23. November. (Telegraphische Meldung.) Heute wurden zwei freisinnige Abgeordnete in Weimar und Kaltennordheim gewählt. Das Zentrum behauptet Geisa. Jena-Land ist von konservativem in antisemitischen Besitz übergegangen. Hier wurde der Oberlandesgerichtsrat v. Nicht- hosen, Reichstagskandidat für Waldeck-Phrmont und Wahlmacher von Eisenach gewählt. Berga wählte den nationalliberale»» Reichstagsabgeordneten Lehmann. Ueber die Reform des Amtsgerichtsverfahrens, die am 23. und 24. November in einer Regierungsvertreterkonferenz iin Reichs- justizamte beraten wurde, erfährt die„Kölnische Zeitung" fol- gendes: „Die Reform wird sich in vier Richtungen bewegen: 1. Ver» einfachung und Beschleunigung des Verfahrens nach Art der Ge- Werbegerichte. 2. Ausschluß der Berufung gegen die Urteile des Amtsgerichts in Sachen mit einem ganz geringen Streitwerte. 3. Vereinfachung des Kosten- und Zustcllungswescns, z. B. durch einfachere Berechnung der Gebühren unter besonderer Äerücksichti- gung der kleinen Sachen, um die raschere und billigere Erledigung der Gebühreneinziehung zu ermöglichen. 4. Erhöhung der Kam» petenz der Aintsgerichte. Während zu den Punkten 1, 2 und 3 eine Einigung unter den Teilnehmern der Beratung im»vescntlichcn erzielt wurde, gehen über die Kompetcnzerböhung der Amtsgerichte die Ansichten noch auseinander."— Ein Menschenfreund. Der Zentrumsabgcordnete Graf Prasch»na hat jüngst zu den Wählern seines Wahlkreises Franken st ein-Mün st er» berg geredet. Er sagte:„Die Fleischnot sollte eigentlich Fleischteuerung heißen, da es an Schlachtvieh bei uns nicht mangelt. Die Teuerung ist aber nicht durch die Za n d w i r t e hervorgerufen, sondern durch die Unterhändler, die beim Weiterverkauf an die Grohschlächter enorme Summen verdienen. Es sei keine Aussicht vorhanden, daß die Fleisch. preise erheblich herabgehen werden, da eine allgeineine Preissteigerung in den letzten Jahren auch auf anderen Gebieten eingetreten ist. Der neue Landwirtschaftsminister von Arnim findet ein großes Feld von Arbeit vor. die im in er noch vor- handene Not der Landwirtschaft und den Arbeiter- »nangel zu bannen." Nach der Ansicht des schlesischen Zentrumsgrafen geschieht also für die Landwirtschaft noch nicht genug. Die Preise der Lebens- mittel haben immer noch nicht die richtige Höhe und das arbeitende Volk wird noch nicht genug ausgewuchert. So redet der Ver- treter einer Partei, die sich angeblich die Förderung des Wohles der Arinen und Schwachen zur besonderen Aufgabe gemacht hat.—- Der„gute" Ton in der bürgerlichen Presse. Der rüde Ton in der sozialdemokratischen Presse ist ein Thema, das für die bürgerlichen Journalisten nie abreißt. Sobald einem der bürgerlichen Preßcrzeugnisse eine Anzahl Lügen über unsere Partei»nachgewiesen»vird, kann man sicher sein, etlvaS vom Sau- Herdenton, der unsere Polemik vergifte, in» bürgerlichen Blätter- wald zu lesen. Es ficht uns dieses nicht an, sind»vir doch solche verlogene Anrempeluugen gclvohnt. Auch fällt es uns gar nicht ein, über den schlechten Ton, den die bürgerliche Presse gegen uns anschlägt, zu jammern. Nachdem aber anläßlich der Polemik über den Buchdruckertarif wieder das Geseire über den Sauherdcnton, den„Vorwärts" und„Leipziger Volkszeitung" angeschlagen haben sollen, anhebt, fühlen wir uns doch veranlaßt, einmal an einein Beispiel zu zeigen, wie der gute Ton in der bürgerlichen Presse aussieht. Es ist ein Beispiel aus vielen, denn die Provinzpresse. besonders die von den Kaplänen geleitete Zentrumsprcsse, befleißigt sich der Sozialdemokratie gegenüber sehr häusig eines solchen ToncS. In unserem Falle handelt es sich um den„O p l a d e n e r Bote n". ein Zentrumsblatt, das in einer Polemik mit unserem Solinger Parteiorgan, der„B e r g i s ch e n A r b e i t e r st i m ,n e", über die Folgen deS Wuckertarifes den kürzeren zog und nun folgende Schlußepistel von Stapel ließ: „Eine Schweinenot existiert nicht in Solingen, denn so lange die Redaktion der„Belgischen Anarchistenstimmc" ihres dreckigen Amtes waltet, ist die sichere Garantie gegeben, daß das Geschlecht der grunzenden Borstentiere mitsamt ihrer schmutzigen Beschäftigung, sich im eigenen Morast und Kot zu wälzen, nicht aussterben wird. Man mutz eS in den Kauf nchinen, wen» diese Schivcinebande bei ihrem unreinen Handwerk anständige Leute mit Dreck bespritzt, da man gelegentlich an der Berührung mit solch' einem roten Schlvein. iget nickt vorbeikommen kann. Gar zu häusig verirrt sich näinlich diese Sorte zweibeiniger Lebewesen mit den Manieren und Sitten ihrer vierbeinigen Gcschlechtsgenoffen aus dem Scbweinestall auf Felder. deren Früchte nicht zu ihrer Nutznießung bestimmt sind, und steckt den unappetitlichen Rüssel in Behälter, die edleren Inhalt bergen. als das stinkende rote Parteifutter mit dem Haut gout verfaulter sozialdemokratischer Moral, und muß dann durch eine kräftige Be- rührcmg mit dem Stiefelabsatz oder einein Hieb mit der Reitpeitsche auf die roten Löffel in den richtigen Zirkel dirigiert werden. Die „Belgische Anarchiftenstimme" könnte bald wissen, daß ihr traditio- neller Aufenthalt der Misthaufen ist... Mit einem Schweine. organ, das nichts anderes kann, wie Saumagen-Politik treiben..." Nachdem dann das alte Märchen von den Mäntelnäherinncn bei Singer aufgetischt worden, heißt eS weiter:..... Heuchlerische Schurken von der„Bergischen Anarchistenstimme", das ist wohl etwas anderes, nickt wahr. Die Brüder des Zukunftsstaates dürfen die Prostitution in Erbpacht nehmen und ihren Arbeiterinnen an Stelle des ihnen zukommenden Lohnes als Ersatzmittel bieten. Zugleich aber darf diese selbige Schweinebande scheinheilig die Augen ver. drehen und der heutigen Gesellschaft die Schuld an der.Prostitution, " Ausland. Belgien. Phrasendrescherei. " die, Gott fet es geflagt, seit Anbeginn der Welt durch die Sünde der ber Schirmmacher zuerst bei den Fabrikanten Beachtung ge Aus der holländischen Gewerkschaftsbewegung. und mit der Sünde auf die Erde gekommen ist, in die Schuhe funden. Am 5. November fand eine Sigung von 5 Fabrikanten und Ende der vorigen Woche ist zwischen der Hafenarbeiter. schieben." Es wird darauf die Kündigung der Vorwärts". 5 Arbeiterinnen statt, in welcher die Fabritanten das Vorgehen der organisation Recht en Pflicht und der„ ArbeitRedakteure besprochen", in Verfolg dieser Angelegenheit schreibt Arbeiter wegen der teuren Lebensmittel anerkennen, aber auch gebervereinigung auf dem Schiffahrtgebiet" in Amsterdam ein das fromme Blatt:„ Und da wagt das rote Lumpenpad sich als wünschen, daß in anderen Städten Deutschlands die Löhne ebenfalls Tarifvertrag zustande gekommen. Het Volt" nennt dies die Schuß und Schirm der geistigen Freiheit aufzuspielen... Wo sie erhöht würden, damit die Berliner Industrie fonkurrenzfähig bleibe. wichtigste Veränderung in den Arbeitsverhältnissen, die jemals im ( die Arbeiterstimme") sich schon eingenistet, schmeiße man fie Sie wollen Erhebungen anstellen, ebenso follen die Arbeiter sich Amsterdanter Hafen stattgefunden hat. Zwei von Recht en Pflicht" schleunigst heraus und nehme eine Generaldesinfektion der ver- Statistiken über die Löhne in anderen Städten beschaffen und dem nicht gebilligte, 45 Mann umfassende Streits, die nach Art der feuchten Stellen bor." Zum Schluß werden der Arbeiterstimme" Fabrikantenverband einsenden; dann können weitere Verhand- direkten Attion" beranstaltet waren, gaben die Veranlassung zu noch schnell wenigstens ein Dußend Schandtaten" vorgeworfen und lungen stattfinden. Auf die Anfrage, wie sich die Herren zum Tarif den Verhandlungen, die zum Abschluß des Tarifs führten. Unser noch etwas erzählt von Misthaufenthron" und" größter journalisti. der Näherinnen stellen, wurde ihnen geantwortet, dazu hätten die Bruderorgan mit dem Ereignis um so größere Bedeutung bei, scher Bestbeule des Universums". Herren noch feine Stellung genommen. Die damals gewünschte als die Safenarbeiterorganisation noch vor kurzem unter stark Und das nennt sich dann wohlanständig und schreibt vom Sau- Antwort ist jetzt eingelaufen. Es wird verlangt, der Verband solle anarchistischen Einflüssen stand. herdenton der sozialdemokratischen Presse. Der Streit der Zimmerer in Leiden ist, nachdem er den Fabrikanten eine Liste fämtlicher Näherinnen einsenden, welche organisiert sind! Eine Versamm ein halbes Jahr gedauert hatte, für beendet erklärt worden. Was lung der Schirmmacher hat dies mit Entrüstung zurückgewiesen. Die Streifenden verlangten, ist zwar nicht erreicht worden, woran Es entspann sich anschließend an den Bericht eine lebhafte Dis namentlich die St. Josephs- Zimmerer schuld sind, doch haben die Tussion. Einige der Anwesenden waren der Meinung, man solle Unternehmer fest Zugeständnisse gemacht, daß, ohne Abschluß eines erst den Tarif für die Schirmmacher durchdrücken und dann den Tarifvertrags, die Wiederaufnahme der Arbeit ratsam erschien, Brüssel, 28. November.( Deputiertenkammer.) Nach Eröffnung Tarif der Näherinnen. Andere waren der Meinung, daß, wenn zumal bei dem Mangel an Arbeit im Baugewerbe vorläufig feine der Sizung gibt der Ministerpräsident folgende Erklärung ab: Bei die Kollegen ihren Tarif durchdrücken, den Näherinnen nicht ge- Aussicht auf größere Erfolge vorhanden ist. holfen ist. Wenn es dann zur Arbeitsniederlegung käme, müssen Gin neuer erband der Maurer und Maurer. Beginn der bevorstehenden Debatte über Fragen, die die Zukunft die Gestellarbeiter laut ihres Tarifabschlusses weiter arbeiten und Hülfsarbeiter, der im Gegensatz zu den alten Organisationen des Landes berühren, glaubt die Regierung des Wünschen die Beamtenfrauen und andere Arbeiterinnen, die für die Bewe- dieser Berufe, die anarchistischen Auffassungen nahestehen, sich dem der Stammer zuborzukommen, wenn sie die hauptsächlichsten gung nicht zu haben sind, würden die Arbeit fertig stellen. Es neuen Verband niederländischer Gewerkschaften und feiner Lattik Gesichtspunkte darlegt, bon denen sie glaubt sich leiten fam dann ein Fall zur Sprache, welcher der ganzen Sache eine anschließt, ist vor hurzem durch Zusammenschluß mehrerer LokalTassen zu sollen und die die logische Folge der Wer- andere Wendung gab. Bei dem Fabrikanten Herrn Blumenfeld, vereine gegründet worden. Die Vertreter dieser Vereine waren haltungslinie sind, die sie stets beobachtet hat. Bor 20 Jahren welcher Vorsitzender des Fabrikantenverbandes ist, hatte sich eine sich zuerst nicht einih darüber, ob man nicht lieber zwei Verbände, ermächtigte das Parlament den König der Belgier, die schwere Last Näherin seiner Meinung nach gegen die Geschäftsordnung ber einen der Maurer und einen der Hülfsarbeiter, gründen sollte. Bei eines Souveräns des Kongostaates auf sich zu nehmen. Durch gangen. Die Näherin macht ihm klar, daß sie als Heimarbeiterin der Abstimmung fiegte jedoch der Einheitsgedanke. Der neue Verdiesen fast einstimmig angenommenen Beschluß gaben gaben die doch mit seiner Geschäftsordnung nichts zu tun habe. Die Näherin band wird zu Weihnachten seinen ersten Kongres abhalten. Kammern ihrem Vertrauen Ausdruck, daß der Stönig bei hat unter diesen Umständen auf die Arbeit des Herrn verzichtet und feiner Tätigkeit für die Ausbreitung der Zivilisation in Afrika in einer anderen Fabrit angefangen. Sie bekam auch Arbeit. Als die Interessen Belgiens im Auge behalten werde. Das Band fie aber die Arbeit ablieferte, erhielt sie feine neue, weil Herr zwischen dem neuen Staate und Belgien ist ein ausschließlich Blumenfeld die anderen Fabrikanten benachrichtigt hatte. Sie persönliches geblieben und die von einer unabhängigen Gewalt habe gegen den Stachel gelödt. Der Fabrikant hat fie auf Vorvollzogenen Regierungsakte diefes Staates sind niemals von einem stellung dann weiter beschäftigt, aber wer weiß auf wie lange. meldet in später Stunde das Bureau Herold, bei der eine außerhalb dieses Staates stehenden Rechte noch von der Genehmigung Die Handlungsweise des Herrn Blumenfeld hat der Organisation große Zahl Arbeiter ihr Leben lassen mußten, Hunderte schwer oder der Kritik irgend einer außerhalb dieses Staates stehenden Be 40 neue Kolleginnen gebracht. Die Versammlung war der Meinung, berlegt ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Melhörde abhängig gewefen. Der König hat Vorkehrungen getroffen, daß, wenn die Fabrikanten so weiter fortfahren, von einer fried- dungen lauten: daß sein großes Werk von Belgien übernommen wird." lichen Regelung der Tariffrage gar keine Rede sein könne. Die Dortmund, 28. November. Eine furchtbare Explosion erfolgte Der Ministerpräsident gab hierauf einen historischen Nüdblid Lage ist also drohend. heute abend gegen 7% Uhr in der Dynamitfabrik Ardeh bei Annen. über die Kongofrage. Deutfches Reich. Die Detonation war so stark, daß sie fast im ganzen Industriebezirk Italien. Der Streit der Arbeiter der Gummitamm Komp. immer gehört wurde. In Annen wurden sämtliche Fenster zertrümmert, Hannover dauert unverändert fort. Da man geübte Leute aus eine große Anzahl Dächer abgedeckt und viele Türen aus den Orten mit Gummiindustrie nicht erhalten kann, wird jetzt durch die Gegenden versucht, Arbeitswillige heranzuziehen. Man will die Explosion. Kein einziges Haus blieb unbeschädigt. Die EinGeneralanzeigerpreffe und durch Agenten in den verschiedensten Angeln gehoben. Gegen 9 Uhr erfolgte eine zweite noch stärkere Bläge möglichst besetzen, um die Ausständigen zu entmutigen. wohner flüchten in furchtbarer Panik auf den Annener Berg, da Arbeiter, Kollegen allerorts, achtet auf dergleichen Werbungen, haltet aus dem Kellergeschoß noch eine dritte Explosion bevorsteht, deren den Zuzug fern. Dies ist die beste Unterſtügung. Wirkung die beiden ersten übertreffen wird. Nähere Einzelheiten Wir bitten alle Arbeiterblätter um Abbrud. fehlen bisher. Fabritarbeiterverband. Zahlstelle Hannover. Dortmund. Die der Fabrik am nächsten gelegenen Straßen Der Streit der Binnenschiffer ist nach einer Meldung des wurden polizeilich abgesperrt. Ueber die Zahl der Toten ist noch Wolffschen Bureaus, die vom„ Hamburger Echo" bestätigt wird, nichts Genaues zu ermitteln gewesen, doch dürfte ihre Zahl ziem nun wirklich beendet. Der Berliner Lloyd, die deutsch- österreichische Beamte, die Obstruktion treiben. Rom, den 26. November.( Eig. Ber.) Die Beamten der italienischen Zollbehörde werden vom morgigen Tage an Obstruktion treiben, d. h. sie werden durch wortgetreue Anwendung des Reglements die Erledigung der Zollrevisionen gefliffentlich verzögern. Es steht zu erwarten, daß sie dadurch den Verfehr in ausgedehnter Weise hemmen werden, da ihnen das Reglement freistellt, jeden Koffer oder Ballen öffnen zu lassen, jeden Wagen zu durchsuchen, von jeder Flüssigkeit eine Probe zu fordern u. dergl. Maßnahmen mehr, die man im Zeichen des Verkehrs" einzuführen für zwedmäßig hielt. Eine schwere Katastrophe Die Beamten haben sich zu diesem Schritt entschloffen, um vom Dampfschiffahrtsgesellschaft und die Neue Norddeutsche Flußlich bedeutend sein. Bis jetzt sind an hundert Arbeiter ins KrankenFinanzminister die seit Jahren geforderte Befferung ihrer Lage zu betreffend die Dresdener Vereinbarung in einem Schreiben an die dampfschiffahrts- Gesellschaft haben eine zustimmende Erklärung baus eingeliefert worden. erzwingen. Trotz der gewaltigen Vermehrung des Handels und Hamburger Handelstammer abgegeben, und da auch die Leitung Verkehrs hat in den letzten 20 Jahren die für die Gehälter der bes bafenarbeiterverbandes mit diesem Modus einverstanden i Letzte Nachrichten und Depefchen. Der römische Trambahnerstreit beendet. Rom, 28. November.( Privatdepesche des Borwärts".) Der Trambahnerstreit ist beendigt durch bedingungslose Aufnahme der ihrer Arbeitsbeschäftigung. Der Trambahnverkehr ist vollständig wieder hergestellt. Wieder ein Eisenbahnunfall. Zollbeamten ausgeworfene Summe, die vor 20 Jahren vier Millionen ist der Streit als beendet erklärt worden. Die an den verschiedenen betrug, eine Verminderung erfahren! Beamte, die mindestens die Elbe- und Havelpläßen weilenden Ausständigen sind bereits von technische Schule absolviert haben müssen und von denen viele sogar der Leitung des Hafenarbeiterverbandes von der Beendigung des Universitätsbildung haben, erhalten nach zehnjähriger Dienstzeit Ausstandes benachrichtigt worden. Mit der Wiederaufnahme der 150 Lire monatlich, nach achtzehnjähriger 180 Lire. Von einem Arbeit wurde gestern begonnen. Von seiten der Gesellschaften wird zurüdbehaltene Lohn sofort Gesamtpersonal bon 1500 Beamten befonmmen teine hundert das bei Wiederaufnahme der Arbeit ausbezahlt. Die wegen Kontrakt. werden, außer einer zeitweiligen Suspendierung der Streitführer von Magimalgehalt( 360 Lire monatlich). Maximalgehalt( 360 Lire monatlich). Dabei sind sie mit Arbeit bruches anhängig gemachten Klagen werden zurückgezogen. überlastet, da ihre Zahl in den letzten zwanzig Jahren stationär geblieben ist. Sie forderten nun die Vermehrung des Personals um Die Arbeiter der Glashütte Wisthoff u. Co. zu Steele hielten 120 Beamte und Gründung von 100 neuen Stellen mit 4000 gire abermals eine Versammlung ab. Der Bezirksleiter des„ ChristRottbus, 28. November.( Amtliche Meldung.) Heute nach Jahresgehalt. Der Finanzminister erklärte aber, er hätte feinlichen Steramarbeiterverbandes", Korr, teilte mit, daß er sich nochmals an Herrn Gewerberat& laufen Hagen gewandt habe. Geld für sie! Als Antwort auf diese Erklärung wurde eben die Sobalb diefer nochmals bei der Firma Wisthoff u. Co. vorstellig mittag 5 Uhr 20 Minuten fuhr auf Bahnhof Senftenberg infolge Obstruktion beschlossen. geworden und diese erklärt, bezüglich der Wiedereinstellung der Ge- Ueberfahrens des Haltefignals der von Kottbus tommende Gütermaßregelten und Zurücknahme der Kündigungen auf ihrem ab- aug 8750 den nach Lübbenau ausfahrenden Güterzug 3790 in die lehnenden Standpunkte zu verharren, werden sämtliche Arbeiter Flante. Acht Wagen wurden beschädigt, ein Schaffner ist leicht die Kündigung einreichen. Da auf der Steeler Glashütte verletzt worden. Der Personenverkehr wird durch Umsteigen an nach einer ganz eigenartigen Methode gearbeitet wird, sodaß fremde der Unfallstelle aufrecht erhalten. Die Betriebsstörung wird vorSülfsträfte dort nicht fertig werden können und andererseits feine Lagerbestände vorhanden find, wäre die Situation, wenn es zum aussichtlich sechs Stunden dauern. Streit fommt, für die Arbeiter günſtig. Die Regierung ergriff fofort Gegenmaßregeln. Sie hat die Direktoren der einzelnen Zolldepartements informiert, daß jeder Obstruktion treibende Beamte des Dienstes zu entheben ist! An feine Stelle treten Offiziere des Grenzwächterkorps. Auch steht es ben Direktoren frei, leberstunden bis zur Magimalgrenze des Neglements machen zu lassen. Spanien. Durch Erdmassen verschüttet. Stuttgart, 28. November.( B. H.) Durch einen Erdrutsch bei Nedarstraße wurden von sechs Arbeitern awei verschüttet und erst Ausgrabungsarbeiten bei einem Fabrikneubau in der Unteren als Leichen herausgezogen. Die anderen vier fonnten sich retten. Der österreichische Bod. Beharrt die Regierung bei diesem unflugen Widerstande, so ist Auch eine Bedrohung". Dem berühmten§ 158 wissen unsere es nicht ausgeschlossen, daß die Bewegung auf andere Kategorien Juristen eine Auslegungsfähigkeit abzugewinnen, die noch weit über überspringt und daß es zu Solidaritätsbezeugungen seitens anderer die des Groben Unfugparagraphen hinausgeht. Während des großen Staatsangestellten kommt. Bauarbeiterstreits in Nürnberg Fürth ging der Maurer Popp in Oberweihersbuch im Landbezirk an einem Neubau vorüber, an dem Madrid, 28. November. Das Kabinett hat seine Entlassung ein eine große Anzahl Arbeitswilliger beschäftigt war. Im Vorbeigehen gereicht.ließ er, mehr gebacht als gesprochen, die Worte fallen:" Die Sterle Wien, 28. November.( W. T. B.) In einer heute behufs sollten in die Luft gesprengt werden, man sollte eine Bombe hineinfchmeißen." Er hatte nicht bemerkt, daß ein Gendarm hinter ihm Stellungnahme aur Fleischfrage stattgehabten Besprechung bon ging, der diese Worte gehört hatte und ihn nun zur Rede stellte. agrarischen Abgeordneten ber verschiedenen Parteien, an welcher Die Folge war eine Anzeige wegen Bedrohung". Das Schöffen auch der Aderbauminister teilnahm, sprachen, der deutschen gericht Nürnberg sprach auch wirklich 14 Tage Gefängnis aus, ob- Correspondenz" zufolge, mehrere Redner dem Aderbauminister wohl sämtliche Arbeitswillige erklären mußten, daß sie die schred- ben lebhaftesten Dank für seine gegenüber den Fleischhauern beoblichen Worte überhaupt nicht gehört hatten. Im Urteil achtete Haltung aus und ersuchten ihn, auch fernerhin die agrawird bemerkt, als besonders strafverschärfend habe die gefährliche" rifchen Intereffen zu wahren. Es wurde heftig gegen den für Drohung in Betracht zu kommen.- Höher geht's nimmer! England. Abrüstung" London, 28. November.( B. H.) Die englische Regierung wandte sich an die russische mit der Bitte, ihr das Datum der nächsten Haager Konferenz mitzuteilen. Die russische Regierung hat hierauf erwidert, daß das Datum der Konferenz noch nicht festgesetzt werden könne, da die Antworten zweier Mächte noch ausständen. England ist entschlossen, auf der nächsten Haager Konferenz trots eventueller Weigerung Deutschlands zu verlangen, daß der Antrag auf Abrüstung zur Beratung gestellt wird. Gewerkschaftliches. Liberaler Schwindel. Auf der letzten Revierkonferenz der Ruhrbergleute hat der Bergarbeiterführer Effert gesagt: Die Ausschüsse gelten uns nur etwas, wenn sie von der Organisation gedeckt sind. So wird es von uns gehalten werden und wenn das Gefeß noch zehnmal besser gemacht würde."( Siehe ,, Vorwärts" vom 23. November er.) " " Diese Aeußerung benügt irgend ein Beilenschinder, um in der liberalen Augsb. Abendztg.", dem Organ der bayeri Sozialdemokratie schen Regierung, sich mächtig über die zu entrüften, die es immer so mache" und der ein Gesep nichts gelte, wenn sie es nicht zu ihren politischen Zweden benügen könne. Aus diesem Grunde habe die Partei gegen alle Gefeße" gestimmt, weil diese sie in der Verhegung der Arbeiter zu hindern schienen. Husland. " Sonntag beabsichtigten Demonstrationszug der Sozialdemokraten vor dem Rathause protestiert und die Notwendigkeit betont, die Bevölkerung bon maßgebender Seite darauf aufmerksam zu 7000 Eisenbahner aus der ganzen Schweiz, Angestellte der machen, daß nicht die Bauern, sondern die Zwischenhändler und Bundes-( Staats-) Bahnen, waren am Sonntag in Zürich ber die Wiener Fleischhauer an der Fleischverteuerung schuldig seien. sammelt, um zu verschiedenen aktuellen Fragen in ihren An- Aderbauminister Graf Auersperg dankte für die ihm gezollte Anftellungsverhältniffen Stellung zu nehmen. Aus den gefaßten Beserkennung und betonte, daß der augenblidliche Fleischmangel am schlüssen seien erwähnt die Urgierung von Teuerungszulagen, die Wiener Markte hauptsächlich auf den Abgang der sonst um diese schon im April 1906 burch eine bezügliche Eingabe berlangt wurden, Beit fälligen 60 000 Stüd Magertiere zurückzuführen sei. Er hoffe Revision des Besoldungsreglements und Festseßung eines täglichen jedoch in dieser Richtung Mittel und Wege zu finden, um einen Minimallohnes von 4 Fr. für die Betriebsarbeiter sowie ent- Ausgleich herbeizuführen Auf jeden Fall könnten die landwirtsprechende Erhöhung der Gehalts- und Lohn- Magimas, Revision schaftlichen Kreife bezüglich der Wahrnehmung ihrer Interessen des Ruhetagsgesetzes. Unsere Genossen Brandt, Albisser, Greulich feitens des Ackerbauministeriums beruhigt sein. Mehrere Redner und Aiby, Generalsekretär des Eisenbahnerverbandes, wirkten betonten die absolute Notwendigkeit des Festhaltens an der Grenzfperre und der Unterstübung der landwirtschaftlichen Kreise, sowie bei den Verhandlungen als leitende Personen mit. der Aufklärung des Bublifums über die wahre Sachlage, wobei barauf hingewiesen wurde, daß der Bichmangel eine Folge der legtjährigen Futternot fei. Bom schweizerischen Scharfmacherverband der Maschinenindustriellen ist dem Schweizer Metallarbeiterverband ein geheimes Sigungsprotokoll in die Hände geraten, aus. dem hervorgeht, daß der 96 Firmen mit 26 921 Arbeitern umfassende Verband im Jahre Wie ben Frommen Gefehe heilig sind. 1905 260 245 r. zu Streifversicherungszweden zusammenbrachte, Jle de Sein( Dep. Finistère), 28. November. Bei der heutigen woran mehrere Firmen in Schlieren, Rorschach und Basel Unter stübungen von 25 000 Fr., 18 000 Fr. und 3800 Fr. erhielten. Der Inventaraufnahme kam es hier zu ernsten Zusammenstößen, wobei Direktor Funk von der Belbefchen Metallwarenfabrit in Thun 12 Gendarmen verwundet wurden. Drei Personen wurden verengagierte bei ber Polizei Boligiften su je 4 Fr. Extrabelohnung haftet. pro Tag, um die streifenden Arbeiter nieberzuhalten. Als er dann Um diese Entrüstung an den Mann bringen zu können, bie Summe von 5479,75 Fr. an Polizistenlöhnen zahlen sollte, Lohnbewegung von Eisenbahnangestellten. wird aus Effert ein Herr Genoffe" gemacht, während seit weigerte er fich deffen, aber eingeholte juristische Gutachten kamen Birmingham, 28. November.( W. T. B.) Eine heute hier deni legten Bergarbeiterstreik doch der Redakteur eines jeden zu dem Schluffe, daß fein Unternehmer verpflichtet sei, dem Etaate aufammengetretene Konferenz der Eisenbahnangestellten beschloß, Säfeblättchens weiß, daß Effert Führer der christlichen finanzielle Opfer zu bringen für den ihm gewährten Schutz der den achtstündigen Arbeitstag, 25 Bros. Lohnaufschlag für NeberBergarbeiter ist. Das geniert natürlich das vornehme Arbeitswilligen durch Polizei oder Militär, daß aber der Direktor stunden und 50 Proz. für Sonntagsdienste zu fordern, ferner eine bayerische Beamtenevangelium gar nicht, denn im Stampfe bezahlen solle, weil er es versprochen habe und der Staat ihn des- allgemeine Erhöhung der Bezüge aller Dienstgrade um 2 Schilling gegen die Sozialdemokratie sind ihm auch die schäbigsten halb gerichtlich belangen fönnte. Die scharfmacherischen Verbands. bie Woche. Mittel recht.genoffen" mögen aber zukünftig solche Versprechen nicht mehr machen. Ein staatliches Bintertontum welche Korruption in der demokratischen Republi!! Berlin und Umgegend. Bewegung der Schirmmacher. Von den Tarifen, welche im Oftober für die Näherinnen und Schirmmacher in der Heimindustrie eingeschickt worden sind, hat Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.; Freundschaftsbeweise. Tokio, 28. November.( Meldung der Agence Havas.) Ein startes japanisches Geschwader wird im nächsten Jahre unter Abgelehnt haben den Einheitstarif für das deutschschweizerische Führung des Bringen Fushimi nach England gehen, um den von Buchbrucgewerbe die Buchdrucker in Basel, und zwar einstimmig. Herzog von Connaught mit dem englischen Geschwader in Japan Der Hauptgrund der Verwerfung ist die 6jährige Vertragsbauer. abgestattetea Befuch zu erwidern. .Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen n. Unterhaltungsblatt Mr. 278. 23. Jahrgang. Reichstag. nachmittags 1 Uhr. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 29. November 1906. 128. Sizung vom Mittwoch, den 28. November, Am Bundesratstische: Reichskanzler b. Bülow, Dern bura, Frhr. v. Stengel, b. Tschirschky, Krätte. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des ersten und sweiten Nachtrags zum Reichshaushaltsetat für die Schuggebiete. ( 29 228 000 m. infolge Verstärkung der Schußtruppe zur Niederwerfung des Eingeborenenaufstandes und 8 900 000 m. zum Bau der Eisenbahn Kubub- Keetmanshoop, 1. Rate.) Auf Vorschlag des Präsidenten wird die Beratung beider Gesezentwürfe mit einander verbunden. Reichskanzler v. Bülow: Ich benuße die erste mir gebotene Gelegenheit, um mich in diesem hohen Hause über unsere Kolonialangelegenheiten auszusprechen. Wir befinden uns auf diesem Gebiete in einer ernsten Strifis. Unsere Kolonien haben uns die schwersten Opfer an Gut und Blut auferlegt. Dank der über jedes Lob erhabenen Bravour unferer Truppen ist es nach dreijährigem schweren Kampfe gelungen, den Widerstand des Gegners zu brechen. Trotzdem wird es leider noch einige Zeit dauern, bis völlige Ruhe und Sicherheit in unser Schutzgebiet wieder einziehen. Die Kriegführung auf so weite Entfernung und unter so schwierigen Verhältnissen hat bisher schon enorme Summen gekostet, und weitere große Summen werden für die Beendigung des Krieges, für die Wiederaufrichtung des Schußgebietes und seine wirtschaftliche Erschließung erforderlich fein. Das alles räume ich ein. Wenn ich aber heute vor die Nation treten und sagen wollte, es geht nicht zu machen, wenn ich, wie weiland Hannibal Fischer in Frankfurt vorschlug, die deutsche Flotte zu verkaufen, wenn ich entsprechend heute vor schlagen wollte, die Kolonien preiszugeben und sich selbst zu überlaffen, so würde das deutsche Volt empört sein, und mit Recht. In der Flotte sah man damals ein schlechtes Geschäft und warf deshalb die Flinte ins Korn in einem Momente moralischer Depression, wie sie nicht nur einzelne, sondern auch ein ganzes Bolt befallen. Ich bin gewiß, es wird sich kein deutscher Reichstag und tein Reichskanzler finden, welcher die Verantwortung übernähme, unsere Kolonien aus unserm Soll und Haben auszuftreichen. ( Bravo! bei den Nationalliberalen.) Darin würde sich nicht nur unangebrachte Kleinmut zeigen, sondern auch Mangel an Einsicht in die treibenden Kräfte der Entwickelung der Völker.( Sehr richtig! bei den Nationalliberalen.) Die Frage steht nicht so, ob wir folonisieren wollen oder nicht, sondern zehrte. wir müssen tolonifieren, freude soll ja die reinste Freude sein.( Seiterkeit.) Aber Deutsche verwaltung nicht untersteht, zugegangen, weiter eine Deutschrift über im Auslande haben mir versichert, daß Deutschlands Ansehen das die finanzielle Entwidelung der deutschen Schutzgebiete ohne durch außerordentlich geschädigt wurde.( hört! hört! rechts.) Im Kiautschou. Eine weitere Denkschrift über den Eisenbahnbau in Afrika es existiere bei uns kaum noch ein ordentlicher pflichttreuer Weitere Denkschriften werden folgen. Ich bin darauf gefaßt, daß Ausland glaubte man, bei uns wären Milliarden gestohlen und feitens der europäischen Nationen befindet sich in Vorbereitung. Beamter. Demgegenüber will ich vor der ganzen Welt feststellen, mein Urteil für zu günstig angesehen wird. Ja, ich wage das harte daß der deutsche Beamtenstand von keinem anderen übertroffen Wort, daß ich für einen Optimisten gehalten werden könnte.( Buruf wird.( Lebhafte Zustimmung rechts, Burufe lints: Hat niemand bei den Sozialdemokraten:„ Das ist ja offiziell!" Heiterfeit.) bestritten!) Andere Kolonialvölker haben Unzuträglichkeiten in Man wünschte, daß ich lediglich mit dem eisernen Besen, den man weit größerem Umfange erfahren als wir. Die Engländer, Fran- mir liebenswürdiger Weise in die Hand gedrückt hat, und mit einem zosen, Amerikaner haben ganz andere Standale überwunden als Topf schwarzer Farbe erschienen wäre.( Heiterkeit.) Aber ich freue wir. Gegen schuldige Beamte werde ich rücksichtslos einschreiten, mich, feststellen zu können, daß das deutsche Kolonialwesen sich in aber auf unsern Beamtenstand kann das deutsche Volt mit Stolz verständigen Bahnen bewegt, daß in den letzten 20 Jahren sehr bliden.( Beifall rechts.) Ich bitte Sie, uns die Mittel zu be- Erhebliches geschaffen ist und daß die Aussichton für die Zukunft willigen, die zur Niederwerfung des Aufstandes in den Kolonien gute find. als notwendig erachtet werden. Damit leisten Sie auch dem VaterDas deutsche Kapital in den Schuhgebieten lande einen guten Dienst.( Beifall rechts.) Kolonialdirektor Dernburg: übersteigt bereits die Summe von 370 Millionen Mark, woran das Reich mit 60 Millionen beteiligt ist. 250 Millionen des angelegten Kapitals sind bereits rentabel; ungefähr hundert Millionen befinden fich in werdender Rentabilität, und eine verhältnismäßig kleine Summe ist unrentabel angelegt. Angefochten ist unsere Ich habe mein Amt in der Hoffnung übernommen, daß es mir gelingen wird, gesunde Zustände auf dem Gebiete der Kolonialverwaltung zu schaffen, und in der Hoffnung, für meine Arbeit die Unterstützung der Vertreter des deutschen Bolles zu erhalten. ZuAbschäzung des Wertes der Anlagen der Eingeborenen, gleich hoffte ich, daß die vielen Opfer, die das deutsche Volk für den wir fagen aber nicht, daß der Wert des Grund und Bodens mit den Kolonialbefiz gebracht hat, durch entsprechende Erfolge wieder wett ge- darauf wachsenden Kulturen rund 616 Millionen Mark beträgt, macht werden könnten. Selbstverständlich mußte meine erste Aufgabe das fondern wir wollten nur in Form einer Summe schätzen, was heute Studium der Beschlüsse und Verhandlungen dieses hohen Hauses sein. Zu- bereits die Eingeborenenwirtschaft für die nationalen und wirtschaftnächst und hauptsächlich hat mich die Resolution des Reichstages beschäftigt, lichen Bedürfnisse an Diensten leistet. Das Resultat ist erstaunlich welche verlangte, daß die Reichsregierung alle sogenannten Monopol-( Sehr richtig! und Heiterkeit bei den Sozialdemokraten), weil es verträge lösen möge, welche über ein Jahr hinauslaufen. Dazu ohne die notwendigen Verkehrswege erreicht ist.( Buruf bei den kann ich mitteilen: Der Vertrag mit der Firma Tippelskirch u. Co. Sozialdemokraten:" Ohne alle Apparate"! Große Heiterfeit.) Daß nur ist gelöst.( Bravo! im Zentrum. Hört! hört! lints.) Das Reich 17 Proz. des gesamten europäischen Kapitals Anlagen des Reiches leistet dieser Firma keine Entschädigung, vielmehr wird die Firma noch sind, beweist, daß vom Reich noch nicht genügend in den Schuhgebieten eine Herauszahlung an das Reich leisten. Die ihr erteilten eingegriffen ist. Die der Denkschrift beigefügten Tabellen zeigen ein Aufträge sind auf die Hälfte zurückgenommen. Man hätte den Vertrag vielleicht nicht bis zum 31. März 1907 auszudehnen brauchen, doch hat die Reichsregierung hier Rücksicht auf die von der Firma beschäftigten 447 Arbeiter genommen.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Die Firma tritt am 1. April 1907 in Liquidation. Die Firma Riedel lebhaftes Anfteigen und Fortschreiten der Einnahmen." nicht die für die Soldaten eingerechnet werden. Als 1870/71 DeutschIn die Kosten für die Zivilverwaltung durften selbstverständlich land mit Blut und Eisen zusammengefügt wurde, hat man die Reichslande wieder an sich genommen, und jedermann ist überzeugt, baß sie gehalten werden müssen, aber niemand ist es eingefallen, eine Rechnung aufzumachen, ob ihr Erwerb wirtschaftlich gewesen die wir nicht aufgeben können. Die Ausgaben für die Truppen find wäre. Auch die Kolonien sind ein Teil von Deutschlands Weltmacht, Ausgaben im Interesse des Ansehens des Deutschen Reiches und gehören nicht in den Kolonialetat. In der zweiten Denkschrift sollen die Zustände in Algier hat sich zu Verhandlungen über den Umfang ihres Lieferungsvertrages bereit erklärt. Die Bestellpflicht des Reiches ist auf diejenigen Gegen stände beschränkt, die die Firma nach der Natur ihres Betriebes selbst liefern kann. Der Transportvertrag mit der Firma Wörmann ist auf den 31. Dezember des laufenden Jahres gekündigt worden.( Lebhafter Beifall.) Die Militärberfrachtung sowie die Verfrachtung der Ziviltwie jedes Volt, das sich eines gesunden Wachstums erfreut. Des. güter ist auf die Seetransportabteilung des Marineamts übertragen halb sind auch die Deutschen seit ihrem Eintritt in die Welt worden. Gegen die Firma Wörmann sind zwei oder drei Konkurrenz- nicht etwa allgemein mit den in unseren Kolonien verglichen werden. geschichte ein kolonisierendes Volk gewesen, und das werden wir unternehmungen ins Leben gerufen. Von einem Monopol kann hier Aber es zeigt sich doch, daß der Befiz von Algier eine Unterbilang auch bleiben. Nur in den Zeiten nationaler Uneinigkeit und Ohn- nicht mehr die Rede sein. Die Reichsverwaltung hat nicht die von 6 Milliarden Frank für Frankreich kostet, also mehr als die macht gingen die über die Landesgrenzen hinausdringenden Kräfte Absicht, mit dieser Firma einen neuen Vertrag abzuschließen. ganze französische Kriegsentschädigung. Wir sind mit der ZivilAlle diese Verträge hatten den Fehler, verwaltung in unseren Kolonien gerade so weit, wie Frankreich in für unser Volt verloren, während Deutschland sich in häßlichen( Lebhafter Beifall.) tonfessionellen und törichten partikularistischen Streitigkeiten ver- baß jie geschlossen waren, ohne Kenntnis des Umfanges der An- Algier nach 70jährigem Besiz. Eine größere Selbständigkeit der tonfeffionellen und törichten partikularistischen Streitigkeiten verschaffungen oder der Berschiffungen des Reiches!( Sehr wahr!) Sie Stolonien ist wünschenswert fowie daß Einnahmen und Ausgaben Mit der wirtschaftlichen Erstarkung Deutschlands entstanden beruhten auf dem Gedanken, durch Sicherung einer gewissen Be- fich decken. Aber für militärischen Schutz und Kredit bleiben sie auf auch bedeutende Unternehmungen in überseeischen Ländern, welche fchäftigung die Firmen zu Einrichtungen zu veranlassen, welche dem das Mutterland angewiesen. Die wirtschaftliche Erschließung der Kolonien foll nach taufauf die Dauer des Schutzes durch die Machtmittel des Mutter- Reiche und den Kolonien nüßten. Man hatte hierbei das natürliche landes nicht entbehren tönnen. Als das Ausland merkte, wie viel Wachstum unserer Kolonien unterschätzt, und die Preise, welche bei männischen Grundsägen erfolgen. Daraus werden sich die Gesamtfaufmännischer Unternehmungsgeist und wirtschaftliche Energie dem ursprünglich in Aussicht genommenen geringen Quantum durch ausgaben ergeben, um welche es fich handelt, doch soll das hohe nach Entfaltung drängte, versuchte man uns Hindernisse in den aus raisonnabel( verständig) waren, batten bei der erheblichen Er- Haus nicht auf das ganze Programm oder auf einzelne Teile feftWeg zu legen und uns den Vorsprung nicht zu lassen, welchen höhung aller Quanten jede Raison verloren.( Sehr richtig!) gelegt werden.( Lachen links.) Es werden vielmehr immer nur politische Macht und territorialer Besib auch auf wirtschaftlichem Solche Fehler lassen sich vermeiden und werden in Zukunft ver- die Mittel verlangt werden, die nach Maßgabe der Entwickelung notwendig sind und nach Ansicht der Regierung nach der GesamtGebiete gewähren. Und doch war es für das deutsche Bolt not- mieden werden.( Vielfaches Bravo!) Der Landungsvertrag mit der Firma Wörmann für Lüderig lage des Reichshaushaltsetats möglich find. Freilich darf man neben wendig, im folonialen Wettbewerb nicht allzusehr zurückzubleiben. Fürst Bismard verhielt sich im ersten Jahrzehnt nach der Reichs- bucht und Swakopmund ist zum 31. Dezember 1907 gefündigt den reinwirtschaftlichen Punkten nicht vergessen, daß die Eisenbahnen gründung den kolonialen Bestrebungen gegenüber ablehnend. Dies worden. Eine Möglichkeit, ihn sofort aufzulösen, bestand nicht, beweist am besten, daß ein späteres aftives Eingreifen und die zumal wir nicht wußten, was sofort an seine Stelle hätte treten 1884 und 1885 Schlag auf Schlag erfolgten Erwerbungen in tönnen. Weiter sind die haben. Man kann zwar nicht beweisen, daß der Aufstand in SüdwestPolynesien und Afrika nicht auf plöblichen Eingebungen, sondern Borbereitungen für ein Rechnungsgeset afrika nicht ausgebrochen wäre, aber sicher hat der Mangel einer auf reiflicher Abwägung der wirtschaftlichen und politischen Not- geschaffen worden; denn so können die gegenwärtigen Zustände nicht hinreichenden Organisation in den Kolonien und dazu gehören wendigkeit beruhten. Von der Ueberzeugung, daß der damals vom weitergehen.( Lebhafter Beifall.) Das Recht des Reichstages auf die Eisenbahnen das Reich zwischen 100 und 150 Millionen Mart Fürsten Bismard betretene Weg der richtige ist, werden wir uns raschere Vorlegung der Rechnungen muß besser gewahrt werden. gekostet.( hört! hört! rechts.) mit der Hälfte dieser Summe hätten deshalb nicht abbringen lassen, weil wir uns gegenwärtig in einer An der bisherigen Langfamkeit hat nicht die Kolonialzentralverwaltung alle Eisenbahnen in den Kolonien gebaut werden können. Strifis befinden.( Bravo! rechts.) zur Gesundung genügt nicht schuld, sondern der Fehler lag an der Organisation, wie dies der( Lebhaftes hört! hört! rechts und bei den Nationalliberalen.) das Niederwerfen eines Aufstandes, sondern es müssen auch Fehler Rechnungshof schon bei der Prüfung von 1896 eingehend nachgewiesen Ich werde die einzelnen Kolonien besuchen, um den in der Kolonialverwaltung vermieden und hat.( Hört! hört!) Ein vollständig ausgearbeitetes Programm fann ich Ihnen natürlich noch nicht vorlegen, doch möchte ich schon jetzt auch eine große Bedeutung für die Sicherheit des Schußgebietes Kontakt zwischen den Kolonien und Berlin bie augenscheinlichen Mißstände zu schaffen. Erst wenn man draußen weiß, daß es in der Kolonialbeseitigt werden. Bor zwei Jahren bereits entwickelte ich hier die verwaltung noch andere Dinge gibt als einen grünen Tisch und ein Grundzüge einer Reorganisation für die Kolonialverwaltung, ihre einige Grundfäte für meine weitere Arbeit großes Tintenfaß, wird man wieder Vertrauen zu der Verwaltung Loslösung vom Auswärtigen Amt und die Errichtung eines aussprechen: Das Ziel der Kolonialverwaltung muß sein die Schaffung bekommen.( Sehr richtig 1) Durch die Ablehnung der Fortsehung der selbständigen Kolonialamts, das von diesem hohen Hause in zweiter von mit dem Vaterlande eng verbundenen, administrativ un Bahn Lüderitbucht- Ketmanshoop nach Kubub ist keine wesentliche EinLesung mit stattlicher Mehrheit angenommen, in dritter Lesung abhängigen und wirtschaftlich gefunden Kolonien. Hierzu ist zu- buße entstanden.( Hört! hört! links.) Ich will auch nicht verschweigen, während meiner Krankheit abgelehnt worden ist. Die verbündeten nächst die Schaffung eines leistungsfähigen Beamtenstandes not- daß von militärischer Seite öfter der Wunsch ausgedrückt worden Regierungen halten die Schaffung eines selbständigen Kolonial. wendig. Dazu bedarf es der gefeßlichen Sicherstellung ihrer Rechte ist, schon vor dem Zusammentritt dieses Hauses weiter zu amts nach wie vor für notwendig.( Sehr wahr! rechts.) Neben und Pflichten. Der Reichstag hat wiederholt eine gefeßliche Regelung bauen!!( hört! hört! links.) Die Regierung hat fich hierzu den Organisationsfragen ist es notwendig, das Interesse und Ver- biefer Materie gewünscht. Ich hoffe, daß eine solche in nicht allzu nicht für befugt gehalten, wohl aber hat sich die Baufirma bereit ständnis für unsere Kolonien in unserer Geschäfts- und Bankwelt langer Zeit erfolgen wird.( Lebhafter Beifall.) Die wirklichen Bu- erklärt, auf eigene Kosten und auf eigenes Risiko und ohne daß zu heben, unsern Handel und unsere Industrie daran zu beteiligen. stände in unseren Kolonien werden nicht durch die Einrichtungen, daraus Verpflichtungen für das Reich erwachsen, die für den Deshalb habe ich bei der Wahl eines Nachfolgers für den Prinzen sondern durch die Personen bestimmt. Weiterbau erforderlichen Materialien nach Lüderitzbucht zu senden. Hohenlohe in erster Linie nach einem Manne mit wirtschaftlichen Für den Kolonialdienst ist der beste Mann und Charakter gerade Man hat und kaufmännischen Eigenschaften gesucht, die bisher in unserer gut genug.( Stürmischer Beifall.) Eine absolut fleckenlose weiße Wäsche ist die Frage der Zurückziehung der Truppen Kolonialverwaltung fehr zu ihrem Schaden gefehlt hatten. Schon bie erste Borbedingung für den Kolonialbeamten.( Heiterfeit und aufgeworfen. Bisher haben alle Solonialmächte einen derartigen bor 9 Jahren als Staatssekretär des Aeußeren hätte ich gern Beifall.) Jeder Solonialbeamte muß sich der hohen Pflichten feines Schritt streng vermieden. Eine solche Zurückziehung würde in ganz einen Mann des praktischen Erwerbslebens an die Spike unserer Amtes in jeder Sekunde bewußt sein.( Lebhafter Beifall.) Die Afrika die äthiopische Bewegung fördern und schließlich zu neuen Kolonialverwaltung gestellt, doch blieben meine Bemühungen das Berwaltung wird alle Verfehlungen unnachfichtlich strafen, aber fie Aufständen führen. Alle europäischen Mächte find in bezug auf ihre mals erfolglos. Ein angesehener Hanseatischer Kaufmann ließ wird auch den glücklicherweise weit überwiegenden Teil unserer Gingeborenenpolitik folidarisch. Ein Nachgeben Deutschlands im mir damals sagen, er verdiene am Morgen sein schönes Geld an Stolonialbeamten, der unter schwierigen Verhältnissen und bei keines Hottentottenfriege würde für alle Weißen in Afrika verhängnisvoll der Börse, am Nachmittag fahre er mit zwei schönen Füchsen aufs wegs glänzender Bezahlung treu seiner Pflicht genügt, bon fein.( Sehr richtig I rechts.) Die gegenwärtige Bahnforderung beLand, da werde er sich schön hüten, die Schindereien auf sich zu amtswegen gegen unberechtigte und heimtückische Angriffe deutet das beste Wittel, die bauernde Belastung durch die Kriegs nehmen, die das Amt eines Kolonialdirektors mit sich bringe. schützen.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Wir werden, soweit führung in Afrika zu verhindern. Die Masse der Truppen läßt sich ( Seiterkeit.) Es freut mich, daß es jetzt endlich gelungen ist, jenen Angriffe fich als Verleumdungen Ehrenkränkungen bar vermindern, wenn durch Bahnen die Schnelligkeit der Belvegung gesunden Gedanken zu verwirklichen. Das Haus bitte ich aber um stellen, gegen die Beleidiger und Verleumder vorgehen! Der erhöht wird. Der Northern Pacific jagte man nach, daß sie durch Vertrauen für den neuen Herrn in der Kolonialverwaltung; Reichskanzler hat auf meinen Antrag eine aus zwei Richtern und wasserlose Wüsten gehe, und sie hat Gebiete bon ause denn nur bei vollem gegenseitigen Vertrauen lassen sich unsere einem Staatsanwalt, Leuten, die mit der Kolonialverwaltung nie gezeichneter Fruchtbarkeit und bon ungeahnten Mineralschäßen Aufgaben auf kolonialpolitischem Gebiete lösen; sie bestehen nicht etwas zu tun hatten, bestehende Kommission niedergefeßt, um die bis- erschlossen. Es ist fraglich, ob sich etwas Aehnliches in Südnur in der wirtschaftlichen Erschließung der Kolonien, sondern auch her erhobenen Anschuldigungen zu untersuchen.( Sehr gut!) Das westafrika zeigen wird.( Sehr richtig! links.) Aber die Mög in der Beseitigung augenscheinlicher Mißstände in der Kolonial- Resultat der eingehenden Untersuchungen wird dem hohen Hause lichkeit besteht. Ich möchte da auch an die anatolische Bahn verwaltung.( ört! hört! links und im Zentrum.) Bertuschungserinnern, die der bestens bekannte verstorbene Reichstags- Abgeordnete politik habe ich nicht getrieben, sondern stets eingegriffen, sobald mitgeteilt werden. Eine weitere Boraussetzung für das Gedeihen der Kolonien find v. Siemens ins Leben rief und die den Wert des Bodens um ich Kenntnis von einem Verdacht erhielt. ,, Kultureinrichtungen". 150-275 Proz. gesteigert hat. Die geforderte Bahn wird in den Dazu gehört auch ein gutes Einverständnis mit den verdienstvollen nächsten 10 Jahren noch nicht 25 Millionen Mart tosten, ist durch Erkenntnis des taiserlichen Disziplinarhofs vom 2. April Miffionsgesellschaften und Missionaren. Bei der Etatsberatung und diese Kosten werden sich sicherlich decken und rentieren. 1906 aus dem Amte entlassen worden, weil er von geheimen Schrift wird fich ausführlicher über diefen Gegenstand sprechen Ich habe mir vorbehalten, am Schlusse ein Resümee fiber die stücken einen die Amtsverschiegenheit berlebenden Gebrauch gemacht lassen. Dringend notwendig ist es, die Kolonien die Kolonien finanzielle bisherigen wirtschaftlichen Erfolge in ben Kolonien zu geben. Auf hatte. In den Entscheidungsgründen heißt es auch, daß er dem selbständig zu stellen, d. H. fie auf ihre eigenen Ein- Grund der Denkschrift läßt es sich erweisen, daß die Kolonien tats Reichstangler mit der Veröffentlichung angeblicher Mißstände ge- nahmen zu bafieren. Inbezug auf Boden, Kultur und Bergbau find fächlich wirtschaftlich ausnutzbar sind. Die Ausnutzung hat aber droht habe, um ihn seinen Ansprüchen geneigt zu machen. Vor- in der Vergangenheit mehrere Fehler gemacht worden, die sich in faum erst begonnen, da das deutsche Kapital bisher versagt hat. geworfen ist mir auch, ich hätte mich nicht genügend um die von dessen glücklicherweise zum Teil noch verbessern lassen. Insbesondere Tippelskirch ist dringend notwendig die Schaffung von Verkehrswegen; dem gelieferten Stiefel und Mäntel gefümmert. Man fann doch im gerade hier rächt sich jeder Fehler schwer und fostet ungezählte Ernst nicht von dem Reichskanzler verlangen, daß er bei seinen Summen. sonstigen Geschäften auch noch für die Stiefel und Mäntel sorgen Als ich ein Kaufmann zur Durchführung kaufmännischer foll.( Große Heiterfeit rechts.) Ich kann nicht alle Winkel durch. Prinzipien in die Stolonialverwaltung berufen wurde, ließ ich zustöbern.( Unruhe links.) Ich habe die Pflicht, einzuschreiten, wenn nächst eine fich Unregelmäßigkeiten herausstellen, und diese Pflicht habe ich Der Beamere Pöplau Juventur erfüllt und werde ich erfüllen.( Beifall bei den Nationalliberalen.) über den gegenwärtigen Stand aufstellen. Diese Arbeit kann ich In der Breffe find die Misstände ungeheuerlich übertrieben worden. natürlich noch nicht in vollem Umfange vorlegen. Zunächst ist den ( Sehr richtig! rechts.) Jeder einzelne Fall wurde als typisch be- Hause eine Denkschrift über die deutschen Kapitalinteressen in den jandelt und breitaetreten.( Sehr richtig! rechts.) Die Schaden- deutschen Schutzgebieten ohne Kiautschou, welches der KolonialDer Kolonialverwaltung muß allerdings der Vorwurf gemacht werden, daß fie es in diefer Beziehung an der nötigen Führerschaft hat fehlen lassen. Die Bibilverwaltung der Kolonien erfordert keine dauernden Zuschüsse, sondern fie dect alle eigener Aber neben diesen Sosten, wie fich leicht nachrechnen läßt. materiellen Gesichtspunkten sind auch ethische Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Deutschland till nicht territorial erobern, aber es ist das Land der stärksten Volksvermehrung und muß einem Teile des Voltes Gelegenheit geben, seinen Unternehmungsgeist frei zu Betätigen.( Lautes Lachen bei den Soz.) Die Kolonialkriege haben wenigftens das Gnte, daß fie Charaktere erziehen!( Erneutes Lachen Bei den Sozialdemokraten.) DaZ muß dem Volke in seiner ganzen Breite zugute kommen. Allerdings müssen wir uns bei der Be- urteilung kolonialer Angelegenheiten-in einer freieren Atmosphäre bewegen und e§ vermeiden, das menschliche und allzninenschliche in verbissener Selbstzerfleischnng ständig ans Licht zu zerren. �Lebhafter Beifall rechts; Lachen links.) Hoffentlich gelingt es, die Nebel zu lüften, die sich zwischen die deutsche Nation und die aufgehende Sanne ihrer Kolonialpolitik drängen. Wir arbeiten im Sinne des BiSmarckschen Gedankens, den er 1867 in einem Rund- schreiben an die preußischen Vertreter aussprach: Wir wollen den Strom der nationalen Entwickeluna in ein Bett leiten, in dem er nicht zerstörend, sondern befruchtend wirkt. Unsere koloniale EntWickelung kann auch den anderen Nationen nur will- kommen sein. Sowohl ethische wie materielle und allgemein politische Gesichtspunkte lassen unseren Kolonialbesitz als eine Gunst des Geschickes erscheinen.(Bravo! rechts.) Es soll einst ein Denk- mal für deutschen Fleiß, deutsche Tüchtigkeit, deutsche Kultur sein. (Lebhafter Beifall rechts. Lachen bei den Sozialdemokraten.) Abg. SchSdler(Z.): Der neue Herr der Kolonialverwaltung hat sich persönlich nicht unvorteilhaft vorgestellt;(Große Heiterkeit.) jedenfalls besser und vorteilhafter, als es durch die Denkschriften aus der Kolonial- Verwaltung geschehen ist.— Der Reichskanzler hat unseren Truppen in den Kolonien hohes Lob gespendet, namentlich angesichts ihrer schweren Aufgaben. Um so erwünschter ist ihre baldige Rückkehr. Der Reichskanzler sagte, der Hauptwiderstand sei gebrochen; hieraus ergibt sich als Konsequenz die Möglichkeit einer schnelleren Zurück- beförderung der Truppen.(Sehr gut! im Zentrum.) Unsere Kolonialpolitik macht eine ernste KrifiS durch, die durch die Bezeichnung.Kolonialskandal" gekennzeichnet wird. Es hat den ganzen Sommer über getröpfelt.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: „Gegoffen!" Große Heiterkeit.) Darüber sind die Ansichten ver- schieden. Es kam bald diese, bald jene Enthüllung, sodaß man wünschte, man möchte dem grausamen Spiel ein Ende machen und de» ganzen Müllwagen auf einmal leeren statt in einzelnen Kübeln. In der Presse wurde gesagt, daS Zentrum frondiere gegen den Reichskanzler.(Zuruf bei den Sozialdemokraten: Oh I) Als Beweis dafür, daß das Zentrum so schwarze Gedanken hege— (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Nun, Sie sagen doch, unsere Gedanken seien schwarz. Wenigstens ist die Farbe waschecht. (Schallende Heiterkeit, in der die nächsten Worte des Redners ver- loren gehen.) Der Abg. Erzbergcr hat den Finger in die Wunde gelegt, und dafür hat er sich Dank von der Regierung und vom Volke verdient. Wir identifizieren uns nicht mit ihm! (Ah I bei den Sozialdemokraten.) Aber wir haben auch gar keinen Grund, ihn zu desavouieren. Maßgebend für uns ist sein Material, soweit es stichhaltig ist.(Hört! hört! bei den Sozial- demokraten.) Der Reichskanzler sagte, durch die Besprechung der Mißstände in der Presse sei unser Kredit geschädigt; aber der Kredit ist geschädigt durch die Mißstände; durch die Besprechung derselben kann er höchstens wieder gehoben werden. Der Abg. Erzberger hat sich nicht gegen den Kolonialbesitz gewendet, sondern gegen die Mißstände in der Kolonialverwaltung, und das ist auch die Politik des Zentrums. Wir wünschen eine verständige Würdigung unserer finanziellen Leistungsfähigkeit. Das betone ich vor allem angesichts der weit- ausschauenden Pläne des neuen Herrn. Sein Vorgänger ist amts- müde geschieden. Interessant wäre es ja zu erfahren, woher ihm die Zusage geworden ist, daß— wie aus seiner Abschiedsrede an die Beamten hervorgeht— ein neues selbständiges Kolonial- amt gegründet werden soll. Wir werden diese Frage, wenn sie an uns herantritt, prüfen, wie wir sie nn Frühjahr geprüft haben, und unsere Entscheidung nach dem Ausfall der Prüfung treffen.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Interessant wäre es ferner, zu erfahren, wie es sich mit dem viel- besprochenen Zuschuß oder besser B o r s ch u ß(Heiterkeit) verhält.— WaS den neuen Herrn betrifft— mögen die Gründe, welche zu seiner Entdeckung oder Selbstentdeckung(Große Heiterkeit.) geführt haben, sein wie sie wollen— so begrüßen wir es unter anderm, daß er hinsichtlich reiner Hände im lukrativen Geschäft älteren Geschlechtern ein gutes Beispiel gegeben hat, aber alles in allem wird er zuerst die Probe bestehen müssen. Eine Zeitschrift hat Herrn Deruburg gewarnt: er möge sich vor dem Zentrum hüten(Heiterkeit) und vor den Missionaren. DaS Zentrum sei kolonialfeindlich. Diese Behauptung ist längst widerlegt. Wir find nicht Feinde der Kolonialpolitik, aber der Kolonial- skandale. Hier nicht zu vertuschen, sondern mit starker Hand zuzu- greisen, halten wir für die Aufgabe der Kolonialverwaltung, bei deren Erfüllung wir gern behülflich sein werden. Der Herr Reichskanzler hat ja einen Teil der gemachten Fehler zugegeben, aber gemeint, man habe die Sachen viel zu sehr verallgemeinert, und er hat auf andere Länder verwiesen, wo man diese Sachen viel„netter" so- zusagen behandelt habe. Mir scheint, daß ihm bei dem Eifer, eine vermeintliche Verallgemeinerung zu tadeln, selbst der Fehler der Verallgemeinerung unterlaufen ist. Sehr bedauert habe ich, daß der Herr Reichskanzler zu der Frage der Eingeborenenbehandlung kein Wort gesagt hat. Er hat sich vielleicht gedacht, daß in der Debatte der Herr Kolonialsekretär—(Heiterkeit links)— Sie können es ja als Omen nehmen, wenn Sie wollen, aber hüten Sie sich vor den falschen Propheten.(Heiterkeit links.) Der Herr Kolonialdirektor selbst soll ja im Gegensatz zu seinen Amtsvorgaugern sehr pünktlich sein und Punkt V Uhr im Automobil vorfahren(Heiterkeit), sowie sich um alles Wichtige selbst kümmern. Nach dem, was verlautet ist— ich kann es kaum glauben— scheint das in der Tat sehr wichtig zu sein; denn nach der bisherigen Praxis soll der Kolonialdirektor die meisten Eingaben überhaupt nicht er- halten haben, ja manche wichtige Entscheidung soll ohne Wissen deS Kolonialdirektors ins Land gegange» sein! Der Herr Reichskanzler nieinte, er könne doch nicht noch die Schuhe und Stiefel der Kolonialtruppen untersuchen. Das hat auch gar kein Mensch von ihin verlangt.(Sehr richsig!) Aber das ist Sache der Verwaltung und eine Frage der Organisaston. ES müssen geschäftsgewandte Leute an der Spitze stehen, damit die Verwaltung nicht ausgebeutet wird von Lieferanten, die es meisterhaft verstehen, mit ihrem Patriotismus Geschäfte zu machen. (Sehr wahr! im Zentrum.) Das Kapitel der Finanzen und Verträge der Kolonialverwaltung wird einer meiner Frakstonsgenossen noch behandeln. Der Herr Reichskanzler meinte bei Besprechung der Tippelskirch-Affäre, man habe die Ehre unserer Beamten in den Schmutz gezogen. Wer hat das getan? Gerade weil uns die Intaktheit unserer Beamten so hoch steht, ist auf diese Dinge hingewiesen worden.(Sehr richtig!) Weiter wünschen wir Auskunft darüber, wie die Angelegenheit des Majors Fischer zu ihrer jetzigen sehr verwunderlichen Erledigung gekominen ist. Ein anderer Mann hat durch seine Amtsniederlegung jetzt gesühnt, was er gefehlt hatte. Möge er auf diesem Gebiete keinen Nachfolger haben; denn ei» aus den Steuern des Volkes Dividenden ziehender Minister muß unbedingt ein Einzelfall bleiben..(Bravo!) Was die Denkschriften anlangt, so scheint der Herr Kolonialdirektor sich aus den: Bankdirektor noch nicht herausgemausert zu haben...(Heiterkeit.) Es herrscht in ihnen noch ein gewisser Prospektto». (Erneute Heiterkeit.) Wenn ich mir auch in der Presse auf diese Denkschriften angewandte Ausdrücke wie.Tendenzromane",.Feuer- werk",.AmerikanismuS" nicht aneigne, so wird der Reichstag doch allen Anlaß haben, diese Denkschriften in der Kommission sachlich und ruhig zu prüfen. Dort wird auch Gelegenheit sein, über die wirtschaftlichen Zielpunkte deS Herrn KoloniatdireltorS ausführlicher zu sprechen. Sehr wichtig wäre es, die Verhältnisse in den Kolonien gesetzlich zu regeln. Bislang sollen 1906 Verordnungen dort existieren und das alles für Leute, denen man erst die Grund- lagen zum Verständnis dieser Verordnungen, nämlich die Buchstaben- kenntniö beibringen mnß.(Heiterkeit.) Vor allem möchte ich den Herrn Kolonialdlrektor bitten, die Bedeutung der Missionen in den Kolonien nicht zu unterschätzen. Die Missionen sind ein Kulturfaktor, den zu fördern das Reich allen Anlaß hat. Die Missionare sind die Berater der Eingeborenen. Nicht Ausrottung, sondern Ver- söhnung der Eingeborenen mnß das Ziel einer praktischen Kolonial- Politik sein.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abg. Ledebour(Soz.): Aus den hin und wieder sogar anregenden Ausführungen des Herrn Vorredners(Heiterkeit.) habe ich leider trotz ernster Auf- merksamkeit nicht zu entnehmen vermocht, wie er und seine Partei sich zu den wichtigen Fragen stellen, die eigentlich heute hier zur Debatte stehen. Wohl habe ich vernommen, daß er sich ernstlich bemühte— was ja auch zu erwarten war— die Missionen dem Herrn Kolonialdirektor an seinen warmen Busen zu legen. (Heiterkeit.) ES stieg bei mir der Verbackt auf, als ob der Herr Vorredner in der Hauptsache darauf hinzielte, alle Differenzen und Meinungsverschiedenheiten durch die Kunst seiner Rede einzuschläfern.(Heiterkeit und Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aehnlich enttäuscht haben mich die Ausführungen des Herrn Reichskanzlers. Im Eingang seiner Ausführungen hat er nur wiederholt, was wir schon häusig von ihm zu hören bekommen haben. Warm wurde er erst, als er auf die Beanitenftage kam. Da bemühte er sich ernstlich nachzuweisen, daß es ein schreiendes Unrecht sei. wenn man behaupten wolle, daß alle Beamten des Deutschen Reickes und der Kolonien unfähig und korrupt seien— was kein Mensch behauptet; er hat damit einfach offene Türen eingerannt.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Auch wir haben stets betont: Wir erheben Vorwürfe gegen einzelne Beamte und Offiziere, die sich vergangen haben; es ist uns aber nicinals eingefallen, einen solchen Vorwurf zu erheben, wie ihn in mir ganz unbegreiflicher Verallgemeinerung der Herr Reichskanzler glaubte zurückweisen zu müssen. Er hat auch wieder das alte Lied angestimmt— wie er überhaupt ein Meister im Anstimmen alter Lieder ist— (Heiterkeit.), daß ivir Deutsche uns ganz besonders un- vorteilhaft unterschieden von anderen Nationen dadurch, daß wir solche Ucbelstände geradezu an das Licht zerrten und darin wühlten. In anderen Ländern sei so etwas nicht der Fall. Der Herr Reichskanzler mutz bei seiner außerordentlichen Arbeit, die er uns schilderte, auch nicht die Zeit gehabt haben, die parlamentariscken Verhandlungen anderer Länder zu lesen. Auck in der G e s ck i ch t e dieser Länder muß er nicht genug bewandert sein, sonst müßte er wissen, daß gerade in den großen Kolonialläudern seit Jahr- Hunderten die eingehendste und schärfste Kritik an der Kolonial- Verwaltung geübt wird.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.� Ich erinnere nur daran, daß in England die Kolonialpolitik schon im 18. Jahrhundert zu den ausgiebigsten Debatten im Parlament Veranlassung gegeben hat; auch während des Burenkricges sind An- griffe gegen die englische Regierung erhoben worden, die hier zweifellos als„Vaterlandsverrat" bezeichnet würden, und zwar von Männern, die jetzt sogar teilweise zu den Ministern gehören, wie John Burns. Es ist ganz unrichtig, was der Herr Reichs- kanzler behauptet, daß gerade bei uns zu viel kritisiert wird. Im Gegenteil, eS wird bei uns nicht genug kritisiert. (Lachen rechts.) Die deutschen Parlamentarier sind noch jung in der Behandlung parlamentarischer Angelegenheiten und deshalb noch nickt mit der genügenden Gründlichkeit vorgegangen, lim solche Gründlichkeit in der Zukunft zu erlangen, hat sich ein Zentrums- abgeordneter, Herr Erzberger, ein großes Verdienst erworben, (Ruf rechts:„Armer Erzbergerl") Der Reichskanzler hat die Schale seines persönlichen Zornes über einen Beamten ausgegossen, über einen Subaltenibeamten, der sich vermessen hat, nicht etwa selber Kolonialverbrechen zu begehen, sondern der das Verbrechen begangen hat, nachdem er bei seinen Vorgesetzten nichts erreichte, sich an einen Abgeordneten zu wenden. Der Reichskanzler kündigte ein Vorgehen gegen jeden Beamten an. der sich Unregel- Mäßigkeiten zuschulden kommen ließe, und führte dann den Kampf gegen den Subalterubeamten Pöplau, der ihn persönlich augegriffen bat. Ob das die Methode ist. die zum Erfolg führt, möchte ich bezweifeln. Wenn der erste Beamte des Reiches nichts Wichtigeres zu tun hat, als hier öffentlich gegen einen Subalternbeamten vor- zugehen, der ihn persönlich angegriffen hat, so überlasse ich es Ihrem Urteil, ob das richtig ist.(Zuruf rechts.) Sie finden es richtig, daß der Reichskanzler einen Subalternbeamten herausgreift, der ihn persönlich angegriffen hat, und daß er ihn hier als moralisch an- rüchigen Menschen hinstellt, weil er weiter nichts begangen hat, als mit Abgeordneten in Verbindung zu treten.(Lärm rechts.) Gerade dadurch, daß der Reichskanzler diesen Angriff so demonstrativ gemacht hat, zwingt er ja dazu, daß diese Frage hier gründlich erörtert werden muß und daß der Nachweis erbracht werden inuß, ob denn diese Mitteilungen zutreffend sind. Es wird das heute nicht meine Ausgabe sein, aber im Laufe der Debatte wird es wohl von einem meiner Parteifreunde geschehen, und wenn sich dann herausstellt, daß die Anschuldiguugen, die erhoben worden sind, nicht die nötige Remedur bewirkt haben, dann hat der Reichskanzler den kürzeren gezogen.(Sehr ivayr! bei den Sozialdemokraten.) Noch einige allgeineine Bemerkungen über die Verfehlungen von Beamten überhaupt. Wir stehen auf dem Standpunkt, daß die Mißgriffe — stellenweise die Verbrechen— der Beamten nicht aufzufassen sind als Verfehlungen einzelner Personen, sondern daß sie das notwendige Resultat dieser kapitalistischen Kolonialpolitik find, die vom Deustchen Reiche getrieben wird und von den anderen europäischen Kulturstaaten ebenfalls. Daraus entstehen alle diese Ungeheuerlichkeiten, diese Verbrechen eines Leist, Arenberg. Peters und anderer, daß teilweise unreife und rohe Personen unbeschränkte Vollmachten in die Hand bekommen. DaS ist aber die notwendige Konsequenz der Kolonialpolitik.(Sehr wahr! bei den Sozial- demokraten.) Der Kolonialdirektor hat in längeren Ausführungen die Akten- stücke zu verteidigen gesucht, mit denen er seine Laufbahn begonnen hat. Er hat besonders bei dem Aktenstück, in welchem er die deutschen kapitalistischen Interessen in den Schutzgebieten behandelt, zur Entschuldigung gesagt: Daß die Angaben in den Attenstücken etwas dürftig sind, erkläre sich daraus, daß das Material etwas hätte gekürzt werden müssen mit Rücksicht auf dessen Reichhaltigkeit. Ich hätte nur gewünscht, daß er die Prüfung an anderen Stellen vorgeuonunen und daß er das Aktenstück über die deutschen Kolonien etwas ausführlicher behandelt hätte.— Die Aeußerung über die Kolonie Algier ist ein Fantasieprodukt. Zur Prüfung unserer eigenen Kolonien ist dieses Material ganz überflüssig, weil es gar keinen passenden Vergleich zuläßt. In der Kolonie Algier ist absolut nichts, loas mit unseren Kolonien zu vergleichen wäre. Es wird aus unseren Kolonien nie etwas zu machen sein, was sich annähernd mit Algier vergleichen ließe.(Lachen rechts.) Der Kolonialdirektor hat die Ausgaben für die Kolonie Algier zu- sammengestellt, uin zu zeigen, was dem französischen Volke die Kolonie gekostet hat. Er hat aber nicht erwähnt das kolossale Blutvergießen, das unter den Eingeborenen stattgefunden hat.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Zur Charakteristik der Inventur, die der Kolonialdirektor aufmacht, möchte ick auf ein Finanzkunststück hinweisen, das mir als das Ungeheuerlichste erscheint, was bisher vorgekommen ist. Wenn das eine Besserung in unseren amt- lichen Aktenstücken bedeuten soll, dann müssen wir ja schöne Dinge erwarten. ES wird einmal nachgewiesen, daß wir 370 Millionen Mark Kapital in den Kolonien angelegt haben. Außerdem berechnet der Kolouialdirektor die Exportzahlen, das heißt den Wert des Exportes aus unseren Kolonien mit 616 Millionen Mark. Man muß das wirklich alles lesen und hören, um zu sehen, was in einer amtlichen Denkschrift gemacht werden kann! Der Kolonialdirettor hat die Exportprodukston der einzelneu Schutzgebiet« mit ö Proz. kapitalisiert. Er hat also ei.ffach die Exportzahlen mit 20 multipliziert. Es wird nun in der Denkschrift gesagt, man wolle nicht mit ö, sondern nur mit 3 Proz. die Summen kapitalisieren. Diese Berechnung halten Sie für richtig?(Zuruf rechts: Ja wohl!) Kapitalisiert man aber mit 3 Pstoz., so ergibt sich noch immer nicht das Kapital von 616 Millionen! Ich habe das Exempel aufgemacht in einem bestimmten Falle in bezug auf die Kolonie Togo. Ich mutzte mich da auf das beschränken, was mir vorliegt. Nach den in der Denkschrift festgestellten Grundsätzen kommt man zu einem Gesamtergebnis der Ausfuhrprodukte von 2 221000 Mark, und nach der Denkschrift ergibt das, mit 33>/z Proz. multipliziert, über 70 Millionen Mark,_ das ist ein ungeheuerlicher Unsinn,(Große Heiterkeit.) ein milderer parlamentarischer Ausdruck steht mir nicht zu Gebote. Wenn man nach demselben Verfahren den Wert der deutschen Export- industrie ermitteln wollte, so würde sich folgendes ergeben: Die deutsche Exportindustrie betrug 1805 5700 Millionen Mark. Wir wollen einmal davon 700 Millionen abschreiben, d-mn haben wir die übrigbleibenden 5000 Millionen mit 33'/, zu muttiplizieren und erhalten auf die Weise eine Summe von 167 Milliarden Mark. So ungeheuerliche Summen stecken aber nicht in der Export- industrie, und aus diesem Vergleich sehen Sie, daß es sich um eine fürchterliche Ueberlreibung handelt, der gegenüber die einfachste Kritik tatsächlich aufhört.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Derartige Finauzkiinste könnten selbst von einem Finanzgenie der Trebertrockuungs-Gesellschaft nicht über« troffen werden.(Heiterkeit.) Ich begreife nicht, wie man im Ernst den deutschen Reichstag und das deutsche Volk Glauben machen ivollte, daß dieser Siechnungsmodus gerechtfertigt ist, und ich begreife vor allem nicht, wie die Reichsregierung diesen Berechnungen geglaubt hat. Das ist allerdings eine sonder- bare Art von Optimismus.(Sehr richtig! links.)_ Der Herr Kolonialdirektor hat sich ja gerühmt, daß er Optimist sei. Nun, Opliniisten sind wir Sozioldeinokraten auch.(Große Heiterkeit rechts.) Wir sind keine Schwarzseher.(Heiterkeit.) Wir glauben, daß wir mit dieser ganzen Gesellichaft, die jetzt in Deutschland am Ruder sitzt, fertig werden.(Große Heiterkeit rechts.) Aber diese Art Optimismus ist ganz anderer Art als der Optimismus der Auf- bauschung, für den ich nur ein Beispiel aus der Geschichte weiß, die Potsinkinschen Dörfer. Genau so, wie man von Polemkinschen Dörfern spricht, wird man in Zukunft derarttge Finanzkunststücke als „Dernbnrgsche Inventuren" bezeichnen.(Große Heiterkeit links.) Der Herr Reichskanzler scheint auch nicht Zeit gehabt zu haben, diese Bilanz von einem Sach- verständigen nachprüfen zu lassen. Wenn er jetzt nachträglich viel- leicht mit Hülfe einiger Finanzleute in eine Prüfling dieser sonderbaren Jnventurkünste eintreten und sich davon lossagen wird, so würden wir das noch nachträglich dankbar anerkennen. Sollte sich aber die Reichsregierung init diesen Jnventurkünsten identi- fizieren, so muß sie auch die Konsequenzen tragen, daß niemand ihre Aktenstücke und ihre Berechnungen überhaupt noch ernst nimmt.(Sehr wahr I bei den Sozialdemokraten.) Wenn solche Berechiimigei, aufgestellt werden von Juristen, die mit ihren guten Korpsverbindungen bis zum grünen Tisch hinaufavanciert sind, so könnte man vielleicht zu ihrer Entschuldigung annehmen, daß sie mit der Regeldetri nicht ganz verstaut sind. Wenn daS aber von einem Manne geschrieben wird, dem der Ruf einer finanziellen Kapazität ersten Ranges vorangeht, dann hört die Möglichkeit der gutgläubigen Hercintapperei auf, dann haben wir es hier mit einer planmäßigen Täuschung des Reichstages zu tun. Präsident Graf Ballcstrem: Herr Abgeordneter, Sie dürfen ein Mitglied des Bundesrats nicht einer planmäßigen Täuschung des des Reichstages beschuldigen; das verstößt gegen die Ordnung des Reichstages; ich bitte, das nicht serner zu tun. Abg. Ledebour(fortfahrend): Ich werde der Anregung des Herrn Präsidenten gern Folge leisten und eine Redewendung gebrauchen. die Lessing dem Riccaut de la Mnrliniäre in den Mund legt, indem er den p a r l a m e n t.a r i s ch e n Ausdruck:„con-iger la kortune" (das Glück„verbessere') gebrauchte.(Heiterkeit.) Präsident Graf Ballesirrm: Herr Abgeordneter, mir ist diese Redensarr bekannt.(Heiterkeit.) Sie ist noch schlimmer als die erste.(Erneute Heiterkeit links.) Ich rufe Sie zur Ordnung! (Bravo I rechts.) Abg. Ledebour(fortfahrend): Wir haben uns ja nun heute speziell mit der Kolonialpolitik in Südwestafrika zu beschäftigen auf Grund der uns zugegangenen Vorlage. Bei dem Versuche, die Mehrforderung von rund 30 Millionen zu begründen, ist der Herr Kolonialdirektor leider mit außerordentlicher Oberflächlichkeit vorgegangen. Man mnß, um die Bedeutung zu verstehen, zurückgehen auf die Vorgeschichte derselben, auf die Verhandlungen, die im Frühjahr d. I. hier im Reichstag stattgefunden haben. Dieselbe Forderung der Weiter- führung der Bahn ist schon damals vorgelegt worden, und der Reichstag hat mit Zweidrittel-Majorität diese Forderung abgelehnt. Was für Gründe liegen denn nun für die Regierung vor, jetzt aber- mals mit dieser Forderung zu kommen? Die Gründe, die sie vorbringt, sind in keiner Weise neu, es werden nur die alten Gründe wieder aufgewärmt. Als der Reichstag diese Forderung ablehnte, hat er noch mehr getan. Er hat überhaupt die ganze Kriegsführung verurteilt, das ganze Systein der Kriegführung, wie es hier vom Oberst Deimling vertreten wurde. Und dieses selbe System der Krieg- führung wird abermals in der Denkschrift verteidigt. Es komint darauf hinaus, daß man die Eingeborenen aufreiben und ausrotten oder— wie jetzt die Redewendung lautet—„niederhetzen" will. Der Reichstag hat damals mit großer Majorität eine Resolution angenommen, die den Reichskanzler aufforderte, mit den Ein- geborenen Verhandlungen anzuknüpfen und zu versuchen, sie zum Frieden zu bewegen unter Zusicherung von so viel Land. wie zu ihrem Lebensunterhalt ausreichend ist. Ferner wurde eine möglichst schleunige Zurückziehung der Truppen verlangt. Diese Resolutton fand keinen Widerspruch und wurde mit großer Majorität angenonunen. Nun frage ich die Herren von der Reichs- regierung: Was ist geschehen, um sie auszuführen? Ist auch nur der Versuch gemacht worden, mit den Eingeborenen im Sinne dieser Resolutton in Verhandlungen zu steten und sie unter der Zusicherung, daß ihnen nicht alles Land genommen würde, zur Niederlegung der Waffen zu bewegen? Meines Erachtens war es eine Anstandspflicht der Regierung, daß sie diese Resolution des Reichstages achtete, und es ist geradezu unfaßbar, daß die Reichsregierung sich darüber hinwegsetzt und die Sache einfach totschweigt. Der Oberst Deimling sagt freilich, daß man gegen die Eingeborenen nicht anders verfahren könne. Daß aber auch die Reichsregierung sich auf einen so beschränkten Standpunkt stellt und gar nicht einmal den V e r s u ck zur Ausführung der Resolution macht, zeugt von einem absoluten Gefühl von UnVerantwortlichkeit. Die Herren haben sich eben gesagt: Der Reichstag mag beschließen, wie er will, wir kommen einfach niit der alten Vorlage wieder, und dann fällt der Reichs- tag um.(Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Das ist die Einschätzung, welche die Mehrheit des Reichstages bei der Regierung genießt. Die Mehrheit des Reichstages hat sich aus den Standpunkt gestellt: Den Eingeborenen muß eine selbständige Existenz gewährt werden, und ivenn die Mehrheit sich nicht in noch nicht dagewesener Weise diskreditieren will, so mutz sie auf der Ausstihrung ihrer Resolution bestehen und jede Bewilligung ver- weigern, ehe nicht der ernste und ehrliche Versuch gemacht ist, die Eingeborenen zur Niederlegung der Waffen zu bewegen. Statt dessen wird in allen Denkschriften beständig dafür Propaganda gemacht, daß den Eingeborenen sämtliches Land genommen wird. Von der Ausführung der Resolution dagegen ist keine Rede. Wenigstens aus der Denkschrift Dr. S e m l e r s, der selbst in Südwestastika war, hatte ich gehofft, etwas über diese Frage zu erfahren. Ob Dr. Semler selbst für diese Resolution gestimmt hat, weiß ich nicht. aber er hätte Veranlassung gehabt, darauf zu achten, ob die Re- gierung sich bemüht, eine Resolution des Reichstags auszuführen. Ich habe gesehen, daß auch er von neuem dafür Propaganda mackr, daß den Eingeborenen das Land genommen wird. Au einer Stelle der Denkschrift spricht er sein Erstaunen darüber aus, daß die Prollamation, durch welche das Land der Wstboi» Hottentotten als Kronland erklärt wird, noch nicht heraus sei. Und er bedauert das.( Buruf: Wo steht das?) Ich entnehme das der gesamten Denkschrift. Als Dr. Semtler in Südwestafrika war, war die Konfiskation des Landes der WitboiHottentotten also noch nicht proklamiert. Wohl aber wurde sie nach der Resolution des Reichstages proflamiert. Ich frage nun, ob wenigstens die Konfiskation dieses Landes inhibiert ist, ob davon Abstand genommen ist, es ebenso zu konfiszieren, wie es schon mit dem Hererolande geschehen war. Ich frage den Direktor des Kolonialamtes, ob er Bescheid darüber weiß.( Heiter feit.) Während er sonst nicht oder mit dem Kopfe schüttelt, tut er jest gar nichts.( Große Heiterkeit.) Und doch ist gerade dieses die wichtigste Frage, viel wichtiger als die wunderbaren Bilanzen, die er uns vorgelegt hat. lleber die Frage, wie die Reichsregierung fich die Beendigung des Krieges denkt, ob sie den Hottentotten ihr Land nehmen will, über diese wichtigsten Fragen schweigt der ReichsKanzler und schweigt der Kolonialdirektor. Ich will an dieser Stelle auch Verwahrung dagegen einlegen, daß in Südwestafrika nach dem Grundsatz verfahren wird:„ Pardon wird nicht gegeben!" ein Grundsay, der bekanntlich einmal für unsere Kriegsführung in China vom höchsten Kriegsherrn ausgesprochen wurde; er wurde dann zunächst auch vom General afrika halten, das uns nur Kosten und Ungelegenheiten verursacht.| Es heißt, wir dürfen es nicht aus der Hand geben, weil das der deutschen Ehre schaden würde. Ach, die deutsche Ehre wird dadurch nicht geschädigt, daß man eine vernünftige Politik treibt. Es war Bismards größte staatsmännische Tat, daß er nach dem Kriege von 1866 den König von Preußen warnte, Böhmen zu annettieren. Möge der Fürst Bülow denselben Mut haben und Südwestafrika aufgeben, das uns nur Lasten auferlegt und dem deutschen Volke niemals zum Nußen gereichen kann.( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Hierauf vertagt das Haus die Weiterberatung auf Donnerstag 1 Uhr. Parlamentarifches. Aus der sozialdemokratischen Fraktion. In der gestrigen Fraktionssikung widmete Genoffe Singer ehrende Worte dem Andenken des so früh aus seinem Wirkungskreis gerissenen, allen Fraktionskollegen befreundeten Genossen Dreesbach. An der in Eichwalde heute stattfindenden Trauerfeier nimmt die Fraktion teil. Gemeindewahlen. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Ronneburg haben in der dritten Wählerabteilung die sozialdemokratischen Kandidaten mit 177 und 175 Stimmen über die Gegner, die 105 und 107 Stimmen erhielten, gesiegt. Zu einer gut organisierten Bildungsschule erledigen die Augs burger Parteigenossen gegenwärtig die Vorarbeiten. Totenliste. Genosse Georg Boc, seit 13 Jahren Kassierer des Menschenalter hat der Verstorbene unserer Partei treu gedient. Sozialdemokratischen Vereins München, ist gestorben. Seit einem Die Sammlungen für die Humanité" haben, wie das Blatt unserer französischen Genossen in seiner Mone tags- Nummer auf der 30. Liste quittiert, nun den Betrag von 25 042,15 Frank erbracht. Wir beglückwünschen die franzöfifchen Genoffen zu diesem erfreulichen Resultat. Demission der Administrators des Avanti". Rom, 26. November.( Eig. Ber.) In die Kommission zur Vorberatung des Gefeßentwurfs über Trotha angewendet, hat aber die Billigung der Regierung nicht ge- die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine wurden die Genossen Brey, standals auch ein Verdacht gegen den Administrator des„ Avanti", Wie erinnerlich, wurde bei der Entdeckung des neuesten Terni funden. Jegt dagegen wird von verschiedenen Seiten wieder dazu b. GIm, erafeld, Sue und Legien gewählt. Zu Rednern ein ehemaliger Offizier namens Armani laut. Dieser Administrator, gehetzt, z. B. in der Broschüre des Lehrers Otto. Soweit geht Dr. Semler nicht, aber auch er will den Eingeborenen das Land wurden bestimmt für die Poleninterpellation: Bebel, über die der kein Parteigenosse ist, sollte Notizen, die er in seiner Eigenschaft nehmen und vorläufig nur eine Ausnahme machen mit den Algeciras- Atte: b. Vollmar, über den Gefeßentwurf zur Siche- als Angestellter unseres Zentralorgans gesammelt hat, anderen mitgeteilt haben, die sie zu Börsenspekulationen benutzten. Der ParteiOvambo im Norden des Schutzgebietes, weil diese für später- rung von Bauforderungen: Ha ase. borstand, hat sich nun in seiner gestrigen und heutigen Plenarsizung hin aufgespart werden follen. Das ist die Methode des Polyphem, der den Odysseus in seiner Höhle aufsparen wollte, Wahlprüfungskommission. mit dem Falle beschäftigt. Heute sollte Armani selbst gehört werden. um ihn zuletzt zu essen. Wir müssen entschieden Verwahrung da- Schmalkalden wurde von der Kommission einstimmig für Armani um seine Entlassung, in Erwartung des in der Sache Die Wahl des Antisemiten Ra ab im Wahlkreise Eschwege- Obwohl ihm teine unforrette Handlungen nachgewiesen wurden, bat gegen einlegen, daß mit den Landkonfiskationen weiter vorgegangen ungültig erklärt, da nach der vorgenommenen Beweiserhebung feft- schwebenden Strafprozeſſes. Die Entlassung wurde von Ferri be wird, wir müssen Maßnahmen fordern, daß da, wo die Konfiskation steht, daß die Familie des sozialdemokratischen Kandidaten Hugo willigt, ohne daß dadurch die Leitung des„ Avanti" in irgend einer bereits ausgesprochen ist wie bei den Hereros- die Eingeborenen die Zusicherung erhalten, daß sie ausreichendes Land für ihre Existenz Kindes als Armer im Landkrankenhaus in Anspruch genommen hat. ſtätigt, der in der Tat keinerlei Beweismaterial gegen den in seinem öffentliche Unterstützung infolge Aufnahme seiner Frau und eines Weise die gegen ihren Administrator erhobenen Verdächtigungen be bekommen. Das ist das mindeste, was wir verlangen müssen. Wir Nach§ 3 al. 3 war danach Hugo weder zum Wählen berechtigt, Fach eminent tüchtigen Angestellten vorliegt. find der Ueberzeugung, daß es dann in verhältnismäßig furzer Beit gelingen wird, die Eingeborenen zur Niederlegung der Waffen noch nach§ 4 des Wahlgesetzes wählbar zum Abgeordneten! Hugo hatte von allen Kandidaten die verhältnismäßig höchste Stimmen zu bewegen. Der italienische Parteivorstand und die autonomen Gruppen. zahl erhalten und wurde mit dem Kandidaten Raab, der die nächst- Dem neugewählten Parteivorstand der italienischen Partei war Wenn die Sache so steht, so fällt für uns und auch für die folgende höchste Stimmenzahl erhalten hatte, zur engeren Wahl bekanntlich vom letzten Parteitag der Auftrag geworden, eine Ents Mehrheit des Reichstages jeder Grund fort, eine Eisenbahn in gestellt. Raab siegte in der Stichwahl. Da aber aus den erwähnten scheidung über das zukünftige Verhältnis der Partei zu den das sogenannte Aufstandsgebiet hineinzulegen. Was nun noch von Gründen die für Hugo abgegebenen Stimmen ungültig waren, so autonomen Gruppen zu treffen. In seiner Sigung vom 26. Noder späteren wirtschaftlichen Ausnüßung des Landes gesagt wird, hätte nicht Hugo, sondern der freisinnige Kandidat zur Stichwahl vember entledigte sich der Parteivorstand dieses Auftrages. Es lag das schiebt die Frage auf ein ganz anderes Gebiet. Damit wird kommen müssen. Diese Feststellung führte wie gesagt die eine Resolution Belloni vor, nach welcher den autonomen Gruppen die Frage aufgeworfen, ob sich auf die Dauer eine wirtschaftliche Stommission zu dem Beschlussie, die Wahl Raabs einstimmig für drei Monate Beit gegeben werden sollte, um sich wieder in die Nubbarmachung Afrikas mit den zur Verfügung stehenden Kräften ungültig zu erklären. Parteiorganisation einzuordnen. Nach Ablauf dieser Zeit würde erzielen läßt. Das bestreite ich ganz entschieden. Wir haben ja ihr Ausschluß aus der Partei zu erfolgen haben, wenn fie bis dahin unter den optimistischen Bewunderern Afritas Männer, die be= Die Petitionskommission des Reichstages verhandelte in ihrer die Wiedervereinigung nicht vollzogen haben. Ferri trat diesen haupten, daß in Deutsch- Südwestafrita im günstigsten Falle 5000 Sigung am Mittwoch über eine Betition des Delegiertentages Anträgen entgegen. Der Kongreß habe zwar die Einigung der Farmer mit Familie angesiedelt werden können, und das ist doch deutscher Bergarbeiter in Essen um Erlaß eines Reichsberggesetzes; Bartei betont, aber die Tendenz der Toleranz und der Friedfertigkeit eine sehr geringe Bevölkerungszahl. im Falle der Ablehnung um Abänderung der Gewerbeordnung in gegenüber den autonomen Gruppen sei vorherrschend gewesen. Der Kolonialdirektor zieht nur die Kosten der 8ibilber dem Sinne, daß die tägliche Arbeitszeit in den Gruben auf acht fei ferner noch zu beachten, daß es Orte gebe, wie z. B. Mailand, to altung in Betracht. Wenn man aber den Nuzwert einer Stunden, bei steigender Temperatur auf 7 beztv. 6 Stunden fest wo eine erzwungene Einheit der Organisation geradezu unvernünftig Kolonie herausrechnen will, so muß man auch die Kosten der gesetzt werden soll. Ferner soll das Nullen der Wagen verboten, fei. Die Bedeutung Mailands als Parteiort rechtfertige schon Militärverwaltung mit hineinrechnen.( Sehr richtig! follen bessere Kontrollvorschriften, Beseitigung der Ueberschichten, allein eine Ausnahmebehandlung. Man einigte sich schließlich auf bei den Sozialdemokraten.) Wir haben ja gehört, daß noch mehrere Erteilung weiterer Rechte an die Arbeiterausschüsse, einheitliche eine Tagesordnung, in welcher, nachdem nochmals die Notwendigkeit Tausend Mann in Südwestafrika bleiben müssen, und wenn der Regelung des Knappschaftstoesens usw. herbeigeführt werden. der Einheit der Partei betont ist, folgendes festgestellt wird: Die Kolonialdirektor sich der Hoffnung hingibt, daß sich da ein neues Nach Begründung dieser Petition durch den Ueberreicher der Regel soll die Auflösung der autonomen Gruppen und die Deutschland jenseits der See entwideln wird, so fann ich das nicht felben, Abg. Sachse( Soz.), gab der Regierungskommissar die Er- Retonstituierung einer einheitlichen Organisation sein. Die zugeben. Wir haben in Deutschland jährlich einen Bevölkerungs- flärung ab, daß sich die verbündeten Regierungen den Forderungen Einigungsversuche sollen, gleichgültig durch welche Gründe sie überschuß von 800 000 Menschen, aber die deutsche Auswanderung der Betenten gegenüber nach wie vor ablehnend verhalten! Gründe unterbrochen wurden, wieder aufgenommen werden durch ein wird niemals nach Deutsch- Südwestafrika gehen können. Es ist für den ablehnenden Standpunkt konnte er, obwohl er hierzu auf Komitee, in welchem die Parteiorganisation und die betreffende früher, als der Reichstag die jest geforderte Bahn ablehnte, darauf gefordert wurde, nicht angeben. Die Kommission beschloß, Dissidentengruppe, fowie der Parteivorstand vertreten sind. In den hingewiesen worden, daß man mit der Besiedlung des Landes fich die Betition, soweit sie den Erlaß eines Reichsberggefeges be- Ausnahmefällen, wo die Erfahrung gelehrt hat, daß eine Einigung auf die Gebiete beschränken müßte, die man ohne große Kosten trifft, dem Reichskanzler zur Berüdsichtigung, soweit die Ab- absolut unmöglich ist, kann der Parteivorstand der Teilung der Einheitsbesiedeln könne. Es ist eine grundsätzliche Verleugnung der änderung der Gewerbeordnung in Frage kommt, zur Erwägung organisation in verschiedene Verwaltungssektionen zustimmen. Diese Siedelungspolitik, wenn man jetzt abermals ganz große Gebiete zu überweisen. haben sich aber den Entschlüssen einer, von den Sektionen proporbesiedeln will. Der Herr Kolonialdirektor hat uns ja sehr schöne Der Verband deutscher Eisenbahnhandwerker und Arbeiter in tionell ihre Mitgliederzahlen zu wählenden Zentralförperschaft zu Rarten überreicht, auf denen die Buntte verzeichnet sind, die be- Trier petitioniert um feste Anstellung der über 10 Jahre im Eifen- fügen. Die Kandidaten werden gemeinsam und zwar durch siedelt werden sollen. Es handelt sich da offenbar um die sofortige bahndienst beschäftigten Handwerker und Arbeiter und um Ge- Referendum aufgestellt. Der Parteivorstand wird noch besondere Besetzung großer Terrains, und das ist eine Politit, die wir unter währung von Pension an dieselben im Falle des Eintritts der Reglements hierzu ansarbeiten. Diese Refolution wurde mit feinen Umständen mitmachen können und die auch die Mehrheit dauernden Arbeitsunfähigkeit. Die Kommission beschloß, die 22 gegen 8 Stimmen angenommen, nachdem die Resolution Belloni des Reichstages nicht mitmachen darf.( Widerspruch rechts.) Ja, Petition dem Reichskanzler zur Erwägung zu überweisen. mit dem gleichen Stimmenverhältnis verworfen worden war. Herr Dr. Arendt, Sie waren ja damals in der Minderheit!( Ab- Die Kreisshnode Berlin, Stadt II, petitioniert um Abänderung Polizeiliches, Gerichtliches ufw. geordneter Dr. Arendt: Glücklicherweise!) Hoffentlich werden Sie des§ 166 des Strafgesetzbuches: Die Beschimpfung von Einrichtungen auch in der Minderheit bleiben. und Gebräuchen der christlichen Kirche soll nicht mehr strafbar sein. Ein Beleidigungsprozeß gegen den„ Avanti". Diese ganz vernünftige Petition wurde mit 12 gegen 8 Stimmen für ungeeignet zur Erörterung im Plenum" erklärt, weil nach Ansicht der Mehrheit eine Begründung der Wünsche der Betentin § 63 Handelsgesetzbuchs. Die Kommission, der der Antrag Bassermann betreffend Abänderung des§ 63 des Handelsgesetzbuchs( Gehaltszahlung in Krankheitsfällen usw.) überwiesen war, hat jetzt den Bericht festgestellt. Die Kommission hat einstimmig beschlossen: 1. ausdrücklich die beiden Absätze§ 63 Handelsgesetzbuchs für zwingenden Rechts, mithin einen Abzug von Krankengeld für unzulässig zu erklären, 2. diese Bestimmungen auf Werkmeister, technische Angestellte und dergleichen auszudehnen, 3. die für Handlungsgehülfen geltenden Vorschriften über Konkurrenzklausel auf die Werkmeister, technische Angestellte usw. auszudehnen, Auch die Nationalliberalen sind verpflichtet, sich auf den Boden bes früheren Reichstagsbeschlusses zu stellen, wenn es ihnen wirklich ernst ist mit ihren Bemühungen, dem persönlichen Regiment in Deutschland entgegenzutreten; fie haben vor einigen Wochen große der Petition nicht beigefügt war. schwungvolle Reden gegen das persönliche Regiment gehalten. Wir hatten feinen Grund, daran zu zweifeln, daß Sie es damit ernst meinten. Wir mußten annehmen, daß, wenn Sie gegen Ihre Sonstigen Gewohnheiten einen so gewaltigen Anlauf nahmen, es Ihnen damit ernst sein müßte. Aber mit bloßen Reden richten Sie gar nichts aus. Wenn Sie nicht Taten zeigen, wenn Sie nicht das Budget verweigern, dann werden Sie an die Wand gedrückt, dann werden Sie quietschen müssen, wie ein früherer Reichsfanzler von Ihnen einmal gesagt hat.( Heiterkeit.) Mit einigen Reden gegen Hintertreppenpolitit" ist nichts getan; Sie müssen davon ausgehen, daß der Wille des Volkes zur Geltung zu bringen ist, soweit er durch das Parlament zur Geltung gebracht werden tann. Wir verlassen uns nicht auf Sie; dann wären wir verlassen genug.( Heiterfeit bei den Sozialdemokraten.) Sie müssen sich bornehmen, die Macht des Parlaments auszunüßen, um das persön liche Regiment in Deutschland zu stürzen, und deshalb müssen Sie mit aller Entschiedenheit jeder Nichtachtung von Parlamentsbeschlüssen entgegentreten. Ich habe das nur feststellen tvollen; irgend eine Hoffnung, daß Sie es tun werden, habe ich nicht.( Heiterfeit.) Ich hoffe aber dennoch, daß in dieser Frage die Mehrheit des Hauses auf unserer Seite stehen wird. In dieser Beziehung hat mich befremdet, daß Herr Schädler mit keinem Wort auf diese Frage eingegangen ist; ich hoffe, daß das später von anderen Zentrumsabgeordneten geschehen wird.( Heiterkeit bei den Sozialdemokraten.) Der Reichskanzler und der Kolonialdirektor haben die deutsche Kolonialpolitik zu rechtfertigen gesucht, indem sie fagten, Deutschland müsse Kolonialpolitik treiben, um sich seine weltpolitische Stellung zu erhalten. Die Art der Kolonialpolitif, die bei uns getrieben wird, ist nicht nur nicht erforderlich zur Hebung des deutschen Ansehens, sondern sogar schädlich.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Unserer Kolonialpolitik fehlt jeder weite Blid,( Lachen rechts) fie ist nur eine schwächliche Imitafion der Kolonialpolitik anderer Länder.( Sehr wahr bei den Gozialdemokraten.) Auch 4. durch eine redaktionelle Aenderung zu§ 113 der Gewerbeordnung klarzustellen, daß das Zeugnis auch für gewerbliche Arbeiter vom Tage der Kündigung an" auf Verlangen aus gestellt werden muß. 19 Rom, 24. November.( Eig. Ber.) Der Avanti" foll schon wieder jemand beleidigt haben. Der frühere Polizeidirektor in Rom, der Quästor Guingi, hat gegen unfer Zentralorgan Klage angestrengt, weil er sich durch einen Artifel über die Bomben" getroffen fühlte. In diesem im Lokalteil erschienenen Artikel wurden die beiden Bomben im Café Aragno und in der Peterskirche in Verbindung gebracht mit deu Bomben, die im Jahre 1894 in Rom verteilt worden waren. Damals handelte es sich, wie später festgestellt wurde, um Manöver eines früheren Duästors der Hauptstadt, der seinem Nachfolger Unannehm lichkeiten bereiten wollte, um wieder an dessen Stelle zu treten. Ob der„ Avanti" wirklich die Absicht gehabt hat, eine genaue Parallele zwischen den damaligen und den heutigen Bomben zu ziehen und also den früheren Quäftor anzuflagen, steht noch sehr dahin. Wir glauben das nicht und halten es daher für unwahrscheinlich, daß unser Parteiblatt die Antretung des Wahrheitsbeweises versuchen wird. Berfolgungen der sozialdemokratischen Presse in Rußland. In der Mostauer Gerichtskammer wurde dieser Tage der Prozeß gegen den in Rußland bekannten Verleger S. Stir munt, Redakteur der sozialdemokratischen Zeitung„ Borba"(" Der Kampf"), zu Ende geFerner schlägt die Kommission folgende Resolutionen vor: bracht." Borba" wurde in den Tagen der Freiheiten" in Moskau 1. dem Reichstage baldigst einen Gefeßentwurf vorzulegen, herausgegeben und beim Erscheinen der neunten Nummer unterdrüdt, durch welchen die Zuständigkeit der Gewerbegerichte als daselbst das bekannte Dezembermanifest des Arbeiterdeputiertenauf die technischen Angestellten, deren Jahres- rates und der sozialistischen Parteien veröffentlicht wurde. Durch arbeitsverdienst a t Gehalt fünftausend das Werdikt der Gerichtskammer wurde Sfirmunt zu einer selbst für Mart nicht übersteigt, ausgedehrt wird, tunlichst Rußland ungeheuer hohen Strafe verurteilt: zu drei Jahren Festungsunter Errichtung besonderer Abteilungen, in denen die Beisitet haft. Gegen Stellung einer Kaution von 41000 m. wurde Stirmunt zur Hälfte technische Angestellte sein müssen; borläufig auf freiem Fuße belassen. 2. sich mit den verbündeten Regierungen ins Benehmen zu feben, daß die Gewerbeaufsichtsbeamten der Einhaltung der den technischen Angestellten durch§§ 105a ff. der Gewerbeordnung gewährleisteten Sonntagsruhe besondere Aufmerksamkeit widmen; 3. eine Prüfung und Erwägung der Frage herbeizuführen, ob Anlaß vorliegt, die maßgebenden gefeßlichen Bestimmungen in der Richtung abzuändern, daß in Zukunft auf Verlangen die Zeugnisse der kaufmännischen und technischen Angestellten im Auslande feitens der KonsuIatsbehörden gebührenfrei bealaubigt wer den. irbans Aus der Partei. V Leichenfeier für Genossen Dreesbach. Verband deutscher Barbiere, Friseure und Prückenmacher Gehülfen. Berlin. Donnerstag, den 29. d. M., abends 10 Uhr, im Lokale Schillingstr. 36: Extraversammlung. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zahlstelle Charlottenburg. Heute abend 9, Uhr bei Mertens, Strummestr. 43: MitgliederFrankfurter Allee 181: Mitgliederversammlung.-Zweigverein Rigdorf. Heute bersammlung. Bahlstelle Lichtenberg. Heute abend 92 Uhr bei Hebel, abend 10 Uhr bei Schmidt, Berlinerstr. 14: Mitgliederversammlung. Witterungsübersicht vom 28. November 1906, morgens& the. Stationen Barometer. Better Stationen 3 wolfig 4 wollent 3 bededt 3 heiter 6 bedeckt Better Temp. n. T. Die Kolonialpolitik der früheren Zeit ist aber durch die wirtschaftliche Entwidlung überholt worden. Früher setzten sich die europäischen Nationen in fremden Ländern zu monopolistischer Ausbeutung fest. Heute geht die weltwirtschaftliche Entwicklung dahin, aus der ganzen Welt allmählich ein großes einheitliches Wirtschaftsgebiet zu machen. Deshalb müssen reaktionäre Versuche zur Wiederherstellung einer Monopolwirtschaft scheitern. Es ist gerade die Aufgabe des Deutschen Reiches, hier bahnbrechend borzugehen und dahin zu wirken, daß mit den letzten Resten der Monopolwirtschaft aufgeräumt wird. Hier könnte einmal das Wort des Reichskanzlers, daß Deutschland in der Welt vorangehen müsse, Heute Donnerstag, vormittags um 10 Uhr, findet in Swinemde 758 N Geltung haben.( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) wenn unsere Kolonialverwaltung sich ernstlich bemühen würde, etwas ich w alde in Wittes Waldschlößchen eine Trauerfeier zum pamburg 762 W aus den Kolonien zu machen, sie würde nichts schaffen, was den Andenken an den so plöglich dahingerafften Genossen Dreesbach Franti.a.m. 766 Kolonien anderer Nationen an die Seite gestellt werden könnte. statt. Die Leiche wird dann nach Mannheim überführt. Die in Mannheim auf Freitag anberaumt gewesene Bien 760 2323 5 wolfig 7 Aber wenn sie es auch könnte, würden wir das für ein Unglück halten.( Lachen rechts.) Abgesehen von den Besiedelungs- Trauerfeierlichkeit hat auf Sonntag verlegt werden müssen. Wetter Prognose für Donnerstag, den 29. November 1906. folonien, wie Kanada und Australien, hängen allen anderen Sie findet dort um 1210 Uhr vormittags im Rosengarten statt; Zunächst etwas fälter, vielfach heiter bei mäßigen westlichen Winden; Ländern die Kolonien wie Mühlsteine am Halfe. Wie sich der um 11 Uhr folgt ihr die Einäfcherung. später neue Erwärmung, Trübung und Regen. Berliner Wetterbureau. Kolonialdirektor einbilden kann, daß in Südafrika etwas geschaffen Zu der Trauerfeier in Eichwalde wurden von der werden kann, was den breiten Massen der Bevölkerung zum Nußen Wafferstand am 28. November. Elbe bei Aussig gereicht, ist mir schleierhaft. Selbst wenn in Südwestafrika Dia- Reichstagsfraktion delegiert die Genossen Berthold, Dick, 1,39 Meter, bei Magdeburg+ 1,08 Meter. 11 strut bei Straußfurt Meter. manten gefunden würden, würden davon höchstens ein paar Ehrhart, Eichhorn, Ged und Sperta. Ferner wird Dresden Dder bei Natibor+1,04 Meter. Neiße Spetulanten Vorteil haben.( Sehr richtig! bei den Sozialdemo- der Parteivorstand aus seiner Mitte einen Delegierten ent- mündung+1,08 Meter.- Dber bei Brieg+1,80 Meter. Dber traten.), Das deutsche Volt hat kein Interesse, daß wir Südwest senden. bei Breslau Unterpegel- 1,42 Meter Berlin München 766W 7 Haparanda 751 NNW 7 Petersburg 747 N 7 Scilly 8 berdeen 5 Baris 2wollig 1 bededt 770 WNW 2 Nebel 757 SSW 2 wolkig 770 Still wollent 4 10 8 Meter, bei teppdecken Ste 2309 D* Gelegenheitskauf! Ersatz für Bunt Kattun 285 Deckbett in den Similiseide)( 485 675 Farben rot, Wollatlasa, 1525 750 oliv bis zu feinsten Qualitäten den Bunte NormalKonsumgenossenschaft von Adlershof und Umgegend. Aktiven. ( E. G. m. b. H.) Bilanz über das Geschäftsjahr vom 1. September 1905 bis 31. August 1906. 220, 351,82 Passiven. M. 1 600,87 295,60 4 208,83 M. M. Guthaben- Konto: Anteil bei der Großeinkaufsgesellschaft Guthaben bei derselben. 500, Sparkassen- Guthaben 339,65 300, Kautions- Konto. Darlehens- Konto Preßtohlen- Konto 1 381,20 • 1 139,65 Lieferanten- Stonto Bechseltassen- Konto. Geschäftsanteil- Stonto. Baren- Konto: Refervefonds- Konto Reingewinn. Warenbestand zum Einkaufsterte. 15 872,89 Ausstehende Forderungen. 1 197,30 17 069,69 Köpenider Vorschußverein Dresdner Bant- Stonto. Kassa- Konto Schlafdecken 150 250 350Bnventar- Stonto Wolldecken anz dick 300 400 Emil Lefèvre Spezialhaus, Berlin Süd nur Oranienstr. 158 unter- nirgends Filialen! halte mit etwa 600 Spezialkatalog Illustrationen gratis und franko. Summa Mitgliederbewegung. Witgliederbeftand am 1. September 1905. Neu eingetreten. 460,74 5 000, 6 000, 1. September 1905 und am 1. September 1906 10 085,51 1 530,49 11 139,40 9 303,51 2. 10 085,51 " 30 241,90 Summa 30 241,90 Das Geschäftsguthaben betrug am 600 • 9 141 . • 741 Freiwillig ausgetreten zum 31. August 1906. 56 Nach§ 4, Abs. 3 ad d ausgeschlossen 17 78 668 Zunahme Die Haftfumme betrug am 1. September 1905. und am 1. September 1906 Zunahme 68 • 782,-. " 12 000,-. 13 360, Zunahme 1 360,-. Die Auszahlung der Rückvergütung erfolgt für die Mitglieder in Grünau am Sonntag, den 2. Dezember 1906, nachmittags 4 Uhr, im Restaurant Franz, Köpeniderstr. 88; Alt- Glienicke am Mittwoch, den 5. Dezember 1906, abends 8 Uhr, im Restaurant von Heinrich Saß, Grünauerstr. 29; Adlershof am Sonntag, den 9. Dezember 1906, für die Mitgliedsnummern 1-250 bon nachmittags 3-5 Uhr und für die Mitgliedsnummern 251 und folgende von 6-8 Uhr abends in Paul Töpfers Restaurant, Helbigstraße. Die vorgeschriebenen Zeiten müssen pünktlich eingehalten werden. In den Verkaufsstellen ist die Rüdvergütung nicht erhältlich. Mitglieder, welche in der vorgeschriebenen Zeit zur Empfangnahme ihres Geldes nicht erschienen sind, wollen sich am Mittwoch, den 12. Dezember 1906, nachmittags von 3-6 Uhr, nach unserem Kontor in Adlershof, Hadenbergstr. 29, bemühen. Das Mitgliedsbuch muß zur Auszahlung mitgebracht werden. Adlershof, 28. November 1906. Der Vorstand. Hermann Hildebrandt. Wilhelm Kohl. August Süske. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Großer Posten Japaner- und Berser Teppiche, 2 Meter lang, 2,35, 3,65, 5,85. Bettvorleger, Stüd 0,38, 0,84, 1,25, 1,85, 2,15, 2,65, 2,95 usw., nur so lange Borrat. 208/6 Unsere erprobten und bewährten Spiritus- GlühlichtBrenner nebst Ersatz- u. Zubehör- Teilen zu unseren Listenpreisen W. erhältlich bei P. Raddatz& Co., G. m. b. 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Kaatz, Briz, am Kanal. Sachse, Mariendorf, Feldstraße. Fürstenhof, Potsdamer Platz. Der Obmann. Hr. 278. 23. Jahrgang. 2. Kilme des Jormädo" JJtiliutt KIIisdlM. Dolmerstag, 29. November MS. Die Grubeabarolle moileu keine Noliseivorschristeu. Zahlreiche Bergknappen kommen alljährlich infolge von Kohlen- und Steinfall ums Leben oder büßen ihre gesunden Gliedmaßen ein. Die Kritik der Arbeiterpresse, speziell der.Bergarb.-Ztg.-, die auf die viel günstigeren Unfallzahlen im Auslande hinwies, war wohl die Hauptveranlassung, daß die Regierung im Jahre 1897 eine so- genannte Stein- und Kohlenfallkonmiission ins Leben rief, die die Ursachen der hohen Unfallziffern in Preußen ennitteln und Vorschläge zur Begrenzung der Stein- und Koblenfallgefahr unterbreiten sollte. Nach acht Jahren hatte diese Kommiision, der eine Anzahl Regienmgs- beamtcn, Bergwerksdirektoren. Vertrauensleute der Zechenbesitzer aus den Reihen der Knappschaftsältesten usw. angehörten, ihre Arbeit beendet. In der Sitzung am 19. und M.Dezember 1995— die vierte Sitzung, die die Kommission abhielt— wurden die.Grundsätze zur Ber- meidung von Stein- und Kohlen fall" aufgestellt. Hierbei kam es zwischen den Regierungsvertretern und den Wortführern der rheinisch-west- fälischen Grubenmagnaten zu sehr bezeichnenden Auseinander- setzungen und schließlich zu einem Konipromiß, das den Wünschen der Montangewaltigen entsprach, aber mit energischer Sozialpolitik nichts zu tun hat. Nicht als ob man in der ftrage der Unfall- Ursachen und der Mittel zur Einschränkung der Unfälle uneinig ge- Wesen wäre, das durchaus nicht. Im Gegenteil, vollständig einig war man darin, daß durch systematischen Ausbau und vor allem durch allgemeine Einführung des Spülverfahrens— Ausftillung der durch Auslösung der Kohlen entstandenen Höhlwngen— die Unfälle auf ein ganz bedeutend geringeres Maß herabgedrückt werden könnten. Aber die rheinisch-westsälischen Grubenbarone wollten die Resultate nur als Anregungen gelten lassen, unter keinen Umständen sollten sie zu— Bergpolizeiverordnungen sich verdichten. Darüber braucht man sich nicht zu wundern, denn, wie in der Sitzung fest- gestellt wurde, werden gerade im rheiniich-westfälischen Bergbau- bezirk die von der Kommission als beste Maßnahmen zur Ver- meidung von Stein- und Kohlenfall empfohlenen Einrichtungen vielfach grundsätzlich verworfen. Und die Formulierung der Grund- sähe ist schon von dem Willen der Bergherren beeinflußt. Bergwerks- direkter Morsbach erklärte klipp und klar— wir zitieren nach der amtlichen jetzt veröffentlichten Nieder- schrift der Verhandlungen: „Nun liegt doch auf der Hand, daß wir bei unseren Be- rawngen in ganz verschiedenem Sinne zu den einzelnen Punkten Stellung nehmen werden, je nachdem wir wissen, ob sie Gegen- stand einer Bergpolizeiverordnung werden oder nur als gute weise Lehren..." Auf den Einwand deS Herxn OberberghauptmannS v. Velsen, daß man doch nicht zweierlei Grundsätze haben könne, bemerkte Herr Morsbach ganz lakonisch, er halte es sür durchaus logisch, daß man eine« Grundsatz verschieden beurteile, je nachdem er das Objekt polizeilicher Vorschriften oder nur einen guten Rat bilden solle. Die Herren haben nichts gegen Arbeiterschutz, wenn er nur auf dem Papiere steht. Im weiteren Verlauf der Verhandlungen bemerkte Geheimer Oberbergrat Meißner, er habe früher auch auf dem Standpunkt gestanden, daß der systematische Ausbau sich durch seine Vorzüge, ohne Polizeiverordnungen einführen werde. Von dieser optimistischen Anschauung sei er gründlich kuriert worden und zwar durch das entschieden ablehnende Verhalten großer rheinisch-westfälischer Zechen. Da sei es Pflicht der Bergbehörde, einzllgreifen, sonst bestehe die Gefahr, daß auf den anderen Gruben, die schon die besseren Ein- richtungen getroffen hätten, auch wieder Laxheit einreiße. Berg- Werksdirektor Morsbach wandte sich darauf abermals scharf gegen bergpolizeiliche Regelung der Materie: man wünsche, daß die Flut von Polizeiverordnungen und Anordnungen endlich aufhöre, man möge die Herren i» Westfalen in Ruhe lassen!!! Schließlich verlas er auch noch ein in gleichem Sinne gehaltenes Schreiben des— Bergbaulichen Vereins. Geh. Oberbergrat Meißner bemerkte darauf unter anderem: »Demgegenüber möchte ich darauf hinweisen, daß das Ober- bergamt zu Dortmund immer nur notgedrungen vorgegangen ist, daß es dabei die weitgehendste Rücksicht genommen und deshalb immer nur das gefordert hat, was ihm jeweilig notwendig erschien. daß sich aber vielfach bald herausgestellt hat, daß daS noch nicht ausreichte. Ich denke da vor allem an die Verordnungen und Anordnungen zur Bekämpfung der Schlagwetter und Kohlen- staubgefahr. Hätte man schon im Jahre 1888 die Berieselung in dem heutigen Umfange vorgeschrieben, so hätte man sich aller- ding« eine Anzahl von Anordnungen und Verordnungen sparen können.- Und manches Arbeiterleben wäre nicht dem Moloch Kapitalismus geopfert worden— hätte der Redner beizufügen können. In den Worten des OberbergratS liegt die schärfste Verurteilung der Kohlenmagnaten und der Regierung. Aus Rücksicht auf die Zechenherren hat sie mit polizeilichen Maßnahmen gegen die kapitalistische Rücksichtslosigkeit stets gezögert uird dadurch die Herr- schaften immer mehr in ihrem Machtgefühl und in ihrer antisozialen Gesinnung gestärkt. Das Resultat der Verhandlungen war ein Beschluß, die auf- gestellten Grundsätze den königl. Oberbergämtern als Material zu überweisen! Die Kohlenmagnaten, die sogar in den Werkskolonien(den WohnungSkolonien der Bergleute) Polizei lZechenvögte) anstellen, damit die Arbeiter auch in ihrer freien Zeit nicht der Aufsicht und Kontrolle ermangeln, sind entschiedene Feinde der Polizei, wenn diese dazu berufen sein soll, die zum Schutze von Arbeiterleben er- lassenen Vorschriften zu überwachen. In der Ausbeutung der Arbeitskrast will man nicht behindert sein. Und der Widerstand, den technische Staatsbeamte den maßlosen Ansprüchen der Bergmngnaten in bezug auf Plündersteiheit entgegensetzen, bricht innerhalb der Regierung elendiglich zusammen. Die Stein- und Kohlenfallkommission war noch ein Erbe aus der Regierungszeit Brefelds. Ueber acht .Jahre vegetierte sie dahin. Nur wenn die Arbeiterpresse Neugier nach den Arbeiten der Kommission bekundete, rappelte sie sich zu einer Sitzung zusammen, um dann jedesmal für ein paar Jahre der beschaulichen Ruhe zu pflegen. ES gibt wichtigere Arbeit in Deutsch- land, als Arbeiterschutzbestimmungen auszuarbeiten, man mutz-- Arbeitertrutzgesrtze schmiede». Kommt aber schlietzlich einmal eine Körperschaft doch zu Vor- schlagen für Arbeiterschutzbestimmungen, so weicht die Regierung vor dem Protest der Unternehmer zurück, so werden die Ergebnisse der Arbeit als Material--» dem Papierkorb— Pardon, dem Akten- schrank überwiesen.—________ Hua Xnduftm und ftandeL Kohlenproduktio» DcntschkandS. Die Oktoberztffern 1906 zeigen im Vergleich zum Lorjahre wiederum eine Zunahme der deutschen Kohlenprodilktion. ES wurden j» Ost?*-- gewonnen: 1905 1906 Steinkohlen Braunkohlen Koks To. To. To. 10 794 176 4 867 841 1492 154 12 199 665 5 320 287 1 783 420 Briketts und Naßpretzsteine To. 1 161 015 1 333 634 Da? Plus ist bei allen Sorten ganz erheblich. Dabei ist zu berücksichtigen, daß auch im Vorjahre schon mit Hochdruck gearbeitet wurde, schon damals die Klagen über Arbeitennangel und Ueber- anipannung aller Produktionskräfte an der Tagesordnung waren. Wie enorm die Zunahme der Erzeugung ist, geht deutlrcher aus einem Vergleich der Fördermenge rn der Zeit von Januar bis November in den verschiedenen Jahren hervor. Wir machen darüber folgende Aufstellung. Es wurden produziert: in 1906 1902 1903 1904 1905 1906 mehr gegen 1902 m«/, Steinkohlen... 88 653 96 773 99 277 99 951 114 273 28.9 Braunkohlen... 34 959 37 404 39 670 42 438 46 098 31,9 Koks....... 7 474 9 507 10166 12 366 16 720 123,7 Briketts undNatz- pretzsteine... 7 534 8 612 9 411 10 589 12 066 60,1 In vier Jahren eme Steigerung der Brennmaterialien-Förderung »m fast 30 Proz., daS ist eine gewaltige Entwickelung. Wie die Ziffern zeigen, ist die Braunkohlenindustrie im Eutwickelungstempo dem Steinkohlenbergbau vorangecilt. Außergewöhnlich groß ist die Zunahme der Kokserzeugung das Plus beträgt das Vierfache der Produktionsvermehrung der Brennmaterialien. Die Eisen- industrie geht immer mehr zum Verschleiß von Koks über, teils auS technischen, teils auch aus wirtschaftlichen Gründen und für die Zechen wirkt die Aufnahme der Koksgewinnung sehr günstig ans die finanziellen Ergebnisse der Unternehmen ein. Beim Koks ist noch mehr zu verdienen, als beim reinen Kohlen- geschäft. Daß die Verfeuerung von Briketts stärkere Ausbreitung ge- funden hat, daß der Steinkohle von dieser Seite speziell.für Haus- brand eine beachtenswerte Konkurrentin erwächst, das geht aus den vorstehenden Ziffern ebenfalls hervor. Die Vriketterzeugung ist mehr als doppelt so stark gewachsen, wie die Förderung von Stein- kohlen. Leider ist dabei für die Konsumenten nichts zu erwarten, denn daß die Konkurrenz nicht in den Preisen in Erscheinung kommt. dafür ist schon gesorgt_ Der Bremische Senat legt der Bürgerschaft ein umfangreiches Projekt vor sür einen Industrie- und Handelshafen und die Anlage einer Verbindungsbahn zwischen dem Holz- und Fabrikhafen und der preußischen Staatsbahn mit der Einmündung bei Oslebshausen. Die Gesamtkosten des Projektes sollen 18 Millionen bettagen. Der Senat beantragt die Genehmigung deS Projektes und Bewilligung von 12 909 000 M. dafür. Der dänische Zolltarif hat jetzt seine erste Lesung im Folke. thing, dem dänischen Unterhause, vollendet und ist einer Kam- Mission von 15 Mitgliedern übergeben worden. Wie man weiß, hatte der Finanzminister Wilhelm Lassen von vornherein betont, daß die Regierung etwaige Abänderungswünsche, die vom Parka- ment geltend gemacht würden, wohlwollend prüfen werde. Solche Wünsche sind nun in der Tat, wie der Handelsvertrags- verein mitteilt, in nicht unbeträchtlichem Umfange geltend ge- macht worden. Vor allen Dingen werden von sreihändlerischer Seite eine Anzahl der in dem Tarifentwurf vorgeschlagenen Zoll- erhöhungen auf Fabrikate und Genußmittel lebhaft beanstandet. Die Kommission wird den freihändlerischen Wünschen zweifellos in sehr vielen Fällen entsprechen, und das Folkething wird voraus- sichtlich die von der Kommission borgeschlagenen Aenderungen akzeptieren. Anfang nächsten Jahres kann dann der Entwurf dem Landsthing(Oberhaus) übergeben werden. Eine Kommission des Landsthing wird dann den Entwurf nach den konservativen und mehr schutzzöllnerisch gerichteten Ansichten deS Oberhauses ändern und einer aus den beiden Häusern zu bildenden gemischten Kom- Mission ist es vorbehalten, ein Kompromiß zwischen den Forderungen der Oberhaus, und der Unterhaus-Majorität zustande zu bringeitz Schutzzöllnerische Bestrebungen beschränken sich in Däncnkark hauptsächlich auf einige Zweige der Industrie. Beispielsweise be- kämpfen die Zucker- und die Papierindustrie die Herabsetzung der Zölle auf Zucker und Papier, die sich gegen die in diesen Branchen erfolgten Syndikatsbildungen richtet. Auch sonst sind eine Anzahl industrieller ErwerbSzwcige in Dänemark protektionistisch ange- haucht, namentlich sofern ihnen die deutsche(und auch englische) Konkurrenz auf dem Inlandsmarkte lästig wird. Klosetfirma als Getreidelieferant für die hungernden russischen Bauern. Kaum war der Krieg zu Ende, und es stellte sich heraus, daß der„verdienstvolle- Leiter der Roten Kreuz-Gesellschaft, Kam merherr AlexandrowSkij, der„geschickte- Diplomat und Rußlands Vertreter in Ostasicn, Staatsrat v. Powlow und andere mehr, in geradezu frivoler Weise viele Millionen Rubel verschleudert haben und trotz der energischsten Mahnungen bis jetzt noch keine Rech- nunacn abzugeben in der Lage sino. Jetzt werden wieder ver- schicvcne peinliche Angelegenheiten, betreffend die Verschleuderung von Volksgeldern bekannt, an die sich die Namen der in Rußland allmächtigen Personen knüpfen, die aber trotz der nachweisbaren Schandtaten ruhig auf ihrem Posten bleiben. Zu solchen Person- lichkeite» gehört Exzellenz Gurko, der Gehülfe des Ministers Stolypin, er hat zwei Millionen Mark von der Rentei entnommen, und diesen Betrag der Klosetfirma Lickwal übergeben, damit diese — Getreide in■ die von„Mißwachs" betroffenen Gouvernements liefere. SJst es in Rußland an und für sich nicht angebracht, daß bei Getreidelieferungen für die russische Regierung Vorschüsse, ge- schweige denn in einer Höhe von zwei Millionen Mark, gezahlt werden, so ist in dem vorliegendem Falle um so auffälliger, daß der Hunger der russischen Bauern von einer Klosetfirma gestillt werden soll, die sich auch niemals mit Getreidelieferungen befaßt hat und sich offenbar auch jetzt nicht mit einem solchen Auftrag ab- zufinden weiß, da bisher so gut wie gar nichts geliefert worden ist. Allerdings wollen böse Zungen in Petersburg wissen, daß es sich bei diesem„mildtätigen" Vorgehen von Exzellenz Gurko um clierclier la femme handelt. Sei dem wie ihm wolle. Tatsache bleibt, daß Erzcllenz Gurko trotz der öffentlich gegen ihn erhobenen Anklagen auch nicht die geringsten Vorkehrungen trifft, seine unqualisizier- bare Handlungsweise wenigstens einigermaßen gut zu machen. Im Gegenteil: er läßt es sogar darauf ankomnien, daß die betreffenden Semstwos und sonstigen Interessenten Nachforschungen nach dem längst bezahlten aber nicht gelieferten Getreide anstellen. Um so fleißiger sind indessen die Helfershelfer Exzellenz GurkoS bezieungS- weise die der Klosetfirma Lickwal, die schon jetzt an einem rafsi- niertcn Plan arbeitet, wonach zuguterletzt die Getreidelieferung in Höhe des erhaltenen Betrages auch stimmen wird, wiewohl die hungernden russischen Bauern von diesem Getreide auch nicht ein Körnchen genießen werden. Tabkamonopok. In einer Konferenz, die soeben in ZarSkoje Selo stattfand, wurde ein vom russischen Finanzministerium in aller Stille ausgearbeitetes Projekt für die Einführung des Tabak- Monopols in Rußland erörtert. Aus den zahlenmäßigen Angaben. die, wie die Anhänger dieser Projektes besonders hervorhoben, vor- sichtshalber überaus niedrig gegriffen find, ergibt sich demnach ein sehr hoher Uebcrschutz zugunsten der russischen Regierung. Um die Durchführung diese» Tabakmonopolprojcktes zu erleichtern, soll die russische Regierung erklären— natürlich nur versprechen— daß der Ueberschuß lediglich zur Versorgung der Witwen und Waisen des russisch-japanischen Kriege« verwendet werden soll. Nunmehr soll dieses Tabakmonopolprojckt der Begutachtung deS russischen Ministerrats anheimgestellt werde». Soziales. Einschränkung beS Postverkehrs am Sonntag. Postnachnahmesendungcn werden vom I.Dezember ab an Sonn- und Feiertagen nicht mehr zur Einlösung vorgezeigt. Aus- genommen sind solche mit dem Vermerk„Durch Eilboten" oder „Postlagernd- versehene._ Ueber den Wert von Laien-Gutachten über Leistungen und Erwerbsunfähigkeit eines Versicherte» hat das Reichs-Versicherungsamt in einer jetzt vom ReichS-Ver« sicherungsamt veröffentlichten Revisionsentscheidung vom 5. März 1906 sich folgendermaßen ausgesprochen. Das Schiedsgericht hat die bei den Akten der Versicherungs- anstalten befindlichen Erklärungen des Arbeitgebers unberücksichtigt gelassen. Darin liegt ein ebenso w e s e n t- licher Mangel des Verfahrens, wie wenn ein ärzt- licheS Gutachten unberücksichtigt bleibt, da jene Erklärungen, wenn sie zutreffend sein sollten— und das Gegenteil steht nicht fest—, geeignet sein würden, erhebliche Zweifel an der Richtigkeit der Begutachtung der Klägerin durch den Arzt S. zu begründen. Wenn das Schiedsgericht von der Erwägung ausgegangen sein sollte, die es den Beweisanträgen der Klägerin entgegengesetzt hat, daß die Vernehmung von Laien in ärztlichen Dingen überflüssig sei, so ist diese" Erwägung unrichtig. Denn einmal ist die Hauptauf- gäbe der Aerzte, körperliche Zustände zu er. Mitteln, nicht aber deren Einfluß auf die Er- wcrbsfähigkeit abzuschätzen; diese Abschätzung ist viel- mehr an letzter und entscheidender Stelle Sache des Gerichts, und dafür können die Anschauungen von Laien, die mit den persönlichen Verhältnissen des Versicherten vertraut sind, an sich von hohem Werte sein. Sodann aber gibt es zahlreiche Gruppen von körper- lichen Schäden, deren Bedeutung für die Erwerbsfähigkeit mit den Erkenntnismitteln der ärztlichen Wissenschaft überhaupt nicht zu- verlässig festgestellt werden kann, weil sie von der vorhandenen Ge- schicklichkeit, Willenskraft, Ausdauer, Arbeitslust, Gewissenhaftigkeit und anderen seelischen Verhältnissen abhängt, die sich der ärztlichen Wahrnehmung zum größten Teil entziehen. DaS gilt in besonderem Maße für angeborene oder in früherem Alter erworbene«SZildungS- fehler, wie deren einer hier in Frage kommt. In solchen Fällen wird das Urteil eines verständigen, mit den Verhältnissen vertrauten Laien unter Umständen sogar wertvoller sein als dasjenige deS ArzteS, der den Versicherten nur von der ärztlichen Unter- suchung her kennt und bei seiner Betätigung im Arbeitsleben nicht hat beobachten können. Die Vorentscheidung war daher aufzuheben. DaS Schieds- gericht wird die Sache erneut zu prüfen haben. Dabei ist zu beachten, daß das Gericht von den Zeugen, ebenso wie von den Aerzten, in erster Linie Tatsachen zu erfahren trachten und seinerseits die mitgeteilten Tatsachen beurteilen, Urteile von Zeugen und Sachverständigen dagegen nur soweit übernehmen soll, wie es wegen eigener Sachunkunde unver- weidlich ist. Unter diesem Gesichtspunkte wird die Erklärung des Gutsvorstandes vom 14. Oktober 1904 nicht unmittelbar zu vertreten sein, sondern nur die Grundlage zu weiterer genauer Aufklärung darüber zu bieten haben, was die Klägerin im ein- zelnen bisher tatsächlich geleistet, welche Arbeitszeit sie einzuhalten vermocht, inwiefern sich ihr Unvermögen zu schwererer Arbeit gezeigt hat. Denn es ist allerdings eine häufig gemachte Er- fahrung, daß schwächliche, verwachsene und anscheinend nur sehr beschränkt arbeitssähige Personen tatsächlich ein nicht unerhebliches Maß von Arbeitsfähigkeit besitzen, und eS ist aus den Akten nicht zu ersehen, weshalb die Klägerin jetzt weniger erwerbsfähig sein sollte als zu der Zeit, da Beiträge für sie entrichtet worden sind. von dem Rückzug eines Pastors der Fürsorgeerziehung. In den Nummern 89. 95, 99 und 105 deS„Vorwärts- hatten wir einige flagrante Fälle zur Beleuchtung der Geist und Körper von armen Fürsorgezöglingen abträglichen„Fürsorge- aus dem „ErziehungS-bereich des Pfarrers Rohr in Siedersdorf, Kreis Neu- Ruppin, veröffentlicht. DaS„Reich" und deren schwesterliche „StaatSbürger-Zeitung- hatten die Richtigkeit der von uns ge- schilderten Art von Behandlung einiger armer Fürsorgezöglinge durch den Pfarrer Rohr in Abrede und uns eine Klage deS Fürsorge-PfarrerS in Aussicht gestellt. Wir Jiatcn dringend um Anstellung der Klage und konnten mit Genug- tuüng konstatteren, daß das vom Pfarrer Rohr an- gewendete EcziehungSsystem auch auf dem Fürsorgekongreß aufs entschiedenste verurteilt wurde. Der Pastor erfreute uns dann durch Stellung einiger am 2. Mai und 15. Juli der Staatsanwalt- schaft zugegangener Sttafanttäge. Unser verantwortlicher Redaktcut, Genosse Weber, wurde auch in Verfolg dieser Anträge am 3. Oktober vor Gericht vernommen. Er hielt die von uns erhobenen Anklagen in vollem Umfang auftecht und erklärte, er werde nach Erhebimg der öffentlichen Anklage im Termin vollen Beweis für die Wahrheit unserer Schilderungen antreten, zu deren Veröffentlichimg der„Vor- wärtL" im öffentlichen Interesse, insbesondere der Ablvendung ähn- licher Fürsorge anderen Zöglingen gegenüber so berechtigt wie ver- pflichtet war. Dem Termin sahen wir mit voller Ruhe und Freude entgegen. Leider ist die öffentliche, gerichtliche Klarstellung des Rohrsche» Systems durch ihn selbst vereitelt. Die Staatsanwaltschaft hat dem Genossen Weber mitgeteilt, daß der Pfarrer seine Straf- anträge zurückgezogen hat und daß darauf das Ettaf- verfahren wider Weber eingestellt ist. Das ist im Interesse einer endlichen Besserung der preußischen Fürsorge lebhaft zu bedauern. Dies Bedauern wird noch dadurch vermehrt, daß die Staats- anwaltschaft als den Pastor Rohr zur Rücknahme der Strafanträge bestimmenden Grund den mitteilt, datz ein den Pastor Rohr selbst betreffendes, von der Staats- anwaltschaft in Neu-Ruppin eingeleitetes Strafverfahren nach umfang- reicher Beweisaufnahme durch die Annahme erledigt ist. dem Pastor falle eine Ueberschreitung des Züchtigungsrechls gegenüber Fürsorgc- zöglingen nicht zur Last. Was i» den uns unbekannten Akten ver Rnppincr Staatsanwaltschaft„festgestellt- ist, ist für die Kennzeichnung des Rohrschen durch unsere Veröffentlichungen illustrierten Systems völlig irrelevant. Es ist die Einstellung des Strafverfahrens im Interesse der armen ohne ihr Verschulden der Fürsorge- erziehung überwiesenen Kinder und im Interesse des Aufrufe»« der Oeffentlichkeit gegen ein System tief zu bedauern, das die Arbeits- kraft unschuldiger Kinder im agrarischen Interesse ausbeutet und diese dem geistigen und sittlicben Ruin zuzusühre» geeignet ist. während ein wirkliches Fürsorgesystem auf Hebung der geistigen und körperlichen Fähigkeiten der Fürsorgezöglinge abzielen sollte. Huö der fraucnbcwccfung. Unsere Forderungen au die K imune.■ Ucber„Unsere Forderungen an die Kommune" referierte Genossin Klara Weyl am Montag im„Neuen ÄlubhauS" in einer von den Genossinnen einberufenen öffentlichen Versammlung. An der Hand reichhaltigen Materials führte Rednerin folgendes aus: Alter Grundsatz unserer Stadwäter ist es: Tie Frauen haben in der Gemeinde zu schweigen! Wir aber sagen, die Frauen sind genau so wie die Männer an den Frage»', die in das Leben uns Treiben der gesamten Bevölkerung einschneiden, interessiert, in vielen Fällen sogar in hervorragenderem Maße. Die arbeitende Enui hat genau so wie der Manu Steuern zu entrichten. In der ommune»verde» allerdings auch die Männer nicht mit gleichem [ welche auch wirklich für das Wohl der besiglosen Klasse eintrefent. Dem Vortrag, welcher mit großem Beifall aufgenommen wurde, folgte eine rege Diskussion im Sinne des Referats. Als Delegierte zum preußischen Parteitag wurden die Genofsinnen Baader, Reichert und Steinkopf gewählt. Briefkaften der Redaktion. Make gemessen, haben wir doch ein Geldsadsparlament, welches Einen Fortschritt bedeuten die bereits vorhandenen FürsorgeMinderbegüterten weniger Rechte einräumt, wie den Bestzenden. stellen für Säuglingspflege. Infolge eifriger Propaganda der GeWir finden das ungerecht und fordern das gleiche, allgemeine noſſinnen sind diese gegen früher stark in Anspruch genommen. Den Wahlrecht. Da in Berlin die Hälfte der Stadtverordneten Haus- sozialdemokratischen Stadtverordneten ist es auch zu verdanken, daß befizer sein müssen, hält es doppelt schwer, sozialdemokratische Ver- Prämien( monatlich bis zu 25 M.) an stillende Mütter gezahlt treter in das Stadtparlament hineinzubekommen. Weil die Ar- werden. Hierdurch ist es Arbeiterfrauen ermöglicht, sich ihren beiterschaft zu wenig Vertreter in der Kommune hat, bleiben die Kindern zum Segen für die heranwachsende Generation voll und bestehenden Einrichtungen weit hinter berechtigten Ansprüchen ganz zu widmen. Ein wichtiger Zweig der Betätigung hat sich den zurück. In erster Linie sind es die Krankenhäuser, welche lange Frauen in der Waisenpflege erschlossen. Wo es sich um die nicht allen Anforderungen der modernen Hygiene entsprechen. Die Kleinsten handelt, beweist nur die Frau das richtige Verſtändnis. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, Forderung der Sozialdemokraten, nur geschulte wärter und Leider räumt man den Frauen viel zu wenig Bewegungsfreiheit eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenftr. 101), Wärterinnen einzustellen, ist vollkommen berechtigt, wenn man in ein. Man läßt dieselben wohl recherchieren, aber als Helfende kann wochentäglich von 7½½ bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Betracht zieht, daß Leute, welche heute noch irgend eine schwere sie sich den Pflegeeltern nie zeigen. Ebenso verhält es sich in der Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Handarbeit verrichten, morgen als Krantenwärter schwertrante Armenpflege, angeblich fürchtet man die zu offene Hand und das Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort bedeutend billiger, wie geschultes Personal. Ein großer Uebel- im Beisein von Damen müsse man sich bei der Behandlung heikler sonst hat er Anspruch auf Gewinn, auch wenn er die fälligen Raten nicht Menschen pflegen sollen. Allerdings hat man derartige Kräfte weiche Herz der Frau. Ein Armenvorsteher meinte einmal auch, wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. F. 3. 24. 3ft der Betreffende ausgeschlossen, so hat er feinen Anspruch, stand ist es, daß Männer, welche nicht imftande find, Krankenhause Dinge zu sehr beherrschen. Heikle Dinge lassen sich in ernster und bezahlt hat. F. M. 110. 1. und 2. 100 000. 3. Von Bülow. fosten sofort zu begleichen, bis zur endgültigen Abzahlung das Wahl- würdiger Weise aber doch auch mit Frauen verhandeln. Dort, wo A. H. St. Ja. G. B. 3581. 1. Ja. 2. 50 Pf. 3. Rein. Sie be recht verlieren. Vor Eröffnung des neuen Virchowkrankenhauses Frauen in der Armenpflege tätig sind, höre man nur Lob. Die finden sich im Irrtum, die Mietssteuer ist für 05 und 06 mit je 50 Pf. zu ist es borgekommen, daß Kranke ganze Tage lang von einem selben guter. Erfahrungen würden die Verwaltungen von Siechen- zahlen. A. 955. Ihr Mann ist nicht verpflichtet, Sie sind infolge Ihrer Krankenhaus zum andern fahren mußten, weil nirgends Unter- häusern, Hospitälern und Altersversorgungsanstalten machen, wenn Erflärung zur Zahlung verpflichtet. Aber wo nichts ist, kann man nichts holen. Laffen Sie es also auf eine Stlage ankommen. tommen zu finden war. Genau so mangelhaft verhält es sich mit man nur die Frauen zur Mitarbeit heranlassen wollte. E. A. 36. den Heimstätten für Genesende. Keine Seltenheit ist es, daß eine Auch in der Schulfrage bezeugen die Frauen größeres Interesse Wenden Sie sich an einen Münzenhändler.( Adreßkalender.) Der Wert richtet A. R. 114. Zeit von 7-8 Wochen und noch länger verstreicht, bis der Krante wie die Männer. Bei der Bewilligung freier Lehrmittel ist man sich unter anderem danach, wie die Stücke erhalten sind. würde höchstens der aufgenommen werden kann. Lungenkranke, welche bei schleuniger außerordentlich sparsam. Das Schularztsystem bedarf des weiteren Weg der Wiederaufnahme versucht werden können, Da das Urteil rechtsfräftig geworden ist, wegen des Aufnahme in eine Anstalt noch zu retten wären, gehen durch zu Ausbaues. Die Kinder sollten in dauernder Behandlung bleiben. felben müßten Sie sich an einen Rechtsanwalt wenden. æ. Ja. langes Hinzögern vollständig verloren. Jungen Müttern, welche Auch sollte bei der Wahl eines Berufes der Schularzt zu Rate ge Siebert 4. Dhne Zustimmung der Gesellschaft find Sie zur Lösung nach überstandenem Wochenbett fortgeschickt werden sollten, ist es zogen werden. Des weiteren fordern wir, daß kränkelnde Kinder des Vertrages nicht berechtigt. M. H. 95. Wenden Sie sich an Ihren passiert, daß fie 4 Wochen warten mußten, und dann auf die Er- auf Kosten der Kommune in Ferienkolonien untergebracht werden. Wahlverein. W. O. W. 4. Beantragen Sie bei dem Amtsgericht holung ganz verzichteten, denn sie hatten sich, des Wartens müde, werden. Zwangsvollstreďung. 5 H. S. Wer Hebamme werden will, wende fich wieder anders eingerichtet. Auf diese Weise scheint es auch eran das Polizeipräsidium, dann wird die Kandidatin zum Arzt gesendet. klärlich, daß die vorhandenen Fonds nicht aufgebraucht werden. Dort findet Borprüfung im Hören, Sehen, Rechnen usw. statt. Dann wird Gine sehr wichtige Forderung ist die Beschaffung von KinderSurfus in der Charité einberufen, dieser dauert 6 Monate und kostet 300 m. die Kandidatin in die Kandidatenliste eingetragen. Später wird Sie zum frippen und Kindergärten. Wo Vater und Mutter tagsüber außer Dann erfolgt die Hebammenprüfung, darauf die Anstellung als Hebamme. dem Hause ihrer Beschäftigung nachgehen müssen, wäre es eine wahre Wer älter als 30 Jahre ist, wird nicht angestellt. Bei der Ueberfüllung kann Wohltat, wenn sie die Kleinen sicher untergebracht wüßten. Die man auf mindestens 3 Jahre Wartezeit rechnen, so daß es sich für dies bestehenden, privaten Anstalten genügen lange nicht, um alle die jenigen, die älter als 27 Jahre sind, nicht empfiehlt, fich zu melden. Kinder aufzunehmen, welche, sich selbst überlassen, den Tag über Bad Neuenahr. 1. Ein Heimatsschein ist nicht erforderlich, aber zweckdie Straße bevölkern und so Schaden nehmen an Leib und Seele. mäßig. Sie erhalten ihn durch die Heimatsbehörde Ihres Wohnsizes. Freidenkenden Eltern paßt auch der Religionszwang in diesen An2. und 3. In beiden Fällen müßten Sie sich wegen eines Paffes, der an stalten nicht. Eltern, welche ihre Kinder sogenannten Ziehmüttern fich nicht erforderlich ist, an die Polizeibehörde und an die Militärbehörde 3. Pr. Ort. 1. Ja. 2. Schöneberg. übergeben, sind auch keinen Augenblick sicher, daß ihre Lieblinge 3. Nein. 2889. 1. Sie müssen nachzahlen. 2. Sie haben kein Recht gut behütet sind. auf Aushändigung des Kindes. 3. Das Gericht entscheidet von Fall zu Fall. 4. Nein. 5. Nein. A. P. 81. Die Ordnung ist gültig. 2. Einen Stand der Intelligenz gibt es nicht. 2. A. 100. Eine solche Vereinigung besteht nicht. Es steht Ihnen frei, in den Zahlabenden und in den Vereinsversammlungen derartige Dinge zur Sprache zu bringen. Die Aufgabe der sozialdemokratischen Frauen ist es nun, une entwegt von der Kommune die Errichtung entsprechender Anlagen zu verlangen. Die vorhandenen Kindergärten müßten entsprechend ausgebaut werden. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 29. November. Anfang 72 Uhr. Opernhaus. Carmen. Schauspielhaus. Hamlet, Prinz von Dänemark. Neues Operntheater. Geschlossen. Deutsches. Das Wintermärchen. Westen. Der Schmetterling. Lorking. Undine. Anfang 8 Uhr. Neues Schauspielhaus. Hochzeitsfadel. Kleines. Die Feinde. Lessing. Hedda Gabler. Berliner. Sherlock Holmes. Die Urania. Wissenschaftliches Theater. Der Fortbildungsschulbesuch sollte obligatorisch auch für Mädchen eingeführt werden. Für die städtischen Arbeiter ist in lezter Zeit auf Anregung unserer Genossen mancher nennenswerte Vorteil herausgesprungen. So hat sich der Tagelohn der männlichen Arbeiter von 3,00 auf 3,50 m. erhöht. Für die Arbeiterinnen ist er von 1,25 auf 2,50 M. gestiegen. Die städtischen Arbeiter haben zudem eine gute Organifation, welche viel dazu beiträgt, das Selbstbewußtsein zu weden. Bei den weiblichen Angestellten mangelt es darin noch sehr start. Nach unserem Programm soll die Gemeinde den Kreis der Arbeiten in eigener Regie möglichst erweitern. Es könnten z. B. Frauen, welche Heine Kinder haben, für einige Stunden beschäftigt werden, zur Anfertigung von Erzeugnissen, welche heute Privatunternehmer als Heimarbeit herstellen lassen. Leider hat die Frau nicht das Wahlrecht, um selbst in der Kommune nach dieser Richtung zu wirken, deshalb muß sie den Mann anstacheln, nur solchen Kandidaten die Stimme zu geben, Schiller- Theater. Heute im Theater Sizilien. 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. abends 8 Uhr: Im Hörsaal 6 Uhr: Schwämme und Nesseltiere. Im Hörsaal 8 Uhr: Gegenseitige Hülfe in der Entwickelung. OOLOGISCHER Z CARTEN Großes Militär- Doppel- Konzert. Eintritt 1 M., v. 5 Uhr ab 50 B1. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). I Schiller- Theater N.( Frtebr.- Wilh. Th.) Donnerstag, abends8u br: Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Der Hochtourist. Ein republikanisches Trauerspiel in Schwant in 3 Aften von Kurt Kraak und May Neal. Freitag, abends 8 br: Freitag, abends 8 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Bum 1. Male: Mathias Zollinger. Sonnabend, abends 81br: Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Der Hochtourist. ORIGINAL SINGER NAHMASCHI Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 29462* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen Palast- Theater. Prater- Theater. Stadt- Theater Moabit Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Massen- Vorstellungen Ivon erstklassigen Spezialitäten vom 1. bis 31. Dezember 1906 arrangiert von der Internationalen Artisten- Loge. E. V. Berlin. Anfang der Vorstellungen 8 Uhr. 189/ 13* general. Raufen und eine Modi, Neues Theater. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Schiller Tausend Nacht. 0.( Wallner- beater.) Die Verschwörung des Fiesco zu Genua. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Hochtourift. Neues. Die Condottieri. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Residenz. Triplepatte. Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Herr Hauptmann b. Stöpenid. Thalia. Eine fustige Doppelehe. Luifen. Sherlock Holmes. Bernhard Nose früher Carl Weis. Die neue Welt. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Anfang 8 Uhr. Die Condottieri. Morgen und folgende Tage: Die Condottieri. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. 8um 126. Male: Ein idealer Gatte. Freitag: Die Feinde. Sonnabend: Bum 127. Male: Ein idealer Gatte. Sonntagnachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Die Feinde. Metropol. Der Teufel lacht dau. Komische Kasino. Die beiden Champignol. Folies Caprice. Serenissimus Das Modell. Auguft XXVI. Das Provinzmådel. Baffage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Sizilien. Im Hörsaal 6 Uhr: Schwämme und Neffeltiere. Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Anfang 8 Uhr. Freitag: Die Bohème. Sonnabend: Lakmé. Sonntagnachm. 3 11hr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Lakmé. Montag: Carmen. Im Hörsaal 8 Uhr: Gegenseitige Lortzing- Theater Hülfe in der Entwickelung. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Bellealliancestr. 7/8. Donnerstag, 29.Dez., ab. 71/ 2Uhr: Heute Donnerstag, 29. d. M., abends ROM. Gr. Drigin.usit. praz. 7, Uhr: Elite Abend. Gala- Programm. U. a. Die jugendliche Schulreiterin Frl. Dora Schumann. Mr. Henricksens einzig dastehende Bantomime d.Zirkus Busch in 7 Bildern. Bes. hervorzuh.: Radium- Ballett. Die großen Stampfspiele i. Zirkus Caligula. Die Todesfahrt über die zersprengte Brüde. Phant. Allegorie in feenhaften Lichtgrößte Tigergruppe und Bafferspielen. Ferner: wilde Dressur Monf. Guichenet, Ober- Bereit. d.Baren. Die 5 Könige der Luft Les 5 Alex. Les 5 Piroscoffis Dir. Alb. Schumanns anerkannt un erreicht dastehende Driginal- Schulund Freiheitsdreffuren. Um 10 Uhr: Die große AusstattungsPantomime: Ein Tag in Monte Carlo. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Heute Anf. 7, Uhr: Sherlock Holmes. Donnerstag, 29. November, 7, Uhr: Freitag: Die Hochzeit von Baleni. Undine. Abonnements Freitag: Die Regimentstochter. Sonnabendnachm. 3 Uhr: 1. StinderDeutsch- Amerikanisches Theater. 101. alden Westen. Märchenvorst.: Peter und Paul reisen Male Sherlock Holmes. ins Schlaraffenland. Freitag und Sonnabend: Cameliendame. Sonntag: Sherlock Holmes. Die Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Theater des Westens Sonnabendnachm. 3: Gänselicjel. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Donnerstag, Anfang 7 Bum 1. Male: Uhr: Zum Jeden Abend 8 Uhr: Gastspiel Adolf Philipp. Herr Hauptmann v. Köpenick. Sonnab. nachm. 3, Uhr, kl. Preise: Die Reise durch's Märchenland. 3 Ueber'n großen Teich. Sonntagnachin. 8 Uhr, halbe Pr: Husarenfieber. Metropol- Theater Refidenz- Theater. Der Teufel lacht dazu. Direktion Richard Alexander. Nur noch 2 Tage: Monsieur Romeos Staunen erregende Automobilexperimente. Ueberfahren mit einem 70 PS. Fiat- Automobil ( Bem. 30 gentner u. 4 Infaffen.) Alt- Moabit 47/49. Gastspiel. 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Lenore, die Grabesbraut. Schauspiel in 3 Abteilungen. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Billettvorverkauf bei Krüger& Oberbeck, Turm- u. Beuffelstraßen- Ede sowie im Restaurant d. Stadt- Theaters. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr Die beiden Champignol. Sonntag 4 Uhr: ,, Gebrüder Zorn". ,, Singvögelchen". Rixdorfer Theater Berliner Prater- Theater Bergstraße 147. Sonntag, den 2. Dezember 1906: Renaissance. Lustspiel in 3 Atten von Schönthan und Koppel- Eafeld. Anfang 7 Uhr. W. Noacks Theater. Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Zum letztenmal: Der Trompeter von Säckingen. Werner Kirchhofer: Dir. Robert Dill. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ehren und Borzugstarten gültig. Freitag: Der Müller und sein Kind. Passage- Theater. Anfang: Abends 8 Uhr. Mary Josefine Dora Irber Georg Kaiser Damen- Jiu- Jitsu und 14 erstklassige Nummern. Sonnabend, 1. Dez.: Premiere Berlin paß' anf! Zweiaftige Burleske aus der WeltDer Schmetterling. Seute und folgende Tage, 8 Uhr: Große Jahrosrevue in 7 Bildern tabt von Leopold Ely. Muſit Frig Werner a. G. Freitag: Der Schmetterling. Neues Schauspielhaus Donnerstag, den 29. Povember: Die Hochzeitsfackel. Freitag: Die Hodheitsfackel. Anfang 8 Uhr. Zentral- Theater. Abends 8 Uhr: Tausend und eine Nacht. Operette in 3 Atten v. Johann Strauß. Freitag: Bogelhändler. Triplepatte. Schwank in 5 Aften b. Tristan Bernard und André Godfernaur. Bicomte Robert de Houdan: Sonntagnachm. 3 Uhr: Der Stellbertreter. von Julius Fround. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Richard Merander. Massary. Bernhard Rose- Theater Große Frankfurterstr. 132. Die neue Welt. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. von R. Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Georg Kaiser, Martin Bendix. Opollo Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Sonntag, 2. Dez., nachm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. E Ermäßigte Preise 5 Bitten aus dem ameritanishTrianon- Theater. Boltsleben von H. Kißling. Morgen und folgende Tage: Die Anfang 8 Uhr. Theater Nur noch 2 Tage! Liane d'Eve. Die Driginal Tänzerin. Die Seldoms. Blaftiche Darstell und: Das große November- Programm. Bilettvorverkauf für 8 Lage vorher Der Hausfreund. Sonntag, 2. Dez., nadm. 3% LIGE Kastanien- Allee 7-9. Heute abend 8 Uhr: Mutterſegen. Morgen: Lekte Borstellung: Preciosa. Winfergarten Anfg 8Uhr Heute: Ruff St. Denis dieberühmte indische Tänzerin a.das interressante Spezialhäten. Programm. Bros.Permand The 3 UrmaExcentrics Sisters Trapez künstlerinnen. Angelo's lebende Kunstuk. O.K.Sato La Vilma Kom Jongleur Sandmalerin Maria Vinent Das Millmann- von der Königl. Trio Drahts Akt. Oper in Madrid. Staleys Ver. LiJem Hai San wandlungsakt Chinesen trup. D.mus.Fassbind. Clotilde Florido Im sonnigen Span. Tänzerin. Spanien Engl. Der Biograph Balletscene, aus L. Wettlaufen. gef.von d.Jahn 2.Die Hochzeit im Automobil. Tiller Tr.a. Lond. oooooooo Palast- Theater. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Serenissimus August XXVI und Das Modell. Ab 1. Dezember Wiederauftreten von Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. W ValhallaVariete Theater Weinbergsweg 19/20. Am Rosenthaler Tor. Nur noch wenige Tage! Das schwarze Udel- Quartett ( Original Black Troubadours). Die kluge Rosa! 14 14 vorzügliche Spezialitäten Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Polosseum Colo Dresdenerstr. 97. Vollständig neues PROGRAMM. Konzertsaal: an der Theatertasse u. bei Bertheim. Sonntagnachm.: Ihr zweiter Mann. Familien- Vorstellung. Balbe Bree: Künstlerkonzert u. Volks- Kabarett. I Preise. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse, Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. Der glänzende November- Spielplan. Nen: Little Fred Neu! der 16jährige Entfesselungskünstler: Befreiung aus der Zwangsjacke! Arsène Argolia Hunde- und Tauben Dresseur. Dazu: 10 Attraktionen 10 und: Eine vom Ballett. Luftspiel. Familientarten, zum halben Stassen preise gültig, preise gültig, in allen Barbier Friseur u. Bigarrengeschäften gratis. Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Die Tochter der Hölle. Preislustspiel in 5 Atten. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf: Krüger& Oberbeck, Staftanienallee 1. Kond. Handwerker, Schönh. Allee 153. Prachtsäle des Westens Spichernstr. 3. Carl Stechert. Heute Theater- Aufführung. Frauenkampf. Anf. 8 Uhr. Entree 40 Pf. Nach der Vorstellung: Familien- Kränzchen. Reichshallen- Theater. Stettiner 145 B. 10. 10. 04. 41. Ausfertigung. Berlin, den 9. November 1906. Deffentliche Sigung Sänger beg. Göffengerigts Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Berlin- Mitte Abt. 145. Gegenwartig: 1. A.-G.-R. Wollner als Borfizender; 2. Bernhardt, 3. Engelien als Schöffen; A.-G.-S. Roffow als Gerichtsschreiber. In der Privatklagesache des Ingenieurs Béla Friedmann in Charlottenburg, Privatklägers Kottbuser gegen den Herrn Karl Biesenthal Sanssouci, Straße 4a. hier Direktion Wilhelm Reimer Jeden Sonntag, Montag, Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsch. Sänger und Tanzkränzchen. Angeklagten wegen Beleidigung erschienen bei Aufruf der Sache 1. der Privatfläger und Rechtss anwalt Bozom mit anliegender Bollmacht, 2. Der Angeflagte und Rechtsanwalt Heinemann. pp. Großer Lieferl. Es tam folgender Vergleich zu 73 Erfolg! Neues Soiree- Programm. ftande: Sonnt. Beg. 5, Wochent. 8. Dienst.: Theater- Abend. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Donnerstag: Gustav Gottschalk- GesellschaftsKonzert, Walzer- u. Operett.- Abend. Gustay 30832 Der Angeklagte erklärt, daß ihm die in der Versammlung der Arbeiter und Arbeiterinnen der Aktiengesell. schaft Siemens u. Halske vom 7. September 1904 gemachten Aeußerungen 0.0000000 Freie Volksbühne. 11./12. Abteilung Berliner Theater Sonntag, den 2. Dezember, nachm. 3 Uhr: das 4./5. Abteilung Neues Schauspielhaus Der Sturm. Ora et labora und Eine Abrechnung. 19. Kunstabend im Rathaus: Goethe Beethoven Mittwoch, den 5. Dezember. Dr. Leopold Hirschberg. 20. Kunstabend im Rathaus: Liliencron- Bierbaum Freitag, den 4. Januar. Schmid Kayser. 4. Serie der Vorstellungen im Neuen Schauspielhaus. Scribe: Das Glas Wasser. 230/7 Lustspiel in 5 Aufzügen. Der Vorstand. In Vertr.: G. Winkler. Männergesangverein ,, Senefelder". M. d. A.-S.-B. Chormeister: E. Oslender. über den Privatfläger von dritter Souutag, den 2. Dezember, in 2. Kellers Festsälen( Inhaber Seite, die er für zuverlässig hielt, zugetragen worden sind Er hat sich nach stattgehabter Bes weisaufnahme davon überzeugt, daß A. Freyer), Koppenstraße 29: Konzert I Mitwirkende: Fräulein Else Kronacher( Sopran), Herr Julius Ruthe um feine Bleußerungen mit ström( Bioline). die Tatsachen durchwegs unwahr find. Er nimmt Bedauern zurüď. Privatfläger nimmt hierauf die Privatflage zurüd und verzichtet auf Behrens eine Bestrafung des Angeklagten. Dem Privatkläger steht das Recht Theater, au, diesen Vergleich binnen 4 Wochen Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das vollständig neue November- Programm. Neu! Der Hauptmann v. Köpenick Neu! großer Lacherfolg. 22 Nummern. Anfang 7, Uhr. Sonntags 51, Uhr. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. auf Kosten des Angeklagten an den Anschlagstafeln der Siemensschen Fabriken in Charlottenburg und am Nonnendamm eine Woche lang durch Aushang bekannt zu machen. Auch ift Privatkläger befugt, vorstehenden Vergleich bis zum 1. Dezember 1906 einmal auf Stoften des Angeklagten im Borwärts" oder im Berliner Tageblatt" im üblichen Drud zu veröffentlichen. Sämtliche Koften des Verfahrens, einschließlich des dem Herrn Justizrat Beibler zugebilligten Honorars von 30.-M., übernimmt der Angeklagte. Borgelesen, genehmigt, unterschrieben. ( gez.) Friedmann. ( gez.) Karl Wiesenthal. Beschloffen und verkündet: Das Verfahren wird nach Maßgabe des Bergleichs eingestellt. Ausgefertigt Berlin, den 27. November 1906. ( L. S.) Roffow, Amtsgerichtssekretär, Otto Pritzkow. Münzstr. 16. gerichts Berlin- Mitte, Abteilung 145. Gerichtsschreiber des Königlichen Amts. Neu erfchienen find folgende Schriften, die wir unseren Lesern beftens empfehlen: I für unfere Kinder! Weihnachtsbuch der„ Gleichheit". Herausgegeben von Klara Zetkin. But fartoniert. Preis 1,00 M. Die Religion der Sozialdemokratie. Siebente vermehrte Auflage. Mit einem Vorwort von Eugen Dietzgen. Briefe und Auszüge aus Briefen Bon Josef Dietzgen. Preis 25 Pf. von J. Phil. Becker, Josef Diekgen, Friedrich Engels, Karl Marg u. a. an F. A. Sorge und andere. Preis brosch. 4 M., in gutem Einband 5 M., in einfachem Einband 4 M. Jena und Tilsit. in Kapitel oftelbischer Junkergeschichte von Franz Mehring. Preis 1,00 M. Anfang pünktlich 6, Uhr. 436 Eintritt 30 Pf. Kinder unter sechs Jahren haben keinen Zutritt. Berliner Consum- Verein. Verkaufsstellen: 1. Michaelfirchplatz 4 2. Krautstraße 7 3. Liebigstraße 7 4. Zorndorferstr. 62 5. Havelbergerstr. 6 6. Rostockerstr. 20 7. Emdenerstr. 50 8. Rummelsburg: Türrschmidtstr. 6 9. Berlin- Stralau: Stralauer Allee 20A 10. Frankfurter Chauffee 103 11. Kronprinzenstr. 1 Neu eröffnet: FriedrichsbergLichtenberg. Moabit: Erasmusstr. 5, Often: Kopernikusstr. 33. General- Verfammlung Sozialdemokratisch. Wahlverein Rixdorf. 9 Todes Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied, der Schankwirt Johann Kleist verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 29. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Rigdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. 235/16 Der Voritand. Allen Freunden und Verwandten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und unser lieber Vater nach kurzem Leiden sanft 57b entschlafen ist. Dies zeigen tiefbetrübt an Witwe Auguste Frank nebst Töchter. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 29. November, von der Leichenhalle des ZionsKirchhofes in Nieder- Schönhausen aus statt. der Innungs- Krankenkasse Tischler- Innung. Wahl der Vertreter zu den General- Versammlungen pro 1907 und 1908. Die Wahl für die Kassenmitglieder findet am Montag, den 10. Dezember, abends von 8 bis 92 Uhr statt. 1. Diejenigen Mitglieder, welche rechts der Spree beschäftigt sind, wählen Kaiser Wilhelmstraße 18m ( Musiker- Börse). Die Zahl der zu wählenden Bertreter ist 120. 2. Diejenigen Mitglieder, welche links der Spree beschäftigt find, Ufer 15. am Freitag, den 30. November 1906, abends 81/2 Uhr, in den Musiker- wählen im Gewerkschaftshause, EngelSälen, Kaiser Wilhelmstraße 18m. Tages Ordnung: 1. Erledigung folgender Anträge: a) der Abt. III betr. Offenhalten unferer Läden über Mittag; b) der Abt. III betr. Ausschreibung bei Stellen besetzungen; c) der Abt. V betr. Erwerbung der statutgemäßen Anteile; d) ber Abt. V betr. Besetzung des Vorstandes durch 6 Personen. 2. Vortrag und Diskussion über die Besteuerung der Konsunvereine. Die Delegierten werden ersucht, vollzählig und pünktlich zu Mitglieder haben als Gäste Zutritt. erscheinen. 208/4 Der Vorstand des Berliner Confum- Vereins. Zentralverband der Töpfer Deutschlands Filiale Berlin. Freitag, den 30. November cr., abends 6, hr, im Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15( Saal VIII): Bau- VertrauensmännerVerfammlung. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Arbeitersekretärs Adolf Ritter über: „ Gewerbegericht und Innungsschiedsgericht". 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht, daß jeder Bau vertreten ist. Anfang präzise. 211/15 Der Vorstand. Geſchichte des Sozialismus in den Vereinigten Staaten Deutscher Metallarbeiter- Verband. bon Morris Hillquit. Autorifierte Uebersehung von Karl Müller- Bernberg. Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,00. illustrierte Auflage. Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,00 M. Despotismus und der klassischen Literatur bon Franz Mehring. 8 weite unveränderte Auflage mit einem neuen Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,00 M. Vorwort. Erläuterungen der sozialdemokratisch. GegenZiele und Wege. artsforderungen. Unter Mitarbeit von Adolf Geschichte der Kommune von 1871 von Lissagaray. Dritte Die Leffing- Legende. Zur Geschichte und Kritik des preußischen Braun, Hugo Lindemann, Max Süßheim, Friedrich Stampfer, Klara Zetkin. Preis 20 Pf. Herausgegeben von Ad. Braun. Preis 20 Pf. Sozialdemokratie und Anarchismus von Wilh. Herzberg. Arbeiter Notizkalender für 1907. Preis 60 Pf. Blut und Eisen, Krieg und Kriegertum in alter und neuer Zeit. Reich illustriert. In fünfzig Lieferungen a 20 Pf. Bisher find 9 Hefte erschienen. Branche der Hobler, Bohrer, Fräser usw. Sonnabend, den 1. Dezember 1906, im Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24, Emdenerstraße 34/35: Großes Vokal- und Instrumental- Konzert. Mitwirkende: Berliner Sinfonie- Orchester( Dirigent: Kapellmeister Maximilian Fischer). Doppelquartett der Sangesfreunde. Bariton: Herr Otto Kowalski. Nach dem Stonzert: Tanz. Herren, welche baran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Anfang präzise 9 Uhr. Programm 30 Pfennig. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. 536 Expedition des„, Vorwärts" Perlmutter, Horn- u. Steinnuß- Arbeiter Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. 237/ 12* Rothenburger Versicherungs- Anstalt a. G. in Görlitz. Gegründet im Jahre 1856. Größte deutsche Anstalt für Sterbegeld- Versicherung. Billige Beiträge. Sehr verteilhafte Bedingungen. Alle Ueberschüsse fallen dén Mitgliedern zu. Dividende selt 1898 ständig 25%, eines Jahresbeitrages, für ältere Versicherungen 50% Versicherungsbestand, Mill. Versich. über 80 Millionen M. Gesamtvermögen 21 Millionen M. • 17 Millionen M. Seither ausgezahlte Sterbegelder pp. 5 Millionen M. Seither an die Mitglieder überwies. Dividende Höchstzulässige Versicherungssumme M. 1500, zahlbar nach Wahl auch schon bei Lebzeiten. Keine ärztliche Untersuchung. Nähere Auskunft erteilen und Anträge nehmen entgegen die Einnehmer- Stellen der Anstalt: Brunnenstr. 83, Dorotheenstraße 70, Feldzeugmeisterstr. 9, Flemmingstr. 3, Madaistr. 7, Möckernstr. 12, Muskauerstr. 30, Prinzenstr. 100, Rathenowerstraße 53, Ritterstr. 4, Rostockerstr. 44, Turmstr. 40, Wassertorstraße 53, Weißenburgerstr. 47, Wilhelmstr. 79, Wilhelmstr. 138. Donnerstag, den 29. November, abends 7 Uhr, in den AndreasFestfälen", Andreasstr. 21: Branchen- Versammlung Tages Drdnung: Die Zahl der zu wählenden Bertreter ist 103. 3. Die Jnnungsmitglieder, welche Stassenmitglieder beschäftigen und Beiträge für dieselben aus eigenen Mitteln zahlen, wählen am Donnerstag, den 6. Dezember, abends von 8 bis 9, Uhr, Brüdenstr. 6b( Zum Schultheiß). Die Zahl der zu wählenden Vertreter ist 107. Wahlberechtigt und wählbar find nur diejenigen, welche das 21. Lebensjahr zurüdgelegt haben und im Befize der bürgerlichen Ehrenrechte find. Für die Kaffenmitglieder ist das Quittungsbuch zur Legitimation un bedingt erforderlich. 297/16 Um pünktliches Erscheinen wird era fucht. Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden, Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein innigstgeliebter Mann, der Schneider 545 Adolf Kolleng im 41. Lebensjahre plötzlich und unerwartet verstorben ist. Dies zeigt tiefbetrübt an Anna Kolleng, Wilhelmstr.21 Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des DreifaltigkeitsKirchhofes in Mariendorf aus statt. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Am 26. November verschied plözlich unser Mitglied, der Schneider Adolf Kolleng ( Wilhelmstr. 21, Bezirk 25/26.) Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. November, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Dreifaltigkeits- Kirchhofes in Mariendorf, Feldstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 239/9 Der Vorstand. Am 26. ds. Mts. berstarb unser Kollege Adolph Kolleng. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Kollegen der Werkstatt G. Benedict. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Ad. Kolleng am 26. November im Alter von 40 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. November, nach mittags 3 Uhr, auf dem Dreifaltigteits- Friedhof, Mariendorf, statt. 165/5 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratisch. Wahlvereir des 6. Berliner Wahlkreises. Nachruf. Am Sonntag, den 25. d. Mts., verstarb unser Mitglied und Be zirksführer, der Bementarbeiter Emil Dittmann ( Schönholzerstr. 8). Die Beerdigung fand gestern, Mittwochnachmittag, auf dem Friedhof der Zionsgemeinde in Nordend statt. Sein Andenfen wird in Ehren gehalten werden! 2959L 226/5 Soeben erschienen! Meine diesjährige WeihnachtsExtra- Liste besonders preiswerter Geschenke und wird ebenso wie mein Pracht- Katalog mit 600 Abbildungen etwa gratis und franko versandt Teppich- Spezialhaus Emil Lefèvre 1. Vortrag des Kollegen Richard Leopold. 2. Diskussion. 3. Bericht Berlin Süd. Seit 1882 der Kommission. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht, daß alle Kollegen erscheinen. Der Obmann. 97/14 Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2, Hamburg). Dertliche Verwaltung Berlin. Freitag, den 30. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7: Mitglieder- Versammlung. Sages Drdnung: 260/ 1* 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Berschiedenes. 3. Kaffenangelegenheiten. Der Vorstand. J. A. Richard Schröder, Tilsiterstr. 82. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 165 Spezialarzt für Hant- und Haralelden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr 1. Unger, Gummiwarenfabrik W.. Friedrichstrasse 01/02 nur Oranienstr. 158. Unterhalte nirgends Filialen. Empfehle frühzeitigen Weihnachts- Einkauf, da besond. vorteilhafte Artikel bald vergriffen sein dürften. Auch Sonntags bis Weihnachten geöffnet. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Zahlstelle Rixdorf. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Friedrich Köcher am 26. d. Mts. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 30. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, bon der Halle des Rigdorfer Friedhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 97/13 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 26. November verstarb unser Kollege der Schlosser Hugo Zeiser. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, in Briz auf dem Brizer Kirchhof statt. 30852 Die Kollegen der Kronleuchterfabrik Ed. Grimm. Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied Friedrich lieseneck aus Klub Bergnügte Brüder, Weißensee" am 27. d. M. ver storben ist. " Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 2. Dezember cr., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Weißenseer Friedhofes in der Rölkestraße, aus statt. 297/17 Der Vorstand. MENZENHAUER Lassen Sie sich nicht durch unglaubliche Reklame verleiten und kaufen Sie keine billige Zither, die keine Stimmung hält. Ein solches Instrument ist etwas fürs Auge, aber wertlos. Wollen Sie wirklich Freude haben, dann kaufen Sie sich die echte Menzenhauer Guitarzither mit unterlegbaren Noten, welche jedermann sofort spielen kann. Ueber 1 Million im Gebrauch. Preis M. 20.00 u. M. 25.00. Versand franko mit schriftlicher Garantie für 1 Jahr. 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( Ohne Gewähr.) 13 22 23 306 25 471 768[ 3000] 827 1024[ 1000] 287 333 519 696 751 807 37 2003 260 376 1500] 716[ 500] 28 [ 1000] 829 958 3229 81[ 500] 841 65 68 83 1500] 4197 340 741 73 836 85 5310 21[ 3000] 39 441 49[ 1000] 616 24 838 6073 330 58 811 7404 545 865 8039 189 426 739 9059 598 746 885 10074 224 427 723 11287 444[ 500] 847 938 12019 41[ 500] 113 266 97 658 855 916 66 13179 290 334 409[ 1000] 60 762 14182 305 402 60 98 505 59[ 500] 836 15244 692 755 16122 234 80 355 76 503 711 17 986 [ 3000] 17035 191 209 27, 354[ 1000] 904 18059 68 294 859 77 416 565 608 775 808 19035 192 325 409 527 637 741 817[ 500] 25 900 39 79[ 500] 86 88 20033 118 96[ 1000] 392 910[ 1000] 21023 311 43 54 69 447 540 668 738 61[ 3000] 22052 53 177 366 601 20 98 803 979 23018 222 330 432 37,679 719 18 04 00 828 68 24013 160 84 318 412 617 784 844 25280 345 606 940 26001 44[ 1000] 386 408 517 51 78 1500] 658 705 939 27038[ 1000] 90 393 652 735 835[ 1000] 28171 228 780 861 29093 95[ 3000] 360 548 93[ 5001 158 30238 65 492. [ 500] 550 632 726 815 31035 66 137 54[ 0000] 81 484 384 609 24 829 87 954 32209 532 853 62 82 33190 09 231 09 491 580 853 922 12 34083 210 348 456 570 84 11000] 848 85 978 35020 140 251[ 500] 463 576 86 745[ 1000] 838 49 929 36412 563[ 500] 37026 104[ 500] 288 453 64 340 98 792 38396 443[ 500] 716 964[ 1900] 67[ 300] 39208 303 [ 1000] 421 38 647 751 40151 222 469 41007 72 612 55 812 929 42000 116 869 78 501 20 41 787 848 998[ 10000] 43146 1000] 225 625 948 63 78 44008 26 250 406 757 994 45078 82 441 612 764 850 922 46031 192 301 486 514 69 82 840 82 91[ 500] 951 47124 81 225 47[ 1000] 317 65 537 756 63[ 1000] 849 48225 46 311 406 565 715 39 ST2 4817 237 610 639 957 50062 113 227 484 533[ 500] 685 933 1020 256 357[ 1000] 499 584[ 500] 821 52002 290 344[ 3000] 598 900 55 53109 333 442 513 20 49 777[ 1000] 895[ 1000] 54011 308 419 55005 117 574 87[ 500] 604 725 809 556060 128 73 325 95 490 542 637[ 500] 68 764 826 904 57136 3000] 13 1500] 375 488[ 1000] 637 828 81 966[ 3000] 58054 88 97 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der Liste vom 26. November, naenmittags, lies 230 018 statt 230 016. Achtung! Achtung! Sänger! Spar- und Produktivgenossenschaft Groß- Lichterfelde. ( Eingetragene Genossenschaft mit bcschränkter Haftpflicht.) Freitag, den 7. Dezember, abends 8 Uhr Zur Gründung einer, Weddinger Liedertafel werden Bereine und Sänger des Stadtteils Wedding und Umgegend, welche Lust und Liebe für im Lokale des Herrn W. Drägert, Chausseestr. 45: eine bessere und größere Sache haben, Generalversammlung. zu einer Besprechung am Sonntag, den 2. Dezember, vormittags 10 Uhr, des Borstandes über das GeschäftsTagesordnung: 1. Geschäftsbericht nach der Norddeutschen Brauerei, Chauffeeftr. 58. jahr 1905/06. 2. Bericht des Aufvom unterzeichneten Verein ergebenst fichtsrates. 3. Genehmigung der Bieingeladen. 30842 lanz und Entlastung des Vorstandes. 4. Neuwahlen und Ergänzungswahlen zum Borstande und Aufsichtsrate. 5. Anträge(§ 14 des Statuts). Der Vorstand: Der Aufsichtsrat: Fr. Harring. Gustav Play. ,, Alt- Maiglöckchen"-Wedding. Teilnehmer an einem englischen Zirkel werden gesucht; wöchentlich Bidet Stunden, monatlich 3 Mart. 30122* Frau G. Swienty- Liebknecht, Schöneberg, Sedanstraße 57, III. [ 2947L*] Billigste Bezugsquelle! Musik- Instrumente, Geigen, Cellos, Bässe, Zithern, Mandolinen, Klarinetten, Flöten, Bogen, alle Blech- Instrumente billigst. Großer Posten Zieh- u. Mundharmonikas sehr billig. Für Händler und Marktreisende Ausnahmepreise. Rothgießer, Staligerstr. 24a. Offeriere in nur frischer Ware: Hasen große schwere für nur große wilde Kaninchen. Seulen von dich- Rüden M. 3.00 Gänse " " 0.90 4,00 5,50 " 182/16 Bfd. 60 u. 65 Pf. in riesiger Auswahl. Wegner, so., Mariannenstr. 34. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Oranienburger Strasse 4, 1. 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( Nachdruck verboten.) 165 442 615 719 800[ 3000] 912 1085 83[ 500] 263 86 515 37 3000] 670 2273 308 20 682 3035 677 712 804 4245[ 1000] 474 755 808 5022[ 1000] 264 72 78 378 424 62 83 555 93 663 6004 86[ 1000] 119 3000] 49 851 481 524 646 63 96[ 500] 714 65 839 81 964 7043[ 500] 100[ 1000] 69 77 422 548 743 72 93 931 8146 13000] 262 380 444 553 736 871 96 9255 325 31 618 952 10197 238 80 524 15000] 28 761 73 800 38 964 11087 318 702 898 12117 35 201 43 356 970 97 13051 172 505[ 500] 24 862 14018 91 117 84 249 408 549 650 739 908[ 500] 15089 99 105[ 500] 418 575 636 37 87 802[ 1000] 59 16648 68 765 847 17060 365 443[ 1000] 551 694 724 32 84[ 1000] 837 75 81 974 18093 155 280 356 582 651 78 830 43 923 32[ 3000] 1153 346 415 566 888 20060 128[ 500] 281 663 749 21265 96 768 865 936 82 85 91 22710 871 008 23288 387 583 823[ 500] 24243 85 457 84 693 765 850 25007 21[ 8000] 61 196 229 45 426 60( 500] 64 538 652 757 807 11 62 947 76 26012 71 829 916 27254 406 520 50 56[ 1000] 622 92 786 814 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114067 150 278[ 500] 98 96 534 77 689[ 1000] 827 933 90 115074 161 281 764 116115 36 298 496 677 96 784 117546 78 609 854 900 30 [ 1000] 87 88 118067 302 20 504 600 910 119341 729 833 957 46 120067 297 588 606 773 858 940 121206 430 46 543 880 122214 329 415 24 82 629 34 36[ 3000] 43 999 123006 7 162 407 86 562 669 84[ 15000] 768 877 911. 51 124196 209 379 84 416 671 778 125157 252 65 411 542 126081 39 328[ 1000] 730 968 127094 195 224 521 95 701 15 933 128009 80 182 284 476 619 802 129132 71[ 1000] 526 49 640[ 1000] 717 982 130044 233( 500] 692[ 1000] 874 131077 168 235 637 808 95 132159 465 785 41 60 77 91 [ 500] 825 133067 88 115 475 507 62 665 716 802 6 960 134071 112 32 242 409 45 744 49 968 135150 1500] 435 834 85 136141 79 572 774 827 137089 209 515 628 870 138001[ 500] 56 60 234 599[ 5000] 838 65[ 500] 944 99 139018 142 219 77 87 551[ 1000] 721 995 140026 262 372 468 67 560 768 862 141218 25 929 142384[ 500] 548 821 143051 182[ 8000] 278[ 1000] 652 91 940 144048 162 98 748 918 49 76 97 145011 165 375 432 515 675 701 843 146246 97 376 414 657 870 996 147469 890 148058 80 309 611 946 S1 149001[ 500] 182 99 331[ 1000] 535 646 806 81 150156 292 708 18 48 87 906 151119 389 614 851 152778 878 153078 81 142 66 242 625 54 780 817 74 993[ 500] 154031 124 89 294 583 [ 1000] 736 155018 224 328 443 63 539 67 627 52[ 1000 704 40 156037 150 225 723 157206 81 885 476 84 158003 53 137 313 426 635 785 824 931 159061 78 379 408 538 83 84 604 728 55 80 160086 141 455 582[ 3000] 87 623 924[ 500] 161189 67 292 352 73 95[ 1000] 433 48 73 585 162114 27 34 299 425 61 523 90 745 986 163100 840 481[ 3000] 549 58 655 801[ 8000] 34 85 957 164210 50 82[ 1000] 308 56 462 68 606 729 853 957 165055 88 374 432 728 70 887 944 166002 393 410 72 609 44 53 995[ 1000] 167384 567 1500] 645 [ 3000] 844 49 58 989 168233 461 601 40 852 169284 170044 95 144 396 494 597[ 3000] 897 973 171001 431 505 682 720 844 86 172009 385 421 676 82 810 173294 491 558 781 933 174750 64[ 500] 909 19 175106 374( 500) 594 176044 40 689 857 177159[ 500] 218 38 554 84 867 920 178000 45 692 918 39[ 1000] 179143 212 379 90 441 548 82 676 846 955 180235 56 979 181072 99 250 67 324 651 876 961 182059 128 650 706 847 183080 236 348 70[ 500] 406 752 876 934 56 96 184183 343[ 500] 447 90 509 27 48 645[ 500] 185249 355 697 752 883[ 3000] 92 186029 198 288 471 [ 500] 87 611 187072 117 22 S06 406 16[ 500] 722[ 500] 57 [ 500] 917 188285 385 417 525[ 500] 612 15 877 926[ 500] 189162 460 598 635 788 808 190382 465 76 711 831 981 191339[ 3000] 532 675 78 744 192071 173 250 383 88 888 908 193009 217[ 1000] 88 77 349 436 613 194050 354 [ 3000] 852 933 195013 72 132 325 SS 42 565[ 3000] 801 38 58 923 196822 99 448 618 779 84 88 197031 150 309 77 [ 10 000] 457 545 652 198050[ 500] 359 542 674[ 3000] 777 853[ 500] 199122 79 343 82 612 702 906 29 200250 53 417 26 687 804 921 201037 227 56 61[ 500) 459 785 930 202069 350 491 874 203265 84 695 874 924 204043 72 79 264 834 205189 664 85 854 935 206030 41 102 70[ 1000] 256 452 525 693 918 57 207139 233[ 500] 437 92 560 771 208043 252[ 8000] 321 446 54 524 41 756 812 82 91 209004 59 248 62 327 81 81[ 500] 481 561[ 500] 633 57 [ 500] 210826[ 1000] 75 522 70 89 882 915 91 211174 209 373 504 26 38 40[ 500] 647 66 725 71 212016 65 189 631 35 61 823[ 8000] 213059 336 92 583 734 77 214029 55 62 175 228[ 500] 66 460[ 500] 589[ 500] 90 747 830 900 6 42 63 215255 591 622 52 791 216167 91 219 96 322 411 36 508 652 82 787 828 72 88 907 52 217314 997 218027[ 1000] 63 194 273 435[ 3000] 616 857 219082 223 395 409 785 811 91 220114 1500] 398 769 221622 36 764 825 57 919 222138 218 40 95[ 1000] 388 853 73[ 5000] 956 223123 824 40 932 224088 164 208 498 680 701 915 225060 81386 426 506 83 853 226163 314 481 632 707 20 61 227082 106 54 242 96 758[ 5000] 228079 109[ 1000] 345 866 76 229097 299 356 408 604 789 933 230058 107 288 481 L500] 859 86[ 3000] 231043 165 806 621 926 65 232819 85 844 77 233285 683 817 20 928 234113 327 650 727 235115 784 982 236159 485 580 890 917 237618 24 28 913 28 63 87[ 500] 238042 255[ 1000] 626 67 239029 82 236 60 347 434 240038[ 3000] 178 502 649 879 86 93 900 48 6 241310 72 636 53 719 808 926 68[ 3000] 242030 49 141 46 484[ 500] 548 93 984 243510 639 1500] 816 244034 125[ 1000] 241 716 92[ 3000] 245430 557 77 85 747 827 55 246037[ 1000] 120 22 302 38 725 37 62 247033 348 453 637 947 576 684 713 822 39 920 248211 56 843 249029[ 500] 186 237[ 1000] 395 424 521 87 250009 L1000] 86 282 84 456 62 995 251022 36 433 559 639 896 910 252268 706 14[ 1000] 77[ 1000] 253248 844 484 750 811 981 50[ 1000] 254280 488 586 674 715 57 887 255142 [ 1000] 97[ 500] 376 418 58 85 514 755 65 864 256010 306 404 653 729[ 500] 897 257857 77 935 72 258047 128 [ 10000] 47[ 1000] 421 745[ 1000] 815 46 259266 307 468 [ 1000] 916 20 260130 585 789 863 261015[ 1000] 63 197 236 67 88 354 483 642 262175[ 500] 260[ 500] 339 604 711 827[ 500] 31 263050 70 107 51 410 596 696 746 987 264065 533 645 [ 3000] 86 776 265109 618 923 266019 168 91 364[ 500] 96 467 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Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Gode, Berlin. Drud u. Verlag: Borivärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Veal Singer& A, Berlin SW. Nr. 278. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 29. November 1906. Berliner Nachrichten. " P Berliner Preffe und die Kommune. und den Erwerb der Genehmigung solcher Leitungen kaum erschwingliche Forderungen, tationen- und die Bewilligung eines Patronatsbeitrages zu den I die meistenteils bewilligt werden mußten, schon um mit Rücksicht auf Kosten der Niederdruckdampfheizungsanlage in der St. Thomasdie Dringlichkeit solcher Anlagen langwierige Enteignungsverhandlungen firche. Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betreffend Ueber die Bebauung Berlins und der Vororte zu vermeiden. So hat die Gemeinde Tegel für die Genehmigung zur die Beschaffung von zwei Automobilen für Zwecke der städtischen äußert sich der Oberbürgermeister über die Schaffung eines Groß- Verlegung von Wasserröhren, für die früher regelmäßig eine An- Verwaltung. Vorlagen, betreffend den Jahresabschluß des ViehBerlin" in seinem dem Minister eingereichten Bericht!„ Schon für erkennungsgebühr von 10 Pf. für den laufenden Meter Straßenland marktes, des Schlachthofes, der Fleischbeschau auf dem Schlachtdie räumliche Einteilung des Gebietes von Groß- Berlin, für die und die Uebernahme einer zwei bis dreijährigen Straßenunter- hofe und der Fleischbeschau für das von auswärts eingeführte Aufstellung von Bebauungsplänen und die Anlage von Straßen und haltungspflicht verlangt und zugestanden wurde, im Jahre 1904 eine Fleisch des Etatsjahr 1905, die erfolgte Bauabnahme der ZenPläzen hat sich das Fehlen einer Verwaltungsorganisation für Groß- einmalige Entschädigung von 2 M. für den laufenden Meter Rohr, trale für Beleuchtung, Heizung und Wasserversorgung in Buch, die Berlin als ein erheblicher Mangel ergeben. Für die Beziehungen der eine jährliche Anerkennungsgebühr von 25 Pf. für den laufenden erfolgte Bauabnahme der Kochküche usw. bei dem städtischen Obdach Stadt Berlin zu ihren Vororten ist in dieser Beziehung lediglich der Meter und eine zehnjährige Straßenunterhaltungspflicht gefordert in der Fröbelstraße und einige bauliche Verbesserungen daselbst, §9 des Fluchtliniengeseges vom 2. Juli 1875 maßgebend. nach welchem und bewilligt erhalten und wird von der Gemeinde Lichtenberg für die Uebernahme des Hardenberg- Denkmals eine Verhandlung zwischen den betreffenden Gemeindevorständen stattzu- die gleiche Genehmigung eine Gebühr von 50 Bf. beansprucht, des Grundstücs Gormannstraße 6.- Neue Rechnungen. Eine finden hat, wenn bei Festsetzung von Fluchtlinien mehrere Ortschaften während Tempelhof nicht nur der Anschluß an die Berliner Kanali- Unterstützungsfache. Außerdem findet in dieser Sihung die Einbeteiligt sind und beim Mangel einer Einigung gemäß§ 146 Abs. 2 fation, sondern auch noch zehnjährige Gebührenfreiheit eingeräumt führung und Verpflichtung des zum Stadtschulrat gewählten Stadtdes Zuständigkeitsgesetzes der Minister der öffentlichen Arbeiten ent- werden mußte. schulinspektors Dr. Fischer statt. scheidet. Selbst die Anwendung dieser Bestimmung hat im einzelnen zu Schwierigkeiten geführt. Die Gemeinden Pankow und Weißensee Bon Wahlmogeleien" wissen die Freisinnigen und ihre Preßhaben beispielsweise bei Anlegung neuer Straßen an der Weichbild- Aus Anlaß der Veröffentlichungen von Teilen aus dem vom organe allemal dann zu erzählen, wenn eine Wahl nicht so glänzend grenze auf den mit Berlin im Jahre 1862 vereinbarten Oberbürgermeister Kirschner an den Minister des Innern er- für sie verlaufen ist, wie sie es sich gedacht und erwartet hatten. Bebauungsplan keine Rücksicht genommen und Straßenzüge an- statteten amtlichen Bericht über die Schaffung eines Groß- Berlin Dasselbe Schauspiel erleben wir jest wieder nach der am Diensgelegt, von denen Berlin erst nachträglich Kenntnis erhalten. Da hatte dieser Tage die" Boltszeitung" bemerkt, daß es ein unhalt- tag vollzogenen Abgeordnetenersaßwahl im Landtagswahldurch find Renderungen der Bebauungspläne des anstoßenden Berliner barer Zustand sei, in welcher Weise amtliche Schriftstücke des kreis Berlin III. Gebiets in großer Ausdehnung notwendig geworden, die erst in Magistrats der hiesigen Preffe zugänglich gemacht würden. Der Diese Wahl hat dem Freisinn eine bedeutende Verminderung diesem Jahre nach mehrjährigen mühsamen Verhandlungen Magistrate- Offiziofus, so hatte das Blatt hinzugefügt, hält es für seiner Wahlmannsstimmen gebracht und hat mit dem Ergebnis geendgültig festgestellt werden konnten. ziveddienlich, die Denkschrift st üdweise auszuschlachten endet, daß der Freisinnskandidat erst noch in einer Stichwahl mit und an die Berliner Presse ratenweise zu verzapfen. dem Kandidaten der Sozialdemokratie um das AbgeordnetenEin glänzendes Geschäft für einige Stunden Abschreiberarbeit, mandat fämpfen muß und günstigstenfalls auf den Krüden der aber fein schönes Zeichen für die Zustände, die sich im Noten Konservativen in das Abgeordnetenhaus hineinhumpeln darf. Bei Hause in bezug auf das Verhältnis der städtischen Behörden einer solchen Wahl kann es, das versteht sich ja ganz von selber, nicht zu der im öffentlichen Interesse dringend notwendigen Publizität mit rechten Dingen zugegangen fein. Ihr für den Berliner der kommunalen Angelegenheiten herausgebildet haben. Freisinn feineswegs besonders erfreuliches Als Antwort auf diese Anschuldigungen schreibt nun Ober. Resultat muß man den Lefern freisinniger Blätter daraus zu erklären suchen, daß bürgermeister Kirschner der Volkszeitung" folgendes: - die Sozialdemokraten ge= Ich habe keine Dentschrift verfaßt, sondern dem Minister mogelt haben. Nichtig kommt auch bereits die Nachricht, daß des Innern einen amtlich von mir erforderten amtlichen Bericht es bei dieser Wahl Mogeleien gegeben habe, und als Probe wird erstattet. Diesen amtlichen Bericht habe ich, wie ich mir bei eine Mogelei mitgeteilt, die bei den Wahlmännerwahlen, und zwar der Uebersendung ausdrücklich vorbehalten habe, für die Mit- ugunsten der Sozialdemokratie verübt worden sei. Der Offiziofus glieder des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung des Magiftrtas und der freifinnigen Stadtverordnetenmehrheit hat brucken und unter fie verteilen lassen. Diesem Bericht eine an die Zeitungen die folgende Notiz bersandt: weitere Verbreitung zu geben, halte ich mich nicht für berechtigt. Ich habe den Bericht auch nicht an den Magistratsoffiziofus gegeben; wenn ihn dieser befißt und verzapft, muß er ihn sich anderweitig verschafft haben. Die Gemeinde Reinickendorf ist schon seit längerer Zeit mit der Aufstellung eines Bebauungsplanes beschäftigt, ohne zum Abschluß kommen zu können. Dadurch wird die an sich notwendige Abände rung des Bebauungsplanes für das anstoßende Berliner Gebiet zum Nachteile des betreffenden Stadtteils( Wedding) vorläufig unmöglich gemacht. Entscheidend aber ist, daß Berlin auf die Bebauung feiner Umgebung, die doch für seine eigene Entwickelung eine große Bedeutung hat, ohne allen Einfluß ist. Ohne seine Mitwirfung entstehen im Dsten zu Wohnstätten für eine ärmere Bevölkerung ge eignete Bauquartiere, in denen Bewohner Aufnahme finden, die ben Berliner Armen- und Schuletat wenigstens mittelbar belasten, und ohne seine Mitwirkung wird im Westen durch Anlegung breiter Straßen ohne erhebliches Hinterland und durch Anforderung landhausmäßiger Bebauung auf weiten Flächen eine Bebauung herbeigeführt, die nicht nur eine weniger wohlhabende Bevölkerung von vornherein ausschließt, sondern den Fortzug der Steuerkräftigen Volksschichten aus Berlin nach den Vororten begünstigt. Eine gesunde Bebauungspolitik, die die verschiedenen Boltsschichten nach volkswirtschaftlichen Rücksichten zweckmäßig, insbesondere zur Milderung der sozialen Gegenfäge möglichst gleichmäßig zu verteilen sucht, ist damit von vornherein ausgeschlossen. daß die Stadt Berlin, da das städtische Weichbild größten Teil " " Hochachtungsvoll ergebenst Kirschner. In Die oben mitgeteilte Beitungsnotiz schildert übrigens nicht mal den äußeren Hergang richtig. Vor allem fehlt die Angabe, daß der Schneidermeister B., nachdem einige Mitglieder des Wahlvorstandes noch vor Schluß der Wahl ihn in seiner Wohnung af gesucht und sich von ihm Aufschluß über dieses Vorkommnis erbeten hatten, nun selber noch zum Wahllokal ging und dort erklärte, er " bestätige" die von seinem Angestellten abgegebene Stimme. Das ging natürlich nicht; er hätte nur selber seine Stimme abgeben fönnen. Aber auch das wurde Herrn B. sonderbarerweise vom Vorstand nicht mehr gestattet. Wahlmogeleien sind bei der letzten Wahl im 3. Berliner Landtagswahlbezirk vorgekommen. In einem Falle find die Personen ermittelt. Bei der Wahl der Wahlmänner erschien ein junger Mann mit der Wahllegitimation eines Schneidermeisters B. Dieser war aber einem der Herren vom Wahlvorstande persönlich bekannt, weshalb die Frage an den jungen Mann gerichtet wurde, Unserer Ansicht nach ist es von Herrn Kirschner nur Wort. ob er der Schneidermeister B. sei. Er bejahte dies propig, wählte In ähnlicher Weise wird es als ein Mangel empfunden, flauberei, sich gegen den Ausdrud Denkschrift" zu wenden und einen sozialdemokratischen Wahlmann und entfernte fich, noch bezum Wert darauf zu legen, daß ein amtlicher Bericht an den Minister bor seine Nationale festgestellt werden konnte. Nach Beendigung bebaut ist, bei der Erwerbung und der erstattet sei. Dann aber muß betont werden, daß auch die Per- der Wahl begab der Wahlvorsteher sich zu dem Schneidermeister, Nuzbarmachung von Grundbesiz, im wesentlichen auf Ge- fonen, die diesen amtlichen Bericht erhalten haben, durchaus nicht der ebenfalls prozig eine Auskunft verweigerte. Wie sich nun erbiete der mit ihr in keinem verwaltungsrechtlichen Bu annehmen konnten, daß der Herr Oberbürgermeister nicht wünschte, geben hat, soll B. es abgelehnt haben zur Wahl zu gehen. Der fammenhange stehenden Vororte angewiesen ist, weil dieser Bejiz daß von demselben öffentlich Gebrauch gemacht werden sollte. Da- junge Mann hat daraufhin sich bereit erklärt, für B. zu wählen. auf fremdem Gebiet mit mancherlei Nachteilen und Schwierigkeiten zu gehört doch mindestens eine diesbezügliche Mitteilung. Gine Er erhielt die amtliche Wahllegitimation von B. und sieht nun verbunden ist. Zunächst macht sich auch hier der geringe Einfluß solche ist aber nicht gemacht worden. Kann man somit in keiner wegen Wahlfälschung usw. seiner Bestrafung entgegen. der Stadt auf die Feststellung der Bebauungspläne und Fluchtlinien Weise gegen die Veröffentlichung dieses amtlichen Berichts etwas anderen Fällen schweben die Ermittelungen noch." bemerkbar. Die Stadtgemeinde kommt hierbei nur als Privat- einwenden, so können wir auch der Volkszeitung" noch darin bei- Man beachte die Form, in der diese Meldung abgefaßt ist: intereffent in Frage und hat nur als solcher ein Einspruchsrecht. stimmen, wenn sie einer anderen Behandlung der Presse der Reichs- Wahlmogeleien sind vorgekommen" ,, in einem Falle sind die Sie kann oft nur durch langwierige Verhandlungen mit den Orts- hauptstadt durch die Kommune das Wort redet. Wir haben schon Personen ermittelt" ,, in anderen Fällen schweben die Ermittebehörden der Nachbargemeinden eine ihren Bedürfnissen entsprechende deswegen den Wunsch, daß der Berliner Presse die amtlichen lungen noch". Hierbei kann der Leser sich sehr viel denken, und Entscheidung erlangen. Wie entscheidend dieses Verhältnis werden Publikationen des Magistrats zugehen, weil wir tagtäglich wahr da in dem einen Fall", der tatsächlich vorgekommen ist, die befann, hat erst in neuerer Zeit ein Fall gezeigt. Die Stadtgemeinde nehmen müssen, daß in den Berliner Beitungsredaktionen fast ohne treffende Person für den Wahlmann der Sozialdemokratie gebeabsichtigt auf einem ihr gehörigen in Rummelsburg gelegenen Ausnahme eine erschreckende Unwissenheit über Vorgänge im stimmt hat, so wird der geehrte Leser sich auch die anderen Fälle" Grundstück ein als dringend notwendig erkanntes Strantenhaus für fommunalen Leben Berlins herrscht; tein Tag vergeht, an welchem entsprechend deuten. Allem Anschein nach ist aber selbst der eine Geschlechtskranke zu errichten. Die Gemeinde Rummelsburg, die nicht von unrichtigkeiten strobende Notizen kommunaler Natur von Fall durchaus zu Unrecht als Wahlmogelei" ge. hiervon Kenntnis erhalten hat und die Errichtung in ihrem Gebiete den bürgerlichen Blättern abgedrudt werden. Dem könnte durch deutet worden. Nach dem Ergebnis der von uns angestellten anscheinend nicht wünscht, hat durch das für die Anstalt bestimmte Zugänglichmachung der amtlichen Publikationen des Magistrats Ermittelungen müssen wir annehmen, daß weder der SchneiderGrundstück eine neue Fluchtlinie derartig gelegt, daß die Verwendung wenigstens zu einem Teil abgeholfen werden. Nun gehen ja aller- meister B. noch der bei ihm beschäftigte junge Mann eine flare des Grundstücks zu dem beabsichtigten Zwed unmöglich gemacht dings den Zeitungsredaktionen ein Teil dieser Drudsachen zu, wie Vorstellung von der Unzulässigkeit ihres Tuns gehabt haben. Offenwird. Die Errichtung des dringend notwendigen Baues ist auf beispielsweise die Vorlagen der Stadtverordnetenversammlung, bar haben beide in gutem Glauben gehandelt, weil sie der Meinung lange Zeit hinausgeschoben worden. Auch auf andere Weise, wie Berichte des Statistischen Amts der Stadt Berlin. Allein das waren, daß man bei Wahlen sich durch eine andere Person bers namentlich durch Polizeiverordnungen und polizeilichen Verfügungen, genügt nicht. Die" Boltszeitung" erinnert daran, daß vor allem treten lassen könne. Dieser törichten Meinung fann man bei durch polizeiliche Maßnahmen, durch erschwerende Bedingungen der Stadthaushaltungsplan im Gegensatz zu dem Wahlen sehr oft begegnen, und so haben auch Freifinnige schon in bei den Baugenehmigungen und durch Einsprüche gegen die Reichsetat und Landtagsetat nicht zu erhalten ist und sich die durchaus gutem Glauben versucht, als Vertreter" eines anderen etwa erforderliche Konzessionserteilung haben die Nachbar- meisten Blätter mit dem behelfen müssen, was ihnen der ihre Stimme abzugeben. gemeinden mehrfach versucht, Berlin daran zu hindern, von Magistratsoffiziofus berzapft", um den Ausdruck des Herrn Oberden in ihren Bezirken gelegenen Grundstücken einen für Berlin not- bürgermeisters zu gebrauchen. Wir möchten noch darauf hinweisen, wendigen, ihnen aber nicht erwünschten Gebrauch zu machen, so daß es gar nicht möglich ist, andere äußerst wichtige Publikationen namentlich bei fonzeffionspflichtigen gewerblichen Anlagen, selbst bei felbst im Buchhandel täuflich zu erwerben, so vor allem anderen vorübergehenden Verwendungen als Schneeabladeplätze usw. das sehr wertvolle Berliner Gemeinderecht", die fünfjährigen BerAls erschwerend fällt dabei ins Gewicht, daß die Verordnungen und waltungsberichte und eine ganze Reihe anderer amtlicher Berichte. Anforderungen in den verschiedenen Vororten vielfach verschieden Will man schon nicht der Presse alle derartigen, die Berliner find, so daß erst in jedem Falle besonders ermittelt werden muß. Bürgerschaft interessierenden Berichte unentgeltlich zur Verfügung welche Ansprüche voraussichtlich zu erwarten find. Besonders stellen, fo forge man mindestens dafür, daß die Presse wenigstens schwierig gestaltet fich in solchen Fällen die Angelegenheit, wo große fäuflich in den Besitz dieser Sachen gelangen tann. Es ist ein städtische Anlagen, wie die Gasanstalten in Schmargendorf, Wilmers- unhaltbarer Zustand, die Presse darauf anzuweisen, vorlieb zu dorf und Tegel- Wittenau an den Gebieten verschiedener Gemeinden nehmen mit dem, was der Magistratsoffiziosus für gut hält, der gelegen find. So hat der Bauplan für das Laboratoriumsgebäude in Tegel Breffe zugänglich zu machen. das zum Teil in Wittenau liegt, nach den für Tegel und Wittenau geltenden baupolizeilichen Bestimmungen bearbeitet und von den Eröffnung der Automobil- Omnibuslinie Bülowstraße- Straus- Aus der städtischen Verwaltung. Die städtische SchulBauämtern beider Orte genehmigt werden müssen, so haben die berger Platz. Die Eröffnung der Automobil- Omnibuslinie 8 deputation beschäftigte fich gestern mit einer prinzipiell sehr Bewässerungs- und Entwässerungsanlagen, und zwar verschieden Bülowstraße, Ede der Potsdamerstraße- Strausberger Plak, der wichtigen Frage, nämlich zunächst mit der Ausgestaltung der Organis für Tage und Fabrikwässer, in den Anstalten Schmargendorf- dritten mit mechanischem Betrieb, erfolgt am Donnerstag, den fation der städtischen Schuldeputation und deren Umgestaltung, fo Wilmersdorf und Tegel- Wittenau je nach der Ortszugehörigkeit der 29. November. Die Linie macht folgenden Weg: Potsdamer, dann mit der Frage, ob es für die städtischen Interessen erwünscht einzelnen Grundstücsteile nach verschiedenen Systemen Leipziger, Gertraudtenstraße, Mühlendamm, Spandauerstraße, ist, daß die Stadtschulinspektoren auch gleichzeitig die Aemter von eingerichtet werden müssen, so mußte das Bürgersteigpflaster vor Alexanderplatz, Alexander, Kaiser- und Frankfurterstraße. Die Kreisschulinspektoren bekleiden. der Gasanstalt VI auf Bittenauer Gebiet in einer Granit- Haltestellen sind noch nicht endgültig festgesetzt. Versuchsweise Der städtischen Hochbaudeputation lagen die Entwürfe bahn und zwei seitlichen Mosaitstreifen, auf Tegeler Gebiet aber wird zunächst an folgenden Punkten gehalten: Bülowstraße, Nur für die Erweiterung des Krankenhauses am Friedrichshain vor. Die nur als Mosaikpflaster angelegt werden. Schwierigkeiten fürstenstraße, Lüßowstraße, Potsdamer Brüde, Eichhornstraße, Lint. Rosten find auf 688 000 m. geschätzt. Die Entwürfe mit dem besonderer Art ergeben sich, wenn innerhalb Groß- Berlin eine straße, Leipzigerplab, Kriegsministerium, Wilhelmstraße, Mauer- Kostenanschlag wurden genehmigt. Die Erweiterung wird der Verlegung der Grenzen solcher Nachbarorte erfolgen soll, in denen straße, Friedrichstraße, Charlottenstraße, Dönhoffplay, Spittelmarkt, Infektionsabteilung zugute tommen. Ferner beschäftigte sich die Berlin einen umfangreichen Grundbesis hat, insbesondere dann, Breitestraße, Mühlendamm, Moltenmarkt, Rathaus, Klosterstraße, Deputation mit der Errichtung einer Baradenschule in der wenn Berlin an solche Gemeinden auch noch, und zwar auf Grund Bahnhof Alexanderplab, Alexanderplat, Ecke der Landsbergerstraße, Prenzlauer Allee. Die Kosten in Höhe von 282 000 W. wurden bebesonderer, inhaltlich verschiedener Vereinbarungen Gas und Wasser Alexanderstraße, Ecke der Kaiserstraße, Kleine Frankfurterstraße, willigt und der Errichtung zugestimmt. Das ehemalige Friedrichsliefert. Dies zeigt sich beispielsweise bei Grenzregulierungen zwischen Markusstraße, Strausberger Plaz. Der Betrieb wird morgens Gymnasium in der Friedrichstraße 126 am Dranienburger Tor foll Rigdorf und Treptow. Endlich muß die Belastung des Berliner am Strausberger Blaß um 5,30 aufgenommen. Von der Bülow für die 9. Pflichtfortbildungsschule umgebaut werden. Die Stoften städt. Grundbefizes mit fremden Gemeindeabgaben und fremden Ge- straße geht der erste Wagen 6,06. Die letzte Abfahrt vom Straus von insgesamt 12400 m. wurden genehmigt. Ferner genehmigte die bühren zc. als ein Uebelstand bezeichnet werden, namentlich auch berger Blas erfolgt 12,45 nachts, die lebte von der Bülowstraße Deputation die Entwürfe und Kostenanschläge für die Beschaffung deshalb, weil diese Abgaben und Gebühren in den verschiedenen Be- erst um 1,21 Minuten. Die gesamte Fahrzeit beträgt 34 Minuten. neuer Mobilien für die Viktoriaschule, für bauliche Veränderungen zirten nach verschiedenen Grundfäßen erhoben werden und weil Im einzelnen braucht man von der Bülowstraße bis zum Leip- auf dem Grundstücke der 2. Gemeindeschule in der Schmidstraße, dabei vielfach Streitigkeiten und Prozesse mit den Nachbargemeinden zigerplab 9 Minuten, von dort bis zum Spittelmarkt 11 Minuten, für die Galerien der Schwimmhalle der Voltsbadeanstalt Oberunvermeidlich find. Durch alle diese Schwierigkeiten, welche weg- vom Spittelmarkt bis zum Alexanderplatz 10 Minuten und vom bergerstraße 57/59 und verschiedene andere Anstalten. Zum Schluß fallen würden, wenn sich die Grenzen der Stadt Berlin mit denen Alexanderplatz bis zum Strausberger Plaz 4 Minuten. Es der Sigung wurde der Etatsentwurf für 1907 beraten und anvon Groß- Berlin deckten und demgemäß der städtische Grundbesig, werden zunächst 4 Wagen eingestellt, die sich in Abständen von genommen. etwa von den Rieselfeldern abgesehen, im Weichbilde der Stadt 18 Minuten folgen. Weitere Wagen werden nach ihrer AbIn der Ortskrankenkasse für das Schlächtergewerbe findet Tegen wäre oder erworben werden tönnte, werden weitauslieferung in schneller Folge eingestellt, so daß allmählich Abstände heute die Wahl von 139 Vertretern für die Arbeitnehmer statt. schauende umfassende Grundstückserwerbungen, wie sie für bon 6 Minuten hergestellt werden. Der vollständige Automobil. Da heißt es auf dem Bosten sein, soll nicht die Streifbrechereine große Gemeinde wünschenswert, ja notwendig betrieb der Linie ist etwa Mitte Dezember zu erwarten. Die garde die Führung der Geschäfte in die Hand bekommen. Die sind, wenn nicht unmöglich, so doch wesentlich erschwert. Pferdelinie, die an der Potsdamer Brücke endigt, wird dann ein- Erfahrung hat gelehrt, daß die Jnnung sowie diejenigen Gesellen, Alle die Schwierigkeiten, welche für die Verwaltung der in gezogen. die in Hundetreue ehrfurchtsvoll ersterben, unfähig sind, die Geden Vororten gelegenen Berliner Grundstücke oben näher Tagesordnung für die Sigung der Stadtverordnetenversamm- schäfte der Krankenkasse zu leiten. Neben ihrer Mißwirtschaft auf dargelegt worden sind, machen sich bei den städtischen Werts- lung am Donnerstag, den 29. November d. J., nachmittags 5 Uhr. Der Herberge möchten sie noch eine solche in der Krankenkasse einanlagen, GasWasserwerke, soweit fie fie außerhalb Vorschläge des Ausschusses für Petitionen. Berichterstattung über führen. Berichterstattung über führen. Bisher waren es die organisierten Gesellen, welche des Berliner Beichbildes errichtet werden müssen, die Vorlage, betreffend die Verwendung des der Stadtgemeinde darüber wachten, daß alle Machinationen, die alte Lotterwirtschaft wegen der Bedeutung dieser Anlagen besonders geltend. Hier aus der Jagor- Stiftung zustehenden Inhalts. Desgleichen über in der Krantentaffe wieder einzuführen, zu Schanden gemacht tommen neue Schwierigkeiten hinzu, weil für die zu diesen Anlagen den Antrag von Mitgliedern der Versammlung, den Magistrat zu wurden. Auch heute muß dafür Sorge getragen werden, daß nur notwendigen Leitungen von Gas- und Wasserrohren, Gleisanschlüssen ersuchen, die Verfügung vom 17. August 1905, betreffend die Be- die gemeinschaftliche Liste des Zentralverbandes und des Bundes und Telegraphentabeln ebenso wie für die Druckrohre der schränkung der Urlaubsberechtigten unter den städtischen Arbeitern( Brüderschaft) der Fleischergesellen Deutschlands, welche jedem Wähler Kanalisation, soweit sie durch die Vororte inüssen, die Benutzung der schleunigst aufzuheben. Desgleichen über die Vorlage, betreffend vor dem Wahllokale ausgehändigt wird und mit dem Namen Hensel öffentlichen Straßenzüge in den Nachbarorten nicht entbehrt werden die Beschaffung eiserner Röhren für verschiedene projektierte Drud- anfängt und Bergmann aufhört, den Sieg erringt. Jeder erlann. Zunächst stellen die Vorortgemeinden, deren Forderungen fich rohrleitungen. Vorlagen, betreffend die Uebertragung der Ber- scheine so früh wie möglich und bringe feine Kollegen mit. Das früher in mäßigen Grenzen bewegten, neuerdings für die Erteilung waltung zweier Schulgrundstücke an andere Verwaltungsdepu- Krankenbuch muß jeder vorzeigen, das sich darum jeder zum Zwede und ge= Am Wahlergebnis wurde durch die vermeintliche„ Mogelei" gar nichts geändert. Gewählt war ohnedies der Wahlmann der Sozialdemokratie. Daher die Entrüstung des Freisinns! Der Wahl von seinem Meister geben lassen möge. Berliner Gauner auf Reisen. Wegen eines Schmuckdiebstahls im Werte von mehreren 100 000 Franken, begangen in Rom, gegenüber einer österreichischen Baronin, wurde in Zürich ein angeblicher Baron von Hompel verhaftet. Nach polizeilicher Feststellung heißt er aber Paul Schmidt, geboren 1878 in Berlin und ist ein vielfach vorbestrafter Hochstapler, der gegenwärtig von der Berliner Staatsanwaltschaft wegen Diebstahls von 12 000 M. gesucht wird. Gerichts- Zeitung. Lotterievercine. hier den Vorstand für etwas verantwortlich zu machen, woran sie vorschriften nicht ausdehnend ausgelegt werden dürften. An fich Zutritt zur Wahl haben nur Kassenmitglieder, welche das zum Teil selbst die Schuld trägt. Es werden deshalb die Arbeit- sei der König keine Behörde. Da nun die ministeriellen Vor21. Lebensjahr überschritten haben. Die Wahl findet heute, am nehmerdelegierten aufgefordert, alle pünktlich in der Generalversamm- schriften über Eingaben an den König nichts enthielten, so könnten 29. November, abends von 9 bis 11 Uhr in lung zu erscheinen. sie darauf nicht angewendet werden. Ob solche Schriftstücke Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstraße 75, ohne Unterbrechung statt. Diejenigen Genossen, welche an dem Tage Zeit haben, mögen bersehentlich oder absichtlich in den Vorschriften nicht erwähnt Die Genossen, die mit Fleischergesellen zusammenkommen, sich abends 7 Uhr im Lokale von Content, Lehderstr. 5, einfinden, wären, sei gleichgültig. werden ersucht, diese auf die Wahl aufmerksam zu machen. um eventuell helfend eingreifen zu können. Fürsorgezöglinge als Bankeinbrecher. Bei dem Versuch, in Das Gewerkschaftskartell. Giftmordversuch einer Sechszehnjährigen. eine Bank einzubrechen, wurden gestern abend die 18 und 20 Jahre Spandau. Zu dem vorgestrigen Bericht über die Verhandlung gegen das alten entsprungenen Fürsorgezöglinge Jorzig und Heider über- Einen tumultuarischen Verlauf nahm zu Anfang die am Dienstag Dienstmädchen Frieda Schüße geht uns von Herrn Rechtsanwalt rascht und verhaftet. Die Einbrecher hatten es auf die Zweigstelle abend auf dem Nonnendamm einberufene öffentliche Versammlung, Theodor Liebknecht folgende Mitteilung zu: Das Mädchen ist ein Opfer der bekannten Rechtsprechung des der Mitteldeutschen Kreditbank in der Roßstraße 3 abgesehen. Sie in welcher Genosse Dr. Karl Liebknecht über„ Die Fleischteuerung" verschafften sich mit Nachschlüsseln Eingang zum Grundstück und referieren sollte. An Stelle des noch nicht erschienenen Referenten Reichsgerichts über die Strafbarkeit des Versuchs mit untauglichen fuchten dann in die Kassenräume einzudringen, indem sie die übernahm Genosse Gebhart- Charlottenburg das Referat. Während Mitteln. Das Gericht hat in Uebereinstimmung mit dem Gutachten Eisenstangen an einem Fenster auseinanderbogen und die Scheiben dieser Zeit begannen anscheinend Meister und Angestellte der Firma der Sachverständigen angenommen, daß die von dem Mädchen anherausschlugen. Die Frau eines in dem Hause wohnenden Kaffen- Siemens u. Halste unter Führung zweier Schlächtermeister mit geblich der Milch der kleinen Heino beigegebene Menge von seinem beamten, die in den Bankräumen noch zu tun hatte, hörte das Lärmszenen, wie man fie nur in Bückler- Versammlungen schwefelsauren Natron( nicht Buckersäure) bei der außerordentlichen Geräusch, überzeugte sich, daß sie es mit Einbrechern zu tun hatte zu bernehmen gewöhnt ist. Der Referent wurde durch Verdünnung nicht nur nicht die Ursache des Todes des Kindes, und holte Hülfe von der Straße. Als die Einbrecher sich entdeckt das sondern nicht einmal geeignet war, die Gesundheit des Kindes zu geGebrülle minutenlang Dem am Sprechen verhindert. fahen, flohen fie in den Keller, wurden aber nach kurzer Zeit ruhigen und besonnenen Verhalten der großen Anzahl von fährden, und daß das Kind an Brechdurchfall gestorben ist. Wenn es aus ihrem Versted herausgeholt. Arbeitern ist es zu verdanken, daß die Radauhelden nicht trotzdem zur Verurteilung wegen Versuchs des Verbrechens gegen Unter den Rädern des Brauerwagens. Ein tragischer Unglüds- Gelegenheit hatten, eine Brügelei anzufangen. Nach einer Stunde§ 225 des Strafgesetzbuches gelangt ist, so nur auf Grund der Anfall mit tödlichem Ausgang trug sich gestern abend an der Ecke erschien Genosse Liebknecht, von der Versammlung mit großem Bei- nahme, die Schüße habe das von ihr gewählte( objektiv under Holzmarkt- und Andreasstraße zu. Die 60 Jahre alte Ghe fall begrüßt und löste den Genossen Gebhart ab. Die Nadau- geeignete) Mittel für geeignet gehalten, die Gesundheit des Kindes frau Marie Schäfer, Stottbuserstraße 15, trug gemeinsam mit ihrer burschen hatten sich mit einem Male äußerster Ruhe befleißigt. Als zu beschädigen. Gleichzeitig teilt uns der Anwalt mit, daß gegen das Urteil Schwiegertochter einen Korb mit Wäsche durch die Holzmarktstraße. nach dem Liebknechtschen Referat der Vorsitzende zur Diskussion_auf Als die beiden Frauen mit ihrer Laft in die Andreasstraße ein- forderte, verdufteten die Hauptbrüller. Der Vorsitzende Pieser tenn- Revision eingelegt ist. Zu dem Fall selbst erfahren wir noch zu der von der Thielebogen, tam in schleunigstem Tempo ein Wagen der Unionsbrauerei zeichnete das Verhalten der radaulustigen Elemente in gebührender vorüber und Frau Sch. sowohl wie auch ihre Schwiegertochter gerieten Weise. In der Diskussion verbreiteten sich ein Meister und schen Gerichtsforrespondenz gegebenen Darstellung des Falles, daß ba= die Verhandlung eine Reihe in dem Bericht nicht erwähnter in die Gefahr überfahren zu werden. Der letzteren glückte es noch ein Buchhalter der Firma Siemens und Halske in über die Fleischpreise und die Arbeiter im entscheidenden Moment, sich zu retten, dagegen wurde die naler Weise Momente zutage gefördert hat, die zeigen, daß das verurteilte Kind zum Genosse Liebknecht führte sie Greifin unter die Räder gerissen und überfahren. Die Bedauerns- organisation. Schluß zu jenen bedauernswerten schwachsinnigen Geschöpfen zu gehören werte wurde sofort nach der Unfallstation 8 am Grünen Weg ge- gründlich ab und forderte au lebhafter Agitation für die Organischeint, deren Zurechnungsfähigkeit starken Bedenken unterliegt. Das Kind ist nicht über die dritte Gemeindeschulklasse herausgekommen bracht, doch konnte der Arzt nur noch den Tod bei ihr feststellen. fation auf. Folgende Resolution fand einstimmige Annahme: Die Leiche ist polizeilich beschlagnahmt worden. Die heute tagende öffentliche Versammlung der Einwohner der und macht einen äußerst stumpfsinnigen Eindrud. Unrichtig ist, daß Kutscherlos. Vom eigenen Wagen totgefahren wurde gestern Kolonie Nonnendamm( Spandau) pflichtet den Ausführungen der das Kind bereits in früheren Stellungen sich als lügnerisch erder 43jährige Kutscher August Richter aus der Sorauerstraße 14. beiden Referenten voll und ganz bei und schließt sich der seinerzeit wiesen habe. Die Thielesche Gerichtskorrespondenz erfreut sich Jahrzehnte hinFerner R. befand sich mit seinem Fuhrwert, einem Mörtelwagen, auf der von der Sozialdemokratie herausgegebenen Resolution an. Judes ist seit geHeimfahrt und war unterwegs vom Bod heruntergestiegen, um am ist die Veriammlung zu der Ansicht gekommen, daß, follen beffere durch des Rufes objektiver zuverlässiger Berichterstattung und verdient Geschirr etwas in Ordnung zu bringen. Als er wieder auf den Verhältnisse plak greifen, die Arbeiterschaft sich der modernen auch diesen Ruf für die weitaus meisten Fälle. herrührenden Berichten die Objektivität stark zu vermissen. Der Wagen hinaufsteigen wollte, zogen die Pferde plötzlich an, R. Organisation, auf politischem Gebiete sowohl wie auf gewerkschaft- raumer Zeit in einigen offenbar nicht von Herrn Dslar Thiele selbst trat infolgedeffen fehl und stürzte so unglüdlich auf den Fahrlichem, anzuschließen haben." ( von uns nicht vollinhaltlich wiedergegebene) Thielesche Bericht damm, daß beide Räder des Wagens über seine Brust hinwegenthielt auch in diesem Falle eine Reihe mit der Wahrheit nicht gingen. Auf dem Transport nach dem Krankenhause am Urban übereinstimmender, der Angeklagten ungünstiger Darstellungen. Es starb der Bedauernswerte an den Folgen der schweren Verist zu bedauern, daß der- allen Berliner Tageszeitungen zulegungen, die er bei dem Unglüdsfall davongetragen hatte. gehende Thielesche Bericht von seiner früheren Objektivität viel Der Boykott des„ Fürstenhof" in Zehlendorf. eingebüßt hat. Soweit uns möglich, senden wir zu den sozial oder Der„ Fürstenhof" in Zehlendorf ist bekanntlich Gemeindeeigen politisch interessierenden Verhandlungen besondere Berichterstatter. tum. Nach§ 4 der Städteordnung ist jeder Einwohner des Stadt- Aber da oft viele Hunderte Gerichtsverhandlungen an einem Tage bezirkes zur Mitbenutzung der öffentlichen Gemeindeanstalten be- in Berlin sich abspielen, ist es unmöglich, auf eine allgemein früher rechtigt; für Landgemeinden gilt der gleiche Grundsay. Trotzdem besonders zuverlässige Korrespondenz zu verzichten. Wir sind davon hat die Gemeinde den" Fürstenhof" Herrn Schwedhelm unter der überzeugt, daß Herr Oskar Thiele selbst so weit wie möglich den Ruf Auflage verpachtet, seinen Saal nicht zu sozialdemokratischen Ber- durchaus zuverlässiger Berichterstattung zurüdzuerobern bestrebt ist. sammlungen herzugeben. Da alle Vorstellungen der Gemeinde Große Aufregung rief ein Unglüdsfall hervor, der sich gestern gegenüber erfolglos blieben, der Bächter aber für seine Weigerung abend auf dem Gesundbrunnen ereignete. Der Kutscher Otto Dorn, den Saal zu sozialdemokratischen oder gewerkschaftlichen Versamm- Wegen Lotteriebergehens ist am 15. November v. J. vom LandEuvrhstraße 25 wohnhaft, war mit einem hochbeladenen Karton- lungen herzugeben, sich hinter dem Vertrag verschanzte, so wurde gericht Frankfurt a. M. der Kaufmann Louis Wolff zu 500 m. wagen durch die Badstraße gefahren, als plöblich die Pferde vor bekanntlich das Lokal, insbesondere die Stehbierhalle, boykottiert. Geldstrafe verurteilt worden, weil er Lose angetauft und Spielereinem vorübersausenden Automobil scheuten und durchgingen. In unseren Lesern ist bekannt, daß darauf Polizei, Zivil- und Straf- bereine gebildet hatte, deren Mitgliedern er Anteilscheine lieferte. ach nein gegen die Seine Revision wurde am Dienstag vom Reichsgericht ver wilder Karriere rasten die Tiere dahin und brachten die Bassanten gericht gegen den Pächter und die Gemeinde in die größte Gefahr. In der Nähe der Grünthalerstraße fuhren Genossen in Bewegung gesetzt wurden, welche den Sachverhalt worfen. die Durchgänger mit solcher Gewalt gegen die Bordschwelle, daß der Ahnungslosen, die die Stehbierhalle ohne Kenntnis des Sachberhalts betreten wollten, mitteilten. Strafbefehle, EinhaltsAchtung vor Schwindelannoncen! Wagen in Trümmer ging und der Kutscher auf die Straße geMit den Betrugsmanövern von zwei sogenannten„ Lehr. schleudert wurde. Schwerverletzt wurde er nach der nahen Unfall- befehle, Klagen regnete es in solchen Massen, daß das hierzu verbrauchte Papier bald den gesamten Fürstenhof" füllen fonnte. anstalten", die beide unter der Firma" Bentral- Frauenerwerb" station gebracht. Unsere Genossen hielten den Boykott trop aller feit längerer Zeit mittellose Frauen und Mädchen brandschapen, lei Nadelstiche aufrecht. Geradezu drakonische hatte sich am Dienstag das Gewerbegericht zu befaffen. Gegen Strafen wurden selbstredend vergeblich erkannt, die Direktorinnen" der Anstalten, Frau W. Arndt, Elsasser um ihren Willen zu brechen. So wurde Genosse Weber straße 35, und Frau Kaehne, Oranienstr. 23 a, wurden om Schöffengericht zu Lichterfelde unter Vorsiz des seitens zweier Geschädigter Geldforderungen in Höhe von 14 bezi. assessors Jacobi zu 4 Wochen Haft, Dieke und Völlert 30 M. geltend gemacht. Die beiden Leiterinnen erließen in den zu je 2 Wochen, Schulze zu 3 Tagen Haft unter der gelesensten Zeitungen Berlins und der Provinz Annoncen folgenden Marke„ grober Unfug" verurteilt. Am Dienstag wurde über dies Inhalts: Berlangt werden Damen, dauernde Beschäftigung, ungeheuerliche Strafmaß in der Berufungsinstanz verhandelt. Die auch außerm Hause, Wochenverdienst bis 25 M. nach achttägiger Verhandlung vor der Straffammer ergab dasselbe Bild wie in ungenierter Ausbildung." erster Instanz. Der Wirt des Lokals behauptete, daß den ganzen Den Arbeitsuchenden, die sich in großer Anzahl einfanden, Tag Posten vor seinem Lokal gestanden hätten. Er habe infolge- wurde bedeutet, daß sie erst eine Lehrzeit" von acht Tagen ab dessen im Juni, Juli über 1000 M. Schaden gehabt, Sieben folvieren müßten, wofür sie 10 M. Lehrgeld zu entrichten hätten. vernommene Zeugen befundeten, daß sie sich an die Mitteilung der Nachdem sie ausgelernt" hätten, würden sie gegen glänzende Be Sperre, die ihnen von den Angeklagten ruhig und höflich ge- zahlung weiter beschäftigt werden. Auf diese verlockenden Ver macht worden wäre, nicht gekehrt und auch nicht belästigt gesprechungen fielen die meisten hinein; sie zahlten die 10 M. und fühlt hätten. Höchstens, sagten einige, sei ihnen das unangenehm mußten gleichzeitig einen Rebers unterschreiben, nach welchem gewesen. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Herafeld, legte sie sich damit einverstanden erklären, daß die Lehranstalt eine Berinsbesondere an Hand des Reichsgerichtsurteils bom 12. Juli d. I. pflichtung zur weiteren Beschäftigung nicht übernimmt. Die die Berechtigung des Boykotts dar und ging mit der erkannten Schülerinnen wurden dann acht Tage lang mit dem Verperlen Strafart und Strafhöhe ins Gericht. Das Gericht änderte das und Verschnüren von Stoffen beschäftigt. Wollten die Frauen und Strafmaß ab. Es erkannte gegen Weber auf 20, gegen die Mädchen endlich auch einen Verdienst sehen, so wurden sie unter übrigen Inkulpaten auf je 6 Mart Geldstrafe. Die Kosten wurden Ausreden fortgewieſen oder die Frau Direktor" schickte sie auf zur Hälfte der Staatstaffe auferlegt. Die Gründe gingen dahin: gut Glück zu irgend einer Firma, die gerade nach Arbeiterinnen Das Gericht wolle es dahingestellt sein lassen, ob der Boykott stets annoncierte. Das Geschäft ging glänzend, alle Tage traten grober Unfug sei. Die Entscheidung des 6. Zivilsenats des Reichs Schülerinnen ein und andere aus; ja die Beklagte Arndt erklärte gerichts vom 12. 7. d. J. lasse dies auch dahingestellt und habe es auf Befragen des Vorsitzenden, wieviel Mädchen immer zu gleicher nur in dem zur Entscheidung stehenden Falle verneint. Zeit fißen, ganz offenherzig: Das ist wie eine Börse. Publizistik gehe zu weit, wenn sie etwas anderes behaupte. In Biele kommen, viele gehen." Bei der Beklagten Kaehne diesem Fall liege aber in der Art des Vorgehens der Ange- trat eine arme Witwe aus Kleinbeeren an, die ihr lebtes flagten grober Unfug. Sie seien systematisch auf offener Straße 3ehnmarkstück für das Lehrgeld opferte. Trotzdem fie nach vorgegangen. Der„ Fürstenhof" sei geradezu belagert worden, und der Lehrzeit die Beklagte fußfällig um Arbeit bat, wurde wahllos feien die mutmaßlichen Gäste desselben angesprochen wor- auch fie fortgewiesen. den. Indessen da die Zeugen sich nicht gröblich belästigt gefühlt, Wie bereits in mehreren analogen Vorprozessen, so mußte auch so sei auf die niedrige Geldstrafe erkannt worden. im Falle Arndt wegen der Reversunterschrift auf Abweisung er Hoffentlich legen die Verurteilten trotz der bekannten Richtung fannt werden. Im Falle Kaehne wurde die Beklagte zur Gestern abend gegen 8 Uhr wurde die Charlottenburger Feuer- des Kammergerichts Revision ein. Die Angeklagten haben nach Bahlung von 14,50 m. verurteilt. Das Gericht sieht im wehr nach der Hülfsschule II für Knaben in der Bismarckstr. 43, der Zeugenaussage nichts weiter getan als wozu sie nach dem Ge- übrigen in dem Geschäftsgebaren beider Beklagten ein strafunmittelbar neben der städtischen höheren Töchterschule III, ge- feb berechtigt und moralisch sich verpflichtet fühlten. rechtliches Vergehen und beschloß, die Akten der rufen. Als Brandmeister Lebbe mit seinem Löschzuge aus der Von einer Belästigung des Publikums in seiner Allgemeinheit fann Staatsanwaltschaft zur weiteren Veranlassung Hauptwache dort eintraf, schlugen helle Flammen aus dem dritten ganz und gar nicht die Rede sein. Ist das Publikum in seiner Stock des Vorderhauses nach der Hofseite hin. Wie sich heraus- Allgemeinheit belästigt, so ist es das durch den von der Gemeinde stellte, brannte ein Klassenzimmer, in dem die Kinder Tischler- geschlossenen Vertrag und dessen Innehaltung durch den Fürstenarbeiten usw. verrichten. Die Wehr hatte über eine Stunde zu hof" troß seines gegen die Gleichberechtigung und gegen die guten tun, um das Feuer, das auch bereits den Fußboden und die Decke Sitten verstoßenden Inhalts. Denn dieser Vertrag beleidigt die Arbeiterklasse, behandelt sie entgegen der Verfaffung und dem Geergriffen hatte, vollständig zu löschen. Ueber die Entstehungs- set als Einwohner zweiter Klasse. Und darauf hinzuweisen soll ursache ist nichts ermittelt. Unfug, ja grober Unfug sein? Dann freilich ist auch eine Judifatur, die den§ 360 Biffer 11 ausdehnend interpretiert, wenn es sich um Bestrafung wegen Wahrnehmung von Rechten der Arbeiter handelt, kein grober Unfug. Eine Einbrecherbande, die seit einiger Zeit am Gesundbrunnen aufgetaucht ist, macht der Kriminalpolizei viel zu schaffen. Als Spezialität" betreibt die Bande Laubeneinbrüche und ganz be= fanders hat sie es auf die Kolonien an der Grünthaler- und Bellermannstraße abgesehen. Auch in den beiden letzten Nächten waren die Burschen wieder fleißig bei der„ Arbeit". Die lebende Beute schlachteten sie gleich an Ort und Stelle ab. Zweifellos steht die Bande mit einem Geflügelhändler, bei dem sie das gestohlene Gut„ berschärft", in Verbindung. Von einem Hund die Nase abgebiffen. Von einem verhängnisvollen Geschick ist gestern der 19jährige Arbeiter Homotta aus der Stettinerstraße 50 betroffen worden. Der junge Mann befand sich in dem Restaurant von Gericke in der Grüntalerstraße 12, dessen Inhaberin einen ausgewachsenen Bernhardinerhund besitzt. Als der frühere Besitzer des Tieres das Lokal betrat, band er ihm den Maultorb ab und spielte mit dem Hund. Währenddes reizte. das Tier und wütend sprang dieses auf den jungen Menschen los. Es biz ihm die Nase vollständig ab, und wären nicht andere Gäste sofort hinzugesprungen und hätten den Hund von seinem Opfer weggerissen, so wäre H. von dem wilden Tiere vollständig zerfleischt worden. Feuerwehrbericht. In der Eberswalderstr. 96 brannten gestern abend Bretter, Balken u. a. in einer Wärterbude und in der Gitschinerstr. 80 Benzin, Terpentin usw., der Fußboden u. a. in einem Galvanifierraum. Gleichzeitig mußte ein fleiner Wohnungsbrand in der Franfeciftr. 6 gelöscht werden. Gestern früh hatte die Wehr in der Wassertorstr. 65 zn tun, wo das Zwischengebält brannte. Außerdem wurden noch mehrere kleinere Brände gemeldet. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Feuer in einer Gemeindeschule. " Die Freie Boltsbühne Charlottenburg. Am Sonnabend, ben 1. De zember, wird im Schiller Theater N.", Chauffee straße 25, Der Hochtourist" gespielt. Gaftfarten a 80 Bf. find Apropos: weshalb geht denn die Staatsanwaltschaft, die die noch in beschränkter Anzahl und bis Freitagabend in allen Zahl- Ansicht vertritt, Boykottierung eines Saales sei grober Unfug, nicht Das Winterfest der Bühne findet am Sonntag, den 2. Dezember, gegen boykottierende Militärobrigkeiten bor? abends 6 Uhr, im Voltshause" statt. Aus dem wirklich künstlerisch zufammengestellten Programm find hervorzuheben: Humoristische Lichtbilder aus Werken Wilh. Buschs, Rezitationen ust. stellen des Vereins zu erhalten. " Der eventuelle Ueberschuß fließt in den Dispofitionsfonds des Volkshauses. Ist der König eine Behörde? zu überweisen. Vermischtes. Ein neuer Eisenbahnunfall. Gestern nachmittag fuhr, einer Kölner Meldung zufolge, auf dem Bahnhof Goch der Bedarfseilgüterzug 6078 auf den auf dem Gleis 3 des Bahnhofes stehenden Güterzug 3366. Der Zugführer des Eilgüterzuges wurde getötet. Die Lokomotive des Eilzuges und 7 Güterwagen entgleisten und wurden zum Teil erheblich beschädigt. Beide Hauptgleise waren an der Einfahrt aus der Richtung Cleve längere Zeit gesperrt. Die Untersuchung über die Ursache des Unfalles ist eingeleitet. Glücklich im Hafen. Der Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd Kaiser Wilhelm der Große" traf Dienstagabend auf der Weser ein und verlegte sich gestern morgen in den Hafen. Artistenelend. In einem Restaurant in St. Johann hat sich, vie aus Saarbanden gemeldet wird, ein dort auftretender Varieté fünstler.erschoffen. Berschüttet. Die gemäß§ 38 der Gewerbeordnung erlaffenen ministeriellen An die Vorstellung schließt sich ein gemütliches Beisammensein Vorschriften über den Gewerbebetrieb ber fogenannten Rechtsund Tanz. Das Eintrittsgeld beträgt nur 30 Pf. für Erwachsene, fonfulenten bestimmen, daß jedes Schriftstück, welches ein Rechts10 Pf. für Kinder und find Karten in sämtlichen Zahlstellen des konsulent im Auftrage eines Dritten an eine Privatperson oder eine Behörde richtet, oben links Namen und Wohnung des Kon Vereins wie auch an der Abendkasse zu haben. Auf Zeche Anna" des Kölner Bergwerksvereins wurde am sulenten, sowie die laufende Nummer feines Geschäftsbuchs tragen muß. Wegen Uebertretung dieser Bestimmung war Herr Kramer Dienstag der 32jährige Hauer Friedrich Bittenberg von Altenbom Landgericht I Berlin zu einer Geldstrafe bereffen durch niedergehende Gesteinsmassen verschüttet. Erst nach Weißensee. urteilt worden, weil die Vorschriften auf einen Immediat. mehrstündiger angestrengter Arbeit gelang es, ihn hervorzuholen, Heute abend 8 Uhr findet im Brauereiausschank von G. Enders, gesuch an den Kaiser und König nicht beachtet waren. boch er war schon erst i dt. Wittenberg war verheiratet und Bater Königchaussee 6/7, die Generalversammlung der Ortsfrankenkasse Das Rammergericht hob das Urteil auf und sprach zweier Kinder. Kray, 27. November. Durch einen aus dem Hangenden Weißensee statt. Auf der Tagesordnung steht unter anderem die den Angeklagten mit folgender Begründung Wahl des Vorstandes, ferner Beschlußfassung über Regreßpflicht des frei: Das Landgericht sage, der König sei eine Behörde im stürzenden schweren Stein wurde auf Schacht Katharina" der Reche Borstandes. Die Aufsichtsbehörde, an der Spitze Dr. Pape, fucht Sinne jener Vorschriften. Der Senat aber meine, daß Straf-„ Herkules" ein Bergmann getroffen und auf der Stelle getötet. Merantwortlicher Bedakteur: Hand Weber, Berlin Für den Anferatenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärks Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW