Mr. 283. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummier 5 fg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, Ericheint täglich außer Montags. and funga ndoa Vorwärts Berliner Dolksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Naum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Mort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 ẞfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Ant IV. Nr. 1983. Der Mittwoch, den 5. Dezember 1906. Triumph des, Börsenjobbers. auch das Zentrum bie te gierung braucht, um RegierungsExpedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. wenigstens den Stolz gerader Männlichkeit zeigen müssen. Weise, wie sie bisher von den Beruhigungs"-Abteilungen angewandt Und es hätte das ja ohne alle Gefahr gekonnt! Denn wenn wurden, nicht das erreicht wird, was die Regierung beabsichtigt. Der Ruin der Provinzen stand unmittelbar bebor! Der neue Gepartei sein zu können, so braucht umgekehrt erst recht die Re- walthaber macht auch kein Hehl daraus, daß er kein Gefühlsmensch ist. Er begründet seinen Befehl wie folgt: In der Mehrzahl gierung troß aller dreisten Anbiederungsversuche des Mosse- der Fälle gehören die Gebäude in den Gehöften den GutsDer Sensation des vorgestrigen Tages dem wüsten Freisinns das Zentrum, um überhaupt fortwursteln zu besißern, und wenn auch nicht ganz, so doch in dem Betrage Busammenprall zwischen Regierung und Regierungspartei, fönnen. Trotz alledem kroch das Zentrum sofort und be- des Rückstandes der von den Bauern zu leistenden Stauffumme! Ju zwischen Dernburg und Roeren folgte gestern im Reichs- dingungslos zu Krenze. Trotz alledem bewies es eine Er- einigen Fällen waren die Gebäude, die der Einäscherung untertag eine noch größere Sensation: Der völlige moralische Zu- fenntlichkeit für die empfangenen Prügel, die nur als worfen wurden, von Kreditinstitutionen beliehen worden, sammenbruch des Zentrums. Fürst Bülow, der Haupt- politischer Masochismus bezeichnet werden kann! in anderen Fällen waren die Gebäude, die sich zuerst in Bachtung Personen verpachtet worden.". schuldige und am schwersten Angegriffene der ganzen Kor- Freilich hatte bereits die Germania", das führende von schuldigen Personen befanden, nach der Flucht dieser anderen ruptionsdebatte, war in souveräner Verachtung des„ hohen" Zentrumsorgan, in der gestrigen Morgennummer Herrn Es ist wichtig, festzunageln, daß der Generalgouverneur ſelbſt Hauses den Verhandlungen gegen ihn ostentativ fern geblieben. Roeren schnöde preisgegeben und seine Affäre mit Dernburg also zugeben muß, daß viele unschuldige Menschen durch die Dafür hatte er seinen neuen Handlanger geschickt, Herrn Dern- als eine private Angelegenheit bezeichnet. Feigere Felonie bisherige Tätigkeit der Edelhunnen gelitten haben. Im übrigen burg, der mit dem vielberedeten Besen nicht etwa den ist nie von dem leitenden Organe einer Partei an einem gestattet der Gouverneur das Niederbrennen von Gebäuden auch in folonialen Augiasstall ausfegte, sondern den unglückseligen führenden Mitgliede einer solchen verübt worden! Der gleichen der Zukunft, wenn sich in irgend einem Gebäude Verbrecher verZentrumsredner Roeren weidlich durchprügelte. Aber Dern- feigen Felonie hat sich freilich die ganze Zentrumsfraktion steckt halten und beim Herannahen eines Truppenkörpers auf dieſen burg büttelte nicht nur Herrn Roeren zum Erbarmen, sondern gegenüber Herrn Roeren schuldig gemacht, einem Manne ein Feuer eröffnen". Diese selausel wird den Herren Straf Haben sie es doch er warf das ganze Zentrum mit energischem Schwung zur gegenüber, für den man bei aller parteipolitischen Gegner- expeditionschefs genügen! Türe hinaus zum kolossalen Gaudium der Rechten, der bie Menschen auf der Flucht" zu zu erschießen, sie vorher so bearbeitet hatten, daß sie überNationalliberalen, der Mosseleute und der versammelten schaft in einer solchen Situation aufrichtiges Mitgefühl zu u haupt an einen Fluchtversuch nicht denken konnten. Nun ist aber Khakimänner! Da hätte man denn doch erwarten sollen, daß empfinden nicht umhin kann. Weshalb aber dieser niederträchtig feige Verrat? Wes- feiner von den adligen Prügelhelden a la v. Brimmer, Renngarten, das Zentrum gestern der solche Hausknechtsmanieren be- halb dieser über alle Maßen flägliche Rückzug? Ein solches Brödrich und wie sie sonst heißen mögen, seines Amtes enthoben, tätigenden Regierung gezeigt hätte, daß sie mit der stärksten Verhalten des Zentrums wäre undenkbar, wenn nicht die auch die Truppenschefs Solonina und v. Wendt find in ihren Aemtern Partei des Regierungsblocks nicht ungestraft so brutal um- Regierung noch über ganz anderes, noch weit kompromittieren- belassen worden, und der neue Satrap schärft in seinem Tagesbefehl springen könne. Aber es tam ganz anders! dna nede Der Reichskanzler geruhte gestern endlich zu erscheinen. deres Belastungsmaterial verfügte! Nur schlotternde Ge- vom 26. November noch einmal ein:" Falls auf jemand die unDer Reichskanzler geruhte gestern endlich zu erscheinen. wissensangst vermag diesen Aft unsagbarer Würdelosigkeit zu denselben ungefäumt dem Feldgerichte zur Aburteilung zu übergeben!" bezweifelbare Beschuldigung einer verbrecherischen Handlung fällt, Natürlich glaubte man, der geschmeidige Schönredner werde erklären! for Außerdem bittet er die wohlgesinnten" Eigentümer nun eine honigsüße Versöhnungsrede halten, Herrn Roeren Freilich, es ist schwer vorstellbar, daß sich das Zentrum von Gütern und Bauernhöfen, ihm zu Hülfe zu kommen und von Del und Wein in die Wunden träufeln und der jo namenlos noch schwerer zu kompromittieren vermöchte, als es sich jeder verdächtigen Person sofort Anzeige zu machen; dafür verspricht brüskierten Partei die Brücke zum Rückzug mit Rosen bestreuen. Fürst Bülow erklärte aber zum allgemeinen Staunen auch so kompromittiert hat. Dahin ist ein für allemal der so er jeden Einbruch und jedes Eindringen in fremde Räumlichkeiten renommistisch herausgesteckte Nimbus, daß das Zentrum je- gleichwie das Stören anderer bei ihrer Arbeit( also Streitpostennur mit dürren Worten, daß die an Herrn Roeren vollzogene mals gegen die Kolonialffandale aufgetreten sei! Es hat sich stehen!) und Versammlungen jeglicher Art ſtreng zu ahnden." Prügeleretution nach kolonialem Vorbild nur mit seiner niemals mit solchen Nebensächlichkeiten beschäftigt! Von den in den verschiedenen Gefängnisfen 300 Stellen freigemacht" worden. Das ist der Kern des liberal- humanen" Erlasses! In Riga sind Einwilligung erfolgt sei und seine volle Billigung habe. Herr zwei Abgeordneten, die sich auf eigene Rechnung und Nene Massenarreste haben in Libau und Riga stattgefunden, Hoeren habe diese Züchtigung sich selbst zuzuschreiben, da er Gefahr mit den Kolonialstandalen befaßten, wurde dem wobei das Militär jetzt direkt die Fabriten umzingelt sich nicht den rücksichtslosen Bebel, sondern den sanften Knaben einen ein fester Maultorb vorgelegt; der andere aber, und die nötigen" Verhaftungen bornimmt. In Riga Erzberger habe zum Muster nehmen sollen. Im übrigen der den Mut hatte, schließlich die Dinge beim richtigen wurden in der letzten Woche über zwei hundert Arbeiter nehme die Regierung die Affäre Roeren nicht allzu tragisch, Namen zu nennen, dem ganzen System die furcht- berhaftet, eine größere Anzahl wird beschuldigt, zum Streit aufda ja das Zentrum als Partei mit den privaten Verfehlungen da ja das Zentrum als Partei mit den privaten Verfehlungen bar sten Anklagen ins Gesicht zu schleudern, gereizt zu haben". Aus Tucum trafen über 50 in Stetten geschmiedete des Herrn Roeren nichts zu tun habe! wurde schmählich verlengnet und als Sündenbod in die Wüste Revolutionäre ein, die der Teilnahme am vorjährigen bewaffneten Aufstande beschuldigt werden. gestoßen! gänger. " " Daß die Scheußlichkeiten des Judenmordes zu Siedlce( 8. bis Und nun verlas um die tragische Posse zu krönen Wie Muhsu Laifi" mitteilt, sind die zwei verschwundenen LandHerr Roeren mit Armersündermiene eine furze larmoyante So wird denn das Zentrum fortfahren, im Interesse gendarme vom Gute Sivers- Römershof noch nicht gefunden und die Erklärung, worin er sich selbst als Sündenbock darbot und seine Fraktion von jeder Schuld freisprach, jemals direkt oder der Verbreitung von Christentum und Gefittung unter den Suche wird fortgesetzt. Wer sich dieser entzieht. soll mit 3 Monaten indirekt etwas gegen die Kolonialsfandale unternommen 3 Millionen zu bewilligen! armen Heiden für die Kolonialpolitik weitere Hunderte von Arrest und 150 Rutenhieben bestraft werden! Das ist die„ Aufhebung der Prügelstrafe"! So zwingt man die Landbevölkerung zur Teilhaben! Seine öffentliche Anklage vom vorgestrigen Lage sei Die gestrige Debatte hatte nach den Erklärungen der nahme an der Beruhigungsarbeit"! ebenso sehr seine persönliche Angelegenheit gewesen, wie Man sieht: der neue Satrap gibt den früheren an Brutalität feine früheren Bemühungen, durch diskrete Verhandlungen Bülow und Roeren zunächst alles Interesse verloren, mit dem Kolonialamt den Kolonialbestialitäten zu steuern. Die schweren Anklagen Müller- Meiningens ver- nichts nach. Aber auch seine„ Beruhigungskunst" wird ebenso SchiffUnd die 70 oder 80 Zentrumsmänner hörten dieses schmach- fehlten, zumal sie mit ermüdend monotonem Tonfall vor- bruch leiden wie die seiner weniger pomphaft angekündigten BorErst als Bebel Der Siedlce- Pogrom. volle Schuldbekenntnis mit an, ohne vor Scham in der Erde getragen wurden, den rechten Eindruck. noch einmal gründlich mit dem Korruptionssystem abrechnete, zu versinken! Su Schimpf- und hohnbeladener ist noch nie eine Partei aus die Haltung des Zentrums geißelte, das standalöse Komplott 10. September d. 3.) einzig und allein aufs Konto der russischen cinem parlamentarischen Kampfe hervorgegangen! Wie war gegen Böplau aufdeckte und den Fall Peters als Symbol des Regierungskreaturen fallen, war durch die Feststellungen von Privaten die Situation? Das Zentrum hatte bisher nicht den Finger alten und des neuen Kolonialfurses und des persönlichen Ne- und von offiziellen Untersuchungskommissionen längst erwiesen. Jetzt gerührt, um den entseglichen Kolonialgreueln entgegenzu- giments charakterisierte, bemächtigte sich des Hauses noch ein- ist durch den Sozialdemokrat", das Drgan der russischen sozialtreten trotz seiner scheinheiligen Beteuerung, es unterstüße mal atemlose Spannung. Diese Spannung erlosch aber bald demokratischen Partei, ein neues Dokument bekannt geworden: der die Kolonialpolitik hauptsächlich deshalb, um Christentum wieder, als Herr Erzberger eine überaus matte Rüd- Bericht, den der Gendarmerie- Rittmeister Pietuchow an seine und Gesittung unter den armen schwarzen Heiden zu verzugskanonade eröffnete, deren Papierpfropfengeschosse Herrn borgefegte Behörde, zu Händen des Gehülfen des Waralles schon früher Bekannte und Schlimmeres- im vollsten Umbreiten. Da endlich erfor sich der Benjamin der Partei, der Dernburg nicht wehe taten. Bernehmlich war nur der schauer Generalgouverneurs, erstattet hat. Durch diesen Bericht wird strebsame Herr Erzberger, die Kolonialforruption zu seiner Jammer dieses tapferen Enthüllers" darüber, daß das fange beſtätigt und die Mordarbeit des wahnsinnigen Obersten Spezialität. Er stieß bei seinen Nachforschungen auf so viel Bentrum nun nicht mehr im Kolonialamt antichambrieren Tichanowsky in ihrer ganzen Glorie enthüllt. Die Details, die Schlamm und Unrat, daß er entfett aufschrie und und dort submissest seine bescheidenen Beschwerden niederlegen Bjetuchow in seinem offiziellen Rapport gibt und deren Greuel hier bald das ganze Land mit seinem Behegeschrei dürfe. Dadurch zwinge man ja das Zentrum in die ihm aufzuzählen wir uns ersparen, beweisen, daß die derzeitigen fenerfüllte. Als es aber zum se lappen fam, als sich die so peinliche Lage des öffentlichen Anklägers hinein. Ein fationellen Enthüllungen des Fürsten Urussoff und Lopuchins durch Gelegenheit bot, die große Reinigung der stinkenden Argument, das auf die Regierung freilich um so weniger Ein- die graufe Wirklichkeit in den Schatten gestellt werden. Sloate vorzunehmen, trat er den schmählichsten Rückzug an. druck machen konnte, als sie ja jeẞt weiß, wie sicher fie des Als trotzdem viel minder unterrichtete Abgeordnete der Linken Schweigens dieser Heldenpartei selbst bei der unfurchtbares Anklagematerial vorbrachten, vermochte selbst der er hörtesten Provokation sein darf! Nach einer greise Herr Roeren das brennende Gefühl der Schmach nicht belanglosen Rede des Kolonialsiegers Dernburg, des im länger zu meistern. Er hielt seine zerschmetternde Anklage- Gefühl seines Triumphes gnädig gelaunten Börsenjobbers", Er wies unwiderleglich nach, daß das System der erfolgte sang- und flanglos der Schluß der Debatte. Für das Zentrum wird der 4. Dezember 1906 ein berVertuschung der greulichen Bestialitäten noch bis zum Augenblick fortbesteht, daß der oberste Vertreter der Regierung der hängnisvoller Tag bleiben, ein Jena, dem kein Leipzig wahre Verantwortliche dieses Systems ist, und daß der neue folgen wird! Herakles, Herr Dernburg, seine Reinigungsarbeit damit begann, daß er die unbescholtenen Zeugen der Kolonialschmach, die Beamten Pö plau und Wistuba, vollends unschädlich zu dr inachen und zu infamieren suchte! rede. " Die russische Revolution. Der neue Satrap. Und was tat dem gegenüber Herr Dernburg? Die Ostseeprovinzen haben einen neuen Oberhenter erhalten. Er dankte Herrn Roeren seine vom Standpunkte Die Befürchtungen der breiten Bevölkerungsschichten haben sich beBaron v. Möller Satomelsky, der„ Wiederdes Rechts aus zu brandmarkende, vom Standpunkte der wahrheitet. eroberer" von West- Sibirien, ist zum unumischränkten Gewaltherrn Regierung aus aber mit brünstigem Dank zu begrüßende bisherige Diskretion damit, daß er Herrn Roeren zum über das geplagte Grenzgebiet eingesetzt worden. Die baltischen Hehler der Korruption stempelte! Er übergoß Herrn Roeren, Junker haben nun ihren Mann, daher der Jubel der Pfaffen- und der der Regierung wacker hatte vertuschen helfen, mit Adelspresse jenseits wie diesseits der russischen Grenzpfähle. In einem am 20. November erlassenen Tagesbefehl erklärte der beißendem Hohn und erklärte fategorisch, daß er sich fünftig neue Generalgouverneur, daß dieser Titel nur ihm gehöre, und er jedes Drein- und Zureden des Zentrums ein für allemal ver- berabschiedete den bisherigen Generalgouverneur von Kurland. Am nächsten Tage prangte an den Straßenecken ein neuer Tagesbefehl, bitte! Man sollte meinen: wenn das Zentrum nur einen in welchem der neue Satrap den Strafexpeditionen das Einäschern Funken von Selbst- und Ehrgefühl besessen hätte, hätte von Gebäuden und die Anwendung der Körperstrafe verbietet, es den ihm so höhnisch hingeworfenen Fehdehandschuh auf wenn auf die Forderung der Obrigkeit hin ehemalige Aginehmen und wenigstens eine 3eitlang den Kampftatoren oder Verbrecher nicht ausgeliefert werden". Derjenige sich aber, der da etwa meint, dieser Befehl sei aus führen müssen. Daß es bald genug wieder mit der Regierung puren Humanitätsgründen erlassen worden. Ein großer Teil der einen faulen Frieden schließen werde, war ja jelbstverständlich. Junterschaft und wohl auch die höhere Administration hat sich Aber für den Augenblick hätte es doch zum Schein schließlich überzeugt, daß mit den Mitteln und auf die Art und Politische Ueberlicht. Berlin, den 4. Dezember. Die christlichen Gewerkschaften und die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine. Endlich hat sich auch der Vorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften veranlaßt gefühlt, zu dem Gesetzentwurf betreffend die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine Stellung zu nehmen. Er hat am 30. November eine Zusammenkunft abgehalten. Ueber das Resultat der Beratung wissen katholische Blätter folgendes zu berichten: Die Forderung nach Rechtsfähigkeit war von jeher für die christlichen Gewerkschaften mehr von prinzipieller als bon praktischer Bedeutung. Im allgemeinen haben sich die Gewerkschaften an den bestehenden Zustand gewöhnt und ihre Verwaltung entsprechend eingerichtet, so daß sie den Nichtbesitz der Rechtsfähigkeit nicht allzuschwer empfinden. Man hat sich daher bei dem Verlangen nach Rechtsfähigkeit weniger leiten laffen von dem Gedanken, daß den Gewerkschaften dadurch ein besonderer Vorteil erwachsen würde, als vielmehr von dem Gesichtspunkte, daß den Berufsvereinen im allgemeinen, denen der Landwirte, der Handwerker, der Gewerbetreibenden und vor allem denen der Privatbeamten, den konfessionellen Arbeiterund Gesellenvereinen die Rechtsfähigkeit von größerem Nußen sein würde. Die Vorlage der Regierung entspricht den aber absolut nicht. Sie beschräuft sich lediglich auf die gewerblichen Arbeiter( Titel VII der Gewerbeordnung). Sie stellt somit den Versuch dar, zum erstenmal ein Gewerkschaftsrecht in Deutsch Insbesondere fonnte eine auch nur einigermaßen genügende werden." Land einzuführen. Bei aller Anerkennung der VorDaß solche Worte aus dem Herzen der Zentrumsbauern ge züge gegen den bisherigen Rechtszustand muß Kontrolle hinsichtlich der einzelnen Bauten, die aus den ein- sprochen sind, wissen wir aus der Standrede, die die Rheinische aber offen bekannt werden, daß der Gesezentwurf der Regierung maligen Sammelbaufonds zu bestreiten waren, nicht geübt Voltsstimme" jüngst dem Abgeordneten Giesberts wegen seiner die Frage des Getverkschaftsrechtes in einer für die christlichen Rede über das Koalitionsrecht der Landarbeiter gehalten hat. Für Gewerkschaften durchaus un annehmbaren Form regeln terialienrechnungen durch den Rechnungshof als die Worte eines Redners, der da meinte: G3 nehme kein Mensch Ebenso erwies sich„ cine ordnungsmäßige Prüfung der Madie sozialpolitische Auffassung der Versammlung sind bezeichnend will." Es werden dann in dem direkt aus dem Bureau der auf die Einsendung von Materialienrechnungen bürfe jedoch nicht auf Kosten der Arbeitgeber ge. Es werden dann in dem direkt aus dem Bureau der unausführbar." Der Rechnungshof het vollständig dem Arbeiter übel, daß er seine Lage zu verbessern suche. Dies Konferenz stammenden Berichte verschiedene Bedenken gegen aus den Schuhgebieten verzichten müssen in der Er- fchehen!- Nach dem Sinne der Agrarier hat also der Arbeiter die Vorlage geltend gemacht. Gerügt wird, daß der Gefeh tenntnis:„ Cine Prüfung, die nur eine gang mangelhafte fein fann, bis in alle Ewigkeit zu schuften, zu hungern und au leiden, da es entwurf nur dann einen Verein zur Erwerbung der Rechts- ist nicht blog wertlos, sondern es kann auch das Bekanntsein dieser wohl ohne Wunder nicht möglich ist, daß der Arbeiter anders als fähigkeit zulaffen will, wenn sein Zweck nur auf die Wahrung Tatsache auf die betreffenden Beamten fogar schädlich einwirten." auf Stosten der Arbeitgeber seine Lage verbessert. und Förderung der mit dem Berufe seiner Mitglieder um mittelbar in Beziehung stehenden gewerblichen Interessen Uebersicht für das ostafrikanische Schutzgebiet 6 102 976 m., an ehemalige Redakteur, den Wunsch aus, daß der Bund der LandAls Ginnahmen für das Etatsjahr 1896/97 verzeichnet die auf Kosten der Arbeitgeber seine Lage verbessert. Zum Schluß der Versammlung drückte Herr Schreiner, der oder daneben auf die Unterſtügung seiner Mitglieder Ausgaben 6 284 911 M., also ein Defizit von 181 935. Für wirte die Politit des Freiherrn Felig von Loë( des gerichtet ist, ohne daß ein Rechtsanspruch eingeräumt wird." Kamerun Einnahmen 1 382 829 M., Ausgaben 1 620 178 M., Defizit befannten Zentrumsmannes und Führers des rheinischen Bauern Es müsse vielmehr, so fordert der Vorstand des Verbandes 287 349 M.; für Togo Einnahmen 304 157 M., Ausgaben 403 746 vereins) fortjeßen und bewirken werde, daß die agrarischen Kreise der christlichen Gewerkschaften, klar im Gesetz zum Ausdruck Mark, Defizit 99 589 M.; für Südwestafrika Einnahmen 4 488 494 bes Zentrums auch durch Agrarier vertreten werden. gebracht werden, daß die Kartellierung der Berufsvereine und Mart, Ausgaben 5 176 713 M., Defizit 693 218 M. Danach könnte vie es in den Ortskartellen der christlichen Gewerkschaften und es scheinen, als sei das Defizit im ganzen nur gering; doch darf dem Gesamtverbande derselben der Fall ist, zulässig ist; geringsten Teil aus wirklichen Einnahmen bestehen, sondern meist nicht vergessen werden, daß die sogenannten Einnahmen nur zum ferner, daß die gegenseitige Unterstützung der Berufsvereine aus Reichszuschüssen. Bereits 1896/97 hat das Deutsche Reich für nicht nur bei Streits, sondern auch in der Vertretung der seine wertlosen Kolonien mehr als 9 Millionen Mark an„ Reichssozialpolitischen Forderungen, die alle Berufe gemeinsam zuschüssen" ausgegeben. betreffen( Koalitionsrecht, Maximalarbeitstag usw.), sowie # 150 #sd abouth solche Forderungen, die nur einen bestimmten Beruf betreffen ( z. B. Heimarbeiterschutz), als Vereinszweck gestattet ist. Für überflüssig, zum Teil sogar für schädlich wird ferner die Bestimmung des§ 3 bezeichnet, nach welchem Mitglieder, welche ihren Beruf wechseln, aus dem Verein ausscheiden, die im§ 7 des Entwurfs enthaltene Forderung eines Ausschusses bon mindestens 50 Personen und die im§ 11 gestellte Be dingung, daß den Verwaltungsbehörden jederzeit das Verzeichnis der Mitglieder vorgelegt werden muß und jedes Mitglted eine Abschrift der Mitgliederliste verlangen kann. Besonders scharf aber werden die Bestimmungen zurückgewiesen über die Wiederentziehung der Rechtsfähigkeit und die Haftbarkeit der Berufsvereine für den von ihren Vorständen dritten Personen zugefügten Schaden. Es heißt darüber wörtlich in dem betreffenden Bericht: Die in§ 15 ausgesprochenen Bedingungen, unter denen den Vereinen die Rechtsfähigkeit entzogen werden kann, find in annehmbar, weil sie der Willkür der den Gewerkschaften vielfach unfreundlich gegenüberstehenden Behörden zur Lähmung der Aktionskraft der Organisationen eine bequeme Handhabe bieten. Es ist ein Unrecht, den Arbeitern der Gas- und Wasserwerke usw. das Streifrecht zu beschneiden, ohne ihnen dafür einen Ersatz zu bieten. Die christlichen Gewerkschaften erkennen an, daß Streits in diesen Berufen, welche die Versorgung der Bevölkerung mit Wasser und Beleuchtung in Frage stellen, unter Umständen das Allgemeinwohl schwer schädigen. Solange aber diese Arbeiter dem freien Arbeitsvertrag und die Betriebe felbst der freien Konkurrenz unterstehen, ist es ein Unrecht, diesen Arbeitern das Koalitionsrecht zu nehmen, vor allem, da die Arbeiter für den Ausbruch solcher Streits nicht allein verantwortlich gemacht werden können. Die einfache Anivendung des§ 31 des Bürgerlichen Gesetz buches auf die Berufsvereine, nach welchem der Verein für den vom Vorstand und dessen Vertreter in Ausführung der ihm zustehenden Verrichtungen dritten Personen zugefügten Schaden ersatzpflichtig ist, ist für die gewertschaftliche Pragis unannehmbar. Die christlichen Gewerkschaften stehen nicht auf dem Standpunkte, daß den Berufsvereinen eingeräumt werden soll, beliebig anderen Schaden zuzufügen. Die borstehende Bestimmung gibt aber den Arbeitgebern und den Behörden eine Handhabe, um die Gewertfchaften mit Schadenersagtlagen zu Tode zu fchitanieren." Ein flägliches Ergebnis. abend, wie wir gemeldet haben, mit der Verurteilung des AngeUeber den jüngsten Nürnberger Krawallprozeß, der am Sonn flagten Völkel zu 7 Monaten Gefängnis wegen Landfriedensbruchs und des Angeklagten Rodler zu 4 Monaten Gefängnis wegen Aufruhrs endete, wird uns aus Nürnberg geschrieben: Die Bündler werden dieser Aufforderung folgen und durch ihren Einfluß auf die Zentrumsbauern das Wort des Grafen ein ober es wird nicht sein!" Strachwit wahr machen:" Das Bentrum wird agrarisch Der bibelfeste Abgeordnete Erzberger. Bibelfest zu sein, ist kein besonderes Verdienst, nicht bibelfest fein sicher feine Schande. Aber als Abgeordneter sich in der Deffent lichkeit als besonders bibelkundig auszugeben und den vermeintlichen tadeln und solchen selbst lärlich zu offenbaren, muß in Mangel von Bibel- oder bitlischer Geschichtskunde anderer zu besondere bei einem Mitgliede des Zentrums auffallen. In der gestrigen Reichstagssigung behauptete Abg. Erzberger mit der ihn fennzeichnenden Bescheidenheit: Myrrhen bekommt nur ein Leichnam. Wenn der Abg. Bebel ettwas besser in der biblischen Geschichte Bescheid wüßte, so würde er wissen, daß das Ausstreuen von Mhrrhen nicht gerade hoffnungsfreudig wirken fann." Der am Sonnabend vor dem Schwurgericht Nürnberg verhandelte zweite Krawallprozeß dürfte auch der lezte gewesen sein, wie aus den während dieser Verhandlung vom Vorsitzenden und dem Staatsanwalt gemachten Bemerkungen hervorgeht. Nach ben Vorkehrungen, die seinerzeit getroffen wurden, glaubte man fich auf mehrere Massenprozesse gefaßt machen zu müssen. Ein eigener Richter wurde eingesetzt, der nichts anderes zu tun hatte, als die Untersuchung gegen die„ verdächtigen" Personen zu führen. Sämtliche Polizeivigilanten und andere Polizisten waren tagelang auf den Beinen, um weitere Verdächtige ausfindig zu machen und Material gegen sie zusammenzutragen. Wir stellen nachfolgend zur Erleichterung der Bibelstudien der Wer sich mit einer Verlegung sehen ließ, wurde unter dem Berkatholischen Herren einige Stellen aus der Bibel zusammen, in denen dachte der Teilnahme an den Unruhen verhaftet. Wegen der von Myrrhen die Rede ist. Bielleicht ersehen die Herren daraus, Vorgänge am 17. August, bei der Erschießung Fleischmanns, mit Verwunderung, von anderen mit Beifall aufgenommen. Der Diese Worte wurden von einigen Mitgliedern des Zentrums Abg. Erzberger und seine Fraktionskollegen sollten sich etwas genauec mit der Lektüre der Bibel befassen. wurden dann auch nicht weniger als 20 Personen in Untersuchung wie gefährlich es ist, andere aus einem Gebiet belehren zu wollen, gezogen; hiervon standen fünf am 11., 12. und 13. Oftober bor das den Zentrumsherren eigentlich etwas genauer bekannt sein sollte. dem Schwurgericht zu Nürnberg. Gegen die übrigen schwebt Freilich läßt der fortdauernde Verstoß der Zentrumsabgeordneten das Verfahren noch. Ge sind Streifende von den Unionwerken, gegen die Lehren der Bibel ihre Unkenntnis mit dem Inhalt der denen man daraus einen Strid zu drehen gedachte, daß sie am Bibel erklärlich erscheinen. fritischen Abend in der Regensburgerstraße, in dem Berkehrs- 1. 23 uch of. 37. Kap. Vers 25 wird davon gesprochen, daß, lokal der Streifenden, anwesend waren. Im Zusammenhang mit den Krawallen am 28. und 24, August ist die Untersuchung gegen als Josephs Brüder ihn in eine Grube geworfen, fie sich niedersetzten 12 und 22 Personen eröffnet worden. Gegen die meisten mußte zu essen. Da sahen Sie einen Haufen Ismaeliter kommen von das Verfahren eingestellt werden, weil ihnen nicht das geringste Gilead mit ihren Kamelen. Die trugem Würze, Balsam und nachgewiesen werden konnte. Es blieben nur übrig die brei Myrrhen und zogen hinab nach Aegypten." jugendlichen Bürschchen, die am vergangenen Sonnabend auf der Anklagebant faßen. In seinem Plaidoyer teilte der Staatsanwalt mit, daß er bereits beantragt habe, die noch übrigen in Untersuchung befindlichen Angeklagten aus der Affäre vom 17. August ebenfalls außer Verfolgung zu sehen. So wäre also die Tätigkeit der Justiz mit dieser Verhandlung erledigt. Das ist ein klägliches Ergebnis. Was hat die Scharfmacherpreffe aus jener Affäre nicht alles gemacht! Bei den großen 2 Mof. Kap. 30 Vers 28 heißt es: Und der Herr redete Krawallen sollte es sich um einen planmäßigen Wer mit Mose und sprach: nimm zu Dir die besten Spezereien, die such" handeln, die Fabrit zu stürmen und die Erſchießung Fleischmanns zu rächen. Die sozialdemokratische Arbeiterschaft ebelften Myrrhen... und mache ein heiliges Salböl nach der wurde dafür berantwortlich gemacht; man hat angekündigt, das Apothekerkunst und damit sollst Du salben die Hiltte des Stifts und gerichtliche Verfahren werde solche Beweise für den Umfang des Lade des Zeugnisses." Ferner sollen damit auch Aaron und feine fozialdemokratischen Terrorismus erbringen, daß die Bürger Söhne auch gefalbt und zu Priestern geweiht werden. Sind nach Ansicht fchaft erschredt auffahren" werde. Und nun das des Abg. Erzberger die Priester Leichname"? Resultat! Die gange Ausbeute an" Aufrührern" besteht aus drei halbtwüchigen Burschen, die nur aus jugendlicher Rabaulust Standal verübt haben. Der Staatsanwalt muß beschämt zuDu liebest Gerechtigkeit und hasfest gottlos Wesen; darum hat gestehen, daß sich die organisierte Arbeiterschaft dich Gott, dein Gott mit Freudenöl gesalbt.... Deine Kleider dieser Bewegung vollständig ferngehalten hat. find eitel Myrrhen, Aloes und Kezia, wenn du aus den elfenDie sozialdemokratische Presse hat von allem Anfang an be- beinernen Palästen daher trittst, in deiner schönen Pracht." Glaubt hauptet, was der Staatsanwalt hier offen zugeben mußte; dafür Erzberger, hier sei ein lebendiger, gehender Leichnam gemeint? wurde sie von den kapitalistischen Breßreptilien der Berlogen prüche Salomo Kap. 7 Bers 17 sucht eine Hure heit" geziehen. Auf welcher Seite die Lügner waren, das hat die einen Jüngling zum Buhlen zu bewegen. Sie prahlt babei:„ Ich Verhandlung deutlich genug ergeben. tiodopisj habe mein Lager mit Myrrhen, Aloes und Cinnamen besprenget." 1. Buch Mofes ap. 43 Vers 11 schickt Israel seine 11 Söhne zu seinem Sohn Joseph, Podbielstis ministeriellem Vorgänger in Aegypten, um Getreide zu kaufen. Um des Aegyptischen Pods Herz zu erweichen( nicht um einen Leichnam zu ehren) sendet er an ihn Geschente: ein wenig Balsam und Honig und Würze und Mürrhen und Datteln und Mandeln." Zum Schluß spricht er Vorstand des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften seine Hoffnung aus, daß die Parteien des Reichstages bei der Beratung in der Kommission dem Entwurf eine Form geben, die den Gewerkschaften die Benugung der Rechtsfähigkeit ermöglicht, ohne daß sie in ihrer gewerkschaftlichen Bewegungsfreiheit gehemmt würden. Die fozialdemokratische Partei wird diese Erwartungen recht- i fertigen, ob aber auch das Zentrum die Partet, welche die christlichen Gewerkschaften in ihrer großen Mehrheit als ihre ureigentlichste Vertretung betrachten das erscheint höchst fraglich, denn in feinen Reihen überwiegt nicht die Giesbertssche, sondern die Trimbornsche Auffassung. Deutfches Reich. Das koloniale Rechnungswesen. Der Bund der Landwirte im Rheinlande. Biaĭm 45 Bers 8, 9 heißt es im Brautlieb: 06 Riecht das nach Leichnam? und Der Bund der Landwirte hat schon wiederholt Versuche gemacht, Im Hohelied Salomos Kap. 4 wird die Schönheit gedie ultramontanen Bauernvereine des Westens dem Einfluß des Bentrums zu entziehen und als rein wirtschaftliche Organisationen priesen. Dort heißt es: Deine zwo Brüste find wie zwei junge dem Bunde unterzuordnen. Das ist nun den Herren Hahn und Reh- Zwillinge, die unter den Rosen weiden, bis der Tag fühl werde Roefice nicht gelungen; das Zentrum ist auf der Wacht gewesen und der Schatten weiche. Ich will zum Myrrhenberge gehen und und hat den Bemühungen der Bundesführer erfolgreich zu begegnen zum Weihrauchhügel... Dann weiter: Meine Schwester, liebe Braut: gewußt. Dennoch aber haben die Bündler im Rheinlande be- du bist ein berschlossener Garten, eine verschlossene Quelle, ein verdeutenden Einfluß zu gewinnen vermocht. Zunächst dadurch, daß fiegelter Born. Dein Gewächs ist wie ein Lustgarten von Granate Nicht nur um den Rechtszustand ist es in unseren schönen der Bund sich dort festgesetzt und zahlreiche Mitglieder für seine äpfeln, mit edlen Früchten, Cypern mit Narden, Narden mit Safran, Kolonien höchst mißlich bestellt, auch das Rechnungswesen läßt alles Landesorganisation gewonnen hat, darunter viele katholische Land- Kalmus und Cinnamen, mit allerlei Bäumen des Weihrauchs, zu wünschen übrig. Verfassungsmäßig soll sofort nach der Ver- wirte und Zentrumsbauern, die zugleich Mitglied des rheinischen Myrrhen und Aloes. on di wendung der Ausgaben die Rechnungskontrolle stattfinden; tat- Bauernvereins sind; dann dadurch, daß er die" Rheinische Bolts Bekommt danach, Herr Erzberger, nur ein Leichnam sächlich ist jedoch erst jetzt, also nach zehn Jahren, dem Reichs- stimme", das Blatt der Zentrumsbauern, vollständig mit seinem Myrrhen? alpinojot sid tage die Uebersicht über die Rechnungen des Kolonialhaushaltes für Geiste zu füllen und so auf indirektem Wege den rheinischen Bauern- Aber vielleicht lautet es im neuen Testament anders? Mit das Etatsjahr 1896/97 zugegangen. Das ist nicht die Schuld des verein sich untertan zu machen gewußt hat. Ein rheinischer Bauern- nichten. Rechnungshofes, sondern, wie dieser ausführt, des trostlosen Bu- vereinler, mag er bei der Wahl auch seinen Zentrumszettel ab- Evangelium Matthäi 2, 11 heißt es von den Weisen standes ber kolonialen Finanzwirtschaft. In richtiger Würdigung geben, unterscheidet sich bezüglich seiner wirtschaftspolitischen An- im Morgenlande: der erst während der letzten Tage wieder im Reichstage beleuchteten prüche durch nichts von einem ostelbischen Bauernbündler. traurigen deutschen Kolonialwirtschaft hatte der Rechnungshof Die Agitation des Bundes der Landwirte findet in der Rheiniohnehin schon seine Ansprüche auf das bescheidenste Maß zurückschen Voltsstimme" bie liebevollste Berücksichtigung. So berichtet geschraubt; doch selbst diesen verringerten Ansprüchen vermochte die das zentrumsagrarische Blatt von einer Versammlung des Bundes Kolonialverwaltung nicht zu genügen, so daß sich der Rechnungshof in Krefeld, zu der, wie es heißt, mehr als 500 Landwirte von zu dem Bekenntnis gezwungen sieht: nah und fern herbeigeeilt waren. Bundesdirektor Diebrich Hahn Ev. Marci Kap. 15, Vers 23 heißt es von den KriegsIm allgemeinen hat der Rechnungshof in formaler Hinsicht hielt das Referat. Er gab zunächst seine Freude darüber fund, fnechten: fie gaben Jefum Myrrhen in Wein zu trinken, und er an die Aufstellung der Rechnungen und an die Beschaffenheit daß er im schönen Rheinlande vor einer so stattlichen Versammlung nahm's nicht an. der Belege weit geringere Anforderungen gestellt id ben mit feilum and problee als beim heimischen Rechnungswesen; aber darauf mußte er hin- fprechen könne, weil gerade die Versammlungen in der Rheinwirten, daß jenes Maß von Ordnung, ohne das provinz für den Bund von großer Bedeutung seien. Dann fang überhaupf eine Rechnungslegung nicht denkbar Herr Hahn das Lob des Herrn v. Podbielski:„ Ein General in ist, eingehalten werde; während über weniger erhebliche und Preußen ist immer ein schneidiger Kerl, und Bobbielski war auch vereinzelte Verstöße fachlicher Art großenteils hinweg einer, das hat er durch seine Maßnahmen zum Schuße der Landgefehen wurde, war, soweit sich bies als ausführbar erwies, wirtschaft bewiesen. Sein Stück Vieh des Auslandes darauf zu achten, daß grundfählich nach den Gefeßen, den Ver- vürfte lebend den deutschen Boden betreten. Die ordnungen und dem Etat, sowie daß von den nachgeordneten gesamten deutschen Grenzen müssen für die Einfuhr von Bieh geStellen den Vorschriften der Zentralverwaltung und der Gou- fchloffen bleiben. Unsere Parole muß fein: unbedingte Auf vernements gemäß berfahren werde." rechterhaltung des Grenafchutes!" Und im Tone stiller Resignation bekennt deshalb der Rechnungs. hof:„ Es wird eine einigermaßen geregelte und ordnungsmäßige Rechenschaftsablage über die Verwendung der verwalteten Gelder nicht bersäumt werden dürfen." Die jetzt nach zehn Jahren vorgelegte Uebersicht hat denn auch, im Grunde genommen, wenig Wert. Manche der Herren Stolonial beamten haben, wie es im Bericht heißt, nicht das geringste Verständnis für eine geordnete Finanzwirtschaft. Sie haben durch passiven Widerstand die ordnungsmäßige Ausübung der Rechnungsiontrolle fast vollständig unmöglich gemacht. Die Folge war: Und gingen in das Haus und fanden das Kind. ein mit Maria, seiner Mutter und fielen nieder und beteten es an, und taten ihre Schäße auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen." War das ein Leichnam? Gb. Johannis, Rap. 19, Bers 88 bringt Nicodemus Myrrhen und Aloen für den Leichnam Jesu. Meinte Erzberger diese Stelle? Wollte er Dernburg mit Jesus Leichnam vergleichen? hild watercophidan #Vielleicht ist Herrn Grzberger auch der Vers eines Kirchenliedes bekannt, dahingehend: Dem Kind, fie brachten alle brin nadam Dem Kind, fie brachten alle drei and Erzberger, si tacuisses, philosophus mansisses!( Hätteſt Du geschwiegen fein, hätte man für einen Wissenden vielleicht Dich gehalten.) Soviel gur charakteristischen Kennzeichnung des Lehrbedürfnisses und der Unkenntnis der Bibel und biblischen Geschichte des Herrn Erzberger und seiner Freunde. Interessant waren die Ausführungen Hahns bezüglich des 3entrums:" Wir haben gehofft, daß die Führer der Zentrumspartei die Parole ausgegeben hätten:" Wir machen den Fleischnotrummel nicht mit!" Aber dies ist von den meisten Führern der Partei nicht geschehen. Ueber die Rede des Herrn Giesberts im Reichstage bin ich ganz entfekt ge. vesen. Die Zustände ber Industrie können nicht in die Bandwirtschaft übertragen werden, und deshalb wende ich mich entschieden gegen die betreffende Nede des Herrn Giesberts.( Langanhaltender „ Der Ueberblick über die Ausgaben der einzelnen Titel ging Beifall.) Dem Zentrum rufen wir zu:" Haltet ein!" um so mehr verloren, als in den späteren Rechnungen Vorträge Die Sozialdemokratie wird die Früchte der Zentrumspartei früherer Rechnungen häufig geändert und berichtigt wurden. pflüden." ad un out d 914 tu trid the ded demand chilife is Ein neues Biehteuerungs- Argument. Der Reichsanzeiger" leistet Vorarbeiten zur Debatte über die Fleischnot- Interpellation. Er sucht zu berechnen, wie hoch fich die der Schlachtvieh und Fleischbeschau, d. h. durch die bei der BeBerluste belaufen, welche der Landwirtschaft durch die Ausführung schauung erfolgenden Beanstandungen und Verwerfungen entstehen. chauung erfolgenden Beanstandungen und Verwerfungen entſtehen. Eine amtliche Statistit der Beanstandungen für ganz Deutsch Tand", schreibt er, fehlt leider noch. Wohl aber find in mehreren England. durch fie herbeigeführten Verluste gegebene Bild ist nicht ohne daß die Opposition nennenswerte Zugeständnisse machte. 3eitung", Genosse a specklenburgischen Volts. " einen Gesamtberlust bon über Dänemark. der Staatsanwalt " " Einzelstaaten, fo in Preußen und Bayern, die Ergebnisse der in Polizeiliches, Gerichtliches ufw. biesen vorgenommenen Schlachtvieh- und Fleischbeschau bereits für zwei Jahre, für 1904 und 1905, beröffentlicht worden. Am Montag wurden im Oberhaus die zur Unterrichts- Wegen Beleidigung eines Stationsvorstehers wurde der bera Das hier von dem Umfang der Beanstandungen und der vorlage eingebrachten Abänderungsanträge zu Ende berafen, antwortliche Redakteur der Medienburgischen Volts. erfreulich, zeigt es doch für das Jahr 1905 sowohl eine Ein neuer Zusatzantrag, der den Seiten für die Erteilung urteilt. Die Frebeltat wurde erblickt in einem Artikel der„ Mecklen absolute wie auch zumeist eine relative Zunahme der Be- des Religionsunterrichts weiteren Spielraum gewährt, Eisenbahnverwaltung behandelte. Troh ber erwiesenermaßen bei burgischen Volkszeitung", der die Sozialpolitik der mecklenburgischen anstandungen. In Nr. 304 des Reichs- und Staatsangeigers" wurde, obgleich die Regierung sich dagegen aussprach, mit den mecklenburgischen Staatsbahnen existierenden Hebelstände hatte bom 28. Dezember v. J. ist der Gesamtwert derjenigen Tiere und 131 gegen 45 Stimmen angenommen. Teile von Tieren, die im Jahre 1904 infolge der Schlachtviehin Rüdsicht auf die bisherige luboscholtenheit and Fleischbeschau in Preußen der Vernichtung anheimgefallent Konflikte sind bei dieser Haltung des Oberhauses un des Preßfünders nur" 14 Tage Gefängnis und Urteilspubli find, auf 17 418 062 M. berechnet worden. Die vor kurzem vom ausbleiblich. fation beantragt. Die Mecklenburgische Volkszeitung" erfreut sich flano glain lebter Zeit wieder ganz besonderer Aufmerksamkeit" seitens der Statistischen Landesamt veröffentlichten Zahlen der Beanstandungen Staatsanwaltschaft. für das Jahr 1905 ergeben, auch wenn man der Berechnung Gegen das allgemeine gleiche Wahlrecht. der Werte der beanstandeten Tiere und Teile von Tieren nur In der zweiten und dritten Beratung des Regierungsentwurfs Saalfeld. Gegen die freisprechenden Urteile des hiesigen dieselben Preise wie für das Vorjahr zugrunde legt, über die Einführung des allgemeinen gleichen Kommunalwahlrechts Schöffengerichts in Sachen des Fabrikanten Robert Auerbach hier 19 500 000 Mart. haben es die reaktionären Parteien im Landething fertig gebracht, und des Gießmeisters Giebner gegen Genossen Born wegen an Hiernach würde die Steigerung der Verlufte nur rund die Abänderungsvorschläge des Landsthings vom vorigen Jahre geblicher Beleidigung hatten erstgenannte Berufung eingelegt, die 2 100 000 m. betragen. In Wirklichkeit ist sie aber weit größer, wieder aufzunehmen. Diese Vorschläge laufen darauf hinaus, daß am Sonnabend vor der Straflammer in Rudolstadt zur Verda der Wert der Tiere gestiegen ist, und dann natürlich auch die das Zweitlassenrecht beibehalten werden soll, nur mit der Reform", Handlung fam. Die Urteile des Schöffengerichts wurden aufgehoben Werte, die infolge der Beanstandungen verloren gehen, entsprechend daß die Höchstbesteuerten nicht mehr wie jest doppeltes Wahlrecht, und Genosse Born, Redakteur des„ Volksblatt", au Geldstrafen von höher angesetzt werden müssen. Tut man dies und berücksichtigt nämlich in ihrer Klasse und in der allgemeinen Wähler- 60 W. event. 14 Tagen Gefängnis und 20 M. event. 5 Tagen man ferner die in Bayern nach der amtlichen Statistik der Er- flaffe haben, und daß die Personen in dienender Stellung, Gefängnis sowie zur Eragung sämtlicher Kosten verurteilt. gebnisse der Schlachtvieh- und Fleischbeschau und in den übrigen die feinen eigenen Haushalt führen, auch in Zukunft vom deutschen Staaten nach Schäßungen eingetretenen Verluste, so Wahlrecht ausgeschlossen sein sollen. Diese und ähnliche Abdürfte sich für das Jahr 1905 für ganz Deutschland ein änderungen des Entwurfs wurden vom Landsthing wiederum beGesamtverlust an Viehwerten in Höhe von über schlossen. Die Konservativen und Freikonservativen verhinderten 50 Millionen Martergeben." sowohl am Mittwoch bei der zweiten wie am Freitag bei der dritten Beratung des Entwurfs jede eingehende Diskussion über ihre Vor Der Seemann" veröffentlicht in seiner letzten Nummer Plenum, nicht vor der Deffentlichkeit, sondern nur im Landsthings- 8entralvereins deutscher Reeder, das wie Sie erklärten sich bereit, zu verhandeln, aber nicht im ein vertrauliches" Rundschreiben zur Gründung eines Ausschuß, dem der durch ihre Vorschläge gänzlich verdorbene Entwurf überwiesen wurde. nicht von einem der Weder dem Genossen C. C. Andersen für Unternehmerkreise charakteristisch noch dem Radikalen Dr. Ed. Brandes gelang es, die reaktionären geistigen Leiter der Produktion" selbst, sondern von einem Parteiredner zu einer Erflärung darüber zu bewegen, in welcher bezahlten Vertreter der Unternehmerinteressen, dem Hamburger Weise sie denn eigentlich bei den Verhandlungen den Beschlüssen des Rechtsanwalt Dr. Paul Ehlers unterschrieben ist. Folkethings und dem Regierungsentwurf entgegenkommen wollten. Nachdem im Eingange des Zirkulars der SeemannsMerkwürdig ist auch die Haltung des freitonservativeu Führers Graf verband nach bewährtem Rezept möglichst rot angestrichen ist, Frijs, dessen entgegenkommende Aeußerungen bei der ersten Beratung entwickelt das vertrauliche" Schriftstück an der Hand eines des Entwurfs in die Welt hinaus depeschiert wurden. Er stimmt jezt mit seiner Fraktion für die reaktionären Aenderungen. englischen Beispiels die Aufgaben, die einem zu gründenden Scharfmacherverband in der Reederei zukommen würden. Amerika. Da heißt es: Allem Anschein nach soll durch diese Verlustrechnung bewiesen werden, daß die Viehzüchter in Deutschland ein besonders hohes schläge. ak, die in Nifito tragen, und deshalb in Deutschland höhere Viehpreise als anderswo berechtigt find. Es würde uns feineswegs wundern, wenn bei der demnächſtigen Debatte im Reichstage der neue Zandwirtschaftsminister auch mit diesen schönen Argumenten tommt. Keine Porto- Ermäßigungen. Das Präsidium des Deutschen Handelstages hatte an die Regierung eine Eingabe betreffend die Herabsehung der Portosäße für Drudfachen gerichtet. Darauf ist ihm folgende Antwort des Staatssekretärs Strätte zugegangen: Die vom Deutschen Handelstag vorgeschlagene Aenderung des Drucksachentarifs kann, da sie für die Posttasse einen Einnahmeausfall von mehreren Millionen Mark zur Folge haben würde, aus finanziellen Gründen zurzeit nicht in nähere Erwägung gezogen werden. Dem weiteren Antrage, das Meistgewicht der Drucksachen im inneren deutschen Verkehr und im Verkehr mit DesterreichUngarn auf zwei Kilogramm zu erhöhen, läßt sich, abgesehen von anderen betriebstechnischen Gründen, besonders deshalb nicht entsprechen, weil schon jetzt die großen Mengen von Drucksachen, Warenproben, auch Geschäftspapieren, die ordnungsmäßige Bearbeitung der übrigen Briefpostgegenstände beeinträchtigen." 14 Der neue Zentralbahnhof in Hamburg wird morgen, am Mittwoch, in Betrieb genommen; von welchem Tage an endlich eine seit Jahrzehnten bitter vermißte Zentrale für den gesamten Umsteigeverkehr in Hamburg vorhanden ist. Die Eifersüchteleien zwischen Hamburg und Preußen waren schuld daran, daß die Eisenbahnmifere so lange angehalten hat, bis endlich im Jahre 1898 zwischen Breußen, Hamburg und der Lübed. Büchener Eisenbahngesellschaft der auf Erbauung eines Haupt bahnhofes bezügliche Bertrag ratifiziert wurde. Die gesamte Um wandlung der Bahnhofsanlagen und die Neubauten der Haupt bahnhöfe in Hamburg und Altona sowie der Zwischenbahnhöfe er forderten die respektable Summe von 85 Millionen Mark, an der Preußen mit 54, Hamburg mit 18%, die Lübeck- Büchener Gesell schaft mit 8% Millionen und die Stadt Altona mit 500 000 Mart partizipieren. Der Hauptbahnhof repräsentiert sich in einer Länge von 200 und einer Breite von 150 Metern mit seinen 12 Gleisen als der größte Hallenbau Deutschlands. Leider hat die Architektur des gewaltigen Bauwertes durch die von Wilhelm II. an der Nordfront angeordneten Türme gelitten. Heute fand die mit den üblichen Reden, Festessen und Toasten verbundene Einweihung statt. Eisenbahndirektionspräsident Jungnidel hielt eine längere Ansprache, dann folgte der Eisenbahnminister Breitenbach mit einer Rede, die mit dem obligaten Kaiserhoch schloß. In der Nacht vom Dienstag auf Mittwoch erfolgt die Ueberleitung der Züge. Als ein gutes Vorzeichen für die politischen Wahlen in Bayern ist der Ausfall der am Sonntag in Bamberg stattgefundener Wahlen zum Gewerbegericht zu betrachten. Bei der Wahl der Bollpolitische Aenderungen in Kanada.. Am 29. November legte der Finanzminister Mr. Fielding dem tanadischen Parlamente den Etat vor und kündigte einige zollpolitische Aenderungen an. Diese sind wichtig, da sie unseres Erachtens einen weiteren Schritt in der nationalen Entwickelung Kanadas bedeuten. In den legten zehn Jahren bestand in Kanada folgende Bollpolitit: Generaltarif für alle nichtbritischen Länder; Vorzugstarif für England; Kampfzoll( gegen Deutschland). Der Vorzugstarif betrug 38 Proz. des Generaltarifs. " " Gewerkschaftliches. Freibenter! Durch die Arbeit der Shipping Federation ist es der englischen Reederei gelungen, den destruktiven Einfluß der Gewerkschaften zu überwinden. Die Sailors Union ist heute zu einem Schatten ihrer früheren Bedeutung herabgefunken, und die Federation hat jett gegenüber einer Streitgefahr stets eine hinreichende Anzahl reliable men" zum Ersatz der Ausständigen und eine ständig vorbereitete persönliche und fachliche Organisation zur Be tämpfung der durch Ausstände entstehenden Mißstände zur Verfügung. 27 Nach den vorgeschlagenen Aenderungen soll der General Das Programm lautet also: Niederknüppelung der tarif bestehen bleiben und ein neues Element eingeführt werden: unbequem gewordenen Seemannsorganisation und danach ein Konventionaltarif für diejenigen nichtbritischen Länder, die mit möglichste Ausbeutung der dann machtlos gewordenen ProleKanada- auf Grund gegenseitiger Konzessionen- Handelsverträge tarier der See. Wehrlos soll der Seemann den kapitalistischen abschließen. Der Konventionaltarif foll die im Generaltarif auf Freibeutern ausgeliefert sein und möglichst restlos der Ertrag gestellten Zölle um etwa 10 Proz. herabfezen. Der Vorzugstarif feiner schweren und gefahrvollen Arbeit in ihre Taschen fließen. für England bleibt derselbe. Die 83% Pro3. Borzug find aber und diese modernen Piraten setzen dabei weder ihr Leben nach dem Generaltarif berechnet. Schließt nun zum Beispiel aufs Spiel, noch strengen sie zur Ausführung ihrer Pläne das Deutsche Reich mit Kanada einen Handelsvertrag ab, so auch nur ihr Hirn an. Sie stellen einem beliebigen Vertreter erhält es den Konventionaltarif, der um 10 Proz. niedriger juristischen Formalismus einen Raperbrief aus und dieser ist als der Generaltarif. 33, prozentige hißt in Ausführung seines Auftrages die falsche Flagge des britische Vorzugstarif nach dem Generaltarif berechnet ist, Rechtes. so verbessert sich die Lage des deutsch- kanadischen Handels gegenüber An der seemännischen Arbeiterschaft ist es, diesen Lappen bem englisch- kanadischen Handel! Früher betrug der normale herunter zu reißen und den neuen Beutezug des Kapitalismus Unterschied 38 Broz, jetzt 83% minus 10-28 Proz. Die ins offene Meer abzuweisen! neuen Aenderungen der kanadischen Bollpolitik laufen also auf eine herabfegung der englischen Vorzugsbehandlung um 10 Proz. hinaus. Da aber die Hus der Partei. Berlin und Umgegend. " Die Polizei und der Siemensstreit. Gleichzeitig mit dieser rückläufigen Tendenz des kanadischen Kürzlich mußten wir berichten, wie die Charlottenburger Polizei Imperialismus zeigt Kanada eine größere Selbständigkeit der Zoll- der Firma Siemens dadurch tatkräftige Hülfe leistete, daß fie den politit, die ohne Zweifel auf ein Erstarken des nationalen Bewußt- Streitenden die Abhaltung von Versammlungen in dem Verseins zurückzuführen ist, das sich sowohl gegen eine englische wie gnügungspart" am Tegeler Wege aus plöglich entdeckten baupolizeilichen Gründen unmöglich machte. Dies eigenartige Verhalten der gegen eine amerikanische Umarmung wendet. Jawohllöblichen Polizeibehörde war in einer start besuchten Versamm lung im Moabiter Gesellschaftshaus", zu welcher Arbeiter und Aus Milwaukee ist noch ein eigenartiger Fall von der legten Arbeiterinnen aus fast allen Abteilungen der gesamten Berliner Arbeiterbeifiber standen sich zwei Liſten gegenüber: die der freien Wahl zu berichten: Durch einen Wahlsieg sind die Genossen dort Siemenswerte erschienen waren, Gegenstand einer ebenso eingehenden Gewerkschaften und die der Christlichen Die letzteren spannten alle in große Berlegenheit geraten. Als Beamten für Landvermessungs wie offenherzigen Stritit. Der zweite Bevollmächtigte Sandtke Kräfte aufs Aeußerste an, aber trogalledem erfochten die freien arbeiten hatte die Partei keinen geeigneten Kandidaten. Ueberhaupt vom Metallarbeiterverband als Referent führte hierzu u. a. etwa Gewerkschaften einen glänzenden Sieg, indem fie 1052 Stimmen schien ihr die Sache unwichtig, da die meisten Kandidaten der auf ihre Lifte vereinigten, während es die Chriftlichen nur auf Bartenhlen. Nur in den seltenen Fällen, wo die Chancen woche ergangen sei, habe der Wirt des Lokals bis heute aufgestellt werden, um folgendes aus: die sozialistischen Obwohl das Versammlungsverbot bereits am Mittwoch voriger 505 Stimmen brachten. Stimmen noch teine schriftliche Begründung desselben erling, dessen Rüdtritt schon seit Monaten prophezeit wurde, räumt Männer auf, die, wenn sie gewählt werden, ihr Amt aufs befte zu halten. Er wisie also auch nicht, inwiefern sein Lokal den Der bisherige württembergische Ministerpräsident, Dr. Breit. eines Wahlfieges günftiger liegen, ist man vorsichtig und stellt Woche ergangen fei, habe der Wirt des Lokals bis heute seinen Posten. Wie der Telegraph meldet, hat der König sein Rüd- verwalten verstehen. Im vorliegenden Falle ließ sich ein alter, baupolizeilichen Anforderungen etwa nicht genüge und könne trittsgesuch genehmigt unter Verleihung der Brillanten zum Groß- braver Genoffe, der Maurer Gläser, bevegen, als" Zählfandidat" Freuz des Stronenordens und unter Bufendung eines herzlichen aufzutreten; aber oh Schred! er wurde gewählt! Das simt infolgedessen auch nichts tun, um den Ansprüchen der Baupolizei Handschreibens, in dem der König ihm seinen Dank für die Ber- bringt nicht viel ein, er kann als Maurer mehr verdienen und hat durch entsprechende bauliche Veränderungen Rechnung zu tragen oder dienste, besonders um das Zustandekommen der großen Reformen eine große Familie zu ernähren. Da ist guter Rat teuer. Wenigstens aber gegen die Maßnahmen derselben Beschwerde zu erheben. Sehr der letzten Jahre und die Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches ziehen die Genossen die Lehre daraus, nicht mehr bloße Bähl- eigentümlich müsse es aber auch berühren, daß die Polizei dem doch in Württemberg ausspricht. Zum Ministerpräsidenten ist der kandidaten aufzustellen, sondern immer mehr mit der Möglichkeit genügend bekannten Einberufer der Versammlung nicht vorher einfach schriftliche Mitteilung von dem Verbot machte. Es hätte dies Minister des Aeußeren Dr. v. Weigfäder, zum Justisminister Ober- eines Sieges zu rechnen. doch zweifellos genügt, um von der Streilleitung den Arbeitern noch landesgerichtspräsident v. Schmidlin ernannt worden. rechtzeitig Kenntnis davon zu geben, daß die Bersammlung infolge polizeilichen Verbots nicht stattfinden tönne. Statt dessen aber rückt die Polizei kurz vor Beginn der Ver Gegen Lebensmittelwucher und Fleischnot. In Bayern fanden fammlung mit einem ungewöhnlich starten Aufgebot von gutbesuchte Protestversammlungen gegen den Lebensmittelwucher Schuleuten unter Führung zweier Polizei tatt am 1. d. M. in Tettau, am 2. in Lauenhain und Ludwigsstadt. offiziere vor das Lotal und verbietet kurz und Die drei Drte liegen im Frankenwalde! Genosse Mag Walther- faroff jebermann ben Eintritt. Ein derartiges Vera Nürnberg referierte. halten mußte geradezu provokatorisch wirken. Wie leicht hätte das Am 2. Dezember hielt Genoffe Franz Feldmann Langen Auftreten der Beamten und die dadurch hervorgerufene Erbielau in Peterswaldau eine öffentliche Proteftversammlung regung unter den Streifenden zu unliebjamen, ia vero gegen die Lebensmittelverteuerung vor zirka 300 Personen ab. Der hängnisvollen Vorkommnissen führen tönnen! Bres Vortrag wurde mit großer Begeisterung aufgenonnnen und die lau und Nürnberg zeigen ja zur Genüge, wie es unter Resolution des Parteivorstandes einstimmig akzeptiert. Umständen möglich werde, daß die Polizei zum Einschreiten mit der Waffe gegen ein wehrlose Anzahl von streifenden Arbeitern Gelegenheit nimmt. Daß es hierzu glüdlicherweise nicht gekommen ist, Lag wohl lebiglich an der Besonnenheit und der gewertfchaftlichen Disziplin der Arbeiter. Die Tätigkeit der sozialdemokratischen Partei in Steiermart. Nun hat es die um das Wohl der Firma Siemens so außer Am 8. und 9. Dezember findet in Graz die 14. steiermärkische ordentlich besorgte Polizei bei ihrem Bravourstückchen im VerLandeskonferenz statt. Die Konferenz tritt dieses Jahr unter außergnügungspart" aber noch nicht bewenden lassen. Dort draußen am ordentlichen politischen Verhältnissen zusammen. Der Kampf um die Tegeler Weg gibt es nämlich noch zwei Gartenlokale, den WaldWahlreform hat in der Berichtsperiode das politische Leben voll tater" und das Waldhaus", von denen legteres nur einen fleinen Saal hat, der von den Streifenden zu Sigungen oder Zusammenständig beherrscht. Der Widerstand der Unternehmer gegen die Arbeitsruhe fünften benutzt wird. Am Freitag voriger Woche, alfo zwei Tage nach am 1. mai war im allgemeinen weniger groß als in früheren dem Verfamunlungsverbot im, Bergnügungspart", erschienen nun plöglich Jahren. Eine ganze Reihe von Betrieben, in denen bisher nic zivet Bolizeioffiziere und ein givilbeamter im Waldhaus" und gefeiert wurde, gab den Tag anstandslos frei! Außerordentlich musterten auf das eingehendste die dortigen Räume. Hierauf gefeiert wurde, gab den Tag austandslos frei! groß waren die Fortschritte auf ge toertschaftlichem Gebiete. erklärten fie dann dem Wirt, er dürfe in feinem Cotal Die Zahl der in den Gewerkschaften allein vereinigten Arbeiter ist unter feinen Umständen mehr wie 144 Personen von 13 085 auf 17 880 gestiegen. bulden, widrigenfalls er sich der Gefahr aussetze, daß ihm sofort Ausland. Frankreich. Zur Marokkofrage hat Bichon, der Minister des Aeußeren, einem Interviewer folgende Ausführungen gemacht: Alle Signatarmächte des Uebereinkommens von Algeciras find über unseren Plan auf dem laufenden. Uebrigens versammeln sich die Gesandten aller beteiligten Mächte täglich in Tanger und verfolgen in gemeinsamen Einvernehmen dasselbe Ziel. Sie haben soeben an den Machsen eine gemeinsame Note gerichtet, in welcher fie auf die Unzulänglichkeit der Mittel zum Schutze der Sicherheit der Ausländer und auf die Notwendigkeit einer fofortigen Um gestaltung der Polizei in Marokko hinweisen. Was uns anlangt, so haben wir keinen anderen Wunsch, und wir müssen sorgfältig bermeiden, das erhaltene Mandat zu überschreiten. Fürwahr, bis jetzt liegt nichts vor, was die Besorgnisse rechtfertigen tönnte, die sich in gewissen Kreisen kundgegeben haben. Man hat Unrecht ge= habt, sich über die Entsendung dreier Schiffe aufzuregen, welche diejenigen ersehen sollen, die sich bereits in den marokkanischen Gewässern befanden. Wir waren der Ansicht, daß eine größere Flottenmacht eine größere moralische Wirkung ausüben werbe. Das ist alles. Auf die Frage, ob Raijuli an der Umgestaltung der Polizei teilnehmen werde, antwortete Pichon: Raifuli nimmt nur die Stellung ein, die er sich selbst gegeben hat, und die nur ungenau abgegrenzt ist. Es ist schwer, die Rolle vorauszusehen, welche er spielen wird; aber, was immer sich ereignen möge, unfere Haltung wird sich mit zwei Worten kennzeichnen lassen: Keine Abenteuer, keine Expeditionen! Wir halten uns an das von der Algecirasatte festgesetzte Brogramm; nicht mehr und nicht weniger. Spanien. d Am selben Tage fanden im Wahlkreise Randow Greifenhagen acht gutbesuchte Brotestversammlungen gegen die Fleischteuerung statt, in denen die Resolution des Parteivorstandes überall einstimmig angenommen wurde. " Das steierische Parteiorgan„ Der Arbeiterwille" hat abermals die Konzession entzogen werde. Jm benachbarten„ Wald Seine Auflage stieg fater" ging es ähnlich so. Zwar hat dieses Lokal keinen Saal, doch einen erfreulichen Aufschwung zu verzeichnen. an Wochentagen von 8200 auf 10 300, am Sonntagen von tamen die Streitenden in den dortigen Räumen hin und wieder zu 10 000 auf 15 400. Mit dem Bau eines Arbeiterheimes dürfte im fleinen Besprechungen zusammen. Auch dieser Wirt erhielt die polizeinächsten Jahre begonnen werden. Die Staffengebarung zeigt: liche Avelfung, in teinem feiner Räume fortab noch Das neue Kabinett hat folgende Buſammenſegung: Einnahmen an Parteisteuer 14 000 St.( gegen 11 000 st. im Vorjahre), irgend eine Besprechung oder Sigung der Streifenden Vorsitz Vega de Armijo, Auswärtiges Perez Caballero, Inneres Ausgaben 12 000 st.( 48 000 S. im Vorjahre), sonstige Einnahmen zu dulden; er babe sonst die sofortige Schließung Romanones, Finanzen Reverter, öffentliche Arbeiten de Federico, 86 400 St.( 28 100 im Vorjahre), Vermögensstand am Schlusse bes bes 2otals resp. bie onzessionsentziehung zu Krieg Beyler, Marine Cobian, Unterricht Jimeno, Justiz Barroso. Berichtsjahres 27 100 S.( 14 300 st. im Voriabre gewärtigen. Infolge dieser Maßnahme ist den Streifenden eine Haufen. Hoch oder Zusammenkunft in größerer Zahl in den genannten drei Lokalen Auf diese Eingabe hat nun die Generaldirektion eine Ant- verlangen die Gehülfen, daß nur organisierte Arbeiter eingestellt einfach unmöglich gemacht. wort erteilt, die charakteristisch genug ist, um auch öffent- werden. Zuzug fernhalten. Doch nicht nur die Charlottenburger, sondern auch die Berliner lich bekannt zu werden. Sie spricht zunächst davon, daß Polizeibehörde hat auf ihre Art bei diesem Streit eingegriffen, ihr ein" anonymes" Schreiben zugegangen sei. Das foll Eingegangene Druckfchriften. und zwar durch eine der beliebten Ausweisungen. Ein Süddeutscher Postillon Nr. 25. Verlag von M. Erust, München. Ungar, der etwa drei Wochen mitstreifte und sich dann wohl heißen, daß sie die mit Maschinenschrift hergestellten Abin einem Betriebe zu Ober- Schöneweide andere Arbeit suchte, erhielt schriften der Originalunterschriften nicht als vollgültig ansieht. Eine fein ausgearbeitete hellleuchtende Satire: Nach" Dalmin und nach Plößenfee" aus der eintönigen Sandmark macht uns Freude und bringt plöglich und unvermittelt vom Polizeipräsidium zu Berlin den Dessen ungeachtet hat die Generaldirektion ſelbſt es nicht für nötig Aufklärung auch in dem rückständigsten Hirnkasten deutscher Hurrabrüder. Befehl, innerhalb 14 Tagen das preußische Staatsgebiet zu ver- gehalten, ihr Rundschreiben an die Beamten durch Namens Die Mitte belegte nach der Ilias der tote Achilles- Bülow, den seine Taffen. Auf seine Nachfrage nach der Ursache dieser Maßregel wurde unterschrift zu zeichnen. Auf Berlangen wären die Beamten Freunde Kardorff, Manteuffel, Kanik, Wirbach unter Führung Dertels hinihm der Bescheid, die Ausweisung sei wegen seiner Vorftrafen er übrigens gern bereit gewesen, die Originalunterschriften vorzulegen. ausschleifen in die Gefilde der Ewigen, für Pod aber brennt der Scheiterfolgt. Nun hat der Mann nach seinen Beteuerungen, die er als weiter heißt es in der Antwort der Generaldirektion, daß eine Zu- Bild aus der Gesellschaft. Vom Tegte sei besonders hervorgehoben: Bülows Sin Schlußbild zeichnet mit trodenem Sarkasmus H. B. ein durchaus wahr nachweisen will, noch niemals irgend eine Tage bereits im Oktober gewährt worden sei und daher kein Anlaß Rede. Caruso in New- York( Gedicht.) Hokus pokus fidibus. Strafe erhalten. Er ist seit 13 Jahren in Berlin an= Denkspruch. Mes- Alliance. sässig, verheiratet und Vater von drei Kindern. vorliege, nach so kurzer Zeit wieder eine Zulage zu bewilligen. Die Stimmen zu Pods Sturz. Für seine Unbescholtenheit spricht jedenfalls der Umstand, daß er hier Generaldirektion stellt sich, als merkte sie nicht, daß es sich im vor- Hurra!" und zahlreiche andere humoristische und spöttische Schiebsel und Füller. Zu haben bei allen Buchbändlern für 10 Bf. diese ganzen Jahre hindurch gewohnt hat, ohne daß liegenden Falle nicht um die übliche jährliche Zulage handelt, die Maffenstreik, Partei und Gewerkschaften. Von Rosa Luxemburg die Polizei ihm jemals etwas in den Weg gelegt hätte. Jetzt aber, bei der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft im Oktober gewährt wird, 63 Seiten. Verlag: Erdmann Dubber in Hamburg da er als ehrliebender Arbeiter an dem Streik teilnahm, wird er sondern um eine außergewöhnliche, in den Teuerungsverhältnissen beals läftiger Ausländer ausgewiesen, und kaltherzig seine Familie gründete gleichmäßige Aufbesserung aller Gehälter. Dann wird die bernichtet. Abweisung der Teuerungszulage damit zu rechtfertigen gesucht, Es kamen hierauf noch eine ganze Anzahl der üblichen Sistie- daß ja die Weihnachtsgratififation in Aussicht stehe. Das ist aber rungen von Streitposten zur Sprache. Die Polizei hat an dem ein schlechter Trost, denn nur ein nicht sehr erheblicher Bruchteil Bahnhof Jungfernheide eine fliegende Wache eingerichtet, und von aller Beamten der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft erhält überdort werden die, Sistierten dann täglich in größeren Trupps per Kremser nach dem nächstliegenden Charlottenburger Polizeirevier ge- haupt eine Weihnachtsgratifikation. Die Antwort flingt in dem bracht, woselbst die Feststellung der Personalien unter der üblichen Schluß aus, daß die Allgemeine Elekrizitätsgesellschaft feine unstundenlangen Freiheitsberaubung stattfindet. Nach ungefähren Fest zufriedenen Beamten haben wolle und daher anheim gebe, eventuell " Neue Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift. Heft 10. Herausgeber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun. Verlag: Berlin- Schöneberg. Preis für das Einzelheit 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 M. Die Wahrheit über den Prozeß gegen die Gräfin Linda Bon martini- Murri. Von Karl Federn. 189 Seiten. 2,50 M. Verlag: G. Müller, München und Leipzig. Das Sexualleben unserer Zeit in seiner Beziehung zur modernen Kultur. 822 Seiten. Von Dr. med. J. Bloch. Broschiert 8,00 Mart. Verlag: L. Marcus, Berlin SW. 61. ſtellungen und der Zahl der bisherigen Strafmandate entsprechend außerhalb der vereinbarten Kündigungsfrist schon am 1. Januar 1907 Letzte Nachrichten und Depefchen. " find bislang zirka 300 solcher Sistierungen erfolgt. Teilweise die gegenwärtige Dienststellung zu verlassen. Der brutale Herrenwurden die Arrestanten" sogar gefnebelt und persönlich angegriffen, standpunkt also, wie auch den Arbeitern gegenüber gang und gäbe obwohl sie weiter nichts taten, als ihr gesetzliches Koalitionsrecht ist. Nur ein Unterschied: Die Arbeiter würden nämlich von dieser auszuüben. So geht also die Polizei gegen die Streifenden vor. Ihrer Entrüstung über die polizeilichen Maßnahmen gab die" Erlaubnis" den eiligsten Gebrauch machen und am 1. Januar Versammlung durch Annahme eines Antrages Ausdruck, der die wie ein Mann ihre Stellung verlassen. Von den Leuten, die da sozialdemokratische Stadtverordneten frattion meinen, daß Klassenbewußtsein und weiße Wäsche sich nicht mit zu Charlottenburg beauftragt, den Charlottenburger Magistrat einander vertrügen, darf man allerdings solidarisches Handeln nicht wegen der willfürlichen und offenbar ungefeglichen Handlungen der erwarten! Bolizeibeamten zu interpellieren. Bur einstimmigen Annahme gelangte sodann folgende Resolution: Achtung, Metallarbeiter! Die Firma Cash- Register, Alte Jakobſtraße 139-143, ist wegen Maßregelung von Verbandsmitgliedern und Nichtanerkennung der Organisation für Mechaniker gesperrt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Deutfches Reich. Zur Buchdruckerbewegung. Die Versammlung erklärt sich nach wie vor mit den Maßnahmen der Streifleitung einverstanden und drückt ihren streifenden Kollegen und Kolleginnen ihre volle Sympathie aus. Die Versammelten sehen sich im Interesse der Sache veranlaßt, die ihnen angebotenen Ueberstunden strikte zu verweigern und sind sich darüber einig, daß die gestellten Forderungen leicht zu erfüllen sind. Gie verpflichten sich daher, alles was zur Unterstützung der Streifenden Bezirksvorsteher des In Essen a. Ruhr fand am Sonntag eine Konferenz der Gaues Rheinland- Westnotwendig ist, in vollſten Maße zu tun und wenn nötig, falen des Deutschen Buch bruderverbandes statt, zu ebenfalls die Arbeit niederzulegen. Ferner versprechen ber auch die Gehülfenvertreter des Tarifkreises II, und der Verfie, sich weder durch Verheißungen noch durch die bei der Firma bandsvorsitzende Emil Döblin- Berlin erschienen waren. Die vielmehr dafür zu sorgen, daß die durch Zwangsmittel der Meister Berhandlungen dauerten von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends. Man beschäftigte sich mit dem nenen Tarifabkommen, über das für den„ gelben" Verein gepreßten Arbeiter über das Törichte ihrer Döblin einen anderthalbstündigen Vortrag hielt. Nach einer sehr Handlungsweise aufgeklärt werden, so daß diese wieder in die Reihen lebhaften Erörterung nahmen die Bezirksvorsteher einstimmig nach Der Klassenbewußten Arbeiterschaft zurückkehren. stehende Resolution an: Kampfvorbereitungen im Berliner Baugewerbe. " Die am 2. Dezember 1906 in Essen stattgefundene Konferenz der Bezirksvorsteher des Gaues Rheinland- Westfalen und der Gehülfenvertreter des Kreises II erklärt: Durch die heutigen Ausführungen des Kollegen Döblin haben die Bezirksvorsteher die Ueberzeugung gewonnen, daß das neue Tarifabkommen den gegenwärtigen Verhältnissen im Buchdruckgewerbe entspricht. Weder im Tarif, noch im Organisationsvertrage tönnen die Anwesenden eine Schädigung unserer Interessen erbliden; fie empfehlen daher den Mitgliedern des Ver bandes, mit voller Einmütigteit für die Ein und Durchführung des neuen Tarifs einzu Der Verband der Baugeschäfte Berlins und der Vororte hatte zu gestern, Dienstag, abend eine allgemeine Versammlung der Baugewerksmeister einberufen, die unter starter Beteiligung in den Industrie- Festsälen stattfand. Die Arbeitnehmer haben bekanntlich für die Erneuerung des am 31. März 1907 ablaufenden Tarifes die Forderung der Verkürzung der Arbeitszeit von 9 auf 8 Stunden und der Erhöhung des Stundenlohnes um 10 Pf. für Zimmerer, Maurer und Bauhülfsarbeiter gestellt. Die Arbeitgeber haben in den bisherigen Verhandlungen dazu noch keine Erklärung abgegeben, weil die Achtzehnerkommission des Verbandes der Baugeschäfte sich für ihre Maßnahmen in dem bevorstehenden Kampfe erst der Vollmacht auch der nicht organisierten Arbeitgeber versichern wollte. Diesem Zwecke diente die gestrige Versammlung. Von den Referenten und den Diskussionsrednern wurde nach dem in später Nachtstunde uns zugehenden Vorbericht die Lage als außerordentlich ernst geschildert. Besonders die Fors In der Fahrradteilefabrit von 2ohmann zu Bielefeld derung des Achtstundentages sei unannehmbar und haben, wie uns ein Privattelegramm von dort meldet, fämtliche rüde die Gefahr eines Riesenkampfes im Bau- Arbeiter, Klempner, Drüder, Sattler und Schloffer, die Arbeit nieder gewerbe in bedrohliche Nähe. gelegt. Zuzug ist fernzuhalten! Einstimmig gelangte zum Schluß folgende Resolution zur Annahme: treten." Im weiteren beschäftigte sich die Konferenz mit den Maßnahmen Der Gehülfenschaft und mit der Stellung des ersten Gehülfenzur Durchführung des Tarifs bezw. mit einem einheitlichen Handeln vertreters des Kreises II am Vororte Krefeld. Ein Textilarbeiterstreit droht in Schwarzenbach a. S. im Industriebezirk Hof. Seit einigen Wochen bestehen dort Differenzen, die sich bereits so zugespitzt haben, daß die 200 organisierten Arbeiter der Firma Raithel ihre Kündigung eingereicht haben, in anderen Fabriken steht die Kündigung in Aussicht. " Die heute in den Industrie- Festsälen versammelte Arbeitgeberschaft des Maurer- und Zimmerergewerbes nimmt Kenntnis von den Forderungen der Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter. Sie beauftragt den Verband der Baugeschäfte, in der Achtzehnertommission den Arbeitnehmern in weiteren Verhandlungen teinen Der Streit auf der Königsteeler Glashütte( Wisthoff u. Co.) ist Zweifel darüber zu lassen, daß die Durchführung ihrer Forde- durch die Vermittelung des königl. Gewerberats rungen dem gesamten Baugewerbe und somit auch den Arbeit- lausen- Hagen vermieden worden. Die Firma hatte nehmern zum schweren Schaden gereichen würde, und daß ins- bekanntlich die Funktionäre des christlichen Keramarbeiterverbandes besondere die Verkürzung der Arbeitszeit wegen der damit ver- ohne Kündigung entlassen und in einem Hüttenanschlage den Ausbundenen Verlängerung der Bauzeit und mit Rüdsicht auf die tritt der Arbeiter aus dieser Organisation berlangt. dem Baugewerbe eigentümlichen Verhältnisse unannehmbar ist. Die Versammlung gibt der Hoffnung Ausdruck, daß im Hinblick auf die bisherige Stellung des Verbandes der Baugeschäfte auch diesmal, wie in früheren Jahren, eine Verständigung auf friedlichem Wege möglich sei." Husland. Tarifbewegung der Buchdrucker und Buchdruckereihülfsarbeiter in Norwegen. Auf der Flucht erschossen! Hamburg, 4. Dezember.( B. H.) Ein Deserteur, der gestern abend in die hiesige Infanteriekaserne zurückgebracht wurde, suchte kurz vor der Kaserne zu entfliehen. Der begleitende Unteroffizier gab erst drei Schreckschüsse hinter dem Flüchtigen ab. Als der Deserteur weiter floh, schoß der verfolgende Unteroffizier dreimal scharf. Eine Kugel durchbohrte den Flüchtigen auf der rechten Seite vollständig. Er brach zusammen und wurde ins Militärlazarett gebracht. Die Wunde scheint tödlich zu sein. Das politische Programm Roosevelts. Washington, 4. Dezember.( W. T. B.) Jm Senat und im Repräsentantenhause ist heute eine umfangreiche Botschaft des Präsidenten Roosevelt berlesen worden. Es empfiehlt die Botschaft einen Gesezentwurf, der der Bundesregierung das Recht gibt, in Strafprozessen Berufung wegen streitiger Gesetzesauslegung einzulegen. Diese Befugnis sei um so notwendiger, als die Regierung jetzt in entschiedener Weise gegen Berlegungen des Trustgesetzes und des Gesetzes über den binnenſtaatlichen Handel strafrechtlich vorgehe. Es wendet sich die Botschaft auch der Erörterung des Verhältnisses zwischen Kapital und Arbeit zu. Sie berurteilt bas bers betont, daß der Triumph des Mobs ein ebenso großes Uebel als der derbliche Wirken der Agitatoren, die den Klassenhaß predigen, und Im einzelnen erklärt der Triumph der Plutokratie sein würde. Präsident für notwendig ein Gesetz betreffend die Begrenzung der Arbeitszeit der Eisenbahnangestellten. Das Ziel der Gesetzgebung im allgemeinen müsse, soweit angängig, die allgemeine Einführung des Achtstundentages sein; soweit derselbe bereits gesetzlich festgelegt, müsse für strenge Einhaltung der Bestimmungen gesorgt werden. Die Botschaft empfiehlt weiter eine eingehende Untersuchung über die Verhältnisse der Frauen- und Kinderarbeit, eine wesentliche Erweiterung des Arbeitgeberhaftpflichtgesetzes und Verabschiedung der Vorlage betreffend obligatorische behördliche Untersuchung von Bundeswegen bei Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und ArbeitJahren 1880 bis 1900 feien 450 Millionen Dollar direkt und mehr nehmern, nach Art des letzten Kohlenarbeiterausstandes. In den noch indirekt durch Ausstände und Aussperrungen verloren gegangen, von denen viele durch die Tätigkeit eines Einigungseinem Staate tätig sind, hebt der Präsident die Nüßlichkeit der in ausschusses hätten vermieden werden können. Bezüglich der Korporationen( Trusts), soweit sie in mehr als neuester Zeit erlassenen Kontrollgefeße, so namentlich die zahllosen Fälle freiwilliger Herabseßung der Bahnfrachten hervor. auch die gegenwärtige Tagung für weiteres Vorgehen zu kurz sei, so sei doch der baldige Erlaß eines Gesetzes zur Herstellung einer weit vollständigeren Kontrolle über die Korporationen unerläßlich, welches leberkapitalisierung verhindere und ihre Tochtergesellschaften vorschreibe. Nicht die Kapitalstonzentration als folche, sondern nur die daraus für das Voltsganze entspringenden Schäden feien zu bekämpfen. Das sei kein Schritt zum Sozialismus; durch bessernde Maßnahmen der erwähnten Art werde gerade sozialistischen Bestrebungen, wie der durchaus nicht wünschenswerten Maß regel der Eisenbahnverstaatlichung, der Boden entzogen. Auf der anderen Seite sollen auch Vereinigungen von Eisenbahn- und anderen Gesellschaften zu Zwecken, die im öffentlichen Intereffe liegen, begünstigt werden. Die Botschaft befürwortet sodann, bei der demnächstigen Revision des Bundessteuersystems die Einführung einer vor allem die Riefenvermögen treffenden progressiven Erbschaftssteuer und einer progressiven Einkommensteuer als Bundeseinnahmen, empfiehlt Förderung des technischen und landwirtschaftlichen Unterrichtswesens, Schaffung eines einheitlichen Bundesrechts über Ehe und Ehescheidung. Nachdem die Werbetrommel der Buchdruckerorganisation über Nachdem die Botschaft sodann Einführung eines Vorzugstarifs das ganze Land geschlagen worden ist und sich die Arbeiter und oder gänzlichen Freihandel in Erzeugnissen der Philippinen und ErDer Dant vom Hause Rathenau. Arbeiterinnen scharenweise dem Verbande angeschlossen haben, sind teilung des amerikanischen Bürgerrechts an die Bewohner von Portorico Gelegentlich des großen Streifs, bezw. der Aussperrung in der die Buchdrucker in eine Bewegung eingetreten. Zurzeit sind un- vorgeschlagen hat, bespricht sie das Verhältnis zu den oſtaſiatiBerliner Elektrizitätsindustrie waren neben Militär, Polizei und gefähr 95 Proz. der Buchdruckereiarbeiter organisiert. Der Verband fchen Kolonien. Sie verwirft jede unterschiedliche Behandlung Feuerwehr zur Rettung des bedrohten Kapitals u. a. besonders die ist der norwegischen Arbeiterpartei angeschlossen. Seitens des Ver- der den gefeßlichen Anforderungen entsprechenden Einwanderer und Wertmeister sowie die technischen und kaufmännischen Beamten tätig. bandes find folgende materielle und prinzipielle Hauptforderungen tadelt uamentlich aufs schärffte die in jüngster Zeit sporadisch aufManche wohlgepflegte Hand wurde beim Kohlenziehen und Arbeiten aufgestellt worden: Erhöhung des Minimallohnes von 24 auf getretene Feindseligkeit gegen die Japaner, welche der Nation Schande vor den Kesseln wund, und mancher schöne Stehkragen verlor bei 26 Kronen, 27 Kronen für Zeitungssetzer und 35 Kronen für Nacht bringe und von den schwersten Folgen für das Land begleitet der schweißtreibenden Tätigkeit Glanz und Form. Herr Direktor arbeiter. Der Stücktarif ist um 10 Proz. erhöht worden. Maschinen- fein könne. setzer( nur ausgelernte Sezer oder Sezerinnen) 40 Kronen, Nacht- Präsident Roosevelt kommt sodann auf die Vorbereitungen zu Rathenau erließ denn auch am 20. November v. J. nach bearbeit 47 Stronen. Eine Arbeitsverkürzung ist nur für Nachtarbeit der vom Kaiser Nikolaus angeregten zweiten Friedenskonferenz im endetem Streit eine Proklamation an sein Streitbrecherbolt, in der vorgesehen, 7 Stunden und Maschinenarbeiter 6%, Stunden. Hang zu sprechen, drückt seine Befriedigung aus, daß zum erstenmal Sämtliche Positionen gelten für Seßer und alle amerikanischen Republiken zur Teilnahme eingeladen sind und er sich wie folgt ausließ: As Angestellte unserer Werke der in der Elektrizitätsindustrie Seger innen. Das gegenwärtige Minimum für Setzerinnen betont, daß durch besondere und hochgewürdigte Courtoisie Ruß ausgebrochenen Streitbewegung sich fürzlich anschlossen und die ist 18 Kronen. Das Minimum für Einlegerinnen ist auf lands und der Niederlande die Abhaltung der Konferenz um die ordnungsmäßige Führung des Betriebes hierdurch in Frage zu 12 und 14 Kronen festgesezt. Schließlich fordert man eine Beit des Kongresses in Rio de Janeiro fallen gelassen worden ist. stellen suchten, sind auch Sie mit Hingebung in den Dienst der Regelung der Lehrlingsverhältnisse, die speziell in der Provinz Die Flotte der Vereinigten Staaten sei der sicherste Bürge des guten Sache getreten. Wir gedenken mit Genugtuung der werk- in der denkbar traurigsten Verfassung find. Die Setzerinnen Friedens, den das Land befize. Er verlange nicht, daß die tätigen Unterstützung, die Sie unter ungewohnten und schwierigen Ver- frage spielt ebenfalls eine bedeutende Rolle, da einige hundert Setze lotte weiter vergrößert werde, aber ihre gegenwärtige hältnissen uns geleistet haben, denn die Aufrechterhaltung des Be- rinnen bereits die männliche Arbeitskraft in vielen Orten verdrängt Stärke müsse aufrecht erhalten werden dadurch, daß die veralteten triebes und Werkes hat nicht nur dazu beigetragen, die an den haben. In Kleinstädten, wo früher 10 Setzerinnen und 20-30 Seger und verbrauchten Schiffe durch neue, gute, die denen jeder anderen Vorgängen unbeteiligte Berliner Bürgerschaft vor Nachteilen zu standen, ist jetzt das Gegenteil der Fall. Die Prinzipale haben zum Flotte gleichfommen, ersetzt werden. bewahren, fie legt weit über die Grenzen dieser Stadt hinaus voraus erklärt, jedwede Forderung in bezug auf Segmaschinen, Lehr Bum Schlusse spricht sich der Präsident, da das Land im KriegsZeugnis ab für den vortrefflichen Geist und die hochzuschäzende linge und Seperinnen rundweg abzulehnen. Der Verband wird falle hauptsächlich auf Freiwillige angewiesen sei, für möglichste AusGesinnung, die in den Kreisen der in der elektrischen Industrie jedoch seine ganze Kraft einsetzen, um speziell diese Forderungen breitung des Schützenwesens nach Schweizer Mufter aus. tätigen Beamten herrschen. durchzusetzen. Mit Vergnügen nehmen wir deshalb Anlaß. Ihnen unsere Anerkennung und unseren Dank hiermit auszusprechen. Lohnbewegung der Chemigraphen in Norwegen. Die so belobten Streifbrecher haben nun den Versuch gemacht, Sämtliche Chemigraphen haben, nachdem die Prinzipale Odessa, 4. November.( W. T. B.) Seit heute morgen ist das die Direktion der Allgemeinen Elektrizitätswerte zu einer flingen- jede Verhandlung rundweg abgelehnt haben, einstimmig beschlossen, Leben im Hafen wie ausgestorben. Sämtliche Mannschaften der Kein Dampfer den Anerkennung und einem faßbaren Dank zu animieren. Beim die Arbeit am 1. Dezember niderzulegen. Die Chemigraphen find russischen Dampfer haben die Arbeit eingestellt. Fordern machten sie nun dieselbe bittere Erfahrung, wie vor ihnen dem Verbande der Lithographen angeschlossen. Die hauptsächlichen ging in See. Der Generalgouverneur gab den Befehl, sofort alle die Arbeiter. Forderungen bestehen in der Verkürzung der Arbeitszeit von 48 auf Mannschaften zu entlassen; für alle Dampfer werden neue Mann45 Stunden, acht Tage Ferien mit voller Bezahlung und Festsetzung fchaften angeworben. Für morgen wird aus Sebastopol eine AbAnnähernd 3000 Beamte, Berkmeister, kaufmännische und eines Minimallohnes auf 24 Kronen und Zuschlag für Ueberarbeit. teilung warinemannschaften erwartet, die für diejenigen Dampfer technische Angestellte der verschiedenen Werke der Allgemeinen Da die hiesigen Geschäfte mit 10-15 Lebrjungen arbeiten, verlangen bestimmt find, deren Ausfahrt keinen Aufschub duldet. Hunderte Elektrizitätsgesellschaft in Berlin und Umgebung waren es, die an die Gehülfen eine Regelung der Lehrlingsfrage, ein Lehrling auf von Mohammedanern, die auf einer Pilgerfahrt nach Mekka beihre Generaldirektion eine Petition richteten, in der sie unter Hin- zwei Gehülfen bei fünfjähriger Lehrzeit. Maginum 3 Lehrlinge für griffen sind, befinden sich in einer kritischen Lage. Zahlreiche Berweis auf die bestehende Teuerung um eine Zulage baten. jede Gruppe Photograph, Aezer, Retoucheur. Im weiteren haftungen find vorgenommen worden. Bom Streit der Seeleute in Odessa. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw: Ch. Glede, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Bal Singer& Co., Berlin SW. Gierzu 3Beilagen u. Unterhaltungsblatt Ii. 283. 23. MgW. 1. KeilM im.Amilrls" Knlim Oollislilatt. Mittwoch. 5. Dezember lM Rdd�ötag. tvs. Sitzung vom Dienstag, den 4. Dezember, nachmittags 1 Uhr. «m BundeSratstische: Reichskanzler Fürst Bülow, Freiherr H. Stengel, v. Tschirschky, Dernburg. Präsident Gras Ballestrcm: Bevor wir in die Tagesordnung eintreten, muß ich zurück- kommen auf die zweite Rede des Abg. Roeren in der gestrigen Sitzung. Während dieser Rede herrschte bei der starken Besetzung des Hauses eine unvermeidliche Unruhe. Außerdem sprach der Redner, wie er berechtigt war, von seinem Platze aus, der ziemlich weit von meinem Sitze entfernt ist. Infolgedessen habe ich allen Einzelheiten in dieser Rede nicht genügend folgen können. Heute morgen habe ich nun ausnahmslos in den Berichten von Blättern aller Schattierungen in der Rede des Abg. Roeren Ausdrücke gefunden, die, wenn ich sie schon gestern verstanden hätte, mich zum Einschreiten veranlaßt haben würden. Auch in dem steno- graphischen Bericht habe ich die gleichen Ausdrücke gefunden. Der Abg. Roeren hat zunächst gesagt:.Ich muß eS deshalb umsomehr zurückweisen, daß der Herr Kolonialdirektor eS gewagt hat, mit plumpen und rohen Beleidigungen gegen mich vorzugehen." Diese Ausdrücke sind der Ordnung des Hauses widersprechend. Auch hat jedenfalls der Herr Kolonialdirektor keine Beleidigung gegen den Herrn Abg. Roeren ausgesprochen, weil sonst der Präsident ein- geschritten wäre. Ich saß zwar nicht selbst hier, aber mein Stellvertreter würde es sicherlich nicht geduldet haben, daß Beleidi- gungen von feiten des Bundesratstischcs gegen einen Abgeordneten ausgesprochen wären. Ferner hat der Redner gesagt:„Wenn der verehrte Herr glaubt, diesen Börsenjobbcrtou hier im Reichstage einführen zu können..." Es entspricht schon den guten Gewohn- heiten deS Hauses nicht, auf die außerhalb dieses Hauses bestehende Tätigkeit der Abgeordneten einzugehen, noch weniger aber wird es dieser guten Gewohnheit entsprechen, aus eine frühere Tätigkeit der Mitglieder des Bundesrates hinzuweisen. Wenn man aber mit dem Hinweis auf diese Tätigkeit eine Beleidigung verbindet, so verstoßt das noch mehr gegen die Ordnung des Hauses. Wegen des Ausdruckes„Börsen- jobberton" rufe ich den Herrn Abg. Roeren noch nachträglich zur Ordnung. Abg. Roeren(Z.): Im Anschluß an die gestrige Erklärung des Herrn Kolonial- direktors habe ich folgende Erklärung abzugeben: Wie ich bereits gestern gesagt habe, ist über die Angelegenheit Wistuba in meiner Fraktion mit keinem Worte verhandelt worden. Ich erkläre ferner, daß ich die Verhandlung im Kolonialamt sowohl über Wistuba wie die Missionen in Togo lediglich in meinem Namen geführt habe! die Verantwortlichkeit für meine Handlungen trage ich deshalb allein. Ich habe die Verhandlungen lediglich auf Wunsch der Missionen zur Herbeiführung einer friedlichen Lösung geführt. Zu dem Verständnis dessen, was zu dem Fall Wistuba dem Herrn Kolonialdirektor mitgeteilt worden ist, habe ich zu bemerken, daß ich mich zu meinem Schritte für berechtigt gehalten habe auf Grund eines Briefes des früheren Kolonialdirektors Stübel, in welchem gesagt wird, ich möchte meinen wirkungsvollen Einfluß auf Wistuba geltend machen, damit auch dieser sich wieder beruhige. Das ist meines Wissens mit Erlaubnis des Reichskanzlers geschehen.(Lebhafter Beifall im Zentrum.) Das Haus tritt in die Tagesordnung ein. Die Beratung der Nachtragsetats für Südwcstafrila wird fort- gesetzt. Reichskanzler Fürst Bülow: Ich habe den letzten Verhandlungen des Hauses nicht beiwohnen können, weil ich durch andere Geschäfte stark in Anspruch genommen war. Ich habe aus den Zeitungen ersehen, daß es hier zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen dem Herrn Kolonialdirektor und ver- schiedenen Abgeordneten gekommen ist. Es ist meine Absicht, keinen Zweifel darüber aufkommen zu lassen, daß ich die Haltung des stellvertretenden Herrn Kolonialdirektors und insbesondere seine Verteidigung grundlos angegriffener Beamter und. seine Abwehr ungerechtfertigter Pressionen durchaus und nachdrücklich billige.(Lebhafter Beifall rechts.) Ich habe schon vor dem Eintritt des gegenwärtigen stellvertretenden Herrn Kolonialdirektors im Laufe dieses Sommers strenge Weisungen gegeben, daß die Untersuchung der in der Kolonialverwaltung vorgekommenen Mißstände nach allen Seiten hin unnachsichtig und unparteiisch geführt und daß unter keinem Vorwand irgend etwas in irgend einer Richtung vertuscht werden solle.(Beifall rechts.) Die Offen- heit, mit welcher der stellvertretende Herr Kolonialdirektor sich über diese Vorgänge ausgcsprochdn hat, ivar also lediglich eine Konsequenz der von mir erteilten generellen Instruktionen.(Hört! hörtl) Er war auch von mir ermächtigt, volle Aufklärung zu geben über den Fall Wistuba und über die damit zusammenhangenden Fragen, so- fern der bedauerliche Gegensatz zwischen der Verwaltung und den Missionen in Togo und die Konsequenzen dieses Gegensatzes hier zur Sprache gebracht lverden sollten. Ich hätte gewünscht, daß der Herr Abg. Roeren weniger dem Beispiel des Abg. Bebel und mehr dem Beispiel seines Fraktionsgenoffen Erzberger ge- folgt wäre.(Große Heiterkeit.) Ich hätte gewünscht, daß man nicht schwere Vorgänge hier zur Sprache gebracht hätte, deren Untersuchung zurzeit noch im Gange ist. Da dies nun einmal geschehen war, mußten die Verhältnisse deutlich und vorbehaltlos dargestellt und, den von einzelnen Abgeordneten auf Grund ein- seiligen Materials, aber gewiß im guten Glauben erhobenen, jedoch zu eifrigen Anschuldigungen gegen verschiedene Beamte ent- gegengetreten werden. Mit Recht hat der Herr Kolonialdirektor gestern gefragt: Wo bekommen Sie die Beamten her für unsere Kolonien, wenn Sie in dieser Weise vorgehen. Ich weiß wohl, daß diese Mißstände sich unter meiner Verantwortlichkeit zugetragen haben. Als aber diese Mißstände zu meiner Kenntnis gekommen sind, habe ich dies dem hohen Hause sofort bekanntgegeben. ES kann also nicht gegen mich der Vorwurf erhoben werden, daß ich nach Kenntnis der Vorgänge nicht sofort rücksichtslos eingegriffen hätte.(Widerspruch links.) Des- halb habe ich den zweimaligen Wechsel an der Spitze der Kolonial- abteilung vorgenommen und es ist eine energische Reorganisation der Kolonialverwaltung im Gange. Nachdem nun gestenr diese Aussprache stattgefunden hat, richte ich nochmals an daS hohe Haus die Bitte, daß es mit gutem Willen mitarbeitet und das mit Festigkeit begonnene Werk der Reorganisation unserer Kolonien nicht hemmt und aufhält dadurch, daß immer neue Fälle der Vergangen- heit zur Sprache gebracht lverden. Auf scite der verbündeten Regierungen ist der feste Wille vorhanden, die vorgefallenen Vorkommnisse unnachsichtlich zu ahnden und die vorhandenen Miß- stände rücksichtslos zu beseitigen. Helfen Sie uns aber auch, die Kolonien einer besseren Zukunft.entgegeuzuführcn und sie endlich i fruchtbringend zu gestalten für das deutsche Volk.(Lebhafter Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Abg. Werner(Antis.)(Das Haus ist in großer Beivegung. die Abgeordneten unterhalten sich in einzelnen Gruppen, ohn? auf den Redner zu hören): Dem Herrn Kolonialdirektor jetzt schon Lob zu spenden, haben lvir keine Veranlassung; Worte habe« wir genug gehört, jetzt wollen wir Taten scheu. Zur Hebung der Kolonien brauchen wir tüchtige, erprobte, nicht zu junge Beamte.(Bravo I bei den Antisemiten.) Abg. Dr. Müller-Meiningen(frs. Vp.): Die gestrige Sitzung des Reichstages war von besonderer Be- deutung. Ich habe noch niemals eine solche Verlegenheit auf den Bänken des Bundesrates gesehen wie gestern. Weder während der Rede des Abg. Erzberger noch des Abg. Bebel waren dort so de primierte und verblüffte Gesichter zu sehen, als während der Rede des Herrn Kolonialdirektors I Freilich, ein Mann, der ohne jeden Hintergedanken frei heraus seine Meinung sagt und auch bereit ist, die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, ist ja hier etwas ganz Seltenes I— Materiell haben die Vorgänge des gestrigen Tages dem deutschen Volke einen Einblick gewährt darein, wie bei uns regiert wird, nach der Erklärung des Reichskanzlers bisher regiert ist! (Zuruf bei den Sozialdemokraten.) Die Herren links glauben, daß es auch so bleiben wird.— Zum Fall Peters bemerke ich nur, daß diese Begnadigung die tiefe Kluft zwischen den Negierenden und der Masse des Volkes zeigt. Neber solche Dinge wird bei den nächsten Wahle» quittiert werden.(Abg. Arendt niest laut. Große Heiterkeit rechts.) Es ist zu bedauern, daß über den Konflikt zwischen den Missionen und der Beamtenschaft in Togo mcht alles bekannt geworden ist. Vielleicht sieht sich der Reichskanzler ver- anlaßt, ein Schwarzbuch darüber herauszugeben.(Heiterkeit. Die Benutzung des nnt Herrn Roeren aufgenommenen Pro.tokolls durch den Herrn Kolonialdirektor muß eine Warnung für alle Parteien sein. Sie enthält die beste Rechtfertigung für das Ver- halten der Abgeordneten Ablaß und Ledcbour. Man muß sich sehr hüten vor einer Behörde, welche die unverbindliche Erklärung von Abgeordneten in einer derartigen Weise benutzt.(Lebhafte Zu- stimnnilig links und im Zentrum.) Endlich ist nun der Reichskanzler erschienen. Die politischen Folgen seiner Erklärung kann ich noch nicht übersehen. Entweder war es ein Akt ritterlicher Conrtoisie oder die Erklärung eines polt tischen Programms. Im ersteren Falle ist der Vorgang ohne jede politische Bedeutung, und nach der Erklärung, die der Abg. Roeren abgegeben hat, mochte ich auch annehmen, daß der Vorgang keine politische Bedeutung hat. Während des ganzen Sommers hat eS geradezu Enthüllungen geregnet. Die einzelnen Fälle gehen auf viele Jahre zurück: sie haben sich unter dem Fürsten Bülow ereignet. Der Reichskanzldr kam hierher und hielt eine seiner geistreichen Pastoralsynphouien, (Heiterkeit) und er glaubte nun, nachdem er seine Rede vom Stapel gelassen hat, es sei alles gut. Nein, es ist nicht damit allein ge- macht, daß der Reichskanzler uns einen neuen Kolonialdirektor vor- stellt und sagt:„Dies Kind, kein Engel ist so rein, laßt Eurer Huld empfohlen sein."(Heiterkeit.) Der Koloniab dircktor sprach von seiner Zukunft. Ach, Direktor lo e r d e n ist nicht. schwer. Direktor sein dagegen sehr I(Heiterkeit.) Wir haben die Kolonien, wir haben die Konsequenzen aus ihrer Okkupation getragen und werden sie auch weiter daraus ziehen.(Sehr richtig! links.) Wir werden für ein selbständiges Kolonialamt eintreten. Wir sind aber auch der Meinung, die das Zentrum ausgesprochen hat, daß wir keinen Heller bewilligen, wenn die bisherige Kolonialpolitik fortgesetzt werden sollte.(Sehr wahr I links.) Den Vertuschungen und Verschleierungen werden wir energisch entgegentreten, ebenso werden wir uns gegen die Abtrennung der Militärkosten von den Etats der Schutzgebiete wenden. Der Kolonial direktor meinte, wir müßten von airderen Ländern lernen. Nun, da sollten wir vor allem von den englischen Kolonien lernen. Der Abg. Roeren wies darauf hin, daß die von ihm erwähnten Scheußlichkeiten seit zwei Jahren der Kolonialverwaltung bekannt Sewesen sind. Nun, in letzterer Zeit sind noch tollere Dinge ge hohen, auf die wir beim Etat näher eingehen werden. Ich war erst gegen die vom Abg. Erzberger vorgeschlagene parlamentarische Untere suchungSkommission, habe mich aber davon überzeugt, daß sie doch zweck. mäßig wäre. Noch zweckmäßiger wäre aber wohl eine gemischte Kommission, die aus Parlamentariern und aus Leuten aus den Kolonien besteht. Notwendig ist vor allem eine gründliche Reform des materiellen und formellen Koloniakrechts; denn die Rechts- zustände in den Kolonien spotten jeder Beschreibung.(Sehr richtig! links.) Ich habe versucht, im letzten Sommer unser Kolonialrecht zu studieren, aber eine solche Zerfahrenheit, solche Verweisung von einem Gesetz aufs andere wie hier macht das Studium dieses Rechtes ganz unmöglich. Dr. Arendt hat im preußischen Abgeordnetenhaus beantragt, eine Professur für Kolonialrecht an der Universität Berlin einzurichten. An sich wäre ich damit einverstanden; aber man würde niemand für diese Stellung finden, kein Mensch würde das aus« halten!(Hört! hört I links.) Geprügelt wird in unseren Kolonien in einer Weise, die einfach skandalös ist. Ich erinnere nur an den bekannten Erlaß, daß der Prügelstrafe ver- fällt, wer aus einer Sodaflasche trinkt!! Auch der Reichskanzler und der Kolonialdirektor werden nicht bestreiten können, daß bis in die letzten Monate hinein sehr vieles oberfaul war.(Lebhafte Zu- stimmung links.) Der Angeklagte bleibt jedenfalls der Reichskanzler und seine Untergebenen. Der eingesetzten Untersuchungstommissio» muß der Reichskanzler sein gesamtes Aktenmaterial zur Verfügung stellen, sonst bleibt die Untersuchung einseitig.(Zustimmung links.) Durch den Fall Pöplau ist bewiesen, daß der Reichskanzler seit Jahren gewußt hat, was für eine Wirtschaft in der Kolonialverwaltung besteht, und daß er trotzdem nichts getan hat I(Hört I hört I) Von diesem Vorwurf kann er nicht losgesprochen werden.(Zu- stimmung links.) Die Zustände in der Kolonialverwaltung nehmen sich aus wie in einer Posse: Da entsteht ein großer Konflikt, weil ein Name mit„ö" statt„oe" geschrieben ist.(Heiterkeit.) Da be- hanptet eine Gruppe von Unterbeamten von ihrem Vorgesetzten: „Der gehört ins Zuchthaus I" usw. Einem Munizipalitätsrat Raff ist übel mitgespielt worden; er sagte mit Recht:„Ein Kollege ist ein Mensch, vor dem man sich hüten muß."(Schallende Heiterkeit.) Es ist ein Mensch, der mit seinen politischen Anschauungen Ihnen(nach rechts) nahesteht. Nach seiner Rückkehr von Samoa verlangte er als Einlösung des ihm gegebenen Versprechens eine Anstellung. Herr Stübel erwiderte ibni, er wolle ihm iv o h l, er wisse ja aber, mit welchen Wider- ständen er gerade in Personalfrage» zu kämpfen habe! So ist der Mann b'/z Jahre lang hingehalten worden, hat indessen sein Gehalt bezogen und ist auch in die höhere» Gehalts- stufen aufgerückt! Wo war da der Rechnungshof, und wo bleiben die Interessen der Steuerzahler?(Hört! hört! links.) Wird man gegen die Schuldigen vorgehen und in welcher Weise? Es geht nicht, daß der Reichskanzler uns sagt: Lassen Sie die Dinge gehen. Wohin sollen wir damit kommen?(Sehr richtig! links.) Wenn gesagt wird, der Reichskanzler könne sich nicht in die einzelnen Ressorts einmischen— was bleibt denn dann noch von der Verantwortlichkeit bestehen? Soll die Verantivortlichkeit lediglich darin bestehen, daß der Reichskanzler für Reden und Aeußenulgen, die er vorher nicht kennt, eine Art „Verantivortlichkeit" nachher übernimint?(Sehr gut! links.) Wir wünschen dem Kolouialdirektor gute Fahrt. Arbeilen Sie so, Herr Koloiiialdirektor, wie ein Mann, von dem wir wissen, daß er etwas ist I Wenn Sie das tun, so werden Sie auch unser Vertrauen haben. Wenn aber nicht, dann nich t!(Beifall links.) Abg. Bebel(Soz.): Sie werden begreifen, daß ich keine Neigung habe, mich in das Duell Roeren-Dcrnburg irgendwie einzumischen, am allerwenigsten. nachdem wir heute aus dem Munde des Abg. Roeren gehört haben, daß es eine„rein persönliche" Angelegenheit von ihm sei. Aber das eine möchte ich konstatieren: Von all den Kolontalslandalen und den Greueln in den Kolonie», die der Ab- geordnete Roeren mitgeteilt hat, ist auch nicht eine durch die Aus- führungen des Kolonialdirektors zurückgenommen oder richtiggestellt worden. Die bleiben bestehen!(Sehr richtig! bei den Sozial« demokraten.) Wenn der Reichskanzler gemeint hat, er hätte eS lieber gesehen, wenn der Abgeordnete Roeren sich mehr nach seinem Parteigenossen Erzberger und weniger nach mir bei seinen Anklagen gerichtet hätte, so mutz ich gestehen, ich habe noch niemals von einem Staatsmann daS„äivicks et impera."(teile und herrsche) in so ungeschickter Weise zur Geltung gebracht gehört.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Er hat kundgetan, was seines Herzens Wunsch eigentlich ist, aber er hat seine Worte ins Wasser fallen lassen. Er hat auch durchaus unrecht, wenn er glaubt, daß ich über die Ausführungen des Ab- geordneten Roeren befriedigt gewesen wäre. Nach meiner Auf» fassung hat der Abgeordnete Roeren sich eine viel zu große Leisetretern zu schulden kommen lassen.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Er hat erklärt, daß er nur einen kleinen Teil seines Materials vorgebracht habe, das würde Herrn Bebel nicht passen. Gewiß, der hätte der Regierung nichts geschenkt, der hätte sämtliches Material vorgebracht!(Heiterkeit und Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Ich hoffe, daß der Abg. Roeren, nachdem er einmal gesagt hat, er habe noch ein reichhaltiges Material, noch die Stunde findet. Ivo er es dem Reichstage vorlegt.(Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Das ist eine absolute Notwendigkeit. Soll einmal Ordnung geschaffen werden, so muß sie gründlich ge» schaffen werden.(Sehr richtig I) Wir müssen imstande sein, alle diejenigen Maßnahmen zu treffen, die gettoffen werden müssen. Diesen meinen Vorwurf gegen den Abg. Roeren kann ich in ge- wissem Sinne auf das ganze Zentrum ausdehnen. (Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Sie(zum Zentrum) sind durch Ihre intimen Beziehungen zu den Misstonen mehr als irgend eine andere Partei hier im Hause in der Lage, alle die Kolonial- skandale, die Verbrechen, die Ungeheuerlichkeiten, die leider— zur Schmach Deutschlands sei es gesagt— in den Kolonien vorgekommen sind, zu kennen. Ihre Missionen sind die geeigneten Organe, diese Vorgänge aus nächster Nähe zu kennen und zu kontrollieren. Wenn Ihre Missionen ihre Aufgabe erfüllen wollen: Christentum und Kulmr, wie sie sagen, unter den Eingeborenen zu verbreiten, dann wären sie in erster Linie verpflichtet gewesen, alles, was sie an Skandalosa in den Kolonien keimen gelernt haben, Ihnen mitzuteilen und hier zur Sprache bringen zu lassen.(Zustiinmung bei den Sozialdemokraten.) Aber ich hoffe, daß die Vorgänge, die uns hier bereits eine Woche beschäftigen(Rufe rechts: Leider I>, die nicht nur Deutschland, sondern die ganze Kulturwelt in die höchste Erregung versetzt haben, in erster Linie dazu beitragen werden, solche Vorgänge für die Zukunft unmöglich zu machen. Ich hoffe. daß sie auch dazu beitragen werden, daß auch die Missionen— Sie lvissen, ich bin kein Freund derselben— mehr als bisher ihrer Auf- gäbe gerecht werden. Sie müssen beizeiten eingreifen; wäre das stets geschehen, so wären viele der Dinge, die uns in den letzten Tagen hier beschäftigt haben, überhaupt unmöglich gewesen. Ich hätte die Regierung, den Kolonialdirektor, den Reichskanzler sehen mögen, der es' noch gewagt hätte, hierher zu kommen, ehe er nicht nnt aller Energie eingeschritten wäre.(Lebhaste Zustimmung bei den Sozial- demokraten.) Ich habe mit einer gewissen Genugtuung gesehen, daß der Reichskanzler hier wieder einmal erschienen ist. Er hat sich aber wieder sehr eilig gedrückt.(Heiterkeit.) Sein Ausbleiben hat er mit dringenden Arbeiten entschuldigt. Diesen EutschuldigungSgrund kann ich nicht anerkennen. Wenn irgend einer verpflichtet gewesen wäre, unsere Verhandlungen in ihrem vollen Umfange an- »hören, dann ivar eS der Reichskanzler(Zustimmung links und im entrum), weil er der einzige Verantwortliche ist und weil er durch eigene Wahnehmung sehen und hören mußte, wie der Reichstag über diese Dinge urteilt, so daß. er imstande war, die Matznahmen danach zu treffen. Hinzukommt, daß er gegenwärtig die einzig hervorragende Persönlichkeit in der Ver- waltung ist, dem überhaupt auch materiell eine Verantwortlichkeit beigemessen werden kann. Der Kolonialdirektor Dernburg ist erst seit ein paar Monaten im Amte. Alles, was wir in den letzte» Tagen gehört haben, geht ihn nichts an. Der Erbprinz Hohenlohe ist ver- flössen, Herr Stübel ist nicht mehr da, die andern sind gestorben und verdorben(Große Heiterkeit), die einzige verantwortliche Persön- lichkeit ist der Reichskanzler.(Sehr wahr! links.) Dazu kommt, daß ein großer Teil dieser Vorgänge dem Reichskanzler ebenfalls «nitlich bekannt geworden sind.(Hört! hört I) Ein großer Teil dieser Skandalosa ist amtlich zu seiner Kenntnis gekommen und er ist aufgefordert worden, einzuschreiten. Da toäre es seine Pflicht und Schuldigkeit gewesen, um jeden Preis die Untersuchung vornehmen und feststellen zu lassen, ob die Anklagen gerechtfertigt sind. Das hat er nicht getan. Deshalb ist er in letzter Linie der Schuldige.(Sehr wahr I bei den Sozial- demokraten.) Dazu kommt noch ein anderes. Wäre er am Sonn- abend hier gewesen, so hätte er es nicht notwendig gehabt, dem Kolonialdirektor am Sonntag ein Privatissimum über auswärtige Politik zu halten, das dieser so gewissenhaft war, sich aufzuschreiben uitd wörtlich vom Blatt hier am Montag vorzulesen.(Heiter- keit.) Ich bin erfreut, daß der Kanzler meinen damaligen Aeußerungen eine solche Wichtigkeit beigelegt_ hat. Der Kanzler hatte ausgeführt, daß in den achtziger Jahren unsere Stellung eine gesicherte gewesen war, weil wir damals noch keine Kolonialpolitik bettieben. Daran anknüpfend habe ich auszuführen versucht, daß wir eine Kolonialpolitik trieben, die im Ernstfalle eines großen europäischen Krieges nicht haltbar ist. Ich habe in der Rede des Reichskanzlers noch einen anderen Satz ge- fanden:„Was heute unsere Situation erschwert, sind unsere über» seeischen Interessen; wenn lvir hier nicht verwundbar wären, würden wir auf dem Kontinent nicht halb soviel zu fühlen haben und würden jeden Konflikt mit England vermeiden". Solches offene Zugeständnis unserer Situation ist wertvoll. Diese Worte des Kanzlers bestätigen unsere Auffassung gegenüber der Kolonialpolitik. Ich will nun noch auf einige Bemerkungen eingehen. Der Herr Kolonialdirektor sagte: Was wir mit Bezug a»f die Kolonien aus- führten, könnten wir auch in bezug auf unseren Handel sagen; denn käme es zu einem europäischen Kriege, so würde auch ein großer Teil unserer Handelsschiffe in Gefahr sein. DaS gebe ich zu. Jedoch ist der Vergleich nicht zutteffend. Der Handel ist ein Kulturträger ersten Ranges. er fördert die internationale Solidarität; er fördert nicht nur den Austausch der materiellen Güter, sondern auch den der künstlerischen und wissenschaftlichen Beziehungen, Er trägt mehr als jede andere Beschäftigung der Mensche» dazu bei, die nationale Beschränktheit und die nationalen Vorurteile aller Art zu beseitigen. Der Handel verbreitet Wohlstand. Und gerade diejenigen Nationen, die an der Spitze des Welthandels stehen, find auch im Falle des Krieges widerstandsfähiger, als sie ohne die Entwickelung der Industrie wären.(Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Mit unsere» Kolonien ist eS umgekehrt. Wir haben durch sie keinen moralischen Gewinn, sondern nur moralische Niederlagen gehabt. Durch die Kolonialpolitik wird die Nation nicht gestärkt, sondern ge- 'chwächt. Znfolge der fortgeschrittenen Opfer werden die Mittel ge- nommen, die für eine ganze Reihe notwendiger Kulturarbeiten ver- wendet werden sollten.(Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Am Rhein sind 10(XXI kleine Weinbauern durch Witterungsverhält- nisse geschädigt worden, und es wäre notwendig, daß das Reich und die Einzelstaaten eintreten, um diese Bauern lebensfähig zu erhalten. Die große Teuerung hat das Bedürfnis der Beamten "ach Teuerungszulagen erweckt. Aber diese und eine große Reihe Ich komme zu dem Fall des Geheimrats Hellwig. der Fall Dominic ( Sehr wahr! bei den anderer Forderungen können nicht erfüllt werden, weil das Reich so Ich frage nun den Herrn Kolonialdirektor: Ist Ihnen bekannt, wenn der Staatsanwalt es will. Wenn nun aber im Gegensatz z große Mittel für vollständig unproduktive Zwecke in Anspruch nimmt. daß auch diesem Verfahren doch einmal ein Gerichtshof fich findet, der eine ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Es ist durchaus verkehrt, Ausnahme von dieser Regel macht, der sozusagen ein weißer Sperwenn der Kolonialdirektor meinte, er hätte meine Ausführungen vom in den Aften der Kolonialverwaltung eine erhebliche Rolle spielt? ling ist, glauben Sie, Herr Arendt, daß ich das verurteile? Im Sonnabend irgendwie widerlegt. Der Herr Staatssekretär schweigt.( Große Heiterkeit.) Keine Antwort Gegenteil, ich sage, so sollten es alle machen, dann würde ist auch eine Antwort! Nun teile ich Ihnen mit, daß der Fall die Justiz bei uns in höherem Ansehen stehen.( Lebhafte Dominic in seiner ganzen Scheußlichkeit schon seit einer Reihe von Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Festgestellt ist vom GerichtsDer Kolonialdirektor hat gestern mitgeteilt, daß deffen Pensionierung Jahren bem Kolonialamt bekannt ist( Hört! hört! bei den Sozial- hofe, daß Herr Dr. Peters schwarze Mädchen in fürchterlichster Weise bemokraten) und daß nichts geschehen ist, um Dominick zur Verant bat mißhandeln lassen hierzu hatte er, wie der Gerichtshof er erfolgte, weil er sich bei seinem zunehmenden Alter nicht mehr der mit Verantwortung seines Amtes gewachsen fühlte, andererseits fei in wortung zu ziehen!( hört! hört!) Am 27. März 1904 hat Böplau in flärte, fein Recht, und zwar hat er sie mißhandeln lassen mit folge der vorgenommenen Reform der Kolonialabteilung ein Personen- einer Anklage- und Beschwerdeschrift den Reichskanzler auf diesen Fall hin- einer Nilpferdpeitsche, einem viel fürchterlicheren Instrument, als der wechsel angemessen gewesen. Ich bezweifle nicht, daß es so in den gewiesen und ausdrücklich konstatiert, daß Dominic die Schwarzen Stock, den der Abg. Roeren gestern hier niederlegte. Das ist eine Atten steht, wie es der Kolonialdirektor darstellte. In den Akten Geschlechtsteile ausreißen ließ.( Sört! hört! bei den Sozialdemo- eine solche Scheußlichkeit und Gemeinheit berteidigen zu wollen, in Kamerun damit bestrafe, daß er ihnen bei lebendigem Leibe die Scheußlichkeit, eine Gemeinheit, und ein Mann, der die Stirne hat, steht aber vieles, was nicht wahr ist.( Lebhafte Zustimmung fraten.) Nun hat bis heute der Herr Reichstanzler nicht das ge- gegen den hege ich Gefühle, die mir der parlamentarische Anstand bei den Sozialdemokraten.) Wenn der Kolonialdirektor fich auf das ärztliche Attest beruft, auf Grund dessen Herr ringste getan, um diesen Fall aufzuklären. Das ist ein unerhörtes auszusprechen verbietet. Hellwig Festgestellt ist ferner vom Gerichtshof, daß Dr. Peters mit der pensioniert worden sei, so kann er dafür andere Vorgehen.( Sehr richtig! links.) Ich habe daher vollkommen recht, Gläubige ſuchen, aber nicht den deutschen Reichstag.( Sehr wenn ich sagte, daß der Reichskanzler nach meiner Auffassung in Jagodjo im Geschlechtsverkehr stand und daß er dieses Mädchen mit richtig! bei den Sozialdemokraten.) In neun von zehn Fällen antwortlich ist. Gläubige fuchen, aber nicht den deutschen Reichstag.( Sehr erster Linie für die Dinge, die vertuscht worden sind, mit ver- ganz besonderer Stache verfolgt hat. Er hat sie auf das Fürchter nehmen die höheren Beamten ihre Entlassung aus Gesundheitsrücksichten". Wenn ein höherer Offizier pensioniert werden soll, so Ich konstatiere noch einmal, daß von den drei von mir vorgebrachten Weise schlagen lassen, bevor die Wunden des Mädchens geheilt waren. kommt ein blauer Brief ins Haus und nach ein paar Tagen nimmt Fällen der Fall Kamp bereits zugegeben ist, und der Fall Dominick Die Behandlung war so empörend, daß der schwarze Unteroffizier, er aus Gefundheitsrücksichten" seine Entlassung. Wir haben seit drei Jahren in den Aften der Kolonialverwaltung begraben ist. der mehr Erbarmen fühlte als Herr Peters, dieser gute Christ, erTaufende ehemaliger Offiziere, die wegen ihrer mangelnden Gesund Steichskanzler vortrug, also im März 1904, mir dieser Fall noch nicht Gefahr für ihr Leben vorhanden ist! Dr. Arendt aber hat diese Ich konstatiere, daß damals, als Pöplau den Fall Dominick dem flärte: ich kann die Strafe an dem Mädchen nicht ausführen, weil heit pensioniert sind, die aber bei ihrer Entlassung erklärt beflant war. Ich habe den Brief, in dem dieser Fall enthalten ist, Scheußlichkeiten hier zu beschönigen versucht. haben, daß fie im Falle eines Strieges, das heißt au einer Zeit, wo die körperlichen Strapazen am größten find, und den ich am Sonnabend dem Direktor des Kolonialamtes bandlungen die Farce eines Kriegsgerichts" inszeniert hat. Der Festgestellt ist drittens, daß Dr. Peters nach den unerhörten Mißbereit seien, in den Dienst wieder einzutreten!( Heiterfeit links.) gegeben habe, erst im Juli bekommen. Nun hat Gestern habe ich in einem Blatte eine Darstellung über die Ent- mann weiter behauptet, daß diese Fälle auch dem Gouverneur Gerichtshof hat festgestellt, daß es eine farce war; dieses laffung des Herrn Hellwig gelesen, die offenbar aus dem Aus- b. Buttkamer bekannt gewesen seien und daß Buttkamer in feinem Striegsgericht" hat beschlossen, die Jagodjo hängen zu lassen, und dies ist ausgeführt worden. Das ist die dritte wärtigen Amte herrührt. Es wird da auch gesagt, daß die Herren Schaffen. 1904 ist Dominid noch in seiner Stellung in Kamerun Scheußlichkeit. Viertens hat er den Mabrug hinrichten lassen, Falle die erforderlichen Schritte getan habe, um Henderung zu Hellwig und Frhr. v. Richthofen infolge ihres langjährigen Bu er ihn im Verdacht hatte, im Verkehr mit der ſammenwirkens befreundet gewesen seien. Aber aus diesem freund- newesen. Hauptmann Kamps soll heute wieder in der Armee sein weil Wer nach allen diesen Scheußlichkeiten schaftlichen Verhältnis heraus hat denn auch Herr v. Richthofen und sogar eine Majorsstellung bekleiden. Es ist weiter konstatiert worden, Jagodjo zu stehen. diese Dinge zu keinen Anstand genommen, dem Herrn Hellwig zu sagen, wes- baß verschiedene Beamte, gegen die schwere Beschuldigungen erhoben und ungefeßlichkeiten die Stirne findet, halb er sein Entlassungsgesuch einreichen solle. Ich ersuche den wurden, nicht zur Verantwortung gezogen, sondern einfach aus dem verteidigen, der steht auf einem moralischen Standpunkt, der noch Kolonialdienst entlassen worden sind; sie sind nach Hause zurück- viel tiefer ist als derjenige des Peters.( Lebhafte Zustimmung bei wo möglich noch heute oder, wenn es nicht möglich ist, morgen den Geheimen Legationsrat gelehrt, in andere Stellungen hineingekommen und find, wie ich den Sozialdemokraten.) Peters konnte doch immerhin glauben, er b. Hellwig zu sich zu beordern und ihn auf Ehrenwort schon am Sonnabend sagte, die Treppe hinauf statt hinunter- fönne dort mit den Eingeborenen verfahren, wie er wolle. zu fragen, ob die Mitteilungen, die hier von givei Mitgliedern des gefallen. Angesichts der ungeheuren Verbrechen hätten sie eine aber, nachdem alles das bekannt geworden ist, hier zu wiederholten Haufes gemacht worden sind, zutreffen.( hört! hörts! links.) Wenn exemplarische Strafe von mindestens einer Reihe von Jahren Bucht- Malen aufzutreten vermag und Peters Verhalten zu verteidigen er ein Ehrenmann ist, so wird er befunden, daß er gesagt hat:" Ich haus verdient.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wenn in sucht, für den gibt es keine Entschuldigung, für den gibt es feine Verzeihung. Und wenn Sie, dieser Weise aber das an Herr Arendt, eine Hölle bin ein gesunder, starker Mann; nur die Herren Arendt und Genossen glauben, so müßten Sie 10 000 Jahre darin braten.( Stürmische Bertuschungssystem haben es mir unmöglich gemacht, weiter zu arbeiten, und ihnen habe Heiterkeit.) Sie, bie Sie für diesen Menschen eintreteit, ich es zu verdanken, daß ich aus meinem Amte herausgetrieben gehandhabt wird, muß das demoralisierend auf die ganzen Beamten worden bin."( Sört! hört! links.) Es ist hier ein gesunder eitwirken.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Wo follen sind die Vertreter von Religion und Monarchie. Beamter mit 10 000 Mart Pension entlassen worden. Hätte denn da die Beamten noch den nötigen moralischen Halt bekommen gestern der Abg. Arendt die Erklärung des Grafen Arnim verlesen, gegenüber den starken Versuchungen Nietzschescher Uebermenschlichkeit, find Sie, saubere Staatsstüzen( Bravo! bei den Sozialso würde ich heute erklärt haben, daß Graf Arnim nicht zu denen bie ihnen entgegentreten, wenn sie sehen und hören, daß man sich demokraten) eine Sorte, wie sie dem Deutschen Reiche gebührt! gehört, die auf die Entlassung des Herrn Hellwig eingewirkt haben. in den Kolonien nicht nur die schiersten Dienstvergehen, sondern Vizepräsident Graf Stolberg( hat bereits eine ganze Zeit mit Es stand ba Aussage der Aussage gegenüber, und wenn das der sogar die schwersten Verbrechen zuschulden kommen lassen dürfe, ohne der Glocke in der Hand gestanden und ängstlich gelauscht, ob nicht Fall ist, so muß ich zugeben, daß die Wahrscheinlichkeit vorhanden eine Anklage befürchten zu müssen. Und wie muß das auf die Ein- ein unparlamentarisches Wort falle): Sie haben mit Bezug auf ist, daß die mir gewordene Mitteilung in diesem Falle nicht richtig geborenen wirken! Auch auf diese muß das im höchsten Grade den Abg. Arendt den Ausdruck gebraucht: die Sorte". Das ist ist. Das ist gestern durch die Erklärung des Grafen Arnim bestätigt demoralisierend wirken, wenn sie diese Dinge sehen und hören und nicht zulässig!( Schallende Heiterkeit auf allen Seiten des Hauses.) worden, und ich nehme also den Angriff, den ich am Sonnabend erfahren, daß die Beamten dafür nicht bestraft werden.( Sehr Ich bitte um etwas Ruhe.( Erneute große Heiterfeit.) gegen ihn gerichtet habe, mit Bedauern zurüd. Herr Dr. Arendt hat wahr! bei den Sozialdemokraten.) erflärt, er habe Sellwig als den Träger einer Kolonialpolitit anWie werden dagegen die Eingeborenen bestraft. Ich erinnere gestellt, daß Peters ein schweres Disziplinarvergehen begangen habe Abg. Bebel( fortfahrend): Weiter ist vom Gerichtshofe feftgesehen, die er für falsch gehalten hat. Wenn Herr Dr. Arendt seine nur daran, daß Leute vom Atwastamme wegen einfacher Maulwurfsarbeit bei der Untergrabung der Stellung des Herrn Beleidigung von und Disziplinarvergehen beurteilen Sie( nach rechts) ja besonders 6 und 8 Jahren Gefängnis, hart. Er hat nämlich über diese standalösen Vorgänge einen un Hellwig damit zu begründen gesucht hat, daß er gesagt hat, er habe in einem anderen Fallen sogar zu 15 Jahren Gefängnis verwahren Bericht an den Gouverneur von Ostafrika gesandt. Er hat allezeit das System des Herrn Hellwig bekämpft, so kann ich nur urteilt worden find.( Sört! hört! bei den Sozialdemokraten.) die Tatsache der Hinrichtung verschwiegen, weil er wohl wußte, was erklären: solange ich Herrn Dr. Arendt fenne, habe ich niemals von Das ist ein ungeheuerliches, ein unmenschliches Urteil, und solche bie Folge davon sein mußte. Er hat also ein schweres Disziplinar ihm gehört, daß Herr Hellwig ein besonderes Kolonialsystem vertrete furchtbaren Strafen werden bei Menschen angewandt, bie man als vergehen begangen, ganz abgesehen davon, daß seine Handlung und daß er das von diesem vertretene System für falsch halte. Kinder und Narren bezeichnet. Wenn man das annimmt, so Kolonialdirektor, Beamten zu fönnen. ministers Schöne Staatsftützen " Wer Das würde, follte man meinen, seine Stellung nicht ausgeschlossen wissen Sie auch, daß gerade Kinder ein sehr feines Gefühl Herr Arendt hat wiederum die große Kühnheit gehabt, zu be haben, da er nicht Leiter der Kolonialabteilung war. Aber wie für Recht und Gerechtigkeit haben. Wenn Kinder sehen, haupten, der Umstand, daß Peters nicht strafrechtlich verfolgt worden im Cheleben oft die Gemahlin die Hosen anhat( Seiterkeit), so können daß ein Kind vor dem anderen bevorzugt wird, so empört fei, beweise ja, daß seine Schandtaten nicht so schwer verurteilt wir uns vorstellen, daß auch in einem Reichsamte sich an zweiter sich ihr Rechtsgefühl dagegen. Dasselbe Slechtsgefühl ist auch werden könnten, wie ich sie verurteilt hätte; denn das deutsche oder dritter Stelle ein so bedeutender Mann befindet, daß der erste bei den Wilden vorhanden, auch fie erkennen es an, Mann nach seiner Pfeife tanzen muß.( Seiterkeit.) Solche Dinge hätte wenn sie gerecht behandelt werden, und sie sind aufs höchste empört, Strafgesetzbuch hätte doch auch in Ostafrika Anwendung finden aber Herr Arendt bei seiner Vertrautheit mit den Verhältnissen er wenn sie nicht gerecht behandelt werden. Jedenfalls gibt es unter Diese Anschauung, die Herr Arendt gestern zum erstenmal in fahren müssen, und er hätte sie hier zur Sprache bringen und dafür den Wilden und Halbwilden nicht mehr Berrückte als in Deutsch der Angelegenheit Peters vertreten hat, habe ich in der großen dreiforgen müssen, daß diefer unheilvolle Einfluß Sellwigs verschwinde. land.( Seiterkeit.) Wir müssen verlangen, daß in der schärfsten und tägigen Betersdebatte im März 1896 wiederholt vertreten. Ich habe Davon haben wir aber nichts gehört. unparteiischsten Weise die Dinge untersucht und die Schuldigen zur Verantwortung gezogen werden.( Sehr richtig! bei ben Sozial baß gegen Peters wegen der Handlungen eingeschritten werde, die mit aller Energie den damaligen Kolonialdirektor Kayser aufgefordert, Nun hat gestern der Herr Kolonialdirektor auf den demokraten.) Ob eine Untersuchungskommission im Sinn des vom Strafgesetzbuch mit langer Buchthausstrafe belegt werden. Von Fall Pöplau Abg. Müller- Meiningen eine geeignete Instanz ist, lasse ich dahin der Regierung ist damals erklärt worden, daß das nicht möglich Bezug genommen. Er hat vorgetragen, daß derselbe verschiebentlich gestellt sein. Schon das erste Urteil gegen die Afwaleute wegen anderer Dienstvergehen mit 150 und 200 M, Strafe belegt auf fechs bis acht Jahre Gefängnis hat allgemeine Entrüftung fets ist ein Gutachten des damaligen preußischen Justiz worden sei. hierüber vorgelegt worden. Man hat sich auf Da diese Vorfälle an seiner Burechnungsfähigkeit hervorgerufen. Nachdem aber ein unparteiisches" richterliches Urteil den§ 4 des Strafgesetzbuches bezogen, wonach in der hätten Zweifel aufkommen lassen, sei von einem förmlichen dann auf 15 Jahre Gefängnis lautete, glaube ich nicht mehr an die Disziplinarberfahren abgesehen worden, dagegen sei auf Grund richterliche Unparteilichkeit in den Kolonien.( Sehr richtig! bei den Regel feine Verfolgung stattfindet für im Auslande begangene Verbrechen oder Vergehen. Verfolgt werden könne auch ein Deutscher, eines ärztlichen Gutachtens das Zwangspensionierungsverfahren Sozialdemokraten.) Ich habe das allergrößte Mißtrauen gegen alles, brechen oder Vergehen. Verfolgt werden könne auch ein Deutscher, gegen ihn eingeleitet worden. Dieses Verfahren führte nicht zum was offiziell ist.( Seiterfeit.) Ich ertiäre noch einmal: Herr Dern der im Auslande ein Verbrechen begangen hat, auf Grund der in Biel. Es ist dem Böplau allerdings eine äußerst milde Behandlung burg, wenn Sie gegen die Uebelſtände vorgehen, so werben preußische Justizminister erklärt, daß zu jener Beit Oftafrifa nicht zu jenem Lande geltenden gesetzlichen Bestimmungen. Nun hat der iſt zu teil geworden. Hierin spricht die Dentschrift so ziemlich die Sie bei mir energische Unterstützung finden. Wir haben Wahrheit. Ich kann ebenfalls nach meiner Kenntnis der Vorgänge alle Ursache, Deutschland gehört habe, daß das deutsche Strafgesetzbuch daher da der bestehenden Kamarilla entgegenzuwirken. feine Gültigkeit habe und daß dort überhaupt kein Gesetzbuch existiere, fonstatieren, daß man sich ziemlich lange gesträubt hat, Böplau ein Der Reichskanzler hat am 14. November hier hier erklärt, fach aus dem Dienste zu entlassen. Warum? Weil Pöpiau zu viel Kamarilla fei ein Fremdwort, ein exotischer Ausbrud. welches derartige Verbrechen mit Strafe bedrohe. Daher ist es nicht möglich wußte!( Lebh. Zustimmung links.) Weil man nicht wünschte, daß Böplau, Nun, Kamarilla ist überall vorhanden, wo persönliches gewesen, Peters zu bestrafen. So liegt die Rechtslage, wenigstens wenn er Hals über Kopf entlassen würde, darüber allzu viel rede. Regiment herrscht.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) nach der Anschauung des damaligen preußischen Justizministeriums, Böplau hat sich bereits 1891/92 bei dem Staatssekretär des Aus- Die Kamarilla ist der notwendige Ausfluß des persönlichen Ne- sonst wäre man damals gegen Peters vorgegangen. Auch nach wärtigen Amtes lebhaft beschwert über Geheimrat König. Er hat giments. Wenn die Dinge in einem Staatswesen fo liegen, daß es dieser Richtung hin ist es nicht möglich gewesen, Peters zu verlange Denkschriften eingereicht, in denen er eine ganze Anzahl von von hochgestellten Personen und von der allerhöchsten Stelle abhängt Welt davon überzeugt sein, daß der Mann bestraft werden mußte, urteilen, obwohl er es 20 mal verdient hätte. Mag auch die ganze Anklagen gegen König erhebt. Interessant ist nun, daß König einem ob jemand zu Ehren, zu Stellung und Vermögen kommt, dann ist wenn der zuständige Justizminister die Ueberzeugung hat, daß das feiner Untergebenen den Auftrag gab, sich mit Pöplau freund es ganz felbstverständlich, daß alles um die Gunst dieser Mächtigen wenn der zuständige Justizminister die Ueberzeugung hat, daß das schaftlich zu verständigen. Dieser erklärte dem Böplau, daß alles, bublt( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten), daß jeder sich be- Gesetz nicht anwendbar fei, tönnen wir nichts dagegen machen. was nur irgend möglich fei, für ihn getan werde und daß müht, so viel wie möglich zu erhaschen. Bei einem solchen Kampf( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Unter den Mitteilungen, die Abg. Noeren gestern machte, erihm die bisherigen Borkommnisse durchaus nicht schaden sollten um die Beute kommen die niedrigsten Eigenschaften der Menschen ( vorausgesezt, daß Böplau die Sache auf sich beruhen lasse und daß zur Geltung. Darüber findet man in den Memoiren des Fürsten regte eine ganz besonderen Abscheu, die, daß ein armer Schwarzer er spätestens am 1. April 1908 eine andere Stelle erhalten solle). Hohenlohe ganz interessante Tatsachen. Da heißt es zum Beispiel: unter der ihm aufgebürdeten Last zusammengebrochen set, daß der ( Sört! hört! links.) Das sind also die Verfuche, die gemacht worden Eulenburg fürchtete, daß es zum Bruch kommen werde, Führer ihn einfach habe liegen laffen und daß nun der Schwarze in find, um Böplau zu beruhigen. Als alles dies nichts half, ging aber das Verhältnis zog sich wieder zurecht. Indessen arbeitete der fürchterlichen Sonnenhite in Kamerun gestorben ist. Ach, meine man weiter. Nicht bloß in der Staatsverwaltung, sondern auch in die Militärpartei mit Hahnte nach wie vor an dem Sturz Caprivis. Herren, da hat Herr Peters noch ganz andere Dinge getan. Er ist ja auch der Führer ber deutschen Emin Baschas einflußreichen und wohlhabenden bürgerlichen Kreisen ist es eine Man wollte teinen General mehr als Reichskanzler haben, man Expedition in den Jahren 1890 und und 1891 gewesen. Da sehr beliebte Methode, wenn man einen Kranken in der Familie bildete sich ein, bei einem anderen Reichskanzler könne man alles blieb auch eines Tages ein Führer aus Dar es Salam, der an der hat, der einem einerlei aus welchen Gründen- Aergernis bereitet, machen, alles schieben und merkte gar nicht, daß man überall ge Auszehrung litt und geschwächt war, zurück, und Dr. Peters daß man bersucht, irgend einen Professor der Psychiatrie schoben wird".( Sehr wahr! bei den Sozialdemokraten.) Weiter zu finden, der ein Beugnis ausstellt, das die betreffende Berson wird da gesagt, daß Bismarck erklärt habe, er werde auch dem ließ ihn einfach liegen. Also einen armen Träger, der an der Ausgeistig nicht genügend intakt sei.( Sehr wahr! links.) So ging es Stronprinzen feine Dienste wibmen, wenn er sich gegen den Krieg zehrung litt und zusammenbricht, den läßt er liegen, obwohl er auch hier. In einem Briefe an den Staatssekretär v. Richthofen erkläre, er werde aber nicht bleiben, wenn der Kronprinz den Krieg genau weiß, daß Nacht für Nacht hinter seiner Karawane hänen ſegte der Geh. Legationsrat Herr Schmidt- Dargis auseinander, daß wolle. Das wird mit einer Kaltblütigkeit dargestellt, als ob der herziehen!( Pfui! bei den Sozialdemokraten.) Kann man sich etwas Unmenschlicheres, Teuflerisches denken? Er hätte den Mann bis ber Streisarzt Dr. Zimmer bereit gewesen sei, ein Zeugnis, wie es Krieg gar nichts wäre.( Sehr gut! bet den Sozialdemokraten.) zur nächsten Station mitnehmen müssen, und wenn ihm das nicht gewünscht worden war, auszustellen! Da ein Zeugnis von einem Ferner kommt dann die Schilderung beim Ordensfest. möglich gewesen wäre, so wäre es ein Aft der Menschlichkeit gee Streisarzt aber nicht genügte, sei bersucht worden, ein solches Bizepräsident Graf Stolberg: Ich habe dem Herrn Abgeordneten wesen, seinen Leiden durch eine Kugel ein Ende zu machen.( Lebhafte Zeugnis von dem berühmten Psychiater Professor Jolly weiten Spielraum gelassen, ich möchte aber doch bitten, mit dieser Unruhe und lautes Murren rechts und im Zentrum, wobei die nächsten an der hiesigen hiefigen Universität zu erhalten! Diefer habe Verlesung aufzuhören. Worte des Redners verloren gehen.) Auf diesem Zuge beschloß fich aber geweigert, dasselbe auszustellen!!( Sört! hört! links.) Abg. Bebel( fortfahrend): Ich will aus den Berlesungen nur Peters, ein Dorf zu stürmen. Er erzählt, wie er eine große Herde Er hat erklärt, er könne das Gutachten des Dr. Zimmer durchaus nachweisen, daß nicht jetzt nur eine Kamarilla besteht, sondern traf und der Hirt ihm zurief, er möchte doch um dieselbe herumnicht als forrekt und logisch ansehen.( Sört! hört! links.) Ihm schon immer bestanden hat.( Sehr gut! links.) Ich glaube, die gehen und ihm das Bieh nicht wegtreiben. Was wir vorhatten", scheine der ganze Fall nicht bedenklich zu sein, und er riet, da er nicht bereit sei, ein solches Beugnis auszustellen, daß man es mit Mitteilung des Fürsten Hohenlohe wird uns zeigen, wie bei uns fügt Peters hinzu, ahnte er nicht, bis ihm eine Kugel zwischen die dem Disziplinarverfahren versuchen möge, wenn die Dinge noch regiert wird. Es kann kein Zweifel darüber sein, daß die Kamarilla Rippen fuhr und feine freche Bunge zur Ruhe brachte".( Pfuirufe nicht verjährt seien:( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Zuletzt besteht, auch der Abg. Baffermann hat ja das in seiner Inter- bei den Sozialdemokraten.) Auch das ist eine unerhörte Scheußlich feit. Ein weiterer Fall ist der, wo er erzählt, daß er beim Einerklärte der Geh. Legationsrat, er wolle noch einmal versuchen, ob pellallationsrede angedeutet. Ich komme nun zu den Ausführungen des Abg. Dr. Arendt. Er dringen in einen großen Wald viele Mansalaleute auf den Bäumen traf. man Herrn Jolly nicht Teitete seine Rede gestern mit den schönen Worten ein, der Abschen Ohne weiteres wurden sie mit mehreren Gewehrfalven beschossen doch noch bearbeiten und die Abwehr von Unmenschlichkeiten sei nicht die Sache einer und wie er sich ausdrückt eine ganze Anzahl schnell zur Erde Könne.( Sört! hört! links. Bewegung.) Das ist doch charakteristisch. Bartei. Nun hat er gestern die größten Scheußlichkeiten und befördert"! Als die Mansataleute ihm zuriefen, sie hätten ihm doch Nun ist der Direttor des Kolonialamts wieder zurüdgefommen Ünmenschlichkeiten verteidigt und er hat sich dadurch mitschuldig nichts getan- und lebten auch nicht im Striege mit ihm, rief er es Es wird gesagt, auf die von mir am Sonnabend mitgeteilten Kolonialstandale und gemacht. nur darauf an, ihnen zu: Warum sizt ihr dort oben? Sie antworteten: Weil sie hat bei dieser Gelegenheit gemeint, ich hätte am Sonnabend viel was der Gerichtshof als erwiesen erachtete. Wir haben ja fich im Kriege mit einem anderen Stamme jenseits des Hügels bes bom guten Glauben" geredet. Wenn irgend einer den guten die Erfahrung gemacht, daß, wenn hohe Herren vor Gericht kommen, fänden. Darauf rief er ihnen zu:„ Na, dann vergnügten NachGlauben für seine Behauptungen in Anspruch nehmen müsse, dann die Sachen unterdrückt werden. Ich habe das Bewußtsein, daß mittag!" und zog weiter. Ist es nicht eine ganz unglaubliche sei ich es. Er hat aber unmittelbar baran die Mitteilung geknüpft, das famose Institut des öffentlichen Anklägers nur zu dem Roheit, diese Schwarzen, die seiner Expedition nicht das mindeste baß der eine von den drei Skandalen, der Fall Kamph, ihm auch Zweck eingesetzt ist, daß der Staatsanwalt jeden Prozeß, der ihm in den Weg und gar nichts getan hatten, ohne weiteres von den von dem Abg. Erzberger mitgeteilt worden sei und quasi als er und seinen Vorgesetzten unbequem ist, unterbrüdt( Sehr wahr! bei Bäumen herunterzufchießen?( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialwiesen gelte!( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Iden Sozialdemokraten) und daß nur ein Verfahren einaeleitet wird, demokraten.) Es ist wirklich ein besonderes Wagestüd, daß sich im " tomme denen mit dem Aufstechen der Eiterbeule Reichstag und im preußischen Landtag 34 Tonfervative Abgeordnete| Borwurf zu ersparen sei, daß er nicht durch geeignete Maß- tiger zu sein. Schmidt ist auf seinen eigenen Wunsch aus der gefunden haben natürlich waren es Konservative, welche für nahmen und Befehle barbarischen Gebräuchen in der Kriegsführung Kolonialverwaltung ausgeschieden. Es wird ihm das Zeugnis ausdie Begnadigung dieses Mannes eingetreten sind, und der höchste vorgebeugt hat.( Hört! hört! links.) Dieser ganze Fall Dominic gestellt, daß er stets ein energischer Beamter gewesen ist, der in Beamte des Reiches hat sie, die für die Begnadigung von Peters ist am 15. November 1905 auf eine Anfrage des Abg. Ablaß hin wirtschaftlicher Beziehung seinen Bezirk gefördert hat. Herr eintraten, empfangen!( Hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Auch bereits erörtert worden. Völlig neu in der gegenwärtigen An- Schmidt ist Landwirt. Gegen Schmidt war eine große Reihe von diese 34 Herren find Stützen des Staates und des Thrones, Stüßen schuldigung ist das Aussehen von 62 Kindern in die Nachtigall- Anschuldigungen erhoben worden; diefelben sind zum Gegenstand der Familie und der Ehe und aller der hohen Tugenden, ohne welche schnellen. Bezüglich dieses Falles wird die Untersuchung das Weitere einer eingehenden Untersuchung gemacht, eine Mitteilung kann erst unsere bürgerliche Gesellschaft auch nicht einen Tag lang bestehen ergeben. nach deren Abschluß erfolgen. Von der Beschuldigung unzüchtiger kann. Na( Mit einer Gebärde, die ausdrückt: Näher kennzeichnen Im Falle des Oberleutnants Kamptz handelte es sich um Behandlung von Mädchen unter 14 Jahren ist Schmidt in einem will ich sie nicht! Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Straßenräuber, die er, nachdem sie völlig rechtlich zum Tode ver Falle freigesprochen worden, und in einem anderen Falle ist das Aufmerksam machen will ich auf eine Erklärung, die der Beutnant urteilt worden waren, durch das 3,7 Zentimetergeschütz hat erschießen Verfahren ausgeschlossen, weil das Alter des Mädchens nicht feftvon Eltz gegeben hat, ein Mann, der ebenfalls in Ostafrika und am lassen. Aus dem Ergebnis ist zu ersehen, daß kamptz als Komman- gestellt ist!( Lachen links.) Natürlich möchten St.( zu den SoKilimandscharo gewesen ist. Er schildert, wie bequem er mit den Ein- deur den Feldtruppen nachrückte und nur Bezialdemokraten) es anders hören. In bezug auf andere Vorwürfe wenig geborenen austam, weil ihnen nichts weggenommen, sondern alles was gleiter hatte, die hauptsächlich Rekruten waren, in strafrechtlicher Beziehung sind die Beschuldigungen zum Teil notwendig war, bezahlt wurde. Als aber die Petersleute auszogen, er nicht zutrauen konnte, daß sie die Todesstrafe in gewandter Weise zugunsten Schmidts zurückgewiesen worden. Der Abgeordnete Erznahmen sie den Leuten ganze Herden weg. Erreicht haben sie dadurch, vornehmen würden.( Schallendes Gelächter links.) Unter diesen berger hat dann gemeint, ich hätte nicht genügend erklärt, was ich daß sie die Station ohne militärische Begleitmannschaft nicht mehr Umständen hat er es verantworten zu können geglaubt, in 10 Meter verlassen konnten, daß die schönste Gegend von Ostafrika zu einem Entfernung die Leute, die an einen Baum gebunden waren, er Kriegsschauplatz geworden ist, der uns noch ungeheure Summen schießen zu lassen. Auch dieser Vorgang bildete den Gegenstand gemeint habe. Es ist jedermann so far geworden, was ich damit tosten wird. Für alle Greuel dieses Krieges," fagt Herr v. Elg, weiterer Untersuchungen. gemeint habe, daß ich das nicht zu wiederholen brauche. Das Masind Sie, Herr Dr. Peters, Gott und den Menschen verantwortlich, terial gegen die Kolonialbeamten in Togo ist in einer langen Abg. Erzberger( 8.): nicht die Notwendigkeit zwang Sie dazu, sondern Sie brauchten Taten, Reihe von Jahren gesammelt worden. Das Material über den damit Ihr Name in Europa nicht vergessen wird. Deutschland kann Auf die Untersuchung meiner Räume und Sachen im Reichstag Fall Kersting hat man seit sieben Jahren gesammelt, nicht um es Ihnen das nicht danken." So urteilt ein Mann, der das Land und die gehe ich nicht ein; dazu wird sich später noch Gelegenheit finden. mitzuteilen, sondern, wie es in der Kölnischen Volkszeitung" Verhältnisse fennt, über diese Dinge.( Hört! hört! b. b. Sozialdemokraten.) Ich habe dem Untersuchungsrichter mein Material zur Verfügung heißt: damit es von der Mission benutzt werde, wenn dringendste So urteilt ein Mann, der selber mit im Striege gestanden. Herr bes Attendiebstahls gemacht worden war. Ich befinde mich in einer möglich haben, um Mißstände abzustellen. Ich habe weiter ausgestellt, weil in der sogenannten liberalen Presse mir der Vorwurf Not es erfordert. Wir müssen aber das Material sobald wie Herbes Dr. Arendt beruft sich auch darauf, daß der österreichische GeneralTonsul v. Baumann in geistiger Umnachtung gefallen sei. Es steht eigentümlichen Lage. Jm vorigen Jahre hat mich der geführt, daß sich ein Drud auf unsere Kolonialverwaltung geltend aber fest, daß Baumann erst in Europa erkrankt ist; in Afrika war Abg. Bebel gelobt, heute der Reichskanzler. Nun, weder gemacht habe, und habe verschiedene Ausführungen vorgelesen. Nun, er vollkommen gesund und durchaus zurechnungsfähig, als er über länge des Reichskanzlers werden mich die Schalmeientöne des Abg. Bebel, noch die Sirenen Ich habe gesagt, daß der Abgeordnete Roeren die angeführte den Fall Peters aussagte. bon dem rechten Aeußerung gelegentlich seiner zeugeneidlichen Vernehmung gemacht Mit diesen Feststellungen dürfte der Fall Peters endlich als er- Kolonialdirektor Myrrhen gestreut würden. Nun, Myrrhen bekommt Aeußerungen gemacht, wie„ laudinisches Joch" oder" das Zentrum Wege abbringen. Der Abg. Bebel sprach neulich davon, daß dem habe. Solche Registrierungen werden nur bei ungewöhnlichen ledigt gelten.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten. Widerspruch des Abg. Arendt.) Sollte er für Sie( au Dr. Arendt) nur ein Leichnam.( Heiterkeit.) Wenn der Abg. Bebel etwas besser bewilligt keinen Groschen mehr", was ich übrigens nie geglaubt Widerspruch des Abg. Arendt.) Sollte er für Sie( zu Dr. Arendt) in der biblischen Geschichte Bescheid wüßte, so würde er wissen, daß habe.( Stürmische Heiterkeit.) Die Verwaltung wird mit Ihne es noch immer nicht sein, so dürfte bei Dr. Arendt das vorhanden das Ausstreuen von Myrrhen nicht gerade hoffnungsfreudig wirken sehr gern zusammenarbeiten. Wenn in der Presse gesagt iſt, ich sein, was der Engländer moral insanity"( moralische Geistes- tann. Der Kolonialdirektor hat die vom Abg. Roeren angeführten hätte gestern eine polemische Rede geschwungen und ich hätte Politik ſtörung) nennt.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten, Fälle nicht in Abrede stellen können. Die Mißhandlungen werden nicht gemacht, so bestreite ich das. Ich mache keine Politik, ich habe die Politik aus der Kolonialverwaltung hinausgeworfen, und das müssen Sie doch unterschreiben.( Große Seiterkeit.) Die Tätigkeit der Kolonialverwaltung ist eine wirtschaftliche, taufmännische und legislatorische, das Geschäft muß mit Reinlichkeit betrieben, und die Allotria müssen ausgeschieden werden. Ich will nochmals die feierliche Busage geben, daß alle die geschilderten Vorgänge untersucht werden. Es wird sich dann hoffentlich ergeben, daß eine große Masse von Dingen, die den Beamten vorgeworfen find, nicht wahr sind, und darüber könnte sich das Haus nur freuen.( Lebhafter Beifall rechts.) Unruhe rechts.) Der Herr Kolonialdirektor hat mir schließlich vorgehalten, daß die Verhängung der Prügelstrafe aufgehoben ist, und früher beseitigt werden, als bis die Verordnung über meine Aeußerung über die Grunde und Bodenfrage in den • diefe Kolonien mit unserer programmatischen Stellung in der Grund- Aufhebung müssen wir verlangen. Der Abg. Roeren hat mit und Bodenfrage nicht übereinstimme. Hätte er meine Worte genügend Energie eine Besserung der Zustände und eine Bestrafung der verfolgt, so würde er erkannt haben, daß ich mich durchaus forreft schuldigen Beamten verlangt. Namens meiner Freunde habe ich zu ausgedrückt habe. Ich habe einen Unterschied zwischen der Behands erklären, daß wir es nicht billigen können, wenn solche Protokolle mitgeteilt werden, die nicht von dem Vernommenen als richtig anlung der Grund- und Bodenfrage in den Kolonien gemacht erkannt sind. Wenn der Kolonialdirektor die Wege weitergeht, so insoweit dieses Eigentum der Eingeborenen Stammesbesitztum, kommunistisches Eigentum ist zu dem Privat wird ihm niemand mehr Material geben( Sehr richtig! im Bentrum eigentum, wie es in Europa vorhanden ist. und links), fondern wir werden dann das, was wir besitzen, hier Der Herr Kolonialdirektor hat zugegeben, daß geradezu um- und in der Kommission zur Sprache bringen. Durch die gestrigen Ausgeheuere Wucherpreise in Südwestafrika genommen werden. Ich führungen des Kolonialdirektors ist der Eindruck hervorgerufen worden, Habe der Regierung aber vorgeworfen, daß sie nicht ähnlich wie die als ob die Aeußerung des Abg. Roeren, das Zentrum werde nichts französische Revolution seinerzeit durch bestimmte Maßnahmen mehr bewilligen, wenn nicht gewiffe Bedingungen erfüllt würden, in dafür geforgt hätte, daß solche Wucherpreise nicht ent- der zeugeneiblichen Aussage Roerens sich befinde. Das ist nicht der stehen konnten. Der Kolonialdirektor hat die hohen Preise Fall, sondern diese Aeußerung ist nachträglich ohne Wissen des Abg. auch damit entschuldigen wollen, daß Roeren in die Aften eingefügt worden. Eine Belehrung darüber, feine Bahnen in Südwestafrika vorhanden seien; er hat dabei und daß nicht auf schwebende Verfahren eingegangen werden dürfe, das war interessant zu erfahren braucht der Jurist Roeren nicht vom Kolonialdirektor, Er hat mitgeteilt, daß die Bahn ja das, was er vorbrachte, schon vor zwei Jahren der Kolonialnach Windhut, die so außerordentlich schwere Kosten verursacht hat, abteilung mitgeteilt, und die Kolonialabteilung hatte ihr Verjezt im Gruftfalle vollständig versagt. Das ist ein Beweis, wie in unseren Kolonien Geld zum Fenster hinausgeworfen wird.( Lebhafte sprechen nicht eingelöst. Den Wunsch nach Sistierung des Verfahrens Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Gestern hatten die gegen istuba hat Herr Roeren auf ausdrücklichen Wunsch des parlamentarischen Mitglieder Wenn jemand durch die Gelegen Reden des Kolonialdirektors bloßgestellt worden ist, so ist es der heit, aus dem Munde einer fo offiziellen Persönlichkeit, Gesandte in Christiania, Stübel. Hätte er die Energie gehabt, den wie Herr von Bennigsen es ist, au Zustände in Südwestafrita herrschen. Herr Bennigsen legte das ißständen entgegenzuwirken, so wäre vieles nicht passiert.( Sehr Geständnis ab, daß der Aufstand für die Kolonie ein wahres Glück gewesen sei,( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) daß Südwest afrika bankerott gewesen wäre, wenn der Krieg nicht gekommen und daß die Gefahr bestehe, daß, wenn die Truppen zurückgezogen würden, eine schwere Katastrophe über die Kolonie hereinbreche. Wenn Sie das hören, dann werden Sie sich doch zehn- bis zwanzigmal überlegen, ob Sie für eine solche Kolonie angesichts der anderen haarsträubenden Zustände, die dort noch herrschen, weiter Geld bewilligen sollen.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Für der Landkommission das Zentrum welche war das Hauptmoment, die Kolonialskandale zu verschweigen, offenbar folgendes: Die Herren mußten sich sagen: Wenn unsere Wähler das alles erfahren, dann darf kein Zentrumsmann mehr für die Kolonien eintreten.( Lebhafte Zustimmung bei den Sozialdemokraten.) Jezt aber haben Ihre Wähler, hat die Welt es gehört, wie es da draußen steht. Handeln Sie( zum Zentrum), wie Sie glauben, danach handeln zu sollen!( Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Oberstleutnant Quade: " an bei Kolonialdirektors Stübel ausgedrückt. viel mehr bloßgestellt worden, als dadurch, daß er die Geburt eines richtig! im Zentrum und links.) Herr Stübel ist durch diese Rede Staiſerenkels verschlafen hat.( Heiterkeit.) Staiferentels verschlafen hat.( Heiterkeit.) Der Kolonialdirektor meinte, er habe nur eine Zukunft; das glauben wir ja auch, aber es ist doch eigentlich besser, wenn man auch eine Bergangenheit hat. Sehr erwünscht wäre es, wenn der Kolonialdirektor sagen würde, was er gestern mit dem Aufstechen der Giterbeule eigentlich gemeint hat. Böplau ist nach meiner Ansicht unschuldig verurteilt worden. Die Meinung des Abgeordneten Müller- Meiningen, daß, die Missionstätigkeit ohne staatliche Unterstützung auszuüben sei, unterstütze ich durchaus. Was den Fall Hellwig anbetrifft, so hatte ich seinerzeit auf die Penfionierung dieses Herrn in der Budgetkommission hingewiesen; darauf kam er einige Tage später zu mir in den Reichstag und erklärte mir, den beiden Freunden Peters', den Abgeordneten v. Kardorff und Arendt, wolle der Reichskanzler einen Gefallen erweisen, deshalb habe er, Hellwig, seine Pensionierung eingereicht. ( Hört! hört! Bewegung.) Er versicherte mir, daß er arbeiten fönne und wolle und daß er die Aufsichtsstelle, die ihm der Freiherr v. Richthofen verschafft habe, nur im Interesse seiner Familie angenommen habe. Abg. v. Kardorff( f.): Wenn es mehr und mehr Sitte werden sollte, daß niedere Beamte sich an Abgeordnete wenden und diese sich zum Sprachrohr derselben machen, so ist das sehr bedenklich; einen Wohlfahrtsausschuß fönnen wir in Deutschland nicht brauchen. ( Zustimmung rechts.) Meinen Freund Peters( stürmische Rufe links:" Freund"?). Ja, er ist mein Freund, und ich verleugne einen Freund nicht. Bebel nennt ihn einen Mörder; bei den Mordtaten in Rußland sprechen die Sozialdemokraten nicht von Mord. Peters war der unberechtigten Tötung von Menschen angeklagt, vom Gericht aber freigesprochen worden. Wenn einem Parteigenoffen von Bebel das passiert wäre( Buruf bei den Sozialdemokraten: das tommt nicht vor!) und dann fäme einer mit einem gefälschten Brief( bei den Sozialdemokraten; oh! oh!) und auf Grund desselben wird ein neues Verfahren eröffnet, und er wird verurteilt,( Abg. Bebel: Ohne daß der Brief dabei eine Rolle spielt!) ich möchte wohl sehen, was für einen Bärm gerade Bebel dann machen würde. Weshalb soll denn das Urteil richtig sein. Vergessen wir doch nicht, daß wir der Energie und dem zweiter Instanz, gegen das es leider eine Revision nicht gibt, absolut Wagemut Peters' unsere wertvollste Kolonie verdanken. Peters war doch nicht in friedlichen Zeiten dort.( Abg. Bebel: Er hat den unfrieden hingebracht!) Er hatte nur eine kleine Garnison ( Buruf bei den Sozialdemokraten: Besonders Weiber! Stürmische Heiterkeit.) und mußte für die Sicherheit dieser Truppe sorgen. ( Unterbrechungen bei den Sozialdemokraten.) Präsident Graf Ballestrem: Ich bitte, die Unterbrechungen zu unterlassen; es handelt sich um eines der ältesten Mitglieder des Hauses.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Abg. v. Karborff( fortfahrend): Daher konnte Peters nicht dulden, daß Weiber, die zwischen den verschiedenen Stämmen hinund herliefen, Spionage trieben. Herr Bebel sagt, der Fall Peters und Hellwig zeigt, wie die herrschende Klasse in Deutschland regiert. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Soffentlich gibt es in Deutschland nie eine herrschende Klasse, die, wenn sie die Ueberzeugung von einem Justizmord hat, wie im Falle Peters, nicht hier gegen auftritt.( Lebhafter Beifall rechts.) Ein Antrag auf Schluß der Debatte von den Abgg. Graf Hompesch( 8.), Bassermann( natl.), Normann( tons.), Liedemann( Rp.) wird gegen die Stimmen der Sozialdemo traten, der beiden freisinnigen Parteien, der Polen, Antisemiten und wirtschaftlichen Vereinigung angenommen. Die Nachtragsetats werden der Budgetkommission überwiese Nächste Sitzung Mittwoch, 1 Uhr. Tagesordnung: die Interpellationen des Zentrums und daß Bolen betr. den polnischen Schulstreit, die Interpellation eh Bentrums betr. die falsche Deklarierung von Malagerste als Futreise gerste. Schluß 6% Uhr. Vermischtes. " htern hat je zu eines rung und die rmalen benigen Der Herr Abg. Bebel hat ausgeführt, daß das Material gegen Wenn der Reichskanzler verlangte, daß wir unter die Verden damaligen Oberleutnant, jezigen Hauptmann Dominic, bereits gangenheit einen Strich machen sollen, so kann der doch nur gemacht im Jahre 1904 dem Reichskanzler von Herrn Pöplau übergeben werden, wenn alle Verfehlungen gefühnt und die schlechten Glemente worden sei, ohne daß irgend etwas dagegen veranlaßt aus den Kolonien beseitigt sind.( Sehr richtig! im Zentrum.) worden wäre. Die Darstellung dieses Sachverhalts trifft nicht zu. Wir haben den Missionen stets geraten, sich im Falle von Be( Hört! hört! rechts.) Schon im Jahre 1902 gelangte durch Ver- schwerden an die Kolonialverwaltung zu wenden und den Inmittelung unserer Londoner Botschaft die Mitteilung hierher, daß stanzenweg einzuhalten. Leider hat der Reichsfangler 1904 gegen gegen Dominid von englischer Seite erhebliche Beschwerden über die rheinische Missionsgesellschaft schwere Vorwürfe gerichtet. Da feine Striegsführung erhoben worden und daß ihm die Ver- gegen mußte eine Rechtfertigung erfolgen. Der Abgeordnete stümmelung gefallener Feinde vorgeworfen ſet, die erfolgt Roeren hat dem Kolonialdirektor kein Mißtrauen ausgesprochen. wäre, um die Zahl der Toten festzustellen. Am 8. Sep( Lautes, Lachen.) Wenn gestern scharfe Worte gefallen find, so tember 1902 erging vom Reichskanzler ein Grlaß den ändert das nichts an unserer prinzipiellen Auffassung, und Gouverneur von Kamerun mit dem Befehl, ohne Berzug auf der Abgeordnete Bebel fann nicht den Vorwurf erheben, daß wir Kürzestem Wege dem Oberleutnant Dominid die Weisung zukommen zu biel Vertrauen bewiesen haben. Der Abgeordnete Bebel hat zu lassen, daß er nach englischen Mitteilungen sich Grausamkeiten ja selbst ausgeführt, es wäre schlecht bestellt um die menschliche Natur, wenn man fein Vertrauen zu den Menschen haben sollte hätte zufchulden kommen lassen und daß er fünftig Sturm in der Nordsee. In der Nordsee und auf der Elbe fe Refeiner Kriegsführung sich sich aller Taten enthalten solle, die ( Seiterkeit); er habe noch immer gefunden, daß, wenn man den neuerdings ein Weststurm. Die Batterien am Stintfang InterPreise mit der Kriegsführung zivilisierter Staaten unvereinbar wären. Menschen Vertrauen entgegenbringt, man auch Vertrauen findet. Der Oberleutnant Dominic ist weiter in dem Erlaß ersucht worden, Hat Herr Bebel mehr Vertrauen zum Rabbinersohn Morris wegen des steigenden Wasserstandes Warnungsschüsse ab. als zum Kolonialdirektor?( Große Heiterkeit.) Wenn ich von Panik im Theater. In Tetschen a. G. entstand anläßlid in der 3ie ge= über das Ergebnis seiner Anordnungen baldmöglichst Bericht zu erstatten. Sollte sich die Notwendigkeit eines strafrechtlichen Ein-" ei Bentrumsrappen" sprach, die vor die Kolonialkutsche ge- Theatervorstellung im Schüßenhause infolge Feuerlärms schreitens herausstellen, so werde die Angelegenheit dem allerhöchsten spannt waren, so war doch auch ein sozialdemokratischer Fuchs dabei. Panit. Nur durch das energische Auftreten besonnener Gerichtsherrn übermittelt werden. Gleichzeitig nehme ich aus dem( Große Seiterkeit.) Wir haben den Wunsch ausgesprochen, daß besucher wurde großes Unglück verhütet. man sich in bezug auf die Nutzbarmachung der Kolonie beschränken borliegenden Falle Veranlassung, auf meinen Erlaß vom Jahre 1903 folle; warum follten wir uns nicht darüber freuen, daß endlich Bezug zu nehmen, worin die tunlichste Schonung von Menschenleben vor der Anfang gemacht ist. Der Abgeordnete Bebel bezeichnet uns geschrieben wird. Eine Abschrift dieses Erlaffes ist an den Ober- als halbe Regierungspartei. Er hat uns da wohl verwechselt mit Leutnant Dominick zu übersenden. Wenn es im übrigen wahr fein den Sozialdemokraten in Baden und Hessen( beiterkeit); und in sollte, wie man aus den vorliegenden Mitteilungen englischer Blätter Frankreich ist doch die Regierungspartei niemand anders als die entnehmen könnte, daß die Kriegsführung mit den Sitten und Ge- intimsten Freunde des Herrn Bebel. Wir sind wohnheiten eines zivilisierten Staates unvereinbar ist, so erwarte ich von dem Verband der Schuztruppe, daß alles daran gesetzt wird,( Seiterkeit links.) Wir sind eine christliche Partei, die zum weber eine Regierungspartei, noch eine Oppositionspartei. einem solchen unnatürlichen Zustand der Dinge ein Ende zu machen. Tohle der Gesamtheit arbeiten will. Wir hoffen, daß das durch Ich sehe einer baldmöglichsten Nachricht entgegen. Der Reichskanzler die Kommissionsberatung möglich sein wird im Interesse des HeiDie Grmittelungen haben dann ergeben, daß ein Befehl zum matlandes und der Schutzgebiete.( Lebhafter Beifall im Zentrum.) Abschneiden von Gliedmaßen weder von Dominid noch von sonst jemand gegeben wurde.( hört! hört! rechts.) Wenn in den Angesichts der vorgerüdten Zeit will ich mich darauf beKämpfen, die mit hartnäckigen und unerbittlichen Gegnern gefochten fchränken, furz einige Dinge richtigzustellen: Dem Abgeordneten worden sind, so barbarische Dinge vorgekommen sind, so tommt das Dr. Müller- Meiningen erwidere ich, daß die eingesetzte Kommission daher, daß wir es eigentlich mit einem Gegner zu tun hatten, auf in bezug auf die Akten nach teiner Richtung hin beschränkt ist; es Lese: und Diskutierklub" Südost". Heute, abends 8 Uhr, bet den die Bedingungen des Völkerrechts nicht zutreffen, sondern um werden ihr alle Akten, die sie wünscht, vorgelegt werden. Der Ab- Tollsdorf, Görlitzerstraße 58: Vortrag. barbarische Kannibalen, die den Feind nicht allein verzehrten, sondern geordnete Erzberger meinte, ich sei gestern nicht auf die von seinem Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinnen ihn auch mehrere Tage lang marterten.( Hört! hört!) Der Gouverneur Fraktionsgenossen erwähnten Mißhandlungen eingegangen. Ich Berlins und Umgegend. Abteilung Weißensee. Mittwoch, den 5. Dehat sich in bezug auf den Oberleutnant Dominic entlastend bin auf den Fall Kersting sehr ausführlich eingegangen und habe Dezember, abends 8 Uhr: Mitgliederversammlung bei Wall, Langhansausgesprochen, und auch Dominic hat sich ausführlich zu der Sache gesagt, daß sich kein Anhalt geboten habe, gegen ihn vorzugehen. ftraße 146. Gäste willfommen. geäußert. Danach lag Es ist mir eine Genugtuung, dem Hause mitteilen zu können, daß nach einer Depesche aus Lome drei schwarze Zeugen vernommen Wasserstand am 4. Dezember. Elbe bei Aufftg sind, deren Aussagen ein negatives Ergebnis hatten. Es sind im Dresden-0,78 meter, bei Magdeburg+ 1,44 Meter, Meter. Oder bei Natibor+ 1,74 Meter. vor. Es ist aber erneut von dem Reichskanzler Beranlaffung ge gangen von zehn Augenzeugen acht vernommen worden, und keiner Straußjurt nommen, auf die Sitten der zivilisierten Nationen hinzuweisen und hat etwas gegen Dr. Kersting vorgebracht. Demnach ist das mündung+ 2,00 Meter. Oder bei Brieg+2,66 Meter. 0,26 Meter. namentlich darauf, daß es aufs strengste verboten ist, den Feinden Material ein wertloses Material gewesen. Ich freue mich darüber, bei Breslau Unterpegel Glieder abzunehmen. Trotzdem ist dem Oberleutnant Dominic daß einer meiner Beamten aus einer so schweren Anklage rein unter dem 8. Juli 1908 eröffnet worden, daß ihm nicht der hervorgegangen ist. Ich möchte bitten, in Zukunft etwas vorsich Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchbrude.et u. Bereanstalt Po Singer& Co., Berlin SW Fürst Bülow." teine Veranlassung zum Einschreiten Kolonialdirektor Dernburg: Eine Familientragödie. Wie dem Vogtländischen Anan demt aus of( Bayern) gemeldet wird, ertränkte sich dort gesternl vormittag die 24jährige in Obertobau wohnende Schwester des Dächter mörders Lehrer Müller aus Scham über die Schande, die jang Bruder über die Familie gebracht, in der Saale. Gin ältétert Bruder Müllers, gleichfalls Lehrer, erlitt, als er von der Vers zweiflungstat der Schwester Kenntnis erhielt, einen Schlaganfall. Auf ein Verbrechen läßt der Fund einer Frauenleiche auf dem Düsseldorfer Eisenbahndamm in der Nähe der Zimmerſtraße schließen, die eigenartige Verlegungen an der rechten Halsſeite und über dem rechten Auge zeigte. Die Leiche lag auf einem start mit Blut getränkten Handtuch, etwa sechs Zentimeter vom Schienenstrang entfernt. Im Umkreise der Leiche befanden sich Blutspuren auf der Böschung, die andeuten, daß die Leiche dorthin geschleppt wurde. Meter, bei Unstrut bei Neiße Dder Dampfmaschine mit lieg. Kesse! funktioniert garant. 2,90 bessere Ausführung 4,50 bis 80,00 Orion- Gewehre 45 90 Pf. 1.45 mit Futteral 2,90 Pistolen 45 Pf. 90 Pf. OF OR Turnende Aufstellschachteln: Viehweiden Schäfereien, Hühnerhöfe 2,90 einfacher 45 Pt. 95 Pf. Akrobaten beweglich 90 Pt. Kinematograph m. 3 Films 2,00, gröss. 10,50, 18,00 bis 90,00 Laterna magica mit 12 Glasbildern 90 Pf. 2,90 3,50 bis 65,00 Rollglocken 90 Pf. mit 2 Glocken 45 Pf. Sammet- Kaninchen Baby- Spielzeug 25 45 95 PL. 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Sämtliches Zubehör für Eisenbahnen Nr. andrale . 283. 23. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittw, 5. Dezember 1906. Frage erwähnt, ferner auch noch andere Herren. Vors.: Ist die Nach 1% ftündiger Beratung verurteilte der Gerichtshof die Die Beleidigungsklage des preußischen Einsehung einer parlamentarischen Untersuchungskommission für beiden Angeklagten Dornheim und Stange zu je sechs diesen Fall angeregt worden? Zeuge: Davon weiß ich nichts. Monaten Gefängnis. In der Begründung heißt es: Das Gericht Dreiklaffen- Parlaments gegen die Erfurter„ Tribüne". Bors: Sind überhaupt schon einmal derartige Untersuchungs habe den Angeklagten den Schutz des§ 193 versagt, da aus der fommissionen eingesetzt worden? Form der Artikel die Absicht der Beleidigung zu erkennen sei. Das Abgeordnetenhaus mußte ganz besonders in Schutz genommen werden, da es sehr häufig in schwerer Weise angegriffen wurde. Erfurt, den 4. Dezember. Wie noch bekannt sein dürfe, hatte der preußische Justizminister prompt nachdem ihn das Abgeordnetenhaus dazu er mächtigt hatte die Beleidigungsflage gegen unser Erfurter Parteiblatt aus§§ 185 und 120 erhoben. Wegen der vier Artikel a)„ Die Tribüne und der preußische Landtag", b) Hilf Staatsanwalt!", c)„ Ohne Scham" und d)" Pfaffeninseln", mußten die beiden verantwortlichen Reoalteure der„ Tribüne", die Genossen Stange und Dornheim, auf die Anklagebant. " 1 Soziales. Unternehmerterrorismus in juristischer Beleuchtung. Beuge: Ja, auf Antrag des Abg. Lasker ist seinerzeit eine solche Stommission zur Untersuchung der Gründergeschichte eingefekt worden. Vors.: Ist Ihnen er innerlich, daß der Minister zweimal gesprochen hat und daß er gesagt hat, es hätte keinen Zweck, Aufklärung über den Fall zu verlangen, da er ja Remedur versprochen habe? Zeuge: Der Minister sagte: Er könne sich nicht um alle Einzelheiten fümmern. Vors.: Wenn der Fall Schöne- Brockhusen sich so. abgespielt hätte, wie es der Vorwärts" behauptet hat, wäre dann Entrüstung am Wie in gelehrten Juristenköpfen die Welt des wirtschaftlichen Blaze gewesen? Zeuge: Das ist schwer zu sagen(!) Nach dem, Kampfes sich widerspiegelt, davon liefert eine interessante Bivilflage In ser ersten Prozeßverhandlung erklärten die beiden An- was man hört, soll es ja vorkommen, daß die Polizeibehörden bis- Zeugnis, die zurzeit das hanseatische Oberlandesgericht als Be= geflagen durch den Mund ihres Verteidigers, des Genossen Heine, weilen mit recht fragwürdigen Personen in Verbindung treten, um rufungsinstanz beschäftigt. Durch diesen Prozeß ist ein Stück fich dereit, den Wahrheitsbeweis für die in den vier Artikeln be- von diesen etwas zu erfahren. Ich kann das vom sittlichen Unternehmerterrorismus schlimmster Art aufgedeckt aupteten Tatsachen anzutreten. Und zwar dafür, daß 1. über die Standpunkt nicht billigen. Inwiefern es eine Staats not worden. Von dem Arbeitsnachweis der Baugewerbe im Falle Schöne- Brockhusen" behaupteten Tatsachen( daß preußische wendigkeit ist, darüber möchte ich mich nicht äußern. Wenn an der Unterweser ist ein Klempner D. verfemt worden, Beamte einen russischen Kaufmann und Staatsangehörigen zum es aber wahr ist, daß ein Kaufmann, der wegen der Unruhen oder weil er die große Eünde begangen hatte, auf seinem Arbeitsplat Hochberrat gegen Rußland aufgefordert und ihm einen falschen Baß seiner Religion wegen aus Rußland vertrieben ist, wirklich dazu für Streifzwecke zu sammeln und man schaudere agitatorisch ausgestellt haben) der preußische Minister des Innern auf die benutzt wurde, Spionagedienste zu leisten, so würde mich das außer für die Sozialdemokratie aufzutreten. Bekam er Arbeit, so sorgte wiederholten Anfragen im Parlament: wie es denn mit der schweren ordentlich empören. Vors. Ist eine solche Entrüstung auch im der Arbeitsnachweis dafür, daß er sofort entlassen wurde, und Urkundenfälschung, begangen durch preußische Beamte, stände, keine Abgeordnetenhause zum Ausdruck gekommen? Beuge: Ich weiß wollten Arbeitgeber nicht Order parieren, so wurde ihnen mit Antwort gegeben habe, daß 2. der Landtag über diese Behandlung nur, daß die Antwort des Ministers meine Parteifreunde nicht Materialsperre gedroht. So ging es eine ganze Weile fort, bis des Parlaments durch den Minister geichwiegen habe, anstatt befriedigte. Wir standen auf dem Standpunkt, daß ein Fall wie D., der verheiratet ist und eine frante Schwiegermutter zu ernähren der lebhaftesten Empörung Ausdruck zu geben, 3. daß Minister und der Fall Schöne- Brockhusen ein stärkeres Desaveu hätte erfahren hat, die Geduld ausging. Als er sich noch einigemal an den NachParteien die Erklärungen zum Schulgefeß außerhalb des Par- müssen. weis" gewandt hatte, wurde ihm mit dürren Worten bedeutet: Laments fertig" gemacht haben, und daß durch dieses Gesetz nicht Bur Frage über die Beurteilung des Schulgesetes führte Caffel Es ist zwecklos, daß Sie noch fommen. Sie können wegbleiben." nur ein Rückgang der Volksbildung, sondern auch eine Schwächung aus, daß das Schulgeset Da der Arbeitsnachweis seinen Sib in Bremerhaven hat, machte der kommunalen Selbstverwaltung erzielt würde, 4. daß das preußische D. gegen den Vorsitzenden des Arbeitgeberverbandes für die UnterAbgeordnetenhaus schlechte Sitten habe, die sich äußerten in fort weferorte, unter dessen Kontrolle das Institut steht, beim Landgesetzten Angriffen gegen Sozialdemokraten, und zwar lediglich ihrer gericht zu Bremen eine Schadenerjaktlage in Höhe von Gesinnung wegen; ferner in Schimpfworten wie: nichts588 m. geltend, die er damit begründete, daß er sich nichts habe würdige, schamlose Agitation, Frechheit, Schande usw., 5. daß der zufchulden kommen lassen, was eine solche Maßnahme rechtfertige. Versuch von einem Abgeordneten im Barlament gemacht worden sei, Die Handlungsweise des Beklagten verstoße gegen die guten Sitten sen Erfurter Richtern in diesem Prozeß ein hohes Strafmaß vor und er sei ihm deshalb nach§ 816 des Bürgerlichen Gesetzbuchs zuschreiben, und endlich 6. daß mit Ausnahme des preußischen jedes andere Parlament der Welt es für unanständig halte, selber die Unterweserorte verlasse, um sich in Deutschland Arbeit zu suchen, schadenersaßpflichtig. Der Beklagte tönne nicht verlangen, daß er durch die Immunität vor dem Strafrichter geschütt, andere für Angriffe auf die parlamentarische Tätigkeit vor den Strafrichter zu zumal den anderen Verbänden die schwarzen Listen zugesandt würden. Das Landgericht zu Bremen, unter Vorsiz des gerren. der Begründung zurück: Präsidenten Dr. Meher, wies die Klage unter anderem mit folgenFür diese Beweisanträge hatte Genoffe Heine als Zeugen behamut: Genossen Paul Singer, Bürgermeister Reide aus Berlin, Professor Natorp aus Marburg und die Landtags abgeordneten Dr. Gothein, Dr. Barth und Justizrat Cassel Das Gericht verkündete als Resultat seiner Beratungen über die Beweisanträge, daß zu der neuen Verhandlung heute( 4. Dezember) als Zeugen geladen würden: 1. die Landtagsabgeordneten Cassel, Dr. Friedberg und Dr. Porsch, die über den Verlauf der Sizung des Abgeordnetenhauses am 12. Mai bernommen werden follen, in welcher der Artikel der„ Tribüne"" Ohne Scham" be sprochen wurde 2. die Abgeordneten Krebs und Cassel, die über den Verlauf der Sigungen vom 12. Mai und 22. Mai vernommen werden sollen. Außerdem werden zur heutigen Verhandlung die Protokolle der Sizungen des Abgeordnetenhauses in soweit herangezogen werden, als es sich um feine schlechten Sitten handelt. Die Beweisaufnahme zu lernen? perfekt sei? eine Verschlechterung gegenüber dem bisherigen Zustand fei. Die Rechte der Gemeinde sind beschränkt worden. Das Gesetz ist ein Riegel zur Hinderung der Weiterentwickelung der Simultan schule. Das ist die Meinung der Voltskreise. Durch die Trennung der Konfession wird die Entwickelung größerer Schulen gehindert, was die Einheitlichkeit der Volksbildung nicht fördert. In der zweiten Lesung brachten wir mehrere Verbesserungsanträge, die aber abgelehnt wurden. Erklärungen nicht den Eindruck, daß das kompromiß bereits Vert.: Machte die Abgabe der kurzen Beuge: Jawohl, der Eindruck wurde hervorgerufen. Vert.: Haben Sie nicht selbst in Ihrer Rede ausgesprochen, es laffen; der Hauptgesichtspunkt müsse der sein, ein gutes Gesetz zu fei nötig, auf jeden Fall ausführliche Beratungen stattfinden zu machen, nicht aber der, recht schnell ein Gesez zu machen? Beuge: Jawohl. ein Gesez möglichst schnell unter Dach und Fach gebracht werden? Vert.: Hatten Sie nicht den Eindruck, hier solle mühten, die Erörterungen nicht allzulange dauern zu lassen. Beuge: Ich hatte den Eindruck, als wenn die Herren sich beVors.: Die Angeklagten behaupten, daß die Opposition im Landtag mindtot gemacht wurde und daß die Beratung der Schulvorlage so interesselos vor sich ginge, als wenn es sich etwa um einen Bahnbau Stolpe- Danzig handele. Zeuge: Den Eindruck dürfte wohl niemand bekommen haben; es war im Gegenteil großes Interesse aller Parteien für die Sache vorhanden. Ich selbst war Mitglied der Kommission und kann nur sagen, daß man mir Gelegenheit gab, alle Anträge zu begründen. Bon einer Vergewaltigung fann also keine Rede sein. Vert: Bei den Verhandlungen des Abgeordnetenhauses über die Erlaubnis zum Strafantrage hat man sich über den groben Ton der„ Tribüne" 1 311 Außerdem stand dem Kläger das ganze Deutsche Reich die übrigen Betriebe( gemeint find die Werften) ihn nicht nehmen offen, um sich Arbeit zu suchen. Wenn nun, wie Kläger behauptet, wollten, so tann man doch nicht den Beklagten dafür verantwortlich machen. Wenn der Kläger weiter ausführt, er habe die Unterwesergegend deshalb nicht verlassen können, weil er verheiratet und in Lehe ansässig sei und man ihm daher nicht zumuten könne, seine Familie zu verlassen, so ist auch das nicht zutreffend. G3 ist ganz unverständlich, wieso jemand deshalb, weil er sich in einem bestimmten Orte verheiratet und niedergelassen hat, nun nicht nach einem anderen Orte ziehen könnte, wie das täglich geschieht. Die Frau bildet doch kein Hindernis, sie hat dem Manne zu folgen." Die frante Schwiegermutter bezeichnet das Gericht als einen ganz persönlichen Umstand, der gar nicht in Betracht komme, worauf es noch folgenden Satz berbrochen hat:" Daß der Kläger durch das Verhalten des Beklagten verhindert worden wäre, an irgend einem anderen Orte Deutschlands Arbeit zu finden, ist nicht erfindlich." Der Beklagte habe in gutem Glauben gehandelt, so daß ein Verstoß gegen die guten Sitten vollständig ausgeschlossen sei, heißt es am Schluß diefes tiefgründigen Urteils. O, weiſe Richter! Die Sache liegt ja auch verteufelt einfach. Ein Arbeiter, für den der Tisch nicht mehr gedeckt ist, steckt ein paar blaue oder auch einen grauen Lappen in die Tasche, läßt seiner Frau den Schlüssel zum Geldschrank zurück und reist so lange in Deutschland umber, bis er Arbeit gefunden hat. Dann wird mit einigen hundert Mark der Umzug der Familie, der Transport der Mobilien usw. bewerkstelligt und der Klimawechsel ist vollzogen! Das Oberlandesgericht hat vor einigen Tagen beschlossen, den beklagten Geschäftsführer des Maßregelungsbureaus an der Wesertante darüber zu vernehmen, welche Gründe ihn beranlaßt haben, Aläger die Ausstellung eines Arbeitsscheines zu verweigern. Aus der Art der Verhandlung geht hervor, daß dieses Gericht die Angelegenheit unter einem anderen Gefichtswinkel betrachtet als das Bremer Landgericht und die Schadenersatzpflicht gegen Veranstalter schwarzer Listen" anerkennt. Der nächste Termin findet am 4. Februar 1907 statt. Aus Industrie und Handel. Mache der Preiswucherer. drehte sich zunächst um die Verhandlung der freisinnigen Interpellation über die Ausweisungspraxis der preußischen Regierung ausgesprochen. Ich möchte den Zeugen fragen, ob ihm befannt ist. vom 12. Mai 1906. Als erster Zeuge ward Landtagsabgeordneter daß von den Parteien der Rechten des preußischen AbgeordnetenProf. Dr. Friedberg- Halle vernommen. Vorſ.: Ist der Zweck hauses, sobald auf die Sozialdemokratie die Rede kommt, von dieser einer solchen Interpellation der, den vorgebrachten Fall in allen in ausdrücklich größter Mißachtung gesprochen wird als von einer Ginzelheiten zu erörtern, oder handelt es sich nur darum, die Partei, die mit den anderen nicht als gleichberechtigt zu behandeln Stellung der Regierung zu der Frage in allgemeinen Fällen kennen sei, und ob nicht sehr häufig von„ verruchten Zielen" und„ berZeuge: Das hängt ganz von dem Wortlaut der ruchtem Treiben" die Rede ist? Interpellation felbst ab. Bei der in Frage kommenden Inter- zur Sache. Staatsanw.: Das gehört nicht Vert.: Dann lasse ich die Frage fallen und beantrage, pellation handelte es sich um die allgemeinen Grundsätze über die mehrere Reden des Abgeordneten von Erffa zu verlesen. Das GeAusweisungspraxis. Vors.: War der Minister vorher über die richt gibt diesem Antrage statt. einzelnen Fälle benachrichtigt? Zeuge: Es ist im allgemeinen Jit dem Herrn Professor bekannt, daß der Präsident des Landtages, Bert.( zum Zeugen Friedberg): rüdsichtsvoll gegenüber der Regierung, wenn man ihr vorher Mit- Herr von Kröcher, den Abgeordneten Frhrn. von Zedlitz zur Ord teilung macht. Vorf.: Wie war nun der Verlauf der Inter- nung gerufen hat, weil er den damaligen Abgeordneten Dr. Barth pellation? Beuge: Zuerst hatte der Abg. Träger gesprochen, dann bezichtigte, Sympathieen für die Sozialdemokratie zu haben, oberwiderte der Minister. Vors.: Wurde auch der Fall Schöne- wohl sich Herr Barth gar nicht beleidigt gefühlt hatte? Beuge: Brochusen erwähnt? Zeuge: Jawohl, der Fall ist auch erörtert Aus eigener Wahrnehmung fann ich das nicht bekunden, aber worden. Vors.: Wurde dabei erwähnt, daß der Russe in DeutschTand Wohnung nahm und daß ihm ein falscher Paß ausgestellt es wird wohl richtig sein. wurde? Zeuge: Jawohl, dies wurde erwähnt. Bors.: Kam Im Uebrigen ist es richtig, daß die Konservativen sich sehr häufig auch zur Sprache, daß der Paz insofern falsch war, als er auf in starken Ausdrücken gegen die Sozialdemokratie ergehen. Aber einen christlichen Namen ausgestellt war?- Zeuge: Das ist so schlimm, wie es der Verteidiger hingestellt hat, ist es nicht. zur Sprache gekommen. Der Inhaber des Passes hat versprechen Vert.: Ist es weiter richtig, daß der frühere konservative Abgeord müssen, seinerseits Spigeldienste zu leisten. Vors.: Was hat nete von Löbell erklärt hat, die Sozialdemokratie dürfte nicht der Minister speziell auf diesen Fall erwidert?- 3euge: Der Subjekt, sondern nur Objekt der Gefeßgebung fein? Zeuge: Auch Minister hat darauf hingewiesen, daß in den Polizeibezirk Berlin das weiß ich nur aus meiner Erinnerung. Auf Antrag des Bor Monaten ist mehrfach darauf hingewiesen worden, daß allein 10 000 Russen eingewandert seien, unter denen die Israeliten Staatsanwalts wird darauf noch eine ganze Reihe ben Artikeln aus aller Wahrscheinlichkeit nach sowohl Großhändler als auch Bieheinen sehr hohen Prozentsak ausmachen. Er sagte, daß es fich der Tribüne" verlesen. Er will dadurch den Nachweis führen, züchter systematisch auf Hochhaltung und Steigerung der Fleischpreiſe dabei um Jsraeliten handele, die keinen erwünschten Zuwachs für daß nicht das Abgeordnetenhaus zuerst mit starken Ausdrücken hinarbeiten. In der agrarischen Presse wurde den Biehzüchtern hinarbeiten. In der agrarischen Preſſe wurde den Viehzüchtern unser Volksleben darstellen. Namentlich sind es Personen, die gegen die Tribüne" vorging, sondern daß die" Tribüne" zuerst die bringend empfohlen, mit angeboten zurückzuhalten. Und man hat wegen revolutionärer Umtriebe aus Rußland fortgegangen sind, beleidigenden Ausdrücke gegen das Abgeordnetenhaus gebraucht es denn ja auch nur zu gut verstanden, die Preise in die Höhe zu zum Teil keine selbständige Existenz haben und so der Armenpflege hat. zur Last fallen. Ich bemerke hierbei, daß das Ausweisungsrecht Hierauf wird die Beweisaufnahme geschlossen. Staatsanwalt treiben. Blöglich, als das Geschick den Minister der agrarischen Schweinepolitik ereilte, nachdem eine öffentliche Erörterung der Boltsbewucherung bei uns in Deutschland geschlich noch nicht geregelt ist, sondern Kunze ergreift das Wort zur Begründung der Anklage. Er legt vermeidlich geworden war, gehen die Preise zurück. Regierung und dem Ermessen der Polizeibehörde unterliegt. Vors.: Hat der zunächst dar, daß die Staatsanwaltschaft die Anklage aus§ 186 Bucherinteressenten arbeiten da zweifellos Hand in Hand. Die ReMinister Remedur versprochen? Beuge: Jawohl, er hat aus-( Behauptung nicht erweislich wahrer Tatsachen) fallen laffe!! gierung schiebt die Beantwortung der sozialdemokratischen Interdrücklich gesagt: Soweit ihm unterstellte Beamte Mißgriffe und Dann geht er die einzelnen Artikel durch. Wir haben hier pellation hinaus, um den Preismachern Zeit zu geben, die Preiſe Verfehlungen begangen hätten, würde eingeschritten werden. heute von anerkannten Führern verschiedener Parteien gehört, wie etwas nach unten zu regulieren. Die Regierung ist dann in der Vors. Ist Ihnen erinnerlich, daß der Minister in bezug auf den die Dinge fich tatsächlich abgespielt haben, daß gar keine Rede davon Lage, mit Hinweis auf die veränderten Verhältnisse, die geFall Schöne das getan hat? Zeuge: Jawohl! Er sagte: Ein sein kann, daß die Opposition in irgend einer Weise vergewaltigt forderte Grenzöffnung abzulehnen. Man hört bann bie wichtiger Zeuge für diese Sache sei nicht in Berlin, sondern auf worden ist. Die Angeflagten haben daher Phrasen vom augenscheinlich überwundenen Notstand, normalen Reisen und könne deshalb nicht vernommen werden. Vors.: aus der Luft gegriffene Behauptungen Preisen usw. Die Agrarier lachen sich ins Fäustchen. Nach wenigen Wurde auch von der sog. Urkundenfälschung gesprochen? Beuge: Auf diese Frage ist der Minister nicht eingegangen. aufgestellt und müssen streng bestraft werden. Der Staatsanwalt Wochen werden die Preise wieder nach oben reguliert. Von dem Vors.: Es handelt sich nun darum, ob noch im weiteren Verlauf der Verhand- beantragt gegen Stange 9 Monate Gefängnis, gegen Dorn- vorübergehenden Preisnachlaß haben die Fleischeffer nicht mal vor übergehend Vorteil, den stecken allein die Händler und Schlächter lung von dem Minister eine spezielle Erklärung über diese beim ein Jahr Gefängnis. Fälschung verlangt wurde. Zeuge: Jawohl, ich selbst habe' in Vert. Heine: Ich will zugeben, daß sich in den Artikeln eine ein. Was ist in den letzten Wochen geschehen, das den Preisrüdgang meiner Rede gesagt, daß diese gefälschte Baßangelegenheit noch Anzahl Wendungen finden, die fich nicht rechtfertigen laffen. aus natürlichen Gründen erklärt? Die Einfuhr ist nicht erleichtert nicht genug geregelt sei. Aber die Angeklagten haben in Wahrung berechtigter worden, auch kann nicht angenommen werden, daß die Natur aus Vorf.: Wären Sie entrüstet gewesen, wenn das, was Abg. Bebel im Reichstag hierüber behauptete, wahr Interessen gehandelt. Man muß die Ausdrücke auch nicht so Mitleid mit den Schweinefleischeffern einen Sprung gemacht hat und mörtlich nehmen, wie sie fich lesen. gewesen wäre? Beuge: Jawohl. Borf.: Stürmische Entrüstung" die Vermehrung und Ausreifung der Schweine auf Lage reduzierte. Es wäre ja auch in der Tat unglaublich! ist z. B. im Parlament nichts feltenes, deshalb kann man sich doch Allerdings ist jedesmal im Herbst der Auftrieb stärker als im in parlamentarischen Formen bewegen. Im Uebrigen hat uns ja Sommer, aber in den letzten Monaten verhältnismäßig viel stärker Haben Sie die Baßangelegenheit berührt? Zeuge: Ich habe auch der Abgeordnete Cassel hier gesagt: Wenn der Fall Schöne als im vorigen Jahre, obwohl nach den Behauptungen der diese Frage in allen Einzelheiten besprochen und Aufklärung ver- Brockhusen wahr wäre, hätte er sich entrüstet und mit ihm seine Agrarierpresse die hohen Preise teilweise auf allgemeinen Langt. Vors.: Die Konservativen sollen gesagt haben, daß für Parteigenossen. Dem Baßfälscher ist inzwischen kein Haar ge- Viehmangel, der auch im Auslande zu konstatieren sei, zurüd sie der Fall mit der Baßfälschung erledigt sei, nachdem der Minister frümmt worden, und der Minister hat die versprochene Remebur geführt werden müßten. Dazu ist merkwürdigerweise diesmal frünoffen, Nach einer ZuRemedur versprochen hatte. 8euge: Das ist richtig. Borf.: nicht eintreten laffen. Die Angeklagten hatten ein Recht, sich über der Preisrüdgang stärker als im Vorjahre. Es haben dann weiter die freisinnigen Abgeordneten Brömel und diese Auffassung zu entrüsten. Es ist auch erwiesen, daß Ehre und fammenstellung der K. Volksztg." von 12 Marktorten war der Gyßling gesprochen. Ist Ihnen erinnerlich, ob diese beiden Herren Recht feinen Schutz im Abgeordnetenhause zu erwarten haben. Auftrieb im August- Oktober dieses Jahres um fast 10 Prozent speziell von dem Minister Aufklärung über die Paßfälschung ver- Das ist keine Beleidigung, sondern eine Kritit, die sich das Abge- stärker als in der Vergleichszeit des Vorjahres. An den beiden Hauptlangt haben? Beuge: Das weiß ich nicht mehr so genau. Jch ordnetenhaus gefallen lassen muß. Daß im großen und ganzen die marktorten, auf die über die Hälfte des Gesamtauftriebes entfallen habe nur den Anfang der Gyßlingschen Rede gehört; er sagte, daß Grundsätze zu dem Schulgeset durch das voraufgegangene Kom- Berlin und Hamburg war aber prozentual der Preisrüdpromiß schon festgelegt waren, kann man auch wohl als erwiesen gang viel fräftiger, als der Mehrauftrieb. Dieser stellt sich an den -er durch die Erklärung nicht befriedigt sei. Der nächste Zeuge ist der Reichstagsabgeordnete und Stadt- annehmen. Dazu kommt, daß das Abgeordnetenhaus sich fortgefeßt beiden Märkten auf 7,02 refp. 4,91 Prozent, während der Preisridverordnete Justizrat Dr. Cassel Berlin. Bors: Ist Ihnen in schweren Berunglimpfungen über die Sozialdemokratie ergeht. gang 20,0 reip. 18,5 Prozent beträgt. Daraus kann gefchloffen erinnerlich, daß der Minister des Innern den Fall Schöne- Brock- Besonders Kröchers Ordnungsruf beweist, daß es ihm nicht um die werden, daß die Preisregulierung wenigstens ziemlich stark von der husen noch nicht genügend aufklärte und Remebur versprach? Ordnung des Hauses zu tun war, sondern barum, von einer Stelle Willfür der Interessenten abhängig ist und abhängig bleibt, Beuge: Ich glaube, daß irgend ein bei der Affäre Beteiligter noch aus, an der er sicher ist, der Sozialdemokratie eine auszuwischen. wenn die Politik der Grenzsperre beibehalten wird. nicht hat vernommen werden können, weil er verreist war, und Die Parlamente haben es bisher stets abgelehnt, in solchen Fällen daß deshalb der Minister sagte, die Untersuchung sei noch nicht ab- einzuschreiten. Es wäre ganz unerhört, wenn zum ersten Mal, Aus der Textilindustrie. Wenn die Versorgung mit Rohprodukten geschlossen und er könne fein abschließendes Urteil abgeben. wo ein Parlament einen Strafantrag stellt, auf ein so hohes für eine Industrie den Beschäftigungsgrad angibt, dann eröffnen Bors.: Ist auch von anderen Rednern speziell die Paßangelegenheit Strafmaß erkannt würde. Ich beantrage daher eine weit geringere fich für die Baumwollspinnereien gerade nicht die besten Aussichten. Prörtert worden? Zeuge: Der Abg. Friedberg hat speziell diese Strafe Die Versorgung des deutschen Marktes mit Baumwolle ergibt schon seit dem vierten Duartale vorigen Jahres eine Abnahme. Es stellte| zelner Industriezweige, die notwendige Folge des neuen Bolltarifs fich nämlich die Mehreinfuhr in Doppelzentnern, wie folgt: Oktober bis Dezember Januar bis März April bis Juni Juli bis September • • 0 • 1 135 457 1904/05 1 155 236 980 823 705 899 1905/06 1 101 173 1049 101 969 801 640 612 In den vorgenannten vier Quartalen beträgt der Rückgang In den vorgenannten vier Quartalen beträgt der Rückgang gegen 1904/05 nicht weniger als 216 728 Doppelzentner. Wenn auch von dem Rückgang der Rohstoffversorgung nicht unmittelbar auf den Beschäftigungsgrad geschlossen werden kann, so viel ist sicher: die Nachfrage nach Rohstoff muß in den Spinnereien merklich nach gelaffen haben, sonst würde bei dem jeßigen Preisniveau für Baum wolle der Import keine so erhebliche Abnahme gegen 1904/05 aufzuweisen haben. Man kann die Erscheinung geringerer Rohstoffbezüge nur damit erklären, daß die Fabritation in diesem Jahre offenbar nicht mehr ganz soviel Baumwolle verarbeitet hat wie 1905. Es ist höchst wahrscheinlich, daß in den letzten guten Jahren die Erzeugung zu sehr forciert worden ist. Die Lager im Handel find mit Waren noch voll, die Konsumkraft der Bevölkerung wächst aber nicht in dem erwarteten Grade, und so ist ein Rückschlag unausbleiblich. Preiserhöhung. Der Walzdrahtverband erhöhte den Preis für Walzbraht für das zweite Vierteljahr um 5 M. pro Tonne. Hibernia. Die am Dienstag stattgefundene Generalversamm Yung der Hibernia brachte ein kleines Geplänkel zwischen den Vertretern des Troẞtrustes und des Fiskus. Nach längerer Debatte wurde der Antrag der Verwaltung, das Aftientapital um 10 Millionen 4, prozentiger Vorzugsaktien, die mit 103 Prozent rückzahlbar sind, zu vermehren, mit 31 Millionen Mart Aftien gegen die Stimmen des Fistus, nämlich 27,7 Millionen Mart, genehmigt. Die Attien sollen mindestens zu pari be geben werden; cine Offerte des Fiskus, die Aftien zu Aus der Fischindustrie. fein werde. Auch der Vater der Zollreform, der Finanzminister Unter der Herrschaft des Kapitals hat sich auch die Fisch Lassen, würde es gerne fehen, wenn einige Gewerkschaftsleiter sich industrie zu einem Biveig großindustrieller Betätigung und Ause Und in der Fisch im Sinne der Schußzölner äußern würden. Ist doch seine Vorlage nugung menschlicher Arbeitskraft entwickelt. von den sozialdemokratischen Abgeordneten scharf fritisiert worden, verarbeitungsindustrie ist es vorwiegend weibliche Arbeitskraft, die der weil sie durchaus teinen ernsthaften Bruch mit dem Schutz fapitalistischen Plündergier Tribut gollen muß. Unter welchen flanund Finanzzollsystem darstellt. Aber der schöne Plan, die Ge- dalösen Verhältnissen die Arbeiterinnen in Räuchereien, Bratereien werkschaften vor den Schutzzollfarren an spannen, ist elend usw. schanzen müssen, schildert uns eine Zuſchrift aus Edernförde, gescheitert. Um Klarheit darüber zu schaffen, hatte der Ausschuß der wir folgendes entnehmen: Besuchen wir zunächst die Braterei. des Dänischen Gewerkschaftsverbandes in der vorigen Woche eine Ein betäubender Duft von Bratfett und Fischtran beleidigt unser Drtsverwaltungsmitglieder aller Gewerkschaften und der sozialdemo- erstidende Hize. Die Arbeiterinnen sind damit beschäftigt, Heringe Versammlung der Hauptvorstandsmitglieder sowie der Kopenhagener Geruchsorgan. In dem verhältnismäßig kleinen Raum herrscht eine fratischen Reichstagsfraktion im ganzen ungefähr 1700 Personeneinberufen. Hier sprachen als Referenten die Genossen Dr. Gustav mit Schmutz, Schuppen, Blut und Eingeweide, in die Pfanne aus den Kisten herauszunehmen und ohne die Ware abzuwaichen, Bang und Borgbjerg, ferner eine große Anzahl Diskussionsrebner. zu legen. Eine Reinigung der Ware würde zu ſehr den gegen Grundsay" Time und Time is money" berstoßen Einstimmig wurde diese Resolution angenommen: Die Versammlung erklärt, daß weder der Freihandel noch wer sieht dem schön braun gebratenen Fisch den Schmuz noch der Schutzzoll imfstande find, die Arbeiter vor der Ausbeutung an? Bei der Arbeit ist die Lohnfklavin gezwungen, sich über die durch die Kapitalisten zu schützen. Das wird hinreichend durch die Pfanne zu beugen, und muß fie so den stickigen Bratdunſt fortgesetzt in Ländern mit verschiedenen Zollsystemen herrschenden Arbeits- einatmen. Die Hize dazu macht die Frauen vollständig nervös und verhältnisse bewiesen. Die Versammlung schließt sich der vom frank. Der Bratraum verleidet uns bald den Aufenthalt; wir be fozialdemokratischen Parteifongreß im Jahre 1901 angenommenen treten die Räucherei. Auf langen Tischen, über die fortwährend Resolution durchaus an und fordert die sozialdemokratische Reichs- Wasser zum Waschen der Fische läuft, liegen die zu bearbeitenden tagsfraktion auf, ebenso wie bisher im Sinne jener Resolution zu Sprotten oder Heringe. Die Tische haben an den Seiten etwa zehn gentimeter hohe Borde, wodurch ein Abfließen des Wassers verhindert wird. Es sidert aber gewöhnlich ständig Wasser durch und die Arbeiterin ist genötigt, fich mit einer Lederschürze zu versehen. Trotzdem ist die Arbeiterin bald entweder teilweise oder ganz durchnäßt. Bei einigen Graden Kälte mit den Händen im eistalten Wasser zu arbeiten, um das Aufziehen der Fische auf Eisenstäben zu besorgen, am Leib und an den Beinen naz und in zugigen und von Rauch verqualmten Räumen stehen zu its müssen, ist furchtbare Qual und zerrüttet den Körper. Und fast alle Arbeiterinnen sind Familienmütter, die selbst dann noch arbeiten, wenn die Frucht ihres Leibes sie nicht direkt daran hindert. Dem Winke des Unternehmers gewärtig, sind sie früh an der Arbeit oder so spät wie es verlangt wird, und oft muß die ganze Nacht durchgearbeitet werden! Und die Familie? Mittagessen fennen die Armen in wirken." Die hier erwähnte Parteitagsresolution befagt, daß die Sozialdemokratie prinzipiell alle indirekten Steuern verwirft und eine birekte, progressive Einkommensteuer fordert. Weiter fordert sie, daß bie bestehenden Zölle so schnell wie möglich aufgehoben werden sollen. Bei den Herabjegungen soll auf die besonderen Verhältnisse ieder Industrie Nücksicht genommen werden. T 120 Prozent zu übernehmen mit der Maßgabe, fie den bis Aus der Frauenbewegung. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Die Drganisation für Preußen. 2. Die bisherige Tätigkeit des preußischen Landtags und das längeres Verweilen in Rauch und Size für die Gefundheit vorteil Wahlrecht in Breußen. 3. Die Lage der Staatsarbeiter in Preußen. 4. Die Landtagswahlen 1908. herigen Aktionären Aktionären im Verhältnis von 6: 1 6: 1 zu gleichem Kurse zuzüglich der Unkosten anzubieten, wurde von der Majorität An die Parteigenoffinnen Preußens! abgelehnt mit der Begründung, daß die Annahme des Angebots die Sicherheit und den Fortbestand der Hibernia gefährde. General- Wie bereits durch die Parteipreffe mitgeteilt worden ist, beruft der Zeit der Hochsaison faum; Kaffee und Brot oder Brot und direktor Bergrat Lindner äußerte sich über die Geldbedürftigkeit der die Parteigenossenschaft von Groß- Berlin entsprechend dem ihr ge- Kaffee- morgens, mittags, abends bilden neben Fisch ihre Hibernia. Um 1. Januar 1906 hätte ein flüssiges Kapital von wordenen Auftrag einen zweiten preußischen Barieitag nach Berlin Mahlzeiten. Nachdem die Heringe auf Stangen gezogen sind, werden 7,8 Millionen zur Verfügung gestanden. Für Reuanlagen feien für den 27., 28. und 29. Dezember ein. Der Barteitag beginnt am fie in die Räucherkammern gehängt. Auch hier ist die Size groß erforderlich in diesem Jahre 10% Millionen Mart, im nächsten 27. morgens 9 Uhr in den Räumen des Gewerkschaftshauses, Engel- und ein beißender Rauch macht dem Besucher die Augen tränen und Jahre 14 Milllonen, 1908 9 Millionen. Gegen die übrigen Be- Ufer 15. zwingt ihn durch öfteres Huften, den in die Brust eindringenden denken des Fiskus wendet sich das Aufsichtsratsmitglied WinterQualm auszustoßen.. Soll der Fisch gut werden, so muß der feld. Die Ausgabe von Obligationen sei bei dem gegenwärtigen Räuchermeister mehr oder weniger in den Ofen hineinkriechen. Daß Geldstand nicht vorteilhaft, ebenso sei die Ausgabe von Stammattien schwierig, da die Hibernia feinen Marktpreis habe. haft ist, ist kaum anzunehmen und das bleiche Aussehen der Räucherer betveist das Gegenteil. Insbesondere sei zu berücksichtigen, daß, wenn der Fiskus Vielfach ist beint Herausnehmen der Fische erforderlich, daß die Mehrheit habe, er die Liquidation herbeiführen könnte; dann seien die Aktien nur 103 Prozent wert. Demgegenüber betonte der Barteigenofsinnen! Die sozialistischen Frauen Preußens dürfen jemand in die mehrere Meter hohe Kammer hineinsteigt und die fiskalische Vertreter, daß die Regierung keineswegs die Auflösung nicht fehlen, wenn es gilt, zu Gericht zu fißen über das Unrecht und Ware herunterlangt. Kommt der Betreffende aus der Kammer der Hibernia anstrebe. Schließlich wurden die Anträge der Ver- die Kulturwidrigkeit des preußischen Klassenstaates, die sie als Aus- wieder heraus, jo ist kein trockener Faden mehr an ihm. Das ver waltung in dem angegebenen Stimmverhältnis angenommen, während gebeutete und als politisch Rechtlose besonders start empfinden; werflichste dabei ist, daß es meist 10-14jährige Knaben find, die Und um so der Vertreter des Fistus einen Protest zu Protokoll gab. wenn es gilt, diesem Staat die Forderungen des fämpfenden Prole- diese höchst gesundheitsschädliche Arbeit verrichten. Brauerei Dividenden. Für das letzte Geschäftsjahr tariats entgegenzustellen. Sie müssen au der Beratung der nötig mehr ist dies bedenklich, weil die Knaben bald darauf wieder an 1904/05 in() verteilen Dividenden: Herkules- Brauerei Kaffel gewordenen Landesorganisation teilnehmen, an deren Gestaltung sie fühlen Orten mit Riſtennageln usw. beschäftigt werden. Bei dem ein hervorragendes Juteresse haben. Mangel einer eingehenden Stontrolle eristiert für diese Betriebe ein 11 Proz.( 11 Proz.) Danziger Aftienbrauerei 7 Proz.( 6 Proz.) Attienbrauerei Eſſen 13 Proz.( 13 Proz.)- Brauerei Stern, lichen Delegierten zuni preußischen Barteitag. Wo es angängig ist, sucht nur eine ganz beträchtliche Arbeit zu leiſten haben, sondern au Genoffinnen, nehmt daher alsbald Stellung zur Wahl von weib- Kinderschutzgesetz einfach nicht. Tatsache ist, daß die Kinder nicht M.-G. Frankfurt a. M. 18 Proz.( 18 Proz.)- Mittelrheinische Guch mit den Genossen über die Wahl zu verständigen. Wo aber ein viel zu lange vielfach bis spät in die Nacht- beschäftigt Mittelheiten, auch Brauerei- Aktiengesellschaft Koblenz 6 Proz.( 0 Broz.)- Danziger gemeinsames Vorgehen ausgeschlossen ist, haben die Genoffinnen das werden. Und der Grund? Billige Arbeitskräfte find notwendig! Aftienbrauerei 7 Proz.( 6 Proz.)- Bürgerbräu Ludwigshafen 10 Proz.( 10 Proz.) Mainzer Aftien Bierbrauerei 13 Broz. ſtatutenmäßig zugesicherte Recht zu nugen, in öffentlichen Frauen- Die Lehrer fönnten hier viel erreichen, aber fie find oft felbft im versammlungen Delegierte zu wählen. Nebenamte als Buchhalter in der Fabrik tätig, und da dürfen fie ( 13 Proz.) Kulmbacher Export- Brauerei Mönchshof 10 Proz. ( 10 Brog). Alle Anfragen bezüglich des preußischen Parteitages sowie die sich nicht erlauben, gegen ihren Arbeitgeber aufzutreten. Anmeldung der Delegierten find zu richten an Leopold Liepmann, Berlin SW 68, Lindenstr. 69. Die erfolgten Wahlen von Genossinnen sind ferner auch der Unterzeichneten zu melden. Genossinnen, frisch ans Wert! Berlin, November 1906. 0 für Die dänische Zollreform und die Arbeiterschaft. Die geringen Herabsetzungen von Industriezöllen, die der oänische Zolltarifentwurf neben einer Anzahl Bollerhöhungen und neben neuen Zöllen borsieht, hat die Unternehmer der„ bedrohten" Industriezweige veranlaßt, fich an die betreffenden Arbeiter organisationen zu wenden, damit sie gemeinsam mit den Unternehmern für Beibehaltung und womöglich noch für Erhöhung der alten Schutzölle eintreten sollen. Sie suchen den Arbeitern iveiszumachen, daß ein Sinken der Löhne, wenn nicht gar der Ruin einSozialdemokrat. Wahlverein Schöneberg. Bezirk 4a. Am 3. Dezember verstarb nach furzem Krantenlager im Alter von 34 Jahren unser Mitglied, der Tischler August Schmager. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 80/2 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler 98/3 August Schmager am 1. Dezember nach dreitägigem Arantenlager verstorben ist. Ghre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. Dezember, nachmittags um 3 Uhr, von der Leiche thalle des Schöneberger Stirchhofes, Marstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Handels-, Transport- und Verkehrsarheiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin II. Hierdurch diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Max Neubreit Getreideträger, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, nachmittags 1%, Uhr, von der Reichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde atts statt. 72/13 Um recht zahlreiche Beteiligung erfucht Die Ortsverwaltung II. Sozialdemokratisch. Wahlverein Mühlenbeck. Am Freitag, den 30. November, starb infolge eines Unglüdsfalles unser Parteigenosse am Wilhelm Iden. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 6. d. M., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause aus statt. Der Vorstand. Wen Berwandten und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, der Tischler 171b August Schmager im Alter von 34 Jahren plötzlich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 6. Dezember, nachmittags 2, Uhr, von der Halle des Schöneberger Friedhofes, Marstraße, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Tischler- Verein zu Berlin E. H. No. 89. Unser Mitglied August Heyden Grünauerstr. 2 ift gestorben. 199/13 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung erfolgt am Mittwoch, den 5. Dezember, nach mittags 3 Uhr, von der Halle des Emmaus- Friedhojes, Hermannstraße in Rirdorf, aus. Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme bei dem Begräbnis meiner lieben Frau, den Kolleginnen und Kollegen der A. E.-G. Abteilung Meister Bart, dem Sängerchor Waldesrauschen, Karls. horst, allen Verwandten und Bekannten meinen immigsten Dant. 1686 Georg Blendowsky. Mit Parteigruß Ottilie Baader, Vertrauensperson der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands, Berlin SW, Lindenstr. 3, letter Hof parterre. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Paul Schaefer am 2. Dezember verstorben ist. Ehre seinen Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 5. Dezember, nachmittags um 3 Uhr, bom städtischen Serantenhause am Friedrichshain Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Die Fischindustrie ist ein junger großfapitalistischer Industriezweig, aber hier herrscht Routine in der Ausbeutung. Es scheint fo, als ob die Sünden wider Volksgesundheit, die in älteren Industrien in Jahrzehnten verbrochen worden sind, in der unter der Aera ber berühmten unübertrefflichen staatlichen Sozialpolitik aufwachsenden Industrie in wenigen Jahren aufgehäuft werden müßten. Versammlungen. Veranstaltungen. Rigdorf. Mittwoch), 5. Dezember bei Thiele, Bergstr. 151/52: Bor trag des Frl. Jda Baur Die Zukunft der Dienstboten". Partei- Speditionen: Zentrum I: Fri 3inte, Mauerftr. 89. Zentrum II: Albert a hnisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. 2. Wahlkreis, Süden und Südwesten: Hermann Werner, Mittenwalderstr. 30. 2. Wahlkreis, Westen: Gustav Schmidt, Bülowftr. 52, Hof. 3. Wahlkreis: St. Frib, Brinzenftr. 31, Hof rechts part. Abnormitäten- Progr. 4. Wahlkreis, Diten: Robert 23 engels, Rüdersdorferstr. 3, am Wilhelm Mann, Petersburgerplak 4( Laden). 4. Wahlkreis, üboten: Paul Böhm, Laufizerplaz 14/15 ( Laden). Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Küstrinerplay. 5. Wahlkreis: Leo 3 ut ht, Steibelstr. 42( Laden). aus nach dem fatholischen Suid Otto Pritzkow. Münzstr. 16. 6. Wahlkreis( Moabit unb Hansaviertel): Rarl Anders, hose in Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung ersucht 98/2 Die Ortsverwaltung. Möbel 1900 Salzwvedelerstr. 8, im Laden. 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Auch werden Inserate für den„ Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden. Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. tus Urania. nep roowitil Schiller- Theater. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 11 6 r: Bum erstenmal: Doppelselbstmord. Bauernpoffe in 4 Affen von Ludwig Sizilien, naine engruber. Theater.sdsnoy Im Hörsaal 8 Uhr: 10b Mittwoch, den 5. Dezember. Das stereoskopische Bild. Anfang 7 Uhr. Lustspielhaus. Opernhaus. Salome. Schauspielhaus. Hamlet, Pring Rachmittags 3%, Uhr: Gäufeliefel. von Dänemark. Deutsches. Erdgeist. Weften. Der Schmetterling. Nachmittags 3, Uhr: Kindestreue und Weihnachtssegen. Lorning. Die Fledermaus. Rachmittags 3 Uhr: Peter und Paul reisen ins Schlaraffenland. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Doppelselbstmord. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Mathias Gollinger. Neues Schauspielhaus. Die Hochzeitsfadel. Nachmittags 3 Uhr: Aschenbrödel. Kleines. Ein idealer Gatte. Leffing. Die Weber. Berliner. Sherlock Holmes. Neues. Die Condottieri. Komische Oper. Hoffmanns zählungen. Residenz. Triplepatte. Zentral. Die Geisha. Täglich 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette). 34, Uhr: Halbe Preise. Schneewittchen und die 7 Zwerge. 8 Uhr: Geisha. Donnerstag: 1001 Nacht. Donnerstag, abend 381 br: Doppelselbstmord, Freitag, abends 8 1hr: Der Hochtourist. Mittwoch, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Lustspiel in 4 Aufzügen von Oskar Blumenthal und May Bernstein. Donnerstag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Freitag, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Palast- Theater. Prater- Theater. Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Massen- Vorstellungen von erstklassigen Spezialitäten vom 1. bis 31. Dezember 1906 arrangiert von der 183/ 13* Internationalen Artisten- Loge. E. V. Berlin. Anfang der Vorstellungen: Sonntags 7, Uhr, wochent. 8 Uhr. Residenz- Theater. Etablissement Neue Welt Direktion Nichard Alexander. Heute bis Donnerstag Anf. 8 Uhr: Triplepatte. Schwant in 5 Alten v. Tristan Bernard und André Godfernaur. Vicomte Robert de Houdan: Richard Alexander. Freitag, 7. Dezember zum ersten Ermal: Florette und Patapon. Anfang 7 Uhr. Sonntagnachm. 3 Uhr: Eine Hoch zeitsnacht. Nachmittags 3, Uhr: Schneewittchen und die fieben Zwerge. Lustspielhaus. Husarenjieber. Im Deutsch: Amerikanisches. wilden Westen. Herr Hauptmann v. Köpenick. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Luisen. Flotte Beiber. Bernhard Rose früher Carl Weik. Die neue Welt. Trianon. Der Hausfreund. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Kajino. Die beiden Champignol. Spezialitäten. Folies Caprice. Debüt Fleischmann. Baffage. Spezialitäten. nov tuani maeeD menie tod GI nestud Reichshallen. Stettiner Sänger.endo cibl Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Sizilien. Hasenheide 108/114. I Gastspiel Bernhard Rose- Theater: Das Käthchen von Heilbronn. Historisches Schauspiel in 5 Aften. Kaffeneröffnung 7 Uhr, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Kasse des Etablissements. Reichshallen- Theater. Stettiner Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute Mittwoch, den 5. b. M., abends praz. 7, Uhr: Grande Soirée équestre. Elite Programm und Heute abend 74 Uhr: Die größte Tiger- u. Löwengruppe dressiert und vorgeführt vom Dompteur Herrn Willy Peters. Außerdem: Will. H. Hill? ROM. Santome i 7 20 genannt das Phänomen. Ferner: Zum erstenmal in Europa: Moki- Indianer- Truppe EES Unter Gr. Drigin. Ausst.in Bild. Bes. hervorzuh.: Radium- Ballett. Die großen Kampfspiele i. 8irtus Caligula. Die Todesfahrt über die zersprengte Brüde. Phant. Allegorie in feenhaften Lichtund Wasserspielen. Der Ablertanz, Schlangen- Luisen- Theater tänze usw. Außerdem: Die großartigen neuen Spezialitäten. 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A.: W. Kribow. Die Versammlung der Sektion der Puterträger fällt für diesen Sonntag aus, findet aber am Donnerstag, den 13. Dez., abends 8 1hr, bei Wernau, Schwedterstr. 23/24, ftatt. Amtl. untersucht, unverfälscht 1904er Weiß- u. Rotwein 58 Pf. Deutscher Metallarheiter- Verhand. Well- be Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Donnerstag, den 6. Dezember, abends 8% Uhr: Allgemeinem Klempner- Verfammlung im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, gr. Saal. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Reichstags- Abgeordneten Adolf Geck Offenburg). 9110V 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten. 160/17 Zahlreichen Besuch sowie pünktliches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Achtung! Lederarbeiter. Achtung! Donnerstag, den 6. d. Mts., abends 8 Uhr: Monats- Versammlung im Lotale ,, Marienbad", Badstraße 35/36. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Bock über: Die Frage der Ver schmelzung". 2. Bericht des Borstandes. 3. Wahlen. 4. Berschiedenes. 062264 298/1 Der wichtigen Tagesordnung wegen bitte ich recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Der Borstand. J. A.: C. Weiß. Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Zweigverein Berlin und Umgegend. Donnerstag, den 6. Dezember cr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8: Bandeputierten- Versammlung. 110 pr. Ltr. u. 60 Pf. pr. Fl. mit Glas. Fässer v. 30 Ltr., Kisten v. 12 Fl. an. Brobetiste 6 weiß, 6 rot. Weingut Ed. de Waal& Sohn. Gegründet 1864. PelzwarenFabrik S. Schlesinger Neue Königstr. 21 II ( Ordonnanzhaus). Einzel- Verkauf wie alljährlich nach beendeter EngrosSaison. Pelz- Stolas Muffen, Pelzhüte, schick garniert, federleicht, zu fabelhaft billigen Preisen. Sonntags geöffnet. Husten, Heiserkeit als beseitigen wunderbar leicht und schnell die berühmten Hustentropfen bott Otto Reichel. Nurecht, wenn mit Marke ,, Medico" verschlossen. Flasche 50 Bf. 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Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für Teltow- BeeskowStorkow- Charlottenburg. herigen Vertragsbauer nachgekommen war. Selbst von den Freunden heiten Anlaß gegeben hatte, aus den Fahrrohren vollständig der Gesellschaft innerhalb der Deputation hatte es feiner gewagt, entfernt. dieses Vorgehen der Gesellschaft auch nur zu entschuldigen Nach dem Radialsystem ist die Berliner Stadtrohrpost von und der oben erwähnte Beschluß war einstimmig gefaßt Jahr zu Jahr bis zur Gegenwart weiter ausgebaut worden, wobei worden. In dem jetzt eingegangenen Antwortschreiben er sich allerdings die Notwendigkeit einstellte, einzelne Querlinien zu flärt Sonntag, den 9. Dezember 1906, nachmittags 4 Uhr, findet in verkehrsdeputation die Gesellschaft fühl, daß sie den Standpunkt der schaffen und sehr verkehrsreiche Streden mit doppelten Fahrrohren nicht anerkennen tönne. auszurüsten. Gegenwärtig sind 70 Postämter in Berlin und den Tempelhof, Restaurant Wilhelms- Garten, Inhaber Mudulys, Die Linie 68 fei feine neue Zinie, sondern nur die Verlängerung Vororten dem im ganzen 130 Kilometer langen Fahrrohrneze anBerlinerstr. 9, die Generalversammlung des Kreises einer schon bestehenden. Wenn bisher auch in solchen Fällen die geschlossen. mit folgender Tagesordnung statt: Genehmigung eingeholt wäre, so sei das aus einer Art Courtoisie Gegenwärtig sind sämtliche alte Felbingerschen Luftpumpen geschehen, die man jezt aber nicht mehr befolgen würde.§ 33 bon der Bildfläche verschwunden und durch Maschinen moderner Abjazz 3 des Vertrages bestimmt:" Bu einer Veränderung, die eine Konstruktion und hoher Nußleistung ersetzt. Es war von einVerkürzung der Linie des jeweiligen Fahrplanes mit sich bringen schneidendem Wert, daß der Rohrpost- Maschinenmeister Scharfenwürde, ist die Zustimmung des Magistrats erforderlich." Das befage, berg im Jahre 1889 mit einem neuen Apparat hervortrat, der im daß die Verlängerung einer bestehenden Linie feiner Zustimmung wesentlichen nur aus einer fleinen pultförmigen Empfangskammer bedürfe. Die Gesellschaft werde daher dem Verlangen nach Ein- mit einem Luftwechsel- bezw. Absperrhahn bestand und sich an jeder ſtellung der Linie nicht nachkommen und gebe anheim, den Streitfall Wand leicht befestigen ließ. Dieser inzwischen noch vereinfachte einem Schiedsgericht zu unterbreiten. Apparat, den jeder Unterbeamte ohne weiteres bedienen kann, hat die Ausbreitung der Rohrpost wesentlich erleichtert und die Betriebssicherheit erhöht. Er ist gegenwärtig innerhalb des Berliner Bezirks in 190 Exemplaren in Benußung. 1. Der preußische Parteitag. Referent: Genoffe Baul Hirsch. 2. Anträge zum preußischen Parteitag und Wahl der Delegierten zu demselben. 3. Verschiedenes. Anträge, welche auf der Generalversammlung ihre Erledigung finden sollen, müssen bis spätestens Donnerstag, den 6. Dezember 1906, in unserem Bureau eingesandt sein. Die Generalversammlung wird pünktlich eröffnet. Laut Statut ist jeder Wahlverein berechtigt, drei Delegierte zu entsenden; die Delegierten müssen mit Mandat versehen sein. Parteigenossen haben als Gäste Zutritt. Der Zentralvorstand. J. A.: W. Eberhardt. Berliner Nachrichten. 0 Die Stichwahl im dritten Berliner Landtagswahlkreise hat, wie vorauszusehen war, mit dem Siege des freisinnigen Volksparteilers geendet. Dr. Müller Sagan erhielt 1370 Stimmen, während für den Genossen Ledebour 1108 Stimmen abgegeben wurden. Auf die einzelnen WahlTotale bezw. Stadtteile verteilen sich die Stimmen wie folgt: Wahllokal Die Deputation beschloß, diesen Rechtsstandpunkt der Gesellschaft mitzuteilen und, falls er nicht anerkannt würde, an das Schiedsgericht zu appellieren.An der Hand einer Karte fonnte nun sofort gezeigt werden, daß die Behauptung, die Linie 68 fei nur die Verlängerung einer schon bestehenden, den Tatsachen nicht entspricht. Sodann wies der Oberbürgermeister in scharfsinnigen Ausführungen nach, daß die an- Als die Berliner Stadtrohrpost vor 30 Jahren den Betrieb gezogene Bestimmung des§ 33 Abs. 3 fich dem Sinne und der Ent- aufnahm, wurde sie allgemein mit Freude begrüßt und bewundert. stehungsgeschichte nach nur auf§ 33 Abs. 2 beziehen könne. In As aber einige Jahre später der Fernsprecher auftrat, verblaßte diefem Absaz werde nämlich für eine große Zahl von Vororten der ihr Ansehen und viele prophezeiten der Bustepost raschen Untergang, 10 Bf.- Tarif eingeführt und durch die Bestimmung des Absatz 3 Diese Prophezeiungen haben sich nicht erfüllt. Die Rohrpost ist fofle lediglich verhindert werden, daß die Gesellschaft diesen im von Jahr zu Jahr gewachsen, und gegenwärtig besitzt die PostIntereffe von Groß- Berlin eingeführten Fahrplan verfürze und so verwaltung in dieser Einrichtung ein ausgedehntes unterirdisches den 10 Pfennig- Tarif durchlöchere. Keinesfalls sei daher Verkehrsmittel, das für die Beförderung von Telegrammen und 8:38 2bf. 1, bie befage:" Der Fahrplan unterliegt der Zustimmung Briefe und Karten von unschätzbarem Wert ist und an Einfachheit Absatz 8 eine Einschränkung der ganz generellen Bestimmung von Eilsendungen und für die rasche Auswechselung fehlgeleiteter des Magistrate." und Betriebssicherheit so leicht nicht überboten werden kann. Die pneumatische Beförderung wird, gerade infolge ihrer Einfachheit und der daraus entspringenden Sicherheit, voraussichtlich niemals ganz verdrängt werden, und an geeigneten Stellen und für bc= Für die städtische Untergrundbahn Süd- Nord stimmte Zwecke ihren Plas auch dann noch mit Ehren behaupten, find dem Wunsch der Stadtverordneten- Bersammlung entsprechend wenn für den Batet- und gewöhnlichen Briefverkehr in Berlin genaue Projekte für die Trace unter der Friedrichstraße aufgestellt fleine Untergrundbahnen mit elektrisch betriebenen Karren erbaut worden. Nach eingehender Beratung hat die Subkommission sich für werden sollen, wie es Werner v. Siemens schon vor 25 Jahren die Friedrichstraßen- Trace entschieden, dabei aber den Wunsch aus- borschwebte. gesprochen, daß gleichzeitig auch das ursprüngliche Projekt weiter Eine Milliarde Postanweisungsgelder. Im Stadt- und Es haben gegen die Wahl am 27. November 246 Wahl- follen nunmehr Verhandlungen mit dem Eisenbahnfistus wegen Zu- 1905/06 zum erstenmal mehr als eine Milliarde Mart auf Postwerde. gefördert Die Deputation trat diesem Beschluß bei und es Nachbarortsverkehr von Berlin sind im Rechnungsjahre männer mehr für Herrn Müller gestimmt; insgesamt haben gänge vom Bahnhof Friedrichstraße, mit dem Militärfiskus wegen anweisungen von auswärts ausgezahlt worden. Im Vorjahre hatte von den 2759 Wahlmännern des Kreises diesmal 2478 ihr abtretung eines Teiles der Pepiniere und mit verschiedenen Unter- anweisungen von auswärts ausgezahlt worden. Im Vorjahre hatte fie noch 986 Millionen, im legten Jahre über 1049 Millionen Mark Wahlrecht ausgeübt. Es ist nicht zu leugnen, daß Herr nehmern wegen Neubaues der Weidendammer Brücke eröffnet sie noch 986 Millionen, im lezten Jahre über 1049 Millionen Mark Müller- Sagan die Hülfe der Konservativen erhalten hat, ob- werden. betragen. Die Summe verteilt sich auf nicht ganz 181 Millionen wohl eine Korrespondenz diese konservative Hülfe durch die Bezüglich der geplanten städtischen Straßenbahn- Stüd Bostanweisungen. Der Eingang von auswärts ist nicht viel Bemerkung zu verkleinern sucht, daß von den 211 Wahl- linien wurde unter der Vorausseßung, daß der Polizeipräsident mehr als die Hälfte davon. Er betrug im letzten Jahre 5983/, Millionen männern, die bei der Wahl am 27. November für Ulrich für die Nordlinien keine erschwerenden Bedingungen stellen wird, Mart auf 7 Millionen Stüd. Im Stadtverkehr wurden 274 Millionen männern, die bei der Wahl am 27. November für Ulrich stimmten, diesmal die Hälfte gefehlt haben sollen. Das be- beschlossen, dem Magistrat und die Versammlung um die Ermächti- Mark auf über 6 Millionen Bostanweisungen ein- und ausbezahlt. zweifelt aber die Staatsbürger- Beitung" wie auch die„ Tägliche gehen zu dürfen. Bezüglich der Südlinien muß noch der Schieds- Straßenbriefkasten zählt man 2741, Hausbrieffaſten 123. 3 063 492 Einwohnern. Es find 252 Postanstalten vorhanden. zweifelt aber die„ Staatsbürger- Beitung" wie auch die Tägliche gung zu ersuchen, zunächst mit dem Bau der Nordlinien allein vor- Der Berliner Bezirk hat jest 631 Quadratkilometer Fläche mit Rundschau", die schreibt: Gruppe I Sophienstraße II Fröbel, Kastanien- Allee III Ballschmieder, Gesundbrunnen IV Brauerei Bazenhofer, Moabit V Gesellschaftshaus Wedding werden konnten." δας Müller Ledebour 293 155 Stimmen 279 227 266 286 322 201 210 239 " fpruch abgewartet werden. ihres Bestehens. Amts Es haben hiernach in der Stichwahl sämtliche konservativen Mit dem Gemeindevorstand von Borhagen- Rummels- liche Verkaufsstellen für Postwertzeichen bestehen jetzt 564. Die Wahlmänner für den Freifinnigen gestimmt, für den außerdem burg wird feit längerer Zeit über den Bau von Straßenbahnen reichseigene Posthalterei hat 1362 Postpferde. Beschäftigt werden 10 023 Beamte, 13 151 Unterbeamte, 141 Vorarbeiter und 1265 offenbar auch noch Reserven aus der eigenen Partei beschafft verhandelt. Der Stadtgemeinde Berlin stehen aus dem Vertrage von 1903 wichtige Rechte für den Bau eigener städtischer Bahnen Arbeiter, so daß im ganzen Bezirk 25 601 Personen bei der Post beOb nun alle konservativen Wahlmänner bis auf den legten in der Borhagenerstraße zu. Bei den Verhandlungen trat nun zuschäftigt sind. Das Haupttelegraphenamt verfügt über 475 Leitungen. Mann für Dr. Müller gestimmt haben, mag dahingestellt tage, daß Borhagen- Rummelsburg mit der Großen Straßenbahn einen Es hat 1905/06 über 20 Millionen Durchgangstelegramme, 995 435 Fern bleiben; fest steht, daß ihm die Hülfe der Konservativen zuteil Separatvertrag gefchloffen hatte, der für den Fall in Kraft treten sollte, aufgegebene, 638 636 eingegangene Telegramme bearbeitet. Die Mitteilung gespräche wurden täglich 630 338 vermittelt, davon fast 1 Million geworden ist und er nur so in den Landtag einziehen kann. daß Berlin von seinen Rechten Gebrauch macht. Leicht ist den Freifinnigen diesmal ihr Sieg nicht geworden, dieses Separatvertrags wurde vom Gemeindevorstand in schroffer Ortsgespräche, über 130 000 Borortsgespräche und 8878 Ferngespräche. Leicht ist den Freifinnigen diesmal ihr Sieg nicht geworden, Form verweigert. Trok dieses mehr als befremdlichen Verfahrens In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der Fernverbindungen und das Freudengeſchrei, in das sie nach Ausfall der Wahl- wünschte die Verkehrsdeputation die Verhandlungen weiter geführt um 307 Proz., die der Vorortverbindungen um 58 Proz. und die männerwahlen einstimmten, wurde erheblich gedämpft durch zu haben. Dies ist geschehen, doch haben die Verhandlungen ein der Ortsverbindungen um 42 Proz. vermehrt. den Ausfall der Abgeordnetenwahl am 27. November. Da Ergebnis noch nicht gezeitigt, weil die bisherigen Vorschläge von Schlußakt einer Liebestragödie. In früher Morgenstunde hat zeigte es sich nämlich deutlich, daß die Faselei von einer bei Rummelsburg wohl eine Stärkung der Position der Großen Straßen- fich gestern in der Friedrichsfelderstraße eine blutige Liebestragödie den Wahlmännerwahlen erlittenen Schlappe unserer Partei bahn, aber eine sehr erhebliche Minderung der Berlin jezt zustehenden abgespielt. Der 20 Jahre alte Hausdiener Hermann Stoll aus der eine gröbliche Selbsttäuschung war. Die uns angedichtete Rechte im Gefolge haben würden. Die Verhandlungen sollen fort Tegelerstr. 11 versuchte das 19 Jahre alte Dienstmädchen Anna Koch, Schlappe verwandelte sich in einen Zuwachs der Wahl- geführt werden. das sich in der Friedrichsfelderstr. 29 in Stellung befindet, zu era männerstimmen und erste Mal mußte sich der schießen, da sie seinen Bewerbungen nicht Gehör schenken wollte. Freifinn trotz des elenden Dreiklassenwahlsystems mit der Entwickelung der Berliner Stadtrohrpost während der 30 Jahre Er verlegte sie schwer durch einen Schuß in die linte Brust. Stoll brachte sich darauf einen Schuß in die rechte Schläfe bei. As Sozialdemokratie in der Stich wah I messen. Das war nur Bolizeigefangener wurde er nach der Charité gebracht. Das nöglich, weil die Freisinnigen ihre Leute" nicht kannten, Bor 30 Jahren, am 1. Dezember 1876, ist bie Berliner Stadt- Mädchen wurde in das Krankenhaus am Friedrichshain ge= Denn sie hatten es fertig gebracht, in einzelnen Fällen Kandi- rohrpost dem Betriebe übergeben worden. Der Wiener Ingenieur bracht. Stoll unterhielt seit fünf Monaten ein Verhältnis aten aufzustellen, die für den Sozialdemokraten votierten. Freiherr Ritter v. Felbinger und dessen Geschäftsteilhaber, der mit Anna Koch. Das hübsche Mädchen wollte von Stoll seit einiger In der Stichwahl traten vor allem die Lehrer und Rektoren Franzose Crespin, waren nach den Blättern für Poſt- und Tele- Beit nichts mehr wissen, da er sie mit unbegründeter Eifersucht graphie" die Erfinder und Erbauer. Die Luftpumpen, Dampf- quälte. Als fie gestern morgen wie an jedem Tage Frühstück ausfür ihren Müller Mann für Mann in die Schranken und maschinen, Kessel, Rohre tamen aus Desterreich, die Rohrpost- trug, folgte er ihr von 5 bis 5%, Uhr. Beim Verlassen des Hauses tüßten somit die Hand, die sie schlägt. apparate aus Paris. Es waren zunächst vier Luftpumpstationen, Friedrichsfelderstr. 3 stellte er sie mit der Frage, weshalb sie ihn Grund zum Jubeln haben die Freisinnigen ob dieses in der Oranienburgers, Mauer-, Pallisaden- und Ritterstraße, er verschmähe. Als sie antwortete:" Ich mag Dich wegen Deiner Sieges nicht. Ihrer Zahl nach hätten sie schon in der Haupt- richtet und jede mit zwei vertikal angeordneten Luftpumpenpaaren, Eifersucht nicht mehr," zog er einen Revolver aus der Tasche und wahl ihren Kandidaten allein durchbringen müssen. die durch liegende Dampfmaschinen von 25 bezw. 12 Pferdestärken schoß auf sie. In dem Augenblide, als ihn Arbeiter, die das Haus Dann aber ist dieser Sieg nur dem„ elendesten aller angetrieben wurden, ausgerüstet worden. verließen, ergreifen wollten, schoß sich St. eine Kugel in die rechte Wahlsysteme", dem Dreiflassenwahlrecht zu danken, das Die Fahrrohrlinien bestanden aus schmiedeeisernen, glatten Schläfe und brach schwer verwundet zusammen. dem Geldsack alle Privilegien sichert und der großen Rohren von 65 Millimeter lichter Weite mit gut zentrierten, durch Masse der Bevölkerung jede Vertretung im Landtage un- Gummiringe abgedichteten Flanschverbindungen. möglich macht. Unsere Genossen waren sich von vornherein wurden zumeist in die Straßen- Fahrdämme, die damals ein noch voll bewußt, wie der Ausgang dieses Stampfes sein werde. wenig kostspieliges, primitives Pflaster trugen, einen Meter tief gebettet. Bei den Einführungen der Rohrlinien in die Aemter Wenn sie dennoch die viele Mühe und die zahlreichen Opfer legte man besonderes Gewicht auf möglichst große Kurven und brachten, die die Wahlbeteiligung im Gefolge hat, so nur des stellte diese selten unter 2 Meter Radius her. Jede einzelne von halb, um wiederum der großen Masse zu zeigen, wie entrechtet Amt zu Amt führende Fahrrohrlinie war mit einem Wasserfack sie ist und wie der Kampf zu richten ist gegen die Beseitigung versehen, aus dessen Standrohr das sich aus der komprimierten des Dreiklassenwahlrechts. Diese Wahl hat das von neuem Luft niederschlagende Kondenswaffer abgeblasen werden konnte. bewiesen und es gilt, in Zukunft mit immer größerer Energie Das Gesamtnet der Fahrrohre bestand, wie die Blätter für und Zähigkeit auf dieses Ziel hinzuarbeiten. Immer stärker Post und Telegraphie" hervorheben, im wesentlichen aus drei muß unser Ruf ertönen: Fort mit dem Dreiklaffenwahlrecht! großen Streifen, die vom Haupt- Telegraphenamt, dem Mittelpunkt bes Reges, ausgingen und je drei bis acht Bostämter miteinander Her mit dem allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten verbanden. Im gangen waren 14 Post- und Telegraphenämter an Wahlrecht! geschlossen. Die Gesamtlänge der Fahrrohre betrug 30 Kilometer. Die Züge folgten in Intervallen von 15 Minuten. Die städtische Verkehrsbeputation Die Rohre Zu einem neuen Rencontre des Löwen ,, Lco" mit dem Dompteur Peters ist es am Montagabend im Zirkus Busch gekommen. Während am Morgen vor einem geladenen Publikum das Zusammenkommen des Dompteurs mit den Bestien ohne jeden Zwischenfall verlaufen war, ging das am Abend nicht so glatt ab, benn auch der Dompteur keine Verlegung erlitt. Es wird darüber berichtet: Peters, der den seinerzeit berlebten Arm noch in der Binde trug, hatte unter dem Hurra des Publikums den Käfig betreten und einige prächtige Kränze mit Widmungsschleifen entgegengenommen. Er wendete sich, nachdem sämtliche Löwen und Tiger auf ihren Sißen Platz genommen hatten, zunächst seinem alten Widersacher zu, deffen an der Ausgangstür belegener Blab am Gitter die Aufschrift:" Leo, der Attentäter", trug; sofort richtete sich die Bestie auf und schlug mit der Tage nach ihrem Herrn, glücklicherweise ohne diesen zu verleben. Peters, der sich im gleichen Augenblick von hinten durch einen herankommenden Tiger Dieses System wurde bis zum Jahre 1883 noch weiter aus- bedroht sah, antwortete durch einen Revolverschuß und jagte den hielt gestern eine Sigung ab und es gelangten zunächst die Bergebaut und durch Zweiglinien nach Charlottenburg und Moabit Tiger zurück. Der Löwe ließ sich jedoch zunächst nicht zur Raison handlungen mit der Continentalen Gesellschaft erweitert. Zu den ursprünglichen Bumpstationen traten während bringen, und Peters, der durch den verbundenen linken Arm sehr für elettrische Unternehmungen wegen Umwandlung dieser Zeit vier neue gleichartige Stationen, und zwar in der behindert war, sah sich gezwungen, die Manege auf einige Augenihres hiesigen Straßenbahnunternehmens in eine Aftiengesellschaft Mödernstraße, Köpeniderstraße, Goethestraße in Charlottenburg blide zu verlassen. Er tehrte jedoch sofort zurüd, und es gelang und Verlängerung ihrer Bahnlinie durch die Elisabethstraße bis zur und Turmstraße. Die maschinellen Ausrüstungen der letztbezeich ihm und seinen Leuten," Leo" so lange durch Knallen mit der Kurzestraße zum Vortrage. Nach furzer Debatte wurde der Antrag neten Stationen wurden zwar noch durch Vermittelung der Firmen Beitsche und Werfen mit Stühlen in Schach zu halten, bis auf zwei bezüglich der Verlängerung der Linie durch die Elisabethstraße von Felbinger u. Crespin beschafft, mußten aber in Deutschland Löwen alle anderen Bestien in ihre Käfige zurüdgetrieben waren. Jest sollte sich indessen die ohnehin aufgeregte Szene infolge der der für die städtischen Bahnen bestehenden Verkehrstommiffion zur hergestellt werden. Borberatung überwiesen. Der Antrag wegen Umwandlung des Um die Mitte der achtziger Jahre nahm die Reichspostver- fich steigernden Wut Leos" noch mehr zuspißen. Man warf dem hiesigen Straßenbahnunternehmens in eine besondere Aftiengesellschaft waltung den weiteren Ausbau der Rohrpostanlage selbst in die rasenden Tiere einen regelrechten Lasso aus starkem Lau über den wurde mit der Maßgabe genehmigt, daß bei allen Abrechungen der Hand. Das v. Felbingersche System genügte den Ansprüchen nicht Kopf und zog unter Mithülfe beherzter Herren des Parketts mit neuen Gesellschaft mit der Stadt das Konzessionskonto von 150 000 m., mehr. Die Beförderung von Amt zu Amt in großen Kreisen war bereinten Kräften an der Schlinge, die jedoch von Leo" und seinen mit dem die alte Gesellschaft die neue zu belasten beabsichtigt, voll zu langsam, die Baufen zwischen je zwei Zügen waren zu groß, nunmehrigen beiden Mitattentätern spielend auseinandergezogen tommen außer Anfaz zu bleiben habe. und in denjenigen Rohrzweigen, die nur mittels Druckluft befahren wurde, wodurch" Leo" wieder frei und um so wütender wurde. Die Weitervermietung der beiden Dampferanlagestellen am wurden, verursachte die sich niederschlagende Feuchtigkeit, die im Erst nach einer großen Zahl von allen Seiten auf die Bestien abGröben- Ufer an die Spree Havel Dampfschiffahrts Gesellschaft Winter zu Gisbildungen und Verstopfungen führte, mannigfache gefeuerter Revolverschüsse gelang es schließlich, unter sehr starter " Stern" wurde für weitere drei Jahre gegen eine jährliche An- Störungen und Schwierigkeiten. Man begann mit der Auflösung Erregung des Publikums, die Tiere durch Peitschenhiebe in ihre erkennungsgebühr von 300 m. genehmigt. der Kreise und schuf allmählich ein großes Radialsystem mit dem Käfige zu treiben. Vor zwei Monaten hatte die Verkehrsdeputation bekanntlich bes Haupt- Telegraphenamt als Mittelpunkt, wobei nach dem Prinzip Todessturz vom Bau. Auf dem Abrißgrundstück Lothringerschloffen, der Großen Straßenbahngesellschaft die verfahren wurde, durch besondere von den Pumpstationen ausstraße 104 hat sich Montagabend ein bebauerlicher Unglüdsfall zuEinstellung der Linie 68 von der Frankfurter Chauffee gehende Luftzuführungs- Rohrleitungen möglichst jedes zweite Post- getragen. In der dritten Etage waren eine Anzahl von Arbeitern ( Hubertusstraße) über Alexanderplat- Stettiner Bahnhof nach der amt n. Kraftluft zu versehen und von jeder solchen Straftquelle damit beschäftigt, die Balfen aus dem Fußboden herauszulösen und Seestraße aufzugeben. Der Gesellschaft hatte es beliebt, in traffer aus die Büchsenzüge in ein und demselben Fahrrohre mit Druck hierbei erhielt der 52jährige Julius Jepske, der an der Außenseite Bertragsverlegung der Verkehrsdeputation von der geschehenen Ein- luft zum nächsten Amt hin und mit verdünnter Luft wieder zurüd stand, einen so unglüdlichen Stoß vor die Brust, daß er rüdlings richtung dieser Linie einfach Kenntnis zu geben, während sie nach zu befördern. Auf diese Weise wurde das laufende Material in in die Tiefe hinabstürzte. Mit zerschmetterten Gliedern blieb der Als ein Arzt hinzufam, war J. bem Vertrag die Genehmigung zum Betrieb einer jeden neuen Linie jedem Rohrzweige verringert, die Fahrgeschwindigkeit erhöht, die Bedauernswerte unten liegen. einzuholen hat und dieser Pragis auch während der ganzen bis Bugfolge verdichtet und die Feuchtigkeit, die au großen Verlegen- I bereits an den Folgen eines erlittenen Schädelbruches gestorben. = D Morö und Selbstmord auf offener Straße. - Ein blutiges Ehedrama hat gestern abend unter den Anwohnern for Katzlerstraße groheS Aufsehen hervorgerufen. Vor dem Hause Katzlcrstratze 14 erschoh der SOjährige Steinträger Albert Struve erst seine Rjährige Ehefrau Klara und dann sich selbst. Dvs Motiv gur Tat ist darin zu suchen, daß sich die Ehefrau weigerte, zu ihrem Manne, von dem sie getrennt lebte, zurückzukehren. Seit längerer Zeit lebte das Struvcsche Ehepaar in Ehe- scheidung. Während die Frau ein Zimmer in der Alexandrinen- straße 121 bezog, wohnte St. in der Knobelsdorfsstraße in Char- lottenburg in Schlafstelle. Aus der Ehe waren drei Mädchen im Alter von S bis 11 Jahren hervorgegangen, die nach der Trennung �es Paares bei der Mutter der Ehefrau, der Witwe Lubisch in der Katzlerstraße 14 untergebracht wurden. Später kamen die beiden älteren Kinder in eine Waisenanstalt in der Potsdamer- .straße, während St. sich das jüngste nach seiner Behausung geholt -hatte. Die junge Frau wollte von einem weiteren Zusammen- leben mit ihrem Manne nichts wissen, da sie bei ihm wiederholt unter brutalen Mißhandlungen zu leiden hatte. Dagegen .drang St. fortgesetzt auf seine Frau ein, daß sie wieder zu ihm zurückkehre. Alle seine Bemühungen waren jedoch fruchtlos. Schon öfter hatte der gereizte Ehemann der Frau mit dem Tode gedroht und bereits vor sechs Wochen hatte er ihr mit dem Revolver tn der Tasche vor dem Hause der Mutter in der Katzlerstrahe aufgelauert. Es kam denn auch zu einem erregten Auftritt, so daß schließlich der Hauswirt eingreifen mußte. Diestern vormittag zeigte St. seinem Bruder den Revolver und als er die Waffe wieder zu sich stecken wollte, wurde sie ihm ab- genommen. Er kaufte sich jedoch einen neuen Revolver und ging abends gegen 7 Uhr nach der Katzlerstr. 14, schickte einen Knaben zu seiner Schwiegermutter und ließ bei ihr anfragen, ob seine Frau dort sei. Dies war jedoch nicht der Fall und nun legte sich St. vor dem Hause auf die Lauer. Gegen Uhr näherte sich dann auch die junge Frau, um ihre Mutter zu besuchen. Der Mann ging ihr entgegen und nochmals drang er jetzt in einem erregten Gespräch auf sie ein, um sie zur Rückkehr zu ihm zu be- wegen. Doch auch diesmal hatte er keinen Erfolg. Plötzlich zog er den Revolver aus der Tasche hervor, richtete die Waffe gegen den Kopf seiner Frau und feuerte mit dem Ruf:„Dann stirb!" "eine Kugel ab. Leblos brach die Unglückliche zusammen. Das Geschoß war in die Schläfe gedrungen und hatte den sofortigen Tod herbeigeführt. Der Mörder rannte dann nach dem Neben- hause und jagte sich selbst eine Kugel in den Kopf. Auch diese hatte nur zu gut getroffen. St. brach auf dem Bürgersteig tot zu- sammen. Die beiden Leichen wurden in den Hausflur gebracht und später in das Schauhaus eingeliefert. An dem Tatorte sammelte sich bis in die späte Nacht hinein eine ungeheuere Menschenmenge an, welche schließlich durch die Polizei auseinandergetrieben wurde. Aus einem Antomobil herausgeschleudert und schwer verletzt wurde gestern der 21 jährige Schlosser Karl Löther, Prinzen-Allee 31 wohnbaft. Der junge Mann hatte mit einem Bekannten in dessen Automobil eine Fahrt mitgemacht und saß auf dem Hintersitz. Ohne daß der Chauffeur etwas davon bemerkte, wurde L. beim Passieren einer scharfen Kurve aus dem Automobil heraus- geschleudert. Ein patrouillierender Polizeibeamter fand ihn später ' in bewußtlosem Zustande auf der Straße liegend auf und brachte ihn schwerverletzt nach der Unfallstation 17. Der Zcntrnlverlmud der Handlungsgchülfcn und-Gehülfinnen Deutschlands, Bezirk Berlin, Neue Königstr. 36, ersucht um folgende Bekanntgabe: Bei unserem am Sonnabend, den 1. Dezember, in der Alhambra stattgefundenen Wintervergnügen ist ein Damen- Portemonnaie mit zirka 70 M. Inhalt verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, dasselbe in unserem Bureau abzugeben. Ein erstklassiges Programm hat das A p o l l o- T h e a t e r im WeihnachtSmonat herausgebracht. Es zeigt eine Reihe glänzender Attraktionen, die für Berlin zum Teil neu sind. Da ist zunächst die neueste Attraktion des Varistös„ A t h l e t i k- K l u b", ausgeführt von 36 Damen, die mit Stabübungcn, Keulenschwingen usw. einen imposanten Eindruck machen und erhöht wird durch die 5 Strong- girls mit Eleonore Boje an der Spitze und durch den Jui-Jitzu- Walzer und Jui-Jitzu-Ringkainpf des Fräulein Falgcnheuer und des Herrn Merten. Zu diesem Sportakt hat außerdem der bekannte Komponist Julius Einödshofer eine hübsche Musik geschrieben. Ganz vorzüglich ist das bayerische Duett„Wacker-Wacker". Die Vor- träge dieses Duettistenpaares sind von geradezu köstlichem Humor; auch verfügt dasselbe über gut geschulte Stimmen. Musikalische Genüsie verbunden mit exzentrischer Komik bietet die B a r r a- Truppe und die Behandlung ihrer eigenartigen Instrumente ist in der Tat eine sichere und vielseitige. Eine entzückende Nummer ist Paul Sanders Burlesque-Zirkus und ist die Klug- heit und Gelehrigkeit der vierfüßigen Künstler wirklich bewundcrns- wert. Beritable Hunde in Verkleidung als Pferde ahmen alle Gangarten der hohen Schule nach. Drei Krastakrobaten ersten Ranges find die Marylands und ihre Darbietungen an hängenden Ringen nötigen außerordentliches Interesse ab. In das Gebiet des TanzeS führen uns die vier Maranillas, die spanische Tänze zur Anschauung bringen; Hove und Pauli führen eine originelle Exzentrikszene auf, die von ununterbrochenem Lachen begleitet wird. Reizend sind die komischen Parodisten U l y t e und M i ß H e l l a, die durch eine hübsche Gartenszene die ausgelassenste Heiterkeit wecken. Feuerwehrbericht. Gestern abend kam im königl. Opernhause während der Verwandlung auf der Bühne durch Unvorsichtigkeit Feuer auS. Es wurde„Die Puppenfee" und„CavAlIerm nisticana" gegeben. Bei der Verwandlung warf ein Bühnenarbeiter einen Polster stuhl auf eine Laterne, der sofort brannte. Die an- wesende Feuerwehr löschte die Flammen, ohne daß das Publikum etwas bemerkte. Früh um 3 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Kur- fürstenstr. 156 gerufen. Grober Unfug lag der Meldung zu Grunde. Der Täter ist leider entkommen. In der Mariannenstr. 23 brannten Decken, Balken u. a. im Keller. Ferner wurde die Feuerwehr nach der Mantenffelstr. 15 und anderen Orten gerufen. Arbester-Samariter-Kolonne. Donnerstag abend 9 Uhr dritte Abteilung für Schöneberg und Umgegend bei Obst, Meiningerstr. 8. Vortrag über„Zahn- und Mundkrankheiten". Referent Herr Zahn- lünstler C. Gebiete. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Gäste willkommen._ Vorort- JVadmcbten« SchSneberg. Die Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich in ihrer .letzten Sitzung mit dem Antrage der Hausbesitzerfraktion betr. Schaffung einer Stadtschulrat st elle. Stadtv. Kunze, jder die Begründung des Antrages übernahm, legte sich besonders ,für die höheren Schulen ins Zeug, in deren Getriebe die einheitlich �wirkende Hand bisher gefehlt habe. Es müsse einem Schulmann die Leitung des Schulwesens im Magistrat übertragen werden. Auch sei es Aufgabe des Stadtschulrats, die Mittelschulen zu einem Faktor zu machen, durch den die EntWickelung des Mittelstandes gefördert werde. Stadtv. Zobel lLib.) tritt den Ausführungen entgegen. Für das Schöncberger Schulwesen, namentlich für die Volksschule, habe ein Stadtschulrat keine Bedeutung; denn der gegenwärtig herrschende Wind in der Regierung mache es un- möglich, dem Stadtschulrat besondere Rechte einzuräumen. Der zed'g» Zustcmd sei für die Volksschule jedenfalls vorteilhafter, Stadtv. K ü t e r'(Soz.)' hält die Schaffung einer Stadtfchulrat- .stelle augenblicklich ebenfalls nicht für vorteilhaft. Würden wir in einem anderen Staate als in Preußen leben, so wäre er sofort dafür. Die Stadt habe leider in Schulfragen recht wenig zu sagen. Redner erklärt sich damit einverstanden, die Vorlage einem Ausschuß zur Prüfung zu überweisen, wünscht jedoch, daß dieser Ausschuß , nicht vor dem 1. April 1968 zusammentreten möge, um erst die Wirkung des neuen Schulgesetzes abzuwarten. Stadtv. Doktor v. G o r d o n warnt davor, allzu große Hoffnungen auf einen Stadtschulrat zu setzen. Die Frage sei jedenfalls erst eingehend zu prüfen.— Der Antrag wird darauf einem Ausschuß überwiesen. Bezüglich einer Petition um Hcrabminderung der durch den Betrieb der Englischen Gasanstalt für die Anwohner cnt- stehenden Belästigungen wird nach kurzer Debatte beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, die nötigen Schritte bei der Gesellschaft zu tun, damit nicht infolge der Untersagung deS Erweiterungsbaues eine Verschlechterung der Beleuchtung eintritt und ferner zu prüfen, inwieweit eine Beseitigung vorhandener Mißstände möglich und geboten ist. Eine längere Auseinandersetzung brachte eine Petition des Haus- und Grundbesitzervereins, die Reinigung der Bürger- steige, mit Ausnahme von Schnee, und Eis, aus städtische Kosten ausführen zu lasten. Der Ausschuß empfiehlt, der Petition d�e Zustimmung zu versagen, da durch die Ausführung dieser Forde- rung der Stadt eine jährliche Mehrausgabe von 45 660 M. er- wachsen würde. Die Herren vom Haus- und Grundbesitzerverein bekämpfen in lebhafter Weise den Beschluß des Ausschusses; sie be- streiten, sich von persönlichen Interessen bei dem Antrage leiten zu lassen. Auch halten sie die herausgerechnetc Mehrausgabe für zu hoch. Von anderer Seite wird jedoch entschieden für den An- trag des Ausschusses eingetreten. Von den Liberalen wird be- antragt, dem Wunsche der Hausbesitzer nachzukommen unter der Bedingung, ihnen auch dafür die Kosten aufzuerlegen. Nach Ablehnung des liberalen Antrages stimmt die Mehrheit der Versammlung dem Beschluß des Ausschusses zu, über die Petition zur Tagesordnung überzugehen, jedoch den Magistrat zu ersuchen, die städtischen Straßenreiniger anzuweisen, die Bürger- steige von grobem Schmutz zu reinigen, ohne daß der Stadt- gemeinde hierdurch Kosten entstehen oder eine rechtliche Verpflichtung hierzu für sie hergeleitet wird. Der Vorlage des Magistrats betreffs Schaffung von Stellen für 7 Lehrer, 4 Lehrerinnen vom 1. April 1967 ab und für 1 Rektor. 6 Lehrer und 3 Lehrerinnen vom 1. Oktober 1967 ab wird zugestimmt. Ein Antrag des Stadw. Zobel, in der Anstellungsurkunde die Verpflichtung für den Lehrer, daß er nach erfolgter Berufung alle anderen Bewerbungen zurückzuziehen habe, zu streichen, wird von der Mehrheit abgelehnt. Der Schluß der öffentlichen Sitzung brachte noch endlose, recht heftige Debatten. Die Liberalen widersprachen dem Vorschlage, hie Vorbereitung der Wahl eines unbesoldeten Magi- stratsmitgliedes dem schon bestehenden Ausschusse zu über- weisen. Sie beantragten die Bildung eines neuen Ausschuffes, da die Mehrbeit des alten Ausschusses nicht die Beschlüsse desselben aufrecht erhalten habe. Speziell dem Vorsteher wurde nachgewiesen, daß er fast stets in der Versammlung einen anderen Standpunkt eingenommen hatte als im Ausschuß. Der Antrag der Liberalen blieb jedoch in der Minderheit. Rixdorf. Der Defrauimiit Albert Pohlmann, der, wie wir seinerzeit meldeten, mit 27 006 M.,— die er von einem Gutsbesitzer unter falschen Vorspiegelungen erhalten hatte— das Weite suchte, ist, BläUermeldungen zufolge, in London verhaftet worden. Grotz- Lichterfelde. Die LicbeSgabcnpolitik auf dem Rathause. In der am Montag stattgefundenen Gemeindevertretersitzung stand die Errichtung des' neuen Bahnhofes an der Moltkestraße sWannseebahn) zur Debatte. Interessiert an dieser Verkehrsverbesieruna ist hauptsächlich die „Terraingesellschaft am neuen Botanischen Garten", deren Gelände direkt an dieser neu zu errichtenden Station liegt und demzufolge— wie dies nachgewiesen wurde— außerordentlich hohe Profite aus dem Bodenwucher ziehen wird. Diese Terraingesellschaft ist laut Vertrag mit der Gemeinde verpflichtet, zum Bau einer Brücke im Zuge der Moltkestraße über den Bahnkörper nach ihrem Terrain einen Beitrag von 56 660 M. und ferner für den späteren Umbau der Dahlemer Brücke einen solchen von 25666 M. an die Gemeinde zu leisten. Nun wird infolge der Anlage des neuen Bahn- Hofes die Brücke im Zuge der Moltkestraße nicht von der Gemeinde, sondern gleichzeitig mit dem Bahnhof vom EisenbahnfiSkiiS unter Berechnung der Gesamtkostcn auf Konto der Terraingesellschaft gebaut. Sie stellte nun an die Gemeindevertetung den Antrag, ihr die Differenz zwischen den 50 660 M. und den tatsächlichen Kosten für den Bau der Brücke bis zur Höchstsumme von 50 666 M. zu erstatten, außerdem aber ihr noch den Betrag von 25 666 M. für den späteren Umbau der Dahlemer Brücke zu— schenken. Die Ge- samtkosten des Bahnhofes nebst Moltkebrücke betragen 480060 M. Genieindevertreter Delbrück hat an sich nichts gegen die Errich- tung eines neuen Bahnhofes und ist auch bereit, event. 56 606 M. für den Bau der einen Brücke zuzuschießen, wendet sich aber mit aller Energie dagegen, der Gesellschaft auch noch 25 666 M. aus dem Gemeindesäckel zu schenken. Den größten Vorteil habe nicht die Ge- meinde, sondern die Anlieger, deren Terrains im Werte rapide steigen würden. Möglicherweise habe die Bevölkerung am jetzigen Bahnhof West Nachteile durch die verlängerte Fahrzeit und eventuell durch Erhöhung des Fahrgeldes. Auf„Versprechungen" dürfe man nichts geben, das hätte die Aufhebung des früheren Tarifes für Postsachen im Ortsverkehr bewiesen. Mit der Vennehrnng der durchgehenden Züge von Berlin nach Zehlendorf sei eine Abwanderung aus Lichter- selbe nach dort und damit eine Schädigung der Interessen der Gemeinde Groß-Lichterfclde zu befürchten. Die Leiter der Terraiip- gesellschaft seien gute Rechner; sie bekämen vierfach wieder, was der Bahnhof koste. Sie gingen von dem Grundsatze aus:„Nur Lumpen sind bescheiden", und verlangten auch noch weitere 25 660 M. aus den Taschen der Steuerzahler. Er sei entschieden gegen den Erlaß der 25 600 M. Gemcindevertreter Wullenweber spricht sich ebenfalls in scharfer Weise gegen den Antrag auf Schenkung dieser 25 060 M. ans. Auf Grund unanfechtbaren Materials weist der- selbe nach, daß die Terraingesellschaft nach Abzug der Kosten für den neuen Bahnhof noch einen Mehrwert von zirka 360 000 M. aus ihrem Grundbesitz herausschlage. Die Gemeinde habe diese Gesellschaft sehr nobel behandelt, alle möglichen Konzessionen hinsichtlich der Bauordnung, der Anlegung von Straßen usw. gemacht und habe s e l b st dabei schlecht abgeschnitten. Dem Erlaß der 25 000 M. könne unter keinen Umständen zugestimmt werden. Schöffe L e n z n e r erklärt demgegenüber, daß die Gesell- schaft in die-2 prozentige Landabgabe und außerdem noch in die Abgabe von Land für Plätze habe willigen müssen. Von einem Bahnhof sei bei Festlegung des Bebauungsplanes nicht die Rede gewesen. Jetzt bekomme ihn Lichterfelde auf dem Präsentierteller iind brauche bloß 25 000 M. dafür zu zahlen. Der Gesell- schaft sei der Prosit zu gönnen. Der Gemeinde werde der Bahnhof geradezu geschenkt.(Widerspruch.) Nachdem noch Gemeindevorsteher Schulz, Schöffe Lange und andere den Stand- Punkt: Nbblssss oblige gegenüber der Gesellschaft vertreten und von der anderen Seite diese Begünstigung der Terrain- spekulanten heftig bekmnpft wurde, erfolgte nach über zweistündiger Debatte die Abstimmung über den Antrag des Gemeindevorstandes. der Terraingesellschaft die vertragsmäßig zu leistende Summe von 25 000 M. zu schenken. Derselbe wurde gegen neun Stimmen angenommen. Die Vertreter der Grundrente haben also gesiegt. Diese beispiellose Verschwendung steht besonders einer Gemeinde gut an, deren Verwaltung jahraus, jahrein sich über Geldmangel beklagt, einer Gemeinde, die nicht einmal den elementarsten Kultur- bedürsiiissen Rechnung trägt, deren Schulen für die Kinder des Pro- letariatS in jeder Beziehung mangelhaft siitd und die den chronischen Lehrermangel durch unzureichende Anstellungen und möglichst billige Kräfte zu kurieren versucht. Für diese 25 000 M. hätten Lehrkräft eingestellt werden können und wir brauchten nicht auch noch die be bäuerliche Tatsache zu konstatieren, daß am 1. Dezember in einige Klassen der Schulunterricht ausfiel, weil die Lehrer sich an der- Viehzählung zu beteiligen hatten, trotz Lehrermangels! Britz. Aus der Gemeindevertretersitzling. Eine ehrende Anerkennung seiner Tätigkeit als Gcmcindevertrete wurde unserem verstorbenen Genossen Weniger durch den Gemeinde Vorsteher anläßlich der Einführung des Genossen Behnisch in da Gemeindeparlament zu teil. Weniger habe sich, bemerkte der Ge meindevorsteher, stets durch große Sachkenntnis sowie durch Objek tivität ausgezeichnet. Der bisherige Schöffe Herr Dicnwiebel wurd wiedergewählt, auf den Genossen Kitzing entfiel eine Stimme. Di Kastenrevision am 31. Oktober ergab von April bis Oktober ein Einnahme von 1 163 454,96 M. und eine Ausgabe von 306 679,9 Mark, so daß ein Sollbestand von 358 775,02 M. Vorhände: war. Die Gemeinde hatte dem Kapellenbauvercin das Erwerbs recht auf das Grundstück Bürgerstr. 56 zugestanden; derselbe ha auch die entsprechenden Zinsen gezahlt. Jetzt will, da durch de: Erweiterungsbau des Schulhauses in der Bürgerstraßc der Zeichen saal sich zu kirchlichen Zwecken eignet, der Kapellenbauverein au den Erwerb des Grundstücks verzichten, unter der Voraussetzung daß die Gemeinde die bereits gezahlten Zinsen in Höhe von 2873 M sowie 237 M. Zinseszinsen an den Kapellenbauverein zurückzahl und daß der Zeichensaal zu kirchlichen Zwecken verwendet werde kann. Als Entschädigung für die Reinigung sollen jährlich 30 A gezahlt werden. Sollten Beleuchtung und Heizung in Anspruc genommen werden, so ist dafür eine' Extraentschädigung zu leister Dem Wunsche des Gemeindevorstehers gemäß wurde dieser Vorschlage, der auch die Genehmigung der Schuldeputatio gefunden hat, einmütig zugestimmt. Auch der Jungfrauenverein ho durch Pastor Hehse die Gemeindevertretung ersucht, die Schulräum unentgeltlich benutzen zu dürfen. Auch hierzu hat die Schul deputation ihre Zustimmung gegeben, und nachdem der Gemeinde Vorsteher warm dafür eingetreten, wurde es auch von der Gemeinde Vertretung einstimmig genehmigt. Ein vom Arbeiterturnverein ge stelltes Gesuch auf unentgeltliche Ueberlassung der Turnhalle dürft der warmen Befürwortung des Gemeindevorstehers wohl nicht s sicher sein. Eigentümlich ist, daß auch unsere Genossen dafü stimmten.— Die hohe Klassenfrequenz mackt die Anstellung eine technischen Lehrerin und eines Lehrers notwendig. Die Klassen frequenz, die von 1902 bis 1905 außerordentlich schwankend wai hat sich in diesem Jahre um mehr als 100 Kinder vermehrt. Rudow. Die Mitgliederversammlung deS Wahlvereins gedachte znnäch in ehrender Weise des verstorbenen Vorkämpfers August Dreesback Ueber„Die Organisafton als Förderin der Kultur" referierte all dann Genosse Kimmritz-Britz. Als Delegierte zur Kreis-General Versammlung wurden die Genossen Raasch, MierS und Klups, gewählt. Zum Schluß machte der Borsitzende darauf ausinerksan daß der Inhaber des„Reichsadlers" sein Lokal der Arbeiterschw noch immer vorenthält. Es sei dies um so eigentümlicher, als diese Herr, der zugleich Bäckermeister ist, seine Ware zum Teil an di Arbeiterfrauen von Rudow, Britz, Rixdorf, Adlershof und Köpeni absetzt. Hieraus müsse jede Aroeiterfrau genannter Orte die not wendigen Konsequenzen ziehen. Ariedrichsfelde. . Ueber die Berichterstattung der Ortspresse beschwerte sich in de letzten Gemeindevertretersitzung der Gemeindevorsteher Löcher: Die objektiven Berichte des Gemeindeblattes über die Gemeinderats sitzung und über sonstige Angelegenheiten hatten den Unwillen de Ortsgewalftgen erregt. Erklärte doch der Gemeindevorsteher, daß falls wieder solche Berichte in der Presse erschienen, er von seiner Hausrecht Gebrauch machen würde, d. h. unbequeme Berichterstatte hinauszukomplimenfteren. Genosse Pinseler trat dieser Anmaßun mit gebührender Schärfe entgegen und erklärte die in der Orts presie gebrachten Berichte für wahrheitsgemäß. Alsdann wurde be schlössen, eine Schulklasse mit neuen zweisitzigen Bänken ausznstattei Ferner wurde eine aus fünf Mitgliedern bestehende Kanalisations kommission. der auch Genosse Pinseler angehört, gewählt. Der Bebauungsplan der neuen Terraingesellschaft in Karlshoft rief eine längere Debatte hervor. Nach einem früheren Beschlu wurden sieben Morgen für öffentliche Anlagen unenigeltlich al Eigentum der Gemeinde verlangt. Die Terraingesellschaft wollt indes nur zirka 3'/? Morgen abtreten und fand einen warmen Bc fiirworter ihrer Wünsche in dem Gemeindevorsteher. Nachdei dieser daraus hingewiesen, daß es doch ungerecht sei. dieser Gc sellschaft solche Lasten(!) aufzuerlegen, während bei frühere Bebauungsplänen nicht so scharf vorgegangen sei, wurd der Antrag, sich mit zirka der Hälfte der früheren Forderung zu be gnügen, angenommen. Eigentümlich berührt die Sorge des Gemeinde Vorstehers, die Terraingesellschaften könnten zu kurz kommen un dann das Projekt fallen lassen. Er muß doch wohl wissen, daß di Tcrrainspekulafton ein äußerst lukratives Geschäft ist, zumal er i diesem Jahre an zwei Grundstücken selbst über 20 000 M. verdient« weil er von der Terraingesellschaft billig gekauft harte. Die Abnahme der Jahresrechnung von 1905 gab zurKrittk Ver anlassung; waren dock Gelder ausgegeben teils gegen den Wille teils ohne Wissen der Gemeindeverlretung. Hierzu gehörte auch di Ausrüstung der Polizeibeamten mit Revolver zum LI. Januar d. J Die Recktfertigung des Gemeindevorstehers gegen alle Monitas wa: wie gewöhnlich, ausweichend, indem er die Schuld dem Gemeinde rendanten zuschob, wenn die Jahresrechnung' nicht mit dem Etc stimme.— Das Gesuch des Straßenabfuhrunternehmers um Ei höhung seiner Entschädigung— zurzeit 3500 M.— wurde bis zu neuen Etatsberatung verlagt.— Die Unterführung der Kanalisation� leitungen unter die Niederschlesisch- Märkische Bahn wurde der Unternehmer Bruch für 2500 M. übertragen. Zu Ansang der Sitzun wurde der neugewählte Vertreter der zweiten Abteilung, Rentic Kanipfenkel eingeführt.., Pankow. Die von unseren Genossen beantragte Erhöhung der Löhne un Gehälter der im Gemeindebetrieb beschäftigten Arbeiter und Beami hat bereits die Kommissionen beschäftigl und wird der Gemeindi Vertretung zur Beschlußfassung vorgelegt werden. Wenn auch di Resultate nicht ganz befriedigen, so sind doch Lohn- und Gehaltt bezüge, die früher sehr oft dem Zufall anheimgegeben waren, für di einzelnen Arbciterkategorien in ein einheitliches System gebracht wordei Des ferneren sind zum ersten Male für die Arbeiter Ferien boi gesehen, und zwar sollen alle Arbeiter, die länger als drei Jahi beschäftigt sind, einen Urlaub von"einer Woche, die länger als füi Jahre beschäftigt sind, einen Urlaub von zehn Tagen, und d! länger als zehn Jahre beschäftigt sind, einen Urlaub von zwei Woche erhallen. Die für einzelne Arbeiter noch bestehende zwölfftündig Arbeitszeit ist auf höchstens zehn Stunden festgesetzt. Straßer reinigungsarbeiter, die bisher 45 Pf. erhielten, erhalten forta 48 Pf., die 46 Pf. bekommen 43 Pf. und die bisher 35 Pf. hattei erhalten 38 Pf. Dauernd beschäftigte Friedhofsarbeiter erhalte 28 M. die Woche, und die mit einem bisherigen Verdienst vo 22,50= 25,00 M. Frauen statt 12--- 15 M.— Gartenbar Vorarbeiter statt 50--- 55 Pf. die Stunde. Arbeiter sta: 45— 50 Pf. und 35= 40 Pf. Die Tagelöhner des Gute Mühlcnbeck, die bisher pro Tag im Sommer 1,50 M. und im Wintc 1,25 M. erhielten, sollen jetzt 1,75 und 1,50 bekommen; außerdei erhalten sie wie bisher fteie Wohnung, freies Holz und 60 Zentne Kartoffeln sowie'/z Morgen Land. Die Pferdeknechte erhalten sta: 12 15 M. Lohn die Woche. Bei den Arbeitern der Kanalisatio und des Wasserwerkes erhalten statt Maschinenmeister 1800 2100 D per Jahr, Maschinisten 55 Pf. die Sttinde, Heizer 50 P die Stunde, HülfSheizer statt 40 43 Pf.; auch wird fiir dieselbe der Kursus zur Ausbildung als geprüfte Heizer itn der Gemeind bezahlt. Außerdem sollen erhalten die Schachtmeister 60 beziv. 65 Bf. pro Stunde; Rieselmeister statt 90. 100 m. monatlich, freie Wohnung und einen Morgen Kartoffelland; desgleichen die Riesel tvärter ftatt 75 m. 85 M. monatlich, ebenfalls freie Wohnung und einen Morgen Kartoffelland. Reinickendorf- Oft. an " " 4 G. 2. 35. 1. Nein. 2. Voller Ersatz ist zu Beleidigungstlage hätte keine Aussicht auf Erfolg. stücke gab es früher. R. 3. univeigerlich zu folgen habe, wie der Soldat den von zwei Jahren läuft mit Schluß des Jahres von neuem, in dem der Befehlen seines Vorgesetzten. Wenn nur der Schutzmann nach Schuldschein ausgestellt ist. seiner subjektiven Auffassung es für notwendig hält, einem Bürger leiſten. C. N. Ja, auf Antrag der Steuerdeputation fann aber Nachlaß gegenüber irgendwelche Anordnungen zu treffen, dann ist der Tagelohn zu zahlen. eintreten. 111. 1. Nach Ansicht des hiesigen Gewerbegerichts ist der volle 2. Bergleiche Arbeiternotizkalender. „ Rechtsboden" gegeben, auf dem der Schußmann zu befehlen und 1. Nein. 2. Wenden Sie sich direkt an eine Fabrit. Wir können unmöglich der Bürger zu gehorchen hat. Der Nachprüfung, ob die" subjektive entscheiden, welche Fabrik den besten Artikel liefert.-W. W. 93. Sie Auffassung" des Schußmanns auch objektiv berechtigt ist, ist fa der leben außer Gütergemeinschaft, können aber bei einem Notar oder In der am 27. November stattgefundenen Mitglieder. Richter, der sich die Schablone des Stammergerichts zur Richtschnur bei dem Gericht einen besonderen Ehevertrag mit Ausschluß versammlung des Wahlvereins gedachte der Vorsitzende zunächst macht, überhoben. Nach dieser Schablone hat das Schöffengertcht der Verwaltung, Nußnießung usw. schließen. Ein Beispiel für einen des verstorbenen Vorkämpfers Genossen Drees bach, sowie des auch im vorliegenden Falle geurteilt, der sich folgendermaßen ab- solchen Vertrag finden Sie auf Seite 223 Nr. 22 des dem„ Arbeiterrecht" in engerem Kreis tätig gewesenen Genossen Alußmann- spielte: beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen Leseballen aus. Wilhelmsruh. Genosse Düwell hielt sodann einen überaus G. P. 28. 1. und 2. Vorherige Anmeldung ist mit Rücksicht auf die Als die Kohlenarbeiter streitten, telephonierte der Ueberfüllung bringend geraten. 3. Das Amtsgericht ist für die Entscheidung lehrreichen, mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über Kohlenhändler Grimberger eines Tages an das Polizeirevierbureau, einer Alimentationstlage zuständig. D. J. 100. Nach dem Gesetz nicht, Klassentämpfe". Unter Vereinsangelegenheiten teilte man möge ihm polizeiliche Hülfe schicken, da die bei ihm beschäftigten indessen kann das junge Mädchen den Schritt ausführen und falls gegen fie der Vorsitzende mit, daß Genosse Jendreied, veranlaßt durch Arbeitswilligen nicht anders als unter dem Schuße der Polizei etwas unternommen werden sollte, sich an das Vormundschaftsgericht seinen Bezirk ſein Amt als Bezirksführer im 4. Bezirk niedergelegt den Blaz verlassen mögen. Diensteifrig, wie die Polizei immer wenden. Nach Vollendung des 21. Lebensjahres wären gegen Sie unterhabe und an dessen Stelle der Genosse Degenhardt gewählt ist, wenn vom Streit betroffene Unternehmer Weißensee 100. Die und deren nommene Schritte ohne Aussicht auf Erfolg. R. 101. Halbe Talerworden ist. Die Versammlung bestätigte diese Wahl. Zu der am Arbeitswillige bei ihr Schutz suchen, kam man dem Ersuchen des 6. K. Leider innerhalb eines Jahres. 8. Dezember stattfindenden Kreis- Generalversammlung wurden Kohlenhändlers nach. Ein Schugmann wurde nach dem Hause. S. 101. Da Sie zur Zeit der Entnahme des Buches minderjährig die bisherigen Delegierten weiter bestätigt und Genosse Eichner Hussitenstr. 40 gesandt, wo sich das Geschäft Grimberger befindet. waren und sofort nach erreichter Großjährigkeit erklärt haben, daß Sie den als Erjazmann gewählt. Zu den von der Kreis- Vorstandssigung Als der Schutzmann an dem Hause anlangte, stand ein Bertrag nicht anerkennen, so sind Sie nicht gebunden. Lassen Sie sich aber den einzelnen Bezirken überwiesenen Anträgen wurde beschlossen, Bewohner des Hauses, der Metallarbeiter Neumann, mit den Vorfall als Mahnung dienen, niemals einen Abzahlungsvertrag zu der Kreis- Generalversammlung zu empfehlen, die Anzahl der einigen Bekannten im Torweg. Der Schutzmann herrschte unterschreiben, wenn Sie deffen Tragweite nicht genau übersehen können. Kreis- Delegierten nach der Zwölftelung zu bestimmen. Dem Neumann mit den Worten: 6. S. 1904. Sie können eine neue Aufforderung abwarten. Machen Sie, daß O. 2. 8. Nein. O. G. 1000. 1. Sofern nicht der Vertrag entgegen Vorschlage, die Kreis- Delegierten auf ein Jahr zu wählen, wurde Sie hier fortkommen. Neumann fragte erstaunt, steht, ja. 2. Nein; die Beschäftigung ist nur in offenen Verkaufsräumen, zugestimmt; die Forderung, daß Anträge zur Kreis- General- mit welchem Recht ihm denn der Aufenthalt im Torweg nicht aber in anderen Räumen verboten. 3. Klagen Sie beim Kaufmannsversammlung, die vorher publiziert werden sollen, mindestens des von ihm bewohnten Hauses untersagt werden könne. Auf eine gericht im Wege einer schleunigen Klage, daß Sie nicht verpflichtet sind, 8 Tage vor Stattfinden der Generalversammlung dem Kreis- Auseinandersetzung über diese Frage ließ sich der Schuhmann nicht länger als bis neun bezw. zehn im Geschäft zu bleiben. 4. Das Zeugnis 3. C. 82. 1. Jhre vorstand eingereicht werden müssen, als selbstverständlich be- ein. Er hatte eben die„ subjektive Auffassung", daß Neumann, o b tönnen Sie von der Kündigung ab verlangen. zeichnet. Mit der Aufforderung zu reger Beteiligung an der am gleich er als Metallarbeiter an dem Kohlen Frau, nicht Sie sind dazu berechtigt. 2. Durch 1 erledigt. 3. Nein. 4. Rein. F. P. 16. Wenn Sie im Vertrage nichts Besonderes vereinbart haben, Sonntag, den 9. Dezember stattfindenden Flugblattverbreitung, arbeiterstreit gar nicht beteiligt war, den Arbeitswäre eine Klage Ihrerseits erfolglos. 2. R. 1. Nein. 2. Sie könnten und den am 11. Dezember stattfindenden öffentlichen Versamm- willigen des Kohlenhändlers Grimberger lästig werden könne. nur auf Rücksendung auf Ihre Kosten flagen. 3. Soweit möglich, lungen betr. Heimarbeit schloß der Vorsitzende die Versammlung. Daß er Arbeitswillige belästigt hat, oder daß er auch nur die wird im Handelsteil darauf Rücksicht genommen werden. R. Absicht gehabt hätte, mit Arbeitswilligen in Verbindung zu treten, 9. 7. Sie find zur Bahlung der vollen Monatsmiete verpflichtet. Nieder- Schönhausen. dafür lag nicht der geringste Beweis vor. Nach seiner subjektiven Die Liebesgabe der Terraingesellschaft ist von der Gemeinde- Auffassung" hielt es der Schußmann für nötig, Neumann nach der vertretung mit Dant angenommen worden. Durch dieses der Ge- Wache zu bringen. Neumann erhielt, weil er der Aufforderung des meinde Nieder- Schönhausen gemachte Geschenk erhoffen die Spekulanten Schußmannes nicht Folge leistete, einen auf dreißig Mart eine baldige nugbringende Erschließung ihres heute noch unbebauten lautenden Strafbefehl. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das Terrains. Man schäzt das Gefchent auf 60 000 m., ein Objekt, das Vor Gericht behauptete der Schußmann, Neumann habe, als 9. Heft des 25. Jahrganges erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Triebträfte und Aussichten der russischen für die Gesellschaft bei den zu erhoffenden späteren Gewinnen fast die Aufforderung an ihn erging, nicht innerhalb des Torweges, Eine historische Aufklärung. Parteipolitisches aus den Vereinigten gar nicht in Betracht kommt. Das Schubertsche Grundstück an sondern vor demselben auf der Straße gestanden, während die Revolution. Von K. Kautsky. Staaten. Von Philipp Rappaport( Indianopolis). Die Neunstunden: der Kaiser Wilhelmstraße gelegen sollte bekanntlich zum Preise gegenteilige Angabe Neumanns durch einen anderen Zeugen bestätigt schicht im Brauntohlenbergbau. Von Mar Hirsch. Die Berufs- und bon 142 000 m. für Rathauszwede angetauft werden. Die Ge- wurde. Industrieverbände in Frankreich. Von Paul Louis( Paris). Amtliche meindevertretung beschloß jedoch, den Ankauf mit fieben gegen Das Gericht legte jedoch keinen Wert darauf, ob Neumann Haushaltungsrechnungs- Statistik. Von Adolf Braun. Die Arbeiterfechs Stimmen abzulehnen. Verschiedene Redner meinten, die innerhalb oder außerhalb des Haustores gestanden habe. Es stellte bewegung in Rumänien. Bon C. Racovsky. Literarische Rundschau. Räume des Grundstücks seien viel zu klein und die Gemeinde sich auf den Standpunkt, der Schuhmann habe geglaubt, es Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchmüsse sofort anfangen zu bauen. Andererseits schäzte man den fönnten Arbeitswillige durch Neumann belästigt werden. Ob diese handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Breis um 60 000 M. zu hoch und bezweifelte, daß die Aufsichts- Annahme objektiv zutreffe, habe das Gericht nicht nachzuprüfen. Der Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Poft mur pro Duartal behörde den Ankauf überhaupt genehmigen würde. Die bisher von den Aufforderung des Schußmanns hätte der Angeklagte unbedingt abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Bi. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Dorfvätern in dieser Angelegenheit geführten Debatten machen nach Folge leisten müffen. Da er es nicht getan, so habe er sich der außen, namentlich für die arbeitende Bevölkerung, einen wenig Uebertretung des§ 182 der Straßenpolizeiverordnung schuldig gemacht. bertrauenerwedenden Eindruck. Die Nieder- Schönhausener Gemeinde- Die Strafe wurde aber auf 5 M. herabgesetzt. bertretung hat durch ihre schwankende Haltung in dieser Frage den besten Beweis erbracht, daß sie eine sichere den Allgemeininteressen angepaßte Gemeindepolitik nicht zu führen imstande ist. Aufgabe der Nieder- Schönhausener Arbeiterschaft muß es sein, einzudringen in die Zitadelle des bürgerlichen Gemeindeparlaments. Potsdam. Preisfrage: wenn die kammergerichtliche Ansicht Grundsatz der Rechtsprechung wird, wann macht sich dann ein Beamter des Mißbrauchs der Amtsgewalt schuldig? Klassenjustiz? Der Eingegangene Druckfchriften. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 68-73 pr. 100 Pfd., IIa 62-67, IIIa 56-61, IVa 50-55. Stalbfleisch, Doppelländer 115-125, la 86-93, IIa 74-84, IIIa 60-72, 50. 54-58. Hammelfleisch Ia 70-78, IIa 54-67. Schweinefleisch 56-65. Rehwild Ia per Pfd. 0,60-0,75. IIa 0,40-0,55. Rotwild Ia 0,40-0,48, IIa 0,25-0,38, do. Stälber 0,35-0,55. Damwild 0,38-0,51, do. Stälber 0,60-0,70. Wildschweine 0,45-0,50. Frischlinge 0,00-0,00. Hasen per Stück 3,00-3,10, do. flein und Stürzlich stellten wir zwei Urteile gegenüber, die von der IIa 1,50-2,90. Staninchen pr. Stüd 0,60-0,90. Wildenten pr. Stüd 1,40-1,50. Königsberger Straflammer gefällt wurden und die den Klassen- Kridenten 0,00. Rebhühner, junge la 0,90-1,00, junge IIa 0,00-0,00, alte Das Gewerkschaftskartell beschäftigte sich in seiner letzten Sitzung justizcharakter trefflich zu illustrieren geeignet sind: in einem milde 0,75-0,82, junge fleine 0,00. Hübner, alte per Stück 1,50-2,75, alte zuerst mit der von ihm neu eingerichteten Bauarbeiterschußkommission. liegenden Beleidigungsfall wurde gegen eine Greifin auf Gefängnis, IIa 1,00-1,40, junge per Stüd 0,60-1,70. Tauben per Stück 0,40-0,60, Dabei wurde bemängelt, daß ein Teil der in Betracht kommenden in einer Anklage gegen Studenten wegen roher Beleidigungen, br. Std. 2,75-3,10. Ganie, Oderbrucher, per Bid. 0,45-0,53, do. Ia per Stud ital. 0,75. Enten, junge per Stüd 1,50-2,15, Hamburger, junge Gewerkschaften leider noch nicht ihre Delegierten zu derselben ge- Widerstandes gegen die Staatsgewalt und Verprügelung von 3,00-3,90, IIa 1,50-2,80. echte per 100 Bio. 69-73, groß 0,00. Bander wählt haben. Der Vertreter der Mühlenarbeiter teilte mit, daß die Polizeibeamten mittels eines Hausschlüssels auf Geldstrafe erkannt. mittel 1,20. Schleie 0,00, mittel 0,00-0,00, fleine 0,00-0,00. Bleie, fleine Sperre über die Getreidemühle Bernhard Meher zur Zufriedenheit Aehnliche Urteile fällte am Montag das Schöffengericht in Halle. 0,00. tale, groß 126, mittel 0,00, flein 0,00, uns. 0,00. Plötzen 38 der in Betracht kommenden Arbeiter aufgehoben iſt. Für die neu 1. Der Student der Medizin Thilo Kaiser, 26 Jahre alt, belästigte bis 55. Karpfen, 25er 0,00, do. 30 er 0,00, do. 100 er 0,00, gegründete ,, Arbeiter Bibliothek Potsdam" wurde der eines Morgens Ende August den Handelsmann Walwach, indem er sich do. 50-60 er 63-66, 40 er 0,00. Barse 66-71. Starauschen 67. Blei neue Vertrag vorgelegt und genehmigt; da sich noch nicht alle vor dessen Pferde hinstellte und mit dem Stabe herumfuchtelte. Als fifche 0,00. Wels 00. Bunte Fische 20-45. Amerikan. Lachs Ia Gewerkschaften mit dem Beitrag für dieselbe beschäftigt hatten, so er dem einen Tiere bald das eine Auge ausstieß und das Pferd neuer per 100 Pfd. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do. IIIa, neuer 75. sollen die Delegierten in der nächsten Sizung den Beschluß Hochging, sprang der Polizeisergeant Krastewiß hinzu und verlangte 0,60-0,80. Flundern, pommersche Ia, per Schott 3-6, do. pommersche Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,25, Danziger, Wall ihrer Gewerkschaft mitteilen. Die Bibliothek ist vorläufig die Karte des Studenten. Letzterer verweigerte aber die Hergabe IIa 2-4, Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber Stifte 2-3, Hamb. jeden Sonnabend bon 28-9 Uhr abends im Restaurant der Karte, schlug den Beamten mit der Faust ins Gesicht und Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Stieler 3,50-5,00, Rabenthin geöffnet.( Dem Beitrag zugestimmt haben bis mit seinem Stocke über den Kopf, so daß eine Ver- Stralsunder 4-5. Aale, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, jekt: Maler, Metallarbeiter, Schuhmacher, Holzarbeiter und Buch- leßung entstand. Als dann der zweite Sergeant Engelhardt flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Kiste 4-5, do. bruder.) Da das Geschäftsjahr für das Kartell in diesem Jahr hinzufam, rief er auf dem Transport nach der Wache: Kiste 2-3,00. Stablian, p. 100 Pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er mit dem Kalenderjahr schließt( bisher 30. März), so bittet der VorVon solchen Keris muß man sich verhaften per Anfer 95, 1904 er 95, 1905er 93, 1906er. 73. Schottische Vollheringe sigende Genosse Krakau die Delegierten dafür zu sorgen, daß in lassen." Der Angeflagte wollte betrunken gewesen sein. 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. ihren Gewerkschaften im Laufe des Monats Dezember die neuen Staatsanwalt bedauerte, daß sich ein gebildeter Mensch zu solcher 1,50-1,60. Heringe, neue Matjes, per 2 To. 60-120. Sardinen, ruff., Faß Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Delegierten gewählt werden. Zum Schluß ersucht der Delegierte Tat hinreißen lasse und beantragte 190 Mart Geldstrafe. Das Schodfaß 11, fleine 5-6, Riesen 14. Hummern, fleine, per Pfd. 0,00. der Buchdrucker die Delegierten, in ihrer Gewerkschaft für den Bei- Urteil lautete auf 100 Mart. Strebje, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. tritt zur hiesigen Konsumgenossenschaft Hoffnung" zu agitieren. Es 2. Darauf betraten die unbestraften Maurer Frommknecht, Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,00-4,60. Butter ſei sehr bedauerlich, daß ein großer Teil der Gewerkschaftsmitglieder Bilger, Hoffmann und Beyer die Anlagebant, die sich per 100 Pfo. Ia 123--125, Ila 115-123, IIIa 110-114, abjallende 95-105. dieser Bewegung immer noch fern steht. In der Sitzung nicht wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbeordnung zu verant- Saure Gurfen Schock 3,50-4,00, Bieffergunten 3,50-4,00. Startoffeln vertreten waren die Bauarbeiter, Tabatarbeiter, Sattler und Dach worten hatten. Sie wurden beschuldigt, gelegentlich des Maurer- ver 100 Bid. 0,00, magnum bonum 2,00-2,10, Dabersche 2,00-2,10, deder mit je zwei, Textilarbeiter, Zimmerer, Nichtgewerbliche, Holz- streits in Radewell drei Arbeitswillige dadurch zur Arbeits- per 100 Pfund 5,00-7,00. weiße 1,75-2,00, Salatfartoffeln 4,00-6,00. Spinat Karotten per Schockbund 2,50-3,00. arbeiter mit je einem Delegierten; die Vertreter der Dachdecker niederlegung bestimmt zu haben, daß ste ihnen am Sellerie, hiesige, per Schock 3,00-5,00, do. pommersche 4,00-5,00. Zwiebeln haben bereits schon in mehreren Sizungen gefehlt. Morgen Ses 11. Juni zuriefen: Es ist Eure heiligste große, per 100 Bfd. 3,00-3,50. bo. Ileine 2,00-2,50. do. hiesige( Perl-) Kohlrabi Pflicht, daß Ihr die Arbeit niederlegt, Ihr bekommt Euer 0,00. Charlotten 60-70. Beterfilie, grün, Schockbund 1,25-1,50. Spandau. Reisegeld. Arbeitet Ihr weiter, dann findet sich das andere." Ein per Schod 0,50-0,80. Rettig, bahr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen " Bolitische Streiflichter" lautete das Thema eines Vortrages, Angeklagter soll mit erhobener Faust gedroht und Beyer soll außerdem per Schockbund 0,60-1 Salat, per Schock 0,00-0,00. do. Escarole, den Genosse Rehbein in der Generalversammlung des Wahl- ein Schimpfwvort gebraucht haben. Tätig geworden waren die An- 100 Bfd. 2,50-3,50. Teltower Rüben per 100 Pfd. 10-12. per Mandel 1,00-1,50, do. Endivien 1,50-2. Mohrrüben ber vereins hielt. Nach eingehender Diskussion über die bevorstehende geklagten nicht. Derfelbe Staatsanwalt beantragte gegen Fromm große 2-3, fleine 6-8. Rote Rüben 1,50-2. Blumenkohl per Mandel 0,00. Weiße Rüben Kreisgeneralversammlung wurden die Genossen Scholz, Rupprecht knecht eine Woche und gegen die übrigen Angeklagten je zwei 5o. Erfurter Stopi 0,00. Wirsingfohl ber Schock 3,00-6,00. Rotkohl und Reichard als Delegierte zu derselben gewählt. Unter Ber- ochen Gefängnis. Der Verteidiger St.-A. Dr. Dittenberger p. Schod 3,00-8,00. Beißtohl Schock 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Pfd. schiedenes" wies der Borsigende auf die bevorstehende Gelverbe- sprach seine Verwunderung über den Strafantrag aus und erklärte, der 15-18. Grünkohl per 100 Bid. 3-5. Schnittlauch 12 Töpfe 4-4,50. Stohlgerichtswahl sowie auf die Versammlung der Drtstrankenkasse hin. Staatsanwalt habe wohl nur deshalb Anklage auf Grund Kürbis 3-5. Birnen, per 100 Bfd. hiesige 7-20, Des verstorbenen Genossen Dreesbach gedachte die Versammlung des§ 153 der Gewerbeordnung erhoben, um den 8-20, Tiroler in Fässern 17-30, Stifte 32-80, Amerit. 17-26. Breißel böhmische 5-18. Aepfel, per 100 Pfd., hiesige 3-20, Gravensteiner durch Erheben von den Blägen. Angeklagten die Möglichkeit zu entziehen, mit beeren, schwedische 0,00, Gebirgs 30-33. Wallnüsse per 100 pfb. 16-20, einer Geldstrafe davonzukommen. Hier handele es do. rumänische 23-30, do. franz. Cornes 29-32. Paranüsse 60-65. Hafel sich doch nur um einfache Beleidigung nach§ 195. Staats- nüffe lange 42-48, runde 32-35. Zitronen, Messina, 300 Stüd anwalt und Richter protestierten gegen diesen Einwurf und be- 8,00-12,00, 360 Stüd 7,00-10,00, 200 Stüd 10-12, 420 Stüd kleine zeichneten das Vorgehen des Verteidigers als unsachlich. Das 5-8, 500 Stück fleine 5-8. Urteil lautete gegen Bilger und Hoffmann auf je eine Woche und gegen Becher auf zehn Tage Gefängns. Frommknecht tam jedoch frei. 5. Gerichts- Zeitung. Eine Szene aus dem Hause des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten " Ein Heinzemann- Briefter. war Gegenstand einer Verhandlung vor der 8. Straffammer des Wegen dreier Vergehen und eines Verbrechens wider die SittLandgerichts I. Angeklagt war der Vorsteher der Hausverwaltung Hegmann. Nach Angabe des Heizers Weiß soll es wegen der lichkeit hatte sich vor der Würzburger Straftammer der Redakteur veralteten Heizanlagen im Ministerium zwischen ihm und dem An- des dortigen Zentrumsblattes, des von dem bekannten Zentrumsgetlagten wiederholt zu Reibereien gekommen sein. 2. behauptet, abgeordneten Gerstenberger geleiteten" Fränt, Volksblatt", Alois daß, anstatt die Reparatur der Anlage zu veranlassen, habe Wothe, zu verantworten. Bothe, ein Theologe, hat sich im Sommer H. ihn zu finn- und instruktionswidrigem Heizen an= auf verschiedenen öffentlichen Kinderspielplägen fleinen Kindern in gehalten und die Räte im Ministerium, die unter der schamloser Entblößung gezeigt und an einem Mädchen eine handwechselnden Kälte und Glut litten, gegen ihn eingenommen greifliche Unfittlichkeit verübt. Während er früher geständig war, habe. Eines Tages tam es deshalb zu einem heftigen Auftritt. berlegte er sich in der Verhandlung aufs Leugnen; er sei ein großer Nach der Darstellung des Weiß soll ihm h., als er ihm, unter Protest Kinderfreund und habe mit den kleinen Mädchen nur getändelt. Er gegen seine Anordnung, seine Instruktion vorlegte, in höchster Er- wurde jedoch überführt und zu 7 Monaten Gefängnis verurteilt. regung einen Stoß vor den Unterleib versezt, am Halse blutig gewürgt und hinausgeworfen haben. Der Angeklagte gab an, daß er den widerspenstigen Heizer nur in Ausübung des Hausrechts zur Tür hinausgebracht habe. Auf Grund der Beweisaufnahme hielt das Gericht die Darstellung Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, des Weiß für erwiesen und verurteilte den Angeklagten eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Geöffnet 7 Uhr. Hegmann zu 30 Mart Geldstrafe. Weiß, der gleichzeitig wochentäglich von 7 bis 9½ Uhr abends statt. von H. wegen Beamtenbeleidigung angeflagt war, weil er in einer Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Beschwerde an den Minister Herrn H. der Trunksucht bezichtigt hatte, wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wurde freigesprochen, da er in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt hatte. Briefkaften der Redaktion. W. S. 21. 1. Ja, Schriftlichkeit der Uebertragung und Anzeige an den Schuldner ist erforderlich. 2. Sie fönnen auch einen anderen Gerichtsbollzieher beauftragen. 3. Gegenwart des Gläubigers bei der Pfändung Der Schuhmann befiehlt- der Bürger hat zu gehorchen. ift zulässig. M. S. 31. Sie erhalten zutreffende Auskunft in der Das ist der Zustand, den uns die Herrschende Rechtsprechung Auskunftsstelle der deutschen Gesellschaft für ethische Stultur Unter den Rigdorf 80. 1. Das Gericht Linden 16, Quergebäude 3 Treppen. tatsächlich gebracht hat. Eine Verhandlung, die am Dienstag vor würde voraussichtlich zugunsten des Meisters entscheiden, weil Sie mit der Ber der 143. Abteilung des Schöffengerichts geführt wurde, zeigte wieder einbarung einverstanden waren. Die allgemeine Redewendung, die der Meister einmal, daß nach der Auffassung unserer Nichter, die sich der be- gebrauchte, verpflichtet ihn zu nichts. Man könnte lediglich dieselbe dahin fannten Schablone des Kammergerichts bedienen, der Staatsbürger verwerten, daß Sie nicht noch zur Herauszahlung verpflichtet find. 2. Nein. den Anordnungen jedes beliebigen Schuhmannes ebenso 23. 5. 78. 1. Frühestens Ausgang 1907. 2. Ja. Die Verjährungsfrist Rosen 0,00, Wetter- Proguose für Mittwoch, den 5. Dezember 1906. Zunächst kühler, vielfach heiter, jedoch sehr unbeständig mit einzelnen Regen- und Graupelschauern und ziemlich starken nordwestlichen Winden; später wieder etwas wärmer. Berliner Wetterbureau. INSERATE für die nächste Nummer müssen spätestens bis 5 Uhr nachmittags des vorherigen Tages in unserer Expedition abgegeben werden. Größere Anzeigen für die Sonntags= Nummer erbitten dagegen schon bis Freitag nachmittag 5 Uhr, da nur in diesem Falle die Aufnahme garantiert werden kann. Crenung 5: KI Z15.Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 4 Desember 1906, vormittags.. Bu die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ofine Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) 29 157 399 458 TO 540 852 1074[ 1000] 199 237[ 500] 008 2007 41 187 306 52 570[ 500] 628 3074 90 165 226 384 482 45 531 618 749 836 90[ 3000] 4044 172 525 835 71 957 5097 166 204[ 1000] 14 70 82 87[ 3000] 667 6175[ 3000! 401 85 609 757[ 500] 910 42 7171 828 8163 226 53 59 397 484 562 646 790 847 9033 113 68[ 1000] 234 54 352 1500] 768 915 10014 83 255 641 11057 439 585 607 21 99 939 12038 165 363[ 500] 403 517 65 763[ 500] 96 905 45 13077 323[ 3000] 515 635 969[ 1000] 14245 611 90 95 718 31 15171[ 600] 418 535 686 767 16353 441 766[ 1000] 927 17045 141 50 80 263 66 640 93 18023 251 314[ 1000] 39 682 819[ 3000] 19084 137 352 646[ 1000] 92 774 935 75 20480 502[ 500] 894 941 21273 439 696[ 500] 740 92 885 956 22160[ 1000] 93[ 3000] 299 343 75 899 982 23067 203 67 24269[ 3000] 316 482[ 500] 518 86 706 23 822 931 [ 1000] 57 25000 107 55 59 353 85[ 1000] 561 763 932 26104 5 333 41 498 564[ 500] 630 835 27040 54 134 1500] 296 934 28118 67[ 1000] 303 32 516 622 777 827 961 88 29252 348[ 1000] 537 74[ 3000] 617[ 500] 59 802 30313 20 437 792[ 500] 31571 970 32222[ 1000] 79[ 1000] 468 73 613 758 801 929[ 3000] 33704 848 34041 154 279 563 93 630 783 826 976 35022 58 151 80 299 730 836 92 36460 692 [ 500] 816 28 992 37234 40 91 433 705[ 500] 22 1500] 870 936 61 38244 77[ 3000] 418 80 718 39083[ 500] 160[ 500] 235 64 446 509 675 40227 310 94 611[ 1000] 959 41107 28 220 71 556 69 634 894 42208 32 324 609 85[ 500] 740[ 500] 43136 269 78 478 640 745 44277[ 3000] 329 584[ 1000] 634 45114 420 838 46699 775 47030 43 49 146 205 28 304[ 1000] 49 456 640 65[ 300] 82 944 48003 8 305 717 902 29 41 49115 825 50[ 1000] 91 441[ 500] 529 694[ 1000] 50116 427 590 603 806 51013 645 59 754 941 50 83 96 52079 461 71 525 75 672 876 53087 174 620[ 500] 764 54148 463 552 620 803 55072 340 48 403 633 832 38 77 940 56004 327 616 42 817 [ 1000] 19[ 1000] 85 57125 215 721 65 964 90 58217 436 70 695[ 1000] 721 50 914 59136[ 500] 60 370[ 500] 425 508 80 639 737 51 845 55 60257[ 1000] 346 582 646 858 978 61024 41 91 137 235 44 434 516 765 859 62114 38 221 630 63395[ 3000] 871 935 80 64091 170 287[ 500] 557 908 65021 92 618 35 833 82 66145 62 288 77 91 335 410 539 679 826 67 67180 95 245 68123 211 304 60 506 819 69006 65 516 662 7C060 245 92 406[ 1000] 75 826[ 1000] 71 71055 304 96 541 676 741 69 72045 96 380 404 70 540 646[ 1000] 877 95 941 73090[ 500] 135 45[ 3000] 56 429 705 911 33 41[ 3000] 74015 35 40 222 47 79 795 824 28 32 977 96 75358 472 732 840 74 76084 124 84 286 97[ 500] 437 556 97 674 87 723 908 77105 349 661 733[ 3000] 817 37 96 78092 133 212[ 500] 41 53 56[ 300] 302 432 527[ 3000] 40 764 842 971 79087 157 546 640 948 52 80105 86 243[ 10000] 318 35 705 953 81153 444 583 82 722 804 82346[ 500] 64 82 457 582 97 682[ 500] 713 34 850 83132 222 57 396 797 84094 294 381'496[ 300] 506 602 10 19 815 901 78 85018 145[ 500] 255 310 432 49 65 86 95[ 500] 569 712 822 86102 86 281 92 514 970 74 87037 314 65 507 638 754[ 500] 929[ 3000] 62 88078[ 1000] 97 221 435 575 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Ziehung 5.Kl. 215. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 4. Dezember 1906, nachmittags. Nur die Gewinne über 240 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Nachdruck verboten.) ( Ohne Gewähr.) 64[ 500] 225[ 1000] 93 327 66 69 492 95 512[ 500] 44 [ 1000] 694 811 1016 59 214 52[ 500] 457 659 2109 528 846 3050 189 99 260[ 1000] 76 421 996 4013 73 1500] 100 20 218 392 728 5030 63 205 600[ 500] 742 56 810 [ 1000] 53 6192 396 705 903 7059 133 377 13000] 561 925 8046 498 639 76 762 9099 125 236 391 98 633 762 837 10131 437 630 58[ 500] 11062 139[ 1000] 203 5 302 21 376 [ 1000] 79 12125 387 408 91 733 13035 171 226 75 648 734 46 14031 169[ 3000 300 0001 286 302 581 649 953 15004 32 149 299 526 949 16109 60 272 1500] 446 960 17444 46 57 632 41 870 18163[ 3000] 233 47 364 556 632 735 824 19018 75 90[ 1000] 217 62 304 17 515 [ 500] 865 20065 90 213 369 801 62 75[ 500] 945 82 21292 366 578 786 22137 64 339[ 500] 436 546 653 802 44 993 23371 430[ 500] 715 17 62 853 58 93 24199 208 327 650 896 930 25041 137 568 701 12 871 941 26415 54 523 [ 500] 603 713 76 27160 61 200 335 494 642 711 885 62 96 905 28049 97 364 454 637 759 29017 83 417 1500] 655 30191 519 54 60 66[ 3000] 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Dezember, vor mittags lies 273 701 statt 273 706. Die Ziehung der ersten Klasse der 216. Königlich Preussischen Klassen- Lotterie findet statt am 10. und 11. Januar 1907. Verkäufe. Weihnachts Regulateure, Frei schwinger, Brosche mit Ohrringen 5,00, Armbänder, Ringe 1,50, gestempelt 333. Pfandleihe Andreasstraße 38. Elektrische nach überall. Bauernbetten, sechsundzwanzig Brautbetten, hochelegant, Weidenweg neunzehn. 184/1 Krautstraße 50. Spottbilliger Bertauf von Möbeln, Spiegeln, Bolster waren, großes Lager im Möbelspeicher. of 3 Etagen. Stein Laden. Saalfeld, 1696 Strautstraße 50. Federbetten, Stand 10,50, große 16,00, Gardinen, Wäsche, Deden, Winterpaletots, Uhren, Goldsachen spottbillig Pfandleihhaus Küstriner 2123 play 7. Augenblicklich besondere Gelegen heit, Möbel auffallend billig zu kaufen für Brautleute, Pensionate. Ueber Deckbett, Unterbett, Sissen mit 21198 zeugen Sie sich. Hirschowik, Stalizerstraße 25. 20888* glattrotem Inlett 10,50, Pfandleihe Pfandleihe. 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