Nr. 287. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 t., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. BostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breislifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg. Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die InTertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 Bfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellen Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Das Flugblatt des Bundes der Landwirte. Der ehrfame Bund der Landwirte hat wahrscheinlich um dem neuen Landwirtschaftsminister schäßenswertes Material für seine Beantwortung der Fleischnot- Interpellation zu liefern durch seine viehverständigen Autoritäten ein neues Flugblatt über die Fleischteuerung ausarbeiten lassen: ein höchst interessantes Schriftstück, da es zeigt, wie tief diese Autoritäten die geistigen Qualitäten ihrer Anhängerschaft einschätzen und welche Fälschungskunststüdchen fie ihr daraufhin zu bieten wagen. Auf alle in dem Flugblatt aufgestellten Behauptungen zu antworten, lohnt sich nicht der Mühe, Mühe, sind doch manche der Angaben für die Beurteilung der Frage, ob in Deutschland eine Fleischteuerung besteht, auf welche Ursachen sie zurückzuführen ist, und wie sie sich beseitigen läßt, absolut wert- und zwecklos; nur zur Charakteristik der unverschämten Mache wollen wir einige Stellen aus dem Flugblatt unseren Lesern vorführen: Man sagt," heißt es in dem Machtverk, die Grenzen sollen geöffnet werden? Wer weiß, was damit gemeint ist? Denn für Fleisch- also geschlachtetes Vieh sind die Grenzen allgemein geöffnet. So darf frisches Rindfleisch eingeführt werden aus: Defterreich, Ungarn, Dänemark, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, England, Italien, Schweden, Norwegen. Frisches Schweinefleisch aus: Desterreich, Ungarn, der Schweiz, Frankreich, Holland, Belgien, Italien, England, Amerika. Zubereitetes( gepöfeltes, geräuchertes usw.) Fleisch darf herein aus allen Ländern der Welt. Es gibt also auf der ganzen Erde fein einziges Land, das seine Fleischüberschüsse nicht in geschlachtetem Zustande nach Deutschland einführen fann, wenn es nur will. Dies ist für den Konsumenten günstig, denn der Fleischtransport ist billiger als der Transport lebenden Viehs. Sonntag, den 9. Dezember 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Stehen sie aber darin, dann sind sie unrichtig, denn in den letzten haben die Zahl der demokratischen Wähler um vieles verMonaten hat bestes schottisches Rindfleisch auf dem Londoner mindert, freie Wahlagitation ist nicht möglich. Und dennoch Zentralfleischmarkt durchschnittlich nur 7-7 Bence pro englisches ist der Sieg in vielen Bezirken so gut wie sicher! Bisher Pfund gekostet, also pro deutsches Pfund nur 67-72 Pf., ameri- herrschte bekanntlich keine Einheit über die Zulässigkeit von tanisches, in Deptford geschlachtes Fleisch war durchschnittlich noch um Wahlbündnissen mit bürgerlich- oppositionellen Parteien. Die 5 bis 8 Pf. billiger, und gefrorenes Rindfleisch kostete nur ungefähr Resolution der lezten Parteifonferenz aber wird nun das die Hälfte. ihrige beitragen, daß die Partei einig in den Wahlkampf Den größten Mumpitz aber gestatten sich die großen Autoritäten tritt. Einig sind alle Parteigenossen im weiten russischen des Bundes mit folgender Berechnung: Reich, daß sie unter der roten Fahne der Sozialdemokratie Ein kürzlich in Berlin verbreitetes sozialdemokratisches in den Wahlkampf treten müssen, um in neuem Ringen neue Flugblatt berechnet den durch die Zollgefeßgebung für die Positionen im Befreiungskampfe des russischen Proletariats zu Nahrungsmittel zuungunsten der Konsumenten den Landwirten angeblich erwachsenden Vorteil auf 10 M. jährlich pro Stopf der gewinnen. Einig sind sie darin, daß die zweite Duma als Bevölkerung, ober, für eine Familie von fünf Personen, auf Stüßpunkt benutzt werden müsse, um das Arbeiter- und Aber wir wollen einmal die Bauerntum um sich zu scharen, die oppositionellen Parteien wöchentlich eine Mart nach links zu treiben und mit vereinten Kräften gegen den Barismus vorzugehen. theoretische Rechnung des sozialistischen Flugblattes gelten laffen. Dann wird, was das Flugblatt für die Preiserhöhung der Lebensmittel durch den Zolltarif behauptet, auch gelten müssen für den durch denselben Zolltarif insbesondere auf den industriellen Arbeitsgebieten bewirkten Aufschwung des Beschäftigungsgrades und der Löhne! Da zeigt bann die amtliche Lohnstatistit, daß seit dem Bestehen des Zoltarifs sich erhöht haben: Die Bergarbeiter. Iöhne im Durchschnitt in Oberschlesien u. Westfalen jährlich um • Revolution und Reaktion werden in der nächsten Duma um den Bauern und um die Armee kämpfen," so heißt es im Wahlaufruf des Zentralfomitees der lettischen Sozialdemofratie. „ Die Fessel des Feudalismus, das Joch des blaublütigen Junkertums drückt sowohl Arbeiter als auch Bauern. Dieses Joch abzuschütteln vermag nur der Sieg der Revolution. Darum rufen wir alle, denen die Freiheit und das 450 Mart wöchentlich 9 Mark. Volkswohlergehen teuer ist, in den Wahlkampf unter der reten Fahne der Sozialdemokratie." Die Löhne in den Hüttenund Walzwerken um 450 Die Tagelöhne unge• == 9 lernter Arbeiter in den Großstädten um.. 300 Ergebnis: Die sozialdemokratisch berechnete Verteuerung der Lebensmittel durch die Zölle beträgt wöchentlich eine art, der Mehrlohn wöchentlich sechs bis neun Mart! Erstens hat nicht in dem sozialdemokratischen Flugblatt ge standen, daß dem Arbeiter die Lebensmittel durch die Zölle um Der Leser, der das Flugblatt liest, muß selbstverständlich an eine Mart pro Woche verteuert würden, sondern daß ihm allein nehmen, daß das frische Fleisch beliebig aus den genannten Ländern durch die Fleischpreissteigerung der Lebensunterhalt eingeführt werden kann. Tatsächlich aber darf frisches Fleisch nur in um eine Mark verteuert wird. Die Flugblattberfaffer haben dem ganzen Tiertörpern eingeführt werden, die bei Rindern und Schweinen nach abfichtlich den Inhalt für ihre Zwede entſtellt. Zweitens ist in Hälften zerlegt fein fönnen, in welchem Falle aber Brust und die Angabe, daß die Löhne der Bergarbeiter und Hüttenarbeiter Bauchfell, Lunge, Herz und Nieren( bei Kühen auch das Euter) mit jährlich um 450 M., die der ungelernten städtischen Arbeiter um ben Tierhälften verbunden und legtere so nebeneinander verpadt 300 M. gestiegen find, frivol erfunden oder richtiger gefagt, sein müssen, daß sich ihre Zusammengehörigkeit ohne weiteres erBerner muß für dieſe Tierförper, wenn sie aus erlogen. Nach der amtlichen, von den Bergbehörden auf tennen läßt. das zu Deutſchland in einem Zoll- genommenen Lohnstatistik stellte sich der Jahresdurchschnittslohn der einem Lande kommen, vertragsverhältnis steht, 27 Pfennig, sonst 45 Pfennig Zoll werden entrichtet pro Kilogramm auch für Knochen und Abfall- drittens darf die Einfuhr nur über bestimmte Boll ämter erfolgen und viertens dürfen nicht irgendwelche Mittel angewandt( z. B. Borsäure, Alfalien, Farbstoffe usw.) sein, um das Fleisch vor Fäulnis zu bewahren oder ihm ein besseres Aussehen zu geben. Bergarbeiter: im Ruhrrevier • • 1900. 1332. 1901. 1224 1902.. 1131 1903.. 1205 1904. 1208 Saarrebier Oberschlesien 1044. 1042 877 M. 872 " " " 1053 820 " 1068 832 1097 836 " " 1114 867 " • 1905.1186 Schon durch diese Bestimmungen sind nunmehr der genannten, Unverschämter ist also noch nie ge- flunkert worden eine von Deutschland entfernt liegenden Länder von der Einfuhr von jährliche Zunahme von 450 Mart! Solchen Schwindel wagt man Fleisch in Deutschland ausgeschlossen, denn bis das Fleisch die See- in gemeiner Spekulation auf die Einfalt der Landleute diesen zu reise überstanden hat, amtlich auf seine Gefundheit untersucht, ver- bieten. Jebes weitere Wort der Kritik ist überflüssig. zollt und weiter transportiert ist, ist es verdorben. Und soweit dieser Und diese junkerlichen Herren, die sich solchen Schwindel ge Hinderungsgrund nicht vorhanden ist, sorgt der enorme hohe ſtatten, das sind die„ Edelsten und Besten der Nation, deren EinZoll für die Absperrung der Grenzen. Tatsächlich findet fünfte unbedingt auf Kosten der schwer arbeitenden werktätigen eine Einfuhr von Rindfleisch denn auch nur aus Dänemark und Bevölkerung durch Wucherzölle und Liebesgaben erhöht werden Holland statt. Erstgenanntes Land hat vom 1. März bis Ende müffen. Eine feine Sorte! September 38 943 Doppelzentner Fleisch in Deutschland eingeführt, Yepteres 32 214 Doppelzentner. Schweinefleisch erhält Deutschland fast ausschließlich aus Holland, das in diesem Zeitraum 30 302 Doppelzentner einführte. Allerdings könnte uns außer Dänemark und Holland auch noch Rußland Rindfleisch, und außer Holland noch Rußland und Dänemark Schweinefleisch liefern; doch die Zufuhr aus diesen Ländern ist absolut verboten. Die russische Revolution. Gewitterwolfen. " Wenn die Kadetten in der Duma mit der Regierung paktieren follten, wird die Sozialdemokratie sie mit allen Mitteln daran verhindern. Falls ihr dies nicht gelingen follte, fo wird sie doch die Verräter zwingen, ihren Verrat öffentlich zu üben, damit das Bolt sehe, wer und wo seine Feinde find." Zu diesem Zweck gehen wir in die Duma." Politifche Ueberficht. Berlin, den 8. Dezember. Die politische Lage in Spanien. Madrid, 5. Dezember.( Eig. Ber.) Bedeutung an sich doch nichts weiter als die Begleiterscheinungen Die beiden letzten spanischen Ministerkrisen sind bei all ihrer einer viel tieferen Krisis, nämlich des Kampfes zwischen dem fanatisch reaktionären und dem demokratischen, antiklerikalen 円 Geiste, der seit einiger Zeit ins politische Leben Spaniens ciu gedrungen ist und dessen Aussichten und Erfolge noch gar nicht ab= zusehen sind. Bei oberflächlicher Betrachtung der Dinge, bei Beobachtung der einzelnen, aus dem Zusammenhange gerissenen Erscheinungen ist der Sturz des Ministeriums Lopez Dominguez die Folge cines Briefes, den Moret- entgegen allen Gepflogenheiten der spanischen Politit, ja fogar entgegen den Bestimmungen der Konstitutionan den König gerichtet hat. In diesem Briefe teilte Moret dem das Kabinett Dominguez soeben ein Vertrauensvotum er= halten hatte dem Könige mit, daß die liberale Mehrheit nicht mehr einig sei und daß das Kabinett nicht länger am Ruder bleiben könne, ohne sich großen Unannehmlichkeiten auszusehen. nachAls Dominguez im Verlaufe einer Audienz bei Alfons von dem Briefe Morets erfuhr, gab er sofort seine Demission, und Moret der„ Berräter", der Intrigant", wie man ihn jest nennt erhielt den Auftrag, ein neues Kabinett zu bilden: ein unmittel= bar aus den Hofparteien im königlichen Schloffe entsprungenes Zufalls- Ministerium. Dieses Ministerium nun erwarb sich das große Verdienst, allenthalben im Lande Proteste und Drohungen zu entfesseln, die Dieser Tage schon wiesen wir darauf hin, daß Japans Re- nicht nur das Kabinett, sondern die Monarchie in Gefahr brachten! gierung sich keinerlei Strupel gemacht hat, Rußlands verzweifelte Die liberalen Mehrheiten in beiden Kammern protestierten, die Lage zur Erringung handelspolitischer Vorteile auszubeuten. Die Radikalen und die Republikaner drohten, auf den Straßen spielten Ebenso steht es mit der Behauptung, zubereitetes Fleisch fönne artikel 11 und 12 des Friedensvertrages von Portsmouth bieten bei sich lärmende Kundgebungen ab, die Infantin Isabella, des Königs nach Belieben eingeführt werden. Wurstwaren, Büchsenfleisch, Bökel einigem guten Willen" Interpretations- Möglichkeiten, aus denen im Tante, und Alfons höchstfelbst wurden ausgepfiffen, ein Bischof fleisch, dessen einzelne Stücke nicht mindestens 8 Pfund wiegen, Handumdrehen Konflikte hergeleitet werden können: Die Frage der samt seinem Anhang auf den Straßen Madrids angefallen dürfen überhaupt nicht eingeführt werden. Und aus Rußland. Fischereirechte im Japanischen, im Ochotskschen und im Beringsmeer und gut: es war eine Art Aufruhr entstanden, den die Regierung Rumänien, Serbien darf auch solches Bökelfleisch nicht ein- sowie das Problem des Abschluffes eines neuen Handels- und nicht einzudämmen vermochte, den sie im Gegenteil, wo ihre Organe geführt werden, das den gesetzlichen Bedingungen entspricht. Schiffahrtsvertrages zwei Dinge, die, zumal wenn der eine Teil sich sehen iießen, nur noch heller zum Auflodern brachte. Bei dieser Doch die vorstehende Leistung des Flugblattes wird weit in den feinen Anlaß zur Nachgiebigkeit zu haben glaubt, gar leicht zu Lage der Dinge, bei der offensichtlichen Feindseligkeit eines großen Schatten gestellt durch seinen Vergleich der Londoner mit den Berliner Reibungen und Explosionen führen können.- Folgende öffiziöfe Teiles der liberalen Majorität zumal im Senat! bat Moret Fleischpreisen: Man sagt: die Zölle verteuern das Fleisch. Man lefe: Fleischpreise in London: Das einzige europäische Einfuhrland, welches feine Vich- und Fleischzölle hat, ist England. Die gewiß unverdächtige Rölnische Zeitung" brachte fürzlich Mitteilungen über die neuesten Kleinhandels- Fleischpreise in London. Nach diesen Mitteilungen foftete in London "" � engl. Rindfleisch( Lendenstück) 14 Pence für 453 Gramm gleich 1 M. 31 Pf. pro Pfd. Rippenfleisch: 3-11 Bence für 453 Gr. gleidh 75-103 Ueberseeisches gefrorenes Rindfleisch: Lendenstüd: 12 Bence für 453 Gramm gleich 1,13. Rippenstüd: 7-10 Bence für 453 Gr. gleich 65-93 Pf. Dagegen Loftete nach der Berliner amtlichen Statistit im September 1906: Rindfleisch vom Bauche: " " Rindfleisch von der Keule: Durchschnittspreis 87% Pf. pro Pfd. 70" Das frische deutsche Rindfleisch war also nicht teurer als selbst das gefrorene überseeische amerikanische Fleisch in London und teilweise billiger als das frische. Meldung zeigt den Stand der Dinge an. " um seine Entlassung. furz Petersburg, 8. Dezember. An leitender Stelle meldet die Jetzt wurde der Herr Marquis de la Vega de Armijo, ein alter Now. Wr." aus autoritativer Quelle, daß die Verhandlungen mit Führer der liberalen Partei, zur Bildung eines neuen Ministeriums Japan sowohl wegen der Fischereifrage, in der Japan be sonders anspruchsvoll auftrete, als wegen des Handels- berufen. Er stellte ein liberales Konzentrations- Kabinett zu= bertrages nur langsam und nicht ohne Schwierigkeiten bor sammen, das einfach die Fortsetzung des Kabinetts Lopez rüden und daß nur größere Nachgiebigkeit Japans den Abschluß Dominguez ist, aus welchem Armijo ja auch die beiden radikalsten der Verhandlungen beschleunigen fönne. und einflußreichsten Mitglieder, den Grafen von Romanones und Jimeno, übernahm. Benn's wirklich noch einmal zum äußersten getrieben werden follte, dann können sich in erster Linie Rußlands Dynastie und Rußlands Gläubiger gratulieren. Der Aufmarsch der Parteien. So haben denn die beiden letzten Ministerkrisen folgendes unmittelbare Resultat gehabt: Sieg des konstitutionellen Systems und des Willens der Nation über die persönlichen Machtgelüfte des Königs, Niederlage der Klerikalen, politischer Selbstmord Morets, des bedeutendsten Mannes auf der liberalen Rechten. III. Sozialistische Parteien. Die sozialrevolutionäre Partei als solche ist ziemlich Was war nun aber die Ursache, daß Moret seinen Brief an den fchwer zu begrenzen: einerseits geht sie über in die Arbeits- König richtete? Die einen fagen: Selbstsüchtige Nebenbuhlerschaft gruppe und in die neugegründete Partei der Volks- und übermäßiger Ehrgeiz. Die anderen fügen noch hinzu: Der sozialisten", die den Kadetten sehr nahe steht, andererseits in Einfluß der adligen und der kirchlichen Hoffchranzen, die Die die Organisation der Marimalisten, die sich nicht sonderlich Alfons XIII. umringen. Und das ist zweifellos richtig. von den Anarchisten unterscheiden. Während der Wahlen wird Kammerdiskussion über das Trennungsgefeß sollte vereitelt, der Wir wissen nicht, auf welche Mitteilungen der Köln. 8tg." fich sie mit der Sozialdemokratie lokale Wahlbündnisse eingehen. unmittelbaren Umgebung des Königs und dem- Vatikan sollte ein die vorstehende Aeußerung bezieht. Borläufig zweifeln wir daran, Die Sozialdemokratie tritt zum ersten Male voll und Derwiesen werden. Man wollte zurück in die Zeit der Königin dak hief Breisangaben in dem rheinischen Blatt geftanden haben. ganz in den Wahlkampf. Die legten Senatßerläuterungen fabella, der Großmutter Alfons XIII, deren Ministerien bei den Festen im„Palacio de Oriente" zwischen zwei Walzern von den Damen des hohen Adels und von der Pfaffen-Aristokratie zu- sammengesetzt wurden. Aber der Streich ist mihlungen. Das Parlament und die öffentliche Meinung verstanden es. sich gegen den König und gegen die Kamarilla durchzusetzen, indem sie deren Anschläge im Keime erstickten. Und das will immerhin etwas sagen. Bei alledem haben die Liberalen keinen Anlaß zu sonderlicher Genugtuung. Ihre Partei ist gespalten, und die Klerikalen mit dem Papste an der Spitze sind entschlossen, den Krieg gegen die Liberalen erst richtig zu beginnen. Um zu begreifen, was das bc- sagen will, braucht man sich nur daran zu erinnern, daß der Ein- fluß des Vatikans und der Pfaffen in der königlichen Umgebung im Jahre 1SOO die Kabinetts Azc�rraga und Villaverde stürzte und daß die beiden antiklerikalen Minister im letzten Kabinett Sagasta, Alfonsö Gonzalez und Canalejas, auf dieselben Einflüsse hin ab- danken muhten. Also— wie schon gesagt— bei aller Wichtigkeit der jüngsten Ereignisse darf man diese doch nur als die Begleiterscheinungen eines sehr verwickelten Problems betrachten, das noch lange nicht gelöst ist. Wie aber wird die Lösung sein?— Das ist schwer voraus- zusagen. Nur so viel läßt sich konstatieren, daß der Kampf zwischen denen, die wollen, daß Spanien ein mittelalterliches Land bleibe, und denen, die das Volk zu einem modernen machen wollen, daß dieser Kampf andauert und sich zugunsten der letzteren entscheiden zu wollen scheint. Besteht in Spanien auch noch kein wirklicher Konstitutionalismus und kein wirklicher Parlamentarismus, so ist man doch im Begriff, ihnen Eingang zu verschaffen. Die spanischen Sozialisten haben natürlich ein ganz besonderes Interesse daran, daß dies recht bald geschehe. Wird doch durch derlei politische Kämpfe die Aufmerksamkeit des Proletariats ab- gelenkt und das Wirtschaftsleben des Volkes gehemmt, also auch das Feld für die Entfaltung der sozialistischen Aktion versperrt. Die spanische Sozialdemokratie ersehnt ein wahrhaft konstitutionelles und demokratisches System als Durch- und Uebcrgangsstadium, um dann den Kampf gegen alle ihre Feinde und gegen alle Attentate auf das Proletariat aufnehmen zu können: Konservative wie Liberale, Streikmorde wie Angriffe auf die Preß- und Orzani- sations-Freihcit. Erscheint die EntWickelung denen, die sie mit- erleben, auch zu langsam, so sagen sie sich doch, daß solche Probleme eben nicht plötzlich und unvermittelt gelöst werden können und daß trotz alledem der Tag nicht ausbleiben kann, da die inter« nationale Sozialdemokratie ihre volle revolutionäre Kraft zu ent falten vermag.— Deutfcbcs Reich. Koloniale Zentrumsmogeleien. Die„ T ä g l. R u n d s ch a u" setzt heute ihre Enthüllungen über die kolonialen Zentrumsmogeleien fort. Sie konstatiert. daß am 21. März 1904 der Bezirksleiter Schmidt im Abgeordnctenhause mit dem Prinzen Arenberg eine Unterredung gehabt habe. Bei dieser Unterredung habe Schmidt den Prinzen Arenberg darauf hingewiesen, daß die gegen ihn von den Missionaren erhobenen Anschuldigungen durchaus grundlos seien. Schmidt habe ferner gedroht, daß er die ganze Angelegenheit der Oeffentlichkeit übergeben werde. Prinz Arenberg habe ihn jedoch gebeten, dies nicht zu tun. Wenn er über die ganze An- gelegenheit Schweigen beobachte, so würde er, Prinz Ärenberg, mit dem Zentrum hinter der Togobahnvorlagc stehen. Bezirksleiter Schmidt habe vorläufig eingewilligt, von einer Veröffentlichung der Angelegenheit Abstand zu nehmen; er habe sich jedoch vorbehalten, bei cvent. späteren Angriffen in der Oeffentlichkeit auf die Angelegenheit zurückzukommen. Kurze Zeit nach dieser Unterredung sei die Bahnvorlage mit Hülfe des Zentrums bewilligt gewesen! Diese Feststellung beweift zwar nicht, daß die An- schuldigungen gegen den Bezirksleiter Schmidt unbegründet »varen, wohl aber, daß das Zentrum schon seit langer Zeit die schlimmste koloniale Mogelwirtschaft betrieben hatl— Nationalliberale Kolonialphantasterrien. In der, K ö l n. V o l k S z e i t u n g" befindet sich folgender Bericht über einen Teil der Verhandlungen der Budgetkonnnission, der einen vertraulichen Charakter tragen sollte und deshalb von der übrigen Presse nicht erwähnt worden war: „Abgeordneter Erzberger warnte vor gewissen aben- teuerlrchen Kolonialplänen, die, wie ihm bekannt sei. von Kolonialschwärmern gehegt würden. Es handele sich um Jnternierungsfragen und um die Aufteilung vonKolonien fremder Länder. Solche Pläne müßten uns mit anderen Staaten, in erster Linie mit Spanien und Portugal und dem hinter beiden stehenden England. in kriegerische Verwickelung bringen. Es schwebe ihm ein ganz be- ftimmter Fall vor. und er frage an, ob im Auswärtigen Amt nichts von solchen Plänen bekannt sei. Man habe ihm auch den Namen eines nationalliberalen Abgeordneten und Mitgliedes der Budgetkommission genannt, der hinter einem solchen Plane stehe. Als daraus von allen Seiten gerufen wurde: Namen nennenl erklärte Abg. Erz- berger:„ES ist mir mitgeteilt worden, daß der nationalliberale Abg. Semler im Jahre 1S0S einem Hamburger Kaufmann namens Görne, der 1b Jahre lang in den deutschen Kolonien gelebt hat, das Anerbieten gemacht haben soll, sich in Fernando Po anzusiedeln. mit dem ihm von der Deutschen Bank vorgestreckten Gelde im Betrage von rund 200 000 M. eine Farm zu gründen. Wasser- leitungen zu bauen und alle verkehrstechnischen Einrichtungen zu schaffen. Dann solle er einen Streit mit der dortigen Vertretung der spanischen Regierung herbeiführen und einen Putsch ver- suchen. Darauf werde die deutsche Regierung, die sofort nach seiner Ansiedelung einen Konsul in Fernando Po anstellen werde, sich zu diplomatischen und eventuellen kriegerischen Maßnahmen veranlaßt sehen. Görne habe dieses Anerbieten abgelehnt. Der Kolonialdircktor Dernburg hatte die Mitteilungen des Ab- geordneten Erzberger mit dem Zwischenruf unterbrochen, das habe man ihm wohl„am 1. April" erzählt. Abgeordneter Erz- berger erklärte, die Sache sei ihm zu ernst, als daß er sie mit Witzen für abgetan betrachten könne. Der Kolonialdirektor be- hauptete dann, von der Sache nichts zu wissen. Der Zeuge Kaufmann Görne sei nicht glaubwürdig, weil gegen ihn eine Untersuchung auf seine Zurech nungsfähigkett eingeleitet sei. Abg. Semltr erwiderte in gereiztem Tone; er gab zu, mit Görne eme Unterredung in jenem Jahre gehabt zu haben. Er rönne sich aber nicht mehr an die Einzelheiten erinnern." Herrn Semler und seinen Leuten wäre ein solch kolonialer Aber« Witz schon zuzutrauen I— Die Brrurteilmig de« Genossen Hauth. Ueber die gestern gemeldete Verurteilung des Genossen Hauth geht uns folgende Schilderung des Tatbestandes auf Grund der Verhandlung zu: Der Angeklagte Emil Hanth hatte vor mehr als 12 Jahren seiner Militärpflicht als Lehrer genügt(zehn Wochen). Dann legte er sein Amt nieder, weil ihm die Maßrege« jung seiner sozialistischen und atheistischen Leutzerungm wegen sicher war, und ging nach Zürich. Hier erhielt er nun die Aufforderung der deutschen Militärbehörde, zwei Jahre abzüglich seiner zehn Wochen nachzudienen, da nun die Vergünstigung für Lehrer in seinem Falle nicht mehr in Betracht komme. Hauth war anderer Meinung, stellte sich nicht und wurde iu oontumaciam zu tausend Mark Geldstrafe ver- urteilt. Er bezahlte schließlich diese Summe und hielt damit seine Militärsache ein für allemal abgetan. Harmlos kam er daher nach mehr als 12 Jahren nach Deutschland und war bereits eine Weile hier tätig, da wurde er am 19. November verhaftet, eingekleidet und in Militärarrest genommen. Heute, Freitag, vormittag, wurde er in einer hier abgehaltenen Sitzung des Karlsruher Kriegsgerichts der Fahnenflucht schuldig befunden und zu sieben Monaten Festung sowie Versetzung in die zweite Klasse des Sol- datenstandes verurteilt. Das Kontumazurteil, das nach militärischer Auffassung nur ein einst- w e i l i g e s ist, um Konfiskation zurückgelassenen Vermögens zu ermöglichen und so einen Druck auf den Abwesenden auszuüben. wurde aufgehoben, wasiuxrsxi aber keineswegs bedeutet, daß der verurteilte jene Summe wieder erhält. Das gesetzliche Minimum wäre sechs Monate Festung gewesen. In Rücksicht auf das jugend- liche Alter, in dem das Delikt begangen wurde, sowie auf einige, als mildernd angesehene Umstände ging das Gericht insofern nur wenig über das Minimum hinaus, ohne von dem Antrag des Anklagevertreters abzuweichen, indem es die Untersuchungs- hast, fast drei Wochen, voll auf die ausgesprochene Strafe a n- rechnete. Danach erhellt klar, daß Hauth zu Unrecht, wider Gesetz und Recht verurteilt ist. Es gibt kein Gesetz, das eine„einstweilige Ver- urteilung iu coutiunaciam" oder das Recht eines Militärgerichts anerkennt, solch„einstweiliges Urteil" aufzuheben. Selbst wenn Hauth Fahnenflucht begangen hätte, wäre nach dem gestern von uns Dargelegteit eine nochmalige Verurteilung unzulässig, da sie durch die wegen derselben Tat erkannten Geldstrafe gesühnt wäre. Nach dem vorstehend geschilderten Tatbestand hat aber Hauth keineswegs Fahnenflucht begangen. Erst iu Zürich erhielt er die Aufforderung. nachzudienen: er hatte sich daher nicht unerlaubt entfernt, um sich seiner gesetzlichen Verpflichtung zum Dienst dauernd zu entziehen. Es ist also dem Genossen Hauth ein schweres Unrecht durch die Verurteilung und, soviel ersichtlich, auch durch die Einkleidung zu- gefügt. Er hat seiner damaligen Militärpflicht voll genügt. Als Militärgcfangener ist ja Hauth außerordentlich in der Wahr- »ehmung seiner Rechte gehindert. Dennoch gelingt es ihm hoffentlich, die Umstoßung des ungerechten Urteils und der un- berechtigten nachträglichen Einkleidung zu erwirken. Die Klarheit der ungeheuerlichen Rechtsverletzung sollte die Militärbehörde selbst zu schleuniger Remedur veranlassen.— Eine Polizeitat. Vor einiger Zeit über die Erschießung des Arbeiters BerndgeninKöln-BickendorfdurchdenSchutzmann Weis berichtet und uns eingehend mit der Einstellung des Verfahrens gegen den Schutzmann und im weiteren mit dem Anklagemonopol der Staatsanwaltschaft befaßt. Nach dem Erscheinen unseres Artikels und mehrerer ähnlicher Artikel in unserem Kölner Bruderblatt wurde— vielleicht durch„höhere" Anordnung— das Verfahren gegen den Schutzmann wieder aufgenommen, und jetzt hat sich das S ch w u r- gericht in Köln mit der Angelegenheit befaßt. Der Schutzmann Weis war'angeklagt, den Arbeiter Berndgen vorsätzlich mittels Revolvers zu Tode verletzt zu haben. Die Verhandlung endete mit der Freisprechung de? Schutzmanns, weil das Gericht dem Kollegen des Angeklagten, dem Schutzmann Melchior, und dem Angeklagten selber mehr glaubte als den fünf Familienangehörigen, die sich in des Getöteten nächster Nähe befunden hatten und die auf das bestimmteste und übereinstimmend bekundeten, daß die drei Schüsse nicht bei dem Ringen mit dem Schutzmann„durch Unglück" los- gegangen feien, sondern daß sich der angeklagte Schutzmann, als der von ihm schwer mißhandelte und schon zweimal geschossene Berndgen hingefallen sei, auf den am Boden liegenden Schwerverletzten gekniet und ihm eine dritte Kugel in den Leib gejagt habe. Aehnlich wie die vierzehn- bis achtzehnjährigen Söhne des Erschossenen, dessen neunzehnjährige Tochter und dessen Ehefrau, die drei letzteren unter Eid, hatte auch ein Schlosser Kamann ausgesagt, der der Sohn eines Militärbeamten ist. Nachher aber widerrief dieser Kamann und behauptete, alles sei Phantasie gewesen, er habe nichts selbst gesehen, sondern nur aus der Entfernung die drei Schüsse gehört. Zu Bekannten hat dieser Kamann erzählt, ein Freund des angeklagten Schutzmanns sei bei seinen Eltern gewesen, und diese hätten ihn beeinflussen wollen, seine Aussagen zurückzunehmen. Als Beweisstücke dienten bei der Beweisaufnahme auch der Revolver des Schutzmanns und die durchschossenen Kleider des Ge- töteten. Es ergab sich, daß sich der Revolver nicht mehr im ursprünglichen Zustande befand und daß die Kleider erst nach Wochen von der Staatsanwaltschaft abgeholt worden waren. Die Angehörigen hatten sie zuerst tagelang liegen lassen, dann aber, als sie nicht abgeholt wurden und weil sie infolge der auf die Miß- Handlungen und die Schußwunden in den Unterleib zurückzuführenden Darmentleerungen einen unerträglichen Geruch verbreiteten, lange in Soda gesteckt und viermal gewaschen. Diese„Beweisstücke" ließ die Staatsanwaltschaft nachher— mikroslopisch untersuchen. Die erste Vernehmung des Schutzmanns Weis, der den Mann erschossen hat, geschah durch— einen anderen Schutzmann, einen Kollegen, seinesgleichen!! Er befand sich die meiste Zeit auf freiem Fuß. In der Schwurgerichtsverhandlung standen die fünf Angehörigen des Berndgen, die Witwe in hochschwangerem Zustande, ganz allein da, um die Sache des Getöteten zu führen gegen eine Anzahl polizeilicher Leumundszeugen, gegen einzelne Ge- schworene und gegen die drei Verteidiger des angeklagten Schutzmanns: nämlich zwei der geschicktesten Kölner Advolatcn und — den Staatsanwalt, die sie ständig mit Kreuz- und Ouerstagen überhäuften l Ein Herr, der schon lange Jahre berufsmäßig den Gerichtsverhandlungen beiwohnt, erNärte, eme solche Verhandlung habe er noch nie erlebt. Für die Erschießung des Berndgen, eines töjährigen Mannes, dem von allen Seiten nur Gutes nachgesagt wurde, hätte eS nur eine Erklärung geben können: Berndgen hatte, als ihn der ihm persön- lich bekannte Schutzmann mißhandelte, gesagt:„Ist das der Dank dafür. daß ich Dich vor dem Zuchthaus bewahrt habe?!" Das Gericht ist dem Sinn dieser geheimnisvollen Worte, die in der Tat einen Wutanfall oder einen Racheakt von feiten des Schutzmanns hätten erklären können, nicht in der erforderlichen Art aus den Grund ge- gangen, obwohl die Gelegenheit dazu geboten war.— In Köln herrscht über diese Schwurgerichtsverhandlung mit ihren vielen eigen- artigen Einzelheiten förmliche Erbitterung. Es hat sich auch hier wieder gezeigt, wie tvertlos unsere preußischen Schwurgerichte in ihrer heutigen Zusammensetzung find: Diese angeblichen„Volks- gerichte" bestehen durchweg aus siebenmal gesiebten Allgehörigen der befitzenden Klaffe.---_ Blamierte Scharfmacher. Der Spruch der Hamburger Richter im Geheim« bundsprozeß gegen die angeklagren Letten ist eine derbe Blamage jener deutschen Gesinnungsverwandten der russischen Pogrombanditen, die nicht genug gegen die in Deutsch-- land Zuflucht suchenden Bürger Rußlands hetzen können. Die Preffe dieser Richtung konnte über die Untaten der Verhafteten nicht genug Schaucrnachrichten bringen: daß sie Bomben fabrizierten, Dynamit schmuggelten, stand bombenfest und ein Blatt versicherte damals ernsthaft, daß diese Uebeltäter soviel Dynamit in ihren Schlupfwinkeln aufgespeichert hätten, daß man ganz Hamburg damit hätte iu die Luft sprengen können. Man vergleiche mit diesen frechen Erfindungen die Feststellungen des Prozesses. Man hat eine Vereinigung von Landsleulen vor sich, die gemeinsame Gesinnung, gemeinsame Empörung wider die Schandtaten des Kmitenregiments zusammenführte, und deren Tätig- keit sich darauf beschränkte, Flüchtlingen aus dem Vaterlande mit Rat und Tat beizustehen, den in der Heimat Leidenden Unterstützungen und Waffen zur Selbstverteidigung zu liefern. Daß eine solche Vereinigung, auf Grund der miserablen deutschen Vereinsgesetze und der bedauerlichen ausweisenden Auslegung, die der Geheimbunds- Paragraph seit langen, gefunden hat, überhaupt für eine» Geheim- bund erklärt werden konnte, ist traurig genug. Dafür sind aber die anderen Seiten des Prozesses um so er- freulicher. Die Blamage der deutschen Rechtspflege ist nicht die einzige. Der Prozeß bedeutet auch eine klatschende Ohrfeige für die baltischen Barone. Die Darstellungen über die Verhältnisse in den Ostseeprovinzen, die die Verteidigung geben konnte, war ein an den Pranger stellen baltischer Edelinge. Staatsanwalt und Gericht haben sich denn auch ausdrücklich gegen die Rolle der Schützer dieser Mörder verwahrt, indem sie den Beweggründen der Angeklagten anerlennende Würdigung widerfahren ließen. Der Staatsanwalt erwiderte, wie wir zur Ergänzung unseres gestrigen Berichtes noch anführen wollen, dem Genossen Liebknecht, er wolle die Richtigkeit des von ihm über die Vorgänge in den Ostseeprovinzen vorgetragenen Materials hier nicht anzweifeln. Er verkenne nicht, daß die Angeklagten aus ganz außergewöhnlichen Ver- Hältnissen heraus zu beurteilen seien. Sie ständen im Dienste einer Idee, über die hier nicht abgeurteilt werden solle. Er gebe dem Gerichtshof anHeim, all das vom Verteidiger geltend gemachte zu berücksichtigen und den Angeklagten die Milde des Gerichts au- gedeihen zu lassen. Damit ließ der Staatsanwalt seine Strafanträge gewissermaßen selbst fallen. Die Sache wurde überhaupt vom Gericht und Staatsanwalt in so sachlicher Weise und mit so vornehmer Gesinnung behandelt, daß es wirklich Anerkennung und Hervorhebung verdient. Es war eine Oase in der Wüste unserer Klassenjustiz.— Der Wcttlauf um die Gunst der Arbeiter. Die„Rheinisch-Westfälische Zeitung", das Blatt der Gruben- und Hüttenbarone, berichtet über die von den National- liberalen im Industriegebiet eingeleitete Parteitätigkeit. Mit be- sonderem Nachdruck hebt das Blatt hervor: „Unter den sieben von der nationalliberalen Partei für den Wahlkreis Bochum-Gelsenkirchen-Hatiingen-Witten an- gestellten Parteisekretären, von denen jeder einen be- stimmten Bezirk zugewiesen erhält, sind vier dem Arbeiter» stände entnommen. Drei gehören gewerks chaft- l i ch e n Organisationen an. Die Parteisekretäre treten am 1. Januar offiziell in Tätigkeit." Die rhcinisch-wcstfälischen Nationalliberalen sind Scharfmacher ärgster Sorte, und insbesondere im Wahlkreise Bochum-Gelsen. kirchen ist dieser Scharfmachergeist zu Hause. Gehört doch der satt- sam bekannte Generaldirektor Kirdorf zu den führenden Persön- lichkeiten der Nationalliberalen in diesem Kreise, derselbe Mann. der den Standpunkt vom„Herrn im Hause" in allerschroffster Form vertritt und der noch voriges Jahr verkündete, daß die christlichen Gewerkschaften schlimmer seien wie die sozialdemokratischen. Und diese Nationalliberalen stellen vier Arbeiter, darunter drei gewerk- schaftlich organisierte, als Parteisekretäre an. Wunderbar, höchst wunderbar l Auch die„Essener Volks-Zeitung" findet das Verhalten der Nationalliberalen merkwürdig. Sie will erfahren haben, daß die Nationalliberalen in Bochum-Äelsenkirchen beabsichtigen, dort einen Arbcitcrkandidaten aufzustellen, wozu das Essener Zentrumsblatt bemerkt: „Wenn die nationalliberale Großindustrie zwei Jahre lang sieben Parteisekretäre besoldet und daneben die nicht zu knapp bemessenen sächlichen Unkosten trägt, dann führt sie etwas anderes im Schilde, als lediglich einen nichtsozialdemokratischen Arbeiter- kandidalen in den Reichstag zu bringen. Die Zentrums- Partei hat gegenüber diesen Vorgängen die dringendste Ver- anlassung, die Augen offen zu halten." Natürlich stürzen sich die Nationalliberalen nicht aus Liebe zu den Arbeitern in solche Kosten und Mühen. Sie hoffen durch die „Arbciterkandidatur" und durch die Arbeiter, die sie zu Partei- sekretären machen, auf die proletarische Wählerschaft zu wirken und den Wahlkreis Bochum so für sich einzuheimsen. Die proletarische Solidarität der unaufgeklärten Masse soll dem kapitalistischen Interesse dienstbar gemacht werden. Der„Arbeiterkandidat" präsentiert sich im Wahlkampfe als der Vertreter der Arbeitersache, uni dann als Abgeordneter vor den Karren der Arbeiterfeinde und Scharfmacher gespannt zu werden. Die Nationalliberalen Habens von den Ultramontanen gelernt, die mit den christlichen Gewerkschaften versucht haben, die Arbeiter einzusaugen, und die dann durch ihre„Arbeitervertreter" in der Art der Brust, Gicsberts usw. das Zentrum dem Volke als die Partei der sozialen Gerechtigkeit preisen lassen. Diese Kniffe mögen bei der Unaufgeklärtheit weiter Arbeitermassen hier und da noch bis zu einem gewissen Grade Erfolg haben, den Fortschritt der klassenbewußten Arbeiterbewegung werden solche Roßtäuscher- Praktiken nicht zu hindern vermögen. Aufreizung zu Gewalttätigkeiten. Am Freitag hob das Reichsgericht das auffallende gegen Frau- böse, Müller und Möller gefällte Urteil des Landgerichts Berlin I auf, über das»vir am 27. Mai berichtet haben. Am 26. Mai wurde wegen öffentlicher Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gesetze oder rechtsgültige Verordnungen 110 und III Str.-G.-B.) und An- reizung verschiedener BevölkerungSklaffen zu Gewalttätigkeiten gegeneinander verurteilt: der Tuchmacher Paul Frau böse zu neun Monaten, der Hutmacher Fritz Müller zu drei Monaten und der Maurer Wilhelm Möller zu vier Monaten Gefängnis. Möller bezeichnet sich nach der Schilderung des Urteils als verantwortlicher Redakteur des anarchistischen Wochenblattes„Der Revolutionär". Er ließ aber die für die Redaktion bestimmten Briefe an Frauböse senden, da er selbst nur in Schlafstelle wohnt. In einem Räume der Frauböseschen Wohnung lvurde die gesamte Redaktions- und Expeditionsarbeit besorgt. Krauböse hat die Adressen ge» schrieben und die Nummern des Blattes in Pakete gepackt. Deshalb hat ihn das Gericht als M i t t ä t e r an- gesehen. Inkriminiert waren zwei Nummern aus dem Anfang dieses Jahres. Der erste Artikel erschien am 13. Januar d. I. und war von Müller verfaßt, der unter dem Pseudonym Seemiiller schreibt. Die Ueberschrift dieses Artikels lautete: Unser Verhalten bei den Wahlrechtsdemonstrationcn. Der Schluß deö Artikels klang dahin aus:„Unsere Arbeiterpolitiker(nämlich die Sozial- demokraten) find doch rechte Rindviecher". In diesem Artikel wird nach Ansicht des Gerichts zu Gewalttätigkeiten angereizt. Der zweite Artikel erschien am 20. Januar und bezog sich auf den Jahrestag des Beginn? der russischen Revolution. Dieser Artikel ist dem Angeklagten Möller angeblich anonym zu» gegangen. Nach den Feststellungen de« Landgerichts sollen in diesem Artikei die arbeitenden Klassen den Müßiggängern und Schmarotzern gegenübergestellt; kein Frieden und keine Versöhnung dürfe es mehr zwischen ihnen geben. Das Gericht hat ferner angenommen, daß nicht nur von Rußland in dem Artikel die Rede fei. son�-rp daß er sich auch auf Deutschland beziehe. In diesem Artikel wurde der Tatbestand d«§§ 110, III und 130 gefunden.— Alle drei Angeklagten hatten Revision eingelegt: der Angeklagte Frauböse war selbst erschienen und begründete in längerem Vortrag daS Rechtsmittel.— Der R e i ch s a n lv a l t beantragte die Aufhebung des Urteils. Bedenklich sei die Feststellung, datz Müller sich durch die Abfassung resp. Einsendung des einen Artikels an der Verbreitung mitschuldig gemacht habe. Durch den§ 110 würden in erster Linie Buchhändler, Kolporteure usw. getroffen, und die Verfasser konnten Nur als Gehülfen oder Anstifter in Frage kommen. Im übrigen sei der Tatbestand des Kill nicht ausreichend festgestellt und zu Unrecht Idealkonkrirrenz zwischen§110 und Iii angenommen worden.— DaS Reichsgericht hob daS Urteil auf und verwies die Sache an da-Z Landgericht zurück. Mit den Ausführungen des Reichsanwalts erklärte sich das Reichsgericht im wesentlichen einverstanden. Nur pflichtete es nicht der Ansicht bei, daß der Verfasser nicht als Ver- breiter anzusehen sei. Wer nichts weiter tue als einen Artikel zu verfassen, könne allerdings nicht nach§ III verurteilt werden; wenn er aber mehr tue— und das sei hier gegen Müller festgestellt, nämlich, daß er den Artikel eingesandt habe in der Absicht, ihn zum Druck gelangen zu lassen—, dann könnte er zweifellos als Mittäter angesehen werden. Demnach ist das Urteil im wesentlichen aus mehr formalen Verstoßen aufgehoben. Weit mehr als diese verstößt die Fest- stellung, daß durch Schinipfereien auf Sozialdemokraten oder durch Angriffe gegen Müßiggänger und Schmarotzer verschiedene Klassen der Bevölkerung in einer den öffentlichen Frieden ge- fährdenden Weise zu Gewalttätigkeiten angereizt seien. Weder Schmarotzer und Müßiggänger noch Sozialdemokraten sind eine 5110112 der Bevölkerung. Den tatsächlichen Verhältnissen schlägt ferner vollends ins Gesicht, daß Sozialdemokraten sich durch Schimpfereien, wie sie Anarchisten und„Ordnungsleute" tagtäglich exekutieren, zu Gewalttätigkeiten reizen lassen. Mit Recht haben andere Gerichte solche„Feststellung" als den tatsächlichen Verhält- nisseu widerfprechend abgelehnt. Billigt man aber die vom Land» gericht I aufgestellte entgegengesetzte weltfremde Anficht, so ist schlechterdings kein Grund abzusehen, warum denn gerade anarchistische und nicht Blätter vom Schlage der„Post" und der- gleichen, die von ödeu Schimpfereien und Verleumdungen gegen die Sozialdemokratie üDMießen, nicht verurteilt, ja nicht einmal angeklagt werden. Wlärlich wird die falsche rechtliche Beurteilung durch die zutreffende Annahme, der Klassenanreizungsparagraph, der „Rcvolutionsparagraph", wie ihn der Abg. Porzig nannte, verdankt lediglich politischen Erwägungen seine Entstehung und könne deshalb lediglich aus parteipolitischen Gründen in Belvegung gesetzt werden und sich nur gegen die Parteien wenden, deren Richtung der herrschenden Klasse nicht behagt. Der§ 130 des Strafgesetzbuches ist der Tendenzparagraph in schärfster Weise.— Warten wir ab, ob nun endlich auch das Berliner Gericht seine Unanwendbarkeit auf die zur Anklage gezogenen Fälle zugeben wird. Die Zustände im südwestafrikanischen Expeditionskorps. In Nr. 141 des„Vorwärts" vom 21. Juni hatten wir im An- schlug an eine Reihe von Klagen über schwere Mißstände, unter denen nach Nachrichten auS den Reihen in Afrika kämpfender Sol- baten diese zu leiden haben, amtliche Auskunft über die an die Oeffentlichkeit gebrachten Zustände in Südwestafrika gefordert. Die von uns zum Reden aufgeforderten„Nordd. Allg. Ztg." und„Reichsanzeiger" haben bis heute noch kein Sterbenswörtchen Aufklärung gebracht. Dem Reichstag ist zwar die famose Dernburgsche Denk- schrift über die Größe des in Südwestafrika vermeimlich investierten deutschen Kapitals zugegangen. Aber nicht eine Zeile über die in die Oeffentlichkeit gedrungenen Klagen der Soldaten, die einen in Afrika kämpfenden Soldaten zu dem Bekenntnis brachten: „Das eine ist sicher, wer von«üdwestafrika helmkommt, der kommt als Sozialdemokrat h e i m". ist den ReichstagSboten zugegangen. Ist denn die Reichstags- Mehrheit nur zur Bewilligung von Hunderten von Millionen auS der Tasche der arbeitenden Klasse, aber nicht zur Kenntnisnahme der Leiden der einfachen Mannschaften da? Sind etwa auch diese Leiden mir eine„preußische" Angelegenheit? Aufklärung, volle Auf- klärung ist dringend notwendig. Und, da die Regierung eine Klar- stellung nicht vorgenommen hat, so möchten wir zu einer solchen Klarstellung nach Möglichkeit beitragen. Einen Weg hierfür hat uns die Staatsanwaltschaft gezeigt. Sie hat unseren verantwortlichen Kollegen vom Gericht zwecks'Erhebung einer Anklage wegen vermeint- sicher Beleidigung der Verwaltung vernehmen lassen. Genosse Weber hat den Antritt des Beweises dafür, wie die Zustände in Südwestafrika tatsächlich liegen, sich für die Hauptverhandlung vorbehalten. Wir ersuchen Genossen, dieKenntnis von der Art der Behandlung deutscher Soldaten in Südwestafrika, insbesondere auch über die Art der Liebesgaben- Verteilung haben, uns die Beweisstücke hierfür sz. B. Briefe) übermitteln z» wollen. Daß wir Zeugen, die noch in Dienst sind oder nicht als Zeugen benannt fem wollen, nicht nennen werden, ist selbstverständlich. Aber auch Briefe, die von solchen Zeugen geschrieben sind, ersuchen wir uns zustellen zu wollen, ohne daß die Briefschreiber ! genannt tverden, werden wir dann die Postsachen unter Beweis tellen. ES gilt ein möglichst umfangreiches Bild über die wirklichen Zustände im siidwestafrikanischen Expeditionskorps vor Gericht zu entrollen, damit Mißständen nach Möglichkeit für die Zukunft vor- gebeugt wird. HiiBland. Frankreich. Die Marokkodebatte. P a r i s, 6. Dezember.(Eig. Ber.) Das Ergebnis der heutigen Verhandlung ist ziemlich be- friedigend. Die Rede Pichons kann als Zeugnis dafür an- gesehen werden, daß sich die Regierung ihrer Verantwortung bewußt geworden ist und daß sie nichts unternehmen will, tvas zu einem Konflikt mit einer der Signatarmächte von Alge- ciras Anlaß geben könnte. Die Note, in der Frankreich und Spanien den anderen Regierungen ihren Aktionsplan bekannt gegeben haben, hat bei ihnen keine Einwendung hervorgerufen. Die beiden intervenierenden Staaten sagen zu, die Landung nur in dringendem Notfall ausführen zu wollen. Als deren Zweck wird ausdrücklich die Vorbereitung zur Erfüllung des von der Konferenz erteilten internationalen Mandats be- zeichnet. Die Souveränität des Sultans soll vollkommen ge- wahrt werden. Die zwei Mächte wollen nur die in Algeciras beschlossene Organisation der unter europäischen Offizieren stehenden Polizei sichern.— Pichon hat mit seiner Rede einen nicht unverdienten Er- folg errungen. Er sprach sachlich, klar und ohne die Mätzchen, mit denen die Leiter der auswärtigen Politik in den ver- schiedenen Ländern ihre staatsmännische Weisheit in mysti- schem Glänze leuchten lassen wollen. Dabei war seine Auf- gäbe nicht leicht. Ter französischen Aktion in Tanger liegen zwei Motive zugrunde. Einerseits beruft sich Fraükreich auf die Unsicherheit in dieser Stadt und auf die Uebergriffe Raisulis, andererseits hat Pichon neulich darauf hingewiesen, Frankreich müsse die bei fortschreitender Anarchie mögliche Intervention einer fremden„Macht" verhindern. Damit ist natürlich Deutschland gemeint. Die französische Diplomatie war soinit in der sonderbaren Lage, Deutschlands Zustimmung zu einer Aktion zu verlangen, deren Ursache das Mißtrauen gegen Deutschland selbst bildete! Indes wird diese nicht unbedenkliche Situation voraus- sichtlich eine alle Teile befriedigende Losung finden, und man darf vielleicht gar erivarten, vom ganzen leidigen Morokko- Problem einige Zeit nichts mehr zu hören. Daß die Völker eine Regierung nicht ertragen würden, die sie um Marokkos willen in einen Krieg stürzen wollte, hat man wohl hüben wie drüben begriffen, und auch die deutsche Diplomatie wird hoffentlich verstehen, daß sie die Fehler der letzten Jahre nicht wiederholen darf. Sie hat übrigens auch gar keinen Grund, sich über eine Aktion aufzuregen, die eigentlich durch ihre un- nützen Kosten die französischen Steuerzahler am empfindlichsten trifft; denn zu der Viertelmilliarde, die der Marokkorummel Frankreich schon im vorigen Jahre gekostet hat, kommen jetzt noch etliche weitere Millionen, und die Kapitalisten der mit der Armee- und Marinevertvaltung in Geschäftsbeziehungcn stehenden Industrien sehen neue Profite voraus. Daß die Regierung der Kammer außer bei den Sozia- listen keinen ernsten Kritiker und Gegner gefunden hat, kann niemand wundernehmen, der die Zusammenhänge der bürger- lichen Politik mit den kapitalistischen Interessen und anderer- seits die Psychologie des Kleinbürgertums ins Auge faßt. Mit Ausnahme von Jaur�s' Rede war— nebenbei bemerkt — die gestrige Debatte auch ganz uninteressant und un- bedeutend, so daß den übrigen Rednern(Boni Castellane, Hubert, Deschanel usw.) kein Unrecht geschieht, wenn wir nur aus der Rede Jaurös' im folgenden die beachtenswertesten Sätze wiedergeben, in denen er die deutsche Politik charakterisierte: „... Ich habe von unmittelbaren Gefahren gesprochen, die das marokkanische Problem in sich birgt. Lassen Sie mich Ihnen sagen, daß niemals die Welt die Weisheit aller Völker, die Weisheit aller so nötig gehabt hat. Deutschland ist rätselhaft, verdüstert und empfindlich. Es hat in der Ge- schichte seiner großen idealistischen Bewegungen viel Leid er- fahren. Es hat die Reformation geschaffen. Die Reformation hat es zerrissen und dem 30jährigen Kriege preisgegeben. Durch den Mund seiner Denker hat es z u e r st die französische Revolution begrüßt. Die Bewegung und das Ueberwallen der vom Zäsar bezwungenen und gezähmten Revolution hat für Deutschland neue Invasionen zur Folge gehabt. Da warf es sich der realistischen Politik, der Politik der Gewalt, in die Arme, und von der brutalen Gewalt, von der Gewalt von Eisen und Feuer forderte es endlich die Durchsetzung seiner Einheit. Aber es hat sich unter allen Völkern Europas als letztes konstituiert, es nahm die Gewalt zu Hülfe in einer Welt, die der Gedanke der französischen Revolution bereits mit der Idee des Rechts durchdrungen hatte, und die Wunden, die es sich zugefügt hat. waren viel tiefer, wurden schmerzlicher empfunden als jene, die die haltlosen Völker vor der revolutionären Verkündigung des Menschenrechts und des Rechts der Nationen einander zufügten.... Daher stammt das dumpfe Mißbehagen, das der Aufstieg des militärischen Deutschland über Europa gebreitet hat. Zur gleichen Zeit, in der Aera der großartigen Expansion seiner industrielle» und wirtschaftlichen Kräfte fand Deutschland die Welt schon besetzt. So gruppierten sich rings um dieses Land Mißtrauen und Rivalität. Nun belauert es empfindlich, unruhig, düster alle Ereignisse, ungewiß, ob daraus keine 5?onflikte entstehen werden, ungewiß, ob die unverantwortliche Ge- w a l t, die es regiert, nicht plötzlich die Schwierigkeiten ver- schärfen werde. Augenblicklich, in der jetzigen Stunde, kämpft die öffentliche Meinung Deutschlands mit dieser Angst. Es wäre der schiverste Fehler, es wäre der größte Wahnsinn: be- unruhigten Regimingen den Vorwand zu—• nein, ich spreche nicht von Gewalttaten— aber zu Beschwerden, zum Schmollen zu geben. Wir haben— so war wenigstens die Meinung— eine solche Periode des Unbehagens durch- gemacht. Es sind Fehler von beiden Seiten gemacht worden: Unklugheit und Nachlässigkeit war auf unserer Seite, Brutali- tät aus der anderen. Ein Konflikt schien zu drohen. Er wurde durch die Konferenz beigelegt, unter der Bedingung, daß die einen wie die anderen sich an diese halten und nicht versuchen, die gegenseitigen Konzessionen zu vermindern oder zu ver- stärken... Amerika. Noosevekts Haltung gegenüber Japan hat in weiten Kreisen einen Sturm des Unwillens hervorgerufen. Fast die ganze Presse nimmt gegen ihn Stellung und kritisiert die betreffenden Stellen in seiner Botschaft sehr scharf. Viele im politischen Leben stehende Männer sprechen sich unumwunden dahin auS, daß der Präsident kein Recht habe, Kalifornien Vorichriften zu machen, wenn dieser Staat sich weigere, den Japanern Zutritt zu den Schulen der Weißen zu gewähren. Der„New Dork Herald sagt, Japan begehe einen großen Irrtum, wenn es Roosovelts Ansicht als die Meinung der anierckanischen Nation betrachte. In einem Streite Japans mit Kalifornien, so heißt es weiter, stehen alle Staaten der Union aus Seite Kaliforniens, ganz gleickigültig, ob Japan im Rechte sei oder nicht! Es errege das höchste Befremden aller Bürger, zu sehen, daß ihr Präsident öffentlich Partei für Japan nehme. In den Staaten am Stillen Ozean, wo Japaner zu Tausenden leben und nirgends gern gesehen sind, ist die Entrüstung über Roosevelt am größten. In Alder, einem Orte im Staate Washing- ton, wurden die Japaner am Mittwoch von einem Pöbelhaufen mit Gewalt vertrieben.— Der Amerikaner betrachtet die Japaner ebensowenig als voll» wertig und gleichberechtigt wie die Chinesen und die Neger; er verkehrt nicht mit ihnen und will sie nicht dulden in den Schulen noch in anderen öffentlichen Instituten der Weißen. Dagegen empört sich natürlich das Selbstgefühl der Japaner, und bei der wachsenden Zahl der Einwanderer aus Japan nach Kalifornien und den Nachbar- staaten entstehen leicht Schwierigkeiten wie gegenwärtig der Kon- flikt wegen der Schulsrage. Die arbeitende Bevölkerung, besonders die organisierten Arbeiter, sind gleichfalls gegen die Japaner eingenommen aus dem einfachen Grunde, weil Japaner auf dem amerikanischen Arbeitsmarkte ebenso gefährliche Konkurrenten sind wie die Chinesen. * New Airk, 7. Dezember. In bezug auf auf die umlaufenden Gerüchte, daß zwischen den Vereinigten Staaten und Japan über den Abschluß eines neuen Handelsvertrages verhandelt werde. telegraphiert der Korrespondent der„Tribüne" auS Washington, daß weder der Abschluß eines neuen Vertrages erwogen werde oder Verhandlungen über einen solchen im Gange seien, noch daß eine Aenderung des bestehenden in absehbarer Zeit wahrscheinlich sei. Es sei wohl möglich, daß Japan aus eigener Initiative Schritte tue, um die Auswanderung von Arbeitern nach den Vereinigten Staaten zu hindern und diese nach Korea und der Mandschurei abzulenken.—_ Huö der Partei. Parteiliteratur. „Der Schwindel der Nerikasen Arbeiterpolitik" von August Erdmann, Verlag: Blichhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68. Preis 75 Pf., AgitationSanSgabe 35 Pf. Die soeben unter diesem Titel herausgegebene Arbeit wendet sich unter Beifügung reichen Tatsachenmaterials gegen die von der Zentrmnspartei und ihrer Press- bis zum Ueberdruß wiederholte Behauptung, daß es ohne daS Zentrum keine Sozialpolitik geben würde, daß außerhalb des Christentums überhaupt keine Sozial- Politik möglich sei. nur auf der Grundlage der Religion den Arbeitern geholfen werden könne, nur das Zentrum wisse, was den Arbeitern not tut, und nur die Zentrumspartei eine endgültige Lösung der Arbeiter- frage herbeiführen könne. Indem der Verfasser rücksichtslos diesen klerikalen Schwindel durch die Aufdeckung der sozialpolitischen Ver- gangenheit des Zentrums bloßlegt, zeigt er die wahren Beweggründe der christlichen Arbeiterfiirsorge: die Arbeiter als Wähler für die besitzende Klasse einzusaugen und zu erhalten. Die Broschüre ist in allen Parteibuchhandlungen vorrätig und kann durch jeden Kolporteur bezogen werden. „Die jugendlichen Arbeiter und ihre Organisationen" ist der Titel einer neuen Broschüre, die, von dem lebhaften Förderer der süddeutschen Jugendbewegung, dem Genossen Dr. Ludwig Frank. verfaßt, soeben im Verlage der Buchhandlung Vorwärts erschienen ist. In kurzen Zügen schildert der Verfasser den Uebergang der handwerksmäßigen Produktion zum modernen Fabrikbetriebe, der auch die Ausbeutung der heranwachsenden Jugend in immer größerem Umfange gestattet. Zahlreiche Beispiele führt der Verfasser zur Unterstützung seiner Auffassung an. Er zeigt sodann, wie der Staat sich gezwungen sieht, Schutzgesetze gegen die schrankenlose Ausbeutung zu erlaffen, und wie die Staatsorgane die Handhabung dieser Gesetze betreiben. Ein besonderes Kapitel ist der Lehrlingsfrage gewidmet und im Schluhkapitel wird die Notwendigkeit der Organi- sierung der jugendlichen Arbeiter und Lehrlinge dargelegt, deren Köpfe gegen die Verdummung geschützt, in deren Herzen der Keim für künstiges Klassenbewußtsein gelegt werden mutz. Der Preis der Broschüre ist 50 Pf., eine für die Massenverbreitung bestimmte Agitationsausgabe kostet 20 Pf. Zu beziehen ist die Broschüre von jeder Buchhandlung, jedem Kolporteur usw. Bereine und Gewerkschaften, die eine größere Anzahl der Agitationsausgabe beziehen wollen, mögen wegen b e- sonderer Preisvereinbarung anfragen bei der Buch- Handlung Vorwärts, Berlin LW. 68. Von„Blut und Eisen", dem 3. Band der unter dem Sammel- titel„Kulturbilder" herausgegebenen populären Abhandlungen aus der Kulturgeschichte, liegen bis jetzt v Hefte vor. Die dem Text beigegebenen zahlreichen Abbildungen erläutern die allgemein ver- ständlich geschriebenen Darlegungen des Verfassers. Wer sich für Krieg und Militärgeschichte interessiert, wer die verderblichen Wirkungen des Krieges kennen lernen will, sollte das hochinteressante Werk abonnieren. DaS Werk erscheint in 50 Lieferungen. Der Preis pro Hest beträgt- 20 Pf. Sämtliche Hefte von Rr. 1 an sind durch jede Buchhandlung und jeden Kolporteur zu beziehen. Ein Dichter des Proletariats, Adolf Lepp, ist in Zwickau gestorben. Er war Kämpfer und Poet, hat lange Jahre in den vordersten Reihen der Arbeiterbewegung gestanden und mancherlei Verfolgungen und Strafen tapfer ertragen. Bis ihn vor Jahren Eigenbrödelei von der Partei schied. Ein seiner Klasse Getreuer aber ist Lepp immer geblieben. Seine dichterische Begabung ent« faltete sich in der Drangsal bitteren Elends. Lepp war Zigarren« arbeiter, bis ihm die Proletarierkrankheit, die ihm nun im 53. Lebens- jähre dahingerafft hat, vor etwa Jahresfrist zwang, seine» Beruf aufzugeben und sich als Kolporteur kümmerlich durchzuschlagen. Seine Lieder und Erzählungen sprechen von den Entbehrungen und Leiden, aber auch von der Kampffreudigkeit und dem Siegbewußtsein des Proletariats. Die sozialistische Weltanschauung erhob Lepp über sein Elend und ließ von der großen Zukunft des Proletariats einen Widerschein in seine Werke fallen. Zu Anfang der 90er Jahre er- schien im Verlage von I. H. W. Dietz zu Stuttgart ein Bändchen seiner Gedichte als Teil der Sammlung Arbeiterdichtung. Mit dem preußischen Parteitag beschäftigte sich eine stark be- suchte Parteiversammlnng, in der die Parteisekretäre T a b e r t und Drescher als Delegierte gewählt wurden. In derselben Ver- sammlung wurde auch beschlössen, das im Reichstage gelegentlich der Kolonialdebatte zutage geförderte Material in einer Flugschrift als Agitationsinittel zu verbreiten. Ein sozialdemokratischer Lehrerverband in Dänemark. In Kopen« Hägen ist kürzlich ein„Sozialdemokratischer Lehrerverband" ge- gründet worden, der den Zweck hat. die sozialdemokratisch gesinnten Lehrer und Lehrerinnen Dänemarks zu gemeinsamer Arbeit für die Durchführung der daS Schul- und Erziehungswesen betreffenden Forderungen des Parteiprogramms zu vereinen. Der Verband wird Versammlungen abhalten, Schriften herausgeben und durch die Presse dalür wirken, daß jene Forderungen in immer weiteren Kreisen bekannt und verstanden werden. Abteilungen des Verbandes sollen im ganzen Lande gegründet werden, namentlich auch dort, wo die Sozialdemokratie in den Stadt- oder Kirchspielräten Vertreter hat. Vor allem will der Verband auch die sozialdemokratische Fraktion bei Gesetzesvorlagen über das Schul- und Erziehungswesen unterstützen. Uebrigcns hat die sozialdemokratische Folkethingsftaktion am Dienstag einen Gesetzentwurf über Beipeisung der Schulkinder ein- gebracht und in einigen Tagen wird sie Vorschläge zur Einsetzung einer parlamentarischen Konimission einreichen, die innerhalb einer bestimmte» Frist ein neues Schulgesetz ausarbeiten soll. Jetzt gilt in Dänemark teilweise noch ein Schulgesetz, das aus dem Jahre 1814 stammt, für jene Zeit allerdings sehr fortschrittlich war. polieeUithes, Gerichtliches ufw. Das Amtsblatt tut's, und das BolkSblatt wird bestraft. Zur Zeit, als in B a n t- W i l h e l m s h a v e n die Arbeiterschaft schwere Kämpfe mit der Monopolfirma Philipp Holzmann u. Co. auszufcchten hatte, im April d. I., brachte das Wilhelmshavener Amtsblatt, das„Tageblatt", folgende Notiz: „Ein bisher noch nicht versuchtes Mittel, um einem drohenden Ausstand zu begegnen, hat die königliche Eisenbahndirektion Frank» furt a. M. mit Erfolg angewendet. Unter den bei den Wieder- Herstellungsarbeiten auf Bahnhof Elm beschäftigten etwa 800 kroatischen Arbeitern zeigten sich schon seit einiger Zeit die Borboten eineS herausziehenden Ausstandes, denen gegenüber sich bis dahin die ebenfalls in Elm beschäftigten deutschen und italienischen Ar» beiter ablehnend, oder zum mindesten doch passiv Verhalten hatten. Indessen, wer konnte wissen, ob dieses ablehnende Verhalten auch von Dauer sein'werde. Dieser Gefahr rechtzeitig zu bMeanen ließ die Eisenbahndirektion einen leeren Wagenzug in den Bahnhos Elm einlaufen und die sämtlichen Kroaten auffordern, in die Wagen einzusteigen, angeblich, um. nach einer anderen Arbeitsstelle be- fördert zu werden. Tatsächlich aber führte der Zug die Kroaten nur einige Stationen weiter, gerade weit genug, um sie außer» stände zu setzen, aus die anderen Arbeiter noch einwirken zu können. An diesem Endziel angelangt, trat ihnen dann der Zahlmeister ent- gegen, der an der Hand der rasch inzwischen in Q:dnung gebrachten Lohnlisten jedem der kroatischen Arbeiter seinen rückständigen Lohn auszahlt« und sie dann gehen hieß. Während aber die Kroaten noch aus dem Bahnsteig standen und verblüfft über die rasche Abfertigung mit einander Rates pflogen, passierte schon ein Zug den Bahnhof. .der ebenfalls deutsche und italienische Arbeiter als Ersatz für die Kroaten dem Bahnhof Elm zuführte." Unser Banter Parteiorgan, das„Norddeutsche Volksblatt", be- merkte hierzu, daß es die Nachricht, wenn sie nicht von einem der Regierung zur Verfügung stehenden Amtsblatt gebracht worden wäre, kaum für glaublich halten könne, und knüpfte seine Kritik ausdrücklich an die Bedingung, daß die Notiz des..Wilhelmshavener Tageblattes" wirtlich der Wahrheit entspreche. Einige Zeit darauf reichte die Eisenbahndirektion in Frankfurt a. M. dm Beleidigungi-- klage ein, aber nicht gegen das„Wilhelmshavener Tageblatt", das die Noiiz gebracht, sondern gegen das„Norddeutsche Volksdlatt", das sie kritisiert hatte. Nachdem der Termin schon einmal vertagt worden, war, fand am Dienstag. 4. Dezember, bor dem Schöffen« gericht in Bant die Verhandlung statt. Das Gericht ging auf die unseren Aufforderungen in der Breffe nachrommen und aufs nachder angeblich beleidigenden Kritik zugrunde liegenden Tat- brüdlichste dafür Sorge tragen, daß der Zuzug ferngehalten wird. sachen gar nicht ein, sondern meinte in der Urteils- Wie weit die Fürsorge der Behörde geht, ist daraus zu ersehen, begründung, ob die Sache wahr sei oder nicht, die Eisenbahndirektion daß in einem am Tegeler Weg belegenen Lokal die Untersuchung als solche fönne sich nicht gegen ihre Arbeiter vergehen. Die Ver- ergeben hat, daß die eine Ausgangstür 1 bis 2 3entimeter gehungen fielen immer nur den betreffenden Beamten zu schmal war. Der Wirt hat daraufhin die Tür sofort herauszur Last, deshalb sei es unstatthaft, gegen eine Eisenbahndirektion nehmen und den Eingang um etwa 20 Zentimeter breiter machen einen Vorwurf zu erheben und diese fühle sich also mit Recht be- lassen. Ob nunmehr die Tür nicht als zu breit befunden wird, leidigt. Der Angeklagte, der verantwortliche Redakteur des Bolts- muß abgewartet werden. blattes", Genosse Meze, wurde zu 80 Mark Geldstrafe verurteilt Er wird gegen das sonderbare Urteil Berufung einlegen. Straffonto der Preffe. Vor dem Schöffengericht Kulmbach wurde gegen den Genoffen Schlegel von der Fränkischen Boltstribüne" verhandelt. Das Blatt hatte eine Notiz gebracht, daß der Spinnereidirektor Hornschuch seinen Arbeitern war freie Fahrt zur Nürnberger Ausstellung gewährt, sich aber dafür nachher durch Nichtbezahlung von Ueberstunden entschädigt habe. Die Angaben stammten von Arbeitern der Fabrik selbst, aber in der Verhandlung berhielten sich die Zeugen reserviert. Schlegel wurde au sechs Tagen Gefängnis verurteilt. " Eingestellt wurde am Freitag das Verfahren gegen den Genossen Moltenbuhr vom Boltsblatt" für alle wegen angeblicher Beleidigung des ganzen Unteroffizier standes. Dagegen wurde am Donnerstag dem Genoffen Johannes Sanow zu Halle, der als Verfasser jener inkriminierten Artikel in Anspruch genommen wird, die Anklage wegen Beleidigung der Unteroffiziere zugestellt. Gewerkschaftliches. die §6. Vom 1. November bis 1. April dürfen Stuffateurs, Puber- und Töpferarbeiten in Neubauten nur dann ausgeführt werden, wenn die Räume, in denen gearbeitet wird, durch Türen und Fenster nach außen hin verschlossen sind. Die nur vorläufige Anbringung derartiger Verschlüsse ist für genügend zu erachten. Zentralverband der Töpfer. Deutfches Reich. Die Salz- und Kalibergleute regen sich! Im Streit selbst ist eine wesentliche Veränderung nicht zu Während im deutschen Kohlen bergbau aller Reviere sich die melden. Die Suche der Firma nach Arbeitswilligen hat nicht nach- Arbeiter in den letzten Jahren durch rege Agitations- und Aufgelassen. Ebensowenig aber der Eifer unserer Kollegen, diese Be- flärungsarbeit eine gewisse Position gegenüber den Unternehmern strebungen der Firma zu durchkreuzen. geschaffen haben, war ein nennenswertes Leben in den meist fisDie Parole für jeden Metallarbeiter muß lauten: talischen Betrieben von Preußen, Anhalt, Braunschweig, in der Den Siemensbetrieben bleiben wir für Staßfurt- Magdeburger Gegend nicht zu verzeichnen. Diese TatDauer der Differenz fern. sache findet ihren Ausdruck in den immer schlechter gewordenen Deutscher Metallarbeiterverband, Ortsverwaltung Berlin. Löhnen und der Behandlung. Endlich fand am 18. November eine Konferenz der Kalibergleute statt, die relativ gut besucht, vont Wochen. Bewilligt haben bisher drei Firmen. Mit den übrigen sich die Forderungen( 15 Proz. Lohnerhöhung) der übrigen BergDer Streik der Werkzeugmacher währt jebt bereits neun Bergarbeiterverbandsvorsitzenden Sach se geleitet wurde und die Arbeitgebern fonnte eine Verständigung noch nicht erzielt werden. Leute ebenfalls zu eigen machte. Die Eingaben sind mittlerweile Die Betriebe dieser Herren sind, abgesehen von den bei ihnen be- gemacht worden an die privaten Unternehmer sowohl als auch an fchäftigten Lehrlingen, nach wie vor so gut wie leer. Arbeitswillige den Fistus. Prompt find aber auch die gegnerischen Organisationen haben sich nur in wenigen Einzelfällen gefunden. Die Streifenden auf dem Plane erschienen. Die Industrie" meldet: find gewillt, die Arbeit nicht eher wieder aufzunehmen, als bis die Arbeitgeber sich zu akzeptablen Zugeständnissen bequemen. Zur Tarifbewegung im Berliner Baugewerbe. Die Baugewerks- Zeitung", Organ des Innungsverbandes Deutscher Baugewerksmeister, der Baugewerksberufgenossenschaften und des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe, entrüstet sich darüber, daß der Vorwärts" dem Bericht von der letzten Im Jubeljahr der Sozialpolitik. Versammlung des Verbandes der Baugeschäfte In Kiel Gaarden fand wieder die überraschende" Spizmarke: Kampf vorbereitungen im eine jener Berliner Baugewerbe" gegeben hat. Das Blatt des Herrn Felisch imposanten, von Tausenden von„ kaiserlichen" Werftarbeitern bemerkt dazu:„ Diese für den Kundigen freilich nicht überfüllten Versammlungen statt, in denen die Arbeiter der neue Tattit des Vorwärts" stellt also die TatReichswerft in lezter Zeit wiederholt gegen die sozialpoliti- fachen einfach auf den Kopf". schen Gepflogenheiten der Werftverwaltung und des Reichs- Damit soll doch offenbar gesagt sein, daß es der Vorwärts" schon marineamts demonstriert haben. Diesmal war Stellung zu durch jene Spitzmarte darauf anlege, einen Lohntampf im Baunehmen gegen eine Maßnahme der Werftleitung, die sich direkt gewerbe gewissermaßen in sichere Aussicht zu stellen, obwohl die gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter richtete. Dem Run berichtet die„ Baugewerks- Zeitung" aber selbst über die AusArbeitgeber gar keine Rampfvorbereitungen zu treffen beabsichtigen. Schmied Cords war gekündigt worden, weil er in führungen des Herrn Vorsitzenden euer in jener Versammlung seinem Verbande zum Schriftführer gefolgendes: wählt worden war. Dabei war Cords seit zehn Unser Verband steht heute ganz anders da wie vor sieben Jahren zur vollsten Zufriedenheit seiner Vorgesetzten auf der Jahren, als er sich sozusagen noch in seiner Gründung befand. Werft beschäftigt gewesen, und in seinem Verband hatte er, Nach innen und außen erstarkt, fann er heute mit Ruhe in die wie er der Werftleitung selbst gelegentlich mitgeteilt hatte, Zukunft sehen, was auch immer sie in ihrem Schoße bergen möge. Diejenigen Arbeitgeber aber, die sich bisher noch nicht zum che er zum Schriftführer ernannt worden, jahrelang als Rassierer fungiert. Von seinen direkten Vorgesetzten, bei denen Beitritt zum Verband entschließen konnten, wenngleich sie auch die Früchte seiner Bemühungen mitgeerntet haben, sie mögen in sich Cords nach dem Grund seiner ihm zunächst ohne Moti- dieser ernsten Zeit die Notwendigkeit des Zusammenschlusses endvierung mitgeteilten Kündigung erfundigte, wurde ihm ge- lich erkennen lernen und sich zu ihrer ureigensten Sicherheit noch sagt, man sei selbst von der Maßnahme der Verwaltung aufs bor dem Sturm(!) unter den Schutz des Verbandes begeben." Wenn die Arbeitgeber also schon so sicher mit dem„ Sturm" äußerste überrascht. Der Obermeister erklärte, er fönne rechnen, bann dürfte der„ Borwärts" doch wohl auch mit Fug und Cords„ das beste 3eugnis ausstellen". Etwas Recht von Kampf vorbereitungen" sprechen. Hinzu kommt, daß mehr wußte schon der Ressortingenieur. Dieser verwies ihn die Arbeitgeber die Forderungen der Arbeiter hinsichtlich der Lohnauf die bekannte Bestimmung der Werftordnung, die als erhöhung und des Achtstundentages stritte als un annehmbar Entlassungsgrund sozialdemokratische Agitation" anführt. bezeichneten; ja Herr Lachmann hat sogar die Arbeitszeit Der Oberwerftdirektor, Admiral v. Usedom, bei dem verkürzung überhaupt als prinzipiell zu verwerfen erjodann Cords eine Audienz durchsetzte, rüdte endlich völlig mit lärt. Nun ist andererseits in den Reden wie auch in der ander Sprache heraus. Man wisse alles, was in den Zusammenbaß, wie in früheren Jahren, jo auch diesmal eine Verständigung genommenen Resolution der Hoffnung Ausdruck gegeben worden, fünften der Arbeiter vorgehe. So fei fürzlich in einer Mit auf friedlichem Wege möglich sei. Diesen Wunsch hegt natürgliederversammlung der Schmiede ein Unterstügungsgesuch lich auch die Arbeiterschaft und deren Vertretung. Einen Kampf von auswärts zurückgewiesen worden mit der Motivierung, lediglich um des Stampfes willen hat sie noch nie geman brauche das Geld für die Lohnbewgungen am Orte. führt. So wird es auch diesmal einzig und allein von dem VerLeute, die solchermaßen den Frieden zwischen Arbeitgebern und halten der Arbeitgeber abhängen, ob es zum Sturm" kommt oder Arbeitnehmern zu stören trachteten, fönne er, v. Usedom, auf nicht. Tatsache ist aber, daß die Herren vom Verband der Bauder Werft nicht brauchen. Gegen die Mitgliedschaft in der geschäfte alle Maßnahmen treffen, um den Arbeitern so wenig wie nur irgend möglich entgegenkommen zu brauchen. Diese für den Gewerkschaft habe er nichts einzuwenden, aber die Vor Kundigen freilich nicht neue Tattit" hat der" Vorwärts" durchaus standsmitglieder seien samt und sonder 3 treffend mit dem Worte Kampfvorbereitungen bezeichnet. Sozialdemokraten und würden auf der Sollte er sie Herrn Felisch zuliebe etwa gar Sturm vorWerft nicht geduldet. Es bleibe bei der Kündi- bereitungen nennen? gung. Hiermit wurde Cords kurzerhand entlassen. Der Streit der technischen Hartgummiarbeiter hat troß seiner Vom Versammlungsredner, dem Geschäftsführer der fünfwöchentlichen Dauer noch zu feiner Verständigung zwischen " ,, Verein deutscher Kaliinteressenten. Im Anschluß an die auf den 13. d. M. nach Berlin berufene Gesellschaftsversammlung des Kalisyndikats wird am 14. d. M. die Generalversammlung des Vereins der deutschen Kaliinteressenten"( Magdeburg) stattfinden. Der Verein, der im wesentlichen die bergbaulichen Interessen der im Kalisyndikat vereinigten Werke vertritt, wird sich in der bevorstehenden Versammlung namentlich mit der Lohnbewegung der Kalibergbauarbeiter be schäftigen." Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Ausbeutergruppe den Forderungen gegenüber verhalten wird. Inzwischen sind Kräfte an der Arbeit, die Kaliarbeiter der Organisation zuzuführen. Achtung! Schloffer, Dreher, Maschinenarbeiter! Bei der Firma Wilhelm Rivoir, Offenbach a. M., Fabrik von Maschinen zur Seifenfabrikation, befinden sich sämtliche Arbeiter im Streif. Die Firma beabsichtigt das Prämienlohnsystem einzuführen, welches die Kollegen ablehnten. presse Arbeiter obiger Berufe gegen hohen Lohn und gut dotierter Die Firma sucht nun in der Generalanzeiger- und AmtsblattPrämienarbeit". Wie es mit dem hohen Lohn aussieht, zeigt die Tatsache, daß fie 38 bis 45 Pf. pro Stunde bietet. Außerden werden jetzt noch Techniker zur aushülfsweisen Beschäftigung als Schlosser, Dreher usw. gesucht. Zuzug ist unter allen Umständen also zu vermeiden. Die Parteipresse wird dringend um Abbrud gebeten. Deutscher Metallarbeiterverband, Verwaltungsstelle Offenbach a. M. Husland. Der neue Einheitstarif für das Buchdruckgewerbe der deutschen Schweiz ist in der Urabstimmung des Schweizerischen Typographenbundes mit 1909 gegen 370 Stimmen angenommen worden. Bei den Buchdruckern in Basel, Bern und St. Gallen bestehen jedoch noch Differenzen betreffend die Lokalzuschläge als Teuerungszulagen für die über das Minimum hinaus entlohnten Gehülfen. " Eingegangene Druckfchriften. Seemanns- Kalender 1907. 296 Seiten. Herausgegeben vom See: manns- Berband in Deutschland, Bearbeitet von B. Müller. Preis 60 Pf. Berlag: Der Seemann", Hamburg, Besenbinderhof 57. Geschäftsbericht der Aktien- Brauerei Friedrichshain für das Geschäftsjahr 1905/06. Selbstverlag. Sozialer Fortschritt: Heft 81: Die evangelischen Arbeiterver eine. Bon Pastor A. Juſt. 25 Pf. Heft 82/83: Durch Staatshülfe zur Selbsthilfe. Ein Beitrag zur Pensions- und Hinterbliebenen- Bersorgung der Privatbeamten von Frit Schmelzer. 50 Pf. Heft 84: Ueber die wirtschaftlichen Aufgaben der städtischen Verwaltung. Bon Dr. V. Totomjanz. 25. Bf. Heft 85/86: Ernst Abbe als Sozialpolitiker. Von Georg Hahn. 50 f. Heft 87: Friedrich List, der Bismard des deutschen Wirtschaftslebens. Bon Dr. Otto Moft. 25 Pf. Verlag Feliz Dietrich, Leipzig. Stieler Metallarbeiter, Garbe, wurde gegen diesen An- ben Arbeitnehmern und Arbeitgebern geführt. Bei den lesten Letzte Nachrichten und Depeschen. Großfeuer schlag auf das Koalitionsrecht der Reichsarbeiter unter dem Verhandlungen erklärten fich die Arbeitgeber zwar bereit, die stürmischen Beifall der Versammelten energisch protestiert. 52ftündige Arbeitszeit sowie den Ueberstundenzuschlag von 25 Broz. Wenn Herr v. Usedom so genau über die Vorkommnisse in au bewilligen. Bezüglich der Mindestlohne machten sie jedoch er- tam am Sonnabendabend um 8% Uhr in der Schwedterstr. 9a, den Versammlungen, sogar in den Werkstattversammlungen von 10 Broz. für diejenigen Arbeiter, welche die jetzt geforderten Holzplaße der Firma F. Rast und C. Eichholz zum Ausbruch. neute Einwendungen, auch wollen sie die allgemeine Lohnerhöhung Ede der Exerzierstraße und Christianiastraße, auf einem großen der Arbeiter unterrichtet sei, so erhelle daraus, daß entweder Löhne bereits hatten, nicht zugestehen. Die Vorschläge der Arbeit- Diese Firma betreibt ein Baugeschäft und läßt auf dem Blake, Spizel auf der Werft gezüchtet würden, oder daß die Polizei geber wurden deshalb von den Streifenden als unannehmbar ab- welcher dem Magistrat von Berlin gehört, Bau- und Rüfthölzer, mit der Werftleitung in Verbindung stehe. Da die Lohnbewe- gelehnt. Der Kampf nimmt mithin seinen Fortgang. Bretter usw. in großen Mengen lagern. Das Feuer, dessen Entgungen, von denen in der Schmiedeversammlung die Rede Die Aussperrung in der Doblerschen Hartgummi- und stehung auf Brandstiftung zurüdgeführt wird, kam in einen war, wie v. Ujedom wisse, Privatwerften betrafen, Belluloidwarenfabrik, Hochstraße, hat noch keine Veränderung er Schuppen aus, der mit Brettern usw. gefüllt war. In furzer Zeit so gche aus der Entrüstung des Herrn v. Usedom hervor, fahren. Die Firma stellt es immer noch den Ausgesperrten anheim, stand der Schuppen mit den angrenzenden Stapeln Holz in daß dieser sich für berufen halte, das Interesse des Privat. einzeln die Arbeit wieder aufzunehmen. Von den Arbeitern Flammen. Der Qualm war ganz enorm und hüllte die nächste tapitals zu schüßen und diesem Privattapital jogar die ist dies Anfinnen jedoch prompt abgelehnt worden. Sie wollen nur umgebung fast vollständig ein. Oft konnte man in der Nähe der Arbeiter der Reichswerft zu opfern. Das sei höchst eigentüm- meinsam ausgesperrt worden sind. Mittlerweile hat sich die Firma wehr war bald mit dem 16. Zuge zur Stelle. Auf die Meldung gemeinsam wieder an ihre Plähe zurückkehren, so wie sie ge- Brandstelle nicht zwei Schritte weit sehen. Die Berliner Feuerlich bei einem so hohen Reichsbeamten. Freilich sei es nichts um neue Arbeitskräfte bemüht. Solche sind ihr denn auch in be- von der großen Gefahr rüdten dann noch die Züge 3, 14, 13, 2 neues für die Werftarbeiter, denn während des Streiks der schränkter Zahl teils vom Striegerverein, teils vom Arbeits- und 15 aus. Der Hauptangriff erfolgte von der Schweden- und Former auf der Howaldtschen Werft sind auf der kaiserlichen nachweis des Verbandes katholischer Arbeitervereine Schulstraße. Branddirektor Reichel ließ von allen DampfWerft Arbeiter, die von Howaldt regelrecht entlassen wurden, in der Kaiserstraße überwiesen worden. Die Katholischen" zeigen sprißen mit den stärksten Kalibern Wasser geben. In Strömen überhaupt nicht angestellt worden. Als Staatssekretär von sich hier wieder einmal in ihrer ganzen Größe. Anläßlich des floß das Wasser auf den hart gefrorenen Erdboden von der BrandEtreits bei Keyling u. Thomas konnte sich der Vertreter der stelle, während dichter Rauch und Wasserdampf sich über den Blaz Tirpit kürzlich auf der Werft weilte, befahl er zu Audienz Chriftlichen" gar nicht genug tun in der Beteuerung, daß seine" lagerten. Nach zweiftündiger angestrengter Tätigkeit war die den Vorsitzenden der christlichen Gewerf- Organisation stets die weitgehendste Solidarität üben werde. Macht des Feuers soweit gebrochen, daß ein Teil der Feuerwehr schaft, damit er ihm die Wünsche der Arbeiter unterbreite. Jetzt aber vermittelt der Arbeitsnachweis dieser braven Christen- nach den Wachen abrücken konnte. Der 3. und 16. Zug unter Den von der Werftverwaltung selbst eingesetzten Arbeiteraus- menschen, wie schon früher, ganz ungeniert Arbeitswillige nach Schaden soll bedeutend, aber durch Versicherung gebedt sein. Dem Brandinspektor Julius bieben noch bis Mitternacht zurüd. Der schuß behandelte der Staatssekretär als Luft. Hatte doch einer Firma, die ihre Arbeiter ohne jede Ursache, nur aus purer Brande sah eine große Menschenmenge aus Berlin und Reinidendieser Ausschuß furz zuvor im Auftrag der Gesamtarbeiter- Laune ausgesperrt hat. Das ist christlich- katholische Das ist christlich- katholische Dorf bis gegen Mitternacht zu. Zur Aufrechterhaltung der schaft der Werft an das Reichsmarineamt eine Petition um Solidarität! Ordnung und zur Sicherung des großen Holzplatzes und feiner Gewährung einer Teuerungszulage gerichtet! Dem Chriſt eine Anzahl derjenigen Vereinsmitglieder, welche gegen den An- Stelle. Alle Straßeneden waren von berittenen Schußleuten be. Gegen den Vorstand des Vereins Berliner Hausdiener hatten Umgebung war ein zahlreiches Aufgebot von Schuhleuten zur lichen" eröffnete nun die Marineerzellenz: eine Teue- schluß des Vereins an den Verband der Handels-, Transport- und setzt, die den Verkehr regelten. rungszulage gibt es nicht! Verkehrsarbeiter opponieren, eine Klage anhängig gemacht. Die Die Versammelten begleiteten die Besprechung dieser Kläger gingen von der Vorausseßung aus, daß der beschlossene AnVorkommnisse mit häufigen Entrüstungskundgebungen und schluß an den Verband nicht zu Recht besteht. Sie beantragten Unternehmer- Terrorismus. unterstrichen durch ihre lebhafte Zustimmung besonders den deshalb, dem Vorstande aufzugeben, eine außerordentliche General- Bremerhaven, 8. Dezember.( B. H.) Der ArbeitgeberberBassus des Redners, als er ausführte, im Reichstag, bei der bersammlung einzuberufen, welche aber nicht vom Vorstand, sondern band für das Baugewerbe der drei Hafenstädte sperrte wegen Etatsberatung, mache der Vertreter des Reichsmarineamts bon brei namhaft gemachten Mitgliedern der Opposition geleitet Lohndifferenzen sämtliche organisierten Simmerer aus. immer die schönsten Versprechungen, auf der Werft aber gehe Abfebung des Vorstandes auf die Tagesordnung gesezt werden. werden solle, auch sollte nach dem Klageantrag unter anderem die es im alten Gleise weiter. Schließlich wurde eine ausführliche Am Sonnabend wurde vor dem Landgericht das Urteil verkündet. Resolution einstimmig angenommen, die das ganze Dasselbe geht dahin: Der Vorstand des Vereins BerSystem autofratischer Sozialpolitik, wie es liner Hausdiener hat innerhalb aehn Tagen eine unter Tirpitz und Usedom auf der Werft eingeführt worden, außerordentliche Generalversammlung einzu aufs schärffte geißelt. Es wird dafür gesorgt werden, daß berufen mit der Tagesordnung: Erledigung des diese Kritik dem Staatssekretär des Reichsmarineamts an Anträgen der Kläger hat das Gericht nicht stattgegeben. Die GeProtestes gegen die Urabstimmung. Den weiteren einer Stelle, an der er sie anhören muß, unterbreitet wird. richtsfosten haben beide Parteien je zur Hälfte zu tragen. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Gegen die Kriegsgerichte. Paris, 8. Dezember.( W. T. B.) Deputiertentammer. NachBezüglich des Antrages auf Streichung einer mittagssigung. Million in Anbetracht der Abschaffung der Kriegsgerichte fündigt unterstaatssekretär Cheron an, daß demnächst diese Vorlage eingebracht werde; sie werde sehr kategorisch sein, denn in einem freien Beifall.) Eine lebhafte Debatte entwickelte sich dann über die Frage Lande gebe es keinen Platz für Ausnahmegerichtshöfe.( Lebhafter der Abschaffung oder Berringerung der Uebungsperioden von 28 und 13 Tagen für die Reservisten und Landwehrleute. Ruffische Gerechtigkeit". Achtung, Töpfer! Auf dem Neubau Helmholzstr. 14 in Cha lottenburg, ausführender Töpfermeister Suhte, sind die dort arbeitenden Kollegen gezwungen, die Arbeit niederzulegen, weil die Bauleitung durchaus teine Veranlassung nimmt, den§ 6 der neuen Moskau, 8. Dezember.( W. T. B.) Der Appellhof verurteilte Seit der letzten Versammlung für die Arbeiter der Siemens Baupolizei- Berordnung betreffs des Schutzes der baugewerblichen in der Verhandlung wegen des vorjährigen Dezemberaufstandes werke, in welcher besonders das Verhalten der Polizei fritisiert Arbeiter" zu respektieren. Sämtliche Kollegen werden ersucht. zwei Bersonen zu 8 bezw. 3 Jahren Zwangsarbeit, 14 Angeklagte wurde, ist eher eine Verschärfung als eine Herabminderung der dieses zu beachten und den Bau bis auf weiteres zu meiden. Zur wurden Korrektionsanstalten auf verschieden lange Zeit überpolizeilichen Maßnahmen eingetreten. allgemeinen Kenntnisnahme sei der Inhalt des§ 6 obiger Ber: wiesen, 13 wurden freigesprochen. Es ist deshalb doppelt notwendig, daß die Metallarbeiter ordnung hier wiedergegeben: Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil betontm: C. Glede.Berlin. Drud u. Berlag: Bortvärts Buchdr. u. Berlagsanftals Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 6 Beilagen. Br. 287. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Soutes, 9. Dezember 1906. Zum Proportional- Wahlsystem. für die Fortgewährung des bestehenden zollfreien Veredelungsverkehrs in Solinger Messerklingen, die nach dem Auslande gesandt, dort in Hefte von verfilbertem oder unverfilbertem Alpakka eingesetzt und dann wieder nach Deutschland eingeführt werden, das Bedürfnis verneint hat. 16 Millionen Mark Dividende. Die Generalversammlung der Aktiengesellschaft Fr. Krupp Sonntag, Verfammlungen. Zu den Auslaffungen des Genossen Wenzel im Vorwärts" ( Nr. 286, 8. Dezember) ist, abgesehen von der Schiefheit aller seiner Der Verband der Kürschner Berlins und Umgegend hatte zum Argumente, noch kurz zu bemerken, daß er flüglich den wichtigsten Mittwoch eine öffentliche Versammlung einberufen, zu der auch die Grund, aus welchem die großen Orte des Kreises Teltow- Beeskowo nicht Bahlstelle des Zentralverbandes der Kürschner Deutschlands eindas Proportional- Wahlsystem, wohl aber eine stärkere Vertretung auf der geladen war. Die Tagesordnung lautete:" Die Anwürfe der hieGeneralversammlung des Kreises verlangen, fortgelassen hat, nämlich den, das heißt Frau Krupp v. Bohlen Halbach genehmigte für das figen Zahlstelle des Zentralverbandes wider den Verband der daß die Parteigenoffen nicht den Zusammenhang mit dem Kreise und letzte Geschäftsjahr die Ausschüttung einer Dividende von zehn Kürschner Berlins und Umgegend anläßlich der Delegiertenwahl das Interesse an den Kreisangelegenheiten verlieren wollen. Der Prozent gleich 16 Millionen Mark. Für 1904/05 wurden 7 Proz. ladungsschreiben an die Zahlstelle und deren Antwort, daß die zur Krankenkasse". Der Vorsitzende verlas eingangs das Einnotwendige Zusammenhang fann nur gewahrt bleiben, tenn tvenigstens einige Genossen, die mehrere Jahre hinter einander ent- und für 1903/04 6 Proz. gezahlt. Aus dem legtjährigen Ergebnis Bahlstelle an demselben Tage eine Versammlung anberaumt habe wenigstens einige Genossen, die mehrere Jahre hinter einander ent- 4% fandt werden, ihn aufrecht erhalten; die hierfür gegebenen Genossen wurden aber noch 4 Millionen Mark an die Rüdlage überwiesen. und deshalb nicht erscheinen könne. Nach längerer Debatte wurde find die Vorsitzenden der Wahlvereine, welche unbedingt über Der Erhöhung des Aktienkapitals um 20 Millionen Mark wurde zu folgende Resolution angenommen: das Leben im Kreise unterrichtet sein müssen haben doch die gestimmt. Die neuen Aktien werden von der Familie Krupp zum großen Orte ganze Bezirke des Kreises zur Agitation zugewiesen Nennwerte übernommen; es werden 5 Millionen sofort und erhalten. Andererseits klagen in den örtlichen Generalversammlungen 15 Millionen am 31. Dezember zur Einzahlung gelangen. Die die Parteigenossen mit Recht darüber, daß sie über die Kreisange Herren Krupp v. Bohlen- Halbach und Vizeadmiral z. D. Sad wurden legenheiten zu wenig unterrichtet sind, und Hegen den be- in den Aufsichtsrat gewählt. rechtigten Wunsch, daß auch Parteigenossen der einzelnen Bezirke durch unmittelbare Anteilnahme an den Kreis- Kohlen-, Koks- und Brikettversand. Im November 1906 stellt Generalversammlungen ein lebendigeres Interesse am Streise in den fich der Gesamtversand an Kohlen, Koks und Briketts in den drei Bezirken wachhalten. Doppelwagen im November 1905. Oberschlesien hat einen geringen deutschen Hauptbezirken auf 766 706 Doppelwagen gegen 747 599 Rüdgang zu verzeichnen. An dem Gesamtversand sind die einzelnen Bezirke wie folgt beteiligt: • • November 1905 500 834 . 1906 Doppelwagen 516 219 66 058 184 429 61 888 184 877 Die heute tagende Kürschnerversammlung erklärt die von der hiesigen Zahlstelle des Deutschen Kürschnerverbandes wider den Berliner Lokalverband erhobene Bezichtigung der unanständigen Krankenkasse als eine Berdrehung der Tatsache und stellt fest: Handlung anläßlich der Delegierten- und Vorstandswahl zur 1. Die Schuld, daß 13 Delegierte, die größtenteils nicht mitstelle selbst, weil sie ihre Liste so spät einreichte. glieder der Kaffe waren, von der Liste fortfielen, trifft die Zahlhatten wir nach der Abrechnung der Zahlstelle in Nr. 12 des Desgleichen Delegiertenzahl auf 55, also ungefähr auf ein Fünftel berechnet. Kürschner", die uns bis dahin für 1906 vorlag, den Anspruch der Blaubte die Zahlstelle fich mit dieser Zahl benachteiligt, so hätte sie niemand daran gehindert, dieselbe um 15 bis 20 zu erhöhen. 2. Dittmann wurde deshalb nicht auf 3 Jahre in den Vorstand gewählt, weil er sich bei der Berichterstattung über die Beendigung, des Ausstandes bei der Firma S. Gärtner u. Co. der eines Arbeiterbertreters unwürdigen Aeußerung bediente, daß er an Gärtner seiner Stelle auch nicht die Lohnentschädigung gezahlt hätte. Damit fällt der Glorienschein von Dittmann, daß er als Zentralist den Rokalisten verhaßt war. Aus diesen praktischen Erwägungen heraus find von den großen Orten die Anträge gefommen, wie gefagt, nicht auf proportionale, sondern auf stärkere Bertretung als bisher. Diese Anträge sind nicht mit großer Majorität, wie Genosse Wenzel schreibt, sondern mit einer sehr knappen Majorität abgelehnt worden. Sollten sie dauernd abgelehnt werden, so werden die großen Orte sicherlich zu einem anderen Mittel greifen, um zu ihrem Rechte zu Ruhrrevier. tommen, vor allem, um den Schäden, die aus dem gegenwärtigen Saarrebier Zustande, je länger desto deutlicher für die Bewegung selbst entOberschlesien springen, zu begegnen. Nichts steht zum Beispiel im Wege, daß ein großer Wahlverein sich in eine Reihe von Bezirkswahlvereinen teilt, Verbandsfragen. Während beim deutschen Stahlwerksverband die dem Kreise als selbständige Wahlvereine angehören. Charlotten- die Möglichkeit seiner Auflösung erwogen wird, sind die belgischen 3. Trotz des Widerspruches der Zahlstelle über angebliche Verburg z. B. könnte mit Leichtigkeit sich in drei oder vier Bezirks- Stahlwerke gerade im Begriff, einen Stahlwertsverband nach den: gewaltigung durch den Lokalverband muß umsomehr auf die wahlvereine teilen, und würde dadurch eine Vertretung bekommen, Muster des deutschen zu bilden. Es soll bereits eine Einigung auch vom„ Borwärts" in der Erklärung vom 31. Oftober nicht gedie weit über das durch die bisherigen Anträge geforderte Maß sämtlicher Werte erzielt worden sein. Das Fortbestehen des brachte Tatsache hingewiesen werden, daß von den 40 Delegierten hinausginge. Spiritusringes scheint ziemlich gesichert zu sein, nachdem die lang- der Bahlstelle in der ersten Generalversammlung nur 16 das BeDie Berechtigung zu einem solchen Vorgehen würde gerade wierigen, oft aussichtslos scheinenden Verhandlungen mit der Oft- dürfnis empfanden, ihren Pflichten zu genügen. Genosse Wenzel am letzten bestreiten können hat sich doch erst deutschen Spritfabrik endlich zu ihrem Anschluß an den Ring für 4. Wenn es im Versammlungsbericht der Zahlstelle in Nr. 22 bor ganz kurzem der Wahlverein Groß- Lichterfelde in die die Zeit von 1908 ab geführt haben. Jm Brauereigewerbe machen des„ Kürschner" heißt, daß im nächsten Jahre nur noch Lokalisten beiden Wahlvereine Groß- Lichterfelde und Lankwiggeteilt. Solche fich neuerdings lebhafte Fusionsbestrebungen bemerkbar. Nachdem über das Wohl und Wehe der Krankenkasse entscheiden, so sei demim Interesse der Erleichterung der Agitation notwendigen bereits eine Reihe Interessenverbände gebildet wurden, ist man gegenüber bemerkt, daß bis jetzt überhaupt noch kein Mitglied der Teilungen sind bereits öfter im Streife vorgekommen und nunmehr im Münchener Brauereigewerbe fogar zur vollständigen Bahlstelle dem Vorstand der Krankenkasse in Berlin angehört hat." werden sicherlich auch weiter noch vorkommen. Ihnen entsprechen in Verschmelzung zweier Großbrauereien übergegangen. den großen Orten mehrfach vorgekommene Bezirksteilungen, die man ohne weiteres zu Wahlvereinsteilungen dem Kreise gegenüber durchweg Erhöhungen gegen die letzten Notierungen ein. Preiserhöhungen. An der Düsseldorfer Probuftenbörse traten berbollständigen könnte. Dr. Bruno Borchardt Charlottenburg. Aus Industrie und Handel. Submiffionen- Kartellpolitik. Eine Submission des städtischen Elektrizitätswertes FrankfurtMain betreffend einen Wechselstrommotor und zwei Gleichstrommaschinen, zusammen 300 PS hatte im Eröffnungstermin am 15. Nobember 1906 folgendes Ergebnis: 1. Ernst Heinrich Geist, Elektr. Aft.Ges. Köln forderten 13 980,50 2. 100% 22 700,00-163% 23 199,00= 167% 24 200,00= 174% 24 300,00-175% Die Erklärung für die enormen Preisdifferenzen gibt die Firma Ernst Heinrich Geist in einem Inserat in der Frants. 8tg.", indem fie der obigen Aufstellung folgendes anschließt: 2. Felten u. Guilleaume, Lahmeyerwerte Aft.- Ges. Frankfurt- Main 3. Brown, Boveri u. Co. Att.- Ges. Mannheim 4. Siemens- Schudert- Werte Ges. m. b. H. Berlin 5. Allgem. Elektr.- Ges. Berlin notierten: Thomaseisen Buddeleisen. 7. Dezember 1906 74,50-75,00 6. April 1906 60,80-61,60 78,00 68,00-68,50 52,80-53,60 70,00 Deutsches Gußeisen Nr. 3 Wenn die Arbeitslöhne mit solchen Steigerungen gleichen Schritt halten sollen, dann sind noch erhebliche Zulagen erforderlich. Breisrückgänge in Amerika. Während man in Deutschland nur von Preisaufschlägen hört, erfreuen sich die Amerikaner, die 3. B. für Fleisch usw. auch höhere Preise anlegen müssen, Preisermäßigungen auf eine Reihe anderer Artikel, die bei uns durch weg zu denen gehören, die den Haushaltetat der Arbeiter erheblich belasten. In New York ergeben sich nach amtlichen Aufstellungen folgende Preisrüdgänge, gemessen am Preise- Engrospreise bom 15. November 1906 gegenüber dem Preise vom 15. November 1905: ein Bushel Getreide 0,03 Dollar, ein Fah Mehl 0,55 Dollar, ein Faz Petroleum 0,11 Dollar, ein Faß Gemüse 0,192 Dollar, ein Pfund Kaffee 0,005 Dollar, ein Pfund Tee 0,01 Dollar. Vermischtes. In den Flammen umgekommen. Bei der in dem New Yorker Bruderschaftsgebäude der Cornell- Universität ausgebrochenen Feuersbrunst find insgesamt 7 Personen in den Flammen umgekommen. Ein weiteres Erdbeben. Einem Telegramm der Frankfurter Beitung" aus New York zufolge werden aus Kalifornien heftige Erdstöße gemeldet. Eis in der Ostsee. Wie mitgeteilt wird, find Peterburg und Kronstadt durch Eis gesperrt, der Schiffsverkehr ist unterbrochen. Gorkis Söhne der Sonne" verboten. Eine Aufführung von Marim Gorkis„ Söhne der Sonne", die gestern in Neapel stattfinden sollte und welcher der Dichter selbst beizuwohnen gedachte, ist vom Präfekten von Neapel verboten worden, wie es scheint, wegen der Befürchtung sozialpolitischer Kundgebungen. Opfer seines Berufs. In Stendal wurde gestern vormittag 11 Uhr der Rangierarbeiter Wilhelm Batz im Westbezirk des Güterbahnhofs mit eingedrückter Brust tot aufgefunden. Augenzeugen des teilung hervorgerufen, daß die angeblich sehr reichen Kupferminen stoßende Wagengruppen getreten fein, um die Kuppelung herzustellen, Gründerschwindel. Große Bestürzung hat in Glasgow die mit wird verbottidrig in aufrechter Haltung zwischen zwei zusammenUnfalles find nicht vorhanden. Die amtliche Meldung besagt:„ Batz von Fresno in Kalifornien sich als völlig unergiebig herausgestellt wobei ihm dann durch die Buffer der Wagen die Brust gequetscht haben. Eine große Zahl Bewohner von Glasgow hatte ihr ganzes ist." Wir haben Ursache anzunehmen, daß auch diese Erklärung nur Vermögen in Aktien dieser Minengesellschaft angelegt. Die Verluste eine willkürliche Annahme ist. Die größte Zahl der Eisenbahnunfälle beziffern sich auf 500 000 Pfd. Sterl. Viele Familien sind völlig ist dem langen angestrengten Dienst zuzuschreiben, wodurch dem Eisenbahnpersonal die Möglichkeit, auf Leben und Gesundheit zu achten, genommen wird. Die von der Ernst Heinrich Geist Att.- Ges. Köln, der der Zuschlag erteilt wurde, eingesetzten Preise sind derzeitige Marktpreise. Diese Marktpreise für gleiche und ähnliche Maschinen wurden von dreien ruiniert. der unter 2-5 aufgeführten Firmen in den letzten Monaten nachweislich noch unterboten. In obiger Submission glaubten aber anscheinend die vier unter 2-5 aufgeführten Firmen allein aufgefordert zu sein und gaben solch horrende Preise ab, um sich für ihre sonstigen Unterbietungen zu entschädigen. Man sieht, auf welche Abwege die vier Firmen, das sogenannte Geheimfartell, geraten sind. Ohne Mäßigung schrauben sie die Preise hoch im einen Falle, während fie im anderen Falle ohne Mäßigung unterbieten. Ein Kartell hat nur einen Sinn, wenn es nahezu alle produzierenden Firmen umfaßt und wenn die Preise maßvoll gesezt werden. Alle Verbraucher elektrotechnischer Produkte müssen sich sagen, daß sie keine Gewähr haben für angemessene Preise, wenn sie die vier Kartellfirmen zum Angebot heranziehen; sie werden, um sich bor llebervorteilung zu schüßen, auch die Ernst Heinrich Geist Elettrizitäts- Attien- Gesellschaft Köln zur Preisabgabe heranziehen, wie es vom Elektrizitätswert Frankfurt Main geschehen ist." Die Submissionen bieten, das geht unzweideutig aus dem Vorstehenden hervor, keine Garantie gegen Ueberforderung. Gehörte die Firma Geist zu dem Kartell, würde sie natürlich mit in der Reihe der jetzt von ihr des Bewucherungsversuches Beschuldigten marschiert haben. Wir glauben auch nicht, daß es ihr lediglich um Aufklärung der Deffentlichkeit zu tun ist, sie wünscht wohl, in die Interessengemeinschaft aufgenommen zu werden und dann später an den zu erlangenden Ueberpreisen zu partizipieren. Wir haben früher schon auf die Gefährlichkeit des Elektrizitätskartells, das sich der Mithülfe der Großbanken erfreut, hingewiesen. Hus der Frauenbewegung. Ueber Jugenderziehung und Jugendliteratur" sprach am Montag, den 3. Dezember, Heinrich Schulz im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse". Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrich str. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Man hat, so führte der Referent etwa aus, das 20. Jahrhundert wochentäglich von 7% bis 9% 11hr abends statt. Geöffnet Uhr. das Jahrhundert des Kindes genannt. Es wäre richtiger, es das Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Jahrhundert des Sozialismus zu nennen, der allerdings auch für Buchstabe und eine Zahl als Wierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort as Kindesleben die tiefsten Umwälzungen mit sich bringen muß. wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Denn nur im Sozialismus kann und wird sich alles das erfüllen, M. 100. Beruhigen Sie sich und warten Sie ab, ob in der Tat eine was man heute von den verschiedensten Seiten her für die Jugend Klage versucht werden sollte. W. H. Huttenstraße 7. Uns nicht erstrebt, wie denn alle diese Bestrebungen bekannt, wenden Sie sich an die Staatsanwaltschaft. die Unterdrückung ge- Stiefgeschwister erben mit. P. P. 79. Die werblicher Kinderarbeit, verbesserte Schulhygiene, die Einführung Berpflichtung des Dienstmädchens, wenn im Vertrag nichts entgegenstehendes Alma hat unrecht. 1. bis 3. Leider ist die des Handfertigkeitsunterrichts, die erhöhte künstlerische Ausbildung vereinbart ist, unbegrenzt. M. K. 30. Die Betreffende kann das Geder Jugend usw. eigentlich nur Vorauswirkungen des Sozialis- wünschte nur durch Amrufen des Vormundschaftsgerichts oder unbekümmert mus find. Vor allem kann die Jdee der Arbeitserziehung, die die um die etwaigen Folgen erreichen. Streitende 3. 1. Nein, wenden Sie Grundlage moderner Pädagogik bildet, erst in einer zukünftigen fich an das Arbeiterfekretariat Engelufer 15. 2. D. 20. Uns leider Rostock streite 2000. 1. Nein. 2. Ja. 3. Erkundigen Gesellschaft zu voller Verwirklichung gelangen und damit einer nicht bekannt. Sie sich direkt auf der Bahn. M. 25. Wenden Sie sich an die Auskunftsvielseitigen förperlichen, geistigen und künstlerischen Entwickelung stelle der ethischen Stultur, Unter den Linden 16, Quergebäude 4 Treppen. des jungen Menschen Raum geschaffen werden. Wie sehr man in der Arbeiterschaft die Bedeutung der Jugend zeugten vor der Heirat geborenen Stinde Ihrer Frau können Sie Ihren H. J. Brunnenstraße. 1. Dem unehelichen von Ihnen nicht ere erziehung erfaßt, das zeigt sich in dem lebhaften theoretischen wie Namen beilegen. Erforderlich ist, daß Ihre Frau und der Vormund die in dem persönlichen Interesse des Proletariats an allen Erziehungs- Einwilligung zu der Aenderung des Namens und Sie die Erteilung desselben problemen. Und in der Tat kann auch heute schon so weit ent- vor dem Standesbeamten zu Protokoll erklären. Sie tönnen auch die drei fernt wir leider noch von der Verwirklichung unserer pädagogischen Erflärungen schriftlich abgeben, die Unterschriften notariell oder gerichtlich Eltern vieles in der Kindererziehung verbessert werden. Ideale sind durch Aufklärung und Erkenntnis der proletarischen beglaubigen laffen und dann dem Standesbeamten einreichen. Diese Der Namensänderung dient dem Interesse des Kindes. Der Erzeuger wird da Redner ging nun näher auf bestimmte Erziehungsfragen ein, er- und 3. Innerhalb eines Jahres, nach geschlossener Heirat, müßten die durch keineswegs von seinen Alimentationsverpflichtungen entbunden. 2. läuterte insbesondere einzelne Sittlichkeitsbegriffe und ihre Auf- Heiratsurkunde und die Invalidenkarten bem Magistrat, Abteilung für In fassung in der Arbeiterschaft und sprach endlich eingehend über die balibenversicherung am Köllnischen Bart mit dem Antrag auf Zurüc Wie durch die neudeutsche Schutz" zollpolitik die nationale tiefe Bedeutung und den Einfluß des Spieles und der Lektüre für erstattung eingereicht oder der Antrag dort zu Protokoll erklärt werden. In Arbeit geschützt wird, darüber kann die Handelskammer in Solingen das Kindes- und Jugendalter. Erst in den letzten Jahren hat auch der Regel empfiehlt es sich, solchen Antrag nicht zu stellen, vielmehr weiter Mitteilungen machen. In ihrer Antwort auf eine Umfrage des die Lehrerschaft sich mit wärmerem Intereffe einer Sichtung der zu fleben. Es brauchen innerhalb 2 Jahren nur 20 Marken geklebt werden. Handelsministeriums berichtet sie, daß die Regierungen von Defter Jugendliteratur zugewandt und Verzeichnisse der Bücher geschaffen, Rechtsfrage. Im Falle der Klage würden Sie voraussichtlich zur reich und Ungarn durch eigens nach Solingen geschickte Abgesandte die nach Inhalt und Ausstattung für die verschiedenen Alters- und Verpflegungskosten bis zum 1. Dezember, tann aber den hierauf Zahlung verurteilt werden. 2. 9. Die alte Herrschaft haftet für Kurs die dortigen Fabrikanten unter Zusagung von besonderen Ver- stufen empfehlenswert sind, um so die Kinder vor den elenden Mach fälligen Lohn abziehen. günstigungen zur Abwanderung veranlassen wollen. Eine Firma hat werken zu bewahren, die alljährlich zu Tausenden den Büchermarkt boren sind, müssen Sie mindestens 560 Marten aufweisen fönnen. P. J. 100. Da Sie am 26. Februar 1835 ge3. 29. das vorteilhafte Angebot bereits angenommen, andere Firmen hätten überschwemmen. Die Arbeiterschaft hat diese Bestrebungen auf- Klagen Sie auf Aufhebung des Vertrages und Schadenersaz wegen Gesund die gleiche Absicht. Neben der Errichtung von Filialfabriken und die genommen, indem sie sie in ihrem Sinne weiter auszugestalten beitsgefährdung, den gesundheitsgefährdenden Zustand müssen Sie beweisen. Verlegung von Betrieben ins Ausland mache sich ferner als Wirkung sucht, z. B. alle patriotischen und religiösen Tendenzschriften aus J. H. 76. Die Räume müssen der Vorschrift entsprechen. Ob das in der Zollerhöhung die Abwanderung tüchtiger Solinger Arbeiter in den Verzeichnissen entfernt. Um den Eltern eine Besichtigung Ihrem Fall der Fall ist, ergibt Ihre Anfrage nicht. Statius. 14 tägige österreichische Betriebe bemerkbar. Schon jetzt feien die österreichi- und rechte Auswahl von Weihnachtsbüchern für ihre Kinder zu er Sündigungsfrist. J. N. 23. Wenden Sie sich an die Offenbacher schen Fabrikanten in der Lage, in ihren Anpreisungen ihre Ab- möglichen, wird hier in Berlin wie in einzelnen anderen Städten Strantentaffe für Mädchen und Frauen Prinzenftr. 66 bei Hinz. 75. 1. Die Adresse finden Sie im Adreẞkalender. 2. Nein. nehmer darauf hinzuweisen, daß sie nicht mehr von Solingen zu vor Weihnachten eine Bücherausstellung veranstaltet werden, und E. 2. 48. Wenden Sie sich direkt an die Waisendirektion, die kaufen brauchten, da sie Solinger Meister und Gesellen herüber es ist jedem Vater und jeder Mutter, die ihren Kindern eine rechte Bedingungen find verschieden. A. R. 146. 1. Mein. 2. Sie tönnen gezogen hätten und nach Solinger Art arbeiten. Ferner tann die Freude bereiten wollen, ein häufiger Besuch dieser Ausstellungen an das Minifterium für öffentliche Arbeiten einen Antrag richten. Handelstammer berichten, daß sich infolge der Erhöhung des Ein- dringend zu empfehlen. 5. 5. 20. 1. und 2. Nein. F. 67. Frühestens Ende 1907. gangszolles auf Fahrradteile verschiedene Firmen genötigt sehen, in Der interessante Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall auf-.. 50. Nein. G. 400. Sie müssen sich direkt an Ihren Anwalt Italien Filialbetriebe zur Fertigstellung der Halbfabrikate zu er genommen. Am 16. Dezember, abends 7 Uhr, wird Heinrich Schulz wenden; es ist unmöglich zu wissen, aus welchem Grunde die Publikation richten. Auch einige große Teerfarbenfabriken des Solinger Bezirkes zur Eröffnung der Bücherausstellung noch einmal einen Vortrag Die Bekundung, daß sie nichts weiß, hat eventuell in ihrer Eigen. eines Urteils verschoben ist. D. G. Ihre Frau muß Beugnis ablegen. haben ihre Betriebe in Rußland infole der Erhöhung der Eingangs- über Jugendliteratur im Gewerkschaftshause halten. Die Aus- schaft als Zeugin stattzufinden. 2. 9. 5. Liegt wissentlich falsche zölle bedeutend erweitert. stellung selbst, sowie der Verkauf der empfohlenen Bücher findet Denunziation vor, so fönnen Sie Strafantrag bei der Staats Angesichts dieser Verhältnisse erscheint es mindestens sonderbar, ebenfalls im Gewerkschaftshause, vom 17. bis 24. Dezember, täglich anwaltschaft stellen. 111. Nord. Ihr Gläubiger fönnte wie jeder daß die Handelskammer Berlin in einem eingeforderten Gutachten, von 4 bis 10 Uhr nachmittags statt. andere flagen und wenn er gewonnen hat, Pfändung vornehmen. Schutz der nationalen Arbeit. " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 9. Dezember. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die Condottieri. Morgen und folgende Tage: Die Condottieri. Freie Bolksbühne. Rachmittags Kleines Theater. 3. Uhr, 13. und 14. Abteilung. Berliner Theater: Ora et labora und Eine Abrechnung. 6. und 7. Abteilung im Neuen Schauspielhaus: Der Sturm. Neue freie Volksbühne. Nach mittags 22 Uhr: 3. Abteilung im Deutschen Theater: Mutter Landstraße. Nachm. 3 Uhr: 13. Abteilung im Neuen Theater: Die Condottieri. Nachm. 3 Uhr: 1. Abteilung im Schiller Theater O.: Die rote Robe. . Nachm. 3 Uhr: 9. Abteilung voll und 12. Abteilung Nrn. 11 001 bis 11 300 im Schiller Theater N.: Das Lumpengefindel. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Die Zauberflöte. Montag: Salome.( Anf. 8 Uhr.) Kgl. Schauspielhaus. Das Glas haus. Montag: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Neues Operntheater. Die Jungfrau von Drleans. Montag: Geschlossen. Deutsches. Das Wintermärchen. Montag: Der Staufmann von Venedig. Westen. Der Schmetterling. Mittags 12 Uhr: Matinee. Die Schöpfung. Nachmittags 3 Uhr: Martha. Montag: Kindestreue. Stradella. ( Anfang 7 Uhr.) Lorking. Die Fledermaus. Nachm. 3 Uhr: Der Wildschütz. Montag: Fra Diavolo. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner- Theater.) Doppelfelbstmord. Nachmittags 3 Uhr: Die rote Robe. Montag: Die Hoffnung auf Segen. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Heimat. Nachmittags 3 Uhr: Das Lumpengefindel. Montag: Matthias Gollinger. Leffing. Der heimliche König. Nachmittags 3 Uhr: Die versunkene Glode. Montag: Der heimliche König. Neues Schauspielhaus. Hochzeitsfackel. Montag: Dieselbe Borstellung. Kleines. Ein idealer Gatte. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Ein idealer Gatte. Berliner. Liselott. Montag: Sherlod Holmes. Neues. Die Condottieri. Die Montag: Diefelbe Borstellung. Komische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Nachm. 3 Uhr: Carmen. Montag: Figaros Hochzeit. Nefidenz. Florette und Batapon. Nachm. 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Montag: Florette und Patapon. Zentral. 1001 Nacht.( Anf. 7, Uhr.) Nachmittags 3 Uhr: Der Zigeuner baron. Montag: Die Fledermaus. Luftspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Die von HochHusarenfieber. Rachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Bum 133. Male: Ein idealer Gatte. Montag, Dienstag und Mittwoch: Ein idealer Gatte. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Sonntag, nach m. 3 Uhr:, Die rote Robe. Schauspiel in vier Aften von Eugen Brieur. Deutsch von Anne St. Cére. Sonntag, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Sonntag, nach m. 3 1 br: Das Lumpengesindel. Tragikomödie in 3 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen. Sonntag, abends 8 Uhr: Heimat. Urania. Zirkus Schumann Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Sizilien. Bauernpoffe in 4 Aften von Ludwig Schauspiel in 4 Aften von Hermann Montag: Dieselbe Vorstellung. Anzengruber. Montag, abends 8 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Dienstag, abends 8 Uhr: Donna Diana. Sudermann. Montag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Dienstag, abends 8 1hr: Doppelselbstmord. Zirkus Busch. Sonntag, den 9. Dezember 1906: Theater des Westens Nachm. 4 Uhr 2 große Gala- Vorstellungen. Abends 7%, Uhr Station 8oolog. Garten, Kantstr. 12. Mittag 12 Uhr: Matinee. Oratorium: Die Schöpfung. Nachm. 3 Uhr halbe Breise: Martha. Abends 7, Uhr: Der Schmetterling. Frit Werner a. G. Neues Schauspielhaus Anfang 8 Uhr. Die Hochzeitsfackel. Morgen: Die Hochzeitsfackel. Komische Oper. Nachmittags Carmen. 3 Uhr: Abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Figaros Hochzeit. Dienstag: Hoffmanns Erzählungen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Nachm. 3 Uhr Vorstellung des Vereins für Volksunterhaltung: Der Wildschütz. Abends 72 Uhr: Die Fledermaus. Abonnements ungültig. Montag Wohltätigkeits- Vorstellung der Frauenvereinigung der Gemeinde Treptow: Fra Diavolo. Zentral- Theater. ( Operette.) 712 Uhr: Tausend und eine Nacht. Montag: Die Fledermans. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachmittags 3 Uhr: Ein Volksfeind. Abends 8 Uhr: Des Meeres u. der Liebe Wellen. Montag u. Dienstag: Flotte Weiber. Sonnabend 4 Uhr Kindervorstellung Frau Holle. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Nachm. 4 Uhr zahlen Kind. unt. 10 Jahr. a. all. Sitzpl. halbe Preise. In beiden Vorstellungen:| In beiden Vorstellungen: Herr Dompteur Willy Peters mit Miss Alice Dianda, dressierte der größten Tiger- u. Löwengruppe. In beiden Vorstellungen: Mile. Léris Loyal in ihrem graziösen Champagner- Akt als Demimondaine zu Pferde. Nachm. 4 Uhr: Zwergclown François mit dem Dackelpferd. ,, Aus der Puẞta" Hunde, Affen u. Kakadus. Z OOLOGISCHER CARTEN Sente Sonntag 50 PI. Eintritt Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Nachmittags ab 4 Uhr: Heute Sonntag, den 9. d. Mts., nachm. 32 Uhr u. abends 72 Uhr: 2 große außerordentliche Gala- V2 Gala- Vorstellungen Rachmittags auf allen ein Kind frei. Sedes weitere sind unter 10 Jahren Plägen ohne Ausnahme halbe Preise( außer Galerie). In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Moki- Indianer Truppe aus Neu- Mierico, U. S. A. Unter vielen anderen 6 Mofi- Indianer als Schlangentänzer usw. In beiden Vorst., nachm. u. abends: Großes Militär- Konzert.? Will. H. Hill? Morgen sowie täglich: Großes Militärkonzert. In beiden Vorstellungen: Berliner Aquarium Sämtl. Clowns mit den neuesten Witzen u. Späßen. Vorführen und Vorreiten der besten Schul-, Freiheits- und Springpferde. Abends 72 Uhr: 66 " Rom% Gr. Origin.- Manege- Ausst.- Pant. Orig.- Pantom. d. Zirkus Busch. des Zirkus Busch in 7 Bildern. C astans Panopticum Friedrichstraße 165 Der Räuberhauptmann v. Köpenick. Die zusammengewachsenen Schwestern. Abends 6 Uhr: familien- Bier- Kabarett. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr Wo ist der Papa? Vorher: Herr Hups. Sonntagnachm.: Ihr zweiter Mann. WINTER CARTEN Letzte Woche! Ruff St. Denis die berühmte indische Tänzerin. und das neue Spezialit.- Programm. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Besten. Herr Hauptmann Florette und Patapon. Im Edelgrund und tiefen Wald b. Köpenick. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Montag: Im wilden Westen. Der Hauptmann v. Köpenid. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntagnachm. 3 Uhr: Eine Hochs zeitsnacht. Rachmittags 3% Upr: Ggarleys Rixdorfer Theater 3, Montag: Eine lustige Doppelehe. Bergstraße 147. ober: Das Buschlies'l. Bolksstück mit Gesang in 4 Aften. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Bf. bis 1 M. Nach der Vorstellung: Familienball. Montag: Königin Luise. Bernhard Rose- Theater Luifen. Des Meeres und der Liebe Sonntag, 9. Dez., nachm. 3 Uhr: Große Frankfurterstr. 132. Wellen. Boltsvorstellung: Heute nachmittag 8 Uhr: Nachmittags 3 Uhr: Gin Bollsſeind. Die Jüdin von Toledo. Der Glöckner von Notre Dame. Montag: Flotte Weiber. Bernhard Nose früher Carl Weik. Die neue Welt. Nachm. 3 Uhr: Der Glödner von Notre- Dame. Montag: Ausgewiesen. Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Herr Hups. Nachm. 3 Uhr: Ihr zweiter Mann. Montag: Wo ist der Papa? Borher: Herr Hups. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Metropol! Montag: Der Teufel lacht dazu. Rafino. Die beiden Champignol. Spezialitäten. Abends 7, Uhr: Wilhelm Tell. Deutsch- Amerikanisches Theater. Zum 1. Male: ,, Im wilden Westen" und der große Lacherfolg Herr Hauptmann v. Köpenick. Sonntagnachm. 3 Uhr, halbe Pr.: Ueber'n großen Teich. Metropol- Theater Nachm. 4 Uhr: Gebrüder Born. Nachmittags 3 Uhr: Singvögelchen. Montag: Die beiden Champignol. Colies Caprice. Debüt Fleischmann. Montag: Diefelbe Borstellung. Passage. Berlin paß' auf! Spezialitäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Thealer abends 8 Uhr: Sizilien. Montag: Dieselbe Borstellung. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Liselott. Gastspiel Lucie Viĕrna. Anfang 8 Uhr. Montag: Sherlock Holmes. Ermäßigte Preise! Auf in's Metropol! Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet. Kasino- Theater Lothringerftr. 37. Täglich 8 Uhr: Corradini Berlins Liebling. Lustspielhaus. Barsikow Ellmann Duo. Dazu: Großzer Lacherfolg. Rahm. 3 11br: Die von Hochsattel. Die beiden Champignol. Abends 8 Uhr: Husarenfleber. Sonntag 4 Uhr: Singvögelchen usw. Abends Die neue Welt. 8 Uhr: Unter den Linden 68a Eingang Schadow- Straße No. 14. Heute Sonntag: Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der an lebenden Welt Reptilien etc. Seetieren, 185/3 Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Heute: Debüt Fleischmann Anfang 8 Uhr. Vorverkauf von 10-2 Uhr u. b. Wertheim. Cpollo Buggenhagen Theater Im Kaisersaal Sonntag u. Montag: das Phänomen. In beid. Borst.: Frl. Dora Schumann mit ihrem brill. Reitalt L'écuyère lumineuse. In beiden Vorst.: Die neu engagierten Spezialitäten, sämtl. Clowns u. Augufte mit ihren neuesten Wiken, sowie Dir. Alb. Schumanns neueste Monsterdreſsuren. Um 10 Uhr: Die große Ausstattungs. Pantomime: Ein Tag in Monte Carlo. Polosseum Colo Dresdenerstr. 97. Das urtomische Dezember- Programm. Im Konzertsaal: Neu! D' Mondscheinbrüder. Beste Wiener Schrammeln und sechs erstklassige Gesangskräfte. Neu! Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Gustay Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das vollständig neue Nachm. 3 Uhr! Halbe Preise! Willy Walde- Sänger Dezember- Programm. Große Familien- Vorstellung mit dem vollständigen Spezialitäten- Programm. Abends 8 Uhr: Elite- Vorstellung. Barra Truppe, muf. tom. Aft. Athletik- Klub, Sportszenen. 36 Damen u. a. m. Passage- Theater. Täglich abends Uhr: und Tanzkränzchen. Stets neues großes Programm. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Sänger 7 Uhr. Entree 50 Pf., Montags 40 Pf. In den Parterre- Sälen: Gustav Gottschalks Gesellschaftskonzert. Eintritt Sonntags 30, Montags 15 Pf. Berlin paß auf! 2 Burleste in 2 Aften v. Leop. Elh. Mufit von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Georg Kaiser, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden Dezember- Spezialitäten. Brunnen- Theater Direktion: Bernhard Rose. Gesundbrunnen. Babstraße 58. Volksstüd in 5 Atten. eute Sonntag nachmittags 3 Up Mutterliebe. Das Käthchen von Heilbronn. Abends 8 Uhr: Schauspiel in sechs Atten. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an Morgen Montag: Am Altar. Montag: Ausgewiesen. Dienstag: der Theatertaffe. Das Käthchen von Heilbronn. Palast- Theater. Prater- Theater. Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Massen- Vorstellungen von erstklassigen Spezialitäten vom 1. bis 31. Dezember 1906 arrangiert von der 183/ 13* Internationalen Artisten- Loge. E. y. Berlin. Anfang der Vorstellungen: Sonntags 7, Uhr, wochent. 8 Uhr. Buggenhagen Moritzplatz. Jeden Mittwoch und Sonnabend: Gust. Gottschalks Gesellschafts- Konzert. Humoristischer Abend und Freitanz. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn D. Bürger. Jeden Mittwoch: 24762* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. ValhallaVarieté- Theater Weinbergsweg 19/20 2 Am Rosenthaler Tor. Heute Sonntag: Galavorstellungen nachmittags 3%, Uhr( fleine Breise) jed. Erwachsene ein Kind frei. Abends 8 Uhr: Ein Spezialitäten- Programm mit 60 Variétékünstlern. Die Könige unter den Afrobaten: Die 12 Akrobaten Lorch itar. Spiele mit 8 Ponys u. Efeln. Leben und Treiben auf den Bergen D' 10 Loisachtaler in ihren Gefängen und Tänzen. Zum Totlachen! Mag Walten mit seinen urfom. Scherzen, sowie die übrig. 15 phänom. Attraktionen. Staffe 10-1 u. von 2, Uhr geöffn Neu Der Hauptmann v. Köpenick Neu! großer Lacherfolg. 22 Nummern. Anfang 74, Uhr. Sonntags 52 Uhr. Prachtsäle des Westens Spichernstr. 3. Carl Stechert. Heute Theater- Aufführung. Eine alltägliche Geschichte u. die lustigen Heidelberger. Luftspiel von A. Schreiber. Anf. 81, Uhr. Entree 40 Pf. Nach der Vorstellung: Familienkränzchen Germania- Pracht- Säle. N., Chausseestr. 103. Karl Richter. Jeden Sonntag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Vollständig neues Programm. Anfang 6 Uhr. Eintritt: 50 f. mit anschließ. Familienkränzchen. Jm weißen Saale von 5 Uhr ab: Großer Ball. Jeden Mittwoch: Hamburger Sänger und Freitanz. 23892* Fröbels Allerlei- Theater ELYSIUM, Schönhauser Allee 148. Landsberger Allee 40-41. Jeden Sonntag: Jeden Sonntag und Donnerstag: Großer Ball. Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riefenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Ballmusik von 2 Kapellen. Anfang 4%, Uhr. Entree frei. Montags: Harburg. Sänger. Entr.10 Pf. Avis! Wochentags ist der große Saal mit neuen Anbau, 1200 Pers. faffend, unter günstiger Bedingung zu bergeben. Amt 7 2617. 31 622* Carl Eisermann. Schweizer Garten Abnormitäten- Progr. Am Königstor Am Friedrichshain. Straßenbahn Nr.1,2,4, 17, 59, 62, 63,74. 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Er liegt folgendermaßen: Von nun an zahlten die Kassenorgane dem genehmigten Statut läufigen Anordnungen könnten durch einen Beschluß der General entsprechend das Krankengeld wieder vom ersten Tage der Er- versammlung außer Kraft gesezt werden, nicht Plaz greifen könnte. frantung ab. Am 21. November lief darauf ein Schreiben des Zu dieser Annahme konnten die Beklagten auch bei Anwendung der Magistratskommissars ein, in dem ausgeführt wurde, im Verkehr erforderlichen Sorgfalt infolge der Vorgänge nach der Erlaß des Oberpräsidenten vom 28. April habe trok der Ge- dem 26. Mai 1904 gelangen. Denn ausweislich der Atten nehmigung des Statuts, welches die Auszahlung des Krankengeldes hat der Oberpräsident, als ihm der Beschluß der General ohne Karenztage vorsah, noch Geltung, der Vorstand habe für die versammlung vom 26. Mai 1904 mittels Anschreiben vom Starenztage Krankengeld nicht mehr zahlen zu lassen. Eine hier- 18. August vorgelegt wurde, und er auf diese Weise von ihm gegen eingelegte Beschwerde blieb erfolglos. Unter dem 16. Fe- Kenntnis erhielt, den Beschluß keineswegs angehalten, bruar 1905 erklärte er: meine vorläufige Anordnung vom soweit er mit seiner vorläufigen Anweisung nicht übereinstimmte. 28. April 1904 ist hinsichtlich der Berechnung breier Karenztage nicht Er hat vielmehr den Generalversammlungsbeschluß dem Bezirks. aufgehoben, vielmehr ist sie durch einen inzwischen ergangenen ausschuß zur Genehmigung vorgelegt. Die Beklagten befanden sich Erlaß vom 6. Januar 1905 endgültig geworden. Der Vorstand also im guten Glauben, als sie hieraus folgerten, daß der Oberzahlte für die Karenztage von der ausdrücklichen Anweisung ab, präsident auf die Berechnung von drei Karenzztagen, die ja das Statut nicht vorjehe, nicht bejtehe. Die Verfügung des Magistrats nicht mehr Zahlung zu leisten, d. i. vom 11. Dezember ab, nicht kommissars vom 21. November konnte ihm diesen Glauben nicht Jm Juli 1903 erhielt die Berliner Ortskrankenkasse des Töpfer- mehr. gewerbes infolge der Auflösung der Innungskrankenkasse einen ernehmen.„ Es kommt hinzu," heißt es im Urteil wörtlich, daß heblichen Zuwachs. Im Frühjahr 1904 hatten die Wahlen zur der Zeit vom 2. Dezember bis 10. Dezember 1904 selbst der Ansicht gewesen ist, daß seine einstweilige An Nunmehr verlangte der Magistrat, daß die in der Oberpräsident augenscheinlich eine 3eitlang Generalversammlung und zum Vorstande das Ergebnis, daß endlich mit insgesamt 161,22 M. für Karenztage au sordnung vom 28. April nach dem 26. Mai 1904 nicht mehr in Kraft die Arbeiter die Verwaltung der bis dahin sehr zuungunsten der gezahlten Gelder von dem Vorstande zurüd- gewesen sei. Denn aus einem Schreiben vom 6. Januar 1905 und Arbeiter, insbesondere der Erkrankten verwalteten Kasse in die gezahlt werden sollten! Er forderte die Generalber- 16. Februar 1905 ergibt sich, daß zunächst seine definitive Anordnung Hand nehmen konnten. Zum ersten Vorsitzenden sowohl wie zum fammlung auf, einen Beschluß auf Klageerhebung gegen die Vor- vom 6. Januar 1905 erst bom 23. Januar 1905 ab rechtsverbindliche ersten Schriftführer wurde ein Arbeiter gewählt. Daraufhin regte standsmitglieder zu fassen. Die Generalversammlung Wirkung haben sollte." Bei der ganzen Sachlage müsse angenommen die sogenannte Aufsichtsbehörde, der Magistratskommissar, beim Iehnte die Erhebung einer solchen Klage ab, da werden, daß die Beklagten sich für verpflichtet hielten, die drei Oberpräsidenten an, auf Grund des§ 33 des Krantenversicherungs- nach ihrer Ansicht die Vorstandsmitglieder berechtigt und verpflichtet Karenztage nicht zu berechnen. Daraus folgt aber, daß das erste gefezes eine Erhöhung der Beiträge und die Einführung von waren, für die Karenzzeit Zahlung zu leisten. Nunmehr erklärte Urteil aufgehoben und dem Magiftrat die Kosten auferlegt werden drei Karenztagen anzuordnen. Der Oberpräsident kam der Magistratskommissar, daß er auf Grund des§ 45 Absatz 5 und 6 müßten. dieser Anregung nach. Er erließ am 28. April 1904 auf Grund an Stelle der Kaffe die Klage erhebe. Er klagte gegen die Mit Somit ist der unerhörte Gingriff des Magistratskommissars in des§ 33 des Krantenversicherungsgesezes einen dahin gerichteten glieder des Vorstandes, die Töpfermeister Schwarze, Hopp, Domke, die Selbstverwaltung der Kasse endgültig, durch Gerichtsurteil abErlaz. Am 3. Mai erfolgte eine neue Verfügung des Ober- und die Töpfergesellen John, Huhn, Kundi, Heinfic, Kalbe, Henz, gewiesen. Den Magistratskommissar, vie den Amtsrichter, der präsidenten, durch welche die Stasse aufgefordert wurde, eine Er- Böhm, Wolff und Bormann, auf Zahlung von 161,22 M. Das das vollständig hinfällige Urteil erster Instanz fällte, charakterisiert höhung der Beiträge und die Einführung der Karenztage Amtsgericht Berlin gab dieser sonderbaren Klage in der besonders folgender Sak: es habe bei den Beklagten nicht etwa innerhalb sechs Wochen durch die Generalversammlung beschließen Tat statt. eine abweichende Rechtsauffassung vorgelegen, sondern eine be. zu lassen. Die Generalversammlung wurde einberufen. Diese Am 11. Oktober d. J. wies das Landgericht den Ma- wußte und tropige Auflehnung gegen die beschloß aber, die Beitragssäße zu erhöhen, die Einführung gistrat tostenpflichtig ab. Das Gericht, dessen Urteil uns autorität der Staatsgewalt. Ob die Generalvers der Karenztage jedoch abzulehnen. Das so abnunmehr vorliegt, läßt es dahingestellt, ob der Magistrat überhaupt fammlung das Vorgehen der Beklagten für rechtmäßig gehalten Jeänderte Statut, das Karenztage abgelehnt hatte, wurde ein Recht zur Klage gehabt habe, weil dem Gericht eine Nach habe, sei ganz gleichgültig. am 20. September 1904 vom Bezirksausschuß genehmigt, am prüfung dieser Frage nicht zustehe. Es gelangt aber auf Grund 28. September durch den Magistratskommissar dem Kassenvorstande folgender Erwägungen zu der Abweisung der Klage. Der§ 33 mit der Aufforderung zugestellt, das Statut vorschriftsmäßig be- des Krantenversicherungsgesezes sei nicht derartig flar, daß die sannt zu machen. Das geschah. Annahme der Kläger, die in Absatz 4 für zulässig erklärten vorDemnächst wird der Magistrat von der Stadtverordnetenversammlung, die Kosten des Rechtsstreits ersept begehren. Weshalb sollen die Bürger für das Vorgehen des Magistratskommissars büßen? Schmelzen des Goldes. Walzen des Goldes. Total- Ansicht I. 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Parteigenossen und Gewerkschaftsmitglieder! Heimarbeiter und Arbeiterinnen! Dienstag, den 11. Dezember 1906, abends 8% Uhr finden für Groß- Berlin 16 öffentliche Versammlungen in folgenden Lokalen statt: 1. Kreis: 2. Kreis: 3. 1. 4. Kreis: 4. u. 5. Kreis: 6. Kreis: Lichtenberg: Pankow: Reinickendorf: Berlin: Arminhallen, Kommandantenftr. 20. Bühlke, Dennewitftr. 13. Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Boeker, Weberstr. 17. Achtung! VI. Wahlkreis. Achtung! Gesundbrunnen. Heute nachmittag 5% Uhr in Silbersteins Lokal, Badftr. 8, ingang Volks- Versammlung für Frauen und Männer. Zages Drdnung: Behmstraße: ating 1. Vortrag des Stadtverordneten Genoffen Schubert über: Aus dem Reiche Studts 298/5 2. Diskussion. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderftr. 41. Bernhard Rose- Theater, Badftr. 58. Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Arminiushallen, Bremerftr. 70/71. Nieder- Barnim: Gebr. Arnhold, Frankfurter Chauffee 5. Zum Kurfürsten, Berlinerstr. 102. Hirsch, Marktstr. 2/3. Rummelsburg: Ww. Weigel, Türrschmidtstraße. Weißensee: Vereinshaus, Charlottenburgerstr. 150. Teltow- Beeskow- Charlottenburg: Thiel, Bergstr. 151/152. Charlottenburg: Volkshaus, Rosinenftr. 3. Rixdorf: Schöneberg: Obst, Meiningerftr. 9. Tagesordnung in sämtlichen Versammlungen: Heraus mit dem gesetzlichen Schutz für die Heimarbeiter!" Referenten: P. Blum, Lily Braun, Eng. Brückner, A. v. Elm, Jul. Fräßdorf, Augufte Kadeit, Fr. Käming, M. Kiefel, H. Kräßig, H. Molkenbuhr, A. Ritter, W. Nöffel, G. Sabath, J. Saffenbach, H. Stühmer, F. Zietsch. Parteigenoffen und Gewerkschaftsmitglieder! Erscheint zahlreich in diesen Erscheint zahlreich in diesen Versammlungen und bringt Eure in der Heimarbeit tätigen weiblichen Angehörigen mit! Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommission. Der Zentral- Vorstand der sozialdemokratischen Wahlvereine Berlins und Umgegend. Holzbildhauer. Nachdem: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. 226/9 Vereinigung der Maler, Lackierer Deutschlands Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787. Hierdurch machen wir unsere Kollegen, die auch Mitglieder der Orts- Krankenkasse Berlins find, auf die Delegiertenwahlen aufmerksam. Dieselben finden am Montag, den 10. Dezember 1906, abends von 8 bis 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, EngelUfer 15, Saal 8, statt. Wir ersuchen die Kollegen, sich recht rege an dieser Wahl zu beteiligen. Berliner 2265 Die Ortsverwaltung. 126/9 Volkssänger- Gesellschaft Deutscher Holzarbeiter- Verband. Schmeltzer, Stettinerstr. 57. Gnörich, Jennstr. 1 a. Balzé, Manteuffelstr. 41. Heinrich Franck, Berlin N. 54, Brunnenstr. 185. Losblatt, Mexiko 110 Pf., fat nur Umblatt und Decke. Vorzügliche Sumatra Decken zu billigsten Preisen offeriert S. Hammerstein- Filiale, Vertr. Gustav Boy, Zahlstelle Berlin. Branche der Maschinenarbeiter. Montag, den 10. Dezember, abends 9 Uhr: Branchen- Verfammlung. 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Dezember veröffentlichte Artikel, die den Gegenstand eines vor der 7. Strafkammer des Landgerichts I verhandelten um- fangreichen Strafprozesses bildeten. Der in dieser Sache schon am Donnerstag angestandene Termin wurde gestern fortgesetzt. An- geklagt ist der Chefredakteur der„Zeit am Montag" Karl Schneidt. Da der Angeklagte den Beweis der Wahrheit für die in den Artikeln enthaltenen Behauptungen angetreten hat, sind zu den 14 BelastungS- zeugen von der Berteidigung noch zahlreiche Entlastungszeugen ge- laden worden. In den Artikeln wird„das gemeinnützige Walten des Sittenschutzmannes" an der Hand einiger Beil spiele gegeißelt. Es' wird eine Beschwerde eines Provinzlers mitgeteilt, der darüber klagte, daß er in einem am Gendarmcmnarkt belegenen Hotel, wo er abgestiegen war, früh 6'/» Uhr durch einen Polizeibeamlen in schroffer Form genötigt worden sei, zu öffnen. Auskunst über feine Perfön- lichkeit zu geben und es zu dulden, daß der Polizeibeamte mit einem mitgebrachten Lichte unter das Sofa und unter das Bett leuchtete. Im Anschluß an diese Beschwerde wird in dem Artikel gesagt, daß dieser Fall nicht vereinzelt dastehe, sondern ein Glied eines be- stimmten polizeilichen Systems darstelle. Es wird ein Fall mitgeteilt, bei welchem in einem in der Charlotten» st r a ß e 6 S gelegenen Hotel Reisende in der gleichen unangenehmen Weiic belästigt worden sein sollen. Die Sittenbeapnten L ü d i ck e und B a ch m a it n seien in das Hotel eingedrungen und hätten es unter lautem Lärmen durchsucht. Sie seien von Zinimer zu Zimmer gegangen, hätten die Jnsaffen herausgeklopft und dabei selbst emen kranken, älteren Herrn nicht verschon/ Auch eine Dame, die schon ausgekleidet gewesen sei, mit den Worten: „Ob Sir im Hemde oder nackend sind, ist mir ganz egal, machen Sie«ff!" sei gezwungen worden, zu öffnen. Die Dame sollte sogar mit zur Wache folgen, erst nachdem sie sich ausreichend legitimiert gehabt, hätten sich die Hüter der Ordnung ohne Entschuldigung cntfenit. Einige Tage daraus seien Lüdicke und Bachmann wieder in das Hytel gedrungen und hätten in der schroffsten Weise ihres Aintes gewaltet ohne Rückficht auf die Einsprüche der von ihnen Belästigten. In beiden Artikeln werden noch mehrere Einzelfälle mitgeteilt, in denen männliche und weibliche Personen in der Charlottenstraße und Umgegend durch Sittenbeamte arg belästigt worden sein sollen. Wegen der Art der Darstellung dieser Borkommnisse, deren Wahr- hett an sich bestritten wird, und wegen der daran geknüpften Be» merkungen hat der Polizeipräsident den Strafantrag wegen Be- leidigung dreier in Frage kommender Sittenschutzleute und Ver- gehens gegen§ 131 St.-G.-B. Amtsgerichts Charlottenburg. Sie lautet: „Gegen den Drehorgelspielcr Luigi R. aus Rummelsburg b. Berlin, Bahnhofftr.21. jetzt unbekanntenAufenthalts, geboren am 16.Juni1879 zu Pellegrini in Italien, katholisch, angeblich nicht bestraft, ist auf Antrag der königlichen Staat sanwa l t scha st durch Strafbefehl wegen der Beschuldigung, außerhalb seines Wohnortes zu Grunewald am 17. Februar 1906 auf öffentlichen Wegen bezrehunaSweise Plätzen beziehungsweise von Haus zu Haus mittels einer Drehorgel beziehungsweise' unter Schaustellung eines Affen bei Unigehung der zu zahlenden Jahressteuer nnt 24 M. ein Gewerbe im Umherziehen ausgeübt zu haben,«me Geldstrafe von 43 M. festgesetzt." Uever die Ablehnung des Achtuhr-LadenschluffeS berichten eine Anzahl Zeitungen nach folgender Korrespondenz, Die Gewerbetreibenden des LandespolizeibezirkS Berlm hatten, wie gemeldet, beim Polizeipräsidenten den Antrag gestellt, die �aden- schluyzeit an den Werktagen, mit Ausnahme der Sonnabende, um eine Stunde zu verlängern, d. h. von 9 auf 8 Uhr abends festzusetzen. Ausgenommen sollten nur die Läden sein. in denen Lebensmittel, einschließlich Kolonialwaren, Konfitüren, Zigarren. Lichte. Seifen und Drogen feilgehalten werden, sowie die offenen Verkaufsstellen der Barbiere und Fri- seure. Die letzt aufgezählten Läden sollten von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens, alle übrigen dagegen von 8 Uhr abends bis 7 Uhr morgens für den geschäftlichen Berkehr geschloffen gehalten werden. Der Polizeipräsident hat in Gemäßheit deS§ 189 f der Reichs- Gewerbeordnung unter den beteiligten Ladeninhabern eine Abstimmung vornehmen lassen, diese hat indes die erforderliche Zweidrittelmehrheit nicht ergeben. Infolgedessen ist dem Vernehmen nach der Antrag auf Einführung des Achtuhr- Ladenschlusses vom Polizeipräsidenten abgelehnt worden."' Die Tatsache der Ablehnung des Achtuhr-LadenschluffeS ist bereits vor Wochen mitgeteilt worden; auch wir haben diese Mit- teilung damals gemacht. ES wäre aber immerhin wünschenswert zu erfahren, wie sich die Abstimmung im einzelnen gestaltet hat. Mit der einfachen Bemerkung, daß die notwendige Zwcidrittel- Mehrheit nicht erreicht sei, können sich die Interessenten nicht be- scheiden. Ist der Acbtuhr-Ladenschluß auch diesmal wieder abgelehnt, so werden vor allem die im Handelsgewcrbe Beschäftigten gut tun, ihre Bestrebungen auf Einführung deS Achtuhr-LadenschluffeS mit verstärktem Eifer fortzuführen und nicht zu erlahmen, bis endlich in Berlin zur Tatsache wird, was in vielen anderen Städten schon rechtens ist. Ausdauer und Zähigkeit werden auch hier endlich zum Ziele führen. Die kgl. Bibliothek in Berlin hat soeben ein neues Alphabetische» Verzeichnis ihrer laufenden Zeitschriften herausgegeben. Es ist ein stattlicher, gebundener Band von 400 Seiten, der etwa 7600 Zeit- fchriften und sonstige periodische Veröffentlichungen, die der kgl. Bibliothek regelmäßig zugehen, mit ihren Standnummern aufführt. Um eine weite Verbreitung dieses Verzeichnisses zu ermöglichen, ist der Preis auf nur 1 M. festgesetzt worden, während das letzte im Jahre 1892 erschienene Verzeichnis, das nur etwa halb so viel Titel enthielt, für 4 M. abgegeben wurde. Die Generalverwaltung der kgl. Bibliothek bittet die Benutzer, künftig bei allen Bestellungen auf Zeitschristen, deren Standnummer aus dem Verzeichnis ersichtlich ist, diese auf dem Bestellscheine hinzuzufügen. Die Infektionsabteilung im städtischen Rudolf Lirchow-Kranken- hause ist eröffnet und nnt Kranken belegt worden. Eine schwere Gasexplosion alarmierte gestern abend die Mieter des Hauses A lll enste in e rstr. 29. Dort bewohnt der Kauf- mann K. Tuchert die erste Etage. Als er morgens fortging, übersah er den Gashahn genügend zu schließen. Als er am Abend nach Hause kam, zündete er ein Streichholz cm und betrat den Raum. Unter furchtbarem Krach explodierte das angesammelte Gas. Die Splitter der Fensterscheiben flogen an die gegenüberliegenden Häuser. Er selbst wurde im Gesicht und an den Händen schwer zugerichtet. Die alarmierte Feuerwehr legte dem Verletzten einen Notverband an. Eine traurige Aufklärung'hat jetzt nach vier Wochen das Ver- schwinden der 24jährigen Buchhalterin Auguste Hoffmann gefunden. Am 10. November verschwand das junge Mädchen aus der elterlichen Wohnung und vergeblich suchte man nach ihr. Gestern wurde ihre Leiche an der Bellc-Alliancebrücke aus dem Kanal gelandet. Die Unglückliche hatte sich wegen unglücklicher Liebe das Leben ge- nommen. Ein großer Pelzwarendiebstahl ist gestern am frühen Morgen in der Hohenftaufenstraße verübt morden. In den Schaufenstern deS Pelzwarengeschäftes von E. S. Jokeß, Hohenstaufcnftr. 63,'be. fanden sich Auslagen im Werts von vielen tausend Mark. AIS niorgeas in der vierten Stunde der in dem gegenüberliegenden Hause wohnende Kaufmann D. heimkehrte, bemerkte er vor den Schaufenstern zwei junge Burschen, die sich in verdächtiger Weise zu schaffen machten. Kurz daraus ertönte ein dumpfes Krachen und D. beobachtete nun, wie die beiden Männer aus einem der zertrümmerten Schaufenster PelAvarcn herausholten. Er schlug so- fort Lärm, doch hierdurch ließen sich die Einbrecher keineswegs stören. Sie richteten die Faust drohend nach D. und riefen ihm zu:„Halte nur Deine Sch...... sonst fliegt Dir ein Stein an den Kopf." In aller Ruhe packten dann di-e dreisten Burschen ihre Beute zusammen und entfernten sich unbehelligt nach dem Winter- feldtplatze zu. Es waren ihnen Pelzwaren im Werte von 1400 M. in die Hände gefallen. Mehrere Automobilunfälle werden uns vom borgestrigen Tage gemeldet. Am Kottbuserdamm versagte bei einer Automobildroschke plötzlich die Steuerung und der Wagen fuhr zunächst gegen die Bordschwelle des Bürgersteiges. Durch den Anprall an den Steinen wurde die Vorderachse des Kraftwagens derartig gedreht, daß das Fuhrwerk quer über den Damm nach.der entgegengesetzten Seite vinüberrollte. Hierbei stieß es mit solcher Gewalt gegen einen Last- wagen, daß das Vorderteil der Droschke zertrümmert wurde. Der Fahrgast, ein Kaufmann Linnemann, siel mit dem Kopf in die Seiteuscheibe und zog sich nicht unerhebliche Schnittwunden im Ge- ficht zu.— Ein zweiter Zusammenstoß wurde in der Skalitzerstraße durch eine Automobildroschke herbeigeführt. Diese fuhr hinter einem Straßenbahnwagen der Linie 82 und bog, als der Motorwagen am Görlitzer Bahnhof hielt; links um diesen herum auf das Straßen- bahngleis hinüber, auf welchem ein anderer Straßenbahnzug ent- gegenkam. Die Droschke sauste mit solcher Gewalt gegen die Vorder- Plattform des Motorwaggons, daß die Plattformwand umgelegt und das Vordergestell der Droschke total zertrümmert wurde. Der Insasse der Droschke, Kaufmann Müller, Ebertystr. 23, wurde aus dem Wagen geschleudert und erlitt Verletzungen im Gesicht und an den Füßen. Der Verunglückte erhielt auf der Rettungsstation am Görlitzer Bahnhof einen Notverband und wurde von dort nach feiner Wohnung übergeführt. Ein Zusammenstoß zwischen AutaamnibuS und Straßenbahn fand vorgestern am Blücherplatz statt. Der Auto- omnibus Nr. 1324 kreuzte unmittelbar vor einem Motorwaggon der Linie 42 daS StraßenbahnglciS und wurde derartig angefahren. daß die Seitenwand eingedrückt wurde. Die Vorderplattform des Straßenbahnwagens war ebenfalls stark beschädigt worden.— Von einer Automobildroschke überfahren wurde die 67 jährige Witwe Krienelke aus Charlottenburg, als sie den Fahrdamm in der Zimmerstraße überschreiten wollte. Sie erlitt erhebliche Ver- letzungen an beiden Beinen. von einem gestohlenen Automobil überfahren und schwer ver» letzt wurde gestern abend der 26jährige Schmied Heinrich Wunicke aus der Gartenstr. 66. Am Ncttelbeckplatz war ein auf der Straße unbeauffichtigteS Privat-Automobil von einem dreisten Diebe ent- führt worden und in einem unheimlichen Tempo fuhr der Täter mit seiner Beute davon. Er lenkte das gestohlene Automobil durch die Reinickendorfcrftraße und entwickelte eine immer höhere Geschwindigkeit. Als W. noch kurz vor dam heransausenden Kraftwagen den Fahrdamm überschreiten wollte, wurde er umgerissen und über- fahren. Er erlitt einen Schlüsseldeinbruch. Fußverstauchungen, sowie schwere andere Verletzungen und wurde in die Charit« ein- geliefert. Bon großer Taktlosigkeit zeugt eine Mitteilung, die ein hiesiges Schauinstitut jetzt versendet. Es hat eine— Bierflasche erworben, von der behauptet wird, daß der Raubmörder Hennig kurz vor seiner Hinrichtung angeblich aus ihr den letzten Schluck genommen hat? Unter falschem Namen begraben? Am 20. November ist auf dem Berliner Garnisonfriedhofe in der Müllerstraße ein Selbstmörder beerdigt worden, der als ein fahnenflüchtiger Miisketicr des In- fanterlc-Regiments Nr. 24 in Neu-Ruppin rekognosziert worden war. Bei der Auslieferung des Nachlasses an die Familie wurden von anderer Seite die Sachen als Eigentum eines ebenfalls vermißten HandlungSgehülfen erkannt, der wohl mit dem als Fahnenflüchtling begrabenen Selbstmörder identisch sein dürste. Eine Exhumierung, die von dem zuständigen Gerichtsherrn— der 6. Division in Brandenburg a. H.-»- beantragt ist, wird vielleicht das Rätsel lösen. Auf der Treptow-Sternwarte spricht Direktor Archenhold zum letzten Male vor den Weihnachtsferien am Sonntag, den 9. De- zembcr, nachmittags 6 Uhr über:„Einführung in die Astronomie", um 7 Uhr über:„Kometen und Sternschnuppen". Ter Montag- Vortrag, abends 9 Uhr lautet:„Uaber moderne Riescnfernrohre". Alle drei Vorträge sind mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet.— Am Dienstagabend 10 Uhr wird das Institut wie alljährlich ge- schloffen und am zweiten Weihnachtsfeiertag, Mittwock, den 26. De- zember, mittags 2 Uhr wieder eröffnet. Mit dem großen Fernrohr wird jetzt täglich die„Sonne", auf der große Flecke erschienen sind, und abends„Saturn" und„Jupiter" gezeigt. Im wissenschaftlichen Theater der Urania werden bis zu der Erstausführung des neuen dekorativen Vortrages„Die Feuergewalten der Erde" in der nächsten Woche einige Wiederholungen des Vor- trags„Frühlingstage an der Rivicra" stattfinden. Äm Sonntag, Montag und Sonnabend gelangen die letzten Wiederholungen des Vortrages»Sizilien, Lebens- und Naturbilder aus klassischen Stätten" zur Darstellung.— Im Hörsaal spricht am Dienstag Herr Dr. v. Unruh über„Gasglühlichlbeleuchtung". am Mittwoch Herr Dr. Scheffer über„AuS dem Gebiet der wiffenschaftlichen Photo- graphie", am Donnerstag 6 Uhr Herr Dr. Thesing über„Die Vor- läufer der Wirbeltiere und einige ihrer wichtigsten Vertreter" und um 8 Uhr über„Gesellschaftslebcn bei höheren Tieren", am Sonn» abend Herr Dr. Donath über„Funkentelegraphie". Arbeiter-Samariter-Kolonnc. Die Kolonne veranstaltet am Dienstagabend 9 Uhr in TascS großem Saal, Brunnenstr. 164, einen öffentlichen Vortragsabend, der für jedermann, Damen so» wohl wie Herren, zugänglich ist. Aus Veranlassung der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten spricht Herr Sanitälsrat Dr. Sicghcim über:„Das Wesen und die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten". Es möge hierbei daraus hingewiesen werden, daß nicht nur Aerzte, sondern auch alle Bürger und Menschenfreunde das ihrige dazu beitragen müssen, um das entsetzliche Uebel der Geschlechts- krankheiten, eine der schlimmsten Volksscuchen. zu bekämpfen. Um diesen Kampf mit Erfolg zu führen und an ihm sich beteiligen zu können, ist aber ein Blick in die Geschichte der Bekämpfung der Gc- schlechtskrankheiten, und zwar nicht nur vom ärztlichen Standpunkte allein, unerläßlich, lehrreich und zweckmäßig. Um zahlreiches Er- scheinen wird gebeten. Fenerwehrbericht. In der letzten Nacht kam in einem Ge- lchäftsraum in der Kommandantenstr. 80/81 Feuer aus._ Der Feuerwehr gelang es, den Brand auf seinen Herd zu beschränken. Fast gleichzeitig hatte die WeH: in der Blankenfeldcstr. 14 zu tun. wo der Dachboden brannte. Zlusgekommen war der Brand abends um 11 Uhr in einer Waschlüche. In der Adalbcrtstr. 16 brannte eine Mansardenwohnung und Neucnburgerstr. 5 Terpentin u. a. in einer Werkstatt. Zum Auspumpen von Wasser wurde die Feuer- wehr nach der Hussitenstr. 11 alarmiert. In der Neuen Schön- hauserstraße 10 und in der Liegnitzerstr. 40 hatte die Wehr mit der Löschung von Bränden zu tun, die Schaldecken, Balken. Fußböden usw. ergriffen hatten. Fett u. a. brannte in der Turinerstr. 36, Gardinen und Möbel in der Birkenstr. 66. Rathcnowerstr. 74 und an anderen Stellen. Außerdem wurde die Wehr nach der Rathenowerstr. 7, Französischestr. 69 und nach anderen Orten ge- rufen.— Mit dem plötzlichen Eintritt des starken Frostes häufen sich die Brände und hat jetzt die Feuerwehr ununterbrochen zu tffn. Am«Mmnabendabend liefen ein Dutzend Feuermeldungen ein. Unter anderem mußte der 15. Zug einen großen Kellerbrand in der Wullenweberstraße 6 löschen. Erst nach längerem Wassergeben gelang cS. die Gefahr auf den Keller zu beschränken. Gleichzeitig brannten in der Oranienstraße 16öa der Lagerkeller eines Silber- Warengeschäfts und in der Neuen Roßstraße 9 Papier und anderes im Erdgeschoß. Wegen eines Schaufensterbrandes wurde der 1. Zug nach der Mendelsohnstraße 6 gerufen. Der 14. Zug mußte in der Novalisstraße 8 einen Brand löschen, der in einem Kon- fektionSgcschäft ausgekommen war und Kleider im Laden ergriffen hatte. In der Bcrgmannstraße 12 brannten Balken, der Fußboden und anderes und in der Linienstraße 94/96 Decken usw. Ferner muhte ein Küchenbrand in der Schönholzerstraße 2 gelöscht werden. Aus anderen Ursachen rückte dann die Wehr noch nach der Hussiten- straße 70, Friedrichftraße und der Frankfurterstraße aus. f_ Vorort- J�achrichten* Rixdorf. Stadtverordnetenversammlung. Der erste Teil der Sitzung war nicht öffentlich. Die vorgeschlagenen Kandidaten für einige Stellen von Ehrenbeamten und solchen besoldeter Beamten werden gewählt. Eine vom Magistrat vorgelegte Geschäftsanweisung für die Direktion der Gasanstalt wird der zuständigen Deputation überwiesen, da letztere bei Vorbcratung der Anweisung übergangen worden ist. In der folgenden öffentlichen Sitzung teilte der Vorsteher vor Eintritt in die Tagesordnung mit. daß vom Vorstand des Städte- tageS eine Eingabe an den Reichskanzler gerichtet worden sei zwecks Ergreifung von Maßnahmen gegen die Fleischnot. Die Wahl des Stadtverordneten Tuschling(Soz.) wird auf Antrag des Wahlausschusses für gültig erklärt. Der Magistrat beabsichtigt, ein Bürgerbuch herauszugeben, in dem alle, Gcmeindebeschlüsse, Ortsstatute, Regulative. Ver- ordnungen usw. allgemein wissenswerten Charakters Aufnahme finden sollen, um so als Informationsquelle für die Bürgerschaft zu dienen. Die Versammlung genehmigt die dazu nötigen Kosten. Die vom Magistrat im Einverständnis mit der Armen- deputation beantragte Veränderung der Stadtbezirke 4, 6, 9, 10, 11, 16 und 13 wird gutgeheißen. Diese Bezirke weichen nunmehr von den Wahlbezirken erheblich ab.! Für die Verlegung von Bordschwellen am Kottbuserdamm werden 1164,06 M. nachbewilligt. Von der Prüfung und Feststellung der Rechnung der städtischen Sparkasse für 1906 wird Kenntnis genommen und dem Rendanten Entlastung erteilt. Der Reingewinn stellt sich auf 32 364,26 M.— DaS Projekt für den am 22. Mai beschlossenen Bau einer Gemeinde- schule auf dem städtischen Grundstück Boddinstrahe 62/66 liegt vor. Danach sollen aus den zur Verfügung stehenden rund 6000 Quadrat- meiern zwei Doppelschulen nebst Turnhalle Platz finden. 72 Klassen mit den dazu gehörigen Nebenräumen(darunter auch Zeichensäle) werden eingerichtet. Ueber der Turnhalle soll das Schulmuseum oder eine Volksbibliothek untergebracht werden. Tie Gesamtkosten sind auf 866 000 M. veranschlagt; demnach würde jede Klasse 10 200 M. kosten.— Stadtv. Dr. Silberstein(Soz.) erklärt das Einverständnis seiner Fraktionskollegen mit dem� Projekt, das in seiner Außengestaltung einen recht erfreulichen Fortschrltt gegen- über den bisherigen Schulbauten darstellt. Die neue Schule wird sicher das Straßenbild verschönen. Die platonische Versicherung der Vorlage, daß Räume für die„spätere" Einrichtung von Brause- bödern vorgesehen sind, können aber nicht befriedigen. Es sei nun endlich an der Z�it, aus den Versprechungen herauszukommen und Ernst zu machen, damit Rixdorf nicht immer nachhinkt. Er hoffe, daß die wasserfreudige Stimmung, welche seit der Beratung der Badeanstaltsvorlage auch auf der anderen Seite des Hauses ein» gezogen sei, soweit vorhält, um dem Magistrat die sofortige Ein- richtung deS Schulbrausebades nahezulegen. Die Kosten dafür betragen etwa 4000 M.— Oberbürgermeister Boddin: Die vom Vorredner angeführten Einrichtungskosten treffen zu, hinzu kommen 1800 M. jährlich für Unterhaltung. Schon 1896 hat sich die Ge- meindevertretung mit der gleichen Sache beschäftigt, wichtigere Dinge drängten diese aber wieder zurück. Jetzt muß aber auch Rixdorf diesen Schritt vorwärts tun, sind doch schon viele Klein- städte darin vorausgeeilt. Er(Redner) sei ein alter Anhänger der Schulbrausebädcr und betrachte deren Einrichtung als Herzens- fache.— Stadtv. Rahmig entdeckte nach dieser obcrbürgermeister- lichen Rede ebenfalls sein Herz, indem er den überflüssigen Antrag auf Uebcrweffung der Anregung unserer Genossen an die Hochbau, Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die von Hochfattel. Abends: Husarenfieber. Montag und Dienstag: Husarensieber. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Gänseliesel. Abends: Husarenjieber. Donnerstag und Freitag: Hujarenfieber. Sonnabend, Sonntag nachmittag 3½ Uhr: Gänseliefel. Abends und Montag: Husarenfieber. deputation zweds„ Grwägung“ einbrachte. Der Redner äußerte sichert sind, fich an der Wahl zu beteiligen und für dieselbe zu agi- Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.). Sonntag Abends: Heimat. Montag: noch die wunderliche Ansicht, daß es bis dato der Rigdorfer Schule tieren. Als selbstverständlich erachten wir es, daß nur organisierten nachmittag 3 Uhr: Das Lumpengefinder. durchaus an nichts gefehlt habe; doch nimmt dies bei dem wunder Arbeitern die Funktion als Delegierter übertragen wird; daher ist Mathias Gollinger. Dienstag: Doppelſelbstmord. Mittwoch: Mathias Gollinger. Donnerstag: Doppelselbstmord. Freitag: Frau Inger von lichen Herrn weiter nicht Wunder. Auch Herr Stadtrat Weinreich es notwendig, daß jeder Arbeiter, jeder Genosse seine Stimme für Destrot. Sonnabend: Doppelselbstmord. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das sprang der Verschleppungstendenz des Vorredners bei mit so die Liste des Gewerkschaftskartells abgibt, um so den Herren, die Rumpengefindel. Abends: Zapfenstreich. Montag: Doppelſelbstmord. genannten schultechnischen" Bedenken. Seine Behauptung, in der jeweilig das Heft in Händen haben, zu zeigen, daß die Arbeiter nicht Berliner Theater. Sonntag: Biörna Liselott. Montag, Dienstag, neu zu erbauenden Schule mit ihren mehr als 3000 Kindern würde so ohne weiteres mit ihren Maßnahmen einverstanden sind. Als Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Sherlock Holmes. Som jede Klasse nur alle 70 Tage zum Baden kommen, beruhte auf Legitimation gilt das Mitgliedsbuch, das jeder Arbeiter sich von tag: Biörna Liselott. Montag: Unbestimmt. einem so vagen Rechenerempel, daß Genosse Dr. Silberstein mit seinem Arbeitgeber zur Wahl geben lassen muß. Nochmals, gehe ein Leichtigkeit deffen Unhaltbarkeit nachweisen und Betrachtungen über jeder zur Wahl. J. A.: Heinr. Schulz und Max Czernigth. die Sachkenntnis des Herrn Schuldezernenten daran anknüpfen fonnte. Nachdem Bürgermeister Voigt seiner eigentümlichen Ent. Johannisthal. deckung Ausdrud verliehen, wie schöne" alte Schulhäuser Rigdorf Ueber Der Reichstag und die Parteien" referierte in der letzten Lorking: Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Wildschütz. besize, ging der sozialdemokratische Antrag an die Baudeputation Mitgliederversammlung des Wahlvereins Genosse Pagels. Der Mittwochnachmittag 3 Uhr: Peter und Baul reisen ins Schlaraffenland. Abends: Die Fledermaus. Montag und Dienstag: Fra Diavolo. zur Berüdsichtigung. auf der Kreis- Generalversammlung zur Organisationsentwurf für Preußen wurde angenommen. Beratung stehende Abends: Die Regimentstochter. Donnerstag: Der Waffenschmied. Freitag: Der Barbier von Sevilla. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Peter und Delegierte für die Kreis- Generalversammlung wählte die Ver- Paul reisen ins Schlaraffenland. Abends: Die Fledermaus. Sonntag fammlung die Genossen Beez, Schneider und Diesner. Bei nachmittag 3 Uhr: Die Fledermaus. Abends: Die Regimentstochter. eventuellen Anträgen zur Aenderung des bestehenden Vertretungs- Montag: Der Wildschütz. modus wurde ihnen aufgegeben, gegen dieselben zu stimmen. Ueber die Wissenschaftliche Lichtbilder- Vortragsgesellschaft Universum Dresden, die am 25. November in Johannisthal wirkte, übten die Genoffen eine abfällige Kritik. Den Bericht von der Lokal tommiffion erstattet Genossen Luban. Das Stiftungsfest hat einen Ueberschuß von 18,92 M. ergeben. Die Vorschläge des Wahlausschusses bezüglich der Bildung der Deputationen und Ausschüsse fanden einstimmige Annahme. Der Vorschlag des Magistrats, die Gewerbedeputation aufzuheben, wurde abgelehnt. Neben dem Stadtv. Nofter, der seine fleinmeisterliche Jereminade auch hier wieder auftischte, sprach Stadtv. Wubky( Soz.) für die Beibehaltung der Deputation, die recht wichtige Aufgaben noch erfüllen könne. Zum Beispiel sei die Durchführung der Krankenversicherungspflicht für• Hausgewerbetreibende eine dringende Aufgabe, der genügend andere fich anreihen könnten: .städtisches Arbeitsamt, statistisches Amt usw. Die Annahme eines Hülfsarbeiters für den Müllabladeplat wird genehmigt. An die Situng schloß sich ein großer Festaktus. Stadtberordnetenvorsteher Sander, hielt eine zwiefache Abschiedsrede. Der erste Teil derselben galt dem Scheiden der Versammlung aus dem bisherigen Sißungsfaal. Bis zur Fertigstellung des neuen Rathausflügels finden die Sizungen in der Aula des Gymnasiums in der Kaiser Friedrichstraße statt. Der größte Teil der Rede des Vorstehers galt dem nächstens nach Barmen als Oberbürgermeister übersiedelnden Bürgermeister Voigt, die mit den bei solchen Anlässen üblichen Höflichkeitsfloskeln stark durchsetzt war. Nachdem der Oberbürgermeister gesprochen, dankte der neue Oberbürger meifter für Barmen in längeren Ausführungen. Die Ausstellung von Jugendschriften und Bilderbüchern befindet sich in der Parteispedition und Buchhandlung, Neckarstraße 2, Ede Berlinerstraße. Dort find zugleich sämtliche Werke erhältlich. Schöneberg. Die Ausstellung für Jugendliteratur in den Obstschen Räumen erfreut sich bis jetzt eines regen Besuches. Daraus ist zu erfehen, daß sich bei der Arbeiterschaft immer mehr das Bedürfnis nach guter Literatur bemerkbar macht. Die hier ausgestellten Bücher sind nur auserlesene gute Schriften. Es ist deshalb den Eltern die Gelegenheit gegeben, für ihre Kinder eine gute Auswahl des Lesestoffes zu treffen und damit die Freude derfelben zu erhöhen. Den Sinn bei dem Kinde zu weden für alles Gute, Edle und Schöne ist eine größere Stulturtat als die Eroberung von Südwestafrika. Die Ausstellung selbst wird von den Genossen geleitet, diefe nehmen auch Aufträge entgegen. Ausgestellt wird Sonntag, den 9., 16. und 23. Dezember, von nachmittags 5 Uhr ab, sowie Dienstag, den 18. d. M., abends 8 Uhr ab bei E. Obst, Meiningerstr. 8. Der Vorstand des Wahlvereins. Wilmersdorf. Der Berband der Gemeindearbeiter beabsichtigte, am letzten Freitag im Quisenpark eine öffentliche Versammlung aller in städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter abzuhalten. Zu diesem Behufe ließ die Filiale Großberlin des genannten Verbandes ein Plakat auf roten Affichen anfertigen und der Firma Markiewicz zum Anschlag für Wilmersdorf überweisen. Nach einigen Tagen erhielt die Filialleitung des Verbandes von dieser Firma folgenden Brief: P. T. Bon dem Gemeindevorstand Wilmersdorf ist die Anbringung Ihrer Plakate an den Anschlagfäulen nicht genehmigi worden, weshalb ich bitte, die Plakate und die per Post gesandten 6 M. gegen Empfangsbestätigung in meinem Bureau, in der Zeit von 9-1 und 3-6 Uhr, in Empfang nehmen zu lassen. Auf telephonische Anfrage erklärte die Firma, daß dem Gemeindevorstand die rote Farbe der Plakate nicht behagt habe, weshalb wohl der Anschlag unterbleiben mußte. Wir sind jedoch ge neigt anzunehmen, daß der Gemeindevorstand mehr Furcht vor der Arbeiterorganisation als vor der roten Farbe zu haben scheint, wie denn überhaupt die Zurüdweisung der Blafate vom Anschlag mit geseglichen Gründen wohl kaum entschuldigt werden kann. Die angekündigte Versammlung hat jedoch trotz der zweifelhaften Fürsorge der Gemeindeverwaltung stattgefunden, und was das erfreulichste an der ganzen Sache ist: alle Erschienenen traten dem Verbande der Gemeindearbeiter bei. Das Verfahren des Gemeindevorstandes hat natürlich bei allen städtischen Arbeitern Kopf schütteln erregt und das Gegenteil von dem erreicht, was man in den oberen Regionen gewollt. Lankwiz. Friedrichshagen. Als Den Wahlvereinsmitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gießer Hermann Schulz gestorben ist. Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofes aus statt. Der Vorstand. Reinickendorf. Lakmé. Komische Oper. Sonntagnachmittag Uhr: Carmen. Abends: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Figaros Hochzeit. Dienstag: Hoffmanns Erzählungen. Mittwoch: Carmen. Donnerstag: Pariser Leben. Freitag: Sonnabend: Pariser Leben. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Familientag. Abends: Carmen. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends Ein idealer Gatte. Montag bis Mittwoch: Ein idealer Gatte. Donnerstag: Die Feinde. Freitag bis Sonnabend: Ein idealer Gatte. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtafyl. Abends und Montag: Ein idealer Gatte. Trianon- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ihr zweiter Mann. abends: Herr Hups. Wo ist Papa. Montag bis Sonnabend: Herr Hups. Wo ist Papa. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Hausfreund. Abends und Montag: Herr Hups. Wo ist Bapa. Luifen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ein Volksfeind. Abends: Des Meeres und der Liebe Wellen. Montag und Dienstag: Flotte Beiber. Mittwoch: Des Meeres und der Liebe Wellen. Donnerstag: Ein Wintermärchen. Freitag: Viel Lärm um Nichts. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Frau Holle. Abends: Sherlock Holmes. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Preciosa. Abends: Viel Lärm um Nichts. Montag: Sherlock Holmes. Zentral Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Zigeunerbaron. Abends: 1001 Nacht.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Die Fledermaus. Dienstag: Der Rastelbinder. Mittwochnachmittag 34, Uhr: Schneewittchen. Abends: Die Geisha. Donnerstag: Der Zigeunerbaron. Freitag: Der 1001 Nacht. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. Abends: 1001 Nacht. Rastelbinder. Sonnabendnachmittag 32 Uhr: Schneewittchen. ( Anfang 7, Uhr.) Montag: Der Rastelbinder. Albends: Ein Liebesdrama hat durch den Selbstmord des Eigentümers F. einen traurigen Abschluß gefunden. F., der Kaufmann war, unterhielt vor vier Jahren ein Liebesverhältnis mit der in einem hiesigen Geschäft angestellt gewesenen Tochter eines Arbeiters aus Halle und wollte das Mädchen heiraten. Dem widersetzten sich jedoch die Eltern des jungen Mannes mit Entschiedenheit.. wollte jedoch von der Braut nicht lassen; es tam zwischen ihm und seinen Eltern zu einem Bruch, und er fuhr nach Amerika, um sich dort eine neue Bernhard Rose Theater( früher Carl Weiß- Theater). Sonntag Eristenz zu gründen. Nachdem im vergangenen Jahre seine Eltern nachmittag 3, Uhr: Der Glödner von Notre- Dame. Abends und Mitt turz hintereinander gestorben waren, tehrte er wieder nach Deutsch- woch: Die Neue Welt. Montag und Freitag: Ausgewiesen. Dienstag, land zurück, und er erfuhr nunmehr, daß seine Geliebte bald nach Donnerstag, Sonnabend, den 15. und Sonntag, den 16. Dezember: Kätchen seiner Abreise ihrem Leben ein gewaltsames Ende bereitet hatte. von Heilbronn. Anfang 8 Uhr. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Mag und Diese Nachricht hatte auf. eine niederschmetternde Wirkung ausThalia Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. geübt. Er wurde tiefsinnig und versuchte sich vor etwa bierzehn abends: Eine lustige Doppelehe. Montag und folgende Tage: Eine Tagen in einem Anfalle von Geistesstörung zu erschießen. Er jagte lustige Doppelehe. Mittwoch und Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Notsich mit einem Revolver eine Kugel durch den Kopf und erlitt eine täppchen. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Charleys Tante. schwere Verlegung, welcher er gestern erlegen ist. Nowawes- Neuendorf. Die Vereinigung der Gemeinden Neuendorf und Nowawes wurde vom Kaiser unter dem Namen der größeren Gemeinde Nowawes genehmigt. Der von den Gemeindevertretern vorgeschlagene Name Babelsberg wurde abgelehnt. Spandau. Unter der Anschuldigung, auf dem Kirchhof in Falkenhagen anläßlich des Begräbnisses des Genossen Wilhelm Bock eine Rede gehalten zu haben, hatte sich Genoffe Richter aus Staaten zu verantworten. R. Hatte im Auftrage des dortigen Wahlvereins die üblichen Widmungsworte am Grabe gesprochen und war deshalb vom Amtsvorsteher in Falkenhagen mit 30 M. Geldstrafe bedacht worden. Hierauf beantragte R. gerichtliche Entscheidung. Der Belastungszeuge Richters, der Pastor von Faltenhagen, erklärte, daß bei der Beerdigung drei Redner am Grabe gesprochen hätten, von denen die ersten zwei jeder eine längere Rede gehalten und nur der dritte nur wenige Worte gesagt hätte. Auf die Frage, ob R. der erste oder zweite Redner gewesen sei, vermochte der Zeuge bestimmte Angaben nicht zu machen. Auch wußte er nicht anzugeben, was gesprochen worden sei. Der Verteidiger Richters wies auf die Höhe des Strafmandats hin und beantragte angesichts der unbestimmten Aussagen des Zeugen Freisprechung. Das Gericht erkannte trotzdem auf 10 M. Geldstrafe oder zwei Tage Haft. Richter wird sich selbstverständlich mit dem Urteil nicht zufrieden geben und Berufung einlegen. Allgemeine Familien Sterbekasse. Heute: Zahltag Aderstr. 123 bei Wiesenthal von 3-6 Uhr. Ober- Schöneweide. Dienstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, bei aufholt, Versammlung des Vereins der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter. Tagesordnung: Vortrag, Diskussion. Verein der Buchdrucker und Schriftgieker für Nixdorf- Brin. Sonntag, den 9. Dezember, nachmittags 2 Uhr, im Lokale des Herrn Göße ( früher Vollmer), Hermannstraße, Ede Bietenstraße. Bereinsverfam mlung. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeite rinnen Berlins und Umgegend. Abteilung V. Abteilungs- Versammlung bei Bernau, Schwedterstr. 23-24, nachmittags 2, Uhr. Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für den Reichstags. Wahlkreis Züllichau- Schwiebus Croffen Sommerfeld.( Ortsverein Berlin.) Dienstag, den 11. Dezember, abends 8 Uhr, bei Batt, Dragonerstr. 15: Mitglieder- Versammlung. Diejenigen Parteigenossen, welche zum Fest nach der Heimat reisen, werden insbesondere eingeladen. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Die Frage der elektrischen Beleuchtung und Kraftversorgung ist durch Annahme des die Gemeindevertretung schon längere Zeit beschäftigenden Vertrages mit den Berliner Vorortselektrizitätswerfen geregelt. In der langen Debatte, die der Annahme des Vertrages in der letzten Gemeindevertretung vorausging, bemängelte Gemeindevertreter Unger die lange Dauer des Vertrages. Der zu diesen Verhandlungen hinzugezogene Sachverständige erklärte jedoch kurz:" Man müsse der Gesellschaft das Monopol zugestehen." Die Gemeindevertretung hat denn auch ohne Murren eingewilligt. Nach den Bestimmungen des Vertrages übernimmt die Gesellschaft die Versorgung des Gemeindebezirks Lant wiß mit elektrischem Strom au Beleuchtungs- und Kraftzweden auf die Dauer bis zum Jahre 1937. Der Vertrag gilt jedesmal auf Königl. Opernhaus. Sonntag: Die Zauberflöte. Montag: Salome, weitere zehn Jahre, falls eine Kündigung nicht mindestens zwei( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Der fliegende Holländer. Mittwoch: Salome. Jahre vor seinem Ablauf eintritt. Der Vertrag fann jedoch vor( anjang 8 Uhr.) Donnerstag: Der Evangelimann. Freitag: Tristan und dem 31. März 1827 gekündigt werden, falls die Gemeinde ein Isolde.( Anfang 7 Uhr.) Sonnabend: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Sonneigenes Elektrizitätswert vom 1. April 1927 betreibt. Geschicht tag: Carmen. Montag: Meistersinger von Nürnberg,( Anfang 7 Uhr.) dies, so übernimmt die Gemeinde die gesamten auf Lankwizer Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Das Glashaus. Montag: Der Gebiet befindlichen Anlagen der Berliner Vorortselektrizitätswerke gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Dienstag: Das Glashaus. Mittwoch: zum Buchwert unter Abzug einer jährlichen Abschreibung von von Berlichingen.( Anfang 7 Uhr.) Donnerstag: Das Glashaus. 3 Proz. des An agewertes. Es fäme somit ernstlich nur eine leber- reitag: Klein Dorrit. Sonnabend: Faust.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag: Hamlet. Montag: Das Glashaus. Sonntag: Die Jungfrau von lieferung der Gemeinde an das Monopol von 20 Jahren in Betracht; Neues königl. Opern Theater. aber auch diese Zeit ist viel zu lange, angesichts der raschen Ver- Drleans. Sonntag, den 16. Dezember: Wie die Alten jungen.( Anfang größerung und sprunghaften Bevölkerungszunahme unserer Vor- 7 Uhr.) orte. Der Gesellschaft fommt es lediglich darauf an, die Gemeinde möglichst lange als Profitobjekt zu gebrauchen. Auch enthält der Vertrag Bestimmungen, wonach die Gesellschaft allerdings wenn fie fich unter eigentümlichen Umständen vor die Notwendigkeit gestellt sieht" die Lieferung des elektrischen Stromes bis zu drei Monaten unterbrechen kann. Erst nach drei Monaten hat die Gemeinde das Recht, den Vertrag für erloschen zu erklären und das Leitungsnetz zum Tagwert zu übernehmen. Eine solche Bestimmung gibt selbstverständlich der Gesellschaft nur allzu oft die Möglichkeit, Neues Theater. Allabendlich: Die Condottieri. die Versorgung von Häusern oder Häuserkomplegen mit elektrischem Neues Schauspielhaus. Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Strom zu unterbrechen. Die Berliner Vorortselektrizitätswerte Freitag, Sonnabend, den 15. Dezember, Sonntag, den 16. Dezember, haben des weiteren die Verpflichtung, die Lichtmassen, Lampen und Montag, den 17. Dezember: Die Hochzeitsfadel. Donnerstag ,: Der und so weiter zu liefern und ständig in ordnungsmäßigem Zustande Sturm. Mittwoch und Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Aschenbrödel. zu erhalten. Die tägliche Brennzeit der Lampen wird nach einem Theater des Westens. Sonntag: Schmetterling. Mittags 12 Uhr: von der Gemeinde geregelt. Die Schöpfung. Montag: Kindestreue. Stradella.( Anfang 7 Uhr.) aufzustellenden Brennkalender Mittwoch: Die Hoffentlich sorgt die Gemeindeverwaltung nun für eine beffere Dienstag: Stindestreue. Galathee.( Anfang 7 Uhr.) Zauberflöte. Nachmittag 3 Uhr: Sindestreue und Weihnachtssegen. Beleuchtung, damit der von uns vor längerer Zeit gekennzeichnete Donnerstag und Freitag: Kindestreue. Schmetterling. Sonnabends Uebelstand beseitigt wird. nachmittag 3 Uhr: Kindestreue und Weihnachtssegen. Abends: Zigeuner baron. Sonntagmittag 3 Uhr: Der Trompeter von Säffingen. Abends: Schmetterling. Montag: Kindestreue. Der Trompeter von Säffingen. ( nfang 7 Uhr.) Briz- Buckow. Achtung! Kaffenwahlen! Am Dienstag, den 11. Dezember cr., in der Zeit von 7 bis 9 Uhr abends findet im Lokal von Nofter, früher Bethge, Chauffeestr. 38, die Wahl der Delegierten der Arbeitnehmer zur hiesigen Ortstrantentaffe statt. Da gegen die Wahl vom 18. November Protest eingelegt werden mußte, ersuchen wir alle Arbeitnehmer und Genossen, die bei der Briger Krankenkasse ver Lessing- Theater. Sonntag: Der heimliche Stonig. Nachmittag 3 Uhr: Die versunkene Glode. Montag: Der heimliche König. Dienstag: Das Blumenboot. Mittwoch und Donnerstag: Der heimliche König. Freitag: Hedda Gabler. Sonnabend und Sonntag: Der heimliche König. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Weber. Montag: Das Blumenboot. Deutsches Theater. Montag: Sonntag: Das Wintermärchen. Der Kaufmann von Benedig. Dienstag ,: Das Wintermärchen. Mittwoch: Mensch und Uebermensch. Donnerstag und Freitag: Das Wintermärchen. Sonnabend: Mensch und Uebermensch. Sonntag: Das Wintermärchen. Montag: Mensch und Uebermensch. Abends: Doppelselbstmord. Montag: Die Hoffnung auf Segen. Dienstag: Schiller Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die rote Robe. Donna Diana. Mittwoch: Der Hoch tourist. Donnerstag: Mathias Gol linger. Freitag: Der Hochtourist. Sonnabend: Mathias Gollinger. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die rote Robe. Abends: Der Hochtourist. Montag: Doina Diana. Morit. Residenz Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Abends und folgende Tage: Florette und Patapon. Sonntag: Eine Hochzeitsnacht. Kasino Theater. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Gebrüder Zorn. Abends und folgende Tage: Die beiden Champignol. Sonntagnachmittag 4 Uhr: Alexander der Große. Palast Theater. Die Loreley. Spezialitäten. Walhalla- Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Metropol- Theater. Sonntag: Der Müller und sein Kind. Montag und die folgenden Tage: Der Teufel lacht dazu. Spezialitäten. Apollo Theater. Sonntagnachmittag 3% Uhr: Familienvorstellung. Abends 8 Uhr und die folgenden Tage: The Densmores. Berlin im Dmnibus. Spezialitäten. Passage Theater. Allabendlich: Spezialitäten. Karl Haverland- Theater. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Folies Caprice. Sonntag: Der Dorfmufitant und Komiter Schnitzel. Deutsch Amerikanisches Theater. Allabendlich: Jm wilden Westen. Sonntag: Er und ich. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Sonntag und Montag: Sizilien. Dienstag, Mittwoch und Donnerstag: Frühlingstage an der Riviera. Freitag: Die Vorläufer der Wirbeltiere und einige ihrer wichtigsten Bertreter.( Anfang 6 Uhr.) Wetter- Prognose für Sonntag, den 9. Dezember 1906. Wärmer, zeitweise heiter, aber veränderlich mit etwas Regen und ziemlich lebhaften südwestlichen Binden. Berliner Betterbureau. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 4. b. Mts. verstarb unser Mitglied, der Maler 226/10 Adolf Grimmert Liesenstraße 13. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Dankes- Kirchhofes ( Blankestraße) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schmelzer Hermann Schulze gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 9. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedrichshagener Kirch hofes in Friedrichshagen aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 161/6 Allen Freunden und Bekannten hiermit die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Schwester und Tante Ursula Drescher, geb. Idzkofska, Freitag früh gestorben ist. Die Hinterbliebenen Robert Drescher Schönhauser Allee 156. Die Beerdigung findet am Montag, den 10. d. Mis., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Hedwigs- Kirchhofs, HohenSchönhausen, aus statt. Verband d. baugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. Bezirk Schönhauser Vorstadt. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Hermann Jäbicke am Montag, den 3. d. M., durch Unfall plöblich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des GethsemaneKirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Zweigvereins- Vorstand. Invalidenunterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 7. d. M. verstorbenen Kupferdruders Otto Höfert findet am Montag, den 10. b. M., nachmittags 34, Uhr, in Friedrichs hagen statt. 2296 Das Komitee. Sonnabend abend 26 Uhr verschied nach langem schwerem Leiden 2552 unsere gute Mutter Lina Schultze geb. Nagel. Berlin, Wienerstraße 16. Ihre trauernden Kinder. Die Zeit der Beerdigung wird noch bekannt gegeben. Kassenbäder jeb Art, Auguſta- Vad, Köpenickerstr. 60.[ 1196* Zu kaufen gesucht: Soziale Praxis", XIII, No. 13, 14, 17-20, 22. XII, No. 16, 48. Ev. auch diese Jahrgänge gebund. Buchhandlung Vorwärts, Berlin, Lindenstraße 69. Restauration ( großes Vereinszimmer, Pianino, Näheres Zahlstellen) verkäuflich. Tresdomstraße 36, Bigarrenladen. BrunnenStr. 17-18. H. Greifenhagen Nachf. Morgen Montag, den 10. d. M. Doppelte Rabatt- Marken Wir weisen nochmals darauf hin, dass unser Rabatt. system 5 beträgt und 09/10 dass unsere geehrte Kund. schaft hierdurch eine Vergünstigung von 10% erhält. VeteranenStrasse 1-2. 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Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Sinoer& Co., Berlin SW. Nr. 287. 23. Jahrgang. ermüdet. Theater. 6. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 9. December 1906. Seelachs 20-25. soll das beweisen. Kein Wort darüber, daß der Kampf um Aende-| rence( Flanelle), Hans Junkermann( Tierarzt), Arthur rung des Zuständlichen auf die Menschen selbst zurückwirkt und, Bergen( Bijou), Carl Frey( Hercules Pompignol), Julius wie die Ausbildung des Solidaritätsbewußtseins in der Arbeiter- Sachs( Mouton) verhalfen der Burleske durch ihr temperamentKammerspiele des Deutschen Theaters: Mensch und Ueber- schaft zum Greifen deutlich zeigt, die für die Entwickelung sowohl volles Spiel zu lebhaftem Erfolg, der einige Dauer verspricht. der Zustände wie auch der Menschen notwendigen Eigenschaften e. k. mensch, Komödie in drei Atten von Bernard Shaw. Deutsch aus sich erzeugt! Vor dem hellen Tageslicht verhängt Shaw eigenbon S. Trebitsch. Die bei S. Fischer( Berlin) erschienene Buch- willig plötzlich die Fenster, um in dem künstlich selbstgeschaffenen Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen ausgabe von„ Menſch und lebermensch", ungefähr 500 Seiten stark, Dunkel die Leuchte eines neuen Mirakels zu entzünden. Was sich Marktballen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 68-73 pr. 100 Bfd., führt den Untertitel:„ Eine Komödie und eine Philosophie". Aber durch Befferung der Erziehung, der Ernährung, der Lebensumstände la 62-67, IIIa 56-61, IVa 50-55. Stalbfleisch, Doppelländer 115-125, die im Vorwort und im Anhang unter dem Sammelnamen„ Kate- für die Hebung der Rasse erreichen läßt, dies Gewisse, Klare, Ueber- la 86-93, IIa 74-84, IIIa 60-72, holl. 54-58. Hammelfleisch Ia 69-77, chismus eines Umstürzlers" zusammengestellten Einfälle und IIa 54-67. Schweinefleisch 56-65. Rehwild Ia per Pfd. 0,60-0,75. Aphorismen sind in Wahrheit so wenig Philosophie, wie die in lehbare soll nun auf einmal ohne Kraft sein, sofern es nicht durch IIa 0,40-0,58. Rotwild Ia 0,40-0,52, IIa 0,30-0,35, bo. Stalber 0,40-0,50. tünstliche Züchtung" erst seine richtige Bedeutung und Weihe er= Damwild 0,40-0,55, do. Kälber 0,60-0,70. Dialogform umgegossenen eine Komödie find. Es fehlt an Rüdgrat. hält." Uebermenschen", wenn auch nicht gerade Nietzschesche, sollen Frischlinge Wildschweine 0,00. 0,00. Hasen per Stüd 3,00-3,10, do. Flein und Die springende Ungeduld des Shawschen Wizes treibt mit Gedanken fo en gros zur Welt befördert werden. Nur auf diesem Wege, vermöge IIa 1,75-2,90. Staninchen pr. Stüd 0,80-1,10. Wildenten pr. Stüď 0,00. und Gestalten nur ein Spiel. So wenig wie um die Motivierung einer von der Gesellschaft regulierten Ausnutzung der„ Lebenstraft" Stridenten 0,00. Rebhühner, junge Ia 0,00, junge la 0,00, alte seiner Personen fümmert er sich auch um die Begründung seiner besonders rafsetüchtiger Frauen kann das verfehlte Experiment" 0,00, junge fleine 0,00-0.00. Hübner, alte per Stüd 1,50-2,20, alte Ideen, und beide verflüchtigen sich daher ins Unbestimmte, Wesen- moderner Demokratie dann schließlich noch zum Guten ausschlagen! IIa 0,80-1,40, junge per Stück 0,40-1,40. Tauben per Stüd 0,25-0,50, loſe, geben sich als Seifenblasen einer subjektiven Laune, deren Der zu wechselweiser Forpflanzung begründete Schönheitsklub in ital. 0,70-0,80. Enten, junge per Stud 1,80-2,25, Samburger, junge Glizern anfangs wohl das Auge freut, aber auf die Dauer Wedekinds Sidalla" präsentiert sich neben solchen Perspektiven pr. Stück 3,00. Ganje, Oderbrucher, per Bid. 0,40 0,56, do. Ia per Stud 3,00-3,80, IIa 1,30-2,75. Hechte per 100 Bfd. 74-84, groß 0,00. Bander 126-145. Schleie 0,00, uns. 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00. Bleie, groß Schopenhauer, Nietzsche, der Sozialismus verschlingen sich in gewissermaßen noch als realistisch nüchterne Konzeption. Ueber die eigentliche Komödie ist menig zu sagen. Der erste 36-41. Male, groß 0,00, mittel 0,00, flein 0,00, uns. 0,00. Plopen dieser Shawschen Philosophie zu wunderlichsten Reigentänzen. Was Aft enthält viel drollig Originelles, aber er erschöpf das Thema 55-62. Karpfen, 25er 0,00, do. 30 er 0,00, do. 100 er 0,00, der große deutsche Bessimist den„ Genius der Gattung" nennt: die auch. Weder in den wißigen Rodomontaden, mit denen Tanner do. 50-60 er 62-68, 40 er 65-66. Barse 92. Karauschen 80. Blei listenreiche Natur, die unter der trügerischen Vorspiegelung indivi Wels 0,00. Bunte Fische 28-56. Amerikan. Lachs Ia gegen die bedrohlichen Zudringlichkeiten seines Mündels Ann fische 19-22. duellen Liebesglückes die Menscheneɣemplare mit Harpune und Schnur zu einander schleppt", damit sie ihr lebenlang, im Bunde ankämpft, noch in den Nachstellungen dieser jungen Dame bringen neuer per 100 Bfb. 110-130, do. Ila neuter 90-100, do. IIIa neuer 75. die späteren Szenen etwas Neues. Das Ohnmachtsmanöver, durch 0,60-0,80. Flundern, pommersche Ta, per Schod 3-6, do. pommersche Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,25, Danziger, Wall zappelnd, neue und immer neue Exemplare für die Gattung er- welches sie den wader widerstrebenden Streiter nach seiner Auto- IIa 2-4, Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber stifte 2-3, Hamb. zeugen, das erscheint in Shaws Komödie und Reflexionen unter mobilflucht in Granada zur Verlobung preßt, hätte sie genau jo gut Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Stieler 3,50-5,00, dem Namen„ Lebenskraft" als Trieb des Weibes, das mit allen bereits in London egekutieren können. Alles löst sich bei diesem Stralsunder 4-5. Aale, groß per Bfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, Mitteln den Männern nachstellt, um zu gebären und den Jungen Baar, wie bei den los herum gruppierten Personen in Wort- flein 0,50-0,60. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Kiste 4-5, do. Nahrung zu sichern. Sie ist's, die stets die Initiative ergreift, der gefechte auf, die für den Mangel an Entwickelung und Charat- Stifte 2-3,00. Stabliau, p. 100 Bfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er Mann Werkzeug und Spielball ihrens Willens, ein Wesen, welchem, teristik nicht entschädigen. Das Publikum verhielt sich zurück- per Anker 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73-75. Schottische Bollheringe indem es die Bestimmung des Weibes miterfüllen hilft, sein Recht haltend. Die Schauspieler, wenn sie das Unlebendige auch nicht 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Sardinen, russ., Faß geschieht, mag es an seinem persönlichem Glücke dabei die stärkste lebendig machen konnten, gewannen ihren Rollen ab, was sich einge, neue Matjes, per 212 50. 60-120. 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Ginbuße erleiden. Der Künstler und der Denker, denen der Trieb billigerweise erwarten ließ. dt. Schodfaß 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Hummern, fleine, per Pfd. 0,00. der Phantasie und des Forschens mit gleicher Zwangsmacht wie dem Weibe der Wille zur Fruchtbarkeit innewohnt, gelten Shaw als Trianon- Theater. Zwei Premieren an einem Abend! Beide Streble, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schod 4,00-4,60. Butter Antipoden weiblicher Natur. Wie ja auch Schopenhauer die reine Stückchen Pariser Herkunft. Gin mit ziemlich derben, nicht gerade per 100 jo. Ia 123--125, Ila 115-123, IIIa 110-114, abfallende 95-105. objektive„ Anschauung" dem im Geschlechtlichen gipfelnden„ Willen künstlerisch verarbeitetem Stoff posierender Einakter:" Herr Saure Gurlen Schod 3,50-4,00, Bieffergurten 3,50-4,00. Kartoffeln zum Leben" als polarisch gegenüber stellt. Sie fühlen es, daß sie ups" von Mar Maurey ging voran. Ort der Handlung": per 100 Bid. 0,00, magnum bonum 2,00-2,10, Daberiche 2,00-2,10, von den Fesseln, die ihnen der Mutterschaftsinstinkt der Frau an- ein Ashl für Obdachlose in Paris." Herr Hups"( bon Max Rosen 0,00, weiße 1,75-2,00, Salatkartoffeln 4,00-6,00. Spinat Pjund 6,00-7,00. Karotten per Schockbund 3,00-4,00. legen möchte, für ihr Bestes zu fürchten haben, und laufen dennoch Laurence vortrefflich verkörpert) ist ein Obdachloser und Bettler per 100 fast immer blindlings wie die anderen in die ausgelegten Schlingen. von Profession. Der Direktor( Julius Sachs) hält ihn aber Sellerie, hiesige, per Schod 4,00-5,00, do. pommeriche 4,00-5,00. Zwiebeln do. fleine 2,00-2,50. do. hiesige( Perl-) Das Schicksal von Shaws weiberscheuem, philosophierendem Luft- für einen verkappten Journalisten, der in Stromer- Verkleidung hier große, per 100 Pfd. 3,00-3,50. spielhelden, dem Verfasser des Umsturzkatechismus, soll das tragi- Studien" machen will und überschüttet ihn nun förmlich mit Höf- 0,00. Charlotten 60-70. Beterfilie, grün, Schodbund 1,25-1,50. Stohlrabi per Schock 0,50-1,00. Radieschen Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. fomisch illustrieren Salat, per Schod 0,00-0,00. do. Escarole, während der Don- Juan des eingeschobenen lichkeiten und Wohltaten. Als Satyre ist das Stückchen nicht übel. per Schodbund 0,80-1. do. Endivien 1,75-2. Mohrrüben per ( bei der Aufführung fortgelassenen) Höllen- Zwischenspiels, einen Dann folgte:" Wo ist der Papa?" Burleske in zwei Aften von per Mandel 1,25-1,50, siegreich seine Freiheit behauptenden und nach Erledigung zahlloser M. de Féraudy und Kolb ver. Eine Spanierin mit dem 100 Bfb. 3,00-3,50. Teltower Rüben per 100 Bfd. 8-10. Weiße Rüben, große flüchtiger Abenteuer zur Kraft und Lust des eigenen Dentens er- obligaten Dolch im Strumpfband, die einen„ Vater" für ihren 2-2,50, fleine 5-6. Rote Rüben 1,50-2. Blumentoh! holl. per Stopf 0,00. Wirfingfohl per Schock 3,00-6,00. Rotkohl wachenden Manntypus uns darstellen soll. Die Kontroverse illegitimen Jungen sucht, bildet den Hauptumtrieb in dieser esprit- do. ital. Stopf 0,00. Rosenkohl p. 100 ẞfd. zwischen ihm, dem Teufel, Donna Anna und dem steinernen Gaste bollen, wenn auch mit bekannten Tride umspringenden Burleske. Schod 3,00-8,00. Weißkohl Schod 2,00-3,00. in der Schattenwelt, hat neben langen dürren Strecken eine Fülle Der zweite Aft spielt zu Paris in den„ Susannabädern" der be- 15-18. Grünkohl per 100 Pfd. 3-4. Schnittlauch 12 Töpfe 4-4,50. Stohl rüben, Schock 2-3. Birnen, per 100 Pfd. Hiefige 7-20, fein ironischer nachdenklicher Bemerkungen. Der in dem blinden sagten Spanierin Bella Rita. Zwei Opfer, die zwangsweise eine böhmische 8-20. Alepfel, per 100 Pfd., hiesige 3-20, Gravensteiner Trieb ausströmenden Lebenskraft sett Don- Juan, gelangweilt Schwiztur in Dampfkästen über sich ergehen lassen müssen, figu= 0,00, Tiroler in Fässern 17-30, Seifte 32-80, Amerit. 17-26. Preißel von den leeren süßlichen zerstreuungen der Hölle, die Lebenskraft" rieren hier als belustigendes Schauobjekt auf der Bühne. Daran beeren, schwedische 0,00, Gebirgs: 30-33. Wallnüsse per 100 Bfd. 16-20, Vier do. rumänische 23-30, do. franz. Cornes 28-34. Paranüsse 60-65. Haselaufstrebender, vom Menschen selbst erkannter, mit freiem Intellekt schließt sich eine Verhöferung des Kindes der Spanierin. runde 32-35. Bitronen, Messina, 300 Stud und Willen geförderter Entwickelung als Höheres entgegen." Bäter" bekennen sich zu dem Sprößling, weil dessen fürstlicher müsse lange 41-48, In dem Katechismus" kehrt derselbe Gedanke wieder, aber Erzeuger 200 000 Fres. ausgesetzt hat. Giner unterbietet den 8,00-12,00, 360 Stüd 7,00-10,00, 200 Stud 7-10. verzerrt durch die entgegengesetzten Extreme willkürlicher Stepsis andern. Der Badediener Mouton schlägt aber sämtliche Konund phantastischer Utopisterei. Aller Fortschritt, wie ihn die turrenten aus dem Felde. Er bekennt sich zur Vaterschaft ohne Menschen bisher, insbesondere auch der Sozialismus, aufgefaßt jegliche Entschädigung, wenn ihn Bella Rita heiratet. Das wird haben, jei Irrtum und Augenverblendnis. Die Institutionen, nicht denn auch geschehen. Mouton schließt die Geliebte und ihren aber die Menschen hätten sich geändert. Ein rasch zusammen- schwarzfarbigen Knaben in seine Ringtämpferarme. Der Vorhang mündung+2,34 Meter. gekehrter Misthaufen von Scheußlichkeiten der modernen Zivilisation fällt. Ise von Ruttersheim( Bella Rita), May Lau bei Breslau Unterpegel 5 Schaukästen Bahnhof Alexanderplatz. Friedrichstr., Jannowitzbrüoke, Börse, Spandauer Brücke, Moritzplatz, Schlesischer Bahnhot( Andreasstr.), Zoologischer Garten, Tiergarten, Bellevue, Linden- Gallerie. Blitz" Uhrständer od.Leuchter in Goldbronze auf Nussbaumkasten 4.00 Mk. Batterie 0.75 Lampe 0.50 Mechanische Werkstatt. Elektrotechnische Fabrik. Ausarbeitung von Patenten. No. 2000. Taschenlaterne, bequem in der Westentasche zu tragen. mit 8 teil. Batterie 0.75, Batterie 0.40. Nr. 2001. Mit Linse 1.Lichtstab von 1.75-4.50. Elektromotoren von 2- an. Dynamos In allen Grössen. Dresden Straußfurt Carl Zimmermann, Mechaniker, Berliner Lehrmittelanstalt DEM VERDIENSTE AUSSTELLUNG KINDES WOHLFAHRT CHARLOTTERBUNG Sebe, 1904 Ehrenpreis. Trockenelement 0.80 an. Alexanderstr. 25, n. d. Blumenstr., Stadtbhf. Jannowitzbr. Grösstes Spezial- Geschäft. Sehenswert! Kürbis 5-8. Meter, bei Unstrut bei Wafferstand am 8. Dezember. 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