Mr. 290. Hbonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Big. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost Plbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. 16 Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Naum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( sett. gedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Big.. jebes meitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für alvei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 511hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition isf bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: Sezialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. " Donnerstag, den 13. Dezember 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. 92r. 1984. Sankt, wirksame Maßnahmen gegen die das Haushaltungs- Grundadels auferlegte Schröpfung rächen. Umsomehr hat budget der werktätigen städtischen Bevölkerung aufs schwerste die sozialdemokratische Presse die Verpflichtung, immer wieder Jm Monat November gingen bei dem Unterzeichneten| belastenden Fleischteuerung durchzuführen. Den großen Vieh- entschieden gu betonen: die die jetzige Fleisch1olgende Parteibeiträge ein: haltern soll ihr hoher Profit erhalten bleiben. Nur zu teuerung ist nicht die Folge irgendwelcher Groß- Berlin a fonto seiner acht Wahlkreise 15 000,-( barunter einigen ganz nebensächlichen, schwächlichen Maßregeln fühlt abnormen Umstände, sondern das beabsichtigte Tischlerei Fröhlich 30,-, Reumann u. Bunar 20,-, Bau Aschinger fich, um den Anschein zu erwecken, daß sie mit Aufmerksam. Resultat der von der Regierung mit Unter35,-, Sechierlasse der Tischlerei Siefe u. Stammerer 35,-, Bezirk 149 feit die Fleischpreissteigerung verfolgt und nach Sträften zur stügung der Bollwucherpartei betriebenen 8,15, Beiträge 3. 1, Möbelpolierer der Möbelfabrik Klug 15,- Linderung der Not bereit ist, die Regierung in ihrer viel- Agrarpolitif. Arbeiter der Möbelfabrit Grofchlus 43,10, Beitr. Sch. 1,50, Buger berühmten Fürsorge für das Wohl der Arbeiterklasse gnädigst kolonne Luther u. Albrecht 3,-, Uebern See gefahren W. Hochzeit Wie systematisch diese Preistreibungspolitik durchgeführt 5,65, Bierprozente Bau Gause 12,-,. B. Mister 1,-, Von den bewogen. Die Einfuhr frischen Schweinefleisches aus Däne- worden ist, haben wir an einzelnen Beispielen bereits früher ehemaligen Obleuten der A. G. G., Brunnenstraße 11,35, Urwahl. mart, Schweden und Norwegen soll unter den üblichen wiederholt nachgewiesen. Schon ein flüchtiger Blick auf die bezirk 1059 d. Breiting 5,50, Stranzüberschuß v. 675. Bez.( Lundt Haus), Erschwerungsbedingungen und den hohen Zollfägen des Vertrags- bisherige Grenzsperr- und Zollmaßnahmen liefert dafür den darunter 4 M. von einem Geistlichen 7,-, Ueberschuß von der tarifes( 13% Pf. Zoll für ein Pfund Schlachtgewicht oder schlagenden Beweis. Kranzspende des Gen. Puhlmann aus dem 632. Bezirk 8,25, bei ungefähr 18 bis 20 Pf. für ein Pfund Fleischgewicht) Solange die preußischen Agrarier Schlachtvieh exportierten, Fleischhammel übern See gefahren 2,65, Kranzüberschuß 535. Vezirt gestattet werden, da die Regierung nach ihrer Versicherung namentlich nach England nach dem z. B. noch 1865 allein 6,-, Kranzüberschuß 717. Bezirk 5,95, Stranzüberschuß 711. Bezirk erkannt hat, daß„ veterinärpolizeiliche Bedenten" nicht mehr von den deutschen Hansestädten zufolge der englischen 2,85, A. B. durch Abendroth 80,-, vom Geno. Friz Singer für 1906 bestehen eine etwas plögliche Erkenntnis, denn noch vor Statements of Trade" 45 455 Rinder und 110 676 Schweine 10,-, für 1907 30,-, Bierprozente Bau Behrenstraße 18,60, Bernhard Reinhardt 25,-( darunter Bau Behrenstraße 26,20 statt 18,60), wenigen Wochen versicherte die ganz- und halboffiziöse Presse, sowie 99 055 Schafe verschickt wurden hielten sie GrenzMertens, Prinzenstraße 20,-, Scr. 1. State 20,-, Sar. 2. Rate eine derartige Zulassung bedeute die schwerste Gefährdung des absperrungen für überflüssig und waren auch keineswegs sonderlich 20,-, P. Bernstein 6,-, m.. 5,-, v. d. Mitgl. d. U.-Dr. 4,20, gesamten deutschen Viehstandes. Außerdem sollen die hohen auf den Schutz ihres angeblich feuchenfreien" einheimischen v. Lefe- und Distutierklub Nordlante" 50,-, Knabe, Parteifonds 5,-) Gebühren für die Untersuchung des aus dem Auslande Viehes bedacht. Selbst der Zollschuh erschien ihnen nicht nötig. Berlin, diverse Beiträge: Bimmerplas Boswau u. Knauer, hereinkommenden frischen Fleisches etwas ermäßigt werden- Sie wareu freihändlerische Dogmatifer. Noch am 23. Mai 1873 Halensee 23, Bierprozente von den Ladierern der Firma Kümmel, um wie viel bleibt dem Ermessen der Regierung vorbehalten. Konnte Freiherr v. Behr( Greifswald) unter dem lauten Beifall Fruchtstraße 15,-. Personal der Buchdruckerei Vorwärts", Abt. Und schließlich sollen, wie schon vor einigen Tagen angekündigt der Rechten im Reichstage die Forderung stellen, daß in Buchbinderei 15, Bau Gause, Bariser Blag. Bierprozente 12, wurde, für Preußen und Hessen die Frachtfäße für den Fleischer ster Linie Brot und Fleisch, dann auch das desgl. 6,-, Sa. 18,-. Perfonal der Buchdruckerei Janiszewski 10,-. Buzerkolonne Müller durch Rockmann 16,-. Die Parteikasse der transport herabgesezt oder vielmehr die Fleischsendungen als Eisen frei" d. h. zollfrei sein müßten. Zwar Arbeiter von Bardemann 25,-. Aus der Sechsertaffe der Arbeiter Gilgut zu gewöhnlichen Frachtsägen befördert werden. wurde 1873 auf Grund des Viehseuchengesetzes vom 7. April der Firma Vollmar u. Hanfe 10,05. Dr. 2. A. 100,-. Jung Damit ist das gütige Wohlwollen einer hohen Regierung 1869 ein Verbot der Einfuhr von Rindern erlassen, aber dieses gefellen" 10,-. Von der roten Taufe 2,10. Machetes 5,-. Von den Stoll. erschöpft. Von einer auch nur zeitweiligen Aufhebung der enorm Verbot fand eine gewisse Berechtigung in dem damaligen 5. Fa. Fraenkel, Inh. S. Brocker, Möbeltischl., Rüdersdorferstr. 26 hohen Vieh- und Fleischzölle, von der Zulassung von Rindern starken Auftreten der Rinderpest in Rußland. 20,-. Von der Fünfpfenniglaffe der Tischler v. Kuttner u. Hanff und Schweinen aus den Niederlanden oder von Schweinen Je mehr mit der Entwickelung Deutschlands zum Industrie5,20. Bierprozente von den Spannern, Trägern und Hülfsarbeitern aus Dänemark, von der Zulassung amerikanischer Rinder unter staat der Bieherport abnahm und die Vieheinfuhr zunahm, entd. Fa. Boswau u. Knauer, Bau Wittenbergplay 35,15. Die Konto ähnlichen Bedingungen, wie sie in England bestehen, von der wickelte sich in den Hirnen der ostelbischen Großgrundbesitzer ein bucharbeiter vom Wedding 5,-. Munition zum Stampfe für Recht und Wahrheit 4,-. Gutenberg 42,40. 3. S. 50,-... 50,- Errichtung von Grenzschlachthäusern, von der Einfuhr russischen feines Verständnis für die Gefahren, die dem deutschen und speziell Zur Wiedererwerbung verlorener Rechte 10,-.. 2. 3.- Ge- frischen Schweinefleisches oder überseeischen gefrorenen Fleisches dem preußischen Vaterlande durch den Viehimport drohten. burtstagsfeier Schönhauser Allee 3,75. C. 1,-. Buzbach i. S. ist nicht die Nede. Gegen solche Maßregeln bestehen bei der Freies Brot und Fleisch" dünkte jept den Agrariern weit C. St. 3,30. Braunschweig, fozialdemokratische Bartei bes Regierung jene schweren Bedenken fort, die sich in bezug auf weniger wichtig, als der Schutz der vaterländischen landwirtHerzogtums, Drittes Quartal 1906 352,26. Baden- Baden, das dänische, schwedische und norwegische Schweinefleisch so schaftlichen Interessen und so wurden durch den 1879 nach 8. badischer Wahlkreis 39,96. Bern 50,-. Bremerhaven, fozial plöglich in nichts verflüchtigt haben. langem Schachern zwischen den Agrariern und Industriellen demokratischer Verein, für das 3. Quart. 1906 263,04. Burg bei Doch trotz der Unbedeutendheit der von der Regierung zustande gekommenen Zolltarif auch für Schlachtvieh, das von 1870 Magdeburg, Wahlkreis Jerichow I u. II 3. Quart. 125,40. Buxtehude, gnädigst gewährten Zugeständnisse sind wir nicht enttäuscht. ab mit Ausnahme von Schweinen und Ferkeln zollfrei eingeführt von den Alten durch Weber 2, Celle, 14. hannov. Wahltr. 137,50. Charlottenburg, rote Hochzeit Königsbergerstraße, d. 2. S. 1,50. Wenn auch vielleicht etwas mehr, so haben wir doch nicht viel werden konnte, folgende Zollfäge festgesetzt: Ochsen Stück Chemniz, 16. fächf. Reichstagswahlkreis 2000,-. Crefeld, fozial mehr, als sie bietet, von der Regierung erwartet. Denn es 20 M., Stiere und Kühe 6 M., Stälber 2 M., Schweine demokratischer Volksverein 3. Quart. 06 93,90. Dresden, 4., 5. und ist eine ganz falsche Auffassung, die jetzige Fleischteuerung 2%, M., Schafe 1 M. Doch diese Zölle hatten nicht den an6. fächf. Wahlkreis 5000,-. Düsseldorf, A. F. 2. Deffau, fozial- sei die Folge abnormer Bitterungs- und Ernteverhältnisse gestrebten Erfolg. 1883 wurden immer noch ins deutsche Zolldemokratischer Verein, Wahlkreis Dessau- Zerbst 38,-. Emden, oder der heutigen industriellen Konjunktur; sie ist viel gebiet eingeführt: 28 092 Dchfen, 81 002 Stiere und Stühe, 1. Hannoverscher Wahlkreis, 8. Quartal 1906 32,10. Erfurt mehr nichts anderes, als das beabsichtigte fünstlich herbei- 41 078 Stück Jungvieh, 37 882 stälber, 926 502 Schweine, Schleusingen- Biegenrüder Wahlkreis, erstes Quartal 1906/07 150.- Elbing- Marienburg, fozialdemokr. Berein, 3. Quartal 06 geführte Resultat einer von den Agrariern geforderten 88 674 Schafe, während die Ausfuhr sich auf: 66 872 Ochsen, 150.- Elbing- Marienburg, fozialdemokr. Verein, 3. Quartal 06 und von der Regierung in deren Diensten betriebenen Agrar- 69350 Stiere und Kühe, 54 138 Stück Jungvich, 417822 Schweine 15,-. Falkenberg( DOberschl.) 4,-. Fürth i. B., 3. Quartal 06 348,50. Groß- Ditersleben, fozialdemokr. Verein des Str. Wangleben, politit; eine Durchführung von Maßregeln, die wirklich die und 1442 648 Schafe stellte. Auf Betreiben der Agrarier Quartalsbeitrag 100,-. Hamburg. 3. Wahlfreis 8000,- Sannover, heutigen hohen Viehpreise beträchtlich ermäßigte, wäre also eine wurden deshalb 1885 nochmals die Viehzölle erhöht: der Boll Wahlkreis, September- Oftober 1000,- Heidelberg, vom 12. badischen Selbstaufhebung des bisher befolgten und gewollten Zwecks, für Dchfen auf 30 M., Stiere und Kühe auf 9 M., Stälber Wahlkreis, 8. Quartal 06 32,50. Behoe, sozialdemokratischer der feit etwa zwei Jahrzehnten systematisch von der auf 3 M., Schweine auf 6 W. Und zugleich wurde nun Zentralwahlverein für den 5. fchleswig- Holsteinischen Wahlkreis Regierung betriebenen Vertenerungspolitit. Mögen auch die von der Regierung in der Grenzsperre ein brauchbares Mittel 111.86. Stöslin- Stolberg, fozialdemokratischer Berein. 8. Duartal 06 fogenannten Ernteverhältnisse, d. h. der Ausfall der erkannt, um die Einfuhr fremden Schlachtviehes nach Deutsch20,40. Stronach Lichtenfels, Wahlkreis, 1. Quartal 06/07 41,37. Futtermittelernte in den letzten beiden Jahren sowie land zu verhindern und den ostelbischen Edelsten der Konstanz, 1. badischer Wahlkreis, 8. Quartal 06 88, die durch die industrielle Prosperität bedingte Zunahme des Nation gute Profite zu sichern. Die gefährlichsten Stonkurrenten Kattowiz( Oberschl.), fozialdemofr. Berein 10,-. Starlsruhe, 10. badischer Wahlkreis, 2, u. 3. Quart. 06 317,85. Lübed, fozialdemokr. Fleischverbrauchs als Faktoren der heutigen Fleischteuerung waren Amerita und Rußland. Gegen beide richteten Berein, 3. Quart. 06 400,-. Leipzig- Land, 13. fächs. Reichstags- mit in Betracht gezogen werden müssen; die eigentlichen sich denn auch die nächsten Einfuhrverbote. 1883 wird die wahlkreis 8000,-, Luckenwalde, Rufus 5,-. Luckenwalde, fozial- Ursachen der feßigen drückenden Fleischpreissteigerung sind Einfuhr von amerikanischen Schweinen und Schweinefleisch Demokratischer Bentralwahlverein für den Wahlkreis, 3. Quartal 06 doch die offizielle Agrarpolitik und die Absperrung der verboten; 1885 die Einfuhr von Ziegen, Schafen und frischem 180, München, F. E. Str- L. 51,-, M.- Gladbach, sozialdemokr. Grenzen gegen die fremde Vieheinfuhr. Beständen diese Schaffleisch aus Rußland; 1889 die Einfuhr von Schweinen Verein, 8. Quart. 06 64,50. Moers- Rees, aus dem Wahltreise 26,94, beiden den Fleischpreis steigernden Faktoren aus Rußland( mit Ausnahme von 70 000 Stück). Magdeburg, fozialdemokr. Berein 400,- Niederzwönis, 19. fächf. nicht, wäre durch Einfuhrverbote sowie Durch die am 19. Dezember 1891 vom Reichstag geReichstagswahltr. 100,-. Neustadt i. S., O. schlesw.- holft. Kreis, 2. Quart. burch hohe Vich- und Fleischzölle nicht die nehmigten sogenannten Caprivischen Handelsverträge wurden 1906 50,86. Niederschöneweide, C. S., Einzelmitglied 2,- Oberlangen Sonturrenz der bichproduzierenden Agrar die Viehzölle wieder etwas ermäßigt: Der Zoll für Ochsen bielauer Agitationsbezirk 426,-( darunter Wahlkreis Striegau Schweidnig: Striegau 60,-, Schweidnig 16,40, Freiburg 82,-, staaten auf dem deutschen Inlandsmarkt von 30 auf 25,50 M., der Zoll für Jungvich von 6 auf 5 W., Häslicht 10,-, Bilgramshain 10,-; Wahlkreis Reichenbach- Neurode: aufs höchste beschränkt, würde ferner bei für Schweine von 6 auf 5 M. Die Agrarier schrien und Reichenbach 25,35, Langenbielau 72,75, Weigelsdorf 9,50, Peters- ungünstigem Ausfall der deutschen Futter- lärmten und forderten Entschädigungen für die Verletzung waldau 30,40, Beilau 6,50; Wahlkreis Waldenburg: Waldenburg mittelernte nicht die Einfuhr von Mais ihrer Interessen. Und die Regierung zeigte sich diensteifrigst 90,-; Wahlkreis Landeshut. Jauer: Landeshut 43,75; Wahl- und Futtergerste usw. durch relativ hohe bereit, den Ansprüchen der adeligen Viehzüchter wenigstens freis Schönau Hirschberg: Hirschberg 19,35). Pößned, 1. unb 8ölle eingeengt und verteuert, dann tönnte teilweise zu genügen, Rußland war durch die erlassenen Ein2. meinningenfcher Reichstagswahlfreis 1.- 3. Quartal 1906 90.38. Plettenberg, niemals eine Futtermittelernte wie die fuhrverbote bei der Vieheinfuhr ausgeschaltet worden, aber von einem befehrten Freisinnigen 2Ronsdorf, Wahltr. Lennep- Remich.- Mettmann 3. Quartal 06 289,88. des Jahres 1904 eine nachhaltige Teuerung Desterreichs, Hollands und Belgiens Konkurrenz machte sich um so Nigdorf, Stehbierhalle 3,-. Remscheid, von einem vaterlandslosen hervorrufen. Täftiger geltend. Ihre Einfuhr in das deutsche Zollgebiet Gefellen 20,- Schleswig, 3. fchlesw.- Holst. Wahltr. 30,91. Staß Es heißt die Regierung wie die 8ollwucherpartei von der mußte also ebenfalls auf Grund des Viehfeuchengefeßes infurt, Streisver. d. Wahlkr. Quedlinburg- Aschersl.- Calbe Juli- Sept. schweren Verantwortung entlasten, die sie vor dem Forum der hibiert werden. Tatsächlich erfolgte denn auch 1898 das Ver 132,70. Gorau Forst, Zentralwahlver. 3. Quartal 06 150,- Gerichte tragen, wenn man, wie dies von einem Teil der bot der Einfuhr von Schafen und zugleich eine Beschränkung Sonnenburg( Neumark) Wahlverein Ost- u. Weststernberg durch liberalen Presse geschieht, die jetzige Fleischnot auf be- der Einfuhr von Rindern aus Desterreich. Ferner das Verbot A. Sch. 100,-. Steglig. gemitliches Richtefest, Bau Strauſe 3,40. fondere Umstände zurückführt. Den konservativen und der Einfuhr von Rindern, Schafen, Ziegen, Schweinen aus Sagan, Beitrag des Wahlvereins 71,85. Schopfheim Waldeshut, den Zentrumsagrariern paßt es allerdings vortrefflich Italien und 1894 das Verbot der Einfuhr von Rindern, Ziegen, 3. bad. Reichstagswahltr., 8. Duart. 06 26,70. Stuttgart, G. 1. 10,-. Wiesbaden, 2 naffauischer Wahlkreis 121,-. Wolgast, in ihre Politik der Volkstäuschung, wenn nicht ihr fort Schafen, Schweinen aus Holland und Belgien. Wahlverein Greifswald- Grimmen, April- Oft. 06 68,-. Bittau, gefegtes fyftematisches Hinarbeiten auf die Preissteigerung, So geht die Litanet weiter. 1895 fommen die öftersondern allerlei Nebenumstände: das schlechte Wetter, reichischen Schweine, das dänische und schwedische Rindvieh an die Regenlosigkeit, der industrielle Aufschwung, die Fleisch die Reihe, im nächsten Jahre wird die Einfuhr von Schweinegier" der gefräßigen" Arbeiter oder auch Gottes unerforsch- fleisch aus Rußland verboten, dann die Einfuhr von frischem licher Ratschluß für die Fleischteuerung verantwortlich gemacht belgischem Rindfleisch usw. usw. Doch den Agrariern gewerden. Die hohen Vichpreise läßt man sich gern gefallen nügten alle diese schönen Maßnahmen gegen ihre Stonkurrenz und hindert krampfhaft jede Maßregel, die zu einer Herab nicht, sie verlangten nach höheren Preisen und setzten es befegung führen könnte; doch die jeßige Teuerung als fanntlich durch, daß in dem Weihnachtszolltarif bont das gewollte Ergebnis der konservativ fleritalen Agrar 25. Dezember 1902 der Zoll für Kinder, Schweine, Schafe, politik gelten zu lassen, paßt den gierigen Profit Ziegen auf 18 M. pro Doppelzentner Lebendgewicht festpolitikern evangelischer und katholischer Richtung durchaus gesetzt wurde. Durch die neuen Handelsverträge sind Die Regierung hat als Antwort auf die Fleischnot- nicht; denn die heutige Teuerung wird bis in die kleinbürger- diese Säge für jene Länder, mit denen Deutschland interpellationen feierlichst durch Posadowsky im Reichstage ver- lichen Schichten hinein als schwere Belastung des Haushalts Tarif- oder Meistbegünstigungsverträge abgeschlossen hat, fünden lassen, daß sie nach eingehender Prüfung der empfunden, und diese Schichten könnten sich bei den nächsten für Rinder auf 8 M., für Schweine auf 9 W. pro Doppelbeterinär- polizeilichen" Grundlagen" nicht im geringsten daran Reichstagswahlen für die ihnen zugunsten des Tändlichen zentner herabgesetzt worden. Da das Durchschnittsgewicht #P F 4. Duart. 06 80,-. Berlin, den 10. Dezember 1906. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Fleischverteuerungs- und Seuchenpolitik. 9 Sc§ SchlachtvieheZ sich für Ochsen auf 6, für Stiere und Kühe auf 5 und für Schweine auf IVz Doppelzentner stellt, ergibt sich für Ochsen ein Stückzoll von 48, für Stiers und Kühe von 40, für Schweine von 13,50 M. Der Erfolg dieser Preistreibungspolitik zeigt sich in der heutigen Flcischtcuerung. Sie ist das Resultat dieser Maßregeln— das beabsichtigte R e s u l t g t. Mögen die konservative wie die Zentrumspartei heute in feiger urcht vor ihren Wählern die Fleischteucrung auf allerlei ufälle oder die Fügung Gottes schieben, mag die Regierung in schönen Phrasen ihr Dauern im Reichstage über die Be- lastung des Arbeiterhii Kaltes aussprechen— sie alle tragen nichtsdestoweniger die volle Verantwortung für die jetzige Fleisch t�eu er u n g. Hoffentlich ziehen daraus die Arbeiter und Handwerker, die noch immer in der Gefolgschaft dieser volksbetrügerischen Parteien marschieren, bei der nächsten Reichstagswahl die Konsequenzen und beherzigen den Spruch: Rur die allergrößten Äälber wählen ihre Metzger selber. Die Regierung fühlt sich in ihrer Abhängigkeit von den Agrariern nicht dazu geneigt, ihre Lebensnuttelvcrteuerungspolitik aufzugeben— sie nmß des- halb durch das Votum der Wähler dazu gezwungen werden. poUtifcbe CUbcrftcbt. Verlin. den 12. Dezember. Die Fleisch-Interpellationen vor dem Reichstag. Einen besseren Kumpan können sich die Agrarier und Zollwucherer kaum wünschen als den„heiligen" Paaschs, diesen nationallibcralen Sprechautomatcn, der heute als frei- williger Regierungskommissar seine Verneigung vor dem neuen Landwirtschastsminister machte. Dieweil die Fleisch- teuerung dem letzten Straßenjungen bekannt ist, wagte dieser Allerweltsprofessor zwar nicht, die Fleischnot zu leugnen— er gestand gnädigst zu, daß die Fleischpreise hoch stehen— aber die Klagen über Fleischnot sind nach seiner Ansicht über» trieben, und von einer Unterernährung des Volkes kann keine Rede sein! Am unverfrorensten war seine Verteidigung der Agrarier mit der abgedroschenen Phrase:„Schutz der Land- Wirtschaft!" Dieser Obcr-Zolltmicherer, der die Vieh- zölle mit erhöht hat, las den Stadtverwaltungen den Text, die noch einen Oktroi auf Fleisch erheben. Ten Gipfel zoll- wucherischer UnWahrhaftigkeit aber erstieg Herr Paasche mit der Behauptung, daß mancher Handarbeiter, der Schweine mäste, Vorteil von den Viehzöllen habe. Natürlich fand die Rede heftigen Widerspruch auf der Linken, dagegen den Bei- fall der Junker. Nach Paaschs betete Graf Schwerin sein agrarisches Sprüchlein her und wiederholte die gestrigen Ausführungen des Landwirtschaftsministers, so daß es schien, als ob dieser seine Beweismittel direkt von den agrarischen Häuptlingen bezogen habe. Ter Herr Graf vergnügte die Sozialdcnro- traten mit der Verlesung eines Flugblattes gegen die Fleisch- not, das die Raubgier der Agrarier treffend schildert. Auch er eiferte gegen den städtischen Oktroi und versuchte so, die Schuld an der Fleischteucrung von den Agrariern auf andere abzuwälzen. Daß damit die Flcischtcuerung zugegeben wird, übersehen diese nur nach Prosit haschenden„Logiker".— Eine Reihe von agrarischen Einwänden gegen die Oeffnung der russischen Grenze zur Erleichterung der Einfuhr russischer Schweine wurde von dem polnischen Abgeordneten Korsanty widerlegt, der die Befürchtung der Seuchen- cinschleppung als eine bewußte Ucbcrtreibung charakterisierte. Freilich hatte die Rede Sorfantys einen starken polnisch-agi- tatorischen Anstrich, aber wenn der Fleischmangel in den p 0 l n i sch e n Landesteilen behoben wird, dann kann da» nicht ohne günstige Rückwirkung auf größere östliche Terri- torien des Reiches bleiben: denn die verstärkte Schweine- zufuhr aus Rußland wäre eines der Mittel, die Fleischteuerung sofort zu mildern. Ter Abgeordnete G a m P ärgerte sich darüber, daß Korsanty die durch die Lebensmittelverteuerung so sehr ver- schlechterte Lage der polnischen Arbeiter drastisch geschildert hatte, und Gamp war schnell mit dem Rat bei der Hand, die polnischen Arbeiter sollten nach dem W c st e n Deutschlands gehen, wo sie hohe Löhne erhielten!— Ueberhaupt malte der Redner die Lage der Arbeiter in den rosigsten Farben, führte Arbeiterlöhne von 3000 Mark im Jahre auf, erzählte.etwas von zehnprozentigen Lohnerhöhungen, die viele Arbeiter er- halten hätten, unterließ es aber wohlweislich, die Schädigung der Arbeiter durch die Lebensmittelverteuerung mit Zahlen zu belegen. Für ihn sind die von Scheidemann gestern an- geführten Urteile vieler Fabrikinspektoren über die ver- schlechterte Lage der Arbeiter Luft. Nach seiner sehr ver- ständlichen Ansicht ist die Interpellation verfrüht— die Interpellanten hätten damit wahrscheinlich warten sollen, bis die Agrarier im Golde e r st i ck e n. Gamps leichtfertige Verteidigung einer äußerst gcfähr- lichen volksfeindlichen Agrarierpolitik erhielt eine scharfe Ab- fuhr vom freisinnigen Abgeordneten G 0 t h e i n. der vom neuen Landwirtschastsminister im Verhältnis zu seinem Vor- gängcr sagte:„Derselbe Faden, nur eine andere Nummer!" G 0 t h e i n wies die sich in Widersprüchen und skrupel- losen Behauptungen bewegende Jnteressenpolitik der Agrarier aus dem vom Bund der Landwirte herausgegebenen agrarischen Jahrbuche nach und konstatierte, daß seuchen- freie Länder— wie die Niederlande— gegen die Einsuhr gänzlich gesperrt worden sind, während die Einfuhr ans Ländern, in denen Seuchen bestanden, wenn auch in be- giränktein Umfange, so doch gestattet wurde, z. B. aus esterreich-Ungarn! Das Schwindelmanöver der absichtlich er- höhten Zufuhr von Schweinen nach Oberschlesien durch die Viehzentrale unter deren Direktor Ring stellte Abgeordneter Gothein unter starkem Beifall der Linken als eine Fäl- schung der Marktlage hin, vorgenommen zu dem Zwecke, eine Er- höhung des Zufuhrkontingents russischer Schweine zu ver- hindern und die Preise auf diese Weise künstlich hoch zu halten. Wie aufgepeitscht schrie der Abg. v. Oldenburg krähend dem Abg. Gothein seinen Widerspruch entgegen, konnte aber damit nicht verhindern, daß Gothein weitere ähnliche agrarische Schwindelmanöver geißelte. Mit Bezug auf die gestern vom Landwirtschastsminister vorgetragenen frisierten statistischen Nach- tveise nannte er diese Art Statistik eine feile Dirne, die für den Dienst der agrarischen Politik gedungen ist. Unbarmherzig zerzauste er die statistischen Nachweise und erteilte dem Abg. Gerstenberger, dessen gestrige verunglückte agrarische Ver- teidigungsrede von Nichtswisserei strotzte, eine volkswirtschaftliche Lektion, die aber wohl auf unfruchtbaren Boden gefallen sein wird. Zum Schluß appellierte Gothein� unter starkem Applaus der Linken und unter dem Geschrei der Rechten an das deutsche Volk: bei künftigen Wahlen mit der Zollwucher- Mehrheit deS Reichstages aufzuräumen. Graf PosadowSky versuchte die Angriffs GothemS auf das statistische Material der Regierung und auf die Un- zuverlässigkeit von Ministern abzuwehren. Die dabei auf- gewendete Entrüstung des Staatssekretärs errang ihm Wohl Beifall auf der Rechten, erschütterte jedoch die Angaben Gotheins für dessen Behauptungen nicht. Nachdem die Vertagung der Beratung nach dieser Rede beschlossen war, formulierte der Präsident die Tagesordnung derart, daß die Fortsetzung der Verhandlung über die Jnter- pellation an die zweite Stelle, der erste Nachtragsetat für die afrikanischen Kolonien an die erste Stelle zu stehen kam. Dagegen erhob Singer Widerspruch und betonte, daß bis jetzt noch kein Redner der sozialdemokratischen Fraktion das Wort zur Zurückiveisung der vielen Angriffe erhalten habe. Allein— die Zollwuchermehrheit nahm die Tagesordnung des Präsidenten an und entzog sich damit einstweilen einer weiteren unliebsamen Kritik ihrer Lebensmsttelvertcucrungs- Politik.—_ Ein agrarisches Kolonialdorado. Zur Fortführung der im vorigen Jahr bewilligten südwcst. afrikanischen Bahn Lüderitzbucht— Kubub bis Keetmannshoop fordert die Regierung in einem Nachtragsetat als erste Rate 8,S Millionen Mark. Gestern begann die Budgetkommission die Be- ratung dieser Forderung. Die Regierung hatte sich einen Herrn Professor Hahn und einen südwestafrikanischen Farmer, Herrn Schlettwein, verschrieben, die in der Kommission als Sach- verständige fungieren müssen. Herr Hahn bezeichnete besonders den mittleren Teil der Kolonie als zukunftsreich, weil der Boden und das Klima für die Landwirtschaft sehr günstig seien. Neben Großvieh könnten Merino- und Fettschwanzschafe, sowie Angora- zicgen gezüchtet werden: der Anbau von Obst und Wein lohne gleichfalls, auch zur Errichtung von Sanatorien für Lungenkranke eigne sich jener Teil der Kolonie. Das Nama- land lungefähr mitten in der Kolonie) sei nur deshalb wenig ent- wickelt, weil es von der Küste aus infolge eines gewaltigen Sand- gürtels nicht zugänglich sei.'Die projektierte Bahn— und natürlich noch einige dazu— werden aber das Land erschließen; denn nur mit umfangreichen Bahnen sei eine koloniale Ent- Wickelung möglich. Im Hereroland werde die Viehzucht eine große Blüte erlangen, weil das Kapland, wo eine wirkliche F I e i s ck n 0 t existiere, einen vorzüglichen Markt bilde. Was Herr Hahn über das Vorhandensein von Mineralien sagte, war mehr Wunsch, als tatsächliche Angaben.„Es ist möglich" und .wahrscheinlich", daß Kupfer und Kohle gefunden iverden. aber von systematischen Forschungen hielt der Herr Professor nicht viel; die Auffindung müsse dem Zofall überlassen bleiben. Ein- gehend verbreitete sich Herr Hahn sodann über die Eingeborenen- frage. Den Eingeborenen christliche Lehren beibringen zu wollen, „das ist nichts, das verstehen sie einfach nicht". Die Eingeborenen müssen zur Arbeit erzogen werden, damit diene man auch ihnen. Sie aber lehren,-inen Psalm zu singen oder ein Gebet herzusagen, sei verkehrt, das könne man auch einem Papagei beibringen. Vor- bildlich müsse bleiben, wie England in der Kapkolonic die Ein- geborenen behandele;„streng aber gerecht", allerdings auch unter Anwendung von Zwangsmitteln zur Erziehung für die Arbeit. Der Weiße müsse auf alle Fälle der Herr fein; denn die Neger feie» Kinder. An manchen Stellen in Südafrika schreibe man ihnen sogar vor, daß sie abends. um 9 Uhr zu Hause sein müßten und verbiete ihnen jeden Alkoholgenuh. Sobald England mit einem Stamm oder Negervolk mehrmals kriegerische Konflikte ge- habt habe, werde alles Land konfisziert, dir Eingeborenen in Reservaten untergebracht, die jedoch so klein bemessen sind, daß nun auch die Männer fleißig arbeiten müßten, statt wie früher nur ihre Frauen alle Arbeit verrichten lassen. Von einem großen, in der englischen Kolonie lebenden Stamm erzählte Herr Hahn auch, daß die Regierung sich schon oft geärgert habe, weil der schlaue Häuptling klug jeden Krieg vermeide, um der LandkonfiS- kation zu entgehen. Herr Farmer Schlettwein trat ebenfalls für den Bahn- bau ein und schilderte die Aussichten der Landwirtschaft. Im Durchschnitt müßten für ein Rind 19 Hektar Weide gerechnet werden; im Süden vielleicht 20, im Norden nur b Hektar. Die Landwirtschaft, speziell die Viehzucht, sei außerordentlich lohnend. Eine 5000 Hektar große Form, die mit 100 Großtieren angefangen werde und mit einem Anlagekapital von etwa 08 000- M., bringe schon im 7. Jahr einen Betriebsüberschutz von mindestens 2400 bis 2600 M., und einen Jnvcntargewiun von 40 000 M. Dabei sei auf einen Viehverlust von jährlich 10 Proz. durch Seuchen ge- rechnet, sowie aus eine Vermehrung von 76 Proz. Im allgemeinen dürfe darauf gerechnet werden, daß ein Farmer in 9 Jahren sein Vermögen verdoppele, bei sehr guter Verzinsung. Ein fleißiger Kleinfarmer habe in 10 Jahren so viel verdient, daß er zum Groß- betrieb übergehen könne. Er selbst habe vor 6 Jahren mit 38 000 Mark augefangen; jetzt sei sein Besitz sicher über 140 000 M. wert. Die Landwirtschast in Südwestafrika rentiere viel besser, alö in Deutschland. Das werde auch noch zutreffen, wenn einmal daS Pfund Fleisch nur noch 40—60 Pf. kosten werde, statt wie derzeitig 1.60 M. Den Kolonialpatriotcn lief bei dieser Schilderung ordentlich daS Wasser im Munde zusammen, sie überschütteten die beiden Herren förmlich mit Tankcswortcn. Herr Dernburg hatte aber noch einen Haupttreffer in der Tasche. Unweit des sogenannten Caprivizipfcls seien Diamanten gefunden worden. Er habe sofort das Land sperren und für den Fiskus reservieren lassen. Und alL geriebener Finanzier nutzte er die Situation aus und rechnete schnell der Kommission vor, was da möglicherweise für das Reich hcrauSspringcn könne, denn in —— Transvaal werden allmonatlich 100 000 Karat Diamanten gefunden, wobei der Regierung viele Millionen zu- flössen. Wohlgcmerkt— i n Transvaal, aber noch lange nicht in Südwcstafrika. Immerhin kann man der Kommission tüchtig einheizen mit den Millionen, die in der K a p k 0 l 0 n i e verdient werden. Mit einigen kräftigen Pinsclstrichen malte Herr Dern- bürg das koloniale Schlaraffia noch weiter aus. Der Manu weiß seine Leute zu nehmen und Herr von Lindequist sekundierte ihm getreulich. Recht niedlich war eine Bemerkung des Herrn Hahn über die Auswanderung von Buren aus Südwestafrika, die man dort hin- geholt hatte. Ganz trocken sagte er:„Ja die Bnren sind an die englische Freiheit in Südafrika gewöhnt, nicht aber an das drntsche Regiment." Ob unsere Kolonialburcaukratcn diesen unsanften Rippenstoß verspürt haben werden? Herr Spahn will für seinen Teil die Bahn bewillige»; seine Freunde müßten die Forderung aber erst noch„prüfen". Sie werden aber auch bewilligen, die Freunde des Herrn Spahn— noch weit mehr als diese Bahn!— Donnerstag Fortsetzung der Beratung.— »* Deutfcdes Reich. Der Freisinn als Regiernngsschatztnlppe. Das Duell Rocren-Ternburg hat wenigstens einen Erfolg gehabt: den wahrhaft grotesken Versuch des Freisinns, sich 1 ? durch ein wahres Wettrennen um die Gunst der Regierung - als regierungsfähig zu erweisen. So läßt die„Franks. - Z t g." in ihrer Mittwochsnummer an Freisinn und süddeutsche l Volkspartci den flammenden Appell ergehen, doch ja am l Donnerstag im Reichstage vollzählig anwesend zu sein, um dort der Regierung durch koloniale Handlangerdienste aus der ' Patsche zu helfen. Das„demokratische" Blatt des Herrn ; Löb Sonncmann behauptet nämlich, das Zentrum werde nach > wie vor für die Herabsetzung der Schutztruppe in Südwest- : afrika vom 1. April 1907 ab auf 2500 Mann eintreten. Diese vatcrlandslose Zentrumsaktion müsse dadurch durchkreuzt werden, daß die ganze bürgerliche Linke lückenlos für den � famosen Freisinnsantrag eintrete, nur die„Vorbereitung" einer möglichsten Herabsetzung der Südwestafnka-Truppe zu fordern! Eine Forderung, deren Erfüllung Fürst Bülow morgen huldvollst zusichern wird! Die bürgerliche Linke will sich also dem rabiaten Zentrum gegenüber als Schutztruppe der Regieru..g und Hort des kolonialen Wahnsinns ausspielen! Ob das Zentrum freilich dem biederen Freisinn Gelegen- heit zu solch hurrapatriotischer Tat geben wird?! Heute morgen renommierte die„G c r m a n i a" noch damit, daß es für sie mit den 2500 Mann sein Bewenden haben müsse; heute abend dagegen erklärt sie, daß das Er- gebnis der Kommissionsverhandlungen allem Anschein nach nur darauf zurückzuführen sei, daß über den Zentrumsantrag zuletzt abgestimmt worden sei, was nichts anderes bedeuten kann, als daß das Zen- trum nach Ablehnung seines Antrages auch für den reisinnsantrag gestimmt haben würde I Nun, im lenum werde es schon noch zu einer„Verständigung" kommen I Das ist nichts anderes als die Ankündigung des Zentrum sumfalls! Armer Freisinn! Noch immer ist ihm das berauschende Glück der Regierungsfähigkeit nicht beschieden I Tie Hoffnung, die den guten Engen so oft betrogen, narrt auch die Herren Pachnicke, Müller-Sagan, Eickhoff, Sonnemann und Konsorten! Der neue Etat für Sütwestafrika. Im ReichshauShallseiat für 1907 wird die Gesamtausgabe für Südwest afrika auf 77 471 900 M. veranschlagt. Davon werden nur 3 616 450 M. aus eigener Einnabme der Kolonie gedeckt; der Reich? zuschuß betrag� also 73 855 450 M.! Der Betrieb der Eiwnbahn Swakopmund— W i n d h u k erfordert eine Ausgabe von 2 010 000 M. gegenüber einer Einnahme von 1 190 000 M., mithin bleibt ein Fehlbetrag von 820 000 M- Die Hasenanlagen von Swakopmund und Lüderitzbucht, deren Ein- nahmen auf 508 350 M. geschätzt werden, erfordern Aufwendungen in Höhe von 330 000 M. Von den einmaligen Ausgaben entfallen 2 203 000 Vi. f-j- 828 000 M.) auf wirtschaftliche Zwecke us>o. Die Ausgaben auS Anlaß deö Aufstandes betragen 65 629 000 M. s— 16 639 500 M). Und zwar entfallen auf die Verstärkung der Schubtrnppe«OOXXXXI M.(— 17 000 000 M.).. Man sieht, daß auch der Etat für da-Z Jahr 1907 mit der Be- lassung einer Schutztruppe von 7000—8000 Maiin in Südwcstafrika rechnet! Das Zentrum wird also auch bei der Beratung dieses Etats Gelegenheit haben, enorme Abstriche zu machen. Wenn e S nicht bereits vorher u in gefallen ist! Da in Gestalt deS Nachtragsetats bereits 29 Millionen gefordert sind»nd der Bahnban Kubub— KeelmanSboop 21 Millionen kosten soll, hätten wir es bereits mit 123 Millionen neuer Forderungen für Wüst-West zu tun. Durch die unausbleiblichen weiteren Nach- tragsetalS würde diese Smnme binnen Jahresfrist aber noch ganz gewaltig anschwellen._ Der neue Marinectat weist an Einnabme» im ordentlichen Etat 531 424 M.(— 8203 M.), im außerordentlichen Etat 500 000 M. nach. An Ausgaben sind beim ordentlichen Etat......... 221,1 Mill. Mark, beim außerordentlichen Etat— ausschließlich der Schlußrate für den Baltcricersatzbau.-.. 56,9 Mill. Mark. zus ammen 27«, 0 Mill. Marl' angesetzt. Gegenüber dem Vorjahr ergeben obige Ziffern eine Steigerung der Ausgabe im ordentlickien Etat um 19,6 Mill. Mark, im außer- ordeutlicheii Etat um 6,6 Mill. Mark, von den Ausgaben des ordentlichen Etats belaufen sich die fortdauernden auf 120,7 Millionen, die einmaligen auf 100,3 Millionen. Die Steigerung der forldauernden Ausgaben gegen das Vorjahr beträgt im ganzen 7,9 Millionen. Sie tritt besonders hervor bei den Kapiteln Miliiärpersonal sGeldverpflegnng der Mariucteile) 2012 583 M,. Jndiensthaltungen-st 2 566 700 M., Instandhaltung der Flotte und der Werften-st 1 615 756 M. Unter den e i n m a l i g e n A u s g a b e n des ordentlichen Etats beanspruchen dieSchifssbauten 85 830 000 M. stst 12405000 M.). von welcher Summe gemäß den seit Annahme des Flottengesetzes beobachteten FinanzimmgSgrundsStzen ein Betrag von 36 080 000 M. aus der Anleihe gedeckt wird, ferner die artilleristischen Armierungen 37 500 000 M.(-st 7 005 000 M.). die Torpedo- armierungen 4 750 000 M.(-st 140 000 M.), die Mincnarmierungrn 340 000 M.(— 280000 M.) An Schiffs Neubauten sieht der Etat mit ersten Raten vor: 2 Linienschiffe(„Ersatz Württemberg" und„Ersatz Baden") � Flottengcsetz 1900—, 1 großen Kreuzer(F)— Flottengesctznovelle 1906—, 2 kleine Kreuzer(„Ersatz Greif" und„Ersatz Jagd")— Flottengcsetz 1900— und 1 Torpedobootsflottille(2 Torpedoboots- divisionen). Für den Bau von Unterseebooten und für Versuche mit ihnen fordert der Etat 3 Millionen Mark(-st 0,5 Millionen). 42 Millionen mehr für den LandmilitoriömuS! Der Etat für das preußische M i l i t ä r k 0 n t i» g e n t » nd die angeschlossenen Kontingente anderer Bundesstaaten weist an ordentlichen Einnahmen für Rech. nung der Bundesstaate» mit Ausnahme von Bayern 6 296 429 M (4- 805 428 M.). für Rechnung aller BimdeSftaaten 445 384 M. <-st 32 900 M.) nach; an außerordentlichen Einnahmen 1 251 573 M (— 688 942 M.>. Die fortdauernden Ausgaben belaufen sich auf 497 827 681 M. (-st 14 232 902 M), die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats auf 83 548 886 M.(-st 17 434 030 M.). die Ausgaben des außer» ordentlichen Etats auf 4l 144 400 M.(-st 20319 900 M.). Auch die Ausgaben für den Allgemeinen PensivnSfoadS und den RcichsinvalidenfondS sind gewachsen. Die Ausgabe des A l l g e- meinen Pensionsfondö beläuft sich auf 93 293 662 M. (-st 4 753 810 3»,). Davon entfallen ans die Verwaltung deS Reichs- Heeres 82 760 385 M.<-st 3 900 044 M,). das NcichSmilitärgericht 26 958 M.<-st 16 485 3»), die Marine 7 259 354 3»(4- 703 050 2».), die Zivilverwaltung 2 632 170 M.(-st 32 750 M,>. Die Ausgaben des Reichsinvalidenfonds betragen 36 662 7S2 M.(st- 804 2».). davon für die Verwaltung 72 500 M. (-1870 m.), für Invalidenpensionen 36 590 292 m.(+ 2674 m.). Die Ausgaben werden gedeckt durch eine Zinseneinnahme von Herr Roeren auf der Hintertreppe. Konflikte sind zwar zwischen England und den Vereinigten Staaten Der strenge Sitteneiferer Roeren betreibt die Hintertreppen- undentbar, wohl aber Verstimmungen und Entfremdungen. Die 4 593 000.(-1360 000 m.) und einen Kapitalzuschuß von politit nicht erst in allerlegter Zeit. Schon früher hat er sich in Ursache der neuen Lage ist natürlich eine fachliche, wenn auch 32 069 792 m.(+1 361 044 M.). Beim Etat der Ostafiatischen Expedition erscheint als Ginnahme dieser Kunst versucht, und da ein anderer Zentrumspolitiker mit persönliche Faktoren dabei eine Rolle spielen mögen. Beim Etat der Ostafiatischen Expedition erscheint als Einnahme Die wichtigste Frage der äußeren Politik der Vereinigten im ordentlichen Etat die sechste Binsrate der Entschädigung von ihm darin tonfurrierte, so tam es zwischen beiden Fraktionsgenossen 10 794 614 M.(-52 749 M.), im außerordentlichen Etat zu einem amüsanten trach. Staaten ist gegenwärtig das Verhältnis zu Japan. Beide Länder insgesamt 956 112 M. Die Gesamtausgabe beträgt 6 534 909 M. Im Mai 1900 fand in Trier ein Beleidigungsprozeß statt. find bemüht, den Stillen Ozean zu beherrschen und den größten (-1942 591 M.), davon bei der Verwaltung des Reichsheeres Kläger war Herr Kaplan Dasbach, Beklagter war der Redakteur wirtschaftlichen Nußen aus der Erschließung und Reorganisation 4764 409 M.(-2 235 591 M.). eines Trierer Lokalblättchens, der dem Herrn Dasbach allerhand Chinas zu ziehen. In den letzten 50 Jahren( seit 1854) waren die nicht gerade ehrenvolle Dinge nachgesagt hatte. In diesem Prozeß, japanisch- amerikanischen Beziehungen recht freundlich, und noch der dem hochwürdigen Herrn durchaus teine Lorbeeren brachte, fagte während des japanisch- russischen Krieges ließen diese Beziehungen Subregens Prof. Dr. Müller als Zeuge aus, daß er einmal mit nichts zu wünschen übrig. Rußland in Ostasien erschien den dem Oberlandesgerichtsrat Noeren eine Unterredung über Kaplan Amerikanern gefährlicher als Japan. Aber die ungewöhnliche Dasbach gehabt habe, bei welcher Gelegenheit Herr Roeren über Energie, die Japan zu Lande und zu Wasser entfaltet hat, machte seinen Fraktionskollegen äußerte: einen tiefen Eindruck in Amerika, und im Frühjahr 1905 ließen Bier Milliarden Reichsschuld! Beim Etat der Reichsschuld belaufen sich bei einer Einnahme von 335 450 M.( 323 750 M. davon als Beitrag der Verwaltung der Reichseiſenbahnen) die fortdauernden Ausgaben auf 136 594 500 m.(+ 9 039 000 m.); davon entfallen 802 500. auf die Verwaltung, 135 792 000 m.(+8952 000 M.) auf die Verzinsung. Als einmalige Ausgabe werden 852 000 m. als Kosten der Herstellung neuer Reichstassenscheine zu 10 und 5 M. eingestellt. Die gesamte Reichsschuld betrug am 1. Oktober 1906 an 31/ prozentigen Schuldverschreibungen 1860 000 000 M. an 3prozentigen Schuldverschreibungen. an 31/ prozentigen Schaganweisungen zufammen • " 1 783 500 000 " 160 000 000 " 3 803 500 000 W. Da der Reichshaushaltsetat für 1907 neue Anleihen in Höhe von 264 752 389 Mark vorsteht, wäre in diesem Jahre die Schuldenlaft von 4 Milliarden bereits beträchtlich überschritten! Eine saubere Wirtschaft! Her mit der Wehrsteuer! Das Bündlerorgan berechnet auf Grund des Reichsetats Das Bündler organ berechnet auf Grund des Reichsetats für das Jahr 1907, daß die Finanzlage des Reiches trotz der Finanzreform" noch„ recht bedenklich" sei. Das Landheer beanspruche gegenüber dem Vorjahre 55 Millionen mehr, die Marine 26 Millionen. Es sei deshalb notwendig, auch im Jahre 1907 wiederum 265 Millionen durch Anleihen zu decken. Um diesem Uebelſtand abzuhelfen empfiehlt das Drgan der Brot und Fleischwucherer neue Steuern, unter anderem auch die Wehrsteuer. Eine Erweiterung der Erbschaftssteuer lehnt das Blatt Knuten- Dertels dagegen mit Entrüstung ab! So ist's recht! Immer neue Steuern für die Vesihlosen! Sehen Sie, wie der Kamerad es macht. Vor einiger Zeit sich schon in amerikanischen Zeitschriften Stimmen vernehmen, die habe ich eine wichtige Sache erhalten, die ich be- gegen Japan gerichtet waren. Roosevelts Friedensvermittelung treiben sollte. Da läuft Herr Dasbach zu dem hatte ja auch nur den Zweck, den Friedensabschluß so zu gestalten, Minister und als ich dorthin fam, war die Sache daß Japan nicht imstande sein soll, seine Seemacht auszubauen. bereits abgelehnt. Darauf ging ich zu Dasbach und sagte Daß sich die Japaner dieser neuen Wendung der Dinge in ihm: Höre, Dasbach, wenn Dich nicht Dein geists Amerika bewußt waren, zeigt die Gile und die Bereitwilligkeit, mit liches Kleid schütte, würde ich Dich rechts und der sie den Vertrag mit England erneuerten, um Zeit zu gewinnen, die Kriegsschäden wett zu machen, heimatliche Schiffswerften an anlegen und die Flotte zu stärken. Die Vertragserneuerung mit England fällt in die Zeit der japanisch- russischen Friedensverhandlungen in Portsmouth( August 1905). Sowohl in Tokio wie in Washington gewahrte man, daß die alte japanisch- amerikanische Freundschaft eine Abschwächung erfahren hat. links um die Ohren hauen." Man sieht also, Herr Roeren wußte auch früher schon den Weg in die Ministerien zu finden, um„ wichtige Sachen" zu betreiben" und Herr Dasbach verstand es auch, in diesem Falle sogar noch besser als der Herr Oberlandesgerichtsrat. Von der Nürnberger Auguftrevolution. Eine Anzahl Personen, die bei der großen Polizeischlacht am 24. August das Schlachtfeld passierten und dabei von der wütend gewordenen Bolizei ohne Anlaß geschlagen, gestochen oder angeschossen wurden, haben dem Staatsanwalt 41 Schuleute nanthaft gemacht, mit der Aufforderung, gegen diese wegen Körperverlegung Anlage zu erheben. Der Staatsanwalt hat jetzt mitgeteilt, daß er das Verfahren eingestellt habe, da nicht nachgewiesen sei, daß die bezeichneten Schuhleute an den Verlegungen der Antragsteller beteiligt find, und auch andere Personen, die der Mißhandlung der Antragsteller schuldig sein tönnten, nicht ermittelt worden feien. Der Konflikt zwischen den beiden Großmächten des Stillen Ozeans machte sich im Laufe des Jahres 1906 zweimal bemerkbar: 1. die Erschießung japanischer Fischer durch Amerikaner beim Robbenfang in den nördlichen Gewässern des Stillen Ozeans; 2. die Ausschließung japanischer Kinder aus den Schulen Kaliforniens. In seiner jüngsten Botschaft hat Roosevelt Gelegenheit genommen, Japan durch Schmeichelworte zu beruhigen und die amerikanischen Bürger zu warnen, sich keinen Gefahren auszusehen und sich als zivilisierte Menschen zu betragen. Dieser ganze Abschnitt der Rooseveltschen Botschaft beweist, wie ernst sich die amerikanische Diplomatie mit dem japanischen Problem beschäftigt. Am 22. August tehrte eine Anzahl Fürther Bauarbeiter von der Beerdigung des erschossenen Streifführers Fleischmann aus Nürnberg zurück; auf der Straße in Fürth trafen sie mit einem Nun besteht aber das englisch- japanische Schuß- und TrutStreifbrecher zusammen, der am Tage zuvor einen Streitenden bündnis, das die Amerikaner zwingt, Japan rücksichtsvoller zu beBibel- und Rechts- Unkenntnis der Kreuz- Zeitung". ohne Veranlassung in die Seite gestochen hatte und auch jetzt sich Am 3. d. M. äußerte der Abgeordnete Erzberger in der Kolonial- febr herausfordernd benahm. Es entstand ein Wortwechsel und handeln. Ohne dieses Bündnis würden die Amerikaner nunmehr debatte, Bebel sei in der Bibel wenig beschlagen, sonst würde er wissen, ein kleiner Auflauf und der Streikbrecher erhielt eine Tracht ganz andere Töne gegenüber den„ Mongolen" anschlagen. Prügel. Diese Schlägerei turde zum andfriedensbruch" Die Feindschaft gegen Japan verstimmt auch die Beziehungen daß Myrrhen nur ein toter Leichnam bekommt." Wirnagelten darauf am gestempelt, und die Bauarbeiter Paul Greiner und Johann der Vereinigten Staaten zu England. Die Amerikaner verlangen, 5. Dezember durch Zitierung eines Haufens von Bibelstellen die Bibelittlinger wurden als„ Rädelsführer" verhaftet. Erst am ver- England solle den Japanern zu verstehen geben, daß diese in einem unfenntnis des Zentrumsabgeordneten Erzberger, der Konservativen gangenen Freitag wurden sie aus der Untersuchungshaft entlassen, Sonflifte mit Amerika nicht auf englische Hülfe rechnen könnten. und eines Teils feiner politischen Freunde an, die, ohne es zu wissen, in der sie nahezu 16 Wochen zugebracht haben. So lange hat man ihrer selbst spotteten, als sie diese wunderliche Entdeckung des jungen gebraucht, inn herauszubringen, daß sie nichts begangen haben, um In England ist nun aber die Ansicht vorherrschend, daß die Siefe lange Untersuchungshaft zu rechtfertigen. Der Streifbrecher Amerikaner ganz gut mit Japan in Freundschaft leben Abgeordneten, der als Lehrer der Bibelkunde so kläglich Schiffbruch dagegen, der ein Menschenleben auf dem Gewissen hat, wurde so- tönnten, wenn sie es nach denjenigen Grundfäßen behandelten, die litt, mit Beifall begleiteten. Die Bibelunkenntnis der katholischen fort aus der Saft entlassen, sodaß er Gelegenheit fand, sich unauf- Roosevelt in seiner Botschaft niedergelegt hat. Herren wird noch durch die der„ Streuz- Zeitung" übertroffen. Sie hat findbar" zu machen. offensichtlich unserer Belehrung noch nicht Glauben fcbenten zu dürfen, geglaubt, scheint auch eine Bibel zum Nachprüfen unserer Zitate nicht zu besitzen. Gestern endlich also reichlich eine Woche nach der Debatte " offenbart sie ihren Lesern, daß nach Matth. 2, 11 die = Diele Ausland. Defterreich. Ungarn. tag einer Deputation des Landesverbandes der landwirtschaftlichen Ehren- Polony, Ungarns nobler Justizminister, stellte am Diens, Vereine, die in ihrer jüngsten Versammlung, die Unterdrückung der fozialistischen Bresse und der Organisationen forderten, die Schaffung geiezlicher Verfügungen gegen die sozialistische Agitation in Ausficht. Die Herrenhaus- Kommission zur Beratung der WahlreformWeisen aus dem Morgenlande dem eben geborenen Jesusknäblein vorlage beschloß am Dienstag mit allen gegen vier Stimmen „ Gold, Weirauch und Myrrhen schenkten". Belehrt ist die Kreuz die Einführung des Ptnralwahlrechts!! Zeitung" durch die„ Deutsch evangelische Korrespondenz". Den Herren" scheint das Fell zu jucken; denn daß Desterbehauptet an der von der Kreuz- Zeitung" wiedergegebenen Stelle: reichs Völker sich diese Nasführung nicht wehrlos gefallen „ Bebel habe seine Bibelunkenntnis schlagend dadurch bewiesen, daß lassen werden, darüber kann doch nicht der geringste Zweifel er das Sprüchwort:„ Die fleinen Diebe hängt man, die obwalten. großen läßt man laufen" als ein Wort der Bibel bezeichnete." Die Deutsch evangelische Korrespondenz" irrt, oder um die Ausdrucksweise der Kreuz- Zeitung" zu gebrauchen: flunkert und ihr nach die wortfromme Kreuz- Zeitung". Bebel hat in der betreffenden Sigung das Wort„ kleine Diebe hängt man, die großen läßt man laufen" nicht als Bibelstelle, sondern als Wort Luthers bezeichnet.( S. 4066 sten. Ver.) Und da hat er recht. Derselbe Gedanke ist durch eine Fülle ähnlicher Sprichwörter ausgedrückt. Diese Kennzeichnen treffend die Zustände, deren Fortbestehen der Kampf der„ Kreuz- Zeitung" gilt. So heißt es: fleinen Dieb hängt man. gegen die Großen neigt man sich" oder„ fleine Diebe hängt man in's Feld, die großen in's Geld"," fleine Diebe hängt man an Galgen, die großen an goldene Ketten"," kleine Diebe hängt man auf, große haben freien Lauf", Kleine Diebe liegen im Stod gefangen, die großen gehen in Gold und Seiden prangen. Ein Rechtssprüche tvort fennzeichnet die Klassenjustiz also: Ein kleiner Dieb an Galgen muß, Bon großen nimmt man Pfennigbuß( Buße in Pfennigen). Hoffentlich wird die ehrbare„ Kreuz- Zeitung" mitfamt der Deutsch evangelischen Korrespondenz" fortan etwas eifriger die Bibel lesen und richtiger wie bislang zitieren. Das Zentrum als Erzieher. " Der französische Geistliche Jean Frondal hat einen Roman in Arbeit, dessen erster Band soeben erschienen ist. Er führt den Titel" Les derniers jours de nos églises", zu deutsch:" Die letten Tage unserer Kirchen". Der Roman behandelt die Erlebnisse eines fatholischen Priesters in Frankreich während der jüngsten Ereignisse der Separation. Die Rheinisch- Westfälische Zeitung" macht über den Verfasser und sein Buch folgende Mitteilungen: Frankreich. Der Konflikt. Monsignore Montagnini ist Dienstagabend von Paris ab. gereift", bis zur italienischen Grenze von einem besonderen Kommissar begleitet. Im Vatikan herrscht natürlich große Aufregung über die Ausweisung Montagninis aus Frankreich. Der Papst erklärte in einer Unterredung, daß die Instruktionen, die er dem französischen Glerus erteilt habe, unumgänglich notwendig gewesen" wären, und„ daß nichts ihn zurückhalten werde, seine Pflicht zu tun". In vatikanischen Kreisen verlautet, der Herzog von Orleans werde dem Papst einen Besuch abstatten, um ihm Aufklärung über die Situation in Frankreich zu geben. Der englische Botschafterposten in Washington ist vakant, und cs scheinen in London Schwierigkeiten zu bestehen, den richtigen Mann für diesen Bosten zu finden. Rumänien. bedürftigen Rumänien riesige Opfer. Von dem budgetarischen Der Militarismus fordert auch im armen, unentwickelten, fulturUeberschuß dieses Jahres werden dem Kriegsministerium 7 200 000 M. zur Verfügung gestellt; ferner ist der ordentliche Militäretat um 3.200 000 m. erhöht worden, so daß das Ländchen dem Moloch in diesem einen Jahre 44 Millionen Mark in den Rachen zu werfen hat! Die Sozialdemokratie Rumäniens entfaltet nach besten Kräften heraus, die das Wesen des Militarismus charakterisierte und bloßeine Tätigkeit, um die Gewissenlosigkeit der Regierung zu brandmarten. Das Zentralorgan der Partei gab eine Extranummer stellte. Die Nummer fand so guten Absatz, daß die kapitalistische Breffe- liberale wie fonservative zu lamentieren und zu denungieren begann! Uebrigens geht die Regierung ihren Gang, ohne sich viel um Wohl und Wehe des Voltes zu kümmern. Sie hat jezt gar Vorfehrungen getroffen, daß die" Segnungen" des Militarismus bereits den Kindern in öffentlichen sowohl wie in privaten Schulen beigebracht werden. Amerika. Jm Staate Kolorado Offizielle Wahlrefultate. Im Staate Pennsylvanien hat die sozialistische Partei am 6. November nach der amtlichen Bählung 15 169 Stimmen, die sozialistische Arbeiterpartei( De LeonRichtung) 2109 Stimmen erhalten. wurden für den sozialistischen Gouverneurskandidaten 15 900 Stimmen abgegeben. Die Partei behauptet, noch um 5000 Stimmen betrogen worden zu sein. Die eifrige Agitation in Kolorado hat gute Früchte getragen; es galt bekanntlich, für W. D. Haywood, den im Gefängnis sißenden Führer der Bergarbeiter, eine hohe Nach einer„ Herold"-Meldung aus Rom vom 12. Dezember Stimmenzahl zu erzielen. Vor zwei Jahren erhielt der sozialistische haben die Führer der Radikalen und der Sozialisten ein Manifest Gouverneurskandidat nur 2700 Stimmen. Für kleinere Aemter veröffentlicht, in dem sie die italienische Bevölkerung ersuchen, zu wurden diesmal einige Genossen in Kolorado erwählt. Im Ehren Frankreichs ihre Häuser zu beflaggen. Die Zeitungen er- Staate Alabama erwählte die Partei einen Friedensrichter, flären, daß das energische Vorgehen der französischen Regierung wäre vor zwei Jahren noch ein Ding der Unmöglichkeit gewesen. was bemerkenswert ist, weil der Gewählte ein Neger ist. Das angesichts der Haltung des Vatikans unvermeidlich war. Neuerdings hat die Partei unter den intelligenten Farbigen der Südstaaten vielfach Anhänger gefunden. 4 Die Bahnverstaatlichung. Paris, 8. Dezember.( Eig. Ber.) Die Stammer hat gestern nach einer durch eine hartnäckige Obstruktion in die Länge gezogenen Verhandlung die Verstaatlichung der Westbahn beschlossen und so die Durchführung der im Regierungsprogramm angefündigten Verstaatlichung des Eisenbahnneges begonnen. Die Majorität betrug 170 Stimmen, was wohl den Senat bewegen wird, die Vorlage anzunehmen und keinen Konflikt mit der Deputiertenfammer zu riskieren. Aus dem Westen wird eine ganze Reihe von fleinen Wahlsiegen gemeldet: Stadtverordnete, Konstabler, Distriktsanwälte, Friedensrichter usw. wurden gewählt. In vielen Kreisen ist der Für die französische Literatur ist nun freilich die Geschichte sozialistische Kandidat fürs Staatsparlament an die zweite Stelle eines abfallenden Priesters nichts Neues. Was uns aber an dem gerückt, indem er den Demokraten überholte und mit dem Revorliegenden Buche reizt, sind die trefflichen Einblicke in das publikaner um den Sieg stritt. In Minnesota gab es sechs, in Leben der französischen Geistlichkeit, die wohl niemand treffender Salifornien acht, in Kolorado fünf, in Idaho zwei derartige Beschildern konnte als Jean Frondal: er hat ja selbst bis vor kurzem airke, die bei der nächsten Gelegenheit durch energische Agitationsnoch die Soutane getragen, war Abbé in der Gegend von N3za, arbeit genommen werden können. Wo die Hearstbewegung mächtig bis auch er seinem Beruf entsagte. Er war als überzeugier Die Verstaatlichung der Westbahn war längst auch von Leuten war, hat die sozialistische Bewegung gelitten und die hohe Stimmen Priester nach Deutschland gekommen, um dort gefordert worden, die gegen jeden Verdacht des Staatssozialismus zahl von 1904 nicht wieder erreicht, wenn auch hier und da gegen den politischen Ultramontanismus zu stu- geschüßt find. Die Linie war elend verwaltet, geradezu ein das Vorjahr eine Verbesserung eingetreten ist. Im allgemeinen dieren. In der neuen französischen Kirche nach der Trennung Hindernis der wirtschaftlichen Entwickelung in den von ihr durch ist wieder ein guter Fortschritt zu verzeichnen. stand ihm ein ehrenvoller Posten offen, vielleicht sollte er der zogenen Gegenden, und sie kostete überdies dem Staate bedeutende Von der Armee. Nach einem Bericht des Militärsekretärs, Generalvikar der Kirche werden, der nach deutschem Muster eine Garantiefummen. Als aber die Regierung an die Verstaatlichung ähnliche politische Machtentfaltung organisieren sollte. In fchritt, begann in der Presse und in der Stammer eine ber amerikanischen Armee ständig zu. Während des letzten FiskalGeneral F. C. Ainsworth, nimmt die Zahl der Desertionen aus Deutschland öffnen sich dem französischen Geist- heftige Agitation, die bor groben Lügen nicht zurücklichen als Vertreter einer großen ultramontanen Beitung die ichredte. Schließlich versuchten die parlamentarischen Agenten der jahres wurden 6258 Deserteure gezählt, das ist um 1 bis 2 Proz. fatholischen Kreise. Er hat dort Gelegenheit, die Gründe Gesellschaft, die Entscheidung wenigstens über Neujahr hinaus höher als in früheren Jahren. In den vier Negerregimentern des politischen Fortschrittes der Ultramontanen zu guziehen, während die Direktion ein günstiges Budget zu präparieren sind die Deſertionen weit seltener. Am höchsten ist der Prozentsak studieren, daneben aber nehmen auch die modernen Studien der bemüht war, das als neue Grundlage für die Ablösung dienen unter den Rekruten, und zwar während der ersten drei Monate Volkswirtschaft, der Theologie, der Naturwissenschaften seine Auf- follte. Die Kammermajorität blieb indes fest. In der Debatte nach der Anwerbung. 1053 der Flüchtigen wurden wieder einmerksamkeit gefangen. Der erhoffte Erfolg seiner deutschen entwarf der Minister der öffentlichen Arbeiten, Barthou, fein gefangen oder stellten sich freiwillig. Studienfahrt schießt ins Gegenteil um, was er in Deutsch Eisenbahnprogramm, das mit der Regierungsdeklaration überein- Nach dem Bericht zählte die reguläre Armee am 30. Juni 1906 land gesehen, zwingt ihn, aus der Kirche ausstimmend die Fortsetzung der Verstaatlichungsaktion anfündigte. in den Vereinigten Staaten: 55 719 Mann und 3750 Offiziere, zutreten, und er veröffentlicht den ersten Band seines Er fand den Beifall der ganzen Linten die Sozialisten ein mit den regulären Truppen in Portoriko und auf den Philippinen Romanes, in deffen Schilderungen manche selbsterduldete Qual begriffen. aufammen 61 284 Mann und 3892 Offiziere. mit hineingeflossen sein mag." Die reaktionäre Presse ist über den Ausgang der gestrigen VerWie das Blatt weiter mitteilt, hat die ultramontane Bresse handlung sehr verstimmt. Der Temps" prophezeit schon die Frankreichs den ersten Band von Frondals Roman mit eisigem Tyrannei" der Eisenbahnergewerkschaft. Seine leyte Hoffnung fett Schweigen aufgenommen; es ist das Schweigen der Verlegenheit er auf den Senat, der dem Verstaatlichungsgesez Widerstand über den Hereinfall mit dem französischen Geistlichen, der auch an leisten soll. der politischen Reaktion des französischen Katholizismus so wesentlich mitarbeiten sollte. Unseren Zentrumsleuten wird es nicht gerade lieb sein, zu hören, daß insbesondere der deutsche Ultramontanismus den französischen Priester veranlaßt hat, der Kirche den Rücken zu drehen und der flerikalen Reaktion so bittere Wahr heiten zu sagen. = " England. Englisch- amerikanische Beziehungen. London, 8. Dezember.( Eig. Ber.) In den letzten Monaten sind die diplomatischen Beziehungen zwischen London und Washington nicht so freundlich gewesen wie früher. Irgend welche Gewerkschaftliches. Gegen den Gesehentwurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine hat die Generalfommission eine wohlorganisierte Protestkundgebung in die Wege geleitet. Es ist dafür Sorge getragen, daß alle der Generalfommission angeschlossenen Gewerkschaften und zwar auch der letzte Zweigverein des überlassen. Kleinsten Verbandes in Sen Dienst Siefer Protestbewegung ge- 1 werden auch gut fuf, ihre Proteffe auf Siese sie direkt angehörigen 14 000 baran beteiligt. Das Komitee Hat die bet zogen werden. Die Beschlüsse dieser Versammlungen werden intereffierenden Seiten des Gefeßentwurfes zu beschränken. franzöfifchen Streits üblichen allgemeinen Küchen ein dem Reichstag noch vor seinem Wiederzufammentritt nach Die Hauptprotestarbeit ist den einzelnen Vereinen zu gerichtet, aus welchen die Familien der Ausgesperrten billige Mittageffen beziehen können. Die Kinder der Beteiligten werden in den den Weihnachtsferien zugehen. Arbeiterfamilien der benachbarten Städte untergebracht. Während dessen haben die Unternehmer mit ihren Familien Fougeres verlassen und überlassen es den Hütern der Ordnung, ihre Fabriken und Villen zu schützen. Sie können also die Arbeitslosigkeit noch lange aushalten.( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) fönnen. Berlin und Umgegend. Achtung! Metallarbeiter! In der Elektro- Motoren- Fabrik Gradenwik, Kurfürstenstraße 146/147, haben die Kollegen wegen Lohnforderungen die Arbeit niedergelegt. Der Betrieb ist bis auf weiteres gesperrt. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Ortsverwaltung Berlin. Die italienischen Schiffahrtsgesellschaften in Genua haben bis jekt 24 Schiffe außer Betrieb gesetzt und insgesamt 4000 Matrofen entlassen. Stadtverordneten Stichwahlen in Frankfurt a. M. Ueber den Ausfall der letzten Stadtverordnetenwahlen in FrankUm die Massenkundgebung möglichst einheitlich zu gestalten, wird überall die folgende Resolution vorgeschlagen: Nachdem die Versammlung Kenntnis genommen hat von dem Inhalt des dem Reichstage vorgelegten Entwurf eines Gesebes betreffend gewerbliche Berufsverein", fommt sie zu der Weberzeugung, daß ein Gesetz in der vorliegenden Form den gewerk schaftlichen Organisationen insgesamt und unserem Zweigverein im besonderen die größten Nachteile bringen wird. Dieses Gesez ist geeignet, die heute unter den Gewerkschaften geübte Solidarität in der Zukunft unmöglich zu machen. Es wird die Gewerkschaften verhindern, der von den organisierten Unternehmern in immer Die Tischlermeister und Holzindustriellen Berlins und der Vororte, größerem Umfange zur Anwendung gebrachten Aussperrungstaftif die von der Berliner Tischler- Innung, der Freien Bereinigung der erfolgreich entgegenivicken zu können, und die Gewerkschaften in Holzindustriellen und zehn anderen Arbeitgeberorganisationen den gefahrdrohendsten Zeiten der Willfür der Unternehmerorgani- nach den Kontordiasälen einberufen waren, beschäftigten sich am furt a. M. haben wir ausführlich in Nr. 275 unseres Blattes be sationen preisgeben. Es wird verhindern, daß die von den Gewerkschaften unseres Dienstagabend mit den Abänderungsanträgen der Solzarbeiter richtet und bezüglich der Stichwahlkonstellation bereits Die darauf hingewiesen, daß die freisinn- demokratisch nationalliberale Orics getroffenen Einrichtungen, die dem Gesamtwohl der Arzu dem am 15. Januar 1907 ablaufenden Tarifvertrag. beiterklasse dienen, aufrecht erhalten werden können und ver- Arbeitgeber haben es bekanntlich abgelehnt, bindende Erklärungen Koalition willens zu sein scheine, mit den Sozialdemokraten hindern, daß solche gemeinsamen Einrichtungen der Gewerkschaften abzugeben und die Entscheidung über Annahme oder Ablehnung zusammenzugehen. Dies Zusammengehen ist in der Form erfolgt, cines Ortes in Zukunft geschaffen oder weiter ausgebaut werden der Forderungen einer allgemeinen Versammlung überlassen. daß unsere Frankfurter Genossen beschlossen haben, überall dort, wo die dann am Dienstag abgehalten wurde. Der Referent OberAus diesen Gründen richtet die Versammlung an die zur Vor. meister Rahardt berichtete über die Tarifverhandlungen. Die Liberale mit Mittelständlern in Stichwahl stehen, für die Liberalen einzutreten, und daß die Liberalen beschlossen beratung des Gefehentwurfes eingefeßte Kommiffion und an den Versammlung faßte nach lebhafter Debatte folgende Resolution: gesamten Reichstag die dringende Bitte, diesen Gesepentwurf ab" Die heute am 11. Dezember 1906 in den Konkordiajälen haben, überall dort, wo Sozialdemokraten mit den Mittelgulehnen, versammelten Berliner Tischlermeister und Holzindustriellen ständlern in Stichwahl stehen, für uns einzutreten. nehmen mit Bedauern von der Erfolglosigkeit der bisher mit dem gemäß unterstüßten unsere Genossen zwei Liberale Bolzarbeiterverbande geführten Verhandlungen über die von Altstadt und drei Liberale im Südwesten. In Born ihm gestellten Forderungen insbesondere mit Bezug auf die heim, wo wir mit drei Kandidaten, den Genossen Dittmann, Verkürzung der Arbeitszeit und die Erhöhung der Löhne Stenntnis. Die Versammlung ist davon überzeugt, daß die Bc Gräf und B. Schmidt, in Betracht famen, unterſtügten uns die willigung der Forderungen eine überaus schwere Schädigung Freifinn- Demokraten, während sich die Nationalliberalen nur dazu des Berliner Tischlerhandwerks und der Berliner Holzindustrie aufschwingen konnten, die Parole:„ Gewehr bei Fuß!" auszugeben. herbeiführen müßte und erklärt, mit Rücksicht auf die statistisch In Sachsenhausen, wo unser Genosse Brühne, zwei feftgestellte Höhe der jezigen Löhne die Forderungen für un- Mittelständler und drei Liberale einander gegenüberstanden, gingen begründet und durchaus unerfüllbar. Die Versammlung ers unsere Genossen allein vor, ebenso in Oberrad, wo Genosse wartet von der Einsicht der Arbeitnehmer- Vertretung, daß sie Diener mit einem Liberalen in Stichwahl stand. die gestellten Forderungen im Interesse der gewerblichen und wirtschaftlichen Entwicklung unserer Industrie aurudzicht und beauftragt ihre Vorstände, sich weiter um eine Verständigung zu bemühen, ist aber entschlossen, falls eine Einigung zwischen Sen Arbeitgebern und Arbeitnehmern bis zum 15. Januar 1907 nicht erzielt ist, gweds Abwehr der Forderungen dem Holz arbeiterverbande mit vereinten Sträften entgegenzutreten. Die Bersammlung gibt den Vorständen den Auftrag, alle er= forderlichen Schritte ohne Verzug bor Die Versammlung erklärt, daß sie es für äußerst wünschenswert erachtet, daß den gewerkschaftlichen Organisationen die Rechtsfähigkeit gewährt wird. Dieses darf aber nur geschehen unter der Vorausseßung, daß dadurch die bisher von den Gewerkschaften geübte Tätigkeit nicht behindert und eingeschränkt, sondern die Möglichkeit für die Grtveiterung dieser Tätigkeit gegeben wird. Es darf deshalb nur geschehen, wenn gleichzeitig, oder vorher, die heute bestehende Beschränkung des Koalitionsrechtes und die gegen die Gewerkschaften geübte reaktionäre Polizeipraris, beseitigt wird. Die Versammlung fordert deshalb, daß das öffentliche Gewerkschaftsrecht zunächst zeitgemäß umgestaltet und dem gegen wärtigen Stulturzustande angepaßt, und dann das zivile Gewerkschaftsrecht ausgebaut wird. Bei der einzuleitenden Protestbewegung muß darauf geachtet werden, daß dieselbe in erster Linie von den Berufs. bereinen ausgeht, die ja zunächst durch den Gesezentwurf getroffen werden. Würde die Protestbewegung in der Hauptsache von den Gewerkschaftskartellen ausgehen, so würde dadurch der Charakter derselben, die in erster Linie eine solche der Berufsvereine sein muß, verwischt werden. zubereiten." in Dema der Ueber den Ausfall der Stichwahlen, die gestern( Mittwoch) stattfanden, melden uns Privatdepeschen: Frankfurt a. M., 12. Dezember: Die heutige Stichwahl ergab die Wahl von 3 Sozialdemokraten, 2 Demokraten, 4 Freisinnigen und 3 Nationalliberalen. Frankfurt a. M., 12. Dezember. Dittmann, Greb und Schmidt in Bornheim mit 1945 gegen 1576 Stimmen gewählt. In der Altstadt 2, im Südwesten 3, in Oberrad 1, in Sachsenhausen 3 Liberale gewählt. Kein Mittelstandsretter gewählt, haben 7 Mandate verloren! Unsere Fraktion von 3 auf 6 Kövfe Eingegangene Druckfchriften. Die Generalfommission hält es aber troßdem für er kontrahent feine Forderungen zurückzieht, ist uns unflar. Wie die Herren sich eine Berständigung" denken, bei der der forderlich, daß die Gewerkschaftskartelle auch wenigstens hätte die Versammlung die Punkte präzisieren sollen, allgemeine Protestversammlungen gewachsen! berin denen ein gegenseitiges Entgegenkommen möglich anstalten. Bei diesen ist jedoch zweierlei zu beachten. ist, dann konnte man sich die erforderlichen Schritte" zu einem Erstens darf durch die allgemeine Protestversammlung die Pro- Stampf sparen, den der Holzarbeiter- Verband nicht will, den er aber testaktion der einzelnen Verbandsfilialen, Zweigvereine usw. noch weniger llrfache zu scheuen hat. am Orte nicht beeinträchtigt werden. Sodann empfiehlt es sich dringend, den Protest, der in den allgemeinen Versammlungen erhoben werden soll, auf die Tendenz und diejenigen Bestimmungen des Gesetzentwurfes zu beschränken, die den Bestand der Gewerkschaftskartelle direkt bedrohen und deren Tätigkeit unterbinden. = Der Bestand der Gewerkschaftskartelle wird direkt bedroht durch den§ 1 des Gesezentwurfes, wonach die Erwerbung der Rechtsfähigkeit davon abhängig sein soll, daß die Tätigkeit der eingetragenen Vereine„ nur auf die Wahrung und Förderung der mit dem Berufe seiner Mitglieder un mittelbar in Beziehung stehenden gemeinsamen gewerblichen Interessen" gerichtet sein darf. Würde diese Bestimmung Gefet, so dürften die die Rechtsfähigkeit erwerbenden Berufsvereine als solche sich nicht mehr zu Startellen zusammenschließen können, ohne befürchten zu müssen, daß ihnen die Rechtsfähigkeit entzogen wird und die damit verbundenen höchst nachteiligen Folgen für sie ein treten. Deutfches Reich. Einen fortwährenden Kampf Phönig- Kalender für Schüler und Schülerinnen höherer Lehranstalten Führer durch das Schülerleben. Ein Studienkalender für die deutsche Schuls jugend, Januar 1907 bis Ostern 1908. Bearbeitet von Dr. A. Mensch. Kattowig, D.- Schl. Ausgabe 1 M., Ausgabe B. 60 Pf. Karl Siwinna, Phönig- Berlag, Letzte Nachrichten und Depeschen. Zur Fleischnot. teuerung zu beheben. In der Antwort des Senats heißt es, der hamburgische Bevollmächtigte zum Bundesrat habe von seiten des Semits wiederholt Instruktionen erhalten, auf Ermäßigung der Fleischpreise hinzuwirken. Auch an den Reichskanzler feien entspredjende Anträge hinsichtlich der Erleichterung der Zufuhr von Bich und Fleisch aus Dänemark nach Hamburg gerichtet worden. Explodiertes Petroleumlager. Hentersknechte. Der Papst protestiert. Rom, 12. Dezember. Wie der„ Agenzia Stefani" aus Paris telegraphiert wird, ist dorthin aus Rom gemeldet worden, daß der heilige Stuhl an alle Mächte eine Note richten wird, in der er gegen das eigenmächtige Eindringen in das Archiv der früheren päpstlichen Samtiatur, dessen Hut dem Mgr. Montagnini oblag, von seiten der französischen Regierung Einspruch erhebt und gleichzeitig jede Verant wortung bezüglich solcher in dem Archiv niedergelegten Schriftstücke ablehnt, welche fremde Mächte betreffen. um die Ausübung des Koalitionsrechts führt die organisierte Arbeiterschaft in Gerresheim mit der dortigen Polizei. Weil die Arbeiter den Verdacht haben, daß der Glaskönig Hehe Einsicht in die Mitgliederlisten erhält, errichten sie keine ſelbſtändigen Filialen, sondern haben das Vertrauensmännersystem eingeführt. Der Glasarbeiterverband zählt in Gerresheim Hunderte von Mitgliedern; doch Hamburg, 12. Dezember.( W. T. B.) In der heutigen Sizung werden die Geschäfte geleitet von zwei Vertrauensperfonen. Diefe leifteten der Aufforderung der Polizei, ein Mitgliederverzeichnis her Bürgerschaft teilte der Präsident die Antwort des Senate mit einzureichen, feine Folge, worauf sie mit einem Strafmandat be- auf das am 5. d. M. von der Bürgerschaft an ihn gerichtete Grbacht wurden. Das Strafmandat wurde vom Schöffengericht in fchen um Auskunft darüber, ob und in welcher Weise der Senat den Gerresheim und dieser Tage von der Straffammer in Düsseldorf Gesuchen der Bürgerschaft vom 27. September 1905 entsprochen habe, bestätigt. Der Zentralvorstand des Glasarbeiterverbandes wird Schritte zu tun, um die durch zu geringes Angebot bewirkte Fleischsich bei dem Urteil nicht beruhigen, sondern bis zur höchsten Instanz gehen. Von dem Staatsanwalt in Düsseldorf wurde der Verfrauensmann der Glasarbeiter, Menschnig, einer der Angeflagten, gefragt, warum er denn kein Mitgliederverzeichnis ein reichen wolle. Wenschnig entgegnete, daß dann die Mitglieder auf der Glashütte sofort entlassen würden, denn der Fabrikleitung würde von der Polizei Einsicht in das Verzeichnis gestattet. Aber auch indirekt würde es den rechtsfähigen" Ge- Die Düsseldorfer Straftammer, welche diese Strafmandate werkschaften nicht mehr möglich sein, sich an den Gewerkschafts. bestätigte, hob in einem anderen Falle ebensolche von der Gerzes Badapest, 12. Dezember.( B.$.) In Campin( Rumänien) fartellen und allen ihren Einrichtungen beteiligen zu können. heimer Polizei verhängte, auf. Zwei Glasarbeiter waren bet das Lager der dort befindlichen Betroleum- Gesellschaft Stella Denn auch die Mittel des Vereins dürfen nur zu fchuldigt, in Gerresheim eine öffentliche Versammlung veranstaltet das Lager der dort befindlichen Betroleum- Gesellschaft Stella zu haben, ohne dieselbe anzumelden. Sie wurden deshalb mit Romana explodiert. Ein großes Quantum Rohöl wurde vernichtet. Zwecken hergegeben werden, die mit dem Berufe der Mit einem Strafmandat bedacht, gegen welches fie Berufung an. Der Schaden beläuft sich auf mehrere Millionen Frank. glieder unmittelbar in Beziehung" stehen. Es ist also aus meldeten. Das Schöffengericht in Gerresheim bestätigte die Straf geschlossen, daß unter folchen Bestimmungen die ein mandate, während die Straffammer in Düsseldorf zu einer u Lemberg, 12. Dezember.( B. H.) Dem„ Slowo Polski" wird zelnen Gewerkschaften noch Mittel für die Erhaltung hebung derselben fam. Der Polizeikommissar erklärte nämlich von Arbeiterfekretariaten hergeben dürften! Der über seine Ermittelungen oder seine Angeber dürfe er feine Auss aus Warschau gemeldet, in Russisch- Polen allein habe das FeldErwerb und die Erhaltung von Gewerkschafts. fagen machen. Die von den Angeklagten geladenen Zeugen fagten gericht in den legten sechs Wochen mehr als 50 Todesurteile häusern, gemeinsamen Herbergen wäre durch übereinstimmend aus, daß eine Bersammlung ftattgefunden. gefällt. So geht der Kampf zwischen der Arbeiterschaft in Gerresheim dieses Gesetz den rechtsfähigen" Gewerkschaften ver und der Polizei hin und her. In diesem Streit werden die Arbeiter boten! Selbst ein harmlofes gemeinsames Auskunfts- aber den Sieg davon tragen. bureau fönnten die Gewerkschaften eines Ortes nicht mehr unterhalten. Die Errichtung von Bildungsschulen, Einen böfen Reinfall erlebten die vereinigten Ordnungsretter Bildungskursen und ähnlichen auf die geistige in of i. B. bei den diesjährigen Gewerbegerichtswahlen. Seit der Hebung der der Arbeiterschaft berechnete Berlebten Reichstagswahl, wo es der Ordnungsmeute gelang, mit Sülfe des berüchtigten Reichsverbandes, durch eine strupellose, wüste anstaltungen würden durch dieses Gefes unmöglich ge- gitation uns das Reichstagsmandat vorzuenthalten, schvoll den macht, weil solche Veranstaltungen ja nicht mehr mit den ge- Herrschaften der Kamm gewaltig. Ein liberaler Verein, ein jungmeinsamen gewerblichen Intereffen unmittelbar in Be. liberaler und ein liberaler Arbeiterverein entstand, dieses Trio ziehung" stehen. Die Beteiligung an einer für die Gewerk. noch wacker unterstützt von einer Anzahl Reichsverbändler schaftsmitglieder eines Ortes gemeinsamen Theater- marschierten auf, um die Rötlinge", die feither die Size der Arbeitnehmer mit Beschlag belegt hatten, wenn nicht ganz zu vervorstellung zöge die Entziehung der Rechtsfähigkeit mit brängen, so doch deren Einfluß wesentlich einzudämmen. Die allen ihren schweren Folgen nach sich! ,, liberale" Rathausmehrheit, die sich seither hartnädig weigerte, Arbeitslosenzählungen und sonstige ge- auch der sozialdemokratischen Minderheit der Bürgerschaft durch ein meinsame Statistiken der Gewerkschaften eines entsprechendes Wahlrecht eine Vertretung im hohen Nate zu ge: Drtes alles wird denselben durch diesen Gesetzentwurf währen, fie fand auf liberale Anregung hin auf einmal, daß bei den Gewerbegerichtswahlen, wo die Liberalen bis jekt mig to unterbunden! feggen" hatten, die Verhältniswahlen, der Proporz, das einzig Auch die Durchführung von Boykotts und richtige Wahlverfahren sei, und flugs gingen sie daran, das Oris Sperren, an denen mehrere Berufsgruppen beteiligt sind statut abzuändern, damit auch der liberalen Minderheit eine Ber. und ein Zusammengehen doch unbedingt erforderlich machen, tretung gesichert werde. Run schlug freilich dieser Versuch ins fann durch die Bestimmungen des Gefeßentwurfes illusorisch gerade Gegenteil um; bei den Arbeitgeberwahlen, die am vorigen Sonntag fiattfanden, erhielten unsere Genossen van insgesamt 132 gemacht werden und soll es wohl auch! Ein Zusammenwirken der Gewerkschaften bei Wahlen abgegebenen Stimmen 58, die Gegner 74, fodaß die Ge- und Verungen auferlegt werden; oder durch die über die Einführung einigten von den feitherigen 12 Sißen fünf an die Umftürgler ab. fremder Arbeiter Bestimmungen getroffen werden. zu Strankenkassen, Gewerbegerichten und treten müssen. Noch blamabler gestaltete fich das Berhältnis bei sonstigen sozialen Institutionen, das doch nur durch die den Arbeitnehmerwahlen, die am letzten Sonntag stattfanden. Bon Wirksamkeit der Kartelle möglich ist, würde den rechts 1489 abgegebenen Stimmen entfielen auf die sozialdemokratische Odeffa, 12. Dezember.( W. T. B.) Heute nachmittag erListe 1889, während das vereinigte Trio trob berztieifelter Anfähigen" Berufsvereinen in Zukunft unmöglich fein. Strengung es auf ganze 150 Stimmen brachte. Die mandats. fchienen zwölf Männer in der hiesigen Filiale der Internationalen Ebenso die Förderung der Errichtung von Lüfternen Liberalen der verschiedensten Kouleur erhalten demnach Kommerzbant, bedrohten die anwesenden 8 Personen mit Revolvern. Konsumgenossenschaften. einen einzigen Sib, die verhaßten Roten deren elf. Da die Zahl bemächtigten sich eines Betrages von 29 000 Rubeln in bar und Diese Beispiele laffen sich leicht noch vermehren. Das der Beifißer aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmertreisen insgesamt 62 000 Rubeln in Wertpapieren und entfernten sich. Bei der Vervorstehende Verzeichnis allein aber dürfte genügen, um den nur 24 beträgt, haben demnach unsere Genossen insgesamt 16, die folgung der Räuber wäre es beinahe gelungen, einen derselben geGewerkschaftskartellen zu zeigen, daß für sie wichtige Inter- Gegner 8 Size für die nächsten 3 Jahre im Gewerbegericht. Auch fangen zu nehmen. Dieser Mann fcho jedoch einen Bolizisten effen auf dem Spiel stehen, die durch den Gefeßentwurf unter bei den Bertreterwahlen zu der Gemeinsamen Ortsfrankenkasse nieber und erschoß sich dann selbst. Den übrigen Mitgliedern der effen auf dem Spiel stehen, die durch den Gefeßentwurf unter- am vorigen Sonntag fiegte ohne weiteres die von den organisierten Bande gelang es, mit dem gesamten Gelde su entkommen. am bunden werden sollen, womit dann der Bestand der Gewerk- Gewerkschaften aufgestellte Liste. schaftskartelle fehr stark gefährdet oder aber zum mindesten ihre bisherige segensreiche Tätigkeit vollständig lahmgelegt wäre. Grund genug für die Gewerkschaftskartelle, gegen Die Aussperrung der Schuhmacher von Fougeres dauert bereits im Gouvernement Jenifeist ist der Zustand des verstärkten Schubes diese sie direkt treffenden Bestimmungen des Gesezentwurfes feit mehreren Wochen und noch ist ein Ende nicht abzusehen. Es verhängt worden. den allerschärfsten Protest zu erheben. Aber die Startellel find gegen 8000 Arbeiter, unter Hinzurechnung ihrer FamilienHustand. Die Verfassung für Transvaal. London, 12. Dezember.( W. T. B.) Der Text der Urkunde, durch welche Transvaal eine Verfassung verliehen wird, ist veröffentlicht worden. Danach besteht der gesetzgebende Rat aus 15 Mitgliedern, die vom Gouverneur ernannt werden. Bis ein Gefeß über die Festsetzung der Wahlen zu diesem erlassen ist, soll derfelbe alle fünf Jahre neu zusammengefegt werden. Die gesetzgebende Versammlung besteht aus 69 gewählten Mitgliedern, bei deren Verhandlungen sowohl die englische wie die holländische Sprache gebraucht werden dürfen. Die Urkunde behält der kaiserlichen Regierung die Genehmigung von Gefeßen vor, durch die ersonen nichteuropäischer Geburt der Abstammung Beschrän ,, Beinahe einen gefangen." Beruhigungsmittel." Jrtutst, 12. Dezember( B. T. B.) Ueber den Bezirk Minuffins! Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: Th.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagenu. Unterhaltungsblatt Br. 290. 23. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 13. Dezember 1906. Reichstag. 180. Gigung vom Mittwoch, den 12. Dezember, nachmittags 3 Uhr. Am Bundesratstische: v. Arnim, Freiherr v. Stengel. Die Besprechung der Interpellationen Dr. Ablaß( frf. und Genossen und Albrecht( Soz.) und Genossen über Fleischteuerung wird fortgesetzt. p.) die Parteigenosse in Amerika es schilbert, verstehe ich einfach nicht. Sie Wenn Sie die Preise so hochgetrieben haben, daß die breiten Maffen rühmen die Tüchtigkeit des amerikanischen Arbeiters und der ameri- tein Fleisch mehr kaufen können, dann ist der Verbrauch natürlich kanischen Industrie. Unser deutscher Arbeiter und unsere deutsche ein erheblich niedrigerer, und dann fagen Sie: Es ist fein größerer Industrie brauchen vor ihr wahrlich nicht zurückzutreten. Blicken Bedarf vorhanden!( Zustimmung bei den Freisinnigen.) Sie doch nicht immer auf das Ausland, und lassen Sie auch dem deutschen Arbeiter und dem deutschen Landwirt Gerechtigkeit iviber fahren.( Lebhaftes Bravo! rechts.) Abg. Gothein( frf. Vg.): Herr Scheidemann hat gestern gegen die Freifinnigen den Vorwurf erhoben, sie stimmten bei den Wahlen für die agrarisch- reaktionären Kandidaten gegen die Sozialdemokratie. Ich gehöre zu denen, die, wie Graf Caprivi, gegenwärtig die agrarisch reaktionären Bestrebungen für viel gefährlicher halten als die fozialdemokratischen.( Lachen rechts.) Aber die Art der Agitation auf sozialdemokratischer Seite hält die Wähler oft davon ab, für die Sozialdemofraten zu stimmen. Ich selbst mußte in einstündiger Rede einem Flug blatte entgegentreten, das sicher von keinem der sozialdemokratischen Abgeoedneten gebilligt worden wäre. Wo der Kampf anständig geführt wird, wie in Baden, da sind ja auch die Nationalliberalen bereit, für die Sozialdemokraten zu stimmen. Ich habe noch einige Punkte anzuführen.( Großer Lärm rechts.) Nicht. Sie, sondern das deutsche Volt hat alle Ursache, beunruhigt zu sein. Die Landwirtschaft hat den Milchpreis erhöht. Nun, wenn dadurch der Bevölkerung die Möglichkeit genommen wird, die Kinder genügend zu ernähren, dann liegt also eine Unterernährung bei der Jugend vor. Dabei wächst beständig die Ergiebigkeit des Bodens, warum ist also die Landwirtschaft unzufrieden? In legter Linie ist an der Fleischnot das Bolt selbst schuld, welches eine solche Mehrheit gewählt hat. Besser fann es nur werden, wenn mit dieser Mehrheit aufgeräumt wird.( Stürmisches Bravo! bei den Freifinnigen. Lautes höhnisches Bravo! rechts.) Der Abg. Dr. Baasche( natl.): Wir halten an der Anschauung fest, daß im Interesse der Landwirtschaft stabile Verhältnisse in den Bollverhältnissen bestehen müssen, um die Viehzucht zu schützen. Trotzdem leugnen wir nicht, daß sich infolge der Fleischteuerung Mißstände Herausgebildet haben, die der ernsten.Prüfung der verbündeten Regierungen bedürfen. Ich kann den verbündeten Regierungen den Vortwurf nicht ersparen, daß sie die durch diese Verhältnisse im Wolfe entstandene Beunruhigung eine ganze Zeit Lang Staatssekretär Graf Posadowsky: Dem Abg. Gothein gegenüber ignoriert haben. So gut die Begierungen gestern eine Erbemerke ich, daß das deutsche Volt zu feiner Zeit seiner Eristenz fo flärung abgeben konnten, die viel zur Beunruhigung der Be- In Dänemark und den Niederlanden ist seit Jahren kein Fall prosperiert hat wie gerade jetzt.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Der völkerung beitragen wird, hätten sie es schon vor Monaten tun von Maul- und Klauenfeuche vorgekommen. Trotzdem wird die Vorredner hat behauptet, ich hätte bei Gelegenheit der Bolltariftönnen. Von einer Unterernährung des Volkes kann keine Rede Grenzsperre aufrechterhalten. Die Tuberkulinprobe an Rindern ist beratungen besonders die Aufrechterhaltung der Schlachtsteuer in fein, wenn die Zahlen, die gestern der Landwirtschaftsminister zitiert nach den Ausführungen Behrings vollständiger Unsinn. In Breslau den deutschen Städten verteidigt. Aus meinen Ausführungen hat, richtig sind, daß nämlich 49 Kilogramm Fleischkonsum auf den haben sich im letzten Jahre 46 Proz. aller Ninder als tuberkulös erwiesen. vom 20. November 1902 wird Herr Gothein ersehen, daß Kopf der Bevölkerung tommen.( Widerspruch und Lachen links.) Es Gegen das gute dänische Vich wendet man die Tuberkulinprobe an, die ich lediglich staatsrechtliche Ausführungen gemacht habe gegenfann auch nicht geleugnet werden, daß die Preise des Schweine- lediglich den Zweck hat, das Bich zu verteuern; das viel tuber- über den Anträgen, die in der Kommission gestellt waren. fleisches wieder im Sinten begriffen sind. An Jungvieh ist mancher- tulösere Vieh aus Desterreich läßt man ohne weiteres herein. Die Jch habe mich sa chlich zu dem Gegenstande gar nicht geäußert, orts fogar eine Ueberproduktion zu verzeichnen.( Lachen links.) Rindersperre gegen Rußland halten auch wir für notwendig; wohl das hat der damalige preußische Miniffer des Innern getan. Uebrigens fönnen die Fleischpreise nicht mehr ganz auf die frühere aber könnte man an der Grenze Schlachthäuser errichten. Herr Abg. Gothein hat sich ferner auf eine Aeußerung von mir bezogen, niedrige Höhe sinken, da ja alles im Steigen begriffen ist, sowohl Gemp fagt, wir sollten nicht auf das Ausland sehen; aber bei wonach ich gefagt haben foll, daß Schweinefleisch eingeführt werden die Löhne, der Bodentvert, als die Industrieprodukte. Abhülfe fönnen unserm Seuchengesez haben gerade Sie England als Muster hin- müßte. Ich habe bei Gelegenheit der Beratung des Fleischbeschauwir nicht durch Deffnung der Grenzen schaffen, sondern durch Hebung gestellt. Dann folgen Sie doch dem englischen Muster auch bei der geseges gegenüber den scharfen Anträgen, die in bezug auf die Unterunferer eigenen Vichproduktion, die jetzt schon 97 Broz. des Bedarfs deckt. Einfuhr lebenden Viehs aus Amerika; dieses aus Amerika kommende fuchung von eingeführtem Fleisch gestellt waren, Bezug genommen auf Uebrigens fönnen die Städte selbst etwas tun, wenn sie die Schlacht lebende Vieh kann bei uns, wenn es in England geschlachtet ist, ein- die Einführung des Schweineschmalzes. Ich habe darauf hingewiesen, steuer aufheben und auf die hohen Gewinne aus den Schlachthäusern geführt werden; wenn es in Belgien geschlachtet ist, dagegen nicht! daß 1897 ungefähr ein Sechstel, 1898 mehr als ein Fünftel unseres verzichten.( Beifall rechts und bei den Nationalliberalen.) Der Bund der Landwirte gibt selbst zu, daß die lange Seefahrt, die Bedarfs an Schweineschmalz vom Auslande eingeführt worden sei, Abg. Graf Schwerin- Löwis: Ich habe hier ein sozialdemo- das Bieh von Amerila aus mache, für England einen genügenden und ich würde sehr gern eine Belehrung entgegennehmen darüber, fratisches Flugblatt, indem es heißt, die Teuerung ist nicht eine Schutz gegen Seucheneinfuhr bilde; warum wird bei uns dann noch daß die deutsche Landwirtschaft schon jegt den Bedarf zu decken in Folge von Mißwachs, sondern sie ist fünstlich geschaffen, um den eine vierwöchige Quarantäne verlangt, die einem Einfuhrverbot der Lage wäre. Infolge meiner Ausführungen haben sich damals Großgrundbefizern die Taschen zu füllen.( Sehr richtig! bei den gleichkommt und mit dem Wortlaut und dem Geiste des Gesetzes im auch die Konservativen für die Zollfreiheit des Schweineschmalzes Sozialdemokraten.) Das schreiben Sie angesichts der Tatsache, daß direkten Widerspruch steht!( Bustimmung bei den Freifinningen.) erklärt, und das Schweineschmalz ist tatsächlich zollfrei geblieben. nur 7 Proz. der deutschen Viehproduktion von Großgrundbesißern Wieder wird uns prophezeit, daß die Preise bald sinken sollen. Der Der Abgeordnete Gothein hat auch die Richtigkeit der amterzeugt wird, die anderen 93 Broz. von kleinen Landwirten, länd- frühere Landwirtschaftsminister v. Podbielsti hat bor 12 Jahren ge- lichen statistischen Feststellung über den Fleischverbrauch des lichen und selbst industriellen Arbeitern.( Buftimmung rechts.) sagt, in 6 Wochen würden wir einen Ueberfluß an Schweinen haben. deutschen Volkes bestritten und hat sich dabei auf eine Denkschrift Weiter heißt es in dem Flugblatt:" Die Tributpflicht der Waffen Dann aber hat er im preußischen Abgeordnetenhaus selbst zu des statistischen Amtes bezogen: Die deutsche Volkswirtschaft am an die Junker und Junkergenossen muß beseitigt werden."( Sehr gestanden, daß er das Gegenteil feiner Erklärung, damals, als er sie Schluß des 19. Jahrhunderts." Dort steht auf Seite 53, es gebe richtig! bei den Sozialdemokraten.) Weiter werden die Arbeiter abgab, für richtig hielt! Er hat also das getan, was man als bis jetzt keine Methode, den Fleischverbrauch zuverlässig aus den aufgefordert, fich der sozialdemokratischen Partei anzuschließen, welche corriger la vérité"( die Wahrheit verbessern) bezeichnen könnte. Verbrauch an Schlachtvieh festzustellen. Es wird also in der Dentgegen die Unterdrüdung fämpft( Sehr richtig! bei den Sozial-( Heiterfeit.) Jedenfalls find wir dadurch skeptisch gegen Bro- fchrift zugegeben, daß zur damaligen Zeit eine torrekte Methode, demokraten) und die Arbeiterzeitung, den Vorwärts" zu lesen.( Sehr phezeiungen, auch vom Ministertische aus, geworden.( Sehr den Fleischverbrauch des deutschen Woltes festzustellen, noch nicht richtig! bei den Soz. Abg. Hoffmann( Soz.) ruft: Weiter vorlesen!) richtig! bei Sen Freisinnigen.) Zur Unterstützung der vorhanden war. Dabei ist aber zu konstatieren, daß wir seit 1900 Angesichts solchen Flugblattes tönnen Sie nicht bestreiten, daß Sie Schwindelmanöver, durch welche massenhaft Schweine nach einen technischen Fortschritt gemacht haben. Der bekannte Ihre Interpellation nur zu Parteizwecken eingebracht haben.( Bu- Oberschlesien gebracht wurden, um über die Marktlage zu Nationalökonom Leroy- Beaulieu hat damals den Fleischberbrauch stimmung rechts.) Von einer Unterernährung des deutschen Voltes täuschen und eine Einfuhr über das Kontingent hinaus zu verhindern, des deutschen Boltes auf 45 Kilogramm pro Stopf angefeßt. Intann gar keine Rede sein; 1870 tam bedeutend weniger Fleisch auf haben die Landwirtschaftskammern Herrn Ring Geld ge- zwischen haben wir das Fleischbeschaugesetz bekommen, das uns den Kopf der Bevölkerung, und die Bevölkerung war so gut genährt, geben. Derartige Schwindelmanöver find aufs stärkste zu ver- ganz anderes objektives Material gibt zur Festsetzung unseres daß sie das Reich zusammenschmieden fonnte. Die Industrieprodukte urteilen. Wenn das in aller Oeffentlichkeit vorgekommen wäre Fleischverbrauches. Danach ist der Gesamtberbrauch auf 49,30 find bedeutend stärker im Preise gestiegen als das Fleisch; die Löhne,( Abg. Gamp ruft:" 3ft es ja!" Widerspruch links und Lärm rechts.) Kilogramm vom Reichsgesundheitsamt festgestellt worden. Demauch die auf dem Lande, find ebenfalls erheblich gestiegen. Es war eine Fälschung der Marktlage. Ich bin zehn Jahre Synditus gegenüber liegt mir ein Bericht des kaiserlich statistischen Amtes In weiteren längeren Ausführungen, die auf der Tribüne fast der Bremer Handelskammer. Nie ist mir aber bei einem Börsen- vor, wonach der Durchschnittsverbrauch vom Juli 1904 bis 1. Juli unverständlich bleiben, sucht Redner nachzuweisen, daß die Schilde befucher ein berartiges Manöver vorgekommen. Und der Gedante, daß die 1905 auf 52,57 Silogramm veranschlagt wird und vom 1. Juli 1905 rungen von der Teuerung vielfach außerordentlich übertrieben feien. Handelskammer selbst solche Schwindelmanöver machen fönnte, ist bis zum 1. Juli 1906 auf 50,23 kilogramm. Die kleine Differenz Abg. Korfanty( Pole): Bei uns ist an der Schweinezucht der ganz undenkbar.( Lebhafte Zustimmung bei den Freisinnigen.) hat zwischen den Feststellungen des Reichsgesundheitsamtes und denen Ileine Bauer, der mittlere Bauer, aber auch der Arbeiter start be- der Minister schon eine Untersuchung darüber angestellt, oder will er des statistischen Amtes beruht darauf, daß das Reichsgesundheitsteiligt. Trogdem müssen wir betonen, daß unter der Fleisch überhaupt dagegen einschreiten? Die Landwirtschaftskammer von amt nach dem Kalenderjahr rechnet und das statistische Amt von not weite reise des Volkes gelitten Boltes gelitten haben; die ver Oberschlefien bekommt einen erheblichen Staatszuschuß, ich glaube Juli zu Juli, ferner darauf, daß das Durchschnittsgewicht des bündeten Regierungen hätten Längst energische Maßregeln 278 000 Mart und noch etwa 50 000 Mark von der Provinz. Glaubt Bichs vom Reichsgesundheitsamt auf anderen Grundlagen be= zur Beseitigung der Fleischteuerung ergreifen müssen. Wir der Minister, daß diese Gelder zur Unterstützung derartiger Schwindel rechnet worden ist als vom statistischen Amt. Der Herr Abgeordhaben in Oberschlesien tein Hinterland, das uns mit Fleisch manöver gegeben werden?( Lebhafter Beifall bei den Freisinnigen.) nete hat nun weiter erklärt: Wenn es eine feile Dirne gäbe, versorgt, und die Bergarbeiter haben infolge des Mangels an Das niederländische Schwein darf in Deutschland nicht ge- fo fei es die Statistit und speziell die Statistik des Deutschen Schweinen sich nicht genügend ernähren können, zumal da die Löhne schlachtet werden, aber das Fleisch hat im ganzen Reich Freizügig Reiches. Die Statistit ist immer relativ, foweit sie sich auf dort außerordentlich niedrig sind. Das Volt muß zum Genuß von feit! Ich habe immer verlangt, daß wir Beamte bei den aus- Zahlen aufbaut, die nicht absolut objektiv ermittelt werden können. minderwertigem Fleisch übergehen. Die Viehzentrale hatte sich bereit ländischen Vieherportlagereien stationieren, die das für uns Wenn man aber eine solche Meinung von der Statistik hat, so halte erklärt, Oberschlesien mit Schweinen zu versorgen, sie konnte aber bestimmte Fleisch untersuchen; dann find wir sicher, daß wir ich es für eine Undankbarkeit, wenn man so eingehende Reden auf mur 684 Stüd liefern, und die Transportkosten waren außerordent nur gute Ware herbekommen. In der Jubiläumsausgabe Grund der Statistik aufbaut, wie es der Vorredner getan hat. lich hoch. Wir verlangen, daß eine unbegrenzte Zahl von russischen des Jahrbuchs des statistischen Reichsamts wird der Fleisch- Was soll man im Auslande da sagen, wenn man an jedem Tage Schweinen unter den nötigen Schuzmaßregeln gegen die verbrauch pro Kopf der Bevölkerung auf 40 Kilogramm berechnet, im Reichstag hören muß, wie unglaubwürdig, wie rüdgratlos und Einschleppung von Seuchen über die Grenze gelassen wird. während er jegt 48,72 Kilogramm betragen soll. Glaubt denn wie ohne Gewissen die höchsten Behörden sind. Vor kurzem ist hier Schon jest find ja die Vorsichtsmaßregeln bei der Einfuhr von ein Mensch, daß so etwas möglich ist? 1900 ist viel mehr Vieh gesagt worden, daß das Reichsgericht nichts als eine Behörde sei, Schweinen so scharf, daß eine Seucheneinschleppung ganz unmöglich geschlachtet worden als im letzten Jahre.( Sehr richtig! links. die die Wünsche der Regierung in die Form eines Erkenntnisses ist. Die Not zeigt sich auch darin, daß Zehntausende von Personen Buruf rechts: Unsinn!) Ja, Sie haben recht, das ist absoluter Un- umgießt.( Lebhaftes Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) täglich über die Grenze gehen und Fleisch jenseits der Grenze kaufen. finn, was da berechnet ist. Was hat ein Beamter des reichs- Wir hören heute, daß das statistische Amt eine feile Dirne ist, die ( Bravo! bei den Polen.) statistischen Amts gesagt, das Herz dreht sich ihm um, wenn er sehe, sich nach den politischen Wünschen der Regierung richtet. Ich fann Abg. Gamp( Np.): Der Abg. Korfanth hätte seine Beschwerden wie jetzt bei derartigen Schäßungen vorgegangen würde.( Hört dem Herrn Vorredner versichern, daß ich noch nie auch nur den Besser im preußischen Abgeordnetenhause vorgebracht. Uebrigens hört! links.) leisesten Versuch gemacht habe, auf irgend eine Behörde einen mag er doch, wenn die Löhne so niedrig sind, wie er angibt, feinen Der Abg. Gamp wirft Herrn Dr. Levh einen gewiffen Leichtfinn Einfluß zu gewinnen oder ihre Berichterstattung über Tatsachen Landsleuten raten, nach dem Rhein zu gehen, wo die Löhne doppelt vor, er selber aber verfährt ebenso schematisch wie dieser; er nimmt und ihre Auffassung zu beeinflussen.( Lebhafter Beifall im so hoch sind.( Lachen bei den Sozialdemokraten.) Ueberhaupt ist an, daß die englischen Minder und Hammel das gleiche Gewicht Zentrum und rechts.) Ich würde das geradezu für eine unwürdige das Einkommen feines Standes in den letzten Jahren so gestiegen haben wie die deutschen Rinder und Hammel, während doch England Handlung halten.( Buruf des Abgeordneten Gothein: Habe ich wie das der Industriearbeiter. In jedem Zweige find die Löhne viel schwereres Vieh verbraucht. Auch unser Vieh ist schwerer ge- auch nicht behauptet!) Einen solchen Angriff gegen eine mir nach in jedem Jahre um 7 bis 8 Proz. gestiegen. Das Einkommen des worden durch Verbesserung der Zucht, aber nur bis in die geordnete Behörde muß ich mit aller Entschiedenheit zurückweisen. Arbeiters geht vielfach über das Anfangsgehalt eines Amtsrichters Mitte der 90er Jahre; feitdem wir das ausländische Bieh( Beifall rechts.) Wenn der Abgeordnete Gothein Zweifel an der hinans( Lachen bei den Sozialdemokraten), er verdient mehr als absperren, ist das Gewicht unseres Viehs erheblich zurückgegangen. forretten Handhabung des Seuchengefebes hegt, fo möchte ich er3000 M., allerdings müssen dann die Familienmitglieder mitarbeiten! Bahl und Gewicht des gefchlachteten Wichs ist zurückgegangen, die widern: Der Bedarf an Fleisch im Inlande ist hier mehrfach mit Die Schweinezucht ist unrentabel; ich halte sie gegen die Nat- Bevölkerung ist gewachsen, folglich muß der Rückgang des Fleisch dem Seuchengeset in Zusammenhang gebracht worden. Sachlich schläge meines Administrators aufrecht, aus Anstandsgefühl.( Lachen konsums pro Kopf der Bevölkerung viel stärker sein, als die gestern haben die beiden Fragen nichts miteinander zu tun. Wenn die und Zuruf bei den Sozialdemokraten: Edler Mann! Heiterkeit.) angeführte Zahl des statistischen Amtes erfennen läßt; es muß in Einführung ausländischen Vichs die Landwirtschaft schädigt durch Sie scheinen tein Anstandsgefühl zu kennen.( Unruhe links.), Die dieser Berechnung des Amtes ein Fehler liegen. Erheblich ge- Verseuchung unseres Vichs, so muß fie unterbleiben, mögen die Eile, die Sie hatten, die Interpellation zur Besprechung zu bringen, wachsen ist dagegen der Verbrauch von Pferdefleisch, auch bei kleinen Preise auch noch so hoch sein; wenn dagegen eine Seuchengefahr könnte den Verdacht rechtfertigen, daß Sie politische Zwecke und mittleren Beamten. Schon 1900 tonnten nur die bestgestellten nicht vorliegt, so müssen die Grenzen geöffnet werden, wenn die damit verfolgen. Die Fleischbeschau ist gerade durch die Arbeiter, wie Professor Flügge in Breslau feststellte, sich Fleischpreise auch noch so niedrig sind. Herren der Linken sehr verschärft worden, die nicht einmal ausreichend nähren. Bis 1906 find die Löhne zivar gefiiegen, aber die Hausschlachtungen frei ließen. Die Fleischbeschauer find in feineswegs so start wie die Lebensbedürfnisse.( Minister v. Arnim Pommern nicht genügend ausgebildet und beanstanden deshalb häufig schüttelt verneinend mit dem Kopfe.) Der Landwirtschaftsminister gutes Fleisch.( hört! hört! Linke.) Graf Posadowsky hat uns mit bestreitet das, aber die Gewerbeaufsichtsbeamten geben es zu.( Sehr geteilt, daß die Fleischbeschaugebühr für das Ausland herabgesetzt richtig! links.) Der Minister sagt, im Auslande sind die Preife werden soll; unerhört wäre es, wenn das nicht auch für das Inland ebenso hoch wie bei uns. Wozu brauchen Sie dann die Bölle? der Fall sein sollte. Die unerhörte Bestimmung, daß ein Dann schaffen Sie die Zölle doch ab!( Sehr richtig! links.) Aber Abg. v. Oldenburg( f.): Der Abg. Gothein hat unter anderem Rind zu verwerfen fei, wenn es auch nur eine Finne die Behauptung ist unrichtig, das amtliche Material beweist, daß die auch die von mir geleitete Landwirtschaftskammer und damit mich hat, ist ja aufgehoben; aber es soll drei Monate auf Auslandspreise erheblich niedriger find als bei uns. persönlich angegriffen. Eis gelegt werden. Wie soll das auf dem Lande möglich fein? Sie weifen auf die Erhöhung der Arbeitslöhne hin. Werden in Präsident Graf Ballestrem: Im Namen der LandwirtschaftsDurch solche Bestimmungen wird das Fleisch verteuert.( Bustimmung England, in Dänemart etwa niedrigere Löhne bezahlt? Uebrigens fammer fönnen Sie teine persönliche Bemerkung machen. rechts.) Die Trichinenschau ist in Bayern nicht obligatorisch; sie ist scheint die westpreußische Landwirtschaftskammer aus lauter Stuli-( Beiterfeit.) also überhaupt überflüssig. Den Zwischenhandel halten wir in ge- nariern zu bestehen, will sie doch chinesische Kulis einführen. Ich schlage vor, die nächste Sigung morgen, Donners. wiffem Umfange für notwendig und berechtigt. Aber ein Geschäfts-( Stürmische Nufe: Au! Au!) Das geschieht doch nicht, um höhere Löhne tag 1 Uhr zu halten mit der Tagesordnung: Zweite Beratung führer eines Leipziger Konfumvereins sagte mir, durch direkte Ver- zu bezahlen!( Sehr wahr! b. b. Freifinnigen.) Der Landwirtschaftsminister des Nachtragsetats für Südwestafrika; Fortsetzung der heutigen bindung mit den Produzenten tönne er das Fleisch pro Bentner hat behauptet, die Schlachtsteuer in Breslau sei höher als die Bölle; er Beratung. um 5 Mart billiger liefern.( Buruf bei den Sozialdemo- ist noch nicht lange Minister und daher nicht genügend informiert; Zur Geschäftsordnung bemerkt Präsident Graf Ballestrem: Der Abg. Gothein hat den gerügten Ausdrud nicht auf das Statistische Amt des Reiches angewandt, das würde ich nicht geduldet haben, sondern allgemein auf die Statistit. Hierauf vertagt sich das Haus. Persönlich bemerkt fraten: Sie verbieten ja den Beamten die Konsumbereine!) sonst tönnte er eine folche Behauptung nicht aufstellen. Uebrigens Abg. Singer( Soz.): Ich bitte den zweiten Bunft als ersten Nein, wir wollen nur nicht, daß die hohen Beamten sich daran be- bin ich in der Breslauer Stadtverordneten- Bersammlung der Wort- auf die Tagesordnung zu sehen. Aus unserer Partei ist es noch teiligen und daß Konsumvereine in fleineren Städten entstehen, wo führer für die Abschaffung der Schlachtsteuer, die Freunde des keinem Redner möglich gewesen, zu der Beantwortung der Interfie nicht nötig find; wenn Sie aber in Berlin durch Konsumvereine 8entrums aber ftimmen dagegen, und als wenigstens die pellationen Stellung zu nehmen und auf die gegen uns gerichteten bas Fleisch verbilligen, werden wir uns freuen. In Berlin ist das herabsetzung befchloffen wurde da versagte die Regierung Angriffe zu antworten. Die Sache ist so wichtig, daß noch ein Fleisch teuer, weil die Fleischer keine Stinder mehr beschäftigen ihre Zustimmung!!( Hört! hört! bei den Freifinnigen.) Wer hat weiterer Tag darauf verwendet werden sollte. Dann hätte auch dürfen, weil sie ihren Laden schön einrichten müssen, weil das übrigens verhindert, daß bei den Zollgefeßen die Annahme des At Herr v. Oldenburg Gelegenheit, dem Abg. Gothein au antworten. Fleisch per Telephon bestellt, per Wagen ausgefahren wird und das trages verhindert wurde, daß 1910 alle städtischen Schlachtsteuern Abg. Baffermann( natl.) bittet, es bei dem Vorschlage des durch große Unkosten entstehen.( Lachen links.) von Reichs wegen aufgehoben werden? Das Zentrum und die Präsidenten zu belassen. Herr Scheidemann hat den Artikel des Prof. Levy in der National Nechte!( Lebhafte Bustimmung bei den Freifinnigen.) Die Abgg. v. Normann( f.), Dr. Spahn( 3.) und Liebermann Beitung" ernst genommen. Dieser Herr hat übersehen, daß ein Mind Sie fagen, wir decken 97 Proz. des Bedarfs durch die inländische v. Sonnenberg( Antif.) schließen sich dem Abg. Bassermann an. schwerer ist als ein Hammel; follte Herr Scheidemann das auch Produktion. Die Ausführungen des Grafen Pofadowsky im Jahre Der Antrag Singer( Soz.) ivird a boelehnt; es bleibt nicht gewußt haben?( Heiterkeit.) Wie Herr Scheidemann fagen 1898 besagten im Gegensatz dazu, daß wir auf die ausländische Wieh- daher bei dem Vorschlage des Präsidenten. Tann, die Verhältnisse in Chicago feien nicht so schlimm, wie fein zufuhr angewiesen seien. Was heißt übrigens inländischer Bedarf?" Schluß 7½ Uhr. Parlamentarisches. Wahlprüfungskommission. Ueber den Preußentag, den preußischen Landtag und die Landtagswahlen 1908 referierte Genosse Dr. Liebknecht. B Bum Statut für Preußen wurde§ 2 abgelehnt, bei den übrigen Paragraphen den Delegierten freie Hand gelassen. Als Delegierte Die Wahl des nationalliberalen Abgeordneten Hagemann wurden gewählt: Dr. Liebknecht, Staab Potsdam und im Wahlkreise Erfurt- Schleusingen wurde von der Kommission für Scholz- Spandau. Als Erfagmann: Paris Belten. gültig erklärt, da die angestellten Beweiserhebungen die Be- Der Antrag Kremmen: Flugblätter für ländliche Arbeiter herausHauptungen des Wahlprotestes nur zum Teil bestätigt haben, diese zugeben, wird der Agitationstommiffion überwiesen. Die Diäten Ergebnisse jedoch eine Mehrheit von zirka 50 Stimmen für Hagemann für die Provinzialfonferenz werden auf 5 M. festgesetzt, die Diäten belassen. Festgestellt ist aber, daß eine Reihe von Ungefeßlichkeiten für die Generalversammlung, in Stegin auf 4 M. Von zwei vor seitens einzelner Wahlvorstände bei der Wahl verübt worden ist. liegenden Gesuchen um Aufnahme in die Parteischule wurde eins zur Befürwortung angenommen, das andere dagegen abgelehnt. Die nächste Generalversammlung findet in Hennigsdorf statt. Die russische Revolution. Die Hungersnot. Ein schreckliches Bild der Hungersnot auf dem Lande zeichnet der Fürst G. E. Lwow in den„ Rußkija Wjedomosti". Lwowv bereiste den Kreis Busulut im Gouvernement Samara und fuhr von dort bis Kasan durch die Kreise Buguruslan, Bugulmin, Menselinst, Tschistopol, Laischew und Rafan, im ganzen eine Strecke von taufend Werst. Seine Eindrücke faßt er in folgende Worte zusammen: „ Ohne auf Angaben von Unternehmern und Zwischenmeistern geftüßt, dartur sollte, daß die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen sich in guten Verhältnissen befinden und keines besonderen Schußes bedürfen. Natürlich, die Leute, welche Millionen durch die Ausbeutung heimarbeitender Männer, Frauen und Kinder gewinnen, werden alles daran sezen, damit diese Quelle ihres Reichtums, durch keinerlei Schußmaßnahmer behindert, in gewohnter Weise weiter fließe. Nun hat die sozialdemokratische Frattion dem Reichstage einen Gesezentwurf vorgelegt, welcher fordert, daß die für Fabriken gelten den Arbeiterschutzbestimmungen auf die Heimarbeiter ausgedehnt merden. Eine Forderung, deren Erfüllung die schlimmsten Miß stände auf dem Gebiet der Heimarbeit beseitigen würde, die auch ohne weiteres erfüllt werden kann, ohne daß dadurch die Industrie gefährdet würde. Diesen äußerst bescheidenen Schuß, der ja die Grundlage der Heimarbeit gar nicht antastet, der aber doch den Drud, der auf den Heimarbeitern laftet, etwas mildern könnte, verlangen die Heimarbeitenden Männer und Frauen mit aller Entschiedenheit, und das gesamte flassenbewußte Proletariat steht hinter ihnen, steht hinter dem Gesebentwurf der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion und fordert die Annahme desselben. Für diese Forderung haben am Dienstagarent Tausende von Arbeitern und Arbeiterinnen demonstriert, die einig fint in dem Gedanken: die Klinte der Gesetzgebung, die feit vieler Jahren ständig in Bewegung gefekt worden ist, um die Interessen der Besizenden zu wahren, die in Bewegung gesetzt morden ist, um den agrarischer Juntern auf Kosten des arbeitenden Volkes durch schändlichen Lebensmittelwucher den Geldbeutel zu füllen; die Klinke der Gesetzgebung soll jezt endlich einmal in Be wegung gesetzt werden, um eine dringende Forderung im Interesse zu erfüllen. der am schamlosesten ausgebeuteten Proletarier: der Heimarbeiter, 量 Die fozialdemokratische Partei des Kantons Zürich hielt am letzten Sonntag in Töz bei Winterthur ihren ordentlichen Parteitag ab, der von 133 Delegierten der Organisationen, der Parteipresse und der tantonsratlicher. Fraktion besuat war. Dem umfangreichen Geschäftsberichte des leitenden Komitees ist zu entnehmen, daß die Partei im letzten Jahre eine vielseitige und rührige Tätigkeit entfaltete. Besonders erfreulich ist das Kapitel über den Stand und die Entwickelung der Organisationen, die eine willfommene Vermehrung und Stärfung erfahren haben. Durch unermüdliche Agi„ Ein banges Gefühl ergreift einen, man fühlt sich, als ob man tations- und Organisationsarbeit fonnten im Berichtsjahre 19 neue am Sterbebette eines Dahinscheidenden sich befinde.... Die Bes sozialdemokratische Arbeiterbereine, hauptsächlich in den Landvölkerung vegetiert von Tag zu Tage ohne Hoffnung, bis zum Frühgemeinden der Vezirke Zürich und Winterthur gegründet werden. jahr am Leben bleiben zu können... Die Mißernte ist eine voll- Weitere Neugründungen stehen in Wussicht. Ueber die Tätigieit der ständige. Es ist weder Brot noch Futter für das Vieh vorhanden. Seidel. Mis Vorort der Partei wurde Zürich bestätigt. Am Santonsrate fraftion referierte in eingehender Weise Genoffe Die Scheunen find ganz leer. Auf der Strecke von 1000 Werft habe ich meisten Diskussionsstoff gab das parlamentarisch noch nicht ganz nur in elf Dörfern bei einigen Bauern fleine Haufen von Getreide erledigte neue Wahlgesez, worüber Genosse Lang_pro und Genosse gesehen. Das Ergebnis der Ernte wird überall mit ein und dem- Dr. Studer kontra referierten. Die Arbeiter der Stadt Zürich sowie felben Worte charakterisiert:„ Wir konnten mit den Händen fast alle Genossen im übrigen Kanton find gegen das Gejezz, weil ernten, wir sammelten 1-2 Pud von der Desjatine; Hafer und es nicht die Proportionalwahl des Kantonsrates enthält. Buchweizen haben wir nicht gesehen." ist ihre Barole und fantonalen Proporz kein neues Wahlgeset!". Das Vieh und die Pferde mit 91 gegen 21 Stimmen stellte sich der Parteitag auf den gleichen find überall für einen ganz niedrigen Preis verkauft worden. Im Standpunkt. Die fantonsrätliche Fraktion soll bei der weiteren Kreise Busuluk hat man zum Futter Katun". ein stachliges Ge- Beratung des Wahlgesetzes in diesem Sinne wirken und noch eine wächs gesammelt oder Eichelblätter, nach denen man oft 45 Werst ganze Reihe anderer Verbesserungen zu erreichen suchen. weit in die Kronwälder fahren mußte. Es zweifeln freilich alle, ob Die fozialdemokratische Partei des Kantons Bern hielt am man mit diesem Futter das, tvas an Vieh und Pferden letzten Sonntag in Bern ihren außerordentlichen Parteitag ab, der noch vorhanden ift, bis zum Frühjahr werde erhalten von 71 Delegierten besucht war. Er beschloß einstimmig die ErTönnen... In besonders schiverer Lage sind die neu an- richtung eines fantonalen Parteisekretariats und wählte den Gefäffigen Tataren und Lichuwaschen. Die Tataren in den Kreisen nossen Sarl Moor, den bisherigen Redakteur der„ Berner Tagwacht", Bugulmin und Menselinst essen fast alle Brot mit Beimischung ver- zum Sekretär. Für den französischen Teil des Kantons Bern wurde fchiedener Surrogate, hauptsächlich Eicheln, oder sogar Brot aus der in Genf erscheinende sozialdemokratische" Peuple Suisse", als bloßem Eichelnmehl gebacken! Gicheln, die in diesem Jahre gut offizielles Organ der Berner Partei anerkannt. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. geraten waren, wurden zuerst zu 4 Kop. das Maß verkauft, jett tosten sie aber 45 Kop., und man fann sie nicht immer bekommen. Das Verfahren gegen Genoffen Zielowski( Frankfurt Im Kreise Menselinst hat man von Dörfern, die ich unterwegs fah, a. M.) wurde, wie uns durch eine Privat- Depesche mitgeteilt nur in 7 kein Eichelbrot gegessen, in allen übrigen ist man reines wird, gestern( Mittwoch) eingestellt. In der Begründung oder gemischtes Eichelbrot. Es sieht aus wie Mist mit Erde ge- wird ausgeführt, die Stadtverordneten- Versammlung als mischt. Man ißt es schon vom September an und befolgt dabei die Körperschaft sei von Zielowski nicht angegriffen, größte Sparsamkeit, man ißt es nur einmal am Tage! Den Kindern sondern es sei von einzelnen Stadtverordneten Der große Saal der Armin hallen in der Kommandanten gibt man Eichelmehl mit heißem Wasser. Von solchem Brote gesprochen, weshalb nur alle einzeln flagen könnten. In straße war famt den Nebenräumen dicht besetzt; es waren wohl ( dem Hungerbrote", wie man es nennt) sehen die Menschen ganz der Nebenklage des Stadtverordneten Bracht gegen mehr denn 700 Männer und Frauen anwesend. Mit großer Auf fchrecklich aus: blaß, abgemagert, zitternd, mit eingefallenen Augen; Bielowski erfolgte Freisprechung wegen Wahrung berechtigter merksamkeit und lebhaftem Intereffe folgte man dem Vortrage des Reichstagsabgeordneten von Elm, der namentlich auch die schmäh fie klagen, daß iğnen von diesem Brote das Herz brennt". Wo Interessen. Die gesamten Kosten wurden der Staatskaffe liche Ausbeutung der Heimarbeit in der Tabakindustrie schilderte und das„ Hungerbrot" gegessen wird, dort ist auch Typhus und Storbut. auferlegt. die politische, gewerkschaftliche und genossenschaftliche Organisation Neues Kouflifts- Objekt! bestimmten Die Versammlungen, von deren Verlauf die nachstehenden Be richte Kenntnis geben, nahmen einstimmig diese Reſolution an: „ Die am Dienstag, 11. Dezember, tagende Heimarbeiter- und Seimarbeiterinnenversammlung hat von dem sozialdemokratischen Gesebentwurf zum Schuße der in der Hausindustrie Beschäftigten Kenntnis genommen. Die Versammelten erklären die aufgestellten Forderungen in dem Gesetzentwurf für das Mindestmaß dessen, was zur Befferstellung ihrer Lage in wirtschaftlicher und rechtlicher Beziehung notwendig ist; sie fordern daher die Vertreter der sozialdemotatischen Partei im Reichstage auf, den Gesetzentwurf energisch und mit Nachdruck zu vertreten. Die Versammlung nimmt im weiteren Kenntnis von der jüngst erschienenen Denkschrift der Berliner Handelskammer über die Lage der Heimarbeiter GroßBerlins und erklärt, daß das Resultat dieser Erhebungen als mit den bestehenden Verhältnissen nicht übereinstimmend zu bezeichnen ist, da es ohne eigene Mitwirkung der Heimarbeiter zustande gefommen ist und somit eine einseitige, nur dem Unternehmertum und seinen Interessen dienende Arbeit darstellt. In Erwägung des Umstandes, daß mit Hülfe der gewerkschaftlichen Organisationen eine teilweise Verbesserung der Zustände in der Hausindustrie Groß- Berlins schon zurzeit sehr wohl möglich wäre, machen die Versammelten es den Parteigenossen und den Gewerkfchaftsritgliedern, deren weibliche Angehörigen in der Heim industrie tätig sind, zur Pflicht, diese den für ihre Branche zu ständigen Organisationen als Mitglieder zuzuführen." So ist die Lage jest, im November! Was, fragt man sich, wird Das Wahlrechtsflugblatt hat auch das Landgericht Brieg beder Arbeiterflaffe als das Heilmittel bezeichnete, das auch dieser im Frühjahr sein? Und bis zur neuen Ernte bleiben noch sieben fchäftigt. Am 15. Jamuar hatte das Amtsgericht Brieg die furchtbaren Form der kapitalistischen Ausbeutung Zügel anzulegen Monate. Die Hülfe ist sehr schlecht organisiert und unzureichend. Beschlagnahme des Flugblattes beschlossen und eine Haussuchung bei und ein Ende zu bereiten vermag. Der Redner schloß mit den Alle, die arbeiten können, find von der Hülfe ausgeschloffen. Arbeit einigen Genossen vornehmen lassen, die„ des Vergehens gegen§ 130 Worten, daß nur der Sozialismus das durch den Kapitalismus geist aber nirgends zu finden. Im Kreise Menfelinst bekommen auch verdächtig" erschienen. Der Staatsanwalt hatte Einstellung des schaffene Glend endgültig beseitigen wird. Der stürmische Beifall, die Frauen gar nichts. Um das Darlehen zu erhalten, muß man eingeleiteten Verfahrens beantragt, da teine der dem Vortrag folgte, zeigte, daß er hiermit einer allgemeinen fonnten. angeklagt werden oft eine Strecke von 75-100 Werst zurücklegen. Dem. Antrage des Ueberzeugung Ausdrud gegeben hatte. Zur Diskussion verlangte .. Alles ist wie Personen Staatsantvalts, wenigftens auf Einziehung der Flugblätter niemand das Wort. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. ausgestorben." zu erkennen, gab das Landgericht nicht statt. Es heißt in den Urteil war die Bersammlung gut besucht. Wenn auch zu Anfang noch Bei Zühlke in der Dennewißstraße, in Berlin W., des Landgerichts vom 8. Juni: Es ist nicht festgestellt, daß die einige Stühle leer waren, so füllte sich der Saal bald dermaßen, beschlagnahmten Flugblätter zur Aufreizung von Klassen zu Gewalttätigteiten gegen einander bestimmt waren. Es wird damit nur die Abschaffung des Landtagswahlsystems bezweckt. Das Flugblatt ist nicht geeignet, den öffentlichen Frieden zu stören." Gegen die Ablehnung der Einziehung hatte der Staatsanwalt Revision ein gelegt, in der er auszuführen suchte, daß in dem Flugblatte unter Hinweis auf die Kämpfe von 1848 zum Kampfe aufgereizt werde. Da aber festgestellt ist, daß das Flugblatt objektiv nichts Strafs bares enthält, so erkannte das Reichsgericht am 11. b. M. auf Verwerfung der Revision. Der„ Russische Kurier" schreibt: Zwischen Petersburg mmd Tolio wird momentan ein überaus lebhafter Depeschenverkehr bemerkt, der sich u. a. auch auf die Frage bezüglich der Station Kuantschenziy bezieht, da die Japaner plötzlich erklärt haben, diese Station und die naheliegenden reichen Kohlengruben gehörten Japan, während die Russen die Station Kuantschenzsy nebst den dortigen Bauten und Einrichtungen für ihr Eigentum erIlären. Aus der Partei. Gemeindewahlfieg. Zehdenick, 12. Dezember.( Privatdepesche des Vorwärts".) In der heutigen Stadtverordneten- Stichwahl wurden unsere Genossen Mittag und Sadler mit 50 Stimmen Majorität gewählt. Aus der Reichstagsfraktion. In der gestern abgehaltenen Sigung bestimmte die Fraktion zu Rednern für die Immunitats anträge die Genossen Singer und Haase, für die Etats- waren sie gekommen, die Männer, Frauen und Mädchen, die für debatte Bebel und v. Bollmar Generalversammlungen. Seine daß ein Teil der Anwesenden mit Stehpläßen vorlieb nehmen mußten. Ungefähr ein Drittel waren Frauen, denen man größtenteils das Elend ansah, das die Heimarbeit zur Folge hat. Den Vortrag hielt der Reichstagsabgeordnete Molkenbuhr. von gründlicher Sachkenntnis zeugenden Ausführungen, die scharfe Verurteilung der kapitalistischen Ausbeutung, wie sie sich am schlimmsten in der Heimarbeit zeigt und wie sie der Redner persönlich vor allem in der Tabakindustrie kennen lernte, ferner seine Kritik der erbärmlichen Saltung, die das Bürgertum und dessen politische Vertreter den elenden Zuständen gegenüber einnimmt, fanden allgemeine Zustimmung und lebhaften Beifall. Der große Saal des Gewerkschaftshauses war Gesetzlicher Schutz den Heimarbeitern! gefüllt bis in die legien Winkel selbst der Galerie. An tausend Das ist die Forderung, für die am Dienstagabend viele Tausende Personen mochten sich eingefunden haben, darunter viele Frauen. Sier sprach der Vorsitzende des Schneiderberbandes, Genosse von Arbeitern und Arbeiterinnen demonstrierten. Der Ausschuß Stühmer. Er betonte, daß leider eine große Zahl von Heimder Berliner Gewerkschaftsfommission in Gemeinschaft mit dem Bentralvorstand der sozialdemofratischen Wahlbereine hatte diese arbeitern und Heimarbeiterinnen ihr Leiden in Geduld und Ges Demonstration veranstaltet. 16 Versammlungen fanden zu diesem gebenheit trügen, so daß es im gewöhnlichen Leben rein äußerlich Bed in Berlin und den Vororten statt und alle waren sie sehr start nicht so hervortrete. Und wenn es mal auf dem Markt des Lebens besucht, biele sogar derart überfüllt, daß die Säle die dichtgedrängte jedem sichtbar werde: sei es, daß ein Schrei nach Luft, Licht und der Konfettion, sei es, daß das Elend auf einem Stongreß oder in Menge der Besucher faum zu fassen vermochten. In großer Zahl Sättigung gellend die Welt erfülle, wie beim großen Ausstand in die Konfektion und andere beimarbeitende Industrien tätig sind; einer Ausstellung zutage tritt, dann sei doch das Gewissen der die Arbeiter und Arbeiterinnen, die in den proletarischen Vierteln Herrschenden und der Gleichgültigen nach kurzem Aufruhr bald Berlins in fajernenartigen Hofgebäuden hausen, wo sie in engen, wieder beruhigt. Nichts sei herausgekommen, außer den paar Am 9. d. M. tagte in Sonnenburg die Generalversammlung dürftigen Wohnräumen von früh bis spät über der Arbeit fißen; Bundesratsverordnungen, die eben nichts bedeuteten. Ganz des Kreiswahlvereiné Ost- und West- Sternberg. Unter anderen waren einer Arbeit, die denen, welche sie verrichten, ein Hungerdajein anders arbeiteten Regierung und Gesetzgebung, wenn es die Interanwesend der Kandidat des Kreises, Genosse Freiwaldt, und das gewährt, den Unternehmern aber reiche Profite in den Schoß wirft. efsen herrschender Klassen gelte. Siehe die Durchpeitschung des Mitglied der Agitationsfommission Genosse Seitel. Der Vertrauens- Aber nicht nur jene Echichten des Proletariats, die den dumpfen Bolltarifs. Redner bot eine von großer Sachkenntnis getragene mann und erste Borsitzende, Genosse Alb. Schmidt, gab den Geschäfts- Druck des Heimarbeiterelends tagtäglich am eigenen Leibe fühlen, Würdigung der Lage der Heimarbeiter und Arbeiterinnen und dec bericht. Hiernach find in Sonnenburg zwei, in Meppen eine BoltsMittel zur Abhülfe, wobei er der einseitigen Erforschung der Verbersammlung abgehalten worden. Der alte Vorstand wurde ein hältnisse durch die Handelskammer kritisch nähertrat. Unter großem ftimmig wiedergewählt: Genosse Alb. Schmidt erster Vorsitzender, Beifall flang sein Vortrag aus in den Ruf: Heraus mit dem gesetzStarl Baher zweiter Borsigender und Kassierer. Neu gewählt wurde lichen Schutz der Heimarbeit!- An der Diskussion beteiligten sich als Schriftführer, da bisher nur ein provisorischer fungierte, u. a. Genosse 3 ander und Frau Gubela. Es wurde da manch Genosse Baul Strahlendorf. Als Delegierter zum Preußentag wurde Alb. fraffes aber wahres Bild vom Elend der Heimarbeit entrollt, das sich die Herren von der Handelskammer hinter die Ohren schreiben Schmidt gewählt und ihm der Auftrag erteilt, für die Landarbeiter einzu tönnten. Einstimmig wurde die Resolution angenommen. treten event. den Antrag einzubringen, eine Kommission zu wählen, die die Grundzüge zur Regelung der Landarbeiterfrage zum nächsten Preußentag auszuarbeiten habe. gutgeteißen: waren in den Versammlungen vertreten, sondern auch Arbeiter anderer Berufszweige. Wenn diese am Demonstrationsabend auch nicht für sich selbst etwas zu fordern hatten, so war, es doch ein ganz natürlicher Aft proletarischer Solidarität, daß auch sie ihre Stimme erhoben, tro es galt, Forderungen zu vertreten, durch deren Erfüllung das Elend der Heimarbeiter ein wenig gemilbert werden soll. Das Elend der Heimarbeiter. Es haust, soweit Berlin in Frage Der Saal von Boeker, Weberstr. 17, war ebenfalls überfommt, in engen und dumpfen Winkeln unfreundlicher Mietskafernen. Jahrzehntelang übte das Heimarbeiterelend seine verheerenden Wir füllt. Das Referat hielt Genosse J. Sassenbach vom Sattlerfungen, und die Oeffentlichkeit wurde wenig davon gewahr. Da, als verband. Mit größter Aufmerksamkeit und wiederholt durch BeiDie Generalversammlung des Sozialdemokratischen Wahlvereins im Jahre 1896 der große Streik in der Berliner Konfektion ausbrach, fall zustimmend lauschte die tausendköpfige Menge seiner eindring. Botsdam- Spandau- Osthavelland fand am Sonntag in egin statt. kam von den traurigen Verhältnissen dieses Zweiges der Heimarbeitlichen Schilderung. Er beleuchtete die Heimarbeit und die Misere Genoffe Bieser Spandau referierte über die Lage der Staats- so viel an die Ceffentlichkeit, daß selbst Vertreter bürgerlicher der beteiligten Arbeiterschaft in all ihren Erscheinungsformen. Parteien fich veranlaßt sohen, der Sache näher zu treten. Vor dem Weiter wies er die Notwendigkeit der gesetzgeberischen Aktion nach. werkstättenarbeiter. Der Vortrag brachte viele Mißstände zutage. Genosse Fielit- Belten referierte alsdann über das Thema: offenfundig gewordenen Elend konnte man nicht die Augen ber- Sein Mahnruf an die Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen, auch „ Kartenmitglieder". Der Referent befürwortete folgende, von der schließen. Toch was bei den damaligen öffentlichen Grörterungen die Macht der Solidarität, der Organisation nicht zu vergessen, woüber die Lage der Seimarbeiter bei ausgekommen ist, war ehr mit er schloß, fand großen Beifall. hierzu eingesetzten Kommission festgesezte Resolution: Zur Diskussion nahm als einige der 1. Das Vorgehen des Zentralvorstandes gegenüber den Spandauer wenig. Eine Verordnung des Bundesrats, die Außer Genoffen inbezug auf Quittungerteilung für freiwillige Beiträge wird schreiendsten Mißstände zu mildern bestimmt ist, die Wurzel des erster das Wort ein Herr Robert Wolf, der angebliche Vorsitzende ebels aber unikidädigt weiter nuden läßt: bas war bos gar einer angeblichen Mittelstands- und Arbeiterpartei. fapitals durch die Sozialdemokratie bestand seine Rede in ver Ergebnis der Fürsorge, welche man in den herrschenden Kreisen den einigen tonfusen Ausführungen über die Förderung des Großs Heimarbeitern schuldig zu sein glaubte. Ein Jahrzehnt ging ins Land, und wieder einmal wurde die leumderischen Beleidigungen des Reichstagsabgeordneten Singer Oeffentlichkeit laut und bernehmlich an das Heimarbeiterelend ge- und anderer Arbeiterführer. Namentlich trat diefer würdige Ferner gelangte inbezug auf die Staatsarbeiter nachfolgende mahnt. In viel höherem Grade wie die Neden auf dem Heimarbeiter Führer" einer Aucharbeiterpartei gegen die Gewerkschaften der von Staab- Potsdam gestellte Resolution zur Annahme: schutzfengreß und bei anderen Gelegenheiten erregte die Heimarbeit Arbeiter auf, deren Leiter sich„ von den Groschen der Arbeiter Die heutige Generalversammlung des Kreiswahlvereins Dft ausstellung zu Anfang dieses Jahres das allgemeine Intereffe. Durch mäfteten". Bei der Versammlung erntete er ein gerüttelt und ge Serr Pautsch, ein anderer Havelland erkennt die Lage der Spandauer Staatswerkstättenarbeiter feststehende Tatsachen wurden hier die jammervollen Lohn- und Ar- schüttelt Maß voll Hohn und Spott. als eine geradezu erbärmliche, eines Staatsbürgers unwürdige an. beitsverhältnisse in den Heimindustrien illustriert. Bis in die Mittelstandsretter, billigte zwar das Verlangen der Heimarbeiter Nicht nur, daß die Löhne zur Leistung in schreiendem Mißverhältnis höchfien Triben der bürgerlichen Gesellschaft drang die Erkenntnis: nach einer Berbesserung ihrer Lage, vertrat aber im übrigen den Warenhaus stehen, sondern den Arbeitern wird auch das durch Gesetz festgelegte den Beimarbeitern muß geholfen werden. Aber ehe diese Erkenntnis törichten Standpunkt, daß aller Uebel Wurzel das Soalitionsrecht illusorisch gemacht, viel weniger noch ist ihnen eine fich zu praktischen Maßnahmen gegen die schamlose Ausbeutung der fei, bas, bekämpft werden müsse.( Vielfache Zurufe: Aber nur freie Meinung als steuerzahlende Staatsbürger gestattet. Wir fordern Seinarbeiter verdichten konnte, traten die Nugnießer der Heinarbeit, durch Konfumvereine!) Die Genoffen Richter, Daberto. daher von der Staatsregierung: die staatlichen Betriebe endlich als die Berliner Konfektionsunternehmer mit einer Gegenmaßregel Eue, Kronenberg, Frau Frohmann und Leopold Muster für die Privatindustrie einzurichter und in erster Linie die hervor. Unter der Firma der Berliner Handelskammer idjidten sie Siepmann hoben die Debatte über das Thema des Abends auf Staatsarbeiter auch als Staatsbürger zu behandeln." ein tendenziöses Machwerk in die Welt, welches, einzig und allein die ihr zukommende Höhe. Tiefer sittlicher Ernst und Verständnis II. Unter Zustimmung des Zentralvorstandes können auch andere Orte in dieser Weise quittieren. Jedoch nur an Arbeiter beztv. Angestellte in Staats- und Kommunalbetrieben. ine Gericht. der allgemeine Anschluß der Heimarbeiter und Arbeiterinnen an bis 1. November 1906 1789 Güter, bestehend aus 2 456 105 Desjatinen Soziales. Schadenersah wegen Berstoßes gegen die Unfallverhütungsvorschriften. feit Gerichts- Zeitung. Ley, der Sache waren das Kennzeichen ihrer Ausführungen. Mit Herrn Dr. Borgius im Dezemberheft des Handelsvertragsvereins näher wollen wir uns nicht nur erneuern, sondern veredeln, und da Wolf gingen einzelne, besonders aber Siepmann, unbarmherzig ein. Er warnt vor irgend welchen Hoffnungen, die man müssen wir jede Möglichkeit, auch das Spiel, ausnüßen, um eine Die Resolution wurde gegen die eine Stimme des etwa auf die ziemlich reklamehaft angekündigte Entsendung vollwertige, selbstbewußte Generation heranzubilden, bei der alles Herrn Wolf angenommen. Großen Jubel erweckte es, daß dieser amerikanischer Tariffachverständiger nach Deutschland gefeßt harmoniert, Körper und Geist, Gemüt und Verstand, Wissen und neueste Drachentöter nach Schluß der Versammlung sich in ganz hat. Nach Lage der Sache sei vorläufig auf eine Schwächung der Können. unnötiger Sorge zwischen die überwachenden Polizeibeamten ver- Hochschutzöllnerischen Politik in Amerita nicht zu denken. Eine So machen wir es der Jugend leichter, zum Sozialismus zu troch und sich von ihnen hinausbringen ließ. Aenderung der Verhältnisse, eine Hinneigung zur Abtragung der kommen, ersparen wir es ihr, sich von falschen Anschauungen und Das" Swinemünder Gesellschaftshaus" war Bollmauer werde nur aus der Entwickelung der inneren Verhältnisse Eindrücken befreien zu müssen, die beim findlichen Spiel mit ihnen schon längst vor Beginn der Versammlung völlig überfüllt. Amerikas herauswachsen. Zwei Momente, die eine gewisse Ver- verwuchsen. fodaß der Saal polizeilich abgesperrt werden mußte. Kopf an schiebung der politischen Mächte und Interessenvertretung ankündigen, Kopf gedrängt stand die Masse und lauschte den beredten Worten fucht Borgius in der beginnenden Bildung einer selbständigen dee Genossen Kaeming, der an der Hand eines reichhaltigen Arbeiterpartei in der Union und in der Handelspolitik Kanadas. Tatsachenmaterials und gestützt auf eigene Erfahrungen das graue Elend und die volkswirtschaftlichen Schäden der Heimarbeit recht Kautschultrust. Wie der„ D. D. C." berichtet wird, soll die Die Schwindelfasse Boltswohl", Linkstr. 13, anschaulich zu schildern verstand. Besonders reicher Beifall wurde Fusion zweier der mächtigsten Kautschukgesellschaften der Vereinigten auf deren gemeingefährliches Treiben als sogenannte Wohlfahrtsdem Referenten von den zahlreich anwesenden Frauen zu teil, die Staaten vorgenommen werden und innerhalb sechs Monaten zum fasse und als Gesindevermietungsburean wir wiederholt aufmerksam damit am besten bekundeten, wie sehr ihnen der Redner aus der endgültigen Abschluß gelangen. Seele gesprochen hatte. Auch einige Zwischenmeister der KonDie beiden Gesellschaften sind die Consolidated Rubber Company gemacht haben, bildete den Hintergrund eines gestern_begonnenen fektionsindustrie hatten sich in einer Ecke des Saales eingefunden, und die United States Rubber Company, welche selber verschiedene Betrugsprozesses, für dessen Verhandlung vor der 3. Straffammer des Landgerichts I drei Sigungstage in Aussicht genommen sind. und wie es schien, konnten auch sie sich dem Eindruck der in der Unternehmungen in sich aufgenommen haben, infolgedessen diese Da über 70 Zeugen geladen sind, muß die Verhandlung in dem Versammlung gemachten Ausführungen über die Ausbeutung der letteren eigentlich als ihre Zweiggeschäfte zu betrachten sind. Es berHeimarbeiter nicht entziehen, wenn auch über die Rolle, welche die lautet nebenbei, daß auch die Continental Rubber Company, die der Schwurgerichtssaal stattfinden. Die Auflage richtet sich gegen den der beschuldigt wird, 1903 Sem Herbst Zwischenmeister in der Heimarbeit spielen, nicht der leiseste Zweifel Standard Oil- Gruppe angehört und bekanntlich in Mexiko die meisten 45jährigen Kaufmann Ewald des als Vorsitzender aus über gelassen wurde. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Kautschukwälder in Guayule ausbeutet, wie auch im Kongostaat das 1000 Mitgliedern bestehenden Vereins Bolts wohl eine Im Saale des" Brunnentheaters"( früher Bernhard Kautschulmonopol erworben hat, sich an dem geplanken Trust beteiligen Rose- Theater) hatten sich etwa 600 Personen eingefunden, und wird. Demnach handelt es sich hier um die Gründung eines tat- Reihe Unregelmäßigkeiten begangen zu haben, durch welche die Mitglieder in betrügerischer Weise geschädigt worden sind. Der Anklage zwar in der Mehrzahl Frauen. Das Referat hielt der sächlichen Weltirusts für den Handel in Kautschuk. liegt folgendes zugrunde: Der Angeklagte ist gelernter Kaufmann Genosse Blume. Aus der Fülle des schier unerschöpflichen Einfuhrzoll auf Getreide. Der spanische Finanzminister Reverter und etwa bis zum Jahre 1902 Juhaber eines fleinen Geschäfts Materials, welches sowohl vom Statistischen Amt wie auch von erklärte in der stammerſigung am Dienstag, er habe die Einführung gewesen, welches sich jedoch nicht gut rentierte. Wie L. an den Gewerkschaften über die fast grenzenlose Ausbeutung und dem von Einfuhrzöllen für ausländisches Getreide in Aussicht genommen. gibt, habe er es deshalb mit Freude begrüßt, als ihm daraus resultierenden sozialen Tiefstand der Heimarbeiter zuein Bekannter, der Kaufmann Otto, einen neuen Plan sammengetragen worden ist, griff Redner verschiedene besonders Bodenpreise in Rußland. Nach der offiziellen„ Handels- und mitteilte, der unter Umständen großen Gewinn einbringen trasse Fälle heraus und bewies daraz auf das schlagendste, daß Industrie- 3tg." hat die Bauernbank in der Zeit vom 3. November 1905 fönnte. Dieser Plan ging dabin, einen Wohlfahrtsverein sowohl ein geseggeberisches Einschreiter der Regierung, sowie auch für die Summe von 294 866 033 Rubel anzukaufen bestimmt. Im gehenden finanziellen Schwierigkeiten heraus helfen und ihnen zu gründen, der seinen Mitgliedern bauptsächlich aus vorüberdie gewerkschaftlichen Berufsorganisationen durchaus notwendig Durchschnitte also für 121 Nuubel die Desjatime. Das Angebot des Rechtsschiz usw. angedeihen lassen sollte. Von diesem Zeitpunkt ab feien, um dem Glend in diesen Arbeiterschichten endlich zu steuern. Zanbes ist sehr groß und ungeachtet deſſen ſind die Preiſe ſehr ge- nahm der Angeklagte die Leitung der ganzen Sache in die Hand, Er unterließ es auch nicht, besonders die organisierten Arbeiter stiegen. Bis zum Jahre 1907#berstiegen die jährlichen Durchschnitts- während Otto vollständig von der Bildfläche verschwand. Ley erließ aller Berufe, deren Familienangehörige als Heimarbeiter resp. preise niemals 109 Rubel für die Desjatine, in dem legten Jahre während Dtto vollständig von der Bildfläche verschwand. Leh erließ Arbeiterinnen tätig sind, darauf aufmerksam zu machen, daß sie war der Preis von der Bank schon gekaufter Güter 124 Rubel für an mehrere Bekannte Einladungsschreiben zu einer Zusammenkunft, in erster Linie die Pflicht hätten, diese Angehörigen ebenfalls den die Desjatine und der noch nicht gekauften, aber für den Ankauf die auch am 11. September 1903 stattfand, an der aber in der Hauptsache sowie nur Familienmitglieder des Angeklagten betreffenden Organisationen zuzuführen. Mit der einmütigen bestimmten ist 121 Rubel für die Desjatine. Die Preise dieses nähere und entferntere Verwandte teilnahmen. Ley wurde Annahme der Resolution bekräftigte die Versammlung die sehr Jahres sind auch viel höher als diejenigen, die die Bauern früher einstimmig zum Vorsitzenden" gewählt. Nach den Statuten, beifällig aufgenommenen Ausführungen des Referenten. bei dem Landlauf durch die Bant zahlten. Im Jahre 1897 stiegen die der Angeklagte zu der Angeklagte zu dieser Zusammenkunft mitgebracht In Milbrodts Gesellschaftshaus in der Müller- diese Preise von 49 auf 71 Rubel, im Jahre 1904 betrugen sie firaze sprach Genosse G. Sabath. Der Besuch war sehr gut, und 112 Rubel, in diesem Jahre und sie also um 9-12 Rubel in die hatte, wurde als Zweck des zu gründenden Vereins die gegenseitige Unterstügung bülfsbedürftiger Mitglieder, die Errichtung einer viele, die sich nicht zeitig genug eingefunden hatten, mußten mit Höhe gegangen. eigenen Unfallversicherung und Sterbefasse sowie Erteilung von AusStehplähen zufrieden sein. Frauen, die in Menge erschienen fünften und Rechtsschutz angegeben. Am 1. Oktober trat das neue maren, beteiligten sich lebhaft an der Diskussion, forderten zum Unternehmen unter dem Namen Verein„ Volkswohl" in die DeffentlichEintritt in die Organisationen und zum Abonnement auf die feit. Der Angeklagte machte nun mit Hülfe eines nahen Verwandten, „ Gleichheit" auf, damit den Heimarbeiterinnen die dringend noteines Kaufmanns Fritsch, der das Amt eines zweiten Vorsitzenden be wendige Aufklärung zu teil werde. Genosse Sabath beleuchtete fleidete, für den Verein eifrigste Propapanda. Es wurden Tausende sehr scharf die Heimarbeit in der Konfektion und zeigte die Uebel Die R.schen Eisen- und Stahlwerte, bei denen der Kläger als von Prospekten versandt, in denen in verlockendster Weise dasjenige des Zwiſchenmeiſterſyſtems. Er stellte sie ekenden Löhne der Heim Zeichner beschäftigt war, hatten Maschinenreparaturen vornehmien alles geschildert wurde, was man durch einen Beitritt zum Verein arbeiter den ungeheuren Profiten, welche die Konfektionäre und lassen und war bei einer Bohrmaschine die Schutzvorrichtung nicht und eine wöchentliche Zahlung von 60 Pfennigen Beitrag erlangen die Groß- Zwischenmeister einheimjen, gegenüber. Sein Referat mehr angebracht worden. Als der Kläger eines Tages seinen Birkel fonnte. Außerdem wurde ein ganzes Heer von Agenten engagiert war so anregend für die Diskussion, aß selbst gegen Mitternacht härtete, bat ihn ein an der Maschine beschäftigter Arbeiter, ihm die Mitglieder aufnehmen sollten. Da das Geschäft anfänglich nicht wiederholte Anträge auf Schluß der Debatte energisch abgelehnt ben Bohrer mitzuhärten, was er auch tat. Nachdem dies geschehen aut ging, wurde ein neues Mittel herangezogen. Der Verein erließ einen wurden. Die Resolution fand einstimmige Annahme. In den„ Arminiushallen in der Bremerstraße sprach Er tam hierbei mit der linken Hand in die Bahnräber und wurde beziv. als Agenten unter den Hausbewohnern tätig sein sollten. Dies war, sollte Kläger den Bohrer mit in die Maschine einsetzen helfen. Aufruf an 6000 Portiers, die zum Teil selbst Mitglieder werden sollten Genosse Jul. Fräßdorf vor einen überfüllten Hause. Zahl reich waren auch die Arbeiterfrauen es schienen und lauschten ber- ihm der linke Beigefinger weggequetscht. Aus dem Unfall machte batte zur Folge, daß eine große Anzahl Personen, etwa 4 bis 5000 ständnisinnig den Ausführungen des Redners, der ein Bild vom er die beklagten Stahlwerke zur Zahlung von Schmerzens- sich als Mitglieder meldeten und die zwei Mark betragende EintrittsElend der Heimarbeiter entwarf, der die Schäden aufdeckte, welche geld und einer Rente von jährlich 500 M. haftbar, gebühr bezahlten. Anfänglich kam der Vereinsvorstand auch seinen eventuell verlangte er eine einmalige Abfindungssumme in Höhe Berpflichtungen nach und zahlte Krankengelder und Unfallvergütungen die Heimarbeit für das Familienleben im Gefolge hat, sowie als bon 10 000 M. Seine Klage stükte fich auf das Unfallversicherungs- aus. Rach kurzer Zeit wurden jedoch einzelne Mitglieder abKonkurrenz, unter der die organisieren Arbeiter leiden müssen. Er erinnerte an das Wohnungselend der Heimarbeiter und an die gefeh, das Reichshaftpflichtgefeß und die§§ 618, 823 des Bürger- gewiesen. Diesen wurde meistenteils ein Schreiben von dem AnGefahren für die Gesundheit auch der übrigen Bevölkerung durchlichen Gesetzbuches, während die beklagte Firma einwendete, daß geklagten übersandt, in dem es furz hieß: Durch Vorstands. die Produkte der Heimarbeit. Mit großer Aufmerksamkeit folgten fet als Zeichner beschäftigt gewesen und habe in den anderen iagt, da es sich um ein chronisches Leiden handelt. die Versammelten den Schilderungen des Redners und man Räumen nichts zu suchen gehabt. Wenn die Betreffenden troßdem ihr gutes Recht als Mitglied für erklärten den Anspruch des Klägers dem Grunde nach als ge- den Statuten vorgelesen, von welchem fie bisher keine Ahnung Landgericht und Oberlandesgericht Colmar fich in Anspruch nehmen wollten, wurde ihnen ein Paragraph aus rechtfertigt. Das Oberlandesgericht verurteilte die Beklagte, hatten. In diesem hieß es wörtlich: Auf irgend welche haben die ohne den Fall nach dem Reichshaftpflichtgeset näher zu prüfen, unterftigung Mitglieder keinen nach dem§ 823 Abfah 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches in Ver- Rechtsanspruch. Das eigentliche Mitgliederbuch, in dem dieser bindung mit dem Unfallversicherungsgesek. Und zwar habe die eigenartige Paragraph enthalten war, wurde, wie die Anklage beBetlagte gegen ein den Schutz eines anderen bezwoedendes Gesetz hauptet, den Betreffenden immer erst dann zugestellt, wenn verstoßen, indem er die im Unfallversicherungsgesetz vorgeschriebenen fie schon, Mitglieder waren. Jene Prospekte, die den Mitgliedern Schußvorrichtungen, die bereits seit Jahren fehlten, nicht mehr zuerst zugestellt wurden und die sie zum Eintritt veranlaßt angebracht hat. Auf die verschiedenen Einwendungen der Be- batten, enthielten den fraglichen Bassus nicht. Noch krasser flagten führt das Oberlandesgericht noch aus: Es sei unbestreitbar, tritt die von der Anklage behauptete Unreeülität des ganzen Unterdaß die Zahnräder zu verdecken sind. Es komme hierbei nicht nehmens dadurch hervor, daß fälschlicherweise angegeben war, jedes darauf an, ob der Kläger zu den versicherten Personen ge- Mitglied habe freie Arztwahl. Dies stellte sich als völlig unwahr hörte, sondern auf den versicherungspflichtigen Betrieb der Be- heraus, denn jedes Mitglied mußte den konfultierten Arzt aus flagten. Eigenes Verschulden des Klägers liege aber nicht bor. eigener Tasche bezahlen. Der Angeschuldigte behauptete vor mit einem an ihn ergangenen Verbot, die anderen Räume nicht Gericht, daß der Passus, freie" Arztwahl, nur be zu betreten, sei es wenig Ernst gewesen, so daß für den Fall, daß deute, daß sich jedes Mitglied selbst einen fei, daß es nicht in Betracht kommen fönnte. ein Verschulden angenommen werden sollte, dieses so geringfügig rzt wählen könne, ihn aber auch bezahlen müsse, dagegen nicht gezwungen sei, den von der Kasse gestellten ezt in Anspruch nehmen zu müssen. Bon dem zuerst eingelaufenen Gelde wurden genau 90 Proz. für Verwaltungsunkosten", das heißt für Herrn und Frau Ley, berbraucht, fodaß bald in der Kaffe eine furchtbare Ebbe herrschte. Die von den Agenten eingelaufenen Geldbeträge wurden bald wieder zur Deckung von Unkosten benutzt. In diesem Verfahren erblickt die Auflagebehörde einen Betrug. In der vorliegenden Sache stand vor mehreren Wochen schon einmal Termin an, der auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Holländer der Vertagung anheimfiel. Der Verteidiger unterbreitete dem Gericht damals Tatsachen, die gewisse Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Ley aufkommen ließen. Zu der gestrigen Verhandlung war deshalb der Gerichtsarzt Dr. Strauch geladen, der indeffen nach einer genauen Beobachtung zu dem Guta achten fam, daß bei 2. von einer Geistesstörung teine Rede sein fönne, er vielmehr, wie wir seiner Zeit schrieben, ein Simulant sei. Der Angeflagte bestritt in seiner Vernehmung, die den ganzen Vormittag in Anspruch nahm, sich irgendwie strafbar gemacht zu haben. Er habe bei Gründung seines Unternehmens nur beabsichtigt, dem einfachen Manne in Form einer Unterstüßungskaffe einen pefiniären Rückhalt zu verschaffen, wenn er durch irgend ein Mißgefchick mit feiner Familie dem Ruin nahe sei. Er selbst habe über ein Jahr hindurch seine Arbeit dem Verein gewidmet ohne einen Pfennig dafür zu erhalten und erst später habe er eine Entschädigung in Form einer Provision erhalten. Unter den geladenen 70 Zeugen befinden sich zumeist kleine Handwerker und Gewerbetreibende, die monatelang ihre Einzahlungen gemacht und keinen Pfennig zurückerhalten haben. Die Verhandlung wurde um 3½½ Uhr nachmittags auf Donnerstag 1/10 Uhr vertagt. fonnte es merken, daß er nur dem Ausdrud gab, was alle dachten und fühlten: den Heimarbeitern ist gefeßlicher Schuß dringend notwendig! Der Anschluß an die Organisation eines jeden Be rufes sollte von den Heimarbeitern nid) t versäumt werden!- Dic vorgelegte Refolution fand ungeteilte Zustimmung. Vororten statt. Außerdem fanden noch eine Anzahl von Versammlungen in den Die nach Bankow einberufene Versammlung war von über 150 Personen, meist Mädchen und Framen, besucht. Die Referentin Auguste adeit schilderte in packender Weise die Verderblichkeit der Heimarbeit und die Notwendigkeit ihrer Beseitigung. Auch hier fand die Resolution Annahme. In Weißensee sprach Genosse Eugen Brüdner. Am Schluſse ſeiner Ausführungen forderte er die Anwesenden auf, sich der Organisation anzuschließen, damit auch die Heimarbeiter in die Lage fommen, ihre Lage zu verbessern. Die Diskussion bewegte fich im Sinne des Referats. Die Resolution wurde einstimmig en genommen. In Rigdorf hatten sich im Thielichen Lokal, Bergstr. 151/152, zirka 700 Berfonen eingefunden. Unter den Antwesenden waren die Frauen besonders stark vertreten. Benoffe Ritter Berlin bes handelte in eineinbalbstündigen Ausführungen den Gefeßentwurf, unter besonderer Betonung der rechtlichen und wirtschaftlichen Gefichtspunkte, die im Entwurf entlya ken find. Eine Diskussion fand nicht statt. Die Resolution wurde einstimmig angenommen. Hus der Frauenbewegung. 13 Das Spielzeug der Kinder. Weihnachten naht, die Zeit, in der auch die proletarische Hausfrau und Mutter grübelt, wie sie mit wenigen Mitteln ihren Lieben Hus Induftrie und Handel. eine Weihnachtsfreude bereiten kann. Die Kinder äußern der Wünsche so viele, und die Schaufenster und Auslagen fördern Dividendenschätzungen. Der Effener Bergiverksverein König immer mehr Wünsche zutage, so daß den Eltern die Wahl schwer Wilhelm soll für das laufende Jahr 20 Proz. auf Stammattien und wird. Kinder sind ohne Zweifel am glücklichsten, menn sie sich un25 Broz, auf Borjugsaftien herausbingen, gegen 12 refp. 17 Broz. gehindert bewegen können. Die fleine zappelige Gesellschaft liebt im Vorjahre. Auf 10 Proz. wird die Dividende der Effener das Stillfiben oder Stillliegen durchaus nicht. Schon der Säugling Steinfohlenbergwerke A.-G. geschägt. 20 Proz. auf das erhöhte äußert eine Zerstörungsluft, indem er alles, was irgend in seinen Aftienkapital( 5 Millionen Darf) gen 18 Proz. auf 4 Millionen Bereich tommt, mit seinem Munde in Berührung bringt; daher Mark im Vorjahre sollen die Braunfohlenwerte und Brikettfabriken ist es notwendig, daß für die Kleinsten der Kleinen leicht abwaschEintracht für 1906 abstoßen. Die Aktionäre der Steinzeugwaren- bares Spielzeug Verwendung findet. Man breche mit der Unfitte, fabrit in Friedrichsfeld( Baden) fo en 14-15 Broz. erhalten. Nach dem schreienden Säuglinge alle möglichen Gegenstände in die den allgemeinen Klagen über angeblich enorm gestiegene Selbstkosten Hände zu geben. Schlüssel, Portemonnaies usw. sind keine Spielmüssen gläubige Gemüter einigermaßen überrascht sein über die Höhe zeuge für Kinder. Ebenfalls soll man dem Kinde kein Papier, das der Dividenden. wegen des Snisterns von den fleinen Plagegeistern sehr geliebt wird, geben. Schon früh äußert sich beim Spiel die Neigung zu Differenzen im Kohlensyndikat. Die Harpener Gesellschaft hat beobachten, zu untersuchen, zu vergleichen und zu erfinden. Diese für die nächste Zechenbefizer versandung folgende Anträge geftelt: Neigung soll man möglichst durch geeignetes Spielzeug pflegen. 1. einen Prozeß anzustrengen gegen die Gewerkschaft Friedlicher Leider werden diese Neigungen der Kinder in unseren Volksschulen Nachbar" auf Leistung von Schadenersaz wegen Verkaufs der Zeche nicht gefördert. Sie werden dort des selbständigen Dentens entan die Deutsch- Luxemburgische Bergverts und Hütten- Aftien- Ges; wöhnt. 2. Ernennung einer Kommission, welche mit den Hüttenzechen in Anregung im Spiel geben Werkzeugkästen, Baukästen, MalBerhandlungen dahin eintreten soll, daß die Hüttenzechen vergleichs- bücher, Farbenfästen. Auch Modellierbogen geben Anregung in weise sich bereit erklären, ihren Hütten- Selbstverbrauch zu Hülle und Fülle. fontingentieren und für die Tauer des Syndikatsvertrages Für die älteren Kinder eignen sich vor allem gute Bücher als Am 1. April 1906, also zur Zeit des Breslauer Droschken auf etwaigen Antauf bon reinen Syndikategechen für diese Geschenke. Solches Spielzeug wedt das Selbstbewußtsein und die polizeilich zugewiesenen Haltestelle angefahren. Dadurch sollte er streiks, war der Droschkenbesizer Hauer in Breslau nicht auf der ihm das Privilegium des§ 1 spruch zu nehmen, ebensowenig für eu einzugliedernde Hüttenwerke.schmack und erzicht zur Wertschäßung der Arbeit. Die Beschäfti- gericht sprach ihn aber wegen Vorliegens von Notwehr frei. de Bertrages nicht in An- fünstlerischen Anlagen des Kindes, entwickelt Formensinn und Gedie Breslauer Droschtenordnung übertreten haben. Das Lands Diejen Anträgen fügt die Harpener Bergbau- ft.- Gef. folgende Er- gung beim Spiel ist für das Kind das gleiche, wie für den Er- Es ging von der Feststellung aus, daß am Abend vorher dem flärungen hinzu: Wir erklären hierdurch nochmals, daß wir unsere wachsenen eine fesselnde Arbeit; daher liegt im kindlichen Spiel Angeklagten von verschiedenen Personen zugerufen worden sei:„ Du Anfechtungserklärung bezüglich des Syndikatsvertrages aufrecht er- ein bedeutsames bildendes und erzieherisches Moment. Da durch verfluchter Streifbrecher, wir werden es Dir anstreichen, wir merken halten, daß wir aber bis zur bergleichsweisen oder rechtskräftigen das Spiel gute und böse Eigenschaften im Kinde geweckt und uns Deine Nummer." Entscheidung über die Begründetheit" dieser unserer Anfechtungs- genährt werden können, ist das Spielzeug der Kinder forgfältig ertarung die aus dein Syndifatsvertrag sich ergebenden Beziehungen so bebandeln und erlebigen wollen, als wenn derselbe noch zu Recht befiände. Es foll aber in diefer meiteren Durchführung des Vertrags irgend ein Anerkenntnis der Rechtsgültigkeit nicht abgegeben Deutsch amerikanische Handelsbeziehungen. Unfer Handels- Mütter! Unsere Aufgabe ist es, Abscheu gegen alles, was roh, provisorium mit Amerita läuft am 1. Juli 1907 ab. Da ist die grausam und gemein ist, in den Kinderherzen zu wecken, und da Frage berechtigt: wie werden sich nach diesem Termine die deutsch gegen die Liebe zu Mensch und Zier, zur freien, schönen Natur amerikanischen Handelsbeziehungen gestalten? Auf diese Frage geht in den Kindern zur Entfaltung zu bringen. In unseren Kindern werden. " auszuwählen. Verwerflich ist es geradezu, wenn Mütter, die den Fluch des Militarismus und seine kulturfeindliche Tendenz kennen, ihren Stindern Bleisoldaten, Soldatenbilderbücher oder gar Soldaten monturen als Spielzeug geben. Notwehr eines Streifunluftigen? Das Kammergericht hob das Urteil auf und verwies die Sache nochmal an das Landgericht: Der Begriff der Notwehr sei verkannt. Wenn§ 52 des Strafgesetzbuches die Strafbarkeit u. a. ausschließe, wenn der Täter durch eine Drohung, welche mit einer gegenwärtigen, auf andere Weise nicht abwendbaren Gefahr für Leib und Leben verbunden war, zu der Handlung genötigt worden ist, so sei damit nicht eine vielleicht für den nächsten Tag bevorstehende Gefahr gemeint. Sie müsse gegenwärtig sein oder sich so an die Drohung anschließen, daß der Wille des Betreffenden vollkommen beherrscht werde. Die Börse oder das Leben", das sei die charakteristische Situation A.WERTHEIM GEMÜSE- KONSERVEN Stangen- Spargel extrastark 1.60,%, D. 85 Pf. 99 99 D. 33 Stangen- Spargel I 1.35, 73 Pl. Stangen- Spargel II 1.20, Stangen- Spargel III 80Pf., Riesenbruch- Spargel, 1.35, Bruch- Spargel extrastark 1.20, Bruch- Spargel I Bruch- Spargel II 32 Bruch- Spargel ohne Köpfe ,, 38 Pf., 93 1.25, 68 Pl. 99 1.10, 60 Pf. Gemischt.Gemüse extrafin 1.25,%, D. 68 Pf. D. Gemischt. Gemüse I 95 PL.,„, 53 Pr. Teltower Rübchen 99 93 65 Pf.," 38 Pl. 65 Pf. Gemischt. Gemüse II, 45 Pf. Gemischt, Gemüse 23 45 PL, » 28 PL. " 73 PL Grünkohl 35 PL. 53 29 65 PL. Wirsingkohl 35 Pf. 39 85 Pf., 48 Pf. Weisskohl 35 Pf. 27 93 $ 70P, 40 Pf. Kohlrabi 25 PL. 47 九 19 58Pf. ,, 34 Pf. Kohlrabiköpfe 45 Pf. 24 Pt. 68 Pf., D. 40 Pt. Spinat Rote Rüben 45 pt., 35 Pf., " 28 Pf. 23 PL 53 13 39 90Pf., 50 Pf. Morcheln I 99 80 Pf., 45 Pf. Morcheln 23 91 52 PL., 32 Pf. Pfefferlinge 99 1.30, 1.10, 50 PL," 70 Pf. " 60 PL " 30 Pt. 35 48PC Champignons II 1.25, 70 Pf. 95 55 39 Junge Schoten IV 38 Pf. Schoten u. Karotten ,, 60 PL. Karotten I 68 Pf., 39 Karotten 48 PL.," 40 Pf. 30 PL " Karotten in Streifen 30 PL 9 Abschnitt- Spargel Kaiserschoten extra Kaiserschoten Junge Schoten extraJunge Schoten I Junge Schoten II Junge Schoten III fein 39 29 دو Gänse Enten Pfund 62 Pf. Stück 2.40, 2,95 Mk. Suppenhühner Stück 1.65, 2 Mk. Brathühner Stück 1.45, 1.85 MK Puten Poularden darm Art Pfund 80 Pf. Pfund 1.15 Mk. Pfd. 1.25 Pfd. 1.10 1 Pfd. Mk. Pfd. 1.90 1.10 Brech- u. Schneidebohnen Dose 25 Pf., 1% Dose 40Pf., 2%, Dose 65 PL. Brech- u. Schneidebohnen Ia. Dose 45 Pf., Dose 28 PL Wachsbohnen Dose 42 PL. FRÜCHTE- KONSERVEN D. Saure Kirschen ohne Steine 95 Pf., Saure Kirschen mit Steinen 65 Pf., Erdbeeren in Zucker Aprikosen halbe Frucht Himbeeren 39 D. 53 Pf. Kompott- Ananas in Scheiben Zervelatwurst In RindSalamiwurst In Rinddarm Pfd. 1.25 Plockwurst Schinkenspeck Kassel. Rippespeer Pfd. 95 Pf. Lachsschinken Pariser Schinken Prager Art, zum Backen Gänsebrüste Pfd. Pfd. 1.50 Echtes Budapester Mehl Pfd. 24 Pf. Kaiser- Auszugmehl Pfd. 18 Pf. Weizenmehl 00 Pfd 15 Pf. 1.40, 38 Pf. 75 Pf. Dose 1.25,%, Dose 75 Pf. Sultaninen I Pfd. 80 Pf. Dunst- Früchte 19 " 1.20, 65 PL. Sultaninen Il Pfd. 65 Pf. Stachelbeeren, Johannisbeeren, Pflaumen, Birnen 55 Pf. 25 1.25, „ 68 P Heidelbeeren, Kirschen mit Steinen Dunst- Früchte in Zucker Glas Rosinen Pfd. 65 Pf. 38 1.30, 70 PL 91 Kirschen ohne Steine Glas 72 Pf. Pfd. 38 Pf. 33 68 Pf., 40 Pf. 99 99 65 Pf., 38 Pf. 93 99 70 PL., 40 Pf. Pfd.1.10 Mk. Pfd. 90 Pf. Pfirsiche Johannisbeeren Stachelbeeren Birnen weiss und rot, halbe Frucht " Preisselbeeren, D.70P., Pa. 1.700 Pra.3.30 ca. ca. Apfelmus D. 58 PL, P. 1.10, 10Prd. 2.50 Kalifornische Früchte Aprikosen, Pfirsiche, Birnen Aprikosen, Pfirsiche, Weintrauben Ananas in Scheiben zur Bowls Dose 1.80 ½ Dose 1 Mk. % Dose 1.50,% Dose 85 Pf. Dose 48 PE Himbeeren Glas 90 Pf., Pflaumen Glas 50 Pf. Kirschen ohne Steine 38 Pf. Deutsche Marmeladen Glas Aprikosen, Himbeeren, Erdbeeren, Johannis 2.85 Mk. Eimer ca. 2 kg beeren Gemischte Marmelade Eimer ca. 2%, kg 1.20, Eimer ca. 5 kg 2.25 Mk. FISCH- KONSERVEN Bratheringe Bismarckheringe Heringe in Aspic Dose 47 PL 33 47 Pf. 40 PC. 99 Delikatessheringe in verschiedenen Saucen Dose 83, Dose 52 Pf. Nordseekrabben Dose 70,% Dose 40 Pf. Russ. Sardinen u. Anchovis Glas 25 Pf. Sardinen in Öl % Dose 35, 45 Pf. Französ. Sardinen in Öl: Marke Chancerelles Amieux Frères ¼ D. 90 PL.,%, D. 1.40 D. 1 MK., D. 1.65 in Tomaten%, D. 70, D. 95Pf. Korinthen Riesenmandeln suss und bitter Pfd. 1.30 Mk. Mandeln süss und bitter Zitronat Apfelsinen Dutzend 40, 50 Pf. Zitronen Dutzend 28, 38 Pf Amerikan. Äpfel Pfund 22 Pf. Trauben- Rosinen Suchoix 85 Pf. Schalenmandeln Pfund 90 Pf. Pf. Französ. Wallnüsse Pfd.38 P Haselnüsse lange, 48 Pf., Prude 35Pf. Paranüsse Datteln Pfund 70 Pf. Aal in Gelee Lachs in Gelee Dose 80 PL Dose 1.10 Lachs- Kotelettes Dose 1.50, Dose 1 Mk. PRÄSENTKÖRBE Feigen Karton 50 Pf. Kistchen( ca. 1 Pfund 33 Pf. Pfund 25 Pf. Kranzfeigen von 5 Mk. Mk. an An den Sonntagen vor Weihnachten sind unsere Geschäftshäuser geöffnet: Leipziger Strasse von 12 bis 5 Uhr Rosenthaler- u. Oranienstr. von 1 bis 7 Uhr Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw. Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Dr. 290. 28. Jahrgang. Donnerstag, 18. DeMber 1906. Der Massenstreik vor Gericht. Vor der Strafkammer in Weimar hatte sich gestern die Ge- ttossin Rosa Luxemburg wegen der Rede verantworten, die sie auf dem Jenner Parteitag in der Diskussion über den Massenstreik gehalten hat. Der Zuhörerraum war dicht gefüllt, teils waren die Parteigenossen erschienen, teils die Damen der höchsten Bourgeoisie, die gekonimen waren, um dem Schauspiel der VerHand- lung gegen unsere Genossin beizuwohnen. Auch der Landgerichts- Präsident war zur Stelle und selbst ein Vertreter des Mnisteriums fehlte nicht. Die Staatsanwallschast vertrat Staatsanwalt Doktor B l o ch m a n n, Verteidiger war Rechtsanwalt Kurt R o s e n f e l d aus Berlin. Kurz nach 8 Uhr eröffnete der Vorsitzende die Verhandlung. Nach Erledigung der Formalitäten erklärte Genossin Luxemburg aus Befragen, sie ziehe es vor. sich zunächst zur Sache nicht zu äutzern, nur soviel wolle sie sagen, datz sie entschieden bestreitet, sich irgend- wie straibar gemacht zu haben. Bezüglich des Wortlauts ihrer Rede verweise sie auf das offizielle Parteitagsprotokoll. Dies wurde nunmehr verlesen, und zwar vom Referat des Ge- nosien Bebel an bis zu der Rede der Genossin Luxemburg. Bei der Verlesung der Rede des Genossen Bebel wird der PassuS über den Heineschen Artikel in der Mitte abgebrochen. Der Verleidiger beantragt, gerade diese Stelle zu verlesen. Dies geschieht. Die Stelle lautet: »Er lHeine) weist dann darauf hin. welch ungeheuerliche Ur- teile die Gerichte, namentlich die Militärgerichte fällen würden, weil cS nach seiner Meinung gar nicht möglich ist. eine so große und gewaltige Bewegung in ruhiger Weise durchzuführen, schon an- gesichts der Provokation der Gegner. Als ich mit einem Partei- genossen über den Artikel sprach, sagte dieser: Heine hat. natürlich ohne cS zu wollen, einem Staatsanwalt ausgezeichnetes Material zu einer Rede geboten. Ich antwortete, so dumm ist kein Staatsanwalt; eS sind ja nicht gerade die Dümmsten, die Staatsanwälte werden.(Heine: Wenigstens so dumm sind sie nichtig Stadthagen: Doch, die Dümmsten sind es. Heiterkeit.) Ich bin ja überzeugt, Genosse Stadthagen, daß Sie viel klüger sind, als alle Staatsanwälte zusammen.(Große Heiterkeit.) Nein, so dum in ist selbst der dümmste Staats- anwalt nicht; mit derartigen Anklagen, wie sie uns Heine ausmalt, würde er selbst vor einen: Klassengericht abblitzen." Der Staatsanwalt beantragt nunmehr, auch die Rede der An- geklagten aus dem letztjährigen Parteitag in Mannheim zur Ver- lesung zu bringen. Hierzu erklärt der Verteidiger, daß er zwar nicht einseben könne, wozu diese gar nicht zur Anklage stehende Rede verlesen werden solle, die Angeklagte habe aber nichts zu verheimlichen und denke gar nicht daran, ihre Anschauungen zu verbergen, und des- halb wolle er der Verlesung auch dieser Rede nicht widersprechen. Die. Verlesung erfolgt. Als einziger Zeuge wird vernommen der Polizeikommissar Vogel-Jena, der auf dem Parteitage als.Ueberwachender" fungierte. Er beginnt zu erzählen, was die Angeklagte ungefähr gesagt habe. Doch das interessierte die Richter nicht. Der Vorsitzende fragt, wie die Angeklagte geredet und welchen Eindruck die Rede gemacht habe. Der Zeuge bekundet: Die Angeklagte hat sehr erregt und in großer Aufregung gesprochen. Ich hörte sie zum ersten Male, aber ich hatte den Eindruck, daß daS ihre Art sei und sie immer so spräche. Der Eindruck auf die Anwesenden ist schwer zu schildern; ich hatte den Eindruck, daß man die Angeklagte nicht ernst nimmt. Ein Student hat mir das be« fiätigt, denn er hat sich auch darüber lustig gemacht. Ich habe das auch bei den Reden der Frauen Zietz und Zetkin bemerkt, daß man die Frauen nicht ernst nimmt, denn wir sind noch nicht so weit, daß sich die Männer von Frauen in der Politik beeinflussen lassen.(Die Richter lächeln.) Der Beifall des Parteitages ist nach meiner Empfindung nur ironisch, nur spöttisch gemeint gewesen. Trotzdem aber glaube ich, daß es der Angeklagten ernst war. Ich hatte den Eindruck, daß die Angeklagte nicht im Augenblick, sondern für den gegebenen Fall zu Gewalttätigkeiten aufreize. Verteidiger: Wenn Sie den Eindruck halten, glaubten Sie nicht. daß hier zu strafbaren Handlungen aufgefordert wurde und wollten Sie die Angeklagte nicht sofort verhaften? Bors.: Das ist doch zweierlei, da nicht jeder, der Strafbares begeht, sofort verhastet wird. Augekl.: Habe ich nach der Meinung des Zeugen zu einem eventuellen Massenstreik oder zu»Gewalttätigkeiten" aufgefordert? Zeuge: Ich weiß wohl, daß beides nicht identisch ist, aber der Massenstreik wird zu Gewalttätigkeiten führen. Bors.: Das ist Ihre persönliche Ansicht. Damit ist die Beweisaufnahme geschlossen. Der Staatsanwalt Dr. Blochman» plädiert: Nachdem Bebel auf dem Parteitage zugunsten des Massenstreiks gesprochen hatte, äußerten andere Redner Bedenken dagegen, weil der Massen- streik zu einer gewaltsamen Revolution mit einer Niederlage der Arbeiter fükiren würde. Dann kam die Angeklagte und sprach mit Hohn und Spott gegen diese Bedenken, zumal wir im Jahre der »glorreichen russischen Revolution" lebten.„Wir wären ja Esel. wenn wir daraus nicht lernen wollten" und, so äußerte sie und betonte, daß wir aucki in Deutschland aus dem Punkte seien, wo die Evolution in die Revolution umschlage. Heine erwidert sie, er habe keine Fühlung mit den Massen, die stets ihr Blut verspritzt hätten, wie die Geschichte beweise, jetzt aber solle das Blut ciimial für die eigene Klasse verspritzt werden. DaS sind die Hauptpunkte der Rede, die sich weniger init dem Massenstreik als mit der Revolution befasse. Ja. die Angeklagte erwähnte nur ab und zu den Massenstreik, um über die Hauptsache, die Revolution reden zu können. Dadurch wird aber die Anreizung zu Gewalt- tätigkeiten in die so wie so schon verwirrten Massen ge- schleudert, und der Hinweis auf daS Kommunistische Manifest. daß die Proletarier nicht« zu verlieren hätten als ihre Ketten, kröne den»blutigen Ernst" der Rede. Die An» geklagte will, daß die Ziele der Sozialdemokratie nicht auf parlamentarischem Wege oder auf dem Wege des Massenstreiks er- reicht werden, sondern durch gewaltsamen Umsturz; und die Rede sollte die Massen aufreizen, ihre Ketten zersprengen. Wie in Ruß- land, so solle e« auch bei uns geschehen. Das alles stellt Aufforderungen zu Gewalttätigkeiten dar. Aber die Worte sind auch schon geeignet, die Massen in innerste Erregung zu versetzen. Daß der Zeuge die Rede nicht ernst genommen habe, damit tut er der Angeklagten keinen Gefallen, denn eS kommt gerade in Betracht und fällt strafverschälseud inS Gewicht, daß die Ange- klagte eine große Rolle i» der Partei spielt und durch ihre RückfichtS- losigtcit bedeutenden Einfluß hat und somit besonders gefährlich ist. Ich beantrage vier Monate Gefängnis. Verteidiger Rechtsanwalt Kurt Rosenfeld: Ich bitte den Gerichtshof, hier ganz außer Betracht zu lassen, ob die Angeklagte in Erregung gesprochen oder Führerin einer großen Partei ist; hrer kommt nur die Handlung der Angeklagten in Betracht. Und da fehlen zur Erfüllung des Z 130 alle Merkmale. Man hätte ja die Antlagc überhaupt nicht erhoben, wenn nicht anfänglich ein falscher Bericht in einer Zeitung erschienen wäre. Nach dein falsche» und als falsch zugegebenen Bericht der »Jenaischen Zeitung"' sollte die Angeklagte gesagt haben:„Wir sind gewillt, die Gesellschastsordnung gewaltsam zu ändern". Aus diesen Bericht hin wurde das Verfahren eingeleitet, die Anklage aber noch erhoben, als sich schon herausgestellt hatte, daß die An- geklagte jene Worte nicht gesagt hatte. Jetzt mußte nun selbst der Polizeikommissar aussagen, daß er nicht den Eindruck hatte, als sei zu Gewalträtiakeiten aufgereizt worden. Das ist schon ent- Broschüre' erst wieder. unwiderleglich lehrt, daß beschlossen werden könne. scheidend. Der Staatsanwalt legt dem Wort Revolution einen Begriff unter, der im Widerspruch steht zur Wissenschast und zur Gesamtauffassung der sozialdemokratischen Partei. In Jena pflegte man eine Diskussion über den politischen Massenstreik, wobei eS sich nicht um eine Aufforderung oder gar Proklamierung eines solchen handelte. Die Angeklagte steht auf dem Standpunkt, daß ein Massenstreik und eine Revolution nicht künstlich gemacht werden können und nur Ergebnisse der historischen Enlwickelung find. Sie betont in ihrer kürzlich erschienenen" daß gerade die russische Revolutton das ein Massenstreik nicht aus freien Stücken Sie schreibt: »Die vereinzelten Beispiele von Beschlüffen und Abmachungen des russischen Parteivorstandes, die wirklich den Massenstreik aus steien Stücken proklamieren sollten, wie z. B. der letzte Versuch im August dieses Jahres nach der Duma- Auflösung, sind fast gänzlich gescheitert. Wenn uns also die russische Revolutton etwas lehrt, so ist es vor allem, daß der Massenstreik nicht künstlich»ge- macht", nicht ins Blaue hinein„beschlossen", nicht.propagiert" wird, sondern daß er eine historische Erscheinung ist, die sich in gewissem Moment aus den sozialen Verhältnissen mit geschichtlicher Notwendigkeit ergibt. Nicht durch abstrakte Spekulattonen also über die Möglichkeit oder Unmöglichkeit, den Nutzen oder die Schädlichkeit des Massen- streiks, sondern durch die Erforschung derjenigen Momente und derjenigen sozialen Verhältniffe, aus denen der Maffenstteik in der gegenwärtigen Phase des Klassenkampfes erwächst, mit anderen Worten: nicht durch subjektive Beurteilung des MasienstteikS vom Standpunkte des Wünfchbaren, sondern durch objekttve Unter- suchung der Quellen des Massenstreiks vom Standpunkte des geschichtlich Notwendigen kann daS Problem allem erfaßt und auch diskutiert werden." Genau denselben Standpunkt hat die Angeklagte auch in ihrer Mannheimer Rede vertreten, deren Verlesung der Herr Staatsanwalt dankenswerterweise selbst beantragt hat. Die Angeklagte, die dies geichrieben und gesprochen hat, kann unmöglich zur soforttgen Inszenierung des MasienstteikS, geschweige zur Revolutton aufgefordert haben. Aber selbst wenn sie eS hätte, so lväre darin nichts Strafbares, denn der Streik ist gesetzlich erlaubt und auch derjenige zur Erringung politischen Einflusses. Demnach kann eine Aufforderung zum Maffenstteik niemals strafbar sein. Die Gerichte haben wiederholt dahin entschieden, daß die Aufforderung zum Massenstreik nicht strafbar sei. weil mit der Durchführung eines MasienstteikS nicht notwendig Gesetzesverletzungen und strafbare Handlungen verbunden sein müssen. Der Staatsanwalt operiert fortgesetzt mit dem Hinweise der Angeklagten auf Rußland, dabei sind die russiichen Arbeiter nur in ihren Kampf getrieben worden und bringen nur notwendige Opfer. höchst auffällig ist es, daß der Staatsanwalt in der Zitierung der Schlußsätze des Kommunistischen Manifestes etwas besonders Straf- bares findet. Diese Schrift ist doch nicht verboten, sie ist vielmehr in vielen Auflagen in Deutschland verbreitet und in Berlin er- schienen. Uebrigens wandte sich die Angeklagte nicht an. die großen Massen, sondern an die Delegierten zum Parteitag, und zwar zu dem Zwecke, sie geneigt zu machen, die Resolutton Bebel anzunehmen, in der nur fiir gewisse Fälle. „gegebenenfalls" die Anwendung des Massenstreiks für zulässig er- klärt wird. Die Angeklagte kann demnach gar nicht»verschiedene BevölkerunaSklassen" zu Gewalttätigkeiten angereizt haben; ganz zu schweigen von einer den»öffentlichen Frieden ge- fährdenden Weise", da selbst der Polizeibeamte, der ja kraft seines Amte» mehr wie jeder andere dazu neigt, Sttaf- bares wahrzunehmen, diesmal keinen Anlaß zum Eingreifen ge- funden hat. ES ist doch unverständlich, daß die Erörterung des Problems des Massenstreiks st r a f b a r, die Aus« führung aber gestattet sein soll. Die ganze BersammlungS« sreiheit würde untergraben und vernichtet sein, wenn eine solche Rede nicht mehr gehalten werden dürfte. Fehlen demnach alle Voraussetzungen des§ 130. so muß Freisprechung erfolgen. Der Staatsanwalt: Selbst Bebel hat auf dem Parteitage gesagt, daß die Angeklagte eine echt revolutionäre Rede gehalten habe und David hat erklärt, die Rede der Angeklagten sei ein Rückschlag in den alten RevolutionariSmuS. Es sei doch offensichtlich, daß die Angeklagte vom Maffenstreik lediglich deshalb spreche, um unter diesem Schein die Rede auf die Revolution halten zu können. Es sei auch in Jena nicht lediglich ein« theoretffche Diskussion ge- lvesen, an der die Angeklagte teilgenommen hat. In Mannheim hat sie ebenfalls über den Massenstreik und von seiner Anlvendung für den Fall einer Intervention Preußens in Rußland und bei inter- nationalen Verwickelungen gesprochen. ES müsse weiter berück. sichttgt werden, daß dte Straßenkrawalle in Sachsen und vor allem in Hamburg in ursächlichem Zu- sammenhang mit den Reden der Angeklagten ständen. Der Verteidiger erhebt gegen den Versuch des Staatsanwalts, die Angeklagte für die Vorgange in Hamburg verantwortlich zu niachen, Protest. Die dortigen Ereignisse seien nicht Schuld der Sozialdemokraten, sondern, wie gerichtlich festgestellt sei, Schuld der Hamburger Polizei. Dies werde eventuell der Polizeipräsident von Hamburg selbst bekunden müssen. ES scheine schlecht um die Sache des Staatsanwalts zu stehen, daß er solche Dinge, die mit der Red« der Angeklagten auch nicht das Geringste zu tun hätten, und außerdem unrichtig seien, in die Verhandlung hineinziehe. Borsitzender: Ich erteile nunmehr der Angeklagten das Wort. Ich ersuche sie aber, sich kurz zu fassen. � � � Verteidiger: Ich muh darum bitten, daß die Redefrerhelt der Angeklagten nicht beschränkt wird. Borfiliender: Ich wollte nur Wiederholungen vorbeugen. Rosa Luxemburg: Herr Gerichtspräsident, ich pflege mich auch sonst nicht zu wiederholen. Ich will nur, nachdem mein Verteidiger die juristischen Gesichtspunkte hervorgehoben hat, einige Ausführungen über meine in meiner Partei allgemeine Auffassung in der Frage des Massenstreiks und der Gewaltanwenduntz machen. Zunächst eine Bemerkung über das letzte Argument des Herrn Staatsanwalts. Ich muß offen sagend, daß ich geradezu erstaunt war über den Leicht. sini», mit dem ein offizieller Vertreter des Rechts einer Drei. Millionenpartei, wie die Sozialdemokratie, die Schuld bei solchen Vorgängen wie die Hamburger Straßenkrawalle unterschieben kann. Der Vorsitzende unterbricht die Angeklagte, um den Ausdruck L e i ch t s i n il zu rügen und warnt sie vor dergleichen Aeußerungen, die der Sache gar nicht dienlich seien.„„ Rosa Luxemburg: Ich glaube aber gerade auf die, sagen wir, Leichtigkeit hinweisen zu müssen, mit der der Staatsanwalt uns, entgegen einer ausdrücklichen gerichtlichen Feststellung, für die Hamburger Krawalle verantwortlich machen will, denn diese Probe ist auch charakteristisch für die Leichtigkeit, mit der er im gegebenen Fall mir in meiner Jenaer Parteitagsrede die Absicht zuschiebt, zu Gewalttätigkeiten angereizt zu haben. � Vor allem sei mein erregter Ton em belastendes Moment. Nun, der Ton ist ja individuelle Temperamentssache. Aber eS ist doch klar, daß man sehr erregt sprechen und dabei eine streng wissenschaftliche Auffassung vertreten kann, ebenso wie man sehr ruhig reden und dabei eine sehr krüde, unwissenschaftliche und ausi reizende Auffassung darlegen kann. WaS meine Auffassung in der Massenstrcikfrage� betrifft, so vertrete ich ja gerade die Ansicht, daß man weder eine Revolution, noch einen großen, ernsten Massen- streik künstlich machen oder provozieren kann. Da sich der Herr Staatsanwalt auf meine Rede in Mannheim berufen bat. so darf ich wohl auch zur Klarlcgung meiner Auf- fassung hier einige Stellen auS einer Schrift von mir verlesen, nämlich aus der Broschüre über den Massenstreik, die gerade zum Mannheimer Parteitag geschrieben war. Da sage ich Z. B. auf Seite 33: »Es genügt, das Bisherige zusammenzufassen, um auch über die Frage der bewußten Leitung und der Initiative bei dem Massenstreik Aufschluß zu bekommen. Wenn der Massen- streik nicht einen einzelnen Akt, sondern eine ganze Periode des Klassenkampfes bedeutet, und wenn diese Periode mit einer Re- volutionsperiode identisch ist, so ist es klar, daß der Massen- streik nicht aus freien Stücken hervorgerufen werden kann, auch wenn der Entschluß dazu von der höchsten Instanz der stärksten sozialdemokratischen Partei ausgehen mag. Solange die Sozial- demokratie es nicht in ihrer Hand hat, nach eigenem Ermessen Revolutionen zu inszenieren und abzusagen, genügt auch nicht die größte Begeisterung und Ungeduld der sozialdemokratischen Truppen dazu, eiue wirkliche Periode der Massenstreiks als eine lebendige mächtige Volksbewegung ins Leben zu rufen." Und endlich auf Seite 50: „Wenn es einerseits schwerlich mit Sicherheit vorausgesagt werden kann, ob die Vernichtung des allgemeinen Wahlrechts in Deutschland in einer Situation eintritt, die unbedingt eine sofortige Massenstreikaktion hervorrufen wird, so ist eS anderer- seitS ganz sicher, daß, sobald wir in Deutschland in die Periode stürmischer Massenaktionen eingetreten sind, die Sozialdemokratie unmöglich auf die bloße parlamentarische Defensive ihre Taktik festlegen darf. Den Anlaß und den Moment vor- auszubestimme»,, an dem die Massenstreiks inDeutschland ausbrechen sollen, liegt außer- halb der Macht de-r Sozialdemokratie, weil e s außerhalb ihrer Macht liegt, geschichtliche Situationen durch Parteitagsbeschlüsse her- beizuführen. WaS sie aber kann und muß, ist, die politi- scheu Richtlinien dieser Kämpfe, wenn sie einmal eintreten, klar- legen und in einer entschlossenen, konsequenten Taktik formu- lieren. Man hält nicht die geschichtlichen Ereignisse im Zaum. indem man ihnen Vorschriften macht, sondern indem man sich im voraus ihre wahrscheinlichen berechenbaren Konsequenzen zum Bewußtsein bringt und die eigene Handlungsweise danach einrichtet." Das ist meine Auffassung in bezug auf den Massenstreik und Sie können daraus ersehen, wie weit sie von den Vorstellungen des Herrn Staatsanwalts entfernt ist. Besonders erschwerend soll für mich der Umstand sein, daß ich so häufig in meiner Rede auf die russische Revolution hingewiesen habe. Aber die russische Revolution ist nun einmal das erste große geschichtliche Experiment mit dem Kampfmittel des Massenstreiks und jeder ernste soziale Forscher, und sei er auch ein bürgerlicher Gelehrter, der das Problem deS Massenstreiks studieren und be- urteilen will, muß sich unbedingt an die russische Revolution wenden und aus ihr seine Erkenntnis schöpfen. Nun aber noch ein wichtiger Gesichtspunkt: von welcher Be- schaffenheit war das Auditorium, das ich zu Gewalttätigkeiten an- gereizt haben soll? Ich sprach, nicht einmal in einer Volksversamm- lung, sondern auf einem sozialdemokratischen Parteitag; ich sprach also vor einer Versammlung von Männern, die die Elite der auf- geklärten Arbeiterklasse Deutschlands darstellen. Und nun meine ich, das ist eine wahrhaft kolossale Unterschätzung der politischen Reife und der Intelligenz der sozialdemokratischen Agitatoren, wenn man glaubt, sie wären so leicht durch eine erregte Rede zu Gewalttätigkeiten anzureizen. Es liegt darin überhaupt eine un- geheure Unterschätzung des aufklärenden und veredelnden geistigen Einflusses, den die 40 Jahre sozialdemokratischer Schulung auf die deutsche Arbeiterklasse geübt haben. Und ich sage offen, ich hätte genau dieselben Ausführungen nicht bloß auf dem Parteitag, sondern in einer beliebigen sozialdemokratischen Volksversammlung gemacht und machen können, ohne daß unsere Arbeiter entfernt an Gewalttätigkeiten gedacht hätten. Ja, hat denn das deutsche Prole- tariat nicht in den letzten Jahrzehnten zur Genüge bewiesen, wie sehr eS volitisch reif, wie sehr es seine Leidenschaften gegenüber allen Aufreizungen im Zügel zu halten vermag? Denn wahrhaftig nicht mit Worten, sondern mit Taten wird eS genügend tagtäglich aufgereizt. Glauben Sie denn, daß eine Bolksmasse, die nicht durch das Soziali st engesetz, durch die Umsturzvorlage, die Zucht Hausvorlage, den fiungertarif, durch die jetzige Anti-Gewerl- chaftSvorlage zu Gewalttätigleiten gegen die herrschenden Klassen aufzureizen ist, daß die sich durch ein paar Worte über die Revolution dazu hinreißen läßt? Ich wundere mich, daß der Staatsanwalt nicht, statt mich anzuklagen, die Urheber all jener Gesetze und Vor- lagen in Anllagezustand versetzt, denn diese Taten sind wahrhaft geeignet, die besitzlosen Massen in höchstem Grade aufzureizen, und sie würden sicher zu Gewalttätigkeiten führen, wenn— ja, wenn eben nicht der vertiefende und klärende Einfluß der Sozial- demokratie wäre! Der Staatsanwalt meinte, ich leugne durchaus den revolutio« nären Charakter meiner Jenaer Rede. DaS ist ein vollkommener Irrtum. Ich habe revolutionär geredet und ich rede immer re- volutionär, wie unsere ganze sozialdemokratische Agitation revolutionär ist. Aber nicht in dem Sinne der seltsamen Vor- stellung des Staatsanwalts, der die Hamburger Krawalle auf die revolutionäre Wirkung der Sozialdemokratie zurückführt, sondern in dem Sinne, daß wir eine vollkommene, gründliche Umwälzung der bestehenden Gesellschaftsordnung anstreben. Und auch die Rolle der Gewalt negiere ich dabei gar nicht. Nur stehe ich mit meiner Partei dabei auf dem Standpunkt, daß die Initiative zur Anwendung der Gewalt stets von den herrschenden Klassen aus- geht, auf dem Standpunkt, den unser Lehrmeister Friedrich Engels im Jahre 18S2 in der»Neuen Zeit" präzisiert hat, Engels schrieb: »Wie oft haben die Bourgeois uns nicht zugemutet, wiv sollten unter allen Umständen auf den Ge, brauch revolutionärer Mittel verzichten und innerhalb der gesetzlichen Grenzen bleiben- jetzt, da daS Ausnahmegesetz gefallen, das gemeine Recht wieder hergestellt ist für alle, auch für die Sozialisten l Leider sind wir nicht in der Lage, den Herren Bourgeois diesen Gefallen zu tun. Was aber nicht verhindert. daß in diesem Augenblick nicht wir diejenigen sind, die„die Gesetzlichkeit kaput macht". Im Gegenteil, sie arbeitet so vor, trefflich für uns, daß wir Narren wären, verletzten wir sie, so, lange dies so vorangeht. Viel näher liegt die Frage, ob es nicht gerade die Bourgeois und ihre Regierung sind, die Gesetz und Recht verletzen werden, um uns durch die Gewalt zu zermalmen? Wir werden das abwarten. Inzwischen:»schießen Sie gefälligst zuerst, meine Herren" Bourgeois! Kein Zweifel, sie w e.r d e n zuerst schießen. Eines schönen Morgen« werden die deutschen Bourgeois und ihre Regierung müde werden, der alles überströmenden Springflut des Sozialismus mit ver- schränkten Armen zuzuschauen; sie werden Zuflucht suchen bei der Ungesetzlichkeit, der Gewalttat. Was wirds nützen? Die Gewalt kann eine kleine Sekte auf einem beschränkten Gebiet erdrücken; aber die Macht soll noch entdeckt werden, die eine über ein ganzes großes Reich ausgebreitete Partei von über zwei oder drei Millionen Menschen auszurotten imstande ist. Die Kontre- revolutton, momentane Uebermacht kann den Triumph des Sozialismus vielleicht um einige Jahre verzögern, aber nur» damit er dann um so vollständiger und endgültiger wird." Dies ist unsere Auffassung. Und nun bitte ich Sie zum Schluß, mich freizusprechen. Nicht weil ich mich vor einer eventuellen Ge- fängnisstrafc fürchte, gilt cS. die uns von der herrschenden Justiz für unsere Ueberzeugungen zudiltierten Gefängnisstrafen zu er- tragen, so sagt sich jeder Sozialdemokrat, um in dem Bisniarcksche!» Äuchenlatein zu reden: Nescio, quod mihi niagis farcimcntuin, zu deutsch: Ich weiß nicht, was mir mehr Wurst wäre Aber ich bitte Sie um den Freispruch, weil die Verurteilung eine| gestellt werden, daß der Massenstreit an sich Witterungsübersicht vom 12. Dezember 1906, morgens 8 Uhr. Ungerechtigkeit wäre und ärgerniserregend in den sozialdemo- eine geseklich erlaubte und nicht strafbare tratischen Kreisen wirken würde. Tat sei. Nach einstündiger Beratung wird das Urteil verkündet. Es lautet auf 2 Monate Gefängnis. Wafferstand am 12. Dezember. Elbe bei Aussig Meter, bei Unstrut bei mündung+2,08 Meter.- Dder bei Brieg+2,64 Meter. Oder bei Ratibor+1,58 Meter. Neiße Oder bei Breslau Unterpegel 0,68 Meter. Dresden-0,70 Meter, bei Magdeburg+ 2,14 Meter. Straußfurt Der Vorfißende erklärt bei der Urteilsbegründung, daß durch die Art und Weise, wie die Angeklagte in Jena gesprochen hat, das Bürgertum beunruhigt worden ist und die besitlosen Klassen in eine Stimmung bersetzt worden sind, in der sie zu Gewalttätigkeiten geneigt sind. Deshalb habe das Gericht verurteilen müssen, wobei strafschärfend die Vorstrafen der Angeklagten und ihre Bedeutung innerhalb der Partei hätten in Betracht gezogen Winden. werden müssen. Sachlich müsse allerdings fest= Für den Inhalt der Jnierate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 13. Dezember. Anfang 7 Uhr. Meter. Stationen Barometer. stand mm Wind richtung Windstärke Better Zemp. n. G. 5° E. 4°. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke -2 Haparanda 757 N -3 Petersburg 748D 1 Aberdeen Baris Swinemde 755 Hamburg 755 SD Berlin 757 WSW Frants.a. M. 757 SW 761 S 761, NW 4 bedeckt 1 moltig 2 bedeckt -2 Scilly 3 Schnee 4 Schnee-1 3 wolfig Wetter- Prognose für Donnerstag, den 13. Dezember 1906. Etwas wärmer, ziemlich trübe und regnerisch bei mäßigen südlichen München Berliner Wetterbureau Schiller- Theater. Doppelselbstmord. Bauernpoffe in 4 Akten von Ludwig Anzengruber. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Donnerstag, abends8Uhr: Mathias Gollinger. Lustspiel in 4 Aufzügen von Oskar Blumenthal und May Bernstein. Freitag, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. Sonnabend, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Freitag, abends 8 Uhr: Frau Inger von Oestrot. Sonnabend, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Kgl. Opernhaus. Der Evangeli- Palast- Theater. Prater- Theater. mann. Kgl. Schauspielhaus. Das Glas. haus. Deutsches. Das Wintermärchen. Weften. Der Schmetterling. Lorking. Der Waffenschmied Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Mathias Gollinger. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Doppelselbstmord. Lessing. Der heimliche König. Neues Schauspielhaus. Der Kleines. Die Feinde. Gurm. Berliner. Sherlod Holmes. Neues. Die Condottieri. Komische Oper. Pariser Leben. Zentral. Der Zigeunerbaron. Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. wilden Westen. Herr Hauptmann b. Köpenick. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Luisen. Ein Wintermärchen. Bernhard Nose früher Garl Weiß. Das Käthchen von Heilbronn. Trianon. Bo ist der Papa? Vorher: Herr Hups. Walhalla. Spezialitäten. Avollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Massen- Vorstellungen von erstklassigen Spezialitäten vom 1. bis 31. Dezember 1906 arrangiert von der 186/ 16* Internationalen Artisten- Loge. E. V. Berlin. 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Jm Hörfaal 6 Uhr: Die Vorläufer der Wirbeltiere und einige ihrer eifrigsten Vertreter. Im Hörsaal 8 Uhr: Gesellschaftsleben bei höheren Tieren. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes. Anfang 8 Uhr. Sonntag Gastspiel L. Biörna: Liselott. Bellealliancestr. 7/8. Heute abend 7, Uhr: Der Waffenschmied. Abonnements gültig. Morgen Freitag: Undine. Residenz- Theater. Direttion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Florette und Patapon. Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und Pierre Beber. Dienstag, 25. Dez., nahm. 3 Uhr: Mittwoch, 26. Dez., nachm. 3 Uhr: Frou Frou. Eine Hochzeitsnacht. Bernhard Rose- TheateR Große Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Theater des Westens Das Käthchen von Heilbronn. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Abends 7, Uhr: genannt das Phänomen. Die hochinteressante Truppe der Moki- Indianer. u. a.: Neu! Der Kriegstanz. Dir. 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Stellungnahme zu der von der Zentralfommission der Krankenfaffen Berlins vorgeschlagenen Zentralisation der Krankenkassen nach Industriegruppen. 3. Mitteilungen des Vorstandes und Allgemeines. Berlin, 6. Dezember 1906. Der Vorstand. 214/3 Poppe, Borsigender. Jonen u.QUEST RP Kalbleder Braun, Schriftführer. MIN CA Album- und Lederwaren- Fabrik Oskar Gundau Oranienstr. 30 Adalbertstr. Ecke Gr. Lager aller Arten Lederwaren und Schmu cksachen zu billigen Preisen. 3182L* am 10. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Donnerstag, den 13. Dezember, nachmittags 32 Uhr, von der Zeichenhalle des Golgatha- Kirchhofes in der Barfusstraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Maler, Lackierer, Auftreicher und verwandter Berufsgen. Filiale Berlin. ( Bahlstelle Charlottenburg.) Am Dienstag, den 11. d. M., verschied unser langjähriges Mitglied Adolf Leue im 30. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen Freitag, den 14. d. M., nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes, Fürstenbrunner Weg, aus statt. 126/11 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege !!! Wurst!!! Franz Giede Landzwiebelleberwurst Braunschw. Kalbsleberwurft Thüringer Rotwurst Westfälische Mettwurst Bommersche Schlackwurst am 8. Dezember 1906 an Herzschwäche und Blutvergiftung ver storben ist. Pfd. 0,60 1, DOP 0,55 " 0,75 " 1,15 " 1,35 151/9 . 1,30 B 1,10 " Holstein. Schladiv., Dauerw. Delit.- Schinken i. g.( 2-3 Bfd.) Schinkensped, i.St. 1-2 Pfd. westfälischer: ganz mager 1,25 Bommersche Gänsebrüste Ia 1,50 Landsped htes. Schlacht., fett 0,80 Fleischwaren" " Johs. Striepling, Großhandlung. Köpenickerstr. 150/51. 2. Invalidenstr. 147( Bergstr.). 3. Brunnenstr. 196( Rof. Tor). 4. Friedrichstraße 21( a. b. Halle). 5, KottbuserDamm 43( Hermannplak). Zigarren- Geschäft Ehre seinem Andenken! Der Sektions- Vorstand. Dienstag früh verschied nach langem Leiden unser lieber Bater, der Zimmerer 2945 Wilhelm Otto. Die Beerdigung findet Freitag nachmittag 3 Uhr auf dem Wilmersdorfer Kirchhof statt. Die trauernden Kinder. in bester Lage Berlins, frequente Allen Kollegen und Freunden und Straße, neue Einrichtung, gut gehend, Bekannten, die meinem unvergeßlichen Familienverhältnisse halber sofort oder Mann, dem Schriftfeger Philipp später zu verkaufen. Kein Lager Schmitt die legte Ehre erwiesen eventuell zu übernehmen. 2956 haben, meinen tiefgefühltesten Dank. Näheres in Friedrichsberg, Kron Wwe. Emilie Schmitt, prinzenstraße 3, im Bigarrengeschäft. 3026 geb. Frank. Vorzugs- Preise. teppiche Felleu. Fell' nur so lange der Vorrat reicht, echt chinesische Ziegenfelle in grau, weiß, wolfund braunbärfarb. a 10, 8.50, 7 und 5,50 M. 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Freitag, den 14. Dezember 1906, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Große Wahl zweier Revisoren Baudeputierten- Versammlung. in folgenden Lokalen statt: Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Wernaus Festsäle, Schwedterstr. 23. Boekers Festsäle, Weberstr. 17. Graumanns Festsäle, Naunynstr. 27. Wiemers Restaurant, Bülowstr. 58. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47/49. Metzdorf in Charlottenburg, Potsdamerstr. 44. Thiel in Rixdorf, Bergstr. 152. Wahrendorf in Steglitz, Schloßstr. 117. Böhle in Spandau, Neumeisterstr. 5. Kaufhold in Ober- Schöneweide, Wilhelminenhofstr. 18. Tempel in Rummelsburg, Alt- Boxhagen 56. Hellwig in Köpenick, Schönerlinderstr. 5. Schmutz in Weißensee, König- Chaussee 38. Gehlhaar in Tegel, Berlinerstr. 92. Ohne Mitgliedsbuch kann niemand wählen. Die Stimmzettel werden am Eingang zu den Wahllokalen verteilt. Wahlleiter ist der Kollege Josef Hartmann, Engel- Ufer 15 I. 161/10 Die Ortsverwaltung. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Weihnachts Ausverkauf! Großer Boften Japaner- und Berjer Teppiche, 2 Meter lang, 2,35, 3,65, 5,85. Bettvorleger, Stüd 0,38, 0,84, 1,25, 1,85, 2,15, 2,65, 2,95 ul., nur so lange Borrat. 20918* 151/8 Wir erwarten, daß in dieser Versammlung jeder Bau vertreten sein wird. Verbandsbuch legitimiert. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Branche der Maschinenarbeiter. Montag, den 17. Dezember 1906, abends 8, Uhr, Andreas- Festsälen( Juh. F. Walter), Andreasstr. 21: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom alten Verband. 2. Liegt es im Intereffe der Branche, daß sämtliche Maschinenarbeiter Groß- Berlins der Berliner Zahlstelle angehören? Referent: Sollege Jaeck. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen muß jedes Mitglied erscheinen. 98/9 Die Kommission. Die Adreffen der Obleute sind: Süden, Südwest: Fri Hübner, Branchenleiter, Nigdorf, Elbeffraße 34, born parterre. Wilhelm Unger, Cuvrystr. 37, vorn III. Willi Thielemann, Friedrichsbergerstr. 12, Stfl. I. Otto Neumann, Korjörerstr. 21, Stfl. II. Süd- Ost: Ost, Nord- Ost: Norden, Moabit: Die Verbandsleitung. für Ober- Schöneweide. Am 21. Dezember 1906, nachm. 3 Uhr, findet im Restaurant Weirich, Wilhelminenhofstr. 15, eine außerordentliche General- Versammlung der Bertreter der Arbeitgeber behuss Wahl eines Vorstandsmitgliedes statt, ( Ersatz Pillwig). 298/8 Um pünktliches und zahlreiches Er scheinen ersucht Der Vorstand. E. Huth, H. Rodenbusch, Borsigender. Schriftführer. Ober- Schöneweide, den 12. 12. 1906. Zentral- Verband der Töpfer Deutschlands. Filiale Berlin. Freitag, den 14. Dezember, abends 5 1hr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal): Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Antrag des Borstandes betreffend das Ausfouleuren in zwei Firmen. 2. Antrag John betr. prozentuale Mantogelder für die Hülfskaffierer. 3. Die Verlegung der Arbeitslosen- stontrolle in die Bezirke. 4. Verschiedenes. Die außerordentliche Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert das Er. scheinen sämtlicher Kollegen. 211/18 Anfang präzise. Der Vorstand. KLEINE KIDS 21 Prg. Cigarelle Beliebteste Türk. Tabak-& Cigaretten- Fabrik ,, Klos" o E. Robert Böhme, Dresden. Kleine Anzeigen Monatsanzüge und Winter paletots von 5,00, Joppen von 4,50, Hofen von 1,50, Gebrodanzüge von 12,00, Frads von 2,50, sowie für forpulente Figuren. Neue Garderobe zu staunend billigen Preisen, aus Pfandleihen verfallene Sachen lauft man am billigsten bei Naß, Mulad ftraße 14. 2675* = Eckbestillation, gutes Parteilotal, schöne Räume, zu verkaufen. Bu erfragen bei Th. Friedländer, Spiri tuosen- Importgeschäft, Kaiser FranzGrenadierplatz 5. 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Die Ortsverwaltung. Einsetzer! Gesperrt sind sämtliche Bauten der Firma Wenkels Nachfolger, Schulz, Grabowski, Gaul & Zilinski, Mariendorf. Bis jetzt sind ermittelt: Bau Stabernack, Lichterfelde, Bahnstr. 54, Lichterfelde, Starlstraße. Steglit, Schönebergerstraße. Luisenstift, Dahlem, Podbielsti Straße. Salensee, Trabenerstr. 73. Kaatz, Brik, am Stanal. Sachse, Mariendorf, Feldstraße. Fürstenhof, Potsdamer Platz. Der Obmann. B. 290. 23. Jahrgang. 3. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 13. Dezember 1906. Nr. Partei- Angelegenheiten. bergerstraße 27. ausfall sich ergeben hat. Um aber in Rücksicht auf die schon über- hatte die Hauptmaschine bedient und wollte einen Gegenstand, der mäßig hohen Fleischpreise nicht noch zur Steigerung beizutragen, von dritter Hand dicht neben die Maschine gelegt worden war, entwurde beschlossen, die Schlachtgebühren um die Summe fernen. Als er sich bückte, wurde sein Jakett von dem Maschinenherabzujeßen, um welche die Schaugebühren erhöht werden, An die Parteigenossen Berlins und der Provinz Brandenburg! o daß für die Schlächter und die Konsumenten die Gebühren rabe erfaßt und H. selbst in das Getriebe nachgezogen. Der Aermste Zu der im Januar 1907 erscheinenden Lokallifte ersucht die Lokal beränderung keine Schädigung bedeutet. Festgestellt sei auch gegen war, bevor der Unglücksfall bemerkt und die Maschine zum Halten Tommission, alle Aenderungen resp. Neuaufnahmen an die nach über den agrarischen, Behauptungen, daß die hohen Gebühren der gebracht werden konnte, mehreremal herumgeschleudert worden. Völlig verzeichneten Kommissionsmitglieder bis spätestens Sonntag, städtischen Schlachthäuser das Fleisch im Preise erhöhen, daß zermalmt wurde sein Körper aus dem Getriebe herausgezogen. Kurz den 23. Dezember cr. gelangen zu lassen: Berlin an Gebühren über 500 000 Mark weniger erhebt, darauf erlag H. den furchtbaren Verlegungen. Seine Leiche wurde Für den I. Wahlkreis an den Genossen Jakob Ege, Neue Roß- als es nach dem Kommunalabgabengesetz zu erheben berechtigt wäre. polizeilich beschlagnahmt. ftraße 12. Tagesordnung für die Situng der Stadtverordnetenversammlung Die Diebstähle von Fuhrwerken auf offener Straße häufen sich Für den II. Wahlkreis an den Genossen Heinrich Schröder, Hagels am Donnerstag, den 13. Dezember, nachmittags 5 Uhr: Vorlage in legter Beit immer mehr. Nachdem erst fürzlich über einen berFür den III. Wahlkreis an den Genossen Karl König, Jahn- betreffend die anderweite Festlegung der Besoldungsverhältnisse des artigen Diebstahl berichtet wurde, wird uns jezt mitgeteilt, daß vorLehrpersonals an den Gemeindeschulen. Berichterstattung des gestern wiederum zwei Wagen von der Straße fortgestohlen worden Straße 24. Für den IV. Wahlkreis an den Genossen Karl Rott, Straß- abschlüsse für 1905 betreffend die städtischen Markthallen und die ein Rollwagen der Firma Hermann Töhler, Schmidstr. 9a, für einen Ausschusses für Rechnungssachen über: 24 Rechnungen, die Jahres- find. An der Ecke der Markus- und Langestraße stand vorgestern abend mannstraße 29. Für den V. Wahlkreis an den Genossen Friedrich Rausch, ausschusses auf Vermehrung seiner Mitglieder für das Jahr 1907 Gelegenheit, schwang sich schnell auf den Bock und fuhr mit dem städtischen Wochenmärkte sowie über den Antrag des Rechnungs- furzen Augenblick unbeaufsichtigt. Ein dreister Dieb benutzte diese Winsstraße 12. Für den VI. Wahlkreis an den Genossen Richard Henschel, um 10, also von 20 auf 30.- Berichterstattung über die Wagen davon. Vor dem Hause Fischerstr. 11 wurde gestern ein Vorlagen betreffend die Anlegung einer Privatstraße auf Geschäftsfuhrwert des Wäscheverleihinstituts Müller, PalisadenWollinerstraße 51. Für Teltow- Beeskow an den Genossen Karl Rohr, Rigdorf, die Aufnahmen zweier dem Gasanſtaltsgrundstück an der Augsburgerstraße und straße 103, gestohlen. Das Gefährt war mit Wäsche hochbeladen neuer Straßen 86 c und 30 a in gewefen. Die beiden Wagenmarder konnten leider noch nicht Selchowerstr. 22. Für Nieder- Barnim an den Genossen Robert Ried, Rummels- der Abteilung X1 des Bebauungsplanes sowie den Erwerb ermittelt werden. eines Schulgrundstückes in der Schöningstraße, die Festsetzung burg, Kantstr. 22. von Fluchtlinien für einen neuen Straßenzug zwischen der KönigSpandau, Mittelstr. 13. Für alle übrigen Orte an den Obmann der Kommission. Wir ersuchen die Parteigenossen dringend, die Einsendung der Mitteilungen möglichst zu beschleunigen, damit wir in der Lage sind, eine Liste herausgeben zu können, die auch allen Anspruch auf Vollständigkeit machen kann. Zu der Schamlosigkeit, die am Sonntagabend im Marienbab in Für Potsdam Osthavelland an den Genossen Karl Linz, gräger und Lennéstraße in der Verlängerung der Boßstraße, die der Badstraße verübt wurde und über die wir in der gestrigen baulichen Unterhaltung und des Betriebes des Obduktionshauses für Marienbad, Herr Nagel, mit, daß ihm von dem Vorfall erſt burch Aenderung des Vertrages mit dem Fiskus wegen der Kosten der Nummer unseres Blattes berichteten, teilt uns der Inhaber des Lokals das königliche Institut für Infektionskrankheiten auf dem Gelände unser Blatt Kenntnis geworden und er davon ganz überrascht ſei. des Rudolf Virchow- Krankenhauses, die Bewilligung von Mitteln Er hielte in seinem Lokal streng darauf, daß nur anständige Gäste zur Bestreitung von Verwaltungsausgaben für das zur Hafenanlage Am Sonntagabend wären wohl eine Anzahl junger Leute in sein verkehrten, ganz gleich, ob es Arbeiter oder andere Personen feien. erworbene Terrain hinter dem Johannisstifte, Antrag von Mitgliedern der Versammlung, den Magistrat zu ersuchen, mit der Verfammlung in gemischter Deputation zu beraten, wie der Empfang fremder Staatsoberhäupter in einer der Würde der Stadt entsprechenden Weise zu gestalten sei. Den Ankauf eines Schulgrundstückes an der Genterstraße- die Beantwortung der zu den Jahresabschlüssen der Stadthauptkasse für die Etatsjahre 1903 und 1904 gestellten Anfragen und Einstellung erhöhter und neuer Zuwendungen in den Spezialetat 49 für 1907. Den Kommissionsmitgliedern in den Orten der ländlichen Kreise zur Kenntnis, daß dieselben vor Herausgabe jeder neuen Liste sofort einen Bericht an den Obmann ihres Kreises einzusenden haben, gleichgültig, ob Veränderungen vorgekommen find oder nicht. Drte, aus denen ein Bericht nicht eingeht, werden in Zukunft in der neuen Liste nicht aufgeführt. Alle nach dem 23. Dezember einlaufenden Mit teilungen fönnen nicht mehr berücksichtigt werden. Bei dieser Gelegenheit weisen wir auch wiederum darauf bin, daß alle Zuſchriften, Mitteilungen, Anfragen usw. stets durch die oben angegebenen Kommiffionsmitglieder an den Obmann der Kommission zu richten sind und nicht, wie es leider noch sehr häufig geschieht, direkt an die Redaktion des Vorwärts", da hierdurch nur unnötige Verzögerungen eintreten, welche eine eventuelle Publikation der betreffenden Mitteilungen illusorisch machen können. " " Der Dbmann der Lokalkommission: Richard Henschel, N. 28, Wollinerstraße 51 II. In Sachen des Achtuhr- Ladenschlusses macht nunmehr der Polizeipräfident offiziell bekannt, daß die Abstimmung unter den beteiligten Geschäftsinhabern nicht die erforderliche Zweidrittelmehrheit ergeben habe und infolgedessen dem Antrage auf Einführung des AchtuhrLadenschlusses nicht entsprochen werden könne. ofal gekommen, denen aber nichts berabfolgt worden sei. Ob etwa diese Leute sich die von uns gekennzeichnete Roheit hätten zuschulden tommen lassen, entziehe sich seiner Kenntnis. Zu dieser Mitteilung wollen wir noch ausdrücklich bemerken, daß auch nach unserer Darstellung Herr Nagel nach keiner Richtung hin für den Vorfall verantwortlich zu machen ist. Von einem schweren Verlust, durch dessen eventuellen Schadenersatz eine Existenz bedroht ist, ist gestern ein Angestellter der Klischeefabrit Stinn, Alte Jakobstr. 24 betroffen worden. Um 5 Uhr abends wurde in der Adalbertstraße ein Handwagen mit Schriftfäßen gestohlen. Wer über den Verbleib etwas mitteilen kann, wolle das an obige Adresse gelangen lassen. Das Friedrich- Wilhelmstädtische Schiller- Theater( N.) wird vom Zur Lehrergehaltsvorlage, die heute in der Stadtverordneten- 1. Januar an eine Invasion des Lustspielhauses erleben, das hier bersammlung verhandelt werden foll, ist von den Stadtverordneten eine Nebenstelle seiner Stassenstüde gastspielmäßig eröffnet. Im Cassel und Rosenow folgender Antrag eingebracht worden:" Wir Herbst wird das Theater wieder höheren Zwecken dienstbar gemacht beantragen: Die Versammlung wolle beschließen, die Alters- unter der Direktion Oskar Wagners, der mit Hebbels, Nibelungen" Zur Lokallifte! In Nieder- Schönhausen steht uns das Jahren 200 M.( statt 150 M., wie der Magiftrat vorgeschlagen eröffnen will. zulagen für Gemeindeschullehrer wie folgt zu normieren: nach am 6. September das dann wieder Volkstheater gewordene Haus Zolal Reu- Karlshof"( Jnh. Karl Manke), Beuth- und Char- hat), nach 9 Jahren 400 m., nach 11 Jahren 700., nach In der Urania in der Taubenstraße wird bis auf weiteres der Tottenstraßen- Ede, zu den bekannten Bedingungen zur Verfügung. 14 Jahren 900 M., nach 17 Jahren 1200 m. und so fort, bis sie mit frühere, durch farbige Lichtbilder erläuterte Vortrag:" FrühlingsDie Lokalkommission. 31 Jahren 2300 M. Alterszulagen erreicht haben." tage an der Riviera" wiederholt. Der Proletarier, der diese Alt- Glienicke. Am Sonnabend, den 15. d. Mts., hält der Wahl- Die Antragsteller wollen also das Grundgehalt von 1450 M., wundervollen Gegenden nicht selbst schauen kann, muß sich genügen wenn seine Mittel ihm oerein bei Saß feine legte diesjährige Mitgliederversammlung ab. wie der Magistrat es beantragt hat, unverändert lassen und nur bei laffen, sich im Geiste dorthin zu versetzen Auf der Tagesordnung steht: 1. Bericht der Delegierten von der den Alterszulagen 50 M. mehr als der Magiftrat vorgeschlagen hat, die Ausgabe für einen Abendbesuch der Urania noch gestatten. Kreis Generalversammlung. 2. Bericht der Gemeindevertreter. nach siebenjähriger Dienstzeit bewilligen. Eine Kanarienausstellung veranstaltet vom 15.- 17. Dezember in 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Untergrundbahn und Straßenbahn. Die Straßenbahn ist wieder Lokale Dranienstr. 180 der Verein Kanaria I Berlin. Erscheinen ersucht Der Vorstand. genötigt, wegen des Baues der Untergrundbahn auf dem SpittelFeuerwehrbericht. Vorgestern abend hatte die Feuerwehr in der Neuenhagen a. b. Dftbahn. Sonntag, den 16. Dezember, nach- markt die Nachtwagen der über den Blaz gehenden Linien abzumittags 4 Uhr, findet bei Wünsche, Bahnhofstraße, die Wahlvereins- lenken. Die Gesellschaft für den Bau von Untergrundbahnen be- Stopischestr. 3 zu tun, wo in einem Badezimmer Feuer ausversammlung statt; gleichzeitig fommen die Parteitagsprotokolle absichtigt, in den Nächten vom 12. bis zum 15. d. 9. die Einlegung gekommen war. Gleichzeitig wurde die Wehr nach der Zimmerzur Verteilung. Es ist Pflicht aller Mitglieder zu erscheinen. von Fahrbahntafeln auf dem Spittelmarkt auszuführen. Es ist straße 99 gerufen, to Gas aus einer schadhaften Gasleitung ausdazu notwendig, die Betriebspause der Straßenbahn auf die Zeit geströmt war und eine Explosion befürchtet wurde. Die Wehr beNieder Schönhausen. Den Genossen zur Nachricht, daß die von 2 bis 5 Uhr nachts auszudehnen. Während dieser Stunden feitigte die Gefahr. Ferner hatte die Wehr vorgestern abend einen Parteitagsprotokolle am Donnerstag zur Ausgabe gelangen. Ge- gehen deswegen die über den Spittelmarkt verkehrenden Züge der Brand in der Leipzigerstr. 117 zu löschen. Desgleichen liefen aus der noffen, welche darauf reflektieren, können dieselben von abends 8 Uhr Linien 74 Königstor- Schöneberg und 78 Frankfurter Allee- Stephanstr. 18, Manteuffelstr. 6, Goßlerstr. 34 und anderen Stellen ab bei Dücker, Eichenstr. 70, in Empfang nehmen. Mitglieds- Wilmersdorf über die Jerusalemerstraße, Oberwallstraße, Jäger- Feuermeldungen ein, Fußböden, Balkenlagen, Kleider usw. brannten buch ist mitzubringen. straße, den Werderschen Markt, den Schloßplay, die Breitestraße, den Kölnischen Fischmarkt in beiden Richtungen. Berliner Nachrichten. Die Wertzuwachssteuervorlage im Ausschuß. ein dort. Vorort- Nachrichten. Wilmersdorf. Proselyten zu machen versuchte in verschiedenen Heimarbeiter bersammlungen am Dienstag der Verlag der Deutschen Warte", der auch die„ Berliner Hausfrau", eine Wochenschrift für Haus wirtschaft und Mode usw. herausgibt. Er ließ einen Sonderabdruck eines in der Hausfrau" erschienenen Artikels:„ Das Lied vom Die Gemeindevertretung beschäftigte sich am Montag in ausIn der gestrigen achten Sigung des Stadtverordnetenausschusses Hemd", in welchem von der schlechten Lage der Heimarbeiterinnen gedehnter Sigung unter anderem mit der Regulierung des Hohengur Vorberatung der Magistratsvorlage betreffend einer Wert die Rede ist, verbreiten, um den Anschein zu erweden, als ob zollerndammes im Zuge der Preußischen und Württembergischen zuwachssteuer wurde die erste Lesung der Vorlage zu Ende geführt. dieses Familienblatt" sich ernsthaft um die Lage der Heim- Straße. Bereits in der vorigen Sigung hatten einige Mitglieder Die Debatte drehte sich hauptsächlich um die Frage der arbeiterinnen mühe. Das ist natürlich nur eine grobe Täuschung. von einer nicht vorschriftsmäßigen Anlage des Reitweges, sowie von Ermittelung der Wertsteigerung. Von den Hausbesitzern waren zu Mit ein paar feichten, fentimentalen Redensarten ist da einer Begünstigung der Westlichen Bodengesellschaft gesprochen. diesen Bestimmungen zwei lange Anträge eingegangen, in denen nicht geholfen. Soll eine Besserung eintreten, so müssen diese Gemeindevertreter Haberland rügte das Verhalten der Mitglieder; das Recht verlangt wurde, alle nur irgend möglichen Lohnsllavinnen darauf hingewiesen werden, daß zunächst die gewertes liege nicht im Interesse der Gemeinde, ohne vorangegangene Ausgaben, die Hausbesitzer je haben fann, dem fchaftliche Organisation eines dieser Mittel ist und außerdem die Information des Dezernats derartige Anfragen an den GemeindeAnschaffungspreis hinzurechnen zu dürfen, um auf diese Weise politische Vertretung der Arbeiterklasse, die Sozialdemokratie, die borsteher zu richten. Nach dem vorliegenden Exposé tönne diese die Wertsteigerung möglichst herabzumindern. Es sollen nach diesen Gesetzgebung zwingen muß, helfend einzugreifen. Daß solche Mittel Angelegenheit, ohne das Ansehen der Gemeinde zu schädigen, beAnträgen dem Anschaffungspreis zu, vom Wertzuwachs also abge- von der Hausfrau" sowenig wie von der Deutschen Warte" vor- schlossen werden. Hiergegen wandte fich Herr Göbbels, indem er rechnet werden nicht nur Straßenbautosten, Kosten der Kanalisation, geschlagen oder gar gefördert werden, ist selbstverständlich in feiner darauf hinwies, daß die Sache bereits die Deffentlichkeit beschäftigt Bauzinsen, Architektenhonorare, alle Stempel, Umsatzsteuer, Gerichts- Weise der Fall. Im Gegenteil werden diese Bestrebungen in der hätte. Assessor Brohm beleuchtete dann die Angelegenheit von der juristischen Seite. Die Behauptung, daß bei der Anlage des und Anwaltskosten, Provisionen, Kosten von Hypothekenbeschaffungen niederträchtigsten Weise bekämpft und begeifert. usw., sondern z. B. bei den Straßenbaukosten selbst eine 4prozentige Weges nicht vorschriftsmäßige Bordschwellen verwendet worden Die Ueberbrückung der Fahrstraße am Spittelmarkt im Zuge der feien, bastere auf den Vorschriften der Polizeiverordnung, Verzinsung dieser Kosten seit dem Tage der Zahlung. Solchein Bes fei indes nur anzuwenden bei den Bürgersteigen. gehren standen die Anträge unserer Vertreter schroff gegenüber, die Leipzigers und Gertraudtenstraße für den Untergrundbahnbau ist nun- biefe' fei bezwvedten, die Zahl der anrechnungsfähigen Ausgaben herabzu mehr fertiggestellt worden. Ebenso ist der Brückenbau im Zuge der Bürgermeister Habermann erklärte, daß die Gemeinde durch die mindern, insbesondere zu verhindern, daß den Spekulanten mit un- Wallstraße in der bollen Breite des zufünftigen Untergrundbahnhofs Verwendung alter Steine erhebliche Ersparnisse gemacht habe und bebauten Tarrains gestattet wird, dem Anschaffungspreis des Grund und Spittelmarkt beendet, so daß nunmehr mit den Unterminierungs- eine solche Beschwerde nur eine Bloßstellung der Gemeinde zum Bodens eine vierprozentige Verzinsung hinzuzurechnen. Nach langer arbeiten begonnen werden kann. Die hierfür erforderlichen Maschinen 3wved haben fönne. Die Herren zogen sich hierauf zurück und und lebhafter Debatte wurden, wie dies bei der Zusammensetzung sowie die. Betonierungsmaschinen sind in der vorigen Woche bereits erklärten nur, daß fie es für ihre Pflicht gehalten hätten, die Angelegenheit vorzubringen. Der Errichtung einer dritten höheren des Ausschusses vorauszusehen war, die Anträge unserer Genossen zur Aufstellung gekommen. abgelehnt, die hausagrarischen Wünsche mit großer Majorität zum Beschluß erhoben. werden. Der gestrige Schweineauftrieb mit 16 143 Tieren auf dem Mädchenschule im Ortsteil Halensee zu Ostern 1907 wurbe zu hiesigen Viehmarkt war weitaus der größte Schweineauftrieb im gestimmt. Des weiteren wurde die Gründung zweier technischer Die an sich schon so schwächliche Magistratsvorlage ist durch die Jahre 1906. Der Markt wurde troydem fast vollständig ge- Lehrerinnenstellen und einer Oberlehrerinstelle befchloffen. Der in erster Lesung gefaßten Beschlüsse zu einer Starikatur einer Wert- räumt. Der geringe Ueberstand bestand aus Tieren, die auf einen Regulierung der Landhaus- und eines Teiles der Günzelstraße zuwachssteuerordnung geworden und mit brutaler Offenheit wurde Schlachtviehmarkt nicht gehören. Angesichts der Biehnotdebatte im wurde zugestimmt; auch soll der Fahrdamm des Kronprinzendamm von den Wortführern der Majorität zugegeben, daß solches der Reichstage scheinen, wie die„ Allgemeine Fleischerzeitung" bemerkt, zum Schuße des Baumbestandes von 10 auf 8 Meter verschmälert Zweck der langen Uebung im Ausschuß gewesen sei. Die zweite die Landwirte besonders eifrig für die Beschidung des werden. Nach dem Auseinanderseßungsvertrage mit dem Kreisverbande partizipiert Wilmersdorf mit 25 Bros. am Kreisvermögen. Lesung wird nach erfolgter Drucklegung des Protokolls aufgenommen Marktes gesorgt zu haben. Da der Kreis für Chausseebauten jetzt dieses Kapital benötigt, Unter die Hufe schen gewordener Pferde ist gestern nachmittag wird der Antrag, den anteiligen Wilmersdorfer Betrag auf die Das Kuratorium des Vich- und Schlachthofes beschäftigte sich in in der Weinmeisterstraße die 14 jährige Schülerin Martha Lehmann nächstjährige Rate in Anrechnung zu bringen, angenommen. Wilmersfeiner letzten Sigung mit der Regelung der Arbeitslöhne. Diese geraten. Das Mädchen passierte, einen Kinderwagen schiebend, den dorf hat nun statt 235 193 m. nur noch 83 750 M. zu zahlen. Die Regelung wurde in folgender Weise vorgenommen: Ungelernte Ar- Straßenzug, als plöglich in der Nähe der Rosenthalerstraße die Errichtung einer Reichsbanknebenstelle ist vom Direktorium als unbeiter sollen 3,75 M. pro Tag Anfangelohn erhalten, steigend nach Pferde eines dort umbeaufsichtigt haltenden Geschäftswagens fcheuten begründet abgelehnt worden. Außerdem wurde noch mitgeteilt, daß und durchgingen. Die Tiere raften quer über den Damm auf die die Einwohnerzahl Wilmersdorfs 74 141 beträgt. drei Jahren auf 4 M., nach sechs Jahren auf 4,25 M. Für Kohlenarbeiter, Stanalarbeiter und sonstige schweren Arbeiten fleine 2. los, die infolge des Schreckens wie gelähmt stehen blieb soll außerdem eine Erhöhung von 25-35 Pf. stattfinden. Der und nicht auszuweichen vermochte. Das Kind wurde niedergeriffen fozialdemokratische Antrag, diese Erhöhung auf 50 Bf. und den all- und überfahren. Es erlitt außer inneren Verlegungen durch Hufgemeinen Lohnjay auf 4-5 M. festzulegen, auch eine bessere Be- tritte der Pferde auch Brüche beider Beine und mußte, nachdem ihm auf der Unfallstation die erste Hülfe zu teil geworden war, nach zahlung der Nachtarbeit vorzusehen, fand keine Gnade. Für Dunglader wird der Lohn von 3,75 auf 4 M. beztv. von dem Krankenhause Friedrichshain übergeführt werden. Das Gespann 4,25 auf 4,50 erhöht. Die Scheuerfrauen, die auf unserem Vieh- wurde an der Ecke der Alten Schönhauserstraße von einem Schutzund Schlachthof eine schwere Arbeit zu verrichten haben, sollen leer mann aufgehalten, bevor es weiteres Unheil anrichten konnte. ausgehen, nur nach 6jähriger Dienstzeit sollen 25 Bf. zugelegt Ein Türklinkenbieb auf der Stadtbahn wurde am Dienstag von werden und den Höchstlohn von 2,75 erreichen. Handwerker follen einem Reisenden bei seiner Arbeit" gefaßt und als der schon be lünftig auf Antrag der sozialdemokratischen Mitglieder Wochenlohn strafte Arbeiter" Biermann festgestellt. Man fand bei ihm noch an Stelle des bisher üblichen Stundenlohnes erhalten. Der Mindest mehrere Türklinken. John wurde auf 5 M. pro Tag und der Höchstlohn auf 6,50 M. erhöht. Die Arbeitszeit soll neun Stunden betragen. Um den Etat In der Maschine zermalmt. In der Militärwaschanstalt Blücherau balanzieren, mußten die Schaugebühren erhöht werden, straße 46 hat sich vorgestern abend ein schrecklicher Unglücksfall zu da durch das neue Fleischbeschaugesetz ein bedeutender Einnahme- I getragen. Der erste Maschinist, der 54jährige Alfons Halubschock, Rummelsburg. Achtung! Die Delegiertenwahlen aur hiesigen Drts. trantentasse finden heute abend 8 Uhr. im Restaurant der Witwe Weigelt, Türrschmidtstraße, statt. Die vom Gewerkschaftskartell aufgestellte Delegiertenliste beginnt mit dem Namen Handtte, Paul 16 064, und endet mit dem Namen Schubert, Gusta v 492. Wir ersuchen die Genossen, nur für diese Liste zu stimmen. Das Gewerkschaftstartell. J. A.: Brüschte. Mahlsdorf a. d. Ostbahn. Am heutigen Donnerstag, abends 8 Uhr, findet im Lokale voa Schliefe( früher Wernide) eine Versammlung der Hausväter unserer Gemeinde statt. Die Genoffen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Friede«»«. Besondere Fürsorge läßt die Friedenauer Gemeindevertretung den Einwohnern migedcihen. DaS bewies ein Beschluß der letzten Gemeindevertretersitzung, wonach eine Neufestsetzung des Brenn- kalenders erfolgen soll. Sämtliche Straßen Friedenaus werden elektrisch beleuchtet, es brennen an 200 Bogenlampen. Der Ausschuß des Elektrizitätswerkes ist zur Ansicht gekommen, daß die Brenn- dauer der halbnächtigen Lampen bis 10 Uhr herabgesetzt werden könnte; damit sollten jährlich an S4 0IX> M. gespart werden. Die Versammlung beschloß jedoch, die Brenndauer der halbnächtigenLampen nur bis 11 Uhr zu reduzieren. Daß dieser Beschluß bei der Einwohner- schast nicht gerade befriedigend wirkt, geht aus einer Reihe von Zu- schriften hervor, die wir seit einigen Tagen erhalten haben. Im Anschluß hieran wurde beschlossen, angesichts der in letzter Zeit vor- gekommenen Diebstähle, einen weiteren Nachtwächter anzustellen. Dieser Beschluß wäre an sich auch sehr zu begrüßen, wenn dem neu anzustellenden Wächter nicht die horrende Summe von 366 M. bewilligt worden tväre, das macht pro Tag eine Mark und einen drittel Pfennig. Die Friedenauer Gemeindevertretung kann auf diesen Beschluß gerade nicht sehr stolz sein, er Aeugt davon, daß in ihr sozialpolitische Erkenntnis so gut wie gar nicht vorhanden ist. Köpenick. Zu der Notiz„Ein braves Rettungswerk" wird uns noch mit- geteilt, daß nicht nur der Polizeibeamte Krüger, sondern auch das Mitglied der Arbeiter-Samariterkolonne Wahrenholz, Memeler- straße 46 wohnhaft, am Rettungswerk der drei in Lebensgefahr schwebenden Personen beteiligt war. Letzterer hat sogar an dem bereits bewußtlosen Stotzebahn erfolgreiche WiederbelebungS- versuche angestellt. Weißensee. Ein verkrachter Sozialistentöter. Der bei der hiesigen Arbeiter- schaft noch in Erinnerung stehende katholische Pfarrer Dr. Stephan, welcher bei der Reichstagswahl im Jahre 1393 mit seiner Garde eine sozialdemokratische Versammlung sprengte und als Saalabtreiber nicht nur hier, sondern auch in Berlin bekannt war, steht äugen- blicklich in Zwangsversteigerung mit seinem Grundstück Charlotten- durgerstraße 160. Das„Vereinshaus" ist für die nichtkatholische Arbeiterschaft stets gesperrt gewesen. Stephan hat bekanntlich auch das„Leo-Hospiz", mit dem die Genossen des 4. Kreises schon so manchen Strauß auszufechten hatten, gegründet. An seine sozialisten- töterischen Pläne dürfte St. nicht gerade mit Freude denken. Gerichts-Zeitung, Für Gastwirte und Vereine ist ein Strafverfahren von Interesse, das jetzt vom ersten Strafsenat des Kammergcrichts erledigt worden ist. An einem Junisonntag dieses Jahres hielt die Verbcmdszahlstelle der Maurer in Rüders- darf(Mark Brmrdenburg) im Zadeniackschen Lokal ihr Sommerfest ab, das ein Konzert einleitete. Gegen Abend wurde auch getanzt. Das Konzert begann bereits vor 3 Uhr nachmittags. Deshalb wurden der Vorsitzende Richter und der Wirt mit Geldstrafen be- dacht, und zwar wegen Uebertretung des§ 11 Absatz 3 der Ver- ordnung des Oberpräsidenten der Provinz Brandenburg über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage vom 4. Juli 1893. Darin heißt es:„Tanzmusiken. Bälle und ähnliche Lu st barkeiten in Gastwirtschaften und so n st igen Vergnügungslokalen, auch wenn sie in geschlossenen Gesellschaften stattfinden, dürfen Sonntags vor 3 Uhr nach- mittags nicht anfangen."— Das Landgericht als Bcrufungs- iiistanz erachtete die Bestrafung für gerechtfertigt und führte aus: Die Musik am frühen Nachmittag sei keine selb- ständige Musikaufführung gewesen, die dem ß 11 Abs. 3 nicht unterfiele, sondern ein TeilderLuft barkeit, die mit Tanz schloß. Das Ganze sei als eine e i n he it l i ch e Veranstaltung zu betrachten und falle unter 8 11 Absatz 3. Es hätte deshalb auch mit dem Konzert nicht vor 3 Uhr begonnen werden dürfen. Der Angeklagte legte noch Revision ein. Rechtsanwalt Gold- b e r g machte für ihn vor dem Kanrmergxricht geltend, daß die Auf- fassung des Landgerichts rechts irrig sei. Das ganze Fest hätte nicht als„Tanzmusik, Ball oder ähnliche Lust- barkeit" gemäß§ 11 Absatz 3 der Verordnung angesehen werden dürfen. Das Konzerts bei dem es sich um ernste Musik handelte, müßte für sich betrachtet werden. Dann wäre aber jene Vorschrift nicht anwendbar. Das Kammergericht verwarf indessen das Rechts- mittel mit folgender Begründung: Die Verurteilung sei auf Grund der„tatsächlichen Feststellungen" mit Recht erfolgt. Das Land- gericht bezeichne das Sommerfest als ein„geschlossenes Ganzes". Es sei kein Rcchtsirrtum, wenn das Landgericht eine einheitliche Lust- barkeit annehme, weil es sich um das Sommerfest eines bestimmten Vereins handele._ Der Prozeh Schneid» wurde gestern nach längerer Beweis- aufnähme auf Freitag vertagt, lieber die Ergebniste der VerHand- luug werden wir im Zusammenhang berichten. Die Botschaft des Engels. Vom Landgerichte Memel ist am 14. September 1905 die Schmiedemeistersehefrau Auguste Knopp wegen Betruges zu zwei Wochen Gefängnis und 500 M. Geldstrafe verurteilt worden. Sie hat in den Kreisen Jnsterburg, Gumbinnen und Memel längere Zeit hindurch die Gesundbeterei betrieben und außerdem als Heil- mittel kleine Flaschen mit Wasser verkaust, dem die Asche gewisser Holzarten beigemischt war. Nicht nur die Menschen„kurierte" sie auf diese Weise, sondern auch das liebe Vieh, nur daß für dieses Ab- kochnngeu von Satz als„Heilmittel" Verwendung fanden. Be- zahlung forderte diese weise Frau nicht, sie erhielt aber reichlich Geld von ihren Kunden. Montags und Freitags hielt sie „ S p r e ch st u n d e n" ab, die sich eines zahlreichen Besnches erfreuten. Vor Gericht be st ritt die Angeklagte, in betrügerischer Absicht gehandelt zu haben. Sie behauptete, als sie 22 Jahre alt war(d. h. vor 23 Jahren) sei ihr ein Engel erschienen und habe ihr gesagt, sie solle für die leidende Menschheit eintreten und den Kranken jene Mischungen geben, sie solle aber keine Bezahlung dafür nehmen, sondern mit dem zuftieden sein, was man ihr gebe. Das habe sie dann auch stets so gehalten. Von ihrem guten Glauben überzeugte sie aber das Gericht nicht. Denn es wurde festgestellt, daß die Angeklagte von dem die Zahlung ausschließenden Teil der„Botschaft des Engels" keinen Gebrauch gemacht und daß sie ferner sich nicht auf den heiligen Geist verlaßen hat, als ihr eigenes Kind krank war: da zog sie einen Arzt zu Rate.— Die Revision der Angeklagten ivurde am Dienstag vom Reichsgericht verworfen._ Versammlungen. Verband der baugewcrblichen Hülfsarbeiter. Am Sonntag- vormittag fand in den„Jttdustrie-Festfälen" eine Mitgliederver- fammlung des Zwcigvereins-Berlin und Umgegend statt, in der Redakteur W i n n i g aus Hamburg einen Vortrag über den Wert der Verkürzung der A r b e i t s z e i t hielt. Der inhalt- reiche Vortrag bot eine Fülle von Beweisen dafür, daß die Arbeits- zeitverkürzung sowohl für die Förderung der geistigen Entwickelnng der Arbeiterschaft, wie zur Besserung ihrer wirtschaftlichen Ver- Haltnisse und ihres Gesundheitszustandes notwendig ist, daß dort, wo übermäßig lange Arbeitszeit herrscht, die Löhne am niedrigsten, Krankheit und Siechtum am häufigsten sind, Alkoholismus und Unwissenheit den Knlturbestrebungen der Arbeiterbewegung den stärtsten Widerstand leisten. Darum mutz unter den Forderungen der Arbeiterschaft die Arbeitszeitverkürzung stets mit an erster Stelle stehen. �Die Arbeiterschaft des Baugewerbes wird beweisen, Patz sie für dicse�zu� einem guten Teile ideelle Forderung mit ihrer " KttiMtwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für' den ganzen Kraft zv kämpfen bereit ist.— Der Vortrag fand all. gemeinen lebhaften Beifall. Die Versammlung befaßte sich dann mit Verbandsangelegenheiten. Der Vorsitzende K r i e b o lo be- richtete über die Bautenkontrolle im September. Das Ergebnis der Kontrolle ist, weil dabei einige nicht ihrer Aufgabe gewachsenen Kollegen mit tätig waren, so ausgefallen, daß kein klares Bild über die Verhältnisse gewonnen werden konnte, weshalb auf die Ver- öffentlichung verzichtet werden mußte. Zum Delegierten des außerordentlichen Gewerkschaftskongresses wurde Gräber gewählt. Die Zahlstelle Berlin des Deutschen Buchbinderverbandes hatte am Sonntag eine außerordentliche Generalver- s a m m lu n g. Zunächst verhandelte man über den Antrag der kombinierten Verwaltungssitzung, den Lokalzuschlag von 15 Pf. für männliche und von 10 Pf. für weibliche Mitglieder beizubehalten. Nach kurzer Debatte wurde der Antrag gegen vereinzelte Stimmen angenommen.(Vielfaches Bravo!) Der Entwurf zu einem neuen Ortsstatut der Zahlstelle Berlin beschäftigte dann die Versammlung. Er enthält eine ganze An- zahl Aenderungen gegenüber dem bisherigen Zustande. Nach einer Generaldebatte wurden die Bestimmungen einzeln durchgenommen. Erledigt wurden zehn Paragraphen. Darauf wurde, die Vertagung der außerordentlichen Generalversammlung beschlossen, mit der Maßgabe, sie in acht Tagen fortzusetzen. Von den angenommenen Bestimmungen seien»inige erwähnt. Die Ortsverwaltung ivird zukünftig aus 13 Personen bestehen, aus dem ersten Vorsitzenden, dem ersten und zweiten Kassierer, dem Schriftführer und neun Beisitzern. Die Beisitzer müssen aus allen Branchen und den Vororten gleichmäßig gewählt werden. Während der erste Vorsitzende und der Schriftführer in der Januar-Gcneral- Versammlung gewählt iverden, bedürfen die Beisitzer in dieser Lcr- fammlung nur der Bestätigung, da sie in den betreffenden Branchenversammlungen zu wählen sind. Die Wahl der beiden Kassierer, welche zugleich Angestellte der Zahlstelle sind, unterliegt den diesbezüglichen Anstellungsbedingungen. Mit dem bisherigen festen System von Mitgliederversammlungen, die alle Monat stattfinden mußten, ist gebrochen worden. Sic sollen nur noch nach Bedarf stattfinden. Neben ihnen sind von Zeit zu Zeit Bezirksversammlungcn abzuhalten, die neben der Förde- rung der Bildung usw. gleichzeitig der Erörterung wichtiger Ver- bandsangelegenheiten dienen sollen. Die Zahlstelle bindende Be- schlüsse dürfen hier nicht gefaßt werden. Berband deutscher Barbiere, Friseure und Pcrückenmacher- Gehülfcn. Berlin. Heute, pünktlich abends 10 Uhr, im Lokale Schilling-. straße 36: Mitgliederversammlung. Berband der Friseurgehülfen Deutschlands.(Zweigverein Berlin und Vororte.) Heute abend 9'/, Uhr, Rosenthalerstr. 57: Diskussionsabend. — Zweigverein Rixdorf: Heute abend 9'/, Uhr bei Schmidt, Berlineritr. 14, Versammlung.— Zahlstelle Charlottenburg: Heute, Donnerstag, den 13. d.M., abends 3tzz bei Mertens, Krummestr. 43, Mitgliederversammlung, Vortrag. Vermischtes. Die eigene Mutter ermordet haben soll der knapp 19 jährige Tischler Paul W i p p e r t von Halle. Die Tat wurde am Dienstag früh im Hause Karlstraße 31 entdeckt. Man fand die Erschlagene, Waschfrau W i p p e r t in ihrer Souterrainwohnung auf dem Sofa mit zertrümmertem Schädel vor. Der junge Mensch soll seine Mutter, um sie zu berauben, von hinten beim Essen mit einem Hammer überfallen haben. Er ist verhaftet und gilt als ein arbeitsscheuer Tunichtgut, der seiner Mutter, die allein steht und sich recht und schlecht durch Waschen ernährte, schon viel Kummer und Sorge bereitet hat. Die Leiche im Koffer. Wegen Raubes wurde, wie wir in der gestrigen Nummer be- reits mitteilten, am Dienstag der Möbelhändler Meyer aus Meschede zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Verhandlung vor dem Schwurgericht hatte am 5. Dezember begonnen. Die Schuldfragen, deren erste verneint wurde, lauteten: Ist der Angeklagte schuldig, im Juli 1905 zu Wildungen im einheitlichen Zusammenhange 1. die Witwe Bogel vorsätzlich getötet zu haben, und zwar, indem er die Tötung mit Ueberlcgung ausführte, 2. dieser gehörige Sachen mit Gewalt weggenommen zu haben und zwar indem durch die Anwendung der Gewalt der Tod der Frau Bogel verursacht worden ist? Die 74 Jahre alte Fra» Vogel wurde im Juli 1905 ermordet, die Leiche wurde in einen Koffer gezwängt, Meyer schlief neun Monate lang in dem Zimmer, in den, der Koffer mit der Leiche stand. Meyer schickte im April dieses Jahres den Koffer mit Inhalt zur Aufbewahrung an eine Speditionsfirma. Als man am 11. Mai den Koffer wegen des Geruchs öffnete, fand man die Leiche vor. Meyer wurde in Amerika verhaftet und nach Deutsch- land transportiert. Die gegen ihn in der Verhandlung vorgebrachten Indizien sprachen überzeugend für seine Schuld. Da Meyer nur wegen Mordes und Raubes ausgeliefert war und der Beweis, daß Meyer die Tar„mit lleberlegung" ausgeführt(nicht möglicherweise nur Totschlag ausgeführt hatte) nicht klar war, so bejahten die Geschworenen nur die zweite Frage. Wegen Totschlages(vorsätzliche Tötung ohne lleberlegung) hatte eine Auslieferung nicht stattgefunden, konnte also auch eine Verurteilung nicht erfolgen, da nur wegen der Delikte, derenthalben ausgeliefert ist, das Verfahren stattfinden darf. llebcr ein erschütterndes Drama auf hoher See wird berichtet: Am vergangenen Sonntagnachmittag gegen 3 Uhr sichtete bei schwerem Weststurm der Steuermann des auf der Fahrt von Liban nach Stettin begriffenen, der Reederei Haubuß in Stettin gehörigen Dampfers„Curonia" auf der Höhe von Rixhöft zwischen den lang- rollenden Wellenbergen ein bemanntes Boot, dessen Insassen sich in dem Wüten der Elemente vergeblich durch Rufen bemerkbar zu machen versuchten. Kapitän Jahnke ging sofort an das Rettungs- werk und versuchte zunächst, das Boot auf die Leeseite, d. h. die Schutzseite zu bekommen, um ein Zerschmettern an den Wanten der„Curonia" zu vermeiden. Nicht weniger als dreimal mußte er das Boot umkreisen, bis ihm das gelang. Markerschütternd gellten indessen die Hülferufe der Unglücklichen, welche nach den ersten beiden Manövern wohl glauben mochten, der Dampfer werde weitere nutzlose Versuche ausgeben und sie ihrem Schicksal hülflos überlassen. Dazu steigerte sich der Sturm immer mehr, und der Anprall der Wogen wurde schließlich so stark, daß Kapitän Jahnke befürchtete, es möchte ihm aus Deck alles wch- geschlagen werden. Die 15 im Boot befindlichen Schiffbrüchigen wurden nun, als das Boot leeseits lag, Mann für Mann geborgen. Fast alle waren nur mit Hemd und Hose bekleidet und hatten des- halb furchtbar unter der Kälte gelitten. Als man den letzten, einen 19jährigen Burschen, an der Leine auf Deck zog, schlug er noch ein- mal die Augen auf und war im nächsten Augenblick eine Leiche. Die Ueberlebenden gehörten zur Besatzung des Rostocker Dampfers„Heinrich Gehrke", der die Nacht vorher leck gesprungen und gesunken war. Das erste zu Waffer gelassene Großboot war sogleich zerschmettert worden, die 15 waren dann in dem zweiten Großboot in die stürmische See hinausgefahren. Der Kapitän des„Heinrich Gehrke" und sein Steuermann suchten sich im Kleinboot zu retten. Von dem sinkenden Schiff'kamen sie noch ab, dann blieben sie spurlos verschwunden. Eine der furchtbaren Sturz- wellen muß das leichte Boot augenblicklich verschlmigen haben. Die von der„Curonia" Geretteten kämpften seit dem frühen Morgen verzweifelt um ihr Leben und schöpften das immer wieder voll Wasser laufende Boot mit ihren Südwestern aus, bis ihnen die Glieder nahezu völlig erstarrten. Die„Curonia" brachte die Schiff- brüchigen sowie die Leiche ihres Kameraden nach Swinemünde, von wo sie nach Rostock übergeführt wurden. Ein Akt der Verzweiflung. In Linden bei Hannover er- hängte die Ehefrau eines Arbeiters ihre drei Kinder im Alter von 2 bis 9 Jahren und dann sich selbst. Der Grund zur Tat ist längere Krankheit der-Frau.________ gnseMknttilvkr»ntw,: Tj|7 Glocke, Berlin. Druck u, Perlag: Vorwärts Bn MigrZnin gestorben. Infolge Gebrauchs von Migränin gegen Kopfschmerz verstarben in Chemnitz zwei Frauen. Mehrere andere Personen erkrankten. In allen Fällen stammte das Pulver aus derselben Apotheke. Die Staatsanwaltschaft hat eine Unter- suchung eingeleitet und die in der betreffenden Apotheke noch vor- gefundenen Migränepulvcr beschlagnahmt. Verkehrsstörung. Auf der Eisenbahnstrecke Amstetten- L a i ch i n g e n ist der Zugverkehr wegen Schneeverwehungen bis auf weiteres eingestellt. Lemberg, 12. Dezember. Infolge heftigen Schneegestöbers ist die Bahnverbindung zwischen Oe st erreich und Rußland in Galizien gestört. Plötzlich tobsüchtig. Die am Grazer Orpheum engagierte internationale Sängerin Frederike Wladmirka wurde plötzlich tobsüchtig und mußte in eine psychiatrische Klinik gebracht werden. Eisenbahn-Unfülle. Der Personenzug 206 von Posen überfuhr am 11. d. M.> 8 Uhr 23 Minuten nachmittags, auf Bahnhof Frankfurt a. Oder das Haltesignal und fuhr dem einfahrenden Güterzuge 8349 von Kottbus in die Flanke. Lokomotivführer Tzschepzsch aus Frankfurt a. Oder schwer verletzt. Entgleist sind vier Güterwagen, darunter einer stark beschädigt. B u d a p e st. 12. Dezember. Auf der im Bau begriffenen Eisenbahn Kormend-Muraszombat fand ein Zusammenstoß zwischen zwei Güterzügen, auf welchen sich zahlreiche Arbeiter befanden, statt. Achtzehn wurden verletzt, darunter acht schwer. Beim Heringsfischfang ertrunken. Wie„Aftenposten" anS Christiansund meldet, sind im Laufe der letzten drei Wochen dreißig Personen beim Heringsfischfang ertrunken. Sechzehn Personen ertrunken. Wie die Zeitungen aus Bilbao melden, schlug dort infolge eines Windstoßes ein kleines Schiff bei der Ucbcrfahrt über den Fluß um. Sechzehn von den Insassen werden vermißt. Sieben Leichen sind bereits geborgen. Göttliche Weltordnung. Das Einkommen Rockefellers für das Jahr 1906 beträgt, wie der Vizepräsident Rogers von der Standard Oil Company mitteilt, 60 Millionen Dollar. Und tausende Menschen gehen an Unterernährung zu Grunde. ßneffcaftcti der Redaktton. T>« juristische Sprechstunde finde« Fried richstr. 16,-Aufgangs, eine Treppe(Handelsstätte Bellcalliance, Turchgang auch Lindcnftr. 161). wochentäglich von?>/, bis t>y, Ilyr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. «oiinabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ei» Buchstabe und eine Zahl als Merkzeiche» beizufiigc». Briefliche Antwort wird nicht erteil». Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Otto Iii. Das läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen: allem Anschein nach wird sie geringer sein. ES sind in den letzten Monaten erheblich weniger Baugcsuche als in gleichen Monaten des Vorjahres eingereicht und genehmigt worden.— 3. C. 39. 1. Wenden Sie sich an die nächste Säuglingsfürsorgestelle, Elsasserftr. 27. 2. Für Unbemittelte wird Milch gewährt, auch wird die Prämie in Bargeld gegeben. 3. Nein.— L. O. 25. Wenden Sie sich an eine der Fürsorgeslellen sür Charlottenburg: 1. Am Liitzow 12»; Sprechstunde: DienStag und Freitag 2—3. 2. Schillerstr. 42, Montag und Donnerstag 2—3. 3. Kirchplatz 5, Dienstag und Donnerstag 1—2. 4. Nehringstr. 11; Sprechstunden: Montag, Mittwoch und Freitag 2—3. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Marllhallen-Dircktiou.(Großhandel.) Rindfleisch In 70—75 pr. 100 Psd., 11» 64—69. lila 58—63. IV» 50—56. Kalbfleisch, Doppelländer 115—125, l» 88—95, 11» 76—86, lll» 62—74, Holl. 50—60. Hammelfleisch I» 69—77, II» 54— 67. Schweinefleisch 57—66. Rehwild 1» Per Psd. 0,60— 0,81. IIa 0,45—0,58. Rotwild la 0,40—0,55, IIa 0,30, do. Kälber 0,45—0,61. Damwild 0,40—0,60, do. Kälber 0,60— 0,75. Wildschweine 0,50— 0,63. Frischlinge 0,00. Hasen per Stück 3,00—3,25, do. klein und IIa 1,75—2,90. Kaninchen pr. Stück 0,70—1.05. Wildenten pr. Stück 1,70. Krickenten 0,00. Rebhühner, junge la 0,00, junge IIa 0,00, alle 0,00, junge kleine 0,00. Hühner, alte per Stück 1,40—2,50, alte II» 0,80—1,30, junge per Stück 0,60—1,30. Tauben per Stück 0,25—0.55, ital, 0,75—0,80. Enten, junge per Stück 1,30— 2,00, Hamburger, junge pr. Stück 3,10. Gänse, Oderbrucher, per Psd. 0.40—0,57, do. I» per Stück 3,50, IIa 0,00. Hechte per 100 Psd. 71—87, groß 0,00. Zander, matt 107—110. Schleie 81, uns, 0.00. mittel 0.00, kleine 117— 12l. Bleie 44—55. Aale, groß 0,00, mittel 0,00, klein 0,00, uns. 0,00. Plötzen 41. Karpfen, 25er 0,00, do. 35 er 0,00, do. 100 et 61—64, do. 50—60 et 65—68, 40 er 0,00. Barse, matt 0,00. Karauschen 0,00. Bleifische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 46—52. Amerika». Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,25, Danziger, Wall 0,60—0,80, Flundern, pommersche la, per Schock 3—6, do. pommersche IIa 2—4, Kieler, Stiege la 4—6, do, mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—5, halbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50—5,00, Stralsunder 4—5. Aale, groß per Psd. 1,10—1.30, mitlelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4— 5. Schellfische Kiste 4—5, do. '/, Kiste 2—3,00. Kabliau, p. 100 Pfd. 20-25. Hellbult 0,00. Sardelle», 1902er per Anker 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73—75. schottische Vollhcringe 1905 0,00, large 40—44, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per'/, To. 60—120. Sardinen, russ.. Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5— 6, Riesen- 14. Hummern, kleine, per Psd, 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, unsort, 0,00. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,00— 4,60. Butter per 100 Psd. la 123—125, IIa>15-123. lila 110—114, absallende 95—105. Saure Gurken Schock 3,50— 4,00, Psessergurken 3,50—4,00. Kartvsseln per 100 Psd. 0,00, magnum bonum 2,00— 2,10, Dabersche 2,00— 2,10, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, salatkarlosfeln 4,00—6,00. Spinat per 100 Psund 8,00—10,00. Karotten per Schockbund 3,00—4,00. Sellerie, hiesige, per Schock 4,00—5,00, do. pommersche 3,00—5,00. Zwiebeln große, per lOOPsd. 3,00— 3,50. do. kleine 2,00—2,25. do. hiesige(Perl«) 0,00. Charlotten 60—70. Petersilie, grün, Slffockbund 1,50—1,75. Kohlrabi per Schock 0,50—1,00. Rettig, bahr., per Schock 2,40—4,80, Radieschen per Schockbund 0,80—1,00. Salat, per Schock 0,00. do. Escarole, per Mandel 1,25—1,50, do. Endivien 1,75—2,00. Mohrrübe» per 1 00 Psd. 2,50— 3,00. Teltower Rüben per lOOPsd. 8— 10. Weiße Rüben, große 2-2,50, kleine 5—6. Rote Rüben 1,50—2, Blumenkohl Holl, per Kops 0,00. do. ital. Kops 0,00. Wirfingkohl per Schock 3,00—6.00. Rotkohl p. Schock 3,00—8,00. Weißkohl Schock 2,00—3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 15—18. Grünkohl per 100 Psd. 3— 4. Schnittlauch 12 Töpse 4— 1,50. Kohlrüben, Schock 2—3. Kürbis 5—8. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—20, böhmische 8—20. Acpsel, per 100 Psd., hiesige 3—20, Gravensteiner 0,00, Tiroler in Fässern 17—30, Kiste 32—80, Amerik. 16—26. Prcißel- beeren, schwedische 0,00, Gebirgs- 0,00. Wallnüsie per lOO Psd. 16—20, do. rumänische 20— 28, do. franz. CovneS 28—34. Paranüsse 60—65. Haselnüsse lange 41—45, runde 32—35. Zitronen, Messina, 300 Stück 8,00—10,00, 360 Stück 7,00-9,00, 200 Stück 7—11. INSERATE n ü für die nilchstc Kammer müssen spätestens bis 5 Uhr nachmittags des vorherigen Tages in anserer Expedition abgegeben werden. Größere Anzeigen für die Sonntags- Nummer erbitten dagegen schon bis Freitag nachmittag 5 Uhr, da nur in diesem Falle die Aufnahme garantiert ............ werden kann............ ■■ Buchdkuckeret u, Berlggsanjtalt Paul Singer& Co., Berlw SVV,