Nr. 295. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Numuner 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz, Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebructe) Wort 20 Pig., jedes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf.. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1983. Freifinn und Kolonialkorruption. Mittwoch, den 19. Dezember 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. gemäße Rechtspflege, die auf diesem Gebiete in Deutschland Der Wahlaufruf der sozialdemokratischen Fraktion gegeben sind, existieren für die Kolonien nicht. Der Bezirksist ins Bolnische übersetzt worden Organisationen, die den polni richter, der bei der Anflage gegen einen Weißen das Vor- fchen Tert zu verbreiten wünschen, wollen sich an den Parteivorstand berfahren leitet, kann auch in der Hauptverhandlung wenden. Parteigenossen aus Ostpreußen, eidlich bekundete: wenden. " spielt. Die Wir beglückwünschen den Freifinn von Herzen zu diesen Bundesgenossen! Wir bekennen anstandslos, daß die„ Post" ihr ob nicht an Unwürdige, verschwendet. Die Herren Mosse, MüllerSagan und Mugdan sind des Herrn Kronsbein durchaus würdig! Mögen sie vereint ihr Jahrhundert in die Schranken fordern! Hungerwahlen! Wenige Wochen erst sind es her, da wetteiferte die frei- als Richter fungieren, was nach der Strafprozeßordnung finnige Presse mit der Zentrumspresse in der Enthüllung teren Deliften fällt der Bezirksrichter das Urteil selbständig, dem Lande Verwandte und Bekannte haben, werden dringend erin Deutschland selbstverständlich ausgeschlossen ist. Bei leich die in den ostpreußischen Kleinstädten und insbesondere auf unglaublicher kolonialer Korruptions- und bei schwereren Vergehen hat er zwei Beisiger als Schöffen, bei fucht, deren Adressen sofort an das Wahlbureau der Brutalitätserzesse. Wer nicht bereits von vornherein die abgrundtiefe Jämmerlichkeit unseres Freisinns kannte, Verbrechen vier solcher Beisiger hinzuziehen: häufig junge sozialdemokratischen Partei Ostpreußens, Königsdie abgrundticfe Jämmerlichkeit unseres Freisinns kannte, Staufleute, junge Beamte 2c. Die Abhängigkeit der Bezirks- berg i. Pr., Vorder- Roßgarten 50, einzusenden. Auch mußte aus diesem liberalen Preßlärm die Ueberzeugung richter vom Gouverneur hat seinerzeit der frühere Bezirks- wäre es sehr erwünscht, daß fie fich außerdem noch selbst brieflich schöpfen, daß der Freisinn in erster Linie rücksichtslos dafür eintreten werde, daß endlich einmal mit den schauerlichen richter Rotberg selbst zugegeben, indem er zeugen zum Zwede der Wahlagitation an die Ihrigen in der Heimat folonialen Barbareien aufgeräumt werde. Aber kaum erschien der Bankdirektor Dernburg als Nachfolger des Vorschuß" Da die Richter in den Schutzgebieten zugleich BerwaltungsKronsbein als freifinniger Wahlagitator. beamte find, find sie nach der Ansicht des Answärtigen Amts auch prinzen auf der Bildfläche, als der Freifinn seinen Feldzug in ihrer richterlichen Tätigkeit an die Intentionen des vorgefehten die Protektion des Reichsverbandes zur Verleumdung der SozialDa sich der Berliner Kommunalfreisinn ja unlängst gegen die Kolonialbarbarei einstellte und der eben noch in Gouverneurs gebunden." Grund und Boden hinein verdonnerten Stolonialpolitit als Nimmt man noch hinzu, daß, worauf ja schon Roeren demokratie mit Dant hat gefallen lassen, ist es fein Wunder, daß dem herrlichsten Jdeal nationalen" Sinnens und Trachtens hinwies, die Richter und Beisiger bei der geringen Zahl der jetzt auch das berüchtigste Scharfmacherblatt ganz Deutschlands, zujauchzte! Die, Post", den Gönner des in den Schutzgebieten ansässigen Weißen häufig mit den AnFreifinns Daß Herr Dernburg, statt die geringste Gewähr für eine geklagten befreundet find, so begreift man, wie diese Stronsbeinsche Kloake empfiehlt in einem Artikel, in einer Betrachtung entsprechende Sühne der socben noch gerade auch von Gerichte für unerhörte Barbareien ganz unverhältnismäßig über die Wahlbewegung, lebhaft, daß der ganze reaktionäre Kehricht der freisinnigen Presse gebrandmarkten Kolonialbestialitäten geringfügige Strafen verhängen konnten. So wurde der ehe- für die Kandidaten der freifinnigen Volkspartei eintreten möge. zu geben, sofort jedem Versuch, wenigstens einige Scheuß- malige Gouverneur von Togo, Horn, wegen Tötung des Nicht nur am 13. Dezember habe die freisinnige Boltspartei mit lichkeiten zu ahnden und vereinzeltes Unrecht zu fühnen, Eingeborenen 3 edu( den er am Pfahle hatte verschmachten boller Entschloffenheit zu den rechts stehenden Parteien im mit beispielloser Rücksichtslosigkeit entgegentrat, haben lassen) in erster Instanz freigesprochen, in zweiter Instanz zu Kampfe gegen das schwarzrote Kartell gestanden", sondern es stehe wir wiederholt nachgewiesen. Aber mehr noch: Dieser ver- 900 M. Geldstrafe verurteilt, obgleich ein als Staats- auch schon jetzt außer Zweifel, daß sie den Wahlkampf durchaus im götterte koloniale Sanitätsrat gab trok wiederholter Anfragen anwalt fungierender Bezirksamtmann fünf Jahre Zuchthaus Sinne der gemeinsamen Gegnerschaft gegen diefe Gruppierung führen im Reichstag nicht einmal die geringste Zusicherung, daß er an beantragt hatte. und insbesondere auch die Sozialdemokraten mit dem größten Nach den unerhörten Zuständen kolonialer Rechtspflege, an dem mehr Während so nicht die geringsten Garantien für an- druck auf der ganzen Linie bekämpfen werde." als russischen System grenzenloser Willkürherrschaft der Be- gemessene Bestrafung der weißen Verbrecher, namentlich sofern Die reaktionären Parteien sollten deshalb von vornherein auf amten und Unterbeamten auch nur das mindeste ändern werde! Ausschreitungen gegen Eingeborene in Frage kommen, die Aufstellung eigener Kandidaten verzichten und ihre Stimmen Bergebens richtete man an ihn die wiederholte dringende durch das koloniale Strafverfahren gegeben sind, sind die gleich im ersten Wahlgange auf die Kandidaten der freisinnigen Anfrage, ob denn das jetzige System der Rechtspflege fort- Eingeborenen ihrerseits der Willkür der Verwaltung völlig Volkspartei als die gemeinsamen Kandidaten aller bürgerlichen bestehen solle, ein System, das vom Abgeordneten Roer en schonnngslos preisgegeben. Für die Schwarzen besteht kein Parteien vereinigen. folgendermaßen charakterisiert worden war: Strafgesebuch, die Höhe eines gegen sie gefällten Aber nicht nur für Berlin, sondern auch für den Wahlkreis Meine verehrten Herren, ich habe diese Fälle vorgetragen. Urteils fteht völlig im Ermessen der Verwaltungsbeamten, die Görlig- 2auban gibt die stronsbein toate diese Parole weil sie zeigen, mit welcher Willkür und Brutalität von ein- als Richter fungieren. Richter sind hier die Bezirksaus. Dort kandidiere ja Herr Dr. Mugdan, der sich im Reichszelnen Beamten in den Kolonien gegen die Eingeborenen Leiter, die bei geringeren Strafen lediglich in bestimmten tage durch entschlossene Bekämpfung der Sozialborgegangen wird. Die Folge davon ist, daß die zute voll Angst und Schrecken gegen die Weißen sind und daß sie Beiträumen über die verhängten Strafen Bericht zu erstatten demokratie, namentlich in der Frage des Mißbrauchs der es selbst in den schwersten Fällen kaum noch wagen, irgend haben. Nur bei Strafen über sechs Monate Stettenzwangs. rantentaffeneinrichtungen für die sozialdemokratische gegen einen Weißen und namentlich gegen einen Beamten bor- arbeit ist die Bestätigung des Gouverneurs ein- Parteipreffe rühmlich hervorgetan" habe. zugehen. Sie fürchten, daß sie darunter zn leiden haben und es zuholen. Num besteht allerdings die Bestimmung, daß bei der ihnen ebenso gehen wird, wie anderen ihrer Landsleute, die gegen Aburteilung schwerer Verbrechen die Aeltesten des beeinen Beamten etwas ausgesagt oder sich beschwert haben. Diese treffenden Stammes zu Nate zu ziehen sind. Zu sagen haben Einschüchterung hat aber die verhängnisvollsten Folgen für die aber die Aeltesten nicht das geringste. Handhabung der Rechtspflege und der Rechtssprechung. Die Leute wagen es nicht mehr, bei Gericht vor den Beamten ihre Aussage, bezirksleiter. Jeder dieser Beamten, die sich häufig aus Das Unglaublichste ist aber das Prügelrecht der Unterwenn sie zuungunsten eines Beamten ist, aufrecht zu erhalten Dazu kommt noch, daß der Gerichtshof- was bei der geringen Unteroffizierstreifen refrutieren, fann an jedem Die Weihnachtsbitte eines Dresdener Volksschullehrers unterZahl der dortigen Weißen und dem dadurch vom selbst gegebenen Eingeborenen die Strafe von zweimal je 25 Hieben vollziehen breitet die Sächsische Arbeiterzeitung" ihren Lesern. Er bittet engeren Verkehr derselben untereinander ganz natürlich ist lassen, nur muß zwischen beiden Exekutionen ein Zeitraum dringend, und sucht seine Bitte„ durch einige Bilder aus dem Leben vielfach aus Freunden und Bekannten der Beschuldigten zusammen- von 14 Tagen liegen. Dergleichen Exekutionen können von zu illustrieren". So erzählt er: Sah ich da neulich den gesetzt ist, deren Tendenz bewußt oder unbewußt dahin geht, daß dem Unterbezirksleiter nicht nur auf Grund einer ihn per- ausgehungerten Jungen einer äußerste Not leidenden Witte die Freisprechung des Beschuldigten erfolgen möchte, schon deshalb, sönlich angehenden vermeintlichen Verfehlung vorgenommen ein geschenktes Brötchen mit einem Stück Wurst berweil sie sich selbst vielleicht nicht immer ganz frei fühlen von werden, sondern diese Beamten haben auch das Recht, auf zehren; war das ein gieriges Schlingen! Schlingen! Frug ich da ähnlichen oder gleichen Verfehlungen und nun zu befürchten Verlangen jedes weißen Kaufmanns bor kurzem:„ Warum verzehrst Du Dein Frühstück nicht?" oder haben, daß, wenn durch ihre Mitwirkung der Befchuldigte berlantagen besikers, der sich über die Faulheit", die Antwort. Also lernen und der Magen nicht versorgt. Auf der urteilt wird, derselbe dann als Denunziant gegen fie auftritt." Vergebens heischte man von Herrn Dernburg Antwort Läffigkeit" oder" Dreiftigkeit" eines feiner schwarzen Arbeiterstraße wohnt ein Arbeiter mit 14 Kindern. Es wird in zwei auf die Frage, ob denn auch künftig jedem Ünterbeamten, beschwert, diesem Eingeborenen die zweimal 25 Hiebe verab- Abteilungen diniert, die Kleinsten fizen mit ihrem Teller nach jedem ehemaligen Unteroffizier, das Recht zustehen solle, folgen zu lassen! morgenländischer Art auf dem Fußboden, die Großen am völlig nach Gutdünken die Eingeborenen prügeln zu lassen. Aber solche Prügelstrafen werden nicht nur gegen die ungedeckten Tisch bei Kartoffeln und Hering. Wit Herr Dernburg schwieg und die ganze Freifinuspresse Eingeborenen im Innern verhängt, sondern auch gegen einer Mahlzeit ist ein Brot aufgeschnitten. Einem Schneider schweigt mit ihm! gebildete und europäisierte Eingeborene, die gut Kindern soll, soll, wie ich höre, das Fleischkaufen So ließ der Bezirksamtmanns- mit Bemme", das ist die Speisekarte. Arme Familien mit zehn iebt schwer Unzählige Male ist von der Sozialdemokratie hervor- bezahlte Posten bekleiden. schtver fallen. Kartoffeln, Reis, Kartoffeln, Kaffee gehoben worden, daß die kolonialen Barbareien weniger der sekretär Lang einmal ohne jeden zureichenden Grund dem und mehr Kindern sind jeder Schule bekannt. Zum Elend wird Ausfluß verbrecherischer Instinkte einzelner als vielmehr eine Materialienverwalterassistenten Lawson, einem dieser zivili- die Armut, wenn der Ernährer frant ist oder trinkt oder durch Folge des ganzen kolonialen Systems find. Wir wollen heute fierten Schwarzen, der früher beim Gouvernement gegen Roheit die Not der Kinder vermehrt. Ich denke an einen armen, im besonderen beweisen, daß die Ungeheuerlichkeiten der 80 Mart Monatsgehalt angestellt gewesen war, 25 Hiebe Iungentranten Bater mit wenig, teilweise unterbrochenem tolonialen Rechtsprechung in der Tat nur der natürliche Aus- erteilen. Als ihn darüber der Gouverneur Horn, der Verdienst und sieben hungrigen Kindern, wovon der fluß des auf dem Gebiete der Rechtspflege in den Kolonien Lawson als tüchtigen Hülfsbeamten schätzte, entrüftet älteste, dreizehnjährige Knabe von schwerer Rippenfellentzündung herrschenden Systems find. zur Rede stellte, erhielt er die höhnische Antwort:" Ich Elend genug? Oft hört man:" Unser Vater ist fort" oder„ unfer und chronischem Nierenleiden kaum genesen ist. Ist das nicht Um das System der kolonialen Rechtspflege würdigen zu habe ja noch keinen zu Tode geprügelt" eine Anspielung auf Bater ist im Gefängnis" oder„ mir sein geschieden" und wie oft: können, ist es nötig, sich zunächst das ganze koloniale Ber- Horns Verschulden am Tode des Eingeborenen Zedu! ,, Unser Vater ist gestorben." Kinder, wir gehen heute so ins Bett, waltungssystem vor Augen zu führen. Daß ein solches System der Rechtspflege etwas ganz Un- wenn man schläft, merkt man es nicht, daß man hungrig ift!" Oft Jede Kolonie, wie Togo, Kamerun, Südwestafrika usw. geheuerliches ist, sollte auch einem Dernburg einleuchten. hat eine arme, brave Frau dieses schwere Wort als Gutenachtgruß bildet ein in sich geschlossenes Ganzes. An der Spitze der Aber Herr Dernburg beantwortete die an ihn gerichteten ihren Kindern sagen müssen. Arme Witwen mit mehreren Kindern Kolonie steht der Gouverneur, in dessen Händen die Fragen mit keiner Silbe. Und der Freifinn, der sich noch vor in den allertraurigsten Verhältnissen gibt es viele. Da sind Regierungsgewalt liegt, und der mit ein oder zwei Kanzlern" Wochen nicht genug über die Solonialstandale entrüsten fünf Königs" finder( sie heißen Stönig), die Mutter schläft im Grabe, oder„ Referenten", meist Assessoren, und einem Stab Subaltern- fonnte, gibt sich heute zur festesten Stüge eines solchen der Bater schied vor einem Jahre freiwillig von dieser Erde, die Großmutter, alt und nicht mehr rüftig, rippt Tabakblätter beamter die Verwaltungsgeschäfte leitet. Jede Kolonie zerfällt Systems her! und ernährt mit dem geringen Verdienst die Enkel. in der vor zehn Jahren amtlich festgestellt wurde, daß es unter den So viel Elend in einem kleinen Bezirk der sächsischen Residenz, Voltsschülern der Stadt 3400 Knaben und Mädchen gibt, die ohne jedes oder ohne genügendes Frühstück in die Schule gehen müssen, die also buchstäblich hungern. Als vor einigen Wochen unfere Genofien im Stadtverordnetenkollegium den Antrag stellten, die armen Kinder in den Schulen zu speisen, wurde er mit Hohn bon den bürgerlichen Stadtverordneten abgelehnt, weil es natürlich in der Residenz feine hungernden Kinder gibt. wiederum in eine Reihe von Verwaltungsbezirken. Das ist der freifinnige Kampf gegen die Kolonialkorruption! Das ist der freifinnige Kampf gegen die Kolonialforruption! an deren Spize ein Bezirksamtmann oder Bezirks. leiter steht, meist ehemalige Offiziere, aber auch ehemalige Privatpersonen, etiva ein früherer Arzt, Missionar, Landwirt und dergleichen. Der Bezirk zerfällt wiederum in Unterbezirte, deren Leitung in den Händen von Unterbeamten, vielfach ehemaligen Unteroffizieren, Liegt. Dieser Gliederung der Verwaltung entspricht zum Teil auch das Gerichtswesen. Es besteht zweierlei Recht: Wahlkampf. Wahlflugblätter. eins für die Herren, ein anderes für die Beherrschten, oder werden dringend gebeten, von allen Wahlflugblättern und Die Genossen, insbesondere die Wahlfomitees der Partei anders ausgedrückt: eins für die Weißen, ein anderes für Wahlbroschüren, sowohl den sozialdemokratischen die Schwarzen. Für die Weißen gilt jetzt das Straf. gesetzbuch, jedoch sind durch das Schutzgebietsgesetz gewisse wie den gegnerischen 3 Exemplare an die Modifikationen vorgesehen. Mehr noch unterscheidet sich das Gerichtsverfahren von dem in Deutschland üblichen. Die Garantien für eine ordnungs- zu senden. " 1 Redaktion des Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstr. 69 " 11 Mir ham tee Brot, unser Vater friegt erst heute abend Geld!" war mit 13 Die Bilder aus dem Leben" in der Weihnachtsbitte des bes Reichstages von der Lage der deutschen Arbeiter entworfen Dresdener Lehrers stehen in schneidendem Kontrast zu den Bildern, die die Arnim- Grieven, Gamp und andere in der Fleischnofdebatte haben. Die Bolitik der Lebensmittelverteuerung wird zu verteidigen gesucht mit dem Hinweis auf die gestiegenen Löhne der Arbeiter! Wieviel Elend trop der von einzelnen Arbeiterschichten erkämpften Lohnerhöhungen noch im Proletariat zu finden ist, das zeigen die schlichten Angaben der Weihnachtsbitte. Sie zeigen, welch' ein Ver brechen am Proletariat diese Politik der Grenzsperren und Hunger. zölle ist Wie schon die Jugend des Proletariats den Agrariern als Ausbeutungsobjekt ausgeliefert wird, wie ihre Lebenskraft verdirbt unter dem Hungerregiment der Junker! Im Zeichen des Hungers werden die Wahlen des 25. Januar stehen! Wahlen der gegen die Aushungerung Protestierenden sollen sie sein! Hungerwahlen! Die Liberalen in Hamburg. Politische Ueberlicht. Berlin, den 18. Dezember. Moffesche Selbstbesudelung. " Ehe es bekannt war, daß ein im Geruche des Liberalismus stehender Börsenmann zum Leiter des Solonialamtes Der Hamburger Liberalismus fühlt sich zu großen Taten be- berufen werden würde, war es gerade das Berliner rufen; er hofft nämlich, die Sozialdemokratie wenigstens im dritten Tageblatt", das alle von der Zentrumspresse aufHamburger Wahlkreise zur Strede zu bringen. Nach befanntem Muster reklamieren die Herrschaften alle säumigen Wähler, die 1903 gedeckten Kolonialskandalosa mit schmaßendem Behagen wiedernicht gewählt haben, und den größten Teil des Wählerzuwachses für fäute, ja, das originale Enthüllungen brachte, deren sich. Da wird nun diese Rechnung aufgestellt: Im Jahre 1903 ertunft nicht weit von der Quelle entfernt wurden im dritten Wahlkreise 93 167 gültige Stimmen abgegeben, war, aus der auch Herr Erzberger schöpfte. während die Zahl der Wähler 109 796 betrug; es stimmten mithin Dasselbe Mosseblatt aber, das mit kolonialen Sensationen rund 85 Proz. der Wähler. Hiervon entfielen auf den Genossen W. Mezger 56,2 Proz. Unser Genosse ist aber von nur 47,7 Broz. der Wahlberechtigten gewählt, denn er erhielt 52 353 Stimmen. Den Optimismus des noch am Grabe seine Hoffnungen aufpflanzenden Liberalismus werden unsere Genossen am 25. Januar graufam zer Die bereinigten Liberalen", wie sich die freifinnige Boltspartei und der liberale Verein in einem Wahlaufrufe nennen, haben am Sonntag als Kandidaten für die drei Hamburger Wahlkreise den Kauf mann von Rappard, der schon 1908 fandidiert hat, und die Bürgerschafts- Abgeordneten W. Menzel und Dr. Braband aufgestellt. stören. Vom Wahlkampf in Bayern. förmlich hausieren ging, entrüstet sich heute über die Erzberger und Roeren, weil sie sich des Anklagematerials des gemaßregelten Bistuba bedienten! regelten Wistuba bedienten! Wer des Kaisers Freund sein will, darf die eigene Meinung der Meinung des Kaisers nicht entgegensezen. Im Jahre 1893 ist es zu einem Konflikt zwischen Kaiser und Zentrum nicht getommen; damals wurde dem Zentrum die Unter stützung der Caprivischen Politit gegen die Bismarderei als Guthaben angeschrieben. Damals waren die Polen des Kaisers Lieblinge, aber später änderte sich auch dieses Bild, und in seiner bekannten Thorner Rede sprach der Monarch sehr scharf gegen„ farmatischen Uebermut." Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß die jezige Reichstagsauflösung einen Bruch zwischen dem Kaiser und dem Zentrum bedeutet. So sind denn der Reihe nach sämtliche Parteien in Ungnade gefallen. Es werden aber auch früher verfemte Parteien nachher wieder zu Gnaden angenommen. Es gibt eben bei uns teinen ruhenden Pol in der Erscheinungen Flucht, das muß man sich wohl merken angesichts der jüngsten Entwickelung, welche für aufmerksame Beobachter unserer politischen Verhältnisse nichts Ueberraschendes hat." burg Herrn Roeren durch die bekannten Enthüllungen über Auch wir haben von der Blamage gesprochen, die DernDie versteckt spöttische Erinnerung an die Kanalrebellion und die Roerensche Hintertreppenschleicherei be- die Unterwerfung der Regierung unter den Willen der Agrarreitete. Aber es ist uns niemals beigekommen, in diesen tonservativen, an die frühere Wertschätzung des Zentrums an sogen. Versuchen das zu erblicken, was jekt der Freifinn und allerhöchster Stelle und an den bunten Wechsel der Polenpolitik speziell das„ Berliner Tageblatt" als eine an- dürfte„ oben" schwerlich angenehm berühren. Das Zentrumsblatt maßende Nebenregierung" des Zentrums angreift. Wir haben zeigt, daß es in der Absendung spiger Pfeile dem Regierungsorgan, vielmehr gegen das Zentrum nur die Anklage erhoben, daß es, der geheimrätlich pedantischen Nordd. Allgem. 3tg.", entschieden um statt öffentlich die ganze Frage der Kolonialforruption aufzurollen, einige Kopflängen über ist. hinter den Kulissen nur einen winzigen Teil der Verfehlungen zu fühnen fuchte. Das Mosseblatt aber schimpft jetzt wie ein Rohrspaß auf die Anmaßungen der Wistuba Roeren" und feiert seinen stammberwandten Dernburg, weil er Wistuba energisch abwimmelte". " # Deutsches Reich. Freifinn und Konservatismus. Die liberalen„ Blodparteien" rüden jetzt allmählich mit ihren Wahlaufrufen heraus, in denen sich die große Verlegenheit, die den Herrschaften durch die Reichstagsauflösung verursacht wurde, wider spiegelt. Der Vorsitzende der nationalliberalen Landespartei, Professor Dr. Geiger in Erlangen, hat einen ganz nichtssagenden Aufruf losgelassen, der nur von der verlegten„ Ehre der Nation" Die konservative Presse hat für die frommen Wünsche der Freis schwafelt, aber mit feinem Worte auf das eingeht, was die National- Diese dernburg- offiziöfen Angriffe auf den ehe dem so finnigen, die Regierung möchte sie für ihr gutes Berhalten entliberalen im nächsten Reichstag wollen. Die Jungliberalen haben geschäßten Wistuba sind so ziemlich das Schamloseste, was schädigen und sich gnädigst zu einigen kleinen liberalen Konzeſſtönchen sich einen besonderen Aufruf geleistet, der sich hauptsächlich gegen fich an liberaler Niedertracht denken läßt. Eingedent des verstehen, nichts als Spott und Hohn. Die Herren Graf zu Limburgdas Zentrum richtet und die Erivartung ausspricht, daß sich der Block in der gegenwärtigen Situation bewähren werde. Hoffnung Sprichworts Wer Schmut angreift, besudelt sich" wollen wir Stirum, v. Ströcher, v. Oldenburg usw. wollen sich zwar, großmütig und Harren. es einem freifinnigen Abgeordneten überlassen, den freisinnigen wie sie sind, die Unterstüßung agrarlonservativer Kandidaten durch In Nürnberg hat am Sonntag der liberale Siebenerausschuß Moffe- Schmods die verdiente Züchtigung angedeihen zu lassen. die Freifinnigen gefallen lassen, daß aber der Freifinn dafür oben getagt und befchloffen, in feinem Wahlfreise mehr als einen liberalen Der freifinnige Abgeordnete Ablaß urteilte am 1. Dezember brein noch Dank begehrt, empfinden sie als eine unverschämte AnKandidaten aufzustellen. Da aber die Liberalen ihrer berühmten dieses Jahres im Reichstage über die Herren Böplau und maßung der Roture. Die Kreuz- 3tg." bezeichnet die bescheidenen Einigkeit selber nicht recht trauen, haben sie ein Hintertürchen offen istub a folgendermaßen: gelassen, das es ermöglicht, doch da und dort zwei Kandidaten aufWünsche, welche das„ Berl. Tagebl." an die Regierung gerichtet bat, dirett als Erpressungsversuch" und erklärt mit ver zustellen, unter Sicherung gegenseitiger Wahlhülfe bei den Stichachtungsvollem Hohn: wahlen. Im Wahlkreise Fürth- Erlangen wird der freifinnige Reichsverbändler Barbeck, da er sehr schwer erkrankt ist, nicht wieder aufgestellt. Es verlautet, daß sein Nachfolger der nationalliberale Dr. Geiger werden solle. Der Wahlkreis, der uns nur durch eine gewissenlose Art der Agitation und die schlimmsten Wahlumtriebe verloren ging, muß diesmal wieder geholt werden. Genoffe Segiz wird in diesem Kreise wieder kandidieren. Liste der Kandidaten. Sozialdemokratische. Ofchah- Grimma( 11. fächf.): 2ipinski( bisheriger Vertreter). Borna( 14. fächs.): Schöpflin( bisheriger Vertreter). Stollberg- Schneeberg( 10. fächs.): Goldstein( bisheriger Vers treter). Annaberg- Eibenstod( 21. fächs): Grena( bisheriger Vertreter). Auerbach( 22. fächs.): 2 d. Hoffmanu( bisheriger Vertreter). Weimar- Apolda: Baudert( bisheriger Vertreter). Fürth- Erlangen: Segit( feit 1903 Barbeck, fef. Vp.), Würzburg- Heidingsfeld: Franz Schmitt München( bisher Thaler, Zentrum). 4 Ottweiler St. Wendel: Nit. Dsterroth Saarbrücken( bisher Fuchs, Zentrum). Stade- Bremervörde: Nhein Bremen( bisher Jänede, Nationalli5.). Gegnerische. Konfervative. Parchim: v. Treuenfels( bisher Dr. Pachnicke, frs. Vg.). Nationalliberale. Döbeln- Roßwein: Sasse( bisher Binkau, Soz.). Freisinnige Bereinigung. Marburg: v. Gerlach( bisher Vertreter). Parchim: Bachnide. Christlich- Soziale. Siegen: Stöcker( bisher Vertreter), Kompromiffe. Die Kreiswahlausschüsse der nationalliberalen Partei für die Kreise Hagen- Schwelm und Altena Iserlohn faßten Entschließungen, in denen sie ihre Bereitwilligkeit aussprechen, auf die Aufstellung eigener Kandidaten in diefen Wahlkreisen au verzichten und schon im ersten Wahlgang für ben frei sinnigen Kandidaten einzutreten, unter der Voraussetzung, daß bie Freifinnige Partei in gleicher Weise in anderen Wahlkreisen für die nationalliberalen Kandidaten einzutreten sich verpflichtet. Die Blättermeldung, wonach die Freifinnigen zu Worms befchloffen hätten, in der Reichstags- Hauptwahl für den bisherigen Wormser Abgeordneten Freiherrn v. Heyl zu Herrnsheim einzu. treten, wird widerrufen. Wie die„ Wormser Boltszeitung" melbet, werden die bereinigten Liberalen in Worms unter feinen Umständen einem Nationalliberalen von der reaktionären Richtung Heyls ihre Unterstübung leihen, sondern jedenfalls einen eigenen Kandidaten aufstellen. Verzichtleistungen. 8wei notorische Reichstags Swanger, die Lothringer Beter Mérot, bisheriger Vertreter des Kreises Diedenhofen, und Baron de Schmid, bisheriger Vertreter des Kreifes Saar gemünd, werden nicht wieder kandidieren. Stärke der Fraktionen des Reichstags. Durch einen unangenehmen Druckfehler ist unsere gestrige Bu fammenstellung über die Stärke der Parteien im verfloffenen Reiche tage entstellt worden. Die Freifinnige Bollspartei ist mit 60 Mandaten bedacht worden, während sie nur 20 besaß. Wir geben daher hier mit nochmals die berichtigte Aufstellung: Bei der Auflösung des Reichstags zählten die Fraktion der Deutsch- Konservativen Reichspartei. Deutsche Reformpartei. Wirtschaftliche Vereinigung • ( davon Deutsch- Soziale 5, Chriftlich- Soziale 2, Bund der Landwirte 3, Bayerischer Bauernbund 3, Braunschweiger elfe 1) Fraktion des Zentrums der Polen " . Nationalliberalen Freifinnige Bereinigung Freininnige Volfspartet Deutsche Volkspartei. Fraktion der Sozialdemokraten, Elfah- Lothringer. Wilde( bei feiner Fraktion) 52 Mitglieder 22 2201 " 14 # 108 16 51 10 20 6 78 9 394 Mitglieder Durch den Tod erledigt waren 2 Size( Dreesbach, Sozialdemokrat, Breuer, Zentrum), durch Niederlegung des Manbats( Staab, wirtschaftliche Vereinigung) 1. Meine Herren, ich bin der Ansicht, daß ein jeder Abgeordneter, der mit einem Beamten, der mit einer Beschwerde an ihn herantritt, in Verkehr tritt, wohl darauf hingewiesen wird, daß es notwendig ist, erst den Instanzenzug zu erschöpfen. Nachdem aber die Beamten den Instanzenweg erschöpft hatten, und nachdem sie die Schriftstücke vorlegen konnten, die nicht beantwortet sind, tonnte man sehen, daß die erforderlichen Untersuchungen hint angesetzt waren; und da bin ich nun der Meinung: es war eine unabweisbare Pflicht, nunmehr helfend einzugreifen, nachdem die in erster Linie dazu Berufenen diese Hülfe versagt hatten. Ich glaube nicht, daß es im Jnteresse des Rechtes liegt, Bersündigungen an der Menschlichkeit und Kultur einfach totzuschweigen. Deshalb meine ich, daß die Abgeordneten, die sich mit dieser Frage be faßten, durchaus loyal und legal verfahren sind. 1 Für die dem Freifinn im Kampf mit dem Zentrum ent gehenden Mandate will bas geschäftstüchtige Blatt also in anderen Wahlkreisen die Unterſtügung der Verwaltungsbeamten für die freifinnige Kandidatur mit dem Hinweise auf die NotLage der Regierung erpressen. Daß gleich ein paar tonjervative Minister geopfert werden sollen, wenn der Liberalismus feine patriotische Pflicht und Schuldigkeit tut, ist nicht minder charakteristisch. Damit vergleiche man das Korruptionsgefchrei derfelben Bresse, wenn irgendwo ein Verwaltungsbeamter für nichtfreisinnige Kandidaten eintrat! Dder ihr Geschrei über das taudinische Joch" des Zentrums!" Mit mehr Verachtung kann dem Freifinn kaum zu Gemüte geführt werden, daß die Agrarkonservativen ihn nur als Schuhpuzzer betrachten indes die großen Bolitiker des Freisinns stört das in ihrer Dienstwilligkeit nicht. Nationalliberale Wahlbesorgnisse. Aber, wie steht es nun mit den in Frage kommenden Beamten? Kann man vielleicht denen einen Vorwurf daraus machen, daß sie die grauenhaften Mißstände den Abgeordneten wir sind doch die gewählten Vertreter des Volkes mitteilten? Kann man ihnen einen Vorwurf deshalb machen, weil Während der größte Teil der Nationalliberalen und Freifinnigen ihnen die Schweigepflicht auferlegt war? Der Herr fich im Zustand guter Hoffnung befindet und den Himmel voller Offiziofus tut die Herren ab als malkontente Beamte. Geigen hängen sieht, stellt die Köln. 3tg." in Zweifel, ob die Ja, ich meine, man muß den Tropenkoller haben, wenn liberalen Wähler sich für die Wünsche der Regierung in die nötige man der Ansicht ist, baß hier die Zufriedenheit am Blage ist. Begeisterung hineinarbeiten werden. Mein, meine Herren, der höchste Grad von Unzufriedenheit war die einzig gebotene feclische Stimmung derartigen Vorgängen gegenüber. Ich gehe sogar so weit, zu behaupten: ein Beamter, der von Vorfällen Kenntnis erhält, wie vir sie in den vielfachen Kolonialdebatten gehört haben, handelt pflichtvergessen und ehrlos, wenn er darüber mit Schweigen hinweggeht, selbst wenn ein Vorgesetter Beamter ihm bas Schweigen zur Pflicht macht. Denn meine Herren, der Hehler ist so gut wie der Stehler, und wenn man sein Gewissen derartig zur Ruhe bringen fann, daß man über Vorgänge der schlimmsten Art einfach den Mantel der christlichen Liebe oder der alleruntertänigsten Beamtendevotion deckt, bloß damit nicht ein Standal verursacht wird, oder Bers gehen der Beamten in die Deffentlichkeit kommen, da bin ich der Ansicht, daß ein solcher Beamter dem Jdeal eines Beamten nicht nahekommt. Denn, meine Herren, wer die Wahrheit kennet und faget sie nicht, der ist fürwahr ein erbärmlicher Wicht!" " Werben fie", fragt das Kölner Blatt, feinem Rufe Folge Teiften? Werden sie vergessen, was in Preußen an Rüdfichtslosigkeit ihnen gegenüber geleistet worden ist? Werden sie es bergessen, daß unter der verant wortlichen Ministerpräsidentschaft des Fürften Bülow auch in Preußen 8entrum Trumpf mar? Wahrlich, die konservativ- orthodoxe und agrarische Regierung in Breußen wird wenig Sympathien auch in diesem Wahltampfe bei dem liberalen Bürgertum Preußens auszulösen imftande sein. Der ganze Geist, der in unserem Kultusministerium jahrelang geherrscht hat, die verschlungenen Wege des Ministerialdirektors Althoff in feinen Be ziehungen zum Zentrum, nicht zum Vorteile unferer Universi täten- wir erinnern nur an den Fall Spahn bie bureaukratische Behandlung der Lehrerschaft, die Berärgerung freifinniger Stadtverwaltungen auf dem Gebiete der Schule, die bewußte Einwirkung auf eine möglichst orthodoxe Zuſammenſegung der Konfiftorien, die Bevorzugung der pofitiven Richtung auf den akademischen Lehrstühlen- alles dies fetgen bei Herrn Ablaß bedanken! Mag sich das Berliner Tageblatt" für diese saftigen Dhr. find Dinge, die fich unter den Augen des Reichskanzlers abgespielt Gegen das perfönliche Regiment. Die Köln. Bolfsztg.", die fich bisher in ihrem Kampf gegen die heutige Regierung eine gewiffe Reserve auferlegte, zeigt in ihrer heutigen Morgennummer, daß sie auch härtere Töne zu finden ver mag. In einem„ Der Kaiser" überschriebenen Berliner Artikel, der in äußerlich höchst wohlwollender Weise sich mit der Person Wilhelms II. beschäftigt, übt sie an dem persönlichen Regiment eine recht scharfe Kritit. So heißt es z. B. betreffs der Stellungnahme des Raisers zur Mittellandlanalfrage: 22 haben, ohne daß er ihnen die geringste Aufmerksamkeit geschenkt hätte. Soll man einem Tolden Staatsmann zutrauen, daß es ihm ernst ist mit der Abschüttelung des Ilerifalen Jocs? Viele liberal denkende Männer werden sich fagen: erft laßt uns Taten sehen, ehe wir an die Aufrichtigkeit bes neuesten Sturfus glauben fönnen." Das Blatt wagt selbst die geftellte Frage mit" Ja" zu be antworten; meint aber, troydem misie das Bolt helfen, die ber berbliche Nebenregierung zu unterdrücken- wahrscheinlich um die Rebenregierung der Arendt, Kardorff, v. Tiedemann usw. dafür ein zutauschen? Ein Wechsel der Berehrung. " Früher liebten es die Nationalliberalen, in ihren Wahlverfammlungen Ergebenheitstelegramme an den Kaiser abzulassen; jezt haben sie den Gegenstand ihrer Verehrung und Bewunderung gewechselt. Sie telegraphieren jezt ihren Nationalheros", Exzellenz an. In B. Dernburg- bald wird es heißen von DernburgRheinland- Westfalen hat man bereits mit diesem nationalen Sport begonnen. Eine nationalliberale Wählerversammlung richtete folgende Depesche an den neuen nationalen Fetisch: Eine überaus zahlreich besuchte Versammlung nationaler Wähler von Effen- Süd spricht Ew. Erzellenz für Ihr fraftvolles Auftreten im Reichstage begeisterten Dank aus und gelobt, mit aller Straft dafür zu wirken, daß der Kampf gegen das Zentrum zu einem siegreichen Ende geführt werde." Saure Trauben. Wie die nationalliberale Rhein- und Nuhrzeitung" berichtet, " Der Kaifer hat aber schon mehrfach gezeigt, daß er wohl geneigt ist, in wirtschaftlichen Fragen feinen persönlichen Willen Staatsnotwendigkeiten und politischen Erwägungen unterzuordnen. Selten hat ihn wohl ein Parlamentsbeschluß so verlegt als die Ablehnung bes Mittellandkanals durch das preußische Abgeordnetenbaus. Man erinnert sich der Maßregelung der analrebellen", aber felbst als HohenLohe und Miquel abgegangen waren, lonnte der Keiser diese Ablehnung noch nicht vergeffen und plante ernstlich einen Bruch mit der konservativen Partei und bie Ernennung lintstehender Minister, welche ben Wahlkampf mit der Spike gegen die Konfer vativen führen sollten. Daß es nicht dazu fam, ist wesentlich das Verdienst des jeßigen Reichskanzlers und des ver storbenen Abg. Kropatschef. Es gelang dem Fürsten Bülow, bem Kaiser eine mildere Auffassung der tonservativen Oppofition zu vermitteln, während Prof. Kropatschet seine Parteigenossen hat der Geschäftsführer der Scharfmacherelique im Ruhrgebiet, Herr beruhigte und vor weiterer Oppofition warnte. Dieser Fall ist Dr. Beumer definitiv auf eine erneute Reichstagstandidatur in nicht der einzige, welcher beweist, daß der Kaiser etwa beabsichtigte feinem bisherigen Wahlkreise Duisburg Mülheim Ober. Ver- hausen politische Attionen zuletzt aufgibt, wenn sie nach Lage der Ver- auien verzichtet aus Gesundheitsridjichten" nämlich! Der Sinweis auf die angegriffene Gefundheit des Gefchäftsführers der hältnisse nicht sofort verwirklicht werden können." Oberscharfmacher ist nicht so ganz unbegründet. Herrn Dr. Beumer Dann weist das Blatt nach, daß des Kaisers reger Geist" ihn ist schon beim großen Bergarbeiterausstande politisch unwohl dazu verführe, seine Politik mehrfachem Wechsel zu geworden. Und als ihn dann unsere Genossen im Duisburger unterwerfen", so daß er schon mit den verschiedensten Parteien Wahltreise im Babekostim" vorführten, ba schon foll Herrn Freundschaften gefchloffen und Zusammenfiöße gehabt hat. Speziell Dr. Beumer ein berartiges Bauchgrimmen befallen haben, daß die erinnert das rheinische Zentrumsorgan an die Strafpredigt, die Wiederannahme einer Kandidatur von vornherein ausgeschlossen war. der Kaiser den Liberalen gehalten hat, als ihm im Namen Berlins der Schloßbrunnen geschenft wurde, an die verschiedenen scharfen Aeußerungen gegen die Sozialdemokratie usw. Deshalb wäre vor auszusehen gewesen, daß Wilhelm II. auch einmal mit dem Zentrum zusammenstoßen werde, wenn dieses sich gestatte, bem bekannten Saz Regis voluntas suprema lex" zuwider zu handeln. " TROYE 24 Nun haben die Anhänger der Fraftion Drehscheibe den ichlauen Plan ausgehecht, an Stelle des Scharfmachers es mal mit einem sogenannten oppofitionellen" Nationalliberalen, nämlich mit Herrn Baffermann, zu verfuchen. Dan wiegt sich anscheinend in dem Wahn, der Arbeiter- Wahlkreis Duisburg mit seiner Diefenbevölkerung fei naib genug, anzunehmen, daß mit dem Personeuwechsel auch ein Syftemwechsel eintreten werde. Der Hauptmann von KZpenick als Erzieher. Unter dem Hinweis »auf da-Z bekannte �Vorkommnis in Köpenick und daS damit zusammenhängende Strafverfahren gegen den Schuhmacher Voigt in Berlin" hat die Kreisregierung der bayerischen Oberpfalz an die ihr unterstehenden Distriktsverivaltungöbehörden eine Verfügung erlassen, die sich mit der Behandlung entlassener Strafgefangener befaßt. Bezüglich der Stellung unter Polizeiaufsicht wird an- geordnet, daß von dieser durch richterliche Erkenntnis der Landes- Polizeibehörde erteilten Befugnis gegen Neichsangehörige nur dann Gebrauch gemacht werden solle, wenn begründete Besorgnis besteht, daß der Verurteilte die wiedererlangte Freiheit in sicherheitsgefähr- licher Weise mißbrauchen werde. Neben dem der Verurteilung zugrunde liegenden Tatbestand und dem sonstigen bisherigen Verhalten des Verurteilten sei dessen Aufsührung während der Strafverbnßung in Betracht zu ziehen und auf die Verhältnisse Rücksicht zu nehmen, in die derselbe nach der Haftentlassung elntritt. Verurteilte, die nach erfolgter vorläufiger Hastentlassung bis zum Ablaufe der Strafzeit sich ordnungsmäßig aufgeführt haben, seien der Polizeiaufsicht in der Regel nicht zu unterstellen. Ebenso sollen davon besteit bleiben Verurteilte, die sich während der Strafverbüßung gut verhalten haben, wenn nicht deren frühere Aufführung oder späteres Ver- halten nach verbüßter Strafe die Stellung unter Polizei- aufsicht gleichwohl als veranlaßt erscheinen läßt. Bei Ucber- wachung der unter Polizeiaufsicht gestellten Personen soll mit der nötigen Schonung vorgegangen und alles vermieden werden, wodurch diese Personen unnötig in ihrem Fortkommen behindert werden. Bezüglich der Ausweisungen wird in jedem Falle eingehende Be- gründnng der Maßregel verlangt, die Rücksicht auf die SichcrheitS- Verhältnisse eines Ortes dürfe nicht ausschließlich maßgebend sein. Bor Erlaß eines Ausweisungsbeschlusses sei die betreffende Person rechtlich zu hören, ihre Angaben über persönliche, Familien- und' Erwerbsverhältnisse ohne Voreingenommenheit zu prüfen und die hierzu notwendigen Ermittelungen unauffällig zu pflegen.— Die Entsch»idigung für die abgehackte Hand. Dem Arbeiter B i e w a l d zu B r e S l a u ist die Entschädigung für die abgehackte Hand noch nicht gesichert. Der Breslauer Magistrat hat der Stadtverordnetenversammlung mitgeteilt, daß er gegen daS Urteil der ersten Instanz, daS den Anspruch BiewaldS bekanntlich prinzipiell anerkennt, Berufung eingelegt hat. ES geschieht das indeS lediglich aus Rücksicht auf die weitgehende grundsatzliche Bedeutung deS Urteils. Biewald soll aus BilligkeitZgründen auf alle Fälle eine Entschädigung von der Stadtgcmeinde erhalten. Der Magistrat be- hält sich vor. darüber der Stadtverordnetenversammlung seinerzeit Vorschläge zu machen, erklärt aber schon jetzt, daß er beschlossen habe, d,e Versorgung des Klägers in einem über die armenrecht- lichen Verpflichtungen hinausgehenden Umfange in jedem Falle zu übernehmen. Es sei in Aussicht genommen, dem Kläger eine seiner gcininderten Leistungsfähigkeit entsprechende Stellung im städtischen Dienste anzubieten, die inr Falle seiner Bewährung ihm für sein künftiges Lebe,» einen festen Halt geben könnte. Der Magistrat be- tont zum Schluß ausdrücklich,„daß wir einen Rechtsanspruch deS Klägers gegen die Stadtgemeinde auf Grund des Gesetzes vom II. März 1850 nach wie vor nicht anerkeimen, daß wir aber anderer- seits die im vorstehenden näher dargelegten Leistungen auch für den Fall in Aussicht nehmen, daß der Rechtsstreit endgültig zuungunsten des Klägers entschieden werden sollte. Die Breslauer»Volkswacht" bemerkt zu dieser Entschließung deS Magistrats: Wir wollen durchaus anerkennen, daß der Magistrat sich bei seincin Entschlüsse, Berufung einzülegen, nur von der Erwägung hat leiten lassen, die Kommune vor einer Rcgreßpflicht für Handlungen zu schützen, die von Beamten begangen, welche nicht der Stadt, sondern anderen Behörden gegenüber verantwortlich sind. ES ist in der Tat nicht erfindlich, warum die Stadt für Untaten büßen soll. die von einem königlichen Polizeibcamten begangen sind. Daß der Unglückliche, wie auch oer Prozeß ausfallen n>ag, auf jeden Fall entschädigt werden inuß, hallen wir für selbstverständlich. Eni- schieden für verkehrt aber halten wir aus Gründen, die keiner Er- örterung bedürfen, den Ausweg, Biewald in städtische Dienste zu nehmen. Zum Schlüsse aber bei dieser Gelegenheit noch eine ganz bescheidene Frage. Ist eS unserer doch sonst so findigen Kriminal- Polizei noch iminer nicht gelungen, den feigen Verbrecher gegen Leib und Leben eines Unschuldigen ausfindig zu machen? Ist die Unter- suchung etiva bereits eingestellt worden? Wir wünschten eitle recht baldig«, eindeutige Antwort. Daß unser BreSlauer Bruderblatt eine zufriedenstellende Antwort erhält, das erachten wir für ausgeschlossen. Die Wahlen des 25. Januar werden auch de», Protest gegen ein System A»»drvck geben müssen, das charakterisiert wird durch die abgehackte Proletarierband von Breslau und durch die U n a u f- sindbarleit des polizeilichen HandabhackersI Klassenjustiz und Altenburger Justiz. Altenburg. 17. Dezember. Vor dem hiesigen Landgericht hatte sich heute Genosse Dick« reiter von der„Altenburger Bolkszeitung" unter der Anklage der Richterbeleidigung zu verantworten. Er wurde aus dem Gefängnis vorgeführt, wo er wegen Preßvergchens eiue zlveimonatige Gefängnisstrafe verbüßt. Der Anklag« lag folgender Tatbestand zu Grunde: Die Ge- nassen Landtagsabgeordneter Horn, Maurer Rank und Glaser L e i d e l aus Kahla, waren am 7. September vom Landgericht in Schmölln iAltenburg) zu je vier Wochen Gefängnis wegen„Er- Pressung" verurteilt worden. Diese„Erprefinng" wurde in folgendem gesehen: Die Maurer Kahlas hatten mit den organisierte» Bau« Unternehmern Differenzen und wurden plötzlich von den Unter- nxhmcrn,»m von ihnen die bedingungslose Anerkennung des Unter« nDmerrarifs zu erpressen, ausgesperrt. Nun hatte der Fübrer der Bauunternehmer, Jäkel, bereits den Umbau an dem Lokal be- gönnen, das das Vorkehrslokal der organisierten Arbeiter von Kahla ist. Er arbeitete nur mit Arbeitswilligen. Im Austrage einer öffentliche» Versammlung verhandelten die drei genannte» Genossen mit dem Besitzer des Lokal«. Dabei hatte Genone Horn unter anderen, gesagt, daß die organisierten Arbeiter Kahlas auf keinen Fall in e»»em Lokale weiter verkehren würden, das von nnorganisterten Arbeiter» hergestellt werde. Wegen dieser Acußerung erfolgte die Bcrurteilmig der drei Genoffen wegen angeblickter Erpressung. Horn soll ans de» Saalbesitzer ein- gewirkt haben,»m den ausgesperrten Maurern einen.recht«- widrigen Ve?,»öge»svortcU* zu verschaffen. während die anderen beiden Genossen Mithülfe geleistet haben sollten, weil sie— nichts dazu gesagt haben. Genosse Dickreiter hat diese» Urteil natürlich in der„Alten- bnrgcr VolkSzeitmig" gebührend gekeimzeichnet. Dadurch soll er die Nichter von Schmölln beleidigt haben. Nachdem die drei inkriminierten Artikel verlesen waren und der Angeklagte den inkriminierten«nsdriick Klassenjustiz im sozialisti- schen Sinne' erläutert hatte, bielt der Staatsanwalt sein Plaidoyer. Er meinte, eine schwerere Beleidigung könne den Richtern gar nicht zugefügt werden als durch den Borwurf, daß sie Klassen- zustiz übten. Dg« soll doch nur heißen, daß die Richter nicht nach Recht und Gerechtigkeit urteilen, sondern Pflichtwidrigkeilcn und Rechtsbeugungen begingen Als sozialdemokratischer Agitator kritisiere er das Urteil nur um Nnznfricdcnheit zu erregen. Die Richter wüßten sehr wohl, daß die Arbeiter ihr Klassengefühl sehr stark betätigen. Der Angeklagte aber scheine der Meinung zu sein, der Arbeiter habe, weit er das Klassenge fühl besitze, da« Recht zu drohen und zu erpressen. Er beantrage eine Gefängnisstrafe von vier Monaten für den Angr''>gcii. ES müsse durch die Strafe verhindert werden, daß sotche Artikel wieder geschrieben werden könne». Der Verteidiger Rechtsanwalt Heine hielt eine scharf pointierte Rede, in der er zunächst den Sinn, den die Sozialdemokratie mit dem Worte Klassenjustiz verbreitet, erschöpfend darlegte und dann die Ungleichheit in der Behandlung der Arbeiter und der Unter- nehmer anzeigte, wie sie sich in dem Schmöllner Urteil wieder offenbare. DaS Urteil laiitete auf zwei Wochen Gefängnis. Der Schutz deS ß 193 müsse dem Angelagten als Genossen der drei Verurteilten und als Redakteur einer sozialdemokratischen Zeitung in diesem Fall zugebilligt werden. Aber in seiner sachlichen Kritik sei D. zu weit gegangen. Er habe den Richtern den Vorwurf der Pflicht- Verletzung gemacht._ Wahlprotest in Frankfurt a. M. Gegen die Wahl des Genossen Dr. Quarck zum Stadtverordneten in dem Stadtteil Bockenheim haben die Nationalliberalen Protest eingelegt. Der Einspruch be- hauptet, daß verschiedene Unregelmäßigteiten vorgekommen seien. Es soll eine Anzahl von Wählern ihre Stimmen abgegeben haben, die inzwischen aus Frankfurt verzogen ist. Bon dem Rentamte ist der Protest eingehend geprüft und dabei festgestellt worden� daß nach der Entscheidung des Obcrverlvoltungsgerichtes auch derjenige zur Ausübung des Wahlrechtes befugt ist, der an dem Wahltage nicht mehr am Oorte wohnt, sofern er nur in der Wählerliste eingetragen ist. Zwei Wähler, die materiell zu Ui, recht in oer Wähler aufgeführt sind, waren trotzdem wähl- berechtigt, weil die nicht rechtzeitig angefochtene Wählerliste, ohne Rücksicht auf ihre materielle Richtigkeit odc>r Unrichtigkeit, die rechtliche Grundlage für die Wahl bildet; mithin die in Gemäß- heit derselben vollzogenen Wahlen nicht als auf unrichtiger Grund- läge erfolgt, augesehen werden können.— Nach dieser Feststellung kann das Stadtverordnctenlollegium kaum zu einer Kassierung der Wahl kommen.—_ Die Eröffnung des Wahlkampfcs in Groff-Berlin! Am Donnerstcig der vorigen Woche wurde in später Nach- Mittagsstunde überraschend für alle Welt die Auflösung des Reichstags ausgesprochen. Die Negierung wollte die ungehor- samen Reichsboten durch Entziehung der Diäten dafür strafen. daß sie nicht bedingungslos über den vorgehaltenen Stock der Kolontalforderungen sprangen. Sofort am anderen Tage be- gann die Berliner Arbeiterschaft ihre Borbereitungen für die Wahl- schlacht. In großen Lettern rief der geschäftssührende Aus- schuß den Zentralvorstand des Verbandes sozialdeuiokratischer Wahlvereitie Groß-Berlins zusammen, der»och am Freitagabend alle Schritte tat. die Wahlbewegung in Fluß zu bringen. Was da im kleinen Kreise vorbereitet worden ist, hat gestern die Arbeiterschaft Berlins in die Tat umzusetzen be- gönnen. Die sieben überfüllten Versammlungen, die da zur Aufstellung der Kandidaten stattfanden, können als die offizielle Eröffnung des Wahlkampfes seitens der Arbeiter- schaft gelten. Wenn der Regierung bei ihrem Vorgehen etwa der Glaube vorgeschwebt haben sollte, sie könute auch die Sozialdemokratie durch eine Ueberraschung an der recht- zeitigen und völligen Entfaltung ihrer Kräfte hindern, ein Blick in die gestrigen Versammlungen hätte die B ül o w, Dernburg und ihre Hintermänner dqvon überzeugen müssen, daß der Sozialdemokratie nichts willkommener sein kann als eine solche NegierungStaktik, die ja zu einem guten Teile die Nachteile der fünfjährigen Legislaturperiode wieder aufhebt. Jubelnd hob man von neuem die Männer auf den Schild, die berufen find, wie sie berufen waren, im Reichstage die Interessen des Volkes im Auftrage deS Proletariats von Groß-Berlin zu vertreten. In allen Berliner Kreisen mit Ausnahme des ersten bedeutet eine solche Ernennung zum Kandidaten der Sozialdemokratie auch die Ernennung zum Abgeordneten. Nichtsdestoweniger gelobte man sich heilig, alle Kräfte in den Dienst der Wahlbewegung zu stellen. Gilt es doch nicht nur bei den Wahlen dem aufgestellten Kandidaten zum Siege zu verhelfen, sondern gleickerzeit den Augenblick allgemeiner Aufregung und auch allgemeiner Empfänglichkeit im Proletariat zu einer Agitation größten StilL für die Ziele der Sozial- oemokratie auszunutzen. Diese prinzipielle Agitation wird stets auch die wirksamste und erfolgreichste bleiben. Sie wird cS im Verein mit der Wahlhülfe, ivelche die stärkeren Kreise dem schwächeren ersten angedeihen zu lassen sich entschlossen haben, möglich machen, daß wir auch dem nächsten Ziele der Berliner Arbeiterschaft näher kommen: einem nur noch sozialdemokratisch vertretenen Groß- Berlin! Ueber den Verlauf der einzelnen Versammlungen erhalten wir in vorgerückter Nachtstunde die folgenden Berichte: Erster Wahlkreis. Die Versammlung für den ersten Berliner ReichStagSwahlkrei» tagte bei Dcäsel. DaS Referat hatte, da Genosse Dr. A r o n S verhindert, Genosse S t r ö b e l übernommen, der zunächst die Vor. giinge schilderte, die zu der überraschenden Auflösung deS Reichs- tags führten und sodann di« Stellung der Parteien zu der Kolonial- korruption und der ganzen Kolonialpolitit in eingebender Weise beleuchtete. Der Redner verwies auf die sonderbare Partei- konstellation..die durch die Auflösung deS Reichstags zutage tritt. Arm in Arm mit den Konservativen und den sonstigen Reaktiv- nären marschieren die Freisinnigen aller Schattierungen und sind bereit, der Regierung alle Mittel zu bewilligen, die diese verlangt. um die kostspielige Kolonialpolitik in der bisherigen Weise auf Kosten des deutschen Volkes weiter betreiben zu können. Dem gegenüber steht das Zentrum und die Sozialdemokratie. Das Zentrum, das diesmal ausnahmsweise nicht umgefallen und in Rücksicht auf die große Masse seiner Wähler und nach all den Vor- gängen nicht umfallen durfte, wenn es nicht den Rest seines An- sehens einbüßen wollte, ist jedoch eine sehr unzuverlässige Partei; sie ist schuld an der Zollwuchcrpolitik, an verschiedenen sonstigen reaktionären Gesetzen, sie ist auch eine wenig zuverlässige Gegnerin deS AntigeiverlschasisgesetzeS und sie kommt alz Bundesgenosse für uns infolgedessen nicht in Betracht, Ein Techtelmechtel mit dieser Partei ist für uns ausgeschlossen. Aber mit allen Mitteln muß bekämpft werben die Partei, deren Wohlspruch lautet: Mit Dern- bürg für Kaiser und Reich, die freisinnige Schutztruppe für das persönliche und militärische Regiment, die Schutztruppe der Zoll- Wucherer, der EtaatSstrcichler und der Realtion. Der Redner, dessen Ausführungen wiederholt durch Beifall unterbrochen wurden, schloß mit einem begeistert aufgenommenen Appell, den Kamps auszunehmen und mit aller Energie gegen die reaktionäre Masse für die Sozialdemokratie einzutreten. Im Anschluß an das Referat erörterte Genosse Dr. Arons, der von der Versammlung lebhaft begrüßt wurde, die Verhältnisse im ersten Wahlkreise. An der Hand deS Material« früherer Wahlen wies der lliedncr nach, daß begründete Aussicht vorhanden ist, daß diesmal auch der erste Wahlkreis, wenn die Genossen mit der schon bewiesenen Opferfreudigkeit in den Wahlkamps ein- treten und sich an den Wahlarbeilcn beteiligen, für die Sozial- dcmokratie gewonnen werden kann und zwar in der Hauptwahl. Ei»« weiter« Diskussion wurde nicht beliebt. Sl« Kandidat für den ersten Wahlkrei» wurde einstimmig Genosse Dr. L. Aron« aufgestellt. DaS Resultat wurde mit großem Beifall aufgenommen. Vom Vorsitzenden Genossen O p p e l wurden sodann die bereits getroffenen Vorarbeiten für den Wahlkampf mitgeteilt und unter anderem zur Einsicht in die Wählerlisten und zur regen Beteili- guug an der am 23. Dezember stattfindenden Flugblnttverbreitung aufgefordert. Der Redner empfahl, aus taktischen Gründen und infolge der früher gemachten Erfahrungen von dem Besuch der gegnerischen Versammlungen im allgemeinen Abstand zu nehmen. Es wird Sorge getragen werden, daß die Versammlungen, wo es angebracht erscheint, besucht werden. In das Wahlkomitee wurden die Genossen B i t t n e r» O P P e l und W o l d e r S k i gewählt. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde das Andenken des verstorbenen alten Parteigenossen K. W o l d t in der üblichen Weise geehrt und bekanntgegeben, daß der Preußcntag und auch die Generalversammlung in Rücksicht auf die Wahlbelvogung vertagt worden sind. Mit einem begeisternden Hoch auf die internationale, völkcrbcfreiende Sozialdemokratie erfolgte Schluß der gutbesuchten und vom besten Geist beseelten Versammlung. Zweiter Wahlkreis. Vor 6 Uhr trafen die ersten Genossen im Saale der„Bock- brauerei" ein. Je näher aber die festgesetzte Versammlungsstunde heranrückte, um so stärker wurde der Zustrom. Draußen sah man es an den eilenden Schritten der Arbeitermasscn, die nach dem Tempelhofer Berg hinaufwanderten, daß es sich nicht um etwa« Alltägliches, sondern um ein außerordentlich wichtiges Ereignis handelte, das die Tausenden noch so kurz vor Weihnachten zu- sammcnführte. Als die Versammlung begann, war der Riesen- saal Kopf an Kopf gefüllt. Wer geglaubt hatte, daß, nach- dem Angelegenheiten wie die vorliegende, nur noch in General- Versammlungen, nur von organisierten Genossen erledigt werden, der Besuch schwach sein werde, mußte erkennen, daß er sich geirrt. Wie stark das Interesse der Anwesenden war, das zeigte sich in ihrer gespannten Aufmerksamkeit, mit der sie der Rede des Genossen Richard Fischer folgten, der spontane Beifall, der die Worte des Redners begleitete, wenn er die ärgsten Greuel der kolonialen Abenteuer geißelte, oder mit schärfftem Spott und doch bitterem Ernst die schmählichen politischen Zustände im Reich, die Charakter- losigkeit der bürgerlichen Parteien aufdeckte und die ganze Hohlheit und Volksfeindlichkeit der Regierungspoliti! schilderte. Der Red- ncr zerpflückte mit beißender Satire die Phrasen, mit denen die Regierung und ihr folgend die Konservativen, Liberalen und Frei» sinnigen das Volk zu betören suchen. Gefühl für nationale Wurde. nationale Ehre, verlangt man nun vom deutschen Arbeiter, den man so lange als vaterlandsloscn Gesellen bezeichnet hat! Wir kennen das Gerede, haben es vordem oft gehört, allemal, wenn der Kampf gegen die Sozialdemokratie, gegen das Volk geführt werden sollte. Zum Schluß wies der Redner darauf hin. daß die Sozial. oemokratie die einzige Partei ist. die handeln kann, wie es ihrem Interesse und damit, dem Interesse der gesamten Arbeiterschaft entspricht. Es gibt eine Entscheidung von größter Bedeutung. Wir wollen dafür sorgen, daß die Entscheidung so klar und u»- zweideutig wie irgend möglich ist. Wir wollen uns nicht verlassen auf die, die uns schon angehören. Wir wollen ein Heer bilden, das unter allen Umständen siegen muß. Tun wir, was uns das Klassen- interesse gebietet. Dann wird am 25. Januar der Ruf erschallen: Unser der Sieg! Unser die Welt!— Stürmischer Beifall durchbrauste den Saal, als der Redner geendet hatte. In der Diskussion stellte Genosse Fähnrich einen Antrag, die Versammlung möge beschließen, daß am 25. Januar die Arbeit ruhen sollte, damit die Genossen ihre ganze Kraft der Wahl widmen könnten. Dann wurde jedoch zunächst der Kandidat nominiert. Die gewaltige Menge, die den Saal bis auf den letzten Stehplatz füllte, stimmte einmütig für den Genossen Fischer. In kurzen, schlichten Worten dankte Fischer für das Vertrauen, das die Genossen des Kreises ihrem bisherigen Vertreter wiederum erwiesen und er- klärte, daß er auch in Zukunft in vollem Maße seine Pflicht er« füllen werde. Zu dem Antrag Fähnrichs erklärte der Vorsitzende Werner. daß es wohl nicht angebracht sei, hier darüber abzustimmen. Wir halten es für unsere Pflicht, nach Kräften danach zu handeln und werden es als Wunsch mit auf den Weg nehmen.— Gegen diese Erklärung wurde keinerlei Widerspruch laut. Einstimmig beauftragte die Versammlung den Wahlvereins- vorstand, als leitendes Komitee für die Wahlen zu fungieren. Die Versammlung ivurde mit brausenden Hochrufen auf die Sozial» denwkratie geschlossen. Dritter Wahlkreis. Vor dem GewerkschaftAhause, wo die Versammlung für de» dritten ReichstagSwahlkreis stattfand, konnte »ran schon frühzeitig an der Eile der heranstrebendcn Genoffen bemerken, daß es einer großen Sache galt. Bald füllte sich der große Saal bis zum letzten Platz. Ein reges Treiben herrschte. Gruppen bildeten sich, lösten sich wieder auf und lebhaft wurde die politische Siruation erörtert und die Organisation des Kampfes, die im vollsten Gang« ist. Der bisherige Abgeordnete de» Kreis«», Genosse Wolfgang Heine, betrat nach einiger Zeit die Rednertribüne. Mit einer vernichtenden Kritik der deutschen Kolontalbewegung und der sie begleitenden Skandalosa setzt« er ein. Ein besonderes Kapitel widmete er der Mißhandlung des Geldbeutel» des Deutschen Reiches, ein andere» der Mißhandlung von Eingeborenen und in Kolonien lebenden Weißen. Grelle Streiflichter fielen auf die TippelSkircherei und Verwandtes. Aus allem sei die Kolonialbetncgulig blamiert bis auf Knochen hervorgegangen. Aber nicht nur sie, sondern auch das ganze Deutsche Reich sei vor aller Welt blamiert, zumal man nicht darangegangen sei, die Wund« auszubrennen und die Schul- digen zu bestrasen,. wie in ander«, Ländern es geschehe, wenn solche Skandale aufgedeckt würden. Die letzten zur Krise führenden par- lamentarifchen Vorgänge behandelte Redner im Zusarnirnrn hange mit der Oberst Daimlmgiade vom Mai. um festzustellen, daß es sich handele um die Frage: Parlamentarischer Einfluß oder per- sönliches militärisch-bureaukratisches Regiment.(Vielfaches Sehr richtig I) Wie sich das Zentrum einer Art weitreichenden Einflusses, naineiftlich auch in Perfonalfragen. trenn auch auf Hintertreppen. versichert hat, da« zeigte Redner in interessanten Darlegungen.—» Ten freisinmgcn Gegner zeichnete Redner in seiner ganzen Jämmer- lichkeit. Unter vielfachen Zustinmmngen wies er die Haltlostakeit der nationalen Phrase nöch, die in diesem Wahlkamps««ine Rolle spielen werde. Wer halte die nationale Ehre aufrecht? Der. der sich hingebe einem persönlichen Regiment oder iwr verlange, da» deutsche Volk solle frei und selbständig sein, wie Völker anderer Lander I Und wer ehre den deutschen Namen? Der, der Deutschland gleichstellen wolle mit anderen Staaten oder tver e» zum Gespött deS Auslandes mache? Oder man denke an andere Dinge. Mache der dem deutschen Rainen Schande, der Kolontalskandale begehe oder der, der st« empört verurteile und dafür sorg«, daß sie sich nicht wiederhole» sollten. Wir wollen lieber leine Kolonien habe»; als solche, die wir mit einer Schmach de« deutschen Namens erkauften!(Stürmischer Beifall.) Sorgen wir dafür, daß in Deutschland eine Kultur erblühe, daß in Deutschland Unterdrückung und Ungerechtigkeit vcr- schtvänden, dann machten wir dem deutschen Namen wirklich Ehre. l Lebhaft« Bravosl) Kurze Zeit nur wahre diesmal der Wahlkampf. Um so mehr könne er mit einem gewissen Elan geführt lverden: Drauf und dranl Wenn jeder seine Schuldigkeit tue. dann werde, wie am ig. Juni 1903, auch am 25, Januar 1907 der Sieg unser sein.(Stürmischer anhaltender Beifall.) Zu diskutieren wünscht« niemand. Der Vorsitzende Pohl teilte mit. daß die F"'ktionave«mhellig die Kandidatur Wolfgang Heine vorschlagen.(Lebhafter Beifall.) E i n st i m in, g wird Genosse WolfgangHeine zum Kandidatci, ernannt.' � Nach Erledigung geschäftlicher Angelegenheiten, die Wahlen be» treffend, und Anfcuerung zur Wahlarbeit schließt die Versammlung mit dem alten Kampsruf. Tierter Wahlkreis. Die Generalversammlung des vierten Berliner Reichstags- Wahlkreises, die nach Kellers Riesensaal einberufen war, nahm einen imposanten Verlauf. Hunderte und Aberhundcrte der Gc- nassen mußten, nachdem der Saal gefüllt, wieder unverrichteter Sache nach Hause gehen. Kopf an Kopf standen die Tausende, und immer neue Scharen strömten heran. Alle Tische mußten entfernt werden, obgleich die Galerie freigegeben worden war. Und welche Stimmung herrschte in den Massen. Diese sturmerprobten, begeisterten Proletarier können die Zeit des Kampfes kaum erwarten. Wer sich diese Massen und die Ursache dieser Versammlung vor Augen führt, der wird die Wahrheit des Oxenstiernaschen Wortes, daß es wunderbar sei, mit wie w e n i g W e i s h e i t die Welt regiert werde, begreifen. Hätte sich die Regierung die Stimmung in den sozialistischen Arbeiterkreisen und die Genugtuung, mit der diese die Auflösung des Reichstages begrüßte, vorhergesagt, so würde sie wohl begriffen haben, wie sehr sie dem bekannteir Schwcincglück der Sozial- dcmokratie Vorschub geleistet hat. Wenn es wahr ist. daß die Be- geisterung notwendig ist, um große Dinge zu vollbringen, so dürfen wir bei dieser Wahlbewcgung auf eine ganz außerordentliche Niederlage der bürgerlichen Parteien rechnen. Denn die Begeisterung der Kopf an Kopf„eingekeilt in drangvoll fürchter- licher Enge" gedrängten Masse läßt darauf schließen, daß dieser echte Schwabenstreich nicht nur der Regierung, sondern auch den bürgerlichen Parteien noch manche qualvolle Stunde bereiten wird. Selbst das stattliche Polizeiaufgebot, zirka 50 Mann, die aber nach zirka einer Stunde nach Anfang der Versammlung zurückgezogen wurden, vermochte nicht die kampfesfreudige Stimmung zu bc- einträchtigen, sondern konnte höchstens die Stimmung erhöhen. Lange vor Eröffnung der Versammlung wurde der Saal Polizei- l i ch geschlossen. Der bisherige Reichstagsabgeordnete des Kreises, Genosse PaulSinger, hielt den einleitenden Vortrag. Mit brausendem, nicht enden wollendem Jubel und Hochrufen wurde Genosse Singer von der Versammlung begrüßt. Mit kräftigen, eindrucks- vollen Worten beleuchtete der Redner die durch die Auflösung des Reichstages hervorgerufene politische Situation. Helles Gelächter entfesselte die Konstatierung der Tatsache, dw das starke Deutsche Reich zur Niederwerfung der 300 Hottentotten nicht weniger als 8000 Mann im Felde bedarf. Es habe den An- schein, als befürchte die Regierung eine Invasion der Hottentotten in Deutschland. Eine Kolonisation mit solchen Greueltaten, wie sie vorgekommen sind, ist eines Kulturvolkes unwürdig. Wir würden besser tun, unsere Sandwüsten zu verschenken, vorausgesetzt, daß sie uns jemand abnimmt, was nicht zu erwarten ist. Genosse Singer zählt die gesamten Sünden des aufgelösten Reichstages und der bürgerlichen Parteien, von denen die Fleischnot nicht die kleinste ist, auf. Auch mit dem Freisinn geht er ins Gericht. Mit dem Antigewerkschaftsgesetz brauche man sich nicht zu befassen, da durch die Auflösung des Reichstages das Gesetz in die Versenkung verschwunden ist, sollte aber je ein Minister mit diesem Gesetz an- kommen, so würde er von Partei und Gewerkschaften so empfangen werden, daß er das Wiederkommen vergessen dürfte. Die Klassen- justiz ist der beste Beweis dafür, daß wir unter einem Ausnahme- recht stehen. Die Wahl mutz eine Generalabrechnung mit den bürgerlichen Parteien werden. Wir müssen aber ständig das Evangelium des Sozialismus predigen und eine Vertiefung der gc- samten Bewegung in Presse und wissenschaftlicher Erkenntnis her- bciführen. Es kann aber kommen, daß aus dem Kampf um die Wahl ein Kampf um das Wahlrecht wird. Wenn aber die herrschenden Klassen Staatsstreichgclüste haben, so möge ihnen ge- sagt sein, daß sie in der Arbeiterklasse den ehernen Fels finden, an dem alle diese Gelüste zerschellen werden, daß wir nicht ein Tippelchen unserer Rechte aufzugeben gewillt sind. Was den Fürsten ihr Thron, das ist der Arbeiterklasse das Wahlrecht. Berlin muß aber am 25. Januar ausnahmslos der Sozialdemokratie ge- hören. Auch die jüngeren Genossen, die noch nicht Wähler sein können, müssen mindestens„Wühler" sein. Nicht nur die Majo- rität der abgegebenen Stimmen müssen wir in Berlin erobern, sondern eine übermächtige Majorität der Wahlberechtigten über- Haupt. Die Genossen müssen dafür sorgen, daß die rote Fahne von den Palästen und Kirchen herabwehe. Brausender Beifall lohnt den Redner. In der Diskussion meldet sich niemand zum Wort. Genosse Singer wird sodann aus der Mitte der Versammlung heraus einstimmig zum Kandidaten vorgeschlagen. Unter brausenden! Jubel der Versammlung nimmt Genosse Singer die Kandidatur wieder an. In markigen, wirkungsvollen Worten dankt der Redner für das Vertrauen seiner Wähler. Er bittet aber gleich- zeitig um Urlaub, da er im Interesse der Partei im Lande seine Pflicht zu erfüllen habe und der IV. Berliner Kreis so gestellt sei, den Kandidaten entbehren zu können. Pflicht der Kandidaten sei es, treu zu seinen Wählern zu stehen und ihre Interessen zu der- treten; aber es sei auch Pflicht der Genossen, dafür zu sorgen, daß wir nicht nur den Wahlkreis erobern, sondern mindcnsts 85 Tausend Stimmen auf den Kandidaten bereinigen. Freilich, mehr dürften es auch sein. Zum Schluß bringt Redner noch ein Hoch auf die völkcrbefreiende Internationale Sozialdemokratie aus, das in der Versammlung ein vieltausendstimmiges Echo weckte und dem sich ein dreifaches Hoch auf Singer anschloß. Auf Antrag des Genossen Pankow wird sodann der Vorstand als Wahlkomitee gewählt und der Vorsitzende, Genosse Paul H o f f m a n n, fordert die Genossen auf, schon am Sonntag bei der Flugblattverbreitung ihren unermüdlichen Eifer durch zahlreiches Erscheinen zu be- weisen. Fünfter Wahlkreis. Die Generalversammlung für den fünften Kreis fand in den.Musikersälen" in der Kaiser Wilhelmstraße statt. Sie war ungewöhnlich stark besucht; jedes Plätzchen des geräumigen Lokals war besetzt, so daß teilweise die Tische und Stühle ent- f e r n t werden mußten. Auf allen Gesichtern lag freudige Spannung. Ueberall waren die Genossen vor Beginn der Versaminlung in lebhaftester Unterhaltung begriffen, die sich natürlich ausschließlich um die Reichstagsanflösung und den gegen- wärtigen Wahlkampf drehte.„Eine bessere Wahlparole hätte uns , die Regierung gar nicht geben köimen, wie den Kolonialrummel," so hörte man vielfach die Genossen zu einander sagen. Jeder war überzeugt, daß dieser Wahlkampf nur zugunsten unserer Partei aus- fallen könne, denn Kampf sei das Lebenselement der Partei, und im Kampfe seien wir groß geworden. Freilich ermahnten auch andere wieder, der Siegeszuversicht von vornherein nicht schon gar zu viel Raum zu geben, denn die höchste Befriedigung empfinde man erst nach dem erkämpften Siege. Genosse Robert Schmidt, der bisherige Reichstags- abgeordnete des Kreises, nahm sodann nach Eröffnung der Ver- sammlung das Wort. Eine größere Weihnachtsfteude, so leitete der Redner seine Ausführungen ein, hätte uns die Regierung gar nicht bereiten können, als durch diese Reichstagsauflösung. Wenn je esiie Partei Ursache habe, Beftiedigung über diesen überraschenden Regie« rungsakt zu äußern, so sei es die sozialdemokratische. Deshalb werde die Sozialdemokratie auch nicht umhin können, ihren Dank der Regierung dadurch auszudrücken, daß sie wieder verstärkr in den neuen Reichs- tag einzieht. Denn daß unsere Partei die Zahl der Abgeordneten- Mandate um verschiedene vermehren werde, sei so gut wie sicher. In scharfer Kritik würdigte der Redner hierauf die bekannten Ursachen der Reichstagsauflösung und ging dann auf die verschiedenen Partei- konstellationen in dem gegenwärtigen Wahlkampf ein. Hierbei geißelte er mit beißender Satire das durch und durch würdelose Verhalten des Freisinns. Dieser greisenhafte Freisinn, der sich ja auch wieder mit der stillen Hoffnung trage, den fünften Berliner ReichstagswahlkreiS möglicherweise noch einmal zurückzuerobern, wittere jetzt Morgenluft. Er fühle sich plötzlich regierungsreif und krieche jetzt auf Vorder- und Hintertreppen der verschiedenen Staats- männer umher, in der Erwartung, daß ihm nun endlich das' lang ersehnte Plätzchen an der Regierungssonne beschieden werden möge. Die Gegensätze zwischen den Freisinnigen und Konservativen seien niit einem mal vollständig verwischt. Daher könne es uns Sozialdemokraten voll- ständig gleichgültig sein, ob hier im Kreise einer oder zwei bürgerliche Kandidaten aufgestellt werden. Der eine sei des anderen würdig. Für die Sozialdemokratie sei die Marschroute klar vorgezeichnet: Kampf im Vertrauen auf die eigene Kraft. Zur Frage der Kolonialpolitik übergehend, präzisierte Redner sodann kurz den prinzipiellen Stand- Punkt unserer Partei und wandte sich darauf eingehend den Bestialitäten und Greueltaten zu. die von den beamteten und unbeamteten„Kolonisatoren" Deutschlands an den un- glücklichen Eingeborenen verübt worden sind. Gewaltigen Ein- druck machte es auf die Anwesenden, als der Redner die vollständige Gefühllosigkeit und die sittliche Verrohung der Abgeordneten der Rechten und der Tribüncnbesucher ans den Kreisen der oberen Zehntausend schilderte, wie sie sich in zynischem Lachen und wüsten Zwischenrufen offenbarte, als jene Scheußlichkeiten im Reichstage zur Sprache gebracht wurden. Die stürmischen Pftlirufe aus der Versammlung bewiesen zur Genüge, wie die Genossen über das Benehmen jener Herrschaften urteilen, die dem Volke weis machen wollen, daß sie die Hüter der„Ehre" Deutschlands seien. Nach weiterer Erörterung der ganzen deutschen Welt- wie auch Steuerpolitik der Reichsregierung schloß der Redner mit dem flammenden Appell an die Genossen, jetzt mit gewohnter Energie in die Wahlagitation einzutreten. Jeder müsse seine Ehre darin suchen, gegenwärtig ein Agitator für die Sache des Volkes zu sein. Die kurze Spanne Zeit bis zum Wahltage müsse in einer Weise ausgenutzt werden, daß dieser Wahlkampf mit einem glänzen- den Siege der Sozialdemokratie und mit einer vernichtenden Nieder- läge der bürgerlichen Parteien sowie der Regierung endet. S o und nicht anders wird die Ehre Deutschlands am be st engewahrt. Am 25. Januar muß es heißen; Berlin gehört der Sozialdemokratie.(Stürmischer Beifall.) Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Genosse Wels empfahl hierauf im Namen der gesamten Funktionäre des Kreises, den bisherigen Abgeordneten Genossen Robert Schmidt wieder als Kandidaten für den fünften Berliner Reichstagswahlkreis aufzu- st e l l e n.(Beifall.) Ohne Debatte wurde darauf dem Genossen Robert Schmidt mit allen gegen zwei Stimmen die Kandidatur übertragen. Mit kurzen Dankesworten für das ihm bewiesene Vertrauen ermahnte der Kandidat nochmals die Anwesenden, sich ihrer Verantwortung der Partei gegenüber bewußt zu sein und das ihrige zu tun, um den Sieg im Kreise auch diesmal an die Fahne der Sozialdemokratie zu heften.— Genosse L i e p m a n n schloß sich diesen Ausführungen an und erinnerte die Genoffen noch eindringlich an die Pflicht, auch für die nötige Wahlmunition zu sorgen und sich Mann für Mann zu der notwendigen agitatorischen Kleinarbeit zur Verfügung zu stellen. Nach einigen geschäftlichen Mitteilungen wurde darauf die Versammlung mit einem begeisternden Hoch auf die Partei ge- schloffen. Sechster Wahlkreis. In hellen Haufen strömten die Genossen des s e ch st e n Wahl- k r e i s e s gestern abend nach den G e r m a n i a- S ä l e n in der Chausseestraßc. Kampfesfreude auf allen Gesichtern! Man winkte sich verständnisinnig zu, man drückte sich die Hände, man fühlte sich einig in dem Gedanken, daß der sechste Berliner Reichstagswahlkreis seinem alten guten Rufe neue Ehre machen muß und als uneinnehmbare Hochburg der Partei sich wiederum er- weisen lvird. Die Gegner wagen hier auf keinen Sieg zu hoffen, das weiß man wohl, aber man konnte es überall hören, daß die Ge- nassen fest entschlossen sind, den Gegnern auch nicht den Triumph zu gönnen, mit einer Stimmenzahl aufzumarschieren, die ver- schwinden müßte gegenüber den Massen, welche die Partei im sechsten Kreise aufbieten kann. Jeder Genosse ist bereit mit- zuwirken, jeder freut sich, seine Kraft einsetzen zu können, um diesen unerwarteten Waffengang mit Ehren für die Partei zu bc- stehen. Jeder weiß den großen moralischen Wert einer wuchtigen Stimmenzahl— ganz abgesehen vom Siege— zu schätzen, und daß der„Sechste" in der ersten Reihe marschieren mutz, ist für die Ge- nossen selbstverständlich. Welcher Ernst und welche Entschlossenheit alle beseelt, das ließ die imponierende Versammlung in den Germania-Sälen deutlich erkennen. Schon uni 7 Uhr füllte sich der Saal und eine halbe Stunde später war kein Sitzplatz mehr zu haben. Die Polizei war natürlich auch zahlreich vertreten, denn man weiß, daß die Massen anmarschieren, wenn die sozialdemokratische Partei ruft. Es dauerte nicht lange, und alle Tische mußten aus dem Saale entfernt werden. Aber immer neue Scharen drängten nach. Man mußte die Stühle fortschaffen und Kopf an Kopf stand die dicht gedrängte Menge. Schon vor acht Uhr wurde der Saal abgesperrt. Als Genosse Ledebour aufs Podium stieg, wurde er mit lautem Beifall begrüßt. Mit gespannter Aufmerksamkeit folgte die Versammlung den Worten des Redners. Ein Beifallssturm brach los, als der Referent von dem ausgesperrten Reichstag iprach und hoffte, daß sich die Kreise, die die„Aussperrung" vor- genommen haben, vor ihrer Dummheit entsetzen werden, wenn das Resultat vom 25. Januar bekannt gegeben wird. Er erinnerte an die Agrarpolitik des Reichstages, die nichts erwarten läßt zur Ab- hülfe der Lebensmittelverteuerung, der Fleischnot. Das gibt ein großes Agitationsmittel und nicht minder wertvoll zur Aufklärung wird der Gesetzentwurf zur Rechtlos» machung der Gewerkschaften sein. Es inuß jedem in die Ohren geschrien werden, wie volksfeindlich dieser Reichs- tag gehandelt hat! Der Bureaukratensippe, die bei uns am Ruder ist, muß gezeigt werden, was das Volk will!— Das dritte große Agitationsmittel, was uns in die Hand gegeben ist, besteht in der Kolonialpolitik und den großen Skandalen, die sie mit sich brachte!— Als der Redner die Kolonialpolitik und ihre Schrecken 'ür die armen Eingeborenen näher beleuchtete, brach verschiedene Male ein Entrüstungssturm unter den Versammelten aus.— Daß die Genossen bereit sind, das Agitationsmaterial, von dem hier Ledebour sprach, auch mit vollem Eifer zur Anwendung zu bringen, war ersichtlich aus dem Interesse und Verständnis, welches die Versammelten für die Ausführungen des Redners zeigten. Ob- gleich sich im Laufe deS Abends im Saale eine fast unerträgliche Temperatur entwickelte, wich und wankte die Menge nicht. Unter donnerndem Beifall schloß Ledebour seine Rede. Genosse Freythaler machte bekannt, daß die Krciskonferenz den Genossen Ledebour als Kandidaten für den sechsten Ber- liner Wahlkreis empfiehlt. Einstimmig erklärt sich die Versammlung für diesen Vorschlag. Genosse Freythaler crmahnt noch mit ernsten Worten alle Genossen zur tüchtigen Mitarbeit. Ledebour dankte für das Vertrauen, welches ihm die Ge- nossen schenken und erklärt, daß er es rechtfertigen werde und hoffe, seinen Gegnern noch recht unbequem zu werden. Er machte in seinem Schlußwort darauf aufmerksani, daß der sechste Wahlkreis im Ver- hältnis zu der Zahl der wahlberechtigten Arbeiter im Kreise noch eine weit größere Stimmenzahl für die Sozialdemokratie aufbringen müßte. Falls die schwarzen Pläne der Reaktionärs zur Wirklichkeit werden und eine Wahlrechtsverschlechte- r u n g eintreten sollte, so müßte die Partei noch stärker gerüstet ein. um der Regierung die Antwort geben zu können, die sie ver- >iene. Genosse Freythaler schließt die Versammlung mit dem Wunsche, daß der sechste Wahlkreis vor allen anderen zeigen möge, wie unsere Bewegung unaufhaltsam und alles mit sich fortreißend anschwillt. Mit Hochrufen auf den Kandidaten Ledebour gingen die Ver- sammelten auseinander. Niedcrbarnim. Im Saale des„Prälaten" in Weißensee hatten sich Mit- glicder der Wahlvereine aus allen größeren Orten des aus- gedehnten Kreises eingefunden. Frohe zuversichtliche Stinunung, die des Sieges unserer Sache sicher ist, war auf allen Gesichtern zu lesen und klang als Grundton aus den Unterhaltungen, welche die Gruppen der Versammelten vor Beginn der Versammlung führten. Der Kreisvorsitzende Genosse F r e i w a l d t- Pankow eröffnete die Versammlung und erteilte dem bisherigen Abgeordneten des Kreises, Genossen Stadthagcn, das Wort. Der Redner bc» gann mit dem Hinweis auf die Auflösung des Reichstages. Der Reichstag ist aufgelöst, damit das Poll zu Gericht sitze über die Politik der Regierung. Zwar ist das nicht als Auflösungsgrund angegeben, aber wir werden dafür sorgen, daß der Weg der Wahl ein Tag des Volksgerichts wird. Nunmehr besprach der Redner die unmittelbaren Ursachen der Reichstagsauflösung und im An- schluß daran kennzeichnete er die deutsche Kolonialpolitik und die schamlose Kolonialkorrruption, die in letzter Zeit vor der Oeffent- lichkeit an den Pranger gestellt worden ist.— Unter Darlegung der bekannten Einzelheiten zeigte der Referent, daß das Zentrum bei der Abstimmung über die Nachtragssorderung für Südwest- afrika nur Komödie gespielt hat, denn es waren so viele Zentrums- Mitglieder abkommandiert, daß trotz der zum Schein markierten Opposition des Zentrums auf Annahme der Regierungsforderung gerechnet wurde. Aber es kam anders, die Rechnung erwies sich als nicht richtig und der Reichstag wurde aufgelöst. Angeblich soll Deutschlands nationale Ehre auf dem Spiele stehen, wenn der Krieg gegen die wenigen Eingeborenen, die noch im Felde stehen, nicht mit der großen Truppcnmacht, welche die militärischen Sach- verständigen fordern, weitergeführt wird. Im Interesse der nationalen Ehre soll die Kolonialpolitik fortgeführt werden. Wir müssen es als eine Schmach und Schande erklären, daß die Kolonialpolitik mit all den Gräueln und Schandtaten, die zum Himmel stinken, weitergeführt, daß die Macht und die Gewalt des Staates dazu mißbraucht wird, um Bestialitäten zu verüben, wie die, welche in letzter.Zeit nur zum kleinen Teil bekannt geworden sind. Mögen die herrschenden Klassen diese verwerfliche Politik schützen und stützen, wir halten es für unsere Pflicht, im Interesse der Allgemeinheit gegen die Kolonialpolitik aufzutreten. Doch nicht nur gegen die volksschädigende Kolonialpolitik wenden wir uns, sondern gegen das ganze System, aus dem die Kolonialpolitik mit ihren Bestialitäten und ihrer Korruption entsprungen ist. Unsere Losung ist: Fort mit diesem System, unter dessen Herr- schaft die große Masse des Volkes zugunsten der Besitzenden aus- gebeutet wird. Fort mit dem System, das uns einen Zolltarif gebracht hat, welcher das Volk zum Hunger verurteilt, damit sich eine kleine Zahl aus den herrschenden Klassen die Taschen füllen kann. Die Sozialpolitik, so wenig sie den Arbeitern erst gebracht hat, ist völlig zum Stillstand gekommen. Das Koalitionsrecht der Arbeiter wird durch Polizei und Gerichte derart beeinträchtigt, daß den Gewerkschaften die Bewegungsfreiheit fast unmöglich gemacht wird. Die Vorgänge in Nürnberg und Breslau sind einzelne Bei- spiele dafür. Auch in unserem Wahlkreise ist Genosse Herrmann hinterrücks durch die Kugel eines Gendarmen getötet worden und die Justiz hat diese Tat noch nicht gesühnt. Auch hier sehen wir einen Ausfluß des herrschenden Systems, gegen das wir am Wahl- tage unser Urteil abzugeben haben. Der Redner führte noch zahl- reiche Beispiele zur Kennzeichnung des herrschenden Systems an und übte eine vernichtende Kritik an demselben. Keine Zeit ist so geeignet wie die Wahlzeit, um Protest zu erheben gegen Blut- justiz, Polizeigewalt, Kolonialsckmach und Ausbeutung auf allen Gebieten. Keine Zeit ist auch besser geeignet, für die Grundsätze der Sozialdemokratie Propaganda zu machen und Aufklärung in die Massen zu tragen. Wenn in �diesem Sinne jeder seine Schul- digkeit tut, dann werden wir mit einer Stimmenzahl von über 4 Millionen aus der Wahl hervorgehen, und so werden wir dein Siege der Sozialdemokratie entgegengehen. Fort mit dem Herr- schenden System, auf zum Siege der Sozialdemokratie. Mit stürmischem Beifall nahm die Versammlung den wirkungs- vollen Vortrag entgegen. Eine kurze Diskussion im Sinne des Referenten folgte dem Vortrage.• Namens der am vergangenen Sonntag abgehaltenen Kreis- konfercnz schlug F r e i w a l d t vor, dem Genossen Stadthagcn auch diesmal wieder die Kandidatur zu übertragen. Einstimmig und unter lebhaftem Beifall erklärte sich die Versainmlung mit dem Vorschlage einverstanden. Genosse Freiwaldt wandte sich nun mit der Aufforderung zur regen Beteiligung an den Wahlarbeiten an die Anwesenden. Stadthagen dankte für das Vertrauen, das ihm durch die Uebertragung der Kandidatur wieder bewiesen wurde und ver- sicherte, er werde die Arbeit auf sich nehmen nicht als eine Ehre für seine Person, sondern im Interesse der Partei, die hoffentlich den Krers mit einer erheblich gesteigerten Stimnienzahl behaupten werde. eingegangene DrudtfcKnften. Der Kraftsport. 2. Auslage de? Katechismus der Atheletik von Theodor SieSert. 344 Seiten mit 76 Abbildungen. Eleg. kart. 3 M., gc- bunden 4 M. Verlag von Artur Kade in Leipzig. Monatshefte für graphisches Kunstgewerbe. Herausgeber A. Knab und C. Matthies. Verlag von Karl Flemming A.-G., Glogau- Berlin, Hest 2. Letzte jVacbrlcbten und Dcpcfcbcn, Die Stichwahlen in Württemberg. Stuttgart, 18. Dezember.(Privatdcpesche des„Vorwärts".) Bei 27 Nachwahlen eroberten die Sozialdemokratie 6, die Volkspartei 12, die Nationalliberalcn 3, der Bauernbund 4 und das Zentrum 2 Mandate. Die zukünftige Fraktiousstärke unserer Partei beträgt bis jetzt 11 Abgeordnete. Zum Tode verurteilt. Grcifswald, 18. Dezember.(W. T. B.) Der wegen vierfachen Mordes uud Mordversuches in einem Falle angellagte Tischler Ludwig Tcßnow ist heute vom Schwurgericht zweimal zum Tode und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Polizei will alles, alles wissen! Wiesbaden, 18. Dezember.(B. H.) Von einem neuen Polizei- stückchen lvciß das hiesige„Tageblatt" zu berichten: Auf dem Bahn- hos wurde eine hier wohnende Dame, welche öfters in Mainz zu tun hatte, von einem im Bahnhof postirrten Schutzmann mit der in der auffälligsten Form vorgebrachten Frage belästigt, was sie denn immer in Mainz zu tun habe. Von anwesenden Bedienten wurde die förmlich zur Dirne gestempelte Dame auf das Polizei- burcau verwiesen._ » Solidarität. Wien, 18. Dezember.(B. H.) Der Verband der österreichischen Eiscnbahnbedicnftctcn beschloß heute, falls die Postbediensteten in die passive Resistenz eintreten sollten, diese im Kampfe um Ber- brsserung ihrer wirtschaftlichen Lage zu unterstützen. Brennender Dampfer. Sewastopol, 18. Dezember.(W. T. B.) In der Nähe von Sudark ist ein Dampfer einer russischen Gesellschaft in Noworossisk in Brand geraten und gestrandet. Militär ist zur Hülfe abgesandt. Die Passagiere sind gerettet. Lcrantw. Redakteur: Hau? Weber- Berlin. Inseratenteil verants.: Mh. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlag SanMt Waul Singer LcEo., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. UnterhaltungStlatt Mittwoch, tr. 295. 23. Jahrgang 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. mitt, 19. Dezember 1906. Aus der Partei. Gemeindewahlen. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Johanngeorgen stadt( Sachsen) fiegte die fozialdemokratische Riste mit 326 bis 356 Stimmen über die Liste der Gegner, die es auf 185 bis 201 Stimmen brachten. gewalt" nämlich. Das Schöffengericht in Mülheim be- Colmar und beim Reichsgericht mit ihrem Anspruch a b. stätigte die Strafmandate bis auf drei, darunter auch das des gewiesen. Die vom Reichsgericht bestätigten Gründe des Obers Widerstandes Beschuldigten. Die Straffammer 3 des Landgerichts landesgerichts gehen im wesentlichen dahin: Es sei zwar der Ansicht Duisburg ging noch weiter und verurteilte 22 von den Andes Landgerichts nicht beigetreten, daß ein Privatier von Renten geklagten, indem sie außer 21 mal 20 M. Geldstrafe leben und zahlungsfähig sein müsse. Als Privatier könne schon erachtet od 14 Tage Gefängnis verhängte. werden, wer keine berufliche oder getverbliche Tätigkeit ausübt. Doch In der Begründung des Urteils heißt es:„ Es sei durch das stehe in diesem Falle fest, daß der Versicherungsnehmer eine Tätig Zeugnis der Polizeibeamten erwiesen, daß sämtliche Teil- feit ausgeübt habe, indem er seine Mutter unterstützte. Daß er nehmer, wenn auch nicht im geschlossenen Zuge, so doch zielnicht als Privatier gelebt hat, sei auch schon daraus zu entnehmen, Ein neuer Parteivercin. In Elgershausen bei Kassel be- bewußt und mit Absicht sich nach einer Richtung hin be- daß er in seinen Papieren einmal als Kellner, zum andernmal als fchloß am Sonntag der aus 70 Mitgliedern bestehende Bürger- wegt hätten. Ein solcher Aufzug sei danach angetan, Gastwirt aufgeführt ist. Der Gesamtfachverhalt lasse erkennen, daß berein nach einem Referat des Genossen Hauschildt den Uebertritt die Ordnung und den Verkehr auf öffentlicher die Gesellschaft über die Höhe des Nisikos durch die Angabe, der zur Partei. Straße zu gefährden und bedürfe der polizei Versicherte sei Privatier, irre geführt ist. Hätte sie die wirkliche lichen Genehmigung." Sachlage gekannt, sie hätten sie den Vertrag nicht oder unter anderen Bedingungen abgeschlossen. " Bom Fortschritt der Presse. Unter dem Titel„ OberIausiger Arbeiterzeitung" foll vom 1. April 1907 ab ein neues Parteiorgan in 8ittau erscheinen. Zurzeit leien die Laufiger Genossen das tägliche Kopfblatt der Sächsischen Arbeiterzeitung" zu Dresden, den Volksfreund", oder das wöchentlich einmal erscheinende Agitationsblatt„ Der arme Teufel aus der Oberlausit." Dem Opfer des Militarismus. An den Genossen Emil Sauth, der zurzeit seine militärische Strafe in a st att abbüßt, ist folgendes Schreiben eingegangen: Werter Genosse! Der am 9. Dezember in Töß abgehaltene Parteitag der sozials demokratischen Partei des Kantons Zürich hat be schlossen, Ihnen die Sympathien des arbeitenden Volkes zu überWir kommen diesem Auftrage nach und entbieten Ihnen im Namen der Züricher Arbeiterschaft unsere volle Sympathie. Möge es Ihnen vergönnt sein, recht bald wieder im Dienste der Partei zu wirken! Mit Genossengruß! Für den Parteitag: Der Präsident: Dr. A. Kraft. Der Sekretär: Joh. Müller. Totenliste. In Dortmund starb der Genosse Heinrich Stephan, der im Dienste der Partei und des Maurerverbandes seit vielen Jahren stets treu und eifrig gewirkt hat. mitteln. Das Mandat des Sozialisten Debunne. Man schreibt uns aus Brüffel: " " Polizei entstanden. Wenn man den Gedanken, der dem Urteil zu Eine Verkehrsstörung war lediglich durch das Eingreifen der grunde liegt, weiter verfolgen will, so eröffnen sich uns ja herrliche Berspektiven. Logischerweise müssen dann auch größere Vercine, Wie das Zentrum auch im kleinen gegen Arbeiterrechte agitiert. Hurraschreier und sonstige Klimbimvereine, die einen Ausflug Klimmer in Niederbayern hat an sämtliche Bürgermeister seines Der Pfarrer und Zentrums Abgeordnete unternehmen, dazu erst recht polizeiliche Genehmigung einholen, denn Amtsbezirkes ein Zirkular gerichtet, worin er sie zu einer Sigung einauch sie bewegen sich, zielbewußt und mit Absicht nach ladet, in welcher protestiert werden soll gegen die hinaufeiner bestimmten Richtung Es fehlt nur noch, daß sezung des ortsüblichen Tagelohnes für weibliche das polizeiliche Genehmigungsrecht auch auf das Schlafgemach aus- Arbeiterinnen. Der Herr Pfarrer und Zentrumsabgeordnete sieht darin gedehnt wird. ,, eine unbegründete und unnötige Belastung der Arbeitgeber". Die Hinauffezung des ortsüblichen Tagelohnes fegung entspricht den tatsächlichen Verhältnissen und ist nach vielen geschah auf Grund von Erhebungen durch die Regierung. Die HinaufRichtungen hin für die Arbeiter von Wert, z. B. bei Bemessung des Krankengeldes, der Unfallrente, des an Familienangehörige der Reservisten und Landwehrmänner zu zahlenden Betrages während Straffonto der Presse. Wegen Beleidigung eines Rechtsanwalts Friedensübungen. Das Zentrum freilich tritt, wie auch dieser Fall erhielt der Genosse Weißmann vom Karlsruher Volts- zeigt, gegen die Interessen der Arbeiter für die der Arbeitfreund 30 m. Geldstrafe vom Schöffengericht zu Pforzheim geber ein. zudiktiert. Reichsgericht die Revision des Genoffen Rohde, den das Noch ein Wahlrechtsflugblatt- Prozeß. Verworfen hat das Landgericht Stabe am 27. Juni wegen Verbreitung des beschlag nahmten Wahlrechtsflugblattes zu 100 M. Geldstrafe verurteilt hat. " " Redakteurfreuden. Erst auf eine Beschwerde hin ist dem Genossen Schnettler vom Armen Teufel aus der Oberlausit" im Amtsgerichtsgefängnis zu 8ittau, wo unser Genosse eine achtwöchentliche Gefängnisstrafe wegen Beleidigung eines Amtsblatt redakteurs zu verbüßen hat, die Selbstbeschäftigung gewährt worden. Was ist das Leben eines Arbeiters wert? rate Anton 2ang in Neufehlheim an der Donau hat ein SteinDurch das Verschulden des Steinbruchbesizers und Kommerzien brucharbeiter sein Leben eingebüßt. Das Landgericht in Regensburg bewertete das Leben des Arbeiters nicht hoch, es verurteilte den Kommerzienrat au- 150 Mart Geldstrafe. Polnische Schulverhältnisse. Die Maiwahlen, die den Mandatsbefit der Klerifalen schmerzlich geschmälert hatten, raubte ihnen auch das Mandat von Courtrai, nur gleich totgeschlagen!" antwortete am 9. Dezember ein Ein Gendarm im Saarrevier. Hätten sie euch Lumpen das dem Genossen Debunne zufiel, mit dem der erste sozialdemo- Gendarm aus Kreuzwald dem Genoffen Sch. aus Lauterbach, der Sonnabend gegen die Schneiderin Anna Piasecka aus Ebenfeld Die Straffammer des Landgerichts Gnesen verhandelte am fratische Deputierte Westflanderns in die Kammer einziehen sollte. bei ihm Schutz gegen die Kreuzwalder Grubenbeamten suchte. Geist wegen Schulverfäumnis. Die Angeklagte hatte unterlassen, ihre Als ftrupellos herrschende Majoritätspartei, die sich das Wahlglücklichkeit und Grubenbeamte hatten eine Bergarbeiterversammlung zehnjährige Tochter Helene zu den Nachmittags- Arreststunden, die mit geschickter und mächtiger Hand, besonders bei dem schwindel hintertrieben; es erschienen im Versammlungslotal nur Steiger. bon 2 bis 4 Uhr in der Schule in Sydowo abgehalten werden, zu haftem Pluralsystem, zu korrigieren versteht, unternahmen es die Die Einberufer der Versammlung vertellten darauf in einem anderen schicken. Das Söffengericht hatte die Angeklagte frei. Klerikalen, das zweifellos fichere Mandat Debunne anzu Lokal die Bergarbeiterzeitung' fechten. Die Ergebnisse der parlamentarischen Prüfungskommission gaben sie auch den ihnen gefolgten Beamten ebenfalls eine Zeitung, unterricht beendet und in der Zeit von 12 bis 2 Uhr unmöglich den an anwesende Bergleute. Dabei gefprochen, weil das Kind erst um 12 Uhr mittags den Vormittagsführten in der Kammer zu einem von den Klerikalen provozierten worauf diese sofort Händel anfingen. Als ein Kamerad fich das sechs Kilometer weiten Weg von Zydowo nach Ebenfeld zurückungeheueren Standal, in dessen Verlaufe die unsauberen Wahl flegelhafte Benehmen eines Steigers verbat, schlug dieser jenem legen, Mittag essen, sich ausruhen und nach der Schule wieder machinationen der Klerikalen von Liberalen und Sozialdemokraten fofort ins Gesicht. Das war das Signal zum Angriff. Die an- zurückkehren konnte. Anderer Ansicht war das von der Staatseine derbe Kritik erfuhren. Mit ihren ergebenen Ministern als wesenden Beamten, einige Bergleute sowie auch der Wirt fielen über anwaltschaft als Berufungsinstanz angerufene Landgericht. Hier Helfershelfern sette die Majorität die Wahl einer zweiten Kommission die drei Wehrlosen her, schlugen sie nieder und warfen sie hinaus. wurde die Mutter verurteilt. In der Vegründung wurde durch, in der allerdings durch eine Fronie des Schicksals die Genosse Sch. begab sich hierauf zu einem Gendarmen, um ihm ausgeführt, die Mutter hätte dem Stinde taltes Essen mitgeben können, Klerikalen in der Minderheit waren. Die Kommissionsmehrheit ent über die erlittenen Mißhandlungen Anzeige zu erstatten und ihn zu das Kind hätte sich nicht nach Hause zu Mittag begeben sollen, schied für Debunne, aber das freche Spiel der Klerikalen war damit ersuchen, sie vor weiteren Anrempelungen zu schützen. Doch dieser sondern die zwei Stunden von 12-2 Uhr in Sydowo sich aufhalten nicht zu Ende. Wenn ein Sozialist gewählt wird, dann sind eben gab ihm die klassische, aber nicht minder, chriftliche" Antwort:" Jo, und dann um 2 Uhr den Arrest pünktlich antreten sollen! Wunderdie Ziffern falsch Und wie prächtig erlaubt das odiose belgische zu was denn? Hätten sie euch Lumpen gleich nur tot bare Anschauungen über das, was einem Kinde not tut! Pluralsystem die weise, fürsorgende Behandlung des Ziffernbaues, früher geschlagen!" oder später... Und die Mehrheit rüstete noch ein drittes Mal zum Mandatsraub und ließ eine drittekommission wählen. Aber auch diese Kommiffion konnte das ziffernmäßige Recht des Sozial demokraten nicht eskamotieren und Debunne konnte endlich, nach einem bierwöchentlichen beinvollen Schein- Abgeordnetendasein seine Angelobung leisten. Dieser Vorfall, der vom rein parlamentarischen Standpunkt einen Schandfleck in der Geschichte des flerifalen Regimes bedeutet, hat neben der traurigen Machtgier der Majorität wieder in frasser Weise das Schwindelsystem geoffenbart, zu dem fich naturgemäß der Widersinn, die soziale und politische Ungereimtheit der Pluralität auswächst. Wahlfieg in Bern. Bern, 16. Dezember.( Eig. Ber.) Der„ Avanti" fandte folgendes Telegramm:„ Die Redaktion des„ Avanti", die für Freiheit und Gerechtigkeit kämpft, begrüßt in dem heutigen Tage die Morgenröte der sozialen Republik." Soziales. Zur Haftpflicht der öffentlichen Krankenanstalten. Die Fronie des Schicksals wollte, daß als dies Urteil um 21 Uhr verkündet war, der Vorsitzende, da noch mehrere Sachen anstanden, eine einstündige Pause eintreten ließ: Die Richter eilten nach Hause, um warmes Gffen zu genießen. Aus Induftrie und Handel. Diskonterhöhung. be= Als im Dezember im hauses hat auch das Reichsgericht neuerdings wieder ein Urteil des Wie hei dem erst kürzlich gemeldeten Fall eines Kölner KrankenOberlandesgerichts Frankfurt a. M., welches ebenfalls die Haftpflicht des Krankenhauses resp. der Stadtgemeinde für die Die gestern bereits angekündigte Erhöhung des Bankdiskont auf Beschädigung eines aufgenommenen Kranken verneint, aufgehoben. 7 Broz.( Lombardzinsfuß 8 Broz.) ist heute Dienstag Und zwar liegt der hier in Betracht kommende Fall noch viel traffer in schlossen worden. Am 10. Oktober war der Diskont auf 6 Proz bezug auf die Verpflichtungsübernahme. Es hatte der Zimmermeister erhöht worden, nachdem er seit dem 18. September bis dahin auf M. zu Höchst a. M. feine Ehefrau gegen Bezahlung dem höchster 5 Broz. gestanden hatte. Auch vom 18. Januar bis 23. Mai Gestern und heute fand die Viertelserneuerung des Leistenbruches übergeben. Während des Verlaufes der Operation 18. September hielt er sich auf 4 Proz. Krantenhaus zwecks Ausführung einer Operation wegen eines lautete der Satz auf 5 Broz.; in der Zeit vom 23. Mai bis bernischen Stadtrates statt. Bisher waren die Freifinnigen ist die Frau durch eine Wärmflasche, die ihr an die Unterschenkel 1899 der Diskont auf 7 Broz. erhöht werden mußte, glaubte kaum die stärkste Partei. Sie besetzten in den letzten Jahren regelmäßig gelegt worden war, schwer verbrannt worden. Ihr Ehemann, jemand der Nächstbeteiligten an die nahe Krisis, heute sind die 9 Size bon 20. Bei den heutigen Wahlen gingen als gewählt her- der Kläger dieses Rechtsstreites, welcher von der Stadt- leitenden Persönlichkeiten in der Industrie anscheinend noch weiter vor: 9 Sozialdemokraten, 7 Freisimmige und 4 Konservative. gemeinde Höchst Ersatz der Heilungs- und Pflegefoften bis von solchen Gedanken entfernt als vor 7 Jahren. Diese haben ihre Position behauptet, die Freifinnigen aber ber zur völligen Wiederherstellung verlangt, behauptet, daß der infolge Die Bayerische Notenbank setzte den Wechseldiskont auf 7 und Loren 2 Size an die Sozialdemokraten, die bisher nie mehr als der Verbrennung eingetretene Schwächezustand nebst einem schweren den Lombardzinsfuß auf 8 Proz. feſt. 7 Mandate errangen. Die Sozialdemokratie ist also in der schweizer Nervenleiden durch die Angestellten der Beklagten entstanden sei und Die sächsische Bank hat den Wechseldiskont auf 7 Proz. und den Bundeshauptstadt die stärkste Partei geworden. Unsere Partei daß die Beklagte nach§§ 823 und 881 des Bürgerlichen Gesetzbuches Lombardzinsfuß auf 8 Proz. erhöht. marschiert also auch in der alten Aristokraten- und Patrizierrepublik dafür aufzukommen habe. Ferner aber hafte fie schon gemäß des Bern. § 278 des Bürgerlichen Gesetzbuches wegen vertraglichem Verschulden, Internationales Schienenkartell. Die S. 8tg." berichtet aus Eine Huldigung italienischer Sozialisten für Clémenceau. Am habe. Die Beklagte macht hiergegen geltend, daß die Frau wegen nationale Schienenkartell in der Weise zu erzielen, daß das da sie die Wiederherstellung der Frau gegen Bezahlung übernommen London: Es ist gelungen, eine Verständigung über das Inter12. d. M., als dem entscheidenden Wendepunkte im französischen den Brandwunden feine fachgemäße Heilung habe eintreten lassen, Startell in der bisherigen Form und mit der bisherigen Beteiligung Konflikt zwischen Staat und Kirche, haben der italienische Parteivorstand und die Redaktion des„ Avanti" dem Minister Clémenceau welch letztere sie in sechs Wochen wieder vollständig hergestellt der einzelnen Länder auf fünf Jahre verlängert wird. Dabei ist Begrüßungs- Telegramme übersandt. Das augenscheinlich von hätte und daß somit eigenes Verschulden ihres Leidens vorliege. den deutschen Werken das Recht vorbehalten worden, von dem Kartell Ferri entworfene Telegramm des Vorstandes hat folgenden Das Landgericht nahm ohne weiteres ein Verschulden der bes zurückzutreten, falls der Stahlwerksverband nicht erneuert werden Wortlaut:" Ihnen, als dem Vorfämpfer der Freiheit, und dem flagten Stadtgemeinde als eriviefen an. Dahingegen lehnte das follte. Die Cargo Fleet Fron Company, die bisher außerhalb des Proletariat Ihrer großen Nation, die für die höchste Gerechtigkeit Oberlandesgericht Frankfurt a. M. diefe Haftpflicht ab Verbandes stand, dürfte ihm gleichfalls beitreten. wirkt, drückt der Vorstand der sozialistischen Partei Italiens seine und erkannte auf Abweisung des Klägers. Das Ober- Zuckerproduktion Europas. Nach der letzten diesjährigen UmSympathie und Bewunderung aus mit dem Rufe: Es lebe die landesgericht geht davon aus, daß eine Haftung nach§ 823 des frage der Internationalen Bereinigung für Zuckerstatistik vom weltliche( laica) und soziale Republik!" Bürgerlichen Gesetzbuches nicht eintreten könne, da Aerzte und 5. bis 15. Dezember find in Europa in der Kampagne 1906/07 Wärterpersonal bei der Operation in genügender Anzahl vorhanden 1266 Buckerfabriken( im Vorjahre 1295) im Betrieb. Ihre vorwar;§ 831 fönne nicht Amvendung finden, denn die Kranken- aussichtliche Rübenverarbeitung beträgt 43 313 145 Tonnen pflegerin sei eine zuverlässige Person gewesen. Bertragliches Ver Vorjahre 46 666 860 Tonnen und ihre voraussichtliche Buder schulden komme aber nicht in Betracht, weil die Handlung produktion 6 352 697 Tonnen gegen 6 663 297 Tonnen in 1905/06. bes Personals außerhalb des zwischen Kläger der Beklagten bestehenden Vertragsverhältnisses gelegen hätte. Die Konsumkraft der breiten Massen leidet unter den hohen Es müsse die Beurteilung im Sinne ber§§ 133 bis Lebensmittelpreisen. Der Konfektionär", Zeitschrift der deutschen Wie alljährlich am 1. Mai, so hatte sich auch in diesem Jahre in 157 des Bürgerlichen Gefeßbuches eintreten, und sei anzu- Textilindustrie, hat unter den hervorragendsten Firmen aller Branchen Alstaden( Rheinland) eine größere Anzahl Genoffinnen und Ge- nehmen, daß der§ 278 feine Anivendung zu finden habe, wo es innerhalb der Textilindustrie eine Erhebung veranstaltet, um über nossen zu einem gemeinsamen Spaziergange eingefunden. Das schien sich um Anstalten für das öffentliche Wohl der Gemeinde handelt, die gegenwärtige Lage der Textilindustrie ein möglichst getreues Bild aber dem Polizeikommissar Buuse durchaus nicht zu behagen. da dies zu einer übermäßigen Belastung der Gemeinde oder der zu befommen. Das Resultat der Enquete ist folgendes: Schon am Vormittage versuchte er unter Assistenz von einigen sonstigen Körperschaften führen würde. Schuyleuten und Gendarmen eine Boltsversammlung zu inhibieren, Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision rügt besonders, doch hatte er sich hierbei eine gehörige Blamage zugezogen. Um daß man zwischen öffentlichen und Brivatanstalten diesen Unterschied dem Herrn feine Gelegenheit zum Einschreiten zu geben, wurde jede machen will. Es müßte in solchen Fällen eigentlich das Vorliegen gefchloffene Formation von den Spaziergängern absichtlich vermieden. eines Zwangsvertrages anerkannt werden. Das Reichsgericht Zwangslos, in fleinen Gruppen gingen die Maifeiernden ihrer Wege. tam zur Aufhebung des oberlandesgerichtlichen Blößlich an einer Straßenede tauchte Herr Bunse Urteils und wies die Sache zu einer weiteren Verhandlung und Als besonders gut wird die Lage für die Konfektionsindustrie mit etwa einem Dußend( 1) Polizeibeamten Entscheidung an das Oberlandesgericht Frankfurt zurüd. bezeichnet, dagegen ist die Tuchindustrie von der Hochkonjunktur auf und sperrte die Straße. Das mußte natürlich eine nur in verhältnismäßig geringem Grade, berührt. Die Berichte Stauung unter den etwa 500 Personen zählenden Spaziergängern Unrichtige Angaben können einen Bersicherungsvertrag ungültig machen. aus dieser Industrie besagen: die Konsumtraft der Kongeben. Einzeln oder zu zwei und dreien wurden die Leute dann burch die Schußmannstette gelassen, die inzwischen noch um Witwe eines Mannes, der sich mit 20 000 m. bei der Gesellschaft breiten Masse können sich trotz der da und dort eingetretenen LohnGegen die Genfer Lebensversicherungsgesellschaft flagte die fumenten der breiten Maffen Teidet unter den hohen Lebensmittelpreisen. Die Konsumenten aus der einen Kommissar und 10 Polizisten, die Herr versichert hatte. Er hatte sich dem Vertrauensarzt gegenüber als Bunse aus der Nachbarstadt Oberhausen herbeigerufen Privatier" bezeichnet, wie auch auf dem Fragebogen der Gesellschaft. erhöhung doch nur billiges Zeug kaufen, während sich mancher hatte, verstärkt war! Daß die Menschenmenge bei diesem In Wirklichkeit war er aber in der Restauration seiner Mutter Arbeiter vorher einen guten Tuchanzug machen laffen konnte. Vorgehen der Polizei ruhig blieb, ist sicher nicht Schuld der Polizei, tätig, und zwar nach deren eigenen Aussagen teilweise im sonsunkraft der Massen schwächen, werden viele Wähler am Trotz der Erkenntnis, baß die hohen Lebensmittelpreise die sondern lediglich der guten Disziplin zu verdanken. 24 Personen Kontor, mitunter auch am Ausschank. Allerdings stand diese wurden bei dieser Gelegenheit zur Strafanzeige notiert und dann Tätigkeit in seinem freien Belieben und fand ohne Ent 25. Januar doch wieder einem Brotwucherer die Stimme geben mit einem Strafbefehl von je 20 Mart bedacht. Von einem lohnung statt. Die genannte Versicherungsgesellschaft erblickte Spaziergänger will Herr Bunse vor die Brust gestoßen" sein. Der jedoch in den Angaben des Versicherungenehmers eine Fälschung Berdächtige Geheimniskrämerei. In der Generalversammlung Beschuldigte bestritt dies entschieden, gab aber zu, daß er vielleicht bei und verweigerte nach dem Tode des letzteren auf Grund der Ber- der Glildauf Brauerei A.-G. in Gelsenkirchen beantwortete die der Absperrung der Straße vollständig unbewußt den sicherungsbedingungen die Auszahlung der Versicherungssumme. Die Direktion eine gestellte Anfrage dahin, daß auf Grund des Rommissar berührt haben tönne. Dies sollte dem Ahnungslosen auf Auszahlung der Versicherungssumme flagende Witive J. wurde Uebereinkommens unter den Brauereien die Absatzziffern nicht mehr 14 Tage Gefängnis foften, wegen Widerstand gegen die Staats- vom Landgericht, wie auch vom Dberlandesgericht gerannt würden ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Nachwehen der Maifeier. " und Alle Zweige der Textilindustrie sind voll beschäftigt und allgemein ist die Klage über Mangel an tüchtigen Arbeitsträften. Ferner wird berichtet über Preiserhöhungen des Rohmaterials, der Halb- und Ganzfabritate bei Ver. schlechterung der Qualitäten. Eine weitere Preiserhöhung wird für fast alle Branchen sicher erwartet. ober nicht? Die Konsumenten sollen nicht mehr nachrechnen können, Was die Brauereien pro Hektoliter abwerfe». Die Wareuhausbank macht Schule. Wie verlautet, will nun auch das Warenhaus Tietz, dem Beispiele Wertheims folgend, eine Bankabteilung einrichten. Charlottenburger Wasserwerke. Der Aufsichtsrat beschloß, für 1905/06 die Verteilung einer Dividende von 17 Proz.(im Borjahre Proz.) aus den Betriebscrgebnissen und eine Extradividende von 30 Proz. aus den Berläufe» an die Stadt Charlottenburg in Vorschlag zu bringen. Der restliche Uebcrschuß wird gemäß dem Beschluß der außerordentlichen Generalversammlung vom 15. No- vcmber er. derart Verwendung finden, daß auf je 8000 M. Aktien eine neue Aktie über 1000 M. gratis ausgehändigt wird. GewerhfcbaftUcbes. Ter§ 153 und die Aussperrung. Ein für alle Gewerkschaftsorganisationen wichtiger Strafprozeß, der bereits das Oberlandesgericht in Hamm be- schäftigte, fand am Sonnabend vor der Strafkammer in Essen seinen Abschluß. Durch Urteil des Schöffengerichts in Gelsenkirchen vom 9. Januar dieses Jahres wurden wegen Vergehens gegen Z 153 der Gewerbeordnung verurteilt: 1. der Sekretär der Maurer Joseph Lübberiug in Essen zu 4 Wochen, 2. der Maurer Bernhard Czerwinski in Rotthausen zu einer Woche und 3. der Maurer Artur Propp in Rott- hausen zu fünf Tagen Gefängnis. Die Angeklagten waren beschuldigt, am 14. Juni zu Rotthausen versucht zu haben, den Maurer Horn durch Drohungen, Ehrvcrletzungen bezw. Verrufserklärungen zu bestimmen, Verabredungen behufs Erlangung besserer Lohn- und Arbeitsbedingungen Folge zu leisten. Die drei Angeklagten gehören zum Maurerverband, dessen Mitglieder von dem Arbeitgeberverbande um die an- gegebene Zeit ausgesperrt waren. Tie Ausgesperrten stellten Streikposten aus und unterzogen die Bauten, an denen gearbeitet wurde, einer ständigen Uoberwachung. Slm_14. Juni kamen die Angeklagten in Rotthausen an einen"Bau, an welchem der Maurer Horn arbeitete. Lübbering redete ihn an, fragend, weshalb er sich aus dem Verbände habe streichen lassen und suchte ihn zu bewegen, die Arbeit niederzulegen. Schließlich, sagte er, wenn Horn noch weiter arbeite, werde er(Lübbering) dafür sorgen, daß Horn in ganz Rheinland und Westfalen keine Arbeit mehr bekomme. Propp äußerte gegen- über Horn, er werde mit ihm schon„christlich" abrechnen. Am Nachmittage desselben Tages kam der Angeklagte Czer- winski wieder zu den: Bau und beleidigte Horn. Das Schöffengericht hielt im vorliegenden Falle ein Ver- gehen gegen§ 153 der Gewerbeordnung für gegeben und er- kannte auf die eingangs erwähnten Strafen. Gegen dieses Urteil legten die Angeklagten beim Landgericht Be- rufung ein, jedoch ohne Erfolg. Nunmehr wandten sich die Verurteilten an das Oberlandesgericht in Hamm. Ihr Verteidiger rechtfertigte die Berufungsschrift, inden: er die Verletzung der 8Z 152 und 153 der Gewerbeordnung rügte. Er führte aus, daß zur Zeit der hier in Frage stehen- den Tat die Maurer überall ausgesperrt waren, keineswegs aber hätten sie die Arbeit niedergelegt.' Günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erreichen war damals keineswegs ihr Streben, wenigstens betätigten sie sich nicht nach dieser Richtung. Das Oberlandesgericht beschäftigte sich am 19. Juli mit der Angelegenheit und hob das Urteil auf. In dem Urteil des Oberlandcsgcrichts wurde unter anderem ausgeführt: Zur Erfüllung des Tatbestandes des § 153 der Gewerbeordnung genügt es nicht, daß jemand einen anderen durch die in§ 153 bezeichneten Mittel zu bestimmen versucht, an irgendwelchen Verabredungen teilzunehmen, die von einer Vereinigung ausgehen, deren Zweck an sich auf die Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen ge- richtet ist, sondern es muß sich um solche Verabredungen handeln, die gerade diesem Zweck, der Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, dienen sollen. Das an- gcfochtcne Urteil läßt aber eine Darlegung des Sachverhalts vermissen, aus der sich ergibt, daß die Angeklagten den Horn zu bestimmen versucht haben, an derartigen Verabredungen teilzunehmen. Nachdem so gewissermaßen die Direktive des Oberlandesgcrichts gegeben war, hatte die Strafkammer lediglich zu prüfen, ob durch die Aussperrung der Unter- nehmer die Arbeiter günstigere Lohn- und Arbeitsbedingungen erzielen wollten. Dieses konnte natürlich nicht festgestellt werden. Lllbbering und Propp wurden daher freigesprochen, während Czerwinski wegen Beleidigung des Horn mit einer Woche Gefängnis bestrast wurde. Bei einer Aussperrung kämpfen die Arbeiter also nicht um die Erlangung günstigerer Lohn- und Arbeits- bedingungen, gegen sie kann deswegen der 8 153 der Gewerbe- ordnung nicht angewandt werden. Dagegen kämpfen in einem solchen Falle die U n t e r n e h m e r um für sie glln- stigere Lohn- und Arbeitsverhältnisse. Im Falle der Material- sperre und anders gearteter Verrufserklärungcn müßte der 8 153 der Gewerbeordnung also sinngemäß auf sie An- Wendung finden. Er w i r d aber nie angewandt! SerUn und Umgegend. Der Metallarbeiterstreik bei der Firma Gradenwitz, Elektro- motorenfabrik in der Kursürstenstraße. hat den dortigen Betrieb völlig brach gelegt. Von den Arbeitern war die Einführung des Neunstundentages nebst entsprechender Lohnerhöhung gefordert worden. Nun wollte die Firma zwar die Arbeitszeitverkürzung be- willigen, jedoch nicht die Lohnerhöhung für alle Arbeiter. Vielmehr erklärte sie, eine Zulage nur nach eigenem Ermessen an die „Würdigsten" der Arbeiter gewähren zu können. Da Verhandlungen resultatlos verliefen, so erfolgte die Arbeitsniederlegung. Arbeits- willige sind nicht vorhanden. Besonders werden Dreher, Schlosser und Mechaniker ersucht, den Betrieb zu meiden. Tie Aussperrung in den NileSwerken zu Oberschöneweide hat eine Veränderung bislang nicht erfahren. Wie bereits berichtet. hatte eine Versammlung der Ausgesperrten den jüngst von der Ver- mittelungskommission des Metallindustriellenverbandes gemachten Vergleichsvorschlag als unannehmbar abgelehnt, weil sie nicht zu- geben konnten, daß die Großformer mit den dazu gehörigen HülfS» arbeitern nicht sofort wieder mit eingestellt werden sollten. Der Arbeiterausschuß hat darauf nochmals mit der Direktion eine Ver- Handlung angebahnt, jedoch ohne Erfolg. Die Direktion lehnte die sofortige Wicdereinstcllung der Großformer einfach ab, sie wollte sich auch ebensowenig dazu verstehen, dieselben anderweitig event. bei verkürzter Arbeitszeit zu beschäftigen, bis wieder Großarbeit vorhanden sei; vielmehr beharrte sie auf ihrem Standpunkt, die Großformer nur nack? Bedarf einzustellen. Da die Direktion mit- hin so gut wie gar kein Entgegenkommen zeigte, so gingen auch die Ausgesperrten von ihrer Forderung nicht ab, sondern verwarfen mit überwältigender Mehrheit den Bescheid der Direktion. Die Erregung der Arbeiter über das Verhalten der Direktion ist um so -größer, als diese die Aussperrung i- Grunde genommen aus ganz nichtigen Ursachen inszeniert hat. Mithin dürfte der weitere Kampf ein ziemlich hartnäckiger werden. Von der Firma ist mittlerweile versucht worden, Formerarbeiten nach anderen Betrieben, be- sonders des Rheinlands, zu vergeben, weil dort die Her- stellungskosten angeblich billiger würden wie hier. Die Berliner Ortsverwaltung des MetallarbeiterverbandeS hat jedoch sofort die nötigen Matznahmen ergriffen, damit die Anfertigung von Streikarbeit für die NileSwerke auswärts so weit wie möglich verhindert wird. Hoffen und Harren t Wir lesen in der bürgerlichen Presse: Eine Versammlung der Angestellten der Allgemeinen Elektrizitätsgesellschaft am 14. d. M. hat eine Resolution gefaßt. in der erneut dem Unmute der Angestellten darüber Ausdruck ge- geben wird, daß die Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft dem Wunsche ihrer Angestellten nach einer Teuerungszulage nicht nachkommt. Die Resolution ist dem Generaldirektor unterbreitet worden. Man hofft, daß die Gesellschaft an- gesichtS des sehr günstigen Geschäftsabschlusses doch noch den Petenten entgegenkommen wird. Die„Petenten" vergessen, daß ein günstiger Geschäftsabschluß der Endzweck aller kapitalistisch betriebenen Unternehmungen ist. Dieser günstige Geschäftsabschluß wird aber gefährdet, wenn man den Angestellten gegenüber zu„generös" ist. Deswegen helfen derartigen Gesellschaften gegenüber keine untertänig an- gebrachten Wünsche, sondern freimütig vorgetragene Forde- r un gen, denen eine kräftige Organisation Nachdruck verleiht t Der Streik der Holzarbeiter bei der Cash-Register-Compagnie ist als aussichtslos aufgegeben worden, nachdem vor einiger Zeit auch die Buchdrucker der Firma auf Grund einer Vereinbarung die Arbeit aufgenommen hatien. Die Leitergerüstbauer haben beschlossen, ihren Tarif zum 1. April 1907 zu kündigen, da die Löhne, wie sie in demselben fest- gelegt sind, mit Rücksicht auf die andauernden TeuerungSverhältnissc als ungenügend bezeichnet werden müßten und auch andere Positionen des TarifeS der Abänderung bedürfen. Die Kleber versammelten sich am Montagabend, um zu beraten. wie sie sich zu einem neuen Tarifvertrag stellen. H e ck m a n n referierte über die gegenwärtige Lage. Der Vertrag läuft am 15. Februar 1907 ab. Die JnnungSvorstände sind mit einigen Porschlägen an die Gehülfenschaft herangetreten, die eine Ver- schlechterung der bestehenden Verhältnisse bedeuten. Man will die 25 Proz. Aufschlag bei Aushülfsarbeiten streichen; die Vor- arbeiten sollen künftig in Akkord vergeben werden, und die Tapeten sollen nach den Bezeichnungen der Lieferanten in Rechnung gestellt werden. Damit sind die Gehülfen nicht einverstanden. Die Be- zirkSführer des Verbandes machen zu dem neuen Tarif Vorschläge. die der Versammlung unterbreitet wurden. Die einzelnen Posten für die vielen Arten der Stückarbeit wurden durchberaten und die Forderungen festgesetzt. Auf Antrag von Straßer fallen die Staffelpceise fort und ein Einheitspreis tritt ack»ihre Stelle. Bei Lohnarbeit wird 80 Pf. Stundenlohn gefordert(früher 65 bi» 70 Pf.); für Ueberstunden werden 33� Proz., für Nachtarbeit 100 Proz. und für SonntagSarbeit 50 Proz. Aufschlag verlangt. Die Lohnzahlung findet auf der Arbeitsstätte statt. Der Acht- stundentag wird verlangt, der im Winter um 5 Uhr, im Sommer um 4 Uhr schließen soll. H e ck m a n n sowie der Vorsitzende machten wiederholt darauf aufmerksam, daß jeder die aufgestellten Forde- rungen auch mit Energie zu vertreten bereit sein muß. Achtung! Posamentiere! Infolge Differenzen bei der Firma Gustedt ist der Betrieb bis auf weiteres gesperrt.— Die Arbeiterpresse wird um Ab« druck gebeten. Zentral-ArbeitsnachweiS der Posamentiere Deutschlands. Achtung! Friseurgehülfen! Beigelegt sind die Differenzen bei Poppe, Kottbuser Ufer 56. Verband der Friseurgehülfen, Zweigverein Berlin. veutkefies Ret*. Die Bronzewarenfabrikanten in Luckenwalde, die kurz vor dem Fest der Liebe über 500 Arbeiter und Arbeiterinnen auf» Strahenpflaster geworfen haben, suchen jetzt Streikbrecher au» allen Fächern der Metallindustrie. So sind unter anderem auch in Berlin und Umgegend Agenten tätig, um gegen das Versprechen eine» Wochenlohnes von 36 M. Arbeitswillige nach Luckenwalde zu suchen. Auch der städtische Arbeitsnachweis in Schönebcrg ist nach dieser Richtung hin tätig. Gestern war eS den Agenten gelungen, 40 Mann aus Berlin zur Abreise nach Luckenwalde zu be- wegen. Die Metallarbeiter seien deswegen gewarnt. Gewerbegerichtswahl in Straßburg. Am Sonntag fanden in Straßburg die Ersatzwahlen für drei vor Ablauf der Amtsperiode ausgeschiedene Arbeitnehmerbeisitzer und einen Arbeitgeberbeisitzer statt. Die Christlichen machten alle Anstrengungen, auf ihre Liste viele Stimmen zu erhalten, erlitten aber eine klägliche Niederlage. Gewählt wurde auf Grund der Listen der vorjährigen Gewerbe- gerichtSwahl. Von 7022 Wahlberechtigten gaben 2554 ihre Stimme ab, im Vorjahre nur 2334. Die Liste der freien Gewerkschaften erhielt 2039 bis 2043 Stimmen(im Vorjahre 1796 bis 1804), die Liste der Christlichen nur 508 bis 511(im Vorjahre 525 bis 530). Bei den freien Gewerkschaften also eine Steigerung um 240 Stimmen, oei den Christlichen eine Abnahme um 20 Stimmen. Ei» Arbeitgeberschutzverband für das gesamte deutsche Holz- gewerbe ist am Montag in Jena gegründet worden.— Suchen die Berliner Rahardt-Jünger auswärts Hülfe? Bon der Lohnbewegung im bayerischen Bergbau. Der bayerische Bergbau ist im Verhältnis zur Gesamtproduktion an Kohlen, Erzen und Mneralien unbedeutend. Im ganzen sind auf 330 Werken 10 775 Mann im Jahre 1906 beschäftigt gewesen. Wie es aber im großen ganzen mit den Löhnen und den Wirtschaft- lichen Verhältnissen der bayerischen Bergproletarier bestellt ist, zeigt der Umstand, daß allein 321 Arbefterinnen von 16— 21 Jahren und darüber, 285 jugendliche Arbeiter von 14— 16 Jahren, worunter 46 Mädchen, in Bayerns Bergbau beschäftigt wurden. Im einzelnen verteilten sich die 10 775 Mann auf 14 Steinkohlengruben, 7 Braunkohleirgruben,, 29 Erzgruben, 1 Salzbergwert und 279 unterirdische Steinbrüche und Gräbereien. Die Organisation hat 1900 besonders in Oberbayern(MieSbach-HauS- hain-Penzberg) festen Fuß gefaßt. Die dortigen Steintohlengräber schlössen sich der Forderung der Siebenerkonrnnfsion nach Aufbcssc. rung der Löhne um 15 Proz. an. Sie hatten um so mehr Ursache dazu, weil Obervayern mit seinem starken Fremdenverkehr ein ziemlich teures Pflaster ist. Die Berwalhmgen der oberbayerischen Werke lehnten aber protzig die Siebenertommission ab. Ja, man Antwortete der be- rufenen Vertretung der Bergarbeiterorganisationcn nicht einmal. Um des Friedens willen wurden die ArbeiterauSschüss«. die in Bayern schon vor Jnkrafttreren der preußischen Berggesetznovelle tätig waren, vorstellig. Nachdem man sie eme Zeitlang hingehalten hatte, wurde ihnen bedeutet, daß die Löhne schon fortwähr md g«. stiegen seien. Man handelte also nach dem„berühmten Muster" im Ruhrrevier. Daraufhin fanden mehrere Versammlungen statt, in denen ein Festhalten an der Lohnforderung betont wurde und für den AuSbau der Organisation Sorg« getragen werden sollt«. Die« ist nun mittlerweile gesckiehen. Auch die Sammlung der Lohn- nachweise geht rüstig vorwart»; so daß zu erwarten stehr, daß. wenn die Bergleute gegenüber der ablehnenden Haltung der Koblen- magnatei. zum Handeln gezwungen werden, auch die bayerischen Bergleute nicht zurückbleiben! HuoUnd. Unter den Bergleuten der Montangesellschaft in Lankow itz sowie der übrigen bergbaulichen Unternehmungen de» K ö f l a ch e r und VoitSberger Kohlenrevier» ist, wie au» Graz in Steiermark gemeldet wird, eine Lohnbewegung im Gange. Die Bergarbeiter beschlossen, in den Streik zu treten, falls die Unter- nehmer die ihnen übermittelten Bedingungen der Arbeiter nicht bis zum 20. d. M. bewilligt hätten. Ein Unfug in der Arbeiterbewegung. Man schreibt uns aus Rom unter dem 16. Dezember: Heute vormittag wurde im hiesigen Volkshause der GeWerk- schaft der Marmorarbeiter von den Vertretern der Arbeitskammer Rom? eine goldene Medaille übergeben, um die Gewerk- schaft dafür auszuzeichnen, daß sie als erste Arbeiterorganisation der Hauptstadt den Achtstundentag in ihrem Gewerbe durchgesetzt hat. Die Uebergabe der Medaille fand in feierlicher Weise in Gegenwar. der Arbeiterorganisationen und der Vertreter der sozialistischen Partei und der Parlamentsfraktion statt. Die hiesigen Marmorarbeiter verdienen bei achtstündiger Arbeitszeit fünf Lirs täglich, einen für römische Verhältnisse hohen Lohn.— Soweit unser Korrespondent.— Wir stehen nicht an, diese Nachahmung bourgeoiser PrämiierungSsucht für einen Unfug zu erklären, der hoffentlich in der Arbeiterbewegung, auch der romanischen Ländsr. keine Nachahmung findet. Um den Acht- stundentag kämpft die Arbeiterschaft als eine große sozial und ethisch bedeutsame Errungenschaft, nicht um eine Art von Schieß- auszeichnung zu erringen!_ Ein Kongreß der italienischen Neisarbeiter tagte am ver- gangenen Sonntag in P a v i a. Vertreten ivaren 108 Land- arbeiterorganisationen mit zirka 100 000 Mitgliedern; auch das Arbeitsamt lieh sich vertreten. Den hauptsächlichsten Verhand- lungspunkt bildeten die Wanderungen der Landarbeiter im Innern Italiens. Wie bei uns die Sachsengänger zur Erntezeit oder während der Zuckerrüben-Kampagne alljährlich vom Osten nach den westlichen Gebieten strömen, so wandern auch in Italien die überschüssigen Arbeitskräfte nach den Reisgegenden und drücken dort die Löhne. Nach den Beschlüssen, welche der Kongreß faßte, sollen die Kontrakte mit den Grundbesitzern sofort erneuert werden. Die zuwandernden Arbeiter sollen verpflichtet werden, Arbeit nur zu den von den lokalen Organisationen aufgestellten Lohntarifen und Arbeitsbedingungen anzunehmen. Eine Kmn- Mission von fünf Mitgliedern, bestehend aus Landarbeiterorgani- sationen und der Konfederation der Arbeiter, erhält den Auftrag, die innere Wanderung der Arbeiter möglichst zu organisieren.— Der Kongreß nahm eine Sympathiekundgebung für das antiklerikale Frankreich an. Die Außstandsbewegung in Odessa. Die Befrachtung der aus- ländischen Dampfer mit Getreide wird durch den Ausstand der Hafenarbeiter sehr verzögert. 14 Dampfer warten auf ihre Ab- fertigung. Die auS der Verzögerung entstehenden Verluste sind er- heblich. Der Export des Getreides aus den Depots ist ganz ein- gestellt. Die Exporteure beschlossen, die Forderung der Ausständigen auf beschränkte Benutzung des Elevators abzulehnen. Huö der frauenbewegunef* Ethik der Ehe. lieber„Ethik der Ehe" sprach Frau Gabriele Reuter ntt „Bund für Mutterschutz". Sie führte erwa folgendes auS: Die Ehe gehört zu den schwierigsten Problemen der Gegenwart. Als Gipfel- Punkt der Zivilisation gilt die Monogamie. Früher wählte der Jüngling die Dame seines Herzens. Die Entwickclung hat aber nicht immer in aufsteigender Linie sich bewegt. Die heutig« Ehegemein- schaft ist nicht sehr festgefügt, sie scheint einer Umivmrdelung ent- gegenzugehen. Die UnlöSbarkeit der Ehe ist ein Hebel, die Ehe- icheidung muß erleichtert werden. Allgemeine Unzufriedenheit über die heutigen Eheverhältnisse, tiefe Sehnsucht nach Besserung ist i» der denkenden Viasse vorhanden. Zvünsfter aller Schattiecumjm haben sich stet» den hergebrachten Formen entgegengestellt. Sie sind eS auch, welche sich in unseren Tagen am eindrucksvollsten äußern und den Reformen auf diesem Gebiete zustimmen. Beäng- stigcnd ist die Sache durchaus nicht, im Gegenteil, Reformen werden dem Eheglück förderlich sein. Religiöse und wirtschaftliche Um- wälzungen waren auch stets von Ehereformen begleitet. Geistiger Hochmut enwickelte sich unter den Besitzenden. Der Unterschied in der Denkungsweise einer Gesellschaftsklasse ist klaftertief, ja, das ganze Glaubens- und Liebesleben ist in einer und derselben Klasse grundverschieden. Die mannigfachen Anforderungen in gesellschaft- sicher und geschäftlicher Beziehung lassen läufig keine praktische Lebensführung zu. auch die Kindererzichung mutz gewöhnlich unter den Anforderungen des Berufslebens! leiden. Daß die Frau etwa diesen Kamps ums Dasein auch in den höherstehenden Kreisen durch Erwerbsarbeit unterstützen könnte, gilt hier als unmöglich, da» läßt die„gute Sitte" nicht zu. Auch die Eitelkeit, Putz- und Ler- gnügunzSsucht spielt eine große Roll«.— Unter solchen Verhältnissen heiratet der Dtann spät oder gar nicht. Wozu braucht er auch eine Gattin, er kann alles Nötige auch außerhalb der Ehe finden.— Durch die Frauenbewegung ist ein neuer FrauentypuS entstanden. Die»ach Vertiefung ringende Frau hält es für unmöglich, neben dem Bcrusslcben noch Mmm und Kindern gerecht zu werden. Ihr bangt vor der Herrschaft dcS ManneS. Doch das sind nur Einzel- fälle. Aber wo immer Ehen geschlossen werden, wird stets von neuem experimentiert, um die Ehe in neue Bahnen zu bringen.— Auch die besten Männer finden kein« Befriedigung in der Eye, sie suchen Jie außerhalb derselben. Schwärmer tauchen aus und s-baffen iolonien zur Begründung der Liebespotenz. Andere, so Tolstoi, empfehlen völlige geichlechtliche Enthaltsamkeit. Ein« Rcvoiulion der Ehcformen ist undenkbar ohne Umwälzung des Staate». Solche Umwälzung wäre nur in einem sozialistiichen Staate möglich und der liegt noch in weiter Ferne.— Und doch gewinnt die Ehe uinerer Tage allmählich anderen Inhalt, unser Denken wird neue Wege finden, neue Freiheiten, neue Gesetze. Sind auch die Menschen noch nicht reif, alle alten Vorurteile zu überwinden, so wird doch von innen heran» allmählich eine ander« Lebenslueisheit für die Ehe erwachsen. Am Ende txm Jahrtausenden wird die freie Liebe zu ihrem schönsten Aufschwung konimen. Was können nun aber gebildete Kulturmenschen tun, um sich die Ehe erträglich zu gestalten? Da sollte vor allem einmal jeder ernste Bund zwischen Mann und Weib, auch ohne kirchliche oder staatliche Bestätigung als Ehebündnis angesehen Iverdcit. Sind solche Gemeinschaften nicht besser, d. h. wenn tiefe, innige Liebe vor- Händen istt als anerkannte Ehen, die keine Liebesverhältnisse dar- stellen? Da haben wir manche Tiere als gute Beispiele vor Augen. Wie soll aber bei den heutigen Geldheiraten Geistes- und Seelen» aemeinschaft vorhanden sein! Jeder Mann, sonst noch so fein- ftchlend, verlangt ohne Bedenken mit der Frau einen Geld'ack als Bedingung der Verbindung. Tiefe Herzensneigungen werden der Kaufehe geopfert. Die Schuld an diesen Verhältnissen tragt nicht der einzelne, sondern die Gesellschaft. Ellen.Keys Behauptung:„Die Frauen rechnen nicht genug mit der Siuulichkeit der Männer" findet oft genug Bestätigung. Daher ist eS Pflicht der Mütter, ihre Kinder frühzeitig vorsichtig aufznflären. Viele Frauen haben Verständnis für dl« Psych« der Männer; sie üben verständnisvoll Nachsicht. Manche Männer fühlen trotz Ehebruch Liebe zu der Gattin. Äiele Frauen gibt«S, die mit Eigensinn den Mann zu fesseln versuchen, sie bedienen sich einer Art Poleizeisystems, um zu forschen und zu spionieren. Die« sollte feine Frau tun; eS ist unwürdig, einen Mann ohne Lieb« an sich kette« zu wollen. Hier sollte ohne Rücksicht aus die erwa vorhandenen Kinder die Scheidung vollzogen werden. Die Kinder gehören bt» zum 14. Jahre der Mutter. Ausnahmen hiervon sollten nur statt» finden, wenn die Mutter zur Kindererzichung sich absolut unfähig erweist. Nur wenige Frauen verstehen es, dem Manne«ine Freundin zu sein. Daher kommt e» auch, daß bedeutende Männer einsam dastehen, oder sich zu bescheidenen, unbedeutenden Frauen hingezogen ftWen. Kingstown( Jamaila), 18. Dezember. Die Baffagiere des bei Port Royal auf einen Felfen aufgelaufenen Dampfers Prinzessin Vittoria Luise" der Hamburg Amerika Linie wurden glücklich gelandet. Der Kapitän Brunswig hat sich in seiner Kajüte erschossen. Dagegen gibt es auch weibliche Naturen, eigenartig veranlagt ,, auf einem Bau in Buch berichtete. Die Dachbeder haben welche absolut nicht für die Ehe bestimmt zu sein scheinen. Andere, dort die Arbeit niedergelegt, weil ihr Arbeitgeber, die Firma mit allen Reizen geschmückt, fesseln den Mann. Lettere sind jedoch ernice, sich weigert, die notwendigen Schuß- und Fangwiederum in zwei Klassen zu scheiden, in die harmonische und die vorrichtungen anzubringen. Eine eigentümliche Rolle spielte da disharmonische. Die zweite ist wohl fähig, Leidenschaften zu erbei die Berufsgenossenschaft. Als Görnik in Buch war, um die wecken, doch ist es damit bald zu Ende. Die harmonische Frau da- Sache zu untersuchen, traf er dort mit einem Beamten der gegen ist durchaus für die Ehe geschaffen, ganz egal, ob sie der geistigen Berufsgenossenschaft zusammen, trug ihm die Forderungen der Aristokratie angehört, oder ob sie sich als Kinderfrau reprajentiert. Dachdecker vor, und der Beamte erklärte sie für berechtigt und Absturz von Erdmassen und Felsblöden acht Häuser des Stadtviertels Acht Häuser verschüttet. In Argelès( Pyrenäen) wurden durch Letzteres ist zwar unmodern, doch hat es auch seine bestimmten Reize. ordnete an, daß die verlangten Schuß- und Fangvorrichtungen an Onzous verschüttet. Acht Personen find unter der Schuttmasse beGat so eine harmonische Frau Bildung, Geist, so kann das der The gebracht werden sollten, und zwar unter allen Umständen. Darauf graben. Erfolgreiche Hülfeleistung erscheint ausgeschloffen. absolut nicht schaden. Dieser harmonischen Frauen gibt es biele aber richtete die Firma Wernicke ein Schreiben an die Berufsunter uns. Sie wollen das Glück um sich heraufbauen. fie trochten genossenschaft und das hatte die wunderbare Wirkung, daß derDurch Feuersbrunst obdachslos. In Lille wurde durch eine in danach, die geschlechtliche Gemeinschaft auf ein höheres Niveau felbe Beamte die Anbringung des Schutzgerüftes nun für über- der Andreasstraße ausgebrochene Feuersbrunft großer Schaden anzu bringen. Ihr Wesen bestimmt den Ton des Hauses. Dieser flüssig erachtete und erklärte, es genüge, wenn sich die Dachgerichtet. Vierzig Familien sind obdachlos. harmonischen Frau gehört die Zukunft. Die Frauenbewegung macht auch in Bayern Fortschritte. So wurde wieder in Schweinfurt in einer Frauenversammlung nach einem Vortrage der Genossin Zich die Bildung einer Frauenbewegung beschlossen und die Genossin K. Ruck als Vertrauensperson aufgestellt. Frauenrechtlerinnen im Gefängnis. Wieder sind einige Frauen wegen Demonstrationen zugunsten bes Frauenwahlrechtes vor dem Parlament in London eingeitedt worden. Fünf Frauen und ein Mann wurden angeklagt wegen „ unordentlichen Betragens und des Widerstandes gegen die Pouzet", die sie hindern wollte, ins Parlament einzubringen. Der Richter ließ den Angeklagten die Wahl, 20 Mart Strafe zu zahlen oder auf 14 Tage eingesperrt zu werden. Alle wählten das Gefängnis. London, 17. Dezember. Heute abend gelang es wiederum mehreren Frauen, in die äußere Vorhalle des Unterhauses einzudringen; ehe sie jedoch die beabsichtigte Kundgebung für das Frauenstimmrecht durchführen konnten, wurden sie von der Polizei entfernt. * * * -O Briefkasten der Redaktion. deder mit Gurt und Leine anseilten. Die Ver In großer Gefahr. Durch andauernde wollenbruchartige Regen einhalten lassen, und billigte es durchaus, daß die Kollegen auf de Europa Zerstörung; sie sind deshalb von den Bewohnern ge sammlung war sich darüber einig, daß sich diese Vorschriften nicht güffe droht mehreren Dörfern im Cillorigotal am Fuß der Benas jenem Bau die Arbeit einstellten und nicht unnötig ihr Leben aufs räumt worden. Spiel seben wollen, um dem Unternehmer die verhältnismäßig geringen Unkosten zu ersparen, die mit der Anbringung der Schutzvorrichtung verbunden sind. Die Forderung, die die Dachdecker hier erst durch den Streik erringen müssen, ist übrigens in der letzten Tarifkommissionssitzung von den Unternehmern selbst als Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, durchaus berechtigt anerkannt worden, und sie haben sich verpflichtet, eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), feine Arbeiten mehr zu übernehmen, bei denen nicht auf die wochentäglich von 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. Schutzvorrichtungen Rüdsicht genommen ist. Im so verwerflicher Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein erscheint das Berhalten der Firma Wernicke und der Berufs- Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort genossenschaft. Die Arbeit wurde im Einverständnis mit dem wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Vorstand niedergelegt. Der Streik wird so lange fortgeführt, bis Mitschuld läßt sich nicht erheben, da erst genau festgestellt werden müßte, ob Bruno R., Rummelsburg. Der Vorwurf einer Begünstigung oder der Unternehmer sich bequemt, für den notwendigen Schuß des alle Angaben zutreffend und beweisträffig find. W. R. 1. Staatlich. Lebens zu sorgen. 2. Die Gemeinde Berlin. 3. Nein. Arbeiterfekretariat Luckenwalde. Die Stlage hätte wenig Aussicht auf Erfolg. C. 2. 53. Der Ausgang des Rechtsstrettes ist zweifelhaft. Wir würden aber zur Anstellung einer Klage raten, da die Kündigung vom Birt ausdrücklich bestätigt war. Bittig. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Die von Ihnen gestellte Frage fann ohne Einsicht in die Statuten und Klarstellung des Falles, den Sie im Auge haben, nicht beantwortet werden.- Kaplic. 1. Benden Sie Versammlungen. Bimmerer mit 85 Bf. begnügen wollen und das Hauptgewicht auf sich an Herrn Simanowski, Engelblifer 15. 2. So viel uns bekannt ja. 2. Ja. Die Versammlung befaßte sich dann mit der Antwort des Gau- und des Zentralvorstandes auf die von den Berliner Dachdeckern aufgestellten Forderungen zur Lohnbewegung im nächsten Jahr. Die genannten Körperschaften haben es nicht für zweckmäßig erachtet, daß die Berliner Dachdecker eine Lohnerhöhung von 75 auf 90 Bf. verlangen, während sich die Maurer und den Achtstundentag legen, den ja auch die Dachdecker fordern. Die Versammlung beschloß jedoch nach lebhafter Debatte in geheimer Abstimmung gegen nur 27 Stimmen, die gestellten Forderungen unverändert aufrechtzuerhalten, und sprach in einer Resolution ihr Bedauern über die Haltung des Gau- und des Zentralvorstandes aus. beschlossen, daß die Arbeitsvermittelung nur vormittags erfolgen Unter Verbandsangelegenheiten wurde foll, und zwar zur selben Zeit wie bisher. Ferner machte der Vorsigende auf die Fragebogen über die Zugehörigkeit zur politischen Partei aufmerksam, die in den Zahlstellen ausgegeben werden. Zum Wahlfonds BuchDer deutsche Buchbinderverband( 3 ahlstelle Berlin) fette am Sonnabend die außerordentlich Generalversammlung fort, welche am 9. Dezember nicht zu Ende geführt worden ist. Der Entwurf zu einem neuen Ortsstatut wurde weiter beraten. Die wichtigsten der neulich beschlossenen Bestimmungen haben wir auszugsweise mitgeteilt. Unter den neu beschlossenen Bestimmungen find von besonderer Bedeutung zunächst die über die Befugnisse der Generalversammlung, über die Urabstimmung und über die Delegiertenversammlung. Die Generalversammlung setzt unter anderem die Lokalbeiträge und die lokalen Unterstüßungsfäße fest und bestimmt über Sammlungen und sonstige Einnahmequellen. Nur in äußersten Fällen kann die Delegiertenversammlung Sammlungen gut heißen. Diese kombinierten Delegiertenversammlungen, die zur Erledigung der Verbandsangelegenheiten vierteljährlich mindestens einmal stattfinden, sezen sich zusammen aus der Orts- gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: berwaltung, sämtlichen Funktionären der Zahlstelle( einschließlich R. Schmolt 8,-. S. i. Berlin 2,-. G. R. 20,-. der Hülfskassierer) und den Werkstubendelegierten. Die kom- druckerei Billig Nachfl. 6, Personal d. Firma H. Schubert, Aleganbinierten Werkstuben- Delegiertenversammlungen dürfen Geld- drinenstr. 110 22,75. Die Angestellten der Expedition des„ Bor bewilligungen bis zu 500 Mk. vornehmen. Oberste Instanz der wärts", 1. Rate 25,50. Die Angestellten der Buchhandlung VorZahlstelle ist die Urabstimmung. Sie gilt für besonders wichtige wärts, 1. Rate 13,-. Redaktion des„ Vorwärts" 36-. 2. A., Fälle und muß erfolgen, wenn sie in einer Generalversammlung Friedenau 50, mit Zweidrittelmehrheit beantragt wird oder wenn 500 Mitglieder den Antrag stellen. Die Zahlstelle wurde in folgende Branchen eingeteilt: Album-, Buchbindereis, Etuis, Galanteries( Papier und Leder), Goldschnitt-, Kontobuch- und Luruspapierbranche. Jede Branche wählt in einer besonderen Versammlung eine Vertrauens. person. Die Branchen- Vertrauenspersonen haben: 1. die Agitation in der Branche zu betreiben; 2. den Werkstubendelegierten Anleitung zu geben zur richtigen Erfüllung ihrer Funktionen, sie von Zeit zu Zeit zu Sibungen zu berufen, sowie eine Verbindung der einzelnen Werkstuben herzustellen und zu unterhalten; 3. für die Abstellung von Mißständen zu sorgen, diese eventuell der Verwaltung, dem Fabritinspektorat oder deren Organen mitzuteilen; 4. notwendige Branchenversammlungen in Gemeinschaft mit der Verwaltung und bestehenden Tariffommiffionen einzuberufen, in denen die speziellen Branchenangelegenheiten zu erledigen find. Außer vielen anderen rein geschäftlichen Bestimmungen enthält das neue Ortsstatut auch eine genaue Regelung der Werkstubenorganisation und des Verhaltens bei Arbeitsstreitigkeiten. Das Ortsstatut tritt am 1. Januar in Kraft. Die Feststellung der Anstellungsbedingungen für die Beamten der Zahlstelle kam auch diesmal noch nicht zur Erledigung. Sie soll als erster Punkt die nächste Versammlung beschäftigen. Bertagt wurde auch eine Streitsache, bei der Differenzen zwischen den Verbandsvorsitzenden Kloth und dem Bahlstellenvorsitzenden Iar eine Rolle spielen. Der Zentralverband der Dachdecker, Verwaltungsstelle Berlin, hielt am Sonntag bei Feind in der Weinstraße eine Bersammlung ab, in der der Vorsitzende Görnih zunächst über den Streik Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Am 17. d. M. berstarb plötzlich unser Mitglied, der Graveur Richard Regelsky Bezirk 131. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, vormittags 10 Uhr, auf dem Luisen- Kirchhof, Bergmannstraße ftatt. 239/12 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Felix Memmel am 14. Dezember verstorben ist und am Montag, den 17. Dezember, zur letzten Ruhe gebettet wurde. 98/15 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die liebevollen Beweise innigster Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, unserer guten Mutter und Schwiegermutter 83542 Todes- Anzeige. Am Montag, den 17. b. Mts., verstarb nach langen schweren Leiden mein Mann und unser Bater, der Schankwirt Franz Käsler im 41. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Dezember, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Dies zeigt tiefbetrübt an Wwe. Maria Käsler geb. Jacobi 4196 nebst Söhnen Franz und Arno. Sozialdemokrat. Wahlverein 1.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Gastwirt Genosse Franz Käsler gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 20. Dezember, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Zental- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 263/6 Der Vorstand. Danksagung. Sage hiermit allen Freunden und Bekannten, insbesondere seinen Mitarbeitern, sowie dem Gesangverein Karoline Kamjunke geb. Dinnert der Stupferschmiede und den Bartelgenoffen des 693. Bezirks für die rege Beteiligung bei dem Begräbnis meines lieben Mannes meinen besten Dank. Wwe. Auguste Köhn geb. Holasch. fagen wir allen Bekannten und Verwandten unfern herzlichsten Dant. Karl Kamjunke. Max. Emil Kamjunke und Frau. 4185 Summa 178,25 M. W. H. Der Berein ist uns nicht bekannt. Willi R., C. F. Die Steuer wird von Januar bis Januar gerechnet. Sie hatten also für das letzte Quartal und dann für das folgende Jahr je 50 Bf. zu entrichten. 2. P. 13. Wenn die Beimischung in geringer Quantität erfolgt, ist sie unschädlich und erfüllt den von Ihnen gewollten Baumschulenweg. Auf Ihren Antrag erhalten Sie Abschrift der Ber rechtigt. Stlagen Sie beim Amtsgericht und berufen Sie sich auf§ 394 bes gleichsverhandlung; ein Urteil ist ja nach Ihrer Darstellung überhaupt nicht gefällt. S. 2. Der Schachtmeister ist zum Abzug vom Lohn nicht be Bürgerlichen Gesetzbuchs. F. Sch. 7. 1. Nein. 2. Das ist zulässig, ratsamer aber, Sie wenden sich zwecks Vergütung für die Nachteile an den Vorstand des sozialdemokratischen Vereins, dem Sie angehören. Hecht 25. Nein. St. 24. Auf fünf Jahre. Hanesch. Ein Recht auf Rückforderung einer geschenkten Photographie besteht nur dann, wenn die Photographie ein Beilöbniszeichen war und die Verlobung zurüdgegangen ist.-. 13. Nein. Wir haben wiederholt dargelegt, daß diese Anforderung dem Gesez nicht entspricht. Dieser Tage wird dasselbe Thema noch einmal behandelt werden. A. S. 3. Die furze Berjährungsfrist läuft vom Schluß des Stalenderjahres ab.- 5. M. 39. Sie sind wahlberechtigt.-.. 150. Nach Ablauf der zwei Jahre tönnen Sie nicht eingezogen werden. Eingegangene Druckfchriften. " Neue Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift. Heft 12. Herausgeber Dr. Heinrich Braun und Lily Braun. Verlag: Berlin- Schöneberg. Preis für Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen das Einzelheft 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 m.] genommen. Vermischtes. Kesselexplosion. Auf dem Eisen- und Stahlwerk Hösch- Dortmund plagte gestern nacht 2 Uhr ein Dampfbehälter. Fünf Personen find fchiver, mehrere leicht verlegt; vier Schwerverletzte sind bereits gestorben. Witterungsübersicht vom 18. Dezember 1906, morgens 8 llhe. Stationen Barometerstand mm Wind. richtung Bindstärke Better LLLLL Temp. n. 6. 5ºF.= 4º N. Stinembe 773D Mebel Hamburg 774 Still Bergmanns Tod. Infolge vorzeitigen Losgehens eines Spreng- Berlin 772 N 1 bebedt schuffes in der Tauerngrube zu Graz find fünf Arbeiter getötet Frant.a. M. 773 3 1 bedeckt worden. Dhne Lotsen. Wie von Kingstown( Jamaifa) berichtet wird, erfolgte die Strandung der" Prinzessin Viktoria Luife" in unmittelbarer Nähe des Leuchtturmes und ist auf Steuerung eines falschen Kurses zurückdes Auflaufens bemächtigte sich der Baffagiere eine Banik, es gezuführen; das Schiff hatte keinen Lotfen an Bord. Im Augenblick lang den Schiffsoffizieren aber schnell, die Ruhe wiederherzustellen. Weitere Meldungen besagen: Kingstown, 18. Dezember. Das Schiff hatte New Yorker Ausflügler an Bord. Der deutsche Dampfer Bremen" bemüht sich, das Schiff flott zu machen; zum gleichen 8wede begibt sich der französische Dampfer„ Dugnay- Trovin" nach Kingstown. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Franz Käsler Friedrichsbergerstr. 11 am 17. Dezember am Herzschlag verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Dezember, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus flatt. Um rege Beteiligung ersucht 191/6 Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Martin Bartkowiack am Sonnabend, den 15. Dezember nach langem Strantenlager verschieden ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Dezember, bon der nachmittags 14 Uhr, Leichenhalle des städtischen Friedhofes zu Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 171/3 Die Ortsverwaltung. Frack Verleih- Institut: " Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Gürtler Max Zimmermann gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 20. Dezember, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Riydorf, Hermannstraße, aus statt. 161/20 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. 13 Invalidenunterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 16. d. M. verstorbenen Herrn Heinrich Eckert findet am Mittwoch, den 19. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des alten Thomas- Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. 4105 Das Komitee. Teppiche Gardinen, Steppdecken spott mit wenig sichtbar. Farbenfehlern billig Portieren, Tischdecken reich bestickt Mk. 1,75. Louis Gordan, Berlin Granienstr.42( Oranienplatz). Friedrichst. 115 1, a.Drabg. Tor. Eleg. Frad, Gehrod 1,50, Hofe 1,00, efte 50 Bf. 80 0000000 Wien Stationen Barometer. Bind. Bunpla Windstarle Beller 4'Schnee Temp. n. T. 5. R. 2 bedeckt-7 07952 2 bedeckt -1 Haparanda 762 S -2 Betersburg 779 S 1 Scilly -2 Aberdeen 2 bedeckt -4 Baris 774 WSW 1 halb bd. 9 769 NNW 1 bedeckt 772S 1 bedeckt München 773 N 769 WNW 4 Schnee Wetter- Prognose für Mittwoch, den 19. Dezember 1906. Ein wenig fälter, zeitweise aufflarend, vorwiegend noch nebelig bei schwachen nordöstlichen Binden; teine wesentlichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau Meter, bet 11n strut bei Neiße Ober Wafferstand am 18. Dezember. Ibe bei Auffig 1,15 Meter, bei Magdebing+1,62 Meter. Dresden Straußfurt Meter. Dder bei Ratibor+ 1,21 Meter. mündung+1,72 Meter.- Oder bei Brieg+2,24 Meter. bei Breslau Unterpegel 0,92 Meter.( Großschiffahrt geschlossen.) Deutscher Senefelder- Bund. ( Verband der Lithographen, Steindrucker und verwandte Berufe.) Todes- Anzeige. Am 16. Dezember verstarb unser Mitglied, der Oberdrucker Heinrich Eckert im Alter von 57 Jahren an 298/14 einer Zungenkrankheit. am Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des alten Thomas Kirchhofes, Nigdorf, Hermannstraße, aus statt. Die Verwaltung der Filiale I. Gegründet 1864. PelzwarenFabrik S. Schlesinger Neue Königstr. 21 II ( Ordonnanzhaus). Einzel- Verkauf wie alljährlich nach beendeter EngrosSaison. Pelz- Stolas Muffen, Pelzhüte, schick garniert, federleicht, zu fabelhaft billigen Preisen. Sonntags geöffnet. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Hermann Wegner am 14. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 19. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenberger GemeindeFriedhofes, Strugstege, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 98/14 Die Ortsverwaltung. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsere innig geliebten Eltern Florentine Reichert geb. Benkendorf Friedrich Reichert im Alter von 68 und 63 Jahren nach furzem Stranfenlager sanft entschlafen sind. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 20. b. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Luisen- Friedhofes, mannstraße, aus statt. Her 4096 Die trauernden Hinterbliebenen Gustav Reichert Auguste Reichert geb. Reuter. Dr. Schünemann 30742* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co, Berlin SW. Weiss la Drell Kaufhaus Max Mannheim Ecke Königsberger Strasse Frankfurter Allee 109-110 Ecke Königsberger Strasse # Leinen- und Baumwollwaren Handtücher gesäumt u. gebändert, ½, Dtzd. 375 300 275 225 Weiss la Damast gesäumt u. gebändert,%, Dtzd. 475 425 375 300 Weiss la Gerstenkorn gesäumt u. gebändert,'/, Dtzd. 300 250 200 150 mit Bordure 3. Taschentücher Weiss Linon mit Leinenglanz Reinleinen la Bordure mit für Damen and Herren/ Dtzd. 125 100 88 75 Pf. für Damen und Herren für Damen Dtzd. 300 250 200 160 und Herren Dtzd. 250 200 150 .100 für Damen und Herren Dtzd. 210 190 150 105 für Damen und Herren 2 Dtzd. 112 275 225 190 85 Pf. Weiss Batist mit Hohlsaum Weiss Batist mit Buchstaben Weiss Batist, farb. Punkten Halbleinen, rot, blau, gelb u. braun für Herren/ Dtzd. 270 210 150 90 Pf. Kinder- Taschentücher, and Bildern, Dtzd. 100 80 60 50 Pf. weiss, m. Kante Bettbezüge Elsässer Renforcé feinfädig, 2 11 12 99 99 m. 2 " 2 93 " 37 2 " 550 450 350 Elsässer Hemdentuch m. 2 Kopfkissen z. Knöpfen 850 750 650 675 550 475 99 750 675 500 950 800 675 99 800 700 600 99 650 500 350 " 19 la Louisianatuch la Dimiti schöne Streifen, Damast neue Blumenmuster, Satinköper rote Blumenmust. ,,, 2 Züchen bunt kariert " 2 99 17 16 13 12 12 Kaffeedecken und Gedecke Alle Grössen und Farben, mit und ohne Franze 450 300 250 195 125 78 Pf. 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Knaben, einfarb. u. geringelt 185 f. Herren, einfarb. u. geringelt 275 250 Kopf- Fichus Wolle Kopf- Fichus Chenille Herren- Westen 165 12 145 nur zweireihig 225 ein- und zweireihig 45 Pf. schwarz 95 Pf. bunt 135 125 110 schwarz, Wolle plattiert Paar 38 Pf. schwarz, reine Wolle Paar 58 Pf. 175 150 125 250 225 200 schwarz, reine Wolle Paar 125 reine Wolle, gemustert, Neuheit Paar 125 75 Pf. Wolle plattiert, meliert Paar 28 Pf. reine Wolle, meliert Paar 48 Pf. reine Wolle, meliert u. schwarz Kameelhaar- Socken Paar 125 Paar 125 Herren- Socken Damen- Hemden Damen- Beinkleider Damen- Jacken 200 175 150. 375 350 325 Damen- Westen( Zuaven- Jäckchen) 3 Grössen 110 95 Pf. 75 Pf. 3 Grössen 135 120 95 Pf. Damenwäsche Serie I Damen- Hemden Serie II 1 25 Mk. 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Dezember, geöffnet von 12-8 Uhr. Br. 295. 23. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Hitto, 19. Dezember 1906. Gerichts- Zeitung. handele. Mittwoch, und Inaben, die vielleicht alle dasselbe bekunden würden, das Pflicht gerade der heranwachsenden Jugend gegenüber nach Gemüt der Kinder durch eine abermalige Schilderung| zukommen bereit und fähig iſt. Neben den Gefahren, der mit ihnen vorgenommenen Dinge zu vergiften. Nach bie aus der den Geist berkümmernden Sittlichkeitsverbrechen eines Schwärmers für Süd- und Westafrita. einer längeren Rücksprache mit dem Verteidiger die in Jünglingsvereinen gehegt wird, ihren Jünglingen droht, Wortfrömmelei, Die schwere Anklage wegen wiederholter Verbrechen gegen die erklärte der Angeklagte dem Nate des Vor- droht ihnen wie der vorstehend wiedergegebene Prozeß zeigt, auch Sittlichkeit im Sinne der§§ 1741 und 1763 Str.- G.-B. führte enden folgen zu wollen und legte nunmehr ein eine andere Gemüt und Empfindung vergiftende Gefahr. Die Tatgestern den 36 jährigen Diaton Franz Hinge vor die vierte Strafe Untersuchung hartnädig jede Schuld in Abrede gestellt hatte. Wie bergleichen eine so erhebliche Rolle spielen und Verwüstung anrichten offenes Geständnis ab, obschon er während der ganzen sache, daß ein Mann wie der Angeklagte in Jünglingsvereinen und kammer des Landgerichts I. Den Vorsitz im Gerichtshofe führte H. vor Gericht erklärte, habe er aus Scham es nicht vermocht, den konnte, spricht Bände über die Natur der„ religiös" und" patriotisch" der kürzlich zum Geheimen Justizrat ernannte Landgerichtsdirektor wahren Sachverhalt einzugestehen. Dr. Dua ft. Der Angeklagte ist beschuldigt, in den Jahren 1905 hielt durch das Ergebnis der Verhandlung für festgestellt, daß sich Staatsanwalt Fuchs schillernden Jünglings- und Jungfrauen- Vereine. und 1906 als Lehrer und Erzieher mit den seiner Obhut anvertrauten Kindern unzüchtige Hand- eingeräumten Stellung als Leiter der Jugend schuldig gemacht habe, Ila 64-69, IIIa 58-63, IVa 50-56. Stalbfleisch, Doppelländer 115–125, der Angeklagte eines außerordentlich schweren Mißbrauchs der ihm markthallen- Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 70-75 pr. 100 fb., Berliner Marktpreife. Aus dem amtlichen Bericht der städischen lungen vorgenommen zu haben. Der Angeschuldigte, durch welchen eine ganz enorme Schädigung des geistigen und fitt- la 88-95, IIa 76-86, Ia 62-74, 6o. 50-60. Hammelfleisch[ a 69-77, welcher seit dem 5. September d. J. im Moabiter Untersuchungs- lichen Empfindens eingetreten sei. Nur mit Rücksicht auf die von IIa 54-67. gefängnis interniert ist, ist der Sohn eines Polizei dem Gutachter Medizinalrat Dr. Hoffmann bekundete Minder- IIa 0,45-0,60. Rotwild Ia 0,40-0,53, IIa 0,00, do. Stälber 0,43-0,52. Schweinefleisch 54-62. Nehwild Ia per Bfd. 0,60-0,87. beamten. Nach Absolvierung der Gemeindeschule trat er bei einem Rechtsanwalt als Schreiber ein, wurde dann Kaufmanns- als gerechtfertigt. Der Antrag des Staatsanwalts lautete deshalb Frischlinge 0,40-0,78. Hafen per Stüd 3,00-3,40, 50. Klein wertigkeit des Hinge erscheine die Zubilligung mildernder Umstände Damwild 0,40-0,57, do. Stalber 0,60-0,75. Wildschweine 0,29-0,53. Lehrling in einem hiesigen größeren Geschäft. Als siebzehnjähriger auf 12 Jahre Gefängnis und zwei Jahre Ehrla 2,00-2,75. Staninchen pr. Stud 0,70-1,00. Wildenten pr. Stüd 1,65. junger Mann trat der Angeklagte in das Erziehungshaus Ellerhof verlust. Das Gericht erkannte auf ein Jahr Gefängnis übner, bei Bremen ein und vervollständigte hier seine Bildung. Er wurde unter Anrechnung von zwei Monaten der Untersuchungshaft. Esital. 0,70-0,80. Enten, junge per Stüd 1,40-2,70, Hamburger, junge alte per Stüd 1,50-2,00, alte II a 1,00-1,40, junge per Stüd 0,70-1,45. dann Krankenpfleger und kam schließlich an das Brüderseminar nahm an, daß es sich nicht um ein Verhältnis zwischen Pflege- pr. Stüd 3,25. Gänse, Oderbrucher, per Bid. 0,50-0,63, do. Ia per Stud Tauben per Stüd 0,30-0,50, junge fleine 0,00. in Reinstedt. Von nun ab wendete er sich mit großem Eifer der befohlenen und Geistlichen, Lehrer oder Erzieher(§ 174 Biffer 1 des 4.00, IIa 2,00-3,00. Hechte per 100 Bid. 80-86, matt 0,00. Bander 102. Diakonie zu und wurde schließlich als Diakon von der Strafgesetzbuches), wohl aber um Verbrechen gegen§ 176 Biffer 3 groß 0,00. Zionsgemeinde in Berlin angestellt. Im März 1905 meldete( Vornahme unzüchtiger Handlungen mit Personen unter 14 Jahren) ale, groß 0,00, mittel 94-97, flein 0,00, unf. 0,00. Schleie uns. 111-119, mittel 0,00, fleine 0,00, Bleie 0,00. fich der Angeklagte, der Mitglied des Roten Kreuzes ist, als Plößen 0,00. Krantenpfleger für die militärische Expedition Karpfen, 25er 66-68, do. 35 er 0,00, do. 80 er 0,00, dv. nach Südwest afrita. An dem Feldzuge selbst nahm er nicht Nach dem Gesetz wird ein Verbrechen aus§ 176 Biffer 3 mit fische 0,00. 50-60 er 0,00, 40 er 65. Barse, matt 0,00. Karauschen 0,00. BleiWels 0,00. Bunte Fische 0,00. Amerikan. Lachs Ia teil, da ihm die Depotverwaltung der Liebesgaben überwiesen wurde. Zuchthaus bis zu 10 Jahren bedroht. Bei Annahme mildernder Um- neuer per 100 Bfb. 110-130, do. IIa neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. Nach halbjährlichem Aufenthalt in Afrika fani der Angeklagte wieder stände kann auf Gefängnis( nicht unter 6 Monaten) erfannt Seelachs 20-25. Sprotten, Stieler, Wall 0,75-1,25, Danziger, Wall nach Berlin und nahm seinen alten Posten an der Zionsgemeinde werden. Gegen den in 30 Fällen überführten Angeklagten ist mit 0,60-0,80. Flundern, pommerfche Ia, per Schod 3-6, do. pommersche wieder auf. In seiner Eigenschaft als Diaton war er hauptsächlich hin außerordentlich milde erkannt. Gegen milde Beurteilung wollen wir la 2-4, Sticler, Stiege la 4-6, bo. mittel ber Stifte 2-3, Hamb. Gehülfe des Pastors Franke, den er in der Leitung des uns nicht wenden, wiewohl gerade die Gemeingefährlichkeit des Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Sticker 3,50-5,00, Jünglingsvereins und der Sonntagsschule vertrat. Eine besondere schändlichen Treibens des Angeklagten, wenn man in der Strafe flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Stifte 4-5,00, do. Stralsunder 5-6. Alale, groß per Bid. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, Gründung des Angeklagten war unter anderem auch die Einführung eine Sühne erblicken will, auch eine hohe Zuchthausstrafe durchaus/ Stifte 2-3,00. Stabliau, p. 100 Pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er einer Knabenabteilung des Jünglingsvereins. Diese sollte gerechtfertigt hätte. Bestimmend für die geringe Strafhöhe ist für per Anter 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73-75. Schottische Vollheringe ben Zweck haben, die Knaben unter 14 Jahren beizeiten auf die das Gericht außer der Minderwertigkeit des Angeklagten das infolge 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, beutsche 37-44. Bedeutung der Jünglings reine hinzuweisen, damit sie nach Ent- der Zusprache des. Vorsitzenden abgelegte Geständnis gewesen. Das Heringe, neue Matjes, per/ To. 60-120. Sardinen, ruff., Faß laffung aus der Schule" cht in den sozialdemokratischen Lehrlings- Geständnis hat 27 Kinder vor einer Gemüt und Empfindung ver- 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Die Sigungen dieser Knabenabteilungen fanden giftenden Bekundung der Verbrechen bewahrt. Dieser Erfolg ist dem Schockfaß 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Hummern, Kleine, per Pfd. 0,00. in dem Konfirmandensaal der Zionskirche statt, außerdem leitete der Vorsitzenden zu danken, dessen tiefſittlicher Ernst auch seines Ein- Streble, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. Angeklagte die Sonntagsschule in der Zionsfirche. Seine Schüler drucks auf den Angeklagten nicht verfehlte. In erfreulichem per 100 fb. Ia 123--125. Ila 115-123, IIIa 110-114, abfallende 95-105. bestanden aus etwa 30 Knaben im Alter von 8-14 Jahren. Durch Gegensaße zu so manchem Gerichtsvorsitzenden wir erinnern Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurfen 3,50-4,00. Startoffeln Schilderung seiner Erlebnisse in dem südwestafrikanischen Feldzuge an Braufelvetter, Oppermann suchte der Vorsitzende nicht durch per 100 Bid. 0,00, magnum bonum 2,00-2,10, Daberiche 2,00-2,10, und durch Zeigen und Erklären zahlreicher aus Afrika mitgebrachter die Stärke der Stimmen, sondern durch den inneren Gehalt der mit Rosen 0,00, weiße 1,75-2,00, Salatkartoffeln 4,00-6,00. Spinat Gegenstände verstand es der Angeklagte, sich die Zuneigung der fast väterlicher Milde vorgetragenen Gründe auf den Angeklagten zu per 100 Pfund 12,00-16,00. Karotten per Schodbund 3,00-4,00. ihm anvertrauten Knaben zu erwerben. Diese Wißbegier der Kinder wirken. Das von diesem schließlich abgelegte Geständnis mag ihm Sellerie, hiesige, per Schock 4,00-5,00, do. pommersche 4,00-5,00. Zwiebeln foll der Angeschuldigte, wie die Anklage behauptet, in der schänd- als Beginn einer Neue über Straftaten angerechnet sein. große, per 100 Pfd. 3,00-3,50. bo. fleine 2,00-2,25. bo. hiesige( Berl) lichsten Weise mißbraucht haben. Er bestellte verschiedene ihm be0,00. Charlotten 60-70. Peterfilie, grün, Schodbund 1,50-1,75. Stohlrabi Als minderwertig, geistig minderwertig ist vom gerichtlichen per Schod 0,50-1,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen fonders zugetane Knaben in feine Wohnung, um ihnen bei den Sachverständigen der mit Eifer für Jünglingsvereine, südwest per Schodbund 0,80-1,00. Salat, per Schock 0,00. do. Escarole, Schularbeiten zu helfen oder um ihnen Gegenstände aus Afrika zu afrikanische Tamtams und do. Endivien 1,75-2,00. dergleichen wirkende Angeklagte per Mandel 1,25-1,50, zeigen. Der Angeklagte soll dann die Knaben sich auf den Schoß gekennzeichnet. Mohrrüben per Ist er allein minderwertig, 100 Pfd. 2,50-3,00. Teltower Rüben per 100 Pfd. 8-10. Weiße Rüben, große gefeßt, fie gefüßt und in unfittlicher Weise berührt haben. Der schuldig? Sind andere Förderer und Begünstiger_frommer ital. Stopf 0,00-0,00. 2-2,50, fleine 5-6. Rote Rüben 1,50-2. Blumenkohl holl. per Stopf 0,00. ngetlagte bestritt, sich irgendwie strafbar gemacht zu haben. oder frömmelnder Jünglingsvereine, südwestafrikanischer Schwärme- b. Schod 3,00-8,00. Beißlohl Schod 2,00-3,00. Wirsingkohl per Schod 3,00-6,00. Rotkohl Als Zeugen fungieren über 30 Schulknaben sowie mehrere Lehrer reien und dergleichen mehrwertiger und gänzlich unschuldig an den 15-18. Grünkohl per 100 Bfd. 3-4. Schnittland 12 Töpfe 0,00. StohlRosenkohl p. 100 Bid. und Geistliche der Zionsgemeinde. Freveltaten, wie der Angeklagte sie begangen hat? Handelt es sich rüben, Schod 0,00. Stürbis 5-8. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 7-16, Die Beweis aufnahme ergab schon nach Vernehmung von doch in einer überaus großen Reihe festgestellter Kolonialgreuel um böhmische 8-20. Aepfel, per 100 Bfd., hiesige 3-20, Gravensteiner drei Schulknaben für den Angeklagten überaus belastende Momente. völlig ähnliche feruelle Verbrechen und find doch tatsächlich Jünglings- 0,00, Tiroler in Fässern 17-30, Stifte 32-80, Amerit. 16-30. Walnüsse Landgerichtsdirektor Quast richtete deshalb nochmals in eindring- Vereine ähnlich wie Pensionen, Kadettenerziehungsanstalten u. dgl. per 100 pfb. 16-20, do. rumänische 20-28, do. franz. Cornes 31-31. lichen Worten die Mahnung an den Angeklagten, sein Gewissen nicht selten die Grundlage, ja eine Art Zucht für spätere Betätigung Melfina, 300 Stud 8,00-10,00, 360 Städ 7,00-9,00, 200 Std 7-11. Baranüsse 66-70. Haselnüsse lange 43-45, runde 33-35. Zitronen, durch ein. offenes und reumütiges Geständnis zu erleichtern und perverser Neigungen, wenn diese Anstalten nicht einer einsichtigen Apfelfinen, Jaffa, per Stifte 8-14, Murcia 200 er per Stifte 7-12, do. 300 er nicht nochmals bei der Bernehmung der dreißig Schul- Leitung unterstellt sind, die in seguellen Dingen ihrer 9-11, Valencia 420 er per Stifte 13-20, do. 714 er 18-23. berein eintreten." allein Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,00-5,00. Butter Praktische Weihnachts- Geschenke. Kleiderstoffe. Reinwoll. Kammgarnstoffe, neueste Farben, Meter 1.25 bis 4.50 Reinwoll. Damentuche in eleganten Farben, Meter 1.75 bis 6.00 Reinwoll. Cheviots, große Breite, Meter 1.00 bis 3.50 Damentuche, dunkle Karos und Streifen, Meter 2.00 bis 4.50 Mod. Phantasie- Kostümstoffe Mete 1.25 bis 4.00 Neueste Blusenstoffe, gestreift, kariert, Meter Pf. bis 2.50 25 Woll. 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Kaffeegedecke, oder buntkantig, von 6.50 bis 3.50 M. 6 Servietten, weiß 12 Servietten, weiß Kaffeegedecke, oder buntkantig, von 22 bis 10 M. Kaffeedecken, bunt, mit Fransen, von 7.50 bis 1.00 M. Stnbenhandtücher, weiß,%, Dtz. von 7.50 bis 1.90 M. Küchenhandtücher, Dtz. buntkantig, von 3.75 bis cm., 80 X 20 cm, St. von 2.10 bis 1.75 M. Rolltücher, 80X160 om, St. von 1.30 bis 75 Pf. 1.20 M. Taschentücher, weiß, rein Leinen, St. v. 60 bis 25 Pf. Taschentücher, weiß, Linon u.Batist, St.20, 15 u. 10 PL. Taschentücher, bunt o.weiß, m.Kante, St.v.50 bis 10 Pf. Gratis- Zugabe- Artikel bei Einkäufen von 3 Mark an: Puppen, Trompeten, Knallbüchsen, Bleisoldaten, Kalender. Julius Haack, 812 US dasa Manufakturwaren- und Konfektionshaus größten Stils. Brunnenstr. 198, Ecke Elsasser Straße. am Berlin N. Brunnenstr. 198, Rosenthaler Tor Sonntag, den 23. Dezember, geöffnet 8-10 und 12-8 Uhr. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Medaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung. Theater. Mittwoch, den 19. Dezember. Anfang 7% Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Das Glashaus. Deutsches. Mensch und Uebermensch. Lefiing. Nosmersholm. Westen. Die Zauberflöte, Nachmittags 3 Uhr: Kindestreue und Weihnachtsfegen. Borging. Bar und Bimmermann. Nachmittags 3 Uhr: Peter und Paul relfen ins Schlaraffenland. Beutral. Der gigeunerbaron. Nachmittags 3 Uhr: Schnees wittchen. Anfang 8 Uhr. Agl. Opernhaus. Salome. Siller 0. Bauer- beater) Donna Diana. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Doppelfelbst. mord. Neues Schauspielhaus. Sturm, Der Nachmittags 3 Uhr: Aschenbrödel. Kleines, Ein idealer Gatte, Berliner. Sherlock Holmes. Neues, Die Condottieri. Komische Oper. Lakmé. Mesibenz. Florette und Patapon. Bnitivielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 3, Uhr: Gänseliesel. Dentich Amerikanisches. Im wilben Beften. Herr Hauptmann b. Stöpenid. Thalia, Eine lustige Doppelehe. Nachmittags 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Luifen, Sherlod Holmes. Bernhard Nose früher Garl Weift. Das Käthchen von Heilbronn. Trianon. Wo ist der Bapa? Bora her: Die Schloßfellerei. Walhalla. Spezialitäten. Apollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Kajino. Die beiden Champignot. Spezialitäten. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) 31, Uhr: Schneewittchen. Abends 8 Uhr: Der Zigeunerbaron. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes Donnerstag: Biel Lärm um Nichts. Greitag zum erstenmal: Bergnügte Feiertage. Boltsstüd in 3 Atten ( 6 Bildern) von L. Dttomeyer. Sonnabend 4 Uhr: Hänsel u. Gretel 8 Uhr: Bergnügte gelertage. Sonntag 3 Ubr: Othello. 8 Uhr: Bergnügte Feiertage. Residenz- Theater. Diveltion Richard Allegander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Florette und Patapon. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Mittwoch, abends 8 Uhr: Donna Diana. Lustspiel in 3 Aufzügen von Moreto. Donnerstag, abends811hr Das Lumpengesindel, Freitag, abends 8 Ulbr: Fran Inger von Oestrot. Mittwoch, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Bauernpoffe in 6 Bildern von Ludwig Anzengruber. Donnerstag, abends 811 br: Jugendliebe. Hierauf: Die Dienstboten. Freitag, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Palast- Theater. Prater- Theater. Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Nur noch bis 31. Dezember: Große Spezialitäten- Vorstellungen arrangiert von der Internationalen Artisten- Loge. E. V. Berlin. Anfang der Vorstellungen: Sonntags 7%, Uhr, wochent. 8 Uhr. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute Mittwoch, den 19, d. M., abends präzise 7, Uhr: Gala- Benefiz Heute abend 74 Uhr. Um 9 Uhr: Die größte Tiger- u. Löwengruppe, dressiert und vorgeführt pom Dompteur Herrn Willy Peters. Ferner: Frl. Marguerite, Schufreiterin. 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Sonnabend: Pariser Leben. Sonntag nachm. 3 Uhr: Carmen. Abends 8 Uhr: Pariser Leben. Montag: Geschlossen. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die Condottieri, Donnerstag: Die Condottieri. Freitag zum erstenmal: Kinder. Sonnabend: Kinder. Kleines Theater. Zum 143. Male: Ein idealer Gatte. Anfang 8 Uhr. Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Ein idealer Gatte. Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth, In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. a Lekte pollo Theater Woche: Berlin im Omnibus, Im 2. Bilde: Der Omnibus- Trick. Borher das gr. Spezialit.- Programm, u. a.: Barra- Truppe, Athletik- Klub, 36 Damien, Sonabend, 22. Dez., zum 1. Male: Die schöne Vestalin. Burleste. Mufit D. Viktor Holländer. * BARTEND Heute Mittwoch, 19. Dez.: Saharet und das neue interessante Programm oooooo Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. 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Schillert, König- Chauffee 39a. fach pramitert. Strebs, Stopenider Bolsterwaren, spottbillige Breise, große Bolytechnisches Institut, Neander- Der Eintritt soll möglichst bald erfolgen. Reinickendorf: ftraße 154a. 20408 Auswahl, Möbelspeicher Saalfeld. straße 4. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Boxwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 2335* 213/ 11* Arbeiter- Sekretariat Nürnberg. Jm Arbeiter- Sekretariat Nürnberg ist die Stelle eines Arbeiter- Sekretärs Die Aufsichtsstelle. 3. B.: And. Schmidt. D. Seitel, Kronprinzenstr. 50. Rixdorf: . Heinrich. Nedarstr. 7. Conrad, Hermannstr. 50. Schöneberg: Wilh.Bäumler, Martin Rutherftr. 51. Weißensee: P. Gursch, Provinzstr. 108. Br. 29. 23. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 19. Dezember 1906. Ein Extra- Zahlabend für den 6. Wahlkreis erwartet findet heute abend in allen Bezirken statt. Zahlreiches Erscheinen bedingt die Wichtigkeit der zur Besprechung stehenden Reichstagswahl. Fartei- Angelegenheiten. Der Vorstand. Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft, die Berliner Elektrizitätswerke mit mit Sauerstoff hatten Erfolg. Frl. Smith wurde von der Feuer ihren Tochtergesellschaften, die Firma Jacob Ravené Söhne, Borsig, wehr nach dem nächsten Krankenhause gefahren. Man hofft, das ferner die großen Berliner Warenhäuser von Wertheim, Ties und Fräulein am Leben zu erhalten. Die Kinder der im Hause befind heit der Berliner Buchbruckereibesizer beschlossen, die unausgefüllten lichen Familien waren entweder durch Männer vor Eintreffen der Jandorf sowie zahlreiche andere Betriebe. Ebenso hat die GesamtRisten dem Steuerfistus zurückzusenden. Unterstügt werden die Arbeit Feuerwehr ins Freie gebracht, oder in den verschlossenen geber in dieser ihrer Rechtsmeinung durch die übereinstimmende An- Wohnungen zurückbehalten worden. Die weiblichen Personen ficht der führenden kaufmännischen Korporation, nämlich der Berliner müssen gleich bei Ausbruch des Brandes jede Ueberlegung verloren haben. Wären sie, statt über die verqualmten Charlotmburg. Freitag, den 21. Dezember findet in sämtlichen Bezirken ei Extrazahlabend statt. Das Erscheinen aller Genossen Lankwi Freitag, den 21. Dezember, abends 8 Uhr, bei Retger, Calandrellir. 27: Generalversammlung der Lankwizer Wahlvereins- Handelskammer. mitglieder. Tagesordnung: 1. Die Konstituierung des Wahlvereins Lantwig. 2. Borstandswahl. 3. Die Reichstagswahl. 4. Verschiedenes. Rudon Der Wahlverein hält am Freitag, den 21. d. Mts., abends 8 1hr, bei Balm seine Mitgliederversammlung ab. Tages ordnung: 1. Bericht von der Kreisgeneralversammlung. 2. Unsere Reichstagwahl. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Wir treten hiemit in die Wahlagitation ein, es ist deshalb Pflicht eines jeben Genssen, zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Rumielsburg. Heute Mittwoch:" Extra- 8ahlabend." Sämtlich Sammellisten sind sofort abzurechnen. Am Freitag abend 8 Uhr fricht der Kandidat des Kreises, Artur Stadthagen, bei Weigel ber: Die Auflösung des Reichstages. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Schflut des Weihnachtspaketverkehrs. Der Weihnachtspaketberkeh nimmt mit dem 19. Dezember mit der Hochflut der Privatpatete seinen eigentlichen Anfang. Der Vorverkehr, den die Post bom 1 bis zum 18. rechnet, umfaßt in der Hauptsache noch Geschäftspakete. Vom 19. an nimmt der Postpatetverkehr etwa den deifachen Umfang des gewöhnlichen an. Die besonderen Maßnahmen zur Bewältigung dieses Umfangs sind im Laufe der Jahr durch die Erfahrungen geregelt. Wo es irgend möglich ist, wird an den überlasteten Stellen das Personal durch sonst abfömtliche Beamte verstärkt. Wo diese nicht ausreichen, müssen Augelfer, meist aus dem Zivilstande angenommen werden. Insbefndere geschieht es auf den Bahnhöfen, wo besondere Badrämme eingerichtet werden. Beim Berliner Paketpoftamt, das wärend des ganzen Jahres auf einen Massenverkehr eingerichtet ist braucht man nur das Bersonal zu verstärken. Während dort in gewöhnlichen Zeiten etwa 1000 Beamte tätig sind, steigt die 3hl der beschäftigten Berfonen auf 2400. Gegen 300 Aushelfer baucht man allein zum Verlesen der Batetadressen. Der Fuhrpak der Post ist von Jahr zu Jahr so verstärkt worden, daß man inmer weniger Aushilfswagen braucht. Doch müssen auch heuer weder Möbelwagen für die Beförderung zwischen Bahnhof und Peftamt und Kremser zur Bestellung der Pakete herangezogen werden. Die grauen Feldpoftwagen werden mehr zu deren eigenen Instandhaltung eingestellt. Der Fassungsraum ist verhältnismäßig flein. Sie Maffenbersendung von Privatpaketen macht die Mahnungen der Post an das Publikum in diesen Tagen besonders dringend. Sie lauten kurz: möglichst früh, nicht nach dem 22. abschiden. Bemittags, nicht abends aufliefern. Womöglich selbst burch Marte frantieren, fest verpaden, teine Bigarrenfistchen, feine dünnen Schichteln. Deutliche, vollständige und haltbare Adresse. Den Bestimmungsort befonders groß schreiben. Nach Berlin den Den Bestimmungsort befonders groß schreiben. Nach Berlin den Postbezirk W. usw. angeben. Zu jedem Paket gehört eine C, Zu jedem Patet gehört eine besondere Legleitadresse. ist nach den gestern nachmittag in der Kreistagssigung des Teltower ruhig in ihren verschlossenen Zimmern geblieben, hätten sie ihr Die Bildung einer neuen Gemeinde an der Döberizer Heerstraße und durch Stichflammen gefährdeten Treppen zu flüchten, Kreises von Landrat v. Stubenrauch gemachten Ausführungen seitens Leben nicht eingebüßt. Die Flammen konnten von der Feuerwehr der Regierung in der Vorbereitung begriffen. Es handelt sich um mit einer Schlauchleitung ohne große Mühe gelöscht werden. Die den jegigen Gutsbezirk Ruhleben, dessen Aufteilung bekanntlich ins Frau Baby war total verbrannt. Man vermutet, daß sie früh aufWert gefegt ist. Nuhleben foll mit dem Nachbargebiet der Spandauer gestanden, Licht angezündet hat und daß dann die Kleider Feuer Forst vereinigt, in eine Landgemeinde umgewandelt und in den gefangen haben. Sie ist dann vor Schreck ohnmächtig geworden Teltower Kreisverband eingemeindet werden. und nicht imftande gewesen, um Hülfe zu rufen. Die Hülferufe follen von anderen Personen ausgestoßen worden sein. Teilung von Standesamtsbezirken. Vom 1. Januar 1907 werden 1. von dem Standesamtsbezirk VIII. die Stadtbezirke 189 b., 189 c., 190 b., 190 c. und 190 e. abgeztveigt und dem Standesamtsbezirk VII B. zugelegt, 2. der so bergrößerte Standesamtsbezirf VIIB im Zuge der Frankfurter Allee in zwei Standesamtsbezirke VII B und VII C. geteilt. Tagesordnung für die Situng der Stadtverordneten- Bersammlung am Donnerstag, den 20. Dezember d. J., nachmittags 5 Uhr. Borlagen, betreffend: die Festsetzung von Fluchtlinien für straße in der Verlängerung der Voßstraße, die Aenderung des einen neuen Straßenzug zwischen der Königgräber- und Lennés Vertrages mit dem Fiskus wegen der Kosten der baulichen Unterhaltung und des Betriebes des Obduktionshauses für das königliche Institut für Infektionsfrankheiten auf dem Gelände des Rudolf Birchow- Krantenhauses, Bestreitung von Verwaltungsausgaben für das zur Hafenanlage und die Bewilligung von Mitteln zur erworbene Terrain hinter dem Johannisstift, gliedern der Versammlung, den Magistrat zu ersuchen, mit der Antrag von Mit Versammlung in gemischter Deputation zu beraten, wie der Empfang fremder Staatsoberhäupter in einer der Würde der Stadt entsprechenden Weise zu gestalten sei, Schulgrundstückes an der Genter Straße den Ankauf eines und Einstellung erhöhter und neuer Zuwendungen in den Spezialetat 49 für 1907. Berichterstattung über die Vorlage betreffend den freihändigen Erwerb des Grundstüces Wallstraße 34.- Vorlagen, betreffend die fofortige Ausführung von Brahmarbeiten bei der städtischen Fluß badeanstalt Moabiter Brücke, die Ueberschreitung des Etats der Wasserwerte für 1906 zum Zwecke der Ausführung von Vorarbeiten für neue Wafferwerksanlagen, die Bewilligung einer Beihülfe zum Neubau eines Schulhauses in Ruhlsdorf und zu den Unterhaltungskosten der Schule die Erwerbung des zur Freilegung der Straße 10a Abteilung XI von dem Grundstüd Grünthalerstraße 21 erforderlichen Straßenlandes und die Teilung der Steuerannahmestelle XIII und die Mietung von Amtsräumen für die Annahmestelle XIII A. nachmittag der Dachdeckermeister Wilhelm Siebert aus der LychenerTodessturz vom Dache. Ein Opfer seines Berufs wurde gestern straße 22. S. war auf dem Grundstück Hochstr. 2 mit Dachdeckerarbeiten beschäftigt, und während er am Dachrande entlangschritt, tippte er plößlich nach der Seite, verlor das Gleichgewicht und stürzte in die Tiefe. Mit zerschmetterten Gliedern brachten Arbeitsfollegen den Verunglückten nach der Unfallstation in der Lindowverstraße, doch vermochte der Arzt dort nur noch den Tod festzustellen. Dresdener Güterbahnhofe. Dort verunglückten der Magazinvorarbeiter Ein Eisenbahnunfall ereignete sich gestern auf dem früheren Anton Hein, Kaylerstraße wohnhaft, und sein Kollege Tieß beim Verladen von Petroleumfässern. H. wurde von einem Wagen totunglückt war, an Arm und Schultern nicht unerhebliche Verletzungen gequetscht, während T, der schon einmal im Lokomotivschuppen bererlitt. Bei der Probe im tgl. Opernhaus vom Tode überrascht wurde gestern mittag der Kammermusifer Emil Krüger. Herr K. brach während des Spiels plöglich zusammen und ein von der Unfallstation in der Kronenstraße hinzugerufener Arzt bemühte sich vergebens, ihn wieder ins Leben zurückzurufen. Der Künstler war einem Herzschlage erlegen. anwesenden Mitgliedern allgemeine Aufregung hervorgerufen und Der traurige Vorfall hatte unter den die Probe wurde abgebrochen. daß der 38jährige Bäder Rother und der 41jährige Händler Franz Zu dem Tode der Prostituierten Zimmermann ist noch zu melden, Köhler, die beide mit der Zimmermann im Hause Steinſtr. 2 zufammen wohnten, festgenommen worden sind unter dem dringenden Berdacht, sich, wenn auch nicht eines Mordes, so doch einer schweren Körperverlegung schuldig gemacht zu haben. Wie bisher ermittelt werden konnte, haben beide wahrscheinlich nach einem Streit die Zimmermann in der Nacht vom 15. zum 16. b. M. die Treppe Bett gelegt und sie hülflos liegen lassen, wo sie, ohne das Bewußthinabgestoßen, dann haben sie anscheinend die Schwerverlette ins sein wiedererlangt zu haben, am Abend gestorben ist. Wann ist das Eisenbahnmuseum zu sehen? Für das fönigliche Verkehrs- und Baumuseum in der Invalidenstraße 50/51 find die Besuchszeiten folgendermaßen festgesetzt worden. Geschloffen bleibt das Museum nur am Montag. Sonst ist es jeden Tag zu sehen. Schon wieder ein Schlächterwagen mit Ladung gestohlen. Es ist geöffnet am Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis Immer mehr häufen sich in letzter Zeit die Fleischdiebstähle. Bald 4 Uhr, am Mittwoch und Sonnabend von 12 bis 8 Uhr abends, werden sie auf dem Wege des Einbruchs in die Geschäftsläden, Sonntags ist die Besuchszeit von 11 bis 4 Uhr. Der Eintritt ist bald auf offener Straße durch Entführung beladener Schlächtervollständig frei. Die ausgedehnte Besuchszeit gibt jedermann Ge- wagen ausgeführt. Auch gestern wurde wieder ein solcher Dieblegenheit, die reichen und feltenen Schäße des Museums in Augen- stahl verübt. An der Ede der Neuen Friedrich- und Klosterstraße schein zu nehmen. Das vorläufige Verzeichnis der im Verkehrs- hatte ein Fuhrwerk des Schlächtermeisters Merge, Yorkstraße 53, und Baumuseum ausgestellten Gegenstände ist am Eingang zum gehalten. Auf dem Wagen befanden sich mehrere ausgeschlachtete Preise von 20 Pf. zu haben. Das Verzeichnis ist wohl geeignet, Hammel, Rinderviertel usw. Als der Kutscher nach wenigen eine Uebersicht über die Sammlung des Museums zu geben. Zur Minuten wieder auf die Straße zurüdkehrte, war das Gefährt Besichtigung einzelner Gegenstände ist es nicht erforderlich. An spurlos verschwunden. Gestern abend wurde es am Stralauer jedem der ausgestellten Gegenstände ist ein Schild angebracht, der Platz herrenlos aufgefunden. Die Ladung fehlte natürlich. seine Bestimmung und Bedeutung genau angibt. Die Bekehrszustände vor der Paketannahmestelle des Hauptpoftamts inder Spandauerstraße werden von Tag zu Tag unhalts barer. Huderte von Wagen fahren allabendlich vor dem Paketamt bor, nhmen zu beiden Seiten der Bürgersteige Aufstellung, wodurch di Bassage für den dort ohnehin starken Fuhrverkehr ungemein ingeengt wird, so daß es zu fortgesetten Verkehrsstockungen ommt. Diese werden um so größer, als mit Paketen beladene Juhrwerke, die keinen Play zur Anfahrt nach dem Paketamt finder, auf den Straßenbahnschienen halten, wodurch auch der Als eine große soziale Tat rühmen unsere bürgerlichen SozialDie Eröffnung des Schiller- Theaters in Charlottenburg ist auf phantasten immer und überall die Einrichtung von Arbeiterausa Straßenbahnverkehr behindert wird. Eine Anzahl Schuhleute be den 1. Januar 1907 angefeßt. Als Eröffnungsvorstellung hat die schüssen. Bis zum leberdruß singt man das Hohelied dieser Inmühen fid vergeblich, in dem Wirrwarr, der noch durch die an- und Direktion Schillers" Räuber" gewählt. Jezt erst mit der Er- ftitutionen, von denen die Scharfmacher sogar sagen, daß sie die abfahrenen Wagen erhöht wird, einigermaßen Ordnung zu öffnung des Neubaues wird die Gesellschaft in der Lage sein, ihr fonstitutionelle Betriebsleitung herbeizuführen geeignet sein sollen. bringen; taum gelingt es ihnen, an einer Stelle die Fahrstraße Arbeitsprogramm unter Einhaltung der Richtung, die sich in zwölf- Wie wenig das erstere zutreffend, geschweige denn das letztere von frei zu machen, so entsteht schon wieder an einer anderen eine Ver- jähriger Arbeit bewährt hat, bedeutend zu erweitern. Das Theater- den Herren im eigenen Hause" zu befürchten ist, davon wissen die stopfung Dige Uebelstände wären nur dadurch zu beseitigen, daß die aus felber wird die Möglichkeit geben, in den Kreis der Arbeiter ein Lied zu singen. Auch die Arbeiter der Imperial ConFuhrwale, in welchen die Pakete der Poit zugeführt werden, auftünstlerischen Bestrebungen für das Volk auch regelmäßige Kammer- tinental Gas- Association haben es wieder lezthin erfahren nrüffen, unter einzuführen dem Namen den geäumigen Pofthof hinauffahren dürfen, wodurch die Span- Sonntagskonzerten. von welchen Wert" diese Arbeiterausschüsse haben und wie wenig ernst Mit der Eröffnung des dauerstaße eine wesentliche Entlastung erfahren würde. Ein Amt, unterhaltungssaales neben dem einen Theaterhause wird die Möglich- Bedeutung zukommen zu lassen. Bolts- es dem Unternehmertum ist, den Arbeiterausschüssen eine erhebliche wie e das in der Spandauerstraße ist, hätte schon längst dafür feit geschaffen sein, die Voltsunterhaltungsabende, die Sorge tragen müssen, daß für die anfahrenden Wagen genügend Raun und Bewegungsfreiheit geschaffen wird. mufifveranstaltungen bisher auf die Dichter- und Tondichterabende im Berlinischen Nathause beschränkt waren, weiter auszubauen. Auch die volts tümlichen unstausstellungen hofft die Gesellschaft wieder in ihren eigenen Räumen aufnehmen zu können. leider Ein schweres Brandunglück, bracht, dem Antrage der Arbeiter entsprechend, einige Sizungen Die Betriebsdirigenten der J. C. G.-A. hatten es über sich geder Arbeiterausschüsse einzuberufen. Beantragt war neben einigen Segen die Angestellten- Auskunftslisten für die Steuerbehörde fleineren Sachen auch die mit Rücksicht auf die Lebenst macht sich in den Kreisen der industriellen Arbeitgeber eine lebhafte mittelteuerung von den Arbeitern gestellten Anträge auf LohnBenegung geltend. Fast einmütig hat man das Ansinnen der BeDer Dreschgraf Pickler will in der Tat den Wahlkampf dazu ordnung zu sehen. Das geschah nun zwar; wer aber erwartet hatte, hörien, die Listen mit den Namen der Angestellten auszufüllen, mißbrauchen, fein Blech gläubigen Zuhörern vorzufchwazen, die er erhöhung und Gewährung einer Teuerungszulage auf die Tagesuntr Berufung auf den Wortlaut des Gesetzes zurückgewiesen und wil es auf einen Prozeß ankommen lassen. Im einzelnen wird Montag in Schöneberg abhielt, präsentierte sich der geistig nicht mehr Borsißende( natürlich der Herr Betriebsdirigent) war bereits mit immer noch findet. In einer Versammlung, die er am fragen würden aussprechen können, der hatte sich getäuscht. Der daß die Ausschußmitglieder sich über diese eminent wichtigen Lebensdagi mitgeteilt: Bekanntlich hat die Steuerdeputation des Magistrats normale Mann als Anwärter auf das Mandat des zweiten Berliner Instruktion versehen und erklärte kurz und bündig, die Arbeiter an sie hiesigen Kaufleute und Gewerbetreibenden unter Bezug Reichstagswahlkreises. Es scheint also, als ob Pückler den bei der müßten sich gedulden. Wenn die Stadt Berlin den Gasarbeitern nahme auf die vielerörterte und vielumstrittene Bekanntmachung legten Wahl für Herrn v. Wendstern tätigen„ jeistigen Arbeeter" in den demnächst stattfindenden Etatsberatungen Lohnzulagen gevom 19. Juni 1906 eine Liste übersandt, in die sämt b. Bottlenberg- Schirp ersetzen will. liche Angestellten mit einem Berufseinkommen bis zu dreis währe, wolle auch die Direktion der J. C. G.-A. ein gleiches tun. tauind Mark eingetragen sowie genaue Angaben über Und mit dieser faulen Erklärung" wurden die Arbeiterwünsche deret Wohnung, Rebenverdienst und Beschäftigungsart gemacht dem leider vier Personen zum Opfer gefallen find, hat gestern früh Versteckspiel bei einer Millionenüberschüsse erzielenden Gesellschaft jang- und flanglos erledigt. Abgesehen davon, daß ein derartiges weren follen. Die fönigliche Direktion für die Verwaltung der den Wedding in die größte Aufregung versetzt. In der Reinicken- geradezu lächerlich wirkt, so muß eine solche Behandlung der Ardireten Steuern, auf deren Anordnung die Uebermittelung der in Frage stehenden Listen erfolgte, hat die Weisung erteilt, daß die dorferstraße 23, nahe der Wiesenstraße und nur fünf Minuten von beiterausschüsse empörend genannt werden. Nur einer der Herren Aufüllung der Angestellteneinkommenlisten innerhalb zweier Wochen der Feuerwache 16 in der Bankstraße entfernt, tam gestern früh um Dirigenten, deffen Arbeiterausschuß sich nicht so leicht breit schlagen zu geschehen hat, widrigenfalls Geldstrafe bis zu 300 m. angedroht 6 Uhr aus noch nicht ermittelter Ursache ein an sich nur unbedeutender ließ, wurde zu einer eigenen Meinungsäußerung gedrängt. Sie ist. Die ganz überwiegende Mehrheit der in Betracht kommenden Brand im ersten Stock des Quergebäudes in der Wohnung der Frau war aber auch danach und zeigte, wie sich in den Köpfen dieser Industriellen und sonstigen Interessenten will der steuerbehördlichen Baby zum Ausbruch. Das Feuer wurde erst bemerkt, als die Flammen ausschußvorsitzende gab nämlich den Arbeitern den guten Rat, Handlanger des Industriekapitals die Welt malt. Dieser Arbeiter Aufforderung keine Folge leisten, weil sie insgesamt der ein aus dem Fenster schlugen und das vierstöckige Gebäude, in dem gegen die junkerlichen Urheber der Lebensmittelteuerung in den stimmigen Leberzeugung find, daß keinerlei gefeßliche Verpflichtung eine Menge fleiner Mieter wohnen, bereits total verqualmt war. Rampf zu ziehen. Es scheint dem Herrn also unbekannt zu sein, zur Beantwortung oder Rücksendung der eingesandten Listen als ein Brandinspektor mit dem 16. Zuge erschien, herrschte daß diese Teuerung neben den Junkern auch die Industriemagnaten bsteht und somit die Nichterfüllung des amtlichen Ersuchens Etwas mehr„ Routine" gegenüber auch nicht straffällig ist. Die Arbeitgeber stützen ihren Protest auf die eine unbeschreibliche Banik; Frauen, Kinder und Männer schrien um auf dem Gewissen haben. Saffung des§ 23 Abs. 3 des Einkommensteuergesetzes, wonach der Hülfe; dabei herrschte eine Rabenfinsternis, so daß die Mannschaften Arbeiterforderungen legten ein paar andere Betriebsleiter an den Tag. Der eine lud einfach nur diejenigen Ausschußmitglieder zur Induſtrielle lediglich über das Einkommen der bei ihm angestellten nichts sehen konnten. Die Mannschaften drangen sofort in das Quer- Sibung, welche gerade in der Nähe und leicht zu erreichen waren; Bersonen sofern es 3000 Mart nicht übersteigt- Auskunft zu gebäude ein und fanden dort inder brennenden Wohnung die Wohnungs- die anderen im Außenbetriebe beschäftigten Mitglieder überfah man, rteilen hat. Wenn also die Steuerbehörde an den Arbeitgeber inhaberin Frau Baby total verbrannt auf dem brennenden Fußboden denn diese hätten mehr Arbeitszeit versäumen müssen, was natürlich herantritt und fragt:„ Wieviel Einkommen hat der bei Ihnen be- liegend. Im zweiten Stock lagen auf dem Treppenpodest die beiden im Interesse der Profitrate vermieden werden muß. Ganz radikal schäftigte Arbeiter oder Buchhalter Müller oder Schulze", so ist er Schwestern Cordnow und eine Frau Veglow aus dem dritten aber verfuhr der andere Herr Dirigent, indem er den Arbeitergefeßlich verbunden, Auskunft zu erteilen. Die Pflicht der Steuer- Stock als Leichen. betörde aber ist es, Sie waren erstickt und Wiederbelebungs- ausschuß überhaupt nicht berief, sondern im Vorbeigehen gewisser. die Namen derjenigen zu ermitteln, Alle drei Leichen zeigten Brandwunden, teilte. Diese Methode ist jedenfalls die für diese Herren bequemſte: maßen einem Mitgliede desselben die Antwort der Direktion mits über die sie Auskunfterteilung wünscht. Der Arbeitgeber selber ist versuche erfolglos. nicht verpflichtet, die Namen der Angestellten in die Listen einzu- die von Stichflammen herrührten. Die Polizei beschlagnahmte die sie brauchen so ihren Geist nicht anzustrengen, um den in der tragen. Diese Rechtsauffaffung teilen die maßgebenden Firmen der Leichen. Im vierten Stock wurde ein Fräulein Smith bewußtlos Sigung vorgetragenen treffenden Gründen der Arbeiter gegenüber Eletrizitätswerke und Eisenbranche, so Siemens u. Halste, die aufgefunden und fofort ins Freie gebracht. Wiederbelebungsversuche faul Ausreden zu ersinnen. Man sieht also aus allebem, daß auch in der J. C. G... die Arbeiterausschüsse zu einer bloßen Deforation herabgebrüdt werden. Nur weiter so und es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn selbst der Blödeste nicht bald zu dem Schluß kommt, daß nur der Anschluß Charlottenburg.. an die Organisation ihm helfen kann. Als interessant mag noch erwähnt werden, daß der Führer" der auch in den Betrieben der J. C. G.-A. verhätschelten" Hirsche" fürzlich im Mariendorfer Werk wegen Unterschlagungen entlassen werden mußte. Dieser Musterarbeiter hat beim Füllen der Lohndüten sein Schäflein ins Trockene zu bringen versucht. Das war dem deutschen Kronprinzen zu teuer? Zu dem auch von uns berichteten Reiseabenteuer des deutschen Kronprinzen, der auf der böhmischen Station Wessely gegen die Frühstücksrechnung des Bahnhofsrestaurateurs Beschwerde erhob, wird aus Wien telegraphiert: Der Bahnhofsrestaurateur, dem infolge der Be schwerde des Kronprinzen der Bachtvertrag gekündigt worden war, hat sich nicht nur an die kaiserliche Kabinettskanzlei, sondern auch an den österreichischen Thronfolger mit einem Majestätsgesuch gewandt, worin er um Rüdgängigmachung der Kündigung bat. Der Thronfolger soll bei Durchsicht des Gesuches ausgerufen haben:" Das war ihm zu teuer?!" Erzherzog Franz Ferdinand veranlaßte schließlich auf telegraphischem Wege, daß der Eisenbahnminister die Kündigung aufhob. Sur Rabattfrage. Ein bemerkenswerter Rabattprozeß ist vom Bädermeister- Bezirksverein Gesundbrunnen gewonnen worden. Die Berliner Bäckermeister haben vor einiger Zeit Abmachungen getroffen, wonach das Rabattwesen eingeschränkt und insbesondere bestimmt wurde, daß künftig statt fünf nur bier Backwaren für 10 Pf. geliefert werden sollen. Gegen die Uebertreter der BeStimmungen wurden Konventionalstrafen in Höhe von 200 M. fest gesezt. Der erste Prozeß, der sich gegen einen Bädermeister S. richtet, ist jetzt zu dessen Ungunsten entschieden. Er hat wegen Verkaufs von fünf Badwaren für 10 Pf. eine Stonventionalstrafe an die Vereinstaffe bezahlen müssen. Eine neue Klage ist gegen einen anderen anhängig. gemacht, der ein Bonsystem betreibt, und der bei Zurücklieferung von 25 Bons eine echte Borzellantasse gibt. Ein Porträtschwindler. Der angebliche Porträtmaler Oswald Hielscher hat in letzter Zeit eine große Zahl von Personen in Berlin und den Vororten, insbesondere Dienstmädchen, dadurch geprellt, daß er von ihnen Bestellungen auf Porträtvergrößerungen nach Photographien entgegennahm und sich Anzahlungen leisten, teilweise sogar den vollen vereinbarten Preis bezahlen ließ, ohne nachher die Vergrößerungen zu liefern. Auch die ihm übergebenen Photographien haben die Besteller nicht zurückerhalten. Die von Hielscher vorgelegten Bestellscheine trugen die Firma Rochow und Hielscher oder auch Hielscher und Verschleißer. Sielscher ist fürzlich wegen gleicher Betrügereien in Hof a. d. Saale verhaftet worden. BeArtikel der„ Neuen Zeit" in Aussicht gestellt wird, wird es wohl Die Roften bon 780 M. für eine Schulflaffe in de Gemeinde wieder einmal Effig werden. schule II, welche sich in dem Lehrerzimmer derselben befidet, wurden bewilligt. Der Erlaß eines dem Berliner angepaßter Drtsstatuts, betreffend die Regelung der Sonntagsruhe, wonach an einigen Lebhafte Klagen gehen uns von den Arbeitern der chemischen Sonntagen bis fünf Stunden gearbeitet werden daf, rief eine Fabrit der Firma Schering A.-G. am Tegeler Weg zu. Aus den fleine Debatte hervor. Genosse Gerisch bekämpte dasselbe mannigfachen Beschwerden ist zu erwähnen, daß genügende Wasch- und wies darauf hin, daß darauf hin, daß die Sonntagsruh allgemein gelegenheit nicht vorhanden ist. Auf die 400 dort beschäftigten vielleicht mit Ausnahme des Spediteurgeschäfts, eingführt werden Personen kommen sechs Brausen, die bei der Arbeit mit giftigen müffe. Diefen Standpunkt habe ja zu seiner Zeit auch er GemeindeStoffen als nicht hinreichend erachtet werden. Auch sollen sich die vorstand eingenommen, indem er eine Gemeindeverceterstichwahl Eßräume in einem sehr unsauberen Zustande befinden, so daß es am Sonntage zu leiten abgelehnt habe. Die bürgerlihen Vertreter viele vorziehen, dieselben nicht zu benutzen. Als besonders un- erklärten sich im allgemeinen mit der Sonntagsruhe inverstanden, zureichend werden die zwei Klosetts mit je sieben Sigen bezeichnet; nur sei es angebracht, in den Fabrikbetrieben z. B. beider Inventur besonders hervorgehoben wird, daß bei dem noch vorherrschenden auch am Sonntage arbeiten zu lassen, damit der Lenausfall der Tonnensystem dieselben manchmal bis obenan gefüllt sind, so daß Arbeiter nicht so groß sei. Genoffe Karow wies auf Brund seiner ein Gebrauch fast unmöglich ist. Pissoirs sollen gar nicht vorhanden langjährigen Beschäftigung in Fabritbetrieben auf die Adersinnigkeit sein. Musterhafte Ordnung herrscht hingegen, soweit der Betrieb der bürgerlichen Ansicht hin und beantragte, die Sontagsarbeiten selbst in Frage kommt. Wer 3-6 Minuten zu spät tommt, zahlt nicht zu gestatten. Dieses wurde mit allen gegen ter Stimmen 85 f. Strafe. Der Stundenlohn beträgt 35 Bf. Der Stundenlohn beträgt 35 Pf. Bei diesen Zu- abgelehnt. Bei diesen Bus abgelehnt. Für die freiwillige Feuerwehr wurden 400m. bewilligt, ständen, so heißt es weiter, ist der Betrieb ein wahrer Taubenschlag. damit das Geld, welches die Mannschaften für das leinigen der Treffen diese Klagen in ihren Einzelheiten zu, so ist es aller Geräte erhalten, zu Weihnachten ausgezahlt werden kann. dings Sache der Gewerbeinspektion, daß sie diesen Betrieb eingehend gründet wurde dieser Antrag damit, daß die Grundbesihr in diesem untersucht. Nichtsdestoweniger lönnen aber folche Zustände nur in Jahre 500 m. weniger Beiträge geleistet haben. Di Gemeindefolchen Betrieben plazgreifen, in denen die Arbeiter nicht genügend vertretung sprach ihr Bedauern darüber aus, umsomer, als die organisiert sind. Befizer zu Hand- und Spanndiensten nicht herangezogenwerden. Ueber die Siemens- Bahn" führte Gemeindevertreter brülls Bes schwerde. Danach werden die Anhängewagen am Görligr Bahnhof oder an der Wiener Brüde abgekoppelt und die Fahrgäße, die nach Treptow wollen, in den vorderen Wagen gepfropft, wobei glücksfälle vorkommen tönnen. Außerdem seien die Wagen schmutzig, wofür Berlin, welches die meisten Aktien der Gesellschaft befize, mit erantwort lich sei. Er ersuchte eine diesbezügliche Beschwerde an di Verkehrsdeputation Berlin gelangen zu lassen. Der Gemeindevrsteher bes merkte, daß schon Beschwerden an die Direktion gerichtet lien, leider ohne Erfolg, und daß jedenfalls ein Prozeß eingeleitet weden müsse, weil den nach Treptow fahrenden Personen nicht die richtten Fahrscheine ausgehändigt werden, wodurch Treptow der Anteil es lleberschusses für Benuzung der Straßen von der Weichbildgrenz Berling an verloren geht. Hierfür wurden noch Beispiele angeführ Der Sigung ging die Wahl eines Schöffen voraus, wzu Her Chemiker Dr. Genz gewählt wurde. Friedrichsfelde. Rigdorf. Ein dreifter Diebstahl ist auf der Nigdorf- Mittenwalder Bahn verübt worden. Wie alltäglich hatte der Zugführer abends auf fämtlichen Stationen die Tageslosung eingesammelt, das Geld in einer Lebertasche verwahrt und diese dann in seinem Dienstabteil in einen unverschlossenen Tischkasten gelegt. Die Tasche enthielt etwa 600 M. Auf dem Rigdorfer Bahnhof angekommen machte der Bugführer die unangenehme Entdeckung, daß die Tasche mitsamt dem Geld verschwunden war. Der Bug fuhr sofort wieder zurück und kurz vor Budow fand man am Bahndamm die Tasche. Sie war aufgeschnitten und das Geld berausgenommen. Beim Passieren der Rudower Chauffee rief ein unbekannter Mann dem Zugführer zu: Ihr sucht wohl das Geld!" und lief dann schleunigst davon. Anstatt nun den Fremden, der zweifellos der Täter war, zu verfolgen, ließ Vermutlich hatte sich der man ihn laufen und fuhr ruhig weiter. Dieb in das leere Wagenabteil neben dem Zugführerraum eingeschlichen, die unverschlossene Schiebetür geöffnet und das Geld unbemerkt gestohlen, als der Zugführer auf einer Station bie Passagiere abfertigte. Wilmersdorf. Die Kanalisation geht nun ihrer Vollendung entgege. Im Jahresetat 1906 steht dieselbe mit 2 300 000 m. veranschlag. Die tatsächlichen Kosten betragen aber zirka 8 800 000 also 3 1 Millionen mehr als der Voranschlag. Durch Anliegereiträge andere Abgaben gebedt werden müſſen. Die Stadtverordnetenwahlen sollen infolge der auf den werden zirka 1 000 000 m. gedeckt, sodaß noch 23/4 Milliones durch Die jeyt gwählte Etwa noch Geschädigte wollen sich im Polizeidienstgebäude am 25. Januar anberaumten Reichstagswahlen hinausgeschoben werden. Alexanderplatz, Zimmer 175, melden. Ein Elefantenbaby hat im Elefantenhause unseres Zoologischen Bermutlich werden die Wahlen Ende Januar oder Anfang Februar Kanalisationskommiffion wird ein hartes Stüd Arbeit zu bewltigen stattfinden. haben, um aus diesem Sumpf herauszukommen. Gartens gestern nacht um 32 Uhr das Licht der Welt erblickt. Die Lichtenberg. Mutter, beren Sebtraft sehr getrübt ist, zeigte sich aber sofort Steglit. leider äußerst feindlich gegen ihr Kind, und nur dem beherzten EinDer letzten Gemeindevertretersigung lagen 24 Punkte zin Er Die lette Gemeindevertreterßigung bestätigte zunächst die springen des im Elefantenhause wohnenden Raubtierwärters ist es Wahl des Herrn Zempliner und beschloß hierauf die Erledigung vor. Eine Reihe Wahlen zu Ärmenvorstehern und Wäsenzu danken, daß das Kleine unverlegt in Sicherheit gebracht werden richtung eines Realgymnasiums und einer sechs. räten wurden nach den Vorschlägen des Gemeindevorstandes er konnte. Nichtsdestoweniger wurde auf Profeffor Hecks Veranlaffung stufigen Realschule zum 1. April 1907. Begrnündet wurde ledigt. Eine Kommission zur Vorberatung solcher Vorschlägebe und unter seiner Aufsicht noch ein zweiter Versuch gemacht, das dieser Antrag einesteils mit der Ueberfüllung unserer höheren steht leider noch immer nicht. Die Anstellung zweier Rektorei in Junge an die Alte heranzubringen, der aber auch mißlang. Knabenschulen und anderenteils mit der Notwendigkeit, Eltern neugeschaffene Stellen und die Anstellung von sieben Lehrern sovie Unter diesen Umständen ist man genötigt, zur künstlichen Aufzucht bei einem Domizilwechsel Gelegenheit zu bieten, ihre Söhne in acht Lehrerinnen für das Schuljahr 1907 an den neu zu errichtenen zu greifen und ist mit dieser durch Verabreichung von sterilisierter solchen Anstalten unterzubringen. Unser Gymnasium weist zurzeit Klassen der Gemeindeschulen fand die Zustimmung der Vertretung. Kindermilch bereits begonnen worden. Es ist auch schon eine frisch eine Schülerzahl von 830 in 25 Klassen, die Ober- Realschule eine Die Gemeinde Dahlwig- Hoppegarten hat die Versorgung mit Gas meltende Kuh auf dem Wege nach dem Garten, welche Ammenstelle solche von 653 in 24 Klassen auf. Das neue Realgymnasium wird und Waffer aus den Gemeindewerken beantragt. Wie mit den Gebei dem verstoßenen Elefantenkindchen übernehmen soll. Das Neu in dem Anbau des Gymnasiums untergebracht werden, fwährend meinden Hohen- Schönhausen, Biesdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und geborene muß natürlich die ersten Tage seines Lebens in Zurück für die Realschule ein Neubau errichtet werden muß, da das kaum Marzahn wird auch mit Dahlwig- Hoppegarten ein Lieferungs gezogenheit verbringen; zu Weihnachten dagegen hofft man schon, fertiggestellte Ober- Realschulgebäude schon jetzt für seine 8mede bertrag von der Gemeindevertretung einstimmig angenommen. wenn es leben und gefund bleibt, diese neueste sensationelle Sehens- nicht mehr ausreichend ist. Die Gemeindeverwaltung hat demnach der maschinellen Anlagen wird beschlossen Die an sich bedingte Erweiterung der Gaswerke beztv. die Kosten würdigkeit den Besuchern vorführen zu können. hier denselben Weitblid bewiesen, wie bei der Fürsorge um die der maschinellen Anlagen wird beschlossen und Die Großfeuer fam gestern früh um 2 Uhr in dem Konfektions- Volksschüler, die teilweise in Baracken untergebracht sind, eine Klasse in veranschlagter Höhe von 105 000 W. bewilligt. geschäft von 2. Schlesinger an der Ecke der Oberwallstraße und sogar im Keller eines Schulhauses, wovon der Bürgermeister aller lebernahme der Krauseschen höheren Töchterschule wurde für Jägerstraße gegenüber der Reichsbank aus noch unbekannter Ursache bings wieder einmal nicht genau wußte, ob sie zurzeit noch dort 1. Oftober 1907 beschlossen. Der Erlaß eines Ortelatuts, nach zum Ausbruch. Das Geschäft befindet sich im Erdgeschoß und ersten sei. Der Erweiterungsbau der Gemeindeschule III( Fichtestraße) welchem die Beschäftigungszeit der im Handelsgewerbe Angestellten, Stock. Das Erdgeschoß mit sämtlichen fünf Schaufenstern ist voll- soll am 1. April fertig sein und dann 14 neue Klaffen aufnehmen, soweit diese nicht in offenen Verkaufsstellen beschäftzt sind, an ständig ausgebrannt. Als die Feuerwehr alarmiert wurde, brannte während die Gemeindeschule IV in der Liesenstraße am 1. Oftober Sonn- und Festtagen auf zwei Stunden, und zwar in die Zeit von bas Grdgeschoß schon in großer Ausdehnung und als sie erschien, vollendet sein soll. Der Puntt:" euerungszulagen 8-10 Uhr vormittags beschränkt wird, fand die Bufimmung der schlugen die Flammen bereits aus allen Schaufenstern heraus. bezw. anderweite Regelung der Gehälter und Versammlung. Weniger Gnade fand der Vorschlag de GemeindeDie Wehr suchte zu retten was irgendwie noch zu retten war. Acht ohne der Gemeindebeamten und Arbeiter" borstandes und der Schulkommission auf Einrichtung von zwei Buppen wurden herausgeholt, sonst war aber nicht viel mehr in hatte fast die gesamten Beamten und die Lehrerschaft auf die Hülfsklassen für schwachbegabte Gemeindeschüler. Der Antrag verSicherheit zu bringen. Bon vier Dampfspriten wurde tüchtig Tribüne versammelt. Die von einer eingesetzten Kommission bor- fiel der Vertagung. Es sollen weitere Unterlagen" für die NotWasser gegeben und dadurch die Flammen bald gelöscht. Das erste geschlagenen Gehalts- und Lohnerhöhungen, die den Gemeinde- wendigkeit und„ Sicherheit" in der Beurteilung der Schpachbegabten Eine Reihe ausnahmsweiser Beurlaubnisse Stockwert und der Keller haben nur wenig gelitten. Der Schaden verordneten gedruckt vorlagen, der Oeffentlichkeit jedoch nicht mit gegeben werden. foll gut versichert sein. Der arrangierte Weihnachtsausverkauf hat geteilt wurden, gelangten einstimmig zur Annahme, ebenso eine wurden bewilligt und in vorläufiger Besprechung das Projekt eines ein schnelles Ende genommen. Dieser soll gut gegangen sein, haupt- Teuerungszulage für die gesamten Lehrpersonen von je 100 M., Erweiterungsbaues des Rathauses, dessen Kosten auf etwa eine Kleiberrod gratis erhielt. Zur Ermittelung der Ursache des Gehaltsverhältnisse der Lehrer wird am 1. April 1908 erfolgen. Spandau. sächlich deshalb, weil jede Dame beim Ginkauf eines Stostüms einen die ehestens zur Auszahlung gelangen soll. Die Neuregelung der Million berechnet sind, der Versammlung zur Kenntnis jebracht. Brandes ist eine Untersuchung eingeleitet. Gleichzeitig hatte die erste Kompagnie noch einen gefährlichen Die Gehalts- resp. Lohnerhöhungen der Beamten und Arbeiter Brand in der Prenzlauerstr. 41 zu löschen. Dort brannten im haben rückwirkende Kraft bis 1. Dezember. An dauernden Auszweiten Stod des linten Seitenflügels auf dem zweiten Hofe Türen, gaben erwachsen der Gemeinde aus diesen Beschlüssen 27 537,50 M., Fußböden, Bretterwände, Hölzer und anderes. Da bei Ankunft der in diesem Jahre 13 894 M. In der Diskussion zu diesem Punkt, Wehr alles verqualmt war, wurde eine große mechanische Leiter die des üblichen Scharmüßels zwischen Mietern und Hausbesitzern auf den Hof gefahren und dort aufgerichtet. Ueber diese ging die natürlich nicht entbehrte, fonstatierte ein Mietervertreter die mert würdige Tatsache, daß sämtliche Gemeindebeamte und Arbeiter Feuerwehr vor und es gelang dann durch energisches Wassergeben. bei der lezten Wahl in strammer Haltung, die Hände an der Gesuch gab ein Vorgang, der sich vor furzer Zeit abgefielt hat. diesen Brand auf seinen Herd zu beschränken. Die Entstehung diefes Brandes ist ebenfalls noch nicht ermittelt. Außerdem hatte Hosennaht", an den Wahltisch getreten seien und den Haus bie Wehr noch mehrere fleineve Brände zu löschen. Vorort- Nachrichten. Der Charlottenburger Freisinn. besibertandidaten gewählt hätten. Er ließ durchbliden, daß das nicht ganz freiwillig geschehen sei; es feien wahrscheinlich auch Sozialdemokraten darunter, und doch hätten alle für die Mehrheitspartei gestimmt. Bürgermeister Buhrow wies selbstverständlich den Verdacht zurüd, als seien diese Wähler tom mandiert worden. Jeder Beamte fann wählen wie er will!" ber- fast sämtliche Tribünenbesucher I achten. Wesfündete er und Der letzten Stadtverordnetenversammlung lag eine umfangreiche Tagesordnung zur Erledigung vor. Von Interesse war unächst der von mehreren Stadtverordneten gestellte Antrag, in wlchem der Magistrat ersucht wird, sich mit den maßgebenden Behörden in Ber bindung zu ſegen, um die Transporte von Militärgefagenen in gefchloffenen Wagen erfolgen zu lassen. Veranlassung diesem Gin Militärgefangener machte auf dem Wege einen Flugtversuch, weshalb der ihn begleitende Transporteur vier Schüsse aufihn abgab, ohne den Gefangenen jedoch zu treffen. Mit Recht füllen fich Straßenpassanten durch eine solche Schießerei in Lebensgefahr. Der Begründer des Antrages, Stadtv. Tiege, wies darauf hin, daß in den militärischen Strafvoftredungsvorschriften der Transpot von Militärgefangenen mittels Wagens vorgefchen ist. Genoss Bied führte diesen Vorfall auf die Uebergriffe und Schäden des Raum sind die Wahlen ausgeschrieben, da beginnen auch schon halb wohl? Daß jogar Sozialdemokraten unter den Gemeinde das überaus schneidige Vorgehen der Polizei namentlich be der militaristischen Systems zurück. Er benutzte die Gelegenheit um bie Freifinnigen von Charlottenburg den Kampf in ihrer gewöhn- angestellten feien, hält er für unwahrscheinlich, obwohl er nicht Maifeier zu charakterisieren; auch wisse man, daß an solchen gen lichen Urt mit schäbigen Angriffen auf die Sozialdemokratie. Ihr jedem ins Herz sehen könne. Als auch Genosse Schell hase bie Säbel geschliffen würden. Was also in diesem Falle belagt Drgan, die„ Neue Zeit", ergeht sich in einem Leitartikel in Be- von seiner Beobachtung Mitteilung machte, daß auffälligerweise würde, hätten seine Genossen, wenn sie nicht Zaftgefühl gang niederfter Sorte", als" Barteibudiker", als ein Mann hingestellt fchloffen antraten und dann einmütig den Hausbesitzer wählten, befäßen, des öfteren zu befürchten. wird, der sich selbst bei einem großen Teile seiner Parteigenoffen erklärte der Bürgermeister:" Ich habe bem nichts hinzuzufügen!" fich in seiner nächsten Sigung mit dieser Angelegenheit beschäft gen Der Oberbürgermeister gab die Erklärung ab, daß der Magitrat feiner Achtung erfreue und der im Vorwärts" Konflikt zuerst auf Das sollte wohl heißen, daß er das für selbstverständlich hielt. seiten der sechs Redakteure gestanden habe, dann aber zu Streuze Nachdem sich die Gemeinde Steglitz vom Breußischen Städtetag werde. Die Versammlung will deshalb die Stellungnahme des gelrochen sei, als Bebel mit dem dicken Knüppel winkte". Auf eine Abweisung geholt hatte, beantragte nunmehr der Gemeindes Magistrats erst abwarten. Nachdem eine Reihe von Fluchtlinienbtese Anwürfe näher einzugehen, halten wir mit unserer Würde vorstand den Beitritt zum„ Verbande der größeren preußischen plänen und Landverkäufen Gegenstand lebhafter Erörterungen ge nicht für vereinbar, diese Art des„ Kampfes mit geistigen Waffen" Landgemeinden", dem gegenüber er sich früher ablehnend verrichtet sich von selbst. Faft noch tomischer als jene Gemeinheiten ist die Hoffnung des halten hatte. Der Antrag fand Zustimmung. Freifinns, diesmal den Kreis Teltow- Beestow- Storfow- Charlottenburg zu erobern. " Rudow. wesen, wobei unsere Genossen fich prinzipiell gegen den Verkauf städtischen Geländes wandten, wurde der Ausbau der 10. Geminde schule, Seeburgerstraße, beschlossen. Unsere Genoffen benutten die Gelegenheit, um auf die Notwendigkeit von Brausebädern hinzuvefen; Sie rechnen mit der Möglichkeit, in die Stichwahl zu Durch den bevorstehenden Wahlkampf find die Rudower Ge- wie vorauszusehen war, fanden sie bei den Bürgerlichen eine kommen und dann mit konservativer Hülfe zu siegen. Es gehört noffen hinsichtlich der Lokalfrage wieder in eine heifle Situation Gegenliebe. Insbesondere bezeichnete Herr Dr. Engelhardt sgar der ganze Größenwahn freisinniger Maulhelden dazu, um an diese gedrängt worden. In dem jetzigen Palmschen Lokal kann der Wahl- die Schulbäder für„ Kinkerlipchen". In die Schule gehöre eine Möglichkeit zu glauben. Brachten es doch die Freifinnigen das letzte verein zwar seine Mitgliederversammlungen abhalten, für Agitations- Badeanstalt; für die Errichtung einer Wolfsbadeanstalt wäre er Mal auf ganze 11 711 Stimmen gegenüber 78 854 fozialdemokratischen, versammlungen ist es jedoch zu klein. Die Rudower Sozial- jedoch zu haben. Nach längerer Debatte wurde ein Antrag, icht 36 708 tonservativen und 7628 nationalliberalen Stimmen! demokratie ersucht deshalb die Arbeiterschaft der umliegenden Ort- Klassenräume an die Schule in der Seeburgerstraße anzubauen mb Erfreulich ist an dem Artikel das offene Eingeständnis schaften den Boytott gegen das Lokal zum Reichsadler" viel strenger bom 1. Oftober 1907 einen Erweiterungsbau in der Fälderichstriße der Freifinnigen, daß sie im Falle einer Stichwahl zwischen als bisher durchzuführen. Der Eigentümer ist bekanntlich der ins Auge zu faffen, angenommen. Die Vorlage betreffs Errichtung Sozialdemokraten und Konservativen für die Konservativen Bäckermeister Herr 3 ahn, derfelbe Herr 8ahn, der in Rigdorf, eines Lehrerinnenseminars wurde nach langer Debatte an eine ge stimmen würden. werden Betrachtungen darüber an Briz, Adlershof und Köpenick feine Backware abfezt. As Mitglied mischte Kommission, der auch Genosse Pieck angehört, verwiefen. Für die Zwecke des Volksbildungsvereins wurde eine einmalige gestellt, wie schön es gewesen wäre, wenn es 1903 zur Stichwahl des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie" gezwischen Sozialdemokraten und Konservativen gefommen wäre. Der stattet Herr Zahn seinen Gesinnungsgenossen jederzeit das Abhalten Unterstützung von 500 M. und für 1907 ein Beitrag von 300 2. Sozialdemokrat hätte in diesem Falle nur dann gute Chancen ge- von Versammlungen. Mögen die Genossen der umliegenden Orte our Verfügung gestellt. habt, wenn die Freifinnigen für ihn eingetreten wären. Damals den Sozialistentöter nicht nur in seiner Eigenschaft als Besizer des war eine solche Möglichkeit nicht ausgeschlossen, während heute Reichsadler", sondern auch als Bäckermeister in Erinnerung behalten. weitaus die größte Mehrzahl der Freisinnigen wie überhaupt der Liberalen gegen den Sozial. Treptow- Baumschulenweg. " " Am 1. Weihnachtsfeiertag, abends 6%, Uhr, veranstaltet der Arbeitergesangberein Hoffnung" im Kumfefchen Lokale, Schönes walderstraße 80, ein Votal- und Juſtrumentalfonzert. Da fich der Verein bei Arbeiterfestlichkeiten stets zur Verfügung gestellt hat, bemotraten stimmen würde". Num, wir werden die Frei- Aus der Gemeindevertretung. Der Gemeindevorsteher teilt mit, werden die Genossen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Das richfinnigen vor dieser Schande bewahren, indem wir alles daran seßen daß die Grenzregulierung mit Rigdorf durch die Unterschrift der haltige Programm dürfte den Besuchern einen genußreichen Allend werden, daß Genosse Zubeil auch diesmal im ersten Wahlgang ge- beteiligten Gemeindebehörden vollzogen ist und daß die Aufsichts- bereiten. Da an der Klasse Billetts nicht zu haben sind, ist es totwählt wird. Mit der„ empfindlichen Niederlage", die uns in dem behörde bis zum 1. April 1908 die Verhandlungen einzuleiten habe. I wendig, sich vorher damit zu versehen. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärt Buchdruckerei u. Berlaosankalt Paul Sinner- Co., Berlin SW