Nr. 2. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 Mart, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit dem ,, Sonntags= Blatt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Unter Kreuzband: Für Deutschland u.Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs- Preisliste für 1891 unter Nr. 6469. Vorwärts 8. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 1 Uhr Mittags und von 3 bis 7 Uhr Nachmittags, an Sonn- und Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fernsprecher: Amt 6, tr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 3. Januar 1891. Expedition: Beuth- Straße 3. " Es bezifferte sich das Erträgniß des Jahres 1890 Die verhängnißvolle Interessenpolitik, die unter dem Es hilft nichts. um 26 Millionen, dasjenige der europäischen Weizenländer eisernen Kanzler" ihre Orgien gefeiert hat, nahm keine Eine der angesehendsten Fachzeitungen, die Londoner um nicht weniger als 56 Millionen Hektoliter größer, als Rücksicht auf die allgemeine Wohlfahrt, sondern gab als Losung für die herrschenden Klassen dieselbe Parole aus, ,, Evening Corn Trade Lift", veröffentlicht seit einer Reihe dasjenige des Vorjahres. Nichtsdestoweniger," schreibt die„ Köln. Volksztg.", wie einst der bocksteife Bourgeoisdoktrinär Guizot: Bevon Jahren vor Schluß des Kalenderjahres auf Grund amtlicher und sonstiger vertrauenswürdiger Ermittelungen, ist der Preisstand im Allgemeinen nicht niedriger, sondern reichert euch, bereichert euch auf Kosten des Gemeinwesens", zumeist etwas höher, als um die gleiche Zeit des Jahres auf Kosten, aus den Taschen der armen Frohndenden, über die Welternte in Weizen. 1889." Guter heimischer oder gleichwerthiger verzollter steuerzahlenden Plebs, ein Vorgang, der die Gleichheit fremdländischer Weizen kostet heute, im Vergleich zu den der Tendenz in allen kapitalistisch organisirten Staaten Preisen, die um die Mitte Dezember 1889 bekannten, z. B. in gar herrlich offenbart, mag die Philister- Glückseligkeit im Antwerpen 15,20 M.( 1889: 13,60 M.), in Odessa Anbeten eines Louis Philippe'schen Parapluie's oder eines 12,80 M.( 1889: 11,60 m.), in London 15,20 M. gut, sehr gut, mit Geschenken und Dotationen geschmierten ( 1889: 14,40 M.), in New York 15,60 m.( 1889: Kürassierstiefels bestehen. 13,20 m.) die 100 Kilogramm. Die Berechnung für das laufende Jahr ist kürzlich erfolgt, und die„ Köln. Volksztg." bringt nach derselben folgende Uebersicht, welche die 1890er Ernte- Ergebnisse mit den jenigen der zwei Vorjahre vergleicht: Desterreich. Ungarn Frankreich Deutschland Griechenland Holland Italien Norwegen 2 030 000 1889 Heftoliter 13 572 000 33 570 400 1 812 500 113 825 000 30 812 500 1888 Hektoliter 18 270 000 49 685 700 6 090 000 13 050 000 # Und wie liegen die Verhältnisse in Deutschland Nach den amtlichen Angaben, wie sie die Dezemberhefte 1 392 000 der Monatshefte zur Statistik des Deutschen Reichs" ver99 812 200 öffentlichen, kostete Weizen in Berlin: 33 358 700 3 625 000 36 627 000 1890 Hektoliter 17 400 000 57 202 500 Belgien.. 6 960 000 6 960 000 Bulgarien. Dänemark. 13 050 000 12 760.000 116 000 000 33 350 000 4 350 000 3 987 500 2 175 000 2 175 000 1 740 000 44 587 500 36 482 000 145 000 Portugal 2 900 000 Rumänien 21 750 000 2 900 000 15 767 300 Rußland 75 690 000 3 625 000 24 650 000 1 305 000 870 000 13 050 000 27 550 000 468 640 000 18 050 000 27 506 500 412 513 400 465 832 800 Serbien Spanien Schweden Schweiz . Türkei Großbritannien Europa 145 000 145 000 2 465 000 20 300 000 66 120 000 108 750 000 2175 000 26 680 000 1 342 700 870 000 3117 500 23 838 000 1886 • · 15,13 Mart 1887 • 1888 1889 . 16,44 17,22 18,77 " " " die 100 Kilogramm. Im Jahre 1890 aber betrug der Berliner Großhandelspreis für 100 Kilogramm Weizen nach der„ Evening Corn Trade List" 19 M. Daß auch die Preise für Weizenmehl stetig in die 1 339 800 Höhe gegangen sind, ergiebt sich gleichfalls aus der Reichs725 000 statistit. Es kostete Weizenmeht 100 Kilogr. mit Sack in 14 500 000 27 001 900 Von den bedeutenderen außereuropäischen Erzeugungsgebieten haben nach der„ Evening Corn Trade List" ge= erntet in Hektolitern: Australien Canada Cap- Colonien 1888 7.960 500 4 350 000 9 497 500 13 050 000 Breslau München M. M. 1886 • 22,7 28,2 1887 • 24,2 28,9 1888 25,5 29,3 1889 26,1 30,7 " Der Plünderzug der Köckerizze, Lüderize, Jhenplize und anderer Edelsten und Besten", aller der Großgrundbesitzer, welche die nothleidende Landwirthschaft tragikomisch Darstellen, ist in ein System gebracht, das der landwirthschaftlichen Schutzölle, und der Kartellreichstag von 1887 hatte nichts Eiligeres zu thun, als die Agrarzölle erklecklich zu steigern. Der Zolltarif vom 21. Dezember 1887 erhöhte bekanntlich auch den Zoll für Weizen von drei Mark auf fünf Mark für 100 Kilogramm; Mühlenfabrikate, welche bisher 7,50 Mart Zoll zu tragen hatten, wurden mit 10,50 Mark belastet. Was nügen also die erfreulichen Resultate der dies iährigen Welternte, was hilft uns die Aufspeicherung der gewaltigen Getreidevorräthe in Docks und Vorrathsmagazinen, was für Heil bringt dem Proletariat die berauschende Statistik der Kornproduktion? Ist eine Mißernte zu verzeichnen, so steigen die Preise und die Schutzzölle hängen den Brotkorb noch höher, ist die Ernte günstig, Für 1890 sind augenblicklich die offiziellen Ziffern was verschlägt das gegenüber der Umwallung Deutschlands nicht zur Hand; natürlich ist Hand in Hand mit dem mit einer Stacheldrahthecke von Einfuhrzöllen, die einzig Aufstieg des Weizenpreises auch ein Aufstieg des Mehl- und allein der deutsche Konsument trägt? preises vor sich gegangen. Wir sehen, daß zu Gunsten einer kleinen Minderheit Wie viel Weizen ist in Deutschland produzirt worden? bevorrechteter Grundherren das Volk ernstlich geschädigt Die Gesammterntemenge betrug 1886: 2 666 423, 1887: wird. Der Reichstag, welcher am 20. Februar 1890 ge1 380 400 2 830 804, 1888: 2530 842 Tonnen, wovon bezw. wählt worden ist, hat die Pflicht, mit der Schutzöllnerei 8294, 2840, 1112 und im Jahre 1889: 758 Tonnen reinen Tisch zu machen. Aber wie die Dinge liegen, ausgeführt wurden. Dagegen wurden eingeführt in 11 600 000 4 350 000 1890 1889 Algier 7 925 000 5 718 000 Argentinische Republik. 7 975 000 Klein- Asien . 14 500 000 13 050 000 13 775 000 1 305 000 6 525 000 7 975 000 15 297 500 18 050 000 10 875 000 1.325 300 5 147 500 2 990 000 2 537 500 82 650 000 7 975 000 4 350 000 4 350 000 1886 1887. 273 280 Tonnen im Werthe von 39 899 000 m. 177 828 000 338 038 500 150 750 700 313 417 500 1888 1889 547 255 339 767 516 887 77 710 000 " " " # " 48 926 000 " " " " " 75 389 000 " " " " " Chili Aegypten. • Indien Persien Syrien. Vereinigte Staaten Nordamerika's 145 000 000 Total 307 980 000 85-964 700 7 975 000 2300 000 94 383 400 8 120 000 5 075 000 Deutschland ist eben in hervorragender Weise WeizenAus dieser Zusammenstellung geht hervor, daß die einfuhr- Land, es ist auf die ausländische Produktion zur Weizenernte in den wichtigsten Produktionsstätten dieser Deckung seines Bedarfs naturnothwendig angewiesen, und Getreideart sich im Jahre 1890 auf rund 776 Millionen die große Masse der Weizenkonsumenten hat das lebHektoliter belaufen hat, gegen 750 Millionen Hektoliter hafteste Interesse an möglichst wohlfeiler Lieferung dieses im Jahre 1889 und 779 Millionen im Jahre 1888. wichtigen Lebensmittels. Feuilleton. Nachdruck verboten.] Bei Mama. Roman von Arne Garborg. ( 2 Schuldigen Tisch und Bett theilen, was gewiß nicht der Fall ist bei Holmsen und irgend jemand von denjenigen, von welchen Sie annehmen, daß er mit ihnen zusammenlebe. Und was Maren Rasmussen betrifft-". " wird auch dieser Reichstag, in welchem die Schutzöllner eine geschlossene, starke Phalang bilden, die Aufhebung der Getreidezölle nicht beschließen. Konservative, Zentrum, Nationalliberale werden für Junker und Junkergenossen energisch sich ins Zeug legen. Eine Hand wäscht die andere. Ja dennoch darf man nicht verzagen. Die Agitation unter den Massen wird nicht einschlafen. Zwei Dinge bewahren davor, die unermüdliche Wirksamkeit der Sozialdemokratie und die steigende Noth. Die Verhältnisse Sie begann von Neuem zu weinen und zwar so gewaltsam, daß auch Fanny aufmerksam ward. " Ich sagte es ihm hundert Mal." fuhr sie schluchzend fort, mit mir mag es gehen, wie es will.... aber Auch Eine von ihnen," schob Frau Holmsen ein, überlege doch... dent' an die Kinder!"- Frau Holmsen so hat Hans Evensen vom Desthoug sich selbst als den beugte sich über den Tisch und überließ sich ihrem Kummer; Vater ihres Kindes bezeichnet-" die ganze zarte Gestalt bebte. wofür er hundert Thaler kriegte, ja." so Es bebte um die Lippen der jungen Frau, die Thränen zu wollten hervor; aber sie bezwang sich. „ Ueberdies mußte ich an die Kinder denken", fuhr fie licher Anklage werden kann, so ist es Ihre eigene Sache, fönnen; Niemand ersetzt Vater und Mutter. und hat das Aufgebot verlangt, um das Mädchen heirathen. Da einfache Unzucht kein Gegenstand öffentPfarrhof zu Volds. Anstalten zu treffen. fort; wenn er auf die eine oder die andere Art mir das dagegen Leben nahm, wie sollte es dann ihnen ergehen, den Armen? Ich wußte so gut wie Jedermann, wie schlimm es sei, von seinem Mann sich zu trennen; aber es wurde unmöglich, aus ich durfte nicht anders.. Alle riethen mir ab, niemand Brandt." Fran Mühlberg blickte auf:" Sie Arme!" seufzte sie vollem Herzen. Frau Holmisen konnte nicht mehr, sie brach in Weinen wollte mir helfen. Der Stadtvogt wurde mir für immer aus. Ja wohl, niemand weiß, wie arg es für mich gram, als ich ihn zwang, zu Thea hinaufzugehen, um zu war!" schluchzte sie und hielt das Taschentuch vor ihr untersuchen.... Und Pastor Brandt! Sie sollen den Brief Gesicht. sehen, den er mir schrieb; bei ihm war auch kein Beistand Aber," fügte sie bei, als sie ihre Fassung einigermaßen wiedergewonnen hatte, das, was heute geschehen ist .. daß ich nicht einmal Fanny behalten kann.... dies scheint mir doch... das ergste!" zu holen." Frau Holmsen warf die Arbeit von sich und ging zu der alten, blaubemalten Truhe, in welcher fie alle Lappen und Reste ihres schiffbrüchigen Lebens aufbewahrte. Sie fand den Brief in der oberen Lade, zwischen Papieren, Fezzenbündeln und zerdrücktem Hutaufput; sie kam damit herbei und bat Frau Mühlberg, zu lesen. " auch sie. " Frau Mühlberg schwieg; sie war dem Weinen nahe, Niemals hätte ich gethan, was ich that," fuhr Frau Solmsen fort, wenn ich nicht geglaubt hätte, die Kinder behalten zu können!- Nun habe ich zwei fortschicken müssen, " In Beantwortung Ihres Schreibens vom 24. d. M. weil ich keine Hilfe fand; soll nun auch Fanny weg, sie, erlaube ich mir zu bemerken, daß man Niemand wegen die so schwer zu behandeln ist, und soll ich ganz allein hier Ronkubinat angeben kann, ohne zu beweisen, daß die sitzen bleiben... Frau Mühlberg las: Fran Mühlberg trocknete sich die Augen und sagte mit natürlicher Stimme, als es ihr möglich war: " Ja, es ist hart, wenn die Kleinen nicht zu Hause sein besonders die Mutter." Famm war aufgestanden; sie betrachtete ihre Mutter mit Verwunderung. " R ,, Mama flimm," sagte sie plötzlich; Mama slimm, nit weinen! Mama bjav sein, Mama s'ön sweigen, nit sjeien!" Nun brach auch Frau Mühlberg in Thränen aus. Frau Holmsen riß in einem Anfall von Zärtlichkeit das Kind zu sich empor und küßte es voll Leidenschaft. Als Frau Mühlberg wieder zur Ruhe gekommen war, suchte sie ihre Geldbörse hervor und gab der Kleinen eine Silbermünze. Dann erinnerte sie sich, daß sie nach Hause und das Mittagessen bereiten müsse. Die gutmüthige Dame war so bewegt und gerührt, daß sie wirklich schwer etwas sagen konnte. Arme Frau Holmsen, arme Fanny, was sollte denn aus ihnen werden? Wahrhaftig, sie wollte jedenfalls Jungfer Thorsen mit etwas Speise herüberschicken, und zwar sogleich! Gott weiß, wie es um Frau Holmsens Küche stand, jetzt, da sie schon einige Zeit hindurch leidend und herabgekommen war. Politische Uebersicht. Mebersicht. froh sind, aus der Patsche zu kommen, wie ihre weltklügeren Berlin, den 2. Januar. so wenig wie spitzen sich so zu, daß durch den unwiderstehlichen Druck| machen ist allerdings etwas" Unnatürliches" vom Stand-[ por dem Druck nicht gelesen worden ist von außen die Schutzzollpolitik fallen muß. punkt einer nationalliberalen Mannesseele. Wir glauben der übrige Theil des Berichts jener Rede, in der Liebknecht Ein Zugeständniß nach dem anderen ist zu erzwingen, aber, daß die Mittheilungen der nationalliberalen Presse einfach den Spieß umdrehte. und es wird erzwungen. Die indirekten Steuern zehren betreffs des geplanten Kompromisses im Wesentlichen richtig sind, und daß die Herren Konservativen, welche sehr wohl Mit Bezug auf unsere Bemerkungen über das Reichsam Mark des Volkes; sie müssen verschwinden. dem Prozeß wegen ihre Schwäche kennen, dem Kompromiß mit Freuden ihre gerichts- Erkenntniß Zustimmung geben werden höchstens einige Heißsporne Majestätsbeleidigung durch Sigenbleiben wird ausgenommen, die indeß im tiefsten Herzensgrund ebenso uns geschrieben: Vor einigen Tagen las ich im Berliner VolksKollegen.blatt", daß ein Innungsmeister bei einem Hoch auf den deutschen Raiser fizen geblieben und deshalb wegen Majestätsbeleidigung bestraft worden sei. Das Reichsgericht hat die Revision des Verurtheilten verworfen. Von Seiten der Redaktion wurde die Bemerkung gemacht, da das Reichsgericht sein Urtheil auf„ konkludente" Handlungen begründet hätte, könne es auch leicht passiren, daß, wenn ein sogenannt reichsfeindlicher" Deutscher oder Sozialdemokrat bei einem Hoch aufstünde und miteinstimmte, dies ebenfalls als Majestätsbeleidigung aufgefaßt werden könnte, indem dann das Gericht leicht annehmen könne, das sei zum Hohne geschehen. Die gewerbsmäßigen Bauernfänger machen die tollsten Die in- und ausländischen Blätter sind mit Neujahrs- Angstsprünge, seit sie merken, daß die Sozialdemokratie betrachtungen gefüllt. In Beurtheilung des Jahres 1890 ernstlich an der Arbeit ist, ihnen das Handwerk zu legen. gehen die Meinungen natürlich weit auseinander; in einem Punkte Nach bekannter Taktik wollen sie jetzt uns ihre eigenen Praktiken jedoch herrscht Einstimmigkeit, nämlich darin, daß das ver- anlügen und behaupten, wir hätten auf dem Halle'schen flossene Jahr ein ungewöhnlich ereignißreiches war, und reich Kongreß den Bauernfang" offiziell proklamirt. Da schreibt an ungewöhnlich bedeutsamen Ereignissen. Durchaus zufrieden äußert sich nur die Presse der sozialdemokratischen zum Beispiel die Cloaca Maxima( Größte Kloake") vom Partei, die allerdings auch Grund hat, mit dem Jahr 1890 Rhein, wie einer der Ihrigen sie einst genannt hat." Die „ Kölnische Zeitung", Folgendes: zufrieden zu sein. Die Versumpfung des Konflikts scheint Wahrheit werden zu wollen hat, wenn nicht alle Anzeigen trügen, schon begonnen. Wir wollten sagen, sie sei bereits eine„ vollendete Thatsache", allein Versumpfungs- Zustände werden nicht so rasch vollendet"- und das ist gerade das Schlimme. Bezüglich des Konflikts" oder der Krise" lesen wir in nationalliberalen Blättern- vermuthlich ist's ein Waschzettel der Nationalliberalen Korrespondenz": Auf dem Parteifongreß der Sozialdemokraten in Halle gab bekanntlich Liebknecht mit erhobener Stimme die Losung aus: Bauernfang und Wählerfang, das ist jetzt die Parole!" Herrn Liebknecht hat nachträglich die Wendung leid gethan. Die Taktik ist etwas Wechselndes", verkündete er bei derselben Gelegenheit, und zur Zeit scheint ihm die Taktik des Ableugnens nüßlich und zweckmäßig zu sein, nachdem sein Gingeständniß gebührend festgenagelt worden und gelegentlich wieder in Erinnerung gebracht wird. Heute schreibt er im„ Berliner Volksblatt" Die reaktionäre Presse verbreitet mit emfigem Fleiß die Lüge, Liebknecht habe auf dem Kongreß gesagt: du Die Regierung soll und der Monarch will immer über den Parteien stehen. Gleichwohl ist es naturgemäß, daß der Regent und seine unmittelbaren Organe, die Miniffer, weune8Bir Sozialdemokraten müssen Bauernfang treiben." auch kein Stillstehen zulässig, wenn auch immer weiter ,, ausgebaut" und fortgeschritten werden soll, doch in erster Linie Sarauf bedacht sind, das Bestehende, den Staat und dessen Ordnungen, zu erhalten, zu tonferviren". Also jedes Regiment, sei es an der Spige einer kleineren Körperschaft, einer Gemeinde, oder zur Leitung eines Staatswesens berufen, trägt immer einen konservativen Charakter. Immer also steht die konservative Partei der Regierung am nächsten, sie muß sich vor allen anderen berufen fühlen, der Regierung gegen die Opposition Beistand zu leisten. Und es ist ein unnatürlicher Zustand, wenn die konservative Partei in einer Boltsvertretung sich soweit verirrt, daß sie der Regierung die schärffte Opposition macht. " Und diese Berirrung liegt zur Zeit thatsächlich in Preußen vor, und insofern ist man berechtigt, von einer Krise" zu sprechen. Es versteht sich von selbst, daß die Demokraten ihre helle Freude an dem Zwist haben, welcher durch die Berathungen der Kommission über die Landgemeinde- Ordnung zu Tage getreten, und daß eine Auflösung des Abgeordnetenhauses und zumal der sich daran schließende frische und fröhliche" Wahlkampf so recht nach ihrem Herzen wäre. Agitiren und Heßen ist ihr Beruf und das Verhindern jedes pofitiven Fortschritts, während während die fachlichen Parteien bestrebt sind, Hand in Hand mit der Regierung etwas Gedeihliches зи leiften. Die Freifinnigen" treten also nicht für die Regierung ein, sie sind vielmehr nur der ,, tertius gaudens", sie lachen sich ins Fäustchen, wenn nichts zu Stande kommt. n Als das nationalliberale Schreckenskind Dr. Sattler kurz nach dem Kongreß in einer Rede zu Hannover das Märchen zuerst auftischte, erklärte ihm Liebknecht mehr deutlich als parlamentarisch, er der nationalliberale Herr Doktor- habe, unverschämt gelogen", was der nationalliberale Herr Doktor auch lammfromm einsteckte. od Natürlich hindert das die Sattler'sche Sippe nicht, unLieb- it verschämt weiter zu fügen. In Wirklichkeit sagte Liebfnecht: Die reaktionären Parteien treiben Bauernfang! Wir müssen die Bauern vor diesen Bauern fängern retten", also genau das Gegentheil. Dieser dreisten Ableugnung gegenüber sei nochmals fest gestellt, daß Liebknechts Aeußerung lautete: Fürst Bismarck, ein Demagoge, wie er im Buch stand, hat Bauernfang und Wählerfang getrieben. Nun gut, dasselbe thun wir auch. Bauernfang und Wählerfang, das ist jetzt die Parole!" Für das parteiamtlich herausgegebene Sigungs Protokoll hat es dem Redner beliebt, diesen Worten folgende Fassung Staatsmann zu geben:„ Fürst Bismard, der zwar kein Saung war, aber ein Demagoge, wie er im Buch steht, hat den Wählerfang gründlich betrieben. Das thun wir auch, aber wir schwindeln den Leuten nicht vor, was wir nicht erfüllen fönnen. Früher haben wir ja theilweise eine ganz andere Taktik verfolgt u. f. w." Liebknechts Ableugnung wird übrigens in die beste Beleuchtung gerückt durch die Thatsache, daß jetzt grade die sozialdemokratische Wühlerei für das platte Land unter solchen Umständen angekündigt wird, welche diese ganze Agitation, woran überhaupt von vornherein Niemand zweifelte, als die schlimmste und schamloseste Bauernfängerei fennzeichnet." $ 19 " Ich komme nächstens in eine schlechte Lage, indem ich 10 Tage zu dem Militär als Landwehrmann eingezogen werde. Bei Verabschiedung der Landwehrmänner oder Reservisten kommt es sehr oft vor, daß der betreffende Kompagnieführer zum Abschied noch ein Hoch auf den König ausbringt. " Was soll ich nun thun? " Stimme ich nicht mit ein, so werde ich wegen Majestätsbeleidigung bestraft, und da es vor ver sammelter Mannschaft geschehen ist, vielleicht mit mehreren Jahren Gefängniß! " Stimme ich hingegen kräftig mit ein, so kann man tinderleicht feststellen, daß das nur aus Hohn geschehen sei, und daß ich mich deshalb einer fontluSenten Majestätsbeleidigung schuldig gemacht habe. Infolge dessen könnte ich vielleicht zu 3-5 Jahren Gefängniß verurtheilt werden. Ich bin als eifriger Sozialdemokrat bekannt, und deshalb wird man mich sehr scharf aufs Korn nehmen. Trotzdem ich ein konsequenter Parteigenosse bin, wäre ich doch bereit in ein Hoch mit einzustimmen, wenn ich weiß, daß ich dadurch einer längeren Gefängnißstrafe Ein Hoch" hat für mich gar feinen entgehe. prinzipiellen Werth, und deshalb würde ich mit einstimmen. Ich habe nicht die geringste Veranlassung, gegen die Person, auf welche das Hoch ausgebracht wird, mißfällige Aeußerungen oder Geberden zu machen, allein ich habe auch nicht die geringste Veranlassung oder Neigung, selber ein Hoch" auszubringen, " Ich möchte mich ganz pasiv.verhalten, ich möchte nicht die geringste mißfällige Handlung begehen, aber ich möchte auch nicht die geringste Seu chel ei begehen. Denn wenn ich mit einstimme, so kommt dieses Hoch" nicht von Herzen, sondern ich stimme heuchlerischer Weise mit ein, um dadurch der Strafe zu entgehen. Wenn ich in das Hoch mit einstimme, könnte das als Hohn aufgefaßt werden, und. könnte ich dann bestraft werden? Oder soll ich nicht mit einstimmen? " Was soll ich thun?" " Rönnte hier kein Rechtsgelehrter, vielleicht der Kriegsminister, Auskunft geben?" Dies das Schreiben. Der Kasus ist allerdings schwierig, es wäre wirklich ganz gut, den Herrn Kriegsminister Nach dem Erkenntniß des Reichsgerichts sind wir für " Dafür zu forgen, daß diese Freude nicht berechtigt sei, das ist die Aufgabe der ruhigen Elemente, der gemäßigten Konservativen und der gemäßigten Liberalen. Und zu unserer So die Kölnische Zeitung". Die Cloaca Maxima der Genugthuung können wir melden, daß sie sich dieser Aufgabe bewußt sind und ihr in patriotischer Weise sich in den parla- schlimmsten und schamlosesten Bauernfängerei" konnte ihre mentarischen Ferien widmen. Allerdings hetzen auch die Ex- Schamlosigkeit" nicht drastischer und wirksamer bekunden, tremen von rechts, die Herren von der Kreuzzeitung" mit als durch den Abdruck einer Stelle unseres Protokolls, Herrn von Hammerstein an der Spitze, und es ist nicht leicht, welches für Jeden, der lesen kann, die Verlogenheit einen Ausweg zu finden. Gleichwohl wird es gelingen, und des Kölnischen Bauernfänger- Organs handgreiflich beweist. gleich in der ersten Sizung, welche von der Kommission nach Sogar aus der angeblichen Aeußerung, welche die Cloaca Neujahr, am 8. Januar, abgehalten wird, soll ein Vermitte Maxima als richtig hinstellen möchte, erhellt sonnenklar, und lungsantrag von Seiten der Freikonservativen und National- daß Liebknecht gegen die Bauernfängerei des Fürsten Bisliberalen gestellt werden, welcher, soweit sich bis jetzt übersehen der Kartellparteien, gesprochen, und dem einmal zu fragen. läßt, Aussicht auf Annahme hat. Die Krisis wäre also damit march und unehrlichen, betrügerischen Wählerfang" die zunächst beseitigt." Dies die Notiz. Das staatsmännische Gewäsch zu An- ehrliche Propaganda unter den noch nicht zu uns unser Theil nicht sicher, ob es eine größere Majestätsbe fang können wir füglich übergehen. Mit Ausnahme der gehörenden Wählermassen gegenüber gestellt hat. Das wurde leidigung" ist, wenn ein Sozialdemokrat bei einem Hoch auf nationalliberalen Mannesseelen weiß heutzutage Jedermann, in der betreffenden, übrigens sehr kurzen Rede so deutlich den Kaiser sitzen bleibt, oder wenn er mit ein daß die Regierungen nicht über den Parteien stehen", und und scharf ausgesprochen, daß Niemand es mißverstehen daß es den Monarchen nicht im Traum einfällt, über den konnte, und Niemand es mißverstanden hat. Mag ein das so ziemlich in allen nichtrepublikanischen Ländern der der Bauernfängerei noch so unverschämt lügen und schimpfen, Parteien stehen zu wollen, daß sie im Gegentheil und Dr. Sattler, mögen die übrigen Apostel und Handlanger Erde sich sehr lebhaft am Parteikampf betheiligen. Und wir lassen nicht locker"- den Bauernfängern" geht's wenn es weiter heißt, die Opposition einer konserva- an den Kragen! tiven Partei gegen die Regierung sei etwas unnatür- Uebrigens sei hier bemerkt, daß die von der ,, Kölnischen liches", so ist das recht charakteristisch das Opposition Beitung" zitirte Stelle des Kongreßprotokolles von Liebknecht adieu!" stimmt. Einstweilen rathen wir unserem Korrespondenten, es einmal mit letterem zu versuchen. Vielleicht entdeckt das Reichsgericht eine konkludente Handlung", welche den Begriff der Majestätsbeleidigung einmal mit letterem zu versuchen. aufhebt.Soeben ist das amtliche Resultat der Bochumer Nachwahl bekannt geworden. Dasselbe lautet: Nun also adieu, Frau Holmsen," sagte sie und faßte von Fredheim einen„ Erziehungsbeitrag für Fanny" in der den Herbst hinein hatte Frau Mühlberg mehr als genug mit ihrem Hotel zu thun. fich stramm, und ich bitte Sie, verlieren Sie den Muth Höhe von drei Speziesthalern im Monat bewilligt. Nein, nein; es wurde natürlich nichts daraus. Sie nicht. Schließlich muß sich ja doch ein Ausweg finden... So fonnte Frau Holmsen doch wenigstens umsonst Denken Sie daran, daß es stets Einen giebt, der... uns wohnen. uns wohnen. Ein großes, helles Bimmer mit Küche erhielt sie hatte es eine Weile zu gut gehabt, und darum sollte sie nicht vergißt... Und erinnern Sie sich an unsere Verab- für zwei Thaler monatlich in einem Hause bei den Holz- nun wieder leiden. Sie mußte versuchen, sich bis zum rebung! Sie müssen kommen nnd mir bei den Frühlings- lagern; hier hatte man doch Aussicht auf die Gasse und nächsten Jahr zu gedulden. Bis dahin wurde Fanny stets Kleidern helfen, sonst werde ich niemals fertig... Adieu Sonnenlicht, und mit Frau Mühlbergs Hilfe richtete sie sich größer und da ließ sich die Sache ordnen. Und so ging denn, liebe Frau Holmsen! Adieu, Fanny, adieu, kleiner auch ganz gemüthlich ein. Und nun wurde sie wenigstens dies Jahr nun auch verloren. Jedoch wenn es nicht anders Kraustopf! Sie werden schon sehen, es geht! Adieu also, nicht obdachlos; es war ja doch herrlich gut, etwas Be- ging, so mußte man sich eben dreinfinden. Mit schrecklicher Unluft begann sie die Sommerarbeit. stimmtes zu haben, selbst wenn es nicht so sehr viel ausEs war ein Trost, daß sie zum Theil auswärts bei den Frau Holmsen setzte sich, liebkoste Fanny und beruhigte machte. sich nach und nach. Gott sei Dant; Freunde hatte sie Das wurde nun eine gute Zeit für Frau Holmsen. Familien nähen durfte; da versloß die Zeit doch schneller. Fanny begleitete die Mama von Haus zu Haus, boch; zuletzt fand sich doch ein Ausweg. Was für eine Verschiedene alte Bekannte erinnerten sich ihrer mit BeMünze hatte Fanny nun wieder bekommen? Ein Zwölf fuchen und allerlei Gutem, und sogar Leute, die sich zu wenn sie nämlich dazu Luft zeigte. Aber nicht jedes Haus schillingstück! Nun, da brauchten wir heute wenigstens Holmsens Zeiten ein wenig ferngehalten, machten nun war ihr recht; man verhätschelte sie nicht überall genug. nicht von Kartoffeln mit Salz zu leben. Und am Nach- Schritte der Annäherung. Merkwürdig genug wußte man Manchmal wurde sie deshalb zum Anwalt Lehmann oder mittag kam die alte Kari; da erfuhr man allerlei. nichts von dem kürzlich Geschehenen; auf Fanny's drei zu anderen Bekannten mit dem Bescheid geschickt, daß sie Jedenfalls ging ein Beitrag aus der Armentasse nicht sie Thaler wurde nie hingedeutet. Es stat doch eine Art von heute dableiben dürfe", und so gutmüthig waren die Leute, an! Nur ihn, ihn, der seine Kinder nicht versorgen Bildung und Taft in diesen Kleinstädtern, das merkte daß sie das Kind stets aufnahmen. fonnte. Und ehe sie Fanny zu dieser Jungfer Henriksen sie wohl. man " Zum Theil darum, weil die Kleine so unterhaltend hinein ließ, eher- Ihm geschah es ja ganz recht, wenn er Von Bruder Nils erhielt sie bald Antwort auf ihren war. Der Rechtsanwalt Lehmann fand sie unwiderstehlich. damit endete, eine öffentliche Unterstützung annehmen zu Brief wegen der Reise nach Christiania; die Antwort Wenn er sie bevegen konnte, zu fingen oder zu predigen", fand der alte Schäfer sein bestes Lachen". Nicht minder müssen. Das wäre gerade der passende Abschluß für all lautete entgegenkommend. brollig war sie, wenn sie wichtig that und mit Ent seine Prahlerei. Und die alte Kari, sie mußte schon die Nils fand ihren Plan sehr vernünftig und war bereit, schuldigungen kant. richtigen Wege. ihr auszuhelfen, so lang er fonnte, mit Geld für die NähWenn dann nach Kristiania kommen und schule und mit Unterkunft. Leider sah nur seine Frau sich denn hier machen?" schneidern lernen könnte! Bruder Nils mußte ihr außerstande, auch Fanny aufzunehmen. Selbst wenn sie Plat wirklich dazu verhelfen; sie würde nun Ernst machen hätte schaffen können, so war ihre Gesundheit nicht und sich darum erkundigen. So gelangte man doch endlich danach, sie litt an Nervosität und brauchte Ruhe. Und auf eine andere Bahn und betrieb ein ordentliches Geschäft. wahrscheinlich verstand sich Fanny nun nicht aufs Stille" Frau Holmsen's Modesalon."... sein. Uebrigens würde man die Kleine für so furze Zeit wenn dies Das wäre immerhin etwas anderes, als hier sizen und wohl anderwärts unterbringen können, und möglich sei, so möge Frau Holmsen kommen, wann sie alte Kleider wenden." wolle. II. 9 Natürlich konnte es nicht glatt gehen!- In Wirl Die alte Kari hatte die richtigen Wege gewußt. Und der Armenrath, welcher zum größeren Theil aus den alten lichkeit bedeutete diese Antwort so viel wie Nein. Wo in Freunden und Bechbrüdern des Holzhändlers Holmsen aller Welt sollte man Fanny unterbringen, eine Mühe und bestand, hatte mit allen gegen zwei Stimmen, jenen des Plage, wie sie jetzt war? Bei Frau Mühlberg?- Ja, dies Pastors Pukstad und des Schneiders Evensen, der Königin war wohl das einzige. Aber im Sommer und tief bis in Was? Da bleiben willst Du? Ja, was willst Du Ich muß mit Ebba' pielen!" Ei " Gi und sonst nichts?" " Nein." 19 " 1 in " Nicht das Geringste außer spielen?" Dja!" Nun, was denn?" " Tuchen essen." " Hahaha, Kuchen für den Krauskopf!- Und was wirst noch thun?" Du Nein." " " Wirst Du nein thun?" Nein." " Nicht einmal vom Vater Noah fingen?" Kardinal Manning in England erregt wieder den gierungsbezirks Arnsberg( Stadt- und Landkreis Bochum- läßt das völlig falt. Die Stöcker sind unsere politischen Feinde Zorn der deutschen Bourgeois presse. Mit vollem Recht Hattingen und Gelsenkirchen) stattgehabten Reichstags- und als solche haben wir sie morgen ebenso wie ehevorgestern zürnen ihm die Bourgeoisblätter, denn er hat an Tom Mann erjakwahl an Stelle des Freiherrn v. Schorlemer zu bekämpfen. Daß der Kaiser die Herrn aus seinen Diensten ein zur Veröffentlichung bestimmtes Schreiben gerichtet, Alt wurden nach amtlicher Feststellung im Ganzen 48 413 entläßt, mag für gewisse Kreise ein großes Ereigniß sein, folgenden Inhalts: Stimmen abgegeben; davon erhielt Fabrikbefizer Müllen- für uns nicht! Wir bekämpfen die Herren wegen ihrer siefen in Crengeldanz( natlib.) 18 939 St., Bürgermeister voltsfeindlichen Stellung und nicht wegen ihrer Rangordnung Battmann in Gelsenkirchen( Bentr.) 18 131 St., Redakteur unter den Hoffchranzen. Deswegen sind sie heute wie eheden G. Lehmann in Dortmund( Soz.) 9770 St. und Rechtsan- unsere Feinde, die in gleicher Weise fortzubekämpfen sind. walt Lenzmann in Lüdenscheid( dfrf.) 1534 St. Es hat somit zwischen Müllensiefen und Vattmann eine Stichwahl ftattzufinden. Bei der am 29. v. M. im 5. Wahlkreise des Ne-| Stöcker oder Herr Dryander in der Domkirche predigt, mus| Johann Orth's Schiff ist von der Lloyd- Gesellschaft „ Ich stimme völlig mit Ihnen überein. Die öffentlichen Behörden sollten Arbeit finden für Diejenigen, welche arbeiten wollen, oder Hilfe für Diejenigen, welche nicht arbeiten können. Der Grafschaftsrath wird, wie ich befürchte, erst nach einiger Beit wieder zusammentreten. Ich kenne nicht die Ansichten des Lord Mayors, vielleicht schenkt er Ihnen aber ein geneigtes Ohr, falls Sie ihn aussuchen. Ich versuche, was ich fann." in London als verschollen erklärt. Johann Orth dürfte Sein Schicksal hat Man mag über Kardinal Manning denken, wie man Während am 20. Februar 18 639 nationalliberale und nicht mehr unter den Lebenden weilen. 2206 antisemitische, zusammen 20 845 Stimmen für diese in allgemeines Interesse erregt. Er, ein Erzherzog aus der wolle, man mag ihn für einen schlauen Jesuiten oder für jener Gegend nahe verwandten Parteien abgegeben wurden, österreichischen Kaiserfamilie, ein begabter General, ein einen vernünftigen Sozialpolitiker halten, jedenfalls beweist fielen am 29. v. M. auf den nationalliberalen Kandidaten origineller Kopf, legte freiwillig seine sämmtlichen Stellen, er mehr Kenntniß der sozialen Verhältnisse, als seine is 939 Stimmen, sie verloren demnach 9-10 pбt. Der Titel und Orden nieder, nahm statt seines Familiennamens deutschen Amtsbrüder. Was werden die uns mit dem Dresch Kandidat des Zentrums hatte am 20. Februar 21 889, bei einen bürgerlichen an und suchte sich auf bürgerliche Weise flegel geistig bekämpfenden deutschen Ultramontanen zu diesem der Nachwahl aber nur noch 18 131 Stimmen, das Zentrum sein Brot zu erwerben. Heute wo sein Leichnam aller Wahr- Brief des Kardinals sagen? Wenn die alten Großmächte es für ihre Pflicht verlor daher in den vergangenen 10 Monaten 17-18 pet ,, fcheinlichkeit nach ein Opfer der Raubthiere des Meeres geam größten ist der Verlust des Freisinns. An Stelle der 4998 worden ist, wird die Schuld für sein Schicksal auf die halten, in den Kämpfen zwischen Kapital und Stimmen bei der Hauptwahl hatte diese Partei nur noch 1534 bei jenigen zurückfallen, deren Unduldſamkeit ihn aus seinem Arbeit die Partei des Kapitals zu ergreifen, so kann die der Nachwahl, was einem Verluste von ca.70pCt.gleichkommt. Ein Baterlande vertrieben hat. Johann Orth's Schicksal wird jüngste Großmacht: Italien natürlich nicht verfehlen, Theil der Freisinnigen hat jedenfalls diesmal für den den Ruhm des habsburgischen Kaiserhauses nicht vermehren. Das Gleiche zu thun. Und Leute vom Schlage eines nationalliberalen Kandidaten gestimmt, wodurch deren Ver- Die zwei tüchtigsten Köpfe dieser Familie, Maximilian Crisp i ahmen stets leichter und eifriger das Schlechte Lust noch bedeutend größer erscheint. Im Gegensatze zu den von Mexiko und Johann Orth, wurden aus ihr heraus- und Verkehrte nach, als Gutes und Richtiges. Dieser engbürgerlichen Parteien, deren Verluste zwischen 10 und 70 pCt. gedrängt um jenseits des Meeres unglücklich zu enden. schwanken, erscheinen die Fortschritte unserer Partei noch herzige Apostel, der nie den leisesten Versuch gemacht hat, Eine Neuordnung der Verwaltung unserer die sozialen Probleme zu erfassen, führt zwar die bekannten sozialen Reformen jetzt 9770 Stimmen, was einem Gewinne von 11-12 pCt. oftafrikanischen Kolonien ist eingetreten. An die Spitze im Munde, ist aber in der That ein Mammonsdiener, wie der soll ein weit mehr zur fluftuirenden Bevölkerung gehören, als die gestellt werden, welcher die Verwaltung des Landes über- er im Buch steht: er bereichert die Reichen und lägt die Anhänger der anderen Parteien und daß die alten Wähler- nehmen wird. Ueber die Befugnisse dieses Beamten heißt Armen verhungern, und ist immer bereit, die Kapitaliſten hundert Gelegenheiten in Italien gezeigt aber das gelisten noch in Kraft standen, so wird man erst den Erfolg es:„ Der Gouverneur ist befugt, polizeiliche und sonstige die gegen die Arbeiter zu unterstützen. Letzteres hat er bei Verwaltung betreffende Vorschriften zu erlassen und gegen mügt ihm nicht sogar über die italienischen unferer Partei richtig würdigen können. Betrachten wir das Wahlergebniß im Verhältniß zur deren Nichtbefolgung Gefängniß bis zu drei Monaten, Haft, Grenzen hinaus erstreckt sich die mammonsdienerische ThatigWahlbetheiligung, so haben die vereinigten Nationalliberalen Geldstrafe und Einziehung einzelner Gegenstände anzuordnen. feit dieses Gernegroß. und Antisemiten von je 1000 abgegebenen Stimmen am Bis zur Uebernahme der Verwaltung durch den Gouverneur 20. Februar 371, bei der Nachwahl 391 erhalten. Rechnet wird diese Befugniß durch den Reichskommissar wahrman aber zu diesen auch die freifinnigen Stimmen, wofür genommen." Von der Person des Gouverneurs wird es abhängen, nach dem Ergebnisse der Bochumer Nachwahl aller Anlaß ob diese Neuordnung der Verhältnisse möglich ist oder nicht. Wird ein schneidiger, unternehmungsluftiger Offizier zum Gouverneur gemacht, dann wird jedenfalls unsere Kolonialpolitit auch weiterhin den Wünschen des Volkes nicht entsprechen. Unsere Leser werden sich des Streits der Arbeiter gegen die Firma Maxim- Nordenfeld in Liverpool erinnern. Die Firma, eins der größten Importgeschäfte, wurde tjo fiel die Zahl der Stimmen dieser Parteien von 461 von dem Unternehmerbund vorgeschickt um den Lohn der auf 423, die der Freisiunigen allein santen von 90 auf 32, die des Zentrums von 390 auf 375, während die Stim Dockarbeiter zu drücken und die Organisation derselben zu men der Sozialdemokraten von 149 auf 202 erstören. Da die englischen Arbeiter wie ein Mann widerstanden, so wandte man sich nach Deutschland um Arstiegen. Diesmal hat das hochoffiziöse Wolff'sche Bureau beiter. Da auch dies mißlang, so wurde nach Italien gedurch Mittheilung niedrigerer Stimmenabgaben für den Die Hamburger Nachrichten" verstehen das Ver- schrieben. Sozialdemokratischen Kandidaten den staatserhaltenden" Bar Crispi erfuhr von der Sache, und schickte sofort teien einen recht schlechten Dienst erwiesen. Diese sind jetzt steckenspiel recht schlecht. In der letzten Nummer des vermit ihren verfrühten Kommentaren in eine böse Situation flossenen Jahres verwahren sie sich entschieden, daß Artikel neunzig italienische Arsenalarbeiter nach gekommen. Wie werden die es jezt schwer haben, unsere ihres Blattes auf Fürst Bismarck zurückgeführt werden, aber Liverpool um der Firma Maxim- Nordenfeld zum Sieg für uns selbst erstaunlichen Fortschritte in Bochum in demselben Artikel sind sie trotzdem augenscheinlich bismarckisch zu verhelfen. Ist das nicht ein rührender Beweis von aus der Welt zu lügen. Nun, wir werden ja bald sehen, offiziös, oder richtiger bismärckisch offiziell. Aus internationalem Mammon- SolidaritätsGermania"," Kölu. Voltszeitung"," Hamburger den Weittheilungen des Blattes intereffiren die folgenden: gefühl? Herr Crispi,„ der italienische Bismarck", ArNachrichten" zc. aus der Affäre zu ziehen suchen. Was uns Bismarck bestreitet, daß er beim Abschiede aus Berlin gesagt beiterlieferant für einen englischen Bourgeois ist das nicht Die italienischen Arbeiter betrifft, so können wir stolz sein auf das Ergebniß dieser haben soll:" Le roi me reverra"( Der König wird mich ein erhebendes Schauspiel? wiedersehen). Er bestreitet ferner, Schritte zu machen, um haben aber auch internationales Solidaritätsgefühl, nur Wahl und hoffen, daß der Wahlkreis in nicht zu ferner Zeit wieder an die Regierung zu kommen, endlich erklärt er sich von etwas anderer Art. Sie erfuhren von dem schnöden zu den unseren gehören wird. bereit, Journaliſten zu empfangen. Hoffentlich wird die Schachergeschäft, das ihr genialer Staatsmann" mit ihnen Einladung angenommen und erhalten wir auf Fastnacht getrieben, waren empört, daß er ihnen zugemuthet hatte, eine so schändliche Rolle zu spielen, zerrissen ihre Kontrakte interessante Berichte über Interviews in Friedrichsruh. Inzwischen arbeitet der widerspenstige Todte" sehr und haben gemeinsame Sache gemacht mit ihren englischen Brüdern. wie fich Aus Großenhain in Sachsen wird wieder ein arger Erzeß gemeldet. Und auch diesmal, wie vor audert halb Jahren, sind es nicht Sozialdemokraten gewesen, welche die Ruhe störten und die öffentliche Sicherheit gefährdeten, fleißig an seinen Memoiren und will dieselben, da er fürchtet, Die Internationalität der Arbeiter ist schließlich sondern Soldaten, b. h. Leute, die nach den herrschen. daß das Buch in Deutschland beschlagnahm ere, doch stärker als die Internationalität der Kapitalisten den Ansichten die Hauptstützen der staatlichen Ordnung sind. im Ausland erscheinen lassen- also schreibt der Pariser Ein Unteroffizier fing am 14. Dezember in einer Reſtauration Figaro". Der Wit ist gut. Freilich die Absicht magdas möge Herr Crispi fich merken, und auch noch mancher Händel an und zog blant- andere Soldaten wollten ihm wohl vorhanden sein, denn die Sache ist süß. Die Folgen D beistehen, und es wäre zu Blutvergießen gekommen, wenn es tönnten jedoch sehr bitter sein, denn statt Beschlagnahme Wir sind in der Zeit der Versumpfung von Konnicht einigen entschlossenen Männern gelungen wäre, den des Buches könnte möglicher Weise eine Beschlagnahme des flikten, jene Schwächlichkeit, welche vor einer klipp und klaren Ruhestörer zu entwaffnen und weitere Exzesse zu verhüten. Verfassers stattfinden. Und wenn denn einmal die Fragestellung ebenso zurückschreckt, wie vor einem klipp und Wir wundern uns nicht über das Vorkommniß. So lange Wahrheit gesagt werden soll, würde das Glashaus in flaren Entweder- der, macht sich auch in der Türkei bie Goldaten im Frieden außer dem Dienst Waffen tragen, Friedrichsruhe schlecht wegkommen nicht eine Scheibe bemerklich. Unsere Leser erinnern sich noch des famosen würde ganz bleiben. müssen wir auf derartige Vorkommnisse gefaßt sein. Pfaffenstreiks, den die griechisch katholischen Popen Schade übrigens, daß die Verlags- Buchhandlung des und Bischöfe im Auftrage Rußlands zur fromm- christlichen AufDer Zusammenbruch der Hofprediger- Partei ist Sozialdemokrat" in London nicht mehr besteht begung ihrer rechtgläubigen Schäflein vor mehreren Monaten eine Thatsache, nicht gegen Stöcker richtete sich die Aktion, Sozialdemokrat" in London nicht mehr besteht sondern gegen seine Richtung, dem Stöcker ist der Ober- ber Urheber des Sozialistengesetzes könnte sein reichs- ins Wert fetten. Die Sache ging nicht ganz nach Wunsch Buch dann, falls er troz alledem die Streitpfaffen suchten einzulenten, die Pforte mar tonfiftorialpräsident Hegel gefolgt. Die Stützen des feindliches positiven Protestantenthums sind aus ihren Stellen entsetzt. auf der Veröffentlichung besteht, dort drucken, und jedoch so grausam, ihnen den Rückzug nicht zu erleichtern uns kann dies gleich sein. Lassen wir die Liberalen hierüber durch das Personal des" Sozialdemokrat" nach Deutschland so versumpfte denn der Pfaffenstreit und eine Zeit lang jubeln. Ob die protestantische Kirche von diesem oder jenem einschmuggeln lassen. Das wäre ein prächtiger Spaß und hörten wir nichts von ihm. Jetzt erfahren wir nun, daß die griechischen Bischöfe in neue Verhandlung mit der Oberkonsistorialpräsidenten ihre Weisungen erhält, ob der eine wunderbar feine Ironie der Weltgeschichte". Schaukelpferd. Und dann besaß er Bausteine, mit denen Herrn Born auf sich zu ziehen. Wenn sie aber gut war man Königsschlösser und Kriegsburgen bauen konnte. Fanny und hübsch ihr Vaterunser betete, so war Gott auch wieder für ihr Theil baute übrigens am liebsten Kirchen. gut gegen sie; denn gute Kinder liebte er. Wenn Fanny Waren sie des Gartens müde, so wanderten die nicht gerade allzu unvernünftig war, so pflegten solche VorBeiden Hand in Hand hinaus in die Stadt und waren stellungen zu wirken; besonders schien es auf sie tiefen EniVor den Auslagefenstern blieben sie bruck zu machen, wenn Mama von dem glutheißen Backofen " Hahaha, woher zum Rukuk mochte die Kleine das ein Brautpaar. wieder haben? Thora, daß man nicht vergißt, ihr einen stehen; Fanny wählte aus, was ihr gefiel, und Friz erzählte. Es wurde schwierig, sie von der Straße und den Laib Streichkäse mitzugeben, wenn sie Abends heimgeht. versprach, ihr es zu faufen, wenn er groß sei. Manches Mal näherte er sich ihr, hob ihren kleinen blauen Schleier Baupläßen fern zu halten. Sie wollte hinaus und Hahaha, ist das ein blizgescheidtes Mädel!" Jedoch Frau Holmsen mochte davon nichts Eines von Fannys besten Häusern war dasjenige des auf und gab ihr einen Kuß; dies fanden die Leute spielen. Grossirers Johannesen. Hier waren zwei Tanten, die sich sehr pubig. Alle Vorübergehenden blieben stehen und hören. Ihre Tochter sollte nicht mit all' diesen Bettelförmlich um sie rissen; man vergiftete sie mit Leckerbissen lachten; Dienstmädchen und Ladenbursche standen auf den lindern aufwachsen. Dies gab Anlaß zu sehr viel übler und Zuckerwerk, und zum Spielkameraden hatte sie Friz, Stufen und lachten; junge Damen nickten hinter ihren Laune und Unartigkeit. Es war auch nicht möglich, das ihren kleinen Bräutigam. Es war komisch, wie gut die Gardinen den Kleinen zu. Man dichtete ein Lied auf das Verbot streng durchzuführen. Beiden mit einander austamen. Denkt Euch, wenn aus dem Liebespaar, welches in der kleinen Stadt zur Volksweise zu erlangen, ließ sie ab und zu das Gesetz einschlummern. Wegen eines einzigen Mals konnte es nicht soviel schaden, Scherz gar Eruft würde, denkt Euch, wenn die Zwei wirk- wurde wenigstens nicht, so lang sie noch so klein war. lich ein Paar gäben! Nein." " Warum nicht?" " „ Darum." Warum, darum?" " Ich bin nit bei' timme." Das wäre etwas, sagte sich Frau Holmsen. Daß Fritz reich wurde, war ganz sicher. Wohl galt der Alte für einen tüchtigen Schnapsfreund, allein das Geschäft stand auf so festen Grundmauern, daß sogar der Brauntwein um so weniger, da fie nicht untergraben konnte, die Frau von den Sachen so viel verstand, wie der Mann selbst. : " O Frize Johann'jen, verliebtes Geschau, Um eine Stunde Ruhe Klein Fanny Holmsen wird noch seine Frau; Gott und Welt hat sie ihm bestimmt zur Braut, 9 etwas Unterhaltung geben; ein Zwerg, Admiral PicklonoIn der Kirche der Stadt da werden's getraut. Und Pastor Pükstad, er giebt sie zusammen, Und Küster Gilertsen sagt dazu Amen; Frau Holmsen bewirthet mit Braten und Fisch, J. Johannesen spendet den Branntwein zu Tisch." Besonders die letzte Strophe schien den Leuten gut ausgesonnen. Es sollte diesen Sommer übrigens in Kristiansborg auch mini, fam auf der Durchreise in die Stadt, und produzirte sich. Es war völlig ausgemacht, daß Fanny ihn sehen müsse, und natürlich kam dieser langweilige Buchbinder Lundström sogleich mit Eintrittstarten für sie beide angerückt:„ Ach, wenn Sie mich so glücklich machen wollten!" Nun, wenn er solch ein Narr war, die Möglichkeit, ihm„ Nein" zu Sie waren ziemlich gleich alt, die Kleinen, rund und sagen, hatte sie um Fanny willen nicht, und überdies wußte dick wie Rollwürste, er mit frummen Beinen, in einem Nun nahte die Zeit, in welcher Fannys Erziehung ja der Mensch, daß sie nicht im Sinne habe, Frau BuchMatrosenanzug, fie blond und grau gekleidet. Sie hielten sich am liebsten unten im Johannesen'schen großen Garten begonnen werden mußte und dies verursachte Frau Holmfen binderin zu werden. Admiral Picklonomini hielt im großen Saal von Frau auf, wo die Kirschbäume mit weißem Blumenschnee beladen nicht wenig Kopfzerbrechen. Die Kleine war widerspenstig. standen und wo nun auch die Aepfel blaßroth und weiß und naseweis, hatte allerlei Lannen und Eigenheiten; es Mühlbergs Hotel einen Vortrag über Napoleon und Nelson. Er präsentirte sich in einer niedlichen Uniform auf einem auszuschlagen begannen. Und in den Beeten leuchteten würde nicht leicht werden, sie zu beugen, Frau Holmsen fing damit an, sie das Baterunser zu großen Tisch und gefiel sehr gut. Insbesondere Fanny verAurifeln und andere Frühlingsblüthen, und im Teiche ruberte die Entenmutter schwabend mit all den kugelnden lehren. Jeden Abend, wenn Fanny ins Bett gegangen war, liebte sich in ihn; Mama mußte sie am nächsten Tag zu runden gelben Jungen herum. In der Nähe des Teiches, mußte sie der Mutter die Säße nachsprechen, die man so Frau Mühlberg mitnehmen, damit sie seine Bekanntschaft geheiliget mache. Und nun wurde der Admiral wieder von Fanny oben auf einem Pfahl, stand ein Haus, in welchem Tauben schwer im Gedächtniß behielt:„ Vater unser, wohnten, schneeweiße, stahlblaue, glanzviolette, unbegreif- verde" fie wurde böse und sagte" nein," erfuhr da aber, so bezaubert, daß sie tagsüber dableiben und mit ihm lich schöne; es war nur so dumm von ihnen, daß sie nicht zu daß Gott unartige kleine Mädchen nicht leiden möge. Da spielen mußte. Sie verstanden gegenseitig ihre Sprache nicht, Fanny kommen wollten, damit sie ihnen den Rücken ftreichele. Gott jedoch ein mächtiger Mann war, der mit uns machen redeten aber doch mit einander und lachten mit einander, Am lustigsten aber war der Spielplatz mit der Schaufel fonnte, was er wollte, ja, sogar uns todtschlagen und uns und Fanny mußte am nächsten Tage wiederkommen. ( Fortsegnug folgt.) und den Ringen; dort hatte Frizz auch den Stall für sein in den Backofen sperren, so mußte Fanny sich hütten, des Bforte getreten sind. Die braven Leutchen haben eine sehr| 10 pCt. Dividende. So wird England in seinen eigenen Herr Schneidt ist, wie uns von durchaus zuverlässiger traurige Entdeckung gemacht: Die Geistlichen der anderen Kolonien gefährliche Konkurrenz gemacht. Die Ausfuhr nach Seite mitgetheilt wird, nicht mehr auf dem Herold- Depeschenchristlichen Sekten haben nämlich den Streik benutzt, um Indien muß unter diesen Verhältnissen stetig finten, ja es bureau oder für dasselbe beschäftigt. Es wird uns verihnen die Kundschaft und fromme Seelen abzujagen muß die Gefahr ins Auge gefaßt werden, daß Indien wegen sichert, daß das genannte Bureau sich völliger Unparteilichwährend die griechisch- katholischen Kirchen geschlossen waren, seiner billigen Arbeitslöhne, seiner fast ganz ungekürzten feit befleißige und, als es Herrn Schneidt's Dienste annahm, öffneten sie die ihrigen sperrangelweit und trieben den Seelen- Arbeit und der Ersparniß des Seewegs für die Rohprodukte über die Persönlichkeit desselben nicht unterrichtet war. fang mit solchem Eifer und Erfolg, daß es den armen bald nach Europa exportiren wird. So schafft auch die englische Genauere Recherchen haben ergeben, daß Herr Schneidt die griechisch- katholischen Bischöfen ganz Angst geworden ist um Kolonialpolitik ernsthafte Konkurrenzverhältnisse, nicht nur der Verbreitung von alarmirenden und provozirenden Nachrichten ihre Seelen und ihr Geschäft und da bitten sie nun die Landwirthschaft, sondern auch der Industrie. Das Resultat dieser über die Bergarbeiter- Bewegung seit längerer Zeit als Spe heidnische Pforte um gut Wetter. Ob der Sultan sich er- Entwicklung ist die Versperrung der Absatzgebiete und immer zialität betreibt. Wer Herrn Schneidt kennt, weiß auch weichen lassen wird? gefährlichere Konkurrenz in Europa selbst. Daß dies zum für wen er gearbeitet hat und noch arbeitet. Bei dieser Gelegenheit sei daran erinnert, daß die ver- Bankerott unseres Wirthschaftsystems führen muß, wird schiedenen christlichen Konkurrenz- Sekten in Jerusalem am bald der blödeste Optimist einsehen. So mehren sich von Freie Eisenbahnfahrt ist wie unsere Leser aus " Heiligen Grab" sich mörderisch zu prügeln pflegen, und Tag zu Tag die Zeichen, welche darauf hindeuten, daß Bundes ersehen haben, eine Forderung der Ardem Programm des australischen SozialistenDaß dann die türkische Polizei Ruhe zu stiften hat. Es unsere Wirthschaft vollständig andere Bahnen einschlagen beiter- Bartei in Australien. Auf den ersten Blick mag geht eben nichts über die christliche Nächstenliebe" da- muß. von wissen auch wir in Deutschland ein Liedchen zu sie etwas Befremdendes haben, allein es ist nur die Neufingen. Aus Amerika werden gräuliche Einzelheiten über die heit, das Ungewohnte, was auffällt. Wenn man sich die Indianerme geleien gemeldet. Leider ist es noch Sache genauer ansieht und bedenkt, daß heutzutage auch die Die Baumwoll- Industrie in Britisch- Indien macht nicht zu Ende. Diesmal scheint es auf die Vertilgung der Benutzung der Straßen und Brücken frei ist auf rasche Fortschritte. Nach den neuesten Berichten giebt es paar Tausend übrig gebliebenen Indianer in jenen Gegenden denen früher ein 3o II bezahlt werden mußte so erscheint dort 124 Fabriken zur mechanischen Verarbeitung der Baum- abgesehen zu sein. die Forderung durchaus erklärlich. Nur versteht sich von wolle; sie verbrauchen bereits 37 pCt. der jährlichen Ernte Ist denn Niemand im amerikanischen Kongreß, der im selbst, daß die Verstaatlichung der Eisenbahnen und beschäftigen 91 600 Personen. Die meisten dieser Fa- Namen der Menschlichkeit gegen diese schmachvolle Massen- überhaupt aller Verkehrsmittel die nothwendige Vorbriken sind Aftienunternehmungen und Gründungen von mörderei protestirt? bedingung ist. Eingebornen; keine Gesellschaft vertheilte 1889/90 unterl Theater. Sonnabend, den 3. Januar. Opernhaus. Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhans. Was ihr wollt. Leffing- Theater. Auf der Höhe des Jahrhunderts. Berliner Theater. Goldfische. Deutsches Theater. Der Sohn der Wildniß. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Die Gondoliere. Wallner- Theater.' Nullerl. Residenz- Theater. Der Kampf ums Dasein. Viktoria Theater. Die sieben Raben. Bellealliance- Theater. Mein Freund Lehmann. Gtend- Theater. Die sieben Naben. Thomas- Theater. Der Soldaten. freund. Circus Renz. Karlstraße. Sonnabend, den 3. Januar, Abends 7 Uhr: Todes- Anzeige. Am Donnerstag, früh 44 Uhr, verschied nach kurzem Leiden unser lieber Sohn Richard im 23. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Familie Wolff, Pappel- Allee 19, NB. Die Beerdigung findet am Sonn18 Deffentliche Versammlung für Männer u. Frauen Gala- Vorstellung. tag Nachmittag um 3 Uhr von der Die Touristen, oder: Ein Sommer- Leichenhalle des Elisabeth- Kirchhofes, tag am Tegernsee." Große Original- Prinzen- Allee, statt. Pantomime m. Tänzen u. Gruppirungen Am 31. Dezember verstarb unser 2. vom Hof- Balletmeister A. Siems, neu Kollege, der Stockarbeiter Johann 2 arrangirt und in Szene gefeht vom Pavel, an der Proletarierkrankheit. meister Herrn A. Cahnbley. Außer Direktor E. Renz, Musik vom Kapelldem: Schulquadrille, geritten von acht den 4. Jan., Nachm. 22 Uhr, von der Die Beerdigung findet am Sonntag, Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes in des Leseklubs ,, Karl Marx" am Sonntag, den 4. Januar ds. Js., Nachmittags 5½ Uhr, in der Berliner Bockbrauerei am Tempelhofer Berg. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Kendziora über:" Was ist Wahrheit." Diskussion. 8. Verschiedenes.- Nachdem gemüthl. Beisammensein mit Tanz. Der Vorstand. Deffentliche Versammlung Herren. Jeu de la rose, geritten von der Herrmannjir.( Niydorf), aus statt. d. Vergolder, Vergolderinnen u. Berufsg. Frl. Clodilde Hager und Miß Lillie Meers. 6 irländ. Jagdpferde( Non plus ultra der Pferdedressur) dress. u. vorgef. von Herrn Franz Renz. AufDie Kollegen der Fabrik von Briese& Co. Allen Freunden die traurige Nach13 9 am Montag, den 5. Januar, Abends 8 Uhr, in Scheffer's Salon", Insel- Strasse No. 10. Tages- Ordnung: treten des phänomenalen Reittünstlers richt, daß meine liebe Frau nach 2. Abrechnung vom Streit der Rahmenvergolder. 3. Abrechnung von ber 1. Die Humanität unserer Arbeitgeber. Referent Kollege Fries. Adolph Ernst- Theater. Unsere Mr. J. F. Clarke. 3 Gebr. Briatore, schwerem Leiden sanft entfchlafen ist. Agitationskommission. 4. Bericht unserer Delegirten von der Berliner StreitDon Juans. gymnastische Clowns. Miß Zelia Zampa, Die Beerdigung findet am Sonntag, den Kontrolkommission. 4. Verschiedenes.- Um zahlreiches und pünktliches Eramerikanische Luftvoltigeuse. Mr. 4. d. M., Nachm. 2 Uhr, von dem scheinen bittet Kaufmann's Variété. Große Spe- B. Fillis, Jockeyreiter ersten Ranges. Trauerhause, Schenckendorfstr. 2, statt. Die Agitationskommission. zialitäten- Vorstellung. Franz Feld. Verein zur Wahrung d. Jnteressen der Klavierarbeiter und verwandter Berufsgenossen. Die 31 M., die für mich in Joel's Salon in der Nacht zum neuen Jahre Theater der Reichshallen. Große Auftreten der Reitkünstlerinnen Frls. 15 Theater der Reichshallen. Große Zephora und Natalie, sowie konische Spezialitäten- Vorstellung. Concordia. Große Spezialitäten- Entrees von fämmtlichen Clowns. Vorstellung. Morgen, Sonntag, 2 Borstellungen. Gebr. Richter's Variété. Große Nachm. 4 Uhr und Abends 7½ Uhr Spezialitäten- Vorstellung. Wintergarten. Große SpezialitätenVorstellung. E. Renz, Direktor. Englischer Garten. Circus Schumann. Direktion: C. Andress, Alexanderstraße 27c. Clara Conrad, Lieder- und Walzerfängerin. Jenny Reimann, Rostüm- Soubrette. Max Menzel, Gesangskomiter. Mr. Koberstein, Malabarist. Friedrich- Karl- Ufer. Heute Abend 71/2 Uhr: Große Gala- Vorstellung = mit vorzügl. Programm. Zum Schluß der Vorstellung die fenfationelle Wasserpantomime Mc. Lean Brothers, Amerikan. Eine ländl. Hochzeit, Neger- Excentric. Gebr. Willmo, musikalische Clowns. Anfang Wochentags 8 Uhr. Sonntags 5/2 Uhr. Entree Wochentags u. Sonntags 30 Pf. 50 Pf. und 75 Pf., im Vorverkauf 20 und 30 Pf. Circus nuter Wasser. DE Sensationelle Wasser- Pantomime. Spezialität: 4 Wassernymphen. Sonntag, den 4. Januar: 2 große Borstellungen, Nachmittags 4 Uhr und Abends 71/2 Uhr. Nachmittags i Kind frei. Abends die Wasserpantomime Etablissement Buggenhagen Eine ländliche Hochzeit". am Moritzplatz. Täglich: Grosses Concert. I Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Entrée Wochentags 10 Pfg., Sonn- und Festtags 25 Pfg. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Castan's Panopticum. Prof. Dr. R. Koch im Labora torium. Amazonen- Truppe a. d. Leibwache des Königs von Dahomey. eu WeihnachtsAusstellung. Damen- Kapelle. Entree 50ẞf. Kinder 25 Pf. v.9 Uhr Morg. bis 10 Uhr Ab. Passage" gefammelt find, habe ich dankend General- Versammlung 7 Die besten Glückwünsche zum neuen Jahreswechsel und ferneres Gedeihen des Beerdigungsvereins d. Berl. Zimmerlente sendet hierdurch 14 am Montag, den 5. Jannar, Abends 8 Uhr, in Deigmüller's Salon", Alte Jakobstraße No. 48 a. Tages Ordnung: 99 4 1. Rassenbericht vom 4. Quartal. 2. Jahresbericht des Vorstandes und W. Bandelow, Langestr. 13. der Kommissionen. 3. Werkstattangelegenheit. Die Kollegen von Wöhler sind hierzu eingeladen. Allen Freunden und Gen. zur Nachricht, daß ich dem Charlottenburger Gastwirthsverein nicht angehöre. Hermann Pieran, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 36. 3 Die Beleidigung gegen Frau Löffler nehme zurück. M. lükke. 26 Nur Mark kostet jede Uhr zu reinigen unter Garantie. Bei allen Reparaturen wird der Preis vorher gesagt. 2206 Außerdem empfehle den Der Vorstand. Grosse öffentliche Volks- Versammlung für Schöneberg und Umgeg. am Dienstag, den 6. Januar 1891, Abends 7 Uhr, in der Schloßbrauerei Schöneberg. Tagesordnung: 1. Die Organisation der sozialdemokratischen Partei. Referent W. Werner. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes für Schöneberg. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten findet eine Schöneberg. 4. Verschiedenes. Tellersammlung statt. Um zahlreichen Besuch bittet 5 Der Einberufer. Die Fachvereins- Versammlung der Steinmetzen Genossen mein Lager in goldenen und findet am Sonntag nicht statt. Albernen Uhren, Regulateuren, 2591 Bratweilsche Bierhallen Wand- u. Wecherahren, Betten, Täglich: Grosses Concert mit Quartett- Sängern, ausgeführt von dem Musik- Direktor H. Sauftleben. Wochentags: Frei- Concert. Sonntags Entrée 20 Pf. Empfehle auch zugleich 8 Billards, 3 Regelbahnen und einen Saal zu Vergnügungen und Versammlungen. 703 F. Sodtke. 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Abrechnung über die für die Hamburger Ausgesperrten gesammelten Gelder. 2. Bericht über die Gewerkschaftskonferenz. 3. Verschiedenes. Jeder Steinmetz ist zu dieser Versammlung eingeladen. 2592 Telephon Amt 9 a 578. Der Einberufer. Achtung, Töpfer! Telephon Amt 9a 578. Die Geschäftsstunden des Arbeitsnachweises sind vom 4. Januar 1891 bis auf weiteres wie folgt festgesetzt: An Wochentagen Vormittags von 8 bis 12 und Nachmittags von 2-6 Uhr. Des Sonnabends Vormittags von 8 bis 12 und Nachmittags von 3-8 Úhr. An Sonn- und Feiertagen Vormittags von 9-10 Uhr. Von diesem Tage ab befindet sich die Bibliothek im Arbeitsnachweis. Der Umtausch der Bücher geschieht in den Geschäftsstunden. 16 Soeben erschien Heft 4 von: Der Vorstand. Die Urgesellschaft. Untersuchungen über den Fortschritt der Menschheit aus der Wildheit durch die Barbarei zur Zivilisation. Von Lewis H. Morgan. Deutsch von W. Eichhoff und Kautsky. Das höchst interessante Wert, das Jedem zur Anschaffung empfohlen wird, wird in ca. 11 Heften à 50 Pf. vollständig sein. HF Vorräthig in unserer Expedition, Beuthstr. 3. Breiſe! Sämmtliche im Handel Restaurant zum Bukunftsstaat" befindl. Rohtabate sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt.[ 746 19 Adolph Scholtz, Kaftanien- Allee Nr. 35. Gesammte Arbeiterliteratur inkl. ,, Gazeta Robotnicza" liegt aus. Verantwortlicher Redakteur: Curt Baake in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Hierzu eine Beilage. Beilage zum„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 2. Chronik der wichtigsten politischen und Partei- Ereignisse im Jahre 1890. Januar. 8. Ausschreibung der Reichstagswahlen für den 20. Februar. 9. Zusammentritt des Reichstags. 13. Johannes Wedde+. 14. Wohlgemuth wird mit einer Jahrespension von 3650 M. in Ruhestand versetzt. 15. Gröffnung des preußischen Landtags. 24. Spezialberathung des Sozialistengesetzes. Mit 166 gegen 111 Stimmen wird die unbeschränkte Dauer des Gesetzes beschlossen. 25. Dritte Berathung des Sozialistengesetzes. Rede des Prinzen zu Schöneich- Carolath gegen die Handhabung des Sozialistengesetzes. Mit 169 Stimmen der Deutsch- Konservativen, des Zentrums, der Polen, Freisinnigen und Sozialdemokraten wird das Gesetz abgelehnt. Für dasselbe stimmen 98 Freitonservative und Nationalliberale. Hierauf wird der Reichstag geschlossen. Februar. 2. Der schweizerische Bundesanwalt bedroht den Rheinfelder Bezirksamtmann Baumer mit amtlichem Einschreiten, weil derselbe auf die Affaire Wohlgemuth bezügliche Aktenstücke zu veröffentlichen beabsichtigt. 5. Die kaiserlichen Erlasse vom 4. Februar, betreffend die internationale und nationale Fabrifgesetzgebung, werden vom Reichsanzeiger" publizirt. 10. Streif der Dockarbeiter in Dundee. 15. Eröffnung des zur Berathung der kaiserlichen Erlasse einberufenen Staatsraths. 18. Graf Julius Andrassy, früher österreichischer Minister des Auswärtigen, Mitbegründer des Dreibundes+. 20. Wahltag in Deutschland. Sprengung des Kartells. Sieg der Sozialdemokratie. Unsere Partei geht als die stärkste aus dem Wahlkampfe hervor. Im ersten Ansturme erringen wir 20 Size und kommen in 58 Stichwahlen. Für uns hatten 1 341 587 Wähler, 567 405 mehr wie im Jahre 1887 ihre Stimme abgegeben. Die Wahl und insbesonders unsere Erfolge machen in der ganzen Welt das größte Aufsehen. Der Sturz Bismarcks gilt nach unserem Erfolge als besiegelt. 24. Die französische Rammer beräth einen reaktionären Preßgefeßentwurf. 25. Das sozialdemokratische Zentral- Wahlkomitee erläßt einen Aufruf zu den Stichwahlen und bestimmt als Losung: Nieder mit dem voltsseindlichen Kartell! Fort mit den Berewigern des Sozialistengesetzes! Die deutsche Partei wird von den ausländischen Bruderparteien zu ihrem Wahlsiege beglückwünscht. 28. Der Reichsanzeiger" veröffentlicht das Programm der Berliner Arbeiterschutzkonferenz und die Einladungen an die fremden Regierungen. März. 1. Stichwahlen in Berlin. Trotz starter Stimmenzunahme der sozialistischen Kandidaten siegen die Freifinnigen. 6. Die Stichwahlresultate werden bekannt. Die sozialdemo fratische Fraktion ist 35 Mann start. Neben dem großen Erfolge der Sozialdemokraten ist der Verlust von 54 Mandaten der nationalliberalen Partei das bemerkenswerthefte Resultat der Wahl. 9. Versammlung im Londoner Hyde- Park, welche gegen die unmenschliche Behandlung politischer Gefangener in SiEirien protestirt. 10. Explosion in der Kohlengrube Morfa( England). Mehrere Hundert Bergleute verschüttet, 87 getödtet. 14. Demission des französischen Ministeriums Tirard. " In den Liverpooler Docks feiern 50 000 Arbeiter. 13. Zusammentritt der Arbeiterschutz- Konferenz. 17. Ein Ministerium Freycinet tritt an Stelle des Ministeriums Tirard. " Entlassung des Fürsten Bismarck als Reichskanzler, Ernennung zum Herzog von Lauenburg. 18. Die Gräber der Berliner Märzgefallenen werden zahlreich besucht und bekrängt. 20. In der Magdeburger Nachwahl wird Bock( Sozialist) mit großer Majorität gewählt. 21. Die italienische Kammer liefert Genossen Costa den Gerichten aus. " Englische Zeitungen veröffentlichen Nachrichten über Greuelthaten in Sibirien. 28. Aufruf zur Gründung einer freien Volksbühne in Berlin. Aufruf einiger Berliner, betr. die Feier des 1. Mai. " Rothenburger Tage. Sonnabend, den 3. Januar 1891. März. 25. Stellungnahme des Parteivorstandes zur 1. Mai- Feier. 27. Auf einigen westfälischen Zechen bricht Streit aus. 28. In Barcelona( Spanien) legen 14 000 Fabrikarbeiter die Arbeit nieder. ❤ Ein furchtbarer Zyklon verwüstet eine Gegend Nordamerikas. 29. Hamburg. Die Kalkutta- Linie verwendet Neger auf ihren Dampfern als Heizer. # April. n Die Elberfelder Staatsanwaltschaft zieht ihre Revision in dem Elberfelder Riesen- Geheimbundsprozeß zurück. London. 10 000 Schuhmacher stellen die Arbeit ein. 1, Die Beschlüsse der internationalen Arbeiterschutz- Konferenz werden bekannt. Der Streit zwischen den Wadenstrümpflern und Wasserstieflern unter den Deutschfreisinnigen( Rickert- Barth- Richter) dauert fort. 3. Die Berliner Polizeibehörde verbietet eine Volksversammlung, die sich mit der Frage: Was soll am 1. Mai geschehen?" befassen sollte. 6./7. " Studenten- Unruhen in Petersburg, Charkow und Moskau. Schweizerischer Gewerkschaftstongreß in Olten. 7.- 9. Kongreß der deutschen Zimmerer in Gotha. 12. Aussperrung von 3000 Geraer Webern wegen Nichtannahme einer neuen Fabrikordnung. 13. Konferenz der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion in Halle a. S. wegen der Frage des 1. Mai. Aufruf an die Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. 18. Errichtung eines Denksteines an der Stätte bei Genf, wo Lassalle die Todeswunde empfing. 20. Brauerstreik in Berlin. 21. Schuhmacherstreit in Berlin. 22. Eingang eines Nachtragsetats im Abgeordnetenhause, der eine geringe Erhöhung der Gehälter der unteren Beamten vorschlägt. 24. Ausbruch des Geraer Textilarbeiter- Streits. 25. Ufas des Vereins Berliner Eisengießereien und Maschinenfabriken, welcher den Arbeitern das Feiern am 1. Mai unter Androhung sofortiger Entlassung verbietet. Zahlreiche Arbeitseinstellungen. Reichstags- Abgeordneter Schippel vom Chemnitzer Landgericht wegen Vergehens gegen§ 131 des Str.-G.-B. zu 9 Monaten Gefängniß verurtheilt. " 27. Trauerfeier der Braunschweiger Arbeiter am zehnten Todestage Brackes. 28. Anarchistenverhaftungen in Paris. Mai. in 1. Feier des 1. Mai auf dem europäischen Kontinent, Amerika und in Australien. Glänzender, allgemein ruhiger Verlauf. 3. 2. Große Arbeiteraussperrungen in Hamburg. Reichstags- Abgeordneter Kunert vom Breslauer Landgericht wegen Majestätsbeleidigung zu 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. 4. Der Streit der Berliner Schuhmacher wird unter Ausnahme der Arbeiter der 1. und 2. Lohnklasse für beendet erklärt. 4. Maifeier der englischen Arbeiter. Mai. 8. Jahrg. 17. Beschluß der sozialdemokratischen Fraktion, beim Reichstag einen Antrag einzubringen, wonach in die Verfassung ein Artikel aufgenommen werden soll, welcher dem Reichstage die Möglichkeit giebt, Kommissionen zur Untersuchung sozialer und ökonomischer Verhältnisse einzusehen. 17., 19., und 20. Erste Berathung des Arbeiterschutz- Gesetzentwurfes der Regierung im Reichstage. 20.- 23. Internationaler Bergarbeiter- Kongreß in Jolimont. 21. Die Reichstags- Kommission zur Berathung der Novelle der Gewerbe- Ordnung( Arbeiterschutz- Anträge) konstituirt fich. Der Reichstag vertagt sich bis zum 9. Juni. 23. Die Hamburger Polizei beschlagnahmt die Streikkasse der Ewerführer. 25.- 29. Evangelisch- sozialer Kongreß und Lehrertag in Berlin. 29. Die Pariser Polizei verhaftet 15 Russen und Polen ( Mendelsohn und Genossen). " Die Hamburger Unternehmer- Koalition nimmt unter dem Namen„ Industrie- und Gewerbe- Verband" dauernde Form an. V 31. Der deutsch schweizerische Niederlassungsvertrag wird abgeschlossen. Korrespondenzen und Parteinachrichten. Driesen. Auch hier regt sich die Sozialdemokratie. Wir hatten jetzt zu den Feiertagen zwei große öffentliche Volksversammlungen. Am 27. Dezember eine, in welcher der Genosse Millarg- Berlin über die wirthschaftlichen und politischen Verhältnisse unter lebhafter Zustimmung der Versammlung referirte. Die Verhältnisse sind hier am äußersten Osten der Provinz an der Grenze von Posen sehr traurige. Das Resultat dieser Volksversammlung war, daß einstimmig beschlossen wurde, einen Allgemeinen Arbeiterverein für Driesen und umgegend zu gründen. Ebenfalls wurde ein provisorischer Vorhand gewählt, zur Ausarbeitung von Statuten. Es wurden Stolz aus Vordamm, Schiffmann und Apel aus Driesen und Wende aus Kietz gewählt. Wir denken auch hier unser möglichstes zu thun, um den Sozialismus unter die ländliche Bevölkerung zu verbreiten, damit wir bei der nächsten Reichstagswahl, statt 1002 Stimmen auf unseren Kandidaten zu vereinigen, in die Stichwahl kommen können. Am 28. Dezember fand gleichfalls hier eine öffentliche VoltsVersammlung statt mit der Tagesordnung: Berichterstattung vom Parteitage in Halle. Referent: R. Millarg- Berlin; Wahl eines Vertrauensmannes für den Kreis Friedeberg; Verschiedenes. Genosse Millarg besprach in sehr fachlicher und korrekter Weise die Verhandlungen des Parteitages und erledigte sich seiner Aufgabe in ungefähr 34 Stunden zur vollsten Zufriedenheit seiner Mandatgeber. In der Diskussion schien es heiß hergehen zu wollen, da die Großindustriellen und Vertreter der Konservativen und Freisinnigen herangerückt waren, um dem Referenten die Hölle heiß zu machen. Dieser führte sie aber ganz ge hörig in feinem Schlußwort ab, daß sie fortliefen. Ihre Fragen und Ansichten deckten sich vollständig mit den Irrlehren von Eugen Richter. Sodann wurde zur Veraus Trebitsch bei Driesen einstimmig für den Friedeberger Kreis gewählt. Die Versammlung erklärte sich mit den Ausführungen des Referenten vollständig einverstanden. Ebenfalls erkennt die Versammlung das Vorgehen und die Haltung der sozialdemokratischen Reichstags- Fraktion als richtig und den wirthschaftlichen Verhältnissen entsprechend an, und drückt hierdurch ihre vollste Anerkennung aus. 5. Dem auf den 6. Mai einberufenen Reichstage geht die Arbeiterschutz- Vorlage und der Gesetz- Entwurf trauensmännerwahl geschritten und der Genosse Robert Schience betreffend die Einführung von Gewerbegerichten zu. 6. Die Thronrede läßt das Sozialistengesetz unerwähnt. Dem Reichstage geht eine Militärvorlage zu, welche die Erhöhung der Friedenspräsenzstärke um 18 574 Mann vorschlägt. Der von den Grenzboten" gemachte Vorschlag, die Arbeitsniederlegung in Massen als Erpressung zu bestrafen, findet in der nationalliberalen Presse begeisterte Zustimmung. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion reicht eine Novelle zum Unfallversicherungs- Gesetz ein. Die hiesigen Genossen werden weiter arbeiten. Ebenfalls werden wir uns mit den zu uns kommenden Polen beschäftigen durch Wort und Schrift( polnische Zeitung). Denn was hier erst ein Bauernschädel erfaßt, das läßt er so leicht nicht wieder fahren. Die Verhältnisse sind hier für die Sozialdemokratie 7. Der„ Hann. Cour.", das Organ Bennigsen's, erklärt, die letzten Bedenken der Nationalliberalen gegen die Auf- günstige. hebung des Sozialistengesetzes seien durch den günstigen Verlauf des kritischen Tages( 1. Mai) beseitigt. 8. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion bringt ihren Arbeiterschutz- Gesezentwurf beim Reichstag ein. 9. Erste Berathung des Gesetzentwurfes, betr. die Gewerbegerichte im Reichstage. 10. In Greiz streifen 4000 Weber. In Gera dauert der Streik fort. 12. Streit der Hamburger Gasarbeiter. " Eine Versammlung sämmtlicher Gewerkschaften Berlins beschließt, ein Streit- Kontrolkommission ins Leben zu rufen. 16. Erste Berathung des Gesezentivurfs, betr. die Friedens präsenzstärke des deutschen Heeres im Reichstage. Roman aus der Zeit des großen Bauernkrieges von 1525. gestorben sein. dala Von Wilhelm Blos. ( 26. Fortsetzung.) Sie wollte noch einen Blick auf Bärbchen werfen. In diesem Augenblick trat der Mond mit seinem gelben Licht voll zwischen den Wolfen hervor und beleuchtete das blasse, findliche Antlig Bärbchens, das in Kurzem von den scharfen Zähnen der Wölfe zerfleischt werden sollte. Da siegte in Agnesens Herz der schöne und starke Bug milder Menschlichkeit, der all ihr Thun und Lassen bestimmte. Das Geheul der Wölfe erscholl markerschütternd in der Nähe. ske Sorau. Eine öffentliche Boltsversammlung tagte hier am Sonntag, den 28. Dezember v. J. unter Vorsitz des Genossen Nawatzki. Der große geräumige Saal sowie die Galerie waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Auch eine beträchtliche Anzahl Frauen war erschienen. Der Polizeibeamte erklärte, daß die Frauen den Saal verlassen müßten; es tam infolge dessen zu einer lebhaften Auseinandersetzung zwischen dem Referenten und dem Polizeibeamten. Derselbe erklärte, sowie die Frauen im Saale blieben, würde er die Versammlung auflösen. Um dem vorzubeugen, entfernten sich schließlich die Frauen. Nunmehr konnte in die Tagesordnung eingetreten werden:" Die sozialdemokratische Bewegung in ihrem Anfang, in der Gegenwart Burgvogts Gesicht leuchtete auf vor Freude und Rührung, daß er noch rechtzeitig gekommen. nieder. Es mochte für Bärbchen gut sein, daß sie in der Ohn macht lag; sonst mochte das zarte Mädchen wohl vor Schreck Bärbchen, die wieder munter und lebhaft geworden, Vorsichtig schlichen die Raubthiere um die Hütte; als erzählte in fliegenden Worten, was vorgefallen; sie wußte fie die Leute drinnen witterten, heulten sie wieder laut auf. den Muth und die Standhaftigkeit Agnesens nicht genug zu Der Hunger trieb sie zum Angriff. Einer nach dem Andern preisen. Agnes aber blieb einsilbig und sah trübe voe sich rannte wider die Thür und warf sich mit dem ganzen Körper dagegen. Agnes mußte sich verzweifelnd wider die Thüre stemmen und kaum reichte ihre Kraft aus, die wüthenden Bestien abzuhalten. Einmal gelang es dem größten und stärksten der Wölfe, seinen zottigen Kopf mit den funkelnden Augen durch die Thürspalte zu drängen; er am Agnes so nahe, daß sie seinen stinkenden Athem fühlte. Da stieß sie ihm ihren Dolch ins Auge. Laut aufheulend fuhr das Unthier zurück. Agnes fühlte ihre Kräfte schwinden. Bärbchen war erwacht und stöhnte laut. Umsonst rief sie Agnes um Beistand an; sie blieb in der Ecke liegen, vom Schreck gelähmt, bei dem Wolfsgeheul. Aber nun wollte doch das Verderben kommen. Eines Der Schreck ist recht in sie gefahren," murmelte der Burgvogt mitleidig. Hätte er in Agnesens Herz blicken können! Des Frankenweines Zauber. Es begann in diesen Tagen abwärts zu gehen mit der Sache des Volkes. Die Franken lagen den Mai hindurch stille vor dem Schloß ob Würzburg; das that ihnen nicht gut. Viele waren heimgekehrt, um ihr Feld zu bestellen; es waren gerade die Besten gewesen, die man hatte ziehen lassen, denn von ihnen hoffte man bestimmte Wiederkehr. Die Hauptleute beschlossen, abermals zu stürmen und versprachen denen reiche Beute, die sich freiwillig zum Sturme " Fliehe!" rief es ihr nochmals zu. Nein", schrie Agnes laut,„ nein!" Sie sprang wieder vom Pferde herab, das nun mit einer letzten verzweifelten Anstrengung sich losriß und wie ein Pfeil davon flog. Agnes aber schleppte, nochmals alle der Thiere war von einem Erdhaufen aus auf das flache stellen wollten; man legte Liſten aus, aber nur Wenige Sträfte aufbietend, Bärbchen in die Köhlerhütte zurück, legte Dach der niederen Hütte gesprungen. Das Dach hatte eine schrieben sich ein, zum Stürmen entschlossen. So zog sich die Bewußtlose zur Seite und stemmte sich wider die Thür schadhafte Stelle; kam der Unhold dorthin, so brach er die Belagerung hin, zum Unheil für die Sache des gemeinen der Hütte, von der nun die Rettung der beiden Mädchen mit dem Dach herunter und die beiden Mädchen waren ver- Mannes, während in der luftigen und üppigen Stadt sie abhing. Sie hatte keine Waffe mit Ausnahme eines kleinen loren. Agnes wußte das wohl; der Regen war dort durch mit allerlei Kurzweil und Muthwillen die große Zeit verDolches, den sie im Gürtel trug. das Dach hereingekommen. geudeten. Sie schloß die Augen vor dem furchtbaren Schicksal Eh mich die Bestien lebendig zerreißen, stech' ich Derweilen spielte das Rothenburger Geschütz wider das den Dolch in mich", knirschte sie in sich hinein. - da hörte sie draußen Pferdegetrappel, die Hilfe kam. Der Schloß. Hanns Boßler, der Büchsenmeister, wußte wohl Jetzt erscholl das Wolfsgeheul draußen vor der Hütte. Burgvogt und die Jäger hatten endlich die Spur der ver- zu treffen, und ein mächtig Stück Mauerwerk nach dem Wölfe waren damals in Franken nichts Seltenes; mißten Mädchen gefunden. Ein Schuß blitte auf und andern prasselte himunter in den Graben. Die im Schloß manchmal tamen sie in großen Schaaren aus den Ardennen, warf den Wolf von dem Dach herab; die anderen flohen feuerten tapfer und in den Schanzen, wo die Geschütze der oder aus den Karpathen. Es waren ihrer drei, die vor der heulend davon. Bauern standen, lagen Leichname und zerrissene Glieder Hütte standen, und sie konnten wohl hungrig sein, denn sic Agnes trat heraus und die Jäger jubelten laut auf, in Menge umher. Aber auch von der Besatzung fiel heulten grimmig auf und fletschten die Zähne. als sie ihrer anfichtig wurden; selbst des griesgrämigen so Mancher und den Domherrn, die an ein behaglich und be angenommen. * # * Frankfurt a. M. Genosse Hoch, der im verflossenen Jahre so oft vor der hiesigen Strafkammer erscheinen mußte, hatte sich am Sylvestertage wieder wegen eines Preßvergehens zu verant worten. Genosse Hoch soll durch einen Artikel seines Blattes den Assessor Romen, den er für den Verfaſſer einer Anklageschrift wider ihn hielt, beleidigt haben. Das Urtheil wider Hoch lautete auf 400 Mart oder 40 Tage Haft und Publikation. und Zukunft." Als Referent war Genosse Lint aus Berlin er- daß die hartnäckige Abneigung gegen die Luftheizung auf bloßen seiner denkwürdigen Veröffentlichung vom 13. November hat Roch schienen. Derselbe entledigte sich seines Auftrages zur Zufrieden- Widerspruchsgeist zurückzuführen ist. Wenn der Herr Stadtschul- den Gedanken wachgerufen, ob nicht doch noch manchen von heit der Anwesenden. rath die Forderung des Stadtverordneten Stadthagen, den Ge- diesen Schwerkranken, die im übrigen durch das Mittel in gleicher Eine Diskussion fand nicht statt, trotz der Aufforderung, fundheitszustand der Gemeindeschüler ärztlich überwachen zu lassen, Weise beeinflußt werden, durch Kombination des neuen Heildaß die anwesenden Gegner sich zum Wort melden mögen. Nach damit für überflüssig erklären zu können glaubte, daß Lehrer und verfahrens mit chirurgischen Eingriffen, nach Art der Empyemeinem Schlußwort des Genossen Link wurde folgende Resolution Verwaltungsbeamte selbst in der Lage seien, die allgemein ver- Operation, oder mit anderen Heilfaktoren zu helfen sein sollte. Die Versammlung erklärt sich mit den Aus- breiteten Gesundheitsregeln in den Schulen anzuwenden, dann Jetzt nun erstattet Prof. Sonnenburg in der„ D. Med. Wchschr." führungen des Referenten einverstanden, und verpflichtet sich, follte man gerade erwarten, daß neben den Verwaltungsbeamten vom 1. Januar 1891 den ersten Bericht über die chirurgische Beunermüdlich für die Lehren und Ideen der Sozialdemokratie zu auch Lehrer angehört würden; denn vom grünen Tisch aus läßt handlung der Kavernen. Am 12. Dezember operirte er den ersten agitiren. Um die Organisation und Agitation fräftiger als sich doch nicht prüfen, ob der Gesundheitszustand der Schulkinder derartigen Fall; in den nächsten Tagen folgten 3 weitere Fälle. bisher zur Ausführung bringen zu können beschließt die heutige gefährdet und ein Eingreifen erforderlich ist. Aber als vor mehreren Dreimal bei Kavernen( Höhlen) in der Spize waren Verwachſungen Versammlung einen Wahlverein für Sorau und Umgegend zu Jahren ein Gemeindeschullehrer behauptete, daß er die Luftheizung der Pleura und Lunge vorhanden; in einem Falle, in welchem gründen. Nach Erledigung einiger Punkte schloß der Vorsißende nicht vertragen könne, und sich wiederholt gestattete, das Fenster die Kaverne tiefer, aber sehr oberflächlich lag, fehlten Adhäsionen, die Versammlung mit einem dreisachen Hoch auf die internationale zu öffnen, was in diesem Falle die einzig erfolgreiche Ventilation doch haben sich nachträglich Verwachsungen gebildet, und auch Sozialdemokratie. ist, gerieth er sehr hart mit seinem Rettor zusammen. Der Lehrer hier konnte die Raverne freigelegt werden. Sämmtliche Patienten wurde nach fortgesetzten Reibereien strafversezt und ist dann ganz wurden in Gegenwart des Geheimraths Roch operirt; es waren Elberfeld, 81. Dezember." Amm 7. Oktober brachte die und gar aus dem Kommunaldienste ausgeschieden. Wie sagte doch drei Arbeiter und ein Kutscher in mittlerem Alter, bei denen „ Elberfelder Freie Preſſe" einen Leitartikel, betitelt Sozialismus der Herr Stadtschulrath? Beschwerden werden zuständigen Drts weder allgemeiner Kräfteverfall, noch bedeutende Zerstörungen und Religion". Auf die Denunziation der freisinnigen Barmer gewissenhaft geprüft und erledigt." Die Untersuchungen, der Lungen infolge von Tuberkulose vorlagen, sondern bei denen Zeitung" fand im Redaktionslokal unseres Bruderorgans Haus welche auf Veranlassung einer Anzahl von Lehrern und ein guter Kräftezustand vorhanden und außer einer bestimmt zu suchung nach dem Manuskripte statt und es erfolgte öffentliche unabhängig von der Schulverwaltung durch Fachmänner lokalisirenden Kaverne feine erheblicheren oder nicht zu ausAnflage wegen Verlegung des§ 166( Gotteslästerung und Be- ausgeführt worden sind und deren Resultate seiner Zeit in einer gedehnte Veränderungen der Zunge nachgewiesen oder vermuthet schimpfung von Einrichtungen der christlichen Kirche). Heute fand Fachzeitung veröffentlicht wurden, haben ebenso wenig an der werden konnten. Die Beobachtung und Ueberwachung der Kranken nun vor der Strafkammer des hiesigen königl. Landgerichts die Sache geändert. Das von dem Stadtv. Stadthagen erwähnte besorgte in mustergiltiger Weise Assistenzarzt Dr. Plähn. Die öffentliche Verhandlung statt und Redakteur Grimpe hatte sich zu Experiment mit weißem Papier oder auch mit Watte, durch Patienten, bei denen man zur Gröffnung der Kavernen schritt, verantworten. Der Staatsanwalt beantragte drei Monate Ge- welche man den Ruß auffängt, ist ziemlich beliebt. Aber in das waren einer regelmäßigen Injektionstur noch nicht unterfängniß. Obgleich der Vertheidiger wirkungsvoll für Freisprechung Publikum dringt davon nur selten etwas, denn es besteht die worfen worden. Vorwiegend schienen die Kavernen der plaidirte, wurde Genosse Grimpe, doch zu zwei Monaten Ge- Bestimmung, daß die Lehrer über die Vorgänge in der Schule Lungenspitzen für eine chirurgische Behandlung geeignet zu fängniß verurtheilt. nach außen hin nichts mitzutheilen haben", sagt der Herr sein, und mit diesen speziell hatte man sich zu beschäf Stadtschulrath. Die Sicherheit und Bestimmtheit, mit welcher tigen. Die Operationen selbst entziehen sich dem Interesse dieser schneidige" Beamte seine Erklärungen abgiebt, ist manch- der Laien. Jest liegen bei den Patienten alle Ravernen so frei, mal geradezu verblüffend." Der Aufenthalt in den Schulen daß man die Wirkung des nunmehr eingeleiteten Koch'schen Verwirkt gesundheitsfördernd(!), weil die Luft in den Schulzimmern fahrens in Hinsicht auf die Wandung, das Sekret und die Umbesser ist als in den Privatwohnungen." Herr Stadtschulrath gebung der Kavernen voraussichtlich wie an der Haut und Bertram hat wahrscheinlich noch niemals einen ganzen Schleimhaut wird studiren können. Die allgemeinen und lokalen Vormittag in einem Klassenzimmer einer Berliner Gemeinde Störungen nach der Operation waren geringfügig. Die Temperaturschule zugebracht, sonst würde er wohl anders sprechen. Man steigerung war mur unbedeutend und wurde nach wenigen Tagen wird bei seinen Worten an den Grafen Brühl erinnert, welcher wieder normal. In der ersten Nacht bestand bei den Patienten Straßburg, 31. Dezember." In Ihrer Nummer von gestern einst die Dorfschulen, in denen die Dielen verfaulten, der Wind starker Hustenreiz, der aber leicht bekämpft werden konnte. Irgend lese ich das Ende eines armen Mannes beschrieben, der gewisser- durch die zerbrochenen Fenster pfiff und der Regen durch die welche Komplikationen sind bisher nicht aufgetreten. Bei den maßen unter den Augen der Polizei langfam erfroren ist." In Dede strömte, mit„ Balästen" verglich, wie er sich deren einen Kranten haben alsdann die Injektionen an der gewöhnlichen Deutschland verhungert, Gott sei Dank, Niemand mehr", erinnere für sein Alter als Ruhefit wünsche. Stelle mit der Koch'schen Lymphe begonnen, auf Anrathen von ich mich seinerzeit in einer der Reichs- Preisreden des berühmten Die Sylvesternacht ist diesmal sehr ruhig vorübergegangen Professor Koch zunächst in sehr fleinen Dosen. Die Patienten Lahrer Binkenden" gelesen zu haben. Der Lahrer Hinkende" und hat sehr wenig Verhaftungen herbeigeführt. Die Radau- vertrugen dieselben sehr gut, die Reaktion war zunächst hatte eben, wie auch heute noch so mancher, übersehen, daß dieses macher scheuten entweder die herrschende Kälte oder sie fürchteten gering( 38 Grad). Jetzt wird die Dosis bis zu einem CentiReichsgesetz über den Unterstützungswohnsis, welches die Armen- sich vor den Strafen, die das Polizeipräsidium ihnen ange- granım und darüber gesteigert. Troß der kurzen Beobachtungsfürsorge regelt, im Reichsland z. B. nicht gilt. Hier ist die droht hatte. zeit fann man jetzt schon die Wirkungen des KochArmenpflege wesentlich den firchlichen Organen über- Der Börsen Courier" hatte infolge dessen feinen Stoff zu fchen Verfahrens auf die Beschaffenheit der Kavernenwand laffen. Wenn also die Polizei den Mann sowohl verhungern einem Bericht über die Neujahrsnacht und half sich, indem er demonstriren. Diese Versuche einer operativen Behandlung der als erfrieren hat lassen, so ist das nicht allein ihre Schuld, fie einiges aus früheren Jahren erzählte. Zu den beliebtesten Zungentavernen, um dadurch die Heilwirkung der Koch'schen liegt auch an der Gesetzgebung, welche in sträflicher Beicht Sylvestervergnügungen gehörte früher, wie männiglich weiß, das Methode zu unterstützen, haben gezeigt, daß es in der That ge fertigkeit die Armenfürsorge Organen überläßt, welche derselben Einschlagen von Zylinderhüten. Der süße Mob, welcher nicht lingt, Ravernen, besonders die in den Lungenspitzen, in verhält auch nur entfernt zu genügen, weder berufen noch im Stande, nur gleiches Necht, sondern auch gleiche Ladewig- Müge für Alle nißmäßig einfacher und nicht eingreifender Weise und ohne Ge noch auchanfcheinend geneigt sind. verlangt, stürzte sich in der Neujahrsnacht unter den fahr für den Kranken freizulegen. Prof. Sonnenburg giebt sich Schlachtrufen:„ Hut ab! Haut ihm!" mit wahrer Gier der Hoffnung hin, daß die weitere Beobachtung der Patienten Stuttgart. Genosse Leonhard Tauscher, welcher am 15. No- auf jeden Unglücklichen der aus Vergeßlichkeit oder die allgemeine Ueberzeugung von der Berechtigung dieser neuen vember verhaftet, indessen noch am selben Tage gegen 5000 Mt. Unkenntniß mit den idyllischen Landesgebräuchen mit einem Bersuche herbeiführen wird. Raution freigelassen wurde, erhielt heute vom Ersten Staats- 3ylinderhut des Weges geschritten tam, und diesen allerliebsten Der Ban der Baracken für die Heilanstalt des Professor anwalt bei dem königl. Landgericht I. Berlin die Benachrichtigung, Scherzen ist es vielleicht zuzuschreiben, daß der Berliner(?) Koch auf dem Grundstück der Charitee hat infolge der andauerndaß das gegen ihn schwebende Verfahren wegen Majestäts- Volksmund die hohen Hüte Angströhren" getauft hat." Der den strengen Kälte eine unliebfame Verzögerung erlitten. Zwar beleidigung und Verbreitung verbotener sozialdemokratischer Druck- Ausdruck Angströhre" schreibt sich doch wohl von den Herren werden die Zimmer- und andere vom Wechsel der Witterung schriften eingestellt und dem Buchhändler J. H. W. Dieß die für Examinanden her, die obige Erklärung ist also schief. Noch schiefer weniger abhängigen Arbeiten unausgesetzt weitergeführt; jedoch ihn gestellte Kaution zurückerstattet worden sei. ist die Charakteristik der Sylvesterlärmer, bei der man wirklich mußten die Maurer ihre Beschäftigung einstellen. Zwei Baracken annehmen könnte, daß diese Rowdies sich aus dem Proletariat find bereits unter Dach gebracht worden. Bei Gintritt günſtigerer refrutirten. Der Börsen- Courier" weiß es doch sicher besser. Witterung soll mit verstärkten Kräften an die Fertigstellung der Am Neujahrstage fand in Berlin auch ein großes Wecken" Gebäude geschritten werden. statt, wie der Reichs- Anzeiger" am Tage vorher ankündigte. Für diejenigen, welche dieses Neudeutsch nicht verstanden und Die Klagen über die Luftheizung in den Gemeinde es dürfte die große Mehrzahl der Berliner gewesen sein schulen wies der Stadtschulrath Bertram in der letzten Sigung ging seine Bedeutung aus der beigegebenen Erklärung der Stadtverordneten- Versammlung mit dem Bemerken zurück, hervor: es handelte sich um die Reveille, an die wir uns daß der Gesundheitszustand in den Schulen gerade in diesem nun einmal gewöhnt haben. In manchen Gegenden versteht man Winter viel besser als sonst sei. Er hatte in demselben Athem- unter Wecken ein großes und lockeres Weißbrot. Die Jugend zuge versichert, daß die Schulverwaltung Rathschläge von jeder wird glauben, daß den Berliner Kindern am Neujahrstage große Zu Ihrer Notiz vom 23. Dezember 90 über Fabrikordnung Seite gern entgegennehme. Wenn das wirklich der Fall sein Wecken" auf Reichskosten geschenkt worden seien. Darin würden sollte, dann würde sie sich immerhin vortheilhaft von jenen sie sich irren. Man sieht, wohin es führt, wenn das Ausmerzen der Kunst- und Luxuspapierfabrik von W. B., Reichenbergerstraße, erklären Untenstehende im Namen sämmtlicher dort beschäftigten Stadtvätern unterscheiden, welche aus Anlaß des Stadthagen- Der Fremdwörter mechanisch und mit ungeschmack geschieht. schen Antrages über die unentgeltliche Lieferung der Lehrmittel, Zum Neujahr stellten sich diesmal außer den bekannten Lithographen, daß dieselben sämmtlich im Besitze der vierzehnerklärten, daß sie dem Antrage, schon weil er von sozialdemokra Kategorien der Trinkgelderfleber auch noch die Müllabfahrer ein; tägigen Kündigungsfrist sind und entspricht Ihre Notiz in diesem Es besteht für die tischer Seite ausgehe, feindselig gegenüber ständen. Nun wird sie gaben zierlich bedruckte Karten ab und thaten sich beim Punkte nicht den angegebenen Thatsachen. In einem Wolfe, wo das Lithographen nur insofern eine Fabrifordnung, als das Rauchen aber die Agitation gegen die Luftheizung schon seit einer ganzen Gratuliren feinen Zwang an. Reihe von Jahren geführt, aber immer mit so ziemlich demselben Trinkgeldnehmen und die Gnadegesuche oben im Schwange und in den Räumen der Fabrik untersagt ist. G. Schrader. S. Otto. H. Lehmann. Mißerfolge. Daraus läßt sich entnehmen, was es mit der soge- in politische Formen und Regeln gebracht sind, genirt man sich A. Hildebrandt. nannten Bereitwilligkeit, Rathschläge anzunehmen, auf sich hat, eben auch unten nicht, das Beispiel nachzuahmen. Brauchen kann M. Behrenstecher. D. Zähler. R. Jahnke. Krienih. R. Glänzer. B. Boelke. Eug. Fritsche. M. Straffer. D. Braßler. Schwertdund wieviel von jener Versicherung zu halten ist. Daß die man's hier jedenfalls besser. E. Meyer. Wilh. Böwe. May Mackott. Klagen doch nicht so unberechtigt sein müssen, zeigt Das Koch'sche Heilmittel kombinirt mit chirurgischen seger. G. Linke. das Beispiel des Friedrichs- Werderschen Gymnasiums, Eingriffen, das sind die neuen Versuche, die im städtischen Edm. Schüffel. D. Winkelmann. A. Schneider. Th. Theele. F. Kamulla. Petry. May Springer. vor einigen Jahren nach einer ziemlich heftigen Strankenhause Moabit Prof. Sonnenburg auf Anregung von Prof. Polemit in der Presse die Luftheizung beseitigt und Roch gemacht hat. Bei Phthisifern mit großen Ravernen fehlt es Wir können selbstverständlich im Augenblick nicht prüfen, ob durch eine andere Heizungsart ersetzt wurde. Aber bei den bekanntlich an der Möglichkeit, die abgetödteten Gewebsmassen die 25 Unterschriften, welche der uns zugesendete Brief trägt, auch Gemeindeschullehrern scheint die Schulverwaltung anzunehmen, nebst den sekundären Giterungsprozessen zu beseitigen. Schon in wirklich von 25 in der betreffenden Fabrik beschäftigten LithoLokales. Die Fabrikordnung der Kunst- und Luguspapierfabrik von W. B. in der Reichenbergerstraße hatten wir neulich in unserer Nummer vom 23. Dezember v. J. einer Besprechung unterzogen. Aus Anlaß des betreffenden Artikels erhalten wir folgende Zuſchrift: Unterzeichnete ersuchen Sie um Aufnahme folgender Erklä rung( resp. Berichtigung): schaulich Leben gewöhnt waren, däuchte es zuletzt gar Profoßen bei sich, wie er einen brauchte; das war der war verschlossen und verdrossen; oft schloß er sich ein, dann beschwerlich, immer Nachtwache zu halten oder unter dem Meister Aichelin von Ulm, der einen grimmigen Haß wider ritt er tagelang aus zur Jagd. Von Florian Geyer fam Feuer der Stücke zu stehen. Auch das Wasser ging aus und die neue Lehre und insonderheit gegen die Prädikanten hatte; einmal ein Brieflein an seine Braut; Niemand sonst erfuhr, fie tochten mit Wein. ,, er fing's, beraubt's, schäzt's, henft's an die Bäume was drinnen stand, aber das Fräulein von Grumbach ging In der Stadt hatten sie gar abenteuerliche Pläne, um elendiglich; da hatt' alles menschliche Erbarmen einen Tag mit rothgeweinten Augen umher. Des Nachts des Schlosses Meister zu werden. Da kamen vierzig Berg- ein Ende". Diefen Henker nannte der Truchseßzechte Grumbach manchesmal mit wüsten und wilden Gefnappen, die wollten unter dem Schloß einen Stollen in den seinen besonders lieben Berthold. Und jetzt ward offenbar, fellen; dann schollen aus dem Rittersaal Flüche und rohe Berg treiben, dann mit Pulver füllen und anzünden, daß daß der Truchseß mit seinem Heer, mit seinen beutegierigen Lieder bis in die Kemenate, wo Agnes und Bärbchen Das arme Bärbchen schmiegte sich dann wohl Berg und Schloß sich spalten sollten. Aber die Bergknappen Landsknechten und Reisigen und mit seinem furchtbaren meilten. genossen lieber die neue Freiheit beim Frankenwein, als daß Geschütz, seinen vierzehn großen Nothschlangen, das Hoch- zitternd an die Freundin und seufzte: fie mit der Haue im Stollen arbeiten mochten. Hans stift Würzburg zu überziehen und das Schloß zu entsetzen Schiller, der Rothschmied, wollte ein Geschütz gießen, so ge- gedenke. waltig, daß es alle Mauern niederwerfen sollte. Aber der Als solche Kunde kam, zogen die Odenwälder unter Göz Rothschmied trug das Geschüß einstweilen nur in seinem Kopf von Berlichingen und Georg Megler eilends an den Neckar und inzwischen kam der Feind über die Stadt und schlug dem ab, dem Truchseß entgegen; die Franken blieben zu WürzRothschmied den Kopf ab so ging es aus mit dem großen burg liegen, bereit, auf den ersten Ruf den Brüdern zuzuziehen. Mauerbrecher. bei „ Großer Gott, was für eine Zeit!" " Tröste Dich," sprach Agnes, es wird auch wieder anders fommen." " Du hast gut reden!" Warum?" " that ,, Du hast keinen Bräutigam zu verlieren!" Da zuckte ein scharfer schneidender Schmerz durch Da tam schlimme kunde herein; der Feldhauptmann Zu Würzburg schwand Ordnung und Zucht, die doch Agnesens trübe Seele und sie eilte ans Fenster, um Luft zu des schwäbischen Bundes, Georg, Truchsetz von Waldpurg, im Kriege so sehr von Nöthen, in den Haufen dahin; Miß- schöpfen und den Sturm in ihrem Innern zu beschwichtigen. genannt der Bauernjörg, hatte Böblingen in trauen und Furcht gewannen die Oberhand. Da hörte man Bärbchen, das die Aufregung der Freundin nicht begriff, blutiger Schlacht das große schwäbische Bauernheer aufs nicht mehr auf die Hauptleute, denn Viele gaben schon Alles rannen langsam die Thränen über die bleichen Wangen. Haupt geschlagen und vernichtet. Schauerliche Erzählungen verloren. Die die Klugen spielen wollten, meinten, das hätten Agues fand es allgemach unheimlich in diesem Schloß, liefen um, die gar Manchem die blasse Furcht weckten; sie Alles vorausgesehen. Die Ritter und Herren, die zum wo sie Nichts vernahm, als die Flüche des Ritters es hieß, der Truchseß sei ein grausamer und un- Bund geschworen, fielen ab, der mächtige Henneberger zu und seiner trunkenen Gesellen und Bärbchens Seufzer. Sie menschlicher Herr, von dem keine Gnade zu erhoffen, wenn erft. Gegen die wenigen Edlen, die ausharrten, züngelte der sehnte sich hinaus; es lag wie ein Alp auf ihr, daß sie er einmal der armen Leute wieder Meister geworden. Den Argwohn. Hinter dem Grafen von Wertheim sagten sie her, Nichts erfuhr von den Dingen, die draußen geschahen, und Melchior Nunnenmacher, den Pfeifer von Jlsfeld, der dem er habe, als er mit seinem Fähnlein dem Sturm auf das von dem Stand der evangelischen Sache. Aber wohin sollte Grafen von Helfenstein zu Weinsberg spöttisch beim letzten Schloß zusah, seine Mannschaft in das Schloß werfen wollen, fie gehen? Sie hatte ja teine Heimath mehr. Gange aufgespielt, wie er ihm früher zur Tafel geblasen, darinnen sein Schwager gewesen. Wilhelm von Grumbach, So stand fie finnend und schaute vom Söller hinab; hatte der Truchseß, als der Pfeifer in seine Gewalt ge dem Niemand so recht traute, sollte ihm dies angerathen es war ein Abend eines heißen Junitags. Der Wonnemond fallen, an einen Baum mit einer Kette binden lassen, also haben. Der Wertheimer ward zornig und zog ab; als war vorübergerauscht, während Agnes schier immer wie eine daß er zwei Schritte um den Baum laufen konnte. Dann man von ihm Geschütz verlangte, sagte er, daß er keines Gefangene hinter den düsteren Mauern des Schlosses saß; trugen der Trugseß und die obersten Bundeshauptleute große mehr habe. Darauf fiel er mit Feuer und Schwert über was mochte nun der Juni bringen? Sie gewahrte eine Scheite Holz herzu; die wurden rings um den Baum seine eigenen Bauern her. Da schien es denn auch dem Staubwolte auf der Straße; von zwei Knechten gefolgt geschichtet und angezündet, so daß der Pfeifer bei lebendigem Ritter Wilhelm von Grumbach nicht mehr geheuer bei fam ein Reiter daher, ein stattlicher Mann, doch kein Leib gebraten wurde. Lange lief er brüllend um den Baum, den Bauern, von denen Nichts mehr zu gewinnen Krieger, wie es schien. Der Fremde hielt vor dem Thor bis daß er todt niedersant. Auch Jäcklein Rohrbach ward war; er entritt heimlich nach seinem Schlosse, als das und das Horn des Thürmers erscholl. so gebraten; es ging ein Grausen durch das Land und man Gerede über ihn umging. hörte nur von Hängen, Köpfen, Erstechen, Viertheilen, Rädern Augenausstechen und Händeabhauen. Der Truchseß hatt' einen In den Räumen des Schlosses schien ein finsterer Geist umzugehen. Wilhelm von Grumbach, der junge Burgherr, ( Fortsetzung folgt.) Gau Did arbet dar te primire stud worden ist. ent graphen herrühren. Die Veröffentlichung bietet ja wohl das beste Jahr 1788 den bei weitem tältesten Dezember hatte mit der fast In der Nähe des Königsthors fand man denn auch den Men Mittel, um hierfür eine Kontrole zu ermöglichen. unglaublich scheinenden Mitteltemperatur von-11,2 Gr.; schen, und es enispann sich zwischen ihm und dem Bräutigam Wenn die in der vorstehenden Zuschrift behaupteten That- dann folgt das Jahr 1823 mit einem Dezember von ein erbitterter Stampf. Schließlich wurde der„ Parkwächter" in sachen richtig sind, so wird unser Artikel über die Fabrikordnung 8,5 Gr, welchem übrigens ein annähernd ebenso falter die Flucht getrieben, nachdem er vorher einen starken Biß in die dadurch nur in sehr geringem Grade modifizirt. Lieber wäre es Januar und ein verhältnißmäßig faum wärmerer Februar Nase seitens des Bräutigams davongetragen hatte, so daß er uns gewesen, die Herren hätten uns mittheilen können, daß unsere folgten; an dritter Stelle steht der historisch bekannte Dezember daran tenntlich sein dürfte. Er wird als ein etwa 25 Jahre Behauptungen unrichtig seien, wonach den Arbeitern der erwähnten 1812 mit 7,3 Gr. Mitteltemperatur; demnächst tanten 1799 alter Mann mit Schnurrbart und dunklem Haar bezeichnet. 5,9 Gr., 1804 mit 5,5 Gr., 1798 mit Der Uhrmacher F. in der Chorinerstraße hörte gestern Fabrik zur Winterzeit eine neue, in jeder Weise ungerechtfertigte und 1808 mit 4,8 Gr., 1855 mit 4,6 und 1879 mit 4,4 Gr. Das früh um 4 Uhr an seiner Wohnungsthür ein verdächtiges GeBestimmung der Fabrikordnung aufoktroyrt worden ist; aber diese Thatsache wagt das uns zugegangene Schreiben ja garnicht zu Jahr 1390 dürfte eine mittlere Dezembertemperatur von räusch nnd bemerkte, daß gleich darauf die Füllung der Thür leugnen: nur die Lithographen sind also von dieser Bestimmung 4,0 Gr. um ein Geringes überschreiten. Bei dieser Gelegen- eingedrückt wurde. Da F. nun auf die Frage:" wer ist hier?" feine ausgenommen. Dadurch wird die Bestimmung für die übrigen heit sei an eine Wetterprophezeiung" erinnert, die Anfang Antwort erhielt, aber hörte, daß sich Jemand entfernte, sprang Arbeiter noch weniger verständlich. Was kann die Fabrikanten in vorigen Monats durch die Blätter ging und folgendes besagte: er aus dem Bett, ergriff eine mit Schrot geladene Pistole und aller Welt veranlassen, ihre Lithographen hinsichtlich der Kündigung Nach den meteorologischen Berechnungen"" des spanischen machte sich in Unterkleidern an die Verfolgung eines Mannes, besser zu stellen, als die anderen Arbeiter? Vielleicht erwidert Astronomen Lapiedra werden gegen Ende dieses Monats un- welcher eiligst die Treppe hinunterlief. Als dieser zu der offenen man uns, daß der Lithograph doch ein gebildeter Arbeiter sei gewöhnlich hestige Bewegungen in der Atmosphäre stattfinden. Hausthür hinauslaufen wollte, rief F. ihn nochmals an und feuerte, einen und deshalb die bessere Stellung hinsichtlich der Kündigung ver- n ganz Europa sollen Unwetter und Schneestürme über die als derselbe auch jetzt noch nicht stehen blieb, ohne indessen zu zielen. Der diene. Geben wir diesen Einwand als richtig zu, so zerfällt Erdoberfläche mit elementarer Gewalt hinfegen, während die Schuß auf den Dieb ab, die ganze Erwiderung gegen unseren neulichen Artikel in Nichts, Hauptströme in derselben Zeit durch die niederstürzenden Wasser- Unbekannte entkam aber auf die Straße, wo ihm ein zufällig denn in diesem Artikel war nur von den Arbeitern und mengen rapide auschwellen und durch Ueberfluthungen mehr vorübergehender Gerichtsbeamter den Weg vertrat und ihn verArbeiterinnen die Rede, nicht von Lithographen. In Unheil anrichten werden, als die Ueberschwemmungen im Monat anlaßte, auf den Flur des Hauses, aus welchem er gekommen feinem Falle ist es zulässig, mit den Lithographen in der Weise November. Hiernach soll, von Nordamerika ausgehend, die war, wieder zurückzutreten. Hier entspann sich nun ein Ringzu operiren, daß sie als gewöhnliche Arbeiter betrachtet werden, Fluthwelle in der Atmosphäre in antizyklonischer Gewalt über Kampf zwischen dem Uhrmacher und dem Diebe, so daß beide wenn sich's um eine Berichtigung im Berliner Volksblatt" das Territorium der Vereinigten Staaten und über die Meere schließlich zu Fall kamen. F., welcher sich dem Diebe wohl nicht handelt, und sofort Arbeiter besonderer Art werden, wenn sich's brausen." Der Monat Dezember ist vorübergeganger, ohne uns gewachsen fühlte, flüchtete darauf nach seiner im dritten Stockum die mehrerwähnte Fabrifordnung handelt. Entweder die niederstürzenden Wassermengen", welche der spanische Wetter- werk belegenen Wohnung und sein Gegner hatte die Unveroder! Entweder betrachten sich die Lithographen als Arbeiter, prophet vorausberichtet" hat, gebracht zu haben. Auch die schämtheit, ihn zu verfolgen. Inzwischen war ein im Hause wohnhafter Gendarmerie- Wachtmeister durch den Lärm munter wie jeder andere, wozu dann die Ausnahmestellung in der Antizyklone scheint eingefroren zu sein. Profit Neujahr, ich habe mir die Pulsader aufge- geworden, mit dessen Hilfe es gelang, den Einbrecher, ein gewisser Fabrik? Oder sie sind Arbeiter besonderer Art, dann hat schnitten und nun that mir dies leid, mit diesen Worten Otto Friedrich, festzunehmen. die Berichtigung nur einen geringen, ja fast gar feinen Werth. Ein Liebespaar hat in dem bei Schönweide gelegenen Die Entlassung des im Posener Sozialistenprozek ver- betrat vorgestern Nacht um 3/412 Uhr ein junger, etwa 28jähriger urtheilten Felix Witkowski aus dem Gefängniß ist doch unter Mensch im Frack und weißer Kravatte eine im Süden der Stadt Walde gemeinsam den Tod gesucht. Am 30. Dezember, Nachetivas anderen Umständen erfolgt, als in Nr. 303 v. J. an- belegene Sanitätswache und hielt dem Inhaber derfelben seinen mittags, kamen mit der Eisenbahn ein junger Mann und ein gegeben war. Nicht Hunderte, sondern Tausende von Arbeitern stark blutenden linken Arm hin. Zum Glück hatte der stark an- junges Mädchen nach Niederschönweide und begaben sich, nachdem waren nach Plötzensee geeilt, um den Genossen in der Freiheit getrunkene Selbstmord- Kandidat sich nicht die Pulsader durch sie sich in einem Restaurant gestärkt, nach dem nahen Wald. zu begrüßen. Ein Platat besagte nun zwar, daß Witkowski be- geschnitten, sondern er hatte sich nur eine tiefgehende Fleisch- Von dort kehrte das junge Mädchen nach einiger Zeit allein reits in Freiheit gesetzt sei; die Arbeiter wußten aber nicht, ob wunde zugefügt. Bei Anlegung des Nothverbandes erzählte der zurück, brach aber unweit der des Restaurants auf der Chauffee fie dies glauben sollten. Im Schützenhause warteten nun die bierselige Verwundete, ein in der Zoffenerstraße wohnender kraftlos zusammen. Hinzu geeilte Personen nahmen das Mädchen, Genossen so lange, bis ein Telegramm von Witkowski selbst an- Schneidergeselle Richard Hantebreit, daß er, um den Sylvester zu welches eine Schußwunde im Kopfe hatte, auf und trugen Dort gab die Verwundete langte, welches besagte, daß er schon Abend zuvor entlassen feiern, mit seiner Braut in ein in der Nähe belegenes öffentliches es nach der Restauration. worden sei und sich zu Hause, d. h. in der Wohnung des Genossen Balllokal gegangen sei." Fräulein Braut" habe daselbst aber an, ihr Bräutigam habe ihr die Schußwunde beigebracht,„ der", so Markowski, bei welchem er vor dem Antritt seiner Gefängniß weniger mit ihm, als mit einem Garde- Unteroffizier getanzt und fügte sie hinzu, liegt todt im Walde, ich sage aber nicht wo". strafe wohnte, befinde. Deshalb und nicht, weil sie des Wartens auf seine Warnungen und Bitten nicht gehört. Nun habe auch Seine Leiche wurde in der That, aber erst am anderen Tage nach müde gewesen wären, entfernten und zerstreuten sich nunmehr die noch sein Nebenbuhler ihn zu verhöhnen angefangen, und dies langem Suchen, in einer Schonung aufgefunden. Dem verwun am Tage vorher hätte ihn so in Wuth gebracht, daß er vom Buffet ein Tisch- deten jungen Mädchen wurde in dem Restaurant von einem Genossen. Thatsächlich war Witkowski und transportirt Abends von messer genommen und sich auf dem Hofe die Wunde beigebracht hinzugerufenen Arzt, dem Dr. Thompson, der erste Verband annach Dem Moltenmarkt worden. In Der Vermuthung, dort daß hätte. Er habe auch das Messer in seine Brust stoßen wollen, gelegt und sodann erfolgte die Ueberführung nach einem Berliner entlaffen die Freilassung vielleicht vom Polizeigebäude am Alexander- sei aber von Personen daran verhindert worden, welche ihn Krankenhause. Wie verlautet, soll es die Tochter einer Berliner am nach der Sanitätswache schafften. Nach Anlegung des Noth Familie J. sein, während die Leiche des jungen Mannes, nach play aus erfolgen werde, hatten sich auch dort Morgen des dritten Feiertags manche Genossen eingefunden, die verbandes verließ der Schneider die Wache mit dem stolzen Papieren, die bei derselben vorgefunden wurden, als diejenige des indes vergeblich gekommen waren und schon bald erfuhren, daß Worte: Aujuste, mit uns ist es aus, aber mein vergossenes Blut Kaufmanns Reuer aus Riefenburg in Westpreußen refognoszirt W. am zweiten Feiertage vom Moltenmarkt entlassen worden und komme über Dich!" Wegen Straßenraubes verhaftet. Der Schlächter Rudolf Ein Zusammenstoß auf der Stadtbahn, etwa 300 Schritte sofort in einer Broschke, ohne jede Begleitung, nach Hause gefahren sei. Witkowski ist förperlich sehr geschwächt. Er hat im Keil, der schwerer Diebstähle halber schon mehrfach vorbestraft vom Bahnhof Börse entfernt, bat am gestrigen Abend um 9 Uhr Gefängniß einen gefährlichen Blutsturz erlitten und spuckt noch wurde, ist neuerdings unter der Anklage des Straßenraubes in 38 Minuten zwischen dem Zuge Charlottenburg- Posen und einem jetzt Blut, so oft er sich bückt. Auch sonst ist sein Zustand sehr Untersuchungshaft genommen worden. Der Thatbestand, welcher Vorortzuge stattgefunden, wobei ein Personenwagen des letzteren leidend. Geistig ist. ungebrochen, wenngleich ihm sein körper- den Anlaß zur Verhaftung gab, ist der folgende: Am Abend des beschädigt wurde. Von den Passagieren und auch vom Fahrlicher Zustand die Frische raubt. Die Bezeichnung Witkowski als 13. Dezember machte der trunkene Maler S. die Bekanntschaft personal ist Niemand verletzt worden, was wir hiermit des letzten Opfers des Sozialistengefeßes ist auch nicht ganz des Kiel. Trotz seines Zustandes besuchte er auf dessen Zureden gegen den in der Stadt verbreiteten Gerüchten heben auf Grund richtig; der Genosse Karklinnis hat seine Gefängnißstraße noch gemeinschaftlich mit ihm noch ein Schanklokal und beide thaten eingezogener Information ausdrücklich hervorheben. Die durch sich daselbst gütlich. Endlich begaben sie sich auf den Heimweg und den Zusammenstoß herbeigeführte Betriebsstörung dauerte etwa nicht ganz verbüßt. Genosse Franz Berndt hat gestern die ihm wegen hier fing Reil unter nichtigen Vorwänden Streit mit seinem Be- eine Stunde; sie wurde vermittelst des nach der Unglücksstätte Majestätsbeleidigung zudiktirte Gefängnißstraße von 4 Monaten gleiter an, warf den bei seiner Trunkenheit völlig widerstands- entsandten Rettungszuges beseitigt. unfähigen Maler zu Boden, entriß ihm die Uhr sowie das Porte- Polizeibericht. Am 31. vor. Mts. Vormittags wurde der angetreten. Eine sozialdemokratische Weihnachtsfeier verband der monnaie und ergriff mit seinem Raube die Flucht. Als er einige Schlächter Pegelow in der Leipzigerstraße während der Fahrt in Fachverein der Weber am ersten Weihnachtsfeiertage mit der Tage darauf die Uhr bei einem Pfandleiher versetzen wollte, einem Pferdebahnwagen vom Schlage getroffen und verstarb bald darauf während des Transports nach der Charitee. Ms zu Feier seines ersten Stiftungsfestes im Elysium, Landsberger Allee führte dies zu seiner Ermittelung und Festnahme. Eine Braudkatastrophe, welche dem vorvorgestrigen Feuer derselben Zeit die auf dem Grundstück Oranienburgerstr. 54 mit Nr. 39-41. In der Mitte des festlich dekorirten Saales schwebte ein rothes Banner mit der Inschrift:" Die Arbeit ist die Quelle auf dem Heinrichsplatz sehr ähnlich war, hat sich ebenfalls am Abbruchsarbeiten beschäftigten Arbeiter einen etwa 10 m langen alles Reichthums und aller Kultur." Auf der Rückseite stand: Mittwoch und zwar in Spandau in einem neu erbauten Haufelder Balken nach der gegenüber liegenden Straßenseite tragen wollten, " Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit." Bor der Bühne war das Havelstraße abgespielt. Daselbst kam in früher Morgenstunde fuhr ein Kutscher mit seinem Geschäftswagen gegen den Balken, Bild Lassalle's angebracht, umgeben mit grünen Guirlanden. Im durch fehlerhafte Ofenanlage ein Feuer in dem im Erdgeschoß so daß dieser von den Schultern der Männer herabfiel. Dabei zweiten Theile des Programms sprach der Vorsitzende folgenden belegenen Laden des Schneidermeisters Wittich aus, welches so wurde der Arbeiter Gohlke von dem Balken am Kopfe getroffen schnell um sich griff, daß die in der ersten Etage wohnenden und erlitt einen Schädelbruch, infolge deffen er auf der Stelle verLeute sich vor dem erstickenden Rauch nicht mehr über die starb. Abends glitt ein Mann auf dem Bürgersteige vor dem Treppen zu retten vermochten. Die sogleich alarmirte Feuerwehr Hause Krausenstraße 36 aus und brach ein Bein. Zu derselben ließ leider ſehr lange auf ſich warten, so daß die Bewohner derzeit exschoß sich in einem Hotel ein Handlungsgehilfe mittelſt Nachbarhäuser auf Rettungsmaßregeln bedacht waren, um die in Revolvers. Bei einem am 81. vor. Mts. Mittags im Hause den oberen Stockwerken befindlichen Leute, welche von dem Feuer Oranienftr. 15 ausgebrochenen Feuer waren das Treppenhaus und in ihren Betten überrascht wurden, aus ihrer verzweifelten Lage die Wohnungen des 5. und 4. Stocks, se vie die Dachwohnungen zu befreien. Es wurden Leitern zusammen gebunden, herzhafte derart von Rauch angefüllt worden, daß die Bewohner derselben bei Leute stiegen in die Fenster ein, weckten die noch Schlafenden, Ankunft der Feuerwehr in größter Lebensgefahr schwebten. 2 Frauen und brachten mittelst eines Seiles eine Frau und ein Kind, die und 3 kleine Kinder wurden gerettet, indem sie aus dem Fenster am meisten bedroht waren, in Sicherheit. Inzwischen war die des 3. Stocks nach der Straße zu hinabsprangen, wo sie von der Feuerwehr auf dem Plaz erschienen. Dieselbe hatte leider mit Feuerwehr mit dem Sprungtuch aufgefangen wurden. Nur eine erheblichem Wassermangel zu kämpfen, da die Brunnen einge der Frauen hat dabei leichte Verlegungen erlitten. Außerdem verqualmt waren, mit vieler Mühe sämmtliche Bewohner über der Feuerwehr in Sicherheit gebracht. Bei den Löscharbeiten erdie Hintertreppen gerettet und darauf endlich das Feuer be litten ein Brandmeister, ein Feuermann und ein Sprigenmann tämpft. Das Erdgeschoß brannte völlig aus; der Schaden ist leichte Verlegungen an den Händen, während der Feuermann ein erheblicher. Wohlfeil eine Treppe hinabfiel und sich die Schulter verrenkte, so Außerdem Die ,, elektrische Berbrennung einer Wurst" ist nach der daß er nach Bethanien gebracht werden mußte. hier erscheinenden Elektriz.- 8tg." jüngst in Berlin vorgekommen. wurde die Feuerwehr am 31. v. M. und in der darauf folgenden Die Wurst hatte die deutsche Grenze überschritten und war, eine Nacht noch 16 Mal zur Löschung kleinerer Brände gerufen. unbegreifliche Unverfrorenheit in diesen kalten Tagen, bis nach Am 1. d. M. Morgens sprang ein Mann in selstmörderischer Berlin vorgedrungen. Sie ist jest toot und darum wollen wir Absicht von der Kurfürstenbrücke aus in die Spree, wurde jedoch annehmen, daß sie nicht mit vollem Bewußtsein ihrer Schandthat, noch lebend wieder aus dem Wasser gezogen. Am 1. d. M. sondern aus bodenlosem Zeichtsinn so gehandelt hat. Also sie Morgens wurde beim Löschen eines kleinen Brandes im Hause fam nach Berlin und hier fand sie ihr Schicksal. Der Adressat Kaiserin Augustastr. 68 im vierten Stock in einem zur Wohnung war, seine freien Mittagsstunden dem festlichen Empfange gehörigen Mädchengelaß von der Feuerwehr die Köchin Maschin opfernd, auf das Steueramt geeilt, wo die Eröffnung der Weih- todt auf dem Bette liegend vorgefunden. Anscheinend hat die nachtstifte unter den üblichen Zeremonien stattfand. Zunächst Maschin beim Schlafengehen die Lampe brennen lassen und im hatte er 14 Groschen eine Wurst ist kein Fideikommiß zu Schlafe umgeworfen, wodurch ihr Bett in Brand gerathen opfern, und dann wurde ihm mitgetheilt, daß die Wurst wegen war und sie durch den entstandenen Rauch erstickt ist. In der qualifizirten Bannbruches zum Tode verurtheilt und das Urtheil Nacht zum 1. d. Mts. fiel der Arbeiter Ultsch vor dem Hause alsbald zu vollstrecken sei." Das Armesünder Glöckchen begann Plan- Ufer 3 zur Erde und brach den linken Unterschenkel, so zu läuten und der Zug setzte sich in Bewegung. Boran ein daß er nach dem Krankenhause Am Urban gebracht werden Unterbeamter mit dem Delinquenten, dann der Leiotragende und mußte. Am 1. d. M. Morgens wurde in den Anlagen des zum Schluß ein zweiter Beamter mit dem Protokoll. So ging Hippodroms ein unbekannter, etwa 50 Jahre alter Mann erhängt es gemessenen Schrittes durch die Straßen und zu den Berliner vorgefunden. Vormittags wurde auf dem städtischen AbladeElektrizitätswerken auf dem Schiffbauerdamm. Vor den Dampf- play vor dem Stralauer Thore ein obdachloser Arbeiter, welcher teffeln machte man Halt. Die Wurst wurde noch einmal herum dort genächtigt hatte, erstarrt vorgefunden und nach dem Krankengezeigt, die Feuerthür flog auf, die Wurst hinein und die gräßliche hause am Friedrichshain gebracht. Als zu derselben Zeit der That war gefühnt. Mit angemessenem Ernst wurde das Protokoll Arbeiter Fröhlich in dem Keller des Hauses Fehrbellinerstr. BS ausgefertigt, und der Wurstlose ging mit hungrigem Magen in die Wasserleitung mittelst einer Löthlampe aufthauen wollte, sein Geschäft, denn die Mittagszeit war vorüber. explodirte dieselbe und erlitt er bedeutende Brandwunden im Eine noch dunkle Anzeige ist von einem Dienstmädchen Gesicht, so daß seine Ueberführung nach dem Lazarus- Krankenan die Kriminalpolizei erstattet worden. Die unverehelichte hause erforderlich wurde. In der Nacht zum 2. d. M. fiel Bertha W. will gestern Abend um 7 Uhr mit ihrem Bräutigam ein Mann auf dem nach Neu- Weißensee führenden Fußwege, in zusammen am Rande des Friedrichshains gestanden haben. Plöz- der Nähe der Pappel- Allee, infolge der Glätte zur Erde und lich soll nun aus einer Baumgruppe ein Mann auf das Paar brach das Knöchelgelent. Er wurde nach dem Lazarus- Krankenzugetreten fein mit den Worten: Sie sind meine Arrestanten; hause gebracht. kommen Sie mit zur Wache." Dabei habe er seinen Ueberzieher auseinandergeschlagen und auf seiner Brust ein blankes Schild mit Prolog: 190 In allen Kirchen wird heut fromm gefeiert Das hoffnungsfrohe, schöne Weihnachtsfest. Es Uralten Heidenthumes Ueberreft. Gs it was uns die Bibel wohl verschleiert Man kannte es in grauen Zeitenräumen Ats Denkjeft für die Wintersonnenwende. Die Hüttenthür, umrahmt von Tannenbäumen, Bezeichnete des Sonnenfalles Ende. Als mit Verbreitung dann die Bibellehren Nothwendig ward das heil'ge Weihnachtsfest, Da mußte man, die Heiden zu befehren, Gs wohl verbinden mit dem Sonnenfest. Man wußte, daß die gößergebenen Heiden Nicht brechen würden mit dem Tieflichtfeste; Um ihren Weihnachten nicht zu verleiden War halbes Fügen immer noch das Beste. So wurde durch den Wechsel der Benennung Dem Jesu's Wirkungebahn zu Grunde lag, el valeu Durch diese äußerlich vollzog'ne Trennung, Das Heidenfest zu unserem Weihnachtstag. Die Glocken, die uns heut zur Kirche laden, Sie läuten schon an neunzehnhundert Jahren, Doch Noth und Elend spinnen ihren Faden Für Millionen bis zur Todtenbahre. Der Orgelton, daß Hochgeläut der Glocken, Sie konnten nicht verbannen diese Noth! Und die zerlumpt heut in den Straßen hocken, Um zu erbetteln sich ihr täglich Brot, Sie würden gern auf jeden Kult verzichten, Auf Predigt, Orgel, fromme Chorgefänge, Wenn der Geruch von kräftigen Gerüchten Anstatt des Weihrauches aus der Kirche dränge! Was fümmert heut der Völker große Massen Gin noch so heiß geführter Glaubensstreit, Wenn aus Gesichtern, so entbehrungsblaffen, Der Hunger, ach, so herzergreifend schreit! Nicht durch den Glauben nur die Noth zu lindern. Und durch Gebet der Arbeit harte Klage Den Grund vernichtend, ganz sie zu verhindern, 18 Das ist die ösung der sozialen Frage! Und diese Lösung wird man bald vollenden, Denn aller Orten ist sie schon im Fluß; Nicht lange mehr, und Alles muß sich wenden, Das nackte Glend, wie der Ueberfluß! Die Weihnachtsglocke mag noch oft erklingen Bis zu des Proletariers Siegestage. bne Doch wird erst der ihm die Erlösung bringen, Die ersten echten, rechten Weihnachtstage! Im dritten Theile des Programms hielt Herr Heindorf die Festrede. Eine ähnliche Periode strenger Kälte, wie die gegen der Nr. 10 gezeigt. Da das Paar annehmen mußte, daß sie es wärtige, ist bisher nur selten vorgekommen. Zulegt hatten wir, mit einem Partwächter zu thun hatten, und sie nicht gerne zur wie die„ Voss. 3tg." mittheilt, 1879 in der Weihnachtszeit vier Wache gehen wollten, gaben sie demselben gute Worte. Tage überaus startes Frostwetter; betrug-15,8 Gr., während sie Das UY YOU Theater, danW.J am heiligen Abend fant damals Mädchen weinte heftig und rührte endlich den Mann, welcher Bs. Leffing- Theater. Auf der Höhe des Jahrhunderts. Lustspiel Die Lemperatur auf-17,5 Gr. und die mittlere Tagestemperatur nachgebendera erbe mit be made nur nach der Wache in 4 Akten von Blum und Toché. Nach uns die Sintfluth, das ist für Diesmal immerhin erst vorausgehen, er dem Mädchen einen anderen Weg die Besitzenden die Losung fin de siècle, Ausgangs des neun14 Gr. erreicht hat. zember sehr strenge Kälte, die am 21. mit-15,2 Gr. Tagesmittel würden." Nun will das Mädchen von dem Wächter in den bruche zu, und der Becher soll deshalb bis auf die Neige geleert Dezember bereits in der Zeit vom 14. bis 17. einen Frost hatten, Siegelrings beraubt worden sein. Nachdem sie sich losgemacht Berfehungsprodukte und Zersetzungserscheinungen des großbürgers gischer Beobachtungen( 1848) an diesen Tagen noch nicht notirt Eltern geeilt, wo sie ihren Bräutigam angetroffen habe. Nun trifft nicht völlig den Kern der Sache. Die französische Posse, ſei es ihnen Har geworben, daß welche uns fummarische Notizen vorliegen, so finden wir, daß das wächter gewesen sei, und sie machten sich zur Verfolgung auf. die vornehme Welt in ihrer Werlotterung, ihrer Verderbniß, ihrer Beschränktheit und kontrastirt mit der Sittenlosigkeit dieser Kreise| Versammelten beschlossen, diesen Antrag abzulehnen und den stunde um 9 Uhr. Gäste willkommen. Musikverein, Borwärts", Abends die Moralität" der Kokotten. Es ist das Satyrdrama zur Ausstand bis aufs Aeußerste fortzusehen. " Tragödie: Sodoms Ende. Die Handlung ist schwächlich; eine Pariser Lebedame wird von ihrem ländlichen Anbeter vor dem drohenden sittlichen Ruin bewahrt. Die Ausstattung war geradezu glänzend, gespielt wurde sehr gut. Vor allem die Damen Groß, Betri, Palm und die Herren Schönfeld, Blende, Ranzenberg, Waldow find lobend zu nennen. Gerichts- Beitung. Versammlungen. Drechsler. 8%-10% Uhr, Annenstr. 14, part. 1 Berliner Turngenossenschaft. 8. Männer Abtheilung. Abends 9- X11 Uhr.- 2übeck'scher Turnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung furnt Abends 8-10 Uhr. Der Turnfaal befindet sich Königstädtisches Gym nasium, Elisabethstraße 57-58. Vermilchkes. Stattlub Ram sch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung in Willy Schmidt's Restaurant, Wrangelstr. 141. Genossen sind freundlichst eingeladen. Privat Stattlub, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10. Theater Gesellschaft Schneeglöckchen" im Lokal BeteranenAm Sonnabend, den 27. Dezember tagte eine öffentliche Verstraße 9 bei Vettin. Verein Lustige Brüder", Abends 9 Uhr, sammlung der Drechsler unter Leitung der Kollegen Dost, Brüderstr. 26. Roller'scher Stenographen Verein„ Süd: Klotzsch und Luz. Kollege Trümper verlas im Nameu der Re- West Berlin". Abends 8½ Uhr, im Restaurant Körner, Barutherstraße 1, Unterricht und Nebung. visoren die Abrechnung vom Stockarbeiter- Streif, welche Kollege Hildebrandt noch ergänzte. Ueber die Abrechnung entspann sich eine längere Debatte, in deren Laufe sich herausstellte, daß ein Als Hauptbelastungszeuge wurde in einer kürzlich vor der Posten nicht gebucht sei; die Abrechnung wurde daher einstimmig Straffammer des hiesigen Landgerichts II verhandelten Strafsache an die Revisoren zurückgewiesen, ebenso die Einziehung der vor Von Bellamy. Als vor etwa über 2 Jahren Bellamy's gegen drei Angeklagte der Gendarm Engler vernommen. Schußweise gezahlten Gelder. Zu Revisoren wurden noch gewählt berühmter Roman uns zuerst bekannt wurde, zogen wir ErDen Angeklagten, nämlich: 1. dem Kupferschmied Hammer, Hinze und Sauer. 2. dem Maurermeister Funke, 3. dem Metallarbeiter Helfrich, erstattete Kollege Rautenberg. Luz sprach sich in energischer Weise amerikanischen Gewährsmanne folgende Angaben: Den Bericht der Streit- Kontrolfommission fundigungen über den Verfasser ein und erhielten von unserem war zur Last gelegt, nach einer im Schützenhause an der Tegeler gegen den Beschluß betreffend der Kellnerfrage aus. Hierüber Er( Bellamy) ist ein Mann von mittlerem Wuchs, 5 Fuß Chaussee stattgehabten Metallarbeiter- Versammlung auf der Straße entspann sich eine lebhafte Debatte an, welcher sich die Kollegen 4-5 3oll groß, ungefähr 38 Jahre alt, hager und 130-135 Pfs. gesungen zu haben. Der Gendarm Engler sah nämlich einen Dost, Pausenberger, Hildebrandt, Plageus betheiligten. Hierauf schwer. Sein Haar ist hell, die Augen blau, die Nase groß, das Trupp Theilnehmer der Versammlung, die auf der Straße sangen; wurde eine Resolution Schuster angenommen, die Sache einer Gesicht ist scharf geschnitten und schmal, sein Aussehen hat etwas er gebot Ruhe und die drei Angeklagten erhielten ein Straf Volksversammlung zu überlassen. mandat in Höhe von 6 M. Auf ihren Widerspruch erkannte das fuchsartiges. Zur Zeit, als ich in Springfield lebte, war er ein Unter Verschiedenem schilderte nochmals Kollege Hildebrandt unbedeutender Advokat( a shyster lawyer), der nur kleinere Fälle Schöffengericht auf eine Straferhöhung auf 15 M. In der Be- unsere Streifs, von denen die in Nieder- Schönhausen zu Gunsten übernahm, die Geschäfte alter Leute abwickelte u. f. w. gründung der Entscheidung wird auch darauf hingewiesen, daß der Arbeiter entschieden, in dem Streit der Arbeiter von Hinze, feinen Kollegen in der Stadt wurde er für nicht besonders praktisch erfahrungsgemäß nach solchen Versammlungen fast immer tumul- Ritterstr. 12, ist die Sperre über die betreffende Werkstatt ver- gehalten und er war auch mit feiner großen Praxis gesegnet. tuarische Szenen stattfinden. Auf die Berufung der Verurtheilten hängt worden und die Kollegen in Rathenow bedürfen nach wie Er schrieb für Scribner's, Appleton's, Harper's und die hatten sich diese vor der Straffammer zu verantworten. Bei der vor noch der Unterstützung. Zu letzterer fordert Luzz ganz Atlantic( lauter Monatsschriften), und zwar stets Erzählungen Verhandlung vor diesem Gerichtshofe bezeichneten nun der Nacht- energisch die Kollegen auf. Ferner wurde folgende Resolution und Novellendarunter einige äußerst interessante. Durch diese wächter Walter und der Gendarm Engler die Angeklagten noch Rautenberg angenommen: Die heutige öffentliche Versammlung literarische Thätigkeit erwarb er sich hauptsächlich seinen Lebensmals als die Ruheſtörer. Von Seiten der Angeklagten waren der Drechsler und Berufsgenossen, in Gratweil's Bierhallen unterhalt. Ich selbst kassirte häufig Anweisungen dieser Monats= nun fünf Entlastungszeugen geladen, darunter die Sangeslustigen tagend, erklärt die Lieferung des gekochten finnenhaltigen Fleisches schriften auf ihn ein, die zwischen 25 und 30 Dollars schwankten. selbst, welche übereinstimmend bekundeten, daß die Beamten sich an das arbeitende Volt für eine Entwürdigung der Menschheit, Als ich Springfield verließ, praktisirte er noch, er gab es geirrt und die drei Angeklagten sich auf dem Wege ruhig ver- fordert von den maßgebenden Kräften eine Verminderung der Be- aber kurz nachher auf und nahm eine Stellung als Redakteur halten hätten, der Angeklagte Funke habe mit etwas lauter steuerung der Lebensmittel, um die Noth zu beseitigen, und hofft, eines dortigen Blattes an. Als ich vor einigen Jahren zum Stimme den Nachtwächter zur Ordnung gerufen. Staatsanwalt beantragte Verwerfung der Berufung. Der daß die Kreise, welche das Volk mit dem finnenhaltigen Fleische lekten Mal von ihm hörte, war er noch an dem Blatt. Ob Der beglücken wollen, diese Wohlthat an sich selbst erprobe und für sich dieses jetzt noch eristirt, weiß ich nicht gewiß, aber ich halte es Vertheidiger, Rechtsanwalt M. Fränkel, plädirte für Freisprechung, da die Beweisaufnahme die völlige Schuld- behalte, sowie auch, daß die Behörde dem Lieferanten die Ge- für wahrscheinlich, daß es noch lebt, jedoch mit einem anderen nehmigung entzieht im Interesse der allgemeinen Gesundheit. losigkeit der Angeklagten ergeben habe. Die Berathung des Redakteur, denn Bellamy war als solcher jedenfalls keine hervor Gerichtshofes währte nur etwa 5 Minuten. Der Präsident ver- Berlins am Montag, den 5. Januar cr., Abends 8 Uhr, in Wilte's Salon, unfähig, sich einen Moment ruhig zu verhalten, gleich als ob er General- Versammlung der Freien Vereinigung der Zimmerer ragende Errungenschaft. Er war auffallend nervös und aufgeregt, tündete in der Entscheidung, daß der Gerichtshof den beiden Hochstr. 32 a. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Weihnachtsvergnügen. unter dem Drucke einer starten Erregung handele. Beamten zwar Glauben schenkt, doch scheinen diese sich im vor2. Abrechnung vom 4. Quartal 1890. 3. Wahl des gesammten Borstandes. liegenden Falle geirrt zu haben. Es muß durch die fünf ein- beitreten wollen, find willkommen. 4. Verschiedenes. Quittungsbuch legitimirt. Zimmerer, welche dem Verein wandsfreien Zeugen, Malermeister Gericke, Steinmetz Hoff= mann, Restaurateur Schmidt, Arbeiter Dammann und Maler Schmidt, als bewiesen erachtet werden, daß die nächtlichen Ruheſtörer Andere als die Angeklagten waren. Diese sind deshalb freizusprechen und die Kosten der Staatskasse aufzuerlegen. Der Gendarm Engler hatte später auf dem Korridor noch eine Unterredung mit dem Herrn Präsidenten. Jener hatte sich nämlich vor der Urtheilsverkündigung entfernt. Aus den ernſten Gesichten des Gendarmen und des Gerichtspräsidenten konnte man allerdings nur ahnen, worauf sich ihre Unterredung bezog. Arbeiterbewegung. Hamburg, 1. Januar. Der Generalstreit der Heizer und Trimmer ist heute ausgebrochen. Wien, 2. Januar. Berichten aus dem Köflacher Revier zufolge, bereitet sich dort wiederum eine Lohnbewegung vor. Für den nächsten Sonntag find die Bergarbeiter nach Voitsberg einberufen. Ein Theil der von der Alpinen Montangesellschaft anläßlich des Streits entlassenen Arbeiter ging nach PreußischSchlesien, um dort Arbeit zu suchen. い London, 2. Januar. Gestern fanden in Glasgow und Edinburgh große Streifer Meetings statt, um über den Antrag der Ausständigen in Dundee ein Komitee behufs Unterhandlungen mit den Bahngesellschaften niederzusetzen, zu berathen. Die Trinken Sie Leseklub ,, Karl Mare". Große öffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 4. Januar, Nachmittags 6 Uhr, in der Berl. Kendziora über: Was ist Wahrheit. 2. Discussion. 3. Verschiedenes.- Nach Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Tagesordnung: 1. Bortrag des Genossen dem: Geselliges Beisammensein mit Tanz. beiter. Sonntag, den 4. Januar cr., Abends 7 Uhr, große Versammlung bet Freie Vereinigung der Kutscher und im Fuhrwesen beschäftigten ArReyer, Alte Jatobstr. 83. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn W. Werner. 2. Distuffton. 3. Vereinsangelegenheiten. dierstr. 33, bet Seefeldt. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über: War Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 4. Januar, Abends 7% Uhr, GrenaChristus ein Budhist?" Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren willkommen. Lehrkursus der Berliner Arbeiter und Arbeiterinnen zur ersten Seine Bekleidung war schäbig und vernachlässigt; für gewöhnlich war sein Aeußeres alles andere cher, als sauber. Troßdem bewegte er sich in der besten Gesellschaft, und war thatgaben willen. Er ist geborener Amerikaner. sächlich sehr beliebt und angesehen seiner ungewöhnlichen GeistesDepeschen. ( Wolffs Telegraphen- Bureau.) Hamburg, 2. Januar. Heute Nachmittag gegen 5 Uhr fand Silfe bei Unglücksfällen( weibliche Abtheilung). Montag, den 5. Januar er. in der Nobel'schen Dynamitfabrik beim Aufgraben einer Leitung bei Feuerstein, Alte Jakobftraße 75. 1. Bortrag des Herrn Dr. Bernstein. für Nitroglyzerin eine Explosion statt, wobei mehrere Arbeiter 2. Nebungsstunde. Nur Damen als Gäste haben einmaligen Zutritt. Neue getödtet wurden. Der materielle Schaden ist unerheblich. Mitglieder verden aufgenommen. Freireligiöse Gemeinde. Rosenthalerstr. 38. Sonntag, den 4. Januar, Vormittags 10 Uhr. Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:" Der Stlavenbefreier Garrison." Gäfte sehr willkommen. Montag, Abends 8 Uhr, Gemeindeversammlung, die Neuwahlen betreffend. Mitglieder- Versammlung der Allgemeinen Kranken- u. Sterbekasse der Metallarbeiter( E. H. 29). Hamburg, Filiale Rigdorf. Sonnabend, den 3. Januar, Abends 8 Uhr, bei Filice. Bergstr. 34. Reichenbergerstr. 24.- Seine, Abends 9 Uhr, im Lokale des Herrn Zechlin, Lese- und Diskutirklubs. Sonnabend, im Lotale des Herrn Schröder, Hornfir. 11. 9 " Der Streit der Trimmer dauert noch fort; heute blieben fünf Dampfer unbesetzt. Brietkaffen der Redaktion. Für die ausgesperrten Hamburger Tabakarbeiter. Von einer amerikanischen Auktion bei einem gemüthlichen Abend Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend. Abends des Buchbinder- Männerchors von Berlin 24,70 m. Von einer Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein Freund: Sylvesterfeier bei Schnackenberg, gesammelt durch Süntner 3,25 M. schaft", Friedenstr. 48 bei Tollkühn. Gesangverein" G " Sanges cho," Stalizerstraße 142 bei Greifer.- Gesangverein eyrania", Landsberger Fr. Zubeil. straße 31 bei Musehold.- Grüne Eiche", Knesebeck- und Hermannstr.- Ecke Weißfluck, Friedrichsberg. Das Datum des StiftungsGefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Gesangverein der festes ist auf dem Inserat nicht enthalten. Offenbacher Sängertrans", Deutscher Hof, Luckauerstr. Nr. 15, Uebungs- G. F. 25. Ist uns unbekannt. bei Beiler. Mampes Getreide- Kümmel. Vorräthig in allen Colonial- u.Delicatessen- Handlungen à Flasche Mark. Böhmisches Brauhaus Flaschenbier. Berlin NO., Landsberger Allee No. 11-13. Jetzt eigener Flaschen- Verlag. Für 3 Mt. ohne Pfand: 24 Flaschen Gambrinus- Brän Butter!!! ( Münchener Brauart), 30 Flaschen Tafelbier. Bitte nebenstehende Schutzmarke zu beachten. Telephon Amt VII, 5088. In 5 Kilo- Pofitisten liefert billigst und in bester Qualität Landwirth. Verkehrs- Bureau Chroustow P. Bohdalau via Polna Böhmen. Preise auf Verlangen gratis. Solide Bedienung wird zugesichert. Eigene Zucht. Jede Uhr 2 zu repariren ( außer Bruch) unter Garantie foftet bei mir 2250 Eier!!! Allen Westfalen und Freunden der rohten Erde empfehle 1,50 à Mk. Gök. Kleinfleisch Pfd. 35-40 Pf. Kleine Reparaturen entsprechend billiger. Uhren, Gold- u. 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Bevollmächtigte. Verband deutsch. Zimmerleute. Versammlung am Montag, den 5. Januar, Abends 8 Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Wie gedenken wir unsere Agitation in diesem Jahre zu entfalten? 2. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Mitglieder ist nothwendig. NB.: Wir ersuchen die StatistikAchtung! Seiden- und FilzMeine sämmtlichenbücher wahrheitsgetreu auszufüllen und spätestens bis 15. Januar an den Vorfizenden H. Ortland, Stegligerstraße Nr. 58, oder an den Kassirer. Knüpfer, Blumenstraße Nr. 39, einzuschicken. hüte sind mit Kontrolmarken versehen und werden nicht erst beim 2388 Kaufen eingeklebt. A. Lange, f. 2224 Brunnen str. 136/37 à Glas 10 Pf., 1/2 Liter 20 Bruno Feige, Vertr., Markusstr. 31, a. d. Frankfurterstraße Bestes Berl.Weissbier aus der Brauerei Nur I Mark. lagen, Gingaben, Rath in Prozessen, Gauverein 21 Berliner Bildhauer. Einziehung von Forderungen. 2426 Pollak, jetzt Georgenkirchstr. 24, 11, 25 Auch Sonn- u. Feiertags geöffnet. Der Besuch der„ Urania" findet morgen( Sonntag) statt. Geöffnet gung Apparate, die Vorstellung mit Wasserl. u. ev. Kloset, 46-36 Thlr., beginnt pünktlich um 1/211 Uhr, ge wird ohne jeden Wasserzusatz pr. sof. od. 1. April Rixdorf, Prinz schlossen wird um 12 Uhr. bei folgenden Berliner Schankwirthen Handjerystr. 50, nahe Vereinsbrauerei. Hilfebein A.-G. A.-G. Billige Wohnungen it diefelbe von 9 ihr ab sur Benchti ( die große Weiße zu 20 Pf., die kleine Weiße 10 Pf.) verabreicht: 35 kleine Wohnungen, Emil Böhl, Frankfurter Allee 74. von 68 Thaler an, zu vermiethen bei 2575 Ziemer, Ruvrystr. 16. Heinrich Hoffmann, Kaiserstr. 4. Ernst Magnan, Krautsstr. 13. Adolf Scholz, Kastanien Allee 35. Schlafstelle für Herren zu verm. I. Markusstr. 10, v. 1 Tr. r. 2563 Der Vorstand. Die Generalversammlung 1 der Kranken- u. Sterbekasse des Vereins der Former ( E. S. 58) Empf. Freunden u. Gen. mein Weiß- u. Möbl.Schlafft.f.2Hrn.Sorauerstr.30, III.I. findet am 4. Januar, Vormittags Bair.- Bier- Lokal. 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Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 24