Nr. 296. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., toochentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg.. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgebructe) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Donnerstag, den 20. Dezember 1906. biel Feldzüge Leutweins gegen die Hottentotten eher etwas ausrichten, als die große Truppenzahl, von der Der Freifinn in der Klemme. ja doch nur ein kleiner Prozentjats am Stampfe teilnimmt, " In einem Leitartikel sucht sich die Freis. 8tg." gegen unseren Vorivurf zu verteidigen, daß die Freijinnige Volkspartei durch ihr Eintreten für die Fortführung des uferlosen südwestafrikanischen Kriegsabenteuers im bisherigen Stile begangen habe. schäbigsten Volksverrat um während die Masse der Truppen lediglich als schwerfälliger Troß zum Schuße der Proviant- und Munitionskolonnen Dient. Von der Wegnahme dieser Proviant- und Transportfolonnen leben gerade die Hottentotten! Für eine kleinere Schußtruppe würde aber die nach der Angabe der letzten südwestafrikanischen Denkschrift bereits angesammelte Proviant- und Munitionsmenge für mindestens Jahresfrist ausreichen! " " Was ist das, wovon Südwestafrika lebt? Die milchende ... Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. ,, Der Liberalismus kämpft diesmal unter Umständen, wo, um nicht mehr zu sagen, die Regierung auf jede antiliberale Beeinflussung der Wählerschaft verzichtet. Die Stegierung hat ein aufrichtiges eigenes Intereffe an der Erhaltung des bürgerlichen Liberalismus im Reichstage." Das, Berliner Tageblatt" erstattet für die ihm huldbollst gewährte Schonzeit seinen verbindlichsten Dant ab. Es be schwert sich aber gleichzeitig darüber, daß im Kreise Züllichau, wo Profeffor von Liszt kandidiert, sich Amtsvorsteher, Ortsvorsteher und Gendarmen durch die Behinderung der Wahlarbeit durch Säleentziehen" unangenehm hervorgetan hätten. Die vereinigten Liberalen des Wahlkreises hätten sich dann auch beim Reichskanzleramt darüber beschwert, daß durch ein derartiges behördliches Treiben eine bürgerliche Wahl" unmöglich gemacht und Auch diese liberale" Beschwerde ist charakteristisch. Nicht im Je länger also der Krieg mit einer großen Truppenzahl Gegen unsere dokumentarische Feststellung, daß die, Frei- fortgeführt wird, desto länger dauert er! sinnige Zeitung" noch vor Jahresfrist unsere ganze Viertens endlich erklärt die Freisinnige Zeitung", fie Stolonialpolitik prinzipiell verworfen hat, vermag das Blatt müsse für die„ 10 000 deutschen Söhne vor dem Feinde" ein- ur der Sozialdemokratie Vorschub geleistet werde. des Herrn Müller- Sagan nicht eine Silbe zu stammeln. Es treten. Für diese deutschen Söhne treten aber gerade die- Namen des gleichen Rechts erhebt man Beschwerde gegen den be unterschlägt diesen springenden Punkt einfach seinen Lesern! jenigen ein, die diese des unseligen Krieges in dem öden, hördlichen Unfug der Saalabtreiberei, sondern man malt das rote Dann aber unternimmt das führende Organ der Frei- wüsten Lande meist längst überdrüssigen Mannschaften so Gespenst drohend an die Wand, um den Reichskanzler zum Einsinnigen Volkspartei mit geradezu täppischem Ungeschick den rasch als möglich in die Heimat zurückbefördert sehen möchten. schreiten für den Liberalismus zu bewegen! Versuch, seine Bewilligung der Regierungsforderungen für Könnte man diese Truppen geheim abstimmen lassen Der behördlich protegierte Freifinn zeigt sich der amtlichen Südwestafrika damit zu begründen, daß der Freifinn wir zweifeln keinen Augenblick, daß ihr Votum für die Protektion durchaus würdig. doch die 10 000 Mann noch in Wüst- West stehender Truppen Heimkehr ausfallen würde. Schöne Seelen finden sich. nicht im Stich lassen dürfe. Im übrigen behauptet das Denn der Krieg wird nicht geführt für das nationale Wir registrierten gestern die Tatsache, daß das stinkendste Blatt, der Freifinn habe sich in dieser Frage ja nur die wohl und die nationale Ehre, sondern für eine Organ der Scharfmacherei, die Kronsbeinsche Sloate, Sozialdemokratie zum Muster genommen. Die Freis. 3tg." Handvoll bentegieriger Kolonialinteressenten! für Berlin und mehrere andere Wahlkreise die Parole ausschreibt: Wenn aber die Ansiedler in Wüst- West vor Aus- gegeben habe, die freisinnigen Kandidaten als „ Um die Stellung zur Kolonialpolitik handelt es sich aber bruch des Krieges betrug die ganze weiße Bevölkerung Sammeltandidaten der gesamten Reaktion bei der Entscheidung, welche am Donnerstag voriger Woche die einschließlich der Schutztruppe, der Beamten und zu betrachten und gleich beim ersten Wahlgange für Auflösung des Reichstages herbeigeführt hat, überhaupt nicht. Missionare kaum 5000 Köpfe, darunter zirka 1900 Frauen fie einzutreten. Wir müssen heute konstatieren, daß die Vielmehr drehte der Streit sich im Reichstag um die Frage: und Kinder eine möglichst zahlreiche Schutztruppe im Lande Freisinnige Zeitung" diese" Post" ihren Lesern vorzusetzen Dürfen der Kriegs verwaltung die Mittel vorenthalten werden, welche sie zur Niederwerfung des Aufstandes in behalten wollen, so wissen sie sehr wohl, warum. Schrieb doch wagt, ohne sie nur im geringsten vor einem solchen Attentat Deutsch Südwestafrita für erforderlich hätt? die Tägl. Rundschau", eins der kolonialfreundlichsten auf ihre Geruchsnerven zu warnen! Ju Dentsch- Südwestafrika stehen zehntausend deutsche Söhne Blätter, in diesem Sommer: Was auf dem Spiele steht! vor dem Feinde. Dürfen der Kriegsverwaltung die Mittel versagt werden, mit diesen Truppen den Krieg Kuh ist die Schutztruppe. das sind die Beamten der Zivil- Die gesamte bürgerliche Presse sucht die Neufo rafch als möglich zu beenden? Das ist keine Frage verwaltung, die Hunderte von Kaufleuten, Händlern, Gastwirten." wahlen unter dem Gesichtswinkel der Kolonialpolitik zu der Kolonialpolitit, wie ja auch die sozialdemokratische Um den Zusammenbruch des ganzen kolonialen Schwindel- fruftifizieren. Obgleich diese jämmerliche Wahlparole unseren Reichstagsfrattion felbst anerkannt hat, als sie bor drei Jahren im Januar 1904 bei der Entscheidung über die erste baues zu verhüten, um in Südwestafrika endlich den Grund- Gegnern feine Erfolge bescheren wird, muß unsererseits im Forderung für die Niederwerfung des Aufstandes in Südwest- stock der Kolonialarmee zu legen, deshalb will man von einer Wahlkampf mit allem Nachdruck betont werden, daß es sich afrika fich der Stimme enthielt. Damals am 19. Januar 1904 entsprechenden Herabsetzung der Kopfzahl der Schuttruppe bei der Neuwahl des Reichstages auf fünf Jahre nicht nur um die Kolonial, sondern auch um die bei der ersten Beratung über eine Nachtragsforderung für die nichts wissen! Niederwerfung des Hereroaufstandes war es sogar der Abg. Bebel, Und trotzdem tritt die Freisinnige Volks. Militär-, Marine-, Steuer-, der im Reichstag die Erklärung abgab, die sozialdemokratische partei für eine solche Kolonialpolitik ein! Sie tut es, Handels-, Zoll- und Sozialpolitik Fraktion sei zu dem Entschluß gekommen,„ bis auf weiteres diesen Forderungen gegenüber sich der Stimme zu ent- trotzdem die Freisinnige Zeitung" am 10. November des Reiches handelt. Mit einem Wort um die gesamte innere 1905 schrieb: und äußere Reichspolitik, um das Wohl und Wehe Deutschhalten." Wir begreifen, so rief Bebel der Rechten und dem Es gibt kein System, welches in Südwestafrika wasser- lands. Zentrum damals zu, daß Sie, nach dem jezt dieser Aufstand auslose Steppen fruchtbar... und dann das Land für deutsche gebrochen ist, die selbstverständliche Verpflichtung befizen, ihrerfeits Es muß also gefragt werden: Wie stehen die Kandidaten Soldaten und Einwanderer zugänglich machen könnte. alles aufzubieten, um ihn so rasch wie möglich zu Ende Besitz solcher Kolonien ist tein Machtfaktor, sondern schwächt um- 84 allen diesen Fragen und speziell auch zu dem allgemeinen, zu bringen." Damit aber, so fuhr Bebel nachdrücklich fort, und an dieses Wort fönnen die sozialdemokratischen Wähler im gegengekehrt die Kraft des Staates in seiner inneren Entwickelung und gleichen, geheimen und direkten Wahlrecht, dem Vereins- und Versammlungsrecht, dem Koalitionsrecht, der Preßfreiheit, der in seiner Machtentfaltung nach außen." wärtigen Wahlkampf nicht oft genug erinnert werden, nicht der Wenn trotzdem jetzt die Freisinnige Volkspartei der Justizreform und dem Schutz der Persönlichkeit gegen polizeiAnschein erweckt wird, als ob wir( die Sozialdemo fraten) dem entgegentreten, sind wir unsererseits Regierung Handlangerdienste leistet bei der Fortführung und liche und richterliche Uebergriffe?! übereingekommen, uns in diesem Falle der Abstimmung zu Forcierung einer solch verwerflichen, volksschädlichen Politik, Ein Fund" der Freifinnigen Zeitung". enthalten." Damals ist es keinem verständigen Menschen so ist das nichts als schamloser Volksverrat! Eine Wenn sich aber die Freis. Ztg." gar darüber entrüstet, a hlaufrufs durch die Leipziger Boltszeitung " Fälschung" des sozialdemokratischen eingefallen, aus dieser Haltung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion, eine Schwenkung in der Kolonialpolitik oder eine daß der„ Vorwärts" durch Feſtnagelung solch volksverräterischer glaubt die" Freifinnige Zeitung" entdeckt zu haben. mit Rücksicht auf die Stimmenthaltung gegenüber der Forderung Handlungen in wüsten Beschimpfungen des Freisinns schwelge, Triumphierend stellt sie fest, daß eine Stelle des Aufrufs in der für die Niederwerfung des Aufstandes in Südwestafrita: Ich befo fei demgegenüber nur konstatiert, daß die Freisinige 3tg." Leipziger Volkszeitung" anders lautet als im„ Vorwärts". Ju merke ausdrücklich, daß dies in gar teiner Weise unsere sich in ihrer Montagsnummer nicht entblödete, die Abstimmung diesem hieß es: Stellung zu der stolonialpolitit irritiert." Trop der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion bei den Südwestdem wagt es jetzt der Vorwärts", von einem„ Volfsverrat des afrikaforderungen als„ ehrlose" Handlung zu bezeichnen! Freisinns", von einem„ Enden in der Gosse" zu sprechen, weil die Wir begnügen uns mit der einfachen Feststellung dieser Freifinnige Volkspartei noch heute den Standpunkt einnimmt, daß offenbar im Tropenkoller der Kolonialbegeisterung begangenen es eine selbstverständliche Verpflichtung des Reichstags ist alles unverschämtheit. Denn über den Begriff der politischen Ehre aufzubieten, um den Aufstand so rasch als möglich au tann man nur mit Gegnern, die politische Grundsäße beEnde zu bringen." fißen, nicht aber mit politischen Mollusken und Glücksrittern diskutieren! Bebel selbst versicherte damals Wir bemerken dazu: Erstens hat die sozialdemokratische Fraktion am 19. Januar 1904 der Regierungsforderung nicht zugestimmt, sondern sich der Abstimmung enthalten. Wohingegen der Freisinn den Regierungsforderungen zugestimmt hat. " Wahlkampf. Das böse Gewissen des Zentrums. Der " " Wir wissen auch, daß die Zustände, die heute herrschen und sich immer mehr zuspißen werden, dank der Einsichtslosigkeit der herrschenden Klassen die Revolutionierung der Köpfe herbeiführen, b. h. die Einsicht und den Willen zur Umgestaltung der Gesellschaft auf sozialistischer Grundlage schaffen." In der Leipziger Volkszeitung" aber stand: Wir wissen auch, daß die Zustände, die heute herrschen und sich immer mehr zuspißen werden, dank der Einsichtslosigkeit der Herrschenden Klassen die Revolutionierung der Köpfe herbeiführen, 6. h. die Einsicht und den Willen zu Aenderungen von Grund aus schaffen." " Die Leipziger Volkszeitung" erklärt die Abweichung folgendermaßen: Diese Verschiedenheit erklärt sich daher, daß uns bereits am Sonnabend früh der erste Bürstenabzug des Aufrufs von Berlin zu Zweitens hat Bebel die Stimmenthaltung nicht damit begründet, daß es notwendig sei, den Krieg so rasch als möglich zu Ende zu führen, sondern er hat nur erklärt, daß Die„ Rheinisch- westfälische Zeitung" veröffentlicht eine ber ihn erst am Sonntag früh, und in der Zwischenzeit ist nun die in dies Motiv für die kolonialfreundlichen Parteien maßgebend trauliche Anweisung des Direktors der Zentrums Frage stehende Stelle von der Redaktionskommission noch einmal Die Rheinisch- westfälische Zeitung" veröffentlicht eine berging, den wir am Nachmittag brachten. Der„ Vorwärts" brachte sei. Zur Begründung der sozialdemokratischen Stimm- parlaments torrespondenz an die Zentrumspreffe, in der überarbeitet und prinzipiell schärfer gefaßt worden. Diesen harmenthaltung führte Bebel vielmehr aus: namens des Vorstandes der Zentrumsfraktion des losen Zusammenhang der Dinge teilte die Freifinnige Zeitung" Meine Herren, wenn wir die Gründe des Aufstandes genau tennten und annehmen müßten, wie wir jetzt glauben, an- Reichstags der Zentrumspresse nahegelegt wird, im Wahlkampfe alle ihren Lefern in der Form mit, die Mehringsche( natürlich!)„. V." nehmen zu müssen, daß die Schuld an diesem Aufstande aus- persönlichen Momente, die in die Kolonialfrage hineingespielt haben, sieht sich veranlaßt, den eigenen Wahlaufruf zu fälschen. Und noch dazu mit fetten Lettern! Die Nuzanwendung aber, die das fchließlich auf deutscher Seite beziehentlich auf seiten des nach Möglichkeit auszuschalten. Regimes lastet, das in Südwestafrika besteht, so würden wir von Der Vorstand der Zentrumsfraktion möchte also alle die Zu- freifinnige Blatt aus der entdeckten Fälschung" zieht, ist zu töstlich, als daß wir sie unseren Lesern vorenthalten könnten: vornherein gegen eine Bewilligung dieses Etats stimmen. Nach fammenstöße des Herrn Noeren mit Herrn Dernburg sowie die fcige Hier ist also das Endziel des Sozialismus vollständig ausdem wir uns aber über die Ursachen... bis auf diesen Augen- Berleugnung des Herrn Noeren durch seine eigene Fraktion am gemerzt und in der Versenkung verschwunden. Es ist bezeichnend, blid noch im untlaren befinden, sind wir zu dem Entschluß ge- liebsten ungeschehen machen. Die Sozialdemokratie wird dafür baß fogar ein Blatt wie die Leipziger Volksztg.", die sich auf tommen, bis auf weiteres diesen Forderungen gegenüber uns der Sorge tragen, daß die schäbige Haltung der Zentrumsfraktion un ihre marristischen Grundsäge so viel zugute tut, derart vor aller Welt klarlegt, wie wenig sie an die Zugkraft des Sozialismus Bei den späteren Abstimmungen hat die sozialdemokratische vergessen bleibt! Wenn die Anweisung ferner bittet, bei der Wahlagitation be- selbst glaubt. Vielmehr meint man die Wähler dadurch für sich Fraktion, da inzwischen die Ursachen mit erschreckender Deut- fonders darauf aufmerksam zu machen, daß das Zentrum feineswegs gewinnen zu können, daß man sich in einer Kritik des Bestehenden lichkeit zutage traten, gegen alle südwestafrikanischen Forde- mit der Kolonialpolitik überhaupt brechen wolle, so wird, wie sich darauf aufmerksam zu machen, daß das Zentrum keineswegs und in Verheißungen ergeht, die beide der Rüstkammer anderer Parteien entnommen sind. rungen gestimmt! das ohnehin von selbst versteht, wiederum die Sozialdemokratie Drittens kann es sich bei der Bewilligung der Südwestafrika- dafür sorgen, daß die Zentrums, verdienste" um die koloniale Geld- meint das brave Blättchen doch nicht etwa die Rumpelkammer der forderungen der Regierung nicht darum Handeln, den Strieg " so rasch als möglich zu Ende zu bringen", da gerade durch bergendung ins rechte Licht gerückt werden! die bisherige Taktik der Niederhehung der Eingeborenen der Strieg bereits drei Jahre lang hinausgeschleppt worden ist! Das„ Berliner Tageblatt" druckt mit Genugtuung eine Notiz Stäme es wirklich nur auf die rasche Beendigung des Krieges der Süddeutschen Reichstorrespondenz" ab, die es für eine zweifellos an, so würde eine kleine Truppenzahl-- das bewiesen die offiziöse Berliner Auslassung erklärt und in der es heißt: Abstimmung zu enthalten." Der amtlich protegierte Freifinu. Gottvoll! Nicht wahr? Mit der Rüstkammer" anderer Parteien Freifinnigen Volkspartei? Aus den Wahlkreisen. In Halle a. G. wurde die Wahlkampagne am Dienstagabend mit einer imposanten Barteiversammlung eröffnet, in der der bisherige Vertreter des Saalfreises, Genosse Frig Kunert, unter stürmischem Beifall referierte. Es herrschte vorzügliche Kampfes-| Höchst- lingen: Fr. Brühne( seit 1903 tschert, Zentrum). stimmung. Genosse unert wurde einstimmig wieder als Kandidat Dresden- Altstadt( 5. fächs.): Dr. Gradnauer( bisheriger Verproklamiert. Die Bürgerlichen sind auf der Suche nach einem gefreter). meinsamen agrarisch- lonservativen, antisemitisch- nationalliberals Eisenach- Dermbach: Reber( bisher Schad, Antis.). freifsinnigen Sammelkandidaten. Jena- Weida- Neustadt: Leutert( bisher Lehmann, natl.). München 1: G. Birk( bisheriger Bertreter). München II: G. v. Vollmar( bisheriger Vertreter). Gegnerische. = Aus dem Großherzogtum Sachsen Weimar wird uns gemeldet: Am Sonntag fand für den ersten Wahlkreis eine gutbesuchte Konferenz in Weimar statt. Einmütig drückte sie der Fraktion für ihre Haltung im Reichstage ihre Zustimmung aus. Für Weimar Apolda Ilmenau wurde Genosse Baudert wieder als Kandidat proklamiert. Im zweiten Wahlkreise Gise= nach Derm bach kandidiert Genosse Leber- Jena. Im dritten Wahlkreise Jena Weida- Neustadt ist Genosse Leutert Apolda als Kandidat aufgestellt. 0 -G Von gegnerischen Kandidaturen sind bisher sicher die des Antisemiten Schack im Eisenacher Wahlkreise, des Nationalliberalen Lehmann im Jenaer Wahlkreise und des Antisemiten Amtsrichter Gräf im Wahlkreise Weimar- Apolda. Freifinnige Bereinigung. Kolberg Röslin: Dr. Barth( bisher Malfewig, tonf.). Greifswald- Grimmen: Gothein( bisheriger Vertreter). Bole. Rattowitz- Babrze: Korfanty( bisheriger Vertreter). Jules Bülow hilf! hilf! til Jm 22. sächsischen Reichstagswahlkreise( ReichenbachAuerbach) fanden bereits am vergangenen Sonntag die ersten Beiden Versammlungen mit der Tagesordnung ,, Die bevor Der freisinnige Rausch hat nicht lange gewährt- graue stehende Reichstagswahl" in Glsterberg und Reich Aschermittwochsstimmung hat sich bereits der liberalen Heldentau statt. Nicht nur der Besuch, sondern auch die Stimmung in genüter bemächtigt. Selbst das„ Berl. Tageblatt", den Versammlungen berechtigt zu den kühnsten Hoffnungen. Die das vor der Dernburgschen Kolonialfarre einhertanzte, wie Ausführungen des bisherigen Vertreters des Kreises, Genoffen weiland David vor der Bundeslade, beginnt das Haupt mit Adolf Hoffmann- Berlin, fanden stürmischen Beifall. Der Mischmasch" ist noch nicht einig, ob er den Fabrikanten Merkel- sche zu bestreuen. Mylau oder den Bürgermeister von Reichenbach als Durchfalls- Diese Kazenjammerstimmung findet drastischen Ausdruck kandidaten präsentiert. Den Genossen des 22. Kreises wird es in einer Zufchrift des Pfarrers Naumann. Dieser zum gleichgültig sein, wen von beiden sie durchrasseln lassen. Freifinn übergegangene Nationalsoziale drückt die ohnehin " Namen und unter dem Beifall seiner Fraktion sich gegen die sogenannte Durchbrechung der Grenzsperre ausgesprochen. Der Borfall, den der Abg. Klaufener in der Aachener Wählerversammlung erwähnte, hat sich überhaupt nicht im Reichstage zugetragen, sondern im Abgeordnetenhause bei der Beratung über die Landwirtschaftliche Verwaltung Preußens am 16. März 1906, und der Herr Abg. Selaufener muß ein wunderliches Gedächtnis haben, wenn er tatsächlich, wie im obigen Bericht ausgeführt wird, bes hauptet hat, er hätte den Minister gefragt, weshalb nicht die Westgrenze ebensogut wie die russische Grenze für ein bestimmtes Kontingent Schweine geöffnet werden könne. Bon allen dem steht im stenographischen Bericht des Abgeordneten hauses nichts. Herr Klausener hat überhaupt keine allgemeine Deffnung der Westgrenze verlangt; er hat sich ganz bescheiden darauf be schränkt, dem Landwirtschaftsminister die Berücksichtigung einer Eingabe der Stadt Aachen zu empfehlen und nur für den Aachener Schlachthof eine Zulassung fremden Biehes zu wünschen. Wörtlich sagte er nach dem stenographischen Bericht: „ Er tann um so eher die beschränkte Eröffnung der Grenze gestatten, als unfere vorzüglichen Schlachthofeinrichtungen die dentbar weitesten Garantien dafür bieten, daß das eingeführte ausländische Vieh nicht mit inländischem Vieh zusammenkommt und daher einer Seucheneinschleppung in jeder Beziehung vorgebeugt ist. Wir sind natürlich nur so weit für eine Einführung von ausländischem Vieh, als es absolut für die Vers hältnisse der Stadt Aachen erforderlich ist. Wir würden am liebsten unser Schlachtvieh aus den benachbarten ländlichen Kreisen beziehen und werden dies auch sofort tun, wenn uns dieselben wieder mit der erforderlichen Anzahl von Schlachtvieh versehen können. Ich möchte also den Herrn Minister bitten, der erneuten Eingabe das größtmögliche Wohlwollen zu befunden. Da wir in der dritten Lesung des Etats stehen, will ich mich auf diese wenigen Ausführungen beschränken." Im Wahlkreise Dresden- Altstadt( 5. fächsischer) wurde bereits auf dem Gefrierpunkte angelangte Stimmung des am Dienstagabend in einer starkbesuchten Parteiversammlung Ge- Freisinns, der in den ersten Tagen nach der Reichstagsauf nosse Dr. Gradnauer einstimmig wieder als Kandidat aufgestellt. Lösung mit der Zerschmetterung des Zentrums drohte, durch Im Wahlkreise Höchst- usingen- Homburg Jostein eine nüchterne Berechnung noch tiefer herab. Er rechnet stellten unsere Genossen als Reichstagskandidaten wieder den Genossen Fr. Brühne Frankfurt a. M. auf. Brühne vertrat be- nämlich aus, daß das Zentrum in 76 von seinen 100 Kreisen kanntlich diesen Kreis in der Legislaturperiode 1893-1898. absolut un angreifbar sei. Dreizehn weitere WahlIn Ostpreußen ist sofort in die Wahlarbeit eingetreten freise, die es 1903 gleich im ersten Wahlgang erobert worden. Am Sonnabend nahm die Königsberger Parteileitung in habe, tönnten ihm vielleicht" entrissen werden. Aber Gemeinschaft mit der Proving- Agitationstommission für Ostpreußen auch nur dann, wenn in fieben Wahlkreisen die National- um so begreiflicher, als die Fraktion des Herrn und den Gesamtvorstand des Sozialdemokratischen Vereins für liberalen von der Sozialdemokratie, in zwei Wahlkreisen die Königsberg Land- Fischhausen zum Wahlkampfe Stellung. Sozialdemokratie von den Nationalliberalen, in je einem In mehrstündiger Beratung wurde der Schlachtplan ent Es wurde beschlossen, in Königsberg Stadt Wahlkreis die Freikonservativen und der Bauernbund von der wieder den Genossen Hugo Haase als Standidaten aufzustellen. Sozialdemokratie unterstützt würden. Nur ein Wahlkreis könne Genosse Otto Braun soll in Königsberg- Land- Fisch- eventuell aus eigener Kraft von den den Nationalhausen fandidieren, Genosse Hermann Linde im Kreise Labiau- liberalen erobert werden, ein anderer könne den Wehlau; im übrigen wurden die anderen Kandidaten, dem Plane Polen zufallen. worfen. von 1903 entsprechend, aufgestellt. Am Sonntag fanden zwei Ver- Aber auch mit den elf Stichwahlkreisen des fammlungen statt, am Vormittag die des Stadikreises Königsberg. Zentrums steht es nicht besser. Dort habe nämlich in sechs am Nachmittag die des Kreises Königsberg- Land- Fischhausen. In Fällen das Zentrum mit nationalliberaler Hülfe gegen die beiden wurden die vorgeschlagenen Kandidaten mit hellem Jubel be- Sozialdemokratie gefiegt, in zwei Fällen mit Hülfe des Bauernbundes gegen die Sozialdemokratie, in einem Fall mit Hülfe des Freikonservativen gegen dieselbe Partei und in einem Falle mit Hülfe der Sozialdemokratie gegen die Nationalliberalen. grüßt und angenommen. Gewerkschaftszahlstellen steuern zum Wahlfonds. In einer ganzen Keihe von Parteiblättern werden erhebliche Beitagsleistungen der örtlichen Zahlstellen verschiedener Gewerkschaften zum Wahlfonds gemeldet. Bedenkliche Eile! Unter diesen Umständen hat es natürlich mit der " Zerschmetterung" des Zentrums durch den Liberalismus „ Man sieht ohne weiteres, daß die Größe des Zentrums davon abhängt, ob Nationalliberale und Sozialdemokraten beiderseits entschlossen sind, sich gegen das Zentrum gegenseitig zu unterstützen, und zwar liegt es in den meisten fraglichen Kreisen so, daß der Nationalliberale gezwungen ist, den Sozialdemokraten zu unterſtützen, wenn er den Zentrumssieg verhindern will. Das ist der Kern des jetzigen Wahlkampfes. Aus Schwarzburg- Rudolstadt teilt das Botts- gute Wege! blatt" für Sachsen- Meiningen und Schwarzburg- Rudolstadt mit: Das sieht auch umumwunden Herr Naumann ein, indem Während andere Staaten, wie Preußen und Sachsen, die Auf- er schreibt: legung der Wählerlisten für den 28. Dezember vorgeschrieben haben, soll in unserem Lande bereits am 24. Dezember die Auslegung beginnen. Nicht nur ist hierbei zu befürchten, daß die Wählerlisten in der Kürze der Zeit noch mangelhafter, als dies bisher meistenteils schon der Fall war, ausfallen werden, sondern( und das ist die Hauptsache!) es fallen in die gesetzlich vorgeschriebenen mindestens acht Tage der Auslegung auch drei Feiertage, nämlich der erste und der zweite Weihnachtstag, fowie der darauffolgende Sonntag! Es ist darum nötig, daß die Genossen in allen Orten darauf hinwirken, daß die Listen auch während der Feiertage, sowie am Sonntag, den 30. Dezember, öffentlich aufliegen und eingesehen werden können, denn das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, daß die Listen acht Tage lang öffentlich ausliegen! Menn aber die betreffenden Bureauräume der drei Feiertage wegen geschlossen sind, so fann von einem öffentlichen Aufliegen nicht die Rede sein! Also handeln! Benachrichtigung der Wahlberechtigten. Das Stadtverordneten- Kollegium in Frankfurt a. M. fakte zinen sehr nachahmenswerten Beschluß. Es gab einem Dringlichkeitsantrag der Sozialdemokraten statt, der den Magistrat ersucht, die Reichstagswähler durch Postkarten zu benach richtigen, daß fie in die wählerliste eingetragen find. Die Zustellung der Karten foll mit dem Auflegen der Liste zusammentreffen, so daß der Wähler, der keine Benachrichtigung erhält, noch genügend Zeit zur Steklamation hat. Lifte der Kandidaturen. Sozialdemokratische. Königsberg- Stadt: Hugo Haase( bisher. Vertreter). Königsberg Land Fischhausen: Otto Braun( bisher Fürst zu Dohna- Schlobitten, f.). Labiau- Wehlau: Hermann Linde( bisher v. Massow, f.). In den 14 pommerschen Reichstagswahlkreisen sind bis jetzt von den dazu eingesezten Parteiinstanzen folgende Kandidaten auf gestellt: Antlamm- Demmin: B. Göbel( bisher Graf v. Schwerin- Löwig, f.). Neckermünde- Usedom- Wollin: A. Kunge( bisher v. Böhlendorff, t.). Randow- Greifenhagen: A. Körst en( bisheriger Vertreter). Byris- Saakig: D. Basseh I( bisher Ströjell, Antis.). Nangard- Regenwalde: N. Milenz( bisher v. Dewig, kons.). Greifenberg- Cammin: M. Schorping( bisher v. Normann, konf.). Bütow- Schlawe- Rummelsburg: A. Horn( bisher v. Michaelis, fons.). Belgard- Dramburg- Schivelbein: N. Wiesenhütter( bisher v. Brodhansen, f.). Kolberg- Röslin- Bublik: A. Horn( bisher Malfetig, f.). Stralsund- Rügen. A. Genzen( bisher v. Riepenhausen, fons.) Greifswald- Grimmen. 2. Duessel( bisher Gothein, frs. Vgg.) In den Wahlkreisen Stettin, Neustettin und Stolp- Lauenburg erfolgt die Aufstellung der Kandidaten in den nächsten Tagen. Frankfurt a. D.- Lebus: Dr. H. Braun( bisher Bassermann, natl.). Waldenburg: S. Sachse( bisheriger Vertreter). Striegau- Schweidnig: Fr. Feldmann( bisher v. RichthofenDamsdorf, t.). Landshut- Jauer: S. Kräßig( bisher Dr. Hermes, frs. Vp.). Reichenbach- Neurode: A. Kuhn( bisheriger Bertreter). Aus dem östlichen Westfalen und den lippischen Fürstentümern werden gemeldet: Tecklenburg- Steinfurt- Ahaus: W. Feld( bisherig Herold, 8.). Münster- Koesfeld: H. Groenewold( bisher Frhr. v. Hertling, Zentrum). Lüdinghausen- Beckum- Warendorf: K. Gilers( bisher Walldorf, Zentrum). Minden- Lübbede: A. Lizinger( bisher Sielermann, f.). Bielefeld- Wiedenbrüd: K. Sebering( bisher Humann, 8.). Paderborn- Büren: G. Rentschta( bisher v. Savigny, 3.). Marburg- Högter: R. Schäfermeier( bisher Schmidt, 3.). Lippstadt- Brilon: A. Siggeltow( bisher Schwarze, Zentrum). Grafschaft Bentheim- Lingen- Meppen- Hümling: A. Tewes( bis her Engelen, Zentrum). Fürstentum Schaumburg- Lippe: H. Klingenhagen( bisher Deppe, natl.). Fürstentum Lippe: C. Beder( bisher Meier- Jobst, frs. Vp.). Halle a. S.: Fr. Kunert( bisheriger Vertreter). Es war der Reichskanzler, der sofort nach der Hauptwahl bon 1909 den Nationalliberalen den Nat gab, sich mit dem Zentrum zu verständigen. Dieser Rat und seine Befolgung ist die Quelle der heutigen Krisis. Jetzt muß der Reichskanzler, und zwar rechtzeitig, den umgekehrten Rat geben. Benn er es nicht tut, dann konnte er sich und uns die Mühe sparen." Herr Naumann erwartet also vom Herrn Reichskanzler die erlösende Parole:" Mit der Sozialdemokratie gegen das Zentrum!" Erfolgt diese Parole nicht oder wird sie nicht so Daß der Landwirtschaftsminister diesem Spezialwunsch des Herrn Klaufener nicht die geringste Bedeutung beigemessen hat, ist laufener sich jeder Grenzöffnung widersette. Noch am 11. d. M. erklärte z. B. der Zentrumsabgeordnete Gerstenberger als Fraktionsredner im Reichstage: " Ich sage also: darum wäre unbedingt an den jehigen Schuk maßregeln festzuhalten, um Mittel und Wege zu suchen, um eine solche unnatürliche Teuerung zu beseitigen, besonders durch Ausschaltung des nicht berechtigten Zwischenhandels zwischen Produ zenten und Konsumenten. Meine Herren, das andere Mittel, das vorgeschlagen wird, ist die Deffnung der Grenzen. Als wir den Zolltarif beschlossen, stellten wir uns auf den Standpunkt, daß die Grenzen nicht gea schlossen werden sollten, um einen entsprechenden Preis für das Vieh zu haben. Es wurde damals ausdrücklich erklärt, daß der Zoll den Ausgleich bringen solle, daß die deutsche Landwirtschaft einen entsprechenden Preis für ihre Produktionsfosten gegenüber der Berteuerung all ihrer Kosten erhält. Die Grenzen sollten geschlossen bleiben nur deshalb, um die Seuchengefahr zu verhüten. ( Sehr richtig! rechts und in der Mitte.) Auf dem Standpunkte ftehen ich und meine Freunde auch noch heute." Das ist die offizielle Haltung des Zentrums. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 19. Dezember. Wahlkuddelmuddel! " „ Wahlkuddelmuddel" betitelt die Berliner Volks. Beitung" eine längere Betrachtung über die beispielloſe Berfahrenheit des Wahlkampfes. Es mache einen geradezu fomischen Eindruck, wenn die reaktionären Parteien in dem heiligen Kampfe gegen das Zentrum von einem breiigen Wahlkuddelmuddel aller bürgerlichen Parteien von Stanik bis Naumann" träumten. Wenn das Organ des Bundes der Landwirte die Frage des Etats für Südwestafrita für etwas Rebensächliches erkläre und spätere unausbleibliche Sämpfe" in Aussicht stelle, so könnten sich diese angekündigten Stämpfe doch nur gegen die Parteien der Linken und gegen " befolgt, fo fällt der glorreiche Feldzug gegen das Zentrum glatt ins Wasser! den gesamten bürgerlichen Biberalismus" Und Fürst Bülow soll diese Parole ausgeben, trotzdem richten. Die agrarische Lebensmittelverteuerungspolitik, die der Freifinn das Feldgeschrei erhob: gegen Zentrum und Einführung neuer Steuern, die Schaffung neuer Belästigungen Sozialdemokratie! von Handel, Verkehr und Gewerbe würden wahre Drgien" Eine vernichtendere Kritik am Freifinn, als sie in diefem feiern, wenn das Volk blog um der südwestafrikanischen Elite Appell an den Reichsfanzler liegt, der die Dummheiten und willen in" unseliger Verblendung" einen Reichstag wähle, in die politischen. Selbstentleibungsgelüfte des Freisinns dem die Reaktion triumphiere. Das linksfreifinnige Blatt torrigieren soll, ist platterdings undenkbar! Nur Gimpel gehen auf die ausgelegten reaktionären Leimruten." Aber selbst wenn Bülow die ersehnte Parole ausgabe: fchließt mit dem Sage: die Parole der Sozialdemokratie würde unerbittlich lauten: Vorwärts aus eigner Kraft gegen alle Reaktion! " So richtig das alles ist, so unrichtig ist doch die Behauptung der Volts- Zeitung", daß die Schwärmerei für einen breiigen Wahlkuddelmuddel" aller bürgerlichen Parteien " Das Zentrum und die Fleisch- hauptsächlich in der reaktionären Bresse zu finden ſei. teuerung. Den Zentrumsführern in den industriellen Städten des Rheinlandes ist die Erbitterung der Arbeiterschaft über die hohen Fleischpreise höchst unbequem; sie versuchen deshalb die Schuld an der Gerade Freifinnige Volkspartei macht diese Politik ,, unseliger Verblendung" geradezu fanatisch mit! Schrieb doch dieser Tage erst die Freisinnige Zeitung": " Jeder Wahlerfolg der Sozialdemokratie bedeutet zugleich eine Stärkung des Einflusses der Zentrumspartei im Reichstag." Es ist also gerade die stärkste freisinnige Partet, sich für den Wahl- Kuddelmuddel von Kanit bis Naumann" enthusiasmiert! Teuerung von der Zentrumsfraktion abzuwälzen, indem sie für die die Preissteigerung nicht die vom Zentrum im Dienste der Großgrundbefizer betriebene agrar- und Bollpolitit, sondern die Ausführung der Seuchenschutzbestimmungen durch den früheren Landwirtschaftsminister verantwortlich machen. So heißt es z. B. in einem Bericht des erzkatholischen„ Echo der Gegenwart" über eine Wählerversamm lung der Aachener Zentrumspartei, in welcher der Landtagsabgeordnete Klaufener referierte: 31 Der heillose Wahlkampf- Kuddelmuddel wird nur vermehrt, wenn sich das Berliner Tageblatt" in einer Zuschrift aus Süddeutschland darüber belehren läßt, daß es in allen Fällen, wo der Freisinn in der Minderheit sei, seine Pflicht sei, bei der Wahl zwischen Schwarzen, Junkern und anderen Agrariern einer und Sozialdemokraten andererseits Als Landwirtschaftsminister v. Podbielski dann später bei für den Sozialdemokraten einzutreten. Diese Ausder dritten Etatslesung behauptete, die Fleischnot sei gehoben, die lassungen des Berliner Tageblattes" und ähnliche Wahmungen Preise seien im Sinfen begriffen, komite er( Abg. Klaufener) sich der Frankfurter Zeitung" vermehren nur die heillose nicht enthalten, dem Minister zu antworten, daß das für Aachen Berfahrenheit innerhalb des Freifinus. nicht der Fall sei, daß hier vielmehr die Preise fortwährend stiegen und dadurch eine für die- Voltsernährung nicht zu unterschätzende Gefahr drohe. Es sei unverständlich, wes. Der freisinnig- nationalliberal- agrarkonservative Block. halb der Minister sich sträubte, die Westgrenze Die Reichsparteiler befürworten eifrigst den Zusammenschluß zu öffnen, während Schlesien sein Kontingent Schweine aus Rußland bezieht, der Freisinnigen mit den Nationalliberalen und Agrarfonservativen während dänisches und österreichisches Vieh auf unseren Märkten zum großen„ nationalen" Mischmasch ganz erklärlicherweise, denn erscheine. Woher die schlechte Behandlung des Westens gegenüber die Fraktion der Reichspartei hat nichts hinter sich als einige verdem Osten? Daß sie Absicht sei, könne er nicht beweisen, aber mögende Scharfmacher und existiert lediglich durch die Gnade anderer Tatsache sei, daß herr von Podbielsti jedesmal, Parteien. Schon fürzlich hat Herr v. Zedlitz und Neukirch, wie wir wenn auf Aachen die Rede tam, den Sigungs- in der Nummer vom 18. d. M. mitteilten, zum Sammeln geblasen; saal des Abgeordnetenhauses berließ. Doch de mortuis nil nisi bene! Hoffen wir, daß fein Nachfolger besser doch hatte er damals noch nicht entdeckt, auf welcher Basis sich unsere berechtigten Wünsche berücksichtigt und ungleichen freisinnigen und agrarkonservativen Streiter dem Antrage unserer Stadt auf Deffnung der Grenzen nachfommt. für des Vaterlandes Ehre" zusammenfinden tönnten, und Allerdings waren die gestrigen( Dienstags-) Erklärungen der Nes deshalb empfohlen, in jedem Fall die Roll- und gierung im Reichstag für is nicht besonders ermutigend." Wirtschaftspolitik aus dem Wahlkampfe auszuscheiden. Inzwischen Danach könnte es scheinen, als sei das Zentrum für die hat jedoch die Kronsbeinsche Post" nach reiflichem Nachdenken eine Deffnung der Westgrenzen" im Reichstage eingetreten; geeignete nationale Grundlage für die Vereinigung des Freisinns mit tatsächlich hat jedoch am 11. d. M. in der Debatte über die den Junkern gefunden und empfiehlt ihre Entdeckung in folgend Fleischnotinterpellation der Zentrumsabgeordnete Gerstenberger im Ausführungen: " die nur Die weltpolitische Parole ist dehnbar genug, um dem Man sieht, die Sprößlinge der geschundenen Ritter von Jena| Besitzenden. Auch die Zahl der Zenfiten mit einem Einkommen von Ronfervatismus, dem Nationalliberalismus und dem freisinnigen und Auerstedt haben nichts gelernt und nichts vergessen. Die Ge- über 3000 M. ist in die Höhe gegangen. von 501 437 auf 526 475. Radikalismus die Betätigung ihrer spezifischen Parteieigenschaften schichte der Jahre 1789/94 eriftiert für sie nicht. Und bei den Besitzenden ist auch das durchschnittliche Einkommen geim Wahlkampfe zu gestatten. Vom konservativen Standstiegen von 8893 9. auf 9081 M. Diese 526 475 Zenjiten erzielten punkte aus muß eine planbolle Heimatpolitit Der Reichsverband gegen die Sozialdemokratie" macht mobil. mit zusammen 4780,7 Millionen Mart beinahe ebenso viel Eindie Grundlage einer kraftvollen Weltpolitik sein. Da Schon seit längerer Zeit hat er einen Spezialwahlschatz eingerichtet kommen, wie die 4 145 954 Benfiten der unteren Stufen, die es auf gegen mag man sich vom Standpunkte des radikalen und feine Anhänger aufgefordert, für diesen Spenden zu zeichnen. insgesamt 5551,1 Millionen Mark brachten. Bei solchen Resultaten Biberalismus ruhig der idealen Zukunfts- Tatsächlich sind denn auch von vielen wohlfituierten Reaktionären der Ausgebeuteten und Entrechteten, wofür diese am 25. Januar 1907 von wachsendem Volkswohlstand zu reden, ist eine freche Verhöhnung hoffnung hingeben, daß Welthandel, Weltberlehr und Beltpolitit schließlich den Sieg beträchtliche Summen gezeichnet worden in der Annahme, daß sie die Quittung ausstellen werden. des Liberalismus auf der ganzen Linie des den Betrag erst im Jahre 1908 zu entrichten haben würden. Durch politischen, sozialen und kulturellen Lebens Briefe werden aber die Spender angewiesen, schon jetzt die geberbürgen. Es erscheint uns ausgeschlossen, daß die Gegen zeichneten Summen an den A. Schaaffhausenschen Bankverein zu säge rechts und links in bürgerlichen Lager bei diesem Wahl- zahlen, und zwar spätestens bis zum 1. Januar nächsten Jahres. fampf ganz wegfallen könnten. Man wird auch hier miteinander fämpfen. Die Dissonanzen dieser Kämpfe aber können schließlich doch ihre Auflösung in einer höheren und prinzipiellen Harmonie finden: Deutschland muß Weltpolitik treiben. " Kindische Ausflüchte. Duellmanie. Vor dem Kriegsgericht in Dresden hatte sich am Freitag der 24jährige Beutnant v. Bodsberg vom Husaren- Regiment Nr. 18 in Großenhain wegen 3 weifampf mit töd. lichen Waffen zu verantworten. Er hat sich am 12. November Die Freisinnige Zeitung" fühlt sich durch die sozial- auf der Dresdener Heide mit dem Vizewachtmeister der Reserve Von hier aus ergibt sich auch ein einheitlicher demokratischen Angriffe gegen ihren kolonialen Tropenfoller derartig Büde buelliert. Auch zu diesem Duell hat wieder eine Geringpolitischer Gegensay zu 8entrum und Sozial- in die Enge getrieben, daß sie zu den jämmerlichsten Ausflüchten fügigkeit Anlaß gegeben. Der Angeflagte hatte nämlich dem Vizedemokratie: Die jetzt mit der Regierung verbündeten ihre Zuflucht nimmt. So sucht sie ihren fläglichen Umfall in der wachtmeister Lücke während des Manövers 50 Mark geborgt, die sich Parteien erkennen die nationale Verpflichtung zu beutscher Welt Frage der Geldverschleuderung für Wüstwest durch folgende Phrasen b. Bocksberg nach einiger Zeit zurückforderte. 2. schrieb darauf zurück, daß er die 50 Mark zu bekommen habe und nicht v. Bocksberg. politik als eine absolute an, die nicht von der Gewährung und zu vertuschen: Gewinnung spezieller Parteivorteile abhängig fein darf. Dagegen" Der Punkt aber bei Betrachtung dieser Kolonialpolitit, auf In einem darauf vom Angeklagten an 2. gerichteten Schreiben stellen Zentrum und Sozialdemokratie das Parteiintereffe über den es jetzt bei den Wahlen einzig und allein autommt, die Frage nannte b. B. das Verhalten des Vizewachtmeisters eine Unverschämtheit". jene nationale Verpflichtung. Und zwar tut das die Sozialdemo Letzterer fühlte sich durch diesen Ausdruck in seiner nämlich, ob wir unsere Soldaten und Ausiedler in Spezialehre verletzt und forderte den Leutnant. fratie absolut, indem sie überhaupt kein anderes Interesse als das Südwest afrita ihrem Schicksal überlassen und Das Kriegsgericht verurteilte den Angeklagten wegen Zweiihres proletarischen Absolutismus gelten läßt; das Zentrum tut das Schuhgebiet selbst preisgeben sollen, wird es relativ, indem es zur Erfüllung nationaler Pflichten nur gegen in dem redeseligen Aufruf gar nicht berührt, sondern vielmehr fampfes mit tödlichen Waffen zu der gesetzlichen Mindeststrafe von 3 Monaten Festung. staatliche Förderung seiner Parteiinteressen sich verstehen will." feige umgangen." Leider nennt die" Post" nicht zugleich die Namen der Parlamentarier, die das dirigierende Wahlkomitee dieses schönen vaterländischen Bündnisses bilden sollen. Wir würden empfebien als Vorsigende: Herrn v. Normann, Graf Kanik und Herrn Bassermann, als Schriftführer: Herrn Dr. Paasche, als Kassenwart: Herrn Dr. Arendt wals Boten: Herrn Müller- Sagan. Deutfches Reich. Sozialdemokratie und Kolonien. Obgleich nach der bisherigen Haltung der Sozialdemokratie im und außerhalb des Reichstages und auch nach dem Wahlaufrufe der Fraktion gar fein Zweifel bestehen kann, wie die Partei zu den Tolonialen Forderungen steht, ist das„ Berliner Tageblatt" noch immer im Zweifel. So sei also rund heraus erklärt, daß die Sozialdemokratie für die Kolonien teinen Pfennig bewilligt und sie es als einen Gewinn für Deutschland anfähe, wenn wir sie los würden. Fänden sich einige Käufer, die Deutschland zahlten, was es bisher die Kolonien gekostet haben, so machten wir ein ausgezeichnetes Geschäft. Erhielte z. B. Deutschland zirka 900 Millionen Mark zurüd, die es bisher für die Kolonien ausgab, so könnten wir damit 900 Millionen Mark Schulden bezahlen und sparten jährlich an Zinsen 31, Millionen Mart. Wir sparten weiter die jährlichen Reichszuschüsse an die Kolonien von mindestens 30 Millionen Mark, ohne die Striegskosten für Aufstände. Das wäre zusammen jährlich eine Ersparnis von 612 Millionen Mark. Die 7000 Deutsche, die heute in den Kolonien leben, würden sich unter der neuen Herrschaft, speziell unter der englischen, nicht schlechter fühlen als unter der deutschen. In den englischen Kolonien leben nicht 7000, sondern hunderttausende Deutsche und wer von diesen deutsche und englische Kolonialzustände kennen lernte, Deutschland hätte ferner nicht mehr notwendig sich im Falle eines europäischen Krieges um den Schutz der Kolonien zu sorgen, die es dann doch nicht schützen kann, und könnte wieder die Ausgaben hierzieht die englischen vor. für sparen. Mit der Weggabe der Kolonien würden uns die Kolonialstandale erspart und damit für die Ehre Deutschlands erhebliches gewonnen. Der Handel mit den Kolonien, soweit er wirklichen Wert hat, lann auch unter anderen Verhältnissen weiter gepflegt werden, wir ersparten aber die Zuschüsse des Reiches, die jezt den Handel Die Weggabe der Kolonien bildete also für das Reich einen großen finanziellen, militärischen, moralischen und handelspolitischen Gewinn. Der konservative Wahlaufruf. " Es ist eine geradezu geniale Entdeckung der Freisinnigen 8tg.", daß es fich bei dem jeßigen Wahlkampf trotz Staatsstreichbrohungen, Fleischwucher, Gewerkschaftsknebelung, persönlichen Regiments uſtv. einzig und allein um das Schicksal der in Wüstwest befindlichen Soldaten und Ansiedler Handelt! Ein Glaubensstreiter. Wie vor einigen Wochen berichtet, ist der Musketier Mügge vom 31. Infanterieregiment in Altona, der sich zur Selte der Adventiſten bekennt, wegen Gehorsamsverweigerung zu drei Wochen strengem Die Freifinnige Zeitung" sollte doch einmal eine geheime Arrest verurteilt worden, weil er sich weigerte, vom Freitagabend Abstimmung unter den 10 000 Mann füdwestafrikanischer Truppen bis Sonnabendabend Dienst zu tun. Nach Verbüßung seiner Strafe vornehmen laffen. Wir sind überzeugt, daß nicht hundert dagegen erhielt er an einem Freitagabend den Befehl, an der Flickstunde teilstimmen würden, daß fie so rasch als möglich aus der unseligen zunehmen, was er höflich aber bestimmt ablehnte. Gegen Gottes Sand- und Steintvüste nach Deutschland zurücktransportiert würden! Gebote dürfe er nicht verstoßen, denn diese ständen höher als die Würde aber die Handvoll Ansiedler bor die Alternative gestellt, der Menschen, sagte der standhafte Adventist. Auf die schweren ohne die, milchende Kuh der Schustruppe in Wüdwest bleiben zu müssen, Folgen der wiederholten Gehorsamsverweigerung aufmerksam geso würde sie sich sicherlich mit jeder halbwegs anständigen Abfindungs- macht, antwortete er, ein wahrhaft religiöser Mensch müsse mit Gefumine begnügen und sich schleunigst mit dem nächsten Dampfer nach duld und Ergebung die ihm auferlegten Prüfungen tragen. Das der Heimat wieder einzufchiffen bereit sein! Und darum handelt es Kriegsgericht der 18. Division verurteilte ihn zu zwei fich nach der Freis. 8tg." einzig und allein" bei der diesjährigen Monaten Gefängnis. Reichstagswahl Da uns aber die Freifinnige Zeitung" ein feiges Umgehen" die Sozialdemokratie selbst dann nicht einen Pfennig für Südwestdieser Frage vorwirft, wollen wir ihr im Vertrauen verraten, daß afrika bewilligen würde, wenn Herrn Dernburg der ebenfalls in tolonialen Gründungen wohlerfahrene Herr Dr. Müller Sagan als Ministerkollege beigegeben würde! zu können. Geo A. Schmidt gegen Roeren. Militärjuftiz. Begen einiger Dummheiten, die, falls ein Strafantrag vorläge, aivilgerichtlich mit einer geringfügigen Geldstrafe geahndet würden, wurde am 17. November d. J. vom Kriegsgericht der 17. Division Musketier Müller vom Infanterie- Regiment, Bremen" zu 13 Monaten Gefängnis bestraft; ein Urteil, das dem Gerichtsherrn noch zu milde tvar. Auch der Angeklagte hatte Berufung eingelegt, die am Montag vor dem Oberkriegsgericht des 9. Armeekorps( Altona) zur BerhandDer ehemalige Bezirksamtmann Geo A. Schmidt fordert Lung fam. Es handelt sich um einige in der Trunkenheit begangene in einem offenen Brief gegen Roeren, daß dieser die im Reichs- Delitte, die sich nach militärischer Auffassung als fortgesetter intag von ihm gegen ihn erhobenen Anschuldigungen( Notzüchtigung gehorsam, Achtungsverlegung mittels Drohung, Bedrohung, Beunmündiger schwarzer Kinder, brutale Mißhandlungen dieser Rinder usw.) außerhalb des Reichstags wiederholen leidigung und Widerlegung qualifizieren. Der Angeklagte hatte den möge, damit er in der Lage sei, gegen ihn eine lage einleiten Befehl erhalten, sein Spind in Ordnung zu bringen, worauf er zu dem Unteroffizier fagte: Das tue ich ja, Du Hund!" Als Herr Geo A. Schmidt rechnet vielleicht darauf, daß durch das der Unteroffizier ihn zum Feldwebel bringen wollte, soll Müller geeilt sein, als wenn er ein Ge bekannte Einschüchterungssystem der Eingeborenen Herrn Noeren zu den Gewehrſtüzen Dann weinte er, weil er sich bewußt das Antreten des Wahrheitsbeweises unmöglich gemacht werde. geworden war, sich vergangen zu haben. Der Feldwebel fagte wehr ergreifen wollte. nichtsdestoweniger sollte Herr Roeren die Gelegenheit wahrnehmen, tröstend zu ihm, er solle sich nur ins Bett legen, die Sache sei nicht feine Anklagen durch ein Gerichtsverfahren in Deutschland er= so schlimm. härten zu lassen. Da die Kolonialverwaltung nicht Anstatt der Aufforderung zu folgen, ging M. in die Kantine daran denkt, Herrn Schmidt wegen der ihm von Herrn Roeren und renommierte dort, wenn er Patronen gehabt hätte, dann wäre borgeworfenen Vergehungen den Prozeß zu machen Herr Schmidt verfahren gegen ihn schwebe Der Angeklagte, dessen militärische Führung als„ gut“ rühmt sich ja damit, daß zurzeit ein Disziplinar etwas anderes passiert. Nun erst wurde der Angetrunkene in Haft läge für Herrn Roeren gebracht. die moralische Verpflichtung vor, auch in der Presse seine Anklagen bezeichnet wird, bat um ein geringeres Strafmaß, da er sich in Aufzu wiederholen. Auch Bebel hat ja der Aufforderung des Hänge- regung befunden und sich nicht viel dabei gedacht habe. Der Anpeters entsprochen, seine Anschuldigungen außerhalb des Reichs- läger, Oberfriegsgerichtsrat Dr. Mörler, meinte, die Delifte müßten vom Standpunkte der Abschreckungstheorie betrachtet und demgemäß tages zu erheben. geahndet werden; er halte aber eine Gefängnisstrafe von elf Monaten für ausreichend. Das Gericht erkannte jedoch auf ein Jahr und fünf Monate Gefängnis, ahndete also die in der Die dem Verein der Kapitäne und Offiziere" angehörenden Trunkenheit begangenen Vergehen und Verbrechen" noch um sechs Schiffsoffiziere der Hamburger und Bremer Reedereien haben dem Monate höher, als der Vertreter der Abschreckungstheorie beantragt D Folgfame Angestellte. # " Ausland. Frankreich. Das letzte Zugeständnis an die Kirche. Paris, 17. Dezember.( Eig. Ber.) an sie gerichteten Befehl der Reeder, sofort aus dem genannten hatte! mit den Kolonien zu einem schlechten Geschäft machen. Bebel hatte recht, als er im Reichstag erklärte, der Verlust des Verein auszutreten, prompt Folge geleistet. Der Verein Hamburger Der Respekt gegen den Vorgesetzten muß mit aller Strenge geHandels mit dem kleinen Dänemark wäre für Deutschland ein un- Reeder erläßt folgende Mitteilung: Angesichts der Ankündigung endlich größerer Schaden, als der Verlust der Kolonien. Der Handel einer öffentlichen Versammlung, welche vom Vorstand des Vereins der wahrt werden, so will es das Militärstrafgesetz. Ginen eklatanten mit Dänemark betrug im Jahre 1905, ohne einen Pfennig Auf- Kapitäne und Offiziere der deutschen Handelsmarine auf heute abend Beweis, welche gögenhafte Stellung dem Vorgesetzten im Militärwendungen aus der Reichstafie, 300 Millionen Mart. Der Gesamt einberufen ist, hält der Verein Hamburger Reeder es für angebracht, wefen eingeräumt wird, liefert das Urteil, welches dieser Tage das handel mit den Kolonien nur 64 Millionen, für den wir aber, wie das bisherige Resultat seiner gegen den Verein der Kapitäne und Mezzer Oberkriegsgericht gegen den Musketier Sommer aus Düffelschon bemerkt, über 30 Millionen Mark pro Jahr ohne Kriegs. Offiziere getroffenen Abwehrmaßregeln bekannt zu geben. Da eine dorf gefällt hat. Der Soldat hatte seine Dienstzeit straflos verauslagen ausgaben, und wobei die 46 Millionen Mark Ausfuhr umfassende Nachfrage bei allen Reedereien erst für den Jahresschluß bracht. Am Entlassungstage, als die Militärfachen schon abgegeben nach den Kolonien in der Hauptsache Unterhaltungskosten für die vorgesehen ist, so beziehen sich die jetzt vorliegenden Ergebnisse nur waren, der Hauptmann fich schon von der Mannschaft verabschiedet auf die sechs größten hiesigen Schiffahrts- Gesellschaften, nämlich: hatte, wollte der betrunkene Angeklagte, wie er es schon mehrfach Beamten und Schatztruppen sind. Hamburg Amerika- Linie, Hamburg- Südamerikanische Dampfschiff gemacht hatte, aus dem Fenster der zur ebenen Erde gelegenen fahrts- Gesellschaft, Deutsche Dampffchiffahrts- Gesellschaft Kosmos, Stube hinaussteigen. Als der Unteroffizier vom Tagesdienst ihn Deutsch Australische Dampfschiffahrts Gesellschaft, Woermann davon zurückhalten wollte, schlug ihn der Angeklagte mit beiden Linie und Deutsche Dstafrika Linie. Bei diesen Reedereien Händen ins Gesicht. Das Kriegsgericht verurteilte ihn zu einem haben sämtliche Angestellte, soweit sie überhaupt dem Verein an- Jahr Gefängnis. Auf die Berufung des Gerichtsherrn erhöhte das Nachdem alle anderen Parteien ihren Wahlaufruf veröffentlicht gehört haben und bis jetzt erreicht werden konnten, ihre Mitglied. Oberkriegsgericht die Strafe auf zwei Jahre 14 Tage Ge haben, kommt nun auch der Vorstand der deutsch- konservativen Partei schaft zum Verein aufgegeben mit alleiniger Ausnahme von drei fängnis. Steuerleuten der Woermann- bezw. der Australischen Linie.. mit seinem Aufruf Herangehumpelt. Er spricht von der Notwendigkeit Eine Anfrage in Bremen hat ergeben, daß bei den Reedereien der Weltpolitik, der erforderlichen Rücksichtnahme auf Deutsch- Norddeutscher Lloyd, Hansa und Neptun die verschwindend kleine lands Großmachtstellung in Europa, von der wirtschaftlichen Erschließung der Stolonien usw. und fordert zur Betvältigung der Anzahl von Offizieren, welche dem Verein angehört haben, sofort nationalen Aufgabe" die Erhaltung einer starten militärischen ausgetreten ist. Macht zu Wasser und zu Lande" sowie die Förderung der InterHänge- Peters will flagen! Die neue firchenpolitische Vorlage ist das Produkt der Ver essen der Landwirtschaft, des Handwerks und des gesamten Mittel- Wie bürgerliche Blätter melden, will Hänge Peters die legenheit, in die der Widerstand des Vatikans die Regierung tatstandes, das heißt in gewöhnliches Deutsch übersetzt: Liebes= Münchener Post" wegen Beleidigung verklagen. 1lnfer fächlich gebracht hat. Da der Entschluß Briands, die Fortsetzung gaben für den Großgrundbesiz, hohe Zölle Münchener Bruderorgan wird sich ein Vergnügen daraus machen, des Gottesdienstes in jedem Falle zu sichern, von Anfang an auf landwirtschaftliche Produkte, Werteuerung diesem famosen Borkämpfer für deutsche Kultur und Gefittung seine feststand, konnte sich der Vatikan die oppofitionelle Geste mit der Lebensmittel für die arbeitenden Klassen, Reife für das Zuchthaus abermals gerichtlich bescheinigen zu laffen. guter Aussicht auf den parlamentspolitischen Erfolg vergönnen Beibehaltung der Grenzsperren und der Fleisch- wir Sollte es wirklich zur gerichtlichen Verhandlung kommen, woran und so seine tatsächliche Niederlage maskieren, die sich in der Gleichteuerung, Abschiebung des größten Teils der wir einstweilen noch zweifeln, so wird die historische Existenz des gültigkeit der Nation ausspricht. Es war ein Schauspiel von außerHänge- Peters fünftig nur noch der Geschichte der Kolonialverbrechen ordentlicher Komit, wie der Staat, der Kirche nachlaufend, eilends Steuerlast auf die ärmeren Boltsschichten! die Hürde der Gefeßlichkeit um sie aufrichtete, jene sie immer wieder Daneben räfonniert der Aufruf der konservativen Frattion, angehören. durchbrach. Der Staat berlangt die Errichtung von Kultusdie bekanntlich seit jeher allen Hof und Regierungsaffoziationen. Der Papst verbietet sie und die Bischöfe gründen intrigen beteiligt gewefen ist, gegen die Nebenregierung Wachsender Vollswohlstand wird in der bürgerlichen Breffe diözesane Assoziationen. Flugs erklärt Briand fie für gefeßlich, des Zentrums, und schließlich verlangt das Machivert, damit auch für wieder einmal fonstatiert. Weil die Behörden in der Handhabung worauf sich die Bischöfe darauf versteifen, daß ihre Vereine den Arbeiter etwas abfällt, die politische Entrechtung aller der Steuerschraube eine größere Routine erlangten, ist die Zahl der ungesetzlich seien! Darauf soll das Bersammlungsgeset Arbeiter, die sich nicht zu den hehren Prinzipien der Zuckerpartei Stenerpflichtigen etwas gestiegen. Daraus deduziert man wachsenden angewendet werden, und zwar in einer für die Kirche höchst bequemen bekehren und sich nicht zu entschließen vermögen, in den edlen Nach- Boltsreichtum und eine Hebung der sozialen Lage der Lohnarbeiter. Interpretation: Eine einzige Anmeldung soll für das ganze Jahr kommen der ehemaligen Raubritter die feinste Blüte der deutschen Nation nach solchem Rezept kann man leicht die soziale Frage lösen: die hinreichen. Wieder verbietet der Papst die Annahme des Zugeständ Steuerschraube wird noch fräftiger angezogen und alle Not ist ge- nisjes. zu erblicken. Zum Schluß nämlich gestattet sich der Aufruf nach bannt. Will man feine Schönfärberei treiben, dann ist übrigens Da läßt die Republik ihre Anhänger marschieren: Wenn die dem Muster der„ Deutsch. Tagesztg." und der Hamb. Nachrichten" aus der Steuerveranlagung für 1906 gar keine Verbesserung zu er- Pfarrer den Gottesdienst nicht anmelden wollen, tum es die Gläubigen folgende unverschämte Aufforderung zum Staatsstreich: mitteln. Lediglich die Zahl der Benfiten mit einem Einkommen von oder auch die Ungläubigen; denn atvei beliebige Bürger haben Im Kampfe für unsere durch die Sozialdemokratie schwer 900 bis 3000 Mart ist etwas gestiegen, bon 3 889 171 im Jahre 1905 es in der Hand, den Gottesdienst zu einer regelrecht angemeldeten bedrohten nationalen Güter und Ideale, sowie der sozialen auf 4 145 954 im laufenden Jahre; das durchschnittliche Einkommen Versammlung zu machen. Dem Pfarrer nüßt seine Weigerung nichts, und staatlichen Autoritäten erwarten wir von der ist aber nicht gewachsen, es ist auf 1339 Mart stehen geblieben. Das er zappelt im Netz der Gesetzlichkeit. Schließlich drückt mancher Reichsgewalt energische und wirksame Maß bedeutet bei den egorbitant gestiegenen Lebensmittelpreisen eine absolute Bischof und Pfarrer die Augen wohlwollend zu, wenn biedere regeln, die mehr als bisher jenen vaterlands Verschlechterung der sozialen Lage der unteren Volksschichten. Nur was Losen, mit der christlichen Kultur des Deutschen die Verdummung des Volfes als Geschäft betreibt, kann bei solchen ErReiches in Widerspruch stehenden Bestrebungen gebnissen von Hebung der unteren Schichten fabulieren. Allerdings entgegenwirlen." der Boltsreichtum ist gewachsen aber nur bei den ohnehin schon " " " Wachsende Verelendung. Weinwirte vom Kirchenplatz, die auf die fromme Kundschaft rechnen, ihn der Verlegenheit entheben, in welche ihn die Herren vom Vatikan gebracht haben. Bleiben nur noch die Sprengel, in denen die Saumfeligkeit oder die Kirchenfeindlichleit der Republikaner oder der Fanatismus Aus der Partei. " bor einer ganzen Kraft und ber Klerifalen die Anmeldungspflicht unerfüllt gelassen hat. Was] Metcalf erklärt in seinem Bericht, er finde, daß die in San fönnen. Die Differenz zwischen Soll und Haben hat in der Lehrers soll die Republik mit diesen Geistlichen, die dem Gesetz nicht folgen Francisco vorherrschende Meinung allgemein den Beschluß der schaft eine Jagd nach Nebenverdienst ausgelöst. Die dadurch abwollen, anfangen? Soll man sie immer und wieder in Arrest Unterrichtsverwaltung auf Trennung der japanischen Kinder von forbierte Arbeitskraft und Frische wird der Schule und der not stecken? Und wiederum baut der Staat der Kirche eine den übrigen gutheiße, biele der hervorragendsten Autoritäten auf wendigen beruflichen Fortbildung entzogen. Das Schulamt goldene Brücke: aber Will sie das Versammlungsgesetz nicht an- dem Gebiete des Schulwesens in Kalifornien seien jedoch entgegen- erfordert die Hingabe wenden, foll ihr das Vereinsgesetz Legalität verleihen. gesezter Ansicht. Metcalf spricht sich dahin aus, daß es Pflicht der Person. Das Nebeneinkommen aus Fortbildungsschulstunden ist Es ist das die Lösung, die Jaurès und seine Freunde von An- Bundesregierung sei, den Japanern Schutz zu gewähren, wenn die für einen großen, vielleicht den größten Teil der Berliner fang an vorgeschlagen haben und deren sofortige Annahme der Macht der Polizei in San Francisco nicht dazu ausreiche. Lehrer zu einem stehenden Posten im Haushalt geworden, d. h. Regierung die Unbehaglichkeit eines Rückzugs erspart hätte. Sie der Lehrer ist mit einem Teile seines Einkommens vom mehr oder erhält allerdings nicht den Charakter einer allgemeinen Vorschrift, weniger guten Willen seiner Behörde abhängig. Da ist's wohl kein sondern wird mehr als Eventualfall vorgesehen. Der Kirche Wunder, wenn es der Organisation und insbesondere dem einzelnen bleiben künftig drei Möglichkeiten offen, sich gefeßlich zu nicht immer gelingen will, dem heiligen Bureaukratius, der für organisieren. Für den Wahlkampf der russischen Genossen hat die Leitung des die Schule zwiefach Gift ist, die Stirn zu bieten. Weiter sind Sie fam: 1. das Trennungsgesetz, 2. das Versammlungsgesetz, 3. das Vereinsgesetz anwenden. Die Privi- chleswig- Holsteinischen Wahlkreises( iel) am aber auch für Berlin die Lehrer fast ebenso rar geworden, wie Die Schleswig- Holsteinische die Stadtschulräte. Die Gründe dazu sind freilich verschiedene. legien, die ihr das Trennungsgesetz einräumte, gehen ihr Dienstag 500 Mart bewilligt. allerdings verloren, sowie sie sich auf das gemeine Recht Volkszeitung" bemerkt dazu: Es ist ein offenes Geheimnis, daß städtische Schulinspektoren recht Die Genossen sehen, daß unsere Rassenverhältnisse außerordentlich froh sind, wenn sie durch Auflösung von Klassen, welche zeitweilig dem Staate und den Departements zur freien Verfügung anheim; befriedigende sein müssen, wenn es möglich ist, trok der Ausgaben, unter die Minimalfrequenz finfen, davor bewahrt bleiben, viel neuer die Priester, in deren Gemeinde feine Kultusassoziation besteht, die unser eigener Wahlkampf im Gefolge haben wird, eine solche„ Lehrkräfte" von auswärts in ihrem Bezirke zu benötigen. Bewerden in ihren Pensionsbezügen eingeschränkt, und ihr Widerstand Summe an die russische Bewegung abzustoßen. In derselben Sigung werbungen aus dem Westen sind mit der Zeit nahezu völlig ausgegen die nunmehr festgestellte Stirchenordnung macht sie ihrer Pension hat der Kreisvorstand beschlossen, zur Unterstützung der Wahlagitation geblieben, und schon drei Jahren wurden solche noch überhaupt verlustig. in den schwächeren Kreisen der Provinz der Agitationskommission im letzten Augenblick zurückgezogen, bezwv. die Bewerber Wird der Kirchenpolitische Konflikt nunmehr eine Ende nehmen? 1000 M. zu überweisen. zogen es vor, zu der abzuleistenden Lehrprobe nicht zu erscheinen. Wird der Vatikan die neue Ordnung, die ihm die unbeschränkte Der Verrat an der organisierten Essener Arbeiterschaft. Unter Aber auch der Zufluß aus dem Osten scheint zu stocken; die Termine Ausübung des Gottesdienstes gewährt, anerkennen? Darüber gehen diesem Titel beginnt die Dortmunder Arbeiterzeitung" eine für Bewerbung, Lehrprobe und Anstellung rücken wenigstens erstaundie Meinungen in allen Lagern noch auseinander. So fezt z. B. längere attenmäßige Darstellung über das ge- lich dicht zusammen. Es muß nun besonders den Teil der Berliner der konservative Figaro", der freilich von Anfang an für eine ver- scheiterte GewerkschaftshausDruderei Bürgerschaft, bei dem nach den Worten des bekannten Schulpolitikers föhnliche Politik eingetreten ist, auseinander, daß die Regierungs- projekt am Pferdemartt." Wir werden darauf zurück- Tews(„ Schulkämpfe der Gegenwart")" auch das persönliche Interesse vorlage im Wesen der Kirche das gewähre, was sie verlangt habe. tommen, sobald die Sache abgeschlossen ist. Vorläufig verzeichnen mit im Spiele ist," geradezu beunruhigen, wenn in den Wird doch jetzt die Anweisung des Versammlungsgesetzes durch Gewir, daß die beiden Verräter, der Wirt Janzen und der Bau- Schulen Berlins das Gespenst des Lehrermangels umgeht, wenn sich set festgelegt und so der Aufhebung durch künftige Minister ent- unternehmer Friz, nicht Sozialdemokraten sind, sondern der erstere ihre Lehrerschaft ausschließlich aus dem fulturell vergleichsweise zogen. Und die Anwendung des gemeinen Rechts war es, auf die ein Zentrumsmann, der zweite ein Nationalliberaler. Wichtig ist durchaus rückständigen Osten rekrutiert, wenn diese selbe Lehrerschaft Pius X. felbst verwies, als er dem Ratschlag der Bischöfe entgegen ferner die Tatsache, daß die Baukommission gegen Janzen einen infolgedessen in ihrer allgemein intellektuellen und beruflichen im August die Gründung von Kultusgemeinden für unzulässig erklärte. Vermögensarrest bis zu 30 000 Mark erwirkt hat zur Sicherung Qualität sinken muß! Oder hat man etwa für nötig gehalten, auch Das gemeine Recht die bürgerliche Vereins- und Versammlungs- ihrer Schadensersatzforderung, die nicht gering fein wird, da Janzen bezüglich der Anforderungen in den Zeugnissen und Lehrproben hier freiheit ist jetzt der Kirche ausdrücklich verbürgt. Durch welches Hinter- fich ihr gegenüber zu einer 15 jährigen Mietszeit verpflichtet und da ein Auge zuzudrücken? Das Lächeln der Auguren läßt türchen wird sie diesmal der Legalität entfliehen?- Daß sie dies tue, hatte. Der Architekt Knoblauch, der der Mitdüpierte ist, hat die Auf- manches vermuten! Das eine aber steht fest: Diese Gehaltsfrage fordern die reaktionären Demagogen nach wie vor. Der nationa- laffung des Grundstücks am Grundbuchamte durch eine zwangsweise ist mehr als jede vor ihr aufgetretene zu einer Schulfrage listische Eclair", der monarchistische„ Gaulois" haben an der Nach eingetragene Sicherheitshypothet rechtzeitig hintertrieben, so daß die geworden! Dahin kommts in des Reiches Hauptstadt, wenn man giebigkeit der Republik nicht genug, fie fordern die Unter- Auflaffungsgelder für Janzen jetzt unerreichbar fest liegen. in Magistrat anscheinend danach geizt, das Zeug zum preußischen werfung. Sie erklären, daß die Kirche sich dem StaatsKultusminister nachzuweisen. Die preußische Schulverwaltung, die willen nicht unterwerfen, daß sie ihre Freiheit nicht vom Reichstagswahlkreis) befindet sich von jetzt ab in Annaberg. Alle verhältnisse der preußischen Lehrer systematisch niederzuhalten bestrebt Das Parteisekretariat für das Erzgebirge( 20. und 21. sächsischer durch den berühmten Maierlaß die Entwickelung der GehaltsGesetz, sondern nur bon einem Bertrag empfangen dürfe. empfangen dürfe. Sie verlangen Verhandlungen mit dem Vatikan, olso ein neues Sendungen find an Mag Jungnidel, Annaberg, Große ist, muß am liberalen" Berliner Magistrat ihre helle Freude Konkordat. Aber dieser Aumaßung kann die Republik nicht nach- Sommerleite 12 I zu richten. haben. Oder wollte man der die Weihnachtsfreude nicht geben, ohne sich selbst aufzugeben. Sollte der Vatikan jenen Scharfam Brandenburger Tore berderben? Das öftere Verweilen machern folgen, so wäre die Demokratie zu einem Kampf gezwungen, scheint nachgerade Wirkungen in sich zu schließen, denen gewisse der dann nicht nur den vatikanischen Imperialismus, sondern den Naturen nicht gewachsen sind. römischen Glauben selbst in Mitleidenschaft ziehen würde. " Paris, 19. Dezember.( W. T. B.) Bis zum 18. Dezember sind 34 bischöfliche Palais und 72 Seminargebäude geräumt worden. In Nantes veranstaltete bei Räumung des bischöflichen Palais und des Seminars eine 2000köpfige Menge eine Rundgebung; 500 der Teilnehmer hatten nachher in den Straßen Zusammenstöße mit Polizisten, von denen mehrere Verlegungen erlitten. Es wurden etwa 10 Verhaftungen vorgenommen. England. Die Lords und das Unterhaus. London, 13. Dezember.( Eig. Ber.) Scheinbar befindet sich England am Vorabend eines Konfliktes zwischen den Lords und dem Unterhaus, aber nur scheinbar. In Wirklichkeit sind weder die Liberalen noch die Lords geneigt, in einen Konflitt einzutreten. Es ist fast sicher, daß sich die Differenzen zwischen den beiden Störperschaften durch Kompromisse erledigen werden. Die herr schenden Klassen sind angesichts des Erwachens der Arbeiter einfach nicht in der Lage, sich konstitutionelle Konflikte zu leisten. Es handelt sich um zwei Vorlagen: die Schulbill und die Abschaffung des Pluralvotums, das etwa 400 000 britische Wähler genießen. Die Schulbill wurde von den Lords so„ amendiert", daß aus ihr eine fonfessionelle Unterrichtsvorlage geworden ist. Die Bill, betreffend die Abschaffung des Pluralvotums, wurde von den Lords verworfen. Sowohl aus der allgemeinen sozialen Lage Englands wie aus den umstrittenen Gegenständen darf der Schluß gezogen werden, daß es zu einem ernsten Konflikt zwischen Ober- und Unterhaus nicht kommen wird. und Totenliste. In Essen starb der Genosse Mathias Klot. Viele Jahre lang hat er mit vorbildlicher Pflichttreue nach seinen Kräften für die Partei gewirkt. Eine Lungenentzündung hat ihn im 43. Lebensjahre dahingerafft. Eine Parteisteuer der französischen sozialistischen Deputierten. Aus Paris wird gemeldet: Die Kammerfraktion der geeinigten Sozialisten beschloß, von den Diäten ihrer Mitglieder jährlich je 3000 Fr. für Parteizwecke abzutreten. Mit einem Teil dieser Summe sollen die regionalen Verbände unterstützt werden. Der größere Teil soll zur Gründung einer Wahlkasse dienen, die jedoch unter der Kontrolle der Fraktion selbst und nicht unter Kontrolle des Zentralrates der Partei gestellt ist. Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die sozialdemokratische Fraktion der Stadtverordneten Versammlung hat durch ihre Haltung zu der in Rede stehenden Angelegenheit gezeigt, daß sie als Vertretung von Bevölkerungsklassen, deren Jugend der Volksschule zugeführt wird, für Schulfragen das Verständnis besigt, das andere vermissen lassen." Db die Lehrer aus der Behandlung ihrer Angelegenheit im Rathause die Schlüsse ziehen, die sie ziehen müßten, erscheint uns mehr als fraglich. Der größte Teil von ihnen läuft dem Freisinn nach und leistet ihm nach jeder Richtung hin Liebesdienste. Daß die Lehrer damit ihren wirklichen Interessen dienen, ist unbedingt zu bestreiten. Allerdings war die Gehaltsfrage der Lehrer für die fozialdemokratische Fraktion nicht ausschließlich eine Der deutschen„ Freiheit" zurückgegeben wurde gestern der Geolche, sondern eine Schulfrage überhaupt, wie das der noffe Berner von der Märkischen Voltsstimme", nach Einsender auch betont und Genosse Singer wiederholt sehr deutlich dem er 14 Wochen im Gefängnis zu Sora u zugebracht hatte, um hervorgehoben hat. angebliche Beleidigungen der deutschen Kriegervereinler und des Forster Oberbürgermeisters zu fühnen. Genosse Perner, der in die Redaktion der Brandenburger Zeitung" übersiedelt, wird die Haft hoffentlich überstanden haben, ohne dauernden Schaden an seiner Gesundheit zu nehmen. " 11 " Zur Lehrergehaltsfrage, Uebrigens jei bemerkt, daß der Magistrat zu den in voriger Woche von der Stadtverordneten- Bersammlung ge= faßten Beschlüssen bis heute noch keine Stellung genommen hat. Da aber der Magistrat hinter dem Oberbürgermeister stehen soll, dürfte seine Stellung verauszusehen sein. Gewerkschaftliches. ( Siehe auch 1. Beilage). Eingegangene Druckfchriften. die sich bereits zu einer Seeschlange ausgewachsen hat, wird uns aus Lehrerfreisen geschrieben: Das Unterhaus erhielt die amendierte Schulbill von den Lords, Bezüglich der Gehaltsverhältnisse der städtischen Lehrer ist es Der Streik der Werkzeugmacher währt nun bald ein um fie in Erwägung zu ziehen. Das Unterhaus beschloß indes, auch in der legten Stadtverordnetenversammlung zu einer Einigung Vierteljahr, ohne daß es zu einer Verständigung resp. Entscheidung ihr die Erwägung zu bersagen und sie den Lords zurück zu nicht gekommen. Die Kosten des Konflikts scheinen nur die Lehrer noch der einen oder anderen Seite gekommen wäre. Abtrünnig ge senden, damit sie die Amendements mehr im Sinne der ur= tragen zu sollen. Dabei hat diese Gehaltsbewegung bereits eine werden sind von den eigentlichen Werkzeugmachern nur zwei, dasprünglichen Bill fassen! Es handelt sich also auf beiden lange Geschichte, die mit der Absendung einer Petition durch den gegen von den mitbeteiligten Maschinenschlossern einige mehr. Vec Seiten um die Feststellung annehmbarer Konzessionen. Keine der Berliner Lehrerverein im Februar 1903 also vor fast vier schiedene davon haben sich durch Verleihung des Meistertitels streitenden Parteien nimmt eine unversöhnliche Haltung ein. Das Jahren beginnt und mit dem Trauerspiel am 15. d. M. schließt. blenden lassen. Sie„ meistern" aber nur mit Lehrlingen, weil GeOberhaus ist kein Vatikan, und Lord Lansdowne kennt die Welt Während die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung auf einer fellen eben nicht vorhanden sind. Da von den Streifenden in beffer als Pius X. Dann ist noch zu bemerken, daß das Oberhaus Erhöhung aller Gehaltsstufen um 150 9. besteht, will der Magistrat letzter Zeit viele nach auswärts abgereist sind, so kommen für den nicht aus dem Anspruche auf Machtvollkommenheit heraus handelt, sondern daß es seine Beschlüsse auf den Volkswillen stüßt. Es er die erste Zulage um 150 M. türzen, so daß vom 7. Dienstjahre ab Ausstand in den Spezialbetrieben nur noch 160 Kollegen flärt den Liberalen, daß die von ihnen eingebrachte Schulbill nicht trotz der Erhöhung des Grundgehalts auf 1450 M. nur noch ein Plus in Betracht. Am Streit in den Siemenswerten sind noch bon 100 M. bleibt. Eine weise und billige Art, aus der Kalamität rund 200 Werkzeugmacher beteiligt; etwa 60 find arbeitswillig geden Wünschen der Mehrheit des Volkes entspricht. Eine gut besuchte Branchenversammlung, die gestern Auch bei der Ablehnung der Pluralvotumsvorlage erklärten die des niedrigen Grundgehalts von 1200 W. Herauszukommen, die worden. Redner des Oberhauses, daß sie wohl bereit seien, eine Wahlreform, den Gegenstand allen Haders bildet. Es genügt nämlich nicht, abend bei Buggenhagen stattfand, nahm diesen Situationsbericht verbunden mit einer den neueren Zuständen entsprechenden Neu- mit hohen Endgehältern zu brillieren, die nur die wenigsten entgegen und war einhellig der Meinung, daß es für die Kollegeneinteilung der Wahlkreise, in Beratung zu ziehen.( Und bisher war bekommen. Der Magistrat sollte doch einmal mitteilen, welcher schaft nicht nicht wie recht und billig sei, den Kindern der Streifenjede Wahlreform mit einer Neueinteilung der Wahlkreise ver- Prozentsatz der Lehrer, die zu einer bestimmten Zeit mit vier den eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten. Am Sonntag foll bunden.) Aber die Pluralvotumsbill sei Stückwerk und berühre die Dienstjahren in den Genuß des riesigen Grundgehalts traten, denn die Bescherung im großen Saale des Gewerkschaftshauses stattUnstimmigkeiten des Wahlrechts nur wenig. So gebe es Wahlkreise überhaupt 31 Dienstjahre und damit das Höchstgehalt erreicht. Das finden. mit 4000 und Wahlkreise mit über 20 000 Wahlberechtigten; der Durchschnittsalter dieser den Einwirkungen der preußischen Schulräte Wahlberechtigte eines kleinen Wahlkreises habe demnach ein fünf- und Inspektoren aus der Mera Studt ausgesetzten Beamtenklasse fällt befaches Pluralvotum! Warum schafft die Regierung diese Un- tanntlich nicht auf, wenn in der Beziehung mit der Arbeiterschaft Vergleiche Reclams Bibliothek. Nr. 4851, 4852. 9. Reinicks Geschichten und gleichheit nicht ab? angestellt werden. Die Lehrerschaft zieht es aber nun einmal vor, Lieder für die Jugend. 4853. Musiker- Biographien. 26. Bd. H. Wolf, von denen zu lernen, die bei Lebzeiten nehmen, wenn sie auch von Dr. E. Schmik. 4854. St. Lothar. Frauenlob, Lustspiel. 4855. nicht gleich Tausende fordert. Vor der Hand besteht der 2. Kläger. Der Präsident, Lustspiel. 4856-4858. R. 2. Stevenson. Erfolg allerdings nur in zahlreichen Aftenstößen und offiziös Die Schaßinsel, Roman. 4859. H. Presber. Venus Anadyomene, inspirierten Preßerzeugnissen. Eine halbe Million für Lehrer- Drama. 4860. S. Frit( F. Singer). Hausfreund a. D., Humoresken. Berlag: Ph. Reclam, Leipzig. gehälter!"( Was ist das unter so viele?) und was den Wünschen Preis jeder Nummer 20 Bf. London, 17. Dezember. Oberhaus. Das Haus berät die vom der Lehrerschaft entspricht" lieg sich der Magistrats Unterhaus zurückgekommene Schulvorlage. Marquis of Lansdowne offiziosus leßthin vernehmen, vergaß aber zu berichten, woher wendet sich mit scharfem Tadel dagegen, daß das Unterhaus man im Berliner Magistrat Orientierungen über die Wünsche der die Abänderungen des Oberhauses an dem Entwurf en bloc ver- Lehrerschaft bezieht. Wenn dann der ruhige Bürger" gruselnd von worfen habe. Er fordert die Regierung auf, bestimmt zu erklären, der Erhöhung der Lehrergehälter liest, glaubt er gewöhnlich, wir Siegen, 19. Dezember.( W. T. B.) Bei der im Bau bewelche Zugeständnisse sie machen wolle, um die Vorlage zu retten. hätten sie schon und fühlt sich veranlaßt, zu gratulieren oder sonst Er bemerkt dazu, daß die Zugeständnisse boit weient- irgendwie seinen Gefühlen Ausdruck zu geben. Die seit März 1905 findlichen Bahnstrecke Freudenberg- Note Mühle ereignete sich eine licher Art sein müßten, wenn sie die Opposition zufrieden von der Stadtverordnetenversammlung für nötig erachtete Sprengstoffexplosion. Zwei Mann wurden getötet, zwei Manu stellen sollen und beantragt Vertagung der Beratung. Der Gehaltserhöhung ist natürlich jetzt, nachdem die vom„ ber- fchwer verletzt. Lordpräsident des Geheimen Rats Earl of Crewe verteidigt darauf flossenen" Reichstage beliebte Zolpolitik zu einer enormen Preisdas Vorgehen der Regierung in der Frage und teilt mit, daß die steigerung alles zur Befriedigung der Lebensbedürfnisse Notwendigen Regierung zu den schon vom Unterrichtsminister Birrell angegebenen geführt hat, durchaus nicht mehr geeignet, für längere Zeit Ruhe zu Frankfurt a. M., 19. Dezember.,( B. H.) Nach Meldung der Zugeständnissen bereit sei. Die Beratung wird darauf vertagt. In- schaffen. Das ließe sich jetzt nur noch auf dem Boden des An- Frf. 3tg." aus Tientsin wird die Lage für ernst angesehen. Ueberall folge der heutigen Verhandlung machte fich allgemein die Annahme trages der sozialdemokratischen Frattion vom find geheime Arsenale entdeckt worden, so z. B. heute mittag wiederum eins geltend, daß ein Kompromiß zustandekommen werde, das Schicksal 23. März 1905 erreichen, der dahin ging, man möge sich„ auf in Tientsin. Der Ankauf von Waffen durch Private wird eifrig betrieben. der Vorlage aber gleichwohl noch ungewiß sei, weil die in Rede eine Erhöhung des Grundgehaltes beschränken." Es ist aller- Die leitenden Kräfte sind die Südchinesen. Mitläufer derselben sind brotlos stehenden Zugeständnisse für viele auf Seite der Regierung stehende dings schwer, den Stadtkämmerer nach dieser Richtung gewordene Opiumverkäufer usw. Die Japaner deponierten in der Nontonformisten unannehmbar seien. hin günstig zu stimmen, wenn man Steuerquellen Gesandtschaft zu Beting 700 Gewehre und 50 Kisten Patronen, die wie die Wertzuwachssteuer selbst nahezu verstopft. Ein Ausweg aus zu den Vorräten der Schutzwache hinzugetan wurden. In Kiangsi der Sackgasse bietet sich für dies Jahr vielleicht, indem die kommu- und Honan, ebenso auch in Taipings bilden sich ähnliche Sekten, nalen Behörden, dem Beispiele Charlottenburgs und anderer Vor- denen sich auch andere angeschlossen haben. orte folgend, den städtischen Angestellten und Arbeitern eine Teuerungszulage gewähren, die für Lehrer um den vom Magistrat bewilligten Gehaltsbetrag von 100 M. zu erhöhen ist. Dinge gegenwärtig liegen, steht Berlin mit seinem Grundgehalt von 1200 M. hinter der Mehrzahl der Vororte, hinter Dußenden von deutschen Städten zurück und wirkt als böses Beispiel wie ein Alp auf das Emporkommen der preußischen Herrschaft: Ein Stern am Studtschen Schulhimmel! Amerika. Die japanische Schulfrage. Washington, 18. Dezember. Präsident Roosevelt hat heute dem Kongreß den Bericht des nach San Francisco entsandten Handelssekretärs Metcalf über die japanische Schulfrage zugehen lassen. In einer Botschaft, die dem Bericht beigefügt ist, stellt Präsident Roosevelt den japanischen Schulkindern das Zeugnis aus, daß sie reinlich seien, einen scharfen Verstand und gutes Betragen zeigten In der Botschaft wird weiter die Tatsache hervorgehoben, daß die japanischen Kinder, da sie durch die ganze Stadt zerstreut wohnen, bieler Erleichterungen beim Schulbesuch beraubt würden, wenn verlangt werde, daß sie alle eine besondere Schule besuchen sollen. Sodann wird dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß die Bewohner San Franciscos den Japanern gestatten möchten, alle Schulen zu besuchen. " So wie die Letzte Nachrichten und Depefchen. Wieder eine Explosion. Neuer Bogeraufstand. Redakteurfreuden. Frankfurt a. M., 19. Dezember.( B. H.) Die Straffammer verurteilte heute den verantwortlichen Redakteur der sozialdemokratischen Voltsstimme", Zander, zu drei Monaten Gefängnis wegen Beleidigung des Bürgermeisters Füller in Oberursel. Der Staatsanwalt hatte zwei Monate beantragt. " Daß ein solcher Zustand auf das Berliner Schulwefen- BoltsKampf mit geistigen Waffen. Schulwesen natürlich direkt hemmend wirken muß, ist offenbar. Man San Sebastian, 19. Dezember.( B. H.) Jn Barcelona sind auf muß schon von der Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung in den einen Expreßzug, in dem sich liberale Abgeordnete und Senatoren Berliner Magistrat gewählt worden sein und nicht nötig haben, befanden, die der antiklerikalen Rundgebung in Barcelona beigewohnt Kinder in die Volksschule zu schicken, um das nicht übersehen zu hatten, Schüsse abgegeben. Ein Abgeordneter wurde verlegt. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: E. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 296. 28. Jahrgang. t KtilM i>ts Joiiärts" KcrÄcr öollislilatt. Douuerstag, 20. Ztzrmber 1906. Rote Hochburgen. Selbstverständlich gibt es keine für uns unbedingt sicheren Wahlkreise. Unangebrachte Zuversicht hat uns schon einige un- angenehme Ueberraschungen gebracht. Zudem ist unser Ziel mit der Eroberung des Mandats nicht erreicht, alle Wahlberechtigten müssen für die Partei gewonnen werden. Nicht in der Zahl der Mandate kommt unsere Stärke in Erscheinung, sondern in der Zahl der für uns abgegebenen Stimmen. Gewiß sind darunter viele Mit- läufer oder Nur-Gefühlssozialisten,- aber die wachsende. Stimmen- zahl gibt doch einen Maßstab für die Summe der im Volke der- breiteten Kenntnis von den Aufgaben der Sozialdemokratie und für das ausgelöste Wollen, durch Eroberung der politischen Macht die Ziele der Sozialdemokratie zu verwirklichen. Obwohl wir das Hauptgewicht auf die Stimmenzahl legen, ist uns aber natürlich die Mandatseroberung nicht gleichgültig. Als sicherste Kreise müssen im allgemeinen diejenigen gelten, in denen nicht nur die Majorität der Wähler, sondern die Mehrheit der Wahlberechtigten für die Sozial- demokratie stimmte. Bei der Wahl im Jahre 1303 wurden 56 Mandate in der Hauptwahl erobert; in 13 Kreisen stimmten mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten für die Sozial- demokratie. Fü�s diese Kreise ergaben sich folgende Resultate Ganz abgesehen davon, daß in einigen Kreisen die Majorität der Wahlberechtigten für uns nur ganz gering ist, könnte durch Zuwachs der Wähler eine Verschiebung zu unseren Ungunsten ein- treten. In anderen Kreisen, mehr oder minder in allen, kann unsere Stimmcnzahl durch stärkere Wahlbeteiligung erhöht werden. Und diesmal muß jeder Mann an die Wahlurne gebracht werden. »« » Für die übrigen im ersten Wahlgange eroberten Kreise stellt sich da» Stimmverhältnis wie folgt: Bequemlichkeit der Wahl fern blieben, so ist das sehr bedauerlich. Das Nichtwählen unter solchen Umständen ist ein grober Verstoß gegen die Parteipflicht. Handelt es sich bei den Absentisten aber in erheblichem Umfange qm Indifferente, die bielleicht sogar von Gegnern herangeschleppt werden könnten, dann ist für unS um so mehr die Heranholung des letzten Mannes geboten. Und diesmal wird diese Notwendigkeit besonders dringend, weil die Gegner mehr denn je daraus bedacht sein werden, durch Herbeiführung von Stich- Wahlen unseren Besitzstand zu gefährden. Darum, den letzten Mann an die Urne gebracht! Die russische Revolution. Die Mißernte. Die vom Zentralen Statistischen Komitee vor wenigen Tagen veröffentlichte zahlenmäßige Darstellung der Ernte des Jahres 1906 entrollt ein erschütterndes Bild des ökonomischen Ruins der bäuer- lichen Bevölkerung und des ihr bevorstehenden Hungerjahres. Im Vergleich mit dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre<1301— 1905) hat die diesjährige Ernte einen Minderertrag von 455 194 000 Pud <1 Pud— 33'/g Pfd.) ergeben. Zu bemerken ist aber, daß der erwähnte Durchschnitt nicht als Norm betrachtet werden kann, daß das Jahr 1905 ebenfalls eine bedeutende Mißernte aufzuweisen hatte: der Erntefehlbetrag in Wintergelreide allein betrug 206 394 000 Pud. Die diesjährige Mißernte umfaß: ein ungeheueres Rayon von 40 Gouvernements, während selbst im traurigen Hungerjahre 1891 „nur" 26 Gouvernements von der Mißernte heimgesucht waren. Diesmal aber ist bloß in 10 Gouvernements die Ernte eine durchschnittliche, und nur in 19 hält sie sich über dem Durch- schnitt. Das Hungergebiet aber umfaßt über zwei Drittel der Ve völkerung Rußlands— über 100 Millionen Einwohner I Das, nach Abzug des Besamuugsbediirsuisses, zur Ernährung verfügbare Getreide betrug in den Jahren 1901—1905 durchschnitt lich 18,5 Pud pro Kopf der Bevölkerung; dies Jahr sind es nur 15,7 Pud. Wenn man aber die einzelnen Gouvernements in Be tracht zieht, so verschiebt sich das Verhältnis bedeutend zuungunsten der meisten. Dies wird durch folgende kleine Tabelle veranschaulicht: Daß die einmal im ersten Wahlgang eroberten Mandate nicht immer zum sicheren Besitzstand der Partei gehören, haben wir 1963 wieder gesehen. Bei der Wahl 1898 holte die Sozialdemokratie in der Hauptwahl 32 Mandate, davon gingen uns 1903 drei Mandate — Mülhausen i. E., Hanau und Offenbach— verloren und drei andere— Königsberg, Magdeburg und Frankfurt a. M.— mutzten in der Stichwahl behauptet werden. Daß Vertrauens- seligkeit recht unangenehme Ueberraschungen bringen könnte, lehrt eine Betrachtung der letzten Zahlenreihe in vorstehender Tabelle! In manchen Kreisen, in denen wir eine starke Majorität der ab- gegebenen Stimmen auf uns vereinigten, sind wir noch weit von einer Mehrheit der Wahlberechtigten entfernt. Sind die Nicht- Wähler Leute, die eventuell für uns gestimmt hätten und nur ausj Dabei ist nicht zu vergessen, daß in diesen Berechnungen neben den bäuerlichen Ernteerträgen auch die privauvirrschastlichen in- begriffen sind, die fast ausnahmslos besser gestellt sind, sodaß in Wirklichkeit die Lage der Bauern eine noch verzweifeltere ist, als die angeführten Zahlen erkennen lassen. Es ist denn auch in mehr als einer Gegend der Fall, daß nicht einmal genin. Saatgetreide ge- erntet worden ist. So zum Beispiel fehler: in: Kreis Chwalyusk sGouvernement Ssaratow) 108 600 Pud Saatgetreide, im Kreis Busuluk sGouvernement Ssamara) 673 000 P:id! Dieselben Zustände herrschen in einigen Kreisen des Gouvc.iicments Ssimbirsk und Ufa. Als vor gar nicht langer Zeit— vor etwa 4—6 Wochen— in der Presse Nachrichten über Mißernte, Hungersnot, Epidemien zu kursieren begannen, schrie die Verpflegungsabteilung des Ministeriums des Innern Zeter und Mordio über die„gewissenlosen Verleumdungen" der„verlogenen" Presse. Jetzt aber muß die Re- gierung selbst zugeben, daß nicht alles so tadellos gut und schön ist, wie sie es in ihren offiziellen und offiziösen Mitteilungen ausmalte. So z. B. ist aus den Berichten der Zentralmedizinalverwaltung er- sichtllch, daß in den Gouvernements Kasan, Ufa, Charkow, Ssaratow — Skorbut und Typhus in einer Weise wüten, daß in manchen Dörfern Hunderte von Einwohnern aufs Krankenlager geworfen find. Und erst vor kurzem wurde durch die Presse die unwider- sprochcne Meldung verbreiret, daß im Gouvernement Kasan hungernde Tataren ihre Töchter an Mädchenhändler verkaufen! Was tut die Regierung? Herr Stolypin erläßt Ukase zur schleunigsten Steuereimreibung in den hungernden Dörfern, und sein edler Bruder, Herr Gurko, füllt seine weiten Taschen aus den Geldern des Verpflegungsfonds. Die Gesinnungsschnüffelei. Das russische Polizeidepartement forderte die Gendarmerieverwaltungen aus. von den Fornmlaren der Abonnenten städtischer Bibliotheken Kenntnis zu nehmen, um sich auf Grund der Bücher- Verzeichnisse eines jeden Abonnenten über dessen Gesinnung ein gewisses Urteil bilden zu können! Die Auflösung des Reichstags und die Auslandspresse. Das Zentralorgan der ungarischen Sozialdemokratie, „Nöpszava", bemerkt zur Auflösung des deutschen Reichstages folgendes: „Die Auflösung des Reichstags ist ein verzweifelter Versuch des unfähigen zäsaristischen Systems, ein Ringen des Absolutismus mit dem Parlamentarismus. Der Parlamentarismus wird in diesem Kampfe einzig von der sozialdemokratischen Partei aufrichtig vertreten, während er dem Zentrum nur als Wahlparole und als Mittel der Taktik gilt. Ob sich die Hoffnungen des Zentrums erfüllen werden, bleibt eine offene Frage. Jedenfalls aber sind die volksfeindlichen Sünden des Zentrums so angewachsen, daß es selbst trotz seiner geschickten Taktik bei seinen Wählern nur wenig Erfolg erwarten kann. Sicher ist, daß nur eine einzige Partei mit ruhigem Selbstbewußtsein und erhobenem Haupte in die Wahlen gehen kann: die sozialdemokratische Partei." Die italienischen Blätter brachten spaltenlange Berichte über die letzte Reichstagssitzung und die Auflösung, aber nur wenige Zeitungen haben die neue Situation besprochen. Bemerkenswert ist, daß die beiden bedeutendsten Organe der konservativen Opposition, das„Giornale d'Jtalia" und der„Corriöre della Sera" ebenso wie die Tnrincr„Stampa" sich damit begnügen, die Kommentare der deutschen und der französischen Presse wiederzugeben. Der Berliner Korrespondent des ersten ministeriellen Organs in Italien, der„Tribuna", gibt, wie wir bereits im A u s z n g dnrch das Telegramm unseres römischen Korrespondenten miltellten, fol- gende Schilderung der Situation:„Der Kampf, der zwischen Regie- rung und Parlament entbrannt ist, kennzeichnet sich als ein Kampf zwischen Volk und Herrscher; denn es handelt sich in Wirklichkeit nicht um die 29 Millionen Mark, die das Zentrum nicht hat bewilligen wollen, sondern um die prinzipielle Frage, ob der mili- tärischen Oberhoheit des Kaisers durch den Willen des Volkes irgend eine Grenze gesteckt werden soll oder nicht, und ob die Auffassung Wilhelms über die Zahl der Soldaten, die zur Ausrechterhaltung des Dekorums der deutschen Waffen nötig sind, der Kritik unter- warfen werden kann. Wird sich die Masse der Wähler unter dieser Parole zur Eroberung des Parlaments anschicken?... Wird die Frage der Kolonien, die doch den Kampf zwischen Volk und Herrscher maskieren muß, die Macht haben, die Massen zu gewinnen, die bisher gegenüber den überseeischen Abenteuern der Regierung nicht das mindeste Interesse gezeigt haben?... Den Schaden werden allein die Nationalliberalen und die Liberalen zu tragen haben, die in der Frage der Kolonialausgaben für die Re» gierung stimmten."— � Sämtliche russischen Zeitungen bringen Artikel über die Auflösung des Reichstags. Die konservativ-antisemitische„Nowoje Wremja", das Organ des Verbandes des 36. Oktober, schreibt: „Wenn man von England und Holland absieht, so finden alle europäischen Staaten, die eine großzügige koloniale Politik treiben, in ihren Kolonien nichts weiter als ein Massengrab für die Söhne ihres Volkes und einen bodenlos tiefen Abgrund, der sämtliche Staatsersparnisse spurlos verschlingt... Die deutsche Volksvertretung teilt bei weitem nicht die Begeisterung des Kaisers für seine hochfliegenden über- seeischen Pläne und nur nach jedesmaligem hartnäckigem Kampse bewilligte sie die zur Verwirklichung dteser Pläne notwendigen Mittel... Die Nachgiebigkeit des Reichstages fand ein Ende und die Forderungen der Negierung wurden abgelehnt. Indes hat Deutschland zu viel Geld und Blut für seine afrikanischen Beziehungen geopfert, als daß es sie jetzt preisgeben und die Regierung sich berechtigt halten könnte, den ganzen Besitz von Südwestafrika aufs Spiel zu setzen."— Indem sie dann mit einigen Gemeinplätzen über die Aussichten der Neuwahlen hinweggeht, hebt die„Nowoje Wremja" mit besonderem Vergnügen den Schlußakt der Auflösung des Reichs- tages hervor:„Aufrührerisch im Hinblick auf seine Weigerung, die Regierungsvorlage anzunehmen, stimmt der Reichstag zu gleicher Zeit begeistert in das Hoch ein, das der Präsident zu Ehren des Kaisers ausbringt!" Das Kadettenorgan„Rjetsch" schreibt:.... Die neuen Wahlen können eine ganz andere Wirkung ausüben, als man von ihnen erwartet— sie können nämlich die Parlamentarisierung der deutschen Staatsordnung beschleunigen". Der demokratische„Towarisch" zieht eine Parallele zwischen der russischen und der deutschen imperialistischen Politik und den Bedingungen der Auflösung der gesetzgebenden Körperschaften in beiden Ländern:„Der Kampf in Deutschland und in Rußland haben nichts Gemeinsames mit einander. Bei uns ist eS ein Kampf des ganzen Volkes gegen die Willkür einer durch und durch in Fäulnis übergegangenen Burcaukratie. In Deutschland ist es ein Kampf derjenigen Klassen der Gesellschaft, die an der Besitz- ergreifung neuer Territorien ein Interesse haben und von der Re- gicrung unterstützt werden, gegen diejenigen Klassen, die ihre Auf- gaben innerhalb und nicht außerhalb Deutschlands erblicken. Die deutsche Regierung wird natürlich zu dem Mittel der Aus- Übung eines gewissen Druckes greifen— aber sie hat Au ihrer Verfügung weder einen gehorsamen Senat, der imstande wäre, in der Form der„Erläuterung" eines Gesetzes das- selbe ganz aufzuheben, noch die Feldkriegsgerichte, noch einen administrativen Apparat, der zu der Mission, den Volkswillen zu entstellen, genügend vorbereitet wäre..." Zu unseren: Bedauern können wir die Aeußerungen der soziali- stischen Presse noch nicht anführen: denn, wiederum zur illegalen Eptsteuz gezwungen, ist sie der Möglichkeit beraubt, sich zu den Ereignissen des politischen Lebens ebenso rasch zu äußern, wie die legale Presse._ Sozialem Sturmlauf gegen die Bäckcreiverordnung in Preuße». Am 14. d. M. teilten wir mit, daß der Bund der Berliner Grundbesitzer gegen das bißchen Bäckereiarbeiterschntz Sturm läuft, das im Interesse der Konsumenten als der Gchülfen durch die von uns am 16. November veröffentlichte Bäckcreiverordnung des prenßi- schen Haudelsministers auf Grund eines Bundesratsbeschlusses ver- heißen ist. Der Bund möchte die rückwirkende Kraft der Verordnung aufgehoben und so den Fortbestand der bestehenden Mißstände ge- sichert wissen. Nachdem die Deputation des Bundes, wie wir be- richteten, vom Polizeipräsidenten an den Handelsminister verwiesen ist, hat nunmehr der Bundesvorsitzende und der Generalsekretär des Grundbesitzerbundes am 12. d. M. beim Handelsminister eine Audienz gehabt. In dieser Audienz betonte der Bundesvorsitzende. wie er im„Grundeigentum" mitteilt, „im Namen des Bundes die schweren Vermögensschädigungen, die die rückwirkende Kraft der Verordnung für die Berliner Haus- besitzer im Gefolge haben muß. Der Herr Minister hat dem- gegenüber auf die in der Verordnung vorgesehene Zulässig- teit der Erteilung von Dispensen hingewiesen und insbesondere hervorgehoben, daß wirtschaftliche Werte bei der Durchführung der Verordnung nach Möglichkeit respektiert werden sollen. Nicht angängig sei eS jedoch, der Ver- ordnung die rückwirkende Kraft schlechtweg zu nehmen, zumal alle Bundesstaaten sich über die Verordnung verständigt hätten und demgemäß eine Maßnahme des Bundesrats vorliege, deren grund- sätzlicher Inhalt nicht mehr geändert werden könne. Die Aufrecht- erhaltnng der prinzipiellen Rückwirkung der Verordnung kann unter diesen Umständen nur bedauert werden, und es bleibt demnach lediglich die Hoffnung, daß die Behörde in allen Fällen, in denen die bau- lichen Verhältnisse der Bäckereiräumlichkeiten zu erheblichen hygienischen Bedenken keinen Anlaß geben und eine Anwendung der Verordnung den Hausbesitzer an seinem Vermögen schädigen würde, den nachgesuchten Dispens erteilen wird. Zu diefcr Hoff- nung hält sich der Unterzeichnete(der Borsitzende des Bundes der Berliner Grundbesitzervereine) aus Grund des persönlichen Ein- drucks, den er im Verlaufe der fast eine Stunde währenden Audienz bei dem Minister gewonnen hat. für durchaus berechtigt." Demnach ist der Haudclsminister den Wünschen auf Aufrecht- erhaltnng der Gesniidheitsgefährduugen und Schweinereien in Back- stuben weit entgegengekommen. Von neuem wird dadurch die Not- wendigkeit einer ausreichenden.re ichsgesetzlich en Regelung des Bäckereiarbeiterschutzes klar. Fortschritte des Heilverfahrens. Der wertvollste Bestandteil der Invalidenversicherung ist die Krankenfürsorge durch Einleitung des Heilverfahrens. Während die Invalidenrenten nie mehr als einen Zuschuß zur Lebenshaltung darstellen und in Ermangelung sonstigen Einkommens kaum die Armenpflege überflüssig machen— die Renten der Landesversicherungsanstalt Brandenburg z. B. bewegten sich, wie wir kürzlich hervorhoben, im Jahre 1965 zwischen 116,46 und 231 M.. das sind 32—63 Pf. pro Tag—, bedentet das Heilverfahren für die Zugelassenen eine er- hebliche Fürsorge für die Gesundheit, hier und da selbst eine völlige Wiederherstellung. Seine Anwendung nimmt zu. Nach den Mit- teilungen des Reichsversicherungsamtes wurden dem Heilverfahren zugeführt: im Jahre Personen mit einem Kostenaufwand von 1897.. 16 564 2 611 149 M. 1306.. 27 427 6 210 720„ 1903.. 43 593 11 501 265„ 1905.. 56 420 14 448 606„ Insgesamt in dem Zeitraum 1897—1905 289 951 Personen mit einem Kostenaufwande von 76 766 926 M. Also nach obigen Zahlen eine Vermehrung der Personen auf über das Fünffache und der Aufwendungen über das Siebenfache in 8 Jahren. Der relativ größte Teil der in Fürsorge Genommenen entfällt auf Tuberkulose: 26 621— 47 Proz. im Jahre 1905, von denen 22 997 in Luugeuheilslätren verpflegt wurden. Von sonstigen Kranken wurden 5692 in Bädern, 3914 in GenesungS- und Rekon- valeszentenanstalten verpflegt. Leider ist der von der sozialdemokratischen Fraktion gestellte Antrag auf Einräumung eines RechtS auf Heilbehandlung'm Reichstage wiederholt abgelehnt. Und doch find alle Arbeiter zur Zahlung der Rente gezwungen. Würde ein Recht des Arbeiters auf Aufnahme in eine Heilstätte zwecks Heilbehandlung bestehen und würde der Arbeiter nicht gezwungen sein, alsbald nach Entlassung aus der Heilstätte die gesundheitsgefährdende Beschäftigung wieder aufzunehmen, so würde ein erheblich größerer Teil Aufnahme in Heilstätten finden und vor allem laugandauernde Besserung des Gefundheitszustandes der Aufgenommenen ermöglicht werden. Aus Industrie und Handel. Haushaltskosten im Jahre 1906. Gewerkschaftliches. Die gelben Gewerkschaften- eine Jesuitengründung. Paris, 17. Dezember.( Eig. Ber.) " Nachdem am 10. Dezember die Meisterschaft beschlossen hatte, an dem Innungsarbeitsnachweis festzuhalten, nahm am 11. Dezember eine große öffentliche Versammlung der Bäder dazu Stellung. Es wurde eine Resolution angenommen, in der es heißt: " Die Gesellenschaft ist gern und jederzeit bereit, innerhalb der Grenzen des Tarifes in neue Verhandlungen einzutreten, und macht zum Beweise ihrer friedlichen Gesinnung nochmals der Meisterschaft den Vorschlag, diese Streitfragen dem Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts zum Schiedsspruch zu unterbreiten." verbandes zu: Der Matin", der jetzt aus den Kulissen des Nationalismus" allerhand Dinge hervorholt, die mehr die schmutzige Neugier des Weltstadtpöbels als ein sachliches historisches und politisches Interesse befriedigen, hat gestern ein wirklich interessantes Rapitel begonnen. Er erbringt den dokumentarischen Nachweis, daß die berüchtigten Es wurde also seitens der Gesellen noch einmal versucht, einen gelben Gewertschaften eine Gründung der Jeſniten Kampf zu vermeiden. Im Bewußtsein ihres guten Rechtes wollten Das Fazit der Lebensmittelpreisbewegung im Jahre 1906 ist und daß sie mit Fabrikantengeld geschaffen worden sind. Ein die Gesellen sich dem Schiedsspruch des Einigungsamtes fügen. Doch eine ganz bedeutende Verteuerung des Lebensunterhalts; die Aus- Ordensmitglied, der Pater Du Bail, der in der klerikal- die Innungen haben die dargebotene Hand zurückgewiesen. Folgende gaben für die Ernährung sind im letzten Jahre so stark gestiegen, reaktionären" Patrie Francaise" eine bedeutende Rolle spielt Antwort, die für die Innungen und ihre Vertragstreue so recht wie in feinem vorhergehenden seit 1900. Zu diesem Ergebnis ge- und ein ultramontaner Journalist, namens Edmond de La bezeichnend ist, ging gestern den Bevollmächtigten des Bäckerlangt man auf Grund der monatlichen Berechnungen, die die Chapelle, Berliner Halbmonatsschrift„ Der Arbeitsmarkt" seit 1898 allmonat organisation" gestanden. Eine Reihe von Briefen des haben an der Wiege dieser Arbeiterlich über den Kostenaufwand für die wöchentliche Ernährung in ver- La Chapelle enthüllt die infamen Praktiken, die die verfchiedenen Städten des Reiches macht. Für eine vierköpfige Arbeiter einigten Pfaffen und Ausbeuter angewendet haben, um das familie ist der wöchentliche Nahrungsaufwand in der Weise an Leben der angeblich zum Schutz der wahren Arbeiterintergenommen, daß unter Reduzierung von zwei Kindern auf eine erwachsene Person das Vierfache der Normalration des Marine- essen" gegründeten Vereinigung zu erhalten. soldaten berechnet wird. Die einzelnen Lebensmittelquanten, aus denen sich die Nation zusammensetzt, sind zu den niedrigsten Markthallenpreisen unter Zuschlag einer fünfzehnprozentigen Erhöhung berechnet, da die niedrigsten Preise bekanntlich nicht die häufigsten find. Verfolgen wir für die Städte Danzig, Berlin, Dresden, Chemnitz, Leipzig, Stuttgart und München die Be rechnungen vom Jahre 1900 ab, so ergibt sich, daß die Kosten der Ernährung im Durchschnitt sämtlicher Städte für eine Familie mit bier Köpfen betrugen in Mark: 1900 1901 1902 1903 1904 1905 1906 pro Woche 20,44 20,56 20,72 21,15 21,29 21,98 23,01 pro Jahr 1062,88 1069,12 1077,44 1099,80 1106,98 1142,96 1196,52 Eine Familie, die für die nämlichen Nahrungsmittel gleicher Quantität und Qualität im Jahre 1900 nur 1062,88 m. auszugeben brauchte, mußte in diesem Jahre 1196,52 m, oder 133,64 m. mehr aufwenden, d. i. eine Verteuerung gegenüber 1900 um rund 18 Proz. Lebensmittelverteuerung durch städtische Oktrois. Im Hinblick auf die gegenwärtig so aktuelle Frage der Verbilligung der Nahrungsmittel für die städtische Bevölkerung ist eine Statistik des Dresdener Statistischen Amtes, welche sich mit den städtischen Zöllen auf Nahrungsmittel beschäftigt, von besonderem Interesse. Bekanntlich sind die städtischen Eingangszölle auf Schlachtvieh, Mehl und Brot nach den Bestimmungen des Bolltarifs vom Jahre 1910 an aufzuheben. Die Stadt Dresden hat nun an die Regierung eine Eingabe gerichtet, nach welcher im Interesse der finanziellen Lage der in Betracht kommenden Städte dieser Termin bis zum Jahre 1917 hinausgeschoben werden soll. Begleitet ist diese Eingabe von der er wähnten Statistit. Aus derselben geht hervor, daß im Deutschen Reiche noch 1389 Orte einen Eingangszoll auf Schlachtvieh, Mehl und Brot erheben. Für 171 Städte find genauere Erhebungen angestellt worden, welche zu dem Ergebnis geführt haben, daß diesen Städten zusammen jährlich 14 667 700 m. Einnahmen aus Eingangszöllen erwachsen. Man geht sicher nicht fehl, wenn man annimmt, daß den Bewohnern sämtlicher 1389 Orte durch den städtischen Oftroi die Hauptnahrungsmittel um mindestens 30 Millionen Mark auf das Jahr verteuert werden. Es ist wahrhaftig an der Zeit, daß mit diesen Ueberbleibseln mittelalterlicher Zollschranken aufgeräumt wird, und daß die städtischen Verwaltungen zu Einnahmen greifen, welche den Zeitverhältnissen besser angepaßt sind. Dazu gehört in erster Linie die Wertzuwachssteuer, das heißt die Besteuerung desjenigen Mehrwerts, welcher den städtischen Grundbefizern aus bebauten und unbebauten Grundstücken erwächst, ohne daß fie selbst irgendwelches Verdienst daran haben, nämlich durch Straßenbau, Bahnbau, Verkehrssteigerung usiv. Allerdings ist die Zuwachssteuer auch kein Anheilmittel, denn teilweise wird sie doch wieder auf die Konsumenten abgewälzt. Eine progressive Einkommensteuer ist das beste Mittel, die öffentlichen Lasten nach Maßgabe der Leistungsfähigkeit auf die Schultern der Staatsbürger zu verteilen. Aber solche gerechte Verteilung der Lasten wird von allen bürgerlichen Parteien verworfen, nicht einmal zu einer Erbschaftssteuer, durch welche die großen Vermögen etwas scharf angefaßt werden, hat die bürgerliche Mehrheit des aufgelösten Reichstages sich verstanden. Wähler, merkt Euch das für den 25. Januar 1907! Das Wert der Zollwuchermehrheit. Ueber Betriebsverlegungen nach dem Auslande infolge der neuen Handelsverträge hat die Vereinigung für die Zollfragen der Papier verarbeitenden Industrie und des Papierhandels zugleich im Namen des Papierindustrievereins an das Reichsamt des Innern einen eingehenden Bericht erstattet. In einem Brief vom 12. Februar 1903 schreibt La Chapelle an den Pfaffen: Mein Hochwürdiger Vater! Ich möchte Sie so bald als möglich sehen, um mit Ihnen über die Organisation der gelben Gewertschaften in Roubair zu sprechen. Die Birne ist reif zum pflücken. Die Industriellen dieser Stadt find fchon geneigt, auf die Ihnen wohlbekannte Kombination einzugehen. Ich werde Ihnen über meine gestrige Besprechung mit einem dieser Herren Bericht erstatten, der mir erflärt hat, daß Sie unverzüglich bei ihm in Aftion treten tönnen. In der letzten Sigung des Fabrikantensyndikats ist die Frage bereits aufgeworfen worden und kein Widerspruch hat sich erhoben. Wenn Sie einen Augenblick Zeit haben, tommen Sie ins Bureau von Roubair. Wir werden dann über diese wichtige Angelegenheit sprechen. Ich möchte Sie auch bitten, bei den Industriellen au interbenieren. Unsere Stampagne hat nur Aussicht auf Erfolg, sofern sich die Interessierten vor jeder Indiskretion hüten." In einem vom 14. Februar datierten, an eine nicht genannte Person gerichteten und als vertraulich bezeichneten Brief heißt es: ,, Geehrter Herr! Berlin, den 19. Dezember 1906. Abschrift. An den Deutschen Bäckerverband, Mitgliedschaft Berlin 3. H. der Herren Heßschold und Schneider, hier. Auf Ihre Resolution teile ich Ihnen im Namen der Meisterbertreter der Schlichtungskommission mit, daß wir uns Ihrem Antrage, die schwebenden Differenzen der Entscheidung des Einigungsamtes des Gewerbegerichtes zu Berlin zu unterbreiten, nicht anschließen fönnen, weil wir das Gewerbegericht nicht als die hierfür zuständige Instanz anzuerkennen bermögen. Die Berliner Innungen sind dem Innungsausschuß an geschlossen, dessen Innungsschiedsgericht die Qualifitation als Einigungsamt besitzt, und das allein als kompetent für die angeschlossenen Innungen angesehen werden muß. Da wir im übrigen gern bereit sind, an der friedlichen Beilegung der Diffe renzen mitzuarbeiten, würden wir, falls seitens der Gesellen das Innungsschiedsgericht angerufen wird, uns dem anschließen. Im übrigen müssen wir erklären, daß wir den Verband der Bäcker weder als die gesetzmäßige, noch auch als die einzige Vers tretung der Berliner Bädergesellen anerkennen, weisen vielmehr ausdrücklich darauf hin, daß die Vereinbarungen abgeschlossen find in erster Linie mit den Gesellenausschüssen, nur unter Hinzuziehung der Vertreter des Verbandes und des Bundes. J. A. der 12 in Betracht kommenden Innungen Hochachtend Friz Schmidt, Vorsitzender. Stampf zu vermeiden, mit einer Beleidigung beantworten, so Wenn die Innungsleuchten den Versuch der Gesellen, den " " Die heutige Konferenz der Gesellenausschüsse von Berlin ( ,, Germania" und Concordia") Britz, Charlottenburg, Friedrichsberg- Lichtenberg, Reinickendorf, Rigdorf, Spandau und Stegliz erklärt: daß die Auslegungen der Innungen bezüglich der Arbeitsnachweisfrage den tariflichen Bestimmungen direkt widersprechen. ist das höchstens ein Beweis dafür, daß sie sich im Unrecht wissen. Pater Du Bail war hier und wir haben lange und ernsthaft Denn der Hinweis, daß der Verband nicht die alleinige Bezüber die Frage gesprochen, die uns alle beschäftigt. Die tretung der Gesellen ist, sondern daß auch ein paar, von der Gewerkschaftsorganisation von Roubair ist Meisterschaft und den Innungen ausgehaltene Gelbe" die Intereingefädelt. Ich sende Ihnen anbei das Statut. Der essen der Berliner Bädergesellen vertreten, wird von allen Gesellen Präsident ist ein unbedeutender Arbeiter, Louis Demulder. als Beleidigung empfunden. Daß aber die Gesellenausschüsse der Man hat ihm das Präsidium übertragen, weil man beteiligten Innungen voll und ganz auf dem Boden der Ver. einen Arbeiter brauchte. Aber das wahre Haupt der weist eine Konferenz der Gesellenausschüsse, die am Sonntag tagte. bandsvertreter in der Schlichtungskommission stehen, beBereinigung ist Herr Louis Boudry Boudry jun. in Roubair. Es ist ein junger, anscheinend sehr intelligenter und sehr Dieselbe nahm nach kurzer Debatte folgende Resolution ein schlauer Mann. Herr Louis Boudry wird mit uns ftimmig an: torrespondieren und von uns die Parole empfangen, um sie den Leitern der Bewegung weiterzugeben. Ich werde nur ihn allein sehen, und niemand sonst wird wissen, woher die Mitteilungen, die Ratschläge und selbst die Aufträge stammen. Wenn die Industriellen in die Kombination eintreten wollen, werden sie nur mit mir zu tun haben. Ich werde, mit einem Wort, der Mittelsmann zwischen den Unternehmern von Roubaix und der Föderation der unabhängigen Arbeiter sein. Wenn die Sachen nach Wunsch gehen, werden wir in Roubair die Errichtung einer unabhängigen Arbeitsbörse, anregen. Der Vorschlag ist schon von den Herren Demulder und Boudry Herrn Eugène Motte gemacht worden. Doch wurde die Sache nicht weiter verfolgt Ich glaube Ihnen schon gefagt zu haben, daß Ihre Werkstätte von Sozialisten verseucht ist. Bei Ihnen befinden sich die haupt. fächlichsten Führer der tollettivistischen Dr. ganisation der Gegend. Unter diesen Führern ist ein gewiffer Duthoit Anzettler. Dieser Mensch ist ein Ultrafozialist. Er ist der Vorsitzende der Fraternelle", der sozialistischen Vereinigung bon Mouscron. fragt sich, warum Sie für folche Gegner Arbeit und sogar ausgezeichnete Arbeit haben. Man bittet mich auch, Sie um die Liste sämtlicher belgischer Arbeiter, die bei Ihnen beschäftigt sind, mit Angabe der Adressen zu er suchen. Sollten Sie die Adressen nicht haben und sollten die Arbeiter zögern, sie Ihnen zu geben, tönnten Sie ihnen ja sagen oder sagen lassen, daß diese Angabe für den Unternehmer bei Unfällen unbedingt notwendig sei." Man Die Gesellenausschüsse haben seit Jahren unzählige Male vera fucht, Reformen im Arbeitsnachweis einzuführen. Doch sind diese Versuche stets gescheitert, weil jedes ernsthafte Gintreten für die Intereffen der Gesellenschaft seitens der Gesellenausschüsse sofort direkte oder indirefte Maßregelungen durch die Innungen nach fich zogen, wie die in den letzten Wochen erfolgte Maßregelung von Altgesellen schlagend beweist. Durch diese Maßregelungen gingen die Gesellenausschußmitglieder auch ihrer Aemter nach dem Geseze verlustig. Auch waren die Gesellenausschüsse stets in der Minorität; daher auf Reformen völlig einflußlos. Deshalb war es die klare Absicht des Tarifes, freie, unabhängige und seßhafte Vertreter zur leberwachung und Verwaltung des zu schaffenden Arbeitsnachweises in einer zu gleichen Teilen aus Meistern und Gesellen selbständig gewählten Kommission zu schaffen. Aus diesen Gründen erklärt sich die heutige Konferenz mit der Haltung ihrer Vertreter in der Schlichtungskommission voll und ganz einverstanden und äußert ihre Solidarität mit der in der öffentlichen Versammlung der Bädergesellen von Berlin und Umgegend am 11. Dezember 1906 einstimmig angenommenen Resolution, die die Tarifauslegungskünfte der Innungen als Tarifbruch bezeichnet. Daß die Gesellenschaft das Inmungsschiedsgericht oder den Innungsausschuß anrufen wird, ist völlig ausgeschlossen. Das Am 19. März 1903 schreibt La Chapelle an den Pater: hieße denn doch den Bock zum Gärtner bestellen, wenn eine solche Eine Bersammlung des Industriellen Karikatur von Unparteilichkeit über den Vertrag zwischen den vereins wird sofort stattfinden und man wird mir dort den Bäckerinnungen und der Gefellenschaft zu Gericht ſizen sollte. Kredit von 10 000 Fr., den ich brauche, bewilligen. Herr Eugène Es bleibt also den Bäckergesellen nur übrig, sich nicht nur einen Motte hat mich sogar aufgefordert, weitere unparteiischen Arbeitsnachweis, sondern auch alle übrigen Rechte, 12 000 Fr. zu verlangen, um nicht in Verlegenheit zu kommen. die ihnen durch den Vertrag vom Mai d. J. von der Meisterschaft Sobald wir unserer Synditate sicher, absolut und den Innungen versprochen, aber niemals ernstlich gehalten ficher find, bin ich für die Gründung einer großen Föderation wurden, zu, erkämpfen, der unabhängigen Arbeitsbörsen mit einer Zentrale in Paris. Aber eine unumgängliche Bedingung ist, daß wir neben den Arbeitsbörsen ein Auskunftsamt( zur AusSpigelung der Gesinnung der Mitglieder. Anm. d. Ber.) haben. Dieses muß schon vor Gründung der Arbeitsbörsen bestehen. Es ist die Basis des Gebäudes." Am 4. Juli 1903 schreibt der ehrenwerte La Chapelle an den Pater: 8war sei der gegenwärtige Moment aus bekannten Gründen ( Hochkonjunktur in Deutschland, politische Inruhen in Rußland, turze Frist seit Inkrafttreten der neuen Verträge) wenig geeignet, ein abschließendes Urteil über die wichtige Frage zu fällen; immerhin habe die Verlegung industrieller Anlagen nach dem Auslande schon jetzt ihren Anfang genommen, und man stehe vor einer Bewegung, die nach Abflauen der gegenwärtigen Konjunktur im Laufe der nächsten Jahre voraussichtlich größere Dimensionen an nehmen werde. Allerdings handle es sich dabei nicht immer um eine vollständige Abwanderung von industriellen Unterarbeiter, in die Bewegung zur Erringung des Achtstundentages einDie Asphalteure und Pappdachdecker sind, wie die übrigen Bau nehmungen beziv. um Errichtung von Filialen im Auslande, sondern um einen in den verschiedensten Formen auftretenden Entgetreten. Sie fordern außerdem für Spachtler und Bappdecker einen gang von Arbeitsgelegenheit zugunsten des Auslandes und zum Glätter, Fuger und Kesselleute 67, Bf., für Stampfer 65, für Anfangslohn von 70 Pf. pro Stunde, für Abreiber, Streicher, Schaden der heimischen Industrie. So werden infolge der neuen Handelsverträge bereits bestehende Auslandsfabriken deutscher abriten wird ein Lohnzuschlag von 10 Bf. pro Stunde verlangt. Hülfsarbeiter 60 Pf., für Träger 80 Pf. Für Arbeiter in den Firmen durch Aufnahme weiterer Spezialitäten erweitert und bloße Verkaufsstellen im Auslande zu Fabrikanlagen umgewandelt. Ferner wird gefordert die Abschaffung des Prämiensystems bei Es werden mancherlei Teilarbeiten nunmehr im Auslande her-„ Die Anhänger der sozialen Ordnung können Heberteffeln usw. An Aufschlag für Ueberstunden werden 50 Proz gestellt beziehungsweise werden an Stelle des Fertigfabrikats fich glüdlich fchäßen, daß fie noch in einer Kongregation für Sonntagsarbeit 100 Broz. gefordert. Bei Durchführung der Halbfabrikate exportiert, die erst im Auslande fertig gemacht wie der der Jesuiten, die es verstanden hat, durch die Forderungen wird der Verband der Asphalteure mit dem Dachdeckerwerden ferner Teilarbeiten, die das Aus- Maschen des Gefeges bon 1901 au schlüpfen, Verband und dem Verband der Bauarbeiter gemeinsam vorgehen. Land bisher nach Deutschland vergab, infolge der neuen Ver- ergebene, intelligente, arbeitſame Männer finden, die bereit Deutfches Reich. träge nicht mehr nach Deutschland vergeben. Es werden find, ihre Bequemlichkeit, ihre Nuhe, vielleicht ihre Freiheit für die verschiedenen Mittel der Vertriebspropaganda wie Preisbie Verteidigung von Interessen zu opfern, die schließlich nicht die Metallarbeiter- Aussperrung in Luckenwalde. Listen, Prospekte, Plakate und sonstige Reklamedrucksachen infolge ihren sind... Kurz vor dem Fest der Christenheit" haben, wie schon mitder hohen ausländischen Zölle auf diese Artikel nicht mehr in Dieses Geständnis des flerikalen Journalisten faßt das geteilt, die Bronze waren Fabrikanten in Luckenwalde Deutschland fabriziert, sondern in denjenigen Ländern, für welche Wesen der christlichen" Arbeiterpolitik wie in einem Leitspruch ihre sämtlichen Arbeiter und Arbeiterinnen in der rücksichtslosesten die in den Preislisten usw. angebotenen Artikel zum Verkauf ge- zusammen: Die Kirche im Dienst des Ausbeuter- art auf die Straße gesezt. Die Ursache der Aussperrung ist einbracht werden, wodurch speziell der Papier- und Druckindustrie ein erheblicher Verlust an Arbeitsgelegenheit entsteht. Es werden Neu- ums- die christliche Arbeiterorganisation batten die Arbeiter der vier am Orte befindlichen Firmen Bartofach der Machtfigel des Unternehmertums. Mitte November gründungen und Betriebserweiterungen im Inlande vermieden und ein mehr oder minder unbewußtes Geschöpf und Wert- fit u. Co., Herzog u. Co., J. A. Hirsch u. Co., und statt dessen Neugründungen im Auslande von deutschen Unter- 3 eug der Kapitalisten! nehmern vorgenommen usw. werden. Dieselben Parteien, welche für diese Art des„ Schutzes der nationalen Arbeit" verantwortlich sind, buhlen jetzt wieder um die Stimmen der Arbeiter, deren Interessen sie schnöde verraten haben. Berlin und Umgegend. Die Spannung im Bädergewerbe. Die Bäderinnungen # " Kallenbach, Meher u. Franke die Bezirksleitung des Metallarbeiterverbandes beauftragt, mit den Arbeitgebern wegen einer Regelung resp. Aufbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse Verhandlungen anzubahnen. Die Antwort der Herren war eine kurze Ablehnung. Sie wollten nicht mit" Dritten", die von Bekanntlich sind zwischen den Innungen und dem Bäder- ihrer Probuftion nichts verständen, sondern nur mit ihren eigenen" Einnahmen der Eisenbahnen. Auf den deutschen Eisenbahnen verband sowie den Gesellenausschüssen Differenzen über den zu erarbeitern verhandeln, denn, so hieß es in der Begründung: wurden vereinnahmt im November d. J. aus dem Güterverkehr richtenden Arbeitsnachweis ausgebrochen. 187 681 377 9.(+13 589 718 m. gegen den November 1905), aus rollen auch den fünftigen Bentralarbeitsnachweis als ihre aus. dem Personenverkehr 48 457 865 W.(+2 485 006 M.). Auf den schließliche Domäne betrachten, in der sie allein nach Gutdünten Bahnen mit dem Rechnungsjahre April- März wurden seit dem schalten und walten können. Die Jnnungsvorstände beanspruchen 1. April d. J. vereinnahmt aus dem Güterverkehr 928 985 285 m. das Recht, die Arbeitsvermittler anzustellen, ausschließlich für sich (+86 029 980.), aus dem Personenverkehr 415 559 047 m. allein, während sie den Gesellenausschüssen höchstens einige Rechte +29 452 518 M.). Auf den Bahnen mit dem Kalenderjahr als in der Ueberwachung einräumen wollen. Einen solchen Nachweis. Hierauf wählten die Arbeiter für jeden Betrieb eine KomRechnungsjahr betragen die Einnahmen seit dem 1. Januar aus dem der geradezu ein Hohn auf den von der Gesellenschaft geforderten, mission, die dann auch von den Fabrikanten empfangen wurde. Güterverkehr 152 518 812.(+12 979 760 M.), aus dem Personen- den neuzeitlichen Verhältnissen Rechnung tragenden Arbeitsnach- Bei den Verhandlungen zeigte fich indeffen das" offene Ohr" der Güterverkehr 152 518 812.(+12 979 760 M.), aus dem Personen- weis wäre, lehnten die Gesellenvertreter rundweg ab und er Herren ziemlich verstopft; sie machten nur ganz winzige Bu berkehr 82 245 585 M.(+5 391 101 M.). flärten die Auslegung des Tarifes durch die Innungsvertreter für geständnisse. Am 11. Dezember aber wurde den Arbeitern plotTarifbruch. lich ein neuer 2ohntarif vorgelegt, der zwar für ei ige „ Unsere Arbeiter haben bisher für irgend welche Wünsche, welche sie zu äußern hatten, immer ein offenes Ohr gefunden. Wir betonen nochmals, daß wir die Wünsche, welche uns von unseren Arbeitern vorgetragen werden, genau prüfen und soweit es unter den gegebenen Verhältnissen möglich ist, auch entsprechen." = auch der werden. wenige Artikel eine geringe Aufbesserung enthielt, dagegen Koblenzer über die Zentralisation der Krankenkassen von Groß-| Banif an Bord geherrscht habe. Und der Kapitän, der das Unglüd aber für andere Positionen ganz erhebliche Ab. Berlin begann. Nachdem der Redner die vernunftwidrige Ber- herbeiführte und sich dann erschoß? züge borsieht, einige jogar bis zu 50 Proz.! Ja, die Unter- splitterung und die damit verbundenen Schäden und Mängel im nehmer gingen so weit, daß sie eine ganze Anzahl der anzufertigen- Strankenkassenwesen sowie die Vorteile, die durch eine zweckmäßige den Arbeiten in dem Tarif überhaupt nicht mit aufgeführt hatten. Bentralisation zu erreichen sind, geschildert und die ablehnende Haltung In der Schadenersatzklage der Eigentümer des englischen Dampfers Es ist erklärlich, daß sich der gesamten Arbeiter und Arbeiterinnen der Behörden fritisiert hatte, machte er darauf aufmerksam, daß nur" Orinoco" gegen den Eigentümer des deutschen Dampfers Kaiser darob eine große Erregung und Erbitterung bemächtigte. Sie durch Einwirkung der Arbeiterklasse auf die politische Gesetzgebung und Wilhelm der Große" wegen des Zusammenstoßes in Cherbourg am hatten jetzt das so oft beteuerte Wohlwollen" ihrer werten Arbeit Verwaltung eine vernünftige Organisation im Krankenkassenivesen 21. November entschied der Admiralitätsgerichtshof in London, daß geber zur Genüge kennen gelernt. Also keine Verbesserung. erzielt werden kann.- Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Dann an dem Zusammenstoß den deutschen Dampfer allein die Schuld sondern eine direkte Verschlechterung ihres ohnehin wurde über die Stellung der Zahlstelle zum Verbandstag beraten, treffe. targen Verdienstes wurde ihnen geboten. Einstimmig erklärten sie der Anfang April in Köln stattfindet. Es wurden Kandidaten der deshalb in den Betriebsversammlungen den neuen Tarif für un Bahlstelle aufgestellt und es wurde über Anträge der Zahlstelle verEin Pfarrer, der sich selbst ernährt. Aus Nanch wird berichtet, annehmbar. Jetzt aber folgte das stärkste Stück der Fabri- handelt. Die endgültige Feststellung der Kandidatenliste des ganzen der Pfarrer von Mont le neuf château im Departement Vosges tanten. Sie verlangten, daß jeder Arbeiter und jede Arbeiterin, Zweigvereins findet in der Generalversammlung am 11. Januar habe das Dorf verlassen, da die Bewohner ihm nur unzureichende ganz gleich ob für sie eine Arbeit auf dem Tarif verzeichnet war statt, die Wahl der Delegierten am 16. Januar. In der General- Bezüge gewähren konnten, und in dem Dorfe Liffol eine Stellung oder nicht, das Machwerk der Unternehmer bis zum 14. Dezember versammlung wird auch über die von den verschiedenen Zahlstellen als Drechsler angenommen. Er verständigte gleichzeitig seine Pfarrabends unterschriftlich anerkennen sollten, widrigen- und Sektionen des Zweigvereins gestellten Anträge zum Verbands- kinder, daß er jedesmal, falls sie seiner bedürften, sich nach Mont le falls die Entlassung erfolge. Charakteristisch für die Fabrikanten tag beraten und abgestimmt werden. neuf château begeben werde. ist nicht nur dieser Unternehmer- Terrorismus, sondern auch die Art. wie sie die Arbeiter unter der Hand zur Unterschrift des Tarifs hielten am Montag in den Andreas- Sälen" eine Branchenversamm gestern nacht dort gegen 1 Uhr im Viertel des Botanischen Gartens Die Holzbearbeitungs- Maschinenarbeiter( Holzarbeiterverband) Spiritus- Explosion. Aus Marseille wird gemeldet, daß zu bewegen suchten. Da log die eine Firma ihren Arbeitern vor, lung ab, in welcher zur Hauptsache das beschlußwidrige burch Explosion eines Spirituslagers ein zweistöckiges Haus ein fie möchten nur unterschreiben, denn die Arbeiter einer anderen Verhalten einer Anzahl in den Vororten woh- stürzte. Bahlreiche Personen wurden verschüttet. Aus den Trümmern Firma hätten auch bereits unterschrieben. Als das nichts fruchtete, nender Mitglieder besprochen wurde. Bei dem derzeitigen wurden bisher ein Toter und 15 Schwerverwundete hervorgezogen. erklärte man den Leuten, die Unterschrift sei gewissermaßen nur " pro forma" zu leisten; sie hätte eigentlich gar nichts zu bedeuten, es als stillschweigende Uebereinkunft, daß sämtliche MaschinenUebertritt der Maschinenarbeiter in den Holzarbeiterverband galt denn die Preise des Tarifs sollten für den Betrieb ja gar nicht arbeiter Berlins und Umgegend genau so, wie fie früher einem Brüsseler Vororte, tam ein Kind in den Flammen um, zei Im Feuer umgekommen. Bei einer Feuersbrunst in St. Gilles, maßgebend sein. Wenn erst unterschrieben sei, dann lasse sich ja nur der einen bestehenden Bahlstelle des alten Verbandes weitere erlitten schwere Rauchvergiftung, konnten aber gerettet über den Lohn noch reden. Verlangt werde die Unterschrift nur, in Berlin angehört haben, nur in Zukunft weil die vier Firmen sich gegenseitig verpflichtet hätten, Berliner Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes angehören sollten. den Tarif von jedem Arbeiter und jeder Arbeiterin einzeln unter: Nun hat der Holzarbeiterverband für das einheitliche Lohngebiet zeichnen zu lassen; erst dann sei es ihnen laut Vertrag gestattet, von Berlin und Vororten aber nicht eine, sondern mehrere Wires einige Krankheitsfälle vorgekommen, welche den Verdacht er Die Pest in Buenos- Aires? In letzter Zeit sind in Buenos. über die verschiedenen Affordpreise mit den Arbeitern weiter zu selbständige Bahlstellen, jede mit getrennter Verwaltung. Diefen verhandeln! Es dürfte einzig dastehen, daß eine Unternehmer- Umstand benußten in legter Zeit verschiedene in den Vororten wecken, daß es sich um Beulenpest handle. Die Stadtverwaltung gruppe bon den Arbeitern Unterschriften teils zu erschleichen, teils wohnende Mitglieder der Maschinenarbeiterbranche, so besonders in machte hiervon dem Minister des Innern Anzeige, der im Einburch Androhung sofortiger Entlassung zu erhalten versucht für weißensee, ihre Beiträge nicht mehr, in Berlin, sondern an die verständnis mit dem Ministerpräsidenten die erforderlichen hygienischen Arbeitsbedingungen, die nach eigener Angabe betreffenden Borortzahlstellen zu entrichten und auch die dortigen Maßregeln zu treffen beschloß. der Fabrikanten gar nicht einmal Geltung haben Arbeitsnachweise in Anspruch zu nehmen. sollen. In der Tat, ein widerfinniges Verlangen. Die Arbeiter in der das Für und wider sehr ausgiebig erörtert wurde, lehnten die Unterschrift denn auch einmütig ab. Jezt glaubten die Inhaber der genannten vier Firmen mit ihrer Ehre" engagiert früheren Beschluß zu erneuern, wonach jämtliche Mitglieder der beschloß die Versammlung mit allen gegen vier Stimmen, den zu sein und sperrten sämtliche Arbeiter aus. Maschinenarbeiterbranche von Berlin und Umgegend nach wie vor In langen Erklärungen suchen die Arbeitgeber nun ihr in der Regelung aller Verbandsangelegenheiten der Bahlstelle eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, Vorgehen gegen die Arbeiter der Oeffentlichkeit gegenüber zu recht- Berlin unterstellt sein sollen. Hierauf erfolgte die Rechnungs- wochentäglich von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet 7 thr. fertigen. Sie gehen sogar so weit, in der Presse die nachweislichen ablage, soweit sie sich noch auf die letzten Monate der alten Verbands- Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage iſt ein Abzüge, selbst diejenigen von 50 Proz., in eine Lohnaufbesserung Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Autwort umzudichten. In großen Annoncen suchen sie jest tätigkeit bezieht. wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Arbeitswillige zu hohen Löhnen". Auch in Berlin 2. R. 45. Besten Dant. Wie Sie sehen, verwendet. 8. 2. 1. 2878. Nein. O. v. S. 100. Beide Verbände sind nicht die zutreffenden. Der soll sich an den Zentralverband für Handlungsgehülfen für Deutschland sogenannte deutschnationale ist ein antisemitischer Verband. Ihr Bruder wenden.( Aufnahmestelle in Berlin, Neue Königstr. 36.) 2. 40. Eine einmonatliche Kündigung aber nur zum Schluß des Monats ist zulässig, haben Sie eine andere als Werkmeister vereinbart, so ist die Vereinbarung ungültig und an deren Stelle tritt eine sechswöchentliche Kündigungsfrist zum 1. des Quartals. C. F. 17. Sie find wahlberechtigt. . R. 200. 1. Am 1. Oftober 1893. 2. Jm selben Jahre. 3. Nein, 2. R. 2. 1. Sie können vor dem Termin Widerspruch gegen die Eldesleistung unter Angabe der von Ihnen angeführten Tatsachen erheben. 2. Ja, aber Ihre Frau fann mit Erfolg Interventionsflage erheben. 3. Ja. 4. Ja, der Prozentsaz ist uns unbekannt. P. S. 100. Wenn Ihnen feine Rechnung zugefendet ist, sind Sie wahlberechtigt. F. R. 999. Wenn keine andere Sündigungsfrist im Vertrage ausgemacht ist, müssen Sie bis spätestens am 3. Januar fündigen. F. 6. Die Kündigung ist an Nach langer Debatte, Berichtigung. Im Bericht des„ Vorwärts" vom 19. 12. über die find die Agenten des Unternehmertums bereits Generalversammlung der Bahlstelle Berlin des Deutschen Buchemsig bemüht,.Arbeiter auf den Leim zu locken. binder- Verbandes heißt es zum Schluß:" Vertagt wurde auch eine Selbstverständlich sind die vier Firmen in Luckenwalde für Metall- Streitsache, bei der Differenzen zwischen dem Verbandsvorsitzenden arbeiter aller Branchen bis auf weiteres gesperrt. Anfragen sind Sloth und dem Zahlstellenvorsitzenden Kelar eine Rolle spielen." an den Bezirksleiter 3ernide, Berlin NW., Waldstr. 15, au Das ist nicht der Fall, sondern die Differenzen spielten sich ab richten. zwischen dem Verbandsvorstande und Klar. Die gegen teilige Ansicht des betreffenden Referenten beruht auf einer unrichtigen Auffassung. E. Kloth. Ausland. Chinesische Kulis in Ungarn. Vermischtes. bnės Briefkaften der Redaktion. 1. Der Prospett ist wenig vertrauensvoll. 2. und 3. Nein. die gerichtlichen Verwalter zu richten, Sie können überdies dieselbe auch an den Hauswirt direkt richten. H. H. 1. Nein. 2. Etwa 20 000 Mart. Baul Hennig. 1. Der eingeschlagene Weg ist der zutreffende. 2. Nein. 3. Wenn die Eintragung doch definitiv abgelehnt wird, so üben die Betreffenden in Berlin ihr Wahlrecht aus. 4. Nein. G. 1. Moabit. Leider nein.- H. M. Ohne Einsicht in den MietsDer landwirtschaftliche Verein des Befefer Komitats hat vor Verband der Friseurgehülfen Deutschlands.( 3weigverein Berlin einiger Zeit auf Antrag des Grafen Wenckheim den einstimmigen und Bororte.) Am 20. d. M., abends 9%, Uhr, Rosenthalerstr. 11/12: Ver Beschluß gefyßt, daß, für den Fall, daß sich die einheimischen Ernte- sammlung. arbeiter weigern, bis 31. Januar Ernteverträge abzuschließen, 15-20 000 Stulis aus China eingeführt werden sollen. Dieser Beschluß ist den Arbeitern durch öffentlichen Anschlag zur Kenntnis und gebracht. Man will dadurch die Erntearbeiter einschüchtern und sie beranlassen, die Verträge zu einer Zeit abzuschließen, die ihnen un günstig ist. Die ungarischen Landarbeiter werden sich durch diese Drei Eisenbahnarbeiter vom Schnellzuge getötet. Drohung keineswegs beeinflussen lassen, und sie haben begründete Gestern vormittag fuhr der von Bitterfeld kommende Schnellzug Aussichten, daß fie mit ihrer verhältnismäßig guten Organi- in der Nähe der Station Jüterbog in eine Arbeiterkolonne, wodurch fation den Grundbesitzern einige Vorteile abtrotzen werden. drei Mann getötet wurden. Ganz abgesehen davon nun, ob und welchen Erfolg die Ueber das Unglück werden folgende Einzelheiten gemeldet: vertrag ist Ihre Frage nicht zu beantworten. Drohung der Grundbesizer schließlich hat, ist der Beschluß der Innerhalb der Gleisanlagen der Station Jüterbog werden zurzeit Agrarier im höchsten Grade charakteristisch für unsere ganze Wirt- Ausbesserungsarbeiten vorgenommen. In unmittelbarer Nähe der schaftsordnung. Aus Ungarn wandern bekanntlich alljährlich viele dort arbeitenden Kolonne, die vorschriftsmäßig durch Posten gesichert Tausende nach überseeischen Ländern aus, weil die Heimat sie nicht war, hielt ein soeben zusammengestellter Personenzug, dessen Abteile ernähren kann; Schiffahrtsgesellschaften, Auswanderungsagenten gerade geheizt wurden. Ein unglücklicher Zufall wollte es, daß und sogar Regierungsmänner sind behilflich, die Aermsten in der Heizung Heizung entströmender Wasserdampf gerade in dem elenden Auswanderungskästen über den Ozean zu helfen, natürlich Augenblicke den Gesichtskreis der Arbeitenden berhüllte, gegen guten Verdienst. Auf der anderen Seite faßt man den Blan, als der in Berlin um elf Uhr neunzehn Minuten boraus dem fernen Ostafien halbbarbarische Arbeitstiere einzuführen, mittags fällige Schnellzug Nr. 7 aus Bitterfeld die Station durchdie in ihren Bedürfnissen weit unter den ungarischen Arbeitern fuhr. Dadurch gerieten mehrere von den Streckenarbeitern beim stehen. Aus dem Transport der Kulis und ihrer Arbeit auf den Beiseitetreten, durch den dichten Dampf verwirrt, irrtümlich auf das Besizungen des ungarischen Adels werden wiederum große Profite Gleis des heranbrausenden Schnellzuges und wurden von diesem herausgeschlagen. überfahren. Der Unglücksfall wurde auf dem Zuge bemerkt und dieser sofort zum Stehen gebracht. Es fand sich, daß drei im Alter von 25 bis 35 Jahren stehende Arbeiter, von denen einer Familienvater ist, totgefahren und entfeßlich verstümmelt waren; ein vierter wurde schwerverletzt in besinnungslosem Zustande in das Jüterboger Krankenhaus gebracht. Der Streit der italienischen Seeleute. In Genua, Neapel, Livorno und Bari sind die Mannschaften der Dampfschiffe, auch die der Postdampfer, in den Ausstand getreten. Die Behörden haben die Ausständigen bei den Gerichten wegen Meuterei zur Anzeige gebracht. Der Postdienst für die Inseln wird durch Torpedoboote bersehen. Die Reeder haben beschlossen, den Dampferdienst nicht wieder aufzunehmen, wenn die Mannschaften nicht ernste Garantien dafür geben, daß sie in Bukunft die Disziplin"( 1) wahren werden. TSTRA Verfammlungen. Die Zahlstelle Berlin des Zentralverbandes der Maurer Hielt am 17. Dezember eine außerordentliche Mitglieder bersammlung ab, die mit einem Vortrage des Genossen Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstagswahlkreis. Am 17. b. M. verstarb plöklich unser Mitglied, der Graveur Richard Riegelsky Bezirk 181. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, nachmittags 3 Uhr, auf dem Luisen- Kirchhof, Bergmannstraße statt. 239/12 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Max Hagemann am Sonntag gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 21. Dezember, nach mittags 2 Uhr, vom BirchowKrankenhause, Sylterstraße, aus nach dem Nazareth- Stirchhofe, Berlinerstraße statt. 166/2 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes.Anzeige. Am 18. b. Mts. verstarb unser Bezirksführer, der Handlungs gehülfe Max Hoene Lehrterstr. 41. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Freitag, nachmittags 3 Ubr, von der Halle des Städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 226/18 Der Vorstand. Berliner ArbeiterRadfahrVerein. Mitgl. des Arb.- Radfahrerbundes Solidaritat" Nachruf! Am 8. d. Mts. verstarb unser Mitglied Hermann Gohlke ( der 6. Abteilung). As treuer guter Genosse werden wir ftetts fein Andenken be wahren. 28/13 Der Vorstand. Die Prinzessin Viktoria Luise" verloren. " " deutsche Kreuzer Bremen" die Versuche, den gestrandeten Dampfer Wie ein Telegramm aus Kingstown( Jamaifa) mitteilt, hat der Prinzessin Vittoria Luise" abzuschleppen, aufgegeben, da bei dem start habarierten Zustand des Schiffes Bergungsversuche aussichtsLos find. " Ein Telegramm aus New York befagt: Alle Berichte über das Unglück, das den Dampfer Prinzessin Vittoria Luise" betroffen hat, rühmen die Disziplin und die unerschrockenheit, die die Offiziere und die Mannschaft bewiesen haben und bestreiten, daß irgendwelche Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 16. d. Mts, verstarb unser Mitglied, der Mechaniker Max Hagemann ( Föhrerstr. 13). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet morgen, Freitag nachmittag 2 Uhr von der Halle des Virchow- Strankenhauses, Eingang Sylterstraße, aus nach dem neuen Nazareth- Kirchhof, Berlinerstraße( West- Reinickendorf) statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 226/14 Der Vorstand. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Nachruf. Am 17. Dezember verstarb unser Mitglied, Frau Bartel. Die Beerdigung fand bereits am Mittwochnachmittag statt. Ehre ihrem Andenken! Der Vorstand. 56/7 Am Sonntag, den 16. Dezember, nachmittags 5 Uhr, starb nach furzem aber schweremseranten lager im Alter von 34 Jahren mein innigftgeliebter Mann, unser guter Bater, Sohn, Schwieger sohn, Bruder und Schwager, der Mechaniker Max Hagemann. Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. d. M., nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des Virchow- Krankenhauses aus auf dem neuen NazarethKirchhof statt. 421b Um stilles Beileid bittet im Namen der Hinterbliebenen die tieftrauernde Bitwe Margarete Hagemann geb. Hartmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Richard Reinhold am 17. Dezember nach langer Strankheit verstorben ist. Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. Dezember, nach. mittags um 2, Uhr, von der Leichenhalle des Nieder- Schönhausener Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 98/18 Die Ortsverwaltung. 3. O. 12. Nein. INSERATE für die nächste Nummer müssen spätestens bis 5 Uhr nachmittags des vorherigen Tages in unserer Expedition abgegeben werden. Größere Anzeigen für die Sonntags- Nummer erbitten dagegen schon bis Freitag nachmittag 5 Uhr, da nur in diesem Falle die Aufnahme garantiert werden kann. ORIGINAL SINGER NAHMASCHIN 197 gmudifoA Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 29462* Groke Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Runftstickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Hct. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen Die jetzige Wirtschaftspolitik führt direkt und unfehlbar zum Lebensmittelmangel, zu einer Hungersnot, zur Revolution. 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Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärks Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW In dieser Woche neben der Verabfolgung aan Rabatt- Marken Gratis Photografie Bons bei einem Gesamt- Einkauf von 5 10 15 20 Mark Mark Mark Mark 14 Dutzend Visit oder Prinzess 1/2 Dutzend Visit oder Prinzess 14 Dutzend Griseldis od. Cabinet 12 Dutzend Griseldis od. Cabinet Ausgeschlossen von dieser Vergünstigung sind Genussmittel und wenige andere Artikel, bei welchen wir an Verkaufspreise gebunden sind. Wir bemerken ganz besonders, dass die diesmaligen Photographie- Bons auch für Kinder- Aufnahmen berechtigen. 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Herr Neumann ist dann da ge= Frau Grünberger, Inhaberin des Restaurants Nigengegangen. Vom Kaiser- Café bin ich dann allein zurückgegangen ins Durchsuchung der Wohnung der Frau Th. durch Kriminalbeamte Hotel und wollte nachsehen, ob Herr Neumann nachtomint. Es war stattgefunden hatte, bestätigt, daß der Kriminalbeamte Rumpf wohl 2 Uhr nachts. Und so ging ich, da stand eine Person an der an dem fraglichen Tage, als er vergeblich in der Wohnung der Frau Litfaßsäule und wie ich vorbeigehe, da höre ich: das nützt Euch oder Dir alles nichts, Du frecher Bengel. Ich habe mich umgedreht und habe den Schutzmann Lüdicke Der Sittenschuhmann an der Arbeit und„ Berlin unter Sittenkontrolle" lauteten die Ueberschriften zweier in der Zeit am Montag" vor einem Jahre( am 12. und 19. Dezember 1905) veröffentlichten Artikel. Sie bilden, wie unseren Lesern erinnerlich, die Unterlage für einen umfangreichen seit dem 7. d. M. geführten Strafprozeß gegen den Redakteur der Zeit am Montag" Karl Schneidt. Die Verhandlung endete gestern mit einer Verurteilung des Angeklagten Schneidt zu 2 Monaten Gefängnis. Ueber die ersten Tage der Verhandlung haben wir ausführlich am 9. d. M. berichtet. Die wegen angeblicher Beleidigung einiger Sittenschuyleute inkriminierten Artikel betreffen deren Vorgehen bei Durchsuchung des Hotels Negendant in der Charlottenstraße und bei einer Frau Th. Die im Artikel behaupteten Tatsachen gesehen, der hinter mir stand. werden durchweg von Zeugen bestätigt. Die Schußleute stellen Vors.: Kannten Sie den schon? die Vorgänge teilweise anders dar. v. E.: Ich habe ihn zum erstenmal gesehen. Ich bin dann ins Der vom Angeklagten an- Hotel gegangen und habe gleich den Portier Siegel gefragt, ob ich da gebotene Beweis, daß Sittenſchuhleute für Ausübung oder Unterlassung ihrer Tätigkeit mann Lüdicke und sagte, ich solle zu Herrn Neumann hinaufgehen und seguelle Gefälligkeiten oder Gratifitationen erhalten hätten, ihn fragen, was ich machen solle. Ich bin zu Neumann gegangen, war vom Gericht wie erinnerlich abgelehnt, weil es sich nur der mir fagte, wir werden den Mann sofort feststellen lassen. um die in den Artikeln enthaltenen vermeintlichen Beleidigungen be- orf.: Sie wußten, daß es Lüdicke war. b. E.: Ich weiß nicht stimmter Schuyleute handele. mehr ganz genau, ob er das damals gesagt hat, und ich weiß nicht, ob ich es damals schon wußte, dann sind wir... Bors. Das ist wunderbar, daß Sie sich, Aus der lang ausgedehnten Bengenvernehmung verdienen besonders die Momente Hervorhebung, die zeigen, wie schwer die Ausübung der Zengenpflicht gemacht werden kann, sowie Aussagen, die denen von Schuhleuten entgegenstehen. Es bekundete: laden. Th. schon nachgesucht hatte, auch bei ihr angefragt hatte, ob etwa bei ihr ein Mädchen sich verborgen halte. Sie bestreitet, daß fie zu dem Schußmann gesagt habe: Oben wird abgestiegen," will vielmehr nur gesagt haben:" Ganz richtig ist es da oben nicht!". Die Zeugin motiviert diese Bemerkung mit verschiedenen Beob achtungen, die sie gemacht haben will, deren verdächtigende FolgeDie Verteidigung rungen aber von Frau Th. bestritten werden. ſtellt fest, daß beide Frauen verfeindet waren. Bei der Fortseßung der Beweisaufnahme im Prozeß Schneidt stellte die Verteidigung durch Befragen der Wirtin in einer noch höheren Etage wie Frau Th. eine einzelne Dame von der„ Nigengrotte" fest, daß in dem Hause Charlottenstr. 70 wohnte, deren Personalbeschreibung auf diejenige paßt, die der vom Schuhmann Rumpf seinerzeit angehaltene Herr von der Dame gegeben, die er in jenem Hause besucht habe. Die Verteidiger vertreten hiernach noch mehr die Ansicht, daß Herr Rumpf in eine falsche Wohnung geraten sei, als er nach dem betreffenden Mädchen wo Sie doch Offizier gewesen sind, bei einem fahndete. Nach Ansicht der Verteidiger haben sich die Schuhleute, Portier Rat holen, wenn sie aus dem Hause des Hotels Negendant kommende Pärchen wenn ein Mensch Sie auf der Straße beleidigt hat. v. E.: Was beobachteten, auch nicht vergewissert, ob diese nicht aus den Kunsthändler Neumann, der Pfleger des Juhabers des Hotels sollte ich denn mit dem Mann machen, erstens habe ich damals Chambres séparées des Restaurants Lanzsch kamen. Schließlich Regendant: furchtbar schlecht deutsch gesprochen, die meisten haben mich über wird ein Dienstmädchen Rutenberg bernommen. Sie bestätigt die Ich habe die strengste Anweisung gegeben, Pärchen abzuweisen. haupt nicht verstanden. Ich hätte mich ja gar nicht mit dem Mann Mitteilung des inkriminierten Artikels dahin: sie sei eines SonnBors.: Es sollen in einer Nacht acht, in einer anderen siebzehn in ein Wortgefecht einlassen können und deshalb habe ich Schuß im tags in das Haus Charlottenstr. 70 Heimgekehrt, als gerade vor abgewiesen worden sein. Es wird behauptet, daß Sie dabei waren, Hotel gesucht. Ich bin dann mit Herrn Neumann auf die ihr ein Herr gleichfalls in das Haus getreten war, der in das als die P. gefunden wurde. Da sei ein Mann an sie heranBeuge: Nein, ich bin erst ge- Straße gegangen und habe den Schutzmann Milke geholt Restaurant Nigengrotte" ging. fommen. Früh bin ich geweckt worden und es wurde mir mitgeteilt, und ihm Papiere angeboten. Vorsitzender: Was haben Sie getreten, habe sich durch eine Karte als Kriminalbeamter ausin welcher Weise die Beamten vorgegangen seien. Ich habe darauf dem Schumann Milfe gesagt, oder hat Neumann das Wort ge- gewiesen und als sie gefragt, was er denn von ihr wolle, habe er gefragt, ist die P. ohne Herrn dagewesen? Und man sagte mir, führt? v. E. Jedenfalls hat Herr Neumann gesagt, daß der gesagt:„ Ach, entschuldigen Sie, es ist ein Irrtum!" Angell. jawohl ohne Herrn. Ich habe dann früh an ihre Tür geflopft und Mann mich beleidigt hat. Staatsanw.: Hat Milte die Papiere Schneidt betont, daß die Zeugin genau das bestätigt habe, was sie selbst gefragt. Die P. sagte mir, daß sie ohne Herrn dagewesen genau gesehen? v. E. Ich habe sie ihm angeboten, er hat aber der Artikel besagte.. Es sei ganz unbegreiflich, daß in der Anfei. Sie sagte, ein Herr hat mich nur begleitet, ich war angetrunken gesagt, das ist nicht nötig. Staatsant.: War es eine polizei- tlage jedenfalls auf Grund der Mitteilungen der Kriminalund wollte nicht nach Hause gehen. Ich fragte sie, wie ver- liche Anmeldung, Herr v. E.? Nein, mein Paß. Vor- pelizei ihm imputiert werde, er habe sich diesen Fall aus den halten sich die anderen Sachen. Sie erzählte mir, daß die Be- sigender: Dann sind Sie wieder zurückgegangen und da stand Fingern gesogen. Angeblich haben Ermittelungen nach diesem Fall amten an ihre Tür geklopft hätten, mit der Aufforderung, sofort zu dicke auf der anderen Seite in einer Nische in einem Zigarren- gar kein Ergebnis gehabt; nach seiner Meinung hätte aber die öffnen. Die Beamten seien hereingekommen und hätten ihr bev. E. Wir sind hinübergegangen und da habe ich gesagt, Polizei die Pflicht gehabt, diese Zeugin zu ermitteln. Wenn er fohlen, Licht zu machen. Sie habe gesagt, sie fönne das nicht, weil das ist der Herr, der mich beleidigt hat, ich möchte die Personalien ohne solche Ermittelungen eine so beleidigende Unterstellung machen sie im Hemd sei. Die Beamten haben darauf erwidert:" Es ist haben. 2. sagte, er hätte mich nicht gesehen. Da fragte ich ihn, würde, würde er gewiß wegen Verleumdung angefaßt werden. ganz gleich, im Hemd oder nackend." Ich habe das auch an haben Sie nicht zu mir gesagt, Eine von der Verteidigung noch vorgeladene Zeugin wird darüber die königliche Staatsanwaltschaft geschrieben, das nütt Euch alles nichts, Du frecher Bengel? befragt, ob sie aus Anlaß der ihr für ihr Weinrestaurant ge= nachdem ich mich selbst vorher genau unterrichtet gebenen Konzession dem Schußmann Rumpf Zuwendungen oder hatte. So lange ich Pfleger des Hotels NegenGratifikationen irgend welcher Art gemacht habe. Sie verneint dank war, ist kein Mädchen, das unter Kontrolle mich losgesprungen, diese Fragen mit großer Bestimmtheit. Die gegen den Zeugen stand, dagewesen. Beif.: Haben Sie dem Portier auf- ich solle das sofort zurücknehmen. Ich sagte ihm, ich habe nichts Neumann verhängte Ordnungsstrafe wird aufgehoben, getragen, jedes Pärchen abzuweisen? Beuge: Ich habe die zurückzunehmen, denn Sie haben das gesagt. Darauf fagte er dem nachdem Neumann erklärt hatte, daß er die von ihm gebrauchte Portiers sogar in Gegenwart bon Zeugen ftreng ver- Schußmann Milke, er solle mich zur Wache bringen und gleichzeitig Form bedauere. warnt. Beis. Es ist doch aber möglich, daß die Portiers hat mich Kriminalschuhmann Bachmann hinten am Kragen gefaßt, Nach Schluß der Beweisaufnahme beantragt der das Verbot übertreten haben. Zeuge: Das ist wohl möglich, ich drehte mich rum und da hat ihn Herr Neumann weggeschoben, Staatsanwalt aber um das Hotel fofort auf einen anständigen Standpunkt zu so daß er beinahe umfiel. Vors.: Hat Herr Bachmann gefagt, 4 Monate Gefängnis wegen Beleidigung von Schuhleuten. heben, hätte ich es einfach schließen müssen, und dazu war ich als stoßen Sie mich nicht zurüc? b. E.: Ich habe gesagt, ich femme Vormund des Hotels nicht berechtigt. Ich habe keinerlei Nutzen von von selbst mit. Vors.: Ist Lüdicke mit nach der Wache gegangen? der Verwaltung des Hotels gehabt. Ich gehöre zu den bekanntesten v. E.: Nein. Wie wir bei der Mohrenstraße waren, da kam Verteidiger, Theosophen Deutschlands, unsere Ansicht ist, was ich meinen Mit- Herr Lüdice nachgesprungen und hat mich nach meinen Papieren Rechtsanwalt Dr. Löwenstein fnüpfte an eine Aeußerung des menschen Gutes tue, tue ich mir selbst. Ich erkläre ausdrück- gefragt. Darauf habe ich gesagt: Ich gehe mit nach der Wache, ich Staatsanwalts an und führte aus: Die vornehmste Aufgabe der lich, daß ich, als ich angegangen wurde, Pfleger werde mich da legitimieren. Auf der Wache haben wir uns legiti- Sittenpolizei müsse sein, das anständige Publikum vor der Bedes Hoteliers zu sein, ich gar nicht wußte, um miert und sind dann wieder zurückgegangen, Herr Neumann hat rührung mit der öffentlichen Unsittlichkeit zu bewahren. Unt welches Hotel es sich handelt. Bert.: Sie haben mir dann gesagt, ich solle die Nacht im Hotel schlafen und ich habe Ruppelei und dergleichen zu verfolgen, brauchten wir wahrlich keine gefagt, daß Sie alles getan hätten, um zu vermeiden, daß die Nacht da geschlafen. Vors.: Bachmann bestreitet das, daß verdächtige Pärchen in das Hotel aufgenommen werden. Sie er sie am Genid angefaßt, er habe nur seine Hand Ihnen auf die besondere Sittenabteilung der Polizei. Vergleicht man nun diese haben einmal des Nachts gehört, daß ein Pärchen da war und Schulter gelegt. vornehmste Aufgabe der Sittenpolizei mit dem Bild, welches die Vors: Sie irren sich vielleicht Beweisaufnahme ergeben, so sieht man ein Zerrbild, wie man es haben es unverzüglich hinausbringen lassen. Zeuge: Ich habe in der Person, vielleicht war es gar nicht Lüdide. v. G. Ich sich größer kaum denken kann, zwischen der Aufgabe der hier in gehört, daß das Zimmer besetzt wurde, welches neben meinem Zimmer habe mich gleich umgedreht und Lüdicke gesehen. Vors.: Bach lag und ich hörte, wie die Frauensperson wegen Geldes unter- mann hat Sie also an den Kragen gefaßt, hat er sie herumgestoßen? Frage kommenden Beamten und dem, was sie getan und erzielt handelte. Ich klingelte und ließ den Portier kommen und fragte b. G.: Ich habe einen leichten Stoß verspürt. Beis: Hat haben. Man müsse es dem Angeklagten Dank wissen, daß er den ihn, hören Sie mal, mit wem haben Sie denn das Zimmer nebenan Bachmann Sie gefaßt oder hat er Ihnen freundlich die Hand auf die Finger in eine Wunde gelegt hat, wie sie häßlicher und gefahrSchulter gelegt? besetzt? Es handelt sich um Unzuchtangelegenheiten, Sie weisen die geschrieen: Das ist eine Lüge, nehmen Sie das zurück, sonst werden Publikum kaum gedacht werden kann. Im großen und ganzen ist b. E.: Im Gegenteil, die beiden haben sehr drohender für die öffentliche Sittlichkeit und das anständige Frauensperson sofort hinaus. Der Herr fann dableiben, wenn er das Zimmer bezahlt hat. Vorf.: Die Beamten behaupten Beis: Wissen Sie ganz genau, daß der Wahrheitsbeweis von dem Angeklagten geführt worden, selbst ist dann auf die andere Seite gegangen. Wenn ich mir einen Mann sein sollte. Nach alledem, was die Beweisaufnahme erbracht hat, v. G. Ich habe mich sofort herumgedreht, er wenn nicht alles bis auf das Tüpfelchen über dem„ i" bewiesen ansehe, so werde ich ihn doch nach 10 Minuten wiedererkennen. müsse man doch sagen, daß der Notschrei, den der Angeklagte in Bors: Haben Sie sich in den Nächten herumgetrieben, denn die den Artikeln über die Sittenpolizei erhoben hat, durchaus berechtigt Bolizisten sagten, sie hätten Sie in dem Verdacht gehabt, daß Sie ist, daß diesem Rotschrei jeder beistimmen muß, der nicht will, daß dieselben in ihren Beobachtungen hätten stören wollen. b. E.: berfassungsmäßige, zum Schutze der Staatsbürger getroffene BeDas ist ganz ausgeschlossen. Ich bin nur einmal mittags vor dem Stimmungen durch Akte der Beamtenwillkür eliminiert werden. Hotel gewesen, sonst niemals. Staatsanwalt: Sie sind Der Angeklagte hat die jammervollen Mißstände in zurückhaltender. sicher, daß die' Aeußerung, das nüßt Euch alles nichts, Du dummer loyaler Weise besprochen und zwar auf Grund der besten InBengel, von Lüdice gefallen war? sicher und weiß es auch heute noch ganz bestimmt. b. E.: Ich war damals ganz formationen, er hat dies getan, nachdem die Behörden ihre Staats- Schuldigkeit nicht getan, sondern die Beschwerdeführer ohne Geanwalt: Wie erklären Sie sich das?- v. G.: Ich habe überhaupt nugtuung gelassen hatten. Der Wahrheitsbeweis ist in einer Weise feine Erklärung dafür. Staatsanwalt: Waren Sie ganz erbracht, daß man den Angeklagten nicht nur freisprechen, nüchtern? b. E.: Ich war ganz nüchtern. sondern auch die Kosten der Verteidigung der Staats= tasse auferlegen sollte. gehört zu haben, daß Sie den Verkehr im Hotel geduldet haben? Zeuge: Nach meiner Ueberzeugung haben die Beamten dann einen Meineid geleistet. Staatsanw.: Jch beantrage, den Zeugen wegen einer lugebühr in Strafe zu nehmen. Rechtsanw. Dr. Halpert: Von einer Ungebühr kann keine Rede sein. Wenn der Herr Staatsanwalt eine Ordnungsstrafe wegen Ungebühr beantragt, so tut er es, weil die Beamten unter dem Schutze des Gerichtes stehen. Wenn der Zenge eine Ueberzeugung hatt, so ist er verpflichtet, diese unter seinem Eide zu sagen. Wenn er das tat, so handelte er unter der Zwangsgewalt seines Gewissens. Ich hoffe, daß der Herr Staatsanwalt seinen Antrag zurückziehen wird.- Staatsanw. Ich halte meinen Antrag aufrecht. Rechtsanwalt Dr. Löwenstein: Da ist er auf v. E.: Nein. wir Sie sofort verhaften. es Lüdicke war? Bei der Vernehmung einer Entlastungszeugin fommt heiratete Frau, wird vom Vorsitzenden befragt, es zu längeren Auseinandersetzungen. Die 3e u gin, eine verob sie nicht früher unter fittenpolizeilicher Kontrolle Der Herr Staatsanwalt hat einen Antrag auf Ordnungsstrafe gestanden habe und verneint diese Frage unter Zeichen großer Gr. gegen den Zeugen geftelt, weil der Zeuge tatsächliche Bekundundungen unter seinem Eide gerzacht hat. Wenn Sie hier regung und heftigem Schluchzen. R.-A. Dr. Löwenstein: Der aus dem Munde des Zeugen, der Thechoph ist, diese eidliche Be- Angeklagte fühlt sich dadurch beschwert, daß Beugen, die zu seiner Entlastung auftreten, nach Dingen gefragt werden, die immerhin kundigungen hören, so ist das unendlich wichtig, weil auch schon geeignet sind, sie auf das schwerste zu kompromittieren. Die Verandere Zeugen dasselbe in bezug auf die Glaubwürdigkeit der Be- teidigung müßte sich eventuell vorbehalten, auch an sämtliche übrigen amten ausgesagt haben. Wenn jemand in eine Ungebührstrafe ge- Beugen, insbesondere auch an die Belastungszeugen, Fragen nach nommen wird, weil er unter seinem Ede Tatsächliches aussagt, so ihrem Vorleben zu richten. Staatsanwalt: Jch fann den ist es mit der Bedeutung des Eides und mit dem, was Standpunkt der Verteidigung nicht teilen. Ich glaube, der Gerichtsder Zeuge unter seinem Eide aussagen muß, aus. Herr Neumann hof wird sich durch solche Drohungen der Verteidigung nicht davon beantragt die Protokollierungen seiner Aussagen. Der Antrag wird abgelehnt. Der Gerichtshof zieht sich zur Beratung zurück. Vors: Das Gericht hat in der Aussage des Zeugen Neumann, durch die er die Beamten des Meineids bezichtigt hat, eine Ungebühr erblickt und hat beschlossen, gegen ihn eine Ordnungsstrafe von 30 M. zu verhängen Der In mehr als einstündiger Rede tritt der Angeklagte Schneidt selbst den Ausführungen des Staatsanivalts und den Behauptungen der Anklage entgegen. Das Wort des Staatsanwalts, daß die Bürger ruhig schlafen können, erinnere etwas an das berühmte Wort: Ruhe ist die erste Bürgerpflicht." Der Bürger könne heute aber feineswegs ruhig schlafen, und wenn er in Schläfrigkeit berfällt, dann müsse er aufgerüttelt werden. Diese Aufgabe falle der Presse zu, gegen deren Tätigkeit die Behörden immer eine ganz besondere Abneigung zeigen. Auch dieser Prozeß sei einer bestimmten Abneigung der Behörden gegen eine Einmischung der Presse in öffentliche Angelegenheiten entsprungen, derselben Bresse, deren Mitglieder in Amerita als kommandierende Generale ge feiert worden sind. Die Presse habe die Aufgabe, ergänzend ein zugreifen, wo die Behörden versagen, und von diesem Gesichtspunkt habe er sich leiten lassen, als er bie inkriminierten Artikel veröffentlichte, die auf den besten Informationen beruhten. Nicht auf eine Beleidigung der Sittenschußleute Lüdicke und Bachmann, die ihm sehr gleichgültig seien, sei es ihm angekommen, sondern sich bei ihrer Tätigkeit ins Dunkel hülle und angesichts der großen bedürftigkeit der Institution der Sittenpolizei zu erbringen, die Machtfülle der einzelnen Beamten große Gefahren in sich berge. In scharfer Polemik gegen den Staatsanwalt und gegen die Glaubwürdigkeit der vernommenen Sittenbeamten, die in eigener Sache Zeugen seien, betont der Angeklagte u. a., daß er dem Schuhmann Mielke in einem der Artikel zu Unrecht zu nahe getreten sei und Wahrheitsbeweis glänzend gelungen und er beantrage, ihn frei. den Angriff gegen ihn öffentlich zurücknehme. Im übrigen sei der aufprechen und die Kosten der Verteidigung der Staatstaffe aufzuerlegen. Das Gericht abhalten lassen, alles zu prüfen, was sich auf die Glaubwürdigkeit der Zeugen bezieht. Rechtsanwalt Dr. Löwenstein: Von Drohungen kann gar keine Rede sein, wir müssen aber im Intereffe des Angeklagten uns vorbehalten, auch die Glaubwürdigkeit der übrigen Zeugen zu prüfen. Ich frage deshalb den Schußmann Rüdide, ob über ihn wegen der Ausübung seines Amtes Beschwerden bei seiner vorgesetzten Behörde eingegangen sind? darauf, an bestimmten Fällen die Gemeingefährlichkeit und Reform Das Gericht hat in der Aussage des Zeugen eine ungehörige erteilen und meint, daß er dazu erst die Ermächtigung seiner vor Der Zeuge Lüdicke weigert sich zunächst, darauf eine Antwort zu Form erblidt. Rechtsanw. Dr. Halpert: Ich beantrage zunächst die Verlesung des Protofolls bezw. eine Abschrift zu Händen der gejezten Behörde haben müsse, doch könne sich ja der Verteidiger bie Personalakten holen lassen. Auf weitere Vorhaltungen des Verteidigung, soweit es sich nämlich um den Gerichtsbeschluß handelt. Rechtsanwalts Dr. Halpert erklärt Zeuge 2üdide schließlich, Ich beantrage ferner, das freisprechende Urteil des Zeugen vor bag er 12 Jahre Schußmann, darunter 4 Jahre Sittenschuhmann zulesen, damit ich die Glaubwürdigkeit des Zeugen wie der anderen sei und etwa 5 Beschwerden über ihn eingegangen feien, von denen Zeugen nachprüfen kann. Vors: Wir verlesen das freisprechende nur eine zu einem Monitum geführt habe. Urteil.( Berlesung des Urteils.)- 8euge: Ich habe meine Beit, Dr. Halpert: Weshalb sind Sie mit einem Verweise bestraft Rechtsanwalt meine Nächte geopfert, ich habe im Hotel geschlafen, um den Betrieb worden? Staatsanwalt Rasch: Ich bitte, diese Frage abzu zu kontrollieren. lehnen. Der Verteidigung wird doch das denkbar größte Entgegen Baron v. Enzberg fagt aus: Ich bin 22 Jahre, katholisch, fommen gezeigt, solche Fragen braucht doch der Zeuge nicht zu be= verheiratet, Volontär bei der englischen Handelsmarine. Auf die antworten. Rechtsanwalt Dr. Halpert: Von einem EntFrage des Vorsitzenden: Nun wollen wir den Vorfall im gegenkommen kann hier gar keine Rede sein. Die Verteidigung fam nach längerer Beratung zur Verurteilung des Angeklagten, November 1904 näher erörtern. Sie verkehrten im Café National? bedarf gar keiner Gnade, wir verlangen unser Recht, wir tun nu in dem der Schuß des§ 193 nicht zugebilligt wurde. Die in den Zeuge: Das ist ausgeschlossen. Bors. In welchem Café? Ausübung unseres Amtes unsere Pflicht, in der Absicht, das Recht Artikeln enthaltenen Behauptungen seien zweifellos beleidigend v. E.: Café Josty, teilweise auch im Café Westminster. Borf.: zu suchen. Rechtsanwalt Dr. Löwenstein: Es ist für die und herabwürdigend für die betroffenen Beamten. Den Beweis Wo tamen Sie an dem Tage her? v. E.: Von dem Weinlokal Berteidigung doch erheblich, festzustellen, ob es sich um Schutzleute der Wahrheit hält der Gerichtshof nur geführt in dem Falle, wo Wuerst, Potsdamerstraße. Ich war da mit meinem Vater, Herrn handelt, die völlig intakt sind, oder die schon öfter Fehlgriffe getan der aus Emmerich stammende Hotelgast durch die Sittenſchuleute Neumann und, ich glaube, Frau Neumann. Borsigender: baben. in seiner Ruhe gestört worden ist. In den übrigen Fällen hält der . Berichtshof den Beweis der Wahrheit nicht für erbracht. Speziell| zu durchsuchen, ohne vor dem Zimmer des Herrn Meher Halt zu jaus höhnisch. Der Gittenschuhmann werde wie eine Art Ein hält der Gerichtshof die Verhaftung des Zeugen Jaeckel für nicht machen. Den Fall v. Enzberg habe der Gerichtshof für brecher hingestellt. Die recht schweren Beleidigungen richten sich ungerechtfertigt, denn die Beamten hätten allen Grund zu der An- nicht aufgeklärt erachtet und zugunsten des Angeklagten an- gegen Beamte, denen von ihren Borgesetzten das beste Beugnis nahme gehabt, daß Jaeckel als Aufpasser sie in ihrem Berufe genommen, daß hier der Wahrheitsbeweis erbracht sei. Im übrigen gegeben werde. Deshalb habe der Gerichtshof von einer Geldstrafe stören wolle. Sie befanden sich also bei seiner Verhaftung in der feien die Beamten befugt gewesen, das Hotel Negendant in allen Abstand genommen, den Angeklagten auf Grund der§§ 185 und berechtigten Ausübung ihres Amtes. Was die Haussuchung seinen Teilen zu durchsuchen. Das Treiben daselbst sei ein fupp- 186 zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt und den Bebei der Frau Th. anbetrifft, so seien die Beamten berechtigt lerisches gewesen und auch zur Zeit des Zeugen Neumann fortgesetzt leidigten die Publikationsbefugnis zugesprochen. gewesen, in deren Wohnung einzudringen, denn der Herr v. G. worden. Die Freisprechung des letteren könne nicht in Betracht hätte ihnen gesagt, daß er dort oben abgestiegen gewesen sei, es tommen, da sie nur aus Rechtsgründen erfolgt sei. Es stehe aber handelte sich ferner um eine Frau, die früher unter Kontrolle fest, daß auch Herr Neumann Bärchen angenommen habe und desgestanden und es lag Verdacht genug zu der Annahme vor, daß halb seien die Beamten berechtigt gewesen festzustellen, ob er sich in der Wohnung ein fupplerisches Treiben sich entfalte. Die im Hotel befand. Die Artikel enthalten erhebliche Beleidigungen Beamten seien auch berechtigt gewesen, alle Räume der Wohnung gegen die in Frage kommenden Beamten, der ganze Ton sei überFür den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 20. Dezember. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Lohengrin. AnKgl. fang 7 Uhr. Schauspielhaus. Prinz von Dänemark. Deutsches. Ringelspiel. Westen. Die Fledermaus. Hamlet, Lorking. Die Regimentstochter. Anfang 8 Uhr. ( Wallner Theater.) Schiller 0. Das Lumpengefindel. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera, Zentral- Theater. ( Operette.) 3, Uhr: Schneewittchen. Abends 8 Uhr: Der Bettelstudent. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Schiller- Theater. Jugendliebe. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Schiller- Theater N.( Friedr.- Wilh. Th.) Donnerstag, abends8 Uhr: Donnerstag, abends8Uhr: Das Lumpengesindel. Tragikomödie in 3 Aufzügen von Ernst v. Wolzogen. Freitag, abends 8 Ulbr: Frau Inger von Oestrot. Sonnabend, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. Luftspiel von Adolf Wilbrandt. Hierauf: Die Dienstboten. Lustspiel von Roderich Benedix. Freitag, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Sonnabend, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Das Ergebnis der Beweisaufnahme darf als ein die Institution der Sittenpolizei vernichtendes bezeichnet werden, nach dem, gleichviel wie die Form der Schneidtschen Kritik war, eine Freisprechung erwartet werden mußte. Freie Volksbühnes Sonntag, den 23. Dezember, nachmittags 3 Uhr: Neues Schauspielhaus. 6./7. Abteilung: Das Glas Wasser. Winterfest ZirkusSchumann on Jena is Köpenick Heute Donnerstag, den 20. Dezember, abends präz. 72 Uhr: Gala- Première Schiller N.( Friedrich Wilhelm. Florette und Patapon. Erstaufführung d. großen Schumannschen Ausstattungspantomime städtisches Theater). Jugendliebe. Die Dienstboten. Leffing. Der heimliche König. Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Dienstag, 25. Dez., nachm. 3 Uhr: Rachmittags 3 Uhr: Schnee- Frou Frou. Zentral. Der Bettelstudent. Neues Schauspielhaus. wittchen. Hochzeitsfadel. Kleines. Ein idealer Gatte. Berliner. Liselotte. Neues. Die Condottieri. Die Komische Oper. Bariser Leben. Residenz. Florette und Patapon. Luftspielbaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Im wilden Westen. Herr Hauptmann b. Köpenid. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Luifen. Viel Lärm um Nichts. Bernhard Nose früher Gari Weik. Das Käthchen von Heilbronn. Trianon. Wo ist der Papa? Bor. her: Die Schloßfellerei. Walhalla. Spezialitäten. Svollo. Spezialitäten. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Rafino. Die beiden Champignol. Spezialitäten. Folies Caprice. Debüt Fleisch. mann. Passage. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wintergarten. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Frühlingstage an der Riviera. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Uhr: Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Gastspiel Lucie Vierna. Liselott. Freitag, Sonnabend: Gastspiel Lucie Bierna: Liselott. Luisen- Theater St. Hubertus. Mittwoch, 26. Dez., nachm. 3 Uhr: Dem edlen Waidwerk entnommen und in 6 Bildern arrangiert Eine Hochzeitsnacht. bom Direktor Albert Schumann. Einstudiert v. Ballettmeister Pratesi. Mufit v. Kapellmeister Dominik Ertl. Die Gesamtausstattung der Kostüme, Dekorationen, Requisiten usw. von Hugo Baruch& Co., Sofieferanten 6. M. des Kaisers. Die elettrichen Lichteffekte von der Firma Schwabe& Co., oflieferanten S. M. des Kaisers. Borher: Gala- Programm. Sämtliche Spezialitäten. Dir. Alb. Schumanus neue und moderne Dreffuren. Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Viel Lärm um Nichts. Freitag, zum erstenmal: Bergnügte Feiertage. Voltsstüd in 3 Atten ( 6 Bildern) von 2. Ottomeyer. Sonnabend 4 Uhr: Hänsel u. Gretel. 8 Uhr: Bergnügte Feiertage. Sonntag 3 Uhr: Othello. 8 Uhr: Bergnügte Feiertage. Bernhard Rose- TheateR Große Frankfurterstr. 132. Heute und morgen: Geschlossen. Sonnabend Premiere: Berliner Raubvögel. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Schneewittchen. Deutsch- Amerikanisches Theater. Abends 8 Uhr: Im wilden Westen und Herr Hauptmann v. Köpenick. Sonntagnachm. 3 Uhr, halbe Pr.: Ueber'n großen Teich. Sonnabend, 22. Dez., abds. 8 Uhr: PREMIERE Der Sorgenbrecher. Posse m. Ges. i.4 Akt. v. A. Philipp. Metropol- Theater Theater des Westens Der Teufel lacht dazu. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Abends 7, Uhr: Die Fledermaus. Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Neues Schauspielhaus Massary. Wolff. Bender. Abends 8 Uhr: Die Hochzeitsfacket. Morgen: Giampietro. Josephi. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Die Hochzeitsfackel. Stadt- Theater Moabit Anfang 8 Uhr. Alt- Moabit 47/49. Gastspiel Neues Theater. Bernhard Rose- Theater: Die Condottieri, König Allgold. Freitag zum erstenmal: Kinder. Sonnabend: Kinder. Sonntag: Kinder. Kleines Theater. Palast- Theater. Prater- Theater. Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Nur noch bis 31. Dezember: Große Spezialitäten- Vorstellungen arrangiert von der Internationalen Artisten- Loge. E. V. Berlin. Anfang der Vorstellungen: Sonntags 72 Uhr, wochent. 8 Uhr. Berliner Theater. 17./18. Abteilung: Ora et labora. 20. Kunstabend Freitag, den 4. Januar 1907. Von Jena bis Köpenick Bierbaum Historischer Kostümball Sonnabend, den 12. Januar. Festmarken in allen Zahlstellen. Liliencron. Frau Johanne Meyer. Herr Schmid- Kaiser. Die Mitglieder werden gebeten, in ihrer Zahlstelle ihr Votum abzugeben wegen des Besuches der Abendvorstellungen. 230/10 Ordnersitzung Sonnabend, den 5. Januar, 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause. Das Erscheinen aller Ordner ist Der Vorstand. I. Vertr.: G. Winkler. erforderlich. Zirkus Busch. Heute abend 74, Uhr: Große GalaFest- Vorstellung deren voller Ertrag als Beihnachtsgabe für die in DentschSüd- WestAfrika 99996666 tämpfenden Truppen bestimmt ist. Um 9 Uhr: Die größte „ Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tiger- n. föwengruppe, Dienstag, den 26. Dezember, abends 7 Uhr: Weihnachtsfeier mit lebenden Liedern arrangiert von Margarete Walkotte. Mitwirkende: Margarete Walkotte. Emil Walkotte. Opernsänger Herr v. Bonetti. Opernsängerin Frl. Wagner. Hans Fredy vom Apollo- Theater. Herr Ado Conrad, Dozent an der Journalisten- Hochschule. Professor Schiermann. Anschließend Ball. 3286 Entree 50 Pf. 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Rixdorf, Bergstr. 146. Ein idealer Gatte. Pollo Elegante Weihnachts Anfang 8 Uhr. Freitag, Sonnabend: Ein idealer a Theater Gatte. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Das glänzende Spezialitätenprogr. Nachtasyl. Abends 8 ühr: Ein Nur noch 2 Aufführungen von Berlin idealer Gatte. Montag: Geschlossen. im Omnibus mit dem Omnibus- Trick. Sonnabend, den 22. Dezember: Komische Oper. Die schöne Vestalin. Abends 8 Uhr: Pariser Leben. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Pariser Leben. Sonntag nachm. 3 Uhr: Carmen. Abends 8 Uhr: Pariser Leben. Montag: Geschlossen. Operette in 1 Aft nach Pierre Veber und Léon Xanrof, v. Bolten- Baeckers. Mufit von Viktor Holländer. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brimenstr. 16. Heute: Geschlossen. Sonnabend, den 22., Sonntag, den Lortzing Theater 23. Dez.: Leyte Borst. v. Weihnachten Bellealliancestr. 7/8. Abends 7%, Uhr: Der Rattenfänger von Hameln mit Dir. Rob. Dill in der Titelrolle. Die Regimentstochter. Fröbels Allerlei- Theater Abonnements gültig. Morgen Freitag: Der Troubadour. Lustspielhaus. Täglich 8 1hr: Husarenfieber. Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten, Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Präsentkistehen Eine Mark wöchentl. Teilzahlung liefere elegante, fertige Herren- Moden. Ersatz für Maß. Maß- Anfertigung feinste Verarbeitung Garantie tadelloser Sitz. J. Kurzberg, An der Jannowitz- Brücke 1, I. Direkt am Bahnhof. Kein Waren- Kredithaus. dreffiert und vorgeführt vom Dompteur Herrn Willy Peters. Ferner: Frl. Martha Mohnke, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann, Neudreſsuren. Mig Dianda, dress. Affen, Hunde u. Kakadus. Um 10 Uhr: ROM. Gr. Orig. Ausstatt.- Pantomime des Birkus Busch in 7 Bildern. Besonders hervorzuheben: Radium- Ballett. Die großen Kampfspiele im Zirkus Caligula. Die Todesfahrt über die zersprengte Brücke. Phantastische Allegorie in feenhaften Licht. und Wasserspielen. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Teilnehmer Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr: Bis zum 24. d. Mts. inkl. geschlossen. An allen Feiertagen: Die beiden Champignol. Vorher das grandiose Festprogramm. 1. Feiertag 4 Uhr( Dienstag): Madame Bonivard. 2. Feiertag 4 Uhr( Mittwoch): Hotel Klingebusch. 3. Feiertag 4 Uhr( Donnerstag): Alexander der Große. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßfellerei. An allen Weihnachtsfeiertagen: Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßkellerei. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. In dem großartigen Weihnachtsstück Das Wiederfehn nach 30 Jahren. Direktor Gustav Behrens als Hamburger Schiffskapitän. Außerdem 22 Numm er n. Colosseum Dresdenerstr. 97. Das urtomische Dezember Programm. Reu! Im Konzertsaal: Neu! D' Mondscheinbrüder. Beste Wiener Schrammeln und sechs erstllassige Gesangskräfte. Andreas- Garten, Andreasstraße 26. 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Dezember 1906, abends 8 Uhr, im„ Gewerkschaftshause", Dora, Paulette van Roy, Georg Kaiser, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden Dezember- Spezialitäten. 11 Engel- llfer 15, Saal IV: Außerordentliche Generalversammlung UNDER CARTEN 151/13 Heute Donnerstag: Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum 9. Verbandstag. 2. Verschiedenes. Kollegen! Da wichtige Beschlüsse gefaßt werden sollen, so ist es Pflicht eines jeden Kollegen zu erscheinen. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Sektionsvorstand. Rummelsburg! Vorzugs- Preise. Felle. Fell teppiche nur so lange der Vorrat reicht, echt chinesische Ziegenfelle in grau, weiß, wolfund braunbärfarb. a 10, 8.50, 7 und 5,50. M. Angora- Lammfelle schneeweiß, besonders lockig u. langhaarig, 80X175 groß, 8, 10.50 und Echt sibirische Wölfe mit Kopf u. GebiB a 30, 25, 20, 18, u. 10 50 M. M. Dingofell- Teppiche m. Futter, wattiert, a 16, 12, 10 und 50 7,5 Echt englische M. Angorafelle besonders langhaarig, m. 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Teile des Adreßbuches von Berlin 1907. ValhallaWalhalla Varieté Theater Weinbergsweg 19/20 Am Rosenthaler Tor. Türrschmidtstraße 45: 8/13 Oeffentl. Versammlung für Männer u. Frauen. Tages Drdnung: 1. Auf zur Reichstagswahl. Referent: Reichstagskandidat Artur Stadthagen. 2. Distuffon. 3. Wahl eines Wahlkomitees. Kein Genosse sollte in dieser Versammlung fehlen. Humboldt- Akademie. Das neue Lehrprogramm für das I. Quartal 1907 mit 137 Vortragszyklen u. Unterrichtskursen ist erschienen und in den bekannten Buchhandlungen a 10 Pf. zu haben. 1 Die Kartenverkaufsbureaus sind: Invaliden dank, Unter den Linden 24; die Buchhandlungen: E. Haase, Potsdamerstraße 116 a Gsellius, Mohrenstr. 52 S. Hahne, Prinzenstr. 54. Th. Fröhlich, Sicker, Landsbergerstr. 32 Gipsstr. 18 Gesellschaft für Verbreitung von Volksbildung, Lübeckerstr: 6. In Charlottenburg: C. Ulrich& Co., Berlinerstr. 76, Förster& Mewis, Kantstr. 14. In Rixdorf: Bickhardt, Bergstr. 13. Der Beginn des neuen Lehrquartals ist am Dienstag, den 8. Januar. ,, Armin- Hallen" Kommandantenstr. 20. Großer und kleiner Saal Silvefter und einige Sonnabende und Februar frei. u. Sonntage im Januar 33852* PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Svezialarzt für 165 Hant- und Haralelden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. Sonnabend, den 22. Dezember 1906, abends 8 Uhr, im Lokal von Karl Seidel, Röpenick, Grünauerstr. 31( Gesellschaftshaus): Ferner große Auswahl in echten Zellen w. Stopf u. Gebih, wie Tiger, Panther, Braunbär, Puma- Löwe und Eisbär decken, Pelz- Fußfäcke, Pelzschuhe, Jagd- Muffen, Pelz- Diwandecken u. Pelz Vorlagen m. Fußtasche Teppich- Haus B B. Hurwitz Rotes Schloß vis- à- vis dem National- Denkmal. Keine Dame versäume den seltenen Gelegenheitskauf b. Weihnachten. 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Dezember 1906, abends 7, 11hr: Oeffentliche Versammlung in Feuersteins Festfälen, Alte Jakobstraße 75. Tages- Ordnung: Eine Variété Vorstellung Pfeifen n. Zigarren- Spiken Bedeutung trägt fie für die Binnenschiffer. Referent: Reichstagstandidat einzig in ihrer Art. 60 internationale Artisten 60. Unter anderem: Die 12 Akrobaten Lorch in ihren phänomenalen ifarischen Spielen mit 3 Ponys und Efeln. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Kottbuser Sanssouci, Straße 4a. Direttion Wilhelm Reimer. Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanzkränzchen. Sonntag und Montag: Große Elite- Soiree, ( Durchweg neues Progr.) Sonntag Beginn 5, Wochentags 8 Uhr. Nächster Theaterabend am 2. Jan. 1907. Otto Pritzkow. Münzstr. 16. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. ♦ Den ganzen Tag Vorstellung. jeder Art in groß. 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Also passen Sie auf: Sie wiffen doch, wie eng und klein es schon bei Schlesinger in der 85 gewesen ist, besonders Sonnabends und Sonntags fonnte man nicht mehr hinein, also Schlesinger machte fich vor einem Jahre einen großen, modernen Laden weiter oben in der 58. Aber selbst als Filiale war die 85 zu flein, deshalb wird sie jetzt aufgegeben und im Januar einem Mieter anderer Branche überlassen. Nun hängen dort noch für ca. 20 000 Mark Waren. lleber 1000 Hosen, 300 Herrenanzüge, 200 Stnabent= anzüge, 82 Herrenpaletots, ebensoviel Knaben- und Burschenpaletots, eine Menge Joppen, Jacketts, Westen und die ganze Masse Arbeits- und Berufsfleidung, das soll nun alles in den paar Wochen weg. Sie wissen, Schlesinger hat immer nur gute Ware geführt. Manchmal ein bißchen teuer, aber immer gut. Nun ist er aber billig, sehr billig. Nun können Sie sich denken, welch' ein Andrang; wenn die Ge schichte so weiter geht, ist bald alles weg und die Klappe wird zugemacht. 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Es gibt solches genug Nach Berufen verteilt sich die Zahl der Hörer folgenderin Gestalt von leicht faßlichen Broschüren und sozialdemo- Kleidungs- und Reinigungsgewerbe 68-11,3 Proz.( 50 Frauen), maßen: Metallverarbeitung 106-17,6 Proz.( 4 Frauen), BeZur Lokalliste! Der Theaterverein„ Mortadella- Edel- kratischen Zeitungen. Der fürzlich erschienene Fraktionsaufruf Industrie der Holz- und Schnitzstoffe 61-10,1 Proz., Handelsweiß" veranstaltet am 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag) im dürfte nicht ohne Einfluß bleiben. Das gleiche trifft zu für gewerbe 57-9,5 Proz,( 6 Frauen), Baugewerbe 41-6,8 Proz., In„ Schüzenhaus" in Schmargendorf, sowie am 29. De- diejenigen, die in Berlin bleiben, aber von auswärts Besuch dustrie der Maschinen, Instrumente und Apparate 40-6,6 Proz zember im„ Vittoria- Garten" in Wilmersdorf Theater empfangen. borstellungen mit anschließendem Ball. Regie: Herr Bernhard Heink. Beamte der Post und Eisenbahn 40-6,6 Proz., Papierindustrie Wir weisen die organisierte Arbeiterschaft darauf hin, daß uns beide Die Zeit bis zur Wahl ist nur eine furze. Wir dürfen 26-4,3 Proz.( 5 Frauen), Lederindustrie 26-4,3 Proz., PolyLofale nicht zur Verfügung stehen. Es ist daher Pflicht der Partei- feine Gelegenheit vorübergehen lassen, um nach Kräften für graphische Gewerbe 21-3,5 Broz., Industrie der Nahrungs- und genoffen; alle dort veranstalteten Arrangements streng zu meiden, die Sozialdemokratie Propaganda zu machen. Und dazu Genußmittel 20-3,3 Broz, ohne Angabe des Berufs( in der bezw. hierzu angebotene Billetts entschieden zurückzuweisen. können die Feiertagsbesuche viel beitragen! Haushaltung beschäftigt) 17-2,8 Proz.,( 16 Frauen), Industrie der Die Lotalfommission. Steine und Erden 16-2,6 Proz., Arbeiter( ohne Angabe des Spezialberufs 16-2,6 Proz.( 1 Frau), künstlerische Gewerbe 15-2,5 Proz., Verkehrsgewerbe 10-1,7 Broz., Gärtnerei 6-1 Broz., Textilindustrie 6-1 Proz.( 1 Frau), Versicherungsgewerbe 5= 0,8 Proz., chemische Industrie 3= 0,5 Proz., Heilgewerbe 2-0,3 Proz.( 1 Frau), Staatsbeamte ohne nähere Angabe 2-0,3 Proz. Summa 604-100 Broz. Achtung, zweiter Wahlkreis! Für die„ Vorwärts"- Leser des Westens liegt der heutigen Nunumer eine Einladung zur Versammlung zu Freitagabend bei Zühlke, Dennewigstr. 13, bei. Alle Leser, die es ehrlich mit der Partei meinen, wollen dort erscheinen. Der Vorstand. Rummelsburg. Am Freitagabend 8 Uhr findet im Saale der Witwe Weigel, Türrschmidtstr. 45, eine Wählerversammlung statt. Genosse Stadthagen als Kandidat des Kreises Niederbarnim referiert über die bevorstehenden Reichstagswahlen. Auch soll in dieser Versammlung ein Komitee zur Leitung der Wahlagitation gewählt werden. Es ist Ehrenpflicht aller Parteigenossen, für diese Versammlung rege zu agitieren und selbst zu erscheinen. Der Vorstand. Die Preise für Schweine und für Schweinefleisch sind infolge der großen Zufuhren von Wild und Geflügel, besonders von Gänsen und Hasen, sowie infolge des sehr großen Auftriebs von fetten Schweinen zurückgegangen. Da zurzeit auch große Posten Fische, besonders Karpfen, an den Markt kommen, so ist Aussicht vorhanden, daß die Schweinefleischpreise noch weiter zurückgehen. Die Märkte in der Umgegend von Berlin waren in der lebten Zeit flau. Schwere Schweine waren in großer Zahl aufgetrieben und konnten nur zu weichenden Preisen abgesetzt werden. Auch die Preise für Ferkel und Läufer sind zurückgegangen, dagegen sind die für Kälber, Schafe, Rinder usw. noch intmer hoch und fest. Im Detaileinkauf tann man vom Herabgehen der Preise für Schweinefleisch nicht viel gewahr werden. Mit den Spargrofchen seiner Arbeitskollegen durchgebrannt ist Ober- Schöneweide. Die Genossen werden aufgefordert, am gestern der Meister T. aus der Buchbinderei der Berliner Freitagabend 7 Uhr sich zur Flugblattverbreitag in folgenden Stadtmission am Johannistisch. In dem Betrieb besteht eine Lokalen einzufinden: Sipli, Siemensftr. 28; Kaufhold, Wilhelminen- Spar- und Vorschußkasse der Angestellten. T. verwaltete die Beihofstraße 18; Schulte, Wilhelminenhofstr. 43 und Töff- Töff", träge der Arbeiter und Arbeiterinnen feiner Wilhelminenhofstr. 64. etwa 700- M. Gestern erschien er nicht in der Buchbinderei und die Abteilung. Am Sonnabend, den 22. d. Mts., abends 81%, Uhr: Deffentliche Nachforschungen ergaben, daß T. plößlich aus seiner Wohnung verWählerversammlung in Mörners Blumengarten". Tagesordnung: duftet ist unter Mitnahme der Kasse. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referent: Genosse Artur Stadthagen. Sorgt für guten Besuch der Versammlung. " " " Der Vorstand. Weißenfce. Heute, Donnerstag, abends 8%, Uhr, findet im Prälaten", Lehderstr. 122, eine Generalversammlung des Wahlvereins statt. Außer der Wahl eines Zeitungsspediteurs steht auf der Tagesordnung ein Vortrag des Genossen Wermuth über: ,, Die alte und neue Internationale". Zossen. Am Sonnabend, den 22. Dezember, abends 8 Uhr, findet im Lokale von Schimte zur Entfaltung der Reichstagswahlagitation eine außerordentliche Versammlung statt. Jeder Genosse ist verpflichtet, an dieser Versammlung teilzunehmen. Der Vorstaud. Mariendorf- Marienfelde. Freitag, den 21. d. Mts: ExtraZahlabend in allen Bezirken. Das Erscheinen aller Genossen ist notwendig. Berliner Nachrichten. Die Zeit der Besuche Was die Altersstufe der Hörer anbelangt, so waren die meisten Hörer in einem Alter von 21-35 Jahren. Nur Volksschulbildung genossen hatten 454 Hörer. bieten. " In Freien Stunden". Diese illustrierte Wochenschrift beginnt mit dem 1. Januar 1907 ihren 11. Jahrgang. Gegründet unter tatkräftiger Mitarbeit der Parteigenossen, hat sie die Aufgabe, die in Arbeiterkreisen noch leider vielfach beliebten Schundromane zu verdrängen, war es stets das Bestreben des Verlags, den Arbeitern, ihren Frauen und Kindern die besten Schäße der Weltliteratur zu Auch der neue Jahrgang wird diesem Programm entsprechend sorgfältig ausgewählte Romane und Erzählungen bringen. und bietet sich hier wiederum Gelegenheit, eine billige und gediegene Das erste Heft des neuen Jahrgangs wird soeben ausgegeben, sollte für die weiteste Verbreitung dieser Zeitschrift wirken. Unterhaltungsleftüre zu abonnieren. Jeder Arbeiter, jede Arbeiterin In jeder Woche erscheint ein illustriertes Heft für 10 Pfennig. Agitationsmaterial ist in jeder Parteibuchhandlung zu haben oder vom Verlag, Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, portofrei zu beziehen. . Die Benuzung von Weihnachts- und Neujahrszügen. Weihnachts- und Neujahrszüge verkehren auch zwischen der Berliner Stadtbahn einerseits und Küstrin, Schneidemühl, Königsberg, Aus den Heimstätten Berlins bringen die alljährlichen VerInsterburg, Bromberg und Thorn andererseits. Die Züge beginnen waltungsberichte des Heimstättenturatoriums auch Angaben der am Freitag, den 21. Dezember und verkehren bis zum Donnerstag, den 3. Januar. Sie laufen meist als Vor- oder Nachzüge Aerzte über Kurerfolge usw. Diese Mitteilungen zeigen zu den fahrplanmäßigen Zügen. Man kann sie also benußen, wenn zweierlei: erstens, wie segensreich die Heimstätten in den meisten man zeitig auf die Bahn geht oder in den planmäßigen Zügen Fällen wirken und zweitens, wie ruchlos diejenigen gehandelt teinen Platz findet. Zu berücksichtigen ist aber bei diesen Zügen, haben, die sich so lange gegen eine Vermehrung unserer Heimdaß die durchgehenden Wagen nicht gleichmäßig auf die Vor-, stätten wehrten. Haupt- oder Nachzüge verteilt sind. Für die Reise nach einem bestimmten Ziel empfiehlt sich also u. a. nur der eine von den drei Arten von Zügen. So laufen z. B. am Schlusse des Schnellzuges 23 am 22. und 23. Dezember von Charlottenburg 10,58 nachmittags aus 2 Wagen, die von Schneidemühl ab als D- Nachzug 3 direkt bis Königsberg befördert werden. Bei den Heimstätten für Genesende kann der Erfolg nur an der Zunahme des Gewichtes der Pfleglinge demonstriert werden. Dabei muß natürlich abgesehen werden von den= jenigen Pfleglingen, die aus irgend welchen Gründen schon nach kurzer Zeit die Anstalt wieder verlassen. In der Heimstätte Blankenburg für weibliche Genesende hatten die länger berFür die Parkarbeiter der Stadt Berlin ist der Winter eine böse weilenden Pfleglinge eine durchschnittliche Aufenthaltsdauer von Zeit. Anfährlich, wenn der Herbst zu Ende geht und der Winter 33 Tagen, und die durchschnittliche Gewichtszunahme betrug etwa beginnt, werden ihrer so viele entlassen, daß z. B. im Januar 3% Kilogramm. Manche Patienten hatten keine Zunahme des nur noch etwa die Hälfte der im Sommer beschäftigt gewesenen Gewichtes, sondern noch eine Abnahme. Bei anderen nahm das Zahl in Arbeit steht. Im Friedrichshain ist fürzlich über eine An- Gewicht um so viel mehr zu, im Maximum um 9½ Kilogramm. zahl after Leute die Entlassung in einer so rücksichtslosen Form und Aus der Heimstätte Heinersdorf für männliche Genesende find naht mit den Feiertagen wieder heran. In der Hauptsache mit einer so sonderbaren Begründung verhängt worden, daß hier keine Durchschnittszahlen mitgeteilt. Die größte Gewichtszunahme gegen von anderer Seite Einspruch erhoben werden mußte. Der ist es die weniger bemittelte Bevölkerung, die die Feiertage Herr Obergärtner ließ die Leute, die morgens um 8 Uhr an- betrug hier 14% Kilogramm. Es versteht sich von selber, daß die dazu benutzt, liebe Verwandte und gute Bekannte zu besuchen, getreten waren, bis 9 Uhr stehen, und dann teilte er ihnen Bunahme des Gewichtes nicht der einzige Gewinn ist, und daß sie um dabei alles das einmal mündlich auszutauschen, was sich mit, er müsse sie entlassen, weil eine Mittel weiter vor- nur einen unvollkommenen Maßstab des Erfolges bilden kann. Daschriftlich doch nicht so erledigen läßt. Während der Feier- handen seien, um sie zu beschäftigen. Ein sozialdemokratischer her braucht man auch die Gewichtsabnahme, die bei manchen tage sind die Geschäfte zum großen Teil und die Fabriken Stadtverordneter, der in der Parkdeputation sizt und hiervon Patienten vorkommt, noch lange nicht als Mißerfolg anzusehen, zuganz geschlossen und der Geschäftsmann wie der Angestellte Kenntnis erhielt, wandte sich sofort an den Deputationsvorsitzenden mal da nicht selten in den Heimstätten Rüdfälle und neue Erund Arbeiter ist deshalb eher abkömmlich. Zu jeder anderen Bürgermeister Reide. Und nun geschah das Merkwürdige, daß plöß- frankungen auftreten. Unter den Anlässen der Ueberweisung Zeit ist für den Minderbemittelten ein Besuch, wenn ich doch wieder noch„ Geld vorhanden" war, um die entlassenen an die Heimstätte standen bei den Pfleglingen Blankenburgs obennicht ganz unmöglich, dann mindestens doch mit sehr schäftigen. In der letzten Sigung der Parkdeputation wurde von an: Bleichsucht mit 154 Fällen, Blutmangel mit 73, NerbenLeute neu einzustellen und sie einstweilen noch weiter zu begroßen Opfern verknüpft. Entweder muß für eine ent- fozialdemokratischer Seite dieses Vorkommnis zur Sprache gebracht, schwäche mit 50. In Heinersdorf dagegen waren am zahlreichsten: stehende Lücke Vertretung gestellt und bezahlt werden oder und das Verhalten des Obergärtners wurde scharf gerügt. In der Nervenfchwäche mit 122 Fällen, Blutmangel mit 96. Blankenburg es wird wie das vielfach beim Arbeiter zutrifft sogar selben Sizung kam es übrigens auch zu einem heftigen Streit nahm übrigens auch 23 Wöchnerinnen auf, die 20 Kinder mitder Verlust der Arbeitsstelle riskiert. Deshalb sind die zwischen den sozialdemokratischen Mitgliedern der Deputation und brachten. Die Brustkinder nahmen pro Tag durchschnittlich um weniger bemittelten Kreise geradezu darauf angewiesen, einen dem Gartendirektor. Den Anlaß bildete die Erörterung der Frage, etwa 30 Gramm zu, die Flaschenkinder dagegen hatten nur eine etwaigen Besuch auf die Feiertage zu verschieben. Zu einem ob für die in den Parkanlagen beschäftigten Aufseher die wenigen durchschnittliche Gewichtszunahme von 21 Gramm pro Tag. solchen Besuch werden dann schon lange vorher die ent- Pelerinen genügen, die für sie vorhanden sind. Der Herr Gartendirektor vertrat dabei die wunderliche Ansicht, daß mehr Pelerinen Die ärztlichen Berichte über die Heimstätten für Lungensprechenden Vorbereitungen getroffen. So manche notwendige nicht nötig seien, weil ja die„ anderen" Aufseher, die außer den fest ranke äußern sich nicht nur über die Gewichtszunahme, Ausgabe wird eingeschränkt, um nur ja das erforderliche angestellten noch beschäftigt werden, bloß Hülfsaufseher seien. An sondern auch darüber, ob der Krankheitszustand ge Reisegeld zusammenzubekommen und etwaige Kleinigkeiten diese anderen" traut sich wohl der Regen nicht heran? bessert wurde. Auch hier wird abgesehen von denjenigen mitnehmen zu können. Eine solche Besuchsfahrt zu den FeierPatienten, die schon nach kurzem Aufenthalt wieder ausschieden. tagen gehört nun nicht gerade zu den Annehmlichkeiten. Man Die Religion muß dem Volte erhalten werden. Eine neue Kirche, In den Heimstätten Blankenfelde und Malchow für weibliche gehe nur um die Tage vor den Feiertagen nach den Bahnhöfen und die neue Heiligegeistfirche ist sie benamset ist gestern in Moabit Lungenkranke wurden durchschnittliche Gewichtszunahmen von sehe sich das an. Die meisten Feiertags Reisenden" müssen sich eingeweiht worden. 5% Kilogramm bezw. 5% Si.ogramm erzielt, und die durchschnittWenn das Volk nach Brot schreit, verweist man es auf das liche Aufenthaltsdauer betrug 51 Tage bezw. 54 Tage. Die höchste mit Benutzung der vierten Wagentlasse begnügen und sich für ihr gutes Geld in„ brangvoll fürchterlicher Enge" womöglich Himmelreich. Auf die Dauer verfängt das nicht mehr und wenn Gewichtszunahme war in Blankenfelde 14½ Kilogramm, in noch so viele Kirchen gebaut werden. im Viehwagen befördern lassen. Die Inanspruchnahme der Malchow 16 Kilogramm. Geringere Gewichtszunahmen werden bierten Wagenklasse wird jedenfalls noch mehr als bisher Eine zweite Eisenbahndirektion, die für die übrigen Direktions- aus den Heimstätten Gütergok und Buch für männliche steigen. Viele Leute, die bisher dritter Klasse fuhren, können bezirke hauptsächlich als jogen.„ Beschaffungs- Direktion" Lungenkranke gemeldet, nur durchschnittlich 5% Kilogramm beziv. infolge der herrschenden Teuerung der Lebensmittel usw. sowie fungieren soll, wird dem Vernehmen nach mit dem 1. April t. J. in 5 Kilogramm, bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von der eingeführten Fahrkartensteuer nicht mehr diese Klasse be- Berlin in Tätigkeit treten. Bisher fiel die Aufgabe, Personen- 59 Tagen bezw. 54 Tagen. Die stärkste Zunahme war in Güternußen und fahren„ bierter Güte". Von allen diesen Schwierig- und Güterwagen, Lokomotiven, Oberbaumaterialien usw. für be got 18 Kilogramm, in Buch 15 Kilogramm. Die Mehrzahl der keiten und Unannehmlichkeiten einer Reise hat natürlich die stimmte Gruppen von Eisenbahndirektionen zu beschaffen, den Lungenkranken konnte als gebessert entlassen werden. Direktionen Berlin, Essen und Kattowiz zu, die nach und gebessert wurden entlassen( abgesehen von den bald wieder ausbesigende Klasse keine Ahnung. Erstens brauchen die nach aber damit bedeutend überlastet wurden; das gilt namentlich geschiedenen Pfleglingen) in Blankenfelde und Malchow nur 10% Besizer des Geldsacks etwaige Besuche nicht bis zu für die Direktion Berlin, welche durch ihre unmittelbare Verbinden Feiertagen aufzuschieben. Diese Leute sind leicht dung mit dem Ministerium der öffentlichen Arbeiten auch berufen Proz. der Frauen, in Gütergoß und Buch nur 9½ Proz. der abkömmlich, δα fie wenig oder gar nichts ber- war, die Leitung der Untersuchung von Verbesserungsvorschlägen Männer. " Una säumen das Kuponabschneiden erfordert nicht viel Zeit zur Erhöhung der Sicherheit und Leistungsfähigkeit des Eisenbahn- Bon Interesse sind auch die Gründe der vorzeitigen und über ihre Zeit tönnen sie nach Belieben disponieren. betriebes zu übernehmen. Wie nun schon das Zentral Entlassung, die bei manchen Patienten verfügt werden Wenn aber diese Herrschaften die Bahn benußen, so vertrauen 2 agenamt", die Ausgleichsstelle für den Güterwagenpart des mußte. Verschlimmerung des Krankheitszustandes, Rücksicht auf sie sich nicht den Bummelzügen an, sondern fahren im preußischen Staatsbahnneyes, von Magdeburg nach Berlin verlegt die häuslichen Verhältnisse, Unzufriedenheit mit dem HeimstättenLuxuszug, wiegen sich in den plüschgepolsterten Stupees worden ist, so soll nun hier auch eine neue 3entralbehörde aufenthalt und ähnliche Gründe werden in den ärztlichen Berichten der mit allem Komfort ausgestatteten I. und II. Wagenklasse ledigung der oben angedeuteten gemeinsamen Arbeiten zufallen über Blankenburg. Er meldet, daß 34 Pfleglinge in der ersten für sämtliche Direktionsbezirke geschaffen werden, welcher die Er- aufgezählt. Von einer sonderbaren Ausführlichkeit ist der Bericht und vermeiden somit jede Berührung mit dem Plebs. wird. Das Eisenbahn- Zentralamt Berlin wird daneben auch die Das Ziel der Weihnachtsbesucher ist die Provinz, das Ausgleichsstelle für das Eisenbahn personal einschließlich der An- Woche ausschieden, 6 wegen häuslicher Verhältnisse, 6 weil sie sich Reich. Es leben wohl wenige in Berlin, die nicht in irgend wärter, Bewerber und Arbeitslustigen bilden und außerdem auch die zu krank fühlten, 10 weil es ihnen nicht gefiel", 1 Wöchnerin einem Winkel des Reiches Verwandte oder gute Bekannte gemeinsamen Dienstanweisungen, Vorschriften über den Geschäftsbetrieb wegen Erkrankung des Mannes, 1 Wöchnerin, weil sie bisher haben und die Zahl derjenigen, die die Feiertage zu auszuarbeiten haben, welche Aufgaben jetzt vom Minister in der gewohnt war, daß ihr der Mann die Windeln wusch". 8 Pfleglinge Besuchen benutzen, geht in Berlin hoch in die Tausende. Und Regel bestimmten Direktionen zugewiesen wurden. Neben der Ent- wegen vorgeschrittener Schwindsucht, psychischer Störung usw. usw., unter diesen Tausenden sind wiederum viele Hunderte, die laftung der einzelnen Direktionen wird das Zentralamt daher auch 2 weil niemand die Kosten übernahm. Bürgerliche Blätter haben eine bedeutende Vereinfachung und Einheitlichkeit der ihm zu aus Blankenburg nichts weiter zu berichten für nötig gehalten als unferer Partei angehören. Diese können ihren Besuch zugleich gewiesenen Geschäfte herbeiführen, was auch den Industriellen 2c., das Ausscheiden der 10 Pfleglinge, denen es nicht gefiel, und der sehr nüßlich im Interesse unserer Sache verwerten. Im die Leistungen und Lieferungen für die Staatsbahnverwaltung über einen Wöchnerin, die die Windeln nicht waschen wollte. Besonders Eltern- und Verwandtenfreise werden zunächst die Familien- nehmen, zugute tommen wird. Die Geschäftsräume der neuen verhältnisse und dann die persönlichen Erlebnisse erörtert und Bentralbehörde werden sich dem Vernehmen nach in unmittelbarer die Windelgeschichte scheint ihnen sehr wichtig gewesen zu sein ausgetauscht. Dann aber wendet sich das Gespräch auch Nähe des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten, nämlich in der ebenso wichtig wie dem Arzt, der sie in seinem Bericht besonders anderen Fragen zu. Man flagt sich seine Schmerzen, spricht oßstraße befinden, woselbst der Fiskus bereits ein Bankgebäude bermerkte, und wie dem Magistratsoffiziofus, der sie dann aus diesem Bericht„ berzapfte". über die teuren Zeiten, die sich überall fühlbar machen. Da angekauft haben soll. können unsere Parteifreunde einseßen und die UnterDie Beteiligung an den Unterrichtstursen für Arbeiter, die von Zu der Berhunzung der Mittelpromenade der Grünthalerstraße haltung auf die Ursachen der Misere lenken und somit auf der Freien Studentenschaft der Universität veranstaltet werden, war durch den Eisenbahnsiskus schickt uns die Gesellschaft Berliner die wirtschaftliche und politische Lage überhaupt hindenten. im 4. Halbjahr( Sommer 1906) folgende: Die Zahl der Hörer be- Ausstellungsgalerien" eine Zuschrift, in der sie auf unsere neuliche Bir meinen sogar, daß das geschehen muß. Jeder Partei- trug 604- davon 84 Frauen. Savon 84 Frauen. An den einzelnen Kursen nahmen Notiz Bezug nimmt und sagt:" In Ihrem Artikel teilen Sie mit, genosse, der eine solche Reise tut, sollte sie nicht ungenutzt teil: Deutsch, Literatur. Schönſchreiben 91,4 Proz. der Hörer, daß die königliche Eisenbahnverwaltung feinen Bächter für die von laffen zur Agitation für unsere Sache. Es gibt gar keine Rechnen, Geometrie 49,5 Proz., Geographie 7,9 Proz. Es batten der Stadt erhaltenen Straßenvromenade gefunden hat und nun zum " Aergernis der Anwohner die Promenade zu Lagerpläßen für Steine,[ eines Verfolgungswahnsinns. Schon im vergangenen Jahre ver Den Wahlkampf im Kreise Teltow- Beeskow Kohlen, altes Eisen, Produkte usw. verwendet wird, da eine suchte sie ihren Mann dazu zu bewegen, gemeinsam mit ihr in den eröffnete am Dienstag in zwei überfüllten Versammlungen die Einigung zwischen dem Fiskus und dem Magistrat betreffs dieser Tod zu gehen. 2. redete ihr dies jedoch aus. Am Donnerstag Charlottenburger Arbeiterschaft. Im Voltshause, Rosinenstraße 3, Pläge gescheitert wäre. Dieses ist vollständig unrichtig, denn begab sie sich zu einer Nachbarin und sagte zu ihr:" Wenn Sie referierte vor einer dicht gedrängten Zuhörerschaft Genosse Hirsch. der Magistrat hatte es wohl in der Hand, diese Promenade von uns uns morgen nicht mehr sehen, dann leben wir nicht mehr und meine Der Redner gab der allgemeinen Ueberzeugung Ausdruck, daß Fürst pachtweise zu einem mäßigen Preise für zehn Jahre zu erhalten, Sachen vermache ich Ihnen!" 2. besorgte aus einer Drogerie zwei Bülow dem deutschen Volke kein schöneres Weihnachtsgeschenk hätte lehnte jedoch die Pachtung der Promenade ab. Aus diesem Grunde Flaschen Lysol und nachdem sich die beiden Gheleute gegen Mitter: geben können als die Gelegenheit, mit dem herrschenden Regiment wurde die Promenade mit einem zwei Meter hohen Bretterzaun nacht zu Bett gelegt hatten, tranken sie das Gift. Frau 2. leerte der Massenausplünderung und Volksbedrückung in Neuwahlen einmal umgeben und allerdings als Lagerpläge von uns vermietet. Auch die Flasche bis auf den letzten Reft und starb sofort an den Folgen. gründlich abzurechnen. Er schilderte eingehend die Verkehrtheit und wird in den nächsten Tagen die leberfahrtstraße von der Dagegen hatte der Ehemann ein kleineres Quantum zu sich ge- Kulturwidrigkeit der bisherigen deutschen Kolonialpolitik und bes Soldiner nach der Grünthalerstraße, welche die Promenade durch- nommen, und in feinen Schmerzen stürzte er schließlich aus dem faßte fich sodann mit der Stellung der bürgerlichen Parteien. quert, durch einen eisernen Baun gesperrt werden." Bette heraus und wurde gestern Morgen bewußtlos aufgefunden. Mit besonderer Schärfe geißelte der Vortragende das Berhalten der Nach dieser Mitteilung, in der sich die Gesellschaft dem Magistrat Er wurde in sehr bedenklichem Zustande in das Virchow- Kranken- Freifinnigen, deren Charlottenburger Organ den Wahlkampf mit ge empfiehlt, wird der Zustand in der Grünthalerstraße ein noch haus gebracht. Die Leiche der Ehefrau kam ins Schauhaus. Kinder meinen persönlichen Anwürfen gegen unseren Kandidaten Fritz Zubeil standalöserer als bisher werden. Für die Anwohner ist es natürlich besaß das Ehepaar, das zirka 25 Jahre verheiratet war, nicht. begonnen habe. Der entscheidende Gesichtspunkt, welcher in den gleichgültig, ob ein Generalpächter des Fisfus zur Verschimpfierung Bordergrund des Wahlkampfes gerückt werden müsse, sei die Frage, der Straße beiträgt oder eine Anzahl fleinerer Pächter. Daß der Die Tragödie einer jungen Mutter. Aus Sorge um die Zukunft ob der Absolutismus oder die Voltsvertretung über die Geschicke Magistrat es abgelehnt hat, von der Gesellschaft die Promenade ihres Kindes hat sich gestern abend die 20jährige Fabrikarbeiterin des deutschen Volkes zu entscheiden haben solle. Mit einem Appell am 25. Januar ihre Schuldigkeit zu tun, pachtweise zu übernehmen, ist ganz verständig. Die Verantwortung Ida F., Gartenstraße, mit Lysol vergiftet. Das junge Mädchen war an die Wähler, für diesen Zustand, der zum Himmel schreit, trägt einzig und allein von dem Bräutigam verlassen worden und hatte mun allein für sich schloß der Redner unter lebhaftem Beifall der Versammlung, der Fistus durch Aufstellung unerhörter Forderungen. Vielleicht und ihr Kind, das sich in Guben in Pflege befand, zu sorgen. An der Diskussion beteiligten sich in wirksamſter Weise die tommt die Stadt bald wieder in die Lage, dem Fistus entgegen- Durch andauernde Krankheit und schlechten Verdienst geriet Genoffen Gebert, Baake, Rosenfeld und Rosenthal. zukommen". die F. jedoch in immer größere Not und schließlich ver- mit einem braufenden Hoch auf die internationale Sozialdemokratie mochte sie auch nicht mehr die Pflegegelder zu entrichten. ging die Versammlung in gehobener Stimmung auseinander. einen Die Festfäle von Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24, waren gleich Gestern erhielt sie bon den Pflegeeltern ihres Kindes Die Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften, die im energischen Wahnbrief, worin ihr gedroht wurde, es würde alles zur falls von einer dichten Zuhörermenge befezt, welche den AusGewerkschaftshause( Engel- Ufer 15) abgehalten wird, Kenntnis der hiesigen Behörde kommen, wenn sie nicht zahle. Das führungen des Referenten Genoffen E. Fuchs lebhaften Beifall bleibt nur noch am heutigen Donnerstag geöffnet junge Mädchen nahm sich das Schreiben derartig zu Herzen, daß es spendete. Auch hier gelobte man sich alles daran zu setzen, daß der und kann von nachmittags 4 Uhr bis abends 10 Uhr un- aus dem Leben zu scheiden beschloß. Es begab sich in eine Drogerie, 25. Januar ein Siegestag der Sozialdemokratie werde. entgeltlich besucht werden. Es ist zu wünschen, daß noch holte Lysol und trant das Gift hinter verfchloffener Tür. von möglichst vielen Eltern diese Gelegenheit, die Lektüre für Bimmer mußte gewaltsam aufgebrochen werden, um zu der Lebensihre Kinder nach sorgfältiger Prüfung auszuwählen, benutzt milden gelangen zu können. Sie fand im Lazarus- Krantenhause wird. In einem besonderen Saale des Gewerkschaftshauses, der nicht mit dem Ausstellungsraume in Verbindung steht, werden auch Bücher verkauft. Diese Einrichtung hat sich ganz vortrefflich bewährt; zahlreiche Besucher der Ausstellung haben sie beifällig aufgenommen und dort ihre Einkäufe gemacht. Selbstverständlich ist aber kein Besucher genötigt, an dieser Stelle zu kaufen. Die seit dem Jahre 1903 ausgestellten Radfahrkarten(§ 13 Nr. 1a der Polizeiverordnung vom 12. Januar 1900) bleiben auch für das Jahr 1907 in Geltung, so daß es einer Erneuerung der felben nicht bedarf. " Aufnahme. Das Die Der Niederbarnimer Kreistag trat gestern mittag zu einer Sigung zusammen, welche für die Berliner Vororte von besonderer Bedeutung war, weil die Krankenhaus Kalamität der Einfüßer" Kuß. Uns wird geschrieben: Vor einigen Tagen großen Vorortgemeinden, die Verleihung der Stadtrechte leines Hündchen durch die Ansbacherstraße spazieren. Gebildet, wie Kreise zur Tagesordnung standen. Der Vorsitzende, Landrat Graf führte eine„ Gnädige" aus dem Kreise der oberen Zehntausend ihr an Lichtenberg und das Ausscheiden dieser Gemeinde aus dem dasselbe erzogen war, wollte es ein fleines Bedürfnis nicht auf b. Rödern, empfahl dem Kreistage in einer Vorlage, einen Etatsoffener Straße verrichten, sondern schlüpfte durch die offen überschuß von 37 000 Mark dem Krankenhausbaufonds zu überBerliner großen Vorortgemeinden befänden stehende Tür des Restaurants Ansbacherstraße 11 und legte weisen. hier am nächsten Tischbein unter Erheben des rechten sich unbestreitbar, infolge des Fehlens großer KreistrantenGrundstock zu einem kleinen See. Aber häuser und der Ueberfüllung der Berliner Kranten. Hinterfußes den der Wirt, welcher kein Verständnis für derartige Anlagen anstalten, in einer Kalamität. Die große industrielle Ents in seinem Lokal hatte, faßte den Attentäter am Genic, tauchte widelung der nördlichen und östlichen Vorortsgemeinden habe neuersein schön frisiertes Schnauzerl mehrmals in den selbstfabrizierten dings zur Bildung von 8 wedverbänden zur Erbauung großer See und beförderte ihn etwas unsanft auf die Straße, wo ihn seine Krankenhäuser geführt und diesen Verbänden müsse der Kreis bes Daher sei es angebracht, bei diesem Anblick laut jammernde Herrin in Empfang nahm. Ohne deutende Mittel zur Verfügung stellen. die Ursache der Ermiffion ihres Lieblings zu ahnen, nahm sie den einen Fonds von mehreren 100 000 2. zu sammeln. Zwei Krankenselben auf den Arm, drückte ihn mitleidig ans Herz und dann aus hausverbände würden in allernächster Zeit gebildet werden und zwar überströmender Liebe einen kräftigen Ruß auf das feuchte Mäulchen. einer für die Orte Ober- Schöneweide, Friedrichsfelde Wohl bekomm's!" erscholl es aus dem Lokal, aber die Freude und Friedrichshagen, der zweite für Reinickendorf, wurde sehr herabgedrückt durch ein schmerzliches Gefühl, welches Tegel und wittenau. jedem Zuschauer vom Magen aus heraufstieg. " 11 Die furchtbare Brandkatastrophe in der Reinickendorferstraße, bei der vier Menschen ums Leben gekommen sind, hat allseitig das größte Aufsehen erregt und zu der Frage Veranlassung gegeben, ob nicht die Feuerwehr in der Lage gewesen wäre, zur Verhütung des Unglüds beizutragen. Die Katastrophe ereignete sich erst, nachdem die Feuerwehr erschienen war und eingriff. Die Feuerwehr schlug eine Tür ein und in diesem Augenblick schlug die Stichflamme aus der Wohnung und richtete das schwere Unglück an. Drei Personen fielen dieser Stich der städtischen Administration Buch begonnen worden. flamme zum Opfer. Von Augenzeugen der Katastrophe sind deshalb auch der Feuerwehr die heftigsten Vorwürfe gemacht worden. Der Im Bernhard Rose- Thenter geht am Sonnabend die vier Brandinspektor Julius, dem die in Frage kommende Feuerwehr- aftige Gesangspoffe Berliner Naubvögel" zum ersten Male abteilung unterſtellt ist, hat sich einem Mitarbeiter eines hiesigen in Szene. Blattes wie folgt geäußert:„ Es läßt sich jetzt, nachdem alles vorüber ist, natürlich anders über die Sache urteilen, als in den Momenten der großen Gefahr. Als die Feuerwehr auf der Brandstätte erschien, rief man von allen Seiten den Mannschaften zu, daß sich noch eine Frau in der brennenden Wohnung befinde. Wenn man nun überhaupt überhaupt das Leben der Gefährdeten retten wollte, und das war natürlich die erste Aufgabe der Mannschaften, dann mußte man in die Wohnung dringen. Selbstverständlich war der Weg durch die korridortür der nächste., Niemand hat voraussehen können, daß die Stichflamme mit solcher Gewalt aus der Wohnung hervorschießen würde. Die Feuerwehrleute schwebten dann selbst in höchster Gefahr und wurden durch den Druck eine halbe Treppe herabgeschleudert. Von diesem Moment bis zum Ablöschen der Flamme sind höchstens anderthalb bis zwei Minuten vergangen. Aber selbst diese Zeit war leider lang genug, um so schreckliches Unglück herbeizuführen, an dem aber der Feuerwehr kein Verschulden zugeschrieben werden tann." So leicht, wie es sich hier der Herr Brandinspektor macht, will uns die Sache doch nicht erscheinen. Die segensreiche Tätigkeit der Feuerwehr in allen Ehren, aber bei dem Einschlagen einer Korridortür einer brennenden Wohnung mußte man doch auch damit rechnen, daß eine mehr oder minder große Stichflamme aus der felben hervorschießen fönnte. Sind dann noch Menschen auf der Treppe, so heißt das doch eine große Gefahr für diese Leute heraus beschwören, die denn auch im vorliegenden Falle leider eingetreten ist. Die Tatsache, daß in Gegenwart der Feuerwehr drei Leute ums Leben tamen, ist nicht aus der Welt zu schaffen und dürfte Veranlassung bieten, Maßnahmen zu treffen, die eine Wiederholung solcher Vorkommnisse ausschließen. Ein tödlicher Unglüdsfall hat sich Dienstag abend in der. Naunynstraße zugetragen. Der Restaurateur Albert Rinste aus der Naunynstraße 62 hatte sich in die benachbarte Gastwirtschaft begeben, um sich ein Faß Bier zu holen, da fein Vorrat zu Ende war. In dem Augenblick, als er das Faß auf seine Schulter heben wollte, berlor er bas Gleichgewicht, fiel um und schlug so unglücklich mit dem Kopf gegen die Wand, daß ein schwerer Schädelbruch eintrat. Kurz darauf starb der Aermste, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Die Leiche wurde polizeilich beschlagnahmt. Der schwere Raubanfall auf den Geldbriefträger Hübner in Leipzig, worüber wir wiederholt berichteten, beschäftigt auch die hiesige Kriminalpolizei. Die Spur des Täters führt nach Berlin und es wird mit Bestimmtheit angenommen, daß er sich in der Reichshauptstadt verborgen hält. Die Kriminalpolizei fucht nun eifrig nach dem Verbrecher. Zur Beute fielen ihm, wie jetzt fest. gestellt ist, ein Tausendmarkschein, 56 Hundertmarkscheine, zwölf hundert Mark in Gold und vierhundert Mart in Silber, im ganzen also 8200 M. = Mit 34 gegen 4 Stimmen wurde beschlossen, die 37 000 M. dem Krantenhausbaufonds zu überweisen, welcher dadurch auf etwa 100000 M. Mit den Einrichtungen für eine Schweinezucht ist von seiten steigt. Die Frage der Verleihung der Stadtrechte an Lichtenberg wurde nach kurzer Debatte, entsprechend dem Antrage der Vorortsgemeinde, erledigt. Landrat Graf v. Rödern begründete die Vorlage, nach welcher Lichtenberg mit dem Stadt wird und aus dem Kreiſe auss 1. April 1908 scheidet. Auf beiden Seiten habe das Bestreben geherrscht, möglichst gut auseinanderzugehen und so habe man sich schließlich Feuerwehrbericht. Gestern früh wurde die Feuerwehr nach auf eine Entschädigungssumme von 1180 000 Mart dem Schiffbauerdamm gerufen. Dort war vor dem Grundstück geeinigt, die Lichtenberg an den Kreis zu zahlen hat. Bürgermeister Nr. 19 gegenüber der Dorotheen- Markthalle ein großer mit Rots Biethen Lichtenberg und Direktor Plonz- Lichtenberg be beladener Stahn gesunken. Da die Feuerwehr das Fahrzeug nicht zeichneten die Forderung des Kreises als hoch doch akzeptierten auch mehr retten fonnte, rüdte fie gleich wieder ab. Gin Ladenbrand fie schließlich den Vertrag. Der Kreistag beschloß ferner gemeinsam beschäftigte die Wehr in der Brunnenstraße 37. Schaldecken mit dem Kreise Teltow, eine eiserne Brücke über die brannten dort. In der Borhagenerstraße 32, Admiralstraße 34 Oberspree bei Ober- Schöneweide zu bauen. Regierungsund Bücklerstraße 12 mußten Kellerbrände gelöscht werden. Schau- baumeister Bernhardt hat die Kosten auf 430 000 m. veranschlagt. fensterbrände beschäftigten die Wehr an mehreren Stellen, u. a. Charlottenburg. in der Kommandantenstraße 76/78. Durch Entzündung von Benzin tam in einer Werkstatt in der Bimmerstraße 34 Feuer aus. Möbel Aus dem Freisinnssumpf. Das Freisinnsblatt en miniature, und anderes wurden in einer Wohnung in der Melanchthonstr. 10 die Neue Zeit", glaubt dem Vorwärts" den Text lefen zu müssen ein Raub der Flammen. Ferner hatte die Wehr in der Borsig- ob des Tones, den er gegen das schamlose Verhalten des Freisinns Welcher Art die straße 7 und Stronenstraße 17 zu tun, wo das Zwischengebält in in der Kolonialfrage- richtiger Weise anschlägt. Brand geraten war. Jm 2. Stock des 2. Quergebäudes in der Polemiken genannten Blattes sind, haben wir erst in der gestrigen Neuen Friedrichstraße 9/10 brannte Papier u. a., und Neue Schön- Nummer festgestellt. Es genügt heute, mitzuteilen, daß das Blatt hauserstraße 2 der Schornstein einer Kaffeerösterei. Infolge eines dreift genug ist, Dinge, mit denen wir es schon wiederholt um die Defekts der Heizung kam Bellevuestraße 6a Feuer aus. Weitere Ohren geschlagen haben, von neuem seinen Lesern zu servieren, Alarme liefen aus der Turmstr. 38 und anderen Stellen ein. ohne daß es auf unsere Feſtnagelungen auch nur einmal eingegangen wäre. Dadurch sinkt das Blatt zur reinen Klatschbase herab. Rigdorf. Feuerwehrbericht. Am Mittwochnachmittag wurde der dritte Zug nach der Swinemünderstraße 102 gerufen. Dort war die Frau Franziska Falkenberg von einer Bretterwand erschlagen worden. Die Feuerwehr holte die Beiche unter den Trümmern hervor und Ein schwerer Unglücksfall ist durch einen Kutscher in der Nieme übergab sie der Polizei. Das Unglück ist dadurch entstanden, daß straße hervorgerufen worden. Dort waren mehrere Hülfsarbeiter ein großer Stapel von Breßkohlen, der gegen die Bretterwand des der städtischen Reinigung mit dem Fegen der Straße beschäftigt, als Stellers gelehnt worden war, die Wand eindrückte und die Frau, plöglich in schnellstem Tempo ein Dungwagen des Landwirts Bading welche dem Einsturz vorzubeugen suchte, unter den Trümmern aus der Richardstr. 33 in Rigdorf um die Ecke geeilt kam. Der begrub. Ferner hatte die Feuerwehr gestern abend mehrere Kutscher fuhr direkt in die Kolonne der Straßenreiniger hinein. Schaufenster- und Ladenbrände zu löschen. Wegen eines mert Während es den meisten der Leute gelang, sich durch einen Seitenwürdigen Unfalles wurde der 16. Zug nach der See- und Ererzier- sprung in Sicherheit zu bringen, vermochte der 59jährige Arbeiter straßenecke gerufen, dort war ein Gespann im Schlamm beim Ab- Wilhelm Twocholesch nicht mehr auszuweichen. Er wurde niederladen von Straßenschmus stecken geblieben. Die Pferde konnten geriffen und überfahren. Der Bedauernswerte erlitt neben anderen weder vor- no chrückwärts und drohten in dem Modder zu ver- schweren Verlegungen mehrere Rippenbrüche und wurde in bedenkenden. Die Feuerwehr holte die Pferde gesund aus dem Schmuz. lichem Zustande in das städtische Krankenhaus gebracht. Vorort- Nachrichten. Schöneberg. Todessturz aus dem Fenster. Auf schreckliche Weise hat sich gestern abend der 48jährige Eisenbahnerpedient Becker, Bahnstr. 31, das Leben genommen. B. war nervenleidend und hatte wiederholt geäußert, er werde sich noch einmal ein Leid antun. Gestern abend wurde er bei seiner Heinikehr von einem Anfall heimgesucht und plöglich eilte er ans Fenster und stürzte sich vor den Augen seiner entfepten Angehörigen aus der Höhe der zweiten Etage auf die Straße hinab. Der Tod trat auf der Stelle ein. " Die Wahlbetwegung im Niederbarnimer Kreise hat bereits kräftig eingesezt. Der bisherige Vertreter des Kreises Genosse Stadthagen referierte am Sonnabend in Biesdorf in Fenglers Gasthof" vor start besuchter Versammlung über die beDer bekannte Kriminalkommissar Rucks, der sich noch in dem vorstehende Reichstagswahl. In treffender Weise kennzeichnete er das Sündenregister der bürgerlichen Parteien. Die steigenden Aus- Prozeß gegen die Welt am Montag" in Sachen des Artikels: Die gaben für Heer, Marine, Verzinsung der Reichsschuld sowie den Blanke Hölle" rühmlichst" auszeichnete, hat es für richtiger geneuen Buchthausgefeßentivuf unterzog Redner einer herben Kritit. halten, den Schöneberger Staub von den Pantoffeln zu schütteln Gegen alle diese ungerechtigkeiten wie überhaupt gegen das ganze und zwar mit Sad und Pack. Gegen den eifrigen Herrn schwebt System der herrschenden Klassen habe das Volt, vor allem das seit Jahresfrist ein Disziplinarverfahren und jetzt stellt es sich heraus, arbeitende Volt am 25. Januar feine Stimme zu erheben, damit daß er große Schwindeleien und Betrügereien verübt hat. dieser nationalen Schande ein baldiges Ende bereitet werde. Auch in Oranienburg rüstet sich die Arbeiterschaft zur Wahl, Groß- Lichterfelde. eine überfüllte Versammlung am Sonntag gab Kunde, welchen Eifer Der Gemeindevertretung wurde in der letzten Sibung in einer Falsche Zwanzigmarkstüde werden nach einer der königlichen auch hier das Sündenregister der regierenden Parteien bei der umfangreichen Vorlage das Pflasterprogramm pro 1907 zur BeMünze zugegangenen Meldung neuerdings verbreitet. Die Arbeiterschaft ausgelöst hat. Dem Referat des Genoffen schlußfassung vorgelegt. Demnach sollen 31 Straßen und Pläge Falfifitate sind aus Kupfer gefertigt und mit einer Goldlegierung Stadthagen ging ein Vortrag der Genossin Frau Heidemann ganz oder teilweise im kommenden Jahre mit Neupflaster versehen, versehen. Sie tragen das Münzzeichen A, die Jahreszahl 1889 und über Schutz der Heimarbeiter" voraus. Diese wie die Ausführungen die Steinstraße dagegen erst 1908 reguliert werden. Die Gesamtdas Bildnis Kaiser Wilhelms II. Bemerkenswert ist, daß der kleine bes Genossen Stadthagen, der auch hier die Wähler zu tatReichsabler berkehrt zu dem Bildnis auf der Vorderseite steht. Die fräftiger Arbeit aufforderte, wurden mit tosendem Beifall auf Randinschrift Gott mit uns" ist sehr mangelhaft ausgeführt und genommen. durch Punktierung hergestellt. Mit Hochrufen auf den Sieg der Sozialdemokratie ging die Versammlung auseinander. Die Konservativen beabsichtigen bei der bevorstehenden Reichstags wahl den früheren Landrat von Treskow aufzustellen. Trestow ist Großgrundbesizer, ihm gehört das Rittergut Friedrichsfelde mit einer Gesamtfläche von 687 Heltar, wovon 484 Hektar Acker- und und Gartenland ist, und das Rittergut Dahlivit mit einem Flächen raum von 1285 hektar, hierbon find 402 Hettar Acer- und Gartenfläche. Die Arbeiterklasse hat es also mit einem Großgrundbefizer besonderen Grades zu tun, von dem sie eine Bertretung ihrer Jnter essen nicht im entferntesten erwarten fant, länge der zu pflasternden Straßen beträgt über 10 Kilometer. Gelegentlich der Festsetzung des von den Anliegern zu erstattenden Anteiles nach Maßgabe des wirtschaftlichen Vorteiles, der den Grundbesitzern aus diesen Veranstaltungen der Gemeinde erwächst, fam es zivischen Gemeindevorstand und Vertretern des Grund besites zu ziemlich deutlichen Auseinandersetzungen. Der Ges meindevorstand hielt einen Beitrag von fünf Sechstel der Kosten seitens der Grundbesiber in der Stegliber- und Chauffeestraße für durchaus angebracht und den wirtschaftlichen Vorteilen entsprechend. Die Gemeindevertreter Delbrück, Jäger, Kübler sprachen sich entrüstet gegen diese„ ungebührliche Belastung" des Grundbefizes aus und protestierten gegen eine„ berartige Auslegung" des Ortsstatutes. Die Vorteile, die den Grundbesitzern durch die Neupflasterung der Straßen angeblich erivüchsen, ließen sich nicht planmäßig feststellen und fein Verwaltungsrichter würde ohne solchen Nachweis die Höhe der Beiträge als gerechtfertigt anerkennen. Es handele sich um AufEin Ghebrama hat sich in der Nacht vom Dienstag zum Mitt woch in der Schulstraße 29 abgespielt. Gestern vormittag wurde bie 43jährige Ehefrau des 53 Jahre alten Sattlers und Schantwirts Hermann Loebel in ihrem Bette tot aufgefunden, während der Ehemann, der auf der Erde lag, nur noch schwache Lebenszeichen von sich gab. Die beiden hatten sich gemeinschaftlich mit Lyfol bergiftet. Das Drama ist auf das Startenlegen zurüdzu führen. Frau 2. war eine große Anhängerin des unseligen Karten Legens und betrieb diese Unfitte für sich in großem Maßstabe. Dadurch wurde sie schließlich nervenkrank und in letzter Zeit glaubte Sie sich stets von wilden Tieren verfolgt; es war dies der Beginn nur einen Träger und Befürworter der agrarischen Bofitit erblicken. Iwendungen im Interesse der Gemeinde, für die diese auch finanziell In v. Trestow als Großgrundbesitzer kann die Arbeiterschaft aufzukommen habe. Die Grundbefizer in den vornehmeren Billen-| Waidmannsluft. " find die Bedingungen vorhanden, die Entwidelung Rowatves delt, bie tapferen Freifin " straßen fträuben sich mit Händen und Füßen dagegen, in ent- Wie eigenartig die Ausführungsbestimmungen des Gemeinde- Neuendorfs in fortschrittliche Bahnen zu lenken, unter der Voraus sprechendem Maße zu den Kosten herangezogen zu werden. Die Ab- wahlrechts, namentlich in Dörfern oder Kolonier, sind, zeigt ein fegung, daß es bei den bevorstehenden Gemeindevertreterwahlen stimmung ergab die Annahme eines Beitrages bon fünf Sechſtel Vorkommnise der Gemeinde Waidmannslust. Dieselbe besteht aus gelingt, Männer mit sozialem Verständnis und praktischem Können feitens der Anlieger in der Chausseestraße bekanntlich einer ver- dem alten Dorfe Lübars mit zirka 400 Einwohnern und der in die Verwaltung zu bringen. Dazu beizutragen ist eine wichtige fehrsreichen Geschäftsstraße. Bezüglich der Stegligerstraße wurde Villenkolonie" Waidmannsluft, zurzeit zirka 2000 Einwohner. Pflicht der arbeitenden Bevölkerung, die sie hoffentlich voll erfüllen die Angelegenheit in die Kommission zurückverwiesen. Ueber den wird. wichtigsten Punkt der Tagesordnung: Teuerungszulage für die zwischen dem 3 Kilometer auseinanderliegenden Gebäudekomplex unteren Beamten und Gemeindearbeiter blieb die Oeffentlichkeit liegt die übarser Ziegelei. Der Gemeindevorsteher sowie ein Spandau. ohne jede fachliche Aufflärung. Die Herren Gemeindevertreter Schöffe find Lübarser. Der zweite Schöffe ist der Direktor geSie werden gehätschelt und gestreichelt, die tapferen Freisinnigen, wurden einfach auf die ihnen zugegangene Vorlage" verwiesen, die nannter Ziegelei. Die Lübarser Bauern resp. der Gemeindedann auch angenommen wurde. Dieje Schweigiamkeit der Ge- borsteher haben seinerzeit vom Kreisausschuß einen Beschluß er daß sie sich bei den Kolonialforderungen so baterlandstreu" gezeigt. Die Schale ist oft rau, aber der Kern doch gut", so ruft das Sp. meindevertreter gerade in diesem Puntte erscheint sehr verdächtig reicht, der durch den Landrat am 5. Februar 1902 verfügt wurde. und läßt allen Kombinationen, gerade nicht schmeichelhafter Natur, Derselbe besagt, daß ein Gemeindeverordneter aus der 1. und Tageblatt" den Bewilligungseifrigen zu. Zum Schluß ergeht sich breitesten Spielraum- um so mehr, als man sonst verdienstliche jahr erhielt ein Waidmannsluster in der 1. Abteilung die größte Sozialdemokratie in einem Appell an alle nationalen Parteien, um um so mehr, als man sonst verdienstliche 3. Wählerklasse ein Lübarser sein muß. Bei der Wahl im Früh das Handlangerblatt des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Werke" in nicht so diskreter Weise zu verschweigen pflegt. Als der Gemeindevertreter Dr. Dittrich beantragte, für die Stimmenzahl. Diese Wahl wurde durch Klage angefochten, tam dem Volksvertreter" Pauli wieder zum Siege zu verhelfen. Die Bei Parteigenossen des Kreises haben alles daran zu setzen, um dem Armen eine Unterstützung von 600 M. zu bewilligen, tam er bei aber nicht zum Austrag, da der Gewählte inzwischen starb. einigen Kollegen schön an. Schöffe Lange meinte, die Armen hätten's der hierauf folgenden Ersatzwahl erhielt der Landwirt Frig fonservativen Blatte die richtige Antwort zu geben. Es gilt vor allen nicht so nötig, die bekämen überall; aber die Beamten nicht. Rathenow- Lübars( Wähler der 2. Klasse) von den Wählern der Dingen, den Arbeitern in den Staatswerkstätten begreiflich zu Die Armenvorsteher kämen in Verlegenheit und wüßten nicht, 1. Klasse 2 Stimmen, sein Waidmannsluster Gegner indessen machen, daß ihre Interessen von dem sozialdemokratischen Kandi was sie mit dem Gelde anfangen sollten 11 Diese 8 Stimmen. Der Gemeindevorsteher erklärte die Wahl des daten Dr. Karl Liebknecht im wahrsten Sinne vertreten letztere Behauptung bezieht sich auf den Gemeindevertreter und Lübarser für gültig, wozu er nach der L.-G.-O.§ 66 Absah II werden. Den Staatswerkstättenarbeitern hat der bürgerliche Klüngel unter ihnen Herr Pauli anläßlich der Beratung über den Armenfommissar Fischer. Entweder Herr Fischer hat in seinem allerdings kein Recht hat. Die Gemeindevertretung beschloß jedoch Bezirk wirklich keine Armen, dann ist feine Funktion überflüssig; mit Stimmenmehrheit die Einführung des Waidmannsluster. Der Gefeßentwurf zur Rechtsfähigkeit der Berufsvereine das Koalitions oder er hat solche und sie bekommen nichts, dann ist sie's erst recht Gemeindevorsteher führte nunmehr durch Handschlag den Ge recht abgesprochen und sie damit zu Arbeitern zweiter Klasse deund die Wahl einer anderen Persönlichkeit Pflicht der Gemeinde- wählten in sein Amt ein. Gegen den Gemeindebeschluß flagt nun grabiert. Aber auch die ländliche Bevölkerung gilt es zu gewinnen berwaltung. Gemeindevertreter Luds, ein geheimer Rechnungsrat, Rathenom- Lübars. Die Gemeindevertretung beauftragte einen und damit den Wahlkreis Potsdam- Osthavelland in sozialdemokras erklärte, daß die Gemeinde sich lediglich im Rahmen der rein ge- Gemeindeverordneten sowie einen Rechtsanwalt mit ihrer Ver- tischen Besitz zu bringen. setzlichen Armenpflege" zu halten habe. Nachdem Dittrich diesen tretung in dieser Klagesache. Ferner wurde beschlossen, den GeAusführungen gegenüber darlegte, daß die Armen bei der ihnen meindevorstand zu veranlassen, unverzüglich beim Kreisausschuß zuteil werdenden Unterstützung doch nur im allergrößten Glend die Aufhebung der landrätlichen Verfügung resp. des Beschlusses Marktballen- Direttion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 70-75 br. 100 lb., leben könnten und G.-V. Thiel die Bewilligung der 600 m.bom 5. Februar 1902 zu beantragen. Der Gemeindevorsteher empfahl, erfolgte dieselbe gegen eine starke Minderheit eine biel stimmte dem bei. stärkere als jene, die sich neulich gegen die Schenkung von 25 000 m. an die Terraingesellschaft erklärte. Es würde eine dankbare Aufgabe fünftiger sozialdemokratischer Gemeindevertreter sein, das Armenwesen in Groß- Lichterfelde nach jeder Richtung hin einer gründlichen Prüfung zu unterziehen; die Auffassung, die man an maßgebenden Stellen von der Pflicht gegenüber den Armen hat, die nach ihrer Auffassung beinahe noch ein Schlemmerleben führen, spricht dafür, daß in dieser Beziehung noch manches faul ift. Lichtenberg. Mit einer schweren Schußverlegung im Kopfe wurde gestern abend auf dem Felde am Lichtenberger Weichbilde ein etwa 20 Jahre alter, unbekannter Mann aufgefunden. Neben dem Schwerverlegten lag ein Revolver, in dem sich noch drei Patronen befanden. Der Mann wurde, nachdem ihm auf der Unfallstation ein Notverband angelegt worden war, nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht, woselbst er fast hoffnungslos daniederliegt. Der Verlegte hat bisher die Befinnung nicht wiedererlangt und konnten, da bei ihm weder Papiere noch irgend welche Wertsachen gefunden wurden, feine Personalien nicht festgestellt werden. Die Art der Verlegung führt zu der Annahme, daß der Mann einen Selbstmordversuch unternommen hat. Weißensee. " Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Ha 64 69, la 58-63, IVa 50-56. Stalbfleisch, Doppelländer 115-125, la 88-95, Ila 76-86, IIIa 62-74, hol. 50-60. Hanunelfleisch Ia 69-77, IIa 54-67. Schweinefleisch 54-62. Rehwild Ia per Bfd. 0,60-0,85. Grund der L.-G.-O. zum Vorschein kommen, nennt man in Damwild Derartige Vorschriften und Bestimmungen, wie sie hier auf IIa 0,50-0,60. Rotwild Ia 0,40-0,53, IIa 0,00, do. Stälber 0,40-0,56. 0,40-0,57, do. Stälber 0,50-0,70. Wildschweine 0,35-0,50. und Hasen per Stüd 3,00-3,40, do. flein Frischlinge 0,60-0,67. Preußen Wahlrecht und Selbstverwaltung". seul Ila 2,00-2,75. Staninchen pt. Stüd 0,70-1,00. Bildenten pr. Stüd 1,65-1,70. Laut, Gemeindebeschluß sollen bis zum 1. April 1907 zwei hühner, alte per Stüd 1,50-2,30, alte II a 1,10-1,40, junge per Tauben per Stüd 0,30-0,50, junge fleine 0,00. neue Klassenzimmer eingerichtet und zwei Lehrer angestellt werden. Stüd 0,70-1,60. Es sind dann in Waidmannslust 5 Lehrer und eine Handarbeits- ital. 0,75-0,80. Enten, junge per Stüd 2,25-2,40, Hamburger, junge lehrerin in 6 Klassen vorhanden. Die Schularztkommission wird pr. Stüd 3,25. Sanje, Oderbrucher, per Bid. 0,55-0,65, do. Ia per Stud in der nächsten Sibung die Dienstanweisung für den Schularzt 3.00-3,90, IIa 1,80-3,00. echte per 100 Bid. 0,00, matt 0,00. Bander 0,00. Schleie uns. 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, Bleie 0,00. groß 0,00. vorlegen. Betreffs des Kanalisationszwedverbandes zwischentale, groß 0,00, mittel 0,00, flein 0,00, unf. 0,00. Plößen 31-33. Hermsdorf und Waidmannsluft schieben zurzeit Kommissions Starpfen, 35 er 25er 0,00, do. 0,00, do. 80 er berhandlungen. Ob durch einseitigen realpolitischen Krämergeist 50-70 et 64-67, 40 er 61-65. Barje, matt 0,00. Starauschen 0,00. Bleidie Verhandlungen scheitern werden oder ob andererseits genügend fifche 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00. Amerikan. Lachs Ia ozialpolitisches Verständnis vorhanden ist, wird sich sehr bald neuer per 100 fb. 110-130, bo. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. Nowawes Neuendorf. 0,00, do. Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,25, Danziger, Wall 0,60-0,80. Flundern, pommersche Ia, per Schod 3-6, do. pommersche añoque IIa 2-4, Rieler, Stiege Ia 4-6. do. mittel ver Riſte 2-3, Hamb. enoqucnshise Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Ball Stieler 3,50-5,00, Stralsunder 5-6. Aale, groß per Bfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, Die Elektrizitätsfrage ist nun endlich für Nowawes- Neuendorf flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Stifte 4-5,00, do gelöst. Bekanntlich hatten sich diese Gemeinden zuerst mit der Stifte 2-3,00. Stabliau, p. 100 Bfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er Teltowfanalverwaltung wegen Lieferung elektrischen Stromes in per Anfer 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73-75. Schottische Vollheringe Verbindung gesezt; die Verhandlungen wurden abgebrochen, da die 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Sardinen, russ., Faß bon unseren Gemeinden verlangten Verpflichtungen für diese äußerst geringe, neue Matjes, per 1 o. 60-120. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, ungünstig waren; auch die darauf mit Potsdam angeknüpften Ver- 1,50-1,60. Hummern, Kleine, per Pfd. 0,00. handlungen scheiterten aus demselben Grunde, so daß die Gemeinden Schockfaß 11, fleine 5-6, Riefen- 14. Strebje, per Schod, große 0,00, mitte! 0,00, fleine 0,00, unfort. 0,00. Das Auguste Viktoria- Krankenhaus will nach einem Rundschreiben sich mit dem Gedanken vertraut gemacht hatten, ein eigenes Balizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Land-, per Schod 4,00-5,00. Butter den Betrieb bis auf 40 Betten einschränken, wenn ihm vom Kreise Elektrizitätswerk zu bauen und zu diesem Zwecke die Vereinigung per 100 Vib. la 123--125, Ila 115-123, IIIa 110-114, abjallende 95-105. und von der Gemeinde ein jährlicher Buichuß von 40 000 m. ber- beider Ortschaften beschlossen. Ehe dieses Projekt jedoch in Angriff Saure( Surfen Schod 3,50-4,00, Bieffergurten 3,50-4,00. Startoffeln fagt werden sollte. Das gesteckte Ziel, die Ausbildung von Kriegs- genommen werden konnte, hatte sich in Potsdam ein Oberbürger- per 100 3fd. 0,00, magnum bonum 2,00-2,10, Daberse 2,00-2,10, meiße 1,75-2,00, Salatfartoffeln 4,00-6,00. Spinat Krankenpflegerinnen, heißt es, genüge vollkommen bei einem Betriebe meisterwechsel vollzogen, was zur Folge hatte, daß nene Ver Rosen 0,00, Bfund 12,00-16,00. Karotten per Schodbund 3,00-4,00. bon 40 bis 45 Betten. Das Auguste Vittoria- Krankenhaus ist mit handlungen in der Elektrizitätsfrage und Einrichtung einer elektrischen per 100 einem Kostenaufwand von 487 000 m. erbaut, wozu das von der Straßenbahn Potsdam- Nowawes- Neuendorf zwischen den genannten Sellerie, bielige, per Schod 4,00-5,00, do. pommersche 4,00-5,00. Zwiebeln do. Ileine 2,00-2,25. do. hiesige( Berl) große, per 100 ẞfd. 3,00-3,50. Gemeinde zur Verfügung gestellte Grundstück mit 160 000 m. tommt. Drten eingeleitet wurden. Diese Verhandlungen hatten das Nefultat, 0,00. Charlotten 60-70. Beterfilie, grün, Schodbund 1,50-1,75. Stohlrabi Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Stadieschen Für diesen Preis kann die Gemeinde das Krankenhaus eventuell daß sich auf Grund der vorgelegten Bedingungen eine am Freitag per Shod 0,00. Salat, per Schod 0,00. do. Escarole, übernehmen. Es hat in den sechs Jahren seines Bestehens mit einem stattgefundene kombinierte Sigung der Gemeindevertretungen von per Schodbund 1,00-1,50. do. Endivien 1,75-2,00. Mohrrüben per sehr beträchtlichen Fehlbetrag gerechnet, welcher im letzten Jahre Nowawes- Neuendorf gegen zwei Neuendorfer bürgerliche Stimmen per Mandel 1,25-1,50 80-85 000 m. betrug. Um nun, so heißt es weiter in dem Rundschreiben, für die Schaffung einer Betriebsgemeinschaft zwischen Potsdam und 100 fb. 2,50-3,00. Teltower Rüben per 100 Bfb. 8-10. Weiße Rüben, große Wirfingtohl per Schock 3,00-6,00. das schöne Werk des Weißenseer Auguste Bittoria- Krankenhauses nicht Nowawes- Neuendorf zur Versorgung legterer Orte mit elektrischem 2-2,50, fleine 5-6. Rote Rüben 1,50-2. Blumenkohl holl. per Stopf 0,00. zum halbvollendeten Stillstand tommen zu laffen, macht der Verein Nach den aufgesteüten Berechnungen erscheint dieser Weg als der 12-20. Grünkohl per 100 Bib. 3-4. Schnittlauch 12 Töpfe 4-4,50. StohlStrom und Errichtung einer elektrischen Straßenbahn erklärte. ital. Stopf 0,15-0,25. p. Schod 3,00-8,00. Weißtohl Schod 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Bfd. Stürbis 5-8. Birnen, per 100 Bfd. hiesige 7-16, erhöhen, wenn die Gemeinde pro Tag und Bett 1 M. Zuschus leisten günstigste, um zum Ziele zu gelangen. Auf Grund des ab- rüben, Schod 2-3. würde, das wäre bei dem jezigen Bettenbestand bon 110 eine gefchloffenen Vertrages, welcher bis 1. April 1947 gilt, liefert böhmische 8-20. Aepfel, per 100 Bfd., hiesige 3-20, Gravensteiner Walnüsse Summe von 40 000 m., woran der Kreis sich voraussichtlich mit der Potsdam den elektrischen Strom zum Betriebe der der Gemeinden 0,00, Tiroler in Fässern 17-30, Rifte 3280, Umerit. 19-30. Hälfte beteiligen würde. Hierfür wird dann auch dem Kreis und Nowawes- Neuendorf gehörigen Kraftanlagen zum Preise von 10 Bf., per 100 Bib. 16-20, do. rumänische 20-28, do. franz. Cornes 31-34. Zitronen, der Gemeinde eine entsprechende Vertretung in der Verwaltung ge- für elektrische Straßenbeleuchtung zum Preise von 18 Pf. pro Kilo Paranüffe 66-70. Haselnüsse lange 48-45, runde 33-35. stattet, je nach den finanziellen Leistungen. Des weiteren ist in der wattstunde; bei einer durchschnittlichen Brennzeit von 3000 Stunden Wessina, 300 Stüd 8,00-10,00, 360 Stüd 7,00-9,00, 200 Stüd 7-11. Apfelsinen, Jaffa, per Stifte 8-14, Murcia 200 er per Stifte 7-12, bo. 300 er Denkschrift darauf hingewiesen, welche ungeheure Kosten die Er- jährlich pro Lampe wird der Strom zu 16 Pf. geliefert. bauung eines eigenen Krankenhaufes der Gemeinde entstehen und elektrische Straßenbahn soll borbehaltlich einiger Renderungen die-11, Balencia 420 er per Stifte 13-20, bo. 714 er 18-23. mit welchen schwierigen finanziellen Weiterungen die Erhaltung eines Strecke Lange Berücke, Alte Königs-, Kaiser Wilhelm-, Berg-, Linden-, solchen Betriebes ist. Das Rundschreiben wird bei der Majorität Priesterstraße bis zur Höhe der Wallstraße umfassen; es foll Ser feine Bor- bie Strede Ballſtraze- geridtet werden der der Gemeindevertretung feine Wirkung nicht verfehlen und dem Vor- Fünfzehnminutenbetrieb eingerichtet werden und der Fahrpreis für Reinickendorf. Die Rotkohl Witterungsübersicht vom 19. Dezember 1906, morgens 8 Uhr. Berlin Barameterstand mm Wind. richtung Binbitarte Better Temp. n. 6. 16 of 309 Stationen Barometer fland mm Wind richtung Windstarle Welter Temp. n. 6.1 Mebel 1 Haparanda 773 23 2Nebel -11 2 Nebel 776 NND -1 Petersburg 779 SW 1 bedeckt 2 Nebel-0 Scilly 77491 bedeckt 3 balb bd.- 0 lberdeen 771 52 2 wolfig 2 Nebel-3 Baris 775 ND 2 wolten! 773 RNB 8 bedeckt 8 7 tragen.- Vor der Schlußabstimmung über den in fünfstündiger Beratung Staflonen festgelegten Vertrag ereignete sich ein bemerkenswerter Zwischenfall, indem der Volksschullehrer Hecht aus Neuendorf, Schwiegersohn des In der letzten Gemeindevertreteritung stand znnächst der von dortigen Gemeindevorstehers und Hauptmatador des reaktionären unseren Genossen gestellte Antrag auf Erhöhung der Anzahl der Klingels, im Zuhörerraum plöglich von seinem Size aufsprang Swinembe 776 SH Gemeindevertreter bon 15 auf 24 auf der Tagesordnung. Die Ge- und den Neuendorfer Vertretern das Wort„ vertagen" zurief. Dies pamburg 778 OND noffen Schiller und Schilling begründeten den Antrag mit dem Hin gab dem Genossen Gruhl Beranlassung, in scharfer Weise unter dem Franfi.a.M. 775 ND weis auf die beständige Bergrößerung des Drtes und der damit Beifall der Versammlung das Gebaren dieses Herrn zu tennzeichnen. München 774 23 Dagegen wandten sich sowohl Er betonte, daß die Neuendorfer Vertreter doch wohl hoffentlich Bien zusammenhängenden Arbeiten. der Bürgermeister wie auch etliche bürgerliche Gemeinde- felber wissen werden, wie sie zu entscheiden haben und nicht der vertreter, die ein Bedürfnis dafür als nicht vorhanden anerkennen Beeinflussung von Leuten bedürfen, die gar keine Verantwortung zu wollten; wenn mehr Gemeindevertreter seien, meinten sie, würden tragen hätten. Darauf nahm der Amitsvorsteher das Wort und erdie Sizungen nur noch länger dauern. Obgleich unsere Genossen flärte mit erregter Stimme, daß er dem Genossen Gruhl vollständig beidiesen Ausführungen energisch entgegentraten und die Haltlosigkeiten pflichte; sollte sich Herr Hecht nochmal etwas derartiges erlauben, werde Die hierauf vor Punkt für Punkt widerlegten, schon durch den Hinweis auf die starte er seine Entfernung aus dem Saale veranlassen. Vermehrung der Beamten, so unter anderem der Polizeisergeanten genommene Abstimmung zeigte, daß das unqualifizierbare Auftreten von 9 auf 24, wurde der Antrag abgelehnt. Er soll im nächsten dieses Neuendorfer Scharfmachers gerade das Gegenteil von dem Da auch die Gemeinde mündung, Jahre nochmals verhandelt werden und bei den allgemeinen Neu- erreichte, was damit beabsichtigt war. Botsdam bereits ihre Zustimmung zu obigen Verträgen gegeben, bei Breslau Unterpegel- 1,18 Meter.( Großschiffahrt geschloffen.) I wahlen im Jahre 1908 Berücksichtigung finden. Wetter- Prognose für Donnerstag, den 20. Dezember 1906. Etwas tälter, zeitweise aufflarend, bielfach nebelig bei schwachen nordöstlichen Winden; teine wesentlichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. 00.3. GA Wafferstand am 19. Dezember. Elbe bei Aussig Meter, bei 1,12 Meter, bet Magdebing+1,60 Meter. Unstrut bei Meter. Oder bei Ratibor+1,20 Meter. Neiße Meter. Dder Dder bei Brieg+2,09 Meter. Dresden Straußfurt CU.T PhänomenZigaretten BettenSpezialGeschäfte sdc- s Phänomen- Zigaretten sind aus echten türkischen Tabaken hergestellt Phänomen- Zigaretten sind garantiert Handarbeit Phänomen- Zigaretten sind nach ägyptischer Art hergestellt Phänomen- Zigaretten übertreffen Importen Phänomen- Zigaretten sind überall zu haben Stück 2, 3, 4 und 5 Pfg. 30691* Türk. Tabak- und Zigaretten- Fabrik ,, Namkori" Wirklich praktische und nützliche Weihnachts- Angebot!" Weihnachts- Geschenke! Steppdecken. Bettdecken. Bettstellen. Bettinletts. Betttücher. Kinderwagen. Schlafdecken. Divandecken. Chaiselongues. Bettbezüge. Sofakissen. Puppenwagen. 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Die gegen dieses Urteil von der Klägerin eingelegte Revison hatte wenig Erfolg. Das Reichsgericht erkannte auf zurüdweisung der Revision, soweit die Strecken Hörde- Herne in Versammlungen Veranstaltungen. Hauptbahnhof- Städtisches Gymnasium in Betracht kommi. Was die Treptow- Baumschulenweg. Die Mitgliederversammlung für Dezember übrigen Strecken anlangt, so mußte wegen der hierin noch fällt des Weihnachtsfestes wegen aus. Am 19. Januar 1907 mangelnden Klarheit die Sache aufgehoben und an das Oberlandes ztveites Stiftungsfest. gericht zu Hamm zurückverwiesen werden. Gerichts- Zeitung. Der Rechtsstreit der Allgemeinen Lokal- und Straßencisenbahn zu Berlin gegen die Stadtgemeinde Dortmund Die Das Los der Angestellten in unseren Kolonien war Gegenstand einer Verhandlung, die am Montag vor der 9. Zivillammer des Landgerichts I stattfand. Der in Duala In Ostheim hatte die Sache dann noch ein Nachspiel. Es gab ( Kamerun) wohnende Banassistent Schulz flagte durch Rechtsnämlich drei Strafmandate wegen„ Abhaltung einer verbotenen ist durch reichsgerichtliches Erkenntnis nun im großen und ganzen anwalt Broh gegen die Deutsche Kolonial- Eisenbahnbaugesellschaft Bersammlung"! Der Ortsvertrauensmann erhielt ein solches über zuungunsten der Straßenbahngesellschaft entschieden worden. Der auf Nachzahlung von 2600 M., folvie auf Schadenersatz. 10 M., Genosse Runknagel eins über 20 M. und Genoffin Zietz eins Rechtsstreit entsprang aus einer Vertragsforderung der Stadt Klage wurde darauf gefügt, daß Schulz von der Kolonialüber 50 M. Als Belastungszeugin war die Wirtin in Ostheim, Frau gemeinde Dortmund. Nach dem Vertrage vom 8. März 1881 hatte gesellschaft entgegen der gefegmäßigen Minimalfündigungsfrist von Jobft, angegeben. fich die Klägerin verpflichtet, in Dortmund Straßenbahnlinien aus einem Monat nur auf tägliche Kündigung angestellt worden war: Gegen die Strafmandate ward selbstverständlich Einspruch er- zubauen und sollte es nach 25 Jahren der Stadt Dortmund frei- ferner darauf, daß ihm der Abschluß eines Jahresvertrages mit hoben. In der am 18. Dezember stattgefundenen Verhandlung be- stehen, die gesamte Bahnanlage durch Kauf zu übernehmen zinn 4000 m. Gehalt beim Engagement fest zugesagt worden sei, falls stritten die drei Sünder" jede Schuld. Ihre Aussagen wurden be- 20fachen Betrag des Reingewinndurchschnitts des letzten Betriebs- er sich als brauchbar criveise. Letzteres sei der Fall gewesen, die Gefellstätigt durch die Belastungszeugin. jahres. Nach dem Vertrag war ferner der Magistrat der Stadt- fchaft habe sogar selbst ihm seine Brauchbarkeit im Zeugnis attestiert. gemeinde Dortmund berechtigt, die Anlage neuer Strecken Während der Regenzeit fei er aber Nachts von einem zu fordern, wie auch den doppelgleisigen Ausbau von ein Storpion gebissen und dadurch gelähmt worden. zelnen eingleisigen Streden. Im Jahre 1905 gab die Daraufhin habe ihn die Gesellschaft plöglich entlafen, obwohl sie Stadtgemeinde Dortmund der Allgemeinen Lokal- und Straßenbahn selbst den Unfall dadurch verschuldet habe, daß sie ihm einen feuchten zu Berlin bekannt, daß sie gemäß des Vertrages die Uebernahme und infolgedessen von Storpioneu heimgesuchten Raum als Dienſt der Bahn beabsichtige, verlangte vordem aber noch die Anlegung des wohnung angewiesen habe. Sein Protest und sein Hinweis auf die zweiten Gleises für die Strecken Hörde- Herne und Hauptbahnhof- Feuchtigkeit habe nichts gefruchtet. Nachher seien ihm sogar noch Städtisches Gymnasium, sowie außerdem noch doppelgleisigen Aus- Hospital- und Arzneikosten von dem bereits verdienten Gehalt abBau der Ringbahn und einer anderen Teilstrecke im Innern der gezogen worden und fiße er mun völlig hülf- und mittellos in Duala. Stadt. Diesem Begehren widersprach die Straßenbahngefellschaft, Da die verklagte Gesellschaft erst am Tage der Verhandlung eine indem sie Verstoß gegen Treu und Glauben geltend machte, weil Klagebeantwortung einreichte und sich auf die ihr selbst unbekannten dieser im letzten Augenblick verlangte Streckenausbau nur den Rein- Personalakten" des Klägers in Kamerun berief, so wurde von Amtsgewinn des letzten Jahres herabmindern und somit den Kaufpreis wegen Vertagung beschlossen. Der Fall zeigt, daß die minder erniedrigen solle. bemittelten Volksgenossen, die unter Einsetzung ihrer Persönlichkeit nach den Kolonien gehen, erheblich geringere Aussichten auf Gewinn haben als z. B. der in Berlin bleibende Kolonialkaufmann v. Tippelsfirch oder seine Socière Frau v. Podbielski oder Aktionäre der Grunderiverbsgesellschaften. Die Zeugin bestätigte unter Eid, daß der zur Versammlung bestellte Saal nach dem Verbot abbestellt worden ist, daß Lediglich eine Anzahl Gäste an dem fraglichen Abend im Gastzimmer sich beim Glase Bier unterhalten haben und daß kein Vortrag gehalten wurde. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob denn niemand im Saale fich aufgehalten habe, erklärte die Zeugin unter Eid, außer zwei Polizeibeamten( und wenn wir recht verstanden, noch einen Begleiter) sei niemand in dem dunklen Saale gewesen. Daraufhin erfolgt die kostenlose Freisprechung der Angeklagten. DI, ntstandenen Kosten wurden der Staatstaffe auferlegt. Die Ostheimer Einwohner können nun darüber Betrachtungen anstellen: I. wie der Staatskasse Ausgaben verursacht werden, II. wie man als ruhiger Bürger um sein Versammlungsrecht tommt und statt dessen Strafmandate erhält, III. welch großes Vergnügen es fein muß, als Polizeibeamter einsam im dunklen Saale zu ſizen. Das Vorkommnis hat uns wieder prächtiges Agitationsmaterial geliefert, das bei der bevorstehenden Wahlbewegung nach Kräften T Landgericht Dortmund und Oberlandesgericht Hamm er fannten jedoch auf Abweisung der von der Klägerin verlangten Befreiung von dem Vertragsverlangen der Stadtgemeinde, indem das Oberlandesgericht ausführt, daß es der Stadtgemeinde freis stände, während der Betriebszeit den Ausbau zu verlangen und ein Verstoß gegen die guten Sitten aus dem Vertragsbegehren nicht zu ersehen fei. Warenhaus Hermann Tietz Sonntag, den 23. 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