Nr. 300. Abonnements- Bedingungen: = Ebonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monat!. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mar! pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Big., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellen Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 11hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernivrecher: Amt IV. 9r. 1983. Dienstag, den 25. Dezember 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernibrecher: Amt IV. Mr. 1984. Sonnenwende. Nacht und Grau'n auf weiter Erden, Kalte, starre Winternacht, Frierend an erlosch'nen Herden Sigt der Armut Volk und wacht, Ausgeplündert, ausgesogen, Sockt es da in stumpfer Qual, Llm sein bißchen Glück betrogen, Um sein bißchen Sonnenstrahl. Plöglich, horch, aus lichter Höhe Klingt verheißungsvoller Sang: Ausgetilgt ist alles Wehe, Ausgelöscht ist Not und Drang! Ein Erlöser kam vom Himmel, Ein Erlöser, gottgefandt!" Eh'rner Glocken hell Gebimmel Trägt die Kunde weit ins Land. Ach, schon viele Sundert Jahre " Sat das Volk dem Sang gelauscht, Sat geschwärmt für's Wunderbare" Lind sich innig dran berauscht, Nimmermüd' ward es im Hoffen, Nimmermüde im Vertrau'n Tausend Simmel sah es offen, Tausend Sternenzelte blau'n. Aber nimmer kam der Retter, Der es sprach von Banden frei, Troß Posaunen- Lobgeschmetter Und der Engel Melodei, Troß der Pfaffen füßlich Schwäßen, Sofiann' und Kyrie, Alechzt in ehernen Gesetzen Noch der Arbeit Volk wie eh. Phrase blieb die Christenliebe In der Chriftbekenner Mund, Rauhe, blut'ge Geißelhiebe Reißen ihm den Rücken wund, Sorgen zehren seine Kräfte, Sunger mergelt sein Gebein, Vampyr Mammon saugt die Säfte, Und das Volk, es steht allein. Steht allein, auf sich gewiesen, Keine Simmelshülfe naht, Fern des Daseins Paradiesen Steht das Proletariat, Zögernd reißt es seine Blicke Bon verblichenem Zauberschein Will's zur Zukunft eine Brücke, Muß sich's selbst Erlöser sein. Silf der Freiheit Licht zum Siege, Daß es alle Welt durchdringt, Schlag die Herrschsucht, schlag die Lüge, Die verderbend uns umschlingt, Nur im eigenen Vertrauen Ruht ihm die Erlöserkraft, Die ihm tann ein Reich erbauen, Die ihm sprengt der Feffeln Saft, Die das Faule, Morsche, Alte Fester Hand in Trümmer schlägt, Und im Flug ob Fels und Spalte Es zu schön'rer Zukunft trägt. Fest der Wintersonnenwende, Fest der Weihnacht, sei gegrüßt, Wo das Dunkel kehrt zum Ende, Und zum Licht die Sonne sprießt. Auch den Völkern will es tagen, Sonnen sprüh'n in Ost und West Rußland will sein Joch zerschlagen, Frankreich räumt fein Pfaffennest! Deutsches Volt, willst du alleine Duldsam tragen deine Qual? Gieh, bei Jahres Frührotscheine Ruft dich Uebermut zur Wahl. Nun, so ftell' dich zum Gefechte, Schlage mutig wetternd drein, Daß dein Zorn dem Volk der Knechte Lähmend fahre in's Gebein! Treib' die Reaktion zu Paaren, Laß den Tag die Wende sein, Und des Unrechts Hurrascharen Ein verdientes Ende sein! Ernft Klaar. Wabl- Weihnachten. Der Name Gottes hat schon jeden Frevel Mit Heil'genschein umstrahlt, und doch ist er Nur das Geschöpf der Menschen, die ihn ehren; Und mit den Toren, die ihm Tempel bau'n, Verändern seine Namen und Begierden Und seine Eigenschaften rastlos sich: Fo, Siva, Buddha, Gott, Jehovah, Herr Stets dienet er der triegbefleckten Welt Als Stichwort der Verherung; ob das Blut Zermalmter Leiber seines Wagens Räder Jm Siegeslauf besprigt, indes Brahminen Ein heilig Lied in Todesseufzern murmeln; Db hundert Mitregenten seine Macht Sich teilen, daß fie fast zur Ohnmacht wird; Db brennender Städte Qualm, das Wehgeschrei Hülfloser Frauen, hingemorderter Wehrloser Greise, Jünglinge und Kinder Gen Himmel steigt zu seines Namens Ehr'; Db endlich schlimmstes Los- das Eiſenalter Der Religion die Erde seufzen macht, Formen der Herrschaft und der Unterdrückung haben sich geändert, die Knechtung der Massen ist geblieben; und wie einst die Verkünder der christlichen Heilsbotschaft sich für die frommen Greueltaten der von ihnen aufgestachelten fanatisierten Menge auf den Willen Gottes beriefen, so beweisen sie auch heute, daß die Ausbeutung und Unterdrückung notwendige Bestandteile der von Gott gewollten Ordnung sind, daß es immer Reiche und Arme, Herrschende und Geknechtete, Hämmer und Ambosse gegeben hat und geben muß. Deshalb fei's ein verruchter Frevel, sich gegen die den Herrschenden und Reichen so nütliche Gottesordnung aufzulehnen. Wie könnte es auch anders sein in einer Gesellschaftsordnung, die, mag sie auch auf höherer Kulturstufe stehen als die des Mittelalters, doch auf demselben Wirtschaftsprinzip beruht, auf derselben rücksichtslosen Ausbeutung dessen, der nichts besitzt als seiner Hände und seines Geistes Arbeitskraft. Ist doch die Lohnsklaverei, die unbezahlte Mehrarbeit die Grundbedingung der heutigen Reichtumsaufhäufung, des Ueberflusses der oberen Zehntausenden, und bricht doch mit der Erschütterung dieses Grundpfeilers des heutigen Wirtschaftssystems der ganze kapitalistische Gesellschaftsbau krachend zusammen. Von den Kirchtürmen herab dringt das feierliche Geläut der Glocken: Friede auf Erden!" Mehr als 19 Jahrhunderte sind vergangen, seit der Engel Schar, wie das LucasEvangelium berichtet, judäische Hirten, die Aermsten ihres unterdrückten Volkes, mit diesem Ruf begrüßte und ihnen den Heiland, den Erlöser aus der Knechtschaft verhieß. Seitdem hat die christliche Welt in steter Wiederkehr vieltausendmal diese feierliche Friedensverheißung vernommen; doch bisher ist die Verkündigung ohne Erfüllung geblieben ein tönendes Wort ohne Inhalt. Im Namen des verheißenen Erlösers, des„ Friedensfürsten", haben vielmehr jene, die sich seine Bekenner nannten, über ein Jahrtausend lang blutige, die fruchtbarsten Gegenden des Morgen- und Abendlandes verwüstende Religionskriege geführt, gehezt und getrieben von einer herrschsüchtigen, kirchliche Machtinteressen vertretenden Priesterschaft. Kaum hatte aus der verfolgten Christengemeinschaft sich die römische Staatskirche entwickelt, als auch schon die bisher verfolgte Kirche selbst zur Verfolgerin ward und zur Knechtung derjenigen schritt, die sich nicht blindlings ihren Dogmen unterwarfen. Der Streit über die Wesensgleichheit, Wesensungleichheit oder Wesensähnlichkeit des Gottessohnes mit Gott dem Vater" führte schon im vierten Jahrhundert zu jahrzehntelangen furchtbaren Kämpfen Die Zeit der blutigen Glaubensverfolgungen, wo zur So tobt, wenngleich zum Teil mit anderen Waffen auszwischen den morgen- und abendländischen Teilen der neuen höheren Ehre Gottes die Scheiterhaufen aufflammten und die gefochten, auch heute der Kampf der Enterbten gegen die christlichen Glaubensgemeinde; und ihnen folgte während der Jubelgefänge einer in religiösen Wahnsinn getriebenen Menge Herrschenden und fordert seine Opfer. Und neben diesem beiden nächsten Jahrhunderte ein nicht minder fanatisch und das schauerliche Stöhnen der in den Flammen Sterbenden Kampf der Massen steht der Lebenskampf des Einzelnen um blutig geführter Krieg der römischen Hierarchie gegen die übertönten, gehören wenigstens im zibilisierten Westen seine und der Seinen Eristenz: ein Kampf, der oft noch weit arianischen Germanen. Seit jener Zeit ist die Geschichte der Europas der Vergangenheit an nicht infolge des an- mehr Heroismus, weit größeren Opfermut verlangt als der christlichen Kirche bis in die jüngste Vergangenheit nichts als geblich veredelnden Einflusses der christlichen Lehre und des eine Reihenfolge unzähliger religiöser Spaltungen, fana- Birkens jener, die sich selbstgefällig„ Diener des Herrn" tischer Verfolgungen, verruchter Intrigen und mörderischer nennen, sondern infolge einer in mühseligem jahrhunderteKämpfe gewesen: ein gewaltiges dampfendes Blutmeer, aus langem Ringen der Völker um ihre wirtschaftliche Eristenz dem das Weh von Millionen zum Himmel schreit: erstandenen höheren menschlichen Kultur. Doch nur die! " Und Priester von dem Goit des Friedens schwagen, Zur selben Zeit, wo ihre Hand vom Blut Unschuldiger trieft, und wo sie jeden Keim Der Wahrheit unterdrücken. Massenkampf: Des Mangels Eisenszepter zwingt noch immer Den Sllaven, vor dem Reichtum sich zu beugen Und zu vergiften mit mugloser Müh' Sein Leben Wie mancher Milien schritt im Bauerukleid Vorüber, seines Herzens wortlos Sehnen In ruheloser Plag' und Müh' erstickend! Wie mancher Cato aus dem Volk verwandte Des Lebens Kraft, gebrochen und gelähmt, Um Nadeln oder Nägel zu verfertigen! Wie manches Newtons unvclehrtem Blick Erschienen jene Sphären, die voll Pracht Am unbegrenzten Himmelsdom erstrahlen, Ms Flitter nur. am Himmel aufgehängt, Um seines Städtleins Nächte zu erhellen! "S r t c Jj e auf Erden!" Fast klingt das Glocken» gelänt wie eine bittere Verhöhnung unserer heutigen Zustände. Der Weihnachtsfrieden ist nichts als äußerer Schein. Nur auf wenige Stunden vergißt allenfalls der Arbeiter im Kreise der Seinen unter dem strahlenden Tannenbaum den harten, all» täglichen Daseinskampf— vielleicht morgen schon, sicher aber nach einigen Tagen geht es wieder hinein in die alte Fron. Die Friedensträume verfliegen; die Arbeit, zur Lohnsklaverei im Dienste des Kapitals entwürdigt, nimmt wieder alle Kräfte in Anspruch, und in angestrengter llcberarbeit erschöpft sich der Körper, uni dafür nichts als die karg bemessenen, notdürftigsten Mittel zum Lebensunterhalt einzutauschen, bis frühes Siech- tum ihn unter den Rasen bringt— durch die heutige Gesell- schaftsordnung um manches Jahr seines Lebens betrogen. „F r i e d e a u f E r d e n!" Unsere Zeit kennt nur den stillen Frieden der Todesnacht: des Tages Losung ist der K a in p f. Mögen einst glücklichere Geschlechter sich des stillen Friedens freuen. Der gegenwärtigen Generation hat das Geschick die Aufgabe gestellt, zu kämpfen, alle Kräfte anzu- spannen im Streit gegen die heutige Gesellschaftsordnung, die Millionen zu Elend und bitterer Not verdammt, damit Achlkamps. Ein freisinniges Flugblatt! Die Freisinnige Volkspartei verbreitet im 2. Berliner Reichstags Wahlkreis ein Flugblatt, daß der Schutztruppe für Flcischwucher und Staatsstreichgelüste durchaus würdig ist. Von einer Bekämpfung des Br»twuchrrs und der Fleischteuerung ist in dem ganzen Ftugblatte mit keinem Worte die Rede, obwohl doch gerade die Großstadtbevölkerung unter der ungeheuren Lebens- inittelverteuerung am schwersten zu leiden hat! Wie könnte freilich der Berliner Freisinn gegen die agrarischen Volksaushungerer vorgehen, da ihm bereits die„Post", das niederträchtigste aller Scharfmacherorgane, die Wahlhülfe des ganzen reaktionären Kehrichts in Berlin zugesichert hat! Die „Freisinnige Zeitung" hat denn auch diese Wahlunterstützung mit der gebührenden Devotion angenommen. Von der Rot und dem Hunger der proletarische» Bevölkerung, der Anterbeamten und des kleinen Mittelstandes infolge der agrarischen Volksauswucherung durch die Lebensmittelzölle und die skandalösen Grenzsperren ist also in dem Flugblatt mit keiner Silbe die Rede. Wohl aber wird da gesprochen von der„Not und dem Hunger" unserer südwe st afrikanischen Truppen. Da heißt es: „Wie man auch zur Kolonialpolitik und zu den großen ; Opfern, die sie erfordert, stehen mag, darüber kann es für einen deutschen Mann keinen Zweifel geben: Unsere kämp- ! senden Jungen in Afrika lassen wir nicht ' im Sti ch." Mit dieser öden Hurraphrase glaubt der Freisinn Gimpel ein- fangen zu können. Dabei ist es eine amtlich bestätigte Tatsache, daß für unsere Truppen in Sndweftafrika für mehrere Monate die genügenden Lebensmittel aufgestapelt sind. Am besten freilich befreit man sie nicht nur von Not und Hunger, sondern auch von Durst, Sonnenglut, Fieber und Typhus, wenn man sie so rasch als möglich nach Deutschland zurückruft. Das will die Sozialdemokratie; der Freisinn dagegen will weitere 80lX) Mann mit den 300 Hottentotten ganz nach dem Belieben der Regierung und der südwestafrikanischcn militärischen Sach- verständigen im Felde stehen lassen! Daß sich in dem Flugblatt des Freisinns auch die blödsinnige Phrase von dem.„schwarzroten Kartell" findet, versteht sich von selbst. Trotzdem die Sozialdemokratie längst erklärt hat, daß ihr Kampf gegen die Reaktion und den Brot- und Fleischwucher sich eben so sehr gegen das Zentrum wie gegen die konservativen Agrarier richte, und trotzdem inzwischen auch das Zentrum die Parole ausgegeben hat, daß kein Zentrumswähler einen sozialdemokratischen Kandidaten unterstützen dürfe, daß hingegen die Unterstützung der Freisinnigen Volkspartei von Fall zu Fall zu erwägen sei» schwadroniert der Freisinn von einem Kampf gegen das„schwarzrote Kartell"! Mag der Freisinn Arm in Arm mit den„Po st- Eseln" und den Agitatoren des Reichs Verbandes gegen die Sozialdemo- kratie Sturm laufen. Der gesunde Sinn der Berliner Be- völkerung wird dem Freisinn eine noch vernichtendere Niederlage bereiten, als im Jahre 1003! Vom„nationalen" Schwindel. Die„Ehre der deutschen Nation", so versichern nach dem Vorgange Bülows alle guten Ordnungsblätter, ist in Süd- westafrika engagiert. Und in allen möglichen Variationen wird den deutschen Wählern in diesem Wahlkampfe gedruckt und mündlich das Dichterwort angeführt werden:„Nichtswürdig ist die Nation, die nicht ihr alles setzt an ihre Ehre!" Die deutsch- nationale Ehre aber soll es bedingen, daß wir den unseligen Feldzug gegen die Hottentotten bis zur Vernichtung des Gegners und ohne Rücksicht auf deutsches Blut und auf die Kosten, selbst auf die Gefahr hin, daß das Land des Sandes und der Dornen uns noch einige Hunderte von Millionen kosten wird, nachdem wir 400 Millionen bereits für dieses Gebiet, das niemals ein Wertobjekt werden kann, geopfert haben. Be- rcchnungen darüber anzustellen, ob sich solche Aufwendungen lohnen, kühl abzuwägen, ob die Vernunft nicht gc- bietet, endlich einzuhalten, das verrät nach unseren kolonialbegeisterten Nationalen inklusive der Freisinnigen— ein schönes Beispiel der an Dernsburgs Busen entzündeten freisinnig-nattonalen Raserei bietet das oben besprochene frei» sinnige Flugblatt— schon mangelndes nattonales Empfinden. Jedes Zurückweichen vor den Schwarzen wäre eine Entehrung Deutschlands, eine untilgbare Schmach, eine Besudelung der deutschen Fahne, ein Verrat an unseren tapferen Truppen, würde dem Ansehen Deutschlands in der Welt einen tödlichen Schlag versetzen, und wie die Flugblattphrasen und hurra- vatriottschen Schlagworte sonst noch heißen. einige ivenige Zehntausend? sich auf sonnigen Höhen ihres Lebens freuen. Ganz besonders aber steht das diesjährige Weihnachtsfest unter dem Zeichen des Kampfes. Der Reichstag ist aufgelöst und am 23. Januar ist der Tag der Wahl, an dem das deutsche Volk auf Jahre hinaus über sein Schicksal entscheiden soll. Weil die Mehrheit des Reichstags nicht zu der bereits für die deutschen Kolonien verschleuderte Milliardensumme neue Millionen zum Ausrottungskampf gegen die Ein- geborenen Südwestafrikas bewilligen wollte, ist er auf- gelöst worden. Doch handelt es sich nicht nur, wie eine feile Presse behauptet, um die 29 Millionen Mark für die Erhaltung der Kolonialarmee in den südwestafrikanischen Sandwüsten. Die Pläne der Re- gierung reichen weiter! Es handelt sich darum, ob Deutsch- land in eine neue Epoche der Weltpolitik, in eine neue Aera der Kolonialvcrgrößerung und der Eroberung überseeischer Gebiets eintreten soll, die nicht nur tausende blühender Menschenleben hinwegraffen, nicht nur dem deutschen Volk neue enorme Steuer- und Schuldenlasten aufladen, sondern auch das selbstherrliche halbfeudale Regiment stärken, den Geist d-s Militarismus kräftigen und das deutsche Volk in gewaltige blutige Konflikte mit anderen Kolonialmächten treiben würde. Es handelt sich weiter darum, ob die Agrar- und Zollpolitik der letzten Jahrzehnte fortgesetzt, ob den ärmeren Volksschichten die Lebensmittel noch mehr verteuert, ob die seit der Reichsgründung auf fast 4 Milliarden Mark an- gewachsene Reichsschuld, zu der noch ungefähr 18 Milliarden Schulden der deutschen Einzelstaaten hinzukommen, weiter ins Riesenhafte gesteigert, ob ausschließlich das Interesse des Junkertums aus Kosten der großen Volksmasse die deutsche Wirtschaftspolitik bestimmen soll. Mit anderen Worten, die Frage lautet: Soll das bisherige System auf- Was aber schreibt in der„Berliner Volkszeitung", dem linksliberalen Organ mit demokratischer Vergangenheit, das trotz aller Degeneration noch so viel liberales Empfinden bewahrt hat, daß es die jetzige Rolle des Freisinns mit wenigstens einem nassen Auge betrachtet, ein militärischer Fachmann, der sich im übrigen für die Bewilligung der Süd- Westafrikakredite erklärt? Er schreibt den nattonal rasenden Freisinnslcuten folgendes ins Stammbuch: Man wird überhaupt nicht gut tun, koloniale Fragen dieser Art leichten Herzens zu großen„nationalen Lebensfragen" auf- zubauschen. Der Inhalt dieser Worte ist so schwerwiegend, daß man ihn nicht zu einer abgegriffenen Münze erniedrigen darf. So schlechthin und ausnahmslos ist es jedenfalls nicht'zutreffend, daß man um des nationalen Ansehens willen einen einmal be- gonnenen Kolonialkrieg nun auch um jeden Preis, ohne Rücksicht auf die weiteren Blutopfer, ohne Rücksicht aus den wahrscheinlichen Gewinn zu Ende führen müsse. DaS sind gefährliche Schlagworte, die sich gelegentlich bitter rächen könnten und schließlich bei bedeutenderen Anlässen in unserem Volke ein Gefühl der Gleichgültigkeit auslösen könnten. Koloniale Unternehmungen sind kaufmännische Geschäfte und wollen mit dem V e r- stände, nicht mit dem Herzen geleitet sein. Der Fachmann sagt aber nicht bloß ein Urteil, sondern, was noch schwerer wiegt, er belegt es auch mit historischen Beispielen, mit Nachweisen aus der Kolonialgeschichte anderer Völker, daß die nationale Ehre und das internattonale An- sehen durchaus nicht geschädigt werde durch kluges Nach- geben gegenüber einem schwächeren, aber zähen Gegner. Er schreibt: So haben die Engländer, unsere bisher unerreichten Vorbilder in kolonialen Dingen, Geschäfte, die sich nicht rentierten, wiederholt aufgegeben, ohne darin eine Schädigung ihrer nationalen Ehre zu erblicken. Sie sind zum Beispiel jetzt schon zum zweiten Male vor dem„tollen Mullah" in Somaliland zurückgewichen. Ebenso hatten sie jahrelang den Sudan den Derwischen gegenüber auf- gegeben, obwohl die Reste eines ihrer besten Degen den Wüstensand bei Khartum deckten. So sind auch die Italiener aus A b e s s i n i e n nach einer schweren Niederlage zurückgewichen; nicht weil sie sich in der materiellen Unmöglichkeit sahen, sofortige Rache für diesen Schlag zu nehmen, sondern weil die K o st e n mit dem zu erwartenden Gewinn in keinem Einklänge mehr standen. Die rasenden Derwische des Kolonialunsinns werden diese Zeilen fteilich nicht veranlassen, den wilden Tanz um das Phantom der nationalen Ehre einzustellen. Denn ihre Raserei ist nicht Begeisterung, sondern Berechnung! Zur Kennzeichnung der Verlogenheit der nattonqlen Eni- rüsrnng, die in diesen Wochen aufkochen wird, sind die Aus- führungcn des Fachmannes und seine Beispiele trefflich vcr- wendbar. Die Wahlbewegung in Ostpreuhen. In sämtlichen 7 ostpreußischen Wahlkreisen sind jetzt die Kan- didaten unserer Partei aufgestellt. Und zwar: 1. Königsberg Stadt: Rechtsanwalt Hugo H a a s e- Königsberg. 2. KönigSberg-(Land) Fischhausen: Rcndant Otto Braun- Königsberg. 3. Labian-Wchlau: Parteisekretär Hermann L i n d e- Königs- berg. 4. Jnsterburg-Gumbinncn: Parteisekretär Hermann Linde. 5. Memel-Heydekrug: Rendant Otto Braun. 0. Tilsit-Nicderung: Gutsbesitzer Hofer, Gr.-SkaiSgirren. 7. Ragnit-Pittkallen: Gutsbesitzer H o f e r, Gr.-Skaisgirren. In den Wahlkreisen Rastenburg-Friedland, Heiligenbeil-Pr. Ehlau, Stallupönen-Goldap, Angerburg-Lötzen und Oletzko-Lyck und Sensburg-Ortelsburg ist ferner Rechtsanwalt Haasc, in Braunsbera-Heilsbera, Pr. Holland-Mohrungen, Osterode-Neiden- bürg und Allenstein-Rössel Rendaut Otto Braun als Zählkandidat aufgestellt. Die Agitation unserer Partei hat in fast allen diesen Kreisen lebhaft eingesetzt. Von den Gegnern ist aber noch nicht viel zu hören. Nur in Königsbcrg-Stadt tobt der Freisinn in Wort und Schrift gegen die Sozialdemokratie, nachdem er einen Pakt mit den Nationalliberalen. Freisinnige Vereinigung und Konservative Par- tei abgeschlossen hat. Der ganze Mischmasch hat sich auf den frei- sinnigen Kandidaten Justizrat Gyßling vereinigt, um unseren früheren Abgeordneten Genossen Haase aus dem Felde zu schlagen. Bemerkenswert für die schwierigen Verhältnisse in Ostpreußen ist es, daß wir in den beiden aussichtsoollsten Wahlkreisen, Königs- berg-Land-Fischhausen und Labiau-Wehlau, wo wir bei der letzten Haupttvahl 7500 und 5066 sozialdemokratische Stimmen aufge- bracht haben, nicht eine einzige Versammlung ab- halten können. Ja, es ist nicht einmal möglich, in diesen Wahlkreisen auch nur ein Hinter st üb chen zu einer ver- traulichen Besprechung zu erhalten. In den Städten sind es die freisinnigen Parteiführer und Gastwirte, auf dem Lande die Behörden und die konservativen Gutsbesitzer, die das Abhalten von sozialdemokratischen Versammlungen unmöglich machen. Gerade die Freisinnigen, die sich kürzlich nicht ohne Er- folg bei dem Reichskanzler über Saalverweigerung beschwert haben, halten es bier in Ostpreußen kür ganz selbstverftänd"*' daß rech! er halfen 6 1 c t B e n u n 5 ffi e t f e r a Q S• gebaut lvcrdenoderwollen wirfortschreiten auf dem Wege zur sozialistischen Gesell- schaftsordnung? Ter Erlösungs- und Verbrüderungsgedanke, der einst in der ersten Schar der Nazarener lebte und sie freudig allen Verfolgungen trotzen ließ: er ist, gereinigt von den Schlacken der rönnschen Kaiserzeit, wiedergeboren in den Idealen des Sozialismus. Wie einst die christ- liche Lehre, predigt auch heute der Sozialismus die Lebens- gemeinsamkeit, die wirtschaftliche Gleichberechtigung: doch nicht, wie St. Clemens, Ambrosius oder Chrysostomes, die bloße Gemeinschaft des Lebensgenusses, der Gebrauchs- und Genußmittel, sondern die Gemeinschaft der Produktion. Während der ursprüngliche christliche Kommunismus mit seinen Hoffnungen auf das tausendjährige Reich lediglich die Forderung stellte, daß allen Mitgliedern der christlichen Ge- meinde die zum Lebensunterhalt nötigen Gebrauchsmittel gemeinsam gehören sollten, das Privateigentum an den Produktionsmitteln aber bestehen ließ, fordert der heutige Sozialismus die Vergesellschaftung der Pro. du ktions mittel und ihre gemeinschaftliche Anwendung im Produktionsprozeß zum gemeinsamen Nutzen. Und wieder wie einst sind es die Armen und Beladenen, die sich, allen Verfolgungen zum Trotz, um dos Banner der neuen Lehre scharen und der Menschheit den Weg zu neuen Zielen weisen— aufwärts zu einer höheren Stufe der Menschheitsentwickelung: Wo nur der Eintracht Fahnen Wehn, Wo uns kein Hader mehr zerstückt, Wo der Mensch von der Menschheit Höhn Unenterbt durch die Schöpfung blickt. man den Sozialdemokraten nicht nur die Säle, sondern auch die kleinsten Krug- und Schankstuben verweigert. Natürlich läßt sich die Sozialdemokratie dadurch nicht ent- mutigen. Ist die Agitation in Versammlungen nicht möglich, so wird um so intensiver die Klein-Wahlarbeit betrieben, wozu sich überall eine Schaar arbeitsfreudigcr, opferwilliger Parteigenossen in Stadt und Land zur Verfügung stellt. Eine harte Arbeit b« bitterer Kälte. Ein selten erbitterter Wahlkampf steht uns bevor. Aber um so schöner und wertvoller sind die Früchte, die wir nach getaner Arbeit einzuheimsen gedenken. Die Wahlkampagne in Hamburg ist, wie schon tclegraphisch berichtet, mit großen Versammlungen für den 2. und 3. Wahlkreis eröffnet worden, in denen einstimmig die seitherigen langjährigen Vertreter dieser Kreise, die Gciwsscn Metzger(Hamburg III) und Dictz(Hamburg II) als Kandi- baten aufgestellt wurden. Der gute Kampfesgeist, der sich m dieser Einleitung der Wahlkampagne bemerkbar machte, bürgt für einen glänzenden Ausgang der Wahl. Daß in sämtlichen drei Hamburger Wahlkreisen sozialdemokratische Kandidaten gewählt werden, ist selbstverständlich, aber unsere Genossen betrachten es als ihre Ehrenpflicht, ihre Vertreter mit möglichst großen Majoritäten zu wählen. Und deshalb wird gearbeitet, als wenn es gälte, die drei Kreise erst für die Sozialdemokratie zu erobern. Daneben ist auch noch die Agitation für die am 1. Februar stattfindenden Wahlen zum Hamburger Landesparlament zu betreiben, in das trotz Zensus-, Klassen- und Privilegienwahlrecht unsere Genossen eine Anzahl Vertreter zu entsenden hoffen. Die Wahlversammlung für Hamburg I(seitheriger Vertreter Genosse Bebel) findet erst einige Tage später statt. In der Versammlung für Hamburg II kam es zu einer leb- haften Aussprache zwischen unseren Genossen Dictz und Stengele einerseits und dem liberalen Kandidaten Dr. Bra- band andererseits. Dieser Herr, der sonst scharf die Reaktion bekämpft und energisch gegen das Hamburger Klassenwahlunrecht auftritt, meinte ganz naiv, man müsse Bagatellsachen, wie die Forderungen für die Kolonien, bewilligen, damit der Reaktion keine Handhabe geboten werde, dem allgemeinen Wahlrecht den GarauS zu machen. Unsere beiden Redner wiesen unter jubelnder Zu- stimmung die Ansichten des liberalen Konzessionsschulzen zurück. Arge Kandidatennot» so schreibt man uns aus dem Wahlkreis Duisburg-Ober- hausen, haben die Ratio nalliberalcn im bisherigen Kreis des Scharsmachers Dr. B e u m e r, der, wie der„Vor- wärts" bereits mitteilte, definitiv die Wiederannahme einer Kan- didatur„aus Gesundheitsrücksichten" ablehnte. Nun hat aber eben so definitiv, wie die„Rhein- und Ruhrzeitung" berichtet, auch Herr Bass ermann abgelehnt, an den man sich als den „rettenden Engel" gewandt hatte. Es ist köstlich, zu beobachten. wie die nationalliberale Presse des Wahlkreises auf alle mögliche Personen verfällt. Ein Fabriidireltor Curtius in DuiS- bürg, der im Gerüche steht, zu den sogenannten Jung-Liberalcn zu neigen, gilt der Scharfmacherklique schon nicht mehr für zu- vcrlässig genug, sind doch die Kapitalisten im Duisburger Kreise von jener Sorte des Herrcnmcnschentums, das keine Rücksicht oder sogenannte soziale Anwandlungen kennt.„Ihr sollt" oder„Ihr müßt" lautet die Unterhandlungsformel jener Herren. Und wer nicht pariert, der fliegt. Dr. Beumer war Geschäftsführer der Rhcinisch-Wcstfälischen Scharfmacher und als solcher für die Herrscher Von Kapitals Gnaden der rechte Mann in dex Wild- West-Ecke Deutschlands. Es ist erklärlich, daß das Erbe Dr. Beumers nicht jeder anzutreten bereit ist, zumal unsere Gc» nossen ein kannibalisches Verlangen danach haben, diesen Riesen- industriekreis für die fs-fSozialdemokratie zu erobern. Die Vcr- legenheit nach einem Kandidaten, der den Scharsmachern genügt, mutz wirklich groß sein, denn man bettelt bereits den„kranken" Dr. Beumer wieder an, trotz der definitiven Ablehnung. Uebrigcns scheint der Kandidatcnschmerz den gesamten bürgerlichen Kuddcl- inuddel im Kreise ergriffen zu haben. Auch der Zentrums- kandidat Ehr. Klo st will nicht mehr mitmachen. Dagegen taucht eine neue Kandidatur, nämlich eine christlich-soziale auf, der unvermeidliche Stöckerjüngling Behrens! Groß- gezogen von den Nationalliberalcn als sogenannte.königstreue" Arbeiter helfen die Christlich-Sozialen nun mit, den National- liberalen den Sarg zu zimmern. O Ironie des Schicksals! Kandidaten- Aufstellungen. Irr Frankfurt a. M. ist am Sonntag in einer außerordent- lichen. sehr stark besuchten Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins Genosse Redakteur Dr. M a x Q u a r ck als Reichstagskandidat aufgestellt worden. Der engere, sowie erweiterte Vorstand hatte die Wiederauf ftellung des früheren Abgeordneten Wilh. Schmidt, der sechzehn Jahre ununter- brochen Frankfurt im Reichstage vertrat, empfohlen. Eine Vertrauens- männersitzung trat aber diesem Vorschlage nicht bei, sondern schlug Dr. Ouarck vor. In der Generalversammlung wurde nun Genosse Ouarck mit 470 gegen 133 Stimmen— die auf Wilh. Schmidt fielen— als Kandidat nominiert. In einer Generalversammlung des sozialdemokratischen Vereins für R e u ß j. L.. die von 78 Delegierten aus 23 Orten besucht war, wurde einstimmig der bisherige Abgeordnete, Genosse E. Wurm wieder als Kandidat aufgestellt. ES herrschte eine zuversichtliche Stimmung. Für den Wahllreis Bayreuth wurde in einer Seltions- Versammlung der bisherige Kandidat, Genosse Karl Hügel, wiederum einstimmig als solcher nominiert. Als Kandidat für den Wahlkreis Nordhau sen-Grafschaft Hohenstein ist der Genosse Theodor Glocke Expedient des „Vorwärts", wieder aufgestellt worden. Im Wahlkreise Glauchau- Meerane wurde am Sonntag- nachmittag zu Glauchau in der Kreis- Generalversammlung für den 17. sachsischen Kreis der Genosse Jgnaz Auer unter leb- haster Zustimmung einstimmig wieder als Kandidat aufgestellt. In äußerst stark besuchten Parteiversammlungen wurden im IS. und 1k>. sächsischen Reichstagswahlkreise die bisherigen Reichstagsabgeordneten, Genosse N o s k e- Chemnitz für den 16. tChemnitz), Genosse Stückten- Dresden für den 1ä. Kreis (Rochlitz-Flöha), einstimmig wieder als Kandidaten aufgestellt. Es herrschte frohe Kampfesstimmung. Aus Ba d en wird uns berichtet: DieWa h lkr eisk o nferenz des 16. Kreises zu Karlsruhe, die begeisterte Stimmung zeigte. stellte am Sonntag einstimmig den bisherigen Abgeordneten Adolf Geck wieder als Kandidaten auf. Der Landtagsabgeordnete Frühauf (freisinnig) soll die ihm angetragene Blockkandidatur abgelehnt haben: Lorschlag sei der Landgerichtsrat Wiehl, ein zum Zenttum neigender„Liberaler".— Die Jungliberalen haben bis jetzt noch keine Kandidatur in Baden.-> Gen. Bebel spricht am Mittwoch in Karlsruhe(Festhalle). « Von der Wahlbewegung in der Provinz Brandenburg. Aus dem Kreise Ruppin-Templin wird uns berichtet: Die ersten 40 WO Flugblätter find verbreitet worden. Ein er- freuliches Zeichen vom Wachstum der Organisatton ist es, daß der Wahlkreis. der früher stets Hülfe von auswärts gebrauchte. diesmal die Aufgabe aus eigener Kraft be- wältigen konnte. Der Wahlverein Zeh den ick, der erst kürzlich zwei Stadtverorduetenmandate eroberte, konnte nicht nur seinen eigenen Bezirk völlig selbständig belegen, sondern noch 50 Mann an andere Bezirke abgeben. Unter den widrigsten Umständen— mehrere Genossen haben die Nacht durchwachen»iüsien, da sie in den infolge lokaler Ereignisse Lberftillten ländlichen Gastwirtschaften keine Unter- kunft fanden— haben die Braven ihre Pflicht erfüllt. Möge bei der nächsten Verbreitung der Eifer derselbe sein. Die Versammlungs'agitatton hat nrit zwei stark besuchten Ver- sammlungen zu Zehdenick und Curtschlag, in denen der Kandidat des Kreises, Genosse Kiesel sprach, begonnen. In Sorau-Forst wurde am Sonntag auf der Wahlkreis- konferenz einstimmig der Genosse Max Maurenbrecher zum Kandidaten gewählt._ LIMIiche Beglückung der armen Heiden. Da ja die ReichstagSauflösung im Zeichen der Kolonialpolitik und der„nationalen Ehtc" erfolgt ist, ist eS am Platze, wieder ein- mal einige Tatsachen aus unserem südwcstasrikanischen Kriege aus- zugraben. Die Ursache» der Eingeborenenerhebung werden durch folgendes klar erfichttich: Amtliche Prügelstrafen. Wie ausgiebig unter den Hereros geprügelt wurde, buchte ge- wissermaßen die amtliche Denkschrift für das Jahr 1302. Danach wurde nicht weniger als iu 473 Fällen die Prügelstrafe vollzogen. Namentlich im Hererogebiet wurde besonders oft geprügelt, nämlich in Swakopmund 128 mal. in K a r i b i b 87 mal und ur W i n d h u l 99 mal. Ein Herer» über das Prügelsystem. Die„Tägliche Rundschau" veröffentlichte folgenden Brief eines nach Britisch-Südafrika ausgewanderten HereroS: „Ich teile Dir mit. das Land der Engländer ist wahrscheinlich ein gutes Land, da sind keine Mißhandlungen; Weißer und Schwarzer stehen auf gleicher Stufe.... Es ist viel Arbeit und viel Geld und wenn auch Dein Vorgesetzter da ist, so schlägt er Dich nicht, aber wenn er Dich schlägt und hat das Gesetz über- treten, so wird er auch bestraft." Amtliche Statistik dcS Viehraubes. In welchem Maße die Eingeborenen ihres teuersten Besitzes, ihres Biehstandes» beraubt wurden, auch darüber gibt die Denkschrift für das Jahr 1902 Auskunft. In diesem Jahre wurde nämlich der Viehstand sämtlicher Eingeborenen in Südwestafrika aus 45 895 Stück Rindvieh, 1675 Pferde und 136 557 Stück Kleinvieh ge- schätzt. Dieser Viehbestand entfiel auf eine Gesamtbevölkerung von zweünalhunderttauiend Köpfen. Die weiße Bevölkerung betrug um diese Zeit zirka 4000 Köpfe, also den 50. Teil der Bevölkerungs- ziffer der Eingeborenen. Dieser 50. Teil besaß jedoch" 44 487 Stück Rindvieh, 3590 Pferde und 210 803 Stück Kleinvieh. Wenige Jahre zuvor wurde, gleichfalls amtlich, der Viehbestand der Eingeborenen auf 3 bis 4mal hunderttausend Köpfe geschätzt. Wer verübte die meisten Verbrechen? Nach der amtlichen Denkschrift weist die Krüuuml- statisttk für das Jahr 1302 folgendes auf: In der ganzen Kolonie wurden wegen Eigentumsvergehens Raub, Erpressung. Brand- stiftuno usw. insgesamt 516 Eingeborene bestraft, das sind 0,25 Proz. Wegen der gleichen Vergehen wurden 28 Weiße be- st r a f r, das macht bei einer weißen Bevölkerung von 4635 Köpfen 0,60 Pro,. Unter den Weißen war also die Zahl der Diebe uiw. prozeutua! mehr als doppelt so groß als unter den Eingeborenen. Noch viel schlechter schneiden die Weißen ab. wenn man die Ver- brechen und Vergehen wider die Person in Bettacht zieht. Solcher Vergehen wegen wurden 1302 ganze 17 Eiugevorenc ver- urteilt, also auf je 11 764 Personen einer. Die Zahl der wegen dieser Delikte verurteilten Weißen beträgt dagegen 10, das macht auf je 463 Personen eine Verurteilung. Wie die Händler vorgingen. In einem Vortrage machte Missionar Meyer nach der „Osnabrücker Zeitung" folgende Ausführungen: „Die Händler ließen so viel zusammenkommen, bis cS ihnen genug war und dann nahmen sie den HereroS ein Stück Land ab, denselben Leuten, die oft vier- bis fünfmal bezahlen mußten, da sie sich keine Ouittungen geben ließen, außerdem wurden ihnen viele hundert Prozent abgenommen.... Nahm man nun den Hereros ein Stück Land nach dem anderen ab— arnie ins Land gekommene Händler brachten es in kurzer Zeit zu einer Farm—, so dackre man doch seitens der Regierung nicht an die Errichtung von Reservaten." Die. K r e u z- Z e i t u n g" schrieb: „Man hat es gewissenlosen Händlern gestattet, die Unerfahren- heit und den Leichtsinn der Hereros auszubeuten.... Die Ver- schuldung bei den iveitzen Händlern war in dem letzten Jahre ins ungeheure gewachsen, ganze Dörfer waren mit allem ihrem Vieh und ihrem ganze» Grundbesitz bei ihren Gläubigern verschuldet. Wenn da? so weiter gebt, müßte das ganze Volk in kürzester Frist zu einem besitzlosen Proletariat herabsinken...." In der Zeitschrift„Die deutsche Kolonie" heißt eS in einem Briefe a»S Ontja vom 27. Januar 1904: „Die meisten Händler sollen ermordet sein und kann man hierin nur einen nicht unberechtigten Racheakt der Eingeborenen sehen, die sich den unerhörten Vergewaltigungen und Brand- schatznugen der Händler widersetzten. Die Händler... meist tief verschuldetes, banterottes Gesindel... plünderten die Eingeborenen systematisch aus... Jeder Händler hat genommen, was er hat fassen können, so hat z. B. ein Händler im November von einer Werst für 23 000 M. an Vieh weg« gettieben." Der Präses der Rheinischen Missionsgesellschaft Missionar Thiel I schrieb im„Reichsboten": „Das ihnen(den Hereros) als Reservat zugedachte Land ist so klein und ungelegen gewesen, eine fast wertlose Wüste in den Augen der Hereros. Dazu kam der Verdacht, sie sollten dort ein- gepfercht werden und ihres übrigen Landes für immer verluftig gehen." Missionar Dassel erklärte über die Ursache des Herero- ausstaudes das Folgende: „Bierfünftel ihres Landes habe mau den HereroS abgenommen. Es fehle den dortigen Weißen vielfach an Selbstzucht, man sei gleich bereit, seine sittliche Laxheit mit der sogenannten Tropen- krankheit zu entschuldigen. Die Missionare wüßten nichts von jener Tropenkrankheit. Es gäbe aber schwache Naturen, bei denen sich die sogenannte Tropenkraukhett auch am Nordpol einstellen würde." Das„christliche" Strafgericht. Nach der Darstellung des Generalstabes betrug die Zahl der am Waterberg konzentrierten Hereros 50 000 bis 60 000 Köpfe, darunter 6000 mit modernen Gewehren Bewaffnete. Diese Massen wurden, ttotzdem ihnen nur 1500 Mann mit 30 Geschützen und 12 Maschinen- gewehren gegenüberstanden, geworfen und zur Flucht in die Wasser- lose Sandwüste der Omaheke abgedrängt. Die deutschen Verluste bettugen 26 Tote und 60 Verwundete. lieber die Verluste der Hcrcros berichtet die„Kreuzzeitung": „Die Widerstandskrall der Hereros war völlig gebrochen, wie die am 13. beginnende Verfolgung zeigte. Die Szenen, die sich hierbei den verfolgenden Trilppen boten, spotteten jeder Be- schreibung. Das Sttafgericht, das über die HereroS verhängt war, hatte seinen Anfang genommen und sollte in den Sandwüsten der Omaheke, wohin sich ihre Flucht wandte, sein Ende finden. Eine monatelnnge eiserne Absperrung vollendete es. Die Berichte der deutschen Pattouillcnführer geben erschütternde Bilder davon. So berichtet Oberleumant Graf Schweinitz von seinem Ritte: „Von Oudown ab bezeichnete eine im Omuvamba anS- getretene Fußspur, neben welcher Menschenschädel und Gerippe und Tausende gefallenen Viehes, besonders Großviehes, lagen, den Weg, den anscheinend die nach Nordosten enttvichenen HereroS genommen haben. Besonders in den dichten Gebüschen am Wege, wo die verdurstenden Tiere wohl Schutz vor den versengenden Sttahlen der Sonne gesucht hatten, lagen die Kadaver zu Hunderten dicht neben- und übereinander. An vielen Stellen war in 15 bis 20 Meter tiefen, aufgewühlten Löchern vergeblich nach Wasser gegraben... Alles läßt darauf schließen, daß der Rück- zug ein Zug des Todes war..." In den: Berichte eines anderen Mitkämpfers heißt es: „Die mit eiserner Sttenge monatelang durchgeführte Ab- sperrung des Sandfeldes vollendete das Werk der Vernichtung. Die Kriegsberichte des Generals v. Trotha aus jener Zeit ent- hielten keine Aufsehen erregenden Meldungen. DaS Drama spielte sich auf der dunklen Bühne deS Sandfeldes ab. Aber als die Regenzeit kam, als sich die Bühne allmählich erhellte, und unsere Patrouillen bis zur Grenze des Beffchuanalandes vorstießen, da enthüllte sich ihrem Auge das grauenhafte Bild verdursteter Heercszüge. Das Röcheln der Sterbenden und das Wutgeschrei des Wahnsinns... sie verhallten iu der erhabenen Stille der Unendlichkeit!" Das Strafgericht hat sein Ende gefunden. Die Hcreros haben aufgehört, ein selbständiger Volksstamm zu sein." Zehntausende haben damals im Fieberwahnsinn des Verdurstens ihr Leben in der Omaheke ausgehaucht I Sie konnten nicht zurück infolge der„monatelang durchgeführten eisernen Umklammerung". Trotha, der„große General", harte ja den Befehl gegeben, jeden Herero, ob bewaffnet oder unbewaffnet, niederzuschietzen, auch Frauen und Kinder sollten durch Flintenschüsse über die Köpfe weg wieder in den Tod des Verschmachtens zurückgetrieben werden I pdftifcke Qeberficbt. Berlin, den 24. Dezember. Bülowfche Mehrheitskombinationen. Als der Reichstag aufgelöst wurde, überschlug sich die frei- sinnige Presse in patriotischen Phrasen. In naiver Verkennung der Beweggründe, welche die. Regierung zur Auslösung des Parlaments und zur plötzlichen Auflehnung gegen die jahrzehntelang willig er- tragene„Nebenregierung" des Zentrums bestimmten, sah sie das Morgenrot der liberalen Aera aufflammen und glaubte tatsächlich in ihrer kindlichen Herzenseinfalt, die jetzige Regierung, die spezifische Interessenvertretung der Großagrarier, gedenke dem „liberalen Gedanken" Konzessionen zu machen. Selbst ein Ministerium Bülow-Posadowsky-Schrader erschien ihr in das Be- reich der Möglichkeit gerückt. Soweit noch politische Urteilsfähigkeit im heutigen Freisinn steckt und die kleinen Tages- und Fraktions- fragen das Verständnis für die politischen und wirtschaftlichen Zu- sammenhänge noch nicht völlig erstickt haben, tritt jedoch allmählich in einem Teil der freifinnigen Kreise eine gewisse Ernüchterung ein. Nachdem schon alsbald nach der Reichstagsauflösung Herr Barth vor optimistischen Hoffnungen auf eine„liberale Aera" ge- warnt hatte, schreibt heute auch das„Verl. Tagebl.": „Was war denn die Veranlassung der Auslösung des Reichs- tages? Doch nichts anderes als der Uebermut des Zentrums, das bei den Kolonialforderungen eine Kraft- probe machen wollte. Die Reichsregierung sah ein, daß sie allen Kredit verloren hätte, wenn sie sich auch in diesem Falle unter das Zentrumsjoch ducken würde, und zog es vor, den Reichstag nach Hause zu schicken. Sie konnte das um so eher wagen, als sie in dem entscheidenden Augenblicke die liberale Linke, die gleichfalls nicht mehr nach der Zentrumspfeife tanzen wollte, auf ihrer Seite sah. Das Zentrum hatte es trotzdem mit Hülfe der Polen und Sozialdemokraten auf eine Mehrheit gebracht, aber diese Mehrheit war so gering, daß die Hoffnung nicht aus- geicklossen erschien, sie durch einen übrigens völlig verfassungs- mäßigen Appell an das Volt in eine Minderheit zu verwandeln. Deshalb kann es sich für den bevorstehenden Wahlkampf auch um keine andere Aufgabe handeln, als das Zentrum aus seiner Stellung als herrschende Partei herauszuwerfen. Alles andere, was cS auch � sei. müßte diesem obersten Zwecke untergeordnet werden." Das Mossesche Blatt führt dann aus, wie in Konsequenz dieser Aufgabe die Regierung und die nationalliberale Partei vor allem eine Verminderung der Zentrumsmandate erstreben müßten, und fährt dann fort: „Aber das will offenbar die Regierung gar nicht. Alles, waS sie erstrebt, ist offenbar die„Möglichkeit einer zweiten M c h r h e i t s k o m b i n a t i o n", die sich aus den liberalen und den konservativen Parteien zusammensetzen soll. Einer zweiten Mehrheitskombination, wohlgemerkt! Die erste Mehrhcits- kombination. die aus dem Zentrum und den konservativen Parteien bestehen würde, soll nicht angetastet werden. Das ist eine schwächliche Halbheit, ja, das ist fast schon die Verleugnung der ursprünglichen Wahlparole. Denn das Zentrum würde ja dann doch unentbehrlich sein, es wäre nur nicht mehr nötig, wenn es sich um die Forderungen für die Kolonien handelte, da die liberalen Parteien hier helfend einspringen würden. Sonst bliebe alles beim alten. Glaubt die Regierung ernstlich, daß sich die Liberalen mit dieser Aschenbrödelrolle, die ihnen nur die Aufgabe läßt, die nationalen Erbsen aus der heißen Asche zu sammeln, zufrieden geben würden? Wenn man sie haben will. dann müssen sie auch etwas zu sagen haben, nicht bloß in den sogenannten nationalen Fragen, sondern auch in Fragen der Kultur und der WirtschaftSsidlikir. Der ganze Kurs muß ins liberale Fahrwasser geleitet werden. Man kann nicht nach rechts und nach links zugleich hinken." Auch diese Ausfassung schwebt noch immer in der Luft und rechnet mit Absichten der Regierung, die diese niemals gehabt hat; aber sie bekundet wenigstens insofern einen Fortschritt, als sie an- erkennt, daß das Ministerium Posadowsky-Schrader eine Illusion ist. und die Regierung lediglich den Zweck verfolgt, eine„zweite Mehrheitskombination" zu erhalten. Allerdings über den Charakter dieser Mehrheitskombination täuscht sich das„Berk. Tagebl." noch immer, da es von ganz unrichtigen Boraussetzungen ausgeht. Die Annahme z. B.. daß die Regierung nicht mehr nach der„Zentrumspfeife" tanzen und sich dieser Nebenregierung ent» ziehen will, ist ganz falsch. Die Bülowsche Regierung hat nie etwas gegen„Nebenregierungen" an sich einzuwenden gehabt. Ebenso wenig wie gegen die„Nebenregierung" der A r end t- Ka rdo rff- C l i q u e in der Peters» Affäre hat sie sich jemals gegen die Neben» regierung der Junker gewendet; obgleich diese sich nicht nur auf eine Beeinflussung einzelner Reichsämtcr beschränkte. sondern stets im stärksten Maße mit höfischen In- tri gen, z. B. noch jüngst beim Konflikt Bülow-Podbielski, ge- arbeitet und sich niemals gescheut hat, in Fällen, wo sie ihren Willen durchsetzen wollte, sogar den ihrer Fahne folgenden Teil der preußischen Bureaukratie gegen die Regierung mobil zu machen« wie in der Frage des Mittelland-Kanals. In allen solchen Fällen hat Bülow nie gegen die agrar- konservative..Nebenregierung", selbst wenn diese, wie beim Kampf um den Rhein-Elbe-Kanal, offen zur Rebellion aufrief, ernstlich Front gemacht, sondern sich willig unter das„kaudinische Joch" der Agrar-Konservativen gebeugt, und zwar trotzdem der Kaiser fein Ehrenwort für die Erbauung de? Kanals verpfändet hatte. Ja, die Regierung hat ihre sklavische Unterordnung unter die„Nebenregierung" der Konservativen sogar soweit getrieben, daß sie die aufsässigen Beamten die Treppe zu höheren Würden hinaufbeförderte. Und ebensowenig hat jemals Bülow gegen die reakttonäre Beeinflussung der Regierung durch das Zentrum bei den Zollkämpfcn der Jahre 1901/02. noch gegen die Verneigung des Kultusministeriums vor der klerikalen Hierarchie und die Kaiserfahrten nach deutschen Abteien und Bischofssitzen etwas ein- zuwenden gehabt. Diese Arten der„Nebenregierung" des Zentrums dünkte ihm vielmehr ganz legitim. Sein vaterländisches Herz geriet e r st dann in patriotischen Zorn, als das Zentrum sich aus Rück- ficht auf einen Teil seiner Wählerschaft, der aus Arbeitern, Klein- bürgern und Bauern besteht, nicht völlig den weltpolitischen Reden der Regierung resp. des Kaisers fügte. Deshalb erstrebt die Regierung auch nicht für das Gesamt- gebiet der Politik eine zweite Mehrheitskombinatton, sondern nur für ihre Weltpolitik. Für die Wirtschafts- und Steuerpolitik will sie keine andere Kombination als die bisherige, und hält sie auch keine andere für möglich, denn jedes, auch das geringste Zugeständnis an den Liberalismus auf diesem Gebiet würde sofort die Agrar-Konservativen in dieselbe Rebellion treiben, die sie sich in der Kanalvorlage geleistet haben. Eine konservativ- liberale Mehrhcitskombination kann nur solange dauern, als der Liberalismus auf jede liberale Forderung verzichtet und sich be- dingungslos den Ansprüchen der Agrar-Konscrvattven unterwirft. Sobald die liberalen Parteien auch nur die kleinste liberale Kon- zesston verlangen würden, hätte auch schon die konservativ-libcrale Kombination zu bestehen aufgehört. Aus diesen Gründen existiert die Möglichkeit eines liberalen Re- giments auch nur in den Köpfen liberaler Phantasten. Die Regierung weiß, daß eine liberal-konservative Kombination, soweit die innere Politik in Betracht kommt, nicht existenzfähig ist; sie will deshalb in Betracht kommt, nicht existenzfähig ist; sie will deshalb auch diese Kombination nur für ein ganz be- stimmtes politisches Gebiet: für die Welt- und Kolonialpolitik. Die Wirtschaftspolitik soll wie bisher mit Hülfe des Zentrums nach agrarischem Rezept betrieben werden; nur dann, wen» das Zentrum bei den Kolonial- und weltpolitischen Forderungen die Gefolgschaft versagt, möchte die Regierung die Möglichkeit haben, die Freisinnigen aushülfSweise heranzuziehen, um ihre imperialistischen Pläne durch- zusetzen. Tatsächlich dient also der Freisinn damit, daß er sich in die ihm von der Regierung angewiesene Rolle schickt und den Kon- servativen und Nationalliberalen bei den Wahlen Schleppdienste zu leisten gedenkt, nur der Reaktion. Es ist deshalb geradezu lächerlich, wenn freisinnig-volksparteiliche Blätter für ein Zusammengehen der nationalen Parteien plädieren und zugleich über.ihre Befeindung durch � die sozialistische Presse klagen. Für die sozialdemokratische Arbeiterpartei ergibt sich aus der gegebenen Situation die Aufgabe, soweit ihre Kräfte reichen, sowohl die Bildung einer neuen konservativ-klerikalen Mehrheitskoalition für die Fortsetzung der bisherigen reaktionären Wirtschaftspolitik. als auch die Bildung einer liberal-konser» vativen Koalition zur Durchführung der weit- politischen Projekte der Regierung zu ver- hindern.—_ Absolutismus. Die„Norddeutsche A llgemeine Zeitung" kommt aus dem„Dementieren" gar nicht mehr heraus. Bald muß sie Kai sc rw orte kommenttercn, bald dem biederen Freisinn die gewünschte Versicherung geben, daß die Regierung nicht im Traume Staats st reichgedanken hege, bald wieder muß sie erklären, daß so etwas wie Absolutismus in Deutschland nicht vor- Händen sei. So schreibt sie in ihrer Sonntagsnummer: „Die„Kölnische Volkszeitung" und sozialistische Blätter wiederholen in den verschiedensten Wendungen die Agitattons- Phrase vom Kampfe gegen den„Absolutismus". ES handelt sich hier um ein Schlagwort ohne jeden tatsächlichen Gehalt, mit dem man auf den Wähler nur dann Eindruck zu machen vermag, wenn man ihn über das Wesen des ver- fassungsmäßigen Lebens im Deutschen Reiche im Dunkeln läßt. In Wahrheit ist im Bundesstaate Deutschland bei der Verteilung der Gewalten, wie die Versaffung sie vorsieht, für eine Be- tätigung des AbsolutiismuS kein Raum ge- lassen; ebensowenig Raum allerdings für d!ie Einrichtungeinerparlamentaris ch en F r ak tionS- Herrschaft. Nicht ans Anschauungen, die dem„fürst. tichen Absolutismus vergangener Jahr» hunderte" angehörten, ergab sich der einstimmige Beschluß des Bundesrats über die Notwendigkeit der Auflösung de? Reichs. tags, sondern aus der patriotischen U eb e r z e ug u n g. daß Fragen der Wafsenehre und deS nationalen Ansehens nichtzum Spielball von Parterinter- essen werden dürfen." Dies Dementi wird allenthalben gebührende Heiterkeit erwecken. Es ist Mnz in dem Stile B ü l o w s gehalten, der ungefähr das- selbe bereits in der ReichStagssitzung vom 20. Januar 1903 sagte. Nur daß er damals noch einen seiner Trümpfe mit den Worten ausspielte' ..Absolutismus ist wie kein deutsches Wort, so keine deutsche Einrichtung,- Absolutismus ist ein asiatisches Gewächs." Drei Jahre später machte Fürst Bülow bei sich eine Anleihe «nd entdeckte, daß das Wort„Kamarilla" ein F r e iil d w o r t sei, daß es also bei uns in Deutschland so etwas wie eine Kamarilla nicht gebe! Darin allerdings müssen wir der„Nordd. Allg. Ztg." recht geben, daß es bei uns einen„fürstlichen Absolutismus Der- gangener Jahrhunderte" nicht mehr gibt. Wir besitzen ober einen modernen Absolutismus. Der Absolutismus ist heute das Instrument der einflußreichsten Schichten der herrschenden Klasse, der Junker und Schlotbarone. Er ist das, ob er es sein will oder nicht! Haben nicht die Junker bei der Kanaworlage der Regierung ihren Willen ausgezwungen? Hat nicht die Aera Ca p r i v i, die den Zoll- und Brotwucher milderte, der Hochschutz- zöllnerischen Sippe der Junker und Schlotbarone weichen müssen? Die isolierte Krone war natürlich absolut ohnmächtig, das weiß ja gerade die Sozialdemokratie am besten, die seit jeher alle Utopien eines„.sozialen Königtums" mit beißenden Spott zurückgewiesen hat! Törichte Flausen sirtd dagegen die Phrasen des offiziösen Blattes von der„patriotischen Ueberzeugung", der„Waffenehre" und dem„nationalen Ansehen", die angeblich die Regierung zur Auflösung des Reichstages gezwungen haben. Ist es nicht eine empörende Beleidigung, der Mehrheit der Nation das Verständnis für wahrhafte nationale Ehre einfach abzusprechen?! In dieser dreisten Ueberhebung zeigt sich eben der Pferdefuß unseres modernen Absolutismus! Zudem hat ja der Reichskanzler in der denkwürdigen Schlußsitzung des aufgelösten Reichstages seine Krisen- d r o h u n g, die er am Schlüsse der Debatte verwirklichte, damit begründet, daß sich die Regierung von dem Parlamente und den Parteien keine Borschriften in ihrer Kolonialpolitik machen lassen könne. Tos ist die Kriegserklärung des modernen Absolutismus an das Boll! Und diesem Absolutismus wird das Volk am 25. Januar die verdiente Lektion erteilen!— *•* Deutfebes Reich* Ausgewiesen am Weihnachtsfest. Das Sozialistengesetz ist seit sechzehn Jahren gefallen; doch so manche Episode aus jener Zeit lebt noch immer in der Erinnerung der Genossen, die damals in Reih' und Glied mitgcfochten haben. Heute, am 25. Dezember 1906, sind es 20 Jahre her, daß der preußische Staat der Sozialreform eine Reihe tapferer Genossen aus Frankfurt a. M. ausgewiesen hat. Gerade das Weihnachtsfest, das Fest der„christlichen Liebe", an welchem von allen Kanzeln herab die Engelsbotschaft des Lukas-Evangeliums verkündet wird, hatten sich die Regierungen, um die Verfolgten besonders hart zu treffen, zu ihrem Ausweisungsbefehl ausersehcn. Am sogenannten „Heiligen Abend" wurde einer Anzahl in der Agitation tätiger Genossen unter Androhung der Zwangsvorführung die Vorladung überreicht, am nächsten Vormittag auf dem Polizeiamt zu erscheinen. Form und Art der Vorladung ließen keinen Zweifel, daß es sich um die Ausweisung aus Frankfurt handle, und tatsächlich wurde denn auch am nächsten Tage den Betroffenen, darunter den Ge- Nossen Schmidt, Sabor, Fleischmann, Conradi, Gehr, Schäfer, Neu, Kurz, Weber, eröffnet, daß sie aus dem Bereich des kleinen Be- lagerungszustandes ausgewiesen wären, und alsbald Frankfurt zu verlassen hätten. Bismarcks Staatsstreichspläne. Der bekannte Amtsrichter W. Kulemann bestätigt in einem Artikel in der„Frankfurter Zeitung" die Delbrückschen Eni- hüllungen über die Bismarckschen Staatsstreichspläne im Jahre 1890. Auf Grund seiner Tätigkeit in der Kommission zur Be- ratung des Sozialistengesetzes, durch die er in den Mittelpunkt der parlamentarischen Verhandlungen gestellt gewesen sei, und bei denen er bei vertraulichen Besprechungen mit Abgeordneten und Ministern manches erfahren habe, was der Oeffentlichkeit vorenthalten ge- blieben sei, habe sich ihm die Ueberzeugung aufgedrängt, daß Bis- marck den festenWillen gehabt habe, den ungesetzlichen Weg zu betreten, um zum Staats st reich zu schreiten. Daß Bismarck damals die Beseitigung der geheimen. Abstimmung beabsichtigt habe, werde ja auch von den Blättern zugegeben, welche im übrigen die Delbrückschen Behauptungen be- stritten. Aber Bismarck habe nicht nur eine Wahlrechtsänderung � auf parlamentarischem Wege erstrebt, sondern direkt auf die Verfassungsverletzung, den Staatsstreich im buch- stäblichsten Sinne des Wortes hingearbeitet. Die Enthüllungen der Delbrück und Kulemann besitzen gerade l auch für die gegenwärtige Situation das aktuellste Interesse. Auch I gegenwärtig handelt es sich um die Bedrohung des gegen-, wärtigen Reichstagswahlrechts l Und es gibt nur, eine Partei, die prinzipiell auf dem Boden des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts steht: die Sozialdemo- i trabie. Wer deshalb das gegenwärtige Reichstagswahlrocht aufrecht> erhalten wissen und dem demokratischen Fortschritt, dem Selbst-> bestimmungsrecht der Masse des Volkes nicht nur im Reiche,< sondern auch in den Einzel st aaten und Kommunen eine> Gasse gebahnt sehen will, der darf nur einen sozialdemokratischen> Kandidaten wählen!_ Nochmals der Fall Dominick. j Man schreibt uns: Der Fall Dominick, von dem das Kolonialamt nichts wissen] wollte, dürfte wahrscheinlich erwiesen werden. Wenige Tage nach( der Debatte am 4. Dezember machte ein höherer Kolonialbeamter. gegenüber drei Reichstagsabgeordneten das Zu- I g e st ä n d n i s, daß die Schuhtruppe unter dem Befehl des Ober- � ieutnants Dominick einige fünfzig Kinder in Körbe gebunden und j die Nachtigallschnellen hinunter habe schwimmen lassen, wobei sie sämtlich ertranken. j Die Namen des betreffenden Kolonialbeamten und der Reichs-• tagsabgeordneten werden im nächsten Reichstag öffentlich mitgeteilt, werden., Im Fall Scheumann sind für eine Untersuchung die Zeugen> genannt. Es ist höchst wahrscheinlich, daß man in Kamerun alles, aufbietet, trotz Dernburg. um die Vorkommniffe zu leugnen oder möglichst abzuschwächen, wie das unter Herrn v. Pnttkamer schon geschehen ist, aber es besteht die große Wahrscheinlichkeit, daß dieses- mal Zeugen erstehen, die mehr Ivisscn als der Kolonialverwaltung! lieb ist. DiebürgerlichePresse wird guttun, nicht I zu früh zujubeln._ 1 Ein Dämpfer für die Zentrumsarbeiter. Mehr Arbeiter in die Parlamente!— das ist seit langer Zeit das Begehren der katholischen Arbeiter, die an- � fangen, sich der traurigen Rolle bewußt zu werden, die sie beim* Zentrum spielen. Als Wähler sind sie dieser Partei gut genug,. 5 aber nicht als Gewählte. Deshalb sitzt Herr Giesberts als einziger Arbeiter in der Reichstagsfraktion, und Herr Brust als einziger Arbeiter in der preußischen Landtagsfraktion des Zentrums. In den letzten Wochen hat die„Westd. Arbeiter-Zeitung"(M.-Gladbach) mehrfach auf die Notwendigkeit der Arbeiterkandidaturcn hinge- wiesen; noch in ihrer letzten Nummer erschien ein solcher Artikel, worin es hieß:„Wir stehen plötzlich vor neuen Reichstagswahlen und es wird in wenigen Wochen die Entscheidung darüber fallen, ob mehr Arbeiter in die bürgerlichen Partei- fraktionen des Reichsparlaments einziehen werden. Soll dieses Ziel angestrebt werden, dann muß ohne jeden Zeit- Verlust das Notwendige geschehen." Das Zentrum zeigt sich aber gar nicht so eilig, diesem Ver- langen nochzukommen. Statt dessen bringt die„Kölnische Volkszeitung" in ihrer Sonntagsnummer einen Artikel„von einem früheren Reichstagsabgeordneten", der zwar über die Aus- wähl geeigneter Kandidaten ein Langes und ein Breites, aber über die Frage der Arbeiterkandidaten desto weniger bringt. Der Artikel, der die Ueberschrift trägt:„Nur keine Kirchturms- Politik!" meint: die Fraktion solle das getreue Abbild des ge- samten Volkes darstellen und deshalb Vertreter aller Berufsgruppen haben, aber es sei deshalb nicht notwendig, daß in überwiegend landwirtschaftlichen Kreisen bloß Landwirte, in industriellen Kreisen bloß Arbeiter gewählt würden; es komme auch nicht auf die Zahl der Vertreter einer bestimmten Berufsgruppc an, sondern„vielmehr auf Tüchtigkeit, Klarheit und die Gabe, die anderen Mitglieder und Reichstag und Regierung für die betreffenden Anschauungen zu gewinnen". Dieser Gedanke wird dann des weiteren dahin ausgeführt, daß man sich>>r der Ueberschätzung solcher Interessenvertretungen hüten solle; man könne nicht bloß mit Handwerkern, Landwirten, Arbeitern usw. Zcntrumspolitik treiben; die Kämpfe, die das Zentrum groß gemacht hätten, seien von Juristen, Geist- l i ch e n usw. geführt worden. Die Fraktion bedürfe junger frischer Kräfte, aus denen sich noch etwas machen lasse...„Im übrigen" — so schließt der Artikel—„soll man den Kandidaten in erster Linie darauf prüfen, welche Dienste er der Fraktion leisten wird, nicht wessen Stammes und Stan- des er i st." Die katholischen Arbeiter fordern Vertreter ihrer Klasse als Abgeordnete; das führende Zentrumsblatt am Rhein lehrt sie, daß solche„Interessenvertretungen" vom Uebel, daß Geistliche und Juristen die Männer seien, die das Zentrum groß gemacht haben. Es wird also im Zentrum beim alten bleiben: die Arbeiter dürfen die Grafen und Barone, die Prälaten und Advokaten, die ihnen als ihre Vertreter angewiesen werden, wählen, sie selber aber haben keinen Zugang zu den Parlamenten. So will es das Zentrum, die sogen.„Volkspartei". Aufreizung zu Gewalttätigkeiteu. Gar reichlich sind die Gefängnisstrafen während der Wahl- rechtsbewegung auf unsere Genossen herniedergeregnet, weil sie das Volk zur Erringung größerer Rechte aufgefordert haben. In dem von uns am Sonnabend veröffentlichten Erinncrungskalender ist eine kleine Blütenlese davon nachzulesen: Lobe- Breslau ein Jahr Gefängnis; H e i n i g- Leipzig 1 Jahr 9 Monate Gefängnis; K r e s s i n- Leipzig 6 Monate Gefängnis usw. usw. Alles wegen angeblicher Aufreizung zu Gewalttätigkeiten oder anderer damit in Zusammenhang stehender Verbrechen. Inzwischen haben andere Leute ganz ungeniert zu wirk- lichen Gewalttätigkeiten aufgefordert und lassen sich auch weiter in diesem Vergnügen nicht stören. So sagte der bekannte Herr von Oldenburg- Januschau kürzlich in einer Versammlung des Bundes der Landwirte zu Könitz: „Wenn die Landtage durch das allgemeine Wahlrecht gewählt werden, ist jeder Konflikt und jeder Zusammenstoß durch dieses molsche Nachgeben auf die Bajonette getrieben, und zwar auf die preußischen. Und das ist die große Gefahr, die das Reich bedroht. Hier gibt es kein anderes Mittel als die rohe Ge- walt, während uns durch Bismarck eine Menge Mittel zur Ver- sügung standen, die allmählich zerronnen sind. Und das ist es, was das Deutsche Reich zur Diktatur treibt." „Molch" ist ein sehr derber ostpreußischer Provinzialausdruck und bedeutet etwa so viel wie: ganz und gar verlottert und verderbt. Gewiß liegt uns nichts ferner als der Wunsch, Herrn von Oldenburg wegen dieser Aufreizung etwa zu einem Jahr Gefängnis verdonnert zu sehen. Es wird ihm auch nichts passieren, deshalb ist es wertvoll, von Zeit zu Zeit dem Volke zu zeigen, was in Deutschland der eine sagen darf und der andere nicht. Die Gewerkschaften im Wahlkampf. Die»Kölnische Volkszeitung" hält sich darüber auf, daß die Presse der freien Gewerkschaften in der gegenwärtigen Wahl- bewegung offen für die sozialdemokratische Partei eintritt. Partei und Gewerkschaften, so meint das Blatt, bekundeten hier wieder einmal, daß sie eins seien. Es wäre zu verwundern, wenn'eS anders wäre. Wenn irgendwo, dann ist es im gegenwärtigen Wahlkampfe geboten, daß Partei und Ge- werkschaften eins sind; gilt es doch den Gegner zu bekämpfen, der beide bedroht: die große reaktionäre Masse, deren Kerntruppen die Lebensmittelwucherer und Scharfmacher find, samt ihrem Anhang von weltpolitischen Abenteurern, schleichenden Hintertreppenpolitikern und Volks- und Arbeiterfeinden jeder Art. In derselben Nummer teilt übrigens die„Kölnische Volks- zeifaing" mit, daß dieser Tage in Düsseldorf eine zahlreich besuchte Versammlung christlicher Arbeiterführer getagt habe, worin die gegenwärtige politische Lage besprochen und zur Reichstagswahl Stellung genommen wurde. Einmütig, so heißt es, gelangte man zu dem Ergebnis, daß bei dem diesmaligen Wahlkampfe alles aufgeboten werden müsse, damit auch im neuen Reichstage die Zentrums- Partei mindestens wieder die seitherigen Plätze besetze. Wenn es christlichen Gewerkschaftsleuten recht ist, eine gemein- same Aktion zugunsten des Zentrums zu unternehmen, sollte es dann den Organen der freien Gewerkschaften nicht billig sein, für die Sozialdemokratie einzutreten— umsomehr als die Sozialdemokratie sich bisher als eine wirkliche und ehrliche Arbeiterpartei erwiesen, das Zentrum jedoch die Arbeitersache bisher stets nur noch ver- raten hat.—_ Polenpolitik. Bei sechs Landgerichten des Regierungsbezirks Posen sowie bei den Landgerichten Thorn und Graudcnz sind biö rund 250 Straf- Prozesse, die mit dem polnischen Schulstreik zusammenhängen, an- hängig gemacht worden._ Eine christliche Rebellion. Im bayerischen Zentrumsturm scheint sich ein kleiner Ritz auf- zutun. Die christlichen Arbeiter und Staatsbedienstcten rebellieren. In ihren Reihen ist eine große Mißstimmung eingerissen darüber, daß das Zentrum keine Lust zeigt, der Forderung der christlichen Arbeiter auf Einräumung einer Anzahl LandtagSmandate bei den bevorstehenden Landtagswahlen entgegenzukommen. Während für zahlreiche Beamte Kandidaturen gefunden worden sind, besteht sogar die Absicht, den bisherigen Landtagsabgeordnetcn Schirmer, den Renommicrarbeiter der Zentrumspartei im Landtage, abzu- sägen. Die Christlichen wollen zu dieser„empörenden" Behandlung Stellung nehmen; es ist sogar schon der Vorschlag laut geworden, bei den Wahlen einfach„Gewehr bei Fuß" stehen zu bleiben. Von München aus wurde im ganzen Lande ein Rundschreiben ver- sendet, indem diesem Vorschlage gegenüber zunächst reiflichste Ueberlegung empfohlen wird, obwohl gesagt werden müffe, daß, wenn Beamte, Bauern oder Gewerbetreibende keinen Vertreter aus Arbeiter- oder Bedienstetenkreisen wählen wollen, sie auch das Um- gekehrte nicht verlangen könnten. Dennoch würde die Durch- führung eines anderen Vorschlages, eine Stimmenzählung durch das ganze Land vorzunehmen, noch eher zu erwägen sein. Es müßte ein bekannter Arbeiterführer aufgestellt und auf diesen die Stimmen der christlichen Arbeiter und Bediensteten in allen Wahl- kreisen vereinigt werden. Die christlichen Organisationen werden ersucht, die Sache zu besprechen und ihre Ansicht nach München mit- zuteilen. Es mutz sich erst zeigen, ob die christlichen Arbeiter endlich zur Einsicht gelangen, daß sie vom Zentrum nur als Stimmvieh be- nützt werden, daß dieses gar nicht daran denkt, die rein agrarische, arbeiterfeindliche Politik, die es stets im Landtage ausgeübt hat, aufzugeben. Die Arbeiter, die ihre Jntereffen im Parlamente wirklich vertreten sehen wollen, wählen sozialdemokratisch.~ Typhus und Ruhr in Südwrstafrika. Amtlich wird gemeldet: Ein Telegramm aus Windhuk meldet: An Krankheiten ge- starben: 1. Gefreiter Kurt Krumpöck, geboren am 11.7.84 zu Dresden, am 17. Dezember d. I. im Lazarett Kcetmanshoop an Tvphus und Lungenentzündung. 2. Reiter Joseph Ketterer, geboren am 15. 3. 82 zu Jach, am 16. Dezember d. I. in der Kraiikcnsammelstelle llhabis an Ruhr. Ferner: Reiter Fran: Nikolaus, geboren am 25. 7. 84 zu Soweidcn, infolge Unglücks- falles am 19. Dezember d. I. bei Narudas Süd durch von Klippe abgcpralltcs Geschoß leicht verwundet. Fleischschuß linke Gesäßhälfte.— Husland. Norwegen. „Russische Justiz" nennt„Sozial-Dcmokraten" mit Recht einige Strafurteile, die am 22. Dezember in Stavangcr gegen Personen gefällt wurden, die in diesem Frühjahr an einer Demonstration teilnahmen. Drei Angeklagte wurden zu IM; Jahren Gefängnis, einer zu Ilä Jahren, zwei zu einem Jahr und die übrigen 17 An- geklagten— bis auf 3, welche freigesprochen wurden— zu Gefängnisstrafen von 21 Tagen bis zu 9 Monaten verurteilt. Die Demonstration hatte sich gegen den Betriebschef in Stavanger, Oberst Diesen, gerichtet, der früher einmal von der Bevölkerung aus Kristianssund vertrieben worden war und dann nach Stavanger versetzt wurde. Hier machte er sich wiederum ver- haßt. Einige Kriegsgerichtsurteile, durch die er, der allgemein als schuldig galt, freigesprochen, die Rekruten aber, die den Machtmißbrauch und die Rachsucht Diesens der Presse ge- schildert hatten, verurteilt wurden, gaben den letzten Anstoß zur Demonstration, bei der ein paar Fensterscheiben eingeworfen, aber sonst keinerlei Schaden verursacht wurde. Alle Blätter verurteilten das Verhalten des Obersten; jetzt sucht man freilich die tulmultuari- scheu Auftritte als eine Frucht der sozialistischen Agitation hin- zustellen, obwohl die ganze Bevölkerung Stavangers, ohne Rücksicht auf irgendwelche Parteirichtung, an der Demonstration teil- genonimen hat. Treffend bemerkt„Sozial-Demokratcn", daß die Urteile auf- rührischer wirken werden als der„Aufruhr", der durch sie bestraft werden soll.— China. Tie Hungersnot in China nimmt wieder entsetzliche Dimensionen an. Wie ein Telegramm aus Washington vom 24. Dezember meldet, hat Präsident Rooscvelt einen Aufruf er- lassen, in welchem er zu Geldsammlungen für die von Hungersnot betroffene chinesische Bevölkerung auffordert. Er teilt darin auch mit, daß er die Absicht habe, im Kongreß einen Antrag zu stellen. die Regierung zu bevollmächtigen, Nahrungsmittel nach China zu senden.— Letzte JVaebnebten und Depefeben, Wer muckst— fliegt. Hamburg, 24. Dezember.(W. T. B.) Die Offiziere der deutschen Ostafrikalinie, der Woermannlinie, der Dampfschiffahrts- gesellschaft Kosmos, der Levantelinie, der Deutsch-australischen Dampfschiffsgesellschaft, der Nordost-Rcedereien und anderer, haben jetzt zum größten Teile ebenfalls ihren Reedereien erklärt, daß sie eine Einmischung der Reeder in ihre Bereinsangelegenhciten zurückweisen. Die Offiziere der Hamburg-Südamerikanischen Dampfschiffahrtsgesellschaft haben an die Reedereien ein gemein- sames Schreiben gerichtet mit der Mitteilung, daß sie nicht gewillt seien, sich in ihre persönlichen Angelegenheiten hineinreden zu lassen und als solche gelte ihnen die Mitgliedschaft des Kapitän- Vereins. Infolge des Verhaltens der Offiziere sind bei der Woermannlinie dreißig, bei der Ostafrikalinie acht Offiziere ent- lassen worden; mehrere Dampfer der� beiden Linien sind dadurch ohne Offiziere._ Christliche Rebellen. München, 24. Dezember.(B. H.) Eine gestern abgehaltene Versammlung christlicher Arbeiter verlangte eigene Reichstags- und Landtagskandidaturcn von dem Zentrum, und beschloß, falls ihnen solche nicht in sicheren Wahlkreisen eingeräumt werden, Gewehr bei Fuß zu stehen und das Zentrum nicht zu unterstützen, oder eigene Kandidaten selbständig aufzustellen. Namens der Zentrumsleitung wurde mitgeteilt, es seien von dieser bereits Kandidaten der christ- lichen Arbeiterpartei in Aussicht genommen. Wüten der Reaktion. Riga, 24. Dezember.(B. H.) Hier wurden gestern eine An- zahl minderjähriger Revolutionäre, welche vom Feldgericht?um Tode verurteilt worden waren, hingerichtet. Nach deutschem Muster. London, 24. Dezember.(W. T. B.) Wie den Blättern aus Portsmouth gemeldet wird, wurde heute dort ein Matrose zu 42 Tagen Arrest verurteilt, weil er laut gelacht hatte, als der neue Kommandeur in der letzten Nacht die Marinebaracken revidierte. Ein anderer Mann, der in der Untersuchung als Zeuge vernommen worden war, wurde wegen wahrheitswidriger Aussage zu 14 Tagen Arrest verurteilt. Der Kommandeur hat den in den Baracken liegenden Mannschaften bekannt gegeben, daß er und der Komodore zur Sliifrechterhaltung der Disziplin mit außerordentlichen Macht- befugniffen ausgerüstet worden seien. Alle Waffen sind unter Verschluß genommen worden. Hundert Mann Marineinfanterie werden für jede Eventualität bereit gehalten. Kerantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Utz. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr.u.verlog»anff«ll Maul Singer LcCo., Berlin 81V. Hierzu 4 Bcilaacn u.Unterbaltun-Sblatt x|i. 300. 28. ZahtMg. 1. ßtitat drs Jotiüärts" Knlim WsM Dieustag, 25. Dezember 1906. Mitten im Kampf begehen wir dies Jahr das Weihnachtsfest, beenden wir das alte Jahr und treten wir in das neue ein. In solchen Zeiten prüft wohl mancher, ob das Zutrauen, das er seiner bisherigen politischen Vertretung entgegenbrachte, gerechtfertigt war. oder ob er nicht Anlaß hätte, in dieser Beziehung eine Aenderung eintreten zu lassen. Im Wahlkampf wird das Resultat dieser Prüfung zweifellos s o ausfallen, daß die Zahl derer, die der einzig zuverlässigen politischen Partei, der Sozialdemokratie ihre Stimme geben, in erfreulichem Maße steigt. Bietet aber das Parlament, bietet die Tribüne des Reichstages allein Gelegenheit, für die Rechte des Volkes ein- zutreten? Mitten im Wahlkampf, bei aller Konzentration darauf, der Sozialdemokratie neue Anhänger zuzuführen, darf doch der wahre Parteigenosse nicht vergessen, daß es nicht nur gilt, Stimmen zu erwerben undMandate zu erobern, sondern auch, bei den Neugewonnenen die Einsicht in die sozialistischen Ideen zu ver- tiefen und den Vertretern des Volkes außerhalb des Parlamentes einen Resonanzboden zu schaffen, der ihren Ruf an die Massen wicdertönt, der ihre Anklage gegen dies Regierungssystem unterstützt! Ein solcher Resonanzboden ist die sozialdemokratische Presse, ist vor allen Dingen das Zentralorgan der Partei, der „Vorwärts". Aber mehr als das! Die freie Presse, die einzig freie, die sozialistische Presse führt auch direkt den politischen Kampf! Was für die Wahl der Abgeordneten gilt, gilt auch für die Wahl der Zeitung! In solchen Kampfzeiten wie in den jetzigen begreift das so mancher, der sonst in bezug auf die Auswahl seiner Lektüre nachlässig und fahrlässig war. In Kriegszeiten vertraut man einem zuverlässige« Kämpfer die Wahrnehmung seiner Jnter- essen an, nicht einem seichten Plauderer! Darum hat die Zahl der Abonnenten, über die der„Vorwärts" verfügt, auch ständig zugenommen(im letzten Jahre allein um etwa 30 000!) und beträgt jetzt issoo«: Kein Wunder! Hat doch gerade der„Vorwärts" im Kampfe gegen den Brot- und Fleischwucher, im Kampfe gegen die Kolonialgreuel, gegen die Klassenjustiz, für ein frcicS Wahlrecht, ein freies Koalitionsrecht immerdar seinen Mann gestanden.— Und doch sind ihm noch unzählige Abonnenten zu gewinnen, stehen ihm noch Tausende und Abertausende derer als Leser fern. deren Interessen er so unentwegt vertritt! Genossen! Leser deS„Vorwärts"! Ist das nicht auch noch in Eurem Bekanntenkreise der Fall? Und meint Ihr nicht, daß gerade jetzt, mitten in dieser Kampfesstimmung, mitten in dieser Kampfesfreude der rechte Augenblick sei, den Freund, den Arbeitskollegen, den lauen Parteigenossen auf seine Pflicht der sozialdemokrattschen Parteipresse gegenüber aufmerksam zu machen, auf seine Pflicht zum Abonnement? Sagt dem Politiker, daß kein Blatt die Kolonialmißwirtschaft, die Kolonial-Greuel so scharf und treffend geißelte, als der „Vorwärts"! Sagt dem Gewerkschaftler, daß kein Blatt ihm in seinen Kämpfen mit dem Unternehmer- tum so zur Seite steht, daß keins so rasch und treffend und schlagfertig den Kampf gegen das Gewerkschastsknebel-Gesetz aufnahm, als der „Vorwärts"! Sagt dem invaliden und kranken Arbeiter, ocr die Schönheiten unserer sozialen Gesetzgebung am eigenen Leibe ausprobieren muß, daß kein anderes Blatt die Unzu- länglichkeit der Sozialgesetzgebung so an den Pranger gestellt hat. als der „Vorwärts"! Und der Hausfrau, die über teure Zeiten klagt, teilt mit, daß kein Blatt den Kampf gegen die brotverteuernden Lebensmittelzölle, gegen den Brot- und Fleischwucher mit der Verve führte, als der S Die russische Revolution. 12 Millionen Frank Bestechungsgeld. DaS französische Journal.Revue' veröffentlicht interessante Enthüllungen über stanzöfisch-nlssische Bestechungsmanipulationen. Der Berfaffer des Artikels schildert unter dem Pseudonym„Lizisse" (hinter dem sich einer der Minister deS früheren Kabinetts Rouvier verbirgt) all die Machenschaften der großen Bankhäuser, welche die Vorherrschast auf dem französichen Geldmarkt an sich gerissen haben; er berührt im Vorübergehen auch die Bedingungen, unter denen die letzte russische Anleihe zustande gekommen ist. Er weist darauf hin, daß. während der Emissionspreis 88 Frank betrug und noch vor der Emission der Anleihe durch geschickte Börsenmanöver bis auf 95 Frank hochgeschraubt wurde, dem Bankenkonsorttum die Anleihe viel billiger zu stehen kam— nämlich bloß 82 Frank.„Folgendes sind die ge- nauen Bedingungen der Anleihe. Sie wurde zu dem Preise von 83 Frank abgeschlossen, aber diese Ziffer enthielt zugleich die Siom- misfionsgebühr in der Höhe von 1 Proz., welche an Herrn T., den Vermittler der Banken, gezahlt worden ist. Außerdem mutzte die russische Regierung noch die stanzösische Steuer bezahlen. Somit hat sie tatsächlich noch weniger als 82 Frank bekommen. Es wäre interessant zu erfahren, wer dieser Herr 2i. ist, dieser Vermittler der Banken, dem die 12 Millionen Frank„Kommissionsgebühr" in den Schoß gefallen sind.... Wir wollen hoffen, daß diese Sache recht bald im Parlament zur Sprache kommen wird. Es handelt sich um 12 Millionen, eine respektable Summe, die dieser geheimnisvolle Herr 3£. zum Schaden der französischen Ersparnisse sich angeeignet hat. Die französische Regierung, welche diese Anleihe genehmigt, und die russische, die sie benutzt hat, haben beide in gleichem Maße ein Interesse daran, daß diese mystische Persönlichkeit demaskiert werde. Frankreich und sein Parlament haben das Recht und die Pflicht, sich Gewißheit darüber zu verschaffen, wer dies Genie ist. dem wir die Segnungen der letzten Anleihe zu verdanken haben." Der Korrespondent der„Rjetsch" stellt diese Auslassungen mit Jaurös' Notiz in der.Humanits" zusammen, in welcher zum ersten- mal in der französischen Presse ein Politiker und Finanzist mit Namen genannt wurde, der im gegenwärtigen Augenblick so eistig beschäftigt ist, neue Kombinationen mit Pariser Banken zugunsten der russischen Regierung auszuarbeiten. Es ist der ehemalige Ministerpräsident und jetzige Senator Rouvier, mit dem Graf Witte und Herr Kokoffzew beim Abschluß der April- Anleihe so trefflich harntoniert haben. Jaurös schreibt aus diesem ~:s genügt noch nicht. daß die Regierung eine Emission der russischen Anleihe verbietet— sie muß maskierten Anleihe vorbeugen... Die Bank- operation des Herr» Rouvier fällt mit den Finanzoperationen, die in Berlin zugunsten der russischen Regierung betrieben iverden, zu- sammen. Sie ist in Wirklichkeit der französische Anteil an der all- gemeinen Anleiheoperation, die sich gleichzeitig auf Frankreich und Deutschland erstreckt. Und das ist eine Verletzung des französchen Gesetzes. Aber das republikanische Frankreich wird nicht zulassen. daß die Finanzisten seine Gesetze mit Füßen treten und auf diese Weise die Knechtung der russischen Freiheit fördern."— Adelsgarde. Den unausgesetzten Bitten des balttschen Adels entsprechend hat der Generalgouverneur Baron Möller-Sakomelskij soeben erwirkt. daß das Leibgarde-Grenadierregiment, welches als Straferpedition in den Ostseeprovinzen tätig ist. seinen Aufenthalt dort bis Mitte Juni 1907 verlängert. Die Sieders, Sivers usw. scheinen die Stimmung der Volks- massen also nicht als sehr adelsfreundlich einzuschätzen. Anlasse; neue offene auch einer Hiiö der Partei. Da? Handbuch für sozialdemokratische ReichstagSwähler, das vom Parteivorstand herausgegeben wird, erscheint Ende d e S Monats und wird sofort den Zentralkomitees zugehen. Be- stellungen der Kreise sind an die ZenttalwahlkomiteeS zu richten. „Vorwärts"! Leser des„Vorwärts"! Parteigenoffen! Rüttelt die Lauen, die Schlaffen, die Gleichgültigen, die Nachlässigen auf, macht sie zu Lesern des„Vorwärts" I Der„Vorwärts" wird Euch danken, indem er versuchen wird, sie zu wackeren, tättgen Parteigenossen und Mitkämpfern zu erziehen I Aus der Petersburger Arbeiter- bewegung der 70 er Jahre. ii. In zwei geheimen Versammlungen im Dezember 1878 wurde der Nordrussische Arbeiterverband, dem nur Arbeiter angehören durften, gegründet. Bereits in der ersten Woche belief sich seine Mitgliederzahl auf 299(ebenso viele standen ihm nahe, ohne ihm formell anzugehören), was in Anbetracht der damaligen Existenz- Verhältnisse der geheimen Organisationen als gewaltiger Erfolg bezeichnet werden muß. In den meisten Arbeitervierteln besaß der Verband Zwcigvereine, von denen jeder seine konspirative(geheime) Wohnung hatte, in der die Dokumente aufbewahrt wurden und die Versammlungen des gewählten Lokalkomitees stattfanden. Tie Gesamtheit der Lokaltomitees bildete das Zentralkomitee, welches die Kasse und die große Bibliothek, den Stolz des Verbandes, ver- waltete und über die wichtigsten Angelegenheiten des Verbandes entschied. Die Mittel des Verbandes flössen aus Mitglieder- beitragen und wurden hauptsächlich zu Streikunterstützungen ver. wendet, da die praktische Tätigkeit der Organisation in bedeutendem Maße in der Teilnahme an Streiks und in deren Leitung bestand. Der ganzen Organisation präsidierte der Tischler Stephan C h a l t u r i n, einer der hervorragendsten Revolutionäre jener Zeit, der schon mehrere Jahre in der revolutionären Bewegung tätig war. Unermüdliche Energie, grenzenlose Hingabe an seine schwere, gefahrvolle Arbeit swie viele Revolutionäre war Chalturin „illegal", d. h. er mußte sich durch einen falschen Paß den Ver- folgungen der Polizei entziehen), eine durch eifriges Selbststudium erworbene Bildung in sozialen Fragen, die Fähigkeit, mit wenigen Worten die Stimmung der Massen getreu wiederzugeben— das alles sicherte Chalturin einen tiefen Einfluß auf alle, mit denen er in Berührung kam, und krait dem Zauber seiner Persönlichkeit übte er auf die Arbeiter eine Art Diktatur aus, der diese sich frei- willig unterwarfen. Ihm zur Seite stand der Schlosser Viktor Obnorsky, einer der ältesten sozialistischen Arbeiter Peters- burgs, ein Schüler der„Tschaikowzy". Der Lieblingsgedanke dieser beiden Führer des Verbandes war die Herausgabe einer speziell den Interessen der Arbeiter gewidmeten Zeitung, und es gelang ihnen auch mit ausschließlicher Hülfe der Arbeiter, eine geheime Druckerei aufzustellen und die erste Nummer ihrer Zeitung„Sarja Radotschawo"(„Das Erwachen des Arbeiters") zu drucken. Aber noch ehe sie zur Verbreitung gelangte, wurde die Druckerei entdeckt und die Nummer beschlagnahmt. Kurz darauf fanden infolge der Provokatorischen Tätigkeit des RcgierungSagenten Reinstein zahl- reiche Verhaftungen der tätigsten Mitglieder des Verbandes statt. gerade in dem Augenblick, wo mit Arbeitcrgruppen in der Provinz Verhandlungen über ihren Beitritt zum Verband angeknüpft waren. Ende des Jahres 1879 hörte der Verband auf zu existieren. Ein kurzes Leben, das aber dem Geschichtsschreiber der russischen Revolution vieles sagt; denn die Bedeutung des Nord- russischen Arbeiterverbandcs liegt nicht in dem, was er vollbracht, Soziales* Lange Arbeitszeit wirkt erfrischend! DaS scheint die Ansicht der Ansbacher Bäckermeister zu sein. Die Regierung hat bei den Stadtverwaltungen angefragt, ob sich eine weitere'Ausdehnung der Ruhezeit der Bäckergehülfen an den großen Festen empfehle. Der Magisttat der Stadt Ansbach ersuchte die dortige Bäckerinnung um ein Gutachten. Die Herren erklärten sich natürlich gegen die Ausdehnung der Arbeitsruhe, sie möchten viel- mehr am liebsten die derzeitige Ruhezeit abgeschafft wissen. In ihrem Gutachttn führten sie an, nach Einführung der Ruhezeit komme jetzt das Personal bedeutend abgespannter zur Arbeit als es stüher der Fall gewesen sei I Nach den Prinzipien der Ansbacher Bäckermeister müßten wohl die Bäckergehülsen, wenn sie nicht an Erschöpfung zu Grunde gehen sollen, den 24 stündigen Arbeitstag haben._ Ein Jahr Gefängnis gegen ein Kind! Ein jugendlicher„Brandstifter" stand am Sonnabend in der Person des 14jährigen Schulknaben Sch. aus Lachendorf bei Celle vor der Strafkammer in Celle. Er hat am 19. Juni d. I. das Hans des Abbauers Lindmüller in Ahnsbeck— bei dem er als Hütejunge bedienftet war— dadurch in Brand gesteckt, daß er das auf dein Boden liegende Heu mit einem Streichholz anzündete. Er erhielt ein Jahr Gefängnis! Wer auch nur einigerniaßen die Verhältnisse des wirklichen Lebens kennt und auch nur ein klein wenig Psychologie und Entwickelungslehre gelernt hat, muß wissen, daß Jnbrandstecken von Dingen kindliche Freude und Spielen mit Feuer gar häufig bei Kindern während ihrer Pubertätszeit anzutreffen tst. ES ist ein fast unwiderstehlicher Drang, der viele Kinder in dieser Periode zu meist unschuldigen, aber auch recht häufig gefährlichen Spielereien mit der flackernden, leuchtenden, zu- und abnehmenden Flamme veranlaßt. Hiergegen anztikämpfen ist Sache der Erziehung, kann nie und nimmer eine Ausgabe des Strafrichters sein. Es ist eine Versündigung der Gesellschaft dein Kinde gegenüber, daß es zu harter Fron um des Leibes Notdurft gezwungen wird. Es ist ein doppeltes Unrecht, das arine Kind für etwas zu strafen, wofür es nicht verantwortlich ist. Bitterste Ungerechtigkeit, ein Kind auf ein Jahr in ein Gefängnis zu stecken, statt seine geistigen und körperlichen Fähigkeiten durch Erziehung zur EntWickelung, Blüte und Reife zu bringen. Klagt die an, die es verschulden, daß das in der Entwickesimg befindliche Kind ausgebeutet wird, verurteilt dis»virtschastlichen, sozialen und politischen Verhältnisse, die eine solche Ausbeutung und Verkümmerung der Kräfte des Kindes verschulden. Aber verurteilt nicht das unschuldige Opfer der Ver- Hältnisse, das schuldlose Kind. DaS sollten Richter, die daS Leben kennen und in jedem Menschen ein gleichberechtigtes Wesen anerkennen, sich selbst sagen. Vergeblich ist es, jene zur Uebung der Gerechtigkeit aufzurufen, die in dem Arbeiter und seinem Kinde das verstockte, böswillige Arbeitstter und �nicht den besonderen Schutzes bedürftigen Mitmenschen erkennen. Achtung vor dem Rechte des Kindes fehlt der Gesetzgebung, fehlt noch mehr der bürgerlichen Rechtspflege, die da glaubt Gerechtigkeit zu üben, während sie das bitterste Unrecht dem Kinde zusiigt. Die Unfähigkeit der bürgerlichen Organe der Rechtspflege zur Betätigung wahren Rechtes zeigt sich in der er- schreckenden Zunahme harter und ungerechter Urteile gegen Arbeiterkinder. Hiergegen helfen nicht kleine Pflästerchen, wie Jugend- gerichlshöfe, sondern nur eine völlige Umgestaltung der Organisation der Rechtspflege und der sie leitenden Grundsätze. Hus Industrie und Kandel. LebenSmittrlwuchcr. Die Bündlerpresse, der es natürlich vor den Wahlen durchaus nicht festtäglich zu Mute ist, versucht gern, eS so hinzustellen, als ob der augenblickliche Warenpreisstand eine internationale Erscheinung sei. Auch möchte man glauben machen, die Teuerung beschränkte sich aus Vieh und Fleisch. Speziell Getreide soll von der Preis- wucheret verschont worden sein. Daß solche zöllnerische Darstellung Schwindel ist, zeigt sich im Lichte der Statisttk. AuS den Zusammen- stellungen des Kaiserlich Statistischen Amtes in den„Vierteljahrs- heften zur Statisttk des Deutschen Reiches"(Viertes Heft 1996) sondern in dem Programm, das er aufgestellt, in den Zielen, die er sich gesteckt hat, die aber erst einige Jahrzehnte später von der russischen Sozialdemokratie in Taten umgesetzt werden konnten. Wodurch unterscheiden sich nun die Anschauungen deS Ver- bandes, wie sie in dem fast einzigen Dokument, welches die Ge- schichte der russischen revolutionären Bewegung von dieser merk- würdigen Organisation besitzt, in dem„Aufruf an die Arbeiter Rußlands", dargelegt sind, von den Anschauungen seiner zeit- genössischen Organisation der sozialistischen Narodniki„Scmlja i Wolja"? Als wir diese eingangs charakterisierten, sagten wir, daß die Narodniki all' ihre Hoffnungen auf das Bauerntum setzten und von ihm die Vollbringung der s o z i a l e n Revolution in nächster Zeit erwarteten. Anders der Verband: Er setzte seine Hoffnungen auf die Arbeiterschaft, und sein nächstes Ziel war die Eroberung der politischen Freiheit, die er als un- erläßliche Vorbedingung der sozialen Revolution betrachtete. Die Narodniki haben sich in ihren Schriften stets gegen die polltische Freiheit ausgesprochen; sie hielten sie für schädlich, der sozialen Revolution gefährlich. Die politische Freiheit, sagten sie, wird nur den bürgerlichen Klassen zugute kommen, die Bauern aber sind zu schwach, sind von ihnen ökonomisch zu sehr abhängig, um die politische Freiheit zu ihren Gunsten auszunutzen. Auf diese Weise wird die politische Freiheit zur Befestigung der Herrschaft der bürgerlichen Klassen, zur Entioickelung des Kapitalismus fuhren, der die Bauern ihres Bodens berauben und sie in Proletarier verwandeln wird;' so kommen die Bauern ans dem Regen unter die Traufe— sie wechseln ihren Herrn, die Ausbeutung wird aber eher eine noch schlimmere, wie das Beispiel Wcst-Europas zeigt. Daher waren jene bestrebt, sofort die soziale Revolution herbei- zuführen, die jeder Ausbeutung ein Ende macht. Es ist nicht schwer zu bemerken, daß dieser ganze Gedanken- gang vom Standpunkt des Bauerntums ausgeht und die Arbeiter ganz außer Acht läßt. Der Nordrussische Arbeiterbcrband aber ging vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus, und das Klassenbewußtsein oder vielmehr damals erst der Klassen-Jnstinkr der Petersburger Arbeiter wies ihnen den richtigen Weg zur Er- kcnntniö der großen Wichtigkeit der politischen Freiheit für die Emanzipation des Proletariats. Sic ahnten dunkel, daß die politische Freiheit ihnen ein neues, ein mächtiges Kampfmittel in die Hand geben würde, welches unter der Herrschaft des Zarismus nur schwer zugänglich ist:— die Organisation. In seiner Polemik gegen die„Semlja i Wolja" schrieb der Ver- band:„Wir müssen uns gewisse Rechte erringen, um die zur sozialen Revolution strebenden Organisationen zu sichern." Und diese klare und unumwundene Anerkennung der politischen Freiheit als einer notwendigen Vorstufe zum Sozialismus ist es, die den Verband zu einem Borläufer der Sozialdemokratie Rußlands macht, die 29 Jahre später den Kampf für diese Forderungen auf- genommen hat. Der Verband selbst fiel den eigentümlichen russischen Ver- Hältnissen zum Opfer; die äußeren Ursachen seines Verfalls haben einen tiefen inneren Grund. Die Resultatlosigkeit der Propaganda der sozialen Revolution in der Bauernschaft unter dem Regime Aachen wir folgende Aufstellungen. Es betrugen die Börsenpreise str Weizen Juli bis September nach Monatsnotierungen: in Mark pro 1000 Kilogramm 1900 1901 1902 1902 1904 1905 166,0 168,4 160,2 163,9 139,1 164,0 163,5 179,9 173,6 170,5 143,7 147,7 143,9 125,3 131,6 126,8 115,4 114,4 108,8 verlin;: Breslau. Mannheim Wien., Budapest. Odessa.. Antwerpen Amsterdam London. Liverpool. Chicago. New York. 182,6 134,6 138,3 116,7 125,3 Buenos Aires 108,4 126,9 126,1 129,1 105,6 115,5 102,1 141,6 114,0 118,4 128,2 151,5 176,4 144,8 129,2 111,9 137,3 134,8 134,6 139,3 121,3 131,1 118,1 176,8 173,1 185,6 190,6 173,7 126,3 145,0 160,2 134,1 152,2 156,5 165,0 127,4 170,9 163,5 185,2 156,1 141,0 124,8 144,6 172,4 137,7 144,8 130,8 138,9 120,4 1906 176,9 170,2 195,9 144,0 126,0 118,2 136,5 147,2 133,3 138,0 113,6 124,8 123,7 In Deutschland sind dank der konscrvativ-ultramontanen Zoll- Wucherpolitik die Preise am höchsten und wie die Aufstellung zeigt, seit 1900 stetig gestiegen. Das nennt man in Deutschland gerechte und vernünftige Wirtschaftspolitik und die Junker lassen ihre KampfeSposaunen erschallen, sie appellieren an daS Boll, durch Stimmabgabe für Zollwucherkandidaten die Verteuerungspolitik zu schützen und zu stützen. Wahrlich, die Frechheit der Zollwuchercr konkurriert mit ihrer Begehrlichkeit. Und das deutsche Volk, die deutsche Arbeiterschaft wäre die freche Verhöhnung, die unverschämte Ausbeutung wert, wenn am 25. Januar die ganze Brot- und Fleisch- wuchergesellschast nicht gründlich aufs Haupt geschlagen würde. Mit Phrasen über national« Ehre usw. sucht man die Aufmerksamkeit der Wähler von den eigentlich springenden Fragen abzulenken und diese sind letzten Endes wirtschaftlicher Natur. Die herrschende Gesellschaft kämpft für ihre Privilegien und Sonderinteressen. Läßt das Volt sich durch Phrasengeklingel betören, dann wird die Aus- Plünderungspolitik in verschärftem Maße fortgesetzt; die Attentate gegen Vereins-, KoalitionS- und Wahlrecht sind die Kinder der Mütter der Klassenherrschaft. Wer von dem Drucke der Lebensmittel- Verteuerung und der Steuerlast das arbeitende Volk befteien will, wer eine vernünftige, gerechte Wirtschaftspolitik unterstützen will, der sorgt dafür, daß der bürgerlichen Mehrheit im Reichstage ein Ende bereitet wird._ Bierbrauerei-Dividende». Daß das Bierbrauen nicht zu den unlohnendsten Gewerben gehört— für den Unternehmer natürlich— zeigt folgende Dividendentafel Berliner Brauereien. Es verteilten Dwidenden: 1904/05 1905/06 Berliner Weißbierbrauerei Gebhardt. 4 4 ». Landre.. 6 4 Hilsebein........... 4 4 Berliner Weißbierbrauerei Bolle.. 4 4 Brauerei Karl Gregory...... 4 4'/, Löwenbrauerei A.-G....... 7 9 Deutsche Bierbrauerei A-g... 10 10 Viktoria-Brauerei........ 6 6 UnionS-Brauerei......6 6 Spandauerberg..... 7 7 Münchener Brauhaus... 4 5 Brauerei Königstadt..... 7 7 „ Germania.... 6 6 Aktienbrauerei Friedrichshain.. 5>/, 6 Berliner Borkbrauerei... 8 8 Schloßbrauerei Schöneberg.. 12 12 Brauerei Pfefferberg...... 14 14 Patzenhofer.......... 16 15 Schultheiß' Brauerei....... 18 18 Bergschloßbrauerei A.-G...... 22 22 Den Weißbierbrauereien hat der Bierlrieg etwas wehe getan; die Riesenbrauereien kommen mit Dividenden heraus, die selbst weitgehendsten Ansprüchen genügen können. Huö der Frauenbewegung. Proletarierinnen, auf zum Kampf! Die Neuwahlen zum Reichstage lenken mit zwingender Gewalt diie Aufmerksamkeit der deutschen Frauen auf ihre Rechtlosigkeit im Staate hin und es wird das Verlangen ausgelöst: Hinein in den Kampf! Für die Arbeiterin, für die Mutter und Hausfrau gilt es zu ringen um Freiheit und Gleichheit als Staatsbürgerin. Energischer denn je fordern wir da» aktive und passive Wahlrecht für alle Staatsangehörigen ohne Unterschied des Geschlechts- damit die Frauen von den Fesseln der Rechtlosigkeit befreit, praktisch mit- des Absolutismus drängte die Narodniki immer mehr zum Kampf gegen den Absolutismus, und da die Organisation der Bauern- schaft unmöglich war, die Arbeiterklaffe aber als keine nennens- werte Macht betrachtet wurde, so entschloffen sie sich immer mehr für die Waffe des Terrors als emeS Mittels, den Zarismus mit Hülfe einer entschloffenen Verschwörungsgruppe einzuschüchtern, ihn zu desorganisieren, um schließlich die Macht an sich zu reißen. Dann— nach Beseitigung der Selbstherrschaft— würde eS— so meinten sie— ein Leichtes fein, das Bauerntum zur sozialen Revolution zu bewegen. Die„Narodnaja Wolja*, die unmittelbar auö der„Semlja i Wolja" im Jahre 1879 hervorgegangene Organisation, widmete sich hauptsächlich dem Terror, der aber durch den ungeheuren Kraftaufwand, den er erforderte, zur Ein- schränkung aller übrigen Tätigkeit führte. So ward dke dem Nordrussischen Verbände gewährte Unterstützung, die ihm, als einer jungen Organisation, so sehr not tat, immer geringer. Die durch den Terror hervorgerufenen unerhörten polizeilichen Verfolgungen. die die Entdeckung der Druckerei und viele Verhaftungen mit sich brachten, richteten großen Schaden an, da der Verband sich noch nicht zur Massenorganisation entwickelt hatte; dabei lag es im Charakter seiner Tätigkeit, daß er der Polizei leichter zum Opfer fiel als die unter Wahrung des strengsten Geheimnisses arbeitenden Terroristen. Der Terror schuf eine ungeheure Auf. rcgung in der Gesellschaft; denn die revolutionären Gruppen waren aufs höchste erbittert durch die maßlosen Repressalien der Rc- giccüng. Diese aber geriet mit jedem Attentat der Terroristen in immer größere Angst, und so verstiegen sich die Revolutionäre zu den kühnsten Hoffnungen. Immer zahlreicher wurden dahec die Fälle, daß energische, tätige Mitglieder deS Verbandes ihre Tätigkeit gegen die terroristische vertauschten. Selbst Chalwrin, von der Hoffnung beseelt, der Tod deS Zaren würde die politische Freiheit bringen, wurde von der terroristischen Flutwelle mit fort- gerissen und setzte seine ganze Persönlichkeit für die Sprengung des kaiserlichen Palais ein, die er am v. Februar 1880 unternahm. Das Mißlingen seiner Absicht, dadurch den Zaren ums Leben zu bringen, war ein Schlag, den er nicht verwinden konnte. So wurde die Taktik des Terrors, die ihrerseits wieder in den sozialen Verhältnissen Rußlands begründet war— in dem Vor- wiegen eines geknechteten, ausgebeuteten und unwissenden Bauern- tunis, in dem Fehlen einer starken Arbeiterklasse, die mit Aussicht aus Erfolg den Kampf mit der Selbstherrschaft hätte aufnehmen können— zum Verhängnis für die beginnende selbständige Arbeiterbewegung. Aber das Leben stand nicht still. Zuerst lang. sam und dann immer rascher, mächtiger entwickelte sich die Arbeiter- klaffe, und wenige Jahrzehnte nach dem Untergang des Nord- russischen Arbeitervcrbandes ergoß sich der Strom der revotu- tionären Arbeiierbewegung unaufhaltsam über das Land im Namen derselben Losungen, die jener ehedem auf seine Fahne ge- schrieben hatte:„Politische Freiheit! Sozialismus!" In diesem Zeichen kämpft heute das Proletariat Rußlands, ii diesem Zeichen wird eö siegen' arbeiten können in der Vertretung der VoUsintereffen. Sollen wir eS länger mit ansehen, daß das Volk zu Gunsten einer kleinen Minderheit ausgebeutet, ausgehungert wird? DaS gesamte Volk hat unte» der Verteuerung fast samtlicher Lebensmittel und Ge- brauchsgegcnstände schwer zu leiden. Soll das nicht endlich auf- hören? Soll man dos daraus entstehende Elend noch länger taten- los ertragen? Jetzt ist wieder einmal Gelegenheit gegeben, sich mit denen abzufinden, die die Ursache der traurigen Verhältnisse sind. Bei dieser Wahl kann das Proletariat mit der herrschenden Klasse ganz gewaltige Abreclmnng halten. Und die Frauen können, trotzdem ihnen heute daS Wahlrecht noch nicht als Waffe gegeben ist, eine starke, gewaltige Macht den herrschenden Gewalten gegen- über stellen. Sie können sich sechst und ihren Klafienangrhorigen helfen, indem sie ihre Männer unausgesetzt anfeuern, nur solchen Kandidaten zum Reichstage ihre Stimmen zu geben, von denen sie wissen, daß für sie des Volkes Wohl das oberste Gesetz ist. Die Männer, die es noch nicht begriffen haben, wo die wahren und falschen Freunde des Volkes zu suchen sind, die Männer, die noch zu gleichgültig sind, ihr politisches Recht ge�en die Ausbeuter zu benutzen, müssen- aus.der Frauen Mund den Schlachtruf vernehmen: Vorwärts, hinein in den Kampf, hoch dos Banner der Sozial- demokratie! Die Frau muß den unbclchrten Mann aufklären, daß die Ketten, die das Volk an Not und Elend fesseln, nur durch die Sozialdemokratie gesprengt werden. Wenn auch das Spießbürgertum der Meinung ist, daß cZ den Frauen nicht anstehe, sich mit Politik zu befassen, so soll sich doch davon keine Proleiorierin abhalten lassen, zu tun, was ihr Klassen- intevesse ihr gebietet. Stehet es ihnen doch an, bei schwerer Arbeit Tag für Tag zu fronden, den Kapitalisten die Taschen zu füllen, um nur das eigene Leben dürftig zu fristen. Scheut sich etwa der Staat, einer tief gedrückten Arbeiterin die letzten Groschen als Steuer fortzunehmen? Die Frau soll sich plündern lassen und schweigen, dos ist Regierungspolitik. Wäre es nicht notwendig, zum Schutze einer gesunden Nachlommenfchast die Schwangeren und Wvchn e ri nneti untersrützung gesetzlich festzulegen? Ist es zu viel verlangt, wenn man für die arbeiteiwe Frau den Zehnstundentag eingeführt haben will? Die Kapitalistenklasse, welche heute noch die Macht in Händen hat. will den Frauen nicht Recht und Schutz gewähren. Die Mitarbeit der Frauen bei den kommenden Wahlen, ihr Kampf in Reihe und Glied mit ihren männlichen Klasseugenossen, ist der Proletarierin beste Antwort darauf. Immer gewaltiger werdende Siege der Sozialdemokratie müssen es der bürgerlichen Gesellschaft zeigen, daß ihre Tage gezählt sind, daß das Proletariat entschlossen ist. mit den alten verrotteten Zuständen aufzuräumen. Versammlungen— Veranstaltungen. Berlin. Weihnachtsfeier mit Kindern am 23. Dezember im.Neuen Klubhaus". Kommaudantenstr. 72. Musik, Märchenvorlesung, Gesang. Beginn 5 Uhr. Pankow. Freitag, den 28. Dezember, abends 6 Uhr. bei Großkurt, Berlinerstr. 27, Weihnachtsfest mit Kindern. Eintritt frei. Zum Wahlfonds gingen in unserer Erpedision Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Setzte Sitzung bei. Hcniiig 10,—. Rauke, Brandenburgstraße 1,—. Genossen des 182. StadlbczirkS 15.—. Von Mitgliedern deS Ber- bandes deutscher Buchdrucker im.Vorwärts" 200,—. Sparverein Vorwärts. Ripdorf 12,69. Maschinisten und Heizer der A. E-G., Kraftzentrale Schlegelstraße 4.50. L. N. 5.—. Buchdruckerei Emil Billig Nachf., 2. Rate 11,50. Ueberschuß v. d. Motorbootparsie nach Kl.-Köris am 9. Septbr. mit Motorboot.Zukunft' 5,50. Aus der Sechserkasie der Tischlerei Gebr. König. Demminerstr. 6 9,00. Buch- druckerei Gebr. Ernst 9.90. A. Baumeister, London 1.—. Personal der Buchdruckerei.Wilhelma" 11.25. Summa 296.34 M. Bereit» quittiert 1342,08 M. Sa. 1638.42 M. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen- genommen. GewerkfcbaftUche**. Gratifikationen. Für die Proletarier des Handels- und Verkehrsgewerbes fand mit dem gestrigen Tage eine schlimme Zeit der Ueber- bürdung ihren Abschluß und der Segen dieser übereifrigen Tätigkeit häuft sich in Form von klingender Münze in den Taschen der— Unternehmer. Der Angestellte begnügt sich mit der vom Prinzipal selbstherrlich und nicht zu umfangreich bemessenen Weihnachts-Gratifikation. Diese Weihnachs-Gratifikation ist geradzu ein Unfug, gegen den denn auch von gewerkschaftlicher Seite eifrig und teilweise auch erfolgreich Front gemacht wird. Den Handels- H ü l f s arbeitern, Hausdienern und Packern usw. ist es denn auch schon gelungen, bei einer Reihe von Firmen an Stelle der Gratifikation eine Bezahlung der Ueberstunden durchzusetzen. Die Photographen traten dieses Jahr direkt in eine Be- wegung zur Beseitigung des Gratifikationswesens, die eben- falls teilweisen Erfolg hatte. Unsere liebe„Große Berliner" ließ durch das thr unter- tänige Preßbureau aller Welt ihre Humanität dadurch be» künden, daß sie sich der Gratifikationen rühmte, welche sie ihren Angestellten gezahlt hat, wohlgemerkt, einem Teile der Angestellten, einem gut ausgesiebten. Das ist ja der Vorzug der Gratifikation für daS Unter- nehmertum der Bezahlung der gelieferten Leistung gegenüb.", daß sie als Almosen gestattet, nicht nur die Tätigkeit des An- gestellten für den Unternehmer, sondern auch die größere oder geringere Beliebtheit desselben für die Höhe der gezahlte i Summe in Berechnung zu stellen. Und dann wird diese Summe auf einmal gezahlt und täuscht den armen Angestellten über die Größe der geübten Wohltätigkeit. Die 50 M., die einem älteren Straßenbahn- schaffner etwa auf ein Brett gezahlt werden, lassen in ihm den Gedanken gar nicht aufkommen, daß ihm in Wirklichkeit nur eine Gehaltsaufbesserung von noch nicht einer Mark pro Arbeits- wochc geleistet wird, eine Zulage, die ihm bei der Gehalts- auszahlung geringfügig erscheinen würde, läßt ihn vergess« daß die Gesellschaft mit dem Millioneneintommen wenige Wochen vorher die Gehaltsforderungen ihrer Angestellten ablehnte. In der Industrie ist die Gratifikation überall abgeschaf t Der Jndustrieproletarier verlangt mit Recht eine an- gemessene Bezahlung für die geleistete Arbeit und verzichtet auf das gnädigst gewährte Weihnachtsalmosen. Berlin und Umgegend. Im Kampf gegen die Siemens-Schnckert-Arbeiter erlebte die Spandauer Polizei dieser Tage eine gesunde Niederlage, die leider ihren Eifer so wenig abkühlen wird, wie die 10 Grad Kälte, die jetzt am Nonncndamm herrschen. Gegen den Schlosser Franz E.. den Arbeiter Karl D.. den Fräser Franz G., den Schlosser Robert N. und den Dreher Friedrich K. hatte die Polizei- Verwaltung von Spandau Strafmandate in Höhe von je 8 M. er- lassen, weil diese am 13. resp. 29. Oktober resp. 3. November ct. am Nonnendamm beim Streikpostenstehen auf die Aufforderung deS PolizeikommiffarS MarckS den Rohrdamm nicht verlassen und st> angeblich den zur.Aufrechterhaltung der Sicherheit und Bequemlichkeit des Verkehrs" getroffenen Anordnungen nicht Folge geleistet hätten. In 4 Fällen erkannte das Schöffengericht auf den eingelegten Einspruch ohne weiteres auf Freisprechung, w e i l d e x Kommissar nicht den geringsten Beweis dafür erbringen konnte» daß die Sicherheit und die Bequemlichkeit des Verkehrs iir irg end einer Weise durch die Streikposten gefährdet war. Auf die interessante Frage, inwiefern die Streikposten die Sicherheit und die Bequemlichkeit des Verkehrs gefährdet haben sollen, war allerdings die Polizei wohl kaum gefaßt. Nach den Entscheidungen des Kammcrgerichts glauben die Polizeiorgane gegen die Neugier„niederer Instanzen" über Dinge von solcher Nebensächlichkeit gefeit zu sein. In dem Falle D. erkannte das Gericht auf 15 M. Geldstrafe. Hier war es der Portier des Siemens-Schuckerk-Werkes, der den Angeklagten belastete, indem er angab, derselbe sei angetrunken gewesen und habe ihn belästigt. DaS Originelle an der Sache ist, daß D. gar nicht streikte, sondern nur beurlaubt war. Er erhielt erst 2 Tage später in» folge des Vorkommnisses seine Entlassung. Die Verhandlungen sind übrigens eine hübsche Illustration zu dem freisinnigen Wort in der Charlottenburger Stadtverordncten-Versammlung, wo Herr Dr. C rüg er meinte, eS könnten zwar polizeiliche Ueber» griffe vorkommen, gegen welche die Stadtverordneten-Versammlung und der Magistrat sich zu wenden hätten; nur die gerügten Ueber- griffe am Nonnendamm seien nicht von dieser Art!— Wenn also die Polizei Leute von der Straße weist, ohne angeblich selbst zu wissen warum, ist dies für freisinnige Seelen kein Anlaß zu Beschwerden, wenn es sich um grundlos fortgewiesene— Streikposten handelt. Den Fall muß man sich merken! Die Bewegung in der Holzindustrie. Die Vertretung der Arbeiter hat das Einigungsamt des Berliner Gewerbegerichts angerufen, damit es seinen Spruch über die von den Tischlermeistern getroffenen Kampfvorbereitungen treffe, die sich als Vertragsbruch kennzeichnen. Es handelt sich darum, daß die Meister auf Anweisung ihrer Vorstände die Allord- arbeiten so einzurichten und zu verteilen haben, daß sie am 12. Januar sämtliche.Arbeiter aussperren können. Zu demselben Zweck sollen ja auch am 29. d. M. die Kündigungen ausgesprochen werden, wo solche bestehen. Das Einigungsaint wird sich nur mit dieser Frage beschäftigen, wodurch die gegenwärtigen Differenzen über die Vertragserneuerung an sich nicht berührt werden. Die Verhandlung vor dem Einigungsamt findet am Donnerstag statt. Achtung, Hausfranen? Die verehrlichen Hausfrauen werden gebeten, ihren Bedarf an Backivaren für das Fest im Verlauf der ersten Feiertages zu decken, damit den Bäcker- meistern der Vorwand genommen wird, ihren Gesellen die Freinacht vom 1. zum 2. Feiertag zu beschneiden. Die Verbaudsleitnug der Bäcker. Busland. Die passive Resistenz der österreichischen Postbeamten ist beendigt. Dieselben nahmen die Vorschläge deS Handels- Ministeriums an. Zweifellos haben die Postbcdiensteten einen Erfolg erzielt, den sie lediglich der Drohung(!) verdanken, streng nach der Dienstvorschrift zu arbeiten. Was das bedeutet, darüber entnehmen wir dem in Wien erscheinenden Organ des ZentralvcreinS der k. k. Postmeister und Postexpedienten,„Oesterrrichische Landpost", folgendes: „Die passive Resistenz scheint sich zu einer ständigen Einrichtung im Staate Oesterreich entwickeln zu wollen, zu einer Art Weih- nachtssitte. Vor einem Jahre waren es die Bediensteten der Staatsbahncn und die Postsparkassenbeamten, welche diese in Italien geborene geniale Idee, mittels der Dienst- Vorschriften, die der Staat geschaffen hat, um seine Bediensteten in der Hand zu haben, zur Abwechselung einen Druck gegen den Staat zu üben, nach Oesterreich eingeführt haben. Heuer wollen die Postbediensteten zu dieser Waffe greifen. Da die bescheidenen Forderungen, welche sie dem Parlament und dem HandclSmini- sterium überreicht haben, keine Berücksichtigung fanden, wollen sie den enormen Brief- und Paketverkehr der letzten Dezemberwochen, der mit Außerachtlassung jeder Dienstvorschrist die Anspannung aller Kräfte erfordert, genau nach dem Buchstaben der Vorschrift erledigen. Die Erfahrungen des Vorjahres haben gelehrt. waS diese Buchftabentreue bedeutet. Kaum ein Drittel des normalen Verkehrs konnte auf diese Weise besorgt werden. Die realisierte Quote des Weihnachts- und Ncujahrsvcrkchrs ist schon gar nicht auSzu- rechnen. Ungeheure Rückstände würden auflaufen, die später nur mit Mühe bewältigt werden könnten. Es braucht nicht ausgeführt zu werden� welch eminente Gefahr ein solcher über das ganze Reich ausgedehnter verschleierter Streik gerade zu dieser Zeit für Industrie und Handel bedeuten würde. Für eine ganze Anzahl von Branchen bedeuten Weihnachten und Neujahr die Kulmination des Umsatzes. Der Dctailvcrkaus, der Verkauf an die letzte Hand, ist jetzt am stärksten, und eine Er- schwerung der Verständigungs- und VersendungSmöglichkeit würde ihn schwer beeinträchtigen. Die Prager Handelskammer hat dies: Gefahr auch schon erfaßt und beschlossen, sich in eindringlicher Form an die Regierung zu wenden. Aber noch mehr als das Geschäft würde die Festfreude beeinträchtigt werden. Während des ganzen Jahres gehen und drängen die Menschen aneinander vorüber, ihren spärlichen Altruismus im Busen verschließend. In der Advents- zeit lassen sie die Zugbrücken nieder, welche die Individuen mit- einander verbinden und geben ihren Sentiments freien Raum. Ferner Beziehungen wird gedacht, eine Unzabl Empfindungen schwirrt durch den Raum, materialisiert in Grützen. Briefen und Geschenken. Die passive Resistenz würde um diese Zeit von jeder- mann sehr unangenehm empfunden werden. Dennoch haben die Postangestellten recht, wenn sie zu diesem herben Auskunftsmittel greifen. Der Staat ist kein großmütiger Arbeitgeber, er gehorcht, wie private Unternehmer, nur der Pression. Theoretisch freilich ist er humaner als diese; er will das Verhält- mS_ zu seinen Angestellten nicht als eine Machkfrage angesehen wissen, er gibt zu, daß den Pflichten der Beamten auch Verpflich- tungen deS Staates gegenüber stehen. Aber in praxi handelt er nicht diesen Verpflichtungen entsprechend. Mcn Forderungen gegenüber hat er ein mächtiges»Nan possurnus" zur Hand:- das Gleichgewicht des Budgets. Er treibt kein ErwerbSgeschaft, er hat keine Ueberschüsse zur Hand, für neue Ausgaben muß er immer erst neue Einnahmen erfinden, die samt und sonders aus der Be» völkerung herauszuziehen sind in Form von Steuern und Abgaben; wenn er seine Bediensteten besser bezahlen soll, muß er die gesamte Bevölkerung stärker belasten, und wenn sich auch dieses Opfer auf viele verteilt, so schrcjt doch jeder, der vou einer neuen Steuer ge- troffen wird. In Parenthese bemerkt, gilt das speziell für die Postbedienstetcn nicht. Ms Herr der Postwesens ist der Staat wirklich ein Unternehmer, der Inhaber eines— ziemlich rentablen — Erwerbsgeschäftes. Und wenn er den Ertrag des Postwcsens allein— ohne Bilanzkunst— verrechnen wollte, und gar wenn er das Geschäft nach richtigen kaufmännischen Prinzipien betriebe, so ergäbe sich ein ziemlicher Ueberschuß. der r- ohne Erhöhung der Postgebühren— eine Verbesserung des Loses der.Postbedienstcten ermöglichen würde. Die Post war niemals ein schlechtes Geschäft, man denke an die Karriere, die zuzeiten eines primitiven Verkehrs die Herren von Thurn und Taxis gemacht haben. Und ebenso wäre das Privatkapital jederzeit bereit, dem Staate das Telephonregal zu sehr günstigen Bedingungen abzulösen. Und daß nun gar die bescheidenen Forderungen der 20 000 Postdiener, die im ganzen etwa zwei Millionen Kronen pro Jahr ausmachen sollen, mit Leichtigkeit befriedigt werden können, darüber kann kein Zweifel bestehen. Aber die Personen, welche an der Spitze der Regierung stehen, find eben Menschen wie andere: sie gehorchen den stärksten Ein» slüssen. In der Zusammensetzung des Budgets kommen die Kräfte, die im Staate regieren, zum proportionalen Ausdruck. So find 40 zu Zum Schluß wurde noch bekannt gemacht, daß es dringend notwendig sei, daß alle, die keine Karte zur letzten Versammlung befommen haben, ihre Adressen beim Verbandsbureau melden. zum Beispiel die Wünsche der Militärverwaltung oberstes Gebot, ersuchte. Die Partei wünscht den Genossen Wels als Leiter groß 0,00. Schlete uns. 00-00, mittel 0,00, Heine 0,00, Bleie 41. die Wünsche der Beamtenschaft, obwohl prinzipiell anerkannt, der Wahlkampagne im 5. Berliner Wahlkreis. Zu diesem Zwecke lale, groß 0,00, mittel 0,00, flein 0,00, uns. 0,00. Plößen rangieren an letter Stelle. Darum ist es gut, daß die Beamten ist es notwendig, daß er von seinen gewerkschaftlichen Pflichten bis 00-00. Starpfen, 25-30er 68-70, 5o. 50-70er 64-68, do. 70 er 0,00, Barfe 63-65. Starauschen 0,00. Bleis und Diener in der passiven Resistenz eine Form gefunden zum 25. Januar entbunden wird. Liepmann hofft, bei der Ge- auf. 60-70 er 00, Schlef. 00 fische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00. Amerikan. Lachs Ia haben, in welcher fie unbeschadet ihrer Beamtenqualität und ihres werkschaftkeine Fehlbitte zu tun, wenn auch els gerade neuer per 100 fb. 110-130, do. Ila neuer 90-100, bo. IIIa neuer 75. Amtseides eine Pression gegen den Staat üben können, wie die jetzt bei den Tarifverhandlungen notwendig gebraucht wird. Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,25, Danziger, Wall Bohnarbeiter in der Form des Streits gegen die Unternehmer." Der Urlaub wurde unter allgemeiner Zustimmung bewilligt. 0,60-0,80. Flundern, pommiersche Ia, per Schock 0,00, do. pommersche We Is erklärte noch, daß er es möglich machen werde, bei keiner IIa 0,00, Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ber Stifte 2-3, Hamb. Streitbeschluß der Straßenbahner Kopenhagens. e wichtigen Tarifverhandlung mit den Unternehmern zu fehlen. Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Ball Kieler 3,50-5,00, In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag haben die Ein Antrag von Straffer, 300 M artfürden Wahlfonds Stralsunder 0,00. Aale, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, flein 0,50-0,60. Heringe per Schock 4-5. Schellfische Seiste 4,00, do. Straßenbahn- und Omnibusangestellten von Kopenhagen und bewilligen, wurde angenommen. Frederiksborg in einer großen Generalversammlung beschlossen, Stifte 2,00. Stabliau, p. 100 Pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. die von den Unternehmern gemachten Tarifvorschläge abzulehnen, beranter 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73-75. Schottische Bollheringe und ihrem Organisationsvorstand Auftrag erteilt, der Dänischen Heringe, neue Matjes, per 2 To. 60-120. Sardinen, russ., Faß 1,50-1,60. Neunaugen, Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Arbeitgeberbereinigung sowie den Straßenbahngesellschaften an- In der gut besuchten Generalversammlung des Wahlvereins von Schocfaß 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Hummern, fleine, per Psd. 0,00. zukündigen, daß auf sämtlichen Linien die Arbeit vom 2. Januar Friedenau fand die Neuwahl des gesamten Vorstandes statt. Eftreble, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 4,50. ab ruht, falls bis dahin nicht eine für die Angestellten annehmbare wurden gewählt die Genossen Thielicke als 1., Genosse Marowski Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Land-, per Schod 4,00-5,00. Butter Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen zustande kommt. als 2. Borsigender, Genoffe Döring als Kassierer, Genosse Klemann per 100 Bio. La 128--131, Ila 122-126, IIIa 115-118, abfallende 100-108. Der Streik wird sich sowohl auf die Straßenbahnen und Omnibus- als Schriftführer und Genosse Meyer als Beisiger. Der Kassierer Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Startoffeln linien der beiden Städte wie auf die Tuborg- Klampenborg- Bahnen und Schriftführer werden ihre Posten nur bis zur Erledigung der per 100 Bid. 0,00, magnum bonum 2,00-2,10, Dabersche 2,00-2,10, erftreden. Reichstagswahlen behalten, es wird dann eine nochmalige Wahl Rosen 0,00, weiße 1,75-2,00, Salatkartoffeln 4,00-6,00. Spinat 100 Pfund 20,00. Karotten per Schockbund 3,00-4,00. stattfinden. Weiter werden gewählt als Bezirksführer für den per Ein Eisenbahnerstreit in Schweden. 1. Bezirk Genoffe Träder und Jarnott, 2. Bezirk Marowski, Sellerie, hiesige, per Schock 4,00-5,00, do. pommersche 4,00-5,00. Zwiebeln große, per 100 Bfd. 3,00-3,50. do. fleine 2,00-2,25. do. hiesige( Berl) Das Personal der Kalmarer neuen Eisenbahn- Aktien- Bungert und Querengässer, 3. Bezirk Hühn und Grau, 4. Bezirk 0,00. Charlotten 60-70. Beterfilie, grün, Schodbund 1,50-1,75. Stobirabi gesellschaft ist in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend in den Limp und Günther. Als Bibliothekare die Genossen Hirsch und per Schock 0,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen Streit getreten. Die Ursache des Streits find Maßregelungen Gülde, als Revisoren die Genossen Clément, Budraß und Uecker- per Schodbund 1,00-1,50. Salat, per Schock 0,00. do. Escarole, per Mandel 1,50-1,75, do. Endivien 1,75-2,00. organisierter Angestellten durch ungerechtes Vorgehen bei Be- mann. Mohrrüben per förderungen im Dienst und Entlassung des Abteilungsvorsitzenden 100 Bfd. 2,50-3,50. Teltower Rüben per 100 Bfb. 8-10. Weiße Rüben, große des Eisenbahnerverbandes. Der schwedische Zivilminister versuchte 2-2,50, fleine 5-6. Rote Rüben 1,50-2. Blumenkohl holl. per Stopf 0,00. Wirsingkohl ber Schod 3,00-6,00. Rotfobl noch im letzten Augenblick den Streit zu verhindern und fandte ital. per stopf 0,15-0,28. p. Schod 3,00-8,00. 28eißtohl Schock 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 ẞfб. den Bürgermeister der Stadt Väriö nach Kalmar, um neue Ver18-20. Grünkohl per 100 Pfd. 4-6. Schnittlauch 12 Töpfe 4-4,50. Stohlhandlungen zwischen den Parteien anzuknüpfen. Der Abteilungs. rüben, Schod 2-3. Stih bis 5-8. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 7-16, borstand des Verbandes erklärte sich auch bereit, unter diesen böhmische 8-20. Aepfel, per 100 Pfd., hiesige 3-20, Gravensteiner Umständen den Streit aufzuschieben, fonnte aber dem auf allen 0,00, Tiroler in Fässern 00-00, Stifte 32-80, Amerit. 15-30. Wallmüſſe Linien der Gesellschaft tätigen Personal nicht ohne weiteres diesen per 100 Bfb. 16-20, do. rumänische 20-25, do. franz. Cornes 22-25. Beschluß mitteilen und ersuchte deshalb die Direktion, zu dem Baranüffe 62-72. Haselnüffe lange 43-45, runde 33-35. Zweck einen Extrazug zur Verfügung zu stellen. Das wurde Messina, 300 Stüd 7,00-10,00, 360 Stüd 7,00-9,00, 200 Stüd 7-11. jedoch abgelehnt, und so war der Streit nicht mehr zu verhindern. Apfelinen, Jaffa, per Kiste 8-14, Murcia 200 er per Stifte 6-12, bo. 300 er Er umfaßt über 200 Mann. Der Eisenbahnverkehr nach Kalmar 7-12, Valencia 420 er per Stifte 12-20, do. 714 er 18-23. ist lahmgelegt. Eine Niesenaussperrung in Lodz. Die nach Berlin übergeführten Direktionen der bedeutendsten Aktienfabriken des Lodzer Rayons haben mit großer Eile begonnen, fich zum Kampfe gegen die Forderungen der Arbeiter zusammenzuschließen, und haben zu diesem Zwede einen Industrieverband gegründet. Vor einigen Tagen hat dieser Industrieverband den Arbeitern der Aktiengesellschaft J. K. Posnansti sein Ultimatum zugestellt. Der Tert der Depesche lautet: " Berlin, den 3. Dezember 1906. T. Gorror, Lodz. Der Verband hat bestimmt, daß Wiedereröffnung unserer Fabrit nur in dem Falle möglich ist, wenn den Arbeitern für ihre letzten Bergehungen die entsprechende Buße auferlegt wird. Diese Buße soll zum mindesten darin bestehen, daß bei dem Wiederbeginn der Arbeiten ein Teil der Arbeiter der Schlosserei, Gießerei und der mechanischen Werkstätten nicht wieder aufgenommen werde. Da aber die Rädelsführer und Teilnehmer nicht ermittelt werden tonnten, so bleibt zur Ausführung der obigen Bestimmung nichts anderes übrig, als jeden fünften Arbeiter nach dem allgemeinen Arbeiterverzeichnis von der Wiederaufnahme auszuschließen. Außerdem müßten die Delegierten der mechanischen Werkstätten verpflichtet werden, sich vor Herrn Stevenson wegen ihres groben Betragens offiziell zu entschuldigen. Die Direktion der Aktiengesellschaft J. K. Posnansti( Unterschrift). Der Vorfizzende Ignatius Posnansfi." Die Arbeiter der Posnanstischen Fabrik haben die Bedingungen des Verbandes abgelehnt konnten sie doch nicht darauf eingehen, gegen sich selbst Berrat zu üben. Darauf wurde die Fabrik auf Berfügung des Verbandes der Fabrikanten geschlossen, die sich vorgenommen haben, die Arbeiter für die allerlei„ Vergehungen", die fie eigentlich schon seit den vorjährigen Oktobertagen auf das Konto haben, zu bestrafen. Dieser Borsaz der Fabrikanten, die Arbeiter zu züchtigen, entspringt ihren Rachegelüften für die zahlreichen Beunruhigungen", die ihnen durch die Teilnahme der Arbeiter an dem politischen Kampfe verursacht worden waren. Damit ist aber die Sache noch nicht erschöpft. Da die Arbeiter sich weigern, die Arbeit wieder aufzunehmen, macht der Verband der Fabrikanten den Arbeitern bekannt, daß, wenn sie im Laufe von zwei Wochen nicht zu Kreuze triechen, auch die anderen Fabriken( so z. B. die Schaiblersche mit 2000 Arbeitern, die Grogmannsche mit über 2000 Arbeitern) geschlossen werden würden. Es werden somit, die Bosnanstischen Arbeiter miteingerechnet, etwa 30 000 Arbeiter zur Strafe auf das Pflaster geworfen, und wenn man die Familien dazu rechnet, wenigstens 70 000 Personen unter der Aussperrung zu leiden haben. Nunmehr beschäftigt sich die Versammlung mit der bevor-= stehenden Reichstagswahl. Ehe in die Debatte eingetreten wird, erfreut der Gesangverein Morgenrot" die Genossen mit dem herrlichen Lied Empor zum Licht". Hierauf unterzieht der 1. Vorfibende das Verhalten der gegnerischen Parteien, insbesondere des Freisinns einer scharfen Kritik. Er fordert die Genossen auf, mit aller Kraft den Wahlkampf zu beginnen und sich vollzählig zu allen Parteiarbeiten zur Verfügung zu stellen. Die Kandidatur des Genossen Zubeil wird einstimmig angenommen.. Des weiteren gibt Genosse Thielide bekannt, daß am Sonntag die erste Flugblattverbreitung stattfindet und erwartet, daß sämtliche Genossen früh 8 Uhr in den bekannten Bezirkslokalen sich einfinden. Zur Einsicht nahme in die Wählerliste erklärten sich bereit die Genossen Clément, Friedrich Wilhelmplatz 2, linter Seitenflügel 4 Treppen, Umbreit, Wielandstr. 24, 1 Treppe rechts und Flieg, Rheinstr. 47, Laden. Das Wahlbureau befindet sich im Restaurant von Grube, Raiser- Allee 85. Auskunft über Wahlangelegenheiten wird dort erteilt. Eingegangene Druckfchriften. 12. Heft des 25. Jahrganges erschienen. Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Baul Singer) ist foeben das Es hat folgenden Inhalt: Die Auflösung des Reichstages. Die Auflösung des Reichstages und die Selassengegenfäße in Deutschland. Bon Karl Emil. Die Religiofität der Bergknappen. Bon May Hirsch. Die franzöfifche Bresse in den ersten Jahren der großen Revolution. Von Heinrich Cunow.( Fortſekung). Literarische Rundschau: Dr. Kurt Rathenau, Der Einfluß des Kapitals und Broduktionsvermehrung auf die Produktionskosten in der deutschen Maschinenindustrie. Von ad. br. Notizen: Bon der Landesversicherungsanstalt Hannover. Von E. G. Briefkaften der Redaktion. Zitronen, eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), M. M. 23. Geburts Die juristische Sprechstunde findet Friedrich str. 16, Aufgang 4, wochentäglich von 7 bis 9½ 1hr abends statt. Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein Eine außerordentlich stark besuchte Volksversammlung in Grünau Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort nahm am Dienstag Stellung zu der neu eingeweihten Kirche. Der wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Referent Genosse Störmer, führte den Versammelten die bildungsF. L., Golzstr. 34. Die Notiz ist von der Berliner Drtsverwaltung feindlichen Bestrebungen der Kirche vor Augen und forderte sie auf, 100 B. Nein, nur auf seiten des Mannes. eingeſchidt. Ein Irrtum in bezug auf die Branche ist unmöglich. fich der gewerkschaftlichen und politischen Organisation anzuschließen. eventuell Aufnahme in die Liste. Die vom Oberverwaltungsgericht beeinflußte A. P. Beantragen Sie An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Schröder, Nehen, herrschende Ansicht spricht freilich gegen Ihr Wahlrecht. A. H. 1000. Klein und Becker. Der zu dieser Versammlung geladene Kirchenrat nur, wenn im Vergleich ausdrücklich vereinbart ist, daß Sie bis zum Lag und Pfarrer Rochow glänzten durch Abwesenheit. Der Pfarrer hatte der Auszahlung der Ablösungssumme die Rente beziehen sollen, hätten Sie jedoch einen Entschuldigungsbrief geschickt und zugleich mitgeteilt, einen Anspruch über den 1. Dezember hinaus. Reinhold Schulze 33. Angustin 7. Sie sind wahlberechtigt. daß die unteren Steuerstufen mit Stirchensteuer nicht belastet würden. Mein. Mitgeteilt wurde hierauf, daß die Gemeinde fich bereits bei den urkunde und Bescheinigung Ihres Heimatlandes, daß der Heirat nichts im Arbeitgebern nach dem Verdienst der Arbeiter erkundigt habe, woraus aber Sie als Ehemann) zur Zahlung verpflichtet. Wege steht. C. K. S. 999. Ist Ihre Frau volljährig, so ist sie( nicht B. T. 106. Die die Absicht eine höhere Besteuerung auch hinsichtlich der Kirchen Eltern find zur Hälfte erbberechtigt. Nur das Vermögen der Ehefrau, nicht steuer herbeizuführen, flar hervorgehe. Unter Verschiedenem wurde das des Mannes gehört zum Nachlaß( also zirka 90 M.) Roos. Sie noch auf die am 3. Weihnachtsfeiertage abends 7 Uhr im Jäger müßten einen besonderen Antrag an das Polizeipräsidium richten. haus" stattfindende Boltsversammlung verwiesen, in welcher Genosse Postmikstand. 1. Nach den für die Post geltenden Bestimmungen ist der Beamte im Recht. 2. Der Brief muß frantiert werden. W. P. 72. Zubeil über die bevorstehende Reichstagswahl sprechen wird. Für den Fall, daß angenommen werden sollte, Ihr Kunde hat bewußt rechtswidrig die Sachen verlauft, würde er wegen Unterschlagung bestraft werden. Es tann auf Geldstrafe, aber auch auf Gefängnis erkannt werden. Würde angenommen werden, daß der Kunde von vornherein die Absicht gehabt hat, die Möbel zu verkaufen und Ihnen nicht zu bezahlen, so könnte er wegen Betruges bestraft werden. Billige Kohlen. 1. Den Vertrag können Sie mit Aussicht auf Erfolg anfechten. 2. Nein, Sie würden auf sofortige Herauszahlung des Erbteils tlagen fönnen. 3. Sicherheit können Sie berlangen. Es ist geraten, Sie wenden sich an einen Rechtsanwalt, zumal möglicherweise aus den uns nicht mitgeteilten Teilen des Testaments noch: Rechte zu Ihren Gunsten hergeleitet werden können und die Führung der Sache für Sie selbst zu schwierig sein dürfte. 23. Stern. Die Klage wäre beim Gewerbegericht anzustellen, hätte aber leider wenig Aussicht auf Erfolg, wenn Sie nicht beweisen lönnen, daß Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch. Sie früher darauf aufmerksam gemacht haben, daß das zur Verfügung geStreitende handlungen, Bostanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro stellte Spinde zur Aufbewahrung der Sachen nicht ausreicht. Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Poft mur pro Duartal 100. 1. und 2. Begen Alimente für die Ehefrau oder für die ehelichen abonniert werden. Das einzelne Heft toftet 25 Bf. Kinder kann der gesamte Lohn gepfändet werden. Die Pfändung von Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Alimenten für uneheliche Kinder kann auch an dem Lohn stattfinden, jedoch Bon der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen muß so viel vom Lohn fortbleiben, als zum notdürftigen Unterhalt des Er ( Stuttgart, Verlag von Baul Singer), ist uns soeben Nr. 26 des 16. Jahrzeugers und zum standesmäßigen Unterhalt seiner Familie erforderlich ist. ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Aufruf der Bertrauens- Die Höhe des Betrages ist von Fall zu Fall durch das Gericht festzusehen. 3. Nein. 4. Benden Sie sich an den Genossen Simanowski, Engel- Ufer 15. Die Auflösung des perfon der sozialdemokratischen Frauen Deutschlands. gesek. Bon Gustav Hoch. Reichstages. Bon G. L. Endlich heraus mit dem Heimarbeiterschutz- R. Sch. Sie würden Gegenforderungen nicht erheben können und hätten Zeitung". Die politischen und die Die Krankenversicherung der Dienstboten. auf Selage hin 150 M. zu zahlen. journalistischen Verhältnisse F.s sind so verwidelt, daß einigermaßen Weihnachten Bon Fr. Kleeis- Burzen. Sonnenwendfeft! Bon Hanna gewiffenhafte Beantwortung in dem an dieser Stelle verfügbaren Raum unDorsch- Lugano. Frauen in der Gemeindeverwaltung. Bon M. G. möglich ist. Heimarbeiterelend im Beiz- Weißenfelser Braunkohlenrevier. Bon M. H. Aus der Bewegung: Von der Agitation. Bon den Organisationen. Jahresbericht der Kreisvertrauensperson für Wittenberge und Umgegend. Berurteilung von Rofa Luremburg. Politische Rundschau. Von G. L. Notizenteil: Gewerkschaftliche Genossenschaftliche Rundschau. Bon H. Fl.. Arbeiterinnenorganisation. Dienstbotenfrage. Frauenstimmrecht. Feuilleton: Botschaft.( Gedicht.) Arbeiterpad". Stizze von A. Stahn. Weihnachten 1906.( Gedicht.) Für unsere Kinder: Mahnung. Von Friedrich Rüdert.( Ge dicht.) Ein Weihnachtstraum. Von M. H. Die ster Sende Eiche. Von Rudolph Baumbach.( Gedicht.) Was im Weihnachtsbaum erzählt wird. find folgende Schriften, die wir unseren Lesern bestens empfehlen: Der Vorstand des Vereins Berliner Hausbiener hatte am Bon Ernst Almsloh. Tommys Abenteuer. Bon Hebe. Sonntagvormittag nach Kellers Saal die außerordentliche General Die Gleichheit" erscheint aller 14 Tage einmal. Preis der Nummer bersammlung abgehalten, deren Abhaltung ihm auf Antrag 10 Bf., durch die Poft bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich der gegen den Anschluß an den Verband opponierenden ohne Bestellgeld 55 Pf., unter Streuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 m. Mitglieder durch Gerichtsbeschluß aufgegeben war. Die Versamm lung sollte den Protest der Opponenten gegen die Urabstimmung, Bom Wahren Jacob ist uns speben die Weihnachtsnummer Die beiden farbigen Bilder heißen Die brei Weisen aus Herausgegeben von Klara Zetkin. welche sich für den Anschluß entschieden hat, erledigen. Es tam zugegangen. aber nicht dazu, weil die Versammlung durch polizeiliche Auf- bie Sauftrationen„ Der Liebe Lohn",„ Weihnachtsabend", Beichnung von Berlin" und Weihnachtsbescherung bei Nikolaus". Ferner erwähnen wir lösung vorzeitig endete. Lohse begründete den Protest und A. Fiebiger, 3entrum und Kolonialpolitik" und Aeußere Kenn ersuchte die Versammlung, die Urabstimmung für ungültig zu zeichen". Der tegtliche Teil der Nummer bringt die von. G. Jentsch erklären. Schmal erhielt das Wort gegen den Protest. Nach- illustrierte Weihnachtsgeschichte Beilchen", die Humoreste Ban Bfermickis dem er längere Zeit gesprochen hatte, führte er ben Gedanken veiligenschein von Baul Hermann Hartwig, die Gedichte Friede aus, daß nur die Einheitsorganisation imstande sei, die Interessen auf Erden"," Erzberger", Roerens Rüdzug"," Ein Märtyrer"," Hamburger Bolizistenlied", Bum Gedächtnis" und zahlreiche Kleinere fatirische Bei der Arbeiter wahrzunehmen. Dabei sagte er, wer die Bersplitterung träge in Boesie und Prosa. Der Preis der 12 Seiten starken Nummer ist aufrecht erhalten wolle, der sei ein Verbrecher an der Arbeiterlogo Jena und Tilsit. Ein Kapitel oftelbischer Juntergeschichte von Franz Mehring. bewegung. Diese Aeußerung rief lebhafte Unruhe hervor, die sich jedoch infolge der Bemühung des Vorjibenden balb wieder legte. Geschichte des Sozialismus in den Vereinigten Staaten Eisenbahnerstreik in Amerika. 350 Heizer von verschiedenen Nebenlinien der Südpacific- Eisenbahngesellschaft in Teras und Louisiana sind vorgestern in den Ausstand getreten. Der tontinentale Durchgangsverkehr wird davon nicht berührt. Verfammlungen. Schmal wiederholte nun den lebten Sab seiner Nebe noch ein10 Pfennig. ,, La Macédoine et les réformes"( Macedonien und die Reformen) von Draganof. Paris 1906. Berlag von Plon. 326 Geiten. 5 Frant. " Neu erfchienen I für unfere Kinder! Weihnachtsbuch der„ Gleichheit". -Gut fartoniert. Breis 1,00 2. Die Religion der Sozialdemokratie. Siebente vermehrte zuuflage. Preis 25 Pf. Josef Sichgen, Friedrich Engels, Karl Marg u. a. an F. A. Sorge und andere, Preis brosch. 4 M., in gutem Einband 5 M., in einfachem Einband 4 M. Preis 1,00 M. Mit einem Vorwort von Eugen Dietzgen. Briefe und und Auszüge aus Briefen von 3. Phil. Beder, Wie Breslau wurde von F. G. Ad. Weiß. Elegant gebunden mit llustrationen, 257 Seiten. Berlag L. Freund in Breslau I. Juristenwelt Nr. 9, Wochenschrift. Herausgegeben von Dr. jur. B. Bofener. Geschichte der Kommune von 1871 von Lissagaray. Dritte Berlag. W. Müller, Berlin W. 35. " Neue Gesellschaft", Sozialistische Wochenschrift. Heft 13. Herausgeber Heinrich Braun und Lily Braun. Berlag: Berlin- Schöneberg. Preis für Die Leffing- Legende. Zur Geschichte und Stritit des preußischen das Einzelbeft 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Bierteljahr 1,20 M. Dr. mal. Wieder machte sich eine allgemeine Unruhe bemerkbar, die jedoch keineswegs zu der Befürchtung Anlaß geben konnte, daß die Ruhe nicht wieder hergestellt und die Versammlung nicht ordnungsgemäß hätte fortgefeht werden können. Der Vorsitzende war beftrebt, die aufgeregten Gemüter zu beruhigen, und um hierzu Zeit zu gewinnen, verlagte er die Verſammlung. Unmittelbar, nachbem der Vorsitzende die Bertagung ausgesprochen hatte, erklärte der überwachende Bolizeibeamte die Bersammlung für aufgelöst. Die Auflösung war in diesem Falle durchaus unbegründet und unberechtigt, denn erstens herrschte kein Tumult, der die Auf- 1905. 236 Seiten. Selbstverlag. Bochum, Wiemelhauserstr. 40 lösung aus Gründen der Ordnung und Sicherheit rechtfertigen fönnte und zweitens fann eine Versammlung, während sie vertagt ift, nicht aufgelöst werden. Der ökonomische Liberalismus von Dr. F. Lifschip. Schriften der Freien Studentenschaft der Universität Berlin. Verlag G. Jjeli in Bern. Bochumer Arbeiterjekretariat. Bericht über die Tätigkeit 1902 bis bon Morris Hillquit. Autorisierte Ueberlegung von Karl Müller- ernberg. Preis brosch. 2,50 M., geb. 3,00. illustrierte Auflage. Preis brosch. 2,50., geb. 3,00 M. Despotismus und der klassischen Literatur bon Franz Mehring. 3weite unveränderte Auflage mit einem neuen Vorwort. Breis brosch. 2,50., geb. 3,00 m. Erläuterungen der sozialdemokratisch. GegenBraun, Hugo Lindemann, Max Süßheim, Friedrich Stampfer, Klara Zetkin. Herausgegeben von Ad. Braun. Preis 20 P. bon Wilh. Herzberg. Preis 20 Pf. Preis 60 Pf. Ziele und Wege. wartsforderungen. Unter Mitarbeit von Adolf Sozialdemokratie und Anarchismus Krieg und Kriegertum in alter und neuer Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen- Direktion.( Großhandel) Rindfleisch La 70-75 pr. 100 Bib, Die Mitgliederversammlung des Tapeziererverbandes, welche la 64-69, IIa 58-68, IVa 50-56. Stalbfleisch, Doppelländer 115-125, bie von uns mitgeteilten Lohnforderungen aufstellte, nahm auch die la 90-98. a 78-88, a 64-76, 6oll. 50-60. Sammelfleisch la 67-75 Arbeiter- Notiskalender für 1907. Wahl von 6 Mitgliedern zum Hauptvorstande vor, da vom 1. Ja- IIa 52-65. Schweinefleisch 56-65. Rehwild la per fb. 0,60-0,70. nuar an, nach einem Beschluß des Frankfurter Verbandstages, der a 0,40-0,58. Rotwild Ia 0,40-0,45, la 0,00, bo. Stalber 0,40-050 Blut und Eisen, Beit. Reich illustriert. In fünfzig Lieferungen Borstand nach Berlin verlegt wird. Von den neuen Mitgliedern Damivild 0,40-0,53, do. Stälber 0,55-0,70. Wildschweine 0,00-0,00. Hasen per Stud 3,00-3,30, do. Klein und des Vorstandes find drei angestellte Beamte. Die sechs Gewählten Frischlinge 0,00-0,00. waren: Böhnide, Sander, Fritsch, Lud, Minna 0,00-0,00. Staninchen pr. Stüd 0,70-0,95. Wildenten pr. Stüd 1,50-1,70. und Hedmann. Ferner wurden drei Revisoren für den Haupt- ibner, alte per Stüd 1,50-2,00, alte IIa 0,90-1,40, junge per Stüd 0,70-1,50. Tauben per Stid 0,35-0,60, junge fleine 0,00. borstand gewählt. Die Wahl fiel auf Ludwig, Rabe und Bette. ital. 0,00. Enten, funge per Stüd 1,50-2,60, Samburger, junge Bum lebten Punkte der Tagesordnung wurde Genoffe Liep- pr. Stud 3,35. Ganfe, Oderbrucher, per Bfb. 0,50-0,72, bo. Ia per Stud mann bas Wort erteilt, der um Urlaub für den Genoffen Bels 13,00-4,80, IIa 2,00-8,00. Qechte per 100 Bfb. 00-00, matt 0,00. Bander 0.00. I a 20 P1. Bisher find 9 Hefte erschienen. Expedition des Vorwärts" 237/ 12* Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Schwarze Kammgarne, Tuche, Cheviots U. 8, W. Nur elgene Erzeugnisse. 點 Hosen 15.- 12.- 10.- 8.- 6.4 50 Mk. Gesellschafts und די Trau- Anzüge Hochmoderne, elegante GehrockFormen aus Tuchkammgarn, Drapé u.s.w. Vorzügl. Abarbeitung. Gute Ausstattung. Vollendeter Schnitt. Nur eigene Erzeugnisse. 70.- 65-60,- 50, 45,-40.- 36.- 33.Allen Zigaretten- Rauchern zur gefälligen Beachtung! Wollen Sie sicher sein, trotz der Steuer das bisherige, bewährte fabrikat zu erhalten, so rauchen Sie Bolero- Zigaretten per Stück 2 pf. Zenith- Zigaretten per Stück 3% pf. Wir garantieren Ihnen: Unveränderte Qualität, unveränderte formate feinste Bandarbeit! 31792* Gleichzeitig empfehlen wir unsere neue 3 Pf. Askari- Zigarette in vorzüglicher, milder Qualität, ebenfalls nur Handarbeit! 27. Groterjan Gestreifte Tausendfältige Auswahl Kur elgene Erzeugnisse. Hosen 18.- 15.- 12.- 9.8.- 6, Vornehme Mass- Anfertigung. Baer Sohn Spezialhaus grössten Massstabes Chausseestrasse 24/25• 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20 ,, Rat und Recht", Folge 3, erhalten unsere Kunden kostenlos. Dienstag, den 25., geschlossen. Mittwoch, den 26., von 8-10 und 12-2 geöffnet. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Liefer. f. Drts. u.Hülfs- Krankenkassen Berlin C., 24552* 30. Linien- Straße 30. Alle Bruchbänder mit elastischen Be lotten, angenehm u. weich am Störper Mk. Die Reichsregierung ist unfähig den internationalen Kampf um die Lebensmittel zu Gunsten Deutschlands, zum Vorteile des deutschen Volkes zu leiten. Wer sich für diese gefährlichen Vorgänge im Wirt. schaftsleben interessiert, verlange Proestlers Broschüre: ,, Das Wirtschaftsbild der Gegenwart und der Znkunft". Vollständige Ausgabe in besserer Ausstattung M. 2.-, Teil- und Volksansgabe 60 Pfg. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen( Komm. Otto Weber, Leipzig), woselbst auch Prospekte und Zirkulare umsonst abgegeben werden, ausserdem sind solche direkt vom Herausgeber der Broschüre, Kaufmann Michael Proestler in Würzburg, portefrei zu beziehen. Punsch- Extrakte selbst zu bereiten! Rezept: 1 Originalfl. Reichel's Punsch extrakt- Essenz mit 3/4 ober 1 Ltr. Weingeist( Spir. Vini) nach Vorschrift bereitet, gibt 2 Liter kräftigen Punsch- Extrakt von höchster Reinheit und Bekömmlichkeit, der sogleich zum Gebrauch fertig ist und mit 2 heißem Wasser genoffen wird. Man ist überrascht von dem köstlichen Aroma und der Feinheit des Geschmacks. Vorrätig in: Ananas-, Kaiser-, Schlummer-, Schwedischem Punsch-, Grog- und Glühwein- Extrakt 75 Pf., Burgunder und Düsseldorfer Punsch 90 Pf., RoyalPunsch 1.-M., für je 2 Liter Punsch- Extrakt. Reichels Punsche werden im ganzen Reiche getrunken! Man überzeuge sich von der Einfachheit der Sache und der enormen Ersparnis. Flammende Punschextrakt- Essenz. Hoch originell! Ganz neu! ( Hoffmanns Erzählungen.) Eine höchst effektvolle Originalität. 1 Fl. für 2 Ltr. Punsch- Extrakt 1.- M. Alkoholfreier Grog-, Punsch- und Glühwein- Extrakt„ So- Ganz- One". 1 Flasche Punschextrakt- Essenz für je 2 Ltr. 75 Pf. Echter Jamaika- Rum- Extrakt. Reine fünftliche Effenz, sondern ein Vrodukt bes echten gibt über Jamaika- Rum in höchft tonzentrierter Form, Nur in Originalflaschen à 75 Pf., Extra- Qualité*** 1.25 M. Eine Flasche 2 Ltr. Rum on elem naffilichen aroma u. feinem Grog- und Punsch- Bereitung. Wein- Bowlen- Extrakte in Ananas, Erdbeer, Pfirsich, Waldmeister c. das volle, natürliche Aroma der frischen Früchte enthaltend. Fl. 50 Pf. Otto Reichel, Grösste Spezialfabrik Deutschlands Berlin SO., Eisenbahn- Strasse 4. Fernsprecher- Anschlüsse IV 4751, 4752, 4753. ,, Die Destillierung im Haushalt" mit erprobten Rezepten zur Selbstbereitung felnster Liköre, Kognak, Arak etc. Gratis! Niederlagen in den bekannten, durch meine Schilder kenntlichen Drogerien etc., wo nicht erhältlich, Versand ab Fabrik. Man beftebe beim Einkauf Reichel- Essenzen marte Lichtherz, benn biefe fin einzig echt und unnachabmbar. auf die altbewährten Reichel Spiritus einer eigen mit febrer Reinbett ut Ltr. 1.50 M. in Originalfüllungen mit unverfehrtem Werschlußftreifen. Malzbier 20 Flaschen à ca. Gesetzlich geschützt. 4/10 Ltr. Mk. 3,00. Export- Malzbier 20 Flaschen à ca. Mehrfach prämiiert. 4/10 Ltr. Mk. 5,00. Das beste und billigste aller diätetischen Malzblere! Von höchstem Nährwert! Nicht berauschend. Für Blutarme, Rekonvaleszenten, schwache Kinder, nährende Frauen, Lungenleidende, Magenkranke etc. ärztlich verordnet. Frei Haus, Pfand pro Fl. 10 Pt. Versand nach all. Bahnstationen. Groterjan's Porter à Fl. 35 Pf. Berliner Malzbier à Fl. 10 Pf. Malzbier- Brauerei Christoph Groterjan Berlin N., Schönhauser Allee 133b Tel. Amt III, 5063. Prospekte, Gutachten gratis und franko. NB. Auf meine neuerbauten, mit künstlerisch. Pracht ausgestattet. Fest- u. Restaurationssäle Schönhauser Allee 130 mache ergebenst aufmerksam. Ausschank von Groterjan's Malzbier und anderen erstklassigen Bieren. Teppiche Prachtstücke 4,35, 6, 10, 20 bis 300 M., Gardinen, Portieren, Möbelstoffe, Steppdecken, Tüllbettdecken etc. billigst.. Spezialhaus im Emil Lefèvre Berlin, Oranienstraße 158, Pracht- Katalog ( ca. 600 Illustrationen) künstlerisch ausgestattet gratis und franko. Von 36 Mk. an 34231* Herrenanzug od. Baletotn. Maß, rnw.Stoff. neust.Must. 2 Anpi., feinst.But., f.gut.Sit goldene Medaille. Ludw.Engel, Brenzlauerstr. 23 II, Alexanderpl. Ohne Konkurrenz соо Gebr. Selowsky- Dresden. Silvester- Scherzartikel wie jedes Jahr stets die neuesten zu Engros preisen: Zauberzylinder, werfen Müzen, Münzen, Bouquets usw. aus, Stüd 15 Pfg. Scherzkorken mit Teufelspfeisen, Kraterschlangen, Figuren usw., Stüd 15 Pig. Konfettibomben, 10, 15, 25 Pfg. Explodier. Pulverturm, 40 Pfg. Krawalliett, 40 Big. Duftbombe mit parfüm. Battelugeln, 40 Bfg. Explodier. Geldschrant, 20 Pig. Hauptmann von Köpenick, 25 Pfg. Cotillonfrüchte, werfen Früchte, Tiere aus, 40 Pfg. Wundertopf mit Riesenschlange, 45 Pfg. Zauber: schlangen, 10 St. 70 Big. Sterb. Schweine, 15 und 25 Pfg. Sterb. Hähne, 35 Big. Fliegende Schlangen, 10 Pfg. Gieß figuren, Did. 50, 60, 75 Bf. Knallbonbons mit Müßen, Scherz artikeln, Musikinstrumenten, Dkd. 20, 30, 60, 70 Bfg., 1,00, 1,20, 1,50, 2,50 Mr. Neuheit! Knallende Herzen od. Schweine, mit Scherzen, Stüd 15 Big. Salzstangen, sehr natürlich, 10 Pfg. Pfannkuchen mit Papier, Dyd. 40 Pig. Schneebälle, Konfetti füten, Ded. 40. Pfg. Papierwurfschlangen, 25 Stüd 10 Pfg. Pralinees, Fondants, Nüsse, Mandeln, diverse Früchte mit Ueberraschungen, Did. 60, 75, 80, 90 Pfg. Neuheit! Taschentuch m. Musik, 45 Bfg. Anhängetiere, 10 Pig. Fächer, Mühen, Radauinstrumente jeder Art. 33532* Verkauf nur Lindenstr. 84, hochp., kein Laden. bis 10 Uhr abends. Sonntags von 8 bis 8 Uhr geöffnet. Nur eigene Konfektion Feste Preise. M.Schulmeister Schneidermeister Dresdenerst. 4 Hochbahnstation Kottbuser Tor. Moderne Herren- KnabenGarderobe. V. Winter- Paletots v. 18,50 b. 58 Mk. Jackett- Anzüge 17,50 50 Mk. Rock- Anzüge 26.-- 54 Mk. 99 99 17 9 9 Gehrock- Anzüge 32,50, 62 Mk. Loden- Joppen 6,- 25 Mk. " 44 Mk. an " 99 19 40 Mk.„ " 2489L Anzüge nach Maß von paletots Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- afer 5. Tabak- Großhandlung und Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. Sämtliche bezu kannten Marken Zigaretten an Originalpreisen. Amt 4, 3014. Gastwirt- Oekonom. Für die Bewirtschaftung des Berliner Verbandshauses der Gastwirtsgehülfen, bestehend aus großen Räumen zu Restaurations, Vereins- und Logirzweden, Garten usw. wird per 1. 4. 07 fapitalträftiger Fachmann als Bächter gesucht. Bewerber, welche ihre Qualifikation nachzuweisen imftande sind, wollen geft. schriftliche Offerte bis 31. 12. 06 dem Unterzeichneten einreichen. 299/ 2* Im Auftr.: Gustav Staake, Berlin 0. 112, Frankfurter Allee 27. Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. Berlin- Pankow. Größte Malzbier- Brauerei in Deutschland. Caramel- Malzbier Alkoholarmes, diätetisches Spezialbräu. Aerztlich empfohlen für Nervöse, Bleichsüchtige, nährende Mütter etc. Als Tafelgetränk sehr bevorzugt. Preis pro zirka 4/10 Flasche 10 Pfennig. Ueberall käuflich. 433L Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW. Br. 300. 23. Jahrgang 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Deutsche Rechtspflege. April. für die Wahlagitation. In Königsberg wird Genosse Crispien, Redakteur der Rönigsberger Volkszeitung" wegen Abdrucks der Breslauer Berhandlung gegen Löbe und dadurch angeblich verübter Aufreizung zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. Genosse Crispien war bekanntlich im Januar wegen dieser Tat vom Fleck weg berhaftet worden. Zahlreiche bürgerliche Blätter hatten denselben Bericht gebracht, wurden aber nicht angeklagt. Der Staatsanwalt erklärt, das sei etwas anderes. Dienstag, 25. Dezember 1906. Unternehmer dort Arbeitswillige unter. Auf eine sozialdemokratische 122 stündiger Tätigkeit die Arbeit unterbrochen haben. Demgegen. Interpellation in der Bürgerschaft wird einfach erklärt, man halte feine Gesetzwidrigkeit für vorliegend. 11. Landgerichtsdirektor Mauckisch in Leipzig, der den Vorsiz führte in dem Brozeß gegen den Genossen Heinig und diesen zu 14 Jahren Gefängnis verurteilte, wird an das Oberlandesgericht au Dresden befördert. 15. Jn Breslau ist der Arbeiter Baum an den Folgen eines Säbelhiebes, den er bei dem Zusammenstoß vor der Linkeschen Fabrit von einem Schußmann erhalten, gestorben. Baum gehörte zu den Arbeitswilligen der Linkeschen Fabrik. über wird behauptet, daß die Arbeiter lant Tarif 36 Stunden hintereinander beschäftigt werden können. Das Urteil soll am 27. Juni verkündet werden. 27. Die Schauerleute in Hamburg werden zur Tragung des durch die Arbeitseinstellung am 1. Mai und die Entlassung am 2. Mai entstandenen Schadens verurteilt. 28. In Chemnitz wird ein 12% jähriger Schulknabe, der seine Schularbeiten nicht rechtzeitig fertig gemacht und, weil er des. wegen Strafe fürchtete, Feuer angelegt hatte, zu 1 Jahr Gefängnis verurteilt. 26. Landgerichtsdirektor Schmidt in Leipzig wird zum Ober- 30. Die Stadt Breslan läßt sich von Viewald wegen einer landesgerichtsrat in Dresden befördert. Noch vor Jahresfrist war Entschädigung für die ihm bei dem Krawall von einem Schußmann er Landgerichtsrat. Als er in Vertretung Maudischs den Vorsitz abgehauene Hand verklagen. Der Termin wird bis zum 26. Sepführte, verurteilte die Strafkammer den Redakteur Lange von der tember vertagt. Leipz. Boltezig." wegen angeblicher Beleidigung der ReichspoſtUms Wahlrecht. verwaltung zu 9. Monaten Gefängnis. Bald darauf wurde Schmidt zum Direktor ernannt. Und noch ist er fein Jahr Direktor, da erApril. folgt schon seine Ernennung zum Oberlandesgerichtsrat. 30. Jn Breslan wird Genosse Alühs, Redakteur der Boltswacht", wegen angeblicher Aufreizung, begangen im Maigedicht, zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. 4. In Kottbus wird vor der Straffammer 15 Tage lang gegen die Bergarbeiter Gärtner und Tät verhandelt. Sie sind beschuldigt, aus Anlaß eines Streits im Jahre 1904 in der Senftenberger Stadtgrube die Polizei, die dortige Grubeninspektion und einzelne Bergbeamte beleidigt zu haben. Der Vorsitzende, Landgerichtsrat Bochholz, sagt schon bei der Vernehmung der Angeklagten, also vor Beginn der Beweisaufnahme: er sei überzeugt, daß es den Angetlagten nicht gelingen werde, das Anklagematerial zu entkräften. Im Laufe der Berhandlungen sieht sich der Verteidiger Rechtsanwalt Liebknecht genötigt, den Vorsitzenden und noch einen Richter wegen Befangenheit abzulehnen. Dem Antrag wird nicht stattgegeben, weil er nur vor Verlesung des Eröffnungsbeschlusses zulässig ist. Die Verhandlung ergibt, daß in zahlreichen Fällen Leben und Gefundheit der Arbeiter auf der Grube nicht so geschüßt waren, wie cs das Gesetz vorschreibt, sowie daß Arbeiter von Vorgesetzten mißhandelt worden sind. Trotzdem wird Gärtner zu 6 Monaten und Läs zu 6 Wochen Gefängnis verurteilt. 11. In Bielefeld wird Genosse Schumann in schver leidendem Zustande aus der Zeugniszwangshaft entlassen, in der er sich feit dem 1. Januar befand, weil er den Urheber von Mitteilungen, die ihm in seiner Eigenschaft als Stadtverordneter zugegangen waren, nicht verraten wollte. In Zwidau stirbt als Landgerichtspräsident Herr Frommhold, der Vorsitzende im Löbtauer Zuchthausprozeß, der sich überhaupt im Richteramt als wütender Feind der Sozialdemokratie zeigte. Er hatte schnell Karriere gemacht. Nach kurzer Tätigkeit als Amts31. In Leipzig wird Genoffe Kreffin, Redakteur der„ Leipz. richter wurde er Landgerichtsdirektor und im Jahre 1904 Land Rolfsztg.", ivegen angeblicher Beleidigung von Militär- und sonstigen gerichtspräfident. Orden schmückten seine Brust. 19. In Breslau kommt es aus Anlaß eines geringfügigen Behörden zu 10 Wochen Gefängnis verurteilt. Im Plaidoyer spricht Oberstaatsanwalt Böhme von der handwerksmäßigen Tätigkeit" Formerstreits zur Aussperrung von 6000 Organisierten, wobei die tes Angeklagten, worauf Kressin erwidert, daß er seine angeblid, fohlen, den Pferdedung mit den Händen aus dem Stall zu schaffer, Christlichen Arbeitswilligendienste leisten. Gegen Abend werden auf dem Striegauer Plak vor der Linteschen Waggonfabrik die handwerksmäßige Tätigkeit in der Leipz. Volksztg." zum mindesten und ihm die Schaufel weggenommen. Weil der Soldat nicht sofort Arbeitswilligen von einigen Kindern und halbwüchigen Burschen so hoch einschäße, wie die Tätigkeit des Oberstaatsanwalts. Kreffin gehorchte, sondern sich erst weigerte, wird er vom Kriegsgericht za 44 Tagen Gefängnis verurteilt. gehänselt. Berittene Schußleute tauchen auf, infolgedessen sammeln wird hierauf wegen Ungebühr zu 2 Tagen Haft verurteilt und soSofort find mit der Straßenbahn neue fort abgeführt. sich mehr Menschen an. Juni. Schußleute zur Stelle. Signale und Kommandorufe werden von der Menge nachgeäfft, die Polizei zieht blant und haut auf die Menschen ein. Ein Blutbad ist die Folge. 44 Verwundete werden gezählt, darunter der gänzlich unbeteiligte Arbeiter Biewald, dem in einem Hausflur durch einen Schutzmann die linke Hand glatt abgehauen ist. 22. Der Breslauer Polizeipräsident Dr. Biento spricht den Schußleuten für ihr tatkräftiges und besonnenes Verhalten" am 19. April feine vollste Anerkennung" aus. 2. Bei der zweiten Resung der Wahlrechtsvorlage im preußischen Abgeordnetenhaus stimmt ein Teil des Zentrums sogar gegen die geheime Abstimmung bei den Wahlmännerwahlen. Wegen Teilnahme an der Maifeier hat die Hamburg- Amerika3. Die Aenderungen des prensischen Wahlgefeßes werden bei Linie in Hamburg gegen 142 Schauerleute eine Schabenerfanklage der dritten Lesung im Abgeordnetenhaus angenommen. von 12 000 Mark beim Gewerbegericht erhoben. Die Beklagten Die Leipz. Bolfsstg." beröffentlicht eine Zuschrift, welche be. führen an, daß es ihnen durch jahrelange llebung von den Klägern fagt: am 22. Januar seien die Soldaten in Leipzig angewiesen freigestellt war, jederzeit einen oder sogar mehrere Tage von der worden, bei Zusammenstößen mit dem Volk nicht geradeaus in die Arheit fernzubleiben. Außerdem seien sie am 1. Mai morgens Menge zu schießen, sondern die Gewehre aufs Pflaster zu richten. 4 11hr, nach 22 ftündiger Arbeit bei Stade, von einem Dampfer der Dadurch sollte verhindert werden, daß die Soldaten über die Köpfe Firma nach Hamburg gebracht worden, wo sie eine Stunde auf in die Luft schöffen. Geschoffe, die vom Pflaster zurückprallen. weitere Orders warteten. Erst als sie solche nicht erhielten, seien richten furchtbare Verwundungen an. Für den Krieg besteht die fic weggegangen. Am 2. Mai morgens, als sie sich wieder zur Ac- internationale Vereinbarung, daß Waffen und Geſchoffe, die un. beit meldeten, seien jie nicht angenommen worden. Mithin sei an nötige Leiden verursachen, nicht angewendet werden dürfen. Aber einem etiva entstandenen Schaden die Firma selbst schuld. Das im Kampf mit den inneren Feind" gelten die internationalen Gericht macht zunächst einen Bergleichsvorschlag von 10 Mark pro bmachungen nicht. Arbeiter und vertagt die Sache bis zum 20. Juni. Seer und Flotte. April. Juni. 14. In Würzburg hatte ein Sergeant einem Kanonier be. 12. Vom Kriegsgericht in Straßburg: Beim Wegschaffen eines 1. Der Breslauer Polizeipräsident hat dem Werteidiger Bie- Turngeräts, wozu vier Mann erforderlich sind, wird einer abwalds, dem Justizrat Mamroth mitgeteilt, daß es ihm nicht gelungen berufen; sein Nebenmann fann tros zweimaligen Befehls des sei. den Schußmann zu ermitteln, welcher dem Biewald die Hand Unteroffiziers die Arbeit allein nicht leisten. Ein Offizier, der es abgeschlagen hat. Jujtigrat Maniroth beantragt nunmehr bei der ficht, berbietet ihm die Widerrede. Der Mann bemerkt, er habe Staatsanwaltschaft die Einleitung eines Ermittelungsverfahrens gar keine Widerrede geführt und wird nunmehr wegen Beharrens und die eibliche Vernehmung aller Schuyleute vor dem Richter. im Ungehorsam und Achtungsverletzung zu 7 Wochen Gefängnis Wegen Kritik des Schwurgerichtsurteils, das vier junge Kauf- berurteilt. Ieute freisprach, die während einer Kahnfahrt bei Blankenese ein 15 jähriges Dienstmädchen genotzüchtigt hatten, war Genosse Rieblinger vom Harburger„ Boltsblatt" zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Seine Revision wird vom Reichsgericht verworfen. 5. Jn Zwickau hat die Polizei einen Maurerstreit für beendet erklärt, das Streitkomitee aufgelöst und dem Wirt des Parteilokals verboten, den Streitenden Unterschlupf" zu gewähren. 24. Zwei Rechtskandidaten, die einem Kaufmann, weil er fie angeblich angelacht hatte, beim Heraustreten aus einem Café überfallen und mit Stöcken mishandelt hatten und deshalb der gemeinschaftlichen Körperverlegung mittels gefährlichen Werkzeuges an getlagt sind, werden in Berlin zu 30 bezw. 10 Mart Geldstrafe berurteilt. Der Staatsanwalt hatte als strafmildernd die Empfindlichkeit und die Ehrbegriffe angeführt, die in den Kreisen der 7. In Duisburg wurde der Leiter der Filiale der Rheinisch Angeklagten herrschen, und das Gericht verneinte die gemeinschaftliche Westfälischen 3tg." unter dem Verdacht der Unterschlagung verKörperverlegung, da die Genugtuung ein rein individuelles haftet. Ihm wird gestattet, in der Untersuchungshaft die Redaktion Motiv" fei. der Felte- Zeitschrift" fortzusehen- was durchaus dem Gesetz entspricht, aber sozialdemokratischen Redakteuren, obwohl sie nicht wegen Unterschlagung verhaftet zu werden pflegen, noch nie ge25. Vor dem Landgericht zu Insterburg ist der Inspektor Neufang des Gutes Kuttehmen angeklagt. Er hat am 27. August v.. einen 27 jährigen Bandarbeiter erschossen. Er ist nicht in Haft ge: nommen und nur der fahrlässigen Tötung angeklagt. Der Staatsanwalt beantragt 9 Monate Gefängnis. Das Gericht kommt zur Freisprechung. Neufang habe sich mit Recht gegen zu erwartende Angriffe bewaffnet. Er mußte als Vertreter des abwesenden Gutsherrn energisch auftreten und habe nur seine Pflicht erfüllt, wenn er sich mit gespanntem Gewehr zum Kampf bereit hielt. Daß das Gewehr losgegangen, sei nicht seine Schuld. In Magdeburg sind arbeitswillige Kutscher und Fuhrleute mit Nevolvern ausgerüstet. Giner derfelben gibt auf einen Streifenden 3 Revolverschüsse ab und verletzt ihn schwer, wird aber nicht verhaftet. 30. In Breslau wird wegen des Maigedichts die Bolkswacht" konfisziert und der verantwortliche Redakteur Genosse Klühs verhaftet. In Breslau wird eine Maiversammlung aufgelöst. Der Re: sakteur Genosse Albert wird verhaftet. Somit sind nunmehr drei Redakteure des Bolkswacht" im Gefängnis. Mai. stattet worden ist. 13. Die Unteroffiziere Janhen und Botje vom InfanterieRegiment Lübeck hatten im März den Musketier K., der später als schwachsinnig erkannt und deshalb entlassen wurde, mishandelt. inter anderem hatte ihn Jangen gegen ein Bett geschleudert, so daß er mit dem Kopf gegen die Wand schlug, und Botje hatte ihn gleich darauf mit einer Klopfpeitsche bearbeitet. Am 28. April waren fie vom Kriegsgericht zu je 16 Tagen Mittelarrest verurteilt worden. Das Oberkriegsgericht ermäßigt die Strafen auf 14 bezw. 10 Tage. Aus der„ hohen" Politik. April. 7. Schluß der Marokkokonferenz in Algeciras, wo die deutsche Diplomatie zum Nachgeben gezwungen wurde. präsidenten Grafen Goluchowski zum Dank für dessen unerschütter17. Telegramm Wilhelms II. an den österreichischen Ministerliche Unterstügung" der deutschen Vertreter in Algeciras, worin ca heißt:„ Sie haben sich als brillanter Sekundant auf der Mensur erwiesen und können gleichen Dienstes im gleichen Falle auch von Preßprozeß in Kottbus gegen die Märk. Bolksstimme" in Forst. Eine Notiz im November 1904 stellte das echt menschliche Empfinden der Japaner beim Empfang von Siegesnachrichten in Bergleich zu den aller" Chriftlichkeit" Sohn sprechenden Aus schreitungen mancher deutscher Hurrapatrioten bei Sebanfeiern Deswegen wurde Genoffe Berner angeflagt, mit der Behauptung, mir gewiß sein." daß alle Teilnehmer an Sedanfeiern hierdurch beleidigt seien. Die Straffammer in Sorau erkannte auf Einstellung des Verfahrens. pro Jahr follen die Abgeordneten auf eine Aenderung der Ver21. Die Diätenvorlage wird veröffentlicht. Für 3000 Mart dieses Urteil hob das Reichsgericht auf und die Sache kam im Juli fassung eingehen, durch welche jederzeit die Debatte geschloffen und 1905 bor bas Landgericht in Guben. Dieses erkannte auf Frei- die Minderheit mundtot gemacht werden kann. fprechung. Auch dieses Urteil wurde vom Reichsgericht aufgehoben, und nunmehr verurteilt die Straftammer in Rottbus( dieselbe, die Mai. den Bergarbeiterprozeß geführt hat, Vorsitzender Buchholz, Referent 3. Bei Gelegenheit einer sozialdemokratischen Interpellatisn Meher) den Genossen Berner zu 3 Monaten Gefängnis. Der Ver- über die Ausweisungen von Russen teilt Genosse Bebel im Reichsurteilte muß nun auch für alle fünf Instanzen, also für die angeb. tage mit, daß die Polizei einem russischen Ranfmann in Schöneberg lichen Rechtsirrtümer so vieler gelehrter Richter, die Kosten tragen. die Ausweisungsverfügung zugestellt hat; auf seine Bemühungen, 8. In Düsseldorf, wo Genosse Schotte von der Düffeldorfer die Ausweisung rüdgängig zu machen, habe man durch Vermitte= Volkszeitung" wegen angeblicher Beleidigung zu einem Monat Gelung der Herren von Brodhufen und Polizeikommissar Schöne bere 3. Der Breslauer Polizei ist es nicht gelungen, den Schutz- fängnis verurteilt worden ist, ging dem Gerichtsberichterstatter fucht, ihn zu landesverräterischen Diensten gegen fein eigenes mann, der dem Biewald die Hand abgehadt, zu ermitteln. Gegen unseres Parteiblattes ein vom Landgerichtspräsidenten Wolf ber Bnterland zu pressen. In einer Anweisung, die Genosse Bebel vorBiewald, der an dem Zusammenstoß ganz unbeteiligt war und im anlaßtes Schreiben zu, wonach ihm wegen des Berichts über diese zeigt, aber mit Rücksicht auf die deutschen Staatsinteressen nicht Innern eines Hauses verwundet wurde, ist ein Strafverfahren ein- Verhandlung kein Platz mehr am Berichterstattertisch ein borlieft, feien die Stichworte angegeben für die militärischen und geleitet worden. geräumt wird. fonftigen Staatsgeheimnisse, welche der Russe auskundschaften und melden soll. Das Berliner Polizeipräsidium habe ihm zu diesem Zwed auf den deutschen Namen„ Ernst Fiedler" einen falschen Baß ausgestellt. Außerdem habe es ihm ein Zeugnis ausgestellt, worin wahrheitswidrig beurkundet wurde, daß er Christ sei. Als Entgelt wollte man dann die Ausweisung rückgängig machen und ihm ein Einkommen von 16 000 bis 17 000 Mark verschaffen. 11. Die Breslauer Polizei beschlagnahmt ein Flugblatt des Simpliciffimus", das von der Breslauer Polizeischlacht handelt. Den Handabhader hat sie noch nicht entdeckt. " In Sorau wird Genosse Berner von der Märk. Boltsstimme" zu Forst wegen des Aufrufs vom 21. Januar, wegen dessen er verhaftet und sogar einige Scher in Zeugniszwangshaft genommen waren, zu 400 Mark Geldstrafe verurteilt. Der Staatsanwalt hatte 1 Jahr Gefängnis beantragt. 7. Wie erst jetzt bekannt wird, ist im März d. J. in Memel ein russischer Lehrer, der sich dorthin geflüchtet hatte, von preußischen Polizisten verhaftet und an der Grenze den Zarenschergen ans: geliefert worden. Jetzt kommt die Nachricht, daß man ihn in Rußland erfchoffen hat. 5. Reiche Silberfunde hat der Untersuchungsrichter im Schloffe des Fürsten Wrede zu Basedow bei Malchin in Mecklenburg gemacht. Auf die Anzeige eines in Unfrieden geschiedenen Dieners hat eine Haussuchung im Schlosse stattgefunden, wobei man zah! reiche filberne Tafelgeräte und Vorräte von Tischwäsche fand, die aus großen Hotels zu Paris, Berlin und München stammen. In Breslau wird Genosse Albert aus der Untersuchungshaft cntlaffen. Vor dem Seeamt zu Flensburg werden Kohlenbrände auf 12. In Breslau steht Genosse Albert von der Volkswacht" Dampfern verhandelt. Auf vier Dampfern, die sämtlich Kohlen des wegen Aufreizung vor Gericht. Bei der Zeugenvernehmung des rheinisch- westfälischen Kohlensyndikats für die russische, nach Ost Professors Sombart meint der Vorfißende: die Arbeiter haben doch 12. Eine freifinnige Interpellation im preußischen Ab. afien gehende Flotte geladen hatten, ist ungefähr gleichzeitig die in den meisten oder wenigstens in vielen Ländern bereits den Acht: Babung in Brand geraten, wodurch Mannschaften wie Schiffe in studentag und ist sehr erstaunt, als ihn Professor Sombart geordnetenhause wegen der Ruffen- Ausweisungen ergibt, daß Kon schwere Gefahr gerieten. Der Reichskommissar teilt mit, daß das dahin aufklärt, daß sogar ein von bürgerlicher Seite einberufener fervative, Zentrum und Nationalliberale das Verhalten der ReDer Staats gierung billigen. Kohlensyndikat sich geweigert habe, Auskunft darüber zu geben, aus Kongreß erst noch den Elfftundentag fordern muß. welchen Zechen die Kohlen stammten und ob sie frisch gefördert waren anwalt beantragt 3 Monate Gefängnis, das Gericht erkennt auf 15. Jm Reichstag wird die Diätenvorlage angenommen. Die Kenderung der Beschlußfähigkeitsziffer wird abgelehnt. cber längere Zeit gelagert hatten. Dadurch werde Mißtrauen gegen 300 Mart Geldstrafe. die westfälische Kohle wachgerufen werden. Wie viele Schiffe 13. Jn München hatte der Steinarbeiter Johann Sertl, ob. 23. Der Fall Schöne- Brochnfen kommt im Reichstag erneut mögen sich unter den verschollenen, mit Mann und Maus unter- wohl er große Unterstügungssummen von der Organisation erhielt, aur Sprache. Die Regierung hat ihn für eine preußische Angegangenen befinden, die Kohlenladungen gehabt haben und dann Arbeitswilligendienste verrichtet und dann sechs unbegründete Angelegenheit erklärt und jebe Beantwortung abgelehnt. Inzwischen in Brand geraten sind und untergingen." Der Vertreter des Bergen wegen§ 153 der Gewerbeordnung erstattet. Schließlich ver- hat der preußische Polizeiminister im Abgeordnetenhaus verShnditats erklärte: Wie wir unsere Verkaufspolitik einzurichten Breitete er das Gerücht, die Streiffommiffion habe Gelder unterschiedene Angaben Bebels bestritten. Dem gegenüber erbringt nunhaben, wissen wir selbst am besten." Der Spruch des Seeamts fchlagen. Hierfür verklagt, wurde er zu 50 Mark Geldstrafe ber mehr Genoffe Bebel den Beweis, daß die Berliner Polizei ben Bas, ging dahin, daß die Kohlen durch Selbstentzündung in Brand ge- uieilt, vom Prinzregenten aber zu 10 Mark begnabigt. zaten seien. Wünschenswert sei eine Feststellung der Herkunft der 14. Die Auflösung" des Streiffomitees in Zwidau wird von Kohlen. der höheren Behörde aufgehoben. 15. Aus Anlaß der Silberbiebstähle der Fürstin Wrebe wirt deren Diener Glase wegen versuchter Erpressung angeklagt. Die Verhandlung wird zweds weiterer Zeugenbernehmung vertagt, der 8. Jn Erfurt wird ber Rebatteur der Tribüne", Genoffe Angeklagte aber nicht aus der Haft entlassen, in der er sich seit dem v. Lojewski, zu 8 Monaten und der Redakteur Genosse laufe zu 8. Mai befindet. 7. Der Diener des Fürsten Wrede, der die Silberdiebstähle zur Anzeige gebracht hat, ist wegen versuchter Erpressung verhaftet worden. 1 Monat Gefängnis wegen angeblicher Aufreizung verurteilt. 20. In Hamburg wird vor dem Gewerbegericht die Klage der Entschädigung wegen der Maifeier fortgefeßt. Die Firma ist zu 9. In Breslau wird Genosse Klühs aus der Untersuchungs. Samburg- Amerika- Linie gegen die Schauerleute auf 12000 Mark haft entlassen. die Chriftenbescheinigung und das Visum alles gefälschte Urtunden besorgt und sogar bezahlt habe. Der stellvertretende Reichskanzler lehnt es wiederum ab, auf diese nach seiner Meinung rein preußische Angelegenheit einzugehen. 28. Im preußischen Abgeordnetenhaus wird das Shut. verpfaffungsgefeb endgültig in dritter Lefung angenommen. Unsere Kolonien. April. 2. Urteil des Disziplinarhofs zu Leipzig in Sachen des Ge 10. Im Hamburger Freihafengebiet dürfen laut Gesetz teine einem Vergleich bereit, wenn die Arbeiter zugeben, fontrattbrüchig heimen Getretariatsassistenten im Auswärtigen Amt Böplau. P. Wohnungen fein, Infolge der Mai- Aussperrung bringen die geworden zu sein. Das lehnen die Arbeiter ab, weil sie erst nach hatte 2 Jahre lang Eingaben an den Reichskanzler gerichtet über ttngehörigkcitcn in der Kolonialverivaliuiig. u. a. über die Fälle Putttamcr» Besser, Braudeis. Kanncnberg, König, Schmidt-Dargitz usw. Statt aller Antwort erhielt er nur vom Staatssekretär des Auswärtigen Amts den Befehl, über diese Tinge nichts an die Teffentlichkeit gelangen zu lassen. Am 26. Januar 1903 übergab P. die Abschrift eines Teils seiner Eingaben dem Reichstags- abgeordneten Müller-Sagan, der mit dem Reichskanzler sprach und von ihm eine Untersuchung zugesichert erhielt. Statt dessen wurde gegen Pöplau das Disziplinarverfahren aus Dienstentlassung er- öffnet. Tie Disziplinarkammer zu Potsdam verurteilte ihn zur Dienstentlassung, weil er durch die Mitteilung an den Abgeordneten die Behörde aufs schiocrstc kompromittiert habe; sein Gewissen hätte ihm sagen müssen, dast er nicht nur die Verfassung und die Gesetze beobachten müsse, sondern besonders in den Fällen Puttkamer und Besser Stillsdiweigen beobachten muhte. Pöplau appellierte und verteidigte seine Sache vor dem Tis- ziplinarhof in Leipzig wie folgt: Nicht dem Rcichswohl konnte die Bekanntgabe schaden, sondern nur einzelnen Beamten, welche un- würdig und ungesetzlich gechandelt und dem Deutschen Reich ge- schadet hatten; mithin sei das Verbot des Staatssekretärs nicht nur ungesetzlich, sondern sogar strafbar gewesen. Denn als Beamter Hube er dje Pflicht, mit dafür zu sorgen, daß Verfassung und Ge- setze beobachtet werden. Dies schreibe ihm Z 16 des Reichsbeamten- gcsetzcs ausdrücklich vor, außerdem habe er eS ihm Beamteneid geschworen.— Als Vertreter der Anklage meint der Geheime Legationsrat Rose von der Kolonialabteilung: Pöplau habe der Behörde durch die Bekanntgabe die größten Schwierigkeiten be- reitet; ein solcher Beamter werde stets ein Krebsschaden für die Verwaltung sein. Das Urteil lautet wiederum auf Dienstentlassung, weil Pöplau das Material trotz wiederholten Verbots bekannt gegeben und da- durch sich als ein Mann erwiesen habe, der kein Pflichtgefühl besitze. 25. Im Reichstag kommt zur Sprache, daß in Kamerun— unter JeSko von PuttkamerS Regierung— 166 Beamte 22 660 M. für Papier, Tinte, Federn usw. derbraucht haben. Mai. 21. Die„Freie Deutsche Presse" erwähnt ein Gerücht, wonach der stellvertretende Kolonialdirektor Erbprinz zu Hohenlohe-Langen- bürg, statt des ihm etatsmätzig zustehenden Gehalts von 26 666 M. nebst 1566 M. Wohnungsacld, ein solches von 44 666 M. nebst Wohnungsgeld bis zum Höchstbetragr von 26 666 M. pro Jahr er- halte und verlangt amtliche Aufklärung. Juni. 1. Aus Tuala(Kamerun) trifft die Nachricht ein, daß am 2. Mai König Akwa und die anderen Häuptlinge freigelassen wor- den sind. 11. Die„Germania" meldet: Herr Jesko von Puttkamer sei nicht mit einfachem Abschied entlassen, sondern regelrecht pensioniert worden, und zwar mit dem vollen Ruhegehalt eines Gouverneurs von mehr als 12 666 M. jährlich. Ter Referent habe die Unter- lassung des Disziplinarverfahrens unter anderem auch damit be- fürwortet, daß Herr von Puttkamer selbst die Einleitung des Ver- fahrens als nicht augebracht bezeichnet habe. Laut Telegramm des kaiserlichen Gouvernements von Deutsch- Ostafrika ist auch dort ein Aufstand ausgebrochen. 26. Der„Augsburger Abendzeitung" schreibt ein langjähriger Leser, er habe Briefe eines seit Beginn des Aufstandes in Süd- westafrita kämpfenden Soldaten gelesen, der mehrfach dekoriert worden ist. Der Mann schreibt unter anderem, daß die Abteilung, die das bekannte dreitägige Gefecht zu bestehen hatte, auf dem Hinmarsch exerzieren mußte und so gedrillt wurde(der Haupt- mann, der dann als erster siel, soll die Leute fortwährend angebrüllt haben) daß alles total ermüdet war, als die ersten Schüsse über- raschcnd sielen. Und dann noch 3 Tage kämpfen!— In einem anderen Briefe schreibt der Mann: Gebt nur keinen Pfennig zu den für uns stattfindenden Sammlungen her, denn wir bekommen doch nichts. Seit Beginn des Aufstandcs habe ich 2 Flaschen Mineralwasser, drei Päckchen Tabak und Zigarren erhalten, sonst nichts. Wo bleiben die Liebesgaben? Verschimmeln sie irgendwo oder herrschen bei uns auch russische Zustände?— Auch er beschwert sich darüber, daß den Leuten nicht der Kontrakt eingehalten werde, und daß sie länger, als sie sich verpflichtet haben, zurückbehalten werden. 22. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" entrüstet sich über die Mitteilungen der„Germania" und der„Freisinnigen Zeitung", «welche die der„Germania" bestätigten) in Sachen Jesko von Putt- kainers, welche die Blätter nur durch einen Bruch der Amtsver- schwicgenhcit hätten erfahren können. Im übrigen bestätigt das offiziöse Blatt, daß die Mitteilungen im wesentlichen richtig seien, und fügt hinzu, Puttkamer habe nunmehr eine Disziplinarunter- suchung gegen sich beantragt. Um die Beamten der Kolonial- obteilung zu ermitteln, welche den beiden Zeitungen das Material geliefert haben, ist die Staatsanwaltschaft angerufen worden. Schon am 21. abends hat bei der„Freis. Ztg." eine Haussuchung stattgefunden. 23. Die Haussuchungen, um die Beamten zu entdecken, die Herrn von Puttkamer durch ihre Mitteilung der Skandale unan- genehme Augenblicke bereitet haben, werden eifrig fortgesetzt. Auch die„Germania" wird behaussucht. Gefunden wird nichts. Die„Germania" erklärt, wenn wirklich die Mitteilungen von Beamten stammen sollten, dann läge die Sache so, daß„einen anständigen Beamten, der alles mit ansehen muß, die sittliche Ent- rüstung packte und er ein NcinereS Unrecht wählte, um größeres zu verhüten." Es wird ein Erlaß Jesko von PuttkamerS bekannt, worin er die Richter seines Bezirks dahin instruiert, daß auf die Aussagen von Schwarzen nichts zu geben sei; bei Aussagen von Missionaren sei deren Bildungsgrad zu berücksichtigen, manche von ihnen seien in der Heimat Kuhjungcn gewesen; Aussagen von Pflanzern und Beamten feien im allgemeinen vertrauenswürdig.„Man braucht drmgekNätz. wenn die Aussagen von Pflanzern und Missionaren sich gegenüber stehen, die Aussagen der letzteren nicht grundsätzlich für wertvoll zu halten." 26. Das Stuttgarter ZentrumSorgan macht weitere Ent. hüllungen. Die Seeversicherung der Kolonialabteilung fei ohne Ausschreibung gänzlich der Transatlantischen Versicherungsanstalt übertragen. Viele leistungsfähigere Gesellschaften, die aber nicht Söhne von maßgebenden Herren der Kolonialabteilung beschäftigen, haben versucht, an dieser Versicherung teilzunehmen, aber ohne Erfolg.— Ferner habe Hosrat Tasch» trotzdem er seit b Jahren nicht mehr Vorstand der Kalkulalur sei. die für diese Tätigkeit aus- geworfene pensionsfähige Zulage von 666 M. weiterbczogen. Die Geschäfte des Kaliulaturvorstandcs seien von einem inzwischen zum Hofrat beförderten Heinze versehen worden, der dafür aus dem Remunerationsfonds jährlich 466 M. bezogen habe. Mithin habe Tasch mit Wissen des Personalrefercntcn von König und des Finanzrcsercnten Dr. Scitz eine ungesetzliche Zulage bezogen und falsche Quittungen ausgestellt.— Roch andere Unregelmäßigkeiten zugunsten eines Verwandten werden dem Herrn von König vor- geworfen. Wenn jetzt eine Säuberung vorgenommen werden solle, so müßten die Gchcimräte von König, Scitz und Rose in erster Reihe von ihren Plätzen entfernt werden. 27. Im südwestafrikanischen Krieg, der jetzt ungefährt 2% Jahr dauert, beträgt der Verlust an Menschenleben einschließlich der er- mordeten Zivilbevölkerung bis jetzt 2342 Mann. Die militärischen Verluste belaufen sich auf 2126 Mann; davon sind tot 1322, ver- wundet 768. Krank heimgeschickt sind etwa 1666 Mann, ebenso viel liegen krank in den Lazaretten Südwestafrikas. 28. Aus einem Bericht der„Dstafrikaniichcn Zeitung" erfährt man, daß„im Songna-Distrikt seitens der Europäer zwischen das Pulver der 71cr Askari-Munition Dynamit gesteckt" worden war; „solche Patronen waren dann absichtlich an sichtbaren Plätzen niedergelegt und von den Aufrührern zu ihrem eigenen Verderben benutzt worden." Das„Reich" läßt sich lvie folgt vernehmen:„Wir haben nie davon Gebrauch gemacht, aber wir möchten doch bemerken: man weiß vieles, vieles aus der Kolonialabteilung; man kennt die Depeschen auS Südwestafrika tagelang vor der Veröffentlichung und che sie die Form erhalten haben, in der sie in die Blätter kommen; man kennt die Instruktion, die Gouverneur von Putt- tamer seiner„Cousine" für ihre Aussage gegeben hat und der- gleichen." 26. Die nationalliberale„Dortmunder Zeitung" behauptet— entgegen einer am 22. Mai veröffentlichten offiziösen Erklärung, wonach der Erbprinz Hohenlohe lediglich das etatsmäßige Dienst- cinkommcn des Kolonialdirektors von 26 666 M. bezogen habe— daß der Erbprinz außerdem 24 666 M. aus deui kaiserlichen Dis- Positionsfonds erhalten habe, ebenso soll seine Berliner Wohnung mit weiteren 26 666 M. aus dem Dispositionsfonds bezahlt worden sein. Diese Extravergütungen seien vorläufig dem Teil des Dis- positionsfonds entnommen, der zur Unterstützung von Offiziers- witwe» und-Waisen bestimmt sei. Im Zusammenhang mit den Fleischskandalen in Chicago, die angeblich der preußischen Regierung längst bekannt waren, be» hauptet die„Dortmunder Zeitung", daß„seit vielen Monaten regelmäßig große Sendungen von solchem amerikanischen Corned Bcef nach Südwestafrika gehen und einen Hauptbestandteil der Verpflegung unserer Truppen bilden." 36. Die„Norddeutsche Allgemeine Zeitung" teilt mit, daß amerikanisches Büchsenfleisch in der Tat für die Truppen in Süd- wcstafrika verwandt wird. Es sei bei ihnen sehr beliebt und um zwei Drittel billiger als bewährte deutsche Fabrikate. Die letzten Bestellungen seien Anfang Februar erfolgt, als die Beschuldigungen gegen die amerikanische Industrie noch nicht erhoben waren. (Das amerikanische Büchsenfleisch wird naih Deutschland be- kanntlich schon längst als angeblich gesundheitsschädlich nicht herein- gelasien. Auch wurde von autoritativer Stelle behauptet, daß der preußischen Regierung die Chicagoer Schweinereien längst bekannt waren.) Aus der Partei. April. 8. Das„Hamburger Echo" hat eine Abonnentenzahl von erreicht. 23. Die„Gleichheit" hat eine Abonnentcnzahl von 37 666 er» reicht. 29. In Breslau hat der sozialdemokratische Verein seit Beginn des Jahres, ülso in noch nicht 4 Monaten, 2629 neue Mitglieder gewonnen. 36. An Strafen sind im Monat April gegen die Arbeiter- bcwegung verhängt: 1 Jahr 3 Monate Zuchthaus, 11 Jahr 3 Bio- nate Gefängnis» 4328 M. Geldstrafe. Mai. 1. 36 666 Abonnenten hat die„BreSlauer Bolkswacht" erreicht. Allein seit dem Blutbad vom 19. April 2869 neue Abonnenten. Juni. 1. Strafkonto im Monat Mai: 3 Jahre 19 Monate 15 Tage Gefängnis. 1 Woche 3 Tage Haft und 3231,56 M. Geldstrafe. 21. Die„Freie Presse" zu Elberfeld-Barmcn hat seit Beginn des Jahres über 3666 neue Abonnenten gewonnen. 22. Nachwahl in Hannover für den verstorbenen Genossen Meister. Der sozialdemokratische Kandidat August Brey wird mit 31 886 Stimmen gegen 36 426 gewählt. Soziales. April. 12. In München ergiebt eine Statistik des Zentralverbandcs der Maurer, daß von 1834 befragten Kollegen 664 arbeitslos sind, darunter 326 13 Wochen lang. Mai. 4. Auf der Kaiserlichen Werft in Danzig wurden etwa 166 im Schiffsbau beschäftigte Arbeiter, die 5— 8 Jahre auf der Werft tätig waren, wegen, Arbeitsmangels entlassen, trotz der für neue Schiffe bewilligten Millionen. Neuerdings wird drei Arbeitern gekündigt, die 11, 13 und 18 Jahre dort beschäftigt waren. Sie werden aber weiter beschäftigt, nachdem sie sich mit einem Lohnabzug von 2 Pf. pro Stunde einverstanden erklärt haben. Des- gleichen gdschicht 7 älteren Arbeitern aus dem Schiffsbauressort. Anderen Arbeitern wird dasselbe Verfahren in Aussicht gestellt. 8. In Trier erzielte der Oberpräsident der Rheinprovinz, Herr von Schorlemcr-Lieser, beim Weinvcrkauf für 12 Fuder Moselwein über 166 666 M.. darunter für ein Fuder 16 666 M. Das ist pro Liter etwa 26 M. Angekauft wurde der Wein für einige reiche Leute in Köln. Etwa zur selben Zeit stand vor der Strafkammer in Trier ein Tagelöhner, der vom Schöffengericht zu einem Tage Hast bestraft war, weil er seine Kinder während der Schulzeit betteln geschickt hatte. Der Mann erklärte, er sei in großer Not und habe für seine acht Kinder kein Brot. Infolge ungesunder Wohnung sei er krank und könne nicht cinnial ohne Hülfe essen. Seine Berufung wurde verworfen., 14. Infolge des Grubenunglücks zu Courriercs wurde von der bürgerlichen Presse behauptet, in Teutschland sei ein derartiges Unglück unmöglich, wegen der guten Rettungsapparate. Eine Um- frage der„Bcrgarbeitcrzeitung" stellt fest, düß in den allermeisten Grubei�Dcutschlands überhaupt keine Rcttungsapparatc vorhanden sind, cselbst im Ruhrredicr fehlen sie in etwa 15 Proz. der Betriebe; in Obcrschlesicn find 36— 46 Proz. der Betriebe damit aus- gestattet und ebenso ein geringer Teil der Betriebe in Sachsen. Dagegen fehlen sie fast vollständig im mitteldeutschen Braunkohlen- gebiet, in Bayern, in Lothringen und im Aachener Bezirk. 16. Der„Vorwärts" veröffentlicht ein Rundschreiben der Flensburger Schiffsvau-Gescllschaft vom Juli 1965, worin unter Beifügung einer Liste von 767 Arbeitern aufgefordert wird, diese Leute nicht zu beschäftigen bezw. sofort zu entlassen. 31. Die Riebeckschen Montanwerke A.-G. in Halle verteilt für das letzte Geschäftsjahr 12 Proz. Dividende. Der Gewinn ist um 75 666 M. höher als der des Elanzjahres 1966/61, die Löhne aber sind niedriger. Die Zahl der Beschäftigten ist um 11 gesunken, die gezahlte Lohnsummc um 66 666 M. Auf den Kopf der Belegschaft entfällt im Jahre 1964/65 1965/66 Gewinn.... 786 M. 835 M. Lohn..... 1166„ 1689.. Tic Ludwigshafener Walzmühle hat ihren Reingewinn um 314 666 M. vergrößert. Für die Aufsichtsräte allein werden 184 774 M. bezahlt, d. h. für jeden einzelnen Aufsichtsrat 36 866 Mark, eine höhere— Lohnsteigerung als für die Gesamtheit der Arbeiter. 31. In der kaiserlichen Kanalwerft am Saatsce wird ein Ukas angeschlagen, der den Werftarbeitern untersagt, Mitglieder des Deutschen Metallarbcitcrverbandes zu sein. Wer am 6. Juni noch Mitglied ist, wird zum 26. Juni entlassen- Juni. 12. Ter„Vorwärts" teilt mit. daß aus der Zeche„Hansa" zu Huckarde bei Dortmund seit Pfingsten zwei Flötze brennen. Trotz- dem ivird auf der Zeche ruhig weiter gearbeitet, ganz wie in Courriercs. Wegen des„Bonissia"-UnglückS ist Strafverfolgung gegen den Betriebsführer Rüter eingeleitet. 21. Die„Preuß. Lehrerztg." teilt mit: Im Landkreise Oppeln unterrichten an einem Orte 2 Lehrer 282 Kinder, 2 Lehrer 246 Kinder, 2 Lehrer 236 Kinder, 1 Lehrer 148 Kinder, 1 Lehrer 136 Kinder und 1 Lehrer 136 Kinder. In der Neumark an einem Orte 1 Lehrer 166 Kinder, an einem anderen Orte 1 Lehrer 166 Kinder, 2 Lehrer 263 Kinder. Im Regierungsbezirk Merseburg sind zurzeit 64 Lehrerstellen unbesetzt. Noch schlimmer ist es in anderen Regierungsbezirken. 22. In Bochum fand am 29. Mai eine Holzarbeiterversamm- lung statt. Einem Teilnehmer wird die Arbeitsstelle gekündigt mit der Begründung:„Laut Protokoll des Polizeibeamten haben Sie in der Versammlung gesagt: Auf dem Bochumer Verein werden die schlechtesten Löhne bezahlt und die Arbeiter am schofelsten bc- handelt. In Wahrheit hat der Betreffende in der Versammlung überhaupt nicht gesprochen. Der Arbeitgcberverband der Bildhauer, Modelleure und Stukkateure(Sitz Frankfurt a. M.) versendet eine schwarze Liste mit 118 Namen von Streikenden, die aus München-Gladbach und Rheydt abgereist sind, mit der Aufforderung, sie nicht zu be- schäftigen. 28. Ein Arbeiter von Zeche Dorstfeld(im Ruhrrcvicr), der in einer Arbeiterwohnung des Werkes wohnt, wird von der Ver- waltung aufgefordert, einen erwachsenen Sohn, der bei ihm wohnt. zu veranlassen, daß er aus der Zeche in Arbeit tritt, weil„unsere Wohnungen lediglich im Interesse unserer cigenen und nicht für fremde Arbeiter gebaut sind." Der Sohn, der anderwärts als Schlosser 5 M. Schichtlohn verdient, soll auf der Zeche für 3,56 M. pro Schicht arbeiten. Im Ruhrrevier kommt es nur zu oft vor. daß die alten Bäter aus die Straße geworfen werden, wenn die Söhne die Arbeitsstelle verlassen, um sich anderweitig zu ver- bessern. Die Teuerung. Mai. 2. Mit 146 gegen 113 Stimmen nimmt der Reichstag die Er- höhung der Biersteuer an. 8. Die Zigarettenstruer wird im Reichstag angenommen. Ein sozialdemokratischer Antrag, die dadurch brotlos werdenden Arbeiter zu entschädigen, wird abgelehnt. Die Fahrkartensteuer wird im Reichstag angenommen. 19. Die sämtlichen neuen Steuern werden im Reichstage end- gültig in dritter Lesung angenommen: Ouittungssteuer. Fahr- kartensteucr, Erbschaftssteuer, Brausteuer. Zigarettensteuer. Juni. 2. Wie die„Deutsche Fleischer-Zeitung" erfährt, hat der Reichskanzler dem Bundesrat eine Vorlage unterbreitet, wonach da? Fleisch eiiisinnigcr Rinder unter gewissen Kautelen als völlig gcnuhtauglich erklärt werden soll. Gegnerische Parteien. Mai. 21. Beim Tode des Berliner Stadtschulrats Gcrstenbcrg er- fährt man das Schicksal der ersten Huldigungsadreffe des Berliner Freisinns an Wilhelm II. am 27. Oktober 1888. Eine städtische Abordnung mit güldenen Ketten unter Führung des Obcrbürger- meisters Forckenbeck brachte die von untertänigen Phrasen wimmelnde Adresse, die zugleich die Darbringung des vor den Fenstern des Schlosses aufgestellten Begas-Brunnens enthielt, inZ Schloß. Der Kaiser war aber, wie Gcrstenberg einem Gewährs- mann des„B. T." erzählte, über die Presse indigniert:„er hat es übel vermerkt, daß sie sich mit seinen internen Familicnangelcgen- heiten beschäftigte, und forderte die Deputation auf. dafür zu sorgen, daß das künftig unterbleibe." Dann drehte er sich um und schied„sehr ungnädig". Forckenbeck kam nicht zu Worte und hat die Adresse dann auf einen Stuhl niedergelegt. Zheatcr. Neue? Schauspielhaus.„D e r Helfe r". Schauspiel in vier Akten von Fel'x Philippi. Das Schauspiel Philippis fordert unwillkürlich zur Vergleichung mit dem„Blumcnboot" auf einer Vergleichung, die ebenso ungünstig für den„Helfer". wie günstig für das von der Kritik so abschätzig behandelte Suder- mannsche Stück ausfällt. Beide Dramen führen dasselbe Milieu mit ganz ähnlicher Gruppierung der Gegensätze vor: Reiche Kauf- mannSsamilien, deren jüngerer Nachwuchs verlottert und verlumpt, sich in einer prahlerisch zur Schau gestellten Frivolität gefällt. Thea und Beate gleichen, wenigstens was die Absichten und Intentionen der Charakteristik anlangt, einander zum Verwechseln, Gerhard St das nur die geistige Bersimpelung noch stärker unterstreichende egenbild zu Frettchen, die Mütter sind als Förderer und Beschützer der Korruption gezeichnet. Dort ist der lüderlichen Sippe der an- geheiratete Schwiegersohn, hier der Familienvater, Sanator Odden- dabl als ehrenhafter Gegenpart gegenübergestellt, beides rastlose Geldverdisner. Arbeitstiere, die die Mittel für die Verschwendung der Jhrisi�ii herbeischaffen. Doch welch ein Abstand in der Art, wie Sudermann und wie Philippi das Stoffliche dramatisch in Bewegung fetzen. Schminke verwenden beide in reichstem Matze. übet wahrend diese outriexende, den Leser abstoßende Manier bei jenem so sicher auf die Bühnenwirkung hin kalkuliert ist. daß die Schauspieler aus dem Grellen ein Eindrucksvolles, den Sinn des Zuschauers bis zu dem Schlüsse Spannendes herausarbeiten können, wird die Geschraubtheit des Philippi-Stückcs im Rampen. licht nur noch unleidlicher. Bei der glänzenden Aufführung deS „Blumenboots" im Lessing-Theater entfaltete sich der durchtriebene, übermütige, schamlose Racker Thea im Spiel des Fräulein Ida Wüst zu einem in sich geschlossenen, durch Geschlossenheit frappieren. den Typus. Aus der Beate hätte keine Kunst auch nur in ganz entfernter Annäherung etwas derartiges herausholen können. Die Figur ist plump und puppenhaft geschnitzt, in den entscheidenden Momenten durchaus unglaubwürdig. Auch das Gesuchte, Prätentiöse deS Sudermannschen Dialogs läßt sich auf der Bühne, gemildert durch die rasch hinhuscheckde Sprache geschickter Darsteller, viel eher ertragen als die hausbackene, endlos ins Breite ausgesponnene Trivialität, deren sich die Glieder von Philippis Senatorensamilie. und nicht zuletzt das geistreich tuende Fräulein Beate in ihren Reden befleißigen. Nur der zweite Akt unterbrach mit einer raffiniert erfundenen und ausgenützten Situation, dk�.dix Erinnerung an Philippis einstigen Spürsinn für dramatische AugenblickSeffckte wachrief, die farblose Leere. Beate sucht in Makkenkleidern ihren Liebhaber, einen reichen eleganten, wegen seiner skrupellosen finanziellen Praktiken unjd seines wüsten Lebenswandels berüchtigten Bant- direktor auf. Der prickelnde Reiz des Verbotenen hat sie dem Manne, der ihr innerlich ganz gleichgültig ist. in die Arme ge- trieben. Mit breitem spekulierenden Behagen werden die zwei- deutigen Zärtlichkeiten des Tete-a-tete aus der Bühne ausgemalt. Kaum ist das Mädchen fortgeschlüpft, so meldet der Diener den Senator Oddcndahl, und der Direktor glaubt nichts anderes, als daß Beatcns Vater käme, ihn zur Rechenschaft zu ziehen. Harry W a l d e n war ausgezeichnet in der Szene. Ohne die kalte Reserve des Geschäftsmannes jemals abzulegen, brachte er den Wechsel der Empfindungen, den Ucbergang der peinlichen Erwartung ins Hoch- gefühl befriedigter Eitelkeit diskret und völlig überzeugend zum Ausdruck. Nicht als Räcber, sondern als ein Bittender ist der alte Kaufherr gekommen. Schwere Verluste haben ihn bis an den Rand des Bankerotts gebracht, er wendet sich in dieser äußersten Not an den früher verachteten Finanzmann, um Ausschub seiner Zahlungsverpflichtungen zu erwirken. Begierig ergreift dieser die Gelegenheit, sich auf den großmütigen Helfer hcrauszuspielcn. Der Kontrast erhält so eine Zuspitzung von epigrammatischer Schärfe. Um so lahmer wirken die folgenden Theatcrkoups: Die Aufdeckung von Bestens Geheimnis durch einen fanatisch um dir Firmenehre besorgten Buchhalter, der Heiratsantrag des LanldirektorS, als ihm vor Oddendahl sein Ableugnen nichts hilft, BeatcnS Programm- artig stilisierte Weigerung, sich in das monotone, knechtende Joch Huer Ehe zu begeben. Als ob sie in der Stellung einer Frau Bankdirektor ihre Eskapaden nicht ebenso bequem wie bisher be- gegangen und streben nun wieder zu einer lebensvolleren Gestaltung.[ schrift verletzt werde. Das mußte in diesen Tagen ein Frankfurter werkstelligen fönnte! Nicht weniger ertünstelt ist ihre Umstimmung Das ist das Echte an Juan, das ist ihr Verdienst. am Schlusse. Mit moralischer Genugtuung erfährt man, daß der Senator jcht die dargebotene Hülfe abweisen, seine Insolvenz erflären, die Juwelen der verwöhnten, widerwärtigen Gattin berkaufen und den trottelhaften Faulenzer von Sohn zur Arbeit zwingen will! Also Vorfäße, deren Ausführung freilich, wenn der Herr Bankdirektor Schwiegersohn wird, keine sonderliche Wahrscheinlichkeit für sich hat. Gerichts- Zeitung. Von Stufe zu Stufe bis zum Streitbrecher und Messerhelden gesunken. Künstler in tragikomischer Weise erfahren. " als Don Nach Erschöpfung des vorschriftsmäßigen Instanzenzugs die Stonfultierung eines botanischen Instituts darf dabei nicht fehlen würde dann von Reichs wegen gegen die Uebergabe des Bäumchens aus Böhmen an den Empfänger nichts einzuwenden sein. Geht alles glatt von statten, so wird der Künstler seinen Weihnachtsbaum etwa um Ostern anzünden können. Schiffszusammenstoß. Aus Hamburg wird berichtet: Der englische Dampfer" Arlington" tam gestern vormittag im Tau des englischen Seeschleppers Ganulet" hier an. Der Dampfer Arlington", der auf der Höhe von Dungeneß den belgischen Dampfer " Cap Juby" in den Grund rannte, wobei 12 Mann von diesen er tranten, hat Schaden am Vorderschiff unter der Wasserlinie. Treibeis. Das Treibeis auf der Elbe hat, wie von Hamburg " -Frau Wohlbrück gab die junge Frau- am wenigsten Applaus. einen Arbeitswilligen die Tankleine aus der Hand zu reißen. Ends berichtet wird, bei dem scharfen Frost sehr schnell zugenommen, fo Musik. dt. Sein Vater, Gutsbesizer in Böhmen, wollte den Sohn zu Weihnachten mit einem sinnigen Gruß aus der Heimat überraschen und fandte ihm ein eingepflanztes zweijähriges Tannenbäumchen bom eigenen Grund und Boden. Das Bäumchen mit der heimatlichen Erde kam unversehrt in Frankfurt an, und freudig bewegt leistete der Künstler einer Einladung Folge, die ihn an die Abfertigungsstelle für zollpflichtige Batete beschied. Er glaubte bermutlich Das Spiel hielt sich, von Harry Waldens brillanter Wegen schwerer Störperverlegung hatte sich am Sonnabend der Künstler sind oft naive Leute nichts sei einfacher, als sich in Leistung abgesehen, auf dem Durchschnittsniveau. Auch Emmi Maurer Jofeph Ravamla vor der zweiten Straflammer in den Befiz eines Christbaumes zu setzen, den der Vater seinem Sohne Schroth in der Rolle Beatens tam nirgends über das Mittel- Pofen zu verantworten. Der Angeklagte ist mehrfach, darunter durch Vermittelung der Bost zukommen laffen will. Nun, einstweilen maß hinaus. Der Beifall hatte die bei Premieren übliche Stärke. wegen schwerer Körperverlegung mit zwei Jahren Gefängnis vor- grünt das Tännlein noch nicht in des Künstlers Junggesellenheim, dt. bestraft. Er war längere Zeit ein eifriges Mitglied des Zentral- und es wird erst des Eingreifens des Reichskanzlers Fürsten Figaro- Theater. Einakterabend. Olga Wohlbrück, deren perbandes der Maurer Deutschlands. Als er aber in Bülow bedürfen, wenn der Christbaum aus Böhmen seinen Beruf Name aus der Ueberbrettlzeit, wo sie im Wolzogen- Theater mit feiner Eigenschaft als Kaffenbote dieses Verbandes die einfassierten erfüllen soll. Die„ kaiserliche Postzollabfertigungsstelle in Frants hübscher Pointierung allerlei kleine, boshafte Gedichte vortrug, be- Beiträge in seiner Tasche verschwinden ließ und dafür mit zwei furt a M." machte laut Frankf. 3tg." dem Künstler folgende Er tannt ist, und ihr Gatte, der Komponist Waldemar Wendland, Monaten Gefängnis bestraft wurde, änderte er feine Geöffnung über die amtliche Behandlung des besagten Gegenstandes: haben im Saal des Sezessionsgebäudes am Kurfürstendamm ein sinnung und wurde ein erbitterter Gegner aller Lebende Pflanzen dürfen ohne Attest nicht eingeführt werden. Es neues Theaterunternehmen eröffnet. Das Weinstuben- Souper, das fozialdemokratischen und gewerkschaftlichen Besteht dem Herrn Empfänger frei, die Pflanze hier zu vernichten oder die Herrschaften aus Berlin W bisher nach dem Theaterabend ein- strebungen. Während des letzten Maurerstreits stand er in den die Genehmigung des Herrn Reichstanzlers zur Auslieferung einDer erstaunte zunehmen pflegten, soll hier, dies scheint der Hauptpunkt des Reihen der Arbeitswilligen und suchte seinen ehemaligen Ge- zuholen. Bis dahin muß alles hier bleiben!" Programms, organisch mit dem Kunstgenuß verbunden werden! noijen nach Möglichkeit zu schaden. Das hinderte ihn aber nicht, am dressat der lebenden Pflanze", der kein Gesundheitsattest beiliegt, Die Einladung zu der Generalprobe schrieb Gesellschaftstoilette vor 11 August d. J. in einer Destille in Bofen die im Zentralverbande will natürlich in die Vernichtung des Bäumchens nicht willigen. und die befracten Kellner hatten mit dem Servieren an den Tischen organisierten Maurer Wojat und Taedling um einen Schnaps anzu- Das fchien ihm pietät und herzlos. Lieber ruft er des Zuschauerraums beinahe mehr zu tun, als bei der Länge der Schnorren. Selbstverständlich wollten diese mit dem Ergenoffen und Carlos weiß er ja, wie man sein Jahrhundert in die Schranken die Entscheidung des Reichskanzlers an. Er hat Pausen die Schauspieler auf der Bühne. Was sich da oben, wenn Streifbrecher keine Saufgenossenschaft mehr anknüpfen. Der An- fordert der Vorhang aufging, abspielte, war von recht mäßiger Vergnüglich geklagte und dessen Schivager Brambor begannen nun mit den denn auch bereits ein längeres Telegramm an den Fürsten worin abgeschickt, er den Fall farlegt, und teit. Den Anfang bildete ein humorlos frivoler und obendrein beiden organisierten Maurern in der Kneipe eine Schlägerei. Der Bülow noch ohne alle Verve dargestellter Einatter, in dem der zahlungs- Ausschänker fezte die Störenfriede an die Luft. Der Angeklagte Weifung zu geben bittet, daß ihm das Bäumchen ausgefolgt werde. fähige Liebhaber einer verheirateten Dame durch den Gatten um lauerte nun vor dem Lokal dem Wojak auf und Die Antwort des Reichskanzlers steht noch aus. Hoffentlich findet so und so viel tausend Frank geprellt wird den Abschluß das berfeste ihm in heimtüdischer Weise mehrere Fürst Bülow inmitten der Vorbereitungen für seinen Weihnachtstisch Bubettgehen eines biederen Ehepaars, welches dann unter seiner nicht unerhebliche Messerstiche. Das Gericht erkannte Beit, Ermittelungen anstellen zu lassen. Ruhestatt den Bräutigam der Küchenfee entdeckt. Ein Spaß von gegen den Streifbrecher und Messerhelden auf ein Jahr Geehrwürdigstem Alter. Die zwei Mittelstüde entlehnten ihren Stoff fängnis und ordnete seine Verhaftung wegen Fluchtverdachts an. ciner bekannten auch in der dramatischen Verwässerung noch immer wirksamen Mark Twainschen Humoreske und, auf daß die Nerven§ 153 der Gewerbeordnung. sensation nicht fehle, eine Reminiszenz aus Bolas grusliger Eine Anklage wegen Bergehens gegen den§ 153 der Gewerbe" Therese Raquin". An Stelle der gelähmten, ihrer Sprache be- ordnung führte die Flösser Ruchoke aus Nafel und Reich raubten Mutter, die lauernd auf den Augenblick der Rache wartet, aus Paulsdorf auf die Anklagebant des Schöffengerichts zu Rakelfeht der Verfasser, Herr Sartène, hier einen vom Schlag gerührten Rege. Beide Angeklagten werden beschuldigt, anläßlich des im Herbst alten Bauern, welcher, plöblich seine Kräfte wiederfindend, die dieses Jahres im Nezedistrikt ausgebrochenen Negedistrikt ausgebrochenen Flösserstreits chebrecherische, beim Todessturze ihres Mannes ohnmächtig zu den§ 153 der Gewerbeordnung verletzt zu haben. Such oyle fammenfinfende Schwiegertochter mit eigener Hand erwürgt. Die soll einem Arbeitswilligen zugerufen haben:" Wenn Du nichts trasse, aber nicht talentlos aufgebaute Szene fand bei dem sonst zu fressen haft, wollen wir Dir 3 M. geben". Er soll ferner auf ganz übermäßig beifallslustigen Publikum troß guter Darstellung zwei weitere der Staatsstüßen" geschimpft und versucht haben, dem lich soll er zu der eines Streifbrechers ist ein Streifbrecher". Reich soll einen Streitbrecher mit dem Kopf daß schon gestern der Verkehr mit Motorbarkassen ins Stocken gevor die Brust gestoßen haben. Beide Angeklagten stellen die ihnen riet; namentlich auf den Sandbänken erzeugte die Kälte viel Treibzur Last gelegten Taten begangen zu haben, in Abrede. eis. Eisbrecher 2 wurde gestern nachmittag in Dienst gestellt und Von dem Stoß, welchen der eine Arbeitswillige erhalten nach der Unterelbe gesandt, um dort hülfsbedürftigen Schiffen BeiEs gehört zu den interessantesten Erscheinungen, wenn etwas, haben soll, hat selbst der Arbeitswillige nichts gesehen, mit welchem stand zu leisten. Für den Seeschiffsverkehr bildet das Treibeis bas lediglich literarische Ware ist, sich bis zu dem Anschein eines der angeblich Gestoßene zusammen arbeitete. Das Gericht er- borläufig fein nennenswertes Hindernis. wirklichen literarischen Kunstwertes erhebt. Einen solchen Fall fannte gegen Ruote auf 17 Tage und gegen Rei ch 3 Tage Köln, 24. Dezember. Die Rheinhöhe beträgt 1.35 Meter. Die hatten wir am vergangenen Sonnabend im Zentral- Theater durch Gefängnis. Schiffbrüde ist wegen Treibeises ausgefahren worden. die Erstaufführung der Opperette ünstlerblut". Jene ErWird die Bromberger Straffammer, die als Berufungsgericht hebung ist den Textdichtern Leo Stein und Karl Lindau gelungen angerufen ist, au der Einsicht gelangen, daß derartige Urteile die Sie hatten dem diesmal wirkenden Komponisten, Emund Eyßler, Empfindung stärken müssen, daß die Rechtsprechung weniger die Gebereits den sehr luftigen, wenn auch über die Bosse nicht hinaus- bote der Gerechtigkeit als die der Rache zu erfüllen in der gelangenden, Tegt zur Schüßenliest" gegeben( den Bruder Lage ist? Straubinger" bon demselben Komponisten haben andere tertiert). Diesmal ist der Inhalt kurz der: In der Wiener Biedermeierzeit berlieben sich ein Bürgerssohn und eine Soubrette in einander. Anläßlich der Verbreitung des Wahlrechtsflugblattes Der Vater des jungen Mannes will ihn davor behüten und lädt 20. Januar wurden, wie wir seinerzeit berichteten, in Bromberg Erdbebenforschung. Im allgemeinen scheint es sich jedoch um eine die Soubrette samt ihrem guten Freund, einem Charakterfomiter, mehrere Verbreiter verhaftet, weil angenommen wurde, sie hätten Erderschütterung zu handeln, die am Sonnabend in Zentralafien ein, sich in einer Gesellschaft bei ihm recht abschreckend zu ber- den§ 130 des Strafgesetzbuches verletzt. Unter den Verhafteten stattgefunden hat. Aus Kopal( Semirjetschenst) wird unter dem halten. Das gelingt ihr nur mit einem Gassenbubenlied, einer befand sich auch eine Frau, welche an epileptischen Strämpfen leidet. 23. Dezember berichtet: In dem hiesigen Gebiete wurde gestern Rauschszene und einer Fingierung der Liebe zu jenem Freunde just Das teilte sie dem stellvertretenden Gefangenenaufseher bei abend um 11 Uhr 20 Minuten eine äußerst heftige Erdschwankung so, daß der entgegengesette 3wed erreicht wird. Das Motiv ist also ihrer Einlieferung im Bolizeigefängnisse mit und bat ihn, verspürt, die 1 Minuten andauerte. Aus Jena wird gemeldet: geradezu von dramatischer Tiefe, und der arme gute Freund in da sie wegen des Leidens nicht allein bleiben fonnte, Auch die hiesigen seismographischen Instrumente zeigten Sonnabend Wirklichkeit sozusagen ein Charaktertragiker. In der musikalischen ihr eine Gesellschafterin zu geben. Diefer lehnte die Bitte ab, ver- abend ein weit entferntes Erdbeben in östlicher Richtung an. Darstellung der Gefühle, die diesen packen, hat denn auch der Kom- fchloß die Tür und ließ fie in der Belle allein zurück. Die Frau Um dasselbe Erdbeben scheint es sich in einer Stuttgarter ponist sein Bestes geleistet. Im übrigen erhebt sich seine Musit nicht weinte, flopfte an die Zellentür und wiederholte laut ihre Bitte. Meldung zu handeln. Die Erdbebenwarte Hohenheim einmal zu einer nachahmenden Färbung jener Vergangenheit. Der stellvertretende Gefangenenaufseher ließ den Gefangenenauffeher zeigte am Sonnabend ein starkes, eine Stunde anhaltendes Erdbeben Die Aufführung war durch die dankbare Art des Stüdes ge- Timm holen. Dieser begab sich in die Zelle der Frau und gebot mit einem Stern innerhalb Europas an. Aus Florenz wird gehoben; dazu kommt noch die an jenem Theater ersichtlich herrschende ihr, sich ruhig zu verhalten; dann entfernte er sich zunächst. Bald meldet: Auch die seismographischen Instrumente des hiesigen am Sonnabendabend eine starke ErdBortragszucht. Im Vordergrunde stand Mia Werber mit jener baraaf erschien er in Begleitung seines Stellvertreters und eines Observatoriums haben so reichhaltigen Rolle der Soubrette. An ihrer Seite gab Mar Marr, Polizisten mit Fesseln wieder. Diese wurden der Frau in der erschütterung registriert, die in einer Entfernung von 7000 kilometer der anscheinend diesem Theater nur neuerdings oder vorübergehend Belle angelegt und dann an der Wand angeschlossen. Bei Vornahme stattgefunden hat. angehört, den guten Freund in wirklich überzeugender Weise. Durch dieser Fesselung wurde die Frau von dem Gefangenenaufseher Timm Die Instrumente der Hamburger Hauptstation für Erdbeben wertvolles Material der Stimme, das allerdings noch eifriger ge- nicht gerade sanft behandelt. Die Frau wurde dann mit den anderen forschung zeigten am 22. Dezember 7 Uhr 30 Minuten abends ein pflegt werden könnte, zeichneten sich Erich Deutsch und Charlotte Verbreitern als Unterfuchungsgefangene nach dem Justizgefängnis sehr heftiges Erdbeben an. Die Ausschläge der Schreibnadeln be Frant aus; mehreren anderen ist der lebhafte Erfolg des Abends transportiert. Der Richter setzte sie und die anderen Verhafteten, trugen stellenweise 12 Zentimeter und darüber, ähnlich wie bei den cbenfalls zu danken. da ja nicht die Spur einer strafbaren Handlung und schon Statastrophen von San Francisco und Valparaiso. deshalb kein Grund zur Verhaftung vorlag, in Freiheit. Die Ueber den Ort des Erdbebens ist noch nichts bekannt, da die au Unrecht berhaftete und gefessellte Frau stellte stellte nunmehr Berechnungen der kaiserlichen Hauptstation in Straßburg i. E. noch gegen Timm Strafantrag wegen törperlicher Mißhandlung. Das nicht eingetroffen sind. Verfahren gegen Timm leitete der Staatsanwalt zwar ein, stellte Eine spätere Meldung lautet: Das von der hiesigen HauptDer Kunstsalon eller u. Reiner veranstaltet eine Aus- es aber bald wieder ein. Nun wurde der Spieß umgedreht und station für Erdbebenforschung heute mittag gemeldete Erdbeben von ftellung von Werken des Münchener Malers Leo Puz. Butz gehört gegen die mit ihrem Strafantrag Abgewiefene eine Anlage Sonntag abend hat, wie man annimmt, auf der Halbinsel Alaska der Scholle" an, einer Vereinigung jüngerer Münchener Maler, wegen wissentlich falicher Anschuldigung erstattgefunden. deren begabtestes Mitglied er wohl ist. Diefe Maler der Scholle hoben! Zu dem Termin waren Timm, sein Stellvertreter und Eine Feuersbrunst. Die Kabelfabrik von Gebr. Manuel in find alle Zeichner der Jugend". Sie streben aus der Graumalerei zwei Bolizisten als Belastungszeugen und vier Entlastungszeugen Toulouse wurde gestern durch eine Feuersbrunst zerstört. Das Ge heraus. Sie haben wieder Freude an derben, bunten Farben. Und geladen. Durch die Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß die Frau bäude umfaßte einen Kompleg von 1800 Quadratmeter und wurde die Lebenslust, die auch meist den Inhalt ihrer Werke bildet, spricht mißhandelt worden war. Der Staatsanwalt hielt aber trotz- völlig eingeäschert. Der angerichtete Schaden wird auf 300 000 Fr. sich auch in der Verbe aus, init der sie den Pinsel führen. Deutlich dem die Anklage aufrecht und beantragte vier Monate Gefängnis. geschäßt, mehrere hundert Arbeiter sind brotlos. merkt man das Einwirken der breiten graphischen Technik, zu der sie Der Verteidiger, Rechtsanwalt Jakobsohn, hielt eine scharfe Von einer Lawine verschüttet. Nach einer Meldung aus Paris die" Jugend" erzog, in den Bildern. Zuweilen hat man ihnen den Abrechnung mit den polizeilichen Maßnahmen und beantragte wurden in Hospitalet durch eine niedergehende Lawine eine Anzahl Vorwurf gemacht, ihre Bilder feien nur vergrößerte Jllustrationen. Freisprechung. Das Gericht entsprach diesem Antrage. Dieses genialische Sichaustoben kommt bei Buzz ungebrochen wird nunmehr gegen die für die Mißhandlung, Jnhaftierung und Gebäude verschüttet. Vier Personen, darunter ein Spanier, fanden zum Ausdruck. Es ist etwas Urwüchsiges in der Art, wie er die Fesselung Verantwortlichen endlich Anklage erhoben werden? Oder den Tod. Der Schnee lag stellenweise 5 Meter hoch. Die Bewohner Farbe handhabt, fie in breiten Strichen hinfeßt. Freilich darf man foll die preußische Justiz ganz der Kameruner im Falle v. Butt- der verschütteten Gebäude konnten erst nach 48stündiger Arbeit aus ihrer Lage befreit werden. fich nicht der Einsicht verschließen, daß dieses Gebaren erst nur ein tamer gegen die Afwa- Häuptlinge gleichen? Versprechen ist. Borerst fehlt noch die Persönlichkeit. Das zeigt sich schon darin, daß die Mitglieder der Scholle fich einander sehr ähneln. Einer nimmt vom andern an und so kann man schließlich mehr von der Vereinigung als von den einzelnen Malern reden. " Kunst. SZ. Bromberger Polizei auf der Anklagebank. nork " Ergraute Kuppler. am Auf Weihnachtsurlaub verunglückt! Vorgestern abend 6 Uhr fuhr der gemischte Bug 653 bei der Einfahrt in Bahnhof Glogau auf zwei nach dem Schuppen fahrende Maschinen. Der Badwagen entgleifte und drückte die Stirnwand des Personenwagens dritter Klasse ein. Hierbei erlitten givei Soldaten Beinbrüche, eine dritte Person wurde leicht verlegt. Untersuchung ist eingeleitet. Erdbebengerüchte tommen aus den verschiedenen Stationen für Ein Elendsbild. In Wien vergiftete der 30jährige Photographen gehülfe Karl Brandl heute sich, feine Frau und seine zwei Kinder mit gyantali. Beweggrund waren Rot und Krankheit. Hochwasserverwüstungen. Die großen Täler von Arbin und Magnesia sind, wie aus Smyrna gemeldet wird, von den infolge heftiger Regengüsse aus den Ufern getretenen Flüssen überschwemmt. Das Hochwasser hat große Verwüstungen angerichtet, einige Ortschaften Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke Better Lemp. n. T. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer. ſtand mm Bind. richtung Windstarfe Better Temp. n. 6. Ein würdiger alter Herr mit langwallendem weißen Vollbart schleppte fich gestern mit Hülfe seines Krückstodes und gestützt von Im allgemeinen läßt sich da sagen, daß das große Format in einem hochbetagten Mütterchen, das selbst nur schwankend vorwärtsstreben den Bildern wieder bevorzugt wird. Man strebt weg von der fonnte, auf die Anklagebant der 137. Abteilung des Amtsgerichts Kleinlichen, genauen Malerei zu einer mehr dekorativen Kunst. Berlin- Mitte. Hier fant er erschöpft nieder. Niemand unter den Platatartig find diese Bilder. Und dann stellt sich leicht ein Zuhörern konnte sich eines gewiffen Mitleids für das greise Ehepaar find völlig zerstört. Es sind auch Menschen umgekommen. gwiespalt ein. Man vermißt in dem Motiv jeden Reichtum der berjagen. Das änderte sich jedoch fofort nach Verlesung des An- 25 Personen getötet. Auf der Strede Minneapolis- St. Paul Erfindung, den wir selbstverständlich bei dieser Brätenfion des Auf- flagebefchlusses. Aus diesem ergab sich, daß der würdige alte stieß, nach New Yorker Meldung, ein Schnellzug mit einer rantretens verlangen. Es ist oft au oberflächlich gesehen worden, die Herr, der 75jährige Rentenempfänger Heinrich Bät ich war, gierenden Lokomotive zusammen. Der ganze Zug entgleiste; Durchbildung im einzelnen fehlt, die die lange Betrachtung reizen der im Laufe der letzten Jahre nicht weniger als fünfmal wegen 25 Personen sind getötet. foll. Eine Sfizze, ins Riefengroße vergrößert, ergibt noch kein Bild. Kuppelei vorbestraft worden ist. Das alte Mütterchen an feiner Wir finden bei Buz jene Damen im Grünen, die alle den Seite war seine auch nach dieser Richtung treue Lebensgefährtin, die Witterungsübersicht vom 24. Dezember 1906, morgens 8 Uhr. Maler der Scholle malen. Ein weißes Kleid unter dichten Bäumen, es in den letzten Jahren ihres bis jetzt 67 Jahre zählenden Lebens getupft von Sonnenflecken. Dann die Stilleben in einem In- ebenfalls noch zu einer Vergangenheit" gebracht hat. Auch sie ist terieur, eine Stubenecke mit einem Tischchen und japanischem fechsmal wegen Ruppelei vorbestraft. Das dem Aeußern nach Stationen Geschirr. Als neuestes gefelt Buzz diesen Motiven Gelbakte vertrauenerweckende würdige Ehepaar war wiederum wegen im Freien hinzu, die in seltsamen Stellungen liegen, stehen Stuppelei angetlagt und zwar wurde es beschuldigt, seit Anfang und fizen, wobei der elegante Hut, das vornehme Kleid, die daneben dieses Jahres eines der berüchtigsten Absteigequartiere in der Nähe des liegen, pikant wirken sollen. Oft gelingt es Buß, diese Farben fein Woripplages betrieben zu haben. Von jeder der bei ihnen verkehrenden Swinemde zusammen zu bringen, z. B. mit dem Violett des Hutes, dem feinen," Damen" bezogen die Angeklagten pro Tag 6,50 bis 10 m. Außer- pamburg fühlen Grau des Rockes, dem Weißrot des Fleisches eine aparte dem hatte der Ehemann N. noch eine Invalidenrente und bezog Harmonie herzustellen.. Ebenso oft aber tommt er über die bloße Armenunterstügung. Vor Gericht waren die Angeschuldigten rauf.a Sucht, den Philister zu brüsfieren, nicht hinweg. Was Buzz allein geständig. Der Amtsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe Bien gehört, das find die phantastischen Bilder, in denen fich feine bon je einem Monat. Das Gericht erkannte auf ie zwei Phantasie orgeastisch auslebt. Radte Frauen, die bachantisch mit Bochen Gefängnis. Löwen tanzen, Schnecken und Muscheltiere, deren sehr irdisches Liebesspiel mit breitem Humor geschildert wird. Durch eine eigentümliche Mischung fühler, heller Farben erzielt Bug eine seltsame Phantastit, deren starre, eisige Haltung eigentümlich mit dem Bachantisch St. Bureaukratius und der Weihnachtsbaum. Nach wie vor wird taumelnden Inhalt kontrastiert. Hier ist ein eigener Stil gefunden. Man merkt bei den Malern der Scholle den Einfluß der französischen in Deutschland peinlich dafür gesorgt, daß alles seine Ordnung hat, Beichner. Sie find durch die impreffionistische Schule hindurchlund daß unter anderem auch kein Titelchen einer postalischen VorVermischtes. Berlin München 769 SSW 3 woltig 7685 770 Still 771 29 4 balb bd. -6 6 3 -9 Haparanda 751 SB 2 Nebel-5 Petersburg 773 SSW 2 bedeckt wolfenl-8 Scilly 774 WNW 2 wolkig 1 Nebel-10 berdeen 762 5 2 bedeckt 773 Still Nebel-15 Baris 7736 1 bedeckt 773 SD 1 halb bd.- 7 Wetter Prognose für Dienstag, den 25. Dezember 1306. Gelinder bei mäßigen füdwestlichen Winden und zunehmender Bes töltung; geringe Niederschläge. Berliner etterbureau. Wafferstand am 24. Dezember. Elbe bei Auffig Meter, bei Dresden 1,84 Meter, bei Magdeburg+1,06 Meter. 11n strut bei Meter. Straußfurt Dder hei Ratibor+1,02 Meter. Meiße mündung+1,30 Meter. Oder bei Brieg+1,00 Meter. bei Breslau Unterpegel- 1,78 Meter.( Großschiffahrt gefchloffen.) Ober Unserem Kollegen, dem Töpfer Otto Keichel zur Verlobung ein donnerndes Soch!" Prost!" Die Kollegen der Firma John. Unserem Genossen Julius Zeidler, Schöneberg, Sedanstr. 16, zur filbernen Hochzeitsfeier am 2. Weihnachtsfeiertag ein drejfach Hoch dem Silberpaar. Die Genoffen des Sb Be: zirks( bei Kanow). 99999666666se Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Köpenicker Viertel. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis daß unser Genosse, der Tischler August Krause, wohnhaft Wrangelstr. 15, Stadtbezirk 99, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. Dezember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhoses aus ſtatt. 263/11 Der Vorstand. Tischler- Verein zu Berlin E. H. No. 89. Hierdurch die traurige Mitteilung, daß unser langjähriges Mitglied August Krause, Wrangelstraße 15 wohnhaft, am 22. Dezember abends 6 Uhr berstorben ist. 199/16 am Ehre seinem Anbenken! Die Beerdigung findet zweiten Weihnachtsfeiertag nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Thomas- Stirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Stollege, Tischler August Krause am 22. Dezember nach langer Krankheit verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. Dezember, nachmittags um 4 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 99/4 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis Görlitzer Viertel. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genoffe, der Maurer Friedrich Bachmann, wohnhaft Ratiborftr. 17, Stadt bezirt 113b, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachmittag 2 Uhr bon der Leichenhalle des Emmaus- Kirch hofes aus statt. 263/10 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Stollege Fried. Bachmann am 21. Dezember 1906 ber storben ist. am Die Beerdigung findet Dienstag, den 25. d. Mts., nachmittags 2, Uhr, von der Leichen halle des Emmauskirchhofes in der Hermannstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 157/16 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Richard Handro am 23. Dezember gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. Dezember, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Marien- Kirchhofes in der Prenzlauer Allee 7 aus statt. Rege Beteiligung wird erwartet. Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Kollegen die traurige Nach richt, daß mein lieber Mann und unfer guter Bater, der Schmied Otto Falk im Alter von 46 Jahren am Sonntag, den 23. d. Mts., früh 1 Uhr nach kurzem Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet am 2. Feiertag, nachmittags 2 Uhr, bont Trauerhause Gleimstr. 5 aus nach dem Friedenskirchhof in Nieder- Schönhausen statt. Die trauernde 5476 Wwe. Falk nebst Kindern. Zentral- Verband der Schmiede. Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Otto Falk am 23. Dezember im Alter von 46 Jahren verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 2. Feiertag, nachmittags 2 Uhr, bom Trauerhause Gleimstraße 5 Danksagung. Danksagung. Sagen hierdurch allen Freunden Arbeitern der Gießerei der Firma und Bekannten, insbesondere den Allen denjenigen, welche sich bei der Beerdigung unferes lieben Sohnes Berthold Zimmermann Edert, dem Wahlverein Lichtenberg, dem Metallarbeiterverband, dem beteiligten, unfern herzlichsten Dant. Berliner Konsumverein, Abteilung Familie Albert Zimmermann, Lichtenberg für die rège Beteiligung 5385 und freundlichen Kranzspenden bei der Dresdenerstr. 16. Beerdigung meines innigftgeliebten Danksagung. Mannes, unferes unvergeßlichen Baters unseren heißgefühltesten Dant Allen Freunden und Bekannten sowie dem gesamten Personal der Stodfabrit Ad. Bridmann und dem Musikverein Hoffnung Berlin meinen innigsten Dank für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes. Auguste Ganter. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters Wilhelm Siebert jagen wir allen Freunden und Befannten, den Kollegen der Firma Otto fowie den Mitgliedern des Verbandes der Dachdecker, den Mitgliedern des Bezirks 514 des sozialdemokratischen Wahlvereins des 6. Berliner Reichs. tagswahlkreises und den Mitgliedern des Sparvereins rote Nelfe unseren 5365 herzlichen Dank. aus nach dem Friedens- Kirchhof. Die trauernde Witwe nebst Kindern. Nordend, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 183/4 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Zischler Leopold Doyl am 20. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 25. Dezember, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des Sebastian- Kirchhofes( Reinidendors) ftatt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 23. Dezember verstarb unfer Kollege Richard Schulz 30 Jahre alt, an Gehirngefchwulst. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am zweiten Feiertage, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Riydorf. Hermannstraße, aus statt. Nege Beteiligung erwartet 151/17 Der Vorstand. Deutscher Senefelder- Bund. Am 21. Dezember verstarb unser Mitglied und Kollege, der Steinbruder Franz Ruppert im Alter von 45 Jahren an Nierenleiden. 299/3 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am ersten Weihnachtsfeiertage, nachmittags 2, Uhr, von der Halle des neuen Jakobi Kirchhofes, Nixdorf, Hermannstraße, aus statt. Die Verwaltung der Filiale 1. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren, sowie den Mitgliedern des Gesangbereins der Buzer zur Nachricht, daß unser Mitglied Georg Sziburies am 21. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 26. Dezember, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes der Gethsemane- Gemeinde( Nordend) aus statt. 135/10 Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. J. B.: A. Kelpin. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Zeilnahme und die zahlreichen StranzSpenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Vaters, des Mechanikers Max Hagemann sage ich allen Freunden u. Bekannten, besonders der Ortsverwaltung Berlin des Deutschen Metallarbeiter Ver bandes, den Mitgliedern des Bezirks VI des 6. Wahlkreises, den Kollegen des Markgrafensäle Gaales Giegmund fomie fämtlichen Berlin 0.17. Markgrafendamm 34 Inh. N. Theefs. 25392 Am 3. Weihnachtsfeiertag: Großer BALL. Gale: 100-1000 Berf. u.Stegelbahnen. Berantwortlicher Redakteur: im Ausstand befindlichen Kolleginnen und Kollegen der Siemens- Werte meinen aufrichtigsten Dant. 534b Margarete Hagemann geb. Hartmann nebst kindern. Für die vielen Beweise der Teil nahme und die Strangspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unseres guten Baters, des Maurers August Brux fagen wir allen Verwandten, Freunden unb Bekannten unseren herzlichsten Dant. Ww. Brux nebst Kindern. Volks- Museum Friedrichst.112a. Nahe Oranienb. Tor. Anatomie, Pathologie, Samariterlehre 2 Vorstellungssäle m. wechselnden Neuheiten ohne Extra- Entree. Lichtbilder- Vorträge. Illusionstheat. Vorführungen halbstündlich. Die trauernden Hinterbliebenen: nebst Wwe. Hillner Kindern. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher 匡 Schöneberg. E Freitag, den 28. Dezember 1906, abends S Uhr, in E. Obft's Festsälen, Meiningerstr. 8: Volks- Versammlung Seilnahme und zahlreichen Kranz 30/4 Spenden bei der Beerdigung meines leben Mannes und guten Vaters, des Schankwirts Franz Käsler fagen wir allen Freunden und Betannten, dem Verein der Freien Gast und Schankwirte Deutschlands, fowie den Genoffen des 4. NeichstagsWahlkreises, den Parteigenossen des 158. Bezirkes, dem Statklub Treff II und dem Gefangverein Convedencia 5315 unfern herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Arbeitervertreter verein Berlin, 53/14 Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß die Versammlung der Feier: tage wegen nicht stattfindet. 3. A.: Stumpe, Staffierer. Cigarren in jeder Preis'age von 25.00-450.00 M. p. mille. z0 Engros- Preisen. Reinhard Hellmich, jetzt Friedrichstr. 108, 1. Illustrierte Preislis e gratis und franko. Kein Laden. A. B. Koch Teilzahlung Kohlen- Groß- Handlung monatlich 10. lejere Herren- Garfür Männer und Frauen. Unsere Reichstagswahl." Referent Schriftsteller Kurt Eisner. Das Wahlkomitee. Geschäfts- Eröffnung! Den geehrten Barteigenoffen, Freunden und Bekannten hiermit zur gefl. Stenntnis, daß ich mein Weiß- und Bayerischbier- Lokal von Straßmannstr. 41 nach Richthofenstr. 5, Ede Znsterburger Straße, verlegt habe. Mich bestens empfehlend, zeichne hochachtend Rudolf Rathsack, antwirt, Richthofenstr. 5. Punsch- Extrakte von höchster Bekömmlichkeit, überraschend köstlichem Aroma und unübertrefflichem, wirklich hervorragendem Wohlgeschmack bereitet man im Haushalte nur selbst mittels der allein echten Noa's Original- Extrakte. 1 Orig.- Flasche Noa's Punsch- Extrakt- Basis gibt mit% oder 1 Liter Weingeist und Zucker nach beigegebener Vorschrift 2 Liter Punsch- Extrakt. bereitet ca. Vorrätig mit Ananas-, Glühwein-, Grog-, Himbeer-, Kaiser, Orangen-, Zitronen-, Erdbeer, Schlummer-, Schwedisch-, Vanille-, Punsch- Aroma, a Flasche 75 Pf. Düsseldorfer Punsch a Fl. 90 Pf. Mit Burgunder-, Nektar-, Royal-, Sherry-, Tee-, Viktoria- Punsch- Aroma a Fl. 1 M. Dieser fertige Punsch- Extrakt mit 2 Teilen heißem Wasser vermischt ergibt zirka 6 Liter trinkfertigen, Berlin 0. 34, Brombergerstr. 15. derobe nach Maß( billigste Breije). wohlbekömmlichen Punsch von höchster Reinheit und Preise für nur la Marken 37 J. Tomporowski, 2. Gage.unvergleichlicher Güte. 10[ 31972* Brima la albitcine( bekannte B Nahe Belleallianceplay. Staffe 10% billiger. 34022* Marken). pr. 8tr. 85 Pf. la Diamant( 110 bis 120 Std.) 90 Pi. 95 Bf. Bühne, 500 Personen, im März 2 la lie u. Akiv. Mein hocheleganter Saal mit la Anthrazit Cabé. 2,20. mehrere Sonnabende frei geKoks, Steinfohlen usw. zu den worden. Hensel, Brunnenstr. 173. billigsten Tagespreisen. Anlieferung frei Steller je nach Quantum pr. 8tr. 10-15 Pf. mehr. Bei Original Baggons und größeren Abschlüssen verlangen Sie meine Spezial Offerte. Goßlerstraße 14 freundliche Border- und Hofwohnungen sehr preiswert. 278/19 Neujahrs- Karten für Wiederverkäufer, befannt billig und reell. J. Jaffe, Rosenthalerstr. 56 Sisbahn Karpfenteich Treptower Park 516b ist eröffnet. 40 000 Quadratmeter spiegelglatte Eisfläche. Ernst Bauer. Schwitzapparate für den Hausgebrauch. Leicht, praktisch, zusammenlegbar, billig und gut. Illustrierte Preisliste gratis. Berlin S., ,, Union"-Industrie- Ges., Friedrichstraße No. 207. Auf Wunsch Teilzahlung. Vertreter gesucht. Enorme Ersparnis!- Einfachste Zubereitung! Hus Begeisterte, lobende, ehrenvolle Anerkennung aus aller Welt. AHerfeinster dopp. rekt. Weingeist 96 Proz. in Orig.-Fl. a Ltr. 1,50 M. Wertvolles Selbstbereitung von Rezeptbuch Die Destillation im Haushalt sämtliche Rezepte zur Kognak, Rum, allen echten Likören usw. enthaltend gratis. Elsasserstr. 5, Max Noa Elsasserstr. 5, 3. Haus v. Rosenthaler Tor. v. Aelteste Marke. Garant. rein.- Vielf. präm. Quaglios Bouillonkapfeln. !! Uebertreffen alle Nachahmungen!! 20 Stck. a 2 mittl. Tass M. 2,00.- 30 Stck. a 1 gr. Tasse M. 2,40. Fabrik: Berlin 0. 27. Möbel Bürgerliche WohnungsEinrichtungen eventuell auch auf Teilzahlung Paul Burow's Möbel- Fabrik Berlin SW., Lindenstraße 105. Erklärung! Um den vielen falschen Gerüchten über den Boykott der Kressin- Zigaretten entgegenzutreten, erkläre ich hiermit öffentlich folgendes: 526b Der Boykott der Kressin- Zigaretten hat lediglich den Zweck, die Fabrikpreise der Zigaretten herabzudrücken, ohne Rücksicht darauf, ob hierdurch die Konsumenten für ihr Geld eine minderwertigere Ware erhalten, oder ob bei der 2 Pf.- Zigarette die Handarbeit durch Maschinenarbeit verdrängt wird, Hauptsache ist, daß jene Händlergruppe, welche den Boykott beschlossen hat, einen höheren Nutzen auf Kosten der Raucher erzielt! Dieses Ansinnen lehnte ich ab! Eine Lohndifferenz mit meinem Personal hat seit dem Bestehen meines Geschäftes noch nie bestanden. An alle Kressin- Raucher richte ich deshalb die höfliche Bitte, jeden minderwertigen Ersatz zurückzuweisen und im eigenen Interesse die mit den bekannten roten diesbezüglichen Zetteln gekennzeichneten Läden zu meiden. Otto Kressin. Berlin, N. 58. Hochachtungsvoll Hans Weber, Berlin. Für den Snferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW B. 300. 23. Jahrgang 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Imperialiftifche Literatur. London 1905. London 1905. Literarische Rundfchau. J. A. Hobson. Imperialism: a Study. Wolfsausgabe. Richard Jebb. Studies in Colonial Nationalism. Maurice Lair. L'Impérialisme Allemand. Paris 1902. Ernst Seillière. Der demokratische Imperialismus. Verlag Barsdorf. Berlin 1907. I. Dienstag, 25. Dezember 1906. III. Westgriqualand, Zululand, Betschuanaland, Rhodesien, Transvaal,| Vertreter in London, die die Rolle des permanenten Reichsrates Dranje Freistaat. In Asien: Hongkong( Nüfte), Weihaiwei, übernehmen könnten. Die Reibungen, die heute zwischen MutterSototora, Oberbirma, Belubfchistan, Sillim, Radschputana, Birma land und Kolonien" zuweilen daß das ( Staaten), Dschemma und Kaschmir, Malaiische Schußstaaten, Mutterland selbständig die auswärtigen Beziehungen der Nord- Borneo, Sarawat, Britisch- Neuguinea, Fidschi- Inseln. Um die Stolonien leitet, fönnten dadurch auf ein Minimum herabBedeutung dieser in den legten dreißig Jahren gemachten Er- gesezt werden. Eine Parallele zu diesen Konferenzen oberungen beffer erfassen zu können, fügen wir hinzu, daß die Fläche findet man im Amphittionenbund der alten Griechen, die ihre des Deutschen Reiches nur ungefähr 209 000 Gebiertmeilen beträgt Konferenzen, in Delphi abhielten, um die Stammesbeziehungen zu und die des Vereinigten Königreiches( Großbritannien und Irland) pflegen. Kommt einmal die Zeit, wo sich die Weltmächte zu großen nur 121 000 Geviertmeilen. Föderationen zusammenballen, werden so wir in unserem Stillen Ozean Kolonien von 1027 820 Geviertmeilen mit Reiches enger zusammenfassen wird. Deutschland hat feit 1884 in Afrika, Asien und im Amphittionenbund ein Instrument haben, das die Glieder des 13,5 Millionen Menschen an sich gebracht. Seit 1899 ist ein Stillstand in der Ausdehnung eingetreten. Frankreich ist seit 1880 wieder folonialpolitisch tätig. Es hat während dieser Periode ungefähr Wenn wir nun zu den beiden französischen Werken überdreimal so viel an afrikanischen und asiatischen Besitzungen gewonnen gehen, so verlassen wir das Gebiet der praktischen Politik und wenden wie Deutschland. Italien besitzt Kolonien in Afrika ungefähr uns entweder einer guten journalistischen Arbeit zu, wie Lairs über 188 500 Gebiertmeilen. Die Vereinigten Staaten von Amerika be- den deutschen Imperialismus, oder einer geistreichen psychologischen fetten in Amerita und Afien 172 000 Gebiertmeilen. Japan gewann Studie über Machttheorien, Kampf- und Striegspolitik verschiedener Formosa, Korea, die Hälfte von Sachalin. Philosophen und ökonomischer Forscher. Wir haben es also mit einer allgemeinen Erscheinung zu tun. Lair stizziert in feuilletonartigen Auffäßen den wirtschaftlichen Woher nimmt sie sich? Hobson antwortet:„ Die Saugivurzel des Aufschwung Deutschlands in den letzten Jahrzehnten. Er sieht alles Imperialismus liegt in den ökonomischen Verhältnissen unserer Zeit. mit den Augen eines patriotischen Franzosen und eines der besseren Ueberproduktion im Sinne übergroßer Fabritanlagen und über- Pariser Journalisten. Die Neudeutschen haben ihre alten Götter: fchiffiger Kapitalien, die innerhalb des Landes nicht profitabel genug Philofophie, Freiheit und Humanität zum Tempel hinangelegt werden können, zwingen Großbritannien, Deutschland, ausgeworfen und dafür zwei neue dice und starke Götzen: Macht Frankreich, Holland immer größere Teile ihrer ökonomischen Hülfs- und Reichtum hineingestellt. Auch die scheinbare Friedensliebe In England, wo man über Jmperialismus nicht spekuliert, quellen außerhalb ihrer politischen Machtgebiete zu bringen und des Deutschen. Reiches entstammt dem Entschlusse, Zeit für den ökosondern ihn macht, wird dieser Ausdrud etwa wie folgt definiert: demgemäß sich nach neuen Gebieten politisch auszudehnen. Die nomischen Ausbau zu gewinnen und ihn nicht durch einen Krieg zu Imperialismus ist die Ausdehnung der politischen Macht ökonomischen Quellen dieser Bewegung werden von Zeit zu Zeit gefährden. Die deutsche Politit seit 1871 tvar zwar zu Der Imperialismus ist eine der Grundströmungen des zeitgenössischen Lebens. Was diese Grundströmung ist, läßt sich aus französischen und deutschen Schriften nicht sagen. Man wird da mit allerlei philosophischen und biologischen Spekulationen über den Willen zur Macht, über den Instinkt der Souveränität, über Herrenrassen oder ganz einfach mit Brutalitätsausbrüchen traftiert, aber vom Wesen des Imperialismus, von seiner praktisch- politischen Bedeutung und von seinen gesellschaftlichen Quellen erfährt man nichts Be stimmtes. Das bedeutet, daß es in diesen Ländern an einer im perialistischen Praris fehlt. Anstatt zum Beispiel, daß uns Seillière, ein sonst geistreicher und viel belesener Schriftsteller, eine Erklärung derjenigen politischen Phase gibt, die man Imperialismus nennt, gibt er eine Geschichte der Psychologie der Herrichsucht. Das ist ebensowenig eine Antwort auf unsere Frage, wie etwa die Geschichte des Schönheitsfinnes eine Antwort fein fönnte auf die Frage: Woher tam und worin besteht der gotische Stil? " des ursprünglichen oder des nationalen Staates auf andere bloßgelegt durch die Krisen, die dem Umstande geschuldet sind, daß manchen Zeiten friegerisch, aber nur bis zu dem Momente, Länder. Solange der antite Stadt- Staat oder der moderne die Produzenten teine Märkte für ihre Waren finden können. Der wo die Lage wirklich ernst wurde. Sah sie sich vor einen Krieg geNationalstaat nur Kriege führte oder führt, um seine Grenzen Mehrheitsbericht der Krisenkommission vom Jahre 1885 drückt diesen stellt, dann gab sie nach, um nicht die wirtschaftliche Ausdehnung zu stärken und sich zu konsolidieren, kann von einem Impe- Gedanken folgendermaßen aus:„ Die Nachfrage nach unseren des Landes zu hemmen. Seine Beschreibungen des Handels, der rialismus nicht die Rede sein. Es sind nur heimatliche oder nationale Waren wächst nicht in dem Maße wie früher; unsere Produktions- Industrie, der Schiffahrt und der äußeren und inneren Bolitik Bestrebungen, die der Vorstufe des Imperialismus angehören. Die fähigkeit ist deshalb größer als unsere Bedürfnisse, und könnte Deutschlands enthalten zwar nichts Neues, aber sie sind gut höchste Stufe des Imperialismus ist die überfeeische Ausdehnung, in türzester Frist noch bergrößert werden; dies ist möglich infolge zusammengestellt und mit manchen schilleruden Epigrammen gedie Verbindung der Land- mit der Seemacht. Das wesentliche Kenn des Wettbewerbes der Kapitalien im Inlande." Und das trifft auf schmückt. Das Beste im Buche ist die Charakteristik des neudeutschen zeichen des Imperialismus ist also die Ausdehnung des ursprüng- alle fapitalistischen Länder zu. Jede Verbesserung der Produktions- Geistes: Wenn Goethes" Faust" zur Ueberzeugung kam, daß wir lichen Staates über seine Stadtgrenzen( wie im Altertum), und über methoden", fährt Hobson fort, jede Konzentration des Eigentums nichts wissen fönnen", so glaubt der Neudeutsche, daß er alles wissen feine nationale Grenzen( wie in der neuesten Zeit). Es bleibt sich und der Herrschaft scheint diese Bewegung noch zu beschleunigen. tann. Er glaubt an die Wissenschaft, aber an welche? An dabei gleich, ob diese Ausdehnung durch kriegerische oder durch fried- Je mehr Nationen in die maschinelle Produktion eintreten, desto die praktische, angewandte und utilitarische Wissenschaft... liche Mittel vollzogen wird. Die Gewalt ist nicht ein unbedingt fchwieriger wird es für Fabrikanten, Kaufleute und Bankiers, ihre was nicht von momentanem Nutzen ist, wird verworfen. notwendiges Merkmal des Imperialismus. Obwohl imperialistische ökonomischen Hülfsquellen in profitabler Weise auszunutzen, und sie Die Philosophie weicht den Staatswissenschaften, der politischen Zeitalter in der Regel gewaltsame Zeitalter waren, so find doch sind deshalb mehr und mehr geneigt, die Regierungen dazu zu ge- Dekonomie, Statistik und den brauchbaren Wissenschaften. Die Fälle denkbar, wo Nationalstaaten durch eine friedliche Föderation in brauchen, überseeische Gebiete zu besetzen, um sie auszunutzen." Theorie verschwindet mehr und mehr hinter den Erscheinungen, die ein Reich, in ein Imperium verwandelt werden können. So kann Aber ist diese Ausdehnung absolut notwendig? Gibt es fein Ursache wird verdunkelt durch den Schatten der Wirkung. Die Er eine britische Föderation, eine Zusammenfassung des Vereinigten anderes Mittel, Angebot und Nachfrage in Harmonie zu bringen? fahrung verdrängt die Vernunft; die induktive Methode erscheint als Stönigreiches mit Kanada, Australien und Südafrika auf Jm Grunde genommen ist es nicht der Fortschritt der die einzige wissenschaftliche. Was wissenschaftliche Beobachtung beGrund der Freiheit zustande kommen. Ebenso eine Föderation des Produktion, der zur Besetzung neuer Gebiete zwingt. Es ist viel- trifft, nimmt ja Deutschland die erste Stelle ein; es hat herborDeutschen Reiches mit Holland, Dänemark, der Skandinavischen mehr die schlechte Verteilung der produzierten Waren. Es ist ragende Chemiker, Elektriker, Biologen. Aber es sind doch schließlich Halbinsel und manchen Teilen Desterreichs zu einem germanischen absurd, so viele Finanzquellen auf Kolonialtriege ausgeben, wenn nur ausgezeichnete Spezialisten, die sich gegenüber Theorien Imperium. Aber bis jetzt war die Geschichte des Imperialismus wir zu Hause hungrige Mäuler, schlecht gekleidete Rücken, schlecht- und allgemeinen Lösungen mißtrauisch verhalten. Das Studium zum größten Teile eine Geschichte der Gewalt, der Herrschsucht, der möblierte Häuser haben, die einen großen unbefriedigten Bedarf der der Mikroorganismen, deren Formen und deren Entwickelung ist in rüdsichtslosen Unterdrückung schwacher Völker und Länder; aber auch heimischen Bevölkerung anzeigen... Der am meisten überzeugende Deutschland vielleicht am weitesten gediehen, aber es war doch ein die Geschichte der inneren Bolitik zeigte diefelben Züge. Das Ver- Betveis der Verkehrtheit des gegenwärtigen ökonomischen Systems liegt Pasteur, der sich bis zur Theorie der Fermente, bis zur Entdeckung hältnis zwischen Imperialismus und Gewalt ist demjenigen zwischen in der Schwierigkeit der Produzenten, genug Konsumenten zu finden: der Schuzimpfung erhob. Jeder schlägt nur praktische Mittel Revolution und Gewalt ähnlich. Wer mit dem Wesen der Revo- eine Tatsache, die sich in der fabelhaften Zunahme von Agenten und vor und verwirft die leitenden Brinzipien. Angesichts der fragmen lution nicht vertraut ist, hält die Gewalt für Revolution. Wir wissen 8wischenpersonen, von Inseraten wie im allgemeinen den mit der Di- tischen und sich widersprechenden Lösungen wenden sich viele dent aber jetzt, daß das Wesen der Revolution nichts mit Gewalt zu tun ftribution beschäftigten Personen äußert. Unter einer gefunden Dekonomie Mystizismus zu oder der groben Empirie... Was hat die Welt hat und nur der Kulminationspunkt einer historischen Umwand- muß der Prozeß ein umgekehrter sein: die wachsenden Bedürfnisse einer dem neuen Deutschland zu verdanken? Wo hat es irgend welche lung ist. fortschreitenden Gesellschaft würden einen fortwährenden Anreiz für die große Idee verbreitet, wo hat es eine edle Sache unterstützt? Der Imperialismus ist nicht der Instinkt oder der Wille einer erfinderischen und produzierenden Kräfte sein und würde der Pro- Es stellt sich den Nationen als ein Apostel vor, aber sein Evangelium Klaffe, eines Volkes oder einer Rasse; aber er tann, wo er zur duktion zur Anspannung zwingen." Die besten Mittel gegen den ist ein Rechenbuch." Notwendigkeit und zur Wirklichkeit wird, die zur Beherrschung von Imperialismus seien deshalb„ Gewerkschaftswesen und Sozialismus". Seillières Werk ist als Sammlung von Gedanken und Zitaten Menschen und zur Organisation von Sachen nötigen Eigenschaften Diejenigen Politiker aber, die diese beiden Mittel ablehnen, greifen über Macht und Gewalt ganz interessant, aber als Beitrag zur Erin einer Klasse, einem Volte oder einer Rasse entwickeln. Psychisch zum Schußzollsystem und zur Reichsföderation, um den heimischen tenntnis des Imperialismus erscheint es mir wertlos. Ich habe bereits gegeben ist nur der Trieb zur Selbsterhaltung, der bei jedem ge- Stapitalisten ein weites und ficheres Absatzgebiet zu schaffen und in der Einleitung erwähnt, daß ein Buch über Imperialismus, das funden Menschen wirksam ist. Diefer Trieb fann unter Umständen innerhalb dieses Gebietes das alte System fortzusetzen. Der moderne eine Geschichte der Psychologie der Gewalt gibt, ebensowenig feiner imperialistische Formen annehmen. Mit Ausnahme der Neger haben Imperialismus ist mit dem Schußzzollsystem verbunden. Aufgabe gerecht wird, wie eine Abhandlung über die Psychologie alle Raffen der alten Welt große Reiche gegründet: Assyrier und Kann eine britische Föderation durch das Schutzzollsystem zu des Schönheitssinns uns irgend einen fünstlerischen Stil erklären Babylonier( Semiten und Chinesen) in den Anfängen der stande tommen? Können sich das Vereinigte Königreich, fann, oder ebensowenig wie eine Abhandlung eines Kantianers über Zivilisation; Phönizier, Griechen und Römer im Altertum; Kanada, Australasien und Südafrika enger als bisher an den Raum als Anschauungsform des menschlichen Geistes uns Araber und Deutsche im Mittelalter; Spanier, Portugiesen, einander schließen? Darauf gibt Richard Jebb folgende Antwort: aftronomische Probleme zu erklären bermag. Was würden wir z. B. Holländer, Franzosen, Engländer und Russen in der Neuzeit. Ich habe mich jahrelang in den Kolonien aufgehalten und mich dem von der Agitation Chamberlains, von der neuesten Politik der BerDeutsche, Italiener, Amerikaner und Japaner treten jetzt in die im Studium des Reichsproblems gewidmet. Ich bin Imperialist, da ich einigten Staaten, vom japanisch- ruffischen Kriege verstehen, wenn wir perialistische Periode ein, da sie erst spät ihre nationale Periode ab- in diesem System die Rettung Englands erblicke. Aber die Engländer nur wüßten, daß Hobbes, Machiavelli, Mandeville, Nietzsche usw. schließen fonnten. wissen nicht, was in den Kolonien vorgeht. Unsere kolonialen Ge- die Gewalt, den Krieg, die Unterdrückung als Wirkungen gewisser Erst wenn man den Imperialismus aus den philosophischen meinwesen sind jetzt im Begriffe Nationalstaaten zu werden. psychischer Fähigkeiten betrachten, Loben und empfehlen? Nach und biologischen Wolfen auf die politische und wirtschaftliche Erde Sie haben noch gar kein Verständnis für die Ideale des Engländers. Seillière wäre schon der biblische Main ein Imperialist. Nach der sezt und ihn als eine bestimmte geschichtliche Entwickelungsphase be- unter einem Nationalstaat versteht man eher selbständige, flar be- felben Theorie teilt sich die Menschheit in Imperialisten und Friedenstrachtet, läßt er fich verstehen und gebrauchen. grenzte politische Gebiete als raffenverwandte Länder. Der Australier liebende. Da Mary den Klassentampf lehrte, so war er Imperialist, wird australisch national, der Kanadier kanadisch national; ebenso der ganz wie Bismarc. Schade, daß soviel Gelehrsamkeit, Geist und Südafrikaner. Diese nationalen Gefühle find dort bereits start genug, Fleiß auf die Ausarbeitung eines solchen Widersinnes verschwendet jeden imperialistischen Versuch zur engeren Föderation als einen werden. Aber der arme Nietzsche mit seinen imperialistischen JrrAngriff auf ihre selbständige politische Existenz zurückzuweisen. Es lichtern hat schon manchen in den Kot geführt. Nietzsche läßt ist gut, daß wir uns diese Tatsachen vor Augen halten, damit wir sich noch erklären. Er gehört geistig zu jener deutschen wissen. wie weit wir mit unserer imperialistischen Liebe geben können. Generation, die tonkret- historische Bewegungen in mystische, Alle Pläne, die auf einen wirtschaftlichen Verband des Reiches ab- philosophische und poetische Worte fleidete und fie im zielen, müssen unter diesen Umständen scheitern. Wir müssen sie Geiste durchlebte, da die Deutschen unfähig waren, sie praktisch aufgeben, je früher, desto besser. Ist eine Föderation unmöglich, so durchzuführen. Nietzsche sah das Kommen des imperialistischen Zeitsind dagegen Allianzen wohl möglich. Wir müffen uns aus alters und machte daraus eine Philosophie. Anstatt nun den wirkdem Kopf schlagen, daß wir es mit Kolonien zu tun haben. Wir lichen Sachverhalt zu verstehen, wie Mary und Engels die Freiheitsa haben entstehende Nationen vor uns, deren leitende Elemente mit uns ideologen der vormärzlichen Periode verstehen lernten und lehrten, verwandt sind und in politische Beziehungen zu uns treten wollen. Aber es wurden Nietzsches Werke zu einer imperialistischen Bibel, die man ist ungemein wichtig für England, diesen möglichen politischen eregetisch erklärt, kommentiert und ihre Gedanken immer mehr verAllianzen ein Organ zu geben, das allen sichtbar ist. Dieses Drgan himmelt, bis sie mit der Wirklichkeit schon rein gar nichts zu tun fönnen uns die periodischen Reichstonferenzen geben, haben. Seilière wird von der Nietzsche Gemeinde als einer ihrer die aber durch eine juristische Fiktion als ein permanenter Reichsrat| besten Kommentatoren betrachtet werden. Mit dem Imperialismus betrachtet werden können. Die Kolonien" haben ja ihre ständigen hat er nichts zu tun. M. Beer. II. Hobsons Buch ist eines der besten in der imperialistischen Literatur. Es ist zwar vielfach vom Standpunkte einer humanitären Moral geschrieben, aber fein Verfasser ist auch ein politisch ökonomischer Schriftsteller von Bedeutung und hat deshalb das historisch ökonomische Element genügend berücksichtigt. Das erste, was am modernen Imperialismus auffällt, ist die Zahl der imperialistischen Mächte, die mit einander konkurrieren. Diese um imperiale Macht konkurrierenden Staaten traten erst in den letzten dreißig Jahren in den Kampf ein. Seit 1871 hat England in Europa, Afrika und Afien eine Fläche von 4 754 000 Gebiert meilen*) mit 88 Millionen Menschen unter seine Herrschaft gebracht. In Europa: Cypern. In Afrika: Zanzibar und Pemba, Ostafrikanisches Schutzgebiet, Uganda, Somaliland, Britisch- Zentralafrika, Lagos, Gambien, Aschanti, Nigerküste, Aegypten, Sudan, *) Ms Meile ist hier überall die englische gemeint. ORIGINAL SINGER NAHMASC HINEN Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 29462* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix St. Louis 1904. Paris 1900: Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Nähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Het. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen Neujahrskarten! Bekannt billigste Bezugsquelle für Händler und Wiederverkäufer. Witzkarten, 100 Stück 30, 40 n. 64 Pf.- Neue TransparentWitzpostkarten- Geprägte Golddruckpostkarten 1907. Große Auswahl in besseren und ganz feinen Karten. Berlin C. 25. S.& G. Saulsohn, Kaiser Wilhelmstraße 19a. Zwischen der Münztraße und Dircksenstraße. Schwarzer Adler Gebrüder Lichtenberg. Arnhold. Dienstag, den 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag): Weihnachts- Feier des Männer- Turn- Vereins Friedrichsberg. Mittwoch, den 26., und Donnerstag, den 27. Dezember ( 2. und 3. Weihnachtsfeiertag): DOOO Großer Fest- Ball o unter Leitung des Herrn 0. Bürger. Montag, den 31. Dezember 1906: Große Silvester- Feier. 14 Stolas, Kolliers, Krawatten Maffen in Nerz, Skunks, Persianer, Biber, Luchs, Nutria, Iltis, Marder, Weißfuchs, Japanische Füchse Oppossum, Tibet, alle Arten Bisam, sow. all. sonst.Pelzwar.a.best. Material Streng reell. Nur eig. Fabrikat. Kein Zwischenhändler, daher sehr billig. F. Kalman, Kürschnermstr. 75. Dresdenerstraße 75 vorn II, 2. Haus v. Thalia- Theater. Verkf. auch Sonntags, u. Wochentags v. 8 Uhr früh bis 9 Uhr abds. Für den Inhalt der Inserate| Bernhard Nose. Berliner Raub. übernimmt die Redaktion dem Wublikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 25. Dezember. Neue freie Volksbühne. Nachmittags 22 Uhr: 5. Abteilung im Deutschen Theater: Ge Spenster. Nachm. 3 Uhr: Extra- Borstellung im Neuen Theater: Die Hochzeit auf Poël. Mittwoch, den 26. Dezember. Nachm. 2%, Uhr: 6. Abteilung im Deutschen Theater: Gespenster. Nachm. 3 Uhr: Extra- Vorstellung im Neuen Theater: Der Jubiläumsbrunnen. Dienstag, den 25. Dezember. Anfang 7%, Uhr. Kgl. Opernhaus. Die Zauberflöte. Mittwoch: Samson und Dalila. Nachmittags 2/2 Uhr: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Donnerstag: Der schwarze Domino. Kgl. Schauspielhaus. Hamlet. Mittwoch: Das Glashaus. Donnerstag: Göz von Berlichingen. Neues Operutheater. Wie die Alten fungen. Mittwoch: Egmont.( Anf. 7 Uhr.) Donnerstag: Mignon. Deutsches. Das Wintermärchen. Mittwoch: Ringelspiel. Vögel. Nachmittags 3 Uhr: Ausgewieſen. Mittwoch: Berliner Raubvögel. Nachmittags 3 Uhr: Ausgewiesen. Donnerstag: Berliner Raubvögel. Nachmittags 4 Uhr: Schneewittchen. Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßkellerei. Nachmittags 3 Uhr: Die Notbrüde. Mittwoch: Wo ist der Papa? Vor her: Die Schloßkellerei. Nachmittags 3 Uhr: Der Hausfreund. Donnerstag: Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßkellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Metropol! Mittwoch: Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Me tropol! Donnerstag: Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Me tropol! Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Nachm. 3 Uhr und abends 8 Uhr: Sherlock Holmes Mittwoch nachm. 3 Uhr: Faust. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Donnerstag nachm. 3 Uhr: Die Jungfrau von Orleans. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Baner- Theater). Dienstag nach m. 3 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Schiffer Drama in 4 Bildern von Hermann Heijermans jun. Dienstag, abends 8 Uhr: Kabale nnd Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich Schiller. Mittwoch nach m. 3 Uhr: Die rote Robe. Mittwoch, Theater des Westens Wittmo, abends 8 Uhr: Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Nachm. 3 Uhr bei kleinen Preisen: Der Trompeter von Säkkingen. Abends 7-12 Uhr: Der Zigeunerbaron. Mittwoch nachm. 3 Uhr: Martha. Abends 7, Uhr: Der Schmetterling. Donnerstag nachm. 3 Uhr, halbe Preise: Die Zauberflöte. Abends 7%, Uhr: Der Bettelstudent. Mittwoch: Dieſelbe Borstellung. Neues Schauspielhaus Donnerstag. Dieselbe Vorstellung. Apollo. Die schöne Bestalin. Spe. zialitäten. Heute nachmittag Aschenbrödel. Weh' dem der lügt. Donnerstag nagm. 3 Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Donnerstag, abends8 Uhr: Der Hochtourist. Schiller- Theater N.( Friedr. Wiſh. Th.) Dienstag nach m. 3 Uhr: Mathias Gollinger. Luftspiel in 4 Aufzügen von Dstar Blumenthal und Mag Bernstein. Dienstag, abends 8 Uhr: Donna Diana. Lustspiel in 3 Aufzügen von Moreto. Mittwoch nach m. 3 Uhr: Doppelselbstmord. Mittwoch, abends 8 Ubr: Das Lumpengesindel. Donnerstag nach m. 3 Uhr: Minna v. Barnhelm. Donnerstag, abends8ubt: Mathias Gollinger. Zirkus Schumann Dienstag, den 25. d. M., Mittwoch, den 26. d. M., und Donnerstag, den 27. d. M. An allen drei Feiertagen: Je The bride. 2 große außerordentliche Gala- 2 Donnerstag: Das Bintermärchen. Westen. Der Zigeunerbaron. Nachmittags 3 Uhr: Der Trompeter von Säffingen. Mittwoch: Schmetterling. Nachmittags Uhr: Martha. Donnerstag: Der Bettelstudent Nachmittags 3 Uhr: Die Zauberflöte. Lorging. Martha. Rachmittags 3 Uhr: Bar und Zimmermann. Mittwoch: Regimentstochter. Rachmittags 3 Uhr: Der Wildschüß. Donnerstag: Bar und Bimmers mann. Nachmittags 3 Uhr: Beter u. Paul reisen ins Schlaraffenland. Zentral. Künstlerblut. Nachmittags 3 Uhr: Die Fleder maus. Mittwoch: Künstlerblut. Rachmittags 3 Uhr: Der Zigeuner. baron. Donnerstag: Künstlerblut. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Kabale und Liebe. Nachm. 3 Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Mittwoch: Web dem, der lügt. Nachmittags 3 Uhr: Die rote Robe. Donnerstag: Der Hochtourist. Nachmittags 3 Uhr: Fiesco. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Donna Diana. Nachmittags 3 Uhr: Mathias Gollinger. Mittwoch: Das Lumpengesindel. Nachmittags 3 Uhr: Doppeljelbstmord. Donnerstag: Mathias Gollinger. Nachmittags 3 Uhr: Minna von Barnhelm. Leffing. Der heimliche König. Nachmittags 3 Uhr: Die versunkene Glode. Mittwoch: Das Blumenboot. Nachmittags 3 Uhr: Rosenmontag. Donnerstag: Hedda Gabler. Neues Schauspielhaus. Der Helfer. Nachmittags 3 Uhr: Aschenbrödel. Mittwoch: Die Hochzeitsjackel. Nachmittags 3 Uhr: Der Sturm. Donnerstag: Der Helfer. Nachmittags 3 Uhr: Aschenbrödel. Kleines. Ein idealer Gatte. Nachm. 3 Uhr: Nachtafyl Mittwoch: Ein idealer Gatte. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyt. Donnerstag: Ein idealer Gatte. Rachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Berliner. Sherlod Holmes. Nachmittags 3 Uhr: Sherlock Holmes. Mittwoch: Sherlod Holmes. Nachmittags 2 Uhr: Fauft. Donnerstag: Sherlock Holmes. Nachmittags 3 Uhr: Die Jungfrau bon Orleans. Neues. Kinder. Mittwoch: Diefelbe Borstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Komische Oper. Pariser Leben. Rachmittags 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Mittwoch: Lalmé. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Donnerstag: Bariser Leben. Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Residenz. Florette und Batapon. Nachmittags 3 Uhr: Frou Frou. Mittwoch: Florette und Patapon. Nachmittags 3 Uhr: Eine Hochzeits nacht. Donnerstag: Florette u. Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Der Familientag. Mittwoch: Husarenfieber. Nachm. 3 Uhr: Der Familientag. Donnerstag: Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Gänseliesel. Deutsch- Amerikanisches. Sorgenbrecher. Der Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Letch. Mittwoch: Der Sorgenbrecher. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Zeich. Donnerstag: Der Sorgenbrecher. Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Zeich. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Nachmitt. 3, Uhr: Charleys Zante. Mittwoch: Eine lustige Doppelehe. Nachmittags 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. Donnerstag: E. luftige Doppelehe. Nachmittags 4 Uhr: Rotkäppchen. Luisen. Bergnügte Feiertage. Nachmittags 3 Uhr: Des Meeres und der Liebe Wellen. Mittwoch: Vergnügte Fetertage. Nachmittags 3 Uhr: Holmes. Sherlod Donnerstag: Biel Lärm um nichts. Nachmittags 3 Uhr: Aschenbrödel. Nachmittags 3 Uhr: Familien- Bor ftellung. Mittwoch: Die schöne Bestalin. Spezialitäten. Nachmittags 3 Uhr: Familien- Bors ftellung. Donnerstag: Die schöne Vestalin. Spezialitäten. Rafino. Die beiden Champignol. Spezialitäten. Nachmittags 4 Uhr: Madame Bo nivard. Mittwoch: Die beiden Champignol. Spezialitäten. Nachmittags 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Donnerstag: Die beid. Champignol. Spezialitäten. Nachmittags 4 Uhr: Merander der Große. Folies Caprice. Das Modell. Se reniffimus August XXVI. Josef Fleischmann. Nachmittags: Soll und haben. Mittwoch: Dieselben Vorstellungen. Donnerstag: Dief. Vorstellungen. Paffage. Spezialitäten. Walhalla. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger.. Urania. Tanbenstraße 48/49. Jm 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Mittwoch: Dieselbe Borstellung. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Sternwarte, Juvalidenstr. 57/62. Sm Theater abends& : 0: 0 3 Uhr Abends 8 Uhr: Der Helfer. Mittwoch nachm. 3 11hr: Der Sturm. Abends 8 Uhr: Die Hochzeitsfackel. Donnerstag nachm. 3 11hr: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Der Helfer. Festvorstellungen. Nachmittags 3 Uhr und abends 7 Uhr.. An allen drei Feiertagen nachmittags und abends. In jeder Vorstellung: Gleich reichhaltiges abwechselndes Programm. Auftreten der besten Neues Theater. Kunstkräfte, Damen und Herren in ihren Glanzleiſtungen. Sämt Anfang 8 Uhr. Alltäglich: Kinder. Gymnasiasten- Komödie in 4 Aften von Misch. Kleines Theater. Nachm. 3 11. 3. 591. M. Nachtasyl Abends 8 Uhr: Zum 148. Male: Ein idealer Gatte. Abends 8 Uhr: Ein idealer Gatte. Mittwoch nachm. 3 Uhr; Nachtasyl. Donnerstag nachm. 3 Uhr: Nachtliche neu engagierten Spezialitäten, sowie Clowns und Auguste mit ihren neuesten urkomischen Entrees. Vorführung der anerkannt unerreicht dastehenden Originaldreffuren des Direktors Albert Schumann. An allen 3 Feiertagen, nachmittags zum Schluß: Der Karneval in Venedig. Pantomime mit ganz neuen Einlagen, großen Auszügen, Balletts, Wagen- Korso und dem Niesen- Bonbonregen. An allen 3 Feiertagen, nachmittags ein Kind frei. auf allen Plägen, ohne Ausnahme S Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise, außer Galerie. An allen 3 Feiertagen, abends zum Schluß: Die diesjährige große Schumannsche Ausstattungspantomime St. Hubertus. Dem edlen Waidwerk entnommen und in 3 Aften auf das glänzendste inszeniert vom Direktor Albert Schumann. asyl. Abends 8 Uhr: Ein idealer Zentral- Theater. Dr. Schünemann Gatte. ( Operette.) 3 Uhr: Die Fledermaus. Lustspielhaus.bebs 7, Uhr: Künstlerblat. Nachm. 3 Uhr: Der Familientag. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Mitwoch 3 Uhr: Zigeunerbaron. Abends 7, Uhr: Künstlerblut. Donnerstag 3 Uhr: Geisha. Abends 8 Uhr: Künstlorblut. 30742 Spezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Neue Freie Volksbühne. Die Kunst dem Volke! Eine 17. Abteilung wird kommenden Januar eröffnet und ladet der unterzeichnete Vorstand zum Beitritt in dieselbe ein. Das einmalige Einschreibegeld beträgt 1 M., der jeweilige Vorstellungsbeitrag 90 Pf. ( inkl. Garderobe). Zu den Vorstellungen stehen dem Verein folgende Theater zur Verfügung: Deutsches Theater Neues Theater Schiffbauerdamm 4/5. Schumannstr. 13/14. Schiller- Theater O. Schiller- Theater N. Wallnertheaterstr. 35. Chausseestr. 26. Schiller- Theater Charlottenburg( Bismarckstraße am Knie). Die Vereinsschrift ,, Neue Freie Volksbühne", die belehrende und unterhaltende Artikel sowie alle Vereins- Bekanntmachungen enthält, wird den Mitgliedern gratis durch die Post zugesandt. Extra- Vorstellungen im Neuen Theater nachmittags 3 Uhr: Dienstag, 25. Dezember( 1. Feiertag):| Mittwoch, 26. Dezember( 2. Feiertag): Die Hochzeit von Poël. Der Jubiläumsbrunnen. Lustspiel von Georg Engel. Schauspiel von Walter Bloëm. Eine geringe Anzahl Billetts zu beiden Vorstellungen a M. 1,10 inkl. Garderobe und Personenzettel sind bei den Ordnern im Theater zu haben. Weitere Extra- Veranstaltungen finden statt am 2. Januar im Bürgersaal des Rathauses: Vortragsabend von Professor Emil Milau, am 20. Januar im Lortzing- Theater: ,, Fra Diavolo", am 27. Januar in der Kgl. Hochschule für Musik:„ Lustiger Abend" von Marcell Salzer. Mitglieds- Anmeldungen zur 17. Abteilung werden in nachstehenden Zahlstellen entgegengenommen: N.: H. Fischer, Veteranenstr. 6. A. Knapp, Grünthalerstr. 5. C. Schöngalla, Weißenburgerstr. 60. R. Kannapke, Brunnenstr. 122. G. Blume, Chausseestr. 26. O. Kleinau, Gerichtstr. 4. R. Kischkat, Graunstr. 12, II. M. Strehlau, Oudenarderstr. 3, III. H. Buhk, Malplaquetstr. 14. NO.: P. Schrolle, Landwehrstr. 3. M. Probst, Linienstr. 8. G. Pollack, Immanuelkirchstr. 21. Gust. Möz, Straußbergerstr. 36. NW.: H. Becker, Gotzkowskystr. 9. W. Wendscheck, Schiff bauerdamm 6. E. Volkmann, Lehrterstr. 48 a. S.: H. Bobsien, Kommandantenstr. 62. C. Bielefeld, Gräfestr. 35. J. Schindler, Neue Jakobstr. 8. SO.: A. Mielewski, Naunynstr. 83. H. Kaufhold, Wrangelstr. 52, v. III. Martienzen, Admiralstr. 30. U. Stangenberg, Köpenickerstr. 20 a. SW.: H. Landgraf, Bergmannstr. 101. J. Pech, Teltowerstr. 37. C. Martienzen, Bellealliancestr. 7. C. Martienzen, Friedrichstr. 204. 0.: R. Tabert, Markusstraße 14. H. Hirsch, Littauerstr. 22, Hof III. A. Gorn, Boxhagenerstr. 2. M. Gräbke, Fruchtstr. 55. O. Elsholz, Schreinerstr. 56. Rau, Wallnertheaterstr. 36. W.: E. Neumann, Joachimsthalerstr. 17. C. Martienzen, Potsdamerstr. 43. C.: E. Neumann, Weinmeisterstr. 18. Charlottenburg: E. Schäfer I, Schillerstr. 102. E. Schäfer II, Potsdamerstr. 5 a. Friedenau: C. Danz, Kirchstr. 15, Seitenfig. III. Friedrichshagen: W. Stegemann, Seestr. 107. Rixdorf: C. Heinrich, Münchenerstr. 19. Rummelsburg: Fr. Rosen, Schillerstr. 8. Schöneberg: P. Arendt, Kolonnenstr. 43/44. B. Spittel, Merseburgerstr. 5. Steglitz: Kl. Hilscher, Berlinickestr. 15. Wilmersdorf: A. Gieseler, Gasteinerstr. 29, I. Weißensee: H. Karow, König- Chaussee 47 a. Die Geschäftsstelle des Vereins befindet sich Berlin NW., Bremerstr. 59, vorn II. Fernsprecher: Amt II, No. 4241. 150/15 Der Vorstand. I. A.: Heinrich Neft. 9 One Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute 8 Uhr abends: Die Feuergewalten der Erde. Lortzing Theater) Bellealliancestr. 7/8. Nachmittags 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Abends 8 Uhr: Martha. Mittwoch nachm. 9 Uhr: Der Wildschütz. Abends 8 Uhr: Die Regimentstochter. Donnerstag nachm. 3 Uhr: Peter und Paul reisen ins Schlaraffenland. Abends 8 Uhr: Zar und Zimmermann. Abonnements ungültig. Komische Oper. Nachm. 3 Uhr: Figaros Hochzeit. Abends 8 Uhr: Pariser Leben. 2. Feiertag nachm. 3 Uhr: Carmen. Abends 8 Uhr: Lackmé. 3. Feiertag nachm.: Hoffmanns Er. zählungen. Abends: Pariser Leben. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: want in 3 Aften v. M. Hennequin Florette und Patapon. und Pierre Veber. Dienstag, 25. Dez., nachm. 3 Uhr: Fron- Frou. Mittwoch, den 26. und Sonntag, den 30. Dez., nachm. 3 Uhr: Eine Hochzeitsnacht. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nadjm. 3 Uhr, fleine Preise, Gastspiel Arndt- Lorenz: Des Meeres u. der Liebe Wellen Abends 7, Uhr: Vergnügte Feiertage. Mittwoch nachm. 3 Uhr: Sherlod Holmes. Abends 8 Uhr: Vergnügtc Feiertage. Donnerstag nachm. 4 Uhr: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Viel Lärm um Nichts. Metropol- Theater 1., 2. und 3. Weihnachts- Feiertag, nachmittags 3 Uhr: Auf ins Metropol. Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz, Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet. Freitag und die folgenden Tage: Der Teufel lacht dazu. Gebr. HerrnfeldTheater Kommandantenstr. 57 Stallschreiberstr. 42-44 Eröffnung des neuen Hauses am 1. Weihnachtsfeiertag durch einen großen Festabend. Präzise 6 Uhr Erschließung der neuen Räume für die allgemeine Besichtigung seitens des Theater- Publikums unter glänzend.Festbeleuchtung Um 8 1hr Prolog zur Eröffnung neuen Hauses, gespr. von Hrn. Hugo Pollak. des 1. Wieder- Aufführung des Herrnfeld- Schlagers Familientag im Hause Prellstein Komödie in drei Alten mit völlig neuen, hochaktuellen Einlagen von Anton u. Donat Herrnfeld. Nach der Vorstellung: EinweihungsDoppel- Konzert v. gesamten Theater- Orchester und den 1. Driginal Wiener Schrammeln. Dirigent: A. Stanowski. Am 2. u. 3. Weihnachtsfeiertag: Familientag im Hause Prellstein. Anfang 8 Uhr. Einlaß 6 1hr. Borvert. 11-2( Theaterkasse). Montag, 31. Dezember: Große Silvesterfeier mit außergewöhnlichen Ueberraschungen. Näheres fiehe spätere Inferate und Blafate. Zirkus Busch. Dienstag, 25., Mittwoch, 26. und Donnerstag, 27. Dezember 1906: 2 gr. Gala- Vorstellungen 2 Nachm. 4 Uhr. Abends 7 Uhr. Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren auf allen Sigplägen halbe Preise. An allen 3 Feiertagen in sämtlichen Vorstellungen: Auftreten des Dompteur Willy Peters mit feiner Tiger- und Löwengruppe. In sämtlichen Vorstellungen: MIB Dianda, dressierte Hunde, Affen und Kakadus. In sämtlichen Vorstellungen: Geschw. Singer, Equilibristen. In sämtlichen Vorstellungen: Auftreten sämtl. Clowns mit ihren Wizen und Späßen. In sämtlichen Vorstellungen: Borführen u. Vorreiten der besten Schul, Freiheits- u. Springpferde. Rachmittags 4 Uhr: Aus der Puẞta. Drig.- Pantomime d. Zirkus Busch. Abends 7, Uhr: ROM. Gr. Drig.- Pantomime des Zirkus Busch in 7 Bildern. a pollo Cheater Am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag: Gr. Familien- Vorstellungen mit dem vollständigen Spezialitäten- Programm. Abends 9/2 Uhr: Die schöne Vestalin. Operette. Mufit von Viktor Holländer. Borher 8 Uhr: Die glänz. Spezialitäten. Passage- Theater. Dienstag, den 25. Dezember, Mittwoch, den 26. Dezember, Donnerstag, den 27. Dezember, täglich: Zwei Vorstellungen. Nachm. 3-7 Uhr( fleine Preise) abends 8 Uhr: Berlin paß' auf! und die glänzenden Dezember. Spezialitäten. Rose- Theater Große Frankfurterstr. 132. Am 1. u. 2. Feiertag nachm. 3 Uhr: Ausgewiesen. Abends 8 Uhr: Berliner Raubvögel. 3. Weihnachtsfeiertag nachm. 4 Uhr Kinder- Borstellung: Schneewittchen bei kleinen Preisen. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. An den drei Weihnachtsfeiertagen: Nachmittagsvorstellungen zu ermäß. Preisen: Soll und Haben. Nach dem Zapfenstreich! Anfang 8 Uhr. Vorverkauf von 10-2 Uhr u. b. Wertheim. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. An allen drei Feiertagen nachm. 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Abends 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der Sorgenbrecher. Die Theaterkasse ist von 10 Uhr morgens geöffnet! W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. 1. Feiertag: Rattenfänger v. Hameln. 2. und 3. Feiertag: Ehrliche Arbeit. Am 1. Feiertag Anfang 8 Uhr. Am 2. u. 3. Feiertag Anfang 7 Uhr. Um 1. u. 3. Feiertag Entree 30 Pf. Am 2. Feiertag: Entree 0,50 bis 1,50. Am 2. u. 3. Feiertag: Festball. Dolosseum Col Dresdenerstr. 97. Das urkomische Dezember- Programm. Neu! Im Kopecnaal: Neu! D' Mondscheinbrüder. Beste Wiener Schrammeln and sechs erstklassige Gesangskräfte. Un beiden Feiertagen, nachm. 4 Uhr: Familien- Vorstellung. Halbe Preise, 1 sind frei. Seihhaus Berlin, Anflamerstr. 2 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berliner Reichstagswahlkreis. Am Mittwoch, den 26. Dezember 1906( 2. Weihnachtsfeiertag): Große Matineen in folgenden Lokalen: ,, Konzerthaus Sanssouci", Kottbuserstr. 4a;„ Kellers Festsälen"( Inh.: Freyer), Koppenstrasse 29;„ ,, Elysium", Landsberger Allee 40 bestehend aus Konzert, Rezitationen, Gesang und Vorträgen ernsten und heiteren Inhalts. Eröffnung 11 Uhr. Anfang pünktlich 12 Uhr. Billett 30 Pfennig. Wir bitten die Mitglieder, sich rechtzeitig mit Billetts zu versehen, weil offene Staffe nicht stattfindet. Das Komitee. 263/ 8* 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis ME Mittwoch, den 26. Dezember 1906 Große Matineen in folgenden Lokalen: Moabit( 7. und 8. Abteilung) ,, Brauerei Patzenhofer" Turmstr. 25/26 Unter Mitwirkung der Volkssänger- Gesellschaft Strzelewicz, des Gesangvereins ,, Vereinte Sangesbrüder Moabit" Turnerische Aufführungen. ,, Kronen- Brauerei" Alt- Moabit 47-49 Mitwirkende: Bernhard Rose- Theater und Gesangverein ,, Liedeslust II". Kassenverkauf findet nicht statt. Wedding( 9. und 10. Abteilung) Cranz' Festsäle, Cöslinerstraße 8 KONZERT Auftreten der Max Eichlerschen Quartettsänger und Humoristen Herren: Eichler, Vollmar, 21s Rose, Chaste und Beslé sowie Mitwirkung des Gesangvereins ,, Freiheit Nord". Oranienburger Vorstadt ( 6. Abteilung) :::: Germania- Säle( großer Saal):::: Chausseestr. 103 Unter Mitwirkung des Gesangvereins Nordwacht und der Wilhelm Wolffs Hamburger Sänger. Eröffnung 11 Uhr. 226/11 Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen ( 4., 5. und 11. Abteilung) Ballschmieders Etablissement, Badstraße 16 Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58 Schirms Festsäle, Badstr. 19 Mitwirkende: Norddeutsche Sänger Nega Stechert Volkssänger- Gesellschaft Lewandowsky Berliner Ulk- Trio Elite- Streich- Orchester des Musik- Direktors Herrn Fritz Blume. Kassenverkauf findet nicht statt. Schönhauser Vorstadt ( 1., 2. und 3. Abteilung) in den Gesamträumen der Brauerei ,, Königstadt", Schönhauser Allee 10 und des Berliner Prater- Theater", Kastanien- Allee 7-9 Unter Mitwirkung der ::: Hamburger Sänger::: Direktion: Otto Steidel und der Volkssänger- Gesellschaft Hugo Anke. Kassenverkauf findet nicht statt. Entree 25 Pf. Anfang Punkt 12 Uhr. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert werden. Das Komitee. Turnverein Fichte Mitglied des ArbeiterTurnerbundes. Dienstag, 25. Dezember cr.( 1. Weihnachtsfeiertag): Weihnachts- Vergnügen in der ,, Neuen Welt", Hasenheide 108-114. Konzert. Humoristische u. turnerische Aufführungen. Kinematograph. Von 6 Uhr ab im kleinen Saale: Ball. Anfang 5 Uhr. Eintritt 30 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Palast- Theater. Prater- Theater. Burgstraße 24. Kastanien- Allee 7/9. Nur noch bis 31. Dezember: Große Spezialitäten- Vorstellungen arrangiert von der Internationalen Artisten- Loge. E. V. Berlin. Anfang der Vorstellungen: Sonntags 7, Uhr, wochent. 8 Uhr. teppdeden billigst direkt in der Fabrit 72. Wallstr. 72, Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, Charlottenburg, Friedrich Startplat 12. wo auch alte Steppdeden aufgearbeitei nur Mariannen- Straße 2. Hohe Beleihung von Gold, Silber fachen u. Kleidungsstüden zc. werden. Bernhard Strohmandel, Berlin Ks. Sluftr. Katalog gratis. OnA 299/4 Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten, Stets erstklassige Riefenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Gewerkschaftshaus ♦ Engel- Ufer 15. Bon 5%, Uhr ab: [ 4476* Seute: Großer Mittagstisch. Künstler- Konzert. Eintritt fret. Reichhaltige Abenblarte. Beftgepflegte Trianon- Theater. 1. Weihnachtsfeiertag 3 Uhr: Die Notbrücke. Abends 8 Uhr: Wo ist der Papa? und: Die Schloßkellerei. 2. Weihnachtsfeiertag nachm. 3 Uhr: Der Hausfreund. Abends 8 Uhr: Wo ist der Papa? und Die Schloßkellerei. Donnerstag 8 Uhr: Wo ist der Papa? und Die Schloßkellerei. OWINDER GARTENO oooOO Saharet Dr. Angelos, lebendes Porzellan. Martine Bros., kom. Akrobaten. Miß Lorette, leb. Jagdbilder mit dem Hunde, Ben". Florettas Luftballett. Madeleine de Nocé, Opernsängerin. Kitafuku, Japanertruppe. Kara, Jongleur. Millmann- Trio, Drahtseilakt. Amalia u. Leonora, Equilibristinnen. Kaufmann Truppe, weibliche Radfahrer. Das Erntefest, Ballett- Szene, ausgef. v. d. TillerTruppe, London. Der Biograph. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20 Am Rosenthaler Tor. Dienstag, Mittwoch ut. Donnerstag: je 2 Vorstellungen nachm. 3½ Uhr kleine Preise. Jeder Erwachsene ein Kind frei. Abends 8 Uhr. In allen Vorstellungen Berlins größt. Festprogramm. 60 Künstler von Ruf und Klang. Die Könige der Akrobaten! Die 12 Lorchs itar. Spiele mit 3 Ponys u. Eseln. Außerdem die übrigen glänzenden 16 Spezialitäten 16. Staffe von 10 bis 1 und von 2, an ununterbrochen geöffnet. Im Konzert Tunnel: Großer Festtrubel. Konzerte. Wiener Schrammeln 2c. Theaterbesucher haben freien Eintritt. th Montag, den 31. Dezember: Große Silvester- Feier. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Mittwoch, den 26. Dezember, mittags 12 Uhr: Brunnen- Theater Große Weihnachtsfet Direktion: Bernhard Rose. Gesundbrunnen. Badstraße 58. Am 1. Feiertag, nachmittags 3 Uhr, volkstümliche Preise: Am Altar. Schauspiel in 5 Aften. Abends 8 Uhr: Almenransch u. Edelweiß. Bolksstück mit Gesang in 7 Bildern. Am 2. Feiertag, nachm. 3 Uhr volks. tümliche Preise: Almenrausch und Edelweiß. Der Abends 7 Uhr: Störenfried. Nach d. Vorstellung: Gr. Feftball. Benefiz- Matinee. Im Restaurant: Großes Militärkonzert. Buggenhagen, Moritzplatz. Täglich von 11 bis 9 Uhr: Ausstellung von lebenden Abnormitäten. 1 Stier mit 5 Beinen und 3 Hör nern, 1 Stalb mit 6 Füßen, 1 Ente mit 4 Flügeln und 4 Beinen. Eintritt 30 Pf., Kinder 10 Pf. Billettvorverlauf von 10-1 Uhr an Gohmann's Festfäle, der Theaterkaffe. 3. Feiertag: Der Störenfried. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. An allen Feiertagen: Die beiden Champignol. Vorher das grandiose Festprogramm. 1. Feiertag Uhr( Dienstag): Madame Bonivard. 2. Feiertag 4 Uhr( Mittwoch): Hotel Klingebusch. 3. Feiertag 4 Uhr( Donnerstag): Alexander der Große. Kottbuser Sanssouci, Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer Heute Dienstag, Mitt: woch u. Donnerstag: Gr. Extra- Elite- Soireen von Hoffmanns Nordd. Sänger. Hochinteressant. Festprogr. Drast. Einakter, a capella-Gesänge, Ensembleszenen à la Fanther. Aktuelle Schlager in Wort u. Lied usw. Am 1. u. 2. Feiert. Anf. d. Konz. 5 Uhr, Borst. 7 Uhr. 3. Feiertag Anfang d. Konzerts 7 Uhr, der Vorstell. 8 Uhr. Am 2. und 3. Feiertag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. SW., Kreuzbergstr. 48. 1. Feiertag: Harmonische Sänger. 2. und 3. Gr. Ball. Feiertag: Montag, 31. cr.( Silvester): Großer Ball. Punsch u. Pfannt.- Bolon. Freitag, 4. Jan., Wiederbeginn Harburger Sänger. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Ju dem großartigen Weihnachtsstüc Das Wiederschn nach 30 Jahren. Direktor Gustav Behrens als Hamburger Schiffskapitän. Außerdem 22 Nummern. + Hygienische Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Mittwoch, den 26. Dezember, abends? Uhr: Weihnachtsfeier mit lebenden Liedern arrangiert von Margarete Walkotte. Mitwirkende: Margarete Walkotte. Emil Walkotte. Opernsänger Herr v. Bonetti. Opernsängerin Frl. Wagner. Hans Fredy vom Apollo- Theater. Herr Ado Conrad, Dozent an der Journalisten- Hochschule. Professor Schiermann. Anschließend Ball. 3285 Entree im Vorverkauf 50 Pf., reservierter Platz 75 Pf. bei Herrn Horsch, Zigarrenhandlung, Engel- Ufer 15. An der Abendkasse 60 Pf., reservierter Platz 1,- M. Drachtfäle des Ostens Frankfurter Allee 151/152. Besitzer: Oskar Cranz. Am 2. und 3. Weihnachtsfeiertage( im gr. Saale): Große bumoristische Soiree der beliebten Hamburger Sänger( 0. Steidl) zwei feenhaft beleuchtete Riesenweihnachtsbäume Anfang des Konzerts 5, Uhr, der Soiree 6 Uhr. Nachdem: Tanzkränzchen im weißen Saale. Anfang Tanzreunion bei stark besetztem Orchester. Anfang 4 Uhr. 4 Uhr. Im Restaurant täglich: Gr. Künstlerkonzert. Anf. 4 Uhr. Vorzügliche Küche. Patzenhofer, echt Münchner u. Pilsener Bier. NB. Den geehrten Gewerkschaften, Vereinen und Klubs des Wahlkreises sowie der betr. Vororte empfehle meine neu erbauten Festsäle, 50-1500 Personen fassend, mit allem Komfort der Neuzeit entsprechend eingerichtet, zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art zu den kulantesten Bedingungen. [ 34071] D. O. Mobrs Strand- Reftaurant Dichen Grünau und Karolinenhof, am zugefrorenen Langen See gegenüber von den Müggelbergen gelegen, bietet zur Zeit allen Naturs freunden eine Wunderbare Winterlandschaft von feltenem Reis. Biere aus der Schultheiß- Brauerei. Lohnender Ausflug während der Feiertage. 4725+ 000000 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Arbeiter- Bildungsschule Berlin Donnerstag, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag) bei Keller, Koppenstraße 29: Großes Weihnachts- Vergnügen bestehend in = Konzert des Tonkünstler Orchesters, Kapellmeister Maximilian Fischer, Kinematograph- Vorführungen, Gesellschaft Lewandowsky, Kasperle- Theater. Doppel- Orchester. GROSSER BALL. Doppel- Orchester. Billett 50 Pf. Anfang 4 Uhr. Am dritten Feiertag sind Billetts von 2 Uhr ab bei Lorenz, Koppenstraße 28, zu haben. Das Komitee. Sonntag, den 20. Januar 1907, in Kellers Festsälen, Koppen- Straße 29:= 16. Stiftungsfest. Wagner- Konzert pie kang the Leisters unter Mitwirkung des Leipziger Philharmonischen ( Musikdirektor Herrn Winderstein) und der Opernsängerin Fräulein Lissi Kurz. Nach dem Konzert Tanz. Kassenöffnung 6 Uhr. Rixdorf Hermannstr. 48-49. Fritz Hoppes Festsäle. Heute, 1. Weihnachtsfeiertag vom Wahlverein: Gr. Weihnachts- Vergnügen. Mittwoch, den 2. Feiertag und Donnerstag, den 3. Feiertag im großen Saale: BALL bei stark besetztem Orchester. Am 2. Feiertag früh 10 Uhr: Frühschoppen des Gesangvereins Anfang 7 Uhr. Billetts im Vorverkauf 60 Pt., Rixdorfer Männerchor. an der Kasse 70 Pf. Germania- Pracht- Säle Chausseestr. 103. Karl Richter. N., Chausseestr. 103. Branche der Musikinstrumenten- Arbeiter Große Weihnachts- Ausstellung Zahlstelle Berlin. im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( großer Saal) Weihnachts- Vergnügen bestehend aus KONZERT ausgeführt vom ,, Neuen Tonkünstler- Orchester" ( Dirigent Franz Hollfelder) unter Mitwirkung des Berliner Ulk- Trio. Nach dem Konzert TANZ. Billetts inklusive Tanz 50 Pfennig. Um 8 Uhr im Saal V: Kasperle- Theater für Kinder. Eröffnung 5 Uhr. 99/2 von Anfang präzise 6 Uhr. Billetts sind jederzeit im Verkehrslokal bei Bieberstein, Adalbertstr. 59, zu haben. Sylvester- Punsch u. Die Branchenleitung. Rum, Arak, Glühwein& F. 2, und 1,- Mk. Sherry Schlummer- Punsch a FL. 2,50 u. 1,25 Mk. Ananas, Burgunder- Punsch a Fl. 3, Fl. 1,50 Mk. Bowlen- Mosel, Bowlen- Extrakte, Tischweine u. empfiehlt und versendet in bekannt ausgezeichneter Qualität 5 Riesen- Weihnachtsbäume, feenhaft elektrisch erleuchtet. Heute Dienstag, 25. Dezember, ( I. Weihnachtsfeiertag): Große Soiree d. Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anf. 6 Uhr: Weihnachtsprogramm. Anf. 6 Uhr. Mittwoch, 26. Dez.( II. Weihnachtsfeiertag): Große Matinee des. VI. Wahlkreises. Mittags 12 Uhr. Mittags 12 Uhr. Anfang Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. U 6 Uhr: Uhr. Im Weißen Saale von 4 Uhr ab: Großer Ball. Sonntag, den 30. Dezember: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Montag, den 31. Dezember, Silvester: Extra- Soiree der Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang 9 Uhr. Im Weißen Saale von 8 Uhr ab: Ball, von 11 Uhr ab in sämtlichen Sälen: Großer Silvester- Ball, verbunden mit Punschpolonaise. 59 00000000000 Buggenhagen( Moritzplatz). Ridder Großer Mittagstisch( von 12 bis 4 Uhr) Café Ridder Neue Roßstr. 2* an der Alten Jakob- Straße. Warme u. talte Speilen u. Getränke An allen drei Weihnachtsfeiertagen: à Kuvert( 5 Gänge) 1 Mark. Im Kaisersaal: Große Festvorstellung der beliebten Willy Walde- Sänger. zu jeder Tageszeit. Vorzügl. Mittags- Kasseneröffnung 5 Uhr. Beginn des Konzerts 6 Uhr, der Sänger 7 Uhr. tisch 60 Pf. 3 Billards( mit Kerkau Am 2. und 3. Feiertag nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. bande) Stunde 40, abends 60 Pf. Beitungen u. Journale gr. Auswahl. In den unteren Gustav Gottschalks populares Konzert. Anfang Georg Andree, BERLIN C., Prenzlauerstr. 1-2. 29 Man verlange Preisliste! Gardinenbaus Bernhard Schwark Wallitr. 29 Flur Eing. Sälen: 6 Uhr. Toureneisbahn( 7000 Meter lang) ist eröffnet. Grünau- Schmöckwitz 544b Lorenz. Am 3. Feiertag: Abendunter. haltung des Gesangvereins Schneeglöckchen. ELYSIUM, Landsberger Allee 40-41. Am 2. und 3. Feiertag: Großer Ball Ballmusik von 2 Kapellen. Anfang 4 Uhr. Entree fret. Avis! Montag, 31. Dezember: Silvester- Ball. Punsch- und Pfannkuchen. Polonaise gratis. Anfang 8 Uhr. Entree frei Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Glück! Man findet es im ſpielt man Zotterie bei Gustav Haase, Lose aller erlaubten Lotterien Berlin, Neue Königstr. 86. + Rote Kreuz- Lofe a 3,50 inkl. Borto u. Liste. Badische Pferde- Lose Ziehung 29. Dezember a 1 M. Porto u. Lifte 20 Pf. ertra. Alle Gewinne zahle sofort har aus. Kaufhaus Max Mannheim Ecke Königsberger Strasse Frankfurter Allee 109-110 Ecke Königsberger Strasse Grösstes Manufakturwaren- Geschäft des Ostens! Sonntage und Feiertage geschlossen. Phonographen- Katz gegenüber Alexander- Platz, dem Bahnhof. Dieser Apparat mit bester Schalldose, prima Werk M.25,00 Andreas- Strasse, Blumen- Strasse Konzert- Lyra- Phonograph tadellos spielend Bedeutend unter Preis! Extra- Angebot! Konzert- Phonograph mit extra grossem Aluminium- Trichter ( wie Abbildung) oder mit neuestem Blumen- Trichter nur 6.75 K. Mk. ( Bisher 10,50 Mk.) nur M. 1.95. Dieser Apparat wird nur bei Entnahme von 5 Walzen abgegeben. Jeder Apparat wird bereitwilligst umgetauscht und jede Reparatur in eigener Werkstatt billigst und schnellstens ausgeführt. Um noch vor der Inventur zu räumen, verkaufe ich einen größeren Posten Walzen, Platten, Phonographen und Sprechmaschinen fast zur Hälfte des regulären Preises. Mittwoch bleibt bis 2 Uhr geöffnet. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co.. Berlin SW Br. 300. 23. Jahrgang 4. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 25. Desember 1906. Der Wahlkampf in Groß- Berlin. Das erste Wahlflugblatt unserer Partei gelangte am Sonntag zur Verbreitung. Es war eine wahre Freude, zu sehen, wie zahl reich sich die Parteigenossen in den einzelnen Bezirken einfanden, um ihrer Parteipflicht zu genügen und wie jeder in seiner Weise bestrebt war, für die Partei propagandistisch zu wirken. Dank der Opfer freudigkeit unserer Parteifreunde ging die Arbeit vorzüglich von statten. Den schwächeren Kreisen hatten sich zahlreiche Genoffen aus dem vierten und sechsten Kreise zur Verfügung gestellt, um den Genoffen in diesen Kreisen die Arbeit zu erleichtern und so intensiver und wirkungsvoller zu gestalten. Auch in dem sehr ausgedehnten Teltower Kreise ging die Flug blattverbreitung präzis vor sich. Die Beteiligung der Genoffen war hier gleichfalls eine außerordentlich starke; unsere Parteigenoffen fanden überall eine gute Aufnahme. Jm Niederbarnimer Kreise geht am 30. Dezember die Flugblattverbreitung vor sich. Unsere Gegner. Gescheitert ist die Aufstellung gemeinsamer Kandidaten gegen die Sozialdemokratie in den sechs Berliner Reichstagswahlkreisen. Die Antisemiten erklären, unter feinen Umständen für die von freisinniger Seite aufgestellten Kandidaten zu können, weil sie jüdischer Konfession sind und werden ihnen für Berlin III und Berlin V, Rosenow und Cassel eintreten Gegenkandidaten von entschieden antisemitischer Färbung gegen überstellen. Auch die Deutsch- Konservativen, welche einer Einigung mit den Freisinnigen über die Berliner Kandidaturen nicht abgeneigt waren, machen den Freisin den Vorwurf, er hätte durch eigen mächtige Aufstellung der Kandidaten für die aussichtsreichsten Wahl bezirke ohne vorherige Verständigung das Scheitern des Kompromiffes aller bürgerlichen Parteien verschuldet. Für den zweiten Berliner Wahlkreis hat der Landtagsabgeordnete reitling die Wiederannahme einer Kandidatur endgültig abgelehnt. Die Aufstellung der freisinnigen Kandidatur wird am 28. Dezember erfolgen. Herrn Streitling find jebenfalls In einer sehr zahlreich besuchten Versammlung des Vorstandes und der Vertrauensmänner der freisinnigen Volkspartei im fünften Berliner Reichstagswahlkreise ist einstimmig der Landtagsabgeordnete und Stadtverordnete Justizrat Cassel zum Kandidaten proflamiert die Trauben zu sauer. wowen. Der Zentralwahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg hielt am Sonntag im Charlottenburger„ Bolfshaus" eine außer ordentliche Generalversammlung ab. Erschienen waren insgesamt 100 Delegierte und Wahlkreisfunktionäre. Nur Rüdersdorf war nicht vertreten. Nachdem der Gesangverein„ Vorwärts"-Charlottenburg einige stimmungsvolle Lieder zum Vortrag gebracht hatte, sprach der bisherige Abgeordnete des Kreises, nicht früher gestattete, sei es zuzuschreiben, daß die formelle Ueber. Wedding( 9. und 10. Abteilung) Cranz' Festfäle, Cöslinertragung der Kandidatur an den Genossen Zubeil nicht schon gleichstraße 8. geitig mit den übrigen Wahlvereinen von Groß- Berlin erfolgt sei. Oranienburger Vorstadt( 6. Abteilung) Germania- Säle bürgerlichen Presse, als sei unter den Genossen des Damit erledige sich auch das törichte Gerede der( großer Saal), Chausseestr. 103. Streises irgend eine Abneigung gegen Jubeil vorhanden. Wan( 4., 5. und 11. Abteilung) Ballschmieders Etablissement, Badstr. 16, Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen wiffe ja, daß gerade Zubeil den allerniedrigsten und gehäffigsten Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58, Schirms Festfäle, Badstr. 19. Antwürfen seitens der bürgerlichen Parteien ausgefekt ist, deshalb Schönhauser Vorstadt( 1., 2. mid 3. Abteilung) in den auch deren felbstgefällige Aussprengung jenes vagen Gerüchts. Gesamträumen der Brauerei„ Königstadt", Schönhauser Allee 10, und Von der Versammlung wurde darauf Genosse des Berliner Prater- Theaters", Kastanien- Allee 7/0. rib 3ubeil einstimmig als kandidat aufgestellt. trauen, wobei er bemerkte, daß er sich denn doch zu gut dazu Zubeil dankte in furzen Worten für das ihm erwiesene Verhalte, einem Artikelschreiber von der Sorte des Redakteurs der Charlottenburger„ Neue Zeit" noch viel Worte wegen jener Lügennotia zu widmen. Nach mehreren geschäftlichen Mitteilungen wurde darauf die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Partei geschloffen. Kreis Teltow. Strenge Einsichtnahme in die Wählerliste " Da Kaffenverkauf nicht stattfindet, so wollen sich die Besucher vorher mit Billetts versehen. Dienstag, den 25. Dezember( 1. Feiertag), ein Winterfest in den Der 2. Berliner Reichstagswahlkreis hat zu Lokalen Hofjäger- Palast", Hasenheide 52/53, und Viktoria- Brauerei", Lügowstr. 111/112, arrangiert. Anfang 6 Uhr. " Zur Lokalliste. Heute am ersten Feiertag veranstalten die In haber folgender Lokale:" Eichborn- Säle"( Schmidt), Eichbornstraße, folvie" Gördes", Eichbornstraße in Reinickendorf, in ihren Räumen Theatervorstellungen mit darauffolgendem Tanz. Wir weisen darauf hin, daß beide Lokale der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stehen, streng zu meiden. mithin find alle dortigen Veranstaltungen seitens der Parteigenossen Die Lokalkommission. findet bei E. Obst, Meiningerstr. 8, eine Vollsversammlung statt. Schöneberg. Am Freitag, den 28. d. Mts., abends 8 Uhr, Thema: Unsere Reichstagswahl. Referent Schriftsteller Thema: Unsere Reichstagswahl. Referent Schriftsteller Genosse Kurt Eisner. Parteigenossen! Agitiert für guten Besuch. Laßt die Gelegen heit nicht vorübergehen, um auch den Frauen Gelegenheit zu geben, fich über die Vorgänge der Reichstagsauflösung zu informieren. Das Wahlkomitee. das muß die Parole jedes Wahlberechtigten sein. Die kurze Zeit, in der die Aufstellung der Wählerlisten vor sich gegangen ist, bietet dürften namentlich in Rigdorf, wo nach den fertiggestellten Listen Teine Gewähr dafür, daß die Aufstellung genau erfolgt ift. So 43 500 wahlberechtigte Einwohner vorhanden sind, unsere Genossen ganz besonders auf der Hut sein. Durch die rajche Bevölkerungszunahme, mit der Rigdorf zu rechnen hat, find Fehler in den Turnhalle des Schulhauses Erfstr. 26 Wählerlisten sehr leicht zu befürchten. Die Listen liegen in Rigdorf aus in der vom 28. Dezember bis einschließlich 4. Januar an den Werktagen abends. An den Sonn- und Fefttagen von 1-5 Uhr nachmittags. von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und von 6-8 Uhr Gegen die Richtigkeit der Liste ist Einspruch nur zu erheben während der Tage, an welchen die Listen ausliegen. Die allgemeinen De- Flugblattverbreitung. Es ist Pflicht der Genossen, sich zahlreich und Friedrichsfelde. Mittwoch, den 26. d. M., morgens 9 11hr ftimmungen haben wir bereits eingehend gebracht. pünktlich bei Losse, Luisenstr. 20 einzufinden. Der Vorstand. Eine gut besuchte Wählerversammlung fand am Sonntag in Teltow statt. Genoffe Störmer behandelte in trefflicher Weise das Treptow- Baumschulenweg. Da Umstände halber die Flugblätter Thema:" Die Auflösung des Reichstages und die bevorstehenden am Sonntag für den Ortsteil Baumschulenweg nicht zur Ausgabe Reichstagswahlen". Eingehend kennzeichnete der Referent die gelangen konnten, findet die Verbreitung derselben nunmehr am gegenwärtige politische Situation, unter der das Proletariat in Donnerstag, den 27. d. W.( 3. Feiertag) von den Bezirks wuchtigen Appell an die Anwesenden, ihre ganze Araft im Wahl- Aug. Krause, Ede Marienthaler- und Stiefholzstraße. Der Vorstand. den Wahlkampf zieht. Der Schluß seiner Rede flang aus in einen lokalen aus statt. Der 3. Bezirk trifft sich in dem Restaurant von daß diejenigen, welche die Wählerliste nicht einsehen können, ihre fampf zur Verfügung zu stellen. Der Vorsitzende, machte bekannt, Adresse beim Genossen Bosson.„ Deutsches Wirtshaus", abgeben mögen. Mariendorf, Marienfelde, Lichtenrade. Freitag, den 28. d. Mts., abends 8 Uhr, findet im Lokale des Herrn Paul Burschke, Restaurant zum alten Askanier, Mariendorf, Chausseestr. 82, cine Volks Großen Beifall rief die telephonische Nachricht hervor, daß versammlung statt. Auf der Tagesordmung steht: Die Auflösung Genoffe Zubeil von der Kreisgeneralversammlung wieder zum des Reichstages und die bevorstehende Reichstagswahl. Die ParteiKandidaten nominiert worden ist. Acht Genossen meldeten sich in genossen werden ersucht, recht rege für die Versammlung zu agiden Wahlberein. In einer demnächst stattfindenden Volksversanim- fieren und sich zahlreich an der Verbreitung der Handzettel, welche lung wird der Kandidat des Streifes, Genosse Zubeil, referieren. am Donnerstag, den 27. d. M., von den Bezirkslokalen ans stattCharlottenburg. Auslegung der Wählerlisten. Die findet, zu beteiligen. für den Stadtkreis Charlottenburg aufgestellten 90 Wahlbezirkelisten werben vom 28. Dezember ab acht Tage lang, alfo bis einstraße 27: Deffentliche Versammlung. Genosse B. Chajes spricht Lankwik. Sonnabend, den 29. d. Mts., bei Retger, Calandrellifchließlich 4. Januar 1907, in den Räumen des Statistischen Amtes, über:" Die Reichstagswahl". Berlinerstraße 71, rechter Seitenflügel II Treppen, Zimmer 17, von über:„ Die Reichstagswahl". vormittags 9 Uhr bis nachmittags 3 Uhr, jedoch am Sonntag, den 30. Dezember und am Neujahrtage, den 1. Januar 1907 nur von 12 Uhr mittags bis 5 Uhr nachmittags zu jedermanns Einsicht ausliegen. Groß- Lichterfelde. Die Wählerlisten liegen an den Wochentagen bon 9 Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags, am Sonntag, den 30. Dezember und am Neujahrstage, den 1. Januar 1907 von 9 Uhr bormittags bis 1 Uhr nachmittags, im Groß- Lichterfelder Amtshause, 8immer 13, zu jedermanns Einsicht öffentlich aus. Nieder- Barnim. hat sich konstutiert und die Genossen Seifel- Lichtenberg und Frei Das sozialdemokratische Wahlkomitee für die Reichstagswahl waldt- Pankow mit der Leitung der Wahlangelegenheiten betraut. Sämtliche Mitteilungen sind zu richten an Georg Freiwaldt, Bankow, Mühlenstr. 73. U Lichtenow- Kagel. Sonntag, den 30. Dezember, nachmittags 3 11hr, Sozialdemokratischer Wahlverein Herzfelde Hennickendorffindet im Lokal des Herrn Hermann Henze, Hauptstr. 57, Mitgliederversammlung statt. Tagesordnumg: tages und die bevorstehenden Wahlen." Die Auflösung des ReichsEs ist Pflicht, daß jeder Genosse erscheint. 2. Bericht der Delegierten. Der Vorstand. Nieder- Schönhausen. In Anbetracht der bevorstehenden Reichstagswahl findet am dritten Weihnachtstage( Donnerstag) eine Wahlvereinsversammlung( im Restaurant Wilhelmshof, vom Mannheimer Parteitag in Empfang genommen werden können, Tagesordnung wird in der Versammlung, in der auch die Protokolle Kaiser Wilhelmstraße, Ecke Eichenstraße, abends 82 Uhr) statt. Die befannt gegeben. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Einsichtnahme in die Wählerlisten in die Wege zu leiten. Die Bezirksorganisationen haben sofort die Organisation zur Borfigwalde. Am Donnerstag, den 3. Feiertag, abends, findet Am Sonntag, den 30. Dezember, findet eine Flugblattver- im Bereinslokal bei Neuter ein Extra- Zahlabend statt. Pflicht aller breitung über den ganzen Kreis statt. Die Genossen werden ersucht, Wahlvereinsmitglieder ist es, zu erscheinen. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Weihnachtsfriede! Genosse Fri 3ubeil über die Auflösung des Reichstages und den gegenwärtigen Wahlkampf. Redner bezeichnete es als ein gutes Omen, daß die Wahlkampagne für den Kreis im eigenen Saufe der Partei, im Boltshause, eingeleitet werde. Schon dieser Umstand laffe erwarten, daß die Genossen in altgewohnter Pflicht treue auch diesmal alles daran jeßen würden, um wieder gleich im ersten Wahlgange, ohne Stichwahl, den Kreis für die Partei zu erobern.( Bifall.) Wider Erivarten schnell sei ja die Bande" der Reichsbotn nach Hause gejagt worden, einen Tag bevor die Weihnachtsferien beginnen sollten. Der Reichstag habe also etwas plöblich gleid große" Ferien bekommen, aus denen wohl mancher ber Abgeordieten sicher nicht wieder auf seinen alten Plaz zurüdtehren dürft. Bei der Regierung scheine es Sitte zu werden, das Bolt von Zet zu Zeit mit Weihnachtsbescherungen eigener Art zu überraschen. Er erinnere nur an die Durchpeitschung der Zollvorlage in der bekannten Advenisnacht des Jahres 1902, die der Bevölkerung die überall fühlbare unverschämte Berteuerung der Lebensmittel brachte. Im gewissen Sinne erinnere die jetzige Wahl auch an die berühmten Faschingswahlen des Jahres 1887. Gleich wie damaß der sogenannte eiserne Stanzler" im Interesse der " Waffeneke" Deutschlands an das Bolt appellierte, fo versucht sich umgehend ihren Bezirken zur Verfügung zu stellen. es die Regierung auch heute. Damals mußten die Turtos und die letzte Kuh des Bauern herhalten, um das Volk graulich zu J. A.: G. Freilvaldt- Pankow. machen, leute bilden die 300 Hottentotten in Südwestafrika das In Reinickendorf- West fand am Sonntag eine gut besuchte Schredgepenst. Doch diese Gruselgeschichten zichen nicht mehr, Beltsverjammlung statt. Das Referat des Genossen Wermuth über denn Dahl der sozialdemokratischen Aufflärungsarbeit hat die Maffe die Auflösung des Reichstages" wurde mit großem Intereffe und des Voles nach und nach denken gelernt und beurteilt die welt- Beifall aufgenommen. Die sich an den Vortrag schließende Dis politifden Marotten unserer regierenden Streife jetzt wesentlich fussion zeigte aur Genüge, daß die Arbeiterschaft nicht gewillt ist, anders wie früher. Nicht um die 29 Millionen Mark für Süd- noch weiter ein willenloses Ausbeutungsobjekt der befizenden Klasse westafika, die nebenbei schon längst verpulvert seien, handele es zu sein. Der Regierung und den herrschenden Parteien am fich her, sondern um die Frage, ob der Reichstag in militärischen 20. Januar eine Quittung zu geben für ihr Treiben, das war die Dingn mitzusprechen habe oder nicht. Bisher sei der Reichstag Forderung, die jeder Redner an die Versammelten stellte. bon jer Militärbehörden immer nur als eine Geldbewilligungs- 4. Januar im großen Sitzungsfaal des Rathauses werttäglich von Die Wählerlisten liegen in Reinidendorf vom 28. Dezember bis Nur zu rasch ist auch die Bescherung vorbei, vorbei der maigin betrachtet und behandelt worden, und die Mehrheit der 9-3 Uhr und Sonntags von 9-9% und 11%-2 Uhr aus! Bolsvertretung habe sich auch nur als solche gefühlt. Deshalb " große Augenblick", dem das emfige Schaffen dieser Wochen müse jezt das Volt darüber entscheiden, ob es verlange, daß der In Oberschöneweibe tagte am Sonnabend in Mörners Blumen- gegolten hatte. Schon erlöschen die Kerzen des WeihnachtsRethstag sein Mitbestimmungsrecht in militärischen Angelegen garten" die erste Wählerversammlung. Der Kandidat, Genosse baumes, die die altgewohnte Feier mit freundlichet.c heien gebührend wahrt, oder ob das persönliche Regiment über- Stadthagen, entrollte auch hier ein Bild unserer herrlichen Kolonial- Echimmer verklärten. Und verklungen ist die laute Fröhlichwigen solle. Redner ging nun in großzügiger fachlicher Kritik politik, der in jüngster Zeit in der Oeffentlichkeit bekannt ge- keit, der die Kleinen sich überließen. au die vielen Mängel unserer äußeren und inneren Politik ein, Belastung der arbeitenden Klassen durch indirekte Steuern, wie wordenen Kolonialgreuel besonders gedenkend. Die zunehmende Schweigend zieht der Weihnachtsmorgen herauf. Auf deren Widersinnigkeit und Volksfeindlichkeit er an den verschiedensten das Bestreben der herrschenden Klassen, das Bolt immer mehr zu den Türmen regen sich die Glocken und senden ihren Gruß Bifpielen trefflich charakterisierte. Was die Kolonial- Schand tortschaft anbelange, so stehe keine Partei so rein da, wie die entrechten, kennzeichnete der Redner in gebührender Weise. Den in die Stille hinaus, fie mahnen an den Weihnachtsfrieden, fozialdemokratische. Alle übrigen Parteien seien mehr oder minder der Diskussion wies Genoffe Bessier noch darauf hin, daß in realtio- Gläubigen, der Engelsbotschaft" zu lauschen, die zu Weih Ausführungen des Referenten wurde reicher Beifall zu teil. In der heute in allen Kirchen gepredigt wird. Sie rufen die an der Vertuschung der längst bekannten Solonialgreuel beteiligt, nären Streifen bereits Pläne betreffs Aenderung des Reichstags- nachten von allen Stanzeln berab verkündet wird. nur die Vertreter der Sozialdemokratie haben rücksichtslos den wahlrechts bestehen. Dies müsse von der Arbeiterklasse in diesem Finger in die Wunde gelegt und die Dinge beim richtigen Ramen Wahlkampf besonders in Betracht gezogen werden. Zum Schluß Friede auf Erden!" Was hat die christliche Kirche aus genannt. Mit abender Satire würdigte er dann das unsäglich gelangte eine Resolution zur einstimmigen Annahme, in der die der Lehre gemacht, die den Frieden verhieß? Den Bedrückte immerliche Verhalten des Freisinns. Er wisse zwar nicht, wie Bersammelten sich verpflichten, dafür Sorge zu tragen und zu und Geknechteten sollte die neue Heilswahrheit" Hilfe und fich der Parteivorstand diesmal zu unserer Stichwahltaktit den helfen, daß Genosse Stadthagen mit übergroßer Mehrheit gewählt Befreiung bringen. Die Bedrücker aber haben aus ihr neue Freifinnigen gegenüber stellt, doch hoffe er auf das Bestimmteste, wird. deß in dem gegenwärtigen Wahltampf bei den Stichwahlen keine fsialdemokratische Stimme mehr für den politisch in jeder Be ziehung völlig auf den Hund gekommenen Freifinn abgegeben werden möge. Partei- Angelegenheiten. Matineen Verstummt ist das lärmende Getümmel, das in den legte: t Tagen die Straßen erfüllt hatte. Borbei ist das ruhelose Haften, das noch bis in den Weihnachtsabend hinein gedauert hatte. Der Weihnachtsfriede hat begonnen. " 1 Mittel der Knechtung genommen, haben neue und schwerere Stetten für die Geknechteten zu schmieden gesucht. Gern möchte die herrschende Klasse in die Mühseligen und Beladenen den inneren Frieden" hineinschwaßen, damit fie selber ihre Herrschaft ungestört weiter ausüben kann. Gern fähe fie es, wenn wenigstens zu Weihnachten auch der äußere Friede hergestellt würde. Im Kerzenglanz des Weihnachtsbaumes wird ja manches Herz friedfertiger gestimmt. Soll da nicht auch der Geknechtete sich bereit finden laffen, seinen Groll zu vergessen? Ob es noch zu einer zweiten Auflösung fommen werde, las hänge lediglich vom Zentrum ab. Wie sich die Dinge aber ruch gestalten mögen, soviel sei sicher: Für die Sozialdemokratie find zum 2. Feiertage, mittags 12 Uhr, von den Parteigenoffen des bedeuten sie auf alle Fälle einen Fortschritt und einen Macht- 3., 4. und 6. Streises arrangiert. Die Komitees der einzelnen Arranjuwachs. Bei dem gegenwärtigen Wahlkampfe fcheine sich selbst gements haben sich bestrebt, bei einem verhältnismäßig billigen der liebe Herrgott" auf unsere Seite zu stellen. Denn wenn das Entree von 25 beztv. 30 Pf. den Besuchern einige angenehme Stunden Wetter so bleibe, so sei auch den Bauarbeitern, Schiffern und nicht der Unterhaltung zu bieten. In der Hauptsache finden Konzert- und julegt den Maffen der Landarbeiter die beste Gelegenheit gegeben, Gefangsvorträge statt. Den Weihnachtsfrieden zwischen den Klassen wünscht der ich diesmal allerorts in ungleich größerer Bahl an der Wahl zu Der 3. Wahlkreis hält seine Matinee im großen Saale von Befigende fich, wenn er Weihnachten feiern will. Darun beteiligen wie in den Sommermonaten. Jeder Genoffe möge des- Buggenhagen, Morigplag, statt. Hier wirken die Willy Walde- führt er alljährlich auch jene Komödien auf, die er Weihnachtshalb seine Schuldigfeit tun, um die Indifferenten aufzurütteln. Sänger. bescherungen für Arme nennt. Mit den Bettelpfennigen, Jeder müsse jest ein Agitator für unsere gute Sache sein, denn Der 4. Wahlkreis hat drei Lokale gewählt, und awar: Konzert die er aus seinem Ueberfluß hergibt, will er sich selber den für die Sozialdemokratie laute die beste Parole stets: Durch Kampf haus Sansfonci", Kottbuferstr. 4a; Sellers Festfäle"( Inh. Freyer). Weihnachtsfrieden erkaufen. jum Sieg!( Lebhafter Beifall.) Stoppenftr. 29: Elysium", Landsberger Allee 40. Der 6. Kreis hat seinen Borstädten entsprechend folgende Berhalten hat, den die modern- christliche Kirche ihr bringen Die Arbeiterklasse weiß, was sie von dem Frieden" zu anstaltungen in Aussicht genommen: Moabit( 7. und 8. Abteilung) Brauerei Batzenhofer, Turm möchte. Sie weiß auch, wozu der Friede nüße wäre, nach straße 25/26, Stronen- Brauerei", Alt- Moabit 47/49, Mitwirkende: dem die Klasse der Bedrücker und Ausbeuter verlangt. Das Bernhard Rose- Theater und Gesangverein Liedesluit II. Staffen- arbeitende Volt erwartet seine Befreiung nur vom Kampf gegen alle Bedrückung und Ausbeutung. D Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Hirsch Charlottenburg teilte nunmehr mit, daß sowohl der Zentralvorstand wie auch sämtliche Funktionäre des Kreises der Bersammlung einmütig die Wiederaufstellung des Genossen Zubeil als Reichstagskandidaten für den Wahlkreis empfehlen.( Beifall.) Vur dem Umstand, daß die geschäftliche Lage des Kreisvereins es verlauf findet nicht statt. " " " # Zu Weihnachten ohne Heim! Für diejenigen, die die Weihnachtstage nicht im Familien Freise verleben dürfen, sind am Montag in zahlreichen Anstalten Weihnachtsfeiern veranstaltet worden. In den Kasernen wurde den Mannschaften beschert, in den Heil- und Pflegeanstalten den Kranten und Siechen, in den Strafanstalten den Gefangenen. Aber auch die Heimat- und Obdachlosen gingen nicht leer aus. In den Herbergen, den Asylen, den Wärmehallen überall fanden im Kerzenglanz des Weihnachtsbaumes gemeinsame Feiern statt. Es versteht sich von selber, daß gerade bei den Weihnachtsfeiern für die Unglücklichen und Glenden das Versöhnende" des Festes der Liebe" mit besonderem Gifer betont wurde. Zu diesem 3wed hatte man sich möglichst einen„ Fachmann" beschafft, einen lejbhaftigen Pastor, der die Ansprache zu halten hatte. Gine Ausnahme machte die Verwaltung des Gewert schaftshauses", die am Montag ihren Herbergsgästen gleich falls wieder, wie alljährlich, eine Weihnachtsfeier darbot. Diese Feier hatte nichts von dem religiösen Aufpub, der anderswo üblich ist und als unentbehrlich gilt. Dafür tam aber im Gewerkschaftshause" die ungezwungene Fröhlichkeit besser zu ihrem Recht. Ziemlich zweihundert Herbergsgäste saßen beisammen an den geschmückten Tafeln und ließen sich gut schmecken, was aus der Küche des„ Gewerkschaftshauses" mit willig spendender Hand für sie aufgetragen wurde. Mit herzlichen Worten begrüßte fie der berbergsvater Busse, der den Vorsitz in der Tafelrunde führte. Er betonte, daß hier keine Wohltätigteit" geübt werden solle. Dem Arbeiter, der just zu Weihnachten in der Fremde sei und einsam dajtehe, jolle am Weihnachtsabend eine Gelegenheit geboten werden, im Kreise seiner Leidensgefährten das fest auf seine Art zu feiern. Es folgte dann eine Ansprache des Genossen Ritter. Die Arbeiterflaffe, so führte der Redner aus, gleiche einer großen Familie. Mancher Arbeiter werde durch die Not getrieben, auf die Wanderschaft zu gehen und sich in der Fremde nach Arbeit umzusehen. Aber auch da dürfe tein Arbeiter das Gefühl der zusammengehörigkeit mit seinen kämpfenden Brüdern verlieren. Redner schloß mit dem Hinweis auf den Kampf, den die Arbeiterflasse am 25. Januar auszufechten hat. Sein Hoch auf die deutsche Arbeiterbewegung wurde mit Begeisterung aufgenommen, und die Teilnehmer der Feier fangen die Arbeitermarsaillaise. Sodann begann der zweite Teil des Abends, die Fidelitas. Deklamationen und Gesänge wechselten mit cinander ab. Bis 10 Uhr dauerte das gesellige Beisammensein, dann gebot der Herbergsvater Feierabend. In einer Schlußansprache wurde die Hoffnung ausgedrückt, daß die Teilnehmer fich später einmal wiederbegegnen möchten als Bundesgenossen im Kampf um die Befreiung der Arbeiterklasse. Die Direktion der Städtischen Gaswerke beehrt uns mit einem mehrstündiger, äußerst angestrengter Löschtätigkeit war um 8 Uhr ürft und Schimming unterzeichneten Schreiben folgenden morgens die Macht des Brandes gebrochen. Die Brandstelle ist eine Inhalts: fehr ausgedehnte. Eine Begehung derselben zeigt deutlich, was die Auf Grund des§ 11 des Preßgefeßes ersuchen wir bezüglich Feuerwehr geleistet hat. Dabei drängt sich, wie bei vielen anderen des Artikels Aus den städtischen Betrieben" in Nr. 289 Ihrer Bränden in der letzten Zeit die Frage auf: Wie ist es möglich, daß Beitung vom 12. d. M., Morgenausgabe, 3. Beilage, um Aufnahme eine solche Feuersbrunst im Herzen von Berlin unbemerkt die ganze folgender Berichtigung ergebenst: Nacht wüten fann?" Mit der Kontrolle der Wächter muß es nicht Die Kohlenfarrer der Gasanstalt in der Danzigerstraße ar- zum besten bestellt sein. Die Aufräumungsarbeiten begannen am beiten in einer Schicht 9 Stunden und erhalten dafür einen Lohn Montag früh. Der Schaden ist natürlich sehr erheblich; eine Schäzung von 5,50 M. Es ist festgestellt, daß die Leute, die während dieser vorläufig gänzlich unmöglich. Schicht geforderte Arbeitsleistung vielfach bereits in 8 Stunden statt in 9 erledigt haben. Verbandszeug ist stets genügend vor- Im Kampf mit Einbrechern. Eine Verhaftung mit Hinderhanden gewesen. Von den Beamten und Arbeitern find bierzehn nissen gab es gestern in der Adolfstraße. In lehter Zeit waren im Samariterdienste ausgebildet, sodaß für die erste Hilfe bei Un- am Wedding wiederholt Fahrräder gestohlen und auch andere glüdsfällen und plöglichen Erkrankungen ausreichend gesorgt ist. Einbrüche verübt worden. Gestern ermittelte die Polizei, daß sich Der Transport von Berlebten und Kranken wird durch die Unfall- die Täter, drei noch junge Burschen, in einem Hause in der Adolfstation stets schnell bewirkt. Der am 6. d. M. nach drei Uhr ohn- straße aufhielten. Als mehrere Beamte dort erschienen, entdeckten mächtig gewordene Arbeiter wurde sofort von drei anderen Ar- sie die Gesuchten in einem Lagerschuppen. Ein gestohlenes Fahrrad beitern in die Plazmeisterstube getragen. Während des Aufent- hatten sie noch bei sich. Einer der Diebe ergriff sofort die Flucht halts in derselben waren 4 Mann um den Verunglüdten bemüht. und eilte auf den Boden des Hauses hinauf. Die beiden Inzwischen wurde eine Droschke requiriert. Um 3% Uhr war der anderen sekten sich zur Wehr und griffen die Beamten an. Nach Ertranfte bereits unterwegs nach der Unfallstation." einem heftigen Kampf, bei dem es auf beiden Seiten Verlegungen Die Unterzeichner des Schriftstüds hätten sich den Hinweis auf gab, wurden die Burschen schließlich überwältigt und abgeführt. § 11 des Preßgesezes ruhig ersparen können; wir hätten es ohne Auch der dritte Einbrecher, der auf einem Boden in einem Ber hin abgedruckt, obgleich es nicht einmal dem angezogenen Para- schlage entdeckt wurde, griff die Schuhleute an. Er konnte erst nach graphen entspricht. freisen, gegen die sich die Berichtigung wendet, besprach eine Reihe Bruno Gr. aus der Wiesenstraße hatte so schwere Verlegungen erDie Zuſchrift aus städtischen Arbeiter- längerer Zeit gefaßt werden. Einer der Verhafteten, der Händler von Mißständen, auf die in dem obigen Schreiben nicht näher ein- litten, daß er nach der Unfallstation in der Lindowerstraße gegegangen ist. Was hier berichtigt wird, ist nicht erheblicher Natur. bracht werden mußte. Die beiden andern verweigern jede Angabe So antwortet die Direktion auf das in unserer Notiz ausgeüber ihre persönlichkeit. sprochene Verlangen, ordentliches Verbandszeug zu halten, einfach mit der Behauptung: Verbandszeug ist genügend vorhanden. Von derselben Qualität sind auch die übrigen Bunkte. Zum Kapitel Bauarbeiterschus". Ein Fuhrwerk gestohlen wurde vorgestern abend in der Gleims straße. Vor dem Hause Gleimstraße 10 hatte ein Wagen der Brot fabrit von Karl Rauch aus Wilhelmsruh gehalten und während der Kutscher Waren nach den Kunden brachte, sprang ein Dieb auf den Bod, ergriff die Bügel und fuhr ungehindert davon. Der Wagen, in dem sich noch ein ansehnliches Quantum Brot befand, tvar mit schwarzbrauner Stute bespannt. Der Schaden, den der Bestohlene erlitten, beträgt 1200 M. 48 Jahre alte Droschkentutscher August Hirsch, ReinickendorferUnter tragischen Umfiänden fand am Sonntag nachmittag der straße 120 wohnhaft, den Tod. H. war mit seinen vier Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren ausgegangen, um die Schaufenster zu besichtigen und für die Kleinen Weihnachtseinkäufe zu machen. in der Kommandantenstraße, nahe der Oranienstraße, brach Hirsch plötzlich auf dem Bürgersteig zusammen und blieb besinnungslos liegen. Er wurde nach der Unfallstation in der Alexandrinenstraße gebracht, wo der Arzt nur den infolge Herzschlages eingetretenen Tod konstatieren konnte. Eine fette Beute machten Diebe, welche in der gestrigen Nacht Wie mit Menschenleben gespielt wird, das illustriert wieder einmal recht drastisch folgender, von uns bereits furz erwähnter Vorfall: Der Großflempnermeister H. Kunis, Mariannenplatz 12, hat bei der Schwarzkopfschen Fabrik in Wildau Dacharbeiten übernommen. Nun ist der Unternehmer zwar schon laut Gesetz verpflichtet, für entsprechenden Unfallschuß der Arbeiter zu sorgen. In richtiger Wertschäzung der bekannten Saumseligkeit des unternehmertums auf diesem Gebiete aber drang der Metallarbeiterverband noch darauf, daß bei dem Abschluß des jetzt gelten den Bauklempnertarifs den Arbeitgebern die Sorge für genügende Schutz- und Arbeitsrüstungen auch noch tariflich Bom Wachstum der Berliner Pflichtfortbildungsschule. zur besonderen Pflicht gemacht wurde. Bei den Arbeiten Die Fortbildungsschuldeputation hat ihren Verwaltungsbericht in Bildau fehlte aber nicht nur jegliche Rüstung, für das Etatsjahr 1905 erstattet. Er bringt neben den üblichen nein, es waren nicht einmal Gurt und Beine auf dem Mitteilungen über die Wahlfortbildungsschulen ein ausführliches Bau, was bei der jebigen Glätte die Unfallgefahr sehr wesentlich Referat über Gründung und Einrichtung der Pflichtfortbildungs- erhöhen mußte. Mangels jeglicher Schußborrichtung ist es denn auch schulen, die im vorigen Jahre erfolgte. Da die Pflichtfortbildungs- fein Wunder, daß voz inigen Tagen ein Klempner vom Dach einen nach der Zentral- Markthalle fahrenden Geschäftswagen tiner schulen erst in drei Schuljahren boll qusgebaut werden können, so abstürzte und dabei sein Leben einbüßte. Be- Röpenider Geflügelhandlung unterwegs beraubten. Die Diebe find die Angaben des Berichtes über Unterrichtsbetrieb, Besuchs- merkenswert ist, daß Herr Kuniz als Obmann der Arbeitgeber erbeuteten 60 Enten, 20 Gänse, 40 Hühner und 10 Buten. ziffern, Leistungen der Schüler, Schulversäumnisse usw. vorläufig in der Tarifschlichtungskommission für das Klempnergewerbe fun= von nur sehr bedingtem Interesse. giert und als solcher erst recht verpflichtet wäre, für die Ausübung der gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen genügend Sorge zu tragen. Hier aber zeigt sich das Gegenteil. Ob die Unfallberufsgenossenschaft gegen Herrn Kuniß nun wegen Außeracht Tassung der Unfallverhütungsvorschriften einschreiten wird, erscheint fraglich, denn die Berufsgenossenschaften sind gegen die Unter nehmer bekanntlich äußerst tolerant". Für die Arbeiter erwächst aber deshalb umsomehr die Pflicht, auf die Innehaltung der tarif- siidungstode gerettet wurden gestern Nachmittag fünf lichen Bestimmungen, betreffend die Schußrüstungen zu dringen. o das Unternehmertum sich leichtfertig um die Erfüllung seiner Berpflichtungen herumdrüdt, sollten die Arbeiter davon sofort eine entsprechende Mitteilung an die Organi iation gelangen lassen, und keinen Handschlag Arbeit eher verrichten, als bis für genügenden Unfallschuß. gesorgt ist, denn nicht der Unternehmer, sondern der Arbeiter hat Leben und Gesundheit aufs Spiel zu sehen. Das Sommerhalbjahr 1905 schloß mit erst 3466 Schülern ab, aber schon im Winter 1905/06 stieg die Schülerzahl bis zum Schluß des Halbjahres auf 8558. Inzwischen hat( das sei hier vorweggenommen) das Schuljahr 1906/07 eine Verdoppelung der Schülerzahl gebracht: das Winterhalbjahr, in dem wir uns jetzt befinden, begann( nach einer Aufstellung aus der zweiten Hälfte des Monats Oktober) mit 17 645 Schülern. Da viele Schüler erst im Laufe des Halbjahres eingeschult werden, so dürfte bis Ostern hin die Schülerzahl sich noch erhöhen. In demselben Maße wie die Schülerzahl hat natürlich auch die Zahl der Klassen zunehmen müssen. Sie stellte sich am Schlusse des Sommerhalbjahres 1905 auf 91 und stieg bis zum Schluffe des Winterhalbjahres 1905/06 auf 251, aber im Oktober des laufenden Winterhalbjahres 1906/07 waren bereits 566 Klassen vorhanden. Schon jetzt erfordern die Pflichtfortbildungsschulen mehr als ein halbes Tausend Lehrfräfte. Die meisten davon sind an anderen Schulen der Stadt als Lehrer angestellt und unterrichten nur nebenamtlich an den Fortbildungsschulen. Außerdem unterrichten an den Fortbildungsschulen Personen aus der Praxis( Maler, Architekten, Techniker, Ingenieure usw.), doch sind diese noch kein Fünftel der Bahl aller Lehrkräfte. Mit der Eisernte ist am gestrigen Tage begonnen worden. Auf dem Rummelsburger- und Reinickendorfer See, sowie auf den Schlagstellen der Seen an der Oberspree wurde bon gestern früh an das Eis zerschnitten und eingefahren. Die Eisdeden, die am An der Gesamtzahl der Schüler sind die einzelnen Berufs- Freitag abend nur eine Stärke von 2 bis 3 Bentimetern hatten, gruppen sehr ungleich beteiligt. Aber die Zunahme der Schüler- wiesen gestern eine Dice von 6 bis 10 Zentimetern, und heute bezahl von Eröffnung der Pflichtfortbildungsschulen bis zum laufen- reits schon eine Eisstärke von 12 Zentimetern auf. Dennoch werden den Winterhalbjahr ist ziemlich in allen Gruppen ungefähr gleich die Natureisbahnen zu Weihnachten noch nicht eröffnet werden, da start gewesen: zum Winter 1905/06 überall auf mehr als das kaum anzunehmen ist, daß die für die polizeiliche Abnahme er Doppelte der im Sommer vorhandenen Zahl, zum Winter 1906/07 forderliche Stärke von 6 3Zoll zu diesem Termin erreicht wird. ( deffen Frequenzverhältnisse wir hier wieder vorweg nehmen wollen) meist auf mehr als das Doppelte der Zahl vom vorhergehenden Winter. Die Schülerzahl war am Schluffe des Sommerhalbjahres 1905, am Schlusse des Winterhalbjahres 1905/06 und nach Anfang des Winterhalbjahres 1906/07: in der Gruppe Bauhandwerker" 418, 958, 2088, in der Gruppe Metallarbeiter" 786, 1820, 3983, in der Gruppe„ Kunstgewerbe" 510, 1076, 2004, in der Gruppe" Befleidungsgewerbe" 80, 245, 559, in der Gruppe Nahrungsmittelgewerbe" 151, 349, 568, in der Gruppe Barbiere und Friseure" 72, 198, 290, in der Gruppe„ Gewerbliche Arbeiter" 916, 2728, 5467, in der Gruppe Staufleute" 533, 1184, 2667. Außerdem besteht im laufenden Winterhalbjahr noch eine Gruppe Sonstige Gewerbe" mit zunächst 19 Schülern. " " Ein brennendes Benzinautomobil rief gestern mittag in der Levezowstraße Aufsehen hervor. Die alarmierte Feuerwehr mußte eine Schlauchleitung vornehmen, um die hoch emporschießenben Flammen zu erstiden. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Banik bei einem Brande. Durch die Feuerwehr vom ErKinder und eine Frau in der Waldstraße 50. Dort war im Keller des zweistödigen rechten Seitenflügels in der Tapezierer werkstatt von Heinrich Bau Feuer entstander, das sich mit rapider Schnelligkeit ausbreitete. Der Gehülfe ionnte sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen, doch ehe die übrigen Hausbewohner nur eine Ahnung von dem Brande haken, waren die Treppen total verqualmt und helle Flammen schofen am Hause empor. Ueberall wurden Hülferufe laut und an den Fenstern zeigten sich Frauen und Kinder. Als die sofort alamierte Feuerwehr nach wenigen Minuten eintraf, war die Sitiation äußerst Kritisch. Zunächst galt cs, die gefährdeten Menschen zu retten. Mit Rauchhelmen ausgerüstet brangen Sappeure über die Treppen vor und holten die bedrängten Personen aus ihren Wihnungen ins Freie. Gerettet wurden eine Frau Schumacher nit ihren drei fleinen Kindern, ein achtjähriges Mädchen des Arbeitrs Schultund ein 1½ Jahr altes Kind des Arbeiters Kraus Alle sechs erholten sich an der Luft bald wieder und schienen feine nachteiligen Folgen dabongetragen zu haben. Das Feuer elbst konnte Stunde unterdrüdt weben. Die innerhalb einer halben Tapeziererwerkstatt ist ausgebrannt. Da die Meldung„ Menschenleben in Gefahr!" an die Feuerwehr gegeben war, so war auch Branddirektor Reichel am Brandplak anwesend. Schwerer Unglüdsfall im Straßenbahnbetriebe. In eine schreckliche Lage geriet in der Sonntag Nacht der Droschkentutscher Bernhard Rose- Theater. Mit der Elh schen vieraftgen Bosse Hermann Maruhn aus der Sponholzstraße 57. M. hatte am Tage Berliner Raubbögel", bie am Sonnabend in r Großen Droschte gefahren und wollte nachts sein Pferd wechseln. Auf der Frankfurterstraße als Premiere in Szene ging, hat die Direktion Seimfahrt traf er mit einem Kollegen zusammen und wollte mit entschieden einen guten Griff getan. Wenn das Stüd auch ir Berlin diefem in einem Lokal an der Ede der Sponholzstraße ein Glas nicht mehr ganz neu ist, so fand es doch ein Bublifum, das mit Bier trinken. Als die Beiden die Gleise überschritten, wurde M. feinem Beifall nicht fargte. Die Berliner Raubvögel" ind ein von dem Straßenbahnwagen Nr. 80 der Linie E. erfaßt und unter Gaunerpaar, wie sie zu Hunderten in Spreeathen herumlauhn. Sie den vorderen Teil des Wagens geschleudert. Der Unglüdliche machen alles, wobei sich eine Provision herausschlagen läßt. Heute wurde zwischen den Straßendamm und die Vorderplattform ge- find fie Agenten, morgen Vermittler, übermorgen Heiratsdrückt und vergeblich bemühten sich die Beamten, ihn aus seiner kandidaten. Kein Mittel gilt ihnen unerlaubt,) wenn qualvollen Lage zu befreien. Man alarmierte schließlich die Feuer- es nur zum Ziel, d. h. zur flingenden Münze führt. wehr. Bevor diese jedoch eintraf, hatten Arbeiter mit einer Winde, Solchen Burschen geht ein folider Geschäftsmann auf die sie bei sich führten, den Waggon hochgehoben und den Ber- den Leim. Der Schlußeffekt ist der unvermeidliche Bankrott, unglückten befreit. Mit einem Schädelbruch und schweren Ver- aus dem dann turz vor dem endgültigen Zusammenbruch der alte legungen am Körper wurde M. in das Virchow- Krankenhaus ein- Bater, der nominell noch Firmenträger ist, heraushilft. Etiche groteste Vertvidelungen, Liebesszenen, Sentimentalitäten usw. durchwirken das Ganze und statten die an und für sich etwas ärmiche Handlung nach Kräften aus. Auch ein Vallett fehlt nicht. So befömmlicher für den zeitgemäßen Theatergeschmack sein dürte, fommt ein gefälliges Ragout zustande, das immerhin beffer ind als mancher mit vielen Tamtam aufgeführte moderne Schmarrn. Großfeuer 8n dem unbestrittenen Erfolge, den die Premiere zu verzeichnen 15 Pfennige für die Strede und Umsteigekarten. Für die Strede Kupfergraben- Straßenbahnhof Charlottenburg- Spandauer Bod Tommen vom 1. Januar an Umsteigekarten zum Preise von 15 Bf. geliefert. zur Ausgabe. Sie berechtigen zum Umsteigen an Straßenbahnhof Charlottenburg von den Rügen der Linie N Kupfergraben- Char lottenburg auf die Linien P Dönhoffplay- Westend und R Dönhofftam am Sonntag früh um 5%, Uhr in der Leipzigerstr. 13, einem play- Spanbauer Bod und umgefehrt. modernen Geschäftshause, aus noch nicht ermittelter Ursache zum Große Störungen im Eisenbahnverkehr sind am Sonnabend Ausbruch und machte bei dem strengen Frost der Berliner Feuerwehr abend und am Sonntag herbeigeführt worden. Oft trafen die viel zu schaffen. Als der 19. Bug aus der Mauerstraße auf den Züge mit mehrstündiger Verspätung auf den hiesigen Bahnhöfen ersten Alarm an der Brandstelle anlam, war der Anblick des ent- hatte, trugen wesentlich die Darsteller der einzelnen Rollen bei, iie ein. Die Ursache der Störungen ist einesteils auf die ungewöhn. fesselten Elements ein grandioser. Die beiden Höfe glichen einem fast fämtlich in guten Händen waren. Besonderes Verdienst um die Aufführung aber erwarben sich: Artur Winkler als der ängtliche Ueberlastung der Streden, die durch den Weihnachtsverkehr Flammenmeer. Die Flammen, die vermutlich schon am Abend vor- liche Traugott Schubert, Lotti Rothe als feine Tochter Emme, hervorgerufen, zurückzuführen, andererseits aber tragen auch die her in einer der dortigen Werkstätten des Hohenzollern- Kunstgewerbe- willy Brosch und Hans Scheblich als das Gaunerpear Schneeberwehungen, die aus verschiedenen Teilen Deutschlands, hauses von H. Hirschwald G. m. b. S. ihr Zerstörungswert gana Rummel und Fummel; eine feine Charakterfomit gaben uço besonders aus dem Harzgebiet gemeldet werden, die Schuld. Auf unbemerkt begonnen hatten, schlugen hell lodernd und alles rot be Summel( Bitichte), Margarete Biebele( Dienstmädchen der Strede Berlin- Hannover wurde Sonntag mittag durch die leuchtend aus dem ersten und zweiten Stockwerk des 2. Seitenflügels Ernestine) und Direktor Bernhard Rose( Fabian Sleds). Des am Gebäude empor. Das anstoßende Quergebäude, in dem sich Stück, das dem alten Berliner Volksstück sehr nahe steht, dürfte fih Entgleisung des Tenders einer Personenzug- Lokomotive eine empfindliche Verkehrsstockung hervorgerufen. Der Unfall verlief die Klischeefabrik von G. Behling befindet, brannte ebenfalls schon. rasch zahlreiche Freunde erwerben und aller Voraussicht nach eine glücklicherweise, ohne ernstere Folgen nach fich gezogen zu haben. Dort stand die Galvanoplastik mit der Stereotypengießerei im ersten stattliche Anzahl von Aufführungen erleben. Die Gleise mußten jedoch für längere Zeit gesperrt werden. Der und zweiten Stod in großer Ausdehnung in Flammen. Diese Apollo Theater. Seinem reichhaltigen Spezialitätenprogramm Weihnachtsverkehr, der am borgestrigen Sonntag den Höhepunkt er hatten auch bereits den dritten Seitenflügel fowie das dritte Duer reichte, hatte unter den Betriebsstörungen außerordentlich zu gebäude erfaßt. Es brannten besonders die ersten Stock hat das Apollo- Theater noch furz vor Jahresschluß eine neue ein Der leitende Offizier attige burleste Operette einverleibt. Die schöne Bestalin". leiden. Oft stundenlang mußten die Passagiere, die Kopf an Kopf werte und teilweise die zweiten Etagen. auf den Bahnsteigen standen, auf das Eintreffen der Züge warten. ließ angesichts diefer schier unbegreiflichen Ausdehnung des so nennt sich die Neuheit", ist verfaßt von Balten Baeders, allerFeuers, das den Himmel rötete, sofort mit der Haus- dings nach Pierre Weber und Leon Hanroll, und ist bereits, wie dieser mit Weihnachtsbäume in der Pfandkammer. Billige Weihnachts- leitung und von der Dampfsprige 19 zwei Schlauch Tage in der Preise zur Empfehlung zu lesen war, auf einer bäume gab es gestern in der städtischen Pfandkammer, wo ein leitungen Waffer geben. Auf die Meldung von dem großen Schwesterbühne des Apollo- Variété in Paris wenn auch in etwas Besten Zannen zwangsweise zur Bersteigerung kam. Die Bäume Feuer eilte Branddirektor Reichel zur Brandstelle, to inzwischen anderer Form- aur Aufführung gelangt. wurden einzeln ausgeboten und verkauft, und fanden schnellen Ab- die Büge 17 und 18 von der Hauptwache, der Zug 20 von der Die schöne Vestalin", wie fie uns im Apollo Theater vorfaz. Kleine Tannen wurden mit 30 Pfennig, größere mit 50 bis Fischerbrücke, die Züge 9 und 10 aus der Schönebergerstraße ein- geführt wird, ist modernisiert im Gegeniaß zu ihren Namensvetteln 70 Pfennig zugeschlagen, während die großen Bäume und Silber getroffen waren. In turzer Zeit waren acht Schlauchleitungen bor- im alten Rom. Wohl respektierten anfänglich die Sabiner, unter die tannen mit 1 bis 1,75 m. verkauft wurden. genommen, darunter zwei des Stalibers B. Mit größter Brabour fie berfest wurde, ihre Keuschheit und überließen sie ihrer Tätigkeit, hielt die Feuerwehr trop der Kälte und obgleich mehrere Male das der Erhaltung des beiligen Feuers im Tempel, hauptsächlich aber Wasser in den Schläuchen fror, wader stand. Die Flammen hatten deshalb, weil unsere Hüterin teine Schönheit war. Das ändert sich an den Einrichtungen und Materialien reiche Nahrung gefunden. aber, als in Abwesenheit der Sabiner die Römer die Sabinerinnen Die Hige war oft unerträglich, die Treppen deshalb nur mit Gefahr raubten und zwar auf dem Rücken davon schleppten. Da gibt es zu benutzen, und fast schien es, als ob das Feuer fich weiter ausdehnen nach Rückkehr der Sabiner keine Schönere als die Vestalin, die fich würde. Sehr wirksam wurde aber mit mehreren Schlauchleitungen über im fiebenten Simmel wähnte ob der zahlreichen Betverber, die ihr die auf dem Hofe errichteten mechanische Leitern vorgegangen. Nach alle den Hof machten, ihre Schönheit besangen und nacheinander die Städtische Erbschaft. Der verstorbene Rentner Jemer Neumann zu Berlin hat je 15 000. für zwei Blindeninstitute in seinen Testamente ausgefekt. Die Testamentsvollstrecker haben daraufhin 15 000 M. für die städtische Blindenanstalt Berlin bestimmt. Der Magistrat hat beschlossen, das Vermächtnis angu nehmen 29 B das Minnelied. " Seirat antrugen Aber nicht lange währte diese Verhimmelung. Brochnow, Beisiger H. Richter. Revisoren: Dehnst, Riek, Kühl.| genügen, da der Bürgermeister ja auch nur angestellt sei. Bürger Die Sabiner haben ihre Frauen den Römern wieder abgejagt und Lotalfommission: Hoppe, Kühl. Nachdem die Arbeit zu der meister Stuhr ist der Auffassung, daß nur er allein eine außerordentvon diesem Augenblick will niemand von der schönen Vestalin" Reichstagswahl besprochen, erstattete Genosse Theurig Bericht liche Revision vornehmen könne, nichtsdestoweniger aber wolle er etwas wissen; sie wird wieder beiseite geworfen. In die Operette aus der am felben Abend stattgefundenen Gemeinde- den Wünschen der Vertretung gern entgegenkommen. Wir bedauern sind eine Reihe hübscher Couplets und Szenen eingeflochten, die stark vertreter- Sigung, die er besucht hatte. Es hatte die Verhandlung dem Herrn Bürgermeister die Illusion der Selbstherrlichkeit rauben applaudiert wurden, so der Polta: Hucke pace, hude pace" und eines von uns vor 4 Jahr eingereichten Antrages auf der Tages zu müssen; nach§ 103 der Landgemeindeordnung überwacht die ordmmg gestanden, welcher Unentgeltlichkeit der Lehrmittel für die Gemeindevertretung die gesamte Verwaltung, auch die KaffenGine prideľnde, einschmeichelnde Musik dazu hat Viktor Holländer Volksschule, Anstellung eines Schularztes und obligatorische Be verwaltung, nur darf sie Beschlüsse nicht selbst zur Ausführung geschrieben, der auch persönlich birigierte und dem der Hauptanteil nugung der vorhandenen Schulbade- Einrichtung vom 10. Jahre ab bringen. Das der Gemeindeschule in der Grunowstraße vorbes gespendeten Beifalls zukommt. Gespielt wurde gut; befonders forderte, leytere bis auf die vom Arzt dispensierten Kinder. Die gelagerte Grundstück wird für den Preis von 26 000 M. für spätere zu erwähnen ist: Marie Grimm- Einödshofer als Bestalin Portia", Gemeindevertretung zeigte jedoch kein Verständnis für die Forderungen Schulzwede angekauft. Frl. Leonore Boje als„ Herfidia", Karl Steidl als Leutnant Degter und lehnte die Anträge ab. und Martin Kettner als Füfelier Sebus. M Ober: Schöneweide. Rennbahn, Firma. Am Freitag, den 28. Dezember, findet bei Großfurth, Berlinerstraße 27, ein Weihnachtsfest bei freiem Eintritt statt. Die GeBerliner Bollschor. Zum Kammermusitabend, welchen das gesellschaft Strzeletvig hat ihre Mitwirkung zugesagt. Nach den Vorfeierte Joachim Quartett für den Wolfschor in der königl. Gesellschaft. In der Kantine des Kabeltverts Oberfpree zu Ober- und Kindern wird gerechnet. Humane" Bettelerlaubnis bei der Allgemeinen Elektrizitäts- trägen Tanz. Auf guten Besuch der Genossen mit ihren Frauen Hochschule für Musit, Fasanenste 1, am 30. Dezember abends Schöneweide war bis vor kurzem ein taubftummer Arbeiter mit Weißenfee. 7 Uhr veranstaltet, find fämtliche Einlaßkarten bergriffen. Gs Flaschenspülen beschäftigt. Unlängst erlitt der Bedauernswerte nun wird aber voraussichtlich möglich sein, auf dem Bobium noch mehr einen Unfall und mußte die Arbeit aufgeben. Da er von der Anleihe von 4 Millionen Mart. Dieselbe soll zum Anlauf des Die lekte Gemeindevertretersitung beschloß die Aufnahme einer Bläge zu schaffen, so daß an der Abendkasse, welche um 7 Uhr Ortskrantentaffe zu Ober- Schöneteide mur ein geringes Kranken- Riesellandes in Birkholz, zur Ausstattung des Grunderwerbsfonds, geöffnet wird, noch eine fleine Anzahl Einlaßkarten a 50 Bf. aus gelb bezieht die Kaffe zahlt höchstens 10,50 W. pro Woche zur Tilgung refp. Zurückzahlung früherer Anleihen usw. ihre Ber gegeben werden können. Zum Vortrag gelangen Streichquartette so wurde bem Manne von der humanen Werksleitung gütigft ge- zur Tilgung refp. Zurückzahlung früherer Anleihen usw. ihre Berbon Haydn, Mozart und Beethoven. gewendung finden. Ein altes Verkehrshindernis im alten Ortsteil stattet, in den Arbeitspausen bei den Arbeitern des Kabelwerts wird in nächster Zeit verschwinden; da, wo die Berliner, Orgellonzert. In der St. Marien Kirche findet in dieser betteln zu gehen, um ihm dadurch den Lebensunterhalt zu er wird in nächster Zeit verschwinden; da, Große See- und Malchowerstraße zusammenmöglichen. Boche das Orgeltonzert des königl. Musikdirektors Bernhard Die Werksleitung mag tatsächlich der Meinung sein, daß sie mit stoßen, befindet sich die Dorfichmiede, welche von der Ge Irrgang nicht am Mittwoch, sondern Donnerstag, den 27. De- bererteilten Bettelerlaubnis einen Aft christlicher Humanität vollführt hat. meinde für 17 000 m. angetauft ist und niedergerissen wird. zember, 7-8 Uhr, unter Mitwirkung von Fräulein Hedwig In Wirklichkeit verhält es sich jedoch wesentlich anders. Aus gewiffen Endlich ist auch eine Polizeiberordnung angen bert. Eine Bierbe Kaufmann( Sopran), Fräulein Julia Michaels( Alt) und Herrn Walter Gründen ist nämlich die kantine des Kabelwerkes von der Direktion legung der Vorgärten nach bestimmten Regeln fordert. Eine Bierde Kraz( Violine) statt. Der Eintritt ist frei. des Ortes waren die übergroße Anzahl der Vorgärten allerdings an einen sogenannten Buditer verpachtet worden. Dadurch Im Berliner Aquarium haben all die über die verschiedenen stehen die benötigten Stantinenarbeiter also nicht bei der An- nicht, vielfach glaubt man sich auch heute in die Straßen Benedigs Glashäuser, Flugtäfige und Beden verteilten Kopf- und artenreichen gemeinen Elektrizitätsgesellschaft, sondern bei dem Budiler im verfest, bennt die Vorgärten werden zum Wäschetrocnen usw. noch Arbeitsverhältnis; fie gehören mithin auch nicht zur Betriebstranten fehr häufig benutzt. Mehrere Etatsliberschreitungen, die sich aus Tiergruppen durch die jüngsten Zuführungen mehrfachen Zuwachs kaffe des Wertes, sondern zur Dristrantentasse Ober- Schöneweide. Der Vergrößerung des Verwaltungsapparates ergaben, wurden nach erfahren. Für das Vogelhaus überwies Herr Dr. Regener- Berlin Würde die Kantine burch die Werksleitung refp. den Arbeiterausschus bewilligt. Die Pferdemärkte sollen von 12 auf 22 vermehrt eine Rollettion afrikanischer und asiatischer Webervögel und Bracht verwaltet, so wie das von den Arbeitern allgemein gewünscht wird, werden. finken, denen sich noch einige südamerikanische Kardinale zugefellten. dann wären die Kantinenarbeiter nicht Privatarbeiter des Kantinen In der Klasse der Reptilien erfreuten sich einer besonders starten wirts, sondern Betriebsarbeiter des Stabelwerts und damit auch Spandau. Bereicherung die Ordnung der Schildkröten; die interessantesten unter gleichzeitig Mitglieder der Betriebskrankenkasse, bie ein bedeutend ihnen find die aus Westafrika stammenden Weichschildkröten, welche höheres Krankengeld zahlt wie die Ober- Schöneweider Ortskaffe. Genosse Buschid- Berlin in einer Versammlung der Arbeiter ber Was bringt uns die Zukunft? Ueber dieses Thema referierte fich vor den anderen Verwandten dadurch auszeichnen, daß das Der verlegte Arbeiter könnte sich dann mit dem Krankengelb eher Firma Drenstein u. Koppel. In eingehender Weise besprach Redner Rüden und das Brustschild nicht mit Sornplatten, sondern über Wasser halten und wäre jetzt nicht auf die Bettelerlaubnis an- bie lange Arbeitszeit und schlechte Bezahlung der Arbeiter dieser mit einer ununterbrochenen weichen Haut belleidet ist; auch die gewiesen. Lediglich der Engherzigkeit der Werksleitung ist es Formung der dreiflauigen Schwimmfüße und des weichen Rüffels also zuzuschreiben, daß dieser Arbeiter betteln gehen muß. Darüber politischen Verhältnisse, insbesondere fennzeichnete er die Haltung bes Alsdann entwarf er ein getreues Bild der jeweiligen erscheint ganz eigenartig. An Seefischen find neue Spezies an- tann sie sich auch durch ihren jetzigen Humanitätsatt" nicht hinweg bisherigen Vertreters des Kreises, Paulis, hinsichtlich seiner Haltung getommen. Auch aus den Kreisen der wirbellosen Tiere gewahrt täuschen. zur Verteuerung der Lebensmittel. Das nenne man allerdings in man zahlreiche neue Erscheinungen, die den Gruppen der Stern, Strebs, ber Weich, Moos- und Blumentiere angehören. Zu dem jenem Lager nationale Politik und Förderung des nationalen WohlSeltsamsten und Schönsten zählt ein auf der Grenze von Tier und standes. Nichts anderes als brutale Ausbeutung sei es, die man Pflanze stehendes Lebewesen, eine Federforalle( Seefeder), die im Zwei Kinder unter dem Weihnachtsbaum erstickt. Von einem dadurch am beutschen Arbeiter betreibe. Pflicht jedes Arbeiters aufgerichteten Zustande durch ihre Bartheit und Pracht alle Natur- furchtbaren Unglück ist am Sonntagnachmittag das Techsche Ehepaar, müsse es sein, einen solchen System den Krieg zu erklären. hinein mit der freunde berüdt. in der Berlinerstr. 7 wohnhaft, betroffen worden. Der Arbeiter hinaus mit der bürgerlichen Klatschpresse, Teez, der in der dritten Etage des genannten Hauses eine aus Arbeiterpresse in die Proletarierwohnungen müsse die Losung Beim Besteigen resp. Verlassen in der Fahrt befindlicher Stube und Küche bestehende Wohnung inne hat, war vormittags jedes Arbeiters sein. Am 25. Januar muß auch die rote Straßenbahnwagen sind am Sonntag drei Personen zu schaden nach Berlin gefahren, um bei einem Verwanten, der hier ein Ge- Fahne über Spandan wehen. Der reiche Beifall, gekommen. Der Alt- Moabit 93 twohnende Kaufmann Wunschkun schäft hat, zu helfen. Seine Frau, die eine Aufwartestelle in Tempel Referent erntete, läßt darauf schließen, daß auch die Arbeiter der sprang an der Ede der Königgräger- und Lennéstraße von einem hof versieht, hatte sich vormittage gegen 11 Uhr nach ihrer Dienst- Firma Drenstein 1. Koppel im Wahlkampfe ihren Mann stehen fahrenden Straßenbahnwagen, stürzte und fiel so unglücklich, daß stelle begeben und ihre beiden 6 reip. 3 Jahre alten Töchter Anna werben. Der Arbeiterausschuß gab alsdann den Bericht über die er eine Kopfwunde und Quetschung des rechten Armes erlitt. und Franziska allein in der Wohnung zurückgelassen. Die Kinder Berhandlungen mit der Firma, wonach die Arbeitszeit ab 1. Januar W. wurde nach der Unfallstation in der Kronenstraße gebracht. lagen, als Frau T. fortging, in ihrem in der Stube stehenden Bett. 1907 auf neun Stunden herabgesezt wird. Beim Besteigen eines in der Fahrt befindlichen Straßenbahn. Gegen 1 Uhr wurden die Bewohner des Hauses Berlinerstr. 7 wagens der Linie F. der Westlichen Vorortbahn, glitt vor dem durch einen intensiven Brandgeruch alarmiert, der aus der ver Hause Kaiser- Allee 22 die sich hier besuchsweise aufhaltende schlossenen T.fchen Wohnung kan. Die Tür wurde erbrochen, und 23jährige Helene Mohr aus Altona aus und erlitt einen Bruch den Eindringenden schlug ein so dichter Qualm entgegen, daß sie des linten Beines. Sie wurde nach dem Elisabeth- Krankenhaufe eine Zeitlang warten mußten, bevor sie das Zimmer betreten konnten. gebracht. In der gleichen Weise verunglückte der Kaufmann Dann bot sich ihnen ein schrecklicher Anblick. In der Stube, in welcher Zentrum I: Frit 8inte, Mauerstr. 89. Adolf Schulz aus Groß- Lichterfelde, als er an der Ede der Berg- der bereits ausgefchmückte Tannenbaum stand, wurden die beiden Zentrum II: Albert a bn ish, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. und Berlinerstraße in Rigdorf einen in der Fahrt befindlichen Mädchen erstickt in ihrem Bette aufgefunden. Der sofort hinzu. Wahlkreis, Süden und Südwesten: Hermann Berner, Straßenbahnivagen besteigen wollte. Sch. erlitt einen Bruch des gerufene Arzt vermochte nur den bereits eingetretenen Tod der beiden 2. Wahlkreis, Best en: Gustav Schmidt, Bülowstr. 52, Hof. rechten Unterschenkels und wurde nach dem städtischen Kranten Stinder festzustellen. 3. Wahlkreis: St. Frit, Brinzenftr. 81, of rechts part. hause in Rigdorf gebracht. 4. Wahlkreis, Often: Robert engels, Rüdersdorferstr. 3, am Friedrichsfelde. Stüftrinerplat. Wilhelm Mann, Petersburgerplatz 4( Laden). 5. Wahlkreis: Leo 8ucht, Reibelstr. 42( Saben). 4. Wahlkreis, bosten: Paul Böhm, Laufizerplat 14/15 G. Wahlkreis( Moabit und Hansaviertel): Karl Anders, Salzwebelerstr. 8, im Laden. Seinen Werkzeugkasten hat ein Arbeiter am 17. Dezember in der Nähe des Hochplates stehen gelassen. Er war in graues Bad papier gehüllt und enthielt eine blaue Bluſe, eine Schürze, Müße, Bantinen und Stiefelfnecht. Der Eigentümer, Adolf Bigalsfy, Forsterstraße 36 parterre, wohnhaft, bittet den Finder des Palets um Angabe seiner Adresse. Mariendorf. den der Partei- Speditionen: Mittenwalderstr. 80. ( Laden). Wedding: Karl Weiße, Wiesenstraße 41/42. Rosenthaler und Oranienburger Vorstadt: Hermann Raschte, Aderstr. 86, Eingang Anflamerstraße. Gesundbrunnen: F. Trapp, Rügenerftr. 24, born part. links. Alt- Glienicke: Reinhold Schulz, Rubowerstr. 83. Schönhauser Vorstadt: Start Mars, Lychenerstr. 123. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sejenheimerstraße 1, Ede Goethestraße, born I. Wilmersdorf- Halensee: Georg Feefe, Berlinerstr. 46, Laben. Lichtenberg, Friedrichsfelde, Wilhelmsberg: Rummelsburg, Boxhagen:. Rosenkranz, Alt- Borhagen 56. Seitel, Stronprinzenstraße 50, I. tixdorf: M. Heinrich, Nedarstraße 2, im Laden. Grünau: Dtto' Schröder, Wilhelmstr. 21. Schmargendorf: Gustav& aminsy, Cunoftraße 2. Schöneberg: Bilhelm Bäumier, Martin Lutherstr. 51, im Laden. Tempelhof: M. Müller, Berlinerstr. 41/42. Die Bibliothet Ober- Schöneweide: Julius Gruno w, Edisonstr. 10, I. Otto Gemeindevorsteher Löchert, der am 1. April 1907 fein Amt niederDie Gemeindevertretung betvilligte in ihrer letzten Sigung dem legt, eine Jahrespension von 8500 M. Die Genehmigung des Bebauungsplanes für das der Neuen Terraingesellschaft Starishorft gehörige Gelände wurde unter folgenden Bedingungen erteilt: Die eingezeichneten Bläge werden der Gemeinde fosten- und lastenfrei aufgelaffen, ebenso ein 12 Morgen großes Grundstück zur Errichtung Feuerbericht. Am Sonntag hatte die Wehr einen größeren eines Schulhauses. Die Pflasterung der Straßen hat die Gesellschaft Brand in der Dresdenerstr. 82/83 zu löschen. Dort war im ersten vorschriftsmäßig auszuführen. Die Gesellschaft hat die gesamten Stock auf einem Klosett Feuer ausgekommen. Die Flammen hatten Kosten für Herstellung der Kanalisation auf ihrem Terrain zu sich schnell ausgedehnt und als der 5. Zug erschien, brannten bereits tragen. Auf dem gesamten Terrain ist folgender Vermert grundder 2. und 3. Stock. Durch schnelles Eingreifen und Wassergeben buchamtlich einzutragen:" Für jedes auf dem Grundstück zu ermit mehreren Schlauchleitungen gelang es indes, eine weitere Aus- richtende Wohnhaus hat der Befizer für Kirchen- und Schulzwecke dehnung des Feuers, das unter den Hausbewohnern große Auf- 200 M. zu Händen des Gemeindevorstehers zu Friedrichsfelde zu regung hervorgerufen hatte, zu verhüten. Ferner rüdte ein großes zahlen." Dieselbe Bedingung war seinerzeit bei Erteilung des Löschaufgebot nach der Charité in der Luisenstraße aus, wo aber koloniekonsenses für Karlshorst dem damaligen Befizer aufDieselbe Bedingung war seinerzeit bei Erteilung des nur das Zwischengebält unter einem Ofen, der Fußboden u. a. gezwungen. Troßdem die Karlshorster diese Bedingung immer als brannten, so daß die Züge bald wieder abrücken konnten. In der ungerecht empfanden und dies auch öffentlich bezeichneten, gefchah Liebigstraße 19 schwebten gestern vier Kinder in Lebensgefahr. Dort die Aufnahme derselben Bedingung für das neue Terrain gerade auf waren in Abwesenheit der Eltern Lumpen und Kleider in einer ihren Antrag. Unsere Vertreter stimmten dagegen. Ofenröhre in Brand geraten. Als Hausbewohner die Gefahr be- des Bürgervereins, welche über 800 Bäude umfaßt, ist in Gemeinde- Nieder- Schöneweide: Bonato w sty, Gaffelwerderftr. 1 d. merkten, war das Zimmer schon total verqualmt. Zum Glück wurden eigentum übernommen. Die Gemeinde übernimmt als Gegenleistung Johannisthal: Franz Sünold, Bismardstr. 7. die Kinder gleich herausgeholt und gelabt. Die Flammen fonnten schnell die in letzter Zeit entstandenen Verpflichtungen, welche burdy bie Adlershof: Erich Steuer, Roonftr. 8, I gelöscht werden. Bei einem Wohnungsbrande in der Köslinerstr. 3 wurde Bibliothet entstanden sind, in Höhe von 423,80 m. Königs- Wusterhausen: Friebrid) Baumann, Luckenwalder ein Kind von Hausbewohnern herausgeholt. Es war schon von dem straße 4b. Der Antrag, die Gemeindevertreter und Schöffen von Liefe- Köpenick: Friedrich Boid, Grünftr. 4. Qualm febr mitgenommen. Die Feuerwehr flößte ihm rungen für die Gemeinde auszuschließen, wurde leider mit 11 gegen Friedenau- Steglitz- Südende: Bernfee, Schloßftr. 115, dann Sauerstoff ein, wodurch es wieder zu fich tam. Vor dem Hause acht Stimmen abgelehnt. Die Diskussion war über diese Angelegen Mittelstr. 1 brannte am Sonntag früh ein Geschäftswagen lichterloh. heit äußerst umfangreich. Die Gegner des Antrages meinten, fie Gartenhaus I, in Steglit. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstr. 8, und Fr. Schellha fe, Ahornftr. 15a. Die Feuerwehr gab Wasser, konnte es aber nicht verhindern, daß der würden zu Bürgern zweiter Klasse begrabiert, falls fie nicht mehr Mariendorf: Paul Müller, Bergstr. 35, of I. Wagen verbrannte. Der dritte Zug hatte in der Laubenkolonie in für die Gemeinde liefern könnten usw. Wenn auch der Antrag ab- Baumschulenweg: Stod, Ernſtſtr. 2, 1. der Elbingerstraße zu tun, too eine große Laube brannte. Ein gelehnt ist, er wird wiederkommen! Treptow: Rob. Gramenz, Stiefholzstraße 412, Laden. Wohnungsbrand beschäftigte die Wehr in der Schönholzerstraße 21 bes Gemeinderats wird der britte Freitag im Monat durch ein- Reinickendorf- Ost, Wilhelmsruh und Schönholz: Für regelmäßige Sigungen Neu- Weißensee: 8. Reste, Sedanstr. 105, parterre. und in der Straße Alt- Moabit 82d, Ede der Bochumerstraße, wo in stimmigen Beschluß bestimmt. Gine umfangreiche Debatte zeitigte einem Badezimmer Feuer ausgekommen war. Regale, Bapier und der Antrag des Haus- und Grundbesitzervereins Karlshorst für An Tegel, anderes brannten in der Ritterstr. 23, und Gardinen, Möbel usw. fchaffung eines Strantenwagens. Derfelbe Antrag stand schon vor zwei Hermsdorf und Reinickendorf- West: Paul Stienaft, in der Schwedterstr. 243 und anderen Stellen. Trotz diefer großen Jahren zur Debatte, wurde aber abgelehnt, Der Begründer des jezigen Pankow- Niederschönhausen: G. Frealdt, Mühlenstr. 73. Inanspruchnahme bekam es der Eisenträger Paul Kuhlmann noch Antrages berichtete über die Zahl der Fälle, in denen Kranken mittels fertig, die Feuerwehr aus reinem Vergnügen nachts nach dem Rosen- Wagen im Laufe dieses Jahres aus Karlshorst nach Berlin ins thaler Tor zu alarmieren. Er wurde aber erwischt und nach der Krankenhaus gebracht werden mußten, sowie auch über die enorm Bolizeiwache gebracht. Er sieht einer exemplarischen Strafe entgegen. hohen Preise. Dadurch, daß ein Strantenwagen erft aus Berlin herbeiAußerdem hatte die Feuerwehr noch an etwa ein Dugend anderen gerufen werden muß, entstehen stundenlange und oft sehr folgen Stellen zu tun. fchwere Verzögerungen. Genosse Pinseler trat warm für den Antrag ein, denn ein Menschenleben zu retten müsse wichtiger sein als die Vorort- Nachrichten. Groß- Lichterfelde. Am Sonnabend, den 29. Dezember, bends 8 Uhr, finden zwei große öffentliche Wähler bersammlungen statt und zivar: im Raiferbof, Stranold plaz, Ede Verlängerte Wilhelmstraße, und im Reisenschen Eta blissement, Chausseestraße 104. Die Wähler aller Parteien sind dazu eingeladen. Spandau. Die Flugblattverbreitung findet nicht am 2. Feiertage, sondern am 8. Weihnachtsfeiertage statt. Die Genossen werden er fucht, sich vollzählig zu beteiligen. Bankwiz. wurde leider abgelehnt, dafür aber eine telephonische Nachtverbindung P. Gursch, Provinzstraße 108, II. Borsigwalde Wittenau Waidmannslust, Borfigwalde, Schubartstraße 48. Bernau: Heimich Brofe, obeſteinſtr. 74, part. Elchwalde, Zeuthen, Miersdorf und Hankels Ablage: Teltow: Bilhelm Ste ßler, obersteinweg 7. Alfons Gray, Eichwalde, Kronprinzenftr. 82, I. Nowawes: Wilhelm Jappe, Friedrichstraße 1. Spandau: Stoppen, Jagowstr. 9. Außerdem ist sämtliche Parteiliteratur sowie alle wissenschaftlichen Anschaffungskosten für einen Strankenwagen. Auch dieser Antrag Berte dort zu haben. Auch werden Inserate für mit der Berliner Rettungsgesellschaft beschloffen. Den Nacht den Vorwärts" entgegengenommen. wächtern soll zum 1. April 1907 gekündigt werden und an ihre Stelle Nachtpolizeidiener angestellt werden mit einem Anfangsgehalt von 1200 M. und einem Endgehalt von 1740 M. Unfere Genoffen hatten vergeblich versucht, das Anfangsgehalt höher zu sezen, die Gegner meinten aber, es würden sich genügend Leute für bies Geld finden. Pankow. Die Gemeindevertretung wählte in ihrer legten Sigung an Stelle des von der Regierung nicht bestätigten Genoffen Freiwaldt den Gemeindevertreter Brauereibefizer Pradel zum unbesoldeten Gemeindeſchöffen. Pradel dürfte von der Regierung zweifellos bestäfigt werden, es muß deshalb an seiner Stelle ein neuer Gemeindeberordneter gewählt werden. Außerdem ist das Mandat des früheren Vertreters Maurermeister Jadradt ebenfalls unbesetzt. Beide Mandate Die Gründung eines selbständigen Wahlvereins für Lankwitz be- gehören in die zweite Wählerklasse. Bei der Berichterstattung des fchloffen am Freitag die Lankwizer Mitglieder des Groß- Lichter- Bürgermeisters über eine durch ihn allein vorgenommene Kaffenfelde- Bankwizer Wahlvereins. Der Verein trat mit 128 Mitgliedern revision protestierte Genoffe Eichler gegen die Ausschaltung ins Leben. Den Borstand bilden: 1. Vorsitzender K. Borheimer, der Finangtommiffion; die Versicherung des Bürgermeisters, 2. Borsigender E. Schindler, Kassierer K. Theurig, Schriftführer D. daß alle Bestände vorhanden gewesen, tönne, fo meinte Redner, nicht " Der Bitte ausschneiden. Dänische Kapitän- Kautabak tst bom Patentamt gesetzlich geschüßt, es ist daher strafbar, andere Tabake unter dem Namen ,, Kapitän- Kantabak" an verabfolgen. Man achte genau auf den in jedem Stüd befindlichen Zettel mit der Aufschrift: 31632* Dänischer Kapitän- Kantabak( gc). gesch. 75658). Gen. Bertr.: C. Röcker, Berlin O., Grüner Weg 112. Amit 7,3861. Zu haben in den meisten Zigarrengeschäften. 000000000000000 Verlangen Tellus- Zigaretten garantiert Handarbeit Mit peinlichster Sorgfalt von bestbezahlten Zigaretten- Arbeitern hergestellt. M. Butze, Orientalische Zigaretten- Fabrik Tellus", Berlin N. 54. Prinzen. 99 Dr. Simmel, Prächtige neue Wohnungen Spezialarzt für Str. 41, 165 billig ( 2 und 3 Zimmer) Hant- und Harnleiden.in jekt fertiggestellten Häusern mit Ballon, Bad, Loggia, Speisekammer, Klosett, separatem Rorridor per sofort 10-2,5-7. Sonntage 10-12, 2-4. oder später Berlin N., Soldinerstraße 32/34. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. parterre. Verkäufe. 1+ 27. 5755 Kleine Anzeigen Die Süd- Eisbahn Urbanstraße vis- a- vis der Kaiser Franz Kaserne ist eröffnet. Neu eröffnet! Neu eröffnet! KARLS- BAD 21 Luisen- Straße 21 am Karlsplatz( Tel. III, 999). Billige Badepreise- moderne komfortable Einrichtung. Kleine Abonnements.- Alle Arten Bäder. Damenabteilungen. Neueste Licht- und elektrische Bade- Apparate. === Lieferant aller Krankenkassen. ANZEIGEN === 190/14 für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Woche 1,00, gebrauchte tabellos, Große Frankfurterstraße 19, Restaus ebensolchen als Teilnehmer zur Bob Phonographen- Fabrik Nähmaschinen ohne Anzahlung, Herrenzweirad, gutes, spottbillig Parteigenoffe( Witwer) möchte spottbillig Stöpenickerstraße 60/61, rant. +123 nung. B. Lamprecht, Wienerstraße 8. Große Frankfurterstraße 43, Prenz- Möbeltischlerei gibt solide selbstZimmer. lauerstraße 59/60. gefertigte Möbel wegen überfülltem Genosse als Teilnehmer zum Näheres Lager auf Teilzahlung. möblierten Zimmer ab erften Januar 551 Haafenstein- Bogler, Berlin. Holzbearbeitungs- Maschinen! gesucht. Bellealliancestraße 11, Seiten Berkzeuge! Billig", Postamt 27. flügel I rechts. Kleines möbliertes Zimmer bei York einzelner Frau, 15 Mart. ftraße 44, Quergebäude II, Banner. Möbelfabrik, Dranienstraße 58 direkt Morizplay. In meinen fünf Etagen stehen komplette Wohnungs. einrichtungen in jeder Preislage vom Einfachsten bis zum Elegantesten. + 88* Gardinenhaus Große Frankfurter. Besondere Gelegenheit biete ich in traße 9, parterre. Nähmaschinen, Zeilzahlungen 1,00, berliehen getpejenen, Teppiche mit Farbenjehlern Fabril. Möbeln, die bedeutend herabgefegt fchiffchen, Adlernähmaschine, Singers fast neuen gebrauchte Singerbobbin 25,00, Ringniederlage Große Frankfurterstraße 9, find. Besichtigung erbeten, ohne Stauffhiteme 10,00, 15,00, Garantie. Diele, +1 zwang. Auffallend billig verkaufe ich Mechaniker, Grünerweg 124. 2145* Steppdecken billight Fobrit Große neue Chaiselongues 17, Schlaf- Nähmaschinen! Vergüte bis 15,00, Frankfurterstraße 9, parterre.+1 sofa Satteltaschenfofa 45, wer Teilzahlung kauft oder nach Steppdecken, schönstes praktisches Paneelsofa 33, hochelegante Plüsch weist. Postkarte. Brauser, TilsiterSäulentrumeau 29, ftraße 90, Lager. Weihnachts- Geschent, spottbillig und garnitur 75, + 123* reell, direkt Fabrit, Große Frank- Bettstelle mit Matraße 16, Auszieh Federbetten, schöne breite, Stand furterstraße 60, I, fein Laden. Sonnetaufte Möbel tömnen' drei Monate 20 Mart, 5 Bimmer wenig gebrauchte Muschelspind, Bertilo 27. tags geöffnet. fostenfrei lagern. Zeilzahlung ge Möbel sofort zu verkaufen Dresdeners 190/7 stattet. Kein Laden, dirett Fabril. ftraße 38, vorn II lints. Auch Sonntags geöffnet. Muster- Reichgeftickte Bortieren, Filztuch buch gratis. 1523K 5,25, Wolltöper 4,50, ßlüsch 8,35 Bronzegastronen!! Baszug ganze Deforation. Einzelne Garnilampen 9,00! Salongastronen 16,00! turen spottbillig. Emil Lefèvre, mur Gasampellyren 1%! Gasheizsparösen Dranienstraße 158. 20298 7,00 28ohlauer, Wallnertheaterstraße 32. 2072 21028* Teppiche!( fehlerhafte) in allen Größen für die Hälfte des Wertes im Teppichlager Brünn, Hadejcher Markt 4, Babuhof Börse. 268/ 14* Musikwerke, Sprechmaschinen. Teilzahlungen. Invalidenstraße 20. Stalizerstraße 40. 1936 16. Möbelangebot. Im Anhalter Bahnspeicher, Mödernstraße 25, AnWeihnachts Geschenke bertauft halter Innenbahnhof, direkt Hoch- bilig Herrenanzüge, Knabenanzüge, bahnstation Modernbrüde, stehen ver- Baletots, Joppen. Arbeitssachen, schiedene Einrichtungen zum Ber- Wäsche, große Auswahl. Stoffrefte, fauf. Darunter befinden sich hoch großes Lager. Refterhandlung Bilmoderne Schlafzimmer, Speisezimmer, Helm Zange, Turmstraße 84. Zweites Herrenzimmer, auch einzelne Salon Geschäft Alt- Moabit 82. Drittes garnituren, Baneelsofas Biblio Flensburgerſtraße( Stadtiheten ,, Anfleideschränke, Nusbaum- boat 0 " Verschiedenes. Elsholz, Komiter, Gropiusftraße 6. 5075 Patentanwalt Bessel, Gitschiner 9276* ftraße 94a. Biandleihe, Brinzenstraße 63, täglich 8-8, Sonntags bis 2.[ 19088* Nixdorf, Brujes Festfäle, Knese bedstraße 113, Restaurant, Garten, Bereinszimmer, Parkettsaal( 600 Perjonen). Sonntags Ball. +116 Umsonst! Zementfüllungen, zahn ärztliches Institut, Chausseestraße 2 B, of II. 270/4 Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* Kunststopferei von Frau Sofosky, Bücher fauit, beleiht Antiquariat Stochstraße 56, I. 18728 Schlafstellen. in England fucht tüchtigen Meister. Muß absolute Erfahrung in Schalldosen und Sprechmaschinen haben( besonders Schalldosen) und Fabrikation leiten fönnen. Offerten an E. Butzke, Ferdinandshof. 5035 Berlin NW. 7. Gleitschutz- Fabrik 5126 in Berlin sucht bei hohem Gehalt 218/7 sofort oder später tüchtigen 354b ant Meister, Achtung! Teilnehmer zur möblierten Schlaf der die Bulkanisierung auf das ftelle, Urbanstraße 65, vorn, rechter Beste versteht. Offerten unter K. 722 Aufgang II lints. Max Gerstmann, Schlafstelle für Herrn bei Rauthe, Alexanderplat 1. Kleine Andreasstraße 3, born IV. Freundliche Schlafstelle vermietet Trebligar, Bücklerstraße 11, Quer Achtung! gebäude III." +17 Teilnehmer zur möblierten Schlafftelle. Schmidt, Moskauerstraße 3, +17 of III. Schlafftelle, schönes Flurzimmer, Reichenbergerstraße 84, drei Treppen links. 5186 Klavierarbeiter! Ueber die Pianofabrit Bell& Co., Andreasstr. 32 und Grüner Weg 79, die unter der Firma Neugebauer Nachf. Arbeitswillige sucht, ist nach 14 wöchigem Streit die Sperre dauernd 141/ 16* Teilnehmer an möblierter Schlafftelle, Bülowstraße 55, Aufgang 2, III, 509b Engelhart. Beffere Schlafstelle, 2 Herren, berhängt. Zuzug streng fernhalten. feparat, Elsholz, Ritterstraße 124, 5415 Vereinigung der Musikinstrumentenarbeiter. Platinaabfälle, alle Goldfachen, Bruchgold, Silber, Zahngebisse, alte Uhren, Kehrgold, photographische Nüd of 3. stände, fomie sämtliche gold- und filber- Möblierte Schlafstelle( 12 Mart) Schön- haltigen Abfälle fauft Edelmetallzu vermieten. Hornauer, Stottbuser Deutscher Holzarbeiterschmelze Broh, Wrangelstraße 4. lfer 60. Telephon IV, 6958. 190/ 4* Schlafstelle für zwei Herren zum Platina, alte Bahngebijfe, aller 1. Januar. Rajad, Dänenstraße 6, höchste Preise, Linienstraße 199 II, Hof rechts IV. Joachimstraßen- Ede. Neujahrs- Postkarten für Wiederberfäufer billig Schönhauser Allee 58 a. Kanarienroller, Seifertftamm. Krause, Wittstockerstraße 9.+79 Restaurant Stommandantenstraße 52. Harzer Kanarienhähne eingetroffen Kanarienvögel billigst. Scheibe, 3offenerstraße 34, I. 4696 Kanarienhähne, ausstellfähig, bahnbogen). +79 prima Weibchen, Hed- und Flug büfette, Bronzefronen, Delgemälde, bauer billig, Gödde, ReinickendorferSchreibtische 28,00, Ruhebetten mit Grammophon mit Platten billig straße 94. +82 prachtvoller Diwandede 22,50, Treppensee, Reichenbergerstraße 116. wun derschöne Säulentrumeaus Kanarienroller. Scholz, 30,00, Salbrenner 30,00, tadellos, Weihleinstraße 20. 25266 Hochelegante Salonteppiche schon 14,00 nachts Gelegenheit, verkauft umKanarienhähne verkauft Friede. bis zu allergrößten Saalteppichen, ständehalber Horn, Große Frankfurter + 16* allerliebste Zimmerteppiche +37 wald, Grünauerstraße 9. 8,00, ftrage 124. reichgestickte Uebergardinen, Spachtel Eckdestillation, für Parteigenossen Kanarienhähne, Seifertstamm, stores, Tüllgardinen, Steppdecken, wie geschaffen, sofort billig verfäuflich. billig. Kramer, Borhagenerstraße 11. Salonbilder, Standuhren, prachtvolle Näheres Triftstraße 43, Barbiers Großes Lager Kanarien, WaldPlüschtischdecken 5,00, verschiedene geschäft. + 150* bogel, chinesische Nachtigallen usw. Gelegenheiten. lebernahme bollWeihnachts- Ausstellung: Vogelbauer, ständiger Warenlager, Wirtschaften, Stontursmassen, Nachlässe zum schnellen Ständer, Aquarien, reizende Neuheiten. Bollermann, Tierhandlung, Verkauf und Versteigerung. Otto Weidenweg 73. +37 Lidetes Anhalter Bahnspeichereien. Gastronen, Petroleumfronen ohne Anzahlung, Woche 1,00. Louis Böttcher ( felbft). Spezialhäuser: Borhagenerstraße 32( Bahnverbindung WarschauerStraße), Reinidendorferstraße 116, Schönhauser Allee 80, PotsdamerStraße 81, Rigdorf, Kaiser Friedrich straße 247( Hermannplak.) 1989 * Möbelfabrik Dresdenerstraße 8 ( Sottbuser Tor). Wohnungs Ein richtungen, Küchenmöbel, Polstermöbel, nachgedunkelte Mahagonimöbel Möbel Scheibt, eintausch( Satenzahlung). Tischlermeister. 1976 Brunnen Herrenjackett Anzüge, Paletots, borjährige, nach Maß bestellt, nicht abgeholt, verkaufe Hälfte Kostenpreis. 75/6 Prenzlauerstraße 23 II. Bekannt billigste Bezugsquelle Harzer Kanarienhähne mit den Bettstellen, reelle Matrazen. Nur singende Bapageien. für Möbel, Spiegel, Sofas, Trumeaus, schönsten Touren, sprechende und Hermann Dwinagli", Grünerweg 81. Hochvornehme Herrenhojen aus feinsten Maßstoffen 9-12 Mart. Verkauf Sonnabend und Sonntag. Bersandhaus Germania, Unter den Linden 21. Keine Filialen. 1988st Leihhaus Prinzenstraße 28,1 Treppe, Ede Ritterstraße. Verfallene Pfänder, Gelegenheitsfäufe, Goldsachen jeder Art, goldene Uhren, vertauft spottbillig. 1662* Möbel Lagerfpeicher Die besten Arbeitsschürzen, unstraße 182 stehen zum schleunigen übertreffliche Manchester Anzüge für Verkauf: Schreibtisch, Nußbaumbüfett, Bierfahrer, Rollkutscher usw. bei Herr Paneelfofa, Taschensofa, Muschel- mann Schlesinger, Turmstraße 58. Schrant 28,-, Teppiche, Gardinen, Kanarienhähne, Seifertstamm, * 495b Lumpen, Metallbruch kauft August Buerschaper, Naunynstraße 19.+ 17* Wer Stoff hat, fertige Herrenanzug, 20 Mart, ohne Stonkurrenz, feinste Zutaten, zwei Anproben. Für guten Sig belam goldene Medaille. Ludpig Engel, Prenzlauerstraße 23 II, Alexanderplatz. Gegründet 1892.75/ 10* Stonterkurse. Mietsgesuche. +108 Verband. +68 Begen Streit und Differenzen find gesperrt: Zwei Herren suchen möbliertes gimmer Berlin S. oder SW. mit Preisangabe, Emil Kahl, Postamt 42. Arbeitsmarkt. 14685 Für Drechsler: Emil Berthold, Stralauerstr. 12. Für Verlmutt Knopfarbeiter: Lebach& Comp., Reinicken dorf, Tegeler Weg. Arbeitskräfte für Kuopfarbeiter und Kammacher werden nur vom Arbeitsnachweise, Engel- lfer 15 vermittelt. Für Bodenleger: Bau Kaiser- Allee, Ede Wilhelms. aue; Bau Pariserstr. 18, Ede Sächsischestraße. Firma Pumplun ( Zwischeumeister H. Kuppig). Suzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Annahme- Stellen Restaurant Wer Stoff hat? Fertige HerrenWagner, SchneiderBogelwirt, Kommandantenstraße 52. anzüge, 15,00. Stellengesuche. meister, Lichtenbergerstraße 9.[ 190/15 Chaiselongue, ertra breit, 18 Mart, Tanzunterricht! Grupe, Annen- Parteigenosse, mit schriftlichen Petersburgerstraße 31 born I links. Milch und Kolonialwarengeschäft ftraße 16. Anfängerkurse beginnen. Arbeiten vertraut, übernimmt VerOfferten unter frankheitshalber zum Inventarpreis Sonntagskursus zweimonatlich. Herren trauensstellung. zu vertaufen. Adlershof. Radide 4,00, Damen 3,00( monatlich). Bor F. B. 96 Postamt 1, Charlottenburg. 5,00. 5226 ortbewohnern Schnellturse Blinder Stuhlflechter bittet itm ftraße 9. 218/4 Arbeit. Stühle werden abgeholt und Vermittler gesucht! BaustellenSaal, 150 Personen, Sonnabende zurückgeliefert. A. Gläser, MuladVerkauf, Fichtenau. Beck, Luisen frei, vergibt Adolf Schüßler, Brauerei- ftrage 27. ufer 8. +72 ausschank Willner, Schönhauser Allee. Pianino, freuzfaitig, 130,-. XurmVereinszimmer, 80 Personen, zu Stellenangebote. für ,, Kleine Anzeigen". ftraße 8 I. 190/13 bergeben. Jakob Ehlert, Wiener- Automobilführer! Jedermann Monatsanzüge, Winterpaletois ftrage 25. +17 wird von 6 Mart an. Auch neue elegante schnellstens zu erstklassigem Frik Zinke, Mauerstr. 89. Maskenball. Dritter Verein für Chauffeur theoretisch und praktisch Herrengarderobe tauft man den A. Hahnisch, Auguftstr. 50. Sanssouci" gesucht. Auskunft Reichen- ausgebildet. Glänzendste Erfolge. Westen: +17 Rebrpläne fostenlos. Größter, bornehmster Stellennachweis. Auto- G. Schmidt, Bülowstr. 52. technikum Berlin"; megen be deutender Vergrößerung jest: Berlin 23. Mann, Petersburgerplat 4. Wilmersdorf, Hildegardstraße 18. 9. Wengels, Rüdersdorferstr. 3 Größte, bedeutendste Chauffeurschule Gustav Bogel, Stoppenſtr. 83. dritten Teil billiger als im Laden beim Schneidermeister Fürstenzelt, Monatsanzüge und Winter nur Straußbergerstraße 46, parterre. paletots von 5,00, Joppen von 4,50, Kanarienhähne, Weibchen, AusBojen von 1,50, Gebrodanzüge von wahl. Bogelbörse Waldemarstraße 54. 12,00, Grads von 2,50, sowie für Gemütlicher Aufenthalt für Züchter. Gastronen, Trumeau, Garderoben billig Dulz, Memelerstr. 40, born. spind, Muschelbett 25,00, Wäschespind, Spiegel, Spiegelspind, Tische, Som: moden, bunte Küchenmöbel, Bilder, 2086S* alles spottbillig. 0 Herren Garderobe nach Maß, saubere Arbeit, großes Stofflager, Baletot, Anzug 36 Mar! an. Stauft beim Handwerker, laffet den Hand werfer berbienen. Zeilzahlung geftattet. F. Dörge, Dresdenerstraße 109. Nur forpulente Figuren. Neue Garderobe Brill. Kowalsky, Kreuzigerstraße 20. 5495 5465 bergerstraße 16, Restaurant. Wer Stoff hat! Fertige Anzüge nach Maß 20 Mart. Tadelloser Siz, haltbare Futterfachen. Franke, Ader ftraße 143, Ede Invalidenstraße. 5426 Zitherunterricht, schnell fördernd. Rabe, Brizerstraße 14. 5485* um H Vermietungen. Wohnungen. Automobilschule! Chauffeure Zentrum: Osten: Norden: Nordosten: werden gewiffenbaft praktisch und 2. Zucht, Seibelstr. 42. theoretisch ausgebildet unter polizeilich J. Reul, Barnimitr. 42. geprüfter Leitung. Kostenloser Stellennachweis. Kursus 50,00 bis zur Er-. Naschke, Aderstr. 36. teilung eines polizeilichen FahrF. Trapp, Rügenerstr. 24. scheines. Berliner Chauffeur- Schule", Karl Mars, Lychenerstr. 123. Schöneberger User 5/9. 21268* Karl Weiße, Wiesenstr. 41/42. Chauffeurlehrling verlangt Janke, 2. Dechand, Rubeplatstr. 24. Gartenstraße 108. 189/17. Bogel, Lorgingstr. 37. Handelsleute, Haufiererinnen A. Tiet, Invalidenstr. 124. Nordwesten: verlangt: Matrosen Hifongeffenz! Gebirgstee! Dftermann, Schönhauser Karl Auders, Salzwedelerstr. 8. Allee 141. +64 W. Schrolle, Gozkowskystr. 29. Südwesten: Dirigenten! Kleiner Gesangverein Süden: zu staunend billigen Breisen, aus Kanarienhähne, auserlesene, ZuchtPfandleihen verfallene Sachen fauft weibchen billig. Lehmann, Brunnen- Ober Schöneweide. Den Geman am billigsten bei Naß, Mulad straße 29. 5396 noffen und Freunden gebe bekannt, ftraße 14. 5245 Fahrräder, seltene Gelegenheit daß ich Wilhelminenhofstraße 4 ein Dame mus verkaufen: Säulen( 20) an bis zum feinsten. Garantierade, Restaurant eröffnet habe und bitte Möbeltischlerei liefert gediegene trumeau 32,00, Baneeljofa, Teppiche, Grammophone mit Blatten spottbillig, Peter geneigten Zuspruch. Wohnungseinrichtungen äußerst billig. Nuhebett, Stores 3,00, Steppbeden, Wienerstraße 37, Lokal. 21518* 5296 Meinholz Bunte Küchen. Reelle Arbeit. Be Bronzekronen, Küchenmöbel, Taschensichtigung meines staunend großen fofa, furnierte Muschelschränke 38,00, Haarfärben unübertroffen, Probe Winterfeldt, Elfafferflasche 0,40. Lagers erbeten. Auch Ratenzahlung. elegante Säulenschränke 45,00, schnell. 5435 und Hinterräume. Elsasserstraße 53, Konditorei. Keller 5336 ftraße 20. Harnad, Tischlermeister, Dresdener Eckdeftillation Möbeltischlerei, 6 Bänke, Streis. git verkaufen. ftraße 124, zwischen Dranienplatz und Brauereihülfe. Kamerunstraße 53. fäge spottbillig verkauft, Wiete 400, Rottbuser Tor. 17685* Paul Erdmant. 4466 Größe 150 meter. Müllerstraße 25, Riftow. Uhren, goldene, filberne Herren, Hochmoderne Kleinwohnungen Gutes Aderland, herrliche Lage, Damenuhren, Teppiche, Steppdecken, Herrenpaletot( Mittelfigur) billig Türfenstraße 17, am Baul fucht für Donnerstag tüchtigen Diri. Werner, Mittenwalderstr. 30. Betten bertauft billig Pfandleihe, die ganze Barzelle nur 290 Mart, Bimmerstraße 65, parterre. 530b Gerhardtstift. 2090 genten. Offerten erbeten unter G. N., H. Schröder, Hagelsbergerstr. 15. +84 Oranienstraße 177.( Adalbertstraße.) Gastwirt Sellin in Schönbrüd, oder Brunnhofer, Berlin, Nollendorfstr. 3. Seifert- Kanarienhähne, Weibchen, Achtung! Schöne freundliche Filiale Wiesenstraße 41/42. Hedeinrichtung. Gesangspind verkauft Wohnungen von 1 auch 2 Zimmern Bayrisch- Faßbierfahrer bei hohem St. Frit, Prinzenstr. 31. Linoleumläufer, Teppiche, fleine Wichtig für Händler. JahresKarl Löngert, F. Gutschmidt, Sottbuser Damm 8. Fehler spottbillig, Müller, Große Frank 5235 mit reichlichem Zubehör, mit und Rohn verlangt. 5176 Südosten: furterstraße 45/46. +37 8abltarten 1907, wunderbare AusKanarienroller 4 Mart, Naunyn ohne Bad, find zum 1. April 1907 Brüffelerstraße 37. führung mit Gold berziert 100 Stück straße 88, Lotal. 5286 preiswert zu vermieten, Rirdorf, Heizungsmonteure und Helfer, Paul Böhm, Laufiber Blak 14/15. Herrenrad, hochelegant, abreise 45 Pfennig. Wißkarten 100 Stüd tüchtige, welche selbständig und zu- P. Horsch, Engel- Ufer 15. halber jeden Preis, Schönhauser Allee 9, 45 Pfennig. Aufstellfarten 10 Muster Herrenfahrrad, Damenfahrrad Teupigerstraße 104, R. Breßler. Charlottenburg: Oudenarderstraße 36, 37, 38, verlässig sind, für dauernde Arbeit Quergebäude II. 271/7 in fchöner Ausführung mit Gold ver- 25,00, Schädel, Schmidstraße 37. Gelegenheitskauf. Damenhemben, Leere Stuben, Kleinwohnungen, sofort gesucht. Offerten unter S. 5 an die G. Scharnberg. Sesenheimerstr. 1. ziert 100 Stüd 5 Mart. Neujahrspostkarten, 2886 Expedition dieser Zeitung. Händler! Friedrichsberg: O. Seifel, Kronprinzenstr. 50. Handelsneuheiten spottbillig Dragoner schönsten Neujahrskollektionen findet Herzfasson mit gestickter Paffe 1,25, billig. Warthestraße 63, 64. Läden, 4605 man nur bei der altbekannten Firma Herrenhemden 1,25. Bettwäsche, ArRixdorf: Straße 82. Cohn, Grenadierstraße 42. Bitte beiterhemden, Normalwäsche, sowie Wohnungen, 2 Stuben, Küche, Bad, M. Heinrich, Neckarstv. 7. Herrenfahrrad, Damenjahrrad, genau auf die Hausnummer zu einzelne Reisemuster Spottbillig. Erfer, 1 Stube, Küche, Balkon oder 2896 wie neu, 45,00. Holz, Blumen achten. 5196 Wäschefabrit Salomonsky, Dirdjen Erfer sofort billig. Schöneberg: 218/5 ftraße 36 b. straße 21, Alexanderplat. Hofwohnung, zwei Stuben, Küche, Neujahrsspitzen mit Blumen, Wilh.Bäumter, Martin Lutherstr.51. Restaurant verkauft Zorndorfer 24 Mart. April. Ruheplatstraße. Petroleumöfen, Gasheizsparöfen furchtbar billig. A. Cohn, 38/39 Gre Weißensee: 5205 Straße 39. +123 Auskunft: Bigarrengeschäft Ruheplayspottbillig Wallnertheaterstraße 32 nadierstraße 38/39, Laden. + 150* W. Reste, Sedanstr. 105. ( Gastocherhaus). Kanarienhähne, Weibchen, Seifert. ftrage 24. intelligente junge Damen, welche Schankwirtschaft, Bahlstelle, Ber stamm. Weibelt, Nordufer 11.+79 Freundliche Zwei und Drei- flott rechnen fönnen, zum sofortigen Jul. Schillert, König- Chauffee 39a. Reinickendorf: Enorme Partien Teppiche mit einszimmer, schöne Einrichtung, billige fleinen Bebefehlern und vorjährige Miete, große anschließende Wohnung, Halbrenner, Doppelglocken, fast zimmerwohnungen, Ballon, N. Gol Antritt gesucht. Meldungen mittags 5116 1-2 oder abends 8-9 Uhr.[ 31812+ P. Gursch, Provingstr. 108. Muster( fehlerfrei) spottbillig. Leppich- 27/2 Lagerbier, 6/2 Weißbier monat neu. Garantieschein. Dringend, spolt- dinerstraße 32/34. Billige Bohnungen BühlischA. Jandorf& Co., haus Emil Lefèvre, mur Dranien- lich. Alles nähere durch Brauerei billig. Friese, Landsberger Allee 50, +123 ftraße 37( Warschauer- Bahnhof). 5256 Bellealliancestraße 1-2. ftraße 158. 2030st vertreter Albuschat, Landwehrstr. 36. vorn IV. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enferatenteil berantwo.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. 21398* 2143 Auch die 510b Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 50 Pf. die Zeile. Rechnerinnen, Conrad, Hermannstr. 50.