Nr. 303. Abonnements- Bedingungen: Bonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 I., monatl. 1,10 9, wöchentlich 28$ fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost bonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Postabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Crideint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 23. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 60 Blg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg.. jebes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ift bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm- Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die beste Vorarbeit für die Wahl Teistet jeder Abonnent des Vorwärts", der einen neuen Abonnenten für sein Kampforgan, den wirbt! „ Vorwärts" Der gegenwärtige Wahlkampf ist von ungeheuerer Wichtigfeit. Es handelt sich darum, die ganze Reaktion des Scharfmachertums und des Lebensmittelwuchers aus dem Felde zu schlagen. Das Gewerkschaftsknebelgesetz würde wiederkehren, wenn nicht die Masse des Volkes durch die Abstimmung am 25. Januar die Reaktion in die Schranken weist, ihr ein donnerndes zuruft! ,, Bis hierher und nicht weiter Deshalb ist es die Pflicht jedes gewerkschaftlich organisierten Arbeiters, den Vorwärts" zu abonnieren und dafür zu sorgen, daß alle Verbandskollegen gleichfalls Abonnenten des Vorwärts" werden! Der Wahlkampf erfordert das volle Einsetzen der Kraft jedes aufgeklärten Arbeiters! Jeder klassenbewußte Proletarier muß Agitator sein, muß seine noch unaufgeklärten Arbeits- und Klassengenossen aufklären über das, was diesmal auf dem Spiele steht! Belehrung und Anfeuerung bietet ihm aber einzig das Drgan der Sozialdemokratie, der „ Vorwärts"! Das deutsche Volt steht vor der Frage, ob es für die uferlose Kolonialpolitik, für die es bereits 1 Milliarden berpulvert hat, neue Milliarden verpulvern lassen will. Es hat zu entscheiden, ob es die Schaffung einer billigt! Kolonialarmee Es hat sein Votum darüber abzugeben, ob es, nachdem erst im Anfang des Jahres 1906 zirka 800 Millionen für die Kriegsflotte bewilligt worden sind, für neue Hunderte von Millionen Sonntag, den 30. Dezember 1906. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. weil es die Kolonialpolitik der Regierung unterstützt hat; sie Nun, wenn von jetzt ab Dugende von Millionen den bezogen sich dabei auf das bekannte A b c buch von deutschen Steuerzahlern erspart bleiben, dann haben sie es Eugen Richter, worin es wörtlich heißt: der freisiunigen Volkspartei gewiß nicht zu danken. Die " Jm Reichstage würden für die Kolonialpolitik Bewilligungen traurigen Epigonen Eugen Richters haben ihren Widerstand nicht in dem stattgehabten Umfange erfolgt sein, wenn nicht die gegen die Kolonialpolitit aufgegeben, sie sind zu Kreuze geZentrumspartei seit 1888 ihre Haltung zugunsten der Kolonial- frochen und bringen sich der Regierung als Schuttruppe der politik geändert hätte.... Die Zentrumspartei glaubt im Korruption in empfehlende Erinnerung. Und warum? Um Interesse der Missionstätigkeit die für die Kolonialpolitik eines Augenblickserfolges bei den Wahlen wegen. Denn geforderten Millionen bewilligen zu müssen. Tatsächlich aber nur um einen Augenblickserfolg handelt es sich für wird auch die Missionstätigkeit vielfach gehemmnt durch die den Freifinn, und um nichts weiter. Gleichviel wie Streitigkeiten und Kämpfe der deutschen Schutztruppen mit Sen groß das Häuflein Freisinniger ist, das auf konservativEingeborenen." agrarisch- nationalliberal- antisemitischen Krücken in den Reichstag Genau in demselben Gedankengange bewegt sich ein Leit- hineinhumpelt, der Freisinn hat seine Rolle ausartikel der Freis. 8tg." vom 30. November 1895, der den gespielt, er hat sich selbst sein Grab gegraben neuen Kolonialetat für 1896/97 bespricht: durch seine Prinzipienlosigkeit und seinen „ Seit dem Rücktritt des Fürsten Bismarck sind die Schuß- fortgesetten Voltsverrat! gebiete immer mehr und mehr reine Militärkolonien geworden, Und auch die jetzigen Bundesgenossen des Freisinns, die Operationsfelder der Schußtruppen. Die wirtschaftlichen Interessen Konservativen, wissen sehr wohl, was sie von ihren Schüßsind immer weiter zurückgetreten. Die fortgesetzten ausgedehnten lingen zu halten haben. Spricht doch das konservative militärischen Expeditionen machen immer wieder neue Kriegszüge Handbuch voller Verachtung von der Freinotwendig. Daraus ergibt sich dann eine fortgesetzte Vermehrung sinnigen Partei, als von einer Partei, deren der Schuztruppen selber, ohne daß die aus dem Handelsverkehr innerer Gehalt immer mehr im Schwinden ist und der Schutzgebiete erwachsenden eigenen Einnahmen eine Steigerung deren ganze Tätigkeit sich je länger länger je mehr auf erfahren. Die natürliche Folge find alsdann solche wachsenden die Erzielung des Augenblickserfolges bei Wahlen Barzuschüsse.. richtet! Aber dies absprechende Urteil hindert die Am wenigsten gerechtfertigt aber sind die hohen Reichs- Freisinnigen nicht, sich schweifwedelnd den Konservativen zu zuschüsse für Deutsch- Südwestafrika. Bisher hat man dieselben nahen! durch die Kriegszüge Witbois zu rechtfertigen gesucht. Nun ver- Uns fann dies unnatürliche Bündnis nur recht sein. Das hält sich aber Witboi ruhig und die Reichszuschüffe erfahren keine ganze Verhalten des Freisinns zeigt, wie richtig Ferdinand Verminderung, sondern eine weitere Erhöhung. Alles zum Unter- assalle im Jahre 1863 die damalige Fortschrittspartei, halt der dortigen Schutztruppe. Und doch ist in Südwestafrika die Mutter des heutigen Freisinns, beurteilt hat, als er schrieb, eigentlich nichts wert, geschützt zu werden. Wenn wir das Land daß sie bereits knietief in dem Sumpf von Bedeutungs- und derelinquierten, würden wir absolut nichts verlieren." Machtlosigkeit angelangt sei. Es wird dann weiter ausgerechnet, daß jeder Deutsche in Fürwahr, der Freisinn watet im Sumpf, und er wird unseren Schuhgebieten dem Reich jährlich über 11 000 m. darin versinken! Kosten verursacht, und ironisch wird hinzugefügt: " Für eine solche Summe fann man in Deutschland selbst beinahe schon als Regierungspräsident leben Die erhöhten Zuschüsse für Afrika aber würden im Reichstage teine Mehrheit finden, wenn die Zentrumspartei hierbei einigermaßen auf die Interessen der Steuerzahler Rüdsicht nähme. Aber der bloße Umstand, daß in den Schutzgebieten eine Kleine Anzahl katholischer Missionen tätig sind, bestimmt die Partei, alles zu bewilligen, was für die Schutzgebiete verlangt wird. Bisher hat aber noch niemand wahrzunehmen vermocht, daß der steigende Militäretat der Schutzgebiete auf die Missionstätigkeit daselbst fördernd eingewirkt hat. Im Gegenteil!" Dies Zitat ist besonders charakteristisch, da die Situation, zugunsten einer abenteuerlichen, konfliktschwangeren Flotten- aus der es geboren wurde, eine große Aehnlichkeit mit rüftungspolitik zu haben ist! der heutigen hat. Damals forderte die Regierung Das Proletariat hat am 25. Januar darüber zu entweiter Zuschüsse für Südwest afrita wegen. scheiden, ob es den unerhörten Fleischwucher der angeblichen Kriegszüge von Witboi, Witboi, heute zur Niederwerfung der Hottentotten. Damals verhielt sich Witboi ruhig, diesmal standen uns ganze 300 Hottentotten gegenüber. Der Unterschied besteht nur darin, daß heute die freischafsgeduldig ertragen will! Es hat darüber zu befinden, finnige Volkspartei die Rolle spielt, um derentwillen sie damals ob es sich neue Steuerlasten aufbürden lassen, ja ob es sich sein laffen will! Wahlrecht beschneiden Die ganze bürgerliche Reaktion steht gegen das arbeitende Bolt im Felde! Will da das Proletariat mit der Formierung seiner Schlachtenkolonne säumen? Verächtlich der, der durch stumpfe Trägheit den Kulturaufstieg feiner Klasse hemmt! dem Zentrum heftige Vorwürfe machte. Was aber dem Faß den Boden ausschlug, das ist die prostituierende Art und Weise, in der die Freisinnshelden sich der Regierung anbieten; sie bieten der Regierung ihre Reize dar und erwarten als Sündenlohn die Unterstützung der Regierung im Wahltampfe. Wahrlich, so hat sich noch niemals eine politische Partei erniedrigt, so würdelos hat noch niemals eine politische Partei ihre Sündenlohn in Gestalt einiger parlamenPrinzipien über Bord geworfen, um den tarischer Mandate einzuheimsen. Wir sind auf den Einwand gefaßt, daß es sich hier um ein Zitat handelt, das bereits ein Jahrzehnt zurückliegt. Nun, Borwärts in den Wahlkampf! Hinein in die Agitation wir fönnen auch mit neueren Zitaten dienen, in denen die für den ,, Vorwärts"! Freilinnige Wahrheitsliebe. Forderungen für die Solonialpolitik der Regierung im allgemeinen und für Südwestafrika im besonderen heftig befämpft werden. So schrieb die" Freisinnige Zeitung" am 12. Februar 1903: Immerhin find Kamerun und das Togogebiet noch relativ weniger ungünstig als die geradezu trostlosen Schutzgebiete von Südwestafrika und Deutsch- Ostafrika. Es wäre unseres Erachtens unverantwortlich angesichts der Finanzlage... neue Aufwendungen für Afrika zu bewilligen." Und wenige Wochen später, am 17. März 1903, erschien dem führenden Organ der Freisinnigen Volkspartei folgendes vernichtende Urteil über Südwestafrika: Um ihren von uns gekennzeichneten Volksverrat zu beschönigen und ihre Wähler zu täuschen, suchen die Freisinnshelden der Welt weiszumachen, daß die Fraktion der Frei- in finnigen Volkspartei sich mit ihrer zustimmenden Haltung zu den Forderungen für Südwestafrika nicht in Widerspruch gesetzt habe zu der Haltung, die die Freifinnigen in früheren Jahren eingenommen haben. Das ist eine dreifte Unwahrheit, eine Spekulation auf die Urteilslosigkeit und die Unwissenheit derer, die bisher dem Freisinn Heeresfolge geleistet haben. Man braucht nur einen Blick in die parteioffiziellen Schriften des Freisinns oder in seine Parteiorgane zu werfen, um zu erkennen, daß sich tatsächlich in den Reihen der freisinnigen Führer eine völlige Wandlung vollzogen und daß die Fraktion das ihren Wählern gegebene Versprechen gebrochen, also einen Trenbruch schlimmster Art begangen hat. Noch bei den letzten Wahlen haben die freisinnigen Agitatoren nach Kräften gegen das Zentrum gewettert, 17 " Das ganze Schutzgebiet hat wirtschaftlich nicht den geringsten Wert, es sei denn, daß sich dort noch Mineralien finden, deren Gewinnung fich lohnt. Aber in dieser Beziehung ist man nie über Annahmen" und Hoffnungen" hinaus ge= tommen. Auf Deutsch- Südwestafrika bezieht sich der Ausspruch des Grafen Caprivi ganz besonders: Je weniger Afrika, desto besser." Fürst Bismard hatte 1885 mit seiner Kolonialpolitik in Südwestafrika eingefeßt, weil das Land herrenlos war und er überhaupt irgendwo einen Anfang machen wollte mit solchen Besizergreifungen. Graf Caprivi aber war schon einmal nahe daran, Deutsch- Südwestafrika aufzugeben. Hätte er es nur getan! Dugende von Millionen würden den deutschen Steuerzahlern erspart worden sein." Wahlkampf. Der Freifinn in freifinniger Beleuchtung. sinnigen Vereinigung", beschwört in einem Leitartikel den Freifinn, Die Weser- 8eitung", ein angesehenes Blatt der Freis sich doch ja der Regierung bedingungslos und mit Haut und Haaren zu verschreiben, selbst wenn Gegenleistungen der Regierung nicht zu erwarten seien. Man solle alle Prinzipien auf sich beruhen lassen und blindlings die ausgestreckte Hand des Kanzlers ergreifen: Das Volf erwartet jest nicht endlosen Hader über Prin zipien, über welche zwei Deutsche stets drei Meinungen haben, sondern es will, daß der Regierung die Möglichkeit gegeben werde, das Joch des Zentrums abzuschütteln. Es gilt demnach, sich zu vertragen, nicht sich zu zanken; es gilt auch unter Umständen Opfer zu bringen. Wer daran Anstoß nimmt, setzt die Zukunft aufs Spiel. Denn darüber ist kein Zweifel, daß die kommenden Wahlen nicht allein über die Zukunft des Zentrum 3, sondern auch über die der Liberalen entscheiden werden. Zum erstenmal feit fast 30 Jahren hat die Regierung sich an die liberalen Mittelschichten des Volks gewandt, d. h. fie fragt an, ob sie dort Hülfe findet. Daß sie damit zugleich ihren bisherigen Charakter in einen ,, liberalen" ändern will, sagt sie nicht, und ist vernünftigerweise, so im Handumdrehen, keineswegs zu erwarten; auf Bedingungen läßt sie sich 3. 3. nicht ein. Zwar werden die Folgen einer solchen Hülfe nicht ausbleiben dürfen, aber das ist cura posterior. Der Kanzler hat jetzt die Hand ausgestreckt; wenn die Liberalen sie ergreifen, so steht ihnen eine Stellung in Aussicht, welche sie seit 30 Jahren schmerzlich vermissen. Aber es muß ein fester Handschlag sein, kein zaghaftes Tasten; wenn jetzt die Liberalen wieder versagen, so treten sie für das tommende Menschenalter von der Bühne gänzlich ab." Just am gleichen Tage, am 29. Dezember, ist nun in der „ Nation", dem Wochenblatt der Freisinnigen Vereinigung", ein Artikel des Herrn Theodor Barth erschienen, in dem es heißt: „ Die Demokratisierung Deutschlands ist deshalb durchaus eine Lebensfrage geworden. Bei den bevorstehenden Reichstagswahlen fann es danach für jeden Liberalen, der die Politik nicht als Mandatsträmer betreibt, nur das eine Ziel geben: die reaktionären Kräfte, einerlei wo sie stehen, ob in der Zentrumspartei oder bei den Konservativen oder den Antisemiten oder sonstwo, nach Möglichkeit zurüdzudrängen. Ein freisinniges Bürgertum, das sich zum Schleppenträger der Reaktion erniedrigte, würde nicht nur schlechte Wahlgeschäfte machen, sondern außerdem mit der allgemeinen Berachtung beladen, nur noch ein politisches Scheindasein führen und alle aktiven demokratischen Elemente mit Gewalt ins sozialdemokratische Lager hineintreiben. Diese Reichstagswahlen vollziehen sich unter einer Begriffsverwirrung, die alles übertrifft, was wir bisher auf diesem Gebiet erlebt haben. Innerhalb dieser Konfusion ist ein bürgerlicher Demokrat, der weiß, was er will, und der sich weder durch nationale Phrasen noch durch das blöde Umsturzgeschrei vom rechten Wege ablenten läßt, mehr wert als ein Dubend halbliberale Waschlappen, die sich mit Mühe und Not bis zu einem Reichstagsmandat hindurchlügen. Mehr als je tut uns heute Gharakter in der Politit not. Denn wir stehen nicht am Ende, sondern erst am Anfang einer großen konstitutionellen Auseinandersetzung. Die Nachtragsforderung für Deutsch- Südwestafrika spielt dabei nur die Rolle des kleinen Steinchens, das eine Lawine in Bewegung seht. Das ganze alte Parteiwesen ist im Vergehen: Männer an die Front!" In der Tat, eine Begriffsverwirrung", eine„ Konfusion" des waderen Freisinns, wie sie sich schlimmer nicht denten läßt! Und in diesem Zeichen der völligen Auflösung will der Freifinn fiegen! ttof der Suche nach sicheren Wahlkreisen sind zurzeit noch die Herren Bas s ermann und Naumann. Bassermann mag in Frankfurt- 2 edus nicht mehr kandidieren. weil ihm dort die Freikonservativen mit einer Sonderkandidatur in die Parade gefahren sind, der Wahlkreis Duisburg-Ober- hausen, den man ihm anbot, erschien ihm aber auch nicht sicher genug, da sein Parteigenosse Beumer dort den NationalliberalismuS schwer kompromittiert hat. Jetzt soll der nationalliberale Führer endlich im Wahlkreise Coburg Unterschlupf finden. Sicher ist der zwar auch nicht, aber sichere Wahlkreise hat der Nationalliberalismus iiberhnupl nicht mehr. Im Wahlkreis Koburg ist die Sozialdeinokratie die stärkste Partei, die es 1903 auf 3g72 Stimmen brachte, die National- liberalen erzielten 3787. die Freisinnigen 3197 Stimmen. Anscheinend wird erwartet, daß der Freisinn im ersten Wahlgang schon für Bassermann stimmt. Aus eigener Kraft vermöchte ihm seine Partei ein Mandat nicht mehr zu verschaffen. Naumann wollte, wie es in den letzten Tagen hieß, in Heilbr onn gemeinsamer liberaler Kandidat werden. Vorher war gemeldet worden, daß et in dem„sicheren" freisinnigen Wahlkreise G l o g a u kandidieren werde. Die Bezeichnung„sicherer freisinniger Wahlkreis" klingt in diesem Fall wie blutige Ironie, und wenn freisinnige Blätter sie gebrauchten, so beweist daS nur, zu welch rührender Bescheidenheit langjähriger Niedergang die Freisinnigen gebracht hat. In Glogau fielen nämlich 1903 für die Freisinnige Vereinigung 3718, für die Konservativen aber noch 61 mehr, nämlich 3779 Stimmen ab, außerdem erhielten die Sozialdemokraten 2576 und das Zentrum 2363 Stimmen. So sehen sichere freisinnige Wahlkreise aus I Die Meldung von der Aufstellung Naumanns in Glogau wurde indes bald wieder dementiert, die Freifinnigen wollen auf ihren bisherigen Vertreter Hoffmeister nicht verzichten. Auch eine in Aussicht genomniene Aufstellung Naumanns in Freiburg i. B. wurde nicht perfekt und in Heilbronn droht nun ein ähnliches Schicksal. Dort war die Stärke der Parteien 1903 folgende: Nationalliberale 2067, Deutsche Volkspartei 5566, Zentrum 3809, Sozialdemokraten 7316, Bauernbund 6476. Naumann könnte also nur in die Stichwahl kommen, wenn Nationalliberale und Volkspartei im ersten Wahlgang zusammengingen, sonst dürfte wieder der Bauernbund, der das Mandat bislang innehatte, mit der Sozial- demokratie in die Stichwahl gelangen. Die Voraussetzung bei dem Vorschlag. Naumann in Heilbronn aufzustellen, war Venn auch, daß die Nationalliberalen für ihn eintreten würden. Dazu haben die aber keine Lust, da sie'S dann mit dem Bauernbund der- derben müßten, dessen Unterstützung sie ihr einziges wiirttem- bergischeS Reichstagsmandat verdanken. So ist also auch hier die AuS- ficht, Naumann einen halbwegs aussichtsreichen Kreis zu verschaffen— — die Sozialdemokratie würde ihm ohnehin ein sehr gefährlicher Gegner sein— sehr trübe geworden. Der Führer des Rechts- Liberalismus und einer der besten Männer des Links-Liberalismus können keine sicheren Wahlkreise finden! Kann deutlicher der klägliche Niedergang des deutschen Liberalis- tnuS bezeugt werden? I Zur Wahlbewegung in Westpreutzen. Auch in Westpreußen ist der Wahlkampf nunmehr auf der ganzen Linie entbrannt. Als Kandidaten find von der Sozialdemokratie folgende Genossen aufgestellt: Maricuburg-Elbing: Parteisekretär Artur CriSpien, Elbing. Dauzig-Land: Tischler Luis G ü t h, Danzig. Danzig-Stadtz Gewerkschaftssekretär Hermann T r i l s e, Elbing. • Thorn-Kulm: Zimmerer Paul Neumann. Thorn. In den Kreisen Neustadt-CarthauS und Berent- S t a r g a r d ist Genosse G ü t h- Danzig. im S t u hm- M arie n- Werder, Rosenberg-Löbau und Graudenz-StraS- bürg Genosse T r i l s e- Elbing, in Schwey, Könitz- Tuchel, Schlochau-Flatow und Deutsch-Krone der Genosse Crispien- Elbing aufgestellt/ Damit sind sämtliche 13 Wahlkreise der Provinz besetzt. Der Wahlkampf droht leidenschaftlich und heftig zu werden! Am meisten fürchten unsere Gegner den Ansturm der Genossen im Kreise Elbing-Marienburg. Olden- bürg, der bekannte Schdrfmacher und Anhänger der Bajonett- theorie, der bisher Abgeordneter in diesem Kreise war, fühlt sich unsicher. Die Freunde Oldenburgs suchen zu retten, was zu retten ist. Nicht nur ein Bürgermeister, sondern auch zwei Landrqte haben eine Proklamation zugunsten der Kandidatur Oldenburgs unterzeichnet. Die konservative„Elbinger Zeitung' kämpft in gehässigster Weise gegen uns. So schrieb dies Junkerblatt am 25. Dezember: „Jeder Arbeiter, der dem Sozialdemokraten Artur Crispien seine Wahlstimnie gibt, ist auftichtig ob seiner Tot. die einem Selbst- morde gleichkommt, zu bedauern."...„Jeder Besitzer hat die Pflicht, täglich bei jeder Gelegenheit die Arbeiter aufzuklären und vor dem Unglück zu warnen, in das sie renne», wenn sie Artur Crispien wählen."— Unsere braven Genossen, die trotz Kälte und Schneegestöber in die Dörfer gehen, beschimpft die edle Zeitung in folgender Weise:„In jedem Dorfe findet man Genossen, die Flug- blätter austeilen. Meistens alles grüne Bürschchcn, dir hinter den Ohren noch nicht trocken sind." Nun, diese„grüne Bürschchen' werden am 25. Januar dem Brotwucherblatt„Elbinger Zeitung" und seinem Gesinnuugskumpan Oldenburg hoffentlich zu einem Tänzchen aufspielen, bei dem der Junkerclique Hören und Sehen vergeht.» Aus Baden. Die Karlsruher Arbeitersckjaßt begann die Wahlkampagne am Donnerstag mit einer so imposanten Festhallenver- sammlung, wie sie die badische Residenz noch nie erlebte. Die 6000 Eintrittskarten waren am Montag im Vorverkauf in einer Stunde veräußert. Tausende, die teilweise mit der Bahn von aus- wärts kamen, fanden keinen Einlaß mehr. Genosse Bebel fand vor und nach seiner Rede stürmische Ovationen. Der Pfarrer Schwarz wurde mit seinem Versuche, für den neuen„Kulturkampf" Proselyten zu machen, von Bebel und der Versammlung entschieden abgewiesen. Der Block entbehrt noch innner des Kandidaten.. Der Kandidatenwechsel in Frankfurt a. M. gibt der bürgerlichen Presse, di» ihrem geistigen Horizonte gemäß darin natürlich nur die Angelegenheit zweier rivalisierender Persönlichkeiten sieht, zu allerlei hämischen Bemerkungen Anlaß. Die Frank- furter„Kleine Presse" hat es gar fertig gebracht. auS der Form, in der der„Vprwärts" die Meldung von dem Wechsel gebracht hat, zu deduzieren, daß bei der sozialdemokratischen Parteileitung kein„be- sonderes Entzücken über die Ouarcksche Kandldatur" herrsche. Aus der Form unserer Meldung geht dergleichen natürlich nicht enffernt hervor. Die Behauptung des Ablegers der„Frankfurter Zeitung' ist einfach ein schofler Versuch, die Kandidatur Ouarcks durch persönliche Anschwärzung zu diskreditieren, sei eS auch auf Kosten der Wahrheit. Bei der Verlegenheit der Gegner nach sachlichem Material gegen unsere Partei rst solche tiefstehende persönliche Kampfesweise allerdings nur zu erklärlich. Der Vorstand des i oz ia l d e m o kr attsch en Vereins für Frankfurt a. M..hat anläßlich des Kandidatenwechsels eine Kundgebung erlassen, in der es heißt: Unser bisheriger Vertreter, der Genoffc Wilhelm Schmidt, �der Frankfurt seit 16 Jahren im Reichstage vertreten hat. erklärte, daß er trotz seines leidenden Zustandes in Anbetracht der außer- ordentlichen Situation sich verpstichtet fühle, sich den Genossen für die Kandidatur wieder zur Berftigung zu stellen, wenn es gewünscht werde. Die Vertrauensleute der Partei waren aber in ihrer Mehr- heit der Meinung, daß die Partei dem Genoflen Schmidt die mit der Mandatsausübung verbundenen Strapazen nicht mehr zu- muten dürfe und hielten es für notwendig, die Kandidatur einer jüngeren Kraft zu übertragen... Die Parteiversammlung beauftragte die Organisationsleitung, dem Genossen Wilhelm Schmidt, der das Mandat unter dem Sozialistengesetz ohne Scheu vor der drohenden Ausweisung Löeri.unmen und über anderthalb Jahrzehnte in treuer Pflicht« crfüllung im Sinne der Frankfurter Parteigenoffenschast ausgeübt hat. den unauslöschlichen Dank der Frankfurter Arbeiterschaft aus- zusprechen. Indem wir diesen Auftrag hiermit öffentlich zur Aus- führung bringen, teilen wir den Genossen ferner mit, daß der Genosse Schmidt sich in bereitwilligster Weise zur Bersügung ge- stellt hat. sowohl für die neue Kandidatur in � der Oeffentlichkeit nach Kräften mitzuwirken, wie auch im engeren Wahlkomitee den Genossen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen... In derselben Nummer der„Volksstimme' erließ Genosse Wilhelm Schmidt eine Kundgebung, in der er u. a. sagte: Als die gewaltsame, plötzliche, allgemein unerwartete Reichs- tags-Auflösung erfolgte, hielt ich es natürlich für meine Pflicht, trotz meiner gesundheitlichen Beschwerden, mich zur Wieder- annähme einer Wahlkandidatur bereit zu erklären, falls das Zu- trauen der tätigen Parteiaenosien mir eine solche überwagen würde. Die Mehrheit der hiesigen Vertrauensleute der sozialdemokratischen Partei und der Gewerkschaften bekundete aber die gegen- wärtig unzweifelhaft richtige Ansicht, daß mir, namentlich in An- bewacht meiner mit den Jahren verstärkten Leiden, nicht die bei dem bevorstehenden Wahlkampfe und den etwa darauf folgenden Kämpfen nötige Frische und Schlagfertigkeit zu Gebote stehen würde. Es ist selbstverständlich, daß alle organisierten Parteigenoffen und Gewerkschaftler der nunmehr gegebenen neuen Parole folgen werden. Aber indem ich allen Wählern, die sich seit 22 Jahren erfolg- reich bemühten, das Frankfurter Reichstagsmandat für unsere Partei zu erobern und zu behaupten, den Dank ausspreche, er- suche ich auch besonders diejenigen freiheitlich gesinnten Wähler, die aus irgend welchen Gründen nicht unseren Organisationen an- gehören können, namentlich alle Beamten und andere gesellschast- lich oder wirtschaftlich abhängigen Männer, das mir bisher ge- schenkte Vertrauen auf meinen glänzend befähigten Nachfolger in der Kandidatur zu überwagen. Daß er desselben, würdig ist. hat er durch seinen unermüdlichei�Fleiß, seine seltene Tat- und Arbeits- kraft zur Genüge bewiesen. Diese prächtige Erklärung des Genossen Schmidt zeigt am besten, wie hoch die Angelegenheit über dem Niveau persönlicher Rivalität teht. Vielleicht empfindet der Schreiber der schäbigen Notiz in der „Kleinen Presse" angesichts dieser Erklärung ein klein wenig Scham. Wenn nicht, so ist er um so mehr zu bedauern. Für den Wahlfonds. Der Zentralverband der Zimmerer Deutsch- l a n d s überwies dem Parteivorstand in Berlin die Summe von 5(X>0 Bi. für die R e i ch s t a g s w a h l. Die Magdeburger Zahlstelle der Metallarbeiter hat 1000 Mark gezahlt, auch die dortigen Lederarbeiter haben einen Beiwag geleistet, der ihren kleineren Verhältnissen ent- 'pricht. Die Magdeburger Handschuhmacher haben beschlossen. 'ür die Wahl pro Woche einen Extrabeitrag von 15 Pf. zu leisten, und zwar während der Zeit der Wahlbewegung. In Leipzig haben die Zahlstelle des Handels- und Transport- arbeilerverbandes 500 Mark, und das Gesamtpersonal deS Plag- witzer Konsumvereins 1000 M. gegeben. Kandidaten- Aufstellungen. Für die Provinz Posen sind in einer am 27. Dezember 1906 in einer Konferenz zu Schneidemühl folgende Kandidaten nominiert worden: Posen Stadt und Kreis: Aug. Bebel, Berlin. Samtcr-Obornik: Verbandsbeamter Wilh. Schulz, Posen. Mcseritz-Bomst: Schlosser Stan. R y b i ck i. Berlin. Buk°K»ste»: Schneider Lud. P o d e in s k i, Hohensalza. Rawitsch-Gostyn: Gew.-Sekretär P. S t o e s s e l, Bromberg. Fraustadt-Lissa: Gew.-Sekretär P. S t'o e s s e l, Bromberg. Schrimm-Schroda: Schneider Lud. P o d e m S k i, Hohensalza. Wreschcn-Pleschen: Maurer S. Rumin Ski, Posen. strotoschin: Schneider Lud. P o d e m s k i. Hohensalza. Adclnau-Schildberg: Verbandsbeamter Heinr. Röster, Breslau. Czariiikau-Kolmar: Verbandsbeamter Wilhelm Schulz. Posen. Wirsiy-Schnliin: Arbeiter-Sewetär griedr. Rejtz, Bromberg. Bromberg: Schriftsteller Georg Leoebour. Berlin. Hohensalza-Strcln»: Bergarbeiter Szcepan TuSzynSki, Bo- wopp(Westfalen). Gnesen-Wongrowitz: Drechsler St. WierbinS ki, Gnesen. Die Kandidatenliste der Sozialdemokraten im Reichslande ist jetzt vollständig. In sämtlichen 15 reichsländischen Wahlkreisen werden Kandidaten aufgestellt. Und zwar kandidieren in: Altkirch-Thann: Joseph G s ell, Mülhausen. Mülhausen: Leopold E m m e l, Mülhausen. Colmar: Redakteur Jacques Peirote», Straßburg. Gebweiler: Mlchhändler Jos. B u ch e r, Gebweiler. RappoltSweiler: GewerkschaflSbeamler Laurent Meyer, Swaß- bürg. Schlettstadt: Zimmermann Eugen Jmbs, Gwaßburg. Erstein-MolSheim: Expedient Gustav Hoffmann, Gwaßburg. Swaßburg-Stadt: Kaufmann Bernhard Bühle, Swaßburg. Swahtina- Land: Ortskrankenkassen- Beamter Richard Fuchs, Schiltigheim. Hagenau- Wcißenburg: Gewerkschaftsbeamter Karl Voigt. Swaßburg. Zaber»: GewerlschastSbeamter Gustav Schulenburg. Swaß- bürg. Saargcmünd- Forbach: Fabrikarbeiter Adam Neischkowitz, Saargemünd.''- Dirden hosen- Bolchen: Metallarbeiter Heinrich Voortmasin. Metz. Meb: Geschäftsreisender Antoine Schleicher, Metz. Saarburg-Chawau-Salin: Buchdruckereifaltor Jacques Therrö, Swaßburg. Im Wahlkreise Liegnitz-Goldbcrg-Haynau, wo bisher der Genosse Hermann Müller, Mitglied des Parteivorstandes, kandidierte, ist jetzt infolge der Erwählung Müllers zum Kandidaten für Görlitz eine Aendcrung eingetreten. Die Genoflen in Liegnitz haben den Genoffen Karl Dietrich, Gewerkschaftsbeamten zu Breslau, als Kandidaten aufgestelt. In Kiel(7. holsteinischer Wahlkreis) wurde der bisherige Verweter des Kreises im Reichstage. Genosie Legten, ohne formelle Ab- stimmiing von überfülltet Versammlung unter jubelndem Beifall wieder als Kandidat aufgestellt. In Kölu-Land ist der Genosie Parteisekretär Beruhard Müller- Köln nominiert worden. Im anhaltischen Wahlweise Bernburg-Ballenstedt. den von 1893 bis 1903 der Genosse A l b r e ch t vertrat, kandidiert jetzt der Ge- nosse Bender- Magdeburg.. Im Kreise Wauzlebm ist Genosie Silberschmidt-Berlin Kandidat. Im Wahlkreise Dortmund-Hörde ist in einer Generalversammlung des Sozialdemowalischcn Vereins des Wahlkreises der bisherige Vertreter im Reichstage. Genosse Bömelburg, wiederum als Kandidat aufgestellt worden. Die Landeskonferenz des Herzogtu«« Gotha, die am ersten Weihnachtsfeiertage in Gotha tagte, beschloß einstimmig, den bisherigen Vertreter des Wahlweijes, den Genossen Bock, wieder als Kandidaten aufzustellen. � � � Der Wahlkampf in der Provinz Brandenburg. Der Magistrat von Senftenberg(Niederlaufitz. Wahlweis Kalau-Luckau) gibt bekannt, daß die Wahlhandlung zur ReichstagSwahl am 25. Januar von vormittags 9Uhr bis nachmittags 5 Uhr stattfindet. Sollte der dortige Magistrat wirklich nicht wissen, daß der g e s e tz li ch e n Vorschrift entsprechend die Wahl in der Zeit von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends zu erfolgen hat? Dann werden der Landrat des Kreises oder die höheren Instanzen den Bürgermeister belehren muffen, daß, was str das ganze Deutsche Reich recht, auch für Senftenberg billig ist. Im Wahlkreise Landsberg-Soldin sind die ver- einigten Rückwärffer(die Konservativen, Landbündlex und Antisemiten) bereits eiftig dabei, Material für die Umstoßung der Wahl zu schaffen, falls sie das Mandat behaupten sollten. Sie haben auf einem Extrablatt der„Neumärkischen Zeitung' einen Wahlaufruf er- lassen, der eine große Anzahl von Unterschriften trägt. Darunter finden sich unter auSdrückltcher Hervorhebung ihrer amt« lichen Stellung nicht weniger als elf Amtsvorsteherl In den Beschlüssen der Wahlprüfungskommission des Reichstags für die neunte Legislaturperiode heißt es in der Erläuterung zum§ 10 des Wahlgesetzes: Die Wahlfreiheit wird unzulässig beeinflußt, wenn Landräte oder LandratSamtsverwalter Wahlaufrufe zugunsten einer be- stimmten Partei oder eines bestimmten Kandidaten unter Beifügung ihres Amtscharakters unterzeichnen. ... Dasselbe gilt für andere Beamte mit obrialeitlicher Ge- walt..._ Staatliche Sozialpolitik zu Wahlzivecke». Aus Kiel wird uns geschrieben: Vor Weihnachten wurde durch das Wolffsche Telegraphenbureau» das sich bekanntlich sofort in den Wahldienst der Regierung gestellt hat, die Meldung kolportiert, in Berlin sei auf Veranlassung des Staatssekretärs des Reichsmarineamts eine Konferenz der Ober- Werftdirektoren zusammengetreten, die über neue Wohlfahrts- einrichttingen für die Arbeiter der Staatswcrften beraten soll�. Den hiesigen Werftarbeitern kam die Nachricht nicht überraschend. Hatten doch die Arbeiter der staatlichen Werften in Friedrichsort, Kiel und Wilhelmshaven vor einiger Zeit den Beschluß gefaßt, ge- meinsam an das Neichsmarineamt und den Reichstag mit einer Petition um Lohnerhöhung heranzutreten s Kommissionen> waren c ingesetzt worden, die zur Begründung der Forderungen umfassende statistische Enqueten über die bestehenden Löhne und die gestiegenen Kosten der Lebenshaltung an den genannten Orten veranstalten sollten, eine Arbeit, die auch sofort energisch in Angriff genommen wurde und bereits ein tüchtiges Stück gefördert ist. Die hiesigen Werftarbeiter waren nun der Ansicht, daß die Berliner„Wohl- sahrtskonferenz' dieser Petition zuvorkommen und mit Rücksicht aus die bevorstehenden Wahlen und die tiefgehende Unzufriedenheit der Werftarbeiter eine Erhöhung der Löhne vornehmen würde. Lassen doch auch in anderer Hinsicht gerade jetzt, wo auch die „kaiserlichen" Arbeiter plötzlich als Staatsbürger in Rech- nung gestellt werden müssen, die Werftleitungen� erkennen, daß ihnen die zufriedene Gemütsverfassung„ihrer" Arbeiter ein Gut ist, auf das sie außerordentlichen Wert legen. So wird seit einiger Zeit hier und in Wilhelmshaven, obwohl auf den staatlichen Werften jede politische Agitation streng untersagt ist, unter ge- flissentlich zur Schau getragener Protektion der Werftleitungen eilt vom Rcichsveriband gegen die Sozialdemakratie herausgegebenes Blättchen, genannt„Der reichstreue Arbeiter", in Massen ver- breitet und den Arbeitern gratis aufgenötigt, dessen einziger Inhalt die Beschimpfung und Verleumdung der Sozialdemokratie in un- flätigstcr, antisemitisch-scharfmacherischer Manier bildet. Ueber- 'uissig zu bemerken, daß die„kaiserlichen" Werftarbeiter, die hier und gewiß auch in Wilhelmshaven und Danzig mit Stolz die Kern- truppen der sozialdemokratischen Wählerschaft bilden, den Wisch mit Verachtung zurückweisen. Was die Berliner Konferenz der Oberwcrftdirektoren anlangt, lo hatte freilich die hiesige Werftleitung zu derselben Zeit, wo sie die erwähnte Reklamcnotiz durch das Wolffsche Bureau verbreiteir ließ/selbst dafür gesorgt, daß sich die Arbeiter über die geplanten „Wohltaten" keinen allzu großen Illusionen hingaben. In der Woche vor Weihnachten war nämlich auf der Werft ein Anschlag erschienen, des Inhalts, es werde mit Rücksicht darauf, daß im kommenden Januar der Geburtstag des Kaisers auf einen Sonn- tag falle, der Tag vor Weihnachten den Arbeitern ohne Lohnabzug freigegeben. Wenn die Werftverwaltung aber geglaubt hat, mit diesem von der bürgerlichen Presse gepriesenen„W e i h n a ch t s- g e s ch c n k" Eindruck auf die Arbeiter zu machen, muß sie diesen ein kurzes Gedächtnis zugetraut haben, denn auch in früheren Jahren wurde bei solchen Gelegenheiten, wenn nämlich der Ge- burtstag des Kaisers auf einen Sonn- oder Feiertag fiel, den Ar- beitern der Werft ein Tagelohn ausgezahlt. Der eigentliche Zweck des freien Tages aber wurde auch dem letzten Arbeiter klar, alö bekannt wurde, daß auch die Pribatwerften die gleiche Anordnung getroffen hatten. Nur verschmähte man auf der Kruppschen Ger- maniawerft und auf Howaldtswerken den rellarnehaftcn Schein besonderer Wohlfahrtsabsichten und gab offen als Grund der Maß- nähme betriebstechnische Rücksichten an; es lohne sich, nicht, zwischen dem Sonntag und dem Wcihnachtsfcst an dem einen Tag den Be- trieb aufrecht zu halten. � Der feine Plan der kaiserlichen Werft- Verwaltung, aus der Not eine Tugend zu machen und außerdem noch den Lohn für„Kaisersgeburtstag" zu profitieren, war damjt sichtbarlich an den.Pranger gestellt. Ueber den Ausgang der WohlfahrtSkonferenz aber waren sogar die Optimisten unter den Werftarbeitern, die dem Neichsmarineamt wenn nicht sozialpolitische Einsicht, so doch eine gewisse wahltaktische Schlauheit zugetraut hatten, äußerst verblüfft. Bon irgend welcher Lohnerhöhung kann, wie der Oberwerft- direktor, Admiral von Usedom, dem Arbeiterausschutz, den er vor sich zitierte, eröffnete, keine Rede sein. Wohl aber habe sich die Konferenz entschlossen. Ferien für die Arbeiter einzuführen. Nun wären gewiß gerade für die Acdeiter der kaiserlichen Werft, die am Schraubstock. Amboß oder an der Drehbank und bei ihrer sonstigen schweren Arbeit im Sommer manchen Tropfen Schweiß vergießen müssen, Ferien eine große Wohltat, aber Ferien, wie sie ihnen das Reichsmarineamt anbietet, wird die überwältigende Mehrheit mit sehr gemischten Gefühlen hinnehmen. Es sollen näm- lich bloß die Arbeiter, die bereits 7 Jahre auf der Werft ununterbrochen beschäftigt sind. Anspruch auf diese Vergünstigung haben, und zwar dergestalt, daß solche, die 7 Jahre hinter sich haben, 4 Tage— Arbeiter, die mehr als 19 Jahre dort beschäftigt sind, 6 Tage im Jahre frei erhalten. Weitere Einzel- heiten, die, nach den Erfahrungen, die die Arbeiter schon so häufig mit der Sozialpolitik des Marineamts gemacht haben, sicher ebenso viele weitere Fußangeln an dieser„Wohltat" bedeuten werden, sollen noch bekannt gemacht werden.. Daß auf diesen Wahlleim kein halbwegs klassenbewußter Werftarbeiter kriechen wird, versteht sich am Rande. Die Taufende. die bei der Wohltat einfach übergangen werden, obwohl sie im Interesse der Erhaltung ihrer Gesundheit und Arbeitslraft die paar freien Tage ebenso bttternotwendig brauchten wie die „Siebenjährigen" und„Zehnjährigen", werden schon dafür sorgen, daß alle Vorzüge dieses sozialpolitischen„Geschenks" in da? hellste Licht gerückt werden. Und was diejenigen, denen die Ferien wirk- lich zu teil werden, anlangt, so wissen sie, daß es nachgerade in allen Industriezweigen Arbeitgeber genug gibt, die im richtig ver- standenen Interesse ihres Geschäfts oder Betriebs solche Einrich- tungen in ganz anders wirkungsvollem Umfang und ohne die Fuß, kngeln der staatlichen Musteranstalt schon längst eingeführt haben. Allen aber steht es über jeden Zweifel erhaben fest, daß ohne die von den Gewerkschaften mit Energie und ohne Unterlaß getriebene Agitation unier den Werft. arbeitern und ohne das sachkundige und rückhaltlose Eintreten ihres Abgeordneten Legten im Reichstag selbst diese kümmerlichen. in ihrem Zweck altzu durchsichtigen Ansätze zu einer fortschrittlichen Sozialpolitik auf der Rckkchswerft undenkbar wären. Darum wird auch dieser neueste Wahltrick des Reichsmarine- amts, mag ft mit noch so tönender Reklame in Szene gesetzt werden, bei den Beteiligten bloß das Gegenteil von dem erreichen, was er bezwecken soll, d. h. er wird die Werftarbeiter noch geschlossener den Reihen des kämpfenden Proletariats, der Sozialdemokratie� zuführen. Das werden über kurzem die Wahlen beweisen. Die KolODialarroee! Schon am Tage der Reichstagsauflösung schrieben wir, daß die Regierung den Reichstag nicht deshalb aufgelöst habe, weil mit dem Zentruni keine Verständigung über die Zahl der zur endgültigen Niederwerfung der Hottentotten erforder- t.chen Truppen möglich gewesen wäre, sondern daß es sich für die Regierung um einen Kampf für eine «ene Acra der Weltpolitik, um die-- Schaffung einer Kolonialarmee handle, um eine Politik, die das Zentrum mit Rücksicht auf seine proletarischen und kleinbäuerlichen Wähler- Massen trotz aller son st igen Gefügigkeit in kolo- nialen Dingen nicht ohne weiteres mitmachen könne. Daß wir mit unserer Auffassung damals den Nagel auf den Kopf trafen, beweist eine neue st e offiziöse Aus- l a s s u n g der„ N 0 r d d. Allg. Ztg." Das offiziöse Organ wendet sich gereizt gegen einige liberale Aeußerungen, die der Regierung einen schüchternen Vorwurf darüber zu machen wagten, daß sie die Frage der Stärke der südwest- afrikanischen Schutztruppe zum Vorwand der Reichstagsauflösung genommen habe, während sie doch ganz genau hätte wissen müssen, daß die Ergebung der Hottentotten unmittelbar bevor- stehe, daß also in der Tat eine ganz bedeutende Herabsetzung der Schutztruppe möglich gewesen sei I Hierauf antwortet nun das offiziöse Organ: .Nach alter Gewohnheit benutzen einige liberale Blätter die erfreuliche Nachricht von der Unterwerfung der Bondelswarts als Anlaß, der Reich Sregierung in den Rücken zu fallen. In einer dieser Preßäußerungen wird eine Recht« fertigung des Zentrums wegen seiner Haltung am 13. Dezember unternommen, wie sie kein Zentrnmsmann besser zu stände gebracht hätte. Die Tatsache, daß sämtliche liberalen Abgeordneten in den entscheidenden Abstin, mungen fest zur Regierung gestanden haben, wird mit der Ausrede zu beseitigen versucht, daß sie von der Regierung über die Sachlage in Süd» westasrika im unklaren gehalten worden seien. In Wirklichkeit hat die Regierung die Situation auf dem Kriegsschauplatz nicht verschleiert, sie bat die Möglichkeit eines schnellen Endes des AufstandeS durchaus in ihre Berechnung gezogeu und war daher auch durch die letzten günstigen Nachrichten keineswegs überrascht.... Gerade diese Möglichkeit eines baldigen Abschlusses der kriege- rischen Operationen mußte ein Grund mehr für die Regierung sein, die vom Zentrum verlangte Bindung ans eine bestimmte Truppcnzahl abzulchuen und für die»Kriegführung freie Hand zu 'fordern. Andererseits bestand die Kleinlichkeit der ZentruntSpolitik eben in dem Mißtrauen, das sie der Reichsreaierung für die Behandlung der Dinge in Südwestasrika und der kolonialen Fragen überhaupt entgegenbrächte und durch die Abstimmung vom 13. De- zember bekundete." Also die Regierung wußte, daß der letzte Widerstand der Hottentotten bald zusammenbrechen würde, daß die Kriegslage eine baldige Herabsetzung der Truppenzahl auf 2500 Mann oder noch weniger gestattete— aber gerade deshalb lehnte sie jede Verständigung mit dem Zentrum ab und jagte die Bande auseinander! Diese scheinbar aberwitzige Argumentation hatte eben ihre Logik in dem Bestreben der Regierung, ohne jede Rücksicht auf die Kriegslage auf alle Fälle eine möglichst zahlreiche Truppe in Südwestafrika zurückzubehalten. Oberstleutnant Kühl sprach ja von 7000 Mann, die noch vom Jahre 1908 ab in Wüst-Wcst verbleiben sollten, und Oberstleutnant Q u a d c erklärte, daß 5000 Mann dauernd in der Kolonie bleiben müßten! Dafür wäre das Zentrum vermutlich nach Beendigimg des Hottentottenkrieges doch wohl nicht zu haben gewesen, und vielleicht hätten angesichts dieser neuen Situation, wie sie sich jetzt 1-t Tage nach der Reichstagsauflösung darstellt, sogar die Freisinnnigeu die Heeresfolge versagt I Deshalb mußte das Eisen geschmiedet werden, so lange es warm war! Deshalb köderte man die freisinnigen Gimpel mit der Phrase von der„nationalen Waffenehre", deshalb warf man der Volksmehrheit den Fehdehandschuh hin! Die Regierung will eine Weltpolitik größere» StilS, sie will die, Kolonial-Armee!. Nieder mit dieser unsinnigen Weltpolitikl Zentrum unä Kolonialpolitik. Herr Erzberger hat soeben eine Wahlbroschüre der- öffentlicht, die für den Massenvertrieb unter den Zentrums- Wählern bestimmt ist. Herr Erzberger spricht also diesmal namens des Zentrums überhaupt. Die Broschüre be- schäftigt sich eingehend mit der Kolonialpolitik. Sie behandelt zu« nächst die Stellung des Zentrums zn den Nachtragsetats für Süd- westafrila. die zn der ReichstagSauflösung führten. Der zweite interessantere Teil erörtert die finanzielle Seite der Kolonialpolitik. Herr Erzberger faßt alle Momente, die gegen die Kolonialpolitil sprechen, übersichtlich zusammen. Er wiederholt die Berechnung seiner früheren Broschüre, wonach der ganze Ein- und Ausfuhrhandel unserer sämtlichen Kolonien mit Deutschland in 20 Jahren nur die Summe von 318 Millionen ergeben hat. An die kleine Schweiz allein habe Deutschland im Jahre 1905 für 367 Millionen Mark Waren verkauft! Als Siedelungskolonie komnien nach Erzberger unsere Kolonien nicht in Frage. In allen deutschen Kolonien zusammen lebten im Jahre 1903 nicht einmal 6000 Deutsche. Der südwestafrilanische Aufftand habe uns bis jetzt zweitausend Menschenleben und 300 Millionen Mark gekostet. Bis zur Be- endigung des Krieges würden wehr alS 400 Millionen heraus- kommen. In sechs Jahren habe uns Südwestafrika 500 Millionen Mark gekostet. Südwestafrika sei l'/a mal so groß wie Deutschland, Wirtschaft- lichcn Wert besitze diese Kolonie aber trotzdem nicht. Auf sie treffe das Wort des Dichters zu: „Viel Steine gab's und wenig Brot Und mancher kühne Reitersmann Hat dort den Trunk sich abgetan l' Selbst der Kolonialschwärmer Dr. Peters habe noch im November 1905 offen geschrieben: „Deutsch- Südwestasrika reicht an die ärmsten Teile von Enqlisch-Südafrika nicht heran." Regierungsvertreter und Kolonialoptimisten wie der frühere Landeshauptann v. Franpois und der gegenwärtige Gouverneur v. Lindequist hätten noch in den letzten Wochen erllärt, daß bei voller Besiedrlung des ganzen Landes höchstens 10000 Großfarmer dort ihr Auskommen fänden. Herr Erzberger sagt dann wörtlich: Bei voller Besiedelung des Landes haben wir somit mit 1V 000 Rittergutsbesitzern zu tun I Und für diese solche Opfer! Man weist nun gern darauf hin, daß sich 1000 Leute aus der Schutztruppe bereit erllärt hätten. sich im Lande niederzulassen! Aber was beweist dieses? 22000 Mann waren insgesamt dort; sie alle zogen freiwillig hinaus, viele wohl mit der Absicht, dort zu bleiben. Wer im Lande bleibt, erhält eine ganz ungewöhnliche Unterstützung! Jeder An- sicdlrr hat ein unverzinsliches Darlehen von 6000 M. er- halten! fDer Reichstag hat hierfür schon nahezu eine Million bewilligt.) Wenn man einem jeden Handwerker bei uns 6000 M. unverzinslich gibt zur Anschaffung von Maschinen, so kommt er rasch vorwärts! DaS der Regierung zur Verfügung stehende Land erhalten diese Leute teilweise ganz umsonst, teilweise sehr billig! Und was ist der Erfolg bei allen diesen günstigen Anerbieten? Nur S Proz. bleibe» im Lande! 93 Proz. kehrten diesem den Rücken! Alle diese Zahlen besagen sehr wenig Günstiges über den Stand der Kolonie! Diese kolossalen Kosten für die Kolonialpolitik, speziell für Süd- westasrika, haben uns. so führt Herr Erzberger weiter aus. in die trostloseste Finanzlage gebracht. Für das Jahr 1907 rechnet die Negierung mit 265 Millionen Mark neuer Schulden. Trotzdem doch erst im Frühjahr 180 Millionen Mark neuer Steuern geschaffen worden sind, ruft die Regierung schon jetzt nach 25 bis 30 Millionen neuer Steuern! So weit Herr Erzberger. Seine Kritik trifft durchaus ins Schwarze. Ins Schwarze freilich in dem Doppelsinne, daß sie auch gegen das Zentrum zerschmetternde Anklagen enthält! Denn gerade das Zentrum hat der Regierung bisher durch seine Zustimmung zu all den geschehenen Ausgaben die aberwitzigen Geldverschleuderungen für die absolut wertlosen Kolonien ermöglicht! Das Zentrum hat mitgeholfen, im Frühjahr dieses Jahres dem Volke die neue Steuerbürde von 130 Millionen aufzuerlegen! Und wenn Herr Erzberger des weiteren ausführt, daß ein Wahlsieg der bisherigen parlamentarischen Minderheit für daS Volk eine ungeheure Erhöhung der indirekten Steuern bedeute, so hätte er ehrlicherweise hinzufügen sollen, daß gerade das Zentrum diese Politik der indirekten Steucrschröpfung der proletarischen BolkSmaffcn von Anfang bis zu Ende mitgemacht hat! Die Broschüre des Herrn Erzberger, die im„Germania"-Verlag in Berlin erschienen ist, enthält also nicht nur wuchtigstes Anklage- Material gegen die Regierung, sondern auch gegen daS Zentrum selbst! Die Sozialdemokratie wird sich dies wirksame Agiiationsmaterial in ihrem Kampfe gegen das Zentrum nicht entgehen lassen! Politische(lebersicbt. Berlin, den 29. Dezember. Gimpel und Schwindler! Auch das«Berliner Tageblatt" hatte, wie wir gestern mitteilten, die Regierung angegriffen, daß sie die Frage der Stärke der Schutztruppe zum casus belli gemacht habe, obwohl sie gewußt habe, daß der Aufstand der Hottentotten in aller Kürze niedergeworfen sein werde. Den Rüffel der„Nordd. Allgem. Ztg.". den wir an anderer Stelle wiedergeben und worin daS offiziöse Blatt rund heraus erklärt, daß der Appell der Regierung an die„nationale Waffenehre" in' der Tat nichts anderes gewesen sei, als eineLeimrute zur Köderung der freisinnigen Gimpel, beantwortet nun das Mossc-Blait nicht etwa mit heftigen Anklagen wegen dieser skandalösen Du- pierung, sondern mit Wehklagen darüber, daß die Regierung nicht ebenso die Kulturkampfpaule schlage, wie der F r e i- sinn! Die Regierung habe nur dann ein Recht zur Auflösung des Reichstages gehabt, wenn sie damit eine„allgemeineKriegS- erklärung gegen das Zentrum" beabsichtigt habe. Sei dem aber so, so müsse die Regierung Farbe bekennen und offen sagen, daß eS bei der ReichstagSauflösung auf eine „Abschütielung des Zentrumsjoches" abgesehen ge- Wesen sei. In diesem Falle würde der Freisinn auch heute noch begeistert mit der Regierung gehen! Dann aber müsse die Rc- gierung die Parole„Los vom Zentrum" mit allem Nachdruck in den Wahlkampf werfen.„Die Parole will freilich offen ausgesprochen werden, da hilft kein Mundspitzen, eS muß gepfiffen werden." Der Mosse-Freisinn will also auch nach der neuesten schamlosen Verhöhnung des Volkswillens sein Hörigkeiisverhälinis zur Regierung nicht lösen! Er will der Regierung auch zu einer Kolonialarmce verhelfen, wenn sie ihm nur wieder Hilst, durch eine wüste Kulturkampfpaukerei die Auf- mcrksamkeit der freisinnigen Wähler von der schnöden Berräierci des Freisinns abzulenken! Die Mosscschen Beschwörungen werden freilich vergebens sein. Schon haben ja die eigentlichen Regierungsparteien, die Kon- servativen und die Nationalliberalcn munter mit dem Zentrum zu techtelmechteln begonnen. Wie kann da die Regierung dem bedrängten Freisinn zu Liebe dem Zentrum noch ärgere Kränkunge zufügen, als es sie ja ohnehin erfahren hat. Ganz abgesehen davon, daß die Regierung selbst bereits wieder daran denken muß, mit dem Zentrum seinen Frieden zu schließen, denn wo fände die Regierung eine Mehrheit für ihre reaktionäre Politik, wenn ihr nicht wie früher daS Zentrum abermals HelferSdicnste leistet! Anders, aber nicht minder schamlos sucht sich die„Frei- sinnige Zeitung" mit der neuen Situation abzufinden. Das Blatt des Herrn Wiemer, der jetzt an die Stelle des krankheits- halber abgetretenen Herrn Müller-Sagan getreten ist, bringt eS fertig, die Ablehnung des Zcntrumsantrages durch die Regierung und die Auflösung des Reichstages damit zu rechtfertigen, daß eb ja die ehrliche Absicht der Regierung gewesen sei, nach einer Beendigung des Krieges die Schutztruppe nach dem 1. April 1907 „noch weiter als auf 2500 Mann herabzusetzen". Die Vertreter der Regierung hätten das in der Kommission sowohl wie im Plenum ja wiederholt erklärt. Speziell der Gouverneur von Lindequist habe ja in der Kommission eine starke Schutz- truppe„als eine überaus unwirtschaftliche Ausgabe" bezeichnet. Es stehe also außer Frage, daß die Regierung nunmehr ganz im Sinne der freisinnigen Wünsche alle entbehrlichen Truppen aus dem Schutzgebiet sobald als möglich zurückziehen werde! So wagt die„Freisinnige Zeitung" ihre Leser zu beschwindeln! Sie kennt die Erklärungen der Regierungsvertreter, wonach an eine Herabminderung der Schutztruppe auf weniger als 7000 resp. 5000 Mann überhaupt nicht zu denken sei, und schreibt der Rc- gierung gleichwohl die Absicht zu, die Schutztruppe womöglich noch auf weniger als 2500 Mann reduzieren zu wollen!--- Die Arbeiterkandidatnren deS Zentrums. Der„Vorwärts" hatte in seiner Nummer vom letzten Freitag auf Grund eines Artikels der„Kölnischen V 0 l k S z e i t u n g" nachgewiesen, daß bei dem Zentrum wenig Neigung besteht, dem Verlangen der katholischen Arbeiter nach Aufstellung von Kandi- baten aus der Arbeiterilasse nachzukommen. Die„Kölnische Volks- zcitung" will das nicht gelten lassen und bemerkt in einer Er- widerung auf unsere Ausführungen: „Schon der bevorstehende Wahlkampf dürfte den„Vorwärts" eines besseren belehren, indem die Zentrumspartei i n mehreren aussichtsreichen Wahlkreisen Vertreter der Arbeiter aufstellen wird." Also das Zentrum wird wirklich bei der jetzigen Reichstags- wähl„mehrere" Arbeiter als Kandidaten aufstellen. 36 Jahre besteht die ZentrumSpartei im Reiche, und ebenso lange gibt es im Reichstage eine Zentrumsfraktion, die durchschnittlich immer hundert Mitglieder gezählt hat. Und in dieser ganzen langen Zeit. in der elfmal zum Reichstag gewählt worden ist, hat das Zentrum es nicht ein einziges Mal der Mühe für wert gehalten, der Ar- bciterschaft einen Vertreter ihrer Klasse Sitz und Stimme im Reichstage einzuräumen. Stötzel selbst, der lange, lange Jahre der einzige Arbeiter in der Zcntrumsfraktion des Reichstages war. ist nicht von der Zentrumspartei aufgestellt, sondern gegen den offiziellen ZentrumSlandidaten von den christ- lich-sozialen Arbeitern im Jahre 1877 gewählt worden. Also jetzt soll daS anders werden, und, wie die„Kölnische Volks- zeitung" schreibt, werden„in mehreren aussichtsreichen Wahlkreisen" Vertreter der Arbeiter als ZcntrumSkandidaten aufgestellt. Das Bachemblatt sagt vorsichtigerweise in„aus- s i ch t S r c i ch e n" Wahlkreisen. Ja, warum stellt denn daS Zentrum, wenn es ihm so ernst ist mit der Vertretung der Arbeiter, Kandidaten aus ihren Kreisen nicht in sicheren Zentrumskreisen auf? In zahlreichen Artikeln der Zentrumspresse konnten wir in letzter Zeit, als Beweis für die Unerschütterlichkeit deS Zentrums- turmes, lesen, daß die aPrtei im Jahre 1903 von ihren hundert Mandaten deren 85 im ersten Wahlgange erobert habe, und was speziell das Rheinland betrifft, so hebt der Wahlaufruf der rheinischen ZentrumSpartei ausdrücklich hervor, daß hier 24 Mandate auf den ersten Hieb fielen und nur vier in der Stich- Wahl behauptet zu werden brauchten. Warum stellt das Zentrum nicht in diesen bombensicheren Kreisen Arbeiterkandidaturen auf, warum nur in„auSstchtS- reichen"? Sehen wir uns diese Kreise, die das Zentrum den Arbeitern zur Verfügung stellt, ein wenig näher an. In Essen kandidiert Giesberis, als Nachfolger Stötzels; in Dortmund Gewerkschaftssekretär Effert; in Bochum Arbeitersekretär Klofi; in Duisburg Arbeitersckretär Gronowski; in H a g e n Arbeu'."> sekretär Bockerp in Saarbrücken Gewcrkschaftssekretär WerneruS; in Osnabrück Arbeiiersekretär Schwertmann. Dav sind die bisher aufgestellten Arbeiterkandidaturen des Zentrums. Diese Kreise sind derart„aussichtsreich", daß nur einer davon im Besitz des Zentrums war(Essen) und dieser eine zuletzt auch nur in der Stichwahl mit knapper Not gewonnen werden konnte; in Bochum. Dortmund wie Duisburg ist das Zentrum durch die Sozialdemokratie aus der Stichwahl herausgedrängt worden, und in den übrigen der genannten Kreise hat eS das Zentrum bisher überhaupt noch nicht zur Stichwahl gebracht. Das ist also die Art, ivie das Zentrum die Forderung der katholischen Arbeiter wegen Zulassung zur parlamentarischen Vertretung erfüllt. Wenn das Zentrum in den genannten industriellen Kreisen Arbeiter aufstellt, so deshalb, weil es durch eine Arbeitcrkandidaiur immer noch bessere Geschäfte zu machen hofft, als durch Kandidaten aus der besitzenden Klasse; es ist ein Konkurrenzmanöver gegen- über der Sozialdemokratie. Wie im übrigen diese Arbeiterkandi- daturen von den biederen Zentrumsleuten angesehen werden, zeigt die Auslassung eines Zentrumsblattes nach der Reichstagswahl in Duisburg im Jahre 1898, wo der ultramontane Kandidat, Sattler Molz, mit dem liberalen Kandidaten. Kommerzienrat und späteren Minister Möller in die Stichwahl kam: „Wir hätten trotz alledem noch siegen können, wenn nicht viele von den„besser situiertcn und gebildeten" Katholiken. denen— offen muß diese Wunde aufgedeckt werden— ei» Ar, beiierkandidat nicht paßte..., für Möller gestimmt hätten." So zu lesen in der„Germania", Nr. 143, Zweites Blatt, vom 3. Juli 18931 Stellen wir also noch einmal fest: daS Zentrum hütet sich. Arbeitertandidaten in sicheren Wahlkreisen aufzustellen; wo das Zentrum Arbeiterkandidaten aufstellt, geschieht eS als Kon« kurrenz manöver gegen die Sozialdemokratie, wobei es dann, nach dem Eingeständnis der„Germania", vor- kommt, daß die besseren und gebildeten Zentrums» leute aus Haß gegen den„schlichten Mann aus der Werkstatt" für den liberalen Gegner stimmen. Wir sind begierig, was die„Kölnische Volkszeitung" auf diese Feststellungen zu erwidern hat. Veutlckes Reich* Was bezweckt das Zentrum im Wahlkampf?! Das„Verl. Tagebl." weiß von allerlei schwarzen Plänen zu berichten, die es von einer zuverlässig unter« richteten Seite erfahren haben will. Die Mitteilungen tragen zwar mehrfach den Stempel der Uebertreibung beut« lich zur Schau, in ihrer Gesamttendenz dürften sie aber trotz- dem richtig sein. Dem Blatt wird von seinem Gewährsmann geschrieben: „Aus zuverlässiger Quelle erfahre ich über die Wahltaktik, auf die sich die Zentrumsführer geeinigt haben, einige inter- essante Einzelheiten. Danach geht das Zentrum, das offenbar mit einer gewissen Verringerung seiner Mandate rechnet, darauf aus. sowohl die Rechte wie die äußer st e Linke auf Kosten des bürgerlichen Liberalismus zu stärken. Man will den Nationalliberalen Abbruch tun, wo man kann, gleichgültig, ob das zugunsten eines Konservativen oder eines Sozialdemokraten geschieht. Dasselbe Schicksal will daL Zentrum dem Freisinn bereiten, den es zu»zerreiben" ga. denkt. Auch den Polen will das Zentrum gegen liberale Kandi- daten seine Unterstützung leihen. Im einzelnen ist über diese Taktik der Klerikalen folgendes festzustellen: In sämtlichen niederschlesischen Wahlkreisen wird das Zentrum bereits im ersten Wahlgange seine Anhänger zur Stimmabgabe für den konservativen Kandidaten abkomman dieren, um, so weit es möglich ist, diesen und nicht den frei sinnigen Kandidaten in die Stichwahl mit dem Sozialdemokraten zu bringen. Wie sich der Freisinn dann in der Stichwahl ver hält, ist dem Zentrum gleichgültig; es erreicht seinen Zweck, ob nun der Reaktionär oder der Genosse schließlich gewählt wird In einzelnen Wahlkreisen, zum Beispiel in denen des Groß Herzogtums Hessen, wird das Zentrum überhaupt Wahl enthaltung üben, um den Nationalliberalen zugunsten der Sozialdemokraten oder der Konservativen Abbruch zu tun. In Bayern wird das schwarz-rote Wahlbündnis, das bei den LandtagSwahlen so schön funktioniert hat, auch für die Reichs- tagswahlen aufrecht erhalten werden.... Ganz besonders haben es die Zentrumskommandanten auf einzelne ihnen besonders mißliebige liberale Abgeordnete ah gesehen. So werden in Kreuznach-Simmern, wo Herr Paaschs kandidiert, mehrere tausend Zentrumsstimmen für den vom Bund der Landwirte und den Konservativen aufgestellten, früher nationalliberalen Herrn v. Klöden abkommandiert werden, um Herrn Paaschs, sei es in der Hauptwahl oder in der Stichwahl, das Mandat abzujagen.... Auch die freisinnige Kandidatur Kämpf in Berlin l gedenkt das Zentrum zu Fall zu bringen, indem es Wahl enthaltung übt. Das würde bei der Stichwahl in der Tat den Sieg des Sozialdemokraten Arons sehr wahrscheinlich machen. Mit dem Wahlsieg Arons' will das Zentrum ausgesprochenermaß en der Regierung einen Tort antun: lieber der Rcichshauptstadt soll das rote Banner wehen, die Regierung soll inne werden, daß das Zentrum nicht mit sich spaßen läßt." Ein nüchtern rechnender Realpolitiker ist der Gcwährs tnann des„Berl. Tagebl." kaum. Er hat, wie die Aus führungen über die Kandidatur Kämpf beweisen, reichlich viel Phantasie und sieht die politische Welt durch eine frei sinnig-konkav geschliffene Brille. Zieht man diesen Sehdefekt ab, dann ergibt sich lediglich die von uns schon mehrfach hervorgehobene Tatsache, daß das Zentrum dahin strebt, die bisher von ihm innegehabte maßgebende Stellung wieder- zuerlangen und zu diesem Zweck die Entstehung einer kon- servativ-liberalen Mehrheitskombination zu hintertreiben sucht. Es ist nicht besonderer Haß gegen den Liberalismus, der es dazu treibt, die liberalen Mandate zu vermindern, sondern lediglich die Erwägung, daß, wenn der konservativ- nationalliberal-freisinnige Block die Mehrheit im neuen Reichstag erlangt, es der Regierung einfallen könnte, ver- suchsweise liberal-konservativ zu regieren und das Zentrum, wenn auch nur zeitweilig, auszuschalten. Solche Kon- stellation will das Zentrum um jeden Preis verhüten. Die Regierung soll sich, wenn möglich noch mehr als bisher, auf das Zentrum angewiesen sehen. Das ist das klar erkennbare Ziel der Wahltaktik des Zentrums. Wenn das Mossesche Blatt das inimer noch nicht begriffen hat, und, um diese Taktik halb zu kapieren, erst der Erleuchtung durch allerlei Enthüllungen sogenannter zuverlässiger Gewährsmänner be- darf, dann beweist es nur, wie politisch kurzsichtig es ist.— Was dahinter steckt! � Die„Deutsche Tagesztg.", die ja ihren Bülow ln Herz und Nieren kennt, verrät ein wenig unvorsichtig. weshalb man in Wüst-West auch nach Beendigung des Krieges eine starke Kolonialarmee zu behalten wünscht. Das Bündler- organ schreibt: „Deshalb ist es eine Forderung der Selbsterhaltung und der Sparsamkeit, die Schutztruppe in Südwestafrika noch geraume Zeit in genügender Starke zu erhalten. Man sehe doch den Dingen und den Verhältnissen, wie sie tatsächlich sind, kühl, ruhig und scharf ins Auge I Wir haben in Südwestasrika nicht nur die Angelrgeuheiten des Schutzgebietes selbst im Aug« zu behalten, sondern müssen fortgesetzt unsere Austnerksamkeit den tSrenzverhältnissen zuwenden. Wir befinden uns dort, wie von keiner Seite bestritten werden kann, in einer sehr exponierten Stellung. Diese Stellung legt gewisse Verpflichtungen auf, deren Vernachlässigung sehr bedenklich, ja in hohem Grade gefährlich sein könnte. Gerode für solche Verhältnisse ist eine ausreichende, stets bereite Truppe die beste Sicherung deS Friedens." Also der englischen Nachbarschaft wegen sollen in Wüst- West 5— TOOO Mann ständig stehen bleiben l Ist es gleich Wahnsinn, so hat es doch Methode!— Tiefgründige Weisheit. In dem Bemühen, der Sozialdemokratie Mandate abzujagen, leistet sich die reaktionäre Presse immer neue Entdeckungen. Erst vor wenigen Tagen las man in bürgerlichen Blättern, daß die Sozialdemokratie den weitaus größten Teil ihrer Mandate nicht eigener Kraft, sondern nur der Lässigkeit der bürgerlichen Wähler verdanke, denn alle Wähler, die nicht ihre Stimme abgäben, seien nicht etwa politisch indifferent, sondern liberal oder konservativ. Inzwischen hat ein anderer patriotischer Schlaukopf heraus- gefunden, daß noch ein anderer, viel wichtigerer Faktor die sozial- demokratischen Wahlsiege bewirkt— nämlich die cholerische Ver- anlagung mancher deutscher Spießbürger und die in dieser Eigen- schaft begründete Manie, sich über die deutschen Beamten zu ärgern. Die Wochenschrift„D e r D e u t s ch e" schreibt und nationalliberale Blätter drucken diese tiefgründige politische Weisheit nach: „Noch wichtiger, als das Flottmachen der NichtWähler, ist das Festhalten der Mitläufer der Sozialdemokratie. Das ist das unabsehbare Heer der politisch Gedankenlosen, die sich über irgend einen Vertreter der Staatsallmacht geärgert haben. Man wird ihnen das Hirn nur sehr allmählich mit h i st o r i s ch e m Sinn und nationalem V e ra n t w o r t l i ch k e i t S- g e f ü h l wieder füllen können. Aber man kann, durch un- ermüdlichc, immer wieder erneute Agitation in Wort und Schrift und Beispiel, es wenigstens erreichen, daß einige Ursachen der 'Verärgerung wegfallen. Die wesentlichsten sind die Art der Behandlung des Publikums durch dic Herrgötter jedes Bureaus, jedes Schalters, jedes grünen Tisches. Wem von uns ist es noch nicht passiert, daß er in ganz überflüssig barschem Tone Bescheid erhielt— bis der Beamte erfuhr, man sei Reserve- offizier oder habe mit dem Herrn Schulrat schon gesprochen oder • erwarte Nachricht von dem Onkel Exzellenz.... Man hält es nachgerade für selbstverständlich, daß der Wachtmeister auf dem Revierbureau, um„Respekt" zu erwecken, den Gruß des Ein- tretenden nicht erwidert und überhaupt erst nach fünf Minute n vom Pult aufblickt. Man hört es. wie ein- fache Leute mit unklarem Gedankengang als Zeugen von un- geduldigen Richtern angefahren werden, man erlebt es, wie jeder um eine Unfallrente Kämpfende vor dem Schiedsgericht als Simulant und Verbrecher sich verdächtigen lassen muß— und da kommen die Mitläufer her. Die Beamten meinen es ja nicht I bös, sind gutmütige deutsche Spießbürger, wie die vor ihnen Stehenden auch, aber mit dem Mißverständlichen! fängt es an und mit den roten Stimmzetteln hört es auf." Es mag schon sein, daß einzelne Personen in ihrem Aerger über das Auftreten der deutschen und speziell der preußischen Burcaukratie sozialdemokratische Stimmzettel abgeben; aber wir wissen einen Faktor, der noch viel mehr Wähler ins sozialdemo- kratischc Lager treibt! Das ist die Dummheit gewisser auchliberaler Zeitungsschreiber und Politiker. Aus Aerger über den ihnen von diesen tagtäglich aufgetischten Unsinn greifen die Leute nicht nur zum sozialdemokratischen Stimmzettel, sondern auch zur sozial- demokratischen Lektüre und sind dann auf immer für die Ein- fältigkeiten der nationalliberalen Presse verloren. Und das beste ist, dieser Faktor läßt sich nicht ändern, denn die Dummheit be- sagter Zeitungsschreiber läßt sich nicht ändern, da sie auf erblicher Anlage beruht und den davon Befallenen selbst nicht zum Bewußt- sein kommt. Sie öffnen das Visier! Wir lesen in der„Vossischen Zeitung": „In allen Wahlaufrufen und Wahlartikeln der Sozial demokratie ist von ihren eigentlichen Zielen nicht die Rode, nichts vom Klassenkampf, nichts von der Beseitigung des Privateigentums an Grund und Boden, an Fabriken und Pro- duktionsmitteln. Die Bürgerschaft wird dessen gleichwohl nicht vergessen, sie wird eingedenk sein, wie die Sozial- demokratie in jede Werkstätte, in jedes Handelshaus, in jeden Betrieb Unfrieden und Streit trägt, wie sie nicht die soziale Versöhnung der Arbeitgeber und Arbeit- n e h m e r, sondern die Schärfung der sozialen Gegensätze als ihre Aufgabe betrachtet, und deshalb wird die liberale Wähler- schaft es als ihre Pflicht ansehen, die Sozialdemokratie in der Reichshauptstadt zurückzudrängen und die Mandate nach Möglichkeit freisinnigen Männern zu übergeben. In besonderem Maße wird, wer immer noch einen Funken Liberalismus in sich fühlt, diese Pflicht im ersten Wahlkreise empfinden." Das ist wenigstens Politik der Offenherzigkeit. Die Freisinns- tante beginnt mit den„eigentlichen Zielen" der Sozialdemokratie und geht dann dem Unternehmertum nach dem Vorbild der „Post" um den Bart! Sie will die Unternehmer gegen die Be- unruhigungen der Sozialdemokratie schützen, sie will den Kühne- männern und Konsorten Helfersdienste leisten! Auf die Sozial- demokratie schlägt sie, und jede ernste gewerkschaftliche Tätigkeit meint sie! Glückauf zu dieser freisinnigen Säuberung Berlins!— Zur Fleischteuerung. Der soeben erschienene Jahresbericht der Hamburger Handelskammer für das Jahr 1906 enthält über die Fleischteuerung und ihren Einfluß auf die Lebenshaltung der ärmeren Volksschichten folgende Aeußerung: „Die Fleischteuerung, die wir in unserem letzten Bericht zu erwähnen hatten, hat sich in diesem Jahr zum Teil unter der Wirkung der erhöhten Zölle weiter verschärft und hat, zumal bei der gleichzeitigen Preissteigerung vieler anderer Lebens- bedürfnisse, nicht nur den sozialdemokratischen Führern ein zug- kräftiges Agitationsmittel in die Hand gegeben, sondern sich tatsächlich im Haushalt, namentlich der minder- begüterten Klassen, aufs empfindlichste be- merkbar gemacht und bedeutende Lohnsteigerungen zur Folge gehabt.(?? d. Red. d.„Vorw.") die bei einem Abflauen der Geschäftstätigkeit wegen der Erhöhung der Produktionskosten die Konkurrenzfähigkeit der deutschen Industrie im Auslande ernstlich schwächen müssen. Für Hamburg hat der Senat in der Mitteilung an die Bürgerschaft vom 12. dieses Monats auf Grund der EntWickelung der hiesigen Vieh- und Fleischpreise in den letzten Jahren die Uebcrzeugung ausgesprochen, daß es geboten erscheine, in jeder tunlichen Weise auf eine Ermäßigung derselben hinzuwirken. Wenn die diesbezüglichen Anregungen des Senats sowie vieler Stadtvertretungen und Handelskammern bei dem Herrn Reichskanzler bisher wirkungslos gewesen sind. bielmehr die Reichsregierung sich dieser Erscheinung gegenüber vollständig untätig verhielt, ja sogar durch ver- schärfende Ausführungsbestimmungen zum Fleischbeschaugesetz die Einführung aus- ländischen Fleisches noch weiter erschwerte, so zeigt das von neuem, bis zu welchem Grade gegen- wärtig alle anderen wirtschaftlichen Jnter- essen hinter den Wünschen und Forderungen der Landwirte zurückgestellt werden." Diese Lamentationen sind zwar an und für sich richtig; sie haben aber so lange nicht den geringsten Wert, als die Hamburger Kaufmannschaft und ihre Presse, aus Rücksicht auf die ihr aus der Weltpolitik zufließenden materiellen Vorteile sich immer wieder nach einigem Mäkeln in den Dienst der von der Regierung be- tricbcnen Wirtschaftspolitik stellt. Zentrum und Bülow. „Zu dem Reichskanzler Fürsten Bülow habe ich volleSVer- trauen, er ist ein friedliebender und besonnener P o l i ti ke r!" So sprach der Abgeordnete Freiherr von Hertling auf der Versammlung des Provinzialkcmmees der westfälischen Zentrumspartei am 2. Oktober 1906. Es wäre interessant, zu wissen, wie jetzt das Zentrum über den Fürsten Bülow denkt.— Herrenhäusler. In das Herrenhaus sind, berufen: Der erste Bürgermeister der Stadt Potsdam, Vosbcrg, als Nachfolger des am 29. Oktober v. I. verstorbenen Oberbürgermeisters Jaehne und der Landgraf Chlodwig Alexis Ernst von Hessen-Philippsthal- Barchfeld als Haupt der jüngeren Philippsthaler Linie des hessischen Fürstenhauses und Nachfolger seines am 16. August 1905 ver- torbcnen Vaters, des Landgrafen Alexis von Hessen-Philippsthal- Barchfeld, Generals der Kavallerie ü l» suite der Armee. Das GcistcSniveau des Herrenhauses wird durch die Neu- ernannten schwerlich erhöht werden.— Ein neuer Bischof. In Fulda hat heute die Wahl eines neuen Bischofs für den durch den Tod des Bischofs Endert erledigten Fuldaer Sitz stattgefunden. Aus der Wahl hervorgegangen ist der Domkapitular, Professor und Regens des Bischöflichen Priester- scminars, Dr. Damian Joseph Schmitt.— Husland. Frankreich. Gegen die Pfaffenherrschaft, Seinem großen Erfolge in der Deputiertenkammer konnte Kultusminister Briand am Freitag einen nicht minder großen und glänzenden Erfolg im Senat anreihen. Zur Debatte stand die Ergänzungsnovelle zum Trennungs- gesetz, die von der Deputiertenkammer am 21. d. M. mit 388 gegen 146 Stimmen angenommen worden ist. Die Gegner des Gesetzes, die das Wort ergriffen, die beiden Advokaten Las-Cases und Lamarzellc. boten Briand so breite Angriffsflächen, daß es ihm nicht gerade schwer fiel, sie und die gesamte Gegnerschaft des Trennungsgesetzes in glänzendem Stile abzufertigen. Er wieder- holte, was er bereits vor den Deputierten gesagt hatte: Er habe zahlreiche Besuche von Priestern, Bischöfen und Erzbischöfeu erhalten, die sich einverstanden und bereit erklärten, unter den durch das Gesetz geschaffenen veränderten Zuständen im Dienste ihrer Kirche weiter zu fungieren. Daß alle diese sich nachher doch nicht unterwarfen, sei ausschließlich auf den Befehl des Papstes zurückzuführen. Man könne keine katholische Hierarchie zulassen. die besondere Rechte mit sich bringe, welche unter Aufsicht einer auswärtigen Macht ständen. Er werde sich mit Rom in keine Be- sprechungen einlassen, denn das monarchische Papsttum und die demokratische Republik seien mit einander unvereinbar. Ucbrigens würde auch jede Verhandlung überflüssig sein. Briands Rede fand so starken Anklang, daß(vom Senat!) der öffentliche Anschlag der Rede des Ministers mit 183 gegen 86 Stimmen beschlossen wurde. Damit war die Generaldiskussion beendigt. Die Spczialdebatte wurde auf Sonnabend vertagt. Bei Schluß der Redaktion liegt noch keine Meldung über die Sonnabend-Sitzung des Senats vor; es ist also nicht einmal sicher. ob es bereits zur Abstimmung kam. Soviel läßt sich indessen mit Gewißheit voraussagen, daß auch vom Senate die Ergänzungs- Novelle angenommen werden wird— sonst wäre ja der mit so großer Majorität gefaßte Beschluß, Briands Rede zu plakatieren, geradezu unverständlich. »»* Der„heilige Vater" hatte sich einen hübschen Trick ausgedacht: Er ließ allen beim Vatikan„akkreditierten" Regierungen einen Protest wegen Montagninis Ausweisung aus Paris zugehen. Die Antwortnoten der Mächte sollten veröffentlicht werden. Nun haben ihm aber Rußland, Oesterreich, ja sogar seine beiden Lieblinge Spanien und Belgien einen dicken, dicken Strich durch die schöne Rechnung gemacht: sie ließen einfach den Empfang der Protestnote bestätigen— wie man etwa dem Schlächter den Empfang einer Sendung Wurst bestätigt— nichts mehr, nichts weniger! Da dieses vortreffliche Beispiel bei den anderen Nationen Nachahmung finden dürfte, steht der gute lPio Deeimo als blamierter Mitteleuropäer da, und die geplante„Veröffentlichung der Antwortnoten" muß unterbleiben. Eine göttliche Komödie!— Amerika. Die Erbschaftssteuer. Unter den Mitteln, mit denen der Prä- sident gelegentlich droht, um„die großen Vermögen zu zerschlagen". figuriert auch die Erbschaftssteuer. Im Kongreß ist jetzt eine Vor- läge zur Einführung der Erbschaftssteuer eingebracht worden. Tie Rede, die der Abgeordnete Perkins zu ihrer Verteidigung hielt. wird in der Presse vielfach besprochen. Perkins bezeichnete dw Erbschaftssteuer als die gerechteste aller Steuern: sie ver- hindere nicht, daß ein Bürger alles das genießt, was er besitze und erwerbe, denn sie trete erst nach seinem Tode ein. Das Erbrecht sei ein durchaus künstliches Recht; es bestehe nur. weil der Staat es schütze. Ueberhaupt gäbe es keinen Reichtum ohne den Schutz des Staates. Wenn Rockefeller in Patagonicn geboren wäre, hätte er es nie zum Millionär gebracht; seinen Reichtum verdanke er nur der Gesellschaft und der Regierung der Vereinigten Staaten. Eine Erbschaftssteuer sei nicht sozialistisch: sie bestehe in England. und man werde doch nicht den englischen Lordoberrichter Coleridge als zu radikal verdächtigen wollen, wenn er sage:„Das Erbschafts- recht ist nur du künstliches Recht."— In Betracht komme nur die Frage der Z w e ck m ä ß i g k e i t. Es sei natürlich und auch lobens- wert, wenn Eltern ihren Kindern etwas hinterlassen wollen, um ihnen den Vorteil guter Erziehung und einer vernünftigen Aktions- freiheit während ihres Lebens zu verschaffen. Etwas ganz anderes aber sei es. wenn ein Kind 50 oder 100 Millionen Dollar erben könne. Der Staat sei nicht verpflichtet, dies ruhig zuzulassen, ohne bohen Tribut zu erheben. Der Wunsch eines Mannes, daß seine Nachkommen zu den reichsten Leuten des Landes gehören, sei keiner Berücksichtigung wert. Sicherlich diene es den Töchtern amerika- nischer Millionäre nicht zum Vorteil, wenn sie durch ihren Reich- tum in die Versuchung geraten, wertlose europäische Edelleute zu heiraten. Perkins verspricht sich von einer hohen Erbschaftssteuer noch manchen Nutzen insoweit, als viele reiche Leute mehr geneigt fein würden, mit ihrem Gelds schon bei Lebzeiten gemeinnützige Unter- nehmungen zu schaffen. Die Steuer werde sicher kommen, diel- leicht schon in naher Zeit, so erklärte der Redner. Sie werde dem Staate nützlich sein, ihm bei der Lösung der sozialen Probleme helfen, sie werde den Unternehmungsgeist und den Wunsch, große Vermögen zu erwerben, nicht lähmen, die bestehenden Uebelstände mildern, niemand schaden und allen nützen. Sind die Ausführungen Perkins auch weder neu noch ein- wandsfrei, noch aus hervorragend sozialer und ökonomischer Er- kenntnis geboren, so kommt ihnen doch wenigstens das eine Ver- dienst zu. die D i s k u s s i o n der Frage in Amerika neu angeregt und so wenigstens der Agitation ini Sinne der Einführung der Erbschaftssteuer einen neuen Impuls verliehen zu haben. GewerKscKaftHöKes. (Siehe auch 1. Beilage). Die Aussperrung in Lodz. �'s am Freitag wurden sämtliche dem Fabrikantcnverband ange- hörenden Fabriken geschlossen, da die Arbeiter der Fabrik Posznanski die ihnen gestellten Bedingungen nicht angenommen haben. Durch diese Maßnahme sind 40 090 Arbeiter beschäftigungS- los geworden. Lodz, 29. Dezember.(W. T. B.) Nachdem die von dem Ver- band der Banmwollfabrikanten beschlossene Aussperrung durchgeführt worden ist, sollen die dadurch arbeitslos gewordenen hier nicht zu, ständigen Arbeiter ausgewiesen werden. Letzte JVachriebten und Depefchen. Die Kirche vor dem Senat. Paris, 29. Dezeniber. Der Senat fährt in der Beratung des Gesetzentwurfs betreffend die Ausübung des Kultus fort. Gourju macht die Regierung für die gegenwärtigen Schwierigkeiten ver- antwortlich und verlangt die Verwerfung des Gesetzes, damit man mit Rom in Verhandlungen treten könne. Der Berichterstatter Maxime Lecomte erwidert: Der Heilige Stuhl hat den Bruch ver- schuldet. Die Katholiken leisten Widerstand, um dem Papst zu ge- horchen, sie haben nicht das Recht, von einer Beraubung zu sprechen. Guillier verlangt gleichfalls, daß die Regierung mit Rom ver- handle; der Gehorsam der Priester gegenüber dem Heiligen Stuhl könne ihnen nicht zum Vorwurf gemacht werden, denn sie wollten nicht schismatisch werden. Briand unterbricht den Redner mit der Bemerkung: Also um dem Papst zu gehorchen, können Priester den Gesetzen ungehorsam sein. Guillier fährt in seiner Rede fort und hebt hervor, Briand habe anerkannt, daß der Klerus von dem Geist der Versöhnung beseelt wäre. Briand unterbricht nochmals und erwidert: Ich habe nicht gesagt, der ganze Klerus, ich habe gc- sagt Priester. Ter erste Artikel des Gesetzentwurfs wird sodann angenommen. In Beaunvortung einer Anfrage erklärt Briand, die Güter der geistlichen HülfSgcscllschaftcn werden den Wohltätigkeitsmstituten an- heimfallen, aber auch in Zukunft zur Zahlung der gegenwärtigen Pensionen an die Priester dienen. Artikel 2, 3 und 4 des Gesetz- cntwurfcö werden angenommen. Richter Lynch. New Jork, 29. Dezenter.(B. H.) 40 vermummte Männer drangen vergangene Nacht in ein Gefängnis, fesselten die Gefängnis- Wärter und lynchten einen gewissen Lcbcrg, der wegen Mordes unter Anklage stand. KeiantS. Redakteur: Hgus Weber, Berlin. Inseratenteil vcrantwu Tö. Glocke, Berlin. Drnck u. Verlag: Vorwärts Bllchdr.u.VrrlagsanWt Paul Singer ch Co., Berlin S.W. Hierzu 3 Beilagu». Nr. 303. 23. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 30. Dezember 1906. Die russische Revolution. Wahltätigkeit der Sozialdemokratie in Petersburg. von Arbeitern Soziales. Bon den Anordnungen auf Achtuhr- Ladenschluß für einzelnestunden treffen, muß dieser sich den Anteil an der Konjunktur in Auch sollte die Mitarbeit untersagt werden, wenn sie zu einer Schäder überwiegenden Zahl der Fälle überdies noch erkämpfen. Welche digung der allgemeinen Parteiinteressen führen könnte. Vergeudung an Produktivkraft für die Volkswirtschaft, welche Die Debatte verlief resultatlos. Bei der Abstimmung nach niederdrückende Wirkung für das Niveau des Arbeiters! Es ist Mandaten wurde der bisherige Zustand mit 166 gegen 65 Stimmen In der letzten Zeit arbeiteten die sozialdemokratischen Organi- mehr als fraglich, ob in einzelnen Fällen hartnäckiger Lohnkämpfe aufrechterhalten. Die Mitarbeit an der Bourgeoispresse bleibt also fationen in Petersburg eifrig daran, die Kandidaten, die als der spätere Gewinn nicht bereits vollständig von den vorangehenden unbeschränkt. Fabrikvertreter und als Wahlmänner für die Arbeiterkurie Verlusten absorbiert wird. Für alle Fälle ist der Entgang an aufgestellt werden sollen, zu bestimmen. Es wurden in den Fabrilen Berfammlungen von sozialdemokratischen Arbeitslöhne ein Passivposten, der in der Jahresbilanz der Arabgehalten und die Kandidaten durch geheime Stimmabgabe beiterklasse von nachhaltigem Einfluß ist, will man den„ Gewinn" bestimmt. Außerdem werden gegenwärtig den Wahl an der Konjunktur für die durchschnittliche Erhöhung der LebensBranchen.. kommissionen der sozialdemokratischen Partei Versammlungen haltung richtiger, als es sonst geschieht, ermessen. veranstaltet, an denen die mit der Sozialdemokratie Sympathisierenden Halten wir uns übrigens ein sonst ganz willkürlich gewähltes meinde Mühlhausen i. Th. eine Anordnung der höheren VerAuf Grund des§ 139 f der Gewerbeordnung war für die Geaus der Arbeiterschaft und auch aus anderen Kreisen teilnehmen. Bahlenbeispiel vor Augen, das nur für die Veranschaulichung, nicht waltungsbehörde ergangen, wonach für verschiedene Branchen der In diesen Versammlungen wird das Programm und die Taltit der für die Berechnung dienen soll. Bei einem 14arbeitstägigen Lohn- sogenannte Achtuhr- Ladenschluß einzutreten hatte. Eine Anzahl Sozialdemokratie flar gemacht und werden die Fragen, welche die kampfe ergibt der Entgang an Arbeitslohn für einen qualifizierten Geschäftsleute, die wegen Uebertretung der Anordnung angeklagt Duma, die Wahlvereinbarungen u. dgl. betreffen, mit besonderer Aus- Arbeiter 3. B. 45,50 M., wenn wir den durchschnittlichen Tages- worden waren, fochten die Gültigkeit dieser Anordnung an. führlichkeit behandelt. Dieselben Fragen werden auch auf Meetings, die Sie häufig in den Fabriken abgehalten werden und in Privatwohnungen, wo verdienst mit 3,25 M. fixieren. Nach beendetem Ausstand erhöht machten geltend, der Antrag auf Erlaß einer solchen Anordnung Parteimitglieder zusammenkommen, lebhaft erörtert. Die bereits sich der Lohn um 25 Proz., also auf 4 M., was dem heute zur Be- set in Wirklichkeit nicht, wie erforderlich, von mindestens zwei bestimmten Kandidaten, welche die Partei als Fabritvertreter auf rechnung der Kassenbeiträge üblichen Lohndurchschnitt entspricht. Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber gestellt worden. Das stellen wird, halten Konferenzen ab. Die in der Arbeitermasse ein- Dieser Verlust auf die tägliche Lohndifferenz von 75 Pf. aufgeteilt, Anordnung für gültig und führte dazu aus: Der Einwand der Kammergericht als Revisionsinstanz erachtete indessen die flußreichsten und besonders populären Arbeiter kommen zu Beratungen würde zu seinem Hereinbringen die Zeit von zwei Monaten be- Angeklagten könne vom Richter nicht beachtet werden. In der zusammen. Die Sozialdemokraten haben auch Agitatorenschulen für nötigen. Hätten wir gar die neue Löhnung zur Basis der Ver- Publikation der Anordnung felber fei gesagt, daß sie auf Antrag Arbeiter eingerichtet. luftberechnung genommen, so brauchte der Arbeiter 2½ Monate von mindestens zwei Dritteln der beteiligten Geschäftsinhaber Außer dieser in der Arbeiterkurie entfalteten Tätigkeit sind für um den Entgang aus seinem Mehrverdienst herauszuschlagen. erlassen werde. Das sei entscheidend für die Gültigkeit der Andie städtische Kurie St. Petersburgs neun Bezirkskommissionen Erst was nun folgt, ist Geschenk der Konjunktur. Nun währt eine ordnung. gebildet worden, welche gegenwärtig eine Enquete durchführen zum Die Freisprechung mehrerer Angeklagten billigte das Zweck der Feststellung: auf wie viel Stimmen die Sozialdemokratie erhebliche Zahl aller Lohnkämpfe länger als 14 Tage und zum Kammergericht, weil Parfümerien und Toiletteseifen, um deren rechnen kann und für welche Parteien die Wähler, bei denen die allergeringsten Teil bringen sie 25 Broz. Erhöhungen. Man wird Verkauf nach 8 Uhr abends es sich bei ihnen handelte, keine LurusDie Verurteilung der Umfrage geschieht, bei den vorigen Wahlen gestimmt haben. Die daher den gepriesenen Anteil der Arbeiterklasse an der Konjunktur artikel im Sinne der Anordnung feien. Petersburger Sozialdemokraten haben endlich ein Komitee gewählt, auch um der Kampfestoften willen gewaltig herabsetzen müssen. genügend begründet. Ihre Sache soll nochmals die zweite Instanz Angeklagten Herbschlepp und Zeiß fand das Kammergericht nicht das die Herausgabe von Flugblättern und Broschüren bewerk Gine genaue Bilanz müßte überdies auch die faux frais, die zweck beschäftigen. H: und 3. handeln mit Waren, die von der Anstelligen foll losen Kosten, das sind hier die Kosten erfolgloser Ausstände nicht ordnung betroffen werden und auch mit solchen, bei denen das vergessen als Passivposten einzustellen. Gewiß ist also nach alledem: nicht der Fall ist. Unter diesen Umständen, so meinte das KammerDer„ Rusi. Korresp." wird aus Petersburg geschrieben: Mag auch die längere Konjunktur schließlich in der Lebenshaltung gericht, brauchten sie allerdings nicht um 8 Uhr das Geschäft zu Ungeachtet der kritischen Lage, in der sich unser Staatsschatz be- des Arbeiters merkbar werden, so bedeutet sie keinesfalls jene schließen, wie es die müßten, welche nur Waren hätten, die unter findet, einer Lage, die den Finanzminister veranlaßte, sich an den Größe, als die sie in der Gegenüberstellung der Geldlöhne fattisch die Anordnung des Regierungspräsidenten fielen. Jedoch müßten Ministerpräsidenten mit einem Schreiben zu wenden, in dem die erscheint. Bliebe selbst die geschwächte Kauftraft des Geldes weg, fie für die von der Anordnung betroffenen Waren von 8 Uhr ab Notwendigkeit der äußersten Sparsamkeit dargetan wird, wollen weg der Agrar- und Fleischwucher, so wäre in der Verringerung dann, wenn in ihren Geschäften solche Waren trotzdem noch nach die Verkaufsmöglichkeit ausschließen. Strafbar seien sie aber nur jezt fast alle Minister die Ausgaben ihrer Verwaltungszweige der Lohnzugeständnisse durch die Einbußen bei ihrer Erlangung 8 1hr verkauft würden. In der Beziehung waren die Fest= noch vergrößern. Das Kriegsministerium verlangt für die ein gewichtiger Subtrahend vom Erträgnisse der Arbeitskraft ge- ftellungen des Vorderrichters noch mangelhaft. ersten sechs Monate des des fünftigen Jahres 225 Millionen Rubel, also um 38 Millionen mehr als für den entsprechenden geben. Das Staatsbudget für 1907. Termin des laufenden Jahres. Diese Forderung begründet Nach der Konjunktur jedoch die Krise. Mit dieser zusammen der Minister durch die Notwendigkeit der Truppenverschiebung und wird das Bilanzergebnis für die Klassen sinnenfällig als aktives durch die bevorstehenden Verbesserungen in der Nahrung der Sol- dort, als passives hier erkannt. Das Ergebnis der Durchschnittsdaten, die den Zweck haben, den Militärunruhen vorzubeugen. Das rechnung des nationalen Gesamtkapitals, das zwischen den beiden Finanzministerium verlangt für die ersten sechs Monate 198 Millionen Polen des wirtschaftlichen Lebens beständig pendelt, wird nie zur Rubel anstatt der gewöhnlichen 179 Millionen. Diese Vergrößerung Unterbilanz ausarten. Denn auf dem Grundpfeiler des Profits Für Massenquartiere landwirtschaftlicher Arbeiter trifft die des Budgets erklärt das Ministerium für unbedingt notwendig. Bu baut sich jede Betätigung des Kapitals auf und einen gewissen Gegleich beabsichtigt es, die Umsäße des Schnapsmonopols zu vergrößern, winn wird auch der Gesamtdurchschnitt immer noch ergeben. Die da mit Gottes Hülfe" das Volk sich immer mehr dem Arbeiterklasse beschließt einen solchen Chklus mit effektiver Unter Saufen ergebe und die Nachfrage nach Schnaps immer wächst. Das Landwirtschafts- und Landverteilungsamt erbittet 21 Millionen bilang. Der umgekehrte Vorgang der sich nun vollzieht, ReRubel anstatt der früheren 18,25 Millionen. Das Ministerium des duktion der Akkordlöhne, der Arbeitszeit findet keineswegs in den Innern will 69 Millionen anstatt der früheren 68 Millionen haben. Die eingeengten Möglichkeiten der Anteilnahme an der Konjunktur geneue Million soll zur Verhinderung der Post- und Telegraphenstreils nügende Stüßpunkte, um nun Arbeitslosigkeit, Pauperismus, Elend dienen. Es ist aber bekannt, daß nur den höheren Beamten das jeder Art zu verhüten. Gehalt wesentlich vergrößert wurde! Das Justizministerium berlangt 28 Millionen anstatt der früheren 26 Millionen. " Das Noch stehen wir mitten drin im Flusse wirtschaftlicher Ministerium der Volksaufklärung, das bescheidenste von allen, ver- Profperität. Noch ist der Zenit nicht erreicht und es mag bis dahin langt nur 300 000 Rubel mehr als im vorigen Jahre( 22,1 Millionen noch einige Zeit verstreichen. Aber so sicher, als wäre es ein anstatt 21,8 Millionen). Es entschuldigt sich mit der Notwendigkeit, Naturgesek, hält zu gegebener Zeit die Krise ihren Einzug und das endlich mit der Einführung des allgemeinen Elementarunterrichts zu industrielle Leben wird in ihrem künstlichen Banne alsbald wieder beginnen. Die Ausgaben für die höheren Staatseinrichtungen find um 0,7 Millionen Rubel vergrößert worden. Nur das Budget des Ministeriums der Wegekommunikationen bleibt für die ersten sechs Monate unberändert. Dabei muß bemerkt werden, daß diefes Budget vom Ministerrat allein, ohne Teilnahme des Staatsrats bestimmt ist. erstarren. Die deutsche Arbeiterklasse geht jest mitten im Ueberschwange der Produktion zur Wahlurne. Möge sie sich vergegenwärtigen, daß die Krise alle Momente des heutigen volitischen Kampfes, Fleischwucher wie Zollpolitik, Getreidepreise wie Kartellfchraube konzentriert in der Niederdrückung und Berelendung ihrer wirtschaftlichen Existenz. Möge sie daher den kommenden Reichstag, der der Zeuge dieser Krise sein wird, zu einem Anwalt ihrer Sache gestalten. P. J. bom Knechte feine ländlichen Arbeiter! Welche Art Quartiere den ländlichen Arbeitern zugemutet werden und wie die Rechtsprechung dafür sorgt, daß selbst die winzigen im öffentlichen Interesse erlassenen Berordnungen für Waffenquartiere wirkungslos werden, zeigt folgender, fürzlich vor dem Kammergericht verhandelter Rechtsfall. Polizeiverordnung des Regierungspräsidenten zu Hildesheim vom 21. Mai 1893 verschiedene Vorschriften, die sich namentlich auf die Beschaffenheit der Räume beziehen. Auf dem Gute des Herrn Lüttig waren neben 10 Stnechten noch 4 Schweizer tätig. Diefe vier Schweizer schliefen in zwei Betten in einem Raum, der 1,93 Meter hoch( bis zu den Balken. 1,83 Meter), 3,57 Meter lang und 2 Meter breit ist. Dieser Schlafraum entspricht nicht den Vorschriften der Verordnung. Lüttig wurde deshalb wegen Uebertretung der Verordnung angeklagt und in zweiter Instanz auch Landgericht Hildesheim berurteilt. Nicht gelten ließ das Gericht seinen Einwand, daß er einen beſſeren Raum für die Leute bereit gehalten habe, fie aber den kleinen Naum vorgezogen hätten. Wenn das stimme, dann falle dem Angeklagten immer noch Fahrlässigkeit zur Lajt. Er hätte in diesem alle dafür sorgen müssen, daß die Schweizer auch wirklich den vo fchriftsmäßigen Saum benußen. Das Kammergericht gab jedoch der Revision des Angeklagten statt und sprach ihm mit folgender Begründung frei: Die Polizeiverordnung, die bei schaffen wolle, sei rechtsgültig. Ihre Anwendung sebe voraus die Maffenquartieren landwirtschaftlicher Arbeiter eine Regelung Unterbringung von mehr als sechs landwirtschaftlichen Arbeitern. Das Landgericht rechme nun die 10 Knechte und die 4 Milchschweizer zusammen und komme so zu der Feststellung, daß auf dem Gute mehr als sechs Arbeiter Unterkunft gefunden hätten. Diese Rechnung sei aber falsch. Die Knechte feien gar keine landmirtschaftlichen Arbeiter, sondern gehörten zum ländlichen Gefinde. Sie könnten hier nicht mitgerechnet werden. Es Léon Defuiffeaug' Bariser Begräbnis. blieben also die vier Schweizer und damit nicht mehr als sechs Arbeiter", denen Quartier gegeben werde. Aus diesem Gründe Paris, 27. Dezember.( Eig. Ber.) Gestern nachmittag wurde der Leichnam Léon Defuiffeaug' fei die Verordnung hier nicht anwendbar. auf dem Père Lachaise verbrannt und feierlich beigefeßt. Die Pariser Die wunderliche Anschauung des Kammergerichts findet weder ihren Stimmungsberichten eine auf halbe Jahre vergebene Pro- Parteigenossen waren dem Rufe der Parteileitung fehr zahlreich ge- in den Verhältnissen des wirklichen Lebens, noch im Gesch die duktion. Nirgends auf dem weiten Horizonte des Kapitalismus folgt und die Tranerzeremonie gestaltete sich, wenn sie auch der geringste Stüße. Knechte und ländliches Gesinde bleiben, auch noch ernstliche Anfäße für einen wirtschaftlichen Umschlag in Sicht, Brüffeler nicht gleichkommen fonnte, an der 20 000 Sozialisten teil- wenn sie als Gefinde gerechnet werden, ländliche Arbeiter. Das so daß die Ansage einer solchen lediglich Prophezeiung ist, wie sie genommen hatten, boch überaus würdig und eindrucksvoll. Bor bem ländliche Gesinde ist eine Art der ländlichen Arbeiter. Man darf sich aus der notwendigen Folge von Konjunktur und Strife leicht Statafalt sprach zuerst Genosse Furnemont, der besonders die auf die Begründung des schriftlichen Urteils durch das Kammercrgibt. Noch fehlt dem typischen Verlaufe der dramatische Höhe schöpferische Rolle des Verstorbenen bei der Gründung der sozia- gericht gespannt sein. punkt, das Finish des fapitalistischen Profitrennens und man ist listischen Partei Belgiens in Erinnerung brachte. Genosse Dubreuilh, weit eher versucht, die noch unmittelbar vor Jahresschluß auf- Sekretär des Nationalrats der französischen Partei, gab der Mitgetauchten weit ausgreifenden Gründungen der elektrischen In- trauer der französischen Sozialisten zum Herzen gehenden Ausdruck. dustrie für eine wirksame Einleiung solcher höchster Entfaltungssprachen ferner ein Vertreter der in Paris lebenden Belgier, ein Delegierter des deutschen Leseklubs, ein Vorstandsmitglied zu halten. Alles in allem, nahezu ungestörtes Glücksempfinden der Seine- Föderation. Nachdem Dr. Decoster im Namen der zur Jahreswende auf dem Kapitalsmarkte. Familie gedauft hatte, nahm Jules et eu im Namen der belgischen Arbeiterpartei Abschied von dem Toten. Die Asche wurde hierauf ins Kolumbarium getragen, wo Genosse Ma ès die Urne der Hut der franzöfifchen Sozialisten übergab. Jahresbilanz. Mit unverhohlener Befriedigung überschaut die Bourgeoisie diesmal ihr Arbeitsfeld, blidt sie zurück auf ein Jahr uneingeschränkter Erfolge, höchster Produktivität, anschwellender Profite. Ein vermindertes Kapitalrisiko, eine beständig im 24stündigen Arbeitstage ausgenußte Maschinerie, wachsende Preise auf allen Märkten. Führende Produktionsgruppen estomptieren bereits in D Aus der Partei. Mitarbeit an bürgerlichen Blättern. " Aus Industrie und Handel. Jahresbericht der Handelskammer, zu Berlin. Die Kammer versendet zur Jahreswende den 1. Teil ihres Jahresberichts für 1906, bestehend aus einem lleberblick über das Wirtschaftsjahr 1906" und einem Bericht über die Wirksamkeit der Handelskammer. Der 2. Teil mit den speziellen Berichten über die einzelnen Branchen soll im Laufe der nächsten Monate folgen. Aus dem erschienenen 1. Teile, der vom Zentralbureau der Kammer kostenlos abgegeben wird, teilen wir unseren Lesern zunächst folgende allgemein interessierende Abschnitte des Ueberblicks über das Wirtschaftsjahr 1906" mit: Uebrigens fehlt es troß der Gegenwirkung der günstigen Nonjunktur durchaus nicht an begründeten Slagen aus einzelnen Branchen, daß der Export unter den neuen Zöllen gänzlich oder nahezu unrentabel geworden sei. Und nun mag in den Spalten, deren Zweck es ist, diesen Empfindungen zur Jahreswende Ausdruck zu geben, wieder das hohe Lied dieses lebenspendenden, alle Produktivkräfte der Nation aus lösenden Kapitals ertönen. Das Konto der Arbeit an der Konjunktur ist trotz alledem lange nicht so kritifsicher, als es uns dieVertreter bürgerlicher Ordnung in solchen Jahren wirtschaftParis, 26. Dezember.( Eig. Ber.) lichen Hochgefühls glauben machen wollen, lange nicht so sicher, als Die Seine- Föderation hat sich in einer Nachversammlung ihres das höhere Dividendenteil, welches am Bankschalter sich reibungslos Kongresses mit einem Antrag der 17. Sektion beschäftigt, dessen und einwandsfrei ins Bare umsett. Es ist vielmehr relativ und Gegenstand die Mitarbeit von Parteigenossen, besonders von AbDie Entabsolut arg beeinträchtigt selbst innerhalb der Grenze, die ihm geordneten der Partei bei der bürgerlichen Brefie war. Besonders aber hat sich für unsere inländische Volkswirtschaft ohnedies durch die Natur des kapitalistischen Lohnsystems gesetzt wickelung der Partei ist tatsächlich an einen Bunft gelangt, wo sich ist. Hand in Hand mit der Belebung vollzieht sich das Einstellen diese Mitarbeit als arges Hindernis erweist. Die Parteipreffe, die im Berichtsjahre bereits die Laſt unserer eigenen Zölle auf landfich immer mehr als ein Bedürfnis der proletarischen Klaffen wirtschaftliche Artikel fühlbar gemacht. Wir mußten sie bereits als der Warenpreise auf einen höheren Stand. Erhöhte Preise auf bewegung darstellt, leidet insbesondere unter der Konkurrenz vom einen der Gründe für die Verteuerung unserer notwendigen LebensKohle, Petroleum, Eisenfabrikate, Textilwaren beschneiden zunächst Schlage der Petite République", die ihre sozialistische" Tendenz mittel, Getreide, Fleisch, Butter, Schmalz, Käse, Kohl usw., und den Mehrverdienst. Gesellt sich nun jene in ihrer Wirkung noch zwar auch auf dem Titel aufgegeben, aber einen ganzen Mitarbeiter- demnach auch für die Erhöhung der Löhne und somit der Selbstkosten weit einschneidendere Mifere hinzu, die heute unter dem Stichworte ftab von sozialistischen Deputierten behalten oder nachträglich ge- der Fabrikation erwähnen. Sierher gehört auch noch die Steigeder Fleischnot die Verteuerung alles unmittelbaren Lebensbedarfs wonnen hat, um ihren Kredit beim Arbeiterpublikum aufrecht zu er- rung der Zölle auf Pferde, welche diese unentbehrlichen Zugkräfte zusammenfaßt, so ist der Verminderung der Kaufkraft des Lohnes halten. Aber auch in der radikalen Presse wie bei den farblosen ganz außerordentlich verteuert haben mehr als genug, um den gesamten Wert der Konjunktur für die Informationsblättern find Sozialisten tätig, häufig auch im feften auf mehr oder minder große Savierigkeiten infolge der gode Redaktionsverband, so der Deputierte Varennes bei der LanLebenshaltung des Arbeiters in Frage zu ftellen. crhöhungen. So in Oesterreich- Ungarn die Silberwaren, KurzDies ist die eine, zurzeit schwerwiegendste Verkümmerung des terne"; der bekannte sozialistische Schriftsteller Paul Louis beim inb Galanteriewaren, Bronzevaren, Schriftlettern, Albums, Hüte, Betit' Parifien" und unzählige andere. Die ganze Erscheinung hängt Wollengarne, Seide, Samt ind Velvet, Maschinen für die Textilerhöhten Lohnes der Arbeitskraft. Doch auch die absolute Höhe mit der Entwickelung der Presse und der politischen Parteien in Frankreich industrie u. a. m. In der Schweiz u. a. die Kurz- und Galanterieder Lohnsumme bleibt nicht ungeschmälert, nicht„ Reingewinn" aus zusammen. Sie ist ebenso die Folge des Mangels einer wirklichen waren, Wäsche und Schürzen, Strumpfwaren, Herren- und Knabender erhöhten wirtschaftlichen Intensität. Wenn dies die Lohn- sozialistischen Parteipresse wie eine Ursache. Es ist zweifellos, daß fonfeftion in billiger Preislage, sowie Damentonfettion. Auch in kurven der Statistit, die die bürgerliche Preffe allemal gerne zum bie sozialistischen Journalisten heute viel zu zahlreich find, um bei den drei Donaustaaten zeigte der Konsum sich bei vielen Waren Andererseits wirkt die Tätigkeit nicht geneigt, die Zollberteuerungen zu tragen, obwohl heimische Beichen allgemeiner ökonomischer Besserung aufmarschieren lassen, der Parteipreffe unterzukommen. auch gänzlich verhüllen, da sie nur einen bestimmten Bohnzustand bei der Bourgeoispreffe auf fie unbedingt forrumpierend. Der Industrie dort ihm ja noch wenig Erjaß zu bieten hat. figieren, ohne die Art seiner Durchsehung zu berücksichtigen. Sinter empfindlichste Schaden aber, der aus dem Bestehen einer halb= Nach Belgien und Jialien, wo ja feine schutzöllnerische Tarifjeder faktischen Lohnerhöhung stedt aber der Lohnkampf. Während fozialistischen Presse entspringt, ist die Förderung des demokratischen revision stattgefunden hatte, wurden befriedigende Geſchäfte gemacht. Konfufionismus in den besiglosen Klaffen. Im Verkehr mit England ist ein bedauerlicher Ausfall in der den Trägern des Kapitals die Früchte der Konjunktur mühelos Die 17. Parteifeftion beantragte nun, daß der Nationalrat das sonst so bedeutenden Ausfuhr von Konfektionsstoffen und fertigen in den Schoßz fallen, sobald einmal erst die Besserung der wirtschaft- Recht haben sollte, die Mitarbeit bei einem antifozialistischen oder Kleidern zu verzeichnen. lichen Lage eingetreten, von persönlichen Mehrleistungen cinzelner fozialistelnden Blatt zu untersagen, falls dieses Blatt der Entwicke Die, Sinappheit und Teuerung der Erzeugnisse der Viehzucht. abgesehen, die übrigens auch den Arbeiter in Gestalt der Ueber- lung der unter Barteikontrolle stehenden Presse der Region schadete. die schon für 1905 festzustellen war, hat im Berichtsjahr nicht nur Artikel waren an der Preissteigerung beteiligt. um abzuschrecken, einige der unerschrockensten Männer entlassen ongehalten, forthern sich noch verschärft, so baß Preise erreicht entstehenden offenen Arbeiterorganisationen geschaffen wurde, Ehrenpflicht eines jeden Kapitäne oder Schiffsoffiziers an wurden, die man sich nicht erinnert, je vorher erlebt zu haben. verständlich sein mag, so erscheint die deutsche Gesetzes- sehen, daß niemand sich bewegen läßt, die auf folde weiſe freivorlage in einem tonftitutionellen Fleischkonserven, Därme, Häute alle diese und noch andere die gewerkschaftlichen Organisationen mehr Hamburger Reeder ihre Drohung nicht wahr machen, sondern nur, Es wiederholte sich die in früheren Pertoden starker Preis- als 1 Millionen Mitglieder umfassen und und deren werden. Hier wird, wie wir hoffen, jedem die Ehre ge= fteigerung gemachte Beobachtung, daß beim Detailverkauf von Vermögen sich auf mehrere Dugend Millionen Mart bieten, den Dienst in der Reederei freiwillig Majsenartikeln der Käufer sich lieber mit einer geringeren Sorte beläuft, als eine sch nachvolle Verhöhnung sowohl niederzulegen, wenn die Entlassenen nicht wiebegnügt, die er unt denselben Breis erhält wie früher die bessere, der Rechte der Bürger als auch der mensch der eingestellt werden. Wir machen sämtliche Kameraders als daß er für die bessere einen höheren Preis bezahlt. Es machte lichen Kultur und des sozialen Progresses. darauf aufmerksam, daß die Hamburger Reeder auf alle Schiffe ein sich daher eine Verschiebung der Nachfrage zugunsten der billigeren Qualitäten bemerkbar. Bei Gegenständen des Lugusfonsums, wie Der russische Reichsrat sagte in der Begründung des Ge- Flugblatt schiden, welches versuchen soll, durch unrichtige BehaupSeidenwaren, war dies weniger der Fall; die zahlungsfähigen seyes, das Bestreben zur Bildung gewerkschaftlicher Organi- tungen und Verdächtigungen die öffentliche Meinung irre zu führen. Es muß gebührend zurückgewiesen werden." Käufer dieser Artikel bequemten sich eher zu der Mehrausgabe für fationen ist so start, daß trotz der Gegenwirkung seitens der gute Qualitäten.... Regierung überall Arbeiterassoziationen entstanden sind". Lohnbewegung in der deutsch- schweizerischen Seidenindustrie. Die Man sieht die Reaktion ist international verbrüdert. Der Vorstände des deutschen und des schweizerischen TextilarbeiterAusfall der Wahlen des 25. Januar entscheidet nicht nur über die Verbandes haben auf den 27. Januar nach Rheinfelden eine deutschen Verhältnisse. Der Sieg des deutschen Proletariats internationale Seidenarbeiterfonferenz einberufen, um den Bericht Das Anti- Gewerkschaftsgeseh- aus Rußland importiert! würde ein fräftiger Anstoß zum Fortschreiten des inter- der in der Herbstkonferenz von Rheinfelden eingesetzten LohnBei dem Erscheinen der Anti- Gewerkschaftsvorlage wiesen nationalen Proletariats sein. Insbesondere den russischen kommission zur Aufstellung eines Lohntarifes für die beiden wir darauf hin, daß die Vorlage den vom ehemaligen russischen Arbeitern, die jetzt alle ihre Kräfte anspannen, um der Auto Branchen der Handweberei und der Stoffbranche entgegenzunehmen Minister Blehwe inszenierten Weg geht: Arbeiter von Re- fratie den letzten Schlag in Rußland zu versetzen, kann teine diefer Stonferenz eine starke Beteiligung erwartet, da deren Beschlüsse und die geeignet erscheinenden Beschlüsse zu faffen. gierungsgnaden zu schaffen. Die weitere Erörterung und Be- bessere Hülfe von deutscher Seite zu teil werden als die von entscheidender Bedeutung sind. Beteiligt an dieser vorausratung der Vorlage zeigte klar, daß die versteckten Fallen, die Niederzwingung der deutschen Reaktion durch die Wahlen des fichtlich sehr umfangreichen Lohnbewegung sind die Seidenbanddie Regierungsvorlage in Hülle und Fülle enthielt, den Ver- 25. Januar. und Seidenstoffweber von Basel, Baselland, Aargau, Zürich, das such enthielten, solche russischen Polizeitruppen der UnterOberelfaß und Oberbaden. nehmerklasse gar zur Grundlage einer Organisation der Arbeiter in Arbeiterkammern zu nehmen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Rusland. Die Aussperrung in Fougères. Es wird zu Clémenceau hat Das Korrespondenzblatt der Generalfommission der Ge- hat das Ginigungsamt auch in seiner gestern abgehaltenen Sizung Ueber den Vertragsbruch der Tischlermeister Paris, 27. Dezember.( Eig. Ber.) werkschaften Deutschlands" unternimmt in seiner soeben er hat das Einigungsamt auch in seiner gestern abgehaltenen Sigung noch feine Entscheidung gefällt. Das Einigungsamt, besonders Der heroische Kampf der ausgesperrten Schuharbeiter bon schienenen Nummer vom 29. d. Mets. den interessanten und dessen Vorsitzender v. Schulz, ist augenscheinlich bemüht, in den Fougères ruft im ganzen franzöfifchen Proletariat eine stetig wachsende schlüssigen Nachweis, daß die deutsche, zur Zertrümmerung Differenzen, welche über den Abschluß eines neuen Vertrages zwischen Teilnahme hervor. Nach dem Muster, das die belgischen Arbeiter der Gewerkschaften eingebrachte, von den bürgerlichen Parteten Arbeitern und Arbeitgebern schweben, eine Verständigung der Parteien zur Zeit der Aussperrung von Verviers gegeben haben, nehmen die und den bürgerlichen Sozialreformern mit Hosiannarufen be- herbeizuführen. Zu diesem Zweck wurden auch gestern längere Be Broletarier der Nachbarstädte die kinder der Ausgesperrten bei sich willkommnete Vorlage dem russischen Gesetz über sprechungen mit den beiderseitigen Vertretern geführt. Ein end- auf. In Rennes allein haben 380 Kinder Unterkunft gefunden, Gewerkschaften vom 17. März 1906 in den gültiges Ergebnis ist jedoch nicht zustande gefommen. Herr von Cherbourg und Nantes find eine Menge Einladungen eingelaufen Hauptzügen wie ein Ei dem anderen ähnelt:. Schulz unterbreitete den Parteien einen Vorschlag hinsichtlich und auch in Paris haben sich schon Hunderte von Parteigenofien nur ist das russische noch etwas minder russisch" als das Parteien sollten einen Vertrag auf drei Jahre abschließen und Doch hat die Rücksicht auf die große Entfernung und die Fahrtspesen der Lohnabschlagszahlung. Der Vorschlag geht dahin, die und Gewerkschaftlern zur Aufnahme von Kindern bereit erklärt. deutsche Gesetz. die Abschlagszahlung folle betragen: im ersten Jahre 24 M., im von der Bretagne nach Paris vorläufig diese Angebote nicht annehmen Dem Artikel entnehmen wir die nachfolgenden Dar zweiten Jahre 25,50 m., im dritten Jahre 27 W. Hinsichtlich der laffen. Die Sammlungen für die Ausgesperrten ergeben verhältnislegungen: Verkürzung der Arbeitszeit hat das Einigungsamt noch feinen Vor- mäßig ansehnliche Beträge. Die wirtschaftliche Ausnuzung der Schon die Benennung des russischen Gesetzes: Tem- fchlag machen können; es ist aber bereit, feine Tätigkeit in dieser aufgebrachten Summen wird durch die Einrichtung gemeinsamer poräre Bestimmungen über Berufsvereine für Personen, die Richtung weiter auszuüben. Die Entscheidung über den Antrag des Küchen gefördert, aus denen die Familien der Ausgesperrten gein Handels- und Industriebetrieben beschäftigt sind, oder für Holzarbeiter Verbandes, den Vertragsbruch der Unternehmer be speist werden. die Besitzer derselben" zeigt, daß dieses Gesez, gleich dem treffend, hat das Einigungsamt noch ausgelegt, weil erst abgewartet Die Arbeiter halten ausgezeichnete Disziplin. Sie haben das deutschen, nur die gewerblichen Arbeiter, Handwerker und werden soll, ob eine definitive Einigung über die Tariffrage selbst Angebot der Unternehmer, die Arbeit entweder unter den alten Bezustande kommt. dingungen oder unter einem von ihnen ausgearbeiteten Tarif Handlungsgehülfen berücksichtigt, während die Landarbeiter durch einfache Nichterwähnung derselben im§ 7 Die Automobilführer, die sich der Sohnreduktion der Unter- wieder aufzunehmen, mit ungeheuerer Mehrheit zurückgewiesen. des Gesetzes, in dem es heißt, daß den Berufsvereinen Personen nehmer nicht füigen wollen, werden also tatsächlich am 1. Januar Ginige anarchistische" Lockspizzel, die von Lyon gekommen waren, wurden energisch zum Rüdzuge veranlaßt. beitreten können, die in Handels- und Industriebetrieben ausgesperrt. Die neuen Lohnfäße sind bereits in den Bebeschäftigt find", das Recht, Berufsvereinen beizutreten, für trieben zum Aushang gelangt: aber die Autoführer sind einmütig auf die Intervention der sozialistischen Fraktion hin ausdrücklich zusich nicht in Anspruch nehmen können. Den Eisenbahn- aum Widerstande bereit und mit dem Beginn des neuen Jahres gesagt, alle Herausforderungen der Arbeiter zu verhindern. wird der Kraftdroschkenbetrieb in Berlin ruhen. Die Autoführer arbeitern, ebenso wie den Angestellten in den rechnen darauf, daß sich keine oder nur verschwindend wenige fa ch- Montag eine von fajt 500 Fischern besuchte Versammlung statt, die Holländische Seefischer im Streit. In Vlaardingen fand am Telephonämtern und sonstigen staatlichen verständige Arbeiter finden werden, welche die Arbeit der AusAnstalten ist die Bildung von Berufsvereinen durch§ 9 gesperrten zu verrichten bereit sein werden. Die Unternehmer können den bereits früher gefaßten Beschluß, unter keinen Umständen zu den des Gesetzes untersagt. Nur mit besonderer Genehmigung bes nur fachverständige Leute gebrauchen, wenn sie nicht große Nachteile von den Unternehmern verschlechterten Lohnverhältnissen in Arbeit zu treten, einstimmig erneuerte. Bis vor einem Jahre erhielten Ministers dürfen sie Wohltätigkeits- und ähnliche Gesellschaften durch Beschädigungen an den Maschinen erleiden wollen. Daß die die Fischer einen festen Wochenlohn von 6 Gulden und 1 Proz. vom gründen. Polizei auf strenge Einhaltung der Fahrordnung für Automobile Bruttoertrag der Fischerei. Nun aber sollen fie gar keinen festen Auch in bezug auf das Bestreben, die Mitglieder eines achten werde, die den neuen Leuten in der ersten Zeit große Schwierig Lohn mehr erhalten und dafür 15% Proz. des Ertrages, so daß das feiten machen müßte, darüber sind die Unternehmer weniger in Sorge. Berufsvereins durch die Forderung der Zugehörigkeit zu dem Sie rechnen im Gegenteil mit der Nachsicht der Polizei und ganze Rijiko der Fischerei auf ihre Schultern abgewälzt wird und fie, wenu Unwetter oder andere widrige Verhältnisse den Fang unbetreffenden Gewerbe zu beschränken, kann das deutsche Gesetz sie hoffen, mit der Zeit genügend Leute für den Dienst auszubilden, fie, wenn Unwetter oder andere widrige Verhältnisse den Fang unmöglich machen, mit leeren Taschen nach Hause kommen, ihr Leben auf Originalität keinen Anspruch machen. Der obenerwähnte bis der Widerstand der jezigen Angestellten gebrochen ist. Daß diese möglich machen, mit leeren Taschen nach Hause kommen, ihr Leben ganz umsonst aufs Spiel gesetzt haben. Die Fischer find zu zwei Drittein § 7 des russischen Gesetzes besagt: Den Berufsvereinen Ausbildung" neuer Fahrer sehr leicht auf Kosten der öffentlichen organisiert und beweisen eine musterhafte Ausdauer. Bergeblich fönnen nur solche Personen beiderlei Geschlechts beitreten, die Sicherheit geschehen kann, das fümmert die Unternehmer wenig. versucht man von katholischer Seite ihre Organisation zu sprengen. in staatlichen, wie privaten Handels- und Industriebetrieben Die Hauptfache ist, daß der bisherige Verdienst der Autoführer ge Eine Anerkennung der schwedischen Seemannsorganisation. Einem mit gleichartigen, einheitlichen oder mit ein- ichmälert wird; damit ist alles zu entschuldigen. Reichstagsbeschlusse entsprechend hat die schwedische Regierung ein ander in Verbindung stehenden Arbeiten Komitee ernannt, das Bestimmungen über die Seetüchtigkeit der oder Gewerbezweigen beschäftigt sind." Ebenso wie Schiffe und über andere ähnliche Angelegenheiten ausarbeiten soll. das deutsche Plagiat bemüht sich das russische Original, die Gewerkschaftsintelligenz( unbeteiligte Personen") von den im Neubarockitil gehalten, ist nunmehr nach mehr denn einjähriger Jener Reichstagsbeschluß war die Frucht einer Menge von Anträgen und Petitionen. Erfreulich ist es, daß die Regierung in das Komitee, Berufsvereinen fernzuhalten, d. H. alle diejenigen, die zurzeit Bauzeit in allen Teilen fertiggestellt und wird heute Sonntag seiner neben Schiffahrtsunternehmern und Leuten, die ihnen nahestehen, in dem Berufe nicht beschäftigt sind. An der wuchtigen Fassade, ausgeführt in wenigstens einen Mann ernannt hat, der unabhängig die LebensDas russische Gesetz strebt in seinem§ 2 danach, die gewerk. Granit und rotem und weißent Sandstein, sind die Büsten unserer interessen derer vertritt, die stets und ständig den Gefahren der Seeschaftlichen Kampforganisationen in reine Lehrmeister und Borkämpfer Marg, Lassalle, Liebknecht fahrt ausgesetzt sind, nämlich den Vorfigenden des schwediUnterstütungskassen zu verwandeln. Jebe und Bebel und allegorisch Arbeit, Kunst und Wissenschaft an- ichen Transportarbeiter Verbandes, den ReichstageUebertretung dieses Paragraphen zieht die Auflösung des gebracht. Auf dem von vier riesigen Granitsäulen getragenen abgeordneten Charles Lindley. Die konservative schwedische Berufsvereins nach sich. Dasselbe besagt der Mittelbau erheben sich zwei Türme, die dem imposanten Bauwvert Regierung hat also doch die Einsicht, daß man die Arbeiter die inneren Ein organisation bei einer so wichtigen Frage nicht ganz übergehen kann. richtungen des gewaltigen Gebäudes der " " Deutfches Reich. Das Hamburger Gewerkschaftshaus, Bestimmung übergeben. deutsche Entwurf, wenn auch nicht in derselben un- einen vornehmen Charakter verleihenmeuzeit entsprechend ausAus der Frauenbewegung. verhüllten Fornt. Minderjährige dürfen keinerlei Gewerkschaftsämter geführt find, Dampfheizung, elektrisches und Gaslicht usw. enthalten, Die meisten Bureaubefleiden. Die§§ 8 und 17 des russischen Gesezes sind braucht nicht näher dargelegt zu werden. Genoffinnen! Arbeiterinnen! doch bei weitem liberaler, als die§§ 3 und 6 des und Kontorräume find schon ant 1. Oftober dieses Jahres beDie Gewerkschaftsbibliothet mit ihren 18 000 Am 25. Januar 1907 finden die Neuwahlen zum Reichstage deutschen Gesezentwurfs, denn sie stellen den Berufsvereinen zogen worden. Die bürgerlichen Parteien geben sich große Mühe, Stimmen selber frei, das Mindestalter der Mitglieder festzusetzen, und Bänden ist in den Räumen des Arbeiter und Gewerkschafts- statt. sekretariats sehr praktisch und übersichtlich installiert. Die zu fangen, um stärker denn je in den neuen Reichstag einzuziehen. berauben sie nicht des aktiven Stimmrechts. Ebenso sind die Forderungen der§§ 11 mb 13 im Herberge enthält 160 Betten. Eine Anzahl größerer und fleinerer it allen zur Verfügung stehenden Mitteln wird gearbeitet, um deutschen Entwurf unt ein bedeutendes Maß Säle tragen dem Versammlungsbedürfuis in ausreichendem Maße den Arbeiter, den man leider noch zu leicht durch Versprechen und reaktionärer, als die Forderungen des russischen Ge- Rechnung. Der große Saal mit feinen 2000 Sigplägen kann durch Bertröstungen tapern fann, zu gewinnen. Nun haben aber sämtliche Abgeordnete des verflossenen Reichstages- außer den Sozialfeizes. Die§§ 11, 12, 16, 18, 19 und 20 bes letzteren fordern 4000 Personen Platz gewährt. Am Sonntagnachmittag findet die sondern voltsfeindliche Bestrebungen vertreten. Auch den Frauen feges. Die§§ 11, 12, 16, 18, 19 und 20 bes legteren fordern die umliegenden fleineren Säle so vergrößert werden, daß er demokraten- unzweideutig bewiesen, daß sie nicht vollsfreundliche, zwar von den Berufsvereinen die Vorlegung der Statuten mit genauer Angabe der inneren Organisation, das Ver erste Versammlung in diesem Saale statt und zwar wird der Genoffe hat man verschiedentlich gezeigt, wie hoch sie von jener Seite einzeichnis der Gründer des Vereins und der Mitglieder der Bebel in einer für den ersten Hamburger Wahlkreis einberufenen geschätzt werden. Da ist es immer nur die Sozialdemokratie, welche Eretutivorgane, der Verwaltungsordnung usw., enthalten aber Wählerversammlung über die bevorstehenden Reichstagswahlen für die Gleichberechtigung der Frauen in wirtschaftlicher und nichts über das Verzeichnis der Mitglieder. fprechen, worauf die Aufstellung des Kandidaten erfolgt. Gestern politischer Beziehung eintritt. Daß die Frauen heute noch politisch Gleich dem russischen Gesetz enthält auch der fand die Einweihung des Gewerkschaftshauses statt; die Festrede rechtlos sind, ist lediglich die Schuld der bürgerlichen Barteien, beren Vertreter nur wißig sein sollende Redensarten und Hohnlachen deutsche Entwurf feinen einzigen Punkt, der den Schuß des hielt Genosse Bebel. Vereinsvermögens zum Gegenstand hätte. Beide stellen in Bemerkt sei noch, daß die Kosten des modernen Arbeiterheims für die um Menschenrecht und Menschenwürde ringende Frau haben. Diese und noch hundert andere Dinge sind es, welche die Frauen dieser Beziehung die Berufsvereine in gleiche Reihe mit den über 1 Millionen Mark betragen. Selbst bürgerliche Blätter geben scharenweise der Sozialdemokratic zuführen müssen. Attien- und sonstigen Gesellschaften und unterwerfen fie au, daß das Gewerkschaftshaus eines der schönsten Gebäude der der üblichen Haftpflicht bezüglich Schadenersatz an dritte alten Hansastadt ist und dieser zur Zierde gereicht. Personen. Der Konflikt zwischen Reebern und Seeoffizieren. T hat man es nicht verstanden, die notwendigsten Lebensmittel fünftlich zu verteuern, und haben wir Arbeiterinnen, Arbeiterfrauen nicht am schwersten darunter zu leiden? Darum muß die Proletarierin mit ihrem männlichen Klaffengenoffen gemeinsam fämpfen gegen Was die Mittel zur Unterbrüdung der Hunger, Ausbeutung, Knechtung und Bebrüdung. Die gleiche Rot Tätigkeit der Bernfsvereine anbetrifft, so unter- 63 Kapitäne und Offiziere der Hamburg Amerika Linie, ist es, die die proletarischen Männer und Frauen verbindet und aus scheidet sich der deutsche Gesezeitwurf von dem ruffischen darunter 30 Mitglieder des Vereins deutscher sapitäne und Offiber gleichen Not muß auch das gemeiniame Streben auf Werbefferung Gesez natürlich darin, daß er gegenüber der Willfür der ziere der Handelsmarine beschlossen die Zurückgabe der abgeforderten ihrer Lage erwachsen. Alle die Frauen, welche die Ziele der SozialReversunterschriften, die mit der Ehre der Kapitäne und Offisiere demokratie noch nicht kennen, müssen zum Besuch unserer BersammVerwaltungsbehörden noch einen zweifelhaften Rechtsweg an- nicht bereinbar seien, zu verlangen. Gine viergliedrige Kommission lungen veranlaßt werden, damit sie unterrichtet und aufgeklär scheinend offen läßt, während in Nußland derartige Hoff wurde gewählt, um mit der Direktion der Hamburg- Amerika- Linie werden. Eine aufgeklärte Frau wird nicht wie vordem, dem eigenen mungen von vornherein ausscheiden, vielmehr die Erdrosselung noch einmal dieserhalb zu verhandeln. der Berufsvereine auf dem bequem- eisigen administrativen Wege geregelt ist. Das ist aber auch der einzige Unter schied. Der Rechtstbeg" ist aber bei der in Deutsch Land herrschenden Klassenjustiz gegenüber Maßnahmen der Verwaltung ein wenig aussichtsvoller. Streiten. Die Offiziere der Levante- Linie haben einstimmig beschlossen, Manne im politischen wie im wirtschaftlichen Kampfe ein Hemmdie Unterzeichnung des Reverses abzulehnen und die Wieder- chuh sein, sondern sie wird ohne Wahlrecht doch mit kämpfen und einstellung der gemaßregelten Offiziere zu berlangen. Proletarierinnen! Kommt darum zahlreich in die am 8. Januar Nach einer Mitteilung des Vereins deutscher Kapitäne und stattfindenden Versammlungen, welche in der Urania", WrangelOffiziere der Handelsmarine sind bis jebt wegen Verweigerung der verjes 71 Kapitäne und Offiziere gemaßregelt worden. Die gemaß alles Unrecht, welches der Arbeiterklaffe immer von neuem angetan von Hamburger Reedereien verlangten Unterschrift des bekannten Re- traße 9/10, und bei Breuer, früher Mohrmann," Große Frankfurterstraße 117, tagen, um zu lernen, aber auch zu protestieren gegen regelten Schiffsoffiziere warnen vor Zuzug und vor Uebernahme wird. Rüttelt die Männer auf! Begeistert fie für ihr gutes Recht, von Arbeitswilligentätigkeit auf den Schiffen der scharfmacherischen damit sie am Wahltage nicht untätig dastehen, sondern ihre Pflicht tun, Reedereien. Es heißt da: Ehrensache. Die Kapitäne und Offiziere der Deutschen auf daß überall die Sozialdemokratie fiegreich aus dem Stampfe Die Vertrauenspersonen Berlins. Ostafrita- Linie, Woermann- Linie, Dampfschiffahrtgesellschaft Stoß- hervorgeht. mos, Hamburg- Südamerikanischen Dampfschiffahrtgesellschaft, LeNordostsee- Reederei usw. haben jetzt ihren Reedereien zum größten bante- Linie, Deutsch- Ostafrikanischen vante- Linie, Deutsch- Ostafrikanischen Dampfschiffahrtgesellschaft, Wenn wir zu dem Gesagten noch hinzufügen, daß das Wenn wir zu dem Gesagten noch hinzufügen, daß das russische Gesetz die Vereinigung der Berufsvereine untersagt, die Errichtung von Vereinsfilialen einschränkt, so haben wir alle wichtigsten gemeinsamen und unterscheidenden Merkmale des russischen Gesezes und des deutschen Gefeßentwurfs betreffend Berufsvereine festgestellt. Im großen und ganzen ist der deutsche Gesetzentwurf eine getreue Nachbildung des russischen Geseges. Damit die Genoffinnen in der Lage sind, sich eifrig bei den Wenn aber das russische Gesetz vom 17. März, welches Teil erklärt, daß fie die Einmischung der Reeder in ihre Vereins- Wahlarbeiten zu beteiligen und die Versammhungen fleißig zu be vom Witte Durnowoschen Ministerium des angelegenheiten zurückweisen. Die darauf erfolgten Entlassungen suchen, erscheint es ratsam, bis nach den Wahlen die Lese- und Rampfes gegen die Revolution in der Zeit haben mehrere Dampfer gänzlich ihrer Offiziere Distusfionsabende ausfaben zu lassen. der finstersten Reattion zweds Bekämpfung der eben entblößt. Die Unterzeichneten dürfen es wohl als die Achtung, Genoffinnen! Ottilie Baaber. Silvester- Fische! Lebende Karpfen in allen Größen Pfd. 90Pf. bis 1.10 M. Eiskarpfen je nach Größe Pfd. 65 Pf. bis 75 Pf. Ausverkauf! Nach beendeter Inventur sind die Preise auf sämtliche Artikel bis zu 33 30 herabgesetzt: 3451* 24, 86, 45 usw. Teppiche v. M 4.50, 8, 13.60, Gardinen M. 2.10, 3.50, 5, 7.60, 9, 12 usw. Portieren. 5, 6.75, 9, 11.50 usw. sowie Steppdecken, Tisch- u. 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Unter Anklage Am 2. es war der Pfingstsonnabend Einen Martstein in der Geschichte der Berliner Partei- stand die von ihm verantwortlich gezeichnete Broschüre: Gegen Hälfte der Berliner Steindruder und Lithographen organisation hatten die Genossen gesetzt, als sie im Herbst 1905 volts berdum mung, Volksfnebelung und Volts ausgesperrt. Mit dieser Aussperrung, die sich auch auf beschlossen, die sechs Berliner nebst den beiden Borortswahlkreisen ausbeutung." Das Verfahren endete mit Preczangs Frei- andere Orte erstreckte, wollten die Unternehmer eine Lohnbewegung Verbande der sozialdemokratischen sprechung. niederzwingen, die in einigen Städten ins Wert gesetzt worden war. ahlbereine zusammenzuschließen. Mit dem Beginn des Am 14. und 16. brachte der Vorwärts" wiederum Ent: Eine Episode dieses Kampfes erregte in der Arbeiterschaft allgemeine Jahres 1906 trat diese Neuorganisation in Kraft und das Verwaren es unsere Genossen Bebel und Kautsky, die in Brüssel, wo sie bundes hatten zu derselben Zeit, als die Unternehmer die Aus hüllungen polizeilicher Spigeleien. Diesmal Entrüftung. Eine Anzahl von Mitgliedern des alten Senefelder bandsbureau eröffnete feine Dienste der neuen Organisation. Ferner brachte der Monat an einer Sigung des internationalen Komitees teilnahmen, durch sperrung verhängten, eine gerichtliche Verfügung erwirkt, durch einen eigens dorthin entsandten Berliner Kriminalschuhmann be welche die Kasse der Lithographen- und Steindruderorganisation für spielt wurden. gewerkschaftliche Zwede gesperrt und der Vorstand sozusagen lahm Am 18. hielten die Berliner Parteigenossen ihre Märzfeier gelegt wurde. Die Organisation wußte diefen Schlag aber in einer Am 3. traten die Töpferträger in den Streit, ab. Die zahlreichen startbesuchten Versammlungen, welche an Weise zu parieren, die ihr die ungehinderte Fortführung des ge. und die Folge desselben war, daß auch die Töpfer nicht weiter ar- diesem Tage stattfanden, dienten außer dem Gedenken der März- werkschaftlichen Kampfes gestattete. beiten konnten. Diese hielten deshalb am 4. eine große Ver- fämpfe, der Demonstration gegen das schmachvolle sammlung ab, wo sie zum Streit der Träger Stellung nahmen. Dreitlassenwahlrecht. Der Monat Die letzteren hoben dann, dem Rate der Töpfer folgend, den allgemeinen Streit auf und führten mit Erfolg den partiellen Streit fort. Januar eine Reihe bemerkenswerter Ereignisse. Am 7. fonnte der Vorwärts" den Parteigenossen die erfreuliche Mitteilung machen, daß er die Zahl von 100000 Abonnenten überschritten habe. In einer dem Zwed entsprechend ausgestatteten Jubiläumsnummer wurde dies Zeichen des unaufhaltsamen Fortschritts unserer Partei gewürdigt. April Gin großer gewerkschaftlicher Kampf schien ausbrechen zu sollen, als am 18. bekannt wurde, daß 1000 Arbeiter der Niles. werke in Oberschöneweide wegen geringfügiger Differenzen, die in einer kleinen Abteilung des Werkes entstanden waren, a^ 3= gesperrt worden waren. Jedoch gelang es schon am folgenden Tage, eine Verständigung herbeizuführen, so daß die Arbeit wieder aufgenommen wurde. Einen schmerzlichen Verlust erlitten die Parbeigenossen Berlins durch den am 22. erfolgten Tod des seit vielen Jahren im dritten Wahlkreise an hervorragender Stelle tätig gewesenen Ges nossen Franz Hoch. stand vorwiegend unter dem Zeichen gewerkschaftlicher Kämpfe. Am 1. fraten die Handelsgärtner, soweit ihre Forderungen nicht schon bewilligt waren, in den Streit. Bei dieser Gelegenheit spielte die christliche Organisation wieder die schmähliche Rolle einer Unternehmerschußtruppe, welche sich aller dings vergeblich bemühte, durch Verrat der Streifenden deren BeMit einer am 8. in der Brauerei Friedrichshain abgehaltenen wegung zu vereiteln. imposanten Versammlung, welche die Kommission der Tabatarbeiter Am 2. begann der Streik der Maler, die seit Monaten Am 23. brachte die Einigkeit", das Organ der Freien Ver einberufen hatte und wo Genosse Bebel das Referat hielt, sette mit den Arbeitgebern verhandelt hatten, um durch einen neuen einigung deutscher Gewerkschaften, jenen vielbesprochenen Artikel, die Agitation gegen die Steuerpläne der Re- Tarif die Verhältnisse der Arbeiter einigermaßen zu verbessern, der ein Bruchstück aus dem Protokoll der Konferenz ge gierung im allgemeinen und die Tabaksteuer im be- ohne jedoch den gewünschten Erfolg zu erreichen. werkschaftlicher Zentralborstände in sensationeller sonderen ein Am 6. nahm der Streit der Schlosser seinen Anfang. Form der Oeffentlichkeit übergab. Bei einer an demselben Tage stattgefundenen Stadt- Die am 24. abgehaltene Generalversammlung des berordneten Nachwahl im 34. Berliner Bezirk wurde 3entralwahlvereins für Teltow Beestow war die Genosse Theodor Fischer gewählt. erste Versammlung, welche sich in der Diskussion mit dem Vorgehen Der Malerstreit wurde am 14. als beendet erklärt, der Einigkeit" beschäftigte. nachdem die Streitenden einen sie befriedigenden Tarifabschlußteit entstand in den folgenden Wochen sowohl in Versammlungens Im Anschluß an diesen und einige weitere Artikel der„ Einige erlangt hatten. Während der Osterfeiertage am 15. und 16. wurde in Berlin als auch in der Presse eine lebhafte Erörterung über den Vertretung aufklärte. Am 17. wurde die Deutsche Heimarbeit- Aus- abgehalten, welcher verschiedene Mißstände dieses Berufes be- und Gewerkschaft. Am 26. fanden in allen Berliner Wahlbereinen stellung eröffnet, an der neben bürgerlichen Sozialreformern sprach und gesetzlichen Arbeiterschutz forderte. die Gewerkschafen in hervorragender Weise mitwirkten. Gleichzeitig fand in Berlin der Verbandstag der Generalversammlungen statt, die sich mit der bevorAm Sonntag, den 21. hatte man die gesamte Berliner Barrettorentag und der Gautag der Arbeiter Berliner Versammlungen folgte am 30. die Generalversammlung des und Kravattenarbeiter statt sowie der stehenden Generalversammlung für Groß- Berlin beschäftigten. Den Garnison nebst Polizei und Feuerwehr Kreises Niederbarnim. Kriegsbereitschaft gestellt, um einem vermeintlichen An- Radfahrer. Am 9. hatten die Schöneberger Parteigenossen bei der Stadtverordnetenwahl einen Erfolg zu verzeichnen, der die Zahl ihrer Mandate von 7 auf 9 vermehrte. Den Kampf gegen das preußische Dreilaffenwahl unrecht leiteten die Berliner Genossen am 14. ein durch die Verbreitung eines Flugblattes, welches die Be12 bölferung über ihre Rechtlosigkeit in der preußisch- parlamentarijchen ein allgemeiner Rongreß der Handelshülfsarbeiter politischen Massenstreit, sowie über das Thema Partei griff des„ inneren Feindes" mit Erfolg begegnen zu können. An Am 30. beendeten die Wa ge nbauarbeiter ihren Streit, diesem Tage hielten unsere Parteigenoffen eine große Zahl von der fünf Wochen gedauert hatte, mit einer Einigung. Demonstrationsversammlungen gegen das Dreitlassenwahlrecht ab, ohne der bewaffneten Macht Gelegenheit zum Vorgehen gegen den inneren Feind" zu geben. Am 23. beendeten die Stodarbeiter ihre Lohnbewegung mit der Annahme eines Tarifs. Die politische Tätigkeit unserer Parteigenossen trat auch im Februar wieder vor der breitesten Oeffentlichkeit in die Erscheinung. Diesmal galt es, den Brotwucherern wiederum die Meinung des Voltes zu sagen über den durch den am 1. März in Kraft tretenden Zolltarif verübten Raub am Volkseinkommen Am 6. fanden zu diesem Zwed eine Anzahl großer Protestbersammlungen statt. Mai. Ein wirtschaftlicher Kampf von längerer Dauer brach am 30. aus. Die Glaser wurden von den Unternehmern ausgesperrt, weil sie Vorkehrungen getroffen hatten, um bei der in Aussicht stehenden Tarifbewegung ihre Forderungen mit Erfolg vertreten zu können. Juli. beendet. Die am 1. abgehaltene Maifeier, mit der diesmal eine verbunden war, verlief glänzender wie je zuvor. Namentlich war Demonstration gegen das Dreitlassen wahlrecht Am 13. hatte sich Genosse Weber als verantwortlicher Redakteur die Zahl derer, die durch Arbeitsruhe demonstrierten, erheblich des Vorwärts" vor Gericht zu verantworten, weil ein stärker als in den Vorjahren. livländischer Junker sich beleidigt fühlte durch Angaben des VorAm 6. wurde im Gewerkschaftshause eine Konferens märts" über Schandtaten livländischer Gutsbefizer gegen die res der sozialdemokratischen Stadt- und Gemeinde- volutionäre Bewegung des russischen Volkes. Der Angeklagte bot verordneten von Groß- Berlin abgehalten. Die Bäder, deren Beauftragte seit einiger Zeit mit den den Wahrheitsbeweis für die Angaben des Vorwärts" an. Der Vertretern der Innung wegen Abschluß eines Zarifs Prozeß wurde vertagt und war am Schluß des Jahres noch nicht verhandelt hatten, erklärten sich am 8. mit dem Ergebnis der VerAm 24. Iegten 500 Bauarbeiter am Raiserhof" handlungen einverstanden, wodurch ihnen eine Reihe nennens die Arbeit nieder, weil sie nicht mit streifbrechenden Glasern Am 20. hielten die Angestellten der großen Berwerter Berbesserungen ihrer Verhältnisse zugebilligt wurden. Iiner Straßenbahn eine imposante Versammlung ab. Sie Der Zentralverband aller in der Schmiederei zusammenarbeiten wollten. Einige Tage später wurde diese An forderten die Wiedereinstellung einiger Kollegen, welche die Di- beschäftigten Personen hiel am 19. und an den folgenden gelegenheit geregelt. reftion wegen gewerkschaftlicher Betätigung gemaßregelt hatte. Tagen im Gewerkschaftshause" seinen Verbandstag ab. Ein anderes Ereignis im Berliner Verkehrsleben, welches im Am 14. wurde der Schlosserstreit nach einer Dauer von Publikum lebhaftes Interesse erregte, war der Demon- sechs Wochen erfolgreich beendet. An demselben Tage hoben die strationsstreit der Berliner Droschtenführer, Schuhmacher der Schoßbranche ihren allgemeinen Streit welcher sich gegen eine, den Droschkenverkehr auf dem Potsdamer auf, der ihnen eine Anzahl Bewilligungen gebracht hatte und setzten Blab betreffende Polizeiverordnung richtete. Der Streit wurde den Streit partiell fort. am 26. und 27. mit großer Einmütigkeit geführt. März. Infolge der Neuorganisation der Berliner Parteigenossen nahmen am 6. alle Wahlvereine ein einheitliches Statut an. An demselben Tage schilderte der Vorwärts", wie ein Spigel hineingefallen ist bei dem vergeblichen Verfuch, unseren Genossen Karl Fischer zum Verrat von Parteis angelegenheiten zu berleiten. Alpen- Trachten. Mit einer politischen Attion traten die Genoffen von GroßBerlin am 15. wieder in die Deffentlichkeit. Gegen die im preußischen Landtage beratene Schul gefeßborlage, welche bestimmt ist, die Volksschule den Finsterlingen der Kirche völlig ausguliefern, wurde in 43 Boltsversammlungen Protest erhoben. Rach wochenlangen energischen Kämpfen beschlossen die Bucha binder am 28., die mit den Unternehmern getroffenen Ver einbarungen anzuerkennen und die Arbeit wieder aufzunehmen. " Am 29. tagte die Generalversammlung des Vers bandes sozialdemokratischer Wahlvereine von Groß- Berlin. Neben der Regelung gefchäftlicher Angelegen heiten brachte sie eine allgemein interessierende Debatte, in der int Hinblick auf die Protokollveröffentlichungen der Einigkeit" sowohl ein Vertreter des Barteivorstandes, als auch ein Bertreter der Generalfommission Aufklärungen hinsichtlich der Besprechung dieser beiden Körperschaften über die Frage des politischen Massenstreits gaben. Am Ende des Monats wurde der Streit der Barbier Am 30. traten die Barbiergehülfen in den gehülfen als been det erklärt und der Boykott über die BarbierStreit, zu dessen Unterstüßung sich auch die Vertreter der geschäfte aufgehoben. Die Buchbinder stellten am 16. Tarifforderungen auf, die sie den Unternehmern als Antwort auf die anläßlich der Maifeier erfolgte Aussperrung einreichten. Erklärung! Um den vielen falschen Gerüchten über den Boykott der Kressin- Zigaretten entgegenzutreten, erkläre ich hiermit öffentlich folgendes: 526b Der Boykott der Kressin- Zigaretten hat lediglich den Zweck, die Fabrikpreise der Zigaretten herabzudrücken, ohne Rücksicht darauf, ob hierdurch die Konsumenten für ihr Geld eine minderwertigere Ware erhalten, oder ob bei der 2 Pi.- Zigarette die Handarbeit durch Maschinenarbeit verdrängt wird, Hauptsache ist, daß jene Händlergruppe, welche den Boykott beschlossen hat, einen höheren Nutzen auf Kosten der Raucher erzielt! Dieses Ansinnen lehnte ich ab! 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Kajino. Die belben Champignol. Spezialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Folies Caprice. Das Modell. Sereniffimus August XXVI. Josef Fleischmann. Montag: Dieselbe Borstellung. Hrania. Zaubenstraße 48/49. Nachm. 3 Uhr: Die von Hochsattel. Die diesjähr. gr. Schumannsche Abends 8 Uhr: Husarenfleber. Abends zum 10. Male: Ausstattungspantomime Bentral- Theater. St. Hubertus. Aus der Pußta ( Operette.) 3 Uhr fleine Preise: Der Bettelstudent. Dem edlen Waidwerk entnommen Abends 7 Uhr: Künstlerblut. und in 6 Bildern auf das glän Montag 7 Uhr: Künstlerblut. zenvfte inszenieri vom Direttor Albert Schumann. Luisen- Theater Metropol- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachmittags 3 Uhr: Nachmittags 3 Uhr: Othello. Auf in's Metropol! Abends Flotte Weiber. Montag( Silvester): Geschlossen. Dienstag( Neujahr) nachm. 3 Uhr: Biel Lärm un um Nichts. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Florette und Patapon. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag, den 30. Des., Dienstag, ben 1. und Sonntag, den 6. Januar, nachm. 3 Uhr: Gine Gochzeits: nacht. Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Drig.- Pantomime d. Zirkus Busch. Abends 7 Uhr: ROM. Große Drig.- Ausstatt.- Pantomime in 7 Bildern. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Bis Freitag, den 4. Januar: Gesundbrunnen. Badstraße 58. Die beiden Champignol. Direktion: Bernhard Rose. Heute Sonntag nachmittags 3 Uhr bei volkstümlichen Preisen: König Allgold. Der Störenfried. Abends 7 Uhr: Lustspiel in 4 Aften. Nach der Vorstellung: Ball. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Montag: Große Silvesterfeier. Der Störenfried. Silvesterball. Besondere Ueberraschungen. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20 Am Rosenthaler Tor. 2 sente Sonntag: 2 Vorstellungen nachmittags 3, Uhr( fleine Preise) jed. Erwachsene ein Kind frei. Abends 8 Uhr: 14 glänzende Spezialitäten. 1.a.: Die 12 Akrobaten gordh itar. Spiele mit 3 Ponys u. Eseln. Staffe von 10 bis 1 und von 2½ an ununterbrochen geöffnet. Im Tunnel Einödshofer- Konzert. Orig. Wien.Schrammin Montag, den 31. Dezember cr., abends 9, Uhr. Große Silvester- Feier in den Gesamträumen der Walhalla. Gesamteintrittspreis 1 Mark. Gebr. HerrnfeldAnfg. Theateraub Kommandantenstr. 57 Stallschreiberftr. 42-44. Heute: Jubiläums- Vorstellung. Zum 150. Male: Familientag im Hause Prellstein mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Kaffen Eröffnung und Einlaß 6 Uhr. Morgen, Montag, d.31.Dezember im Familientag Hause Prellstein Hierauf: pollo POLLO Gr. Silvester- Feier Theater Nachm. 3% Uhr. Halbe Preise! Familien- Vorſtellung mit allen Attraktionen des großen Dezember- Programms. 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Gustav Behrens Große Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr bei fleinen Preisen: as Rathchen von Heilbronn. Abends 8 Uhr: Theater, Berliner Raubvögel. Berlin O., Frankfurter Allee 85. Kleines Theater. In dem großartigen Weihnachtstü Abends 8 Uhr: Nadm. 3 U. a. 594. M. Nachtasy Das Wiedersehn nach 30 Jahren. Bum 153, Mate; Ein idealer Gatte. Direttor Gustav Rehrens als Montag 3. erstenmal: Gine triplate Romödie jür feriöse Beute. Morgen: Berliner Raubvögel, Nach d. Borstellung: Gr. Silvesterfeier, W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brummenftr. 16, Das Buschlis'l ober: Im Edelgrund und tiefen Wald, Anfang 7 Uhr. Entree 30 B. Ball. Bolksstück mit Gefang in 4 Alten. Hamburger Schiffstapitän. Montag: Großer Silvester- Ball mit Muherbem 22 22ummern. Jallerlei leberraschungen. Operette. Mufit von Viktor Holländer. Borher 8 Uhr: Spezialitäten. Am Neujahrstage, nachm. 3, Uhr: Familienvorstellung. Debuts d. neuen Spezialitäten. WINTER FEARTEN 65 SAHARET. Das neue Programm Morgen, Montag: Silvestervorstellung unter Mitwirkung von mit außergewöhnlichen Ueberraschungen, Neujahrs- Festprolog, Fanfarengruß, Bolts fänger- Soiree. Podium- Borträge. Intime Festunterhaltung in den Brachträumen d. Hauses. Um 2 Uhr früh: Klabrias Partie in der Urbrett!-Aufführung ohne Dekorationen. Simon Dalles: Donat Herrnfeld. Janitschek: Anton Herrnfeld. Näh. fiehe morgiges Inferat. Billetts schon heute a. d. Tagesfaffen bei Wertheim und Invalidendant. Keine erh. Preise. Rauch, gest. Sanssouci Rottbufer ſtraße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Heute, Sonntag: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanz- Kränzchen. Morgen, Montag: Großer Silvesterulk. Silvesterball. Ueberraschung.: Bunschpol. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. Dienstag, Neujahr: Hoffmanns Nordd. Sänger. Sonnabend, den 5. Januar: Ledige Leute. Sonntag 4 Uhr: Hotel Klingebusch. Dienstag 4 Uhr: Singvögelchen. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Buggenhagen ( Moritzplatz). Täglich: Gustav Gottschalks populäre Konzerte. Am 31. cr.: Großer Silvester- Trubel, Am 3. Januar 1907: Beginn der 10. Bockbier- Saison. Dolosseum Colo Dresdenerstr. 97. Das urkomische Dezember- Programm, Neu! Im Konzertsaal: Neu! D' Mondscheinbrüder. Beste Wiener Schrammeln und sechs erstklassige Gesangskräfte. Otto Pritzkow, Münzstr. 16. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Volks- Museum Friedrichst.112a. Nahe Oranienb.Tor. Anatomie, Pathologie, Samariterlehre 2 Vorstellungssäle m. wechselnden Neuheiten ohne Extra- Entree. Lichtbilder- Vorträge. Illusionstheat. Vorführungen halbstündlich. Markgrafensäle Berlin 0.17. Martgrafendamm 34 Inh. N. Theefs. 25392* Seute fowie Gr.Ball. jrben Sonntag: Sale: 100-1000 Berf. u.Kegelbahnen. Königs Café. 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Gebr. Arnhold. Dritter Wahlkreis. I. Wahlkreis. 90 Montag, den 31. Dezember, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15 Anfang 9 Uhr. Silvester- Feier. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 241/10 Eintritt inkl. Tanz 20 Pf. Der Vorstand. Louis Kellers Festsäle( Inhaber: A. Freyer) Koppenstraße 29. Montag, den 31. Dezember 1906( am Silvester- Abend): Großer BALL bei verstärktem Orchester. Sensationelle Ueberraschung: In einem Pfannkuchen eine goldene Uhr eingebacken. Um geneigten Zuspruch ersucht A. Freyer( Louis Keller) Koppenstr. 29. Sehenswert der 14 Meter hohe Weihnachtsbaum mit seinen 800 strahlenden Glühlichtern. Schmarzer Adler Gebrüder Friedrichsberg Arnhold. Montag, den 31. Dezember 1906: Große Silvester- Feier verbunden mit großartigen Ueberraschungen. Dienstag, den 1. Januar 1907: Großer Neujahrs- Ball unter Leitung des Hrn. O. Bürger. Mittwoch, den 2. Januar 1907: Soiree der Willi Walde- Sänger. Zentralverband der Maschinisten und Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. Ortsverwaltung Berlin. Sonnabend, den 5. Januar 1907, in Kellers Festsälen, Koppenftr. 29: Feier des dreißigjährigen Stiftungsfestes, verbunden mit ... 140/7 Konzert und Theatervorstellung, ausgeführt von den Harmonischen Sängern. Programme infl. Bährend der Kaffeepause: Humoristische Vorträge. Zanz a 50 Pf. find in sämtlichen Zahlstellen, bei den Borstandsmitgliedern Zu zahl und beim Bergnügungsfomitee zu haben. Anfang 8 Uhr. Das Komitee. reichem Besuch ladet freundlichst ein Ts Programme werden an der Staffe nicht verkauft. Spandau. Achtung! Krankenkassen! Den Mitgliedern der Allgemeinen Drtstrantenfaffe, der Drtskrantentasse der Handwerker und der Drtstranten taffe der Tischler stehen vom 1. Ja muar 1907 die Herren Heilgehülfen Otto Heller, Breifeftr. 45, C. Rostock, Neuendorferfte, 85, und M. Natzeck, Bichelsdorferstr. 91, zur freien Wahl. 214/8 Die Vorstände. Heute Sonntag, den 30. Dezember 1906, mittags 12 Uhr, im Palaft- Theater, Burgstraße, Ede St. Wolfgangstraße: Versammlung. Tages Drdnung: 236/8 Die Sozialdemokratie und die Neuwahlen. Referenten: Georg Ledebour und Dr. Leo Arons. Freie Aussprache. Barteigenoffen, Bähler, erscheint in Massen! Der sozialdemokratische Wahlausschuh. Genossinnen! IV. Wahlkreis. Genossen! Donnerstag, den 3. Januar 1907, abends 8 Uhr: 2 Volksversammlungen Für den Often: bei Breuer, Große Frankfurterstr. 117( früher Mohrmann). Referent: Genosse Düwell. Für den Südosten: in der Urania, Wrangelstraße 9-10. Referentin: Genossin Martha Zieh. Tages- Ordnung: 1. Frauen, hinein in den Wahlkampf! 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch ersucht Die Vertrauensperson. 1/14 Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter Sektion Berlin I. Geschäftsstelle C. 54. Sinienstr. 19 I. Fernsprecher VII, 13837. Sonntag, den 30. Dezember, nachmittags 2 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, großer Saal: Versammlung. Zages Drbnung: Beschlußfaffung über den Tarifvertrag. In Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung ist zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mit Der Vorstand. glieder notwendig, Freie Krankenund Begräbniskaffe der Schuhmacher u. Berufsgen. Berlins.( E. H. Nr. 27.) Sonntag, den 13. Januar 1907, nachmittags 4 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jafobftr. 75: General- Versammlung. 42/18 Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands. Bezirk Berlin. Wegen der Reichstagswahl fallen aus: die Bezirkssikungen am 2., 3. und 4. Januar und die 1. Bierteijährlicher und fährlicher Außerordentliche Mitgliederversammlung. Kassenbericht. 2. Neuwahl des Vorstandes und Ausfchuffes. 3. Innere Staffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 5915 Der Vorstand. Dr. Schünemann Anton Boekers Ball- Salon 30742* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenftr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. 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In den hinteren Sälen: Großer Ball. Germania- Pracht- Säle N., Chausseestr. 103. Karl Richter. N., Chausseestr, 103. Hente Sonntag, 30. Dezember; Sänger. Eintritt 50 Pf. Große Soiree Wilh. Wolffs Hamburger Anfang 6 Uhr. Anschließend Familienkränzchen. Gr. Ball. Montag, 31. Dezember( Silvester): Große Ulk- Soiree der Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang 9 Uhr. Anfang 9 Uhr. Im weißen Saale von 8 Uhr. Gr. Silvester- Ball v. 11 Uhr ab in sämtl. Sälen: mit Punschpolonaise u, verschiedenen Ueberraschungen. Im Kaisersaal von 9 Uhr ab: Gr. Silvester- Vorstellung der beliebten Willy Walde- Sänger. Um 12 Uhr: Begrüßung des neuen Jahres, Gr. Festpolonaise mit Ueberraschungen und Silvester- Ball. Entree 75 Pf. inkl. Tanz. In den unteren Sälen: Gustav Gottschalks Humoristisches Konzert. Um 12 Uhr: Silvester Jubel und-Trubel! Süd- Eisbahn Urbanstr. 166/67 ftatt. Die nächsten Bezirkssitungen finden am 6., 7. t. 8. Februar Die Ortsverwaltung. Neue Sönigstraße 36. Deutscher Metallarbeiter- Verband. 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Diese furze Zeit muß von den Wählern dazu benutzt werden, Einsicht zu nehmen und sich davon zu überzeugen, ob auch ihr Name in der Liste verzeichnet ist. Wer nicht in der Liste steht, darf nicht wählen! Die Listen liegen aus an den Wochentagen von nachmittags 4 bis abends 8 Uhr, 3. Personen über deren Vermögen Konkurs gerichtlich er- Stralau im Amtsgebäude Zimmer 5, während der Bureaus öffnet ist, und zwar während der Dauer dieses Konkurs- stimden von 8-1 Uhr vormittags und nachmittags von 3 bis 6 Uhr. verfahrens. 4. Personen, welche eine Arm enunterstügung aus öffentlichen oder Gemeindemitteln beziehen oder im letzten der Wahl vorhergegangenen Jahre, also seit dem 25. Januar 1906 bezogen haben. 5. Personen, denen infolge rechtsfräftigen Erkennt niffes der Vollgenuß der staatsbürgerlichen Rechte entzogen ist, für die Zeit der Entziehung, sofern sie nicht in diese Nechte wieder eingesetzt sind. gehört nicht zur Armenunterstützung aus öffentlichen oder Was Gemeindemitteln? am Sonntag, den 30. Dezember, also heute und am Neujahrstage, dem 1. Januar von mitSteuerrückstände, Schulgeldreste, Erlaß von Schulgeld, unentgelttags 12 Uhr bis nachmittags 5 Uhr in den nachliche Lieferung von Lehrmitteln, Aufnahme von Kindern in einer stehend bezeichneten Räumlichkeiten: Freischule, Weihnachtsgeschenke an die Kinder und dergleichen sind fein Grund, einen Wähler vom Wahlrecht auszuschließen. Stadtbezirke 1-13 in der Turnhalle der 21./24. Gemeindeschule, Hinter der Garnisonfirche 2. Stadtbez. 14-25 51./130. Gemeindeschule, Niederivallstr. 6/7. Stadtbez. 26-30 und 50-53 27./44. Gemeindeschule, Wilhelmstr. 117. Stadtbez. 31-39( für den zum Wahlkreise Teltow Beestow Storfowo( Charlottenburg) gehörigen, aus den Teilen der Stadtbezirke 33, 34, 35, 283 und 284 gebildeten Wahlbezirk 756) 107. Gemeindeschule, Genthinerstr. 4. Stadtbez. 40-46 99. Gemeindeschule, Steinmegstr. 79. Stadtbez. 47A- 49 und 56A- B 126./143. Gemeindeschule, Kulinstr. 15. Private Wohltätigkeit, Zuwendungen aus Stiftungen, Darlehen und dergleichen sind keine Armenunterstützungen. Ebenso wenig verliert jemand durch Gewährung des Armenrechtes zur Führung eines Prozesses sein Wahlrecht. Bemerkt sei noch ausdrücklich, daß auch Schlafburschen wahl berechtigt find, sofern sie sonst die gestellten Bedingungen erfüllen. Im Kreise Teltow * Arbeiter, Parteigenossen! Nügt die furze Zeit aus, in der die Wählerlisten ausliegen! Nehmt Einsicht und überzeugt Euch, ob Guer Name in die Wählerliste eingetragen ist. Heute und am Neujahrstage liegen die Listen in Berlin, dem Kreise Nieder- Barnim Jm Teltower Kreise sind es nur, soweit bis jetzt bekannt, die Orte Wilmersdorf und Briz, die eine wenig rühmliche Aus. nahme machen. und im Kreise Teltow aus. Die Geldfammlungen für den Wahlkampf find im besten Gange. Der diesmalige Wahlkampf erfordert er hebliche Aufwendungen; müssen doch die größeren leistungsfähigeren Kreise die fleineren, schwächeren Kreise, vor allem die Landkreise, mit Geldmitteln versehen. Wir zweifeln nicht, daß wie immer, auch diesmal nicht vergeblich an den Opfermut der Parteigenossen appelliert wird; gilt es doch für eine große Sache zu wirken. Schon jezt weisen die im Umlauf befindlichen Listen ansehnliche Beträge auf, allein bei den großen Anforderungen, die an die Parteitasse gestellt werden, muß jede Gelegenheit benugt werden, Munition für den Wahlkampf zu beschaffen. Solche Gelegenheiten bieten fich die verschiedensten; Zusammenfünfte geselliger Natur dürften geeignet sein, auch Personen zur Zeichnung eines Wahlbeitrages zu vers anlassen, an die wir sonst selten herankommen. Ein anderes Mittel Stadtbez. 54-55 und 57-63 108./116. Gemeindeschule, Hagelbergers fönnen die Wählerlisten eingesehen werden in Adlershof im Gemeinde. bringen Parteigenoffen aus dem Südosten in Vorschlag. Sie teilent straße 34. Stadtbez. 64A- 67 133./149. Gemeindeschule, Bergmannstr. 28./29. Stadtbez. 68-78 101. Gemeindeschule, Gneisenaustr. 7. Stadtbez. 74-76B 60./236. Gemeindeschule, Bergmannstr. 60/65. Stadtbez. 760-780 83./93. Gemeindeschule, Dieffenbachitr. 60/61. Stadtbez. 79-81 11. 86-89 106./152. Gemeindeschule, Brizerstr. 17/18. bureau, Adlergestell, Ecke Bismarckstraße, wochentags in der Zeit von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags; am Sonntag, den 30. Dezember, und Dienstag, den 1. Januar, von 8 bis 91, Uhr. Alt- Glienice. Im Gemeindebureau. zunächst mit, daß eine Anzahl Genossen mit einem Gastwirt in der Brizerstraße sich entschlossen haben, dieses Jahr keine Neujahrsfratischen Wahlfonds zuzuführen; sie empfehlen dieses Vorgehen zur tarten zu versenden und den ersparten Betrag dem sozialdemo Nachahmung. Wie notwendig die Einsichtnahme in die Wählerliste ist, ergibt Stadtbez. 82-85 und 90-92 50./68. Gemeindeschule, Reichenberger im Rathause, Chauffeestr. 48, im Zimmer Nr. 9, während der Zeit sich aus folgender Zuschrift eines Parteigenossen:" Ich habe heute Brit. Am 31. Dezember 1906 und 2., 3., 4., 5., 7. Jamar 1907 straße 44/45. Stadtbez. 93-100 20. Gemeindeschule, Waldemarstr. 77. von 8 1hr vormittags bis 4 Uhr nachmittags. Stadtbez. 101-106 114./122. Gemeindeschule, Köpenickerstr. 2. Charlottenburg. In den Räumen des Statistischen Amtes, die Wählerliste eingesehen. Troydem ich fünf Jahre in demselben Stadtbez. 107A- 109 85. Gemeindeschule; Wrangelstr. 85. Berlinerstr. 71, rechter Seitenflügel 2 Treppen, Zimmer 17, von vor- Hause wohne und in diesem Jahre erst als Gewerbegerichtsbeisiger Stadtbez. 110-113B 100./102. Gemeindeschule, Eingang Forsterstr. 15. mittags 9 Uhr bis nachmittags 3 Uhr, jedoch am Sonntag, den wiedergewählt wurde, war ich nicht in die Liste eingetragen". Andere Stadtbez. 114-119 112./129. Gemeindeschule, Waffertorstr. 31. 30. Dezember, und am Neujahrstage, den 1. Januar 1907, nur Parteigenossen, die 1903 gewählt haben, aber seitdem verzogen sind, Stadtbez. 120-128 47. Gemeindeschule, Stallschreiberstr. 54. von 12 Uhr mittags bis 5 Uhr nachmittags. teilen uns gleichfalls mit, daß sie nicht in der Liste stehen. Bei der Stadtbez. 129-136 62. Gemeindeschule, Schmidstr. 38. Sast, mit der die Aufstellung der Wählerliste vorgenommen werden Stadtbez. 137-144 29. Gemeindeschule, Köpenickerstr. 125. Stadtbez. 145-150 49. Gemeindeschule, Blumenstr. 63a. mußte, ist es verständlich, daß dieselbe mangelhaft ist. Wer also. sich sein Wahlrecht sichern will, sehe die Liste ein! Stadtbez. 151-156 23. Gemeindeschule, Straußbergerstr. 9. Stadtbez. 157-162 201. Gemeindeschule, Gr. Frankfurterstr. 23. Stadtbez. 163-168 138./158. Gemeindeschule, Mühlenstr. 50. Stadtbez. 169-175A 30. Gemeindeschule, Rüdersdorferstr. 4/5. Stadtbez. 175B- 179A 119./136. Gemeindeschule, Gubenerstr. 51/52. Stadtbez. 179B- 180C( wovon die Reichstagswahlbezirke 361-363 und 365-366 für Niederbarnim( FriedrichsbergLichtenberg) wählen) 3./203. Gemeindeschule, Petersburgerstraße 4. Stadtbez. 180D- 181E( wovon die Reichstagswahlbezirke 370, 372 bis 376 für Riederbarnim( FriedrichsbergLichtenberg) wählen) 164./266. Gemeindeschule, Samariterstraße 19/20. Stadtbez. 182-188 33./66. Gemeindeschule, Eingang Höchstestr. 36/37. Stadtbez. 189A- 189D 234./253. Gemeindeschule, Straßmannstr. 6. Stadtbez. 190A- 191 und vom Stadtbez. 181B der zwischen Landsberger Allee und der Thaerstraße belegene Teil des Vichhofes 104./159. Gemeindeschule, Olivaerstr. 19. Stadtbez. 192-194 204./213. Gemeindeschule, Christburgerstr. 18. Stadtbez. 195-203 84. Gemeindeschule, Heibelfie. 31/32. Stadtbez. 204-210 8./63. Gemeindeschule, Gipsstr. 23a. Stadtbez. 211-217 45. Gemeindeschule, Auguststr. 67/68. Stadtbez. 218-223 110./174. Gemeindeschule, Schönhauser Allee 166a. Stadtbez. 224-231 früher 55., jekt Filiale der 171. Gemeindeschule, Chorinerstr. 74. Stadtbez. 232-236 25./103. Gemeindeschule, Ruppinerstr. 48. Stadtbez. 237-242A 105./121. Gemeindeschule, Prenzlauer Allee 227/228. Stadtbez. 242B- 245 162./197. Gemeindeschule, Danzigerstr. 23. Stadtbez. 246A- 247D 209./215. Gemeindeschule, Dunderstr. 65/66. Stadtbez. 248-250B 249./261. Gemeindeschule, Greifenhagenerstraße 78/82. Stadtbez. 251-254A 132./142. Gemeindeschule, Denuminerstr. 27. Stadtbez. 254B- 254E 190./198. Gemeindeschule, Graunstr. 11. Stadtbez. 255-261A 13./67. Gemeindeschule, Elisabethkirchstr. 19/20. Stadtbez. 261B- 267 17. Gemeindeschule, Ackerstr. 67. Stadtbez. 268-273 36. Gemeindeschule, Gartenstr. 107. Stadtbez. 274A- 278 111./186. Gemeindeschule, Bflugftr. 12. Groß- Lichterfelde an den Wochentagen von 9 Uhr vormittags bis 5 1hr nachmittags, am Sonntag, den 30. Dezember und am Neujahrstage, den 1. Januar 1907 von 9 Uhr vormittags bis 1 Uhr nachmittags, im Groß- Lichterfelder Amtshause, Zimmer 13. Grunewald im Amtshause Wernerstr. 3, Zimmer Nr. 6, während der Dienststunden, werktäglich von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, Sonn- und Feiertags von 11 bis 12 1hr vormittags. Grünau im Gemeindehause, Mittelstr. 10, Zimmer 2. Königs Wusterhausen bei G. Dieze, Amtsgarten und beim Genossen Krause, Luckenwalderstr. 3. Lantwik im Amtshause von 8-3 Uhr, am Sonntag, den 30. Dezember von 8-10 11 hr vormittags. Mariendorf an den Wochentagen von 9 bis 12 Uhr vormittags und von 3 bis 6 Uhr nachmittags, am Sonntag, den 30. Dezember cr., und am Neujahrstage, den 1. Januar 1907, von 9 bis 12 Uhr vormittags im Rathause, Zimmer Nr. 5. Marienfelde im Geschäftszimmer der Gemeindeverwaltung, Berlinerstr. 70b, werktäglich von 9 bis 3 Uhr und Sonn- und Feier tags von 8 bis 9 Uhr morgens. Nieder- Schöneweide im Gemeindeamt während der Dienststunden von 9 bis 1 Uhr vormittags und von 3 bis 5 Uhr nachmittags. Nowawes- Neuendorf in den Gemeindebureaus und beim Genoffen Grubl Niederlöhme beim Genossen Harnau. Achtung, 1. Wahlkreis! Heute, Sonntag, mittags 12 Uhr, findet im Feenpalast, Burgstraße, unsere erste Wählerversammlung statt, in der die Genossen Ledebour und Dr. Arons referieren. Wähler, Parteigenossen, erscheint in Massen. Der Wahlausschuß. Der freisinnige Durchfallskandidat für den 4. Wahlkreis. Jm 4. Berliner Reichstagswahlkreis hat der Abg. Justizrat Albert Träger die ihm vom Vorstand des freisinnigen Wahlvereins angebotene Kandidatur angenommen. hat hinsichtlich der Einsichtnahme in die Reichstagswählerlisten eine Die Wilmersdorfer Gemeindebehörde Ausnahme getroffen. Fast alle Städte und Orte des Kreises haben am Sonntag und ersten Neujahrstag die Wählerlisten auf einige Stunden ausgelegt. Das findet die Wilmersdorfer Verwaltung jedoch nicht für nötig; sie hat die Einsichtnahme nur wochentags von 8 bis 3 1hr angeorduct also in einer Zeit, in der es dem Arbeiter, will er nicht eine erhebliche Einbuße feines Arbeitslohnes erRigdorf in der Turnhalle des Schulhauses Erkstr. 26 an den leiden, unmöglich ist, Einsicht in die Liste zu nehmen. Als ein Die Behörde ersuchte, doch Rücksicht ivalten gu Werktagen von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und von Genosse darauf aufmerksam machte, daß die Stadt6-8 1hr abends. An den Sonn- und Festtagen bon 1-5 Uhr lassen und nachmittags. verordnetentvählerlisten auch am Sonntag und Bußtag aus Schmargendorf im Rathause. Formulare zur Reklamation für gelegen haben, wurde er abgewiesen mit der Motivierung: diejenigen, die nicht in der Liste stehen, sind im Restaurant Sans Die Stadtverordnetenwahlen hätten ein größeres örtliches Interesse souci, Ruhlaerstr. 20/21, und im Wirtshaus Schmargendorf, Warne- als die Reichstagswahlen!" Die Wilmersdorfer Arbeiterschaft wird münderstr. 6, gratis zu haben. hierin jedenfalls anderer Meinung sein. Um mun den Wählern trogdem die Einsichtnahme zu erleichtern, wird der Wahlverein am Neujahrstage von 10 Uhr morgens bis 10 Uhr abends und die folgenden Wochentage bis einschließlich Freitag, den 4. Januar, in allen Wahlbezirken eine Lifte zur Einsichtnahme auslegen. Es findet deshalb, um die Wähler von dieser Einrichtung benachrichtigen zu fönnen, am Neujahrstage früh 8 Uhr eine Handzettelverteilung ftatt. Die Genossen werden deshalb ersucht, sich in den Bezirkslokalen zahlreich einzufinden. Wenn alle erscheinen, geht die Arbeit schnell von statten. Schmöchwitz im Gemeindeamt während der Dienststunden. Schöneberg im Rathause, Zimmer 2, Quergebäude Hof parterre an den Werktagen von 8-3 1hr, am Sonntag, den 30. d. Mits. und am Neujahrstage von 8-10 Uhr vormittags. Steglit im Rathause, Zimmer Nr. 1, in der Zeit von 9-2 Uhr. Am Sonntag, den 30. d. Mts., bon 11-12 hr. Tempelhof, Dorfstr. 17, Zimmer 7, wochentags von 8 Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags und am Sonntag und Neujahrstag früh von 8-9 Uhr und mittags von 11-1 Uhr. Treptow, in den Werktagen von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr Dienstag, den 1. Januar 1907, während der Zeit von 8-9% 1hr vormittags und von 11 Uhr vormittags bis 2 1hr nachmittags im Gemeindebureau, Neue Krug- Allee 5, Zimmer 15. Stadtbez. 279-283 und 285-286 26./179. Gemeindeschule, Albrecht nachmittags, dagegen am Sonntag, den 30. Dezember 1906 und am Straße 20. Stadtbez. 284, 287-289 113./128. Gemeindeschule, Turmstr. 86. Stadtbez. 290-292A 82./90. Gemeindeschule, Turmstr. 75. Stadtbez. 292B- 294B 206./212. Gemeindeschule, Siemensstr. 20. Stadtbez. 295-299 172./185. Gemeindeschule, Bremerstr. 13/17. Stadtbez. 300-304 160./188. Gemeindeschule, Stephanstr. 3. Stadtbez. 305-308B 183./196. Gemeindeschule, Müllerstr. 158. Stadtbez. 308C- 313 86./141. Gemeindeschule, Müllerstr. 48. Stadtbez. 314-318 118./127. Gemeindeschule, Pankstr. 8. Stadtbez. 319-322 32. Gemeindeschule, Baufstr. 26. Stadtbez. 323-326B 140./194. Gemeindeschule, Prinzen- Allee 8. Ausdrücklich sei darauf aufmerksam gemacht, daß die Wähler listen nach dem Wohnungsstande vom 15. Dezember d. I. auf gestellt sind. Wer die Listen für unrichtig oder unvollständig hält, kann dies binnen 8 Tagen nach dem Beginn ihrer Auslegung, also spätestens am 4. Januar 1907 beim Wahlbureau, Poststraße 16, fchriftlich oder in einer der vorbezeichneten Auslegestellen bei den dort anwesenden Beamten zu Protokoll erklären, muß aber die Beweis mittel für seine Behauptungen, soweit diese nicht auf allgemeiner Kenntnis beruhen, beibringen. Zur Begründung der beantragten Nachtragung in die Wählerlisten ist abgesehen von sonst etwa erforderlichen Urfunden entweder der Mietskontrakt, die letzte Steuerquittung oder die polizeilich bescheinigte Anwveldung für die zur Eintragung angegebene Wohnung vorzulegen. Wer nicht wissen sollte, zu welchem Stadtbezirk er gehört, schlage im Adreßbuch nach, im Band II Teil II Seite 112-131 wird er Auskunft finden. Wer ist wahlberechtigt? Bum Reichstag wählen kann jeder Deutsche männlichen Gefchlechts, welcher das 25. Lebensjahr am Wahltage zurückgelegt hat, also spätestens am 25. Januar 1882 geboren ist. Auch wer keine Steuern zahlt, ist wahlberechtigt. Welcher deutsche Mann ist vom Wählen ausgeschlossen, wiewohl er 25 Jahre und älter ist? Wahlberechtigt find nicht: 1. Personen des Soldatenstandes, des Heeres und der Marine, so lange sich dieselben bei der Fahne befinden; dennoch sind 3 ahlmeister und Gendarmen, nicht aber Zahlmeister- Aspiranten für wahlberechtigt erachtet. 2. Personen, welche unter Vormundschaft oder Kuratel stehen. Wannsee, im Rathaus, Zimmer 3, während der Dienststunden, tverktäglich von 8-3 Uhr( Sonn- und Feiertags von 10-11 1hr vormittags): Wildau. Restaurateur G. Schumann. In Wilmersdorf liegen die Wählerlisten in den Polizeirebierbureaus an den Werktagen von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags, und zwar für den 1., 2., 3. und 4. Wahlbezirk im 2. Polizeirevierbureau, Kurfürstendamm Nr. 133, den 5. bis einschließlich 18. Wahlbezirk im 8. Polizeirebierbureau, Ludwigskirchstr. 2, den 14. und 18. und 22. Wahlbezirk im 1. Bolizeirevierbureau, Brandenburgischestr. 1, den 19. und 21. Wahlbezirk im 4. Polizeirevierbureau, Kaiserplatz 5. Zehlendorf im Gemeindeamte, Hauptstr. 38, Zimmer 4, während der Dienſtſtunden von 8 Uhr vormittags bis 3 1hr nachmittags. Zeuthen im Gemeindeamte während der Stunden von 9-3 Uhr ( Sonn- und Feiertags von 9-10 Uhr vormittags). Im Kreise Niederbarnim liegen die Listen an folgenden Stellen aus: Bernau im Magistratsbureau Zimmer 2. Borsigwalde im Lokal von Reuter. Es sind dadurch die Wähler des Weges nach Wittenau auf das Gemeindebureau enthoben. Eichwalde im Gemeindeamt, Grünauerstraße 49, an den Werktagen während der Dienststunden von 9 Uhr vormittags bis 1 hr nachmittags, dagegen am Sonntag, den 30. Dezember 1906, und am Dienstag, den 1. Januar 1907, während der Zeit von 10 bis 11 1hr vormittags. Friedrichshagen im Rathause. Lichtenberg im großen Sigingsjaale des Rathauses, an Wochentagen von 8-3 und am Sonntage und Neujahrstage von 9-1 hr. Nieder- Schönhausen im Amtsgebäude. Ober- Schöneweide im Gemeindeamt, im Restaurant Siemensstraße 28, im Konsumladen Edisonstr. 49, Restaurant Staufhold, Schulte u. Boß. Auch sind dort Reflamationen einzureichen. Pankow im Rathause. Rummelsburg im Gemeindebureau Rimmer 55, an den Wochentagen von 8 Uhr vormittags bis 3 Uhr nachmittags und am Sonntag und Neujahrstag von 9-1 Uhr. Außerdem liegen die Wählerlisten für den Ortsteil Rummelsburg bei dem Genossen John, starlshorsterstr. 1 und bei dem Genossen Halwaß, Kantstr. 44; für den Kiez bei dem Genossen Gorgas, Nene Prinz Albertstr. 70 und für den Ortsteil Borhagen bei dem Genossen Lindner., Grünbergerstraße 10 und bei Tempel, Alt- Borhagen 56. Wählerversammlungen im Teltower Kreise. Rigdorf. Das sozialdemokratische Wahlfomitee hatte zu Freitag abend drei öffentliche Wählerversammlungen einberufen. Die gewaltige Zahl der Versammlungsbesucher es mögen an 3500 Blaz gefunden haben war ein Beweis dafür, daß auch hier mit hoher Zuversicht den politischen Greignissen entgegen gesehen wird. Man sah es den Massen an, daß sie erfreut darüber sind, so ganz unerwartet Gelegenheit zu haben, ihre Antwort auf das Vorgehen der Regierung und ihrer Parteien geben zu können. In der Versammlung in Hoppes Festsälen, welche der Gesangverein„ Rigdorfer Männerchor" durch das stimmungsvolle Lied Empor zum Licht" einleitete, referierte Genoffe Hirsch- Charlottenburg. Er betonte, daß das persönliche Regiment durch die Auflösung des Reichstages dent deutschen Wolfe eine sehr willkommene Weihnachtsbescheerung be= reitet habe. Weiter gedachte der Referent mit beißender Kritik unserer Kolonialpolitik und deren Mizwirtschaft. Ein Sturm der Entrüstung durchwogte die Versammlung, als er an der Hand von Briefen und Berichten auf die unerhörten und unmenschlichen Taten unserer Kulturträger in Afrika hinwies. Es versteht sich von selbst, daß auch des Zentrums gebührend gedacht wurde, das von diesen Vorgängen unterrichtet, trotzdem die Politik der Regierung mitmachte. Der Volksverrat des Freisinus, das Kriechen dieser Partei vor der Regierung sowie das Vorgehen eines ihrer Organe, Die Neue Zeit" in Charlottenburg, welch letteres in efelhafter Weise unseren Kandidaten Genossen Zubeil und die Partei zu verunglimpfen sucht, wurde allgemein verdammt. Allgemeines Gelächter erscholl, als Genosse Hirsch darauf hinwies, daß es im Kreise noch Leute gäbe, die allen Ernstes meinen, daß eventuell der Freia finn, mit seinen 11 000 Stimmen bei der letzten Wahl, in Stichwahl mit unserer Partei kommen könnte. Mit dem Wunsch, dafür zu sorgen, daß unsere Stimmenzahl innerhalb des Kreises sich auf mindestens 100 000 erhöhe, schloß der Referent seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen. Der Aufforderung des Vorsitzenden, an die eventuell antesenden Gegner unserer Partei, sich zum Wort zu meldon, kam niemand nach. Mit der Aufforderung, die Wählerlisten einzusehen, und einem Appell an die Anwesenden, mitzuarbeiten und dafür zu agitieren, daß der 25. Januar zu einem Siegestag für die Sozialdemokratie werde, fand die Versammlung ihr Ende. " Die zweite Versammlung fand in Thiels Festfälen, Bergstraße, statt. Hier hatten sich die Mitglieder des Gesangvereins„ Schneeglöckchen" eingefunden und leiteten die Versammlung durch Gesang ein. Genoffe Grunwald- Friedenau referierte über den letzten Reichstag. Scharf fennzeichnete er die gegenwärtige Situation, oft durch reichen Beifall unterbrochen. Nach dreiviertelstündiger Rede schloß der Referent mit einem warmen Appell an die Wähler, nicht Auch die Brizer Genossen hatten zum Feitag eine Wählerihn zu. müde zu sein, nicht zu rasten, sondern mit aller Energie für die hemmende, geistlose Schundliteratur nach Kräften bekämpfen zuführen. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, deckt man Partei und den Vorwärts" zu werben, die indifferenten Massen helfen. aufzurütteln und unserem Kandidaten, Genossen Zubeil, am Der focben beginnende 11. Jahrgang der Zeitschrift Im Eise eingebrochen und ertrunken ist die 11jährige Tochter 25. Januar die Stimme zu geben. Auch hier wies der Borjibende bietet hierzu den Genossen die Gelegenheit und keiner unserer des Arbeiters Mobid aus dem benachbarten Löhme. Das Mädchen auf das Ausliegen der Wählerlisten hin. Die Genossin Mohr richtete einige Worte an die Frauen, sie zur Withülfe bei den Reser sollte versäumen, den unserer heutigen Nummer bei hatte sich zu weit auf die Gisdede des Löhmer Sees hinausgewagt, Wahlen auffordernd. Nach dem Schlußgefang„ Empor zum Licht" liegenden Prospekt aufmerksam zu lesen und Freunde und brach plötzlich ein und ertrant, ohne daß man einen Rettungsversuch schloß der Vorsitzende die Versammlung. Bekannte, in Fabriken und Werkstätten, bei öffentlichen und unternehmen konnte. aufzufordern. Die dritte Versammlung fand in Bruses Festsälen, Knesebec- Vereinsversammlungen zum Abonnement Ju der Silvesternacht berkehren auf den Linien Pankow bezw. ftraße, statt. Das Referat hatte hier Genosse Obst- Schöneberg über- Probehefte liefert jede unserer Parteispeditionen, jeder Nieder- Schönhausen nach Mittelstraße, anschließend an ben Fahrplan, nommen. In trefflicher Weise ließ der Referent die Mehrheits- Kolporteur oder auch der Verlag: Buchhandlung Vorwärts, noch folgende Sonderzüge: ab Pankow( Wendelstraße) 12.10, 12.30, parteien des Reichstages Revue passieren, auch das Zentrum bekam Berlin SW. 68, Lindenstraße 69. 12.50, 1.10, 1.30; ab Nieder- Schönhausen 12.20, 12.40, 1.00, 1.20, fein gut Teil ab. Unter großem Beifall tennzeichete er die kultur1.40; ab Mittelstraße( Ede Friedrichstraße) nach widrige Gesinnung der Junker und Pfaffen; zum Schluß appellierte Die Kaffen und Bureaus des Magistrats werden nächsten Mon- Bankow( Mendelstraße) 1.00, 1.20, 1.40, 2.00, 2.20; nach Niederder Referent an die Anwesenden, für unsere Bertei recht fleißig zu tag um 1 hr mittags geschlossent. Auf der Linie BehrenSchönhausen 1.10, 1.30, 1.50, 2.10, 2.30. agitieren, damit der 25. Januar zu einem wuchtigen Proteste gegen Straße- Treptow findet zwischen Behrenstraße und Wienerbrüde bis die Volksausbeutung und Volfsverdummung werde. Diest ssion 1 Uhr 54 Minuten nachts Zehnminutenverkehr statt. Reklame unter der falschen Flagge des Vorwärts". wurde nicht gewünscht. Eine Resolution im Sinne des Referates Auch die Große Berliner hat Nachtverkehr eingerichtet. wurde einstimmig angenommen. Nach einigen anfcuernden Worten Am 7. Oktober hatten wir den Unfug gerligt, den die MöbelBedeutende Störungen im Fernsprechbetriebe sind durch den am des Vorfizenden zu tatkräftiger Arbeit, hatte auch diese Versamm- und warenkredithäuser A. Kretschmann u. Co., Berlin O., Koppen gestrigen Tage eingetretenen Rauhreif in Berlin verursacht worden. lung ihr Ende erreicht. straße 4, am Schlesischen Bahnhof, und das Möbel- und Warenkreditunseres Blattes betrieben. haus Goldstaub Nachf., Berlin SO., Köpenickerstr. 195, mit dem Titel Infolge der Vereifung der Drähte waren diese brüchig geworden Diese Firma ließ ein Reflameblatt ver- und wurden durch den sich gestern ansehenden Rauhreif berartig beversammlung einberufen. Das Referat über" Die Reichstags- breiten, welches das Wort„ Vorwärts" in genau demselben Drud lastet, daß fie riffen. So brachen über dem Haufe Andreasstr. 49 auflösung und die Parteien" hielt Genoffe Händel. An der hierauf an der Spige trägt, wie unsere Zeitung. Der Aufdruck ist in täuschend fast gleichzeitig vier Fernsprechdrähte und stürzten nach der Straße folgenden Diskussion beteiligten sich die Genossen Vogt, Prenzloto, ähnlicher Weise nachgeahmt und auch die Anordnung der einzelnen Aufhinunter. Glücklicherweise legten sich die Enden auf die Kabel Bielicke, Schröder und Frau Vogt. Hohngelächter entstand, als drucke die gleiche, wie in unserem Blatt. nicht verlegt der Straßenbahn, so daß Personen Senoffe Soldner ein Flugblatt des Reichsverbandes gegen die Sozial- natürlich weder mit dem Inhalt noch mit der Tendenz des Vor- bahn Kurzschluß herbeigeführt, wodurch für die Verkehrsstrecke Das Reklameblatt hat wurden. Dagegen wurde bei dem Leitungsdraht der Straßendemokratie verlas. wärts" auch nur das geringste zu tun. Da trog unseres energischen In Tempelhof tagte am Freitag im Wilhelmsgarten eine hon Broteftes die oben bezeichneten Firmen den Unfug nicht ein avischen Küftriner Plaz und Alexanderstraße eine halbstündige Bezirka 350 Personen, darunter viele Frauen, besuchte öffentliche stellten, so war der Verlag gezwungen, die Hülfe des Getriebsstörung entstand. Ferner wurde durch den Rauhreif an der & de der Grunewald- und Eisenacherstraße ein Bruch der Fernsprech Wählerversammlung, in welcher der Kandidat des Kreises, Genosse richts in Anspruch zu nehmen. Das Landgericht hat Fr. Zubeil, referierte. Rebner beleuchtete in flarer Weise die Ende Oktober im Wege der einstweiligen Verleitung herbeigeführt. Die herabstürzenden Drahtenden fielen auf mit Schuyleisten versehenen Kontaktdraht der Straßenbahn, augenblickliche Lage sowie die Haltung der verschiedenen Parteien fügung angeordnet, daß sich das Möbel und verursachten Kurzschluß und der Draht brannte durch. Infolge diefes im aufgelöften Reichstage, er erinnerte an die Auflösungen von Warentredithaus Goldstaub Nachfolger bei Ver 1887 und 1893 und wies darauf hin, um welche Bagatelle ber meidung einer Geldstrafe von 100 Mart für Unfalles war der Straßenbahnverkehr durch die Eisenacherstraße für bie Dauer einer Stunde gesperrt. jebige Reichstag aufgelöst worden ist. Die unwürdige Behandlung jeden Fall der Zuwiderhandlung des Reflame. des deutschen Parlamentes unterzog er einer scharfen Kritit. Zum flugblattes mit der Aufschrift Ggtra- Ausgabe Der rätselhafte Tod eines Berliner Arbeiters im Krankenhause Schluß forderte Genosse Zubeil die Versammelten auf, mit aller Borwärts" fortan zu enthalten hat. Gegen diese zu 3ielenaig beschäftigt zur Zeit die Polizeibehörde. Der Ar Energie in den aufgezwungen Wahlkampf einzutreten, und mit dem einstweilige Verfügung hat die Firma gar noch Widerspruch erhoben. beiter Dittfach aus Berlin wollte am ersten Weihnachtsfeiertage nach Stimmzettel der Auspowerungspolitik der jebigen Regierung ein Auf Grund mündlicher Berhandlung hat die 8. Ziviltammer des dem Bosenschen Städtchen Meferib fahren, um dort Verwandte zu energisches Halt zu gebieten. Stürmischer Beifall lohnte den Landgerichts Berlin I indessen die einstweilige Verfügung besuchen. In Reppen, woselbst D. umsteigen mußte, flagte er bereits über Univohlfein. Der Arbeiter erkrankte im Zuge derartig schwer, Referenten am Schlußse seiner eineinhalbstündigen Rede. In der nunmehr im bollen Umfange bestätigt. Diskussion forderte Frau Thiel die anwesenden Frauen auf, im Das Gericht läßt es dahingestellt, ob der Anspruch des Ver- daß er in Zielengig den Zug verlassen mußte und auf bahnamtliche Wahlkampf ihre Schuldigkeit zu tun, und die Indifferenten auf Lages schon aus§ 8 des Gesezes gegen den utlauteren Wettbewerb Anordnung nach dem städtischen Strankenhause übergeführt wurde. zurütteln. Genoffe Budzinsti kritisierte die feige Haltung der an- bergeleitet werden könne, da das Gefeß gegen den unlauteren Wett- Hier ist D., der balb nach der Einlieferung die Besinnung berlor, wefenden Gegner und forderte die Anwesenden auf, für recht inten- bewerb nur den in der mißbräuchlichen Benuzung des unter Anzeichen von Vergiftung gestorben. Da mit der Möglichkeit five Verbreitung unserer Presse tätig zu sein. Bum Schluß wurde Namens eines Konkurrenten liegenden Wettbewerb zivischen zu rechnen ist, daß D. das Opfer eines Verbrechens oder einer fahreine Resolution einstimmig angenommen, in der die Versammelten Stonkurrenten hindern Hier handelt es fich aber lässigen Handlung geworden, wurde die Reiché polizeilich beschlagals beste Antwort auf die fortgesetzte Ausplünderung des Voltes auf der einen Seite 11117 eine Verlagsanstalt, die eine nahmt. die Wahl des sozialdemokratischen Kandidaten erbliden. Nach politische Tageszeitung verlegt, auf der anderen Seite um Jm Birchow- Krankenhaus gab es am dritten Weihnachtsfeiertag, einigen Bekanntmachungen des Vorsitzenden mußte die Verfamm- ein Warenhaus für Möbel und andere Gebrauchsgegenstände. Das wie uns ein Batient meldet, eine erhebliche Aufregung. Im Saal 12 lung der Polizeistunde wegen gefchloffen werden. Gericht ist dem Verlage aber darin beigetreten, daß in der Aufschrift war gerade der Weihnachtsbaum angebrannt; durch das Wegwerfen Vorwärts" sowohl wie in der ganzen Anlage und dem völlig eines glimmenden Streichholzes entstand Feuer und im Nu stand In impofanter Wählerversammlung referierte am Donnerstag gleichartigen Drude des Blattes eine Verlegung unseres Ramen 8ber Baum in Flammen. Durch schleunigstes Eingreifen wurde der Genosse 3ube il in Grünau. Auch hier behandelte er die Kolonial- rechtes liegt. Unzweifelhaft liege ein Mißbrauch des Namens Brand gelöscht. Die umherfliegenden Funken haben zahlreiche Brandpolitit unserer herrschenden Klaffen in eingehender Weise. Ins- Vorwärts" vor." Vorwärts" ist der Name, fagt das Urteil, flede in der Bettwäsche verursacht und die Betten mußten alle besondere wies er darauf hin, daß die Bourgeoisie sich nicht ent- unter dem unser Verlag in der Deffentlichkeit hervor neu bezogen werden. blödet, den Kolonialhelden Peters als Reichstagskandidaten tritt, der Verlag hat einen Anspruch darauf, daß aufzustellen. Die steigende Lebensmittelverteuerung, das ständige dieser Name mißbräuchliche gegen jede Benugung bon Bestreben, die Arbeiterklasse rechtlos zu machen, kennzeichnet Redner anderer Seite geschügt wird. Die einstweilige Verfügung war aber, mit gebührender Schärfe. Seine Ausführungen fanden stürmischen wie das Urteil bestätigt, nicht nur durch das Namensrecht unseres Beifall. Gegner waren wohl anwesend, fanden jedoch keine Neigung, Verlages, sondern auch dadurch berechtigt, daß in der mig dem Referenten entgegenzutreten. Die Genossen Nehen und Becker bräuchlichen Benuzung bes Namens" Vorwärts" auch forderten zum Schluß die Anwesenden zum Eintritt in die Organi- verstoß gegen Sie guten Sitten lag. Denn es sation und tatkräftiger Agitation für die Wahl auf. könne nicht als dem Anstand und den guten Sitten entsprechend angesehen werden, wenn in einer derartigen Weise die Form und der Name einer allgemein bekannten und vielgelesenen Zeitung bon unberufener und noch dazu nicht derselben politischen Vom Bau abgestürzt ist gestern nachmittag der 28 Jahre alte Richtung angehörender Seite zu Reklameziveden noch dazu in so Maurer Otto Bengsch aus der Sedanstr. 29. B. hatte auf dem Neuwenig schöner und geschmackvoller Art, wie hier und offenbar in der bau an der Ede der Pfalzburger- und Liebenburgerstraße die Dritter Wahlkreis. Die diesjährige Silvesterfeier findet Absicht der Verwechselung benutzt und nachgeahmt wird". Der An- Treppen verpuzt und stürzte plöblich aus der Höhe der dritten Stage am Montag, den 31. Dezember, im großen Saale des spruch unseres Verlages jei, auch wenn ein Schaden nicht entstanden in bas Treppenhaus hinab. Mit einem doppelten Schenkelbruch Gewerkschaftshauses, Engel- fer 15, statt. Anfang ist, voll berechtigt. Denn infolge der Verwechselungsmöglich- und anderen schweren Verlegungen wurde der Verunglückte in das 9 Uhr, Eintritt inklusive Tanz 20 Pf. Um zahlreiche Beteiligung teit werbe unfer Vorwärts" durch ein derartiges Flugblatt leicht Schöneberger Krankenhaus gebracht. Der Vorstand. Tächerlich gemacht, sein Ansehen und seine Ehre geschädigt, dadurch Die Arbeiter- Bildungsschule veranstaltete am Donnerstag, den Zehlendorf. Sonntag, den 30. Dezember, früh 8 Uhr, Flug- tönne auch ein Schaden materieller Art entstehen. Diefen zu ber- britten Feiertag, in den Arminhallen" einen nur für Mitglieder blattverbreitung. Alle Genossen werden dringend gebeten zu erhindern und von der Firma die Unterlassung der mißbräuchlichen bestimmten Mufitabend. Herr Leo teftenberg hatte es unternommen, fcheinen. 1. Bezirk bei Wied, 2., 3., 4. Bezirt bei Benno Widley. Benutzung des Namens Vorwärts zu verlangen, ist aber nach der das umfassende Gebiet der Musikgeschichte in allgemeinen Umrissen Nachmittags 2 Uhr öffentliche Versammlung bei Mied. Genosse zutreffenden Ansicht des Gerichts nach§§ 12 und 826 des Bürgerlichen zu behandeln. So schwierig die Lösung dieser Aufgabe in der Hirsch Charlottenburg spricht über" Die Reichstagswahlen". Gesetzbuchs der Vorwärts" Berlag vollauf berechtigt. Hoffentlich furzen Zeit auch war, so kann das Experiment doch als durchaus Lichtenberg. Wir machen auf die heute stattfindende Flugblatt- ist damit dem Unfug des Mißbrauchs unseres Namens endgültig gelungen bezeichnet werden. Den Zuhörern wurde nicht nur ein gesteuert. verbreitung unsere Genossen nochmals aufmerksam. Am 6. Januar wird die nächste Flugblattverbreitung im Drte vorgenommen und wird ebenfalls rege Betätigung erwartet. Das Wahlkomitee. Friedrichsfelde. Heute, den 30. Dezember, morgens 8 Uhr Flugblattverbreitung. Die Genossen wollen sich im Lokale von Losse, Luisenstr. 20, einfinden. Die nach außerhalb gehenden Genossen treffen sich um 8.45 11hr morgens am Bahnhof Lichtenberg- Friedrichs felde. erfucht Partei- Angelegenheiten. Der Vorstand. Karlshorst. Achtung! Die Parteigenoffen wollen fich zur heutigen Flugblattverbreitung früh um 8½½ Uhr in den Lokalen pon A. Sabrowsly, Treskow- Allee und Krausenstraße- Ecke, und Karl Gruhn, Prinz Adalbertstraße, Ede Hönower Wiesenweg, einfinden. Am Mittwoch, den 2. Januar 1907, abends 8%, Uhr, findet ein Ertra 3ablabend im Lokale des Parteigenossen Gruhn statt. Zu diesem müssen sämtliche Parteigenossen anwesend sein. Der Wahlvereinsvorstand. NB. Die zwanglose Zusammenkunft der Parteigenoffen mit ihren Angehörigen, verbunden mit einer Bescherung der Kinder, findet heute abend 61/ 1hr im Lofale des Genossen K. Gruhn statt. D. O. Königs- Wusterhausen. Am heutigen Sonntage findet eine Agitationstour und am 6. Januar eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen mögen 18 Uhr früh bestimmt erscheinen. Berliner Nachrichten. Ein Jubiläum wolle. eint Den Bereinen des Arbeiter- Sängerbundes zur Kenntnis, daß die zum Sonntag, den 13. Januar 1907 festgefeßte Generalversammlung der Reichstagswahl wegen am Sonntag, den 10. Februar stattfindet. Siehe Juserat. Das Opfer eines Automobilunfalles ist anscheinend der Tischler Oswald Otto, über dessen unaufgeklärten. Tod wir berichteten, gez worden. Nach den Ermittelungen der Polizei hatte sich D. in einem Restaurant in der Münchebergerstraße aufgehalten und es später in Begleitung mehrerer Bekannter verlassen. An der Ecke der Berliner- und Fuldastraße in Rigdorf trennte man sich und kurz darauf ist O. jedenfalls von einem Automobil überfahren worden. Chne sich um den Verunglückten zu kümmern, raste der Chauffeur babon. furzer Abriß der Musikentwickelung, sondern auch ein Bild der Zusammenhänge zwischen Musik und ökonomischen Verhältnissen und wurde durch eine Anzahl mit vorzüglicher Technik vorgetragener der. Stellung der Künstler in diesen geboten. Der Vortrag selbst fürzerer Werte bekannter Meister wie Bach, Beethoven, Liszt er läutert. Die Firma Jbach hatte in dantensiverter Weise einen ihrer langvollen Flügel gefälligft zur Verfügung gestellt. Die Freie Volfsbühne führt am Sonntagnachmittag 8 Uhr Die Häuser des Herrn Sartorius" von B. Shaw im Berliner Theater auf. dem Absag von Kots, Breeze, Asche, Teer, Ammonialwaffer, Graphit, Die städtischen Gaswerte haben im vergangenen Etatsjahre aus Schlacken usiv. eine Einnahme von rund 9 Millionen Mark erzielt. Die Einnahmen aus dem Verkauf von Stoke, Breeze, Aiche usw. beliefen sich allein auf rund 7 Millionen Mark oder 392 000 m. mehr wie im Etat festgesetzt worden war. Für Leer wurden rund der neue beforativ und szenisch ausgestattete Bortrag Die FeuerIm wissenschaftlichen Theater der Urania wird in dieser Woche 14 Millionen Mart vereinmahmt und für Ammoniakwasser rund 875 000 9. ober 218 000 m. mehr als im Etat vorgesehen. Die übrigen Nebenprodukte ergaben noch 75 000 m. Das Lager von Rots ist nur halb so groß, wie in früheren Jahren, erhebliche Mengen des geringe Erhöhung erfahren. alten Lagers konnten abgestoßen werden; die Preise haben eine Von der Großen Berliner" erhalten in der Silvesternacht Nachtbetrieb die Linien 1, 11, 34, 38, 74, 78. Verlängert wird der Betrieb bis nach 5, zum Teil 6 Uhr morgens, auf den Linien 6E, 12 E, 35, 87, 48, 58, 81. Bis nach 4 Uhr werden betrieben die Linien 34E, 47, 50, 54, 61, 58, 65, 69, 71, 80, 87, 96, E, N. Bis nach 3 Uhr gehen die Linien 7, 14, 25, III, 40, 57, 60, 62, 93, 95, A, P. Q und V. Verlängerten Nachtbetrieb erhalten außerdem die Linien 3, 18, 23, 29, 32, 88, 36, 82, 88, 84, 91, D, F und O. " gewalten der Erde" wiederholt. Außerdem finden in dieser Woche noch Rachmittagsvorstellungen zu ermäßigten Preisen statt und Bar wird am Sonntag, Montag und Dienstag der Vortrag Früh lingstage an der Riviera" wiederholt, am Mittwoch und Donnerstag der Vortrag, Tierleben in der Wildnis" und am Freitag und Sonn abend der Vortrag" Sizilien, Lebens- und Naturbilder aus klassi schen Stätten". Zeugen gesucht. Am Sonntag, den 23. b. M., nachmittags zwischen 3-4 Uhr, fiel ein älterer Mann aus dem Stadtbahnzuge auf der Station Schlesischer Babuhof. Beugen, welche den Unfall bemerkt haben, werben gebeten, ihre Adresse abzugeben bei Bachnik, Berlin, Dänenstraße 5. Der Zoologische Garten hat fürzlich einige Unglüdsheher erworben, hochnordische Vögel, die bisher kaum lebend in einem Das Porto zu Neujahr. In diefem Jahre wurde bekanntlich deutschen Tiergarten gezeigt werden konnten. Den Namen führen das Ortspostporto erhöht, es ist daher zweddienlich, angesichts der diese interessanten Heher nach einem pfeifenden Schrei, der etwas bevorstehenden Neujahrsgratulationen darauf zu achten, daß gegen eigentümlich lagendes hat. Die munteren Tiere verfügen aber feiert am 1. Januar die illustrierte Wochenschrift n das Drudiachenporto von drei Pfennig im Orts außerdem noch über langvollere, hübsche Töne, wie man namentlich Freien Stunden". Vor 10 Jahren gegründet, hat sie verkehr und nach auswärts auf Visitenkarten bis zu fiinf Worte ge- an dem in der Fasanerie untergebrachten Paare, das in ruhelojer Diefe fünf Worte dürfen jedoch mur Emfigkeit seinen geräumigen Freiflug ausnußt, sehr oft beobachten die Aufgabe, die noch in vielen Arbeiterkreisen weit- fchrieben werden dürfen. verbreitete Schundliteratur zu verdrängen, indem sie die Glückwünsche, Danksagungen oder sonstige Höflichkeitsformeln ent- tann. Swei andere Stüde bewohnen einen Stäfig des neuen Vogelhalten. Man kann also Herzlichen Glitchivunsch zum neuen Jahr" hauses in der Reihe der rabenartigen Vögel.. Der Unglücksbeher ist besten Erscheinungen der Weltliteratur den Arbeitern, fünf Worte) oder ähnliches schriftlich für drei Pfennig bes bedeutend fleiner als unser Eichelheher und im wesentlichen grau ihren Frauen und der heranwachsenden Jugend zu fördern lassen. Sonst darf auf die Visitenkarte nichts ge- braun gefärbt, während eine breite Binde oberhalb der Flügel und einem billigen Preise zugänglich macht. In dem zurück- schrieben werden. Ansichts- oder andere Postkarten tosten nur der Schwanz lebhaft rostrot find. gelegten Jahrzehnt hat sich der Leserkreis andauernd ge- dann drei Pfennig, wenn nur Ort, Datum und Absender darauf gehoben und in vielen tausend Arbeiterfamilien sind schrieben, das Wort Postkarte ausgestrichen und dafür Drucksache Sonntag im Monat nur 25 Pf. pro Person. Berliner Aquarium. Der Eintrittspreis beträgt heute am Teuten Freien Stunden" ein gern gelesenes Blatt, das nach des acsetzt wird.. Feuerwehrbericht. Die Feuertvche wird nach wie vor ununterTages Mühen und Lasten Unterhaltung und geistige AnUeber unzureichende Beleuchtung des der Großen Berliner" gebrochen in Anspruch genommen, dabei geht es jetzt infolge des hohen regung bietet. hörigen Straßenbahnhofes I in Reinickendorf wird von dem Fahre Schnces nicht ohne Unfälle ab. So verlor gestern abend der personal feit längerer Zeit lebhaft lage geführt. Den Bahnhofs 17. Zug auf der Fahrt nach der Brandstelle in der Stallschreiber. vorsteher Kettner find diese Klagen bekannt, Abhülfe ist aber nicht straße 58 von einer Dampfspriße und einem Tender je ein Rad. geschehen. In den letzten Jahren sind wiederholt Bersonen infolge Beide Fahrzeuge blieben liegen, bis andere Räder von der Wache des erbärmlichen Lichtes in die nicht zugedeckten Stanäle gestürzt. geholt wurden. Die Besatzung der Fahrzeuge tam mit dem Schrecken Erst vor kurzem stürzte der Fahrer Wolff Mr. 1400 in einen solchen Davon. Gleichzeitig hatte die Feuerwehr in der Kottbuserstr. 17 Kanal, und er hatte es nur seinem Betz zu danken, daß er sich beim zu tun, wo in einer Wohnung Feuer ausgekommen war. Zwei Hinschlagen nicht sämtliche Knochen in Leibe zerbrach. Zurzeit ist weitere Brände mußten in der, Stromstr. 37 und Kleine Augustber Mann arbeitsunfähig. Hoffentlich fliegt er nicht noch auf die straße 11 a gelöscht werben. An allen drei Stellen brannten CarStraße, denn arbeitsunfähige und kranke Leute fann die Große binen, Betten u. a. Der 20. Bug wurde nach der Kaiser WilhelmBerliner" nicht gebrauchen. Wie uns unser Gewährsmann versichert, ftraße 8 alarmiert; dort standen Sisten u. a. in einem Keller in würden jetzt stalten getroffen, um eine bessere Beleuchtung herbei- Flammen. Außerdem liefen noch Alarme aus der Liebigftr, 42 Aber noch viel zu oft begegnet man in den Wohnungen der Arbeiter jenen grünen und gelben Heften, die unter irgend einem schauererregenden Titel dem Leser geistlofe und hirnverkleisternde, nach dem Metermaß geschriebene Romane darbringen. Wer die wenigen freien Stunden, die der Kampf ums Dasein ihm übrig läßt, bei solcher Leftüre verbringt, der ist für ernste Dinge verloren. Daran sollten auch die Parteigenossen denken und darum as Bestreben unterstützen und jene, die Arbeiterbewegung und der Warschauerstraße an der Brücke ein. An dieser war ein Pferd gestürzt. Das verlegte Tier wurde von der Feuerwehr auf einen Rollwagen geladen, festgebunden und dann fortgefahren. In der legten Nacht tam ein großer Brand in der Schloffer werkstatt der Maschinenfabrik von W. Wegeleben am Grünen Weg 79 aus nicht ermittelter Ursache zum Ausbruch. Der 7. Zug mußte mehrere Schlauchleitungen vornehmen und längere Beit fräftig Wasser geben, bevor es gelang, die Gefahr zu beseitigen. Sturz vorher hatte derselbe Zug in der Memelerstr. 51 zu tun, wo in einer Wohnung Feuer ausgekommen war. Der 8. Bug mußte in der Naunynstr. 3 einen Brand löschen, der auf dem Hofe in einer Tischlerei ausgebrochen war. Der 9. Bug wurde wegen eines gefährlichen Kellerbrandes nach der Kaplerstr. 10 alarmiert. Petroleum u. a. brannte bort. Gs gelang, die Flammen bald zu löschen, so daß die übrigen Züge gleich wieder abrücken konnten. Der 7. Zug hatte ferner in der LiebigStraße 43 zu tun, wo Lumpen u. a. in Brand geraten waren. Ein Küchenbrand beschäftigte den 8. Bug in der Oranienstr. 162. Gestern früh um 8 Uhr entstand in der Friedrichstr. 250 Feuer. Dort brannten Brestohlen, Fußböden, Balfen u. a. Das zwischengebält mußte aufgerissen werden, bevor es gelang, den Brand zu löschen. Nixdorf. Vorort- Nachrichten. Versammlungsberichten immer und immer wieder festgestellt wird, bis zu fünf Jahren. Eine toiberrechtliche Freiheitsberaubung ist daß unsere Gegner nicht den Mut finden, sozialdemokratischen außerdem mit drei Monaten bis zu fünf Jahren bedroht. Rednern entgegenzutreten. Die R. 3." meint mm, daß unsere Der Verurteilte, roh prügelnde und mißhandelnde Beamte ist tapferen Gegner deshalb sozialdemokratische Versammlungen nicht demnach außerordentlich billig fortgekommen. Trogdem legte er ebesuchen, weil sie in ber, flegelhaftesten Weise behandelt, mit Schmus vision ein. Das Reichsgericht vermochte jedoch in der Verhandlung am beworfen und niedergebrüllt werden, sobald sie sich erdreisten, ihren Freitag die Hoffnung auf ein Verständnis für die feige und rohe MißStandpunkt darzulegen". Dheil'ge Einfalt! Es ist sicher erst eine handlungslogit des Köpenicker Sicherheitsmanns nicht zu erfüllen, Erscheinung der letzten Jahre oder des letzten Jahrzehnts, daß unsere wiewohl Berger nebst seinem durch seine Babebedürftigkeit auch Gegner unseren Bersammlungen fernbleiben und das nicht etwa, weiteren Streifen belaunt gewordenen Borgesezten Jaekel ein weil sie in unseren Versammlungen nicht nobel genug behandelt strammer Gegner der Sozialdemokraten und Arbeiter war. Es werden, sondern weil ihre Gegenargumente fein williges Dhr mehr verwarf die Revision des Ordnungshüters. bei den Volksmassen finden. Wir erblicken darin einen erfreulichen Fortschritt sozialistischer Denkweise in der Arbeiterklasse. Diese Tatfache wird nicht weggeleugnet, felbst wenn sich ein solches Blatt in bildete gestern den Gegenstand einer Verhandlung vor der vierten Das Abenteuer eines russischen Grafen ben schmutzigsten Verleumdungen und Beschimpfungen gegen unseren Straflammer des Landgerichts I. Wegen Diebstahls an einer Genossen Zubeil ergeht. Tausendrubelnote mußte sich der Damenschneider Josef Engel Ein schwerer Automobilunfall hat sich gestern in der Berliner vor dem Strafrichter verantworten. Ende November d. J. traf der straße zugetragen. Beim Ueberschreiten des Fahrdammes wurde der Rittergutsbesizer Graf Wladimir von Koczanowsty aus Odeffa in 26 Jahre alte wohnungslose Arbeiter Adolf Kirchgatter von einem Berlin ein und nahm im Bristol Hotel Wohnung. Am 29. NoStraftwagen umgeriffen und mit dem Kopf gegen die Bordschwelle vember hatte er eine Fahrt durch die Berliner Vergnügungslokale des Bürgersteiges geschleudert. St. erlitt einen schweren Schädelbruch unternommen, die für ihn mit einem sehr unangenehmen Erlebnis und wurde in das Krankenhaus Westend eingeliefert. enden sollte. In dem Apollo- Kasino in der Friedrichstraße lernte er einen Herrn kennen, der sich als Dr. med. von Stein borstellte und sich im Berlaufe der Unterhaltung als ein sehr angenehmer Gesellschafter erwies. Beide Herren erweiterten ihre Berliner Rofalkenntnisse" durch den Besuch verschiedener Cafés in der Nähe der Besselstraße in umfassendster Weise. In dem Tafé„ Viktoria" übermannte den Herrn Grafen die Müdigkeit. Als er nach einiger Beit durch ben Sellner gewedt wurde, war sein Begleiter verfchtounden und mit ihm die Brieftasche, welche eine Taufe torubelnote enthielt. Herr von S. feßte fofort die Kriminalpolizei von dem Diebstahl in Kenntnis und bot eine Belohnung von 500 Marf In der Sizung am Freitagabend wurde der an Stelle des für die Wiederbeschaffung des Geldes aus. Zugleich aber tehrte Am Freitagabend traten die Stadtverordneten zu einer außerer Berlin den Rüden und nahm in Paris seinen Wohnsitz. Durch tranfheitshalber ausgeschiedenen Stadtv. Faustner gewählte Gen. ordentlichen Sigung, der letzten in diesem Jahre, zusammen. Dem eines jener unglücklichen Sittenopfer, die in dem Café, in dem Zuschling cingeführt und vom Oberbürgermeister berpflichtet. Antrage bes Magistrats, zur Unterbringung der städtischen Fürsorge- der Diebstahl passiert war, verkehrten, wurde die ihr nahestehende Der gleiche Aft vollzog sich mit dem neuen Magistratsmitgliede stellen für Tuberkulose und Säuglinge befondere Räume zu mieten, Sriminalpolizei auf eine Spur gelenkt, die auf den jebigen AnStadtrat Seybel, der an Stelle des verstorbenen Stadtrats Hoff- wurde zugestimmt. getlagten Engel hinwies. Dieser wurde scharf observiert und, mann gewählt worden war. Der einem Ausschuß überwiesene Antrag, betreffend die Ge- als er sich durch große Geldausgaben verdächtig machte, verhaftet. Die stattgehabten Stadtverordneten- Ergänzungs- und Neu- baltserhöhung der Feuerwehrmänner, fand feine Er G. hatte auf der Deutschen Bant die Banknote eingewechselt und wahlen werden nach erfolgter Prüfung für gültig erklärt. Be ledigung in einem Beschluß, wonach der Magiftrat ersucht wird, den Erlös in unsinnigfter Weise vergeudet. Auger allen möglichen schlossen wurde die Regulierung der zwischen Innstraße und der Versammlung eine Vorlage zur Neuregelung der Gehälter vom Kleidungsstüden hatte der Angeklagte auch für mehrere HundertStraße 14 belegenen Straße 25b. Der vorgelegten Gebührenordnung 1. April 1907 zu machen. Für die Monate Januar, Februar und Mark Wäsche gekauft, die anläßlich einer Haussuchung bei ihm für die Schwemmtanalisation, welche der bisher gültigen in allen März 1907 foll jedoch allen Feuerwehrmännern und Anwärtern beschlagnahmt wurde. Bor Gericht legte Engel ein offenes GeBuntten entspricht, stimmt die Versammlung zu. Zwei weitere eine monatliche Tenerungszulage von je 25 M. geivährt werden. ständnis ab, nachdem er in dem Vorverfahren die faule Ausrede Vorlagen betreffen die Fortführung bezw. Ausgestaltung der Rasen- Eine längere Debatte brachte das vom Magistrat mit dem Herrn gebraucht hatte, er habe das Geld nur zur Sicherheit an sich ge= anlagen in der Kaiser Friedrichstraße und Berlinerstraße, zu welchent Qulay getroffene Abkommen zur Regelung der Belzigerstraße. Während nommen, da er befürchtete, es fönne dem total betrunken gewesenen 3wed der Magistrat un Bewilligung von insgesamt 38 000 M. erbie Redner der Mehrheit diesem Abkommen im großen und gangen Grafen gestohlen werden. Erst später sei er der Versuchung, er fuchte. Die Stadtvo. Kohe, Rahmig und Nofter plädierten für Ver- ihre Zustimmung geben, wandten sich die sozialdemokratischen Ber- legen und habe das Geld für sich berbraucht. Das Gericht tagung bezw. Ablehnung der Vorlage bezüglich der Berlinerstraße. treter Däumig und hoffmann dagegen, daß dem Herrn Lulah nahm mit Rüdsicht auf die geringfügige Vorbestrafung des AnDie Gründe waren jedoch so fadenscheinig, daß es dem Oberbürger für die feitens der Stadtgemeinde vorgenommene Verbesserung getlagten mildernde Umstände an und erkannte auf nur sechs meister, dem Stadtv. Abraham und unseren Genossen Ostermann feines Grundstückes auch noch ein Geldgeschenk in der Höhe von 7500 m. o nate Gefängnis unter Anrechnung von einem Monat und Wuzky ein Leichtes war, die Widersprechenden ad absurdum zu führen. Mit Mehrheit wurde auch die Ausführung der Anlagen gewährt werden soll. Die Mehrheit stimmte jedoch dem Wunsche der erlittenen Untersuchungshaft. des Magistrats zu. Die Stadtverordnetenversammlung hat, da der Sigungssaal im vorübergehend nach der Aula des Gymnasiums in der Kaiser alten Rathause räumlich absolut unzureichend war, ihr Domizil Friedrichstraße verlegen müssen. Das Provisorium wird bis zur Fertigstellung des Saales im neuen Rathausbau- zirka% Jahr dauern. in der Berlinerstraße beschlossen. Der Ankauf der Bedürfnisanstalt auf dem Bermannplab zum Preise von 3000. wurde genehmigt. Stadtv. Conrad( S03.) knüpfte an die Vorlage die Erwartung, daß die Anstalt einer Renovierung unterzogen und in derselben auch für Frauen ein Abteil unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird. Der Herzbergplab soll mit einem Kostenaufwande von 21 000 M. als Spielplay hergerichtet werden, und zwar so, daß die Mittelfläche mit Rasen versehen, während die Seiten mit Sträuchern und Ruhebänken ausgestattet werden. Nach der Anlegung des Freie Bolksbühne Charlottenburg. Bekanntlich finden die weiteren Borstellungen des Vereins im Schiller- Theater Charlottenburg an ber Bismardstraße beim Knie statt, und zwar die nächste am Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 8 Uhr. GeGastkarten werden nicht aus gegeben. Die Mitgliedsmarken müssen spätestens am 5. Januar geſpielt werden Schillers„ Räuber". Schöneberg. flebt sein. Stadtverordneten- Bersammlung. Das Drtsstatut zur Errichtung einer Freiban! ging an einen Ausschuß von neun Mitgliedern. mittlerweile eingetretenen Beschlußunfähigkeit vertagt werden. Die übrigen Punkte der Tagesordnung mußten wegen der Ihr Mandat niedergelegt haben die Stadtverordneten Gansow, Rasens ist zum Zwecke der Erlangung der notwendigen Festigkeit II. Abteilung und Justizrat Dr. v. Gordon, I. Abteilung. Legterer desselben eine Absperrung der Mittelfläche auf 1 Jahr vorgesehen. bekleidete eine Reihe von Jahren das Amt des StadtverordnetenDie Vorlage wurde debattelos gutgeheißen. Der Entwurf einer vorsteher- Stellvertreters. Gewerbesteuerordnung, durch welche die Filialen auswärtiger Firmen zur Bestèuerung herangezogen werden sollen, war in der Köpenick. Bon Stufe zu Stufe städtische Krankenhaus zum 1. April 1907 die Stelle eines Prospektors gesunken ist der Student der Mufit Alfred Soeke, welcher gestern Angenommen wurde ferner eine Magistratsvorlage, für das zu schaffen. Landgerichts I vorgeführt wurde, um sich unter einer schweren Anaus dem Untersuchungsgefängnis der vierten Straftammer des flage zu verantworten. Der erit 24jährige Angeklagte ist der Sohn eines früheren Besizers eines der ersten Hotels in Berlin. Die gute Vermögenslage der Eltern, deren einziges Kind der Angeklagte ist, ermöglichte es ihm ein Gymnasium zu besuchen, auf dem er es bis zur Sekunda brachte. Gine selten gute: musikalische Veranlagung des Sohnes beranlaßte ben Bater, dem Angeschuldigten eine erstklassige Ausbildung bei einen bekannten Professor der Musik angedeihen zu lassen. Sier lernte er den Sohn eines höheren Beamten aus dem Juftigministerium Tennen, mit borigen Situng einer Kommission überwiesen worden. Namens Ein fchwerer Zusammenstoß eines Automobile. mit einem bem er ein näheres Freundschaftsverhältnis cinging. Später derselben berichtete Stadtv.- Vorsteher Sander. Er erklärte, daß Schlitten fand gestern auf der Grünauer Chauffee zwischen Köpenick unterhielt S. mit der Tochter dieses Freundes ein Liebesverhältnis, man zu dem Resultat gekommen sei, den Entwurf unverändert und Friedrichshagen statt. Bei dem Automobil berfagte schon bei burch welches es zwischen ihm und seinen Eltern zu ernsten Ser zur Annahme zu empfehlen. Stadtv. Wuzky( Soz.) führte aus. der Durchfahrt durch Köpenid die Steuerung. In der Nähe der würfnissen fant. Als der Angeklagte eines Tages Vorwürfe von daß die sozialdemokratische Fraktion die Vorlage ablehnen müsse. Kolonie Hirschgarten tam dem Gefährt ein zweifpänniger Schlitten feinen Eltern erhielt, flüchtete er bei Nacht und Rebel nach WestGewiß sei zu wünschen, daß so gut wie die ansässigen Gewerbe- entgegen, dessen Pferde vor dem Automobil scheuten und burch- falen und nahm in einem kleinen Städtchen eine Stellung als treibenden auch die Filialen auswärtiger Betriebe besteuert würden, gingen. In diesem Monient versagte wiederum bie Steuerung an Volontär an. Hier beging er einen schweren Diebstahl, doch dürfe dies nimmer auf Grund der Kopfzahl der Angestellten Sem Automobil und dieses faufte mit voller Kraft auf den Schlitten der ihm eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten einbrachte. Nach wie es der Entwurf vorsicht geschehen. Bei diesem System zu. Der Anprall erfolgte mit solcher Gewalt, daß Schlitten und Verbüßung dieser Strafe nahmen sich die Eltern wieder seiner an feien die Angestellten die Leidtragenben, denn die. Betriebsinhaber Automobil zertrümmert wurden. Die drei Jnfaffen des Kraftwagens und ließen ihn auch das Musikstudium wieder aufnehmen. Gin würden zweifellos deren Zahl auf ein Minimum beschränken und so erlitten bei dem Unfall nicht unerhebliche Verlegungen, während die neues Verderben drohte dem Angeklagten in der Person jenes den einzelnen überlasten und bis zum äußersten ausnuten. Im Führer der beiden Gefährte sowie auch die Schlitteninfassen mit dem Freundes. Dieser verleitete ihn zu einent Ginbruchsbieb. übrigen wird es der Steuerbehörde in vielen Fällen schwer fallen, Schreden davontamen. stahl bei seinem Vater, bei welchem H. Wertpapiere in Höhe von mehreren Tausend Mark erbeutete. Der Strafantrag gegen den Anstifter und eigenen Sohn wurde von dem Vater eine gerechte Berteilung sei so unmöglich: gäbe es doch Filial- Zur bevorstehenden Reichstagswahl nahm eine gut besuchte zurüdgezogen, während der Angeklagte sich wiederum vor dem geschäfte, welche enorme Umfäße und Gewinne nur mit einem An- Mitgliederversammlung des Wahlvereins Nieder Schönhausen Strafrichter verantworten mußte. Er wurde dieses Mal zu geſteüten erzielen, während solche mit verhältnismägi geringen Steingach einem Referat bes Genossen Wermuth über die einen Jahre und brei Monaten Gefängnis verEinkommen deren mehrere bedürfen und dadurch höher besteuert bevorstehende Reichstagswahl gab Genosse Päzold die Bezirkslokale urteilt. Auch dieses Mal nahmen sich die Eltern des Berlorenen würden wie jene anderen. Zustimmen fönne man der Steuer nur, bekannt. Der 1. Bezirk tagt im Restaurant Schönide, Trestowstraße, wieder an, tonnten es aber nicht berhindern, daß der Angeklagte wenn sie lediglich auf Grund des Ertrages umgelegt würbe. 2. Bezirk: Restaurant Thulmann, Uhlandstraße, 3. Bezirk: Restaurant abermals in schlechte Gesellschaft geriet, die er selbst vor Gericht Die Stadtvo. Kohe, Gröpler, Adam und Stadtrat Glüdsmann be- Pabst, Beuthstraße. Die erfte öffentliche Wählerversammlung findet als die untere Bohènte" bezeichnete. Wie. angab, habe er die fürworteten den Entwurf. Nachdem noch Stadtv. Conrad( Soz.) am 3. Januar statt. In das Wahlkomitee wählte die Versammlung Bekanntschaft eines gewiffen Georg" gemacht, der Stunstmaker war. in längeren Ausführungen gegen denselben gesprochen, gelangte der die Genoffen Bäßold, Rigmann, Salomon und Hennig. Das Winter- Dieser habe ihn verleitet, an dem jest zur Anklage stehenden Diebs Vorschlag gegen die Stimmen der Sozialdemokraten zur Annahme. fest findet am 16. Februar statt. Bekanntgegeben wurde weiter, ftahl teilzunehmen. In der Nacht zum 6. November brangen bret Es folgte nun die allgemeine mit Spannung erwartete Wahl daß das Lokal Neu- Karlshof" ber Partei wieder zur Verfügung Personen, unter ihnen der Angeklagte, in die Wäsche fabrit des zweiten Bürgermeisters. Bei derselben bilbeten unsere Ges steht. Den Bericht der Zeitungsspedition erstattete Genosse Snese von Mosie in der Alten Jakobstraße 77 ein. Nachdem sie nossen das Bünglein an der Wage und es war köstlich zu sehen, hagen. In der hierauf folgenden Debatte wurde lebhaft Klage über mehrere Pakete Oberhemden eingepackt und aus dem Kontor noch wie die Macher" von der anderen Seite sich bemühten, den Kan- das zu späte Gintreffen des Vorwärts" geführt. Es sei beshalb 240 Mart bares Geld entwendet hatten, wollten bie Diebe das didaten der sozialdemokratischen Fraktion im Voraus zu erfahren: oft nicht möglich, ben Vorwärts" mit zur Arbeitsstelle zu nehmen trauten sie doch den eigenen Getreuen in diesem Punkte nicht über den Weg. Wie sehr man sich gegenseitig im Untlaren in der bürgerlichen Mischmasch- rfattion gelassen hatte, bewiesen die laut lose Stille und die nielen langen Gesichter bei der Verkündung des Wahlresultats: trat Sturt Kaiser- Magdeburg 34 Stimmen, Stadtrat Dr. Weinreich- Rigdorf 7 Stimmen. Der erstere ist also mit erbrüdender Mehrheit gewählt worden, die Angestelltenzahl genau zu figieren; denn vielfach werde von Filialvorstehern nebenbei die ganze Familie mitbeschäftigt. Auch Nieder- Schönhausen. des Abkommens notwendig. und fich genügend über die Vorkommniffe in der Partei zu orien tieren. Zum Schluß forderte der Vorsitzende die Versammelten zu lebhafter Mithülfe an den Wablarbeiten auf. Das Andenten des verstorbenen Genossen Jden ehrte die Versammlung in üblicher Weife. Gerichts- Zeitung. Schuh vor Schutleuten! " Haus wieder verlassen. Inzwischen war ber Portier wach geworden und hatte Lärm geschlagen. Die beiden Stompligen des Angeklagten flüchteten über die Dächer hinweg, währenb. festgenommen wurde. Bor Gericht legte der Angeklagte unter Tränen ein reumütiges Geständnis ab. Der Staatsanwalt beantragte eine Zuchthausstrafe von brei Jahren, da sich. als ein unverbesserlicher Dieb gezeigt habe. Das Gericht erkannte unter Bubilligung milbernder Umstände auf ein Jahr und fechs Monate Gefängnis. Zum Reichsgerichtsrat wurde der Kammergerichtsrat Segell in Berlin ernannt. Zum Wahlfonds In geheimer Sibung famen einige Beamtenangelegenheiten zur Erledigung. Gegen die Stimmen der sozialdemokratischen Fraktion und eines weißen Raben von der anderen Seite wurde beschloffen, der katholischen Kirchengemeinde ein Geschent bon 3000 m. au Bom Landgericht Berlin II wurde, wie wir damals ausführlich machen. Der Grweiterung des zweiten Riefelgutes durch Ankauf berichteten, am 20. April der Polizeisergeant Bant Berger aus von Ländereien stimmte die Versammlung zu, während das vom Köpenick wegen Körperverlegung im Amte in drei Fällen und Ve Magistrat borgeschlagene Abkommen mit der Mecklenburgischen leidigung in einem Falle zu einem Jahre drei Monaten Gefängnis Sparbank fiber die Bürgersteigunterhaltung in der Hasenheide der verurteilt; außerdem ist ihm die Fähigkeit, öffentliche Aemter au Vertagung verfiel. Mit Rüdficht auf das absolut ungenügende Ent- bekleiden, für fünf Jahre entzogen worden. Jn Köpenid hatte sich gegenkommen der genannten Bank ist eine gründliche Nachprüfung ein Automobilunfall ereignet. Der Maschiniſt N. aus Berlin hatte gingen in unserer Expedition Lindenftr. 69 folgende Beiträge ein: bazu seine Hülfe angeboten. Auf Veranlassung eines Beteiligten trat Hausbiener der Fa. Jandorf, Brunnenstraße, 12,05. Segelflub Berger hinzu und forderte 92. auf, mit ihm nach der Bache zu Ein Kohlenbrand, der bereits seit 14 Tagen wütet, ist auf dem gehen. Er stieß den N., der nicht begriff, was er verbrochen haben Fidelio" 13, Herrenschneider von Gerson 30,-. Möbelfabrik Grundstück der städtischen Gasanstalt an der Teupigerstraße aus follte, und fich mitzugehen weigerte, mehrmals mit dem Knie in den des u. Co. 15,- Maschinenpersonal der Firma Jandorf, Fil. Brunnenstraße 7,- Gef. in der Schneiderwerkstatt Remer 2,50. gebrochen. Ein Riesen Kohlenhaufen, der dort aufgestapelt ist. Rüden und fagte: Sie verdammter, großschnäuziger Berliner; brennt im Innern, und ebenfo, wie seinerzeit bei dem großen Brand Ihnen werde ich das besorgen. Dann sperrte er N. in das Polizei 500,- Von den Pfleglingen der Heimstätte Heinersdorf 7,-. BuchD. Sels, Verband der Bäder, Mitgliedschaft Berlin in der Gasanstalt in der Müllerstraße ist die Entstehungsursache auf gefängnis. Freiheitsberaubung wurde hier nicht angenommen, da 500,- Von den Pfleglingen der Heimstätte Heinersdorf 7,- BuchSelbstentzündung zurückzuführen. Das Feuer entwickelt ftarten bas Bewußtsein der Rechtswidrigkeit nicht als festgestellt erachtet bruckerei naftein u. Co., Beitungs- Abteil., 1. Rate 40,-. Weihnachts beißenden Rauch, der sich bis in die Nebenstraßen verbreitet. Schon wurde. Ein anderes Mal, am 6. Mai 1905, fam der Zeuge 9. auf feier bei Alb. Schunte, Rigdorf, Lenaustraße 14/15 6,50. wiederholt haben sich die belästigten Anwohner beschwerdeführend das Rathaus in Köpenick, um sich wegen einer auf der Straßenbahn Branchenkommission Musikinstrumenten- Arbeiter des D. Holzarbeiteran die Polizei gewandt. Man wird den Brand nur durch Ums erlittenen Störperverlegung zu beschweren. Er wurde abgewiesen, berbandes 10,-. Unter den Linden 12,- Dem Andenken von schaufeln des ganzen Kohlenhaufens bewältigen können. da er tein ärztliches Zeugnis vorlegen fonnte. Der Angeklagte warf Dr. C. F. 200,-. Beim Bierschoppen am 28./12. bei Gieshoit, Berhaftet wurde gestern früh von der Rigdorfer Kriminal- den Zögernden aus dem Bureau, schlug ihn mit der Faust ins Ge- Plößensee, gesammelt 11,10. Die Dreherei v. Schäfer u. Hauschner polizei in Berlin eine große Hehlerbande. Es handelt sich um sechs ficht, daß das Blut floß und N. Hinstürzte; dann sperrte er den d. Ziegler, 1. State 5,75. Paarmann, Glasgow 2,-. Dr. Deffin, Probuftenhändler, die schon seit längerer Zeit Dieben und Ein Mann in eine Belle. 18 R. Hier lärmte, ging Berger hinein, Bradford 8,- Schuhmacher der Firma Mohr u. Speher, Jägerbrechern das gestohlene Gut zu Schunbpreisen abgekauft haben. packte ihn an der Kehle und schlug ihn wieder mit der Faust ins straße 14 6, Sollegialischer Berein Anfer" 80,- Personal der Giner der Verhafteten hat sich gestern mittag, nachdem er ein um- Geficht, daß das Blut aus Mund und Nase floß und N. mit dem Buchbruckerei H. S. Hermann 126,50. Summa 1041,40 M. Bereits quittiert 1688,42 M. Summa fangreiches Geständnis abgelegt hatte, im Rigdorfer Polizei- Kopfe gegen die Wand flog. Vor dem Berlassen der Belle gab er 2679,82 W2. ' gefängnis erhängt. ihm noch einen Schlag, daß er hinstürzte. St. rief laut, er fei un Weitere Beiträge werden in unserer Erpedition entgegentschuldig eingesperrt, und zertrümmerte in der Aufregung eine Scheibe. Charlottenburg. Berger fam wieder hinein und fesselte iht. Schließlich wurde R. entlassen. Weshalb unsere Gegner sozialdemokratischen Versammlungen fern bleiben, enthüllt die Neue Beit" in ihrer gestrigen Nummer. Es muß ben Freisinnshelden wohl nicht recht gefallen, wenn in den Das Gesetz bedroht im§ 340 Str.- G.- 9. Beamte, die vorfäglich eine Körperverlegung begehen, mit Gught unter brei Monaten " genommen. Berichtigung. Ju Nr. 299 muß es heißen: Zentralverband der Töpfer, Fil. Berlin. Vermischtes. Eine Gasexplosion erfolgte gestern mittag in den Kontorräumen eines Eisenlagers bei Marthahütte in Oberschlesien. Die Wände des einstödigen Hauses wurden zertrümmert. Eine Frau wurde durch umberfliegende Trümmer getötet. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Der Seljer. Montag: Die Hochzeitsjadel. Dienstag: Der Helfer. Mittwoch: Die Hochzeitsfadel. Nachmittag 3 Uhr: Aschenbrödel. Donnerstag: Der Helfer. Freitag: Die Hochzeitsjadel. Sonnabend: Der Helfer. Nachmittag 3 Uhr: Achenbrödel. Sonntag: Der Helfer. G Paffage Theater. Alabendlich: Berlin paß auf Spezialitäten. Karl Haberland Theater. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Kasino Theater. Abends: Die beiden Champignol. Dienstag nach mittag 4 Uhr: Gebrüder Zorn. Eingvögelchen. Folies Caprice. Das Modell. Serenissimus XVI. Gebr. Herrnfeld- Theater. Jeden Abend: Familientag im Hause Brellstein. Theater des Westens. Sonntag: Cousin Bobby. Nachmittag 3 Uhr: Der Freischüz. Montag: Confia Bobby. Dienstag: Cousin Bobby. Nachmittag 3 Uhr: Der Troubadour. Mittwoch: Cousin Bobby. Nachmittag 3 Uhr: Sindestreue und Weihnachtssegen. Donnerstag, Freitag und Sonnabend: Cousin Bobby. Nachmittag 3 Uhr: Kindestreue und Weihnachtssegen. Sonntag: Cousin Bobby. Nachmittag 3%, Uhr: Der Trompeter von Sälfingen. Montag: Cousin Bobby. Schiller: Theater 0. Gonntag: Hasemanns Töchter. Nachmittag 3 Uhr: Die rote Nobe. Montag: Der Hochtourist. Dienstag: Jugend. der Erde. Anfang 8 Uhr.) Prater Theater. Dienstag: Robert und Bertram. Mittwoch: Der Pfarrer von Stirchfeld. Donnerstag: Mutterſegen. Freitag: Robert und Sonnabend 4 Uhr: Hänsel und Gretel. Sonntag 4 Uhr: Bertram. Mutterſegen. 8 Uhr: Robert und Bertram. Montag: Die Haubenlerche. Irania Theater. Taubenstraße 48/49. Täglich: Die Feuergewalten Freitag und Sonnabend nachmittag 4 Uhr: Zu dem furchtbaren Eisenbahnunglück in England, fiber das wir bereits gestern im Depeschenteil furz berichteten, liegen noch Meldungen vor, wonach die Zahl der Toten und Verwundeten ergänzt wird. Ein Telegramm aus London besagt: Ein von Arbroath nach Aberdeen bestimmter Zug lief bei der Station Elliott in der Grafschaft Forfar auf das Ende eines haltenden Mittwoch: Der Hochtourist. Donnerstag: Die Hoffnung auf Segen. Sizilien. Sonntag, Montag, Dienstag nachmittag 4 Uhr: Frühlingstage Zuges auf. Der Wagen, in dem fich die Schaffner des legtgenannten Freitag: Doppelselbstmord. Sonnabend: Mathias Gollinger. Sonntag: an der Riviera. Mittwoch, Donnerstag nachmittag 4 Uhr: Tierleben in Zuges befanden, sowie zwei mit Passagieren dicht gefüllte Waggons Mathias Gollinger. Nachmittag 3 Uhr: Die rote Robe. Montag: Doppel- der Wildnis. wurden völlig zertrümmert. Die Zahl der Toten beträgt Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag: 16, die der Verwundeten 30; viele Verlegungen sind tödlich; dem Heimat. Nachmittag 3 Uhr: Das Lumbengesindel. Montag: Mathias Parlamentsmitgliede Black sind beide Beine gebrochen. Gollinger. Dienstag: Der Familientag. Nachmittag 3 Uhr: Das Rumpen Die Lokomotive des von Arbroath gefomnienen Zuges ist umgefindel. Mittwoch bis Montag: Der Familientag. Nächsten Sonntag nachgeworfen; der Heizer dieser Maschine ist getötet. mittag 3 Uhr: Das Lumpengesindel. London, 29. Dezember. Nach einem Telegramm aus Dundee erfolgte der Zusammenstoß bei Arbroath, weil infolge des schweren Sturmes die Signale nicht wahrnehmbar waren. Es ist überaus schwierig, die notwendige Hülfe zu beschaffen. Nach den letzten Meldungen sind 17 Personen bei dem Zusammenstoß getötet und zwanzig berivundet worden, darunter mehrere schwer. Noch ein Eisenbahnnnfall wird aus Paris gemeldet. Auf dem Bahnhof Marome bei Rouen stießen zwei Güterzüge zufammen. Ein Schaffner wurde getötet, zwei, Bahnbedienstete wurden schwer berlegt. Glücklich gereitet. Alle Personen, die sich an Bord des gescheiterten japanischen Paketdampfers A wa maru" befanden, haben glücklich an Land gebracht werden können. " Durch ungeheure Schneemassen vom Verkehr vollständig abgeschnitten ist die Stadt Carlinte( Schottland). An der schottischen Grenze liegt der Schnee sechs Fuß hoch. Sämtliche Verbindungen sind unterbrochen. In London brach infolge der ungeheuren Schneelast im Covent Garden das Dach eines Glashauses zusammen. Fünfzig in dem Hause befindliche Personen wurden mehr oder minder schwer verletzt. Ein Felssturz. Bei Manresa wurde nach einer Meldung aus Barcelona ein Haus durch einen Felssturz zertrümmert; hierbei wurden drei Personen getötet und drei lebensgefährlich verletzt. Eine Feuersbrunst brach gestern in der Wohnung eines Amsterdamer Fabrikanten von Feueriverkskörpern aus, wobei der Befizer, dessen Frau und zwei Kinder in den Flammen umfamen. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Monfig: Bar und Zimmermann.( Anjang 7 Uhr.) Dienstag: Der Freischüz. Mittwoch: Das Rheingold. Donnerstag: Die Walküre.( Anfang 7 Uhr.) Freitag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Siegfried.( Anjang 7 Uhr.) Sonntag: Der Roland von Berlin. Montag: Unbestimmt. Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Klein Dorrit. Montag: Das Glasbaus. Dienstag: Ballensteins Lager. Die Piccolomini. Mittwoch: Othello. Donnerstag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Freitag: Selein Dorrit. Sonnabend: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag: Das Glashaus. Montag: Hamlet. Nenes königl. Opern- Theater. Sonntag: Faust.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Geschlossen. Dienstag: Bar und Zimmermann. Mittwoch bis Sonnabend: Geschlossen. Sonntag: Stabale und Liebe.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Geschlossen. Lessing Theater. Sonntag: Der heimliche König. Rachmittag 3 Uhr: Die Weber, Montag: Der heimliche Stönig. Dienstag: Der heimliche König. Nachmittag 3 Uhr: Nova. Mittwoch: Hedda Gabler. Donnerstag: Der heimliche König. Freitag: Das Blumenboot. Sonnabend: Die Wildente.( An ang 7 lb.) Sonntag: Der heimliche König. Nachmittag 3 Uhr: Rofen montag. Montag: Die Weber. Dentiches Theater. Sonntag: Das Wintermärchen. Montag: Bunbury. Mittwoch: Dienstag: Bunbury. Das Bintermärchen. Donnerstag: Das Wintermärchen. Freitag: Die Geschwister. Die Mitschuldigen. Sonnabend: Das Wintermärchen. Sonntag: Die Geschwister. Die Mitschuldigen. Montag: Der Kaufmann von Benedig. Neues Theater. Allabendlich: Kinder. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Tobes- Anzeige. Am 27. d. M. berstarb unser Mitglied, der Zigarrenmacher Hugo Perzynski, Weißenburgerstr. 6. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 2 Uhr auf dem Hewigskirchhof in Weißensee, Börthstraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 227/2 Der Vorstand. Zentral- Kranken- u. Sterbekasse d. deutschen Wagenhauer( E. H.) Bezirk 16. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Hermann Wandelt am 27. b. M. plöglich verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonn tag, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle der Emmausgemeinde aus ftatt. 253/12 Um recht zahlreiche Beteiligung bittet. Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Ehrenmitglied Aug. Bambach am am 27. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 30. Dezember, nachmittags 3 11hr, von der Leichenballe des hl. Streuz- Kirchhofs ( Mariendorf, Feldstraße) ants statt. 135/13 Die örtliche Verwaltung. 3. B.: A. Kelpin. Die besten Glückwünsche senden dem Silberpaar 34802 Wilhelm Lorenz und Frau Reinidendorferstr. 51 A. B. P. H. E. R. A. L. M. L. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis Görlitzer Viertel. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Steinträger Max Preußer wohnhaft Wienerstr. 30, Stadtbezirk 110, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, den 31. Dezember, nachmittags 3 1hr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. U zahlreiche Beteiligung ersucht 263/12 Der Voritand. Am Freitag, den 28. Dezember, starb blößlich an Herzlähmung unjer Mitglied, der Lithograph Louis- Mährenstein. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Montag, den 31. Dezember, nachmittags 1, Uhr, vom jüdischen Stirchhofe in Weißensce aus statt. Die Filiale III( Lithographen) des Deutschen Senefelder- Bundes ( Verb. d. Lith., Steindr. u. verw. Berufe). 299/9 Allen Kollegen hiermit die traurige Nachricht, daß unser Kollege und Mitarbeiter Willy Basten am 27. Dezember cr. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! selbstmord. Räuber, Connabend und Conntag: Minna von Barnhelm. Nachmittag Schiller- Theater Charlottenburg. Dienstag bis Freitag: Die 3 Uhr und Montag abend: Die Räuber. Berliner Marktpreise. Aus dem amflichen Bericht der städtischen Martthallen Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 70-75 pr. 100 Bid., a 64-69, IIIa 58-63, IVa 50-56. Stalbfleisch, Doppelländer 115-125, la 90-98. Ia 78-88, IIIa 64-76, bol. 56-64. Hammelfleisch Ia 67-75, IIa 52-65. Schweinefleisch 56-65. Rehwild Ia per Bfd. 0,60-0,80. Damwild 0,40-0,55, do. Stalber 0,65-0,75. Bildschweine 0,35-0,50 IIa 0,40-0,59. Rotwild Ia 0,40-0,47, IIa 0,35-0,39, do. Stalber 0,40-0,53. und Frischlinge 0,60-0,80. Hasen per Stüd 3,00-3,50, Berliner Theater. Allabendlich: Sherlod Holmes. 1,70-2,90. Staninchen per Stud 0,80-1,20. Wildenten per Stüd 1,20-1,50. Lustspielhaus. Allabendlich: Hujarenjieber. Heute Nachmittag 3 Uhr: Hübner, alte per Stüd 1,50-2,75, alte IIa 1,00-1,40, junge per Zauben per Stüd 0,30-0,65, junge fleine 0,00. Unsere State. Lorking: Theater. Sonntag: Die Regimentstochter. Nachmittag pr. Stüd 3,60. Gänse, Oderbrucher, per Pid. 0,55-0,70, do. Ia per Stüd 3 Uhr: Undine. Montag: Der Wildschütz. Dienstag: Fra Diavolo. 4,00-4,40, IIa 0,00. Hechte per 100 Bid. 76-90, matt 0,00. 3ander 126. 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, Nachmittag 3 Uhr: Die Regimentstochter. Mittwoch: Die Fledermaus. Schleie unfortiert Bleie 0,00. 0,00, mittel 0,00, groß 0,00. flein 0,00, unj. Plözen Donnerstag: Die Regimentstochter. Freitag: Martha. Sonnabend: Derale, Karpfett, 25-30er 69-72, do. 30-35er 0,00, do. 70 er 0,00, Freischüz. Sonntag: Der Wildschüz. Nachmittag 3 Uhr: Der Waffenschmied. 0,00. Lauf. 50-70 er 72-76, Schlej. 62-68. Barfe 0,00. Starauschen 0,00. Blei Montag: Undine. Bels 0,00. Bunte Fische 33-67. Amerikan. Lachs la Komische Oper. Sonntag: Hoffmanns Erzählungen. Nachmittag fifche 0,00. 3 Uhr: Carmen. Montag: Parijer Leben.( Anjang 7 Uhr.) Dienstag: neuer per 100 pfd. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do. Ila neuer 75. Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Ball 0,75-1,25, Danziger, Wall Lakmé. Nachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Mittwoch: Hoffmanns 0,600,80. Flundern, pommersche Ia, per Schod 0,00, do. ponimersche Erzählungen. Donnerstag: Pariser Leben. Freitag: Carmen. Sonn abend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag: Latmé. Nachmittag 3 Uhr: Ila 0,00, Stieler, Stiege Ia 4-6, do. mittel ver Stifte 2-3, Hamb. Carmen. Montag: Pariser Leben. Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Ball Kieler 3,50-5,00, Kleines Theater. Sonntag: Ein idealer Gatte. Nachmittag 3 Uhr: Straljunder 0,00. Male, groß per Bib. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, Klein 0,50-0,60. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Stifte 4,00, do. Nachtafyl. Montag: Gine triviale Komödie.( Anfang 7 Uhr.) Diens, Stifte 2,00. Stabliau, p. 100 Bib. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er tag: Eine triviale Komödie. Nachmittag 3 Uhr: Nachfafyl. Mittwoch: Eine triviale Komödie. Donnerstag: Ein idealer Gatte. Freitag: Eine triviale per Anfer 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73-75. Schottische Bollheringe 1905 0,00, large 40-44, fall. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Sonnabend: Eine triviale Stomödie. Sonntag: Eine triviale Komödie. Sardinen, ruff., Faz Heringe, neue Matjes, per To. 60-120. Komödie. Nachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Ein idealer Gatte. 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Trianon- Theater. Allabendlich: Wo ist Papa? Die Schloßkellerei. Echodiag 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Hummern, kleine, pe: Pid. 0,00. Heute nachmittag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Haus- Strebje, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, teine 0,00, unfort. 4,50. freund. Luisen Theater. Sonntag: Flotte Weiber. Nachmittag 3 Uhr: Othello. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Lands, per Schod 4,00-5,00. Butter per 100 Bfd. Ia 128--131, IIa 122-126, IIIa 115-118, abfallende 100-108. Montag: Geschloffen. Dienstag: Sherlod Holmes. Nachmittag 3 Uhr: Saure Gurfen Schod 3,50-4,00, Pfeffergurfen 3,50-4,00. Startoffeln Biel Lärm um Nichts. Wiittwoch: Des Meeres und der Liebe Wellen. Rosen 0,00, weiße 2,00-2,25, Salatfartoffeln 4,00-6,00. Spinat Donnerstag: Sherlock Holmes. Freitag: Die schöne Ungarin. Sonnabend: ber 100 Bfd. 0,00, magnum bonum 2,10-2,25, Dabersche 2,10-2,25, Die schöne Ungarin. Nachmittag 4 Uhr: Dornröschen. Sonntag: Die per 100 Pfund 20,00. Karotten per Schodbund 3,00-4,00. schöne Ungarin. Nachmittag 3 Uhr: Sherlock Holmes. Montag: Des Sellerie, hiesige, per Schod 4,00-5,00, do. bommeriche 4,00-5,00. Zwiebeln Meeres und der Liebe Wellen. große, per 100 Bfb. 3,00-3,50. do. Kleine 2,00-2,25. do. bhiesige( Perl-) Zentral Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Bettelstudent. 0,00. Charlotten 60-70. Beterfilie, grün, Schodbund 2,00. Koblrabi Allabendlich: Stünstlerblut. Dienstag nachmittag 3 Uhr: Die Geisha. per Schod 0,00. Rettig, bahr., per Schock 2,40--4,80. Radieschen Mittwoch und Sonnabend nachmittag 3%, Uhr: Schneewittchen. Nächsten per Schodbund 0,00. Salat, per cod 0,00. do. Escarole, per Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Rastelbinder. Mandel 1,50-1,75, do. Endivien 1,75-2,00. Mohrrüben per 100 Pid. Bernhard Nose- Theater( früher Carl Weiß- Theater). Allabendlich: 2,50-3,50. Teltower Rüben per 100 Pfd. 8-10. Weiße Rüben, großze Berliner Raubvögel. Heute nachmittag 3 Uhr: Das Kätchen von Heilbronn. 2-2,50, fleine 5-6. Rote Rüben 1,50-2. Blumenkohl holl. per Stopf 0,00. Sonnabend nachmittag ital. per Stopj 0,00. Dienstag nachmittag 3 Uhr: Berliner Kinder. Wirsingfohl per Schod 3,00-6,00. 4 Uhr: 1001 Nacht. Nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Schule p. Schod 3,00-8,00. Beißtohl Schod 2,00-3,00. Rosenfohl p. 100 Pfd. des Lebens. 18-20. Grünkohl per 100 Bid. 6-12. Schnittlauch 12 Töpfe 4-4,50. Stohl Thalia Theater. Allabendlich: Eine lustige Doppelehe. Heute nachrüben, Schod 2-3. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 7-16, miltag, Dienstag nachmittag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: böhmische 8-20. Aepfel, per 100 Bfd., hiesige 3-20, Gravensteiner Charleys Tante. Meitwoch nachmittag 4 Uhr: Hänsel und Gretel. 0,00, Ziroler in Fässern 00-00, Stifte 32-80, Amerit. 15-30. Wallnüffe abend nachmittag 4 Uhr: Notkäppchen. per 100 fb. 0,00, do. rumänische 0,00, do. franz. Cornes 22-25. Residenz Theater. Albends: Florette und Patapon. Heute Baranüsse 0,00. Haselnüsse lange 40-42, runde 0,00. Zitronen, nachmittag, Dienstag nachmittag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Messina, 300 Stud 7,00-10,00, 360 Stüd 7,00-9,00, 200 Stüd 7-11. Eine Hochzeitsnacht. Apfelfinen, Jaffa, per Stifte 8-14, Murcia 200 er per Riste 6-12, do. 300 er 7-12, Balencia 420 er per Rifte 12-20, do. 714 er 18-23. Die von Hochfattel. Dienstag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Stüd 0,70-1.40. ital. 0,80. Enten, junge per Stüd 2.25-2,75, Hamburger, junge Sonn Metropol Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Allabendlich: Der Teufel lacht dazu. Dienstag nachmittag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Apollo Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Familienvorstellung. Abends 8 Uhr und die folgenden Zage: Die schöne Bestalin und Spe zialitäten. Dienstag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Familien borstellung Deutsch: Amerikanisches Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Täglich: Der Sorgenbrecher. Dienstag nachmittag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Palast- Theater. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Metallarbeiter. Den Kollegen zur Nachricht, daß der Kollege, Mechaniker Adolf Schaewe am 28. d. M. verstorben ist. 166/13 Ort und Zeit der Beerdigung werden am Dienstag, den 1. Januar 1907 im ,, Vorwärts" bekanntgegeben. Albert Dräger. Paul Pawlowitsch. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der EinSchneider Otto Kulbe am 24. b. M. gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Dezember, vormittags 11 Uhr, von der Leichenhalle des Bartholomäus Kirchhoses in Weißensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 166/10 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Dreher Wilhelm Sonderhoff am 26. d. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Dezember, nachmittags 331, Uhc, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. 166/11 Rege Beteiligung erwartet Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes Sohnes und Bruders, des Gastwirts Hermann Schön " Triton" fagen wir allen, insbesondere dem Wahlverein, Lotterieverein Immer Pech", Fußballllub und dem Gastwirtevercin unseren herzlichsten Dant. Rotkohl Wetter- Prognose für Sonntag, den 30. Dezember 1906. Zeitweise heiter, vielfach nebelig bei schwachen füdöstlichen Winden und noch etwas strengerem Frost; leine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau Wasserstand am 29. Dezember. Elbe bei Auffig--Meter, bei Dresden 1,83 Meter, bei Magdeburg+0,78 Meter. Unstrut bei Strankfurt Meter. Dder bei Ratibor+1,28 Meter. Neiße mündung+1,96 Meter. Dder Oder bei Brieg 1,38 Meter. bei Breslau Unterpegel 1,50 Meter.( Großschiffahrt geschlosscit.) Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Baters, des Schloffers 34812 Joseph Braun fagen wir allen Freunden und Be fannten, besonders den Kollegen der A. E.-G., Nieder- Schöneweide fomie den Mitgliedern des Bezirks 178b des 4. Bahltreises unseren herzlichen Dank. Frau Braun nebft Stindern. Verlag Hat Richter Berlin W. 30 Speyererstr. 27. über 3000 Exempl. verkauft Die Harnleiden Ebre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN- Preis 1 Mark. Wwe. Schön nohst Kindern. Hygienische Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung 6336 meiner lieben Frau Ernestine Vogel jage ich hiermit allen Freunden, Bekannten, Parteigenoffen und Kollegen, sowie dem„ Summerschen Quartett" u. dem Stattlub„ Kreuzbube" meinen innigsten Dant. Wilh. Vogel, Lichtenbergerstr. 7. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Strang spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Sohnes, Bruders und Schwiegersohnes, des Uhrmachers Paul Fischer sagen wir allen Freunden und Betannten sowie Herrn Manasse, dem Gefangverein Nordwacht", dem Metallarbeiter- Berband, dem Radfahrerverein Solidarität", den Genoffen des 705. Bezirks des sozialdemokratischen Bahlvereins des 6. B. R.-W. und den Kolleginnen 639b Dr. Simmel, Prinzend Kollegen der A. C.-G. unferen Str. 41, herzlichsten Dant. 34822 Die Beerdigung findet am Sonntag, den 30. Dezember, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle der vereinigten St. Martus. und St. Andreas- Gemeinden in Wilhelmsberg aus statt. Das Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann. Die Ortsverwaltung 165 Spesialarzt für Hant- und Haralelden. 10-2,5-7. Somtags 10, 12, 2-4. Berantwortlicher Rebatteur; Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Die tranerude Witwe Anna Fischer geb. 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