Nr. 1. Abonnements- Bedingungen: Ebonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 R., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mis illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Mumänien, Schweden und die Schweiz. Ericciat täglich außer Montags. bührt Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 fg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jebes meitere Mort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 ẞfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition st bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fermiprecher: Amt IV. Nr. 1983. Das neue Jahr. Mich reut der Tag, der feine Wunde schlug, Mich reut die Stunde, die nicht Harnisch trug, Mich reutich streu mir Aschen auf das HauptDaß nicht noch fester ich an Sieg geglaubt! Dienstag, den 1. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. Die Einigung aller bürgerlichen Elemente ist im Wahlkreise Gotha, vermutlich als dem ersten deutschen Wahlkreise, zur Tat geworden. Fürst Bismard hat einmal geäußert, daß sich alles Parteileben in Deutschland auf den Gegensatz für oder wider die proletarische Sozialdemokratie zuspißen werde; durch die Entwidelung der Dinge in Gotha ist diese Bis. mardsche Prophezeiung bestätigt worden. Sogar die Kluft, die durch Brot- und Fleischverteuerung im bürgerlichen Lager geschaffen war, ist durch die gemeinsame Gegner schaft gegen die Sozialdemokratie überbrüďt worden. um die politische Macht dieses Gesetz bewährt sich gerade erbettelte einer reaktionären Sippschaft, mit der öffentlich zu Diesmal mit finnenfälliger Deutlichkeit. berkehren sich sogar ein Beamter der christlichen ArbeiterZunächst ist es wiederum ein parlamentarischer Wahl- organisation verbeten hat gibt es für ihn kein Halten mehr. tampf, den uns das neue Kalenderjahr beschert. Ein Wahl- Den dem liberalen Bürgertum gebührenden Einfluß", wie die Der Neujahrstag, der Tag der Abrechnungen mit der fampf, wie wir deren ein Dugend bald hinter uns haben, mit stereotype Phrase der Freisinnsaufrufe lautet, sucht er sich dadurch Bergangenheit und der Verheißungen der Zukunft, trifft das all der platten und abstoßenden Heuchelei der bürger zu erringen, daß er jedem Reaktionär willfährigste Wahlunterstützung deutsche Proletariat wie es einer revolutionären Klasse ge- lichen Parlamentsjägerei; ein Wahlkampf, wie ihn leiht. So haben jetzt auch beide Flügel des Freisinns den Vormitten in Vorbereitungen zu einer neuen politischen das deutsche und das internationale Proletariat oftmals schlag fertig gebracht, der Kandidatur des Erbprinzen zu HohenloheSchlacht. Der Neujahrstag ist für uns kein konventioneller fennen gelernt hat. Aber unter der Form dieses parla- Langenburg zuzustimmen, jener vorübergehenden Erscheinung im Feiertag wie jur die bürgerliche Gesellschaft- es ist bloß ein mentarischen Kampfes treten diesmal Zeichen und Wunder Kolonialamt, deren ganze Tätigkeit darin bestand, daß sie tam, Vorfurzer Augenblick der Selbstbesinnung im geschäftigen Treiben eines tiefen inneren Umwälzungsprozesses zutage. schuß nahm und verschwand. Ueber diese neueste Freisinnsschmach eines Striegslagers, ein rascher Händedruck unter Freunden Werfen wir nun einen Blick auf die bürgerliche Gesell- wird im„ Berliner Tageblatt" aus Gotha gemeldet: und Kampfgenoffen, die, auf die Lafette gestützt, das Morgen- fchaft. Der Wahlkampf zeigt sie plötzlich in grellem Lichte, die grauen erivarten. Nehmen wir vom vergangenen Jahre Ab- glatte fonventionelle Oberfläche ist weggefegt, das Innere schied, so nur mit den Worten Huttens: aufgewühlt und bloßgelegt. Und was sehen wir? Einerseits war nie das Wort von der einen reaktionären Masse so traß, so finnenfällig, so brutal verwirklicht wie diesmal. Alle Todfeindschaften sind ausgeföhnt, alle Gegensäge und Klassifitationen des hergebrachten Schemas bürgerlicher Wir wissen, der Ablauf des Kalenderjahres ist ja kein Barteitämpfe sind ausgelöscht: Industrieritter und Agrarier, Markstein der Weltgeschichte. Finanzmagnaten und Kleinkrämer, jüdische Kapitalwucherer Die Kulturentwickelung der und arische Handwerker, Rabbi und Mönch- alles fennt menschlichen Gesellschaft richtet sich in ihrem Werdegang nicht nur den einen Ruf: Nieder mit der Sozialnach Erdumdrehungen um die Sonne, sie hat ihre eigenen demokratie! Nieder mit dem aufstrebenden Gesetze und ihr eigenes Zeitmaß. Ihr belebendes Feuer, um das sie sich dreht, ihr regelndes Licht das war und ist bis lichen Lager: welcher Wirrwarr, welche Kopflosigkeit, welche Proletariat! Andererseits aber in demselben bürgerjetzt, so lange wir in einer Klaſſengesellschaft leben, der Ehrlosigkeit, welche Schamlosigkeit! Stein einziges blankes Stlajjentampf. Die bürgerliche Gesellschaft, die bürgerlichen Schild, fein einziges Prinzip! Gelehrten verabscheuen und verleumden heute den Klassen Sammlung Es ist dies nicht eine kampf, sie fluchen ihm als einem menfchenunwürdigen, kultur- Straft der Herrschenden, der Kraft, sei es auch einer brutalen daß umgekehrt es ist eine Sammlung der widrigen Element des Bösen. Die Toren, denen ihre eigene Deroute, der Verzweiflung. Es ist eine reaktionäre Masse, Geschichte ein Buch mit sieben Siegeln ist! Ju einer Gesell- aber eine in der Auflösung begriffene, morsche, zerbröckelnde schaft, in der der Mensch den Menschen zum Ausbeutung Masse, eine Geröllmaffe objekt, zum Lasttier erniedrigt hat, in der der Mensch verendenden Welt! - das Bild einer Verwüstung, einer nicht Herr, sondern blinder Stlabe und Werkzeug seines eigenen sozialen Prozesses ist, ist gerade der Klaffenkampf, die Empörung der Beherrschten gegen das tierische Joch, die Auflehnung der Vernunft gegen das blinde Walten der sozialen Mächte das einzige wahrhaft menschliche Element, das einzig Fortleitende, das große Transmissionswerk des Kulturfortschritts. Ueberall, wo das belebende Feuer des Klassenkampfes aus diesen oder jenen Gründen erlosch, wo die Empörung der ausgebeuteten Volksklassen in sich zusammenfiel, da sant auch die ganze Gesellschaft bald von der Kulturhöhe auf das Niveau der Vertierung, in den Zustand der Zersehung herab. So war es im alten Rom, so im alten Polen, so in Spanien am Ausgang des Mittelalters, so in der heutigen Türtei. Und nur wo der Klassenkampf auf großer, freier Ebene, in seiner ganzen ungehemmten Gewalt sich auslebte, führte er periodisch zu einer wirklichen Verjüngung der Gesell schaft, streifte er ihre abgenutzten, abgelebten Lebens- und verhältnisse im höchsten Grade der Verschärfung, der ZuUnd diese Reichstagswahl, die die deutschen Klassenspigung, die bürgerliche Gesellschaft in ärgster Zersetzung aufzeigt, sie ist gerade der erste Wahlkampf Deutschlands seit dem Ausbruch der russischen Revolution. Neulich hatte ein deutsches illustriertes Blatt das Bild nackte Frauengestalt auf den Knien, den Kopf zu Boden geder Russischen Revolution" gebracht. Unten cine schmächtige brüdt, das Gesicht in ohnmächtigem Schmerz verzerrt, auf ihrem Nacken zwei mit brutaler Gewalt drückende Riesenfäuſte die Wolken ragt. So malt sich das Bild der heutigen Reeiner enormen düsteren Gestalt, deren unsichtbares Haupt in volution in der Vorstellung einer freisinnigen Seele, die über die Revolution nach den knappen Meldungen des Telegraphenbureaus urteilt. Die Revolution zu Boden geschmettert, die Reaktion das Haupt hoch aufgerichtet so sieht das deutsche Bürgertum beruhigt die russischen Dinge! Bürgertum beruhigt die russischen Dinge! Es ist zweifellos den hiesigen Freisinnigen, die im Reichsberein und in einem vor etwa Jahresfrist gegründeten Verein freigesinnter junger Männer" organisiert sind, nicht leicht ge worden, der von agrarischer Seite in Vorschlag gebrachten Ran didatur des Erbprinzen zuzustimmen. Hätten sie doch nach dem Ausfall der Wahl von 1903 und mit Rücksicht darauf, daß der Wahlkreis Gotha früher zum sicheren Besitzstande des Freisinns gehörte, Anspruch darauf erheben dürfen, umgelehrt ein Kandidat aus ihren Reihen von den Agrariern( die sich hier Agrarliberale" nennen) unterstützt werden würde. Diesmal lehnten aber die Agrarier bie freifinnige Kandidatur Liebetrau glatt ab und forderten von der freifinnigen Volkspartei die Zustimmung zur Kandidatur Hohenlohe, für die sie sich bereits die Zu stimmung der Nationalliberalen und der freisinnigen Vereinigung gesichert hatten. Schließlich wich der Widerstand der freisinnigen Volkspartei namentlich unter der Einwirkung des Oberbürgermeisters Liebetrau selbst. Man hat den Erbprinzen telegraphisch um Bekanntgabe seiner Stellung zu den liberalen Grundforderungen, insbesondere zum allgemeinen gleichen direkten Wahlrecht ersucht. Die Antwort des Prinzen lautete ziemlich unbestimmt. Unter Berufung auf seine fünfjährige Tätigkeit als Regent der Herzogtümer Roburg und Gotha lehute er programmatische Erklärungen ab und betonte nur, daß er durch Annahme einer Reichstagskandidatur persönlich ein Opfer bringen werde. Zur Frage des Reichstagswahlrechts bemerkte er nur, dessen Aenderung sei von teiner Seite angeregt, deshalb feine Antwort überflüssig. Trotz dieser unverbindlichen Erklärung, die fast in gleichem Wortlaut fürzlich von dem nationalliberalen Kandidaten in Darmstadt Großgerau mit dem Erfolge abgegeben wurde, daß die Freifinnigen für den Sozialdemokraten eintraten, beschloß der hiesige Freisinn, die Kandidatur Hohenlohe zu unterstüten, weil nur so Aussicht sei, der Sozialdemokratie das Mandat zu nehmen. Ob der Gothasche Freisiun, mit seiner Tattit auf dem rechten Wege ist, muß die Zukunft lehren." Daß der Freifinn in der Stich to a hI stets die Reaktionäre, Herrschaftsformen ab, brachte er die früher unterdrückten, in ihrer Blindheit. Sie ahnen nicht, daß gerade das furchtbar Die bürgerlichen Bolitiker bewähren sich diesmal wieder unter dem tulturellen Boden wie Maulwürfe im Dunkeln lange, verzweifelte Ringen der Reaktion ihr verlorenes Spiel lebenden Massen ans Licht, an die Macht; nur dort ließ er offenbart. Ja, wenn es sich im Barenreiche bloß um die Abfrisches Blut in den Adern der Gesellschaft pulsieren, nur dort streifung der russischen Oberfläche der Dinge handelte, wie und mochten es die schlimmsten Brotwucherer und geschuf er eine wirklich neue Aera und einen neuen Menschheitsstreifung schuf er eine wirklich neue Aera und einen neuen Menschheits- ber bürgerliche Liberalismus in seiner Borniertheit wähnt, ihworensten Feinde des Reichstagswahlrechtes frühling. Als das städtische Bürgertum im frühen Mittelalter in wenn es sich nur darum handelte, die bürgerliche Klassen- fein, unterſtügte, ist ja eine allbekannte und von uns erst letter heißem Ringen die Herrschaft erkämpft hatte, erlebte es in herrschaft in Rußland aufzurichten, dann wäre der Absolutis- Tage wieder ziffernmäßig nachgewiesene Tatsache. Daß aber der mus längst überwunden. Freifinn gleich bei der Hauptwahl für einen Realtionär eintritt, der Süd- und Mitteleuropa eine Periode der Wiedergeburt, der Aber die bürgerliche Massengesellschaft vermag sich eben es ablehnt, irgend welche Auskunft über seine Stellungnahme Renaissance. Als später das Bürgertum unter dem Namen in Rußland nicht so leicht zu etablieren, weil in die inneren zu den wichtigsten Fragen zu erteilen, der namentlich jede des dritten Standes den Feudalismus in der großen fran- Stämpfe Rußlands die Resultate der ganzen sozialen Ent- programmatische Erklärung darüber verweigert, wie er sich zöfifchen Revolution zertrümmert hatte, ging der Menschheit wickelung des kapitalistischen Europas hineinspielen, weil das zur Frage des Reichstagswahlrechtes stellt, das ist in der wieder ein neues Jahr" mit neuem Licht, mit neuen Auf- junge bürgerliche Rußland von der Altersschwäche des Tat ein Novum! Auf eine tiefere Stufe der politischen Schmach gaben, Kämpfen und Fortschritten auf. bürgerlichen Europas paralysiert ist, weil der bermag der Freifinn nun wirklich nicht mehr herabzufinken. Wenn Heut ist an uns, an dem aufstrebenden Klassenbewußten Geburtsschrei des russischen Liberalismus durch das Todes- in dem sogenannten„ freifinnigen Bürgertum" auch nur noch ein Proletariat die Reihe. Nicht erwarten wir das neue Jahr röcheln des deutschen Liberalismus erstickt wurde, auch liberaler Gesinnung vorhanden ist, so muß es eine Führerwie Kinder und Toren, nicht raten wir, was uns die Zuweil die ersten Jünglingsschritte des russischen Proletariats fchaft, die ihm eine derartige politische Selbstentwürdigung zumutet, kunft bringt. Wir schaffen uns, wir schmieden uns die Zu- von der ganzen Macht und Mannesreife des deutschen berächtlich mit der Fußspiße zur Seite schieben! kunft und das neue Jahr selbst, eingedenk der Worte, die Proletariats getragen und beflügelt werden, Daß die Kandidatur Hohenlohe- Langenburg unserem Genossen uns der große Denter und Forscher Karl Marr gesagt:" Die weil- hinter dem Problem der russischen Ver- Bock gefährlich werden könne, halten wir freilich für ausgeschlossen. Menschen machen ihre Geschichte selbst, aber sie machen fie fassungsform das Riesenproblem des Eigentums Selbst bürgerliche Blätter verhehlen sich diese Tatsache nicht. nicht aus freien Stücken", doch nicht minder eingedenk der und der Klassenherrschaft wie Bantos Geist So bemerkt ein Blatt etwas boshaft: Worte, die uns der große Revolutionär Karl Marx durch auf der Bühne erschienen ist! „ Es ist immerhin ein lobenswerter Ehrgeiz, daß ein Mann, der zeitweilig ein Herzogtum regieren mußte, sich danach sehnt, einmal von Volksgnaden zu regieren. Wenn ihm der Wunsch dennoch versagt werden sollte, so wird ihn der Umstand trösten, daß es auf die Reichstagsdiäten vor den Zahlterminen feine Vorschüsse gibt." Mag der freifinnige Versuch, die Vertreter des entschiedensten politischen Fortschritts durch einen Erzreaktionär zu ersetzen, aber noch so sehr ein Versuch mit untauglichen Mitteln sein: die Abder Gosse! jeden Tag seines Lebens eingeprägt:" Die Menschen machen Kurz: die russische Revolution fann nicht zu einem ihre Geschichte nicht aus freien Stücken, aber sie machen sie tnappen glatten Abschluß gelangen, weil sie Probleme der felbft." Das beginnende Kalenderjahr wird für uns, wie das großen Periode der großen Kämpfe um die Herrschaft des Klassentämpfe angeschnitten hat, die sie zum Prolog der alte ein Jahr harter Kämpfe und neuer Siege und ein neuer Weltproletariats, um die sozialistische Umgestaltung der GeSchritt dem Ende der kapitalistischen Periode entgegen sein. fellschaft machen! Freilich, das Kalenderneujahr bildet teinen Sprung In dieser Situation zieht das Proletariat in das neue auch in der Geschichte unserer Kämpfe. Wir glaubten fest an Jahr. Und wieder mit dem Worte Hutteus begrüßt es das sicht genügt! Der Freifinn endet sein schmachbeladenes Dasein in unferen endgültigen Sieg und an den Fortschritt unserer neue Jahr und den neuen Kampf: Kämpfe, wir glaubten und sagten dasselbe auch schon vor zehn, bor zwanzig, vor dreißig Jahren. Doch ist es heute so wahr, wie es früher jedesmal wahr gewesen ist. Und nicht in dem Sinne, daß wir mit Gottes Hülfe noch so weitere Jahrzehnte und Jahrhunderte bieder, fromm und stark das Sprüchlein von unferem zukünftigen endgültigen Sieg wiederholen, derweil wir stets bloß von einem Wahlsieg zum anderen Wahlsieg in die Unendlichkeit marschieren. Nein, das große Gesetz der Dialektif, das unsere gesellschaftliche Entwickelung beherrscht, der plötzliche Umschlag der kleinen sich unmerklich Qualität, Ich bin ein Schmied! So nenn' ich mich! Am Feuer meines Zornes schmiedet' ich Rüstzeug und Waffen zu des Tag's Bedarf, Und, wahrlich, meine Schwerter schneiden scharf! Der Freilinn in der Goffe. Wahlkampf. Das Handbuch für sozialdemokratische Wähler ist gestern an die Zentralwahlkomitees versandt worden, und zwar in solcher Anzahl, daß die rednerisch tätigen Genossen damit versehen werden können. Die Zentralansammelnden Quantitäten in eine neue Der Freifinn gleitet auf der abschüssigen Bahn jäh abwärts. wahlkomitees werden gebeten, den zu ihrem Bezirke gefleinen Verschiebungen in den Klassen- Seitdem er in Berlin die Unterstüßung des Reichsver- hörenden Wahlkreisen möglichst schnell die erforderliche Anzahl verhältnissen in eine Periode nener, entscheidenderer Kämpfelbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratiel quaustellen. Ämtliche Wahlagitation. Der preußische Minister des Innern, Herr tnBettjinann-HMvcg hat folgenden Rnnderlaß herausgegeben: Bei der bevorstehenden ReichStagSwahl ist eS unerläßliche Pflicht aller patriotisch Gesinnten und muß somit in erster Linie besonders auch von den wahlberechtigten Beamten auf daS bestimmteste erwartet werden, daß sie von ihrem Wahlrechte Gebrauch machen. Zu dem Zwecke werden sie sich zunächst darüber zu vergewissern haben, daß sie in die Wählerlisten eingetragen sind. Die Frist für deren Herstellung hat im Hinblick auf den frühen Wahltennin dies- mal besonders kurz bemessen werden müssen. Deshalb ist nicht auS- geschlossen, daß die Listen Unvoltständigkeitcn aufweisen, deren Be- feitigung, wirksam für die bevorstehende Wahl, nur durch rechtzeitige Einsprüche während der vom 28. Dezember d. I. bis zum 4. Januar k. I.(einschließlich) dauernden Auslegung der Listen herbeigeführt werden kann. Wer in der letzten Zeit den Wohnsitz gewechselt hat, oder noch vor Ablauf der Auslegungsfrist verzieht, wird seine Aufnahme in die Liste desjenigen Wahlbezirkes— oder der Gemeinde— be- wirken lassen müssen, worin am Ende der Auslegungs- und Ein- spruchsfrist sein Wohnsitz liegt. Doch bleibt nach§ 7 des Wahlgesetzes jeder eingetragene Wähler in dem bisherigen Wahlbezirke zur Aus- Übung der Wahl berechtigt, der nur in einen anderen Wahlbezirk derselben Gemeinde verzogen ist und dort am Wahltage wohnt. Es ist dafür zu sorgen, daß bei allen mir nachgeordneten Be- Horden den Beamten die Konwolle der Wählerlisten durch zweck- entsprechende dienstliche Maßnahmen möglichst erleichtert wird. Auch ist ihnen von der im Eingange dieses Erlasses ausgesprochenen Er- Wartung in geeigneter Weise Kenntnis zu geben. Ist es auch eine ungehörige Anmaßung, daß der Minister mit deutlicher Wendung gegen die oppositionellen Parteien von den „pawiotisch Gesinnnten" spricht, so haben wir doch sonst gegen den Erlaß nichts einzuwenden. Daß die Beamten an die Notwendigkeit der Konwolle der Wählerlisten erinnert werden und daß ihnen diese Kontrolle durch ihre Borgesetzten erleichtert wird, sowie daß sie auf die Pflicht zur Teilnahme an der Wahl aufmerksam gemacht werden, kann uns ganz recht sein. Wir hoffen, daß sie diesen Anregungen des Mnisters eifrig Folge leisten und am 25. Januar dann so stimmen, wie sie es mit ihrer Pflicht gegen ihr Volk vereinbaren können. Die Wahl ist ja geheim l Und über das, was pawiotisch, d. h. dem wahren Wohle des Vater- landes dienend ist. darüber darf auch ein Beamter andere Gedanken haben als Herr v. Beihmann-Hollweg! Wieviel Veranlaffung vor allen» die unteren Beamten haben, am 25. Januar rot zu wählen, das werden wir im Laufe des Wahlkampfes noch mehrfach darzulegen Veranlassung haben und das wissen überdem zahlreiche Beamte längst. So hoffen wir denn, daß dieser Erlaß des Herrn v, Bethmaim-Hollweg gute Früchte tragen wird— für das deutsche VollI Nebenbei kann jeder deutsche Bürger aus diesem Erlaß ersehen, wie dringend notwendig die Kontrolle der Wählerlisten ist! Die Kontrolle der Wählerlisten. Wie notlvendig eine genaue Durchsicht der Wähler- listen ist. ergibt u. a. auch folgende Notiz des Stettiner ..Volksboten": .,400 Reichstagswähler fehlten schon bei einer vorgenommenen Stichprobe in einigen Bezirken in der Wähler- liste. Eine Mahnung an die Wähler, sich unbedingt von ihrer Eintragung zu überzeugen. Bei der Hast, mit welcher die Listenaufstellung erfolgt ist, sind natürlich Fehler un- vermeidlich, in der Hauptsache aber sind es Arbeiter, die durch Fehlen in der Liste ihres Wahlrechtes verlustig gehen können." Das Wahlrecht und der Kost- und Logiszwang. Es gibt Meister, die ihren Einfluß auf die bei ihnen in Kost und Logis befindlichen Gehülfen dahin auszuüben suchen, daß dem Gehülfen verboten wird, zur Wahl zu gehen, da er nicht reichstags- wahlberechtigt sei. Selbstverständlich durchaus unberechtigterweise. Auch dem in Kost und Logis Befindlichen steht das freie. geheime Reichstagswahlrecht am A5. Januar ISO? zu, sofern er spätestens den 25. Januar 1882 geboren ist. Die Kor- respondenz„Gegen den Kost- und Logiszwang" macht darauf auf- merksam, daß Arbeiter, die in Kost- und Logiszwang arbeiten, das Wahlrecht zu einigen Land tagen, so für Sachsen, Oldenburg, Sachsen- Koburg- Gotha, Sachsen- Altenburg, Reuß und Waldeck ermangeln. Dort ivird, wie auch nach der preußischen Städte- Ordnung, ein in Kost- und Logiszwang befindlicher Geselle als nicht selbständig erachtet. Für den R e i ch s t a g besitzen aber diese An- gestellten, ebenso auch Schlafburschen, das Wahlrecht. Genosse Bebel vor seinen Wählern im ersten Hauiburger Wahlkreise. Am Sonntagnachmittag fand im neuen Gewerkschaftshause eine Mitgliederversammlung statt, wie sie stärker besucht in Ham- bürg noch nicht abgehalten worden ist, infolge des bisherigen Mangels an einem größeren Lokale nicht abgehalten werden konnte. Schon lange vor Beginn der Versammlung waren der Riesensaal und die Nebenräume bis auf den letzten Platz besetzt, so daß mindestens 5000 Parteimitglieder zur Stelle waren. Viele Genossen aus anderen Wahlkreisen mußten enttäuscht nach Hause gehen, da aus räumlichen Gründen nur Mitglieder des ersten Wahlkreises und auch diese nicht sämtlich, Einlaß fanden. Mit lautem Beifall empfangen, hielt der langjährige Abgeordnete dieses Kreises, Ge- nosse Bebel, einen längeren Vortrag über„Die Reichstags- a u f l ö s u n g", in dem er die ganze Misere der inneren und äußeren Politik, die zwiespältige Moral des Zentrums und des Liberalismus, die Pumpwirtschaft des Reiches, die famose Kolonial- Politik und was damit zusammenhängt, schilderte und mit den Gegnern des jetzigen Reichstagswahlrechts scharf ins Gericht ging. Solche Angriffe mühten durch eine ungeheure Stimmenzahl für unsere Kandidaten zurückgewiesen werden. Den Gegnern sei deut- lich zu sagen: „Nehmt Ihr den Arbeitern das Wahlrecht, um sie zu Heloten zu machen, dann haben diese auch kein Jntercfie mehr an der Er- Haltung dieses BatcrlandeS, kann man von ihnen auch nicht mehr verlangen, dah die Pslichtcn gegen dies Baterland«rsiillen. Dann fülirt Eure Kriege gefälligst selbst. Die Herren werden aber bald in Erfahrung bringen, daß sie der Arbeiter bedürfen. Darüber brauchen sich die Wahlrechtsfeinde nicht zu täuschen, daß die Ar- beiter eventuell ein Mittel zur Abwehr anwenden werden, von dem wir uns Erfolg versprechen."(Stürmischer Beifall.) Einstimmig und unter lebhaftem Beifall wurde darauf de in Genossen Bebel die Kandida- tur für diesen Kreis wieder übertragen. Genosse Bebel bemerkte:„Wir haben uns bisher noch immer gut ver- tragen/ und ich werde meinerseits alles mögljche aufbieten, daß wir uns auf das allerbeste vertragen."(Heiterkeit und Beifall.) Um der Oeffcntlichkeit Rechnung zu tragen, soll etwa in 14 Tagen eine allgemeine Wählcrversammlung stattfinden. Mit begeisterten Hochrufen auf die Sozialdemokratie wurde die Riescnversammlung geschlossen. Politisch bankerott erklärt. hat sich der Nationalliberalismus in dem industriellen Riesenwahlkreise Duisburg- Mülheim. Oberhausen. Bereits vor einigen Tagen berichtete der„Vorwärts" über die Kandidaten» ot de! nationalliberalen Scharfmacher dieses Wahlkreises, den sie bisher zu ihrem eisernen Besitzstande zählten, und der fortwährend nationalliberale Größen, wie Dr. Ham- macher, den„langen Möller" und in der letzten Periode den berufsmäßigen Scharfmacher Dr. B e u m e r als Parlament«- rische Vertreter aufzuweisen hatte. Nachdem nun aber seit einigen Jahren in dem Kreise des schroffsten Herrenmenschentums einerseits durch die intensive Agitation unserer dortigen Genossen und andererseits durch das geradezu frivole Niedertrampeln der Arbeiterinteressen durch die Nationalliberalen und das scharf- macherische Auftreten des Dr. Beumer im besonderen, die Situation für die Nationalliberalen sich höchst ungünstig gestaltet hat, so daß sie ihren„Sckleifstcindreher" aus den bekannten Gesund- heitsrücksichten nicht mehr weiter kandidieren lassen können, und nachdem nun auch der nationalliberale Leisetreter Bassermann trotz Deputationen und Antelegraphicrcns keine Neigung verspürt, sich wegen der allzu„sauren Trauben" in politische Unkosten zu stürzen, da scheint es bei den Herren von Bildung und Besitz vollständig Matthäi am Letzten zu sein auf ihre Hoffnung auf eine nochmalige Eroberung des größten Jndustriewahlkreiscs am Niederrhein. Resigniert verzichten sie, nachdem sie keinen „Erstklassigen" mehr bekommen können, nunmehr überhaupt auf einen Kandidaten aus dem eigenen Lager und leiten die politischen Hiebe auf einen—„schlichten Mann aus der Werk- statt", auf einen wirklichen Arbeiter(!)«b, trotzdem das national- liberale Scharsinachertum im vorigen Wahlkampf noch höhnend erklärte,„ein Arbeiter könne einen so hochwichti- gen Jndustriekreis gar nicht vertreten". Der plötzliche Wechsel im nationalliberalen Lager wirkt um so er- heiternder, als allgemein bekannt ist, daß der Erkorene der Nationalliberalen und Konservativen weniger wie eine politische Null, lediglich einen willenlosen Lückenbüßer darstellt. Der Mann, der so plötzlich den sonst so stolzen und unnahbaren Jndustriekönigen und Pfarrern, Grundbesitzern und Gewerbetreibenden usw. als Prügeljunge gerade gut genug er- scheint, ist von Beruf Former und sitzt seit einiger Zeit als Renommierarbeiter auch im Duisburger Stadtrat, wo er in trauter Gemeinschaft mit Kommerzienräten und Hausagrariern gegen die Interessen seiner Klassengcnossen stimmt und im übrigen den Mund hält. Das offizielle Organ der Nationalliberalen, die„Rhein- und Ruhr-Zeitung" schreibt am Schlüsse einer bombastischen Bekannt- gäbe dieser„Arbeitcr-Kandidatur": Herr Christoph Jung ist bei der Firma Esch u. Stein in Duisburg beschäftigt. Er wird seine Arbeit bei der Firma beibehalten und in keine Partcistellung eintreten." Das letztere soll anscheinend eine besondere Empfehlung sein. Wieso, wissen die Nationalliberalen. Diese famose Arbeiter- kandidatur bedeutet nicht mehr und nicht weniger als die voll- ständige Bankerott-Erklärung der nationalliberal- konservativen Politiker in der Jndustriegegend am Niederrhein. � Auch das Zentrum im Duisburger Wahlkreise hält seinen Schäflein eine sog.„Arbeiter-Kandidatur" als Köder hin. Man weiß ja, was eine Arbeiter-Kandidatur von Zentrums Gnaden zu bedeuten hat. Der Zentrumsmann ist in Dortmund k a t h o- lischer Arbeitersekretär und ein Zögling der M.-Glad- bacher Schule. Auch dieser Mann spielt den Renommierarbeiter im Dortmunder Stadtparlament.?lls er im Vorjahre einmal eine Lippe riskierte zu Gunsten unterdrückter Arbeiter, da wurde ihm von seinen älteren Gesinnungsgenossen bedeutet, daß er noch ein Grünschnabel sei und den Mund zu halten habe: Seitdem ist Herr Gronowski ganz zahm geworden, so zahm, i>atz der Ruhm seiner Unterwürfigkeit bis Duisburg gedrungen ist, wo ihm nunmehr als Belohnung seiner Folgsamkeit die Durchsallskandidatur zum �deutschen Reichstage seitens der Schwarzen übertragen ist. So weist der industrielle Ricsenwahlkreis Duisburg-Mülheim, um dessen Besitz sich sonst Pfaffen und Scharfmacher stritten, jetzt drei Arbeiterkandidaten auf. Ein Zeichen der moralischen Macht der Sozialdemokratie. Der Freisinn im Wahlkampf. Wie sehr der Freisinn auf den Hund gekommen ist. sö wird uns aus Nürnberg geschrieben, ersieht man aus dem Verhalten der freisinnigen Presse im Wahlkampf in Bayern. Der„Kränk. Kurier" in Nu rnberg, das Zentralorgan des bayerischen Freisinns, das mit der unglaublichsten Tölpelhaftigkeit redigiert wird, vermeidet es mit peinlichster Sorgfalt, den Wählern mit einem Programm oder irgend einer Wahlparole zu kommen, weil es fürchten muß, bei den anderen Blockparteien, in denen sich die reaktionärsten Elemente zusammengefunden haben, Anstoß zu er- regen. Dagegen polemisiert es fortgesetzt gegen den„Vorwärts". aber nicht mit eigenen Geisteserzcugnissen, sondern es werden ein- fach die Schimpfereien aus norddeutschen liberalen Blättern und Waschzetteln oder die offiziösen Notizen der„Nordd. Allg. Ztg.", ohne jede Bemerkung und nur mit kurzen Einschiebseln gegen die sozialdemokratische Lokalpresse versehen, abgedruckt. Dieser Tage hat es das Blatt sogar fertig gebracht, den Artikel der„Nordd. Allg. Ztg.":„Die deutschen Steuerzahler" ohne den geringsten Kommen- tar als' Leitartikel an der Spitze des Blattes zu bringen. Dabei mußte es die Blamage erleben, daß noch drei andere Nürnberger Blätter, zwei unparteiische und ein liberal-konservativ angehauch- tcs, am gleichen Tage denselben Artikel an leitender Stelle der- öffentlichten. Schade, daß Eugen Richter, der das offiziöse Preß- kosakentum nicht scharf genug verurteilen konnte, diese Pxosti- tuierung der„entschiedenen liberalen" Presse nicht mehr er- lebt hat. Doch noch geeinigt! Aus Frank e»thnl wird vom 31. Dezember gemeldet: Die Verhandlungen der pfälzischen Nationalliberalen mit den B ll n d l e r n wurden mit dem Resultat beendet, daß man zu einer Einigung für die ganze Pfalz gelangte und zwar sowohl für die R e i ch s t a g s w a h l e n als auch für die Landtags- Wahlen. Nachdem sich angeblich di» Verhandlunge» schon gänzlich zer- schlagen hatten, haben die Brot- und Fleischwucherer schärferer und wilderer Observanz sich also doch noch gefunden. Weshalb sollten sie auch nicht, da sie doch so gut zusammen passen! Wo bleibt Herr Arendt? Der enragierte semitische Vorkämpfer für Arier- und Deutschtum und Sprecher der Freikonservativen Herr Dr. Arendt ist im Mansselder Kreise, den er seit 1398 im Reichstage vertrat, noch nicht wieder ausgestellt worden. Man munkelt. Bergrat Schräder, der Nachfolger Leuschners, wolle selbst kandidieren. Für den WahlfondS. Die Zahlstelle Berlin des BerbandeS der Brauerei- arbeiter hat dem Wahlfonds 500 Mark überwiesen. Das ist umsomehr anzuerkennen, als die Berliner Branereiarbeiter eventuell in nächster Zeit in einen Lohnkampf eintreten müssen. Die organisierten Metallarbeiter in Halle a. S. haben 1000 Mark zum Wahlfonds gegeben. Sie wollen den Betrag durch einen Eytrabeitrag decken. Der Zentralvorstand des Verbandes der baugewerb- lichen Hülfsarbeiter Deutschlands(Sitz Hamburg) hat dem Parieivorstand 6000 Mark als Beihülfe zur Reichstags- wähl übersandt. Kandidaturen in Anhalt. Im Wahlkreise Dessau-Zerbst(früher durch Rösicke der- treten) hat sich der gesamte Ordnungsbrei auf Schräder (frs. Vg.) geeinigt. Sozialdemokratischer Kandidat ist Landtags- abgeordneter K ä p p l e r- Altenburg. Im Kreise Bernburg- Kothen, bisher durch Wessel (natl.) vertreten, kandidiert Lcgationsrat vom Rath-Char- lottenburg(natl.), ferner Lehrer Stark-Magdeburg(frs. Vp.). Sozialdemokratischer Kandidat ist Gewerkschaftsbeamter Bender- Magdeburg. Kandidaten-Aufstellungen. Die sozialdemokratischen Kandidaten für die acht Wahlkreise de». Regierungsbezirks Merseburg(Prov. Sachsen) find: Torgmi-Liebenwerda: Genosse Fleißner-Dresden. Wittenberg-Schweinitz: Genosse F r i tz s ch- Berlin. Delitzsch-Bitterfeld: Genosse Raute- Eilenburg. Sallr-Saalkreis: Genosse K u n e r t« Berlin. isleben-Mansseld: Genosse Trautewein- Gernrode. Sangerhausen-EckartSderga: Genosse Graf« Sangerhausen. Merscbury-Ouerfurt: Genosse Vollender« Leipzig. Zeitz-Weißenfels-Raumburg: Genosse Thiele- Halle. Die Wahlbewegung in der Provinz Brandenburg. Im Wahlkreise Potsdam-O st Havelland wurde der vergangene Sonntag zu lebhafter Wahlagitation benutzt. Die erste Rummer der„Wahlzeitung für den Kreis PotSdam-Spandau- Osthavelland" gelangte überall zur Verbreitung und eine Reihe Wählervcrsammlungen fand statt. In Sommerfeld und Kremmen sprach der Kandidat des Kreises, Genosse Dr. Karl Liebknecht, in starkbesuchten Versammlungen. In Ketzin referierte Genosse Fülle- Berlin vor einer stattlichen Wähler- Versammlung, ebenso tagte in Bornstedt eine gut besuchte Volks- Versammlung. Ueberall ist di« Stimmung eine begeisterte und man hofft bestimmt auf den Sieg des sozialdemokratischen Kandi» baten. Heute, am Neujahrstage, spricht Genösse Liebknecht in Vehlefanz und Bötzow; auch auf kommenden Sonntag sind eine Reihe Wählerversammlungen anberaumt. In Drebkau, Wahlkreis Kalau-Luchau wurde am Sonntag eine Volksversammlung aufgelöst, in der der Kandidat des Kreises, Genosse Stadtverordneter S ch ub er t- Berlin, refe- rieren sollte. Trotzdem in dem betreffenden Lokale wiederholt größere Tanzlustbarkeiten und Versammlungen stattgefunden hatten, hielt es der Bürgermeister des Städtchens für.angezeigt, gestützt auf eine Regierungs-Präsidialverordnung. den Einberufer der Ver- sammlung mittels eingeschriebenen Briefes davon in Kenntnis zu setzen, daß er die Abhaltung der Versammlung umtersagt. weil bei dem zu erwartenden Andrang Unglücksfälle herbeigeführt werden könnten. Unsere Genossen kehrten sich an die Privatmeinung des Bürgermeisters nicht, sondern eröffneten ruhig die Versammlung. Als der Genosse Schubert in kräftigen Worten das eigentümliche Vorgehen der Behörde kritisierte, löste der Ueberwachende die Per- sammlung auf. Eine tiefe Erregung bemächtigte sich der zahlreich Erschienenen, unter denen viele Freisinnige waren, und nur der Besonnenheit unserer Genossen ist es zu danken, daß weitere SZor, kommnissc vermieden wurden.— Im Wahlkreis Züllichau-Schwiebus-Crossen- So m Merfeld sind die Parteien nun ausmarschiert. Die„Libe- raten" sind„geeinigt"! Nach der Anbettelung Bülows um Schutz gegen die amtlichen Saalabtreiber ziehen die..Geeinigten" als „patriotische Opposition" von Dorf zu Dorf, auf ihrem Wege das „Deutsche Reichsblatt" und eine Broschüre„Mein politisches Pro- gramm" mit dem Bildnis des Kandidaten Professor v. Liszt auf dem Titelblatt, in Massen verteilend. Der Erfolg dieser eigen- artigen Empfehlung des liberalen Kandidaten wird sich am 25. Januar zeigen. Die Konservativen haben den Brot- und Lebensmittelverteuerer und Wahlrechtsfeind, den bisherigen Abgeordneten Bürgermeister S ch l ü t e r- Sommerfeld wieder aufgestellt. Zur Unterstützung seiner Kandidatur gründen inzwischen die Amts- und Gemeinde- Vorsteher„konservative Wahlvercine"! Daß mit Ausnahme der drei Städte Schwiebus. Sommerfeld und Züllichau Säle für unsere Parteigenossen nicht zu haben sind, erschwert wohl den Kampf, hinderte aber nicht, daß unsere Genossen als erste kampfesfreudig auf dem Plane erschienen. Unser Kandidat, Genosse Oswald G r a u e r- Lichtenberg, hat in drei großen Versammlungen der oben genannten Städte bei seinen Hörern freudige Zustimmung gefunden und hoffnungsvolle Begeisterung erweckt. Opfermütig und willig wandert eine Schar tapferer Parteigenossen mit dem Aufklärungsmaterial bis zur entferntesten Hütte, überall mit Ver- ständnis und gut aufgenommen. Die bisher gezeitigten Resultate der Agitation und Organisation berechtigen zu den besten Hoff- nungen. Ein Frauenverein in Schwiebus zählt heute schon 80 Mit- glieder. Andere werden folgen! In Groß-Braaschen wurden 1903 7 Stimmen für die Sozialdemokraten abgegeben. Der Amtsvorsteher hat die„Wähler" in„ortsüblicher Weise" zu einer„Versammlung" eingeladen. Von den erschienenen 60 Teilnehmern machte etwa die Hälfte nicht mit, weil nur— Königstreue Zutritt haben sollten! Tableau! kiationalüberale gegen stationalliberale. Unter den„nationalliberalen" Parteien, die in diesem Wahl- kämpfe der„vaterlandslosen Sozialdemokratie" mit allem Aufgebot der patriotischen Phrase den Garaus machen möchten, sind natur- gemäß die Nationalliberalen vome an. Seit jeher haben sie sich als die Erbpächter des Patriotismus geriert, feit jeher haben sie den sozialdemokratischen Kamps gegen Militarismus und Massen» mord, gegen die Kolonialpolitik als Verrat am Reich denunziert. Und doch ist es noch gar nicht allzu lange her, daß ein amtliches Organ, die nationalliberale„Dortmunder Zeitung", flammende Anklage gegen die deutsche Kolonialpolitik, gegen Militarismus und Massenmord erhob in solch beredten und trefflichen Worten, daß man hätte glauben können, ein. sozial- demokratisches Organ vor sich zu haben. Es ist jetzt an der Zeit, die Nattonalliberalen an die so trefflichen und vernünftigen Artikel eines ihrer Parteiblätter zu erinnern. Wir entreißen sie hiermit der Vergessenheit. ES war zu Anfang des Monats Pärz 1905, wo die Regierung ebenfalls mit Nachtragsforderungen f ü r S ü d w e sl a f r i k a an den Reichstag herantrat, da schrieb voller Evtriistuilg das nationalliberale Dortmunder Amtsblatt: „Weitere sechzig Zsiillionen Mark! Man sieht, die Kolonial« Politik kommt Deutschland teuer, sehr teuer zu stehen I Für Bildungs- und Wohltätigkcitsanstaltcu pflegt das Geld bei unS rar zu sein— und im schwarzen Erdteil wird es millionenweise hinaus- geworfen! Hoffentlich wird man im Reichstage ein ernflcs Wort zu diesen unerhörten Nachforderungen reden." Seitdem die„Dortmunder Zeitung" dieses schrieb, ist im Reichs- tage manch ernstes Wort gegen die Kolonialpolitik geredet worden, nur nicht von den Parteigenosfen deS nationalliberalen Blattes. ES ist nach manchem„ernsten Wort" sogar znr Auflösung deS Reichs- tageS gckonimen, und die Parteigänger des Dortmunder Amtsblattes niachcn jetzt in„nationaler Entrüstung", weil der Reichstag in seiner Mehrheit wirklich im Sinne des Dortmunder Blattes gehandelt hatte... Als die„Dortmunder Ztg." damals in solch wegwerfender Weise über die Kolonialpolitik ihr Urteil fällte, glaubte nian zunächst an eine momentane„Entgleisung". Man hatte sich aber geirrt, denn bald bekam man noch viel e n t s ch i e d en ere Töne zuhören über Militarismus und Massenmord. Man höre und staune: »Leben wir in einem Zustande der Humanität oder der Bar» barei— in einem Jahrhundert der Zivilisation oder der Der» wilderung? Die Frage scheint unangemessen— und ist doch leider nur zu sehr berechtigt! Gern brüstet sich die Menschheit mit den Errungenschaften der Ncuzest auf dem Gebiete der vffcnt« lichen Hygiene, der Wohlsahrtseinrichtungen und so weiter. Wir haben Asyle für Wöchnerinnen, wir haben? Kranken-, Siechen- und Findelhäuser, wir haben Veline vom roten und blauen Kreuz, Vereine zur Rettung auS allen möglichen Versuchungen, Röten und Gefahren des Lebens, sogar gegey den Mißbrauch geistiger Getränke— kurz, überall regt sich der ernstliche Wille,„hnlfreich und gut" zu sein. Nur auf einem Felde streben wir. d. h. alle zivilisierten und unzivilisierten Nationen das gerade Gegenteil an auf der blutigen Wahlftatt, auf der die Fehden der Völker aus- gefochten werden. Derselbe hochentwickelteMenschen- geist, der stets bemüht ist, durch neue Er- find uu gen das Dasein auf Erden erträglicher zu gestalten— derselbe Geist arbeitet unablässig an einer Vervollkommnung jener menschen- mörderischen Maschinen und Werkzeuge, die in den Kriegen der Gegenwart eine so domi- nierende Rolle spielen. Kann man sich einen schreienderen Gegensatz denken? Kaum haben Pulver, Dynamit, Melinit oder Lydit, Lanze, Bajonett und Säbel ihre verfl... Schuldigkeit getan, so tritt das rote Kreuz in Tätigkeit, um die Opfer all dieser Mordwaffen ltunlich st zu retten. In ihren wohlver- wahrten Palästen, die mit dem höchsten Raffinement alter Kunst und modernen Kunstgewerbes ausgestattet find, fitzen dir Potentaten, deren Heersäulen draußen aufeinanderstoßen. Der Draht bringt den Fürsten Kunde von Siegen und Niederlagen, er verschweigt ihnen auch nicht die Zahl der Verwundeten und Gefallenen. Und sie, ohne mit der Wimper zu zucken, dekretieren Lob und Tadel und entsenden, wenn es not tut, neue Scharen aus das Feld des Todes. Und das allen philosophischen Systemen, allen religiösen und HumanitätSlehreu, aller vernünftigen Einsicht, aller Menschenliebe zum Trotz! Da fragt sich der Denkende doch, ob wir, die wir dies alles mit ansehen oder mitmachen, noch das Recht haben, uns Menschen zu nennen, würdige Erben einer hochentwickelten Kultur, die uns lehrt, daß der Krieg eine Barbarei ist, daßdas entfesselte Wüten der wilden und brutal»n Gewalt uns nicht emporhebt, sondern hinab- zieht zum Tier, das sich um Weideplatz und Beute mit un- gezügelter Leidenschaft in ungestümem Naturdrange wehrt. Wie mag es um die Seelenharmonie eines solchen Fürsten stehen, der täglich zu seinem Gott oder seinen Ahnen Gebete sendet und um Verleihung des Sieges fleht? Oder find ihnen die Untertancns nicht anderes als Ziffern, die lediglich nach ihrer Menge gcwertet werden und deren Verlust man höchstens bedauert, weil er die Menge verringert? Fast könnte man zu solchen Schlüssen gelangen! Aber nicht die Fürsten allein, auch das Volk jauchzt beim Einlaufen einer Siegesnachricht und denkt nicht an die Ströme von Blut, die zuvor fließen mußten und nachher noch fließen werden. Das Volk illuminiert, singt und tanzt, dasselbe Volk, dieselben Eltern, die um ein Kind jahrzehntelang sorgen und sich mühen, bis sie es groß gebracht, vor Unheil bewahrt und eS zu einem nützlichen Mitglied der menschlichen Gesellschaft erzogen haben. Wo bleibt da die Logik, der gesunde Menschenverstand! �Urteil, du entflohst zum blöden Bich!" Das stand wirklich und wahrhaftig in einem amtlichen Organ, in»der nationalliberalerr„Dortmunder Zeitung" am N. März 190S zu lesen. Ein nationalliberales Blatt hat damit den National- liberalen, allen Hurrapatrioten, dem Gottesgnadentum das Urteil in solch überaus treffender Weise gesprochen, wie es von einem sozialdemokratischen Blatte kaum geschehen könnte. Der Artikel entstammt der Feder eines hochachtbaren Mannes, eines bekannten Schriftstellers, des Herrn F r h r n. von Wildeuradt. Herr v. Wildenradt gehört heute noch der Redaktion des Blattes an; damals war er leitender Redakteur: heute redigiert. er allerdings nur noch»unterm Strich." Die Zeiten ändern sich. Auch bei den Dortmunder Nationalliberalen entfloh das Urteil zum blöden Vieh, ein. solch vernünftig redigiertes Blattes konnten sie doch nicht ge- brauchen, darum betrcmlen sie gar schnell einen Scharfmacher vom reinsten Wasser mit der Leitung ihres Blattes. Und nichts ist der „Dortmunder Zeitung" unangenehmer, als wenn sie an jene Zeit im Jahre 1005 erinnert wird, wo sie so vortreffliche, vernünftige Artikel brachte. Das kann uns aber nicht abhalten, den National« liberalen vorzuhalten, was einer ihrer Besten über sie und ihre Politik denkt und urteilt. Mögen sie sich damit abfinden. Gespannt darf man allerdings daraus lein, was sie zu den Artikeln des Dortmunder Amtsblattes sagen werden.... Aas der Arbeiter bekommt und MS ihm genommen wird. Wenn der Junker und Schlotbarone unersättliche. Begehrlichkeit sich dreister regt, dann verweist man regelmäßig in Verteidigung der eigenen Raffsucht auf die reiche S e g e n s q u e l l e, die den Arbeitern fließe: auf die sozialpvlitischcn Versicherungen. Man tut so, als ob auch das Unternehmertum die Schwere der sozialen Lasten furchtbar drücke, und als ob mit den bestehenden Einrichtungen der Arbeiter berechtigte Wünsche längst erflillt seien. Wir wollen ganz davon absehen, daß die Beiträge der Unternehmer zu der Kranken-, Unfall- und Jnvaliditätsversicherung tatsächlich nichts anderes sind, als vorweg abgezogener Arbeitslohn. Wir nehmen an. die Dividendemaffer und Zollfrcibeuter zahlten die Beiträge zu den sozialen Versicherungen aus eigener Tasche. Welche Riesen- summen bekommt dann der Arbeiter? In den Jahren von 1883 bis einschließlich 1903 sind an Renten und Unterstützungen gezahlt worden, aus der Krankenversicherung..... 2 493 973 793 M. Unfallversicherung...... 1 057 758 585» Invalidenversicherung(seit 1891) 1 003 949 912„ Insgesamt 4 555 682 290 M. Davon sind aufgebracht worden auS Beiträgen der Arbeiter, ohne Zinscncinnahmcn, 2 723 431 182 M. Mithin reduziert sich die aus Unternehmerbeiträgen mid R e i ch s z u s ck u ß für die Entschädigungsbeträge aufgebrachte Summe auf 1 832 251 1(18 M. Um die Höhe der Eiitschädigungen zu veranschaulichen, geben wir die Zahlen für 1904. Krantcnverfichernng. Es wurden gezahlt für' 4«42«79 ErkrankungSfälle mit 90051510 Krankentagen 233160 088 M. oder pro Krankeutag 2,63 M. In diese Summe sind eingerechnet die Kosten für Arzt. Medikamente, Kraukenha»lskosten. Sterbegelder usw. Der K»,mke»geld- bezug stellt sich— ausgenonimen die in Knappschaftskassen Ver- sicherten— auf ganze 115' Pfennige pro Krankcutag! Die Schlemmerei mit 115 Pfemngen pro Tag geschieht aber nicht auf Kosten der Unternehmer: diese zahlen nur ein Drittel der Beiträge, die Arbeiter selbst zwei Drittel. Im Jahre 1904 sind gezahlt worden an Krankengeld. Wöchne- rinnenunterstützung und Sterbegeld 11««20 975 39?.; die gesamten Aufwendungen für die Versicherten belicfen sich auf 237.107«10 M. Von den Versicherten selbst wurden aufgebracht: 172 5«« 393 M. Zur Deckung' der Aufwendungen waren mithin aus den Unternehmer- beitrügen und sonstigen Einnahmen erforderlich: msgesamt«4 541 212 M. oder für jeden Versicherten Zpro Jahr 5,SS M. »„ Tag 1,54 Pfennig! Fürwahr, solche Lasten müssen furchtbar drücken und die Arbeiter sollten in dankbarer Verzückung ob solcher Segenshülle nur noch Scharfmacher und Zollwucherer in den Reichstag senden! Unfallversicherung. Es waren im Jahre 1904 gegen Unfall versichert 18 376 000 Per- sonen. Die Zahl der entschädigungspflichtigen Unfälle belief sich auf 137«73, die Gesamtzahl der Renten auf 834 815: die Summe der Entschädigungszahlungen stellt sich auf 127 308 96« M., davon ent- fallen auf Rente für Verletzte, Abfindungen und Angehörigenrente 119 275 321 M. Es wurden gezahlt im Durchschnitt für jeden Rentenempfänger pro Jahr.. 152,49 Mark » ,,„ Dag... 0,41„ „ Versicherten„ Jahr.. 6,93„ „„„ Tag... 1,89 Pfennig! Alters- und Invalidenversicherung. Der Versicherung waren unterstellt: 13 75« 400 Personen. Ge- zahlt wurden insgesamt 143 355 804 M. Darunter an 803 232 Jnvalidenrentner 105 34« 175 M., an 24 635 Krankenrentner 2«34«79 M. und an 163 554 Altersrentner 20 868 243 M. Es wurden aufgewendet: für eine Invaliden- Kranken- Alters- rente rente rente 4 pro Jahr Mark 131,15 106,95 123,81 „ Tag Pfennig 35,93 29,30 33,92 Da aber die Beiträge der Arbeiter 77 043 900 ausmachen, Ivar aus den übrigen Einnahmen nur die Summe von 71 311 90« M. für die Aufwendungen zu decken. Das ergibt für jeden Versicherten die Riesensumme von pro Jahr 5,18 Mark� pro Tag 1,42 Pfennig. Es waren demnach zur Deckung der Rentenbeträge ans Unter- nehmerbeiträgrn» Reichszuschnß, Zinseneinnahmcn usw. auf- zubringen pro Tag für jeden Versicherten in der Krankenversicherung 1,54 Pf., in der Unfallversicherung 1,89 Pf. und in der Alters- und Invalidenversicherung 1,42 Pf. Die drei Versichermigszweige umfassen 43 550 846 Versicherungsfälle, die Summe aller Ent- schädiguugszahlungen und sonstigen Aufwendungen, die nicht ans Arbeiterbeiträgen gedeckt wurden, stellt sich auf 311 351 150 Mark oder pro Tag und BcrsicherungSfall 1,95 Pfennig. Für solche glänzende Fürsorge verlangt das Ausbcutertum willigen, bedingungslosen Gehorsam und die Freiheit, nach Herzens- lust plündern zu dürfen. Nach einer Aufstellung verschiedener in- dustriellcr und kaufmännischer Korporationen, hat das deutsche Voll bei den diesjährigen Fleischpreifen, gemessen an dem Preisstande von 1897, den Preiswucherern im Jahre einen Tribut von 1 200 000 000 Mark zu zahlen. Unterstellen wir die Zahl der Erwerbstätigen mit 20 Millionen— 2 Millionen mehr als die Unfallversicherung Per- sonen umfaßt, dann hat jeder Erwerbstätige zu zahlen an die Vieh- und Fleischwucherer pro Jahr 60 Mark oder pro Tag 16,44 Pfg.! also fast daS Dreifache von dem, was für den einzelnen auf Grund der berühmten sozialen Versicherung vom Unternehmertum gezahlt werden muß._ poUtifchc debcrlicbt Berlin, den 31. Dezember. Der rettende Sttohhalm! Wie Mir erfahren haben, wird die Regierung am Neu- jahrstage mit einer großen Aktion in den Wahlkampf ein- greifen. Sie wird endlich die Hülferufe der freisinnigen Hof- gänger erhören und die inständigst erflehte Wahlparole aus- geben. Um den Regierungsblock, dies famose Konglomerat von Agariern, industriellen Scharfmachern, Antisemiten, National- liberalen und plutosemitischcn Freisinnsmannen wenigstens durch die paar Wochen bis zur Wahl zusammenzuhalten, war ja eine große Kundgebung Vonnöten. War doch durch die eherne Logik der wirtschaftlichen Jntercssenzusammcngehörigkeit bereits ein starker Rauhreif auf die freisinnigen Illusionen ge- fallen. Konservative und ulttainontane Krautjunker hatten sich ja bereits in vollster Scelenharmonie zusammengefunden, und sogar der Nationalliberalisnins war schon bemüht, seine zarten Seelcnbandc mit dem klerikalen Großunternehmcrtum Wieder anzuknüpfen. Dem Freisinn war bei alledem zuniute, wie dem Floh im Siebe. Er sah sich von allen Seiten isoliert und verraten. Er sollte allen Reaktionären helfen, aber'mit der Gegenleistung sah es überaus windig aus. Wollte man den freisinnigen Hofgängern und Ministerkandidaten ermöglichen, ihr tolles Spiel der Verhökerung aller liberalen Grundsätze auch nur noch ein paar Wochen weiter zu treiben, so war es unumgänglich erforderlich, daß auch die Regierung ein menschliches Erbarmen verspürte und den frei- sinnigen Windmachern durch allerlei windige Vorspiegelungen zu Hülfe kann Die Wahlparole der Regierung, die am Neujahrstage der staunenden Welt verkündet werden soll, soll dem im Schlamme der politischen Korruption versinkenden Freisinn den rettenden Sttohhalm bieten. Die„rettende Hand des Kanzlers",, von der die„W e s e r- Z t'g." sprach, wird nämlich nicht mehr als ein Strohhalm sein. Einen Bruch mit der Zoll- und Fleisch- wuchcrpolitik vermag man ja bei aller Flunkerei nicht zu ver- sprechen, ebensowenig wird von cinerdcmokratischen Wahlrcform in Preußen, einer Minderung der Flotten- und Kolouiallastcn, noch von einer gerechteren Verteilung der Steuerlasten die Rede sein. Alles das kommt nicht in Frage. Wohl aber wird man dem Liberalismus allerhand unverbindliche und unbestimmte Versprechungen machen, man wird ihn mit Aussichten auf ein paar hohe Ver- waltungsposten, möglicheriveise sogar Ministerporte- fenillcs zu ködern suchen. Und das wird ja auch schon aus- reichen, um den Freisinn in einen Wonnetaumel zu versetzen, der ihm jede Besinnung. raubt. Zumal, wenn dazu noch ein paar nichtssagende Versicherungen kommen, dem Einfluß des famosen Kommunalfreisinus etwas mehr Spielraum alS bisher zu gewähren I Mag der Freisinn mit der neuen Parole Arm in Arm mit der nacktesten Reaktion in die Wahlschlacht ziehen. Seine Niederlage wird um so zerschmetternder sein!— Die Kolonialarmee. Die freisinnige Presse unterläßt es geflissentlich, an die Regierung auch nur die schüchternste Anfrage zu richten, wie viel Truppen fie denn nun noch, nach Beendigung des südwest- afrikanischen Krieges, in der Kolonie zu lassen gedenke. Die ftei- sinnige Regierungs- und Zollwucherschutzttuppe fürchtet offenbar, von der Regierung entweder gar keine oder aber eine Antwort zu erhalten, die selbst bei dem freisinnigen Philistertum Anstoß erregen würde. Man schweigt deshalb und unterstützt dadurch indirekt die Pläne, die auf die Schaffung einer Kolonialarmee hin- auslaufen I Daß bei den Konservativen, den Intimen der Regierung, tatsächlich die Absicht besteht, in Südwestafrika eine Kolonialarmre zu schaffen, bewies ja die von uns wiedergcgebene Auslassung der»Deutschen Tageszeitung", in der vetont wurde, daß eine starke Schutztruppe in der Kolonie bleiben müsse. Nicht der Eingeborenen wegen, sondern wegen der Grenzverhältnisse, d. h. der englischen Nachbarschaft wegen I Dieser Gedanke wird nun im „Reich" von einem Offizier a. D. folgendermaßen fortgesponnen: »Es kann jetzt kaum noch Zweifeln unterliegen, daß der Krieg in Südwest seinem Ende entgegengeht. Daraus ergibt sich, daß eine mobile Truppe in der bisherigen Stärke nicht mehr vonnöten, vielmehr darauf Bedacht zu nehmen ist, wie man das Land am besten militärisch so besetzt, daß die Besatzung dem dauernden Bedürfnis des Friedenszustandes entspricht. Angesichts dieser doppelten Notwendigkeit komme ich aus meinen alten Vorschlag zurück: Die Schutztruppe für Südwest wird aufgehoben oder bleibt doch nur in kleinem Umfang als Gendarmerie von Bestand. Dagegen werden einige Teile des stehenden Heeres von Deutschland nach Südwcstafrika in Garnison gelegt.... Endlich... kommt der allgemeine politische Gesichtspunkt in Betracht, daß die Anwesenheit von 10 000 d eut s ch en S o l- baten in Südafrika in den letzten Jahren eine für den Welt- frieden sehr nützliche Wirkung ausgeübt, vielleicht geradezu diesen Frieden gerettet hat. Es wäre klug im Interesse unserer auswärtigen Beziehungen, wenn denn keine mobile Truppe dort bleiben kann, doch ein Regiment in Friedensstärke und einige Batterien als freundliche Warnung in Südwest zu lassen." Der Sachverständige des.Reich" macht also einen Vorschlag zur Güte. Er will außer der Polizeitruppe, die ja wohl diverse, tausend Mann stark sein soll, auch noch einen deutschen Truppen- teil von mindestens 2000 Mann in Südwestafrika garnisonieren lassen. Daß das nach der Verfassung nicht zulässig ist macht ihm weiter keine Kopsschmerzen. Ihm genügt die Tatsache, daß auf diese Weise die Truppenzahl von 5000 Mann herauskommen würde. Wir wiederholen uusere Anfrage! Wie denkt die Regierung, wie denken die Parteien über die schleunige Zurückziehung der Truppen aus Südwestaftika?! Diese Frage ist um so gerechtfertigter, als ja der Gouverneur v. Lindequist durch Verhandlungen in London ein Einverständnis zwischen der deutschen und der eng- tischen Regierung über gemeinsame Maßregeln für den Grenzschutz bei Eingeborenen-Aufständen erzielt hat. Ein Wiederaufflackern des Aufstandes durch Lieferung englischer Waffen usw. ist danach aus- geschlossen. Wenn also die Regierung nicht schleunigst Vorkehrungen trifft, um die Truppen ohne Verzug nach Deutschland zurückkehren zu lassen, so kann hinter der Verzögerung nichts anderes stecken, als der Plan zur Schaffung einer Koloninlarmce Z— Ein mißglückter Plan. Es war so schön überlegt vom Zentrum: Zusammenschluß aller nichtsozialdemokratischen Arbeiter, zunächst, um die christliche Ge- werkschaftsbewegung zu stärken, dann aber auch, um eine ch r i st- lichnationale Schutztruppe zu schaffen, die bei den Wahlen im Jahre 1908 dem Zentrum die stark gefährdeten Wahl- kreise im Westen sichern sollte. Als der Aufruf an die christlich- nationale Arbeiterschaft ins Land hinausging, dachte noch niemand daran, daß das Zentrum aus der Gemeinde der gutgesinnten, nationalen Parteien ausgestoßen werden, daß sich ein Kampf ent- spinnen könnte, in dem die„nationale Ehre" gegen das Zentrum verteidigt werden müsse. Durch Bülows unerforschlichcn Rat- schluß ist das nun doch geschehen; was„national" ist, soll sich er- heben, um gegen das„vaterlandslose",„reichsfeindliche" Zentrum Front zu machen. Für die evangelischen Arbeitervereine, die den Aufruf an die christlichnationale Arbeiterbewegung mit unter- schrieben haben, ist das eine böse Sache. Eben haben sie sich mit den Zcntrumarbcitcrn zu einem nationalen Schutz- und Trutzbündnis vereinigt, und jetzt sollen sie dieselben Zentrumsleute als„anti- national" bekämpfen. Der„Evangelische Vereinsöote", das Organ des Gesamtverbandes evangelischer Arbeitervereine, über- windet alle Bedenken; es opfert die nationale Arbeiterbewegung auf dem Altar der Wcltpolitik und ruft in echtem Luthcrzorn zum Kampf gegen Rom auf: „Der'Sturm ist losgebrochen! Nun mag das Volk aufstehen. Was von vielen seit Jahren erwartet, aber kaum noch gehofft war, ist nun endlich zur Tat geworden: Die Regierung hat, des auf seine hinterlistigen und unehrenhaften niederträchtigen Handelns müde, dem Zentrum Schliche den Fehdehandschuh hingeworfen. Der Reichstag ist aufgelöst. Wir freuen uns dieser Tat. Dernburg hat das Ver- dienst, den Kampf begonnen zu haben, als er sich den Herrn Roeren vorknöpfte und an diesem Beispiel die ganze Un- Wahrhaftigkeit und nationale Unzuverlässig- keit des Zentrums an das Licht stellte.. Es hat sich in diesem Falle erneut als richtig erwiesen, was an dieser Stelle schon oft ausgesprochen ist, daß es nämlich keine Partei gibt, die für unfern nationalen Be st and ver- hängnisvoller ist. als das Zentrum." So der blaue über den schwarzen Genossen im christlich- nationalen Bunde. Der Artikel, der noch hervorhebt, daß kein Evangelischer im bevorstehenden Wahlkampfe einem Zentrumsmann die Stimme geben dürfe, schließt mit dem Rufe: „Nieder mit dem Zentrum. Es vergiftet unser Volk und bc. trügt es um seine nationale Ehre. Uns Evangelische trennt vom Zentrum eine Kluft, die so unüberbrückbar ist, wie irgend eine in der Welt." Der christlichnationale Arbeitcrkongreß, der im Januar statt- finden sollte, ist unterdes verschoben worden. Er soll im Sommer stattfinden. Bis dahin wird sich der Luthcrzorn der Evangelische» gelegt und das Zentrum sich wieder auf seine„nationalen" Pflichten als Regierungspartei besonnen haben. Mit dem klerikalen Planchen, die christlichnationale Bewegung bei der Rcichstagswahl ausnutzen zu können, ist es allerdings vorbei. Deutfcbcö Reich. Höfische Demokraten! Das Blatt des Herrn Sonncmann, die„Frankfurter Ztg.", gilt als das Organ unserer bürgerlichen„Demokratie". Daß dieser äußerste Flügel des bürgerlichen Liberalismus den tollen Illusionen des Freisinns ebenso verfallen ist, wie das Blatt des Herrn M o s s e, beweist ein Artikel im 2. Morgenblatt der „Franks. Ztg." vom 29. Dezember. In diesem Artikel, der an leitender Stelle abgedruckt ist, läßt Herr Sonnemann seine demo» kratischen Leser, sogar auf dem kostspieligen Wege-ines Privat- Telegramm«, durch feinen Berliner Regierungsstipendiaten über allerlei liberalisiereude Absichten der Regierung und— der reaktionären Parteien inspirieren. Dieser Berliner Korrespondent, dessen Beziehungen zu Geheimräten und anderen offiziösen Ver- schleißern der hohen Regierungsabsichten unrühmlich bekannt sind, sehr den Lesern der„Frankfurter Zeitung" auseinander, daß es kindlich fei, zu glauiben, daß die ganze Reichstagsauflösung nur der südwestafrikanischen Frage gegolten habe. Das Gefühl, dem die sofort entstandene volkstümliche Fassung„Los von Rom" ent- sprungen sei, sei lediglich die„logische Konsequenz der aus den Mehrheitsverhältnissen des Parlaments sich ergebenden Folgerung, daß gleichzeitig als Ziel eine Stärkung der liberalen Partei und ihres Einflusses auf die Gesetzgebung beabsichtigt" sei. Man sieht, der Nachrichtenschnüffler der„Frankfurter Zeitung" macht ganz im Stile des Dernburg offiziösen Mosseblattes Stimmung! Dieser„Demokrat" bringt es sogar fertig, von einer „liberalen Partei" zu sprechen, er koppelt also die bürgerliche „D e m o k r a t i e" mit dem Nationalliberalismus ohne Weiteres zu einer Partei zusammen i Besonders bezeichnend für diese von Herrn Sonnemann ver- zapfte„demokratische Politik" aber ist es. daß dieser Korrespondent auf„beachtenswerte" Aeußerungen der—„Post" hinweist! Auf Aeußerungen, wonach im preußischen Abgeordneten- haus eine Revision des Lehrerbesoldungsgesetzeö, Dezentralisation und Mitwirkung von Organen der Selb st Verwaltung und eine wirksame Rechtskontrolle innerhalb der Schul Verwaltung gemeinsam von Konservativen Und Freisinnigen geschaffen werden solle! Offenbar haben wir es hier mit, dem Köder zu tun. den die Regierung dem Freisinn hinzuwerfen gedenkt! Durch angebliche Milderung des Schulverpfaffungsgesetzes soll die„große liberale Aera" eingeleitet werden, für die sich die journalistischen Schmocks der Herren Masse und Sonnemann gleich fanatisch begeistern! Es ändert daran auch gar nichts, daß das Slbendblatt der „Frankfurter Zeitung" vom 29. Dezember folgende Stelle enthält: „Es scheint, als solle nur das kolonialfeindliche, nicht aber das kulturfeindliche Zentrum getroffen werden, und daraus könnte man folgern, daß bald wieder eine Versöhnung mit dieser Partei eintreten werde, sobald sie mit ihren Machtanspvüchen im Reich etwas zurückhaltender würde. Wie ist es sonst erklärlich, daß bis jetzt auf geistigem Gebiet eine„Kulturpolitik" getrieben werden konnte, die ganz im Sinne des Zentrums gehalten und durchaus illiberal war. eine Politik. welche die guuze Zukunft unserer Schule in Frage stellt, und bei der die Rücksichtnahme auf das Zentrum unverkennbar war? Und ist dieser Geist in Preußen nicht nach wie vor herrschend? Hier liegen klaffende Wrderfprüche vor, über die man nicht einfach stillschweigend hinweggehen kann. Für den ent- schiedenen Liberalismus ist es selbstverständlich, daß er auf die Erreichung seiner Ziele in erster Reihe hinstroben muß. Alles andere muß dahinter zurücktreten, nur unter dem Zeichen seiner freiheitlichen Forderungen hat er den Wahl- kämpf zu führen." Man könnte glauben, daß innerhalb weniger Stunden der Re- baktion der„Frankfurter Zeitung" die Selbstbesinnung wiedergekommen sei. In Wirklichkeit soll aber dieser Vorstoß gegen das- Zentrum und Regierung nur den Jubelsturm vorbereiten, den der Liberalismus der äußersten Rechten bis zur äußersten Linke» anstimmen wird, wenn ihm die Regiemmg wirklich einige armselige Hungerbrocken hinwerfen sollte. Die Regierung braucht dem Libe- ralismus nur ein paar armselige Schaübrote zu bieten und er wird jubelnd die Büloiv, Dernburg. Tschirsky, Arnim-Criowen um- tanzen! Zentrumstaktik. Die Zentrumspresse gesteht mehr und mehr offen zu, daß es sich für ihre Partei bei der nächsten Reichstagswahl vor allem darum handelt, eine konservativ-liberale Mehrheitskombination zu verhindern und die Regierung zu zwingen, den alten Flirt mit dem Zentrum wieder zu erneuern. Die„Köln. Volksztg." schreibt ganz offenherzig in ihrer Sonntagsnummer: „Mit Recht ist in der„Köln. Volksztg." ausgeführt worden, daß ebenso wie die Sozialdemokraten auch die Nationalliberalen keine Zentrumsstimme erhalten dürfen. Eine Verstärkung der nationalliberalen Partei im Reichstage zu verhindern, ist auch aus dem Grunde notwendig, weil es außer den, Zentrum nur noch eine andere, nämlich die nationalliberale, Partei gibt, die unter Umständen. bei entsprechender Ver- mehrung ihrer Mandate, imstande wäre, im Reichs- tage mehrheitsbildend nach rechts und links zu wirken; nach links würde sich ihr zunächst die Freisinnige Vereinigung, nach rechts die Reichspartei ohne Schwierigkeit an- gliedern. Dieses Antizentrum muß daher vor allem bekämpft werden. Das gleiche gilt aber auch von liberalen Einignngskandidaturen, mögen sie nun demokratische, freisinnige oder nationalliberale Etikette tragen; denn der liberale Einigungsgedanke ist vorwiegend gegen das Zentrum gerichtet, er soll'wenigstens für den Gesamtliberalismus das erstreben, was die Nationalliberalen freilich am liebsten für sich allein erreichen möchten, aber nur sehr schwer erreichen können: eine ausschlaggebende Stellung im Reichstage an Stelle des Zentrums. Jedenfalls haben alle anderen Parteien dringenden Anlaß, die Hoffnungen, die der Liberalismus auf solche Einigung?- kandidaturen setzt, möglichst abzukühlen. Besonderes Gewicht ist auch, wie schon bemerkt, in den Kreisen, in denen die Ent- scheidung sehr wahrscheinlich erst in der Stichwahl fällt, darauf zu legen, daß nicht durch Zersplitterung der nichtliberalen Stimmen ein liberaler Einigungskandidat oder ein Nationalliberaler in aussichtsvolle Stichwahl, namentlich mit den Sozialdemokraten, gelangt." Freisinnige Drehkrankheit. Ein Leitartikel der freisinnigen„Breslauer Zeitung" philosophiert über den„Zweck der Wahl". Dieser Zweck der Wahlen soll darin bestehen, aus den Wahlurnen einen Reichstag erstehen zu lassen, in dem die Regierung die Möglichkeit habe, eine positive Mehrheit ohne das Zentrum zu gewinnen. Zu- gleich müsse die bürgerliche Linke in der Lage sein, auf die Regierungsgeschäfte einen Einfluß zu gewinnen, den sie bisher in keiner Weise gehabt habe. Damit wäre noch nicht die Welt erobert,„aber die dunklen Wolken, die jetzt den politischen Horizont umhüllen, würden sich doch zu zerstreuen beginnen". Vielleicht wäre dann noch ein Wahlkampf, vielleicht auch noch ein weiterer nötig,„aber der Liberalismus hätte einen festen Boden gewonnen, von dem ernichtmehrzuverdrängen wäre." Und wie denkt sich nun die„Breslauer Ztg." diese Schaffung einer starken bürgerlichen Linken? Sie will dem Zentrum und der Sozialdemokratie 25 Mandate abnehmen! Das ist, wie sie selbst gesteht, nicht gerade ein bescheidener Wunsch. Aber da sie nun ein- mal beim Wünschen ist, treibt sie gleich ihre Unbescheidenheit auf die Spitze. Sie meint, daß auch de» 51 Nationalliberalen noch min- bestens 25 Mandate abgenommen werden müßten, denn— zwischen Konservativen und Nationalliberalen sei ja Derantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Lnseratenteil verantw-l eigentlich kein allzu radikaler Unterschied. Gewinne der Freisinn diese 59 Mandate, so sei damit der Anfang einer frei- sinnigen Aera gegeben. Plan sieht, die„Breslauer Ztg." leidet entschieden an der Dreh- krankheit. Sie Ivill gegen das Zentrum und die Sozialdemokratie losschlagen. Aber sie will sogleich einen Beutezug gegen die Ratio- nalliberalen unternehmen! Gegen dieselben Nationalliberalen, mit deren Unterstützung das„Berliner Tageblatt" allen Fähr- nissen die Stirne zu bieten hofft! Und diese Nationalliberalen will sie bekämpfen, weil sie den Konservativen allzu wesensverwandt seien! Weshalb sie dann nicht auch gegen di� Konservativen ins Feld ziehen will, bleibt ihr Geheimnis! Die ganze Berechnung ist der vollendetste Aberwitz. Aber in dieser Zeit der ungeheuerlichen Konfusion innerhalb des Liberalismus ist keine Kalkulation zu kindisch, um nicht in der Strategie des Freisinns ihre Rolle zu spielen! Lakaien. Vor 48 Stunden donnerte das„B e r l. T a g e b l a t t" der Re- gierung zu, daß sie nun endlich eine unzweideutige Kampfparol« gegen das Zentrum ausgeben müsse.„Mundspitzen helfe nicht, es müsse endlich gepfiffen werden." Wenn diese Zumutung irgend einen Sinn haben sollte, so doch nur den, daß die Regierung eine neue Kampfparole gegen das Zentrum ausgeben müsse. Denn in der Zoll- und Agrarpolitik hat ja das Zentrum durchaus keine eigene Politik betrieben, sondern nur der konservativen Re- gierungspolitik die gewünschten HelferSdiensie geleistet! Hat nun die Regierung dem„Verl. Tageblatt" den Gefallen getan und eine Kulturkampfparole ausgegeben? Im Gegenteil. In ihrer Sonntagsnummer wendet sich die offiziöse„Nord d. A l l g e m. Z t g." mit aller Schärfe dagegen, daß in den Wahl- kämpf Kundgebungen im Geiste des Kulturkampfes hineingetragen würden! Derartige Erklärungen habe ja die Regierung zu wieder- holten Malen abgegeben. Es gehe deshalb nicht an, aus einer Zahl von zumeist wenig bedeutungslosen Kundgebungen(!) in kultur- kämpferischem Sinne„der Regierung und den zu ihr stehenden großen Parteien ähnliche Gelüste oder auch nur st i l l- schweigende Billigung solcher Erscheinungen unter- zuschieben." Das ist eine runde und nette Desavouierung jener Kultur- kampspaukereien und Kulturkampfanreizungen, wie sie von den „kleinen" Parteien des Freisinns seit Auflösung des Reichstages ununterbrochen verübt worden sind! Trotzdem faselt das„Berl. Tageblatt" noch immer davon, daß die Frage des Nachtragsetats für Südwestafrika nicht die eigent- liche Ursache der Reichstagsauflösung sei, sondern daß es darauf ankomme, ob das deutsche Volk die Kraft habe, das Zentrumöjoch abzuschütteln! Gefügigere und anspruchslosere L a k a i e n s e e l e n als die wackeren Kulturstreiter des Freisinns kann sich eine Regierung gar nicht wünschen!— Nationalliberaler Katzenjammer. Den Nationalliberalen, die nach der Reichstagsauflösung ver- rückte Kampfgesänge gegen Rom und die Schwarzen anstimmten, wird, je näher der Wahlterinin heranrückt, immer ängstlicher um das Schicksal des nationalen Blocks. Die„Kölnische Zeitung" meint in schwerer Besorgnis, nachdem sie nicht für ausgeschlossen erklärt hat, daß die Sozialdemokratie das Zentrum bei der Wahl an Fraktionsstärke überflügelt: „So ist es nicht ausgeschlossen, daß die Sozialdemokratie das Zentrum in der Fraktionsstärke überflügelt. Es wäre töricht, die Augen vor dieser Möglichkeit zu verschließen. Das kon- servative und liberale Bürgertum tut nun angesichts der ultra- montanen und sozialdemokratischen Gefahr seine Schuldigkeit nicht. Streitigkeiten und Fraktionszwang erfüllen viele Wahl- kreise und hemmen den Erfolg gegen rot und schwarz. Und doch ist die Lage ernst genug. Versagt der Reichstag noch e in mal, dann ist die innere Krisis permanent, wir stehen vor der zweiten Auflösung. Das ist für unser Wirtschaftsleben und für das Ausland nicht gleich- gültig. Sozialdemokratische Arbeiter, die aus den Wahlver- sammlungen nicht mehr herauskommen, werden schwierig und immer schwieriger werden, und das Ausland wird mit hämischer Freude von dem inneren Verfall Deutschlands reden. Eine zweite Möglichkeit ist, daß das Zentrum den Herrn Erzberger, der seine glänzende Stellung als Regierungspartei zerstört hat, beiseite schiebt und seinen Frieden macht mit einem neuen Reichs- tanzler und einem neuen Kolonialdirektor. dann wird der Einfluß des Zentrums größer sein als zuvor, denn bei stärker gewordener Sozialdemokratie wird es sich nun- mehr erst recht als Staats- und Gesellschaftsstütze präsentieren und seine Wechsel zur Einlösung vorzeigen. Dann war der Kampf pro nibilo:" Zur Kolonialfrage äußert sich in der zentrumsagrarischen„Rheinischen Volks- stimm e" ein Leser, der sich als„einfachen Mann aus dem Volke" bezeichnet. Er meint, so lange der Bürger die Ausgaben des Reiches mit bestreiten helfe, habe er auch das Recht, in der Verwendung der öffentlicken Gelder seine Meinung zu sagen und danach seine Stimmabgabe bei den Wahlen einzurichten. Dann heißt es: „Die Beiträge der einfachen Leute zu den Aus- gaben des Reiches sind viel bedeutender, als die Kolonialschwärmer zu wissen scheinen. Wenn auch die direkten Reichssteuern der kleinen Leute nicht so hoch sind, so machen doch die vielen Steuern und Zölle, womit sehr viele Verbrauchsgegenstände, welche täglich in jedem ein- fachen Haushalt unentbehrlich sind, zugunsten des Reiches belegt sind, loährend eines Jahres eine ganz nette Summe aus." Das ist das erste Mal, daß wir in dem Blatt der rheinischen Zentrumsbauern ein vernünftiges Wort über die Zoll- und Steuer- Politik hören. Auch sonst hat der„einfache Mann aus dem Volke" ganz gesunde Ansichten. Er meint, es werde„der gesunde Menschen- verstand und der sparsame Haushalter die ganze Kolonialfrage und mit ihr die Eisenbahnsrage so lösen, daß er zunächst und a m liebsten die ganze Geschichte zum Fenster hinauswerfen möchte." Da das aber nicht so ohne weiteres gehe, so solle man für die Zukunft„doch recht vorsichtig zu Werke gehen und sich ernstlich fragen, ob es denn nicht klüger und besser wäre für das deutsche Reich: 1. die vielen Menschenleben zu sparen und 2. mit einem kleinen Teile der Millionen im Heimatlande viele, noch vom Ver- kehr abgeschlossene Gegenden mit Eisenbahnen zu beglücken, welche für das Reich sichere Vorteile versprechen, anstatt dieses alles in anderen Weltteilen nutzlos zu begraben." Wenn der Leser der„Rheinischen Volksstimme" mit dem Schwindel der Kolonial- und Weltpolitik gründlich aufgeräumt wissen will, dann darf er jedenfalls nicht den Rat seines Leibblattes befolgen, das in derselben Nummer zur Wahl von Zentrums- männern auffordert.—_ Agrarische Zensurlcistungen. In arger Verlegenheit um Material gegen die Sozialdemokratie scheinet! die Bündler zu sein, denn die„Deutsche Tageszeitung" ver- öffentlicht einen anderthalb Spalten langen Artikel, in dem angeblich sozialdemokratische Rechenfehler nachgewiesen werden. Tatsächlich werden jedoch allerhand Notizen und Zahlen durcheinandergewürselt, deren Bedeutung der Verfasser zweifellos gar nicht kapiert hat. Welchen kompletten Blödsinn das Junkerblatt seinen Lesern vor- zusetzen wagt, davon eine Probe. Um uns Rechenfehler nach- zuweisen, schreibt es:____ ktz.Glicke, Berlin. Druck».Verlag: BorwärtSVuchdr.».VerlagZanMt' „Weiter jfibt Kautsky das Vermögen des Holzarbeiter- Verbandes auf 1 452 215 Mark an. Der Zentralverband der Maurer berechnete aber(I) in der Generalversammlung am 6. September den Gesamtbestand im Zweigverein auf 265 247,91 M. Also weil das Vermögen des Holzarbeiter-VerbaudeS sich nicht deckt mit dem Vermögen des Zweigvereins der Maurer, darum muß ein sozialdemokratischer Rechenfehler vor- liegen. In einem anderen Falle benutzt der Rechen„künstler" einen von uns längst berichtigten Druckfehlern. Wir hatten eine dem „Board of Trade" entnommene Statistik über Welthandel veröffent- licht, und der Druckfehlerteufel hatte in der Notiz an einer Stelle aus einer 7 eine 4 gemacht. Wir haben den Fehler bereits(im Juni) wie folgt richtig gestellt: Diese Summen ergeben für Deutschland und Großbritannien zusammen 7 Milliarden Dollar. Diese Angabe hat der Druck- fehlerteufel sinnentstellend geändert, indem er„mit fast 4 Milliarden Dollar" hineinbrachte, anstatt„zusammen mit fast 7 Milliarden Dollar". Und dieser berichtigte Druckfehler wird nach fast einem halben Jahre zu einer Schwindelei benutzt I— Schöne Seelen finden sich! ' Acht Tage kaum sind es her, da predigten„Reichsbote" und„ S taa ts bü rgier Zeitung", die vereinigten Stöcker- Reptile, den heiligen Krvuzzug wider das Zentrum. Heute ist es bereits ganz anders gawovden. Man lese nur folgende Parole dieser edlen Zeitungszwillinge: „Der wunde Punkt der diesmaligen Wahlbewegung rst. dag evangelische und katholische Wähler von gewissen Blättern, die das„national" breit an der Stirn tragen, in einer Weise gegeneinander gehetzt werden, daß die Sozialdemokratie als der lachende Dritte den Sieg erhofft. Wir können die jetzige Hetze nicht gutheißen. Die Sozialdemokratie— sie ist der Feind." Mögen sie geschoren oder gescheitelt sein! Der Feind, den sie am tiefften hassen, ist das organisierte Proletariat, ist die Sozialdemokratie! In diesem Zeichen findet sich die Pfaffheit beider Konfessionen sogar brüderlich mit den Beschnittenen des Geldsacks zusammen!—_ Verkleistert. Die rebellischen christlichen Arbeiter in Bayern haben sich noch einmal beschwichtigen lassen. Der Ritz ist verkleistert. Wie die ultramontane Presse meldet, wurde in einer Beratung zwischen der Parteileitung und einer größeren Anzahl christlich- nationaler Arbeiterführer über die Aufftellung von Arbeiter- kandidaturen verhandelt. Nach längerer Nus,prache über die grundsätzliche und praktische Seite der Frage ist ein ge- meinsamer Aktionsplan festgesetzt worden, wonach Arbeiterführer mit Unterstützung einzelner Herren der Parteileitung vorgehen werden. Ueber die gefaßten Beschlüsse schweigt man vorsichtig. Bon einer Bewilligung der Forderung der christlichen Arbeiter auf eine be- stimmte Anzahl Mandate kann keine Rede sein, denn die festen Sitze der Zentrumspartei sind bereits vergeben und eine Aenderung würde nur auf der anderen Seite die Rebellion zur Folge haben. Die frommen Schäflein werden also wieder einmal übers Ohr ge- hauen.— Budland. Frankreich. Bom Trenuullgsgeseb. Die Annahme der Artikel 2, 3. 4 der Ergänzungsnovelle zum Trennungsgesetz meldeten wir noch am Sonntag unter „Letzte Nachrichten". Wie unschwer vorhergesagt tvcrden konnte, hat der Senat auch alle übrigen Artikel und schließ- lich den ganzen Gesetzentwurf ohne Abänderungen irgend welcher Art angenommen. Das Stimmenverhältnis des An- nahmebeschlnsses betrug 190: 100. Eingegangene DrncKfcfmften. Eduard Goldbeck. Bülows Bluss oder die Reichstagsauflösung. Friede. Roihbarih, Leipzig. 1 M. Graf Posadowskv als Finanz-, Sozial- und HandelSpolltiker. Von I. Penzler. 4 Bände, Band So M. Verlag I. I. Weber, Leipzig. Letzte JVacbrichtcn und Dcpcfcbcn, Zum Eisenbahnunglück bei Ottersdorf. Hamburg, 31. Dezember.(W. T. B.) Das Eisenbahnunglück zu Ottersdorf hat, wie die„Hamburger Nachrichten" melden, für die hiesigen Handelskreise, namentlich für die Banken, große ge- schäftliche Störungen em Gefolge, da von Hamburger Banken und Bankiers eine große Anzahl von Wertpapieren, die zur Ultimo- regulierung nach Paris, London, Brüssel und Antwerpen bestimmt waren, mit der Post des verunglückten Zuges expediert worden sind. Der Wert der vernichteten Papiere wird an der Börse schätzungs- weise auf 15— 20 Millionen Mark angegeben. Da nach den amt- lichen Mitteilungen wohl sämtliche Effekten, vernichtet sind, wird über sie eine Sperrfrist verhängt werden, und nach deren Ablauf werden die Papiere durch neue ersetzt, sodaß ein direkter Schaden, der übrigens durch Versicherungen gedeckt ist, nicht entsteht. In die Brüche gegangen. Darmstadt, 31. Dezember.(B. H.) Die Verhandlungen zwischen der Freisinnigen Partei für daS Grossherzogtum Hessen und den Nationalliberalen sind nach neuerlichen Verhandlungen nun rnd- gültig gescheitert._ Mord. Kassel, 31. Dezember.(B. H.) In der vergangenen Nacht wurde im Dorfe Gilsa bei Zimmersroda ein Mord verübt. Der Oberschweizer Anton wurde auf offener Straße hinterrücks erstochen. Man fand ihn morgens als Leiche vor. Der Täter soll ein Be- diensteter eines dort sich aufhaltenden KarusiellunternehmerS sein. Der Tote ist 26 Jahre ab, verheiratet und Vater von sieben Kindern._ Entsetzliche Hungersnot in China. Peking» 31 Dezember.(Meldung des Reuterschen Bureaus.) Die Hungersnot, welche infolge der durch übermäßige Regenfälle herbeigeführten Mißernte im Norder der Provinz Anhui, im öst- lichen Teil des Gouvernements Honan, im südlichen Teil des Gou- vernements Schantung und im ganzen Norden von Kingsu herrscht, ist viel schlimmer, als eine solche in den letzten vierzig Jahren vor- gekommen ist. Bier Millionen Menschen sind dem Verschmachten nahe. Zehntausend befinden sich auf der Wanderung. Die Gefahr wird vermehrt durch die Tätigkeit der geheimen Gesellschaften, denen das Volk sich willig anschließt, um Reis zu erhalten. Bei dem Vizekönig sind wiederholt Bittschriften wegen der geheimen Gesellschaften eingereicht worden. 59 000 Flüchtlinge sind in be- jammernswertem Zustande in Nanking angekommen. Die Be- Hörde» sind außer stände, dem Elend wirksam abzuhelfen. Aus- ländische Hülse ist willkommen. Heute ist ein Edikt erlassen wordckn, durch welches die Landtage in der Provinz Schantung zeit- weilig aufgehoben* werden, da die Bevölkerung wegen der Hungers- not nicht in der Lage ist, sie zu bezahlen. Paul Singer �Co.,Berlin LW. Hiexzu SVciiagen u.UnterhaltungSblatt iti A. Zahrga-s. t ßtiluge des Juimirtf ßttliittr lolWl Dienstag, 1. Januar IM. Die russische Revolution. veschri»k»«ge« der oppositionelle« Parteien w der Wahlkampagne. Räch einer ganzen Reihe von Senatserläuterungen, welche die Rasse der oppositionellen Elemente um ihre Wahlrechte yedracht haben, tritt jetzt noch das Ministerium des Innern vor. um die Rechte der Oppositionsparteien auch bei dem letzten Akt der Wahlkampagne, der Abgab« der Stimmzettel, zu beschränke»!. Die am 24. Dezember verösfentlichte»Instruktion über die Wahlen zur Reichsduma" schafft im Teil B(„Besondere Bestimmungen") ein Ausnahmegesetz gegen die oppositionellen Parteien. Diese Be- stimm ungen beziehen sich auf die Aushändigung und die Abgabe der Stimimzetiel. Die Instruktion schafft ein äusserst kompliziertes und hinterlistiges System: Die Formulare werden nach einer bestimmten Norm von den städtischen oder den Semstwo-Ausschüssen oder an- deren entsprochenden Aemtern, welche die Wahlkampagne leiten, hergestellt. Jeder Wähler erhält zwei Wochen vor der Wahl zwei Formulare zugleich mit der Erklärung über den Ort und die Zeit der Wahlen. Diese Erklärung muss am Tage der Wahl bei der Abgabe des Stimmzettels vorgezeigt werden. Jedes Formular muss den Stempel des Ausschusses ausweisen. Diejenigen Wähler, die keine Formulare erhalten haben, bekommen solche am Eingang zum Wahllokal, jedoch jeder nicht mehr als zwei. »Die Formulare der Stimmzettel werden in einer grösseren Anzahl als die oben angegebene von den Ausschüssen nur an die Leiter und Vorstände von politischen Vereinen und Verbänden und deren Filialen, die nach den im allerbSchsten Ukav vom 17. März 1905 festgelegten Grundsätzen eingetragen sind. auS- gegeben, wobei die Herstellungskosten für diese Formulare nach der Bestimmung der Ausschüsse zu ersetzen sind. Die Formulare der Stimmzettel, die unter Umgehung der Ausschüsse unmittel- bar von den Wählern oder den Bereinen und Verbänden s c l b st hergestellt sind oder den Stempel des Ausschusses nicht aufweisen, werden für ungültig erklärt.(Z 26'.) Da die Stolypinsche Regierung bis jetzt nur die auf der äussersten Rechten stehenden Parteien, wie g. B. den Verband der echtrussft'chen Leute, den Verband des 30. Oktober, eingetragen hat, und da die oppositionellen Parteien— nicht nur die sozialistischen, sondern sogar solche, wie die konstitutionellen Demokraten und die Partei der demokratischen Reformen— als illegal gelten, so ist es klar, dass die neue Instruktion des Herrn Stolypin zweierlei Recht schafft: eins für die Regierungsparteien und eins für die gesamte Opposition. Während die effteren die Möglichkeit haben werden, die Formulare der Stimmzettel in unbeschränkter Anzahl zu erhalten, die Verzeichnisse ihrer Kandidaten auf denselben zu drucken und sie in vielen Millionen zu verbreiten, müssen sich alle Oppositionsparteien auf die Eigen-Jnitiative und die Energie ihrer �Wähler verlassen, die selber dafür Sorge zu tragen haben, H�pinen Wahlzettel zu bekommen und die ihn s? I b e r mit den Namen der Kandidaten ausfüllen müssen! Jeder, der die Psychologie der Wahlen kennt, wird hieraus erschen, dass die Regierung durch ihre Instruktion den recStionären Parteien zu Hülfe kommt. Rnsiland und Japan. Die russische Regierung hat sich e»»dlich dazu verstanden, ein sogenanntes„Kommunique" über ihre Beziehungen zu Japan zu veröffentlichen. Wenn man den Versicherungen der offiziellen Publikation ausnahmsweise einmal Glauben schenken darf, so liegen die Dinge zwischen den beiden Staaten bezüglich des Handelsvertrages und des Fischereiabkommens ganz anders, als bisher vcr» lautete, und es ist eine Verständigung erfolgt sowohl über die Er- Neuerung der früheren, von beiden Staaten einander im Jahre 1895 gewährten Vergünstigungen als auch über die Gewährung der Meistbegünstigungsrechte an russische Untertanen in Japan und an Japaner in Russland hinsichtlich des Handels, der Seefahrt, des Besitzes und Erwerbes von Liegenschaften und hinsichtlich der Betreibung von Gewerbe und Handwerk in Uebereinstimmung mit den örtlichen Gesetzen. Die Entscheidung über einige andere wichtige Fragen hängt noch von der„richtigen" Auslegung des Friedensvertrages und der Protokolle der Portsmouther Konferenz ab.— Das Ende TrepowS II. Petersburg, 26. Dezember.(Eig. Ber.) Die Kugel eines Revolutionärs streckte am 22. Dezember in Twer den Grafen A. P. Jgnatiew nieder. ES gibt wohl in der ganzen Horde der zarischen Bluthunde keinen zweiten, der in der letzten Zeit eine so teuflische Rolle gespielt hätte und solche Autorität in den Augen der Höflinge besass wie Graf Jgnatiew. Er war eigentlich der wirkliche Trepow, und der frühere Palastkommandant nur sein blasser Schatten. Jgnatiew hatte durch seinen Reichtum und seine Beziehungen Einfluh auf die höchsten bureaukratischen Kreise, deren erprobter Führer er war. Nach dem Tode TrepowS leitete er die Kamarilla, die allgemein unter dem Namen»Stern« kammer" bekannt ist. Selbst Trepow war diesem Auserlesenen zu mild und zu.liberal"! Im Herbst 1905, als der Hof»mter dem Druck der gewaltigen Volksbewegung das Manifest vom 17. Oktober erscheinen lieh, wühlte Jgnatiew eifrig gegen weiteres Nachgeben. Die Beschränkungen der Versammlungs- und Vereinsfreiheit, die Ausarbeitung der sogenannten„Grundgesetze" war seine und seiner Eehülsen Tat. Im Staatsrat war er der Inspirator des reaktionären Flügels. Die Kricgsfeldgerichte, die jetzt ganz Ruh land mit Strömen von Blut überschütten, wurden von Jgnatiew schon während der Ministerschast Wittes und Durnowos angeregt. Er war es auch, der die Auscinandersprengung der ersten Duina durchsetzte. Es ist kein Geheimnis, dass er stir den Posten des Ministerpräsidenten bestimmt war und dass er die Freiheitsbewegung endgültig mit Blut ertränken sollte.— Anikin. HelsingforS, 30. Dezember.(23.$.)' Der hier weilende Führer der Arbeiterpartei, Anikin, ehemaliger Dumaabgeordneter, hat einen Gehirnschlag erlitten, Eue der parte!* Zur Borbereitung des Internationalen Sozialisten- und Ge- Werkschaftskongresses zu Stuttgart haben die Stuttgarter Ge- nassen am 28. Dezember ein Lokalkomitee gewählt, in das die Genossen Dietz, Hildenbrand. Klotz, Schlicke. Leipart, Keil, Heymann und Wasner delegiert wurden. vom Fortschritt der Presse. Die„Magdeburger Volks stimme" brachte dieser Tage änlählich ihres Umzugs ins eigene Heim eine Gedenknummer. worin sie ihren Lesern die Entstehung und EntWickelung des Magde- burger Parteiorgans vorführte. In dem erworbenen Haus befindet sich auch die Buchhandlung und das Parteisekretariat, auch einige Gewerkschaften werden ihre Bureaus dorthin verlegen. Wie be- deutend sich das Geschäft vergrößert hat, geht am besten aus der Vermehrung des Personals hervor. Als 1890 die»Volksstimme" gegründet wurde, waren 23 Personen tätig, heute sind es 83, darunter vier Redakteure, ein Berichterstatter, ein Geschäftsführer, fünf Expedienten usw. Die»Pfälzische Post" zu LudwtgShnfen vermehrt ihren Umfang auf täglich 6 bis 8 Seiten. Da der neue Buchdrucker- tarif und eine Erhöhung des Trägerlohnes die Geschäftsunkosten ohnehin steigern, so tritt eine kleine Erhöhung des Abonnements- Preises von 60 auf 70 Pfennig monatlich ein. I» Amerika starb am 29. November einer der vom Sozialistengesetze über das grosse Wasser Zersprengten. In P r o v i d e n c e hat der 59 jährige Inhaber einer Metallspinnerei, Eonstantin Lindemann, in einem Anfalle von Schwermut, die eine langwierige unheilbare Krankheit über ihn gebracht hat, seinem Leben freiwillig ein Ende gemacht. Lindemann war gebürtiger Berliner. Von Jugend auf hat er schwer arbeiten müssen. Er lernte die Metallspinnerei und war in verschiedenen Städten Deutschlands in seinem Fache tätig. Auch nach Frankreich trieb ihn sein Beruf. Bei Ausbruch des deutsch- französischen Krieges wurde er von Paris mit den übrigen Deutschen ausgewiesen. Schon in jungen Jahren kam Lindemann zur Sozial- demokratie und für seine lleberzeugung hat er tapfer gearbeitet. Und so widerfuhr ihm zur Zeit des Sozialistengesetzes, dass die Ausweisung, die er im Feindesland erfahren, sich im eigenen Vaterland« für ihn wiederholte. Er wurde, da er in Ottensen bei Hamburg arbeitete, aus dem nördlichen Belagerungsgebiete ausgewiesen. Lindemann entschloß sich, mit Frau und drei Kindern nach Amerika auszuwandern. Er arbeitete in New Bork, St. Louis, Philadelphia und faßte vor etwa 18 Jahren festen Fuss in Providence, wo er dann später ein eigenes Geschäft gründete. Auch in Amerika ist Lindemann der Arbeitcrsachc treu ge- blieben. Er war einer der Hauptanreger und Gründer der Brauch 64 der Arbcitcr-Kranken- und Sterbekasse und ihr Präsident bis zu seinem Tode. Ehre seinem Andenken!_ Sozialdemokratische Wahlsiege in Schweden. Am Sonnabend fand in Malmö eine Ergänzungswahl zur Zweiten Kammer des Reichstages statt. Gewählt wurde der sozialdemokratische Kandidat Volksschullehrer V ä r n e r R y d e n mit 3085 Stimmen. Der bürgerliche Mischinaschkandidat, Fabrikdirektor Berg, erhielt 2563 Stimmen. Das Wahlergebnis ist um so erfteulicher, als Berg der Arbeiterschaft von der ganzen bürgerlichen Presse als ein vorzüglicher„Arbeiterfreund" an- gepriesen wurde und sich auch wirklich mit Anerkennung über die Arbeiterorganisationen ausgesprochen hat. Dass er dennoch unter- lag, ist ein Beweis für die politische Reife der Malmöer Arbeiter- schaft. Genosse Rydön, der 1878 geboren wurde, ist der jüngste aller schwedischen Reichstagsabgeordneten. Er ist der erste schwedische Volksschullehrcr, der sich offen zur Sozialdemokratie bekannte. Die sozialdemokratische Kammerfraktion zählt jetzt 15 Mitglieder.— Vom Fortschritt der Sozialdemokratie Schwedens zeugen auch die G e m e i n d e w a h l e n, die in den letzten Tagen in ver- schiedenen Städten stattgesunden haben und trotz des plutokratischen kommunalen Wahlrechts, das einem einzelnen Wähler bis zu 100 Wahlstimmen gibt, hier und da zu Wahlerfolgen für die Partei führten. So wurden in den Gemeindcrat von Malmö diesmal statt zwei, drei Sozialdemokraten gewählt. Ferner brachten unsere Parteigenossen einzelne Vertreter in Jönköping, Eskilstuna, Oevcbro und einigen anderen Städten in den Gemeinderat. Noch schwerer als in den Städten ist es der schwedischen Arbeiterschaft in den Landgemeinden gemacht, einen Vertreter in den Gemeinderat hineinzubringen; denn hier kann ein einziger Wähler, der über einen grossen Geldsack verfügt, bis zu 5000 Stimmen in die Wagschale werfen. Wie das wirkt, zeigte die Wahl in der Gemeinde Oergoyte bei Göteborg. Dort waren sieben Gemcindevertreter zu wählen und die Arbeiter hatten beschcidenerweise nur einen Kandidaten auf- gestellt. Aber die 60 wohlhabenden Leute der Gemeinde wählten mit ihren 93 000 Stimmen nur ihre eigenen Kandidaten, und die 108 Arbeiter blieben mit ihren 7000 Stimmen in der Minderheit. Tie sozialistische Partei in den Bereinigten Staaten hatte in dem Monat der Wahlen— November— Gesamteinnahmen von 2227,15 Dollar. In der Parteikasse befanden sich am 1. No- vember 80,25 Dollar, der Bestand war also 2307,40 Dollar. Davon wurden verausgabt 2185,17 Dollar, blieb also am 1. Dezember noch ein Bestand von 122,23 Dollar. Unter den Ausgaben ist der größte Posten 974,03 Dollar für elf angeführte Redner, die Agitations reisen unternahmen. Der nächste grosse Posten beträgt 444 Dollar an Gehältern für die sieben Mitglieder des Nationalkomitees(oder Parteivorstandes). In Massachusetts(Vereinigte Staaten von Nordamerika) fand in Chicopee am 11. Dezember eine Stadtratswahl statt, in der die sozialistische Partei zwei Sitze gewann. Der Bürger Meisterkandidat der Partei, der über 1100 Stimmen erhielt, unter lag mit nur 30 Stimmen Minderheit seinem republikanischen Gegner. ES war ein gutes Jahr für daS Unternehmertum, daS den Arbeitern trotz harter Kämpfe keine entsprechende Verbesserung ihrer Lage gebracht hat. WaS an Lohn mehr erzielt wurde, absorbierte die Politik deS Zollwucher- und SteuerbewilligungS-ReichStages. Nun heisst es für den Arbeiter, dafür zu sorgen, dass es im neuen Jahre besser werde. Wenn der Proletarier Jahresbilanz macht, soll er nicht vergessen, daß er am 25. Januar Abrechnung mit den bürgerlichen Parteien zu halten hat. Deutsche Hochofenerzeugung. Die enorme Produktionssteigerung deS letzten JahreS bringt die Roheisenerzeugung zum Ausdruck. Gesteigerte Roheisenerzeugung setzt starken Begehr in der Weiterverarbeitung voraus und spannt die Bergwerksindustrie zu Produktionsmehrnng an. Es wurden er- zeugt von deutschen Hochösen: Jahr Tonnen 1904......... 10 103 941 1905......... 10 987 623 1906(11 Monate).... 11 408 429 Die Erzeugung in den Monaten Januar bis November ein- schliesslich• überragt die des ganzen Vorjahres bereits um 410 806 Tonnen. Für daS ganze Jahr 1906 wird sich die Er- zeugung auf rund 12� Millionen Tonnen stellen. Das ist gegen das Vorjahr eine Zunahme um 13 Proz. und gegenüber 1904 be- läuft sich das Plus auf 223/4 Proz. Ei« internationaler Verband der Korsettschließen- und Federn- fabrikanten hat sich gegründet, dem sich der Federstahlfabrikanten- verband angeschlossen hat. Letzterer liefert an diejenigen Fabrikanten, die nicht mitNm, kein Rohmaterial. Eine Preiserhöhung soll die erste Folge des internationalen Ringes sein. Der Verkauf der Ge- samlerzcügimg der Verbaudsmitglieder ist der Bergisch-Märkischen Bank tn Hagen i. W. übertragen worden. Eue der Frauenbewegung. Genossinnen und Genossen! Am Donnerstag, den 3. Januar, finden zwei Volksversammlungen statt. Für den Osten bei Breuer, Gr. Frankfurterstr. 117. Referent: Genosse Düwell. Für den Südosten Wrangelstr. 9/10. Referentin: Genossin Tietz. Um zahlreiches Erscheinen ersucht _ Die Vertrauensperson. Versammlungen— Veranstaltungen. Borfigwalde-Tegrl. Mittwoch, den 2. Januar 1907, abends 8'/z Uhr, in Borsigwalde bei Kube. Vortrag. Frl. Krautz. Rixdorf. Mittwoch, den 2. Januar, bei Thiel, Bergstr. 150/151: Vortrag: Dr. Pinkus:»Die KrebSkranlheit der Frau; ihr Er- kennen und Verhüten". Reinickcndorf-Ost. Mittwoch, den 2. Januar, S'/a Uhr: Gemütliches Beisammensein im Vereinslolal Gründer. Hoppestr. 24. Eue Industrie und Kandel. Ein gattS Jahr! Die Unternahmer dürfen mit dem Jahre 1906 zufrieden sein. ES brachte ihnen glänzenden Gewinn. Millionen fielen den Dividendenschluckern zu; Millionen, für welche sie nichts leisteten, die gepresst wurden aus Arbeiterschweiss Räch einer Dividenden- schätzung deS„B. Börfen-Courier' machen wir für die bedeutendsten Bergwerksgesellschaften folgende Zusammenstellung: Dividenden Schätzung 1904 1905 1906 Arenberg Bergbau......, 35 65 49 AsckerSleben Kaliwerke...... 10 10 Ist Gebr. Böhler u. Co....... 10 16 18 Braunfckiweiger Kohlenbergwerke.. 10 11 12 Brüxer Kohlen-Bergbau..... 14 14>S BuderuS Eifeniverke....... 6 6 7'/a Caroline bei Offleben...... 15 20 22—25 Concordia Bergbau....... 10 12 20 Confolidation Schalke...... 26 23 32 Deutfch-Oesterr. Bergwerk.... 8 8 10 DonnerSmarckhütte....... 14 14 14 Duxer Kohlen-Verein...... 9 10 12 Eintracht Braunkohlenwerke.... 16 18 20 Eisenhütte Thale St.-Pr...... 0 5 5—8 Eisenwerk Kraft........ 8 11 II Gelsenkirchen Bergwerk..... 10 11 12 Hibernia........... 11 11 14 Ilse Bergbau......... 14 16 18 Kölner Bergwerksverein..... 25 25 30 König Wilhelm........ 12 12 20 Köniasborn.......... 7 7 12 Magdeburger Bergwerk..... 28 28 35 Masiener Bergbau....... 4 6 8—9 Mühlheimcr Bergwerksverein... 9 10 10 Nordstern.......... 14 15 20—22 Oberschles. Eisenbahnbcdarf.... 7 7 7 „ Eisen-Industrie.... 4 6'/2 6 KokSw. und Chem. F... 9 9" 10 Rheinische Anthracit-Kohlen...» 8 9 10 Rheinssch-Nassauische Bergw.... 22 24 25 Schaller Gruben........ 82'/» 20 30 Schles. Zinkhütten 8t.-®...... 19 21 22 Schwere Eisenbahnkatastrophen hat das bereits seit einigen Tagen herrschende Nebelwetter zur Folge gehabt. In den ersten Morgenstunden am Sonntag erfolgte auf dem Bahnhof in Ottersberg auf der Strecke Hamburg- Bremen ein Zusammenstoß des Schnellzuges Hamburg- Köln 96 mit dem rangierenden Eilgütcrzug 6010. Wie aus den amtlichen Meldungen hervorgeht, sind die Haltesignale infolge des dichten Nebels nicht gesehen worden und ist deshalb der Schnellzug auf den rangierenden mit Vieh beladencn Güterzug mit voller Wucht aufgefahren Bei diesem Unglück sind leider fünf Menschen getötet» fünf schwer und sechs leicht verletzt worden. Die amtliche Meldung aus Bremen vom 39. Dezember lautet: Heute früh hat auf dem Bahnhof Ottersberg der Strecke Ham- bürg— Bremen ein Zusammenstoß des Schnellzuges Hamburg— Köln 96 mit dem rangierenden Eilgüterzug 6010 stattgefunden. Vom Zllg- und Postpersonal sind fünf Personen getötet, fünf schwer und sechs leicht verletzt. Reisende sind nicht als verletzt gemeldet. Der Materialschaden ist erheblich. Beide Gleise sind gesperrt. Der Verkehr wird durch Umsteigen aufrechterhalten. Die AusräumungS- arbeiten sind im Gange. Der Unfall ist infolge UeberfahrenS von Haltesignalen wegen des dichten Nebels und Rauhreifs durch den Schnellzug erfolgt. Das Eiscnvahnungluck ist nach den in Hamburg eingegangenen Meldungen nachts 1 Uhr erfolgt. Der Schnellzug fuhr in dem Augenblick auf den Eilgüterzug auf, als dieser auf ein Nebengleis fahren wollte, um den Schnellzug vorbeizulassen. Der Güterzug wurde in der Mitte getroffen. Der Schlafwagen des Schnellzuge» wurde von der Böschung herunter auf eine Wiese gewoffen, wo er stehen blieb, so daß die Passagiere, von einigen leichten Verletzungen abgesehen, fast alle mit dem blossen Schrecken davongekommen sind. In dem Eilgüterzuge hatten sich mehrere Viehlvagen mit lebendem Vieh befunden; davon joll der grössere Teil umgekommen sein., Ein weiteres ausfuhrliches Telegramm aus Bremen meldet:' Zu dem Eisenbahnunglück bei Ottersberg werden hier folgende Einzelheiten bekannt: Der Schnellzug Hamburg— Köln fuhr dem bei der Weiche Ottersberg befindlichen Eilgüterzug mit Voll- geschwindigkeit in die Flanke. Der Zusammenstoß war so heftig, dass beide Lokomotiven beS Schnellzuges, der darauf folgende Gepäckwagen und der Postwagen zertrümmert und fast sämtliche Wage» deS Schnellzuges mehr oder weniger beschädigt wurden. Von dem Eilgüterzuge wurden etwa fünfzehn Wagen beschädigt. Die Wagen wurden teilweise bis ztt dreien aufeinandergetürmt, teilweise ineinandergeschoben. Ein Teil der Wagen stürzte die Böschung hinunter. Der Postwagen des Schnellzuges, welcher mit Rücksicht auf die NeujahrSpost mit vierzehn Beamten und Unterbeamte» besetzt war und der neben einer grossen Briefpost eine außergewöhnlich grosse Zahl von Geld-, Wert- und Einschreibesendungen enthielt, geriet nach dem Zusammenstoß in Brand, so daß ein grosser Teil der Postsendungen vernichtet wurde. Der übrige'Teil der Post wurde stark beschädigt und ist durch Feuer, Wagenschmiere und Maschinenöl vielfach unleserlich geworden. Die beschädigten Postsendungen wurden dem Post- amt 1 in Bremen.überwiesen, welches dieselben»»öglichst ordnen und mit Stempel versehen, weiter befördern wird. Ein Teil der Postsendungen liegt noch unter den Trümmern. Die sofort nach dem Unfall von Bremen requirierten Hülfskräfte wurden von der hiesigen Bahnverwaltung so schnell wie möglich mittels Extrazuges nach der Unfallstelle befördert. Für die Reisenden wurde ein Sonderzug beordert, welcher dieselben noch in der Nacht nach Bremen brachte. Sämtliche Zugverbindungen von und nach Ham- bürg erlitten beträchtliche Verspätungen. Folgende Einzelheiten werden gemeldet: Getötet wurden: Olierpostassistent Roggc, ein Oberpostschaffner aus Köln, Hülfs- brems« Dittmann aus Wilhelmsburg bei Hamburg, HülfSbremfer Schröder aus Hamburg-Rothcuburgsort und der Lokomotivführer der ersten Maschine deS Schnellzuges. Schwerverletzt wurden: Oberpostassistent Offerinann, Oberpostschaffner Wollgast, Oberpost» chaffner P. Lange und Postschaffner Fasel. Sämtliche Verletzte wurden in das Krankenhaus St. Georg gebracht. Oberpoft» schafsner v. Hof, der ebenfalls schwer verletzt wurde, blieb an der Unfallstätte zurück. � Schilderung einer Zlugenzeugi«. i Von dem Unglück entwirft dem„Berliner Tageblatt" eine Sängerin vom Stadttheater in Bremen, die am Sonnabend in Hamburg gastiert hatte und in einem Frauenabteil zweiter Klasse im Unglückszuge zurückfuhr, folgende Schilderung:„Ich befand mich in dem Ahteil allein und hatte mich auf einer Bank ausgestreckt. Da ich keine Reisedecke mit mir führte und bei der drautzen Herr- schenden empfindlichen Kälte das Coupe nicht besonders warm war, hielt ich mir immer vor:„Nur nicht einschlafen, damit du nicht zu kalt wirst." Unter dem Einfluß dieser Idee hatte ich gerade meinen linken Arm. der über den Rand der Bank herunterhing und„eingeschlafen" war. an mich gezogen und rieb ihn kräftig mit der rechten Hand, als plötzlich ein unbeschreiblich fürchterlicher Krach erfolgte— das Coupe war über mir zusammengebrochen wie ein Kartenhaus. Ich lag zunächst vor Entsetzen gelähmt voll» ständig ruhig, dann suchte ich mir die Situation klar zu machen. Soweit es der enge Raum gestattete, suchte ich mich zunächst davon zu überzeugen, ob ich irgendwie verletzt sei. Die Glieder waren bcwegungsfähig, nur im rechten Oberschenkel fühlte ich eine bleierne Schwere. Mit einer mir heute vollständig unbegreiflichen Ruhe überlegte ich weiter. Sollte ich rufen, schreien? Das wäre völlig überflüssig gewesen, denn von draußen drang ein geradezu ohren- betäubendes Gebrüll zu mir herein, das überhaupt nicht zu über- tönen war. Nun fing der Gedanke an mich zu quälen, was da wohl so entsetzlich brüllen möchte. Sind das die Verwundeten? Können sterbende Menschen so fürchterliche Laute von sich geben? Plötzlich macht sich ein intensiver Gasgeruch bemerkbar, der mir fast den Atem nahm. Großer Gott, dachte ich, jetzt naht das End?, du wirst hier elendiglich zugrunde gehen! Da kam es wie Verzweiflung über mich. Mit gewaltiger Anstrengung suchte ich mich von der Hülflosen Rückenlage auf die Seite herumzuwälzen, um mich vor- wärts schieben zu können, irgendwo hin, irgendwo heraus... Die Erschöpfung, die der großen Anstrengung folgt, macht mich wieder ruhig, kalt. Ich taste nach der Seite, um zu sehen, ob da keine Oeffnung, kein Loch ist. Nichts. Fest hat sich die andere Bank gegen meinen Sitz gepreßt—„eine Viertelminute früher, und dein tinker Arm säße dazwischen, eingeklenimt, zermalmt!"— geht CS mir durch den Kopf. Von dem Mittelfenster des Abteils ist nichts zu entdecken— doch vorwärts über meinem Kopf ein schwacher Lichtschimmer, das schmale Seitenfenster ist freigeblieben! Ich schiebe mich zu ihm hin— die Scheibe ist unverletzt geblieben— wie merkwürdig denke ich, alles ist zerbrochen, und die Glasscheibe nicht! Ich will anpochen, vielleicht hört man mich— zertrümmern kann ich in dieser Hülflosen Lage das Glas mit den bloßen Fäusten nicht— da trifft die eine tastende Hand auf ein Lattenstück, es läßt sich hervorziehen und gelingt mir, die Fensterscheibe damit ein- zustoßen. Mit dem Klirren des Glases vermischt sich eine Männer- stimme von außen, und ein mit einer Matrosenmütze bedeckter Kopf hebt sich scharf vor der Oeffnung ab, daneben gleich darauf ein zweiter. Das war die Rettung. Die wackeren Blaujacken entfernten schnell die Reste der Fensterscheibe, griffen nach meinen beiden Händen und zogen mich aus den Trümmern. Was ich draußen auf dem hellen Schneefelde wahrnahm? Lauter Entsetzliches, was mir aber kaum zum Be- wußtsein kam. Wir waren in einen mit Vieh beladenen Güterzug hineingefahren— ein Chaos von Trümmern, dazwischen steckend halbzerfleischte, wahnsinnig brüllende Tiere— brennende Wagen, verwundete und teilweise entsetzlich verstümmelte Menschen. Ein Mann, dem eben beide Beine abgequetscht sind, und der immerfort wiederholt: Ich habe gar keine Schmerzen, gar keine.— Eine Frau, der ein Arm fehlt— fieberhaft am Rettungswerk arbeitende Männer— dort ziehen sie eine Frau heraus, die, sobald sie sicheren Grund unter den Füßen fühlt, wie von Furien gepeitscht quer- feldein rast— ich sehe das alles, apachisch, wie gelähmt. Plötzlich erblicke ich an der Türöffnung des halbzertrümmerten Packwagens im Feuerschein meinen Koffer— den mußt du retten, durchzuckt es mich, ich zerre ihn fort von den Trümmern auf den Bahndamm — und setze mich darauf und schaue wieder ganz apathisch auf all das Grausige um mich her.— So muß ich wohl ein, zwei Stunden dagesessen haben. Ob es kalt war? Ich weiß es nicht. Ab und zu kamen meine Retter und sprachen beruhigende Worte— und als sie dann wiederkamen, faßten sie meinen Koffer und sagten:„Kommen Sie Fräulein, wir sollen zur nächsten Station gehen." Mechanisch folgte ich ihnen, mechanisch bestieg ich den Zug nach Bremen, mcckanisch suchte ich meine Wohnung auf. Erst als ich meine vier Wände wiedersah, löste sich die entsetzliche Erstarrung in heftigen, immer wieder ein- setzenden Weinkrämpfen.. Eine weitere Katastrophe ereignete sich am Rhein. Die amtliche Meldung aus Köln hier- über vom M. Dezember besagt: Heute früh 4 Uhr v Minuten fuhr bei sehr dichtem Nebel der Lupuszug S3 Wien— Ostende auf den in den Bahnhof Kalscheuren fahrenden Güterzug 8205, wodurch eine Anzahl Wagen des Güter- zugeö entgleisten und zertrümmert wurden. Der Schlußbremser des Güterzuges wurde getötet; außerdem erlitten zwei Postbeamte des Luxuszuges leichte Verletzungen. Von den Reisenden des Luxuszuges und dem übrigen Zugpersonal wurde niemand verletzt. Der Luxuszug konnte mit L'/z stündiger Verspätung nach Köln weiter geleitet werden. Der Betrieb zwischen Köln und Brühl ist nicht unterbrochen. Die Untersuchung ist eingeleitet. Auch im Auslande haben sich Eisenbahnkatastrophen ereignet. Der internationale Expreßzug Ostende— Basel fuhr nach einer Meldung aus Brüssel bei Ouatrecht auf einen Güterzug. Die Ursache des Unfalls war der dichte Nebel. Der Zugführer Dhamers wurde getötet. Verletzt wurden der Maschinist, der Heizer und der Schaffner des Expreßzuges. Reisende wurden nicht verwundet. Das Unglück erfolgte infolge verspäteter Abfahrt des Güterzuges auf ein Seitengleis. Ein weiterer schwerer Eisenhahnzusammenftoß ereignete sich in Amerika. Auf der drei Meilen von Washington gelegenen Eisenbahnstation Terracotta der Baltimore and Ohioeisenbahn er- folgte ein Zusammenstoß zwischen einem Personen- und einem Güterzuge. Ein Telegramm aus Washington vom gestrigen Tage gibt die Zahl der Toten auf 38. die der Verwundeten auf SV an. 6ewerkrcbaftUche9e Rehre zurück; es ist Dir alles verziehe«! Im Verlaufe deL langwierigen Streiks auf den schlesischen Kohlen- und Kokswerken und auch sonst sind aus Schlesien hunderte, wenn nicht tausende Bergarbeiter abgewandert; meist nach Rheinland-Westfalen. Niedere Löhne, schlechte Be- Handlung, Schikanen hatten den Leuten die Heimat verleidet. Jetzt, nachdem die Gruben und Hütten entvölkert und die Leutenot aufs höchste gestiegen ist, werden die Proletarier, denen man erst den Aufenthalt in der Heimat unerträglich gemacht hat, angebettelt, zurückzukommen. Von den Schlesiern ist der„Bergarb.-Ztg." folgendes Schreiben, das die Leute erhalten haben, zugegangen: Schloß Waldenburg, im Dezember IVOS. Hauer Herrn R. N. in Hamborn I DaS königl. Oberbergamt hat genehmigt, daß die nach West- falen ausgewanderten ntederschlesischcn Bergarbeiter wieder nach Niederschlesien zurückkehren und auf den niederschlesischen Gruben angelegt werden können, wenn sie den angegebenen Bedingungen genügt haben.. Falls Sie hiernach Luft haben sollten, wieder nach Nieder- schltfien zurückzukehren, teile ich Ihnen hierdurch mit, daß Sie I nach Ihrer Rückkehr zunächst sechs Wochen über Tage im Schicht- I lohn beschäftigt wurden und zwar würden Sie den Schichtlohn als Hauer erhalten. Es wird darauf gehalten werden, daß Sie in dieser Zeit auch möglichst im Akkord über Tage beschäftigt werden können. Ein ärztliches Attest, daß Sie bei Ihrer Abreiie auS Westfalen wurmftei sind, hätten Sie mitzubringen. Wenn nach Ablauf der sechs Wochen von unserm Knappschaftsarzt festgestellt werden sollte, daß sie wiirmkrank sind, so könnten Sie hier nicht weiter beschäftigt werden. Es würde Ihnen aber dann von der Verwaltung das Reisegeld nach Westfalen zurückgezahlt werden. Stellt sich nach Ablauf der sechs Wochen durch die ärztliche Untersuchung heraus, daß Sie nicht wurmkrank sind, so werden Sie wieder in der Grube angelegt werden. Das Reisegeld von Westfalen nach Nieder- schlesien würde Ihnen von der Verwaltung aus vergütet werden, wenn Sie hier sechs Wochen auf den herzoglichen Gruben ae- arbeitet haben. Das ärztliche Attest in Westfalen müßten Sie sich auf Ihre eigenen Kosten ausstellen lassen. Dagegen würde die Untersuchung in Niederschlesien auf Kosten der Verwaltung erfolgen. Ihre Ansprüche an die hiesige Knappschaftskaffe bleiben Ihnen, wie Ihnen ja bekannt ist, erhalten, wenn Sie innerhalb sechs Monaten nach Abgang von hier Ihre Beurlaubung beantragt haben. Falls dieS noch nicht geschehen sein sollte, würde ich Ihnen raten. Ihre Beurlaubung schleunigst noch zu beantragen. Ich teile Ihnen noch mit, daß inzwischen dieLöhne auch hier ganz wesentlich gestiegen sind, daß der Durchschuittsverdienst der Hauer jetzt hier über 4 M. beträgt. Ich bitte Sie, Ihren niederschlesischen Kameraden, diemitJhnen d o r t b esch äftlgt sin d. von diesem Schreiben Kenntnis zu geben und mir mitzuteilen, ob Sie, event. auch noch andere Kameraden, willens wären, wieder nach Waldenburg zurückzukehren. Mit bestem Glückauf I D r e ß l e r. Wie man sieht, können Bergtverksvcrwalter höflich sein— und sogar in Niederschlesien! Die Leute haben aber keine Lust, zu den„gefüllten Kompottschüsseln" zurückzukehren. Berlin und Qmgegend. An die Arbeiterschaft Berlins und der Bornte! ES ist nicht ausgeschlossen, daß mit dem heutigen Tage sämtliche Kraftdroschkenführer Berlins, sowie die in Charlottenburg, Rixdorf, Schöneberg usw. von den Unternehmern ausgesperrt werden, und zwar deswegen, weil sie sich eine Reduzierung ihres Lohnes bis zu 33Z4 Proz. nicht gefallen lassen wollen. Nur wenige Firmen sind es, welche den bisher gezahlten Lohn weiter zahlen. Wenn man berücksichtigt, daß mit dem heutigen Tage eine allgemeine Tariferhöhung für Droschken in Kraft tritt, welche besonders für Automobil- droschken von bedeutendem Vorteil ist, so muß man es um so rücksichtsloser von den Unternehmern finden, daß sie angesichts dessen, mit einer Verkürzung des Lohnes kommen. Sie wollen hiermit sozusagen zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Auf der einen Seite Erhöhung des Tarife s, auf der anderen Verkürzung des Lohnes; sie wollen also einen doppelten Vorteil herausschinden. Den Reigen in dieser Beziehung hat schon die Firma B e d a g, Chausseestraße 121. er- öffnet, indem sie am vergangenen Sonnabend sämtliche Führer aussperrte, welche einen Revers bezw. der Lohn- frage und Fahrerordnung nicht unterschreiben wollten. Die Unternehmer werden nun versuchen, aus anderen ranchen Arbeitskräfte für die ausgesperrten Führer heran- zuziehen, event. werden dieselben neue Führer ausbilden, um ihren Willen durchzusetzen. Dies darf aber auf keinen Fall geschehen. Deshalb richten wir an alle organisierten Arbeiter das Ersuchen, die Automobilführer dadurch zu unterstützen, daß sie es strikte ablehnen, für die. Ausgesperrten in die Bresche zu springen. Besonders dürsten sich die Unternehmer an Arbeitslosewenden, um ihr Vorhaben zur Durchführung zu bringen. Da die Führer zu 96 Proz. organisiert, so ist, wenn die Unternehmer von anderer Seite keine Hülfe bekommen, der Kampf nicht aussichtslos. Hoch die Solidarität. Wir bemerken noch, daß einzelne Firmen, wie Maxim, Hollmannstraße, Hoch u. Co., Köpenickerstratze, Thien, Mittclstraße, den alten Lohn Weiler zahlen. Wir ersuchen die Führer, dies zu beachten. Verein der Droschkerführer Berlins und Umgegend, Mitgliedschaft IV des ZentralverbcmdeS der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. ablehnte. Und Eugen Ri chter, der Gründer der„Frel- sinnigen Zeitung"(!), empfahl seinem Drucker zur Abwehr des Gehülfenansturms:.Stellen Sie Mädchen ein!" Die Aussperrung in den RileSwerken zu Oberschöneweide hatte gestern die Vertreter der Metallindustriellen und der Ausgesperrten zu erneuten Verhandlungen über die Beilegung der Differenzen zusammengeführt. Eine Verständigung konnte jedoch auch diesmal nicht erzielt werden, weil die Firma jedes weitere Entgegenkommen, als wie sie es bei der ersten Verhandlung bereits definiert hatte» ablehnte. Das heißt, sie versteift sich nach wie vor darauf, die Groß« former und deren tzülsSarbeitcr nicht sofort, sondern erst nach Be- darf wieder einzustellen. Die Versammlung der Ausgesperrten lehnte gestern die Wiederaufnahme der Arbeit unter diesen Be» dingungcn abermals mit übergroßer Mehrheit ab. Zur Bewegung der Brauereiarbelter. Eine Mitgliederversammlung deS ZentralvcrbandeS der Brauerei- arbeiter(Sektion II Berlin) nahm am Sonntag den Bericht der Tarifkommission über die Verhandlungen mit der Arbeit- geberkommission entgegen. Die Arbeitgeber haben folgende Zugeständnisse gemacht: Flaschenkellerarbeiter Lohn 25 M., Hof- arbeiter Lohn 25,50 M., Handwerker-Hlllfsarbeiter Lohn 26 M,. BrauereihülsSarbeiter Lohn 28 M., nach zwei Jahren 29 M. Arbeitszeit 9'/, Stunden innerhalb 11 Vc Stunden, Die Diskussion, welche sick an den Bericht anschloß, nahm zeitweilig einen ziemlich erregten Verlauf. Oeutfcftes Reich. „Stellen Sie Mädchen ein!" Dem„Korrespondent für Deutschlands Buchdrucker und Schrift- gießer" entnimmt die„Freisinnige Zeitung" die Mifteilung, daß angeblich die Einführung des neuen Buchdruckertarifes gerade in den sozialdemokratischen Druckereien Schwierigkeiten begegne, nachdem vorher die sozialdemokratische Presse den Tarif als einen„Bettel" bezeichnet hätte. Natürlich weiß die„Freisinnige Zeitung" ganz genau, daß in den sozialdemokratischen Druckereien die Forderungen des neuen Tarife« schon f r ü h e r nahezu erfüllt waren, daß die festen Löhne das bisherige Minimum überstiegen, daß teilweise ein Prozentaufschlag aus den Akkordlohn gezahlt wurde und der Acht- stundentag meist zur Durchführung gelangt ist. In dieser Be« ziehung sind die Parteidruckereien schon vor Jahren über die jetzt aufgestellten Forderungen hinausgegangen und haben natürlich nicht daran gedacht, sich auf.den neuen Tarif zu beschränken und etwa die Arbeitszeit den neuen Forderungen anzupassen, d. h. sie zu verlängern. Schon 1891, als die Buchdrucker mit ihrer Lohn- bewegung Unglück hatten, führten die sozialdemokrattschen Betriebe, obgleich sie damals finanziell sehr wenig leistungsfähig waren-- in der Provinz sind sie es noch heute— das durch, was die übrigen Unternehmer verweigerten. Damals war eS gerade die frei- sinnige Presse, die den Buchdruckerverband immer über den grünen Klee gelobt hatte, die alle Forderungen ihrer«ngestelften Infam beschimpft von ihren eigenen Ausbeutern werden die Bergarbeiter Oberschlesiens. Um ihre ablehnende Haltung gegenüber den Lohnforderungen zu begründen, schreiben diese:„Die Erfahrungen aller Gruben in Oberschlesien haben gelehrt, daß jede Lohnerhöhung nur zu einer Verminderung der Förderung führt, da die Berg- arbeiter die früheren Lohneinnahmen für ihre Lebenshaltung als ausreichend erachten und daher Lohnerhöhungen durch unbefugte Feier- schichten wieder ausgleichen."(I) Wenn also die Ar- beiter mebr Lobn bekommen, werden sie faul. DaS glauben die frumbcn ZentrumSgrafen der Welt weis machen zu müssen, um ihren Profithunger zu bemänteln! Nun, es wird auch in Oberschlesien Tag werden. Die kommende Wahl wird den Herren zeigen, daß auch oberschlesische Bergsklaven ihr Recht richtig zu gebrauchen wissen werden. Die«üblichen Elemente. Welche Elemente sich unter den Aucharbeitern befinden, die bei Lohnkämpfen ihre Klassengenossen verraten und deS- halb als die wichtigsten Stützen der Ordnung angesehen werden. erhellt wieder aus folgendem: In einer ganzen Reihe von Streik- Prozessen hatte der Maurer Grasser in Nürnberg als Denunziant und Zeuge eine Rolle gespielt: mancher brave Arbeiter ist auf die Aussage dieses Mannes hin zur Strafe verurteilt worden. Dieser Mensch wurde jetzt endlich, nachdem er lange sein Unwesen getrieben, in einer Verhandlung des Schöffengerichts Nürnberg gebührend an den Pranger gestellt. Die Verhandlung beruhte wieder aus einer Denunziation des G r a s s e r. Bei einer Vernehmung in einer anderen« Streiksache hatte er dem Staatsanwalt unaufgefordert er- zählt, der Steinhauer Schmidt habe auf der Straße seinem 70jäHrigen Bater ins Gesicht gespuckt und ihn auch beschimpft, weil der alte S ch m i d t als Arbeitswilliger aufgetreten sei. Der Staats- anwalt vcranlaßte das weitere, und Schmidt jun. hatte sich wegen Verletzung des berühmten§ 153 zu verantworten. In der ersten Verhandlung erschien der Kronzeuge G r a s s e r nicht, wahrschein- lich wegen seines schlechten Gewissens; er wurde deshalb zu einer Ordnungsstrafe verurteilt. In der neuerlichen Verhandlung wurde festgestellt, daß die ganze Geschichte erlogen ist, der alte Schmidt, der mit seinem Sohne in Feindschaft lebt, erklärte als Zeuge, daß er während des ganzen Streiks seinen Sohn nicht u Gesicht bekommen hat. Angesichts der Aussage dieses und anderer Zeugen mußte G r a s s e r klein beigeben; nun erklärte er. er habe ? gesehen, wie vor dem alten Schmidt jemand auf den Boden ge- puckt habe; er wisse aber nicht genau, ob das der junge Schmidt gewesen sei. Der AmtSanwalt beantragte, den Angeklagten frei- zusprechen und dem Denunzianten G r a s s e r die Kosten auf- zubürdcn. Das Gericht erkannte auf Freisprechung und Ueber- bürdung der Kosten auf die S t a a t S k a s s e! Es erklärte, die Kosten könnten dem Grasser aus gesetzlichen Gründen nicht auferlegt werden, da er die Anzeige nicht direkt gemacht, sondern die Sache nur gesprächsweise dem Staatsanwalt erzählt habe. HusUnd. Ankündigung einer Massenaussperrung in Dänemark. Der S heschluß der Straßenbahn- und Omnibusangestellten von Koj Hagen und Frederiksbera hat dazu geführt, daß der Hauptvorstand der dänischen Arbeitgebervereinigung dem Verband der dänischen Gewerkschaften am Sonnabend eine Einladung zu gemeinsamer Ber- Handlung der beiden Hauptvorstände sandte, gleichzeitig aber, wie immer, wenn ein großer Streik bevorsteht, mit einer MassenauS- sperrung von solchem Umfange drohte, daß dadurch der Straßen- bahnerstreik unmöglich gemacht wird. Wie die Arbeiter so halten auch die Arbeitgeber, und zwar von dem kleinen Handwerksmeister bis zu den großen Aktiengesellschaften, so gut es geht zusammen, wenn sie auch, wie schon die allgemeine Aussperruug von 1899 ge- zeigt hat, sich keinen guten Erfolg davon versprechen können. Mit Recht schreibt ein reaktionäres Blatt zum bevorstehenden Straßen- bahnerstreik: „Die Erfahrung hat die Arbeiter gelehrt, daß sie immer ge- whrnen. Denn wann hat jemals ein Konflikt mit einer Ver- ringerung ihrer Arbeitsbedingungen geendet? Sie können eine Niederlage mit ihren Mehrforderungen erreichen, aber niemals eine Niederlage in den bereits bestehenden Arbeitsbedingungen." Ehe die neuen Verhandlungen zwischen den Borständen der beiden Hauptorganisationen der Arbeiter und Arbeitgeber zustande gekommen find, hat der Bürgermeister Jacobi. der Vorsitzender des permanenten Schiedsgericht« für gewerkschaftliche Streitigkeiten ist, eine Verhandlung zwischen Verttetern der Sttaßenbahngcsellschasten und der Angestellten anberaumt. Bielleicht wird auf diesem Wege eine Einigung erzielt, bevor am 2. Januar der Streik ausbricht. 300 Kohlenträgcr find zu R o t t e r d a m in den Ausstand ge« treten� Nur auf wenigen Schiffen wird noch gearbeitet. Eingegangene DrucKfchnften. von der„Neuen Zeit"(Stuttgart. Paul Singer) ist webe» da« 13. Heft d-S 25. Jahrganges erschienen. ES hat folgenden Inhalt: Bärenpolitik.— Die Situation des Reiches. Bon K. KautSly.— Die französische Presse in dm ersten Jahren der großen Revolution. Von Hew- rich Tunow.(Schluß.)— Ziffern zur ReichStagswahI. Bon Franz Work- mann.— Zur Lage der Postbcamlm. Bon Robert Zieme.— Die Miß. ivirtichast der Vertrauensärzte. Von Ludwig Radloff.— Internationales Sozia iistischeS Bureau in Brüssel. AuS dem Bericht für September, Oktober und November 1906...„„ Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch. Handlungen, Postaiistallm und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu bcziehm: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Da» einzelne Hest kostet 28 Bs. Probmummern stehen jederzeit zur Versügung. Süddeutscher Posttllon(Verlag von M. Emst. München). Mit der Nr. 1 überschreitet der Süddeutsche Postillon die erste Bicrteljahrbunderts- wende seines Bestehens und diese» sreudige Ereignis seiert er auch in seinem Titelbildc. Voll Uebermut und Leben stürmt der Postillon über sein München dahin, hinaus in alle Welt: in der Rechten die rote, mit dem lorbeerumkränzten Horn geschmückte Fahne, in der Linken die zischende Peitsche. In dichter Wolke eilen ihm all die Großen de» Reiche» nach. denen er sein Leblag lang die verhüllcndm Fetzen vom Leibe riß. DaS Ganze erkläri das Gedicht: Beim Antritt deS zweiten Vietteljahrhundcrts„ Sternberg sandte eü, Mittelbild: zur Genealogie der Moral. Das-Schluß- bild feiert den allezeit kampfbereiten Bebel, der leicht und gewandt miftdem schwerfälligen Roerm den Kamps mit dem wütend anstürmenden sttrre Dcrnburg ausnimmt. Das Leilgedicht Neujahr 1907 ruft das ganze Volk aus zur Wahl. Die Wahl beschäftigt auch den Biedermeier.— National- liberale Wahlrede deS Dr. DecSkopp. Richard Schreit« bringt interessante Phantasien an der gahreswmhe.— Freisinniger Freisinn(Gedicht).— EM Dementi von P. E.— Bülow im Sturm.— Eiterbeulen und viel« scharfe und witzige Schnitzel. Gesetzliche Bestimmungen, soweit sie für den Lagerhalter als Ge- schästsleitcr von Bedeutung sind. Preis 25 Ps- Verlag: Verband der Lagerhalter und Lagerhallertnnen Deutschland«. Leipzig. Ter Parlamentarismus und seine Zukunst von PaSc. PaluS. 80 PI. Verlag: H. Walthcr, BerlM V. M. Zeh« Jahre Zionismus. Flugschrift. Verlag:„Die Welt, Köln, �'««rtcht de»««bände» b« SinossenschastSEkrankenkaffen«ien« für da» Lahr>905.>36 Seilen Selbstverlag: Wien VI. Konigseggaffe 10. Kalender für d� Bauqew-rv. 1907.«°n«rtittft£ Sachholz, Preis l 50 M.— Allaem. Tischler-Kaleuder. Von?. Vachholz. Prei» 1 50 M Beide Jlalenbn geb VcvIag; J. Harrwi», Berlin SW. 48. Was mus- jeder Steuerzahler wissen T Von 8. Glaeser. Geb. 1,50 B-chuiner" A�ettcrtttrctariatt v-ttcht über die Tätigkeit 1902 bis 1905. 26« Seiten. Selbstvcriag; Bochu«, Wiemelhanjerstr. 40. 6. Wahlkreis, 710. Bezirk. Am 30. Dezember verstarb die Frau unseres Genossen Gastwirt Knapp. Die Beerdigung findet am 2. Jamuar nachmittags 3 Uhr bom Trauerhause, Grünthalerstraße 5, aus nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappel- Allee statt. 658b Zahlreiches Geleit ist Pflicht. Verband der freien Gastu.Schankwirte Deutschlands Zahlstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß die Frau des Kollegen Albert Knapp Grünthalerstraße 5, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. Januar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes der Freireligiösen Gemeinde Allee aus ftatt. de in der BappelUm rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. 69/1 Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Filiale Berlin. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Karl Lisczynski am 30. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. Januar 1907, nach mittags 2, Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Kirchhofes in Weißensee aus statt. Rege Beteiligung erwartet 170/1 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniter Adolf Schaewe geftorben ist. 110/1 am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 2. Januar, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Begräbnisplates in Friedrichsfelde aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung Todes- Anzeige. Allen Berwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter, die Gastwirtin Frau Emma Knapp im Alter von 50 Jahren am Sonntag, den 30. Dezember, früh 31 Uhr nach langen Leiden sanft entjchlafen ist. 6615 Die Beerdigung findet am 2. Januar nachmittags 3 Uhr bom Trauerhause, Grünthaler straße 5, aus nach dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappel- Allee statt. Die trauernden Hinterbliebenen: Albert Knapp. Paul Knapp als Sohn. Marie Knapp als Schwiegertochter. Preise Zahn- Klinik, beliebige Zeil. zahlung. InvalidenOlga Jacobson, straße 145. ohne Schimmelgespann rüdeweisen Todes- Anzeige. Am 30. Dezember entschlief nach schwerem Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater und Großvater, der Puter 6785 Wilhelm Zacharias im 65. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 2. Januar 1907, nachmittags 22 Uhr, bom Trauerhause Gleimstraße Nr. 59 aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Sektion der Putzer. Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Puger zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilhelm Zacharias am 30. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet, am Mittwoch, den 2 Januar, nachmittags 22 Uhr, vom Trauerhause, Gleimstr. 59, aus nach dem Elisabeth- Kirchhof( Prinzen- Allee), 133/1 statt. Rege Beteiligung erwartet Die örtliche Verwaltung. J. V.: A. Kelpin. пе Sierbunch bie traurige Nach richt, daß am Sonntag, ben 30. Dezember 1906, unser lieber Vater und Schwiegervater, der Metalldreher 6756 Valentin Fischer im Krankenhause am Urban sanft entschlafen ist. am Um stille Teilnahme bitten Alfred Fischer und Frau Elisabeth und Anna Fischer. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. Januar 1907, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen Jakobi- Kirchhofes, Rigdorf, Hermannstraße aus statt. Todes- Anzeige. Allen Berwandten, Freunden und Bekannten die betrübende Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Schwiegermutter Frau Auguste Möller geb. Zerbe am 30. Dezember, nachmittags 4 Uhr, nach langen schweren. Leiden fanft entschlafen. ist. Dies zeigt schmerzerfüllt an Der trauernde Gatte und Familie. Die Beerdigung findet am 2. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Friedens gemeinde in Nieder- Schönhausen aus statt. 659b Verein Berliner Hausdiener. Todes- Anzeige. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Luise Hoffmann Paul Markiewicz niebem ammer- Quartett meinen fage biermit Freunden und Bekannten sowie 6716 Emil Hoffmann, chantwitt, am 29. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 1. Januar 1907, nachmittags 31, Uhr, von der Leichenhalle des neuen NikolaiKirchhofes, Prenzlauer- Allee, aus statt. 67/1 Der Vorstand. Verband der Wäsche- und Krawattenarbeiter Deutschl. Filiale Berlin. Nachruf. Am 27. Dezember verstarb unser Mitglied, die Plätterin innigsten Dant. Brig, Rudowerstr. 85. Teilzahlung monatlich 10 M. liefere Herren- Garderobe nach Maß( billigste Breise). Lindenstr. 110, J. Tomporowski, 2. Etage. Nähe Belleallianceplag. Stasse 10% billiger. 34022* Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Zigarrenmachers Hugo Perzynski sagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie den Mitgliedern des Wahlvereins des sechsten Kreises und des Lotterienereins Rheinsberg" 6565 unseren herzlichsten Dank. Witwe Perzynski nebst Kindern. Seihhaus Berlin, Anflamerstr. 2 Charlottenburg, Friedrich Karlplag 12. Hohe Beleihung von Gold, Silber fachen u. Kleidungsstüden 2c. Partei- Speditionen: Zentrum I: Friz Binke, Mauerstr. 89. Zentrum II: Albert a hnisch, Auguststr. 50, Eingang Joachimstraße. 2. Wahlkreis, Süden und Südwesten: Hermann Werner, Mittenwalderstr. 30. Emilie Bunzel 2. Wahlkreis, Best en: Gustav Schmidt, Bülowstr. 52, Hof. Firma van Laack, Schmiz und Eltschig.) 252/1 Ehre ihrem Andenken! Die Ortsverwaltung. Verleih- Institut: Friedrichst. 115 I, a.Drabg. " Tor. Eleg. 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Karl Scheimann zwei Kugeln in den Kopf schoß, von der Anklage( Weide so sehr, daß oft ganze Gespanne krepieren; das erste Wasser der gefährlichen Körperverlegung kostenlos freigesprochen. von Kubub nach Keetmannshoop zu ist 67 kilometer von Kubub 6. Jn Köln- Birdendorf wird der Tagelöhner Berndgen von entfernt.... Dann kann man sich denken, daß hier in Keetmanns2. In Hamburg wird Genoffin Zies wegen angeblicher Auf- cinem Schußmann erschossen. Die Frau des Erschossenen, der hoop jetzt ein Zentner Kartoffeln 1200 Mt. und eine Flasche Bier reizung zu Gewalttätigkeiten, begangen in drei Versammlungen 9 Kinder hinterläßt, schildert den Hergang wie folgt: Von einer 5 M. fosten. im Januar, zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. In der Be- Versammlung des Kriegervereins zurückgekehrt, seien sie nochmal 16. Die Kreuzzeitung" gibt an der Hand der Generalstabsgründung fagt das Gericht: die Angeklagte habe Dinge erörtert, auf die Straße gegangen, weil fie draußen fingen hörten. Dort berichte eine eingehende Schilderung der Kämpfe am Waterberg in die wohl passiert sein mögen. Aber sie habe diese Dinge, wie hätten zwei Schuhleute ohne jede Veranlassung auf ihren Mann Südwestafrika. Die Zahl der Hereros betrug 50-60 000 Köpfe. Stolonialfragen, Soldatenmißhandlungen usw. nicht unparteiisch losgeschlagen und dann habe der Schuhmann Weiß zwei Revolver- Diese wurden von 1500 Mann mit 30 Geschüßen und 12 Maschinenbeleuchtet, sondern nur die Schattenseiten hervorgehoben, denen kugeln auf ihn abgeschossen. Getroffen stürzte er zu Boden, darauf gewehren in die wasserlose Sandwüste der Omaheke gedrängt, doch auch viele Lichtseiten gegenüber stehen. Die Angeklagte habe kniete fich der Schuhmann auf ihn und schoß ihm eine dritte worin sie monatelang abgesperrt blieben. Wie es ihnen dort ernur schwarz in schwarz gemalt; nach ihrer Ansicht liege in Deutsch- Kugel in den Leib. ging, davon geben die Berichte deutscher Patrouillenführer erland alles auf das denkbar traurigste. Wenn solche Reden fort- 8. Wegen angeblicher Beleidigung jener Insterburger Richter, schütternde Bilder. So berichtet Oberleutnant Graf Schweinitz: gesetzt einem urteilslosen Publikum gehalten werden, dann werde die den Inspektor freigesprochen haben, der im August 1905 einen Besonders in den dichten Gebüschen am Wege, wo die verdadurch bei den Hörern der Keim zu Gewalttätigkeiten gelegt. Arbeiter erschossen hat, wird in Leipzig Gen. Seeger, Redakteur durstenden Tiere wohl Schutz vor den bersengenden Strahlen der Diese Stimmung brauche nicht gleich in Gewalttätigkeiten umzu- der Leipz. Volksztg.", zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Sonne gesucht hatten, lagen die Kadaver zu Hunderten dicht nebenschlagen, sie könne aber früher oder später zu Gewalttätigkeiten 11. In Breslau war infolge der blutigen Vorgänge vom und übereinander. An vielen Stellen war in 15-20 Meter tiefen führen. 19. April gegen etwa 125 Personen Voruntersuchung wegen Auf- aufgewühlten Löchern vergeblich nach Wasser gegraben.... Alles In Leipzig wird Genosse Staudinger, Redakteur des Stein- ruhrs eingeleitet worden. Davon wurden etwa 65 sofort außer läßt darauf schließen, daß der Rückzug ein Zug des Todes war. arbeiter", wegen Erpressung und Beleidigung eines Steinbruch- Berfolgung gesezt, mur gegen etiva 55 wurde Anklage erhoben, In einem anderen Berichte heißt es:" Die mit eiserner Strenge besizers zu 1 Monat 2 Wochen Gefängnis verurteilt. Bei der Ver- aber nicht wegen Aufruhrs, sondern nur wegen Gewerbe- monatelang durchgeführte Absperrung des Sandfeldes vollendete handlung wegen Anpöbelung eines Vertrauensmannes soll St. bon vergehens(§ 153), Widerstands usw. Vor das Schwurgericht das Werk der Vernichtung. Die Kriegsberichte des Generals. von Gegenmaßregeln" gesprochen haben. Hierin erblickt das Gericht kommt nur ein einziger Angeklagter, der Kaiserdeputierte Vor- Trotha aus jener Zeit enthielten keine aufsehenerregenden Meleine Streifandrohung, um dem entlassenen Arbeiter die Stelle und schmied Hirsch, der im Jahre 1900 die Kaiserrede von der gesicherten Dungen. Das Drama spielte sich auf der dunklen Bühne des Sanddadurch einen rechtswidrigen Vermögensvorteil" zu verschaffen. Eristenz der deutschen Arbeiter mit anhören durfte. Wochen feldes ab. Aber als die Regenzeit tam, als fich die Bühne allmählich 3. In Mainz veröffentlichen die dem Schutzverbande der Stein- und Monate haben Leute in Untersuchungshaft gesessen, gegen die erhellte, und unsere Patrouillen bis zur Grenze des Beschuanadruckereibesitzer angehörenden Firmen eine Erklärung, in welcher nicht einmal Anklage erhoben wird. landes vorstießen, da enthüllte sich ihrem Auge das grauenhafte fie ihre berehrlichen Abnehmer" bitten, den Wortbruch" des BuchBild verdursteter Heereszüge. Das Röcheln der Sterbenden und und Steindruckereibesizers Karl Theyer nicht zu unterstützen. das Wutgeschrei des Wahnsinns sie verhallten in der erDieser habe trotz gegebenen Wortes nach dreiwöchentlicher Aushabenen Stille der Unendlichkeit." sperrung den Betrieb wieder aufgenommen, jedenfalls in der ErMindestens 40 000, vierzigtausend Menschen, darunter wohl wartung, die augenblickliche Lage( d. h. das Stillliegen der übrigen 17. Jn Nürnberg führen die Arbeitswilligen der Automobil- 30 000 Frauen, Greise und Kinder, sind auf diese Weise den grauenBetriebe infolge der Aussperrung) zur Erweiterung seines Kunden- fabrik" Union" Waffen bei sich. Infolgedessen kommt es Mittags haften Tod des Verdurstens gestorben. treises auszunuben. Wegen Verlegung des§ 153 der Gewerbe- zu einem kleinen Zusammenstoß, wobei der Fabrikdirektor Maurer crdnung schreitet die Staatsanwaltschaft nicht ein. Es liegen vor zu ihnen sagt: Ihr habt doch Messer in der Tasche, zeigt ihnen Berrufserklärung und Ehrverlegung( das dem Th. untergeschobene doch, daß Ihr Euch nicht fürchtet." Abends werfen die ArbeitsMotiv) zum Zweck, einen Gewerbetreibenden zu hindern, von einer willigen mit Steinen, drohen mit Revolvern, zugespitzten EisenVerabredung zum Behuf der Erlangung günstiger Arbeits- stangen usw., was wieder einen kleinen Zusammenstoß zur Folge bedingungen zurüdzutreten. Strafbar nach§ 153 der Gewerbe- hat wobei der Fabrikdirektor Maurer mitprügelt. Die Polizei ordnung mit Gefängnis bis zu 3 Monaten, sofern nach dem all- mischt sich nicht ein. Jest nähert sich der Streifleiter Genosse gemeinen Strafgeses nicht eine härtere Etrafe eintritt. Fleischmann, um die Streikenden zurückzuziehen. Er ist aber noch nicht ganz heran, so schießt ihm ein Streifbrecher eine Kugel in die Lunge, und als jener sich wendet, noch zwei Kugeln in den Rücken. Der Täter wird verhaftet. Der tödlich Getroffene ist 29 Jahre alt und Vater von 4 Kindern. " 4. Die Staatsanwaltschaft in Breslau läßt dem Justizrat Mamroth den Bescheid zugehen, daß die Nachforschungen nach dem Schußmann, der dem Arbeiter Biewald die Hand abgehauen hat, erfolglos geblieben seien. 6. Das preußische Abgeordnetenhaus stellt Strafantrag wegen Beleidigung gegen zwei Redakteure der„ Erfurter Tribüne" und einen Redakteur der Düsseldorfer Volkszeitung". Dafür stimmen Konservative, Freikonservative, Zentrum und Nationalliberale. In Sachen der Silberdiebstähle der Fürstin Wrede wird deren Diener Wilhelm Glase, der die Sache zur Anzeige gebracht hat, wegen versuchter Erpressung zu 9 Monaten Gefängnis und 2 Jahren Ehrberluft verurteilt.( Gegen die Fürstin selbst ist bis zum Jahresschluß noch nicht verhandelt worden.) 11. In Hannover wird Gen. Donath, Redakteur des„ Voltswville", wegen angeblicher Beleidigung der Breslauer Polizei aus Anlaß des Blutbades vom 19. April zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. 18. In Hannover wird Gen. Donath, Redakteur des Volkswille", wegen angeblicher Beleidigung derselben Insterburger Richter( wie am 8. d. M. in Leipzig Gen. Seeger) zu 200 W. Geldstrafe verurteilt. 20. Zu Nürnberg stirbt der von einem Streitbrecher schwer verwundete Genosse Fleischmann. Der Mörder wird aus der Haft entlassen. 26. Der Zentrumsabgeordnete Erzberger veröffentlicht in den Konstanzer Nachrichten" einen Brief, in welchem er unter anderem die Kolonialverwaltung beschuldigt, in der Oeffentlichkeit abzustreiten, was man unter vier Augen zugegeben habe. Weiter schreibt er: Nun soll ja ein Strafantrag gestellt sein; gut, da werde ich als Zeuge einmal gründlich auspacken und nun auch alles erzählen, was mir mitgeteilt worden ist. Man wird dann staunen, wie es tatsächlich in Südwestafrika aussieht. Was hier an Geld vergeudet worden ist, übersteigt alle Begriffe." ( Bis zum Jahresschluß hat Herr Erzberger weder als Zeuge noch sonst wo gründlich ausgepact".) In Dar es Salam( Ostafrika) hatte der Proinspektor Dütt. mann auf einem Marsche von seinem Bett herab, auf dem er sich tragen ließ, einen Träger erschossen, weil diefer angeblich der Karawane zu weit vorausgegangen war. Er war dafür zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Das Obergericht sette am 30. Juni die Strafe auf 8% Jahr Zuchthaus herab. 31. Der Vorwärts" veröffentlicht den Brief eines Werkstättenarbeiters der Otawibahn aus Karibib vom 3. Juni, in 24. In Nürnberg hat ein zweiter Streifbrecher einen Streif welchem berichtet wird, daß nach der Ablehnung des Bahnbaucs posten mit einem Dolch gestochen. Auch er wurde verhaftet und Kubub- Keetmannshoop( die Ablehnung erfolgte im Reichstage 14. Wegen Mordes wurde in Beuthen( O.-S.) ein gewisser anderen Tages aus der Haft entlassen. In heller Empörung zu Berlin am Sonnabend, den 26. Mai) bereits am Montag, den Gusner verhaftet. Er hatte seine 1½jährige Stieftochter erwürgt, sammelt sich die Menge vor der Fabrif, die Polizei fäubert", 28. Mai, in Karibib eine Verfügung des Auswärtigen Amtes anum das Vermögen seiner Frau zu kriegen. Gusner ist der ehe- d. h. sie sperrt die Regensburgerstraße, in der die Fabrit Union geschlagen war, welche das Einkommen der dortigen( in Kiel anmalige Vertrauensmann des Polizeirats Mädler. Auf seine er- liegt, oben und unten ab und haut und schießt auf alles los, was geworbenen) Arbeiter wesentlich herabzusehen bestimmte. Logene Aussage hin wurden seiner Zeit der kürzlich verstorbene Ge- fich noch darin befindet. Das dauert von 8 bis 12 Uhr nachts. hierauf alle Arbeiter aufhören wollten, wurde die Verfügung vom noffe Morawski und die Genossin Golde zu je einem Jahr Gefäng- Resultat: etwa 300 Verwundete, fast alles harmlose Passanten, die Etappenkommando abgeändert, bedeutet aber auch in dieser Form nis verurteilt, ohne Anrechnung einer monatelangen Unter- von der Ausstellung oder vom Voltsfest kamen. Die Streitenden noch einen offenbaren Kontraktbruch. suchungshaft, weil Gusner behauptete, die beiden hätten ihm ein haben nichts damit zu tun. Schon seit dem 17. August war kein verbotenes polnisches Liederbuch verkauft, in welchem das Gericht Streifender mehr in der Nähe der Fabrik. Aufreizung zu Gewalttätigkeiten fand. September. 16. Jn Breslau wird das Gerichtsverfahren gegen Biewald eingestellt. Ein Verfahren gegen Unbekannt zur Grmittelung des 3. In Breslau hat Genosse Albert in einer Rede denjenigen, Handabhackers mit eidlicher Vernehmung aller Schuyleute, wie der dem Biewald die Hand abgehadt, einen feigen Halunten geman dergleichen öfters gegen sozialdemokratische Preßsünder veran- nannt. Deshalb stellt der Polizeipräsident Dr. Bienko Strafantrag staltet hat, ist bisher nicht eingeleitet. wegen Beleidigung der Polizei. 17. Vor dem Schwurgericht zu Dortmund ist der Polizei- 8. In Augsburg hat der Maurerpolier und Streifbrecher fergeant Diekmann angeklagt der vorsätzlichen Körperverlegung Trieb einen im selben Hause wohnenden Kunstanstaltsarbeiter, der mit Todeserfolg. Bei einem Kirmestrubel zu Marten an es sich verbat, daß Trieb seine alte Mutter beschimpfte, hinterrüds 20. August 1905 hat er den Revolver gebraucht und unseren Partei- durch drei Stiche in Kopf und Brust lebensgefährlich verlegt. Trieb genossen Sasse erschossen. Zunächst wurde Anklage gegen sechs Be- wurde verhaftet und am anderen Tage wieder auf freien Fuß gleiter des Saffe erhoben, doch bald wurde das Verfahren eingestellt. gefest. Damit gegen den Polizisten Anklage erhoben werde, mußten die 13. Jn Nürnberg ist wegen der Straßentumulte gegen 57 Angehörigen des Getöteten bis zur Ober- Staatsanwaltschaft gehen. Personen Untersuchung eingeleitet. Gegen den Streitbrecher Dietmann behauptet, in der Notwehr geschossen zu haben. Aber Thiel, der unseren Genossen Fleischmann erschossen hat, ist Unternicht nur die sechs Begleiter des Sasse, sondern auch ein un- suchung wegen Körperberlegung mit Todesfolge eingeleitet. Der beteiligter Husar befunden, daß kein besonderer Lärm stattgefunden Mörder befindet sich auf freiem Fuße. Mehrere Streikende dá und daß der Polizist den Sasse auf etwa 50 Schritt Entfernung gegen, die dem Vorfall beiwohnten, sind seitdem in Haft. von hinten niedergeschossen habe. Der Staatsanwalt nimmt sich des Angeklagten sehr warm an. Polizeibeamten müsse man wohlwollend entgegentreten. Er beantragt Freisprechung, die auch erfolgt. In Kiel waren während eines Streits der Bäder im Frühjahr 1904 in der Schleswig- Holst. Volfztg." Listen derjenigen Bädereien erschienen, die die Forderungen der Gesellen bewilligt hatten. Daran war die Aufforderung gefnüpft, nur bei diesen Firmen zu laufen. Vier Bäckermeister hatten die Leiter des Streits auf Schadenersag verklagt. Beint Landgericht Riel erzielten sie eine Berurteilung der Verklagten. Das Oberlandesgericht Kiel aber hat dieses Urteil aufgehoben und die Klage abgewiesen. Das Reichs gericht bestätigt dieses letztere Urteil auf Abweisung der Klage. In Düffeldorf wird ein auf dem Sauptbahnhof beschäftigter Arbeiter plöslich entlassen, weil er Mitglied des sozialdemokratischen Bereins sei. Kenntnis hiervon ist dem Verwalter durch die Polizei gegeben worden. 18. In Breslau beginnt gegen 48 Angeklagte wegen der Tumulte vom 19. April der Prozeß vor der Straffammer. 25. Das Urteil von Breslau: zweimal 6 Monate, einmal 5 Monate, viermal 3 Monate, neunmal 2 Monate, dreimal 1 Monat, viermal 6 Wochen, sechsmal 3 Wochen, dreimal 2 Wochen, einmal 1 Woche, dreimal 3 Tage Gefängnis; einmal 5 M. Geldstrafe, und zwar wegen Bergehen gegen§ 153 der Gewerbeordnung und wegen Auflaufs. Polizeibeamte sind nicht unter den Verurteilten. 26. In Hamburg werden die von der Hamburg- AmerikaLinie wegen der Maifeier verklagten Schauerleute zu je 18. Schadenersatz und den Kosten verurteilt. In der Begründung er flärt das Gericht die Behauptung, es sei den Arbeitern durch jahrelange Uebung freigestellt, jederzeit einen oder mehrere Tage von der Arbeit fortzubleiben, für so absurd", daß darüber nicht einmal Beweis erhoben wird. Laut Lohntarif dürfe die Arbeitszeit der Schauerleute 36 laufende Stunden einschließlich der Eßpausen 19. Der Bürgermeister Haas aus dem Schwarzwaldstädtchen dauern. Die Arbeitsverweigerung lediglich zu DemonstrationsRappelroded, wegen 25 Jahre langer Unterschlagungen von Ge- zwecken verstoße gegen die guten Sitten. nossenschaftsgeldern, die ein Defizit von 825 000. verursachen, zu 8 Jahr 7 Monaten Zuchthaus verurteilt, wird im Schnellzug II. Klaffe ins Zuchthaus befördert. Der Transporteur, ein Gendarmerie- Oberwachtmeister, begleitet ihn in Ziviltleidung. 20. Der Abgeordnete Erzberger übergibt angeblich freiwillig im Reichstagsgebäude dem Untersuchungsrichter einen Teil seines Materials über die Kolonialskandale. 21. In Augsburg hatte ein staatserhaltender" Tapezierer eine Einladung zu einer Versammlung erhalten, die er mit einem Brief voll gemeiner Beschimpfungen der Verwaltungsmitglieder des Tapeziererverbandes beantwortete. Wegen Beleidigung berflagt, wird er freigesprochen, weil er in Wahrnehmung berechtigter Interessen gehandelt habe und weil die Ausdrucksweise( b. h. Die Schimpfereien) in den Kreisen, in denen der Angeklagte lebt, mehr oder minder üblich sei. Dasselbe Gericht hat vor zwei Jahren für Recht erkannt, daß der Ausdruck: D, Sie Rindvich!", auf Arbeiter angewandt, keine Beleidigung sei, und hat einen deswegen angeklagten Fabrikanten freigesprochen. 23. Jn Dortmund beginnt der Prozeß wegen des Borussia"| Unglüds. Angeklagt ist nur der Betriebsführer Nüter. 26. Jn Dortmund wird der Betriebsführer Rüter von der Anflage der fahrläffigen Tötung freigesprochen. Ensere Kolonien. Juli. 5. Offiziös wird mitgeteilt, daß gegenwärtig vier Unterfuchungen im Gange seien: 1. Das Ermittelungsverfahren gegen die Beamten, die unter Bruch der Amisverschwiegenheit geheime Attenstüde an die Deffentlichkeit gebracht haben; 2. das von dem Gouverneur von Buttkamer gegen sich selbst beantragte Disziplinarberfahren; 3. die gerichtliche Klage gegen den Anzeiger im Oberland" wegen des Erzbergerschen Artikels; 4. die interne Untersuchung wegen all dieser Fälle in der Kolonialabteilung. ( Bis zum Jahresschluß ist aus allen diesen Untersuchungen nichts herausgekommen). Da 30. Major Fischer, der Vorstand der Bekleidungsabteilung beim Oberkommando der Schußtruppen, wird in Unterinchungshaft genommen. Es wird behauptet, daß er von einem Teilhaber der Firma Tippelskirch bedeutende Darlehen erhalten habe. 31. Wie der Tag" erzählt, soll in der Disziplinaruntersuchung gegen Jesko von Buttkamer unter anderem folgendes festgestellt sein: Kurze Zeit nachdem die Paßaffäre zum Gegenstand einer intersuchung gemacht worden war, bat Herr von Buttkamer seine Freundin, ihm schriftlich zuzugestehen, daß sie sich ihm gegenüber von Ecardstein genannt habe. Er fügte hinzu, daß er diesen Brief nur privatim gebrauchen wolle, um ihn an höherer Stelle zu zeigen; dann würde die ganze Sache überhaupt erledigt sein. Die Freundin( die jetzt Frau von Germar heißt) trug tein Bedenken, ihm diesen Gefallen zu erweisen, und so wanderte jener Brief in die Akten. Den falschen Reisepaß besaß Frau von Germar längere Zeit, bis er schließlich plöblich aus ihrem Schreibtisch ver= fchwunden war; er fand sich wieder in der Rocktasche des Herrn von Buttkamer. Weiter soll festgestellt sein, daß der Gouver neur fich im Besize von Ehrenanteilscheinen verschiedener Kameruner Gesellschaften befand. Diese Ehrenanteilscheine haben nichts voraus gegenüber anderen auf einen Anteil am Gewinn ausgestellten Scheinen. Nur einen Vorzug haben sie sie kosten dem Eigentümer nichts, sie sind ein Geschenk. August. 1. Gegen den früheren Gouverneur von Togo, Horn, ist eine Disziplinaruntersuchung eingeleitet worden. Er ist gerichtlich bereits vor 2 Jahren mit 900 M. Geldstrafe bestraft und infolgedessen zur Disposition gestellt worden. Ueber den Fall, um den es sich handelt, hat der freisinnige Abgeordnete Ablaß im Reichstage mitgeteilt, daß ein Reger namens Bedu 25 Hiebe erhalten hat und dann an einen Pfahl gebunden und 36 Stunden der glühenden Sonnenhike ausgefest worden ist, bis er verschmachtet war. Hinter jedem der 25 Schläge habe der Gouverneur Horn den Zebu gefragt, ob er jekt gestehen wolle; es sei also feine Strafe, fondern eine Folter gewesen.( Erpressung eines Geständ nisses durch Zwangsmittel wird nach§ 343 des Grafgesetzbuchs mit Zuchthaus bis zu 5 Jahren bestraft.) Der Neger hatte Geld gestohlen. 1. Das„ Berliner Tageblatt" crhebt schwere Anklagen gegen ben Reichskanzler. Es behauptet, daß die Antlagen gegen die Gouverneure v. Buttfamer und Horn, wegen deren jest gegen beide Disziplinaruntersuchungen eingeleitet worden sind, fchon in einem Schreiben. Böplaus an den Grafen v. Bülow am 22. November 1904 in aller Ausführlichkeit erhoben und substantisiert worden fcien. Desgleichen ähnliche Anklagen gegen die Hauptleute v. Beffer, Wegener und Kannenberg, den Prinzen Arenberg und den Landeshauptmann Brandeis. Ebenso sei schon damals dem Reichskanzler der Fall der Frau von Eckardstein" unterbreitet und Gouverneur v. Buttkamer der vorsäblichen Urkundenfälschung beschuldigt worden. Noch eine ganze Reihe weiterer( vom„ B. T." einzeln angeführter) Beschuldigungen habe der Brief enthalten. Bekanntlich ist nur gegen Pöplau ein Disziplinarverfahren eröffnet und er zur Dienstentlassung verurteilt worden. Sonst sei die ganzen 2 Jahre lang nichts geschehen, erst jest gehe man gegen Buttkamer und Horn vor, und über all die anderen doch höchst befremdlichen Vorgänge scheint Gras gewachsen zu sein und noch immer höher wachsen zu sollen. 10. Um die Notwendigkeit des( vom Reichstag abgelehnten Bahnbaues Kubub- Keetmannshoop zu beweisen, veröffentlicht das " Berl. Tagebl." einen Brief des Bezirksrichters Dr. Forfel in 2. Der Geheime Legationsrat Hellwig von der KolonialKeetmannshoop, worin es heißt:„ Das Land selbst produziert abteilung ist vor einigen Monaten in den Ruhestand bersetzt gegenwärtig, abgesehen von Fleisch, nichts, absolut nichts. Alles, worden. Die Freisinnige Zeitung" behauptet, daß Hellwig, der was der Mensch braucht, muß von der Küste bezogen und den Bai- 1897 in den Disziplinarverhandlungen gegen Peters als Staatsweg heraufgeschafft werden. Man stelle sich den Baiweg nun aber anwalt fungiert hat, als Opfer dieser Peters- Affäre gefallen sei. nicht als Straße vor; er ist nichts mehr und nichts weniger als 3. Herr v. Tippelskirch richtet ein Rundschreiben an die Presse, 2. In Magdeburg wird der arbeitswillige Kutscher Auguft eine Anzahl ausgefahrener Wagengeleise, die meistens durch tiefen in dessen Eingang er behauptet. die Firma v. Tippelskirch habe Gerbsch, der während des Kutscherstreite mit einem bom Unter- Sand, teilweise über groot hinweggehen. Bei dem dem Major Fischer niemals Geldzuwendungen in irgend ciner nehmer gelieferten Revolver am 23. April 1906 dem Arbeiter ichigen enormen Verkehr mangelt es an Waffer sowohl wie an August. Form gemacht. Weiterhin jedoch gibt er zwar Darlehen zu, eines 114 bon 5000 m., die ein alter angesehener Afrikaner" und Serr b. Tippelskirch selbst gegeben hätten, und ein zweites späteres bon 2000 M. Es habe sich um rein menschliche Teilnahme mit einem Freunde gehandelt. Den Vorwurf, die Firma habe durch Ueberteuerung oder unreelle Lieferung die Reichstasse geschädigt, weist Herr b. Tippelstirch als gänzlich unzutreffend zurück. Dazu schreibt die B. 3. am Mittag": daß dieser angesehene Afrikaner ein Teilhaber der Firma Zippelskirch und zwar Legationsrat Dr. Bumiller war. Auch die vielen anderen Herren, die zugegebenermaßen dem Major Fischer mit mehr oder minder größeren Beträgen unter die Arme gegriffen haben, waren ja Freunde des Majors Fischer; aber sie waren durch einen unglücklichen Zufall ausnahmslos, wie z. B. Herr Reichelt, Teilhaber der Firma Tippelstirch... Noch eine auf, fallende Tatsache sei erwähnt. Die größte Darlehenssumme, die Major Fischer jemals von seinen Freunden erhalten hat, fällt in das Jahr 1899, gerade in jenes Jahr, in welchem die Verträge mit der Firma Tippelskirch erneuert worden sind." 3. In der Zeitschrift Häute und Leder" behauptet eine zu schrift, daß man an den obersten Stellen der Kolonialverwaltung allerfeits mit klaren Augen darüber hinwegfah, wenn Tippelstirch, statt seiner eigenen Produkte, wie es die Sabungen vorschreiben, die Waren ganz anderer Leute zur Ablieferung brachte. Major Fischer soll Beihülfe geleistet haben. Tippelskirchs haben an den Maffen von Kolonialstiefeln 5,20 m. pro Paar verdient, Zehn spänner- Pferdegeschirre, die sie selbstverständlich fauften, brachten ihnen statt des Einkaufspreises von zirfa 900 M. 2000 m. und darüber. Da braucht es nicht zu wundern, wenn der Jahresverdienst derer v. Tippelskirch in die Millionen ging • Dazu schreibt das Berl. Tagebl.":" Und an dieser Firma war der jezige preußische Landwirtschaftsminister und ist noch heute feine Familie mit 40 roz. des gesamten Kapitals beteiligt. 4. Eine Zeitungskorrespondenz teilt mit:... Gelegentlich der jüngsten Angriffe im Reichstage und in der Presse gegen die Firma Tippelstirch und Herrn v. Podbielsti gelang es dem preußischen Landwirtschaftsminister, die allein für ihn maßgebende Stelle für sich zu gewinnen " 7. Im Berl. Lotal- Anz." erscheint eine Mitteilung, die nach der Behauptung der„ Germania" vom Minister v. Podbielski felbst stammt. Darin heißt es, daß die Firma Tippelskirch von den Herren Podbielsti und Tippelskirch mit je 30 000 m. gegründet worden sei. Die ideale Seite des Geschäfts lag in dem Streben, die deutsche Kolonialabteilung vom Auslande unabhängig zu machen." Als General v. Podbielsti in den Staatsdienst zurüd, trat, sei er aus der Firma ausgeschieden und an seine Stelle sei seine Frau getreten. Von den Darlehensangelegenheiten des Majors Fischer hätten weder Herr noch Frau v. Podbielsti etwas gewußt. Beim Abschluß der langfristigen Lieferungsverträge habe Major Fischer mitgewirit, ohne daß damals eine petuniäre Abhängig feit Fischers von Tippelskirch bestanden hätte. Uebrigens hat Herr b. Podbielsti, um ganz forrekt zu verfahren", als erster im Jahre 1900( er ist bereits 1897 Minister geworden) an Stelle der Güter gemeinschaft mit seiner Frau auf dem für ihn zuständigen Amtsgericht in Berlin die Gütertrennung eintragen lassen. 44 16. Das Berl. Tageblatt" teilt weiter mit: Die Kolonial Auguft. abteilung hatte Sachverständige in Swakopmund und in Deutsch 1. In den Monaten Juni und Juli wurden an Strafen per land. Es war allgemein bekannt, daß im günstigsten alle in hangt: 1 Jahr 1 Monat Zuchthaus, 10 Jahre 3 Monate 2 Wochen Swakopmund wöchentlich etwa 4000 Tonnen gelöscht werden konnten. 28 Tage Gefängnis, 6 Wochen Haft und 4684 M. Geldstrafe. Troudem hat man Dampfer über Dampfer hinausgefandt. Ga September. lagen mitunter sieben bis acht Dampfer auf der Reede, welche etwa 30 000 Tonnen enthielten. Diese mußten nun so lange warten, 3. Der sozialdemokratische Verein in Bremen hat sich seit dem bis sie zum Erlöschen an die Reihe tamen. Für die Berzögerung 1. Januar um 2173 Mitglieder vermehrt. Der sozialdemokratische liquidierte Wörmann hohe Liegegelber. Bis 4. Februar 1906 find Verein des Kreises Remscheid hat etwa 700 Mitglieder gewonnen; der Wörmann- Linie 1537 000. gezahlt worden.. im Kreise Emden wurden etwa 350 neue Parteimitglieder ge 24. Wie der„ Vorwärts" mitteilt, läßt die Firma Tippelskirch wonnen. Aehnliches wird aus vielen anderen Kreisen berichtet. Uniformen durch Zwischenmeister, zum Teil von Heimarbeitern, Die Bremer Bürgerzeitung" hat im 1. Halbjahr 1906 ihre herstellen. Die Firma zahlt für einen Rad 6,75., für einen Abonnentenzahl um 2308 vermehrt. Mantel 5,75. Ein 3wifchenmeister zahlt an die Arbeiter pro Rod 3.25 M., pro Mantel 3,40 M. Dieser Meister liefert wöchentlich 200 Röcke und 45 bis 50 Mäntel, bekommt also von der Firma un gefähr 1640 M. Davon zahlt er an die mehr als 20 Arbeiter, welche die Nähzutaten und zum Teil noch Werkstätten und Arbeitsgerät stellen müssen, insgesamt etwa 820 M. Bleibt ihm ein Gewinn von wöchentlich ungefähr 820 M. Die Arbeitszeit in feiner Werkstatt bauert von 7 bis 9 Uhr ohne bestimmte Paufen, häufig bis 11 Uhr abends. 10, In Nürnberg hat die Gränkische Tagespost" vom 1. Ja. nuar bis 10. September ihren Abonnentenstand um 3282 erhöht. Davon fommen 713 allein auf die Zeit vom 1. bis 10. September, als Antwort auf die Taten der Polizei in Nürnberg. Soziales. Juli. 11 8. Um etwaigen Irrungen entgegen zu treten". beröffent 24. Laut Bericht des Lokal- Anzeigers" hat der Zentrums- lichen die Arbeiter des Kaliwerks Sercynia" in den Braun abgeordnete Erzberger in einer Versammlung zu sagen gefagt: schweiger Nachrichten" ein Inserat, daß sie vergeblich gewartet Wenn erst einmal über die Firma Wörmann alles bekannt ge- haben, für treu und redlich geleistete Arbeiten( bis zu 20jährigen worden sei, so werde man sehen, daß Tippelskirch ein Waisenknabe Leistungen!) von ihren Arbeitgebern, die an dem Werk 24 Milli gegen Wörmann fei." " 25. Wie die Franff. 3ig." mitteilt, soll die Firma Wörmann onen verdient und es nun für 31 Millionen an den Staat verkauft haben, finanziell bedacht zu werden. im vorigen Jahre über 70 Bros. Dividende verteilt haben. 28. Der halboffigiöse Berl. Lotal- Anzeiger" veröffentlicht einen Artikel, worin als notwendig hingestellt wird, daß auch nach Wiederherstellung des Friedens eine Schustruppe von 7000 Mann in Südwestafrika bleibe. September, 3. Der stellvertretende Kolonialdirektor, Erbprins zu Hohenlohe- Langenburg, ist um seinen Abschied eingekommen Als mutmaglicher Nachfolger bezeichnet die" Nordd. Allg. 3tg." Herrn Bernhard Dernburg, Bantdirektor, Aufsichtsratsmitglieb von etwa einem Dußend großer Banken, Hüttenwerte usw., darunter auch der Waffenfabrik Ludw. Löwe u. Co. 6. Die Freisinnige 3tg." veröffentlicht die wichtigsten Paragraphen des Lieferungsvertrages der Firma Tippelskirch. Der Vertrag hätte, jo schreibt das Blatt dazu, nicht ungünstiger für das Reich und nicht günstiger für die Firma Tippelskirch abgeschlossen werden können. Es sei ganz klar, daß nicht mangelnde Geschäftstunde auf seiten der Reichsvertreter( s. h. Dr. Stübels im Jahre 1896) diesen Vertrag verursacht haben tann; denn der von Dr. Stayser mit der Firma Heinrich Jordan abgefchloffene Vertrag lag vor und hätte nur topiert zu werden brauchen. " 7. Die Tägl. Rundschau" erzählt, daß der preußische Land wirtschaftsminister Herr v. Podbielsti auf Wunsch des Kaisers seine Beziehungen zur Firma Tippelstirch gelöst habe. Aus der„ hohen" Politik. Juli. 4. Vom Landgericht Chemnit wird ein Bergarbeiter, der für 9 Pi. Kohlen gestohlen hat, aber schon zweimal wegen Diebstahls vorbestraft ist, unter Annahme mildernder Umstände zu 3 Monat Gefängnis verurteilt. 6. 574 Tote und 41 000 Berlebte hat laut amtlichem Bericht im Jahre 1905 der Bergbau im Nuhrrevier erfordert. Und das, obwohl in das Jahr 1905 der große Bergarbeiterstreit fiel und die Belegschaft um 9000 Mann fleiner war als 1904, so daß die Gefamtzahl der geleisteten Arbeitstage um über 2 Millionen geringer war als 1904. Die Zahl der Unfälle dagegen stieg von 40 355 ( 1904) auf 41 096( 1905). Die Zahl der tödlich Berunglückten stieg von 557( 1904) auf 574( 1905). Für die Zechenbesizer war das Jahr ein gutes, da die Dividenden durchweg erheblich höher waren qis im Vorjahre. Der Lohn stieg um 5 Pf.: von 4,67 M.( 1904) auf 4,72 M.( 1905). Im Jahre 1900 hatte der Durchschnittslohn des Ruhrbergmanns noch 5,06 m. betragen. " 1 6. Im Amtsblatt von Haunstetten( Regierungsbezirk Mittelfranten) wird bekannt gemacht: Bom Lehrpersonal der Walksschule sind diejenigen Schulkinder in einem Verzeichnis aufammen gestellt worden, die während der Sommerschulzeit zu Haus- und Feldarbeiten verwendet werden können. Das Verzeichnis fann int Rathause eingesehen werden. Wir glauben, durch dieses Vorgehen insbesondere unseren Landwirten einen Dienst zu erweisen, da es diesen meist schwer fällt, Arbeitskräfte zu bekommen." 13. Erlaß des preußischen Kultusministers Studt an die Be girlsregierungen, wonach bei weiterer Erhöhung des Einkommens der Volksschullehrer, insbesondere in Stadtgemeinden, vor der Be stätigung forgfältig geprüft perden fall, ob dadurch nicht etwa die Landflucht ber Rollsschullehrer" gefördert werde. 9. Die Germania" gibt eine ausführliche Lebensgeschichte der Firma Tippetstirch, aus der man u. a. erfährt:" Im Jahre 1902 murde als stiller Teilnehmer der in der Kolonialabteilung 7. Endgültige Annahme des Schulverpfaffungsgefeßes im beschäftigte Legationsrat Dr. Bumiller gewonnen, der 100 000 m. preußischen Herrenhaus. 27, Der Grlaß des Stultusministers tut feine Wirkung. In in das Geschäft gestedt hat." Ferner sei die Firma Tippelskirch 14. Der Botal.Anzeiger" behauptet, der preußische Kultus- Haynau hatten die städtischen Behörden beschlossen, die AltersAgent der Wörmann- Linie, auch der Deutsch- Ostafrika Linie. Zum minister Stubt habe eine Verfügung erlaffen betreffend fazial aulagen der Volksschullehrer von 150 auf 200 w. zu erhöhen. Die Schluß fragt die" Germania":" Hat sich der damals aktive bemokratische Turnlehrer, laut der es zur Erteilung von Turn- Regierung zu Biegnis versagt die Genehmigung. In Hamborn Regationsrat Bumiller mit Erlaubnis der Kolonialabteilung an einem Unternehmen beteiligt, das von dieser Behörde so bevorzugt ber Ortsschulbehörde bedürfe. Weiter erkläre die Verfügung:„ Das Lehrergehälter bewilligt. Die Regierung zu Dortmund versagt die einem Unternehmen beteiligt, das von dieser Behörde so bevorzugt unterricht an jugendliche Personen in jedem Falle der Erlaubnis hatte, die Gemeindevertretung 30 000 W. zur Aufbesserung der worden ist? Dr. Bumiller hat sich nach eigenen Mitteilungen Borhandensein der sittlichen Tüchtigkeit für Unterricht und Er- Genehmigung. In Wetter hatte die Gemeindevertretung bemit insgesamt 1½ Millionen an den kolonialen Unternehmungen ziehung ist bei allen Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei schlossen, die Lehrergehälter von 1400 auf 1500 W. au erhöhen. beteiligt."( Antwort ist bis zum Jahresschluß nicht erfolgt.) 10. Die Köln. Wolfsztg." veröffentlicht die Zuschrift eines verneinen, da die Ziele und Bestrebungen dieser Partei im Die Regierung von Arnsberg verjagt die Genehmigung. In Tuchfabrikanten, worin gewünscht wird, daß die anzustellenden Beraden Gegensaß stehen zu den Grundlagen des Staatsivejens und Schüttorf hatte der Schulvorstand jebem Wolfsschullehrer eine einErmittelungen über die Geschäftspraktiken der Firma Tippelskirchu ben Aufgaben des Schulunterrichts, die Kinder zur Achtung und malige Zeuerungszulage von 100 m. bendilligt, die bereits auss u. Co. auch Aufschluß brächten über die stillen Wohltäter, die Ehrfurcht vor den bestehenden Gesehen, zur Gottesfurcht, Bater- bezahlt war. Die Regierung von Osnabrüd verjagt die GenehmiDeshalb dürfe die Gregung. landsliebe und Königstreue zu erziehen." In Dortmund war beschlossen worden, das Grundgehalt dieser Firma durch Winte und Mitteilungen über zu erwartende laubnis keinem Mitgliede der sozialdemokratischen Partei gewährt der Behrer von 1500 auf 1600 W. zu erhöhen. Ministerialdirektor Neuerungen auf dem Gebiete der Armeebekleidung ein Heberlaubnis Dr. Schwarzkopff teilt mit, daß die Regierung dem nicht zustimmen gewicht über ihre Mitbewerber gaben. Seit Jahren wurde es in unferen Kreifen mit Befremden wahrgenommen, daß Tippels. firch u. Co. und auch eine andere Firma Monate vorher von der Einführung neuer Stoffe für Offizier- und Mannschaftsbekleidung unterrichtet waren." Dies wird mit Einzelbeweisen belegt. Alsdann heißt es weiter: Durch welche Perfonen erhielten Zippelsfird). Co. die so wertvollen Winke? Es ist aus geschloffen, daß diese Personen in untergeordneten Stellungen fich befanden. 44 11. Der Vorwärts" hat eine zuschrift aus Süddeutschland er halten, worin es heißt: Warum fällt jest die ganze Bresse nur über die Firma Tippelskirch her? Wieviel Millionen von anderen großen Firmen, z. B. in München, verdient wurden, davon ist heute gar teine Rede. Auch sollte man sich doch daran erinnern, was allein die Linie Wörmann an Transportfosten und Lieges geldern eingefact hat, ebenfo, was an Profiten bei den finnlosen Lieferungen von Fleisch. Sped, Wurst verdient worden ist. Es gibt eben außer der Firma Tippelskirch noch andere Firmen, die gute Beziehungen zum Kolonialamt hatten.." 11. Dem Berl. Rofal- Anzeiger" wird aus Kreifen, die dem Landwirtschaftsminister nahe stehen, versichert, daß Herr v. Pou bielski bei lebernahme des Postens eines Staatssekretärs des Reichspostamts seine Verbindung mit der Firma Tippelskirch an der allein hierfür zuständigen Stelle fofort zur Sprache gebracht und darauf eine Antwort erhalten hat, die ihn nicht darüber im Zweifel ließ, daß jene Stelle diefe Reziehungen in keiner Weise als ein Hindernis für die Uebernahme des angebotenen Postens anjehe." 14. Die Deutsche Schuh- und Lederwelt" teilt mit, daß die Firma Tippelskirch für Kavalleriestiefel, die sie mit 18 9. pro Baar faufte, von der Reichsfaffe 23,20 9, erhielt; für gebn fpänner- Pferdegeschirre, Einkaufspreis etiva 900 92, erhielt fie 2000 M. Bei anderen Schuhen und Stiefeln betrug ihr Gewinn ( für den bloßen Wiederverkauf) 45 Bros., 50 Bros., ja selbst bis 80 und 100 Broz. werden. August. 25. Der Staatsanzeiger" veröffentlicht einen Erlaß des Königs, laut dem allen denjenigen Berfonen, die bis zum 24. August wegen Majestätsbeleidigung oder wegen Beleidigung eines if gliebes des föniglichen Haufes rechtsträftig verurteilt find, Strafe und Koften in Gnaden erlassen werden. werde. 28. Ergebnisse der Einkommensteuerstatistik in Breußen für das Jahr 1005: Von einer Bevölkerung von rund 36 Millionen Röpfen haben weniger als 000 M. Jahreseinfommen rund 20 Millionen Köpfe. Steuerpflichtige gab es rund 4% Millionen Sie hatten insgesamt rund 200 Millionen Mart Einkommen. leber 3000 M. Jahreseinkommen hatten rund 500 000 Steuerpflichtige, 26. Aus einer Statistit des Ditmarkenvereins geht hervor. b. h. etwa% aller Steuerpflichtigen oder( unter Sinzuziehung der daß in den Jahren 1896 bis 1903 die Deutfchen an die Bolen Familienangehörigen) etwa der gesamten Bevölkerung. Das rund 50 000 Sertar Land verloren haben. Polnische wie deutsche Ginfommen aller 4½ Millionen Steuerpflichtigen betrug 9670 Gutsbesizer haben bei den toloffalen Preistreibereien glänzende millionen Mart. Davon entfiel auf die 500 000, deren JahresGeschäfte gemacht. einfommen 3000 M. überstieg, die Summe von rund 4500 Millionen Mart. Also a aller Steuerpflichtigen bezen fast die Hälfte des gefamten steuerpflichtigen Einkommens der Nation! Seer und Flotte. August. 3. Die„ Germania" behauptet zu wissen, daß an einflußreicher Stelle eine neue Flottenvorlage geplant fei. Gegenüber offiziöfen Ableugnungen bittet fic, sich genau das Datum der halb amtlichen Ableugnung( Ende Juli 1906) zu merken, fie werde später auf dieses Datum zurüdfommen. 3. Wie das Wehlauer Kreisblatt" mitteilt, hat der kom: mandierende General des 1. Armeekorps zu Königsberg sich bereit erflärt, soweit es die dienstlichen Interessen erlauben, Be urlaubungen der Mannschaften zur Hülfeleistung bei Erntearbeiten eintreten au laffen". 7. Laut einer amtlichen Bekanntmachung der Landwirtschafts. fammer für die Brovinz Sachfen hat auch das Generalfommando des IV. Armeekorps einer ganz bedeutenden Zahl von Soldaten Eruteurlaub von 10-14 Tagen gewährt. 24. Der Pionier V. zu Harburg war unterleibsteidend. Beim Baden weigerte er sich, auf Befehl des Leutnants ins Wasser zu gehen, weil er große Schmerzen habe. Ein Arzt stellte später eine schwere Erkrankung fest, die zur Entlassung des Pioniers aus dem Militärdienst führte, Wegen Gehorsamsverweigerung wurde er zu 43 Tagen Gefängnis verurteilt, welche Strafe das Oberkriegs gericht auf 3 Wochen Mittelarrest ermäßigt. September. August. 7. In Dresden sind infolge der Zigarettensteuer viele Frauen und Mädchen, die seit Jahren mit der Herstellung von Zigarettenpadungen beschäftigt waren, schon seit Wochen arbeitslos, ohne Aussicht wieder eingestellt u werden. " 14. In Bergisch- Gladbach bei Köln haben die christlich" orga= nisierten Arbeiter der großen Papierfabrik von J. W. Zanders einen dreiwöchigen Streik verloren. Ueber die Ursachen der Niederlage schreibt die Westdeutsche Arbeiteratg.", das Organ der katholischen Arbeitervereine Rheinland- Westfalens:" Die Firma hatte es berstanden, einen Teil der Arbeiterschaft durch sogenannte Wohlfahrtseinrichtungen" in ein Abhängigkeitsverhältnis zu bringen... In welcher Weise diese Vergünstigungen überschäßt perden, erhellt am besten aus folgender Gegenüberstellung: Im vergangenen Jahre wurden für die geplanten Wohlfahrtseinrichtungen 16 000 Mark berausgabt. Gine Lohnerhöhung von nur 15 Bf. den Tag hätte aber den Betrag von 40 000. erfordert 29. Auf den Werken des rheinisch- westfälischen Industriebezirks besteht seit 20 Jahren eine Vereinbarung, laut deren kein pon Der Saltlermeister J. Schmidt in der Karlstraße- fa ber einem anderen Wert entlassener Arbeiter ohne leberweisungsschein angestellt wird. Huf die Klage eines Maschinisten erklärt das Gerichtet das Blatt weiter verkauft nagelneue Geschirre, amtlich werbegericht in Duisburg( mit christlichen" Beisißern) dies Vers gestempelt als für die Maschinengewehrabteilung in Südwestafrita fahren der Wertebesißer für berechtigt. Das Landgericht Duisburg bestimmt, für 35. W. das Paar. Er hat die Geschirre, die von 3. In Kaiserslautern streiten im Eisenwert zirka 300 Arbeiter. dagegen stellt fest, daß ein solcher Zustand gegen die guten Sitten Afrika zurüdfamen, weil sie bort feine Verwendung finden konnten, Ein Soldat aus Landau schreibt an seinen Bruder: Heute mittag verstoße und berurteilt die verklagte Hütte bönig" zum Schaden auf einer hiesigen Auktion erftanden. 15. Das„ Berl. Tageblatt" teilt mit:„ Die Wörmann- Linie kam der Befehl, es darf niemand aus der Kaserne, viel weniger erfah. Sofort einigen sich die Werksbesiker dahin, daß die Ueberauf Urlaub, denn werden jedenfalls nach Kaiserslautern fom- weisungsscheine nunmehr in Fortfall kommen und die Werke sich berechnet für die Beförderung von Lebensmitteln von Hamburg mandiert, weil borten ein großer Streit ausgebrochen ist. Wir durch dirette Anfrage über neu einzustellende Arbeiter verständigen nach Swakopmund bei einer Reifedauer von 25 Tagen pro Kubitmeter 43., der Norddeutsche Blond dagegen für die 50 Tage fommen jedenfalls heute abend dorthin. Es ist heute extra scharfe werden Es bleibt also alles wie bisher. in Anspruch nehmende Reise von Hamburg nach Tsingtau nur Munition gefaßt worden für nach Kaiserslautern. Jedenfalls gibt es da auch Blut wieder 44 Aus der Partei. Juli. September. 37,50 M. Frachttoiten. Rechnet man das pro Jahr zufammen, 14. Auf dem Heimwege von einer Kontrollversammlung haben 1. Laut Einkommensteuerstatistik des Jahres 1905 gibt es in ſo fommt man zu gana ungeheueren Summen. Die Regierung zwei Reservisten einen Referbeunteroffizier, der bei einem Streit Breußen einen Staatsbürger mit einem Einkommen von mehr als läßt jährlich zirfa 250 000 Subikmeter nach Swakopmund be= fördern. Daran hat die Wörmann- Linie allein einen Neber: Arbeitswilligendienste getan hatte, gestoßen und gedroht. ihm die 11 millionen Mark, einen mit 7 Millionen, einen mit 6, einen mit Knochen zu brechen". Sie werden dafür vom Kriegsgericht in 5 Millionen 2859 Preußen haben ein Einkommen von je 100 000 gewinn von 3 Millionen Mark.... Diefelben Frachtfäße wie der Dresden verurteilt, und zwar der eine zu 6 Monaten, der andere Mart und darüber, Einer hat ein Bermögen von 213 Millionen, Lloyd erheben auch die übrigen deutschen Ostasien- Binien. brei besiben je mehr als 100 Millionen, bei 28 Personen übersteigt Der Firma v. Tippelskirch u. Go. in der Potsdamerstraße ist 32 Jahren Gefängnis. nebenbei bemerkt die Berliner Agentur der Wörmann- Linie und das Vermögen 30 Millionen Mark. 117 Personen, deren Vermögen eine halbe Million Mark bes der Ostafrika Linie übertragen. Die lebtgenannte Linie, auf der trägt, sablen Steuer nur für 3000 Mt. Einkommen. Darunter be. zurzeit die Reichstagsabgeordneten gratis spazieren fahren, besteht aus fast genau denselben Gesellschaftern wie die Wormann- 11. Bei der Nachwahl im Streife Altena- Jierfohn wird in der finden sich 36 Personen mit einem Bermögen von mehr als einer Linie und erhält vom Reiche eine jährliche Subvention von Stichwahl Genoffe Haberland mit über 1500 Stimmen Majorität Million Mark. Eine dieser Personen befibt sogar ein Bermögen 1315 000 M. Siernach sollte man es für selbstverständlich halten, gewählt. Bei der Hauptwahl waren 10 546 Stimmen für uns ab- von 25 Millionen Mark, müßte also bei pernünftiger Verwaltung des Vermögens etwa 1 Million Mark Einkommen haben, steuert daß die Linie die Güter der Regierung möglichst billig und jeden gegeben worden gegen 10 146 im Jahre 1903. falls nicht teurer als für Privat. befördert. Tatsächlich ist im 12. In Breslau ist die Mitgliederzahl des sozialdemokratischen aber nur für 3000 Mark. Desgleichen eine andere Person mit Reichstage unbestritten zur Sprache gebracht worden, daß die Vereins im ersten Halbjahr 1906 von etwa 4000 auf 7221 gestiegen. 20 Millionen Mark Vermögen. In die Rubrik derer, die nur ein Fracht nach der Stadt Beira in Portugiesisch- Ditafrika, welche 20. Bei der Nachwahl in Hagen- Schwelm hat sich unsere Einkommen von 3000 m. versteuern, gehören ferner: etwa 600 Secmeilen weiter liegt als bie beutfch- pitafrikanischen Stimmenzahl feit der Hauptwahl 1008 um zirka 2400 vermehrt. Bläge, von der Ostafrifa- Linie billiger berechnet wird als nach Bei der Nachmahl in Rinteln- Sofgeismar hat sich unsere unjerer deutschen Nolonie Ostafrita... Stimmenzahl feit 1003 um 376 vermehrt. a 6 Leute mit einem Vermögen von mehr als 2 Mill. Mark 2972 100 000-150 000 a mehr als 150 000 Rindfleisch 1. Sorte 2. Sorte 150 127 Schweines Kalbe Hammel fleisch fleisch fleisch 157 152 150 Sped 170 133 161 162 187 167 163 158 160 184 183 4. Bei Strafe der Entlassung wird den Eisenbahnarbeitern in Elsaß und Lothringen verboten, dem Süddeutschen Eisenbahnerberband oder dem Verband der Eisenbahner Deutschlands( Sib im Juli 1905 Hamburg) anzugehören. Einer Deputation erklärt der kaiserliche im Juni 1906 157 Generaldirektor Waderzapp:„ Wir gestehen den Eisenbahnarbeitern im Juli 1906 161 fein Koalitionsrecht zu." Zugleich verbot er den Arbeitern den Besuch einer Versammlung. 10. Im Eisenbahndirektionsbezirk Effen haben die älteren Bahnarbeiter, die mindestens zwanzig Jahre lang im Bahndienst gestanden haben, eine Gratifitation erhalten. Es erhielten 161 Personen die Belohnung, und zwar: für mehr als 45 Arbeiter 20 jährige Dienste je 20 M. pro Jahr 1 5891481 " 39 25 30 19 PP. " " 30 40 " 1 " " " " 11 1,20 1,33 " 18 18 21 35 60 17 19 " " 1 " 1 " " 1,70 " 80 2 " " " " 1 " " " " 45 " 100 " " " 2,20 " " " " 50 " 150 3 " 11 " 1 " " " " 12 18. Die Pädagogische Zeitung" teilt wieder eine Reihe von Fällen mit, in denen die Voltsschullehrer von ihren Gemeinden 8ulagen erhalten hatten, wozu jedoch die Ne gierungen die Bestätigung berjagten. Die Teuerung. Auguft. 7. Das statistische Amt in Düsseldorf veröffentlicht die Zahl der Schlachtungen und die Preise im städtischen Schlachthof vom Juni dieses Jahres; obwohl im gleichen Monat des Borjahres die Preise sehr hoch standen, sind sie noch gestiegen der Landarbeiterfrage" verlangt hatte, erklärt die Rheinische Volksstimme", ein Zentrumsorgan: Die Regelung der ländlichen Arbeiterfrage ist und bleibt das Privileg der landwirtschaftlichen Korporationen( d. H. der landwirtschaftlichen Unternehmer). Diese werden, wo es nottut, schon die bessernde Hand anlegen. 20. Während der letzten Märkte find überall in Deutschland die Gegen die Koalierung der Landarbeiter werden wir mit allen uns Biebpreise um 5-6 M., in Berlin und Leipzig um etwa 8 W. pro su Gebote stehenden Mitteln kämpfen.... Wir hoffen, daß die Bentner gestiegen. Der Fleischverbrauch hat dementsprechend ab- ber Landwirtschaft wohlgesinnten Zentrumsabgeordneten bei genommen. Die Arbeitsmarkt- Sorrespondenz" berichtet, daß der nächster Gelegenheit ihrem Fraktionskollegen ein Privatissimum Gleisch verbrauch pro Stopf der Bevölkerung betrug: lefen und ihn auf die verwerflichkeit seiner Forderung aufmerk sam machen. im 2. Halbjahr 1904... 20,33 Kilogramm 01 951 A " 1. 2. " 1905 1905 1906 . 19,29 18,97 18,40 " " September. August. 18. Auf den Schlachtviehmärkten ist seit August wiederum eine neuen Steuern durchaus gebilligt hatte, an seine Wahlmacher im Breissteigerung eingetreten. " Gegnerische Parteien. Juli. 1. Die Deutsche Wacht", das Zentralorgan der deutsch- sozialen Meformpartei( Antisemiten) stellt ihr Erscheinen ein. In einem Abschiedsartikel plaudert sie folgende Intimitäten aus; 44 4. Bei der Nachwahl in Rinteln- Hofgeismar sind die Nationalliberalen von 2154( im Jahre 1903 erzielten) auf 1189 Stimmen gefunten. Ueber die Ursachen dieses Rüdganges schreibt der nationalliberale Kandidat Dr. Rocke, der noch im Wahlkampf die Atreise u. a... Die Erfahrungen, die ich in diesem unbequemen und anstrengenden Wahlkampfe gemacht habe, bestärken meine, ursprünglich nur instinktive Abneigung gegen die Rolle, die die nationalliberalen Abgeordneten bei der Steuergeseggebung zu spielen für gut befunden haben... In unserer an einem großen Impulse so armen Zeit wirten nun einmal die hohen Gesichts. puntte und auf das Ganze gerichteten Biele nicht, am wenigsten in der Wahlagitation. Sier fommt es leider auf eine Dialettit an, die bei unseren Abgeordneten, leicht in Bergessenheit gerät, tvenn sie erst einmal auf fünf Jahre der Hibe und Kleinlichkeit des Wahlfampfes entrückt sind. Ich habe im Wahlkampfe Leute, bisher treue Anhänger der nationalliberalen Partei, angetroffen, die fraglos zum faufmännischen und gewerblichen Mittelstande, noch nicht einmal zu dessen oberen Schichten gehören, und deren allein durch den Frachturkundenstempel um viele hundert Mark ungünstig beeinflußt werden. Von den Bevölkerungszuwachs bedingte normale Vermehrung der liberalen Reichstagsabgeordneten für sich und ihre Partei den VorSo haben die nationalnur um die durch für mich und meine Frau bezahlen!" Klassen an den vorhandenen Schulen. Die amtliche Durchschnitts- wurf der Boltsfeindlichkeit auf sich geladen. Sie haben fogar aiffer von 55 Schülern pro Volksschulklasse, wird trotz der be in der Steuergesetzgebung die Führung gehabt, sich zu dieser geantragten Vermehrungen auch weiterhin, wie bisher, in vielen drängt. Klassen überschritten werden. Trotzdem treten die Freifinnigen 4. Die Deutsche Tageszeitung" verlangt zur Bekämpfung des unter Führung des Herrn Niepa, Chefredakteur der Kieler 3tg."," Notstandes" der Landwirtschaft ein kräftiges Beschneiden der aus Sparfamkeitsgründen energisch gegen den Ausbau der Volks- ungefunden Auswüchse der sogenannten Freizügigkeit." schulen auf. Oberbürgermeister Fuß bittet, die allgemeine politische 8. Die Historisch- politischen Blätter", ein einflußreiches Situation zu berücksichtigen. In der Schulkommission des Herren- bayerisches Zentrumsorgan, verlangen vom Zentrum, es solle im hauses werde den Oberbürgermeistern stets vorgehalten, daß die preußischen Landtag im kommenden Herbst einen Gesebentwurf kommunalen Körperschaften der Großstädte erfahrungsgemäß das über die Einführung des gleichen Wahlrechts einbringen.( 3st nicht Volksschulwesen mehr nach finanziellen als nach pädagogischen und geschehen.) fulturellen Gesichtspunkten behandeln. Und hiermit werden die Gegen die Gründung einer christlich- sozialen ArbeiterGingriffe in die Selbstverwaltung beim neuen Schulgeset be- partei" und gegen Arbeiterkandidaturen zum Reichstag wendet sich gründet. Troßdem beharren die Freisinnigen in ihrer Opposition, fehr lebhaft die freitonfervative Post". ein Strebertum sondergleichen drängte sich( im Wahl jahr 1903 innerhalb der antisemitischen Parteien) in den Vordergrund, und auf den Schultern der freudetrunkenen Masse gelangte mander kleine, bis dahin unbeachtete Geist, wenn er nur über starke Ellenbogen verfügte, zu Ruhm und Würden.. Schulvorlage zweds Errichtung neuer Klassen und Lehrerstellen. Handlungsunfosten.. 1. In Kiel beschäftigen sich die städtischen Kollegien mit einer Während die Anträge für die höheren Schulen ohne weiteres angenommen werden, finden die Anträge für die BL und demgemäß ist der Fleisch verbrauch zurückgegangen. Opposition bei den Freifinnigen. Es handelt sichtschulen starke dem Betrage dieser Steuer fonnte ich bislang die jährliche Kleidung Er betrug im Juni 1905 5,07 kilo pro Kopf der Bevölkerung, im Juni 1906 nur 4,3 Kilo. Bezahlt wurden pro Zentner Schlachtgewicht: Ochsen Bullen Kühe Kälber Im Detailhandel wurde bezahlt pro Pfund: Juni 1905 71-79 M. 61-68 58-71 68-85 " " Juni 1906 75-82 W. 70-76 68-75 78-96 " 9 " " " • Juni 1905 Juni 1906 Ochsenfleisch 66-81 Pfennig 71-85 Pfennig Stubfleisch 10 64-71 69 68-77 Kalbfleisch 76-90 84-99 Hammelfleisch 68-85 69-94 " " 19 " " " Schweine waren pro Zentner Lebendgewicht um 1 M. teurer geworden; im Detailhandel foftete Schweinefleisch pro Pfund 6 Pf. mehr als im Juni 1905, nämlich 68-100 Br. 14. Die Steigerung der Fleischpreise im Kleinhandel hat im Monat Juli abermals Fortschritte gemacht. Nach der „ Statistischen Korrespondenz" tostete das Fleisch pro Kilo in Pfennigen: Erste öffentliche Hauptversammlung des Preußischen Fortbildungsschulvereins. September. so daß die Vorlage nur mit tnapper Majorität angenommen wird. 13. Die Nationalzeitung" führt bittere Klage, daß der 4. Juli ( an welchem dem Kronprinzen ein Sohn geboren wurde) keine 7. Aus Anlaß der Nachwahl in Stade- Bremervörde erinnert Amnestie, sondern die Verleihung eines Präsentiermarsches an die der Vorwärts" daran, daß der freifinnige Kandidat, Lehrer Otto Nacht„ Hohenzollern" gebracht hat. aus Charlottenburg, sich dort als Stadtverordneter als Gegner des 31. Aus Anlaß des Kongresses der christlichen Gewerkschaften, allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für die wo unter anderem der Zentrumsabgeordnete Giesberts die Löfung| Kommunalwahlen bekannt hat. " um 64 Broz, die Schülerzahl um 109 Proz., die Geldaufwendungen bildungsschule für Mädchen, Direktor Müller( Dortmund) für Mart gefliegen. Von Seiten des Staates werden jest 8 Mill. M. gestellte ein.— Auf Antrag des Rektors Karus( Charlottenburg) Geh. Ober- Regierungsrat Dr. v. Seefeld begrüßte die In der Hauptversammlung im Namen des preußischen Ministers für Debatte # Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, Schülerzahl um 54 Proz., die Zahl der Pflichtfortbildungsschulen Fräulein Neugebur( Dortmund) trat für eine Zwangsfortfür die Fortbildungsschulen feien von jährlich 800 000 auf 3 Mill. eine vangsfortbildungsschule für kaufmännische weibliche Ans für das Fortbildungsschulwesen aufgewendet. Trotzdem sei es bis grlanate schließlich eine längere Erklärung zur Annahme, in der Am Sonntag fand im Festsaale des, Motivhauses die erste her noch nicht gelungen, durch das Fortbildungsschulwesen dem die Versammlung sich im allgemeinen mit den Ausführungen des öffentliche Hauptverfammlung des Preußischen Fortbildungsschul- Handwerk den goldenen Boden zurückzuerobern. Die Fortbildungs. Dr. Roehl und Direttors Fretter einverstanden erklärte und bevereins statt. Es war eine große Anzahl Provinzial- Regierungen, schulen leisten im allgemeinen noch viel zu wenig. Schuld hieran tente, daß sie eine Annäherung zwischen Handwerksmeistern Stadtverwaltungen, Handels, Gewerbe, Handwertstammern, fei in der Hauptsache, daß der Fortbildungsschulunterricht am wünsche und dem gewerblichen Fachunterricht eine ganz besonder: Innungen usw. vertreten. Der Vorsitzende Direttor aese. Spätabend erteilt werden müsse. Ga fei nicht zu verkennen, daß Aufmerkjamfeit zuzuwenden fet. Den Leitfäßen des Direktors Charlottenburg eröffnete die Versammlung mit einer längeren auf Seiten der Arbeitsgeber noch vielfach eine gewiffe Abneigung retter fei zuzustimmen, diese seien jedoch nur in Großstädten ausBegrüßungsrede. Er betonte die Notwendigkeit, daß die Fort gegen die Fortbildungsschulen bestehe. Letztere leiden an dem führbar. Danach wurde die Hauptversammlung geschlossen. Die Beweihräucherung des preußischen Fortbildungsschulwesens bildungsschullehrer es fich angelegen fein laffen, Charattere zu Umstande, daß sie zu menig oder fast gar nicht auf den Beruf bilden, die dereinst in der Lage seien, sich im öffentlichen Leben des Schülers Rücksicht nehmen. Die Fortbildungsschulen dürfen insbesondere seitens der Regierung, steht in kraffem Widerspruch als nügliche Glieder der menschlichen Gesellschaft zu betätigen. nicht allgemeine Schulen, sondern mehr gewerbliche Fachschulen zu der Rückständigkeit des obligatorischen FortbildungsschulunterOberbürgermeister Schustherus. Charlottenburg begrüßte werden. Sie müssen es als ihre Hauptaufgabe betrachten, tüchtige richts. Hier könnten Staat und Kommunen erhebliches mehr danach die Hauptversammlung im Namen der Charlottenburger Gefellen heranzubilden, die Lust und Liebe zu ihrem Berufe haben leisten. Freilich ist bei einer Rücksichtnahme auf die rückständigen städtischen Behörden und Bürgerschaft. Er gab seinem Bedauern und das Bedürfnis empfinden, sich in ihrem Berufe weiter que: ünsche einiger Handwerksmeister, die meinen, die Lehrlinge find Ausdrud, daß die Stadt Charlottenburg auf dem Gebiete des Fort- aubilden. Daneben dürfe allerdings auch nicht die Allgemein. nur zur Ausbeutung ba, ein Erfolg nicht zu erreichen. bildungsschulwesens verhältnimäßig noch zurückstehe, Schulb fei ausbildung leiden. Der Lehrplan habe die technische Ausbildung, in der Hauptsache der Umstand, daß Charlottenburg gewissermaßen die kaufmännische wirtschaftliche und die staatsbürgerliche Gra Vorstadt von Berlin fei, und deshalb darauf gewartet habe, daß ziehung zu berüdfichtigen. In den Städten, wo feine HandwerkerBerlin mit Errichtung einer Pflichtfortbildungsschule vorangehen schulen bestehen, seien der Fortbildungsschule freiwillige Fachklassen werde. Da das aber nicht geschehen sei, so sei Charlottenburg für Gehilfen anzugliedern. Für die Fortbildungsschule sei Tages= vorangegangen. Sehr bald darauf sei auch in Berlin eine Pflicht unterricht zu fordern. Der Fortbildungsschullehrer müsse Fach eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Fortbildungsschule errichtet worden. Man lebe in einer Zeit, in lehrer sein. Um das zu erreichen, müsse dem Lehrer Gelegenheit wochentäglich von 7 bis 9½ lbr abends statt. Geöffnet 7 1hr. der der Arbeiter auf einer hohen Kulturstufe stehe. Alle Behörden, gegeben werden, selbst das Gewerbe in der Werkstatt und durch Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Regierungen, Stadtverwaltungen, industrielle Körperschaften usw. Ausbildungsturse fo weit tennen zu lernen, um den Fachunter Buchstabe und eine Bahl als werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wetteifern um die geistige, wirtschaftliche und soziale Hebung des richt mit Gefolg erteilen zu können. Für das Fachzeichnen und wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Arbeiterstandes.(!) Nur der Mittelstand, der kleine Staufmanns, ben praktischen Unterricht auf den Oberstufen seien tüchtige Fach- Mehrere Fragesteller. Ihre Vermutung ist unrichtig. Der Schreibes Handwerker und Gewerbestand sei in arger wirtschaftlicher Be. leute als Lehrer beranzuziehen. Für den Lehrer müsse der Fort- des Artikels Jahresbilanz" ist nicht der Genosse Paul John. drängnis. Dies sei umsomehr zu bedauern, da der Mittelstand bildungsschulunterricht nicht Nebenerwerb, sondern Lebensberuf 8. 117. Sie müssen den Sachverhalt dem Gericht mitteilen und bedas festeste Fundament des Staates sci. Es sei dringend not- bedeuten. Der Fortbildungsschullehrer müsse fest angestellt werden. antragen, von Ihrem Erscheinen Abstand zu nehmen oder Sie auswärts 2. 200. 1. Berleitung zum Meineid wird mit Zuchtwendig, dem Mittelstande aufzuhelfen, ihn zu erhalten und zu Die preußische Fortbildungsschule dürfe hinter denen der anderen zu vernehmen. festigen. Die Grundlage hierfür liege auf dem Gebiete des deutschen Bundesstaaten nicht zurücstehen, sondern müsse bestrebt baus bedroht. 2. Eine allgemeine Regel hierüber läßt sich nicht aufstellen. 23. Sch. 58. 3pei polljährige Beugen genügen. M. B. 100. geistigen und gewerblichen Fortbildungsschulwesens. Es müsse fein, an der Spise zu marschieren, zum Besten des Gewerbestandes 1. Leiber nein. 2. Nein, Sie können auf Innehaltung der Abmachung und ein Geschlecht erzogen werden, das befähigt sei, den Wettkampf und des Vaterlandes. auf Schadenersab lagen. 3. Zeider, nein. 2. R. 100. Leider ist die auf dem Weltmarkt der Nationen siegreich zu bestehen. Sündigung verspätet und jetzt nichts mehr zu machen. R. J. 19. 1. Ja. 2. Am besten ist es: fie teilen. An sich steht der Frau nur ein Anspruch auf Rückgabe des Gingebrachten zu. 3. Richterliches Ermessen entscheidet. Etwa 40 Mark monatlich werden als Handel und Gewerbe. Der Minister verfolge die Verhandlungen meint Direktor Sierda( Seide, Holstein): Die Forderungen gemeffen erachtet werden. 4. Benden Sie sich an den Magiftrat. der Hauptversammlung mit regstem Interesse. Das Fortbildungs- des Vorrebners feien in mittleren und fleineren Städten nicht Sie können nach wie vor den Besuch empfangen. Streitfrage. 1. Beliebig oft. 2. 5 Jahre. 3. 1893. Kaslerstr. 6. schulwesen habe in den letzten 10 Jahren einen Aufschwung ge ausführbar.( 1) Maler- Obermeister Frank- Charlottenburg: it Ihre Frau nicht frantenversicherungspflichtig. St. 3. 100. Leider nommen, wie in keiner Periode vorher. Viel sei für die Aus. Die Handwerksmeister seien durchaus nicht bildungsfeindlich. Sie nein, 2. Nein, 000 1 2. 1. Leider gestaltung des Fortbildungsschulwefens den Stadtverwaltungen, feien aber nicht in der Lage, die Lehrlinge zur Tageszeit in die besteht eine Unterstübungspflicht: auf das Verhalten des Vaters kommt es M. S. 38. 1. Soweit die Verhältnisse das ermöglichen, aber auch den Handelskammern zu verdanken. Nach weiteren Be- Schule zu schicken. Die Handwerksmeister verlangen in erster nicht an. 2. Sie haben die Gelder nicht zurückzuzahlen, ebenso wenig Ihre grüßungen sprach der Syndikus der Berliner Handwerkerkammer Reihe Fachausbildung. Die Handwerksmeister halten doch nicht Mutter. 3. Kinder find soweit ihren Eltern gegenüber unterhaltsDr. Raebl. Berlin über die Lehrlinge, damit sie in die Schule gehen.(!) Die Lehrlinge pflichtig, als sie bei Berücksichtigung ihrer sonstigen Verpflichtungen testen doch den Meistern vom ersten Tage ab Geld. Möge ma ben Unterhalt zu gewähren: 1603 B. G.-B. imstande find, ohne Gefährdung ihres standesmäßigen Unterhalts, 5. N. 19. 1. Eine Der Redner führte in längerer Nebe aus, daß das Handwert die Knaben bis zum 18. Lebensjahre in der Schule behalten, Berpflichtung zur Aufnahme beſteht nicht. 2. Nein. ein fehr großes Interesse an der Ausgestaltung des Fortbildungs. Schule gehe. es nehme aber kein Meister einen Lehrling, damit er in die Der Handwerksmeister habe auf der einen Sülfskaffe. Wenden Sie sich an Genossen Simanowski, Engel Ulfer 15. fchulwesens habe. Die Handwerker seien einmütig für Errichtung Seite vom Großbetrieb und den organisierten Gefellen und auf der amtlichen Auskunftsstelle für Auswanderer, Schellingstr. 4. Kocher. Auskunft über dergleichen Fragen erhalten Sie am besten in von Pflichtfortbildungsschulen. Nicht minder notwendig als die der anderen Seite durch die jetzigen Einrichtungen des Fort- E. M. 28. Sie müßten zunächst von Ihrer Heimatsbehörde die Begeistige Fortbildung sei aber auch die gewerbliche Ausbildung. Deshalb sei es dringend erforderlich, gewerbliche Fachschulen möglichst bildungsschulwesens zu leiden. Wenn das so weiter gehe, dann scheinigung beibringen, daß der Heirat nach dortigen Geseben nichts im werde der selbständige Handwerkerstand sehr bald von der Bild- Wege steht. 2. T. 72. Der Magistratskommissar hat recht, Sie überall zwangsweise einzuführen und auszugestalten. Daneben fläche verschwinden. Er ersuche die Fortbildungsschullehrer, auf fönnten nur Rückzahlung der irrtümlich weiterbezahlten Beiträge verlangen. empfehle sich selbstverständlich eine ausreichende Besoldung der bie Handwerksmeister Rücksicht zu nehmen, ohne lettere werden die gelöst werden kann, ist irvig. Wenn der Wirt nicht zustimmt, ist der Bertrag 1419. Ihre Ansicht, daß ein Bertrag, der gefchloffen ist, einseitig aufFortbildungs- und Fachschullehrer. Die Handwerksmeister feien Fortbildungsschullehrer nichts ausrichten. " Gründen Sie Fort- für Sie bindend. auch der Ansicht, daß nach 8 Uhr abends der Lehrling in der Fortbildungsschulen, die sich an Fachschulen angliedern und verlegen stündigung am 29. erhalten haben, so ist die Kündigungsfrist von drei 5. K. Wenn Sie die bildungs- und Fachschule nicht mehr unterrichtet werden dürfe, da Sie die Unterrichtszeit in die Abend stunden, dann werden Monaten und drei Tagen nicht gewahrt, die Kündigung also ungültig. er alsdann zu sehr ermüdet sei. Dagegen empfehle es sich, den Sie auch die Handwerksmeister auf Ihrer Seite haben." Direktor Zeichenunterricht Sonntag- Bormittag zu erteilen, da der Vor: Sierds( Beide in Holstein): Er wolle nicht die rückständigen schwankend. 2. Ja. 5. 100, 1, Rein, indes ist die Judikatur des Oberverwaltungsgerichts mittag sich am besten dafür eigne. Das Fortbildungs- und gewerb- Ausführungen des Vorredners widerlegen. 101 Donaustraße. Beantragen Sie die Aufnahme. Direktor Dr. Klein Der Fall ist streitig. M. St. 51. 1. Ja. 2. Jeder Beweis genügt. liche Fachschulwesen sei eine nationale Frage ersten Ranges. Was( Marburg): Der fleme Kaufmannsstand und Handperferstand habe 20. B. 31. Gine bestimmte Tare besteht nicht, es würde im Streitfall das solange unsere Arbeiter und Handwerker nicht in der Lage seien, werden die aanen des Mittelstandes ebensowenig verschwinden,.. 5. Sa. nuben alle guten Handelsverträge und eine noch so starte flotte, noch niemals auf solcher Höhe gestanden, wie jetzt. Troßdem Gutachten des gerichtlichen Sachverständigen von Erheblichkeit sein. E. J. D. 200. Der Antrag wegen Invalidenrente ist durch ihre Leistungen auf gewerblichem Gebiete den Wettkampf wie die ber Lebrer.( Seiterkeit und Beifall.) Schuhmacher Schuhmacher an den Magistrat, Abteilung für Alters- und Invalidenversicherung, Stöllnischer auf dem Weltmarkte zu bestehen? Wenn der preußische Fort Cbermenter Guiard( Charlottenburg) äußerte sich im Sinne Bart zu richten. Sie tönnen den Antrag zu Brotokoll geben. Dieselbe bildungsschulverein dazu beitragen werde, ein Geschlecht auszu- des Obermeisters rant. Direktor Schnee( Votsdam): Der R. S. 20. Die Steigerung Direktor Schned( Botsdam): Der Frage ist Ihnen schon einmal beantwortet. bilden, daß imftande sei, den Wettkampf auf dem Weltmartte au autage getretene Mißton sei sehr bedauerlich. es müsse alles aufa tönnen auf Reparatur flagen. Da Sie aber bereits vier Jahre in den G. R. 60. Ste müßte por Ablauf des Kündigungstages erfolgen. bestehen, dann werde das Handverk auf seiner Seite fein. Direktor geboten werden, um ein Hand in Sand geben der Handwerksmencer Räumen wohnen, ohne den Mangel moniert zu haben, so ist der Ausgang Freter( Breslau) sprach über mit der Fortbildungsschule anzubahnen. Notwendig fei auch, auf des Rechtsstreits zweifelhaft. Wenn Sie in Ihrem Mietsvertrage etwa felbst das Schlafstellenwesen der Lehrlinge ein Augenmerk zu richten. die Reparaturpflicht übernommen haben, so würden wir zur Anstellung Direktorechner( Berlin): Er fei ebenfalls für ein Zusammen- einer Klage nicht raten können. gchen mit den Handipertsmeistern, es dürfe aber nicht das leiseste Bugeständnis gemacht werden, den Fortbildungsschulunterricht in die Abenbftunden und auf den Sonntag zu verlegen. Lehrerin Injeratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin, Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Fortbildungsschule und Handwerk. den gegenwärtigen Stand des preußischen Fortbildungsschulwefens und bie fich daraus ergebenden Forderungen für die Zukunft. Der Redner führte aus: In den lebten fünf Jahren feien die freiwilligen Fortbildungsschulen in Breußen um 33 Broa, die Berantwortlicher Redakteur; ans Weber, Berlin. Für den G.. 14. Nein. ant *. Nein. 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KkilM des ,|m»rirto" fetlinet pMIntt Dienstag, 1. Januar 1907. Soziales* Wie Menschen wohnen müssen. Ein Gewährsmann der.Korrespondenz gegen den Kost- und LogiSzwang" beschreibt die Wohnung von Ochseoknechten in Ouedlin- bürg wie folgt: .Als ich mich in den gewerblichen Betriebsanlagen des Haupt- aeschästs der Firma umherführen lieh, machte ich unter anderem die Entdeckung, daß in dem einen Kellerraum eines der größten Wirtschaftsgebäude sich(es war an einem Sonntagnachmittag) menschliche Wesen bewegten. Da der Kellerraum zu finster war, um gleich deutlich unterscheiden zu können, beugte ich mich nieder und schaute so durch eines der geschlossenen Kellerfenster. Ms ich meinen Führer ftagte, ob man da auch mal hineingehen könn. rief mir ein in der Nähe auf dem Hofe Wagengeschirr putzende: Mann zu:.Ach, da gehen Sie man nicht hinein, da stinkts wie die Pest; die da drinnen wohnen sind nämlich er st halbe Menschen." Um so größer war nun mein Interesse. Da der Führer eS erlaubte, stieg ich jetzt erst recht die Steiustufen des seitlichen Eingangs hinunter. Und in der Tat: ein ganz ekelhafter Gestank von menschlichen Ausdünstungen schlug mir entgegen, als ich unten in der EingangStür stand und mir das Bild ansah. Da war ein K e l l er r a u m, der vom Hof bis zu der hinter dem Gebäude vorbeiführenden Straße hindurchgeht, etwa 20 Meter lang und 6 Meter breit. Durch die Milte ging ein Weg, rechtS und links befanden sich die Lagerstätten für Menschen, für polnische Ochsenknechte, wie man mir sagte, etwa 30 an der Zahl. Die Lagerstätten selbst bilden zu jeder Längseite des Raumes eine von vorn bis hinten, das heißt vom Hose bis nach der hinteren Gasse gleichmäßig durchgehende Bretterstellage, auf welcher neben einander Srrohsäcke, sogenannte Strohmatratzen, gelegt sind. Zu jeder Strohmatratze gehört eine Wolldecke, daraus wird das Bett der hier untergebrachten Ochsenknechte gebildet. Also wohlgcmerkt: abgeteilt von einander sind diese Lager nicht weiter. ES ist glaublich, daß die Menschen hier häufig sich einfacki mit ihrer ganzen Kleidung„zu Bett" legen, ist ihre Arbeitszeit doch eine recht lange s V 0 n 3 und 4 Uhr morgens bis 7, 8 und 8 Uhr abends). In der Tat, der Mann, der mich vom Einttitt in dicfts unterirdische Gewölbe abhalten wollte, hat recht: die hier Hausen, sind erst„halbe Menschen"! Notabene: Ich sprach aucki von Kellerfenstern. Der Raum wird sehr spärlich belichtet von vier solchen, zwei stoßen auf den Hof und zwei liegen nach der Straße zu, sie sind etwa 1 Meter breit und a!i Meter hoch. Die nach der Straße zu gelegenen Fenster sind, wie ich später feststellte, doppelt vergittert; es sind da zunächst fünf dicke, etwa 1 Zoll starke Eisenstäbe senkrecht in die Mauern eingelassen, und dahinter befindet sich noch ein eng- maschiges, starkes Drahtnetz, das ebenfalls ringsum in der Mauer befestigt ist, also ähnlich den Zellen in Zucht- Häusern. Wenn auch die nach dem Hose zu gelegenen zwei Fenster vielleicht nicht vergittert sind(darauf hatte ich bei der ersten Inspizierung nicht geachtet, und ein zweites Mal konnte ich mich ja doch nicht umherführen lassen), so muß ich dennoch meine große Verwunderung darüber aussprechen, daß dieser Raum von der Polizeibehörde als menschliche Wohnstätte die Genehmigung gefunden hat. Wenn da drinnen einmal des Nachts Feuer ausbricht— die aus Brettern hergestellten beiden Massenlagerstätten und die Stroh- säcke und Wolldecken können doch ganz leicht Feuer fangen—, so dürften sich die schlaftrunkenen Menschen gar nicht retten können, sondern müßten wahrscheinlich ersticken! Das Vieh, die Ochsen und Pferde der Firma wohnen in helleren, luftigeren und schöneren Räumen wie die hier in hie Keller hinein- gesteckten Menschen. In demselben Wirtschaftsgebäude sind auch ein Teil Ochsenställe, und zwar befinden sich diese über den Kellern; es mag ein reiner Zufall sein, wenn diese Ställe gerade dort ihr Ende erreichen, wo sich im Kellergewölbe der Raum für die Ochscnknechte anschließt." Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Marktballen'Direklion.(Großhandel.) Nindsteifch In 70—75 pr. 100 Pfd., IIa 64-69, lila 58-63, IVa 50- 56. Kalbfleisch, Doppelländer 120—135. la 92—100, IIa 80—90, lila 65-78. Holl. 56-64. Hammelfleisch la 67— 7a. IIa 52—65. Schweinefleisch 56—65. Rehwild la per Pfd. 0,60—0,75. IIa 0,40-0,58. Rotwild la 0,40—0,47, Na 0,35—0,39, do. Kälte: 0,40— 0,50. Damwild 0,40—0,53, do. Kälber 0,50— 0,70. Wildschweine 0,35—0,45. Frischlinge 0,55—0,70. Hasen per Stück 3,00—3,25, do. klein und IIa 1,70—2,90. Kaninchen per Stück 0,70—0,95. Wildenten per Stück 1,30—1,50. Hühner, alte per Stück 1,50—2,75, alte Na 0,70— 1,40, junge per Stück 0,80—1,50. Tauben per Stück 0,35—0,65, junge kleine 0,00. ital. 0,85. Enten per Stück 1,10—2,50, Hamburger junge per Stück 3,60—3,75. Gänse, Oderbrucher. per Psd. 0,50—0,65, do. la per Stück 0,00, IIa 0,00. Hechte per 100 Psd. 80—82, matt 65—74. Zander 70. Schleie unsortiert 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00. Bleie 56—59. Aale, groß 0,00, mittel 0,00, klein 99—101, uns. 0,00. Plötzen 0,00. Karpfen, 25— 30er 0,00, do. 30— 35er 0.00, dö. unsort. 70-76, Laus. 50— 70 er 0,00, Schles. 0.00. Barse 0,00. Karauschen 0,00. Blei» fische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00. Amerika». Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do Na neuer 90—100, do. Nla neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,25, Danziger, Wall 0,60-0,80. Flundern, pommersche la, per Schock 0,00, do. pommersche Na 0,00, Kieler, iL liege la 4—6, do. mittel per Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—5, halbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50—5,00, Stralsunder 0,00. Aale, groß per Psd. 1,10—1.30, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 4,00, do. '/, Kiste 2,00. Kabliau, p. 100 Psd. 20—25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er per Anker 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73—75. schottische Vollheringe 1905 0,00, lar�s 40-44, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjcs, per'/, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Hummern, kleine, per Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, unsort. 4,50. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,00—5,00. Butter per 100 Psd. la 122-136, Ua 118-122, lila 114— 117, abfallende 90-105. Saure Gurken schock 3,50— 4,00, Pjcficrgurken 3,50— 4,00. Kartofieln per 100 Pfd. 0,00, magnum bellum 2,10—2,25, Daberfche 2,10—2,25, Rosen 0,00, weiße 2,00—2,25, Salallartosseln 4,00—6,00. Spinat per 100 Pfund 20,00. Karotten per Schockbund 3,00—4,00. Sellerie, hiesige, per Schock 4,00—5,00, do, pommersche 4,00—5,00. Zwiebeln große, per lOOPsd. 3,00— 3,50. do. steine 2,00—2,25. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 60—70. Petersilie, grün, Schockbund 2,00. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig. bahr,, per Schock 2,40—4,80. Radieschen per Schockbund 0,00. salat, per schock 0,00. do. Escarole, per Mandel 1,50—1,75, do. Endivicn 1,75—2,00. Mohrrüben per 100 Psd. 2,50—3,50. Teltower Rüben per 100 Psd. 8—10. Weiße Rüben, große 2—2,50, steine 5—6. Rote Rüben 1,50—2. Blumenkohl Holl, per Kops 0,00. ital. per Kops 0,00.„ Wirsingkohl per Schock 3,00—6,00. Rotkohl p. Schock 3,00—8,00. Weißkohl Schock 2,00—3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 25—35. Grünkohl per 100 Psd. 6—12. Schnittlauch 12 Töpfe 4—4,50. Kohl« riiben. Schock 2—3. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—16, böhmische 8—20. Aepsel, per 100 Pfd., hiesige 3—20, Graoensteiner 0,00, Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32—80, Amerik. 15—30. Wallnüsse per 100 Psd. 0,00, do. rumänische 0,00, do. franz. Conus 22—23. Paranüsse 0,00. Haselnüsse lange 40—42, runde 0,00. Zitronen, Messina, 300 Stück 7,00-10,00, 360 Stück 7,00—9,00, 200 Stück 7—11. Apfelsinen, Jaffa, per Kiste 8—14, Murcia 200 er per Kifte 6—12, do. 300 er 7—12, Valencia 420 er per Kiste 12—20, do. 714 er 18—23. Wasterftand am 31. Dezember. Elbe bei Ausflg— ,— Meter, bei Dresden— 1,73 Meter, bei Magdeburg-st 0,82 Meter.— U n st r u i bei Straußfiirt— ,— Meter.— O d e r bei Ratibor-st 1,18 Meter.— Neiße» Mündung-st 1,87 Meter.— Oder bei Bricg-st 1,34 Meter.— Oder �est��slm�UiNerPcgeI���4��>!ctc��Großschifsa�r�es�los�«r)���� MÄNN tieti LEIPZIQER5TRA55E ALEXANDERPLATZ Diese Woche Grosser Verkauf Soweit Vorrat von Glas, Porzellan und Steingut Mgriertes imaille Besonders preiswert neu« Formen mit modernen i UjBLSCrVlCe Blumen- und Kantendekon 30 teilig, für 6 Personen_ 1650 regulärer Wert 2050 60 teilig, für 12 Person. 3750 46°° 22°° 2750 6750 regulärer Wert 4Z00 80 teilig, für 12 Pereon. 57°° 6W 5500 8500 __ 68°° 85°° regulärer Wert 65W SO00 125,jO Frühstücks- Service dekoriert, 5 teilig 223 265 70 Pf. 175, 200 Eimer c», 28 cm, grau oder Mao Eimer H. dekoriert, 28 cm Eimer ff. dekoriert, 28 cm, mit Uessingbagel 275 Eimer gerade Form, welas mit Korbheakel 300 Waeserkannen coniach dekor. statt 2.25 100 Waeserkannen conisch grau,biaa, statt 1.00 1® Wasserkannen gebaucht, Form extragross 200 Schüsseln tiefe, für Kochen 50, 60, 70, 76 Ff. Schüsseln flach, 28-34 cm 24, 32, 40, 60 Ff. Wannen«rcsse, runde 8tltt 8.30 3.75 5.00 wannen eTau od blan 275 300 400 Sand, Seife, Soda ff. abgetönt, Delft dekor. 250 Schmortöpfe 55, 65, 85 pt Casserollen flach, m. stiel 18, 23, 34, 50x5. Teller weiss, div. Gr., flach u, tief, durchweg 5 Ff. Teller weiss, Forxellanforrn 35, 40 Ft Essenträger mit Bügel 30, 35, 45, 85 pt Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Ein Posten Speiseteller Forzellao flach 7 Pf. Dessertteller Porzellan flach 7 Ff. Milchtöpfe Porzellan, ca.»/« Liter Inhalt 18 Pf. Salatieren Porzellan e«. 13 cm 20 cm 25 cm 8 12 18Pf. Grosse Bratenplatten Porzellan ca. 37 cm ZI Ff. ca. 42 cm 1a& ca. 45 cm I46 Kuchenteller Porzellan 10 Ff. Sau eieren Porzellan 42 Pf, Salatschüsseln glasiert 5atz4SttlckZgFf. Brotplatten igpf. Engl. Blumenkübel ZgFe Tassen weiss Porzellan TaSSen mit Goldrand Paar 7 Pf. Paar 20 Pf. Wirtschafts-Artikel Presskohlen-Spinden ÄÄ« 495 Holzkohlen-Kasten 1?°. 226, 300 Aschen-Eimer Kueahi— h lacuert 43, 80, I00 Müll-Eimer emaiuiert mit Aufschrift 290 Petroleum-Heizöfen SÄSSS* 147B, 1750, 2250 Gas-Heizöfen runde Form 7BO, 1140# 20°° Gas-Kamine viereckig 14°°. 16?°. 20°°, 33°° Gardinenspanner mit Fassen 1250 Wringmaschinen SScm-Walzen 1125 3ecm-Walzen 1275 Waschmaschinen cigenesModeu 30°°, 35°° Zinkwannen 3°°. 10°°. 12°° Zober 8°°, 11°°, 1375 Wasohtöpfe verzinnt 1�5 djz 596 Brotkapseln oval, innen emailliert statt S15 2°° Petroleumkannen ff. lackiert 70, 90, 1°° Blechdosen-Oeffner mit braunem Heft 25 Pf. Tee-Eier mit netto Tee-Brühlöffel Geflügelscheren, Solinger Aufschnittgabeln«. stau, gebogen Obstmesser Teegläser mit vernickeltem Halter Bestecke far Bestanratenre, mit Stahlband Waschtische vie£ekÄÄckel 13°° 25 Pf. 50 Pt 20o( 220 40 Pt Hntaend 2'° 45 Pt statt 6°° 47° 16»° Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 1. Januar. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr, Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr: Sherlock Holmes $ be, 3. und 4. Abteilung. Theater des Westens Berliner Theater: Die Häuser des Herrn Sartorius. 11. und 12. Abteilung im Neuen Schauspielhaus: Das Glas Wasser. Neue freie Volksbühne. Nach mittags 22 Uhr: 8. Abteilung Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Nachmittags 3 Uhr halbe Preise: Der Troubadour. Abends 7, Uhr: im Deutschen Theater: Be Coulin Bobby. Spenster. Nachm. 3 Uht: 16. Abteilung im Neuen Theater: Die Condottieri. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Der Freischük. Mittwoch: Das Rheingold. Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Mittwoch: Othello. Neues Operntheater. Bar und Zimmermann. Mittwoch: Geschlossen. Deutsches. Bunbury. Mittwoch: Das Wintermärchen. Westen. Cousin Bobby. Nachmittags 3 Uhr: Der Troubadour. Mittwoch: Cousin Bobby. Nachm. 3, Uhr: Kindestreue und Weihnachtssegen. Lorking. Fra Diavolo. Nachmittags 3 Uhr: Die Regiments. tochter. Mittwoch: Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Leffing. Der heimliche König. Nachmittags 3 Uhr: Nora. Mittwoch: Hedda Gabler. Schiller 0.( Wallner Theater.) Jugend. Mittwoch: Der Hochtourist. Schiller Theater Charlottenburg. Die Räuber. Mittwoch: Dieselbe Borstellung. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Familientag. Nachmittags 3 Uhr: Das Lumpengesindel. Mittwoch: Der Familientag. Neues Schauspielhaus. Der Helfer. Mittwoch: Die Hochzeitsfadel. Nachmittags 3 Uhr: Aschenbrödel. Kleines. Eine triviale Stomödie. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Mittwoch: Eine triviale Komödie. Berliner. Sherlock Holmes. Montag: Dieselbe Vorstellung. Komische Oper. Lakmé. Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Neues. Kinder. Mittwoch: Dieselbe Vorstellung. Zentral. Künstlerblut. Anf. 7 U. Nachmittags 3 Uhr: Die Geisha. Mittwoch: Künstlerblut. Anfang 7 Uhr. Nachm. 32 Uhr: Schneewittchen. Residenz. Florette und Patapon. Frizz Werner a. G. Neues Schauspielhaus Abends 8 Uhr: Der Helfer. Mittwoch nachm. Aschenbrödel. 3 Uhr Abends 8 Uhr: Die Hochzeitsfackel. Neues- Theater. Anfang 8 Uhr. Kinder. Morgen und folgende Tage: Kinder. Kleines Theater. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Eine triviale Komödie für seriöse Leute. Mittwoch: Eine triviale Komödie für seriöse Leute. Komische Oper. Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns, Erzählungen. Abends Lakmé. 8 Uhr: Mittwoch abend 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag abend 8 Uhr: Pariser Leben. 19 Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Jugend. Liebesdrama in 3 Aufzügen von Mar Halbe. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Hochtourist. Donnerstag abends 8Uhr: Die Hoffnung auf Segen. Schiller- Theater, Charlottenburg. Dienstag, abends 7 Uhr: Eröffnungs- Vorstellung: Die Räuber bon Friedrich Schiller. Ueber alle Eintrittskarten zur Eröffnungs- Vorstellung ist verfügt. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Räuber. Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Räuber. Neujahr 1907! [ Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, abends 7 Uhr: Urania. Wissenschaftliches Theater. Im Theater nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Frühlingstage an der Riviera Die Feuergewalten der Erde. 8 Uhr: Berliner Aquarium Unter den Linden 68a Nachm. Pollo Cheater Familien- Vorstellung n. 3½ Uhr. Halbe Preiſe! mit den Debüts der neuen Spezialitäten Attraktionen. Abends 8 Uhr: Die neuen Attraktionen. Abends 9 Uhr: Die schöne Vestalin. Eingang Schadow- Straße No. 14. Operette. Mufit von Viktor Holländer. Heute: Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, etc. Volks- Metropol Theater Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20 Am Rosenthaler Tor. Metropol- Theater Heute, Dienstag, 1. Januar, 2 Nachmittags 3 Uhr: Kabarett Auf in's Metropol! der Brett'l- Diva Abends 8 Uhr: Margarete Walkotte. Der Teufel lacht dazu. Entree 50 Pf. im Vorverkauf bei Herrn Horsch, Zigarrenhandlung, Engelufer 15. Abendkasse 60 Pf. Mitwirkende: Herr Opernsänger Avigneur; Fri. Lucie Bogathy, Rezitatorin; Herr Rigo Lajos, d. berühmte Violinvirtuos; Herr Lund, Rezitator; Marg. Walkotte; Herr Chiffon. D.bek.Hum. Alfr. Bender a. G. Vollständig neues Germania- Prachtsäle Programm! N., Chausseestr. 103. Karl Richter. N., Chausseestr. 103. Dienstag, den 1. Januar 1907, Neujahr: Soiree der beliebten Wilhelm Wolffs Hamburger Sänger. Neujahrs Programm. Anfang 6 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anschließend Familienkränzchen. Im weißen Saale von 5 Uhr ab: Großer Ball. Mittwoch, den 2. Januar 1907: Soiree d. Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pf. Anschließend Frei- Tanz. Borzugskarten gelten. Lortzing Theater Zirkus Schumann Zirkus Busch. Bellealliancestr. 7/8. Nachmittags 3 Uhr: Die Regimentstochter. Heute Dienstag, den 1. Jan. 1907, Dienstag, den 1. Januar 1907, nadm. 3 Uhr it. abends 7%, Uhr große brillante nachm. 4 Uhr u. abends 7%, Uhr: Abends 7%, Ur: 2 Gala- Festvorstellungen 22 gr. Fest- Vorstellungen 2 Fra Diavolo. Abonnements gültig. Mittwoch: Die Fledermaus. Nachmittags 3 Uhr: Eine Hochzeits. Lustspielhaus. nacht. Mittwoch: Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Unsere Stäte. Mittwoch: Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. 1 Sorgenbrecher. Der Rachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Mittwoch: Der Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Nachmitt. 3, Uhr: Charleys Tante. Mittwoch: Eine luftige Doppelehe. Luisen. Sherlock Holmes. Mittwoch: Des Meeres und der Liebe Wellen. Bernhard Rose. Berliner Raubvögel. Nachmittags 3 Uhr: Berliner Kinder. Mittwoch: Berliner Raubvögel. Trianon. Wo ist der Papa? Borher: Die Schloßkelleret. Nachmittags 3 Uhr: Der Hausfreund. Mittwoch: Wo ist der Papa? Borher: Die Schloßtelleret. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Metropol! Mittwoch: Der Teufel lach dazu. Gebr. Herrnfeld. Famili. g im Hause Prellstein. Mittwoch: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Montag: Dieselbe Borstellung. Apollo. Die schöne Bestalin. Spezialitäten. Nachmittags 3 Uhr: Familien- Bor stellung. Nachm. 3 Uhr: Unsere Käthe. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) 3 Uhr fleine Preise: Abends 7%, Uhr: Künstlerblut. Geisha. Nachmittags auf allen ein Kind frei. Pläßen ohne Ausnahme Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Galerie). In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Gleich reichhaltiges abwechselnd. Programin, sämtliche Spezialitäten, Clowns, Auguste, sowie die bestBressierten Schul- und Freiheitspferde. Sensationelle neue Debüts. u. a.: 3um ersten Male Frères Willé. die berühmten Nachm. 4 Uhr zahlen Kinder unter 10 Jahren auf allen Gizplägen halbe Preise. In beiden Vorstellungen: Debut. Zum 1. Male: Debut. Novello- Truppe. Indier in Europa! In beiden Vorstellungen: Debut. Zum 1. Male: Debut. Die berühmte Reiterfamilie Nachm. zum Schluß: Die reizende Lecusson!! Pantomime Luisen- Theater Dr Karneval in Venedig Reichenbergerstr. 34.. Nachmittags 3 Uhr: Viel Lärm um Nichts. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Mittwoch: Des Meeres und der Liebe Wellen. Donnerstag: Sherlod Holmes. Freitag zum erstenmal: Die schöne Ungarin. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute zum 25. Male, Anf. 8 Uhr: Florette und Patapon. Schwant in 3 Akten v. M. Hennequin und Pierre Beber. den 6. Januar, nachmittags 3 Uhr: Heute nachm. 3 Uhr und Sonntag, Eine Hochzeitsnacht. Mittwoch: Die schöne Beftalin. DERNHARD ROSE- THEATED Spezialitäten Kasino. Die beiden Champignol. Spezialitäten. Nachmittags 4 Uhr: Gebrüder Zorn. Singvögelchen. Mittwoch: Die beiden Champignol. Spezialitäten. Große Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr Berliner Kinder. Abends 8 Uhr: Folies Caprice. Das Modell. Se- Berliner Raubvögel. renissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Montag: Dieselbe Borstellung. Prater Theater. Bertram. Robert und Mittwoch: Der Pfarrer von Kirchfeld. Paffage. Spezialitäten. Figaro. Der Stabalier. Die Klaue. Chilagoer Landwirt. Unterm Bett. Mittwoch: Dieselbe Borstellung. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Mittwoch: Dieselbe Borstellung. Urania. Taubenstraße 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Nachmittags 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Mittwoch: Die Feuergewalten der Erde. Nachmittags 4 Uhr: Sterleben in der Wildnis. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute nachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Ueber'n großen Teich." Heute und jeden abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der mit Riefen- Boubon- Regen. dem Abends zum 12. Male: Die diesjähr. gr. Schumannsche Ausstattungspantomime St. Hubertus. Dem edlen Waidwerk entnommen und in 6 Bildern auf das glänzendste inszeniert vom Direktor Albert Schumann. Gebr. Herrnfeldnig. Theater inla 8 Uhr. 612Uhr Kommandantenstr. 57 Stallschreiberstr. 42-44. Familientag im Hause Prellstein. Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borverkauf 11-2 Uhr an den Theaterkassen bei A. Wertheim und Invalidendant. Rauchen in allen Räumen gestattet. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Der Sorgenbrecher. Buggenhagen Otto Pritzkow, Münzstr. 16 Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Großer Mittagstisch v. 12-4 Uhr a Couvert( 5 Gänge) 1,00 M. Im Kaisersaal Heute am Neujahrstage: Willy Walde- Sänger und Tanz- ränzchen. Neues großes Fest- Programm. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Vorstellung 7 Uhr. In den Parterre- Sälen: Gustav Gottschalk- Konzert. Außerdem: In beiden Vorstellungen: Auftreten der besten Clowns. In beiden Vorstellungen: Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet. Donnerstag, den 3. Januar 1907: Zum 100. Male: Der Teufel lacht dazu. Sonnabend, den 5. Januar 1907: 2 Vorstellungen nachmittags 3%, Uhr( fleine Breise) jed. Erwachsene ein Kind frei! und abends 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907! Kosta Der Mann mit dem drehbaren Kopf. Die urkomischeSpettafelpantomime „ Der Zettelkleber in Nöten" Die berühmt.RadfahrerJakowiews's " Auf steiler Wand" 14 Karneval- Spezialitäten 14 Staffe von 10 bis 1 und bon 2%, an ununterbrochen geöffnet. Im Tunnel Einödshofer- Konzert. Orig. Wien.Schrammin Berliner Prater- Theater Kaftanien- Allee 7-9. Dienstag, den 1. Januar 1907: Bum 1. Male: 1. gr. Metropol- Theater- Ball. Robert u. Bertram. W. Noacks Theater. Direttion: Rob. Dill. Brumenftr. 16. Der Rattenfänger von Hameln. Schauspiel mit Gesang in 4 atten. Anfang 8 Uhr Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Wo ist der Papa? Hunold Singuff: Dir. Rob. Dill. Anjang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Vorher: Die Schloßkellerei. Mittwoch: Genoveva. Anf. 8 Uhr. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Haus Ehren- und Vorzugstarten gültig. freund. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Brunnen- Theater Gesundbrunnen. Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. 2 gr. Neujahrsfest- Vorstellungen 2 nachm. 3 Uhr volkstümliche Preise: Die Tochter der Hölle. Schwant in 4 Aufzügen. Abends 7 Uhr: Borführen der besten Schul, Der Störenfried. Freiheits- und Springpferde. Nachmittags 4 Uhr: Aus der Puẞta. Drig.- Pantomime d. Zirkus Busch. Abends 72 Uhr: ROM. Große Drig.- Ausstatt.- Pantomime des Birkus Busch in 7 Bildern. 11 WING! 65 SAHARET. Otto Reutter Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend in Paris, Ballet, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, Gymnastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballet. Der Biograph. Schwank in 4 Alten. Nach der Vorstellung: Ball. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Sanssouci Stoitbujer. straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Heute, Neujahr: Hoffmanns Nordd. Sänger Große Fest- Soiree Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten, Stets erstklassige Riefenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Bis Freitag, den 4, Januar: Die beiden Champignol. Sonnabend, den 5. Januar: Zum erstenmal: Ledige Leute. Heute 4 Uhr: Singvögelchen. Colosseum Dresdenerstr. 97. 12 erstklaffige Schlager 12 Konzertsaal: Wiener Schrammeln. Neujahrstag: nachm. 4 Uhr: Familien- Vorstellung. 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Zahlreichen Besuch erwartet Freie Aussprache. 240/ 1* Der Einberufer. Beste BETTENFULLUNG sind GUSTAV LUSTIGS MONOPOLDANNEN ( gesetzlich geschützt) das Pfund 2,85 Mark. Die erste Bettfedernfabrik mit elektrischem Betriebe V. Wahlkreis! Gustav Lustig Donnerstag, den 3. Januar 1907, abends 8 Uhr: Berlin S., Prinzenstr. 45 u. 46, Öffentl. Wähler- Verfammlung 1. im ,, Schweizer Garten", Königstor. Zages Drdnung: Der Wahlkampf und die Parteien. Referent: Der bisherige Vertreter des Kreises Robert Schmidt. 2. Freie Diskussion. Alle Wähler sind eingeladen. Die Genossen find zn pünktlichem und zahlreichem Erscheinen verpflichtet. Das Wahlbureau des 5. Kreises befindet sich: Sophienstr. 6 bei Münzer.- Amt III, 8367. 245/ 1* Der Vorstand. 6. Wahlkreis. 8 öffentl. Wahlversammlungen am Donnerstag, den 3. Januar, abends 8 Uhr, m folgenden Lokalen: Ballschmieder, Badstraße 16.- Marienbad, Badstraße 35/36. Hensel, Invalidenstraße 1a. Schmidts Gesellschaftshaus, Gartenstraße 6. Bock- Brauerei( früher Norddeutsche Brauerei), Chausseestraße 58. Sachon, Müllerstraße 136. Artushof, Perlebergerstraße 26. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24. Tagesordnung: Unsere Reichstagswahl." Referenten sind die Genossen: Dittmer, Freiwaldt, Koblenzer, Ledebour, Link, Ritter, Rössel, Weyl. 246/1 Zu zahlreichem Besuch ladet ein Achtung! Das sozialdemokratische Wahlkomitee. IF Achtung! Reichstagswähler der Kreise Stettin und Randow- Greiffenhagen! Donnerstag, den 3. Januar 1907, abends 9 Uhr, im Lokale von Fritz Wilke, Brunnen- Straße Nr. 188: Rücksendung oder Umtausch gestattet. führt nur Bettfedern 3 0,55, 1,00, 1,25, 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00, 3,50 bis 5,00 Mt. per Pfund. Dannen zu 2,85, 3,50, 4,50, 5,50, 6,50 bis 8,00 Mr. Fertige Betten, bestehend aus Oberbett, Unterbett, 2 Kissen, zu 12, 15, 19, 22, 25, 28, 36, 43, 51, 60, 75, 90 bis 105 Mt. Bettinlette und andere Bettartikel. Größtes Spezialgeschäft Deutschlands. 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Auch in den zu den Kreisen Nieder- Barnim und Teltow-Beeskow gehörigen Ortschaften— mit wenigen Ausnahmen— sind die Listen heute einzusehen. Diese Einsichtnahme in die Wählerliste ist um so notwendiger, als uns tagtäglich zahl- reiche Zuschriften zugehen, aus denen die Maugelhaftigkeit der Wählerlisten ersichtlich ist, Wir heben zur Charakteristik nur einige Zuschriften hervor. Genosse St. wohnt sechs Jahre im 86. Stadtbezirk, steht aber nicht in der Liste. Genosse L. schreibt:„Habe heute die Liste nachgesehen für meinen Kollegen und für mich. Mein Kollege ist als Schmied ein- getragen, ist aber Schlosser; mein Name ist ganz der- stüinmelt." Wir möchten unsere Genossen besonders darauf hinweisen, genau darauf zu achten, ob der Name und Beruf auch richtig eingetragen ist. Auch derjenige kann um sein Wahl- recht kommen, dessen Name und Beruf nicht genau stimmt. Man wolle in solchen Fällen Anträge auf Berichtigungen stellen. Daß die Listen mangelhaft sind, geht auch aus dem Erlaß des Ministers des Innern hervor, in dem zum Ausdruck gebracht wird, daß die Beamten von ihrem Wahlrecht Gebrauch machen sollten und in welchem es heißt: „Zu dem Zwecke werde» sie sicki zunächst darüber zu der- gewisiern habe», daß sie in die Wählerlisten eingetraae» sind. Die Frist für deren Herstellung hat im Hinblick aus den frühen Wahl- ternnn diesmal besonders kurz bemessen werden müssen. Deshalb ist nicht ausgeschlossen, daß dir Listen Unvollftändigkriten aufweisen, deren Beseitigung, wirksam für die bevorstehende Wahl, nur durch rechtzeitige Einsprüche während der vom 28. Dezember cr. bis zum 4. Januar k. I. seinschließlichj dauernden Auslegung der Listen herbeigeführt werden kann." Ausdrücklich sei für die Berliner Wähler bemerkt, daß im Wahlbureau, Poststr. 16, keine Liste» ausliegen und deshalb dort keine Einsichtnahme erfolgen kann. Man wende sich an die für die einzelnen Stadtbezirke dafür bcstimniten Stellen. » Unsere Gegner sind mit der Kandidatenfrage noch nicht ganz im Reinen. Im e r st e n Wahlkreise ist außer dem Stadtrat a. D. Herrn Kämpf der Bodenreformer Damaschke aufgestellt, der sich auch des Wohlwollens der Christlichsozialen erfreut. In emer am Freitag stattgefundenen Versammlung des Christlichsozialen Verein« wurde die Kandidatur Damaschke mit allen gegen«ine Stimme angenomnren und die Ver- pflichtung übernommen, für denselben zu arbeiten. Im zweiten Wahlkreise ist man noch auf der Suche. Der „geeignete" Kandidat scheint sich schwer zu finden.„SS wird viel auf die Auswahl des freisinnigen Kandidaten' ankommen, über die noch nichts Sicheres bekannt ist," schreibt das„Berk. Tageblatt", um den verhaßten Genossen Fischer aus dem Felde zu schlagen. Genosse Fischer, so schreibt das Mosseblatt, sei im Reichstage eine Null und deshalb sei eS Zeit, ihn zu eliminieren. Man darf gespannt sein, welchen Geistesheldcn unsere Gegner dem Genossen Fischer entgegen« stclletl werden. In, übrigen braucht eS das„Berl. Tageblatt" nicht mehr zu Wisien, wie gerade die liberale Presse anläßlich der vom Genossen Fischer im Reichstage an unserer so gepriesenen Sozialreform geübten scharfen und schneidenden Kritik Zeter und Mordio schrie. Im dritten Wahlkreise scheint man eS sich an der Nominierung deS.Arbeitersreundes" Rosenow genügen zu lassen, während eS im vierten Wahlkreise noch fraglich ist, ob zu de», freisinnigen Herrn Träger noch eine lveitere Zählkandidatur hinzukommt. Den fünften Wahlkreis haben unsere Gegner ganz besonders aufs Korn genommen. Das„Berl. Tageblatt" schrieb gestern über die WahlanSsichten der Liberalen in diesenr Kreise: „Wenn damals— 1903— Schmidt gleich im ersten Wahl- gange siegte, so war daran nur die strafliche Nachlässigkeit der bürgerlichen Parteien schuld. Setzt der Liberalismus seine ganze Kraft ein. dann kann der fünfte Wahlkreis von der Sozialdemokratie nicht ge- halten werden." Lasten wir dem Liberalismus seiii Vergnügen, sich an SicgeS- hoffnungen zu berauschen, wir halten es vielmehr mit der Tat. Unablässig für unsere Sache zu arbeiten� und immer größere Kreise für die Sozialdeinokratie und ihre Vertreter zu interessieren, muß unsere vornehmste Aufgabe fem. Am Tage der Wahl sprechen wir über daS Ergebnis der„ganzen Kraftentfaltung" wiede». Aus dem sechsten Wahlkreise wird berichtet, daß die Freisinnigen den Rektor Kahler, Golhenburgerstraße, zum Reichstags- kaiKüdaU» erkürt haben. Im Wahlkreise Niederbarnim soll eS zu einer Einigung sämtlicher bürgerlichen Parteien gegen- über der Sozialdemokratie gekommen sein. Als gemeinsamer Kan- didat ist Herr Bürgermeister Ziethen-Lichtenberg aufgestellt worden. # Die Genossen des ersten Wahlkreises veranstalteten am Sonntag eine öffentliche Wählerversammlung. Sic tagte unter außerordentlich starker Teilnahme im Palast- Theater. Saal und Galerien waren von einer»ach Tausenden zählenden Menge dicht besetzt. Eine treffliche Widerlegung der von der bürgerlichen Presse aufgestellten Behauptung, daß w,r ,n diesem Wahllainpf unser Programm verschleiern, war es, daß jedem Vcrsammlungsbesuchcr ein Exemplar des sozialdemokratischen Parteiprogramms eingehändigt wurde. Genosse L e d e b o u r, der als Referent auftrat, knüpfte an die unmittelbare Ursache der Reichstagsauflösung an. Wenn sich die Bondelzwarts vierzehn Tage früher ergeben hätten, dann wäre der Regierung selbst der Schein ihres Vorwandes zur Auflösung ge- nommcn gewesen. Nach unserer sowie auch nach gegnerischer Auf» fassung ist nunmehr der Krieg in Südwestafrika beendet. Für die Beurteilung des Verhaltens der Regierung gibt es zwei Möglich- knien. Entweder sie hat am 13. Dezember von der bevorstehenden Kapitulation der Bonoelzwarts nichts gewußt, dann hat sie damit ihre Unfähigkeit bewiesen; oder sie hat das Ereignis vorausgesehen und trotzdem den Reichstag glauben gemacht, der Hottentottenkricg könne noch jahrelang dauern, dann hat die Regierung den Reichstag und das deutsche Volk beschwindelt.(Lebhafter Beifall.) Ich— sagte der Redner— glaube, daß die Regierung unfähig ist. Unter diesen Umständen müßke die Firma Bülow, Dernburg u. Co. liquidieren.(Großer Beifall.) Genosse Ledebour legte nun dar-, daß unsere Partei sich von Anfang an dem südafrikanischen Aben- teuer gegenüber ablehnend verhalten hat, daß auch die Frei- sinnigen bis vor kurzem diesen Standpunkt teilten, jetzt aber eine Schwenkung ins Rcgicrungslager gemacht haben. Jetzt winseln die Freisinnigen die Regierung an. daß sie ihnen eine Wahlparole gebe. Dieses jammervolle Verhalten des Freisinns ist ein untrüg- licher Beweis für die Schwäche des liberalen Bürgertums. Wenn wir ein starkes, selbstbewußtes Bürgertum hätten, es müßte sich an die Seite des Proletariats stellen, um gemeinsam mit demselben für die Freiheit und für demokratische Einrichtungen zu kämpfen und gegen die Regierung und das ganze herrschende System einen Kampf bis zur Vernichtung desselben führen.(Lebhafter Beifall.) Wir schaffen uns unsere Wahlparole selbst. Unser Kampf gilt zunächst natürlich den im Lordergrund stehenden Augenblicksfragen. Aber es fällt uns gar nicht ein, unsere weiteren Ziele zu ver- schlciern. Der Redner ging nun des näheren auf unsere grund- sätzlichen Forderungen ein. In dem Kampfe um die Verwirk- lichung unserer Ziele haoen wir alle bürgerlichen Parteien gegen uns, eine Situation, die treffend gekennzeichnet wird durch das Bibclwort:„unsere Hand ist gegen jedermann und jedermanns Hand ist gegen uns!" Die Demokratisierung des Staatswesens ist unser nächstes Ziel. Des Volkes Wille soll das höchste Gesetz sein. (Großer Beifall.) Ledebour schloß mit der an die Wähler gcrich- teten Aufforderung, in oiesem Wahlkreise des Schlosses und der Börse gegen Schloß und Börse, für den Kandidaten der Sozial- demokratie, den Genossen Arons, zu stimmen.(Stürmischer Beifall.) In der Diskussion nahmen zwei Vertreter gegnerischer Parteien das Wort. Ein Herr L a n g n e r. der sich als christlich-organisiertcr Arbeiter bezeichnete und Herr Kluge, ein bekannter christlich. sozialer Vcrsammlungsredner. Beide Redner mißbilligten zwar die Koloniat,tandale, verherrlichten aber die Kolonialpolitik an sich mit den von den Kolonialschwärmern geltend gemachten, längst widerlegten„Gründen". Besonders war es Herr Kluge, der in dieser Hinsicht ein Erkleckliches leistete. Er fand auch die Tippels- kirchcrei zwar nicht schön, aber auch nicht so schlimm, wie sie von der Sozialdemokratie gemacht werde. Ein Flugblatt des Bundes der Landwirte hat Herrn Kluge belehrt, da es auch keine Fleischnot und keinen Fleischwucuer gibt. Dieser Herr konnte sich auch nicht enthalten, eine alte, schon vor vielen Jahren als Verleumdung erwiesene Klatscherei über den Genossen Singer aufs neue vor- zutragen, was die allaemeine Entrüstung der Versammlung erregte. Das Austreten Kluges mamte übrigens den Eindruck, als habe er eS auf eine Störung der Versammlung abgesehen. Er trieb offen- baren Mißbrauch mit der Redefreiheit, die jedem Gegner in sozial- demokratischen Versamnilungen gewährt wird. Langner sowohl wie Kluge empfahlen die Wahl des Bodenreformers Damaschke. Genosse Arons, mit stürmischem Beifall begrüßt, erteilte zunächst dem Herrn Kluge wegen der Verleumdung Singers eine Zurechtweisung so scharf und treffend, wie dieser christlich- soziale Klopsfechter verdiente. Dann widerlegte Arons die Kolonialschwärmereien der Vorredner, und zu ihrer Empfehlung Damaschkes, den sie besonders als Spezialisten auf dem Gebiete der Bodenreform priesen, sagte er: Was kann den Arbeitern die W o h n u n g s p o l i t i t Damaschkes nützen, wenn ihnen die Magenpolitik Damaschkes Schläge ver- setzt. Wer Wohnungsreform will, der tut am besten, wenn er einen Sozialdemokraten wählt, der außer für die Wohnungsreform noch für viele andere Verbcsserungen eintritt, von denen Herr Damaschke nichts wissen will.— Nachdem Genosse Arons die Ein- wände der Vorredner erledigt hatte, wandte er sich als Kandidat des Kreises an die Wähler. Zunächst an die Indifferenten und an d»e, welche bisher dem Freisinn nachgelaufen sind. Es heißt, die Thronrede, mit der am 8. Januar der preußische Landtag eröffnet wird, soll das Versprechen einer Aenderung des preußischen Wahl- recktS enthalten, Däs jetzige Wahlrecht ist unhaltbar geworden, seitdem die Sozialdemokratie den Kainpf gegen dasselbe führt. Indem nun Fürst Bülow eine Aenderung desselben in Aussicht stellt, will er die Liberalen für sich gewinnen. Wenn die Frei- sinnigen noch wirklich liberal wären, dann müßten sie sagen: wir verlangen, daß für Preußen das allgemeine, gleiche, direkte Wahl- recht geben wird. Diese Forderung müßte der Freisinn umso- mehr erheben, als er sich ja im. preußischen Landtage auf diese Forderung festgelegt hat. Aber wenn die Freifinnigen jetzt ein wahrhaft demokratisches Wahlrecht für Preußen verlangen würden, dann lassen ihn seine konservativen Bundesbrüder im Stich. Wo würden wohl die Freisinnigen bleiben, wo würde wohl in diesem Wahlkreise Hctr Kämpf bleiben, wenn ihnen ihre konservativen Bnndesbrüdcr nicht helfen. Nun, mit oder ohne konservativer Hülfe. Herr Kämpf komnit hoffentlich nicht wieder in den Reichstag.(Leb- hafter Beifall.) Wenn die Forderungen, welche die National- liberalen für Aenderung des preußischen Wahlrechts aufgestellt haben, die Forderungen des.liberalen Blocks sind, dann ist es der Regierung sehr leicht gemacht, eine„liberale Aera" herbeizuführen. Angesichts des Bündnisses der Liberalen mit den Konservativen ist eS Pflicht eines jeden wirNich demokratisch gesinnten Mannes, für d i e Partei einzutreten, welche allein die konsequente Demo- kratie vertritt, für die Sozialdemokratie.(Lebhafter Beifall.) In der liberalen Presse wird uns zum Vorwurf gemacht, daß wir uns die liberalen Forderungen zu eigen gemacht haben. Das haben wir getan und das mußten wir tun, weil der Liberalismus die liberalen Forderungen verraten hat.(Beifall.) Man macht uns ferner den Vorwurf, daß wir unser Programm verschleiert hätten. Mit Lachen können wir diesen Vorwurf zurückweisen. Jeder Besucher dieser Versammlung hat unser Programm erhalten. Wenn die„Voj fische Zeitung", die„Post" usw. meinen, wir verheimlichen unser Programm, nun, dann sollen sie es doch abdrucken. UnS würden sie einen großen Gefallen tun, wenn sie durch die weiteste Verbreitung unseres Programms den Drachen Sozialdemokratie totzuschlagen versuchen, der seine lüsterne Zunge jetzt auch nach dem letzten Berliner Wahlkreise ausstreckt.(Bravo!)— Nun noch ein Wort an die Partcigenopen. Für Euch ist der Wahltag ein Tag des Jubels. Zeigt sich doch bei der Wahl, welche Früchte Eure jahrelange stille und aufopfernde Arvcit getragen hat. Wir er- warten deshalb von Euch, daß im Wahlkampf jeder feine Schuldig- keit tut, nicht nur in diesem Wahlkreise, sondern auch über die Grenzen desselben hinaus, wo er Freunde und Angehörige hat, daß er auch diese für die Sozialdemokratie zu gewinnen sucht. Unser Kampf richtet sich gegen die Lebcnsmiltclverteuerung, gegen Fleisch» Wucher, gegen Klassenjustiz, gegen Weltmachtskitzelpolitik.— Wir kämpfen für die Befreiung vom Joche der Junker, der Pfaffen und des Kapitalismus.—(Stürmischer Beifall.) Mit Begeisterung stimmte die imposante Versammlung in daS Hoch auf die Sozialdemokratie ein, womit der Vorsitzende Genosse Oppel die Versammlung schloß. » Ein„verkappter Sozialdemokrat" als Freisinnskandidat. Im Reichstagswahlkreis Berlin III waren am Sonntag dieliberalenWähler versammelt, um zu beschließen über die Aufstellung eines Kandidaten, mit dem sie diesen 5kreis zurückerobern könnten. Die Führer des Liberalismus in Berlin III geben sich nämlich der zuversichtlichen Hoffnung hin» daß eS ihnen gelingen werde, der Sozialdemokratie den Kreis tat- sächlich wieder abzunehmen. Zweifel sind nur darüber entstanden. wer der geeignetste Mann sei, auch die konservativ-anti- semitischen Wähler dem Freisinn zuzuführen. Denn daS haben selbst die hoffnungsseligsten Optimisten im Freisinnslager begriffen, daß sie sich in Berlin III noch weniger als anderwärts den Luxus leisten können, auf die Handlangerdienste der sonst von ihnen als„reaktionär" bezeichneten Wählergruppe zu verzichten. Der Vorstand des Wahlvereins der freisinnigen Volkspartei hatte sich dafür entschieden, den Stadtverordneten Rosenow als Kandi- daten vorzuschlagen, aber in der liberalen Wählerschaft hatte das nicht überall den erwarteten Beifall gefunden. Um nun in der be- schließenden Wählerversammlung eine Mehrheit für Herrn Rosenow zu kriegen, wurden seine Getreuen zusammengetrommelt durch eine in liberalen Blättern veröffentlichte Notiz, die von ihm rühmte, daß er„wieder, wie bei der Stadtverordneten- und Landtagswahl, die Aufgabe übernimmt, die Sozialdemokratie zu bekämpfen". Warum dieser Hinweis auf Herrn Rosenows Eiser im Kampf gegen die Sozialdemokratie nötig gewesen war, das wurde dem Un- eingeweihten erst in der Versammlung klar. Verschiedene Redner, hinter denen ein nicht geringer Teil der Versammelten stand, machten allerlei Einwendungen gegen die Kandidatur Rosenow. Als gewichtigstes Bedenken wurde das vorgebracht, daß mancher ihn für einen verkappten Sozialdemokraten halte. Die liberalen Wähler antworteten auf diesen drollig-komischcn Vorwurf nicht etwa mit einer Lachsalve, sondern diskutierten über ihn ganz ernsthaft. Rechtsanwalt Roßbach, Vorsitzender eines freisinnigen Bezirksvereins in Berlin-Südost, machte sich zum Sprecher jener Aengstlichen, die keinem„verkappten Sozialdemokraten" ihre Stimme geben möchten. Natürlich hat nicht er selber den braven Rosenow in diesem schrecklichen Verdacht— dazu kennt er ihn ja zu genau. Aber diese Meinung sei verbreitet' bei vielen der r e ch t s st e h e n- den Wähler, deren Stimmen man doch nicht entbehren könne. Und ihm selber, dem Herrn Roßbach, sei von mehreren Wählern gesagt worden:„Lieber einen offenen Sozialdemo- traten wählen als einen verkappten!" Uebrigens sei, so warnte der Redner, Herr Rosenow obcnein Jude, was ihn den rechtsstehenden Wählern auch nicht besonders empfehlen werde. Diesem Nörgler und anderen seinesgleichen wurde von den Freunden des Herrn Rosenow erwidert, gerade das werde viele„Mitläufer" der Sozialdemokratie in das Freisinnslager zurückführen, daß Rosenow„so weit links" stehe. Aber auch auf die rechtsstehenden Wähler dürfe man zählen. Ein Redner versicherte, ihm sei von Antisemiten gesagt worden, sie würden diesmal sicher für den Frei- sinnskandidaten stimmen, sogar für einen Juden. Ein anderer, der Gemeindeschullehrer Borchardt, auch Leiter eines freisinnigen Be- zirksvereins, erinnerte daran, in wie großer Zahl die Beamten der Vost, der Polizei usw. bei der letzten Stadtverordnetenwahl für Rosenow eingetreten seien. Er fügte mit starker Betonung hinzu: „Und daS bei einer öffentlichen Wahl!" Doch der Zwischenruf eines Nachdenklichen fragte:„Aber bei einer geheimen Wahl?" Als man deS Streitens müde war. beschloß die Versammlung, Herrn Rosenow selber reden zu lassen. Die komischen Käuze. die etwa wirklich an der Echtheit seiner Gesinnung gezweifelt haben. kannten es nun aus seinem eigenen Munde hören, daß cr kein„der» kappter Sozialdemokrat", sondern einwaschechterFreisinns- mann ist. Mit einer Kritik des von unseren Genossen verbreiteten Flugblattes begann er. aber bald ging er über zu einem wütendem Geschimpfe über die sozialdemokratischen „Hetze r", durch die es den Arbeitgebern so schwer gemacht werde, mit ihre» Arbeitern in Frieden zu leben. Er zeigte hiermit, daß cr die Sozialdemokratie vor allem deshalb haßt. weil die Arbeiterklasse in Lohnkämpfen auf sie rechnen kann. Von den Arbeitern selber werde, so behauptete er. keine Lohnerhöhung gefordert. DaS werde nur„von außen" hineingetragen, nur„von den Organisationen" werde diese Forde- rung gestellt. Ein auskömmlicher Lohn solle dem Arbeiter werden. aber das müsse doch eine Grenze haben. Herr Rosenow machte hier den Zusatz:„Ich betone das, gerade weil man mir nachsagt, ich sei zu arbeiterfreundlich, sei ein verkappter Sozialdemokrat." Nachher prahlte er, er sei der„bestgehaßte Mann der Sozialdemokratie" und gerade deshalb werde der Freisinn mit ihm siegen. Er habe doch Proben gegeben, nicht nur bei der Stadtverordnetenwahl, sondern auch bei der Landtagswahl, wo er„sogar gegen den Parteiführer Bebel" gewählt worden sei. Herr Rosenow, der Freisinnsmann. rühmte sich ohne Scheu dieses„Sieges", den er lediglich dem Drei» klassenwablrccht verdankt. Und kein zorniger Protestruf antwortete ihm aus der Versammlung, freisinniger Reichstagswähler. Auch den Reichstagswahlkreis Berlin III, so versicherte er, werde er „holen", er„fühle sich sehr sicher". Er hofft, in die Stichwahl zu kommen und dann mit den Stimmen der rechtsstehenden Wähler zu siegen.„Ich möchte auch", rief er,„d i e Parte: sehen, die sich national und königstrcu nennt und es fertigkriegt, einen. Wahlkreis in der Stichwahl an die Sozialdemokratie auszuliefern!" Da fällt uns ein, was der konservativ-antiscmitische Rechtsanwalt Ulrich in Versammlungen zu erzählen pflegt. Ein Freisinnsführer. mit dem cr einmal über gegenseitige Wahlhülfe verhandelte, ant- wartete ihm kaltlächelnd:„Sie als staatserhaltende Männer müssen ja für uns eintreten. Da werden wir doch nicht so dumm sein, Ihnen die Wahlhülfe auch noch zu vergüten." Die Versammlung endete damit, daß die Kandidatur Rosenow schließlich doch ohne Widerspruch genehmigt wurde. Dem nunmehrigen Freisinnskandidaten für Berlin III wollen wir gern bestätigen, daß er kein„verkappter Sozialdemokrat" ist, sondern zu den verbissen st en Feinden der Arbeiterklasse gehört. UebrigenS vermuten wir, daß nicht die Furcht vor dem Verlust der Stimmen rechtsstehender Wähler, sondern die Hoffnung auf den Gewinn von Stimmen linksstehender Wähler den Blödsinn aufgebracht hat. daß Herr Rosenow zu arbeiterfreundlich sei und als»verkappter Sozialdemokrat" gelte. Die Wählerschaft von Berlin III wird am 25. Januar diesem Mann zu zeigen haben, wie sie ihn samt dem ganzen Freisinn einschätzt. Wählerversammlungen im Kreise Teltow. Eine Wählorversammlung in Groß-Lichterfelde aufgelöst. Von den beiden am Sonnabend einberufenen stark besuchten Wähler- Versammlungen wurde die im„Kaiserhof" tagende während der Rede des Genossen Eisner durch den überwachenden Gendarmen Wflchlin ohne Angabe des Grundes aufgelöst, trotz des energischen Protestes des Vorsitzenden Genossen Wenzel, der die Versammlungs- räume gemietet hatte. Ob der Mann der Ordnung die Kritik unserer gesamten politischen Zustände durch den Referenten nicht mehr aushalten konnte, oder ob die Polizeistunde ihn zu dem heroischen Entschluß der Auflösung trieb, ist nicht mit Sicherheit zu erkennen. Jedenfalls war die Erregung der Versammlung eine außerordentliche, und nur nach der Aufforderung des Vorsitzenden den Saal ruhig zu verlassen und am 25. Januar einmütig zur Sozialdemokratie zu stehen, entfernten sich die Teilnehmer unter brausender Zustimmung und Hochrufen auf die Sozialdemokratie. Die Fortsetzung der Versammlung findet am Donnerstag, den 3. Januar 1907, abends 8�- Uhr, im„Kaiserhof" statt.— Im R eisen schen Etablissement sprach Genosse K a I i s k i vor überfüllter Versammlung unter stürmischem Beifall. Die Gegner, von derest Geistesgrößen eine namhafte Zahl in Groß-Lichterfelde ihren Wohnsitz hat, haben sich ferngehalten und überlassen den Kamps gegen die Sozialdemokratie lieber unter- geordneten Beamten des Polizeistaatcs, die einfach im Telegramm- stil„die ganze Bande nach Hause jagen". Die Früchte dieser zwar einfachen aber etwas geistlosen Bekämpfung der Sozialdemokratie werden bis zum 25. Januar in zweifellos vorzüglicher Qualität und Quantität heranreifen. Auch in Steglitz ist der Reichstagswahlkampf nunmehr von den Genossen begonnen worden. Zu der er st e n Flugblatt- Verbreitung am Morgen des zweiten WeihnachtSfeiertages hatten sich die Parteigenossen in erfreulicher Anzahl eingefunden. Der Einladung zur ersten Versammlung am Freitagabend im„Birkenwäldchen" waren ca. 550 Personen gefolgt, die der zweistündigen Rede deS Genossen P a g e l s- Rixdorf rauschenden Beifall spendeten. Wie der Vorsitzende den Versammelten mit- teilte, wird am 17. I a n u a r in demselben Saale der Kandidat des Kreises, Genosse Zubeil, zu seinen Wählern sprechen.— Auf der gegnerischen Seite ist noch alles ruhig; nur der„Reichsverband" bettelt durch die Lokalblätter um milde Gaben und bläst zum Sammeln der bürgerlichen Parteien. Schöncbcrg. Die erste Wählerversammlung hatte das Wahl- komitee zum Freitag, den 23. Dezember im Obstschen Lokal ein- berufen. Genosse Kurt E i s n e r betonte in seinem Vortrage, daß durch die Auflösung des Reichstages dem deutschen Volke eine sehr willkommene Weihnachtsbescherung gegeben sei. Weiter kennzeichnete er unsere Kolonialpolitik und deren Mißwirtschaft. Au der Hand von Berichten wies er auf die unerhörten und unmenschlichen Taten unserer Kulturträger in Afrika hin. Das Zentrum, welches von den Vorgängen unterrichtet, trotzdem die Politik der Regierung mitmachte, kam in den Ausführungen nicht zu kurz dabei weg. Stürmischer Beifall lohnte dem Referenten am Schlüsse seiner Rede. Gegner meldete» sich nicht zum Worte, trotzdem ihnen vom Vorsitzenden volle Redefreiheit gewährleistet wurde. Die Genossin Bäumler richtete einige Worte an die Frauen, sie zur Mitarbeit an den Wahlen auf- fordentd. Genosse K ü t e r ersuchte die Anwesenden, die Wählerlisten einzusehen. Nach einigen anfeuernden Worten des Vorsitzenden zu tatkräftiger Arbeit wurde die Versammlung geschlossen. Eine gut besuchte Wählerversammlung tagte am Freitag in Mariendorf, woselbst Genosse Kurt Heinig das Referat hielt. Den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte eine Diskussion, an welcher sich die Genossen Greulich-Marienfekde und Lehmann-Mariendorf beteiligten. Kurz vor Schluß betrat Genosse Zubeil, von den Versammelten lebhaft begrüßt, das Lokal. Er nahm in Kürze Veranlassung seine Stellung wie die Stellung der Sozialdemokratie zu der deutschen Mißwirtschaft zu präzisieren. Für die Sozialdemokratie müsse jeder am 25. Januar seine Stimme abgeben. Den Ausführungen Zubeils wurde lebhafter Beifall ge- spendet. Mit einem Appell an die Frauen, in dem Wahlkampf eifrig mitzuwirken, erfolgte Schluß der Versammlung. Adlershof. In überaus stark besuchter Wählerversammlung referierte am Freitag im Lokale von Baher Genosse Albert Horlitz. Redner machte sich zur Aufgabe, den Anwesenden ein klares Bild der Regierungspolitik zu entwerfen, um diese dann einer schneidenden Kritik zu unterziehen. Auch der unverblümten Aufforderung zum Staatsstreich, welche von konservativer Seite erging, für den Fall, daß der neue Reichstag keine gefügige Mehrheit erhält, tat der Redner Erwähnung, und gab der Meinung Ausdruck, daß die deutsche Arbeiterklasse durch die bereits erfolgte sozialdemokratische Aufklärungsarbeit stark genug sei, auch die schärfsten Angriffe siegreich abzuschlagen. Zum Schluß forderte Redner auf, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß der bisherige Kandidat des Kreises, Genosse Zubeil, mit erdrückender Majorität wiedergewählt würde. Eine im Sinne deS Referats abgefaßte Resolution gelangte zur einstimmigen Annahme. In der Diskussion stellte der freisinnig« Lehrer Herr Schmalz unter allgemeiner Heiterkeit die Frage: „Warum die Sozialdemokratie den Freisinn so scharf bekämpfe?" Da inzwischen die Polizeistunde eingetreten war, welche noch ganz im Oppenschen Geiste seeligen Angedenkens auf 10 Uhr festgesetzt ist, konnte dem Herrn Schmalz eine Antwort nicht erteilt werden. CS wurde ihm mitgeteilt, daß er in der nächsten Wählerversammlung am 8. Januar eine gründliche Antwort erhalten werde. Rieder-Schöncmeidr. In öffentlicher Wählersammlung referierte Genosse Zubeil in Haffelwerder. Auch hier beleuchtete der Redner unsere herrliche Kolonialpolitik, die dem deutschen Volle bisher nichts anderes als ungeheure Opfer verursacht hat. Die Lebensmittel- Verteuerung, wie das ständige Bestreben der herrschenden Klassen, das Volk zu entrechten, kennzeichnete der Referent mit gebührender Schärfe. Seine fesselnden Ausführungen wurden von den Ver- sammelten mit stürmischem Beifall aufgenommen. Zum Schluß ge- langte eine Resolution zur einstimmigen Annahme, m welcher die Versammelten ihr Einverständnis mit der Haltung der sozial» demokratischen Fraktion im allgemeinen und oeS bisherigen Vertreters des Kreises im besonderen ausdrücken. Außerdem wird die Wiederaufstellung Zubejls begrüßt. Zum Schluß geloben die Ver- sammelten, alles daransetzen zu wollen, um am Tage der Wahl dem Genossen Zubeil zu einem glänzenden Siege zu verhelfen. Der Borsitzende forderte hierauf zum Eintritt in den Wohtverein und zum Abonnement auf den.Vorwärts' auf. Stankow. In diesem kleinen an der äußersten Grenze des Kreises Teltow in der Nähe der Bahnstation Brand gelegenen Dorschen fand am S o n n t a g. den 30. Dezember zum erste» Male eine Volksversammlung statt. Dem Gemeindevorsteher scheint dieses für Staakow ganz neue Ereignis recht unangenehm gewesen zu sein. Als die Anmeldung zn der Versammlung, die vom Vorsitzenden des Charlottenburger Wahlvereins, Genossen Paul Schmidt, ausging, mit der höflichen Bitte um Zu- sendung der Bescheinigung über« die erfolgte«ninelduna bei ihm einging, sandte er sie zurück mit dem Bescheid: .Urschriftlich zurückgesandt zur Angabe, welche Angelegenheiten in dieser Versammlung erörtert oder beraten werden sollen." Darauf aufmerksam gemacht, daß irgend eine Verpflichtung, seiner Aufforderung Folge zu leisten, nicht bestehe, daß er dagegen die gesetz- liche Verpflichtung habe, eine Bescheinigung über die Anmeldung zu geben, sandte er eine solche zwar, fügte ihr aber die amtliche Be- merkung hinzu:.daß p. Jäkel die Abhaltuiig der Versammlung in seinem Lokale nicht duldet". Gleichzeitig mit dieser Bescheinigung traf ber dem Genossen Schmidt ein Brief des Gastwirts Jäkel ein. worin er ihm mit« teilte, daß er fich genötigt sehe, von dem Kontrakt, durch welchen U dem Genossen Schmidt seinen Saal zu einer Versammlung am 30. Dezember vermietet hatte, zurückzutreten. Genosse S ch m i d t ließ sich jedoch nicht hindern, von seinem guten Recht Gebrauch zu machen. er nahm den von ihm gemieteten Raum in Besitz und wies den Wirt nachdrücklich aus die flnanziellen Folgen hin. die ein Kontrakt- bruch für ihn haben würde, da er für die entstandenen Unkosten auf- kommen müßte. Somit konnte die Versammlung ungestört unter dem üblichen Schutz des Staates, zu dessen Vertretung ein Gendarm erschienen war, stattfinden. Der Besuch der Versammlung war nach städtischen Begriffen sehr gering: Es waren 36 Männer und 4 Frauen erschienen. Für Staakow aber ist ein solcher Besuch nicht unbedeutend, er umfaßt beinahe zwei Drittel aller Wähler. Staakow hatte im Jahre 1903 62 eingeichriebene Wähler, von denen 50 ihr Wahlrecht ausübten; in diesem Jahre soll oie Wählerzahl auf 60 herabgegangen sein. Das Wahlresultat im Jahre 1903 war ein schlechtes, nur 17 Wähler gaben damals ihre Slinune für unseren Genossen Fritz Zubeil ab. während 33 sich für den konservativen Kandidaten einfangen ließen. Der Referent der Versammlung, Genosse Dr. Borchardt, wies, von dem unmittelbare» Anlaß der Reichstagsauflösung aus- gehend, eindringlich auf den grundsätzlichen Gegensatz in den Be- strebungen der sozialdemokratischen Arbeiterpartei zu denen aller anderen Parteien hin: Verwirklichung des Grundsatzes des gleichen politischen und wirtschaftlichen Rechts für alle Staatsbürger. In der Versammlung herrschte ein trefflicher Geist und ein« vorzügliche Stimmung, so daß wir aus eine Verdoppelung unserer Stimmenzahl am 25. Januar rechnen dürfen. Die Versammlung wurde erst um 7 Uhr geschlossen. Kreis Teltow. Die Reichstagswählerlisten können eingeseven werden für Johannisthal im Gemeindebureau während der Dienststunden. Eine Abschrist derselben liegt beim Genossen G o b i n, Roonstr. 12, aus. Steglitz. Die Listen liegen heute von 11»/,— 12'/, Uhr im Rathaus, Zimmer 1 aus. Wählerversammlungen im Kreise Rieder-Barnim. Friedrichsfelde. Am Sonntag nahm die Sozialdemokratie Fricdrichsfeldes in erster öffentlicher Wählerversammlung Stellung zu den bevorstehenden Wahlen. DaS Referat hielt Genosse Kurt Rosenfeld, der die Stellung der bürgerlichen Parteien zur Kolonial- Politik eingehend präzisierte. Mit einem wuchtigen Appell an die Anwesenden, den Sieg am 25. Januar durch fortgesetzte AufklärungS- arbeit vorzubereiten, schloß er unter lebhaftem Beifall seine Aus- stihrungen. Der Vorsitzende forderte alsdann zu reger Einsicht» nähme in die Wählerlisten auf. Das Wahlkomitee besteht au? den Genossen Gronwald, Pinseler, Schwäbisch, Boche und Bruck; samt- liche Zuschriften und Anstagen die Wahl betreffend sind au den Genossen Karl Gronwald, Luisenstr. 15, zu richten. In Weißensee haben die„Ordnungsparteien" noch gar keine offizielle Stellung zur ReichstagSwahl genommen. Nur die Orts» presse bringt hin und wieder eine Nachricht über die Kandidaten- frage, so unter anderem, daß Bürgermeister Ziethen-Lichtenberg von den vereinigten bürgerlichen Parteien als Kandidat normiert worden ist. In der arbeitenden Bevölkerung ist bereits ein anderes Leben vorhanden. Die bevorstehenden Reichstagswahlen bilden hier das Tagesgespräch. Lebhaft ist bereits in die Wähler- liste Einsicht genommen worden, und daß dies auch unbedingt notwendig ist, beweisen die zahlreichen Mängel, die sich bei der Einsichtnahme herausgestellt haben. Leute, die längst verstorben oder verzogen sind, stehen in der Liste, während Einwohner, die erst vor kurzem noch ihr Kommunalwahlrecht ausgeübt haben, nicht verzeichnet sind. Wer von Ken Arbeitern keine Zeit hat, die Liste während der Bureaustunden im Gemeindeamte einzusehen, kann dies beim Genossen Schmutz, KönigS-Chaussee 88, tun, woselbst auch Proteste gegen die Richtigkeit entgegengenommen werden. Nieder-Barnim. Friedrichsfelde. Abschriften der Wählerlisten liegen aus für Bezirk I, umfassend Berlinerstraße westlich der Schloßstraße, bei Franzke, Berlinerstr. 103. Bezirk II, alles östlich der Schloßstraße und Wilhelmsiraße, bei Schulz, Wilhelmstr. 11. Bezirk m. Friedrich- ktraße westlich der Schloßstraße, Luisenstraße, Prinzen-Allee, Walder- seestraße, RummelSburgerstrahe, Caprivi-Allee bei Lasse, Luisen- straße 21. Tegel. Die Wählerliste liegt au« im Gemeindeamt, Baitstraße, außerdem beim Genossen Gehlhaar. Berlinerstr. 92. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Am Donnerstag, den 3. Januar, abends 8'/z Uhr, bei Kliems. Hoseicheide 13/15, Freitag, den 4. Januar, abends 8'/, Uhr, im Königshof, Bülowstr. 37, finden VolkSversamm- limgen statt, in der Genosse R. Fischer über die bevorstehende Reichstagswahl sprechen wird. Zahlreichen Besuch erwartet Der Bor st and. Reinickcndorf-West. Parteigenossen! Am Freitag, den 4. Januar, abends S'/j Uhr, findet im Lokale von Otto, Berlinerstr. 113/114, ein kombinierter Zahlabend statt. ES wird jedem Genossen zur Pflicht-gemacht, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Reinickendorf-sOstj-Schönholz. Zu der am Sonnabend, den 5. Januar, abends 8 Uhr, bei Ramlow, Schönholz 14. statt- findenden öffentlichen Wählerversammlung findet am Donnerstag, den 3. Januar, abends 7 Uhr, Flugblatt- Verbreitung von den bekannten Lokalen aus statt. Jeder Ge- nosse hat die Pflicht, sich daran zu beteiligen. Nieder-Schönhausen. In der am 3. Januar 1907, SV. Uhr stattfindenden öffentlichen Versammlung spricht Genosse A. K o h n über die ReichstagSwahl. Sine überfüllte Versammlung erwartet der Borstand. Steglitz. Die Versammlung des WohlvereinS am 2. Januar 1907 fällt aus. Sonntag, den 6. Januar, Flugblattverbreitung in allen Bezirken. Lerlmer J�admcbten. Prosit Neujahr! rufen sich in der Nacht vom 31. Dezember bis 1. Januar alle diejenigen zu.>die beisammen sind, um mit dem Schlage 12 den Anbruch des neuen Jahres zu begrüßen. Man wünscht sich Glück und hofft, daß das neue Jahr besser werden möge als das verflossene. Auch wir möchten unter den Gratulanten nicht fehlen. Wir haben zwar keinen Anlaß über das abgelaufene Jahr zu klagen; hat es uns doch eine Anzahl Kämpfe gebracht, unserer Partei zahlreiche Anhänger und unserem Blatte 23 000 neue Abonnenten. Das Jahr schließt mit einem frtsch-fröhlichen Wahlkampfe und in den nächsten Wochen des neuen Jahres soll dieser Kampf seinen Höhe- Punkt und am 25. Januar seinen Ausgangspunkt erreichen. In diesem Sinne, daß das. neue Jahr für unsere Partei und zugleich auch für unser Blatt ein recht erfolgreiches werde. begrüßen auch wir das neue Jahr und rufen unseren Partei- freunden und Lesern unseres Blattes ein fröhliches„Profit Neujahr" zu. Unser historischer Kalender für daS Jahr 1907 wird mit der heutigen Nummer unsere« BlatteS ausgegeben. In seinem Format ist er derselbe geblieben wie bisher, sein Inhalt dagegen ist durch die wichtigsten politischen Ereignisse des verflossenen JahreS aktueller gestaltet. Wir hoffen, daß der Kalender den Parteigenossen und Lesern unseres Blattes eine will- kommen« Gabe sein, unsern Gegnern aber, wie schon bisher, recht vielen Verdruß bereiten wird. Vom besten Kinderschutz. Jetzt nach dem Weihnachtsfest beklagt in einem bürgerlichen Blatt einer da« Kinderelend, daS er in den Wochen vor Weih- nachten wieder in den Straßen Berlins gesehen hat. Bewegten Herzens schildert er in dem„Tag" des Herrn Scherl die Leiden der ach! so vielen Kinder, die z. B. in der Leipzigerstraße selbst bei grimmem Frostwetter umherstanden und die Vorübereilenden an- flehten, ihnen etwas von ihiem Weihnackitskram abzukaufen.„Es ist ein Winterabend," erzählt er,»zehn Uhr schon und mehr; das Thermometer zeigt 8 Grad Kälte. Der Erwachsene eilt, so rasch er kann, um aus einem geheizten Zimmer ins andere zu kommen. Und da stehen Kinderchen, zum Teil höchstens vier Jahre alt, trippelnd auf demselben Fleck, starr vor Kälte, haben ein Zigarrenkistchen um- gehängt und piepsen:.Wachsstreichhölzer 10 Pf.",»Christbaum- schmuck 10 Pf.', mit Stimmchen, die kaum daS Reden gelernt I" „Ist das würdig?" fragt entrüstet der gute Mann. Doch hinter- her beruhigt und tröstet er fich und sein Publikum:„Gewiß mag es eine Not geben, die es auch begreiflich erscheinen läßt, wenn kleine Kinder deS Abends nach Brot auf die Straße geschickt werden. Aber für solche wahre Not, dächte ich, sei auch Abhülfe da. Haben wir nicht das Unterstützungswohnfitzgesetz? Haben wir nicht WohltätigkeitSeinrichtungen mannigfaltigster Art? Eine Kontrolle ist schwer; aber ich glaube nicht, daß eS wirk- liche Rot ist, die da ihren Verzweiflungskampf kämpft l" Er meint, daS„sehe viel eher nach Gewerbsmäßigkeit auS," und er ruft gegen den Mißbrauch, der da mit den Kindern getrieben werde, die Gesetzgebung auf. Der Ahnungslose I Er weiß offenbar nicht, wie unerbittlich die Organe unserer Armenverwallung sein können, wenn bittere Not Hülse von ihnen heischt. Er bat wohl auch keine Kenntnis von der Ohnmacht all' der Vereine und Vereinchen, die den Hülflosen beistehen wollen und doch auS Mangel an Mitteln selber so gänzlich hülfloS sind. Aber sein Ruf nach schärferen Ge- s e tz e s b e st i m m u n g e n, die den Straßenhandel der Kinder noch weiter einschränken sollen, weist allerdings auf ein radikales Mittel zur Abhülfe hin. Warum versucht man'S nicht mal mit diesem Mittel? Warum müssen wir's alljährlich aufs neue erleben, daß in den Wochen vor Weihnachten sogar Kinder, die noch nicht mal daS schulpflichtige Alter haben, auf die Straße hinausgestoßen werden, um dort ihr bißchen Brot zuverdienen? Weil selbst daS radikalste Mittel Wirkung?- loS bleiben muß. wenn die Bedingungen fehlen, unter denen allein eS wirken kann I Wir fordern sogar ein vollständiges Verbot der erwerbenden Kinderarbeit, also auch-de» Stratzenhandels der Kinder und zwar auch für die Wochen vor Weihnachten. Indes. wer den Eltern verbieten will, ihre Kinder mitverdienen zu lassen, der muß natürlich auch dafür eintteten, daß allen Eltern die Mög- lichkeit geschaffen wird, auf den Verdienst ihrer Kinder zu verzichten. Warum haben wir denn kein lückenloses Kinderschutzgesetz? Weil ein solches Gesetz der bürgerlichen Klasse unbequem wäre und sich überhaupt nicht durchführen läßt, so lange noch Eltern ge- nötigt sind, mit den paar von ihren Kindern verdienten Groschen zu rechnen. Den besten Kinderschutz bildet der Elternschutz; am wirksamsten Hilst man den Kindern, wenn man ihren Eltern Hilst; das sicherste Mittel zur Beseitigung der Kinderarbeit ist die Beseitigung des Elendes der Eltern. Aber eben das will die besitzende Klaffe nicht. Wenn sie eS ruhig geschehen ließe. daß daS arbeitende Volk sich bessere Existenzbedingungen schafft— ei. da sägte sie ja selber den Ast ab. auf dem sie sitzt und sich so be- haglich fühlt I Der heuchlerische Trost, mit dem die bürgerlichen Kinder« steunde sich beruhigen— die Versicherung, daß es nicht wirk- liche Not sei. die die Eltern zwingt, an ihrem VerzweiflungS- kämpf die Kinder teilnehmen zu lassen— wird durch entsetzensvolle Tatsachen widerlegt. Just zu Weihnachten ist dem Berliner Magisttat von einem Berein, der an der Beseitigung der Kindernot mitarbeiten will, eine Eingabe überreicht worden, die auf Grund einwandsfreier Feststellungen die in Berlin herrschende Not der Kinder schildert. Der„Verein für Kinder-Bolksküchen" bittet um eine Erhöhung der Beihülfe, die ihm bisher von der Stadt gewährt worden ist. Gegenwärtig ist er nicht in der Lage, die an ihn heran- ttetenden Anforderungen zu erfüllen. Durch Vermittelung der Schule läßt er feststellen, wo wirkliche Not vorhanden ist. Bei den Recherchen, die von Lehrern und Lehrerinnen in den Wohnungen der Schulkinder vorgenommen'wurden, find ziemlich 3000 Familien gefunden worden, in denen nach- weislich kein Mittagessen gekocht wird. 9000 Kinder ge- hören diesen notleidenden Familien an, aber nur etwa 3000 davon können durch den Verein mit Mittagessen unterstützt werden. ES bleiben als» noch 6000, die kein Mittagessen erhalten. Und dabei sind wir jetzt erst im Beginn des Winteröl Die Petition dieses Vereins spricht von der Not, die auf diesen Familien und ihren Kindern lastet, und weist hin auf die Schäden, die der Bolksgesundheit aus solchen Zuständen erwachsen. Aber es versteht fich von selber, daß auch diese Herrschaften im übrigen zu den treue st en und eifrig st enSchützern unserer Herr- lichen Gesellschaftsordnung gehören, die ,olche Zustände verschuldet. Alles was in bürgerlichen Blättern über Kindernot ge- schrieben wird, alles auch, was in„wohltäiigen" Vereinen bürger- sicher Kreise für Kinderschutz getan wird, bleibt hohler Schwatz und arniseliges Stückwerk, solange die bürgerliche Klasse den B e- mühungen derArbeiterklasse, ihre wirts�aftliche Lage zu bessern, mit der blinden Wut des in semer Macht- pellung gefährdeten Bedrückers entgegenttitt. Wir wiederholen eS: der beste Kinderschutz ist der Elternschutz! Dieken hat aber die Arbeiterflasse niemals von der bürgerlichen Gesellschaft zu erwarten, mir sie selber kann ihn sich ichaffen. Und nur im zielbewußten Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft, wie die Sozialdemokratie ihn führt, kann sie ihn erringen. Ergebnis des WeihnachtSpaketverkebrs. Der WeihnachtLpaket- Verkehr hat in diesem Jahre überall eine erhebliche Zunahme ge- zeigt. Wenigstens ergeben die bis'jetzt aus dem Berliner Bezirk vorliegenden Zahlen ohne Ausnahme einen weit größeren Zuwachs als im Vorjahre. Die Statistik hat vor manchen anderen den Vorzug, bis aufs letzte Stück genau zu sein, wie ein Kassen- abschlutz. Gezählt wird der Postpäckercivcrkehr in den 14 Tagen vom 12. bis zum 25. Dezember in den Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern. Die Gesamtstiickzahl der aufgegebenen und eingegangenen Pakete betrug i» diesem Jahre in Berlin 2 453 015, in Charlottenburg 116 851, in Schüneberg 64 430, in Rixd'-'f 37 259, Dazu kommen in diesem Jahre zum ersten Male Wilmei-e'-orf mit 20 718 und Lichtenberg.mit 8 517. Tic Zunahme beträgt in Berlin 97 395, in Charlottenburg 1V 576, Schöneberg 2 034, Rixdorf 10 017, Wilmersdorf 5 423, Lichtenberg 1 933. In Berlin ist die Auf- liefftfinfi. in den Vororten der Eingang der gröbere. In derselben Richtung bewegt sich die EntWickelung gegen daS Vorjahr. In Schöneberg ist die Auflieferung sogar noch etwas zurückgegangen. Aufgegeben wurden in Berlin 1 S9l 756, in Charlottenburg 51 809, in Schöncberg 21 475, in Rixdorf 17 687, in Wilmersdorf 7 046. in Lichtenberg 4 074. Der Eingang betrug in Berlin 861 259, Char- lottenburg 65 042, Schöneberg 46 005, Rixdorf 19 512, Wilmersdorf 13 672, Lichtenberg 4 443. In der Weihnachtszeit wurden bei den Ortspostanstalten in Berlin 13 872 Personen beschäftigt. Darunter waren 1520 Hülfsmannschaften aus dem Zivilstande und 381 auS dem aktiven Militärstande. Pferde wurden täglich 2246 verwendet. Die Neuanlagrn der B. E.'W. Die Direktion der Berliner ElektriAltätswerke A.-G. versendet jetzt an die Aktionäre die Vor- lagen über ihren neuen Vertrag mit der Stadt Berlin zu der am 3. Januar stattfindenden Generalversammlung. Die Gesellschaft bezeichnet darin die Zugeständnisse, die sie der Stadt gemacht hat, als nicht so schwerwiegend, wie sie von manchen Seiten hingestellt wurden. Sie erwartet aus den Erträgnissen der Neuanlagen trotz der kurzen �auer des nur bis 1915 laufenden Vertrages eine an. gemessene Verzinsung. Besonders zufrieden ist die Ver» waltung mit der von der Stadt neu übernommenen Verpflichtung zur Erwerbung der Anlagen unter Aufgabe ihres früheren Rechts. eventuell die Entfernung der Anlagen aus den städtischen Straßen zu fordern. Die Kosten der Neubauten waren aus 40 Millionen veranschlagt, diese Ziffer sei jedoch noch keine endgültige. Zum Schlüsse legten Direktion und Aufsichtsrat den Altionären die An» nähme des Vertrages„dringend ans Herz". Der WeihnachtSverkehr auf de« StaatSbahnen hat nicht mehr wie alles zu wünschen übrig gelassen. Im„Berliner Tageblatt" schildert ein Leser die geradezu skandalösen Zustände, die am ersten Weihnachtsfeiertage auf der Strecke Berlin- Stettin herrschten. Die Passagiere, die um 11 Uhr vormittags vom Stettmer Bahnhof nach Stettin und darüber hinaiuS fahren wollten, wurden zunächst in einen Vorzug förmlich gezwängt. Der fahrplanmäßige Zug war bis zur Abfahrt dieses Vorzuges durch Beamte gesperrt. Die Waggons des Vorzuges waren natürlich nicht geheizt. In Tantow, vier Stattonen vor Stettin, kam die WeihnachtSüberraschung. Hier erlitt die Maschine des Vorzuges Defekt. Der Zug wurde daher auf«in totes Geleilse gefahren. Hier blieb er liegen. lnS eine neue Maschine aus Stettin requiriert war. Das Waren wieder 40 Minuten in ungeheizten Waggons. Das AuS st eigen wurde nichtge stattet. Kurz nachdem der Vorzug auf das tote Geleise in Tantrav gelettet war, kam der fahrplanmäßige Elfuhr zu g aus Berlin, der. wie ausdrücklich hervorgehoben fei, nur sehr mäßig besetzt war. Mehrere Passagiere des Vorzuges wollten nun umsteigen, um den Anschluß in Stettin in der Richtung Pasetvalk nicht zu versäumen. Der Stationsvorsteher verhinderte dies aber mit der Begründung, er könne die Verantwortung nicht aus sich nehmen.(!) Kurz und gut, der Hauptzug ging ohne die Passagiere des Vorzuges ab. Als dann der Vorzug gegen �3 Uhr in Stettin eintraf, war der Anschlußsug in der Richtung nach Pasewalk längst über Bevg und Tal. Die Passagiere mußten zwei weitere Stunden auf den folgenden Zug warten. ES war also wirklich kein Borzug, mit diesem Vorzug zu fahren. In welcher Weise mit dem Grund und Boden gewuchert wird, dafür liefern folgend« Angaben einen kleinen Beitrag: So kostet das Wertheimfche Hau» an der Leipzigerftraße 33 Millionen; 18 Millionen geben davon auf Gvund und Boden. Die Aschinger» gefellschaft hat ihren Grundbesitz, wie seinerzeit gemeldet, auf den Gesamtwett von 21 Millionen erhöht. Man kann fast sagen, daß jeder Pflasterstein auf und um den Leipziger Platz herum eine Stange Gold wert ist. Jedes der großen Geschäftshäuser, die sich jetzt reihenweise in der Leipzigersttaße erheben, hat Millioncnwert. In der G«end deö Eptttelmarkte? beginnt das KonfektionSviertel, wo die Beherrscher der Mob« Haus an Haus wohnen. Ein gutes Grundstück ist auch hier unter einer Million Mark schwerlich zu haben; der Gevivrnneter de« Boden« in dieser Gegend, den man vor hundett Jahren«mf 3 M. berechnete, kostete 1860 etwa 150 bis 200 M.. 1896 das Siebenfache(1400 M.) und jetzt bedeutend mehr. DaS Dresselfche Warenhows Unter den Linden wurde vor zwei Jahren für 900 000 M. verkaust; vor etwa 60 Jahren hatte das nicht schr geräumige Haus nur etwa ein Fünftel davon gekostet. Zu den teuersten Grundstücken von Berlin gehören diejenigen, auf denen die großen Bicrpaläste der Friedrichstrahe stehen, von den Linden bis zur Leipzigerstraße. Dasjenige, auf welchem da» Kaisechotel, das Kaiser-Cafe und der Kaiserteller ftchen. wird auf 12 bis 15 Millionen geschätzt. Dipl« Zahlen reden eine eindringliche Sprache und zeigen. nmlchoi: Wucher heute mit dem Grund und Boden, der Gemeinbesitz MMlMU �trieben wird, Ein Opfer der Klassenjustiz. Der Mechaniker Paul Koschemann ist gestern auS dem Zuchthause in Sonnenburg entlassen worden. Am 16. April 1897 wurde Koschemann vom Schwurgericht de? Landgerichts Berlin I zu der furchtbaren Strafe von zehn Jahren und einem Monat Zuchthaus verurteilt. Da ihm einige Monate der langen Unter- suchungshaft auf die Strafe angerechnet worden sind, so war die Strafzeit gestern abgelaufen. Das Urteil gegen Koschemann hat seinerzeit berechtigtes Auf- sehen erregt. Jeder, dessen Denkweise nicht durch politisches Vor- .urteil und blinden Klassenhaß beeinflußt wird, empfand das Urteil als ein objektiv ungerechtes, nicht nur wegen der unglaublichen Härte, sondern vor allem deshalb, weil Koschemann auf Grund eines völlig unzureichenden Indizienbeweises zehn Jahre seines jungen Lebens hinter den Mauern des Zuchthauses verbringen sollte. Der Vorgang, der den damals 23jähttgeu Koschemann vor Gericht ftihrte, war folgender: Im Juni 1895 kam mit der Post aus Fürstenwalde eine an den Polizeioberst Krause adressierte Kiste in Berlin an. Aus dem Ber- liner Postamt entdeckte man, daß eine Flüssigkeit a»S der Kiste sickerte, man öffnete sie vorsichttg und der Inhalt stellte sich als ein« „Höllenmaschine" dar, die entweder beim Oeffnen oder aber durch die Wirkung eines Uhrwerks zur Explosion gelangt wäre Nach Jahr und Tag glaubte die Polizei in Koschemann. der ihr als Anarchist bekannt war und in einigen seiner Gesinnungsgenossen die Attentäter entdeckt zu haben, die durch An- fertigung und AMendung der„Höllenmaschine" einen Mordanschlag auf den Polizcioberst Krause geplant hätten. Koschemann und seine Mitangeklagten haben jede Beleiligung an dem Attentat und jede Kenntnis von demselben' ln Abrede gestellt. Auch in der sieben- tägigen Genchtsverhandlung ist nicht der geringste zwingende Beweis für Koichemanns Ickmld erbracht worden. Seine anarchistische Gesinnung und sein Verkehr in anarchistischen Kreisen war es. was den Verdacht seiner Täterschaft aufkommen ließ. Was an Be- Weismaterial gegen den Angeklagten zusamniengebracht wurde, daS war so unzulänglich, daß jeder, der die Dinge nicht durch die trübe Brille philisierhaster Anarchistcnfurcht betrachtete, sich erstaunt fragte: Wie könnt ein Gericht aus Grund eines solchen Beweis- Material« einen Angeklagten überhaupt verurteilen! An dem Tage, als die Höllenmaichine zur Post gegeben wurde. haben einige Personen in Fürstenwalde einen junge» Mann gesehen. der Aehnlichkeit mit Koschemann hatte. Bei einem Uhrmacher in Wusterhausen hatte jemand eine Weckeruhr getauft, eine Weckeruhr ist auch zur Herstellung der Höllenma'chine benutzt wcksden. Ob eS dieselbe oder auch nur dasselbe Fabrikat war wie die in Wuster- hausen verkaufte, ob Koschemann der Käufer war. das ist nicht fest- gestellt worden und doch genügten diese Indizien den Geschworenen aus bürgerlichen Kreisen. Koschemann schuldig zu sprechen.'Jedoch konnten sie ihn nicht als Täter verurteilen, nur der Beihülfe zum Mordversuch fanden ihn die Geschworenen schuldig und daneben noch der Beihülfe zum Verbrechen gegen das Sprengstoffgesetz. Der Spruch der Geschworenen läßt sich nur so erklären, daß sie, befangen in blasser Furcht vor dem anarchistischen Gespenst, den Attentatsversuch für ein anarchistisches Werk hielten-> obgleich keine Beweise dafür erbracht sind— und daß sie an Koschemann, wenn sie ihn auch nicht als Täter schuldig sprechen konnten, ein Exempel statuieren wollten, wessen sich ein Anarchist, der ja nach Philister- hafter Anschauung immer eines Attentats fähig ist. zu versehen bat, wenn er der bürgerlichen Justiz in die Hände fällt. Das Werk, welches die Geschworenen mit ihrem höchst anfechtbaren Schuldigspruch begonnen hatten, krönten die gelehrten Richter, indem sie die furchtbare Strafe von zehn Jahren mid einem Monat Zucht- haus über Koschemann verhängten. Das Reichsgericht hat die Revision des Verurteilten verworfen. Er hat, während er im Zuchthause saß, mehrmals den Versuch gemacht, em Wiederaufnahmeverfahren durchzusetzen. Aber alles war vergebens.' Die zehn Jahre, welche Koschemann hinter den Mauern des Zuchthauses zubringen mußte, sind nun vorüber. Ein nach Ansicht aller gerecht denkenden Menschen von der Klassenjustiz zwar in gutem Glauben aber doch ungerecht verhängtes Urteil ist bis zum letzten Rest vollstreckt warben. Koschemann tritt nun wieder zurück in die „Freiheit". In welcher körperlichen und geistigen Verfassung, das wird man sich nach den bekannten Wirkungen, welche eine lange Zuchthausstrafe selbst auf den kräftigste» Menschen ausübt, vorstellen tonnen. Die Freunde undGesinnungsgenossenKoschelnanns veranstalten eine Sammlung, deren Ertrag ihm helfen soll, die Folge» der Strafzeit zu überwinden und sich eine Existenz zu schaffen. Hoffen wir, daß diese Bemühungen von Erfolg gekrönt werden. Dem Opfer verblendeter Klassenvorurteile gegenüber haben die Gegensätze, welche durch politische Parteistcllung bedingt sind, in den Hintergrund zu tteten. Hier hat nur das Gefühl reiner Mensch- lichkeit zu sprechen, und da �ilt es, einem Mitmenschen, der durch den Fehlspruch eines bürgerlichen Gerichts niedergetreten ist, wieder aufzuhelfen und die Folgen eines ungerechten Urteils nach Möglich- keit wieder gutzumachen.__ Zahlreichen Besuch wiesen am Sonntag die Eisbahnen auf. Die Rieseneisbahn des Müggelsees wurde allein von zirka 10 000 Personen besucht, und die nach Friedrichshagen fahrenden Vorort- züge waren vom frühen Nachmittag an bis auf den letzten Platz besetzt. Ein ebenso lebhafter Verkehr entwickelte sich auf der Eis- bahn des Wannsees, der Havel, des Tegeler-, Plützensees usw.— Auf dem Müggelsee fand am Sonnabend die amtliche Abnahme der Segelschlitten statt, die mietsweise an das Publikum abgegeben werden. Die Untersuchung beschränkte sich nicht nur auf den Zustand der Schlitten, sondern die Schlittenfahrer mußten auch Probefahrten unternehmen, um ihre Fähigkeiten in der Führung der„Blitzsegler" zu beweisen. Am Sonntag wurden von den Schlitten bereits zahlreiche in Gebrauch genommen. Auf dem Tegeler See ist ein besonderer Eis-Sanitätsdienst eingerichtet. Verschiedene Unglücksfälle, die im vorigen und in den früheren Jahren vorgekommen sind, haben Veranlassung dazu gegeben, daß in einzelnen, an dem Gewässer liegenden Gastwirtschaften Rettungs- schlitten zur Aufstellung gelangten, die mit allem erforderlichen Rettungsmaterial ausgerüstet sind. Mitglieder der freiwilligen Sanitätskolonne übernehmen den Ueberwachungsdienst und halten sich zu diesem Zwecke ständig an verschiedenen Punkten der Bahn auf. Sie hatten am Sonntag mehrfach Gelegenheit, helfend ein- zugreifen und konnten ihre Unterstützung auch einem 12jährigen Knaben angedeihcn lassen, der gefallen war und sich den rechten Unterschenkel gebrochen hatte. Erweiterung de« SttaßenbahnnetzeS. Um dem Bedürfnis einer Verbindung der in starker Entwickelung befindlichen Vororte Steglitz und Fnedenau nach den südlichen Stadtteilen Berlins gerecht zu werden, wird von heute ab jeder zweite Wagen der Sttaßenbahn- Linie II(Rixdorf-Schöneberg) durch die Haupt-, Friedenauer- und Rheinstraße bis Steglitz-Schloßpark durchgeführt werden, und zwar im Anschlußbetriebe zwischen der Südlichen und Westlichen Berliner Vorortsbahn. Diese verlängerte Linie erhält die Bezeichnung V.— Ebenfalls von heute ab wird die Linie 23(Gesundbrunnen-Schöne- berg über Moabit) nicht mehr nach dem Militärbahnhof, sondern von der Kolonnenstraße durch die Sedan-, Leulhen- und Gothenstratze bis zur Toraouerstraße geführt werden. Die geänderte Linienführung beabsichtigt die Erschließung des südlich der Kolonnnenstraße gelegenen Teils von Schöneberg. 420 Zentner wiegt der Bismarck-Sarkophag. den der Kaiser von Professor BcgaS hat herstellen lassen und der in der Denlmalsluche des Berliner Domes seinen Platz erhalten hat. Der Schneefall der letzten Tage hat manchem Arbeitslosen Gelegenheit zu Verdienst gegeben, well von der städtischen Straßen- reinigung zahlreiche Hülfskräste zur Beseitigung des Schnees ein- I gestellt werden mußten. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß ver Lohn von 2,30 M.. der gezahlt wird ein sehr niedr'gcr sei, allein die Arbeitslosen haben außerdem noch mit anderen Schwierig- leiten zu känipfen. Die Berivaltung der städtischen Straßen- reinigung zahlt erst alle fünf Tage aus. In den Wärmehallen sitzen so viel Arbeitslustige beisammen, die gern die Gelegenheit zum Geldverdienon ergriffen hätten. Die meisten sind aber zu eiittväftigt, um fünf Tage ohne Lohn arbeiten zu können. Einige, die es docii versuchten, waren am Abend unfähig, weiter zu arbeiten, während die Laute, die sich bei der Straßenibahngesellschaft gemeldet hatten ihren Dienst weiter versehen konnten, da letztere täglich auszahlt. Vielleicht nimmt sich unsere städtische Verwaltung unsere Nachbarstadt Sharlottenburg zum Vorbild, die täglich auAzechlt und nicht 2,80, fondern 3,20 M. pro Tag. Anmeldung von Ferngesprächen. Um die Anmeldung von Ferngesprächen zu erleichtern, ist bekanntlich Fugelassen worden, daß Gespräche, die täglich oder werktäglich zu bestimmten Tageszeiten mit denselben Teilnehmern in anderen Orten stattfinden, ein für allenial angemeldet werden dürfen. Der Antrag ist im Berliner Bezirk an das Haupt-Fernsprechamt in der Französischeli Straße zu richten. Gespräche» dieser Art steht ein Vorrang bei der Herstellung der Verbindungen gegenüber anderen Gesprächen gleicher"Gattung, die vor der angegebenen Zeit angemeldet werden, nicht zu. Es kann auch auf die Herstellung der Verbindungen zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht gerechnet werden. Die Gespräche können entweder ein für alle mal als getvöhnliche oder ein für allemal als dringend angemeldet werden. Wünscht der anmeldende Teilnehmer ausnahn'Saveise statt des gewöhnlichen Gesprächs ein dringendes oder statt des dringenden ein gewöhnliches Gespräch zu führen, so ist dies an dem betreffenden Tage dem Amte besonders mitzuteilen. Note Karten. Die Beamten und die Arbeiter, die selbständig" mit der Ausführung von Arbeiten im Fernsprechnetz betraut werden, sind mit einer Ausweiskarte versehen, um auf Verlangen der Hausbesitzer oder der Inhaber von Fernsprechstellen oder sonstiger berechtigter Personen sich jederzeit über ihre Persönlicksteit ausweisen zu können. Die vor dem 1. Januar 1907 ausgegebenen Karten von hellblauer Farbe verlieren am Schlüsse des alten Jahres ihre Gültigkeit. An deren Stelle treten im Lber-Postdirektions- bezirk Berlin rote Karten für 1907. Die Hausbesitzer, deren Stell- Vertreter usw. werden ersucht, den Beauftragten der Post den Zu- tritt zu den Keller- und Bodenräumen usw. künftig nur dann zu gestatten, wenn dieselben entweder selbst im Besitze einer roten Karte sich befinden oder als Begleiter von Personen enscheinen, die mit solchen Karten ausgerüstet sind. Ein Kaffkehanskrach scheint die Folge der massenhaften Neu- eröffnungen von Kaffeehäusern isu sein. Eines der größten CaföS der Friedrichstadt, das erst vor einem Jahre eröffnet, ein gleichfalls noch nicht lange bestehendes Cafs im Königsviertel, sowie fünf kleinere Lokale haben schlechten Geschäftsganges wegen ihre Pfonen schließen müssen. Eine Snzahl anderer Kaffeehäuser hat sich ge- nötigt gesehen, einen Teil der Räumlichkeiten abzugeben, das Personal zu verkleinem und die Preise zu erhöhen, um wenigste«! vorläufig vor dem gleichen Schicksal bewahrt zu bleiben. Einen tragischen Abschluß hat wieder einmal eine junge Ehe gefunden. Vor drei Wochen schloß das B.sche Ehepaar, das aur Markgrafendamm 30 wohnte, den Bund fürs Leben. B. war bei dem Proviantamt als Beamter tätig und seine Frau, die erst im 23. Lebensjahre stand, war früher Schauspielerin. Sie liebte ein freies Leben und wollte anfangs nichts von den Fesseln der Ehe wissen. Schließlich aber willigte sie doch ein und vor drei Wochen fand die Hochzeit statt. Die Ehe sollte ein schnelles und tragische» Ende finden. Als B. am Sonnabend vom Dienist heimkehrte und die Korridortür aufschloß, ertönte plötzlich ein Schuß. Erschrocken eilte der junge Ehemann nach dem Wohnzimmer. Er kam aber bereits zu spät. Auf der Chaiselongue ruhte seine Frau als Leiche. Ter Revolver, der auf dem Fußboden lag, rauchte noch. Völlig niedergeschmettert stand der unglückliche Mann an der Leiche der Angebeteten. Frau B. hatte sich durch einen wohlgezielten Schuß in die Schläfe getötet. Und was war die Ursache zu der Unglück- seligen Tat? Der Ehemann hatte nicht die geringste Veranlassung dazu gegeben. Jeden Wunsch, den die Frau aussprach, erfüllte er sofort. In einem Briefe, den die Lebensmüde kurz vor der Tat ge» schrieben, nimmt sie Abschied von ihrem Manne und bittet ihn um Verzeihung. Angeblich soll B. einem Herrn, für den die junge Frau großes Interesse zeigte, den Zutritt zur Wohnung verboten babem Vielleicht ist hierin der Schlüssel zum Motiv zu suchen. Äm Tage vor ihrem Selbstmord war Frau B. bei der Geburtstags- feier ihrer Schwester die lustigste von allen gewesen, Bier schwere Unfälle auf der Eisbahn haben sich am Sonntag zugetragen. Auf der künstlichen Eisbahn an der Müllerftraße stürzte der 13jährige Schüler Hugo Sieffert, Böttcherstr. 8, ,so unglücklich beim Schlittschuhlaufen, daß er sich einen Bruch des rechten Unterschenkels zuzog,. Der 30 Jahre alte Arbeiter Otto Kaliske, Putbuferstr. 40, brach sich den rechten Fuß Der Arbeitsbursche Willi Achmer zog sich beim Sturz auf der Eisbahn ebenfalls einen Schenkelbruch zu. Außerdem wurde die Lljährige Arbeiterin Luise Gabler, Wolgasterstr. 4. schwerverletzt von der Eisbahn getragen. Eingebrochen wurde in der Nacht vom Sonntag zum Montag in der Langestr. 90 belegenen Gastwirtschaft von Zange. Es wurden Kleidungsstücke, Nahrungsmittel. Billardbälle und Gelb entwendet.— In der PeterÄmrgerstr. 37 war in der dortigen Pfandleihe von Garkisch ein bedeutender Vorrat von Herren- und Tamenstiefeln aufgespeichert. Eine Einbrechechande. die in die Pfandleihe eindrang, packte die Stiefel in Säcken ein und entfernte sich ungehindert mit der schweren Beute. Der Schaden, den&, erlitten, beträgt mehr als oOO M. Ein Opfer der Glätte wurde gestern abend der Portier Gustav Reimer aus der Chausseestr. 2c. Als R. von einem Spaziergange heimkehrte, stürzte er infolge der Glätte auf dem Bürgersteig nieder und erlitt einen komplizierten Schenkelbruch. Der Verunglückte fand im Krankenhaus Moabit Aufnahme. Durch ein Automobil vom Bürgersteig herabgerissen und schwer verletzt wurde die 11jährige Tochter deS Postschaffners Trojahle aus der Jnvalidenstr. 150. Die Kleine wollte den'Fahrdamm am Pappelplatz überschreiten, als ein Privatautomobil in üb'ermäßig schneller Fahrt herangesaust kam. Das Mädchen blieb auf dem Bürgersteig an der Bordschwelle stehen, um den Kraftwagen vorbei- fahren zu lassen, der so dicht an den Bürgersteig heranlcnkte, daß die kleine T. von dem Schmutzfänger des Gefährts erfaßt uns niedergeschleudert wurde. Sie erlitt schwere Verletzungen am Kopfe und hat auch innerlichen Schaden genommen. Die Insassen des Automobils nahmen sich des verunglückten Kindes an und brachten es nach der elterlichen Wohnung. Gebrüder Herrnfeld-Theater.. Lange Jahre haben die Ge» brüder Herrnfeld am Alexanderplatz gewirkt in dem vormaligen Kaufmanns Variete. Im vorigen Jahre mußten sie weichen und so entschlossen sie sich, ein eigenes Heim zu schaffen. Dieses eigene Heim ist fertiggestellt und am 1. Feiertag zum ersten Mal in Be» Nutzung genommen worden. Das neue Theater umfaßt die Grund- stücke Kommandantenstr. 57 und geht bis zur Stallschreiberstrage durch, hier die Grundstücke 42, 43 und 44 beanspruchend. Das neue Herrnfeld-Theater erhebt sich an der Stätte, wo einst die Ressource, ein altes Berliner Tanz- und Versammlungslokal, stand. DaS neue Heim der spezifisch Herrnfeldschen Muse ist sehr elegant und zweck- mäßig. Von der Kommandantenstr. 57 her über den Vorhof gelangt man zuerst in den Ehvenhof, der unter einer Kuppel liegt, durch deren bunte Fenster daS Tageslicht dringt. Dann fällt ver Blick auf die Doppeltreppe, die sich wie zwei mächtige Flügel nach dem Rang erhebt. Schon hier empfindet eS jeder angenehm, daß an Rani» nicht gespart wurde, und dieser Eindruck verstärkt sich in den unteren und oberen Foyers, die sich teilweife wie Säle öffnen, und die sich um einen Lichtihof lagern, den jetzt große Ausziehfenfter abschließen, und der im Sommer ein erfrischender Aufenthalt sein wird. In der Höhe des Ranges krönt den Hof eine Pergola und auf dem Podest der Doppeltveppe konzertiert in der Pause eine Kapelle. Der Zuschauerraum, weiß und weinrot. hat Platz für 800 Personen. Der Baumeister Walter Henischel legte großen Wert aus die Uebersichtlichkeit. Der quadratische Saal, dessen Aus- Messungen 20x20 Meter betragen, ist bis in den letzten Winkel zu überblicken. Säulenpaare schließen die großen Orchesterlagen ein. Karyatiden recken sich zwischen den acht oberhalb des Ranges belegenen„Separatlogen, die je nur für zwei Personen bestimmt sind, zu dem in den Formen der italienischen Renaissance gehaltenen und mit einem Deckengemälde geschmückten Plafond empor. Der Rang, der ohne jede stützende Konstruktion angelegt ist, enthält im Hintergrund noch eine Reihe geräumiger Logen. DaS uiitertjalb der Bühne gelegene Orchester bietet 26 Musikern Raum. Die Bühne selbst, die durch einen mit Jdealgestalten bemalten Vorhang abge- schlössen wird, hat bei einer Breite von 20 Metern und einer Tiefe von 10 Metern eine Höhe von ettoa 25 Metern und ist mit allen Errungenschaften der modernen Technik, mit den verschiedensten elektrischen Beleuchtungsefsekten, mit Schnürboden, Versenkungen. Regenvorrichtungen usw. ausgestattet. Jede erdenkliche Sicherheit bei etwaiger Feuersgofahr ist vorhanden. Aus dem alten Theater ist auch die dreiaktige Komödie „Familientag im Hause Prellstein" mit herüber» genommen, die mit einigen neuen Einlagen echt Herrnfeldschen Schlages versehen, ihre Wirkung auf die Lachmuskeln des Publikums nicht verfehlt. Im Berliner Aquarium sind mit einer von Helgoland ein- getroffenen Sendung wordeuropäischer Meeresfische eine Anzahl Exemplare einer Spezies aingekkmimen, die nicht nur durch ihre barocke Gestalt, ihren merkwürdig breiten, weittnäuligen Kopf und keulenförmigen, mit.Hautknoche», Höckern und Stacheln bewehrten Körper, sondern auch durch ihr buntes, wechselvolles Farbenkleid auffällt. Das letztere erregt gerade zur Winterszeit, in welcher diese nordischen, der Familie der Panzerwangen cmgehörigen Fische zur Fortpflanzung schreiten, unser Interesse, denn dann prunkt das Männchen im„Hochzeitskleid" in den prächtigsten, tropisch zu nennenden Farbentönen von Blau, Grün, Braun, Rot uind Gelb, unterbrochen von runden milchweißen Flocken. Da diese Fische mittels ihrer Stacheln den Fischern usw. sehr gefürchtete Wunden beibringen können, und der Stich von jeher vielfach für giftig gehalten wurde, erklärt sich leicht der ihn«, beigelegte Name.Seeskorpione". Auch die Adria lieferte durch die Station Rovigno ein Mitglied der ge- nannten Fischfamilie hierher, eine Art Seeschwalbe oder Knurv» Hahn, die sich zwar auch durch farbenprächtiges Gewand, mehr aber durch biegsame gegliederte Anhänge vor den muskulösen, beim Schwimmen wie Flügel abwechselnd entfalteten und zusammen- gelegten Brustflossen auszeichnet. Orgelkonzert. Mittwoch, den 2. Januar, abends?>/, bis 8'/, Uhr, veranstaltet der königl. Musikdiresior Beruh. Jrrgang in» der St. Marien- Kirche(Neuer Markt) das nächste Orgel» tongert unter Mitwirkung von Frau Anni Bendorff( Sopran), Herrn A. N. Harsen- Müller( Bariton) und Fräulein Gertr. Warburg ( Bioline). Orgelfompofitionen von Mozart, Liszt und Bossi. Der Eintritt ist frei! Das Berliner Prater- Theater öffnet mit dem neuen Jahre wieder feine Pforten als„ Boltstheater". Die Reihe der volkstümlichen und tlaffischen Schauspiele wird am heutigen Neujahrstage die Erst aufführung bon, Robert und Bertram" einleiten. Berloren hat eine Lageristin am Silvesterabend ihren Monatsgehalt, das sich im Betrage von etwa 55 M. in einem braunen Lederportemonnaie befand. Der ehrliche Finder wird gebeten, es bei Elise Hauptstein, Friedrichstraße 231, Quergeb. 4 Tr. gegen Belohnung abzugeben. Gerichts- Zeitung. Schadenersakklage eines früheren Gefangenen gegen ben fächsischen Justizfiskus. er sich den beiden anderen Faktoren, nämlich Wein und Weib, um so mehr zu, um nicht nach dem bekannten Bers ein Narr zu sein. Frau S., die ebenfalls noch ein sehr liebebedürftiges Herz besaß, hatte es bald herausbekommen, daß ihr Ehegatte es in Bunio Treue nicht allzu genau nahm und sehr gern an berbotenen im Geschäft seines Vaters in Leipzig jährlich girta 15 000 W. ver- besondere zwischen der Näherin F. und ihrem Manne gewiffe Beg Der Kaufmann Josef Goldstein in Leipzig, ber Früchten naschte. Nach Ansicht der Angeschuldigten sollten ins diente, verbüßte im Jahre 1904 im Landgefängnis zu Zwickau ziehungen bestehen, die hinreichend Material zu einer Gheſcheidung eine ihm vom Landgericht Leipzig wegen Beleidigung auferlegte bieten würden, auch sollte ihr treulofer Gatte mit seiner Geliebten Gefängnisstrafe. Bei der Aufnahmeuntersuchung wurde feft- ftets in dulci jubilo gelebt und dabei über 2000 M. Schulden kongestellt, daß G. Anlage zum Nabelbruch hatte. Da er außer- trahiert haben, während er ihr gegenüber mit dem Wirtschaftsgeld bem an einer Fußfistel fitt, trug er auf Geheiß des Anstaltsarztes sehr sparsam umging. Dieses dreieckige Verhältnis war natürlich Dr. med. Hirschfeld dauernd eine Watte und dide Binde um den ganz und gar nicht nach dem Geschmack der Angeklagten, die Fuß. Anfang Juni 1904 wurde angeordnet, daß die Gefangenen schließlich den Plan faßte, ihm durch einen Gewaltstreich ein ftatt der wollenen Strümpfe baumwollene zu tragen hätten. Da Ende zu bereiten. Nach berühmten Muſtern lauerte sie eines das An- und Ausziehen der letteren dem Kaufmann G. Be ages, mit einer großen Flasche Salpetersäure bewaffnet, der schwerden verursachten, bat er, ihm das Tragen wollener anderen" auf. Als sie ihrer ansichtig wurde, schlug sie den Hals Krankenhausbeschwerden. Zu dieser vor einigen Tagen gebrachten Strümpfe wieder zu gestatten, wurde aber abschlägig der Flasche an einer Mauerede ab und goß die Säure der glühend Notiz erhalten wir folgendes Schreiben mit der Bitte um Abdruck: beschieden. Als Ende Juni G. eines Abends mit größter gehaßte Nebenbuhlerin entgegen. Die Säure traf zunächst nur Mühe den Strumpf von dem tranten Fuß zu ziehen versuchte, den " In Nr. 302( 2. Beilage) Ihres geschäßten Blattes bringen Sie fühlte er plöblich einen heftigen stechenden Schmerz im Unterleibe. neuen Bräutigam der F., den die Angeklagte in ihrer Grunter Krankenhausbeschwerden" eine Mitteilung, die sich gegen das Nach Gs. Entlassung stellte der Leipziger Arzt Dr. Eisenberg fest, regung für ihren treulosen Chegemahl gehalten hatte. Das un von uns geleitete Dftfrankenhaus" richtet. Wir wollen den Raum daß ein Nabelbruch und eine Bauchfellzerreißung schuldige Opfer dieses Oliumattentats schrie vor Schmerz laut auf nehmen, sondern wollen nur aussprechen, daß es gerade uns außer beim Anziehen des Strumpfes erlitt und nachdem die Gefängnis./ Grst jeht erkannte die Angeschuldigte ihren Irrtum und goß nun Ihres geschätzten Blattes nicht mit einer Berichtigung in Anspruch vorlag. Die lettere führte G. darauf zurück, daß er jenen Unfall und lief hin und her, da die Säure in die Stiefel gelaufen war. ordentlich erwünscht wäre, wenn die Krankenkassenvorstände fich arbeit weiter verrichten, Badete tragen und schnüren und die Zelle den Rest der Säure ihrer Nebenbuhlerin auf das Kleid. Fräulein dieses sogenannte" Krankenhaus einmal näher ansehen wollten. scheuern mußte. G. ist in schweres Siechtum verfallen, seine Ar- trug ebenfalls verschiedene Brandwunden Hochachtungsvoll beitskraft fast völlig vernichtet. Nach seiner Ansicht soll der Nabel- Eifersuchtsszene bereitete der Behörde in der weiteren Folge einige bruch beim Ausziehen der Strümpfe entstanden und auf große Schwierigkeiten, da seitens der beiden Verletzten tein Strafantrag Fahrlässigkeit des Anstaltsarztes Dr. Hirschfeld zurückzuführen gestellt wurde. Schließlich legte man das Oleumattentat als einen sein. Der Klageantrag Goldsteins lautet auf Bahlung von groben Unfug aus und verhängte über die Attentäterin eine Haftjährlich 3000 M. feit 29. Oktober 1904. Die Vertreter des strafe von 5 Tagen. Das Schöffengericht nahm Sachbeschädi Wegen dieses Delikts wurde Frau S. unter Aufin AbProf. Stromaher, E. v. Chrismar, davon. dirigierende Aerzte des Dstkrankenhauses, Tilsiterstr. 22." Bielleicht machen die hier öffentlich Eingeladenen von diesem Anerbieten Gebrauch. Verhehlen wollen wir uns aber nicht, daß wir von einer einmaligen Besichtigung nicht viel erwarten, noch dazu, weifung der Klage beantragt und dabei folgendes erklärt: Anfang hebung der Haftstrafe zu einer Geldstrafe von 30 Mart wenn die Absicht einer solchen Besichtigung vorher bekannt ist. Juni erhalten jährlich, mit Beginn der wärmeren Jahreszeit, die Gefangenen statt der wollenen Strümpfe baumwollene. Wegen Feuerwehrbericht. 410 mal turde bis jetzt die Berliner Feuer des verbundenen Fußes dem Gefangenen Goldstein wollene wehr in diesem Monat alarmiert gegen 284 mal im Dezember v. J. Strümpfe zu verordnen, lag fein wissenschaftlicher Grund vor. In der letzten Nacht hatte die Wehr in der Hohenzollernſtr. 9, I, bei Es ist nicht anzunehmen, daß G. das Ausziehen der baumwollenen mußte in der Grenadierstr. 26 ein Kellerbrand und in der Dranien- gung gemacht habe. Es erscheint ausgeschlossen, daß der Nabelburgerstr. 64 ein Wohnungsbrand gelöscht werden. Zwei Küchen- bruch plößlich durch einen Unfall entstanden ist. G. war als Arbeit brände beschäftigten die Wehr in der Willdenowstr. 25 und am Tütentleben zugewiesen worden. Mit Tütenfleben werden, als Kottbufer- Ufer 37. Samariter der Feuerwehr hatten in der Großen einer besonders leichten Arbeit, meist nur ältere, schwächliche Leute Frankfurterstr. 11 zu tun, to infolge einer Gasvergiftung beschäftigt. Diese Arbeiten sind keineswegs solche, daß sich jemand mehrere Personen in Lebensgefahr schwebten. Durch Ein- dabei Schaden zuziehen könne. Hierzu bemerkte wieder der flößen von Sauerstoff gelang es, die Gefahr zu beseitigen. Zweimal lager, daß es durchaus unrichtig sei, daß das Tütenfleben nur wurde die Wehr nach der Friedrichstraße gerufen. Nr. 61 brannten älteren, schwächlichen Leuten als Arbeit zugewiesen wird. Das Preßkohlen u. a. und Nr. 231 war Dampf ausgeströmt. Gestern fortwährende über den Tisch beugen, das nach verschiedenen Rich mittag erfolgte ein Alarm nach der Landsberger Allee 29. Dort war tungen hin zu erfolgen hat, erfordere eine geradezu ungeheuere in dem Warenhause von Goldberg Feuer ausgebrochen. Bei An- Anstrengung. Bekannt sei, daß die mit Tütenfleben beauftragten funft der Löschzüge brannten dort Teile des Ladens, mehrere Schau Gefangenen wochenlang die heftigsten Gliederschmerzen, fogen. fenster und der Fußboden, Schaldecken u. a. Durch fräftiges Wasser Mustelfieber empfinden. Die Rechte der Gefangenen, sich über geben gelang es die Flammen an weiterer Ausdehnung zu ver- schwere Arbeit zu beflagen und sich leichtere Arbeit auszubitten, hindern. Der 1. Zug hatte einen sehr gefährlichen Brand in der ftänden diesen praktisch kaum zu. Auch die Leitung der Verrichtung Landwehrstr. 31/32 zu löschen. Dort stand nachts der Boden mit durch den Staat sei eine ganz ungenügende. Das geht schon daraus dem Dach in Flammen. Diese waren durch Benzin, Hausrat der hervor, daß Dr. Hirschfeld als einziger Arzt für 1500 Gefangene Mieter unter anderen auf dem Boden lagernden Gegenstände reich genährt fungiere und ihm nicht ein einziger geschulter Gehülfe beigegeben und hatten bei Ankunft der Wehr bereits eine große Ausdehnung sei: Auf die gleiche Anzahl Soldaten entfallen erlangt. Der Bug mußte mehrere Schlauchleitungen vornehmen, etwa 4-6 Militärärzte und ein ganzer Stab bon bevor es gelang die Macht des Feuers zu brechen. In einer Fabrit 2azarettgehülfen. Gefangene pflegen zum größten Teil in der Mühlenstraße 60a brannte das Zwischengebälk u. a., in der belastet zu sein und leben unter ungünstigen Verhältnissen, das Dragonerstr. 34/35 ein Laden und in der Stargarderstr. 3, am umgefehrte gelte von den Soldaten. Es fehle in der Anstalt eine Petersburger Plaz 6, in der Allensteinerstr. 26, sowie in der Abteilung für Krante. Es gebe fast teine Hülfsmittel der medi Treskowstr. 60 Wohnungen. Ferner wurde die Wehr nach der zinischen Wissenschaft, wie Röntgenapparate uft. Durch Zeugen Ruppinerstr. 45 und Seydelstr. 29 alarmiert. Hier brannten im und Sachverständige will G. dartun, daß der Staat es bei der Hinterhause in einer Druckerei Kästen, Regale, der Fußboden, Leitung der Krantenpflege und Beschaffung der notwendigen Bor Das Ergebnis Zwischenwände u. a. und dort ein Schornstein, Balken usw. Leichten richtungen an der nötigen Sorgfalt fehlen ließ. Dienst hatten die Mannschaften während der Festtage, wo auch des Prozesses werden wir berichten. noch viele Sicherheitswachen gestellt werden mußten, feineswegs. Der Prozeß wirft auf den Mangel eines ausreichenden Reichs. gesetzes über Strafvollzug ein bezeichnendes Licht. Das traurige Echidfal eines Kindes beschäftigte gestern wieder einmal den Strafrichter. Wegen Körper. berlegung mittels gefährlichen Werkzeugs und einer das Leben gefährdenden Behandlung mußten fich der Handlungsgehülfe Robert des Landgerichts II verantworten. Die Verhandlung entrollte das Schacht und dessen Ehefrau Marie S. vor der ersten Straffammer verurteilt. Sozialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags. Wahlkreis Kalau Luckau. Mittwoch, den 2. Januar, abends 8½ Uhr, Bersammlung bei Weihnacht, Grünstraße 213 Deutscher Arbeiter Abstinenten Bund. Ortsgruppe Berlin. Wegen der Reichstagswahl finden im Januar teine Bersammlungen ſtart Zentralverband der Handlungsgehülfen und Gehülfinnen Deutschlands.( Bezirk Berlin.) Wegen der Reichstagswahl fallen aus: die Bezirkssitungen am 2., 3. und 4. Januar und die außerordentliche Mitgliederversammlung. Die nächsten Bezirkssibungen finden am 6., 7. und 8. Februar statt. Die Ortsverwaltung, Neue Königstr. 36. Homophon Apparate& Platten Überall erhältlich. Homophon Company Fabrik Berlin C. Klosterstr. 6. Hervorragende Weihnachtsaufnahmen mit Glockengeläute, Orchester, Männer- Quartette und Chŏre. Sylvester- Trubel in der Friedrichstrasse". W. Zapel, Hut- Fabrik, Skalitzerstr. 131. Größtes Spezial- Geschäft für Seiden- und Filz- Hüte. Lager in Schirmen und Mützen. ( 33032 Gestern nachmittag wurde die Feuerwehr nach der Schönhauser Allee Nr. 164 alarmiert. Dort war in einem Gartenhause Feuer ausgekommen. Bei Ankunft des 3. Zuges brannten dort ein Terpentin- und Firnißlager im Steller, Risten im Erbgeschoß, Fußboden, Balfenlager, eine hölzerne Veranda und anderes. Die Feuerwehr mußte längere Zeit fräftig Waffer geben, um die Flammen zu löschen. Gleichzeitig mußte ein Wohnungsbrand am Elisabeth- Ufer 54 gelöscht werden. Der 12. Bug wurde wegen eines Bild eines entsetzlichen Martyriums eines zweijährigen Kindes, Jakob Ege Schuhmachermeister, jest Neue Roßstr. 12, Zimmerbrandes nach der Potsdamerstr. 31a gerufen. Der 7. Bug hatte in der Mühlenstr. 30 zu tun, wo im Versandschuppen der Im März vorigen Jahres schlossen die Angeklagten die Ehe. Frau Güterbahn Feuer ausgekommen war und bereits den Fußboden mit dem Zwischengebält ergriffen hatte. Im Keller des Hauses Grenadiers straße 26 waren Kohlen in Brand geraten und in der Schliemann straße 28 hatten sich Preßfohlen entzündet. Ferner hatte die Feuerwehr noch in der Wassertorstr. 42 und verschiedenen anderen Stellen zu tun, wo Gardinen, Betten, Weihnachtsbäume usw. brannten. Vorort- Nachrichten. Friedrichshagen. Großfeuer auf der Oberspree. Ein Raub der Flammen wurde in der Sonntagnacht das zwischen Friedrichshagen und Hirschgarten belegene Bootshaus des Töpfermeisters Gräß. Das hölzerne Bootshaus hatte Feuer gefangen, und durch den scharfen Südwind, welcher über die Spree fegte, zu einer hellen Feuergarbe angefacht, brannte Die in dem Bootshause zur Ueberwinterung cs ganz nieder. untergebrachten wertvollen Motor- und Segelboote sind vollständig berbrannt. Bilhelmsberg. Einen neugeborenen Knaben ausgesetzt hat in dem Vorgarten des Lerpschen Grundstüces eine mit eleganter Robe gekleidete uns bekannte Dame. Passanten wollen gesehen haben, daß sie ein Paket auf die Erde niedergelegt und sich schleunigst entfernt hat. Als später eine Frau an der Stelle vorüberging, bernahm sie das klägs liche Geschrei eins indes. Es rührte von einem neugeborenen Knaben her, den sie zur Polizei brachte, von wo er dem Armenhause überwiesen wurde. Reinickendorf. Ein aufregender Vorgang spielte sich vorgestern vormittag an der Ede der Scharnweber- und Blankestraße ab. Dort waren zwei mächtige Bernhardiner- Hunde aneinander geraten und vergeblich verfuchten Passanten, die Tiere auseinanderzubringen. Als der Kaufmaun Heuer mit dem Stock auf die Bernhardiner einschlug, ließen diese von einander ab und stürzten sich nun wütend auf H. Sie riffen ihn zu Boden und brachten ihm im Gesicht, an den Armen und Händen schwere Bißwunden bei. Wäre nicht im Augenblick der höchsten Gefahr ein Stutscher dem Bedrängten zu Hilfe geeilt, so hätten die Hunde ihr Opfer völlig zerfleischt. H. mußte die Unfallstation aufsuchen. Spandau. Die bevorstehende Reichstagswahl und welches Interesse haben wir daran" lautet die Tagesordnung einer von den Bauhülfsarbeitern zum Sonntag, den 6. Jannar, vorinittags 9 Uhr, nach dem Lokale bon Böhle einberufenen Mitgliederversammlung. Es werden deshalb die Kollegen ersucht, zahlreich zu erscheinen. Zugleich werden fie aufgefordert, die Wählerlisten einzusehen., S. brachte ein damals zweijähriges Mädchen außerehelicher Geburt in die Ghe. Das bedauernswerte Kind wurde dem jungen Ghepaar bald lästig, besonders aber, als aus der Ghe ein Kind hervorging. Bon diesem Zeitpunkte ab regnete es über das Mädchen nur noch Schelte und Schläge, die, wie die Anklage annimmt, weit über das den Eltern zustehende Züchtigungsrecht hinausgingen. Fast all täglich hörten die Hausbewohner das flägliche Schreien des Kindes, welches mit flatschenden Schlägen verbunden war. Das Herzzerreißende Jammern des Kindes verstummte dann plötzlich nach einen dumpfen Knall, der die Zeugen eines derartigen Vorfalles zu der Ansicht gelangen ließ, daß die unmenschlichen Eltern das Kind mit dem Kopf gegen die Wand oder den Fußboden aufstiegen, um es durch eine Betäubung zum Schweigen zu bringen. Wie von verschiedenen Hausbewohnern fonstatiert wurde, hatte das Mädchen am ganzen Körper wunde, aufgeschlagene Striemen und sogar eiternde Wunden. Auf dem Kopfe hatte das bedauernswerte Kind immer mehrere faustgroße Beulen, welche die Vermutung bestätigten, daß das Mädchen von den Eltern mit dem Kopf gegen die Wand gestoßen wurde. Am 18. März d. J., dem Lage der einjährigen Wiederkehr des Hochzeitstages der Eltern, ging es dem armen Kinde besonders schlecht. Die Hausbewohner vernahmen wieder das gellende Schreien des Kindes, welches nach einem dumpfen Fall aufhörte. Zwei Tage später zogen die rabiaten Eltern einen Arzt hinzu, da das Mädchen angeblich gefallen war. Dieser konnte allerdings nur geringfügige Striemen auf dem böllig unterernährten Körper des Kindes feststellen. Dagegen wurde eine schwere Gehirnerschütterung konstatiert, der das Kind fünf Tage später erlag. Erst jest wurden Stimmen laut, die den plötzlichen Tod des Mädchens mit den barbarischen Mißhandlungen seitens der Eltern in Verbindung brachten. Die Staatsanwaltschaft stellte weitere Grhebungen an, die schließlich die jeßige Anklage zur Folge hatten. Vor Gericht behaupteten beide Angeschuldigte, das verstorbene Kind wäre sehr unartig und unsauber gewesen und habe deshalb sehr häufig gezüchtigt werden müssen, niemals aber wären diese Büchtigungen über die Grenzen des Züchtigungsrechtes der Eltern hinausgegangen. Das Gericht nahm indessen an, daß es sich um ganz brutale Mißhandlungen handle, die eine empfindliche Ahndung verdienen. Dem Antrage des Staatsanwalts gemäß erkannte das Gericht aber nur auf eine Gefängnisstrafe bon je drei Monaten. zwischen Wallstraße und Roßstraßen- Brücke, empfiehlt zum bevorstehenden Weihnachtsfest sein [ 31002* Schuhwarenhaus. Große Auswahl in Herren-, Damen- und Kinderstiefeln in allen Formen fowie Pantoffeln, Filz- u. Gummischuhen.- Sede Anfertigung nach Mak sowie Sohlen, Abfäße u. Reparaturen werden in mein. Werkstatt gut ausgefüh RIGINAL SINGER NAHMASCHI Der Singer Nähmaschinen. Einfache Handhabung! 29462* Große Haltbarkeit! Hohe Arbeitsleistung! 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Unter seinem Zeichen stand eine Verhandlung, die gestern die Schöffenabteilung des Amtsgerichts ee Berlin- Tempelhof beschäftigte. Auf der Anklagebant mußte die Vermieterin Bauline Schweber Platz nehmen. Mit einem furchtbaren Tränenerguß kämpfte fie gegen einen Strafbefehl wegen groben Unfugs an, nach welchem sie auf 5 Tage die Be fanntschaft mit dem„ Barnim", dem Frauengefängnis in der Barnimstraße, machen sollte. Diese 5 Tage Haft, die über sie auf Grund eines außerordentlich dramatischen Vorfalls verhängt worden waren, versuchte Frau S. von fich abzuwälzen, indem sie dem Richterkollegium in bewegten Worten allerlei Cheintimitäten enthüllte, welche die Veranlassung zu jener Tat gegeben hatten. Frau Pauline war in ihrer Ehe nicht gerade auf Rosen gebettet. Ihr Mann war zwar ein Feind des Gesanges, dafür aber wendete Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Elgene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. 2522L* Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantiv.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. * Nr. 1. 24. Jahrgang. 5. Beilage des„ ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 1. Januar 1907. Momentbilder Am 5. wurde in Hohen- Neuendorf unter großer Teilnahme Genosse Adolf Herrmann zu Grabe getragen. Er war aus der Berliner Arbeiterbewegung im Jahre 1906. den Wunden erlegen, die ihm bei der nächtlichen Heimkehr aus Jm Monat einer Parteizusammenkunft ein Gendarm durch einen Revolverschuß widerrechtlicherweise beigebracht hatte, ein Verbrechen, das die Justiz bis jetzt noch nicht gefühnt hat. August begannen mehrere Streits einzelner Arbeiterkategorien, andererseits wurden einige länger währende Lohnkämpfe beendet. Am 9. traten die Kutscher, Schaffner und Arbeiter ber, Berliner Batetfahrt" wegen Lohnforderungen in den Streit. Am.8. fonnte der Streit bei Gorzu. Co. mit befriedigen dem Erfolge beendet werden. Am 10. stand der Vorwärts" wieder bor Gericht. Genosse Weber erhielt eine Geldstrafe von 200 M. zudiftiert, weit: das Gericht in einer Betrachtung, die an die Mitteilung einer Soldatenmißhandlung geknüpft war, eine Aufforderung zu strafbaren Handlungen erblickte. Ein Flugblatt gegen den Lebensmittelwucher wurde am 11. in 946 000 Gremplaren verbreitet. Am 12. wurde die Aussperrung der Arbeiter in An demfelben Tage sprach das Gericht den Genossen knüpfer den mechanischen Schuhfabriken beendet. von der Anklage des groben Unfugs frei, den er dadurch be- Die Maurer stellten an demselben Tage ihre Forde Am 11. erklärte die Steinbildhauer den Streit, um den gangen haben sollte, daß er einen größeren, nach auswärts ab- rungen für die Erneuerung des Tarifs auf, nachdem fiebenstündigen Arbeitstag durchzuführen. gehenden Trupp von Streifbrechern auf dem Stettiner Bahnhof über die Zimmerer sowie die Bauhülfsarbeiter turz vorher Vom 13.- 19. hielten die Schneider ihren Ver- ihr berwerfliches Vorhaben aufzuklären suchte. ihre Forderungen formuliert hatten, die sich in der Hauptsache mit bandstag in Berlin ab. Am 10. wurden die Arbeiter einer Abteilung von denen der Maurer deden und den Achtstundentag sowie entsprechende Die ausgesperrten Lithographen und Stein- Siemens u. Salste ausgesperrt, weil sie sich weigerten, Lohnaufbefferung zum Ziele haben. druder nahmen am 16. die Arbeit wieder auf, nach- Die Aussperrung wuchs sich in furzer Zeit zu einem bedeutenden die von der Betriebsleitung festgesezten Ueberstunden zu machen. dem einige Tage vorher Vereinbarungen mit den Unternehmern zu Stampfe aus, der sich auch auf die Siemens- Schudert- Werte ausstande gekommen waren, die einen Sieg der Arbeiter bedeuten, wenn auch die Erfolge für die in Berlin Beschäftigten geringer waren, als für die auswärtigen Kollegen, die gleichfalls an dem Kampfe beteiligt waren. 20. in den Streif Die Arbeiter der Kohlen- Großhändler traten am Am 21. hielten die Berliner Bahlbereine Generalversammlungen ab, welche Stellung nahmen zur Provinzialfonferenz sowie zum Mannheimer Parteitag. Demfelben Zweck dienten die am 26. abgehaltenen Generalversammlungen der Kreise Niederbarnim und Teltow Beesto tv. Der Lohnkampf der Glaser wurde am 23. durch VerHandlungen vor dem Einigungsamt erfolgreich beendet. Am gleichen Tage fand auch die Lohnbewegung der Baketfahrt angestellten ihren Abschluß ohne den gewünschten Erfolg. Die Steinbildhauer fonnten ihren Streit am 25. beenden, benn sie hatten den Siebenstundentag errungen. September. Am 2. tagte die Parteitonferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg. Die Agitationstommission fonnte über erfreuliche Fortschritte der Parteibewegung in der Provinz berichten. Die Konferenz nahm ein Statut an, wodurch die Organisation der Provinz ein festes Gefüge im Sinne des bisher schon herrschenden Brauches erhielt. Die Drechsler traten am 10. in den Streit, um eine Lohnerhöhung durchzusetzen. An demselben Tage brach auch ein Streit der Herrentonfettionsschneider aus, an dem sowohl die Zwischenmeister wie die bei ihnen beschäftigten Gesellen teilnahmen, beide, Kategorien erstrebten eine Verbesserung ihrer Lage. Am 17. traten die Ballschuhmacher in den Streif, auch bei ihnen handelte es sich um Lohnaufbesserungen. Die tohlenarbeiter erklärten am 20. ihren Streit als beendet, es war ihnen leider nicht gelungen, den gewünschten Erfolg zu erlangen. dehnte. Am 11. proflamierte die Branche der Werkzeugmacher den Streit. 2andtagswahltreise ein auf die Nach wah I bezügliches Am 14. verbreiteten die Genossen im dritten Berliner Iugblatt in 280 000 Eremplaren. = Groß- Berlin 80 st artbesuchte Protestversammlungen Am 13., dem Tage der Eröffnung des Reichstages, fanden in statt, in denen die Arbeiterschaft ihr Urteil über den schamlosen Brot- und Fleischwucher abgab. Die am 14. bollzogenen Stadtverordnetenwahlen in Rigdorf brachten uns in der ganzen dritten Abteilung den gewohnten vollkommenen Sieg. Am 22. fand die Wahlmänner- Stichwahl im dritten Berliner Landtagswahlfreise statt. Nach Abschluß derselben hatte Die Parteigenossen in Nieder- Schönhausen hatten den unsere Partei statt ihrer erledigten 512 Wahlmannsmandate deren am 14. erfolgten Tod eines rührigen Mittämpfers, des Ge- 582. In der Abgeordnetenwahl am 27. erhielt unser nossen Merten zu beklagen. Kandidat Redebour 1112 Stimmen, während 1117 auf den freiGleichfalls am 14. tagte im Zirkus Schumann eine im po- sinnigen Kandidaten fielen, der dann in der Stichwahl das Mandat fante Buchdruckerversammlung, welche den neuen durch konservativ- antisemitische Hülfe erhielt. Tarif einstimmig ablehnte. Am 16. hielten alle Berliner Wahlvereine GeneralDezember. bersammlungen ab, in denen die Delegierten vom Mannheimer Parteitag Bericht erstatteten. Am 4. fanden in den Berliner Wahlkreisen und einige Tage An demselben Tage verhängten die Schuhfabrikan- darauf in Niederbarnim und in Teltow- Beeston die Generalten die Aussperrung über 1100 Arbeiter der bersammlungen der Wahlbereine statt, welche Stellung mechanischen Betriebe, um die streitenden Ballschuh- nahmen zu dem preußischen Parteitage, der am 27. in macher zur Aufnahme der Arbeit unter den von den Unternehmern Berlin abgehalten werden sollte. vorgeschriebenen Bedingungen zu zwingen. Am 6. brach wieder ein größerer gewerkschaftlicher Kampf aus. Der Holzarbeiterverband hatte sich schon zu Anfang Sämtliche Arbeiter der Mileswerte wurden ausdes Monats mit der Frage der Kündigung des Tarif- gesperrt wegen eines geringfügigen Konflifts, den ein kleiner bertrages beschäftigt. Eine am 17. abgehaltene Vertrauens- Teil der Arbeiter über Festsetzung des Akkordlohnes mit der Betriebsmännerversammlung beschloß einige Verbesserungen, welche beim leitung hatte. Abschluß eines neuen Vertrages durchgesetzt werden sollten. In der Die brennende Frage des Heimarbeiterschutzes beFolgezeit fanden zahlreiche Verhandlungen mit den Vertretern der schäftigte am 11. sechszehn Versammlungen in Berlin und den VorUnternehmer statt, wobei sich zeigte, daß die Unternehmer keine orten. Eine Resolution, welche vom Reichstage gesetzlichen Schutz Verbesserung des Vertrages bewilligen, aber auch nicht ohne Ver- der Heimarbeiter fordert, wurde angenommen. trag arbeiten lassen wollten. beenden. An demselben Tage verhandelte das Gericht gegen einen ArAm 18. konnten die Isolierer ihren Streit mit Erfolg beiter, der eine Erpressung versucht und den§ 158 der Gewerbeordnung verlegt haben sollte, indem er sich weigerte, mit Die am 21. vollzogenen Wahlen der Arbeiter- Beifizer zu meinem Christlich- Organisierten zusammenzuarbeiten. Das Gericht gab Berliner Gewerbegericht brachten wie immer einen jedoch dem Strafantrage des Staatsanwalts nicht statt, sondern glatten Sieg der von den freien Gewerkschaften aufgestellten sprach den Angeklagten, Maurer Bechen, frei. Kandidaten. Am 21. stand Genosse Büche I vor Gericht. Er hatte in einer Am 23. fand eine Stadtverordneten- Nach to a hl im Bersammlung dem Gedanken Ausdrud gegeben, die Eltern sollten 8. Stommunalbezirk statt, der schon zum Besitzstand unserer Partei ihre Söhne so erziehen, daß sie als Soldaten einem etwaigen gehörte. Gewählt wurde Genosse Dupont. Befehl, auf Vater und Mutter zu schießen, nicht An demselben Tage hielten die Berliner Wahlbereine einen Folge leisten. Auf Verlangen der Staatsanwaltschaft sollte außerordentlichen Zahlabend ab, um eine Statistit Büchel wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gefeße usw. aufzunehmen. bestraft werden. Das Gericht sprach ihn aber frei, weil es in Büchels Ausführungen feine strafbare Handlung erblicken fonnte. Am 29. konnte der Konfettionsschneiderstreit als beendet gelten, nachdem die Streikenden befriedigende Erfolge erreicht hatten. In der letzten Woche des Monats nahmen die Verhandlungen des Mannheimer Parteitages das ungeteilte Interesse der Parteigenossen in Anspruch. Oktober. Am 3. hatte sich Genosse Eisner vor der Etraftammer wegen Majestätsbeleidigung zu verantworten, die er in einer Versammlungsrede in Richterfelbe begangen haben sollte. Eisner mußte jedoch freigesprochen werden, weil die Notizen der überwachenden Beamten, auf die sich die Anklage stüßte, als vollkommen unsinnig erwiesen wurden. Am 3. brach in der optischen Anstalt von Görz u. Co. ein Streit aus. An demselben Tage erlitt die Parteibewegung in Reinidendorf einen schmerzlichen Verlust durch den Tod des Genossen Otto Glas. Der Maurerverband veranstaltete am 24. sechs große Versammlungen, die im Hinblick auf die bevorstehenden Tarifberatungen der Propaganda für die Verfürzung der Arbeitszeit dienten. am 24. erfolgten Tod des Genossen Ernst Sennig einen Die Parteigenossen des vierten Wahlkreises verloren durch den jener alten tampfeserprobten Genossen, die schon unter dem Sozialistengeset der Partei gedient haben. Im Laufe des Monats entividelte sich ein Konflikt im Bäckergewerbe, der darin feine Ursache hat, daß die Meister während die Arbeiter, gestüßt auf den Anfangs Mai abgeschlossenen die Arbeitsvermittelung in Händen der Innungen behalten wollen, Vertrag, die Errichtung eines paritätischen Arbeitsnachweises fordern. November. Die am 13. erfolgte Auflösung des Reichstages vers anlagte die Einberufer des preußischen Parteitages, denselben auf unbestimmte Zeit zu vertagen. im Am 15. traf die Genossen Berlins wieder eine Trauerbotschaft. Karl Woldt, einer von der alten Garde, der schon während des Sozialistengefeges für die Partei gekämpft hatte, starb an diesem Tage. Am 16. turde die von der Verwaltung des Gewerkschaftshauses Verein mit unseren Parteigenoffinnen veranstaltete Ausstellung empfehlenswerter Jugendschriften eröffnet. Den Reichstagswahlkampf eröffneten die Genossen in Berliner und im Niederbarnimer Streife. Groß- Berlin am 18. mit sieben Versammlungen, je eine in den sechs Die bisherigen Vertreter der Streise wurden wieder als Kandidaten für die Neuwahl aufgestellt. Dieselbe Aufgabe erfüllten am 23. die Genossen in TeltowBeeskow. Am 23. eroberten die Genossen in Mahlsdorf den driften schäftigten am 27. und 29. das Einigungsamt des Gewerbegerichts, Sit unserer Partei in der Gemeindebertretung. Die Tarifverhandlungen der Holzarbeiter beschäftigten am 27. und 29. das Einigungsamt des Gewerbegerichts, ein Resultat ist aber noch nicht erzielt worden. Die Weihnachtsfeiertage hatten im Reichstagswahl. tampfe naturgemäß eine Pause eintreten lassen. Am 30. aber eröffneten die Genossen des ersten Wahlkreises den Kampf aufs neue mit einer imposanten Versammlung, die einen ausgezeichneten Verlauf nahm. Am 2. traten die Arbeiter der technischen Hartgummibranche wegen Lohnforderungen in den Streit. Die Ballschuhmacher beendeten ihren Streit am 6., nachdem ihre Forderungen zum Teil bewilligt waren. Kämpfend beschließt unsere Partei das alte Jahr, kämpfend tritt Am 6. und 7. fanden im dritten Berliner Land- sie ins neue Jahr ein, mit der frohen Zuversicht, die Wahlschlacht tagswahltreise die Wahlmanner- Erfahwahlen statt. mit einem glänzenden Siege zu beenden. Brauerei A.Werm Akt.- Ges. Telephon Telephon Berlin N.37, Zionskirchstr. 39/40., 2330. III, 2330. 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