Nr. 3. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pranumerando: Bierteljahrl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. für Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Pig., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedructe) Wort 20 Big., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. Nr. 1983. Der Bülow- offiziöſe Reichsverband der Fälscher. Freitag, den 4. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. 81 fozialdemokratischen Abgeordneten nur 30 ehemalige Ar- Zwei direkte, bewußte Fälschungen, eine gewissenlos- leichtfertige beiter waren! Die 25 ehemaligen Handwerksgesellen dürfen unwahrheit, das alles bringen die Macher des Reichsverband- Handnicht zu den Arbeitern gerechnet werden im Interesse einer buchs in neun Zeilen unter!! Der gute Niccaut de la Marlinière mit reinlichen Scheidung der Proletarier und der Befizenden in ber feinem ,, corriger la fortune" ist in der Tat neben ihnen ein armsozialdemokratischen Fraktion. Ehemalige Handwerker haben natür- feliger Stümper! Wenigstens was die Quantität anbelangt. lich zu echten Arbeitern keinerlei Beziehung! Aber eleganter hat er sicherlich seine Sache gemacht, so plump, so leicht zu entlarven sind seine Volten jedenfalls nicht gewesen! So genial fälschen die Macher des Reichsverbandes! Und mit solchen blöden Zeugnissen unzulänglichen Denkvermögens sollen ernsthafte Männer sich auseinandersetzen! Die Dokumente intellektueller und moralischer Minderwertigkeit, die im Handbuch des Bülow- Verbandes, demandbuch für nicht sozialdemokratische Wähler, zusammengestellt si, diese schauerliche Dabei wäre es noch Fälschung, wenn das Handbuch 55 ehemalige Selbstbrandmarkung der Reichsverbandsmacher, sind zugleich trost- Arbeiter in der gewesenen Fraktion zugeben wollte. In Wirklichkeit Lose geistige Armutszeugnisse für Deutschlands herrschende Klasse. find nämlich 62 Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion Die Kampfesweise des Reichsverbandes, schmutzig wie eine gefüllte des aufgelösten Reichstages proletarischer Herkunft, eheKloake und dumm wie die geistigen Erzeugnisse eines Vereins von malige Arbeiter, und das Handbuch des Reichsverbandes vermag Schöppenstedtern, ist Deutschlands Junkern und Bourgeoisie ja diesen Tatbestand nur dadurch zu verwirren, indem es eine Reihe gerade gut genug gegen die große Bewegung des Pro- ehemaliger Lohnarbeiter als ursprüngliche Schriftsteller, Fabrikanten, Ietariats. Gegen eine weltgeschichtliche Erscheinung, gegen Buchdrudereibefizer und Kaufleute vorführt. die aufstrebenden Kräfte einer neuen Welt hat die herrschende Klasse Ist an dieser Leistung mehr die Dummheit zu bewundern, so durch den Mund ihres ersten Geschäftsführers, des Reichskanzlers erstrahlt dagegen die Fälscherkunft und Fälscherfrechheit umso mehr Bülow, Klopffechter bestellt, die von den Kampfmanieren der Gaffen- im Artikel Arbeitergroschen". Es ist das bis zum Ueberdruß buben nur der Umstand unterscheidet, daß ihnen die Ehrlichkeit gesungene und längst wirkungslos gewordene Lied von der der Gaffenbuben fehlt. Es ist in der Tat eine Preisfrage, wobor Verpraffung der blutigen Arbeitergroschen durch die Agita man größeren Ekel empfinden soll, vor der Dummheit oder vor der toren. Die Reichsverbandmacher haben ihm teine neue Note Verlogenheit des Machwerks, das sich Handbuch für nicht einfügen tönnen nach dem alten Selischee„ beweisen sie an den sozialdemokratische wähler nennt. Bärtlich verschwistert Ausgaben der Gewerkschaften die Verschleuderung der Arbeiter haben diese beiden Paten des Schmutzbuches über jede groschen, die erschreckende Höhe der Verwaltungsausgaben, Lügen, feiner Seiten gewacht, bald bald in Arbeitsteilung neben ein- die das Wachstum der Gewerkschaften nicht verhindert haben und ander hergehend, bald zum edlen Werke getreulich zusammen- heute selbst chriftlichnationalen" Arbeitern nicht mehr imponieren. wirkend. Die Dummheit wiegt vor in fachlichen Nach alter, unehrwürdiger Tradition werfen die Macher des Partien, aus denen uns eine geistige Dede, Oberflächlichkeit und Schmutzbuches Gewerkschafts- und Parteibeiträge zusammen und Verständnislosigkeit entgegen grinst, der wir Sozialdemokraten uns durcheinander. Das alles ist altgewohnt und so armselig dumm, freuen tönnten, wenn uns Vaterlandslose" nicht doch tiefes Be- daß es hier laum Erwähnung verdient. dauern anwandelte, daß das Volk der Denker in seiner herrschenden Daneben enthält der Artikel aber ein paar Fälschungen, die n Immerhin, Quantität ist auch nicht zu verachten, denken die Macher des Schmutzbuches und so beeilen sie sich, den neun Zeilen mit den zwei Fälschungen und der gewissenlos- leichtfertigen unwahrheit sofort noch ein paar Zeilen mit ebenso frechen Fälschungen folgen zu lassen. Sie fahren also fort im löblichen Werke: Auch die Redaktion der„ Neuen Zeit", trotzdem dieses wissenschaftliche" Organ des echten und unverfälschten Maryismus an chronischem Abonnenten- und Inferentenschwund leidet( die Inserateneinnahme im verflossenen Jahre betrug rund 44,68 m.), ift mit 12 000 m. befoldet. Redakteure find Kautsky und Mehring. Diese zweite Leistung übertrifft fast noch die erste! Hier find zwei Fälschungen und eine gewissenlos- leichtfertige unwahrheit in sechs Zeilen untergebracht! Die gewiffenlos- leichtfertige unwahrheit besteht darin, daß die Leute ohne jede Kenntnis des Sachverhalts einfach frisch darauf los behaupten, die Redakteure der„ Neuen Zeit" feien Kautsky und Mehring, daß sie den Genossen Wurm als dritten nicht anführen. Sodann weisen die Parteitagsprotokolle aus, daß die Inserateneinnahmen der Neuen Zeit niemals erheblich höher, oft aber auch niedriger als im Jahre 1906 waren. Von einem Inserentenschwund kann fann deshalb nur ein Fälscher reben; die Reue Beit" ist nicmals aufs Inseratengeschäft angelegt worden. Noch trasser ist aber die Behauptung vom chronischen Abonnentenschwund der Zeitschrift. Der sieht nämlich ausweislich bes Parteitags. protokolls von Mannheim dem die Macher des Handbuchs nach dessen eigener Angabe ihre Zahlen entnommen haben Klasse also enden muß. Von der Rettung der nationalen Ehre wirklich bemerkenswerte Leistungen darstellen. Da fafeln die Blätter der„ nationalen" Parteien. Wir akzeptieren das heißt es nämlich: Der Abonnentenstand betrug am 31. Dezember 1905. 6400 Wort. Die nationale Ehre ist zu retten vor der frechen Antastung Auch fann es als erwiesen gelten, daß 20 000 Mark 30. Juni 1906 7200 durch die den Geist verblödende und die öffentliche aus den für die streitenden Bergleute im Angesichts diefer unzweideutigen Angabe dieser nicht mißSittlichkeit zerstörende Agitation des Reichsverbandes, des Ruhrgebiet gesammelten Fonds für die ruffiauberstehenden Zahlen, die es gelesen hat, schreibt das berlogene Wahlhelfers des Bülow- Kurses, des Preisfechters der einen schen Revolutionäre verwandt worden." reaktionären Masse. der„ Neuen Zeit"! Gefindel des Reichsverbandes von chronischem Abonnentenschwund" 11 fo qus: n " 17 n eiserne Stirn! Welch eine abgrundtiefe Schamlosigkeit, welch eine in sechs Zeilen, vier Fälschungen und zwei gewiffenles- leichtfertige Zwei Fälschungen und eine gewiffenlos- leichtfertige unwahrheit unwahrheiten in fünfzehn Zeilen! Diese Behauptung ist eine wiffentliche Lüge, denn die Macher des Reichsverbandes, die natürlich alle Aeußerungen unserer Partei mit Aufmerksamkeit verfolgen, wissen ganz genau, daß diese Räubergeschichte im Ruhrrevier längst gerichtlich totgeschlagen wurde. Wissen ganz genau, wie sich die Sache in Wirklichkeit verhält, daß nämlich der Parteikassierer Genosse Gerisch die Sammlung für die Streifenden schloß, als die Streifleitung erklärte, daß fie Und so ist das ganze Buch, von Anfang bis zu Ende genug habe, um ihre Verpflichtungen zu erfüllen und daß bie nach lodderig, oberflächlich, leichtfertig und frech erlogen, dreift gefälscht! Schluß der Sammlung eingelaufenen Gelder im Einverständ. Das sind die geistigen Waffen", deren sich die„ Nationalen" gegen nis mit den Gebern, die befragt wurden, dem den Umstura" bedienen: das sind die geistigen Waffen", die fämpfenden russischen Proletariat überwiesen wurden! Bülow, der deutsche Reichskanzler, Bülow, der Fein- und Hochgebildete, gefegnet hat vor aller Welt! Wolf der Denter, verhülle Dein Haupt! Aber es tommt noch beffer. Das Handbuch bemängelt die hohen Gehälter der Vorwärts"-Redakteure. Die Macher schreiben: " In dem Bericht des Parteivorstandes für den Parteitag von Trokig empor zur Sonne aber redt sich das deutsche Proletariat. 1906 find bei dem Geschäftsbericht des Vorwärts" unter UnEs hat feinen Anteil an dieser Schmach, teine Mitschuld an dieser to sten 69 483,10 M. Redaktionsgehälter gebucht. Schwerlich fizzen Schändung deutscher Stultur! In ihm loht die jauchzende Erin der Redaktion des Zentralorgans" mehr als acht bis zehn fenntnis, daß ihm die Welt gehören wird, da seine Feinde Nedakteure. Es kommen also auf jeden zirka 7000 Mark Ein so erbärmlich, so jämmerlich armselig find! Noch haben sie die tommen. In dieser Weise werden die Arbeitergroschen veräußeren Machtmittel. Aber auf dem Schlachtfelde des Geistes haben wandt, um den Herren Parteifunktionären" an der bekannten fie bereits schimpflich verloren! Parteifrippe" ein proletarisches Futterplätzchen zu fichern." " B Vorwärts denn zun Kampf, hinein in den sieggekrönten Wahlfeldzug! Die sachlichen Partien des Handbuches sind indes nicht die Hauptsache für seine Macher. Sie nehmen sich nüchtern und farblos aus neben den anderen, in denen der Geist wenn man hier von Geist reden darf des Reichsverbandes in seiner ganzen Lebendigkeit sich tummelt. Hier ist sein Feld, in dem Angriff auf Personen, in der Besudelung und Beschmuzung sozialdemokratischer Führer ist er in seinem Element. Das sachliche Beiwerk ist Pflicht arbeit, ungern und verdrossen geleistet, möglichst schnell herunter gehudelt. Die persönlichen Partien, das ist der Kern des Buches, das ist die Arbeit, die den Machern des Lügenverbandes liegt, Arbeit, mit innerem Behagen am unsauberen Handwerk, mit Lust und Liebe geleistet. Hier werden sie beredt, die Schmutzfedern des Reichsverbandes, hier entfalten sie ihre Kunst der Fälschungen in ganzer Größe. Steht der fachliche Teil unter der holden Pro tektion der Dummheit, so die Partien des persönlichen Anwurfs unter der nicht minder holden Protektion der Verlogenheit, der wissentlichen Fälschung. Wobei freilich hie und da immer wieder die Dummheit der Fälscherkunst den Brei durch Mitarbeit verdirbt da nun einmal Leute von Intelligenz sich zu solch schmutziger Arbeit nicht herzugeben pflegen. Was man ihnen nicht verdenken kann! Ein treffliches Beispiel von solchem Zusammenwirken bon Fälscherkunst und Dummheit ist der Artikel Arbeiterpartei". Er Schamloser ist selten gefälscht worden. Die Duelle näm hebt an: lich, auf die fich das Schmutzbuch des Reichsverbandes selbst. Die Sozialdemokratie gibt vor, die Arbeiterschaft vertreten beruft, ergibt ganz zweifelsohne, daß das Durch zu wollen. Die Zusammenfeßung ihrer Fraktion schnittsgehalt der Borwärts" Redakteure nicht so hoch sein in dem eben aufgelösten Reichstage läßt dies nicht gerade kann, wie das Handbuch es darstellt. Im Geschäftsbericht des erkennen! Ihre Abgeordneten waren zu drei Fünfteln, Borwärts", wie ihn das Mannheimer ParteitagsSchriftsteller oder Parteibeamte, der Rest zum größten protokoll wiedergibt und dem haben ja die Fälscher des Zeil Fabrikanten, Buchdrudereibefizer, Gast- Reichsverbandes, nach des Handbuchs eigenen Angaben, die Zahlen wirte..." entnommen steht folgendes zu lesen: Die Macher des Handbuchs haben indes schon einmal gehört, Redakteure, Rorrektoren, Juristische Sprech daß ein Redner, der sich dieser Argumentation bediente, von sozialstunde 69 483,10 Mart. demokratischer Seite fofort auf den Sand gesetzt wurde durch den Um zu dem Durchschnittsgehalt von zirka 7000 Mart zu Hinweis, daß die überwiegende Mehrheit der jeßigen Schriftsteller, tommen, fälscht das Handbuch diese Angabe, unterschlagen seine Parteibeamten, Fabrikanten, Buchdruckereibesizer und Gastwirte Macher die Tatsache, daß aus der Summe von 69 483,10 mart früher Arbeiter gewesen ist und eben wegen ihrer politischen Be- nicht nur die Gehälter der Redakteure, sondern auch der Korrektoren tätigung für die Arbeiterschaft aus ihrem ursprünglichen Beruf deren der Vorwärts" vier hat und die Honorare der fcheiden mußte. Und um solchem Einwand vorzubeugen, setzen die damals fünf, jetzt sechs Rechtsanwälte floffen, die an fünf Tagen Handbuchschmierer folgende freche Lüge dreist aufs Papier: der Woche juristische Sprechstunde abhielten. Von dieser Arbeitervertretung" war auch nur ein sehr Das ist die erste Fälschung in den eben angeführten 9 Zeilen geringer Bruchteil überhaupt aus dem Arbeiterstande des Schmutzbuchs.. Aber damit ist es noch nicht genug! herborgegangen." Die Macher des Reichsverbandes toiffen als genaue Beobachter Das ist nun zweifellos eine sehr freche, aber auch eine sehr der Sozialdemokratie ganz gut, daß in den 69 483,10 Mark des bumme Lüge, da sie sofort aufgedeckt werden kann. Aber die Macher weiteren auch die Summen steden müssen, die den sechs aushes Handbuchs geniert das nicht. Sie haben sich eine prächtige geschiedenen Redakteuren des„ Vorwärts" für die Zeit ihrer das beweist ein offiziös inspirierter Artikel in der ,, Norbd. Ausrede zurechtgelegt, mit der fie offenbar Leute, die über Stündigungsfrist zustanden und ausgezahlt sind. Auch diese Tatsache Allg. 3tg." von Donnerstag abend. Hier wird rund und klar erklärt, ebensoviel Intelleft, wie sie selber verfügen, über den verschweigen, unterschlagen fie. ... Es bleibt bei den 8000 Mann für Südweſt! " " Unsere wiederholte Frage, wie stark denn nun, nach Beendigune bes Hottentottenkrieges, die Zahl der füdwestafrikanischen Trupp bleiben solle, ist unseren Kolonialnarren links und rechts höchst peinlich. Namentlich dem Freisinn, der jeßt Farbe bekennen muß, ob er noch weitere Hunderte von Millionen für die wertlose Sand- und Steinwüste verpulvern will! Der Freisinn sucht sich durch einen plumpen Schwindel aus der gutunterKlemme zu ziehen. Die Boff. 8tg." will von richteter Seite" erfahren haben, daß die Regierung in der Tat beabsichtige, die Truppenzahl in aller Bälde auf 2500 Mann herabaufeßen. Das werbe geschehen, sobald Oberst Deimling aus Südwest zurückgekehrt und durch Oberstleutnant v. Estorff ersetzt sein werde. Wann Herr Deimling zurückfehren wird, das verrät freilich das freifinnige Blatt nicht. Daß die ganze Notiz aber nichts ist als dreister Wahlschwindel, wahren Sachverhalt glauben hinwegtäuschen zu tönnen. Endlich behaupten die Macher frisch und unverzagt, ohne fich daß auf einstweilen noch unabsehbare Zeit hinaus Sie beweisen ihre Angabe, daß nur ein sehr geringer Bruchteil" irgendwie zu informieren, daß in der Redaktion des Zentralorgans" 8000 Mann unserer bisherigen Abgeordneten überhaupt aus dem Arbeiterstande schwerlich mehr als acht bis zehn Redakteure sizen. In Wirklichkeit in Wüstwest bleiben müßten! 2000 Mann ständen im Norden, an hervorgegangen ist, durch eine feine Unterscheidung! Sie ziehen fizen elf darin, außerdem zwei Nedaktionssekretäre! Wenn nicht der Ovambogrenze, an der Ostgrenze und im Hererolande.„ Und einen Trennungsstrich zwischen Arbeitern und Handwerkern! eine Fälschung, so liegt hier eine gewisseules- leichtfertige Uuwahr da müssen sie stehen bleiben"! Für den Süden bleiben dann noch Buchdrucker, Lithographen, Metallarbeiter, Tabalarbeiter lassen sie heit vor. 6000 Mann übrig. Auch davon sei kein Mann zu entbehren. Zur Deckung der Etappenlinie Windhut Keetmanshoop feien 1421 Mann erforderlich, und die übrigen 4500 Mann brauche man zum Schuße der Farmen, der Proviantdepots und gegen den eind, ständen doch noch immer 150 Mann im Felde! Außerdem als Arbeiter passieren, die Schneider, Buchbinder, Tapezierer,( Um den Machern des Reichsverbandes das weitere Raten zu Drechsler, Schuhmacher, Tischler, Gärtner usw. aber sind nicht ersparen, wollen wir ihnen verraten, daß die Redaktionsgehälter im Arbeiter, sondern Sandwerter! Auf diese Weise beweisen" Borwärts" sich zwischen 2400-4500 m. bewegen. Das Höchst bie Macher des Handbuches, daß unter den 1903 gewählten gehalt von 4500 m. bezieht ein einziger Redakteur.) sei eS möglich, baß nach dem Friedensschluß die dann nicht länger von den Engländern festgehaltenen Hottentottenfliichtlinge wieder zurückkehren könnten. Also auch «ach der Niederwerfung des Aufstandes seien die Truppen notwendig, um die ruhige Besiedelung zu er- möglichen I ES bleibt also für daS Jahr 1907, vielleicht auch noch 1903, bei den 8009 Mann, die uns pro Jahr rund 80 Millionen koste»! Wir find gespannt, welche Haltung zu dieser Forderung der Re- gierung nunmehr der Freisinn einnehmen wird l Wird er die Kolonialarmce bewilligen?! Uebrigens ist eS mit den 80 Millionen pro Jahr für Südwest noch lange nicht getan. Es kommt noch hinzu der Bahnbau bis Keetmanshoop mit 20 Millionen, die Farmerentschädigung mit 10 Millionen, der Ausbau der Bahn bis Kubub mit 25 Millionen, der abgelehnte Nachtragsetat mit 30 Millionen, die Ueberschreitungen aus früheren Jahren mit 30—50 Millionen. Das sind für zwei Jahre zusammen 300 Millionen Mark! Und dies Sündengeld soll auch fernerhin noch für eine Kolonie vergeudet werden, in der nach 50 Jahren günstigenfalls einmal 10 000 Kolonialagraricr wohnen werden! Das deutsche Volk müßte selbst am Tropenkoller leiden, wenn es diese skandalöse Wirtschaft mitmachen wollte l VahIKamps. Die Wahlbetvegung in Württemberg. Stuttgart, 3t. Dez. sEig. Ber.) Die sozialdemokratischen Kandidaten sind nunmehr für alle TJ württembergischen RcichstagSwahIkreise aufgestellt. Sie heißen: 1. Kreis Stuttgart: Landtagsabgeordn. K. Hildenbrand, bisheriger Vertreter. 2. Kreis Canustatt: Landtagsabgeord. W. Keil, Redakteur. 8. Kreis Heilbronn: Fr. Feuerstein, Sekretär der württem- bergiichen Konsumvereine. 4. Kreis Böblingen: Gemeinrat K. S p e r k a, bisheriger Ver- treter. 5. Kreis Eßlingen: Gemeinderat L. Schlegel, bisheriger Ver- treter. 8. Kreis Reutlingen: A. Schlicke, 1. Vorsitzender deS Deutschen Metallarbeiterverbandes. 7. Kreis Calw: K. Ost er, Hlllfsarbeiter im württembergischen Parteisekretariat. 8. Kreis Frcudcnstadt: W. Kowald, Schriftsetzer in Stuttgart. 9. Kreis Tuttlingen; Biirgerausschußmitglied H. Matturat, Arbeiterselretär. 10. Kreis Göppingen: Landtagsabgeordneter Dr. H. Linde- mann, bisheriger Vertreter. 11. Kreis Hall: Gemeinderat Krüger in Hall. 12. Kreis Gcrabronn: Gemeinderat H. Wirth in Langenburg. 13. Kreis Aalen: Landtagsabg. Fr. Fischer, Buchhändler. 14. Kreis Ulm: Gemeinderat A. Dietrich, Buchbinder. 16. Kreis Blaubeurcn: Maler G ö h r i n g in Ulm. IS. Kreis: Bibcrach: Landtagsabgeordneter Hildenbrand in Stuttgart. 17. Kreis: Ravensburg: Schreiner K r a u ß in Biberach. �Die Gegner sind mit ihren Wahlvorbereitungen noch nicht so weit.' Das Zentrum hatte bisher vier Kreise: Aalen, Blau- bcnren, Biberach und Ravensburg, vertreten durch die Abgeordneten Hosmann, Gröber, Erzberger und Leser, inne, von denen die letzteren drei wieder kandidieren, während der erste zurücktreten wird. Diese vier Wahlkreise erhält das Zentrum in jedem Fall wieder. Der Bauer nbund besaß bisher drei Kreise, Heilbronn, Hall und Crailsheim. Seine drei Abgeordneten Vogt-Gochsen, Vogt- Büttelsbronn und Dr. Wolff, kandidieren wieder. Die Volkspartei hatte bisher fünf Kreise, Reutlingen, Calw, Freudenstadt, Tuttlingen und Ulm. Bon seinen Abgeordneten werden Payer, Haußmann und Schweickhardt wieder kandidieren, Storz hat sich noch nicht entschieden, und Wagner ist zurückgetreten. Die Nationalliberalen hatten bisher nur den Cannstatter Kreis inne. wo auch der bisherige Abgeordnete Professor Hieber wieder kandidiert. Das von den Nationalliberalen angestrebte allgemeine württem- bcrgische»Kaffcrnkartell", das in allen Wahlkreisen eine allgemeine Phalanx„wider Schwarz und Rot" bilden sollte, ist allmählich ins Wasser gefallen! Die Volkspartei lehnte es grundsätzlich ab, mit den Konservativen resp. dem Bauernbund Wahlabmachungen zu treffen, und letztere wiederum wollten nur dann mit der Voltspartei verhandeln, wenn.diese„über ihre Stellung zur Sozialdemokratie eine befriedigende Auskunft geben würde", d. h. wenn diese erklären würde, einen Bauernbündler in jedem Falle einem Sozialdemokraten vorzuziehen! Daß die Volks- Partei das nicht kann, hat sie nicht nur durch die Ablehnung ihrer Beteiligung am„Kaffernkartell", sondern auch dadurch bewiesen, daß sie für die am 9. Januar stattfindende LandeSproportionalwahl mit der Sozialdemokratie einen„verbundenen Wahlvor schlag" einreichte. Diese„Verbindung" der beiderseitigen Wahlvorschläge hat die Bedeutung, daß bei der Mandatverteilung die von beiden Parteien erhaltenen Stimmenzahlen zusammengezählt werden. Es besteht dann die Möglichkeit, durch die von beiden Parteien aufgebrachten Stimmreste, mitjjdenen jede für sich kein Mandat mehr erzielen würde, gemeinsam noch ein Mandat mehr zu erhalten, das auf solche Weise der Reaktton auf jeden Fall verloren ginge. Wem es zufällt, ob der Volkspartei oder der Sozialdemo- kratie. das wird dann auf dem Wege einer besonderen Stimm- austeilung eruiert. Durch diese zwischen Volkspartei und Sozialdemokratie getroffene Vereinbarung werden insbesondere die Nationalliberalen sehr unangenehm berührt sein, und die Vereinbarung belveist auch, daß in Württemberg für die Wahlparole gegen die in der Frage des südwestafrikanischen Krieges sich ablehnend verhaltende Reichstags- Mehrheit absolut kein Boden mehr vorhanden ist. Die Situdtion im Herzogtum Sachsen-Altenburg. AuS Altenburg wird uns geschrieben: Die sozialdemokratische Landesorganisation im Herzogtum Sachsen-Altenburg hat auf einer am vergangenen Sonntag in Gera abgehaltenen außerordentlichen Landeskonferenz, auf der(bis auf zwei kleine Parteivereint) samt- liche Organisationen vertreten waren. Stellung zur ReichStagswahl genommen. Als Kandidat wurde wiederum Genosse Buchwald aufgestellt, der bekanntlich 1903 im ersten Wahlgange ge- wählt worden war, dessen Mandat dann ober für un- gültig erklärt wurde, weil der Staatsminister v. Helldorf in einer konservativen VerttauenSmännerversammluna vor der Wieder- aufftellung des bisherigen Vertreters deS Wahlkreises, des 7>/.� Mark- ZöllnerS v. Blödau gewarnt hatte, da dieser keine Aussichten auf Wiederwahl habe und der Kreis unter solchen Umständen an die Sozialdemokratie verloren gehen könne I In der Nachmahl, die man Hals über Kopf anberaumte, um noch schnell nach den Listen von 1903 wählen zu können, wurde der OberlandcsgerichtSrat Porzig, ein konservativer Reaktionär schlimmster Art, mit einer Mehrheit von einigen hundert Stimmen gewählt. Die Parteigenossen gehen mit Zuversicht in den Wahl- k a m p f und hoffen, den Kreis im ersten Wahlgang wieder zu er- obern. Kandidat der Konservativen ist wiederum der Reaktionär Porzig, der als Mitglied des ReichSvereins zur Verleumdung der > Sozialdemokratie natürttch alle Altenburger Großbauern und junker- lichen Grundbesitz« auf seiner Seite hat. Ebenso arbeitet der ganze reaktionär gesinnte Beamtenklüngel zugunsten seiner Wiederwahl, für die auch der Bund der Landwirte und die diesem gleichwertige „MittelftandSvereinigung" eintritt. Reben diesen beiden Kandidaturen ist auch der Freisinn auf den Plan getreten. Die Freisinnigen, die früher im Wahlkreis Altenburg — er umfaßt das ganze Länochen— stark vertreten waren, find von Wahl zu Wabl immer mehr zusammengeschmolzen. 1903 ver- zichteten sie, im Gefühl ihrer Ohnmacht, auf die Aufstellung eines eigenen Kandidaten, und 1904 stimmten sie— trotz der skandalösen Ungültigkeitserklärung deS sozialdemokratischen Mandats— für den Reaktionär Porzig l Mit auf dieses feige Verhalten des Freisinns, der lieber einen ultrakonservativen Reichsparteiler als einen demokratischen Sozialisten im Besitze des Mandats sah, ist die Auslieferung des Kreises an die Konservattven zu setzen. Bei der diesmaligen Wahl tragen sich die Freisinnigen mit der Hoffnung— in die Stichwahl zu kommen I Ihr Kandidat ist ein Altenburger Rechtsanwalt Dr. Höfer. Der Reichsverein hat bereits entschieden, daß er sich auch für den Freisinnskandidaten ins Zeug werfen will, und daher ihn als dem Porzig gleichwertig ansehe!— Während sich die bürgerlichen Parteien noch ruhig verhalten, hat die Sozialdemokratie im Anschluß an die Landeskonferenz am ver- gangenen Sonntag den Angriff gegen die„Kaffernparteien" in breiter Linie aufgenommen. An zehn Orten fanden am Sonntag Versammlungen statt. Die Parteigenoffen hatten während der Weihnachtstage das erste Flugblattverbreitetund für die Versammlungen gut vorgearbeitet. Diese waren denn auch fast ausnahmslos gut besucht. Redlich bemühen sich die Polizei, Landrat und Orisvorsteher, schon jetzt Wahlanfechtiingsmaterial beizuschaffen. So hat der Alten- burger Landrat v. Schenk den Ortsvorstehern der Landorte an- befohlen, keine Abschriften der Wählerlisten und ebensowenig die Listeneinsichtnahme für dritte zu gestatten! In Schmölln hat die Polizei verschiedenen Flugblattverbreitern die Verteilung von Flugblättern ohne vorher eingeholte Erlaubnis als strafwürdig untersagt und deren Sistierung vorgenommen,„um sie strafrechtlich verfolgen zu können" I Die größten Schwierigkeiten werden denjenigen Parteigenossen gemacht, die sich um die Gamm- lung von„Wahlpulver" bemühen. Der Bürgermeister von Roime« bürg, Dr. Hiller, hat nur einer beschränkten Zahl von Genossen— im ganzen sieben— die Erlaubnis zur Sammlung von Geldern erteil:. Dabei hat der gute Mann noch sorgfältige Erbebungen darüber veranlaßt, ob die Sammler— nicht vorbestraft sind, in welchem Falle er überhaupt keine Vollmacht erteilen will.(Es besteht nämlich in diesem angenehmen Vaterländchen ein Gebot, daß man zu Sammlungen die behördliche Erlaubnis einholen muß I) Eine angenehme Gepflogenheit dieses genialen Ronneburger Bürgermeisters ist auch die: die Sammellisten zur Hälfte mit dem Texte seiner Erlaubnis und seiner höchsteigenhändigen Unterschrist zu bedecken. wodurch er es fertig bringt, daß gerade noch 12 Zeilen für Unter- schristen frei bleiben. Für 7 Listen hat er Erlaubnis gegeben, und 7 X 12, das gibt 84 Personen, die um einen Beitrag angegangen werden können.— Ist daS keine geniale Methode, die Sozial- demokratie unterzukriegen? I Die Genossen ans dem Lande, die sich mit der Munittons- sammlung abgeben, sind»och schlimmer dran. Von ihnen wird verlangt, daß sie sich persönlich auf dem LandratSamie einfinden, wenn sie um die Erlaubnis zur Sammlung nachsuche» I Um nun vielleicht fünf Marl einzusammeln, kann man aber nicht zehn Marl Reisegeld usw. opfern, und deshalb verzichtet man lieber auf die Ehre, den Herrn Landrat belästigen zu dürfen. Natürlich spornen derlei Liebenswürdigkeiten den Eifer unserer Partei- genossen nur an, und da zudem die Zahl der organi- sierten Parteigenoffen, sowie auch die der Leser und Abonnenten des Parteiorgans, der„Altenburger Volkszeitung", seit 1904 beträchtlich angewachsen ist, so darf mit einiger Gewißheit auf einen günstigen Wahlausgang gerechnet werden. Der abgewimmelte Arbeiterkandidat. Wie die Blätter meldeten, war in Saarbrücken der Gewerk- schastssekretär Wernerus als Zentrumskandidat aufgestellt worden. Jetzt hat die VerttauenSmännerversaminlung den Beschluß des Bor- standes der ZentruntSpartei, Wernerus auszustellen, verworfen und mit großer Mehrheit den Justizrat Stzrauß(Saarbrücken) als Kandidaten berufen! Für Strauß wurden 91, für Wernerus 50 Stimmen abgegeben. Die Versammlung nahm einen sehr er- regten Verlauf. Jedenfalls wollte die Parteileitung den„beperen" ZcntrumSleuten das Schicksal der Duisburger Ultramontanen er- sparen, die aus Haß gegen den schlichten Mann aus der Werkstatt, der als Kandidat aufgestellt war, lieber dem liberalen Gegner die Stimme gaben.— „Kein Paradearbeiter". Die Nationalliberalen im Wahlkreise DuiSburg-Mül- heim-Ruhrort-Oberhausen haben sich zu einer„sozialen Tat" aufgeschwungen, indem sie an Stelle des mandatmüden Herrn Beniner einen Arbeiter, den Former Christoph Jung, als Kandidaten aufftelltcn! Der nationalliberale Arbeiterkandidat hat auch schon seine Wahlrede gehalten. Nachdem zunächst ein Fabrik- besitzer und ein Professor geredet hatten, entwickelte der Kandidat sein Programm. AuS seiner Rede hebt die„Kölnische Ztg." als besonders bemerkenswert den Satz hervor: „Ich biit kein Paradcarbeitrr, wie das Zentrum und die Sozialdemokratie solche aufweist, sondem ich habe meinen Beruf lieb und bleibe ihm treu. Sollte ich zum Ab- geordneten gewählt werden, dann kehre ich zum Schluß der Session wieder in meine Werkstatt zurück, um mich in gewohnter Weise zu ernähren." Die Nationalliberalen werden wissen, weshalb sie diesen Muster- kandidaten zum Nachfolger deS Oberscharfmachers Beumer ausersehen haben. Da Herr Jung seinen Beruf so über alle Maßen liebt, so ersparen es ihm hoffentlich die Sozialdemokraten, seine Tätigkeit durch Ausübung eines parlamemarischen Mandats unterbrechen zu müssen. Zentrum und Koalitionsrecht. Der„Bayrische Kurier" bringt in seiner Beilage „Soziale Fragen" vom 27. Dezember eine bemerkenswerte Notiz, die nicht o.hne Nutzen im Kampfe gegen das Zentrum sein wird. Sie lautet: „Die Koalitionsfreiheit gehört zu den Dingen, die doch auch mit gewisser Borsicht behandelt werden müssen. In Landshut behandelte dieser Tage der Miinchener Oberexpeditor Lötveneck diese Frage und verlangte die Schaffung von Beamten- und Bedienftetenausschüssen, die Gewährung der vollständigen Koalitionsfreiheit. DaS ist nun doch eine Forderung. die unter Umständen geradezu zu einem zwei- schneidigen Schtverte werden kann. Den staatlich angestellten Beamten und Bediensteten sind doch vom Tage ihrer Anstellung an eine ganze Reihe von Rechten verbürgt, die jeder im privaten Dienste stehende Mann sich erst durch Vertrag ver- schaffen muß. wenn er soweit gehende Rechte überhaupt bekommt, die er sich im Lohnkampf erringen muß. ES wird sehr zu über- legen fein, ob man jemals an die Anbilliguiig solcher Rechte wird denke» können. Man denke sich die möglichen Folge« eines solchen ZusammenschluffeS I" Das Zentrum würdigt die staatlichen Angestellten zu Staatsbürgern zweiter Klasse herab und gibt sie wehrlos ihrem Arbeitgeber: der Regierung, preis. Die Beamten mögen sich das merken 1 1 Das Zentrum als sozialpolitischer„Einpeitscher". Die„Kölnische VolkSzeitung� untersucht in einem längeren Artikel, was bei der bevorstehenden ReichStagSwahl auf dem Spiele steht. Am Schlüsse des Artikels heißt es- „Die Weiterfährung der Sozialreform endlich ist dahin, wenn der Liberalismus siegt; auf diesem Gebiete hatte er nie eine Stoßkraft, nie eine Initiative. Das Zentrum mußte stets den Einpeitscher machen. Solange die Regierung auf das Zenttum Rücksicht nehmen mußte, konilte sie auch die Sozialreform nicht ganz ins Stocken kommen lassen; macht der Liberalismus die Geschäfte, so steht der Karren still, daher auch der Jubel aller scharfmacherischen Zeitungen. Für Arbeiter und Mittelstand kann es daher auch keine bessere Parese geben als Erhaltung eines starken Zentrums." Es war die„Soziale Praxis", die im Juni vorig Jahres schrieb:„ES ist keine einzige positive Tat d r Sozialreform in dieser sechs Monate währenden Session zustande gekommen... Die tv i rk l i ch e n Taten fehlen leit einigen Jahren." Und ein christliches Blatt, die „Baugewerkschaft", schreibt in seinem Jahresrückblick:„Die sozialpolitische Ernte des scheidenden Jahres ist mager; über einige schöne Reden ist man nicht hinausgekommen." Das sind die Erfolge der ultramontanen„Einpeitscher". DaS Zentrum hat allerdings die Regierung eingepeitscht— aber nur zur Untätigkeit auf sozialpolitischem Gebiete. Christliche Zivilisation. «nS Baden schreibt man uns: Die Genoffen, welche die erste Flugblaitverbreitung auf den Dörfern vorgenommen baben, wissen davon zu berichten, daß unter der bäuerlichen Bevölkerung beider christlichen Konfessionen der Fanatismus gegen die Sozialdemokratie seine bedenklichen Folgen zeittgt. In Oestringen bei Bruchsal sind Hunde auf die Zettel- Wäger gehetzt'worden. In Linkenheim bei Karlsruhe geriet ein Bauer beim Lesen deS Namens unseres Kandidaten in eine solche Christenwut, daß er nach einem eichenen Bengel griff und unseren Zettelträger mit Totschlag bedrohte, falls er nicht das Anwesen verlasse! In einem anderen Hause machte eine Frau ihrer christlichen Nächstenliebe gegen einen älteren Arbeiter Lust durch die Titulaturen:.Dreckspatz I".Lausbube!" usw. — Glücklicherweise gehören diese Erscheinungen der pfäffischen Volks- Vergiftung noch zu den Ausnahmen. Bei früheren Wahlen waren hier solche Roheiten gegen anständig auftretende Arbeiter nicht zu verzeichnen.— Pfarrer Naumann: Reichstagsrandidat im Reichslande. Im Wahlweise Colmar stellten die vereinigten Liberalen und Demokraten den Führer des Jungliberalismus, Pfarrer Friedrich Naumann, auf. Naumann nahm die Kandidatur an. Bei der Reichs« tagswahl im Jahre 1903 erhielten iin ersten Wahlgange Rechts- anmalt P r e i ß(klerikal) 8163, Peirotes(Soz.) 2371; der Kandidat der Ell. Volkspartei 2763 und Riegert(lib.) 2723 Stimmen. In der Stichwahl siegte Preiß mit 9110 Sttmmen über PeiroteS, der 6!S7 Stimmen erhielt. Aussicht, gewählt zu werden, besteht für Naumann nicht. Die Sozialdemokratie ist im Kreise sehr rührig und bei der in den Landweisen zum Teil noch be« stehenden Antipathie gegen die Alldeutschen ist es selbst zweifelhaft, ob die liberale eingesessene Bauernschaft Naumann mit ihrem Ver- trauen beschenkt. Bezeichnend aber für die Liberalen in Alt- deutschland ist es, daß einer ihrer tüchtigsten Führer und jedenfalls einer ihrer ehrlichsten Politiker am rechten Rheinufer keine Kandidatur erhalte» konnte. Fürchtet man ihn etwa in den eigenen Reihen?— Die deutsche Kaufmannschaft. Einen Aufruf an die deutsche Kaufmannschaft erläßt der„Kon- fektionär". Er empfiehlt, bei den kommenden Reichstagswahlen die richtigen Leute in das Reichsparlament zu wählen: An die Reichstagsmehrheit, die durch ihre Zollpolitik(ganze Industriezweige lahmgelegt�) das deutsche Volk schwer schädigte, an die ReichStagSmehrheit, die dem deuffchen Volke eine neue enorme Belastung durch neue Verkehrs« feindliche Steuern brachte— an diese ReichStagSmehrheit werde man noch lange denken!— Die Kaufmannschaft habe es bisher immer verstanden, hinterher, wenn eS zu spät ist, zu schimpfen, zu jammern und zu klagen l Die Furcht, irgendwo bei Bekundung der wahren Gefinnnng anzustoßen, müsse aufhören, und die Erfahrungen der letzten Jahre müßten bei den kommenden Wahlen beherzigt werden l Da die sozialdemokratische Partei die einzige ist, die gegen jene wahnsinnige Politik Krieg führt, so muß die deutsche Kaufmannschaft demnach sozialdemokratisch wählen, will sie im Sinne des„Konfektonär" wirkungsvoll Protest erheben! Die Parteikavallerie. Ein Parteigenosse(Arzt), der im Winter schon große Radtomen unternommen hat, schreibt: Die roten Radler haben in diesem Wahlkampfe wesentliche Schwierigkeiten zu überwinden: Kälte und Schnee! Es er« scheint deshalb ratsam, einige fachmännische Winle zu aeben. Die feldmäßige Ausrüstung der Parteikavallerie mutz beliehen anS Ohrenschiitzern, Handschuhen, Pulswärmern und doppelten Unterhosen. Letzteres deswegen, weil die Beine trotz deS Swanipelns nicht von selbst warm werden. Ohne besonderes Zutun wird von selbst warm der Rücken und der übrige Körper. Eventuell empfiehlt e» sich auch, ein Taschentuch vor den Mund zu binden, damit die scharfe Luft nicht unmittelbar aus die durch das Radeln erhitzten AtmungSorgane eindringt. Für Lungeiiwante ist die Teilnahme ain Dienst der roten Kavallerie auf keinen Fall zu empfehlen. Für Humor im Wahlkampf sorgt der Herr Gendarm aus dem Dorfe Nietleben, wo sich die Provinzial-Jrrenanstalt befindet. Der Herr Beamte verlangt, daß künftig in sozialdemokratischen Versammlungen Stöcke und Schirme von Teilnehmern nicht mehr mitgeführt werdeil, da diese Gegen- stände nach§ 7 des preußischen VereinsgesctzeS als Waffen anzusehen seien! Nächstens wird der gute Mann vielleicht noch verlangen, daß die Versammlungsbesucher barfuß erscheinen; denn die Stiefel könnten schließlich auch noch als„Waffen" angesehen werden. Versammlungen. Danzig. Eine äußerst stark besuchte Volksversammlung tagte am 28. Dezember v. I. im„Bürgergarten" in Schidlitz. Weit über 1000 Personen hatten sich eingefunden und lauschten mit großer Spannung dem Vortrage deS Gewerkschaftssekretärs Genoffen Trilse- Elbing, der über„Die ReichstagSauflösung und das hungernde Volk" sprach. Nach dem mit brausendem Beifall aufgenominenen Vortrage wurde einstimmig unter lebhaften BcisallS- rufen Genosse Trilse zum Kandidaten nominiert I I» Koblenz»St. Goar eröffneten unsere Genossen am 30. De- zember v. I. den Wahlkampf mit einer sehr gut besuchten Ber- sammlung, in der Genosse Heinrich Hüttmann-Frankfurt a. M, vcr Kandidat des Kreises, referierte. I» Halle a. S. sprach am Mittwochabend Genoffe Paul Singer. Bon überfüllter Versammlung stürmisch begrüßt, erinnerte der Redner daran, daß er seine erste Wahlrede außerhalb Berlins in einem für die Partei historisch gewordenen Lokale halle. Im Versammlung?- saale des Abends(„Bellevue") fand nämlich der erste sozialdemo- kratische Parteitag nach dem Fall de? Sozialistengesetzes statt. Die Partei, die ttotz Sozialistengesetz vorwärts gelommen sei, werde auch siegreich auS der kommenden Reichstagswahl hervorgehen. In Fürth sprach Bebel am Mittwochabend vor einer überaus stark besuchten Versammlung. Aus der politischen Situatton, unter Anführung des Briefes des Reichskanzlers an den Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratte, zog Bebel die Schlußfolgerung von der Unfähigkeit BülowS, die ReichSgeschafte zu leite«. Er verspottete die Anstreduug cteac liberal-konservativen ReichStagsmehrheit und prophezeite die Verstärkung der Parlamentsmehrheit vom 13. Dezember durch die Neuwahlen. Gegen Schluß seiner zweistündigen Rede entwickelte Bebel das sozialdemokratische Gegenwarts- Programm zugunsten der Rückeroberung Fürths durch Segitz. -JiSJn. politifche Geberficbt. Berlin, den 3. Januar 1907. Biilotv als Politiker und Geschichtskenner. * k Halbabsolutistische Regierungen unter konstitutionellen 'men bedürfen diplomatischer Redeminister, welche die sektiven Einflüsse und veränderlichen Anstöße des Person- en Regiments nach außen als ihre eigenen politischen euchtungen vertreten und mit einer gewissen konzilianten, jigen Dcbattierkunst die Angriffe der bürgerlichen Position abzutrumpfen verstehen. Zu diesem Zweck hatte Poleon III. seinen von Zola unter der Maske der xzellenz Eugdne Rougon" verspotteten l g ä n e R o u h e r, der es vom simplen Advokaten im nzösischen Landstädtchen Riom zum napoleonischen„V i z e- i s e r" brachte, und zu demselben Zweck hat Wilhelm II. ren B ü l o w, der durch die gleiche Gewandtheit vom ein- ijen Adeligen zum Fürsten avanciert ist. Damit soll indes ht gesagt sein, daß wir den Herrn Reichskanzler Fürsten low einfach als Rouher II. hinstellen möchten. Das hieße i politische Talent Rouhers und die parlamentarisch- ltmännische, zitatengespickte Redegewandtheit Bülows unter- ätzen. Rouher besaß immerhin die diplomatische Befähi- ng nicht nur Napoleons III. persönliche Einflüsse konstitu- nell zu drapieren, sondern auch dem' Neffen des großen rkels in wichtigen Fragen seinen Willen zu suggerieren: is Fähigkeit, die schwerlich jemand bisher beim Fürsten ilow entdeckt haben dürfte, selbst nicht Herr Stein'vn der ,rankfurtcr Ztg.". Dagegen ist Fürst Bülow den Vize- iser Rouher, wie gerechterweise anerkannt werden miß, in r edlen Anmut, mit der er parlamentarisch zu parlieren id schlagwortartige Sentenzen zu prägen weiß, entschieden lerlegen. Er hat noch besser als Rouher begriffen, wie »cht sich der bürgerliche Liberalismus mit schönen Redens- üen abfüttern läßt, wenn die Abfütterung mit einigen öeralen Phrasen und feuilletonistischen Witzen gewürzt ist. So hat sich Fürst Bülow trotz seiner höchst fragwürdigen eistungen auf dem Gebiete der äußeren Politik und seiner icht mehr fragwürdigen Leistungen auf dem Gebiete der meren Politik unter den Liberalen den Ruf des Welt- ewandten Diplomaten und bedeutenden Politikers verschafft, ne ihm wiederholt nicht nur das„Verl. Tagebl.", fondern gelbst das Blatt des Herrn sonneniann attestiert hat. Was wunder, wenn ob dieser billigen Erfolge des Reiches Kanzler sich selbst als großen Diplomaten einschätzt und jetzt, nachdem er den Reichstag ausgelöst hat, durch seine nach derselben Methode wie seine Reichstagsreden abgefaßte Botschaft an den Präsidenten des Reichsverbandes gegen die Sozialdemo- kratie die Liberalen fiir die Schönheiten seines politischen Kurses einzufangen sucht. Allerdings mit irgend welchen liberalen Zusicherungen hält Bülow in seiner Botschaft zurück. Mag er immerhin sich noch so sehr überschätzen, so viel weiß er doch, daßim wesentlichen seinMini- sterium nur eine„Nebenregierung" des ostelbischen Junkertums ist und daß, wenn diese Kaste durch wirkliche Zugeständnisse an die Liberalen gereizt, gegen ihn ihre Machtmittel am Hof und in der hohen Bureaukratie aufbietet, seine Tage als Reichskanzler gezählt sind. So beschränkt er sich in weiser Vorsicht darauf, in seinem Silvesterbrief die Nationalliberalen wegen ihres Patriotismus zu loben, den Freisinnigen eine Vorlesung über Doktrinarismus und die Uebertreibung ihrer Prinzipien zu halten, und ihnen schließ- lich halb ironisch dm Rat zu. geben, die konservative Agrar- Politik anzuerkennen, da ja der Landwirtschaft doch„der unbedingt notwendige Schutz" auf ein Jahrzehnt durch die Handelsverträge gesichert sei. Aber selbst wenn der Freisinn diese Bedingungen erfüllt, will der Reichskanzler ihn nur von Fall zu Fall zur Mehrheitöbilduug heran- zuziehen. Das sieht mehr nach einer Verspottung, denn nach Zuge- ständnissen aus: doch ein echtes Freisinnsgemüt weiß aus jeder Blüte Honig zu saugen. Die„Voss. Ztg." faselt bereits von einer Schwenkung des Kanzlers und meint in anerkennenswerter Bescheidenheit: Bemerkenswert bei diesem Plan ist in erster Reihe die Front- Veränderung gegenüber dem Freisinn. Fürst Bülow sieht ihn nicht mehr, wie es die Regierung von alters her, in Theorie und Praxis, getan hat, als Gegner, sondern als Verbünd et en an. Vielleicht wäre es unter diesen Umständen nützlich gewesen, nicht so ausführlich, wie es der Kanzler tut, angebliche Fehler in der früheren Haltung der Freisinnigen zu erörtern, zumal, da der Hinweis auf eine Verleugnung dieser Haltung nicht mit den Tatsachen übereinstimmt... Indessen braucht der Reichskanzler das Argument von der veränderten Stellung des Freisinns zur Rechtfertigung seiner eigenen Schwenkung, und deshalb kann von einer eingehenden Erörterung seiner Kritik vorerst abgesehen werden. Indes es lohnt sich nicht, mit den traurigen Resten der ehemaligen Fortschrittsherrlichkeit über politische Fragen zu rechten. Nur eine Auslassung des Kanzlers möchten wir noch kurz glossieren, da sie die Bülowschen Geschichtskenntnisse illustriert. Von den Bestrebungen der Sozialdemokratie heißt es in seinem Silvestcrbrief: „Richt nur sind ihre kommunistischen Zukunftsträume kul- turfeindlich, die Mittel zu ihrer Verwirklichung brutaler Zwang — alles, waS sich etwa irgendwo in Deutschland an reaktionärer Gesinnung findet, gewinnt Kraft und Recht durch die sozialistische Unterwühlung der Begriffe von Obrigkeit, Eigentum, Religion und Vaterland. Auf den wild gewordenen Spieß- bürger und phrasentrunkenen Gleichmacher Robcspierre folgte der Degen BonaparteS. Er mußte kommen, um das französische Volk von der Schreckensherrschaft der Jakobiner und Kom- munisten zu befreien." Neu ist diese Auffassung nicht. Es ist die Folgerung der Sybcl und Konsorten, die sich der Reichskanzler aneignet: aber, da ihm die Sybelsche Geschichtskenntnis fehlt, ins Albern- Triviale übersetzt. Wir wollen mit Bülow nicht darüber streiten, oh Robespierre ein„wild gewordener Spießbürger" und„phrasentrunkener Gleichmacher" war, aber charakteristisch für den ersten Beamten des Deutschen Reiches ist es, daß er in dem großen franzö ji. schen Revolutionsdramct nur das Werk einiger politischer Akteure sieht. Er begreift nicht, daß die französische Revolution ein großer Klassen- kämpf gewesen ist: das gewaltige, geschichtlich bedingte Ringen verschiedener Klassen, in welchem entsprechend dem geschicht- lichen Entwickelungsgesetz schließlich die Klasse siegte, welche die wirtschaftlich größten Machtmittel besaß: die Bourgeoisie. Nicht der Degen Bonapartes hat denn auch die Herrschaft Nobespierres und der Jakobiner abgelöst: Robespierre wurde vielmehr gestürzt durch die Vertreter einer Bourgeoisie, die nach der Rückkehr zu„geordneten Verhältnissen", d. h. zu einer im Dienste ihrer wirtschaftlichen Interessen stehenden Regierung verlangten. An die Stelle der jakobinischen Regierung trat nicht das Regiment Napoleons, sondern das Regiment der Barras undKonsorten. Er st durch den Staats st reich des 18. Brumaire(1799) gelangte Napoleon zur Herrschaft, und seinen weiteren Aufstieg verdankte er nicht zum wenig st en der Tatsache, daß er sich in den Dien st der wirtschaftlichen Interessen der in der Revolution entstandenen neuen Geschäftsbourgeoisie stellte und die eng- lischen Handels- und Kolonialinteressen aufs äußer st e bekämpfte. Was soll überhaupt der Hinweis auf den Degen Bona- partes? Beabsichtigt der Kanzler mit ihm zu drohen, und fühlt er sich vielleicht selbst als staatsrettender Bonaparte? Das wäre eine geradezu lächerliche Selbstüberschätzung, denn der„korsische Parvenü" war nicht nur ein militärisches Genie, sondern auch ein scharfsinniger Politiker, der politische Situa- tionen schnell übersah und mit gegebenen Möglichkeiten zu rechnen wußte. Oder sollte vielleicht Fürst Bülow in den vom Regimentskommandanten zum Pekinger Gesandten, Gouverneur von Ostafrika und schließlich zum General- leutnant beförderten Herrn von Liebert den zukünftigen Bonaparte sehen, der die terroristische Sozialdemokratie niederwirft? Das wäre noch weit lächerlicher. Wenn doch einmal geschichtliche Parallelen gezogen werden sollen, dann ähnelt der Generalfeldmarschall des Reichsverbandes weit mehr dem Operettengeneral Gilbert M o t i e r, den die Geschichte unter dem Namen Lafayette kennt, jenen franzö- fischen Falstaff, den Bonaparte verächtlich den„H a n s w u r st zweier Welten" nannte. Koloniale Umfallsgelüste des Zentrums! Der schreib- und redselige Herr Erzberger hat außer seiner schon erwähnten, für den Massenvertrieb bestimmten Kolonialoroschüre inzwischen auch eine umfangreiche Broschüre über die„Zentrumspolitik im Reichstage" er- scheinen lassen, in der die Frage der Kolonialpolitik ebenfalls sehr umfangreich behandelt wird. In den Darlegungen Erz- bergers über Südwestafrika findet sich nun eine höchst interessante Stelle, die aufs neue beweist, wie wenig ernst es dem Zentrum mit seiner Kritik der südwestafrikanischen Geldverschleuderungswirtschaft ist. Herr Erzberger verweist nämlich auf S. 46 seiner Broschüre darauf, daß das Zentrum ja im Grunde ebensowenig daran gedacht habe, nach dem 1. April 1907 die Truppenzahl in Südwest auf weniger als 8966 Mann herabzusetzen wie die Regierung oder die Herren Kardorff, Arendt oder Paasche I Habe doch Herr Spahn am 13. De- zember, also in der entscheidenden Reichstagssitzung beantragt, zwar bis zum 1. April 1907 Vorbereitungen zu treffen, die Schutztruppe auf 2500 Mann herabzusetzen, doch habe er gleich- zeitig beantragt, die an den 3000 Mann fehlenden 55 Mann durch Polizeisoldaten zu ersetzen. Bei einer solchen Ersetzung der Mannschaften der Schutztruppe durch Polizeisoldaten könnten, da ein Polizeisoldat statt 10000 M. pro Jahr wie ein Schutztruppler nur 4000 M. jährlich koste, jährlich 33 Millionen erspart werden; die Jahresausgabe für den militärischen Schutz betrage dann„nur" noch 47 Millionen Mark! Man sieht: 47 Millionen pro Jahr allein für die Schutz- und Polizeitruppe will auch das Zentrum bewilligen! Und das für eine Kolonie, deren absolute Wertlosigkeit Herr Erz- berger selbst so überzeugend nachgewiesen hat l Hinzukommt, daß Herr Spahn am 13. Dezember zwar von der Möglichkeit eines Ersatzes der in die Heimat zurück- gesendeten Schutztruppler durch Polizeisoldatcn gesprochen, daß er aber die Zahl von 5599 Mann nicht genannt hat, daß davon auch in dem Zentrumsantrag kein Wort zu lesen war! Wenn nun also Herr Erzberger einfach die Be- willigung der 5500 Mann Polizeisoldaten— außer den 2500 Mannschaften der Schutztruppe— einfach als einen Teil des Zentruinsantrages darstellt, so begeht er eine kleine klerikale Korrektur der Tatsachen l Aber das Wichtigste dabei ist, daß Herr Erzberger nunmehr— und offenbar namens des Zentrums!— erklärt, daß das Zentrum im neuen Reichstage mit sich handeln lassen und an den 8999 Mann Schutztruppe und Polizeitruppe keinerlei Anstoß nehmen werde! Krasser kann sich die Unzuverlässigkeit und Umsallslüstern- heit des Zentrums nicht offenbaren. Erst kritisiert man die ganze koloniale Lotterwirtschaft in Grund und Boden hinein— und dann baut man den tollsten Forderungen der Regierung goldene Brücken! Es verdient deshalb immer wieder betont zu worden, daß in kolonialen Dinge» das Zentrum genau so unzu- verlässig ist wie der Freisinn! Das Zentrum hat das Volk durch seine Förderung der Kolonialpolitik um l'/z Milliarden schröpfen helfen und es wird alle weiterhin geforderten Milliarden ebenso skrupellos bewilligen!— • ♦ • Deutfchea Reich. Ans einem Zentrums-A-B-C-Buche. Im Jahre 1909 ist im Süddeutschen Verlage von Daniel Ochs ein„P o l i t i s ch- s o z i a l e s Abc-Buch" herausgekommen, das sich auf dem Titelblatt weiter bezeichnet als ein„Handbuch für die Mitglieder und Freunde der Zentrums- partei." Verfasser find drei wackere Schwaben: Der Herr Pfarrer und Landtagsabgeordnete Schwarz, der Schriftsteller Paul S i e b e r tz und der Redakteur Mathias Erzberger. Wie auf dem Titelblatt weiter bcmerkt wird, hat die Bearbeitung statt- gefunden„auf Grund authentischen Ouellcnmatcrials." Das Abc-Buch der drei Zentrumsschwaben hat sich in seinen zwei umfangreichen Bänden einen doppelten Zweck gesetzt: die ultra- montane Politik bis in alle Himmel zu heben, die Sozialdemokratie dagegen dem tiefsten Schlünde der Hölle zu überliefern. So er- fahren wir(Seite 4Sö)„daß die Zcntrumspartei bei allen Fragen, die die Verteidigung des Vaterlandes betrafen, stets nur das wahre Wohl des Volkes im Auge hatte." In Marinefragen(Seite 287) hat das Zentrum„dem Vater- lande zum Schutz Wehr und Waffen bewilligt, deren es bedarf, dem Volke aber hat es keine neue Steuerlasten auferlegt, die es erdrücken." Und insbesondere zur Steuer» frage versichert das Handbuch nochmal.„daß das Zentrum stets für eine bessere Besteuerung der leistungsfähigen Kräfte und gegen jede Erhöhung der indirelten Steuern sich erklärte." Das wird gesagt vom Zentrum, mit dessen Hülfe Bismarck feine das Volk ausplündernde Wirtschafts- und Zollpolitik durch» setzte; vom Zentrum, das entgegen seiner früheren Oppositions- stellung der Regierung jede Militär- und Flottenvorlage bewilligte� vom Zentrum, dem wir den weltpolitischen Schwindel mit seinen Opfern an Gut und Blut, an politischem und moralischem An, sehen verdanken. Im Gegensatz zum glorreichen Zentrum ist die Sozial. demokratie eine Partei, die nicht nur nichts für die Arbeiter getan» sondern sogar absichtlich auf ihren Schaden, auf ihr Elend hin» gearbeitet hat. Was die Sozialdemokraten für eine nichtsnutzig« Gesellschaft ist, sehen wir am besten an ihren Führern:„Die inter« nationale Sozialdemokratie wurde(Seite 378) gegründet von drei jüdischen Großkapitalisten: Ferdinand Lassalle» Karl Marx, und Friedrichs Engel s." Karl Marx ein Grotzkapitalist und Friedrich Engels ein Jude! Und wie ihre Gründer, so ist auch„die jetzige Führerschaft der Sozialdemokratie ganz verjudct".(Seite 241.) Und ferner sind „die eigentlichen Führer der Sozialdemokratie sämtlich reich« Leute." Liebknecht bezog und Auer bezieht ein großartiges Ge- halt, Stadthagen hat eine„fürstliche Wohnung" und Bebel und Wollmar können sich die„herrlichste Villa" leisten.(Seite 541.) Bebels Villa ist ein eigener Artikel gewidmet.(Seite 210—211.) Wir erfahren den genauen Preis, die bauliche Einrichtung deS Hauses uüd tue Wohnung des Gärtners im„ungesunden Souter- rain" wird beschrieben— alles Dinge, die, wie jedermann ein» sieht, für die politische Bildung der Mitglieder und Freunde der Zentrumspartei von hoher Bedeutung sind. Wie die sozialdemokratischen Führer zu ihrem Wohlleben ge» langen, darüber belehrt uns der Artikel„Agitationsgelder"(Seite 21—23):„TueGeldinDeinenBeutel— heißt es für den Arbeiter, wenn er an der sozialdemokratischen Bewegung teil- nehmen will." Weiter erfahren wir, daß von den Hundert- taufenden, die„den deutschen Arbeitern au? der Tasche gezogen" werden, nur 19 Proz. den Mitgliedern, dagegen 99 Proz. für Agitation und Verwaltung den Führern zugute kommen." „Das ist das Ergebnis der sozialdemokratischen Kassenfllhrung' — rufen die drei wackeren Zentrumsschwaben entrüstet auS:„Die armen Arbeiter müssen zahlen und immer wieder zahlen, damit die Kosten der Agitation gedeckt werden; die Führer aber freuen sich ihres Nichtstuns und bereden die große Masse immer wieder, noch mehr Arbeitergroschen auf dem Altar der Propaganda niederzulegen." Aber nur Geduld, die Strafe für die Untaten der Sozialdemo» kratie ist nahe. Die Partei befindet sich nämlich, wie das Zentrums- Handbuch Seite 489— 443 nachweist, in einer selvstvernichtenben Mauserung:„Man lasse sie auf dem Wege nur ruhig fortmachen— sie wird an dem inneren Zwiespalt unfehlbar zu« gründe gehen." Es wäre gut, wenn die drei ZentrumSschwaben Schwarz, Siebertz und Erzberger diesen Rat, die Sozialdemokratie„ruhig fort« machen" zu lassen, befolgt und das A-B-C-Buch nicht herausgegeben hätten. Sie hätten sich und ihre Partei vor einer großen Blamage bewahrt.—_ Schaumschlitgereien. Die Parteien des großen„nationalen Blocks" erteilen sich ne� den brüderlichen Püffen auch allerlei gute Ratschläge, wie der Wahl- kämpf zu führen ist. Die eine Partei ist mit dem Tamtam der anderen unzufrieden; und diese wieder zeiht die andere der Leise« treterei. Der einen ist der nationale Phrascnschwall zu groß, die andere wünscht noch kräftigere Blechmusik. Recht amüsant schildert die von den patriotischen Blättern betriebene große Schaumschlägerei der Herausgeber der„Antisozialdemokr. Korresp.": Der afrikanische Kolonialkrieg und die materiellen Vorgänge in der Reichstagssitzung vom 13. Dezember geben an und für sich und allein dem Wahlkampf keinen genügenden Inhalt. Wenn es z. B. in einem Flugblatt heißt:„Noch stehen Tausende treue deutsche Soldaten fern von der Heimat im Kampfe gegen einen Feind, der an Grausamkeit seinesgleichen in der Weltgeschichte nicht aufzuweisen hatl Sollen low sie schutzlos sich selbst überlassen? Deutschlands Ehre, Deutschlands Größe, Deutsch- lands Ruhm, errungen durch die glorreichen Siege von 1879—71, stehen auf dem Spiele"— so ist das eine höchst schäd- liche und abgeschmackte, von Un Wahrhaftigkeit strotzende Uebertreibung, auf die der biedere und immerhin realpolitisch genug empfindende deutsche Wähler nicht anders als mit dem Worte„Stuß" reagiert. Und wenn Kieler Studenten hundert Jahre zurück auf die Napoleon» zeit greifen, um zu argumentieren:.Damals galt es Deutschlands Befreiung vom Joch der Franzosen, einen nicht geringeren Feind gilt es heute zu bekriegen: Sozialdemokratie und Zentrum"— so möchten wir gegenüber allen solchen Ueberschwänglichkeiten, die jedes Augenmaß m geschichtlicher, politischer und volkspsvcho- logischer Beziehung vermissen lassen, ohne Scheu und unserer Ueberzeugung nach gerade im Interesse eines guten Wahlausganges erklären: Mit Blechmusik und literarischen Blasebalg« künsten läßt sich keine Stimmung, kein Feuer der Begeisterung im deutschen Volke wecken und kein Wahlkampf führen. DaS deutsche Volk ist viel zu mißmutig über einUebermaß von Hohlheit, mit der seitJahren bielfach deutsche Politik betrieben worden ist, um jetzt auf Schaum- schlägereien noch weiter zu reagieren. Der Wahl« kämpf mutz einen reellen Inhalt haben und wirklich von innerer Wahrhaftigkeit und möglichst von Kraft und Größe getragen sein, um schließlich— wenn vielleicht auch nicht unmittelbar— zu einem guten Ende zu führen. Das ist recht schön gesagt. Aber woher sollen denn die Block- Parteien die Kraft und Größe nehmen, um dem Wahlkampf einen reellen Inhalt zu geben? Wo nichts ist, hat bekanntlich auch der Kaiser sein Recht verloren.— Steuerzahler, tu' Geld in den Beutel! Der„R e i ch S b o t e" kündigte vor wenigen Tagen, ohne irgend- wie dementiert zu werden, an, daß die Regierung für das Jahr 1997 erhebliche marinistifche Mehrforderungen stellen werde, da das De» placement der Linienschiffe und Panzerkreuzer erheblich über das Maß hinausgehen werde, das den Anforderungen des FlottenbaupIaneS vom Jahre 1900 und der Flottennovelle vom Jahre 1996 zugrunde gelegt worden' sei. Damit werden aber die marinistischcn Forderungen keineswegs erledigt fein. ES muß auch wieder an die Pläne erinnert werden, den Nordoftfer-Kanal, der für die neuen Panzerkoloffe zu klein ge« worden ist, dem neuen LinienfchiffStyp entsprechend zu erweitern. ES ist ja schon früher allerlei über diese Projekte durchgesickert. ES handelt sich nicht nur um Vergrößerung der Schleußen, um Erwei« terung der Ausweichestellen, sondern auch um eine Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne, die kolossale Kosten erfordern dürfte. Wie wir hören, soll bereits eine Forderung für diese Kanalumbauten in Gestalt eines Gesetzentwurfes ausgearbeitet sein. Die Neuforderunq für den Kanal soll eine Höhe erreichen, daß sie ben Steuerzahlern zu all den bisherigen unangenehmen Ueberraschungen eine neue zu bereiten geeignet sei! Sie soll nämlich in die Hunderte von Millionen gehen! Wir vermögen diese Mitteilungen nicht nachzuprüfen, doch glauben wir gern, daß der Umbau des Kanals eine riesige Summe berschlingen wird, eine Summe, die völlig auf das Konto der Flotten rüstungen zu bringen wäre! Das Bolt tut jedenfalls gut, sich auch auf diese Neuforderung gefaßt zu machen! 1. Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. Sibung vom Donnerstag, den 3. Januar 1907, nachmittags 5 Uhr. schwollen ist, wobon 6000 ernannt, 21 000 von der Versammlung ge wählt werden. Die Verzögerung in der Besetzung, namentlich der Stellen in den Armenkommissionen, habe sich in unliebſamſter Weise fühlbar gemacht. Stadtrat Münsterberg begrüßt die Ausschußvorschläge mit großer Sympathie, hebt aber hervor, daß die gerügten Unzuträglich Der Versammlung liegt es in der heutigen ersten Sibung des feiten auf dem Gebiete der Armenverwaltung nicht erst in neuerer Jahres geschäftsordnungsmäßig zunächst ob, sich für 1907 neu au 3eit, sondern seit vielen Jahren hervorgetreten seien. Die Armen fonstituieren. Demnach steht an der Spitze der Tages- direktion habe stetig auf Auswege gejonnen und sei auch auf die ordnung die Wahl des Vorstehers, des Vorsteher Bulassung provisorischer Ersatzkräfte gekommen, dies jedoch Stellvertreters, der drei Beisizer und der drei in so verklausulierter Form, daß irgend ein Mißverständnis daraus Stellvertreter derselben. nicht habe entstehen können. In gewissen Notfällen werde von Das Zentrum will bekanntlich im gegenwärtigen Wahlkampfe Dr. Bangerhans, ist wiederhergestellt; er nimmt seinen Giz tatsächlich vorgekommen, daß das Amt eines Kommissionsvorst Der bisherige im 87. Lebensjahre stehende Vorsteher, Stadtv. dieser Maßregel auch ferner Gebrauch zu machen sein, denn e fei nach dem Grundsatz verfahren: einem Nationalliberalen auf der Vorstandsestrade ein und richtet an die Versammlung fast 8 Monate unbesetzt geblieben jei, womit eine geordneter eine Stimme! Die ultramontane Bresse fordert auf, auch bei freundliche Begrüßungsworte zum neuen Jahre, die er zur Er- waltung geradezu unmöglich gemacht werde. Stichwahlen dieser Parole treu zu bleiben und sich vor Bähl- öffnung der Geschäfte mit einem dreimaligen Kaiserhoch schließt, kandidaturen zu hütten, die zu Stichwahlen und durch diese zur Wahl in welches die Anwesenden ausschließlich der Sozialdemokraten lebs haft einstimmen. Klerikal- liberale Wahltaktit. des Nationalliberalen führen könnten. Die Kölnische Zeitung" meint dazu:„ Wenn das Zentrum tatsächlich so verfährt wie die ultramontane Bresse hier vorschlägt, so wäre zu überlegen, ob nicht die nationalliberale Partei ebenso verfahren und der Zentrumsparole den Grundsatz: Unter feinen Umständen ein 8entrumsmann! entgegenstellen foll, einerlei welche andere Partei in diesem Falle an die Stelle des Zentrums Siegesaussichten getönne. Es würde auch nur folgerichtig fein, wenn auch die nationalliberale Partei auf die Aufstellung von Zählkandidaturen in solchen Fällen verzichtete, wo diese die Niederlage des ultramontanen Kandidaten gleich im ersten Wahlgange verhindern und in der Stichwahl gar einen Zentrumssieg möglich machen könnten." Also nur aus Vergeltung wollen die Nationalliberalen dem Bentrum entgegentreten, sonst aber, wenn das Zentrum fich artig berhält, wären sie gern bereit, den Ultramontanen in den Stich wahlnöten beizuspringen. Das verträgt sich dann ja herrlich mit der nach der Reichstagsauflösung ausgegebenen Parole der Rationalliberalen: Das Zentrum ist der Feind, nieder mit dem Bentrum! Antisemitische Ehrlichkeit. Heute brudt die Staatsbürger- 3tg." Den Artikel der Norddeutschen Allgemeinen Beitung" ab, der unsere Zahlen über den Etat des deutschen Reiches zu widerlegen und die Tatsache hinwegzutaschenspielern suchte, daß die nichtbesitzende Klasse den Löwenanteil aller Reichslasten zu tragen hat. Wir haben die schönfärberischen Rechenkunststückchen des offiziöfen Blattes gleich am anderen Tage, am 29. Dezember, eingehend und schlagend widerlegt. Das offiziöse Organ hat daraufhin die Sprache noch nicht wieder gefunden. Aber die ehrlichen Judenfresser der Staatsbürger- Beitung" drucken heute die Zahlen der Nordd. Allg. Zeitung" unbekümmert um unsere Widerlegung ab, ohne diese unsere erneute Abfertigung auch nur mit einer Silbe zu erwähnen! Man weiß nicht, was bewunderungswürdiger ist, die Dummheit oder Verlogenheit solcher Patrone! Ein Schreckschuß. Das Wolffsche Depeschenbureau meldet aus Köln: Einem Berliner Telegramm der„ töln. 8tg." zufolge ließ ber Gouverneur a. D. von Bennigsen gegen den Abgeordneten Erzberger wegen der in seiner Kolonialbroschüre mit seinem Namen in Berbindung gebrachten Ausführungen das Verfahren wegen ber leumderischer Beleidigung einleiten. Wenn nur nach der Wahl die Klage nicht wieder zurüď. gezogen wird. Herr Erzberger und die ihm nahestehenden Blätter sind schon wiederholt mit Klage bedroht worden, ohne daß es je zu einem Verfahren gekommen wäre! Ausland. Schweiz. Die Proklamation der Willkür. Wahl des Vorstehers. Der Stadtv. Liebenow( A. 2.) schlägt unter allgemeinem Beis fall bor, den bisherigen Vorsteher durch Afflamation wieder zuwählen. schwer, in den Außenbezirken Bürger für diese Arbeiten heru Stadtv. Michelet( Fr. Fr.): Es ist erfahrungsgemäßhr schwer, in den Außenbezirken Bürger für diese Arbeiten heru ziehen. Vielleicht erwägt der Magistrat den Vorschlag, im Jrn der Stadt, wo die Kommissionen teilweise wegen der Zunahmer Warenhäuser usw. taum noch einen Wirkungsfreis haben, einir Kommissionen zusammenzulegen und die freiwerdenden Me zur Verfügung zu stellen. In der weiteren Debatte betont Stadtv. Dr. Langerhd, Mitwirkung der Frauen in größerem Umfange gewonnen sei. daß man der Schwierigkeit nicht eher völlig Herr werde, als büe gewählt, erklärt die Annahme der Wiederwahl und fügt dieser Stadtv. Dr. Langerhans wird einstimmig wieder Erklärung folgendes hinzu: Wenn Sie mich wählen, sebe ich voraus, daß Sie das Vertrauen zu mir haben, daß ich mich nicht in Stadtv. Gericke: In der Armenverwaltung sind bishem meiner Amtsführung ändern werde, und ich hoffe, Sie geben mir ganzen 35 Frauen tätig. dadurch, daß Sie mich wiederwählen wollen, ein Zeichen der Zu- Ausschußanträge empfohlen hat, gelangen diese einstimmigr Nachdem noch Stadtb. Tolksdorf( Soz.) die Annahmer friedenheit. Sie wissen, mein ganzes Leben lang habe ich bei all Annahme. babe, habe ich immer fest betont, daß nicht persönliche Freundschaft Iingssterblichkeit, insbesondere zum permanenten Beth den großen Dingen, bei denen mitzuwirken ich mir vorgenommen Für die Maßnahmen zur Bekämpfung der Sä. entscheiden soll.( Beifall.) Ich hoffe, ich werde noch soviel Kraft Säuglingsfürsorgestellen sucht der Magistrat für 6 oder Voreingenommenheit, sondern einzig und allein die Sache der der Schmidt- Gallisch( Kinderasy!) Stiftung angeglieden haben, in derselben Weise wie bisher mein Amt zu führen. Ich eine Nachbewilligung von 84 449 M. nach. danke Ihnen.( Wiederholter allseitiger Beifall.) Stadtv. Brake( N. L.): Für den verhinderten Kollegen Heils mann gebe ich als nächstältestes Mitglied der Freude darüber Ausdruck, daß unser verehrter Vorsteher von seiner Krankheit wieder genesen ist( lebhafte Zustimmung) und spreche ihm und dem ganzen Bureau unseren besten Dank aus für die umfichtige, gerechte und Ich wünsche, daß die Herren noch recht lange förperlich gesund und unparteiische Geschäftsführung während des vergangenen Jahres. geistesfrisch an unserer Spike bleiben.( Wiederholter Beifall; die Versammlung erhebt sich von den Siben.) Langerhans der Versammlung den Dank für diese Anerkennung aus. Namens des bisherigen Vorstandes spricht Vorsteher Dr. Wahl des Vorsteher- Stellvertreters. Stadtv. Liebenow schlägt vor, den bisherigen Stellvertreter Michelet durch Afflamation wiederzuwählen. Stadto. Borgmann( Soz.): Mit Rücksicht auf die Stärke meiner Fraktion erheben wir Anspruch auf den zweiten Vorsitzenden, und ich schlage Ihnen dafür den Kollegen Singer bor. Es muß Bettelwahl erfolgen. Das Ergebnis ist die Wieder, Es muß Bettelwahl erfolgen. Das Ergebnis ist die Wieder wahl des Stadtv. Michelet mit 59 Stimmen; 19 Stimmen entfallen auf Singer, 7 Bettel find unbeschrieben. Ihres geehrten Vertrauens und nehme die Wahl mit Dant an. Stadtv. Michelet: Ich freue mich über den erneuten Beweis Wahl der Beisiter. Friederici; von diesen ist der letztere inzwischen verstorben. Bisherige Beifiber waren die Stadtvv. Geride, Frid und Vom Stadtv. Wallach werden Gericke und Frick zur Wieder wahl, Liebenom zur Neuwahl vorgeschlagen; Stadtv. Bruns ( Soz.) schlägt als einen der Beifizer den Stadtv. Borgmann ( Soz.) vor. Auch hier wird somit Namensaufruf und Stimmzettelwahl notwendig. Es werden 93 Bettel abgegeben, davon 2 ungültig. Gewählt werden Geride mit 66, Frid und Liebenom mit je 65 Stimmen; Stadtv. Borgmann erhält 22 Stimmen. Zu Beisiger Stellvertretern werden durch Zuruf die Stadtbb. Brate( N. L.), Alt( A. L.) und Fähndrich ( A. L.) gewählt. die Erledigung ihrer Geschäfte ein. Damit ist der Vorstand konstituiert; die Versammlung tritt in Bersammlung an den Donnerstagen von 5 Uhr ab stattAuch im Jahre 1907 werden die ordentlichen Sibungen der haben. Stadtv. Dr. Wehl( Soz.): Wir treten selbstverständlich r die Forderung ein, die uns trok ihrer anscheinenden Erheblidt auch gar nicht so sehr überrascht, denn schon im März vorigen Jab haben wir darauf hingewiesen, daß die damals bewilligten Mil feineswegs genügen würden, daß vielleicht allein für die Stillz eine jährliche Summe von 300 000 m. erforderlich sein wü lich ausgeben. Professor Schloßmann in Dresden, eine Autort nach dem Maßstabe von Paris müßten wir sogar 500 000 M. ja auf diesem Gebiete, hat pro Kopf der Bevölkerung 1 M. für ra wendig erklärt, was für Berlin 2 Millionen bedeuten würde. sein, denn es wird angegeben, daß man die strengsten Recherch Verwaltung scheint ja die Sache etwas über den Kopf gewachsen bezüglich der Dürftigkeit habe eintreten lassen. Daß man foç Lohnnachweise verlangt hat, scheint uns doch etwas zu weit gehen; als damals die Vorlage beraten wurde, wollte auch d Magistrat diese Fürsorgestellen möglichst weiten Kreisen zugängl gemacht wissen, auch den Angehörigen des kleinen Mittelstand, Da darf doch die Inanspruchnahme dieser Stellen nicht allzu se erschwert werden. Es ist seinerzeit auch die Heranziehung d Frauenelements in den Gemeindewaisenräten für die Kontrol Dieser Frauen und Kinder befürwortet worden; es ist aber in dieser Beziehung nicht viel geschehen, wohl weil die Mitglieder der Waisenräte im allgemeinen nicht gern mit Frauen arbeiten, diesen höchstens einige Recherchen zuweisen, sie aber andererseits nicht einmal zu den regelmäßigen Sizungen zuziehen. Hier ist die Zuziehung von Frauen im Ehrenamt doch in erheblicherem Umfange, als es gegenwärtig geschieht, angezeigt. Ferner sollten bezüglich der Beschaffung der Milch auch andere Wege als die bisherigen in Erwägung gezogen werden. In einer Broschüre des Sanitätsrats Kassel wird die Notwendigkeit von Säuglingskrankenhäusern mit großem Nachdruck betont; vielleicht entnimmt die Waisenverwaltung hieraus den Anlaß, die Errichtung des städtischen Säuglingsfrankenhauses zu beschleunigen, von dem bisher, trotzdem die 228 Millionen- Anleihe auch hierfür die Mittel bieten sollte, noch immer nichts verlautet hat. Im übrigen halten wir teine Aufwendung städtischer Mittel für erfprießlicher und gewinnbringender, als gerade für diese Zwecke.( Beifall.) Stadtv. Goldschmidt( N. L.) wünscht ebenfalls dezentere Ausführung der Recherchen; eine gewisse Kontrolle müsse aber sein. Auch er spricht sich für stärkere Heranziehung des weiblichen forge aus. Elements bei der Handhabung dieses Zweiges kommunaler FürBürich, 31. Dezember 1906.( Eig. Ber.) Vor Jahresschluß hat die Reaktion noch einen Triumph erlebt: Das Bundesgericht verwarf den Refurs unserer Genossen gegen das Regierungsverbot des Streitpostenstehens und der Massendemonstration. Die Abweisung erfolgte aus dem sehr gesuchten formellen Grunde, daß die Refur renten, unsere Genossen Oberrichter Lang und Advokat Dr. Farbstein, zum Refurs nicht legitimiert" gewesen seien, indem sie durch der unbesoldeten Gemeindebeamten, 2. zur Begutachtung Die bestehenden ständigen Ausschüsse: 1. für die Wahl die beiden Verbote in ihren Rechten nicht verletzt worden seien. Die der Vorlagen wegen Anstellung bezw. Pensionierung be solde ter Abweisung enthält aber auch materielle Gründe, indem ausgeführt Gemeindebeamten und Lehrer, 3. für Petitonen, 4. für Rede wird: Was das Verbot der Massendemonstrationen gegen die Gr laffe der Regierung anbelangt, so war man darin einig, daß ein nungssachen, 5. zur Vorprüfung der Gültigkeit der folches Verbot in Zürich im Interesse der öffentlichen Ordnung un- ihrer bisherigen Zusammensetzung; nur der Rechnungsausschus Stadtverordnetenwahlen beläßt die Versammlung in audrücken.( Beifall.) umgänglich war, infolgedeffen(!?) fönne von Ungleichheit vor dem wird gemäß einem früher gefaßten Beschlusse um 10 Mitglieder Gesetz oder von Willtür nicht gesprochen werden." Mit Bezug verstärkt werden. auf das Streifpoftenstehen sei allerdings zuzugeben, daß dieses nicht faon an sich eine unerlaubte Handlung darstelle, die vom Staate zu verbieten und mit Strafe zu bedrohen wäre. Sobald aber die Streifposten anfangen, gegen Arbeitswillige Gewalttätigkeiten zu begehen und so die öffentliche Ruhe gestört werde, sei es nicht mehr möglich, diese Vorkommnisse auf andere Weise zu verhüten als durch ein allgemeines Verbot des Streifpoftenstehens. febungen aber seien in Zürich im Sommer 1906 gegeben gewesen und so erscheine auch dieses Verbot gerechtfertigt. behuss der Ausführung von Recherchen usw. soll es bei dem Status quo In bezug auf die Buteilung der Stadtbezirke an die Mitglieder bewenden. Stadtv. Dr. Nathan( Soz.- Fortschr.): Die Zwedmäßigkeit und Leider ist die Kindersterblichkeit in Deutschland noch immer sehr hoch, Müzlichkeit der Einrichtung fann nicht mehr bezweifelt werden. nur Rußland übertrifft uns darin. Hier muß besonders Berlin schnell mit Vorbeugungsmaßregeln vorgehen, die vorhandenen Fürforgestellen schnell vermehren, um den Prozentsaz wirksam herabführungen des Kollegen Weyl vielfach einverstanden, glaubt aber, Stadtv. Dr. Bütow( Fr. Fr.) ist persönlich mit den Ausdaß die Vermehrung der Stellen um zwei dem Bedürfnisse genügen follte in den Säuglingsfürsorgestellen zentralisiert werden; bisher wird. Die Fürsorge für die Säuglinge unter den Haltekindern habe aber die Waisenverwaltung diesen Weg nicht betreten, obwohl Armenverwaltung sollten von diesen Stellen übernommen werden. Die Vorlage wird angenommen. Für das Geschäftsjahr 1. Oktober 1905/06 der städtischen Feuersozietät ist zur Dedung der Brandschäden, der Bei träge zu den Kosten des Feuerlöschwesens und der Nebenkosten die forderlich. Der Einheitssatz wird in dieſer Höhe feſtgeſetzt. Die im Jahre 1906 eingefekten Sonderausschüsse und gemischten Deputationen, die ihre Aufträge noch nicht erledigt haben, werden ebenfalls in ihrer bisherigen Zusammen Diese Voraus fegung bestätigt. An Stelle des verstorbenen Stadtb. Daber ist je 1 Mitglied Dazu bemerkt unser Züricher Parteiorgan, das„ Volksrecht", zu wählen: 1. in die Arbeitshaus- und Obdachdeputation, 2. in die daß nach diesem bundesgerichtlichen Entscheid die Kantonsregie für Witten und Waisen unbesoldeter Gemeindebeamten. In die Einziehung von 4,75 M. auf je 100 M. Versicherungssumme er Schluß 9 Uhr. Letzte Nachrichten und Depefchen. Sozialdemokratischer Preßsünder. rungen ben arbeitern gegenüber tun und laffen können, was sie Stelle zu 3 wird der Stadt. Mertens( 2. 2.) gewählt; für die wollen, daß sie ohne weiteres den Arbeitern das Recht der Demon Stelle zu 1 sind Dr. Isaac( N. L.), Sökeland( A. L.) und Dyhrenstrationen und das Recht des Streikpostenſtehens rauben tönnen. furth( Fr. Fr.) vorgeschlagen. Für den Posten in der HochbauDas ist die Proklamation der Willtür, die offene Kriegserklärung der kapitalistischen Klassenherrschaft gegen die Arbeiter, die eine deputation hat sich Stadtv. Jden( A. L.) gemeldet; außerdem wird ungewohnte Verschärfung der Klassentämpfe zur Folge haben muß. Dom Stadto. Borgmann der Stadtb. Fischer( Soz.) vorge Die Züricher Regierung hat sofort nach Bekanntwerden des schlagen. Die Wahl wird in der nächsten Sizung vollzogen werden. Zur Verstärkung des bundesgerichtlichen Entscheides ihre Verbote des StreifpoftenRechnungsausschusses stehens und der Demonstrationen zurüdgenommen, so daß das wählt die Versammlung 10 Mitglieder durch Zuruf, darunter auch Dortmund, 3. Januar.( B. H.) Die„ Dortmunder Arbeiterneue Jahr unter normalen Verhältnissen beginnt. Auch mehrere die Stadtbv. Dupont, Manasse und Tolksdorf( Soz.). Ausweisungen wurden wieder aufgehoben. Es wird aber wohl Stadtv. Glabel berichtet über die Vorlage wegen Zuteilung der zeitung" hatte dem Oberhausener Gewerbegericht Parteilichkeit vornicht lange dauern, so beginnt der Krieg aufs neue mit allen Will. erwaltung des Schulgrundstüds in der Für geworfen. Redakteur Franke wurde nun wegen Beleidigung zu vier türlichkeiten des tapitalistischen Klassenregiments gegen die Arbeiter. bringerstraße an den Direktor des Mädchengymnasiums und Monaten Gefängnis verurteilt. Hoffentlich bringt das neue Jahr die Arbeiterbewegung wieder vor- chule in der Kurfürstenstraße an die Deputation für die des Grundstücs der zum Eingehen bestimmten Gemeindewärts; das abgelaufene Jahr hat bedeutende Fortschritte gebracht. Fach- und Fortbildungsschulen behufs Unterbringung der ViktoriaFortbildungsschule namens des auf Antrag Arons eingesezten Halle a. S., 3. Januar. Der Berliner D.- Zug 6 überfuhr bei Ausschusses. Dieser empfiehlt, nachdem Stadtschulrat Dr. Michaelis Ammendorf zwei Stredenarbeiter, einer war sofort tot, der andere ist ihm befriedigende Aufklärungen gegeben hat, der Magistratsvorlage tödlich verlegt. zuzustimmen. Raisuli ist 0 Vom Eisenbahnzug getötet. D Marokko. entgegen der gestrigen Meldung nicht ge fangen, sondern er trifft alle Vorbereitungen, sich gegen die Truppen des Machsen zu verteidigen. Der Kriegsminister Gebbas Ohne Debatte beschließt die Versammlung im gleichen Sinne. Rohlenarbeiterstreik. soll bereits 600 Mann mit drei Gebirgsschützen gegen die Stadt Der Ausschuß für Unbesoldete hat aus Anlaß zahlreicher Arzila entsandt haben. Fünfkirchen, 3. Januar.( W. T. B.) Die Truppenabteilung hat den Auftrag, Klagen über Verzögerung der Erledigung von Wahlanträgen fol fich jedem Versuch Raifulis, die Stadt zu betreten, oder anzugreifen, gende Resolution der Versammlung zur Annahme empfohlen: der bei Fünffirchen gelegenen Kohlenbergwerke find in den Auszu widersetzen! Amerika. Das amtliche Wahlresultat für den Staat New York ergibt für den sozialistischen Gouverneurskandidaten Chase 21 751 Stimmen. Im Jahre 1904 war die Stimmenzahl 36 833 und im Jahre 1902 wurden 23 400 Stimmen abgegeben. Der Kandidat der sozialistischen Arbeiterpartei erhielt 4624 Stimmen, 1904 befam er 11 418, im Jahre 1902 sogar 15 886 Stimmen. Die Gesamtzahl der sozialistischen Stimmen auf den Gouverneurskandidaten war also am 6. November 1906: 26 375 aus einer Gesamtstimmenzahl bon 1 429 219 im Staate New York. Einige sozialistische Kandidaten erzielten höhere Stimmenzahlen; schon der Vizegouverneur betam 23 645, der Staatssekretär 24 115, der Generalanwalt 24 122 Stimmen. den Magistrat zu ersuchen, 1. die betreffenden Verwaltungen anweisen zu wollen, Anträge auf Wahl von unbesoldeten Gemeindebeamten schleu= niger als bisher an die Versammlung gelangen zu lassen, stand getreten. Liebeswerben. Etwa tausend Arbeiter London, 3. Januar.( M. T. B.) In einem Schreiben an den 2. die Armendirektion zu veranlassen, daß die Armen- Lordmayor von London spricht der Oberbürgermeister von Berlin, fommissionsvorsteher genaue Anweisung dahin erhalten, Anträge Kirschner, seine herzlichsten Wünsche zum Neuen Jahr aus; er geauf Neuwahl oder Verstärkung in diese Kommissionen unverdenkt dabei des gastlichen Empfanges, der den deutschen Stadtverzüglich bei der Armendirektion zu stellen und sich hinsichtlich tretern im vergangenen Jahre in London bereitet wurde, und spricht der Personenfrage bei provisorischer Beschäftigung noch die Hoffnung aus, daß die freundlichen Beziehungen zwischen nicht von der Versammlung gewählter Personen mit den Bezirks Deutschland und England andauern und immer fester werden. stadtverordneten in Verbindung zu sehen, 3. auf die möglichste Beschleunigung der Beantwortung von Anfragen betreffs der Vorgeschlagenen beim Polizeiprä fidium hinzuwirken. Der Referent Stadtb. Geride( Fr. Fr.) hebt hervor, daß mit dem Wachstum Berlins auch die Zahl der unbesoldeten Gemeindebeamten mehr und mehr getvachsen und jetzt auf 27 000 angeZum Schiffsbrand in Norwegen. Farsund( Norwegen).( W. T. B.) Bei dem Brande an Bord des Dampfers Lindholmen" sind, wie nunmehr mitgeteilt wird, fes Personnen umgekommen. Nach einer anderen Mitteilung beträgt die Zahl der Toten neun. Berant. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.; Ch. Glade, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchbr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblat Nr. 3. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt Unser Wahlprogramm. Dem lahmen Wahlprogramm des Fürsten Bülow Stelen wir unser Wahlprogramm entgegen. Es lautet klar 1 er bündig: Die Sozialdemokratie, als Vertreterin der modernen Seiterklasse, ist die natürliche Hüterin von deren Rechten Sie tämpft nicht für neue Klassen1 Forderungen. vilegien und Vorrechte, sondern für die Abschaffung der ssenherrschaft und der Klassen selbst und für gleiche Rechte 1 gleiche Pflichten aller ohne Unterschied des Geschlechts 1 der Abstammung. Von diesen Anschauungen ausgehend himpft sie in der heutigen Gesellschaft nicht bloß die AusHtung und Unterdrückung der Lohnarbeiter, sondern jede der Ausbeutung und Unterdrückung, richte sie sich gegen e Klase, eine Partei, ein Geschlecht oder eine Raffe.' Ihr Ziel ist: die Verwandlung des kapitalistischen Svateigentums an Produktionsmitteln Grund und sden, Gruben und Bergwerke, Rohstoffe, erkzeuge, Maschinen, Verkehrsmittel i gesellschaftliches Eigentum, und die Umwandlung der trenproduktion in sozialistische für und durch die Gesellaft betriebene Produktion. Nur diese Umwandlung kann virken, daß der Großbetrieb und die stets wachsende tragsfähigkeit der gesellschaftlichen Arbeit für die bisher sgebeuteten Klassen aus einer Quelle des Elends und der nterdrückung zu einer Quelle der höchsten Wohlfahrt und seitiger, harmonischer Vervollkommnung werde. -Aber dieses Ziel fann nicht plößlich erreicht werden und : nur zu verwirklichen durch die Zustimmung der großen lehrzahl der Volksgenossen, die an dieser Umwandlung iteressiert ist und die Notwendigkeit derselben erkannt hat. iese dafür zu gewinnen ist unsere Aufgabe. Unter den gegenwärtigen Verhältnissen handelt es sich unächst darum, die Wege zu einer solchen Entwickelung frei, ie unterdrückten und ausgebeuteten Klassen für ihren Kampi iderstands- und kampffähiger zu machen durch Hebung und Serbesserung ihrer sozialen, wirtschaftlichen und politischen Zage. Aus diesen Gesichtspunkten tritt die Sozialdemokratie im nächsten Reichstag wieder ein: für die Erhaltung und Erweiterung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts und seine Ausdehnung auf die Frauen; für ein demokratisches Vereins- und Versammlungsrecht ohne Ansehen der Person; für die Sicherung und Vervollkommnung des Koalitionsrechts und seine Ausdehnung auf die Landarbeiter; für einen gesetzlich firierten Normalarbeitstag von höchstens 10 und allmählicher Einschränkung auf 9 und 8 Stunden für alle Arbeiter; für Erweiterung des Arbeiterschutzes und Beschränkung der Sonntags- und der Nachtarbeit auf das technisch absolut Notwendige; für Schutzgesetze für die Heimarbeiter; für ein Reichsarbeitsamt, Arbeitsämter und Arbeiterfammern; für ein Reichsberggesetz mit ausreichenden Schuhbestimmungen für die Bergarbeiter; für ein einheitliches deutsches Arbeiterrecht; für Erweiterung, Vereinfachung und höhere Leistungen der Arbeiter- Versicherungsgesetzgebung; für Verbesserung der Gewerbeinspektion unter Heranziehung von Vertretern der Arbeiter und Arbeiterinnen; für Sicherung der Meinungsfreiheit und freien Betätigung der politischen und religiösen Ueberzeugung in allen Lebensstellungen, insbesondere auch für die Beamten und Militärpersonen, die ferner nicht Staatsbürger zweiter Klasse sein sollen; für Sicherung vor Beamtenwillkür und für Sicherung einer unparteiischen Rechtspflege; für die Trennung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche; für vollste Freiheit des religiösen Bekenntnisses; für die stufenweise Herabsehung und schließlich gänzliche Beseitigung der Zölle und Steuern auf notwendige Lebensmittel: für Beseitigung der Einfuhrbeschränkungen auf die Einfuhr von Vich- und Fleischwaren unter Aufrechterhaltung zweckmäßiger, aber nicht schikanöser sanitärer Kontrollmaßregeln; für Aufhebung der Zölle auf Futtermittel; für die Einführung einer progressiven Reichs- Einkommensteuer für alle Einkommen von über 5000 Mt. im Jahr; für die Einführung einer progressiven Vermögensstener für alle Vermögen über 50 000 Mt. und für sehr erhebliche Erweiterung der Reichserbschaftssteuer; für die allmähliche Umwandlung des stehenden Heeres in eine Volkswehr auf demokratischer Grundlage, aufgebaut auf der militärischen Erziehung der gesamten männlichen Jugend; gegen die unsinnigen Flottenrüstungen; Wir empfehlen den Varteigenossen, dieses Programm in einem der zur Verteilung gelangenden Flugblätter zu veröffentlichen. Die russische Revolution. Attentat. Petersburg, 3. Januar.( W. T. B.) Nach Beendigung des Gottesdienstes verließ der Stadthauptmann als erster die Kirche. Mann und gab aus nächster Nähe auf ihn einen Schuß ab. Der In diesem Augenblide näherte sich ihm ein gut gefleideter, junger Stadthauptmann fiel mit dem Gesicht in den Schnee, der Unbekannte feuerte weitere sechs Schuß auf ihn ab, von denen einer den Nacken traf und an der Schläfe heraustam. Durch einen achten Schuß in hauptmann nieder. Der diensthabende Offizier verfette dem Mörder den Mund tötete sich der Mörder selbst und fiel neben dem Stadtmehrere Säbelhiebe. Der Stadthauptmann wurde in die Kirche ge tragen, wo er nach kurzer Zeit verschied. In der Menge wurden zwei Verhaftungen vorgenommen. Man vermutet, daß der Mörder aus Tambow stammt, wo der ermordete Stadthauptmann große Befigungen hatte. Das Bülowsche Manifest in der bürgerlichen Presse. Wie wir aus zuverlässiger Quelle wissen, aus derselben, die uns schon vorher über den schönen Silvesterbrief informierte, hat Fürst Bülow auf sein Wahlmanifest große politische Hoffnungen gefegt dürften diese lächerlichen Erwartungen, die sich nur aus der völligen und sich bedeutende Wirkungen von ihn versprochen. Inzwischen Verkennung der politischen Lage durch den Reichskanzler begreifen lassen, sehr herabgestimmt sein, denn eigentliche Anerkennung findet das geschwäßige Schreiben nur bei der nationalliberalen Preſſe mit Ausnahme der Rhein.- Westf. 8tg." die anderen Teile der bürgerlichen Presse sind mit der inhaltslosen Phraseologie des Manifestes mehr und weniger unzufrieden, und die Zentrumsblätter fönnen sich fogar eines lauten Hohnlachens nicht enthalten: die treffendste Bestätigung der völligen Wirkungslosigkeit des Machwerkes, das an der Stellungnahme der Parteien im Wahlkampfe nicht das geringste ändert. Beginnen wir mit der konservativen Presse. Die Konservative Korresp." schreibt: " " 1 Es liegt uns fern, die Aussichten des Reichskanzlers auf eine solch erfreuliche Entwickelung unseres Parteilebens zerstören zu wollen. Aber nach dem bisherigen Verlauf der Wahlbewegung namentlich im liberalen Lager können wir uns in dieser Hinsicht einem großen Optimismus nicht hin= geben. Auch in der Beziehung vermögen wir den Erwartungen des Fürsten Bülow nicht zu folgen, daß der starke Gegensaß, der zwischen den bürgerlichen Parteien der Rechten und denen der Linken in wirtschaftlichen Fragen bestanden habe, fein unüberwindliches Hindernis sei, da der unbedingt nötige Schutz der Landwitchaft in den neuen Handelsverträgen auf ein Jahrzehnt hinaus gesichert wäre. Diese Sicherung wird jedoch in freihändlerischen Kreisen nach wie vor der Landwirthschaft nicht zugeftanden." Noch steptischer äußert sich die Deutsche Tagesztg.": Was Fürst Bülow über die Wandlung des Liberalismus sagt, das klingt überaus optimistisch. Eine einheitliche liberale Partei, die den klaren Willen und die Fähigkeit gezeigt hätte, pofitive Politik zu treiben, hat es gewiß nicht gegeben. Die wird es aber auch nach den Wahlen nicht geben, mögen fie ausfallen, wie sie wollen. Von dem Wandel in den doktrinären Anschauungen" der Vertreter des liberalen Bürgertums haben wir höllisch wenig verspürt. Sm Gegenteile, gerade in den letzten Tagen ist man nach einer kurzen Zeit der Selbstbesimmung mehr und mehr zu diesen doktrinären Anschauungen zurückgekehrt." Die Kreuz- Zeitung" lehnt sogar die Bülowschen Ratschläge mit einem gewissen Spott ab: ,, Daß auf die konservativen und auf die Nationalliberalen in nationalen Fragen stets Berlaß gewesen sei, wird ausdrücklich hervorgehoben; sie werden den Freifinnigen geradezu als Muster hingestellt. Damit können wir ja wohl zufrieden sein. Da aber die Kundgebung von Silvester 1906 datiert ist und bis dahin auch dem Reichskanzler bekannt geworden sein mußte, daß die Nationalliberalen im Wahlkampfe nicht nur gegen, Sozialdemokraten, Polen, Welfen und Zentrum", sondern auch gegen die Konservativen, Boden zu gewinnen" suchen, so bermissen wir an dieser Stelle der Kundgebung die so überaus notwendige Mahnung an jene Partei, nicht durch Parteiegoismus die gemeinsame nationale Sache zu gefährden. Möglich, daß der Reichskanzler die Belobigung der Nationalliberalen, auch ihnen ginge bie Nation über die Partei, in adhortativem Sinne gemeint hat: verstanden wird sie nicht so, zumal auch die offiziöse Presse zu allen Angriffen der Nationalliberalen auf alte fonserbative Wahlkreise beharrlich schweigt. werden also taum auf die Sympathie des Reichsfanzlers in unserer Selbstverteidigung gegen nationalliberale Einbrüche rechnen tönnen. Das fann uns aber nicht beirren." Wir Die nationalliberalen Blätter wissen, wie schon vorhin erwähnt wurde. an dem Kanzlermanifeft allerlei vernünftige An fichten zu entdecken; mur die Rhein.- Westf. 3tg." findet die Säge über das Zentrum viel zu schwach: " Freitag, 4. Januar 1907. ihn die einwandfrei. wie Der entschiedene Liberalismus, Freifinnige Volkspartei vertritt, erstrebt nicht„ Einfluß auf die Regierungsgeschäfte", sondern verlangt, daß liberale Grundsäge im Staatsleben Play greifen.... Die Freisinnige Volkspartei, die in diesem Wahlkampf auf feiten der Regierung steht, wird Maßnahmen der Regierungspolitik, die ihren Anschauungen nicht entsprechen, wie bisher auch in Zukunft entschieden bekämpfen." Bertrauensseliger, wie immer, ist die gute altjungferliche Boff. Btg.": Aber schließlich, die Tatsache bleibt bestehen, daß Fürst Bülow genötigt ist, der bürgerlichen Linten um seiner selbst willen im Wahlkampfe Erfolg zu wünschen. Und deshalb wird sie denjenigen Teilen seiner Kundgebung, die ihr mißfallen müssen, tein übertriebenes Gewicht beimessen. Ueberdies setzt sie ihre ganze Straft ein, um ihren Einfluß auf Gesetzgebung und Verwaltig zu ber stärken, liberale Grundsäße zur Geltung zu bringen nicht um einem Staatsmanne zu gefallen. Und Fürst Bü'ow wird in demselben Maße liberal sein, wie der iberalismus im Reichstage imstande ist, auf dessen Geschäfte einzuwirken. Fallen die Wahlen liberaler aus, so wird die Regierung, in liberalere ungern, gern oder Bahnen einlenten." Dagegen findet das Vert. Tagebl." an dem Schreiben recht vieles auszusetzen: Wer den Brief studiert, gelangt schnell zu der Ueberzeugung, daß Fürst Bülow sehr gern auch mit den Liberalen arbeiten" will, falls die Liberalen bereit sind, auf sämtliche liberalen Forderungen und Grundsäße zu ber zichten. Man gewinnt beinahe den Eindruck, als habe. Fürst Billow seinen Brief in einer leicht ironischen Stimmung geschrieben, denn was er beispielsweise von dem Gegensatz in wirtschaftlichen Fragen sagt, klingt wie berstedte gronie. Fürst Bülow hält diesen Gegensatz für„ kein unüberwindliches Hindernis" zur Einigung, denn der unbedingt notwendige Schutz der Landwirtschaft ist in den neuen Handelsverträgen auf ein Jahrzehnt hinaus gesichert". Und ist es nicht Jronie, wenn Für st Bülow die Liberalen vor jeder, Uebertreibung der Prinzipien" warnt und sie auf das„ praktisch Erreich bare" hinweist? In seinem ganzen Schreiben macht er dem Liberalismus auch nicht die winzigste Ronzession, und er fordert ihn auf, mit diesem praktisch Erreichbaren" zufrieden zu sein!" Man muß sich fragen, was Fürst Bülow mit diesem Briefe bezwedt und ob er wirtlich geglaubt hat, die Liberalen damit zu befriedigen. Die liberalen Wählermassen werden von dieser Epistel schwerlich sehr erbaut sein, und selbst diejenigen freifinnigen Wahlvereine, die dem Reichskanzler Huldigungstelegramme gesandt, ihr Depeschengeld zurückwünschen. Mit einer stilistischen Geschid lichkeit, intimen wohl im werden die Fürst Bülow Umgange mit den Zentrumspatres gelernt und die einen Pascal entzüdt hätte, wird in dem Briefe gegen die leider in einigen liberalen Köpfen , die Reaktion noch herrschende Jdee" protestiert, daß im Reiche von rechts drohe". Die Behauptung, daß diese Idee nur in einigen liberalen Köpfen" herrsche, ist schon an fich nicht ganz einwandsfrei, aber nach der Lektüre des Manifestes tönnten diefe argwöhnischen Köpfe fich biel. leicht noch vermehren." Voller Hohn sind die Zentrumsblätter. Die ,, Germania" schreibt ironisch: " Wir gestehen von vornherein: dieser Silvester- Brief ge, fällt uns gar nicht so übel; das Zentrum tannin Wird ihm betracht der Umstände" sehr damit zufrieden sein. an " doch von autoritativer Seite bezeugt: 1. daß staatliche Hoheitsrechte ihm zu Liebe nicht preisgegeben und irgendwie bedenkliche Zugeständnisse in religiösen und fulturellen Fragen ihm nicht gemacht worden find, 2. daß es die wichtigsten nationalen Aufgaben, die den Reichstag herantraten, hat lösen helfen. Damit verpufft die Wahlparole:„ Gegen die ultramontane Herrschaft und das unnationale Zentrum" in die Luft.. Daß die Liberalen mit dem Programm" des Fürsten Bülow zufrieden sein werden, bezweifeln wir. Nach ihren bisherigen Heußerungen hatten sie bestimmte Zusagen wegen eines liberalen Regimentes erwartet. Und was hören sie? An dem, was mit Hülfe des Zentrums geschaffen worden ist, namentlich auch auf wirtschaftlichem Gebiete, dürft ihr nicht rütteln, wohl aber ist die Regierung bereit, von Fall zu Fall" mit euch eine Mehrheit zu bilden, das heißt, ihr von der Linken dürft einspringen, wenn sonst keine Mehrheit zu beschaffen ist. Alles in allem: die Kundgebung des Reichskanzlers wird uns die Wahlen nicht berderben. Sie ist ein gutes Zeugnis für das Zentrum, aber wenig geeignet, die Regierungsparteien" zu begeistern und zu geschlossenem Vorgehen zu reizen." Saftiger noch in ihrem Spott ist die Köln. Boltsztg.": " „ Also das ist die Regierungskundgebung, die von den liberalen Blockgenossen stürmisch und immer stürmischer verlangt war, und deren Erscheinen der Vorwärts", der unter dem Bersonal des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie o Fronie! bekanntlich gute Freunde hat, zu Neujahr ans gekündigt hatte! Wir sehen schon die enttäuschten Gesichter im Blocklager: Matt, Luise, wie Deine Seele ist diese Limonade!" Was Fürst Bülow über die Barteiverhältnisse in den legten Reichstagen, insbesondere über die Fehler der beiden freisinnigen Gruppen die füddeutschen Demokraten nennt er nicht einmal und über die von oben gewünschte Aenderung ihrer Politik sagt, ist gewiß feine politische Offenbarung; ganz so, fast mit denselben Worten, ist es den Linksliberalen vom großen Bruder" rechts", den Nationalliberalen, schon seit Jahren gepredigt worden. Nach dem Tode Eugen Richters, den Fürst Bülow übrigens gründlich mißversteht, wenn er seinen Kampf gegen die Sozialdemokratie als Beginn einer Schwenkung des Freisinns anführt, hatte dieses Bureden ja auch einigen Erfolg. Ob aber Fürst Bülow mit diesem Wahlflugblatt die richtige 3auberformel gefunden hat, um dem Freisinn das Opponieren ganz abzugewöhnen, ist uns doch recht fraglich." Warum aber in aller Welt fordert uns der Kanzler wieder auf, nicht zu vergessen, daß die wichtigsten Fragen nur mit Hülfe des Zentrums zu lösen waren?" Warum rückt er diese Jahrzehnte dauernde Verfündigung wiederum in den Vordergrund feiner Silvesterbeichte? Ist nicht zum hundertsten und aberhundertsten Male bewiesen worden, daß gerade dieses Bündnis der Regierung mit dem Zentrum, auf das der Kanzler anscheinend heute noch stolz ist, alle die giftigen Früchte von der nationalen Warte aus gesehen alle die Mißerfolge unserer Politit hervorgebracht hat? War nicht stets der lauteste und schwerste Borwurf noch in den letzten Wochen der, daß der Bruch mit dem Zentrum nicht frühzeitig erfolgte, daß schon all- Man sieht, das deutsche Volt hat den großen Moment" zuviel versäumt sei? Fürst Bülow mag Heute die noch nicht richtig erfaßt, in dem sein parfümierter und schön frisierter nationalen Bedenken gegen die ultramontane Parlaments- weiser Stanzler zu ihm spricht. herrschaft noch so einleuchtend vorbringen, alle Welt weiß doch, daß er in der großen Aktion der Ge schobene gewesen ist, daß eine nicht mehr zum Schweigen tommende Opposition ihm das Messer in die Hand zwang, mit dem er das Tischtuch dann zerschnitten hat." " Ein ,, Geheimbundsprozeß". Unter gewaltigem Andrange des Publikume begannen für eine auswärtige Politik, die die Versöhnung und Verbrüderung der Völker zum Ziele hat, und Schlichtung Auch die sogenannte entschieden liberale" Presse beurteilt den Donnerstag vormittag vor der Straftammer des Gnesener Landinternationaler Streitigkeiten durch einen aus Vertretern langen Schreibebrief des Reichstanzlers im ganzen ziemlich günstig gerichts die Verhandlungen in einem politischen Prozesse, der allder Kulturnationen zusammengesezten Areopag( Gerichtshof); Die Feifinnige Zeitung" findet allerdings noch nicht heraus, ob gemeines Interesse erregt. Man glaubt, endlich einige der Hauptfür Förderung der internationalen Kulturinteressen durch Fürst Bülow tatsächlich eine politische Stursänderung will. Sie führer des groß- polnischen Sokol- Verbandes in die Schlingen des Gründung eines internationalen Parlaments; meint: Gesezes verstriden zu können. Nach Ansicht der Anklagebehörde Aus dem Schreiben des Reichskanzlers geht nicht herbor, ob sollen nämlich die heute aus Hunderttausenden von Anhängern zu= die Absicht besteht, eine Aenderung des herrschenden sammengefeßten Sokol- Verbände die Kadres der künftigen polKuries herbeizuführen. Das Ziel des Wahlkampfes soll nischen Revolutionsarmee" bilden. Welches Interesse auch im Ausdie Beseitigung der gegenwärtig bestehenden schwarzroten lande der Verhandlung entgegengebracht wird, erhellt u. a. daraus, Majorität" des Reichstages sein. Das entspricht unserer Auf- daß an dem überfüllten Berichterstattertische Vertreter des Pariser fassung. Fürst Bülow wünscht eine Berstärkung der liberalen Petit Journal" und des Echo de Paris" sowie Journalisten aus Parteien, um die Bildung einer Mehrheit von Fall Warschau, Krakau und Lemberg siben! Den Vorsiz im Gerichtszu Fall gegen 8entrum und Sozialdemo- hofe führt Landgerichtsdirektor Engel, während als Verteidiger fratie zu ermöglichen. Seine Aeußerungen über der aus dem Wreschener Schultrawall- Prozesse her bekannte Rechtsa die bisherige Haltung der liberalen Barteien sind nicht anwalt Karschinski Gnesen tätig ist, gegen eine geldfressende Kolonialpolitik, durch die die Eingeborenen ihres Eigentums gewaltsam entledigt, unterdrückt und ausgebeutet werden, und die Skandale schlimmster Art im Gefolge hat; gen die Liebesgabenpolitik; blich: für schärffte Kritik und Bekämpfung aller Mistbräuche, Ungerechtigkeiten und Mißhandlungen, wo immer Sie vorkommen. Aus Marine- Vorlage mit dem Kronenorden 2. Klaffe dekoriert wurde diese entfesten. Der fleine Junge befand sich in einem Industrie und Dandel.: Der deutsche Arbeitsmarkt im Jahre 1906. 1905= 1,4 1906= 0,8 Auf der Anklagebank siken insgesamt 22 Personen. Ihr Alter von 2-6 Jahren dem städt. Findelhause anzubertrauen. Am Haupt war ursprünglich das preußische Herrenhausmitglied Dr. 2. Februar 1906 wurden sie eingeliefert und am 9. März ihren Josef von Koscielski, der seinerzeit für seine Abstimmung bei der Eltern wieder zugeführt. Aber in einem Zustande, daß sich und feit dieser Zeit den Beinamen Admiralsti" trägt. Herr hoffnungslosen Zustande und starb furze Zeit Nach den Ermittelungen der Arbeiterorganisationen ist die von Koscielsti, ein sehr vermögender Rittergutsbesitzer, foll seinen nach her, die anderen hatten Husten und Ausschlag und Bahl der Arbeitslosen ständig zurückgegangen. Von den Verbänden, Mitangeklagten im Oktober 1905 feinen Gutspart in Miloslaw hatten eben erst die Spigblattern überstanden. Die Eltern machten die an das kaiserliche statistische Amt berichten, wurden Arbeitslose zur Abhaltung eines geheimen Sotol- Kongresses zur Verfügung für den Zustand ihrer Kinder die Behandlung im Findelhause ver- gezählt in Prozenten: gestellt und einige der Angeklagten veranlaßt haben, bei dieser antwortlich. Der Angeklagte Frenzel stand ihnen mit Rat und Tat im 1. Quartal im 2. Quartal im 3. Quartal Veranstaltung bewaffnet zu erscheinen! Seine am Bart- zur Seite und übermittelte dem Rat zu Dresden und dem Stadt1905-1,6 1905= 1,5 eingange poftierten Förster haben nämlich mit ihren ungeladenen verordnetenkollegium ein Schreiben, in welchem er behauptete, 1906= 1,1 1906= 1,2 Jagdgewehren den einziehenden Sotols präsentiert und den Ein- die Kinder des Wagenführers seien im städtischen Findelhause Die niedrigste Arbeitslosenziffer traf auf den Monat August. tritt Unberufener, vor allem auch der zur Kontrolle der Tagung durch Hunger, Kälte und Mihhandlungen halbtot an dessen Ende 0,7 Proz. Arbeitslose ermittelt wurden. No it ausgesandten Polizeibeamten, den Zutritt verwehrt. Nachdem gemartert worden. Darauf Darauf stellte Oberbürger unter dem Durchschnitt war bei allen Arbeitslosenzählungee. Herr von Koscielski schon einmal durch Erkrankung zu dem im meister Beutler Strafantrag gegen den Beschwerde- Prozentsatz an weiblichen Arbeitslosen; so waren Ende Auguur November v. J. geplanten Verhandlungstermin nicht hatte er führer. 0,2 Proz. der den Organisationen angeschlossenen Arbeiteren scheinen können, war am Mittwoch abermals eine Anzeige ein- Während der Verhandlung erhob der Angeklagte die ungeheuer- ohne Beschäftigung. gelaufen, wonach er schwer ertranft und nicht verhandlungsfähig lichsten Anschuldigungen gegen die Behandlung der Kinder im Findel- Vielfach sind Verschiebungen der arbeitenden Bevölkeruzu ist. Auch sein Verteidiger, der Reichs- und Landtagsabgeordnete hause.„ Wenn man ein Kind los werden wolle, brauche man es beobachten gewesen, wie im allgemeinen der Zuzug nach den z Rechtsanwalt Dr. von Dziembowski- Posen, hatte sein Fernbleiben nur ins Findelhaus zu schaffen" heiße es im Volksmunde. Die vier städten und nach den Industriezentren sich von neuem verft mit plöblicher Erkrankung entschuldigt. Aus diesem Grunde wurde Ninder des Straßenbahnangestellten seien wie blöde und sämtlich hat, so sind auch aus Berufen, deren Verhältnisse weniger gtig zu Beginn der Verhandlung auf Beschluß des Gerichts der Herrn frank gewesen, dem kleinen Jungen hätten sogar einige Bähne gefehlt, lagen, zahlreiche Arbeiter in Berufe übergetreten, wo die Ausbon Koscielsti betreffende Teil der Anklage abgetrennt und gegen die bei einem Stoße in den Mund verloren gegangen seien. Er habe verhältnisse besser waren. Besonders start ist die Binnenwandng die übrigen 22 Angeklagten verhandelt. Allen Angeklagten wird die Kinder vor ihrer Einlieferung ins Findelhaus und nach ihrer Zurück vom Osten nach dem Westen. Deutschlands hervorgetretennd je ein Vergehen gegen das Vereinsgefez zur Last gelegt, die mit funft gesehen; dieselben seien in einem erbarmungs- hauptsächlich der Kohlenbergbau und die Eisenindustrie in an angeklagten Förster werden außerdem des verbotenen Waffen- würdigen Zustande gewesen. Nachdem der kleine Junge, dem land und Westfalen waren es, die den Zustrom an Arbeitst en tragens beschuldigt. ein eitriger Ausfluß aus Nase und Ohren gekommen fei, aufgenommen haben. Außerordentlich start war auch der Zum Auf Befragen erklären die Angeklagten von Chrzanowski und habe er auf eine Sektion der Leiche gedrungen, allerdings ohne von außerdeutschen Arbeitern, die alle und sehr rasch in Deutsnd bon Projeci, sie fühlten sich nicht schuldig. Sie müßten zwar zu Erfolg. Es sei allgemein bekannt, daß die Kinder im städtischen ein Arbeitsunterkommen fanden. Sehr günstig war währenes geben, die in Rede ſtehende Zusammenkunft im Parke zu Miloslaw Findelhause ungenügend ernährt und viel geschlagen ganzen Jahres das Baugewerbe beschäftigt; nur in eien angekündigt zu haben, und zwar in ihrer Eigenschaft als Vor- würden. Auch hätten verschiedene Kinder bei falter Witterung barfuß Distrikten im Osten der preußischen Monarchie hatte das tustandsmitglieder des polnischen Sokolverbandes, allein ein Verstoß laufen müssen. Einem Kinde habe man die Hände festgebunden, gewerbe einen flauen Geschäftsgang. Infolge dieser günen gegen die Gesetze liege hierin nicht. Es müsse doch gestattet sein, damit es sich nicht krazen solle. Er, Angeklagter, habe lediglich im Baukonjunktur waren nicht nur die zahlreichen Schichtener in privaten Räumen zusammenzukommen, überdies seien aber auch öffentlichen Interesse gehandelt und hoffe, daß das System der Bauhandwerker und Bauarbeiter gut beschäftigt und erzien alle Teilnehmer seitens des Miloslawer Schloßherrn persönlich Stinderbehandlung im Findelhause geändert werde. einen höheren Verdienst, auch die verschiedenen Nebengene, und namentlich zu der Zusammenkunft eingeladen worden. Die beiden Aerzte, welche die Kinder nach ihrer Rückkehr welche die Baumaterialien liefern, erreichten dadurch eineneDie Polizei sei allein schuld, weil sie die öffentlichen Zusammen- aus dem Findelhause behandelt haben, wollen das elende Aussehen steigerten Umfaß und zugleich höhere Preise. Ebenso kann auoie tünfte der polnischen Sofolvereinigungen nicht gestatte und auch derselben dem frankhaften Zustande zuschreiben und von Miß- Lage der Textilindustrie im allgemeinen als eine günſtigee die im vorliegenden Falle zunächst für Posen geplante und ihr handlungen und deren Folgen nichts wissen. Einer der zeichnet werden; beeinträchtigt wurde die Produktion durch n rechtzeitig angemeldete Tagung nicht genehmigt habe! Der An- Herren hat über Kindermishandlungen im Findelhause von Mangel an Arbeiterinnen. Auch das Maschinengewerbe He geklagte von Chrzanowski gibt ferner zu, am Denkmal des pol- britter Seite Mitteilungen erhalten, aber selbst einen günstigen Geschäftsgang und ebenso auch die chemische 1nischen Freiheitsdichters Stowadi im Miloslawer Schloßpart an feine derartigen Fälle erlebt. Der fleine Sohn des Wagenführers dustrie, die Papierindustrie, die Lederindustrie, die elektrische die versammelten Sokols eine Ansprache" von 3 Säßen ge- fei allerdings in einem hoffnungslosen Zustande gewesen. dustrie, der Wagenbau usw. Und wie in der Großindustrie o halten zu haben, in der er auf die Bedeutung dieses lyrischen Der Angeklagte führt dagegen an, daß er bereits früher war auch in den Industriezweigen mit mittleren Betrieben d Dichters hinwies. von der Frau eines Bezirksaufsehers auf das Findelhaus auf in den handwerksmäßigen Betrieben der Geschäftsgang ein gu. Der Angeklagte Kaufmann Gladysk erklärt, er habe an der merksam gemacht worden sei, es sei eine Schmach, wie es dort zu- In den Kleinen Betrieben und im Handwerk, wo es sich oft n Zusammenkunft in Miloslaw überhaupt nicht teilgenommen. Die gehe!" Ein Hausmann habe fogar feinen Posten qualifizierte Arbeiten und um Spezialtätigkeiten handelt, manit mitangeklagten acht Förster meinen, sie seien entsprechend den berlassen, weil er die Behandlung der Kinder es ebenfalls recht häufig an geschickten Arbeitern. Besonders e Befehlen des Herrn von Koscielski zur Aufrechterhaltung der nicht mehr mitansehen fonnte. Frau Liebig fei zu ihm Betriebe in den kleinen Orten hatten darunter zu leiden. Wer Ordnung mit Hirschfängern bewaffnet zu der Zusammenkunft gekommen und habe gesagt, die Kinder seien ganz blöde, bie müßten wurde im Handwerk wiederum ein starker Lehrlingsmant erschienen. Da es sich um ein Privatvergnügen handelte, mußten biel Prügel bekommen haben, und hätten ausgesehen, als wären sie empfunden. Der günstige Geschäftsgang in allen Produktio sie an den Barktoren Wache halten, damit keine unbeteiligten aus einem Schutthaufen gezogen worden. Außerdem feien sie zer- weigen wirkte auch auf den Handel und Verkehr günstig n Bersonen in den Privatbesitz eindringen konnten. Irgend welche Waffenübungen hätten sie nicht ausgeführt, sie hätten nur vor fragt gewesen und der verstorbene Junge habe eine Beule an der und sowohl der Handel im großen wie auch der Detailhant den eintretenden Sokols die Gewehre präsentiert. haben günstig abgeschlossen. Sehr start wirkte die gute Konjunkr Stirn gehabt. Auf VerEine als geugin geladene Frau erklärte, daß fie ihr ge- noch ein auf das private und monopolisierte Transportwesen, cf anlassung des Gerichts haben sämtliche angeklagten Förster und fundes Kind nach 14 Tagen in frankhaftem Zubas Speditionsgewerbe, auf die Eisenbahnen und Posten. Die G Oberförster die damals benutten Karabiner mitgebracht und mit tande, mit Ausschlag bebedt und menicenie u nahmen der preußisch- hessischen Eisenbahngemeinschaft find im diefen auf der Anklagebant Plaz genommen, Bei der weiteren wieber erhalten hätte. Eine Näherin hat zwei Kinder Jahre 1906 gegen das Vorjahr um 10 Broz. gestiegen, trozdem Bernehmung dieser Angeklagten wird festgestellt, daß der Ober- 6 und 9 Wochen in der Anstalt gebabt. Beim ersten Besuche hätte auch schon das Vorjahr günstig abschnitt. Nach den vorliegenden förster Koraczewsti sich im Jahre 1860 an dem damaligen eins der Kinder an der rechten Kopffeite grüne und Aufträgen läßt sich auch für 1907 ein Jahr günstiger Konjunktur polnischen Aufstande beteiligt hat und wegen Hochverrats zum blaue Flede gehabt, während das andere einen Verband um erhoffen. Tode verurteilt, später aber begnadigt wurde. Die mitangeklagten ben rechten Knöchel getragen habe. Die Kinder hätten fie Sokolmitglieder erklären ebenfalls, daß ihres Erachtens eine rein ertannt und ganz blöd= Siemens u. Halste A.-G. Die Aktionäre der Siemens u. Halste private Veranstaltung vorlag, zu der sie von dem Gastgeber privatim gar nicht wieder eingeladen worden waren und in die nach ihrer Empfindung weder innig ausgesehen; am Körper befand sich ein Aktiengesellschaft beschlossen in der am Mittwochstattgefundenen Generaleitriger Ausschlag. Einem anderen Beugen war ein bersammlung, der vorgelegten Bilanz und einer sofort zahlbaren Kind im Findelhause gestorben; als er sich die Leiche angesehen Dividende von 10 Proz. zustimmen. habe, hätte er fein Kind gar nicht mehr erkannt. Ein Arzt habe ihm erklärt, die hohe Sterblichkeitsziffer rühre daher, weil die Kinder meist krant ins Findelhaus eingeliefert würden. Zeuge stellte ferner die Behauptung auf, man babe im Findelhause nicht genügend Raum, um franke und gesunde Kinder zu separieren. die Polizei noch das Gericht etwas hineinzureden habe. Bon seiten der Staatsanwaltschaft ist als Sachverständiger für die Angelegenheiten der Sotolbereine, deren Streben und Ziele, der Kriminalfommissar Günther- Posen von der dortigen politischen Polizei geladen und erschienen. Rechtsanwalt schinsti stellte den Antrag, den Polizeipräsidenten b. eIImann- Bosen und den Polizeirat 3acher, welch letterer seit Jahrzehnten die polnische Bewegung im Auftrage der Regierung überwacht, als Beugen darüber zu bernehmen, daß im Jahre 1904 in einem Privatgarten in Bosen ein allgemeiner privater Sofolturntag abgehalten worden sei, nachdem die Polizei die Abhaltung eines öffentlichen Sofoltages aus politischen Gründen nicht genehmigt hatte. Mit ausdrüdlicher Erlaubnis des Posener Polizeipräsidenten feien zu jener Veranstaltung mehrere hundert Einladungskarten an die Mitglieder des Sofolvereins in Posen und Umgegend versandt worden. Dieser private Kongreß, ſei dann von Pofener Kriminalfommissaren privatim" überwacht worden. Aus diesem Grunde hätten die Veranstalter des Miloslawer Turntages, zu dem bedeutend weniger Teilnehmer eingeladen waren, wohl annehmen dürfen, daß die Polizei auch gegen ihre Veranstaltung nichts einzuwenden haben würde, zumal auch in diesem Falle durch die vorhergegangene Richtgenehmigung der öffentlichen Tagung die Polizei annehmen tonnte, daß man sich auf andere Weise helfen würde. Nach längerer Beratung beschloß das Gericht, den Anträgen der Verteidigung stattzugeben und den Polizeipräsidenten v. Hellmann, den Bolizeirat Zacher sowie die Kommissare Böhmer und Weichert telegraphisch zu der Freitag- Sizung zu laden. Beweisaufnahme In der dann folgenden bekundeten die meisten Zeugen, daß sie eine Generalerlaubnis zum Betreten des Miloslawer Schloßpartes hatten. Aus diesem Grunde hätten sie auch an dem Sokoltage den Park ohne böse Absicht betreten. Die Zustände im Dresdener Findelhaus vor Gericht. Der Sachverständige führte aus, daß diefe Mißstände nicht zu umgehen() und bei jeder Anhäufung von Kindern u verzeichnen seien. Einrichtungen zur Isolierung seien im Findelhause nicht vorhanden. Breiserhöhung. Die Vereinigung rheinisch- westfälischer Schweißeisenwalzwerte beschloß eine sofort in Wirksamkeit tretende Breiserhöhung um 5 M. pro Tonne. Die Rheinisch- Westfälische Zeitung" meldet, daß in der legten Versammlung der Vereinigung der Bandeisenwalzwerke beschlossen wurde, die Inlandspreise für Bandeisen um 2,50, die Auslandspreise um 5 M. pro Tonne zu erhöhen. Die Terraingesellschaft am Großschiffahrtswege Berlin- Stettin hat ein Gelände von 17 Morgen mit einem Buchwert von 34 000 m. Das Gericht sprach den Angeklagten frei. Er habe beim Anblick der Kinder nicht anders urteilen tönnen, außerdem habe er im zu 105 400 m. verkauft. guten Glauben gehandelt. Andere Redewendungen hätte er nicht anwenden können. Es ist gewiß erfreulich, daß sich auch ein sächsisches Gericht dem Eindruck der Schilderungen durch Augenzeugen trop der eigenartigen Ansichten der Aerzte nicht entziehen konnte und ausnahmsweise nicht gar auch noch den, der über Mißstände im allgemeinen Interesse sich beschwerte, verurteilt hat. Aber ist auch das System, das Kindern Armer gegenüber angewendet wird, damit gerichtet, so ist auch hier eine Besserung nur durch völligen Systemwechsel möglich. Dresdens Stadtverwaltung war gar eifrig mit der Verschlechterung des Wahlrechts der Arbeiter am Werke. Hätte fie einen kleinen Teil des nach diefer Richtung entwickelten Eifers zugunsten der Kindererziehungsanstalten verwendet, so stände es um ihr Ansehen besser. Das bor Gericht bloßgestellte System ist feine Dresdener, feine fächsische Eigentümlichkeit diefelbe Nücksichtslosigkeit gegen Leben und Gesundheit, geistiger und körperlicher Ausbildung findet sich überall in Deutschland. Derartige Mißstände und das auf ihre Bertuschung oder auf Bestrafung der Beschwerdeführer über solche Mißstände ge richtete System ist„ nationale" Eigentümlichkeit des für nationale Ehre" in den Wahlkampf ziehenden Ordnungsbreis. Soziales. Zum Handlungsgehülfinnenelend. Der Subdirektor Gg. Lingg in Kempten hat eines Abends Der Heuchelei unferer gesellschaftlichen Ordnungszustände entfeine Buchhalterin in das Bureau gesperrt und sie dann belästigt. Wegen Freiheitsberaubung und Verleitung zum Meineide wurde der spricht es, daß unter dem Deckmantel humaner Bestrebungen schmach- Herr Prinzipal nun zu 3 Jahren Zuchthaus und 10 Jahren Ehrbolle, entfegliche Greueltaten, insbesondere wehrlosen Kindern zugefügt werden. Säufig haben wir diese Schande durch Aufdeckung fo berluft verurteilt. mancher Fürsorge" für Fürsorgezöglinge aufdecken müssen. Be sonders erbost war über solche Enthüllungen der Pastor Nohr aus zu " mann, Bernhard Greosmühl, Der deutsch- dänisch- westindische Lotterieschwindel. Die dänisch westindischen Kolonialinteressenten und ihre deutschen Mitinteressenten und Helfershelfer meinen offenbar, daß das deutsche Volt durch seine eigenen Kolonien noch nicht schwer genug belastet ist und wohl noch eine freiwillige Steuer auf sich nehmen kann, um dem chronischen Dalles der dänischen Kolonialverwaltung von St. Thomas, St. Corig und St. John abzuhelfen. Dänemark allein fonnte mit dem schoflen Mittel einer Lotterie nicht das nötige Geld aufbringen, nun soll das Ausland, besonders das deutsche Bolt, helfend eingreifen und gerade zu Neujahr wird den deutschen Reichsbürgern der pompöse Prospett der Dänischen Koloniallotterie" ins Haus geschidt. Eine Postanweisung ist beigelegt, damit man schleunigst sein Geld los werden kann. Das dänische Staatswappen ziert jedes der Lose. Wie es mit dieser Lotterie bestellt ist, hat der Vorwärts" bereits im vorigen Jahre in Nummer 248 largelegt. Taschen zu! Deutschlands Außenhandel. In den ersten elf Monaten ist der Umsatz im deutschen Außenhandel um 9 Broz, gegenüber dem Borjahre gestiegen; die Ziffer des Jahres 1900 ist bereits um beinahe 30 Broz. überholt. Auf die Ein- und Ausfuhr verteilt sich die Bewegung folgendermaßen. In Tonnen betrug die Einfuhr Ausfuhr 421 367 298 427 294 590 1900 1901 410 608 1902 400 442 318 925 1903 431 648 351 648 1904 445219 352 518 1905 495 171 369 015 1906 525 671 401 519 Die Hauptsteigerung entfällt also relativ auf die Ausfuhr, die allein um rund 34 Proz. gegenüber 1900 zugenommen hat. Auch im Vergleich zu 1905 ist die Ausfuhr fräftiger gewachsen als die in den letzten Monaten erfuhr die Einfuhr wieder einen kräftigeren Einfuhr, allerdings hauptsächlich in der ersten Hälfte des Jahres; Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Warnung vor Serien- und Prämienlosgeschäften. Sieversdorf und mit ihm das politisch ihm nahestehende durch Bort waltung wird eine gemeinschaftliche Verfügung des Finanzministers, Im preußischen Ministerialblatt für die gesamte innere Verfrömmelei und Begeiferung seiner Rächsten unrühmlich bekannt gebes Ministers des Innern und des Handelsministers veröffentlicht, Aufschwung. wordene Stöckerorgan„ Das Reich". Das Reich" stellte uns Straf in der abermals vor dem schwindelhaften und strafbaren Handel mit antrag in Aussicht, der Bastor der Fürsorge stellte auch Strafantrag, Wnteilen an Losen, insbesondere Prämien- und Serienlosen in der nahm ihn aber leider, wie wir bereits mitteilten, wieder zurück und Form von angeblichen Spielgesellschaften gewarnt wird. Es wird sezte uns dadurch außer stande, die Gemeinschädlichkeit des im Form von angeblichen Spielgesellschaften gewarnt wird. Lande ber Ordnung geübten Fürsorge" Systems vor Gericht Geschäftstätigkeit nach dieser Nichtung hin entwickeln, sich auch deutsche in dem Erlaß hervorgehoben, daß den ausländischen Firmen, die eine beleuchten. und An unser preußisches Fürsorgegeſetz feine Handhabung durch die Anhänger der Ordnungssippe wurden Unternehmer zugefellt haben. Als folche Firmen, die bei der VerDie Aussperrung in den Luckenwalder Brongewarenfabriken ist wir durch einen Prozeß erinnert, der sich am Mittwoch vor der anstaltung von( strafbaren) Spielgesellschaften auch die preußische beendet, und zwar mit einem durchschlagenden Erfolg für die Dresdener Straffammer abspielte und das System des dortigen laffenlotterie in den Bereich ihrer Tätigkeit gezogen haben, seien Arbeiter. Die Unternehmer haben eingesehen, daß der von ihnen Findelhauses beleuchtete. Hier wie dort Einrichtungen, die segens- insbesondere hervorgetreten: in Lübed: Wilhelm Lübbers, Paul aufgestellte und den Arbeitern zur Unterschrift vorgelegte„ neue reich wirken könnten, wenn sie in der Tat ein Ausfluß werttätiger Engelbrecht, Gerhard E. Hegerfeld, Hans Schröder, August Wehr Attordtarif" nicht durchzuführen war. Auch waren alle Bemühungen Lämmert, Ludwig Liebe zum Besten der Kinder wären. Aber hier wie da statt Er- Müller u. Co.( lettere anscheinend auch in Kiel); in Hamburg: muglos. Nur ein verschwindend kleines Häuflein dieser für den der Herren, Arbeitswillige in genügender Bahl heranzuziehen, und törperlichen Fähigkeiten der Kinder ein System, das mit Not- Hans Jacobs( Norddeutsche Bank), Franz Wecker u. Co., Emil Staat so außerordentlich nüglichen Elemente" hatte sich den Luckenwalder wendigkeit zur geistigen, moralischen und förperlichen Verelendung Hagen, Artur Magnus, Franz J. Niebuhr, Franke u. Co., M. Lam; Fabrikanten zur Verfügung gestellt. Es waren aber auch welche danach.in Frankfurt a. M.: Ohlert u. Co.; Ferdinand Bindner in Bollten sich die Fabrikanten also nicht selbst einen unberechenbaren der diesem System anvertrauten Zöglinge führen muß. Die Mißstände des Dresdener Findelhauses tamen durch einen Cassel, Fr. Schmidt und C. G. Windler in Braunschweig, Schaben zufügen, so mußten sie wohl oder übel andere Saiten aufArtur Heiber in Hannover, Adolf Wedmann in Trier, ziehen. Sie verließen daher schleunigst ihren ursprünglichen Scharf Beleidigungsprozeß gegen den Bücherrevisor Karl Emil Frengel ans Tageslicht. Frenzel war wegen Be Alphons Roeder u. Co. Leidigung von Beamten des städt. Findelhauses angeflagt und am Wir haben wiederholt vor Beteiligung an solchen Serienlos macherstandpunkt, jede Einmischung dritter" in die Angelegenheiten 10. Juli vom Schöffengericht zu einer Geldstrafe von 200 m. gesellschaften gewarnt und können auf Grund der vielen bei uns ein- und zogen die sonst" so verhaßten Verbandsvertreter zu den notober 40 Zagen Gefängnis verurteilt. Gegen dieses gehenden Anfragen feststellen, daß diese Art Gesellschaften trotz aller wendigen Verhandlungen hinzu. Bald war benn auch das burch strafrechtlichen Berfolgungen munter ihr Geschäft weiter betreiben, Urteil hatte er Berufung eingelegt. das abgesehen von seiner Strafbarkeit häufig moralisch nicht tiefer geführt, was bei einigermaßen gutem Willen der Herren auch ohne Ausperrung mit Leichtigkeit möglich gewesen wäre. Die Fabrikanten zogen steht als eine staatlich konzeffionierte Lotteriegesellschaft, ihren" Affordtarif und damit auch die hahnebüchenen Lohnreduktionen zurüd und gaben nunmehr eine spezialisierte, für jeben Betrieb Der Auflage liegt folgender at bestand zugrunde: Der Bagenführer Liebig von der städt. Straßenbahn fah fich gelegentlich der Erkrankung seiner Ehefrau gezwungen, feine vier Kinder im gültige Preistabelle heraus, in der bei über hundert Einzelpofitionen beteiligt seien, hält es der Verein für seine Pflicht darauf hinzu-| Frauen gleichgültig, wenn Millionen deutschen Geldes aus den eine annehmbare Lohnerhöhung vorgesehen ist. Hiermit fonnten sich weisen, daß die weitaus größte Mehrzahl aller Kapitäne der hier Taschen der deutschen Steuerzahler in unsere Kolonien wandern? die Arbeiter und Arbeiterinnen einverstanden erklären, und so wurde fraglichen Reedereien Mitglieder des Vereins deutscher Seeschiffer Tragen sie nicht auch ihr Teil bei zu diesen Steuern? Ist es die Arbeit denn am 2. Januar in vollem Umfange wieder auf- sind und als solche nichts mit der Angelegenheit zu tun gleichgültig für die Frauen, wenn das Blut deutscher Männer im genommen. Damit ist der Friede in Luckenwalde einstweilen haben." dunklen Erdteil fließt? Sind es nicht Söhne deutscher Mütter, von ihnen mit Schmerzen geboren? Ja, die Kolonialfrage ist in letter Linie auch eine Frauenfrage, denn jeder logisch denkende Mensch, daß eine scharfe Absage an die Kolonialpolitik erfolgt. Aber man höre und staune, wie unsere Frauenrechtlerinnen schlußfolgern:" Denn nur dann kann die neue Welt dem deutschen Manne zur Heimat werden, wenn es gelingt, deutsche Frauen dort anzusiedeln!" " wieder hergestellt. Auch das enorme, vollständig überflüssige Sieht das nicht aus, wie eine Hirsch- Dunckersche oder christliche Gendarmerie aufgebot in voller Waffenausrüstung Resolution bei Kämpfen der freien Gewerkschaften?" ist wieder ab berufen worden, so daß der Ort jest wieder sein alltägliches Gepräge zeigt. Selbst die Zustimmung und liebevolle Wieder ein großer Aufruhrprozeß. In dem Steinbruchgebiet Aufmunterung der Arbeitgeber Beitung" hat den Unter- um Würzburg strejften im vorigen Sommer die Steinarbeiter wegen nehmern nichts genügt. Die Zukunft wird außerdem lehren, daß der Forderung eines forporativen Arbeitsvertrages. Der Streit die Luckauer Bronzewarenindustrie die jeßt zugestandenen Lohn mußte nach 17wöchiger Daner wegen zu großen Andranges von erhöhungen sehr wohl zu tragen imstande ist. Streifbrechern abgebrochen werden. Am 20. August tamen unter Zu der Aussperrung in den Nileswerken zu Ober- Schönetveide williger nach Goßmannsdorf, wo sie trotz des Zuredens der Streifenden, Führung des Geschäftsleiters Täschner eine große Anzahl Arbeitsbringt die Berliner„ Volkszeitung" in ihrer gestrigen Morgennummer ihnen nicht in den Rücken zu fallen, in den Mainsandsteinwerken folgende merkwürdige Notiz: " In den letzten Tagen haben wiederholt Verhandlungen statt- Streifenden nochmals, die Arbeitswilligen zu überzeugen, wie unArbeit nahmen. Am Abend des gleichen Tages versuchten die gefunden mit dem Resultat, daß die Firma die Lohnreduzierung aufgehoben hat und sich bereit erklärte, alle Ausgesperrten wieder gerecht sie handelten, aber vergeblich, die Streitbrecher traten viel einzustellen mit Ausnahme der zehn Großformer, für die keine worauf sich eine Schlägerei entspann, die, wie es jezt üblich ist, zum mehr äußerst provokatorisch auf und verhöhnten die Ausständigen, Arbeit vorhanden ist. Der eigentliche Streitpunkt ist somit be-„ Aufruhr" gestempelt wurde. 53 ehemalige Streifende sind teils seitigt, die Versammlung der Ausgesperrten beschloß jedoch, die Arbeit nur dann aufzunehmen, wenn auch die zehn Großformer egen Verbrechens, teils wegen Vergehens des Landfriedensbruchs vor das Schwurgericht Würzburg verwiesen. eingestellt werden." " Ausland. Zum Straßenbahnerstreit in Kopenhagen. Und nun erwartet Wunderbar! Nächstens wird sicher als Leitartikel in der Stolonien erscheinen; eine Schilderung all der„ kraftvollen", Frauenbewegung" eine glänzende Schilderung der herrlichen" schönen"," urdeutschen" Männer, die in den Kolonien noch un Mädchen, dem sie die Hand zum Ghebunde reichen können( wenn beweibt sind und sehnsüchtig Ausschau halten nach einem deutschen sie der schwarzen Geliebten überdrüssig sind oder sich nach AbAufruf an die Damen zur Massenauswanderung nach den Kolonien wechselung sehnen). Wie wärs, wenn die Frauenbewegung" einen erlassen würde? Wo und wie man Bässe erhält, darüber wird Jesto v. Putttamer sicher gern Auskunft geben. Aber noch eine schöne Stelle findet sich in den„ Weckrufen". Die Damen jammern darüber, daß das kleine Häuflein zielflarer Männer, die sich abmühen bis zu ihrer lezten Kraft", den wahren Liberalismus wieder zu Ehren zu bringen, in Preußen- Deutschland geschlossen sind. Das sei unnatürlich, ungerecht, gegen von der Anteilnahme an regierender Stelle aus. as allgemeine Bolts empfinden". sie sich in solchen Stoßseufzern Luft macht! Wie wärs, wenn die Muß doch die Sehnsucht nach dem Ministersessel groß sein, daß radikalen Frauenrechtlerinnen eine Audienz beim Fürsten Bülow nachsuchen würden, um ihm klar zu machen, daß die„ wahrhaft Liberalen", die edlen Freisinnsmannen, es unmöglich weiter treiben fönnen in der politischen Entmannung, als sie es taten in der Kolonialfrage, daß Männer aus solchen Reihen sich vorzüglich für einen Minister eignen, daß sie nie unbequem werden. Politische festem willen und steifem Rückgrat aufzutreten gegen ihren Herrn um Eunuchen haben weder das Recht, noch die Kraft, als Männer mit Fußtritte zu versehen. Hilft eine solche Audienz auch nichts, fo schadet sie auch nichts. Wenigstens tönnten die Damen eine Beitlang zehren von dem Glanz und der Ehre, die über sie ausgegossen würde, wenn ihnen die Gnadenfonne Seiner Erzellenz geleuchtet. und würden die Damen ihren nationalen und kolonialen Sinn dabei in das rechte Licht rücken, fiele auch für fie vielleicht eine besondere Ehrung ab. Wie wärs mit einem Orden für Rüdaratlosigkeit? Jedem das Seine! Eingegangene Druckfchriften. Diese offenbar wieder von Hirsch Dunckerscher Seite stammende Nachricht ist einfach unrichtig. Sie bezweckt nichts mehr und nichts weniger als die Ausgesperrten als Leute hinzustellen, die aus Hang zur Faulheit oder aus purer Streiflust die Arbeit nicht offenbar wieder einmal auf eine Machtprobe abgesehen. Weil die Die Dänische Arbeitgeber- und Meisterbereinigung" hat es wieder aufnehmen wollen, obschon der eigentliche Streit ungefähr 1450 Straßenbahn- und Omnibusangestellten von Kopenpunkt" durch das Entgegenkommen der Firma„ beseitigt" sei. Nun liegt die Sache aber so, daß der eigentliche Streitpunkt durchaus alle 100 000 organisierten Arbeiter im ganzen Lande ausgesperrt hagen und Frederiksberg streiken, sollen Zehntausende, ja, vielleicht nicht beseitigt ist; ebensowenig fann von einem Entgegenkommen der werden, um ein für allemal das bei der besseren Geschäftskonjunktur Firma die Rede sein. Wohl haben Verhandlungen stattgefunden, bei hier und da hervortretende Streben nach Verbesserung der Arbeitsdenen sich die Firma bereit erklärte, alle Ausgesperrten mit Ausbedingungen im Seime zu erstiden. Gelingen wird der Plan sichernahme der zehn Großformer und der dazu gehörigen lich nicht. Daß dies die Absicht ist, kann man daraus schließen, Hülfsarbeiter wie Gußpuser, Kerumacher usw. wieder einzustellen. daß die Verhandlungen hauptsächlich Eine Zurüdnahme der Lohnreduzierungen ist jedoch nicht er- fcheiterten, einer Lohnforderung die der Kopenhagener Gesellschaft mit ihrem folgt. Vielmehr hat die Firma die strittigen Großarbeiten nach Millionenbudget eine Erhöhung ihrer Jahresausgabe auswärts vergeben und sucht es nun so darzustellen, als wenn nur 11 000 Stronen verursacht hätte. Es handelte sich hier wesentlich dadurch die Lohnstreitigkeiten ihre Erledigung gefunden hätten. um einen Jahreslohn von 1600 Kronen, der für das Fahrpersonal und Gebieter, aber um so besser verstehen sie es, nach unten" Sie will nun die Großformer nur nach Bedarf, wieder einstellen, nach sechzehnjähriger Dienstzeit verlangt wurde. Die Gesellschaften falls sie wieder Großarbeiten annimmt. Hierin liegt aber wollen nicht mehr als 1550 Stronen bewilligen. gerade die Ungerechtigkeit ihres Vorgehens. Die Die Gesellschaften Abweisung der Großformer und deren Hülfsarbeiter unter dieſem gehen nun äußerst rücksichtslos vor. Sie haben dem Personal durch Abweisung der Großformer und deren Hülfsarbeiter unter diesem Anschlag bekanntgegeben, daß jeder Streifende als entlassen gelten Vorwande sieht nämlich einer Maßregelung so ähnlich wie ein soll und daß seine durch Dienstalter erworbenen Rechte auf LohnEi dem anderen. Aus diesem Grunde verlangen denn auch die Aus- zulagen und Pension verfallen sind. Sämtliche bei den Berhandgesperrten, daß die Gruppe der Großformer nebst Hülfsarbeitern fungen gemachten Zugeständnisse sind zurückgezogen. ebenfalls sofort wieder eingestellt werde, event. unter vorläufiger Beschäftigung mit Kleinarbeit bei verkürzter Arbeitszeit. Daß sich die Angestellten auch durch diese Drohungen nicht Da mürbe machen liegen, ist ein Beweis für den Ernst und Kampfes aber die Firma darauf besteht, die Großformer, tegen der mut, womit sie ihre Forderungen vertreten. die Differenz ausbrach, für ihre Standhaftigkeit in der Abwehr von Lohnreduzierungen durch Einstellung nach Bedarf büßen zu lassen, Der neue Verband der niederländischen werkschaften gewinnt so lehnten die Arbeiter insgesamt die Wiederaufnahme der Arbeit immer mehr an Stärke und Einfluß. Nachdem sich neuerdings der Vogler, älteste Annoncenexpedition. Der Statalog enthält alle Zeitungen Großer Zeitungskatalog. Neujahrsgabe 1907 von Haasenstein 11. ab. Sie sagten sich: Wenn uns die Firma wegen der forrekten Verband der Maurer und Bauhülfsarbeiter, der erst vor kurzem ge- und Zeitschriften der Welt und bildet mit seinem reichhaltigen Inhalt ein Haltung der Großformer samt und fonders leichtherzig auf die Straße gründete Verband der Kakao-, Schokoladen, Buderwarenarbeiter gutes Nachschlagewerk. wirft, so bekommt sie uns auch nur wieder mit den Großformern und Konditoren, sowie der Tapeziererverband angeschlossen haben, und nicht ohne dieselben. Für solche Solidaritätsakte haben die zählt der Verband der Gewerkschaften jetzt schon 25 600 Mitglieder. " Sirſche" aber nun einmal kein Verständnis, daher entblöden sie sich Der Verband der Magazine, Laden-, Backhausangestellten und Haus- Briefkaften der Redaktion. auch nicht, Notizen in die Presse zu lancieren, die ebenso gut in der Diener beschäftigte sich auf seinem Verbandstag zu Weihnachten ebenArbeitgeber- Zeitung" stehen könnten wie in der„ arbeiterfreund- falls mit der Frage, fich dem Gewerkschaftsverbande anzuschließen, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, lichen" Boltszeitung". was jedoch wegen Grenzstreitigkeiten mit dem Handels- und Kontor wochentäglich von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet Uhr. gehülfenverband noch nicht geschehen konnte. Auch die nieder- Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein ländischen Vollsschullehrer sind zum Teil bereit, ihre Organisation Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort dem Gewerkschaftsverbande anzugliedern. Sie beschlossen auf wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. ihrem Verbandstag, der nach Weihnacht in Amsterdam stattfand, faft 2. 42. Ein Grund zur Verweigerung der Schankkonzession ist das einstimmig, daß diese Frage in den Ortsabteilungen des Verbandes von Ihnen Borgetragene nicht. M. H. 1. Sie müßten fich an das behandelt werden soll. Polizeipräsidium wenden. 2. Das ist möglich. R. B. S. 7. 1. Ja. 2. Nein. 3. Nein. Wird dem Begehren Ihres Bruders nicht stattgegeben, so ist er nicht unterhaltspflichtig. 4. Durch 3 erledigt. 6. 104. Rein, für Lichtenberg besteht leider eine Strantenversicherungspflicht nicht. ihnen geforderten Lohnerhöhung sowie wegen des von der Sobranje Amtsgericht auf Aufhebung des Wietsvertrages und auf Schadener Die Eisenbahnangestellten find wegen Nichtbewilligung der von Boghagen 11. Sit die Wohnung gesundheitsgefährlich, so flagen Sie t angenommenen Gesetzes, das die Ausständigen mit Entlassung und Swedmäßig ist es, mit der Klage den Antrag auf einstweilige Berfügung Verlust der Pensionen bedroht, gestern in den allgemeinen Ausstand ge- zu verbinden und diesem Antrage das Attest eines Arztes beizufügen. treten. Die Regierung hat entsprechende Maßnahmen getroffen. Nach 12. 1. Sie laffen die Forderung durch einen Gerichtsvollzieher bei richten aus der Provinz zufolge schlossen sich sämtliche Bahnbeamten dem treiben. Zu diesem Zwed lassen Sie sich von dem Gericht eine vollstred Ausstand der Eisenbahnangestellten an. Es sind militärische Maßnahmen Annahme eines Einschreibebriefes abgelehnt wird oder nicht, ist rechtlich bare Ausfertigung des Bergleichs erteilen. 2. Nein. zur Verhütung von Ausschreitungen verfügt, der Bahnverkehr wird ganz gleichgültig er gilt doch als erhalten. 21. S. 108. 1. Ja. 2. Ja. teilweise durch Pioniersoldaten aufrecht erhalten. Eisenbahnbeamte, 3. Nein. B. M. Die Forderung für im Jahre 1904 geleisteten welche Reservisten sind, sind zu Waffenübungen einberufen worden; Maurerarbeiten berjährten mit dem 31. Dezember 1906. sie sollen auf diese Weise zur Dienstleistung gezwungen werden. Ein Forderung aber inzwischen zum Beispiel durch Ratenzahlungen im großer Teil der Sofiaer Studenten, meist Sozialisten, hat sich den Jahre 1905 anerkannt, so verjährt sie erst mit Schluß dieses Jahres. Ausständigen angeschlossen und unter Abfingung revolutionärer Ersatz des für Ihre Geschwister Berauslagten überhaupt nicht und soweit H. W. 11. Sehen Sie der Klage mit Ruhe entgegen. Sie sind zum Lieder eine Stundgebung veranstaltet, bei der es zu Aus- ersichtlich auch nicht zum Ersatz der weiteren Summe verpflichtet. Erhalten schreitungen fam. Sie die Klage, dann sprechen Sie in der juristischen Sprechstunde vor. Defar 708. 1. Ja, aber trotzdem ist er gültig. 2. Nein. 3. Das muß Ihnen überlassen bleiben. 4. In der Regel bon 300 M. an. G. 2. Unjeres Erachtens sind diese Prämien abzugsfähig. Burgsdorffstr. 12. Unseres Wissens seit seinem Bestehen. M. M. 1. 1. Für die Dauer des Vertrages find Sie zur Mietszahlung berpflichtet. 2. Ja. Der vereinbarte Preis ist zu zahlen. W. M. 1. und 3. a. 2. Nein. " Deutfches Reich. Achtung! Um die streikenden Kopenhagener Straßenbahnangestellten in ihrem Kampfe für bessere Lebenshaltung niederzuringen, wird versucht, in Deutschland Streitbrecher anzuwerben. Wie wir erfahren, wird besonders versucht, Angestellte der Firma Siemens u. Halste zum Verrat an ihren dänischen Arbeitsbrüdern zu dingen. Es wird ersucht, alle derartigen Angebote strikte abzuweisen. Teile und herrsche. Diefe Parole, welche auch die aller Scharfmachervereinigungen ist, haben auch die kapitalistischen Beherrscher des Ozeans zu der ihren gemacht. Den Umstand, daß die organisierten Seeoffiziere wegen der Eigenartigkeit ihres Berufes nur schwer mit einander in Verbindung treten können, machen sie sich zunuze, diefelben einzeln in den verschiedensten Häfen telegraphisch zum Austritt aus dem Verein deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine zu zwingen. Triumphierend lassen sie aus Bremen durch Boesmanns Bureau verkündigen: Bei dem Norddeutschen Lloyd ist dem Verlangen der Direktion, durch schriftliche Erklärung die Zugehörigkeit zu dem Verein beziehungsweise den Austritt aus ihm zu bestätigen, von sämtlichen Offizieren ohne weiteres entsprochen worden. Ebenso bei der Deutschen Dampfschiffsgesellschaft Hansa, bei der Argo-, der Neptun und der Roland- Linie und den übrigen Reedereien mit Ausnahme von drei Fällen, in denen die Entlassung verfügt wurde. Auch die in Hongtong anwesenden Kapitäne und Offiziere der Küstendampfer des Norddeutschen Lloyds erklärten durch telegraphische Meldung ihren Austritt aus dem Verein." D Eisenbahnerstreit in Bulgarien. Aus der frauenbewegung. Frauenrechtlerische Logik". Motto: Mir wird von alledem so dumm, Als ging mir ein Mühlrad im Kopfe herum. Uns ist felten ein solches Sammelsurium von Richtigem, Unrichtigem, schief Dargestelltem, Halbrichtigem und logischen Purzelbäumen, falschen Schlußfolgerungen vorgekommen, als in den Inzwischen entwickelt sich die ganze Angelegenheit weiter genau" Weckrufen" der Frauenbewegung. Die Weckrufe" sind eine vor nach dem Schema, das wir auch bei Kämpfen gegen Arbeiterzügliche Illustration zu der theoretischen Unklarheit und ZerfahrenOrganisationen fennen gelernt haben. Sogar eine gelbe", eine heit in der bürgerlichen Frauenbewegung überhaupt. Streitbrecher- Drganisation hat sich bereits gefunden, die sich bei den Seekapitalisten lieb Kind" macht, um die Stellungen der Hinausgeworfenen einnehmen zu können. Verein deutscher Seeschiffer" nennt sich dieses Produkt einer besonderen Auffassung von Ehre und Standesbewußtsein. Die gelbe" Seeschifferorganisation brachte sich durch Annahme folgender. Resolution bei den Reedern in empfehlende Erinnerung: " thue Dt. 07. Db die Ist die Die 5. Scheibe 75. Da kein Testament vorliegt und Ihre Ehe tinderlos war, so erben nicht Sie allein. Sie haben die Wahl, ob Sie nach dem Märkischen Recht oder nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch eiben wollen. Erben Sie nach dem Märkischen Recht, so würde das beiderseitige Vermögen zu sammenzuwerfen sein und die Hälfte hiervon Ihnen, die andere Hälfte ben dem Tode Ihrer Frau an das Gericht eine beglaubig Eingabe richten, in anderen Erben zukommen. Sie können aber inner lb sechs Wochen nach der Sie erklären, daß Sie nicht nach dem Märkisch Recht, sondern nach dem Erbrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches erben we en. Dann erfolgt die Schon die Einleitung zeigt eine grauenhafte Unkenntnis der Grbfolge in folgender Weise: Ihr Vermögen ble t Ihnen vollständig. treibenden Kräfte und Entwidelungsgeseße des historischen Werde- Das Bermögen Ihrer Ehefrau fällt zur Hälfte an ie, zur Hälfte an die ganges. Und daher denn auch die falsche Darstellung und Be- Schwägerin usw. Aber Sie erhalten als voraus die jochzeitsgeschenke und wertung der gegenwärtigen politischen Geschehnisse. Kein Wunder. das zum ehelichen Haushalt verwendete Mobiliar. 23. 5. 77. Ja. zur Entschuldigung der Damen wollen wir uns daran erinnern, gültig, wenn auch aus Versehen Sie als Vermieter und der Vermieter als Richard B. H. 15. Haben Sie den Vertrag unterschrieben, so ist e daß ihnen die materialistische Geschichtsauffassung ein Buch mit Mieter bezeichnet ist. Haben Sie ihn nicht unterschrieben, so brauchen Sie fieben Stegeln ist. auf den Bertrag soweit nicht einzugehen, als Sie ihn nicht ausdrücklich ver Uns wundert es daher auch nicht weiter, wenn sie Dernburg einbart haben. Sie können also z. B. die gesamte Hausordnung, ferner die als den starken Mann" feiern, der durch ein kühnes" Wort den Paragraphen streichen, die Ihnen eine Verpflichtung auferlegen, die über Bann gebrochen, der jahrelang auf unserem öffentlichen Leben das Bürgerliche Gesetzbuch hinausgehen, und ebenso die Bränumerandogelastet, der„ die Giterbeule aufgestochen" und damit eine natio- verpflichtung in eine Postnumerandoverpflichtung verwandeln. G. E. 9. nale Tat" beging. Nicht ohne weiteres. C. Henn. An den einmal geschlossenen Vertrag Daß die Affäre Dernburg- Roeren für die Regierung mindestens sind Sie gebunden, Sie können nicht einseitig zurüdtreten. Ansicht, ebenso schimpflich und blamabel ist wie für das Zentrum, ist den Bertrage einseitig zurüdireten, ist weit verbreitet, aber irrtümlich. man fönne innerhalb vierundzwanzig Stunden bon einem Damen nicht zum Bewußtsein gekommen. Daß der zitatenfrohe 2. 76. Sie haben verspätet gekündigt. Wenn eine dreimonatliche Kanzler, der wiederholt die Zentrumsnebenregierung energisch in Kündigung bereinbart ist, so muß die Sündigung volle drei Monate in ben Abrede gestellt hatte, arg desavouiert wird, daß auf Regierung Händen dessen sein, dem gekündigt wird. Das Kündigungsschreiben hätte und Zentrum bei dieser Gelegenheit vorzüglich das Heinesche Wort also spätestens am 31. Dezember in den Händen des Wirtes sein müssen. vom Rabbi und Mönch paßt. sehen sie feineswegs ein. Noch D. R. 9720. Ist ein Lohn nicht vereinbart, so würde unter den von weniger erkennen sie, daß Bebels flammende Anklagerede gegen die Ihnen geschilderten Umständen ein solcher auch nicht zu verlangen sein. verwerflichen und schimpflichen Kolonialabenteuer mit all ihren erwirten, daß ausbrüdlich eine Entschädigung Ihr schriftlich zugesagt wird. Das Erbrecht steht der Frau und dem Kinde zu. Ihre Schwester sollte Greueln, ihrer Korrupfion ein System traf. Gegen dieses ganze 2. N. 7. Ihre Anfrage ist unter der damals gewählten Chiffre A. R. System fämpft mit dem Antläger ein sehr großer Teil unseres bereits in Nr. 283 dab beantwortet: 1. Nein. 2. Sie könnten nuv Voltes, die vielmillionenköpfige Sozialdemokratie. Deren An- auf Rücksendung auf Ihre Kosten lagen. 3. Soweit möglich, sichten und Grundsäßen verlieh Genosse Bebel Worte. wird im Handelsteil darauf Rücksicht genommen werden. Wenn Und diesem Teil unseres Volkes haftet nichts an von der Sie eine Anfrage stellen, sollten Sie den Briefkasten nachsehen. 100. G. 2. 1. und 2. Die Kündigung ist gültig. M. 2. 3640. Lataienhaftigkeit", der Knechtseligkeit", nichts von dem„ Kleinlichen" und" Lächerlichen", das die Damen dem deutschen Volke Aus den angeführten Gründen bedauert der Verein deutscher nachreden, dabei aber, ohne es zu wissen, vorzüglich den wahren Seeschiffer zu Hamburg im Interesse seiner Mitglieder und in Liberalismus" zeichnen, zu dem sie sich selbst bekennen. dem der deutschen Handelsmarine(!!) jene Kundgebung ebenso, Geradezu komisch wirkt das Angstgewimmer der Damen ob wie er sein Bedauern hierbei nicht unterdrücken kann, daß einem als der Beichen, die auf Sturm deuten", der Sturm, der, wenn er Sozialdemokrat bekannten Arbeiterführer auf losbräche, Schuldige und Unschuldige mit sich fortreißen würde. Dajener Versammlung widerspruchslos Gelegenheit zu einer Ver- gegen erwähnen sie furz und fnapp, aber sehr zutreffend die Fleischtrauenstundgebung für das hier in Frage kommende Vorgehen des not, das Antigewerkschaftsgesez, unsere Vereins- und VersammBereins deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine lungsmifere, die moderne Rechtsprechung", sowie die unum gegeben worden ist. Gegenüber der in der Deffentlichkeit schränkte Polizeigewalt, um schließlich die Frauen zur Beteiligung Dresden 1,48 Meter, bei Magdeburg+0,96 Meter. berbreiteten irrigen Ansicht, daß auch die Hamburger am politischen Leben aufzurufen. Straußfurt Meter. Dder bei Hatibor+1,28 Meter. Stapitäne bei dem Konflikt zwischen den Reedereien und Schon gut, aber die Begründung für diese Aufforderung ist mündung+ 2,01 Meter.- Dber bei Brieg+1,84 Meter. dem Verein deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine geradezu töftlich. Da heißt es z. B. Jit es vielleicht für die bei Breslau Uuterpegel- 1,54.Meter.( Großschiffahrt geschlossen.) " Der Verein deutscher Seeschiffer zu Hamburg hat bisher die Vorgänge, welche zu dem gegenwärtigen Berwürfnis zwischen den Hamburgischen Reedereien und dem Verein deutscher Kapitäne und Offiziere geführt haben, ohne Stellungnahme verfolgt und würde diese Zurückhaltung bei einem anderen Verlaufe der durch den Verein deutscher Stapitäne und Offiziere der Handelsmarine einberufenen und am 19. Dezember abgehaltenen öffentlichen Berfammlung auch weiterhin geübt haben. Dort habe aber der Vorsitzende des Vereins deutscher Kapitäne und Offiziere, Herr Freyer, unter Bezugnahme auf den Konflikt seines Vereins mit den Reedereien eine Interessengemeinschaft zwischen Vorgesezten und untergebenen an Bord gegen die Reedereien in einer Weise durchblicken lassen, die geeignet ist, die Disziplin an Bord auf das Allerschwerste zu schädigen. Geradezu unheilvoll für die Interessen aller deutschen Kapitäne und Schiffsoffiziere wäre es jedoch, wenn die Schiffsleute aus den Worten des Herrn Freyer die Konsequenz ziehen und überall dort die Arbeit niederlegen wollten, wo die Schiffsoffiziere bei der Wahl zwischen ihrem Reeder(!) und dem Verein deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine die erste Alternative für die richtige gehalten haben. + 1. und 2. Sie müßten fich an die holländische Regierung wenden, die Ihnen auch die Einzelheiten mitteilt. 3. Benn Gesundheitsgefährdung vor. liegt ja. St. 14. Ein bestimmter Satz besteht nicht, 1,25 M. werben als angemessen erachtet. C. B. 4. Den Antrag auf Rüderstattung müßten Sie an das Verwaltungsgericht stellen. Es werden Ihnen etwa 36 M. zurüderstattet werden. Vormund 100. 1. Legen Sie Beschwerde beim Landrat ein und außerdem laden Sie den Schuldner zur Leistung Hierbei hat er anzugeben, von wem des Offenbarungseides ein. er seine Schornsteinfegergebühren erhält. Diefe pfänden Sie. 2. Ja. Wasserstand am 8. Januar. Elbe bet luffig-- Weter, bei Unstrut bei Neiße Ober Zum Wahlfonds gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Witterungsübersicht vom 3. Januar 1907, morgens 8 Uhr. Beller Barometerstand mm Bind cichtung empfänger 3,-. Ueberschuß aus der Sparkasse der Abteilung Meister Schroder A. E.-G. 3,-. Kontobucharbeiter v. Wedding 21,30. Verlobungsfeier d. Frl. M. Höffer am 25. 12. ges. d. Paschke 4,40. W. G. B. 14 10,-... 1,50. E. A. 1,50. Arbeiter und Arbeiterinnen der Stationen Von Maynhardt 5,-. Von A. Koniezky 3,-. Von 2. 49 4,- Kaffeerösterei Emil Tengelmann, 1. Rate 15,50. Kranzgeldüberschuß Weihnachtsfeier Lundt, Ackerstr. 79 2,05. Arbeiter der Firma gesammelt von den Droschkenführern der Mittelecke durch Lanz 2,95. M. Koppel 15, Verband d. Steinmezen u. Berufsgenossen, Filiale Bwei Wettende 1,-. Jac. Wiebe, Gr. Frankfurterstr. 38, gef. am Berlin III, Steinhauer 50,-. Weihnachten v. W. G., Bez. 14 Silvesterabend 10,60. K. P. 50,-. St., Kiefemal( Stöp.) 6,20. Sminemde. 747 SW 20,05. Angestellte d. D.-.-. f. d. B., 2. Rate 9,50. Vorstands Buchbinderei Lüderitz u. Bauer 39,10. Die Angestellten der Expedition Hamburg 746 SW fizung der Hülfstasse der Sattler 3,25. Gef.- Ver. Waldchor, Borsig- des Vorwärts" 2. Rate 20,-. Buchdruckereihülfsarb. Bertabt. Berlin walde 7,40. Arbeiter d. Firma Jbach Sohn 5,50. Franff.a.M. 752 SW Buchdruckerei Vorwärts, 1. Rate 10,-. Bernhard Paul, 2. Rate 6,90. Maler des Charlottenburger SchillerMünchen 758 SW Summa 345,45 M. Bereits quittiert 2679,82 M. Summa Bien Theater 3,45. Personal d. Buchdruderei u. Buchbinderei Seinde 4,60.| 8025,27 2. Ein ,, Vorwärts"-Abonnent in Basel 3,20. Buchtenkirch 1,-. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegenHandlungsgeh. K. 2,-. Arbeiter K. G. 1,-. K. Stiller, Renten-| genommen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 4. Januar. Anfang 72 Uhr. Kgl. Opernhaus. Salome. Anfang 8 Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Urania. Wissenschaftliches Theater. Im Theater nachm. 4 Uhr zu kleinen Preisen: Sizilien. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Theater des Westens Deutsches. Die Geschwister.- Die Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Mischuldigen. Weften. Cousin Bobby. Lorking. Martha. Anfang 8 Uhr. Leffing. Das Blumenboot. Schiller 0.( Ballner- Theater.) Doppelselbstmord. Schiller Theater Charlottenburg. Die Räuber. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Familien tag. Neues Schauspielhaus. Die Hochzeitsfadel. Kleines. Eine triviale Komödie. Berliner. Sherlock Holmes. Komische Oper. Carmen. Neues. Kinder. Zentral. Künstlerblut. Lustspielhaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Residenz. Florette und Patapon. Sorgenbrecher. Der Thalia. Eine lustige Doppelehe. Luisen. Die schöne Ungarin. Bernhard Nose. Berliner Raubbögel. Trianon. Wo ist der Papa? Bor her: Die Schloßkelleret. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hause Brellstein. Wintergarten, Saharet. Spezia litäten. Apollo. Die schöne Bestalin. Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Coulin Bobby. Frizz Werner a. G. Zentral- Theater. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Bauernposse in 6 Bildern von Ludwig Anzengruber. Sonnabend, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die rote Robe. Sonntag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Schiller- Theater, Charlottenburg, Bismardstraße, Ecke der Grolmanstr. Freitag, abends 8 Uhr: Die Räuber. von Friedrich Schiller. Sonnabend, abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Sonntag, nad m. 3 Uhr: Die Räuber Sonntag, abends 8 Uhr: Minna v. Barnhelm. ZirkusSchumann Wizard Stone. Heute Freitag, den 4. Januar, abends präzise 7%, Uhr: 1. a.: Zum 1. Male: Die größte Sensation direkt aus Amerika Gine abfolute Globe of Life? Mis Irene u. Mr. Novität! blut. Operette in 3 Akten v. E. Eysler. ( Operette.) Abends 8 Uhr: Künstler- ener Neu: 3 Frères Willé und die neuengagierten Morg. nachm. 31, 11hr Schneewittch. Abends 8 Uhr: Künstlerblut. Lustspielhaus. Täglich 8 Uhr: Husarenfieber. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Florette und Patapon. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Veber. Hochzeitsnacht. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Eine Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Kasino. Die beiden Champignol. Die schöne Ungarin. Spezialitäten. Folies Caprice. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Prater Theater. Robert und Bertram. Baffage. Spezialitäten. igaro. Der Kavalier. Die Klaue. Chikagoer Landwirt. Unterm Bett. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Walhalla. Spezialitäten. Urania. Taubenstraße 48/49. Metropol- Theater Der Teufel lacht dazu. Die berühmten Spezialitäten. Um 9 Uhr: Die größte Pracht: Ausstattungspantomime St. Hubertus. uggenhagen Moritzplatz ockbier- Fest in den Berliner Alpen. Tägl.: Doppel- Konzert. a Zirkus Busch. Heute abend 72 Uhr. br. Brockmanns Radfahrt. i. Todes- Reifen. Ferner: Miß Dianda, dreff. Affen, Hunde, Kaladus. Geschw. Singer, Equilibristen. Hr. ErnstSchumann Neudreffuren. Fr. Marguerite Schulreiterin. Um 10 Uhr: ROM. Bantom. in 7 Bild. Gr. Origin. Ausst.. Die großen Kampfspiele imẞirtus Caligula. Ring- u. Fausttämpfer, Bärenkämpfe, Fechtergruppen 2c. Brunnen- Theater Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Gesundbrunnen. Direktor Richard Schultz. Im Theater nachmittags 4 Uhr zu Massary. Wolff. leinen Breifen: Sizilien. Abend 8 Uhr: Die Feuergewalten der de. Sternwo te, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Anjang 8 Uhr: Sherlock Holmes Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. Wolf. Bender. Almenrausch und Edelweiß. Giampietro. Josephi. Morgen Sonnabend, den 5. Januar 1907: 1. gr. Metropol- Theater- Ball pollo Theater Abends 92 Uhr: Bollsstück mit Gesang in 9 Bildern. Kaffeneröffnung 7, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-2 Uhr an der Theaterkaffe. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Freitag, den 4. Januar 1907: Im Abonnement: Die schöne Vestalin. Robert und Bertram. Neues Schauspielhaus Operette. Mulit non Abends 8 Uhr: Die Hochzeitsfackel. Operette. Musif bon Viktor Holländer. Borher 8 Uhr: Die neuen Spezialitäten. Sonntag, den 6. Januar: Nachm. 3 Uhr. Halbe Preise! Sonnabend nahm. Aschenbrödel. Doppelvorstellung. Variété u. Operette 3 Uhr Abends 8 Uhr: Der Helfer. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Kinder. Morgen und folgende Tage: Kinder. Kleines Theater. Venus auf Erden von Paul Linde. DERNHARD ROSE- THEATED ( Broße Frankfurterstr. 132 Täglich abends 8 Uhr: Berliner Raubvögel. Morgen nachm. 4 Uhr bei fleinen Preisen: Große Kinder- Borstellung: Tausend und eine Nacht. Billetts schon 8 Tage vorher an der Theaterkasse und bei Wertheim. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Eine triviale Komödie für Im Edelgrund und tiefen Wald seriöse Leute. Anfang 8 Uhr. Sonnabend: Eine triviale Komödie für seriöse Leute. Komische Oper. Abends 8 Uhr: Carmen. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntag nachm. 3 Uhr: Carmen. Abends 8 Uhr: Lakmė. Montag: Pariser Leben. oder: Das Buschlies'l. Anfang 8 Uhr Entree 30 Bf. 1 Anfang 8 Uhr. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Gebr. HerrnfeldAnfg. Theater Einlaß 8 11hr. 7 Uhr Kommandantenstr. 57 Stallschreiberstr. 42-44. 751 SW Bindstärke Better 5wollig Temp. n. 6. 5°.= 4° R. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung Windstärke 5º.- 4° R. 2 Haparanda 758 GD 2 bededt- 18 8488 8 bedeckt 3 heiter 5 halb bd. 5 bedeckt halb bd.-2 2 Petersburg 760 SD 1 Scilly 3 Aberdeen 1 Paris 749 WNW 735 NW 752 NW 2 Schnee-15 6 Regen 5 Regen 4 halb bd. 7 759 Still Wetter- Prognose für Freitag, den 4. Januar 1907. Nachts etwas tälter, am Tage mild bei lebhaften südwestlichen Winden, zunehmender Bewölkung und Niederschlägen. Palast- Theater. Zentralverband der Handels Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse Täglich 28 Uhr. Entree 50 Pj. Der Riesen- Januar- Spielplan. U. a.: The Romeos, japan. Akt. akrobatisches 4 Silbersterne, otpourri. Geschieden. Schwank in 1 Aft. 12 erstklassige Nummern! Familienkarten, zum halben Kassenpreise gültig, in allen Barbier Friseur- u. Zigarrengeschäften gratis. Colosseum Dresdenerstr. 97. 12 erstklassige Schlager 12 Ronzertsaal: Wiener Schrammeln. Gustav Behrens Transport- und Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin II. Hierdurch diene den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Hermann Krüger Möbel- Kutscher, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Freitag, den 4. d. Mts., nach mittags 4 Uhr, von der Zeichenhalle des Lichtenberger Kirchhofes aus statt. 67/2 Um recht rege Beteiligung er fucht Die Ortsverwaltung Berlin II. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Nachruf. Am 27. Dezember 1906 verstarb nach langem Leiden unser Kollege Theater, Friedrich Grüttner Berlin O., Frankfurter Allee 85. In dem großartigen Weihnachtsstüc Das Wiedersehn nach 30 Jahren. Direktor Gustav Behrens als Hamburger Schiffskapitän. Außerdem 22 Nummern. Familientag im Otto Pritzkow. Münzstr. 16, Hause Prellstein. Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borberlauf 11-2 Uhr an den Theaterkassen bei A. Wertheim und Invalidendant. Rauchen in allen Räumen gestattet. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Otto Pritzkow. Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Arbeiter= Walhalla Notiz- Kalender Weinbergsweg 19/20 Am Rosenthaler Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907! Kosta Der Mann mit dem drehbaren Kopf. 14 gänzlich neue Karneval- Spezialitäten 14 Kottbuser Sanssouci, Straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt, Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger und Tanz- Kränzchen. Sonntag und Montag: Große Elite- Soireen ( Durchweg neues Progr.) Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. Nächsten Dienstag: Theater- Abend. WING CARTEN Passage- Theater. ER SAHARET. Otto Reutter Ehren- und Borzugstarten gültig. Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Sonnabend Extra Vorstellung: Ein Ballabend in Paris, Ballet, ausgef. König Lear. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, Gymnastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Der Sorgenbrecher. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise ,, Ueber'n großen Teich." Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballet. Der Biograph. Ende 11 Uhr Lortzing- Theater Trianon- Theater. Kasino- Theater Bellealliancestr. 7/8. Abends 8, Uhr: Martha. Abonnements gültig. Abends 8 Uhr: Lothringerstr. 37. Täglich 8 1hr. Wo ist der Papa? Die beiden Champignol. Borher: Die Schloßkellerei. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Hansfreund. Sonnabend, den 5. Januar: Zum erstenmal: Ledige Leute. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. abends 8 Berlin paß auf! Burleste in 2 Aften v. Leop. Ely. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. 1907 Geb. 60 Pf. Porto 10 Pf. Ein nüzlicher Ratgeber, ein un entbehrliches Nachschlagebuch für alle in Partei und Gewerkfchaften organisierten Arbeiter. Der diesjährige Kalender ent. hält u. a.: Die Parteien des Reichstages. Winte für Militärinvaliden. Die Reichstagswahlen von 1903 und die Nachwahlen. Biogr. Notizen unserer Reichstagsab geordneten. Sozialdemokra tische u. Gewerkschafts- Preffe. Boltsschulen in Deutschland. Die Gewerkschaften im Jahre 1905.Dte Arbeitersekretariate. Die internationale Gewerk. schaftsbewegung. Die im Jahre 1906 gewählten sozialdemokra tischen Reichstagsabgeordneten ( Bildniffe) Kalendarium und Geschichtskalender. Adressen d. deutschen Arbeiterfekretariate. Münztabelle. Deutsche Großstädte. Maße und Gewichte. Portotare. Ein vielseitiges Adressenmaterial. Außerdem enthält der Kalen. ber ein porträt des verstorbenen Genoffen 15. Meifter in fünft. lerischer Ausführung. Zu beziehen ist der Kalender burch Expedition des Borwärts" Berlin SW. 68, Lindenstr. 69, Laden. im 58. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. 136/1 Verein Berliner Hausdiener. Mitgliedschaft I des Zentralverbandes der Handels-, Transport, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. ( Gegründet 1883.) Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Stollege Edmund Viertel verstorben ist. 67/4 Die Beerdigung findet Freitag, den 4. d. M., nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause Swinemünderftraße 118 nach dem Zionskirchhof, Nordend, statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Stukkateure. Die Beerdigung des Kollegen Paul Schulz Lübbenerstr. 24 findet nicht um 4 Uhr, sondern schon um 3 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus Kirchhofs, Rigdorf, Hermannstr. 129-137, aus statt. Die Ortsverwaltung Berlin des Zentralverbandes der Stukkateure Deutschlands. 173/1 Danksagung. Allen Teilnehmern bei der Beerdi gung meines lieben Mannes sage ich hiermit meinen tiefgefühlten Dant. Witwe Klara Preußer. PrinzenDr. Simmel, Str. 41, 3/5 Spezialarzt für laut- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. & Arbeiter Gesang- Vereine finden die grösste und beste Auswahl an Musikalien bei J. Günther, Verlag, Dres den, Ziegelstr. 24. Reichsto Auswahlsendungen zu allen Gelegenheiten. Katalogo gratis. Englischer Garten, Alexanderstr. 27c. Mein oberer großer Saal und Nebenraum ist zum Sonnabend, d. 23. Februar 1907 35402* frei geworden. Max Queißer, Gastwirt. Backware * Das größte Brot! 6 Stück 10 Pf. nur allein in: 19, Wrangelstr. 135, Außerdem: Die glänzenden Albrechts Bäckereien: Lausitzerstr. 2, Falckensteinstr. 32, neuen Spezialitäten f.Januar. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Bum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Zentrale: Boxhagenerstr. 13. Pücklerhalle 222/223, Andreashalle 16/18. H. Zimmermann Berlin SO, Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. 3535L* Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. Sonnabend: Der Freischütz. Berantwortlicher Redakteur; Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 3. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Wahlkampf in Groß- Berlin. Heute ist der letzte Tag, an welchem die Wählerlisten zur Einsichtnahme ausliegen. Wer fich seines Wahlrechtes noch nicht vergewiffert haben sollte, muß das heute schleunigst nachholen. Die bisherige Einsicht nahme hat den Beweis geliefert, daß die Listen äußerst mangelhaft sind. Zahlreiche Wähler fehlten in den Listen und haben Anträge auf Eintragung gestellt, um am 25. Januar ihr Wahlrecht ausüben zu können. Wer sich nicht vergewissert, ob sein Name in die Wählerliste eingetragen ist, riskiert den Verlust seines ftaatsbürgerlichen Rechts, des Wahlrechts. In Berlin liegen die Listen in den dieser Tage von uns bekannt gegebenen Turnhallen in der Zeit von 4 Uhr nachmittags bis 8 Uhr abends ans; in den beiden Landkreisen in den Gemeindebureaus während der Dienststunden. Freitag, 4. Januar 1907. Ausbeuter, während Fischer doch genau so um Lohn Reichstagswahl. In 1½ stündiger, mit reichem Beifall aufarbeitet wie irgend ein anderer Arbeiter, und sie lügt genommener Rede geißelte er die Weltmachts- und Kolonialpolitik drittens, daß Fischer von der sozialdemokratischen Parteileitung der deutschen Regierung, durch die das Reich in eine ungeheuere aufgestellt, während alle Schmocks vom„ Berliner Tageblatt" ganz Schuldenlast gestürzt wird. Am Schluß lenkte der Referent die Aufmertgenau wiffen, erstens, daß bereits vor Monaten die Genossen des ſamkeit der Zuhörer auf die heutige Lebensmittelteuerung als Folge erscheinung der Zoll- und Wucherpolitik der Agrarier und ihrer zweiten Wahlkreises sich mit der Stellungnahme Fischers in dem Handlanger. Gegner waren nicht anwesend. Genosse Boesenecker Streite mit Rerhäuser und seinen Hintermännern einhellig als ermahnte die Anwesenden, nach dem soeben Gehörten nicht nur ein durchaus einverstanden erklärten, und zweitens, daß Fischer von den mütig für den Kandidaten der Sozialdemokratie zu stimmen, sondern Genossen, also den organisierten Arbeitern, des zweiten auch durch Maſſenbeitritt zum Wahlverein gegen das heutige Rereises einstimmig aufgestellt worden ist, ganz genau in derselben gierungssystem zu demonstrieren. Weise wie alle übrigen Kandidaten unferer Partei. Auf die Arbeiter". deren Sprachorgan das Geschäftsblatt des Bourgeois Mosse ist, wird Genosse Fischer freilich auch bei dieser Wahl verzichten müssen. Dritter Wahlkreis. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Kreis. Heute abend 812 Uhr findet eine VoltsJm dritten Wahlkreise ist das konservative Element ziemlich versammlung im Königshof", Bülowstr. 37, statt, in der unser stark vertreten. Allerdings, so start war es nie, daß es Kandidat Genosse N. Fischer über die bevorstehende Reichstagsder bon der Börse und dem Bankierstand beeinflußten wahl sprechen wird. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Gruppe auf dem demokratischen Boden des gleichen Wahl Achtung! Vierter Wahlkreis! Sonntag, den 6. Januar: rechtes den Vorrang streitig machen konnte. Selbst eine starke Flugblattverbreitung. Alle Genossen müssen zur Stelle sein. Durchsetzung mit nationalliberalem Geiste konnte der konservativen Der Vorstand. Gruppe nicht den Sieg über die Handelswelt verschaffen. Einmal, im Jahre 1874, mußte die Fortschrittspartei das Reichstagsmandat V Wie notwendig die Einsichtnahme in die Wählerliste ist, beweisen unter anderem folgende Fälle: In der Wilsnackerstraße wohnt ein gewisser B. bereits zehn Jahre in einem Hause und trotzdem stand er nicht in der Liste. In Lichtenberg war ein Gemeindevertreter und Hausbesizer, seit drei Jahren am Drte ansässig, nicht eingetragen. Achtung! Fünfter Wahlkreis! Ueber mangelnde Kenntnis des Reichstagswahlrechts in der Stichwahl gegen die Sozialdemokratie behaupten, sonst fiel Sonntag, den 6. Januar, früh 8 Uhr: Flugblatt. scheinen städtische Beamte zu verfügen, die in der Turnhalle Blumen den Fortschrittlern bis 1884 der Sieg schon im ersten Wahlgange berbreitung von den bekannten Stellen aus. Die Genossen des vierten Kreises Oft, welche bisher noch keiner straße 63a der Einsichtnahme in die Wählerlisten vorstehen. Einem 8. 1884 hatten sie dann mit der konservativ nationalliberalen Arbeiter F., Holzmarktstr. 67, wurde dort der Bescheid:„ Weil Sie Gruppe in der Stichwahl um das Mandat zu ringen. Der fon- Gruppe des fünften Streises zugeteilt waren, wollen sich bei Münzer, Sophienstr. 6, einfinden. noch nicht ein Jahr in lin sind, find Sie nicht wahlberechtigt fervative Kandidat unterlag. Seitdem gelang es keinem Vertreter und werden zur Einsichtnahme nicht zugelassen". Die Genoffen, welche bereits geholfen haben, bitten wir, Wenn diese der Rechtsparteien mehr, in die engere Wahl zu gelangen. Zehn direkt in die Lokale zu gehen, in welchen sie bei der voraufo Aeußerung so gefallen ist, so hat der Auskunfterteilende erstens be Jahre waren verflossen, daß die Sozialdemokratie zum ersten gegangenen Verbreitung tätig waren. wiesen, daß ihm die Kenntnis des Reichstagswahlrechts fehlt, Male in der Stichwahl mit den Fortschrittsmannen um die Der Vorstand. giveitens aber sich ganz unberechtigterweise Befugniffe angeeignet, Balme rang, da tam 1887 diese Sonstellation wiederum zustande. die er gar nicht befizt. Zunächst trifft es nicht zu, daß der Reichs- Vom Gegner hart bedrängt, gelang es dem Freifinn diesmal und Sechster Kreis. Sonntag, den 6. Januar, findet tagswähler ein Jahr am Orte sein muß; es genügt, wenn er zur auch bei der nächsten Wahl, im Jahre 1890, das Mandat noch zu verbreitung statt. von den bekannten Stellen aus eine FlugblattZeit der Aufstellung hier wohnt, dann aber kann der betreffende Der Vorstand. Beamte gar nicht wissen, aus welchem Grunde jemand nicht in die Liste aufgenommen ist. Er hat einfach einen Antrag auf BerichSonntag früh stattfindenden Flugblattverbreitung zahlreich zur Stelle Schöneberg. Die Parteigenossen werden ersucht, zu der am tigung aufzunehmen. Sache des Wahlbureaus ist es, festzustellen, Sonntag früh stattfindenden Flugblattverbreitung zahlreich zur Stelle ob die Aufnahme versehentlich oder aus anderen Gründen unter Der Vorstand. blieben ist. Wie wir hören, ist im vorliegenden Falle an das Brik. Am Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 12 Uhr, findet Wahlbureau Antrag um Aufnahme gestellt. zu fein. behaupten. Dann war es vorbei mit der Herrlichkeit des Freisinns. 1893 siegte in der Stichwahl unser Kandidat, Genosse Voigtherr, mit ganz erheblicher Majorität über den Freisinnsmann. Bei der nächsten Wahl( 1898) blieb die Sozialdemokratie wiederum Siegerin, um dann 1903 das Mandat gleich im ersten Wahlgange zu ersim Lokale des Herrn Gorsky, Chanffeeftr. 18, eine Boltsversammlung obern. Im Nachfolgenden geben wir ein Zahlenbild von dem Wachsen unserer und dem Niedergang der gegnerischen Parteien. Es ſtatt. Tagesordnung: Die Reichstagswahl". Um regen Besuch dieser Versammlung ersucht erhielten Stimmen: Die Kandidatenaufstellung unserer Gegner geht sehr langsam vor sich. Im ersten Berliner Wahlfreise haben die Konservativen, Antisemiten und Mittelstandsparteiler eine eigene Kandidatur aufgestellt in der Person des Posts jefretärs Sto dmann, der früher bereits im zweiten Berliner Reichstagswahlkreise für die Konservativen und Antisemiten fandidiert hat. Der Vorstand der deutschen Mittelstandsvereinigung 1871. jagt in der Kundgebung zugunsten Stockmanns, daß er die ohne 1871* Anhörung aller berufenen Organisationen von den Bodenreformern 1874. vorgeschlagene Kandidatur" des Schriftstellers Damaschte nicht für 1874* geeignet halte, und daß sie nur eine Zersplitterung der Stimmen herbeiführen werde. Hauptwahl 5354 414 1 685* Konfer. vative Stichwahl Sozial Fort Konser. Jahr bemos schritts: vativ Versch. Sozial partei natlib. tratie Par bemo. teien tratie Frei finn Freifinn Gruppe 819 3.449 176 889* 1 607 5064 212 283 1 533 6.174 1877. 8.991 5.828 1 589 1089 6 070 11 718 5765 8.643 1596 920 6 914 12 585 1285 613 2452 12 846 4927 969 8 691 11 498 4 193 6 344 9.622 6721 162 13 002 9 088 10 425 7 532 10 558 11 259 12 287 11 566 229 502 12 945 13 637 12 732 7919 4 534 1 297 14.068 9.700 11 411 15 124 8 031 3.809 424 12 766 11 415 5 804 8 678 565 1877" Was die Aufstellung Damaschtes betrifft, so hat es damit, wie 1878. die Vossische Zeitung" bemerkt, eine eigene Bewandtnis. Gie 1881. schreibt: 1881* " * Nachwahl. 8 948 Das Wahlkomitee. Neuenhagen( Ostbahn). Am Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 4 Uhr: Versammlung bei Wünsche. Genosse Julian Borchardt spricht über: Die bevorstehende Reichstagswahl." Die Hand zettelverteilung zu dieser Versammlung findet am Sonntag vormittag statt. Miersdorf. Am Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 3 Uhr, findet bei 2ier eine Voltsversammlung statt, in welcher Stadt verordneter Paul Hirsch- Charlottenburg über die bevorstehende Reichstagswahl sprechen wird. Genossen, Wähler, erscheint in Massen in der Versammlung. Der Einberufer. Reinickendorf( Dft)- Schönholz. Am Sonnave. d, den 5. Januar, abends 8 Uhr, findet bei Samlow, Schönholz 14, die erste öffentliche Wählerversammlung statt, in welcher der Genosse Stadthagen über: Die bevorstehende Reichstagswahl" sprechen wird. " Wilhelmsruh- Nordend. Genossen, welche an der am Sonntag. den 6. Januar, 12 Uhr mittags, in Zehlendorf bei Liebestuve walde stattfindenden Versammlung, in der Genosse Stadthagen referiert, teilnehmen wollen, werden ersucht, dies dem Genossen Kemniz, Kronprinzenstr. 14, mitzuteilen. Zahlreichste Beteiligung ist Borsigwalde. Heute Freitag abend 8 Uhr findet im Lofile von Woitschach eine öffentliche Reichstagswähler- Versammlung statt. Genoffe Dr. Rosenfeld- Berlin referiert über: Die Auflösung des Reichstags und die bevorstehenden Neuwahlen." Rege Beteiligung wird erwartet. Berliner Nachrichten. Die Nachricht, daß Herr Damaschte vom Bund deutscher 1884. Bodenreformer aufgestellt worden sei, hat sich nicht bestätigt. In 1887 einem Schreiben eines eines fogenannten Unabhängigen Wahl 1890. ausschusses für den ersten Berliner Wahlkreis", unter 1893. zeichnet J. A.: Dr. jur. K. Polenske, Leffingstraße 10", wird 1898 erklärt, daß der Bund deutscher Bodenreformer seinen politisch 1903. und religiös durchaus neutralen Grundsägen gemäß an feiner Kandidatur beteiligt sei. Der Bundesvorsitzende Damaschke sei bielmehr von einem unabhängigen Wahlausschuß" aufgestellt Jm allgemeinen zeigt sich hier für unsere Partei derfelbe Enterwünscht, da die Sache gleich als Agitationstour angesehen wird. worden. Dieser im übrigen anonyme Wahlausschuß hat nach wickelungsgang wie überall. Zunächst ein fortgesetztes Anschwellen Auch Reinickendorf hat große Beteiligung zugesagt. Abfahrt den Briefbogen, die er sich für den Januar 1907 hat bruden unserer Stimmenzahlen; dann, im Jahre 1881 ein Rüdgang. Aber für Wilhelmsruh nach Dranienburg: Morgens 8,09 ihr. laffen, seinen Sitz im Hause Lessingstr. 11, das ist im Hause schon 1884 wurde die Scharte wieder ausgewegt und dann ging es Treffpunkt: Lokal Schorsch 8 Uhr. der Gesellschaft Bodenreform", wo err Adolf Damaschte unaufhaltsam vorwärts. 1898 folgte allerdings nochmals ein fleiner wohnt. Auf der Briefbogen wird die Fernsprechnummer II, 1451 angegeben, das ist die Nummer der Buchhandlung Stimmenrückgang, dafür brachte die nächste Wahl eine Zunahme der Bodenreform" und des Herrn Adolf Damaschte per- für uns abgegebenen Stimmen um fast 33 Prozent, bei einem gleich fönlich, wie fich jedermann aus dem amtlichen Teilnehmer zeitigen Rückgang der gegnerischen Stimmen um über 22 Prozent. berzeichnis überzeugen kann. Da nun die Wohnung und Und mit diesem Sprung vorwärts ist der 3. Wahlkreis hoffentlich die Fernsprechverbindung des„ Unabhängigen Wahlausschusses" die in die Reihe unserer sicheren Hochburgen eingereiht. Bisher wurden des Herrn Damaschte sind, liegt der Schluß nahe, daß der im 3. Wahlkreise gewählt: 1871 Moriz Wiggers( Fortschrittspartei), ganze Wahlausschuß wesentlich aus Herrn Damaschte besteht und 1871( Nachwahl) Windthorst( Fortschrittspartei), 1874 v. Hoverbeck er die Aufstellung seiner Kandidatur fich selbst verdankt, auch wenn( Fortschrittspartei), 1874( Nachwahl), 1877 Herz( Fortschrittspartei), das oben aus Lessingstr. 11 datierte Schriftstüd unten von Herrn Dr. jur. N. Polenste aus dem Nachbarhause Lessingstr. 10 unter- 1877( Nachwahl), 1878 und 1881 v. Saufen( Fortschrittspartei), zeichnet ist." 1881( Nachwahl), 1884, 1887, 1890 Mundel( Fortschrittspartei), Im zweiten Wahltreise ist in einer vom geschäfts- 1893 Vogtherr( Sozialdemokrat), 1898 und 1903 Heine( Sozial- laut und freudig durch den Sigungssaal der Stadtführenden Ausschuß der freisinnigen Volkspartei einberufenen Ver- demokrat). Die Zahl der Wahlberechtigten, die Wahlbeteiligung berordneten Versammlung. Wem galt die betrauensmännerversammlung der Bürgermeister Reide als sowie das Prozentverhältnis der für die Sozialdemokratie ab- geisterte Huldigung, mit der die freisinnige Mehrheit der Reichstagskandidat aufgestellt worden. Reike hat die Kandidatur gegebenen Stimmen in der Hauptwahl veranschaulicht folgende Auf- Stadtverordneten die erste Sigung im neuen Jahre angenommen. Das ist also der geeignete" Kandidat, nach dem die eröffnete? Vielleicht der Selbstverwaltung" der Kommunen, Freifinnigen so lange gesucht haben. Herr Reide ist in politischer Be die der Stolz" des freisinnigen Bürgertums ist? Dder ziehung ein unbeschriebenes Blatt. Von ihm weiß man nur, daß er einige Romane geschrieben hat, daß er früher Konsistorialrat war und unferer Stadt Berlin, die vom Freifinn so musterhaft" verwährend seiner Bürgermeisterlaufbahn wiederholt recht unangenehm waltet wird? Keinem von beiden, sondern dem deutschen bon fich reden gemacht hat. Noch in aller Erinnerung dürfte Kaiser! So will es gute, alte Untertanensitte und das feine letzte große sozialpolitische" Tat den städtischen Arbeitern war denn auch diesmal wieder, wie alljährlich, der selbstgegenüber sein. Er erließ eine Verfügung, welche darauf hinauslief, verwaltungsstolzen Freisinnsmänner erster Gedanke im neuen franten städtischen Arbeitern ihren Sommerurlaub zu nehmen. Die Verfügung wurde in der Stadtverordnetenversammlung als mit den Gemeindebeschlüssen für unvereinbar gekennzeichnet und mußte schließlich in der Sache zurückgenommen werden. Dabei schnitt Herr Reide so schlecht ab, daß selbst die politischen Parteifreunde des Herrn Bürgermeister von ihm weit abrückten. zu hoch! stellung: Jahr Bahl der Abgegebene Wahl gültige Stimmen berechtigten überhaupt in Proz. 8174 7450 Für die Sozialdemokratie wurden Stimmen abgegeben in Prozent d. Wahlberecht. d. Wähler 6,35 1871 1874 22,38 1877 12 683 31,47 1878 21 403 32,24 1881 31 410 12,04 1884 31 705 22 893 72,4 20,00 27,71 1887 33 502 27 075 81,0 27,12 33,56 1890 33 938 24 756 73,7 36,20 49,63 1893 32 570 25.576 81,7 38,89 47,91 30 852 31 513 23 761 77,0 36,98 48,12 25 313 80,3 47,99 1898 1903 60,03 Des Stadtfreisinns erste Leistungen im neuen Jahre! Hochhoch!! hoch!!! So erklang es gestern Jahre. " Daß die freisinnigen Bürger nach oben hin" Ergebenheit und Untertanentreue zu befunden haben, das war ihr erster Gedanke, ihr zweiter war der, daß sie nach unten hin" um so schneidiger auftreten müssen. Im Ber Für den vierten Berliner Wahlkreis hat Abliner Stadtparlament sichert das Dreiklassensystem des geordneter Albert Träger die Uebernahme der ihm angetragenen Gemeindewahlrechtes ihnen die Mehrheit, und sie haben diese Kandidatur abgelehnt, da es ihm mit Rücksicht auf die Ver- Auch im dritten Kreis hat die Zahl der Wähler abgenommen. Wachtstellung oft genug mißbraucht, ohne mit der Wimper zu hältnisse im Wahlkreise Barel- Jever nicht möglich ist, sich in Berlin Daß die Abziehenden sich vornehmlich aus den proletarischen Schichten zucken. So pflegte sie auch alljährlich in der ersten Sizung am Wahlkampf zu beteiligen. Die Trauben hängen wohl auch rekrutieren, kann man aus der Prozentziffer der für die Sozial- des neuen Jahres bei der Wahl des Vorstandes, der Eine weitere Mitteilung besagt: In Berlin werden die demokratie abgegebenen Stimmen schließen. Die Werbefähigkeit der aus acht Personen besteht, die sozialdemokratische Nationalliberalen, um eine Stimmenzersplitte- Sozialdemokratie kommt in der Stärkezunahme von 1898 auf 1903& rattion auszuschließen, obwohl diese allmählich rung der bürgerlichen Parteien zu vermeiden, mit aller Ent- recht deutlich zum Ausdruck. Unsere Gegner machen sich große Soff- bis auf fast ein Viertel der ganzen Versammlung angewachsen schiedenheit von vornherein für die freisinnigen Kandi mungen, den dritten Kreis uns wieder zu entreißen. Es muß also ist und bereits die zweitstärkste Gruppe in ihr bildet. Auch daturen eintreten. Ein dahingehender Aufruf an die national- mit aller Macht dahin gearbeitet werden, daß nicht nur diese hierin hat gestern die freisinnige Mehrheit festgehalten an dem liheralen Parteifreunde Berlins foll baldigst veröffentlicht werden. Hoffnung zuschanden gemacht wird, sondern daß am 25. Januar alten Brauch, den sie so lange geübt hat. Nachdem der VorDie konservative Partei des Wahlkreises Teltow Beestow- der freifinnig- national liberal- konservative Block vollständig zersteher Langerhans, wie inumer, durch Afflamation wiederStorkow Charlottenburg hat den Oberbürgermeister gewählt worden war, erlebten wir das gewohnte Schauspiel, Boddin in Nixdorf als Kandidaten für die Reichstagswahl auf- schmettert werde. Unsere Genossen müssen zeigen, daß die Träume Bülows von daß nicht nur der Posten des Vorsteher- Stellvertreters, gestellt. Der Verband ter nationalliberalen Partei des Wahlkreises einer Stärkung des Liberalismus Schäume find. Der 25. Januar sondern auch diejenigen der Beifizer sowie ihrer Stellmuß eine vernichtende Niederlage der freisinnig- konservativen Koalition vertreter bringen. hat beschlossen, diese Kandidatur zu unterſtügen. Freifinnige Wahllügen. Der Freifinn rutscht auf dem Bauch vor der Regierung und vor der Brot- und Fleischwucherpartei; sorgen wir dafür, daß er nicht wieder aufstehen kann. Das„ Berliner Tageblatt" sucht das Erbe Eugen Richters in der Berleumdung seiner politischen Gegner anzutreten. Im gestrigen Abendblatt bringt es von einem„ Arbeiter"( der wahrscheinlich mit gleichem Recht sich Arbeiter nennt, wie Lebhsohn und Mugdan fich als Vertreter des Christentums ausspielten) eine Beschimpfung unseres Genossen Fischer. Sie tischt die bereits wiederholt als nichtswürdige Berleumdung gebrandmarkte Behauptung wieder auf, als habe Fischer einem Arbeiter seine persönliche Ehre ab Wannsee. In gut besuchter Wählerversammlung referierte am gesprochen. Sie nennt Fischer schlimmer als einen bürgerlichen 30. Dezember Genosse Hoffmann- Nowawes über die bevorstehende Genossen, spielt dem Freisinn zum Tanzen auf, daß ihm der Atem ausgeht! Kreis Teltow. wurden. nur an Freifinnige übertragen Von der sozialdemokratischen Fraktion wurde für den Posten des Vorsteher- Stellvertreters Genosse Singer, für den eines Beisitzers Genosse Borgmann vorgeschlagen, aber beide bekamen nur die Stimmen der eigenen Fraktion. Warum wehrt der Freisinn sich so hartnäckig dagegen, daß die Sozialdemokraten des Stadtparlaments nach Maßgabe ihrer Stärke auch im Vorstand vertreten sein sollen? Vermutlich deshalb, weil bei Besetzung auch nur eines Beisigerpostens mit einem Sozialdemokraten die Tücke des Zufalls es fügen könnte, daß ausgerechnet diefem Sozialdemokraten bet irgend einen Für st enempfange RePräs entionS-,, Pflichten" aufgeladen werden müßten, deren Erfüllung er dann ab- lehnen würde. Freisinnsmänner, die in solchen Fällen mit bekannter„Würde" den„freien Bürger" zu mimen verstehen, dürfen es zu diesem Ensetzlichcn nicht konimen lassen.— Nachdem die Versammlung sich nun konstituiert hatte, ging sie an die Erledigung der laufenden Geschäfte und trat in die Erledigung der ihr zugegangenen Vorlagen ein. Unter ihnen war die Vorlage betreffend die Nachbewilligung von Mitteln für die Säuglingsfürsorgcstellen. Von der sozialdemokratischen Fraktion wurde dieser Antrag des Magistrats mit Freude begrüßt, das verstand sich von selber. Genosse Wehl zeigte, wie sehr die von der Stadt Berlin begonnene Säuglingsfürsorge noch der Erweiterung und Ver- besserung bedarf und wie notwendig es ist, hier mit noch viel freigebigerer Hand zu spenden. An seine Ausführungen knüpfte sich eine längere Debatte, doch wurde gegen den Antrag des Magisttats von keiner Seite Widerspruch erhoben. Wir sind neugierig, ob das Wohlwollen, das man im Rathause den Säuglingsfürsorgestellen zunächst noch entgegenbringt lange andauern wird. Es ist klar, daß diese Einrichtung nicht in dem bisherigen Anfangsstadium bleiben kann. Wenn an die Gemeindebehörden erst die Forderung herantteten wird. zu ihrer zweckmäßigen Ausgestaltung bedeutende Mittel zu bewilligen, dann wird die freisinnige Mehrheit sich wieder auf die Pflichten des„sparsamen Hausvaters" besinnen und den Stadtsäckel zuhalten._ Die Wirkungen deS am Mittwoch plötzlich eingetretenen Tau wetterS machten sich am Abend in recht unangenehmer Weise bei der GaSbenutzung bemerkbar. Fast überall, wo Gas für Be leuchtungs- und gewerbliche Zwecke gebraucht wird, war der Gas druck derartig verringert, daß er nicht genügte, und waren Ge schäftsleute dielfach gezwungen, zur Beleuchtung ihrer Läden wieder auf die Petroleumlampe zurückzugreifen. Von allen Seiten wurden die städtische und englische Gasanstalt angerufen, deren Arbeiter bis in die Nacht hinein tätig waren, um die Ursache der Be leuchtungskalamität zu beseitigen. Sie bestand in den meisten Fällen in Wasseransammlungen in den Leitungsrohren, die durch den Witterungsumschlag herbeigeführt worden ist. Die Eisflächen der öffentlichen Gewässer sind durch das scharfe Tauwetter und die mehrfachen Regenfälle teilweise morsch ge- worden, so daß das Betreten bis dahin sicherer Eisflächen nicht un- gefährlich erscheint. Es sind denn auch am Mittwoch tatsächlich mehrere Unglücksfälle zu verzeichnen gewesen. So ist auf dem Kietzer Spreekanal bei Köpenick ein neunjähriger Knabe ein- gebrochen, konnte jedoch, ohne Schaden genommen zu haben, gerettet werden. Einen ernsteren Verlauf nahm ein Unglücksfall, der sich auf dem Teufelssee an den Müggelbergcn ereignete. Dort gerieten ein Herr und eine Dame auf eine morsche Eisstelle und brachen ein. Ein Schlittschuhläufer, der den Verunglückten Hülfe bringen wollte, brach ebenfalls ein und vermochte sich nur dadurch vor der Gefahr des Ertrinkens zu retten, daß er sich arf dem Eisrand anklammerte. Der Unglücksfall war von dem Personal des Restaw rants Teufelssee beobachtet worden. Den Leuten gelang es unter Anwendung von Laufplanken, an die Unglücksstelle heranzukommen und die drei Personen den kühlen Fluten zu entreißen. Die beiden erst Verunglückten waren jedoch schon bällig erstarrt und be> sinnungSloS und konnten erst nach längeren Bemühungen in daS Leben zurückgerufen werden. Ein Opfer des Tauwetters wurde gestern morgen der 36jährige Straßenbahnführer Karl Lauschwitz aus der Drontheimerstratze 16. L. hatte sich auf dem Wege nach dem Straßenbahnhof in Reinicken darf befunden, und beim Passieren der Residenzstraße glitt er auf dem schlüpfrigen Pflaster aus. Der Bedauernswerte brach bei dem Hturze beide Unterschenkel und mußte längere Zeit in hülflosem Zustande liegen bleiben, bis er schließlich durch mehrere Kollegen aufgefunden und ins Lazaruskrankcnhaus gebracht wurde. Bei einem Straßenbahnunfall den Tod gefunden hat in der gestrigen Nacht der Rentier Below. B. war in Pankow gewesen und hatte auf der Rückfahrt einen Straßenbahnwagen benutzt. In der Berlinerstraße sprang er während der Fahrt von dem Waggon herab, kam auf dem schlüpfrigen Fahrdamm zu Fall und stürzte zu Boden. Besinnungslos blieb er neben den Gleisen liegen. Der Un- fall war weder von dem Schaffner noch von einem der Fahrgäste beobachtet worden. B. wurde später von einem Milchausträger ge- funden und nach der Sanitätswache gebracht. Er starb jedvch dort ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Alle Jahre zum Ncujahrstage kommen Halloren nach Berlin, um einer alten— oder besser veralteten— Sitte gemäß dem Kaiser ihre Neujahrswünsche und auch Gaben darzubringen. Die Gaben bestehen in Würsten und Eierm Die Gelegenheit, daß Leute aus dem Arbeiterstande dem Kaiser Glückwünsche darbringen, bietet sich nicht so oft i wenn sie sich aber bietet, kann man sicher sein, daß die bürgerliche Presse, vor allem voran der„Berliner Lokalanzeiger die Gelegenheit benutzt, um in der byzantinischsten Weste der staunenden Mitlvelt darüber zu berichten. Da erfährt man denn ganz genau, wie viele Würste und wie viel Eier die Gratulanten mitgebracht haben und in welcher leutseligen Weise sie empfangen wurden. Man lese nur: „Der Kaiser hörte aufmerksam dem Sprecher zu und er- kundigte sich dann nach dessen Familienverhältnissen. Mit der Hand wies der Monarch über die Tafel weg, dahin, wo Prinz August Wilhelm mit seiner jugendlichen Braut saß und sagte: „Da sitzt das neue Brautpaar!" Er erinnerte dabei an einen Vor- gang, der sich vor drei Jahren bei Gelegenheit des Kaiser- nianovers in Halle abgespielt hatte. Beim Empfange deS Kaisers waren auch zwei„Hallorenbrautpaare" zugegen ge- Wesen. Der Kaiser, dem die schmucken Leutchen aufgefallen waren, erkundigte sich nach dem weiteren Geschick dieser beiden Paare. Bon dem«inen konnte Morttz melden, daß es in- zwischen in den Stand der Ehe getreten und auch bereit« Nach- wuchs erhalten habe, bezüglich des zweiten Paares aber zögerte er mit der Antwort. Der Kaiser, dem die Verlegenheit des Sprechers ausfiel, warf belustigt die Bemerkung dazwischen:„Die waren wohl nur für den einen Tag als Brautleute zusammen- getan?" und sichtlich erleichtert platzt« der biedere Hallore heraus:„Sin freilich, Majestät, wir hatten doch gerade nur ein richtiges Brautpaar." In- zwischen hatten die beiden Begleiter dem Kaiser die Geschenke der Brüderschaft, je einen Teller mit vier Würsten und einen Teller mit Eiern, überreicht. Dann trat man an den Platz der Kaiserin, um ihr die gleichen Gaben darzubringen. Der Kaiser wie auch die Kaiserin suchten fich je eine der Würste aus, eine dritte Wurst wurde in Scheiben geschnitten und von der Dienerschaft herum- gereicht. Dann trat die Deputation zur Gratulatton an jeden einzelnen heran und legte einen Abdruck des Glückwunschgcdichtes auf den Platz. Hierauf begab sie sich wieder zum Monarchen, um sich für die Ehre de« Empfanges ehrsurchtvoll zu bedanken. Dabei ist es üblich, daß der Kaiser die Deputation für den nächsten Tag zur Privat- audienz zu befehlen pflegt. Da der Kaiser, der in sehr lebhafter Unterhaltung war. es diesmal zu unterlassen schien, half Moritz mit der Frage nach, ob Majestät nicht der Deputation die Ehre eines nochmaligen Empfanges erweisen werde.„Gewiß," ant- wartete der Kaiser,„ich sag's euch noch" und verabschiedete sich herzlich von den Halloren, die später der Galavorstellung in, Schauspielhause betwohnten. E« waren ihnen Plätze im zweiten Rang angewiesen worden. wo sie tn ihren blauen und roten Röcken allgemein auffielen. Gestern gegen Mittag begab sich die Deputation in da« „Hotel Bristol zum König von Württemberg, dann ging es in das Schloß. Hwr wurden der Kaiserin und der Prinzessin Viktoria Luise die Gaben überreicht, der Kaiserin eine große Schlackwurst und eine in Stanniol gehüllte Gänseleberwurst, der Prinzessin eine kleine Schlackwurst. Vom Schloß ging es nach dem Tempelhofer Ufer zum Fürsten Wilhelm von Hohenzollern, dann nach Schloß Bellevue, wo Prinz Eitel-Friednch residiert. später zum Prinzen Karl von Hohenzollern und endlich zum Oberbürgermeister Kirschner nach Moabit. ES ist in diesem Jahre das erste Mal, daß auch der Berliner Oberbürgermeister von den Halloren Gaben erhält. Der Besuch bei ihm erfolgte auf ausdrücklichen Wunsch des� Bürgermeisters Dr. Riefe in Halle, der des Oberbürgermeisters Schwiegersohn ist. Heute wird sich die Deputation nach Potsdam, bezw. Glienicke begeben." In dem Bericht ist nicht einmal vergessen zu erwähnen, daß von dem Schock Eiern, die die Gratulanten mitbrachten, nur 36 auf den Teller gingen. Sicherlich sehr wichtige Fragen, die die Oeffentlichkeit sehr interessieren. Es ist nur schlimm, daß es noch so viele Leute gibt, und zu denen gehören leider noch viele Arbeiter, die dieses seichte Zeug sich Tag für Tag vorsetzen lassen und nicht vom Unwohlsein befallen werden. Wiederum wird eine Störung im llntcrleitungsbettiebe gemeldet. Nachdem der Unterleitungsbetrieb der Straßenbahn über den Opern platz mit Beginn des gestrigen Frühverkehrs aufgenommen war, hat er jetzt abermals eine größere Störung erfahren. Infolge Kurz schlusses find vermutlich die Kabel beschädigt worden, so daß gestern um 8� morgens der Betrieb abermals eingestellt werden mußte. Die Wagen der über den Opernplatz führenden Linien fahren in der Richtung nach dem Norden bis zum Schinkelplatz, in der Richtung nach dem Süden bis zum Kastanienwäldchen und legen dort um. Die Störung dürste voraussichtlich baldigst gehoben werden. Zu der Störung des Unterleitnngsvetriebes der Slraßenbahn schreibt der„Täglichen Rundschau" ein Mitarbeiter, der Ingenieur ist, folgendes:„Derartige Störungen des Betriebes bieler Linien an einer Stelle könnte die Straßenbahngesellschaft vermeiden, wenn sie, entsprechend dem Schneefall, in die Unterleitungskanäle Viehsalz streuen ließe. Das Schnwlzen und Abziehen des Schnees würde dann nicht so plötzlich eintreten, wie es nun bei Beginn des Tauwetters der Fall war. Auch wäre es auf einer so kurzen Strecke, wie an, Opernhaus, möglich gewesen, die Gleise in ihrer ganzen Breite Mittwoch früh schneefrei zu machen, so daß nicht noch immer neue Massen Schiree» wasser in die Leitungskanäle liefen. Wenn nun aber einmal den, Publikum das Vergnügen des Umsteigens gemacht werden soll, wie darf dann die Straßenbahn verlangen, daß jeder Fahrgast die Fahrt doppelt bezahlt? Nachdem wir. mit der Linie 64 von der Schönhauser Allee kommend, hinter dem Platz am Opernhaus einen neuen Wagen der Linie 64 bestiegen hatten, der uns zum PotSdamerplatz führte, mußten wir einen neuen Fahrschein lösen. Warum haben die Schaffner nicht für solche Fälle irgend ein Zeichen, z. B. zwei Löcher an einer Stelle des Fahricheins dicht nebenein- ander? Warum ist auf den Scheinen(die doch zu Anzeigen Platz frei hoben) nicht ein 17 vorgedruckt, das in solchen Fällen deS Um steigens gelocht werden kann?" In seinem Berufe verunglückt ist gestern mittag ein Rollkutscher der Firma Paul Schur. Er hielt vor dem Hauie Lindenstraße 69 und wollte mit seinem Wagen ein Stück vorrücken. Dabei wurde der Mann von der Deichselstange so schwer vor den Leib gestoßen, daß er erhebliche innere Verletzungen erlitt und nach dem Kranken hause geschafft werden mußte. Mehrstündige Betriebsstörung auf der Hochbahn. Anscheinend durch Kurzschluß tn der Stromleitung eittstand gestern abend 6 Uhr auf der Hochbahn zwischen den Stationen Hallesches Tor und Bülowftraße eine Betriebsstörung, die erst nach mehreren Stunden behoben werden konnte. Während dieser Zeit war der ge esamte Verkehr auf dieser Strecke lahmgelegt. Mehrere iüge blieben unterwegs stecken, weshalb sich die P a s s a- giere zu Fuß nach den nächstgelegenen Bahnhöfen be- geben mußten. Schon in den Nachmirtagsstunde» kam es wiederhol, vor, daß die Züge plötzlich stromlos wurde», doch erholte sich der Sttom immer wieder, bis er um 6 Uhr völlig versagte. Trotzdem sofort die Strecke einer eingehenden Besichtigung und Untersuchung unterzogen wurde, dauerte es doch mehrere Stunden, bevor die Ursache der Störung gefunden war. Es scheint, wie bereits erwähnt, Kurzschlaß vorzuliegen. An Fleischvergiftung gestorben. Böse Folgen hatte ein Fleisch- ericht, das am WeihnachtStage in der Familie des Arbeiters Schröder in der Naunynstratze 87 auf den Tisch kam. Der zum Besuch hier weilende achtzehnjährige Schwager Schröders, August Fehling aus Ribnitz i. M., ist vorgestern an Fleischgift gestorben, und das Schrödersche Ehepaar mußte nach dem Urbankrankcnhause übergeführt werden, wo es bedenklich daniederliegt. Die„Berl. Volkszeitg." erfährt über die Angelegenheit noch folgende Einzel- Heiken: Zum 2. Festtage besorgte Frau Schröder Fleisch aus einer Markthalle. Bald nach dem Genüsse verspürte der junge Fehling Beschwerden, denen er aber keine Bedeutung beilegte. Man ging abends gemeinschaftlich nach einem Restaurant. Der Zustand des Kranken verschlimmerte sich aber in den folgenden Tagen erheblich. Es trat starkes Erbrechen und Atemnot ein. Daneben schien eine Trübung deS Augenlichte» vorzuliegen. Da sich auch bei dem Schröderschen Ehepaare seit Sonntag ähnliche Erschoinungen zeigten, wurde ein Privat- und ein Kassenarzt zu Rate gezogen. Der eine von ihnen stellte bei dem jungen Fehling die Diagnose auf Diphtherie, während der andere eine Vergiftung konstatierte. Gestern verstarb Fehling. Vor seinem Tode hatte er Schaum vor dem Munde, klagte aber sonst nicht über Schmerzen. Da die Schröderschen Eheleute ähnliche Krankheitssymptome zeigten, wurden sie nach dem Krankenhausc geschafft. Die polizeiliche Untersuchung ist eingeleitet worden. Mit einem großen Verlust hat daS alte Jahr für einen Boten der Berliner Paletfahrt geendet. Derselbe verlor am 31. Dezember vormittags in einem Haufe der Großbceren-, Königgrätzerftraße oder am Hafenplatz eine», Hunderrmarkschein. Der ehrliche Finder tvird gebeten, denselben gegen eine Belohnung von 10 M. im Bureau, 'PolSdamerstr. 113 abzugeben. DaS Slpollstheater bat fein Spezialitätenprogramm im neuen Jahre durch d,e Einreihung einiger erstklassigen Spezialitäten ver- lüngt. Zu diesen gehört zunächst der Autopierrot Payer, ein Künstler, der, von einer al« Baby kostümierten Dame assistiert, in einer auwmatischen Pierrotszcnc die verschiedensten Tricks am Trapez, Ringen und hängenden Seilen ausführt. Einen Melange- Ballettakt vollführen die 19 Dorellys. Bedeutendes akrobatisches Können verrät die„Miß B a l l e r i n i" durch ihre Leistungen am Stehtrapez. Die Radfahrerkunst findet tüchtige Vertreter in den komischen Radfahrern Paulton und Dolle y. Als Humorist wirkt Karl Brettschneider, der in seiner„Zeitungs. -rau" eine hübsche Satire auf unsere Zensurverhältnisse bringt. Eine Attraktion ersten Ranges ist die kühne Luftnummer der vier R a s s o w s. Mit atemloser Spannung sieht man die waghalsigen Akrobaten in schwindelnder Höhe des Zuschauerraumes arbeiten und ist schließlich froh, wenn die- Nummer ihr Ende erreicht hat. Außer dem reichhaltigen Spezialitätenteil wird noch die melodiöse Operette„Die schöne Vcstalin" gegeben, aus der die beiden Schlager: So'n bißchen Huckcpacke" und„Immer links rum, links tum" bald auf den Leierkasten übergehen dürften. Vermißt wird feit dem S. November 1996 der Fabrikarbeiter Wilhelm Rüdiger, am 6. September 1846 zu Güntersdorf geboren. welcher sich besuchsweise in Schöneberg, Motzstraße 92 bei seinem Sohne aufhielt. Beschreibung: Größe 1,69 Meter, untersetzt, grau- melierte Haare, rötlichmelicrter Schnurrbart, graublaue Augen, defekte Zähne, Kennzeichen: lahmt mit dem linken Beine. Kleidung: schwarzer weicher Filzhut, schwarzer Gchrockanzug, Zugstiefel, graue Strümpfe, weiße Wäsche ohne Zeichen. Der Genannte'ist hier fremd, sein Wohnsitz»st GünterSdorf. ES wird angenommen, daß Rüdiger, da er auch in seinem HeimatSorte nicht angelangt ist, irgendwo umherirrt. Personen, welche Angaben zur sache machen können, werden gebeten, dies der Kriminalpolizei oder einem Polizeirevier zu den Akten: 7826 IV/49. 06 mitzuteilen. Feucrwehrbericht. Auch gestern hatte die Feuerwehr ununter- brachen zu tun. Am Planufer 92 d brannte abends ein Ballon mit Ammoniak auf dem Treppenflur, der dort zerbrochen und aus dem dann die Säure ausgelaufen war. Karbolsäure war in der Kur- straße 34/36 ausgelaufen und Spiritus, Petroleum usw. brannte in einer Küche in der Oderbergerstr. 31. Wegen eines verbrecherischen Anschlages wurde der 2. Zug nach der KönigSbergerstr. 7 gerufen. Dort im ersten Stock des Vorderhauses brannte auf der Treppe vor der Tür des Rauchwarenhändlers F. Dörge eine mit 6 Liter Benzin gefüllte Blechkanne. Der Schutzmann Reinicke besaß die Geistes- gegcnwart, die Flamme, die aus der Kanne herausschlug, ohne Be- sinnen durch Auflegen von Lappen zu ersticken. Die Untersuchung ergab, daß fich in der Kanne eine Wcißbierkruke mit Paieiitverschluß befand, die halb mit gewöhnlichem Schießpulver gefüllt war. Einige Minuten später traf die Feuerwehr ein, nach deren Ansicht es zu einer Katastrophe gekommen wäre, wenn die Kanne geplatzt und das Benzin an der Lust sich zu einer Stichflamme ent« zündet hätte. Von dem Täter fehlt noch jede Spur. Gleich darauf mußte ganz in der Nähe, in der Andreas« straße 32 ein Treppenbrand gelöscht werden. Am Nordhafen 6 stand abends ein Automobil in Flammen, die am Benzin reiche Nahrung gefunden hatten. Der 8. Zug hatte längere Zeit in der Grünauer- straße 38/39 zu tun, wo auf einem Neubau Feuer ausgekommen war. Der 16. Zug mußte einen großen Kellerbrand in der Utrechter- straße 4 löschen. Bohnermasse u. a. braniitün in der Chodowiecki- straße 29. In der Linkstr. 27 stand das Zwischengebälk des Hauses in Flammen und in der Ritterstr. 96 eine Wohnung. Ferner hatte der 3. Zug in der Belforterstr. 29 zu tun, wo Hausrat usw. brannten. Gestürzte Pferde mußten an vielen Stellen aufgerichtet werden, u. a. in der Rostockerstr. 47, Steinmetzstr. 11, Alt- Moabit 45 usw. Alarme liefen noch von der Stromstr. 20. Friedrich- straße und mehreren anderen Stellen ein. Gleich in den ersten beiden Tagen wurden nicht weniger als 46 Alarme verzeichnet und gegen 199 Brände polizeilich gemeldet. In der letzten Nacht gegen 2 Uhr kam in einer Gastwirtschast Große Frankfurterftr. 194 Feuer aus. Teppiche u. a. brannten dort und in der Landsberger Allee 148. Weihnachtsbäume. Gardinen usw. wurden in der Bockmmerstr. 6, Große Frankfurterftr. 37 u. a. Stellen ein Raub der Flammen. Holz, Säcke u. a. brannten in einem Stall in der Danzigerstr. 16. Wegen eines Wasserrohrbruches wurde die Feuerwehr nachts nach der Friedenstr. 69 gerufen. Der 8. Zug rückte abends nach der Bärwaldbrücke am Urbanhafen aus. Dort trieb ein Hund auf einer Eisscholle umher. Die Feuerwehr holte den Köter aufs Trockene. Gestern früh wurde der 16. Zug nach dem Untersuchungsgefängnis Alt-Moabit 12 gerufen. Ein Gefangener war dort anscheinend in einem Anfall von Geisteskrankheit anf emen Baum geklettert. Ohne Schaden genommen zu haben, wurde der Mann von der Feuerwehr heruntergeholt. Ferner hatte die Feuer- wehr in der Gcnthinerstr. 112, Königgrätzerstr. 119, Elsasserstr. 44 und anderen Stellen zu tun. Vorort- I�acK richten. Rixdorf. Der Rixdorfer Magistrat genehmigte die Gewährung einer Teuerungszulage für den vorübergehend auswärts beschäftigten Teil der städtischen KanalisationSarbeitcr und die allgemeine Erhöhung des Stundenlohnes der städtischen Arbeiter um 2 Pf. vom 1. April ab. Gutgeheißen wurden ferner die Einteilung der Stadt Rixdorf in 49 Wahlbezirke, die Erweiterung des zweiten RieselguteS und die Einrichtung des Hertzbergplatzes als Spielplatz. Dir Beschäftigung von Soldaten bei dem Brand« de« Kohlen» lagers in der Teupitzerstraße durch den Magisttat hat viel böses Blut gemacht, weil die Soldaten, die doch aus Steuermitteln erhalten werden müssen, den freien Arbeitern Beschäftigung wegnehmen. Nun werden uns aber Mitteilungen gemacht, aus denen hervorgeht, daß die Beschäftigung der Soldaten lediglich fiskalischen Rücksichten zuzuschreiben zu sein scheint. Dieser Tage hatte der Rixdorfer Magisttat sich an die Hoberge des GcwerkfchaftShauseS gewandt mit der Bitte um Zusendung von Arbeitslosen, die bei der Kohlen» umschaufelung in der Teupitzerstraße beschäftigt werden sollten. Es wurde ein Stundenlohn von 69 Pf. vereinbart. Als es ans Aus- zahlen kam, wurde den Arbeitern aber dieser vereinbarte Lohn nicht ausgezahlt, sondern nur 49 Pf. pro Stunde und alle Hinweise auf den vereinbarten Stundenlohn blieben unbeachtet. Wenn also der Rixdorfer Magisttat Soldaten beschäftigt, so nur zu dem Zwecke, billigere Arbeitskräfte zu erhalten. Gegen ein derartige» Verfahren muß entschieden Prolest eingelegt werden. I« Stadtbahnzugr beraubt wurde gestern der Photograph Artur Kläber aus der Hermannstt. 221. Er hatte in Schöneberg Bekannt!. besucht und wollte mit der Stadtringbahn nach Rixdorf zurückfahren. Während der Fahrt schlief er ein und erwachte erst wieder in Schmargendorf. Hier mußte er dann die ttaurige Wahrnehmung machen, daß er von einem Fledderer vollständig ausgeplündert worden war. Die Taschenuhr samt Kette, das Portemonnaie, eine lederne Brieftasche mit Legiltniationspapieren, eine Zigarrenspitze, ja selbst eine Streichholzschachtel hatte ihm der Räuber entwendet. Friedenau. DaS Opfer eines RaubanfallcS ist der Kaufmann Alex, Kaiser» Allee 126 geworden. Auf dem Heimwege wurde er in der Nähe des Wohnhauses von vier Strolchen überfallen und durch Messerstiche schwer verletzt. Die Täter, die es auf eine Beraubung ihres Opfers abgesehen hatten, wurden jedoch durch hinzukommende Passanten an der Vollendung ihres Verbrechens gehindert. A. mußte sich in ärzt« liche Behandlung begeben. Die Urheber des Raubanfalles sind be- reit« ermittelt worden. Köpenick. Der Polizeiinspektor Jäckel, der in der berühmten Köpenicker HauptmaiinSkomödie eine so klägliche Rolle spielte, ist nach zweiund« dreißigjähriger Dienstzeit zwangsweise pensioniert worden. Bekannt- lich hat Jäckel den Pjeudohauplmann Wilhelm Voigt um Erlaubnis gefragt, ob er daS RathauS verlassen könne, um ein Bad zu nehmen. Diese Haltung in einem so„kritischen" Augenblick scheint den Vor- gesetzten des Polizeiinspektors nicht gerade gefallen zu haben, weS- halb ihm anheimgegeben wurde, seine Pensionierung einzureichen, andernfalls würde der Regierungspräsident daS Disziplinarverfahren ;egen ihn einleiten. Der Landrar gab ihm nur vier Stunden Be- zeiikzeit. Jäckel reichte sofort sein Entlassungsgesuch ein. Noch ehe aber sein Gesuch vor die Stadtverordneten- Versammlung gelangt war� zog er cS zurück. Er wurde trotzdem vor einigen Tagen peil- siomert. Hiergegen soll nun der mutige Polizeiinspettor Beschwerde erhoben haben. Königs-Wustcrhausen. Ein Strafmandat gegen fich beantragt der SanitStSrat Dr. H., um hierdurch eine Aufllärung über einen Vorgang herbeizuführen. der leicht Veranlassung zu einer schweren Eisenbahnkatastrophe hätte geben können. Ende November vorigen JahreS fuhr Sanitätsrat Dr. H. mit einem Automobil die Königs-Wusterhausener Chaussee entlang und mußte bei der Station Niederlehme den Bahnübergang der Strecke Grunow-KönigS-Wusterhausen kreuzen. Als sich das Automobil auf dem Bahnkörper befand, bemerkte der Chauffeur die Annäherung eine» Personenzuges und konnte einen Zu» sammenstoß nur dadurch verhindern, daß er die Ge- schwindigkeit seines Gefährtes erhöhte. Der Wagen kam knapp vor der Maschine über da» Gleis hinüber. Seitens der Eisenbahndirektion Halle ist nunmehr die Behauptung aufgestellt, daß der Chauffeur den Zug rechtzeitig gesehen und daß durch die Lokomotive gegebene Warnungssignal gehört habe. Ju eittet berichtigenden Erllärung behauptet die Direktion, dafc daS Automobil bei Annäherung des Zuges die Schnelligkeit erhöht und eine Gefährdung, wenn solche vorlag, erst dadurch herbeigeführt habe. SanitätSrat Dr. H. und sein Chauffeur bestreiten ganz enp schieben, daß sie die Absicht gehabt hätten, sich überfahren zu lassen und geben der Erwartung auf Zustellung eine« Strafmandates Ausdruck, um auf gerichtlichem Wege den Vorfall klar stellen zu können. Pankow. Bekanntlich verstehen es die befitzenden Klasse», durch ihre Vertreter im Parlament sowohl wie in den Kommunen ihre Interessen, wenn auch auf Kosten anderer zur Geltung zu bringen. Die Sozial- demokratie hat zwar mit dieser Wirtschaft schon etwas aufgeräumt, die vollständige Beseitigung dieser Jnteresfeuwirtschast infolge ihrer mangelhsten Vertretung jedoch in den Kommunen noch nicht herbei- führen können. Die Schulverhältnisse der höheren Schulen haben in den letzten Jahren derartig die Gemeinde in Anspruch ge nommen, daß die allgemeine Volksschule ganz bedeutend darunter gelitten hat. Während bis zum Jahre 1900 die sogenannte „höhere Knabenschule" ein ziemlich primitives Dasein fristete, wurde die Realschule mit einem Kostenaufwands von 300 000 M. erbaut und für Erweiterungsbauten SO OVO M. ausgegeben. Das jetzt im Bau befindliche Realgymnasium wird Lllll OVO M. beanspruchen, auch die bisher private Töchterschule ist von der Gemeinde übernommen worden. Bei der Uebernahme der höheren Knabenschule wurde durch Gemeindebeschluß erklärt, daß fähige Schüler der Volks schule unentgeltlich die Realschule besuchen könnten und denselben Stipendien gewährt werden sollten. Dieser Beschluß ist stillschweigend in den OrkuS versenkt worden, nachdem der Gymnasiallehrer Gemeindevertreter Voß unter Beifall erklärte, daß es immer mißlich sei, ein Kind aus seinen natürlichen Verhältnissen herauszureißen. Damit es aber den Besitzenden leicht gemacht wird, ihren Sprößlingen, gleichgültig ob befähigt oder nicht, eine bessere Schulbildung angedeihen zu lassen, hat die Gemeindevertretung beschlossen, daß wenn drei Geschwister ohne Unterschied des Geschlechtes höhere Gemeinde-Lehranstalten besuchen, so soll für das dritte Kind Schulgeldbefreiung eintreten. Außerdem erhalten vierte und fünfte Geschwister je eine halbe Freistelle. Ist der Kindersegen ein noch größerer, so wird von Fall zu Fall entschieden, ob neben einer weiteren Frei stelle nicht noch freie Lehr- und Lernmittel bewilligt werden. Diese Vergünstigungen greifen indes nur für solche einheimische Kinder Platz, deren Eltern eine Einnahme von nicht über 6000 M. jährlich haben.— Außerdem wurde beschlossen, unter keinen Um- ständen für Volksschulen Schulgeldbefreiungen zu gewähren. Wozu auch? Während der Volksschüler pro Jahr 48 M. kostet, hat die Gemeinde für den Realschüler 86 M. zu zahlen. ßcYX(htQ-Zcitur\Q. Einblicke in de« Sumpf des Mädchenhandels und der weißen Sklaverei gestattete eine Anklage wegen Kuppelei, die gestern den Bordellwirt Karl Brennecke aus Mährisch-Ostrau vor die zweite Straf- kammer des Landgerichts I führte. Auf Grund einer bei der hiesigen Polizei eingegangenen Mitteilung ließ Kriminalkommissar v. T r e s ck o w am ö. November abends auf dem Bahnhof Friedrich- ftraße den Angeklagten verhaften. Dieser war mit zwei Mädchen, die kurze Zeit in dem von ihm bewirtschafteten öffentlichen Hause tätig gewesen sind, hier angekommen und beabsichtigte, die Mädchen nach einem öffentlichen Hause in Lübeck zu überführen. Ein Mann in Mährisch-Ostrau, der ein gewisses Interesse für die Mädchen hatte, hatte der hiesigen Zentralstelle für die Bekämpfung deS internationalen Mädchenhandels Kunde von der geplanten Ver- schleppung gegeben, und darauf hin erfolgte die Festnahme des Brcnnecke und die Ueberführung der beiden Mädchen in das Frauen- Rettungshaus. Auguststraße 60. Die Verhandlung ergab folgendes Bild: Die setzt 21 bezw. 22 Jahre alten Mädchen sind frühzeitig zu Prostituierten geworden und auf ihren Wanderfahrten in die Hände einer Vermittlerin Frau Schmidt in Troppau geraten. Durch diese kamen sie in die Sklavenhalterei des Angeklagten Brennecke, der in Mährisch-Ostrau ein polizeilich konzessioniertes öffentliches HauS unterhält. Sie befanden sich, wie dieS bei solchen bedauernswerten Geschöpfen immer der Fall ist, bald ganz in der Gewalt des Angeklagten, der sie zunächst bei der Frau Schmidt, wo sie 7 fl. schuldig waren, ausgelöst und dann für ihre, bessere Equipierung gesorgt hatte. Obgleich sie viel Geld verdienten, wuchsen ihre Schulden bei dem Angeklagten lawinenhaft an, und nach 14 Tagen saß die eine bei ihm schon mit 30 fl.. die andere mit 0V fl. in der Kreide. Nun war in Mährisch-Ostrau in der Zeit bor Weihnachten daS„Geschäft" in solchen Häusern ein sehr mageres, und so suchte sich der Angeklagte der beiden Mädchen wieder zu entledigen. Er hatte sie auch nur als«Durchgangsware" betrachtet. Die Bordellwirte pflegen sich gegenseitig mit„Ware" zu versorgen, und so hatte der Angeklagte eines Tages von dem Hauswirt Paul Schilling in"Lübeck, der dort im Klemenstwietel ein„Logierhaus für Mädchen" bewirtschaftet, die briefliche Auf- forderung erhalten, ihm bei Gelegenheit doch zwei Mädchen zu „bringen", da, wie es in dem aufgefundenen Briefe heißt,„er mit seinen alten Beständen aufräumen und frische Ware haben müsse." Für die Ueberführung der von ihm begehrten zwei Mädchen hatte Schilling gleich den Betrag von 120 Kronen mitgeschickt. Der An- geklagte hielt sich in seinem Hause nur 16» bis 17jährige Ware, er wußte aber,� daß er dem„Kollegen" in Lübeck nur Mädchen bringen durfte, die über 21 Jahre alt waren, und so hielt er die beiden, mit denen er die Reise über Berlin nach Lübeck antrat, für die ge: eigneten Objekte. Er redete ihnen zu, ihr weiteres Heil in Deutsch land zu versuchen und hatte sie bald bestimmt, sich von ihm nach Lübeck bringen zu lassen. Wie die beiden Mädchen gestern vor Gericht bekundeten, hätten sie sich diesem Plane gar nicht wider setzen können, denn sie seien doch vollständig in der Gewalt des Brennecke gewesen. Für Bordellmädchen gebe es so gut wie gar kein Recht, da die Polizeibeamten den Bordellwirten gewöhnlich beiständen. Trotzdem beide Mädchen versicherten, im Verkehr fleißig gewesen zu sein, hätten sie doch nie Geld, sondern immer Schulden gehabt und hätten sich nicht sträuben können, als sie der Angeklagte nach Lübeck bringen wollte. Das eine Mädchen ist jetzt übrigens hier Dienstmädchen, das andere Kellnerin.— Der An- geklagte behauptete, daß der Gedanke einer Uebersiedelung nach Deutschland von den Mädchen selbst ausgegangen sei. Er habe aus einer Gefälligkeit für den„Kollegen" aus Lübeck die Mädchen mit nach Berlin genommen, wo er seine hier ansässigen beiden Töchter, die er sehr lange nicht gesehen gehabt, besuchen wollte. Von Berlin hätten die Mädchen allein nach Lübeck weiter reisen sollen. Eine VermittelungSprovision habe er von Schilling weder verlangt, noch erhalten.— StaatsanwaltschastSrat A r t e l t hielt den Tatbestand der Kuppelei für vorliegend. Der Angeklagte habe, wie dieS unter den Wirten dieser Art üblich sei, dem Schilling in Lübeck die beiden Mädchen zum Zwecke der Unzucht zuführen wollen, und er hätte sicher auch die von ihm im stillen erwartete Vermittelungsgebühr erhalten, wenn daS„Geschäft" perfekt geworden wäre. Mit Rück- ficht darauf, daß dieses Treiben der Bordellwirte gemeingefährlich sei, beantragte der Staatsanwalt neun Monate Gefängnis und zwei Jahre Ehrverlust. � Rechtsanwalt Bahn beantragte die Freisprechung. Die Tatsache, daß der Angeklagte Bordellwirt sei, dürfe nicht erschwerend ins Gewicht fallen. Der Angeklagte sei doch in Oesterreich von der k. k. Polizei konzessioniert, er wisse, daß auch in Deutschland, nämlich in Hamburg, in Lübeck und auch unter den Augen des Reichsgerichts Bordelle bestehen, und deshalb habe ihm bei seinem Vorgehen der DoluS gefehlt. Gcwohnhcits- mäßiges Handeln sei ihm ebensowenig nachgewiesen, wie ein Handeln aus Eigennutz.— DaS Gericht verurteilte den Angeklagten zu neun Monaten Gefängnis, ein Jahr Ehrverlust und Zuläffi gleit von Polizeiaufsicht. In dem Äkrbrinaeo von Dirnen von einem Bordell zu einem anderen liegt ein Vorschubleisten der Unzucht durch Vermittelung und Gewährung von Gelegenheit. Der Eigennutz bestehe in der Erhaltung der br reits fließenden Einnahmequellen als Bordellwirt, auch halte der Gerichtshof gewohnheitsmäßiges Handeln für zweifellos vor liegend.— Der Antrag des Angeklagten, ihn gegen 3000 M. Kaution aus der Haft zu entlassen, wurde abgelehnt. Der Tod auf der Straßenbahn. Welche schwere Pflichten den so gering besoldeten Wagenführern obliegen, zeigt die nachfolgende am Mittwoch vor dem Reichsgericht verhandelte Strafsache. Wegen fahrlässiger Tötung ist am 23. No vember 1905 vom Landgerichte n in Berlin der Reservefahrer Friedrich Wilhelm Schmidt zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt worden, während der Mitangeklagte Hasselmann frei gesprochen wurde. Als Angestellter der Großen Berliner Straßen bahn hatte S. für den defekten Wagen des H. diesem einen Ersatzwagen zuzuführen. Beide Wagen trafen sich auf der eingleisigen Strecke und hielten drei Meter von einander entfernt. Dann sollten die Wagen gewechselt werden. De» defekten Wagen sollte S. wieder nach Berlin zurückfahren. Als er den Wagen fahren ließ, bewegte er sich aber nicht nach Berlin, sondern nach Plötzensee zu. S. hielt ihn noch rasch an. Auf seine Veranlassung machte sich B. 2—2,50, kleine 5—6. Rote Rüben 1,50—2. Blumenkohl Holl, per Kopf 0,00. itai. per Kopf 0,00. Wirsingkohl per Schock 3,00—6,00. Rotkohl Schock 3,00-8,00. Weißkohl 100 Psd. 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 25-35. Grünkohl per 100 Psd. 5-10. Schnittlauch 12 Töpse 0,00. Kohl. rüben. Schock 2—3. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—16, böhmische 8—20. Aepsel, per 100 Psd., hiesige 3—20, Graoenstelner 0,00, Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32-80, Amerik. 15-30. Wallnüst« er 100 Psd. 0,00, do. rumänische 0,00, do. stanz, dorne« 22—25. laranuss« 0,00. Haselnüsse lange 40—42, runde 0,00. Zitronen, Messtna. 800 Stück 8,00-10,00, 860 Stück 7/10-9,00, 200 Stück 9-13. Apfelsinen, Jaffa, per Kiste 8—14, Murcia 200er per Kiste 6—10, d.". 200er 7-11, Valencia 420» p» Kiste 11,50-20, dp. 714» 17-23. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Sozialdemokratischer Wahlverein Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Charlottenburg.. Sonntag, den 6. Januar 1907, vormittags 10 Uhr, im Volkshause, Nofinenstraße 3: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Die Aussperrung in der Holzindustrie und Anträge der DrtsBerwaltung. 2. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Ortsverwaltung. für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Seute reitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshauſe, Engel- Ufer Mr. 15: Schönhauser Vorstadt. Sonnabend, den 5. Januar 1907: Theater- Vorstellung zum Besten des Wahlfonds 77/15 in den Gesamt- Berliner Prater- Theater, Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. räumen des Entree 30 Pf. Der Hüttenbesitzer. Kastanien- Allee No. 7-9. Anfang 8 Uhr. Tische und Stühle dürfen nicht reserviert werden. Kassenverkauf findet nicht statt. Billetts sind nur gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches bei den Bezirksführern und in der Parteispedition von Karl Mars, Lychenerstr. 123, zu haben. 246/3 Das Komitee. Verband der baugewerblichen Hilfsarbeiter Sonntag, den 6. Januar 1907, vormittags 10 Uhr, im Gewerk Deutschlands. XX Zweigverein Berlin u. Umgegend. schaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1: 110/4 Versammlung der Bauauschläger. Tages Ordnung: 1. Bericht und Neuwahl der Branchenkommission. 2. Verbands- und Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Die Ortsverwaltung. Kraftdrofchkenführer. Heute Freitag, den 4. Januar, vorm. 9½, Uhr im Gewerkschaftshause ( Saal IV): Versammlung. Zages Ordnung: Berichterstattung über den Stand der Aussperrung. Pünktliches und vollzähliges Erscheinen ist notwendig. Streiftarte legitimiert. Automobilführer und solche die es werden wollen. Heute Freitag, den 4. Januar, abends 9 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstraße 29: Deffentliche Versammlung. Zages Drdnung: 1. Die Bahrheit über die Chauffeurschulen und welche Mißstände haben diefelben im Gefolge. Achtung! Achtung! Sitzung der Ortsverwaltung. Verband der Sattler Ortsverwaltung Berlin. Die nächsten Branchen- Versammlungen finden an nachfolgenden Tagen statt: Geschirrbranche: Mittwoch, den 16. Januar. Treibriemenbranche: Montag, den 7. Januar, bei J. Wohl. fahrt, Rosenthalerstr 57. Taschen, Koffer- und Galanteriebranche: Donnerstag, den 10. Januar. Militärbranche: Sonnabend, ben 5. Januar. Linoleumleger und Teppichnäher: Donnerstag, 10. Januar. Wagenbranche: Donnerstag, den 10. Januar. Eisenmöbel- Branche: Donnerstag, den 10. Januar. Sektion Charlottenburg: Montag, den 7. Januar, im Volkshause, Rofinenstr. 3. Bahlreichen Besuch dieser Branchenversammlungen erwartet Die Ortsverwaltung. Allen Gruppen wie Sektionsmitgliedern zur besonderen Kenntnis, daß die Aufstellung der Kandidaten zum 156/1 Verbandstage stattfindet, dieses jedoch nur in den Bezirksbersammlungen laut Wahlreglement erfolgt. Aus diesem Grunde ist es daher notwendig, daß die Mitglieder der in den Gesamträumen der Brauerei Friedrichshain, Gruppen und Sektionen die Versammlung ihres Bezirkes besuchen. Alles Nähere wird in den betreffenden Bezirksversammlungen bekanntgegeben. Der Zweigvereinsvorstand. Wegen Bezugs wirksamer Agitationsschriften zu den bevorstehenden Reichstagswahlen wende man sich an die Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69 und verlange Spezialofferte. Sonnabend, den 26. Januar 1907, Am Königstor 16-23: Großes Alpen- Fest unter Leitung Origl. Bayr. Kapelle Ehrengruber" Zillerthaler Jodler- und Schuhplattler- Gesellschaft. Alpenrutschbahn. Alpenglühen. Orig.- bayrische Bedienung. Billett im Vorverkauf 60, an der Abendkasse 70 31. Anfang 83 Uhr. Anfang 883 Uhr. Die Festteilnehmer werden gebeten, möglichst in dem Charakter des Festes entsprechenden Kostümen( auch humoristische) zu erscheinen. Billetts find bei den Werkstattsvertrauensleuten sowie im Bureau zu haben. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Das Komitee. J. A.: F. Habermann, Waldemarftr. 67. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. - Sektion der Puter. „ Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes .Solidarität“. 67/3 Sonntag, den 6. Januar 1907, vormittags 10%, Uhr, in Touren zum 6. Januar: 2. Die Aussperrung der Kraftdroschfenführer und die von den Unternehmern vorgenommene, Lohnreduzierung von 33, Proz. Zu dieser Versammlung sind sämtliche Automobilführer, Lehrlinge fowie sonstige Interessenten ganz besonders eingeladen. Verein der Droschkenführer Berlins und Umgegend. Mitgliedschaft IV des Zentralverbandes der Handels-, Transportund Verkehrsarbeiter Deutschlands. den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Neujahrsgruß des Gesangvereins der Puzer. 2. Jahresbericht des Vorstandes. 8. Normierung der In Hinsicht auf reichhaltige Tagesordnung, ersuchen die Mitglieder, zahl Tischler- Verein( E. H. 89) Kandidaten zum 9. Berbandstag. 4. Innere Vereinsangelegenheiten. A.: H. Neumann. 3. Abt.: Nachm. 1 Uhr Zur Berle von Tegel. Start: Mariannenplag.1 4. Abt.: Nachm. 2 Uhr nach Hirschs garten( Wilhelmshof). St. Küstrinerpl. 7. Abt.: Wohin? wird am Start Roslinerhof" bekannt gegeben. Montag, den 7. Januar, abends 8, Uhr, Markgrafenftr. 83: Sonnabend, den 5. Januar, abends 8½ Uhr, Melchiorfstraße 15: reich zu erscheinen die wichtige und reisie örtlige Berwaltung. 3. Now und Vorstand- und Fahrwart- Sitzung. Verfammlung. 198/1 Bereinsangelegenheiten. Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Handbuch f. sozialdemokratische Wähler anläßlich der Reichstagsauflösung 1906 : herausgegeben vom Parteivorstande: Preis broschürt 1,50 M., gebunden 2 M. Unentbehrlich für jedermann, der anläßlich der bevorstehenden Wahlen gut orientiert sein will. 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Der Zusatz von Kufetes Kindermehl zu der dem Alter entsprechend verdünnten Kuhmilch macht nicht nur diese durch ihre im Magen des Kindes bewirkte feinflodige Gerinnung leichter verdaulich, sondern erhöht durch seinen Gehalt an leicht verdaulichen Eiweiß- und Mineralstoffen auch den Nährwert der Ruhmilch und wirkt in günstigster Weise auf den Ansatz des Muskelfleisches und die Knochenbildung. Bei Rhachitis und Strofulose ist Stufetes Rindermehl ein ausgezeichnetes Nährmittel zur Unterstützung der spezifischen Behandlung mit Phosphorlebertran usw. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter. fraße 9, parterre. 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