Nr. 274. Erfcheint niglich außer Montags. Brets pränumerando: Bierteljährlich 3,30 Mart, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Big. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Belt" 10 Big. Post- Abonnement: 8,30 M.pro Quartal. Unter Kreuz band: Deutschland u. DesterreichUngarn a Rt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. ta der Poft Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Inferilons- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Bereins- und Bersammlungs Anzeigen 20 fa Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Senn und Festtagen bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. Zernsprech- Anschlu amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Die gute Börse. Man schreibt is: Ihr Feingefühl für kommende Dinge es die Börse im Stich gelassen. biesmal hat Dienstag, den 22. November 1892. narischen Existenzen der Tagesspekulation, die um ein viertel Prozent willen geben" und nehmen"? Die Börse giebt sich den Anschein es zu glauben. Da ist man versucht auszurufen: Schad' uin die Leut. Sind sonst wackere Brüder, Aber das denkt wie ein Seifensieder." Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Weil es eine ungeheure Lüge ist, wenn man behauptet, das Zeitgeschäft in Börsenpapierchen sei nothwendig, um, durch Erleichterung des Handels in denselben, das Kapital der Judustrie zuzuführen, es ihr dienstbar zu machen. Was vom Termingeschäft in Lebensmitteln gilt, Eie wird besteuert. So will es Herr Miquel. Und nicht gilt es von dem Handel in Werthpapieren. Sie hatte sich schon so fest in die Vorstellung hineinphantaUm ganz objektiv urtheilen zu können, müssen wir würde die Betheiligung des des Kapitals bann ge fint, daß es eine glatte Unmöglichkeit sei, von ihr, ach der uns auf den Standpunkt der heutigen Gesellschafts- ringer werden, wenn man in Aktien reinen! mehr zu fordern als 10 vom Tausend. Ganz un ordnung ftellen, müssen wir mit den Ordnungsparteien an werken, Banken, Eisenbahnen u. s. w. das Zeitgeschäft von Bergwiderleglich stand es für die Auguren in der Burgstraße die Vortrefflichkeit der Börsenorganisation glauben, wie ganz verböte und nur das Kassageschäft, das auf fest, daß bei einem Steuerausfall von 22 pCt., wie es das sie ja auch in der That in der heutigen Gesellschaft ein un- effektiver Lieferung der gehandelten Stüde beruhende, be laufende Jahr erbracht hat, eine Anziehung der Steuer- entbehrliches Wirthschaftsinstrument ist, da sie die Zentra- stehen ließe? Mit nichten. Das beweist der Verkehr in schraube unmöglich, ja sinnlos sci. Unter diefen lisation der Umlaufsmittel besorgt und, was den Handel in jenen Effetten, bei denen auch heute nur das Kassageschäft Umständen mußte die Ankündigung der regierungs- Lebensmitteln betrifft, sogar eine Menge von Kraft- und erlaubt ist, wie beispielsweise den Brauereiaktien, den feitig beabsichtigten Verdoppelung der bisherigen Steuer- Beitersparniß herbeiführt. Denn da jedes Zeitgeschäft fich Aktien von kleineren Bahnen, Banken und deutschen Staatsquote wie ein Donnerschlag aus heiterem Himmel wirken. in ein effektives Lieferungsgeschäft auflösen läßt, wie auch papieren. Warum kommt man hier mit dem reellen LieferWie sie lärmen und toben werden, die Ahnungslosen, umgekehrt, so hat man heute nicht mehr nöthig, die ganzen geschäfte so schön aus? wenn sie den ersten Schreck erst werden überwunden haben! ungeheuren Getreidemengen auf den Berkehrsmittelu, den Aber die großen Gelddynaften, sie brauchen jene Spieler, Echon glauben wir die einzelnen Stimmen in der Trauer: Bahnen, hin- und herzuschieben, sondern nur die über- jene Riesenumsätze des Zeitgeschäfts- nicht um Angebot symphonie zu hören: Vernichtung des legalen Geschäfts, schießenden Spizen, was ja offenbar eine gewaltige Er- und Nachfrage auszugleichen das kann das Kassageschäft Zerstörung der alten Formen des spekulativen Erwerbs, sparniß an Kraft und Zeit in sich schließt. Und um auch und besser-nein, um die kleinen Spieler syste Bertrümmerung der Klassenbildung auf dem Gebiete der dieser Vortheile willen kann man die Nachtheile des Differenz- matisch auszurauben. Daher der Nothschrei um die Geldproduktion, Untergrabung des Staatsfredits, und wie geschäfts schon in Kauf nehmen. Das bestreiten zu wollen, neue Steuer. Wie, wenn sie doch zunächst einige Spieler bas gauze Register der Börsenphraseologie sonst lauten mag, überlassen wir den Zünftlern und Antisemiten.. abschreckte? Dann allerdings schädigte sie das Gewerbe der das alles wird in den nächsten Tagen an die Adresse des Großen, ihr Raubrittergewerbe. Finanzministers gelangen. Allein vom Zeitgeschäft in Lebensmitteln wollen wir nicht reden. Auch dieses wird die Lappalie von 2/10 vom Der aber müßte nicht der Kompagnon des Herrn Tausend leicht tragen, wie es die alte Steuer spielend trug. Hansemann gewesen sein, wenn er den Jeremiaden der Die ärgsten Nörgler sind ja auch nicht im Lager der Tempelritter von der Börse Gehör schenken wollte. Er hat Produktenbörse, sondern seltsamer Weise in dem Rayon der zu tief hinter die Kulissen geschaut, als daß er den Fondsbörse. Speftafel, der nun losbrechen muß, ernst nehmen könnte. Und hier, behaupten wir, ist die ganze Ja, wenn es Ugravier wären! Da würde ein Blick auf Steuer eine Ironie auf den 8wed des die Landrathskammer, alias Abgeordnetenhaus, des Herrn Gesetzes. Ministers Herz erweichen können, aber die drei Duzend Wir stehen dem Börsenschwindel nicht als entrüftete Manchesterlente? Da giebt es keine Gefühlspolitik. Und christlich- germanische Biedermänner gegenüber, wir sehen in so wird es der Börse wohl an den Kragen gehen. ihm nur die Konsequenz des Kapitalismus, der an seiner eigenen Bernichtung arbeitet. Das legitime Geschäft aber, das kann keine Steuer lahmilegen, so lange sie sich nicht in Prozenten bewegt, sondern noch in den Bruchtheilen vom Tausend bleibt. 3 Das Zeitgeschäft in Börsenwerthen indeß, das nur Spielerzwecken dient, das ist der Urquell all der Aus wüchse und Unnatur, die den Handel diskreditiren. Es tödtlich zu treffen, das ist des Schweißes der Edlen werth. nicht treffen. Und er kann es auch nicht. Denn sie alle, Aber Herr Miquel wird es nicht treffen, er will es alle, die jetzt auf die Börse einbauen, fie machen insgeheim ihr Jeu'chen. Sie sind eben Bourgeois mit Leib und Seele. Was sagen wir: an den Kragen gehen?" Mag es Der Börsenschwindel aber wird weiter wuchern, wachsen Herr Richter so nennen." In unseren Augen sind auch 2/10 Jm ökonomischen Kampf, in der Produktion, vollzieht und gedeihen. Bei 2/10 vom Tausend, bei 8/10 vom Tausend, vom Tausend noch eine so unglaubliche Fronie auf den sich der Konzentrationsprozeß langsam und stetig, bei der bei I vom Tausend, so lange sein Nährboden, die kapitaZweck, den das Börsensteuer- Gesetz haben soll, daß es Börsenspekulation aber rudweise und in großen Dimensionen. Listische Gesellschaftsordnung, besteht. mit Erlaubniß zu sagen einer Prämiirung des Börsen- Eine Börsenkrisis erschlägt tausende von Kapitalisten, die schwindels gleichkommt. der ökonomische Konkurrenzkampf höchstens in Jahren ver Wir haben es ja immer gewußt. Man wird der guten nichtet hätte.- Entzöge man den Rothschild's und Hirsch's Börse im Klassenstaate tein Haar krümmen und die ganze also das nöthige Menschenmaterial, indem man es durch Romödie ist nichts als Sand in die schönen Augen der Steuern verscheuchte, so würden gerade wir es lebhaft beMoraliften. Will man das unreelle und im höchsten Grade dauern, wenn dadurch die Großen verhindert würden, den Polifilthe Weberlicht. verderbliche Spielgeschäft treffen, so genügt die Lumperei Kleinen die Frucht ihres Raubes abzujagen. von 2/10 vom Tausend nicht. Da hätte man schon herzhafter Aber wir wissen, daß die Bourgeoisie den Aft nicht zugreifen müssen. Wenn der Spieler Aussicht hat, an einem abfägen wird, auf dem sie sitzt, und deshalb begrüßen wir einzigen Ultimoschlusse von 15 000 M. Laurahütte Aktien die neue Steuer als den Anfang einer Börsenreform, ( das kleinste Duantum beim Zeitgeschäft) in einer Börse 4 bis einen Anfang, den wir seiner Miniaturgestalt wegen soeben Prozent Kursdifferenz zu erjobbern, was sind ihm dann Fronie" nannten. zwei Zehntel vom Tausend? Die 3 Mark Stempel auf Und das ist er. Man mag sich drehen und wenden 150 Mart Spielergewinn? Soviel wie Setuba. Glaubt wie man wolle. man damit den Spieler zu treffen oder auch nur die katiliWarum er es ist? 5 die Feuilleton. Mabrus verboten.) Bel- Ami. Roman von Guy de Maupassant. Berlin, den 21. November. Der Parteitag und die Gegner. Die Haltung, welche die fapitalistische Presse aller Nuancen gegenüber dem Parteitag beobachtet, entspricht genau der stereotypen Taktik: uns, je nach Bedarf und Gelegenheit, entweder als blutrünftige Umstürzler und Gewaltmenschen hinzustellen, die mit eiserner Faust niedergehalten werden müssen oder als„ Revolutionäre in Schlafrock und Pantoffeln", die man nicht zu Wollen wir uns übermorgen wieder treffen?" fragte Geld auftreiben kann." In der Hoffnung, daß ihm auf sie beim Abschied. " Ach ja!" versetzte er. " Um dieselbe Zeit?" [ 19 " Ja." " Adieu, mein Herz." Sie füßten sich) zärtlich. der Straße ein guter Gedanke kommen würde, ging er fort. Aber fein guter Gedanke stellte sich ein, doch vor jedem Restaurant lief ihm vor Eßgier das Wasser im Munde zu sammen. Der Mittag kam und er hatte noch kein Mittel entdeckt. Da faßte er einen raschen Entschluß: Ach was! Ich esse eben von Clotilden's zwanzig Frants. Deswegen fann ich sie ihr doch morgen zurückerstatten." Er speiste für zwei Franks fünfzig in einem Wirthshaus. Drei Franks gab er dem Bureaudiener in der Redaktion zurück:„ Hier, Foucart, hier haben Sie mein In großen Schritten ging er heim und fann, was er morgen auftellen sollte, um aus der Klemme zu kommen. Als er aber seine Zimmerthür öffnete, fühlte er in seiner Sechs Monate lang muß ich nun am Hungertuch Westentasche nach Streichhölzern und fand zu seinem größten nagen", fügte er hinzu, denn alle meine Quellen sind er Erstaunen ein Geldstück darin, das er zwischen den Fingern gestriges Droschkengeld wieder." schöpft. Na, das hilft eben nichts, es giebt eben fritische drehte. Sobald er Licht gemacht hatte, prüfte er die Münze. Er dachte verrückt geworden zu sein. Geld es wirklich nicht werth, sich mit ihm zu beschäftigen." Es war ein Louisdor. " Darf ich Dir etwas borgen?" flüsterte sie ihm ins Ohr. " Eu bist zwar sehr liebenswürdig, mein Herz, aber, Er drehte das Goldstück um und um und suchte nach Bis sieben Uhr arbeitete er. Dann ging er diniren und nahm wieder drei Franks von dem Gelde. Die beiden herkömmlichen Glas Bier am Abend steigerten seine Tagesausgabe auf neun Franks dreißig. Auch am nächsten Tage war es ihm unmöglich, fich zu entdecken. So lieh er sich noch einmal sechs Franks bitte, berühren wir diesen Punft nicht mehr. Du verlegt einer Erklärung für das Winder. Es konnte doch nicht irgendwie Kredit zu verschaffen und neue Geldquellen mich mit solchen Vorschlägen, erwiderte er würdig. Sie schwieg. Dann aber umarmte sie ihn und flüsterte: vom Himmel in seine Tasche gefallen sein. Du weißt gar nicht, wie gut ich Dir bin." Plötzlich ahnte er den Zusammenhang und gerieth in zornige Empörung. Seine Geliebte hatte ja richtig von fünfzig von den zwanzig Franks aus, die er am Abend wiedergeben sollte. So kam es, daß er nur noch vier fold, en Lagen wie Deiner findet man zuweilen in irgend Geldstücken gesprochen, die ins Futter rutschen und dann in Franks zwanzig in der Tasche hatte, als er Frau von MaBeim Fortgehen sagte sie später lächelnd:„ Na, in einer Tasche ein vergessenes Goldstück, das ins Futter ge- Tagen der Armuth gefunden werden. Von ihr rührte das tutscht ist. Das ist dann sehr luftig." " Oh ja, sehr luftig," erwiderte er mit wahrer UeberJeugung. relle traf. Seine Laune war die eines tollen Hundes, und er nahm Almosen her. Diese Schande! Na, ich will es ihr anstreichen!" fluchte er. Sie soll seiner Geliebten sagen: Höre einmal, ich habe da zwanzig sich vor, die Sachlage sofort klar zu stellen. Er wollte zu nur überinorgen kommen. Sie kann sich auf was gefaßt Frauts gefunden, die Du mir vorgestern in die Tasche ge steckt hast. Ich geb' sie Dir hent' noch nicht zurück, weil Wuth und Schmach im Herzen ging er zu Bett. in meinen Verhältnissen noch keine Aenderung eingetreten Mondschein war, und sie gerieth in Begeisterung, als fiej Sie wollte zu Fuß heimkehren, weil angeblich so schöner machen!" den Mond erblickte. Spät wachte er auf. Er hatte Hunger. Er versuchte ist, und ich auch nicht Zeit hatte mich mit Geldangelegen war eine falte, flare Dezembernacht. Die Fuß- wieder einzuschlafen und wollte erst um zwei aufheiten zu befaffen. Bei unserm nächsten Wiedersehn begänger und Pferde eilten, vom Frost gezwickt, rasch dahin. stehen. ja zu nichts, ich muß doch schließlich zusehen, woher ich Sanft und besorgt und furchtsam tam fie an. Wie Die Es Hacken tonten auf dem Trottoir. Dann aber sagte er sich: " Das hilft mir fommst Du sie aber zurück." fürchten braucht und die von den Revolutionären der] schwieligen Arbeitsfauft, den grimmigen Männern der That demnächst ausgetilgt werden. Der Philister in seiner Feigheit und Kurzsichtigkeit fennt eben fein anderes Mittel, seine Angfiseele zu beruhigen: entweder ruft er die Polizei oder das Militär an, oder er lügt den gefürchteten Gegner toot. Seit 1848 haben wir das in Deutschland manch hundertmal erlebt. Und daß wir jetzt, weil wir unseren Feinden nicht den Gefallen thaten, uns zu spalten und die blutige Revolution auf dem Markt zu proflamiren zu Revolutionären in Schlafrock und Pantoffeln" gestempelt werden, hat noch obendrein einen humoristischen Beigeschmack, indem es wieder einmal so recht deutlich zeigt, daß die Bourgeoisie, wenn sie uns etwas anhängen will, stets in den Spiegel schaut. zusehen, um gegenüber dem Zurückbleiben des Trinttonfums| Reichskanzler das Kunststück jenes amerikanischen Advokaten hinter den Erwartungen die Wirkung der Kontingentirung zu verlangen, der einen auf brennender That ertappten auch für die Zukunft sicher zu stellen. Der lehte Vorschlag geht dahin, die durch das Gesetz Spitzbuben, der dem Gerichtshof seine Schuld schon einvom 29. Mai 1885 eingeführte Abgabe von Kauf- und Un- gestanden hatte, so beredt und erfolgreich vertheidigte, daß Sie vergessen, daß fchaffungsgeschäften über Werthpapiere und andere börsen der Spizbube freigesprochen ward. mäßig gehandelte Waaren, Nr. 4 des Tarifs zum Reichs- solche Wige nur in den amerikanischen Hinterwäldern ftempelgefege, von 1/10 bezo. 2/10 vom Taufend auf das möglich sind, und auch nur auf dem Papier Bret Harte Doppelte dieser Säge zu erhöhen und durch veränderte Ab- oder Mark Twain'scher Phantasieskizzen. stufung der Werthklassen in Zukunft die Möglichkeit auszu schließen, daß namhafte Beträge von der Besteuerung überhaupt frei bleiben. Ein Bismarck'scher Triumph. Die Fälschung der Emser Depesche hat Bismarck eingestanden, aber, rühmt er Der aus der Durchführung dieser Steuerprojekte fich er sich jetzt, der Wortlaut der echten Depesche ist unbekannt, gebende Mehrertrag ist einschließlich der von den süd- diese war viel länger und inhaltreicher als der für dieselbe Deutschen Staaten an Stelle der Biersteuer zu entrichtenden angesehene Bericht des Prinzen Radziwill. Nun, mag die Aequivalente auf insgesammt etwa 58 Millionen Mart ursprüngliche Depesche, die„ Chamade" gelautet haben wie jährlich zu schähen. selbst über sein Unternehmen) kann die Fälschung nicht ge sie will, verruchter( fo lautet das Urtheil Bismarc's wesen sein. Gine höhere Besteuerung des Tabaks in irgend welcher Form wird nicht beabsichtigt." Auch der alte Kniff, durch allerhand Lügen über das angebliche Urtheil ausländischer Sozialisten Verwirrung in unsere Reihen tragen zu wollen, wird von der gegnerischen Presse wieder recht eifrig angewandt. Man sprengt Generaldebatte über die Steuervorlage fort. Abg. Freiherr Das preußische Abgeordnetenhaus sezte heute die Die Verruchtheit der Emser Depeschenfälschung zum Beispiel aus, unsere französischen Genossen seien höchlich erzürut über den Kongreßbeschluß, betreffend den von Bedlig( freitons.) trat im Gegensatz zu seinem wird von der National- Beitung" flipp und klar bewiesen. 1. Mai, und hätten in einer großen Volksversammlung zu Fraktionsgenoffen Grafen Behr für die Vorlage ein, ebenso Schon 1866, schreibt sie, wäre Napoleon nach dem Rhein Baris erklärt, wir seien vom Programm der internationalen der nationalliberale Abg. Enneccerus, der dem ehe- aufgebrochen, wenn die Armee kriegsfähig und nicht theilSozialdemokratie abgewichen. Eine solche Albernheit ist maligen Minister Herrfurth, der die Vorlage scharf weise in Mexiko engagirt gewesen wäre. 1868 würde Napoleon uns wegen Luxemburg's mit Krieg überzogen haben, natürlich feinem unserer französischen Genossen eingefallen. bekämpfte, entgegentrat. wenn er nicht durch den Zusammenbruch des spanischen Während des Marseiller Kongresses besprach Liebknecht die Der Reichshaushalts- Etat für 1892/93 schließt in Throns und die Erklärung Spaniens zur Republik zurück Frage der Feier des 1. Mai eingehend mit den französischen Einnahme und Ausgabe auf 1277 034 795 m. ab, gehalten worden wäre. Daß 1870 und 1871 ihn nicht ein Delegirten, und, über die Verschiedenheit der Verhältnisse 59 807 830 M. mehr als im Vorjahre. Durch außerordent- anderes„ Wenn" vom Kriege abhielt, hat Bismarck ver in Deutschland und Frankreich aufgeklärt, begriffen fie ins liche Deckungen( Anleihen) find hiervon 188 066 436 M. hütet, indem er ihn durch seine Fälschung in den Krieg gesammt die praktische Unmöglichkeit einer erzwungenen aufzubringen. Die Schuldenlaft des Reiches wächst stetig. hineinzwang. Arbeitsruhe für Deutschland. Von einigen Leuten mag ja in Paris geschimpft worden sein, allein das sind die paar Die junkerlichen Branntweinbrenner werden bei Der Profit Patriotismus alias Prozents bekannten Waulhelden, die von den bekannten Preß- den neuen Reichssteuer- Vorlagen höchst glimpflich behandelt. Patriotismus grassirt in Deutschland bereits seit stipendiaten der deutschen Bourgeoisie mit geistiger Nahrung Statt des Geschenkes von jährlich 40 Millionen, sollen fie Jahrhunderten. Nachdem der dreißigjährige Krieg die versehen werden und auf gleicher geistiger und sittlicher Höhe in Zukunft nur 30 Millionen erhalten. Es wäre auch Volkskraft gebrochen und die knechtselige Schreiberwirthschaft stehen, wie ihre dentschen Schmutz- und Klatsch- Lieferanten. traurig, wollte man diesen armen Großgrundbesitzern dieses eingeführt hatte, denkt unser Bürgerthum mit verschwin Geschenk nicht wiedergewähren; das würde den Sektkonsum denden Ausnahmen politisch wie wirthschaftlich nur noch Der Reichstag wird morgen, Dienstag, Mittags 12 Uhr schädigen. Lieber verdoppelf man die Biersteuer. Die an zwei Dinge: Raßbuckeln nach oben und Geldmachen im Rittersaale des fönigl. Schlosses vom Kaiser selbst er selbe trägt auch zum großen Theil die Belastung durch die Unter Fürst Bismard, dessen Staatsmannskunft sich auf die öffnet werden. neuen Reichssteuer- Vorlagen. Durch dieselbe sollen 58 schlechtesten Justinkte der Menschen stüßte, und sie mit me Dem Bundesrath ist die Berechnung der nach dem Millionen mehr aufgebracht werden, von denen etwa thodischer Raffinirtheit pflegte, hat die Seuche des ProzentEtat für 1898/94 zur Deckung der Gesamtausgabe des 322 Millionen auf die Braufteuer, 12 Millionen auf oder Profit- Patriotismus ihren Höhepunkt erreicht. Eine die Branntweinsteuer und 13 Millionen auf die Börsen Abart dieser echt deutschen Krankheit ist die Profite ordentlichen Etats aufzubringenden Matrikularbeiträge zu steuer fallen. Loyalität, die bei hohen, höchften und allerhöchsten Ge gegangen. Dieselben Dieselben stellen sich im ganzen auf burtstagen oder bei sonstigen dynastischen Ereignissen illus 356 136 421 M., b. h. 35 276 688 Mt. mehr als im vorigen Die internationale Münzkonferenz wird morgen in minirt, demonstrict, festirt und babet mit der Wurst Jahre. Es tommen auf Preußen 211 158 231., auf Brüssel eröffnet. Achtzehn Staaten, und zwar Deutschland, nach der Speckseite wirft. Bayern 43 324 832 M., auf Sachfen 25 565 984 W., auf England und Englisch- Indien, Desterreich- Ungarn, Italien, läumsfest in Weimar, von dem uns die Zeitungen fo Das Großherzogliche Jubi Württemberg 15 505 128 M., auf Baden 12 580 277 W., Rußland, Vereinigte Staaten, Frankreich, Belgien, Holland, viel Hübsches und Erhebendes zu erzählen wußten, scheint auf Elsaß- Lothringen 12 136 421 M. Dem Bundesrath Schweden und Norwegen, die Schweiz, Spanien, Portugal, von der Profitloyalität zu einer förmlichen Orgie benut ist ferner die Vorlage über die Deckung der durch die Dänemark, Griechenland, die Türkei, Mexiko und Benezuela worden zu sein. In einem nationalliberalen Blatt, dem Militärvorlage bedingten Mehrkosten alle haben Vertreter angemeldet. Deutschland, Desterreich Dresdener Anzeiger", finden wir folgende Correspondenz Heute ist dem Bundesrath ein Gesezentwurf, Ungarn, die Schweiz, Schweden und Norwegen, Rußland, aus Weimar d. d. 15. November: betreffend die Begründung der Revision in Portugal und Dänemark haben nur Vertreter der Goldbürgerlichen Rechtsstreitigkeiten, zugewährung, Frankreich, Italien, Vereinigte Staaten, Holland, Griechenland, Spanien, Türkei und Mexiko nur Vertreter Ueber die nenen Reichssteuern, welche als Folge der der Doppelwährung; England und Belgien Vertreter beider neuen Militärvorlage zu erwarten sind, ist bereits dem Münzsysteme entfendet; die Vertreter der Doppelwährung Bundesrath eine Vorlage zugegangen. Danach wird haben die Mehrheit. beabsichtigt, die erforderlichen Mittel aus einer ergiebigen Besteuerung des Bieres, des Branntweins und der Börsengel& fte zu gewinnen. gegangen. gangen. Gegen die Vermögensstener ruft die Kölnische Zeitung" die Erbschaftssteuer als das kleinere Uebel an. Der Finanzminister Miquel hatte gegen die letztere bemerkt: Zur Aufbringung der erforderlichen 35 Millionen, welche von der Vermögenssteuer erwartet würden, müßte Die Biersteuer foll innerhalb der Branfi energemeinfchaft man bei der Erbschaftssteuer von Ehegatten 2, für Geverdoppelt werden. Um inbeß einer Ueberbürdung der Fleineren Brauereien vorzubeugen, die infolge ihrer unvoll schwister 6, für Stieftinder 6, für entfernte Verwandte tommeneren technischen Einrichtungen einen relativ größeren 12 pt. erheben. Die Kölnische Zeitung" findet dieses Malzverbrauch zu haben pflegen, als die Großbetriebe, wird gar nicht so schreckhaft, denn in Frankreich zahlen gegen= für die ersteren eine Grmäßigung der Steuer empfohlen, wärtig Ehegatten an Erbschaftssteuern 3 pet. und Ge deren finanzielle Wirkung durch eine Erhöhung des Sages schwister 6½ pCt., also noch mehr als Miquel verlangt. für die letzteren ausgeglichen wird. Ferner soll der Bielleicht läßt sich Herr Miquel dieses gesagt sein und kommt Sah, nach welchem den einzelnen betheiligten Staaten die der Kölnischen" entgegen, indem er der Vermögensstener Kosten der Erhebung und Verwaltung der Brausteuer ver noch die Erbschaftssteuer hinzufügt. gütet werden, fünftig von 15 auf 10 pCt. der Gesammt einnahme ermäßigt und Elsaß- Lothringen bei dieser Gelegen heit in die Brausteuergemeinschaft einbezogen verden. Der Reichs- Anzeiger" schreibt bezüglich des Inhalts der neuen Steuervorlage: Biel verlangt. Die nationalliberale Bresse macht so weit ihre angeborene und anerzogene. Feigheit es er Der Ertrag der Branntweinsteuer soll durch eine Erhöhung laubt der Reichsregierung Vorwürfe, daß der Staatsdes niedrigeren Saßes der Berbrauchsabgabe von 50 auf 55 Bf. anzeiger" noch nicht den Fürsten Bis mard gegen die für das Biter reinen Alkohols gesteigert werden. Daneben wird es nöthig, die Gesammt- Jahresmenge Branntwein, welche Anklage der Depeschenfälschung in Schutz genommen zum niedrigeren Abgabesaße hergestellt werden darf, von 4,5 habe. Aber Bismarck hat die Fälschung ja cingestanden! auf 4 1 reinen Autohols für den Kopf der Bevölkerung herab- Die zerschmetterten Mannesseelen scheinen von dem jezigen würde er ihr entgegentreten? Und fie füßte ihn eifrig, um für den ersten Augenblick wenigstens eine Auseinandersetzung abzuschneiden. Seinerseits sagte er sich: Ich müßte die Geschichte fofort zur Sprache bringen. Wenn ich nur eine AnEnüpfung fände!" Davon fonnte er gerade leben, aber es reichte nicht hin, um sechzig Frants zurückzubezahlen. Clotilde war wieder in ihre alte Leidenschaft für nächtliche Ausflüge nach anrüchigen Lokalen verfallen, und er hörte schließlich auf, fich maßlos darüber zu ärgern, wenn er wieder einen Goldfuchs in der Tasche fand. Hatte sie Launen, die er augenblicklich nicht befriedigen konnte, war es da nicht mehr wie billig, wenn sie statt darauf verzichten, die Kosten dafür trug? zu Er fand feine Anknüpfung und sagte nichts und scheute vor den ersten Worten über diesen zarten Gegenstand zurück. Auch sie sprach nicht davon. Ihr nächstes Stelldichein verabredeten sie auf Mittwoch tommender Woche, weil Frau Er führte übrigens genaue Rechnung über alles, was von Marelle an mehreren Diners in der Stadt hinterein- er so empfing, um es ihr eines Tages wieder zu geben. ander theilnehmen mußte. Eines Abends sagte sie:" Dent mur, ich war noch nie Als Duroy am nächsten Tage sein Dejenner bezahlen in den Folies- Bergière. Willst Du mich nicht mal hinwollte und nach den vier Geldstücken griff, die er noch be figen mußte, werkte er plöglich, daß es fünf waren und eins davon ein Goldstück. Er dachte zuerst, daß ihm jemand gestern Abend aus Versehen ein Zwanzigfranksstück herausgegeben habe, dann begriff er erft, und sein Herz begann wieder vor Erniedrigung über dies dauernde Almosen heftig zu pochen. Wie bedauerte er nichts gesagt zu haben. Wenn er energisch mit ihr geredet hätte, wäre das nicht vor gekommen. Bier Tage lang ließ er keinen Weg und keine Anftrengung unverfucht, um sich fünf Louisdor zu verschaffen. Alles war muglos. Inzwischen verbrauchte er Clotildens zweites Goldstück, Obwohl er ihr mit zornigem Gesicht gesagt hatte: führen. Er zögerte, denn er fürchtete Rachel dort zu treffen. Dann aber dachte er: Ach was! Ich bin ja nicht ver heirathet! Sieht mich die andere, so wird sie meine Lage begreifen und mich nicht anreden. Uebrigens fizen wir ja auch in einer Loge." Noch ein anderer Grund bestimmte feinen Entschluß. Hier bot sich eine günstige Gelegenheit, Frau von Ma relle ein Logenbillet anzubieten, das ihm nichts fostete. Das war so eine Art Ausgleich. " Allgemeines Aufsehen erregt hier die Art und Weise, wie fich ein großherzoglicher Hoflieferant die Jubiläumsfeste au Nuge gemacht hat. Es waren bei ihm aus dem Gefolge der Königinnen der Niederlande drei Offiziere als Gäfte der Groß herzogin einquartiert. Die Herren bewohnten je zwei Räume und hatten, da sie natürlich an den Diners im Schloffe theil nahmen, außer dem Frühstück feinerlei Verpflegung im Hause. Trotzdem reichte der Quartiergeber für den fünftägigen Aufent halt der Offiziere eine Rechnung ein, die das Summchen von 4600 M. forderte. Die Hoshauptkasse weigerte sich, diese Forderung zu begleichen und auf Wunsch der Großherzogin wurde genaue Ginzelangabe verlangt. Auf diese Weise in bie Enge getrieben, gab der Hoflieferant nun an, es feien ihm für 1000 M. Möbel ruinirt worden. Mit diesem Phantasieſtück dürfte der Herr Soflieferant nicht weit tommen. Allein für Theewaffer den Thee tochten sich die Offiziere selbst- hat der Herr die Summe von 137 M. in Anfas gebracht. Dent Rechnungsschreiber, welcher gedroht hatte, falls seine Forde rung nicht beglichen werde, ste der Königin der Niederlande zu übersenden, ist eine erheblich niedrigere Summe mit dem Be deuten geboten, daß man keinesfalls darüber hinaus zu gehen gedenke. Auch eine andere überaus hohe Rechnung ist vore läufig beanstandet. Ein Hostapezirer, dem die sämmtlichen deko rativen Ausstattungen im Residenzschloffe und anderen der groß herzoglichen Familie gehörigen Gebäuden übertragen waren, hat eine Rechnung von 127 000 m. eingereicht, wovon allein 44 000 M. auf Arbeitslöhne entfallen. Auch Fälle, in denen Bimmervermiether die Fremden während der Festtage gehörig gerupft haben, bilden das allgemeine Stadtgespräch. Aehnliche Dinge sind bei ähnlichen Gelegenheiten auch schon an anderen Orten vorgekommen, und werden noch oft vorkommen. Kirchengericht über Todom- Hammerstein. Gin Städtchen von etwa 3000 Einwohnern ist Hammer stein, im Kreise Schlochau, Regierungsbezirk Mariens werder, Provinz Westpreußen. Von dort berichtet det Graudenzer Gesellige"( Nr. 271 vom 18. November): Hammerstein, 16. November. In Anbetracht der z nehmenden Unfittlich teit in unserem Orte, wohl infolge der großen Militäransammlungen während des Sommers, hat fich der evangelische Kirchenvath mit Genehmigung der firchs lichen Behörde zu folgenden Maßregeln veranlaßt gesehen. Die einmal gefallenen Bräute dürfen zur firchlichen Trauung weder Schleier noch Kranz tragen, den wiederholt Gefallenen werden zur Trauung weder die Glocken geläutet, noch die Orgel ge spielt. Die unehelich geborenen Kinder werden, wenn mehrere Täuflinge zu gleicher Zeit zur Taufe getragen werden, zuletzt getauft, auch müssen die Mütter persönlich bei dem Geistlichen die Taufe nachfuchen. Stirbt ein solches Kind vor der Taufe, so wird es ohne tirchliche Ehren begraben. Es folgt Der Geistliche, noch werden die Gloden geläutet. Bon diesen Kirchenstrasen ist bereits in mehreren Fällen Gebrauch worden." weder gemacht Schiuciz. Durch Bolksabstimmung im Kanton Bera Er ließ Clotilde zunächst in der Droschte warten, Stimmen beschlossen, die gänzlich veraltete Kantonsverfassung wurde am lehten Sonntag mit etwa 27.000 gegen 17 000 während er das Billet holte, damit sie nicht bemerkte, daß vom Jahre 1846 durch den großen Stath abändern z er es umsonst bekam, dann holte er sie ab und sie be- lassen. traten an den grüßenden Kontrolleuren vorbei das Spezialitäten Theater. Rücken. in allen Ein dichter Menschenstrom flutheten durch das Foyer. die zum ersten Male nach dem Proportional Das Resultat der Großratha- Wahlen in Geni wieder, sonst werd' ich böse", fand sie doch bei ihrer erreichten sie ihre Loge und nahmen darin Platz, das ruhige endgültig vor. Von den 18 820 Wählern betheiligten fich Mach solche Scherze, wie an den vorigen Abenden nicht Mit großer Wühe konnten sie sich hindurchwinden. Endlich Wahlsystem vorgenommen wurden, liegt nunmehr nächsten Begegnung wieder Whittel und Wege, 20 Frants Barterre vor sich und den Strom des Wandelganges im 16 038 an der Waht: die Betheiligung war in seine Tasche gleiten zu lassen. drei Bezirken gleichmäßig groß, und auch der Wahlakt nahm Als er sie vorfand, fluchte er:„ Berdammt!" und Frau von Marelle schenkte der Bühne keine besondere troß der Neuheit des Proportionalverfahrens einen rafchen steckte sie dann wieder in die Weste, um sie bei der Hand Aufmerksamkeit, sie war vielmehr ganz damit beschäftigt und ungestörten Verlauf. Die fünt streitenden Parteien au haben, denn er hatte wieder feinen Pfennig mehr. die Mädchen, die hinter ihrem Rücken herumisteichen, zu hielten gemäß ihrer numerischen Stärke die proportionale Vertretung. Die einzelne Parteiſtärke ist folgende: a dikale Liberale 38, Sozialdemokraten S, freifinnige Sein böses Gewissen beruhigte er durch folgende Ueber- mustern. Unaufhörlich drehte sie sich unt, als hätte sie legung: Sch gebe ihr alles auf einmal zurück. Schließlich gar zu gerne gewußt, was das eigentlich für Geschöpfe feien. borgt fie's mir ja nur." Endlich ließ sich der Kassirer durch seine dringenden Bitten erweichen und gestand ihm hundert Sous täglich zu. ( Fortschung folgt.) Nationalpartei 6; Liberalkonservative 33, tramontane 10. Ju wichtigen prinzipiellen Abstimmungen und Wahlen wird jich die Parteistärke meist derart kundgeben, daß erstere drei P i Die Barteien ben beiden letzteren gegenüberstehen. Die erste| Papft und Kaiser ausbrachte. Nach unserer Information hatte T Bom ,, Necht" des Arbeiters. In Dresden wurde vor Probe auf das Exempel wird anläßlich der nächsten Pischel das Lofal aber nur verlassen, um etwaigen törperlichen einiger Zeit ein Glasmacher aus der Fabrit entlaffen, weil er Monatsfihung des Großen Rathes gemacht werden, da die Angriffen feitens der Katholiken zu entgehen und dann um feine auf seinem Recht bestanden und dies beim Gewerbegericht Wahl der zwei Ständeräthe stattfindet, deren Entscheid auch Nothdurft zu verrichten; Schindler war ihm nachgefolgt. Vor zur Geltung gebracht hatte. Seitdem irrt der Mann von einer auf die fünftige politische Zusammensetzung des Stände Hochs abgekartet war, um zu prüfen, wie sich beide Sozial- Beitschrift„ Der Fachgenoffe" fürchtet, daß hierzu das Inſtitut Gericht foll festgestellt worden sein, daß das Ausbringen des Glashütte zur andern, ohne Arbeit finden zu können. rathes nicht ohne Einfluß ist. demokraten verhalten würden. Der Staatsanwalt soll aus der schwarzen Liste" beigetragen habe. Wie sehr nun das weil es sich um Angehörige unserer Partei handle. Gegen das der Neufatteler Glasfabrit, bei welcher der Glasmacher um Ar geführt haben, daß auf eine harte Strafe erkannt werden müsse, Unternehmerthum sich in seiner Macht fühlt, beweist ein Schreiben Urtheil wird Revision eingelegt. beit nachgefucht hatte. Es heißt darin, daß der Arbeiter in der Neufatteler Fabrit naturgemäß" feine Arbeit finden tonne, weil er die Dresdener Firma beim Gewerbegericht verklagt habe, mit welcher zusammen die erstere Fabrit eine Firma bilde. Unterzeichnet ist das Schreiben:„ Attiengesellschaft vorm. Fr. Siemens. H. Ditterle." Die Firma gesteht also schwarz auf weiß, mit wahrhaft zynischer Offenheit ein, daß derjenige Arbeiter, welcher fein gutes, gefeßlich festgelegtes Recht ausübt, in Streitfällen das Der letzte Parteitag hat wiederum die Gewerkschaften als Gewerbegericht anzurufen, aus der Arbeit hinausfliegt.- D Und wiederum fordern auch wir alle Gewerkskollegen und Kolle- artigem Unrecht zu schützen gewußt hat! unerläßlich für den Befreiungskampf des Proletariats anerkannt. grandiose Sozialreform, die den Arbeiter nicht einmal vor der ginnen auf, diefem Mahuruf Folge zu leiften; wir richten uns Die franzöfifche Deputirtenkammer hat den Preß gesetzentwurf angenommen, der einige Verschärfungen des bisherigen Gesetzes enthält. Zu dem Artikel 49 desselben, welcher die vorläufige Beschlagnahme sowie die vorläufige Verhaftung vorsteht, wurde mit 289 gegen 256 ein Abänderungsantrag angenommen, der den bisherigen Artikel 49 aufrecht erhält und nur dem Schwurgericht das Recht ein räumt, die unverzügliche Vollstreckung eines Urtheilsspruchs zu verlangen.In Sachen des Panama- Schwindels sind Ferdinand und Charles von Lesseps, Baron Cottu, Fontan, Eiffel und Baron Reinach auf den 24. d. M. vor den AppellationsGerichtshof vorgeladen. Baron Reinach hat sich dieser Ladung entzogen, indem er sich in der Nacht zum Sonntag erschoß. Soziale Lebericht. Achtung, Schneider und Schneiderinnen! an alle, welche noch in dumpfer Gleichgiltigkeit zögern, alles Der Verband deutscher Berglente vereinnahmte in der seinen Gang gehen lassen, und so unbewußt ihre Lage ver- Zeit vom 28. März bis 28. September 1892 aus ca. 180 Orten schlimmern helfen. und einschließlich des Abonnements- und Annoncenerträgnisses Aber auch nach der anderen Seite hin richtet sich unser Mahn- der Deutschen Berg- und Hüttenarbeiter- Zeitung"( 1212,21.), ruf; an diejenigen, welche die Gewerkschaften als überwundenen ferner an Zinsen und Darlehensabtragungen( 283,43 M.) 2c., ins Vereinigte Staaten von Nordamerika. An der Standpuntt betrachten. Es ist nöthig, daß wir alle gesammt 19 859,40. Die Ausgabe belief sich auf 26 280,38 M., Mac Kinley Bill wird sobald nicht gerüttelt werden. tönnen. Kollegen und Kolleginnen! Rafft euch auf! tretet dessen sich der Bestand von voriger Abrechnung auf 21 620,13 97. Kräfte sammeln, um ein geschlossenes Ganzes bilden zu sodaß ein Defizit von 6420,98. zu verzeichnen war, infolgeDer neugewählte Präsident, Cleveland, hat die Erklärung ein in unsere Reihen, schließt Euch der Organisation, dem verringerte. Die Ausgaben sehen sich aus folgenden Posten zuabgegeben, daß er nach seinem Amtsantritt, im März 1892, deutschen Schneider- und Schneiderinnen- Berband an. Wenn sammen: Ber- und Gebrauchsgegenstände 56,20 M., Rorre den Kongreß nicht zu einer außerordentlichen Seffion auch die augenblickliche wirthschaftliche Krise drückend auf jedem fpondenzen und Porto 1875,25 M. gitation: 1. Rheinischzusammenberufen, sondern die Wintersession abwarten wolle. lastet, so ist es doch unsere Pflicht, uns zu rüsten, um in Beiten westfälisches Revier 774,63; 2. Niederschlesisches Revier 797,80; Er hat es also nicht eilig, wie wir gleich fagten. Der des Aufschwunges fampffähig dazustehen. 3. Saarrevier 271,80; 4. Burmrevier 251,50; 5. Provinz Sachsen Jahresbericht des Departements für Acker- Am Dienstag, den 22. d. M., findet die nächste Versammlung 292,-; 6. Königreich Sachsen 60,-; insgesammt für Agitation ba u stellt fest, daß 80 pet. ber ausgeführten einheimischen in Gratweil's Bierhallen statt, wo die Lofalverwaltung neu 2447,73 M Verwaltung 2391,97 M., Rechtsschutz 1810,38 M., Erzeugnisse der Vereinigten Staaten im Werthe von mehr gewählt wird. Mitglieder werden in jeder Bersammlung auf Beitungsbruck an Frau Jos. Jeup 9631,90 M., Redaktion und els einer Milliarde Dollars aus landwirthschaftlichen Bro- genommen; außerdem täglich von 8-1 Uhr im Zentral- Arbeits- sonstige literarische Beiträge 1022,40 m., Allgemeine Ausgaben, dukten bestanden haben, Die Einfuhr an Erzeugnissen, welche nachweis und Auskunfsbureau, Markgrafeustr. 88. Vom 1. De- Miethe, Feuerung, Postabschnitte, Tagebuch u. s. w. 288,74 m. Druckerei: Verbrauchsgegenstände 1325,70; Gebrauchsder amerikanischen Landwirthschaft Konkurrenz machen, sei sember an: Schüßenstr. 18 im Restaurant Freygang. gegenstände( Maschine, Motor, Schriften u. f. w. 5010,60; Arbeitsimmer noch zu groß. Jn betreff des Biehstandes hebt der Bericht Lohn 218,90; insgesammt 6550,20 M., Expedition 710,66. hervor, daß bereits vor der Publikation, welche die Bereinigten Zu dieser Abrechnung bemerkt der Kassirer Joh. Meyer unter Staaten für frei von Viehseuchen erklärte, Borfichtsmaß anderem: Was die Einnahme betrifft, so ist diese um beregeln ergriffen worden seien. Der Bericht billigt bie um deutendes gegen die letzte Abrechnung zurückgeblieben, was aber fassende Einschränkung des Baumwollenbaues in den Bernach früheren Erfahrungen nicht zu verwundern ist, da bisher einigten Staaten und fügt hinzu, die übergroße Produktion alle Sommerberichte mit einem Defizit abgeschlossen haben, wohabe den Baumwollenpflanzern Schaden gebracht. Ferner weist derfelbe hin auf eine starte Vermehrung der Einfuhr von roher Baumwolle, deren die amerikanischen Fabri- Bei dem Töpfermeister H. Hennig haben die Kollegen die fanten bedürften, weil die einheimische Baumwolle der Arbeit niedergelegt, weil dieser Herr 5-20 pet. Dom Lohntarif charakteristischen Eigenschaften der ausländischen Baumwolle abgezogen hat. Der Zuzug ist streng fern zu halten! ermangele. Schließlich fündigt der Bericht an, es würden, um die Einfuhr fremder, namentlich egyptischer Baumwolle zu verhindern, Versuche gemacht werden, eine heimische Baumwolle zu erzeugen, welche die egyptische Baumwolle in wirksamer Weise ersetze. Parteinachrichten. Parteifonferenzen. Am 4. Dezember findet in Eutin im Lofale des Herrn Paul Schröder eine Konferenz der Partei genoffen des 9. fchleswig- holsteinischen Wahlkreises, sowie des Fürstenthums Lübec statt; am 2. Januar in Lübeck ein Parteitag für diese Etadt sowie für die beiden Mecklenburg. Bei der Gemeinderathswahl in Debschwitz( Reuß i. 2.) wurde ein Sozialdemokrat gewählt. Bei den Gewerbegerichtswahlen in Erlangen errang die Sozialdemokratie einen glänzenden Sieg. # Polizeiliches, Gerichtliches ze. Die Lokalverwaltung. Achtung! Schuhmacher! Wegen Lohndifferenzen und Maßregelung ist in der Maufffchen Schuhwaarenfabrit, Dranienſtr. 189, ein Streit ausgebrochen. Sämmtliche Arbeiter und Arbeiterinnen haben die Arbeit eingefelt. Es wird gebeten, den Zuzug streng fernzuhalten. Näherer Bericht folgt. Die Kommission. Achtung, Töpfer! Heinrich Hoffmann. rauf ich bereits in der Nachschrift des legten Berichtes hingewiesen habe. Die Uebelstände, die bei Einfassirung der Beiträge wäh rend der Zeit des letzten Berichtes bestanden, sind nicht allein geblieben, sondern es find noch neue hinzugetreten. Ist es den Boten oder den Eintafsirern der Beiträge im Winter noch möglich, die Mitglieder zu Hause antreffen zu fönnen, so ist diefes im Sommer total ausgeschlossen, da fast alle Bergleute Töpfern und dem Herrn Gust. Wenzel haben wir folgendes au gepachteten Acker noch mehr abzuradern- um auf diese Auf das Gingesandt in Nr. 270 unterzeichnet von mehreren infolge ihrer elenden Verhältnisse darauf angewiesen sind, nach vollbrachter Schicht ihre müden Glieber auf dem erfären. Wenn jene Herren Schreiben, fie hätten ben Lohntarif immer Beise zu verhindern, daß fie außer durch die Bechenausbeuter, voll und ganz bezahlt erhalten, so bemerken wir, daß der Mit- nicht noch bis zur völligen Erschöpfung von den Kartoffel- und unterzeichner Herr Mewis einen Ofen von 3%, Rachel Front, In Anbetracht dieser traurigen Verhältnisse tann es nicht Gemüsehändlern während das ganzen Jahres ausgebeutet werden. 10 Schicht, hoch fünfedig, auf 4 Racheln Front gesezt und dafür under nehmen, daß viele Mitglieder mit ihren Beiträgen im 28,15 M. erhalten habe. Wir fragen Herrn Mewis, ob dies Rüditande bleiben, welchen dann, nachdem fie einige Monate nach dem Lohntarif bezahlt ist? Der Ofen macht laut Lohntarif nicht bezahlt haben und gerne bezahlen möchten, ihre pekuniären 30 M.; ebenso verhält es sich bei den Kochmaschinen mit tobt Verhältnisse dieses nicht gestatten. Die Ausgaben erwecken auf laufender Windbekleidung. dem ersten Blick den Schein, als ob ein tolloffales Defizit vor wird, daß die Presse angetauft ist und eine namhafte Summe handen wäre. Dieses schwindet aber fofort, wenn betrachtet erfordert hat. Zu diesen trat noch hinzu, daß es nicht allein materialien beschafft werden, welche bisher nur gegen Kaffe ermit der Preffe genügte, sondern es mußten auch andere Druckworben find." Gefellen gjagt worden, Sabaug wolle aufhören und warte nur Wenn err Wenkel ausführt, es wäre ihm von den anderen auf den anderen Bau, so muß Herr Wenzel doch nicht alles glauben, was ihm hinterbracht wird. Wer war denn der Herr Depeschenträger? In Gegenwart von Zeugen hat doch Herr Wenhel erklärt, es liege gegen Sabant durchaus nichts vor. Uebrigens bemerken wir, daß uns vom vorigen Jahre her bie Art der Bezahlung nach dem Lohntarif in der Zionstirchstraße noch frisch im Gedächtniß ist. Achtungsvoll Heinrich Hoffmann. Sprechlaal. abzugeben ist, dem Publifum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Inhalt desselben identifiziet zu werden. Erwiderung. Die vorläufigen Ernte- Ergebnisse des Jahres 1892 in Breuken werden in einer Sonbernummer der Statistischen Correspondenz" veröffentlicht. Das Ergebniß ist für die brei Hauptfruchtarten Winterweizen, Winterroggen und Kartoffeln Aus Bischheim be: Straßburg schreibt man ber„ Elsaßziemlich günstig. Hülsenfrüchte, gutterbräuter, auch Hafer und Lothringischen Bolts Btg.": Giner unserer treuesten Genossen wärts" veröffentlichten Einsendung sehe ich mich veranlaßt, fol- man eine tittelernte gleich 100 an, so betrug die diesjährige Zur Klärung bes Sachverhefts ber in Nr. 270 des Vor- Gerste hat er allerdings eine nicht so günstige Ernte. Nimmt Schüttelte, da es ihm hier nicht möglich war, eine Gristens ugendes zu bemerken. Als wir Töpfer am Sonnabend, ben Ernte beun interroggen 114, Kartoffeln 112, interweizen 110, finden, den ungaftlichen Staub Deutschlaubs von den Pantoffeln 12. d. M., unser verdientes Geld auf dem Bau ausgezahlt er Sommergerfte 101, Erbfen 98, Winterraps 96, Acterbohnen 95, und wanderte mit Grau und 6 Kindern nach Amerika aus. Die halten hatten, und schon eine Stunde in einer Reſtauration uus Safer 91, Wicken 90, Hopfen und Wiesenheu 82, Kleeheu 75, beften Glückwünsche bergen Genoffen begleiteten ihn. Ar befanden, schichte mir engel durch einen seiner Lehrlinge meine Buchweigen 72 unb Supinen 68. Geit mehr als einem Jahrzehnt beiter, nehmt Euch ein Beispiel an diesem Manne. Troß feiner Alters- und Invalidenkarte mit der Bemerkung, daß ich am ist die loggen, Weizen- und Kartoffelernte nicht so gut gewesen, ftarten Familie trat er doch unerschrocken überall da ein, wo es Montag nicht weiter arbeiten folle. Als ich am Montag ben wie in diejem Jahre. galt, die Rechte der Arbeiter zu vertheidigen, und wie Bau betrat, traf ich Wenhet vor dem Bau, die Roflegen mancher Ledige läuft gedantenlos herum, waren ebenfalls beisammen und erwarteten mich, um zu be ohne sich um das Elend seiner Mitmenschen zu sprechen, was zu thun fei; folgedessen haben wir Benhel tümmern." fofort gefragt, was gegen meine Person vorliege. Er versicherte mehrmals: nichts, auch das geringste nicht. Darauf evtlärten fich die anwesenden Kollegen mit mir solidarisch, außer Feder, Der Polizeikommiffar Rimmersdorf in Mains hat gegen Seramer, Federau, Kretschmer und Jaschinowski, welche nicht bie„ Mainzer Voltszeitung" o gen angeblicher Beleidigung Straf anwesend waren, aber später von dem Fall unterrichtet wurden. sie Redaktion fellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Maum dafür antrag gestellt. Das genannte Partei- Organ hatte in sechs Notizen das eigenartige Berhal en geschildert, welches jener Beachträglich haben sich Wulf, welcher während des Fensterstreits Intereffes sur Berigung; Je wabut lich aber gleichselfie bagerent, suit beut amte in öffentlichen Lotalen zu Schau getragen haben soll, und aus Braunschweig zugereist ist, und zipper aus Bromberg allerdings besonnen. Ich bin nun der Ansicht, daß meine Entlassung im Anschluß daran seine Gutfernung aus dem Amte verlangt in der Befürchtung, daß ich meine Rollegen über ihre Lage auf Jn Nr. 269 des Vorwärts" befindet sich im Sprechjaal eine Lämmersdorf ist seit längerer Zeit vom Dienste dispensirt. Er flären tönnte, ihre Ursache hat. von den Herren Hermann Werner, Franz Sizing und Baul Jfaat hat wegen derfelben Angelegenheit auch gegen die Frankfurter unterzeichnete Einsendung, die sich mit meiner Person befaßt. Beitung" bezw. beren Mainger Korrespondenten Klage erhoben. Ich habe, da mir die beiden letztgenannten Herrn persönlich un-Reichsländisches. Am Sonntag wurden in Straß- Achtung! Mitglieder der Allgemeinen Drts- belaunt jinb, nur mit Herrn Werner zu thun, und muß ihn, da burg i. G. einer Austrägerin zehrere Gremplare der Glasranfenfasse gewerblicher Arbeiter und Ar- bie Affave ganz aus seinem Gedächtniß entschwunden zu sein Lothringischen Volkszeitung" abgenommen und in Polizei beiterinnen( frühere Meyer'sche). Die öffentliche Protest- scheint, fragen, ob ich mich nicht zum Wort gemeldet und ihn als verwahrung gehalten. Als sich am Montag Nachmittag" fagt versammlung vom Sonntag, den 13, November, hat verschiedene Borfiyenden gebeten habe, die Männer, welche die unangemeffenen unfer Bruderorgan, ein Genoffe gun Kriminalfommiffar begab, Mißstände, welche in obiger Kaffe herrschen, aus Tageslicht be- Reben gegen uns Frauen( ich habe nicht gegen meine Person um die Herausgabe ber Zeitungen zu fordern, erklärte ihm ber fördert. Leider war diese Bersammlung so schwach besucht, daß gesagt) gebrauchten, zur Ordnung zu rufen. Diesem meinen felbe, daß er noch gar nichts davon wisse, wahrscheinlich wir zu einem endgültigen Resultat nicht kommen fonnten. Wir Berlangen wurde nicht nach gekommen. Da der Herr Vorsitzende feten bie Zeitungen auf Veranlassung des Herrn Bolizei erinnern Guch daher an Eure Pflicht der Rasse gegenüber und nur immer die Säude gesehen hat, die vorn am Gingang des rath Zinsch beschlagnahmt worden. Als die Zeitungsausträgerin bitten Euch vor allem, etwaige von den Herren Rassenärzten Botal erhoben wurden. Dies werben mir sämmtliche Genoffen, fich am Mittwoch auf der Kriminalpolizei einfand, wurde ihr be- oder vom Vorstand begangene Ungehörigkeiten, gegen welche bei die mit mir un die Rednerbühne standen, bezeugen müssen. Ueber beutet, daß bie Zeitungen fich bei der Staatsanwaltschaft be fegteremt schon Beschwerde geführt, aber eine Regelung nicht er- meinen Antrag habe ich einen der Wahrheit entsprechenden Befänden. Diese schien aber sich auch mit der Sache nicht bes folgt ist, bei der Schriftführerin unterzeichneter Kommission richt gegeben. schäftigen zu wollen, sondern bedeutete die Frau, daß sie sich mit Frl. Wittmann, Gitschinerstr. 57 vorn parterre, melben zu wollen. den Leuten abfinden sollte, die die Beschlagnahme veranlaßt Diese Beschwerden werden dann in der am 11. Dezember cr. haben, man hätte wichtigere Sachen zu thun, als sich mit solchen stattfindenden Versammlung zur öffentlichen Kenntniß gebracht Angelegenheiten zu beschäftigen. Endlich wurden der Frau die werden. Gleichzeitig ersuchen wir alle Mitglieder, in dieser Bernahmt wurden, unversehrt und wohlverpackt wieder zurückerstattet. erscheinen, damit es uns gelingt, die freie Arztwahl durchzuAuch wurde ihr ein Schreiben verlesen, worin mitgetheilt war, bringeu. Die Krankenkassen- Rommission der gewerblichen Ardaß fie teine Strafe habe!" beiter und Arbeiterinnen. J. A.: Otto Bleich, Sorauerftr. 5. Sozialpolitisches Zentralblatt( herausgegeben von Dr. Heinrich Braun, Verlag von J. Guttentag in Berlin). Die -Wegen Beleidigung eines Schuhmannes wurde der verantwortliche Redakteur ber Breslauer Boitswacht", Genoffe In Erfurt tagte vom 21. bis 24. Auguft die General- Ber- foeben erschienene Nummer 8 hat folgenden Inhalt: Zur Dis Otto Friedrich, zu 200 Mark Geldstrafe oder 40 Tagen sammlung der 3entral- Kranten- und Sterbetasse fussion der Frage der Arbeitslosen- Statistit. Von Dr. Adolf Gefängniß verurtheilt. Der Staatsanwalt hatte 300 M. beber deutschen Wagenbauer( Eingeschriebene Hilfskaffe Braun. Cine Enquete über die Wirkungen des GemeindeNr. 8, Siz Gotha). Die seinerzeit der Vorwärts" berichtete, Grundbesitzes auf die Gemeindefinanzen. Bon Adolf Damaschke. antragt, C. Habang, Töpfer, Reffeljtr. 20, Frau Fahrenwald, Schönleinstr. 19. Literarisches. Die Genoffen vom sozialdemokratischen Wahlverein für wurde am 22, August die Versammlung von der Erfurter Polizei Das Alter der eheschließenden Personen von Dr. H. Luy. Randow- Greifenhagen, welche fürzlich einen Agitationsbehörde aufgelöst, weil der Erfurter Bürgermeister angab, daß Die Ausdehnung des städtischen Gewerbebetriebes in Preußen.-ausflug nach Politz und Umgegend unternahmen, erhielten je ein bort sämmtliche Versammlungen angemeldet werden müßten. Sozialreformatorische Forderungen der liberalen Unionisten in Gizajmanbat von 50 9, event. 10 Zagen Gefängniß, weil sie auf die vom Hauptvorstand beim Regierungs- Präsidentent dagegen England. Die Reichskommission für Arbeiterstatistik in sozialgelejene Arbeiterzeitungen und Bildwerie vertheilt haben, ohne geführte Beschwerde traf folgender Bescheid ein:" Erfurt, den demokratischer Beurtheilung.-Sozialistische Erhebungen in Waden. vorher die Erlaubniß der Orts- Bolizeibehörde einzuholen. Gegen 21. Oftober 1892. Der Regierungs- Präsident zu Erfurt. 3.8. 7310. Zur Entivickelung der Gewerkschaftsbewegung in Desterreich. Auf die Beschwerde vom 12. v. M. über die hiesige Polizei- Ber- Kongreß der österreichischen Buchbrucker. Der Parteitag der das Strasmandat ist Berufung eingelegt. Die Straftammer zu Glay verurtheilte den Genoffen waltung wegen Aufhebung der am 22. Auguft im Schwarzburger deutschen Sozialdemokratie.- Stoſtspieligkeit der berufsgenossenA. Pifchel, früher in Waldenburg, und Eduard Schindler of einbernjenen Versammlung, eröffne ich Ihnen, daß die Be- schaftlichen Unfallversicherung. Ausdehnung der Krankenin Waldiz wegen Majestätsbeleidigung zu 9 bezw. 3 Monaten hierbe gerechtfertigt ist und ich der Polizeiverwaltung mit ent- versicherungspflicht auf Handlungsgehilfen. Beförderung von Gefängniß. Sie hatten am 16. Juni in Grainsdorf, Kreis Neu- fprechender Anweisung versehen habe. Im Auftrage( Namen). Stadterweiterungen in Preußen. zobe, eine Versammlung des Katholischen Arbeitervereins angeb An den Vorstand der Zentral- Stranken- und Sterbefasse der deutschen lich demonstrativ verlaffen, als ein Geistlicher das Hoch auf Wagenbauer, Gotha." Abdruck sämmtlicher Artikel ist Zeitungen und Zeitschriften gestattet, jedoch nur mit Angabe der Anelle. Für den Inhalt der Inserate über nimmt die Nedaktion dem Publikum für gegenüber keinerlei Verantwortung im Theater. Dienstag, 22 November. Sozialdemokratischer Wahlverein den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 22. November, Abends 8%, 1hr, Lokale„ Königsbank," Große Frankfurterstraße 117: Lokale ,, Königsbaut," Versammlung Zages Ordnung: Achtung! Maurer! Achtung! Donnerstag, den 24. November: Ordentliche Mitglieder- Versammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen d. Maurer Berl. n. Umg. Dr. Zadek. 380/5 Tagesordnung: 1. Berathung über die sanitären Verhältnisse auf den Bauten. Ref. 1. Vortrag des Genossen A. Hoffmann aus Zeiß über:" Die zehn 3. Disfuffion. 4. Vereinsangelegenheiten. Jeder Maurer hat Zutritt. 2. Abrechnung der Bibliothefare und Bericht der Revisoren. Gebote und die besitzende Klasse". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Neue Mitglieder werden in der Versammlung aufgenommen. Um zahlOpernhans. Djamileh. Cavalleria reiches Erscheinen ersucht Laut der Aufforderung im„ Sozialist" des Organs der Unabhängigen, rusticana( Bauern- Ehre). fordere ich hiermit jedes Mitglied auf, der es ehrlich mit dem Verein meint, Der Vorstand. und nicht auf dem Boden jener steht, in der Bersammlung recht zahlreich zu Karl Pfeil, Arndtstr. 11, v. 2 Tr. Schauspielhaus. Donna Diana. Berliner 376/4 Gefins. Theater. Die Orientreise. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Wallner- Theater. Die Großstadtluft. Deutsches Theater. Lolo's Vater. Kroll's Theater. A Santa Lucia. Mittwoch, den 23. November, Abends 8 Uhr, im Lokale Residenz- Theater. Im Pavillon.( Le Parfum). Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Pariser Leben. Thomas- Theater. Der Einfam'. Adolph Ernst- Theater. Diej wilde Alexanderplat- Theater. Sport Madonna. Mädel. des. Herr Philipp, Rosenthalerstr. 38: Versammlung. Zages Ordnung: betreffend das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. 2. Diskussion. 1. Vortrag des Genoffen Flaton über: Die Forderung des Voltes, 3. Erfahwahl des Vorstandes. 4. Verschiedenes. Die Mitglieder des Abgeordnetenhauses sind zu dieser Versammlung eingeladen. Gäste haben Zutritt. National Theater. Mutterfegen 878/2 oder die neue Fanchon. Bellealliance- Theater. Am Altar. Der Vorstand. Apollo Theater.. Spezialitäten Deutscher Schneider- n. SchneiderinnenVorstellung. Theater der Reichshallen. Spezialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Banfmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Verband. Dienstag, den 22. d. M., Abends 81/2 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstr. 77-79: Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen J. Timm über: Die Pariser Kommune. Gebrüder Richter's Variété. Spe- 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Lokalverwaltung. 4. Wie stellen sich die Mitzialitäten- Vorstellung. glieder zum Zuschneide- Unterricht. Adolph Ernst- Theater. Zum 77. Male: Die wilde Madonna. Gesangspoffe in 3 Atten von L. Treptow. Couplets von G. Görss. Mufit von G. Steffens. Mit neuen Kostümen aus 270/6 Zahlreiches Erscheinen ist Pflicht. Die Lokalverwaltung. erscheinen, wegen Ausschluß des Karl Pfeil, Arn Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Uingegend. Donnerstag, den 24. November 1892, Abends 81/2 Uhr: Branchen- Versammlung der Schleifer bei Röllig, Nene Friedrichstr. 44. Tagesordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Karl Schulze ( ehem. Metallschleifer). 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Berschiedenes. Die Kollegen werden dringend ersucht, recht zahlreich und pünkt lich zu erscheinen. 227/18 Der Vorstand. Große öffentl. Versammlung der Töpfer Berlins u. Umgegend am Mittwoch, den 23. d. M., Abends Uhr, in Fey's Gesellschaftshaus, Brunnenstrasse ffo. 140. Tages Ordnung: 1. Was lehrt uns der diesjährige Fensterstreit? 2. Wie wird die Wanderunterstützung vom 1. Dezember für Berlin geregelt? 3. Wahl eines Ersagmannes der Beisiger zum Gewerbeschiedsgericht. Die Versammlung wird Punkt 7 Uhr eröffnet. Um zahlreichen Besuch der Kollegen ersucht [ 326/1] C. Thieme. Berein für volksthümliche Kunst. Fachverein der Tischler. dem Atelier d. Fr. Köpke, und neuen Sonnabend, den 26. November cr., in Nieft's Festsälen, Dekorationen v. Lütkemeyer in Coburg. In Scene gesetzt von Adolph Ernst. Anfang 7 Uhr. E Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alexander- Play- Theater. Heute Abend 72 Uhr: Sport- Mädel. Große Posse mit Gefang, Tanz und Zableaux in 4 Bildern von J. Krenn u. A. Schönfeld. Mufit von Max Lustig. Mit vollständig neuer Ausstattung. Raffeneröffn. 61/2 Uhr. Anf. 71/2 Uhr. Morgen: Sport- Mädel. American- Theater. Neu! Die Trockenwohner, = oder„ Das Kind in der Kommode", parodiftisch realistischer Vorgang im Keller, beobachtet vom Hof aus, von Ostar Wagner. Hauptrolle: Der urkomische Bendir. Jeden Abend jubelnder Beifall. Der feine Reisner. Berliner Lokalposse von O. Wagner. Neu! Die Wiener OriginalSoubrette Clotilde Kowala. Anfang 7 Uhr. Entree 75 Pf. Sonntags 6 Uhr. PassageWeberstraße 16: Winter- Fest. Zur Aufführung gelangt unter Anderem: Prolog von A. Wih. Daran anschließend: Lebende Bilder: Die Schmiede im Walde", Gedicht von Stauffacher in 4 lebenden Bildern, dargestellt von den Mitgliedern des Vereins." Rouget de Lissle trägt zum ersten Mal die Marsellaise vor". Speckbacher" nach dem Gemälde von Defregger. Die Gesangsvorträge verden vom Gesangverein Felsenburg, Mitgl. d. Arb. S.-B., unter Leitung seines Dirigenten Herrn Ihn ausgeführt. Anfang 8 Uhr. Billets für Herren 50 Pf.( incl. Tanz), Damen 30 Pf. find zu haben E. Krause, Landsberger Allee 8; H. Methner, Waldemarstr. 29; J. Jeppson, bei Friz Hansen, Dieffenbachstr. 34 part.; M. Herrmann, Griebenomstr. 1, 2 Tr.; Reichenbergerstr. 133. 364/4 Circus Renz. ( Karlstraße.) Dienstag, den 22. November 1892, Abends 71/4 Uhr: Außerordentliche Vorstellung. Der Vorstand. Circus Corty- Althoff. Berlin, Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstraße. Dienstag, den 22. November, Abends 71/2 Uhr: Elite- Vorstellung. Neu! Der Rapphengst Neu! Osman Pascha als Luftschiffer, dress. u. vorgef. vom Dir. Althoff. Außerd. Auftr. sämmtl. Künstlerspezialitäten, sowie Reiten und Borf. bestdress. Schul- und FreiAuftr. sämmtlicher neu engagirten Runstkräfte I. Ranges. Außerdem: The gold bird, ger. von Frl. Clotilde Hager. Agat, Feuerpferd, in Freiheit dress. und vorgef. v. Direktor Fr. Renz. Mr. James Fillis mit dem Schulpferde Germinal. Punsch, schwed. Pouyhengst, fom. Originaldressur v. Klown Misto ( August). Zum Schluß: F Auf Helgoland. Völlig neue Einheitspferde. lagen, u. a.: Leib- Garde- Artillerie, Hamburger Bürgerwehr. Ballet von 82 Damen. Morgen, Mittwoch: Gr. Vorstellung Panopticum. mit voüftändig neuem Programmn und Fu!!" Invalibendant", Markgrafenſtr. 51a. ein Auf Helgoland. Billet- Vorverkauf beim 9 Fr. Renz, Direktor. Riefen- Feen- Valast Kind!!! Ohne Extra- Entrée. Burgstraße, neben der Börse. non 11-1 und 4-9 Uhr. Castan's S Panoptikum. 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Fenerstein), Alte Jakobstr. 75( oberer Saal): Außerordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: M Statutenänderung. 4. Vereinsangelegenheiten. 1. Stellungnahme zum Anschluß an den Verband. 2. Anträge. 3. Eventuelle Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es Pflicht eines jeden Kollegen, in dieser Bersammlung zu erscheinen. Der Vorstand. 301/2 Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Folgende neuen Erscheinungen unserer Parteiliteratur halten wir am Lager und sind zur Massenverbreitung zu empfehlen: 100000 Soldaten mehr! Ein Wort zur Militärvorlage von Emil Rosenow, ( Verfasser von„ Kapital und Judenfrage".) 16 Seiten 8º.- Geheftet Preis 10 Pfennige._ Für die Sonntagsruhe Eine Antwort auf die für Erweiterung der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe betriebene Agitation. Vortrag, gehalten am 9. Dttober 1892 in Burgstädt von Alb. Schmidt, Reichstags- Abgeordneter. 32 Seiten 8%. Geheftet Preis 10 Pfennige. Die Sozialdemokraten kommen! Eine wahre Dorfgeschichte. Bon Adolph Hoffmann- Zeitz. ( Verfasser der„ 10 Gebote und die besigende Klaffe".) 16 Seiten 8°. Oeheftet Preis 10 Pfennige. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Alle Buchhandlungen, Rolporteure und Zeitungsspediteure nehmen Bestellungen entgegen. Bei Aufträgen von außerhalb erfuchen wir um gleichzeitige Einsendung des Betrages( Porto extra.) J. R. Bauer, Neue Königstr. 56, I. Complete Wohnungs- Einrichtungen, 2 Wohnzimmer, 1 Schlafzimmer und Küche M. 1300, 1 do. 1 do. do. 600, " wie dieselben in der Möbel- Ausstellung zu sehen waren, und zu jeder Zeit bei mir am Lager sind; auf Wunsch auch noch billiger! 5 1 M., Finken, Beisige, fund Albrecht's Stiegliße Sänflinge 75 Pfg. Rothe 50 Big Bäckerei, und sprechinde Amazonen, zoologische Wrangel- Strasse 8, Handlung, Engros und Detail, Stras Langestr. 26, Falkensteinstr. 28. lauerplay 21. Pfennig liefert Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin, Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin, SW, Beuthstraße 2. 1955 Sterzu zwei Beilagen 94 2. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 274. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. Dienstag, den 22. November 1892. 5. Sigung vom 21. November, 11 Uhr. Am Ministertische: Graf zu Eulenburg, Dr. Miquel Die erste Berathung des Gesezentwurses betreffend die Aufhebung direkter Staatssteuern und der Dentschrift wird fortgesetzt. der gegenüber 9. Jahrg. werden muß, so ist doch nicht nöthig, daß sie alle Jahre geschieht. Bortheil haben die Grund- und Gebäudebefiger und die Gewerbes Im Gegentheil, ich würde dafür sprechen, daß längere Perioden treibenden. Da ist es mir bedenklich, ob das nicht im Widerspruch von 5 Jahren einge ührt werden, denn ein Irrthum in der Schäßung des Vermögens um 10 000 m. bedeutet nur eine Differenz von 5 M. in der Steuer. Die Erbschaftsteuer ist des wegen nicht brauchbar, weil die Erbfälle nicht in regelmäßiger Folge entnehen, sondern sehr unregelmäßig. Wenn wir aber den neuen Steuerplan wollen, dann müssen wir kleinliche Bedenken beiseite lassen. bei Der Gewerbe- und Gebäudesteuer nicht 4 Die sieht mit der Tendenz der Steuerriform im Reiche und Preußen Die Ginkommensteuer hat unter Entlastung der minder Wohlhabenden die Wohlhabenderen zu den öffentlichen Lasten herangezogen. Die Aufhebung der Realiteuern kommt den Wohlhabenden zu Gute, denn die Angesessenen sind auf dem platten Lande in der Regel die Wohlhabenden gegenüber den Unangesessenen. Die Hausbefizer find fast immer wohlhabender als die Miether, denn die Abg. v. Jedlig- Neukirch( freifons): Ueber die Hauptziele Abg. Herfurth: Der Vorredner hat sich vollständig für Großkapitalisten und auch die größeren Gewerbetreibenden sinb der Vorlagen herrscht große lecereinstimmung unter den Haupt- den Eteuerrian der Regierung ausgesprochen, ich fürchte aber, fast immer auch Hausbesizer. Es soll sich nur um die Beseitigung parteien: Die Konservativen, die Nationalliberalen und die Mehr- daß seine Hoffnungen sich als Illusionen erge en werden.( hört! eines alten Unrechts handeln. Dabei wird nur eines übersehen. heit meiner Partei billigt den Verzicht des Staates auch die links.) Ueber den Plan der Biegierung, der als der Plan der Die Grundsteuer ist wegen ihrer unveränderten Höhe tros der Realsteuern. Meinungsverschiedenheiten bestehen nur in bezug ganzen Steuerreform" bezeichnet wird, ist in den Tagesblättern wirklichen Eigenschaft einer Steuer thatsächlich eine Rente geauf die Nebenfragen. Wenn die Grundsteuer, deren innere Un- fchon lange gesprochen worden. Dieser Plan hat etwas Be- worden. Bei geschäftlichen Beziehungen, in Gröfällen u. f. w. gerechtigkeit man erkannt hat, aufgehoben wird und einige Per- stechendes und wird nicht verfehlen, nach vielen Richtungen An- wird die Grundsteuer berechnet. Die Aufhebung der Grundsteuer fonen davon Vortheil haben, die vielleicht einer Erleichterung hänger zu finden. Meine Bedenken richten sich nicht sowohl bedeutet einen direkten Vermögenszuwachs.( Hört! lints.) nicht bedürfen, so kann man daraus noch nicht auf eine Bevor- gegen die theoretischen Grundlagen des Systems der Staats- und Das iſt augung dieser Einzelnen schließen, denen viele andere gegenüber Kommunalbesteuerung, als gegen die praktischen Folgen, fie finden der Fall. Darin liegt eben der agrarische Beigeschmack.( Hört! tehen, die wirklich einer Erleichterung bedürfen. Selbst ihre Rechtfertigung nicht in dem rein steuerlichen Theil der Vor- links. Seiterfeit rechts.) Diefer Vortheil foll aufgehoben werden der potente Großgrundbesitz wird nicht den ganzen Betrag lagen, sondern in der Rückwirkung, welche dieser Plan durch die Vermögenssteuer, durch die Erhöhung der Kreis- und Grundsteuer ersparen, denn Das ist nur zum Theil richtig. diefem Betrage steht auf unser gesammtes politisches Leben äußern wird in Kommunalsteuern. die Vermögenssteuer und die Erhöhung der den politischen Folgen von Gesetzen, die ihrer Natur Vermögenssteuer wird höchstens die Hälfte der Grundsteuer aus Streissteuer infolge der lex Huene. Dazu kommt, daß nach nicht politisch sind und nicht politisch sein sollen, machen. Der halbverschuldete Grundbesitzer erhält ein Viertel die Inhaber der Gutsbezirle die Staats- und Kommunal Die Stellung zur Steuerreform ist keine Parteifrage, und sollte der Grundsteuer und der noch mehr verschuldete noch mehr. Wie Steuern ihrer Hinterfassen unentgeltlich erheben müssen. von keiner Seite zur Parteifrage gemacht werden. Bis zu diesem das Gemeinde- Abgaben- Gesetz wirken wird, kann man nicht überwährend sie dafür bisher Entschädigung erhielten. Die Vortheile, Jahre war nur die Rede von der Ueberweisung der Grund- und sehen. Jedenfalls wird das Programın, welches vor zehn Jahren welche den kleinen Bauern und Landgemeinden zu theil werden, Gebäudesteuer, oder vielmehr eines Theiles derselben an Herr von Gneist aufstellte:" Die Personalsteuern dem Staat, die hat Herr Richter aber vollständig verschwiegen. Herr Richter fommunale Verbände. Auch der jezige Finanzminister sprach Realsteuern den Gemeinden", nicht verwirklicht. Denn der Staat meint auch, die Landgemeinden hätten für die Schullasten mehr 1879 nur von der Ueberweisung. Jezt bringt die Regierung den erhebt ja die Bermögenssteuer, welche zum Theil eine Objektsu tragen, als die Gutsbefizer. Das ist aber nicht richtig, denn Plan eines solchen Erlasses der vollen Grund-, Gebäude-, Ge- steuer ist. Bei den Gutsbezirken kommt die Kommunalsteuer Die Gutsbesitzer haben für die Schulbauten alles Material zu werbe und Bergwertsteuer, von welcher letzteren bisher überhaupt nicht in Betracht; darin liegt wieder der agrarische Charakter. liefern. Die Armenlaft wird meistens von Verbänden getragen, nicht die Rede war. Zur Begründung dieses Planes sieht sich( Lachen rechts; hört! links.) Bedenklicher als alle diefe denen die Gutsbezirke ebenfalls angehören, und wo das nicht die Regierung durch den Wortlaut des§ 82 des Einkommen Dinge sind aber die Rückwirkungen auf das politische der Fall sein sollte, bietet die Landgemeinde- Ordnung die Mittel, fteuer- Gejeges in Verbindung mit der unerwarteten Wehreinnahme Leben, namentlich in Bezug auf Bezug auf das Wahlrecht zum folche Berbände zu bilden. Die Landgemeinden haben von der der Einkommensteuer veranlaßt.§ 82 nimmt allerdings den Abgeordnetenhause und zu den kommunalen Vertretungen. Maßregel einen Vortheil von insgesammt 20 Millionen Mart. Mehrbetrag zur Beseitigung der Grund- und Gebäudeheuer in Redner verweist auf die Begründung der Kommunalsteuer Auch in Städten wird eine Erleichterung der Einkommensteuer- Aussicht; nur mit einem„ beziehungsweise" wird die Ueber: Vorlage aus dem Jahre 1879, in welcher ausgeführt ist, daß der Buschläge erfolgen, selbst in Berlin. Es wird nicht den weisung damit in Lerbindung gebracht. Dadurch wird diese Staat auf die Grund- und Gebäudesteuer niemals verzichten Hausbesigern ein Theil der Haussteuer erlassen werden, lettere aber nicht in den Vordergrund gedrängt, fie war vielmehr fönne, mit Rücksicht auf die politische Bedeutung, die sie ge fondern sie werden wahrscheinlich ebenso viel bezahlen müssen, in erster Linie in Aussicht genommen. Gegen die Streichung des wonnen habe. Dieser Satz sei entnommen aus dem Kommissions als fie bisher an Staats- und Gemeindesteuern bezahlt haben. Wortes Ueberweisung hat sich der Finanzminister selbst aus- bericht, den der Abg. Alexander Meyer 1878 erstattet hatte; die Bezüglich des Gemeinde- Abgaben- Gesetzes bemängelt Herr Nichter, gesprochen( härt! links). Aus der Höhe des Mehrbetrages der Worte geben die Anschauung der damaligen Kommission wieber, daß keine Vorschriften darin enthalten sind über die Veranlagung Einkommensteuer fann ebenfalls nicht der Schluß gezogen werden, deren Witglieder aus dem Zentrum und von den Konservativen der Realsteuern, daß die veraltete Grund- und Gebäudesteuer zur daß die Aushebung der Grund- und Gebäudesteuer erfolgen muß. zum Theil noch heute hier figen. Ich habe als Verfasser der Anwendung fomunt als Maßstab. Die Gemeinden, welche einen Der Mehrertrag ist früher auf höchstens 20 Millionen geschätzt Motive diefe Worte aufgenommen mit der Bemerkung, daß die rafchen Ausschwung nehmen, haben sich allerdings nach einem werden. Daß er höher ist, kann doch nicht dazu führen, Millionen Staatsregierung diese Anschauung theile, und die Vorlage trägt anderen Maßstab umsehen müssen, dazu bietet das Reglement weiter zu verwenden, um die Realsteuern vollständig aufzuheben. Die Unterschrift des Grajen zu Gulenburg, des jetzigen Herrn über die Berliner Haussteuer hinreichendes Material; im übrigen Viel näher fäge es vielleicht, von den 40 Millionen 10 Millionen Ministerpräsidenten.( Sört! hört! links.) Die Veranlagung der werden die Gemeinden einfach an der Grund- und Gebäude: abzuzweigen zur Befriedigung von Staatsbedürfnissen, welche Grund- und Gebäudesteuer, die der Staat nicht mehr erheben steuer festhalten können. Daß die Grundsteuer und die Gewerbe- langit als nothwendig anerkannt sind, zur Erhöhung der Ge- will und die Gemeinden nicht zu erheben brauchen, würde in fteuer gleichmäßig herangezogen werden, sei durchaus zutreffend, hälter ber Subalternbeamten und zur Berbefferung der Schul- Bufunft nur auf dem Papier stehen. Für die Veranlagung der denn der Gewerbebetrieb habe von den städtischen Einrichtungen verhältnisse. Das Volksschul Gefeh nahm ja eine Verwendung Gebäudestener, welche jetzt neu vollzogen wird, würde sich fast noch mehr Bortheil, als der Hausbesik. Die Folge der von 9 Millionen Mark von den Ueberschüssen in Aussicht. Eine niemand entschieden haben, wenn er gewußt hätte, daß innerhalb Steuerreform wird sein, daß die Nealbesiger von brückenden Nothwendigkeit des ganzen Planes" tann also nicht begründet Jahresfrist diese Steuer in Wegfall tommt. An die Bezahlung Staatssteuern entlastet werden und daß die Zuschläge zur werden auf§ 82 des Cinkommensteuer Gefeges. Die Motive der Grund- und Gebäudesteuer sind verschiedene Rechte und Staats- Ginkommensteuer nicht mehr so hoch sein werden wie führen mit Recht aus, daß der Begriff Ueberweisung nicht feit Pflichten geknüpft worden. Ob dadurch geholfen wird, daß an bisher. Wenn innerhalb der Gemeinden noch eine ungleiche stehe, daß auch nicht fefiftebe, an welche Kommunalverbände die die Stelle des Wortes entrichtet" bas Wort veranlagt" Belastung bestehen bleiben follte, Sann wird man dahin ueberweisung erfolgen folle; aber die Auffassung ging allgemein gesetzt wird, möchte ich bezweifeln Jedenfalls past das nicht für wirken müssen, daß bei Leistungsunfähigkeit eines nie dahin, daß die Steuer weiter erhoben werden solle, aber den Ge- die Wahl. Jedenfalls müßte als integrirender Bestandderen Verbandes der höhere Kommunalverband eintritt. meinden zur Erleichterung zugewiesen werden solle. Jest werden theil der Steuerreform- Gefeße ein Wahlgefeß erlassen werden. Der Fortfall der lex Suene ist für die Staatstaffe nur mit die Steuern aufgehoben und die Gemeinden erhalten nur das Was soll werden, wenn das Wahlgesetz gesondert behandelt wird 24 Millionen in Rechnung gestellt, während man wohl auch Recht, die Steuerzahler ihrerseits heranzuziehen. Gegen die und nachher nicht zu Stande kommt, was bei drei Faktoren der 30 Millionen rechnen fann, so lange die Getreidezölle in der Ueberweisung ist geltend gemacht worden, daß die großen Städte Gesetzgebung leicht möglich ist. Wenn das Wahlrecht sich lediglich jezigen Höhe beſtehen. Wielleicht empfiehlt es sich, daß der Staat und die wohlhabenden Landestheile allein davon Vortheil haben; nach der Steuerzahlung an den Staat richtet, dann wird die Be die& Wiillionen, die ihm mehr zufließen, an die Preise als seste das trifft aber von der Aufhebung der Grund- und Gebäude- deutung des Grundbesitzes zurückgedrängt und das Wahlrecht Rente vertheilt, welche weniger erhalten bei der Ueberweisung Steuer ebenfalls zu. Der Grlaß beläuft sich in den wohl plutokratisch verschoben. Dasselbe wird bei den Gemeindewahlen als aus der lex Quene. Ich erkenne an, daß die Vermögens habenden Landestheilen Sachfens, Hannovers und Schleswig zu Tage treten. Das ganze Dreiftassenwahlsystem wird dadurch von steuer der ungünstigste, die Besteuerung innerhalb der Gin Holsteins auf 7-8 m., in dem Kreise Giderstedt sogar Grund aus umgestürzt, denn das Wahlrecht muß doch berechnet tommensteuer der günstigste Vorschlag fit; die Erbschaftssteuer auf 18 m. pro Kopf, in M. den östlichen Landestheilen werden nach den Steuern, die wirklich gezahlt werden, nicht nach liegt in der Mitte. Die Vermögenssteuer hat gegen sich einmal aber nur auf 1 m. pro Kopf. Das ist ungerecht. denen, die erlassen werden.( Seiterkeit). Da die Gutsbezirke nicht den Namen, zweitens den Umstand, daß sie eine neue Steuer Was bringt die Aufhebung der Steuern? Den Kreisen den Ver- mit höheren Kommunalsteuern belastet werden können, sie aber darstellt, und brittens, daß sie ein tiefes Gindringen in die Verlust der Ueberweisung aus der lex Huene, die mit 30 Millionen den Vortheil der Grundsteueraufhebung haben, so wird es nicht hältnisse erfordert. Innerhalb der Einkommensteuer kann das sehr mäßig, mit 24 Millionen viel zu niedrig angesetzt ist( hört! mehr möglich sein, die Gutsbesitzer zur Auflösung leistungs Vermögen in den meisten Fällen leicht getroffen werden, aber lints), den Gemeinden einen Berlust an Ginnahmen aus den Grunfähiger Gutsbezirke u. f. w. zu veranlassen( Sehr richtig! nicht bei der Landwirthschaft, bei welcher die Oberleitung und bebungsgebühren für Staatssteuern und die sichere Aussicht auf links). Die Behörden werden auch sehr viel weniger leicht daran Beaufsichtigung, ja die persönliche Mitarbeit bei der Gestaltung eine neue erhebliche Mehrbelastung für Mühewaltung und Kosten gehen, den Gutsbezirksinhabern durch Aufhebung des Gutsbezirks des Einkommens betheiligt ist. Diefer Theil des Ginkommens der Erhebung aller Staatssteuern einschließlich der Vermögens befondere Nachtheile zuzufügen. Ich möchte beshalb mit dem fann nicht so leicht aus gefchieden werden, fodaß man den steuer, zu welcher fie aber feine Zuschläge erheben dürfen. Die Graf Bela den halben Maßregeln den Vorzug geben. Die lex Antheil des Vermögens allein erhält. Das liegt beim Gewerbe Eröffnung neuer Steuerquellen wird ihnen nicht zu Theil, denn Huene hat ja vielleicht zu unwirthschaftlichen Ausgaben Anlaß Dielfach ebenso. Deshalb ist eine besondere Vermögenssteuer beffer. die Gemeinden tönnten jetzt schon Steuern vom Grund- und Ge- gegeben, aber deswegen braucht man sie nicht ohne weiteres auf Wenn dabei auch tief in die einzelnen Berhältnisse eingedrungen bäudebesitz und vom Gewerbebetriebe erheben. Den unmittelbaren zuheben. Die lex Huene ist zwar nicht sehr schön, aber deswegen Die Waffen nieder! ( 77 Gine Lebensgeschichte von Bertha von Suttner. Wenn aber der Eruftfall einträte und man stände unvorbereitet da? " " 0 ber die Rubrik" ja" die Biffer 1, unter die Rubrik" nein" die drängt mächtig zu anderer, zu höherer Gestaltung Biffer 1000 ein. Das ging so bis zum letzten Mann. Dann Die Wildheit mit ihren Gözen und Waffen schon addirte er die Zahlen. Das Ergebniß war: 1001" ja", fchleuderten sie viele von sich. Wenn wir der Barbarei über eine Million" nein". So blieb das Thor verschlossen, auch noch näher sind als die meisten glauben, so sind wir denn das" nein" hatte eine erdrückende Majorität. Und vielleicht auch der Veredelung näher als viele hoffen. Schon das kam daher, weil jeder, statt nur für sich, auch für die lebt vielleicht der Fürst oder der StaatsMan bereite einen Rechtszustand vor, der den Eintritt anderen antworten zu müssen glaubte. mann, der die in aller fünftigen Geschichte als die ruhmdes Ernstfalles" unmöglich mache. Denn was dieser" Allerdings," sprach der Minister nachdenklich, und reichste, leuchtendste der Thaten geltende That vollbringen Fall sein wird, Herr Oberst, von dem fann heutzutage wieder schlug Lori Griesbach bewundernde Augen zu ihm wird, der die allgemeine Abrüstung durchsetzt. Schon stürzt tein Wiensch einen klaren Begriff faffen. Bei der Furchtbar auf- es wäre allerdings eine schöne Sache, wenn die jener Wahn zusammen, kraft dessen der Staatsegoismus keit der gegenwärtig erreichten und noch immer steigenden einstimmige Botirung einer Entwaffnungsvorlage stattfinden einen so täuschenden Anschein von Berechtigung hat Waffentechnik, bei der Massenhaftigkeit der Streitkräfte würde; aber andererseits, welche Regierung wird es wahn, daß der Schaden des Einen den Nußen des Andern wird der nächste Krieg wahrlich kein ernster", sondern ein wagen, den Anfang zu machen? Allerdings giebt es nichts befördere... Schon dämmert die Erkenntniß, daß die Gees giebt gar kein Wort dafür ein Riesenfammer- Fall Wünschenswertheres als Eintracht: aber andererseits: wie rechtigkeit als Grundlage alles fozialen Lebens dienen soll... fein. Hilfe und Verpflegung unmöglich Die kann man, so lange menschliche Leidenschaften, Sonder- und aus folcher Erkenntniß wird die Menschlichkeit hervorSanitätsvorkehrungen und Proviantvorkehrungen werden interessen.. w. bestehen, dauernde Eintracht für blühen, die Edelmenschlichkeit, wie Friedrich Tilling zu sagen den Anforderungen gegenüber als die reine Fronie fich er- möglich halten?" pflegte... Mutter, hier dieses Glas trinke ich dem Anweisen; der nächsie Krieg, von welchem die Leute so ge- Erlauben Sie," nahm jetzt mein Sohn Rudolf das denten Deines ewig unvergessen Geliebten und Betrauerten, läufig und gleichmüthig reden, der wird nicht Gewinn für Wort. Vierzig Millionen Einwohner eines Staates bilden dem auch ich alles verdante, was ich denke und was ich bin. die einen und Verlust für die anderen bedeuten, sondern ein Ganzes. Warum also nicht mehrere hundert Millionen? Und aus diesem Glase" er warf es an die Wand, wo Untergang für Alle. Wer hier unter uns stimmt Soll das mathematisch und logisch beweisbar sein: so lange es zerschellte wird kein anderer Trunk mehr gemacht für diesen Gruftfall?" menschliche Leidenschaften, Sonderinteressen u. f. w. be- und heute- zu des Neugeborenen Tauffest wird kein " Ich allerdings nicht," sagte der Minister; Sie stehen, tönnen wohl 40 Millionen Leute darauf ver- anderer Toast mehr gesprochen, als dieser: es lebe die auch nicht, lieber Doktor aber die Menschen im All- zichten, sich untereinander zu befriegen drei Zukunft! Ihre Aufgaben zu vollbringen, dazu wollen gemeinen... Auch unsere Regierung nicht, dafür kann ich Staaten fogar, wie gegenwärtig der Dreibund, können wir uns stählen nicht: unserer Vatersväter wie die gutstehen aber die anderen Staaten." fich verbünden und eine Friedensliga" bilden aber alte Phraje lautet wollen wir trachten, uns würdig zu fünf Staaten können dies nicht, dürfen dies nicht? Wahrlich, zeigen nein: unferer Enkelssöhne! Mutter wahrlich: unsere heutige Welt gibt sich für ungeheuer flug ist Dir?" unterbrach er sich." Du weinst?... Was siehst aus und belächelt die Wilden und doch: in manchen Du dort?" Bon der geschlossenen Pforte eines schönen Gartens, Dingen können auch wir nicht bis fünf zählen." gar sehnsüchtig hineinschauend, stand ein Haufen Menschen Einige Stimmien erhoben sich: Wes? Wild? taufenbundeiner an der Zahl. Der Björtuer hatte den Auf- Das uns mit unserer überfeinerten Kultur? Am Ende trag, die Leute hereinzulaffen, falls die Wiehrzahl unter des neunzehnten Jahrhunderts?" ihnen den Einlaß wünschte. Er rief den Einen herbei: Rudolf stand auf: Sag' - aber aufrichtig- möchtest Du herein?"-Dja, " Ja, wild ich nehme das Wort nicht zurück. Und ich schon, aber die andern Tausend sicher nicht." Tiefe Antwort so lange wir uns an die Bergangenheit flammern, werden schrieb der fluge Pförtner in sein Notizbuch. Dann rief er einen wir Wilde bleiben. Aber schon stehen wir an der Pforte einer Breiten. Der sagte daffelbe. Wieder trug der Kluge unter neuen Beit- die Blicke sind nach vorwärts gerichtet, alles " Wit welchem Rechte halten Sie andere Leute für schlechter und unvernünftiger als sich und mich? Da will ich Ihnen ein kleines Märchen erzahlen: -" pas Mein Blick war nach der offenen Glasthür gerichtet. Die Strahlen der untergehenden Sonne umivoben einen Rosenbusch mit zittergoldigem Dunst und davon sich abhebend in lebenswahrer Deutlichkeit mein Traumbild: Ich sehe die Gartenscheere flimmern das weiße Haupthaar glänzen Nicht wahr" lächelt er zu mir herliberwir sind ein glückliches altes Paar?" Weh' mir! Ende. braucht man sie nicht todtzuschlagen. Wenn man sie in eine ausgiebigen Gebrauch davon machen, weil der Staat diese der Steuerreform ist, beweist, daß eine einseitige Bevorzugung Befferungsanstalt bringt, fann fie brauchbar werden.( Heiterkeit.) Quellen benußte. Die 40 Millionen Ueberschüsse aus der Ein- nicht stattfinden wird, namentlich wenn man die Gewerbesteuer Man tönnte den Verbesserungsmaßstab ändern und vielleicht tommensteuer wollte Herr Herrfurth doch auch an die Ge- und die jetzt bevorstehende Erhöhung der Gebäudesteuer dabei in auch eine andere Vertheilung vorschreiben. Ich komme nun zur meinden vertheilen. Da wäre es doch wohl gut gewesen, wenn Betracht zieht, die wesentlich den Städten zu Gute kommt. Ich Vermögenssteuer. Der Finanzminister wird ja mit dieser Vorer uns unwissenden unwissenden Leuten eine Andeutung über den gehe nicht so weit, zu sagen, Herr Richter habe keinen Plan. Er lage auf Widerstand selbst bei denjenigen stoßen, welche sonst in Maßstab der Vertheilung hätte geben wollen.( Heiterkeit.) hat den Plan, die Steuerreform jetzt zu verhindern, das ist ge verba ministri schwören. Das Ziel der Vermögenssteuer kann Die Bertheilung nach der Fläche oder nach der Kopfzahl ist doch rade Plan genug, denn nach§ 83 und 84 des Einkommensteuer auf dem Wege erreicht werden, den Herr v. Jagow vorgeschlagen, nicht richtig. Sollte man nad, den Ausgaben vertheilen? Solche gefehes wird, wenn die Steuerreform bis 1894 nicht zu stande jedenfalls aber am besten durch die Erbschaftssteuer. Die Ver- Vertheilung findet statt bei den Zuschüssen für die Lehrer- kommt, der Steuerfaß ermäßigt. Dadurch würde die ganze mögenssteuer ist allerdings ergiebiger, aber auch entwickelungs- gehälter, die den reichen wie den armen Gemeinden gewährt wer- Steuerreform verhindert. Der Erlaß der Grund- und Gebäudes fähiger; man braucht nur ein Wort zu ändern, 1/2 vom Hundert den. Ich habe als Oberbürgermeister von Frankfurt am Main Steuer für die Gutsbezirke erscheint mir nicht so bedenklich; soll anstatt 1/2 vom Taufend, dann hat man den zehnfachen Betrag. Diese Zuwendung gern hingenommen und mich nur gewundert der Gutsherr, der die kommunalen Ausgaben, wenn auch nicht Das lästige Eindringen in die Verhältnisse war durch das Gin über den Reichthun des Staates, der seine Beamten nicht ein- in Form von Steuern, so doch als Wirthschaftsausgaben trägt, tommensteuergesetz von 1851 verboten, durch die Ginkommen- mal ordentlich bezahlt. Der Vorredner hat gemeint, die neue nicht ebenfalls erleichtert werden, wie die anderen Realsteuerzahler? Steuer von 1891 gestattet, jetzt wird es geboten.( Sehr richtig 1) Reform sei neueren Datums, von einem Erlaß der Realsteuern Bezüglich der Nückzahlung der Grundsteuer- Entschädigungskapis Weshalb will man den Geineinden die Benutzung der Ver- war überhaupt keine Rede. Das ist richtig, weil man sich nicht talien stellt sich der Redner auf den Standpunkt der Regierung, mögenssteuer verwehren? Der fiskalische Zweck der Vermögens vorstellen konnte, daß die Einkommensteuer mehr als 40 Millionen nur würde vielleicht den Erben eines Gutes nicht die Rückzahlung steuer ist also wohl die Hauptsache. Deshalb ist es bedenklich, Ueberschüsse geben würde. Wenn nur 15 Millionen Mark her der vollen Entschädigungssumme aufzuerlegen sein. Der Entwurf eine solche Steuer einzuführen. Mit einem Jahresbetrage von ausgekommen wären, wäre ein solcher umfassender Plan hier jetzt des Gemeindeabgabengesetzes im Ganzen ist eine vorzügliche Ar35 Millionen Mark lediglich zu dem Zwecke, eine Deckung zu ein vermessener gewesen. Nach dem Ergebnis der Einkommen beit, wenn wir auch im Einzelnen Ausstellungen zu machen suchen für die Aufgabe fester Staatssteuern, und zwar fiener- Veranlagung konnte eine grundlegende Reform unter- haben. Herr Richter findet den Entwurf zu elastisch. Er hat in einem Zeitpunkt, wo wir ein Defizit haben, das noch nommen werden. Der Vorredner meint, die Steuerreform wirke dabei wohl nur immer die Berliner Verhältniffe im Auge. Für wachsen wird und wo wichtige staatliche Aufgaben kultureller nach der einen Seite hin plutokratisch, nach der anderen agra- eine Gemeinde kann man bestimmtere Vorschriften treffen, für Art wegen Mangel an Witteln unbefriedigt bleiben müssen. risch. Ich muß innerlich lächeln, wenn der Einkommensteuer ein viele Gemeinden aber müssen allgemeine Normen aufgestellt Zu dem Kommunalsteuer- Gesetz nehme ich eine wesentlich andere plutokratischer Charakter vorgeworfen wird.( Zuruf links: Hat werden. Ein Theil meiner Freunde tit z. B. der Meinung, daß Stellung ein. Ich halte die Faffung einzelner Vorschriften nicht Herrfurth garnicht gesagt!) Die Angriffe gingen gegen mich nach der§ 45 über die Vertheilung der Personale und Realsteuern für besonders glücklich, aber in allgemeinen stehe ich dem Gefeße entgegengesetzter Richtung. Die Ueberlassung der Realsteuern viel zu enge gefaßt ift. Die Direktive, welche das Gesetz, trotzdem sehr viel sympathischer gegenüber als Herr Richter. Ich halte an die Gemeinden wird die Personalsteuern sehr erheblich ent- es einen lehrbuchartigen Gharakter haben soll, giebt, werden für es für richtig, daß ein gewiffes Gebiet abgegrenzt wird, inner- lasten.( Widerspruch links). Wir werden Ihnen eine die Aufsichtsbehörden ausreichend sein. Herr Richter wollte alle halb deffen die Gemeinden sich autonomisch bewegen können, daß Statistik der Vertheilung der Einkommensteuer in den Hochbauten von den Hausbesizern bezahlen lassen. Dagegen dieses Gebiet überschritten werden fann mit Genehmigung der Gemeinden vorlegen; da werden Sie sehen, welche würde sich ein Sturm der Entrüstung erheben; der Hausbesizer wird Aufsichtsbehörden und daß für den Fall, daß ein Beschluß der Folgen das Gemeinde- Abgaben- Gesez haben wird. Es damit einverstanden sein. Gegenüber der Vermögenssteuer hat Gemeinde nicht zu ftande kommt oder derfelbe. die Genehmigung ist ein Irrthum, daß die Häuser in den Städten sich meist in man den Vorschlag gemacht, das fundirte Einkommen in der Der Aufsichtsbehörde nicht erhält, eine gefeßliche Vorschrift an die den Händen der wohlhabenden Leute befinden. Nein, die Haus- Ginkommensteuer besonders zu belasten. Das hat gewiffe Bor bühren und Verwaltungsabgaben eingeführt werden, auch damit, nur eine Verwaltung führen, bei der sie ihre Arbeitskraft ver- tommensteuer tann man fundirtes und unfundirtes Einkommen man trennen. Wie will daß die Gebühren in den Schlachthäusern mäßig erhöht werden, wenden. Herr Richter hat angenehme Wige gemacht über den garnicht aber nur soweit, daß die Fleischpreise dadurch nicht vertheuert verschuldeten Grundbesitz. Ueber die Thatsache der Verschuldung Intelligenz eines Landwirths auf seine wirthschaft beurteilen? werden. Gegen das Kommunalfieuer- Gesez habe ich ein Zuviel sollte man keine Wize machen. Wenn 17 Milliarden Schulden Man wird wahrscheinlich nicht anders verfahren können, als daß und zwei Zuwenig geltend zu machen. Ein Zuviel an Staats- auf dem Grundbesitz haften, wird keine Gesetzgebung der Welt man das Vermögen ermittelt und dann kann man auch gleich Aufsichten, ein Zuwenig über das Kommunalsteuer- Privileg der darüber mit Witzen hinweggehen können. Daß die verschuldeten eine Vermögenssteuer erheben. Beim fundirten Einkommen können nomie der Gemeinden, welche in§ 62 enthalten ist: Die Zwangs: niemand bestreiten können. Wenn wir die Idee des Vorredners werden. Und wie sollen die Zuschläge zum fundirten Einkommen etatifirung von Gemeinde- Einnahmen an Gebühren und Beiträgen zur Ausführung bringen, würden wir eine Berdoppelung der bemessen werden? Es würden sich dabei die größten Gegenfäße und indirekten Steuern gegen den Willen der Gemeinden. Nachtheile des Dotationssystems haben und eine wesentliche herausbilden; niemals ist ein solcher Kampf der Intereffen Der Oberpräsident von Berlin könnte zu der Auffassung Einwirkung auf die Finanzen der Gemeinden nicht ausüben. hervorgetreten. Die Erbschaftssteuer empfiehlt sich noch viel fommen, in Berlin prävalirten zu sehr die Kommunalneuern. Die Gewerbe- und Bergwertesteuer würden bestehen bleiben, die weniger als Ersatz für die Vermögenssteuer. Der Erbfall ist nicht Er schafft die Miethssteuer ab und führt eine Baumaterialien halbe Grund- und Gebäudeſtener würde ebenfalls bestehen bleiben. Der geeignetste Zeitpunkt für eine Steuererhebung. Der Ernährer Steuer ein und verdoppelt die Kanalisationsabgaben. Die Stadt Wir hätten also nur 40 Millionen Mark in unzweckmäßiger der Familie stirbt; die Schulden müssen regulirt werden und Berlin hätte dagegen die Klage beim Ober- Verwaltungsgericht. Weise an reiche und arme Verbände gegeben, ohne die Art der manche andere Ausgaben entstehen und da fordert der Staat Die Einführung der Biersteuer in Spandau wäre im Hand- Verwendung kontrolliren zu können. Wenn Sie die Steuerreform dann eine Steuer, die, wie der Finanzminister ausführte, recht umdrehen von der Regierung in Potsdam zu dekretiren. Ich in ihren Grundlagen ablehnen, dann bliebe verständigerweise hoch sein müßte, um die 35 Millionen aufzubringen. Wenn die halte die Biersteuer in Spandau für sehr zweckmäßig, aber gegen nur ein Programm: Man verzichtet auf jedes Reformprogramm, Erbschaftssteuer bei hohen Vermögen erhoben wird, so daß vielden Willen der Gemeindevertretung würde ich niemals eine das man doch nicht durchführen kann und nimmt das Geld leicht die ersten 10000 m. frei bleiben, dann würden die Befolche Steuer aufzwingen. Diese Bestimmung müßte vouständig zur Staatskasse, denn der Staat ist augenblicklich der denken etwas vermindert sein, aber der Ertrag würde auch sehr gestrichen werden. Zu wenig enthält die Vorlage über die Steuer- bedürftigste, und der Staat fann am ersten dafür erheblich schwinden. Gegen die Vermögenssteuer, wie sie vorliegt, privilegien der Beamten. Mit der Einführung der Deklaration forgen, daß die bedürftigen Gemeinden unterstützt werden. sind einzelne Bedenken geltend zu machen; aber die Vermögens ist ein wesentliches Moment für die Privilegien in Wegfall ge- Der Vorredner hat die Vermögenssteuer eine fistalische Steuer steuer erstickt jeden Vorwurf der Ungerechtigkeit. tommen, und man fönnte hier wohl eine andere Regelung ein- genannt; warum tabelt er den fiefalischen Charakter, da die Modifikationen, welche dazu nöthig sind, können nur in einer treten lassen. Die Kommunalsteuer- Reform hilft aber nichts, Steuer dem Staate nur die Mittel fichern soll, die ihm heute zu Kommission vorgenommen werden. Kein wahrer Freund der wenn daneben nicht die Kreis- und Schulsteuern geregelt werden. Gebote stehen? Was die Gemeindeabgaben angeht, so muß der Reform im ganzen wird sich durch die Vermögenssteuer abhalten Ich habe die Gründe dargelegt, welche es mir unmöglich machen, Staat, wenn er hundert Millionen hingiebt, die Sicherheit haben, lassen, der Reform im ganzen zuzuftimmen. mich für den ganzen Plan der Regierung zu erklären. Wenn ich daß die Gemeinden auch wirklich die neuen Steuerquellen ver- Gegen 4 Uhr wird die Weiterberathung auf Dienstag eine Reihe von Veränderungsvorschlägen angedeutet habe, möchte wenden. Wenn eine Stadt ein schlechtes Steuersystem hat und 1/2 Uhr vertagt. ich mich dagegen verwahren, als ob ich dem Plane der Re- freiwillig nicht davon abgeht, dann muß sie dazu gezwungen gierung ein bestimintes positives Gegenprogramm entgegenstellen werden, nach der Absicht des Gesetzgebers. Die Verweisung auf sollte. Das ist nicht Ausgabe eines einzelnen Abgeordneten oder die Biersteuer von Spandau war ungeschickt. Das Gefeß schreibt des Abgeordnetenhauses als solchen. Für solche wichtige den Gemeinden nicht vor, indirekte Steuern zu erheben; eine Gesetze muß der Staatsregierung. stets vollste solche Vorschrift würde ich auch für vollständig falsch halten. Initiative überlaffen werden; nur im Finanzministerium Ein Minister oder ein Verwaltungsgerichtshof wird niemals der tönnen folche Vorlagen ausgearbeitet werden. ES ist Gemeinde vorschreiben können, eine Biersteuer zu erheben. Mietheden Einfluß Versammlungen. Ju widmen. die zur der Die Ver Agi eine unberechtigte Forderung, wenn von demjenigen, der steuern sind auch zugelassen( Zuruf: Leider!), deswegen kann der Die freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins hielt eine Kritik ausgeübt hat, ein Gegenvorschlag verlangt wird. Oberpräsident auch nicht ohne weiteres die Miethssteuer ab- am 18. November eine Mitgliederversammlung ab. Die zunächst ( Zustimmung links.) G3 ist mir auch zweifelhaft, ob in der schaffen. In der Beschränkung der Rechte der Gemeinden werden verlesene Abrechnung wies eine Einnahme von 166,73 M. und Kommission es gelingen wird, die von mir mitgetheilten Bedenten wir nicht weiter gehen als das Staatsgesetz und die Tendenz der eine Ausgabe von 73,78 M. auf. Es bleibt mithin ein Kaffen zu beseitigen. Wenn das gelingen sollte, wird meine Zustimmung Steuerreform es erfordert. Ueber das Einzelne werden wir in der bestand von 92,95 M. Nachdem die Abrechnung von den Revie immer davon abhängig sein, ob es gelingt, ein richtiges Wahl- Kommission Rede und Antwort stehen Entscheiden Sie sich soren bestätigt und der Kassirer entlastet worden war, wählte die gesetz zu Stande zu bringen, welches die politischen Rechte nach für die Verwandlung der Realsteuern in Kommunalsteuern, Versammlung die Kollegen Otto Pet und Richard Dycha zu Res allen Seiten hin wahrt. Ich erkenne an, daß es nothwendig ist, dann müssen Sie dem Staate auch die Mittel dazu geben. visoren. Wernau forderte die beiden Gewählten auf, treu ihrer Die Steuerreformen durchzuführen. Aber lieber eine Verzögerung Sie würden selbst von einem Minister sonderbar denken, Pflicht nachzukommen und der Gewerkschaft das ihr gebührende um 1 oder 2 Jahre als eine Reform, welche zwar nicht die Ab- wenn er sichere Steuern ohne Ersatz aus der Hand giebt. Interesse Alsdann bewilligte 15 Mart Antrag Wernau sicht, nach meinem Dafürhalten aber die Wirkung hat: die Inter- Würden die Realsteuern nicht aufgehoben, dann bleiben alle Un- sammlung auf effen der kommunalen Verbände und die Interessen der minder Sie müssen nicht nur die Beschaffung der Mittel ermöglichen, tation, worauf das Verhalten der Maurermeister Klemens wohlhabenden Bevölkerung hinter den Interenen einzelner Klaffen sondern auch zugleich die Frage der verschiedenen Besteuerung und Lauenburg gegen ihre Arbeiter auf's schärfste tritifirt wurde. der Bevölkerung zurückzustellen, welche sich gestalten würde zu des fundirten und unfundirten Einkommens lösen. Wenn Sie Ebenfalls wurde der Polier Heinart und der Kolonnenführer einer reformatio in peius.( Beifall links und Zischen rechts.) diefe Frage bejahen, dann müssen sie andere Wege zeigen, wenn Schulz lebhaft getadelt, worauf die Versammlung in einer gege Finanzminister Miquel: 63 wäre bei Lage der Sache Sie die Bermögenssteuer nicht wollen! Beigen Sie andere Wege die Genannten gerichteten Resolution ihrer Meinung Ausdruc gar nicht erforderlich gewesen, den Zusammenhang des Wahl nicht und lehnen Sie die Vermögenssteuer auch ab, fo lehnen Sie verlieh. Gs gelangte hierauf das Aufnahmegesuch eines Maurers damit alles ab. Der Borredner will die Veränderung unseres zur Debatte. Dasselbe wurde abgelehnt, weil die Versammlung zechtes mit dieser Frage so sehr zu betonen, da hierüber wohl allgemeines Einverständniß herrscht. Sowohl in dem Ueber Systems nicht, er berücksichtigt die Belastung durch die Steuer der Ansicht war, daß der Betreffende unserer Organisation nu weisungsgesetz als in der Thronrede ist austrüdlich anerkannt nicht genug.( Sehr richtig! rechts.) Dazu sind ihm die Aende beitreten wolle, damit er eine Klagesache, die ihn beschäftigt, aus worden, daß ein Wahlgesetz thunlich st schnell vorgelegt werden ungen zu große, er bleibt lieber bei der lex ene, die er selbst Vereinsmitteln durchführen könne. Der Maurer, der bisher früher sehr scharf getadelt hat. Gingelebte Anschauungen, her- feiner Organisation angehört hat, wurde aufgefordert, sich bei foll.( Buruf: thunlichst!) zusammen, um sich mit der halben Wiaßregel zu begnügen. Ich lebigung einiger interner Angelegenheiten fand Schluß der Ber könnte mir denken, daß der Landtag vor der großen Reform fammlung statt. zurückschreckt. Diese Vorfrage muß erst gelöst werden. Bleibt Sie werden in dieser Session mit einem Wahlgefeß sich zu beschäftigen haben und können sich entscheiden, ob Sie die Steuer geseze annehmen wollen ohne oder mit Aenterung des Wahl rechts. Das Wahlgeset muß meiner Meinung nach auch ent- die Grund- und Gebäudesteuer in halber Höhe bestehen, dann muß Die in der Filzschuhbrauche beschäftigten Arbeiter und gegentreten der plutofratischen Wirkung des Einkommensteuer- die Bertheilung der Gemeinde- Abgaben eine ganz andere sein. Arbeiterinnen hatten am 14. November eine öffentliche per gefeßes. Gegen den Abg. Richter habe ich den Einwand ge- Rein Redner hat bis jetzt die Berechtigung der Ziele bes großen fammlung. Menzel hielt in derselben einen„ Die Mermiten dee macht, daß er nur fritifive, daß daraus nicht herzuleiten fei, vas Reformplanes bestritten, immer find mur, bie prattiſchen Folgen Armen oder der fünfte Stand" benannten Vortrag, dem tere er eigentlich positiv wolle, daß das eine unfruchtbare Debatte fei bekämpft worden. Von der Entscheidung der Vorfrage hängt der lebhafte Diskussion folgte. Nach Beendigung derfelben ertaine in emer Frage, wo die Reform durch Gesetz vorgeschrieben ist. Ausgang der Berathunger der or pieberholen: 23 hm die Abrechnung der Agitationskommission, welche ih, zu machen, bas ſei Sache der Staatsregierung. Das ist richtig. granım bes Borreoners durchgeführt würde, müßten bann nicht die Summe ſtehen aus 36 M. 43 Pi, mithin beträgt der baar, erheben. Er hat zwar gesagt, er brauche teine Gegenvorschäge Willen beider Häuser des Landtages zu erfüllen. Wenn das Pro- und somit einen Bestand von 86 M. 38 Pf. aufwies Bon diese Blos wenn die Staatsregierung ein großes Programm vorlegt, Stealsteuern reformirt und eineskapitalrentensteuereingeführt werden? Kassenbestand 49 W. 95 Pf. Hierauf wurden ange dann müssen die Kritiker wenigstens zeigen, wohin sie gehen wir bekommen immer nur Kritiken und feine positiven Gegen- Schwach und Beuthan zu Revisoren gewählt; die wollen.( Abg. Richter: Das habe ich gefagt; Sie haben blos vorschläge. Ich denke, Sie werden sich an die Vorlage halten Agitationskommission wurde aus den Kollegen Lange, nicht zugehört! Sie wollen das nicht hören!) Der Vorredner und diese Kritifen beiseite laffen.( Lebhafter Beifall rechts.) Heine, Matowia e und Schmolling zusammengefeßt. hat das zum Theil gethan. Er hat eine Reform der lex Huene verlangt: eine Firirung des Betrages und eine Aenderung des eine gelb teil beigt, og ein Der Vizepräsident von Benda ertheilt dem Abg. Guneccerus als Maßstabes von 1885 entgegengestellt! Die Verwendungszwecke das Wort, welcher aber eine Zeit lang schweigt, da ein großer Beitrag zu den Unkosten für die Gewerbegerichts- Wahlen 8. follen festgestellt werden. Das ist die schwache Seite der Sache. Theil der Abgeordneten den Saal verlassen. Ferner wurden die Kollegen, welche der Orts- Krantenfasse der Abg. von Eynern nimmt das Wort zur Schuhmacher angehören, aufgefordert, in der am 21. November Verwendungszwecke fann man vorschreiben für Verbände, welche gleiche Aufgaben und Ausgaben haben. allenfalls für die Gemeinden zu, aber nicht für die Kreise. aufgefordert worden war, jand Schluß der Versammlung statt. Die Kreise sind verschiedener Art im Westen und im Osten; das liegt in ihrer historischen Entwickelung. Die Kreise im Westen In einer Versammlung des Krankenunterſtügungs find regiminale Bezirke, nicht fommunale Verbände. Man müßte in gewissen Landestheilen die ueberweisungen an die Streife jenen, die erholungsbedürftig sind, das Verlassen das Saales zu staufand, wurden, nachdem die Abrechnung der Hauptkasse vol Abg. Enneccerus( ntl.): Ich habe nur geschwiegen, um bundes der Schneider und Berufsgenossen, welche fürzlich machen, in anderen Landestheilen an die Gemeinden. Dadurch ermöglichen. Es handelt sich hier um die Frage, ob der Staat 2. Quartal und die der Lokalkasse vom 3. Quartal verlesen une würde die Einheit der Verwaltungsorganisation des Staates auf alle Realsteuern verzichten soll oder nicht. Daß die Begenehmigt war, folgende Personen für das Jahr 1893 in bie zerstört. Durch Gesetz wäre freilich schließlich alles möglich, aber ftimmung des§ 82 des Cintommenſtener: Gejeges sich nur auf totalverwaltung gewählt: Auguſt 3 i 1 m als Nassirer, Heinrich das Gesetz müßte dann etwas unvernünftiges thun. Der Staat einen Ueberschuß von 15 bis 20 Millionen bezogen haben soll, efchone& als Bevollmächtigter, Paul B& cf er als Schrift erhebt doch keine Steuern, um sie nachher blos zu vertheilen an ist unrichtig. Ich habe felbst eine Mehreinnahme von führer, Franz Boche als 1. Beisiger, Reinhold Schü als Verbände, die feine Unterstützung bedürfen. Die rheinischen 35 Millionen vorausgesagt, und der Abg. Richter ging darin 2. Beisiger, ferner als Revisoren die Kollegen Ostar Lorenz Kreise legen von den 8 Millionen, die ihnen überwiesen werden, noch viel weiter. Die Unrichtigkeit der Brutto- Realbesteuerung in Wilhelm Schulze, Karl Reising, Adolf Schwandt und etwa 5 Millionen auf Zinsen an, weil sie feine Berwendung so oft dargelegt worden, auch von meinen Freunden, daß kein Zweifel Hermann Kaulbars. Godann wurde beschlossen, das Bureau dafür haben. Nach dem Regierungsvorschlage sollen feine bestehen sollte darüber, daß eine gründliche Reform erfolgen muß. nach der Schüßenstr. 18, Restaurant Freygang, zu verlegen. Zu Dotationen überwiesen werden, sondern wir überweisen Steuer Würden die Realsteuern nicht aufgehoben, dann bleiben alle Un- Schluß wurde noch der Antrag angenommen, im Februar eme quellen, welche die Gemeinden nach ihren verschiedenartigen Be- gerechtigkeiten derselben bestehen: Die Verschiedenartigkeit der Maskenball zum Besten unterstützungsbedürftiger tranfer lit dürfnissen ausnuten sollen. Wo liegt eine größere Selbstver- Veranlagung bei der Grundsteuer, die Nichtzulassung des Abzuges glieder zu veranstalten. waltung vor, als in diesem Vorschlage! Die weitgehendste Frei der Schulden. Daß eine Bevorzugung des platten Landes oder heit nuzt den Gemeinden nichts, wenn der Staat seine Hand der Gutsbezirke oder der großen Städte vorliegt, kann ich nicht auf die Steuerquellen legt, welche den Gemeinden eigentlich ge- annehmen. Sonst würde ich gegen die ganzen Vorlagen stimmen. hören sollten. Die Gemeinden hatten bisher schon die Befugniß, Schon daß meine Fraktion, in welcher Stadt und Land, große Grund- und Gebäudesteuer zu erheben, aber sie tonnten feinen und kleine Städte vertreten sind, einstimmig für die Grundlagen Das träfe und bittet um eine viertelstündige Pause, da die Mitglieder nach scheinen. Nachdem noch zum Besuch des Weihnachtsfränzchens solchen bedeutenden Reden einer Erholung bedürfen. Ter Bizepräsident von Benda glaubt, daß dazu nicht die Zustimmung des Hauses zu finden wäre. Verantwortlicher Redakteur: August Euders in Berlin Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. te fü fa 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 274. Parteikag der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Sechster Verhandlungstag. Berlin, 21. November 1892. Dienstag, den 22. November 1892. Der Vorsigende Singer eröffnet die Sigung um 91/2 Uhr mit der Mittheilung eines Begrüßungsschreibens der Prager Genoffen, die aber gegen den Beschluß des Parteitages in Sachen der Maifeier protestiren und an der Arbeitsruhe sestzuhalten ertlären. Es wird in die Tagesordnung eingetreten. Mit großer Majorität wird zunächst ein Antrag EmmelSaarbrücken angenommen, wonach das Gehalt des fünftigen Saffirers gleichgestellt werden soll mit dem der Parteisekretäre; der Kassirer soll dafür die Ordnung und Verwaltung des Partei Archive übernehmen. Die übrigen Gehälter der Vorstandsmitglieder bleiben unver ändert. In die Parteileitung gewählt find: Bebel und Singer zu Vorfizenden mit je 217 Stimmen ( 7 Stimmen zersplittert). Auer uno Fischer zu Sefretären mit 217 refp. 182 Stimmen( 20 Stiminen zersplittert, auf Stadthagen fielen 23 Stimmen) und Gerisch mit 205 Stimmen zum Raffirer( 7 Stimmen zersplittert). Zu Kontrolleuren werden gewählt: M Kaden Dresden( 177 St.), Meister Hannover( 170 St.), Ewald Brandenburg( 172 St.), Herbert- Stettin( 169 St.), Dubber: Hamburg( 151 St.), Jacobey Berlin( 136 St.), G. Schulz- Berlin( 125 St.), die übrigen Stimmen zersplittern sich auf 13 andere Kandidaten. = Der Antrag: Der Parteitag bestimmt das Gehalt des Chefredakteurs des" Borwärts" ist von neuem eingebracht worden. Singer erklärt die Wiederaufnahme eines bereits einmal abgelehnten Antrages an sich für unzulässig, läßt aber dem Parteitag tie Entscheidung darüber, ob dieser Antrag überhaupt zur Berathung gestellt werden dürfe. Die Majorität lehnt die Berathung ab. Als Orte für den nächsten Parteitag werden Röln, Halberstadt, Stuttgart und Leipzig vorgeschlagen. Röln wird mit Rücksicht auf die Bekämpfung des Zentrums ( von den 38 Wahlkreisen der Rheinprovinz gehören 27 dem Zentrum), Halberstadt mit Rücksicht auf die Agitation unter der Landbevölkerung, Stuttgart mit Hinweis auf die agitatorische Wirkung für Süddeutschland empfohlen. Strafen von 3 oder 5 M. handele, den Prozeß bis zur letzten Instanz zu treiben. Ganz horrende Summen müßte die Parteitaffe für die Kosten aufbringen. Die Parteigenoffen in Köln beantragen:" Zur Hebung und Belebung der Parteiagitation in Rheinland und Westfalen, wo das Zentrum dominirt, hat der Vorstand von Zeit zu Zeit in Verbindung mit den Agitationskomitees der einzelnen Brovinzen größere Agitationstouren zu veranlassen und für geeignete Agitatoren zu sorgen." Wird abgelehnt, nachdem Auer darauf aufmerksam gemacht, daß schon jetzt alles gefchehe, was überhaupt geschehen könne. Solche allgemein gefaßte Anträge hülfen zu gar nichts. Wohl in feiner Provinz gebe es eine größere Zahl rednerisch begabter Agitatoren, als gerade im Rheinland. Der Wein, der die Zunge löst, erweise auch in Rheinland seine Kraft.( Heiterkeit.) leber den Antrag des Parteigenoffen Dallens in St. Ingbert, der Pflege des internationalen Gedankens und Bestrebens in der Partei mehr Aufmerksamkeit schenken zu wollen, wird zur Tagesordnung übergegangen, da die Partei es hieran niemals hat fehlen lassen. Der Antrag des Genoffen Stablow in Gallen: Kapitalbefigende Genossen. zu ersuchen, in den kändlichen Bezirken Lofale zu erwerben und dieselben an parteigenössische Wirthe zu verpachten, um so den 2ofalmangel zu heben," wird mit einiger Heiterfeit aufgenommen und findet feine Unterſtügung. 9. Jahrg. daß ich in den Interviews feit meiner amerikanischen Reise ein Haar gefunden hätte. Diese Reise liegt mehrere Jahre zurück und ich habe mich in dieser Zeit nicht mehr intervieren lassen. Das kann ich freilich nicht verhindern, daß aus ein paar Worten, die ich im Gespräch fallen laffe, ein Interview von mehreren Seiten gemacht wird. Ich meine, jeder von uns, der des Wortes und der Schrift mächtig ist, thut besser daran, wenn er etwas zu sagen hat, es selbst und nicht durch irgend einen Mittelsmann zu thun. Das ist meine Praxis. So komme ich in keine Verlegenheiten. Jedesmal, wenn ein Interview von mir in der gegnerischen Presse erscheint, ist es erftunten und erlogen. Das bitte ich für die Zukunft zu beachten und wünsche nur, daß jeder Parteigenosse sich meiner Braris an schließen möge; das ist für den Betreffenden angenehm und die Partei hat wahrlich keinen Verlust dabei. Antrick zieht nach dieser Debatte den Antrag zurück. Ueber den Antrag: Der Parteitag protestirt gegen die Maßs regelung der Krupp'schen Arbeiter, wird zur Tagesordnung übergegangen, weil es sich um einen einzelnen Fall handelt, zu dessen Beurtheilung dem Parteitag das thatsächliche Material nicht vorliegt. Der Antrag: Die Fraktion hat in der nächsten Session den achtständigen Normal- Arbeitstag zu beantragen, wird für bereits erledigt erklärt, da der Parteitag alle Anträge zur parlamentarifchen Thätigkeit der Fraktion zur Erwägung überwiesen hat. Augustin beantragt:" In Erwägung, daß die Ver Die Parteigenoffen des 2. Berliner Wahlfreifes beantragen: stärkung der sozialen Gegenfäße, die zunehmende Arbeitslosigkeit, Die Parteigenossen erwarten, sobald der Parteitag gesprochen, die wachsende Ausbeutung des Proletariats durch die bevon einem jeden Genossen die Respektirung der Beschlüsse des stehende fapitalistische Herrschaft bewirkt wird, daß felben, damit es in Zukunft vermieden wird, daß Streitigkeiten der Kampf zwischen Rapital und Arbeit fich immer innerhalb der Partei, hervorgerufen einerseits durch Erörterungen mehr verschärft, die Interessen der Arbeiter Don parteipolitischer Fragen in Bourgeois- Blättern, andererseits der einen reaktionären Masse", die alle bürgerlichen Parteien durch Interviews gegnerischer Beitungsvertreter, stattfinden, bilden, immer mehr unterdrückt werden, weist die Sozialdemokratie die nur geeignet sind, die Presse der Gegner mit jeden Kompromiß mit anderen Parteien gleichviel ob direkt Sensationsstoff zu versehen, der Partei selbst aber leicht schaden oder indirekt zurück und empfiehlt den Genossen, bei Stich wahlen zwischen bürgerlichen Kandidaten sich stets der Stimmabgabe zu enthalten. tönnen." Antric Berlin spricht sich gegen die Interviews aus und wendet sich besonders gegen das Interview eines amerikanischen Berichterstatters mit Vollmar, in dem dieser gesagt haben solle, wir würden nie die Landbevölkerung gewinnen und die Majorität im Reichstag erlangen. Durch derartige Interviews werde weiter nichts bezweckt, als daß der Landagitation ein Knippel zwischen die Beine geworfen werde. Wer was auf dem Herzen habe, der möge doch die Parteipreffe event. die Neue Zeit" benußen. " Er stimme ganz mit Liebknecht überein, der gesagt habe, nur eine Balleteuse oder ein abgetafelter Staatsmann habe es nöthig, sich interviewen zu lassen. Zu Gunsten dieses Antrages wird der Antrag der Parteigenossen des 6. Berliner Wahlkreises zurückgezogen: Den im 5. Berliner Wahlkreise angenommenen Antrag Dr. Lütgenau's, Kompromisse mit den bürgerlichen Parteien bei Stichwahlen ab= zuschließen, sobald sich dieselben verpflichten, für den Achtstundentag einzutreten, zu verwerfen. Augustin Berlin empfiehlt seinen Antrag: wir wollen teinerlei Kompromiß. 0 Jacobey Berlin befürwortet den Antrag der Genossen im 6. Berliner Wahlkreise. Der Gegner würde die gewünschten. Versprechen nicht geben, oder, wenn er fie gäbe, nicht halten. Er Bebel: Ich lege der ganzen Frage keinerlei Bedeutung erinnert an den Fall des Abg. Müllensiefen, der auch das Verbei. Zudem ist die Resolution im ersten Theil ganz unklar gesprochene nicht hielt. Wir wollen aussprechen, daß fein bürgerGegen Leipzig wird das sächsische Versammlungs, recht" faßt; es müsse dort bewiesen werden, ob Genossen die Partei- licher Kandidat jemals unsere Stimmen bekommen darf. geltend gemacht. grundsäge nicht respektirt hätten; dann gehörten sie nicht mehr Vogtherr spricht für die Resolution Augustin. Er tadelt Der Parteitag bestimmt mit großer Majorität RöIn. zur Partei. Auf die Frage der Interviews übergehend, meint den Beschluß, den der 5. Wahlkreis auf Antrag Lütgenau's geIn der Berathung der aus der Mitte der Parteigenoffen Redner, daß alles, was von hervorragenden Genoffen gefagt faßt habe. E3 habe keinen Zweck, den Gegnern unfere gestellten Anträge wird fortgefahren. wird, von der gegnerischen Presse entstellt wird. Sehen Sie sich Forderungen im voraus mitzutheilen. Die bürgerlichen Klassen Eine Reihe von Anträgen findet nicht die nöthige Unter- doch heute oder morgen die Blätter an, wie unsere Ver- würden sich ins eigene Fleisch schneiden, wenn fie ftützung. handlungen zum Theil entstellt werden. Dagegen können den Achtstundentag bewilligten. Es liege eine Ver Der Antrag der Genossen in Friedberg in Heffen: Der wir nichts machen, wir müssen uns eben endlich einmal fennung des Wesens der bürgerlichen Parteien darin, wenn man Parteitag möge befchließen, daß der Parteivorstand aufgefordert eine Rhinoceros haut dagegen anschaffen. Ich habe früher ein- es für möglich halte, daß sie fauf eine derartige Forderung einwird, für die Agitation in dem Wahlkreis Friedberg- Büdingen mal berichtigt, jest thue ich es nicht mehr, weil es doch nichts gehen. Wir hätten die Verkürzung der Arbeitszeit aus eigenen einige tüchtige Agitatoren zur Verfügung zu stellen wird von nüht. Redner ist davon überzeugt, daß feiner der interviewten Kräften durchzusetzen. Schon recht oft sei beschlossen worden: Schmidt- Friedberg zurückgezogen, weil der Antragsteller der An- Genossen etwas gesagt habe, was die Partei schädigt. Stimmenthaltung bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen Kandificht ist, daß der Vorstand aus eigener Initiative die Agitation daten, und wir könnten nichts anderes thun, als dasselbe nochgegen den Antisemitismus in Hessen und zur Aufklärung der mals zu beschließen. Landbevölkerung unterstützen werde. Eine andere Frage tst die, ob das was gesagt wird, richtig wiedergegeben wird. So ist fürzlich ein Interview von mir im " Figaro" enthalten gewesen, das so richtig wiedergegeben ist, daß ich mich geradezu gefreut habe. Aber am Schluß tam eine eigene Bemerkung, des Interviewers, die Verwirrung anrichten mußte und auch angerichtet hat. In England find Singer und ich über wichtige Fragen interviewt worden. Fräßdorf Dresden plädirt gleichfalls für Stimmenthaltung und theilt mit, es habe in Sachsen Staunen hervorgerufen, daß der fünfte Berliner Wahlkreis auf Antrag des Genossen Lütgenau eine Taktik der Kompromisse gebilligt habe. Liebknecht: Darüber ist in der Partei fein Zweifel und tann teine Meinungsverschiedenheit bestehen, daß Kompromisse mit gegnerischen Parteien nicht abgeschlossen werden dürfen. Wir könnten in den preußischen Landtag einige der Unfrigen bringen, wenn wir die Fortschrittspartei die einzige Partei, die dabei in Betracht kommen fönnte unterstützten und sie uns dafür Der von H.& dwarth und den Genossen des 3. Hamburger Wahlkreises gestellte Antrag: Der Parteitag möge zur Krantentaffenfrage, speziell zu den freien Hilfskaffen Stellung nehmen," findet nicht die nöthige Unterstüßung. Die Genossen in Apolda beantragen: Die Ver trauensmänner derjenigen Orte, an welchen wichtige Gerichtsentscheidungen gefällt werden, sind verpflichtet, die felben mit Begründung des Urtheilspruches schnellstens an den Parteivorstand zur Veröffentlichung im Vorwärts" einzusenden," wird abgelehnt, nachdem Bebel und Stadthagen darauf auf- Liebknecht: Mein Urtheil über die Interviews, das ich einige Sige überlassen würde. Derartige Anträge sind unter der merksam gemacht, daß der„ Borwärts" hierzu feinen Raum habe. Nur in der Versammlung im Eisfeller gefällt, habe ich in keiner Rich- Hand nicht offiziell schon einige Male an uns gestellt manche Urtheile seien von Wichtigkeit, Redner warnt bei dieser tung einzuschränken oder zu modifiziren. Ich sagte dort nicht, worden. Wir haben sie stets abgelehnt, denn einen größeren Gelegenheit davor, bei ganz gleichgiltigen Dingen, wo es sich um daß ich mich überhaupt niemals habe interviewven lassen, sondern, taktischen Fehler könnten wir nicht begehen, als heute Arm in Freie Volksbühne. Die gesammte englische Presse gab unsere Ausführungen richtig wieder, in Deutschland war dies natürlich nicht der Fall. Man muß festhalten, daß es Prinzip der Gegner ist, unsere Partei auf alle nur mögliche Weise herabzusetzen. schildert und zum Kaufe der Aktien animirt, ohne eigene Prüfung bleibt mir übrig? und, wie weit man damit kommen kann, beweist der Lage in das Blatt aufnehmen. Er weigert sich und fordert, da Thiele, der nur eine Pflicht kennt: die Pflicht, sich zu er Die zweite Vorstellung im dritten Spieljahe brachte am Wendorf auf Ausnahme besteht, seine Entlassung. Nach schwerem halten, wenn es sein muß, durch den Huin anderer. Aber Sonntag für die 1. Abtheilung:„ Der freie Wille", Schau- Kampfe läßt er sich jedoch durch die Rücksicht auf seine Familie das Auzengruber'sche Wort:„ Armuth demoralisirt", ist eben nur spiel in 3 Aufzügen von Hermann Faber. Der Verfasser und die Angehörigen seiner Fran bestimmen, einen ihm von Wen zu wahr, wenngleich es erst dadurch vollständig wird, daß man hat sein Stück nicht, wie das seit einiger Zeit Mode geworden dorf angebotenen Kontrakt, der ihm die Stellung auf fünf Jahre hinzufügt:„ Reichthum auch, und vielleicht noch mehr." ist, soziales Drama" genannt. G3 verdient diese Bezeichnung sichert, anzunehmen und den Artikel zu bringen. Seine AnAm Ende ist es wohl gar ein bedenkliches, gefährliches aber viel eher als zwei oder drei Dutzend anderer Etücke, die gehörigen genießen die ihnen durch dieses Opfer verschaffte sorgen: Wagniß, zu zeigen, daß der wirthschaftlich Abhängige, der fich damit schmücken. Von einem Stück, das diese Bezeichnung lose Behaglichkeit, ohne zu ahnen, wie er darunter leidet, daß er Besiylose, feinen freien Willen hat, also auch für seine Handmit Recht tragen soll, muß man verlangen, daß es uns die Ge- nicht den Muth der Ueberzeugung besessen hat, nicht befihen lungen, wenigstens für die Gesammtrichtung seines Handelns sellschaft in ihren charakteristischen Zügen vorführt und ihre durfte. Seine Frau Marianne durchschaut endlich den nicht verantwortlich gemacht werden kann? So bedenktreibenden Motive aufweist. Das Faber'sche Echauspiel zeigt Sachverhalt, den er selber bestätigen muß. Sie, die einst dem lich und gefährlich, wie der einem Gärtner ertheilte Rath, uns die moderne Gesellschaft in ihrem ch a ratteristischsten Wunsche der Eltern, einem reichen, aber ungeliebten Manne zu nicht an den Blättern und Blüthen eines kranken Baumes herumMotiv, in ihrer Unterwerfung unter die Allgewalt des Besizes, Haller heirathete, weicht entsetzt zurück bei der Erkenntniß, Der andere Theil derjenigen, welche die Schaubühne als eine in der uneingeschränkten Herrschaft des wirthschaftlich Starten daß Haller um ihrer Ruhe und Sorgenfreiheit Sorgenfreiheit willen moralische Anstalt betrachtet wissen wollen, wird die Moral" über Leib und Seele des wirthschaftlich Schwachen, in der ohn- feine Gesinnung verleugnet und feine Ehre verkauft des Stückes gerade darin, erblicken, daß es zeigt, daß der wirthmächtigen Abhängigkeit des wirthschaftlich Schwachen von der hat. Da fordert Haller noch einmal feine Entlassung und besteht schaftlich Schwache, wenn er nicht seine Gristenz vernichten will, Gorge um das liebe Brot, die kein Wollen gestattet, sondern auch darauf, als er erfährt, daß der Patentprozeß inzwischen geteinen freien Willen hat, daß die wirthschaftliche Unfreiheit nur ein müssen fennt. wonnen ist, und der Artikel jetzt der Wahrheit entspricht. Die wahre Unfreiheit ist. Theodor Haller hat sein akademisches Studium wegen Wendorf entläßt Saller, dessen geachteten Namen er jetzt nach Die Aufführung, die im Nationaltheater" stattfand und Mittellosigkeit vorzeitig abbrechen müssen und ist Journalist ge- bem glüdlichen Belingen seiner Finanzoperationen nicht mehr von dem bis in die letzten Winkel gefüllten Hause mit stürmischem worden. Es hat dann ein armes Mädchen geheirathet und ist braucht, mit den Worten:" Zwingen will ich Sie nicht. Bei mir Beifall aufgenommen wurde, war höchst gelungen. Herr jezt Vater eines sietenjährigen Knaben. Aber in seinem neuen hat jeder feinen freien Willen. Wesselsty brachte für den eigensinnigen Dickkopf, der die Beruf will es ihm, trotz glänzender Begabung, ebenso wenig ge-| Ein Theil derjenigen, welche die Schaubühne als moralische Welt so heben möchte, wie sie sich in seinem gegen die thatsäch lingen, sich eine Existenz zu schaffen. Er hält es bei feiner Anstalt oder, wie man heutzutage sagt, als Bollsbildungs- und lichen Verhältnisse hartnäckig verschlossenen Schädel malt, nicht Beitung lange aus; denn, wie seine Schwiegermutter von ihm Boitsveredelungs- Institut betrachten, wird von diesem Schluß nur ein tüchtiges Können, sondern auch eine passende Figur und fagt, er fann sich mit niemand vertragen." Nachdem er wieder sehr erbaut sein, weil er den wenn auch etwas verspäteten Muth Maske mit. Er gab den Haller recht als„ großes Kind". eine Redakteurstelle aufgegeben hat, weil er die Schwenkung der Ueberzeugung zu predigen scheint. Der Mensch ist frei Fräulein Marie Ernst( vom Lessingtheater) spielte die Stolle feines Blattes in der Politit nicht mitmachen wollte, muß er sich geschaffen, ist frei, und würd er in Ketten geboren!" Aber der Marianne in schlichter und zu Herzen gehender Weise. In vier Monate lang mit Weib und Kind mühsam durchschlagen, der Dichter läßt Mariannes Schwester Paula die Rückkehr der Rolle des alten Wendorf bewährte sich Herr Haath indem er wieder, wie früher, gegen elende Bezahlung Privat- zum freien Willen" nicht mitmachen. Sie hat, um sich zur als guter Charakterspieler. Herr Jürgas( vom LessingStunden giebt. Da wird ihm an einem anderen Blatte feiner Sängerin ausbilden zu können, dem Liebeswerben von Wendorf's theater) gab den jungen Wendorf, Haller's ehemaligen Richtung der Posten des Chefredakteurs angeboten, und ihm völlige Sohn Dr. Richard Wendorf nachgeben müssen und für Schüler, in packender Lebensivahrheit als den eleganten Unabhängigkeit der Meinung zugesichert. Er muß jedoch bald er- den Preis ihrer Ehre sich seine und seiner Freunde einflußreiche Lümmet, dem man es anmerkt, daß er seine„ Bildung" fennen, daß der Besitzer der Zeitung, Julius Wendorf, ihm Protektion und damit ein erstes Engagement verschafft. Daß sie schlecht bezahlten Hauslehrern, und feinen gesellschafts diefe Unabhängigkeit nur für den politischen Theil einräumen will. auf Haller jetzt vollends nicht mehr rechnen fann, das wird sie in lichen Schliff gut bezahlten Maitressen verdankt. Frl. Griep Der finanzielle Theil soll Wendorf's eigenen Interessen dienen. Die der einmal eingeschlagenen Karriere nicht aufhalten, sondern stattete die Paula mit dem naiven Leichtsinn fittfam erzogener, ihm geleitete Maschinenfabrit„ Bictoria" ist in eine Attien gerade vorwärts bringen. Sie wird immer höher hinauf, weil mit des Lebens Freuden nur durch Hörensagen bekannt ge= Sellschaft umgewandelt worden, und fast die Hälfte der Aktien immer tiefer hinab steigen. Was bleibt uns denn anderes wordener Töchter des Kleinbürgerthums aus, der vor einem ist in seinem Besitz. Die Fabrit ist im letzten Jahre sehr zurück übrig?" entschuldigt sie sich. Was bleibt mir übrig?" jagt blöden Stutzer mit Glaceehandschuhen, Lacstiefeln, Monocle und gegangen. Ueberdies wird ein Patent, von dessen Ausbeutung ihre schließlich auch Theodor Haller. Und so denken Tausende, Zehn- gefüllter Börse sofort zu heller Flanime auflodert. Dem Thiele Gristenz abhängt, bestritten. Wendorf, der den Verlust des Prozesses tausende, müssen Zehntausende denken. wußte Herr Insel jenes ungewiffe Helldunkel, die eigenthüm für ziemlich sicher hält, will noch vor der Entscheidung die Aftien Es giebt allerdings auch Querköpfe, die wider den Stachel liche Zwielichtstimmung zu verleihen, die über solchen zweifelunter das Publikum bringen, um sich selber vor finanziellem löken und, wie das zuletzt auch Haller thut, ihre Eristenz hin- haften Existenzen zu schweben pflegt. Gelungene Leistungen boten Schaden zu sichern. Haller soll einen nach Wendorf's Angaben geben, um sich selber wieder zu gewinnen". Als ob der wirth auch Herr Stieht und Frau Brehm als Marianne's Gltern. von dem Mitarbeiter Thiele, einer Kreatur Wendorf's, verschaftlich Schwächere jemals sich selber gehören könnte! Herröcker( vom, Leffingtheater"), welcher das Stück wirkungsfaßten Auffah, der die Verhältnisse der„ Victoria" als glänzend| Freilich, es scheint eine loge Morat zu sein, diefes Was voll inszenirt hatte, wurde nach dem 2. und 3 Aft gerufen. Br. " # Nachmittagsfihung. Die Verhandlungen werden um 3 Uhr wieder eröffnet. Den Bericht der Siebenerkommission erstattet A. Gerisch: Nach 2, tägiger erschöpfender Untersuchung hat die Kommission folgenden Beschluß gefaßt: Dem Antrage der Solinger, welcher lautet: Der Parteitag möge der Reichstags Fraktion den Auftrag geben, den Abgeordneten Schumacher aus der Fraktion auszu schließen, ist feine Folge zu geben aus folgenden Gründen: der fozialdemokratischen Partei, mit äußerster Anspannung aller Kräfte dahin zu arbeiten, daß alle Gefellsdjaftsglieder, die der Kapitalismus zum Elend verurtheilt, und die in ihm ihren Todfeind erblicken müffen, über ihre Intereffen aufgeklärt und in die Armée der Sozialdemokratie; des zum wirthschaftlichen Klassenund politischen Befreiungskampf organisirten Proletariats, cin gereiht werden. Resolution. Arm mit einer Partei zur Wahlurne zu marfchizen, die wir morgen auf das entschiedenste bekämpfen müssen. Das hieße die Demoralisation in die eigene Armee tragen, wäre Verrath an den Prinzipien und Interessen des Proletariats. Bei den Stich wahlen liegt die Sache aber doch anders. So oft der Beschluß auf Parteitagen auch schon gefaßt worden ist, bei Stichwahlen awischen bürgerlichen Kandidaten sich der Stimmabgabe zu ent halten, so oft ist er in der Praxis doch gebrochen worden. Hierbei handelte es sich nicht um Kompromisseln und Preisgeben der Der Antisemitismus entspringt der Mißstimmung gewiffer Grundsätze, sondern aus taltischen und praktischen Gründen entbürgerlicher Schichten, die sich durch die kapitalistische Ent schloffen sich die Parteigenoffen gleichsam instinktiv in jedem ein- Die Kommiffion hat festgestellt, daß im Solinger Wahl wickelung bedrückt finden und zum großen Theil durch diese Ent zelnen Falle zur Betheiligung. Redner würde einen Beschluß. freise feit einer Reihe von Jahren Streitigkeiten stattfanden, welche wickelung dem wirthschaftlichen Untergang geweiht sind, aber in der die Haltung der Partei dahin festlegt, bei Stichwahlen nicht ihre Spike vornehmlich gegen den Genoffen Gg. Schumacher Verkennung der eigentlichen Ursache ihrer Lage den Kampf nicht au wählen, für einen großen Fehler halten. richteten. Bedauerlicherweise setzten sich die dortigen Genossen gegen das tapitalistische Wirthschaftssystern, sondern gegen eine Bei der letzten Wahl hat sich die Taftit, für die Gegner des über jede taktische Rücksicht hinweg, und brachten ihre in der in demselben hervortretende Erscheinung richten, die ihnen im Sozialistengesetzes bei den Stichwahlen einzutreten, als durchaus Hauptfache Heinlichen gegenseitigen Anschuldigungen vor die Konkurrenzkampf besonders unbequem wird, gegen das jüdische richtig erwiesen. Die Wucht, mit der Bismarck fortgefegt wurde, breite Deffentlichkeit, wodurch sich die Verhältnisse zur Unerträg- Ausbeuterthum. wäre nicht so groß gewesen, wenn anders verfahren worden lichkeit gestalteten. Durch ein von dortigen Genossen gegen Diefer fein Ursprung zwingt den Antisemitismus zu Forde wäre. Nun hat der Fortschritt freilich seinerseits bei den Stich- Schumacher veröffentlichtes Flugblatt wurden die Gegensäge auf rungen, die ebenso mit den wirthschaftlichen wie politischen Ent wahlen gegen uns geftimmt. In der Politik aber ist der Aerger die höchste Spitze getrieben. Die Genossen haben damit einen wickelungsgesehen der bürgerlichen Gesellschaft in Widerspruch der schlechteste Nathgeber. Wir haben fein Recht von einem Weg eingeschlagen, der auf's entschiedenste zu verwerfen ist, denn stehen, also fortschrittsfeindlich d. h. reccttionär sind. Daher auch Berrath" der Freifinnigen zu sprechen, weil wir kein Echachergeschäft fie verlegten dadurch, abgesehen von den taktischen Rücksichten, die Unterſtügung, die der Antisemitismus vorzugsweise bei mit ihnen abgeschloffen hatten, bei dem sie uns verrathen founten. unfere Organisation. Es ist dieser Schritt um so mehr zu be- Juufern und Pfaffen findet. Redner bittet, die Partei nicht durch einen Beschluß für die Stich dauern, als zweifellos festgestellt wurde, daß die Anschuldigungen Der einseitige Kampf des Antisemitismus gegen das jüdische wahlen festzubinden. des Flugblattes im wesentlichen sich als unwahr herausgestellt Ausbeuterthum muß nothwendig erfolglos fein, weil die haben. Ausbeutung des Menschen durch den Menschen feine speziell Dagegen kann dem Genossen Schumacher der Verwurf nicht jüdische, sondern eine der bürgerlichen Gesellschaft eigenthümliche erspart werden, daß er die durch seine hervorragende Stellung Erwerbsform ist, die erst mit dem Untergang der bürgerlichen und seine langjährigen Erfahrungen in der Parteibewegung ge- Gesellschaft endigt. botenen parteigenösischen Rücksichten und taktischen Erwägungen Da nun die Sozialdemokratie der entschiedenste Feind des außer Acht ließ, wodurch er die Unzufriedenheit beständig Kapitalismus ist, einerlei ob Juden oder Christen seine Träger steigerte. Es ist dieser Streit um so bedauerlicher, als sich auch sind, und da sie das Ziel hat, die bü gerliche Gesellschaft zu bes nicht ein Schein von prinzipiellen Meinungsdifferenzen zwischen den feitigen, indem sie die Umwandlung derselben in die sozialistische reitenden Genoffen ergeben hat. Gesellschaft herbeiführt, wodurch aller Herrschaft des Menschen über den Menschen, wie aller Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ein Ende bereitet wird, lehnt die Sozial demokratie es ab, ihre Kräfte im Kampfe gegen die bestehende Staats- und Gesellschaftsordnung durch falsche und darum wirkungslos werdende Kämpfe gegen eine Erscheinung zu zer splittern, die mit der bürgerlichen Gesellschaft steht und fällt. Ter Parteitag verlangt deshalb von den Genoffen, daß sie ihre persönlichen Empfindungen hintansegend schnellstens eine Ginigung herbeiführen, um in Ginigkeit den Kampf gegen unsere natürlichen Gegner führen zu können. gez. Ehrhardt. Gerisch. Hoffmann. Koenen. Mehner. Stolle. Winterblum. Dr. Gütgenau: Jch ersuche, den Antrag Augustin abzulehnen. Aehnliche Beschlüsse sind oft gefaßt, aber nie gehalten worden, also waren sie Fehler. Es giebt noch eine höhere Instanz in der Partei, als den Parteitag, das ist die Urabstimmung. Das Stimmen der Parteigenossen bei den Etichwahlen von 1887 und 1890 ist eine solche Urabftimmung zu gunsten der Wahl gewesen. Ich hoffe, der Parteitag wird nicht abermals den Fehler machen, den Parteigenoffen eine Saltung vorzuschreiben, die sie thatfächlich nicht einnehmen tönnen, ohne Intereffen der Arbeiter Haffe und der Partei preiszugeben. Ein folches Stimmen für einen bürgerlichen Kandidaten ist fein Kompromiß. Ich will den bürgerlichen Kandidaten gewählt wissen, der außer zu forretten Abstimmungen in den aktuellen Fragen z. B. jetzt eventuell in der Militärvorlage für ein Achtstundengeset zit stimmen fich verpflichtet. Alle anderen Angaben über meinen Vorschlag sind entstellt. Es würde für Eugen Richter ein großer Schmerz sein, drei Mann in seine Die drei Delegirten des Wahlkreises haben sich bereit er- Die Sozialdemokratie bekämpft den Antisemitismus als eine Fraktion einziehen zu fchen, die sich auf den Achtstundentag ver- flärt, folgende Grilärung in dem Solinger Parteiblatt zu vergegen die naürliche Entwickelung der Gesellschaft gerichtete Be pflichtet haben.( Seiterfeit.) Die Achtstundenfrage muß aktuell öffentlichen: wegung, welche jedoch trotz ihres realtionären Charakters und werden, es ist eben höchste Zeit für den. Achtstundentag. Ver- Echon seit einigen Jahren haben in unserem Wahlfreise wider ihren Willen schließlich revolutionär wirit, weil die werfen wir die Resolution Augustin, soweit sie die Stimm- Streitigkeiten plakgegriffen, welche für unsere Sache im höchsten von dem Antisemitismus gegen die jüdischen Rapitalisten aufenthaltung fordert. Grade schädlich wirkten. Die gegenwärtige Erbitterung hat gehetzten fleinbürgerlichen und kleinbau erlichen Schichten zu der einen Theil der Genossen veranlaßt, ein Flugblatt zu verbreiten, Ertenntniß fommen müffen, daß nicht blos der jüdische Rapitalift, welches sich in den schärfsten Anfchuldigungen gegen unseren fondern die Kapitalistentlasse überhaupt ihr Feind ist und daß Abgeordneten und Genossen Georg Echumacher wendet. Wir nur die Verwirklichung des Sozialismus fie aus ihrem sozialen haben unferen Streit dem Parteitag zur Untersuchung und Ent- Glende befreien fann. scheidung vorgelegt. Derfelbe hat festgestellt, daß der Inhalt des nicht entspricht, daß er nur der Ausfluß der langjährigen persönverbreiteten Flugblattes im Großen und Ganzen der Wahrheit lichen Streitigkeiten ist. Kiesel Berlin und Jahnig- Halle empfehlen den Antrag Augustin. Der Antrag Augustin wird in seinem ersten Theile bis zu dem Worte zurück" einstimmig angenommen. Der Schlußfas, der die Wahlenthaltung bei den Stichwahlen zwischen bürgerlichen Kandidaten empfiehlt, wird mit schwacher Mehrheit abgelehnt. Der Punkt Persönliches" gelangt zur Berhandlung. Wir erklären hiermit, daß wir dem Beschlusse des ParteiZu dem Antrage der Breslauer Genossen, den St. Gallener Befd luß, seweit er sich auf den Genoffen Bruno Geifer tages uns fügen, daß wir rückhaltlos die Anfchuldigungen gegen bezicht, außer Wintfamfeit zu sehen, erhält das Wort Mayden Genossen Schumacher zurücknehmen. Wir fordern die Ge Breslau, der hervorhebt, Geiser fei in den ganzen 5 Jahren feit noffen des ganzen Kreises auf, das Gleiche zu thun und die jenem Beschluß ein überaus tüchtiger Genoffe gewesen. In Wort Streitagt zum Segen der Partei zu begraben. und Echrift habe er viel Anerkennenswerthes geleistet, und das, Berlin, 20. November. was er seiner Zeit verbrochen habe, habe er längst wieder gut gemacht. # Ullenbaum Elberfeld fchließt sich dieser Ansicht voll und ganz au, Geiser habe für das Rheinland vorzügliche Artifel gegen das Zentrum geliefert. Man möge einen so brauchbaren Genossen wieder rehabilitiren. Genoffin& unert tritt gleichfalls für den Antrag ein; in Breslau nähme Geifer eine der ersten Stellen in der Partei ein, er fei in ganz Echlesien die geistig tüchtigste Person, und die Breslauer würden Geiser, der zu den beliebtesten Ber. fammlungsrednern gehöre, gern als Stadtverordneten aufgestellt haben, wenn dem nicht der St. Gallener Beschluß entgegen geftauden hätte. Rechtsanwalt Marcuse in Breslau, der kein Parteigenosse sei, habe nach Prüfung der Afteu und Befragung der Betheiligten erklärt, daß Geifer's Verhalten während des Breslauer Geheimbunds- Prozesses ein musterhaftes gewesen sei. Löwenstein- Nürnberg: Die Nürnberger sind einstimmig der Ansicht, daß der seiner Zeit berechtigt gewesene St. Gallener Beschluß jetzt aufgehoben werden möge. Hoch- Frankfurt a. M. bedauert, einen anderen Ton in die Debatte bringen zu müffen. An dem St. Gallener Beschluß fönne nichts geändert werden. Anders sei es, wenn die Breslauer Ge noffen Geiser eine Vertrauensstellung geben würden. Dann könne sich der Parteitag mit dieser Frage beschäftigen. Die Sache dürfe nicht über's Knie gebrochen werden; ein Schiedsgericht, Verneh mung der Betheiligten sei nothwendig.( Widerspruch.) Meyner Berlin bittet, Geiser zu verzeihen, nachdem die in erster Linie in Betracht kommenden Breslauer Genossen ver ziehen hätten. Ein Schlußantrag wird angenommen. Der Antrag von Breslau wird mit einem Amendement Stadthagens Einfügung der Worte: zweiten Theil des..." swischen ben" und" St Gallener Beschluß" mit großer Majorität angenommen. Parteigenosse Riemann in Chemnik beantragt: Die Differenz zwischen den Chemnißer Genossen und Riemann durch ein Schiedsgericht zum Austrag bringen zu lassen. Nach längerer Debatte wird ein Antrag Auer mit großer Majorität angenommen, welcher eine Regelung des Falles Riemann durch ein Schiedsgericht empfiehlt. Ueber den Antrag einer von Lokalausschuß deutscher Sozialisten in Zürich einberufenen öffentlichen Versammlung: Der Parteitag möge beschließen: der im vorigen Jahre auf dem Parteitag zu Erfurt gefaßte Ausschlußbeschluß ist rückgängig zu machen und umzustoßen", wird zur Tagesordnung geschritten. H Ueber den von Heinrich Altona gestellten Antrag, daß Subventionen an die Parteiblätter, die die Summe von 1000 M. übersteigen, fünftig nur nach Buziehung der Kontrolleure vom Vorstand bewilligt werden dürfen, entspinnt sich eine längere Debatte. Heinrich- Altona, Meister Hannover treten warm für den Antrag ein. Bebel und Auer bekämpfen ihn, weil er nichts an den Thatsachen ändere, das Institut der Kontrolleure der Partei beinträchtige und praktisch unausführbar sei. Der Antrag Heinrich wird abgelehnt. Die Berathungen werden der Mittagpauſe wegen unter brochen. Der Vorsigende verliest noch eine Mittheilung aus Gr langen, wonach die dortigen Gewerbegerichts- Wahlen der Sozial demokratie einen glänzenden Erfolg gebracht haben, sowie einen Drohbrief von Berliner Anarchisten, welche Liebknecht eine Kugel durch den Kopf in Aussicht stellen, wenn er die Denunziationen and Beschimpfungen der Anarchisten im Vorwärts" weiter fort feße und zielbewußte Arbeiter" Ballonmüßen und Lumpen nenen. Desgleichen wollten sie die Redaktion des Vorwärts" in die Luft sprengen. Eine Bombe genügt." " # M Bebel erklärt in seinem und Liebknecht's Namen, daß sie in Berliner Volksversammlungen über die beiden Themata( Krisen beide, um dem Wunsch der Genossen zu entsprechen, demnächst und Antisemitismus) sprechen und daß ihre Reden stenographisch aufgenommen und dann als Broschüren erscheinen sollten.( Lebhafter Beifall.) Meist Köln spricht im Namen der Delegirten dem Ber liner Lokalkomitee den Dank für seine schwere und erfolgreiche Arbeit aus.( Lebhafter Beifall.) " Diese Resolution wird mit großer Mehrheit angenommen. Damit sind die Arbeiten des Kongreffes erledigt. Das Schlußwort nimmt Frohme- Altona stellt folgenden Antrag: Der Parteis gez. Earl Strunt. Gust. 2aisipen. tag weist die Unterstellungen gegnerischer Rob. Herder." Blätter, insbesondere des Hamburger Corres Auch Schumacher wird folgende Erklärung erlassen: fpondenten": auf Vorschlag Bebel's fei die Nach obiger Erflärung finde ich mich veranlaßt, alle Be- von Frohmebeantragte Tagesordnung: Sozial schuldigungen, die ich gegen Genossen unseres Wahlkreises gemacht demokratie und Meineid" aus tattischen Rüc haben soll, zurückzunehmen. gez. Georg Schumacher." fichten nicht aufgenommen worden, als un und Soweit die streitenden Parteien auf dem Kongreß vertreten wahr jeder Begründung entbehrend waren, ist es also zu einer Einigung gekommen. Nun handelt zurück. es sich darum, die Einigung auch im Kreise durchzusehen. Redner spricht die Hoffnung aus, daß dies nach einiger Zeit, wenn die Gemüther fich beruhigt haben, gelingen werde. nach eingehender Verhandlung und nach Anhörung der als Zeugen Woche, die reich an Arbeit, aber auch reich an erhebenden Jn Eachen Auer Brezytulski ist die Siebener Kommission Singer: Parteigenossen! Wir stehen am Schluß einer Momenten war. Ich darf mich im Namen des Parteitages aus vorgeschlagenen Personen zu folgendem Ergebniß gelangt: Als erwiesen nahm die Kommission an, daß der Gewährs vollem Herzen dem Dant an das Berliner Lokalkomitee mann, welcher Genossen Auer die Mittheilung über Prczytulski anschließen. Es hat nicht nur durch sorgfältige Vorbereitung des machte, in Fällen gleicher Art sich als zuverlässig gezeigt hat. Kongresses, durch das Arrangement des prächtig gelungenen Fest steht ferner, daß Prezytulsti durch Verfettung von Umständen Sommerfes, sondern auch durch trene, pflichteifrige Tagesarbeit bereits früher unter dem Verdachte, im Dienste der Polizei zu das beste geleistet. Der Parteitag hat zu einer Reihe von Fragen stehen, zu leiden hatte. Die Kommission ist jedoch nach Prüfung Stellung genommen, die Diskussion hat sich frei und ungehindert der Sachlage, und nach Anhörung derjenigen Genossen, denen P. nach jeder Richtung hin bewegt, und das Ergebniß war, was bereits von früher her bekannt war, zu der Ueberzeugung gelangt, jedem Keaner unserer Partei von vornherein nicht zweifelhaft daß ein Beweis für die Berrätherschaft B.'s weder nach der einen fein fornte: die vollste Ginmüthigkeit der Partei. Freilich, das och nach der anderen Seite erbracht werden konnte, und daß daher Prczytulati als Genoffe zu betrachten ist. Andererseits fühlt sich die Kommission verpflichtet, ausdrücklich zu betonen, daß der Genoffe Auer, nachdem ihm die auf P. beBügliche Mittheilung geworden war, im Interesse der Partei nicht anders handeln fonnte als er gehandelt hat. wäre ja das schlimmste Zeichen von Bersumpsung, wenn nicht differirende Meinungen in diesem und jenem Buntte zur Geltung gekommen wären. Aber das, was die Feinde erhofft, ist nicht eingetreten, fonnte nicht eintreten, weil die Voraussehungen dazu einfach nicht vorhanden sind. Das Wort im Winkommens gruße der Berliner Genossen in ihrer Festzeitung, daß auf dem Kongreß die Worte scharfer Kritit wie Pfeile, aber nicht wie ver gijtete Pfeile, hin- und herfliegen würden, es hat sich bewahr heitet. Ehrliche Freundeskritik war es, die brüderlich hier geübt Es kann den Genossen Auer um so weniger ein Vorwurf treffen, da er unter Beobachtung aller in derartigen heiffen Fragen gebotenen Vorsicht die Nachricht in vertraulicher Weise an die betheiligten, bezw. gefährdeten Genossen gelangen ließ. wurde. gez. Ehrhardt. Gerisch. Hoffmann. Koenen. Megner. Stolle. Winterblum. Ge So wird auch dieser Parteitag ein Merkstein in der Ge schichte der deutschen Sozialdemokratie sein. Auch er hat be Der Referent bittet um Annahme der Kommissionsanträge. wiesen, daß sie einig und geschlossen dasteht, und daß nichts im Der Parteitag stimmt dem Antrage der Kommission im stande ist, sie von ihrem Wege abzubringen, den sie voll Opfer, Solinger Streitfalle gegen eine, im Falle Prczytulsty ein- muth verfolgt. Wir sind einig und eutschloffen zu stimmig zu. fämpfen für das große Ziel, dem wir alle zugeschworen Singer spricht die feste Erwartung aus, daß nach diesem haben, für die Beseitigung des Klassenstaates, für die Beseitigung einhelligen Beschluß des Parteitages der Streit im Kreise So- der bürgerlichen und für die Organisirung der sozialistischen sellschaft. Nicht nur über das Ziel, auch über den Weg sind lingen endgiltig beendet sein werde.( Beifall). Die Referate zu Punkt 9 und 10 der Tages- wir einig, der zum Ziele führt. Alle Mittel gilt es zu benußen, ordnung( Krisen und Antisemitismus) werden abgesetzt. die sich aus den Verhältnissen, aus der Situation ergeben, bis Dagegen werden die beiden Resolutionen zu diesen Bunkten das Biel erreicht ist! ohne weiteres und mit großer Mehrheit angenommen. Sie Tauten: Resolution. Es liegt in der Natur des Kapitalismus, daß die von ihm erzeugten Krisen und Arbeitsunterbrechungen immer allgemeiner, andauernder und verheerender werden; daß die Aufsaugung des Eigenthums, die Enteignung und Berelendung der sogenannten mittleren Gesellschafteschichten mit stets wachsender Geschwindig feit vor fich geht; und daß durch Hungerlöhne und Arbeits losigkeit für immer weitere Kreise ein Nothstand in Permanenz geschaffen wird. Wenn Sie nach beendeter Arbeit in Ihre Heimath zurüc tehren, so werden Sie, das weiß ich, von der Ueberzeugung unferer Einigkeit befeelt, mit um so größerem Gifer Apostel unserer Sache, Vorkämpfer der Sozialdemokratie fein. Vorwärts" ist der Name unseres Beutralorgans. Borwärts die Parole, unter der wir uns zusammengefunden haben, Vor wärts" ist und bleibt die Losung des um seine Befreiung ringens den Proletariats, in deffen Dienst wir alle tämpfen wollen, bis zum letzten Athemzuge! So mag denn der Ruf, mit dem wir unsere Verhandlungen eröffnet haben, auch zum Schluß hinansschallen in alle Welt der Ruf, mit dem wir einst am schönsten Tage unseren Sieg feiern Soch die deutsche, hoch die internationale, die völkerbefreiende Die nothwendige Folge dieser zerstörenden Wirksamkeit des Rapitalismus ist, daß die Zahl der Eigenthums- und Erwerbs- werden: lofen sich fortwährend und in zunehmender Schnelle vermehrt. Stehend singen die Delegirten die erste Strophe der Arbeiter marseillaise. Borgmann spricht dem Bureau für den Ernst und die msicht, mit denen es die Geschäfte des Parteitages geführt, den Dant der Delegirten aus. Obgleich diese Folgen des Kapitalismus unter der Herrschaft Sozialdemokratie! des Kapitalismus nicht zu beseitigen sind, und eine gerechte, Die Versammlung stimmt dreimal begeistert in das Hoch ein, menschenwürdige Organisation der menschlichen Arbeit und der das brausend durch den Saal flingt. menschlichen Gesellschaft nur durch den zur Herrschaft gelangten revolutionär- demokratischen Sozialismus zu erreichen ist, so haben doch Staat und Gemeinde auch in der heutigen Gesellschaft unbedingt die Pflicht, den Nothleidenden zu helfen und sie vor Hunger zu schützen. Da das Almofen entwürdigt und die Hilfe am zweckmäßigsten durch die Beschaffung von Arbeit geleistet Singer danft im Namen des Bureaus und erklärt Die Verlefung des Briefes ruft die stürmische Heiterkeit des wird, so fordert der Parteitag der deutschen Sozialdemokratie die hierauf Parteitages hervor. Reichs, Staats- und Gemeindebehörden auf, der zu einer öffent- den Parteitag der sozialdemokratischen Partei Deutschlands für Singer: Die Zuschrift ist mit einigen Namen unterlichen Kalamität gewordenen Arbeitslosigkeit durch sofortige geschlossen. zeichnet. E fällt mir nicht ein, sie zu verlesen, weil ich den Partei. Inangriffnahme von Arbeiten im allgemeinen Interesse nach tag auch vor dem Schein bewahren möchte, daß er durch Nennung Möglichkeit zu steuern. der Namen einigen Narren Unannehmlichkeiten bereiten wolle. ( Lebhafte Zustimmung.) Schluß 12 Uhr. Angesichts des unaufhaltsam sich vollziehenden, immer weitere Bollskreise ins Verderben reißenden Auflösungsprozesses, der zwar einerseits dem Sozialismus die Wege ebuet, andrerseits aber auch die Gefahr blinder Ausbrüche der Leidenschaft und der Verzweiflung erzeugt, ist es in verdoppeltem Maße die Aufgabe Schluß 3/4 Uhr. er Heute Bormittag wurde der Delegirte Häckel. Sagan auf Refrimination der Saganer Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Meineids vom Parteitag weg verhaftet. Die Verhaftung folgte, ohne von vielen bemerkt zu werden, durch einen Kriminalbeamten in Zivil. Berichtigung. Der Antrag:„ Der Parteitag möge beschließen, den Expeditionen unserer Parteipresse ist nicht gestattet, Annoncen in die Barteipresse aufzunehmen, die zum Besuch geboykotteter Lokale aufordern" ist nicht von Hülle- Erfurt gestellt, sondern von F. Storch- Randoro- Greifenhagen, und von demselben auch begründet worden. " Ertlärung. Jn Nr. 272 des Vorwärts" unterm Barteitag 3[ des nahenden Winters und der in seinem Gefolge auftretenden| Berufung einzulegen sei, indem von der Ansicht ausgegangen bericht ist erwähnt, was ich in meiner Ansprache an den Bar ei- Noth die beruhigende Versicherung zu geben, daß von einer wurde, daß die Berurtheilung des Grube zu Unrecht erfolgt sei, tag über„ Staatssozialismus und revolutionäre Sozialdemokratie" Wohnungsnoth augenblicklich in Berlin nicht die Rede sein kann indem nicht„ Gäste", sondern Vereinsmitglieder" anwesend gegefagt haben foll und daß daher auch die Miethen, diese für den kleinen Mann" wesen seien, es sich somit also nicht um eine Uebertretung der Ich will den Raum des Vorwärts" nicht für eine längere größte und gefürchtetfte aller nothwendigen Ausgaben, nicht mehr Polizeistunde handeln fönne, indem ein tagender Verein nicht von Berichtigung in Anspruch nehmen, erlaube mir aber zu betonen, so hoch wie früher sein tönnen. Nach dem im Oktober der Polizeistunde des betr. Wirthes betroffen werde. Auch wurde daß ich weder dem Inhalt noch dem Zusammenhang dieses Jahres ausgegebenen Verwaltungsbericht der Steuer- und von den Vereinsmitgliedern Buchhändler Schulz, Tischler meiner Ausführungen nach das geäußert habe, was mir dec Be- Cinquartirungs- Deputation des Berliner Magiftrats für 1891/92 Schrade und Schankwirth Grube bei diesen Grörterungen richt in den Mund legen möchte. muß man die Richtigkeit jener Mittheilung sehr stark bezweifeln. hervorgehoben, daß Gentes mindestens fahrlässig den Gid vor Friedrichshagen, 20. November 1892. Der Bericht reicht zwar nur bis zum 1. April 1892. Aber seit- Gericht geleistet habe, daß" Gäste" in dem Vereinszimmer an Friz Kunert. dem können sich die Verhältnisse nicht viel geändert haben. Nach wefend waren, indem er keinerlei thatsächliche Feststellungen nach diesem Bericht gab es in Berlin und dessen Weichbilde im ersten dieser Richtung hin vorgenommen habe, was bei einem Beamten Berichtigung. In dem Bericht der Sonntagsnurmer Quartal 1892 nach den Steuer Katastern insgesammt 421 240 um so mehr ins Gewicht fallen müsse. Hierdurch fühlte sich Gentes über den Antrag Stuttgarts zur Breffe heißt es irrthümlich: Wohnungen und Gelaffe, von denen 400 653 vermiethet und beleidigt und der Polizeipräsident v. Richthofen stellte gegen Schulz, Geiger- Stuttgart bezeichnete die Vortheile des Stuttgarter Ber- 20 587 unvermiethet waren. Unter„ Gelassen" sind natürlich auch Schrade und Grube Strafantrag wegen Beamtenbeleidigung. befferungsvorschlags als gering, er hob dieselben vielmehr als be- alle Läden, Geschäftslokale, Lagerräume, Nemifen, Ställe u. f. 1. das Schöffengericht als erste Instanz gelangte zu einem freideutend hervor. mit einbegriffen. Die Zahl von 20 000 unvermietheten Woh sprechenden Erkenntniß, indem es einmal den Angeklagten den nungen und Gelassen fann also leicht, wenn man nur die Woh- Schutz des§ 193( Wahrung berechtigter Interessen) zuerfannte, nungen zählt, um ein Viertel, vielleicht sogar um die Hälfte ver- andererseits zu der Ueberzeugung gelangte, daß Gentes thatmindert werden. Von einem Sinken der Miethen ist vollends nichts sächlich etwas unrichtiges beschworen habe. Gegen dies freizu bemerken gewesen, weder Ostern noch Michaelis. Diejenigen, sprechende Urtheil legte die Staatsanwaltschaft Berufung ein und welche im vergangenen Quartal die wilde Jagd nach der billigten gelangte demgemäß die Sache vor der Berufungskammer gestern Wohnung wieder einmal durchzukosten Gelegenheit gehabt haben, zur nochmaligen Verhandlung. Hier gab Gentes die Thatsache flagen im Gegentheil über ein neues Steigen. Es ist auch gar zu, daß er im ersten Termine beschworen habe, es hätten sich nicht einzusehen, was die Wirthe treiben sollten, schon bei einer Gäfte" in der beregten Nacht in dem Vereinszimmer befunden fo geringen( verhältnismäßig geringen) Anzahl von leer und machte er hierfür folgende Rechtsauffassung geltend: Der stehenden Wohnungen mit den Miethen herabzugeben. 20 000 fozialdemokratische Lesellub Karl Mary" sei ein politischer unvermiethete Wohnungen und Gelaffe unter 400 000 macht 1 Berein, dessen Versammlungen polizeilich überwacht würden. oder höchstens 2 unvermiethete Wohnungen in einer Mieths Mit Schluß der Versammlung habe der überwachende faferne von 30, 40 oder 50 Wohnungen. Das kann jeder Wirth Beamte fich entfernt und habe damit die Vereinsaushalten und in Seelenruhe mit ansehen, ohne deshalb gleich sigung ihr Ende erreicht. Das gefellige Beifammensein mit seiner Forderung herabzugehen. Er fann es um fo eher und könne nicht als eine Fortsetzung der Vereinssisung erachtet werden. länger mit ansehen, weil es sich gerade bei den kleinen Woh Es wäre dies eine Umgebung des Vereinsgefeßes, indem unter nungen, deren man bei uns ein halbes Hundert aus den Mieths dem Deckmantel eines geselligen Beisammenseins ohne polizeiliche fasernen herauszuschinden pflegt, um Summen handelt, die für Ueberwachung Dinge vorgenommen werden könnten, welche der den Wohnung suchenden Proletarier zwar sehr groß find, für Polizei geheim gehalten werden sollen. Es tönne fich also nicht den reichen Hausbefizer aber gar nicht in Betracht kommen. mehr um Vereinsmitglieder handeln, welche im Rahmen des Aus nichtigen Gründen Selbstmord begangen hat Vereins ohne Zeitbeschränkung tagen dürfen, sondern lediglicy gestern der 21 Jahre alte, in der Adlerstraße wohnende Barbier G. nur noch um Privatpersonen, d. h. um Gäfte", welche an die Seit wenigen Wochen verheirathet, war er mit seiner jungen Polizeistunde gebunden wären. Mit Schluß der VereinsverfamraFrau in Streit gerathen, weil diese ihm nicht gestatten wolte, lung hätten sich die Vereinsmitglieder füglich auch aus dem tobas Schützenhaus in Tegel zu besuchen. Wenn ich nicht dort tale entfernen müssen. Der Vertheidiger, Rechtsannalt hin gehen soll, siehst Du mich überhaupt nicht wieder," äußerte Freudenthal, stellte den Antrag auf Einstellung des Verfahrens, 3., begab sich in einen Nebenraum und schloß die Thür hinter indem der Polizeipräsident gar nicht berechtigt gewesen sei, Strafsich ab. Die junge Gattin legte dieser Drohung anfangs teine antrag zu stellen. Die vorgesezte Behörde fei nur dann, beBedeutung vor. Als aber ihr Mann nach Stunden noch immer rechtigt, Strafantrag zu stellen, weun die resp. Straft haten nicht wieder erschien, wurde sie unruhig und öffnete im Verein in Beziehung standen mit der amtlichen Thätigkeit eines Bermten. mit der Schwiegermutter gewaltsam die Thür. Die Frauen Eine Bengenaussage und Eidesablegung in einem gerichtlichen janden den G. nur noch als Leiche vor. Er hatte sich Termine tönne aber unmöglich als eine dienstliche" Thätigkeit erhängt. des Kriminalschuhmannes erachtet werden. Sollte der Gerichtshof die Einstellung des Verfahrens nicht beschließen, so beantragte er Freisprechung der Angeklagten. Das gesellige Beisam nensein" habe mit auf der Tagesordnung der Bereinssihung gestanden, bitde also einen Theil derfelben. Wenn nach Schluß des ge schäftlichen Theiles der Sigung der überwachende Polizeibeamte fich entfernt habe, so habe er dies mit sich abzumachen. Er hätte Tokales. Au die Gewerkschaften Berlins. Genossen! Der Magistrat giebt durch Säulenanschlag die Restimmungen bekannt, welche jeder Arbeiter, der sich an den Gewerbegerid tswahlen betheiligen will, zu erfüllen hat. Ferner bat ter Magiftrat den Termin zur Eintragung in die Wählerlisten angefeßt, nach welchem die Eintragung der Wähler vom Montag, den 21. November, bis zum Sonntag, den 4. Dezember, stattfindet, und zwar an Wochentagen von 5-8 Uhr Nachmittags, an Sonntagen von 12-3 Uhr Mittags. Tie Eintragung in die Wählerliste hat an folgenden Stellen stattzufinden: 1. Jm Wahlbureau Boststr. 16, 2 Tr. 2. In der Turnhalle Gemeindeschule Tempelhoferufer 2. 6. 3. 11 群 " 4. " SP " 99 5. 1 0 " " 11 " " " 7. 17 " " " 8. 2 群 " 07 9. " Schmidtstr. 38. Staligerstr. 55/56. Strausbergerstr. 9. Gipsstr. 23a. Kastanien- Allee 82. Bankstr. 7/8. Thurmstr. 66. " Die Genossen werden nun am besten verfahren, wenn sie Herr Redakteur W. Langenbruch, der als gerichtlicher auf dem Polizeibureau des Steviers, in dem ihre Wohnung be- Eachverständiger bestätigt ist, ersucht uns um die Mittheilung, legen ist, fich die Bescheinigung geben lassen, daß sie ein Jahr in daß er mit dem Graphologen von Schorers Familienblatt", Berlin wohnen, das 25. Lebensjahr erreicht haben und demzufolge den wir in letzter Nummer erwähnten, nicht identisch ist. zur Theilnahme an der Wahl berechtigt sind. " Zu diesem Zwecke ist es nöthig, daß die Genossen ihre polizeis Mit einem gefüllten Glafe in der Hand ist gestern ebenso gut bleiben tönnen, bis auch das gesellige Beifammensein liche Wohnungsanmeldung, den Miethe kontrakt u s. w. zur Be- Mittag der 45 Jahre alte Kaufmann E. plöglich gestorben. Er fein Ende erreicht gehabt hätte. Es handele sich im vorglaubigung ihrer Angaben auf dem Polizeibureau vorlegen. Es war im Kreise von Bekannten in einem Wirthshause in der liegenden Falle also nicht um„ Gäste" im Sinne der ist auch nothwendig, daß die Genossen die Formulare zu dieser Landsbergerstraße, und man stand im Begriff, der Reihe nach Polizeistunde. Die Kritik an der Eidesleistung des KriminalBescheinigung welche sie bei den städtischen Bezirksvor Glas erhob, fiel er vom Stuhl und war fofort todt. Anscheinend den Angeklagten der Schuß des§ 198 zur Seite. Budem fei die welche sie bei den städtischen Bezirksvor- aus ein und demselben Schnapsglase zu trinken. Als E. das schußmannes sei eine wohlberechtigte gewesen und ſtehe Steheru ihres Bezirts tostenfrei erhalten gleich zur Polizei hat ein Herzschlag seinem Leben ein jähes Ende bereitet. mitnehmen. B Kritik eine durchaus objektive gewesen und habe die Absicht einer von je 30 m. event. je 5 Tage Haft. Der Gerichtshof erkannte persönlichen Beleidigung durchaus nicht bestanden. Der Staatsanwalt beantragte gegen Schulz und Genossen eine Geldstrafe hinsichtlich Schuls auf Einstellung des Verfahrens, indem er Hinsichtlich Schrade und Grube beschloß es Fortsetzung des der Ansicht des Vertheidigers fich anschloß, daß die vorgesetzte Behörde zur Strafantragstellung nicht berechtigt gewesen sei. des KriminalVersäume daher kein Arbeiter, sich diese Bescheinigung so fanell wie möglich zu beschaffen und die Eintragung in die fungen des Polizeipräsidiums. Weizen per 100 Kg. guter von Marktpreise in Berlin am 19. November, nach Ermitte Wählerliste an den oben benannten Stellen vornehmen 8 16,20-15,70 m., mittlerer von 15,60-15,10 geringer von lassen. Tenn die Eintragung nicht geschieht, so ruht das 15,00-14,50 W. Roggen per 100 Kg. guter von 18,80-13,50* M., Wahlrecht. Die Delegirten zur Berliner Streit- Kontrollkommission, sowie Gerste per 100 kg. gute von 17,00-14,00* M., mittlere von mittlerer von 18,50-13,30 M., geringer von 13,20-18,00 m. die Vertrauensmänner der Gewerkschaften können außerdem für 15,90-15,00 M., geringe von 14,90-14,00 ihre Gewerkschaften und Kollegen am Dienstag, den 22. d.., 100 Kg. guter von 16,20-15,00*., mittlerer von 15,40-14,80 m Verfahrens, da beide bei der stattgehabten Besprechung in der von Mergens 10 Uhr ab, diese Formulare im Restaurant geringer von 14,70-14,00., Stroh, Nicht- per 100 kg. von fchuhmanns Gentes Bezug genommen hätten, erkannte aber gegen Frih Zubeil, Naunynstraße 86, in Empfang nehmen. 5,00-4,00 m. Heu per 100 kg. von 8,10-5,00 M. Erbsen diese auf Freisprechung, indem ihnen der Schutz des§ 193 einFerner haben die Delegirien und Vertrauensmänner in allen per 100 Rg. von 40,00-25,00 m. Speisebohnen, weiße per Gewerkschaftsversammlungen auf die Nothwendigkeit der Ein- 100 Kg. von 50,00-20,00 W. Zinsen per 100 kg. von 80,00 geräumt werden müsse, auch die inkriminirten Aeußerungen nicht tragung in die Wählerlisten hinzuweisen, diese Aufforderung darf bis 30,00 9. Kartoffeln per 100 Rg. von 6,00-4,00 M. Rindie Absicht einer Beleidigung erkennen ließen. Gentes habe vom in feiner Bersammlung verfäumt werden. Es ist noch anzuführen, fleisch von der Steule per 1 Kg. von 1,60-1,10 m. Bauchfleisch Standpunkte seiner Rechtsauffassung korrekt gehandelt, wenn er daß die Wahl in dem Bezirk stattfindet, wo der per 1 Sq. von 1,40-0,90 mt. Schweinefleisch per 1 Kg. von von Gästen" gesprochen habe. Wahler wohnt, nur diejenigen, welche außer 1,50-1,10 M. Kalbfleisch per 1 Kg. von 1,60-0,80 M. Hammelbalb des Gemeindebezirts Berlin wohnen, fleisch per 1 Kg. von 1,50-0,90 Mt. Butter per 1 Kg. von 2,80 haben dort zu wählen, wo sie arbeiten. bis 2,00 M. Gier per 60 Stück von 5,00-2,60 M. Fische per Ferner ist es unbedingt nöthig, daß die Bureaus 1 Kg.: Karpfen von 2,40-1,20 M. Wale von 2,80-1,20 m. der Gruppenversammlungen endlich die Namen, Bander von 2,40-0,80 m. echte von 1,80-1,00 M. Barsche Berufe und Wohnungen ihrer Kandidaten und von 1,60-0,70 M. Schleie von 2,40-1,20 M. Bleie von 1,40 Ersazkandidaten dem Unterzeichneten a 11= geben, soweit dieses noch nicht geschehen ist. Außerdem wird bis 0,70 m. Krebse per 60 Stück von 12,00-2,00 M. mitgetheilt, daß am Freitag, den 25. 5. M. Abends 8 Uhr in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine Zusammenkunft der Kandidaten zum Gewerbegericht stattfindet, zu welcher diese fämmtlich erscheinen müssen. Der geschäftsführende Ausschuß der Berliner Streif- Kontroll kommission. Im Auftrage: Hermann Faber, SO., Grünauerstr. 4. Rg. M. " . Schultz, Simeonstr. 13, stand dieser Tage als hartnäckiger Ein Impfprozeß vor dem Kammerprozeß. Der Maler mpfgegner vor dem Kammergericht. Der Angeklagte behauptete, er sei selbst durch die Impfung zum franken und fiechen Manne geworden und halte sich für verpflichtet, sein Kind vor gleichen Schicksal zu bewahren, zugleich wolle er eine Prinzipienfrage endgiltig zur Entscheidung bringen, da in der Proving Brandenburg Polizeibericht. Am 19. d. M. Nachmittags wurde auf dem Klarheit hierüber noch nicht herrsche. Es mag vorweg erwähnt Rottbuferplage ein Arbeiter von einem Omnibus überfahren. Er sein, daß das Kammergericht durchweg gegen den Angeklagten erlitt Verlegungen an den Beinen und mußte nach der Sanitäts- entschieden hat. wache und von da nach seiner Wohnung gebracht werden. Der erste Einwand, die Impfung sei überflüssig, da bisher Bei einer Abends in einem Schanklofal in der Stephanstraße ein Stoff, dessen Ginimpfung vor den Bocken bewahre, nicht entstandenen Prügelei zerschlug ein unbekannter Wann die an existire, wie durch die zahlreichen Blattererkrankungen mit Erfolg der Decke hängende Lampe, wodurch diese explodirte. Dabei Geimpfter erwieseu fei, wurde mit der Begründung zurückwurde der Wirth von dem brennenden umberspritzenden gewiesen, daß das Gesetz einmal die Impfung vorschreibe, und das, was das Gesez anordne, inöglich oder unmöglich fei. demgegenüber eine Untersuchung darüber ausgeschlossen sei, ob Der zweite Einwand war der einer sittlichen Unmöglichkeit. Das Reichs- Gesundheitsamt habe durch Erlaß vom 5. September 1888 anerkannt, daß eine vollständige Epidemie, ein ansteckender Ausschlag, durch das Impfen mit tadelloser animalischer Lymphe aus fongeffionirten Bezugsquellen hervorgerufen worden sei mit mehreren Todesfällen. Außerdem feien sehr viele Fälle von Uebertragung von Syphilis, Tuberkulose und anderer Krantheiten durch die Impfung unzweifelhaft und unanfechtbar festgestellt worden. Er( der Angeklagte) erachte es von einem Vater, Sem diese Fälle bekannt seien, für gewissenlos, seine Kinder troßdem impfen zu lassen. Das sei eine moralische Unmöglichkeit und solche könnte vom Gesetzgeber nicht erzwungen werden. Der Vorstand der Freien Vereinigung der Berliner bedeutende Verlegungen erlitt. Am 20. d. M. Nachmittags Der Vorstand der Freien Vereinigung der Berliner Petroleum am Kopfe und an den Händen getroffen, so daß er Zeitungsspediteure und Verkäufer" schreibt uns: Sie wurde ein Kaufmann vor dem Hause Friedrichstr. 211 durch eine theilten in einer der letzten Nummern unter der Spigmarke„ Zur Kutsche überfahren und an der Stirn bedeutend verlegt. Warnung für Straßenabonnenten" mit, daß ein Straßenhändler Abends wurde ein Barbier in seiner Wohnung. in der Adleran der Markus- und Holzmarktstraßenecke einen Arbeiter um einstraße, erhängt vorgefunden. Am 19. und 20. d. M. und in Monatsabonnement auf den Vorwärts" geprellt habe. Die Freie Bereinigung der Berliner Zeitungsspediteure und-Ver- der darauffolgenden Nacht fanden 7 Brände statt. täufer" hat seit ihren Bestehen gegen eine derartige Geschäfts. praris energisch Front gemacht; fie läßt auch von Zeit die Namen ihrer Mitglieder im Vorwärts" bekannt machen. Im Interesse des Vereins find über den Fall sofort Nachforschungen angestellt worden. Dieselben haben ergeben, daß der betreffende Raftenmann" nicht Mitglied der Vereinigung war und auf Rechnung des Spediteurs Stolberg, Kleine Frankfurterstraße 24, Vor der Berufungs Straffammer des Landgerichts Das Gericht entschied, daß gegenüber dem bestehenden Gesetz das die Zeitungen vertrieben hat. Herr Stolberg ist ebenfalls nicht gelangte gestern die Klagefache gegen Schulz und Genossen Gewissen des Einzelnen nicht in Betracht kommen könne. Der Mitglied unferer Vereinigung. Es liegt im Interesse der Ver- wegen Beamtenbeleidigung zur Verhandlung, die sich Oberstaatsanwalt führte an, daß sich der Dieb doch nicht dadurch einigung, daß sie Kenntniß erhält von derartigen unreellen nach verschiedener Nichtung hin interessant gestaltete und der straflos machen könne, daß er wüßte, es gäbe Leute, die EigenGeschäftspraktiken, wie sie der erwähnte Raftenmann" gefolgender Sachverhalt zu Grunde lag: In dem Lokal des thum für Diebstahl erklärten. Auch der Einwand des Angeklagten, trieben hat und ist das Publikum gebeten, alle derartigen Schankwirths Grube, Mariendorferstr. 10, tagt regelmäßig er sei bereits einmal wegen derfelben Uebertretung beVorfälle der Vereinigung zu melden unter der Adresse des Vor- Freitags in der Woche der sozialdemokratische Leseklub Karl straft und könne wegen eines und desselben Vergehens doch nicht fizenden W. Schäfer, Reichenbergerstr. 72. Marr" und schließt sich regelmäßig an die geschäftliche Sigung mehrere Male bestraft werden, wurde vom Kammergericht zurückGerichts- Beifung. Gleichzeitig erhalten wir ein Schreiben der Zeitungsspedition zwanglofes geselliges Beisammensein an. In der Nacht vom gewiesen. Zugleich wurde festgestellt, daß gegenwärtig sämmtliche von Wwe. Amélie Leist, Gr. Frankfurterstr. 40, welche sich darüber 3. zum 4. Juli 1891, Nachts gegen 2/2 Uhr, machte der preußische Ober- Landesgerichte die gleiche Rechtsprechung in dieser beklagt, daß ihr infolge unserer Notiz viele Arbeiter auf den Kriminalschußmann Gentes durch eine im Fenster und Beziehung übten, nachdem früher mehrere entgegengesetzte Urtheile Hals tommen", welche die Weiterlieferung des an den Kasten in der Fensterjalousie befindliche Luftklappe die Wahrnehmung, ergangen waren. mann" bezahlten November- Abonnements verlangen. Trogdem daß in dem Bereinszimmer" des gedachten Lokals, in Der Angeklagte führte ferner aus, daß die badische Regierung durch Vorstehendes die Angelegenheit schon flar gestellt ist, welchem der Leseklub Karl Mary" zuvor getagt hatte, noch verordnet habe, daß die Frist zur Nachholung der Impfung so tommen wir dem Wunsche der Frau Zeist nach und erklären, Licht brannte, sowie daß sich Personen in demselben aufhielten, lang sein sollte, daß der Impfling die unentgeltliche Impfung daß dieselbe nicht identisch ist mit der Spedition, aus welcher welche Bier tranten, Karten spielten und sich laut unterhielten. des nächsten Jahres benutzen könne. Dem Angeklagten waren von der betr.„ Kastenmann" seine Zeitungen bezogen hat. Frau Leift Grube wurde daraufhin wegen Uebertretung der Polizeistunde der Polizei aber nur vier Wochen Frist gewährt worden, so daß er beschäftigt" überhaupt nur einen Rastenmann und der steht vor denunzirt und mit einem Strafmandat in Höhe von 4 M. be mitten im Winter hätte zur Impfung schreiten müssen. Doch dem Hause Gr. Frankfurterstr. 34; außerdem ersucht ums dies dacht. Der hiergegen erhobene Widerspruch wurde gerichtsseitig auch hier entschied das Kammergericht, daß derjenige, der einmal selbe mitzutheilen, daß sie Arbeitssuchenden ihre Lesehalle verworfen, weil Gentes in dem betreffenden Termine am nicht habe impfen lassen, kein Recht mehr auf die unentgeltliche Morgens 2 Stunden zur unentgeltlichen Benutzung offen hält. 9. Oftober seine Aussage, es hätten sich in der fraglichen Juli- Impfung befize. nacht in dem Vereinszimmer des Grube'schen Lokales zur anLeerstehende Wohnungen soll es in Berlin, einer fürzlich gegebenen Beit Gäste" aufgehalten, eidlich erhärtet hatte, während Der Hauptkassirer der Rothenburger Sterbekasse, der durch alle Zeitungen gegangenen Nachricht zufolge, jegt 40 000 es fich nach Bekundung Grube's nur um Vereinsmitglieder" jebt noch nicht 19 jährige Buchhalter KIinner, stand gestern geben. Diese Mittheilung, für die ein Beleg nicht gebracht wurde, handelte. Am Abend desselben 9. Oktober," an welchem Vor- unter der Antlage der Unterschlagung und Untreue vor der ift unwidersprochen geblieben, weil sie eben nicht gut ohne weiteres mittags der gerichtliche Termin stattfand, hielt der Klub Karl I. Straftammer hiesigen Landgerichts I. Der junge Mann hatte fontrollirt werden kann. Es scheint aber, daß sie nur dem Gehirn Mary" unter Aufsicht des Polizei- Wachtmeisters Seiffert das Mißgeschick, in einem Alter von noch nicht 18 Jahren mit eines im Abschätzen weniger als im Uebertreiben geübten: Reporters wiederum eine Sigung ab, in welcher u. a. auch die Gerichts der Stelle eines Hauptkassirers bei der genannten Sterbefaffe ihre Entstehung verdankt. Vielleicht ist sie sogar nur zu dem verhandlung vom Vormittage, sowie vom Vormittage, sowie die Frage erörtert betraut zu werden. Der Anblick des vielen Geldes, welches tägZwecke in die Welt gesezt worden, um der Bourgeoisie angesichts wurde, ob gegen das den Grube verurtheilende Erkenntniß lich durch seine Finger ging, die Thatsache, daß die Kontroll # 1 Versammlungen. Theaterverein Blumentefe bet Ringe, Dresdeners straße 105. Geselliger Berein Hoffnung bei Nemiß, Rebuferstr. 5, alle 14 Zage.- Tambourverein Wirbel, bei Müller, Gartenstr. 52.- Geselliger Boutfenstädtischer Berein Mehr Licht bei Gols, Gr. Frantfurterstr. 33. Berein Frohsinn bei Möhrings, Admiralstr. 18c. Regeltlub Lustige 13 bei Boll, Wienerstr. 1. Rauchtlub Ambalema bei Faustmann, Reichen bergerstraße 73a. Tambourverein Deutsche Eiche bet Niederschuh, Fürbringerstr. 7. Zambour- Berein Borussia bei Zeichnis, Königsbergerstraße 24. Zambourverein Ruf bei Sperling, Inselstraße 1. Gesang-, Turn- und gesellige Bereine. Dienstag. Gesangverein Musitverein natreon, Abends 9-11 Uhr, bei Keßner, Annenstraße 16. Nord 8-11 Uhr, Wriczenerfir. 6, bei Sendte. feiner Geschäftsführung eine durchaus unzulängliche war und| Besprechung mit israelitischen Herren, verschickt worden, in der aus-| Berlin S., Noftisftr. 29, 8 r. Pienßag. Statflub Kreuz- Solo bet man ihm unbedingtes Vertrauen schenkte, endlich die Bekanntschaft gesprochenen Absicht, beruhigend auf die jüdischen Glaubens- Mühle, Krautftr. 2. mit lüderlichen Frauenzimmern hat den jungen Mann auf den Weg genossen in Xanten zu wirken. des Berbrechens gebracht. Derselbe hat sich furz hintereinander zwei sogenannte" Bräute" angeschafft, mit welchen er das Geld. welches der Sterbekasse gehörte, in unglaublich leichtsinniger Weise vergendete. Die Arinbänder und seidenen Kleider regneten nur so. Das zweite der hier in Frage kommenden Frauenzimmer erfreute sich seiner besonderen Gunst: ihr kaufte er nicht blos Reitkleider, sondern ließ ihr auch Reitunterricht ertheilen, ritt mit ihr aus und lebte mit ihr drei Wochen hindurch in Binz in dulci jubilo. Der junge Mann hat es fertig gebracht, in dem Zeitraum von ca. einem Jahr 17 bis 18 000 M., die er unterschlagen, durchzubringen. Jezt saß er weinend auf der Anklagebant, und im Zuhörerraum saß weinend feine Mutter, welche mühsam 1000 M. zusammengebracht hat, um die Sterbekaffe wenigstens in etwas zu entschädigen. Für diese Mutter, nicht für den leichtfertigen Angeklagten, bat der Vertheidiger Rechtsanwalt Jonas um Milde, indem er darauf aufmerksam machte, daß es doch ganz ungeheuerlich sei, einen so blutjungen Mann zum Hauptkassirer zu machen und ihm ohne die strengste Kontrolle die Tausende durch die Finger gleiten zu laffen. Der Staatsanwalt beantragte fünf Jahre Ges fängniß, der Gerichtshof. erkannte aber aus den vom Vertheidiger geltend gemachten Gesichtspunkten auf zwei Jahre Gefängniß unter Anrechnung von einem Monat auf die Unterfuchungshaft. Zurnverein Gesundbrunnen. Die 1. Männer- Abtheilung turnt von Berliner Turngen offenschaft. Die o. Männerabtheilung turnt jeben 8-10% Uhr in der Turnhalle des Leffing- Gymnastums, Pantfiraße 9-10Dienstag und Freitag in der Gemeindefchule, Blumenftr. 63 a. Theater- Verein Othello 2 Abends 9 Uhr, bei Tägers, Gartenstr. 13-14. - Privat- Theater- Gesellschaft Berliner Humor, Abends 9 Uhr, Köpnider: Privattheaterverein Crescendo. Abends, bei straße 158 bei Buchs. Theaterverein Bultania bet äger, Nicolay, Elisabethfirchstr. 14. Gartenstraße 13-14. Theaterverein Bultania 2 Abends 9 Uhr Acerstraße 144 Borstädtisches Kaffno. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Paris, 21. November. Die Deputirtenkammer berieth über die Interpellationen betreffend die Panamakanal- Angelegenheit und beschloß einstimmig die Einleitung einer parlamentarischen Untersuchung. Newyork, 20. November. In einer heute stattgehabten Versammlung der vereinigten Arbeiter- Genossenschaften von Homestead wurde der Ausstand in der Fabrik von Carnegie als beendet erklärt. ( Depeschen des Bureau Herold.) Deutscher Senefelderbund.( Mitgliedschaft Berlin.) Dienstag, den 22. November, Abends 8½ Ubr, im Restaurant Röllig, Neue Friedrichstr. 44. Nationale haufmännische Kranken- und Sterbekasse. Dienstag, den 22. November, Abends 8% Uhr, im Restaurant P. Bodenburg, Kommandantenstraße 10/11: Borstandssizung. Sagelsbergerstr. 43: Unterricht in Deutsch( mittleres); Südost- Schule Arbeiter Bildungsschule. Dienstag Abend 8%-10% Uhr: Südschule Paris, 21. Nov. In der heutigen Sigung der Deputirtens Reichenbergerfir. 133: Unterricht in Deutsch( mittleres): Oft Schule fammer erklärte Delahaye gelegentlich der Interpellation in der Markusstraße 31: Unterricht in Deutsch( unteres); Nord- Schule, Müller Panamafrage, Baron Jacques Reinach sei der böse Genius dieses Unterricht in Geschichte( neue). In alle Fächer fönnen straße 179a: noch Schüler und Schülerinnen, auch jetzt im Laufe des Semesters, eintreten. Unternehmens gewesen, für dessen Votirung im Parlament er fich Lese- und Diskutirklubs. Dienstag. Agitationsverein afsalle, 5 Mill. Frants habe auszahlen lassen. Abends 8 Uhr, bei Echayer, Reichenbergerstr. 54. Lese- u. Diskutirklub Spinoza, Abends s½ Uhr, bei Tripke, Reichenbergerstr. 47. Abends 8 Uhr, bei G. Behrend, Blumenthalstr. 5. Lefetlub Gleichheit jeden Dienstag 8% Uhr, Restaurant Reyer, Naungusir. 74. Bentral- Kranken- und Sterbekasse der Tabakarbeiter. Filiale Berlin 2. Dienstag, den 22. November, Abends% Uhr, bei Nikolay, Elisabeth iirchstraße 14: Mitglieder- Versammlung. umgegend. Dienstag, den 22. November, Abends präzise s uhr, bet Norbert, Rommishon freier eingeschriebener Hilfskallen u Berlin und Beuthstr. 22, 1 Tr. Tagesordnung: 1. Berichterstattung über die Verhandlung mit den Herren Aerzten. 2. Definitive Beschlußfassung über das Statut. Randklub ,, Sumatra" Dienstag Abends 9 Uhr Restauration Krause, Gitschinerstraße 93. Bergnügungsverein„ Saturnalia". Dienstag Abends 9 Uhr bet Noll, Andreasstr. 3: Sigung. Nicht mehr Raupachstr. 6. Arbeiter- Sanitätskommiffion. Die nächste Sigung findet Dienstag, den 22. November, Abends 8 Uhr, Lindenstr. 106 bei Poppe statt. Tagesoronung: 1. Referate über Werkstatt- und Fabritoygiene. 2. Diskussion. 3. Distussion über die Erweiterung des Arbeitsgebiets der Kommiffion. Der Arbeiter- Bildungsverein für Friedrichsberg tagt jeden Dienstag nach dem 15. im Monat. Der Lese- und Distutirabend ist jeden Dienstag nach dem 1. im Monat; am 6. Dezember bei D. Schulz, Friedrich Karlfir. 34. Verein zur Wahrung der Interessen der Stockarbeiter. Dienstag, den 22. November, Abends 8% Uhr, bei Joel, Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Sparfeld über Produktiv- Assoziationen. Rothenburger Vereins- Sterbekaffe. Am Dienstag, den 22. November, Abends 9 Uhr, findet in den Concordia- Säten eine Bersammlung des Oft Bezirtes statt. Verein der Berliner Kolportage- Buchhändler. Dienstag, den 22. NoEinen verhängnisvollen Fund machte im März d. J.vember, Abends 8 Uhr: Deffentliche Versammlung im Bereinslokal, Stralauer57( Miegel). der 14jährige Sohn des Maurers 3epling. Er fand auf der Straße einen zertretenen Brief mit einer amerikanischen Marke. Es befand sich darin ein bunter Zettel und ein Begleitschreiben. Der Knabe nahm den Zettel an sich und zerriß den Umschlag mit dem übrigen Inhalt. An dem Kopfe des bunten Bettels prangten die verführerischen Zahlen: R.-M. 446,50 Pf." Der Knabe übergab den Fund seiner Mutter, welche den Bettel, den fie für einen Wechsel hielt, längere Zeit bei sich trug. Nach einiger Zeit bekam der Ghemann den Zettel in die Hand. Er zeigte ihn einigen feiner Kollegen, welche ihn darüber aufklärten, daß es sich einen Amerika aus eine Frau Mensing gesandten Check handelte gesandten Check handelte, dessen Betrag in Höhe von 446,50 M. er in jeden Bantgeschäft abhelben tönne. Bepling begab sich darauf nach dem Bankgeschäfte voit Friedländer und Pollack und präsentirte das Papier mit den Bemerken, daß er der Ehemann der Frau Mensing sei. Es wurde ihm bedeutet, daß die Rückseite des Papiers mit dem Quittungsvermerk der Frau Mensing versehen sein müsse. 3epling befahl nun seinem Sohne die Quittnng zu vollziehen und nachdem dies geschehen, wurde der Betrag von dem erwähnten Bankgeschäft anstandslos ausbezahlt. Das Geld wurde theils in der Wirthschaft verbraucht, theils bei der Sparkasse angelegt. Die Sache wurde ruchbar, worauf gegen den Knaben Anklage wegen Fundunterschlagung, gegen die Mutter wegen Hehlerei, und gegen den Vater wegen Urkundenfälschung erhoben wurde. Der Staatsanwalt beantragte in der gestrigen Verhandlung vor der Straffammer des Landgerichts II gegen den Sohn 5 Tage Gefängniß, gegen die Ehefrau 14 Tage und gegen den Ehemann sechs Monate Gefängniß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Haase, plaidirte bezüglich des Knaben, dem die zur Er tenntniß der Strafbarkeit erforderliche Einsicht nicht innegewohnt habe, auf Freisprechung, bezüglich der Eltern auf mildernde Um stände. Der Gerichtshof sprach den Angeklagten frei und verstraße 1 bet Schulz. urtheilte die Ehefrau zu zehn Tagen, den Ehemann zu 4 Monaten Gefängniß. um an Zu dem Bericht über den Prozeß Oberwinder bittet und der Oberrabbiner Dr. Horrwig in refeld, ein Mißverständniß dahin richtig zu stellen: Er habe keiner Versammlung in Xanten beigewohnt und das im Prozeß erwähnte Zirkular ist nicht an ihn, den Oberrabbiner, geschickt, sondern von ihm, nach Knopfarbeiter! bet Richter. " Empor", Schildhorn, Usedomstraße Nr. 33 bei Miete. Sorgenlos, bei Stockholm, 21. November. Der von der sozialidemokratischen Partei ausgeschlossene frühere Sozialistenführer Schneider Balm versuchte in einer zu diesem Zweck einberufenen Arbeiter versammlung eine besondere Gruppe zu bilden, die für die wirklichen Grundfäße der Sozialdemokratie eintreten und die jezige Leitung der sozialdemokratischen Partei in Schweden bes fämpfen soll. Nach einer sehr heftigen Auseinandersehung er klärten sich nur vier Sozialisten für Balm, während alle übrigen unter Hohngelächter das Versammlungslokal verließen. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend, Dienstag, Abends Uhr, uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Freund so aft 1, bei Oswald Berliner, Brunnenstraße 114.- Olympia, Alte Safobftr. 68 fidelitas, Bergstraße Nr. 68 bet Keller. Allegro, Wrangel Alpenglode, Grünter Weg Nr. 29, bei traße 141, bei Schmidt. Gaeger. Berliner Buchdrucker, Alte Jakobstr. 83 bet Wienecke. Bruder hers, Manteuffelstr. s bei Nowad.- Ihn'scher Humor, Straußbergerstraße 3 bet Birt. Unverzagt 2, Moabit, Kronen- Braueret. offnung 2, Deutsch- Wilmersdorf, Brandenburgstraße bei Gräg. Waldtapelle 1, Stallschreiberstr. 29 3. eichenen Stab.- Arbeiter Mat= bund, Nowawes, Wallstraße bei Gärtner. Sängerfette, Schönleinftr. 6 bei D. Stein. Kreuzberg, Lichterfelderstraße 7-8 bei Winter.- Alte Briefkaffen der Redaktion. Vorwärts 4, Rathenow, einde, Mariannenstr. 31-32 bei Doberstein. Restaurant ,, Walhalla". Einigkeit 2, Landsbergerstraße 31 R. 85. Ihr Bericht hat wegen Raummangels zurückgestellt usehold. Köslinerstraße 17 bei Wendt. werden müssen. Gefangverein der Böttcher Steinei che, Jüdenstr. 55 bei Trieschmann. 8, Marwig, bet Wilhelm Nölte. Hilaria, Rich. Schulz. Ist durch die heutige Erklärung der be Vorwärts Blumenstraße 46 bei Went Sänger- Ghor der Töpfer, Neue treffenden Genoffin erledigt. Friedrichstraße 44, bei Röllig. Wiederhall, Eisenbahnstraße 20 Sufriedenheit, Gneisenaustraße 88 bei Rärger. Czempin. Ohne Kenntniß der näheren Umstände läßt sich bet Siegmund. - Gänge rfreiheit, 9 Uhr, b. Fröhlich, Naunynstraße 44 Gesangverein in der Sache nichts thun. Freimaurer. Da die Freimaurer der Mehrzahl nach den Senefelder, bei Althoff, Brüderstr. 26. Johanni, Rüdersdorferstraße 45, Gesellschaftshaus Dfiend. Vorwärts 3, Friedrichsfelde, Wilhelmstr. 10 bei Momber. Gesangverein Rothe Reite 2, bei Raabe, besitzenden Klassen angehören, mögen Ihre Befürchtungen sämmt Schneeglödchen 1, Jahn- lich zutreffen. Was diefe Leute treiben, ergäbe sich hiernach von Ruppiner und Schönholzerstraßen- Ecte. Gefangverein Eintracht Nieber- Schönweide, selbst. Dem Publikum gegenüber behaupten sie, der Zweckt ihrer Restaurant Hinz. Mohr'sches Doppelquartett, Friedrichsbergerstr. 19. Vereinigung bestände in der Veredelung der Menschheit. Als Gesangverein Frohsinn in Stralau bei Gaster. Gefangverein von Bris, Bris, Werderstr., Restaurant Schöneberg. Bezugsquelle für Literatur über das Freimaurerthum ist die Ver- Deutsche Liedertafel, Grüner Weg 29 bei Säger. Sänger lagshandlung von J. G. Findel in Leipzig, Gellertstraße, zu Vorwärts 7, Rummelsgruß Friedrichshagen, Blant's Restaurant. burg, bei Borgmann. Epheu, Ackerstr. 123 bei Stümfe. Gefangverein Freiheit 1", Culmftr. 36 bet Raumann. Gefangverein Echo 2" 9 Uhr Schloffer W. Sch., Dortmund. Nicht aufnahmefähig. Gefangverein Abends nebungsstunde bei Reimann, Alte Schönhauserstr. 42. Albert Minkel. Die Aeußerungen bezogen fich auf gut erechtigtett Westen, Steinmetzſtr. 36a bei Bredlom. Sund der geseligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend. bezahlte Zeitungsseter. Ihr Schreiben ist den beiden Genoffen alle zuschriften, den Bund betreffend, sind zu richten an G. Schröder, übermittelt worden. Freie Vereinigung Die Sperre über die Fabrit von d. Zivil- Berufsmusiker . Bashe, Köpnickerstr. 33a, dauert fort. Zuzug ist streng fern zu halten. Da die Ausgesperrten bis auf 2 Mann anderweitig in Arbeit getreten sind, so heute, Dienstag, 22. Nov., Nachm. 2 Uhr, ift der Streif beendet. Berlins. Mitglieder- Versammlung Es wird dringend ersucht, die noch ausstehenden Samanellisten, so schnell bei Röllig, Neue Friedrichstraße 44. wie möglich, ob leer oder gezeichnet, Tagesordnung wird in der Versamm an den Kassirer Ernst Kinzel, lung bekannt gemacht. Ausgabe der Köpnickerstr. 181, 3 Tr., abzuliefern. Geschäfte. In jeder Versammlung Aufnahme neuer Mitglieder. Der Vorstand. Die Kommission. General- Versammlung Helene Henning Felix Adler Verlobte. Todes- Anzeige. " Arbeiter, nennen. Jamaica- Rum, echt Verschnitt, u. Fac. Liters. 1,10, 1,60, 2,10, bei 5 Fl. 10 Bf. billiger. 1936 Tokayer, med. süßer Ungarwein, Literfl. M. 2,10. Himbeer-, Kirsch-, Johannisbeersaft, Liter M. 1,20. Ingber- Likör, hochfein, magenstärkend, Literf. M. 1,10, 1,60, 2. Echt Stonsdorfer Bitter- Likör, Liter 1,20, 5 2tr. 5,50, 10 2tr. 10. Cognac fine Champagne, 3/4 Literf. 3,50, 4,50, 5,50, 7,50, 12. Glühwein- Extract, Literft. M. 1,60. Punsch- Extract, Riterft. m. 1,60. Eugen Neumann& Co., Am 20. November verstarb nach Eurzem Krantenlager mein innigft geliebter Mann, unser Sohn, Bruder, Schwiegersohn, Schwager und Ontel, der Former Max Scherwin. Die Beerdigung findet am 23. November, 6a. Belle- Alliance- Plaz 6a. 81. Neue Friedrichstr. 81. 8. Dranienftr. 8. Nachmittags 22 Uhr, vom Krankenhaufe Bethanien aus nach dem Jakobis Unentbehrlich für den Fernsprech Verkehr. Kirchhofe in Brit statt. 200b Dies zeigen tiefbetrübt an Wittwe Scherwitz, geb. Dähne. 2. Scherwit nebst Frau u. Kindern. der Herren Delegirten der Rauchklub ,, Hellblau". Am 20. d. M. wurde meine geliebte Frau Emilie durch den Tod von ihren arbeitnehmenden Mitglieder Die infolge Auflösung des Rauch schweren Leiden erlöst. Die Beerdider Orts- Krankenkasse der tubs Hellblau gewählte Liquidations: gung findet am Mittwoch Nachmittag fommission fordert Alle, welche noch 3 Uhr von der Leichenhalle des ThomasMaschinenbau- Arbeiter und Forderungen an den Klub haben, auf, Kirchhofes aus statt. verwandten Berufsgenossen Ihre Ansprüche in den Berlins Sonntag, 27. Novbr., Borm. 9 Uhr, im Restaur. Seefeldt, Grenadierstr. 33. Tagesordnung: Wahl für 2 ausscheidende Mitglieder des Vorstandes. Um 10 Uhr: Kombinirte General- Veram 23. und 30. Nov. d. J. Simeonftr. 28 bei A. Flick statt findenden Sitzungen geltend zu machen. Alle nach dem 30. November einlaufenden Ansprüche können nicht berücksichtigt werden. Orts- Krankenkasse 197b sammlung der Herren Dele- der Zigarrenmacher, Tabakgirten der arbeitgebenden spinner und Zigarrenfortirer. und arbeitnehmenden Mit General- Versammlung glieder. Tagesordnung: 1. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung. 2. Berathung und Beschlußfassung über das neue Statut. 3. Beschlußfassung über die Strafbestimmungen gemäß§ 22 des Statutenentwurfs. am Mittwoch, den 30. November, Abends 8 Uhr, im Restaur. Gollmann, Gipsstraße 11. Tages- Ordnung: Neuwahl für 6 ausscheidende Vorstandsmitglieder. Wahl der Kommission zur Vorprüfung der Jahresrechnung. Geschäftliche Mittheilungen. 1946 Der Vorstand. Platin- Linke zahlt 75 Bj. für Platin- Abfälle jeder 1886 Pf. 1996 Carl Nielsen, Klempner. Ich nehme die Beleidigung gegen Frau Kuhnhardt zurück. H. Jsler. Spitzel auf Reisen. Ein neues Gesellschaftsspiel. Preis 75 Pf. 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