Nr. 6. Abonnements- Bedingungen: B Abonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 3,30 m., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. " Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebübr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Bfg., für bolltische und gewerkschaftliche Vereins und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fette gebrudte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Bort 5 Bfg. Morte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 511hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Str. 1983. Preußische Landtagsschmerzen. Dienstag, den 8. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. Totleidende Agrarier. fäßlich anderen Boden steht wie die Regierung und die fonservativ- tlerital- nationalliberale Mehrheit diese Partei soll sich auf einmal der zartesten Rücksichtnahme und der wärmsten Fürsorge ihrer bisherigen Gegner von rechts und Wir haben verschiedentlich auf die enorme Belastung des Am Dienstag tritt der preußische Landtag nach fast halb der Regierung erfreuen? Proletariats, d. h. der rund 90 Prozent der Gesamtjährlicher Pause wieder zusammen. Dadurch wird die an und Fürwahr, es ist schwer, teine Satire zu schreiben! Eine bevölkerung, durch die Politik des Brot und Fleischwuchers für sich schon verfahrene politische Situation noch komplizierter. ganz verteufelte Situation für die„ nationalen" Parteien. Hingewiesen. Heute wollen wir einmal die Stehrseite der Als der Landtag im Sommer 1906 auseinander ging, herrschte Zu derselben Zeit, wo draußen im Lande die Konser medaille zeigen. zwischen den konservativen Parteien, dem Zentrum, bativen, die Nationalliberalen und die Freijinnigen den Wahl- Genosse Singer führte in der Reichstagssitzung vom den Nationalliberalen und der Regierung holde kampf gegen Zentrum, Polen und Sozialdemokraten führen, 11. Dezember 1901 folgende Liste der„ Notleidenden" Eintracht, während die Mitglieder der freifinnigen werden von der Tribüne des Landtages herab die Konser vor: Gruppen den Staatsfeinden gleich erachtet wurden. Die vativen und Nationalliberalen, vielfach mit Hülfe des Zentrums Vor mir liegt eine Zusammenstellung, die dem Werke von Zeiten haben sich geändert. Heute lächelt dem Frei- und der Polen, gegen den Freifinn zu Felde ziehen. Gonrad„ Grundriß zum Studium der politischen Dekonomie" entfinn die Sonne der Regierungsgnade, er bildet zu Oder aber der Freifinn muß seine letzten Prinzipien preis- nommen ist. Obschon die Arbeit aus dem Jahre 1899 stammt, sammen mit den Nationalliberalen und den Konservativen geben, um nur ja uud ja nicht bei seinen hohen Verbündeten kann ich, ohne Widerspruch befürchten zu müssen, behaupten, daß die festeste Stütze des Reichskanzlers Fürst Bülow, der gleichzeitig Anstoß zu erregen. Die traurigste Rolle dabei spielt natur der Besitz dieser Familien sich seit jener Zeit nicht verringert hat preußischer Ministerpräsident ist; das Zentrum dagegen, das gemäß der Freisinn, der auf die Wahlhülfe seiner geschworenen und daß die Verhältnisse dieser Herrschaften sich nicht verschlechtert sich eben noch der besonderen Gunst aller preußischen Minister, Gegner angewiesen ist und sich ängstlich hüten muß, sie zu haben. Um einen Arbeiterausbruck zu gebrauchen, sage ich, daß in erster Linie des immer noch nicht aus dem Amte ge- erzürnen. die Lohnzulagen, welche die Herren in der Erhöhung ihrer Zivilschiedenen Ministers für Volksverdummung v. Studt erDie bürgerlichen Parteien scheinen auch selbst das Gefühl listen bekommen haben, doch zur Verschlechterung ihrer Wirtschaftss freute, ist in Acht und Bann erklärt. für das Heifle ihrer Lage zu haben. Daher die Vorschläge lage nicht beigetragen haben können.( Sehr gut! links.) Im preußischen Landtage ist das Zentrum nicht, wie in ihrer Organe, den Landtag sofort nach der ersten Lesung Ich finde in dieser Zusammenstellung den Besitz und die Ers dem eben aufgelösten Reichstage, die ausschlaggebende Partei. des Etats bis nach den Stichwahlen zu vertagen. Man träge des Bolles, den z. B. Friedrich III., Deutscher Kaiser, Die beiden konservativen Parteien verfügen zusammen beinahe gibt vor, daß die Mitglieder des Landtages für die praktische als Kronprinz bis zu seiner Thronbesteigung gehabt hat. über die Hälfte aller Size im Abgeordnetenhause, die Regie- Agitation unentbehrlich sind. Doch das ist nur ein Vorwand, der Demnach bezifferte sich der Nutzen für seine Besizungen, die rung kann mit Leichtigkeit sowohl eine konservativ- klerikale wahre Grund der Vertagungsgelüfte ist die Furcht, es fönnten 10 187 Hektar betrugen, aus dem Getreidezoll von 35 M. auf als eine konservativ- freifonservativ- nationalliberale Mehrheit durch ein unbedachtes Wort in den Debatten des Landtages 85 539 m. pro Jahr, oder, wenn der Monarch jetzt noch bilden. Auf die Freisinnigen braucht sie überhaupt keine die nationalen" Parteien gegen einander aufgebracht werden, leben würde und seinerseits diese Vorlage machend, denselben Rücksicht zu nehmen, da ihre Zahl ebensowenig wie die der worunter natürlich der Kampf gegen die Sozialdemokratie Besit noch hätte, dann würde er an seinem Zeil mit 128 308 m. Polen ins Gewicht fällt. leiden würde. Man weiß nur zu gut, daß das Volt kein an dem Nußen partizipieren, den die Bundesratsvorlage den GroßDaher tommt es, daß sich die Geschäfte im Landtage seit Verständnis dafür hat, daß sich gewisse Parteien im Parlament grundbesitzern in Aussicht stellt. Jahren im allgemeinen ziemlich glatt abwickeln. Nur selten fagbalgen und zu gleicher Zeit außerhalb des Parlaments Ich habe ferner in der Liste: Heinrich XIV., regierender Fürst find größere Vorlagen der Regierung gescheitert, und dann Kompromisse schließen. bon Reuß i. L.; Prinz Friedrich Leopold von Preußen; Ernst, gerade an dem Widerstande der Parteien, die angeblich die Ebenso scheint auch die Regierung von dem Bestreben Herzog von Sachsen- Koburg- Gotha; Ernst Günther zu Schleswignationale Gesinnung in Erbp a cht genommen haben, beseelt zu sein, jeden Stein des Anstoßes zwischen den Bundes- Holstein; Wilhelm, Herzog von Württemberg; Fürst von Hohenoder aber an der Ungeschicklichkeit der Regierung selbst. Wer genossen vom 13. Dezember aus dem Wege zu räumen. So- zollern- Sigmaringen; Friedrich Leopold, Herzog von Anhalt- Dessau; war es denn, der die große Sanalfrage zu Falle brachte, weit bisher bekannt ist, sollen dem Landtage abgesehen von Albert, König von Sachsen; Sophie Adelheid Henriette, veriv. für deren Zustandekommen sogar der Stönig von Preußen einer neuen Bolenvorlage teine größeren Gesezentwürfe zu Fürstin, Reuß j. 2.; Heinrich XIII., Bring Reuß; Ernst, Herzog sein Wort verpfändet hatte? Die Konservativen, die bei dieser gehen. Die Regierung wird einige weitere hundert Millionen, von Sachsen- Altenburg; Sophie, Großherzogin von Sachsen- Weimar; Gelegenheit zeigten, daß Junkerwille vor Königswille geht. vielleicht eine weitere Milliarde zur Bekämpfung der groß Friedrich, Prinz der Niederlande; Marianne, Prinzessin der Damals allerdings zog die Regierung nicht die Konsequenz, polnischen Bestrebungen fordern. Nun hat aber in diesem Niederlande; Diese Herrschaften haben einen Besitz an Land, an das Volk zu appellieren oder besser gesagt an den Teil Stampfe außer Zentrum und Polen bisher auch der der sich zwischen 5000 und 35 000 ettaren be= des Volkes, der nicht durch das Dreiklassenwahlsystem entrechtet eine Flügel des Freisinus der Regierung die Mittel wegt, und ich will noch bemerken, daß in diese Zusammenstellung ist. Warum auch? Es handelte sich ja nur um ein Kultur- versagt. Kommt die Vorlage zur Beratung, so muß nur Besitzer von 5000 Hektaren und darüber aufgenommen sind. wert! Wer war es, an dessen Widerstand das erste ber Freisinn entweder umfallen, oder aber Fürst Den Betrag, den diese Herrschaften infolge des jetzigen GetreideLehrerbesoldungsgesetz scheiterte? Der hohe Adel, die ge- Bülow wird ihn zu denen werfen, von denen er am zolles erhalten, beträgt es find 15 Herrschaften, die 240 Beborenen" Gesetzgeber im Herrenhause. Auch diese schallende 13. Dezember im Reichstage so schön sagte, daß sie die sitzungen haben- 2328 621 M.( hört! hört! links.) Und Dhrfeige hat die Regierung damals eingesteckt. Nur in einem Waffenehre, das Ansehen Deutschlands in der Welt gefährden wenn die Bundesratsvorlage Annahme finden sollte, würden diese einzigen Falle haben sich Zentrum und Freisinnige in den wollen, um eine verhältnismäßig geringfügige Summe zu er- Herrschaften 3 492 931 M. durch um den Zollbetrag erhöhte letzten Jahren im Landtage verbündet, um der Regierung sparen am Ende eines Feldzuges, der uns Hunderte von Getreidepreise pro Jahr erzielen.( hört! hört! links.) M. H., Opposition zu machen. Das war aus Anlaß der Novelle Millionen gekostet hat. Für die preußische Regierung handelt nach meiner Empfindung ist es eine der größten Beleidigungen zum Vereinsgesetz, der Ler Rece, deren schließliches es sich ja befanntlich bei dem Feldzuge gegen die Polen genau gegen die deutschen Fürsten, daß der Bundesrat sie in die Lage Scheitern aber nicht auf diese Opposition, sondern auf die so um eine„ nationale" Aufgabe, wie für die Reichsregierung bringt, im Reichstage bezeichnet werden zu müssen als Landbesitzer, Hülflosigkeit des Ministers v. d. Recke zurückzuführen ist, der bei ihrem Feldzuge gegen die Hottentotten. die durch die Belastung und Besteuerung des Hungers so unden Wink der Konservativen und der Nationalliberalen, das Gesetzt aber, die Polenvorlage würde erst nach den geheuere Summen für ihre Privatschatullen profitieren.( Sehr Gesetz zu einem Ausnahmegesetgegen die Sozial- Reichstagswahlen dem Landtage zugehen, so würde doch schon gut! und Heiterkeit links.) demokratie umzugestalten, nicht verstand. die Generaldebatte zum Etat genug der Gegensätze zwischen M. H., dieselbe Zusammenstellung beschäftigt sich dann mit Be Gerade das Zentrum ist im preußischen Landtage seit rechts und links aufrollen. Die Freisinnigen fönnen sich nicht fißern, die aus dem hohen Adel" genommen sind. Ich will Jahren Arm in Arm mit der Regierung gegangen. Es hat der Kritik der innerpreußischen Zustände enthalten, es sei denn, da nur ganz wenige Namen nennen. Vor allem figuriert darunter zivar, einer alten Ueberlieferung entsprechend, in jeder Session daß sie sich bis auf die Knochen blamieren wollen, um einige Fürst Bismard, das heißt Bismard I., und da ich vermute, daß mehr oder minder ernst gemeinte Kulturkampfreden gehalten, Mandate zu ergattern, und die Konservativen werden selbst seine Besitztümer auf unseren jetzigen Kollegen übergegangen find, im übrigen aber hat es genau wie die Stonservativen stets redend auf eine Erwiderung nicht verzichten. So werden schon würde dieser an seine Stelle hier zu treten haben. Hier finden mit der Regierung gemeinsame Sache gemacht. Bei ihrer die bloßen Etatsdebatten jedermann davon überzeugen, in wir: Graf Arnim- Boizenburg, Prinz Biron von Kurland, Reichsrückschrittlichen Mittelstandspolitik, z. B. bei der Verabschiedung welche Lage die Reichstagsauflösung und das, was ihr graf von Brüel, Fürst Carolath- Beuthen, Fürst von Habfeldt. des Gesetzes über die Besteuerung der Warenhäuser, stügte voranging, die Regierung und die Parteien gebracht haben. Trachenberg, Graf Hendel von Donnersmard, Prinz Hohenlohefich die Regierung auf das Zentrum, das Gesetz betr. die Dazu kommt, daß die Nationalliberalen in ihrer über- Ingelfingen, Fürst zu Hohenlohe- Dehringen, Herzog von Bildung der Wählerabteilungen bei den Gemeindewahlen, großen Sucht, gewisse Leute, die nicht alle werden, für sich fürst zu Pleß, Prinz zu Schönaich- Carolath, Fürst Turn und das das Dreiklassenwahlsystem zu den Gemeindevertretungen einzufangen, noch vor der Eröffnung des Landtages eine Reihe Taris, Graf Philipp v. Eulenburg, v. Waldow und Reißenstein, verewigen soll, ist auf das fortgesette Drängen des von Anträgen eingebracht haben, deren Beratung sofort die Herr v. Thiele- Winkler, Graf v. Mirbach. Und so geht es noch Sentrums zurückzuführen, es ist direkt ein Gesetz zugunsten Leidenschaften entfesseln muß. Hierzu gehört vor allem ihr eine ganze Reihe weiter. Es sind Herren darunter, die über des Zentrums und zum Schaden der Liberalen im Rhein- Wahlrechtsantrag. Die Nationalliberalen 300 000 m. Jahresprofit bei den neuen Zolljest, lande. Bei ihren Angriffen auf die Lehrfreiheit( Lex Arons) verlangen eine. Reform des Dreiflassenwahlrechts, aber sie fä ben haben würben.( hört! hört!) Zusammen sind es und ihre Verpfaffungsbestrebungen hat die Regierung neben fträuben sich mit Händen und Füßen gegen seinen Ersatz durch 38 Herren, die 214 Besizungen haben mit 252 153 Hektar, die eine den Konservativen die beste Stütze am Zentrum; den Ver- bas allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht, die Jahreseinnahme haben durch den jezigen Zoll von 2 116 8888 M., suchen, die Landarbeiter durch kriminelle Bestrafung des Konservativen und Freifonservativen wollen überhaupt nichts eine Summe, die sich nach der Vorlage der Regierungen erhöhen Kontraktbruches vollends zu knebeln, leistete das Zentrum wissen von einer Reform des Dreiflassenwahlrechts, und die würde auf 3176 332 M.( Hört! hört! links.) hülfreiche Hand. Die reaktionäre Wirtschaftspolitik der Re- Freisinnigen haben in der letzten Session die Ausdehnung des Dann kommen noch zehn bürgerliche Agrarier, die gierung, deren Krönung die das Volk so gewaltig belastende Reichstagswahlrechts auf die Wahlen zum preußischen Land- 75 Befizungen haben, deren Besi 82 890 Hektar ausmacht, und Verteuerung des Fleisches, des Brotes und aller übrigen tage gefordert. Also so viel verschiedene Ansichten, wie Gruppen die jest 695 961 m. jährlich durch den Getreidezoll einnehmen, Lebensmittel bildet, hat von Anfang bis zu Ende die Unter- von Bundesgenossen, und das nicht etwa in einer taktischen, während sie bei der Vorlage des Bundesrates 1043 441 M. cinstützung des Zentrums gefunden. Und nun soll diese Partei auf einmal mit der„ bater- sondern in einer prinzipiellen Frage von ganz hervorragender nehmen würden.( Hört! hört!) M. S., ich kann Ihnen verBedeutung. fichern, daß unter diesen zehn bürgerlichen Befizern die meisten landslosen" Sozialdemokratie in einen Topf geworfen und So erivartet uns denn im Landtage ein interessantes treue Mitglieder des Bundes der Landwirte sind und sehr bekannte von derselben Regierung, deren Komplice sie so viele Jahre Schauspiel. Entweder man vertuscht und verkleistert die agrarische Namen tragen.( Sört! hört! links.) hindurch in der Schröpfung des Volfes geivesen ist, mit der Gegenfäße und spielt Komödie, oder aber man gibt sich, wie Nun, m. H., die Gesamtziffer! Nach meiner Zusammens zusammen sie das Volk zu verdummen trachtete, schmählich man ist, man vertritt, wenigstens mit Worten, seine Prinzipien stellung haben die 15 Mitglieder souveräner Familien 240 Beberlassen werden? und wütet gegen einander, während man sich draußen gerührt in fißungen mit 277 373 Hektar und davon eine Einnahme bei dem Die Freisinnigen dagegen, die sich bisher rühmten, die den Armen liegt. Von dem einen wie von dem anderen hat den iebigen Boll von 2 328 491 M., später bei der Vorlage des Bundes einzige Oppositionspartei im preußischen Landtage gewesen Vorteil die Sozialdemokratie, die die verfahrene rates von 3 492 931 M. Nicht souveräne Fürsten, Grafen usw.: zu sein, die Freifinnigen, die noch in der letzten Session fort Situation für sich ausnuten wird. Die Sozialdemokratie 89 Besitzer, 1217 Besibungen, 1025 647 Heftar. Nach dem jetzigen während schweren Angriffen der Rechten und der Regierung wird nicht nur die Heuchelei der bürgerlichen Parteien und Zoll Jahreseinnahme von 8 612 631 M., später 11 918 946 M. Nun ausgesetzt waren, die man im Landtage bei jeder Gelegenheit der Regierung an den Pranger stellen, sie wird zugleich auch kommt der gewöhnliche Adel, der kommt aber auch nicht zu kurz. 38 Besizer, 214 Befitungen, 252 153 Heftar, schlimmer als die Sozialdemokraten hinstellte, die Partei, die an der Hand der Vorgänge im Landtage selbst zeigen, wie( Seiterfeit.) in zahllosen Fragen, z. B. der Schulfrage, in der Frage der tief ein Parlament sinken muß, von dem man dauf einem 2116 888 m. bei dem Zoll in der jebigen Höhe und 3176 332 M. Selbstverivaltung, in wirtschaftspolitischen Fragen, in der plutokratischen Wahlsystem den größten Teil der Bevölkerung später.( hört! hört! links.) Die Bürgerlichen, die mit 10 Bc. fizern, 75 Besibungen und 82 890 Hektar figurieren, haben bei dem Frage des Wahlrechts, in der Beurteilung der meisten Maß- fernhält. jebigen Boll 695 961 m. und bei dem demnächstigen 1043 41. nahmen preußischer Verwaltungsbehörden, auf einem grund- l Iahr-SeiMcchme.— M. H.. das sind die Leute. dcftU lvirtschaftliche Notlage nach Ansicht der Agrarier zum Himmel schreit. Wir haben nach der Conradschen Arbeit 1S2 Besitzer, die 1776 Besitzungen mit 1 637 063 Hektar haben. Diese 152 Besitzer haben allein durch den (Lctrcidczoll beim Berkauf ihres Getreides einen jährlichen Mehr- erlös von 13 751i)66 M. Nach dem Verlangen des Bundesrates sollen diese Besitzer 20 631150 M. jährlich durch die Erhöhung der Getreidezölle profitieren.(Hört! hört! links.) Nun frage ich Sic, m. H., kann man solche Leute zu den Notleidenden in der Land- Wirtschaft rechnen? Ist das deutsche Volk verpflichtet, zur Füllung des Gcldsackcs dieser Bcvölkerungsklasse zu fronden und Fleiß und Schweiß aufzuwenden? Können Sic. m. H.. dem Volke/ den Ar- bcitern zumuten, für eine Vorlage einzutreten, deren Effekt in nichts anderem besteht, als daß die Acrmsten zugunsten der Reichsten ausgeplündert werden?(Sehr wahr! links.) Genosse Singer legte seiner Berechnung für die Groß- grundbesitzer im Jahre 1901 die alten Zollsätze zu- gründe. Inzwischen sind die Zölle um rund 59 Prozent e r- höht worden. Der Gewinnst der„Notleidenden" hat sich infolgedessen ebenfalls um 59 Prozent erhöht! Aahftampf. „Arbeiterkandidaturen" Das Stöckcrsche„R e i ch" konstatiert mit Genugtuung, daß der Ruf an die Oeffcntlichkeit wegen der Aufstellung von Arbeiter- kandidaturen„nicht ungchört verhallt" ist. Trotz aller Schwierig- leiten, die die Auflösung des Reichstages und die Wahlparole gc- schaffen habe, hätten verschiedene„nationale Parteien" sich ent- schlössen, aus der Arbeiterschaft Kandidaten auszustellen. Das Blatt zählt nun die verschiedenen Parteien samt ihren Arbeiter- kandidaturen auf und ruft dann beglückt aus:„Es ist eine Liste da von neun evangelischen Arbeiterkandidaten. Das ist,— besonders im Hinblick auf die Aussichten in einzelnen Kreisen, nur ein karger Anfang— aber es ist doch eben ein Anfang." Allerdings, und bei diesem„Anfang" wirds auch Wohl bleiben. Die nationalen Parteien hüten sich wohlweislich, ihre sicheren Wahl- lreise an Arbeiterkandidaten auszuliefern. Sie lassen die Pro- letarier entweder in völlig aussichtslosen, oder in solchen Wahl- kreisen aufstellen, die man einzig mit Arbeiterkandidaten zu halten oder zu gewinnen hofft. Das„Neue Sächsische Kirchen- b I a t t" bekennt offen, daß es sich bei den Arbeiterkandidaturen um ein W a h l m a n ö v e r handelt, indem es schreibt: „Wir haben in Sachsen eine ganze Anzahl von Wahlbezirken, in denen ein Jurist, ein I n d u st r i e l l e r, ein K a u f- mann keine Aussicht auf die Wahl hat, sei er auch der lauterste Charakter und der wohlwollendste Freund des vierten Standes. Er erhält die den Ausschlag gebenden Stimmen der Arbeiter- schaft nicht, so lange ihm ein Arbeiter gegenübersteht. D e r A r- beiter wählt am lieb st en seinen Standes- genossen." Und im weiteren Verlauf seiner Darlegungen gesteht das Blatt, das dazu einige Bemerkungen von der„Gleichberechtigung der Arbeiter" fallen läßt: „Was die praktische Seite angeht, so ist in Sachsen von vielen Kreisen zu erwarten, daß sie s o n st wieder einem Sozialdemokraten zufallen." Nun, die sächsischen Kreise werden auch mit„nationalen" Ar- beiterkandidatcn der Sozialdemokratie zufallen. Aber davon abgc- sehen, bleibt das Geständnis interessant, daß die von bürgerlicher Seite aufgestellten Arbeiterkandidaten nicht den Arbeitern zu Liebe, sondern lediglich als Konkurrenzma näver gegen- über der Sozialdemokratie aufgestellt werden. So ist eS auch beim Zentrum, wie folgender Fall beweist: Den Wahlkreis Borken-Recklinghausen(West- falcn) bertrat bisher der bekannte zünftlerische Scharfmacher Euler. Die katholischen Arbeiter des Wahlkreises sind mit dem Herrn Kunsttischlermeister wegen seiner Angriffe auf die christ- lichen Gewerkschaften unzufrieden; da außerdem die sozialdemo- kratische Stimmenzahl schon bei der vorigen Wahl bedrohlich ge- wachsen ist, so hieß es, bei Zeiten Vorkehrungen treffen Das Zentrum schob Herrn Euler nach T r i e r ab, wo er als Kandidat an Stelle des alten Rintelen aufgestellt wurde. Hier ist seine Wahl gesichert und der Scharfmacher Euler bleibt dem Zentrum erhalten. In Borken-Recklinghausen wird ein Arbeiterkandidat, wahrschein. lich der christliche Gewerkschaftsführer Schiffer, aufgestellt. Weshalb dieser Wechsel, lehrt uns die«Triersche Landes» z e i t u n g", die die Trierer Kandidatur Eulers mit folgender Be- Merkung begleitet: „Euler vertrat bisher im Reichstage den Wahlkreis Borken. Recklinghausen.. Es war Gefahr vorhanden, daß dieser Wahlkreis in die Hände der Sozialdemo- kratie falle, wenn dort nicht ein Arbeiterkan- d i d a t a u f g e st el l t würde. Letzteres ist deshalb geschehen." Was will man mehr? Wenn Herr Schiffer in den Reichstag kommt, mag er sich bei der Sozialdemokratie bedanken, genau wie die übrigen„Arbeiterabgeordncten" des Zentrums wenn eS dazu kommt— auch. Die glänzende Lage der Arbeiter können die„nationalen" Blätter in dieser Zeit der Fleischnot nicht strahlend genug schildern. Wie es in weiten Arbeiter- kreisen bisher trotz der eifrigen und erfolgreichen Arbeit der Gewerkschaften und der Sozialdemokratie in Wirklichkeit aus- sieht, welch trauriges Elend noch große Arbeiterschichten niederdrückt, davon gibt nachfolgender Bericht der Frankfurter„Volks« stimme" über eine Gerichtsverhandlung vor der Strafkammer III des Landgerichts Mannheim eine erschütternde Probe: Angeklagt waren 4 kleine Knirpse, die kaum über die Schranken deS Verbrecherbänkleins hinausschauen konnten, vier Volksschüler aus Neulußheim: der 12 Jahre alte Wilhelm Gottfried, der 13 Jahre alto Isaak Hoffmann, der 13 Jahre alte Ant. Willhcuer und der 14 Jahre alte Christoph Ballreich. Sie waren beschuldigt, bei Kauf- mann Rausch und Eisenhändler Merkel Geldbeträge einwendet und einen Teil für Zuckcrwaren„verschleckt" zu haben. Die Sünder waren geständig. Als aber da« Gericht feststellen wollte, wie die Tat möglich war, kamen interessante Dinge zur Sprache. Der Bezirksyendarm gab an, in Neulußheim seien infolge der niederen Löhne in der Tabakindustrie in den meisten Häusern Mann und Frau gezwungen, in der Fabrik zu arbeiten. Von morgens früh bis abends spät seien die Eltern beim Zigarrenmachcn beschäftigt, und die Kinder im Dorfe seien sich selbst überlasten. Die Lehrer, die über die Intelligenz und den Charakter ihrer Zöglinge Aus- kunst geben sollten, konnten Genaues nicht sagen. Der eine Lehrer trug vor, die Klassen seien derart überfüllt, dasi auf Anordnung der Schulbehörde auch diejenigen Schüler, die daS Jahrcspensum nicht bewältigen konnten, nicht als Repetenten zurückbehalten werden, weil eben kein Platz da fei. Das Gericht hat natürlich nach der Schablone die Kinder zu Gefängnisstrafen verurteilt,— die Herren nahmen an, daß die armen Jungen die Erkenntnis der Strafbarkeit ihrer Handlung be- sessen hatten. Die Art, wie der Vorsitzende, Landgerichtsdircktor Wengler, das Verhör leitete, bewies kein sehr großes Verständnis für die traurigen sozialen Verhältnisse, deren Opfer die Kleinen sind. Der Sozialdemokratie wird von Heuchlern und dummen Kerlen vorgeworfen, daß sie die Familie zerstören wolle. Und hier ist auch für den Blinden klar zu sehen, daß die kapitalistische Welt- ordnmig es ist, welche die Familie» auseinander»cis>t und den Kindern die Mutter raubt. Der Staat aber sorgt dafür, daß in iibersüllten Schulklasse» die im Elternhaus versäumte Erziehung Vicht nachgeholt werden kann. Aufgewacht, Arbiter! Der 25. Januar ist der Zabltay! Wahlen im Zeichen der Fleischnot. Die Fleischpreise st eigen wieder! Aus mehreren Städten Süddeutschlands wird neuerliches Steigen der Fleischpreise gemeldet. Ortskrankenkassen und Reichstagöwahl. Der Vorstand der Ortskrankenkasse Göppingen hat beschlossen, an die in Frage kommenden Kandidaten nachstehende Fragen zu richten: 1. Werden Sie jeden Reformplan für die Arbeiterversicherung ablehnen, der die S e l b st v e r w a l t u n g der Versicherten, wie sie heute bei den OrtSkrankenkasscn besteht, beschränken will? Sind Sie für eine Reform, wie sie der Verband der Ortskrankenkassen vorgeschlagen hat? 2. Sind Sie für obligawrische Einführung der Proporzwahl bei den Krankenkassen? Da werden die bürgerlichen Kandidaten in arge Verlegenheit kommen, denn mit wenigen Ausnahmen möchten sie alle der Selbst- Verwaltung der Krankenkassen zu Leibe gehen. Der ärgste Hetzer gegen die Selbstverwaltung sitzt bekanntlich in der Frei- sinnigen Volkspartci und heißt Dr. Mugdan! Ein freisinniger Antrag. Die Fraktion der F r.e i s i n n i g e n Wolkspartei hat beschlossen, im Abgeordnetenhause einen Antrag auf Ein- führung des a l lgjeme i n e n, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für die Wahlen zum preußischen Landtage emzubringen. Wo der Freisinn in den Gemeinden die Macht hat, ist er für das allgemeine, gleiche Wahlrecht nicht zu haben, bort kommt es ihm nicht darauf an, bestehende Zensuswahlrechte durch Erhöhung des Zensus noch zu verschlechtern. Ilebrigens wird über den Antrag kaum geredet werden, da der Landtag nach wenigen Tagen wieder vertagt werden dürfte. Sicherlich zur großen Be- ruhigung des Freisinns, weil auf die Weise das Bündnis mit der Reaktion durch freisinnige Wahlrechtsredcn nicht Schaden leiden wird. Eine amtliche Empfehlung des Lügenbuches des Reichsverbandes. Die„Leipziger Zeitung", das amtliche Organ der sächsischen Regierung, das Blatt, dessen Defizit die Bürger Sachsens ohne Unterschied der Gesinnung durch ihre Steuergroschen decken dürfen, empfiehlt das Handbuch für nichtsozialdemokratische Wähler seinen allerdings wenigen— Lesern in warmer Weise. Eine amtliche Empfehlung eines Machwerks, dem die wissentlichen Lügen haufenweise nachgewiesen sind! Die sächsische Regierung und ihre journalistischen Trabanten passen allerdings ganz gut zu den Machern im Reichsverband i Die Wahlsituation im Maingau ist, wie uns von dort geschrieben wird, für unsere Partei die denk- bar günstigste. In F r a n k f u r t a. M. werden, wie schon gemeldet, dem sozial- demokratischen Kandidaten, Genossen Dr. O u a r ck, vier bürgerliche Kandidaten gegenüberstehen. Die Liberalen rechnen besonders mit der„Partei der NichtWähler", die in keiner Großstadt so stark ist wie in Frankfurt; bei der letzten Wahl 1063 haben von 73 000 Wählern im ersten Wahlgange nur 46 666 ihr Wahlrecht ausgeübt und nur rund 20 600 Stimmen entfielen ans die Sozialdemo- kratie. Bei stärkerer Wahlbeteiligung hoffen die Liberalen, uns das Mandat abnehmen zu können. Die Hoffnung haben sie aber bei jeder Wahl gehabt und sie hat sich nie erfüllt. Die Zahl der Wahlberechtigten ist aus 85 000 gestiegen; der Zuwachs dürste im wesentlichen uns zugute kommen, und unsere Genossen werden alles daransetzen, das Mandat bereits im ersten Wahlgang wieder- Zugewinnen. Ebenso wollen unsere Genoffen im Wahlkreis Offenbach- Dieburg die Scharte von 1963 auswetzen und im ersten Wahl- gang siegen. Das gleiche gilt von den Genossen im Wahlkreis Hanau-Gelnhausen-Orb, den ivir ebenfalls 1903 verloren haben, und auch im Wahlkreis Höchst-Usingen, der uns von 1893 bis 1898 schon einmal gehörte, hoffen wir bereits am 25. Januar das rote Banner aufpflanzen zu können. Selbst wenn es in dem eiuei� oder anderen dieser Kreise den Gegnern gelingen sollte, eine Stichwahl herbeizuführe«, werden unserem Kandidaten zum Siege nur so wenige Stimmen fehlen, daß nn-Z der Sieg in der Stichwahl sicher ist. In allen diesen Kreisen sind die Gegner nämlich arg zersplittert, und überall ist ein Stichwahlsieg— von einem Hauptwahlsieg ganz abgesehen— für einen bürgerlichen Kandidaten nur möglich, wenn er ziemlich restlos alle bürgerlichen Hauptwahlstimmen bekommt. Das bürste aber diesmal wohl ausgeschlossen sein, da Liberalismus und Klerikalismus— die als bürgerliche Hauptgegner in diesen Kreisen in Betracht kommen— sich bis zur Stichwahl kann: soweit versöhnt haben werden, um sich wieder wie 1963 gegenseittg die Mandate zu sichern. Durch diese Wahlkonstellation sind auch im Wahlkreis Wiesbaden-Stadt unsere Aussichten auf einen Stichwahlsieg bedeutend gewachsen, wenn wir nicht gar schon im ersten Wahlgang durchs Ziel gehen sollten, was bei der starken bau- lichen Entwickelung Wiesbadens und der Jndusttiealisierung der umliegenden Landorte während der letzten Jahre durchaus nicht zu den Unmöglichkeiten gehört. Auch in den vorwiegend ländlichen Kreisen sind unsere Wahlaussichten vorzügliche. In Friedberg- Büdingen dürfte der nationalliberale Graf Oriola einen sehr schweren Stand gegen» unseren Genossen B u s o I d haben. Im Wahlkreis Marburg-Kirchhain ist es nicht aus- geschloffen, daß statt des Rationalsozialen v. Gerlach der Sozialdemokrat in Stichwahl kommt und gewählt wird. Uevcrhaupt sind in den ländlichen Kreisen Hessen- Nassaus große Ucberraschungen zu erwarten- Jetzt im Winter sind in den vielen Bauarbeiterdvrfern, die im Sommer von Männern stark entvölkert sind, alle Wahlberechtigten zu Hause, und daß sie fast ausschließlich für uns wählen, ist sicher. Die Versammlnngs- agitation ist in den ländlichen Bezirken eine außerordentlich leb- hafte. In Orten, wo wir trotz größter Anstrengungen jahrelang keine Lokale bekommen konnten, stehen sie uns jetzt zur Verfügung. In der schwarzen Bischofsstadt Fulda ist es uns sogar gelungen, den 3666 Personen fassenden Stadtsaal zu einer Versammlung, die am Sonntag stattfinden soll, zu bekommen. Ueberall, selbst in den schwärzesten Winkeln des Taunus, Westerwalds und Vogelsbergs machen wir jetzt riesige Fortschritte. Sowohl bezüglich des Stimmenzuwachses wie bezüglich des Mandats- gewinnes gehört Heffen-Nassau zu denjenigen Landesteilen, auf die unsere Partei am 25. Januar die größten Hoffnungen setzen darf. Liste der Kandidaturen. Im we st lichen Westfalen kandidieren für die Sozial- demokratie: Wahlkreis Dortmund: Genosse Bömelburg. Bochum: Genosse H u e. „ Hamm-Soest: Genosse Expedient B e ck e r- Dortmund. . Rccklinghauscn: Genosse BergarbeiterverbandS-Beamter Pokorn y. „ Arnsberg- Meschede: Genosse Expedient Becker- Dortmund. Im Großherzogtum Hessen sind die folgenden sozial- demokratischen Kandidaturen zu verzeichnen: Gießen-Nidda: Eduard Krumm, Stadtverordneter in Gießen. Fricdberg-Biidingcn: Heinrich B u s o l d, Schreinermeister in Friedberg. Alsfeld-Lautcrbach: Karl Orb ig, Stadtverordneter in Gießen. Darmstadt-Großgcrau: Heinrich B e r t h o l d, Landtagsabgeordnetcr in Darmstadt. Offeiibach-Dieburg: Karl Ulrich, Landtagsabgeordneter in Offenbach. Ervach-Benshcim: Peter Z a h n III, Gemeinderat in Mühlheim am Main. Worm-Z-Heppenljcim: Johann Engelmann, Arbeitersekretür b» Worms. Bingcn-Alzcy: Peter Reichert, Gastwirt in Finthen bei Mainz. Mainz-Oppcnheim: Dr. David, Landtagsabgeordneter in Mainz. «»« Die Wahlbelvegnng in der Provinz Brandenburg. Im Wahlkreise Potsdam-Ost Havelland sprach am letzten Sonntag der Kandidat Genosse Dr. Karl Liebknecht in Fehrbellin und L i n u m. Beide Versammlungen waren stark besucht und die Ausführungen des Kandidaten fanden lebhafte tustimmung.— In Nauen sprach im vollbesetzten Saale des chiitzenhauses Genosse Fülle- Berlin. Seine Schlußaufforderung, am 25. Januar den Wahlkreis im erstenAnsturmzu nehmen, fand brausenden Beifall. Vom Reichsverband waren am gleichen Tage ein paar Zenwer Makulatur angekommen, darunter die Broschüre des berüchtigten Korbmacher Fischer. Durch Zurufe in der Versammlung gaben die Nauener Wähler deutlich zu erkennen, welchen Gebrauch sie für die ihnen zugedachte„Literatur" des ReiÄsverbandes haben. Zwei stark besuchte Versammlungen fanden in Spandau statt. In Teßnows großem Saale referierte Genosse Heilmann. Der Amtsvorsteher von Spckndau-Land, v. Rohr, und der Vorsitzende des Bundes der Landwirte, Schurig-Etzin, beteiligten sich an der Dis« kussion. Genosse Heilmann widerlegte diese Herren gründlich und die Versammlung verlief ausgezeichnet. Bei Köpnick referierte Genossin Ihrer; in Staaken Genosse D r u n s e l- Berlin; in einer von gewerkschaftlicher Seite cinberusenen in Wansdorf der Genosse Schmidt- Velten. Sämtliche Versammlungen nahmen für unsere Partei einen guten Verlauf. Wernburg kontra Hdaro Kiele. Die„Nordd. Allg. Ztg." macht in einer Polemik gegen Herrn Erzberger eine neue Kolonialbilanz auf, die so toll in ihren Behauptungen ist und einen solchen„Schmiß" aufweist, daß sie von keinem Geringeren als dem Sanierungsrat Exzellenz Dcrnburg selbst verfaßt sein kann. Ein anderer Sterblicher als der Vater der famosen„Denkschriften" bringt solche Auf- machungen platterdings nicht zuwege. Die„Nordd. Allg. Ztg." behauptet zunächst. Erz- berger habe in seine koloniale Kostenrechnung in Höhe von 850 Millionen auch bereits die Forderung für 1907 sowie die nichtbewilligten Nachtragssorderungcn für 1906 mit eingerechnet und dadurch um 152 Millionen zu viel herausbekommen. Es blieben also nur 663 Millionen Ausgaben für 22 Jahre Kolonialbesitz übrig, pro Jahr M Millionen. Die Antwort hierauf mag Erzberger selbst geben. Wir wollen hier nur kurz feststellen, daß kürzlich die„Köln. Volksztg." die kolonialen Ausgaben allein der letzten S Jahre in durchaus einwandsfreier Weise auf 9VZ Millionen Mark berechnet hat. Des weiteren hat bereits vor einiger Zeit die „Leipz. Volksztg." auf Grund einer detaillierten Berechnung festgestellt, daß unsere gesamten kolonialen Ausgaben seit 1884 nicht weniger als rund Vis Milliarde Mark betragen haben! Das macht auf das Jahr nicht 30 Millionen. wie die„Nordd. Allg. Z t g." behauptet, sondern «0 Millionen! Aber diese kleinen Additions- und Divisionsfehler sind noch das H a r m l o s e st e an der neuesten kolonialen Münch- hausiade, wir wollten sagen Dernburgiade. Das Tollste liegt darin, wie die„Nordv. Allg. �tg." aus dieser aberwitzigen Kolonialwirtschaft eine 26prozelitlge Verzinsung für die deutsche Nationalwirtschaft hcrauSrechnct! Sie nimmt nämlich an. daß nach Beendigung des Krieges in Südwest der Zuschuß nur rssch 30 Millionen betragen werde(die Kolonialarmee für Südwest würde uns allein 89 Millionen jährlich kosten!), daß dagegen der Handel 80 iNillionen darstellen werde. Rechne man auf diesen Handel nur 10 Proz. Gewinnst, also 8 Millionen, so sei das eine 26prozentige Verzinsung der jährlichen 30 Millionen Subvention! Etwas Aberwitzigeres als diese Berechnung läßt sich nicht denken. Deutschland zahlt jährlich 39 Millionen und profitiert — immer nach der obendrein noch total falschen Berechnung des Dernburgers— jährlich 8 Millionen. Es bleibt also selbst nach der Dernburgschen Berechnung jährlich noch ein glattes Defizit von 22 Millionen, aber nicht die Spur eines Tausendstels Prozent Verzinsung I Was aber noch toller ist: die ganze freisinnige Presse, „Voss. Z t g." wie„Verl. Tageb l.", drucken diesen auf den ersten Blick zu durchschauenden Mumpitz, oder um im Börsenjargon zu sprechen, diesen Stuß nach, ohne den ge- ringstcn Einwand gegen ein solches Attentat aus die vier Spezies zu erheben! Es ist so, wie Z i e g l e r es einmal aus- drückte: die politische Perversität ist dem Freisinn ans Gehirn geschlagen. Wenn ein Sextaner bei seiner Aufnahmeprüfung so heillose Schnitzer machen wollte, würde er ohne Gnade in die Vorschule zurückgeschickt; die freisinnigen Kulis aber be- wundern solch' burlesken Blödsinn als das Muster einer kolonialen Rentabilitätsrechnung! Doch zum Schluß noch einige Zahlen über den wirk- lichen Handelsverkehr mit unseren herrlichenKolonien. Die„Nordd. Allg. Ztg." bekommt die Summe von 70 Millionen Handelsvorkehr heraus, weil sie auch den Import und Export des Auslandes mitrechnet! Tatsächlich war der Handelsverkehr unserer Kolonien niit Deutschland im Jahre 1993 folgender. Die deutsche Einfuhr betrug nach Deutsch-Ostafrika.... 3 Millionen Mark Deutsch-Südwestafrika.. 13,4,„ Kamerun....... 5,1„„ Togo........ 2,9 Kiautschou......7,9„„ Deutsch-Neuguinea... 0,9„ Samoa-Jnseln..... 0,4__ In Summa 43,6 Millionen Mark. Da aber die Ausfuhr nach Südwestafrika 1903 nur 4,3 Millionen betrug, sind von den 43,3 Millionen bei künftigen Berechnungen mindestens 14,1 Millionen zu streichen, so daß nur ein Export von rund 39 Millionen übria bleibt. Der deutsche Export überhaupt bezifferte sich aber 1903 aus 5841 Millionen I Vollends bedeutungslos war die Ansfuhr der Kolonien nach Deutschland. Sie betrug im Jahre 1995: aus Ostafrika..... 5,6 Millionen Mark aus Südwestafrika... 0,3.„ aus Kamerun..... 9,0„„ aus Togo...... 1,8„„ aus Kiautschou..... 0,0„, aus Neuguinea.... 0,1„„ aus den Samoa-Jnseln. 0,8„„ In S u m m a 1 7,6 Millionen Mark gegenüber der deutschen Gesamteinfuhr von 7436 Mill. M. Um die völlige Wertlosigkeit der Kolonialpolitlk für den oeutschen Handel zu beweisen, sei noch erwähnt. da§ der deutsche Export nach China im Jahre 1905 83,9 Millionen betrug, gegen 41,9 Millionen im Jahre 1902; ferner der deutsche Export nach Japan 1905 84,6 Millionen Mark gegen 49,8 Millionen Mark im Jahre 1902. Ter Handel mit China oder Japan allein ist also für Deutschland un- endlich viel bedeutungsvoller als unser Handel mit unseren samtlichen Kolonien! ..Und für solche Kolonien hat das deutsche Volk bereits 1590 Millionen opfern müssen, dafür soll es allein in den nächsten beiden Jahren weitere 30» Millionen opfern I. PolitifcKe üeb er ficht» Berlin, den 7. Januar 1907. Fürsorge der Regierung für die Postunterbeamten. Die ganz- und halboffiziöse Presse arbeitet mit den schofelsten Mitteln, um Wähler für den Regierungsblock ein- zufangen. Während die Regierung sonst für die Erhöhung der im Reichsdienste beschäftigten Unterbeamten, besonders der Postbeamten, nicht zu haben ist und sich gegen alle Gehaltserhöhungsforderungen der sozialdemokratischen Reichs- mgßfraktion ablehnend verhalten hat, um aus dem postalischen Betriebe möglichst hohe Ueberschüsse für den Militärmoloch herauszuholen, hat sie jetzt plötzlich ihr warmes Herz für die Unterbeamten entdeckt und läßt der erstaunten Welt durch ihre Presse verkünden, daß sie gar zu gern längst die Gehälter der mittleren und der unteren Postbeamten auf- gebessert hätte, leider aber durch die bisherige Reichs- tagsmehrhcit, durch welche die Reichsfinanzreform grausam verhunzt worden wäre, an der Ausführung ihrer schönen Pläne verhindert worden sei. So veröffentlicht z. B. die„Köln. Ztg." an der Spitze ihrer Sonnabend- Abend- Nummer folgende Berliner Notiz: .Immer kehren die Klagen aus den Kreisen der mittleren Postbeamten wieder, daß ihre Gehaltsverhältnisse in Anbetracht des UmstandeS, daß in Deutschland die Lebenshaltung im all- gemeinen in den letzten Jahren sehr viel teurer geworden ist, nicht ausreichend sind und dringend der Aufbesserung bedürfen. Eine durch uns an zuständiger Stelle eingezogene Erkundigung hat ergeben, daß im NeichSpostamt diese Klagen der mittleren Postbeamten als durchaus berechtigt und der Berück- sichtiguug wert anerkannt werden. Nur der schlechte Abschluß des Gesamtetats hat verhindert, daß im kommenden Etat für die mittleren Beamten eine Verbesserung ihrer Bezüge besonders auch deö Wohnungsgcldzuschusies vorgesehen worden ist. Uns will aber scheinen, daß man Wünschen von Beamten, die an sich für durchaus berechtigt gehalten werden, auf jeden Fall nachzukommen hat und die dazu erforderlichen Mittel auf irgendeine Weise bereitstellen muß. Zuzugeben ist allerdings, daß die Regierung der bisherigen Reichs- tagsmehrhcit gegenüber, die die Reichs finanz- reform in einer Weise zurecht st utzte, daß eine ganze Anzahl von Millionen noch zur Deckung deS Notwendigsten fehlen, in einer Zwangslage sich befand und daß sie daher auch vonihrals berechtigt anerkannte Wünsche ihrer Beamten zurückstellen mußte. Derartige Zurückstellungen treffen dann leider meist eher die mittleren und unteren Beamten, da bei ihnen auch eine nur mäßige Erhöhung der Bezüge, wegen der großen Kopf- zahl der diesen Bcamtenkategoricn zugehörigen Personen, gleich mit vielen Millionen zu Buche schlägt." Die Darstellung stimmt nicht, denn nicht die zu geringe Höhe der Reichsstenern, sondern die Ueberschußwirtschaft des Reichsfiskns trägt die Schuld an der Notlage der Postbeamten. Dennoch sind wir mit der„Köln. Ztg." völlig darin ein- verstanden, daß die bisherige Reichstckgs- Mehrheit die Reichsfinanzreform erbärmlich verhunzt hat, und wir haben deshalb auch«icht das geringste dagegen einzuwenden, wenn die Postbeamten aus dieser Tatsache die Konsequenz ziehen, daß eine derartige miserable R e i ch s t a g s m e H r H e i t nicht wieder z u st a n d e kommen darf. Vor allem dürfen die nationalliberale Partei und»die Agrar- konservativen nicht wieder in gleicher Stärke in den Reichstag einziehen, denn sie haben bei der Reichs- finanzreforrn in erster Reihe.dahin gestrebt, durch Erhöhung der Verbrauchssteuern die Kosten der Flotten- und Weltpolitik den ärmeren Klassen- der Bevölkerung aufzupacken, während sie für eine wesentliche Erhöhung der Erbschaftssteuer oder eine die Wohlsituiertcn treffende Reichs-Vermögenssteuer und Rcichs-Einkommensteuer nicht zu haben waren. Und oben- drein haben diese Parteien der Reichstagsmehrheit durch ihre Agrar- und Zollpolitik das Haushaltuugsbudget der unteren Beamten aufs schwerste belastet. Vorwärts gegen die bis- herige Reichstagsmehrheit!_ Hochkonjunktur für die Kapitalisten— Ueberarbeit und Unterernährung für die Arbeiter! Der„Deutsche Metallarberter", das Blatt des christ- lichen Metallarbeiterverbandes, bringt in der ersten Nummer seines neuen Jahrganges einen Rückblick über die wirtschaftlichen und sozialpolitischen Vorgänge deS verflossenen Jahres. Darin heißt es: „Wirtschaftlich ist das Jahr 1306 ein Jahr der Hoch- . konjunktur gcwestn, ivie wir wohl kaum eins in stüheren Perioden der guien Geschäftslage zu verzeichnen hatten. Ein w a h r c r G o l d st r o m hat sich in Gestalt von Millionen und wieder Millionen in den Schoß der Aktionäre und Kapitalisten er- gössen. Die Metall- und Hüttenindustrie steht in dieser Be« ziehung mit an der ersten Stelle. Leider aber haben die Arbeiter sehr wenig von dem Erfolge dieser guten Zeit mitbekommen. Wohl sind hier und da Lohnaufbesserungen zu verzeichnen gewesen, aber auch nur dort, wo die Arbeiter auf Grund der Stärke ihrer Or- ganisationen dazu gedrängt haben. Sonst aber ist daS Einkommen der Arbeiter im allgemeinen nur durch planlose Ueberzeitarbeit, Ueberstunden, Nacht- und Sonntagsarbeit und Nebenschichten etwas er- höht worden. Und das ist hinlänglich wieder ausgeglichen worden durch eine fortwährend anhaltende Teuerung aller Lebensbedürfnisse, die uns das verflossene Jahr in steigendem Maße gebracht hat. Fleisch ist derart im Preise gestiegen, daß es für viele Arbeiterfamilien unerschwinglich, für die meisten aber nur sehr selten zu beschaffen ist. Gemüse ist ebenso im Preise gestiegen und muß 20—30. oft 40 Prozent teurer bezahlt werden wie in stüheren Jahren. Dasselbe kann von den Wohnungsmieten gesagt werden und zwar nicht allein in den Großstädten, sondern auch in ländlichen Gegenden mit zahlreicher Arbeiterbevölkerung. Trotzdem die Viehpreise in den letzten Wochen gefallen find, werden die Fleischpreise aber auf der früheren Höhe gehalten und Fleisch scheint auch für die Zukunft ein Leckerbissen in.den Arbeiterfamilien bleiben zu sollen.' Die Regierungspreffe hat es als sozialdemokratische Verhetzung bezeichnet, daß im„Vorwärts" von Hungerwahlen die Rede war. Wie man sieht, kommt die christliche Arbeiterpresse, wenn sie auch das Wort vermeidet, zu demselben Ergebnis. Und mehr als daS: das christliche Gewerkschastsblatt gelangt zu einer Ver- urteilung der ganzen Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung, indem es feststellt, daß von der wirtschaftlichen Hochkonjunktur die Unternehmer den Millionengoldstrom, die Arbeiter aber noch weniger als nichts: nämlich Ueberarbeit und Unterernährung erhalten haben. Was haben die christlichen Arbeiter für ein Interesse an der Erhaltung einer Gesellschaftsordnung, die allen Begriffen von Gerechtigkeit und Menschlichkeit Hohn spricht? Aber das ist das Bedauerliche, daß dieselben katholischen Arbeiter, die auf diese Weise die Herrlichkeiten der kapitalistischen Ordnung zu spüren bekommen, derselben Partei Gefolgschaft leisten, die sich als Stütze dieses Systems erweist. Mit Recht schreibt das christliche Gewerkschaftsblatt: „In Anbetracht solcher Umstände ist eS bedauerlich, daß die Regierung, gestärkt durch Scharfmacher und Reaktionäre, nicht den nötigen Mut fand, das Vertrauen des Arbeiterstandes zu den gesetzgebenden Körperschaften durch eine energische Fortführung der Sozialreform zu stärken. Auf diesem Gebiete war das Jahr 1906 un- f r u ch t b a r." Statt an die Regierung sollten die christlichen Arbeiter ihren Vorwurf vielmehr an die bisher ausschlaggebende Partei im Reichs- tag, an das Zentrum richten. Ein„Dementi". Die«Nordd. Allg. Ztg." schreibt: „Der„Vorwärts" bringt in seiner Nunimer vom gestrigen Tage aus der„Königsberger Volkszeitung", angeblich dem Briefe eines Beamten aus Südwestastika entnommen, folgende Nachricht: „Am 2. Dezember wurde in Windhuk bekannt, daß sich 120 Hottentotten ergeben haben. Oberst v. Deimling hält damit den Feldzug für im wesentlichen erledigt, denn er bestellte bereits für den 4. Dezember sein Automobil nach Kcetmanshoop, um den Kriegsschauplatz zu verlassen. Am 1. Jgnuar 1907 soll der Krieg als definitiv beendigt erklärt werden." Demgegenüber wird hiermit ausdrücklich festgestellt, daß die vom Oberst v. Deimling an den Generalstab gerichtete Meldung über die Unterwerfung von Johannes Christian mit dem Stamm der Bondelzwarts, darunter 120 Männer mit Ivb Kleinkalibergewehren, am 24. Dezember, 4 Uhr nachmittags, von Keetmanns- hoop abgegangen, in Berlin am 2S. Dezember. 12 Uhr 30 Minuten vormittags eingetroffen ist und alsbaldZdurch WolffS Bureau ver- öffentlicht wurde." Ein eigenartiges Dementi I Das offiziöse Organ bestreitet nicht, daß die Ergebung der Bondelzwarts bereits am 2. De- zember«n Windhuk bekannt war. also mindestens schon elf Tage vor der Reichstagsauflösung erfolgt war, sondern es erklärt lediglich, daß Oberst Deimling dem Generalstab erst am 24. Dezember die Mitteilung von dieser Waffen- streckung gemacht habe I Warum hat die Regierung nicht inzwischen auf tele- graphischem Wege feststellen lassen, wann die Kapitulation erfolgte? I Darauf kam'es an! Denn wenn die Regierung zugeben muß, daß diese Waffenstreckung bereits elf Tage vor dem 13. Dezeniber in Südwestafrika bekannt. geworden war, so war unsere Annahme durchaus gerechtfertigt, daß sie bereits lange vor der Reichstagsauflösung von dieser Tatsache unter- richtet sein mußte! Feststellen wollen wir übrigens auch noch, daß das offiziöse Organ unserem Beweis, daß die Regierungsvertreter auch über die Pläne der Regierung hinsichtlich der Stärke der nach Beendigung des Anfstandes offiziell für notwendig erachteten Schutztruppe das Parlament getäuscht haben, nicht die geringste Ausrede entgegenzusetzen vermag! Veutlckes KeicK. Prozent-NationaliSmus. Die„nationale Flagge" muß in Deutschland die niedrigste Profitsucht decken. Zu den Nationalsten der Nationalen gehört in Deutschland die Hamburger Kaufmannschaft, die unter dem größten Tamtam die Propaganda für die Weltpolitik betreibt und mit unsäglicher Geringschätzung von der deutschen Arbeiterschaft spricht, weil diese nach ihrer Ansicht nicht das geringste Ver- ständnis für Deutschlands hohe nationalen Aufgaben zu Wasser und zu Lande hat. Dabei hat diese selbe Kaufmannschaft in ihrer Presse mit größter Schärfe den Mittellandkanal bekämpft, als dieser im preußischen Abgeordnetenhause zur Beratung stand— nicht, weil der Kanal dem Handel keine Vorteile zu bieten ver- mochte, sondern weil er nach ihrer Ansicht Bremens Handel allzu- sehr gegenüber dem Handel Hamburgs begünstigte. Nur aus diesem Grunde, nur aus dem kleinlichsten Neid auf Bremens Stellung als Export- und Jmportplatz, ereiferte sich Hamburgs „nationale" Kaufmannschaft gegen das Kolonialprojekt. Sobald ihr Pröfitinteresse in Frage kam und sich die Besorgnis einstellte, es könnten ihre hohen Gewinne vielleicht geschmälert werden, ging der ganze vielgerühmte Patriotismus der nationalen Herren flöten. Aber noch immer verfolgen Hamburgs„königliche" Kauflcute den Kanalbau mit neidischen Blicken, und es bereitet ihnen eine hämische Schadenfreude, daß neuerdings auch in den Kreisen der Emdencr Kaufmannschaft auS den gleichen kleinlichen Konkurrenz- rücksichtcn eine lebhafte Opposition gegen die Fortführung des Dortmund-Ems-Kanals hervortritt. Mit ersichtlicher Befriedigung schreibt das Hamburger Scherl-Blatt, der„Hamb. Corresp.". unter der höhnischen Stichmarkc:„Nochmals der Bremer Kanal": „Wir haben in der letzten Zeit wiederholt der Stimmen Erwähnung getan, die sich in Emdener Kreisen gegen die Durch. führung des sogenannten Bremer Kanalprojeitcs, d. h. gegen die Verlängerung des Dortmund-Ems-Kanals bis zur Unter- weser, aus triftigen Gründen erhoben haben. Ganz anders als in Emden denkt man natürlich aus denselben triftigen Gründen über das Kanalprojekt in Bremen und in den von dem zu er- bauenden Kanal durchschnittenen oldenburgischen Gebieten. Man sucht dort neuerdings sogar auch in Hamburger Kreisen für das Kanalprojekt Stimmung zu' machen, indem man, wie uns aus Oldenburg geschrieben wird, darauf hinweist, daß eine eventuelle weitere Fortsetzung des Kanals von Vegesack die Hamme hinauf und unter Benutzung der Schwinge bei Bruns- hausen bis in die Unterelbe Hamburg den Anschluß an den Kanal nach Westfalen und Rheinland bringen würde. Olden- bürg wünscht eine Beteiligung Bremens an dem ersterwähnten Kanal, und zwar stellt es diese als Vorbedingung für seine Zu- stimmung zu der weiteren Vertiefung der Unterweser auf. Diese Vorbedingung ist bis jetzt noch nicht zu erreichen gewesen, da in Bremen die Ansicht vorherrscht, daß man nicht zwei Ver- bindungen nach Westen brauche. Der Hannover-Rhein-Kanal genüge." Es ist doch ein gar seltsames Dina um das nationale Empfinden so mancher Nationalen.--» Die freisinulg-agrarische BolkSkncbclungs- Kohorte. Die„Freisinnige Zeitung' hält noch immer an ihrer infamen Fälschung fest, Bebel habe in München die Landwirte „beschimpft". Und zwar dadurch„beschimpft", daß er zwar nur von der Rücksichtslosigkeit und Brutalität der„Agrarier" ge- sprachen, an anderen Stellen seines Vortrages jedoch erklärt habe, daß sich auch ein großer Teil der Landwirte überhaupt von den Agrariern habe einfangen lassen. Damit habe er alle Landwirte beleidigt. Schön! Aber messen wir einmal den Freisinn mit seinem eigenen M a ß st a b e. Auch er hat früher, als er sich noch nicht den Agrariern als Schutztruppe verschrieben hatte, mit scharfen Worten gegen die Agrarier gewettert. So heißt es in dem Eugen Richter- schen ABC-Buch für das Jahr 1898 S. 12: „In Wirklichkeit vertreten die Agrarier nur Interessen des Großgrundbesitzes in der denkbar beschränktesten und kurz- sichtigsten Art." Dann heißt eS auf derselben Seite von dem fünf Jahre früher gegründeten„Bund d e r L a n d w i r t e": „Auch der Bund der Landwirte sucht durch rülksichtSlose Agitation und unbekümmert um das Gemeinwohl die ein- seitigsten agrarischen Interessen zu verfolgen," Dem„Bund der Landwirte" gehören bekanntlich auch Hundert» tausende von Bauer» an, keineswegs bloß Junker. Und diese Land- Wirte hat Eugen Richter Anno 1898 durch den Vorwurf der Rllcksichts- losigkeit und des Egoismus„beschimpft"! Aber nicht nur mit den Agrariern und dem Bund der Land- Wirte springt Herr Eugen Richter, der Säulenheilige der«Frei- sinnigen Ztg.", derart um, sondern auch mit der„ k o n s e r v a t i v e n Partei", zu der er auch die Fr�ikonservativcn oder Rcichspartcilcr rechnet. In dieser Partei befinden sich viele hunderttausende Bauer»; trotzdem schrieb Herr Eugen Richter in seinem ABC-Buch auf S. 206: „In wirtschaftlichen Fragen stimmt die konservative Partei für alles, was dir kleinen Lcutt einschränkt und von den Arbeit- gebern und von den Behörden abhängig macht." Auch hier wird also wieder die konservative Partei als Ganzes der Riicksichtslosigkeit und des brutalen Egoismus bezichtigt. So „beschimpfte" Eugen Richter die Landwirte I Nun, die Eickhoff, Mugdan und Konsorten suchen allerdings heute all diese Sünden durch die schamloseste Umwedelung der Junker und Zollwucherer wett zu machen. Sie schlagen um die Wette mit den Reichsverbändlern auf die Sozialdemokratie los: auf die einzige Partei, die wirklich mit äußerster Energie allzeit die von Herrn Eugexr Richter so schön gekennzeichnete agrarische Volksauswucherung bekämpft hatl Sie ziehen gegen das auSgewucherte Proletariat ins Feld Schulter an Schulter mit denselben Junkern, die seinerzeit Eugen Richter in seinem ABC-Buch durch Bismarck-Zitate folgendennaßen charakterisiert hat: „Heutzutage hat die Strcberei alles verdrängt; der eine will Beförderung in seinem Amte(man will doch nicht ewig L a n d r a t b l e i b e n I), der andere wünscht eine höhere Ordens- klaffe zu erhalten, der dritte erstrebt auf Wunsch seiner Frau Ein- ladungen zu Hoffe st lichkeiten, der vierte möchte dem Avancement seines Sohnes sich forderlich erweisen, und so geht eS fort... Dazu kommt, daß meine Standesgenossen vielfach recht bequem sind, nicht gern übermäßig arbeiten... usw." Diese Junker und unser heutiger Freisinn haben sich nunmehr in holder Eintracht zusammengefunden gegen daS aufgeklärte klassenbewußte Proletariat! Möge die deutsche Arbeiter« schaft am 2S. Januar dieser Tatsache eingedenk sein!— Die„Post" für die Propaganda der Tat! Eine„deutsche Frau" sendet den Externen der Kropper Jdiotenanstalt in der Zimmerstraße folgenden Brief: „Ich möchte Sie bitten, in Ihrer Zeitung immer und immer wieder, und zwar recht nachdrücklich der Regierung ans Herz zu legen, daß nur Strenge und unnachsichtliches, scharfes Vorgehen mit dem Strafgesetze gegen die schäm- und zügellosen Hetzereien der Sozialdemokraten und des Zentrums am Platze ist. Unseres verehrten Herrn Reichskanzlers wahre und schöne Antwort an den Vorstand des deutschen Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie hat gewiß allerorten den tiefsten Ein« druck gemacht. Wäre es nicht zur Auflösung des Reichstages gekommen, ich hätte einmal von der Zu- schau ertribüne heruntergerufe u:„Bebel, wenn Sie denn schon gar kein Schamgefühl und Gewissen mehr haben, trotz- dem Sie schon mit einem Fuß im Grabe stehen, so lassen Sie sich gesagt sein, es gibt auch untcr uns manche Chgrlotte Corday. Seien Sie auf Ihrer Hut, Sie alter Sünder!" Charlotte Corday erdolchte bekanntlich Marat. Und nun kündigt das Kropp-Zeug des biederen Kronsbein Bebel ein ähnliches Attentat an! Die offenbar ebenfalls aus Kropp entsprungene moderne Charlotte Corday sollte sich samt der„Post"-Redaktion in Kaltwasserbehandlung begeben. System Kühne l Nclenrcgieriingen. DaS Geschwätz von der.Nebenregierung" des Zentrums, daS sich auf Befehl der Bülow, Dernburg und anderer RegierungS- grüßen die Blätter deS„nationalen" Sprengblocks leisten, wird all« mählich selbst liberalen Blättern zu dumm. Die«Straßb. Ztg." spottet darüber: „Es heißt, daß durch Bülow und Dernburg eine Neben- regierung aufgedeckt worden sei. Merkwürdig! Es müssen erst jahrelang bestehende, jahrelang bekannte Skandalgeschichten öffentlich bloßgelegt werden, damit der Reichskanzler erfährt, daß eine Neben regierung existiert,— und nur im Kolonialanit. O nein I Wer sie selbst geschaffen und gefestigt hat, der kennt sie schon lange. Sie best cht in allen Ministerien Preußens. Im Kultusministerium sind die Klerikalen und ihre Gönner fast ausschließlich an der Arbeit, im Ministerium des Jimern ist die Erhaltung der nichtultramontauen Kultur in den Rheinlanden vergessen, die„Parität" und„Toleranz" aber Vorschrift. Wer einmal nach Trier geht, der kann erzählen, wie die Regierung mit beiden Ohren nach den Wünschen KorumS horcht usw. usw. Der Briefwechsel Biilow-Roercn läßt trotz deS grandiosen Abschlusses doch auch auffällige Zwischenspiele erkennen. Das Meisterstück der Schöpfung einer Nebcnregierung aber hat Bülow beim Durchdrücken' des Zolltarifs geliefert. Hier hat er persönlich ein Neben Parlament ins Leben gerufen und dem deutschen Volke gelehrt, wie man außerhalb der legalen Grenzen regiert. Das Wort„Nebenregierung' wurde damals oft gehört, bei einem be- kannten Prozeß machte es den Staatsanwalt so nervös, daß er eine Beleidigungsklage daraus zu konstruieren drohte, heute brauchen es die damals Beleidigten ungeniert." Es ist auch gar zu albern, im vergrößerten Preußen plötzlich eine.Nebenregierung" zu entdecken— in diesem Lande, das seit zwei Jahrhunderten nur von„Nebenregierungen", teils männlichen, teils weiblichen Geschlechts, regiert worden ist. Sehr putzig fügt es sich, daß gestern in ihrem SonntagSblatt die halboffiziöse„Köln. Ztg." unter dem Titel„Die preußische Pompadour" einen langen Artikel veröffentlicht, in dem sie die Rolle der Minchen Eule, der Gattin des Kammerdieners Rietz und späteren Gräfin Lichtenau, der Konkubine Friedrich Wilhelm ll-, am preußischen Hofe schildert und 5cT dieser Gelegenheit auch die gemeinen Versuche des hohen preußi-| Bestimmung folgenden Inhalts gefordert wird: Ebenso wie die bisher die amtliche Bestätigung fehlt, fo erscheint es doch glaubhaft, schen Hofadels erwähnt, durch Zuführung von adeligen Rebsweibern Amtssprache ist die Unterrichtssprache deutsch, und da Raisulis Schwager sich bereit erflärt hatte, ihn 1'r eine Geldden König in seinem Sinne zu beeinflussen und die preußische Politit in öffentlichen Versammlungen darf nur in belohnung auszuliefern. deutscher Sprache verhandelt werden. Die Mißerfolge der Herren haben, wie man sieht, ihren po= litischen Verstand nicht im geringsten geschärft. zu ihren Zwecken zu mißbrauchen. Auch auf das Treiben des Wöllnerfchen Zirkels wird hingewiesen. Wie es scheint, halten die Nationalliberalen und ihre konservativen Alliierten vom„ nationalen" Block in ihrem eigenartigen Patriotismus diese Art DamenNebenregierungen" für berechtigter als die des Zentrums. Spotten ihrer selbst. In der Kölnischen Voltszeitung" lesen wir. Wahlflugblatt! Kosten der Weltpolitik und Kolonien. -O Starr wird so mancher Leser gewesen sein, als er in Nr. 1107 der Köln. Volksztg." vom 27. Dezember 1906 den aus hervor ragend fachverständiger Feder stammenden!- Artikel las! Die Kosten der Weltpolitik und der Kolonien! " Schwindelnde Zahlen die Weltpolitik" verschlang in den neun lezten Jahren eine Summe bon 963 000 000 2.1 Alljähr lich also über hundert Millionen Mark!! Diese verblüffenden Ausführungen sind in der Wahlbewegung zur Aufklärung weiter Kreise wirksam zu verwenden. Sie wurden baher in Sonderausgabe als Wahlflugblatt hergestellt. Die Massenverbreitung empfiehlt sich besonders bei Wahlversammlungen, zur Versendung an schwankende Wähler usw. Bis jetzt über 511 000 Exemplare versandt. Bestellungen umgehend erbeten. Köln, 28. Dezember 1906. J. P. Bachem, Verlagsbuchhandlung. Das Zentrumsflugblatt sollte nur ja nicht vergessen zu betonen, baß die 963 Millionen von der Zentrumsfraktion bewilligt worden find! Der große General und Kolonialtenner.. Die Bonner„ Liberalen" hatten sich für eine am Sonntag in Bonn abgehaltene Wählerversammlung als folonialpolitischen Kronzeugen den General Trotha verschrieben! Der Verfasser des Ausrottungserlasses und der auf die Häupter der Häuptlinge gesetzten Kopfprämien sagte unter anderem: Die in den Kolonien beobachteten militärischen Grundsäße seien nicht immer richtig gewesen. Auch gegen Wigmanns Gedanken an eine koloniale Landwehr müsse er sich aussprechen. Die Presse habe ihm unrecht getan, ihm die bekannte Proklamation gegen die Hereros borzuwerfen. Er mußte sie erlassen, um zu zeigen, daß er die Ges walt dazu habe.(!) Nach seiner Ansicht werde Swakopmund niemals zu einem brauchbaren hafen zu machen sein. Wenn wir die Walfisch bai nicht haben tönnten, müßten wir die Bahn Lüderigbucht- Windhut bauen. Die Industrie habe in den Kolonien ein großes Abfazgebiet zu erwarten. Die Landwirtschaft aber müsse damit rechnen, daß eines Tages von dort Getreide ausgeführt würde. Die Ausbeute an Mineralien würde zweifellos lohnend sein. Die Anlage von Häfen müsse auch die Marineberwaltung beschäftigen, da dort Rohlenstationen für unsere Streuzer nötig seien. Die Wasserfrage in Südwestafrika sei nur durch systematische Aufforstung und durch Abschaffung alles Kleinviehs zu lösen." Die militärischen Grundsäße des Ausrottungsstrategen Trotha leider find allerdings selbst von der Regierung mißbilligt worden erst als es zu spät und das Volk der Hereros bereits zum größten Teil faktisch ausgerottet war! " An die Aeußerungen des Kolonialtenners Trotha ist kein Wort zu verschwenden. Köstlich ist die Idee, nun auch noch das auf Kleinvieh auszurotten und die Sand- und Steinwüste auforsten". In einem Lande, wo es vielfach erst alle drei oder bier Jahre einmal regnet! Der wadere Trotha, von Forstwirtschaft bersteht er kein Jota! Das Zentrum und die Agrarpolitik. Die Schlesische Boltszeitung" gedenkt in einer Reihe bon Artikeln die Fürsorge des Zentrums für die einzelnen Berufsstände" zu schildern. Die Artikel, so schreibt das Blatt, bieten Material für die Wahlagitation. Zunächst wird geschildert, was das Zentrum für die Landwirtschaft getan habe. Es heißt da, daß in den siebziger Jahren das Zentrum es war, das mit dem Fürsten Bismarck sich an den Schutz der Landwirtschaft machte durch Wiedereinführung der Getreidezölle: V Promethens Volk. Eine Antwort auf Bülows Silvesterscherz. Aus dem Olympischen ins Jrdische übertragen. Bedecke deine Erde, Macht, Mit Menschenblut, Und übe, dem Korsen gleich, Der Völker köpft' Und Länder stahl, das Degen zich'n, Mußt' mir meine Ziele Doch lassen stehn, Und meine Zukunft, die du nicht verstehst, Und meinen Mary, Von dessen Geist Du nichts begreifft. Ich kenne nichts Aermeres Unter der Sonn', als euch, Minister! Ihr stüzet jämmerlich Auf Bajonette Und Zitate Eure Majestät! Und stürztet, wären ( Wie Büchmann bestätigt,) Die Menschen nicht beschränkte Untertanenköpfe." Da ich ein Kind war, Nicht wußte, wo aus noch ein, Kehrt' ich mein vertrauend Auge Bur Macht, als wenn dahinter wär' Ein Dhr, zu hören meine Klage, Ein Herz, wie meins, Sich des Enterbten zu erbarmen. Wer half mir Wider der Ausbeuter Uebermut? Wer rettete vom Tode mich, Von Sklaverei? Habt ihr nicht alles selbst vollendet, Heilig glühend Herz Und schwielenharte Hand? Betrogen, Rettungsdank Den Niederdrückern droben? Ich dich ehren? Wofür? Hast du das Elend gelindert Je der Entrechteten? Hast du die Ketten gebrochen Je der Geknechteten? Hat nicht drei Millionen geschmiedet Der Hammer der Not? Wird die vierte nicht schmieden Der Tag von Bauli Erkenntnis? Wähntest Du etiva, Jch sollte die Heimat hassen, Den Staub abschütteln, Nach Südwüst fliehen, Weil dich meine Freiheitsträume schrecken? Hier sitz ich, forme Menschen Nach meinem Bilde, Ein Geschlecht, das frei, gleich sei, Zu lieben den Bruder, Als Menschen zu freuen sich, Und dein nicht zu achten Wie ich! Ausland. Frankreich. Volkszählung. Alle Erhöhungen der Getreidezölle find nur möglich gewesen durch die Stellungnahme des 8enBaris, 6. Januar. Nach dem heute vom Handelsministerium trums im Jahre 1879. Der Zoll wurde auf 1 M. festgesetzt, 1885 mit Zustimmung des Zentrums 3 m., 1887 5 M.; ohne beröffentlichten Ergebnis der letzten Volkszählung vom 4. März das Zentrum wäre der lettere 8oll nie ein 1906 beziffert sich die Bevölkerung Frankreichs auf 39 252 267 Seelen. geführt worden. 1892 tamen die Handelsverträge mit dem Die Zunahme seit der Volkszählung von 1901 beträgt 290 322. Jn 3,50 Mark Zoll, für welche das Zentrum, aber auch alle bielen Departements hat die Zahl der Bewohner abgenommen inangesehenen Bertreter der Landwirtschaft stimmten. Als 1902 der folge der Anziehung der ländlichen Bevölkerung durch die großen neue Zolltarif zustande kam, da war es das Zentrum, das die Städte. Von dem gesamten Zuwachs von 290 322 Seelen entAufnahme des 5,50 Mart- Bolls erreichte und den 5 Mart- 3oll für fallen auf die über 30 000 Einwohner zählenden Städte 223 072! Hafer zur Annahme brachte. Die neuen Handelsverträge allesamt Im Seinedepartement stieg die Bevölkerung von 3669930 Menschen enthalten diese Säge. Ohne das Zentrum alio teine im Jahre 1901 auf 3848 618 im Jahre 1906. Hiervon entfallen Getreidezölle und damit teine ordentlichen auf Baris allein 2 763 393; das sind 49 325 mehr als im Jahre Es ist richtig: ohne das Zentrum hätten wir teine hohen Getreidezölle, ohne das Zentrum feine allgemeine verlautet, daß der Präfelt des Departements Seine- et- Dife bei der Paris, 7. Jamuar. Desto besser! Dem„ Petit Parisien" zufolge Lebensmittelteuerung, ohne das Zentrum feine leisch- Sequestrierung not! Die Schlesische Volkszeitung" hat recht: ihre Artikel liefern Sequestrierung des Theologenseminars nicht bloß 250 000 Fr., sondern Staatspapiere im Betrage von über 6 Millionen Fr. geMaterial für die Wahlagitation! funden habe. Marokko. Getreidepreise." ordnet. " ( Wiederholt, weil nur in einem Teil der Auflage.) 1901. Am Sonntag, fiel die Festung nach einer amtlichen, durch das Bureau Reuter übermittelten Meldung. Die Agence Havas schildert den Endkampf folgendermaßen; Raisuli hat beim Kampfe um ginat doch größere Verluste erDreihundert Haussuchungen. In Krotoschin haben die In Krotoschin haben die ritten, als es zuerst den Anschein hatte: Die Anzahl seiner Toten streifenden Schulkinder, wie der Sturher" berichtet, bon irgend foll sich auf 50 belaufen, die der Regierungstruppen auf 20. Die jemand als Belohnung Bücher geschenkt erhalten, unter anderem auch„ Die Geschichte Polens" von Chociszewski. In diesem Vor- Stadt Zinat wurde am Sonntag unter der Leitung des algerischen Offiziers Ben- Redina, dem die französische Gesandtschaft zu Tanger gehen habe die Staatsanwaltschaft ein Vergehen gegen die Straf- die Erlaubnis dazu erteilt, von neuem bombardiert; sie ist zerstört gefeße erblickt und die Einziehung der betreffenden Bücher ange- und steht in Flammen. Die Anhänger Raisulis erhielten durch Es hätten demzufolge in etwa 300 Wohnungen etwa 700 Mann von den Gebirgsstämmen Verstärkung, so daß sie Haussuchungen durch Polizeibeamte und Gendarmen statt. gefunden, denen hierbei 13 Bücher in die Hände gefallen und von sich noch eine Zeitlang halten fonnten. Gefangene wurden am Sonnabend vor Zinat nicht gemacht, indessen fielen 2000 Hammel ihnen beschlagnahmt worden seien. Wegen Verteilung dieser Bücher sei gegen Dr. Bolewski, Frau Dr. Bolewski und Bikar und anderes Vieh in die Hände der Angreifer. Resochowicz die Untersuchung eingeleitet.- Damit dürfte in der Polenverfolgung wohl der Reford geschlagen und die Zustände in Rußland weit, weit in den Schatten gestellt sein. Chronik der Majestätsbeleidigungen. Der Tagelöhner aber Reitberger von Schwarzach tam am 11. Dezember v. J. in die Gastwirtschaft in Lengdorf, wo es lustig zuging. Der Beschuldigte, der sich auf der Wanderschaft befand, gebrauchte ohne jeden Anlaß gegen den bayrischen Prinzregenten die unflätigsten Beschimpfungen, die sich auch nicht andeutungsweise wiedergeben laffen. Reitberger, ein vielfach vorbestrafter Mensch, will sich, zur Verantwortung gezogen, an nichts mehr erinnern können, da er am tritischen Tage einen Rausch gehabt habe. Das Landgericht München II berurteilte ihn wegen Beleidigung des Regenten zu bier Monaten Gefängnis. Nichts gelernt. 11 Aus Induſtrie und Handel. Das Zweischachtsystem im Kalibergbau. Die schwerwiegenden Gefahren, die das Einschachtsystem im Bergbau für die Arbeiter und schließlich auch für die Unternehmer selbst zeitigt, hat die Regierung nun doch veranlaßt, für den Kalibergbau das Zweischachtsystem vorzuschreiben. Eine Besprechung, die in dieser Angelegenheit am Sonnabend im Handels. ministerium stattfand, führte zu dem Beschluß, in der nächsten Zeit die bezüglichen polizeilichen Verordnungen zu erlassen. Jn welcher Weise bei dem Einschachtsystem die Gesundheit der Arbeiter gefährdet ist, erhellt aus folgender Tatsache. Die Res gierung konnte feststellen, daß in einem fiskalischen, mit zwei Schächten arbeitenden Kaliwetke die Temperatur um 4-5 Proz. niedriger ist als in einem benachbarten privaten und annähernd gleichen bergbaulichen Verhältniffen, aber nur mit einem Schachte ausgerüsteten Kaliwerke. Leider ist aber auf eine baldige Einführung des Zweischachtsystems nicht zu rechnen. Die„ be rühmten Härten", die in der Neuordnung für das Kapital liegen, weil natürlich die Anlage eines zweiten Schachtes Geld kostet, veranlassen die Regierung den Unternehmern eine reichlich lange Schonzeit zu gewähren. Im allgemeinen soll verlangt werden, daß innerhalb einer Zeit von 1 bis 12 Jahren mit dem Abteufen des zweiten Schachtes begonnen wird. Ms Magimalzeit für Vollendung der Schachtanlagen foII eine Frist von 5 Jahren gelten. Nur in ganz bedenklichen Fällen sollen fürzere Fristen vorgeschrieben werden. Die Regierung verfährt in dieser Sache nach dem Grundsatz: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht naß! Daß die Sicherung für Gesundheit und Leben der Arbeiter die schleunige Einführung des Zweischachtsystems bedingt, das ist von der Negierung anerkannt; sie selbst hat Material dafür beigebracht, trotzdem kann sie sich nicht entschließen, dem zwingenden Gebot des Arbeiterschutzes Rechnung zu tragen, das Kapitalsinteresse gibt den Ausschlag. Nach dem beschlossenen Ausbauprojekt können die Kosten der Neuanlagen aus den Betriebsergebnissen gedeckt werden, neue Kapitalsanlage für den Schachtausbau ist nicht erforderlich. Damit ist dem Interesse der Unternehmer in weitgehendem Maße gedient. Im Lande der ber- ühmten Sozialreform geht Kapitalsschutz doch immer noch vor Arbeiterschutz. Eine Un summe von Gesundheit und Lebenskraft kostet der Arbeiterschaft die Toleranz der Regierung gegenüber dem Kapital. Rohstoffversorgung im Textilgewerbe. War der Beschäftigungsgrad in allen Zweigen des Tertilgewerbes während des Jahres 1906 ziemlich einheitlich flott, so war im Gegens satz dazu die Rohstoffversorgung und die Preisentwickelung großen Schwankungen unterworfen. Die aufsteigende Bewegung, die die Rohbaumwollzufuhr seit dem Jahre 1901 ununterbrochen aufgezeigt hatte, ist im Jahre 1906 durch eine nicht unbedeutende Abnahme aufgehalten worden. In den ersten elf Monaten der letzten Jahre betrug die Versorgung mit Rohbaumwolle in Doppelzentnern Zu- resp. Abnahme gegenüber dem Vorjahre 144 069 1901 2 909 633 1902 3 053 702 1903 3 287 057 1904 3.331 496 1905 3 531 629 1906 3 245 123 ++ 233 355 44 439 200 133 286 506 Nicht allein gegenüber 1905, sondern sogar gegen 1904 und 1903 ergibt sich eine Abnahme der Rohstoffversorgung. Wie weit die fintende Preistendenz, die auf die Verbraucher eine zurückhaltende Wirkung ausübte, die Rohstoffzufuhr in Erwartung noch niedrigerer Preise stagnierend beeinflußte, läßt sich schwer feststellen. Abweichend vom Baumwollgewerbe war die Entwidelung im Woll- und Seidengewerbe. Der Geschäftsgang im Wollgewerbe ver lief ziemlich gleichmäßig. Mit der allmählich wachsenden Beschäf= tigungsgelegenheit ging eine Zunahme der Rohstoffversorgung Hand in Hand. Die Mehreinfuhr von Wolle betrug nämlich in den ersten elf Monaten der letzten Jahre in Doppelzentuern 1901 1902 1903 1904 . 1905 1906 1 350 512 Bu resp. Abnahme gegenüber dem Vorjahre 1532 455 1 580 746 181 943 48291 1 470 906 109 840 1 502 861 • 1 520 161 31 955 17 300 Verhältnismäßig schneller und schärfer als Rohstoffversorgung und Beschäftigungsgrad find die Rohwollpreise im Jahre 1906 gestiegen. Wenn vorübergehend im dritten Quartal ein Stillstand eintrat, so war das wegen der bevorstehenden Londoner Wollauktion der Fall; sobald die Versteigerung stattfand, gingen die Preise weiter hinauf. Aehnlich wie im Wollgewerbe, nur viel ausgeprägter, war die Aufwärtsbewegung im Seibengewerbe. Diese lebhafte Nachfrage nach Rohseide bewirkte eine ganz bedeutende Zunahme der Rohstoffversorgung fie ging um nicht weniger als rund 22 Broz. über die versorgung während der ersten elf Monate vorjährige hinaus. In Doppelzentnern betrug nämlich die Rohseide 1901 35 783 19 1902 38 627 1903 40 857 1904 39 829 1905 41 012 • 1906 49 947 Zu resp. Abnahme gegenüber dem Vorjahre 2844 2230 1028 1383 8935 gewerbe auf; sie belief sich während der ersten elf Monate 1906 auf Eine starte Zunahme weist endlich noch die Rohstoffzufuhr im Jute206 620 Doppelzentner gegen 960 143 Doppelzentner in der Vergleichszeit des Vorjahres. Fusion. Die Verwaltungen des Eschweiler Bergiverksvereins und der Vereinigungsgesellschaft im Wurmrevier vereinbartei, bors behaltlich der Zustimmung der Generalversammlungen beider Gesellschaften, welche auf den 20. Februar einberufen werden sollen, daß beide Gesellschaften vom 1. Juli 1906 ab für gemeinschaftliche Die Artillerie der Mahalla schleuderte im Laufe des Vor- Rechnung arbeiten. Danach würde das Wurmrevier als Ganzes mittags zwei Granaten in die Feste Raisulis. As hierauf keine ohne Liquidation in dem Eschweiler Bergwerksverein aufgehen. Antwort erfolgte und man daher die Festung verlassen glaubte, Eine Erhöhung des Aktienkapitals des Eschweiler Bergwerksvereins rückte ein Teil der Mahalla vorsichtig vor. Sie fand die Tore auf 32 Millionen Mark ist in Aussicht genommen. geöffnet und das Innere der Festung von den Leuten Raisulis berlassen. Es war nur eine Anzahl Verwundete zurückgeblieben, die nicht hatten fliehen fönnen, unter ihnen ein Better Raisulis. Letzte Nachrichten und Depefcben. Man hegt große Befürchtungen wegen des Schicksals bon Letzte Bergarbeiterlos. etwa 14 Gefangenen Raisulis, unter denen sich der vor kurzem von Raisulis Leuten gefangen genommene portugiesische Schutzbefohlene Arrar sowie drei seiner Verwandten befinden. Man Dresden, 7. Januar.( W. T. B.) In dem Königin- Karolaglaubt, daß Raisuli sie mit sich genommen hat." schacht I des föniglichen Steinkohlenbergwerkes zu Döhlen stieß heute beim Einfahren der Mittagsschicht das erste Fördergestel auf eine Aussehvorrichtung. Hierbei wurden acht Bergleute und zwei Steiger schwer verlegt Es wird angenommen, daß Haisuli sich zu dem Scheit BeniMsuar geflüchtet hat. Db er dort sicher ist, darf als fraglich gelten; denn nach einer Meldung aus Tanger bom Montag hat Kriegsminister Gebbas einen Preis auf Naisulis Kopf gesetzt. Uebrigens traf bereits folgendes Telegramm ein: Der Ostmackenverein hat gestern in Bosen eine große Heer. schau abgehalten. Die von ihm einberufene Versammlung war Hungerstreik im Gefängnis. bon weit über tausend Personen besucht und wurde von dem Vorfizenden des Ostmarkenvereins, Major a. D. von Tiedemann, mit Tanger, 7. Januar.( Meldung der" Agence Havas".) In Araber- Odessa, 7. Januar.( B. S.) Im hiesigen Gefängnis find einem Hoch auf den Kaiser eröffnet. Es wurde einstimmig eine freisen läuft das Gerücht um, daß Raisuli heute vormittag von Unruhen ausgebrochen. Die Gefangenen inszenierten den Hunger Resolution angenommen, in der die gesetzliche Festlegung einer feinem Schwager ausgeliefert worden sei. Wenn dem Gerücht auch streit. Berontw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil perantw; E. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unterhaltungsblatt " Jr. 6. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 8. Januar 1907. Die russische Revolution. Wahlkampagne. * In Odessa hat die allgemeine Gouvernementskonferenz der fozialdemokratischen Organisation ihre Arbeiten beendet. Zur Frage der Vereinbarung hat die Mehrheit der Konferenz eine Resolution angenommen, die ihrem Sinne nach der Resolution des Zentralfomitees nahe kommt. Die Gegner dieser Resolution haben sich gegen Vereinbarungen nicht prinzipiell ausgesprochen, sondern vorgeschlagen, mit Vereinbarungen solange zu warten, bis sich herausstellt, ob die Gefahr eines Sieges der schwarzen Bande tatfächlich vorhanden ist. In Simbirsi hat eine Vereinbarung zwischen den Sozialsemokraten und den Sozialrevolutionären stattgefunden. Aus dem nordwestlichen Gebiet wird fast aus allen Städten berichtet, daß der Kampf sich hauptsächlich in der Gruppierung nach Nationalitäten und nicht nach Parteien abspielt. Die örtlichen sozialdemokratischen Organisationen haben sich zum Ziel gefeßt, energisch dagegen aufzutreten, daß der Kampf eine nationale Form annehme. Der Poltawaer Gouvernementsverband der Ruff. Soz.- Dem. Arbeiterpartei hat sich vor einigen Tagen mit der" Spilta", dem Utrainer Verband der Russ. Soz.- Dem. Arbeiterpartei vereinigt. Zur Zeit werden Unterhandlungen geführt, um eine Vereinigung zwischen der„ Spilfa" und dem Kiewer Komitee der Russ. Soz.- Dem. Arbeiterpartei herbeizuführen. Das Jahr 1906 in England. London, 30. Dezember. Die armen erkannte. " S Aus der Partei. Gustav Jaeckh. den Wünschen der Arbeiter nachzukommen; die Siege der Arbeiter diese Annäherung vollzieht sich trok mannigfacher Unterbrechungen. bei den Haupttvahlen vom Januar 1906; schließlich die Kapitulation Das zeigt sich auch in der auffallenden Milde, mit der die englische des Parlaments find unwiderlegliche Beweise für die Richtigkeit der Presse das schreckliche Stolypinsche Regiment beurteilt. Der alte Klassenkampflehre. Aber es gibt einen großen Unterschied zwischen Russenhaß ist aus der konservativen Bresse Englands verschwunden, In Nr. 9 der Briefe an die Parteiorganisationen" läßt sich dem Erfassen des Geistes der Marrschen Lehre und dem Nach- und nur ungern sieht sie eine Kritik der russischen Zustände. das Zentralfomitee der Russ. Soz.- Dem. Arbeiterpartei ausführlich plappern Marrscher Worte. Das neue Gewerkschaftsgesetz läßt sich kommenden Jahre entgegen. Der japanisch- russische Krieg hat ihre Die britische Politit blidt ohne jede ernste Beunruhigung dem über die Wahltaktik in der städtischen Kurie aus: durch rein juriſtiſche Beweisführungen nicht begründen, wohl aber Jenes unbedeutende Kontingent der Arbeiter, welches trotz aller durch das Aufsteigen der Arbeiterklasse als einer großen sozialen Lage wundervoll verbessert. Aber er hat ihr auch zwei neue AufErläuterungen" das Wahlrecht in der städtische Kurie behalten hat, Macht. Der Aufstieg Japans führte zu amerikanischDie älteren Arbeiterführer, die die Gesellschaft gaben gestellt. muß in derselben das bindende Element zwischen den städtischen als einen Haufen von mit einander handelnden Einzel- japanischen Reibungen und zu einer Beschleunigung der tonWählern und den breiten Arbeitermassen bilden. In der städtischen personen betrachten, waren bereit, die kollektive Verantwortlichftitutionellen Bewegung in Indien. Mit diesen wie übrigens auch in der Arbeiterkurie kann man auf parteiloſe feit zu billigen, da sie die Gewerkschaft für eine geschäftliche Unter- beiden Fragen wird sich die britische Politik im kommenden Jahre Arbeiterkandidaturen stoßen. Wenn die betreffenden Kandidaten nehmung halten. Aber die Arbeitermassen fühlten, daß eine Trade zu beschäftigen haben. auf dem Boden des revolutionären Klassenkampfes stehen, so muß Inion fein Geschäft ist, sondern eine Wasse im Kampfe gegen das das Verhalten der Sozialdemokratie zu denselben das folgende sein: 1. Die Sozialdemokraten treten ihnen solche Stellen, die sie selber Stapital. Sie scharten sich deshalb um die neue Arbeiterpartei und an ſich bringen können, nicht ab; 2. die Sozialdemokraten geben drängten die Führer zur Selbständigkeit, zur Loslösung von den ihnen den Vorzug vor allen anderen nichtsozialdemokratischen bürgerlichen Parteien. Der Sieg wird ihnen die Richtigkeit dieser allein die Gefahr eines Rückfalles ist noch Kandidaten; 3. die Sozialdemokraten führen gegen fie feinen be- Tattik zeigen, sonderen Kampf wegen ihrer Parteilosigkeit", obgleich sie auch die nicht vorbei. Jetzt heißt es, die Lehre aus den Ereignissen zichen, Die Leipziger Boltszeitung" widmet ihrem dahinund dent Notwendigkeit einer selbständigen politischen Partei der ArbeiterArbeitern zum Bewußtsein bringen, was gegangenen Redakteur folgenden warm empfundenen, Hochehrenden Neben bis jetzt unbewußt getan haben. dem flasse zwingend darlegen müssen. Gegen alle Arbeiterfandidaturen, fie Nachruf: hinter deren Parteilosigkeit" sich bourgeoise oder gar reaktionäre Gewerkschaftsgesetz erhielten die Arbeiter eine Unfallgeset. ,, Mitten in den Wahlkampf fällt die traurige Kunde von dem antiproletarische Parteien verbergen, führen die Sozialdemokraten novelle, die ihnen große Vorteile bringt. Etwa sechs Millionen selbstverständlich den heftigsten und schonungslosesten Kampf. Arbeiter und Arbeiterinnen wurden in den Bereich des Gesetzes ge- Hinfcheiden des verdienten Genossen, der den Wahlkampf der Leipziger zogen. Die Karenzzeit wurde auf eine Woche herabgefeßt; Berufs- Arbeiter im Jahre 1903 an erster Stelle geführt und zum siegreichen rantheiten sind als Unfälle zu behandeln; Dienstmädchen sind Ende geleitet hat. als Arbeiterinnen unter das Unfallgefez zu stellen. Der Tod ist als ein Erlöser an das Krankenbett Gustav Jacchs Schullinder von England und Wales sollen auf Staatskosten ernährt getreten. Gerade vor zwei Jahren schied unser Freund aus der werden. Die Farmer von England und Wales erhielten weit- Redaktion, in die er nur noch einmal auf wenige Wochen zurücks gehenden Schuß gegen die Grundherren. Den irischen Arbeitern wurde es erleichtert, sich Wohnhäuser und Bodenparzellen anzu- fehrte; seit mehr als einem Jahre wußten wir, daß es keine Das völlige schaffen. Transvaal erhielt eine demokratische Verfassung, und Heilung von seinem schweren Siechtum gab. Dranien soll eine solche schon im Februar oder März 1907 erhalten. Erlöschen dieses reichen Geistes, der die ganze Fülle seiner Straft Diesem noch keineswegs vollständigen Aftivum steht der Miß- niemals entfalten sollte, ist leichter zu ertragen, als fein qual erfolg der Schulvorlage gegenüber. Der Mißerfolg wurde von den volles Hinsterben zu ertragen war, und dennoch an feiner offenen Lords herbeigeführt, die die Religion dem Bolte erhalten wollen. Gruft erneuert sich in voller Frische und Schärfe der Schmerz und Es wird vielfach über einen bevorstehenden Kampf zivifchen Unter die Trauer um das, was die Partei, was die Leipziger Genossen, haus und Oberhaus gesprochen. Aber allen diesen Gerüchten gegen was vor allem unser Blatt an Gustav Jaech verloren haben. über gilt das alte Wort: Die Botschaft hör' ich wohl, allein mir Es war ein geborener Proletarier, aber wie nur je ein fehlt der Glaube." Der Grund dieses Unglaubens ist einfach. Angesichts des Wachsens der Arbeiterpartei werden die Liberalen sich in Proletarier hat er schon von Kindesbeinen an den Segen und den fonftitutionelle Konflikte nicht einlassen. Es werden vielleicht Schein- Fluch der Arbeit erfahren. Bereits auf dem Gymnasium mußte er fämpfe geführt werden, um die Zeit totzuschlagen und die Aufmerk- Privatstunden geben, um seinen Unterhalt zu bestreiten und die samkeit des Publikums von wichtigeren Dingen abzulenken, jedoch zu often seines Universitätsstudiums zu erwerben. Grofthenweise ernsten tonstitutionellen Reformen wird es so lange die Bour brachte er die 1800 m. zusammen, mit denen er die heimische geoisie am Ruder bleibt nicht kommen. Man kann sich in Deutsch Universität Tübingen, und genauer, ihr berühmtes„ Stift" land faum einen Begriff davon machen, wie tief sich die Furcht vor dem bezog, wo er eine gediegene philosophische Bildung erwarb. Sozialismus in die Gemüter der herrschenden Klaffe eingräbt. Für die Zeitungen und Revuen ist das tollste Zeug gut genug, wenn es nur Darin war er vielleicht allen Parteigenoffen überlegen, waren ihm gegen die Sozialisten gerichtet ist. Im Dezemberheft der„ Reviewo sicherlich sehr wenige Parteigenoffen gewachfen. Doch war es nicht of Reviews" macht Mr. Stead, der seit Jahren mit den Sozialisten seine Art und Absicht, als schwäbischer Magister immer neue schwäbische licbäugelte, einen unsinnigen Angriff auf die selbständige Arbeiter- Magister zu erziehen; er stürzte sich, nachdem er seine Eyamina partei. Und in der" Times", deren Redaktion sich sonst durch Bil abgemacht hatte, in den proletarischen Emanzipationstkampf, den Die zwei großen Parteien: die konservative und die liberale, bung und Anstand auszeichnete, wurde Genosse Jaurès vor wenigen die einander von Zeit zu Zeit in der Regierung abwechseln, haben Wochen schmählich angegriffen; sie warf ihm vor, daß er die er früh als die mächtigste Kulturbewegung der Weltgeschichte Gelde unterhalte. Dagegen ist eine gewisse Arbeitsteilung unter sich eingeführt. Die Arbeitsteilung Humanité" mit deutschem Im Herbst 1893 übernahm Jaeckh die Redaktion der„ Elsaßist- feine absichtliche; sie ist vielmehr die Folge der verschiedenen Mr. John Burns der Held der bürgerlichen Presse. Und er Anschauungen, Traditionen und Interessen der beiden Parteien. hat es auch redlich verdient. Seine größte Tat während des ersten Lothringischen Volkszeitung", doch hatte er sie noch nicht ein Sind die Konservativen am Ruder, so nehmen Fragen der äußeren Jahres seiner ministeriellen Herrlichkeit war die Entfendung einer Vierteljahr geführt, als das Blatt durch den Diktaturparagraphen Deshalb verließ er aber nicht den vor und folonialen Politik einen breiten Raum im öffentlichen Leben Untersuchungskommission nach Poplar und Westham( Oft- London), unterbrüdt wurde. ein, während in der inneren Politik der Grundfaz quieta non um die Storruption" des Munizipalsozialismus aufzudecken. In geschobenen Posten, sondern hielt noch fünfviertel Jahre unter movere" gewahrt wird. Lord Lansdowne und Mr. Balfour haben diesen beiden Gemeinden, wo das Arbeiterelend in konzentriertester den schwierigsten Verhältnissen in Mülhausen aus:„ ich wollte," in den lezten Jahren ganz nach diesen Grundsägen gehandelt ben Bersuch, eine wirkliche Sozialpolitit zu treiben. In Zeiten der fagte er später einmal über diese Zeit,„ den Genossen im Reichsin den letzten Jahren ganz nach diesen Grundsägen gehandelt: Form zu finden ist, machten die sozialistischen Arbeiterminoritäten Lansdowne in der äußeren, Balfour in der inneren Politik. In einer modernen Demokratie ist offenbar die Rolle, die Arbeitslosigkeit sorgten die in der Armen- und Gemeindevertval- lande meine agitatorische Kraft erhalten, nachdem ihnen meine ein Balfour spielen muß, eine sehr unangenehme, denn moderne tung fizenden sozialistischen Arbeiter für Beschäftigung und Unter- jouralistische Kraft durch meine Unvorsichtigteit verloren gegangen stüßung. Das Armenhaus das Workhouse, dem so viele arme war." Erst nachdem ihm der Erfolg seiner Agitation durch eine Ges Demokratien wollen und müssen Bewegungen haben, wenn anders Engländer aus dem Wege gehen, um lieber draußen den Hungertod fängnishaft von vier Monaten bekräftigt worden war, siedelte Jaedh die Gesellschaft fortschreiten und sich stets erneuern soll. Die zu sterben wurde von den sozialistischen Arbeitern der beiden nach Braunschweig über, wo er die Redaktion des Bellsfreundes" Mehrheit der Wähler wird nach und nach mit der konservativen genannten Gemeinden in ein Altersheim für Arbeitsinvaliden berPolitit unzufrieden; die Unzufriedenheit teilt sich dem Parlamente wandelt. Das foftete natürlich viel Geld und die Lokalsteuern stiegen. übernahm und zwei Jahre lang führte, wofür er mit sechs Monaten mit und die Konservativen weichen zurück, um den Liberalen Plaz Die Hausbesizer, Geschäftsleute und Unternehmer schlugen Lärm, und ein paar Wochen Gefängnis ausgezeichnet wurde. In Braunzu machen, denen das flare Mandat zufällt, im Innern nachzuholen, aber fo lange die fonservative Regierung am Ruder war, ließ sie schweig studierte er namentlich die gewerkschaftliche Bewegung. Dann was die Vorgänger vernachläffigt haben. Waren die Jahre 1895 bis sich nicht dazu herbei, in die Rechte der Lokalbehörden einzugreifen. ging er im Sommer 1897 nach Mannheim, als leitender Redakteur 1905, in denen die Konservativen das Land regierten, mit welt- Gine rein bürgerliche liberale Regierung würde ebenso gehandelt des dortigen Parteiblattes; hier schaffte er nahe an drei Jahre, ohne umfassenden diplomatischen und kolonialen Fragen gefüllt, so stellt haben. Nun kam John Burns, der sozialistische" Herkules, um den je eine Stunde Urlaub zu erbitten oder zu erhalten, so wie in Mülfich das Jahr 1906, in dem die Liberalen die Regierung über- Augiasstall des Munizipalsozialismus zu reinigen. Dieser krämernahmen, als ein Jahr der Sozialpolitik und tiefer innerer Be- hafte Biedermeier konnte es nicht bulden, das alte Arbeiter ein hausen und Braunschweig nur die„ Staatspension" die Zeiten seiner wegungen dar. Das Unterhaus arbeitete fleißig von Mitte anständiges Gemeindeheim haben. Das Resultat der Untersuchung Erholung gewesen waren. Februar bis Mitte August und von der letzten Oktoberwoche war indes ein solches, daß es ihren Urheber kaum befriedigen Häusliches Ungemach, das durch ihn unverschuldet war, es fei bis zur letzten Dezemberwoche. Unterrichtspesen, Arbeiterschuß, dürfte. Die Tätigkeit der Sozialisten und selbständigen Arbeiter denn durch seine zu große Gutmütigkeit und Vertrauensseligkeit, Ernährung der Schulkinder, Gewerkschaftswesen, Arbeitslosigkeit, vertreter, besonders des Genossen Lansbury und des Arbeiterabge- atvang ihn im Jahre 1900, zeitweise seine öffentliche Parteitätigirische Landarbeiter, englische Farmer( Bodenpächter), Verfassungen ordneten Croofs, erwies sich als eine durchaus ernste, humanitäre feit einzustellen. Aber schon im Sommer 1901 folgte Jaeckh dem für Transvaal und Oranien, Frauenwahlrecht und viele andere und selbstlose. Als Zeugen traten auf Schullehrer, Vorsteher von Aufe der Leipziger Genossen, und nun leuchtete fein Leben fortschrittliche politische Fragen wurden teils erledigt, teils diskutiert. christlichen Unterstützungsvereinen, Geistliche, die der aufopfernden Aber das wichtigste Merkmal des Berichtsjahres ist ohne Zweifel Wirksamkeit unserer Genossen das höchste Lob zollten. Lansbury auf, das bis dahin arm an Sonnenschein gewesen war.[ Gr das Auftreten einer selbständigen Arbeiterpartei bei den Haupt- und Crooks, die Burns vernichten wollte, gingen aus der Unter- fand hier einen Wirkungsfreis, worin sich seine großen Talente wahlen und einer sozialistischen Arbeiterfraktion im Parlamente. suchung ruhmvoll hervor. Dagegen wurden einige bürgerliche ausleben konnten; er fand hier eine Lebensgefährtin, die seiner Diese Erscheinung macht das Jahr 1906 zu einem weithin sichtbaren Armen- und Gemeindeverwalter für forrupt befunden und unter würdig war und ihm zwei blühende Buben schenkte; er fand hier Merkstein in der Geschichte Englands. Sie hat auf die öffentliche Antlage gestellt. Die Presse macht aber diesen Unterschied nicht. endlich den sicheren Boden wissenschaftlicher Erkenntnis, den er bei Meinung Englands einen tiefen. Eindruck gemacht, einen tieferen, Sie schreit im allgemeinen über die Korruption des Munizipal feiner wesentlich philosophischen Vorbildung und in den Drange nady als man gewöhnlich glaubt. Man tann ihn zwischen den sozialismus, die dank der Energie von John Burns aufgedeckt der praktischen Arbeit, womit er seit seinem ersten Eintritt in die Zeilen der Leitartikel der englischen Presse lesen und wurde". Diese ganze Untersuchung zeigt die Schwäche und Hohlheit Wäre er etwas mehr als ein untergeordnetes Partei überhäuft worden war, bis dahin noch nicht gewonnen hatte. aus den Reden und Unterhaltungen englischer Politiker heraushören. bon John Burns. Am aufrichtigsten kommt dieser Gedanke zum Ausdruck in einem Werkzeug in den Händen der Arbeiterfeinde, so würde er die rein Er fand ihn in den vormärzlichen Schriften von Mary und Engels, Leitartikel der„ Times" vom 22. Dezember:... Nichts hat fapitalistischen Gemeindevertvaltungen Londons untersuchen lassen, die ungefähr zur Zeit, woo Jaech nach Leigzig übersiedelte, neu während der Hauptwahlen ein solches Intereffe gewedt, als die Ab- wo er ganz audere Dinge aufbeden tönnte. Aber zu diesem herausgegeben wurden; für seinen philosophisch gebildeten Geist er stimmung der Arbeitermassen. Die Arbeitervertreter im Parlament, Swede ist er nicht zum Minister gemacht worden. Gegen die So gaben sich hier die geschichtlichen Zusammenhänge, die ihm den die über fünfzig zählen, bilden zwar feinen Arbeiterblod, aber sie zialisten auftreten, die Arbeiterpolitiker Saufhauspolitiker" nennen, historischen Materialismus fortan zum unentreigbaren Besigtun haben einen Stern in den 29 Vertretern, die dem Labour Representation das ist seine Mission. Aber auch unsere Genossen, die in den Committee( der Arbeiterpartei) angehören, und sie haben auch einige Munizipalsräten wirten, fönnten aus diesen Vorgängen die Lehre machten. So begamien für ihn glückliche Tage in Leipzig. Dies neue ziemlich starke Führer in Keir Hardie, Shackleton und Macdonald ziehen, daß man in der heutigen Gesellschaft feine ehrliche Leben gab mir", schrieb er mit einem wehmütigen Rückblick in einem gefunden. Manche der besten Beiträge zu den Debatten Sozialpolitik treiben kann. Neben dem Aufschwunge der selbständigen Arbeiterbewegung schon weit vorgeschrittenen Stadium seiner Krankheit, einen wounderUnterhause wurden von den Arbeitervertretern verdient auch die Frauenbewegung für das Wahlrecht mit einigen baren Elan und ich warf meine ganze Kraft auf die Zeitung". zu werden. In den ersten Monaten Mit der zweiten Periode mächtigen Aufblühens, die unser Blait Unterhauses haben sie einen Einfluß ausgeübt, der ihre numerische Worten erwähnt des Berichtsjahres, als diese Bewegung noch einen Stärke weit übersteigt. Die älteren Parteien des Landes bliden sozialistischen Charakter trug, schien sie ernst und allem Theatras erlebt hat, bleibt Gustav Jaedhs Name untrennbar verknüpft. Er auf die neue Partei mit einer gewissen Ehrfurcht und Neugierde, lischen und Affeftierten abgeneigt zu sein. Die Frauen hielten lebte für die Zeitung bei Tage und bei Nacht; seine Arbeitslust war wie sie gewöhnlich von noch ungeprüften aber machtvollen Sträften ge- Demonstrationen ab, berursachten vor den Privatwohnungen einiger fo unerschöpflich, wie feine Arbeitskraft unerschöpflich erschien. Erwedt werden. Die neue Arbeiterpartei kann mit diesem Zeugnis Minister einen Auflauf, wobei die Polizei von den Demonftran- fchien, denn seine harte Jugend" hatte doch an ihr gezehrt, seine eines ihrer gebildetsten und machtvollsten Gegner wohl zufrieden tinnen Siebe befam; die Frauen wurden dann mit Geldstrafen Gefängnisstrafen hatten ihm schmerzhafte Körperleiden zugezogen, sein. Diese Worte find aber auch ein Beweis für die Richtigkeit belegt; sie zogen das Gefängnis vor, wo sie einige Wochen die ihn nur zeitweise verließen, und nun drängten schwere Kämpfe, der Klassenkampflehre. Selbständige Arbeitervertreter und nicht ruhig und mit Würde litten. Als aber die Bewegung an Aus die eine völlig unversehrte Gesundheit erfordert hätten. liberale oder katholische Arbeitervertreter sind eine politische Macht. dehnung gewann, büßte sie vieles von ihrem ernsten Charakter Es war auch die Anwesenheit der neuen Arbeiterfraktion im Unter ein. Bis jetzt sind etwa dreißig Frauen wegen Widerstandes gegen nach dem Zeugnis alter Leipziger Parteigenoffen vielleicht niemals Den Wahlkampf von 1903 führte Jaedh fo glänzend, wie er hause, die viel dazu beigetragen hat, die parlamentarischen Arbeiten die Staatsgewalt mit Geldstrafen belegt worden. Die Frauen zu beschleunigen und fruchtbar zu machen. tm neuen gemacht und im Laufe der ganzen Verhandlungen des 179 " " " Das wichtigste Gesetz des Jahres ist das an dieser Stelle oft wählten Gefängnisstrafe. Im Gefängnis wurden sie als politische früher gleich glänzend geführt worden war; nach der überreichlicheir Das wichtigste Gesetz des Jahres ist das an dieser Stelle oft Gefangene rücksichtsvoll behandelt. Die Freiheitsentziehung dauerte Redaktionsarbeit schrieb er sämtliche Flugblätter, meisterhafte Kundbesprochene Gewertschaftsgeses, das den Trade Unionismus höchstens vier Wochen. Aber nach den heroischen Märtyrerposen gebungen in ihrer Durchdringung von packender Form und wissenschaftfichert und ihm eine feste Grundlage gibt, die ihm seit 1901, ſeit ju urteilen, die die Frauenrechtlerinnen jetzt annehmen, fönnte lichem Gehalt, agitierte er mündlich in ungezählten Bersammlungen. dent historisch merkwürdigen Taff- Vale- Entscheid, gefehlt hat. Es man glauben, daß sie 20 Jahre sibirischer Katorga durchgemacht gibt in der Geschichte der letzten Jahre kaum einen besseren Beweis hätten. Die Bewegung für das Frauenwahlrecht schreitet indes und als der zum Tode erschöpfte Kämpfer sich einige Wochen Erfür die Richtigkeit der Marrschen Lehre von der Notwendigkeit für die vorwärts und es ist nicht ausgeschlossen, daß sie in den nächsten holung gönnen sollte, stürzte ihn der Dresdener Parteitag in eine Arbeiter, fich als selbständige politische Klasse au organisieren, als Jahren erfolgreich fein wird. neue Reihe aufreibender Vertvidlungen, in denen er streiten und das neue englische Gewerkschaftsgefeß. Man fann eine Theorie In der äußeren Politet fette Sir Edward Greh die leidend die treneste Freundschaft bewährte. Dann kamen die Dämpfe richtig verstehen und erklären können, aber so lange man ihre Be- Politik Lord Lansdownes systematisch fort. Bernünftige Konti- um die Krankenkaffe, in benen er toiederum mit in erster Rethe focht, stätigung nicht in der Praxis fieht, bleibt sie doch nur eine nuität und strifte Bundestreue find in unserer Zeit wichtige Be- und endlich erschöpfte sich seine Kraft, als er im Herbst 1904 unterabstrafte Spekulation, der man andere abstrakte Spekulationen dingungen einer erfolgreichen Politik. Das Bündnis mit Japan nahm, eine historische Gedenkschrift zum vierzigsten Geburtstage der als gleichwertig entgegenstellen fann. Die langjährigen Berhand- und die Freundschaft mit Frankreich find die gegenwärtigen Grund- nahm, eine historische Gedenkschrift zum vierzigsten Geburtstage der lungen über die Trade Disputes Bill; die Bereitwilligkeit der libe- lagen der britischen Diplomatic. Die Presse und die Politiker Internationale auszuarbeiten. Wie oft haben sich seine Freunde feitdem zum Vorwurfe geralen Arbeiterführer: Burt, Bell, Wilson, die Freiheit der Gewert sind ungemein empfindlich gegen alles, was auf eine Störung des schaften zu opfern; das Wachsen der neuen Arbeiterpartei unter dem englisch- französischen Verhältnisses abzielt. Und das Bündnis mit macht, ihn wenigstens von dieser Arbeit nicht zurüdgehalten zu Drud der Gewerkschaftsprozesse; die Unwilligkeit des Barlaments, Japan wird auch eine russisch- britische Annäherung überleben. Und haben! Freilich mag es mehr als fraglich sein, ob er auf ihren En " spruch gehört hätte! Es war nur auf eine leichte Erinnerungsschrift| Klassenregiment bis auf den Tod fürchtet und als Verächtlich- teinem Stadium der Verhandlungen und auch abgesehen, aber ihn selbst überwältigte die Wonne wissenschaftlichen machung von Staatseinrichtungen" oder Aufreizung" und" Be- bis zum gegenwärtigen Augenblic nicht die AbSchaffens, die er allzu lange entbehrt hatte, und er schuf in durch unruhigung der befizenden Klassen" bestraft. Endlich soll unser ficht gehabt, wegen der Vertragsfrage einen wachten Nächten ein wertvolles Wert, das ein Schmuckstück der Partei- Kollege einen Diener des Herrn, einen Pfarrer in Benshausen Kampf zu beginnen. Der Standpunkt des Verbandes ist literatur bleiben wird, aber der letzte Dienst sein sollte, den dieser bei Schwarzbrot und Erbsen einsperrt! Alles in allem 11 Monate. Unternehmern bereit, andererseits aber auch nicht willens ist, dent beleidigt" haben, weshalb ihn der christliche Staat drei Monate bielmehr der, daß er auch jezt noch zu Verhandlungen mit den Unermüdliche der Partei leistete. Welche Qualen das für einen Menschen bedeutet, der an geistige Kampfe feige auszuweichen, wenn die Unternehmer denselben beSo ist Gustab Jaedh im Kampfe gefallen, ein tapferer Soldat Tätigkeit gewöhnt und kein Verbrechen begangen hat, kann nur er- ginnen. im Befreiungskampfe der Arbeiterklaffe, der Fahne getreu bis in den messen, wer all den Jammer der preußischen Gefängnis ,, kultur" Eine weitere unwahrheit sagt die Fachzeitung" in den Tod. Er hat nicht umsonst gelebt, so hart ihm des Lebens Lose durchgekostet hat. Wir wünschen unserem Kollegen von Herzen, daß Worten:„ Die Versammlung hielt alle forderungen gefallen waren; ein Hauch seines Geistes wird immer diese Blätter er nicht allzusehr an seiner Gesundheit leiden möge. aufrecht." Durch diese Verdrehung soll bei den Meistern, die beleben, in denen zu schaffen sein Glück und sein Stolz war." Nun wohl! Ginen Kämpfer hat man uns lahm gelegt, eine über den Gang der ganzen Angelegenheit nicht oder nur unvollsozialdemokratische Stimme uns unterdrückt. Aber diese eine kommen unterrichtet sind, der Glaube erweckt werden, als ob die Von den Organisationen. Unter der Stichmarte: Ein Erfolg Stimme soll Früchte tragen! Wir als freie Kämpfer wollen nun Arbeiter, wie es sonst bei Lohnbewegungen der Fall ist, Forderungen Bülows berichtet die Münchener Post": Seit der Auf- alle doppelt und dreifach, nein tausendfach unsere Pflicht tun, da- gestellt haben, mit der Absicht, zu streiken, falls die Forderungen lösung des Reichstages sind dem Sozialdemokratischen mit dem herrschenden Gefängnissystem, das den freien Geist, das nicht bewilligt werden. Richtig ist dagegen, daß der HolzarbeiterVerein München nicht weniger wie 600 Beitrittserklärungen freie Wort knebelt, ein Urteil gesprochen wird, wie es noch niemals verband den Vertrag zu erneuern, aber auch in einigen Punkten zugegangen. Wenn nicht alle Zeichen trügen, wird dieser Erfolg gesprochen wurde. Das Urteil der„ Tribüne" wird das Urteil des zu verbessern wünscht. Die Vertreter der Unternehmer aber durch das Silvesterschreiben Bernhards an den Reichsverband noch Volkes werden! Auf, in den Wahlkampf!" lehnen jede Verbesserung ab, sie wollen den Wünschen wesentlich verstärkt werden. Sozialdemokraten find rechtlos. Der Genosse Hemmer in Roß- der Arbeiter auch nicht im geringsten entgegenkommen und berZehn Jahre bestand am 1. Januar die illustrierte Wochenschrift lingen( Elsaß) hatte mit einem Wirt in Roßbrüden vereinbart, daß langen, daß die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen auf mehrere In Freien Stunden". Sie hat während dieser Zeit getreulich ihre dieser ihm seinen Saal zur Abhaltung einer Bergarbeiter Jahre hinaus nicht berbessert werden sollen. Wenn trotzdem die Aufgabe erfüllt, die in Arbeiterkreisen noch weitverbreitete Schund- versammlung überlasse. Für den Fall der Verweigerung des Saales" Fachzeitung" es, so hinzustellen sucht, als ob die Arbeiter zur literatur zu verdrängen, indem sie die besten Erscheinungen der verpflichtete sich der Wirt zur Zahlung einer Buße von 50 Mart. Das eine Verdrehung, die sich nur daraus erklären läßt, daß die Weltliteratur den Arbeitern, ihren Frauen und der heranwachsenden Bis zum Tage der Versammlung hatten sich aber die bekannten Ein- Redaktion der Fachzeitung" sich bewußt ist, die Handlungsweise Jugend zu einem billigen Preise zugänglich machte. Wer die zwanzig flüsse geltend gemacht und der Saalinhaber trat nicht nur vom Ver- der Unternehmerverbände läßt sich vor der Oeffentlichkeit nicht bisher erschienenen Halbjahresbände durchblättert, wird die besten trag zurüd, sondern lehnte auch die Zahlung der Entschädigungssumme Namen aus der erzählenden Weltliteratur finden: Spielhagen, Raabe, ab. Vor Gericht zitiert, erklärte er, nicht gewußt zu haben, daß es sich rechtfertigen. Wer genötigt ist, für sein gutes Recht in den Kampf Schweichel, Holländer, Gerſtäcker, Erdmann- Chatrian, Victor Hugo, um eine fozialdemokratische Veranstaltung gehandelt habe. Trotzdem u treten, der hat nicht nötig, feinen Mitkämpfern mit unwahrZola, Loti, Dickens, Sienkiewicz, Jolai und andere. In Tausenden der Kläger den Nachweis führte, daß nur rein gewerkschaftliche Heiten und Entstellungen unter die Augen zu treten. Da die Fachzeitung" ihre Leser mit Entstellungen und Verdrehungen irre zu von Arbeiterfamilien hat" In Freien Stunden" Eingang gefunden. Fragen auf der Tagesordnung standen, glaubte das Gericht den führen sucht, zeigt sie deutlich, wie schlecht es um die von ihr verMit Freude darf die Arbeiterschaft diesen Erfolg ihres eigenen beiden Zeugen, von denen der eine bezeichnenderweise ein Bergwerks- tretene Sache bestellt ist. In Wirklichkeit verhält es sich so: die Unternehmens heute feststellen. Aber man darf sich nicht verhehlen, direktor war, und wies den Genossen Hemmer ab. Der Beklagte Vertreter der Unternehmer wollen einen großen Kampf gegen den daß doch noch Tausende von Arbeiterfamilien find, die das Ver- habe sich bei Eingehung des Vertrages in einem Irrtum befunden Holzarbeiterverband ins Werk sezen. Nicht um Forderungen der derbliche gewisser blauer und gelber Groschenhefte noch nicht erkannt und deshalb sei der Vertrag ungültig. Das Schönste aber an dem Arbeiter abzuwehren, sondern um die Arbeiter für mehrere Jahre haben. Möchte ihre Zahl immer kleiner, die Abonnentenschar der Urteil ist ein Satz in der Begründung: " Freien Stunden" immer größer werden! Die jede Woche zum solchen Ursachen und mit solchem Ziel läßt sich allerdings nicht zum Verzicht auf jede Verbesserung zu zwingen. Ein Kampf aus Preise von 10 Pfennig erscheinenden Hefte bringen in diesem Jahre zunächst: Rebellen. Eine Erzählung aus der russischen rechtfertigen und deshalb sucht man die feststehenden Tatsachen Revolution von Eugen Tschirików. Den„ Rebellen" wird zu verdrehen und zu verdunkeln. folgen: Der Glöckner von Notre Dame von Victor Hugo. Eine notwendige und erfreuliche Namensänderung hat das Drgan der Sozialdemokratie im Kreise Mühlhausen- Langensalza erfahren. Der aus bürgerlicher Bergangenheit stammende Titel General- Anzeiger" ist dem Titel, Voltsblatt" gewichen. " Das Gericht hält es also für selbstverständlich, daß Wirten mit wirtschaftlichen Nachteilen gedroht wird, wenn sie ihre Lokale zu sozialdemokratischen Versammlungen hergeben. Ist das nicht Terrorismus? Gegen das Urteil ist Berufung eingelegt. Gewerkschaftliches. Totenliste. In Stettin starb der Genosse Restaurateur August Steinweg. Er war einer von der alten Garde; schon in den siebziger Jahren arbeitete er für die Partei. 1884 war er Rassierer der Partei in Stettin. 1887 wurde er auf Grund des Sozialisten gefeges ausgewiesen und siedelte nach Rostock über, wo er sich als Bauarbeiter redlich durchzuschlagen versuchte. Nachdem im Jahre 1890 das Sozialistengejez gefallen war, tehrte er wieder nach Stettin zurüd, wo er einige Jahre abwechselnd sich als Bau- und Hafenarbeiter sein Brot verdiente, bis er eine Gastwirtschaft übernehmen fonnte. Genosse Steinweg hat sich mühselig selbst ausbilden müssen, der Staat hatie feine Bildung schmählich vernachlässigt. In Wassow Ist die Zahlstelle einer Arbeiterorganisation ein selbständiger Berein? bei Stettin, wo er geboren wurde, war er Analphabet gebliebeu, erst beim Militär lernte er Lesen und Schreiben. Auch in den Gewerkschaften war der Verstorbene eifrig tätig. So war er längere Zeit Vorsitzender der Hafenarbeiterorganisation. Bom Juli bis Dezember 1902 war er Borsigender des Stettiner Wahlvereins. Personalien. Während der Gefängnishaft des Genossen von Lojewski ist in die Redaktion der Erfurter„ Tribüne" der bisherige Mitarbeiter, Genosse Wilhelm Dahl, eingetreten. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter! Die Bewegung in der Holzindustrie. trünnig geworden. Ueber Belästigungen durch die Polizei haben sich die Streikposten- von einem Heinen Wortgefecht bor bem Bedagbetrieb abgesehen nicht zu beklagen. Man erwartet, baß die Aussperrung nicht lange andauern wird. Die Führer erhalten ihre Unterstüßung und können es eine gute Weile aushalten; vielen ist eine kleine Erholungspause von der die Nerven zerrüttenden Arbeit gar nicht unwillkommen. Den Unternehmern aber ist der täglich steigende Verlust, den sie zu erleiden haben, nichts weniger als angenehm, und der Wunschy, bald wieder Frieden zu machen, ist leicht verständlich. Für die Ausgesperrten kann der Frieden aber nur dann günstig abgeschlossen werden, wenn sie in ihrer feſten, einigen Haltung beharren. Dentfches Reich. Die auf den Westfälischen Stahlwerken" zu Bochum beschäf 70 an der Zahl haben ihre Kündigung ein Wenn nun auch Wirten, die dergleichen Versammlungen ihre Lokale zur Verfügung stellen, nicht ohne weiteres die Wirtschaftstonzeffion entzogen werden kann, so laufen diese wirte doch leicht Gefahr, in den Verdacht zu tommen, selbst sozialdemokratisch gesinnt zu sein; des ferneren haben sie, was weiterer Die ausgesperrten Automobilführer hielten am Montag morgen Ausführungen nicht bedarf, eventuell zu befürchten, daß eine stark besuchte Versammlung im„ Gewerkschaftshause" ab. Die ihnen seitens der Polizei, seitens sonstiger Behörden, feitens Berichte von allen Garagen lauteten günstig; der Betrieb ruht des Militärs, feitens der Geistlichkeit, seitens Fabrik- und Berg: überall da vollständig, wo ausgesperrt worden ist; die fünf Fahrer werksverwaltungen und so weiter, allerhand Schwierigkeiten bereitet der Firma Bedag kommen kaum in Betracht. Die Hoffnung der werden und daß ein vielleicht ziemlich erheblicher Teil ihrer Kund- Unternehmer auf ausreichenden Ersatz durch neue Kräfte erfüllt schaft entweder freiwillig, um sich ihrerseits teine Unannehmlichkeiten sich nicht. Den friedlichen Vorstellungen der Streifpoften, die ein zuzuzichen, ihre Wirtschaft meiden oder den Nichtbesuch derselben sehr wachsames Auge haben, zeigen sich diejenigen geneigt, die zunahe legt oder ihren Besuch sogar direkt verboten erhält." erst den Werbungen der Unternehmer folgen wollten, und sie schämen sich dann, als Streifbrecher die Garagen zu berlassen. Buerst sprachen die großen Garagenbefizer davon, daß 3000 stellenlose Staufleute nur auf die Gelegenheit warten, den Bosten eines Chauffeurs anzunehmen; jetzt merken sie, daß es nicht so leicht ist, fachverständige Leute als Streifbrecher zu bekommen. In den Reihen der vereinigten Unternehmer besteht viel Mißstimmung und Unzufriedenheit und auch viel Mißtrauen; denn die Besitzer der größeren Garagen stellen ihre Interessen als allein maßgebend hin, und die kleineren Unternehmer sind natürlich darüber ungehalten. In einer Wirtschaft zu Recklinghausen hatte eine Versammlung Wir haben gar nichts mehr zu sagen," meinte einer, die paar Die Großen kommandieren bloß immer, was geschehen soll!" der dortigen Zahlstelle des Bergarbeiterverbandes stattgefunden, Ausgesperrten waren auch nicht überrascht, als sie von einigen deren Vorsitzender sich weigerte, das vorgeschriebene bezw. verlangte Firmen die Mitteilung erhielten, daß die alten Bedingungen Mitgliederverzeichnis der Polizeibehörde einzureichen. Das Schöffen- wieder anerkannt wurden und daß die Führer ihre gericht verurteilte den Vorsitzenden auf Grund der§§ 2 und 13 des Stellungen wieder antreten möchten. Dem angegebenen Beispiel Vereinsgefeges vom 11. März 1850 zu Strafe. Auf die vom An- folgten andere aus der Vereinigung der Unternehmer ſelbſt, die geklagten eingelegte Berufung hin hatte die Bochumer Straffammer am Montagnachmittag um Unterredungen mit der zuständigen Kom das Urteil aufgehoben und den Angeklagten freigesprochen. Weil mission des Verbandes ersuchten. Diesem Wunsche wurde gern ent sprochen, die Unterhandlungen finden statt. Die Einigkeit, die Die Gemeindewahlerfolge der schwedischen Sozialdemokratie. Bu aber der Staatsanwalt Revision einlegte, hatte sich das Kammer- unter den Ausgesperrten herrscht, ist mustergültig; von allen Leuten, den nun beendeten Gemeindewahlen in den schwedischen Provinz- gericht mit der Sache zu befaffen. Es hob das freisprechende Urteil die sich zuerst am Kampfe beteiligten, ist nicht ein einziger abs städten hatten unsere Genossen in 35 Städten zufammen 50 Stan- auf und verwies den Fall zur nochmaligen Verhandlung und Entdidaten aufgestellt. Gewählt wurden in 17 Städten 25 ihrer scheidung an die Vorinstanz zurück. In der jetzt stattgefundenen Kandidaten, wobei es sich aber in 7 Fällen um wiederwahlen handelte. Ganz aus eigener Kraft konnten die Sozialdemokraten in neuen Berhandlung hat die Bochumer Strafkammer die Berufung teiner Stadt auch nur einen ihrer Kandidaten durchbringen; das des Angeklagten verworfen. Er hat also Strafe und Kosten zu war bei dem hundertgradigen Wahlunrecht von vornherein aus- zahlen. geschlossen. Merkwürdig ist es nun, daß diesmal nicht nur liberale, fondern selbst konservative Wähler Kandidaten der organisierten Arbeiterschaft unterstüßten. Die Ursache ist hauptsächlich die, daß im Bolte die Erbitterung über das plutokratische Wahlsystem immer Nachdem der Streit für die Siemens u. Halste- fotvie Siemensmehr steigt und in der Wahlbewegung von der Sozialdemokratie Echudert- Werke aufgehoben ist, wird hiermit auch die Sperre über selbstverstäedlich mit aller Straft geschürt wurde. Die Frage der sämtliche Werke der Firmen aufgehoben. Wahlrechtsreform ist bekanntlich jetzt derartig zugespitzt, daß sie sich Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. nicht mehr auf die Zweite Kammer des Reichstages beschränken läßt, und eine Umgestaltung der Ersten Kammer und ihrer Grundlage, des kommunalen Wahlrechts, ebenso notwendig erscheint. Die Schlauen Diese Woche ist die letzte unter der Gültigkeit des Vertrages, tigten Maurer unter den reaktionären Wählern, die für Arbeiterkandidaten stimmten, den der Holzarbeiterverband vor zwei Jahren mit den Unter- gereicht, weil die Werkleitung den Verbrauensleuten der Verbände wollten offenbar beweisen, daß die wohlhabenden Lente das Wahl- nehmerverbänden abschloß. Bekanntlich ist trop langer Verhand- wegen ihrer Zugehörigkeit zur Arbeiterorganisation die Kündigung schaft jede Vertretung in den Stadträten unmöglich machen. Sie und die Unternehmer wollen deshalb am Sonnabend, den 12. Ja- Verbände haben die Sperre über das Werk verhängt. unrecht keineswegs so rücksichtslos ausnuten, daß fie der Arbeiter lungen eine Erneuerung des Vertrages nicht zustande gekommen zugehen ließ. Sämtliche Maurer find organisiert; sie gehören zum Teil dem freien, zum Teil dem christlichen Verbande an. Beide hoffen wohl auch, daß die Arbeiterschaft sich unter diesen Umständen nuar 10-11 000 Holzarbeiter aussperren, obwohl der bestehende mit einer fommunalen Wahlrechtsreform abfinden werde, die das Vertrag erst am 15. Januar zu Ende ist. Wenn sich in den wenigen Maximum von 100 auf 20 Wahlstimmen herabsetzt. Ein solcher Tagen bis zum Sonnabend nicht etwas unvorhergesehenes zutragen Borschlag ist bereits in der schwedischen Presse erörtert worden, sollte, dann werden die Unternehmer am Sonnabend den wird aber von der sozialdemokratischen natürlich einstimmig ab- Stampf gegen den Holzarbeiterverband beginnen. Die neueste Wie uns ein Telegramm vom Sonntag meldet, ist der Streit gelehnt, zumal damit bei zweckentsprechender Einteilung der Steuer- Nummer der Fachzeitung", des Organs der Tischlermeister und der Straßenbahner Kopenhagens durch Annahme eines Vermitte stufen leicht, statt einer Berbesserung, eine Verschlechterung des Wahl- Holzindustriellen, fordert denn auch die Meister auf, alle Vor- lungsvorschlages des Bürgermeisters Jacobi beendet worden. Die rechts herbeigeführt werden kann. bereitungen zum Stampfe zu treffen. Wir würden hierüber kein Arbeit ist bereits am Montagmorgen wieder aufgenommen worden. Uebrigens sind die Konservativen nnd Liberalen nicht in allen Wort gesagt haben, wenn nicht die Fachzeitung", wie sie es schon mit einigen Abänderungen find die Forderungen der Streitenden Städten so schlau gewesen, einem sozialdemokratischen Kandidaten in dem großen Kampfe vor zwei Jahren tat, auch jetzt wieder an- bewilligt. Lohnerhöhung und Arbeitszeitverkürzung sind das Er. zum Siege zu verhelfen. Sie haben in einzelnen Städten eigene finge, ihren Lefern grobe Entstellungen der Tatsachen zu unter- gebnis des Kampfes. Arbeiterfandidaten" aufgestellt, nämlich Mitglieder des Streik breiten, die wir nicht unberüdsichtigt lassen fönnen. In der neuesten Es liegt noch kein Bericht darüber vor, wie das neue Ueberbrecherverbandes„ Svenska Arbetarförbundet", und auch hier und Nummer der Fachzeitung" ist folgendes zu lesen: einfommen im einzelnen beschaffen ist. Handelt es sich aber um dieda einen diefer Schädlinge der Arbeiterbewegung in den Stadtrat Wie wir erfahren, ist in einer am Donnerstagabend ab- felben Vorschläge, die Bürgermeister Jacobi furz vor Ausbruch hineingebracht. gehaltenen Vertrauensmännerversammlung des Holzarbeiter des Streits machte, so zeigt es sich nur um so deutlicher, wie töricht berbandes die Entscheidung gefallen. Sie lautet dahin, daß der es von den Gesellschaften war, den Streit heraufzubeschwören. Kein Strafaufschub wegen der Reichstagswahlen und HamKampf beginnen soll. Die Versammlung hielt alle Forderungen Diese Vorschläge scheiterten damals an dem Widerstand der Gesell aufrecht.. burgischen Bürgerschaftswahlen ist dem Genossen abersky vom In der Versammlung gab man sich der gewiß schaft gegen die Erhöhung des Jahreslohnes von 1440 auf 1600 Hamburger Echo" gewährt worden. Er hat am Sonnabend trügerischen Hoffnung hin, daß die in Berlin verbleibenden Ge- Kronenfür das Fahrpersonal im sechzehnten Dienstjahr. Man wollte die fünfmonatige Gefängnisstrafe antreten müssen, die fellen wohl in hiesigen Werkstätten Unterschlupf finden würden." nur 1550 Stronen als höchsten Lohn bewilligen. Eine Vertürzung ihm zuerkannt worden ist, weil er in den Artikeln über die Diese wenigen Zeilen enthalten mehrere handgreifliche Un- der wöchentlichen Arbeitszeit um 2 Stunden wollte man damals Polizeitaten am 17. Januar vortgen Jahres die Ham- wahrheiten. Die harmloseste ist noch die letzte, daß man sich der schon zugestehen. Billiger sind die Gesellschaften nun jedenfalls burger Bolizeibehörde beleidigt" haben soll. Möge er die Ge- Hoffnung hingegeben habe, die in Berlin bleibenden Ausgesperrten nicht davon gekommen. Die großen Berluste, die ihnen die fünf fangenschaft gut überstehen und mit ungeschwächter Kraft in die würden in hiesigen Werkstätten Unterschlupf finden. Eine solche Streiftage gebracht haben, hätten bei etwas mehr Klugheit der Freiheit zurückkehren. Hoffnung hat keiner der Redner ausgesprochen. Die Versammlung Direktoren erspart werden können. Und es waren Schnee-, Regen" Genosse Wabersky", so meldet das Hamb. Echo"," hatte durch feste vielmehr voraus, daß die von den Meistern beschlossene Aus- und Schmugwettertage, die den Straßenbahnen außergewöhnlich seinen: Berteidiger den Oberstaatsantvalt ersuchen lassen, die Straf Sperrung konsequent durchgeführt werde. Von dieser Annahme aus- hohe Einnahmen zu bringen pflegen. Der Widerstand gegen die Strafgehend, vollstreďung bis zum 15. Februar hinauszuschieben, weil er wegen gehend, faßte die Versammlung ihre Beschlüsse in dem Bewußtsein, Forderungen der Angestellten war um so törichter, als man mit der Reichstags- und Bürgerschaftswahlen bis dahin der Nedaktion daß der Holzarbeiterverband, wenn ihm der Kampf aufgezwungen Sicherheit annehmen kann, daß die Straßenbahnen bereits am unablömmlich sei und auch bei der Reichstagswahl seiner Pflicht als wird, denselben durchführen kann, auch wenn die Ausgesperrten in 1. August 1908 von der Stadt Kopenhagen übernommen werden. unablömmlich sei und auch bei der Reichstagswahl seiner Pflicht als feiner Berliner Werkstatt Unterschlupf finden". Die Berjamm- Kopenhagen sind dafür, daß der mit der Gesellschaft abgeschlossene Alle Sozialdemokraten in der Gemeindevertretung und im Magistrat Staatsbürger nachzukommen wünsche. Dieser Antrag ist vom Oberstaatsanwalt- Keßler heißt der ewig lächelnde Herr- glatt ab- lung hat also keine Hoffnung auf den Wankelmut der Meister ge- Wertrag am 1. August 1907 gekündigt werde, und in der liberalen gelehnt, und gleichzeitig wurde Wabersty die Aufforderung zum fett, sondern nur der Straft ihrer Organisation vertraut. Gruppe ist die Stimmung eine solche, daß man auf eine starke Mehr Wenn die Fachzeitung" in diesem Punkte etwas un- heit für die Uebernahme der Bahnen rechnen kann. Gleichwohl hat Strafantritt zugestellt. Dabei war auf dem Formular die vor gedruckte Frist von acht Tagen, die fast jedem Dieb und Betrüger zutreffendes schreibt, so mag das der Unfähigkeit und Unzuverlässig die Gesellschaft bei den Verhandlungen start darauf gedrungen, zugute tommt, ausgestrichen und durch das geschriebene und rot feit ihres Zuträgers zuzuschreiben sein. Dagegen kommen die einen langfristigen Tarif abzuschließen, wenn möglich auf 5 Jahre. anderen bewußten unwahrheiten auf das Konto der Redaktion der unterstrichene Wort fofort" ersetzt. Die Streitbrecherwerbung haben die Gesellschaften mit großem Wenn der Herr Oberstaatsanwalt meint, dadurch uns in unserer Fachzeitung", denn sie weiß so gut wie wir, daß es nicht wahr ist, Gifer betrieben, aber der Erfolg war sehr gering. In den letzten Bahlarbeit zu stören, so irrt er sich sehr. Auch die Parteigenossen wenn sie schreibt, die Vertrauensmännerversammlung des Holz- Tagen fonnten ein paar Wagen fahren, geführt von einigen Buch Bahlarbeit zu stören, so irrt er sich sehr. Auch die Parteigenossen arbeiterverbandes habe entschieden, daß der Kampf be- baltern, Kontoristen, anderen Beamten der Straßenbahn und ähn= werden helfen, daß dieser Irrtum dem Oberanfläger recht deutlich ginnen soll. Richtig ist vielmehr, daß die Verbände der lichen Leuten. Auch ein paar Studenten hatten sich zu diesem zu Gemüt geführt wird." Unternehmer schon bor mehreren Wochen be- Streifbrecherdienst bereitgefunden. Die Gesellschaften hatten sich Genosse v. Lojewski von der Erfurter Tribüne" hat am schlossen haben, daß der Kampf am 12. Januar be auch an die Studenten der Polytechnischen Lehranstalt gewandt; 2. Januar feine 11monatige Gefängnisstrafe an- ginnen foll, obgleich der bestehende Vertrag bis zum 15. Januar diese aber sollen das Anfinnen alle abgelehnt haben. Die dänischen getreten. Die Erfurter Tribüne" schreibt dazu: läuft. Diesen Beschluß haben die Unternehmer schon zu einer Zeit Studenten find ja größtenteils ziemlich aufgeflärte und freidenfende „ Elf Monate, rund ein Jahr, sperrt man ihn in eine 4 Schritt gefaßt, wo ihre Vertreter mit der Vertretung des Holzarbeiterver- Menschen, die den Kampfen der Arbeiterklasse sympathisch gegen lange und 2% Schritt breite Belle, weil er als Verantwortlicher" bandes, wegen der Erneuerung des Vertrages noch in Verhandlung überstehen. Am Sonnabend erwartete man 6 deutsche Streif der Tribüne" die Wahrheit gesagt hat, die das herrschende standen. Dagegen hat der Solzarbeiterverband in brecher aus Berlin, Sie sind jedoch nicht eingetroffen Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Ausland. Sieg der Straßenbahner Kopenhagens. Uebrigens hat sich die Straßenbahngesellschaft kontraktlich der Stadt Stopenhagen gegenüber verpflichtet, nur dänische Arbeitskräfte zu benutzen. Es wäre also den Deutschen faum gestattet worden, dort die Schmach des Streifbruchs auf sich zu laden. Der Betrieb der wenigen Wagen, die man in Gang sehen konnte, war mit mancherlei Schivierigkeiten verknüpft. Die Streifbrecher waren offenbar nicht immer ihrer Aufgabe gewachsen. Ein Wagenführer wurde während der Fahrt ohnmächtig, und es war noch ein Glück, daß ihm ein anderer Streitbrecher zur Seite stand. Die Polizei war eifrig auf den Schutz der Streifbrecherwagen bedacht. In gang geringen Abständen waren die befahrenen Linien mit Schuhleuten besetzt. Ausschreitungen famen jedoch nur wenige vor. An einem Wagen wurden Fensterscheiben eingeworfen, und anderenorts waren Schuljungen auf den Gedanken verfallen, die Schienen mit grüner Faßseife zu beschmieren, so daß ein Wagen wiederholt zum Stehen gebracht wurde. Die Bevölkerung beschränkte sich im übrigen Sarauf, in Massen zu demonstrieren, durch Pfeifen und mehr oder minder zarte Zurufe ihren Unwillen gegen die Streifbrecher kund zu geben und Fahrlustige vor dem Besteigen der Wagen zu warnen. Der Ausstand der italienischen Seeleute ist nach einem HeroldTelegramm beendet. Die Abfahrt der Dampfer erfolgt angeblich ohne Verzögerung, Der englische Eisenbahnerverband ist in eine nationale Betvegung eingetreten, um bestimmte Forderungen durchzusehen; diese Forderungen sind verschiedene für England, Schottland und Jrland. Das Programm für England enthält u. a.: Der Achtstundentag für das gesamte Fahrpersonal, 10 Stunden Marimum für die übrigen Angestellten. Zwischen zwei Arbeitsschichten muß eine Ruhezeit von mindestens 9 Stunden sein. Ueberzeitarbeit ist mit einem Aufschlag bon 25 Proz., Sonntagsarbeit mit einem solchen von 50 Proz. zu entlohnen. Eine sofortige Lohnerhöhung von 2 Schilling pro Woche, für die Londoner Bedientesten 3 Schilling pro Woche. Soziales. Eine gutsherrliche Berichtigung. Am 7. Dezember veröffentlichten wir das Schreiben eines Landarbeiters, der auf dem Gut Friedefeld bei Pencun in Pommern bedienstet war. Der Arbeiter, Vater von acht Kindern, schilderte in dem Briefe in ergreifender Weise seine Notlage, in die er durch das Dienstverhältnis als Gutstagelöhner gekommen und wünschte weiter nichts, als daß der Gutsherr ihn von dem Kontrakt wieder entbinden und damit entlassen möge. avay Des Gutsarbeiters und unser Wunsch ist erfüllt: Der Guts befizer Borchert hat den Mann jetzt entlassen. Diese Tatsache teilt uns Herr Borchert nun in einem Briefe mit, der gleichzeitig als eine Berichtigung" im Sinne des Preßgefeges gedacht ist. Dbgleich nun diese gutsherrliche Berichtigung den Voraussetzungen des § 11 des Preßgefeges in feiner Weise entspricht, drucken wir das Schreiben dennoch mit Vergnügen ab. Wird darin doch gewissermaßen authentisch bestätigt, was wir über die elende Entlohnung und die trostlose soziale Lage der Landarbeiter von jeher gesagt haben. Das Schreiben des Gutsbesizers Borchert lautet also: Friedefeld, den 4. Januar 07. August B. erhält nach dem Vertrage: diesen Vertrag in Berlin eigenhändig unterschrieben. Der Ver- Frau und acht Kindern hausen mußten, dann erscheint mittler hatte das vorher von mir unterschriebene Vertragsexemplar es nnr zu begreiflich, wenn der Mann diese Wohnung als dermaßen dort. Es ist also eine bewußte unwahrheit, wenn August B. schlecht bezeichnet, daß kein Vieh im Winter darin wohnen kann." behauptet, der Vermittler hätte nicht gewußt, welchen Vertrag er ihm geben folle:„ der Inspektor hätte den Vertrag vorgelesen ein Jährchen, mit seiner Familie in einer derartig gefunden und Vielleicht probierts Herr Gutsbesitzer Borchert mal selbst auf und damit fertig". guten Wohnung" zu kampieren. Möglich, daß er dann zu ganz derfelben Ansicht kommt, wie sein früherer Pferdeknecht. Nun soll aber die Arbeitszeit auf dem Gute jetzt im Winter täglich schon nachmittags 1/24 Uhr beendet sein. Glückliche Leute auf Friedefeld. Soviel wir aus eigener Erfahrung wissen, darf ein Pferdeknecht auf den Gütern das Abfüttern der ihm anvertrauten Tiere selbst während des Winters nicht vor 8 Uhr abends besorgen, und das Abfüttern ist doch auch eine Arbeit, die zur täglichen Arbeitszeit zugerechnet werden muß. 1. Eine Wohnung unentgeltlich, bestehend aus 1 Stube, 1 Kammer, 1 Kochgelaß, dazu Bodenraum sowie einen Garten. 2. Stallung für 2 alte Schweine und Fertel, für 2 Biegen und 10 Hühner. 3. Einen Magdeburger Morgen oder 60 Quadratruten Kartoffelland. 4. 28 Bentner Getreide, Roggen usw.( 36 alte Scheffel). 5. Grasnugung und Heuwerbung für zwei Ziegen.. 6. Fuhren für Feuerungsmaterial tostenfrei. 7. 40 Zentner Briketts zur Feuerung. 8. Freie ärztliche Behandlung und Arznei für sich und seine Aufzählung der dem Arbeiter gewährten Naturalien. Es fehlt nur Angehörigen. 9. Barlohn von 230 M. 10. Für jede Getreidefuhre Tantieme von 50 Pf. 11. Pro Tag 3 Liter Milch. Richtig ist, daß zwei Kinder des Baikowski von 14 bis 16 Jahren, die flein und schwächlich, die ich nur aus Mitleid für die große Familie beschäftigte, einen Tagelohn von 60 und 50 Bf. erhalten haben. Ein älterer Junge befam täglich 1 M.; er mußte entlassen werden, weil er Tiere quälte und die Inspektoren mit dem Revolver Bedrohte. Die Fütterung der Pferde beginnt um 4 Uhr morgens, nicht um 3 Uhr. Die Arbeitszeit ist jetzt im Winter täglich nachmittags um 1/4 Uhr beendet. Krant ist B. nicht gewesen; nach Aussage des Arztes hat B. Krankheit simuliert. Trotzdem hat B. feinen Lohn und Deputat sowie Milch usw. voll und ohne Abzug erhalten. Die Wohnung ist gesund und in gutem Zustand, nicht zu vergleichen mit den zum Teil elenden städtischen Kellerwohnungen der Arbeiter. Seine Entlaffung hat B. nicht von mir gefordert; er hätte sofort gehen können. Ich halte teine Leute, die sich bei mir nicht wohlfühlen und gebe ihnen auf Wunsch sofortige Entlassung.") So auch hier, nachdem ich von dem Wunsch des B. durch Ihr Blatt Kenntnis erhalten habe, ist der felbe entlassen. Der Poststempel des Schreibens ist aus Ihrem Aufsatz nicht zu ersehen. Vermutlich hat, B. den Brief Anfangs Dezember geschrieben. Bis am 30. November hatte B. fich geben lassen: 20 Mark, dazu sind am 6. Oktober für ihn 24 Mart Reisegeld verauslagt. In Summa also hatte B. bis zum 1. Dezember an bar 44 Mart erhalten, nicht 10 Mark; dazu auch bereits an Deputat und Feuerung mehr als ihm zustand. Borchert. in Hochachtend Das Juteressanteste an der Berichtigung ist aber zweifellos die noch, daß gesagt wird: Zudem erhält der Arbeiter des Tags frei Licht und des Nachts freie Bettwärme. Sonst ist alles da. Man denke, der Arbeiter bekommt freie Wohnung: Wert derselben höchstens 50 M. pro Jahr. Dann Stallung für Schweine, Ziegen und Hühner. Wovon soll sich der Arbeiter diese Tiere denn aber anschaffen? Der fürstliche Barlohn von 230 M. im Jahre reicht dazu doch nicht entfernt aus. Die Stallung bat also mindestens im ersten Jahre fast gar keinen Wert für ihn. Ebenso steht es mit der Grasnutzung und Heutverbung für die zwei Ziegen, die der Mann ebenfalls nicht hat. Fuhren für Feuerungsmaterial fostenfrei, heißt es weiter. Natürlich, nur die Fuhren frei, denn das übrige Feuerungsmaterial außer den 40 Zentner gelieferter Briketts muß er selbst kaufen, alles von den berühmten 230 M. Aber für jede Getreidefuhre wird dem Pferdeknecht eine Tantieme von 50 Pf. gezahlt. Das reicht im günstigsten Falle gerade für Zehrungskosten bei der Getreidefuhre vom Gute nach der Stadt, zählt also nicht. Und die drei Liter Milch? Ja, wenn es die ausgefettete Schleudermilch aus der Gutsmeierei ist, wie sie den Deputatarbeitern auf den meisten Gütern heutzutage geliefert wird, so repräsentiert dieselbe einen örtlichen Wert von höchstens 4 Pf. pro Liter. Es kämen dann noch die 28 Zentner Getreide( Roggen usw.) und die 60 Quadratruten Kartoffelland. Auf das Getreide kann ein durchschnittlicher Wert von 8 M. pro Zentner berechnet werden. Das ist aber schon sehr hoch gegriffen, weil das Deputatkorn in der Regel meistens minderwertig ist. An Kartoffeln waren dem Arbeiter nach seiner eigenen Angabe 70 Zentner versprochen worden, weil das Kartoffelland wegen seines Dienstantritts im Herbst für ihn nicht mehr in Frage kam. Der Ortswert dieser„ TagelöhnerKartoffeln" beziffert sich für gewöhnlich auf höchstens 1,20 m. pro Zentner. Damit würde sich also das Jahreseinkommen dieses Arbeiters wie folgt zusammensetzen: Barlohn Wert des Deputatgetreides Wert der Kartoffeln. Wert der Milch Wert der Wohnung Wert der Briketts ° ° 230,-. 224, " D 84, 43,80 50,-" 40, In Summa 671,80 m. Ein Vergleich dieser Berichtigung“ mit dem von uns veröffentlichten Brief des Arbeiters Baitowski ergibt zur Genüge, daß die Schilderungen des Arbeiters in allen wesentlichen Punkten" durchaus nicht unwahr sind. Was will es denn besagen, wenn der Arbeiter sich den Brief von einem Handelsmann hat An die Redaktion des Vorwärts", Berlin. Dadurch wird doch schreiben lassen? nur bewiesen, daß In Nr. 285 Ihres Blattes des„ Vorwärts" ist unter der Baikowski schreibunkundig ist. Dann darf man sich aber auch Ueberschrift der Notschrei eines Landarbeiters ein angeblich von gewiß nicht darüber wundern, wenn er gar nicht erfaßt hatte, dem Arbeiter August B. verfaßtes Schreiben veröffentlicht. An was in dem Kontraft, der ihm auf dem Riebenstahlschen Bureau Wie würde es Herrn Gutsbesizer Borchert auf Friedefeld wohl dieses Schreiben werden von Ihnen Bemerkungen über die " Jammerlöhne, Sklaverei, eigentümliche Art des Abschlusses von vorgelegt wurde, eigentlich enthalten war, obwohl er ihn eigen zu Mute werden, wenn er selbst bei schwerer Arbeit von früh bis Kontrakten" uft. geknüpft. händig unterschrieben" hatte. Eine„ bewußte unwahrheit" fällt dem spät mit einem solchen Jammerlohn das ganze Jahr hindurch austommen sollte! Und da stellt er es noch obendrein so hin, als Ihre Ausführungen unterstellen die einseitige Angabe des Ar- Arbeiter feineswegs zur Last. beiters August B. ohne weiteres als richtig. Sie sind aber in Herr Borchert bezeichnet die Wohnung des Arbeiters als„ ge- hätte der Arbeiter schon wunder was bekommen, als ihm für die allen wesentlichen Punkten unwahr. Der in seiner Einfachheit fund und in gutem Zustand" befindlich, nicht zu vergleichen mit Monate Oftober und November ganze lumpige 20 M. Vorschuß und und Ungelentigkeit geradezu erschütternd wirkende Brief" ist von den zum Teil elenden städtischen Kellerwohnungen der Arbeiter." auch bereits mehr an Deputat und Feuerung, als ihm zustand, dem Arbeiter August Baikowski, wie diefer vor Bengen erklärt Wir fingen den elenden Keller- und Dachwohnungen in den gegeben wurden. Daß Herr Borchert zudem auch noch die verauslagten hat, nicht selbst verfaßt, sondern ihm von einem Handelsmann Städten wahrlich keine Loblieder. Wenn man sich aber vergegen- 24 W. Reisegeld in den Vorschuß mit einrechnet, kennzeichnet die aufgefeßt und zwar so geschickt, daß die Redaktion an die Echtheit wärtigt, daß in der Friebefelder Gutswohnung, bestehend aus agrarische Rechenkunst ganz besonders. Es ist unter diesen Umständen des Stils geglaubt hat. Aber nicht der Stil des Briefes, sondern die groben darin enthaltenen unwahrheiten gaben mir Ver- einer Stube, einer Stammer und einem wahrscheinlich sehr wahrhaftig kein Wunder, wenn sich der Arbeiter B. so schnell wie anlaffung, Veröffentlichung dieses Schreibens von Ihnen auf primitiven Kochgelaß", das selbst Herr Borchert nicht einmal als möglich aus den Gefilden von Friedefeld hinweg sehnte. Wenn aber Grund des§ 11 des Preßgefezes zu fordern. Küche zu benamien wagt, der Tagelöhner nebst seiner Herr Borchert versichert, daß er keine Leute hält", die sich bei ihm nicht wohlfühlen, so ist das ein durchaus löblicher Grundsatz. In Pferdeknecht in den Dienst getreten auf Grund eines schriftlichen*( Was diese Behauptung, deren Richtigkeit nachzuprüfen wir diesem Spezialfalle war dem Arbeiter am meisten mit der Ent Dienstvertrages vom 2. Dftober 1906, der durch Riebenstahls Ver- feine Veranlassung haben, mit der Lage des entlassenen Landarbeiters lassung gedient, obwohl sie erst auf dem Umwege durch die„ Vormittelungsbureau zu Berlin vereinbart ist. August Baikowski hat zu tun hat, ist ein Geheimnis des Gutsbesizers.) " Der Arbeiter Baikowski ist bei mir im Oftober 1906 als " Charlottenburg! Dienstag, den 8. Januar, abends 8%, Uhr: Zwei öffentliche Volksversammlungen 250/ 1* im Volkshause Rosinenstr. 3. Schulz' Festsäle Kaiser Friedrichstr. 24. Tages- Ordnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referenten: Kurt Baake und Paul Litfin. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Schöneberg. Dienstag, den 8. Januar 1907, abends 8 Uhr: 2 öffentl. Wahlversammlungen in den Lokalen: E. Obst Fest= Säle, Meininger- Straße 8. Wilhelmshof, Tages- Ordnung: Ebers- Straße 80. wärts" Kritik bewirkt wurde. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8% Uhr: Zehn große 90 Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Landsberger Allee 11-13. Böhmisches Brauhaus, serger| Kliems Festfäle, Safenbeide 13-15, Schönhauser Chauffee Frankfurter Hofjäger, safenhelbe 52-53. Brauerei Königstadt, auce 10-11. Norddeutsche Brauerei, straße 58. Moabiter Gesellschaftshaus, Prachtsäle des Oftens, allee 151-152 Schweizer Garten, Am Friedrichshain. Boekers Festfäle, weberstr. 17. Andreas- Festfäle, Andreasstr. 21. Tages- Ordnung: Wiclefftr. 24. Die Aussperrung der Berliner Holzarbeiter. Referenten: Otto Dahlke, Georg Exner, Wilhelm Güth, Hermann Jaek, Langhammer, Richard Leopold, Hermann Maaß, Karl Reiche Heinrich Späthe und Franz Stusche. Mitgliedsbuch leglitimiert. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referenten: Stadto. Fritz Zubeil 77/8 15/1 und Stadtv. Ernst Obst. Das sozialdemokratische Wahlfomitee. Achtung! Fliesenleger! Achtung! Dienstag, den 8. Januar 1907, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Eugel- Ufer 15( Saal 7): Versammlung dee Sektion der Fliesenleger des Maurerverbandes. Tages Ordnung: 1. Anträge zum 9. Verbandstage. 2. Nominierung eines Kandidaten zum Ber bandstage. 3. Gewerkschaftliches. 4. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! 133/3 15 Begen der Wichtigkeit der Tages- Ordnung ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen notwendig! Der Sektionsvorstand. J. A.: H. Pufahl. Nur bei geschloss. Bezug ein. Kommiss. von 19 verschied. Waren, lief. gemäss vollstdg. risikolos. Beding. uns. Fr. u. Gratisprosp. an Jedermann mit 60Ct. Extra- Rabatt z. B. la Kochzucker Pfd, 0,09 Ia Zucker Pfd. 0,13, 1. Tafelsalz Pfd. 0,05, Schweden p.Pack( 10 Schacht.) 0,05 usw. Deutsch. War.- Eink.- Ver. Berlin 47 Hofläger: Leipzigerstr. 101/102( Equitable), Chausseestr. 1a, Oranienstr.60, Kreuzbergstr. 30( ab 15/11), Schöneberg, Hauptstr.129. 52 Seit. stark. Hauptkatalog Preis 0,25 wird bei 1. Kommis.- Bezug zurückvergütet. Ballkleider, * bocheleg. Tüll- u. Flitterroben, auf Seide gearbeitet, Straßenkostüme, Blusen, Jacketts, neu u. aus fürstlichen Häusern, Maßanfertigung, spottbillig. Engels, Berlin N., Brunnenstr. 3 ( am Rosenth. Tor). Tel. Amt III 6519. Die Ortsverwaltung. Wer Stoff hat, fert. HerronAnzug 20 M., ohne Konkurr. 2 Anpr., beste Butat. Für guten Sik gold. Medaille.. Ludw. Engel, Prenzlauer Str. 23, II. Alexanderpl. Gegr. 1892. Ik- Trio. Hygienische Berliner Stralsunderstr. 1. Bedarisartikal. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fr H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92, Pächter für neu eingerichtetes Automat- Restaurant gesucht. Offerten H. 7 Postamt 31. Felix Scheuer Teilnehmer an einem englischen Zirkel werden gesucht; wöchentlich zwei Stunden, 30122* monatlich 3 Mark. Frau G. Swienty- Liebknecht Schöneberg, Sebanstraße 57, IE II. Wahlkreis. Am Dienstag, den 8. Januar 1907, abends 8 Uhr: Wähler- Versammlungen VI. Wahlkreis. Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. Referent: Der Kandidat des Kreises R. Fischer. Viktoria- Brauerei, Rügomstraße 111/112. Referent: Parteisekretär Fr. Ebert. Tages- Ordnung: 1. Die Reichstagswahl. 2. Diskussion. Frauen haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 3. Wahlkreis. 238/ 2* Dienstag, den 8. Januar 1907, abends 8 Uhr: 2 öffentliche Wählerversammlungen in den Lokalen Etablissement Buggenhagen, Franke's Festsäle, am Morikplatz. Tages Ordnung: Sebastianstraße 39. 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Freie Aussprache. 240/ 2* Referenten: Stadto. Wilh. Pfannkuch und der Kandidat des Kreises Rechtsanivalt Wolfgang Heine. Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer. 4. Wahlkreis. Dienstag, den 8. Jannar, abends 8 Ihr Oeffentliche Versammlungen in folgenden Lokalen: Kellers Festfäle, Koppenftr. 29. Elysium, Landsberger Allee 156. Litfin, Memelerftr. 67. Markgrafenfäle, Markgrafendamm. Englischer Garten, Alexanderftr.27c 1. Boeker, Weberstr. 17. Drachenburg, Vor dem SchlesischenTor. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a. Graumann, Naunynstr. 27. Urania, Wrangelftr. 9/10. Tages Drdnung: Die Bedeutung des bevorstehenden Wahlkampfes" 2. Freie Diskussion. Vistuf 4 öffentliche Wähler- Versammlungen. Dienstag, den 8. Januar, abends 8 Uhr: Swinemünder Gesellschaftshaus, Käsliner Hof, Köslinerstr. 8. Swinemünders straße 42. Artushof, Perlebergerstr. 26. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47-49. Tages- Ordnung: Der Reichstags- Wahlkampf. Referenten sind die Genossen: Jul. Borchard, Bernh. Bruns, Dupont, Paul Hirsch, Ledebour, Ströbel. 246/4 Zu zahlreichem Besuch ladet ein Bruch- Pollmann empfiehlt fein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien jowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. 242/1 Liefer. f. Drts- u. Hülfs- Krantenfassen Berlin C., 34932* Referenten sind: H. Heimann. A. Ritter. W. Kubig. W. Schenk. H. Müller. Fr. Müntner. R. Augustin. Fr. Kunze. Th. Fischer. P. M. Grempe. Zahlreichen Besuch erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 30. Linien- Straße 30. Alle Bruchbänder mit elastischen PeTotten, angenehm u. weich am Körper Achtung! 5. Kreis. Achtung! Mittwochabend 8 Uhr, in den Sophien- Sälen, Sophienstraße 17-18: Oeffentliche Wähler- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Der sterbende Freisinn. 2. Diskussion. Ref.: Genosse Wolfgang Heine. Alle Wähler sind eingeladen. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 6. Wahlkreis. Genossinnen und Genossen! Dienstag, den 8. Januar 1907, abends 8 Uhr: Volks- Versammlung im Lokale von Ballschmieder, Badstr. 16. Tages- Ordnung: Das Volk hat's Wort! Referent: Gen. Kurt Heinig. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartte Die Vertrauensperson. 1/ 1* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlftelle Schöneberg. General- Versammlung am Donnerstag, den 10. Jannar, abends 8, Uhr, bei Obst, Meiningerstraße Nr. 8. Tages Drdnung: 1. Bericht des Vorstandes und der Kontrollkommission. 2. Stassenbericht. 3. Beschlußfassung über die Erhebung eines Ertrabeitrages. 4. Wahl der Delegierten zur Gewerkschaftskommiffion. 5. Wahl eines Vergnügungsfomitees. 6. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 77/9 Es ist unbedingte Bilicht jedes Kollegen zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands.( zahlstelle Berlin.) Bezirksversammlungen: Bezirk 1. Donnerstag, den 10. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Stuhlmann, Nordufer 10. 99 2. Freitag, den 11. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Mothes, Hussitenstr. 40. 3. Freitag, den 11. d. Wis., nachmittags 5 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11. " Der Vorstand. 4. Donnerstag, den 10. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, 99 bei Passoke, Naunynstr. 6. 5. 99 6. 99 Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. General- Versammlung Zweigverein Berlin. Freitag, den 11. Januar 1907, abends S lhr: General- Versammlung für sämtliche Bezirke und Zahlstellen der Maurer, der Sektion der Puker, der Gips- und Zementbranche sowie der Fliesenleger bei Freyer( früher Keller), Koppenstraße 29. Tages Drdnung: der Liepnerschen Sterbeu. Kranken- Unterstützungskasse Nr.28 69/2 Donnerstag, den 10. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Donath, Schönleinstr. 6. Freitag, den 11. d. Mts., nachmittags 5 Uhr, bei Liehr, Grenadierstr. 14. Die Ortsverwaltung. Achtung! Lederarbeiter. Achtung! Filiale Berlin 1. Donnerstag, den 10. Januar, abends pünktlich 8 Uhr, im Marienbad, Wadstr. 35/36: abends 8 Uhr, im Kassenlokal, Mitglieder- Versammlung. am Mittwoch, den 16. Januar 1907, Linienstraße 19. Tages Drdnung: 1. Rechenschaftsbericht der Revisoren. Tages- Ordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über die Verschmelzungsfrage. 2. Bor2. Neuwahl des ausscheidenden Borstandsbericht. 3. Vereinsangelegenheiten und Berschiedenes. ftehers. 1. Aufstellung der Delegierten zum neunten Verbandstag. 2. Anträge zum 3. Neuwahl d. ausscheidenden Revisors. Verbandstag. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch resp. Legitimationskarte legitimiert. NB. Da wir mit Rücksicht auf die uns bevorstehenden Reichstagswahlen zur Erledigung getvertschaftlicher Angelegenheiten nur in ganz dringenden Fällen Bersammlungen einberufen und die zur Erledigung obiger Tagesordnung sich notwendig gemachte Versammlung als solche bezeichnet werden muß, ersuchen wir die Kollegen, recht zahlreich zu erscheinen. 136/ 2* 4. Besprechung über§ 34 der Satzung. Der Vorstand. 7656 Kranz- und Blumenbindetei von Robert Meyer, anr Mariannen- Straße 2. Der Zweigvereins- Vorstand...: E. Thöns. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enseratenteil verantw.: Zh. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts . 12 Jahre Garantie! Sprechstunde 9-7. Vollst, schmerzl. Behandl. Zahlreiches sowie pünktliches Erscheinen ist Pflicht. 285/5 Der Vorstand...: F. Runge. Wöchentl. Teilzahlung. ähne 2 Mark. ähne 2 Mk. Zahnz., Plombieren 1 Mk. Reparaturen sofort. Deutsch- Amerikanische Zahnklinik, 45. Prinzenstraße 45. Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 6. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 8. Januar 1907. Am Mittwoch findet für Berlin und Vororte der Zahlabend ſtatt. Der Wahlkampf in Groß- Berlin. Vierter Wahlkreis. papiernen Sturm gegen die Sozialdemokratie und eine lustige Parodie auf die Frühlingsträume der Krückenmänner. Genossinnen, Genossen! Auf zur lustigen Treibjagd auf- Freisinns wild! Vom unentwegten Freifinn. Aus dieser großen Zahl der Einsprüche geht deutlich hervor, wie notwendig die Einsichtnahme ist. Genauer wird das erst zu erkennen fein, wenn der Magistrat über die Einsprüche entschieden hat. Gegnerische Kandidaten. " Im zweiten Wahlkreise ist zu der Bürgermeisterkandidatur noch eine von den Konservativen hinzugefügt worden in der Person des Renommierarbeiters Reinhardt. Reinhardt Für den Wahlkampf in Berlin sehen die Freisinnigen ihre machte schon im legten Wahlkampfe von sich reden, indem er als besten Hoffnungen auf den ersten Kreis, den sie vor drei Aucharbeiter in den verschiedensten Wahlkreisen als Wanderredner Jahren als den einzigen der königlich- kaiserlichen Haupt- und Re- umherzog. Im zweiten Kreise wurde er für den damaligen konfer sidenzstadt noch behaupten konnten. Stadtverordneter Stämpfvativen Kandidaten Herrn v. Wenkstern verwandt und jetzt will er der Freisinnskandidat im ersten Kreis, sprach am Sonntag vor einer das Erbe Wenksterns antreten. Die Staatsbürger- Beitung", die Versammlung freisinniger Wähler und äußerte sich recht zuver- ihn besonders ins Herz geschlossen hat, empfiehlt den Herrn sehr sichtlich. Er erzählte, dem Freifinn stehe überhaupt ein neuer Auf- warm, indem sie schreibt: die Regierung sich endlich entschloffen habe, mit dem Zentrum zu schwung bevor und er habe noch eine Zukunft zu erwarten. Nachdem brechen, sei für die freisinnigen Parteien der Zeitpunkt gekommen, mehr Einfluß auf die Gesetzgebung und auch auf die Verwaltung zu gewinnen. Die freisinnige Boltspartei sei aber in ihren Grundsäßen die alte geblieben und habe keinerlei Schwenkung nach rechts gemacht, auch nicht in der Kolonialpolitik. Auch in diesem Wahlkampf brauche sie nicht, wie man ihr vorwerfe, die Regierung um eine Wahlparole anzuwinseln". Sie gehe nach wie vor ihren eigenen Weg. Für den zweiten Berliner Reichstagswahlkreis haben die Konservativen den aus der Reichstagswahl 1903 wohlbekannten Arbeiter Reinhardt als Kandidaten aufgestellt, einen Mann, der sich durch sein tatkräftiges Auftreten im Kampfe gegen die Sozialdemokratie die Achtung und das Vertrauen aller Stände erworben hat. Man darf wohl erwarten, daß alle königstreuen patriotischen Männer diese Kandidatur mit Eifer unterstügen werden." " Eine Renommier- Kandidatur Der bierte Wahlkreis gehört zu den Trauben, die den freifinnigen Füchsen zu sauer sind. Die Frucht hängt ihnen zu hoch, weil im vierten Wahlkreise die Arbeiterbevölkerung zu stark vertreten ist. So viel Einsicht haben die freisinnigen Bauchrutscher doch noch, daß sie keinen Arbeiter für duselig genug halten, sich zu den politischen Eunuchen zu gesellen. Das Mandat im bierten Wahlkreise ist uns wohl sicher, aber die Genossinnen und Genossen werden sich doch anstrengen müssen, wenn sie wiederum mit den günstigsten Wahlziffern aufwarten wollen. In den anderen Kreisen wird man diesmal alles daran sehen, um den letzten Mann an die Urne heranzubringen. Und auch im vierten Wahlkreise muß man daran denken, daß gegenüber den staatsstreichlerischen Drohungen, die aus Bülows Silvesterbrief hervorlugen, die beste Antwort ein gewaltiges Anschwellen der sozialistischen Stimmen ist. Je vielstimmiger es der herrschenden Gesellschaft und ihrer Geschäftsführerin, der Regierung, am 25. Januar in die Ohren gelt: Nieder mit der Klassenherrschaft, desto mehr ist die Gewähr gegeben, daß wir in ruhiger Entwickelung dem Ziele der Sozialdemokratie näher scheint die des Bodenreformers Damaschte für den ersten WahlDie alte geblieben ist die freisinnige Volkspartei vor allem in freis zu sein. Da diese Kandidatur teine Beachtung findet, suchen kommen. Würde ein großer Teil der Arbeiterschaft auf die Bülowschen ihrer Stellung zum Kampf der Arbeiterklasse um ihre ihre Anhänger" auf jedmögliche Weise Reklame zu machen. Das Rattenfängermelodien hereinfallen, würde der Ausfall der Wahl Befreiung aus Sapitals fesseln. Sie haßt uns glaubten sie am besten zu erreichen, indem sie unseren Genossen nicht unzweifelhaft dartun, daß die Sozialdemokratie un Sozialdemokraten in erster Linie deshalb, weil die Arbeiter nur Dr. Arons, den sozialdemokratischen Kandidaten für den ersten Wahlaufhaltsam borwärts marschiert, ließe das Wahlresultat auf die Sozialdemokratie zählen dürfen, wenn sie ihre freis, zu einer öffentlichen Disputation mit Damafchte aufforderten auch nur entfernt den Gedanken zu, die Sozial- Lage bereits im Gegenwartsstaat berbessern wollen verbessern und von dieser großen Tat die Preffe sofort unterrichteten. Die demokratie könnte zurückgedrängt werden, dann ist des Volkes auch gegen den Willen eines machtbewußten Unternehmertums. Aufforderung lautet: Wohl und Freiheit bedroht. Dann wird man sich sagen: nun ist Herr Kämpf, der Freisinnskandidat, sprach da von„ Verhebung unabhängiger Wahlausschuß für den I. Berliner der Arbeitnehmer gegen ihre Arbeitgeber"; das ist das alte SchlagReichstags- Wahltreis. es Zeit zu einem Attentat auf die Volksrechte! Am 25. Januar wort, mit dem der Freifinn selber gegen jede ihm unbequeme ge Berlin NW. 23, den 3. Januar 1907. wird abgestimmt für oder gegen Preßfreiheit, Koalitions, Verwertschaftliche Tätigkeit hebt". Ueber die Zustände, die einmal Lessingstr. 11. fammlungs-, Streit und gleiches, geheimes Wahlrecht. Darum muß im 3utunftsstaat" herrschen würden, trug der Redner unFernsprecher II, 1451. jede Stimme für die Sache der Freiheit, der Wohlfahrt des Volkes entwegt seine„ ollen Kamellen" bor. Es müsse doch jedem die MögHerrn Dr. Leo Arons. Herangeholt werden. Jede Stimme ist diesmal von Bedeutung, jede lichkeit erhalten bleiben, sich selber vorwärts zu bringen. NW. 23, Brücken- Allee 2. Stimme, die nicht für den Kandidaten der Sozialdemokratie, unseren Im Bukunftsstaat" werde es das nicht geben, aber im GegenNach dem Bericht des Vorwärts" über Ihre Versammlung Genoffen Singer abgegeben wird, zählt für die Gegner, votiert wartsstaat habe jeder diese Möglichkeit. Wer lacht da!? In den im Feenpalast sind über die Stellung unseres Kandidaten für Arbeiterknebelung, Wahlrechtsraub. Flugblättern der Sozialdemokratie würden übrigens, so behauptete zu wichtigen Fragen unzutreffende Darlegungen gegeben Kämpf, die Endziele verhüllt. Zwar sei vor acht Tagen in einer von der Sozialdemokratie einberufenen Wählerversammlung des im Einverständnis mit Herrn Damaschte eine öffentliche Disputation worden. Um der Wahrheit zu dienen fchlagen wir Ihnen ersten Streises das sozialdemokratische Programm unter die Be- mit demselben vor. Bedingung wäre, daß die Leitung der Ver sucher verteilt worden. Aber da handele es sich ja nur um die Versammlungsteilnehmer, während die große Masse, zu der in den sammlung gleichmäßig zwischen Ihnen und uns verteilt wäre, daß nur die beiden Kandidaten das Wort hätten, und zwar zuerst je 30, Flugblättern gesprochen werde, nichts vom Programm er bann je 15 Minuten, und endlich, daß nur Wähler des ersten fahre. Fast in demselben Atemzug äußerte sich dann Herr Kämpf Reichstagswahlkreises Zutritt hätten. Als Versammlungslokal würde folgendermaßen( wörtlich) über Absicht und Wirkung jener Bros uns der Feenpalast an einem von Ihnen zu bestimmenden Sonntage Programmverteilung: Unsere guten freisinnigen Grundfäße Im Lichte der Statistik macht der vierte Wahlkreis einen sehr borteilhaften Eindruck. Sorgen wir dafür, daß es nicht nur so bleibt, daß es noch besser wird. Es erzielten gültige Stimmen: Stichwahl Hauptwahl Fort Konser Sozial schritts. bative Versch. SozialJahr demotratie partei natlib. Pars demoteien tratie Freis finn Freifinn Gruppe 1871 1 104 3580 197 1530 . 1874 3 860 6 121 . 1877 10 769 7.001 190 390 1132 • 1878 20 224 16 646 1881 13 573 19 527 1884 3 001 8 270 10 734 1887 O 13 858 1890 1893 1898 1903 25 386 13 524 32 064 10 349 40 709 14 267 46 356 45 293 68 758 9 768 7811 1 317 7710 694 22 020 20 182 186 18 979 19 031 218 696 869 7472 1256 9 006 8 651 2820 " " sind uns zu schade dazu, als Lockbögel zu dienen, um Unwissende passend erscheinen. Hochachtungsvoll zur Partei zu befehren, wie die Sozialdemokratie es tut." Ja, was will er denn dann!? Erst wirft er nach altem freisinnigen Brauch der Sozialdemokratie vor, daß sie ihre Endziele verhülle", und hinterher rümpft er darüber die Nase, daß sie ihre Forderungen als Rodvögel" benute. Dieser Widerspruch zeigt, wie sehr durch jene Programmverteilung den Freisinnsagitatoren das Konzept verdorben worden ist. Der Schriftführer des Unabhängigen Wahlausschusses Dr. jur. Karl Polenste, Lessingstr. 10. Genosse Dr. Arons hat daraufhin folgende Antwort gegeben: Berlin, den 5. Januar 1907. Herrn Dr. jur. Karl Polenste Berlin. Der Ernst des Wahlkampfes erlaubt mir nicht, meine Zeit und meinen Namen dazu herzugeben, daß Herr Damaschte vor einer vollen Versammlung spricht. Unter den guten freisinnigen Grundsäßen", die der Redner aufzählte, war auch der:" Wir treten ein für das all. gemeine, gleiche, dirette, geheime Wahlrecht, wie Jm vierten Wahlkreise war nur zweimal eine Nachwahl erimmer." Herr Kämpf vergaß, hier hinzuzufügen, ob er dieses In unserer Feenpalast- Versammlung ist auf Grund der Aeuße forderlich, und der Freifinn, dem bereits im Jahre 1877 das Mandat Wahlrecht nur für den Reichstag oder auch für den Landtag als abgenommen war, fonnte nur noch einmal, in dem für uns so un- wünschenswert ansieht. Uns fällt da eine Aeußerung ein, die Herr rungen von Herren, die Herrn Damaschte als ihren Kandidaten beglücklichen Wahljahr 1881, das Mandat zurüderobern, aber es be- Rämpf im Jahre 1903 als Reichstagskandidat für Berlin I in einer zeichneten, lediglich festgestellt worden, daß außer in bezug auf die durfte dazu des Zusammengehens aller bürgerlichen Parteien. Seit Versammlung freifinniger Reichstagswähler tat. Er sprach( wört- Wohnungsfrage die Stellung des Herrn Damaschte zweifelhaft sei. 1884 hat unser Genosse Singer schon jedesmal in der Hauptwahl lich) von dem Einfluß in Gesetzgebung und Verwaltung", der Wenn mir Herr Damaschte schriftlich mitteilen will, daß er ein undas Mandat erobert und das Stimmenverhältnis hat sich fortgesetzt dem freisinnigen Bürgertum gebührt nach seiner Bahl, bedingter Gegner aller Lebensmittelzölle ist und den Kampf gegen seiner Intelligenz und nach seiner Steuerkraft." die Fleischteuerung, wie ihn die Sozialdemokratie, ja auch die Freizu unseren Gunsten verschoben, wie die folgende Tabelle er eußerung, die mit der Forderung allgemeinen, gleichen Wahl. finnigen bisher, führten, voll und ganz billigt, bin ich bereit, von fennen läßt: rechts schwer in Einklang zu bringen ist, wurde damals im Vor dieser Mitteilung in der nächsten öffentlichen Versammlung Kenntnis Hochachtungsvoll wärts" auf Grund einer uns zur Verfügung gestellten steno- zu geben. Dr. Leo Arons. graphischen Aufnahme der Kämpfschen Rede sofort festgenagelt. Hält Herr Kämpf, der Freisinnskandidat, auch heute noch unent: Genoffen Arons gelüftet, warum besucht er nicht die WählerWenn es Herrn Damaschke durchaus nach einer Diskussion mit wegt daran fest, daß der Einfluß des freisinnigen Bürgertums auf versammlungen, die von unserer Partei einberufen werden? Dort Gesetzgebung und Berwaltung nach der Steuerkraft bemessen fände er in der Debatte sicher Gelegenheit, feine Ansichten dar Abgegebene gültige Stimmen überhaupt in Proz. 6411 10 371 Für die Sozialdemokratie wurden Stimmen abgegeben in Prozenten d. Wahlberecht. d. Wähler Bahl der Jahr Wahlberechtigten 1871 17,22 1874 36,92 1877 19 092 55,93 1878 40 565 49,82 1881 41556 32,63 1884 72 100 49 889 69,4 35,20 50,88 1887 79 222 56 298 71,5 40,47 56,95 1890 89 280 56 168 63,3 45,59 72,48 1893 93 036 64 961 70,1 49,82 71,36 1898 96 924 61 967 115 851 89 294 64,1 77,5 46,73 59 35 73,09 77,00 1903 1898. werden soll? Diese " In der Versammlung vom Sonntag endete Herrn Kämpfe zulegen. Schaustellungen muß Herr Damaschte schon ohne Kandidatenrede mit der Versicherung, der Freifinn werde seine unsere Genossen veranstalten. Grundsäze niemals aufgeben, und diese Grundsäße würden schließ- Die Polen Groß- Berlins haben in einer polnischen Wählerlich doch zur Geltung fommen müssen. Diesem Ziele werde man versammlung den bisherigen Reichstagsabgeordneten Leon v. Czarsich nähern, wenn der Wahlkampf wie er es erwarte zu einer linski als Bähltandidaten aufgestellt. anderen Gruppierung der Parteien führe. Daß der Freisinn unWählerversammlungen. entwegt an seinen Grundsäßen festhalten wolle und daneben die Hoffnung hege, endlich einmal als regierungs- Zu Dienstag, den 8. Januar, also heute, sind folgende fähig anerkannt zu werden, das wurde dann auch in der Wählerversammlungen einberufen: Diskussion immer wieder betont. Nach Kämpf tat das der freifinnig- bolksparteiliche Justizrat Träger, der im übrigen die für R. Fischer in der Bodbrauerei, Tempelhofer Berg; in Jm 2. Wahlkreise spricht der Kandidat des Kreises, Genosse biesen Wahlkampf erreichte Ginigung der Liberalen pries. Landtagsabgeordneter Broemel als Vertreter der freisinnigen Ver- der Bittoria- Brauerei, Lügowftr. 111/112, referiert Genosse einigung versprach der freisinnigen Volkspartei alle Hülfe, und Fr. Ebert. seinem Beispiel folgte im Auftrage der Jungnationalliberalen Herr Dr. Schacht. Zuletzt gab es noch eine Ansprache des Stadtverordneten Cassel, der die Hauptbestandteile seiner in Berlin V gehaltenen Kandidatenrede noch einmal auffagte. Für den 3. Wahlkreis sind ebenfalls zwei Versammlungen arrangiert und zwar in den Lokalen Etablissement Buggenhagen am Morigplatz und in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39. Refe renten sind die Genossen Wilh. Pfannkuch und Wolfgang eine. So günstig für uns die Ziffern des letzten Jahres, so unzweifelhaft wir fortgesetzt unsere Machtbafis erweitert haben, die Resultate oeranlassen doch zu einigen kritischen Bemerkungen. Im Jahre 1903 sehen wir neben der stärksten Wahlbeteiligung überhaupt auch das Beste Prozentverhältnis für uns. 59,35 Proz. der Wahlberechtigten, 77,00 Proz. der Wähler stimmten für den Kandidaten der Sozialdemokratie. Die schlechtere Wahlbeteiligung in den Vorjahren hat zweifellos das Resultat für uns ungünstig beeinflußt. Ganz zweifelsfrei erkennt man das bei einem Vergleich der Ziffern von 1893 und Herr Cassel schloß hier in Berlin I mit einem besonderen Die Prozentzahl der überhaupt abgegebenen gültigen Trumpf, mit der Andeutung, daß es an gewisser Stelle sehr verStimmen ging von 70,1 auf 64,1 zurück, gleichzeitig fant stimmend wirken müßte, wenn die Sozialdemokratie nun Der 4. Wahlkreis hält 10 Versammlungen ab, in denen die Be aber auch die für uns abgegebene Stimmenzahl von auch noch im ersten Kreis fiegt e. Glauben Sie," fragte deutung des Wahlkampfes erörtert werden soll und finden die Ver49,82 Prozent der Wahlberechtigten auf 46,73 Prozent. Wenn er, daß uns das nüßen würde, wenn am 25. Januar sogar über sammlungen in folgenden Lokalen statt: Kellers Festfäle, Koppenman weiter berücksichtigt, daß wir zum erstenmal bei der Wahl im diesem Kreis das rote Banner wehen sollte?" Auch hierin zeigte straße 29, Elysium, Landsberger Allee 40, Litfin, Memelerstr. 67, Jahre 1903 über 50 Prozent der Wahlberechtigten für unseren sich wieder die Unentwegtheit des, Freisinns. Denn es ist Freisinns Markgrafensäle, Markgrafendamm, Englischer Garten, AlexanderKandidaten an die Wahlurne brachten, dann haben wir wirklich keine art, vor solchen Verstimmungen mehr als vor allem anderen zu straße 27c, Boeker, Weberstr. 17, Drachenburg, Vor dem Schlesischen zittern. Darum sucht man ja auch in der Berliner Gemeindever- Tor, Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, Graumann, Naunynstr. 27 urd Veranlassung, irgend etwas in der Agitation und Organisation zu waltung möglichst alles zu vermeiden, was" oben" anstoßen könnte. Urania, Wrangelstr. 9/10. Es referieren die Genossen: Heimann, Unseren Genossen in Berlin I fällt die Aufgabe zu, diesen Frei Es kann und muß gelingen, die Wahlbeteiligung zu erhöhen und sinn hinaus zu peitschen aus dem legten Schlupfwinkel, A. Ritter, W. Stubig, W. Schenk, Müller, Fr. Müntner, St. Augustin, damit absolut und relativ eine Steigerung unserer Stimmenzahl zu der ihm in der Residenz bisher noch geblieben ist. Möge sie ihnen Fr. Kunze, Th. Fischer, W. Grempe. erzielen. Es ist zu bedenken, daß bei der Summierung der im Reiche gelingen! für die Partei abgegebenen Stimmen alle Stimmen gleich schwer berabsäumen. Außerdem findet für die Bezirke im 4. Wahlkreise, die in Niederbarnim wählen, das sogenannte Dchfentopfviertel, eine Ber fammlung in den„ Prachtsälen des Dstens", Frankfurter Allee 151/152, statt, in der der Kandidat, Genosse Stadthagen, das Referat hält. Der sechste Kreis hat vier Versammlungen und zwar in den Lokalen: Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42, Kösliner Hof, Köslinerstr. 8, Artushof, Perlebergerstr. 26 und Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/49. 8u Mittwoch hat der fünfte Kreis eine Wählerversamm lung in den Sophienfälen, Sophienstr. 17/18 geplant. Hier wird Genoffe Heine referieren über das Thema: Der sterbende Freifinn. Kreis Teltow. wiegen, ganz egal ob fie mit leichter Mühe im vierten Wahlkreise Zu Wahlkommiffaren für die Reichstagswahlen in Berlin oder unter unendlichen Mühen in einem pechschwarzen Neste oder in find ernannt: für den ersten Wahlkreis Stadtrat Dr. Weigert, für einem ostelbischen Paradiese aufgebracht worden sind. Sorgen wir den zweiten Wahlkreis Stadtrat Kalisch, für den dritten Wahlalso dafür, daß unser Genosse Singer nicht nur gewählt wird, freis Stadtrat Venzky, für den vierten Wahlkreis Stadtrat Tourbié, sondern mit noch glänzenderer Majorität als bisher schon als Sieger für den fünften Wahlkreis Stadtrat Wagner, für den sechsten Wahlaus der Schlacht hervorgeht. freis Stadtrat Gehride. Zu Vertretern im Falle der Behinderung Die bisherigen Vertreter des Kreises waren: 1871-74 Runge eines der Wahlkommissare sind die Stadträte Mielenz und Bohm ( Fortschrittsmann); 1874-77 Dr. Eberth I( Fortschrittsmann); Die Wählerlisten 1878-81 Fritsche( Sozialdemokrat); 1881-84 Träger( Fortschritts in Berlin sind von etwa 207 000 Personen eingesehen worden, mann); von 1884 bis jetzt ununterbrochen Singer( Sozialdemokrat). während im Jahre 1903 nur 98 000 Personen von der Einsichtnahme Im Jahre 1884 stimmten für Genossen Singer 35,20 Broz. Gebrauch machten. Einsprüche sind erhoben worden 8700; im Jahre Brit. Eine start sesuchte, bom sozialdemokratischen Wahlber Wahlberechtigten! Genosfinnen, Genoffen, bei intensiver Arbeit 1903 waren es 3200. Ueber diese 8700 Ginsprachen hat der Magistrat fomitee einberufene Voltsversammlung nahm am Sonntagnach muß es gelingen, die Prozentziffer zu verdoppeln. Ein solches bis zum Freitag, den 18. Januar, an welchem Tage die Wähler- mittag im Lokal von Gorsky, Chauffeestr. 18, zur bevorstehenden Resultat wäre eine brächtige Antwort auf des schönen Bernhards listen endgültig abgeschlossen werden müssen, Entscheidung zu treffen. Reichstagswahl Stellung. Nachdem der Gelangverein Briz" durch ernannt. Un ant " empor zum zicht ote verjammuung eingerettet, nahm in den Ortsblättern den Gegitern unbeschränkte Diskussionsfreiheit| damm liegen. Hinzukommende Feuerwehrleute trugen die Vers der Referent Genoffe Rehbein das Wort zu seinem Vortrag„ Die zugesichert war, hatten sie doch den„ besseren Teil der Tapferkeit" unglückte nach der Unfallstation 1 und von dort wurde sie in das Reichstagswahl". In seiner 1½ftündigen Nede berührte er die Ur- vorgezogen fie blieben aus refp. schwiegen. Von mehreren Seiten Krankenhaus Am Urban eingeliefert. Sie hat anscheinend schwere fache der Reichstagsauflösung und übte dann eine scharfe Stritit an wurde zum Beitritt zur Organisation und zu emfiger Agitation auf- innere Verlegungen davongetragen. dem würdelosen Verhalten aller bürgerlichen Parteien, wodurch in gefordert. Eine Anzahl Anwesende erklärten ihren Beitritt zum Deutschland die fulturwidrigsten Zustände herbeigeführt worden Wahlverein. Mit einem donnernden Hoch auf die Sozialdemokratie wurde gestern der 76 Jahre alte Töpfermeister Friedrich Reinide Todessturz von der Treppe. Ein Opfer der Altersschwäche feien. Daß der Referent den Versammelten aus dem Herzen ge- fand die von gutem Geiste beseelte Versammlung ihren Abschluß. sprochen hatte, beties die stürmische Zustimmung, die er nach der aus der Ackerstr. 1a. Der alte Mann war im Begriff gewesen, nach Aufforderung, am 25. Januar dadurch zu quittieren, daß der Kan Friedrichsfelde. Die vereinigten Gegner halten hier am Dienstag feiner im Keller belegenen Wohnung hinabzusteigen, und als er didat der Sozialdemokratie, Genoffe& Zubeil, mit überwältigender eine Versammlung hinter verschlossenen Türen ab. Die Einladungen auf dem Treppenabsah stand, wurde er plöblich von einem Anfall Mehrheit gewählt werde, erntete. In der Diskussion sprachen noch sind schriftlich an„ national gefinnte Männer" gerichtet. Sollte ver- von Altersschwäche heimgesucht. Er brach zuſammen und stürzte im Sinne des Referats die Genossin Bäumler und Genosse Kimmrit. sehentlich ein Genosse mit solcher Einladung beehrt sein, so empfiehlt die Treppe hinab. Der bedauernswerte Greis schlug so unglücklich Nachdem der Gesangverein" Brig" noch das Lied Daß wir als es sich, der Versammlung fernzubleiben, da es nicht angenehm ist, auf die Steinfließen auf, daß er kurz darauf an den Folgen eines Menschen Brüder sind vorgetragen, erfolgte Schluß der Ver- beschimpft zu werden, ohne das Wort zur Gegenäußerung zu erhalten. erlittenen Schädelbruchs starb. famminng. Diese mutvollen Leute hatten bei der letzten Wahl extra den Beschluß gefaßt, unter feinen Umständen einem Sozialdemokraten das Wort zu erteilen. 11 Partei- Angelegenheiten. " In Miersdorf referierte am Sonntag im neugewonnenen Lokal bon Ernst Lier Genosse Hirsch- Charlottenburg. Die VersammLung, die erste am Orte überhaupt, war von etwa 120 Personen, darunter viele Frauen, besucht. Das Referat, in dem der Redner an der Zoll- und Wucherpolitik, der Kolonialnrißwirtschaft, dem perfönlichen und Polizei- Regiment schneidende Kritik übte und zur Schöneberg. Parteigenossen! Zwei Versammlungen sind für Wiederwahl des bewährten Genossen Zubeil aufforderte, loste Frauen und Männer zu heute abend 8 Uhr angesezt bei Obst, bei den Versammelten stürmischen Beifall aus. Eine andere Meiningerstr. 8, und Wilhelmshof", Ebersstr. 80. Referenten sind: Wirkung aber schien es bei den beiden überwachenden Stadtv. Ernst Obst und der Kandidat des Kreises Friz Zubeil. Gendarmen zu haben. Als bei verschiedenen Gelegenheiten aus der Niemand bleibe zu Hause; in Scharen besucht diese Versammlungen. Versammlung einige Zwischenrufe ertönten, forderten die Gendarmen bom Bureau unvermittelt die Personalangabe eines Zwischenrufers, Das sozialdemokratische Wahlkomitee. was abgelehnt wurde. Sie ließen von ihrer Forderung ab, als sich Steglik. Mittwoch, den 9., abends 8 Uhr, in allen Bezirken der Referent diese Unterbrechung seitens der Ueberwachung verbat. Bahlabend. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Nur nach Schluß der Versammlung kam der Gendarm noch einmal darauf zurück, indem er das Bureau unter ausdrücklicher Mittwoch im Lokale des Genossen Gustav Kiehl, Elisabethstr. 2, statt. Köpenick. Der Bahlabend für die Sieg- Vorstadt findet am Betonung seiner Gesezestenntnis aufforderte, dem Der Bezirksführer. Referenten mitzuteilen, daß er wohl das Recht habe, den Referenten zu unterbrechen. Dem in diesem Augenblick Spandau. Heute, Dienstagabend in allen Bezirken Bahlabend. hinzutretenden Referenten gegenüber aber zog die gesetztundige Erscheinen aller Mitglieder dringend notwendig. Ueberwachung es vor, ihre Gefeßestenntnis zu verschweigen, und fich feitwärts in die Büsche zu schlagen. In der Diskussion wurde auf die energische Durchführung der Lokalsperre im Nachbarort Zeuthen verwiesen, dessen Lokalinhaber den dortigen Genossen die Abhaltung einer Wählerversammlung unmöglich machen und zum Eintritt in den Wahlverein aufgefordert. Als direkter Erfolg waren 10 neue Mitglieder und einige Vorwärts"-Abonnements zu verzeichnen. " In Bernsdorf referierte vor gutbesuchter Versammlung am Sonntag Genosse Groger- Rigdorf. Auch hier herrschte nach dem vortrefflichen Referat eine siegesfrohe Stimmung. Eine gleichfalls gutbesuchte Volksversammlung in Wildau hörte ein Referat des Genossen Wutsty Rigdorf über die bevorstehenden Reichstagswahlen an. Der reiche Beifall bewies, daß auch hier die Worte des Redners guten Boden gefunden haben. In der Diskussion führte der alte Genosse Klein den Anwesenden vor Augen, daß nur die Sozialdemokratie die Interessen der Arbeiterschaft vertritt. Frau Thiele machte die Frauen aufmerksam, daß es auch für sie von größtem Interesse wäre, wenn Sozialdemokraten ins Barlament gewählt würden. Mit bester Zuversicht auf den Sieg der Sozialdemokratie ging die Versammlung auseinander. Nieder- Barnim. Berliner Nachrichten. Wegen Erwerbslosigkeit in den Tod gegangen ist gestern der 30jährige Otto Hartmann aus der Annenstr. 41. S. war früher Briefträger gewesen und hatte vor längerer Zeit den Dienst auf gegeben. In den letzten Monaten wurde es ihm schwer, Beschäfti gung zu erhalten und schließlich stellte sich bittere Not in seiner Behausung ein. In der Verzweiflung griff der Unglüdliche gum Strid. Er erhängte sich gestern am Türhaken. die Näherin Helene Borchart aus der Kleinbeerenstr. 21. Beim Von einem Lastwagen überfahren wurde am Sonnabendabend Ueberschreiten des Fahrdammes in der Lindenstraße geriet fie an Das Fuhrwert heran, wurde unter die Räder gerissen und schwer. verletzt vom Plak getragen. In bedenklichem Zustande fand die Verunglückte Aufnahme im Krankenhaus Am Urban. Zu dem Ehedrama, das sich am 16. Dezember in der Jungfern heide abspielte, wobei der Zimmermann Fr. Fischer seine junge Dieselbe Weise zu töten versuchte, wird jetzt berichtet, daß der Atten, Frau durch Durchschneiden des Halses tötete und sich dann auf täter sich als Polizeigefangener im Krankenhaus Westend befindet und soweit hergestellt ist, daß er der Sprache mächtig ist. Seine graufige Tat gibt er unumwunden zu. Nach Für mehrere tausend Mark Kostüme gestohlen wurden vor= gestern abend in dem Damengarderobengeschäft von Neumann, Belle Alliancestr. 105. Die Einbrecher drangen vom Hof aus in die Schneiderstube und gelangten von dort in den Ladenraum. Hier hausten sie wie die Vandalen. Sie rissen aus den Regalen Röcke und Blusen heraus und warfen sie wild durcheinander. Von Wie es auf manchen Wohltätigkeitsveranstaltungen zugeht. ben wertvollsten Roben suchten sich die Diebe für mehrere tausend geht aus einer Buschrift hervor, die ein hiesiges Blatt veröffent- Mark aus und schleppten die Beute ungehindert davon. licht. Wir lesen da: Am Sonnabend fand bei Stroll ein sogenanntes mittags war eine Frau in dem Hause gewesen, die angeblich eine mehr oder weniger bekannten Schauspielern und Schauspielerinnen Einbrecherbande in Verbindung gestanden haben. Bohèmefest der Berliner Bühnenkünstler statt. Eine Anzahl von Bluse taufen wollte. Die Unbekannte dürfte jedenfalls mit der hatte sich zu einem Festkomitee vereinigt, das natürlich nur auf dem Papier existierte, denn dem Feste selbst blieben die Unter- Für 12 000 Mark Gold- und Wertsachen gestohlen. Großen zeichner meist fern. Der stille Teilnehmer" stand unerkannt hinter Erfolg hatte eine Einbrecherbande, die in der gestrigen Nacht in den Kulissen des Festes und steďte schmunzelnd die großen Ein- der Nettelbedstraße 12 einen Schautastendiebstahl ausführte. An nahmen in seine Privattaschen. Und was wurde alles ein- der Vorderfront des Hauses befindet sich ein Schautasten des genommen! Schon das Eintrittsgeld von 5 M. stand zu den durch- Uhrmachers Maue. In dem Kasten waren für 12 070 M. Wert aus primitiven Darbietungen des Festes, die nichts weiter waren objekte enthalten. Sie bestanden aus Uhrketten, Korallen- Armals ein öffentliches Tanzvergnügen, in gar feinem Verhältnis. Für bändern, silbernen und goldenen Broschen, vergoldeten Handdie Abgabe der Garderobe in einem föniglichen Institut, dem täschchen, Manschettenknöpfen usw. In der gestrigen Nacht wurde Neuen föniglichen Operntheater- wurden 50 Pf. pro Person ber die Schautastenscheibe zertrümmert und die Wertsachen sämtlich langt, damit der stille Teilnehmer" auch daraus seinen Obolus gestohlen. Die Diebe konnten noch nicht ermittelt werden. beziehen konnte. Beim Betreten des Saales wurde jeder Besucher Der§ 4 der Polizeiverordnung, betreffend die Fort. von einigen männlichen und weiblichen Gehülfen des Festveran- schaffung der auf der Straße berunglüdten stalters angepackt, die ihm so lange den Eintritt verwehrten, bisch I a cht oder 3ugtiere, erhält mit Gültigkeit vom 1. April In Zehlendorf bei Liebenwalde, einer noch dunklen Ede des er einen Papierhut und einen Knopflochschmuck getauft hatte. Die 1907 folgende Fassung: Für jede Transportfuhre sind 10 M. an Nieder- Barnimer Streises, war es unseren Genossen vergönnt, am Süte hatten einen Wert von 10 und 15 f. pro Stück und mußten den Abdeckereipächter zu entrichten. Weitere Gebühren für 6. Januar nach vielen Jahren wieder eine öffentliche Versammlung aber mit 2 und 3 Mt. bezahlt werden. Der Schmud" fürs Knopf- Löhnung der bei dem Transport beschäftigten Personen oder der abzuhalten. Der Kandidat des Kreises, Genosse Stadthagen, hatte loch war ein Fünfpfennigartikel, ftete hier aber 50 Bf. Fort- gleichen ist der Abdeckereipächter nicht zu erheben befugt. das Referat übernommen. Mit den letzten Vorgängen im auf- während kam es bei dieser Ausbeutungsmanier zu lärmenden Manolescu II. entflohen. Einer der gewandtesten und gefähr gelösten Reichstag beginnend, entwarf Redner in zweistündiger Rede Szenen. Aber die Anreißer blieben auf ihrem Posten und ließen ein anschauliches Bild von dem Treiben der Regierung und der in feinen Gast hinein, der nicht seine zwei bis drei Mart abgeladen lichsten Hochstapler, der 32 Jahre alte Josef Eduard Czapek ist auf Deutschland herrschenden und im deutschen Reichstag den Ausschlag hatte. In den Sälen ging es auf diese Weise weiter. Der Ein- dem Transport von Dalldorf nach einem böhmischen Sanatorium gebenden Parteien. Nach eingehender Würdigung der deutschen tritt in ein sogenanntes Miniaturtabarett", in dem einige seinen Wächtern entkommen. Czapet ist ein zweiter Manolescu Kolonialpolitik schloß Redner, indem er die Versammelten aufforderte, Sterne" dritten und vierten Ranges ihr Licht leuchten lassen und hat ein bewegtes Leben hinter sich. Er wurde im August 1905 den Zuständen dadurch ein Ende machen zu helfen, indem am sollten, fostete 1 M. extra, wer von der Hauspolizei wider seinen wegen verschiedener Schwindeleien in Berlin verhaftet. Im Unter25. Januar dem Tage der Wahl jeder dem sozialdemokratischen Willen in das fidele Polizeigefängnis" oder in das" Standesamt" suchungsgefängnis in Moabit spielte er den wilden Mann" mit Kandidaten die Stimme gebe. In der Diskussion stellte sich der be- geschleppt wurde, mußte einige Märker blechen, ehe er seine Freiheit Erfolg. Er wurde der städtischen Frrenanstalt in Dalldorf überfannte antisemitische Redakteur Döring als Retter des Ordnungs- wieder erlangte. Und so ging es weiter, Geld und immer wieder wiesen, in der er bis vor kurzem interniert war. Dieser Tage sollte Kandidaten Biethen vor. Da Redner gegen die Ausführungen Stadt- Geld war die Losung des stillen Teilnehmers" und seiner Helfers er auf Antrag seiner in Böhmen wohnenden Angehörigen nach hagens nichts einzuwenden wußte, berlegte er sich auf helfer. In welche Brivattaschen mögen die Taufende von Mart einem bei Prag gelegenen Sanatorium gebracht werden. Berdrehungen des sozialdemokratischen Programms, um zuletzt sich am Sonnabend wohl geflossen sein? Es gibt mehrere solcher Fest. Bruder des Hochstaplers traf in Begleitung eines handfesten in persönlichen Verunglimpfungen gegen den Genossen Stadt beranſtalter in Berlin, die aus einem einzigen solchen Arrangement Wärters in Dalldorf ein und holten den Geistestranten" ab. Sie hagen zu ergehen. Das schamlose Verhalten wurde indes ihr ganzes Jahreseinkommen von 6-8000 m. beziehen, die dann trafen mit ihm am Sonnabend früh 7 Uhr in Prag ein. Bald von den Versammelten mit Entrüstungsrufen beantwortet. Die ein Jahr auf ihren unverdienten Lorbeern ausruhen und in der nach ihrer Ankunft nahmen sie auf dem Bahnhofe das Frühstück ein und machten sich dann mit dem Jrrsinnigen auf den Weg nach Empfehlung der Kandidatur Ziethens wurde von den aufs höchste nächsten Saison wieder auf den Gimpelfang ausgehen." empörten Bersammelten nicht mehr gehört und noch ehe sich der Das Geschäft scheint sich zu rentieren! bem Sanatorium. Beim Passieren der Bolzansgasse riß sich Czapet plöblich los und ergriff die Flucht. Seine Begleiter nahmen zwar dreiste Geselle die verdiente Lektion holen konnte, verließ er den Provisorische Oberleitung über die ,, Linden". Der Herr Polizei fofort die Verfolgung auf, aber der Flüchtige war verschwunden. Saal. Nie hat ein Gegner sich selbst und die antisemitischen präsident foll, Blättermeldungen zufolge, einem Berichterstatter erklärt zapet hat es zu einer gewiffen internationalen VerbrecherberühmtKlopfpfechter fo blamiert als als dieser Herr. Herr. Nicht einmal haben, daß wegen der Unterleitungsstörung am Opernplage die heit gebracht; er pflegte sich unter anderem für den Erfinder seine Freunde, Freunde, der Vorstand des tonservativen Wahl provisorische Oberleitung über die Linden" genehmigt worden Thomas Edison auszugeben, wollte bahnbrechende Neuerungen auf bereins von Dranienburg, der Pastor von Zehlendorf, der am sei. Diese Nachricht beruht auf einem Mißverständnis. Wie wir dem Gebiete der Elektrotechnik erfunden haben und hat besonders Sonnabend vorher selbst persönlich in Oranienburg gewesen sein meldeten, hat die Große Berliner Straßenbahngesellschaft allerdings in Berlin, Hamburg, Bremen, Wien, Prag usw. mit Erfolg gefoll, um die„ treuen, nationalen Mannen" zur Hülfe herbeizurufen, den Antrag gestellt, ihr die Oberleitung provisorisch zu gestatten; arbeitet". Im Jahre 1899 wurde er von der Strafkammer in noch die anwesenden Gutsbesizer, Großbauern, Amtsvorsteher, Drts- dieser Antrag liegt aber noch dem Herrn Minister vor, der bis zur Köln a. Rh. zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt und kam schulzen, Oberförster usw. wagten ihrem Schüßling vom Reichs- Stunde teine Entscheidung getroffen hat. Es scheint fraglich, ob der später als angeblich geiftestrant in das Asyl St. Jürgen, von wo verband zur Hülfe zu eilen. Nach und nach verließen sie still den letztere die Genehmigung erteilen wird, ohne eine Enter 1905 entwich. Hierauf wandte er sich nach Berlin, wo er unter Saal, besonders nach der Nede unseres Genossen Beglin. Genosse Stadthagen rechnete in seinem Schlußwort noch gründliehung des Kaisers über eine so einschneidende Maß dem Namen eines Ingenieurs Ernst Bergmann eine ganze Reihe " " herbeizuführen. Der jährliche Zuschuß für den Berliner AshIberein für Obdachlose soll nach einem Beschluß des Magistrats von 10 000 Mart auf 12 000 m. erhöht werden und zwar mit Rücksicht auf die durch die Niederlegung des Scheunenviertels bedingte Verlegung des Frauenasyls in der Füsilierstraße nach der Kolbergerstraße 30 auf dem Wedding. Ein von Betrügereien verübte. In anderen Großstädten nannte er sich abwechselnd Kaufmann Stoyle, Behrens, Josef Huber, Fabritant Karl Ritter v. Sitta, Hausbesitzer Wilhelm Neumann und Rudolf Knauer. lich mit dem Verleumder ab. Die Stimmung der zirka 400 Anwesenden darunter zahlreiche Landarbeiter war eine vorzügliche und berechtigt zu den besten Hoffnungen. Reinickendorf- Ost. In einer start besuchten Versammlung, die am Sonnabend, den 5. Januar bei Ramlow in Schönhola stattfand, Töchterchen Frieda des Stellmachers Hora erlitten. Frau Hora Schwere Brandwunden hat am Sonnabend das 4½ jährige sprach Genosse Stadthagen über die kommende Reichstagswahl. hatte auf einige Augenblide die Wohnung verlassen. Während Nach Beendigung seines Referats meldete sich ein Antisemit zum Die Notwendigkeit, sich gewerkschaftlich su organisieren, wird dieser Zeit hatte die Kleine einen Topf vom Feuer genommen, Wort. Auch er gab zu, daß, wie der Referent ausgeführt habe, den Arbeitern in manchen Fällen selbst von den Arbeitgebern ein- um sich die Hände zu wärmen. Dabei muß sie wohl der Flamme Schäden im Deutschen Reiche vorhanden wären. Daran trügen aber nicht die Regierung und die herrschenden Parteien, sondern die gebläut. Ein Schulfall dieser Art liegt vor in der Behandlung eines zu nahe gekommen sein, denn als die Mutter zurüdfam, fand jüdischen Fremdlinge die Schuld. Ihnen fiele die deutsche Landwirt- norganisierten, der uns dieser Tage folgendes vortrug:" Ich bin sie ihr Kind mit Brandwunden bededt vor. Sofort wurde das 16 Jahre 4 Monate bei der Schokoladenfirma Hildebrand u. Sohn Mädchen nach der Unfallstation und von da nach dem Krankenschaft wie auch der deutsche Mittelstand zum Opfer. Vom Referenten beschäftigt. In dieser Zeit habe ich stets meine Pflicht und Schuldig haus Bethanien gebracht, wo es noch am selben Abend den sowohl wie auch von einigen Genossen wurden diese antisemitischen teit getan und glaubte eine dauernde Beschäftigung zu haben. Ich schweren Wunden erlag. Tiraden widerlegt. Zum Schlusse ermahnte der Vorsitzende zu reger bekümmerte mich nicht um die gewerkschaftliche Organisation, hielt Anteilnahme an den Arbeiten des Wahlkampfes. mich sogar von der vor kurzem eingeleiteten Bewegung fern, weil Französisch- Buchholz. Auch hier beschäftigte sich am Sonntag ich nirgends anstoßen und nicht die Arbeit ristieren wollte. Ich eine von 250 Personen besuchte Versammlung mit den bevorstehenden bin Iungentrant und habe während der 16 Jahre, die ich bei Hilde Reichstagswahlen. Das Referat hierzu hielt Genosse Julius Cohn- brand arbeite, auch einige Male ausgesetzt; ich muß auch eine Berlin, der denn auch in trefflicher Weise die politische Situation, franke Mutter ernähren. Aber all mein Bestreben, den Vorgeinsbesondere die deutsche Kolonialwirtschaft tennzeichnete. An der fetten keinerlei Anlaß zu Klagen über mich zu geben, schüßte mich Distusfion beteiligten sich die Genossen Wiesburg, Schmidt nicht vor dem Hinauswurf. In einer fürzlich stattgefundenen und Stöber Bankow. Letzterer nahm Bezug auf die durch den Fabrikbesprechung, in der Vorgesetzte über eine Resolution zu Reichsverband mit Material gegen die Sozialdemokratie ausgerüstete gunsten der Firma abstimmen ließen, beging ich das Verbrechen, bürgerliche Bresse und führte unter Gelächter den Versammelten ein dagegen zu stimmen. Von der Zeit an wurde ich gezwiebelt und schließlich wurde mir gesagt, ich leiste als franker Mensch nichts, illustriertes Flugblatt vor Augen. bekäme überhaupt noch viel zu viel Lohn. Am Weihnachtsfest wurde ich entlassen." Oranienburg. In einer außerordentlich stark besuchten öffent lichen Wählerversammlung sprach am Sonntag nachmittag Genosse Gin uns vorliegendes Zeugnis bestätigt, daß der Mann 16 Jahr Hans Weber- Berlin über die bevorstehenden Reichstagswahlen. 4 Monate bei Hildebrand u. Sohn beschäftigt war und seine Arbeit In treffender Weise geißelte er die Silvesterphantafien des Reichs- aur Zufriedenheit ausgeführt" habe. Wir konnten dem Mann nicht Tanglers Fürsten Bülow, der als passende Ablagerungsstätte seiner helfen und mußten ihm jagen, daß er es selbst verschuldete, wenn er Elaborate den Reichsverband zur Verleumdung der Sozialdemokratie feit ohne Rückhalt dastehe. Jeder Arbeiter gehört zu seinen Klassenfür würdig erachtete. Nichtig jedoch hat der Reichskanzler die genossen und findet nur in der gewerkschaftlichen Organisation seine politische Berlotterung der Freisinnigen" eingeschäßt, wie die Kandi- Stüße und Schutz vor Unternehmerlaune und Unternehmerwilltür. batur des freitonservativen Bürgermeisters Biethen für Niederbarnim Der Mann hat das jetzt begriffen, für ihn leider sehr spät. treffend beweist. Man kann wohl sagen, daß der Freifinn aufgehört Uebrigens auch ein Beitrag für die so sehr gepriesene Arbeiter. hat zu existieren, wenn er sich wie hier in Niederbarnim den freundlichkeit der Firma Hildebrand u. Sohn. Das Kasinotheater in der Lothringerstraße hat auch im neuen Programm den Grundsatz beibehalten, jedem Besucher nach seinem Geschmack etwas zu bieten. Und so bringt es neben einem einattigen Schwant" Bella", einem bunten Teil mit einigen Spezialitäten noch eine Komödie Ledige Leute", alles an einem Abend. Die dreiattige Komödie Bebige Beute" ist zwar nicht neu, denn sie hat an hiesigen größeren Theatern schon viele Aufführungen erlebt, ist aber nichtsdestoweniger spannend. Der Erfolg war ihr auch auf der Bergschen Bühne nicht versagt und ist geschuldet in der Hauptsache dem guten Spiel der Mitwirkenden. Wir lernen in Fräulein Gertrud Hinzer als Lucie eine Dame von Talent fennen, die sich in die ihr zugedachte Rolle vorzüglich hineinfand. Auch die übrigen Darsteller, vor allem Herr Direktor Berg, gaben ihr Bestes und trugen so zum guten Erfolg ihr Teil bei. Im bunten Teil amüsierte der Humorist Wehlig das Publikum durch einige nicht mißzuverstehende Kuplets. Orgelfonzert. Mittwoch, den 9. Januar, abends 7-8% Uhr veranstaltet der Königl. Musikdirektor Bernhard Irrgang in der St. Marienkirche das nächste Orgelfonzert unter Mitwirkung_bon Frau Charlotte Rimpel( Sopran), Fräulein Frieda Bedershaus ( Alt), Herrn Ludwig Schubert( Tenor) und Herrn Kurt E. Wied ( Violine), Große Orgelsenate( Psalm 94) von Reubte und so fort. Der Eintritt ist frei! Freikonservativen, den schärfften Gegnern des allgemeinen, Aus dem Omnibus herausgeschleudert. Ein schwerer Unglüds. geheimen, gleichen und direkten Wahlrechts, in die Arme wirft. fall, der allgemein zur Vorsicht dienen sollte, hat sich am Sonnabend- Feuerwehrbericht. Gestern früh hatte die Wehr den 100. Alarm Wer gegen jedwede Reaktion ist, wer für Erhaltung und Verbesserung abend im Omnibusbetrieb ereignet. Gine unbekannte Frau hatte in diesem Monat zu verzeichnen. Sonntagabend, mußte die vierte des Reichstagswahlrechts eintritt, fann am 25. Januar nur einem einen Omnibus der Linie 4 benutzt. Als der Wagen am Belles Kompagnie in der Pflugstr. 14 einen großen Brand löschen, der auf Sozialdemokraten seine Stimme geben. Der lebhafte Beifall der Allianceplat plöblich eine scharfe Wendung machte, wurde die Frau, dem Boden aus unbekannter Ursache ausgelommen war und den Versammelten bewies die Uebereinstimmung der Anwesenden mit die auf dem Berron gestanden hatte, durch den heftigen Rud auf Dachstuhl des Hauses ergriffen hatte. Brandinspektor Julius ließ der Ausführungen des Redners. Trotzdem sowohl in Blakaten wie die Straße hinausgeschleudert. Bewußtlos blieb sie auf dem Fahr von mehreren Seiten fräftig Wasser geben, wodurch es gelang die Gefahr einer weiteren Ausdehnung zu verhüten. Gestern früh hatte der 11. Zug in der Mexandrincnstr. 110/120 zu tun, wo künstliche Blumen und Immobilien brannten. Der Zug war schnell zur Stelle und verhütete, daß die Nebenräume in Mitleidenschaft gezogen wurden. Kellcrbrände mußten in der Waldstr. 50 und an anderen Stellen gelöscht werden. Wegen Kurzschluß im elektrischen Straßen- bahnwagen der Linie 14 wurde der 15. Zug nach der Ecke der Strom- und Turmstraße gerufen. Weihnachtsbäume, Gardinen usw. wurden gestern in der Rathenowerstr. 40, Lynarstr. 6, Rotherstraße 30 parterre ein Raub der Flammen. Wegen Wasserrohr- brüche erfolgten Alarme nach der Grcifswalderstraße, Weißenseer Güterbahnhof und dem Leipziger Platz 10. Eine Anschläger- Werkstatt brannte Muskauerstr. 10. Ferner hatte die Wehr noch in der Wilhelinstr. 23, Birkenstr. 52, am Elisabeth-Ufer 32 und an anderen Orten zu tun._ Vorort- JNacbricbtcm Rixdorf. Eine Familientragödie, der leicht drei Menschenleben zum Opfer fallen konnten, hat sich gestern nachmittag in der Goethestr. 14 ab- gespielt, wo der SlfShrige Klempner Louis Werner mit seiner Frau und einer erwachsenen Tochter wohnt. 28. ist stark nervenleidend und wurde öfter von Anfällen von Geistesstörung heimgesucht. Seine Frau liegt gegenwärtig schwerkrank danieder. Gestern nachmittag bekam 28. plötzlich wieder einen Tobsuchisanfall und wütend stürzte er sich auf die im Bette liegende Frau. 2lls die Tochter ihn zurück- riß, fiel er auch über diese her und drohte sie zu erwürgen. Der Tobende mißhandelte die beiden Frauen in furchtbarster Weise und drohte ihnen mit dem Tode. Schließlich ergriff er einen Revolver, eilte damit ins Badezimmer und jagte sich zwei Kugeln in den Kopf. Ein hinzugerufener Arzt ließ den Kranken in hoffnungslosem Zu- stände in daS städtische Krankenhaus bringen. Ariedrichsfelde. Der Gemeindevertretung lag in ihrer letzten Sitzung ein Antrag von sechs Vertretern aus dem Karlshorster Ortsteil vor, der einen in voriger Sitzung gefaßten Beschluß aufheben sollte. Bekanntlich war bei Genehmigung des BebauuiigsplaneS für das Gelände der neuen Karlshorster Terraingcsellschaft die Bedingung gestellt, daß der Gemeinde die vollen Kosten für 2ierlegung der KanalisationS- röhre zurückerstattet werden müssen. Die Angelegenheit ist für die Gemeinde insofern wichtig, weil nach der Beitragsordnung nicht annähernd die der Gemeinde entstehenden erstmaligen Kosten auf- gebracht werden. Bei der Kanalisierung dieses im Verhältnis zur Gesamtgemeinde kleinen Terrains ist es ein auf Gemeindekosten zu übernehmendes Manko von 164 000 M. Da nach Fertig- stellung der Kanalisation wahrscheinlich mehrere neue Terrain- gesellschaften entstehen werden, welche die Profite ein- heimsen wollen, ist cS auch gerechtfertigt, die der Gemeinde tatsächlich entstehenden Kosten einzufordern. Der obige Antrag wurde an die Kanalisationskommission verwiesen. In geheimer Sitzung wurde der Antrag des Gemcindevorstandes. daS Gehalt für den neuen Gemeindevorsteher festzusetzen und die Ausschreibung der Stelle durch den Gemeindevorstand vornehmen zu lassen, mit großer Meyrheit abgelehnt. Es wurde beschlossen, diese Angelegenheit einer Kommission zu überweisen, in welcher der Gemeindevorstand in der Minorität ist. Unsererseits ist Genosse Pinseler in diese Kommiision belegiert. Die Herren Schöffen waren verduzt über die Forderung der Gemeindevertteter, diese wichtige Angelegenheit selbst in die Hand nehmen zu wollen. Schönholz. Geisteskrank ist der sechzigjährige Bauwächter Stritzke, der be kanntlich vor etwa Monatsfrist an der Schönholzer Heide den Tischler Koch ohne jede Veranlassung erschoß. Er ist vom Untersuchungs- gefängnis aus einer Irrenanstalt überwiesen worden. St. gilt als unheilbar, er war schon früher längere Zeit im Jrrenhause. gehöre. Zwischen R. und dem Angeschuldigten war es schon mehr- fach zu Streitigkeiten gekommen, die jedoch immer ohne Tätlich- leiten abliefen. Am 17. September v. I. hatte der Llngeklagtc des Tags über mehrere Lokale besucht und größere Quantitäten Alkohol zu sich genommen. Am Nachmittage ging Hesse mit dem Revolver in der Hand auf dem Hofe herum, auf dem mehrere Kinder spielten. Als sich ein Hausbewohner die gefährliche Spielerei mit dem Re- volver verbat, wurde er von H. in gröblichster Weise beschimpft und zugleich mit dem Revolver bedroht. Zugleich äußerte der 2ln- geklagte, der eine Schutz sei für den Hausverwalter, der zweite für den Reinigungsrat Ramin. Zu den Kindern äußerte Hesse:„Der ganze Hof mutz voll Leichen liegen, eher habe ich nicht genug!" Erst als einer der Hausbewohner drohte, er werde ihm einen Blumentopf auf den Kopf werfen, verließ der Angeschuldigte den Hof. Spät abends begann H. nochmals auf dem Hofe zu skandalieren. Auch jetzt stieß er allerlei Drohungen aus und fuchtelte mit dem Revolver herum. Mit dem Fuhrherrn Schmidt, der in dem Hause wohnt, geriet der Angeklagte in Streit und beschimpfte ihn in schlimmster Weise. Der Portier Ramin öffnete nun das Fenster seiner im vierten Stockwerk gelegenen Wohnung und rief Hesse zu, er solle sich ruhig Verhalten und den Hof verlassen. Der Angeschuldigte beschimpfte nun den R. und rief ihm zu, er solle bloß herunter kommen, dann wolle er ihn über den Haufen schießen. Nach wenigen Minuten erschien Ramin auf dem Hofe und riof dem H. zu:„Dich A— s schmeiße ich mit dem Futterkübel tot!" Zugleich ergriff R. einen hölzernen Futterkübel und warf ihn mit voller Kraft in der Richtung, in welcher Hesse stand. Das Wurfgeschoß traf nur die Wand, In demselben Augenblick krachte ein Schuß, der An- geklagte hatte, auf der Kellertreppe stehend, einen Schuß auf Ramin abgegeben. Dieser stürzte mit einem lauten Llufschrei zusammen, nachdem er einige Sekunden sich den Kopf haltend gegen die Mauer gelehnt hatte. Der Slngeklagte war nach Verübung der Tat in seinen Keller geflüchtet und äußerte zu der Roßteutscher:„Der hat genug gekriegt, mit mir wird's aber auch aus sein." Durch den Fuhrherrn Schmidt wurde der getroffene Ramin sofort nach der nächsten Unfallstation mittels Fuhrwerk geschafft. Hier konnte indessen nur der Tod des R., der Familienvater und ein fleißiger, nüchterner Arbeiter war, konstatiert werden. Die Kugel aus dem Revolver des Angeklagten hatte den R. von links in den Hals ge° troffen und war an der rechten Seite wieder herausgetreten. Zln dem Tatorte waren mittlerweile mehrere Schutzleute erschienen, die den Ltngeklagten verhafteten. Am Nachmittage hatte einer der Hausbewohner, der ebenfalls von Hesse bedroht worden war. zu dem zuständigen Polizeirevier gesandt und um polizeilichen Schutz gebeten. Dieser wurde ihm mit den Worten: „Vorläufig ist ja noch niemand totgeschossen!" versagt. Vor Gericht war der Angeklagte geständig. Die Ge- schworenen bejahten die Schuldfrage nach Totschlag unter Zu- billigung mildernder Umstände. Der Staatsanwalt beantragte 5 Jahre Gefängnis und 5 Sjahre Ehrverlust. DaS Urteil lautete auf 4 Jahre Gefängnis und 4 Jahre Ehrverlust. ßriefhaften der Redaktion. Sie iurlstische Eprcch stunde findet Fried richstr. 16, Aufgang 4. eilte Treppe(Handelsstätte Bellcalliance, Turchgang auch Llndcnstr. 1611, wocheutägllch Do»?>/- bis»>,- Nhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. eonnabeuds beginnt die Sprechstunde um« Nhr. Jeder Anfrage ist ei» Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. M. M. oder W. W. Auch nach dem Tode Ihres VaterS würden Sie erben.— E. G. Sie müssen sich an das Jnnungsjchiedsgericht mit dem Antrage um Anberaumung eines Termins wenden.— P. 154. Sie würden nur ein Recht haben, auf Einräumung des vermieteten Bodens und Schadenersatz zu klagend— I. B. Sie sind nicht im Recht. Der Met». stempel wird für das Kalenderjahr 1. Januar bis 1. Januar oder sur Teile desselben 1. Oktober bis 1. Januar bezahlt.— 30 A. R. Wenn Sre den Mietsvertrag mit der Bestimmung unterschrieben haben, so ist die Be- stimmung gültig.— W S. 15. 1. und 2. Nein.-- E. T. 1O0*!pic Mutter und die Stiefgeschwister einschließlich Ihrer �rau stnd erbberechtigt. B. E. 27. 1. Die Möglichkeit liegt vor. 2. Wenn der Inhalt Ihres unS nicht bekannten Vertrages dem nicht entgegensteht ja. 3. Nein.— Bolta. wohl. Ihre Mutter soll kündigen und die Zahlung ablehnen.— AG. Ivv. Sie müssen die Sachen ausbewahren, können nur Ihre Forderungen ein» klagen und dann Zwangsvollstreckung in die einbehaltencn Sachen vor» nehmen.— M. L. 100. Der Berkauf eines Hauses bricht die MietS» Verträge nur dann, wenn es kein freiwilliger Kauf war.— R. 38. 1. Ja. S. Der Termin wird bekannt gemacht. Gewöhnlich sind es sechs Wochen. 2. Die Mietseinsendung ist nicht erforderlich. 4. Ja. 5. In vier Jahren.— Zum Wahlfonds gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Arbeiter und Gastwirt der Firma A. Labus 10,—. Sparverein Kottbuser Kietz 10,—. Parkettfußbodenleger der Firma Roch 20,50. F. Z. 57 5,—. Rauchklub„Weichselblatt" 3,50. Putzerkolonne Th. Rabe durch L. SimanowSki 5,—. Arbeiterradkahrerverein „Berlin", Mitglied des A.-R.-B.„Freiheit" 10,—. Arbeiterradfahrer- verein„Rixdorf" 70,—. Mitglieder des Verbandes Deutscher Buch- drucker im„Vorwärts", 2. Rate(darunter von einem Nichtbuch- drucker 3,—) 203,—. Gesammelt bei einer Familienfeier bei Nichter 1,50.„Gaskrone" 10,—. Buchdruckern Gebr. Ernst 10,75. Gesamtpersonal der Buchdruckerei Sittenfeld, 1. Rate 01,05. A. R. 100,—. „Kreuzberger Harmonie" 50,—. HinzeS Silvcsterfeier 3.—. Sechser- lasse der Möbelfabrik Emst Schirn u. Co., Weißensee 40,—. W. F. 50.—. Summa 693,30 M. Bereits quittiert 3334,17 M. Summa 4027,47 M. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen- genommen. Berichtigung: In der Quittung in Nr. 3 muß es heißen: Verband der Steinsetzer und Berufsgenossen, Filiale Berlin III, statt: Verband der Steinmetzen. Gerichts-Leitung. Polizei kommt erst nach vollbrachtem Totschlag. Eine Totschlagsaffäre, die ohn.e Ablehnung Polizei- licher Hülfe vor vollbrachtem Morde sich nicht hätte ereignen können, bildete den Gegenstand einer Verhandlung, mit welcher gestern die erste diesjährige'Schwurgerichtsperiode am Landgericht I eröffnet wurde. Aus der Untersuchungshaft wurde der 46jährige Emil He s s e dem Schwurgericht I vorgeführt. Der 31 Mal wegen aller möglichen Vergehen und Verbrechen mit Zucht- haus- und Gefängnisstrafen vorbestrafte Slngeklagte wurde be- schuldigt, in der Nacht zum 18. September v. I. den Steinträgcr Wilhelm R a m i n durch zwei Revolverschüsse vorfätzlich getötet zu haben. Auf dem Hofe des Grundstücks Zionskirchstr. 50 wohnte im Hinterhause im Keller der Llngeklagte Hesse mit der 63 j ä h r i g e n Prostituierten Roßteutschcr zusammen, von der er seit längerer Zeit den Unterhalt bezog. Wie Hesse behauptet, habe er eine große Anzahl Feinde gehabt, die ihm stets auflauerten, um ihn zu verprügeln. Die Ermittelungen haben ergeben, daß die jetzige Strafsache eine gewisse Vorgeschichte hat, die den An- gcschuldigten veranlasste, stets mit einem Revolver bewaffnet zu sein. Im Jahre 1892 wurde der damals 16jährige Arbeiter Wagen- schütz wegen Totschlages an der Frau eines Postbeamten zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Am 7. November 1900 gelang es W.. aus dem Strafgefängnis Plötzensee zu entweichen. Der An- geklagte, welcher mit dem Bruder des Wagenschütz bekannt war, hatte dem Flüchtling in seiner Wohnung Unterkunft gewährt, ihn jedoch an demselben Tage der Polizei verraten. Dies hatte sich in den Kreisen, in denen der Llngeklagte verkehrt, bald herum- gesprochen. Der Anhang des Wagenschütz rächte sich wiederholt da- durch, daß er dem Hesse eine Tracht Prügel zuteil werden ließ. Dies war auch einige Tage vor dem jetzt zur Anklage stehenden Vorfall geschehen. Der Angeklagte kaufte sich deshalb einen Re- volver. Mit dieser Waffe trieb er allerlei Unfug auf dem Hofe. In seiner Wohnung gab er mehrere Schüsse ab, auf dem Hofe fuchtelte er mit dem Revolver herum und ließ zahlreiche drohende Aeußerungen gegen den Steinträger Wilhelm Ramin fallen, dessen Ehefrau in dem Hause die Portierstelle versah. Der Angeklagte hegte gegen R. aus dem Grunde eine persönliche Feindschaft, weil es glÄlbte. daß er ebenfalls zu den Anhängern des Wagenschütz Vermischtes. Zum Unglück auf der HunSrückbahn wird noch aus Boppard ge melpet: Der bereits gemeldete Unfall in dem Felseneinschnitt bei Lciningen auf der Neubaustrecke Kastellaun— Boppard ist glücklicher weise in bczug auf die Zahl der Opfer doch nicht so bedeutend ge- Wesen, als zuerst angenommen wurde. Während die Zahl der Opfer in den ersten Nachrichten auf über 30 angegeben war, hat sich nach Beendigung der Ausräumungsarbeiten herausgestellt, daß im ganzen 13 Personen getötet worden sind. Unter diesen befinden sich 11 Arbeiter, 1 Mädchen von etwa 18 Jahren und 1 Schuljunge. Drei der Toten waren Familienväter. Bon den geretteten 8— 10 Personen ist leine schwer verletzt. Der„Frankfurter Zeitung" wird vom gestrigen Tage aus Boppard gemeldet: Gestern nachmittag mußten die AuSgrabungs arbeiten eingestellt werden, da ein Nachrutschen der Schnittwand befürchtet wird. Der anfangs als vermißt gemeldete Geschäftsführer Lücke ist gerettet. 2Lieber ein Gcstcinsbruch. Wie die„Kölnische Volkszeitung" aus Altenkirchen meldet, wurden am Sonnabendabend auf der Neubaustrecke Fleudenberg— Rothemühle bei Wildcnburg zwei italienische Arbeiter durch herabfallendes Gestein verschüttet und getötet. Eine Pulverfabrik in die Luft. Wie das„Regensburger Morgenblatt" meldet, ist vorgestern die Pulverfabrik in Vclburg in die Luft geflogen; Menschen sind nicht verunglückt. Bcrgarbeiterlos. Auf dem Redeblickschacht der„Florentinagrubc" versagte, wie aus Gleiwitz gemeldet wird, gestern früh die Schacht- seilführung; von 17 in der Förderschale befindlichen Bergleuten sind nach dem„Wanderer" acht in der unteren Etage befindliche durch zu starkes Auffetzen auf die 230-Metersohle schwer, aber nicht tödlich verletzt worden. Schjffsunfälle, zum Teil infolge heftigen Sturmes, ereigneten sich an den verschiedensten Meeresküsten des In- und Auslandes. So wird aus Kopcrvik(Norwegen) gemeldet: Zwei holländische Schleppdampfer hatten es übernommen, den in Swinemünde be- heimateten Dampfer„Holsatia" von Norvik nach England zu schleppen. In der Neujahrsnacht gerieten die Trossen des einen Schleppdampfers in die Schraube und rissen. Der Schlepper lief dann hier ein, um sich nach dem Verbleib der beiden anderen Schiffe zu erkundigen.— Der Swine münder Dampfer „Holsatia" ist, wie aus Haugesund gemeldet wird, westlich von Utsire gesichtet worden. Schlepper sind zur Hülfe abgegangen. In Stavanger traf vorgestern abend der deutsche Fisch- dampfer„Magdeburg" ein, der den als Wrack in See angc- troffenen deutschen Dampfer„Holsatia" in Schlepptau gehabt hatte, ihn wegen Kohlcnmangels aber verlassen und den hiesigen Hafen aufsuchen mußte. Nach der Einnahme von Kohlen wird die „Magdeburg" die„Holsatia" wieder aufsuchen. In A n c o n a scheiterte infolge starken Sturmes ein Schiff unbekannter Herkunft an den Felsen am Eingang des Hafens. Zwölf Personen sollen dabei das Leben verloren haben; eine Leiche wurde geborgen. Das gescheiterte Schiff war der von Genua ge- kommene griechische Schoner„Urania". Sln der Küste des adriatischen Meeres herrscht, wie aus Rom gemeldet wird, ein heftiger Sturm. Die Schiffahrt ist vielfach unterbrochen, eine große Anzahl von Schiffsunfällen wird bereits gemeldet. Ein grosser Branh zerstörte in Bangkok das chinesische Handelsviertcl. Der Schaden beläut sich auf 10 Millionen Tikals. Eue der frauenbetvegung. Versammlungen— Veranstaltungen. Friedenau. Dienstag, den 8. Januar, l/a9 Uhr bei Grube. Köpenick. Mittwoch, den 9. Januar bei Moll: Vortrag des Ge- nassen Lungwitz über:„Haben die Frauen ein Interesse an der Reichstagswahl?" Jahresbericht. Lichtenberg. Sonnabend, den 12. Januar: 2. Stiftungsfest in den „Prachtsälen des Ostens", Fraukfurter Allee 151/152. Karten sind bei den Vorstandsmitgliedern zu haben. Rixdorf. Sonntag, den 13. Januar, besichtigt der„Verein gcwerb- lich tätiger Frauen und Mädchen" die Arbeiterwohlfahrt-Aus- stellung in Charlottenburg. Frauenhoferstr. 11/12. Treffpunkt: Punkt 2 Uhr w der Vorhalle der Ausstellung. Eingegangene Dnickfcbriften. Von der„Neuen Zeit«(Stuttgart. Paul Singer) ist soeben di� 14. Heft des 25. Jahrganges erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Bülows Wahlparole.— Die Situation des Reiches. Von K. KautSky. tFortsctzung.)— Zur Reform der Arbeiterversicherung. Von Otto Braun. — Die Sozialpolitik im Reichstag. Von Gustav Hoch.— Der orile internationale Kongreß zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Von Dr. Robert Michels.— Literarische Rundschau: Anton Menger, Volkspolitik. Von R. Hilscrding. Joses Viktor v. Scheffels Briese an �chwanitz. Von Hermann Wendel.'„ m Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Poslaiistaltcn und Kolportcure zum Preise von 3,25 M. pro Onartal zu bezichen; jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Heft kostet 25 Ps. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der„Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen (Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 1 des 17. Jahr- ganges zugegangen. Sie hat folgenden Inhalt: Einladung zum Aoomie- mcnt.— In den Kamps!— Duo. res agitur! Von Luise Zieh.— Was der letzte Zicichstag den Arbeiterinnen versprochen und was er ihnen ge- halten hat. Von Gustav Hoch.— Gegen den Lebensmtttelwucherl Von h. f.— Aus dem Reiche der Zentrumsgrafen. Von w. d.— Um- stürz und Revolution. I. Von 9. B.— Die Generalversammlung des katholischen Frauenbundes in München. Von ICD.— AuS der Bewegung: Von der Agitation.— Die Bebördcn im Kampfe gegen die proletarischen Frauen.— Politische Rundschau. Von G. L.— Gewerkschastliche Rund- schau.— Notizenteil: Arbeitsbedingungen der Arbeilerinnen.— Dienst- botensrage.— Sozialistische Frauenbewegung im Ausland.— Frauen« bewegung.— Feuilleton: Vorwärts. Von-g.(Gedicht.)— Prometheus. Dramatisches Fragment von Wolfgang Goethe.— Immer mehr. Von Georg tzcrwegh.(Gedicht.)—„Von Gottes Gnaden.".. Für unsere Mütter und Hausfrauen: In Reih und Glieb. Von Friedrich Rückcrt.(Gedicht.)— Verhütung und Heilung des StotternS bei Kindern. I. Von O. B.— Hauspflege und Hauspflegekassen. I. Von Henriette Fürth.— Sonett, von Gottsried Keller.— Die Kochkiste, eine Zeit- und Llrbcitsparerin für unsere Hausfrauen. Von dl. Kt.— Die Mutter als Erzieherin.„..„ Die.Gleichheit" erscheint aller 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Ps durch die Post bezogen beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps., unter Kreuzband 85 Ps. Jahresabonnement 2,(30 M._ Berliner Marttpreise. Aus dem amilichen Bericht der städtischen Marklhallen-Dircktion.(Großhandel.) Rindfleisch In 79—75 pr. 109 Pfd., II» 64-69, lila 58-63, IVa 59-56. Kalbfleisch, Doppelländcr 129—138, la 92—100, IIa 80—90, IITa 65—78, Holl. 56—62. Hammelfleisch In 67—75, IIa 52—65. Schweinefleisch 57— 66. Rehwild la per Pfd. 0,55—0,64. IIa 0,40—0,54. Rotwild la 0,38—0,43, IIa 0,25—0,36, do. Kälber 0,30—0,45. Damwild 0,30— OchO, do. Kälber 0,40—0,55. Wildschweine 0,25—0,40. Frischlinge 0,40—0,60. Hasen per Stück 2,50—£.90, do. klein und IIa 1,75—2,25. Kaninchen per Stück 0,70—0,90. Wildenten per Stück 1,25—1,40. Hühner, alte per Stück 1,50—2.40, do. IIa 0,80— 1,40, do. junge per stück 0,90—1,80. Tauben per Stück 0,50—0,80, junge kleine 0,00. italienische 0,95. Enten per Stück 0,00. Hamburger junge per Stück 3,50, Gänse, Oderbrucher, per Psd, 0,50—0,61, do. la per Stück 0,00, Na 0,00. Hechte per 100 Psd. 77—90, groß 0,00. Zander, klein 0,00. Schleie, groß 0,00, unsortiert 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00. Bleie 44—55, Aale, groß 0,00, mittel 0,00, klein u. mittel 0,00, uns. 0,00. Plötzen 54—58. Karpfen. 25— 30er 0,00, do. 30— 35er 0.00, do. unsort. 0,00, Laus. 50— 70 er 0,00, Schles. 0,00. Barse, matt 47. Karauschen 0,00. Blei» fische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. Na neuer 90—100. do. lÜa neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75— 1,25, Danziger, Wall 0,60—0,80. Flundern, pommersche la, per Schock 0,00, do. pommersche IIa 0,00, Kieler, Stiege lu 4—6, do. mittel der Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—5, balbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50-5,00, Stralsunder 0,00. Aale, groß per Psd. 1,10-1,30. mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 3—3,50, do. Kiste 2,00. Kabliau, p. 100 Psd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 95, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73—75. schottische Vollhcringe 1905 0.00. largo 40-44, kull. 38—38, med. 35—42, deutsche 87—44. Heringe, neue MatjeS, per'U To. 60—120. Sardinen, russ., Faß i,50—l,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Niesen- 14. Hummern, kleine, per Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,05, kleine 0,00, uniort, 4,50. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,00— 5,50, Butter per 100 Psd. la 121-124. IIa 117-120, lila 114-117, absallendc 90-105. saure Gurken Schock 3,50—4,00, Pfeffergurken 3,50—4,00. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, magnum bonmn 2,10— 2,25, Daberschc 2,10— 2,25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salatkartoffeln 5,00—6,00. Spinat per 100 Psund 18—23. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 4,00—5,00, do. pommersche 4,00—5,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 3,00— 3,50. do. kleine 2,25—2,50. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00. Kohlrabi per Schock 0,00. Rcttig, bahr., per schock 2,40— 4,80. Radieschen per schockbimd 0,00. salal, per Schock 0,00. do. EScarole, per Mandel 0,00, do. Endivien 0,00. Mohrrüben per 100 Pfund 3,00—4,00, Teltower Rüben per 100 Pfd. 8—10. Weiße Rüben, große 2—2,50, kleine 6—8. Rote Rüben 2—3. Blumenkohl Holl, per Kopf 0,00. ital. per Kops 0,17-0,30. Wirsingkohl per Schock 3.00-6,00. Rotkohl p. Schock 3,00-8,00. Weißkohl 100 Psd. 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 24—35. Grünkohl per 100 Psd. 5—10. Schnittlauch 12 Töpse 4—4,50. Kohl» rüben, schock 2—3. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—16, böhmische 8—20. Aepscl, per 100 Psd., hiesige 6—20, Äraoenstesner 0,00, Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32—80, Amerik. 15—30. Wallnüsse ,cr 100 Psd. 0,00, do. rumänische 0,00, do. stanz. CorncS 22—25. Paranüsse 0,00. Haselnüsse lauge 4ü—42, runde 0,00. Zitronen, Messina, 300 Stück 8,00-10,00, 360 Stück 7,00-9,00, 200 Stück 9-13. Apsclsinen, Jaffa, per Kiste 8—14, Murcia 200er per Kiste 6—10, do. 300er 7—11, Valencia 420 er per Kiste 11,50—20, do. 714 er 13—23. Witter»,»gsstverNcht von, 7. Januar 1907, uiorgeno 8 Nyr. Elallmen=1 Z K S Oritct ä y SlaNonen "3 BS— »S n V f» P» H£> L S 5 2 o a BD— || BS Swwemde 76 1 NNW 3 bedcckt 2 Haparanda!755SW amburg 769 WNW 4 Dunst 4 Petersburg 761 SO erli» 766 W 3 bedeckt 3 Scilly j 779 SM Franks.a.M. 773 SW 3 bedeckt 3 Merdeen München 1778 NA 5 wolkig 1 Paris ijtai Wetter-Prognose für Dienstaa, den 8. Januar 1907. Nachts etwas kälter, am Tage mild und zeitweise heiter, aber verändere lich mit geringen Niederschlägen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. 768 SSW 778WSW Wettet 2 bedeckt 3 bedeckt 1 bedeckt 1 bedeckt Iwolleul »«4 --'4. 5 » M3> t -2 — 6 9 4 -1 Wafferstaiid am 7. Januar. Elbe bei Aussig— Melech bei Dresden— 1,25 Meter, bei Magdeburg-st 1,60 Meier, eisfrei.— Un strut bei Straußsuri— Meier.— Oder bei Ratibor-st 1,65 Meter.— Neiße» mündung-st 2,39 Meter.— Oder bei Brie?-st 2,22 Meter.— Oder bei Breslau Unierp egel— 1,2t Meter. Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 8. Januar. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Götterdämmerung. Anf. 62 Uhr. Rgl. Schauspielhaus. Das Glashaus. Deutsches. Das Wintermärchen. Westen. Cousin Bobby. Lorking. Dec Freischüß. Leffing. Wenn wir Toten erwachen. Anfang 8 Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Thesing: Die Fortpflanzung. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Täglich abends 8 Uhr: Der Familientag. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Schiller 0.( Ballner- Theater.) Bentral- Theater. Doppelselbstmord. Schiller N.( Friedrich Wilhelm. städtisches Theater). Der Familien. tag. Schiller Theater Charlottenburg. Die Räuber. Neues Schauspielhaus. Der Helfer. Kleines. Eine triviale Komödie. Berliner. Sherlock Holmes. Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Neues. Kinder. Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. 1 Sorgenbrecher. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Luisen. Sherlod Holmes. Der Bernhard Nose. Berliner Raubbögel. Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßtellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 7 Uhr: Doppelselbstmord. Bauernpoffe in 6 Bildern von Ludwig Anzengruber. Mittwoch, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Schiller- Theater, Charlottenburg, Bismarckstraße, Ede der Grolmanstr. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Räuber. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Mittwoch, abends 8 Uhr: Minna v. Barnhelm. Donnerstag abends 8 Uhr: Donnerstag, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Jugend. ZirkusSchumann Heute Dienstag, den 8. Januar, abends präzise 7, Uhr. U. a.: Einzig in feinem Genre und ohne Konkurrenz Ameritas größte Globe of Life Mis Irene u. Mr. Wizard Stone. Sensation 3 Frères Willé, die Könige der Equilibristen. Außerdem die großartigen neuen Spezialitäten. Zum Schluß zum 19. Male: Das größte Pracht- Manegenschaustück Luisen- Theater Zirkus Busch Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes. Mittwoch: Die schöne Ungarin. Donnerstag: Bergnügte Feiertage. Freitag zum erstenmal: Aus dem Buche der Liebe. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Dorn röschen. 8 Uhr: Sherlock Holmes. Sonntag nachm. 3 Ubr: Vergnügte Heute abend 712 Uhr. Der Todes- Globus St. Hubertus. Ferner: Mig Dianda, dress. Affen, Hunde und Kakadus. Geschw. Singer, Meisterschafts- Afrobaten. Herr Burkhardt- Foottit, Schulreiter. Herr Ernst Schumann, Neudreſsuren. Die berühmte Reiterfamilie Lecusson. Um 10 Uhr: Feiertage. 8 Uhr: Aus dem Buche ROM. Gr. Origin. Ausst. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Apollo. Die schöne Beftalin. Spe. Florette und Patapon. zialitäten. Kasino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Das Modell. Se. Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Frou renissimus August XXVI. Josef Frou. Fleischmann. Prater Theater. Bertram. Robert und Baffage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Figaro. Der Kavalier. Die Klaue. Chilagoer Landwirt. Unterm Bett. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Bantom. in 7 Bild. Die tollfühne Quadrigafahrt über die zersprengte Brüde. WINTERS CARTEN SAHARET. Metropol- Theater Otto Reutter Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. ValhallaWa Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907! der Mann Kosta, mit bem von Julius Freund. Musik von Die 3 Schwestern Kloess, Gym- drehbaren Kopf. Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Im Hörsaal: Dr. Thefing: Die Massary. Wolff. Bender. Fortpflanzung. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Giampietro. Josephi. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gest. Berliner Theater. Sonntag, den 13. Januar, Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr: nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol. Sherlock Holmes pollo Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Fritz Berner Coufin Bobby. Neues Schauspielhaus Abends 8 Uhr: Der Helfer. Mittwoch nachm. 3 Uhr zum legten Male: Aschenbrödel. Theater Neues Programm. 8 Uhr: Erstklassige Spezialitäten. 9% Uhr: Neue Operette Die schöne Vestalin. Operette. Mufit von Viktor Holländer. Sonntag, 13. Januar, nachm. 3 Uhr: Große Doppel- Borstellung. 1. Abt. Variété. 2. Abt. Venus auf Erden. Operette von Paul Lincke. DERNHARD ROSE- THEATED ( Broße Frankfurterstr. 132 Täglich abends 8 Uhr: nastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Berlin 14 Karneval pezialitäten 14 Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Dienstag, den 8. Januar, abends Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. paß auf! Ledige Leute. Burleske in 2 Aften v. Leop. Elh. Mufil von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenftr. 16. Der Rattenfänger von Hameln. Schauspiel mit Gesang in 4 Aften. Hunold Singuf: Dir. Rob. Dill. Komödie in 3 Aften v. Feliz Dörmann. Borher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwant in 1 Att v. M. Kramer. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. Statt besonderer Meldung. Am 5. d. Mts. entschlief sanft nach kurzem, schwerem Krankenlager mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager, der Restaurateur Emil Viecens im 36. Lebensjahre. Dies zeigen tiesbetrübt an Witwe Marie Viecens geb. Loka, Alfred Viecens, Sohn, Tilsiterstr. 27a. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 1, Uhr von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in 7666 Friedrichsfelde aus statt. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis Landsberger Viertel. ( Bezirk 392.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Genosse, der Gastwirt Emil Viecens am 5. Januar gestorben ist. ant Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. d. Mts., nachmittags 1, Uhr, von der Leichenhalle des Zentral Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Voritand. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Kollege Emil Viecens Landsberger Allee 27a berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. d. Mts., nachmittags 1, Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 69/3 Die Ortsverwaltung. Verein der Zimmerer Berlins und Umgegend. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 5. Januar 1907, ftarb unser langjähriges Mitglied August Kaiser ( Bahlstelle Wedding). Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 8. d. Mts., nach am mittags 3 Uhr, von der Zeichenhalle des Gnaden- Kirchhofes in der Barfusstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Fröbels Allerlei- Theater. Metallarbeiter- Verband Schönhauser Allee 148. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Der Löwe des Tages. Sens- Boffe mit Gesang in 3 Atten. Kaffeneröffnung 7, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf: Krüger& Oberbeck, tastanienallee 1. Ehren- und Vorzugsfarten gültig. Rond. Handwerker, Schönh. Allee 153. Mittwoch z. legtenmal: Buschlies'l. Abends 8 Uhr: Die Hochzeitsfackel. Berliner Ranbvögel. njang 8 Uhr Entree 30 Bf. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Kinder. Mittwoch: Die Condottieri. Donnerstag: Kinder. Freitag: Die Hochzeit v. Poël. Neues Theater Gastspiel Suzanne Desprès aus Paris. Dienstag, 15./1.: La robe rouge. Mittwoch, 16./1.: Denise. Donnerst., 17./1.: Maison de Poupée. Freitag, 18./1.: Thérèse Raquin. Sonnab., 19./1.: Le Détour. Borverkauf täglich an der Theaterkaffe. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Mittwoch: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Komische Oper. Morgen Klaffifervorstellung Das Käthchen von Heilbronn. Billettsvorverkauf schon für 8 Tage borher von 10-1 Uhr an der Theatertaffe. Gebr. HerrnfeldAnfg. Theater Einlaß 8 Uhr. 7 Uhr Kommandantenstr. 57 Stallschreiberstr. 42-44. Familientag im Hause Prellstein. Somödie in 3 Aften mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borverkauf 11-2 Uhr an den Theaterkassen bei A. Wertheim und Invalidendant. Rauchen in allen Räumen gestattet. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Der Sorgenbrecher. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Ueber'n großen Teich." Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßfellerei. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Hausfreund. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig dastehende Elite Januar- Programm. = Hoffmanns Erzählungen. Palast- Theater. 24 mmern. Mittwoch: Pariser Leben. Donnerstag: Lakmé. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Carmen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Abends 7, Uhr: Der Freischütz. Abonnements gültig. Mittwoch: Zar und Zimmermann. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börsenfang 7%, Uhr. Sonntags 4, Uhr Täglich 8 Uhr. Entree 50 t. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, f. Der Riesen- Januar- Spielplan. U. a.: The Romeos, japan. Aft. 4 Silbersterne, atrobatisches Potpourri. Geschieden. Schwant in 1 Aft. 12 erstklassige Nummern! Familienfarten, zum halben Staffen. preise gültig, in allen Barbier, euru. Bigarrengeschäften gratis. Berantwortlicher Bebatteur: Bars Weber Berlin Für den Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich Den ganzen Tag Vorstellung. neueste Bilder. Colosseum 12 Dresdenerstr. 97. 12 erstklaffige Schlager 12 Konzertsaal: Wiener Schrammeln. Sanssouci Scottbufer. ftraße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Heute: Wegen großer Versammlung geschlossen. Montg., Donnerst.: Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Baus anschläger Wilhelm Krause gestorben ist. 110/7 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Januar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Pius- Kirchhofes Wilhelmsberg aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. in Dr. Schünemann 35112* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Edfe Schüßenstr. 10-2, 5-7, Commt. 10-12 115r. Vereinigung der Maler, Lackierer, Auftreicher und verwandter Berufsgen. Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Kollege Willy Conrad am 4. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente, Dienstag, den 8. d. Mis., nachmittags 3, Uhr, vom Weißenseer Gemeinde Kirchhof, Nölkestraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 124/1 Die Ortsverwaltung. Freitag, den 4. Januar 1907, mittags 14 Uhr, entschlief sanft nach langem, mit größter Geduld ertragenem Leiden, als Opfer feines Berufes, Herr Dr. med. Hermann Hirschfeld, Besizer und Chefarzt des Sana toriums„ Otto Stubbe" sowie Chefarzt der Zungenheilanstalt Sülzhahn" in Sülzhahn, Dorf Südharz. Dies zeigen schmerzerfüllt an Die Eltern, Frau u. Kinder und seine Brüder. Beerdigung fand in Sülzhahn Montag, 2 Uhr mittags statt. Am Donnerstag, den 3. Januar, früh 9 Uhr, verschied nach schwerem Leiden plößlich meine inniggeliebte Frau und herzensgute Mutter Martha Lampe geb. Schubert im 44. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt um stille Teilnahme bittend an, im Namen der Hinterbliebenen Otto Lampe und Sohn. Berlin, den 6. Januar 1907. Elisabeth- Ufer 40. 7675 Die Beerdigung findet am Dienstag, den 8. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen halle des Freireligiösen Fried hofes Pappel- Allee, aus statt. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meine lieben Mannes, des Hausdieners Wilhelm Hölich fage ich hiermit allen Freunden und Betannten, inbesondere den Kollegen der Firma Bergemann sowie dem Berein Berliner Hausdiener, meinen herzlichsten Dant. 36082 Witwe Hölich. Orts- Krankenkasse für Friedenau. Einladung zur außerordentlichen General- Versammlung am Mittwoch, 16. Januar 1907, abends 8, Uhr, im Gesellschaftshaus", Rheinstr. 14. Tages Ordnung: 1. Neuwahl des Vorstandes. 2. Verschiedenes. Friedenau, den 7. Januar 1907. Der Vorstand. Herm. Schölzel, Wilh. Stolle, Vorsitzender. Schriftführer. Stimmberechtigt in dieser Versamm lung sind nur die im Oktober 1905 gewählten Delegierten. 270/00 Paul Jeschecks Poffen- u. Spezialität.- Ensemble mit dem Schlager: Schuster Voigt vor Gericht. Sensationeller, parodistischer Akt, unter Mitwirkung des Publikums. Politisch! Satirisch! Abendfüllend. Programm. Hochtomisch. Frei für Gastspiele. Paul Jescheck, 768b Berlin N., Gethsemanestr. 3, II. Bort. Berlin SO. 16, Hoffmanns Nordd. Sänger. H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. Morgen Mittwoch: Extra Theater. Abend. Ein deutsches Frauenherz. Reichshallen-Theater. Stettiner Sänger. Bum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 11hr. uggenhagen Morikplak. ockbierfest Täglich: Doppel- Konzert der Oberbayern und Dachauer Bauernkapelle. Tabak- Großhandlung und Tabakfabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. 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Erstens könne es zu einer Beunruhigung den Inhalt hierbei zu sondern, um so strenger weiterer Streise führen, wenn einfach nächtlicheriveile hinterrücks den wird für den Richter die Verpflichtung sein, Besizern die Häuser und Zäune bemalt würden, gleichviel mit welcher sich selbst zu überwachen, damit die Selbständig- Inschrift; wenn die Leute sehen müßten, ihr Eigentum sei nicht mal feit und unabhängigkeit feines Urteils bor vor solchen Verunreinigungen geschüßt, die Sicherheit des Eigentums dem Einfluß seiner eigenen Ueberzeugung gesei nächtlicherweile preisgegeben gegenüber solchen Ausschreitungen. wahrt werde". Zweitens tönne der Juhalt derartiger Kundgebungen, wenn sie aus " V Friedrich der Große schenkte dem Kammergericht ein Bild, das darstellt, wie Kambyses einem ungerechten Richter die Haut abziehen läßt. Das Motiv der Schenkung war Warnung vor falschen, un- Uns dünkt, daß des Kammergerichts Rechtsprechung von Tag zu dem Kreise der Partei herausträten und sich an das Publikum gerechten Sprüchen. Dies Gemälde schmüdte früher den Sigungsfaal Tag deutlicher bewahrheitet, wie notwendig die eindringlichste Be- im allgemeinen wendeten, Unruhe erregen durch den Terdes Kammergerichts. Die Straffenate dieses höchsten preußischen achtung dieser Obertribunalsmahnung insbesondere in Prozessen rorismus(!!!), den er, noch dazu gemalt mit aufGerichts find bekanntlich von der Linden- nach der Markgrafenstraße gegen Arbeiter und gegen Sozialdemokraten für das Kammergericht dringlicher roter farbe, ausübe, indem er sich allen umgezogen. In den öffentlichen Sizungsfälen dieser Straffenate ist, wenn die Rechtsprechung des Kammergerichts bei der Mehrheit anderen aufzwinge! Es sei aber vorliegend nicht genügend befindet sich das Gemälde, wie wir uns durch Augenschein überzeugt des Volkes das Gefühl auslösen soll: ohne Rücksicht auf die festgestellt, daß die Tat in ihrer Wirkung geeignet gewesen haben, nicht. Ob eins der geheimen Beratungszimmer mit der politische Richtung und soziale Stellung des Angeklagten ist die Tat fei, das Publikum zu beunruhigen. Mit solchen finnigen Dedikation des Preußenfönigs gefchmückt ist oder beurteilt. Aeußerungen wie:„ teilweise wieder entfernt gewesen", bevor об fie im Kolonialamte zur Aufbewahrung gelangt ist, Eine große Anzahl kammergerichtlicher Erkenntnisse durchzieht die Inschriften zur allgemeinen Kenntnis tamen, lasse sich nichts an entzieht sich unferer Kenntnis. Die erwähnte, etwas als Leitfaß nicht die Frage: Muß ich strafen und weshalb?", fangen. Das Landgericht müsse nachprüfen, ob jene Eignung bederbe königliche Mahnung, gerecht zu urteilen, tann von sondern: Wie kann ich die Kat des Angeklagten mit Rücksicht stand. Der vom Landgericht angenommene Dolus des Angeklagten Richtern nur dann erfüllt werden, wenn sie zum mindesten den darauf, daß er Arbeiter oder Sozialdemokrat ist, unter einen Bara- allein genüge nicht zur Bestrafung wegen groben Unfugs. Bersuch machen, unter feinen Umständen sich bei der Urteilsfällung graphen des Strafgesetzbuchs bringen?" Diese Empfindung über- Weiter werde das Landgericht nachzuprüfen haben, ob nicht unbewußt von der politischen oder sozialen Stellung des Angeklagten kommt den Leser wahrscheinlich auch beim Lesen des nachfolgenden noch andere Bestimmungen in Frage tämen. Db nicht z. B. Sachleiten zu lassen. Berichts über eine Revisionsverhandlung, die gegen den Genossen beschädigung vorliege. Gerade solchen Ausschrei Die goldene Mahnung, die der frühere Präsident des Ober- Thiel in Nieder- Schöne weide an der Oberspree dieser tungen müsse in anderer Weise entgegengetreten appellationssenats des Kammergerichts v. Grolman in dem Prozeß Tage stattfand. werden. Es werde ja schwer sein, hier noch Strafanträge zu gegen Johann Jacoby aussprach, ist noch heute recht beherzigenswert, Unsere Parteigenossen in Nieder Schönewveide hatten das beschaffen. Es könne aber immer noch auf Grund des§ 30 Nummer 4 wiewohl Herr v. Grolman infolge dieses Bekenntnisses, unparteiische Wirtshaus Loreley, dessen Inhaber zwar Arbeitergroschen des Feld- und Forst- Polizeigefeges eingeschritten werden, Rechtspflege pflegen zu wollen, in Ungnade fiel. Er führte in dem gern nahm, den Arbeitern aber feinen Saal für Versammlungen soweit Einfriedigungen beschädigt find. Oder bezüglich der Wegweiser, Jacoby freisprechenden Erkenntnis aus: berweigerte, in richtiger Würdigung der Sachlage gesperrt. In wenn es richtige Wegweiser( keine Lokalhinweise waren, auf Grund des Ob die politische Ansicht des Inkulpaten eine begründete einer schönen Sommernacht des verflossenen Jahres malten mun§ 304 des Strafgefezbuches, wonach unter anderem mit ift, hierüber zu urteilen geziemt dem Richter nicht". Brin- Genoffen mit roter Farbe durch eine Schablone an Zäunen, Gefängnis bis zu drei Jahren bestraft werden könne, wer vorsäglich zipienfragen der Politit, Grundsäße des öffentlichen Wohls, Er- Häusern, Wegweisern und ähnlichen geeigneten Dingen die fürchter- und rechtswidrig Gegenstände, welche zum öffent örterungen über Gediegenheit oder Verwerflichkeit von Staats- lichen Worte: Wirtshaus Loreley gesperrt." Das mußte gerächtlichen Nugen dienen, beschädigt". Ohne weiteres fei einrichtungen und Verfassungen können nicht Gegenstand werden. In zweiter Instanz wurde Genosse Thiel als Mittäter anzunehmen, daß die Beschreibung einer Sache eine richterlicher Entscheidung werden. Erörterungen der Art ge- wegen groben Unfugs verurteilt, obgleich das Landgericht Beschädigung darstelle, wenn nicht die Inschrift in hören einem Gebiete an, von dem die richterliche Wirksam felber feststellen mußte, daß die Bemalung, bevor sie zur all- leichtester Weise, ohne das Material anzugreifen, feit ausgeschlossen ist und deshalb sich fernhalten muß. Sie gemeinen Kenntnis tam, bereits wieder beseitigt oder doch und ohne kosten, wieder beseitigt werden könne, so daß der findet ihre natürliche und gefeßliche Begrenzung in der Sphäre wenigstens teilweise entfernt" war. Zaun, der Wegweiser usw. wieder aussehe wie zuvor. des positiven Rechts, über Meinungen der Politik hat sie sich Der erste Straffenat des Kammergerichts hob Wird in Konsequenz dieser Gründe gelehrter" Richter nächstens jebes Urteils au enthalten. Sie entscheidet über Privatstreitig zwar das Urteil auf, aber mit folgender eigenartiger Be- gegen Offiziere eingeschritten werden, deren Uniform eine„ aufdring feiten, sobald fie als giviljustiz auftritt, und spricht über die gründung die Sache zu nochmaliger Verhandlung und Entscheidung lich rote Farbe" aufweist, gegen Händler mit roten Rosen und viel Schuld oder Schuldlosigkeit des- eines Verbrechens Angeklagten, an das Landgericht zurückverwiesen: An sich stehe das Kammergericht leicht auch gegen Besizer roter Nasen? Die Begründung des wenn sie als Kriminaljustiz in Anspruch genommen ist. Die auf dem Standpunkt, daß sehr wohl grober Unfug berübt fammergerichtlichen Urteils zeigt gerade, weil sie der innersten Meinung als solche ist tein Verbrechen; fie tann nur strafbar werden könne durch die Art und Weise, wie Bontotterklärungen Ueberzeugung der Richter entspricht, wie dringend notwendig der werden durch die Form, in welcher fie in die Oeffentlichkeit tritt, dem Publikum zu Gemüte geführt würden. Es könne in zwie- Ersaz gelehrter Richter durch Richter ist, die vom Volt aus allen und durch die Absicht, die bei der Veröffentlichung vorwaltet. facher Hinsicht dadurch eine Beunruhigung des Publikums Zeilen der Bevölkerung gewählt werden. Vorwurf richterlicher Entscheidung kann daher auch nur die Form und Beeinträchtigung des äußeren Bestandes der öffentlichen Ordnung " T WARENHAUS HERMANN TIETZ LEIPZIGERSTRASSE Diese Woche ALEXANDERPLATZ Inventur- Verkauf. 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