Nr. 7. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Danemart, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. B Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Solone?? zeile oder deren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( felt gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pig. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Big., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Die Landarbeiter und ihre ,, guten Freunde". I. " " 1 Mittwoch, den 9. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. der ländlichen Arbeiter zurückführt. Die Herren dienste zu fronden verpflichtet ist. Im Sommer, oder wenn Agrarier wiffen auch ganz genan selbst, weshalb die Land- es sonst die Herrschaft verlangt, hat aber auch noch die Frau arbeiter ihnen in Scharen den Rücken kehren und nach den des Arbeiters auf dem Felde oder auf dem Gut mitzustädtischen Industriegebieten abwandern. Dank der vermehrten arbeiten, und zwar gegen eine durchschnittliche Entschädigung Anwendung von Maschinen wird die landwirtschaftliche Arbeit von 40 bis 50 Pf. pro Tag. Einen ähnlich kümmerlichen immer mehr zur reinen Saisonarbeit., Arbeiter in größerer Lohn, ja mitunter sogar nur 30 Pf., erhalten die von den Zahl werden nur noch in der Saatzeit und zur Ernte gebraucht, Kontraktarbeitern zu stellenden Hofgänger. Hat der Für gewöhnlich kümmert sich um das Wohl und Wehe in der übrigen Zeit sind sie überflüssig. Schon in den Kontraktarbeiter aber feinen Hofgänger zur Verfügung, so der ländlichen Arbeiterschaft- außer der Sozialdemokratie Sommermonaten zwischen der Landbestellung und der zieht ihm die Herrschaft dafür pro Monat bekanntlich niemand. Der gnädige Herr" auf seinem Ernte sind die Arbeiter zum großen Teil darauf angewiesen, 10 bis 12 Mt. rücksichtslos von seinem „ hochherrschaftlichen" Gutssige spricht meist im Tone der sich anderweitig Beschäftigung und Verdienst zu suchen; der eigenen bißchen Lohn ab. Nur die freien Verachtung von dem Instker!" oder dem Tagelöhner Landwirt braucht sie nicht, er hat nichts für sie zu Tagelöhner erhalten je nach der Jahreszeit ein Tageweib und betrachtet es als sein natürliches Herrenrecht, tun. Ist dann aber die Ernte eingebracht und das Korn mit lohn von 75 Pf. bis 1,50 Mr., in der Ernte auch bisweilen durch schlechte Behandlung und miserabelste Bezahlung die der Maschine abgedroschen, so macht der Landwirt seine Tür mehr. Das also sind die unerschwinglich hohen" Löhne in denkbar höchste Arbeitsleistung aus den Knochen seiner zu, der Arbeiter mag sehen, wo er bleibt. Mit Ostelbien. Stann es ein vernünftiger Mensch da noch einent Dienstleute" herauszuschinden. Und der Herr Pfarrer? wenigen Knechten und Tagelöhnern kann das bißchen Winter Landarbeiter verargen, wenn er den Staub der agrarischen Nun, er kennt zwar das elende Los, unter dem die Land- arbeit besorgt werden, um so mehr als die Wartung und Pflege Gefilde von seinen Pantoffeln schüttelt und der Botmäßigkeit arbeiter seufzen, doch er hat ja nur die Pflicht", für das selbst der größten Viehbestände durch Benutzung von modernen der Gutsherren zu entrinenn trachtet? Seelenheil, nicht aber für das irdische Wohlergehen der- Häcksel- und Rübenschneidemaschinen sowie der fast felben zu sorgen. Nach Ansicht vieler Geistlicher hat der liebe überall eingeführten Selbsttränkeeinrichtungen und AbdüngeHerrgott die armen Leute nun einmal aufs Land gesetzt", vorkehrungen verhältnismäßig nur eine geringe Zahl Samit sie für ihre weltlichen Herren in von Arbeitskräften erfordert. So wird denn Demut und allen Treuen" arbeiten sollen. ein Teil der in der Saison oder Kampagne Arbeit ist eben die Prosa, und Religion die Poesie des Guts- benötigten Arbeiter während des Winters vielleicht beim Holzschienenen konservativen, antisemitischen und liberalen Flugblätter sklaven. Die übrigen staatserhaltenden Herrschaften unserer schlag oder sonst wie beschäftigt. Die übrigen Leute aber schienenen konservativen, antisemitischen und liberalen Flugblätter bürgerlich- kapitalistischen Gesellschaft aber zu den einfach fönnen in ihren Dorffaten siten und zum Fenster hinaussehen. mit denen vergleicht, die in den letzten acht Tagen zu Hundertdie Achseln, wenn sie den Landarbeiter in harter Fron Sie müssen von den Rippen zehren, während der Guts- tausenden in alle Winkel des Deutschen Reiches hineingeschleudert tätig sehen. Sie betrachten wohl ab und zu mit herr feine feudalen Schlittenpartien macht sind, der macht gar bald die Erfahrung, daß die Quantität beeinem Gefühl augenblidlichen Bedauerns Schweineställe", in denen die Gutsarbeiter mit ihren Familien stand, daß ein großer Teil der Landarbeiter regelmäßig Gebiet die Marime der von ihnen so häufig bekämpften Warendie oder auf die Jagd geht. Also schon allein dieser Um- trächtlich auf Kosten der Qualität gestiegen ist. Fast scheint es, als wenn die Herren Agrarier und ihre Bettgenossen sich auf politischem hausen müssen; sie werden auf ihren Sommerausflügen auch monatelang im Jahre keine Beschäftigung in der Landvielleicht einen kurzen Moment stubig, wenn sie die wind- wirtschaft mehr findet, veranlaßt die Leute ganz naturgemäß, häuser und Riefenbazare angeeignet haben:" Die Masse muz schiefen altersschwachen Tagelöhnertaten nach den Industriegegenden abzuwandern, weil sie dort mit 3 bringen." Manche der konservativen Geistesprodukte find es mit den niedrigen verbogenen Türen, den vergilbten, oft mit einer ungleich größeren Stetigkeit im Arbeitsverhältnis rechnen kaum noch ernst zu nehmen; sie rangieren unter die Rubrik: une Papier verklebten oder mit Lumpen verstopften Fenstern und können. " 7 " nur den zum Genicbrechen holperigen Lehmdielen erblicken. Doch Hinzu kommt aber noch die meist elende Behandlung und Candmann und Flotte. Wer die während des Wahlkampfes im Jahre 1903 erfreiwillige Stomit. So liegt beispielsweise vor uns ein Flugblatt des hiesigen" Deutschen Verlages", betitelt" Der deutsche diese Wohnlöcher erscheinen ihnen schließlich nur als ein not- die standalös niedrige Entlohnung der Landarbeiter. Landmann und die Flotte", in welchem dem biederen wendiger Bestandteil des idyllischen" Lebens der ländlichen deutschen Landwirt erzählt wird, Deutschland müsse allerlei Unsere Großagrarier fönnen sich nim einmal absolut Nahrungsmittel, z. B. Weizen, Roggen, Gerste, Mais, Arbeiterschaft. Das Schloß oder das Herrenhaus nicht an eine anständige Behandlung ihrer Arbeiter gewöhnen. Tabat, Schmalz, Fleisch, Eier usw., einführen, und des Gutsbesizers inmitten des alten herrlichen Parts Sie fühlen sich auf ihren entlegenen Herrensiken noch genau zwar durch deutsche Schiffe, denn wenn solche Artikel durch und der gärtnerischen Anlagen ist dafür um so viel so als unumschränkte Gewalthaber über die Arbeiter, wie es englische oder amerikanische Schiffe nach Deutschland gebracht prächtiger, und damit ist die Harmonie in dem idyllischen Ver- bei ihren Vorfahren in den Zeiten der Hörigkeit und würden, müsse der deutsche Kaufmann bezahlen, was Engländer hältnis der ländlichen Gefilde wieder hergestellt. Jedoch jetzt zur Wahlzeit ist der Bruder Landarbeiter" eibeigenschaft der Fall war. Wenn den Arbeitern oft und Amerikaner verlangen. Folglich müßte Deutschland eine große Jedoch jetzt zur Wahlzeit ist der Bruder Landarbeiter" das bitterste Unrecht geschieht, wenn sie Schikanen aller Handelsflotte und zu deren Schuß wieder eine große Kriegsflotte plöglich ein vielumworbener Maun. Von allen Seiten drängen Art und nicht selten rohen körperlichen Mißhandlungen ausgesezt haben. Demnach sei bewiesen, daß noch recht viele Kriegsschiffe fich die guten Freunde" an ihn heran und erzählen ihm in sind, wenn sogar ihre Frauen und Töchter mißbraucht werden gebaut werden müßten. Worten und Flugschriften, welch unbegrenztes Wohlwollen sie wer hilft ihnen dann? Nun, der Herr Amtsvorsteher iſt eigentlich schon immer für den doch auch zum deutschen in der Regel felber Gutsherr; die Arbeiter müssen also den fechter der Agrarier auf die Einfalt der Landbewohner spekulieren. Es ist kaum glaublich, mit welcher Unverschämtheit die KlopfNährstand" gehörigen Landarbeiter gehegt haben und was sie Teufel bei seiner Großmutter verklagen, Bei der Wahl im Jahre 1903 haben sie den Bauern erzählt, Deutschspäterhin noch alles für ihn tun wollen. Da läßt der zu den Gerichten aber ist es meistens ein weiter Weg. So land brauche leine Einfuhr von Getreide, Fleisch, fonservative Gutsherr seine mit einemmal so ist der Landarbeiter also nur zu häufig den Launen und der Eiern usw., und es müßten deshalb diese Produkte, um sie vom außerordentlich„ braven Leute" antreten, spendiert ihnen Willkür seiner„ Herrschaft" vollständig schutzlos preisgegeben, deutschen Markt fernzuhalten, mit möglichst hohen Zöllen belegt Fusel und Bigarren und hält ihnen in lieblich schnarren- was Bunder daher, daß er sich dieser mittelalterlichen werden; heute dagegen behaupten sie, Deutschland könne die Zudem Offiziersjargon eine Wahlrede, die natürlich in den Gesindesklaverei durch Abwanderung nach den Städten fuhr solcher Produkte nitht entbehren und müsse deshalb eine große Schlußrefrain austlingt:" Ihr habt mit Gott für zu entziehen sucht. König und Vaterland nur konservativ zu Kriegsflotte unterhalten." wählen!" Man weiß auch, wie der Herr Pfarrer soUnd nun die Löhne der Landarbeiter. Es ist bekannt, Außerdem ist es aber bekanntlich vollkommen unrichtig, daß wohl von der Kanzel herab, als auch im Beichtstuhl mit frommer daß die Löhne in den westlichen und nordwestlichen Gegenden diese Artikel zur See eingeführt werden müssen und daß die Einfuhr wohl von der Kanzel herab, als auch im Beichtſtuhl mit frommer Deutschlands etwas höher sind als in den Ostprovinzen. mit deutschen Schiffen sich billiger stellt als mit fremden. Schon Geberde vor den gottlosen sozialdemokratischen Hezern und Bühlern" warnt," die nur den inneren Frieden der Land- Trotzdem sind es gerade die ostelbischen Agrarier, die wahr- die Stonkurrenz zwingt die in- und ausländischen Reedereien zur arbeiter stören und ihre Begehrlichkeit aufstacheln wollen. haft steinerweichend über die unerschwinglich hohen" Löhne Berechnung ziemlich gleicher Frachtsäße. Und ferner kamen z. B. arbeiter stören und ihre Begehrlichkeit aufstacheln wollen. Der Landarbeiter klagen. Was zahlen die Herrschaften den im Jahre 1905 nur zwei Fünftel der deutschen Weizeneinfuhr, noch Nicht selten werden schließlich alle Höllenstrafen demjenigen angedroht, der sich vermessen sollte, am Wahltage einen Leuten nun in Wirklichkeit? Wenns hoch fommt, er- nicht ein zwanzigstel der Roggeneinfuhr und noch nicht ein Viertel fozialdemokratischen Stimmzettel abzugeben. halten erwachsene nechte einen Jahreslohn von der Fleischeinfuhr aus England oder überseeischen Ländern, Und die Agitatoren der übrigen bürgerlichen Parteien? 240 Mt., meistens beträgt der Lohn aber nur 150 bis während Gier überhaupt nicht aus überseeischen Ländern einNun, ob sie den Nationalliberalen, den Freifinnigen, den Anti- sein, wenn die Herrschaft ihnen 120 bis 180 m. gewährt". Vollkräftige Mägde müssen zufrieden geführt wurden. semiten angehören oder im Dienste des berüchtigten Reichs- agelöhner und Deputanten bekommen häufig fervativen Boltsbetrüger herumzuschlagen. Nur um unseren Doch es hat keinen Zweck, sich mit den Albernheiten der konverbandes gegen die Sozialdemokratie tätig sind- fie alle bublen jest in wahrhaft rührender die Regel. Zahlt eine Herrschaft jedoch ausnahmsweise folgende Stelle zitieren: einen geringeren Barlohn; 180 bis 200 Mt. sind Lesern in ernster Zeit den Humor aufzufrischen, wollen wir noch Weise um die Stimmen der Landarbeiter. 260 bis 280 M., dann bildet sie sich schon ein, die Arbeiter Wissen sie doch samt und sonders, daß die Wahlstimme des würden von ihr schon geradezu fürstlich entlohnt. Nun einfachsten Landarbeiters jetzt nicht weniger wert ist, wie die kommen zwar noch die Naturalien, das sog. Deputat hinzu, Stimme des Herrn Inspektors, des Herrn Amtsvorstehers bestehend zur Hauptsache aus ein bis zweitausend Soden oder des größten adeligen Grundbesitzers. Torf, einem Fuder Strauchholz, einigen Quadratruten 200 Mt. ,, Und noch eines, lieber Landwirt, der du wahrscheinlich Bater bist, bedenke und berede mal mit deiner Frau: Dadurch, daß die Schlachten der Zukunft sich mehr als seither auf der See abspielen werden, sparen wir Menschen! Sind da eure Jungen nicht mitbeteiligt? Jm Ariege 1870/71 haben wir an Toten und Vermißten 41 000, an Verwundeten 89 000 Mann verloren. Die deutsche Armee wird im nächsten Kriege über 2 Millionen Menschen zählen. England hat die stärkste Flotte, aber diese zählt nur 140 000 Stöpfe und damit beherrscht England die Welt. Ein Linienschiff, gewissermaßen eine schwimmende Festung, hat 600-800 Mann Besaßung. Eine Gees schlacht wird also ebenfalls entfehliche Verluste an Menschen fordern, nie aber so blutig werden, als eine wirklich große Schlacht auf dem Lande. Kann man aber Menschenleben, kann der Landwirt sich seinen Sohn durch eine geringe Erhöhung der Steuern erhalten, so ist kein Bater und noch weniger eine Mutter zweifel haft, was hier zu tun ist." Da gilt es vor allem für die Sozial- Kartoffelland, einigen Zentnern Brot- und Futterforn, einem demokratie, die wenigen Wochen bis zum Wahltage knapp bemessenen Quantum Milch aus der Gutsmeierei resp. nach Sträften auszunuzen und den Landarbeitern die die Milch einer minderwertigen Deputatfuh und einigen Augen zu öffnen. Den ländlichen Proletariern kann Bunden Stroh. Rechnet man nun die ganzen Naturalien gar nicht eindringlich genug gezeigt werden, wo ihre wahren in Geldwert um, so beziffert sich der gesamte Jahreslohn und wo ihre falschen Freunde ſizen. Zwar weiß ein großer eines Deputanten auf etwa 5-600 m. Vielleicht ist es Teil der ländlichen Arbeiterschaft heutzutage schon längst, daß einem solchen Arbeiter unter günstigen Umständen nun noch er eine aufrichtige und energische Vertretung möglich, ein Schwein oder ein paar Gänse oder Lämmer feiner Interessen nur einzig und allein von der So- aufzuziehen und teilweise zum Verkauf zu bringen. Wenn zialdemokratie zu erwarten hat. Dafür sorgt ja die dabei alles in allem dann ein Jahreseinkommen von ständige, regelmäßige Agitations- und Aufklärungsarbeit der von 800 bis 900 m. für den Landarbeiter herausspringt, Sozialdemokratie auf dem platten Lande. Doch in Anbetracht dann muß er sich schon glücklich preisen. Das dessen, daß gerade jetzt die konservative und ultra- heißt: Seine und feiner Familie Arbeit Die Rechnung würde nur dann stimmen, wenn für jedes neumontane Sippe des Bundes der Landwirte zur Instandhaltung des Kartoffellandes erbaute Striegsschiff die Zandarmee um eine stärkere Soldatensowie deren Söldlinge vom Reichsverband" mit den scham- und zur Aufzucht und Wartung der paar anzahl, als der neuen Besabung des Schiffes entspricht, vermindert lofesten Lügen und Verdrehungen die Landarbeiterschaft dumm Stüde Kleinvieh darf er dann aber nicht würde. Davon will jedoch das Flugblatt nichts wissen; es zu machen versuchen, erwächst der Sozialdemokratie doppelt mitrechnen; diese Arbeit muß er in seiner geringen fordert auch eine Berstärkung der Waffen zu und dreifach die Aufgabe, den Arbeitsbrüdern der Landgebiete freien Zeit" umsonst machen. Wie er sich also da placken ande". Wenn also der ehrsame Landwirt, der nebenbei auch den Star zu stechen. und schinden muß, um ein derartiges Einkommen" zu er- Bater ist, seinen Sohn in der Wirtschaft behalten will, dann muß Es ist nichts wie eine Spekulation auf die zielen, ermißt man am besten an der Tatsache, daß er laut er schon für eine Partei stimmen, die zugleich die Marine- und Dummheit und eine elende Heuchelei, wenn der Kontrakt tagtäglich vom frühesten Morgen bis zum spätesten Heeresrüstungen einschränken will, nämlich für die Sozia Bund der Landwirte" die Ursachen der„ Leutenot" immer Abend seine 14 bis 16 Stunden, ia auf Anordnung demokratie. wieder auf die zunehmende Veranüaungssucht der Herrschaft sogar 18 Stunden und darüber im Guts NaWampf. Freisiiluige Wahlrechtsverrätercien! werden durch den auf den Wühlerfang berechneten WahlrechtZantrag der Freiimnigcn im Landtage in Erinnerung gebracht. Es war im Jahre 1873, da der Zentrunisabgeordnete Dr. Windthorst im preußischen Abgeordnetenhaus die Einführung des allgemeinen gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts beantragte. Damals hatten die Liberalen die Macht, den Antrag durchzudrücken. Die drei konservativen Parteien hatten nur«Zö Mandate. wahrend das liberale Zentrum drei, die Nationalliberalen 174, die Fortschrittspartei 68, das Zentrum 88 und die Polen 18 Sitze hatten. Aber das liberale Abgeordnetenhaus hat diesem Antrag nicht einmal die Ehre eines au- ständigen Begräbnisses, einer Kommissionsberat u n g erwiesen, cS hat vielmehr die zweite Beratung auf sechs Monate vertagt. Zu den Mitgliedern, die in namentlicher Abstimmung Vir bie_ Vertagung gestimmt haben, gehörten u. a. die Abgeordneten Dr. Hüncl, Klotz-Berlin. Dr. Mommsen, Parisiiis, Engm Richter, artifetf, Virchow, Zelle— lauter waschechte Freisinnige. Das Ver- s ch I e p p u n g s m a.n ö v e r erreichte seiiien Zweck— der Antrag ist nicht wieder auf die Tagesordnung gekommen I Wem dieser WahlrechtSvcrrat des Freisinns aber zu alt und ehr- würdig erscheinen sollte, dem sei folgender, noch sehr frischer Verrat serviert: Am 1k. Februar lilkk stimmten die freisinniizeil Abgeordnete» zum Laiidtage deS Großherzogtunis Sachse»- Weimar gegen den sozialdemokratischen Antrag aus Einführung dcS allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts! So handelt der Freisinn, wenn es sich nicht bloß um unverbind- liche Antrüge handelt. Im preußischen Landtage kann er sie gefahr- los stellen, da er dort ganz machtlos ist und keine Gefahr besteht, daß die Mehrheit auf den Antrag eingehen wird! Freisiitnshelden! Dr. Miigd an, der als freisinnige Größe den letzten Reichstag zierte, enthüllt sich immer mehr als ein mit freisinnigeni Deniagogen- tum ausgestopfter Reaktionär. Seine durch ärztliche Sonderinteressen getragene wüste Hetze gegen die Ortskrankenkassen erbuhlte ihm' die Gunst aller Arbeiterfeinde und bei seinem Anpöbeln der Selbst- Verwaltung� der Krankenkassen durch die Versicherten stieß er auf volles Verständnis bei der Reaktion. Die Konservativen— mit ihrer Hülfe hinkte er in den Reichstag— hatten sidb in Mugdan nicht getäuscht Jetzt hat er sogar den urkundlichen Beweis erbracht, daß er vollauf würdig ist, auf der Rechten des preußischen Drei- klassenparlaments zu sitzen. In der Reichstagssitzung an, 13. November 1906 frönte er abermals der Begeiferung der Ortskrankenkassen und der Angestellten bezw. ihrer Organisationen. Der Tarifvertrag zwischen» den Ver- bänden der Vorstände und Angestellten mußte hierfür herhalten, gegen den Mugdan mit der ihn auszeichnenden Sachkenntnis los- stürmte. In berechtigter Jnteresscnwahrung erteilte ihm das Verbandsorgan der Kasscnangestelltcn,„Volkstüml. Zeitschrift für praktische Arbeiterversicherung" eine derbe Kritik und Avsuhr. Und Herr Dr. Mugdan?— Er läuft zum Kadi und klagt gegen den Redakteur wegen.Beleidigung"! Das leistet sich ein �„Demokrat", der unter dem Schutze seiner Immunität als Abgeordneter zuvor durch mindestens objektive Unwahrheiten verdächtigte und fälschlich beschuldigte, der vorgeblich ein politisches Programm anerkennt, in dem auch einige? von Freiheit der Piene steht I Herr Dr. Mugdan dürfte an diesem Prozesse, für den auch noch der freisinnige Reichstags- kandidat Dr. Ablaß als Rechtsbeistand des„Demokraten" Mugdan engagiert ist, ebenso viel„Freude" erleben, wie der preußische Land- tag an seinen Verfolgungen sozialdemokratischer Redakteure.— Die Wahler aber in Lauban-Görlitz werden hoffentlich den Reichs- tag von solchem„Volksvertreter" säubern l Falschineldung über eine Rede Bebels. In der bürgerlichen Presse macht eine Notiz die Runde, wonach B e b e l in der Parteiversammlung in Hamburg gesagt habeir soll, die Partei werde in dem bevorstehenden Wahlkainpf 20 Mandate gewinnen, das Zentrum 8—10 verlieren. Diese Mitteilung ist un- richtig. Bei Erörterung der Gründe, die zur Auflösimg des Reichstags führten, setzte Bebel auseinander, daß diese Auflösung� vom Standpunkt der Regierungen ein grober Fehler sei, der in keiner Weise durch' das Wahlresultat re- pariert werden würde. Die alten Majoritätsverhältnisse ivürden mit geringen Veränderungen bleiben. Wenn die Sozial- demokratie, wie biirgerliche Blätter es alsmöglich bezeichneten, 20 Mandate gewinne und das Zentrum 8—10 verliere, so wäre das ein Verlust und kein Gewinn für die Re- aierungen; daß aber die Regierungsparteien eine Stärkung er- fahren, halte er für ausgeschlossen. Sache der Parteigenossen sei, das äußerste aufzubieten, um zu erlangen, was selbst Gegner als möglich erachteten." Aus Sachsen. Sonntag nachmittag fand in Callnberg-Lichtenstein sAuerscher. Wahlkreis) eine Wahlversammlung statt, die für die Stimmung in Sachsen typisch ist. Bebel war als Redner angekündigt Bereits vormittags gegen 10 Uhr begann eine Art Völkerwanderung aus dem' 16.. 17., 13., 19. und 21. Wahlkreise, obgleich die Ver- sammlung erst auf Vg3 Uhr angesetzt war und durch einen Irrtum der Redner erst gegen 4 Uhr eintreffen konnte. Bereits um 12 Uhr waren die Lokalitäten, die über 3600 Personen faßten, zum Er- drücken gefüllt, und Tausende fanden keinen Platz. Aber aus- gehalten wurde bis zum Schluß der Versammlung gegen 7 Uhr. Bezeichnend ist, daß der Gegenkandidat Auers, ein liberalsozialer Stadtrat aus Meerane, der Kandidat der gesamten„Ordnungsparteien" ist, auf- trat, um zu erklären, daß er für eine Reihe Forderungen des sozial- demokratischen Redners eintrete. So für Erhaltung des geheimen Reichstagswahlrechtes, für einen Nornialarbeitstag, erweiterten Arbeiter- und Heimarbeiterschutz, für ein Reichsarbeitsamt, Arbeits- ämter und ArbeitLkainmern, für— ein internationales Parlament. Bebel antwortete unter anderem, er sei hocherfreut, zu sehen, was für gute Früchte die sozialdemokratische Erziehung bei den Gegnern bereits trage, er sei aber der Meinung, daß die Arbeiter doch klüger täten, die Eroberung dieser Forderungen einem Sozialdemokraten anzuvertrauen, auf den sie sich unter allen Umständen verlassen könnten. Die Stimmung der Massen war vorzüglich. Als Bebel Sonnabend in einer Riesenversammlung in der Alberthalle in Leipzig gesprochen hatte, traten ihm nicht weniger als fünf Gegner gegenüber. Drei davon waren ganze, einer «in halber KonfusionSrat. Die Abfertigung aller fünf erfolgte prompt. Auch in Leipzig spielt sich der Kandidat der„Ordnungs- Parteien", Stadiverordnetenvorsteher Dr. Junck, auf den„Radikalen" hinaus. Er. der Mitkandidat der Konservativen, sprach sich in einer Wählerversammlung sogar, für die Trennung von Staat und Kirche aus. Ware es ihm ernst damit, kein Konservativer und nicht die Hälfte der Nationalliberalen würde ihn wählen. Er wird trotzdem durchfallen. In ganz Sachsen geht die Wahlbewegung in hohen Wogen. Eine Katzbalgerei um das Mandat im 16. sächsischen Reichstags- Wahlkreise(Chemnitz) ist das Ergebnis der Begeisterung, die auch durch die„nationalen" Schichten zu Chemnitz ging, als sie die Kunde von der ReichstagSailflösimg am 13. Dezember Vernommen hatten. Die Nationalliberalen erschienen zuerst mit ihrer Kandidatur des Fleischerobermeisters— seine Jnnnngskollegen nennen ihn «etzt„Wurschtsabrilant"■— Kickelhayn auf dem Plan, von der die Freisinnigen behaupten, sie sei ihnen weggemaust worden. Diese Kandidatlir paßte aber den Konservativeii, Antisemiten usw. nicht und sie präsentierten nun den Rechtsanwalt Dr. Limmer. Jetzt aber wollen die Rcchtsreaktionären ihre Kandidatur zum Zwecke einer„Eiiiigilngs"-Kandidatur— Kartell hat einen schlechten Klang— zurückziehen unter der Bedingung, daß auch die Nationalliberalen daS gleiche mit der ihrigen tun. Der Oberpfarrer Dr. K ö l t s ch soll der Einigungskandidat sein? die Annahme hat er zugesichert. Am Mittivoch soll der Handel perfekt werden, wenn er nicht an den Unterhändlern— Langhammer auf der einen und sein Land- tagSkollege Ulrich auf der anderen Seite— scheitert. Die Wahlbctvegung im Grohherzogtum Sachsen-Weimar. Im ersten und zweiten Wahlkreise(Weimar-Apolda und Eisenach- Dermbach) haben sich die Liberalen zusammengeschlossen. In Weimar hat man den Freisinnigen das Recht zugestanden, den Kandidaten zu stellen. Man war lange auf der Suche, den ge- eigneten Ma»n zu bekommen, der eS wagen wollte, den Kampf mit der Sozialdemokratie aufzunehmen. Endlich wurde der Schul- inspektor Konrad Weiß aus Nürnberg als der Kandidat aller Liberalen in Weimar I aufs Schild gehoben. Ob freisinnig oder nalionaUiberal, das ist jetzt ganz egal. In den Dienst, das„Vaterland vor der nationalen Gefahr" zu retten, haben sich jetzt die Kommcrzienräte, Fabrikanten, Advokaten und Beamten gestellt, die alle für den Schulinspektor Propaganda machen. Da man aber schon Angst hat, daß dies vielleicht noch nicht genug ziehen wird, hat man sich bereits an den— Reich s-Berdand zur Bekämpfung der Sozialdemokratie um Hülfe gewendet. Der Verleumdnngsverband hat denn auch sckleunigst im Wahlkreise sein Quartier aufgeschlagen. Eine vertrauliche Be- sprechmig fand statt. In derselben bar der f r e i s i n n i g e Kommerzien- rat Wiedeinann in Apolda um die Unter st ützung des Reichsverbandes. Derselbe stehe doch— über den Parteien. Von den vorgelegten illustrierten Verlenmdungsflugblätlern versprach man sich keinen großen Erfolg, man wünschte dieielben Flugblätter, aber ohne Bilder. Für die Bündler. Konservativen und Antisemiten, unter der Firma: Wirtschaftliche Vereinigung, kandidiert ein O b e r a m t s- r i ch t e r G r ä f ans Geisa. Weil dieser Herr aber im Wahl- schtvindel und Verleumden der Sozialdemokratie noch nicht richtig eingeübt ist, zieht mit ihm der bekannte Generalsekretär H e n n i n g s e n herum, der dies Geschäft anSgezeickmet besorgt. Im EisenacherWahlkreis hat man den Nationalliberalen überlassen, deir Kandidaten zu stellen. Der Archivdirektor Winter auS Magdeburg wird hier als das große liberale ZukunftSlicht angepriesen. Für die Bündler und den rechtsstehenden Mischmasch kandidiert wieder der Handlnngsgehülsen- Schock. In beiden Wahlkreisen hat man schon im voraus„auf alle Fälle" die Parole:„Gegen die Sozialdemokratie!" ausgegeben. Der Freisinn hat sich m i t H a u t u n d H a a r v e r- pflichtet, auch Bei einer eventuellen Stichwahl zwischen Antisemiten und Sozialdemokratie, auf keinen Fall für de» Sozialdemokraten zu stimmen. Anders liegen die Dinge nun im dritten weimarischen Wahlkreise Jena- Neustadt. Da haben sich die ehemaligen Nationalsozialen mit den Freisinnigen zusammen geschlossen. Ihr Kandidat ist der Lithograph Tischendörfer aus Berlin. Ihm fällt nicht nur die Aufgabe zu, die Sozialdemokratie zu be- schimpfen, sondern er muß sich auch gegen dieselben Bundesgenossen wenden, mit denen der Freisinn in den beiden anderen weimarischen Wahlkreisen ein Bündnis abgeschlossen hat, nämlich gegen die Nationalliberalen. Für diese kandidiert wieder der bekannte Lehmann, für den Bündler. Antisemiten und Konservative mit gleicher Liebe eintreten. Um für die Kolonialpolitik besser zu begeistern, haben sich die Freisinnigen in Weimar einen mit Orden und Ehrenzeichen angetanen Afrikakrieger engagiert, der die„srncktbareu Kolonien" über den grünen Klee lobt. Im Eisenacher Kreise haben die Antisemiten einen H a in- b u r g e r K a u f in a n n s j ü n g l i n g als Oberländer Bauer, mit Joppe, grüner Mütze und Schaftstiefeln ausstaffiert, der natürlich wacker für Schack eintritt. Im Jenaer Kreise schimpfen Lehniann und Tischendörfer um die Wette aus die Sozialdemokratie, und damit Tischendörfer quantitativ mehr leisten kann, kutschiert er per Auto durch den Wahlkreis. Daß die Sozialdemokratie in allen drei Kreisen sehr rührig und auf dem Posten ist, wird der 2ö. Januar beweisen. Der Wahlkampf in Nordbayern. Aus Nürnberg wird uns vom 7. Januar geschrieben: Gestern wurde in ganz Nordbayern ein Flugblatt in der Auf- läge von 700 000 Exemplaren verbreitet. Die Arbeit, die hier die Genossen freudig geleistet haben, zeugte von dem beispiellosen Opferstnn des Proletariats. Ueber die öden Steinflächen der Ober- Pfalz, durch die Talschluchten des Fichtelgebirgcs und des Franken- Wäldes, auf dem Frankenjura, in der rauhen Rhön und im Maintal, überall drangen unsere Sendboten bis zur letzten Hütte vor. Kein Hindernis war ihnen Kälte und Frost: über und durch riesige Schnee- inassen im Wind und Eis zogen unsere braven Genossen stundenlang in treuer, gewissenhafter Ersüllnng ihrer Parteipflicht. Unsere Versammlungen erfreuen sich des zahlreichsten Besuches. Die Ausnahme, die uns in den Dörfern bereitet wird, ist im Gegen- satz zu früher eine durchaus freundliche. Ergötzliche Szenen spielen sich in der ZentriimSpartci ab. In Regensburg wurde der radikal tuende Redakteur Held auf den Schild erhoben. Das wurmte den bisherigen Zentrums- devutatus Freiherrn v. Pfetten-Ramspau und der will sich partout nicht absägen lassen. Er hat sich nunmehr als zweiten ZentrumSkandidaten aufgestellt. Anfangs hieß es, er sei Kandidat des Bauernbundes, er erklärt aber jetzt im„RegenSburger Anzeiger"— dem Moniteur Heids— er betrachte seine Kandidatur nur als eine Zentrumskandidatur, doch habe er gegen die Unter- stützung der Bauernbündler nichts einzuwenden. Bereits treten die Geistlichen für und gegen den einei� oder anderen auf. Im Wahlkreis N» u n b u r g v. W. hat man glücklich eine Arbeiterkandidatur untergebracht und zwar den berühmten Nebel- horn-Alpinisten S ch i r m e r. Dieser nette„Arbeitervertreter' hatte seinerzeit als Landtagsabgeordncter. da im bayrischen Landtag über die Verkürzung der Arbeitszeit der in den Staatsiverkstätten be- schäftigten Arbeiter abgestimmt wurde, nichts Besseres zu tun, als eine Partie auf da? Nebelhorn zu unternehmen. Uebrigens rumoren die Bauern und Lokalgrößen gewaltig über diese„Arbciter'ckandidatur und so weit wir von dort Nachrichten besitzen, soll die Aufstellung einer zweiten Zentrumskandidatur auch dort im Werke sein. Der schwer erkrankte Bauerndoktor Heim kandidiert wieder in seinem bisherigen Wahlkreise Neustadt a. W.- Ii. Unsere Genossen sind in der Obcrpfalz mit einer Begeisterung an der Arbeit, wie wir sie noch nie wahrnehmen konnten. In O b e r f r a n k e n, wo uns die Kreise Hof und Bayreuth gute Aussichten bieten, wird der Wahlkampf bereits jetzt mit größter Erbitterung geführt, wozu nicht wenig daS Einareifen des be- rüchtigten Rcichsverbandes zur Berleuindniig der Sozialdemokratie beiträgt. Im H o f e r Kreis hat unsere Partei Sonnabend. Sonntag, Montag mit großen Versammlungen den Wahlkampf eröffnet. Die Ausführungen unseres Kandidaten, Genossen Simon- Nürnberg, fanden allseitig jubelnde Zustimmung. Unsere Genossen werden alles aufbieten, um den deutschen Reichstag vor dem freisinnigen Flotten- und Kolonialenthusiasten G o l l e r zu bewahren. Im Bayreuth er Kreise greifen unsere Genossen mit be- wundernswertem Eifer und Zähigkeit in den Wahlkampf ein. Lenden- lahm benimmt sich dort der Liberalismus, bedingungslos ist er unter die Fittiche des Reichsverbandes gekrochen, um das Mandat noch einmal vor unserem Ansturm zu retten. In F ü r t h- E r l a n g e u quält sich der Erkorene des Kolonial- kartellS, der Kommerzienral M a n z, im Schweiße feines Angesichts, den stutzigen Wähler» begreiflich zu machen, daß er allein der »rechte Mann" sei. ES darf erwartet werden, daß die Wähler eS bester wisten und unseren bewährten Genosten Segitz schon im ersten Wahlgang in den Reichstag schicken.,„ m,.. In A n sbach-Sch wabach riskiert der„Caligula-Professor Ouidde eine Fortsetzung seiner ewigen Durchfälle. Diesem Salondemokraten geschieht es ganz recht, daß er Kandidat des Kolonialkartclls sein muß. Der Wahlkreis wird eme Stichwahl zwischen unserem Genossen Hierl und dem konservativen Bauern- bündler Hufnagel auszukämpfen haben....... W ü r z b u r g ist als Zcntrnmssitz ziemlich gefährdet. Unsere Genossen, die tapfer arbeiten, haben gute Aussichten. So viel steht heute schon fest, daß von unseren Genosten alle Kräfte zusammengefaßt und aufs äußerste angespannt werden, um in Nordbayern unserer alten Hochburg Nürnberg noch eine Reihe weiterer Kreise anzugliederil, die im kommenden Reichstag r o t ver- treten sind.— Liste der Kandidaturen. Im RegierungsbezirkMagdeburg find an sozial- demokratischen Kandidaten aufgestellt: Salzwcdcl- Gnrdclcgen: Gcwerkschaftsbeamter Ernst Groß- mann- Magdeburg. Stendal- Osterliurg: Gewerkschaftsbeamter Adolf Decker- Magdeburg. Jcrichow I. und kl.: Stadtverordneter W i l h. H a u p t- Magdeburg. Stadt Magdeburg: Parteisekretär W i lh. P fa n n ku ch- Berlin. Wolmirstedt-Neuhaldensleben: Stadtverordneter RichardNitsch- Magdeburg. Witnzlcben: Gewerkschaftsbeamter Hern,. Silberschmidt- Berlin. Calbc-RscherSleben: Schneidermeister Adolf Albrecht« Halle. Halberstadt-Wcrnigerode: Stadtverordneter Albert Bartels- Wernigerode. Diese Ehre! Die Nationalliberalen des dritten hannoverschen Wahlkreises haben als ihren Kandidaten den— Kolonial- direkror D e r n b n r g anfgestellr. Der Wahlkreis ist der einst von Windthorst vertretene, von, bensichere hannoversche ZentrumSwahl- kreis, in dem 1903 bei 18 134 Zentrumsstiminen ganze 2149 national- liberale, 157 sozialdemokratische und 1489 national, oziale Stimmen fielen. Herr Dernburg ist also zur Rolle des Z ä h l k a n d i d a t e n gekommen! Bei der Einberufung von Versammlungen empfiehlt es sich, folgende Maßnahmen zu beachten: Da die Versammlungen meist überfüllt und infolgedessen die Hitze in den Lokalen oft eine erdrückende ist, empfiehlt es sich, schon vor Beginn der Versammlungen die Ventilation in Tätig» keit zu setzen. Weiter ist erwünscht, daS Rauchen ein st eilen zu lassen; die Redner haben jetzt so großen Krastaufwenduiigen zu entsprechen, daß jede Erleichterung für sie geboten ist. Außerdem befinden sich in jeder Versammlung eine große Anzahl Personen, die nicht rauchen, die also das Rauchen stört. Daniit der Redner aus jedem Winkel eines VersammlungS- lokales gesehen und gehört werden kann, ist notwendig, daß derselbe erheblich über der Versammlung steht. Man nehme sich die Kanzeln in den Kirchen zum Muster, die nicht zwecklos in der Höhe an- gebracht sind. Endlich ist notwendig, daß rechtzeitig für den Redner eine Erfrischung besorgt wird. Erfahrungsmäßig ist daS sehr schwer, wenn die Versammlung schon überfüllt ist und man iiut mit großer Mühe zum Büfett gelangen kann. Alle diese Maßregeln sind für einen ruhigen und ordnungS- mäßigen Verlauf der Versammlungen von Wichtigkeit. *•*/ Der Wahlkampf in der Provinz Brandenburg. Im Kreise Prenzlan- Angermünde ist die Wahlbewcgung im vollsten Gange. Die Konservativen verbreiten die Bildervogen des Reichsverbandes, ohne aber bisher durch Versammlungen an die Wähler heranzutreten. Die Kandidatur des 35 Jahre alten Alterspräsidenten des verflossenen Reichstages, Herrn v. Winter- feld-Menkin behagt einem großen Teil der Junker nicht. Es bedurste nach den Berichten der Kreisblätler großer Anstrengungen seiner Freunde, um sie durchzusetzen. Als neuer Stern am politischen Himmel ist als Kandidat der „vereinigten Liberalen" der Stadtverordnete Malermeister Stein- weg, Prenzlan, aufgetreten, der sich als Anhänger der Naumannschen Richtung bezeichnet. In einem Flugblatt, das nach der Art von Steckbriefen auch sein Bild enthält, wird er unter den byzantinischsten Wendungen als Hort gegen die feudalkonservative Reaktion den Wählern empfohlen. Für nnsere Partei kandidiert wieder der Genosse Otto Wels, der vor acht Tagen in der einzigen Stadt, in welcher uns gegenwärtig ein Saal zur Verfügung steht, Schwedt a. O., in einer von mindestens 800 Personen besuchten Versammlung die bei dieser Wahl auf dem Spiel stehenden Fragen behandelte. In Prenzlan sprach in dem dortigen Parteilokal vor Kopf an Kopf gedrängten 150 Zuhörern der Genosse Zucht- Berlin. Mehrere hundert An- wesende mußten der beschränkten Räumlichkeiten wegen umkehren. Am Sonnabend hielten die Liberalen in Schwedt ihre erste Versammlung ab. Wohl 500 Wähler waren anwesend. Der frühere Natioualsoziale Lehrer Frauendienst sowie Herr Steinweg referierren. Genossen Wels wurde die Redezeit auf 30 Minuten entgegen dem Versprechen vollster Redefreiheit beschränkt. Unter dem losenden Beifall der großen Majorität brandmarkte er die ganze liberale Jämmerlichkeit, wie sie insbesondere bei der entscheidenden Ab- stimmung über den Nachtragsetat sich offenbarte. Als Protest gegen die Beschränkung der Redezeit erhoben sich, als Wels geendet, unsere Genossen und verließen unter Hochrufen auf die Sozialdemokratie den Saal, die Herren Liberalen, etwa 80 Mann hoch, i»it langen Gesichtern sitzen lassend. Am Sonntag waren die beiden Liberalen in Oderberg, Lüders» darf und Angermünde. Zu ihrem großen Leidwesen aber mußten sie sich nach allen Orten die Begleitung unserer Genossen gefallen lasten. Sehr betreten erklärte Herr Francndienst dem Genossen Wels, als er auf die Frage:„Wollen Sie uns denn überall hin folgen?"—„Na, gewiß!" zur Antwort erhielt.„Ja, von mir werden Sie aber nicht mehr viel Neues hören können, ich bin nur auf den einen Vortrag eingerichtet." Unter solchen Umständen war cS kein Wunder, daß eS unseren Genossen leicht war. für eine gründliche Verhagelung der durch diese Versammlungen beabsichtigten liberalen Ernte zu sorgen. Zwei Flugblätter. Nummern der„Fackel" usw. sind im Kreise bereits verbreitet und werden von den Landproletariern gern entgegengenommen. Im Wahlkreise Ruppin-Templin nimmt die Wahlarbcit erfreulichen Forlgang. Zum zweitcnmale wurden am Sonntag im ganzen Kreise Flugblätter und die„Fackel" verbreitet. Beides iand freudige Aufnahme. Am selben Tage sprach der Kandidat unserer Partei. Genosse Kiesel zu Gransee im Schützenhans. Diese Versammlung war sehr gut besucht und das Referat fand freudigen Widerhall. Am Freitag referierte unser alter Genosse Stürmer in Z e h d c n i ck in einer Schifferversanimlung. die, trotzdem sie nachmittags um 2 Uhr stattfand, von ungefähr 250 Schiffern be- sucht war. Auch hier fanden die oft von Sarkasmus ge- würzten Worte gegen die vereinigte Reaktion beste Auf- nähme. Sonntag referierte Genosie H. Schulz in Rheinsberg. Dort konnte jahrelang keine Versammlung stattfinden wegen zu großer Furcht der Wirte vor Maßregelung. Die Versammlung fand zwar nur als Gewerkschaftsversammlung statt, indes steht fest, daß die Genossen, wenn sie jetzt ans dem Damm sind und den Wirt unter- stützen, auch in Rheinsberg dauernd ein Lokal haben. Bon den Gegnern haben bis jetzt erst die Konservativen ein Flugblatt ver- teilt. Es fällt ihnen l» auch schwer, wer soll das für sie machen! 68 ßl5t nur eine Partei. Seren Anhänger sich in größerer Zahl freudig in den Dienst der guten Sache stellen, und das ist die Sozial- demokratie. Der Kandidat der Freisinnigen tut ja alles mögliche, um zu retten, was zu retten ist. So sprach Herr Max Schulz in der letzten Woche in Reddelin, Beutel. Templin, Zehdeniik, Gransee, Rheinsberg. In sämtlichen Bersammlungen trat ihm unser Genosse H. Schulz entgegen. Und wie schwer den Liberalen die Aus- fiihrungen unseres Genossen im Magen liegen, beweist ein Schimpf- artikel der freisinnigen„Ruppiner Zeitung", in der Genosse Schulz als unerfahrener konfuser Wanderapostel hingestellt wird. Armer Freisinn! In allen Versammlungen gab Herr Max Schulz nur zehn Minuten Redezeit, nachdem er selbst zwei Stunden gesprochen. Und was spricht er alles! Es ist eine ziemliche Aufgabe für unsere Genossen, in allen Versammlungen den Wortschwall über sich er- gehen zu lassen. Vor dem.konfusen Zeug" unseres Genossen haben die Liberalen solchen Respekt, daß sie oft erst drei, vier, ja eine Stunde vorher die Versammlung bekanntgeben. Für uns arbeitet ja bekanntlich der gute Wind. Für Zehdenick ist noch zu bemerken, daß unsere Ge- nossen, empört über die Beschränkung der Redezeit auf 10 Minuten, den Saal verließen. Die konservative Partei hat am Sonnabend, den 6. Januar, mit ihrer Versammlungsagitation begonnen. Herr Justizrat Dietrich, der bisherige Abgeordnete des Kreises, ist in die Arena gestiegen und hat am Sonnabend in Dreetz und Hohenofen sein Programm entwickelt. Eine eigenartige Behandlung erfuhr dabei die Kolonialpolitik. Man müßte doch glauben, daß der Herr seinen Zu- Hörern den Nutzen der Kolonien vor Äugen führen würde. Nichts davon. Mit breitem Behagen erzählte er feine Reiseerlebnisse aus Ostafrika. Schade, daß er das von ihm geschossene Krokodil nicht bei sich hatte, Südwestafrika scheint für ihn nicht erwähnenswert oder die Be- Handlung dieser Frage ihm zu heikel, er glitt darüber hinweg. In beiden Versammlungen waren es die Genossen Krasemann und Ralow, die den Konservativen ihr Sündenregister vorhielten. Und der Beifall der Anwesenden, nicht allein der Arbeiter, bewies die Richtigkeit ihrer Ausführungen. In Sievers- darf wollte der Vorsitzende, der durch' seine berühmte Be- Handlung der � Fürsorgezöglinge sattsam bekannte Pastor Rohr, unseren Genossen Krasemann hinausweisen, weil er nicht in das übliche Hoch einstimmte. Allein er schaffte es nicht. Auch die von den Konservativen in Koritz und Neustadl a. D. am Sonntag ab- gehaltenen Versammlungen waren von Arbeitern und Kleingewerbe- treibenden gutbesucht und auch hier wurde Herr Dietrich von unseren Genossen abgeführt. Ueberall herrscht eine begeisterte Stimmung, die dafür Gewähr bietet, daß wir ein gewaltiges Stück vorwärts kommen. Reue offiziöse WiMaufiacken. Die„ N o r d d. A l l g. Ztg." scheint ihrem D e r n» bürg er jetzt täglich eine Plauderccke an der Spitze ihres Blattes einräumen zu wollen. Das famose Premier «Die kolonialen Möglichkeiten" in der gestrigen Abendnummer des offiziöser. Blattes scheint nämlich wiederum aus der Feder des Herrn Dernburg zu stammen. Ist es doch ebenso tollkühn im Prophezeien wie weitherzig im Gebrauch der Zahlen, die für ihn keineswegs „hartnäckige Tinger" sind, sondern Objekte zu den hals- brecherischsten Jongleurkünsten. Das kolonialdirektoriale Artikelchen entrüstet sich darüber, daß Herr Erzberger spöttisch von den„Möglichkeiten" gesprochen habe, die in den Kolonialprospckten der Regierung eine so abenteuerliche Rolle spielen. Man solle sich doch nur die EntWickelung der Kapkolonie vergegenwärtigen, um auch die„Möglichkeiten" der Eut- Wickelung Teutsch-Ostafrikas nicht kleinmütig zu unterschätzen. Die„eigentliche 5kapkolonie" sei nur halb so groß wie unser Wüst-West— und was sei aus ihr geworden! Besitze sie doch allein einen Außenhandel von rund 700 Millionen. Zunächst gestatten wir uns festzustellen, daß die„eigent- liche Kapkolonie 535 000" Quadratkilometer umfaßt, also nicht halb so groß ist wie unser Südwest, das 823 000 Quadrat- kilometer umfaßt, sondern zwei Dritteln dieses Gebietes gleichkommt. Die„ e i g e n t l i ch e K a p k o l o n i e" hat auch keine 700 Millionen Aiißenhandel, da(im Jahre 1904) sich unter einer Gesamtausfuhr von 520 Millionen Mark allein eine Ausfuhr von Diamanten und Gold in Höhe von 329 Millionen befand, die nicht aus der„eigentlichen Kap- kolonie", sondern hauptsächlich aus dem der Kapkolonie ein- verleibten East Griqualand staminte! Im übrigen aber ist es grenzenloser Hnmbug, unser Südwest mit der Kapkolonie oder irgend einer der übrigen britischen Kolonien Südafrikas zu vergleichen. Hat doch selbst der Hänge- Peters erklärt, daß sich Deutsch-Südwest- a f r i k a nicht entfernt mit den schlechtesten Teilen Britisch- Südafrikas vergleichen lasse. Wie berechtigt dies Urteil ist, geht schon aus der Bevölkerungsstatistik dieser Kolonien hervor. Auf den 823 999 Quadratkilometern Deutsch- Südwestafrikas lebten vor dem großen Ausrottungsfeldzuge höchstens 299 999 Eingeborene; in der Kapkolonie mit ihren 713 999 Quadratkilometern dagegen 1904 1 825 999 Ein- geborene, außer 580 000 Weißen l Die gesamten britischen Besitzungen in Südafrika umfassen 2 879 000 Quadratkilometer mit einer Gcsanitbevölkcnmg von 5 724 999! Die B e- völkerungsdichtigket't Britisch-Südlvestafrikas ist also zirka sechsmal so groß wie die Deutsch-Südwcstafrikas! Wobei zu berücksichtigen ist, daß durch endlose Kriege unter der Ein- geborencnbevölkerung furchtbar aufgeräumt worden ist! Es ist aber selbstverständlich kein Zufall, daß in Deutsch-Südwest die Bevölkerungsdichtigkcit eine so geringe ist. sondern diese Tatsache findet ihre Eklärung einfach darin, daß unser Südwest eiufach eine hoffnungslose Wüste ist! Britisch-Südwestafrika ist also etwas ganz Anderes, als unser famoses Wüstwest. Ob trotzdem das englische Volk irgend welchen Gewinnst von.seinen südwestafrikanischen Be- sitzungcn hat, ist mehr als fraglich. An Getreide und Vieh produziert das Land nicht einmal so viel, um seinen eigenen Bedarf decken zu können I Dagegen muß es' bedeutende Mengen dieser Artikel e i n f ü h r e n I Und wenn sich auch die Handelsziffern ganz stattlich ausnehmen, so muß doch berücksichtigt werden, daß England für Südwestafrika infolge der zahllosen Kriege ungezählte Millinrden geopfert hat, allein für den letzten Burenkrieg 3999 Millionen Mark! Hinzu- kommt, daß England auf eigene Kosten in Südafrika 20 000 Mann Truppen unterhält, die ihm jährlich mindestens 100 Millionen kosten. Und wenn dergestalt selbst Britisch- Südafrika einen höchst zweifelhaften Wert für England dar- stellt— um wieviel sinnloser ist Deutschlands Südwest- afrika-Politik! Doch weiter in Dernburgs Münchhausiade. Es wird darin gesagt, daß Erzberger mit 10000 Großfarmern rechne. Er berücksichtige aber nicht, daß auf einer Kleinansiedelung von 19 Hektar ebensoviel Menschen leben könnten, wie auf einer Großfarm von 7000 Hektar. Eine Klcinfarm von 10 Hektar in Wüst-West! Man möckite bersten vor Lachen! Als ob die südwestasrtkanische Stepve fettes holsteinisches Marschland wäret Im Gegenteil: die Gewährsmänner Erzbergers rechnen noch viel zu optimistisch. 7000 Hektar sind durchschnittlich noch viel zu wenig für eine Farm. Ist doch, wie wir kürzlich mitteilten, Farmern mit 10—20000 Hektar ihr Vieh ver- hungert! Aber selbst wenn 7000 Hektar ausreichten, käme man nimmermehr auf 19 999 Farmen l Denn 10 000 Farnren a 7000 Hektar ergeben 70 Millionen Hektar. Da 100 Hektar gleich 1 Quadratkilometer sind, müßte also die zu Farmzivecken verwendbare Bodenfläche in Südwestafrika von den 823000 Quadratkilometern nicht weniger als 700000 Quadratkilometer umfassen. Der Landeskommissar Dr. R o h r b a ch hielt aber höchstens vier Siebentel der Gesamtfläche, also nur 450000 Quadratkilometer, für ver- wendbar zu Vichzüchterzwccken I Nicht 10000 sondern höchstens 5999 Kolonialagrarier könnten also nach Jahrzehnten in Wüst-West angesiedelt werden l Und zur Heranzüchtung von 5999 Kolonialjunkern soll das deutsche Volk verschiedene Milliarden blechen! Es bedankt sich für solche Südfrüchte! Schließlich meint die Dernburgsche Münchhausiade, die Regierung rechne ja auch in Deutschland' mit bloßen„Möglich- leiten". Habe sie doch im Rheinland 40 Millionen für Berg- werks-Mutungen ausgegeben, und biS zur Hebung der Boden- schätze müßten abermals 60—70 Millionen vorgestreckt werden. Nun. diese Mutungen beruhen auf etwas soliderer Basis als die kolonialen Mutungcn nach Gold und Diamanten. Die preußische Regierung erwirbt erst dann im Rheinland Kohlcngebiete, wenn sie nlibanfähige und rentable Kohlenflötze durch Bohrungen festgestellt hat. Unsere süd- westafrikanischen„Mutungen" beruhen aber völlig auf aben- leucrlichen Vcr-„Mutungen" I Das ist der kleine Unter- schied I Und da das deutsche Volk bei der peinlichsten Wahrschein- lichkeitsrechrrung feststellen muß, daß es sich bei einem Herein- fallen auf die kolonialen Schwindel-Prospekte nur fürchterlich ver spekulieren würde, lehnt es höflich aber entschieden alle kolonialen Dernburgiaden und Münchhausiaden ab! Politische Oeberftebt. Berlin, den 8. Januar 1907. Znr Vertagung eröffnet! Die Thronrede, mit der der Ministerpräsident Fürst Bülow am Dienstag den Landtag eröffnete, zeichnet sich durch ihre Jnhaltlosigkeit vor allen Thronreden der letzten Jahre aus. Kaum mit einem Worte wird darin der allgemeinen politischen Lage Erwähnung getan, nur ganz am Schluß wird auf die„ernste Zeit" hingewiesen, in der der Landtag seine Arbeiten wieder aufnimmt, und dem unerschütterlichen Vertrauen der Regierung Ausdruck ge- geben darauf, daß die„auf die Festigung und Entwickclung unserer Verhältnisse gerichteten Bestrebungen der Regierung bei den Mit» gliedern des Landtags wie bisher eine hingebende und tatkräftige Unterstützung finden werden". Ein wahrer Segen, daß die Re- gicrung sich in dieser ernsten Zeit wenigstens auf die dreimal ge- siebten Mitglieder des Abgeordnetenhauses und auf die edlen und erlauchten Herren stützen kann, die im Herrenhause ein Unter- kommen auf ihre alten Tage gefunden haben.' Im übrigen begnügt sich die Thronrede damit, die günstige Finanzlage des Staates hervorzuheben, den Unterbeamten und Staatsarbeitcrn einige Versprechungen zu machen und neben einer Reihe kleinerer Vorlagen eine neue Polcnvorlnge anzukündigen. Wie stets, wenn es sich um sogenannte„nationale" Aufgaben handelt, nimmt die Regierung hierbei den Mund recht voll: „Die gegenwärtige Lage in den östlichen Provinzen zeigt deutlicher denn je, daß Preußens geschichtliche Aufgabe der Stärkung des Deutschtums in diesen LandeSteilen zu ihrer Lösung die ernstesten Anstrengungen erfordert. Die königliche Staatsregicrung hält die kraftvolle und be- harrliche Durchführung der zur Erfüllung dieser Aufgabe eingeleiteten staatlichen Maßnahmen für unbedingt notwendig. Sie wird dem Landtage eine entsprechende Gesctzesvorlage unterbreiten." Das ist alles, waS an gesetzgeberischen Maßnahmen für die laufende Session beabsichtigt ist! Ueber die wichtigste Forderung, deren Erfüllung das Volk gebieterischer denn je heischt, über den Ersatz des Dreiklassienwahls y st e m S durch das all- gemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht schweigt sich die Thronrede völlig aus— ein Beweis dafür, wie wenig die Re- gierung mit dem Volke denkt und fühlt und wie sehr sie sich einzig und allein als Sachwalterin der Interessen der Besitzenden be- trachtet! Die Agitation, die das Proletariat für die Erringung des gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts entfaltet hat, ist für die Regierung nicht vorhanden; der Sturm der Entrüstung, der das Volk ob des ihm angetanen Unrechts ergriffen hat, läßt das Ministerium Bülow kalt. Das Volk wird sich das merken und bei der bevorstehenden Reichstagswahl der Regierung seine Meinung so deutlich sagen, daß ihr Hören und Sehen vergeht! Aber auch die Beamten, die man durch eine kleine Gehalts- aufbcsscrnng einfangen zu können glaubt, werden nicht den Lock- rufen der Regierung folgen und sich als Stimmvieh für die Par- teien gebrauchen lassen, denen die Sonne des Fürsten Bülow scheint. Gewiß, es klingt ja recht schön, wenn man hört, daß 14 Millionen Mark für Gehaltsaufbesserungen ausgesetzt sind. Aber diese Auf- besserungen bezichen sich in der Hauptsache nur auf einzelne Kate- gorlen von Beamten, die im Außendienst tätig sind, während für die am geringsten besoldeten Unterbeamtcn so gut wie nichts abfällt, sie werden mit Almosen abgefunden. Es ist nämlich ein Fonds von 3 Millionen Mark in den Etat des Finanzmini- steriums eingestellt, der dazu dienen soll,„die Fonds für Unter- stützungen von Unterbeamten in allen Verwaltungen behufs Ver- Wendung zugunsten der am geringsten besoldeten Unterbeamten einmalig angemessen zu verstärken". Und damit glaubt die Regierung ihre Pflicht erfüllt zu haben, obwohl sie selbst zugeben mutz, daß die Unterbeamten unter der Steigerung der Preise vieler Lebensbedürfnisse schwer zu leiden haben. Wie großmütig ist doch eine Regierung, die durch ihre Wucherpolitik Taufende von Milli- onen einheimst und dann gnädigst einige Prozent ihren Beamten überweist, deren Lebenshaltung gerade durch die Rcgierungspolitik verteuert wirdl Für die zahllosen Unterbeamtcn ganze 3 Milli- onen— zur Verstärkung des Dispositionsfonds zu Prämien bei Pferderennen allein eine halbe Million! Diese Gegenüberstellung spricht Bände, sie zeigt, wie die Regierung die Beamten einschätzt, auf deren.Patriotismus" bei den Wahlen sie rechnet! » An die Verlesung der Thronrede im Weißen Saal schlössen sich geschäftliche Sitzungen beider Häuser des Landtags. Das Herrenhaus beschränkte sich auf die Feststellung der Beschlußfähigkeit und die Wiederwahl seines bisherigen Präsidiums. während im Abgeordnetenhause der Finanzminister Frei- Herr von Rheinbaben den Etat einbrachte. Wir kommen auf die Einzelheiten des Etats später zurück und begnügen uns vor- läufig mit der Mitteilung, daß die Finanzlage des preußischen Staates nach dem eigenen Zugeständnis des Ministers eine glän» zende ist, die Ueberschüsse übertreffen in fast allen Verwaltungen die früheren Schätzungen. Der Staat schwimmt förmlich in Gold. Daß er trotzdem für Knlturaufgaben nicht viel übrig hat, versteht sich von selbst. Das entspricht der preußischen Tradition. Auch der Finanzminister unterließ es, allgemeine politische Betrachtungen in seine Rede einzuflechten. Es scheint, als ob zwischen Parteien und Regierung ein Uebereinkommcn darüber er« zielt ist, jeden Ausblick in das Gebiet der Politik streng zu ver- meiden und sich nur auf die Erörterung des Etats im eigentlichen Smne des Wortes zu beschränken. Am Freitag soll die erste Lesung des Etats beginnen, und schon am Sonnabend soll sie be- endet sein. Dann will sich der Landtag bis nach den Reichstags- wählen vertagen! Ahnen die Herren vielleicht, daß die Sozialdemo. kraten ihre Reden ausnutzen werden? Das tun wir auf alle Fälle, mag nun der Landlag beisammen sein oder nicht. Im Landtage haben die Scharfmacher bekanntlich niemals aus ihrem Herzen eine Mördergrube gemacht, hier haben sie ihre Volksfeind- lichen Pläne enthüllt, hier haben sie gegen das Reichstags- Wahlrecht gewettert, ja sogar den Staatsstreich empfohlen» hier sind sie gegen das Koalitionsrecht zu Felde gezogen, hier haben sie dem Volke das Bereinörccht noch mehr zu verkümmern gesucht, hier haben sie es gewagt, eine kriminelle Bestrafung des Kontraktbruchs ländlicher Arbeiter zu fordern, hier haben sie die Schule der Kirche ausgeliefert» hier haben sie die Politik der Aus- Plünderung der Massen inauguriert! Mögen die Herren sich also jetzt immerhin Schweigen auferlegen, ihre früheren Reden und ihre bisherigen Taten genügen vollauf, um sie, die Vertreter der bürger- lichen Parteien, die jetzt um die Stimme des Volkes buhlen, zu kennzeichnen als das, was sie sind, als Bollsfeinde» Bolksaus- Plünderer, Bolksverrätcr!—_ Die Folgen der deutschen Zollpolitik. Der deutsche Reichskanzler hat in seinem Silvestermanifest be- hauptet, daß schon„mancher freisinnige Mann" ihm unter vier Augen zugegeben hätte, daß die neuen Handelsverträge auch für die städtischen Interessen nicht ungünstig gewirkt hätten; jedenfalls müßten auch die Gegner der Handelsverträge anerkennen,„daß sich Handel und Industrie fortdauernden Ans- schwungs erfreuen". Bülows Psychologie ist so völlig kapitalistisch verseucht, daß er auch nicht einen Moment daran denkt, daß seine Ver« stcherung, der Profit sei ungeschmälert geblieben, doppelt aufreizend wirken muß in dem Zeitpunkt sortdauernder, immer unerträglicher werdender Verteuerung aller notwendigen Lebensmittel, be- sonders des Fleisches und des Brotes. Wachsender Profit jawohl, aber gleichzeitig— und das verschweigt natürlich die neueste Akquisition des RcichßverbandeS— abnehmendeKauf- kraft des Geldes, Sinken des Reallohnes. Ver- schlechter un g der Lebenshaltung der breiten Massen, der Arbeiter und der Beamten I Das ist allerdings die Wirkung der Handelsverträge. In einem Moment einer aufsteigenden Konjunktur, die diesmal viel allgemeiner ist als Ende der VOe'r Jahre, sowohl was die örtliche Verbreitung über fast alle Staaten, als auch was ihre Ausdehnung über fast alle Produktionszweige anbelangt, haben die deutschen Handels» Verträge für die Kapitalisten vorläufig nicht allzuviel Schaden an- gerichtet. Den Hauptgewinn haben die Agrarier, die die Preise sämtlicher landwirtschastlichen Produkte in die Höhe treiben konnten. Die gesteigerte Kaufkraft der Landeigentümer kam jedoch auch dem Absatz der Juduftricerzeiigiiisse auf dem inneren Markt zu- gute. Die erhöhten Zölle auf Jndustrieprodukte erlaubten vor allem den kartellierten Industrien, ihre Preise in die Höhe zu setzen und die konsumierende Bevölkerung sich tributpflichtig zu machen. Die Wirren in Rußland hinderten die russische Industrie an jeder Entfaltung, brachte viele Betriebe auf kürzere oder längere Zeit zum Stillstand und zwangen den russischen Markt sich im Ausland, zum größten Teil in Deutschland zu versorgen. Für die Agrarier und Kapitalisten hat so die Hoch- lonjunktur die üblen Folgen der Handelsverträge vorläufig über- wunden. Freilich nicht vollständig. Trotz der erweiterten Aufnahms- fähigkeit des inneren Markts kann man eine beständige Aus- Wanderung deutscheil Kapitals ins Ausland, die Errichtung aus- läiidischer Filialen konstatieren. Auch das geniert den Kapitalisten nicht, dem eS gleichgültig ist wo die Fabriken liegen, aus denen er seinen Profit bezieht, während der deutsche Arbeiter durch diese nationale Politik entweder brotlos oder zur Auswanderung ge- zwungen wird. Hat die Hochkonjunktur für die Besitzenden die ungünstigen Folgen der HandelSpolitil vorläufig in den Hintergrund treten lassen, hat sie den Reichsten unter ihnen, den Großagrariern und den Kartell- Magnaten die rücksichtslose Ausnutzung der Konjunktur durch Herauf- setzung der Preise ihrer durch den Zoll vor ausländischer Koir» kurrenz sorgsam geschützten Waren erlaubt, so lastet auf den Nicht- besitzenden mit um so größerer Wucht die fortwährende Ver- teuerung des Lebensmiterh altes. Für sie, für die industriellen Arbeiter aber auch für alle auf feste Bezüge angewiesenen Beamten und für die in der einen oder anderen Form dem Kapital hörigen Handwerker- kreise hat die Zollpolitik allerdings die schlimmsten Folgen. Noch nie hat eS eine so gute und so glänzende Kon- junktur in Deutschland gegeben. Aber noch nie hat die Arbeiterschaft an dieser glänzenden Ver- mehrung des Reichtums so wenig Anteil nehmen können. Das einzig Gute, daZ sie für die �Arbeiter im Ge- folge gehabt hat, ist die Einschränkung der Arbeitslosigkeit. Aber alles, was sonst die Arbeiterschaft im mühsamen Kampfe, unter fortlvährenden Opfern sich von den Unternehmern erkämpft, wird ihr fort und fort entrissen durch die beständige Teuerung, vor allem der landwirtschaftlichen Produkte, die in erster Linie die Zollpolitik bewirkt hat. _ Die Handelsteile aller Zeitungen sind jetzt erfüllt von den Berichten über die glänzende Ernte, die das Kapital im Jahre 1906 eingeheimst hat und von den nicht minder glänzenden Aussichten, die daS Jahr 1007 verspricht. Und auf der anderen Seite verstummen in den Spalten der Arbeiterzeitungen nicht einen Tag die Klagen über die zunehmenden Lasten, die den ewig vom Defizit bedrohten proletarischen Haushalt auferlegt sind, erzählt jeder Tag von neuen Teuerungen, neuen Erschwerungen des mühseligen Lebens. Alle diese Klagen ertönen aber während einer glänzenden Konjunktur, zu einer Zeit vollster Beschäftigung der Industrie, Ivo wenigstens das schlimmste aller Uebel, die Arbeits« losigleit zurückgedrängt ist. Wie soll daS erst werden, wenn die unver- meidliche Depression eingetreten ist? Darauf gibt Bülow natürlich keine Antwort. WaS kümmert auch einen„providentiellen, allein vcrantwort- lichen Staatsmann" vom Schlage eines Bülow ein Ereignis, das erst in zwei oder drei Jahren eintreten wird. Soweit denken die neu- deutschen Staatsmänner nicht voraus. Sie süid froh, wenn sie bis zum nächsten Jagdausflug gesichert sind. Aber diese Folgen sind nichtsdestolveniger klar und sicher. Die Depression wird die Leiden des Proletariats vermehren um das schrecklichste von allen, die Arbeitslosigkeit. Sie wird seine Wider- standskraft gegen das Unternehmertum verringern, seinen Lohn in vielen Zweigen kürzen» seine Erhöhung überall ewe Zeitlang unmöglich mache» oder aufs äußerste«ttälcae». Dagegen werden die hohen Preise, vor allem die Preise der landwirtschaftlichen Produkte nicht zurückgehen. Der hohe Zoll, die Sperrung der Grenzen bleiben wirksam und sollen ja nach Bülow für die nächsten zehn Jahre und womöglich für alle Ewigkeit außer aller Diskussion bleiben. Ebenso suchen die Kartelle, vor allem bas Kohlensyndikat, mit allen Mitteln die Preise hoch zu halten. Dazu wird sich eine verstärkte Auswanderung der Industrie gefellen, für die der heimische Markt nicht mehr genügend aufnahmsfähig ist und gegen die sich das Ausland, durch die deutsche Zollpolitik provoziert, gleichfalls durch Zölle abgeschlossen hat. Ver= mehrte Arbeitslosigkeit, berminderte Wider. standstraft des Proletariats, aber Fortdauer ber Zeuerung der wichtigsten Lebensmittel, bas sind die Folgen der Handelsverträge, die während der Depression sich zeigen werden. Das ist die Politit, für die Bülow die Verantwortung übernommen. hat und über die das deutsche Volt am 25. Januar zu urteilen haben wird. Diese Bolitit haben Zentrum, Konservative und Nationalliberale mit Begeisterung unterstützt. Den Bekämpfern dieser Politik, der Sozialdemokratie, ist die freisinnige Volkspartei schmählich in den Rücken gefallen. Die breiten Massen der Nation sollen schlecht ernährt bleiben, follen von den Genüssen einer sich immer großartiger entfaltenden Kultur ausgeschlossen bleiben, um den Reichtum, den sie schaffen, zum Monopol einer Handvoll Agrarier und Kartellmagnaten zu machen. Das ist die nationale Politit, wie sie Bülow meint. Wer aber wirklich für die große Masse der Nation, für ihre Hebung in der kapitalistischen Gesellschaft und für ihre schließliche Befreiung eintreten will, der wird am 25. Januar für die Sozialdemokratie ftimmen. Deutsches Reich. Jacke wie Hose! Dernburg und Erzberger eine Couleur! Bir nagelten vor einigen Tagen die kolonialen Umfallsgelüfte des Zentrums fest. Hatte doch Herr Erzberger die Erklärungen des Zentrumsabgeordneten Spahn am 13. Dezember so gedeutet, als ob zu den 2500 Mann Schuhtruppen, auf die nach dem Zentrumsantrage die füdwestafrikanische Schußtruppe nach dem 1. April 1907 tunlichst vermindert werden sollte, das Zentrum auch noch 5500 Mann Polizeitruppen zu bewilligen geneigt sei. Herr Erzberger rechnete dabei eine Ersparnis von 53 Millionen heraus, da ein Polizeifoldat statt 10 000 m. wie ein Schustruppler, nur 6000 M. foste, die nach dem Zentrumsvorschlage in Südwest bleibende Waffenmacht also nur 47 Millionen statt 80 Millionen pro Jahr erfordere. " Die Nordd. Allgem. 3tg." macht nun heute unter der Stichmarke„ Warum keine Polizeitruppe" eine überaus interessante Gegenrechnung auf. Das offiziöse Organ berechnet, daß ein Polizeifoldat allerdings nur 4260 W. foste, allerdings abzüglich aller Ausgaben für Pferde, Artillerie, Maschinengewehre, furz den ganzen technischen Betrieb. Ziehe man diese Ausgaben von den Kosten der militärischen Truppe ab, so foste auch da nur ein Soldat 4500 Mark! Also auch 8000 Mann Polizeitruppen, die das Zentrum zu bewilligen bereit ist, würden uns jährlich 80 Millionen Mark tosten! Polizeitruppe oder Schutztruppe ist also Jacke wie Hose. Wer also die finnlose Geldverschleuderung für Südwest bekämpfen will, muß sowohl gegen Dernburg wie gegen Erzberger schlagen! Freifinnige Kneifer! wenn die erle sich herausnehmen, in die Kommando- 1 schlesischen Kohlenhandel ein. Der Fiskus erlangte Kenntnis von gewalt des Kaisers eingreifen zu wollen, ich sage, es ist eine den Erzählungen und vermutete, daß einer seiner Beamten glatte, pure Unverschämtheit. Wenn man sieht, dem K. Material übergeben haben müsse. In dieser Vermutung was das Zentrum und die Sozialdemokraten im Reichstage alles wurde er dadurch gestärkt, daß einer der Zeugen damit renommierte, getan haben, dann wird man einsehen, daß es wirklich die höchste daß St. mit einem„ Aftenstück" zu ihm gekommen sei, in das er Beit war, einen eifernen Besen zu nehmen und den Kerls ge- Einsicht genommen hätte. Interessant an dem Verfahren ist, daß hörig auf die Finger zu klopfen..... Und nun die Immunität. Denken Sie sich, da haben die der Beamte, der den Vertrauensbruch begangen haben soll, Sozialdemokraten in den letzten Tagen einen Antrag ein- nicht ermittelt werden konnte. Seine Ermittelung ergebracht zu Artikel 3 der Reichsverfassung, wonach Mitglieder hofft man vielmehr erst aus dem Verfahren gegen K., der übrigens des Reichstages, des Landtages und der kommunalen Körper- ganz entschieden bestreitet, daß ein königlicher Beamter schaften auf Grund ihrer Mandatsinhaberschaft ihr Zeugnis vor ihm die Dienste geleistet hätte. Von geringerer BeGericht verweigern fönnen und alle in ihrem Besize befindlichen deutung ist der zweite Fall, die Auslieferung der Lohnstatiſtit, Gegenstände der Beschlagnahme entzogen werden. Da soll der deren amtlicher Charakter recht zweifelhaft ist. Die Statistik ist Deibel wissen, was ein Sozialdemokrat alles in seinem eine Arbeit des Berg- und Hüttenmännischen Vereins und stüßt Besitz hat. Sie können sich Dynamitbomben zulegen und sagen nachher, sie sind ihnen überwiesen worden in ihrer sich auf die Umfragen bei allen oberschlesischen Werken. Hätte der Eigenschaft als Reichstagsabgeordnete." Beamte eines privaten Werkes diese Statistik herausgegeben, fo Herr v. Kröcher hat einst im Parlament einen, starten, wenn hätte man sich damit abfinden müssen. Wenn aber ein Beamter auch dummen Staatsmann zur Vernichtung der Sozialdemokratie der fiskalischen Verwaltung den Mißbrauch treibt, so ist das Vergefordert. Vielleicht wollte er mit seiner Salzwedeler Rede den rat amtlicher Schriftstücke. So deduziert wenigstens die Beweis erbringen, daß er die beiden von ihm verlangten Eigen- Beuthener Staatsanwaltschaft. schaften, wenn auch die letztere in höherem Maße als die erstere, besitzt. Krieg im Zentrumslager. Beamtenkaperei. Wie die Regierung und die Nationalliberalen, suchen auch die Freisinnigen dadurch die Beamten als Wähler für ihre Kandidaten einzufangen, daß sie plötzlich für GehaltsDer Wahlkreis Arnsberg Olpe Meschede ist zwar erhöhungen eintreten. Die beiden freisinnigen Fraktionen des Absicherer Zentrumsbesitz, Gegner gibt es nicht für die Ultramontanen. geordnetenhauses haben beschlossen, außer dem bereits mitgeteilten Dennoch aber entspinnt sich dort seit dem Tode Reichenspergers Antrag auf Einführung des allgemeinen, gleichen und direkten ( 1892) bei jeder Reichstagswahl ein heftiger Kampf zwischen zwei Wahlrechts für das Abgeordnetenhaus einen Antrag einzubringen, Bentrumsfandidaten. Herr von Detten ist der Kandidat der in welchem die Staatsregierung ersucht wird, in Rücksicht auf die besseren" Katholiken, Herr Johannes Fusangel der Kandidat herrschende Teuerung eine Erhöhung der Gehälter der der kleinen Leute und Arbeiter, die ihrem Erkorenen eine reichliche mittleren und unteren Staatsbeamten, sowie Majorität von 15 000 Stimmen sichern, während sein Gegner sich mit der in Staatsbetrieben beschäftigten Arbeiter 4000 Stimmen begnügen muß. Il nser Kandidat", so hieß es in einem eintreten zu lassen. im Jahre 1898 von der Fusangel- Partei verbreitetem Flugblatt, ,, konveniert dem Zunfertum und feinem Anhängsel nicht, er ist verhaßt beim Großgrundbesize, dem Junkertum, dessen Lakaien und den oberen Zehntausend, weil er ein Herz für den Unterdrückten, den Staatsbürger vierter Klasse hat, und für den kleinen Mann und Mittelstand in Wort und Schrift eintritt, wenn man diesem sein elendes Recht noch weiter zu verffimmern beabsichtigt. Das Sauerland ist genügend von der Ausbeutung und Mache der Großgrundbefizer unterrichtet, alte Burgen und Raubschlösser mahnen auch hier an die Vergangenheit und warnen das jüngere Geschlecht ſtets, die eroberte Freiheit durch Gleichgültigkeit und Liebedienerei wieder preiszugeben." Nach den Wahlen dürfte sich, wie, frühere Erfahrungen beweisen, diese Besorgtheit wieder beträchtlich vermindern. Neue Menschenopfer für Wüst- West. Ein Telegramm aus Windhuk meldet: Anton Ostertag, geboren am 26. August 1884 zu Ziemetshausen, am 1. Januar 1907 auf Patrouille bei Daffiefontain gefallen. Am 1. Januar 1907 an Krankheiten gestorben: Gefreiter Gustav Voigt, geboren am 28. Oftober 1876 zu Lichtenberg, in man ke, geboren am 18. Februar zu Wismar, im Lazarett Keetder Krankenſammelstelle Rehoboth an Typhus. Reiter Paul manshoop an Typhus und Storbut. Seit 25. Dezember 1906 bei Otjeamongombe vermißt: Gefreiter Nun hat sich aber unes Fusangel durch sein Verhalten bei Robert Trichterborn, geboren am 4. November 1882 zu der Ersatzwahl in agen- Schwelm, wo er der Parteiparole ent- Ganglofffömmern. gegen für Wahlentyaung eintrat, dann seine Streitigkeiten mit feinen ultramontanen Verlegerkollegen, die sich bis in den GerichtsDrudfehler- Berichtigung. In die Notiz Prozent Natio. faal fortsetzten, bei der Provinzial- Parteileitung derart mißliebig fich ein Druckfehler eingeschlichen. In der 16. Beile muß es heißen nalismus" der gestrigen Nummer( Hauptblatt, britte Seite) hat gemacht, daß seine Abfägung beschlossen wurde. Zu diesem Zwecke Kanalprojekt" statt" Stolonialprojeft". Der betreffende Sat wurde das Wahlfreisfomitee reorganisiert", d. h. so gestaltet, daß lautet also:„ Nur aus diesem Grunde, nur aus dem kleinlichen Neid eine für Fusangel ungünstige Mehrheit herauskam. Sodann erging auf Bremens Stellung als Export- und Importplak, ereiferte fich an den unbequemen Zentrumsmann ein Ultimatum, in dem Fusangel Hamburgs" nationale" Kaufmannschaft gegen das„ Kanalaufgefordert wurde, bis zum 4. Januar 1907 zu erklären, daß er projekt". sich den Beschlüssen des Wahlkreiskomitees bezüglich der Reichstags| kandidatur fügen und entgegen den Beschlüssen des Komitees teine Schritte zur Wahl tun werde. Fusangel erklärte darauf in seiner Westfälischen Volkszeitung", daß die Kandidatenfrage Sache des Wahlkreises sei; er weise die Zumutungen des Provinzialkomitees zurück und nehme den Kampf auf. " Ausland. Frankreich. Ministerrat. Paris, 8. Januar.( W. T. B.) In einem heute im Elisée abgehaltenen Ministerrat legte der Minister des Aeußeren Bichon den Er teilte ein Telegramm Stand der Marrottoangelegenheit dar. Am Sonntag hat nun das Wahlfomitee des Kreises über die des Gesandten Regnault des Inhalts mit, daß Raisuli aus Zinat Der Freisinn hat bekanntlich im preußischen Abgeordneten Kandidatenfrage verhandelt. Nicht weniger als acht Namen standen zu den Wadras entfloh und daß dieser Stamm mit dem Kriegs Hause den Renommierantrag eingebracht, in Preußen das all- auf der Kandidatenliste; sechs davon wurden ausgeschieden, es minister Gebbas über die Bedingungen der Uebergabe dieses Abengemeine und gleiche Wahlrecht einzuführen. Nun ist aber das Ab- blieben Johannes Fusangel Arbeitersekretär teurers verhandle. Zwei Spanier, die von Raisuli gefangen gegeordnetenhaus nur einberufen worden, um nach zweitägiger Beder. Während der Beratungen traf ein Telegramm von dem nommen und mit fortgeführt worden waren, entflohen wieder und Verhandlung wieder nach Hause geschickt zu werden! Der frei- früheren Abgeordneten Herold ein, daß Fusangel aus dem fehrten nach Tanger zurüd. Kriegsminister Picquart berichtete sinnige Wahlrechtsantrag fällt damit glatt unter den Tisch! Wie Provinzialwahlkomitee ausgeschlossen worden sei. Das scheint geüber seine Reise nach Tunis. aber stellt sich nun der Freisinn zu dieser Posse? Die Boss wirkt zu haben, denn bei der Abstimmung erhielt Becker 54, FusBeitung" schreibt: angel nur 14 Stimmen. „ Es wird als selbstverständlich erscheinen müssen, Fusangel ist ein Querkopf, der so leicht seine Position nicht aufdaß die Sigungen des Abgeordnetenhauses in turzem ausgesetzt gibt. Wenn er wirklich den Stampf aufnimmt, dann fann es im werden, damit die Mitglieder sich der Wahlbewegung widmen können, sei es, daß sie Kandidaturen für den Reichstag über- alten Reichenspergerschen Wahlkreise noch zu artigen Ueberraschungen nommen haben, sei es, daß sie in der Parteiorganisation tätig fommen. Denn die Abstimmung im Wahlkomitee ist nicht maßfind. Je wichtiger der Wahlkampf ist, um so weniger dürfen ihm gebend für die Stimmung und das Verhalten der Wählermassen. die preußischen Abgeordneten durch parlamentarische Arbeiten entzogen werden." Der Wahlkampf zugunsten der Kolonialabenteurerei und der agrarischen Volksaushungerung erscheint also dem Freifinn wichtiger, als der Protest gegen die preußische Dreiklassenschmach! Das ist echt freisinnig! Staatsstreichsheter! " Parlamentarischer Maulkorbzwang. und Seminaren zur Verfügung gewesenen Gebäude im allgemeinen Kultusminister Briand gab bekannt, daß die bisher den Bischöfen für Unterrichtsztvede oder für die Schaffung von Museen be ftimmt würden. Nächsten Donnerstag wird der Ministerrat die Organisation der drahtlosen Telegraphie und den Gesetzentwurf betr. Abschaffung der Kriegsgerichte beraten. Paris, 8. Januar. Das Ergebnis der indirekten Steuern für den Monat Dezember 1906 beträgt 14 498 400 Frants mehr, als im Budget veranschlagt worden sind, und 4 997 600 Frants weniger als in gleichen Monaten des Vorjahres. Die Mindereinnahme der Post allein beträgt 4075 800 Frants. England. Französisch- englischer Vertrag. Eingegangene Druckschriften. " Neue Gesellschaft". Sozialistische Wochenschrift. Heft 14. Herausgeber Dr. Heinrich Braun und Lily Braun. Verlag: Berlin- Schöneberg. Preis für das Einzelheft 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 M. Der Seniorenkonvent des preußischen Abgeordnetenhauses trat heute vor Beginn der Plenarsizung zusammen, um über die Geschäftslage des Hauses zu beraten. Man war sich darüber einig, daß sich diesmal die Beratung des Etats in möglichst engen Grenzen zu halten habe, und es wurde der Wunsch ausgesprochen, bei der London, 7. Januar. Heute abend ist ein Blaubuch über den ersten Lesung des Etats nur eine wirkliche Budgetdebatte zu führen zwischen Frankreich und England abgeschlossenen Vertrag betreffend Zu der Frage, ob eventuell eine zweite Reichstags- und alle die wichtigen schwebenden großen poli- bie Neuen Hebriden veröffentlicht worden. Das Attenstück schließt auflösung in Frage komme, schreibt die Deutsche Tages- tischen Fragen beiseite zu stellen. Es wurde an- mit einer Depesche des Kolonialministers Earl of Elgin vom 16. No 8tg.": genommen, daß bei Einhaltung dieses Vorschlags die erste Lesung bember v. Js., in welcher auf die von Australien und Neu- Seeland " Der nächste Reichstag wird auch zu anderen bedeutsamen des Etats am Freitag und Sonnabend beendet werden könne. Dann erhobenen Gintvendungch geantwortet wird und gesagt ist, die Reichsregierung würde zwar einige dieser Ginwendungen Frankreich tolonialen Fragen Stellung nehmen müssen, wie beispielsweise soll eine Pause in den Beratungen eintreten. Ueber die Länge gegenüber geltend gemacht haben, aber es hätten sich Umstände erzur Entschädigung der Farmer, zur Verlängerung der Bause wurden bestimmte Vorschläge aber noch nicht gemacht, geben, die ein unverzügliches Handeln nötig gemacht hätten, der Bahn bis Keetmanshoop usw. In seinem Silvester vielmehr soll der Seniorenkonvent am Freitag oder Sonnabend um die Vorrechte Frankreichs und Englands sicher zu stellen! briefe hat der Reichstanzler angedeutet, daß er vielleicht schon bei noch einmal zusammentreten, um hierüber Beschluß zu fassen. Es bestände guter Grund für die Annahme, daß eine Verzögerung, der Ablehnung dieser Forderungen zur Auflösung des ReichsDiese außergewöhnliche politische Enthaltsamkeit ist nur allzu die mit weiteren Verhandlungen verbunden wäre, unerwünschte tages geschritten sein würde, wenn er gesund gewesen wäre. Stach dieser öffentlichen Rundgebung wird er sich die Ablehnung solcher begreiflich. Die Parteien des nationalen Blocks vereint schon ohne Berwicklungen mit sich bringen würde. Die Reichsregierung habe und ähnlicher Forderungen nicht gefallen lassen dürfen. Auch sonst hin die schönste Nichtübereinstimmung, die sich leicht bei der Er- sich demgemäß dahin entschieden, daß eine sofortige Bestätiwird die Luft, die über dem fünftigen Reichstage schweben wird, von örterung wichtiger Fragen noch steigern könnte, so daß schließlich gung des unveränderten Vertragsentwurfes vorteilhafter sei. Konfliktsstoffen voll sein. Db es zu schweren Konflikten kommen die agrarisch- antisemitisch- liberale Seelenverwandtschaft vollends wird und ob diese für die Zukunft des Reiches erfolgreich sein in die Brüche geht, deshalb Tegen sich die edlen Alliierten in weiser werden, das hängt nicht nur von der Haltung der Reichsregierung, Vorsicht selbst den Maulforbzwang auf. Wer nicht redet, kann sondern auch von der des Reichstages ab. Deshalb erscheint es auch den anderen durch Redensarten nicht verstimmen. nach wie vor notwendig, in den Reichstag Männer zu schicken, die den Mut, die Nerven und das Zeug haben, auch einen schweren Konflikt durchzufechten und die letzten für die Zukunft des Reiches notwendigen Konsequenzen gegebenenfalls zu ziehen. Für pflaumen- Das Zentrumsblatt in 2echhausen( Bayern) dankt in weiche Leute, die weder nach oben noch nach unten die nötige seinem Neujahrsartikel im Namen aller gläubigen Katholiken" Festigkeit besigen, ist die Zeit nicht geeignet." der göttlichen Vorsehung für die hohen Bichpreise, die im Interesse und zum Vorteil der gläubigen Katholiken( lies Großbauern) noch recht lange anhalten möchten. Dabei gehören 90 Prozent der Einwohnerschaft der Industrie an! Graf Püdler II. Der Ruhm des Grafen Püdler hat den Abgeordneten v. Kröcher, Zwangsverfahren gegen Korfanty. bekanntlich eine Leuchte des Agrarkonservatismus, die als solche In dem Ermittelungsverfahren gegen den polnischen den Präsidentenstuhl des preußischen Abgeordnetenhauses ziert, Abgeordneten Korfanth, von dem wir fürzlich berichteten, nicht schlafen lassen. Was Bückler kann, glaubt auch er leisten zu finden nach einer Meldung des Berl. Tagebl." umfangreiche Eger, 8. Januar.( B. H.) Der Bergmann Joseph Hampeis können; und tatsächlich hat er nach einem Bericht des Berl. Tagebl." Beugenvernehmungen statt. Es handelt sich bekanntlich um die in Birkenfeld warf in einem Anfalle von Wahnsinn seine drei bereits eine ganz ansehnliche Virtuofität im Schimpfen erreicht. Anklage, daß Korfanth einen Beamten der fiskalischen Bergberwal- Messerstiche. Außer der Frau wurde ein Kind getötet, die anderen, Kinder aus dem Fenster und ermordete dann seine Frau durch In einer Rede zu Salzwedel sagte er z. B.: tung zu Zabrze veranlaßt haben soll, ihm amtliches Material über schwer verletzt. Wohin soll es führen, wenn bei anderen Kriegen durch die mit der Kohlengroßfirma Cäsar Wollheim bestehenden KohlenReichstagsbeschluß bestimmt werden kann, wie der Krieg und ob lieferungsverträge auszuliefern. Den Ausgangspunkt des VerAttentat eines Geisteskranken. er weiter geführt werden solle oder nicht. Wer trägt denn schließ- fahrens bildete ein privates Gespräch Korfantys, in welchem er eine mit Pulver gefüllte Pappschachtel in die Polizeikaserne. Es Rom, 8. Januar.( W. T. B.) Heute abend warf ein Mann lich die Verantwortung? Doch nicht Herr Spahn und die in= famigten Jesuiter im Zentrum! Die Sozialdemokraten darauf verwies, daß er tolle Schweinereien" in den Ver- erfolgte eine Explosion, die jedoch keinen Schaden anrichtete. Tegen ja wenig Wert darauf, ob sie zufällig katholisch sind oder trägen des Bergfiskus mit C. Wollheim im Parlament aufdecken Polizeibeamte verhafteten den Täter, der Mannarelli heißt, bereits nicht, aber infamigte Jesuiter sind sie alle. würde. An der Hand ihm gewordener Mitteilungen holte St. sich gerichtlich vorbestraft ist und früher in einer Jrrenanstalt interMeine Herren, es ist eine infame unverschämtheit, bei Kohlenhändlern Informationen über die Gebräuche im ober- niert war. Will sich die Nation solche junterlichen Unverschämtheiten noch länger gefallen lassen?! Der Dank an die göttliche Vorsehung. Letzte Nachrichten und Depefchen. Soziale Ferderungen. Wien, 8. Januar.( W. T. B.) Der Niederösterreichische Landtag nahm heute einen Dringlichkeitsantrag an, in dem die Regierung aufgefordert wird, unverzüglich einen Gesehentwurf be treffend die Einführung der allgemeinen Volksversicherung auszuarbeiten und dem neugewählten Abgeordnetenhause zur fo fortigen Beschlußfassung zu unterbreiten. Der Landtag vertagte fich hierauf. Schreckenstat eines Wahnsinnigen. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.: Ch. Glode, Berlin, Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Saul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblat Nr. 7. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 9. Januar 1907. Abgeordnetenbaus. 1. Sizung Dienstag, 8. Januar, mittags 1 Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Rheinbaben, v. Arnim. Der Präsident der vorigen Session, v. Kröcher, eröffnet die Sigung mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben bringt den Etat Präsident v. Kröcher: Wenn Sie nur auf die Verlesung Wert die Herausgabe des Werkes sei nur möglich geworden durch die Tegen, kann das geschehen.( Heiterkeit.) Ich wollte die Interpellation Hülfe des Genossen Eugen Dieygen, der dem Verlage eine genügende sonst eventuell nach der ersten Lesung des Etats auf die Tages- Summe zur Verfügung stellte, um die Uebersetzungs- und Druckkosten ordnung stellen, wenn das Haus dazu geneigt ist.( Heiterkeit.) zu bestreiten. Im Laufe des Jahres soll ferner noch ein Buch Es bleibt beim Vorschlag des Präsidenten. von Ernst Untermann über Mary' ökonomische Lehren erscheinen. Schluß 3 Uhr. Herrenbaus. -OWO Präsident Fürst Knyphausen teilt mit, daß die weiteren Dis positionen von den Dispositionen des Abgeordnetenhauses abhängig feien. Er nehme an, daß das Abgeordnetenhaus sich auf 14 Tage vertagen werde. Schluß 34 Uhr. Soziales. Bebauungsgrundsätze. 1. Sigung, Dienstag, den 8. Januar, 3 Uhr. Die offiziöse Berliner Correspondenz" teilt mit: Am Ministertisch: v. Bethmann- Hollweg, Freiherr v. Rheinbaben, in. Er führt aus, daß die Mehrausgaben des Jahres 1905 Beseler. ,, Nachdem die Provinzialbehörden vom Minister der öffentlichen 47,6 Mill. Mark betragen hätten. Arbeiten unter dem 24. April 1906 auf den Erlaß angemessener Es mußten 28,5 Mill. Mark ge= Der Präsident der vorigen Seffion, Fürst zu Inn- und Knyp baupolizeilicher Vorschriften und die Aufstellung zweckentsprechender stundeter Matrikularbeiträge in Rest gestellt werden, da beim hausen, eröffnet die Sigung mit einem Hoch auf den Kaiser. Rechnungsabschluß in Preußen der Abschluß des Reiches noch nicht Bebauungspläne für die Vororte der größeren Städte hingewiesen, Auf Vorschlag des Herrn Lucius v. Ballhausen wird worden borlag. Das Ergebnis der Wirtschaft des Reiches tonnte also noch der bisherige Präsident Fürst Knyphausen als Präsident 20. Dezember 1906 Grundfäße mitgeteilt worden, welche bei der waren, sind numehr durch eine Verfügung vom nicht übersehen werden, und deshalb mußten die gestundeten wiedergewählt. Wiedergewählt werden auch der erste Vizepräsident Festlegung von Fluchtlinien und der Ausarbeitung von BauMatrikularbeiträge von 1905 und die für 1904 reservierten Frhr. v. Manteuffel und der zweite Vizepräsident Oberbürger- ordnungen für alle in rascher Entwickelung begriffenen Ortschaften Matrikularbeiträge in Höhe von 9 Millionen Mark in den Etat meister Becker Köln. Die acht Schriftführer der vorigen Session Beachtung finden sollen. miteingestellt werden. Der Abschluß der Reichshauptkasse werden ebenfalls wiedergewählt. ergab jedoch erhebliche Ueberschüsse, so daß nicht nur die gestundeten Präsident Fürst Knyphausen teilt mit, daß er dem König und aus und macht sich das auf diesem Gebiete als allgemein gültig Der Erlaß geht von den heutigen Anschauungen über Städtebau Matrikularbeiträge fortfielen, sondern Preußen vom Reich noch einen der Königin sowie dem Kronprinzen und der Kronprinzessin Mel- Anerkannte zu eigen. Es wird gefordert, daß bei der Aufstellung Betrag von 3,8 Millionen Mark überwiesen erhielt. Die Freude dung von der Konstituierung des Hauses machen werde. darüber war sehr kurz; denn bereits für das Jahr 1906 haben wir Nächste Sizung: Mittwoch 1 Uhr( Geschäftliche Mitteilungen und dabei die einzelnen Verkehrsarten mit ihren Einrichtungen an von Bebauungsplänen zunächst die Hauptverkehrsstraßen festgelegt außer dem üblichen Satz von 40 Pf. auf den Kopf der Bevölkerung und Wahl der Fachkommissionen). noch einen Betrag von 35,4 Millionen Mark ungedeckter MatrikularNebenstraßen kann der Zukunft vorbehalten bleiben. Bei den Angemessen berücksichtigt werden. Die Festsetzung der Fluchtlinien für beiträge an das Reich abzuführen. Im allgemeinen ist das Wirtschaftsforderungen an die Beschaffenheit der Straßen und bei der Gestaltung jahr 1905 günstig verlaufen, und das Jahr 1906 brachte einen noch der Baublöcke, insbesondere der Bemessung ihrer Tiefe, ist auf die vor glänzenderen Aufschwung. Die Industrie konnte teilweise den Aufträgen gar nicht nachkommen. Wir haben auf gewerblichem Gebiete aussichtliche zukünftige Bebauung Rücksicht zu nehmen. Wohnstraßen sind einen weiten Vorsprung vor allen Ländern Europas erreicht. Das anders als Geschäftsstraßen zu behandeln; nur für erstere find regelmäßig Kennzeichen des Jahres 1906 ist die Aufnahme der Produktion Vorgärten vorzusehen. Für die Freihaltung genügend großer Plätze durch das Inland. als Schmuckplätze, Spielpläge, Parkanlagen sowie für später zu er So hat der Stahlwerksverband 27 Proz. seiner Produktion exportiert, 73 Proz. aber im richtende öffentliche Gebäude ist Gorge zu tragen. Außer den RückInlande abgesetzt. Das letzte Jahr hat die Richtigkeit des sichten der Zweckmäßigkeit soll das ästhetische Interesse zur Geltung Grundfazes ergeben, daß es vor allem auf die Kräftigung des fommen. Zu große Eintönigkeit in der Gestaltung des Straßennetzes In dem bürgerlich- demokratischen, Towarisch" hat Dr. Wassiljev ist zu vermeiden; bei der Linienführung der Straßen ist nicht grundInlandsmarktes durch Stärkung der Kaufkraft der Landwirtschaft( ehemaliger Arbeiterfelretär in Bern) einen Brief veröffentlicht, in faglich der gerade Berlauf anzustreben, da dieser vom Verkehrsankommt.( Lebhafter Beifall rechts.) Nichts von all den Voraus welchem er ausführt, daß, bis die politische Freiheit in Rußland interesse nicht immer gefordert wird, und eine leichte Krümmung sagungen, daß die Industrie auswandern würde, ist eingetroffen. erobert ist, die Sozialdemokratie im Liberalismus aufgehen muß. oft eine erwünschte Abwechselung in das Straßenbild bringt. Im Gegenteil, sie hat im Inlande einen guten Abnehmer gefunden. Diese sonderbare Darlegung hat natürlich keine Aussicht, von der Infolge der sprunghaften Entwickelung ist zur Verstärkung der Be- russischen Sozialdemokratie gewürdigt zu werden. Hand in Hand mit der Aufstellung des Bebauungsplanes muß triebsmittel dem Minister der öffentlichen Arbeiten aus den vor Sozialdemokratie Die russische der Erlaß der Bauordnung gehen. Es empfiehlt sich im Anschluß aussichtlichen Ueberschüssen noch ein weiterer Betrag von Wahlvereinbarungen tann allenfalls mit bürgerlichen Parteien an die historische Entwickelung der in Betracht kommenden oder Wahlbündnisse abschließen, 50 Millionen Mark zur Verfügung gestellt worden. Ich hoffe, daß eigenen Ziele ihre Ortsteile und unter Berücksichtigung des Zweckes, dem die Bebauung und Wege aber find bont denen der des Geländes dienen soll, Abstufungen der baupolizeilichen Bestim das Haus diesen etatrechtlich nicht ganz einwandfreien Schritt ge- bürgerlichen Parteien grundverschieden, und ihren selbständigen mungen vorzunehmen, je nachdem diese für Geschäftsviertel oder nehmigt. Die Einnahmen der Eisenbahnverwaltung im laufenden Klassenstandpunkt darf und wird sie daher niemals auch nicht zeit- Wohnviertel, insbesondere folche mit Einfamilienhäusern oder für Jahre werden den Anschlag voraussichtlich um 149,6 Millionen, die weilig aufgeben. Ausgaben den Anschlag um 113 Millionen übersteigen, so daß sich ein Industriebezirke, Geltung haben sollen. Neben den polizeilichen Ueberschuß von 36,6 Millionen im Ordinarium ergeben wird. Dem steht aber ein extraordinärer Bedarf von 62,8 Millionen Mark gegenüber, so daß die Eisenbahnverwaltung mit 26,2 Millionen Mart ungünstiger abschließt, als vorgesehen war! Die anderen Verwaltungen werden hoffentlich diese Minderüberschüsse ausgleichen. Ich komme nun zum Etat für 1907. nur Wie sich die wirtschaftliche Lage im Laufe des nächsten Etatsjahres gestalten wird, weiß wohl niemand. Unzweifelhaft wird einmal nach der ausnahmsweise günstigen wirtschaftlichen Entwickelung des lekten Jahres ein Umschwung eintreten, niemand aber weiß, wann. Ich halte die wirtschaftlichen Aussichten des Jahres 1907 für günstig;, Die russische Revolution. Zu den Wahlvereinbarungen. int Die russische Sozialdemokratie ist flaffenbewußt genug, um stets müssen die wirtschaftlichen Interessen bei der Zutveisung des Ges und überall, unter allen Umständen an diesem Grundprinzip fest- ländes zu den einzelnen Bauklassen Beachtung finden. Regelmäßig zuhalten. Außerdem hat die Erfahrung mit der ersten Reichsduma soll die Bebauungsdichtigkeit nach außen abnehmen. Der Ministerialgezeigt, daß die Sozialdemokratie sich mit der bürger- erlaß geht näher auf die offene Bauweise ein und warnt vor der lichen Demokratie niemals identifizieren kann. Die Gesetze übermäßigen Ausdehnung des ihr vorzubehaltenden Gebietes. Bur über das Versammlungswesen, über die Unantastbarkeit der Förderung der Errichtung von Kleinbauten wird vielfach die halboffene Person, wie fie von der Dumafraktion der Kadettenpartei Bauweise oder der Reihenbau vorzuziehen sein. Des weiteren werden ausgearbeitet worden waren, hatten einen Sturm der Ent- Fingerzeige für die Bestimmung der Gebäudehöhe, der Geschoßzahl, unter den Arbeitern und hervorgerufen rüstung der der unbebaut zu lassenden Grundstücksfläche für die Bebauung des sozialdemokratischen Preise die gebührende Würdigung gefunden. Hinterlandes und die Zulassung von Wohnräumen im Dach und im Die Taktik der russischen sozialdemokratischen Partei ist durch die steller gegeben; die Herstellung solcher Räume in mehrstöckigen MietsBeschlüsse der allrussischen Parteikonferenz genau bestimmt. Die häusern soll bei geschlossener Bauweise nach Möglichkeit verhindert Sozialdemokratie tritt in der Wahlkampagne völlig selbständig auf werden. Für Kleinbauten werden unter gewissen Voraussetzungen konund trifft technische Wahlvereinbarungen mit den Kadetten nur in struktive Erleichterungen empfohlen. Besonders für Arbeiterhäuser, die den Fällen, wo ein Sieg des reaktionären Kandidaten droht. Sie auf billigem Baugrunde errichtet werden, sind solche Vergünstigungen tut das nicht deshalb, weil sie sich etwa in dem bourgeoisen von Bedeutung, indem fie den Herstellungspreis niedriger ftellen. Charakter der Kadettenpartei täuscht, sondern weil sie das fleinere Hierdurch soll in Verbindung mit anderen Maßnahmen der Ueber lebel vorzieht. werden. die politischen Wolfen haben sich ja verzogen. Sehr wichtig wird es sein, ob es gelingt, im Jahre 1907 die Schwierigkeiten hinsichtlich der Wiedererneuerung des Kohlensyndikats und des Stahltverksverbandes, die sehr günstig auf die Der Brief des Genoffen Wassiljew, der erst furze Zeit in den gang der Gebäude in das freie Eigentum der Arbeiter erleichtert Regelung der Produktion und der Preisbildung gewirkt haben, Reihen der Partei arbeitet, stellt nur seine private Meinung dar Der Ministerialerlaß bezivedt nicht, Borschriften zu geben, die zu beseitigen. Ich hoffe, daß es gelingen wird, diese Verbände und beweist, wie sehr ihm die russischen Verhältnisse fremd sind. überall und unter allen Umständen Anwendung finden sollen; er wieder zu rekonstruieren. Wenn man bedenkt, in welchem Maße Er wird in den Reihen der klassenbewußten Arbeiter keinen Anklang will vielmehr wie dies bei der Verschiedenheit der örtlichen VerLandwirtschaft und Industrie darunter gelitten haben, daß sie auf finden. hältnisse nicht anders möglich ist nur anregen und überläßt die deutsche Art jede ihren Kopf für sich hatten und die SonderBefolgung der Grundsäße für den einzelnen Fall den Provinzialinteressen voranzustellen suchten, so wird man zugeben, daß es darauf ankommt, das deutsche Wirtschaftsleben mit dem Bewußtsein suchten Versammlung des Hülfsvereins der deutschen Juden sprach vorgebildeten Beamten der Regierungen sind angewiesen, die mit Hamburg, 8. Januar. In einer von über 1000 Personen be- und Ortsbehörden. Die durch besondere Kurse für diesen Zweck zu durchdringen, daß der Einzelne Opfer bringen muß für die Ge- gestern Dr. Paul Nathan aus Berlin über das Hülfswerk in Ruß- dem Erlasse verfolgten Bestrebungen innerhalb ihres Wirkungskreises. samtheit und sein Schaffen dem der Gesamtheit unterordnen muß. land. Seine Ausführungen gipfelten in der Forderung, aus Gründen nach besten Kräften zu fördern." ( Bravo!) Allerdings werden sich diese Verbände bewußt sein müssen, der Menschlichkeit und wirtschaftlicher Vorsicht der russischen Regierung daß sie nicht nur Bertreter privater, sondern Vertreter öffentlicher weiteren Kredit zu verweigern. Interessen sind.( Bravo! links.) Der Etat für 1907 ist so veranschlagt, daß er auch zutreffen würde, wenn tatsächlich bereits 1907 ein wirtschaftlicher Rückschlag cintreten würde! Die Ausgaben für 1907 werden also im wesentlichen basiert auf das Mehraufkommen von direkten und indirekten Steuern. Daraus ergibt sich die doppelte Notwendigkeit, bei den Ausgaben Maß zu halten, Taschen zu! Aus der Partei. 9 " Wir behalten uns vor, sobald der volle Wortlaut der Ministerial verfügung bekannt gegeben ist, auf ihre Bedeutung zurückzukommen. Die Andeutungen der Berliner Correspondenz" sind gar zu vers schivommen, um ein flares Bild zu ermöglichen. Gesindeverträge bedürfen nicht der schriftlichen Form. In Preußen bedurften Gesindeverträge im landrechtlichen Ge Der Etat beziffert sich auf 3187 109 000 m. Vor einem Jahr- Staatsanwaltliche Neujahrsgeschenke in Ungarn. Die Westhundert betrug der preußische Etat 81 Millionen, 1821 war er auf ungarische Boltsstimme" in Preßburg hat" in der biete zu ihrer Gültigkeit bis zum Jahre 1900( Einführung des 243, 1849 auf 282 Millionen gestiegen, betrug 1883 bereits eine Weihnachtswoche wieder eine Anzahl Prozesse bekommen. Angeklagt Bürgerlichen Gesetzbuches) der Schriftform oder der Hingabe des Milliarde, 1897 zwei Milliarden und ist im letzten Jahrzehnt auf sind: In Nr. 42 drei Artikel, in Nr. 45 ein Artikel, in Nr. 47 givei Mietstalers, wenn die Vertragssumme 150 M. überſtieg. Durch über drei Milliarden gestiegen. Artikel. Für das Jahr 1906 bleiben noch die Nummern 48, 49, 50, Ginführung des Bürgerlichen Gesetzbuches und durch§ 89 des Als beherrschend treten zwei Momente im Etat hervor: erstens 51 und 52 der„ Voltsstimme" übrig, die dasselbe Schicksal wie die preußischen Ausführungsgesetzes hierzu, der die Formvorschriften des eine sehr weitgehende Ausrüstung unserer staatlichen Betriebsver- bisher erschienenen Nummern haben werden. Es wird lustig an- Landrechts aufhob, ist die Rechtslage eine andere geworden. Gefinde waltungen, namentlich der Eisenbahnverwaltung, und zweitens geklagt, verurteilt und eingesperrt. Kein Blatt in Breßburg, ja in verträge bedürfen seit dem 31. Dezember 1899, auch wenn ihr Objekt Gehaltserhöhungen für verschiedene Beamtenkategorien. Infolge- ganz Westungarn ist solchen Berfolgungen ausgefeßt, wie gerade die 150 M. übersteigt, zu ihrer Gültigkeit der Schriftform nicht mehr. Diese dessen bringt die Eisenbahnverwaltung als Zuschuß für die Staats-" Boltsstimme" und der Herr Staatsantvalt müßte sich doch schon flare Folge des Ausführungsgefeßes zum Bürgerlichen Gesetzbuch wird laften nur ein Mehr von 7,6 Millionen, dagegen die direkten und die Ueberzeugung verschafft haben, daß, obwohl die Opfer, die an auch in der Literatur und Praris überwiegend als richtig vertreten, indirekten Steuern ein Mehr von 80,6 Millionen Mark. Freiheit und Geld zu bringen sind, die Genoffen recht schwer treffen, so von Stephan Gerhard in seinem kleinen aber guten Sommentar die Sozialdemokratie damit doch nicht umzubringen ist. Jede zu den preußischen Gesindeordnungen( Bd. I. S. 61), ebenso z. B. in Nummer wird angeklagt, jeder Artikel beanstandet, jeder Heraus- den Anmerkungen zur oftpreußischen Gesindeordnung von Rustbaum, geber eingesperrt das ist die ungarische Preßfreiheit für die Seyfarth u. a., desgleichen von den meisten Kommentaren zum Arbeiterpresse selbstverständlich! preußischen Ausführungsgesetz. Nur einige Schriftsteller vertraten die entgegengesetzte irrige Ansicht, so Dernburg Bd. II.§ 312 Menschenjagd in Ungarn. Die serbische Regierung hat den Anm. 2 und das auch nach manchen anderen Richtungen hin fehl sozialistischen Agitator Jovan Velicsfocics mit 50 feiner Genossen gehende preußische Gesinderecht von Lindenberg. Bor kurzem aus Belgrad ausgewiesen. Man nimmt nun an, daß diese nach hat nun auch der Straffenat des Kammergerichts, desseit Ungarn übersiedeln wollen. Die serbische und ungarische Polizei Borsigender bekanntlich Lindenberg Heißt, anerkannt, daß habe deswegen Wachtposten ausgestellt, um die Ausgewiesenen weiter auch mündliche Gesindeverträge ohne Rücksicht auf die Höhe zu jagen. Wenn die ihres Prinzips wegen verfolgten Serben bei des Objekts gültig sind. Anlaß zu dieser Entscheidung irgend nem afrikanischen Regerstaate Zuflucht gesucht hätten, fie gab ein auf Grund des Gesetzes vom 24. April 1854 gegen Gesinde wären sicher geborgen gewesen. eingeleitetes Strafverfahren. Desto notwendiger ist es, um bor Rechtsnachteilen sich zu beDie syndikalistische Presse. Nom, 5. Januar.( Eig. Ber.) Nach Avan- wahren, das von dem Verein der Hausangestellten, der Gleichheit" dem Parteitage von Rom haben bekanntlich sowohl die guardia" als der„ Sindacato operaio", die beiden Organe der und uns wiederholt empfohlene Formular für Gefindeverträge nach Syndikalisten, ihr Erscheinen eingestellt. Seit Weihnachten erscheint Möglichkeit zu benugen. nun in Rom eine von Enrico Leone geleitete Tageszeitung l'Agione"( Die Tat), die mit einer Redaktion aus Bertretern verschiedener Parteien ein fyndikalistisches Programm verfechten will. In Mailand ist gestern die erste Nummer einer syndikalistischen Wochenzeitung, Lotta di Classe"( Klaffenkampf) erschienen, die ebenso wie die Agione" voll Angriffen auf den Avanti", den Parteivorstand usw. wimmelt. Die Redaktion ist, bis auf den Genossen Lazzari, der ausgetreten ist, diefelbe, die die„ Avanguardia" gulegt leitete. da zweifellos die Steuereinnahmen nicht immer zunehmen werden. Um Ungleichheiten zu beseitigen, die durch die Steigerung des Eisenbahnverkehrs und die Wirkungen des neuen Zolltarifs hervorgerufen werden, schlagen wir für 59 000 Beamte des Außen dienstes der Eisenbahnen eine Gehaltsaufbesserung vor. Weiter follen eine Gehaltserhöhung erhalten die technischen Beamten ber Bergverwaltung, die Förster, Gendarmen und Schuyleute.( Bravo!) Die Grenz- und Steueraufseher sollen ebenfalls einer Gehaltserhöhung teilhaftig werden. Ferner ist für die in Betracht kommenden Beamten eine Ausgestaltung der Pensionsbezüge mit Rücksicht auf das neue eine Ausgestaltung der Pensionsbezüge mit Rücksicht auf das neue Militärpensionsgefez in Aussicht genommen. Die direkten Steuern sollen 10%, Millionen Mark, die indirekten Steuern ein Mehr von 70,1 Mill. Mark einbringen. Die Zahl der steuerpflichtigen Einkommen ist erheblich gestiegen, und die sozialdemokratische Behauptung, daß lediglich die großen Vermögen wachsen, damit widerlegt. 19 99 Aus Industrie und Handel. Die armen Kohlenbarone. Man Es muß doch wohl wahr gewesen sein, daß die Kohlenbarone Bei der Eisenbahnverwaltung ist eine Zunahme der Einnahmen die Forderungen der Bergarbeiter wegen der schlechten finanziellen aus dem Personenverkehr um 10 Proz., aus dem Güterverkehr um Ergebnisse ablehnen mußten. Die Papierarbeiter wären sicher ver12 Broz. angenommen. Für das Fortbildungsschulwesen sind erheb hungert, wenn sie die Löhne noch etwas aufgebessert hätten. liche Mittel in Aussicht genommen, ebenso für innere Kolonisation und für die Schaffung neuer Schulstellen. Möge es dem Landtage von Kerr u. Co. in Chicago, wo auch die International Socialist Gewerkschaften für 1905 und für 1906 gezahlte Ausbeute angegeben Sozialistische Literatur in den Bereinigten Staaten. Der Verlag betrachte nur die folgende Tabelle, in welcher die von einer Reihe gelingen, trotz entgegenstehender Schwierigkeiten den Etat noch recht- Review" erscheint, ist unausgefezt bemüht, dem englisch sprechenden wird. Aber vollständig ist die Aufmachung noch nicht, denn für zeitig zu verabschieden.( Beifall.) Teil der amerikanischen Bevölkerung neue sozialistische Werke zu Präsident v. Kröcher schlägt vor, die nächste Sigung abzuhalten: gängig zu machen. Nachdem der erste Band von Marr Kapital" 1906 find durchweg erst für drei Duartale Ausbeutezahlungen erFreitag 12 Uhr mit der Tagesordnung: Wahl des Präsidiums, anfangs Dezember erschienen ist, befindet sich jetzt der zweite Band folgt; für die meisten Gesellschaften wird sich die Summe Etatsberatung. im Druck, während der Genosse Ernst Untermann gegenwärtig dabei pro 1906 noch um zirka ein Drittel der bereits eingeheimsten AusAbg. Friedberg( natt.) bittet, die nationalliberale Interpellation ist, den dritten Band ins Englische zu übersehen. Jeder dieser Bände bente erhöhen. über den Bremserlaß des Ministers Studt möglichst bald zur Ver- wird für einen Preis von je 8 Mart abgegeben. Es ist das, wie Inter diesem Gesichtswinkel wird man die traurige Lage der Lesung zu bringen. der Verlag mitteilt, nicht viel mehr als der Selbstkostenpreis, und Kohlenbarone richtiger würdigen. Blankenburg. Staroline Ausbeute 1906 bis jett Zeche 200 Burbach. Beche 1905 M. M. 170 110 150 Glückauf Viktor 300 . 300 Neuftaßfurt Dorstfeld 180 0 300 Wilhelmshall Elzer 150 150 Eintracht 200 375 Mont Cenis Graf Schwerin 425 600 Lothringen. Heinrich 325 400 Helene- Amalie König Ludwig 400 600 Graf Bismarc Schallmauer 110 Gottessegen Johann Deimelsberg 350 Trappe Beienrode Alexanderhall. bührend beantworten. Ausbeute 1905 Bis jett M. M. 525 600 Als wir die Enthüllungen von Lenoire lasen, mußten Interessieren wird es auch zu erfahren, wie sich die Ge. 1906 wir auch sofort an August Brust, den früheren„ christlichen" samt mitgliedschaft( alle Reviere) der beiden BerBergarbeiterführer, jeßigen Zentrumsabgeordneten denken. einigungen entwickelte; auch hier sind die Schlußziffern pro 1906 Derselbe führte im Jahre 1900 7-8000 Mitglieder mehr beiderseits erst geschäßt: Mitgliederstand des 1000 1200 auf, als der christliche" Gewerkverein besaß. Nach einigen Bergarbeiterverbandes 1375 1525 Jahren gestand er auch zu, diese Mitglieder nicht besessen 950 1100 zu haben, doch das Geld, d. h. die Mitgliedsbeiträge, 400 560 waren für diese Nichtvorhandenen einge720 1040 gangen! Auf die Anzapfungen, woher denn dann der 1000 1500 christliche" Gewerkverein das Geld habe, antwortete Brust, " 425 Königin Elisabeth. 1100 1250 daß er„ Goldonkels" habe. Ganz wie Lenoire von • Vichpreise zu Beginn des Jahres 1907. 400 800 Berlin und Umgegend. Gewerkvereins Ende 1902 48 278 40 000 1903 69 028 42 000 " 1904 80 628 43 400 " 1905 105 060 66 000 " 1906 " 110 000( zirka) 75.000( zirka) 35 000 Butvachs 1902/1906 61 722 . 1000 1150 Biétry behauptet, Goldonkels, und jedenfalls auch in Bemerkenswert ist, daß der Bergarbeiterverband die stärksten 3200 3200 Deutschland klerikale, unterſtügen neugegründete christliche" Zunahmen in Jahren mit schlechter Industrielage erfahren hat, 230 Fröhl. Morgensonne 650 800 250 300 Friedrich der Große Bersplitterungsorganisationen. Als man Brust absägte, während sonst die Gewerkschaften in der Regel die besten Fort600 600 Constantin d. Große 1300 1750 drohte er. ja auch mit Enthüllungen, die ihm gewährte schritte während der Hochkonjunktur machen. Die obigen Ziffern 500 600 Ewald 1200 2000 Schweigepension verhinderte aber, daß Brust Broschüren- beweisen hinlänglich, daß der Verband den Gewerkverein innerAus Freude darüber, daß das Jahr für die Unternehmer so schreiber à la Lenoire wurde. Was mag dieser Zentrums- halb der letzten 5 Jahre bedeutend überflügelte. gut abgeschlossen hat, sollen die Arbeiter am 25. Januar Konser- abgeordnete alles wissen? Vielleicht hinterläßt er seine vative, Lebensmittelverteurer und nationalliberale Plusmacher Memoiren, die jedenfalls den Beweis ergäben dafür, daß nicht Ein schwörender Scharfmacher. Beim vorjährigen Bauarbeiter. wählen. Sie werden solch freundliche Einladung sicherlich ge- allein in Frankreich die Klerikalen die Arbeiter zersplittern, streit in Nürnberg betätigte sich der Bauunternehmer Burger sondern daß auch in Deutschland römisches Geld seinen Teil als einer der wütendsten Scharfmacher. Vor zehn Jahren noch dazu beigetragen hat, christlich- gelbe, d. h. Zentrumsgewerk- war er Vorstand der Maurerzahlstelle und gab sich als Sozialdemokrat; damals führte er auch einen großen Streit und konnte schaften zu gründen. die Profitgier des Unternehmertums nicht scharf genug verdammen. Inzwischen ist er durch irgendwelche Umstände selbst zum Unternehmer aufgerückt und seine damals zur Schau getragene Gesinnung hat sich in das andere Extrem verkehrt. Während des Streits trieb er sich fortgesetzt an den Orten herum, wo Streikende waren, um sie zu provozieren und dann die Polizei auf sie zu heben. Eines Tages befand er sich auch mitten in einer Ansammlung streifender Bauarbeiter vor einem Neubau. Bei dieser Gelegenheit sollte der Leiter der Bauhülfsarbeiterorganifation mit Bezug auf Burger gerufen haben:" Das ist der Lump, schlagt ihn nieder!" Burger beschwor vor dem Schöffengericht, daß der Beschuldigte diesen Ruf ausgestoßen habe, und R. wurde zu sieben Tagen Gefängnis verurteilt. In der Berufungsverhandlung blieb er auf seiner Aussage bestehen, obwohl durch eine ganze Reihe von Zeugen nachgewiesen wurde, daß seine Aussage unwahr ist. Der Angeschuldigte wollte zum Bahnhof, um sich von dem abreisenden Leiter des Zentralverbandes zu verabschieden, und kam nur zufällig an den Ort. Dort machte er einen Begleiter auf Burger aufmerksam mit den Worten, das sei der Burger von Arbeitgeberverband. Er mußte freigesprochen werden. Ob nun der Staatsanwalt gegen den so schnell schwörenden Unternehmer vorgehen wird? Im Gegensatz zum Vorjahre sind mit Jahresbeginn die Viehpreise hinaufgegangen; ganz besonders bei Kälbern schnellte der Preis im Dezember mit Vehemenz hinauf. So stehen die Preise für sämtliche Sorten Mindvieh und Schafe am Beginn des Jahres 1907 über denen des Vorjahres und höher als zu Anfang der Jahre 1904 und 1908. Auch die Schweinepreise sind, obwohl niedriger als im Vorjahre, doch ganz erheblich höher als in den beiden vorhergegangenen Jahren. Bei Ochsen und Bullen beginnt das Jahr mit folgenden Preisen: 50 Kilogramm Lebendgewicht kosteten an den wichtigeren Viehmärkten Anfang Januar Mark: Mark: Berlin. Breslau Hamburg. d • . Dortmund 1903 1904 1906 1907 28-44 28-45 25-47 27-53 20-36 20-37 24-39 30-41 27-39 31-42 29-43 32-45 25-43 28-44 29-48 27-50 Frankfurt a. M. 30-44 30-45 30-53 33-55 Nürnberg. 28-36 28-40 30-41 30-45 Essen a. R. 35-42 37-43 28-45 31-49 • • • • 1903 Gewerkschaftliches. Zur Aussperrung der Automobilführer ist zu berichten, daß bis jetzt 65 Betriebe, die 1 bis 20 Fahrer beschäftigen, die alten Bedingungen anerkannt haben und flotte Geschäfte machen. Die gestern berichteten Unterhandlungen haben noch zu keinem Resultat geführt. Die Unternehmer erwarteten Vorschläge" von den Arbeitern, die wiederholt erklären mußten, daß sie keinerlei Forderungen zu stellen haben, sondern nur die alten Lohnfäße aufrecht erhalten wollen. Eine gewisse Stimmung für baldigen Friedensschluß ist vielfach zu bemerken. Die Führer hoffen, daß die Polizei gerade jetzt keine neue Pragis einführen werde bezüglich der Ausbildung von Lehrlingen in den Betrieben. Bisher wurde erst vier bis sechs Wochen lang recherchiert und zwei bis drei Wochen Probezeit verlangt, ehe die polizeiliche Genehmigung erteilt wurde, so daß auch jezt etwa acht Wochen vergehen müßten, ehe die Lehrlinge als Fahrer eingestellt werden könnten. Es wäre nicht mehr wie recht und billig, wenn rechnen darauf. die Polizei auch jetzt in dieser Weise verfährt, und die Führer Achtung, Zink, Zinn- und Bleigießer! Die Firma Eduard Lachmann, Meister Summer, Ritterstr. 79, ist wegen Differenzen gesperrt. Der Vorstand des Vereins der Zink, Zinn- und Bleigießer. Deutsches Reich. Bergarbeiterverband und Gewerkverein Husland. Der Erfolg des Straßenbahnerstreiks in Kopenhagen. Die Generalversammlung der Straßenbahnangestellten, die am Sonne tag stattgefunden hat, nahm das nach langen Verhandlungen zwischen den Vertretern der Parteien und des Gewerkschaftsverbandes sowie der Arbeitgebervereinigung getroffene Uebereinfommen fast cinstimmig an. Von den 1445 organisierten Straßenbahnern, die buchstäblich alle anwesend waren, stimmten 1437 dafür und nur 8 dagegen, Beweis genug für die Tatsache, daß die Arbeiter hier wieder einmal durch treues Busammenhalten einen Sieg errungen haben. Die Löhne sind um ein gut Teil erhöht worden. Für das Fahrpersonal beträgt der Anfangslohn nun 1100 Stronen, steigt nach einem Dienstjahre auf 1200, nach vier Jahren auf 1300, nach acht auf 1400 und nach zwölf Dienstjahren auf 1500 Stronen. Im Januar vorigen Jahres ist eine Lohn erhöhung um 60 Kronen im Jahre durchgeführt worden, und danach betrug der Anfangslohn des Fahrpersonals nur 1020 Kronen, steigerte sich im Laufe von fünfzehn Dienstjahren auf das Maximum von 1440 Kronen. Für das nicht fahrende Personal wurde der Anfangslohn damals auf 1080, der höchste Lohn auf 1200 Kronen festgesezt. Nach dem neuen Uebereinkommen erhält das nichtfahrende Personal als Anfangslohn 1100, nach bier Dienstjahren 1200, nach acht Dienstjahren 1300 und nach zwölf Dienstjahren 1400 Kronen. Die Lohnerhöhung wird sich für den größten Teil des Personals auf rund 200 Kronen belaufen. Die Arbeitszeit wurde um 2 Stunden herabgesetzt und bes trägt nun für die Wagenführer 55 Stunden, für die Kondukteure 58 Stunden die Woche. Die Essenspausen währen 16 bis 18 Mi nuten. Ueberzeitarbeit muß im Laufe von vierzehn Tagen durch verkürzte Arbeitszeit wieder ausgeglichen werden. An den freien Tagen, die dem Personal gewährt werden, soll die Ruhezeit im ganzen nicht weniger als 32 Stunden betragen; wird sie ausnahmsweise einmal auf 31 Stunden verkürzt, so muß sie das nächste Mal 33 Stunden dauern. Außer den erivähnten enthält das Uebereinkommen noch eine Reihe anderer Bestimmungen, durch die die Arbeitsverhältnisse weiter verbessert werden. Neben Lohn und Arbeitszeit waren es im ganzen nicht weniger als 24 andere Streitfragen, die entschieden wurden. Der neue Tarifvertrag ist in Kraft. Die neuen Fahrpläne müssen spätestens am 1. Juni auf drei Jahre abgeschlossen. Die Lohnerhöhungen treten sofort dieses Jahres fertig sein, haben dann aber rückwirkende Kraft, so daß, was inzwischen vielleicht an Ueberzeitarbeit geleistet wird, durch Arbeitszeitverkürzung wieder ausgeglichen werden muß. Alle Streifenden wurden wieder auf ihre alten Plätze eins gestellt, und zwar mit allen ihren durch ihr en bis. herigen Dienst bei der Straßenbahn erworbenen Rechten. Die Ankündigung der Direktion, daß die Streikenden endgültig entlassen seien und ihr Pensionsrecht wie alle anderen durch Dienstalter erworbenen Rechte verloren hätten, ist also ganz und gar für nichtig erklärt worden. Auch in München, Elberfeld u. a. D. ist der Preis erheblich geftiegen. Die Preisbewegung bei Färsen und Kühen lief derjenigen bon Dchfen und Bullen parallel. Bei Kälbern erfuhr der Preis im Dezember eine überaus kräftige Steigerung, wie einige Stichproben beweisen: in Chemnitz z. B. ging der Kälberpreis von 49-51 auf 60 M., in Leipzig von 56 auf 64, in Mannheim von 58 auf 65 M. im Laufe des Dezembers hinauf. Bei einem Vergleich der Preisbewegung bei Kälbern und Schweinen bemerkt man die auffallende Tatsache, daß der Kälberpreis jetzt weit mehr mit den Preisen früherer Jahre differiert als der Schweinepreis: gegen jedes der drei legt sind hinsichtlich ihrer Mitgliederentwickelung in den letzten Monaten bergangenen Jahre hat der Kälberpreis einen bedeutend größeren wiederholt Gegenstand feindlicher und freundlicher Erörterung geVorsprung als der Schweinepreis. Zu Anfang des Jahres foſteten wesen. Die Ursache war die völlig aus der Luft gegriffene Be50 Kilogramm Lebendgewicht Kalb an nachfolgenden Märkten Hauptung der Zentrums- und Gewerkvereinspresse( aus dieser mit grinsendem Behagen von der Zechenpresse übernommenen), der alte 1904 1906 1907 Verband leide an" Mitgliederschwindsucht", er habe nur noch Berlin. 25-56 24-56 24-64 26-68. 80 000 Mitglieder. Dagegen mache der Gewerkverein glänzende Breslau 29-40 28-40 34-42 39-46 Fortschritte in allen Revieren". In mehreren, während des Chemnitz. 36-47 40-50 37-54 48-60 Serbstes 1906 abgehaltenen Agitationsversammlungen brüsteten Leipzig 87-50 46-54 45-57 52-64 sich Gewerkvereinsreferenten, der Gewerkverein habe über 80 000 Hamburg 25-72 28-74 40-90 40-90 Mitglieder". Im Mai 1906 erklärte Gewerkvereinssekretär Tobet München. 40-50 42-52 42-54 46-58 in Hattingen, der Gewerkverein befize zirka 100 000 Mitglieder". Nürnberg 26-38 27-40 27-44 29-45 Voltsvereinssekretär Breddemann- Gelsenkirchen erklärte am Der Abstand des Hamburger Kälberpreises von dem anderer 23. September 1906 in Gelsenkirchen, der Verband habe überhaupt Orte tommt daher, weil in Hamburg der Höchstpreis für eine feine 80 000 Mitglieder mehr, der Gewerkverein aber befize weit Qualität gilt, die nur noch an rheinischen Märkten gehandelt wird. über 80 000, ginge bald den 100 000 entgegen. Alle diese Prahlziffern wurden eifrigst von der Zentrumspresse und von dem Berliner Elektrizitäts- Werke. Eine für den 3. Januar ein- notorischen Schwindelblatt„ Das Reich" kolportiert. Also im Mai berufene Generalversammlung der Berliner Elektrizitäts- Werke, in 1906 schon girta 100 000", im September bald 100 000" Mit welcher über den neuen Bertrag mit der Stadt Berlin abgestimmt glicder. Ende September sagte Effert in der Siebenerwerden sollte, war nicht beschlußfähig. Für Montag war infolge- fommissionssigung, der Gewerkverein habe rund 75 000 Mitglieder! dessen eine neue Versammlung einberufen, in der nur ein Klein- Demnach hat der Gewerkverein im Jahre 1906 innerhalb weniger altionär sich zu einer schwachen Opposition aufraffte. Die Ber- Monate oder gar Tage entweder zirka 25 000 Mitglieder verloren, waltung hatte faum nötig, darauf einzugehen, ihre Anträge wurden| oder, die Gewerkvereinsagitatoren Tobet, Breddemann usw. glatt angenommen. haben einen heillosen Schwindel getrieben. Offiziell wurden nach dem großen Streit über 80 000 Gewerkvereinsmitglieder" an gegeben; da die Zahl vor dem Streit( nur für Ruhrgebiet) mit 40 000 angegeben worden ist, der Zuwachs in den anderen Rebieren damals noch minimal war, hat der Gewerkverein während des Er fennt nur die Adressen der Gelben! Streits im Ruhrgebiet mindestens 30 000 Mitglieder gewonnen; Angesichts der Enthüllungen Renoires, daß der semit wäre infolge des Streits die Mitgliederzahl des Gewerkfranzösische Führer der Gelben, Biétry mit flerifalem vereins im Ruhrgebiet allein auf mindestens 70 000 gewachsen. Gelde zum Arbeiterverrat bestochen worden sei, erinnert man Gewertvereinsmitgliedschaft( alle Reviere) nur über 75 000" pro Nunmehr gibt der neueste„ Bergknappe" als Gesamtziffer der sich wieder folgende Episode: Als das Unglück in Courrieres Ende 1906 an. Dieselbe Mitgliederzahl war aber nach Efferts passiert war, sandten sowohl der alte Verband wie der christ- Angabe schon Ende September 1908 vorhanden. Doch ist sowohl liche" Gewerkverein ihren Redakteur an die Unglücksstätte, im Bergknappen" wie in der ihm befreundeten Bresse von er um an Ort und Stelle Informationen einzuholen. Der freulichen Fortschritten" auch im letzten Quartal 1906 berichtet Bergknappe" brachte denn auch einen Artikel, in dem der worden. Wenn die Mitgliederzahl am Jahresschluß nicht höher ,, christliche" Redakteur Rürup schilderte, wie freundlich er war wie drei Monate vorher, oder, wenn nach den Reden der Gevon seinem Freund Coton in Douai aufgenommen worden werkvereinssekretäre im Sommer und Herbst 1906 schon zirka" sei. Dieser Freund, so schrieb Nirup, sei Vorsitzender des oder bald" 100 000 Mitglieder vorhanden waren, Ende 1906 nur Bergarbeitersyndikats für Nord und Pas de Calais und fei noch über 75 000", to find denn da die auspofaunten" Fort er von dessen Beamten über alles informiert worden. Ge- schritte"? Ziehen wir in Betracht, was die Saarzentrumspresse und die sonstigen Gewerkvereinszeitungen über die Fortschritte noffe Wißmann vom Bergarbeiterverband stellte aber nach des Gewerkvereins im Saargebiet, Sieg- Lahngebiet, Wurmrebier, Die Streits und Aussperrungen in Holland im Jahre 1905 feiner Rückkunft von Frankreich fest, daß der Freund des in Lothringen usw. berichtet haben- immerfort erfreuliche Fort: christlichen" Herrn Rürup der Führer einer Streit schritte" und berüdsichtigen wir, daß schon im Juli 1906 die brecherklique sei. Zur selben Zeit als Rürup bei Gewerkvereinsmitgliedschaft außerhalb des Ruhrgebietes auf 25 000 seinem Freund Coton weilte, hatte dieser nämlich in allen geschäßt wurde( detaillierte Abrechnungen veröffentlicht der Gefranzösisch- fapitalistischen Blättern einen Aufruf erlassen, in werkverein nicht), dann dürfen wir sie am Jahresende auf 30 000 dem er erklärte, daß die Mitglieder seines" Syndikats" gegen gebiet nur rund 45 000 Gewerkvereinsmitglieder übrig. Da nach schäzen. Damit blieben für das rheinisch- westfälische Industrieden damals infolge der Courrieresfatastrophe ausgebrochenen Bem Streit im Ruhrgebiet allein über 70 000 Gewerkvereinler porStreit seien. Er teilte ferner in dieſem famosen Aufruf mit, handen gewesen sein sollen, wären dem Gewerkverein von den über daß er im Namen seiner Mitglieder schon das Ministerium 30 000 Neuaufnahmen während des Streits nur 5000 treu geum Schutz der freien Arbeit angegangen habe. Dieser Herr blieben; überhaupt hätte er von Januar 1905 bis Ende 1906 im Coton verlangte also unverblümt Militär zum Schuß der Ruhrbeden nur zirfa 5000 Mitglieder gewonnen. Wir halten uns Streitbrecher, und einen solchen Menschen nannte der christ stets an die Angaben von Gewerfvereinsagitatoren oder Zeitungen. liche" Gewerkvereinsredakteur seinen Freund. Als Genosse Daß ein Gewinn von nur zirka 5000 Mitgliedern im Ruhrgebiet Wißmann das in der Bergarbeiterzeitung" festnagelte, innerhalb zwei Jahren kein rühmenswertes Resultat ist, versteht entschuldigte sich Rürup damit, daß er nicht gewußt habe, fich bon selbst. daß Coton ein Führer der Gelben" sei. Wer mag Herrn Oben ergibt sich, daß der Gewerkverein innerhalb der letzten zwei Wie steht es nun mit dem Bergarbeiterverband? Rürup aber die Adresse dieses Mannes mitgeteilt haben? Jahre nur 5000 Mitglieder im Ruhrgebiet gewonnen hat. Ende Dieses Coton, der schon früher durch den klerikalen In 1904( der große Streit begann Januar 1905) befaß der Bergdustriemagnaten seine Streifbrecher mit Revolvern ausarbeiterverband im rheinisch- westfälischen Kohlenrevier stattete. Lenoire sagt es uns: Klerikale, d. h. französische genau 56 738 Mitglieder. Wieviel es am Jahresschluß 1906 genau Zentrümler können es nur gewesen sein, die Rürup an waren, fonnten wir noch nicht feststellen, es erfolgt bekanntlich erst einen Coton empfahlen. Dieselben Leute, welche die am 15. Januar der Jahresgeschäftsschluß. Ungefähr geschätzt Der Streit der bulgarischen Eisenbahnangestellten dauert fort. Streifbrecherorganisationen durch ihre Hintermänner grün- die Zahl kann sich nach genauer Feststellung noch etwas erhöhen Die Regierung bemüht sich energisch, des Ausstandes Herr zu den ließen, um willfährige fleritale Wahlmacher zu haben. oder auch erniedrigen wird die Mitgliederzahl am Jahresende werden. Sämtliche Ausständigen sind aus dem Dienst entlassen Der Ultramontanismus bleibt sich eben überall gleich: um eine 1906 allein im Ruhrkohlengebiet auf 82 000 ge- und zum Räumen ihrer Dienstwohnungen gezwungen worden. Gin herrschende Stellung zu erreichen, verkaufen fie ftrupellos stiegen sein. Vergleichen wir nun die Entwickelung der Verbands- großer Teil der Ausständigen erhielt bereits die Einberufung als und Gewerkvereinsmitgliederziffern im Stuhr be den innerhalb Reservisten und versieht unter militärischer Bewachung den Dienst. die Interessen der Arbeiterschaft. War es doch auch die der lebten zwei Jahre, wobei zu berücksichtigen ist, daß für beide Klerikale Presse, die nach der Katastrophe von Courrieres Bereinigungen die genauen Schlußrechnungen pro 1906 noch nicht schrieb, daß dieses Unglück als eine Strafe Gottes für vorliegen. die ungläubigen Bergleute zu betrachten sei, früher in Sodom und Gomorra habe Gott Bech und Schwefel regnen lassen, Mitgliederstand Ende 1904: jekt lasse er die Spötter in der Grube umkommen. Ob Rürup, als er in Frankreich bei seinen klerikalen Freunden weilte und deren Preßerzeugnisse las, nicht die Schamrote ins Gesicht stieg über solche Bundesgenossen 1906: Bergarbeiterverband Gewerkverein 40 000 45 000 56 738 82 000 Zuwachs zirka 25 000 girta 5 000 Etwas können sich beide Schlußziffern noch verschieben, wesentlich sind sie aber richtig. waren, wie aus dem Bericht des holländischen statistischen Zentraldes Jahres 1904. Es fanden 132 mit Arbeitseinstellung verbundene bureaus hervorgeht, zahlreicher, aber weniger ausgedehnt als die des Jahres 1904. Es fanden 132 mit Arbeitseinstellung verbundene tonflitte statt, an denen 7364 Arbeiter beteiligt waren und Konflikte statt, an denen 7364 Arbeiter beteiligt waren und 78 562 Streiftage konstatiert wurden gegenüber 102 Arbeitstagen des Vorjahres. Die Ziffern des letzteren sind hauptsächlich einstellungen mit 11 186 beteiligten Arbeitern und 576 866 Streitbeeinflußt durch eine gewaltige Streitbewegung in der Diamant industrie, an der 6391 Arbeiter beteiligt waren und 484 571 Arbeitstage verloren wurden. Die Streitigkeiten des Jahres 1905 verteilten sich auf die einzelnen Gewerbe wie folgt: Streits und Beteiligte Verlorene Aussperrungen Arbeiter Arbeitstage 47 893 Baugewerbe. Textilindustrie 38 8 2144 211 2559 Transportgewerbe 18 1260 8126 Chem. Ind., Glas, Töpferei Nahrungsmittel. Diamantschleiferei 10 2389 3386 39 509 9 736 3 68 172 16 783 6 690 zusammen 132 7364 78 562 Andere Ge macht sich die passive Resistenz bemerkbar. Die Sozialdemo fraten treten für den allgemeinen Ausstand ein. Die Post- und Telegraphenbeamten, welche ebenfalls schlecht bezahlt werden, beabsichtigen, sich dem Streit anzuschließen. Auf den Konventional zug wurde bei Elivnita ein Schuß abgegeben, durch welchen bie Fenster des Waggons zertrümmert wurden, in dem sich Professor Strauß aus Budapest befand. In den Vereinigten Staaten ist Arbeitern unter Ron tratt mit einem Unternehmer die Einwanderung nicht gestattet. Kürzlich wurden nun vom Staate Süd- Carolina 470| 151 14,15. 152/153 49,90. 154 8,50. 155 6,95. 156 6,45. 157 26,60.| 651 10,50. 652 5,90. 653 6,- 654 13,45. 655 15,05. 656 15,65. Einwanderer( darunter 300 belgische Fabrikarbeiter) durch Ver- 158 10,90. 159 10,80. 160 7,35. 161 8,05. 162 23,40. 163 7,15. 164 3,70. 657 9,30. 659 3,- 661 11,20. 662 14,20. 663 3,10. 664 8,30. 665 8,60 167 24,50. 168 18,-. 169 18,35. 170 25,05. 667 3,30. 668 19,10. 669 15,70. 670 14,20. 671 15,80. 672 5,-. 673 6,05.. mittelung eines Kommissärs eingeführt und vom Staate auch das 165 8,95. 166 4,30. 171 24,40. 172 4,-. 173 10,65. 174 12,15. 175 18,75. 176 11,15.| 674 12,-. 675 14,05. 676 8,70. 677 9,35. 678 8,15. 679 6,70. 680 5,-. Ueberfahrtsgeld bezahlt. In den Südstaaten besteht dieselbe 177 9,35. 178 15,40. 179 8,- 180 8,10. 181 7,30. 182 4,50. 183 9,15. 681 25,80. 682 4,95. 683 3, 684 8,80. 685 6,30. 686 19,05. 687 11,50. " Leutenot" wie in Ostelbien und aus denselben Gründen; es ist 184 18,75. 185 16,75. 186 2,20. 187 6,45. 188 11,05. 189 7,50. 190 6,50. 688 10,60. 689 4,60. 690 3,50. 691 8,50. 692 3,25. 693 5,80. 694 9,05. nämlich Not an solchen Leuten, die sich unmenschlich ausbeuten 192 16,95. 193 10,70. 194 6,90. 195 9,55. 196 19,30. 197 10,25. 198 5,695 18,25. 696 9,697 4,70. 698 9, 699 13,- 700 4,20. 701 12,75. laffen. Die amerikanischen Gewerkschaften erhoben Protest in 199 13,75. 200 2,40. 201 6,25. 202 8,20. 203 4,90: 204 12,25. 205 24,20. 702 18,90. 703 9,65. 704 14,30. 705 28,- 707 11,-. 708 9,50. Washington über diese Handlungsweise von Süd- Carolina. Der 206 3,80. 207 11,75. 208 2,15. 209 6,80. 210/211 55,30. 212 12,25. 709 12,30. 710 17,55. 711 15,25. 712 15,65. 713 4,45. 714 8,50. neue Sekretär des Amites für Handels- und Arbeitsangelegenheiten 213 17 214 8,15. 215 17,- 216 4,95. 217 9,05. 218 27,219 11,95. 715 13,65. 716 1,95. 717 6,10. 718 19,60. 719 8,- 720 5,75. 721 7,65. gab darauf die Entscheidung ab, daß das Verbot gegen die Ein- 220 14,50. 221 22,90. 222 14,50. 223 19,10. 224 14,05. 225 6,75. 226 4,35. 722 1,85. 723 7,95. 724 12,05. 725 9,85. 726 2,10. 727 11,35. 728 6,05. fuhr kontraktlich verpflichteter Arbeiter keine Anwendung auf einen 227 31,10. 228 10,70. 229 3,65. 230 16,95. 231 8,05. 232 14,75. 233 8,20. 729 1-730 8,15. 731 1,60. 732 3,733 10,40. 735 5,50. 736 2,30. Staat oder einen vom Staat beauftragten Beamten 242 11,35. 243 25,90. 244 13,30. 245 9, 234 17,35. 235 8,20. 236 23,45. 237 5,25. 239 22,15. 240 5,85. 241 23,85. 737 13,70. 738 11,10. 739 18,-. 740 14,75. 741 9,30. 742 22,-. 743 13,80. 246 28,60. 247 19,80. 248 744 7,15. 745 23,35. 746 4,75. 747 24,25. 748 2,35. 750 21,50. 751 18,30. findet. Gegen diese Entscheidung, eine der ersten Taten des neuen 13,30. 249 5,85. 250 3,- 251 3,20. 252 13,60. 253 21,80. 255 6,80. 752 16,55. 753 3,70. 754 16,85. 755 8,70. 756 23,65. 757 7,80. 758 6,25. Handelsministers, des Millionärs Strauß, können die Arbeiter 256 1,50. 257 23,40. 258 9,20. 259 19,- 260 8,35. 261 10,- 262 760 15,-. 761 7,05. 762 2,10. 763 1,55. 764 4,-. 765 14,25. 766 8,50. jezt die Gerichte anrufen, wenn sie nicht wollen, daß die Süd- 14,90. 263 5,05. 264 7,50. 265 19,25. 266 6,55. 267 13,75. 268 28,- 767 13,20. 768 9,45. 769 11,95. 770 11,-. 771 9,05. 772 17,45. 773 staaten Kontrattarbeiter in Massen anwerben. Vor der Aus- 269 4,65. 270 8,65. 271 12,25. 272 22,35. 273 23,90. 274 17,20. 275 7,50. 774 32,75. 775 22,40. 776 19,55. 777 44,50. 778 24,20. 779 11,70. wanderung nach dem Süden der Vereinigten Staaten ist schon 12,95. 276 6,20. 278 1,90. 279 9,65. 280 12,60. 281 19,45. 282 16,65. 780 25,30. 781 17,60. 783 6,45. 784 5,-. 785 4,80. 786 9,-. 787 10,20. 288 18,15. 788 4,65. 789 15,15. 790 7,70. 791 6,-. 792 6,30. 793 9,35. 794 11,55. wiederholt in Arbeiterblättern gewarnt worden, und die Warnung 283 45,90. 284 19,20. 285 27,20. 286 21,15. 287 21,80. 295 7,40. 795 8,70. 796 5,-. 797 7,55. 798 8,20. 799 10,05. 800 7,-. 801 18,50. ist um so mehr am Plaze, wenn die Lockungen von Staats wegen 296 21,30. 301 11,05. 802 13,75. 803 5,40. 804 15,80. 818 35,-, 819 27,50. 820 17,90. 821 geschehen und die Bezahlung der Ueberfahrt angeboten wird. Die 302 16,60. 307 13,- 2,75. 822 6,-. 824 22,- 825 11,75. 826 15,35. 827 7,70. 828 11,10. Sklaverei in moderner Auflage winkt den armen Einwanderern 308 12, 314 7,60. 829 23,65. 830 20,20. 831 2,85. 832 1,30. 833 13,80. 834 18,-. 835 11,55. dort. 322 10,45. 836 4,75. 837 12,25. 838 9,65. 839 12,15. 840 21,70. 841 13,45. 842 328 64,7,85. 843 7,05. 844 0,40. 845 5,30. 846 4,40. 847 5,95. 848 10,45. 850 334 12,40. 7,60. 851 4,50. 852 8,05. 853 3,80. 854 5,10. 855 3,45. 856 0.50. 341 7,10. 858 3,65. 859 13,85. 860 21,25. 861 11,-. 862 4,50. 863 4,95. 347 8,25. 864 10,80. 865 12,95. 866 6,-. 867 10,-. 868 6,85. 353 8,95. 10,-. 870 9,05. 871 6,75. 872 6,50. 873 10,95. 874 13,75. 289 21,45. 311 4,85. 320 37,80. 291 11,-. 292 9,05. 297 10,-. 298 9,50. 293 4,05. 299 17,65. 303 56,60. 304 28,50. 305 17,70. 316 18,50. 323 15,20. 329 3,55. 335 17,20. 309 7, 318 20,50. 324 8,75. 330 13,15. 337 10,30. 310 8,80. 319 22,70. 325 5,95. 331 11,55. 338 11,-. 294 10,15. 300 9,20. 306 29,90. 312 5,75. 321 4,15. 326 39,50. 327 12,-. 332 13,25. 333 4,20. 343 7,55. 344 20,85. 339 10,-. 345 26,25. 350 13,50. 351 17,45. 356 5,-. 357 8,65. Quittung für die Schäwe- Sammlung. 3414 14,-. 348 7,75. 349 1,75. 355 6,15. 340 6,45. 346 11,20. 352 7,30. 358 6,25. 364 11,-. 869 359 9,20. 875 15,25. 876 8,60. 877 12,-. 878 4,-. 879 2,60. 880 6,75. 881 365 10,10. 5,25. 882 11,30. 883 6,-. 884 2,80. 885 3,-. 886 25,80. 887 7,60. 889 19,50. 890 5,- 891 5, 892 10,10. 893 21,85. 896 13,-. 897 11,-. 898 6,25. 899 12,-. 895 3,95. Insgesamt: 11 372,20 M. 920 4,40. 921 13,50. 922 8,05. Unterzeichnete sagen hierdurch allen Gebern im Namen des Kollegen Adolf Schaewe herzlichen Dank. Berlin, 24. Dezember 1906. ( Von organisierten Metallarbeitern werden wir um Veröffent- 354 11,10. lichung des Ergebnisses der für den 12 Jahre hinter Zuchthaus 360 7,05. 361 1,-. 362 6,45. 363 17, mauern verbannten, dieser Tage bereits verstorbenen Mechanikers 366 29,95. 367 10,75. 368 6,15. 369 10,70. 370 6,40. 371 7,20. 372 6,50. 888 16,70. 374 5,60. 375 7,20. 376 10,- 377 20,05. 378 14,60. 379 894 30,50. Adolf Schäwe vorgenommenen Sammlung gebeten. Ohne ein 373 51, 4,15. 380 8,65. 381 14,85. 382 3,-. 383 11,-. 385 7,70. 386 9,40. 900 10,40. 901 9,70. 902 12,70. 904 3,75. 905 8,25. 906 12,40. 907 6,80 Präjudiz zu schaffen, kommen wir in diesem Falle ausnahmsweise 387 10,70. 388 9,20. 389 18,50. 390 9,70. 391 27,-. 392 9,40. 393 24,15. 909 17,25. 910 2,95. 911 8,50. 912 18,30. 913 8,50. 914 7,25. 915 5,95. dem Wunsche um Veröffentlichung einer Privatsammlung nach. 394 11,05. 395 4,45. 396 13,15. 397 36,30. 398 26,50. 399 1,50. 400 916 15,50. 917 5,50. 918 5,65. 919 8,25. Die Redaktion.) 56, 401 5,75. 402 7,80. 403 1,90. 404 0,20. 405 3,55. 406 6,-, 923 9,60. 924 7,20. 925 19,-. 926 8,30. 927 8,-. 928 12,95. 929 7,-. 407 0,50. 408 10,35. 409 5,50. 410 0,25. 411 2,85. 412 13,15. 413 4,40. 930 8,50. 944 5,60. 947 16,50, 949 2,50. 951 6, 952 12,55. 953 8,45. 414 2,95. 415 12,65. 416 3,55. 418 10,-. 419 6,25. 420 2,45. 421 11, 954 7, 955 31,-. 956 27,40. 957 14,10. 958 3,15. 959 9,75. 960 5,85. 422 8,10. 423 10,95. 424 19,20. 426 14,85. 427 2,90. 428 9,95. 429 3,70. 961 7,50. 962 11,25. 963 3,15. 964 15,15. 965 11,50. 966 13,50. 967 18,40. 430 7,15. 431 20,-. 432 1,50. 433 6, 434 7, 435 17,55. 436 5,15. 968 6,30. 969 23,65. 970 10,30. 971 5,45. 972 12,25. 973 10,80. 974 3,65. 437 12,80. 438 0,85. 439 15,70. 440 14,85. 441 20,05. 442 15,45. 443 975 18,55. 976 5,65. 977 11,55. 978 5,70. 979 17,10. 980 6,70. 981 7,30. 15,65. 444 3,60. 445 5,70. 446 5,80. 447 8,65. 448 7,80. 449 6,70. 982 19,05. 984 10,35. 985 19,-. 986 9,90. 987 26,55. 988 13,60. 989 11,90. 450 14,25. 451 19,20. 452 15,05. 453 11,-. 454 8,- 455 11,30. 456 990 12,50. 991 7,65. 992 1,20. 999 17,10. 1000 5,65. 1001 3,75. 1002 11,50. 4,75. 457 9,50. 458 9,30. 459 10,40. 460 6,55. 461 3,40. 462 4,50. 1003 10,40. 1004 11,35. 1005 12,55. 463 7,20. 464 7,45. 465 21,80. 466 7,70. 467 12,45. 468 6,75. 469 6,50. 470 16,05. 471 9,65. 472 4,90. 473 22,35. 474 12,35. 475 14,-. 476 10,- 477 20,65. 478 7,70. 479 14,25. 480 45,50. 491 4,80. 492 7 493 6,15. 494 8,60. 496 11,25. 497 0,50. 498 7,40. 499 5,50. 500 6,90. 501 12,20. 502 5,30. 503 11,95. 504 15,85. 505 65,00. 506 15,20. 507 30,45. 508 23,75. 509 13,65. 510 6,80. 511 6,95. 512 18,75. 513 19,25. 514 21,15. 515 40,40. 516 23,50. 517 11,10. 518 19,85. 519 13,70. 520 7,65. 521 22,85. 522 16,25. 523 20,40. 524 4,10. 525 3,35. 526 6,50. 527 12,30. 528 9,25. 529 6,60. 530 7,90. 531 12, 532 8,75. 533 1,20. 534 9,60. 535 8,50. 536 14,40. 537 14,20. 538 11,45. 539 14,70. 540 3,20. 541 12,90. 542 7,45. 543 2,75. 544 17,80. 545 3,75. 546 6,10. 547 2,85. 548 6,35. 549 0,95. 550 7,30. 551 5, 552 4,55. Liſte 336 leer. 553 11,10. 554 21,90. 555 10,-. 556 15,85. 557 18,05. 558 5,90. 559 Nachdem Kollege Adolf Schae te am 28. Dezember 1906 12,40. 560 0,60. 561 6,20. 570 29,30. 571 7,40. 572 10,-. 573 16,20. 574 18,55. 575 12,- 576 12,35. 577 0,25. 578 18,55. 579 6,50. 580 verstorben ist, haben die Kollegen, welche die Sammlung veran10,75. 581 14,35. 582 22,25. 583 3,30. 584 9,65, 585 8,30. 586 8,65. ftalteten, beschlossen, das gesammelte Geld, soweit es dessen bedarf, 587 16,45. 588 20,- 589 19,60. 590 3,60. 591 9,25. 592 15,30. 593 dem Kollegen Paul Koschemann, welcher die gleiche Leidens24,65. 594 6,55. 595 3,- 596 17,- 597 9,- 598 21, 600 2,80. zeit erduldete, zu überweisen. Sollte aber legteres sich nicht als 601 4,10. 602 21,30. 603 9,10. 604 13,25. 605 5, 606 23,55. 607 nötig erweisen, so soll das Geld der Stelle überwiesen werden 11,55. 608 4,40. 609 139,-. 611 38,75. 612 4,50. 613 15,614 33,10. 615( Parteivorstand), welche für die Opfer des russischen Freiheitstampfes 19,05. 616 2,15. 617 8,70. 618 7,55. 619 14,35. 620 17,50. 621 9,55. 622 forgt. Wir glauben damit im Sinne der freundlichen Geber ge13,-. 623 19,10. 624 9,50. 625 5,05. 626 8, 627 10,15. 628 9,70. 629 10,30. 630 27,75. 631 5,85. 632 8,30. 633 6,25. 634 5,20. 635 7,45. 636 6,50. handelt zu haben. 637 1,50. 638 7,40. 639 12,20. 640 7,70. 641 13,45. 642 7,05. 643 17,70. Berlin, den 2. Januar 1907. 644 18,25. 645 8,25. 646 22,55. 647 1,25. 648 5,25. 649 7,80. 650 9,-. Albert Dräger. Bei den Unterzeichneten gingen nachstehend aufgeführte Beiträge ein Ungenannt, am 9. 11. 06 im Schiller- Theater 5,-. 15 Kollegen der Firma Humbert 8,60. Redaktion und Verlag der 3eit am Montag" 20, Redaktion und Verlag der„ Tribüne" 10,-. Dr. 2. Arons 100,- Herm. Schlesinger 3,50. Aus der 5 Pf.- Kaffe der Koll. v. Schwidlinski, Gießerei 6,.. 20,00. Arbeiterfasse der Koll. der Firma Puppel 10,-. Sans Gotolomsti 20,-. Rosenstiel 3,-. Mitan 3,25. Einer, der bei der Sache ift 1( Besammelt auf der Drtskrankenkasse der Kaufleute 55,05. Sollegen der Firma Fleischmann 38,40. Bildhauer der Firma Wimmel u. Co. 5,50. E. Liebs 1,55, Schleifer der Waffenfabrik 10,-. Widler von Schwarklopff Sibirien 12, Gesammelt in der Stehbierhalle des„ Volkshaus", Char lottenb. 28,55. Von den Posamentieren Berlins, Filiale II des D. Z. B. 77,25. Lifte 1 7 3 8,55. 4 2,85. 5 11,90. 6 10,65. 7 8,35. 8 5,40. 9 16,25. 10 9,85. 11 8,45. 12 8,65. 13 16,00. 14 17,25. 15 9,90. 16 5,25. 17 15,85. 18 1,55. 19 6,-. 20 11,65. 21 9,45. 22 11,20. 23 12,35. 24 9,55. 25 8,15. 26 9,20. 27 4,60. 29 14,35. 30 7,00. 31 14,90. 32 9,00 33 13,20. 34 8,30. 35 23,75. 36 21,15. 37 9,15. 38 6,70. 39 13,60. 40 28,15. 41 7,15. 42 17,20. 43 18,35. 44 12,55. 45 25,-, 46 4, 47 32,60. 48 8,- 49 7,60. 50 16,80. 51 25,50. 52 6,55. 53 10,75. 54 19,20. 55 10,20. 56 6,80. 57 3, 58 17,55. 59 7,-. 60 5,- 61 12,55. 62 24,45. 63 26,75. 64 6,80. 65 12,65. 66 7,90. 67 15,95. 68 8,85. 69 31,15. 70 21,30. 71 21,50. 72 6,-. 73 21,75. 74 31,10. 75 13,65. 76 14,90. 77 14,50. 78 23,90. 79 14,-. 80 3,50. 81 10,05, 82 13,05. 83 2,95. 84 7,65. 85 9,80. 86 7,65. 87 7,25. 88 23,95. 89 16,75. 90 6,75. 91 17,- 92 14,35. 93 16,-. 94 8,75. 95 31,- 96 12,85. 97 13,90. 98 9,75. 99 13,25. 100 4,90. 101 6,65. 102 4,20. 103 9,40. 104 17,20. 105 21,90. 106 18,75. 107 7,80. 108 12,40. 109 21,-. 110/111 58,25. 112 8,25. 113 18,25. 114 5,20. 115 13,50. 116 8,85. 117 7,25. 118 23,75. 119 10,40, 120 9,10. 121 9,90. 122 14,50. 123 6,20. 124 5,40. 125 9,25. 126 8,50. 127 6,35. 128 22,05. 129 6,40. 130 1,75. 131 8,- 132 14,85. 134 0,55. 135 7,35. 136 5,35. 142 7,20. 143 1,15. 144 21,60. 145 9,30. 146 1,70. 147 12,-. 148 6,10. 149 5,60. 150 8, Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 9. Januar. Anjang 7, Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Medea. Dentiches. Die Geschwister. Die Mitschuldigen. Westen. Cousin Bobby. Lorking. Bar und Zimmermann. Anfang 8 Uhr. Kgl. Opernhaus. Salome. Leffing. Blumenboot. Schiller 0. Urania. E Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr: Sherlock Holmes Bauer Theater Theater des Westens Mathias Gollinger. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Familientag. Schiller Theater Charlottenburg. Minna von Barnhelm. Station Zoolog. Garten, Stantstr. 12. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Frizz Werner Neues Schaufpielhaus. Die Hod Coufin Bobby. zeitsjadel. Kleines. Eine triviale Komödie. Berliner. Sherlock Holmes. Komische Oper. Pariser Leben. Neues. Die Condottierie. Sesidenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. Der Thalia. Eine luftige Doppelehe. Luisen. Die schöne Ungarin. Bernhard Rose. Kätchen von Heilbronn. Trianon. Bo ist der Papa? Borher: Die Schloßkellerci. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hause Brellstein. Wintergarten. Sabaret. Spezialitäten. Apollo. Die schöne Bestalin. Spe zialitäten. Albert Dräger. Paul Pawlowitsch. Obige Zusammenstellung wie Listen sind von uns geprüft, der Bestand für richtig und vorhanden befunden. Bruno Fiedler. Otto Handtke. Emil Sched. Nachtrag. Auf Liste 749 2,50 M. Liste 318 leer. Liste 2 10 M. Dritter Wahlkreis. Sonnabend, den 19. Januar 1907: * 16. Stiftungs- Fest in den Gesamträumen des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15. Konzert, ausgeführt von Zivilberufsmusikern, unter Mitwirkung des Männerchors ,, Georginia 1879"( M. d. A.-S.-B.), der Liedersängerin Frau Anna Schubert und des Berliner Ulk- Trio. Reigenfahren des Berliner Arbeiter- Radfahrervereins( M. d. A.-R.-B. Solidarität). zahlen 50 Pf. nach Großer Ball. Herren, welche am Tanz teilnehmen, Anfang 8%, Uhr. Rege Beteiligung erwartet Neues Schauspielhaus Komische Oper. Nachm. 3 Uhr zum legten Male: Aschenbrödel. Abends 8 Uhr: Die Hochzeitsfackel. Donnerstag 8 Uhr: Der Helfer, Neues Theater. Anjang 8 Uhr. Die Condottieri. Donnerstag: Kinder. Anfang 8 Uhr Pariser Leben. Donnerstag: Lakmé. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Carmen. [ 240/ 4*] Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Der Sorgenbrecher. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: Billett 30 Pf. Der Vorstand. Paul Pawlowitsch. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachm. 3 Uhr: Tiroler Krippenspiel. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Walhalla Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907! der Mann Kosta, mit bem drehbaren Kopf. 14 Karnenezialitäten 14 Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse Täglich 28 Uhr. Entree 50 Bf. Der Riesen- Januar- Spielplan. 1. a.: The Romeos, japan. Aft. Potpourri. 4 Silbersterne, afrobatisches Opollo Geschieden. Cheater Neues Programm. 8 Uhr: Erstklassige Spezialitäten. 9%, Uhr: Neue Operette Sonntag nachmittag 3 Uhr: Lakmé. Ueber'n großen Teich." Die schöne Vestalin. Abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Carmen. Lortzing Theater Bellealliancestr. 7/8. Abends 7, Uhr: Freitag: Die Hochzeit v. Boel. Zar und Zimmermann. Sonnabend: Die Condottieri. Rajino. Ledige Leute. Spezialität. Neues Theater Folies Caprice. Das Modeй. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Prater Theater. Gastspiel Suzanne Desprès aus Paris. Dienstag, 15./1.: La robe rouge. Robert und Mittwoch, 16./1.: Denise. Donnerst., 17./1.: Maison de Poupée. Bassage. Berlin paß' auf! Spes Freitag, 18./1.: Thérèse Raquin. Sonnab., 19./1.: Le Détour. Bertram. gialitäten. Figaro. Der Kavalier. Die Klaue. Borverkauf täglich an der Theaterkaffe. Chikagoer Landwirt. Unterm Bett. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abonnements gültig. Donnerstag: Martha. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Kleines Theater. Zentral- Theater. Abends 8 Uhr: Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten Eine triviale Komödie für der Erde. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Refidenz- Theater. Direktion Nichard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 1hr: seriöse Lente.( Bunbury.) Donnerstag: Ein idealer Gatte. Freitag, Sonnabend: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Bum letztenmal: Florette und Patapon. Das Buschlies'I Schwant in 3 Alien v. M. Hennequin und Pierre Veber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Frou grou oder: Im Edelgrund und tiefen Wald. Boltsstück mit Gesang in 4 Aften. Donnerstag: Gr. Extravorstellung. Auf vielfachen Wunsch: Die Grille. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. DERNHARD ROSE- THEATED ( Broße Frankfurterstr. 132. Klassiker- Abend. Anfang 8 Uhr. ( Operette.) 3% Uhr halbe Breise: Das Käthchen v. Heilbronn. Schneewittchen. Abends 8 Uhr: Künstlerblut. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Die schöne Ungarin. Donnerstag: Bergnügte Feiertage. Freitag zum erstenmal: Aus dem Buche der Liebe. Sonnabend nachm. 4 Uhr: Dornröschen. 8 Uhr: Sherlock Holmes. Sonntag nachm. 3 Ubr: Vergnügte Feiertage. 8 Uhr: Aus dem Buche der Liebe. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse und b. Wertheim. Morgen: Berliner Raubvögel. Freitag: Die Schule des Lebens. KottbuserSanssouci, straße 4a. Direktion W. Reimer. Heute Mittwoch: Zum ersten Male: S A N 1. Theater- Abend. SS Ein deutsches Frauenherz. C Jeden Sonntag, Montag u. Schauspiel in 5 Aufzügen von Rud. Benedig. Donnerstag: Hotfmanns Norddeutsche Sänger. Operette. Mufit von Viktor Holländer. Sonntag, 13. Januar, nachm. 3 Uhr Große Doppel- Borstellung. 1. Abt. Variété. 2. Abt. Venus auf Erden. Operette von Paul Linde. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Berlin paß auf! Burleske in 2 Atten v. Leop. Elh. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Etablissement Nene Welt Hasenheide 108/114. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Der Löwe des Tages. Sens. Boffe mit Gesang in 3 Aften. Kaffeneröffnung 7, Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an Sonntags Beginn 5, Wochent. 8 Uhr. I der Kasse des Etablissements. 12 erstklassige Nummern! Familienkarten, zum halben Kassen. preife gültig, in allen Barbier, Friseur u. Bigarrengeschäften gratis. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Lustspiel in 4 Aufzügen von Dstar Blumenthal und May Bernstein. Donnerstag abends 8Uhr: Doppelselbstmord. Freitag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Schiller- Theater, Charlottenburg, Bismarckstraße, Ede der Grolmanstr. Mittwoch, abends 8 Uhr: Minna v. Barnhelm. Erster Wahlkreis. Lustspiel in 5 Aufzügen b. Gotthold Donnerstag, den 10. Januar, abends 8½ Uhr, bei Müller, Kraufruftr. 10: Ephraim Lessing. Donnerstag, abend 38 Uhr: Jugend. Freitag, abends 8 lbr: Minna von Barnhelm. Zirkus Schumann Heute Mittwoch, den 9. Januar, abends präzise 72 Uhr: Grande Soirée équestre. Elite- Programm und eine wirkliche Sensation Globe of Life Mis Irene u. Mr. Wizard Stone. 3 Frères Willé, in ihren ausgezeichneten Leistungen. Außerdem die großartigen neuen Spezialitäten. Bum Schluß zum 20. Male: Das größte Pracht- Manegenschaustück St. Hubertus. Heute abend 712 Uhr. Metropol- Theater Zirkus Busch. Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gest. Sonntag, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol. 11 WINTER CARTEN SAHARET. Otto Reutter Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, Gymnastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 1hr. Ledige Leute. Der Todes- Globus Ferner: Miß Dianda, dress. Affen, Hunde und Kakadus. 4 Spring pferde Konkurrenz. Fräulein Marguerite, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann, Neudressurven. Die berühmte Reiterfamilie Lecusson. Um 10 Uhr: ROM. Gr. Origin. Must Bantom. in 7 Bild. Gebr. Herrnfeldnig. Theater Ginla 8 Uhr. 7 Uhr Kommandantenstr. 57 Stallschreiberstr. 42-44. Familientag im Wähler- Versammlung für die Wahlbezirke 19-23. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Fritz Ebert über„ Die Neuwahlen zum deutschen Reichstag". 236/1 2. Freie Aussprache. Ansprache des sozialdemokratischen Kandidaten Dr. Leo Arons. Zahlrcihen Besuch erwartet Der sozialdemokratische Wahlausschuß. II. Wahlkreis. Am Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8½ Uhr: Wähler- Versammlungen in folgenden Lokalen: Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Emil Viecens am 5.Januar nach kurzem Krankenlager verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Januar, nach mittags 1, Uhr, von der Leichenballe des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 77/10 Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 5. Januar verstarb im Alter von 42 Jahren unser Mitglieb Schnegelbergs feftfäle, Hasenheide 21. Referent: Stadtverordneter H. Heimann. 21. Referent: Stadtverordneter H. Heimann. Eduard Ulbricht Alter Bürgergarten, Lindenstraße 105. Referent: Der Kandidat des Kreises R. Fischer. Tages- Ordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. 238/ 3* Frauen haben Zutritt.- Zahlreichen Besuch erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Genossinnen! VI. Wahlkreis. Genossen! Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8½ Uhr: Volksversammlung in den ,, Berolina- Sälen", Schönhauser Allee 28. Tages- Ordnung: 1. Die Proletarierin beim Wahlkampf. 2. Diskussion. Referentin: Genoffin Ottilie Baader. Zahlreichen Besuch erwartet 1/ 2* Die Vertrauensperson. Hause Prellstein Deutscher Holzarbeiter- Verband. Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borverkauf 11-2 Uhr an den Theaterfassen bei A. Wertheim und Invalidendank. Rauchen in allen Räumen gestattet. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8 Uhr: Zehn große Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Landsberger Colosseum Böhmisches Brauhaus, se 1:15. Kliems Feſtſäle, Gaſenbeide 10-15. Prachtsäle des Oftens, allee 151-152 Beautfurter Stomödie in 3 Allen v. Jelir Dörmann. 12 erstklassige Schlager 12 Schweizer Garten, Am Friedrichshain. Borher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwank in 1 Att v. M. Krämer. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. Konzertsaal: Wiener Schrammeln. Boekers Festfäle, weberstr. 17. Andreas- Festfäle, Andreasstr. 21. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Branche Achtung! Achtung! der Elektromonteure und Helfer! Sonnabend, den 12. Januar 1907 Großer Wiener Masken- Ball im großen Saale der Berliner Bockbrauerei Tempelhofer Berg. Prämiierung der schönsten bezw. originellsten Damen- u. Herrenmaske. Demaskierung 12 Uhr. Kaffeepause 1 Uhr, während derselben: Humoristische und Gesangsvorträge ( Herren Falkenhayn und Balzer). 110/8 Anfang 8 Uhr. Ende?? Das Komitee. Schönhauser. Allee 10-11. ant an Herz- und Nierenleiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 9. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. Pauls- Kirchhofes in Plögensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 136/4 Der Vorstand. Vereinigung der Maler, Lackierer, Auftreicher und verwandter Berufsgen. Filiale Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Paul Schwarzlohse am 5. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 9. Januar, nachmittags 4 Uhr, auf dem LutherFriedhof, Lantiik, statt. Um rege Beteiligung ersucht 124/2 Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise innigster Teilnahme bei der Beerdigung meines mir so früh entrissenen Mannes sage ich hiermit allen meinen werten Gästen und Bekannten, namentlich den Genossen der 7. Abteilung de 5. Berliner Reichstagswahlkreises so wie dem Männerchor des Verbandes Berliner Schneider für seine so zu Herzen gehende Gesangsausführung meinen herzlichsten Dank. 7815 Hofjäger, sasenheide 52-53. Brauerei Königstadt, houer. Norddeutsche Brauerei, strake 58. Spenden bei der Beerdigung meiner Moabiter Gesellschaftshaus, Anna Kürbis, geb. Stamm Luisenstr. 26. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Chauffee: Teilnahme und zahlreichen KranzTages- Ordnung: Wiclefstr. 24. Die Aussperrung der Berliner Holzarbeiter. Referenten: Otto Dahlke, Georg Exner, Wilhelm Güth, Hermann Jaek, Langhammer, Richard Leopold, Hermann Maaß, Karl Reiche, Heinrich Späthe und Franz Stusche. Mitgliedsbuch legiitimiert. 77/ 8* Die Ortsverwaltung. Bierfahrer, Mitfahrer, Refervefahrer und Stalleute lieben Frau, unserer guten Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerhi Emma Wehrmann geb. Illig, sagen wir allen Freunden und Befannten, der Freien Turnerschaft Tempelhof- Mariendorf unseren herzlichsten Dank. Die trauernden Hinter bliebenen E. Wehrmann, Mariendorf. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Zeilnahme und die zahlreichen Kranzspenden beim Hinscheiden meiner unbergeßlichen lieben Frau und unserer herzensguten Mutter [ 36132 Karoline Göricke geb. Hahn, sprechen wir an dieser Stelle unseren berbindlichsten Dank aus. Karl Göricke nebst Kindern. aus den Ringbrauereien Berlins und Umgegend! Orts Strautenkaſſe Donnerstag, den 10. Jannar 1907, abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Versammlung. Tages Drdnung: Billetts a 50 Pfennig sind bei den Werkstellen- Vertrauensleuten zu haben. 1. Die Antwort der Herren Brauereibesitzer auf unsere Versammlungsbeschlüsse vom 30. Dezember 1906 bei Keller. 2. Dis Zu zahlreichem Besuch ladet ein Fachverein der Tischler fufion und weitere Beschlußfaſſung. 3. Geſchäftliches. Berlins und Umgegend. Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8 Uhr: General- Versammlung bei Zöls, Köpenickerstr. 137-138. Tages Ordnung: 186/1 1. Bericht des Vorstandes und des Kassierers vom 4. Duartal 1906. 2. Ergänzungswahl des Vorstandes. 3. Die gegenwärtige Lage in der Holzindustrie und wie stellen wir uns hierzu? 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen aller Kollegen erwartet Der Vorstand. 67/6 Kollegen! In Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung darf fein einziger Fahrer, Mitfahrer, Reservefahrer oder Stallmann in dieser Bersammlung fehlen, gleichviel, welcher Organisation er angehört! Erscheint alle Mann für Mann! Die Mitgliedsbücher der beiden Verbände( Brauer- und Transportarbeiter- Verband) sind mitzubringen und zweds Kontrolle am Eingang zur Bersammiung vorzuzeigen. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die gemeinsame Lohnkommission: J. A.: A. Werner. Gustay Behrens Radfahrer! Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig dastehende Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Maler lite annar Programm. Bureau: Melchiorstr. 28, part. Filiale Berlin. Telephon: Amt 4, Nr. 4787. Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Kaffenbericht vom 4. Quartal. 2. Neuwahl der Orts erwaltung. 3. Verschiedenes. 124/3 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. = 24 Nummern. Anfang 7 Uhr. Sonntags 4%, Uhr Berliner Arbeiter= - Krankenkasse Lichtenberg. Einladung zur Außerordentl. Generalversammlung am 17. Januar, abends 8 Uhr, im ( Schwarzer Adler"), Frankfurter Lokale von Gebrüder Arnhold Chaussee 5, Zimmer rechts vom Haupteingang. über Tages Ordnung: 1. Beratung und Beschlußfassung die Anstellungsverträge ber Staffenbeamten. 2. Staffenangelegen heiten. 270/3 Die Mandate legitimieren. Der Vorstand. J. A.: M. Hentschel, Borsitzender. Amtl. untersucht, unverfälscht 1904er Radfahrer! Weiß- Rotwein 58 Pf. Radfahrer- Verein. ( Mitglied des Arbeiter- Radfahrer- Bundes Solidarität.") pr. fr. u. 60 Pf. pr. Fl. mit Glas. Fässer v. 30 Ltr., Kisten v. 12 Fl. an. Brobeliste 6 weiß, 6 rot. Beingut Ed. de Waal& Sohn, Koblenz 88. Automat- Restaurant, Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8%, Uhr, fein eingerichtet, sehr billig verkäuflich. bei F. Wilke, Brunnenstr. 188.: General- Verfammlung. Zages Ordnung: Automat", Postamt 31. 1. Bericht des Vorstandes und Raffierers. 2. Bericht der Agitations Berliner Prater- Theater Rechtschutz- und Vergnügungsfommission. 3. Vereinsangelegenheiten. Trianon- Theater. 4. Neuwahl des gesamten Vorstandes. 5. Verschiedenes. Abends 8 Uhr: Genossen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung erscheint Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mann für Mann. Wo ist der Papa? In den nächsten Abteilungsversammlungen finden die Wahlen Vorher: Die Schloßkellerei. der Abteilungs- Funktionäre statt. Wir bitten die Mitglieder um regen Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Haus: Besuch. freund. 11/2 Kastanien- Allee 7-9. Mittwoch, den 9. Januar, abends 8 1hr: Robert u. Bertram Im Auftrage des Vorstandes: F. Bechert. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin W 8, t 2. Sfiliigt des Jonirla" Kkrlilitl flüllislilall. Ißeute iffittwotl) findet für Berlin und Vororte der ZaMabeod itatt. Der Wahlkampf in Grotz-Berlin. Im Wahlkreis der„Vornehmste»", mindestens der Reichsten. In Berlin sind jetzt die Freisinnigen mit ihrer Suche nach Wahlkandidaten wohl so ziemlich fertig geworden, falls nicht noch in irgend einem Kreis einer die ihm zugemutete Durchfalls- kandidatur hinterher wieder ablehnt. Eine eigentliche„Aufstellung" des Llandidaten in einer Versammlung freisinniger Wähler gilt beim Freisinn den„mastgebenden Persönlichkeiten" nicht überall als empfehlenswert. In manchen Kreisen bestimme» lediglich die „oberen paar Dutzend" über die Kandidatur, und dann wird der Kandidat den Wählern sozusagen als„vollendete Tatsache" vorgeführt. Bon den Wahlkreisen Berlins, in denen der Freisinn sich ernst- Haft mit Siegeshoffnungen trägt, hatte der zweite Kreis bisher auf die Vorführung seines ihm bestimmten Kandidaten, des Bürger- meisters R e i ck e, noch warten müssen. Am Montag aber hat man den Herrn Bürgermeister wenigstens in der Versammlung eines frei- sinnigen Bezirksvereins, brausten vor dem Potsdamer Tor, zu hören gekriegt. Vorläufig waren es zwar nur ein paar kurze Sätze; Herr Reicke erklärte, er habe diesmal wenig Zeit und wolle nur seine Visitenkarte abgeben. Aber vielleicht stattet er dem zweiten Kreis noch mal einen längeren Besuch ab, so dast man das Vergnügen haben kann, ihn als Versammlungsredner genauer kennen zu lernen. Womit hat Herr Reicke sich am Montag eingeführt? was hat er seinen Zuhörern erzählt? Ein unbeschriebenes Blatt, wie man ihn genannt habe, sei er nicht— nur ein ungelesencs. Er sei ja fast noch gar nicht öffentlich hervorgetreten, eigentlich nur bei der— Schillerseier, die er zu einem volkstümlichen Fest zu gestalten gesucht habe. Aber in seiner politischen Ueberzeugung sei er ein zuverlässig freisinniger Mann. Wir wollen dieses Selbslporträt des Freisinnskandidaten für Berlin II um einige Striche vervollständigen. Herr Reicke ist im Punkte der Politik ein unbeschriebenes oder(wie er es nennt) un- gelesenes Blatt, aber die Oeffentlichkeit kennt von ihm denn doch schon etwas mehr als nur seine Bemühungen um die Schiller- feier. Seine Tätigkeit im Amt des zweiten Bürger m ei st erS von Berlin ist keineswegs, wie er bescheiden sagte, in den Akten der Magistratsbureaus und zwischen den Wänden des Rathauses verborgen geblieben. Er hat mehrfach durch seine Amtstätigkeit die Aufmerksamkeit weiter Kreise der Bevölkerung auf sich gelenkt— allerdings nur durch Hand- lungen, die sich als arge M i h g r i f f e darstellten und deren Tragweite hinterher wieder eingeschränkt werden mustte. Und in der Stadtverordnetenversammlung hat er bisher, so oft er eine Sache zu vertreten hatte, stets eine recht unglückliche Figur gemacht. Das eine aber wollen wir ihm glauben, dast er ein„zuverlässig frei- sinniger Mann" ist. Das hat er als Bürgermeister bereits oft genug gezeigt, und wir können dieses sein Bekenntnis dahin ergänzen, dast er sogar ein„zuverlässig k o m m u n a l freisinniger Mann" ist. Es fehlt ihm nur—»vir rechnen ihm das zur Ehre an— die Geriebenheit der Cassel, Noseuow und Konsorten. Daher die Hülflosigkeit, mit der er das Schifflein des Magistrats auf den Strand zu setzen pflegt, so oft er es durch die Wogen einer Debatte hindurchsteuern soll. Herr Reicke hat den Potsdamern gesagt, er habe die ernste Hoffnung, dast er den zweiten Kreis dem Freisinn zurückerobern werde. Er zählt da nach berühmtem Muster auf die„Partei der NichtWähler", die er grösttenteils dem Freisinn zurechnet— genau so, wie die Konservativen sie grösttenteils für sich reklanneren. Dast in Berlin II nicht wieder der Sozialdemokrat Richard Fischer gewählt werden dürfe, diese Forderung wird von den Freisinnigen des Kreises noch mit einem ganz besonderen Umstände begründet. In dem Wochenblättchen des„entschieden"- freisinnigen Stadt- verordneten Arnold Perls, der in Berlin II beim Freisinns- Konzert erste Geige spielt, wird es uns auseinandergesetzt in einem mit A. P. unterzeichneten Leitartikel:„Ein sozialdemokratischer Ab- geordneter just für diesen Wahlkreis mit seiner grosten Summe von Kulturmitteln und Kulturträgern ersten Ranges ist ein Unding." Welches sind die„Kulturmittel und Kulturträger", die dieser A. P. meint? Denkt er an die„Intelligenz des Bürger! tums", die in Berlin W. haust? Er erwähnt sie mit keinem Wort, wohl aber spricht er von den„Bewohnern ßd er„„vor- nehmsten"", mindestens der reichsten Strastenzüge des Westens", und er wirft ihnen vor, sie hätten sich„zu Dienst- mannen derselben sozialdemokratischen Partei gemacht, die in der brutalsten Weise alles niederkneten und niederknuten will, was nach Biirgergeist und selbstverantwortlichem, grostbürgerlichem Wirtschafts- Wesen aussieht." Nun wissen wir's also, warum Berlin II keinen Sozialdemokraten mehr wählen soll! Wie sagen doch die Freisinnigen, wenn sie die Wähler beschwatzen wollen? Sie„treten ein für das all- gemeine, gleiche, direkte, geheime Wahlrecht". Man merkt's, wie„ernst" es ihnen mit dieser Forderung ist. Im „Wahlkreis der„„Vornehmsten"", mindestens der Reichsten"— da dürfen sie es wagen, die Maske ein wenig zu lüften, damit die Wähler der besitzenden Klaffe erkennen können, welches ihnen wohlvertraute Gesicht sich dahinter ver- birgt. Herr Reicke, der Bürgermeister und Dichter, ist den: Freisinn nur das Aushängeschild, durch das der Eindruck erweckt werden soll, als ob man auf das„intelligente Bürgertum" rechne. Das„zahlungsfähige Bürgertum" ist es, auf das der Freisinn allein noch rechnen darf. In derjenigen Bevölkerungsschicht, die nicht über volle Porte- monnaics verfügt, erwartet man eine Besserung unserer sozialen Zustände längst nur noch von der Sozialdemokratie. Und dort wird man auch diesmal iviedcr für Berlin II keinen anderen wählen als unseren Genossen Richard Fischer. » Ein„rechter BolkSmann" will der Stadtverordnete R o s e n o w sein, der im dritten Wahlkreis als Freisinnskandidat um die Stimmen nicht nur des Bürgertums wirbt, sondern auch Wähler aus der Arbeiterbevölkerung zu ködern hofft. Als„echten Volksmann" enipfahl er sich am Montag in einer Versammlung freisinniger Wähler seinen Zuhörern, und er renommierte, eS werde tatsächlich auch mancher Arbeiter für ihn stimmen. ES waren hauptsächlich zwei Agitationsmittel, mit denen er zu wirken und seine Befähigung zum„ Ä r b e i t e r v e r t r e t e r" darzutun suchte. Als er über die Lohnkämpfe sprach, die ihm selber in der Seele zuwider sind, wiederholte er seine schon kürzlich von uns. wiedergcgebencn Schimpfereien über«Verhetzung der Arbeitnehmer gegen ihre Arbeitgeber". Das ist jew erster Trunipf. Sein zweiter und noch größerer ist der, daß er sich brüstet mit dem„Sieg", den er im Jahre 1fK)3 bei den Landtagswahlen„sogar über Bebel" davongetragen habe. Auch diese Redeblüte ist von uns bereits in einem Bericht über eine frühere Versammlung festgenagelt worden. Herr Rosenow ist Unternehmer— da begreift man's, daß er über„Verhetzung" zetert, wenn Arbeiter ihre Lage verbessern wollen. Er hat ja auch in der Stadt- verordueten-Versammlung seine Unternehmerfreundlichkeit wiederholt hervorgehoben. Herr Rosenow ist Freisinniger— da wird mancher seiner Freunde es nicht begreifen, daß der„rechte Volksmann" und„Arbeitervertreter in sps" sich eines Landtagswahl-„Sieges" rühmt, den er nur dem die Arbeiterklasse entrechtenden Dreiklassen- system verdankt. Doch w i r haben an ihm und anderen Freisinnsführern allmählich auch das begreifen gelernt, und vielleicht wird e§ auch der Mehrzahl der bisher noch frei- sinnigen Wähler schließlich klar werden, wie ihre Führer über das allgemeine, gleiche, direkte, geheime Wahlrecht denken. Am Montag erzählte Herr Rosenow uoch, daß der„Terrorismus" der Sozialdemokratie seine Schranke an der Wahlzelle finden werde, die das Wahlgeheimnis sichere. Der Mann scheint die Reichstagswahl von 1SV3 verschlafen zu haben, oder er setzte das bei seinen Zu- Hörern voraus. Weiß er nicht, daß die damals eingeführte Wahl- zelle uns Sozialdemokraten nicht die Niederlage gebracht hat, die der Freisinn uns in Aussicht stellte, sondern— den Drei- millionensieg? Für den Wahlkreis Teltow-Beeskow war von den Konservativen Herr Bürgermeister Boddin-Rixdorf als Kandidat in Aussicht genommen. Heute wird berichtet, daß Herr Boddin die Kandidatur abgelehnt habe. Die Freisinnigen flehen die Konservativen an, doch von einer selbständigen Kandidatur Abstand zu nehmen. Das „Berliner Tageblatt" bringt diese Bettelei wie folgt zum Ausdruck: „Hoffentlich nehmen die Konservativen überhaupt Abstand von der Aufstelluna einer eigenen Kandidatur und unterstützen den Liberalen Dr. Neuffert, dessen Kandidatur auch von dem freikonservativen Ab- geordneten Dr. Arendt empfohlen wird." Im sechsten Berliner ReichstagSwahlkreisc kandidiert für die Kon- servativen der antisemitische Rechtsanwalt Ulrich. Eine Polizeiliche Ordnungstat. Das kaum Glaubliche ist Ereignis geworden— selbst in Berlin gibt es noch Polizeibeamte, deren Gesetzesunknndigkeit den Arbeitern das Versammlungsrecht unmöglich macht. Die Genossen des 4. Kreises hatten zu gestern abend in der„Urania", Wrangelstraße, eine öffentliche Versammlung einberufen, die sich eines so starken Besuches erfreute, daß bereits lange vor Beginn der Versammlung der Saal polizeilich abgesperrt werden mußte. Erfreulicherweise hatten sich auch die Frauen recht zahlreich eingefunden, sie, die durch die reaktionäre Gesetzgebung verhindert sind, mit dem Stimmzettel Protest einzulegen gegen die Ausbeutung ihrer Familienmitglieder, Protest einzulegen gegen ihre eigene Aus- beutung. Ist es den Frauen doch nur möglich, durch den Besuch der Versammlungen zu protestieren gegen ihre Degradicrung zu Staats- bürgern 2. Klasse. Aber selbst dies geringe Recht schien dem über- wachenden Beamten uoch zu viel für die Frauen. Nachdem die Versamm- lung eröffnet wurde, verlangte der Uebcrwachende die Entfernung der Frauen aus dem Saal. Da nun unsere Genossen absolut nicht willens waren, den Beamten bei ungesetzlichen Handlungen zu unterstützen, löste derselbe die Versammlung kurzerhand auf! Wir erwarten von der vorgesetzten Behörde, dem Polizeipräsidenten, daß er den gesetzcS- unkundigen Beamten rektifiziert, wir erwarten aber auch, daß die vorgesetzten Behörden allgemein Veranlassung nehmen, die unter- geordneten Polizeiorgane zur Achtung der Gesetze anzuhalten. Den Frauen aber möchten wir zurufen: Hinein in Massen in die öffentlichen Versammlungen, um Protest zu erheben gegen die Rechtlosmachung der Proletarierin. « Wahlversammlungen. Erster Wahlkri». In jedem, der am Montag der Wählerversammlung in Dräsels F e st s ä l e n beiwohnte, mußte sich die Hoffnung befestigen, daß es diesmal gelingen wird, auch den ersten Wahlkreis Berlins der Sozial- demokratie zu erobern. Der große Saal wurde schon vor Beginn der Versammlung wegen Ueberfüllnng abgesperrt. Auch Gegner hatten sich in nicht geringer Zahl eingesunden und, soweit sie klaren und einigermaßen vorurteilsfreien Denkens fähig waren, mußte» sie durch die vortrefflichen Ausführungen unseres Kandidaten Dr. Leo A r o n s zu der Ueberzeugung konimen, daß den Wählern, daß dem deutschen Volke wahrhaftig nicht damit gedient wäre, ivenn der Kreis wiederum einen Freisinnsmann in den Reichstag senden würde, und daß ebensowenig der„Bodenreformer" Damaschke irgend welche Sicherheit dafür bietet, der Mann zu sein, der fähig ist, im Reichstag tatsächlich dem Wohle des Volkes zu dienen. Aber unter den Gegnern waren offeiibar einige, die nicht imstande waren, auf Grund der Fülle von Tatsachen, die Genosse A r o n s anführte, zu dem allein richtigen Schluß zu kommen, daß keine andere Partei als die Sozialdemokratie jener Aufgabe gewachsen ist. Die Ver- sammlungsleitung sorgte dafür, daß nach dem Vortrage vor allem die Gegner zum Wort kommen sollten. Da zeigte es sich nun, daß ein nationalsozialer Redner in dem Wahn befangen war, daß die Proletarier durch eine Steuer, wie die auf Fahrkarten, durchaus nicht belastet würden, weil sie ja doch vierter Klasse fahren könnten. Er hatte wohl keine Ahnung davon, daß es ans den Stadt- und Vorort- bahnen keine vierte Klasse gibt, und ließ sich schembar auch nicht eines Besseren belehren, als ihm die verteuerte Abonnementskarte eines Proletariers vorgehalten wurde, und ebensowenig schien ihm ein Verständnis dafür aufzudämmern, daß Leute, die mit ihrer Zeit wie mit ihrem Gelde rechnen müssen, größere Reisen nicht mit der vierten Klasse unternehmen können. Ein anderer, christlichsozialer Redner, der für Damaschke Progaganda zu machen suchte, konnte nicht begreifen, warum die Sozialdemokratie nicht die Bergwerke verstaatlicht. Daß es unserem Kandidaten ein Leichtes war, solche über die einfachsten politischen Fragen unaufgeklärte Redner zu widerlegen, ist selbstverständlich. Der stürmische Beifall, der seiner Rede folgte, war ein Beweis siir die überzeugende Kraft seiner Worte. Fünfter Wahlkreis. Am Montag fanden für die Gegend am Prenzlauer Tor und den Jnnenbezirk am Schönhauser Tor zwei große Wählerversamm- lungen statt. Im«Alten SchützenhauS" sprach Genoffe Eberl vor vollzählig besuchter Versammlung. Die fast zweistündigen AuS- führung n des Redners fanden die ungeteilte Aufmerksaiukeit der Zuhörer. Auch die anwesenden Versammlungsteilnehmer aus bürger- licheu Kreise stimmten dem Referenten mehrfach lebhaft zu, als dieser den kläglichen Versall des Freisinns beleuchtete und dabei bewies, daß die Freisinnigen sich seit Jahre» nur noch als Schildhalter der Reaktion betätigt haben. Stürmischer Beifall er- schallte, als der Vortragende mit kühler Gelassenheit erklärte:„Die Sozialdemokratie ist schon mit vielen ihrer Feinde fertig geworden, sie wird auch mit dem Bülow-Kartell und dessen Rcvolvcrverband fertig". Gegner meldeten sich trotz mehrmaliger Aufforderung des Vorsitzenden L i e p m a n n nicht zum Wort. Es hielt daraus dann der Kandidat deS Kreises, der Genosse Robert Schmidt noch eine Ikurze, wirkungsvolle Ansprache an die Versammlung, die in die Aufforderung ausklang, daß jeder das seinige tun möge, um den Kreis auch diesmal gleich im ersten Wahlgang für die Sozialdemo- kratie zu erobern. In den„Mnsikersälen" der Kaiser Wilhelmstraße, woselbst sich die Wähler ebenfalls recht zahlreich eingefunden hatten, referierte der Genosse Richard Fischer. Redner wies u. a. darauf hin, daß jeder Wahlkampf als ein Jnteressenkampf betrachtet werden müsse. Die Erfahrung lehre, daß es der Regierung noch stets um ein großes„Geschäft" zu tun war, wenn sie bei einem Appell an das Volk die patriotische Trommel rührte. So auch diesmal. wo die Schaffung einer ständigen Kolonialarmee im Hinter- gründe lauert. In launiger Satire verglich er dann den Freisinn mit dem betrübten Lohgerber, dem die Felle weg- geschwommen sind. Stürmische Heiterkeit durchbrauste den Saal, als er bei der Kritik der in Berlin verbreiteten konservativen und freisinnigen Flugblätter diese Waschzettel schließlich angewidert bei- feite warf mit den Worten:„Es lohnt sich wirklich nicht, auf den ganzen Schwindel von der nationalen Ehre und was sonst drum und dran hängt, noch eriistbaft einzugehen." Auch hier meldeten sich keine Gegner zur Diskussion. Nach einem zündenden Schluß- wort des Vorsitzenden Wels, der zur regsten Wahlagitation sowohl auf den Arbeitsplätzen wie auch im persönlichen Verkehr aufforderte, wurde die Versammlung in der Erwartung eines glänzenden Wahl- sieges geschlossen. Sechster Wahlkreis. Am Montag fanhen in der Schönhauser Vorstadt zwei öffentliche Wählerversammlungen statt. Die eine derselben tagte in Groterjahns Brauerei. Der neuerbaute Saal dieses Lokals gehört zu den größten im sechsten Wahlkreise; er reichte aber kaum aus, um den Massen der Ver- sammlungsbesucher Raum zu gewähren. Der große Saal, die ge- räumigen Galerien, alles war dicht besetzt. Mit sichtbarem Interesse folgte' die Menge dem Vortrage des Genossen Hirsch, der die gegenwärtige Situation klar und scharf beleuchtete. Des Reichs- kanzlers Silvesterbrief an den Reichsverband zur Bekämpfung der Sozialdemokratie gab dem Redner Gelegenheit, die feige und verlogene Agitation des Reichsverbandes zu kennzeichnen. Auch die grundsatz- und charakterlose Haltung des Freisinns erfuhr in dem Vortrage ihre wohlverdiente Kritik, welche jeden Zuhörer, der es noch nicht wissen sollte, darüber aufklärte, daß die Rechte und Interessen des arbeitenden Volkes nur von der Sozialdemokratie vertreten werden. Durch lebhaften Beifall bekundeten die Anwesenden ihr volles Einverständnis niit dem Referenten. In Fröbels Allerlei-Tsteater fand die zweite Ver- sammlung statt. Auch hier war der Saal von einer dichtgedrängten Volksmenge bis zur Grenze der Möglichkeit gefüllt. Referent war Genosse D ü w e l l. Er bezeichnete die Reichstagsauflösung als eine Blüte im Zickzackkurs der Regierungspolitik, die erst vor kurzem durch daS vom preußische» Landtage angenommene Schulgesetz den Ultranrontanismus stärkte und jetzt plötzlich im Reichstage sich gegen das Zentrum, die Partei des UltramontanismuS wandte. Weiter beleuchtete der Redner die Unsicherheit und Volksfeindlichkeit der Politik, welche die Regierung und die herrschenden Klassen treiben. Er zeigte, daß es wirtschaftliche Interessen sind, ivelche die politischen Aktionen bestimmen und entlvickelte dann an der Hand des sozialdemokratischen Programms die wirtschaftlichen und politischen Forderungen der Sozialdemokratie. Die Unsinnigkeit der kapitalistischen Produktionsweise, die Ungerechtig- keit des Klasscustaates wurden vom Redner durch Hinweis auf einige drastische Beispiele den Zuhörern vor Augen geführt und ihnen gezeigt, daß auch die Reichstagswahl eine Gelegenheit bietet mn die Reihen der Sozialdemokratie zu mehren und unseren Idealen näher zu kommen.— Die Zuhörer nahmen den Vortrag niit lebhaftem Beifall auf. Wählerversammlungen. Am Mittwochabend S1/� Uhr findet für 5. Kreis eine Wähler- Versammlung in den Sophiensälen, Sophienstr. 17/18. statt, in der Genosse Heine referiert. Für den 2. Wahlkreis finden am Donnerstag, den 10. Januar, abends 8V3 Uhr, zwei Wählerversammlungen in folgenden Lokalen statt: Schuegelsbergs Festsäle, Hasenheide 21, Referent: Stadt- verordneter H. Hei mann. Alter Bürgergarten, Lindenstraße 10«� Referent: R. Fischer. Das Wahlbureau des 2. Kreises befindet sich in der„Vorwärts"- Spedition, Mittenwalderstr. 30, und ist geöffnet wochentags von mittags 12 bis abends 8 Uhr, Sonntags von 8—10 Uhr vor» mittags. Kreis Teltow. Die Auflösungsseuche in Groh-Lichterfclde wütet fort! Die beiden weiteren auf Sonnabend, den 6., und Montag, den 7. Januar, nach dem„Kaiserhof" einberufenen, stark besuchten Wählcrversammluugen wurden ebenfalls„wegen Eintritts der Polizeistunde" kurz nach 10 Uhr aufgelöst. Dies Verfahren beginnt bereits allerwärts Spott und Hohn herauszufordern. Dabei gestalten sich die Versammlungen infolge der erschreckenden Anhäufung deS höchsten Blödsinns durch den Reichsverband, immer interessanter und jede Ankündigung der nächsten Versammlung durch den Vorsitzenden wird mit stürmischem Beifall begrüßt. Genosse Eis» er setzte am Sonnabend seinen Vortrag über den Biilowschen Silvesterscherz fort und begann eben die Flugblätter des Reichsverbandes in geeignete Behandlung zu nehmen, als die Auflösuugsorder erging. Unter dem Gesänge der Arbeitermarseillaise verließen die Versammelten den Saal. Am Montag begann Genosse K a l i S k i an Stelle des vor- läufig verhinderten Referenten mit der Auflösung deS reichS- vcrbändlerischen KomposthaufenS und schloß unter großem Beifall, als EiSner noch erschien, um von dem neuesten Schlager der „Post", dem Eingesandt einer„deutschen Frau", in welchem das Er« scheinen einer Charlotte Corday in neuer Auflage avisiert wurde, die Versammlung in Kenntnis zu setzen. Der Schlußsatz der be- kanntlich aus Bebel gemünzten Epistel:„Seien Sie auf Ihrer Hut, Sie alter Sünder!" zwang die Versammlung zu unbändiger Heiter- keit. Wenn auch— meinte Redner— diese Zuschrift nur von einem Insassen der Edelschen Anstalt stammen könne, sei eS um so bezeichnender, wie die Redaktion eines Blattes, das von den reichsten und auch angeblich gebildetsten Leuten ausgehakten werde, so etwas publizieren könne. ES müsse also in gewissen Kreisen eine seltsame Stimmung herrschen. Würde ein sozialdemokratisches Blatt wagen, in solch' unverblümter Weise zu gemeinem Meuchelmord aufzufordern, man würde die schärfsten Ausnahmegesetze gegen die Sozialdemokratie fordern. Den weiteren Gegenstand der Kritik bildete die offenbar von der RcichSregierung herrührende Flugschrift über„Unsere Kolonien". Für diesen Abend war das Machwerk noch vor der völligen Vernichtung gerettet da kurz darauf iy. Gendarm Pdj wieder den Helm aufstülpte und nach erfolgloser Aufforderung an den Vorsitzenden den stereotypen Nuflösungspassus vom Stapel liefst Die Fortsetzung der Versammlung findet am Donnerstag, den 10. Januar, ab ends SV- Uhr. im Kaiserhof statt, Da»ach einem Beschluß des NeichsverVandes Sozialdemokraten tn dessen Versammlungen nicht reden dürfen, findet eine weitere Ver- sammlung am Freitag, den 11. Januar, abends 8% Uhr, im Kayerhof statt, zu der an alle Gegner der Sozialdemokratie Ein- ladung ergeht. In Friedenau nnd Steglitz hat der„ReichZverband zur Be- kampfung der Sozialdemokratie" die Freisinnigen, Konservativen und Nationalliberalen unter seine Fahne genommen, um vereint den Kampf gegen die Sozialdemokratie auszunehmen. In Friedenau wurde ein gemeinsamer Ausschuß von IS Personen gewählt, a» dessen Spitze der bekannte Reaktionär Professor Dr, Kl'einecke steht. Irgend eine Bedeutung kann der Zusammenschluß nicht haben, denn Flugblätter hat ja die Geschäftsstelle des Reichsverbandes bereits prompt� geliefert und an eine gemeinsame Verbreitung derselben durch die Professoren. Doktoren und Unternehmer ist auch nicht zu denken. Der Sozialdemokratie am Ort wäre es sehr erwünscht, wenn der bürgerliche Mischmasch am 13. die sozialdemokratische Ver- sammlung besuchen würde. Die Arbeiterschaft erlvartet mit der größten Spannung die Älarlegung ihres Programms. In Steglitz kann der Zusammenschluß nur den Zweck haben, die Flugblätter der drei Parteien in einem gemeinsamen Kuvert zu verschicken. Wenn dann der ReichSverband durch seine Soldschreiber noch die Adressen schreiben läßt, nimmt die Wahlarbeit die Vierbankpolitiker nicht zu stark m Anspruch. ES geht doch nichts über ein politisches Prinzip I In Bceskow nahm Genosse T h u r o w- Nixdorf am Sonntag in einer Gewerkschaftsversammlung Gelegenheit, über die Reichstags- Wahlen zu sprechen. Dort war eS bisher unmöglich, einen Saal zu einer Wählerversammlung zu erhalten. Zirka 80 Personen standen in den beengten RestaurationSräumen und hörten den trefflichen Aus- führungen des Redners zu. Am Schluß des mit großem Beifall aufgenommenen Vortrages versprachen die Versammelten mit allen Kräften für die Sozialdemokratie einzutreten. Eine bei den örtlichen Verhältnissen imposante, auch von zahl- reichen Frauen besuchte Versammlung tagte am Sonntag in Schcnkcndorf bei Kgs.-Wusterhausen. Das l'/zstündige Referat des Genossen Bartel über die Auflösung des Reichstags und die bevor- stehenden Wahlen wurde mit großem Interesse und jubelndem Bei- fall aufgenommen.» Desgleichen die Ausführungen des Diskussionsredners Genossen Lier, der in geschickter Weise ein Bild unserer herrlichen Kolonial- Politik und der in letzter Zeit in der Oeffentlichkeit bekannt ge- wordenen Kolonialgreuel aus Südwestafrika entrollte. Genosse Klose erläuterte den Anwesenden in beredter Weise das allgemeine Wahlrecht und betonte besonders, daß es Pflicht eines jeden wäre, dafür zu sorgen, daß unser altbewährter Kandidat, der Genosse Fritz Zubeil, im ersten Wahlgange- mit großer Majorität wiedergetoählt werde.— An der weiteren Diskussion beteiligten sich noch die Genossen Weise, Gäde, Collbcrg, Fengler, Fritz Hanisch und Frau Fengler. Letztere legte besonders den anwesenden Frauen ans Herz, dafür Sorge zu tragen, daß sie die„Morgenpost" nnd andere bürgerliche Blätter aus ihren Wohnungen verbannen möchten und dafür den„Vorwärts" zu abonnieren, der allein nur die Interessen der arbeitenden Klassen vertrete. Vor 230 Personen referierte Genosse Wollermann- Schöneberg am Sonntag in Mittenwalde. Das Referat, in dem insbesondere der Freisinn gebührend gekennzeichnet wurde, fand freudige Zustimmung. Die Gegner beabsichtigen noch diese Woche eine Versammlung abzuhalten; Genosse Krause gab den Anwesenden den Rat, daß wenn sie dieselbe besuchen wollen, auf Gewährung un- eingeschränkter Redefreiheit dringen möchten. Kämen die Gegner diesem Verlangen nicht nach, so könne man sicher sein, daß wir ein Häuflein Ackerbürger mehr auf unserer Seite haben. Trrdbin. In überfllllter Versammlung, wie sie Trebbin noch kaum gesehen, nahm am Sonntag Genosse Zubeil Gelegenheit, zu den Wählern zu sprechen. Seine schneidende Kritik an der deutschen Kolonial- und WelimachtSpolitik entfesselte wahre Beifalls- stürme in der Versammlung. Zum Schlüsse ging er aus die programmatischen Forderungen der Sozialdemokratie ein, um die Legende der Gegner, als scheue sich die Sozialdemokratie in diesem Wahlkampf ihr Programm zu enthüllen, zu zerstören. Mit einem wuchtigen Appell au die Kleinbürger und Arbeiter, am 2S. Januar ihrer Pflicht eingedenk zu sein und dem Sozialdemokraten die Stimme zu geben, schloß er seine Ausführungen. Zur Diskussion meldete sich niemand. Nieder-Barnim. In der Stralaucr„Alte Taverne" kennzeichnete am Sonntag in einer Volksversammlung Genosse Stürmer die von der Regierung und den Mehrheitsparteien im Reichstage geschaffene Situation. Seine treffliche Kritik an»mserer kolonialen Mißwirtschaft fand die lebhafteste Zustimmung der Anwesenden. Es könne für die deutsche Arbeiterklasse am Tage der Wahl nur eine Losung geben, nämlich: für die Kandidaten der Sozialdemokratie einzutreten, da nur diese die legitimen Vertreter des arbeitenden Volkes sind. In der Diskussion wandle sich Genosse S ch w e d l e r besonders an die anwesenden Schiffer, diese ermunternd, am Tage der Wahl ihre Schuldigkeit zu tun. Zum Schluß fand folgende Resolution eiiislimmige Annahme: Die heutige Aolksversanunlung erklärt sich mit den Ausführungen de« Referenten voll und ganz einverstanden und verspricht, mit allen Kräften dahin zu wirken, daß am LS. Januar der Genosse Artur Stadlhagen mit möglichst großer Stimmenmehrheit aus der Wahl- urue hervorgeht. Tegel. Am Wontag wurde eine prächtige Wählerversammlung abgehalten. Der überfüllte Saal wies gegen 1100 Teilnehmer ans, die den AnZführiingen des Referenten, Genossen Artur Stadt- Hagen, lebhaften Beifall bekundeten. Trotz wiederholter Auf- forderung meldeten sich keine Gegner zum Wort. Zu Beginn und am Schluß der Versammlung erfreute der Gesangverein die Ver- sammlung durch stimmungsvolle Lieder. Brausende Hochs auf die Sozialdemokratie und den Kandidaten des Kreises legten von der freudigen Kampfes- und Siegesstimmung Zeugnis ab. Borsigwalde. Daß auch hier eine vortreffliche Stimmung für den Wahlkampf vorhanden ist, bewies eine am Freitag tagende gut- besuchte Versammlung. Das Referat des Genossen Dr. Rosen- f e l d über die ReichStagsauflösung und die bevorstehende Reichstags- wähl fand jubelnde Zustimmung. Die Dislussion, an der sich ver- schiedene Genossinnen und Genossen beteiligten, bewegte sich im Sinne des Referats. Zum Schluß fand folgende Resolution ein- stimmige Annahme: Die heute am 4. Januar 1907 in Borsigwalde im Woitschachschen Lokale tagende Reichstagswählerversammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichtet sich, am Tage der Wahl für den Kandidaten der sozialdemokratischen Partei, Artur Stadthagen, einzutreten. Miihlenbcck. Eine interessante Wählerbersammlung aller Parteien, welche am Ende der polizeilichen Auflösung anHeim fiel, fand in Mühlenbeck am Sonntag, den 0. M. abends statt. Der überfüllte Saal zeigte ein Bild regen Parteiinteresses. Waren doch Kleinbauern, Gewerbetreibende. Land- und Industriearbeiter aus weit entfernt liegenden Ortschaften erschienen. Auch die Gegner waren zahlreich erschienen. Es hatte der„Patriotische Verein" sich eine Stunde zuvor in Mühlenbeck in einem anderen Lokal ver- sammelt und war geschlossen in die von den Genossen einberufene Versammlung gezogen. Die Gegner beantragten den im Kreise be- kannten Amtsvorftcher Baron v. Veltheim in das Bureau zu wähle». Die etwa 2/a der Versammlung umfassende Mehrheit wählte aber das von unseren Genossen vorgeschlagene Bureau. Der Vorsitzende betonte, daß Redefreiheit herrsche, aber gegenüber Störungen un- nachsichtlich da» Hausrecht m Anwendung kommen werde. Genosse Artur Stadthagen wies im Beginn seiner Rede daraufhin, daß im Gegensatz zu dem Ausschluß von Disknssionsfreiheit in den Versammlungen der sogenannten Ordnungsparteien in der von Sozialdemokraten einberufenen Versammlung den Gegnern Disknssionsfreiheit eingeräumt werde. Er bitte dringend, von dieser Freiheit Gebrauch zu machen. Die ehrliche Ueberzeuguug jedes Gegners solle man achten. Anders stehe es mit Klopffechiern, die das Wort ergreifen, nicht um sachlich zu diskutieren, sondern um die Versammlung durch Flegeleien oder gar durch bewußte Unwahrheiten zu provozieren und zu stören. Ein solcher Störenfried sei ihm in der des Mittags in Zehlendorf abgehaltenen Versammlung in Gestalt eines ManneS begegnet, der sich als Redakteur Döring bezeichnete. Nachdem er Unwahrheiten an Unwahrheiten, Flegeleien an Flegeleien gereiht, Provokalion auf Provokation gehäusl und die Redefreiheit so etwa eine halbe Stunde mißbraucht hatte, sei er schleunigst verduftet, ohne die ihm dann von einem Arbeiter und von ihm, dem Referenten erteilte Antwort abzuwarten. Mit derlei Lenken, die feige verduften, nachdem sie ihren Unflat so niedergelegt, lehne er ab, zu diskutieren. Denn deren Absicht gehe nicht dahin, die Wähler aufzuklären, sondern die Aufmerksamkeit von dcni Ernst der Situation abzulenken. sBeifall.) Der Referent ging dann auf die polikischen, wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, insbesondere des Mittelslandes, der Kleinbauern und der Arbeiter ein und legte dar, wie die herrschende Klasse gerade der erwerbs- tätigen Bevölkerung Lasten aufpacke und Rechte nehme, und daß sie hoffe, dies Werk auch nach der Neuwahl fortsetzen zu können. Liebenswürdige Zwischenrufe einiger„Patrioten", wie„Jude", „Asiatische Fremdlinge" u. dergl., gaben dem Referenten Gelegenheit, die Hohlheit und das Reaktionäre der„antisemitischen Zuhälter der Konservativen" in scharfer Weise unter lebhaftem Beifall zu kritisieren. Die Antworten hatten den Erfolg, daß die zumeist von ganz jugend- lichcn„Reichsverbändlern" ausgehenden Zwischenrufe allmählich verstummten. Zum Schluß forderte Genosse Stadthagen zur rast- losen Agitation gegen die gemeingefährlichen ZukunftSpläne der vereinigten Reaktionäre und für die Sozialdemokratie auf. Langanhaltender Beifall lohnten die Ausführungen unsers Kandidaten. Der Vorsitzende verlas eine Resolution, welche sich mit den Ausführungen des Genossen Stadthagen einverstanden erklärte, und aufforderte, am 2S. Januar die Stimme nur für die Sozialdemokratie a b- zugeben. Die Resolution wurde gegen— S Stimmen a n- genommen. Zur Diskussion meldete sich lediglich— Herr Döring. Stadlhagen beantragte zur Geschäftsordnung, diesem Manne, der vor wenigen Stunden erst die Versammlung angepöbelt, Fragen gestellt und dann das Hasenpanier ergriffen hatte, ohne eine Ant- wort abzuwarten, das Wort nicht zu erteilen. In die lebhafte Zu- stimmung zu diesem Antrag rief Döring zwischen:„Ich konnte nicht dableiben",„Echt jüdische Frechheit" und dergleichen. Sein kleiner Anhang inszenierte einen wüsten Skandal durch Zurufe wie:„Jude",„Fremdling",„Frechheit". Bevor der Antrag zu Ende begründet werden Konnte, l ö st e der Gendarm die Versammlung aus. Die Versammlung hat in erfteulicher Weise gezeigt, wie die sachlichen Ausführungen der Sozialdemokratie auch auf dem platten Lande verständnisvolle Aufnahme finden, und berechtigt zu den besten Hoffnungen zum 2S. d. M. Die patriotische Spreugkolonne, zumeist aus halbwüchsigen Bureauangestellten bestehend, inszenierte noch am Bahnhof ein indianerhaftes Getöse, gegen das der von antisemitischer Seite so oft behauptete„Lärm in einer Judenschule" die Ruhe des Kirchhofs darstellt. Einige Landarbeiter und Klein- bmiern sprachen unserem Genossen nach Schluß der Versammlung noch ausdrücklich den Dank für die Versammlung aus. Diesem Sachverhalt gegenüber hat die„Staatsbürger-Zeitung" die Stirn, in ihrem gestrigen Morgenblatt einen aus Lügengcmcngsel zusammengesetzten �alat, den ihr offensichtlich der Herr Döring zurecht gemischt hat, mit der Spitzmarke„Stadthagen kneift!" zu veröffentlichen. Aus dem Zeug entnehmen wir, dag die Stören- riebe„Berliner rotierende Versammlungsteilnehmer" waren. In WoltcrSdorfer Schleuse bei Erkner fand am Sonntag eine zur Hälfte von Bürgerlichen besuchte Wählerversammlung statt, in welcher Genosse Kubig-Pankow das Wirken der Kulturverbreiter in den Kolonien beleuchtete. Auch dem Silvesterscherz des Reichs- kanzlers. als dem Protektor des NeichSverbandeS, widmete er einige Aufmerksamkeit.— In der Diskussion sprach ein Herr Leuscher von der Sozialdemokratie als der Bekämpferiu des Mittelstandes, der Monarchie und Religion, die in ihrem Zukunftsstaate auch nicht anders regieren könne. Dem Genossen Kubig war es ein leichtes, die Jllusioiienn dieses bürgerlichen Herrn zu zerstören, indem er in knappen Zügen unsere Programmtorderuiigen darlegte. Unter großem Jubel der Versammelten fchloß Redner mit der Aufforderung, am 25. Januar dem Genossen Stadthagen zu einem glänzenden Siege zu verhelfen._ f parte!- Angelegenheiten. Erster Wahlkreis! Den Parteigenossen des Hansaviertels und den Hülfskräften aus dem sechsten Kreise, soweit dieselben verpflichtet sind in den unten- stehenden Lokalen mitzuarbeiten, zur gefl. Nachricht, daß am Donners- tag, den 10. Januar, von 7 Uhr ab eine Flugblattverbreitung im Kuvert stattfindet. Die Genossen wollen sich vollzählig in folgenden Lokalen einfinden: Radtke, Flensburgerstr. 24, Ellermann, Cuxhafener- straße 9, Burghardt, Klopstockstr. 48 und Luisenzelt, In den Zelten 9a.. Im zweiten Wahlkreis findet der Zahlabend wie üblich am Mittwoch, den 9. Januar statt. Der Vorstand. Achtung, vierter Wahlkreis! Am 3. Februar, nachmittags 4 Uhr, Urania-Vorstellung(„Die Feuergewalten der Erde"). Billetts sind bei den Bezirksführern zu haben. Schmargendorf. Heute Mittwoch, abends S1/� Uhr, findet im Restaurant Cafo Pein, HubertuSbaderstraße 8/10, eine öffentliche Wählerversammlung statt, in welcher Genosse Zubeil über die bevorstehenden ReichStagswahlen sprechen wird. Hierzu ladet samt- liche Wähler Schmargendorfs, auch Frauen ein Das Wahlkomitee. FriedrichSfclde. Heute Mittwoch Zahlabend; jeder Genosse muß erscheinen. Donnerstag, den 10. Januar er., abends 8'/z Uhr: Oeffentliche Raichstagswähler-Verfammlung im Lokale von F. Bube, Prinzen- Allee 30. Referent: Genosse Artur Stadthaaen. Freie Diskussion. Einwohner Friedrichsfeldes! Erscheint in Massen! Pankow. Zum heutigen Zahlabend werden die Genossen dringend ersucht, zahlreich zu erscheinen, da wichtige Angelegenheiten zur Sprache gebracht werden. Der Vorstand. Köpenick. Die Zahlabende finden heute sowie ständig statt: für die Damnivorsiadt bei Schüler, für den Bezirk I(Altstadt) beim Genossen Gustav Müller, Alter Markt 8. Zur Flugblaltverbreitung treffen sich die Genossen bei Golze, Kaiserin Augusta Piktoriastr. 15. Französisch-Buchholz. Heute abend findet in Kühnes Festsälen die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Die Genossen werden dringend ersucht, zu erscheinen. Gäste haben Zutritt. Der Vorstand. Reinickendorf. Parteigenossen! Sehr wichtig ist der Besuch des morgigen Zahlabends mit Rücksicht auf die Verteilung der am 2S. Januar verfügbaren Kräfte. Das Erscheinen jedes Genossen ist daher unbedingte Pflicht! Weisiensce. Der heute abend im Schloß Weißensee stattfindenden Wählerversammlung wegen fällt der heutige Zahlabcnd aus. Es findet daher am Freitag, den 13. Januar, in den bekannten Ab- teilimgslokalen ein Extra-Zahlabend statt. Zahlreichen Besuch der heutigen Versammlung sowie auch des Extra-Zahlabends erwartet Der Vorstand. Berliner jVaebnehten. Ein vielseitiger Postbahnhof. Der Postbahnhof beim Gleis- dreieck der Hochbahn, für den jetzt Mittel im Reichshaushalt vor- gesehen sind, wird eine der großartigsten Anlagen seiner Art. Er hat den Paketverkchr des Potsdamer und Anhalter Bahnhofes zu bewältigen, der schon jetzt fast 30 Millionen Stück im Jahr beträgt. Der Poslbahnhof wird nach den neuesten Erfahrungen niit ähnlichen Anlagen eingerichtet. In die beiden Packkamniern für Ankunft und Abgang können die Züge unmittelbar einfahren. In den Vorder- gebändelt werden die Bahnpostämtcr 1 und 2, ein Teil des Post- fuhramls und eine Drucksachenverteilungsstelle untergebracht. Tie Hochbahnbögen werden zu Remisen verwendet. Es wird geplant, eine besondere Zollpaketkammer einzurichten, um die Beförderung der Pakete über das Paketpostamt nach der Verzollungsstelle in der Köthenerstraße zu ersparen. Auch soll eine besondere Packkammer für die massenhaften Blumenpakete aus dem Süden eingerichtet werden. Das Gelände mit 28 500 Ouadratmetern will die Post von der Eisenbahnverwalwiig für 2 370 220 M. erwerben. Die Hochbahn ist dort nur zur Miete. Der Platz sür die Verbindungsgleise wird von der Post gemietet. Tagesordnung für die Sitz, mg der Stadtderordnetenversammluni, am Donnerstag, den 10. Januar 1907, nachmittags 5 Uhr. Wahl je eines Mitgliedes mittels Stimmzettel— an Stelle des ver- storbenen Stadtv. Daber— in die Deputation für das Arbeitshaus und das städtische Obdach, sowie in die Hochbaudeputation.— Vorlagen, betreffend die Verwendung des der Stadtgemeinde aus der Jagor-Stiftung zustehenden Zehntels.— Die Veräußerung zweier in Rixdorf belegenen Parzellen an die Stadtgemeinde Rixdorf— und Einstellung weiterer Zuwendungen in Spezialetat 49 für 1907. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Gesellschaft zur Be- kämpfung der Geschlechtskrankheiten veranstaltet am Donnerstag, den 10. Januar, abends 8 Uhr. in den Jndustrie-Festsälen, Beuth- straße 19/20, einen öffentlichen Vortragsabend. Herr Dr. A. Pinkus spricht über„Frauenleiden und Geschlechtskrank- heiten." Der Zutritt ist jedermann gestattet. DaS Zentralkomitee der Auskunfts- und Fürsorgestellen für Lungenkranke in Berlin und Vororten berichtet: Die Arbeits» ergebniffe der Auskunfts- und Fürsorgestellcn für Lungenkranke�in Berlin und Vororten(mit Ausnahme der eine selbständige Für- sorgestelle besitzenden Städte Charlottenburg, Schöneberg und Rix» dorf) sind vom 1. Oktober 1904 bis 1. Oktober 1906 folgende: In den zwei Jahren sind von uns 25285 Personen auf Lungen- tuberkulöse untersucht. 13 334 Wohnungen Lungenkranker in best- möglichen sanitären Zustand versetzt und ständig kontrolliert, 465 Betten geliefert. 3923 M. Mietzuschüsse in Beträgen von 5. 6, 7 bis 10 M. aus unserer Kasse geleistet und 11 805 M. für Unterstützungen in dringenden Fällen verausgabt worden. An letzteren beiden Summen ist die Armendirektion, die ihrer- seits in vielen Fällen zu ausgiebiger Hülfcleistung m,t Erfolg veranlaßt wurde, nicht beteiligt. 1168 erwachsene lungenkranke Personen, die von der Landes» Versicherungsanstalt als zu weit vorgeschritten abgewiesen und den Auskunfts- und Fürsorgestellen der Vereinbarung gemay zu- gesandt wurden, find von uns auf verschiedene Weise eingehender Beobachtung resp. der Weiterbehandlung durch ihre Aerzte oder in Krankenhäusern und Luftkurorten unterzogen und 534 als er- heblich gebessert entlassen worden. Diese 534 Leute wären also wohl alle dem Tode verfallen. wenn nicht für sie von den Auskunfts- und Fürsorgestellen zweck» entsprechend weiter gesorgt wäre.. 984 Kinder wurden in Kinderheilstätten, 1433«n Wald- erholungsstätten gebracht. �, 574 Personen mutzte wegen sehr schwerer Erkrankung der Rat erteilt werden, sofort ein Krankenhaus— besser wäre ein Siechen» Haus für Tuberkulöse— aufzusuchen. Berliner Asyl-Verein für Obdachlose. Im Monat Dezember 1906 nächtigten im Männerasyl 18 025 Personen, loovon 7549 badeten, im Frauenasyl 4566 Personen, wovon 1249 badeten. Ein rasch fertiger Arzt. Mit der Kunst der Aerzte haben wir Laien manchmal schon die wunderlichsten Erfahrungen gemacht. Ein Vorkommnis. daS bei den beteiligten Personen großes Auf» sehen und starke Erregung hervorgerufen hat, wird jetzt aus Schöneberg gemeldet. Dort wurde der in der Hohenstaufcnstraße wohnende Arzt Dr. Unger nach dem Hause Nollendorfstr. 10 gerufen, um einem Architekten Zwink beizustehen, der sich eine Kugel in den Kopf geschossen hatte. Zwink war vormittags gegen 10 Uhr in seiner Wohnung hülflos aufgefunden worden, nachdem andere Be- wohner des Hauses durch sein andauerndes Stöhnen auf ihn auf- mcrksam geworden waren und sich schließlich Zutritt zu ihm ver- schafft hatten. Schon in der Nacht war es einer unter ihm wohnen- den Familie aufgefallen, daß er fast unausgesetzt stöhnte. Als das bis in den Morgen und Vormittag hinein anhielt, drang eine bei dieser Familie logierende Krankenpflegerin darauf, daß Zwinks Wohnung geöffnet wurde. DaS tat der Hausportier, und da fand er denn den Unglücklichen mit einer Schutzwunde, die er sich mit Anem Revolver wohl schon in der Nacht beigebracht hatte. Zwink lag in seinem Blut und war bewußtlos, doch man(ah, daß noch Leben in ihm sein mußte. Der herbeigerufene Dr. Unger kam sofort. Er zuckte aber die Achseln und vcrsichrete, da sei nichts mehr zu machen. Als man ihn darauf hinwies, daß der Ver- wundete ja noch stöhne und sich sogar noch bewege, suchte Herr Dr, Unger die Zweifler zu beschwichtigen. Man sagt uns, es habe fast so ausgesehen, wie wenn Zwink die Worte de» ArzteS noch gehört und aufgefaßt und nun dürch Bewegungen sich verständlich zu machen gesucht habe. Aber Dr. U. meinte, es handele sich nur noch um TodeSröcheln und TodcSzuckungen. Er erklärte sich bereit, den Toten sch ein auszustellen, und gab Auftrag, man möge zu diesem Zweck ihn, den Arzt, in seiner Wohnung aufsuchen. Sprach's und empfahl sich! Es wird uns erzählt, Herr Dr. U. sei an demselben Vormittag sogar zweimal gekommen, das zwcitemal aus eigenem Antriebe, aber wiedernm habe er den Verwundeten als einen Sterbenden bezeichnet. Die Hausbewohner, die sich um den Verwundeten bemühten, ließen sich durch die Versicherungen des Arztes nickt beruhigen. Auch die Polizei, die von dem Selbst- mord benachrichtigt worden war und ein paar Beamte herschickte, bezweifelte es, daß Zw. bereits tot sei. Schließlich wurde von der Polizei ein Krankenwagen beschafft, und Zw. wurde nach dem Schöneberger Krankenhaus transportiert, nachdem er bis gegen 1 Uhr in seiner Wohnung gelegen hatte. Im Krankenhaus kam er noch lebend an, und erst am Abend soll ihn dann der Tod erlöst haben. Ueber die Hülfe, die Dr. Unger dem Lebensmüden noch geleistet haben kann, gehen die Meinungen auseinander. Augenzeugen er- klären, nicht gesehen zu haben, daß er„geholfen" habe. Er habe sich lediglich darauf beschränkt, den Vcrwundeton zu befiihlen, ihm ein Bein anzuheben, ein Augenlid zu öffnen usw. Herr Dr. Unger selber behauptet, er habe noch Kampfcreinspritzungcn gemacht. Hausbewohner erklären hierzu, er sei keinen Augenblick mit Zw. allein geblieben. Die Angelegenheit ist bereits Gegenstand a m t- licher Ermittelungen; erste Vernehmungen vor der Polizei haben stattgefunden. Dr. Unger hat inzwischen den Portier bezw. dessen Frau-aufgesucht und sogar seine Gemahlin mitgebracht. Cr ist bemüht, den Portier davon zu überzeugen, daß die Sache sich anders abgespielt habe. Herrn Dr. Unger wird es nicht erspart bleiben können, eine einwandfreie Feststellung des Tatbestandes herbeizuführen. Wird es diesem Arzt, der so rasch fertig war, ge- lingen, auch das wcgzubeweisen, daß Zw., dessen Tod er bescheinigen wollte, lebend nach dem Krankenhause gebracht worden ist? Tic neue Troschkcntaxe bedingt auch eine Aenderung der Fahr- preisanzcigcr. Tie im Betrieb befindlichen Fahrpre'sanzeigcv werden im Laufe des Jahres— bis 31. Dezember 1907— nach den neuen Taxen echgeänderfl Das an jedem HahrpreiSamzeigrr an- gebrachte Schildchep mit dem Siqzel b-'-'chtistt �en Züh-vc des In der Urania werden in den Monaten Januar bis März Droschte, neben den zu zahlenben Fahrpreis noch 20 Bf. mehr zu eine Behandlung einzusteden, die man sich notgedrungen höchstens fordern, solange der betreffende Tarameterapparat noch eine Grund auf dem Kasernenhof gefallen laffen muß. Dann möchten wir die nachstehende gemeinverständliche naturwissenschaftliche zusammentage von 50 f.( statt 70 Pf.) anzeigt. Die Fahrpreisanzeiger Direktion dieser Anstalt noch ersuchen, ihre untergeordneten Be- hängende Kurse gehalten werden: Unsichtbare und sichtbare werden im Laufe des Jahres 1907 in ihrer Grundtage von 50 auf amten anzuweisen, den Arbeitern, die Ueberstunden machen sollen, Strahlen, elf Grperimentalborträge von Dr. B. Donath.( Beginn 70 3f. abgeändert, und es werden von den jeweils abgeänderten das zeitig genug mitzuteilen. Es ist wiederholt vorgekommen, daß Sonnabend den 12. Januar.) Die physikalischen Grundlagen der Apparaten die kleinen Blechschildchen entfernt. In diesen Fällen einfach kurz vor Schichtschluß gesagt wird: Sie müssen 1, 2 oder Elektrotechnik, zehn Erperimentalvorträge von Dr. B. Donath.( Beist der Droschkenführer nicht mehr berechtigt, vom Fahrgast noch 8 Ueberstunden machen. Arbeiter, die weit draußen wohnen und ginn Donnerstag den 10. Januar.) Zusammenhängende Experi20 Pf. nachzufordern. Wo also kein Schildchen mit dem Kgl. Dienst- ihr warmes Essen zu Hause finden oder sich sonst etwas vor- mentalvorlesungen über das gesamte Gebiet der elementaren fiegel mehr am Fahrpreisanzeiger aushängt, ist letterer schon mit genommen haben, empfinden dieses Kommandieren zum Ueber- Physik; 1. Quartal: Mechanik und Wellenlehre. Wöchentlich eine der erhöhten Grundtage von 70 Bf. abgeändert, und der Fahrgast stundenmachen als eine Rüdsichtslosigkeit, die man in städtischen doppelstündige Vorlesung von Dr. B. Donath.( Beginn Dienstag hat nicht mehr zu zahlen, als der Apparat anzeigt, braucht also auch Betrieben nicht anwenden sollte. Ist viel Arbeit vorhanden, so den 15. Januar, nachmittags 6 Uhr.) Chemie der Metalle; acht feine Nachzahlung mehr zu leisten. stelle man Arbeitslose ein, deren es genug gibt, gebe ihnen einen Vorträge mit Experimenten und Demonstrationen von Dr. M. von Zur Behebung der Unterleitungsstörung auf dem Opernplas austömmlichen Lohn und strebe danach, die ohnehin lange Arbeits- Unruh.( Beginnend Mittwoch den 16. Januar.) Einführung in haben, wie heute straßenbahnoffiziös gemeldet wird, die Behörden Beit für die körperlich schver arbeitenden Gasarbeiter recht bald die Erdkunde; fünf Vorträge mit farbigen Lichtbildern von Herrn die Spannung einer provisorischen Notleitung zur zu berkürzen. Es ist ein Jammer, zu sehen, wie in fommunalen Dr. P. Schwvahn.( Beginn Freitag den 11. Januar.) Unfere mo mit oberirdischen Zuführung des Stromes genehmigt. Die Betrieben mit der Arbeitskraft des Proleten ein förmlicher Raub- derne Stahl- und Eiſenindustrie; vier Vorträge mit Lichtbildern bau getrieben wird. und Demonstrationen von Herrn Konstruktionsingenieur A. Keßner. Arbeiten sind bereits im Gange, so daß die neue Zeitung morgen in ( Beginn Freitag den 15. Februar.) Probleme der Fortpflanzung, Wirksamkeit treten dürfte. Die Führung der Oberleitung über den Befruchtung und Vererbung; sechs Vorträge mit Lichtbildern bon Schloßplaz stößt auf technische Schwierigkeiten, die noch nicht allHerrn Dr. Thesing.( Beginn Dienstag den 8. Januar.) Abstammungslehre und Darwinismus; sechs Vorträge aus dem Gefeitig befriedigend gelöst sind. Bezüglich dieses Punktes schweben biete der Abstammungslehre mit Lichtbildern von Herrn Dr. C. The daher noch Verhandlungen. sing.( Beginn Dienstag den 19. Februar.) Im großen Hörsaal der Urania- Sternwarte in der Invalidenstraße hält Herr Dr. Risten part 11 gemeinverständliche Vorträge aus dem Gebiet der Allgemeinen Himmelstunde und zwar zuerst fünf Vorträge mit Lichtbildern über das Sonnensystem( Beginn Dienstag den 8. Januar) und dann sechs Vorträge mit Lichtbildern über die Firsterntvelt ( Beginn Dienstag den 12. Februar). Uebrigens ist jetzt auch der unhaltbare Zustand beseitigt, daß die Fahrgäste doppelt zahlen müssen. Es werden Umsteigekarten ausgegeben. Vielen ist das aber nicht bekannt. Am Kastanienwäldchen stehen zwei Schaffner, die den Fahrgästen, die weiter fahren, diese Umsteigebilletts gegen Vorzeigung des Fahrscheines berabfolgen. Infolge Bruches eines Kanalisationsrohres konnte die provisorische Brücke beim Untergrundbahnhof Potsdamer Platz, die für den Bau der neuen Untergrundbahnstrecke errichtet wurde, für den Straßenbahnverkehr nicht benutzt werden. Bis zur Behebung der Störung werden die Linien 1, 7, 14, 15 vom Leipzigre Blaz durch die Charlotten- und Zimmerstraße, die Linien P und R durch die Leipzigerstraße nach dem Spittelmarkt geführt. Ausführliche Prospekte über diese Vortragszyklen sind an der Staffe der Urania erhältlich oder werden auf Wunsch an Interessenten gesandt. Ein anderer Rohrbruch ereignete sich in der Kurstraße. Dort baut die städtische Bauverwaltung auf Kosten der Hoch- und Untergrundbahn einen gemauerten Schacht für die Wasserleitung. Hierbei müssen die alten neunzölligen, gußeisernen Röhren seitlich verlegt werden. Als nun gestern vormittag kurz nach 10 Uhr mehrere Wegen des kürzlich berichteten schweren Streckenunglüds, bei Arbeiter der englischen Gasanstalt vor dem Hause Nr. 38 in dem dem drei mit Gleisausbesserungen beschäftigte Bahnunterhaltungs- neuen Schacht mit der Verlegung von Gasröhren beschäftigt waren, beamte auf dem Ferngleis zwischen Warschauerstraße und Schlesischer zersprang dicht neben ihnen eine der Wasserröhren. Die Wirkung Arbeiter- Samariter- Kolonne. Donnerstagabend 9 Uhr 3. AbBahnhof von einem Ostbahnzuge überfahren und getötet wurden, hat war gewaltig. Haushoch schoß plößlich ein meterbreiter Wasser- teilung für Schöneberg und Umgegend bei Obst, Meiningerstr. 8, die Eisenbahndirektion Berlin durch Amtsblattverfügung an die strahl in die Höhe und riß große Mengen von Sand und Kies von Vortrag über: Verbrennungen, Gefrierungen, Hißschlag, Blitzschlag, genaueste Beachtung der in der Dienstanweisung für dem aufgeworfenen Erdwall mit sich. In wenigen Minuten war Beschädigungen durch Elektrizität; daran anschließend praktische Rottenführer gegebenen Vorschriften erinnert. Danach haben nicht nur der ausgemauerte Straßenschacht vollständig angefüllt, lebungen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Vordie Rottenführer, wenn mehrere Personen an der Arbeit beteiligt auch die Straße selbst bot das Bild einer starken Ueberschwemmung. tragender ist Herr Dr. Schwab. find, einen oder mehrere Arbeiter zu bestimmen, die beim Heran- Worauf der Bruch des Rohres zurückzuführen ist, konnte bisher nahen von Zügen für die Sicherung der Arbeiter sorgen müssen. noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden. Der Vorgang hatte Beim Ausstellen der Sicherheitsposten ist die größte Vorsicht an zur Folge, daß die nähere und weitere Umgebung von der Unfallzuwenden. Unter allen Umständen muß dabei auf alles Rücksicht stelle einstweilen ohne Wasser blieb. Es wurde jedoch unverzüglich genommen werden- Witterungsverhältnisse, ungünstige Lage des die Einsetzung eines neuen Rohres in Angriff genommen. Bahnförpers, Geräusche in der Nähe der Arbeitsstelle usw. was das Hören der Signale des Sicherheitspostens und das Erkennen antommender Büge erschwert. Ferner wird die Vorschrift, nach der auch bei Ausführung von Arbeiten durch nur einen Arbeiter befondere Sicherheitsposten aufzustellen sind, die bisher nur für die Stadt- und Ringbahn galt, auf alle Streden des Bezirks ausgedehnt. Kurz nach Erlaß dieser Verfügung ist nun wiederum ein schwerer Streckenunfall vorgekommen, bei dem mehrere Arbeiter auf das Signal des Sicherheitspostens hin nach der falschen Seite zu aus dem Gleis traten und durch einen vorüberfahrenden Bug überfahren wurden. Dies weist darauf hin, daß die Vorschriften zur Verhütung solcher Unfälle nicht ausreichen, und daß auch das zurzeit übliche Sornjignal des Sicherheitspostens keine genügende Sicherung der Stredenarbeiter gewährleistet. haftet worden. Der Stellmacher Johannes Lehmann, Samariter Ein bestialischer Vater ist gestern von der Kriminalpolizei verstraße 4 wohnhaft, wurde wegen Blutschande, begangen an seiner 13½jährigen Tochter Elisabeth festgenommen. 2. hat bereits etwa fieben Jahre hindurch die schändlichen Verbrechen an dem bedauernswerten Kinde verübt. Erst jetzt gelangten sie zur Kenntnis der Kriminalpolizei. Durch einen breiften Diebstahl ist der Kutscher Strebesty, Teltowerstr. 45, in große Not versetzt worden. St. hatte gestern mit einem beladenen Fuhrwert vor dem Hause Köpenickerstr. 55 gehalten. Während er dort Warenballen ablub und fortschaffte, stablen mehrere unbekannte Männer eine Anzahl von Kupferdraht. ringen im Werte von etwa 400 M. vom Wagen herunter. St., der für den Verlust ersatzpflichtig ist, bemerkte den Diebstahl erst, als die Täter bereits verschwunden waren. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. Im städtischen Asyl für Obdachlose in der Fröbelstraße ist in der Nacht vom Freitag zu. Sonnabend ein obdachloser Arbeiter Schappe gestorben. In der betreffenden Nacht hörten Ashlisten Die Einsehung einer Verkehrsdeputation, die die Stadt den Mann, der einen Verband um den Kopf frug, schwer röcheln verordnetenversammlung einstimmig am 29. März 1906 gefordert und bemühten fich um einen Aufseher, konnten aber feinen er- hat, ist vom Magistrat abgelehnt. Der Magistrat ist der Ansicht, wischen. Erst nach stundenlangem Aufpassen- von 2 bis gegen baß es sich nicht empfiehlt, die Bearbeitung der Verkehrsangelegen 5 hr gelang es endlich, einen solchen auf den Schwerkranken heiten von der Tiefbaudeputation abzuzeigen, er will sich damit aufmerksam zu machen. Daraufhin wurde sofort der Arzt geholt, begnügen, daß die Tiefbaudeputation aus ihrer Mitte heraus einen der aber nicht mehr helfen konnte. Der Verstorbene joll fürzlich ständigen Ausschuß für Verkehrsangelegenheiten einsetzt, bestehend von einem Mann mit einer Schippe auf den Schädel geschlagen aus zwei Mitgliedern des Magistrats und drei Mitgliedern der worden sein. Stadtverordnetenversammlung. Dieser Beschluß des Magistrats ist die geradezu jammervollen Verkehrsverhältnisse in Charlottenburg höchst bedauerlich. Mit Recht wird seit Jahr und Tag lebhaft über Klage geführt. Mit der Großen Berliner find Verträge geschlossen, Die Arbeiterpolitik der Stadt Berlin. Ueber dies Kapitel die dieser Gesellschaft auf Jahrzehnte hinaus die Straßen ausliefern, schreibt uns ein städtischer Arbeiter: ohne daß sie die Pflicht hätte, den wachsenden Bedürfnissen Rechnung Was es mit den über den grünen Klee gelobten Arbeiterwohlzu tragen. Die Wagen folgen in so langen Zwischenräumen auf manchen Strecken in Abständen von 15 Minuten daß fie fahrtseinrichtungen des Berliner Magistrats auf fich hat, konnten die Arbeiter des in lezter Zeit durch den Kohlenbrand vielgewöhnlich schon an der Abgangsstelle besetzt sind. Bei schlechtem genannten Gaswerks in der Müllerstraße wieder einmal erleben. etter gelingt es nur wenigen Bevorzugten mitzukommen, und Bei Gelegenheit der aus nichtigen Gründen erfolgten Maßregelung auch diese müssen sich auf den Perrons dicht zusammendrängen. eines Arbeiterausschußmitgliedes, worüber seinerzeit der" Bor Davon, daß die Fahrzeiten innegehalten werden, ist gar keine Rebe. wärts" berichtete, hatte der Arbeitern gegenüber sehr nervöse Alle Parteien der Stadtverordnetenversammlung sind sich längst Betriebsdirigent den Arbeiterausschuß bei dessen Vermittelungsdarüber einig, daß es so nicht weiter gehen kann; sie haben deshalb versuch brüst abgewiesen. Der Ausschuß glaubte nun, daß bei all die Einsetzung einer besonderen Deputation verlangt, deren Aufgabe die Regelung des Verkehrs ist. Die Tiefbaudeputation ist zu überder Liebe und Gewogenheit, welche man im Roten Hause bei entlaftet als daß sie dieser wichtigen Frage die nötige Aufmerksamkeit sprechender Gelegenheit immer für Arbeiterwohlfahrt tundgibt, es Infolge eines Unglücksfalles tobfüchtig geworden. Tragische widmen kann. Der ablehnende Standpunkt des Magistrats, der mit nur einer Beschwerde bedürfe und der Herr Dirigent würde wegen Folgen hatte ein Unglücksfall, der sich gestern abend in der Inva- Bedenken rein formeller Natur begründet ist, wird in allen Streifen der von ihm beliebten Ungehörigkeit zurechtgewiesen. Weit ges fehlt! Wie schon immer in solchen Fällen, so hat auch diesmal libenstraße zutrug. In der Nähe des Stettiner Bahnhofes wurde der Bevölkerung lebhaften Widerspruch hervorrufen. Hoffentlich wird der 32jährige Fabritarbeiter Franz Kemmniß aus der Brunnen- auch die Stadtverordnetenversammlung am Mittwoch diesem Gedie Arbeiterschaft der Stadt Berlin erfahren müssen, daß sie zwar straße von einem Geschäftsfuhrwert umgestoßen und mit dem Kopf banken Ausdruck geben und dem Magistrat flar machen, daß er nicht Arbeiterausschüsse wählen darf, daß im übrigen aber diese Institutionen teine Rechte haben. In aller Kürze hat die Gaswerks- gegen die Bordschwelle des Bürgersteigs geschleudert. Ein Schutz die Geschäfte der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft zu bedeputation, gezeichnet Namslau, dem Arbeiterausschuß mitgeteilt, Unfallstation in der Eichendorffstraße zu transportieren. mann schaffte den Verunglückten in eine Droschte, um ihn nach der forgen, sondern den Interessen der Bevölkerung zu dienen hat. daß dieser die ihm aus den Bestimmungen" zustehenden Befug- während der Fahrt wieder zur Besinnung gefommen war, wurde Mit der von den Unternehmern geplanten Holzarbeiteraussperrung nisse überschritten habe und darum der Beschwerde nicht näher er plötzlich tobsüchtig. Nur mit Unterstützung von Bassanten gelang beschäftigte sich am Sonntag eine außerordentlich stark besuchte getreten werden könne". Also immer dasselbe Lied und dieselbe es dem Beamten, den Rasenden zu bändigen und ihn in die Station Generalversammlung des Holzarbeiterverbandes, Zahlstelle Charunvergleichliche Arbeiter, fürsorge", wie sie sich den städtischen Lohn- einzuliefern. K. wird jedenfalls der Jrrenanstalt in Dalldorf über- lottenburg, im Voltshause. Den Bericht über die mit den Unterstlaben von Tag zu Tag mehr in ihrer wahren Gestalt enthüllt. wiesen werden. nehmern gepflogenen Verhandlungen gab Pohl, der ungefähr dasWas Wunder, wenn eine solche an Tiftelei nicht zu übertreffende selbe ausführte, was wir bereits von der Berliner Versammlung mitteilten. Bohl wies auf den Ernst der Situation hin und auf die auf der Vorortkonferenz angenommenen Anträge. Nach der Disfussion wurden folgende Anträge angenommen: 1. Von der dritten Woche im Januar ist ein obligatorischer Extrabeitrag von 1 M. pro Woche zu entrichten; 2. die Streikunterstügung ist von der ersten Woche der Aussperrung zu zahlen. Unter Verschiedenem richtete Pohl noch einen Appell an die Versammelten, am Tage der Wahl ihre Gr. Stimme nur dem Kandidaten der Sozialdemokratie zu geben. Nixdorf. Als K. Antwort bei den Arbeitern des genannten Gaswerks eine Erregung Aus der besten der Welten. Nahrungssorgen haben den hervorrief, welche dem Berliner Magistrat zu denken geben sollte. 35 Jahre alten Barbier Michael Koczewsky, Hobrechtstr. 25 in den Die nachstehende Resolution, welche in einer letthin gewesenen Tod getrieben. S. Hatte ein Friseurgeschäft eingerichtet, das in ber Betriebsversammlung einstimmige Annahme fand, spiegelt diese Stimmung deutlich wieder: letzten Zeit von Tag zu Tag schlechter ging. Der Bedauernswerte geriet schließlich in große Not und vergeblich bemühte er sich, für sich und feine Angehörigen das tägliche Brot herbeizuschaffen. Die Nahrungssorgen wurden immer drückender und bald wußte St. feinen anderen Ausweg, als sich das Leben zu nehmen. Er vergiftete sich gestern mit Lysol und starb unter den Händen des Arztes. froren ist allem Anschein nach ein unbekannter Mann, dessen Leiche erst jetzt auf den Buschwiesen bei Rirdorf aufgefunden wurde. Der Tote war vollständig erstarrt und äußere Verlegungen konnten an ihm nicht wahrgenommen werden.. Er dürfte etwa 55 Jahre alt gewesen sein. " Die zahlreich besuchte Betriebsversammlung hat Kenntnis genommen von der auf die Beschwerde des Arbeiterausschusses ergangenen nichtssagenden Antwort der Deputation und stellt fest, daß in dieser wohl der Fall H. angezogen, sonst aber der Kern der Sache: das abweisende, herausfordernde Benehmen des Anstaltsdirigenten unberücksichtigt geblieben ist. Die Versammelten protestieren gegen die in der Antwort liegende Nichtachtung ihres Arbeiterausschusses. Sie heißen die von diesem getanen Schritte, welche der pflichtgemäßen Handhabung der Rechte des Ausschusses entsprachen, in jeder Hinsicht Schwer verunglüdt sind gestern wieder zwei Frauen im gut und verurteilen entschieden die dem Ausschuß widerfahrene Straßenbahnbetriebe. Die Näherin Emma Schock, Schwedterstr. 34, Behandlung, von der keineswegs gesagt werden kann, daß sie sprang während der Fahrt von einem Straßenbahnwagen der Linie einem wahren sozialen Streben entspricht." 55 herab, stürzte dabei zu Boden und schlug mit dem Gesicht auf In dieser Versammlung wurde auch Mitteilung gemacht von das Pflaster, Jn bewußtlosem Zustande wurde die Unvorsichtige dem Umgangston, den der Herr Dirigent bei seinen Arbeitern nach der Unfallstation in der Steinmetzstraße gebracht, wo der Arzt glaubt anwenden zu dürfen. Es kamen da Pröbchen zum Vor- eine Gehirnerschütterung und schwere Quetschwunden feststellte. schein, die jeder halbwegs gebildete Mensch, was doch sicher der be- Auf gleiche Weise verunglückte die Buchhalterin Irma Jackezet, zeichnete Herr fein will, sich anzuwenden scheute. Es sind Worte Engel- Ufer 10, wohnhaft. Fräulein J. berließ in der Charlottenvon solcher Qualität darunter, daß sie hier nicht wiedergegeben straße einen in voller Fahrt befindlichen Straßenbahnwagen der werden können. Vielleicht tun die unter derartigen Schmeicheleien Linie 83, kam zu Fall und wurde schwerverletzt in die Unfallstation leidenden Arbeiter ein übriges und verehren diesem Vorgesezten in der Kronenstraße eingeliefert. Der große Kohlenbrand auf dem Gelände der Gasanstalt Der Schaden, der durch den langist jetzt gelöscht worden. wierigen Brand verursacht worden ist, beziffert sich auf etwa 100 000 M. Die Summe soll zum größten Teil durch Versicherung gedeckt sein. Schöneberg. -Die Schöneberger Stadtverordnetenversammlung wählte in ihrer ersten Sigung des neuen Geschäftsjahres zum Vorsteher der Versammlung Professor Heyne mit einer geringen Majorität, mit 29 gegen 22 Stimmen wieder. Die letzteren Stimmen fielen auf den Justizrat Rheinbacher. Zum Stellvertreter wurde mit großer Mehrheit Stadtbaurat a. D. 2ohausen gewählt. Zu Beifizern wählte man die Stadtvv. Knorr und Marre und zu deren Stellvertretern die Stadtvv. Luleh und Dr. Marrwig. Die demnächst Knigges Umgang mit Menschen". Ein Arbeiter erklärte Der erste Bundestag des Arbeiter- Athletenbundes fand am Forderung der sozialdemokratischen Fraktion, in dem Vorstande geauch unter dem Beifall der Versammelten:" Wir haben überhaupt 29., 30. und 31. Dezember in Litfins Gesellschaftshaus statt. Aus mäß ihrer Stärke ebenfalls vertreten zu sein, lehnte die Mehrheit feinen Dirigenten; bei uns ist jeder Meister und Vorarbeiter den Verhandlungen ist hervorzuheben, daß der Bund zwar noch ab. Unser Parteigenosse Däumig blieb mit 19 Stimmen als Dirigent." flein ist, er aber doch im ersten Jahre seines Bestehens erhebliche Beisitzer in der Minderheit.- Als Sitzungstag wurde wiederum ber Fortschritte zu verzeichnen habe. Es sei Anschluß in Magdeburg, Montag festgesezt. Aehnlich wie auf der Gasanstalt Müllerstraße ertönen auch Halle, Leipzig und Zahna erreicht worden und es stehe zu erwarten, In dem aus 11 Mitgliedern bestehenden Wahlausschus die Klagen der Arbeiter von der Anstalt 2( Gitschinerstraße) über daß auch in anderen größeren Städten Deutschlands Vereine dem zur Vorbereitung aller Kommissionswahlen sind von der sozialdie unerhörte Antreiberei der unteren Vorgesetzten und die wenig Bunde beitreten. Bisher habe auch der Athletensport dazu her- demokratischen Fraktion vertreten die Stadtverordneten Obst und gentlemanlike Art, in der die Arbeiter überhaupt behandelt werden. halten müssen, ein geeignetes Objekt für Hurrapatrioten abzugeben. Wo II ermann. Die Debatte über die Zusammensetzung dieses Bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit wird den Ar- Es sei daher mit Freuden zu begrüßen, daß endlich ein kleiner Ausschusses brachte sogleich wieder den Beweis, daß der wiederbeitern gezeigt, daß, sie mit einem Fuße auf dem Straßenpflaster Kreis von energischen Gesinnungsgenossen sich aufgerafft habe, gewählte Vorsteher auch im kommenden Jahre sein Amt als Anwalt der Mehrheit verwalten wird. stehen, die Entlassung nach Laune der Vorgesetzten zu gewärtigen hier Bresche zu legen. haben. Es ist mitunter erstaunlich, zu sehen, welche Lammsgeduld Aus dem Kaffenbericht ergibt sich nach Feststellung der Ein" Die Leute" über die fortwährenden Liebenswürdigkeiten der Bor- nahmen und Ausgaben ein Bestand von 600 m. Bum 1. Vorarbeiter, Meister usw. an den Tag legen. Oft genug hat man fißenden wird Franz Keller, Berlin, und zum Kassierer Hermann Gelegenheit, zu beobachten, daß die oberen Vorgeseßten vernünftiger Ludwig gewählt. und humaner als die aus dem Arbeiterstande hervorgegangenen Sonstige Anregungen, sowie die Gründung eines Organs, Gesellschaft hat es aber bisher nicht für nötig gehalten, mit dem Fronbögte sind, die ihre Daseinsberechtigung offenbar nur durch wurden dem Vorstand zur weiteren Ausführung überwiesen. Als ihre Anranzerei, Angeberei und fortgesetzte Antreiberei zu er- Ort des nächsten Bundestages wird Magdeburg bestimmt. Mit bringen vermögen. Wenn die städtischen Anstalten über fort- einem warmen Appell und einem Hoch auf die moderne Arbeiter gefeßten Mangel an tüchtigen Arbeitern flagen, so ist diese Tatsache bewegung wurde der Bundestag geschlossen. nur dem Umstande zu danken, daß den unteren Vorgesetzten eine In der juristischen Sprechstunde wurde am Sonnabendabend Machtfülle eingeräumt ist, die im Intereſſe dieser Anstalten selbst 61, Uhr dem Arbeiter Starl Gerisch, Friedrichsfelderstr. 42 vorn I recht bald beschnitten werden müßten. Wie könnte es denn auch sonst vorkommen, daß vor einigen Wochen noch an einem Tage wohnhaft, von dem Herrn, der Nr. 9 hatte, die Müze vertauscht. 20 Arbeiter angenommen wurden, von denen 12 es borzogen, nach Selbiger bittet den Herrn um Angabe seiner Adresse. eintägiger Arbeit gar nicht wieder zu kommen. Für die schwere Das Verbandsbuch Nr. 81 890 bes Holzarbeiter- Verbandes ist Arbeit auf den Gasanstalten wird ein zu niedriger Lohn gezahlt, mit 15 Parteibons verloren gegangen und eventuell abzugeben an and dann haben die Leute nicht immer die Charaktereigenschaft, B. Neumann, Belforterftr. 24 L Längere Auseinandersetzungen brachte sodann wieder einmal die Stadttheater- Frage. Der Bau und Betrieb des Stadttheaters ist durch einen vor längerer Zeit gefaßten Beschluß gegen die Stimmen Diese der Sozialdemokraten einer Brivatgesellschaft übertragen. Bau des Theaters irgendwie den Anfang zu machen. Der Magistrat empfahl der Versammlung, dieser Gesellschaft nunmehr eine Frist bis zum 21. Januar zu bestimmen zur Abschließung des Vertrages. Die Stadtbv. Bäumler und Hoffmann( Soz.) benugten die Gelegenheit, die Versammlung von der Richtigkeit des schon früher gestellten Antrages, as Theater in eigener Regie zu errichten, zu überzeugen. Mit 20 gegen zu richten, den abzuschließenden Vertrag zurüdau17 Stimmen wurde endlich beschlossen, die Aufforderung an den Magistrat ziehen. Damit hat also die Mehrheit anerkennen müssen, daß der von den Sozialdemokraten vorgeschlagene Weg der einzig richtige war. Das Drtsstatut zur Regelung der Kanalisationsgebühren wurde einem Ausschuß überwiesen und darauf die weiteren Bunte bertagt. Wilmersdorf. Zu den Stadtverordnetenwahlen und der ReichZtagZlvahl Stellung nimmt heute abend eine nach dem.Luisenpark", Wilhelmsaue, ein- berufene Wählerversammlung. Genosse Böske hat das Referat über- nommen. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist zu er- warten, daß die Arbeiterschaft Wilmersdorf zahlreich in dieser Ver- sammlung erscheint. Rummelsburg. Lebhafte Klage wird über die MSzahluntz der jeden Monats- ersten erfolgenden Invalidenrente geführt. Während wo anders die Auszahlung das Werk von höchstens einer Viertelstunde ist, müssen in Rummelsburg die alten Invaliden oft eine Stunde warten, ehe sie abgefertigt werden. Ehe der Schein abgestempelt wird, muß sich jeder eine Nummer vom Portier holen und dieser gibt auch nur Rummern heraus, sobald es oben leer ist. So kommt es denn vor, daß die an Krücken Gehenden oft eine Viertelstunde und noch länger im zugigen Hausflur stehen müssen. Rur zu oft müssen dann jene Aermsten den Rest des Tages im Bett verbringen, weil das lange Stehen im Hausflur sie zu sehr angestrengt hat. Aber nicht genug damit, auf der Post geht das Spiel von neuem an. Dort werden in der Regel an 20 Scheine augesammelt, ehe sie erledigt werden, und so kommt es oft vor, daß auch hier die Wartezeit eine Stunde beträgt. Der armen, schwachen Krüppel hat sich unter solchen Um- ständen eine nicht geringe Erbitterung bemächtigt. Die wenigen Pfennige, die sie in ihrer elenden Lage erhalten, werden ihnen ver- abrcicht, als seien es Bettelpfennige. Läßt sich hier keine andere Art der Abfertigung schaffen? Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, daß eine Aenderung dieses unhaltbaren Zustandes herbei- geführt wird. Adlershof. Ein Attentat hat kürzlich der Barbiergehülfe Kopp auf seinen Arbeitgeber, den Heilgehülfen Heinrich verübt. Kopp soll zu der svrau Heinrichs in Beziehung gestanden haben, und um Heinrich loszuwerden und das Geschäft übernehmen zu können, soll Kopp seinem Arbeitgeber abends aufgelauert und mehrere Revolverschüsse auf ihn abgegeben haben, die aber ihr eigentliches Ziel verfehlten. Kopp wurde verhaftet und hat zunächst behauptet, daß er nur einen „Scherz" gemacht habe und. seinen Chef erschrecken wollte. Dem Untersuchungsrichter gegenüber hat er aber nunmehr zugegeben, daß er die Absicht hatte, seinen Brotgeber zu töten. Er wollte ihn auf der Brücke des Teltowkanals überfallen, dort durch einen Hammer- schlag betäuben und ins Wasser stürzen, um so den. Anschein zu er- wecke», daß der Hcilgehülse Selbstmord verübt habe. Diese Absicht wurde dadurch vereitelt, daß Heinrich sein in Reparatur befindlich gewesenes Fahrrad kurz vorher zurück erhalten hatte und dasselbe benutzte. Um seinen Mordvorsatz aber dennoch auszuführen, gab Kopp mehrere Schüsse aus einem der„Vorsicht halber" mit- genommenen Revolver auf Heinrich ab. Die in die Hand ge- drungeue Kugel konnte bisher noch nicht entfernt werden und wahr- scheinlich wird eine Amputation des Zeige- und Mittelfingers der rechten Hand vorgenommen werden müssen, ivodurch Heinrich ge- zwungen wäre, seinen Beruf aufzugeben. Auch die Frau des Heil- geHülsen ist in den letzten Tagen mehrfach vernommen worden, weil der Verdacht vorlag, daß sie von dem beabsichtigten Morde Kenntnis gehabt habe. Die nach dieser Richtung eingeleitete Untersuchung hat allerdings keinen Anhalt für die Richtigkeit dieses Verdachtes er- geben. Reinickendorf. Einen verhängnisvollen Ausgang nahm eine Wirtshauswette, welche der 23 Jahre alte Schuhmacher Heinrich Vogel in einer Gastwirtschaft in der Scharnweberstraße eingegangen war. Er hatte sich verpflichtet, in eineni Zeiträume von einer halben Minute einen Salzhering zu verzehren. Der Verlierer der Wette sollte einen halben Liter Kognak bezahlen. V. verspeiste auch innerhalb der festgesetzten Frist den Hering und trank den gewonnenen Kognak sofort hinterher. Auf dem Wege nach seiner Wohnung begriffen, brach Vogel in der Müllerstraße besinnungslos zusammen. Passanten brachten Vogel nach der Rettungswache, wo es den Aerzten erst nach mehrstündigem Bemühen gelaug, den Schuhmacher wieder in daS Leben zurückzurufen. Vogel wurde nach dem Krankenhause gebracht, wo er in fast hoffnungslosem Zustande daniederliegt. Nowawes- Neueudorf. Die Wahlen der neuzubildendcn Gemeindevertretung finden in der III. Abteilung nicht am 23. und 24., sondern am 21. und 22. Januar statt, und zwar von nachmittags 4—8 Uhr in den „Deutschen Festsäleu". Es bilden beide Gemeinden einen Wahl« bezirk und wählen diejenigen Wahlberechtigten, deren Namen mit den Anfangsbuchstaben A— L beginnon, am 21., diejenigen, deren Namen mit M— Z anfangen, an, 22. Januar. Mit den Vorarbeiten zu dieser Wahl ist die Sozialdemokratie schon fertig i sie hat ihre Kandidaten aufgestellt— es sind acht Vertreter zu wählen— und bereits ein Flugblatt herausgegeben, welches sich insbesondere an die Wähler der freien Gewerkschaften wendet, da sich auch diesmal wieder die Hirsch-Dunckerschen mit eigenen Kandidaten an der Wahl beteiligen und die Wahl zu einer Machtprobe zwischen beiden Ge- Werkschaftsrichtungen stenipeln wollen. Wie uns mitgeteilt wird, sind die Hirsch-Dunckerschen über dieses Flugblatt so entsetzt ge- Wesen, daß sie sofort eine Deputation zum Generalrat nach Berlin schickten, um die Erlaubnis zur Klage gegen den Verantwortlichen des Flugblatts zu holen, da sie in demselben des Streikbruchs und Arbeiter- Verrats bezichtigt werden; hoffentlich hat der Generalrat die Ge- nchmigung zur Erhebung der Klage gegeben, damit dieser Auch- organisati'on wieder einmal gerichtlich altestiert werden kann, welche traurige Rolle sie bisher in der Arbeiterbewegung gespielt hat.— Die LSahlvorbereitungen der bürgerlichen Parteien sind noch nicht über das Anfaugsstadium hinausgekommen; bei diesen handelt es sich hauptsächlich darum, ausfindig zu inachen, wie die Kandidaten der I. und II. Abteilung am„gerechtesten" zwischen Rowawescr und Neuendorfer Wählern verteilt werden können, um eine gemeinsame Wahlliste zu ermöglichen. Bezüglich der III. Abteilung dürste eine Einigung bei den bürgerlichen Parteien leichter herbeizuführen sein, da man ja scbließliä, froh sein muß, wenn man noch Durchfalls- landidaten findet. Natürlich sieht die Sozialdemokratie, für welche die ersten beiden Abteilungen des hohen Steuersatzes wegen nicht in Betracht kommen, diesem ergötzlichen Spiel um Personen— denn Prinzipien kommen dabei nicht in Betracht— mir Vergnügen zu und werden dafür sorgen, daß die Wahl in der IH. Abteilung zu einem für unsere Partei glänzenden Vorgefecht für die Reichstags- wählen wird._ Berichts-Zeitung Der Angestellte hat Anspruch auf Verzugszinsen für rückständiges Geholt. Bei Klageansprüchen auf rückständiges Gehalt pflegen HandlungZ- und Gewerbegehülfen meist nur die Hauptsunime eiiizuklagcn, ohne auf Zinsvergütung Anspruch zu erheben. Der Anspruch auf Verzugs- Zinsen steht ihnen jedoch rechtlich zu, sofern ihnen auch die Haupt- summe durch rechtskräftiges Urteil zugesprochen worden ist. Sie müssen freilich, wenn sie die Forderung auf Zinsen nicht bei der Hauptklage erhoben haben, wegen des Zinsanspruches eine neue Klage erheben. Ein solcher Fall kam kürzlich vor der ersten Kammer des KaufmannsgerichteS zur Verhandlung. Der Inspektor Erich U. hatte gegen die Versicherungsgesellschaft„Arminia" einen Klageanspruch von 22 M. erhoben, wurde aber mit seiner Forde- rung von dem Kaufmann Sgericht abgewiesen. Die vierte Zivilknmuier des L a n d gerichlS I hob das Urteil auf und sprach den, Kläger die geforderte Sun, me zu. Run- mehr erhob U. wegen der Verzugszinsen eine neue Klage in Höhe von 27 M. und machte in der gestrigen Verhandlung geltend, er habe erst nachträglich daran gedacht, daß er auch ein Anrecht auf Kkiia-Uvortlicher Redakteur: K»aS Weber, Berlin. Für fegg Zinsen vom Tage der Fälligkeit des Gehaltes an habe.— Der Vertreter der beklagten Gesellschaft erhob den seltsamen Einwand, das Kaufmanns gericht könne dem Kläger die Zinsen nicht zusprechen, weil es ihn ja auch mit der H a u p t f o r d e r u n g ab- gewiesen habe. Der Kläger müsse seine Forderung vor dem Land- gericht geltend machen. Das Kaufmannsgericht verurteilte die beklagte Gesellschaft zur Zahlung der Verzugszinsen. Die Gehaltsforderung des Klägers sei durch rechtskräftiges Urteil des Landgerichts anerkannt worden. tilr die Zeit während des Verzuges habe aber der Schuldner dem läubiger Verzugszinsen zu zahlen, mithin habe auch der Kläger rechtmäßigen Anspruch auf Zinszahlung. Zum Wahlfouds gingen in unserer Expedition Lindenstr. 6g folgende Beiftäge ein: Deutsche Bierbrauerei, Abteilung Flaschenbier 21,—. Samm- lnng„Stecker" 31,60. Schneider der Firma Wolff u. Schulz, aus der Werkstattkasse 1t),—. Bierprozente v. d. Kollegen Spannern, Trägern u. Hülfsarb. vom Bau Wittenbergplatz der Firma Boswau u. Knauer d. Derfel 24,—. Freie Säiigervereiniguug„Fackel" 20,—. Buchdruckerei-Hülfsarbeiter, Ortsverw. Berlin Zahlstelle II gl»,—. Referat Dr. Rosenfeld 6,—. Lese- und Diskutierklub Johann Jacobi 10,—. Anton 2,—. Hülfsarbeiter der Druckerei„Woche" 1. Rate 26,30. Angestellte d. Jnnungs-Krankenkasse d. Tischler 26,—. Buchdruckerei C. Rosen 16,—. Brauereihandwerker, Tellersammlung 24,13. Großes Los, Rixdorf 3,—. Ueberschuß einer Kranzspende der Arbeiter und Arbeiterinnen der A. E.-G. 3,63. Hausdiener der Firma Peel u. Cloppenburg 3,63. Buchdruckerei Rosenthal 13,76. Gesamtpersonal der Buchdruckerei Maurer u. Dimmick 1. Rate 7,—. Summa 331,65 M. Bereits quittiert 4627,47 M. Summa 4559,12 M. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen- genommen.« Berichtigung. In Nr. 3 muß es heißen: W. G. B. 14: 26,63 M.. statt: W. G. Bez. 14. Em der frauenben>egung. Genossinnen! Arbeiterinnen! Am 25. Januar 1367 finden die Neuwahlen zum Reichstage statt. Die bürgerlichen Parteien geben sich große Mühe, Stimmen zu fangen, um stärker denn je in den neuen Reichstag einzuziehen. Mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln wird gearbeitet, um den Arbeiter, den man leider noch zu leicht durch Versprechen und Vertröstungen kapern kann, zu gewinnen. Nun haben aber sämtliche Abgeordnete des vorfloffenen Reichstages— außer den Sozialdemokraten— unzweideutig bewiesen, daß sie nicht volksfreundliche, sondern volksfeindliche Bestrebungen vertreten. Auch den Frauen hat man verschiedenlich gezeigt, wie hoch sie von jener Seite ein- geschätzt werden. Da ist es immer nur die Sozialdemokratie, welche für die Gleichberechtigung der Frauen in wirtschaftlicher und politischer Beziehung eintritt. Daß die Frauen heute noch politisch rechtlos sind, ist lediglich die Schuld der bürgerlichen Parteien, deren Vertreter nur witzig sein sollende Redensarten und Hohn- lachen für die um Menschenrecht und Menschenwürde ringende Frau haben. Diese und noch hundert andere Dinge sind es, welche die Frauen scharenweise der Sozialdemokratie zuführen müssen. Hat man es nicht verstanden, die notwendigsten Lebensmittel künstlich zu verteuern, und haben wir Arbeiterinnen, Arbeiterfrauen nicht am schwersten darunter zu leiden? Darum muß die Prole- tarierin mit ihrem männlichen Klassengenossen gemeinsam kämpfen gegen Hunger, Ausbeutung, Knechtung und Bedrückung. Die gleiche Not ist es, die die proletarischen Männer und Frauen ver- bindet und aus der gleichen Not muß auch das gemeinsame Streben auf Verbesserung ihrer Lage erwachsen. Alle die Frauen, welche die Ziele der Sozialdemokratie noch nicht kennen, müssen zum Be, such unserer Versammlungen veranlat werden, damit sie unter- richtet und aufgeklärt werden. Eine aufgeklärte Frau wird Nicht wie vordem dem eigenen Manne im politischen wie im Wirtschaft- lichen Kampfe ein Hemmschuh sein, sondern sie wird ohne Wahl- recht doch mit kämpfen und streiten. Proletarierinnen! geht in die öffentlichen Versammlungen; protestiert durch Euer Erscheinen gegen jedes Unrecht, das man der Arbeiterklasse immer von neuem zufügt. Seid Ihr auch politisch rechtlos, so könnt Ihr doch einer politischen Partei angehören. Zur Sozialdemokratie gehörig wird jede Person gerechnet, welche sich zu den Grundsätzen des Parteiprogramms bekennt und die Partei dauernd durch Geldmittel unterstützt. Hier gibt es keinen Unter- schied zwischen Männern und Frauen. Letztere können durch Zahlen von freiwilligen, laufenden Beiträgen ebenfalls ihre Zugehörigkeit zur Partei bekunden. Genossinnen! Die Ge- legenheit, der Parteipflicht zu genügen, ist Euch geboten! Karten für freiwillige Beiträge sind zu haben bei folgenden Genossinnen: 1. Kreis: Frau Kaschewsky, Schützenstraße 14. 2. Kreis: Frau Döhring, Steinmetzstraße 23, Stfl. 4 Tr., und Frau Lutz, Waterloo- Ufer 9, Laden. 3. Kreis: Frau Kulicke, Prinzenstraße 162, 3 Tr., und Frau Klingner, Ritterstraße 28. 4. Kreis: Frau Frohmann, Thaerstraße 57, Hof 3 Tr.; Frau Guhn, Zorndorferstraße 39; Frau Förster, Persiusstraße 5, vorn 3 Tr.; Frau Schreiber, Pückler- straße 42, vorn 2 Tr.; Frau Tölz. Forsterstraße 53, Hof 4 Tr., und Frau Wengeis, Gubencrstraßc 42, 2. Aufgang 4 Tr. 5. Kreis: Frau Zeipert, Marienburgerstraße 22, vorn 2 Tr. 6. Kreis: Frau Wulff, Rostockerstratze 9, Ouergeb. pari.; Frau Pohl, Wittstocker- straße 25, Quergeb. 4 Tr.; Frau Jordan, Lübeckerstraße 43, Stfl. 1 Tr.; Frau Matschke, Wolgasterstraße 8, 3 Tr.; Frau Panzeram, Pappel-Allee 76, vorn 1 Tr.; Frau Buchmann, Maxstratze 13a, und im Bureau der sozialdemokratischen Frauen, Lindenstraße 3, 5. Hof Part._ An die Frauen und Mädchen der Schönhauser Borstadt. Am Donnerstag, den 16. Januar, abends 8V2 Uhr, findet in den Berolina-Sälen, Schönhauser Allee 28, eine VoUsversammlung statt, in der Genossin Ottilie Baader über„Die Proletarierin im WahUampf" referieren wird. Genossinnen! Die Wahl- bewegung ist auch für Euch von großer Wichtigkeit. Es ist Eure Pflicht, regen Anteil an den politischen Vorgängen zu nehmen, dafür zu sorgen, daß Eure männlichen Angehörigen nur solchen Männern ihre Stimme geben, die das Wohl des arbeitenden Volkes im Reichstage vertreten, Männern, die dafür wirken, daß auch die Frauen endlich einmal Rechte erhalten, ihnen nicht immer nur Pflichten aufgebürdet werden. Also erscheint in Massen in der Versamm- lung. Keine Proletarierin darf fehlen. Die Vertrauensperson. Bund für Mutterschutz. Am 12., 13. und 14. Januar hält der Bund im Logenhaus, Joachimsthalerstratze 13, seine diesjährige Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stehen Referate über eine Anzahl wichtiger Probleme. Ueber„Mutterschaftsversicherung" spricht Professor Mayet. Direktor Dr. Vöhmert-Bremen und Dr. Othmar Spann- Frankfurt a. M. werden die Lage der unehelichen Kinder be- leuchten, während Professor Flesch-Frankfurt a. M. die Zusammenhänge zwischen Prostitution und Unehelichkeit darlegen wird. Die MutterschaftSrente bespricht Dr. Walter Borgius, Dr. Helene Stöcker referiert über die heutige Form der Ehe, Adele Schreiber und Dr. Max Marcuse sprechen über Hciratsbeschränkungen unter Wirt- schaftlich-sozial und unter rasscnhhgicnischcn Gesichtspunkten. Die praktische Tätigkeit des Bundes wird Maria LischnewSka erörtern. Sämtliche Vorträge sind für Mitglieder des Bundes frei; um aber zahlreichen Anfragen zu genügen, werden auch Gastkarten aus- gegeben, und zwar für die Dauer der ganzen Verhandlungen, zu Inseratenteil verantw.: Th. Blecke» Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts 3 M., für eine einzelne Sitzung zu 1 M., im Vorverkauf bei Bote u. Bock. Leipzigerstratze, und bei Wertheim.— Ausführliche Programme und alle näheren Auskünfte sind erhältlich durch das Bureau, Rosberitzerstraße 8. Versnmmlunge»— Veranstaltungen. Steglitz. Donnerstag, den 16. Januar, Uhr, bei Wahrendorf, Schloßstraße 117: Vortrag; Neuwahl des Porstandes. Wilmersdorf. Donnerstag, den 16. Januar, 8% Uhr, im„Luisenpark", Wilhelmsaue Nr. 112: Vortrag von Fräulein Ida Altmann:„Zola, der Dichter des hohen Liedes der Arbeit und der Wahrheit"._ Vermischtes. Ein großes Schadenfeuer hat nach ciner Meldung aus Breslau in der Zuckerfabrik in H a y n a u gewütet, das vorgestern abend gegen 7 Uhr in der Pack- oder Lumpenkammer aus unaufgeklärter Ursache zum Ausbruch kam und so schnell um sich griff, daß viele im Siederaum beschäftigte Arbeiter kaum das nackte Leben retten konnten. Lawinensturz. Wie ans Perpignan berichtet wird, wurde an der spanischen Grenze durch einen Lawinensturz der Kirchturm der Ge- meinde Candrodon zum Einsturz gebracht, als gerade Kirchendienst abgehalten wurde. Zahlreiche Personen wurden gerötet respektive schwer verletzt.— In Rocabrunn wurden drei Arbeiter im Schnee begraben. Eine Feuersbrunst entstand, wie aus Marseille gemeldet wird, an Bord des nach Brasilien bestimmten Damvfers„Poitou", welche unter den Passagieren große Panik hervorrief. Eine Anzahl Per- sonen wurde verletzt; das Feuer konnte alsbald gelöscht werden. Eine neue Entgleisung. Auf der Kanada-Pacifik-Bahn entgleiste nach einer Meldung aus New-Iork in der Nähe von Fort Williams ein Eisenbahnzug. Zwei Personen wurden getötet, zehn verwundet. Briefkaften der Redaktion. G. A. 5. Da Sie einen Vertrag geschlossen haben, so kommen nur die Bestimmungen dieses Vertrages, nicht die entgegenstehenden des Bürgerlichen Gesetzbuches in Anwendung. Ist die Beschaffenheit der Wohnung gesundheitsgesährlich, so können Sie aus Aus- Hebung des Vertrages und Schadenersatz beim Amtsgerichts klagen. — F. N. 1. Das ist in den verschiedenen Kirchspielen verschieden. 2. Ja. — Oestcrreicher. Ob ledig oder verheiratet, ist sür die Fragen der Ver« sicherungspflichtigkeit usw. gleichgültig. Einen klagbaren Anspruch auf Aus- nähme in eine Heilanstalt hat der Versicherte nicht: die Versicherung»« anstatt kann die Ausnahme gewähren.— Elektro 3. 1. und 2. Nein. 3. In 36 Jahren. 4. Nein: von jeder Psändung ab läuft die Verjährungs« srist von frischem.— H. 173. 1. Nein. 2. Am 21. Juli 1933. 3. Sie besprechen die Angelegenheit mit dem Schiedsmann.— M. H. 24. Der Inhalt Ihres Vertrages, den wir nicht kennen, ist für die Beantwortung matzgebend.— Rixdorf F. 200. 200 Marken sind erforderlich.— M. 20. 27. Verjährung liegt nicht vor.— G. 238. Es ist voll zu zahlen, auch weil» der Chambregarnift oder Schlafmann verreist. — P. T. 01. Die Städteordnungen schreiben vor. innerhalb welchen Zeitraumes die Wahlen stattfinden müssen. Die verschiedenen preußischen Städteordnungen finden Sie z. B. im Brauchilsch in den öffentlichen Bibliotheken.— K. W. 18. Beide Lesarten sind richtig. Eine Milliarde sind tausend Millionen.— 23. M. 73. 1. Als Angestellter sind Sie ver- sicherungspflichtig. 2. und 3. Nein.— P. N. 357. 1ö'/« Millionen.— 1885. H. M. Keineswegs ist der Gläubiger berechtigt, eigenmächtig, gegen den Willen des Schuldners, ein Fahrrad diesem wegzu« nehmen, zu verpfänden oder zu verkaufen. Das wäre Diebstahl oder Unterschlagung. Der Schuldner hat das Recht aus Herausgabe des Rades gegen jeden Inhaber und kann außerdem Strajantrag stellen. Berltuer Marktpreise. Aus dem amlliche» Bericht der städtilchen Martthallen-Direktion.(Großhandel.) Rindfleisch la 76—73 pr. 166 Pfd., IIa 64-69, lila 58-63, IVa 56- 56. Knlbficilch, Doppelländer 126-135, la 92—166, Ha 86-96, lila 65-78, Holl. 56-62. Hammelfleisch la 67—75, IIa 52—65. Schweinefleisch 57— 66. Rehwild la per Vsd. 6,55— 6,65. IIa 6,36—6,54. Roiwild la 6,38—6,43, IIa 6,25—6,36, do. Kälber 6,36—6,45. Damwild 6,16—6,45, do. Kälber 6,46—6,55, Wildschweine 6,25—6,46. Frischlinge 6,46—6,66. Hasen per Stück 2,56—2,75, do. klein und IIa 1,25—2,—. Kaninchen per Stück 6,76—6,95. Wlldenten per Stück 1,26—1,30. Hühner, alle per Stück 1,56—2,36, do. IIa 6,86—1,46, do. junge per Stück 6,86—1,86. Tauben per Stück 6,56—6,65, junge kleine 6,66. italienische 6,95. Eliten per Stück 1,80—3,00. Hamburger junge per Stück 3,25—3,66. Gänse, Oderbrucher, per Psd. 6,56—6.63, do. la per Stück 6,66, Ua 6,00. Hechte per 100 Psd. 72-85, groß 62. Zander, klein 1,15. Schleie, groß 77—90, unsortiert 6,66, mittel 6,66. Bleie 45—47, Aale,-groß 6,66, miltei 6,66, klein u. mittel 6,66, uns. 6,66. Plötzen 45—46. Karpsen, 25— 36er 6,66, do. 36— 35er 6�66, do. uns ort. 0,00, 56— 66 er 66—68, 80— 100er 57— 61. Barse, malt 43—57. Karauschen 6,66. Bleisische 16—22. Wels 6,66. Bunte Fische 31—55. Amerikanischer Lachs la neuer per 166 Psd. 1l6—t36, do. IIa. neuer 96—166, do. Uta neuer 75. Seelachs 26— 25. Sprotten, Kieler, Wall 6,75— 1,25, Danziger, Wall 0,80. Flundern, pvmmersche la, Per Schock 6,66, do. pommersche IIa 6,66, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—5, halbe Kiste 1,56—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,56—5,66, Stralsunder 6,66. Aale, groß per Pfd. 1,16—1,36, mittelgroß 6.86—1,66, klein 6,56—6,66. Heringe per Schock 4—5. Schellsische Kiste 3—4,66, do. 'I, Kiste 2,00. Kabliau, p. 100 Psd. 20—25. Heilbutt 6,66. Sardellen. 1962er per Anker 95, 1964er 85, 1965er 93, 1966er 73—75. Schottische Vollberinge 1905 0,00, large 40-44, füll. 36-38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue MatjeS, per To. 66—126. Sardinen, russ.. Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schockjatz 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Hummern, kleine, per Psd. 6,66. .Krebse, per Schock, große 6,66, mittel 6,66, kleine 6,66, unsort. 4,56. Galizier, groß 6,66, mittel 6,66. Eier, Land-, per Schock 4,66—5,56. Butter per 166 Psd. la 12t— 124. IIa 117—126, Uta 114-117, abfallende 96-165. Saure Gurten Schock 3,56— 1,00, Psefsergurken 3,50—4,00. Kartoffeln per 100 Psd. 6,66, magnum bonum 2,10— 2,25, Dabersche 2,10— 2,25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salatlarlofseln 5,00—6,00. Spinat per 100 Pfund 18—20. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 4,66—5,66, do. pommersche 4,66—5,66. Zwiebeln große, per 166 Psd. 3.66—3,56. do. kleine 2,25—2,56. do. hiesige(Perl-) 6,66. Charlotten 6,66. Petersilie, grün, Schockbund 2,66. Kohlrabi per Schock 6.66. Rettig, bahr., per Schock 2,46—4,86. Radieschen per Schockbund 6,66.«alat, per Schock 6,66. do. Esearole, per Mandel 6,66, do. Endivien 6,66. Mohrrüben per 166 Psund 3,66—4,66. Teltower Rüben per 166 Pfd. 3—16. Weiße Rüben, große 2—2,56, steine 6—8. Rote Rüben 2—3. Blumenkohl Holl, per Kops 6,66. ital. per Kopf 6,l7— 6,36. Wirsingkohl ver Schock 3.66—6,66. Rotkohl p. Schock 3.66—8,66. Weißkohl 166 Psd. 2,66—3.66 Rosenkohl p. 100 Psd. 23-3o. Grünkohl per 100 Psd. 3-8. Schnittlauch 12 Töpse 4—4,66. Kohl- rüden. Schock 2—3. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—16, bihmische 8—20. Aepsel, per 100 Psd., hiesige 6—20, Gravensleiner 6,66, Tiroler in Fässern 6,66, Kiste 32—86, Amerik. 14—36. Wallnüsse ver 166 Psd. 6,66, do. rumänische 6.66, do. sranz. EorneS 66— 00. Paranüsse 0,00. Haselnüsse lange 40—42, runde 6,00. Zitronen, Messiiia, 300 Stück 8,00-10,00, 360 Stück 7,00—9,00, 200 Stück 9-13. Apfelsinen. Jaffa, per Kiste 6—66, Mureia 266er per Kiste 6—16, do. 366er 7—11, Paleneia 426er per Kiste 11,50—20, do. 714er 18—23. Wittcriiiigsüderstcht vom 8. Januar lt»U7. morgeiis» iltz». BSrtter-Prognose für Mittwoch, den 0. Januar 1907. Mild, jedoch ziemlich trübe mit leichten Regensällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner W e t t e r b u r e a a. Wafferftand am 8. Januar. Elbe bei Aussig— Meter, bei Dresden— 1,62 Meter, bei Magdeburg-s- 1,60 Meter, eisfrei— U n st r n t bei Sttaußsuri— ,— Meier.— Oder bei Rattbor 4- 1,31 Meter.— Neiße« münoung+ 2,36 Meter.— Oder bei Brieg-ff 2,28 Meter.— Oder bei Breslau Unterpegel— 1.16 Meter. M»chdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& To.. Berlin SM. Nr. 7. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 9. Januar 1907. Gerichts- Zeitung. Erpressung. fünfzig Mark ihm aussege. Am nächsten Tage benachrichtigte völlig unbegründet sei. Die gestrige Verhandlung hatte mit beder Geprellte die Kriminalpolizei. Diese ermittelte aus dem Ver- fonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Zunächst war der Seniorchef brecheralbum sofort, daß der Angeklagte Lindmeyer jener Erpresser der Firma, Herr Herm. Tiez, nicht zum Termin erschienen, sondern war. Als sich Lindmeyer die zweihundert Mark hatte ein Krankheitsattest eingereicht. Herr Oskar Tiez hatte am abholen wollte, wurde er von dem Kriminal- Tage vor dem Termin eine notwendige Geschäftsreise nach Birnbaum Giner jener Leute, denen§ 175 des Strafgesetzbuches die Hand- wachtmeister Ziege in Empfang genommen. Ju angetreten und ein Entschuldigungsschreiben geschickt. Rechtsanwalt habe zu Erpressungen bietet, stand gestern vor der zweiten Straf- feinem Besize wurden noch Uhr und Kette sowie jener Schein vor- Sonnenfeld, der namens der Firma Tieß die Verhandlungen mit fammer des Landgerichts III. Als Angeklagter wurde der Haus- gefunden. Vor Gericht bestritt der Angeklagte mit ungeheurer dem Angeklagten über die von ihm geltend zu machenden diener" Johann Lindmeyer aus der Untersuchungshaft vor- Dreiftigkeit jede Schuld. Der Staatsanwalt beantragte eine Ansprüche geführt, war durch dringende Amtsgeschäfte außerhalb geführt. Der 28jährige Angeklagte ist aus Oberbayern gebürtig. Vor Gefängnisstrafe von 22 Jahren, da man derartige Berlins verhindert und Rechtsanwalt Dzialoszynski, Syndikus etwa zwei Jahren kam er nach Berlin und bildete sich hier in gemeingefährliche und arbeitsscheue Subjekte möglichst lange under Firma Tiek, der als Zeuge geladen war, erklarte, daß er nur furzer Zeit zu einer jener fragwürdigen Eriſtenzen aus, die schädlich machen müsse. Das Urteil des Gerichts lautete auf Beuguis ablegen fönne, wenn er vorher durch seine Auftraggeber ohne zu arbeiten, stets elegant gekleidet gehen und das Geld mit ein Jahr und sechs Monate Gefängnis und drei Jahre von der Pflicht der Amtsverschwiegenheit entbunden sei. Aus allebollen Händen ausgeben. Nach und nach entwickelte sich Lindmeyer Ehrverlust. dem ergab sich die Notwendigkeit der Vertagung, wiewohl der zu einem der häufigsten und zugleich gefährlichsten Besucher gewisser Angeklagte dringend bat, die Sache zu Ende zu Cafés, in denen perverse Leute zu Hause sind. Wiederholt war der Ordnungsstrafe gegen Oskar Tietz. führen. Staatsanwalt Ehrecke und der Verteidiger des An Angeklagte in Erpressungsaffären verwickelt, aber jedesmal Zu einer wahren Seeschlange wächst sich die Fehde aus, welche geklagten, Rechtsanwalt Morris, erklärten, auf Herrn gelang es ihm, durch die Maschen des Gesetzes zu schlüpfen. Eines seit Jahr und Tag zwischen den Inhabern der Firma Hermann Rechtsanwalt Sonnenfeld in feinem Falle verzichten ชน Zages im November v. J. machte ein Student der Technischen Hoch- Tie z und dem früher bei ihr angestellten Abteilungsvorsteher können. Das Gericht beschloß nach nach langer Beschule die Bekanntschaft des Angeklagten, der sich ihm als Kaufmann Rudolf Heppner entbrannt ist. Die Entlassung des Herrn H. ratung, die Sache zu bertagen und den neuen Termin ausgab. Unter einem Vorwande gelang es dem gefährlichen Burschen aus seiner Stellung hat Veranlassung zu Angriffen gegen die nicht vor drei Monaten anzuberaumen, ferner Herrn Dstar Einlaß in die Wohnung des Studenten zu finden. Kaum hatte er diese Firmeninhaber in öffentlichen Blättern, insbesondere auch in der Tiez wegen nicht genügend entschuldigten Ausbetreten, als er sofort seine Erpressungsversuche begann. Der Student Stadtlaterne" des Schriftstellers Joachim Gehlsen gegeben, die in bleibens in eine Ordnungsstrafe von 50 Mart gab in der höchsten Angst dem Angeklagten ein Zwanzigmarkstid. Lind- Frage kommenden Verhältnisse sind auch in Privatbeleidigungsflagen und zu nehmen, ihm auch die Kosten des Termins aufzuerlegen und meher wurde nun erst recht frech und verlangte von dem Opfer zweihundert in Berhandlungen vor dem Kaufmannsgericht zur Erörterung ge- durch einen Kreisarzt feststellen zu lassen, ob der Gesundheitszustand Mark, die er sich am nächsten Tage abholen wollte. Als Pfand" kommen. Eine weitere Phase in der Entwickelung dieser Angelegen des Herrn Hermann Tietz seine Bernehmung vor Gericht oder nahm der Erpresser einstweilen die wertvolle Uhr und die Kette des heit ist eine anklage wegen versuchter Erpressung, seine fommissarische Vernehmung zu Hause gestattet. Studenten mit. Außerdem verlangte der Angeklagte noch mit un- die auf die Strafanzeige des Herrn Ostar Tiek gestern Herrn glaublicher Dreistigkeit, der Student solle einen Schein unterschreiben, Heppner vor die vierte Straffammer des Landgerichts I führte. nach welchem er eine Rente in Höhe von wöchentlich Der Angeklagte behauptet, daß der gegen ihn erhobene Vorwurf " Alpen- Trachten. Baer Sohn Chausseestr: 24a/ 25 11 Brückenstrasse 11 Gr. Frankfurterstr. 20. " Zur Wahlagitation empfehlen wir den Parteigenossen die folgenden Schriften: An den Einzelnen, auf den es nicht ankommnt 100 Eremplare Du, Mutter, was läuft der Herr Gendarm so?. Grundfäße und Forderungen Nieder mit den Sozialdemokraten! Die Vernichtung der Sozialdemokratie Eugen Richters Sozialistenspiegel Ziele und Wege Christentum und Sozialismus Ein katholischer Pfarrer als Sozialdemokrat Wie ein Pfarrer Sozialdemokrat wurde. Christliche Arbeiterpflichten Der Schwindel der klerikalen Arbeiterpolitik Die agrarische Gefahr Die neuen Reichssteuern Brinz von Arenberg und die Arenberge. Der Zukunftsstaat der Junker Eine Junkerrevolte Die Frauen und die Politik. Winke für die Reichstagswahlen M.-, 10 " 1, " , 10 " -, 10 " , 10 -, 20 " " -, 20 " -, 20 , 10 " , 10 " -, 10 " 1 -, 20 " 1 -, 35 11 , 20 -, 20 " , 20 -, 20 " " -, 30 -, 20 " , 30 " " , 10 -, 30 " " -, 75 " 1,50 " 2, " 3, " 4, 9 " 2, " 9, 233/ 1* Sozialdemokratie und Antisemitismus Womit man vor den Sozialdemokraten graulich macht Führer durch das Vereins- und Versammlungsrecht Das neue Knebelgesetz gegen die Gewerkschaften Geschichte der modernen Gesellschaftsklassen in Deutschland Das Erfurter Programm in seinem grundsäglichen Teil. Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1893/98 Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1898/1903 Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1903/1906 Sozialdemokratisches Reichstags- Handbuch. Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstr. 69 In unserem Verlage erschien soeben: Frauenleiden und deren Verhütung. Nebst einem Anhang: Die Verhütung der Schwangerschaft. Von Dr. J. Zadek. 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Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. März OLAFG Inhalt von Heft 1: * Regierung und Zentrum Conrad Haußmann, Perpetuum mobile Dr. Müller- Meiningen- Sof, Eine Tat? Friz Mauthner, Henrik Ibsen, Ein Toten. gespräch mit einer Zeichnung von Olaf Gulbransson Dr. Owlglaß, Wilhelm Raabe, Randgloffen Karl Borromäus, Karl Asenkofer, Roman Emil Strauß, Vorspiel, Novelle Ludwig Thoma, Die Reden Kaiser Wilhelms II. Hermann Seffe, Sor acqua mit Zeichnungen von Rudolf Sieck Albert Engström, Brandung, Zeichnung Professor von Liszt, Kulturfortschritt und Strafgesetzgebung Rundschau: Erhard, Der Auflösungsprozeß Gustav Meyrink, Gerhart Hauptmanns Auf Freiersfüßen im Bischofsberg" ( vorgeahnt und nachge ,, kerr" t) Gothus, Untertan Reinhard Syz, Richard Strauß und die Musik, Ein Epilog zur Salome Kurt Aram, Die Münchner Bühnen Glossen: Polnische Kamellen Für reife Geister Deutscher Monistenbund Eine Majestätsbeleidigung März Salbmonatsschrift für deutsche Kultur Herausgeber: Ludwig Thoma, Hermann Hesse, Albert Langen, Kurt Aram Preis des einzelnen Heftes 1 Mark 20 Pfg., im Abonnement: pro Quartal( 6 Sefte) 6 Mark Der„ März wird die Revue großen Stils sein, die man in Deutschland bisher vermißte. Für die Für die Bedeutung des Unternehmens bürgen die Namen der Herausgeber. Halbmonatsschrift für deutsche Kultur" sagt, daß das Programm kein Gebiet des öffentlichen und geistigen Lebens ausschließt. Im übrigen muß der März" für sich selbst sprechen. Heft 1 erschien am 8. Januar, Heft 2 erscheint am 23. Januar Abonnements nehmen alle Buchhandlungen entgegen sowie der Verlag von Albert Langen in München- E. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter. ftraße 9, parterre. .1+ Teppiche mit Farbenjehlern Fabrit. niederlage Große Frankfurterstraße 9, parterre. +1 Kleine Anzeigen Verschiedenes. Patentanwalt Wessel, Gitschiner9276* Kunststopferei von Frau Stotosty, Charlottenburg, Goethestraße 84, I.* Spottbilligstes! Winterpaletots, Winteranzüge, Bettenverkauf, Wäschestücke, Taschenuhren, Wanduhren, Räumungsverkauf Pfandleihhaus Weiden191/ 3* eg neunzehn. 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