Kr. 8. Bbonntmenfs-Bcdlngnngen: Abonnements. Preis pränumerando i Bierteljährl. 8,30 ÜRf, monatl. 1,10 Mb, N-Schenllich 28 Psg. frei ins HauS. Einzelne Nummer B Pfg. Sonntags- nnmmct mit iHuftricrtet Sonntags- Beilage.Die Reue Welt'>0 Pfg, Polt- Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Poit.Zeiwngs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland 8 Marl pro Monat. PostabonnementS nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luiemburg. Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweich 24. Jahrg. «cht»» Uaii* uBtt ncBtisi. yh* Verlinev Volksblatt. Die TnTertloas*Geb01ir beträgt für die fechSgespaUene Kolonet- zeile oder deren Raum 80 Pfg., für politische und gewerlschaslliche Vereins- und BersammlungS-Anzeigen 80 Psg, „Aletne Anzeigen", das erste(fett- gedrmkle) Wort 20 Pfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf- slellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg, jedes weitere Wort 8 Pfg. Worte über 18 Buchstaben zählen sie zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis S Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die ExpedMoa ist bis 7 Uhr adendS geöffnet, Zelegramm< Adresse: „SotlaM(D«krit Btru»". Zentralorgan der rozialdemohratifchen Partei Deutfcblanda. Rcdahtion: SRI. 68, Lindcnstrassc 69. Sfem(Orrdier: flmt IV. Nr. Misa. Expedition: SRI. 68, Lindenstraoee 69. strctiifprerfier: Amt IT. Nr. 1084. Die Candarbciter und ihre„guten freunde". Ii. Aus der im ersten Teil dieses Artikels aufgestellten Rech- nung erhellt, daß der Jahreslohn sich mit Einschluß der Naturalien in den ostelbischen Gefilden für den Deputanten nur auf 300 bis 600 Mark stellt, und daß selbst unter den günstigsten Umständen, wenn man den Gewinn für verkauftes Vieh, Gemüse usw. hinzurechnet, das Jahreseinkommen des Landarbeiters nur 800 bis 900 Mark erreicht, und zwar bei einer 14- bis 16stündigen Arbeitszeit. Diese miserable Be Zahlung, verbunden mit schlechter Behandlung, ist der Haupt grund der sogen.„L e u t e n o t". Aber noch mehr. Mit Fug und Recht läßt sich behaupten: Die Herren Großgrundbesitzer vertreiben bewußt und mit Absicht die einheimischen Landarbeiter aus den ländlichen Distrikten, einmal um sich die weitgehendste Staatshülfe zu erpressen, und dann um sich ihre ins Wanken ge- ratene mittelalterliche Feudalherrschaft über Ostelbien zu sichern. Daß nämlich die Agrarier be deutend bessere Löhne zahlen können, ist längst einwandfrei nachgewiesen. Es steht fest, daß infolge der Volksfeind- lichen Liebesgaben- und Brotwucherpolitik unserer deutschen Reichsregierung der ländliche Grundbesitz und besonders der Preis für die Güter und Rittergüter während der letzten Jahre durchschnittlich umdieHälfte, teilweise sogar um mehr als das doppelte des früheren Wertes gestiegen ist. Damit haben sich naturgemäß die Ein nahmen der großen Landwirte qanz bedeutend erhöht. Trotz alledem sträuben sie sich nach wie vor gegen eine zeitgemäße Aufbesserung der Landarbeiterlöhne. Die Herren wissen eben, daß der Staat ihnen hilft, wenn sie schreien, schreien und nochmals schreien über die„Not der Landwirtschaft". Und so verlangen sie nichts mehr und nichts weniger, als daß der Staat ihn»« alljährlich eine aus reichende Zahl von Soldaten gegen wenige Groschen End schädigung als Erntearbeiter zur Verfügung stellt, und zwar nicht nur zur Zeit der Kornernte, sondern auch zur Heu ernte im Vorsommer und zur Kartoffel- und Rübenernte während des Herbstes, ja womöglich auch noch zur Landbestellung während des Frühjahrs-, haben die Großagrarier erst dieses Ziel erreicht, dann sind sie obenauf. Die Agrarier bemühen sich geradezu, die einheimischen Landarbeiter von dannen zu treiben, indem sie alljährlich Hunderttausende von billigen und bedürf- nislosen Russen, Galizicrn. Ruthe nen und Italienern nach Deutschland hereinholen. Diese Leute, deren„Genügsamkeit" in den agrarischen Zeitungen in über- schwänglichen Worten gepriesen wird, machen den einheimi- schen Arbeitern durch ihre Billigkeit und Bedürfnislosigkeit natürlich eine unerträgliche Konkurrenz. Ja, die Agarier gehen noch weiter. Schon haben sie eingeführte Neger als andwirtschaftliche Arbeiter auf verschiedenen Güteril be- chäftigt, und in letzter Zeit tragen sie sich sogar mit dem auberen Plan, chinesische Änlis in Massen nach Deutschland � jereinzuschleppen und diese auf der nieder st en K u l t u rst u f e stehenden„Söhne des himmlischen Reichs" als Arbeiter in der Landwirtschaft zu verwenden. Was das für die einheimischen Landarbeiter bedeutet, geht zur Ge- nüge aus der Tatsache hervor, daß die Chinesen überall, wo sie bisher auch eingeführt wurden, wie in Amerika, Australien, Südafrika usw. den dortigen weißen Arbeitern gegenüber als die s ch l i m m st e n Lo h n d r ü ck e r aufgetreten sind. Sie sind eben mit einem geradezu lächerlichen Tagelohn und einigen Händen voll Reis zufrieden, nehmen mit den aller- elendesten Wohnstätten vorlieb und stellen weiter keinerlei Ansprüche ans Leben. Unsere Agrarier haben aber noch mehr Trümpfe in der Hand. Sie müssen natürlich befürchten, daß sowohl die Stellung von Soldaten als Zwangsarbeiter wie auch die Einfuhr von Chinesen einen Sturm der Entrüstung im ganzen Lande hervorruft. An Sympathie hat das Agrarier- tum ja ohnehin schon bei der übrigen Bevölkerung Deutsch- lands so gut wie nichts mehr zu verlieren. Deswegen tun die Herren auch so. als würden sie aus„patriotischen Gründen" sowohl auf die Chinesen als auch„vielleicht" auf Soldaten verzichten, wenn— nun wenn die Regierung die einheimischen Landarbeiter wieder in das mittelalterliche Hörigkeitsverhältnis zurückführen und sie gesetzlich den Agrariern zur willkürlichsten und schrankenlosesten Aus- beutung überantworten wolle. Sie fordern deshalb die Ans- Hebung oder wenigstens die Beschränkung der Freizügigkeit und die polizeiliche Bestrafung des 5lontraktbruchs mit gleich- zeitiger SchadenSersatzpflicht der Landarbeiter unter Ein- behaltung des Lohnes. Das heißt: Sie wollen, daß den Landarbeitern das R e ch t genommen werde, sich anderweitig Arbeit zu suchen und den Wohnsitz zu wechseln; vielmehr sollen diese gesetzlich gezwungen werden, in ihren„ange- stammten" ländlichen Wohnorten womöglich zeitlebens zu bleiben, damit sie den Grundbesitzern stets u r beliebigen Verfügung stehen und zu den LH nen arbeiten müssen, d i e i h r e„Herren" für angemessen erachten. Entzieht sich dennoch jemand der agrarischen Ausbeutung durch die Flucht, so soll er durch Polizei und Staatsanwaltschaft verfolgt und be- | straft werden, und an dem Lohn des Kontrakt- > b r ü ch i g e n will sich der Gutsbesitzer„s ch a d l o s" halten, \ was soviel bedeutet, als daß der Mann dann überhaupt keinen Lohn bekäme. Würden diese Forderungen der Agrarier wirklich einmal Gesetz, so wäre damit die alte Leibeigenschaft zum größten Teile wieder eingeführt, denn was daran noch fehlte, das könnten die Herren aus eigener Machtvollkommenheit ganz bequem selbst ergänzen. So also präsentieren sich die konservativen Großgrund- besitzer nebst den sonstigen Mitgliedern des Bundes der Land- wirte— b ei Li ch t b e s eh e n— als„Freunde" der Land- arbeiter! In letzter Zeit versuchen sie auch noch besonders den I n st l c u t e n, Käthnern und Deputatarbei- t e r n in der iinvcrfrorenstc» Weise vorzuschwindeln, daß diese einen„erheblichen Vorteil" von den jetzigen hohen Vieh- und Fleischpreisen hätten. Sie stellen es so dar, als müßten gerade diese Arbeitergruppen den Agrariern besonders dank- bar sein, weil ja letztere durch ihre Brot- und Fleischwucher- Politik vornehmlich zu der jetzigen Fleischteuerung beigetragen haben. Es ist dies ebenfalls eine h a h n e b ü ch e n e Spekulation auf die Dummheit. Wohl trifft eS zu, daß hin und wieder solch ein Arbeiter ein oder zivei Schweine aufziehen und zum Verkauf bringen kann. Meisten- teils wird den Gutsarbertern aber nur die Haltung eines Schweines für den eigenen Fleischbedarf gestattet, w e i l d a s knapp bemessene Deputat für die Aufzucht mehrerer Schweine gar nicht ausreicht. Die Haltung von Z u ch t s äu e n ist den Arbeitern ebenfalls viel fach kontraktlich direkt untersagt. Den Verkauf von Ferkeln zu möglichst hohen Preisen will der Gutsherr eben selbst betreiben und ihn nicht etwa„seinen" Arbeitern überlassen. Im Gegenteil, er„wünscht" sehr dringend, daß seine Leute das eine zur Aufzucht gestattete Ferkel zum Marktpreise von ihm kaufen. Wenn nun die Leute schließ- lich von dem einen mühsam großgezogenen Schlachtschwein, um noch ein paar Groschen Bargeld mehr in die Häkide zu bekommen, auch die Schinken und Nackenstücke verkaufen, so darben sie sich den Erlös dafür doch am eigenen Munde ab. Wo bleibt da der„erhebliche Vor- teil" selbst bei den gegenwärtigen teuren Fleischpreisen? Sie müssen ja schon das junge Ferkel dem Gutsherrn umso viel teurer bezahlen, als die Mehreinnahme beim Verkauf der Schinken ausmacht, ganz abgesehen davon, daß sie sich aus Not gerade der besten Stücke ihres Schlacht- schweines entäußern. Am liebsten würden sie die Schinken und den Nackenbraten jedenfalls selber essen und n.icht verkaufen. Doch daß sie zum Bertauf gezwungen sind, dafür sorgt eben wieder der Gutsherr durch den niedrigen Lohn. Aber auch der Vorteil für diejenigen Arbeiter, die wirklich ein oder zwei Schweine ganz verkaufen können, ist ein mehr wie fragwürdiger. In der Zeit der Mast benötigen sie eben auch des M a sl k o r n s, denn lediglich mit Drank und Kar- toffelschalen läßt sich kein Schwein fett machen. Das Korn aber müssen sie kaufen, während es der Gutsherr selber hat. Durch die Getreidezölle ist jedoch das Korn ebenfalls derartig verteuert, daß der Vorteil beim Ver- kauf der Tiere auch für diese Arbeiter durch die erhöhten Kornpreise so gut wie w e t t gemacht wird. Mithin ergibt sich daraus, daß nicht die Arbeiter, sondern lediglich der Gutsherr, der sowohl die Ferkel als auch das Mastkorn zur freien Ver- sügung hat, den Vorteil aus den hohen Fleischpreiscn einheimst. Das liebe Rindvieh aber kommt für die Arbeiter als Verkaufsobjekt so gut wie gar nicht in Betracht, es sei denn, daß es sich in Ausnahmefällen bei Jnstleuten um eine alte Kuh handelt, die verkauft wird, um einein jüngeren Tier Platz zu machen. Doch den Agrariern ist jetzt jedes Mittel recht, um sich den Landarbeitern als wohlwollende „Freunde" zu zeigen. Je plumper der Schwindel, desto besser für sie. So meinen sie wenigstens. Jeder Tagelöhner» jeder Jnstmann, jeder Deputat- arbeiter, Hofgänger oder Dicnstknccht, sofern er seinen Ver- stand gebraucht, müßte sich infolgedessen schon aus reinem Selb st erhalt ungstrieb ganz von selbst sagen, daß er von einem Kandidaten des Bundes der Landwirte niemals etwas anderes erwarten kann, als vermehrte Ausbeutung und Unterdrückung und damit zunehmende Not und graues Elend für sich und seine Familie. Nur eine Partei tritt rückhalts- los und ernsthaft für die Interessen der Landarbeiter ein, und das ist die Sozialdemokratie, die stets offen und unge- schminkt die volksfeindlichen Pläne des Junkertums an den Pranger stellt und dem Volke zeigt, was es von der agrarischen Sippe zu erwarten hat. Mögen die Landarbeiter deshalb die richtigen Lehren daraus ziehen und am Wahltage ihre Stimmen einmütig für die Kandidaten der Sozialdemokratie abgeben._ I Aahlkamps. Eine Erinnerung an die preußische Wahlrechtsfchmach! Der Görlitzer Wahlrechtsflugblatt- Prozeß stand am Dienstag vorm Reichsgericht an. Görlitz teilt be- lanntlich mit Magdeburg und dem pommerschen Städtchen Stargard den Ruhm, die Städte Preußens zu sein, wo eine Verurteilung wegen des Sozialdemokratischen Wahlrechtsflugblattes, das von zahlreichen preußischen Staatsanwälten und Gerichten als durchaus gesetzlich anerkanntworden i st, auf Grund des Aufreizungsparagraphen erfolgte. Das Landgericht Görlitz verurteilte am 2. Juni den Genossen Expedient Lißke zu einem Monat Gefängnis, weil er zu Gewalttätigkeiten aufgereizt habe. Das Reichsgericht verwarf am Dienstag die Revision des Angeklagten und bemerkte gegen den Verteidiger, er scheine von der Voraussetzung auszugehen, daß für den strafbaren Tatbestand eine Störung des öffentlichen Friedens erforderlich sei. Das sei falsch. Es bedürfe keiner Ausführung, daß eine Gefährdung des öffentlichen Friedens durch die Ver- breitung des Flugblattes herbeigeführt werden konnte. DaS sei aus- reichend festgestellt. DaS heißt, es ist nicht nötig, daß sich jemand durch das Flug- blatt zu Gewalrtätigkeiten gegen die herrschende Klasse hinreißen läßt, um eine Verurteilung zu begründen, sondern eS genügt, wenn die Richter des Glaubens sind, daß sich jemand durch das Flugblatt zu Gewalttätigkeiten früher oder später einmal hinreißen lassen könnte. Und das„stellen" sie„fest" auf Grund ihres sub- jektiven Ermessens! � � DaS Urteil kommt noch gerade recht zum Wahlkampf. Zwei Aufgaben ruft es uns ins Gedächtnis: Es gill in diesem Wahl- kämpf die Bahn frei zu machen für eine Reform der deutschen Justiz a« Haupt und Gliedern und Gericht zu halten über die Wahlrechtsverweigrrer! DaS Görlitzer Urteil, das das Reichsgericht am Dienstag be- stätigt hat, ruft die brutale Zurückweisung der Forderung des Proletariats auf gleiches LandtagSwahlrecht der Arbeiterschaft ins Gedächtnis zurück, erinnert sie aufs neue an die Schmach des Dreiklassenunrechts und an die militärischen Nüstungen gegen friedliche Wahlrechtsdemonstrationc»! Am 2ö. Januar darf kein offener und kein geheimer Wahlrechtsverweigerer gewählt werden I Bom Verkommen des Freisinns hat der gestrige Tag ein besonders beweiskräftiges Zeugnis gegeben. Zahlreiche empörte Zuschriften wiesen uns gestern auf die Tatsache hin, daß der„B er liner V o lks- Z e itun g" ein Flug b l a tt aus der Fabrik des„ Vertriebs patriotischer Zeitschriften". Berlin SW., beilag— eine Tatsache, die unS freilich auch ohnedem nicht ent- gangen wäre. Denn das Aeußere und der Inhalt dieses Flugblattes ist derart, daß seine Verbreitung einfach eine Beleidigung jedes denkenden Wählers ist und daß ein Einverständnis mit dem Gebrauch eines solchen Kampfmittels geradezu ein Hohn auf alleS bedeutet, was die„Berliner Volks-Zeitung" bislang zu ver- treten behauptete. Selbst unter Berücksichtigung des UmstandeS, daß die„VolkS-Zeitung" gegen den Abmarsch der Freisinnigen ins koloniale Lager nicht zu protestieren gewagt hat, erschien es doch fast un- glaublich, daß sie sich zur Verbreitung eines solchen Flugblattes hergeben sollte. Richtig brachte denn auch die„Volks-Zeitung" am gestrigen Abend die Meldniig, daß ihrer Redaktion das Flugblatt nicht vorgelegen habe, daß die Expedition allein die Schuld an der Beilegung trage und daß, Ivenn die Redaktion Kenntnis davon gehabt hätte, die Bei- legung unterblieben wäre. Die„Berliner Volks-Zeitung" erscheint bekanntlich im Verlage des Herrn Mosse. Und Herr Masse nutzt sein Verlagsrecht auf seine Weise. Ob die Redaktion der„Volks-Zeitung" ihn daran hätte hindern können? Daß sie aber, die trotz allem, was heute einem wirklichen Demokraten an ihr nicht gefallen würde, doch noch ein Stück demokratische Tradition zu wahren hat, sich mit diesem Flugblatt nicht identifizieren mag, versteht man, wenn man einen Blick darauf geworfen hat. Die erste Seite zeigt im Bilde die Auf- lösung des Reichstages am 13. Dezember— eine begeisterte Menge „nationaler" Abgeordneter jubelt dem Fürsten Bülow zu, der das kaiserliche Dekret in der Hand hält— indessen nicht sehr bedeutend aussieht trotz des historischen Moments. Darüber steht zu lesen „DaS erlösende Wort". Auf den beiden Innenseiten folgt dann die Rede, die Fürst Bülow als letzte vor der Auflösung an den Reichstag gehalten hat, die Rede, worin der Zitatenkanzler versichert, eS handle sich bei der Abstimmung um die„Waffenehre",„um unsere Stellung in der Welt", um„unser Ansehen". Der Text fährt dann fort: Trotz dieser eindringlichen Mahnung und Bitte hat das Zentrum im Verein mit den Sozialdemokraten unseren tapferen Soldaten in den wasserlosen Gebieten Afrikas das Notdürftigste versagt. Was durch ungeheure Opfer an Blut und Gut in dem jähre- langen heißen Ringen mit den Hottentotten gewonnen ist, soll preisgegeben werden. Umsonst soll die Mühe und Arbeit, umsonst all die Opfer sein I Der Farmer soll wieder schutzlos den mord- gierigen Banden preisgegeben, sein Hab und Gut aufs neue den Räubern überantwortet werden! Das Zentrum und die Sozial- demokratie wollen es so. Am 25. Januar soll es sich zeigen, ob das auch der Wille der deutschen Nation ist. Wenn sie will, bleibt die Auflösung des Reichs- tageS für alle Zeit eine Erlösimg. Nicht mehr der Fraktionsmensch hat jetzt die Entscheidung über daS Wohl und Wehe des deutschen Volkes in der Hand, sondern der Wähler selbst, an ihm ist es, das erlösende Wort in „Di? rettende Tat" uniznwandeln. Mit seinem Wahlzettel kann der deutsche Wähler unser geliebtes Vaterland für alle Zeit von dem Druck befreien, den zwei Parteien, Zentrum und Sozialdemokratie, auf alle Gebiete unseres öffentlichen und auch privaten Lebens ausüben. Jeder Wähler-ist mit seiner Ehre verpflichtet, seine Stimme abzugeben, und sie nur für solche Männer abzugeben» die weder zur Sozialdemokratie noch zum Zentrum gebären. Tie„rettende Tat" wird auf der vierten Seite im Bilde gezeigt, einträchtig gehen Bourgeois und Proletar zur Wahlurne, um »nationale" Stimmzettel abzugeben. Es ist das Niveau der Reichsverbandsflugblätter, auf dem das Machwerk steht. Gelogen wird-in frechster Weise, daß die Opposition „unseren tapferen Soldaten in den wasserlosen Gebieten Afrika-Z das Notdürftigste versagt! Das solle die Sozialdemokratie getan haben, der jeder Tropfen deutfchen Blutes für die südwestafrikanische Wüste zuviel«st, die am liebsten sofort alle deutschen Krieger aus der südwcstafrikanischen Hölle zurück in die Heimat gebracht sehen würde! Was nicht freche, schamlose Lüge an diesem Flugblatt ist, das ist die hohlste„nationale Phrase".!dteselbe„nationale Phrase", über deren Anwendung im Wahlkampfe die Freisinnigen gejammert haben solange sie noch in der Opposition standen. Aber die Leser-werden vielleicht fragen, weshalb wir uns noch so eingehend mit dem Flugblatt beschäftigen, nachdem es die Berliner „Volkszeitung." bereits preisgegeben hat? Nun, wir haben dazu futen Grund! Dasselbe Flugblatt hat nämlich einem anderen reisinnigen Mo-sseblatt beigelegen und dessen Rebaktion hat nicht gegen seine Expedition protestiert. Dieses freisinnige Blatt ist IdaS „Berliner Tageblatt"! Hatten wir nicht recht, von einem außergewöhnlichen Zeugnis der Verkommenheit des Freisinns zu schreiben? Kann eine Partei ihre eigene Vergangenheit schmählicher besudeln, ihre einstigen Grundsätze schamloser verraten. Es ist, als wäre es dem Freisinn noch nicht genug an den Püffen und gelegentlichen Fußtritten, die er von seinen„Verbündeten" im rechtsrcaktionären Lager empfängt, als müßte er das Manko ausgleichen, indem er sich selbst ohrfeigt. Auf die rettende Tat der Wähler aber bauen wir! Freisinnige Wohlanständigkeit. Zu den Verleumdungen der freisinnigen Presse gegen den Genossen Albert wegen der Vorgänge in freisinnigen Versamm- Hungen des Wahlkreises Hirsch berg-Schönau stellt die Breslauer„Volkswacht" noch gegen den„Boten aus dem Riesen- gebirge", aus dem die falsche» Berichte stammen, u. a. folgendes fest: Der„Bote" behauptet, in allen drei Versammlungen habe Mbert„beispiellos wüste Szenen hervorgerufen". Dabei waren es die Freisinnigen selber, die beim allerersten Austreten Alberts einen derartigen Skandal machten, daß Ablaß selbst den tobenden Rowdys Ruhe gebieten mußte! Ferner war es der Vorsitzende der freisinnigen Versammlung in Berbisdorf, der mit einem Ochsenziemer wie besessen den Tisch bearbeitete und seinen Bruder und Konsorten zu wüstem Lärm aufstachelte, um Albert an» Sprechen zu hindern. Der Bote behauptet wider besseres Wissen, Albert hätte die„Palast- artige Villa Ablaß' den Wählern als Schreckgespenst vorgeführt". Tatsächlich hatte Albert auf die Behauptung Ablaß', die Sozialdemokraten verschleierten ihr Programm(siehe letzte Stummer), wörtlich gesagt:„Ach, was Sie sagen I Wenn Herr Abiatz für jedes Programm, das wir über 100 Millionen Exemplare in die Wählermassen schon geworfen, auch nur einen Pfennig hätte, so könnte er sich statt seiner Villa in der Wilhelinstraße im schönsten Teile des Gebirges einen Palast bauen, sein Paragraphengeschäft an den Nagel hängen und herrlich und in Freuden leben." Der Bote behauptet, die Sozialdemokraten hätten»mit Füßen und Bicrgläser» getrommelt". In Wirklichkeit taten das die Ablatz-Fanatiker, die rechts vom Redner am Ofen saßen und die sogar begannen, gegen Albert Hand- greiflich zu werden, so daß ein Dutzend drohender Zimmermanns- fauste die Rowdys in die Schranken zurückweisen mußten. Der„Bote" behauptet. Albert hätte gesagt:„Das HanSrecht nehmen wir uns I" In Wahrheit hat sowohl Albert wie die erregte Menge unauf- hörlich gerufen:„So lange Ablaß nicht revoziert, hören wir ihn nicht an. Entweder mutz er die Unwahrheit über Bebel zurück- nehmen oder abtreten I" Nach dem berüchtigten Grundsatze: Divido et impera— teile und herrsche— versucht zum Schluß der„Bote", den früheren Kandidaten Feldmann gegen Albert auszuspielen, indem er schreibt: „Tausenden, die einem Feldmann noch gefolgt, sind jetzt die Augen geöffnet." Ein plumpes Manöver, das Ablaß schon vorher versucht hatte. als er sagte:„Feldmaim lvar anständiger". Dabei hatte derselbe Freisinnsklüngel Feldmann niemals Zutritt und Redefreiheit gewährt I Die Sozialdemokratie als Vertreterin von Industrie- interesse». Bemerkenswert ist eine Wahlepisode aus dem Wahlkreise R e u ß j. L., den seit langer Zeit unser Genosse Wurm vertritt. Die„Geraer Zeitung" hatte von Wurm gesagt, daß ihm die Ver- hältnisse seines Wahlkreises vielleicht nicht ganz unbekannt geblieben seien, er habe aber„niemals Miene gemacht, eine solche Kenntnis nutzbringend für die Allgemeinheit zu ver- werten". Obgleich es die Sozialdemokratie stets abgelehnt hat, Kirchturmspolitil zu treiben, so hat doch Genosse Wurm z. B. durch sein Auftreten gegen den Zolltarif nicht nur die Interessen der Allgeineinheit, sondern auch die Interessen des Wahlkreises Reuß j. L. im besonderen wahrgenommen. Und das ist ihm, woran unser Geraer Parteiblatt jetzt wieder erinnert, sogar von Industriellen des Wahl- kreises seinerzeit dankend bestätigt worden. DerVerband derthüringischen und sächsischen Lederfabrikanten richtete am 13. Dezember 1932 ein Schreiben an den Abg. Wurm, das loörtlich also lautet: Der heute in Gera versammelt gewesene Vorstand und Ans- fchuß des Verbandes thüringischer und sächsischer Lederfabrikanten nahm aus Nr. 147—148 der„Deutschen Gerberzeitung" Kenntnis von Ihrer, am 3. Dezember 02 im Reichstage gehaltenen Rede, gegen die im neuen Zolltarif geplanten unerhörten Gerbstoffzölle. Nr. 91. 92. 93 und 381 des Tarifes. Wir jprechen Ihnen unsere ganz besondere Hochachtung und unseren Dank dafür aus. daß Sie sich in die ganze Gerbstoffzoll- angelegeuheit sehr gut eingearbeitet und daß Sie die Interessen der deutschen Lederindustrie so warm vertreten haben und dabei äußerst sachlich vorgegangen sind. Da die agrarische Majorität im Reichstage weder Ihre sehr sachlichen Einwendungen geprüft, noch die seitens der deutschen Lederindnstriellen eingereichten vielen Petitionen und Proteste auch nur der geringsten Beachtung gewürdigt und bei der zweiten Lesung des Zolltarifs die sinnlos höhen Gerbstoffzölle beschlossen hat. ohne auch nur die geringste stichhaltige Begründung dafür vorzubringen und diese sinnlosen Zollsätze, wenn sie Gesetz würden, den größten Teil der deutschen Lederindustrie vernichten würden, so ist es erklärlich, daß die gesantte deutsche Lederindustrie die jetzige Majorität des Reichstags als im höchsten Grade staatsgefährlich bezeichnen nmß. Für uns handelt es sich nicht um eine bloße Zollbclästigung, sondern um die Existenz fast der ganzen Branche. Wir bitten Sie, die Interessen der deutschen Lederindustrie auch in dritter Lefultg ebenso unentwegt weiter vertreten zu wollen wie bisher, damit die unerhörten Gerbstoffzölle keinesfalls Gesetzeskraft erlangen. Für Ihr bisheriges Eintreten für die deutsche und insbesondere thüringische Lederindustrie Ihnen nochmals verbindlichsten Dank sagend, verbleibt mit besonderer Hochachtung der Verband thüringischer und lächstschcr Ledcisabrilanten. Li» Auftrage: 1. Bors. Hermann Krahner se»., Neustadt a. O- W. Plarre. Bei der dritten Lesung de-Z Zolltarifcs konnte Genosse Wurm nicht gegen diese staatsgefährlichen Zölle eintreten, weil die Zo'll Wucherer mit Unter st ützung des Freisinns eine Debatte bei der dritten Lesung unmöglich machten! Wie die Lederindustriellen, so klagen die Industriellen überhaupt über die Erschwerungen, die der Entwickelung nicht nur durch die Jndustriezölle, sondern auch die Lebensmittelzölle bereitet worden sind. Sachsen war seinerzeit durch elf sozialdemokratische Abgeordnete im Reichstage vertreten, die allein die Interessen der sächsischen Industrie wahrgenommen haben, indem sie g e g en den Zolltarif obstruierten und stimmten. Die Sozialdemokraten waren also die Wahrer der wichtigen Interessen der Industrie. Der„rote Postmeister" tritt von der Reichstagskandidatur zurück. Leipzig, 9. Januar.(Privattelegramm des „Vorwärts".) Unser Reichstagskandidat für den 12. Wahlkreis, Genosse M o t t e l e r, hat die Kandidatur niedergelegt. Er hat an den Vorstand des Kreisvereins folgendes Schreiben gesandt: Zu meinem aufrichtigen Bedauern muß ich Sie bitten, mich von der Kandidatur für den 12. Sächsischen Reichs- tagSwahlkreis in den gegenwärtigen ReichStögSwahlen zu entbinden. Ich bin dem Rufe der Wähler gefolgl, weil ich hoffte, trotz meines Alters und des in seinen Folgen noch nicht behobenen körperlichen Unfalls, der mich im vorigen Früh- jähr betroffen hat, den Aufregungen des Wahlkampfes gewachsen zu sein und auch im Falle eines für uns günstigen Wahlausfalles die parlamenlarischen Pflichten erfüllen zu können. Doch habe ich neuestens Grund zu der Befürchtung, mein körperliches Befinden überschätzt zu haben und ich will den Sieg unserer Sache nicht gefährden durch das etwaige Versagen meiner Kräfte. Ich bitte deshalb die sozialdemokratischen Wähler deS zwölften sächsischen Reichstagswahllreiies, unter dem Ausdruck herzlichsten Dankes für das mir geschenkte Vertrauen, auf einen jungen und kräftigen Genossen ihre Wahl zu lenken und mich als einen ein- fachen Soldaten in Reih und Glied zu betrachten, der im Wahl- kämpfe nach bestem Vermögen seine Pflicht gegen unsere gerechte Sache erfüllen wird. Mit parteigenössischcm Gruß Julius Motteler. Als Nachfolger für den Genossen Motteler wird wahr- scheinlich der Genosse Heinrich Lange als Kandidat auf- gestellt iverden. Lange ist schon sehr lange im Dienste der Partei tätig. Er gehört dem Leipziger Stadtverordneten- kollegium 12 Jahre an. Bekannt gclvorden ist er in der Partei besonders durch sein Wirken auf kommunalem Gebiete. Aber auch als Agitator hat er tüchtige Arbeit geleistet, und öfter haben die Leipziger Genossen ihn mit Delegationen zu den Parteitagen betraut. In der ganzen deutschen Sozialdemokratie wird man mit schmerzlichem Bedauern hören, daß der„rote Postmeister" be- fürchtet, nicht mehr rüstig genug zu sein für den Posten des Reichstagskandidaten und Reichstagsabgeordneten. Gern hätten wir alle den hochverdienten Veteran, der für die Partei ge lebt und gearbeitet hat wie lvcnige nur, der für sie lange Jahre des Exils getragen hat, der ein Stück Parteigeschichte verkörpert, als den Vertreter des Leipziger Proletariats wieder im Reichstages gesehen. Unter der Voraussetzung natür- lich, daß seine Kräfte es ihm gestatteten. Denn die Partei, die Voll kräfte in all ihren Positionen braucht, über alles! Und es ehrt den Genossen Motteler, der am 18. Juni das 69. Lebens jähr vollenden wird, daß er nach diesem Grundsatz gehandelt hat und lieber schon jetzt zurücktritt, da es sich bei seinen Befürchtungen hoffentlich nur um Befürchtungen und nicht um ErnsGres handelt. Der„rote Postmeister" braucht freilich kein Reichstagsmandat, um eine Position in der deutschen Sozial- demokratie einzunehmen, sie ist ihm längst sicher bereitet in den Herzen der deutschen klassenbewußten Arbeiter! Armut entrechtet. In Mannheim sind 4ZO Wähler wegen Armenunterstützung aus der Wählerliste gestrichen worden! Die Situation in Ostpreusten. Ostpreußen hat im Jahre 1903 aus seinen 17 Wahlkreisen 16 Lebensmittelwncherer in den Reichstag gesandt. Würde es dem Freisinn wirklich ernst mit der Bekänipfnng des Brot- und Fleischwiickers sein, so könnten den Zöllner» mindestens fünf von den 16 Wahlkreisen entrissen werden. Aber der Freisinn denkt nicht daran, eine solche den Interessen des ganzen Volkes dienende Politik zu treiben. So geht er in Königsberg- Stadt mit den Konservativen und Antisemiten Arm in Arm, um der Sozialdemo- kralie das seit 16 Jahren behauptete Mandat zu entreißen. Alle „staatserhaltenden" Parteien treten hier für einen zu Unrecht sich freisinnig nennenden Mann ein. Das Zentrum allein hat sich noch nicht geäußert. Es kommt in Königsberg- Stadt mit etwa 600 Stimmen in Betracht. Die Sozialdemokratie wird natürlich alles daran setzen, um den Sitz zu behaupten. Der Wahlkreis KönigSbcrg-Land-Fischhausen wäre mit Leichtigkeit den Konservativen zu nehmen, wenn die Freisinnigen nur halbwegs wahre Volksfreunde fein würden. Hier hat unser Genosse Braun- Königsberg die besten Aussichten, gcwählr zu werden. Die Vororte Königsbergs sind bedeutend gewachsen; sie gehören zum Landkreise. Von den Konservativen kandidiert Fürst zu Dohna-Schlobitten. Es hat lange gedauert, bis sich die Freisinnigen den Entschluß, eine Zählkandidatur aufzustellen, abgerungen haben. Sie sind aber von der Erwägung ausgegangen, möglichst viele Wähler an die Wahlurne zu schleppen, damit in der Stichwahl der konservative Kandidat desto besser unter st ützt werden kann! Der Wahlkreis Labia u- Wehlau gehört auch zu den Kreisen, der den Brotwuchcrem abgenommen werden könnte, wenn die Frei« finnigen nicht den schändlichen Volksverrat treiben würden. Hier ge- langte schon im Jahre 1898 der Sozialdemokrat gegen den Konservativen in die Stichwahl.' und im Jahre 1903 siegte der Agrarier in der Hauptwahl nur mit einer Majorität von 12 Stimmen. Sein stark angefochtenes Mandat wäre auch für ungültig erklärt worden, wenn der Reichstag nicht nach Hause geschickt worden. Der Freisinnige brachte cS im Jahre 1903 auf über 2000 Stimmen, die er wahr- scheinlich auch jetzt aufbringen ivird. Dagegen sind die Chancen der Sozialdemokratie in diesem Wahlkreise gewachsen. Kommt es jetzt zur Stichwahl, so wird der Freisinn jedoch mit Pauken und Trom- pcten für den Reaktionär stimmen. Im Kreise Rastenburg-Gerdauen-Friedland hofft der Freisinn gegen den Konservativen in die Stichwahl zu kommen und dann mit sozialdemokratischer Hülfe zu siege». Im Jahre 1903 erhielt er über 1000 Stimmen mehr als der Sozial- demokrat. Dieser Kreis könnte also auch den Konservativen entrissen werden, denn sowohl die Freisinnigen wie auch die Sozialdemokraten haben hier durch Schaffung von Organisationen ihre Positionen verbessert. Eine von de» beiden Parteien wird wohl in die Stich- wähl kommen. Nun würde ja auch, falls der Freisinn mit dem Konservativen in die Stichwahl gelangte. die Sozialdemokratie dem ersteren zum Siege verhelfen, wenn der Freisinn in den anderen Kreisen in der Stichwahl für die Sozialdemokratie ein- treten würde. Aber eine solche Wahlparole gibt ja der Freisinn nicht aus. In einer Wählerversammlung hat er im Gegenteil schon durch- blicken lassen, daß er für den Konservativen eintreten würde. Im Wahlkreise Memel-Heydekrug wird es ohne Stich- wähl nicht abgehen; hier bewerben sich vier Kandidaten— ein Sozialdemokrat, ein Litauer, ein Konservativer und ein National- liberaler— um das Mandat. Auch dieser Kreis könnte den Brot- Wucherern mit Hülfe des Freisinns abgenommen werden. Aber die Freisinnigen haben schon beschlossen, gleich im ersten Wahlgange für den N a t i o n a l l i b e r a l e n zu stimmen; für diesen Kandidaten werden auch zahlreiche Freikonservative eintreten, so daß er Aussicht hat, mit dem Sozialdemokraten in die Stichwahl zu kommen, falls nicht der Litauer einige Stimmen mehr erhält. Für den Kon- servativen werden die Agrarier stimmen. Während in all diesen Wahlkreisen der Freisinn der Reaktion Liebesdienste erweist und erweisen wird— erhält er im Wahlkreise Tilsit- Niederung von den Nationalliberalen— also von seinen Verbündeten derbe Fußtritte. Wie man weiß besteht in Ost» Preußen ein Kartell zwischen Freisinnigen und Nationalliberalen. auf das besonders die Freisinnsniannen sehr stolz sind. Nun haben aber die Nationalliberalen beschlossen, trotz des Bündnisses in Tilsit-Niederung gleich im ersten Wahlgange für den Konservativen zu stimmen, so daß die Wahlausstchten des Freisinns durch diesen Beschluß geradezu trostlose geworden sind. Die Aussichten der Sozialdemokratie in diesem Kreise sind günstig. Unser Kandidat, Rittergutsbesitzer Hofer, kommt zweifellos in die Stichwahl: der Kreis ist gut organisiert. Auch im Kreise Jnsterburg-Gumbinnen sind von uns gute Organisationen geschaffen worden. In den übrigen Kreisen hat die Sozialdemokratie nichts zu hoffen; zwei davon gehören zum eisernen Bestände des Zentrums; die übrigen werden den Kon- servativen zufallen. Wohl siegten die Nationalliberalen im Jahre 1903 im Wahlkreise Osterode-Neiden bürg. Allein sie holten sich dieses Mandat nur durch Ueberrumpelung der Konservativen. Die Polen stellen in den Wahllreisen All enstein» Rössel und Ojterode-Neidenburg Kandidaten aus; sie werden mehr Stimmen als bei der letzten Reichstagswahl erhalten, da sich der polnische Grundbesitz in Ostpreußen vermehrt hat. Die Sozialdemokratie wird natürlich auch in den entlegenen Kreisen nach Möglichkeit arbeiten, obwohl eine umfassende Land- agitation jetzt die größten Schwierigkeiten bietet. Jedenfalls ist unsere Partei sich bewußt, daß Erfolge nur mittels guter Organi- satione» zu erzielen sind. Da sie seil der letzten Wahl in einigen Kreisen mit Eifer Organisationsarbeiten geleistet bat, so wird man aus dem Ausfall der Wahlen ersehen können, wie sich die bestehenden Organisationen bewähren werden. Daß die Konservativen besonders in den/ gefährdeten Kreisen vor keinem Mittel zurückschrecken werden, um die Mandate zu behaupten, erwähnen wir nur so nebenbei, da die Kampfe-art der Konservativen auf dem Lande nur zu bekannt ist. Aber trotz- dem wird die Sozialdemokratie auf dem Posten sein; sie wird auch aus diesem WahUamps mit Ehren hervorgehen. Humoristisches aus dem Wahlkampfe. Im Wahlkreise Duisburg-Mülheim-Obcrhausen leisten sich die braven F r e i f ii n n sm aniren, die im Jahre 1903 im Wahlkreise ganze 292 Stimmen auf ihren großen Eugen ver- einigt hatten, diesmal den Luxus zweier Kandidaten!! Für die H i rsch-Du n ck ersche n G e w e r kve r ei n l er wird der bürgerlichen Presse zufolge Herr Bruno Pörsch aus Düsseldorf, der„Ex-Sozialist", kandidieren, weil nach Airsicht einer am 6. Januar abgehaltenen Generalversammlung der„Hirsche" sämtliche Kandi- -baten des Wahlkreises„Gegner der Gewerkvereine" seien. Und als offiziellen Kandidat der„Volkspartei" hat der„Rh.°W--Ztg." zufolge-eine Versamlung in D.-Ruhrort beschlossen, dem Volkspartei- liehen Skatklub den Geschäftsführer der— Hirsch-Dunckerschen Gc- werkvereine in Berlin, Gustav Hartman n, zu empfehlen. Reeliter Hand, linker Hand, beides vertauscht. Die„Volks- Partei" sucht sich den Geschäftsführer der Hirsch-Dunckerschen Gewerkocreine als Kandidaten, und die Generalversammlung der Hirsch-Dunckerschen Gcwerkvereine-erhebt Herrn Bruno Pörsch auf den Schild, der erklärt hat. sich„im Falle seiner Wahl" als Hospitant der Freisinnigen Vereinigung anschließen zu wollen. Noch mehr Konfusion kann wohl kaum in einem politischen Skat- klub Platz finden. Da inzwischen auch die Polen in der Person des Schrift- stellers Josef C z oz e z o»w sk t-Gnesen einen eigenen Kandidaten im Duisburger Wahlkreise aufgestellt haben, so wäre damit das erste halbe Dutzend Kandidaten voll. Fusangel will nicht weichen. In einem Aufrufe an die Zenirumswähler in Arnsberg- Olpe- Meschede legt Johannes! Fusangel Verwahrung ein gegen den Beschluß der westfälischen Zentrumsparteileitnng, die ihn aus dem P rov inrialwahl komitee ausgeschlossen und bewirkt hat, daß cm seiner Stelle der Arbeitersckretär Becker als Reichstags- kandidat aufgestellt worden ist. Fusangel erklärt, daß das gesiebte Kreiswahlkomitce die Wähler vergeiwaltigt habe; er und seine An- Hänger hielten das Komitee für satzungskvidrig, sie appellierten des- halb gegen den Beschluß an das katholische Volk. Inzwischen hat Fusangel seine Agitation! im Wahlkreis bereits aufgenommen imd in stark besuchten Versammlungen mit großem Beifall gesprochen, so daß noch gar nicht abzusehen ist, tver von den-beiden Kandidaten die Oberhand behält— ob Fusangel oder Becker. flugb!attlchivioäe>. Reich sverband und Hctzapostel ähnlichen Kalibers verbreiten in Millionen Flugschriften und Broschüren zur Verunglimpfung der Sozialdemokratie wegen ihrer Ablehnung der kolonialen Abenteurerpolitik. Eins dieser Machwerke fühtt den meterlangen Titel„Deutsches Volk, wie sorgte die ReichStagsmehrheit für Deine heldenmütigen Söhne in Süd- Westafrika?" Auf die Phrasen von der„nationalen Ehre", mit denen diese Broschüre um sich wirft, brauchen wir nach alledem, was wir hierüber täglich ausgeführt, nicht des näheren ein- zugehen. Nur die Art, wie dies Machwerk Stinimung zu machen sucht, sei an einem Beispiel charakterisiert. Die Broschüre beginnt: „Als am 6. August 1904", so berichten die von unserem Gencralstab in so dankenswerter Weise veröffentlichten Schilde- rungen über die Kämpfe unserer Truppen in Südwestafrika. „eine auf einem Erknndungsritt gegen den Waterberg befind- liche deutsche Patrouille von zehn Reitern sich ans dem Rückmarsch befand, wurde sie plötzlich aus dem Hinterhalt von mehreren hundert Hereros überfallen und nach heldenmütiger Gegenwehr niedergemacht. Die Hereros beraubten die Toten der Kleider und Waffen und verstünimelten die entkleideten Leichname in der grauenhaftesten Weile." Als man die Leichen fand, waren einzelnen die Augen ausgestochen, der Schädel zertrümmert, der Hals bis aus den Wirbel durchschnitten, die Hände abgehackt, der Leib aufgeschlitzt, einem Manne war, nachdem er verwundet, wie nachträglich durch einen Stabsarzt festgestellt wurde, von den rohen Halunken bei lebendigem Leibe das Genick umgedreht worden. An demselben Tage schrieb ein Zeuge dieses grauenvollen Anblickes in sein Kriegstagebuch die wenigen tief beschämenden Worte:„Auf der einen Seite diese entsetz- liche, uns Mark und Bein erschütternde Szene, guf der anderen Seite August Bebel im deutschen Reichstage die HercroS verteidigend und uns, die deutschen Soldaten, die wir vor einem solchen Feinde stehen, beschimpfend." Muß nicht jedem Patrioten die Erinnerung an jene unerhörten Angriffe eines deutschen Reichstagsabgeordneten im deutschen Reichstage gegen deutsche Soldaten voll Empörung das Blut WS Gesicht treiben? Soll d a S deutsche Voll sich eine derartige Beschimpfung seiner eigenen Söhne gefallen lassen?" Man könnte einfach entgegnen, daß ja Trotha für jeden verstümmelten Soldaten mindestens 1000 Eingeborene dem Tode des Berschmachtens überliefert habe! Aber wir wollen doch auch einige andere christliche Kriegsdokumente wiedergeben: In einem Briefe, den der„Trierfche Volksfreund' veröffentlichte, schrieb der Sohn des Schneidermeisters Peter S ch e r r aus Trier wörtlich: „Wir dürfen keinen Gefangenen machen. Alles, was lebend ist und schwarze Farbe hat. wird niedergeschossen." In einein Briefe des Tierarztes Dr. Baum gart, den die„Leipziger Neuesten Nachrichten" veröffentlichten. heißt es: „Die Erbitterung ist hier sehr groß, keiner gibt Pardon, alles wird niedergeschossen.... Einem habe ich den Weg abgeschnitten... er riß aus und versteckte sich im Gebüsch. Schon hatte er zwei Schuß aus meiner Brauningpistole er- halten, da sprang ich vom Gaul herunter und schlug ihn mit einem erbeuteten Gewehr so lange auf den Schädel, bis Gr- wehr und Schädel kaput waren. Einem anderen ritt ich nach... verwundete ihn durch einen Gewehrschuß und 2 Pistolenschüsse... noch einen dritten, der sich im Gebüsch v e r- kroch e n hatte, entdeckte ich und gab ihm zwei Pistolenschüsse. Da kam noch ein anderer hinzu und zerschmetterte ihm mit einer Flintenkugel den Schädel." In einem Briefe des gefallenen Leutnants ThieS- M e h e r hies es: „Was hier gefangen worden ist, ist aufgehängt oder er- schössen worden.... Der schlimmste Fehler der deutschen Kolonisation ist die Humanitätsduselei." In dem„Sprottauer Wochenblatt" vom 1 0. November wurde ein Brief des Sanitätsunteroffizicrs Joses Thiel veröffentlicht. In diesem hieß eS: „Gestern wurde eine Gefangene gebracht, die nur aus Haut und Knochen bestand. Die Herekos sind nämlich alle schon halb verhungert. Die Gefangene sagte aber trotzdem nichts aus und wurde deswegen gleich erschossen." In einem im„Zabrzer Anzeiger" veröffentlichten Sol- batenbriefe heißt es: „Er(v. Trotha) hat 5000 Mark Prämie ausgesetzt, wer den Oberkapitän Samuel Maharero ergiffe, für jeden Unterkapitän find 1000 Mark ausgesetzt. Jeder Kaffer, der getroffen, soll er- schössen und jede Frau und jedes Kind vertrieben werden." Hinzu kommt, daß es sich ja gar nicht mehr um den längst beendeten Hererokrieg handelte, sondern um die Niederwerfung des Restes der Hottentotten, die sich übrigens ja auch schon vor jder Rcichstagsauflösung unterworfen hatten I Diese Hottentotten aber waren keineswegs„rohe Hallunken", sondern im Gegenteil höchst ritterliche Gegner I So schreibt Oberst Leutweiu in seinem Werke„Elf Jahre Gouverneur in Deutsch-Südwe st- Afrika" über die hervorragendsten der Hottentottensührer Morris und M o r e n g a auf Seite 320: „Ihre höhere Kulturstufe haben sowohl Morenga wie die Gebrüder Morris auch durch die Art ihrer Kriegsführung bewiesen. (Folgt die Erzählung eines Falles, wo Morris bei einem Farn, er ganz nach europäischer Weise Waffen und Lebensmittel requiriert und eine Bescheinigung dafür ausgestellt hatte.)... In der gleichen anständigen Weise hat auch Morenga den Krieg ge- führt. Er hat bei seinen„Requisitionen" nicht nur das Leben der Weißen geschont, sondern auch den Aus- geplünderten den notwendigsten Lebensunterhalt belassen. In teine Hände gefallenen verwundeten deutschen Soldaten hat Morenga die Freiheit wiedergegeben. Während im Juni 1905 zwei deutsche Abgesandte sich behufs Friedens- Verhandlungen im Lager MorengaS befanden, griff eine deutsche Abteilung versehentlich an. Morenga hätte es nun in der Hand gehabt, die Abgesandten zu töten. Er zog es jedoch vor, lediglich die Berhandlungen abzubrechen und fein Lager zurückzuziehen." Man sieht, mit welch schamlosen Uebertreibungcn und frechen Lügen das Flugblatt arbeitet. Mit niedrigeren Mitteln ist von den Klopffechtern des Ausbeutertums niemals ein Wahlkampf geführt worden! Line wloniaipolitilche„Aktion". Am Dienstag wurde der Herr Kolonialdirektor Dernburg von einer Anzahl kolonialenthusiastischer Manager aus akademischen Kreisen einem großen Männerauditorium(nur Herren waren zugelassen 1 1) in Freiheit dresfiert vorgeführt. Die Veranstaltung stand unter dem Zeichen des„Mischmaschs". Vertreter aller Parteien und Parteichen, mit Ausnahme von Sozialdemokraten und Zentrumsmännern, hatten die Versammlung in die königliche Hochschule für Musik zusammenberufen. Und Dernburg glaubte sich dieses Mischmaschs aus keine andere Weise würdig zeigen zu können als dadurch, daß er selber eine Mischmaschrede verzapfte, der man wahrhaftig kein Unrecht tut, wenn man sie als ein Sammelsurium geschwollener Phrasen bezeichnet, als die Emanation eines„ge- büldeten" Börfenmannes, dem die Fremdwörter, die„philosophi- scheu" Definitionen und kulturhistorischen(natürlich christlich- kulturellen) Jdeen-Assoziationen nur so aus dem Munde klackern. Es versteht sich von selbst, daß Dernburg— er kann schon gar nicht mehr anders— seine„berühmten" Bluffzahlen wieder auf- marschieren ließ. Er jonglierte mit Millionen und balanzierte mit Prozenten, daß es seine Art hatte. Alles natürlich, um zu„be- weisen", daß dem Deutschen Reiche aus Wüstwest dermaleinst das Heil erblühen soll! Und was für ein Heil! Es charakterisiert den Mann, der da sprach, es charakterisiert die Rede, die er hielt, und es charakterisiert die Versammlung, vor der Dernburg referierte, daß er es sich leisten zu dürfen meinte, zur Jllustrierung der un- geheuren Fruchtbarkeit Südwestafrikas seinen Vetter Münch- hausen durch eine kleine Erzählung in den Schatten zu stellen, die besagt: „Daß eine vor mehreren Jahren verloren gegangene Kiste getrockneter Datteln, die auf den Weg gefallen war, dem er- staunten Wanderer jetzt drei Meter hohe Dattelbäume zeige, die schon anfangen, Früchte zu tragen." Solche Leistung kann allerdings nicht übergipfelt werden, und so darf es denn nicht wundernehmen, daß die Herren, die nach Dernburg zu Worte kamen— die Professoren Delbrück, Schäfer, Sering, Brunner, Jastrow, Peuck, Kahl und der Afrikaforscher Schillings— aus dem Kolonialkuchen keine großen Rosinen mehr herausklaubcn konnten. Selbstverständlich mußte auch eine Resolution angenommen werden, und zwar folgende: „In Erwägung, daß ein großes Kulturvolk wie das deutsche sich nicht dauernd auf Binnenpolitik beschränken kann, sondern neben den anderen großen Nationen an der Kolonial- und Welt- Politik teilnehmen muß;* in Erwägung, daß die späte Bildung des Deutschen Reiches als Nationalstaatz unser Volk erst in allcrjüngster Zeit an diese Aufgabe herairtreten lassen und infolgedessen lveiten Kreisen die uns auferlegte weltgeschichtliche Pflicht noch nicht zum Bewußtsein ftrtoinmöt ist; in Erwägung, daß die Mehrheit des Reichstages, welche die Forderungen für Süldwestasrika ablehnte, nicht bloß unsere Welt- politische Stellung, sondern auch das Gebot der nationalen Ehre verkannt hat; in Erwägung, daß bei den bevorstehenden Neuwahlen diese Frage von der höchsten Bedeutung sein wird und Deutschland eines llieichstags bedarf, der nicht kleinmütig und zögernd, nicht nach Bedürfnissen der Fraktionstaktik, sondern mit der Entschlossenheit, die das Bewußtsein eines hohen Zieles gibt und verlangt, an diese Fragen herantritt, beschließt die Versammlung, ein Komitee eiirzusetzen mit dem Auftrage, ohne unmittelbares Eingreifen in das Parreigetriebe das Verständnis für die Kolonial- und Weltpolitik in den Kreisen der Wählerschaft zu erweitern und zu vertiefen." Das in der Resolution erwähnte Komitee— Aktionskomitee ge- tauft— konstituierte sich sofort aus den Herren Delbrück, Sering, Brumrer, Schäfer, Professor Lampe, Dr. Zöphel, Staatsminister Hcntig, Schmoller, Jastrow und Kahl. Damit war die„Aktion" beendigt. Da man verabsäumt hatte, die Versammlung mit dem obligaten Kaiserhoch zu eröffnen, so holte man das Versäumte wenigstens am Schlüsse— in vor- gerückter Stunde— nach. Die bürgerliche Presse schlägt im Anschluß an diese Versamm- lung das Tamtam so laut und so aufdringlich, daß man zu der Vermutung gedrängt wird: Dernburg habe— nach dem von ihm selber angeführten südwestafrikanischcn Musterbeispiel— ein paar Andeutungen fallen lassen, die sich über Nacht dermaßen„aus- wuchsen", daß man sie am anderen Morgen in der bürgerlichen Presse zu Reklameartikeln von fünf, sechs und mehr Spalten er- blüht und emporgeschossen sah!— politische(ledersicht. Berlin, den 9. Januar 1907. Das Zentrum und das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht. Es ist geradezu erstaunlich, welcher hohen Wertschätzung sich das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht unter den bürgerlichen Parteien in Preußen erfreut. Nach- dem erst vor zwei Tagen die beiden freisinnigen Parteien im preußischen Abgeordnetenhause den Antrag eingebracht haben, für die Wahlen zum Abgeordneten- hause das allgemeine, gleiche und direkte Wahlrecht mit geheimer Stimmabgabe einzuführen und eine andere Einteilung der Wahlbezirke vorzunehmen, hat n u n auch das Zentrum, um in der Steeple chase um die Gunst des Arbeiters nicht zurückzubleiben, sich dazu entschlossen, einen ähnlichen Antrag vorzubereiten— wenn irgend möglich mit einigen schönen Nebenforderungen, die den freisinnigen Antrag in den Schatten stellen und das Zentrum als die größere Fürsorgerin für das politische Recht der Arbeiterschaft erscheinen lassen. Und fast noch merkwürdiger als diese große Vorliebe für das Reichstagswahlrecht ist die Schnelligkeit, mit der sie sich die Herzen der freisinnigen und klerikalen Arbeiter- freunde erobert hat. Als im Januar des vorigen Jahres die Sozialdemokratie in Preußen den Kampf gegen das Dreiklassenwahlrecht und für die Erringung des jetzt vom Freisinn wie vom Zentrum gleich heiß begehrten allgemeinen, gleichen und geheimen Wahlrechts begann, da hielten sich die freisinnige und die klerikale Partei in kühler Reserve. Ihre Blätter spöttelten mit höhnischen Worten über die Massen- Versammlungen des„roten Sonntags". Auch als am 7. Februar 190k im Reichstag der Antrag der sozial- demokratischen Fraktion, das Reichstagswahlrecht auf die einzelnen Bundesstaaten auszudehnen, zur Beratung kam, hatten Frei- sinn und Zentrum noch nicht ihr Herz entdeckt. Die Be- fürwortung des sozialdemokratischen Antrages durch die Herren Träger und Schräder war höchst lau und das Zentrum, das damals noch nicht ahnte, daß schon nach zehn Monaten der Reichstag aufgelöst werden würde, ließ sich auf eine Erörterung gar nicht ein, sondern verschanzte sich hinter der verlogenen Ausrede, dem Reichstage fehle die Kompetenz, auf das Wahlrecht in den Bundes- stauten einzuwirken. Wie wenig das Zentrum damals noch vom allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht wissen wollte, zeigt die Tatsache, daß es kurz vorher in Baden die Einführung eines ständischen Wahlrechts beantragt hatte. Dieses mittelalterliche System einer ständischen Gliederung der Volksvertretung sollte der Arbeiterklasse den politischen Einfluß rauben, der ihr als der zahlreichsten Klasse durch die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts zufällt. Ebensowenig war in den letzten Monaten vor der Reichstagsauflösung etwas von einer besonderen Eingenommen- hcit des Zentrums für das Reichstagswahlrecht zu der- spüren; im Gegenteil sprach einer seiner junkerlichen Größen, Graf Strach.w'itz, sich energisch gegen das allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht aus. Erst seit der Reichstags- auflösung, oder genauer erst seit die Nationalliberalen und Freisinnigen mit Anträgen auf Abänderung des preußischen Dreiklassenwahlrechts hervorgetreten sind, hat das Zentrum die Entdeckung gemacht, daß es eigentlich im Grunde seines Herzens ebenfalls für die Einführung des Reichstagswahlrcchts in Preußen ist. Eine schnellentflammte Liebe, die leider, wie das so oft bei Augenblicks-Erregungen der«Fall ist, befürchten läßt, daß sich die Glut bald abkühlen und wieder die alte kühle Reserve einstellen wird.— Keine Verwechselung. Wir lesen in der„National-Zeitnnq": „Aus der Reichstagsrede de« fteisinnigen Abgeordneten Dr. Ablaß gab kürzlich der„Vorwärts" eine Erzählung wieder, die den General v. Liebert, den Borsitzenden deö Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie, betrifft. Nach dieser Erzählung ist Herr v. Liebert als Oberst eines in Frankfurt a.O. stehenden Infanterie- regiments vom Kaiser ohne Bor wissen des Reichs- kanzlers zum Gesandten in Peking ernannt worden; das Auswärtige Amt sei indessen der Meinung gewesen, daß Herrn v. Liebert die Vorbildung für einen so verantwort- lichen Posten fehle, und daß er den Befähigungsnachweis zur Be- klcidung eines derartigen Amtes nicht erbracht habe. Da habe man einen Ausweg gefunden: Herr v. Liebert wäre nunmehr zum Gouverneur von Deutsch-Ostafrika ernannt worden. Der vorstehenden Darstellung, die als„ein kleines Bild von dem persönlichen Regiment" gelten sollte, liegt nach der„Dortm. Ztg." eine Verwechselung zu Grunde. Ohne Vorwissen ies Reichskanzlers v. Caprivi— die obige Erzählung wird in die Zeit der Amtsführung des Fürsten Hohenlohe verlegt— wurde vom Kaiser ein Herr v. Natzmer zum Gouverneur von Kamerun ernannt. Der damalige Reichskanzler und der Staats- sekretär des Auswärtigen, Freiherr V. Marschall, reichten infolgedessen ihr Entlassnngsgesuch ein. Daraufhin wurde die Ernennung des Herrn v. Natzmer vom Kaiser rückgängig gemacht— ein Vor- gang, der nicht als ein„kleines Bild von dem persönlichen Regiment", sondern als sein Gegenteil zu bezeichnen ist. General v. Lieben ist für den Posten eines Gesandten in Peking zu keiner Zeit in Frage gekommen. Doch haben Verhandlungen geschwebt, die seinen Eintritt in chinesische Dienste(als militärischer Instrukteur) betrafen; zu einem Ergebnis führten diese Ver- Handlungen nicht." Diese Darstellung ist u n r i ch t i g und selbst eine Verwechselung der Vorgänge— sofern nicht ein absichtlicher Täuschungs- versuch vorliegt. Die Sache mit Herr v. Liebert hat sich genau so abgespielt, wie sie von dem Abg. Ablaß im Reichstag vorgetragen wurde. Dieser Darstellung des Abg. Ablaß ist ja übrigens auch weder von der Regierung noch von Herrn v. Liebert selbst widersprochen worden. Der Fall Natzmer ist nur ein Pendant zu den, Fall Liebert. Seine ohne Vorwissen CapriviS und Marschalls erfolgte Ernennung zum Gouverneur von Kamerun im Jahre 1894— der Fall Liebert spielte 1897— wurde allerdings auf das En tl as s un g s g e su ch des Reichskanzlers und des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes hin zurückgezogen. Dabei verdient übrigens bemerkt zu werden, daß die Ernemumg Natzmers zwar ein Akt des persönlichen Regiments, aber bei weitem nicht ein solcher Mißgriff gewesen wäre, wie die spätere Ernennung des Ministersprößlings Jcsko v. Puttkamer. Herr Natzmer, damals Hauptmann in einem Berliner Garderegiment, besatz� zwar auch keinerlei Oualistkation zur Bekleidung des ihm übertragenen Gouveriieurpostens, allein er war doch wenigstens eine unbescholtene Persönlichkeit, während sich Puttkamer ivegen seiner Liederlichkeit und Bummelei bereits den denkbar schlechtesten Ruf erworben hatte. � Daß sich die Caprivi und Marschall diesen Puttkamer aufdrängen ließen, bringt sie um alle Anerkennung, auf die sie wegen ihres Verhaltens im Falle Natzmer sonst begründeten An« spruch besaßen.— �# Dcutrcbcs Reich. Nicht mehr gouvernemental! Das kuriose Bülowsche Silvester-Wahlmanifest bewährt sich in steigendem Maße als ein vorzügliches Mittel, nicht nur die ver- schiedenen Parteien des nationalen Blocks auseinander zu einigen, sondern auch jede dieser Parteien zu Angriffen auf die Regierung zu reizen. Neuerdings sagen sogar die Konservativen dem Bülowschen Regiment die Hecresfolge auf. Zwischen der„Nordd. Allgem. Ztg." und der„Kreuz-Ztg." hat sich eine heftige Polemik über die Nützlichkeit der vom Reichskanzler erteilten Wahlvorschläge entsponnen, in die jetzt auch das Hauptblatt des Bundes der Landwirte, die„Deutsche Tagesztg.", sehr energisch eingreift und sich mit rücksichtsloser Schärfe gegen die Partei- vcreinigungspläne Bülows wendet: „Wer von der Richtigkeit und Wichtigkeit seiner politischen Weltanschauung überzeugt ist, der mutz unter allen Umständen darauf halten, daß diese Weltanschauung nicht um ihr Recht betrogen werde. Gewiß kann man, wenn es sich um besondere und große Dinge handelt, den Partei- standpunkt zurücktreten lassen und sich über ein gemeinsames Vorgehen verständigen, nian würde aber kurzsichtig handeln und den Wert der eigenen Uebcrzcugung herabsetzen, wenn man nur Opfer bringen wollte, ohne daß die andere Stelle sich zu gleichen oder ähnlichen Opfern verstünde. Das ist der Gedankengang, der in diesen Tagen nicht nur von der„Krcuz-Zeitung", sondern auch von fast allen rechtsstehenden Blättern entwickelt wurde. Und dagegen läßt sich ernstlich nicht daS mindeste sagen. Die Konservativen wären Toren, wenn sie sich an die Wand drücken lichen, um dem in nationalen Fragen immer unzuverlässigen Freisinne den Steigbügel zu halten. Sie wären Toren, wenn sie das Feuer für den Herd liefern wollten, auf dem andere Leute ihre Parteitöpfe kochen wollen..... Das möge der Reichs- kanzler freundlich st berücksichtigen. Die rechts- stehenden Parteien sind nicht mehr gouvernemental und können es andi nicht sein, ohne sich selbst politisch tot zu machen." Eine politische Partei nach der anderen beginnt auf das Bülowsche Regiment zu pfeifen; nur der Nationalliberalismus hält vorläufig noch an dem alten Techtelmechtel fest. Wie lange noch und Bülow zählt zu den Gewesenen.— Das sexuelle Problem und die Kolouialpolitik. Es ist erstaunlich, wie mannigfache Vorteile nach der Versicherung der Kolonialinteressenten und ihrer Tintenkulis unser schöner Kolonial- besitz allen Schichten der deutschen Bevölkerung bringt. Er bietet den Reeden, Gelegenheit, hohe Transportprofite einzustecken, dem Kaufmann seine Läger zu räumen, dem Fabrikanten, seine Produktion einzuschräulen, dem Arbeiter, Lohnerhöhungen durch- zusetze», dem Landwirt, seinen Absatz nach den Fabrikstädten zu erhöhen, der Witwe ihren Kaffee billiger einzukaufen, der für- sorglichen Mutter, ihre Kinder mit billigem Frühstückskakao zu ver- sorgen usw. Den Vogel aber hat auf diese», Gebiet, Gründe für die Nützlichkeit der Kolonialpolitik zu entdecken, Herr A. Herfurth in seiner„Kolonialen Zeitschrift" abgeschlossen. Er empfiehlt allen Ernstes die Kolonialpolitik als Mittel gegen das sexuelle Problem und die geschlechtliche Genußsucht. Wörtlich schreibt er: „Wir haben in Deutschland keine Ideale»„ehr und wissen deshalb mit uns selbst so recht eigentlich nichts anzufangen. Nur kränkelnde Völker gehen unter in jener wahnwitzigen Verhimnielung des Sexuellen, für die wir Deutsche bei anderen Völkern heute als Typ angesehen werden. Astarte ist bei uns Trumpf geworden. Kein Buch hat mehr Zugkraft, wenn das sexuelle P r o b l e»> nicht in möglichster Breite behandelt wird. Gossen- kunst I Gostenschmutz, der unserer Jugend in jeder denkbaren Form vorgeführt wird, soll das heranwachsende Geschlecht aufklären. Die Türkei wird sich an uns noch den Ruf eines Töchtcrpensionats erwerben. Diesen Sumpf auszutrocknen, seine trüben Wässer ab- zuleiten, aufzuklären, deshalb müssen wir K o l o n i a l p o l i t i k treiben, die in uns das Gefühl der Achtung vor uns selbst endlich wieder erstarken lassen soll. Für uns selbst, für unsere leibliche und geistige Gesundung, für unsere Rekonvaleszenz soll uns kein Mittel zu teuer sein,-v-ch nicht das Blut, das der südafrikanische Boden reichlich getrunken hat." Es fehlte nur noch, daß Herr Herfurth versichert, die Beschäfti- gung mit der Kolonialpolitik befördere die Verdauung und verhelfe zum regenmäßigen Stuhlgang.— „Der Vater wird wohl alles versoffen haben!" Als seinerzeit die ergreifende Schilderung von den Hunger- zuständen in Kölner Arbeiterkreisen bei dem Junker v. Arnim-Muskan im Reichstage den feudalen Ausruf:„Der Bater wird wohl alles versoffen haben!" auslöste, da mußte der zynische Junker sich auch auS bürgerlichen Kreisen manches„Pfui" gefallen lassen. Und wenn sich dieser Edelste während der Zeit seiner „Vollsvertretung" auch sonst nicht bemerkbar gemacht hat, dieser den ostclbischen Junker charakterisierende Ausruf sichert seiner sonst herzlich unbedeutenden Persönlichkeit ein dauerndes Gedenken in Arbeilerkreisen. Für fast unmöglich sollte man es jedoch halten, daß jenes Junkerwort zur Nachahn, ung reizen könnte. Und doch finden sich bürgerliche Literaten, die im Kampfe gegen die Sozialdemokratie nicht nur denselben ostelbischen Stallton anschlagen, sondern sogar olche Gemeinheiten mit kühler Ueberlegung zu Papier bringen und ihren Lesern serviere». Dieses.Heldenstück' blieö den Wahlmachern des so Plötzlich und ohne sein Zutun kekannt gewordenen Formers Christoph Jung aus Duisburg vorbehalten. Welche Ironie des Schicksals, daß die Verfechter der Kandidatur des„schlichten Mannes aus der Werkstatt" ihren Christoph Jung gegen die Sozialdemokratie auch mit dem Argumente des Grafen von Arnim-Muskau verteidigen I Die nationalliberale„Rhein- und Ruhr zeitung", das freiwillige Organ für Schleifsteinpolitik im Duisburger Wahlkreise, schreibt in ihrer Montagsnummer: „Die Sozialdemokraten Heulmeiern über Nahrungsmangel. Der Hunger kann wohl Stammaast in den Familien fein, iv o der Bater alles vertrinkt oder wo er es der ewig hungrigen sozialdemokratischen Parteikassl z u w e n d e t I Der nüchterne sparsame Arbeiter, dem eine ordent liche Frau die Wirtschaft führt, hat sein anständiges Auskommen Es gehört die ganze Erbärmlichkeit eines Schmocks dazu, um der Arbeiterschaft angesichts des Hungertarifs mit solchem Zynismus zu begegnen. Und das geschieht in einem Wahlkreise, wo die so genannten„OrdnungSpartcien" einen Paradearbeiter als Köder aufl stellen, um durch diese„Arbeiter-Kandidatur" den verlorenen Wahl kreis nochmals zu retten l—_ Natiomilliberale Sozialpolitik. Wie die Nationalliberalen über die Sozialpolitik denken, und was die Arbeiter zu erwarten haben, wenn die Scharfmacher aus der Grohindustrie noch gröberen politischen Einflub gewinnen, zeigt eine Auslassung der Bochumer Handelskammer. In einer Festschrift aus Anlab des fünfzigjährigen Bestehens der Kammer läßt sie ihren Unmut über die Sozialpolitik folgendermaben aus: „Während von den 7/, Proz., 2 4 Proz. mehr und eine 8 Proz. weniger. In der Zementindustrie verteilen von 22 Gesellschaften 4 die gleiche Dividende, 3 r/g Proz. mehr, 1 1 Proz., 3 2 Proz.. je 1 3 Proz. und 4 Proz., 2�6 Proz., 1 6 Proz., 3 7 Proz., 1 8 Proz. und 2 9 Proz. mehr. Von 20 chemischen Fabriken geben 4 die gleiche Dividende, 2 1 Proz. niehr, 4 2 Proz., 1 6 Proz. mehr und 1 1 Proz. weniger. Von 18 Elektrizitätswerken geben 12 die gleiche Dividende. 3 Va Proz. mehr, 2 1 Proz. und 1 3 Proz. mehr. Von 7 Asbest« und Gummifabriken verteilen 6 die gleiche Dividende und 1 2 Proz. mehr. Von 71 diversen Gesellschaften verteilen 39 die gleiche Dividende wie im Vorjahre, 3'/a Proz. mehr. 7 1 Proz. mehr, 4 1>/g Proz.. 6 2 Proz., 1 3 Proz., 3 4 Proz., 1 6 Proz., 2 0 Proz. mehr und je 1 2 Proz., 3 Proz. und 4 Proz. weniger, 2 Proz. weniger und 1 8 Proz. weniger. Hierbei kann noch betont werden, daß die Gesellschaften, die für 1906 weniger Dividende herausgebracht haben, meist zu den kleineren Unternehmungen zählen. Für das Unternehmertum fließt das Gold in starken Strömen, den Arbeitern brachte das verflossene Jahr neue Steuerlasten und Lebensmittelteucruitg. Und die Parteien, die schuld sind an dieser„Harmonie", iverben nun wieder um Ar- beiterstimmen, damit sie nach dem alten System weiter regieren können. 6c wer kfcbaft liehe*)« Berlin und Umgegend. Achtung, Werkzeugmacher i Im Streik der Werkzeugmacher der SpezialWerkstätten ist eine Nennenswerte Aenderung nicht eingetreten. Dafür daß die Streikenden immer in Aufregung gehalten werden, sorgt unter anderem die Rixdorfer Polizei. Die Herren Polizeibeamten dürstet es zweifellos nach dem Ruhm ihrer Kollegen an anderen Orten. Doch der Liebe Müh ist vergeblich. Unsere Kollegen von Dudek lassen sich durch die Maßnahmen der Polizei weder abschrecken, Streikposten zu stehen, noch auch lassen sie sich durch das Auftreten der Beamten zu Dummheiten hinreißen. Wir ersuchen alle Kollegen, die Spezialbetriebe für Werkzeuge streng zu meiden. Deutscher Metallarbeiterverband. Ortsverwaltung Berlin. Oeutfesies Reich. Die Textilindustrie in Pößneck(Thüringen) steht vor einer Krists. Am Montagvormittag traten in der Flanellfabrik von Bernhard Siegel u. Schütze etwa 400 Arbeiter in den Ausstand, so daß die Fabrik geschlossen werden mußte. Die Ursache des Konfliktes ist der Umstand, daß die mit den Inhabern der Fabrik über die Regelung der Frühstücks- und Vesperpausen verhandelnden Beamten nicht angehört wurden. Zur Beilegung'der Differenzen, die sich sehr leicht auf die übrigen Textilbetriebe ausdehnen können, ist Gauleiter Bretschneider aus Gera in Pößneck eingetroffen. Ein Streik der Ziegler scheint für die kommende Kampagne im Rheinland bevorzustehen. Der Gewerkverein der Ziegler. der in Lippe seinen Sitz hat, hat den Unternehmern die Forderung der Arbeitszeitverkürzung auf zwölf Stunden täglich zugestellt. Heute beträgt die Arbeitsdauer meistens vierzehn bis sechzehn Stunden. Während diese Forderung von mehr als fünfzig Unternehmerorganisationen Deutschlands als berechtigt anerkannt wurde, verhält sich der Verband der Ziegeleibesitzer von Rheinland schroff ablehnend. Der Vorsitzende dieses Verbandes, der dreißig- fache Millionär Wahle» in Köln, äußerte in einem Rundschreiben an die Arbeitgeberverbandsmitglicder, die Ziegler hätten keine schwere Arbeit(Iis und ständen sich wirtschaftlich sehr gut; sie kämen im Frühjahr„hager und mager" auf die Ziegeleien und verließen sie im Herbste mit„dicken Köpfen und gefüllten Taschen". Dabei ist die Arbeit der Ziegler als überaus anstrengend bekannt und ihre Ausbeutung ist geradezu sprichwörtlich. Weil nun die rheinische Ziegel m e i st e r Vereinigung mit den Ziegeleibesitzern nur bei einem Ausschlag von zehn Prozent Verträge abschließen will, wird über alle dieser Organisation angehörenden Ziegelmeister eine schwarze Liste geführt, und den Mitgliedern des Unternehmerverbandes ist verboten worden, einen dieser Meister zu engagieren. Wie man sieht, wird es voraussichtlich zu einem heftigen Kampfe kommen. Ein siegreicher Ausgang ist den Arbeitern um so mehr zu wünschen, weil die Forderung der Arbeitszeitverkürzung auf zwölf Stunden ebenso sehr ein Gebot der Menschenwürde ist, wie sie be- scheiden genannt werden muß. Der Sweik der Feilcnhauer von Köln und Umgegend(Mül- heim a. Nh.> Kalk. Ehrenfeld usw.) dauert unverändert fort. Die Unternehmer behelfen sich vorläufig bei äußerst eingeschränktem Be- trieb mit Arbeitswilligen bunt zusammengewürfelter Art, während sie draußen eifrig auf der Arbeitswilligenfuche find. Zuzug ist streng fernzuhalten. HusUnd. Die Eingabe deS Bundeskomitees des schweizerischen Gewerk- IchaftSbundeS an die Kantonsregierungen um Ablehnung der vom chweizerislben Baumeisterverbande verlangten Streikklausel hat einen negativen Erfolg gehabt. Die Regierung des Kantons Aargau hat dem Wunsche der Baumeister bereits entsprochen, indem sie verfügte, daß über Lieferung oder Ausführung von Bauarbeiten für den Staat in die betreffenden Vertrüge folgende Klausel aufzunehmen sei: Die festgesetzte Lieferuugs- oder Baufrist kann vom Arbeit- geber in Fällen von Arbeitseinstellungen,'Streiks oder Aussperrungen der Arbeiter angemessen, im Maximum um die Zeitdauer der Arbeits- Unterbrechung verlängert werden, tvenn den Unternehmer keine Schuld an der Störung der Arbeit trifft und die Fristverlängerung ohne wesentliche Schädigung der Arbeiter möglich ist. Als Ver- schulden wird insbesondere angesehen: schlechteBehandlung derArbeiter, Nichteinhalten von vereinbarten Lohnabmachungen, Rückstände in der Lohnzahlung. Bezahlung der Arbeiter unter den ortsüblichen An- fätzen und Weigerung des Unternehmers, die Differenzen durch eine unbeteiligte Behörde entscheiden zu lassen. Die Frage, ob em solches Verschulden vorliegt, wird nach Anhörung der Parteien, durch diejenige Behörde entschieden, welche die Arbeiten zu vergeben hat, unter Vorbehalt des Rekurses an den RegierungSrat. Auf Er- höhung der Vertragspreise wegen Lohnaufbesserungen infolge von Streiks hat der Unternehmer keinen Anspruch." Die bürgerlichen Behörden werden ihren Entscheid schon so treffen, daß der Unter- nehmer bei einem Konflikt mit seinen Arbeitern nie der Schuldige ist, zu was haben sie die Gewalt in den Händen? Wie im Kanton Aargau, so wird cö auch in anderen Kantonen„geregelt" werden. Die schweizerischen Eisenbahner sind gegenwärtig in einen Kampf um eine Teuerungszulage eingetreten und haben zu dem Zwttte am letzten Sonntag einen außerordentlichen Delegiertentag in Aarau abgehalten, der eine sehr entschiedene Sprache führte. Das Zentralkomitee der Eisenbahnverbände hat den Auftrag erhalten, wenn bis zum 1ö�.April die Teuerungsvorlage nicht bewilligt sein sollte, auf diesen Tag einen außerordentlichen Eisenbahnertag ein- zuberufen, in welcher Beschluß über eine allsällige Arbeitseinstellung gefaßt werden soll. Es hat sehr böses Blut gemacht, daß die Bundesversammlung in ihrer Dezembersession die Teuerungsvorlage nicht in Beratung gezogen hat, wo man dock zu bedeutend weniger wichtigen Sachen, wie die Beratung der Militärorganisation, Zeit genug gehabt hätte. Gleichzeitig verlangte der Eisenbahnertag eine beschleunigte Revision des Besoldungsgesetzes und beauftragte das Zentralkomitee mit einer bezüglichen Eingabe an die Bundesbahnverwaltung. Für die nicht ständig beschäftigten Arbeiter soll ein Mindesttagelohn von 6,60 Fr. verlangt werden. Auch für die Revision des Besoldungs- gesetzes soll ein beschleunigteres Tempo verlangt werden, als dies in der schweizerischen Bundesverwaltung sonst üblich ist. Das Wachstum der Gewerkschaften in Ungarn im Jahre 1905. Laut dem vom Sekretariat des Gewerkschastsrates von Ungarn ver- öffentlichten Jahresbericht für das Jahr 1906 betrug die Zahl der in Gewerkschaften organisierten Arbeiter zu Beginn des vorigen Jahres 63 000, am 1. Januar 1906 schon 71 000. Die Zunahme betrug daher 33 Proz. Die Gewerkschaft der Bauarbeiter zeigte eine Mitglicderzunahme von 16 000 auf 19 600, die der Holzarbeiter von 6200 auf 9600, die der Buchdrucker von 6400 auf 6600, die der Metallarbeiter von 9800 auf 14 000, die der Zimmermaler von 776 auf 1040. Die obige Statissik umfaßt nicht die organisierten Eisen- bahnarbeiter. Bergleute und Kellner, deren Statuten anfangs dieses Jahres noch nicht genehnsigt waren, ferner nicht die Feldarbeiter, deren Organisation erst vor wenigen Monaten von der Regierung genehmigt wurde, die jedoch bereits etwa 26 000 Mitglieder zählen. Die Gesamtzahl der organisierten Arbeiter kann somit auf 100 000 veranschlagt werden. Die Zahl der Gewerkschaften ist von 462 auf 761 gestiegen. Die Gesamteinnahmen betrugen im Jahre 1904 846 000 Kronen, im Jahre 1906 1 132 000 Kronen. Das Gesamt- vermögen der Gewerkschaften beträgt mehr als eine Million Kronen. Der Sweik der Secmannschaften. Rom, 6. Januar.(Eig. Ber.) Seit 32 Tagen währt nunmehr der Konflikt zwischen den italienischen Seemannschaften und den Reedern. Bis jetzt haben sich die Unter- nehmer noch nicht dazu herbeigelassen, mit den Streikenden über- Haupt zu verhandeln. Aber ihr Verhalte» stößt auf die gleiche zähe Entschlossenheit bei den Ausständigen. Diese führen den Streit im Gegensatz zu den Meldungen bürgerlicher Depeschenbureaus mit bewundernswerter Solidarität. Wo immer ein italienisches Schiff in einen Hafen einläuft, verlassen es die Mannschaften und werden von den Behörden in ihre Heimatsorte abgeschoben. Der ganze Konflikt geht in so ruhiger Form vor sich, daß man sich seiner Bedeutung kaum bewußt wird, da die Streikenden— und dies entspricht der Taktik des Streikkomitees— sich nicht in den Hafenstädten an- häufen. Sicher ist, daß es sich um einen der bedeutendsten Kämpfe ztvischen Kapital und Arbeit handelt, den Italien in den letzten Jahren gesehen hat. Die Streikenden haben den Reedern ein Memorial vorgelegt. in dem sie außer höheren Löhnen und besserer Kost, das Recht für die Gewerkschaft fordern, die Stellenvermittelung allein zu besorgen und für jeden im Konwakt stehenden Seemann die Berechtigung be- anspruchen, sich in jedem Hafen auszuschiffen, wenn er einen ge- eigneten Vertreter stellt. Die Solidarität der übrigen Arbeiterklassen ist bewundernswert. Alle organisierten Arbeiter Genuas führen z. B. allwöchentlich den Lohn eines halben Arbeitstages an die Streikkasse ab. Die Genossen- scbast der Schauerleute im Genueser Kohlenhafen gibt 1000 Lire wöchentlich, die Eisenbahner haben 200 Lire geschickt, der Verband der Schiffsärzte 100 usw. Mit großer Mühe und noch größeren Kosten treiben die Reeder von Zeit zu Zeit ein paar Streikbrecher auf, meistens Dalmatiner, hier und da auch Süditaliener. Die kostbaren Leute werden unter starker Polizeibedeckung an Bord geleitet. Vorgestern hat man es fogar vorgezogen, die für den im Hafen von Genua liegenden Dampfer„Venezuela" bestimmten als— städtische Schutzleute zu verkleiden. Die Regierung verhält sich bis zur Stunde ziemlich neutral. Zwei Schiffahrtsgesellschaften haben heute die Forderungen deS Personals bewilligt. Die Soeietü Anonima G en o v es e hat folgende Gehälter zugestanden, die sogar die von den Streikeichen geforderten übertreffen: Heizer I. Klasse 160 Lire monatlich, Heizer II. Klasse 112, Kohlentrimmer 90, Matrosen 100, alles bei freier Verpflegung. Auch die Schiffahrtsgesellschaft Puglia hat ihrem Perional weitgehende Zugeständnisse gemacht, so daß die Arbeit auf all ihren Dampfern wieder aufgenommen werden wird. Zwei heute in Genua eingelaufene Ueberseedampfer, die„Virginia" des italienischen Lloyds und die„ C a m p a n i a" der Navigajione Generale werden morgen früh von den Mannschaften verlassen werden. Die Streikbrecher bewiesen sich so schlecht, daß die Offiziere sich in mehreren Fällen geweigert haben, mit so untüchtigem Personal in See zu stehen. Ueber die Sweiks in Rußland während der Jahre 1895/1904 hat das Jndustriedepartement des russischen Ministeriums für Handel und Industrie eine Statistik veröffentlickit. Wenn es auch bedauer- lich ist, daß das große Streikjahr 1906, da? mehr Kämpfe auf- zuweisen hatte als die zehn vorhergehenden zusammengenommen, m der Statistik nicht mehr berücksichtigt ist, so sind deren Ergebnisse doch von Wert für die Beurteilung der sozialen Verhältnisse Rnß- lands. Es fanden in dem genannten Zeitraum angeblich in 1766 gleich 9,9 Proz. aller Betriebe Ausstände statt, an denen 439 264 gleich 27 Proz. aller Arbeiter beteiligt waren, was also einen Jahres- durchschnitt von 1 resp. 2,7 Proz. ergibt. Es geht daraus hervor, daß vor allem die größeren Betriebe von Arbeiterausständen betroffen wurden. Die stärkste Streikbewegung hatte das Jahr 1903, in dem angeblich in 630— 3,21 Proz. der Betriebe 86 832— 5,1 Proz. aller Arbeiter ausständig waren. An den Kämpfen dieses Jahres war vor allem die Metallindustrie beteiligt mit 20 800 Arbeitern; außerdem noch in hervorragendem Maße die Druckereien. In Odessa und Kiew nahm die Bewegung den Charakter des Generalstreiks an. Das nächste Jahr bringt Hann ein starkes Abflauen; eS wurde in diesem Jahre angeblich nur in 68— 0,4 Proz. der Betriebe von 24 904— 1,6 Proz. der Arbeiter gestreikt. Die Verluste, die den Unternehmern durch diese 10jährigen Kämpfe verursacht wurden, werden von der amtlichen Statistik aus 10,4 Millionen Rubel(22l/.z Millionen Mark) geschätzt, die der Arbeiter auf 1,6 Millionen Rubel(3'/a Millionen Mark). Die Zahl der Streiltage betrug 2 079 403. Von Jntereffe ist das Ergebnis der Kämpfe. Es endeten mit Sweiks Arbeiter Vollem Erfolg., 498=- 28,2 Proz. 116 629— 27,1 Proz. Teilweisem„.. 384 21,8„ 84 069---- 19,6, Ohne„.. 802--- 45,4„ 222 679--- 61.6„ Unbekannt.... 81— 4,6„ 7 877=- 1,8„ Dieses Resultat ist immer noch als ein nicht ungünstiges zu bezeichnen, wenn man die Unentwickeltheit der gewerkschaftlichen Organisationen in Rußland und die Tatsache in Betracht zieht, daß Streiks in Rußland zu den gesetzlich verbotenen Dingen ge- hören. Hua der frauenbewegung. Frauen im Wahlknmpf. In dem geräumigen Saale des Ballschmiederschen Lokales tagte eine von den Frauen einberufene sehr gut besuchte Volks- Versammlung. Hier referierte Genosse Kurt He in ig über das Thema.Das Boll hat's Wort". Mit größter Aufmerksamkeit folgte» die Anwesenden den oft durch stürmischen Beifall unterbrochenen temperamentvollen Ausführungen des Redners._ Nicht nur die innere, sondern auch die äußere, speziell aber die im Vordergrund des Interesses stehende Kolonialpolitik waren Gegenstand einer ver- nichtenden Kritik. Redner meint, wenn das Kultur sei, daß Tausenda und Abertausende wehrloser Eingeborene. Männer, Frauen und Kinder, in einer trostlosen, wasserlosen Wüste den unbeschreiblichen Oualen des Durst- und Hungertodes preisgegeben werden, dann müsse man sagen, entweder das Proletariat wisse nicht was Kultur sei, oder aber, die herrschenden Klassen seien unfähig diese Schmach zu empfinden. Wenn jetzt Büloio Arm in Arm mit dem Vorsitzenden des Reichsverbandes für die„Interessen der nationalen Ehre" kämpft, so kann uns das nur angenehm sein. Auf jeden Fall müsse die Arbeiterklasse am 26. Januar die gebührende Antwort geben. Heute(Donnerstag) spricht Genossin Baader in den Berolina» Sälen, Schönhauser Allee 28, über„Die Proletarierin im Wahl- kämpfe"._ Ernste Zeit. Das neue Jahr beginnt seinen Kreislauf mit einer Reichstags- wähl, da es unserer Reichsregierung gefallen hat, die Bolls, Vertreter„nach Hause zu jagen". Da die proletarische Mutter die Sorgen und Entbehrungen, deren sie mit ihrer Familie ausgesetzt ist, am schmerzvollsten empfindet, dürfte auch in ganz besonderer Weise ihr Jntereffe für die diesmalige Rcichstagswahl geweckt sein. Gilt es doch, die Klaffen- und Cliquenherrschaft, die bisher im Parlament zu allen Forderungen der Regierung Ja und Amen sagte, zu stürzen, die Regierung zu zwingen, Maßnahmen zu treffen, die geeignet sind, die ungeheuren Lasten, die auf den Schultern der minder- bemittelten Bevölkerungsklasse ruhen, zu mildern. Frauen, erinnert Euch des unerhörten Brot- und Fleisch- Wuchers, überhaupt des Wuchers, der mit den wichtigsten Lebens- Mitteln getrieben wird, der Not und Sorge in Eurer Familie heimisch werden ließ. Frauen, erinnert Euch ferner, mit welchem Zynismus die bürgerlichen Parteien der Fleischnot-Jnterpellation der sozialistischen Abgeordneten noch in den jüngsten Tagen gegen- übertraten. Schon früher erkZärte Podbielski, daß nicht die agrarische Schutzzollpolitik, sondern die Bequemlichkeit der Frauen und die hohen Löhne der Fleischergesellen schuld an den hohen Fleischpreisen trügen. Mit ähnlichen albernen Mätzchen glaubte der Zentrumsabgeordnete Gerstenberger die Frage zu lösen, indem er sagte, er könne an keine Fleischnot glauben, da der Schlächter seiner Mutter beim Einkauf weit mehr Fleisch angeboten habe, als wie sie haben wollte. Daß die herrschende Gesellschaft bisher ungestraft so im eigenen Klasseninteresie handeln tonnte, liegt zum großen Teil an jenen Wählern, die im Jahre 1903 nicht den richtigen Gebrauch von ihrem Stimmzettel gemacht haben. Ganz recht sagte Abg. Gothein: „Jedes Volk hat die Regierung, die es verdient. Ehe das Volk nicht selbst so klug wird, sich andere Vertreter zu wählen, wird cS nicht besser." Frauen, Arbeiterinnen, merkt Euch diese Worte und erinnert Euch gleichzeitig Eurer Rechtlosigkeit. Lernt begreifen, daß nicht stilles Dulden und Entsagen, sondern Kämpfen auch Eure Aufgabe ist. Um die vollen Menschenrechte für alles, was Menschenantlitz trägt, zu ertrotzen, ist die Mitarbeit der Frauen bei der Wahl von größter Notwendigkeit. Genossinnen, Frauen! Benutzt die Zeit bis zum 26. Januar, werbt und agitiert für die Sozialdemokratie, helft bei allen Wahl- arbeiten und sorgt dafür, daß alle Versammlungen stark von Frauen besucht werden. Den bürgerlichen Parteien sowie der Rc- gierung mutz gezeigt werden, daß auch die Frauen trotz ihrer Rechtlosigkeit nicht müßig sind und daß sie, wenn auch nicht wählen, doch wühlen können und so wühlen können, daß die Reaktion am 26. Januar einen gehörigen Stoß erhält und daS rote Banner dey Sozialdemokratie siegreich im Lande flattert. Frauen, Genossinnen! Wollt Ihr andere und bessere Zeiten für Euch und die Euren, dann, Mütter, herbei zum Kampfe gegen die heutige Weltordnung und deren Vertreter. Frauen, Mütter!„setzet Ihr nicht das Leben eiNi nie wird Euch das Leben und die Freiheit gewonnen sein,'' Vermischtes. Einen neue» Ausbruch des Aetna, des Höchsten der feuerspeienden Berge Europas, kündigt folgendes Telegramm aus Catania an: Das Observatorium des Aetna teilt mit, daß ein Wiedererwachen der vulkanischen Tätigkeit deS Aetna zu bemerken sei. Bor Ende des vergangenen JaHreS habe man bemerkenswerte Ausbrüche, dichten Rauch und Aschen- regen wahrgenommen. Der Herd dieser Erscheinungen war der Mittelkrater. In den ersten Tagen des neuen Jahres sah man bei Abend von den am Fuße des Aetna belegenen Gegenden aus, daß der Rauch des Aetna durch rötliche Lichter gefärbt war, die entweder auf eine Vermehrung der glühenden Stoffe oder auf Ausbrüche im Innern des Kraters zurückzuführen sind. Da die Beamten des Observatoriums wegen Schneeverhältnisse nicht an den Krater ge- langen konnten, ist eS augenblicklich nicht möglich, weitere Einzel- heften über die Naturerscheinung zu erhalten. Der Aetna erhebt sich im nordöstlichen Sizilien aus der Ebene von Catania bis zu einer Höhe von 3274 Meter. An seinen Ab- hängen liegen etwa 66 Ortschaften mit 300 000 Einwohnern. Seine Lavaergüsse sind gewaltiger als die des Vesuvs und schon oft hat daS nahe Catania die furchtbaren Verheerungen derselben zu spüren bekommen. Die letzten Ausbrüche eriolgten 1892 ui.» 1809. Eine Explosion erfolgte gestern auf dem Rob'nsonwerke in London, während Versuche mit einer hydraulischen Bremse gemacht wurden. Ein Ingenieur und ein Werkmeister wurden getötet und mehrere Arbeiter schwer verwundet. Bom �iSgang fortgerissen. Die zwischen Störok-Kanizsa und Magyar-K mizsa verkehrende Fähre wurde, wie aus Budapest ge- meldet wi.s, durch Eisgang fortgerissen. Nur mit Mühe gelang eS, die auf der Fähre befindlichen 60 Personen zu retten. Durch eine Feueröbrunst vollständig zerstört wurde die große Weberei von Guillemand in Fivesville in Lille, lieber 300 Arbeiter sind brotlos. Der Schaden wird auf 100 000 Frank geschätzt. Gleichzeitig brach in der zweiten Fabrik von Guillemand in Looz bei Lille ein Brand aus; es wurde hier jedoch nur geringer Schaden angerichtet. Eine Statistik der Verbrechen in den Vereinigten Staaten im Jahre 1906 zeigt, daß 9360 Mordtaten begangen wurden gegenüber 9212 im Jahre 1906. Die Zahl der Selbstmorde ist mit 10 125 angegeben, darunter sind dreimal so viel Männer als Frauen. Unter den einzelnen Berufen der Selbstmörder stehen die Aerzte in erster Reihe. Durch angezeigte Unterschlagungen und Fälschungen gingen 14 734 863 Dollar verloren gegenüber 9 613 172 Dollar im Jahre 1905.— 69 Lynchmordc wurden verübt; in dieser Zahl sind nicht eingeschlossen die 24 Neger, die vor kurzer Zeit bei den Rassenkämpfen in Atlanta, Georgia, fielen und die zwei Neger, die in Dörfern am Mississippi der Lynchwut?um Opfer fielen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 10. Januar. Anfang 7%, Uhr. Kgl. Opernhaus. Sinfonie- Konzert. Mittags 12 Uhr: Sinfonie- Matinee. Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Deutsches. Das Wintermärchen. Weften. Cousin Bobby. Lorking. Martha. Anjang 8 Uhr. Leffing. Der heimliche König. Schiller 0.( Wallner Theater.) Doppelfelbstmord. Schiller N.( Friedrich Bilhelm. ftädtisches Theater). Der Familientag. Schiller- Theater Charlottenburg. Jugend. Neues Schauspielhaus. Der Helfer. Kleines. Ein idealer Gatte. Berliner. Sherlod Holmes. Komische Oper. Lalmé. Neues. Kinder. Residenz. Florette und Batapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Der Luisen. Bergnügte Feiertage. Bernhard Rose. Berliner Raubbögel. Trianon. Wo ist der Papa? Borher: Die Schloßtellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Betalin Apollo. Die schöne Beftalin. Spe zialitäten. Rafino. Ledige Leute. Spezialität. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Schiller- Theater, Charlottenburg, Donnerstag abends 8Uhr: Bismarckstraße, Ede der Grolmanstr. Doppelselbstmord. Donnerstag, abends 8 Uhr: Bauernpoffe in 6 Bildern von Ludwig Jugend. Anzengruber. Freitag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Sonnabend, abends 8 Uhr: Die Räuber. Liebesdrama in 3 Aufzügen von May Halbe. Freitag, abends 8 Ulbr: Minna von Barnhelm. Sonnabend, abends 811 br: Minna v. Barnhelm. ZirkusSchumann Heute Donnerstag, den 10. Januar, abends präzise 7%, Uhr: Elite Abend. Gala Programm und wirklich sensationelle Novität! direkt von Amerika Globe of Life Mis Irene u. Mr. Wizard Stone. 3 Frères Willé, die unübertrefflichen Equilibristen. Außerdem die großartigen neuen Spezialitäten. Zum Schluß zum 21. Male: Das größte Pracht- Manegenschauftück St. Hubertus. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Täglich abends 8 Uhr: Der Familientag. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Freitag 8 Uhr: Künstlerblut. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 1hr: Folies Caprice. Das Modell. Se Vergnügte Feiertage. reniffimus Auguft XXVI. Josef Fleischmann. Prater- Theater. Die Haubenlerche. Paffage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Figaro. Der Ravalier. Die Klaue. Chitagoer Landwirt. Unterm Bett. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Der elektrische Spannungszustand. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Freitag zum erstenmal: Aus dem Buche der Liebe. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinder vorstellung: Dornröschen. 8 Uhr: Sherlod Holmes. Sonntag nachm. 3 Ubr: Bergnügte Feiertage. 8 Uhr: Aus dem Buche der Liebe. Refidenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Florette und Patapon. Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und Pierre Beber. Berliner Theater. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Frou Heute und folgende Tage: Anfang 8 Uhr: Sherlock Holmes Frou. DERNHARD ROSE- THEATED Große Frankfurterstr. 132. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf v. 10-1 Uhr. Zirkus Busch. Heute abend 72 Uhr. Der Todes- Globus Außerdem: Fr. Martha Mohnke, Schulreiterin. Herrn Ernst Schumanns Neudreſsuren. Miß Dianda, dress. Affen, Hunde und Kaladus. Die berühmte Reiterfamilie Lecusson. Um 10 Uhr: ROM. Gr. Origin. Ausft. Bantom. in 7 Bild. WINTER! DET CARTEN 65 SAHARET. Preie Volksbübne Sonnabend, den 12. Januar, abends 8% Uhr, in den Lokalitäten der Brauerei Friedrichshain: Humoristisches Winterfest aus der Zeit Großer historischer Kostümball Von Jena bis Köpenick Festzug Solovorträge Einakter Kinematograph. Die Festteilnehmer werden gebeten, in einem originellen, den denkwürdigen Zeitabschnitten der letzten hundert Jahre entsprechenden Kostüme zu erscheinen. == Festmarken und Gastkarten in allen Zahlstellen.=== Sonntag, den 13. Januar: Neues Schauspielhaus 14./15. Abteilung Berliner Theater 7./8. Abteilung Das Glas Wasser. Die Häuser des Herrn Sartorius. 228/2 Der Vorstand. I. V.: G. Winkler. Urania. Kasino- Theater Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. B. Donath: Der elektrische Spannungszustand. Otto Reutter WalhallaKaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, Gymnastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Theater des Westens Berliner Raubvögel. Der Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 7 Uhr: Gastspiel Frit Werner Coulin Bobby. Neues Schauspielhaus Abends 8 Uhr: Der Helfer. Freitag: Der Helfer. Morgen: Die Schule des Lebens. Sonnabend nachm. Kinderborst. bei fleinen Preisen: Hänsel und Gretel. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Große Extra- Vorstellung. Auf vielfachen Wunsch: Die Grille. Landl. Charaktergemälde in 5 Aften. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Ball. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Metropol- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ledige Leute. Komödie in 3 Atten v. Felig Dörmann. Borher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwank in 1 Att v. M. Krämer. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Variete Theater 2o ist der Papa? Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907! der Mann Kosta, mit dem drehbaren Kopf. 14 gänzlich neue Vorher: Die Schloßkellerei. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Hausfreund. Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Karneval Spezialitäten 14 Konzert, Theater, Spezialitäten. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse Täglich 28 Uhr. Entree 50$ 1. Der Riesen- Januar- Spielplan. 1. a.: The Romeos, japan. Aft. Potpourri. Sorgenbrecher. 4 Silbersterne, afrobatirties Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: , Ueber'n großen Teich." Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Neues Theater. Der Teufel lacht dazu. Gebr. HerrnfeldAnfang 8 Uhr. Kinder. Freitag: Die Hochzeit v. Poël. Sonnabend: Die Condottieri. Sonntag: Die Hochzeit v. Bot. Neues Theater Gastspiel Suzanne Desprès aus Paris. Dienstag, 15./1.: La robe rouge. Mittwoch, 16./1.: Denise. Donnerst., 17./1.: Maison de Poupée. Freitag, 18./1. Thérèse Raquin. Sonnab., 19./1.: Le Détour. Borverkauf täglich an der Theaterkasse. Kleines Theater. Zum 156. Male: Ein idealer Gatte. Anfang 8 Uhr. Freitag, Sonnabend: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Komische Oper. Abends Lakmé. 8 Uhr: Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Carmen. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Lakmė. Abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Carmen. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gest. Sonntag, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol. a pollo Theater Neues Programm. 8 Uhr: Erstklassige Spezialitäten. 9 Uhr: Neue Operette Die schöne Vestalin. Operette. Mufit von Viktor Holländer. Sonntag, 13. Januar, nachm. 3 Uhr: Große Doppel- Borstellung. 1. Abt. Variété. 2. Abt. Venus auf Erden. Operette von Paul Linde. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Berlin Lortzing- Theater paß auf! Bellealliancestr. 7/8. Abends 72 Uhr: Martha. Abonnements gültig. Freitag: Der Freischütz. Burleste in 2 Atten v. Leop. Elh. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. nig. Theater Ginlag 8 Uhr. Einlaß 7 Uhr Kommandantenstr. 57 Stallschreiberstr. 42-44. Familientag im Hause Prellstein Komödie in 3 Alten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11-2 Uhr an den Theaterkaffen bei A. Wertheim und Invalidendant. Rauchen in allen Räumen gestattet. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Geschieden. Schwant in 1 Aft. 12 erstklassige Nummern! Familienfarten, zum halben Stassenpreise gültig, in allen Barbier-, Friseur u. Bigarrengeschäften gratis. Stets erftilaffige Niesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Sanssouci Stottbuferstraße 4a. Diveftion Wilhelm Reimer. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger. Der Säugling. Jubelnder Erfolg! Sonnt. Bg. 5, Bochent. 8 U. Nächsten Sonntag: Große Elite Soiree v. Hotfmanns Norddeutsche Sänger. Jeden Dienstag: Theater: Abend. Reichshallen- Theater. Gustav Otto Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig dastehende Elite Januar Programm. = 24 Nummern. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Pritzkow, Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Anfang 7%, Uhr. Sonntags 4 Uhr Andreas- Garten, Stadt- Theater Moabit!!! Wurst!!! Alt- Moabit 47/49. Gastspiel Bernhard Rose- Theater: Der Löwe des Tages. Bolksstück mit Gesang in 3 Akten. Stasseneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf bei Krüger& Oberbeck, Turm- u. Beusselstraßen- Ede Landzwiebelleberwurft Braunschw. Kalbsleberwurst Thüringer Rotwurst Bestfälische Mettwurst Bommersche Schlackwurst Holstein. Schladm., Dauerw. Andreasstraße 26. Bringe meine freundlichen Lokalitäten, Pfd. 0,60 schönen Saal zu Versammlungen Delit. Schinken i. g.( 2-3 Bfd.) Schinkenspec, li. St. 1-2 Bfb. westfälischer: ganz mager Bommeriche Gänsebrüste Ia Landspect hies. Schlacht., fett, 1, fowie Festlichkeiten jeder Art in 0,55 empfehlende Erinnerung. Borzügliche 0,75 Küche, ff. Biere. Gute saubere Uebers 1,15 nachtung, Mitttagstisch von 60 Pf. 34732* F. Merkowski. " " SP " 1,25 1,20 an mit Bier. Achtungsvoll 1,10 1,25 " 1,50 " " 0,80 ſowie im Reſtaurant d. Stadt- heaters. Johs. Striepling, Großhandlung. Berliner Prater Theater Kastanien- Allee 7-9. Köpenickerstr. 150/51. 2. Invalidenstr. 147( Bergstr.). 3. BrunDonnerstag, 10. Januar, abends 8 Uhr: nenstr. 196( Nof Tor). 4. FriedrichDie Haubenlerche. Schausp. in 4 Alien v. E. v. Wildenbruch. Anfang 8 Uhr. Morgen zum erstenmal: Wilhelm Tell. Colosseum Dresdenerstr. 97. 12 erstklaffige Schlager 12 Konzertsaal: Wiener Schrammeln. Hienfeng- Essenz, D. Nachn., 2. 2,50 franto influf. gegen stadis, für Wiederverkäufer. Breist. Bosten billiger. 5/ 20* Georg Sommerfeld, straße 21( a. b. Salle). 5. Kottbuser- Chemisches Laboratorium, Grünberg i. Schl. Damm 43( Hermannplat). Wer wissen will, was die Sozialdemokraten erstreben, der berlange: Grun rundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie Erläuterungen zum Erfurter Programm von Karl Kautsky und Bruno Schoenlank. 10 Pfennig. Porto 5 Pfennig. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69. Zum Boykott der Kressin- Zigaretten. Die in meiner Annonce veröffentlichten Angaben über den Boykott der Kressin- Zigaretten, welche in der Hitze des Kampfes von meiner Seite zu schroff gehalten waren, nehme ich hiermit mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück, und bin ich ermächtigt, laut Verhandlung mit der Kommission Boykott den bekannt zu geben. Die Kommission. I. A.: Freybitter. vom heutigen für aufgehoben Tage del Otto Kressin. 705b A.WERTHEIM Quizon rodalizonid 8 KONSERVEN Stangenspargel I extrastark Stangenspargel I extra stark Stangenspargel I Dose 1.60 / Dose 85 Pf. Dose 1.35 Dose 1.20 Stangenspargel I 1/2 Dose 73 Pf. Stangenspargel II Stangenspargel II% Dose 65 Pf. Stangenspargel III Dose 80 Pr. Stangenspargel III 1 Dose 45 Pf. Riesenbruchspargel, Dose 1.35 Riesenbruchspargel Dose 73 Pf. Bruchspargel extrastark/ Dose 1.20 Bruchspargel extrastark, Dose 65 Pf. Bruchspargel I Dose 85 Pf. Bruchspargel I 1 Dose 48 Pf. Bruchspargel Dose 70 Pf. Dose 40 Pf. Bruchspargel Bruchspargel ohne Kopf/ Dose 58 Pf. Bruchspargel ohne Kopf% Dose 34 Pf. Abschnittspargel% Dose 24 Pf. Dose Ostsee- Bratheringe D Bismarck- Heringe Heringe in Aspic 47 PL. Dose 47 Pf. Dose 40 Pf. Delikatess- Heringe/ Dose 83 Pf. in verschied. Delikatess- Heringesaucen D.52 Pt. Kaiserschoten extra Kaiserschoten extra Kaiserschoten Junge Schoten III Schoten IV Schoten u. Karotten Karotten I Karotten Karotten in Streifen Gemischt. Gemüse Dose 1.25 1/ Dose 68 Pf. Dose 60 Pf. Dose 48 Pf. Dose 38 Pl. Dose 60 Pf. Dose 68 Pf. % Dose 48 Pf. Dose 30 Pf. extrafein Dose 1.25 extrafein Gemischt. Gemüse 1/2 Dose 68 Pf. Gemischt. Gemüse I, Dose 95 Pf. Gemischt. Gemüse I/ Dose 53 Pf. Gemischt. Gemüse Dose 45 Pf. Grünkohl Weisskohl Wirsingkohl Kohlrabi Spinat Spinat Rote Rüben Morcheln Morcheln Tomaten- Purée Tomaten- Purée Dose 35 Pr. 1 Dose 35 Pf. 1/ Dose 35 Pf. 1 Dose 25 Pf. Dose 45 Pf. % Dose 28 Pf. Dose 35 Pf. Dose 1.10 / Dose 60 Pf. Dose 70 Pf. 1/2 Dose 40 Pf. Schneide- u. Brechbohnen Dose ca. Dose ca. %, D. 25 Pf., 1% Kilo 40 Pf., 2 Kilo 65 Pf Wachsbohnen 1 Dose 42 Pf. Dunstfrüchte in Zucker Kirschen ohne Steine 38 Pf.| Pflaumen Glas Russische Sardinen und Anchovis Lachs- Cotelettes Glas 50 Pf. Sardinen in Öl: 1,60 Mk. Marke Martell Marke Martell Ölsardinen Ölsardinen Dose 2.40 Mk. Dose Dose Dose 45 Pt. 40 Pt. 30 Pf, Glas 25 Pf. Dose 1.50 Mk. 1 Dose Mk. Dose, ca. 2 Pfd, engl. Gewicht Lachs- Cotelettes Corned Beef Saure Kirschen Saure Kirschen Saure Kirschen Saure Kirschen Reineclauden Reineclauden ohne Steine ohne Steine mit Steinen mit Steinen Dose 95 Pf. 1 Dose 53 Pf. Dose 65 Pf. Dose 38 Pf. 1 Dose 85 Pl. % Dose 48 Pt. Aprikosen halbe Frucht, Dose 1.20 Aprikosen halbe Frucht, Dose 65 Pr. Johannisbeeren rot% Dose 68 Pf. Deutsche Marmeladen Aprikosen-, Himbeer-, Johannisbeer, 65 PL. Erdbeer- Marmelade Glas ca, 1 Pfd, Gemischte Marmelade in Eimern von ca. 5 Pfd. 1.20 Mk. Gemischte Marmelade in Eimern von ca. 10 Pfd. 2.25 Mk. Rheinisch Kraut Dose 45Pf. ca. 1 Pfd Französische Sardinen: Marke Chancerelles Dose 90 Pf. Marke Chancerelles, Dose 1.10 Marke Société Arsêne Saupiquet % D, 70 P., D. 1.20,%, D. 1.85 Viktoria- Erbsen Kleine Erbsen Prima glasierte Erbsen" Spalt- Erbsen gelb Algier- Erbsen grün, gespalt.» 19 Pf. KOLONIAL- WAREN Pfund 16 Pf. 99 15 Pt. Flageolets Java- Reis Pfund 70 Pf. Französ. Pflaumen Pfd. 35, 40 Pf. " 03 Java- Reis 38 Pf. 30 Pl. 93 19 16 Pf. Java- Reis 25 Pf. Französ. Pflaumen Kaliforn. Pflaumen Kaliforn. Pflaumen 19 " 28 pf. Bassein- Reis 99 20 Pf. Ringäpfel I Grüne Erbsen 15 PL Rangoon- Reis 99 16 Pf. Ringäpfel II Pfund Pfund » 50, 60 pt. 35, 40 Pf. 50, 60 Pf. 55 Pf. 42 Pf. Grosse Linsen 45 Pf. Gemischtes Backobst 97 30 Pf. Mittel Linsen 39 38 Pf. Gemischtes Backobst 52 Pf. 42 pt. Grosse Bohnen " Mittel Bohnen " 24 Pf. 20 Pf. 16 Pf. Gemischtes Backobst 99 70 Pf. in Paketen, Türkische Pflaumen 99 19 Pf. Grünkernmehl Globus- Marke Türkische Pflaumen 30 26 Pf. Kleine Bohnen Hafermehl in Paketen, Globus- Marke % Pfund 22, Pfund Pfund 30, Pfund 55 Pr 1018ST 19191 ½ Pfund Pf. Erbswurst mit Speck 28 Erbswurst mit Schinken Pfund 28 Pf. Suppentafeln GlobusMarke Kartoffeln, Reis, Grünkern, Erbsen, gelb u. grün, Linsen, Tapioca- Julienne, ReisJulienne, Bohnen, Gersten, Gries, Hafergrütze, Hausmacher, Kerbel, Rumford und Sago Tafel 15 Pf. Suppentafeln GlobusMarke Julienne- Bouillon, Tapioca- Bouillon, Moc. turtle, Krebs, Curry, Frühlings, Ochsenschweif, Pilz, Potage à la rene 24 Pf. Tomaten und Wildprett Tafel Gebrannter Kaffee| Zervelat- u. Salamiwurst in RindMischung I II Π III IV V VI VII Pfund 83 Pf. 95 Pf. 1.10 1.35 1.50 1.70 1.90 Deutscher Kakao Pfund 80 Pf., 1.10 Mk. Haushaltungs- Schokolade Block- Schokolade Ananas Pfund 65 Pf. Pfund 80 Pf. Pfund 70 Pf. Plockwurst in Rinddarm Gänse- Rollbrust( Spickgans) Schinkenspeck darm Pfd. 1.25 Pfund 1.10 Pfund 1.50 Pfund 1.05 1.05 Zwiebelwurst u. Rotwurst Pfund 55 Pf. Kasseler Rippespeer Apfelsinen WEIN Rhein- u. Pfalzweine 1903 Alsheimer 1904 Bretzenheimer 55 Pl. 70 PL. 1904 Laubenheimer 1902 Rüdesheimer Pf. Pfund 90pf. Dtzd. 35, 40, 50 19/ 89NT 21912 90 Pf. Bordeauxweine 1902 Montferrand 1900 Chât. Fronsac 1 MK. 1900 Chât. Larrivaux Cissac 1,10 70 Pf. 90 Pf. Moselweine Obermoseler 1905 Burger 1904 Ernster Mark 1904 Sennheimer 1904 Valwigsberger 1904 Piesporter 75 Pf. 1 MK. 1,35 Mk. 1,50 Mk. 1900 Deidesheimer 1903 Binger Rochusberg 1.40 Mk. 1901 Chât. La Tour Carnet 1.20 1900 Grand Poujeaux 1,40 1904 Trabener Südweine Tarragona Portwein 90 Pf. Portwein II 181.25 Mk. 1.60 MK. Portwein I Alter Portwein 2 MK. 1 Mk. 1902 Chât. Talbot d'Aux 1.20 MK. ( Médoc) 1,10 Sherry I 1.70 Mk. 2 Mk. 1,20 Alter Sherry 1.40 MK. 1900 Blanquefort Feiner alter Sherry 2.60 Mk. 1.25 Mk. Madeira 1903 Rauenthaler 1.60 Mk. 1900 St. Emilion 1er Cru 1.50 Alter Madeira 1,60 MK. 1.60 Mk. 1903 Rüdesh. Rottland 1.70 Mk. 1903 Chât. La tour grand vin 1,80 Feiner alter Madeira 2,60 Mk. Die Lebensmittel- Preisliste wird auf Wunsch zugesandt. Rand gesetzlich geschützt. Berantwortlicher Rebatteur; Hans Weber, Berlin, Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 8. 24. 2. Stilim kü„llotiöiitfü" Kerlim öollislilntt. Dollllerstag, 10. latttiar 1907. Der Wahlkampf in Grotz-Berlin. Fünfter Wahlkreis. Fürst Bülow hat den FreisinnZhelden gnädigst in Aussicht gc stellt, fie würden später gelegentlich als Negicrungsschutztruppe Ver Wendung finden. Vielleicht bei neuen Steuervorlagen a la Fahr- karten-, Frachturkundeu-, Bier- und Zigarettensteuer, bei weiteren Portocrhöhungen, oder auch bei einem agrarischen Vorstoß zur Einführung von Schiffahrtsabgaben, bei Reförmchen zur Eni- schuldung des Großgrundbesitzes, bei Attentaten auf das Vereins-, Versammlungs-, Streik- und Wahlrecht sowie bei Förderung der Geistesfreiheit in der Richtung des Schulverpfaffungs- gesetzes! Durch den Bülowschen Speck sind die FreisinnSmäuslein vollständig fasziniert, sie sehen die Fallen, worin sie umkommen werden, als Paradiese an. in denen sie schwelgerischen Genüssen frönen können. Ein gnädiges Lächeln Bülows hat die Leutchen, die gewohnt sind, nur noch aus Krücken zu humpeln, aus Rand und Band gebracht. Sie wären sich als Riesen, die den Recken Sozialdemokratie über den Haufen rennen können. Den fünften Wahlkreis wollen sie sicher stürmen— auf Krücken natürlich. Unter großem Getue hat man den Stadtverordneten Cassel als Mischmaschkandidaten des freisining-nationalliberal-koliservativen Arbcitcrtrutzkartells aufgestellt. Daß die zur Schau getragenen Siegeshoffnungen des Kuddelmuddelkandidaten mehr kühn als be� rechtigt sind, mag zunächst folgende Aufstellung illustrieren. ES er- hielten Stimmen: * Nachwahl. Bis zur Wahl im Jahre 1837 war der fünfte Kreis eine ziem- lich sichere Domäne des Freisinns; bei dieser Wahl wie auch schon im Jahre 1834 hatte er jedoch die Hülfe der Sozialdemokratie not wendig, um den Kreis gegen die Konservativen zu behaupten. Im Jahre 1890 mußte er sich konservativer Krücken bedienen, uin nicht das Mandat an die Sozialdemokratie abzugeben. Auch im Jahre 1898 gelang es dem Freisinn nochmals, mit dem.rechten" Bruder in der Stichwahl über den Kandidaten der Sozialdemokratie zu siegen. Bei der letzten Wahl holten wir da? Mandat, das uns schon einmal in der Stichwahl 1893 zugefallen war. schon im ersten Wahlgang« mit der erheblichen Majorität von 4289 Stimmen. Trotz dieses schönen Resultates dürfen wir uns aber nicht der Tat fache verschließen, daß es diesmal ganz gewaltiger Anstrengungen bedarf, um mit großer Majorität im ersten Wahlgange zu siegen. Im Laufe der letzten Jahre hat sich der Kreis räumlich stark entwickelt, es ist aber auch nicht zu vergessen, daß viele kleine Leute und Arbeiter durch den Abbruch des Scheunenviertels aus dem Kreise hinausgedrängt worden sind. Wie sich demnach die Bei völkerung ihrer Klassenlage nach jetzt zusammensetzt, wird bei der Wahl deutlich in Erscheinung treten. Dazu gehört aber kräftigste Agitation für unseren Kandidaten. Unser Ziel muß sein, möglichst viele Stimmen aufzubringen. Und ziveifelloS kann aus der Schar der Wahlfaulen noch mancher Mann für uns an die Urne gebracht werden. Die Zahl der Wahlberechtigten, die Wahlbeteiligung sowie das Prozentverhältnis der für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen in der Hauptwahl veranschaulicht folgende Ausstellung: Jahr 1871 1874 1877 1873 1881 1334 1887 1890 1893 1898 1903 Zahl der Wabl. berechtigten 26 910 29S23 81 897 31 244 31435 33 825 Abgegebene gültige Stimmen überhaupt in Proz. 4924— 4 721— 7 418— 15 747— 16 761— 17 941 67,0 21 925 74,5 21 395 68,8 23 193 74.7 21 086 67,2 24 847 73,8 Für die Sozialdemokratie wurden Stimmen abgegeben in Prozenten d. Wahlberecht. d. Wähler — 19.93 ' 27,12 9,08 16,27 22,67 31,13 31,89 43,07 22,95 0,95 13,62 21,90 33,04 41,94 47,65 58,65 Im fünften Wahlkreise brachte uns das Sozialistengesetz einen bedeutenden Stimmenrückgang: wie es aber unter der Oberfläche wcitcrglühte, da« zeigt die nachherige EntWickelung. In 23 Jahren schnellte unser Anteil an der Gesamtstimmenzahl von rund 1 Proz. auf über 58 Proz. hinauf. Die vier Wahlen nach 1887 brachten für unS einen Stimmenzuwachs um durchschnittlich 9,18 Proz. Für die Periode 1893—98 bleibt die Zunahme allerdings hinter dem Durch« schnitt zurück, dafür geht sie für die letzte Wahlperiode erheblich über den DurchschnittSsatz hinaus. Noch günstiger ist für uns das Ver- hältnis in bezug auf die Zahl der Wahlberechtigten. Hier ergibt sich ein DurchschnittSplus von 9,2 Proz. und für die letzte Dekade ein solches von gar 11,18 Proz. Nehmen lvir für die diesmalige Wahl eine Durchschnittszunahme an, und diese zu erzielen, müssen sich die Genossen zur Pflicht machen, dann werden für unseren Kandidaten, Genossen Robert Schmidt, am 25. Januar stimmen: 52,27 Proz. der Wahlberechtigten und 67,27 Proz. der Wähler. 1881 war Eugen Richter hier und m Hagen gewählt worden. Weil der 6. Kreis dem Freisinn sicher war, lehnte Richter hier ab. Hagen galt dem Freisinn damals noch als unsicherer Besitz. Das» selbe Spiel wiederholte sich 1884. DaS waren schöne Zeiten für den Freisinn, sie sind vorbei für immer I Der 25. Januar 1907 wird die neuesten Frühlingstriebe des Liberalismus vollständig ertöten. Der S. Kreis hat schon eine ganze Reihe Vertreter gehabt, sorgen wir dafür, daß ein Wechsel nicht mehr eintritt. ES wurden bisher gewählt: 1371, 1874, 1877 Duncker lFortschrittSmann), 1877(Nachwahl) 1873 Dr. Zimmermann (FortfchrittSmann), 1878(Nachwahl) Träger(FortfchrittSmann), 1331 Richter(FortfchrittSmann), 1881(Nachwahl) Dr. Günther �Fortichrittsmaim). 1384 Richter(FortschrittSmann). 1884(Nachwahl). 1387, lSvo Dr. Bawnbech lsi-orffchrttttmami). 1393 Schmidt I(Sozialdemokrat), 1893 Dr. Zwick(Freisinn), 1903 Schmidt(Sozial- ) demokrat.) J Genossinnen, Genossen! Mit großer Majorität muß am 25. Januar der Kandidat der Sozialdemokratie Genosse Robert Schmidt als Vertreter des fünften Wahl- kreises gewählt werden. Vergeht nicht, das diesmal die Zahl der Stimmen die politische Lage bestimmt. Es muß dafür gesorgt werden, daß das Scharfmachertum in und neben der Re- gierung auch nicht entfernt in dem Gedanken sich wiegen kann, durch einen Gcwaltstreich gegen die Sozialdemokratie der Arbeiterbewegung Fesseln anlegen zu können. Jede nicht abgegebene wie auch jede für den Blockkandidatcn abgegebene Stimme zählt für die Reaktion. Auf zur Wahl! Es gilt zu kämpken für Wahr. heit und Recht, gegen Lug und Trug, für des Volkes Freiheit und Wohlfahrt, gegen AuS> beutung und Unterdrückung. Die Hausbesitzer als freifinnige Wahlmachcr. In ihrer Wahlarbeit bedienen sich unsere Gegner in Berlin vor allem der Hansbesitzer und der Inhaber koinnmnaler Ehrenämter. Und speziell Herr Rosenow, der sich schon in den Wählerversammlungen als den zukünftigen ReichStagsabgeordnetcn für den dritten Kreis feiert, ist besonders darauf ans, Hausbesitzer und Kominunalbeamte sich dienstbar zu machen. Er läßt ein Flugblatt verbreiten, in welchem seine in den Versanimlunae» gemachten, von uns schon kritisch be- leuchteten Tiraden wiederholt iverden und das von nicht weniger denn fünf Stadlverordneten, zwei Bezirksvorslehern, einem Bürger- deputierten und einer Reihe anderer unbesoldeter Kommunalbeanlten uinerzeichnet ist. Wenn man schon die Unterschriften unter dem Flugblatt liest, wird einem vollständig klar, warum Herr Rosenow sich vor einiger Zeit so sehr dagegen sträubte, einen Stadtbezirk, der ihm nach dem herrschenden Usus der Stndtverordneteu-Versammluug nicht mehr zukam, an den Genossen Sassenbach zum Zwecke von Recherchen abzugeben. Sagen wir es ganz offen heraus: Herr Rosenoiv benutzt die in seinen Bezirken von ihm ernannten Kommunal- beamren zu parteipolitischen Zivecken. So und nicht anders war seine Weigerung zu verstehen, den Stadtbezirk, in dem Sassenbach wohnte, seinem rechtmäßigen Inhaber zu überlassen. Aber mit der Inanspruchnahme der unbesoldeten Kommunal- beamten allein ist Herr Rosenoto nicht zufrieden, er bedient sich auch der Hausbesitzer. Letzteren sind Listen mit folgendem An- schreiben zugegangen: Berlin, 5. Januar 1907. Sehr geehrter Herr! Die bevorstehende RoichStagSwahl ist eine der ernstesten seit Bestehen des Deutschen Reiches. Es fragt sich, ob der Ausdehnung der Sozialdemokratie, welche die bestehende Staals- und Gesell- schaktsordnimg umstürzen, allen Privatbesitz, insbesondere den Grundbesitz beseitigen will, mit Erfolg enlgegengetreten werden kann. Wir wollen dies für den dritten Berliner ReichslagsivahlkreiS mit aller Energie versuchen und hoffen zuversichtlich, den Sozialisten das Mandat zu entreiße» und es für unseren Kandidaten, den Llbgcordneten und Stadtverordneten Rosenow zu erobern. Dazu bedarf es allerdings allseitiger Hülfe. Deshalb wenden wir uns an Sie, sehr geehrter Herr, mit folgender Bitte: Die inliegende HauSlistc zeigt die in der Wählerliste auf- geführten Wähler in JhremHause. Wir crsnchcnSie cbeus» höflich als dringend u»S in den bctrcstcndcn Spalten anzugeben, 1. die Lage der Wohnung, bczw. bei welchem Ihrer Mieter wohnhaft, 2. ob der Wähler selbständig oder ob er in Stellung ist. Durch diese von Ihnen freundlichst zu übernehmende Mühe erleichtern Sie uns die Wahlarbeit ungemein und bitten wir Sie, sehr geehrter Herr, deshalb nochmals darum und um umgehende Rücksendung der Liste, spätestens aber zum 9. dieses Monats unter beiliegendem Freiknvert. Wir danken Ihnen schon im voraus für Ihre freundliche Unterstützung im Kanipfe gegen die Sozialdemokratie und zeichnen Hochachtungsvoll DaS liberale Wahlkomitee im III. Berliner Reichstags-Wahllreife. Im Auftrage: Dr. L a n g e r h a n s, Stadrverordneten-Vorsteher. Frick, Stadtverordneter. Die Einleitungszeilen des AnschrcibcnS sind sicherlich geeignet, die Hausbesitzer vor der Sozialdemokratie recht gruselig zu machen und zu veranlassen, den an sie gestellten Ansuchen zu entsprchen. obivoht eigentlich die Hausbesitzer noch von der letzten Wahl zum Landtag auf Herrn Rosenow nicht sonderlich gntzu sprechen sind. Hat doch das Organ der Hans- und Grundbesitzer, daö.Grundeigentum", Herrn Rosenow zum Vorwurf gemacht, sein gegebenes Wort nicht gehalten zu haben. Wenn eS aber gegen die Sozialdemokratie geht, vereiiiigen sich alle Reaktionäre gegen uns und jedes Mittel ist da im Kampfe recht. Alle diese Maßnohmen zeigen aber unsere Gegner im hellsten Lichte und dürsten unsere Genossen nur zu immer intensiverer Tätigkeit anspornen. Ein Stipendiat des LügenverbandeS ist im zweiten Wahlkreise in der Person des.Arbeiters" Reinhardt, wie er bescheiden in der.Staatsbürger-Zeitung" genannt wird, auf- gestellt. Herr Reinhardt hat noch im verflossenen Jahre im Auftrage deS NeichsverbandeS zur Verleumdung der Sozialdemokratie bei der Ersatzwahl in Darmstadt so glänzend gewirkt, daß unser Genosse Berthold aus dem Wahlkampfe als Sieger hervorging. Zu einem Briefe, der über die schmähliche Rolle des Herrn Reinhardt in diesem Wahlkampfe berichtete, machte selbst der Leiter deS Lügen- Verbandes, Herr v. Liebert, die Bemerkung:„Saubere Geschichte, und dafür soll ich jeden Tag 200 Mark bewilligen und zahlen." Der Reichsverband zahlt nämlich seinen Prätorianern täglich 50 M. Diäten, damit sie wirksam auf die sozialdemolratischeu Agitatoren schimpfen können. Und dieser Herr Reinhardt ist aus- ersehen zum Drachentöter der Sozialdemokratie im zweiten Wahlkreise. In einem Auftuf zugunsten dieses Stipendiaten in der Staatsbürger-Zeitung" heißt es: „Losung: Kampf gegen die Sozialdemokratie. Feldgeschrei: Wählet den Arbeiter Reinhardt. Diese Parole wird auch den gebildeten Ständen genehm sein. da sie ihnen die Gelegenheit bietet, ihrem sozialen Streben gerecht zu werden und zu beweisen, daß nicht etwa ihr Interesse nur platonischen Gefühlen entspringt. Hat doch selbst unser aller- gnädigster Kaiser und König gelegentlich seines Aufenthaltes in Breslau den Wunsch auSgeiprochen, daß christliche, königstreue, patriotische Arbeiter, die die Interessen ihrer Standesgenossen ehrlich und brav vertreten, in den Reichstag gewählt werden sollten, und was unser allergnädigster Herr wünscht, das dürfte wohl für jeden Patrioten Befehl sein." Hätten wir diesen Erguß nicht in einem staatSerhaltenden Blatte gefunden, wir hätten uns sonst überlegen müssen, ob wir unS beim Abdruck nicht einer Majestätsbeleidigung schuldig mochten. Ein Vertreter des Brotwuchers und vom Reichsverbanb Aus- gehaltener— der»Arbeiter" Reinhardt— soll die Interessen der Arbeiter»brav und ehrlich" vertreten und noch dazu in Berlin! Der Gedanke ist schon strafbar l Unsere Genossen werden schon dafür Sorge tragen, daß am 26. Januar weder dieser Renommierarbeiter, noch der Herr Bürger- meist« in diese Lag» kommen. Wer für Wolksfreiheit und Bolls- Wohlfahrt eintreten will, kann nur dem Genossen Richard Fischer seine Stimme geben I Ein polnisch-nationaleS Komitee für Berlin und die Provinz Brandenburg hatte zu Sonntag, den 6. Januar, eine Wähler- Versammlung einberufen mit der Einschränkung, daß in der Die- kussion nur da? Wort erhält, wer auf dem Boden der nationalen Organisation steht. Von einigen unserer Parteigenossen wurde die Gelegenheit benutzt ein sozialdemokratisches Flugblatt zu verbreiten. Mitten in der Arbeit wurden sie aber gestört und der Vorsitzende der Ver- sammlung, der Redakteur der polnisch- nationalen Zeitung, Fr. Krysiak, forderte unsere Genossen auf, den Saal zu verlassen. Der Einwand unserer Genossen, daß die sozialdemokratische Partei im polnischen Schulstreik und bei vielen anderen Gelegen- heilen für die Polen ebenso eingetreten sei wie für alle Unter- drückten, fand kein Gehör; ja die Herren wollten in ibrer verbohrten Rückständigkeit und in ihrem Unterdrücknngskollor(sie, die Unter- drückten!) unseren Genossen sogar das Verbreilen der Flugblälter vor dem Saale verbieten. Hierbei blitzten sie aber gründlich ab und mußten sich eine Rechtsbelehrung gefallen lassen, die ihnen noch heute in die Ohren gellen wird. Genau wie unsere Flugblattverbreiter wurde von den Rednern während der Diskussion auch unsere Partei beschimpft. Dieselben Herren aber lassen sich die sozialistische Hülfe gern gefallen, indem sie unter andern am nächsten Sonntag das „Volkshans" in Charlottenburg zu einer Versammlung in Anspruch nehmen, nachdem ihnen von allen anderen Wirten der Stuhl vor die Türe gesetzt worden ist. Der Sammclkaudidat für Rieder-Barnim. Herr Bürgermeister Z i e t h e n- Lichtenberg hat nach einer Zu- schrift der»Berliner Volks-Zeitung" am Montag in Hermsdorf in einer Versammlung der bürgerlichen Parteien eine Wahlrede ge- halten. In der Diskussion wurde er auch über seine Stellung zum heutigen RcichstngSwahtrccht gefragt. Eine Antwort auf diese Frage lehnte Herr Ziethen aber ab. Demnach haben sich also die Liberalen des Nieder-Barnimer KreiscS sogar einen Wahlrechtsverschlechterer erkoren, denn Arbeiter- stimmen erhält Herr Ziethen ohnehin nicht. Wählcrversammlunge» finden heute, Domierstag, folgende statt: Im ersten Kreis für die Wahlbezirke 19—23 im Lokal von Müller, Krausenstr. 10. Der zweite Kreis hält zivei Versammlungen ab. In SchnegelS- bergS Festsälen, Hascnheide 21 referiert Stadtverordneter Heimann, während im Alten Bürgergarten, Lindenstraße 106 der Kandidat des Kreises, Genosse Richard Fischer spricht. Am Freitag finden im dritten Wahlkreise abends 8'/g Uhr zwei Wählerversainmlungen statt. In den„Arminhallen". Kommandanten- straße 2V. spricht Genosse D ü w e l l und im.Klubhaus", OHM- ftraße 2, Genosse Dr. Zadel. Thema in beiden Versammlungen: „Die Neuwahlen zum Reichstage". Gegnerische Agitation für eine sozialdemokratische Versammlung. Heute Donnerstag findet beiBuggenhagen eine ö f f e n t- liche Versammlung statt, in der unser Parteigenosse Wolfgang Heine als Kandidat des dritten Kreises vor HandlungS- g e h ü l f e n über die Bedeutung der Reichstags wähl für ihren Beruf sprechen wird. Zu dieser Versammlung haben die antisemitischen Handlungßgehülfen ebenso wie die vom Hirsch- Dunckcrschen Gewerkvercin ihre Getreuen dringend eingeladen, um „den Sozis eins aufzuspielen"» Vielleicht wirft daS Beispiel des Antisemiten Döring, der sich in der Provinz Lorbeeren als VersammlungSsprenger holt, anfeuernd auf seine deutschnationalen Gesinnungsgenossen. Wahlversammlungen. Im zweiten ReichstagSwahlkreise tagten am Dienstag zwei imposante, von freudigster Kampfeslust erfüllte Wahlversammlungen, die nach Stimmung und Verlauf der Sozialdemokratie für den 25. Januar einen schönen Sieg verheißen. Der Riesensaal der Bockbrauerei umfaßte eine nach Tausenden zählende dichtgedrängte Schar. Kein Plätzchen war mehr zu haben. Genosse Richard Fischer, der Kandidat des Kreises, gab in einem großangelegten Vortrage ein umfassendes Bild vom Wesen der heutigen Gesellschaftsordnung, von ihren, Klassencharakter und von dessen Aenßerungen auch bei Wahlkämpfen. Seine ätzende Kritik der gegnerischen Parteien, namentlich aber des Freisinns, der blamiert am Boden liege, berauscht von, Regierungswein, den er nicht einmal getrunken, sondern nur von Fern gesehen habe, löste häufig spontane Beifalls« stürme bei der Versammlung au», die zugleich ein Versprechen be- deuteten, nur dem Kandidaten der Sozialdemokratie am 25. Januar die Stimme zu geben und für seine Wahl zu wirken. Stürmische» anhaltender Beifall folgte den Schlußworten des Genossen Fischer, in denen er auf die Gefahr eineS Wahlrechtsraubes hinwies und ausführte, daß die Sozialdemokratie nicht, wie der Freisinn, den Kopf in den Sand stecken, sondern Buge in Auge mit den Rc- gierenden ihren Mann stehen werde, wobei allerdings nicht zu ver- gessen sei: Schaffung einer gewaltigen Organisation I Mit be- geistert ausgebrachten Hochs auf die Sozialdemokratie und den Kandidaten Richard Fischer schloß die Versammlung. In dem großen Saale der Victoriabrauerei in der Lützolvstraße dasselbe Bild, wie„auf dem Bock". Hier ent- wickelte vor tausendköpfiger Zuhörerschaft der Genosse Partei- sekretär E b e r t da« Programm der Sozialdemokratie und besprach. oft von Beifall unterbrochen, alle die Fragen, die dem augenblick- lichen Wahlkampf sein besonderes Gepräge geben. Helle Em- pörung erregte die von ihm auf Grund unantastbaren Materials festgestellte Tatsache, daß infolge von Maßnahmen der Regierung das angeblich»normale Maß" von Jnvalidenrentnern ganz immens herabgedrückt morden sei. So sehe die volle Kompottschüssel au«. In flammenden, die Begeisterung der Versammelten noch heller entfachenden Worten enipfahl Redner dem kampferprobten Richard Fischer wieder zu einem glänzenden Siege zu verhelfen.(Brausender anhaltender Beifall.) Zur Diskussion meldete sich auch hier niemand. Nach einem dreimaligen Hoch auf die internationale völlerbefreiende Sozialdemokratie kennte man sich. Dritter Wahlkreis. Die ain Dienstag nach BuggenhagenS Saak einberufene Versammlung war schon frühzeitig überfüllt. Man schaffte die Tische hinaus. Neue Massen strömten herein und füllten den Saal bis in den äußersten Winkel. Die Polizei sperrte den Saal ab. Viele Hunderte kamen noch, mußten aber bedauernd vor dem Ein- gang umkehren.— Genosse Wolfgang Heine hielt das Referat. DaS zahlreiche Erscheinen der Parteigenossen— sagte er — zeige, daß unter ihnen eine frische, fröhliche KampfeSstimmung herrsche, die rechte Stimmung, um diesen Wahlkampf zu führen und zu gewinnen.— Da uns in gegnerischen Flugblättern vorgeworfen wird, wir verschleiern unser Endziel, so wandte sich Genosse Heine an die anwesenden Gegner, denen unsere Ziele noch nicht bekannt sind, und entwickelte ihnen unser Programm. Dann be- leuchtete der Redner scharf und treffend die polittsche Situation, kenn- zeichnete die gegnerischen Parteien, besonders die Charakterlosigkeit »es zreissnns und ging»um Schluß kur, auf die PortewerhältnPs eln. Es habe den Anschein, als ob es auch in diesem Kreise zu wurden die Ausführungen des Referenten noch ergänzt. Auch hier war in sämtlichen vier Bersammlungen eine vorzügliche und läßt einem Bündnis der Freisinnigen mit den Antisemiten gekommen sei. fam es zu einem durch die Polizei verursachten Zwischenfall. Der auf einen guten Wahlerfolg schließen. In einem freisinnigen Flugblatt werde uns der Vorwurf ge- Kriminalschutzmann Rode de mußte wiederholt aus dem Saale geSchöneberg. Zwei öffentliche Wählerversammlungen fanden am macht, wir hätten religiöse Gegensäße in den Wahlkampf getragen. wiesen werden, weil er immer wieder versuchte, als dritter Beamter Dienstag in Schöneberg statt. Das Obstsche Lokal war schon um Das soll dadurch geschehen sein, daß in einem von uns verbreiteten die Versammlung zu überwachen. 1/8 Uhr überfüllt. Für die immer noch nachströmenden Massen Flugblatt gesagt werde, Herr Rosenow, obwohl selbst Jsraelit, rechne Die auf die Stimmen der Antisemiten. Es sei unbegreiflich, wie die der Stadt, die schon so oft den roten Drachen" beherbergt hat, schaffen werden. Stopf an Kopf gedrängt folgten die BerDrachenburg", ganz im Südosten an der Grenze fonnte durch Entfernen der Tische nur zum Teil Platz geKonstatierung dieser Tatsache als Hineinwerfen religiöser Gegensätze war auch diesmal das Ziel ungezählter Scharen proletarischer sammelten aufmerksam dem Vortrage des Kandidaten des Kreiſes, in den Wahlkampf bezeichnet werden könne. Zutreffend sei dagegen, wähler. Hier hatte der Genosse Friz Müntner das Referat Genossen Zubeil. In packender Weise rechnete der Referent, daß der Freiſinn im Jahre 1903 die religiösen Gegensäge in den übernommen, der, vielfach von Beifall unterbrochen, die gesamte oft von lebhaften Beifallskundgebungen unterbrochen, schonungslos Wahlkampf getragen habe. Schon damals rechnete der Freifinn auf die Stimmen der Antisemiten. Herr Rosenow, der sich 1903 Reichspolitik und die Kolonialpolitik insbesondere geißelte. Für die Bezirke, welche in Nieder- Barnim ab mit all dem, was das deutsche Volk bedrückt und knechtet. Mit föstlichem Humor und scharfer Satire beschäftigte er sich eingehend mit allem, was naturgemäß im Vordergrunde des jezigen Wahlkampfes steht: mit dem immer mehr in die Erscheinung persönlichen Regiment, mit den ins Endlose Steuerlasten, mit den nicht endenwollenden zu Wasser und zu Lande, mit der schmac schon zur Annahme der Kandidatur bereit erklärt hatte, wurde zum Rücktritt gezwungen, weil er Jude ist und weil man von den Antisemiten nicht erwarten könne, daß sie einem Juden ihre Stimme geben. Troß der Erfahrungen, die er 1903 machte, hoffe wählen, hatten die Genossen im vierten Wahlkreise eine tretenden Herr Rosenow jezt auf die Stimmen der Antisemiten, er rechne öffentliche Versammlung nach den, Prachtsälen des Ostens" gesteigerten damit, daß die Antisemiten meist Beamte seien und deshalb gegen einberufen. Obgleich der Beginn der Versammlung erst auf 8 Uhr Rüstungen den Sozialdemokraten stimmen müssen. Also die Abhängigkeit der festgefeßt, mußte bald nach 8 Uhr der Saal wegen Ueberfüllung vollen, forrumpierten Kolonialmizwirtschaft, mit der auf Knebelung Beamten sol mit zum Siege des Freisinnigen beitragen. Am geschlossen werden. Artur Stadthagen war der Referent des und Niederhaltung der Arbeiterklasse abzielenden inneren Politik. Schlusse seines mit stürmischem Beifall aufgenommenen Bortrages Abends. Er sprach über: Die bevorstehende Reichstagswahl und Mit einem begeisternden Appell schloß der Referent unter dem berwies Genosse Heine darauf, daß die Freisinnigen große An- die politischen Parteien". Seine Kritik der Bestrebungen der ver- stürmischen Jubel der Versammelten. Trotz der Aufforderung des strengungen machen, um den Kreis zu gewinnen. Hülfskräfte und schiedenen Parteien fand ungeteilten Beifall und sein Appell an die Vorsitzenden meldeten sich Gegner nicht zum Wort. Genossin Bäumler Geldmittel scheinen ihnen reichlich zur Verfügung zu stehen. Mit Wähler, für die Sozialdemokratie zu stimmen, wurde mit donnerndem richtete dann noch an die anwesenden Frauen die Aufforderung, sich Rücksicht darauf müssen auch unsere Parteigenossen tüchtig arbeiten, Applaus begrüßt. Gegner meldeten sich nicht zum Wort und mit am Emanzipationslampfe des Broletariats zu beteiligen und sich der und wenn das geschieht, dann wird der Sieg unser sein. Hochrufen auf die Sozialdemokratie und den Kandidaten Stadthagen Organisation der Frauen am Drte anzuschließen. Zum Schluß der von großartigem Geiste erfüllten Versammlung forderte der Vorfchloß die Versammlung. fizende zum Anschluß an die politische Organisation und zu reger Beteiligung an den Wahlarbeiten auf. In Frantes Festsälen hatte sich eine zahlreiche Zuhörerschaft eingefunden, die den Worten des Referenten Genossen Pfannkuch lauschte. Bald in überlegener, treffender Satire, bald in flammender Entrüstung geißelte der Redner die gegenwärtige Regierungspolitik und forderte auf, der herrschenden Klasse am 25. Januar die Antwort zu geben, die einzig sich auf eine solche Bolitik gebühre. Bierter Wahlkreis. Der, Englische Garten" liegt in einem Teil des vierten Wahlkreises, wo, wenn überall politische Versammlungen stattfinden, die Proletarier nicht in solchen Massen aufzutreten pflegen, wie das in anderen Teilen des Kreises geschieht. Die Wahlbewegung hat aber auch dort ihre aufregende und aufklärende Wirkung nicht verfehlt. Vor 8 Uhr schon war der große Saal so ziemlich gefüllt und, als nach Verlauf einer halben Stunde die Versammlung eröffnet wurde, da waren nur noch Stehplätze zu haben. Gleichwohl tamen immer noch mehr Besucher herbei, um dem Vortrage des Genossen Grempe zu lauschen, der in kräftigen Worten die schmachvolle Bolitik verurteilte, die uns den Wahlkampf bescherte, den die Sozialdemokratie mit aller Kraft und Begeisterung führen wird. " " Sechster Wahlkreis. " felli dhaftshaus einberufen wurde, war schon lange vor 8 Uhr fich zirka 1000 Männer und Frauen eingefunden, die den trefflichen Die Versammlung, die nach dem Swinemünder Ge= Jm Lokale„ Wilhelmshof", wo Genosse Obst referierte, hatten polizeilich abgeschlossen. Während sich im Saale ungefähr 1000 Per- Ausführungen des Referenten zujubelten. An der Diskussion be jonen befanden, bewegte sich die doppelte Zahl auf der Straße. Nur teiligten sich Frau Wilckerdt, Moos und Hoffmann in zustimmendem mit Mühe und Not gelang es dem Referenten, Genoffen Bruns, Sinne. Mit einem Appell des Vorsitzenden Rehfeld an die Anwesenden Eintritt zu bekommen. Dem Berichterstatter des Vorwärts" wurde, fand die Versammlung ihr Ende. troß ausreichender Legitimation, der Eintritt ausgesundheitspolizeilichen Gründen" verwehrt. Diese ganz neue Köpenid. Bis auf den legten Plak war der große Saal des Polizeipraris scheint den Zweck zu haben, an einem Beispiele die Stadttheaters am Dienstag gefüllt. Genosse Küter- Schöneberg hatte ganze Lächerlichkeit der preußisch- deutschen Polizeibevormundung zu das Referat über die Reichstagsauflösung übernommen. In zweiillustrieren. So viel sollte doch auch ein preußischer Polizeileutnant stündigen Ausführungen behandelte Redner das Thema in eingehender wissen, daß der Berichterstatter auf der Rednertribüne, und nicht im Weise. Der starke Beifall bewies, daß der Referent allen AnDer Aufforderung des Versammlungssaale seinen Platz hat, aber um solche Kleinigkeiten wesenden aus dem Herzen gesprochen hatte. braucht sich preußische Schneidigtet nicht zu kümmern, selbst Borsigenden Genossen Gühne an die anwesenden Gegner, sich an der dann nicht, wenn sie direkt darauf hingewiesen wird. Auch sonst Diskussion zu beteiligen, tam niemand nach, vermutlich find sie durch Nachdem hielt es der überwachende Polizeileutnant für angebracht, durch ganz die Ausführungen des Genossen Küter belehrt worden. überflüssige Anordnungen den Unwillen der Versammlung heraus- Genosse Woik noch zu fräftiger Mitarbeit aufgefordert hatte, trat zufordern, welche sogar zur Siftierung eines Versammlungs- Schluß der Versammlung ein. An einem der ersten Zage nächster musterhafter Ordnung und fanden die martigen Worte des Referenten teilnehmers führten. Trotz alledem verlief die Verfammlung in Woche wird Genosse Zubeil zu seinen Wählern sprechen. Bruns den lebhaftesten Beifall. werde. Lettere toſte bereits Milliarden " Boekers großer Saal in der Weberstraße war schon vor acht Uhr voll. Da wurden die Stühle so eng wie möglich zusammenUeber die Auflösung des Reichstages und die bevorstehenden gerückt, um mehr Raum zu schaffen. Denn viele tamen noch, viele, Wahlen sprach am Sonntag der Genosse Böske in Wernsdorf, Gedie bei Keller, im„ Elysium" oder in anderen Lokalen des Kreises Die Versammlung im Kösliner Hof" war sehr gut be- noise Bagels in Stahnsdorf bei Storkow und Genosse Eisner in vergeblich Einlaß begehrt hatten, aber abziehen mußten, weil die sucht. Sämtliche Tische und Stühle waren entfernt worden und Rauen. Sämtliche Versammlungen waren sehr stark besucht, Säle schon überfüllt waren. Bald war auch der Vorraum von Kopf an Kopf standen die andächtig lauschenden Zuhörer, um den darunter auch sehr viel Frauen. Die Ausführungen der Referenten Boekers Saal gedrängt voll, so daß kaum noch ein Stehplatz zu Vortrag des Genossen Julian Borchard zu hören. Hunderte wurden mit starkem Beifall aufgenommen. haben war. Genosse H. Müller sprach hier. Mancher Ent- mußten wieder umkehren, da es nicht möglich war, noch ein Plätzchen Nieder- Barnim. rüstungsruf schallte aus der Versammlung bei der zur Schmach des zu erobern. Eine lebhafte Diskussion, in der auch eine Genossin Deutschen Reiches leider nur zu wahrheitsgetreuen Schilderung der die Forderungen der Frauen an Gesellschaft und Staat mit beredten Lichtenberg. Aus dem bürgerlichen Sumpf. Unter der UeberKolonialgreuel. Begeisterung weckte die Mahnung des Redners, daß Worten begründete, zeugte von dem Jnteresse der Anwesenden. Gilt schrift: Brüderlichkeit ein Beitrag zur Dantesjeder seine Pflicht tun solle, um der Menschlichkeit und Gerechtigkeit es doch für den 6. Kreis, so hörte man allgemein sagen, nicht nur, pflicht der Sozialdemokratie" fand in der gestrigen und der Partei, die für diese Ideale kämpft, den Sieg zu sichern. den Kandidaten Ledebour durchzudrücken, sondern dafür zu sorgen, Lichtenberger Boltszeitung" ein Artikel Unterschlupf, den anscheinend Das Elysium" an der Landsberger Allee war schon um daß er mit einer überwältigenden Mehrheit an Stimmen gewählt ein Soldschreiber des Reichsverbandes" verfaßt hat. Derfelbe befaßt sich mit einer im Vorwärts" am 11. Dezember ge8 Uhr polizeilich abgesperrt. Hunderte wurden zurückgewiesen und suchten dann in anderen Versammlungslokalen Einlaß. Die Die Versammlung im Theatersaale des„ Artushof" in der brachten Notiz, worin wir das Ableben der Parteigenoffin Lin a tausendköpfige Menge im Saale folgte der wirkungsvollen Perlebergerstraße war lange vor Beginn von Frauen und Männern Schulze, der Frau des im Jahre 1897 hier verstorbenen AbRede des Genossen Büchner mit größter Aufmerksamkeit, und überfüllt. Hier hielt der Kandidat des Kreises, Genosse Ledebour geordneten Karl Schulze, in ehrender Weise würdigten. Der Schmierfint oftmals von als er gegen den Schluß seiner Nede noch einmal fräftig das eine längere, stürmischem unter- benügt nun diese Notiz, um der Sozialdemokratie den Vorwurf zu Beifall persönliche Regiment in Preußen- Deutschland geißelte und auch von brochene Rede. Ledebour kritisierte in eingehender Weise die machen, als habe sie sich dieser Parteigenoffin nicht genügend angenommen, da sie sich nur fümmerlich durchs Leben schlug. Diese Verleumdung den Gelüsten der Reaktion zur Schändung des Reichstagswahlrechts deutsche Kolonialpolitik. sprach, da merkte man an der Stimmung der Versammlung, daß die und unendlich viele Menschenleben, einen praktischen Nugen würde ist indes zu auffällig, als daß damit unser Gegner irgend welchen hier anwesenden Männer und Frauen, wenn es gilt, alles aber das deutsche Volk niemals davon haben. Die jezt in Süd- Erfolg erzielen könnten, denn daß die Partei hier ihre Pflicht erfüllt daran segen werden, um solchen Volksverrat ein für allemal westafrika lebenden Deutschen leben in der Hauptsache von den hat, besagt die von uns gebrachte Notiz selbst. Daß das Lakaienunmöglich zu machen. Stürmischer Beifall folgte dem Vortrage, Schußtruppen. Ledebour beleuchtete alsdann das Silvesterschreiben blättchen mit solchen Geistesprodukten dem bürgerlichen Kandifolgte auch der Mahnung, die kurze Spanne Zeit bis zur Reichstags- Bülows und bemerkte: Die Polizeiattaden in Hamburg, Breslau usw., daten Bürgermeister Biethen einen Gefallen erweisen wird, berwahl mit ganzer Kraft auszunuzen, um noch eine weit größere die in höchstem Maße geeignet seien, die staatliche Autorität im Volfe mögen wir nicht anzunehmen. Auf solch blödsinniges Beug fällt Stimmenmehrheit als bei der vorigen Wahl für den Genossen zu diskreditieren, seien dem Umstande zuzuschreiben, daß den Soldaten kein Mensch mehr rein. Es kennzeichnet aber so recht, welcher Singer aufzubringen, der gegenwärtig in der Wahlagitation auf auf den Kasernenhöfen eingebläut werde, die Sozialdemokraten find Waffen man sich im bürgerlichen Lager gegen die Sozialdemokratic dem Lande tätig ist. Gegner, obwohl dringend aufgefordert, vaterlandslose Gefellen, die nicht wert sind, den Namen Deutscher zu meldeten sich nicht zum Wort. tragen und die Soldaten haben die Pflicht, auf Vater und Mutter Karlshorst. Wie bedeutend der Einfluß der Sozialdemokratie zu schießen.( Pfui!) Der falsche Hauptmann von Köpenick habe in dem als Rennplatz weit bekannten Villenort Karlshorst geNach Kellers Saal in der Koppenstraße fand schon vor den Beweis geliefert, daß das deutsche Bürgertum vor jeder Haupt- wachsen ist, davon gab eine vom hiesigen sozialdemokratischen Wahl7 Uhr eine kleine Völkerwanderung statt. Saal und Gallerien mannsuniform auf dem Bauche friecht. In keinem anderen verein am 8. Januar in Königs Festsälen einberufene öffentwaren bald gefüllt und um 18 Uhr wurde polizeilich abgesperrt. Lande ber Welt wäre eine solche Komödie, wie fie liche Wählerversammlung Kenntnis. Etiva 400 Personen waren dem Die Polizei war stärker als gewöhnlich vertreten, jogar Reitende" der Zuchthäusler Voigt im Rathause zu Köpenick auf Rufe gefolgt und schenkten den Ausführungen des Genossen Robert rückten heran. Wozu das große Aufgebot von Polizei nötig war, geführt habe, bei der Gendarmen und Polizisten Schmiere ge- Schmidt- Berlin volle Aufmerksamkeit. In seiner bekannten sachlichen konnte niemand einsehen; ein Anlaß zum Einschreiten lag jedenfalls ftanden haben( Heiterkeit), möglich gewesen. Und das Silvester Weise schilderte der Redner die durch die regierungsseitige Reichstagsnicht vor. Genosse Heimann ging als Redner des Abends beschreiben Bülows zeigt, mit welcher tolossalen Unwissen auflösung geschaffene Situation, fennzeichnete mit fartastischer Schärfe sonders scharf mit den Liberalen ins Gericht und erklärte, daß alle heit und Ungeschicklichkeit das Deutsche Reich regiert die Kolonialpolitik und die Weltmachtssucht der Regierung, Hoffnung auf die Freifinnigen eine verlorene sei, daß jeder Libera- werde. Das Bürgertum in Deutschland fei sei durch und die nachgerade das Ansehen Deutschlands auf das schwerste lismus versagt, sobald die Sozialdemokratie in Frage kommt, die durch reaktionär, es gehe mit der Regierung durch dick kompromittierte. Er geißelte die Auswüchse des Militarismus für wirklich freiſinnige Anträge stets zu haben war, aber von den und dünn. Das deutsche Bolt fönne Freiheit und Kultur nur von und entrollte dann vor den Wählern ein eindrucksvolles Bild der Liberalen bei jeder Gelegenheit verraten wurde. Die deutsche Ar- der Sozialdemokratie erwarten. Sollte wer es wagen, dem deutschen kolossal gesteigerten Steuerlast, vermehrt durch die wachsende Verbeiterklasse habe eine große Mission zu erfüllen und sie werde dessen Volke das Wahlrecht zu nehmen, dann werden die Arbeiter mit dem schuldung des Reiches, die eine immer größere Zinsensumme erauch am 25. Januar eingedent sein. Generalstreit antworten. Nach Ledebour forderte Genossin fordert, und ihrer Wirkungen auf die Arbeiter und die kleinen Leute Die Versammlung bei Litfin in der Memelerstr. 67 war um Reichert die anwesenden Frauen auf, die Männer nicht bloß in sowie auf den Mittelstand. Nicht ein anderer Reichstag im Sinne 8 Uhr schon abgesperrt. Eine dichtgedrängte Menge lauschte den dem gegenwärtigen Wahlkampf, sondern überhaupt in ihren Be- der Regierung, sondern eine andere Regierung im Ausführungen des Genoffen Kubig, der die Kolonialpolitif einer strebungen zu unterstüßen. Die Frauen müssen es sich angelegen Sinne des Volkes müsse das Ergebnis der Wahlen sein. Zum Schlusse wies Redner auf die bittere Feindschaft der Reaktionäre scharfen Kritit unterzog, gewürzt mit zahlreichen Anspielungen auf sein laffen, ein sozialdemokratisches Geschlecht zu erziehen. tann. bedient. die vielen kleinen und großen Skandale aus den Kolonien, wie sie Der große Saal der Kronenbrauerei und die weiten gegen das Reichstagswahlrecht hin, das der einzige Hort die jüngste Zeit gebracht hat. Die vielen lebhaften Zurufe, der Galerien tvaren Kopf an Stopf gefüllt. Trogdem herrschte eine lei und erhalten bleiben müsse gegenüber der bollsfeindlichen Unter spontan ausbrechende Beifall bekundeten die lebhafte Aufmerksamkeit geradezu musterhafte Ruhe. Die Genossen und Genofsinnen, die eingeteilt brückungspolitik des Junkertums. Er forderte die Wähler auf, zum und das Einverständnis der Versammelten mit den Ausführungen in drangvoll fürchterlicher Enge standen, folgten mit Begeisterung Schuge dieses Wahlrechts einzutreten, indem sie am Wahldes Redners. Der Erwartung, daß der 25. Januar ein Triumphtag den trefflichen Ausführungen des Genossen Dupont. Der Redner tage ihre Stimmen dem bewährten Boltsvertreter der Sozialdemokratie sein werde, gab der Redner begeisterten Aus- bezeichnete es als unmöglich, daß ein klassenbewußter Arbeiter einen Artur Stadthagen geben. druck und fand damit die ungeteilte Zustimmung der Versammelten. Freisinnigen wählen könne. In den brausenden Beifall der Versammlung, die dem zweiDie Freifinnigen feien stets mit In Graumanns Saal in der Naunynstraße fand ebenfalls Proletariat ging. der Reaktion Hand in Hand gegangen, wenn es gegen das stündigen Vortrag in lautloser Stille gefolgt war, mischte sich das Leider gebe es noch viele Arbeiter, die noch 3ischen einiger anwesenden Reichsverbändler. Als ihnen eine Versammlung statt. Auch hier war der Andrang so start, daß nicht begriffen haben, daß sie zum Proletariat gehören und jedoch Genosse Link für die Geltendmachung ihrer abweichenden Ander überfüllte Saal polizeilich abgesperrt wurde. Mit regem Juter- noch der naiven Ansicht seien, den Arbeitern könne von bürger- fichten völlig freie Diskussion zusicherte, zogen die Herrchen trotz esse folgten die Anwesenden den Ausführungen des Genossen licher Seite geholfen werden. Deshalb habe man sogenannte mehrfacher Aufforderung zur Wortnehmung es vor, sich zu drücken. Kunze, der mit sachlicher Klarheit die politischen Ereignisse be-„ gelbe" Gewerkschaftskandidaten aufgestellt. Es wird die Ent- Mit einem Appell, bis zum Wahltag unausgesetzt für die Wahl bes leuchtete, welche das Kennzeichen der gegenwärtigen Situation find. fendung von Männern der Werkstatt in den Reichstag ge- fozialdemokratischen Kandidaten tätig zu sein, wurde die WählerDie Darlegungen des Redners fanden lebhaften Beifall und volles wünscht, dies Wort sei in Breslau gesprochen worden. Ein flaffen- versammlung, die größte, die Karlshorst bisher aufzuweisen hatte, Berständnis bei den Zuhörern, die alle einig waren in dem Ge- bewußter Arbeiter könne aber nur einen Sozialdemokraten wählen. geschlossen. Eine Tellersammlung ergab einen ansehnlichen Zuſchuß danken, jeder nach seinen Kräften für die Sozialdemokratie zu ar- An diese Rede knüpfte sich eine sehr lebhafte Besprechung, aus der zu den Wahlkosten. beiten und dafür Sorge zu tragen, daß der vierte Wahlkreis am zu ersehen war, daß unter den Arbeitern des sechsten Wahlkreises Ober- Schöneweide. Eine vom Gewerkschaftskartell im„ Schloß25. Januar auf eine bedeutend vermehrte Stimmenzahl blicken der Geist des flassenbewußten Proletariats herrscht und daß nur part Wilhelminenhof" einberufene öffentliche Versammlung nahmt Toren glauben können, die Gegner könnten in diesem feſteſten am Montag Stellung zur Reichstagswahl. An Stelle des Im Konzerthaus Sanssouci" am Kottbuser Tor hatten Bollwerk der Sozialdemokratie jemals wieder einen Kandidaten verhinderten Genossen Ritter referierte Genosse Jakobsen, der fich die Parteigenossen in großer Zahl eingefunden. Saal und durchbringen. die Bedeutung der bevorstehenden Reichstagswahl für die gewerkGalerien waren überfüllt. Viele fanden überhaupt keinen Einlaß Kreis Teltow. schaftlich organisierten Arbeiter farlegte. Es unterliegt feinem mehr, weil das Lokal schon vor dem Beginn der Versammlung polizeilich abgesperrt wurde.- Der Referent, Genosse Augustin, fammlungen, ins Bollshaus, und zu Schulz in der Kaiser demokratischen Kandidaten geben. Charlottenburg. Zum Dienstag waren zwei öffentliche Ver- Zweifel, daß die Versammlungsbesucher ihre Stimme dem sozial fchilderte in martigen Worten das Treiben der herrschenden Parteien, Friedrichstr. 24, angekündigt, wo die Genoffen Ba a te und Bitfin Hohenschönhausen Wilhelmsberg. In einer den örtlichen Verer zeigte, wie gerade in letzter Zeit die reaktionären Gelüfte sich über die bevorstehenden Wahlen zum Reichstage sprechen follten. hältnissen entsprechenden stark besuchten Wählerversammlung im hervorgetan haben, wie das Boll, durch Steuern und Lebensmittel- Vorsichtigerweise hatte man jedoch bei der Polizei vier Ver- Paradies Garten" sprach Genoffe Stadtverordneter Gründel zölle belastet, auch noch seiner geringen Rechte und Freiheiten auf fammlungen angemeldet, in jedem Lokale zwei, um in der Lage zu über„ Der Wahlkampf und die Parteien". Der Referent kennzeichnete politischem wie auf gewerkschaftlichem Gebiete beraubt werden soll sein, bei etwaiger Ueberfüllung der großen Säle auch in den kleinen in trefflicher Weise die politische Situation, insbesondere die deutsche und schloß unter großem Beifall mit der Aufforderung, dahin zu Sälen Bersammlungen stattfinden zu lassen. Kolonialwirtschaft. Spöttelnd nahm er Bezug auf die Silvester wirken, daß der Kandidat der Sozialdemokratie mit einer bedeutend Diese Vorsicht war nicht überflüssig. Schon lange vor Beginn phantasien des Reichskanzlers Fürsten Bülow. Auch unterzog er die größeren Stimmenzahl wie bei der vorigen Wahl als Sieger aus der Versammlungen waren sämtliche vier Säle überfüllt und mußten Gesindeordnung einer herben Stritit, die bei den in großer Anzahl Siefem Wahlkampfe hervorgehe. polizeilich abgesperrt werden und viele Hunderte von zuströmenden erschienenen Frauen Worte der Entrüstung hervorrief. Der In den Markgrafen Sälen tagte eine Versammlung für Arbeitern, Männern und Frauen, mußten wieder umkehren, ohne lebhafte Beifall der Versammelten legte Zeugnis davon ab, daß das Stralauer Viertel. Das Referat hielt der Genoffe W. Schenk. Einlaß finden zu können. fie mit den Ausführungen des Redners einverstanden waren. Mit einer Aufforderung zur politischen und gewerkschaftlichen Im Volkshause referierten die Genoffen Baate und Gebert, In der Diskussion meldete sich trotz wiederholter Aufforderung Organisation schloß Redner seinen 1stündigen, wiederholt durch in Schulz' Festsälen die Genoffen Wuichid( an Stelle des ver- feiner der anwesenden Gegner zum Wort. Genosse Janviers rechnete türmischen Beifall unterbrochenen Bortrag. In der Diskussion hinderten Genossen Bitfin) und Br. Borchardt. Die Stimmung mit dem gegnerischen Kandidaten Bürgermeister Zietzen ganz ge B = " 1 hörig ab und forderte die Anwesenden auf, dem Kandidaten unserer| davon darf dieser Zweig der Eisenbahnverwaltung keineswegs als inspektionen dienen soll. Als Bauplak sind die durch Austausch Bartei, Genossen Artur Stadthagen, die Stimme zu geben. Genosse ein lukrativer betrachtet werden, denn die Unterhaltung des Fund- für den preußischen Fiskus erworbenen militärfistalischen GrundRöseler richtete die Aufforderung an die Bersammelten, sich der bureaus verursacht beträchtlich höhere Ausgaben. Mit der Neu- stüde Magazinstraße 3 und 5 und das dazwischen liegende, bereits Organisation anzuschließen. Mit einem Hoch auf die Sozialdemo- einrichtung des Bureaus, die beträchtliche Kosten verursacht, soll im früher angekaufte Grundstück Magazinstraße 4 in Aussicht gefratie tourde die Versammlung geschlossen. Einige der Anwesenden April d. J. begonnen werden. Zugleich werden auch die Räume der nommen. Die Baukosten, ausschließlich der später zu ermittelnden traten dem Wahlverein bei. Stationstasse des Schlesischen Bahnhofes verlegt und er- Kosten der inneren Einrichtung sind auf 977 000 m. veranschlagt. In Schönow- Zepernick fand am Sonntag eine gut besuchte weitert; sie werden ihre Stätte in den bisher von der Reichs- Die Bauzeit ist auf zwei Jahre angenommen. Weiter genügen die gegenwärtigen Einrichtungen in der Boltsversammlung statt. Den Genossen, die diese Versammlung in Die hier befindlichen Postschalter, Badkammern usw. werden in dem Zentraltelegraphenstation beim Polizeipräsidium in Berlin dem post Verwaltung abgemieteten Bögen an der Fruchtstraße finden. Schönow abzuhalten beabsichtigten, wurde vom Gastwirt Schulz der Saal verweigert, weshalb sie das Restaurant Bankschloß in auf der gegenüberliegenden Seite der Fruchtstraße neu errichteten außerordentlich stark anwachsenden Depeschenverkehr nicht mehr und erschweren insbesondere den polizeilichen Nachrichtendienst, Bepernick als Versammlungslokal ausersahen. Der Referent, Genosse Postdienstgebäude untergebracht werden. Helbig Bernau kennzeichnete den Saalverweigerer Eingangs Borwärts"-Leser in Krankenhäusern. Ueber die Krankenpflege- soweit es sich um die Beförderung von Depeschen allgemeinen Infeines Referats über die bevorstehende Reichstagswahl in gebührender anstalten der Stadtgemeinde kann man oft das Urteil hören, daß in feitigung der hieraus sich ergebenden Mißstände ist die Herstellung halts an sämtliche beteiligten Dienststellen handelt. Zur BeBeise. Alsdann ging er in großen Zügen auf unsere politische Lage ihnen den Patienten keine Schwierigkeiten bereitet werden, wenn sie seitigung der hieraus sich ergebenden Mißstände ist die Herstellung einer telegraphischen Ferndruderanlage zwischen der Zentralein und ermahnte zum Schluß feines mit großem Beifall auf- auch auf dem Krankenlager nach ihrer gewohnten Zeitungslektüre genommenen 1½½stündigen Referats die Versammelten, am Tage der verlangen und sich den Vorwärts" bringen lassen. Dieses Urteil telegraphenstation und den in Frage kommenden Dienststellen erWahl dem bisherigen Abgeordeten Genossen Artur Stadthagen die trifft nur teilweise zu. Die Krankenhausverwaltung hütet sich aller- forderlich. Die Gesamtkosten dieser Anlage, für deren FertigStimme zu geben. In der Diskussion brachte Genosse Krügerdings, den Vorwärts" durch offizielles Verbot aus den Anstalten stellung drei Jahre angenommen sind, sind auf 510 000 Mt. veranschlagt. Bernau die Hungerlöhne der Unterbeamten im Staatsdienst zur auszuschließen, wie das zum Beispiel die Charitédirektion tut. Sprache. Am 25. Januar, meinte der Redner, hätten diese Leute Indes, von einzelnen Angestellten auch der städtischen Krankenhäuser Polizeihunde finden seit kurzem auch in Berlin Verwendung, Gelegenheit dem Kandidaten die Stimme zu geben, der stets für wird doch immer wieder versucht, den Patienten die nachdem der Verein für deutsche Schäferhunde dem PolizeiBesserung ihrer traurigen Lage im Reichstage eingetreten ist. Lektüre des„ Vorwärts" zu erschweren oder ganz präsidium zwei zu Probeversuchen überwiesen hat. Solche sind unmöglich zu machen. Es ist aber klar, daß das Personal bereits in Verwendung in Altona, Braunschweig, Bremen, Köln, berartige Ungehörigteiten nicht wagen würde, wenn es nicht an Frankfurt, Hamburg, Hannover, Leipzig, Nürnberg, Stuttgart. nähme, daß es sich das erlauben darf und sich hiermit sogar noch Partei- Angelegenheiten. Durch das anhaltende Tauwetter sind die Eisflächen auf den den stillen Dank der Vorgesezten verdient. Charlottenburg. Freitagabend findet im Volkshaus die Wahl- gemeldet, daß dort auf Pavillon 17 ein patient, der sich den derselben mit den größten Gefahren verbunden ist. So geriet vor Aus dem Friedrichshain- Krankenhause wird uns öffentlichen Gewässern derartig morsch geworden, daß das Betreten vereinsversammlung statt. Die Genossen werden ersucht, vollzählig" Vorwärts" bestellt hatte, von der Oberschwester Marie dahin fläche des Rummelsburger Sees überschreiten wollte, in ernſte gestern ein Arbeiter der Rummelsburger Eiswerke, der die Eiszu erscheinen. Der Vorstand. belehrt" wurde, es sei hier eigentlich nicht Sitte, Johannisthal. Heute abend 8 Uhr findet im Lokal von Senft- folch eine 3eitung zu lesen." Der Patient hatte nämlich Lebensgefahr. Etwa zwanzig Meter vom Ufer entfernt brach er ein und suchte sich an dem Rande der Eisfläche anzuflammern. leben eine öffentliche Wählerversammlung statt. Der Kandidat des gefragt, warum denn das von ihm abonnierte Blatt nicht regel- Das Eis gab aber nach und bröckelte immer wieder ab. Anwohner Streises, Genoffe Zubeil spricht über: Die Auflösung des Reichstags mäßig in seine Hände gelangt sei. Da bekam er dann von bemühten sich zwar, den Gefährdeten zu retten, doch dauerte es und die bevorstehenden Neuwahlen. Es ist Pflicht jedes Partei- der Oberschwester die oben mitgeteilte Antwort. Bei längere Zeit, bebor es mehreren Männern gelang, auf einer über genossen für regen Besuch dieser Versammlung zu agitieren. seinen weiteren Nachforschungen wurde ihm bon anderer das Eis gelegten Bohlenbrücke die Unfallstelle zu erreichen. Der Seite die Auskunft gegeben, Erkner und Umgegend! Sonntag, den 13. Januar, nachmittags geliefert worden, man habe ihn aber zerrissen". der Vorwärts" ſei zwar Arbeiter, der fast eine halbe Stunde im Wasser verbracht hatte, 22 Uhr, im Degebrodtschen Saale, Ertner: Volksversammlung. will uns nicht recht glaubhaft erscheinen. Denn die Vernichtung wurde fast völlig erstarrt, aber noch lebend aus den Fluten herausTagesordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl und die bürger- fremden Eigentums wird ja wohl auch dann als Gesetzesverlegung Eintritt des Tauwetters täglich mehrmals kontrolliert und, da die gezogen. Die polizeilich freigegebenen Natureisbahnen sind seit lichen Parteien. Referent: Genosse Sonnenburg- Friedrichshagen. gelten, wenn es sich„ nur" um eine sozialdemokratische Zeitung Tragfähigkeit auch der stärkeren Eisdecken erheblich herabgemindert 2. Freie Aussprache. Wähler aller Parteien find hierzu eingeladen. handelt, die ein Krankenhausinfasse lesen will. Es ist zu wünschen, ist, Montag und Dienstag sämtlich geschlossen worden. Die OberDie Parteigenossen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen und für bag der betreffende Patient die Angelegenheit weiter berfolgt, da spree ist teilweise wieder eisfrei, so daß die Schiffahrt aufguten Besuch zu agitieren. mit festgestellt werde, ob das Blatt tatsächlich von einem Unbefugten genommen werden konnte und die vom Frost überraschten, auf vernichtet worden ist und eventuell wer sich diesen Uebergriff er- der Fahrt befindlich geivefenen Zillen die Ladestellen resp. Winterlaubt hat. Wir können überhaupt allen unseren Lesern, die in einem quartiere nunmehr aufsuchen können. Krankenhause auf Schwierigkeiten stoßen, wenn sie sich unser Blatt Drei schulfreie Tage hintereinander haben in diesem Monat bringen lassen wollen, mur den Rat geben, in jedem einzelnen Fall die Schulpflichtigen. Der 27., der Geburtstag des Kaisers, ist ein Bezirk Waidmannsluft. Sonntag, den 13. d. Mts., nachmittags ihr Recht auf dem Wege der Beschwerde geltend zu Sonntag, weshalb die Schulfeiern, wie bereits gemeldet wurde, 4 Uhr, findet in Wittenau im Lokale von A. Schulze, Haupt- ma che n. Wer sich Bevormundung gefallen läßt, der verdient, daß am 26. abgehalten werden sollen. Zu diesen beiden schulfreien straße, eine öffentliche Reichstagswählerversammlung statt. Genosse man sie ihm bietet; wer sie nach Gebühr zurückweist, wird bald Tagen tritt nun noch der 25. Januar, an dem wegen der an diesem Denger- Waidmannslust referiert über die Auflösung des Reichstages Ruhe vor solchem Uebereifer haben. Warum sollten denn nicht Tage stattfindenden Reichstagswahl ebenfalls der Schulunterund die bevorstehenden Neuwahlen. Vorwärts"-Leser dieselben Rechte haben, wie die Leser anderer richt ruht. Sonnabend, den 12. d. M., abends 8 Uhr, findet in Waidmanns- Blätter? Warum wird denn, wenn Patienten nach anderen Zeitungen Luft im Schweizerhäuschen eine öffentliche Reichstagswähler- Verlangen äußern, bereitwilligst alles getan, um ihrem Wunsch Erversammlung statt. Der Kandidat des Kreises Genosse Stadthagen füllung zu schaffen? Warum werden Patienten von Angestellten referiert über die Auflösung des Reichstages und die bevorstehenden sogar darauf aufmerksam gemacht, daß sie auf gewisse andere Neuwahlen. Genossen, agitiert für Massenbesuch dieser Versamm- Beitungen abonnieren können? Wir meinen da z. B. den„ Lokallungen. Das Wahlkomitee. anzeiger" und die Morgenpost". Königs- Wusterhausen. Sonnabend, den 12. Januar, abends 7 Uhr findet bei e dhorn eine Volksversammlung statt, in welcher der Kandidat Frizz Zubeil das Referat übernommen hat. Alle Wähler nebst Frauen sind eingeladen. Der Einberufer. Spandau. Am Freitag, den 11. Januar, abends 81%, Uhr, finden zwei Wählerversammlungen statt, bei Schwabe( Fürstenhof), Seegefelderstraße und bei Kumke, Schönwalderstr. 80. Die Parteigenossen werden ersucht, für guten Besuch Sorge zu tragen. Referenten: Dr. K. Liebknecht Berlin und Schriftsteller Paul Hirsch- Charlottenburg. und Berliner Nachrichten. " " Das Freilich, das sind Blätter, die sich niemals eine rückhaltlose Kritik der Mizwirtschaft des Berliner Kommunal freisinns zur Pflicht machen werden, wie das der„ Vorwärts" tut. Sie hesen" überhaupt nicht, ihre Lektüre kann nicht mal jetzt in der Wahlzeit aufregen". Eher könnte man den Tratsch, den diese Blätter ihren Lesern vorzusetzen pflegen, als Schlafmittel benutzen. Für Schlafmittel ist aber in Krankenhäusern iminer Verwendung. Daraus mag es sich wohl erklären, daß dort diese Lektüre nicht bemängelt, sondern begünstigt wird. Kommissare für Waisenknaben. Einem alten traditionellen Brauch wird jetzt ein Ende gemacht werden. Die preußische Klaffenlotterie wird von der ersten diesjährigen, am 10. Januar beginnenden Ziehung an nach verändertem System gezogen werden, es kommen die Waisenknaben fünftig in Fortfall. Sie werden ersetzt durch Kommissare aus dem preußischen Finanzministerium, was den Lottrieapparat zwar verteuert, aber in Verbindung mit einem veränderten System der Nummernaufbewahrung größere Gewähr für absolute Zuverlässigkeit geben soll. Ein Schleppdampfer gesunken. Von einem verhängnisvollen Schicksal ist in der vorgestrigen Nacht der Schleppdampfer Fidelitas" betroffen worden. Das Fahrzeug hatte in der Oberspree in der Nähe des Mühlenfließes den Winter über vor Anker gelegen. Während der Eisperiode war ein Grundventil in der Maschinenanlage geplakt und infolge des Tauwetters drang mun Wasser durch die Seffnung in das Innere des Dampfers. Da sich feine Besatzung auf dem Fahrzeug befand, sammelten sich die Wassermengen fast bis zum Ded an und in der vorgestrigen Nacht sank der Dampfer. Nur noch ein Teil vom Schornstein ragt über die Wasserfläche hinaus. Die Bergung des Schleppers ist mit großen Schwierigkeiten verknüpft. Eine Straße ohne Wasser. Eine Geschichte, die der Stadt Schilda würdig wäre, hat sich in Berlin abgespielt. Um die Straße Statistische Erhebungen über Blinddarmentzündung veranstaltet Am Tempelhofer Berg, welche die Bergmann- mit der Fidicindie Berliner Medizinische Gesellschaft. Die Blind- straße verbindet, ist schon vor langen Jahren ein Streit zwischen barmentzündung fann ihrer Häufigkeit wegen schon fast eine Volts- Bolizeipräsidium, Magistrat und Anwohnern entbrannt, und did frankheit genannt werden, es scheint, als ob in Deutschland nicht leibige Prozeßakten legen Zeugnis davon ab, daß er auf allen nur die Häufigkeit, sondern auch die Schwere der Krankheit dauernd Seiten mit großer Zähigkeit geführt worden ist. Trotzdem herrscht zunehmen. Hoffentlich scheint es nur so, denn es fehlt an genauen noch heute keine Klarheit darüber, ob die Straße Am Tempelhofer Pferd und Wagen gestohlen. Die Diebstähle von Fuhrwerken Bahlen. Das trat deutlich zutage, als im vergangenen Sommer Berg eine öffentliche oder eine Privatstraße ist. Das Polizei- auf offener Straße, die in letzter Zeit stark überhand genommen während mehrerer Sizungen die Frage der Blinddarmentzündung präsidium soll den goldenen Mittelweg halten, das heißt die An- haben, werden noch immer fortgesetzt. Vorgestern wurde vor in der Medizinischen Gesellschaft beraten wurde. Man beschloß da ficht vertreten, daß die Straße von der Bergmannstraße bis etwa dem Grundstück Lothringerstraße 53 ein Geschäftswagen der mals, während des ganzen Jahres 1907 alle in Groß- Berlin zur Mitte eine öffentliche, in ihrem oberen Teile indes Privat- Butterhandlung A. Krause entführt. Das Gefährt war mit sieben zur Beobachtung kommenden Fälle von Blinddarmerkrankungen straße ist. Vor Jahren soll der Magistrat schon einmal die Absicht halben Tonnen Butter beladen. Bespannt war der Wagen mit zu zählen. Es wurde zu diesem Zweck eine besondere statistische gehabt haben, diesen Zuständen ein Ende zu bereiten, leider aber einem Apfelschimmel. Stommission eingesetzt, die in den letzten Tagen an die Aerzte von wurde eine Einigung mit den Anliegern nicht erzielt. Nun will Schwer geschädigt wurde durch einen ähnlichen DiebBerlin und Vororten Fragebogen verschickt hat. Welch große Be- es das Unglück, daß mehrere Eigentümer an der Straße Parzellen stahl die Firma Rosenhein, Leipzigerstraße 72. Ein Hausdiener deutung der Rundfrage beigelegt wird, geht daraus hervor, daß die besitzen, die sich über die ganze Breite des Fahrdammes hinziehen. war mit einem mit Lederwaren beladenen Dreirad nach der Medizinalabteilung des preußischen Kultusministeriums die statistischen Die in Betracht kommenden Flächen sind zwar für Straßenland Keithstraße gefahren und während er dort einen Kunden aufsuchte, Erhebungen träftig unterstützt. Aber nicht nur die Gelehrten erklärt worden, dürfen also nicht bebaut werden, sie bleiben aber wurde das Rad von der Straße weggestohlen. Die Firma R. ist die Behörden, die gesamte Bevölkerung ist auf immerhin bis zur definitiven Straßenregulierung oder Ent- durch den dreisten Diebstahl um etwa 800 M. geschädigt worden. das lebhafteste interessiert, gibt es doch nur wenige eignung Eigentum ihrer Besizer. Zu diesen gehört unter Serienlosschwindel. Trotz der vielfachen Warnungen vor den Familien, die bon der heimtüdischen Krankheit verschont anderem die Aktiengesellschaft für Grundbesit, Mittelstraße 2. Serienlosgesellschaften, die auf Veranlassung des Ministeriums bleiben. Niemand weiß, ob er selbst von ihr befallen und früher Eine Parzelle dieser Gesellschaft verriegelt die Straße in der Mitte des Innern veröffentlicht worden sind, gelangen immer neue zahloder später vor die Frage einer Operation gestellt wird. Auch diese vollständig. Um den unleidlichen Zuständen ein Ende zu bereiten, reiche Fälle zur Kenntnis der Polizeibehörden, in welchen das Frage, besonders die nach den zwingenden Gründen und dem ge- forderte die Gesellschaft vor Jahr und Tag den Magistrat auf, die Publikum auf diesen Schwindel hineingefallen ist. Nachdem man eigneten Zeitpunkt für eine Operation hofft man auf Grund der durch ihr Eigentum gelegten Wasserleitungsröhren zu entfernen. Den inländischen Losgesellschaften energisch den Garaus gemacht Statistik noch sorgfältiger als bisher beantworten zu können. Es Es tam zum Prozeß, und das Kammergericht verurteilte die Stabt hat, haben sich die Leiter derselben ins Ausland begeben und beist daher zu erwarten, daß die statistischen Erhebungen auch von Berlin zur Entfernung der Wasserleitung; das Reichsgericht be- treiben von dort aus ihre betrügerischen Machenschaften weiter. feiten der Kranken selbst und ihrer Angehörigen auf das stätigte dieses Urteil. Die Eigentümer der an der Oftseite der Da sie mit Inseraten und Zeitungen kein Glück mehr haben, weil fräftigste unterstützt werden, denn der Zweck der Rundfrage Straße belegenen Häuser erhielten nun vom Oberbürgermeister die Blätter sich durch Aufnahme resp. Beilegung der Anpreisungen fann mur erreicht werden bei einer ganz sorgfältigen Aus- nachstehende Zuschrift: strafbar machen, senden sie jezt Agenten im Lande umher, die, Iunftserteilung. " In der Prozeßsache der Aktiengesellschaft für Grundbesitz wie es scheint, ein glänzendes Geschäft machen. Einen dieser Das Eisenbahn- Fundbureau am Schlesischen Bahnhof wird in gegen die Stadtgemeinde Berlin hat das königliche Kammergericht Agenten, der die Serienlose der Aftiengesellschaft Globus" in diesem Frühjahr eine vollständige Umwandlung erfahren. die Stadtgemeinde verurteilt, die Wasserzuleitungsröhren, die in Kopenhagen vertrieben hat, hinter der die ehemaligen Lübecker Die bisher benutten Stadtbahnbögen 8 bis 15 an der Madaistraße der Straße am Tempelhofer Berg befindlich sind, zu entfernen. Losehändler Lübbers und Wehrmann stecken, hat man jetzt in reichten schon seit geraumer Zeit nicht mehr hin, um die Tausende Wir machen Ihnen hiervon Mitteilung mit dem ergebenen Be- Berlin festgenommen. Man fand bei ihm neben einer großen von zurückgelassenen und gefundenen Gegenständen zu fassen, ges merken, daß wir nunmehr nicht in der Lage sind, die Wasser- Anzahl Mitglieds- Urkunden" und" Beitritts- Erklärungen" mehrere schweige denn ordnungsgemäß und übersichtlich zu gruppieren. Hat lieferung für die Grundstücke Am Tempelhofer Berg fort Ottabhefte, in denen der Biedermann die Namen von Vorkostsich doch in den legten zwei Jahren die Zahl der Fundmeldungen zujeßen, vielmehr unsere Rohrleitungen aus dem in Rede händlern, Schlächtern, Verkäuferinnen in Butterhandlungen usw. von 53 000 auf 56 000 erhöht! Und dazu kommen noch die vielerlei stehenden Straßengrundstüc entfernen und die Zuleitung zu gewissenhaft notiert hatte, die er systematisch um ihr Geld betrog. Koffer, Körbe, Batete usw., welche von den Aufbewahrungsstellen Ihrem Hause schließen müssen. Dies wird Anfang Januar t. I. Besonders bei dem Ewig- Weiblichen hat er gute Geschäfte gemacht, der Stationen nicht abgeholt werden. Mit Beginn der diesjährigen geschehen." da diese sich durch sein konziliantes Wesen bestechen ließen. Der Reisesaison wird sich das Fundbureau in den weiter nach der FruchtIn den sechs Häusern, denen das Wasser abgeschnitten werden Verhaftete und ein„ Sollege" von ihm, der sich aber noch rechtzeitig straße zu belegenen Bogen 19 bis 24 befinden, welche eine Tiefe soll, hat sich nun ein Sturm der Entrüstung erhoben; es wohnen drücken konnte, haben in Berlin in kurzer Beit etwa 1000 Anteilbon 17 Meter und eine Breite von 7 Meter besigen. Die Läden, dort ungefähr 500 Menschen, die sich dann selbst mit Wasser ver- scheine abgesetzt. In den Provinzen arbeiten andere Agenten welche sich gegenwärtig hier befinden, werden nach der anderen sorgen und wohl zu dem alten, polizeilich verbotenen Tonnen mit ähnlichem Erfolge. Hat der Kunde gezahlt, so ist damit das Seite verlegt. Die neuen Fundräume, welche einen Flächeninhalt system zurückkehren müßten. Und welcher Gefahr gehen die Geschäft für die Gesellschaften erledigt. Das Treiben derselben bon 523 Quadratmeter( gegenüber einer Grundfläche der alten Aermiten entgegen, wenn in einem der meist nur mit Vordertreppe ist um so gefährlicher, weil den Behörden eine Kontrolle, ob sich Räume von nur 243 Quadratmeter) haben, werden in überaus versehenen Häuser ein Feuer ausbricht! In dieser Hinsicht er die Gesellschaft überhaupt im Besize der Effekten befinden, unpraktischer und für das Publikum bequemer Weise eingerichtet scheinen ebenso auch die Hintergebäude der Häuser Belle- Alliance- möglich ist. und ausgestattet werden. Vor allem wird ein bedeutend größerer ftraße 60 bis 74 gefährdet. Jezt ist es gelungen, wenigstens noch Auktionsraum mit Sitzgelegenheiten geschaffen werden, in welchem eine Galgenfrist bis zum 20. Januar bewilligt zu erhalten. die jetzt schon an fünf Tagen jeden Monats stattfindenden Ber- Die Oberleitung über den Opernplatz ist seit gestern früh fertig steigerungstermine abgehalten werden. Der Eingang zum Fundbureau wird sich im Bogen 24 an der Madaistraße befinden, im gestellt und bereits in Benutzung genommen worden. Wie lange Bogen 23 der Anlieferungsraum, im Bogen 22 der Ausgaberaum. die zwei dünnen Drähte den Opernplag überspannen werden, muß In allen diesen Räumen sind die Bureaus vorn angeordnet, nach abgewartet werden. der Tiefe zu schließen sich die Lagerräume an, für welche besondere Ein zweites Polizeidienstgebäude soll in Berlin errichtet Abteile, Stellagen, Schränke, Regale usw. geschaffen werden sollen, werden; als erste Rate werden im Etat 500 000 m. verlangt. damit das Aufsuchen der einzelnen Nummern leicht und bequem vor Die Diensträume in dem Polizeidienstgebäude am Alexanderplas fich gehen kann. Für massenweise aufzubewahrende Gegenstände, in Berlin haben sich schon seit Jahren infolge der steten Zunahme wie Reisetoffer, Körbe, Handtaschen, Fahrräder, Regenschirme, der Dienstgeschäfte als unzulänglich erwiesen und erhebliche GeStöde usw. werden besondere Abteile bezw. Stellagen eingerichtet schäftserschwernisse sind die Folge davon gewesen. Der im verDie gefundenen usw. Gegenstände werden bekanntlich floffenen Jahre beendete Umbau des Gebäudes hat diesen Mizerst nach Vierteljahresfrist versteigert und die Einnahmen stand nur zum Teil zu beseitigen vermocht. Es soll daher ein aus den Auktionen( im es lezten Jahre waren rund weiteres Polizeidienstgebäude gebaut werden, welches hauptsächlich 23 000 Mark) dem Betriebsfonds zugeführt, aus dem der zur Unterbringung der Bauabteilung des Polizeipräsidiums, des Auktionserlös aber dem Eigentümer einer versteigerten Fundsache mit dieser verbundenen statistischen Bureaus und der aus Zweck noch innerhalb dreier Jahre ausgezahlt wird. Aber auch abgesehen mäßigkeitsgründen hier zu vereinigenden 12 Berliner Bauwerden. In einer furchtbaren Situation befand sich vorgestern nachmittag die Näherin Piek aus der Badstraße. Das junge Mädchen ist in einem großen Schneiderbetriebe in der Kronenstraße, in dem die Nähmaschinen durch Elektrizität betrieben werden, beschäftigt. Während sie vorgestern eine der Maschinen bediente, geriet ihre rechte Hand in das mechanische Getriebe. Der Körperteil wurde vollständig eingeklemmt und vergeblich versuchte man auf alle mögliche Art, ihn wieder zu befreien. Es blieb schließlich nichts anderes übrig, als Mechaniker herbeizuholen, welche die Maschinerie vollständig auseinandernehmen mußten. Erst nach einer qualvoll verbrachten Stunde für das junge Mädchen war das Rettungswert vollbracht. Schwerverletzt wurde dann die P. nach der Unfallstation 13 gebracht, wo sie die erste ärztliche Hülfe erhielt. 17 Im wissenschaftlichen Theater der Urania bietet der neue, szenisch und dekorativ ausgestattete Vortrag Die Feuergetvalten der Erde" mit seinen packenden Darstellungen des Unterganges von St. Pierre, des Aetna, des Kilauea und schließlich auch der Geysertätigkeit int Wunderland Ameritas eine Fülle von Anregungen und veranschau 0 " Im Luisen Theater gelangt am Freitag die Komödie Aus dem Buche der Liebe" zur Aufführung. # 0 " Zum Wahlfonds Verband deutscher Barbiere, Friseure und VerückenmacherGehülfen. Berlin. Heute abend 10 Uhr im Lokale Schillingstraße 36: Bersammlung. licht die unheilvollen Naturgewalten, welche im Schoße der Erde| Aschaffenburg geboren. Sie genoß bann in einem Kloster ihre erste wirken und in letzter Zeit so häufig die Menschheit in Mitleidenschaft Bildung, die sie später in einem„ Englischen Fräuleinstift" cra gezogen haben. Der Bortrag wird in dieser Woche allabendlich zur weiterte. Später ging die Angeklagte na charlsruhe, wo sie in ein Darstellung gelangen. großes Geschäft eintrat. Hier machte sie die Bekanntschaft eines Diefer Offizier fiel später in dem französischen Feldzuge. Die An badifchen Offiziers, mit dem sie ein intimes Verhältnis einging. gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Treptow, vom„ fühlen Grunde" d. Voigt 3,80. Holzbearbeitungsgeflagte ging nun nach Frankreich und nahm einen Dienst an. Vor fabrik von Detlev Sievers 4,-. Berliner Arbeiter- Radfahrerverein, Einen erheblichen Berlust hat am Dienstag eine Arbeiterin er ettva 15 Jahren kam die B. nach Berlin und ließ sich hier als A.- R.- Bund Solidarität" 1. Rate 50,-. Sparverein„ BrüderlichTitten, fie verlor an diesem Tage abends zwischen 8 und 9 Uhr auf Modiftin und später als Sprachlehrerin nieder. Die Polizei mußte feit", Laufigerstr. 43 15,-. Asa 2,-. Verein Berliner Produktendem Wege Frucht Friedenstraße durch den Friedrichshain nach der sich jedoch bald mit dem Treiben dieser Sprachlehrerin" näher be- händler und-Händlerinnen, Zühlsdorf 4,95. Gesangverein der Kniprodestraße ihr Portemonnaie. Dasselbe enthielt ihren Wochen- schäftigen. Die Angeklagte hatte nach einander in der Kommana Kupferschmiede 50,-. Ungenannt 2,-. Zentralverband der lohn, eine kleine goldene Kette und einen Arbeitsschein des Wohnungs- danten, Schill- und Bülowstraße große Wohnungen gemietet, in Maurer, Sektion der Puzer 1000,-. Balduin Franke 10,-. reinigungs Instituts Frankfurt", Fruchtstraße( Induſtrie Balajt). lichen Unterschlupf getvährte. Im Jahre 1897 wurde die B. das Buchdruckerei Bernhard Paul 3. Rate 7,20. Seilstätte Grabowſee - denen sie Herren aus der Lebewelt und Damen der Halbwelt nächt- Hermann Megner, Ragow 6,-. Weichselduft III" 2,-. Der ehrliche Finder wird gebeten, dasselbe im oben bezeichneten erste Mal zu 1 Monat Gefängnis wegen Stuppelei verurteilt, es durch Schöber 31,50. Sechferlaffe Tischlerei Spanier, Langeſtr. 63 7,50. Institut abzugeben. folgten dann weitere Verurteilungen zu 6 Wochen, 2 Monaten borlegten Nacht die Feuerwehr nach der Gartenstr. 3 gerufen, wo aus Angeflagte hatte f. 3. in der Zimmerstraße einen" Salon" eröffnet. Steinarbeiter, Bahlstelle Berlin I 60,-. Feuerwehrbericht. Wegen eines Dachstuhlbrandes wurde in der und schließlich im Jahre 1901 zu einem Jahre Gefängnis. Die Speicherarbeiter des gehrter Speichers durch Schmohl 20,05. Filiale Tegel des Fabrikarbeiter- Verbandes 20,-. Bentralverband der noch nicht ermittelter Ursache auf dem Boden Feuer ausgekommen Die letzte Wohnung der Madame Brugier", wie die Angeklagte allwar und das Dachgebält ergriffen hatte. Die 4. Kompagnie hatte gemein genannt wurde, befand sich in der Passauerstraße. Die Summa 1296,- M. Bereits quittiert 4559,12 m. Summa mit mehreren Rohren von Dampfsprigen Wasser zu geben, um die Kriminalpolizei wurde eines Tages darauf aufmerksam gemacht, 5855,12 m. Flammen, die an dem Hausrat der Mieter reiche Nahrung gefunden daß die B. sich offenbar des Mädchenhandels schuldig mache. 3 Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegenhatten, zu löschen. Gestern früh um 6 Uhr brannte vor dem Hause wurde beobachtet, wie die Angeflagte, die einen würdigen und foliben genommen. Leipzigerstr. 123 ein Automobil- Omnibus. Nach Löschung der Flammen Eindruck macht, sich in verschiedene Konditoreien begab und hier die mußte der Omnibus fortgefchafft werden. In einem Galanterie- Bekanntschaft junger Mädchen zu machen wußte, bie fie später zu warenladen in der Petersburgerstr. 68 brannten Pappe, Leder einem„ Täßchen Kaffee" in ihrer Wohnung einlud. Es besteht der u. a., und in der Danzigerstr. 85 standen Kellerverschläge in Verdacht, daß die B. in ganz systematischer Weise diese Mädchen Flammen. Ferner hatte die Wehr in der Flensburgerstr. 10, angefobert hat. Die weiteren Ermittelungen ergaben, daß die Gneisenauftr. 64, Schwedterstr. 51, Auguststr. 63 und anderen Stellen Wohnung der Angeklagten von ihr zu einer modernen Lasterhöhle zu tun. Weihnachtsbäume, Gardinen, Matratzen usw. brannten dort. schlimmster Sorte ausgestaltet worden war. Wie der Kommissar Wegen eines Wasserrohrbruches wurde der 20. Bug nach der Kur- b. Trestow vor Gericht bekundete, gehörte es gewissermaßen in der straße 39 gerufen. Dort wird jest wegen des Baues der Untergrund- Bebewelt der„ beſſeren Geſellſchaft" zum" guten Ton", in dem bahn durch die Niederwallstraße die Stanalisation usw. verlegt, wobei Salon Brugier Stammgaft zu sein. Der Eintritt war mit großen ein Rohr der Wasserleitung platte und die Baugrube über- Schwierigkeiten verknüpft und nur ganz eingeweihte Personen schwemmte. Die Wasserleitung mußte längere Zeit abgestellt werden. Serrn Dr. Kronthal!" In der Wohnung wurden die wußten die Parole. Diese lautete„ Eine Empfehlung von müstesten Orgien gefeiert. Am 29. Oktober ließ der Kommissar sämtliche Eingänge des Gebäudes besehen. In früher Abendstunde läutete es an der Wohnungstür. Da der Herr, welcher Einlaẞ begehrte, die Formel richtig anwendete, wurde ihm von der„ Madame" mit einem tiefen Knig Einlaß gewährt. Der Kommissar, denn dieser war jener Herr, war so grausam, nicht weniger als sieben LiebesGemeindewahlen im ersten Bezirke stehen uns aller Wahr- pärchen ihrem zärtlichen Tete- a- tete zu entreißen und sie zu einem scheinlichkeit nach noch bevor. Wie den Lesern bekannt ist, ist von Gange nach der nächsten Polizeiwache einzuladen. Madame Brugier unferer Seite gegen die Wahl im ersten Bezirke Klage eingereicht, selbst mußte noch an demselben Tage in dem grünen Wagen die von deren Schidial wir allerdings bis auf den heutigen Tag Fahrt nach dem Moabiter Untersuchungsgefängnis antreten. Vor also nach dreiviertel Jahren noch kein Sterbenswörtchen gehört Gericht war die Angeklagte geständig. Dies Geständnis er haben. Immerhin tann man wohl annehmen, daß die Klage noch übrigte eine Beweisaufnahme durch Vorladung der Mitglieder der im Laufe des Jahres zur Entscheidung gelangt und zwar, wie wir besseren Gesellschaft" und war Veranlassung zu einem verhältnisficher hoffen, zu unseren Gunsten, da es sich um Verstöße mäßig niedrigen Strafmaß. Das Gericht erkannte auf ein handelt, die in ständiger Rechtsprechung stets zur Ungültigkeits- Jahr Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten der er erklärung geführt haben. Aber auch abgesehen davon, müssen wir littenen Untersuchungshaft, sowie 3 Jahre Ehrverlust und Stellung mit einer Nachwahl rechnen, da nach einer Mitteilung aus Wieter- unter Polizeiaufsicht. bereinskreisen ein Vertreter der dritten Abteilung von hier verzieht. Aus diesen Gründen erwächst für unsere Parteigenossen die dringende Steglik. Vorort- Nachrichten. " Raub des eigenen Kindes. Pflicht, die in der Zeit vom 15. bis 30. Januar im Rathause, Bu einer Gefängnisstrafe ist am 27. November 1905 vom LandBimmer Nr. 1, ausliegende Liste der Gemeindewähler gericht I in Berlin der Stuffateur Bruno Reimann berurteilt allseitig einzusehen, um bei den Nachwahlen vor Ueber- worden. Er war mit einem Fräulein B. verlobt, die ihm bereits refchungen gesichert zu sein. Die Stunden der Auslegung find zwar einen Sohn geschenkt hatte. Fräulein B. war hochgradig schwindsehr ungünstig angesezt: von morgens 9 bis nachmittags 3 Uhr, süchtig und ist auch inzwischen gestorben. Als sie eines Tages mit und obendrein nur an Wochentagen, aber unsere Genossen dem zweijährigen Knaben im Humboldthain saß, erschien der Anwerden auch so Rat zu schaffen wissen, um sich ihr Wahlrecht zu geklagte, nahm ihr das Kind fort und entführte es. Er entschuldigte sich vor Gericht mit dem Vorhandensein eines Notstandes. Der Arzt habe ihm wiederholt gesagt, das Leben des Kindes set bei der schwerkranten Mutter gefährdet. Das Gericht hat dies als wahr angenommen, aber das Hauptmotiv für die Handlung des Angeklagten darin erblickt, daß er sich von der Zahlung der Alimente befreien wollte. Außerdem hätte er sich an das Vormundschaftsgericht wenden müssen, wozu er hinreichend Zeit hatte. wahren. Friedenau. Zu der Notiz vom 4. Januar: Das Dpfer eines Raub anfalles" wird uns mitgeteilt, daß nicht Aleg überfallen worden fei, sondern daß selbiger erst einen Arbeiter mit dem Stock geschlagen habe und erst, als er abermals eine drohende Haltung gegen denselben eingenommen, haben die Begleiter des Arbeiters fich gegen den Angreifer verteidigt. Von einem Raubanfall auf diesen könne feine Rede sein. Rummelsburg. Bei einem Einbruch in das Schuhwarengeschäft von Kurz, Gärtnerstr. 14, wurden in der gestrigen Nacht für zirka 2000 M. Schuhwaren gestohlen. Den Dieben gelang es, ihre Beute, zu deren Fortschaffung sie sich vermutlich eines Wagens bedienten, unbehelligt in Sicherheit zu bringen. Pankow. Die Revision des Angeklagten wurde am Dienstag vom Reichsgericht verworfen. Zweifellos steht der außerehelichen Mutter, nicht dem Erzeuger des Kindes, ein Recht auf das Kind zu. Dies Recht kann nur durch das Gericht genommen oder beeinträchtigt werden. Wer gegen den Willen der außerehelichen Mutter ihr das Kind durch List, Drohung oder Gewalt entzieht, ist nach§ 235 des Strafgesetzbuches mit Gefängnis zu bestrafen. 82,15 M. Verbandsgelder nebst Verbands Kontrollfarte find am 8. Januar, abends 6 Uhr, auf dem Wege von der Mühlenstraße bis zur Kaiser Friedrichstraße verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, das Geld auf dem Bureau des Brauereiarbeiterverbandes, vertagt. Sektion I, Berlin, Linienstraße 19 abzugeben. Waidmannsluft. " Germanisierungsjustiz. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands.( Zweigverein Berlin und Vororte.) Zahlstelle Charlottenburg. Heute abend 9, Uhr, bei Märtens, Strummeftrr. 43: Mitgliederversammlung. Bahlstelle Lichtenberg, Berlin O. Geute abend 9½ Uhr, im Lokal des Herrn Gädike, Frankfurter Allee 181: Generalversammlung. Mitpliedsbuch legitimiert. Zweigverein Rigdorf. Heute Donnerstag, den 10. Januar, abends 9%, Uhr, bei Schmidt, Berlinertraße 14: Sozialdemokratischer Zentral- Wahlverein für den NeichstagsBerlin.) Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr, bei Batt, Dragoner Wahlkreis Züllichau- Schwiebus Croffen: Sommerfeld.( Ortsverein straße 15: Generalversammlung. Alle Mitglieder, soweit sie noch hier aus dem Kreise verweilen, werden ersucht, pünktlich zur Stelle zu sein. Eingegangene Druckfchriften. Der bevorstehenden Reichstagswahl ist die soeben erschienene Nummer des" Wahren Jacob fast in ihrem ganzen Inhalt gewidmet. Wir erwähnen die Bilder„ Bölker Afrikas, wahret eure heiligsten Güter 1", " Rußland unter den Feldkriegsgerichten"," Große Wahl- Bittprozession aller echt deutsch gesinnten Männer"," Der neue Reichstagspräsident".„ Das Einläuten der Reichstagswahl"," Pio Decimo auf dem Striegspfad gegen die ungläubigen Franken"," Die verlegte deutsche Waffenehre"," 203 vom Bentrum" und Deutsche Stultur in Afrika". Der textliche Teil der Nummer bringt die Gedichte„ Das Volksgericht"," Januarwind"," Statistik"," Rußland unter den Feldgerichten"," Der Streuzzug"," Der Eroberer"," Was ber Michel alles hatte"," Der Freifinn"," An die Gewehre!"," Des Bentrums Stlage", und außer zahlreichen fleineren Beiträgen noch die großeren satirischen Feuilletons Deutsch Süd- West" von Paul Enderling. b. ArnimSchnodderheim an v. Below- Pleitenburg" und die humoristischen Briefe der ständigen Mitarbeiter des Wahren Jacob Claus Swartmuul aus Hamborg bei St. Pauli und Jotthilf Naude, an'n Jörlizer Bahnhof, jleich lints. " Das Blaubuch", Nr. 1. Wochenschrift, begründet von A. Kalthoff, herausgegeben von. lgenstein und H. Kienzl. Preis 30 Pf. Berlin W. 50, Concordia Deutsche Verlagsanstalt, H. Ehbod. Die Reichstagsauflösung, das Bentrum und die nationalen Parteien Verlag H. Walther, Berlin W. 30. von 2. b. Savigny. 22 Seiten, 60 Pf. Krause in Berlin. Preis 20 Pf. Verlag Freier Arbeiter"( R. Destreich) Paul Koschemann 1897-1907. Das Attentat auf den Polizeioberst Berlin, Oranienstr. 15, S. III. Preis 1 M. Berlag E. Mary, Fort mit Gott? von E. v. Nicolai. Leipzig 67. 0,00. 0,00. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Ila 64-69, IIIa 58-63, IVa 50-56. Stalbfleisch, Doppelländer 120-135, Markthallen Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 70-75 pr. 100 ẞfd., la 92-100, IIa 80-90, IIIa 65-78, 50l. 56-62. Hammelfleisch Ia 67-75, IIa 52-65. Schweinefleisch 57-66. Rehwild la per Bfd. 0,55-0,65. IIa 0,30-0,54. Rotwild Ia 0,38-0,42, IIa 0,25-0,36, bo. Stalber 0,30-0,46. Damwild 0,30-0,45, do. Stälber 0,40-0,60. Wildschweine 0,25-0,40. Frischlinge 0,40-0,60. Hafen per Stüd 2,50-2,70, bo. flein und IIa 1,25-2, Staninchen per Stüd 0,70-0,90. Wildenten per Stud 1,20-1,40. übner, alte per Stüd 1,50-2,10, bo. IIa 0,80-1,30, do. junge per italienische 0,00. Stüd 0,80-1,30. Tauben per Stüd 0,50-0,70, junge fleine Enten per Stüd 1,80-3,00. Hamburger junge per Stüd 3,25. Gänse, Oderbrucher, per Pfd. 0,52-0,63, do. Ia per Stück 0,00, IIa 0,00. echte per 100 Bib. 69-83, groß 0,00. Bander, 118-142. Schleie, groß 74, unsortiert 0,00, mittel 0,00. Bleie 39-46, Wegen Beleidigung des Kreis- und Gerichtsarztes, Medizinalrats ale, groß 0,00, mittel 0,00, flein u. mittel 98-102, unf. 0,00. Blößen Dr. Klein, hatte sich gestern der Schriftsteller Joachim Gehlfen 50-60 er 0,00, 80-100er 0,00. Karpfen, 25-30er 0,00, do. 30-35er 0,00, do. unfort. 0,00, Barse, matt 40-51. Karauschen 0,00. aus Charlottenburg vor der zweiten Straffammer des Landgerichts II Bleifische 17-25. 28els 0,00. Bunte Fische 27-54. Amerikanischer Lachs Ia 3 verantworten. Die Beleidigung wurde gefunden in Artikeln, die neuer per 100 Bfd. 110-130, bo. Ila neuer 90-100, do. Illa neuer 75. in der von Gehlsen herausgegebenen Stadtlaterne" erschienen Seelachs 20-25. Sprotten, Kieler, Ball 0,75-1,25, Danziger, Ball waren. Der Prozeß fam aber nicht zu Ende und wurde auf heute 0,80. Flundern, pommersche Ia, per Schod 0,00, do. pommersche IIa 0,00, Stieler, Stiege la 4-6, do. mittel ber stifte 2-3, Hamb. Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Bidlinge, per Wall Sieler 3,50-5,00, Stralsunder 0,00. Male, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, flein 0,50-0,60. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Stifte 3-4,00, do. Wegen Aufforderung zum Ungehorsam gegen die über den Stifte 2,00. Stabliau, p. 100 Pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er Eine imposante Mitgliederversammlung des Wahlvereins tagte Religionsunterricht in Posen erlassenen Regierungsanordnungen per infer 90, 1904er 95, 1905er 93, 1906er 73-75. Schottische Bollheringe am Sonntag im Forsthaus" zu Hermsdorf. Die Versammlung(§ 110 des Strafgesetzbuches) wurde am Dienstag der Redakteur 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-41. legte gewissermaßen Beugnis von dem regen politischen Interesse Vincent Szpotansti vom„ Goniec" zu einer Geldstrafe von 200 m. Seringe, neue Matjes, per ½ 20. 60-120. Sardinen, rusf., Faß und der Arbeitsfreudigkeit der Genossen im jezigen Wahlkampf ab. verurteilt. Eine zweite Anklagesache gegen ihn wurde bertagt. Schodfaß 11, fleine 5-6, Riesen 14. 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Genosse en del hielt ein ausführliches Referat über die„ Reichs- Gleichfalls der Bertagung verfielen fünf Anklagen wegen desselben Strebie, per Schod, große 0,00, mittel 0,00, fleine 0,00, unfort. 4,50. Hummern, fleine, per Pfd. 0,00. tagsauflösung". Alle bedeutenden Gesichtspunkte unseres politischen Bergehens gegen den Redakteur Kasimir Biodotusti vom Kuryer Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Gier, Land-, per Schod 4,00-5,50. Butter Lebens, die letzten Ereignisse und die Stellung der einzelnen Parteien, poznansti" bezw.„ Oredownit". Erneut zu 3 2ochen Geper 100 jo. la 121--124, Ila 117-120, IIIa 114-117, abfallende 90-105. insbesondere der Freifinnigen zu denselben, zog der Redner in den fängnis wurde der Redakteur der„ Potrafa", Thaddäus von Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Bieffergurten 3,50-4,00. Startoffeln Bann näherer Betrachtung. Am Schluß seines mit großem Beifall Czajkowski, verurteilt, da er sich in dem genannten Blatte der ver- per 100 Bib. 0,00, magnum bonum 2,10-2,25, Daberiche 2,10-2,25, aufgenommenen Vortrages richtete er einen feurigen Appell an die suchten Nötigung schuldig gemacht haben soll. Rosen 0,00, weiße 1,75-2,00, Salatkartoffeln 5,00-6,00. Spinat Anwesenden, in vollem Maße ihre Schuldigkeit zu tun. In der per 100 Bfund 10-20. Karotten per 100 Pfund 10-12. Diskussion fennzeichneten einige Genossen die Lügenflugblätter der Sellerie, biefige, per Schod 4,00-5,00, do. pommerfche 4,00-5,00. Zwiebeln Gegner. Die am Orte stattfindende Wählerversammlung der große, per 100 Bfd. 3,00-3,50. bo. fleine 2,00-2,50. do. hiesige( Berl) nationalen" Barteien beschloß man, da nur Einladungen an 0,00. Charlotten 0,00. Vom Landgericht Stettin ist am 30. April der Verlagsbuch per Schod 0,00. Beterfilie, grün, Schodbund 2,00. Kohlrabi bürgerliche Wähler ergangen sind und auf Redefreiheit in derselben händler Mear Grabner in Oranienburg wegen Beleidigung des per Schockbund 0,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Radieschen Salat, per Schod 0,00. do. Escarole, per nicht zu rechnen ist, nicht zu besuchen. In einer einstimmig ange- Amtsrichters Dr. L. zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden, nach Mandel 0,00, do. Endivien 0,00. Mohrrüben per 100 Pfund nommenen Resolution wird dies Verhalten der Gegner als Feig, dem ein früheres, gleichlautendes Urteil vom Reichsgerichte auf- 3,00-4,00. Teltower Rüben per 100 Bfb. 8-10. Weiße Rüben, große heit bezeichnet. Zur Aufnahme in den Wahlverein hatten sich gehoben worden war. Vor dem Schöffengerichte winemünde 2-2,50, fleine 6-8. Rote Rüben 2-3. Blumenkohl holl. per Stopf 0,00. 33 neue Mitglieder gemeldet. schwebte 1904 gegen G. ein Verfahren wegen Beleidigung eines ital. per stopi 0,17-0,30. Birjingkohl der Schod 3,00-6,00. Potsdam. Polizeiinspektors. Zu der ersten Hauptverhandlung erschien der Schod 3,00-8,00. Weißrobl 100 Pfd. 2,00-3,50. Rosenkohl p. 100 Bfb. Angeklagte nicht, sondern sandte seine mit Vollmacht versehene Ghe- rüben, Schock 2-3. 25-35. Grünkohl per 100 Bfd. 3-8. Schnittlauch 12 Töpfe 4-4,50. StohlIn das hiesige Untersuchungsgefängnis des Landgerichts ein- frau als Vertreterin. Diese hatte mit dem Amtsrichter Dr. L. 5ihmische 8-20. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Bfd. hiesige 7-16, Alepfel, per 100 Bid., hiesige 6-20, Gravensteiner geliefert ist der frühere Gemeint evorsteher Rümenapp von Eich e. einen Konflikt. Als der Angeklagte dann wegen Nichterscheinens 0,00, Tiroler in Fäffern 0,00, Stifte 32-80, Amerit. 14-30. Walnüsse R. war bekanntlich im Frühjahr 1906 unter Mitnahme von Gemeinde- berhaftet worden war, lehnte er den Amtsrichter wegen Befangen per 100 fb. 0,00, do. rumänische 0,00, bo. franz. Cornes 0,00. geldern, die er auf Grund einer gefälschten Urkunde von der Nauener Heit ab, namentlich auch deswegen, weil er ihm die Ladung von Baranüffe 0,00. Haselnüffe lange 40-42, runde 0,00. Bitronen, Streistasse abgehoben hatte, nach dem Ausland geflüchtet und wurde Entlastungszeugen verweigert habe. In seiner Eingabe hatte er ejjina, 300 Std 8,00-10,00, 360 Stud 7,00-9,00, 200 Std 9-13. im Spätherbst vorigen Jahres in Amsterdam festgenommen. gesagt: Da Dr. L. das in allen zibilisierten Staaten pfelsinen, Jaffa, per stifte 0-00, Murcia 200 er per stifte 6-10, do. 300 er Die in die Wege geleiteten Auslieferungsverhandlungen fanden geltende Gefeß nicht lenne, nach dem einem Angeklagten Ent- 7-11, Balencia 420 er per Stifte 11,50-20, bo. 714 er 18-28. zuerst bei der holländischen Behörde starken Widerstand, so daß die lastungszeugen nicht verweigert werden dürfen, so müsse er einen Intervention des Konsulats in Anspruch genommen werden mußte. fo wenig rechtskundigen und offenbar parteilichen Richter abWitterungsübersicht vom 9. Januar 1907, morgens 8 he. Dem steten Drängen der deutschen Behörde leistete endlich am Sonn- lehnen." Das Landgericht hat nun zwar anerkannt, daß der Anabend die holländische Regierung Folge und stimmte der Auslieferung geflagte diese für den Amtsrichter beleidigenden Worte in Wahr Rümenapps, gemäß den Bestimmungen des Auslieferungsvertrages nehmung berechtigter Interessen gebraucht hat, es hat ihm aber bom 31. Dezember 1897 zu. Montag abend traf nun Rümenapp gleichwohl den Schutz des§ 198 versagt, weil er eine höhnische in Begleitung zweier Beamten in Potsdam ein und wurde in form gewählt habe. Es würde nach Ansicht des Gerichtes genügt das Untersuchungsgefängnis eingeliefert, wo bereits feine erste Ver- haben, zu sagen, daß Dr. L. das Gesetz über die Ladung von Entnehmung stattfand. Sümenapp wird sich vor dem Schwurgericht faftungszeugen nicht fenne. In der Revision des Angeklagten Swinembe 767 3 bededt wegen Unterschlagung und Fälschung einer öffentlichen Urkunde zu wurde ausgeführt, aus der Bemerkung, daß das fragliche Gefek Berlin hamburg 770 523 4 bedeckt verantworten haben. in allen zibilisierten Staaten gelte, könne unmöglich die Absicht der Franff.a M 772 5 1 Rebel Beleidigung hergeleitet werden. Das Gericht habe offenbar Form München 773 3 Regen und Inhalt verwechselt. Das Reichsgericht erblickte jedoch Bien 771 N 3 bedeckt in dem Urteile teinerlei Rechtsirrtum und erkannte am Dienstag auf Verwerfung der Revision. Gerichts- Zeitung. " Die höhnische Form. Der Hinweis auf alle zibilisierten Staaten kann demnach ohne Rechtsirrtum" als Absicht der Beleidigung erachtet werden. Dies Ergebnis der juristischen Auslegung wird den einfachen gefunden Menschenverstand schwerlich befriedigen. Viel einleuchtender als solche juristischen Konstruktionen ist der Saz: wer über föniglich preußische Beamte Beschwerde führt, wird bestraft, solange Die Geheimnisse des Salons Brugier" beschäftigten gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Warnatsch in einer längeren Sigung die 1. Straffammer des Land. gerichts III. Aus der Untersuchungshaft wurde die 67jährige Rentiere Elisabeth Brugier vorgeführt, die sich wegen gewerbs mäßiger Kuppelei berantivorten mußte. Die Angeklagte ist im Jahre 1840 als die Tochter eines wohlhabenden Fabritbesibers in gelehrte" Richter, urteilen. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Zh. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Bortvärts Barometer fland mm 770 Binde ծաւոր WNW Windstarle Better Temp. n. T. 5º.= 4° R Stationen Barometer stand mm Wind. Sun 4 Haparanda 745 Still Windstärke Rotfohl Beller 3 bededt Temp. n. G. WOO- 2. halb bd. 2 bedeckt 3 Betersburg 751 23 5 Scilly 3berdeen 1 Baris 1 772 65 764 5528 774 Still 1 Regen 9 2 bedeckt bedeat 5 Meter, bei Wetter- Prognose für Donnerstag, den 10. Januar 1907. Ein wenig lälter, ziemlich trübe und nebelig bei schwachen westlichen Binden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Betterbureau. Dresden- 0,81 Meter, bei Magdeburg+ 1,59 Meter, eisfrei.- 11 n iteut Wafferftand am 9. Januar. Elbe bet Auffig bei Strankfurt--Meter. Oder bei Ratibor+1,34 Meter. Meiße mündung+ 2,24 Meter. Dder bei Brieg+ 2,28 Meter. Ober bei Breslau Unterpegel 1.10 Meter. Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW Nr. 8. 24. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bonerstag, 10. Januar 1907. Das Jahr 1906 in Italien. Unser Korrespondent in Rom schreibt uns: doch eine effektive Arbeitszeit von 10 Stunden und 10 Minuten und vorenthalten hat, mag schließlich noch des Gesetzes zugunsten der wurde erobert, während vorher elf Stunden gearbeitet worden war. füditalienischen Provinzen gedacht werden. Auch in der Landwirtschaft sind viele Lohnkämpfe ausgefochten Das italienische Verkehrswesen verdient in dieser Jahresübersicht worden. In den ersten 10 Monaten verzeichnet die offizielle Statistit besonderer Erwähnung. Auf diesem Gebiete Klaffen die Leistungen der 186 Streifs. Bei 87 von ihnen, für die die Zahl der Arbeiter be- offiziell führenden Kreise und die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kein Jahr großer Ereignisse, aber doch eins, das Spuren in fannt ist, belief fie sich auf 93 958. Am bemerkenswertesten ist hier produktiven Kräfte des Landes am weitesten auseinander. Die in der Geschichte des Landes zurückläßt, ging für Italien zu Ende. der Streit der Reisarbeiter im Kreise Vercelli, der zwischen dem Staatsbetrieb übergeführten Bahnen genügen den Anforderungen nicht. Italien steht nicht mehr in einer Periode großer, innerer Er- 10. und dem 15. August seinen Höhepunkt erreichte und bis zu Die Folge ist eine stets wachsende Unzufriedenheit mit dem Bahndienst, schütterungen. Im Zeichen wachsenden wirtschaftlichen Aufschwunges 35 000 Streifende umfaßte. Errungen wurde für die Ernte- und dessen unzulänglichkeit nicht der Staatsbahnverwaltung, sondern den reift sein Proletariat langsam zu einem politischen Machtfaktor Drescharbeiter der Achtstundentag bei 5 Lire Tagelohn für die Männer, Verträgen mit den bisherigen zivilen Betriebsgesellschaften zur Last heran, der zunächst berufen ist, das politische Leben des Landes zu 3,50 Lire für die Frauen; für die Arbeiten auf der Tenne Behn zu legen ist. Alle die Interessengruppen, die die Rückkehr des Privatfanieren und an Stelle des Cliquenwesens und der Kamorra den stundentag und 6,50 Lire für die männlichen, 4,50 für die weiblichen betriebes anstreben, schüren die Unzufriedenheit und werden sicher Stampf der Parteien und der großen Intereffenströmungen treten zu arbeiter. in nicht allzuferner Zeit dem Staatsbetriebe eine höchst kritische Lage lassen. In anderen, politisch weiter fortgeschrittenen Ländern treibt bereiten. Einstweilen hat das Parlament 610 Millionen zu Materialdie politische Organisation des Proletariats die bürgerlichen beschaffungen, zum Bau neuer Strecken usw. bewilligt. Einen wesent Parteien zur Blockbildung; in Italien führt die sozialistische Partei lichen Schritt zum Besseren stellt die am 1. November erfolgte Einzunächst die Parteibildung der in Tofale Cliquen zerfallenden führung der Differentialtarife dar, die mehr als alle phrasengetränkten Bourgeoisie herbei. patriotischen Reden zum Ausgleich zwischen Nord und Süd, zur wirklichen Einheit Italiens beitragen wird. An weiteren Kämpfen verdienen Erwähnung die beiden Tram bahnerstreiks in Rom, der Streit der Stahlwerke Terni, der Werft arbeiterstreit von Riba Trigosa und am Ende des Jahres der Streit der Seemannschaften der transatlantischen und Postdampfer sowie der Segel- und Küstenschiffahrt. Im Bartelleben hat das Jahr 1906 große Veränderungen ge- Für die Gewerkschaftsbewegung hat das Jahr 1906 in der racht, scharfe innere Konflikte zugefpigt und ausgetragen. Es fei Konfederation der Arbeit eine neue Bentralisation ge So geht Italien langfam seinen Weg, einen Weg unscheinbarer an die Situation im vorigen Frühjahr erinnert, als nach dem schaffen an Stelle der bisherigen Generalfommission, die durch eine und fleiner Ereignisse, die winzig erscheinen müssen gegenüber Fall des Ministeriums Fortis Sonnino als der Exponent Reihe politischer Strifen gelähmt und arbeitsunfähig gemacht war. dem großen geschichtlichen Drama im Often, gegenüber der enteiner neuen Aera begrüßt wurde. Damals verfocht der Avanti" Wie weit der neue Organismus die Fehler des alten vermeiden wird, scheidenden Kulturtat der französischen Republit. Aber auch aus un eine ministerfreundliche Politit, und die Parlamentsfraktion beschloß das muß die Zukunft zeigen. scheinbaren Geschehnissen webt sich die Geschichte. Jm fleinen auf Antrag Ferris, dem neuen Kabinett ein Vertrauensvotum zu Wichtig für die italienischen Gewerkschaften ist auch die An- Erleben fühlt das italienische Proletariat den Pulsschlag der großen bewilligen. Aber Sonnino zog es vor, gar kein Vertrauensvotum näherung zwischen wirtschaftlicher und politischer Drganisation, die Beit. Während das offizielle Italien mit der Stmute und der Tiara zu fordern, so daß die sozialistischen Abgeordneten ihre Absicht, der Parteitag von Rom beschlossen hat, indem er dem Ausschuß der liebäugelt, hat das Proletariat durch imponierende. Kundgebungen dem Ministerium ihr Vertrauen zu bezeugen, gar nicht in die Tat Konföderation der Arbeit das Recht einräumte, mit entscheidender dem revolutionären Rußland und dem französischen Kulturkampfe umsetzen tonnten. Stimme an gewissen Sigungen des Parteivorstandes und der Fraktion zugejubelt. Das Proletariat Italiens weiß, daß es seine schwersten Dasselbe Frühjahr brachte einen zweiten Konflikt zwischen teilzunehmen. Stämpfe noch zu gewärtigen hat, und es fühlt mit seinen Brüdern, der Fraktion und der Masse der Organisierten. Nach dem Blutbad von die heute im Bordertreffen der Weltgeschichte stehen Calimera hatten die Arbeitskammern durch Referendum beschlossen, nicht zu streiken. Wenige Tage darauf kam es zu dem blutigen Konflikt in der Arbeitskammer von Turin, und die Ant wort war der allgemeine Proteststreit, der ohne vorherige Verständigung allerorts spontan ausbrach. Damals nahm die sozialistische Parlamentsfraktion eine Tagesordnung Turati gegen den Generalstreit an! In dieser Situation fam der Sozial demokratie die Verbohrtheit der Gegner zu Hülfe. Die Kammer lehnte es ab, eine Motion Turati gegen die Proletariermorde auch nur zu distutieren, und die Sozialisten antworteten mit der Nieder legung ihrer Mandate! Dieser von Bissolati vorgeschlagene Protest war fein Aft der Klugheit im landläufigen Sinne, tein Meisterwert der Diplomatie und Berechnung, kein Mittel, um den parlamentarischen Einfluß der Partei zu heben, aber er dokumentierte der Opportunität und dem Opportunismus zum Trotz die Solidarität zwischen der Masse und der sozialistischen Parlamentsfraktion. Die Neuwahlen sezten den Bestand der Fraktion von 27 auf 28 herab, aber, obwohl unter den verlorenen Mandaten sich auch eines befand, das bereits seit mehreren Legislature perioden von der Partei behauptet war, hat wohl feiner den Preis für zu hoch erachtet, durch den ein schwerer Fehler der Fraktion gefühnt wurde. Anfäße zu einer Widerstandsbewegung hat das Jahr 1906 auch bei verschiedenen Kategorien städtischer und staatlicher Beamten gezeitigt. Es sei an den Streit der römischen SchußmannschaftsEleven erinnert, an den passiven Widerstand der Zollbeamten, an die Bewegung unter den Polizisten. den Karabinieri und Gefangen wärtern, die zu einer Verbesserung der Lage dieser schlecht bezahlten und überbürdeten Berufe geführt hat. Briefkaften der Redaktion. wwwww Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Alufgang 4, eine Treppe( Handelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Geöffnet 7 1hr. wochentäglich von 7 bis 9 1hr abends statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein Ehe wir von der Bewegung der arbeitenden Klasse und des Buchstabe und eine Zahl als Wierkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Kleinbürgertums übergehen zu dem, was man die politischen Er wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. eignisse des Jahres nennt, sei noch eines wirtschaftlichen Ereignisses G. S. 18, 2. G. S. 13. G. G., 21. 85, G. Sch. 2. Ja. von nicht zu unterschätzender Bedeutung gedacht: der internationalen Mietskontrakt 39. Wenn der Wirt noch nicht seit zugefagt hatte, Ausstellung in Mailand. Obwohl der Anordnung und Ausdehnung sondern sich oder die Frau für ihn Freiheit vorbehalten hatte, dann hätte nach weit hinter den Weltausstellungen in Baris und in Chikago burg. 1. Ja. 2. Etwa 10 Mart. 3. Der unterliegende Teil hat die Koſten eine Schadenersagttage teine Aussicht auf Erfolg. A. N., Rummels: zurückſtehend, war sie doch ein Beweis des mächtigen industriellen eines Bivilprozesses zu tragen. 4. Ja. N. 2. 28. Nein.- 30. F. R. Aufschwungs der Halbinsel, ein Beweis der zahlreichen jungen Nicht die Bestimmungen des Bürgerlichen Gesetzbuches, sondern die von Energien, des unermüdlichen Schaffens dieses Landes, das im Aus- Ihnen vereinbarte Bestimmung gilt. Allgemeine Auskünfte lehnen lande noch immer als das Land des dolce far niente( füßen Nichts- wir ab. 5 Pfennig Topp. Uns nicht bekannt. Pommern. Nein. tuns) gilt. Den Italienern selbst, die an Mißtrauen und Nichtachtung 6. S. 7107. Vom Amtsgeheimnis tann der Betreffende nur durch A. D. 6. Zu dem Abzug den eigenen Leistungen gegenüber franken, war die Mailänder Welt- feine vorgesetzte Behörde entbunden werden. ist der Chef nicht berechtigt. R. 2. 50. 1. Der Strafantrag muß innerausstellung eine Ueberraschung und ein Ansporn. halb drei Monaten gestellt werden. 2. 1893. William 36. Ohne genaue Trüb und stickig wird die Atmosphäre, wenn wir uns dem nachprüfbare Unterlagen fönnen wir den Fall nicht veröffentlichen. Wir parlamentarischen Leben zuwenden. Hier stoßen wir nur auf Still- raten Ihnen, sich zunächst an Genossen Gimanowski, Engel- Uljer 15, zu stand und Bersumpfung, als dränge kein Widerhall des regen wenden. D. B. Gelsenkirchen, Bern. Wiederholt, zuletzt ausführlich Während so das Frühjahr der Partei schwere innere Konflikte wirtschaftlichen Treibens in die tote bleierne Dede des offiziellen in dem Artikel, die Schraube der direkten Steuer in Breußen in der ersten brachte, hat der Herbst mit dem Parteitag den Grund zu einer Italiens. Ginen Augenblick schien es, als hätte das Votum, durch Bellage vom 29. Dezember haben wir dargelegt, daß die Staatsbehörde auf inneren Friedigung oder doch zu einem Waffenstillstand gelegt. Vom welches das Ministerium Fortis weggefegt wurde, der ganzen unheil- Grund des§ 23 von Arbeitgebern verlangt, eine Liste der Arbeitnehmer und Barteitag zu Rom datiert eine neue Hera der sozialistischen Be- vollen Mera Giolitti ein Ende gefeßt, einer Aera der liberalen ihres Lohnes aufzustellen. Daß aber die Arbeitgeber hierzu nicht verpflichtet sind. A. K. 10. Leider ja. A. P. 8weimal: 1893 und 1906... wegung Italiens: Die Mehrheit hat nicht nur den Syndikalismus, Phrase und der reaktionären Bragis, in der ein unbegrenzter auf Ihre Reklamation müssen Sie bis zum 18. Antwort erhalten. sondern die in Bologna fanttionierte antiministerielle und Synismus der Regierenden sich vorzüglich vertrüge mit der Herr K. 17. Schreiben Sie, wie der Titel lautet. Die Anrede ist gleichgültig. intranfigente Richtung abgelehnt. Der jahrelange innere Hader hat schaft großlapitalistischer Cliquen, als deren Grekutivkomitee die- H. S. Der Vertrag über das Grundstück ist nur gültig, wenn er fomit ein Ende gefunden, da die Unterlegenen alte Verfechter Regierung fungiert. Es schien, als ob mit Sonnino eine fon- gerichtlich oder notariel geschlossen ist. Sie müssen solchen Vertrag Josef Gräber. Beliebig oft. der Parteidisziplin ihre Stellung als Minorität anders auffaffen fervative Reformpartei ans Ruder käme, die an Stelle der schmutzigen M. 100. As unehelicher als seinerzeit die Reformisten. Cliquenwirtschaft eine großzügige und rechtschaffene bürgerliche Sohn sind Sie in den Nachlaß Ihrer Mutter genau so erbberechtigt, wie Auch die Frage der autonomen 8irtel, die feit zwei Stlaffenpolitit sezen würde. Aber das Parlament . M. 17. Eine Selage auf unentgeltliche dieses elendeste hre ehelichen Geschwister. Herausgabe anzustellen beim Amtsgericht hat Aussicht auf Erfolg. Jahren die Partei beschäftigt hat, ist durch die neue Aera beigelegt Barlament Giolittischer Wahlmache tonnte und wollte ein von 2. Node. Wenden Sie sich an einen Bogelhändler oder an einen Tierarzt. worden, freilich unter Umgebung der Bestimmungen des Drganie Cliquen, Trusts und Hochfinanz unabhängiges Kabinett nicht dulden.. 10. Ja.- 5. G. Es wäre nur eine Beschwerde an den Magistrat möglich. fationsstatuts. Für die Orte, an denen alle Verföhnungsversuche Daher: Rüdfehr Giolittis, der mit einer überwältigenden Mehrheit 2. 400. Eine Sprache läßt sich nicht fünftlich machen. D. N. 9. gescheitert sind, ist die gleichzeitige Existenz zweier Organisationen weiterwirtschaftet, die Jntereffen einer kleinen Schar von Schmarozern Waren die Kosten notwendig und 3hr Sohn hülfsbedürftig, so würden Sie praktisch anerkannt worden! denen des aufstrebenden Bürgertums voranstellend, eine Regierung, zur Zahlung der Kosten verpflichtet sein. H. D. 33. Wenden Sie sich 21. 1. 26. Nein. 2. H. 07. Dhne nähere die auf dem Lande lastet und die unfähig ist, der mächtig fort- an eine Chokoladenfabrit. schreitenden wirtschaftlichen Expansion Italiens Wege zu öffnen und 2. 2. Es tann nur eine und zwar die höhere Rente bezogen werden. Darlegung des Sachverhalts ist Ihre Anfrage nicht zu beantworten. Spielraum zu schaffen. J. S. 99. 1. Wollen Sie eine Adoption vornehmen, so ist dieselbe So sehen wir in den parlamentarischen Arbeiten teine fühne vor dem Gericht oder vor dem Notar vorzunehmen. Die Kosten betragen Initiative, fein Voraussehen fünftiger Bedürfnisse, sondern nur ein in beiden Fällen 50 M. Einen bestimmten Rotar tönnen wir nicht träges, widerwilliges Sichanpassen an das längst Erworbene ohne Wagnis empfehlen. 2. Wollen Sie nur die Namensänderung vornehmen, so muß Wie für die Partei, so war auch für die Gewerkschaftsbewegung und ohne Ehre. Als es nachgerade unmöglich war, dem Lande noch weiter der Vormund, die Mutter und Sie eine notariell oder gerichtlich bebas verflossene Jahr bedeutungsvoll: In allen Gewerben war eine die Rententonvertierung vorzuenthalten, als der Binsfuß der Konsols glaubigte Erklärung abgeben. Kostenpunkt etwa 10 M. 3. Das Geld bleibt starte Streitbewegung zu verzeichnen. Nach den monatlichen Bulletins ein traffer Anachronismus war gegenüber der gehobenen Finanz direktion wenden. 2. Bir haben seit Jahren zum Austritt aus der 2. G. 100. 1. Die Schwester müßte fich an die Armendes Reichsarbeitsamtes sind in den ersten zehn Monaten von 1906 lage und gegenüber dem Preise des Geldes, hat die Regierung Schwindellasse aufgefordert. Nachträglich werden Sie die Beiträge zahlen 1208 Streits erklärt worden. Nur von etwas mehr als zwei endlich die Rente konvertiert eine Riefenkonvertierung von müssen, da Sie nicht ausgetreten find. 2. M. 48. Drittel dieser Streils war die Zahl der Beteiligten be 8 Milliarden, die ohne die geringsten Störungen des Geldmarkts A. B. 100. Auf Antrag kann die Versicherungsanstalt die Aufnahme Tannt; fie belief sich für 846 Ausstände auf 287 080. Am verlaufen ist. Keinem Finanzgenie, sondern unermeßlichen Opfern in eine Heimstätte bewilligen. Almosen 18. 1. Darüber hat auf Klage stärksten war an der Streitbewegung die Textilindustrie des kleinen Mannes, der Geduld der Steuerzahler ist der Verlauf das Gericht zu entscheiden. Voraussichtlich würde es eine Verpflichtung zur beteiligt, für die 174 Arbeitseinstellungen verzeichnet sind. Für 139 dieser Operation zu danken, deren Ertrag allen zugute kommen Unterhaltspflicht nicht anerkennen. 2. Nein. Dieser Textilarbeiterstreits ist die Zahl der Streifenden bekannt: wird, nur nicht dem fleinen Manne und dem Steuerzahler! 49 062. Herborgehoben zu werden verdient der Turiner Textil- Auch in einer anderen großen Finanzoperation, dem Rücklauf arbeiterstreit der Weberet Poma, der am 30. April ausbrach, 3000 des Südbahnnetzes, haben Regierung und Parlament die Dinge Arbeiter meistens Frauen umfaßte und mit Erfämpfung des an sich herankommen lassen und in zwölfter Stunde den Rücklauf Behnstundentages endete. Ein Zwischenfall während dieses Streits unter ungünstigen Bedingungen vollzogen. führte zu dem blutigen Zusammenstoß in der Arbeitskammer und in Zur Ehre gereicht dem Parlament die unter dem der Folge zum Generalstreit im Mai. Der Ausdehnung und Dauer Kabinett Sonnino endlich beschlossene Abschaffung der Zeitungsnach war am bedeutendsten der Textilstreit der Drte um den Lago zenjur, zur Schande gereicht ihm das Vertrauensvotum, das es der Maggiore, der vom 31. August bis zum 23. Oktober währte. Striegsmarineverwaltung ausgesprochen hat, nachdem diese durch die An ihm nahmen 3089 Frauen und 1887 Männer teil; fünf Tage Ergebnisse einer offiziellen Enquete an den Pranger gestellt worden lang währte ein Sympathiestreit der anderen Industrien mit über war. Als einer späten und unvollkommenen Rückzahlung dessen, Berjährung tritt in breißig Jahren ein. 2. P. 61. Wenden Sie 20 000 Streitenden. Zwar nicht der geforderte Zehnstundentag, aber was das geeinigte talien den füditalienischen Provinzen genommen sich an die Charité, oder an die Entbindungsanstalt, Artillerieſtraße. Von einer großen Mehrheit getragen, geht der gemäßigt reformistische Parteivorstand jezt an den Ausbau der Drganisation und Propaganda, beseelt von dem Verlangen nach ernster Arbeit, beren Ermöglichung nach den unfruchtbaren Jahren inneren 8wistes allen Sozialisten, den Siegern wie den Besiegten des Parteitages, als eine Wendung zum Besseren erscheinen muß. Am Sonntag, den 6. Januar, nachmittags 5 Uhr, verschied nach langen und schweren Leiden plög lich meine inniggeliebte Frau und treue Lebensgefährtin Albertine Kappel geb. Gebauer im 64. Lebensjahre. Dies zeigen tiefbetrübt an Peter Kappel, Tischler, nebft Kindern und Verwandten. Die Beerdigung findet Freitag, den 11. Januar, nachm. 1, Uhr, vom Rigdorfer Gemeinde Kirchhof, Marlendorfer Weg statt. 7895 Deutscher Metallarbelter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schmied Friedrich Römer am 5. Januar gestorben ist. Ehre seinem Andenken! 110/5 Die Ortsverwaltung. Allen, die unserer guten Tochter, Schwester und Tante Julie Hinke die letzte Ehre erwiesen haben, insbesondere den streikenden Stolleginnen der Firma Siemens u. Halste, Abteilung Langner, unseren herzlichsten Dant. Familie Hinhe ORIGINAL SINGER Paul Singer Nähmaschinen. 34672 Einfache Handhabung! Große Haltbarkeit! Sohe Arbeitsleistung! Weltausstellung Grand Prix Weltausstellung Paris 1900: St. Louis 1904. Unentgeltlicher Unterricht, auch in moderner Kunststickerei. Elektromotore für Mähmaschinenbetrieb. Singer Co. Nähmaschinen Act. Ges. Berlin W., Leipzigerstr. 92. Filialen in allen Stadtteilen dem Kinde. Nein. D. S. 1207. Eine Slage auf Schadenersatz wäre nicht ohne Aussicht auf Erfolg. Bet Beträgen bis B. G. Nixdorf. Benden Sie sich um Auskunft an den Magistrat. 300 m. ist das Amtsgericht, für höhere das Landgericht zuständig. W. Schöneberg. Sie könnten auf Unterlassung des Lärms beim Gericht Klagen und eine einstweilige Verfügung gegen mutwilliges stören der Ruhe erwirken. C. B. J. 10. 1. Auswärtiges Amt. 2. Unverständig: unterlassen Sie allgemeine Fragen, schildern Sie den Sie betreffenden Fall und knüpfen daran Shre Frage. 3. und 4.: Nein. Wenn ein Urteil bereits vorliegt, fo wäre der Wirt im Recht. Ohne Urteil hat er fein Recht, die Sachen zu bertaufen. Puckegger A. So viel uns bekannt, nein. Zwei Streitföpfe. Das ist teineswegs der Fall. Frig. Die Adressen der Zeitungen und Vereine finden Sie im Adveßkalender II. Zeil. 5. 6. 25. Ja, Zentralverband der Steinarbeiter. Berlin I. Sonntag, den 13. d. Mts., vormittags 10 Uhr: General- Versammlung in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Duartal und Jahresbericht des Vorstandes. 172/ 1* Verlag G. Birk& Co. offen, scheesemble Dr. Simmel, Prinzen. 2. Wahl des Gesamtvorstandes. 3. Verligtedenes, München. In den nächsten Tagen erscheint 3546L* Das persönliche Regiment. Reden und sonstige öffentliche Aeußerungen Wilhelm II. Zusammengestellt von Wilhelm Schröder. 208 Seiten. Str. 41, mit dem Schlager: Spezialarzt für 3/5 Schuster Voigt vor Gericht. Hant- und Harnleiden. Sensationeller, parodistischer Art, 10-2.5-7 Sonntags 10-12. 2-4. unter Mitwirkung des Publikums. Politisch! Satfrisch! Abendfüllend. Programm. Hochtomisch. Frei für Gastspiele. Paul Joscheck, 768b Berlin N., Gethsemanestr. 3, II. Bort. Hohe Belohnung. Anf. d. Fahrt n. Rigdorf, Teupiter. ftraße, ist Dienstagabend in AutoPreis M. 1- mobilbroschte photogr. Apparat legen Bestellungen werden schon jetzt geblieben. Abzugeben auf dem Fundbureau des entgegengenommen. 7966 Bolizeipräfidiums. Buchhandlung Vorwärts Berlin, SW. 68. Lindenstr. 69. 8ur Agitation, namentlich auf dem Lande, empfehlen wir angelegentlichst Die Versammlung fängt pünktlich an. Bahlreichen Besuch erwünscht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Das verbotene Blatt. Donnerstag, den 10. Januar cr., abends 8%, 1hr, im Englischen Preis für 100 Gremplare 1 M. Porto 10 Pf. Hygienische Bedarisartikel, Neuest. Katalog m. Empfohl.viel Aerzte u.Prof. grat. u. B. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92, Garten", Alexanderstraße 27e: Vertrauensmänner- Versammlung 77/11 der in der Küchenmöbel- Branche beschäftigten Tischler und Maler. Weißensee und Nixdorf find hierzu eingeladen. Jebe Werkstatt muß vertreten fein. Der Branchenleiter. Erster Wahlkreis. VI. Wahlkreis! Heute Donnerstag, den 10. Jannar, abends 8 Uhr, bei Müller, Krauſenſtr. 10: 2 öffentl. Wähler- Versammlung Ffür die Wahlbezirke 19-23. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Fritz Ebert über: Die Neuwahlen zum deutschen Reichstage." 2. Freie Aussprache. Ansprache des sozialdemokratischen Kandidaten Dr. Leo Arons. Zahlreichen Besuch erwartet Der sozialdemokratische Wahlausschuß. II. Wahlkreis. Am Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8½ Uhr: Wählerversammlungen Freitag, den 11. Januar, abends 8 Uhr, in der„ Borussia", Ackerstraße 67; Sonntag, den 13. Januar, mittags 12 Uhr, in den ,, Germania- Prachtfälen, Chauffeestraße 103. Tages Drdnung: 4 246/ 5* Der Reichstags- Wahlkampf. Referenten sind die Genossen Grunwald und Ledebour. Bu zahlreichem Besuch ladet ein Das Wahikomitee. Wähler- Versammlungen Deutscher Holzarbeiter- Verband. in folgenden Lokalen: Zahlstelle Berlin. Schnegelbergs feftfäle, Hafenheide 21. Referent: Stadtverordneter H. Heimann. Donnerstag, den 10. Januar 1907, abends 8% Uhr: Alter Bürgergarten, Lindenstraße 105. Referent: Der Kandidat des Kreises R. Fischer. Tages- Ordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2. Diskussion. Frauen haben Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet 238/ 3* Das sozialdemokratische Wahlkomitee. III. Wahlkreis. Freitag, den 11. Januar, abends 8 Uhr: Zehn große Mitglieder- Versammlungen in folgenden Lokalen: Landsberger Böhmisches Brauhaus, ger| Kliems Festfäle, sasenbeide 13-15. Prachtsäle des Oftens, anfurter Hofjäger, sasenheide 52-53. Allee 151-152 Brauerei Königstadt, Achönhoice. Norddeutsche Brauerei, strake 58. Moabiter Gesellschaftshaus, Schweizer Garten, Am Friedrichshain. Boekers Fettsäle, weberstr. 17. 2 Wählerversammlungen andreas- festfäle, Andreasier. 21. in folgenden Lokalen: ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Referent: Redakteur Wilhelm Düwell. , Berliner Klubhaus", Ohmstraße 2. Referent: Stadtverordneter Dr. Zadek. Zages Ordnung: 1. Die Neuwahl zum Reichstage. 2. Freie Aussprache. Zahlreichen Besuch erwartet 240/ 3* Zages Drdnung: Wiclefftr. 24. Allee 10-11. Chauffee Die Aussperrung der Berliner Holzarbeiter. Referenten: Otto Dahlke, Georg Exner, Wilhelm Güth, Hermann Jaek, Langhammer, Richard Leopold, Hermann Maaß, Karl Reiche, Heinrich Späthe und Franz Stusche. Mitgliedsbuch legiitimiert. Der Vorstand. 77/ 8* Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Freitag, den 11. Januar 1907, abends 8 thr: General- Versammlung für sämtliche Bezirke und Zahlstellen der Maurer, der Sektion der Puher, der Gips- und Zementbranche sowie der Fliesenleger bei Freyer( früher Keller), Stoppenstraße 29. Tages- Ordnung: 1. Aufstellung der Delegierten zum neunten Verbandstag. 2. Anträge zum Verbandstag. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch resp. Legitimationskarte legitimiert. NB. Da wir mit Rücksicht auf die uns bevorstehenden Reichstagswahlen zur Erledigung gewerkschaftlicher Angelegenheiten nur in ganz dringenden Fällen Versammlungen einberufen und die zur Erledigung obiger Tagesordnung sich notwendig gemachte Bersammlung als solche bezeichnet werden muß, ersuchen wir die Kollegen, recht zahlreich zu erscheinen. 136/ 2* Der Zweigvereins- Vorstand. 3..: E. Thöns. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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