Nr. 11. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nununer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Post- Zeitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Numänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Jans 24. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Infertions Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile ober beren Naum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pig. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf Stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pig. Worte über 15 Buchstaben zählen für givei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition " abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Der Tutzen der Kolonien für die Arbeiter. I. Sonntag, den 13. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. Nr. 1984. Hätten die Arbeiter Deutschlands die gesamte Ausfuhr Kolonialamt ein sehr schlechtes Geschäft machen. Sie hatte des Reichs, die hundertmal größer ist als die nach den Schutz- dann im Jahresdurchschnitt 20 Millionen zu zahlen, um gebieten, ebenso teuer zu bezahlen wie diese, sie müßten von 12 Millionen an Löhnen zu erhalten. Sie hatte 1905 ihren Löhnen eine Milliarde jährlich für diese Art Arbeits- 50 Millionen herzugeben, um 30 Millionen Arbeitslohn zu bermittelung ausgeben. Ein Glück für sie, daß die Ausfuhr erhalten. Das Kolonialamt als Arbeitsvermittelung verlangt nach den nicht deutschen Gebieten eine so viel größere ist als für die Vermittelung eines Jahreslohns bon 1000 Mart die nach den Kolonien. Denn die Ausfuhr für den Welt- eine Vermittelungsgebühr von 1600 Mart, die freilich nicht markt ist für sie frei von dieser wucherischen Belastung. der einzelne Arbeiter, sondern die gesamte Arbeiterklasse zu zahlen hat. Dies gilt, selbst wenn die Dernburgschen Zahlen richtig wären. Aber der Mann, der mit so unglaublich vielen Ziffern um sich wirft, hat noch keine vorgeführt, die das Tageslicht vertragen hätte. Das gilt auch von den hier in Rede In der Tat, wie dankbar müssen doch die Arbeiter für die Wohltaten dieser segensreichen Arbeitsvermittelung sein! Indes ist auch diese Rechnung noch zu günstig für unsere So alt wie der Kapitalismus ist auch seine Moralheuchelei. Von Anfang an liebte er es, auch seinen größten Verbrechen ein ethisches Mäntelchen umzuhängen und die Welt glauben zu machen, daß Selbstlosigkeit seine einzige Triebfeder bilde. stehenden. Wenn man die spanischen Eroberer hörte, die Amerika ent- Er nimmt an, daß der jährliche Reichsaufwand für die Kolonialpolitik. In Wirklichkeit ist die Belastung der Arbeiterdeckten und seine Bewohner plünderten und niedermezzelten, Solonien 30 Millionen Mark beträgt. Zu dieser Zahl kommt klasse durch sie noch eine weit größere. so war es nicht Goldgier, was sie trieb, sondern er dadurch, daß er den Durchschnitt für 22 Jahre, 1884 bis der Drang, die frohe Botschaft von der Erlösung der Mensch- 1906, nimmt. In diesem Zeitraum hätte das Reich 700 Klasse zu den Reichsausgaben bloß ein Drittel beiträgt. Dernburg geht von der Voraussetzung aus, daß die Arbeiterheit den armen, blinden Heiden mitzuteilen. Und wenn Millionen verausgabt, also im Jahre durchschnittlich etwa Aber die Haupteinnahmen des Reichs find indirette Steuern, man die heutigen Kapitalisten hört, so könnte man 30 Millionen. Wir haben bereits wiederholt darauf hin- die wie Kopfsteuern wirken, im großen und ganzen jeden Kopf glauben, fie plagten sich und riskierten Geld und Gesund- gewiesen, daß der Aufwand des Reichs für die Kolonien tat- der Bevölkerung gleich stark belasten. Und die lohnarbeitende heit bloß, um den Arbeitslosen Brot zu schaffen. Ja, fächlich ein weit größerer, ungefähr doppelt so groß Klasse ist zahlreicher als die anderen Klassen. Von den nur zu diesem Zwede treiben sie sogar ihren Lurus; fie trinten war. Danach entfielen auf das Jahr durchschnittlich etwa 19 Millionen Erwerbstätiger in Landwirtschaft, Industrie und nur Wein, um die Weinbauern vor dem Bankerott zu schützen, 60 Millionen für die Kolonien schlürfen Austern, bloß um den Austernfischern Verdienst zu hängenden Flottenrüstungen nicht mitgerechnet. die damit zusammen- Handel waren 1895 fast 132 Millionen Lohnarbeiter und gewähren, fleiden ihre Weiber bloß deshalb in Samit, Angestellte, 71 Prozent aller Erwerbstätigen dieser Berufe. Seide und Spizen, um arme Weber und Spizenklöpplerinnen niedrig ein, so rechnet er die Ausfuhr aus Deutschland dahin großen Prozentsaz aus, weil bei ihnen Weib und Kind in Segt aber Dernburg die Ausgaben für die Kolonien zu In der Bevölkerung machen die Lohnarbeiter freilich keinen so vor dem Hungertode zu bewahren. Die Arbeiter freilich kennen längst schon die Weise und zu hoch. Um das zu können, bedient er sich folgenden Sniffs: viel höherem Grade verdienen müssen. Trotzdem gehörten Die Ausgaben rechnet er nach dem Durchschnitt von 1895 von den 52 Millionen der Gesamtbevölkerung Deutschden Tert und die Verfasser. Aber unsere Intellektuellen, unsere Dichter und Denter trauen immer noch gläubig diesen 22 Jahren, die Ausfuhr dagegen nach 1 Jahr. Er sagt lands 28 Millionen zur Lohnarbeiterschaft. Und da auch die Ammenmärchen. Das zeigt der Beifall, den die neugebackene nicht, welches. Die Zahlen für 1906 fönnen fanm schon Heimarbeiter sowie viele fleine sandwerker, Händler, ZwergErzellenz mit dem robusten Gewissen in der Versamm abgeschlossen vorliegen. Für 1905 gibt das statistische Jahr bauern und Mitglieder der freien Berufe tatsächlich zum lung des kolonialen Aktionskomitees hatte. buch von 1906 die Ausfuhr aus dem Zollgebiet nach den Proletariat zählen, kann man dieses ruhig auf mindestens Die geistigen Spizen der bürgerlichen Gesellschaft Berlins waren fast voll- Schutzgebieten( Kiautschou inbegriffen) auf 46 Millionen an drei Fünftel der Bevölkerung, 60 Prozent, veranschlagen. ständig bort vertreten, darunter Leute, die sich selber für Ohne Kiautschou find es bloß 38 Millionen. Angesichts dieser Zahlen ist es viel zu optimistisd, ge50 Millionen feine Spur. Dabei zeigt aber Sozialisten halten und ernsthafte Gelehrte sind. Aber keinem das rechnet, wenn man annimmt, die Arbeiter trügen bloß ein 1905 Jahr von ihnen fiel es ein, auch nur eine schüchterne kritische Be Ausfuhrziffern! Im Jahre 1892, dem ersten, aus dem im davon. außergewöhnliches Anschwellen der Drittel der Reichslasten. Sie tragen sicher reichlich die Hälfte mertung zu wagen, als Herr Dernburg ihnen des langen und statistischen Jahrbuch eine Angabe über den Handel unserer breiten auseinandersetzte, den Vorteil von unseren Stolonien Rolonien zu finden ist, betrug die Ausfuhr dorthin 6 Millionen politik bloß 30 Millionen ausmachten, entfielen auf die Arbeiter Selbst wenn die jährlichen Ausgaben für die Kolonialhätten nicht die Podbielski, Tippelskirch, Wörmann und deren( es wurden damals nur Deutschostafrika, Kamerun, Togo und mindestens 15 Millionen davon. Da aber Dernburgs AnAnhang, sondern die Eingeborenen Afrikas, denen man Neuguinea verzeichnet). 1897 belief fich dann die Ausfuhr aus schlag um die Hälfte zu niedrig ist, hatten sie gut 30 Millionen eine höhere Stultur bringe, und die Arbeiter Deutsch- Neuguinea eine höhere Stultur bringe, und die Arbeiter Deutsch dem Zollgebiet nach den deutschen Kolonien ohne Stiautschou für die Stolonien zu zahlen, im Jahre 1905 70 bis 80 Millionen. Iands, die auch durch die Kolonien zu einem auf 0 Millionen, 1907 mit dieser Pachtung" auf 22 Millionen, reicheren 2Lohneinkommen gelangten. In einer Arbeiterversammlung hätte dem Herrn Kolonialdirektor ohne sie 15 Millionen. Von da an zeigen die Ausfuhrziffern der Ausfuhr sicher weit weniger aus, als vier Fünftel ihres Wertes, wie Dernburg annimmt. schallendes Hohngelächter geantwortet; die Herren Professoren ohne Kiautschou folgendes Bild: Schmoller, Delbrück, Jastrow, Liszt usw. dagegen jubelten ihm stürmischen Beifall zu. So sind die Ausführungen Dernburgs fennzeichnend nicht bloß für ihn, sondern auch für unsere bürgerliche Wissenschaft und lohnen schon deshalb noch eine kleine Nachlese. " " ein " Also von Wert der Ausfuhr aus dem deutschen Zollgebiete nach den deuschen Schutzgebieten( ohne Kiautschou): 1902 Mart 1903 Mark 1904 Mart 1905 Mart 15 057 000 14 107 000 27 341 000 30 357 000 Also erst seit 1904 ein plögliches Anschwellen der Ausfuhr. in Südwestafrika. Es betrug: Woher stammt dies? Aus nichts anderem als dem Aufstand Wert der Ausfuhr aus dem deutschen Zollgebiet nach Südwest 1902 Mart 4 796 000 1903 Mart 1904 Mart 1905 Mark 4 496 000 14 811 000 20 597 000 Dabei macht aber der Anteil des Arbeitslohnes am Werte Zu diesem Ansatz tonnte er nur durch die feine Voraussegung kommen, den freilich alle anwesenden Gelehrten der bürgerlichen Nationalökonomie mit gläubiger Zustimmung aufnahmen: Die Arbeiter produzierten mit nichts ans nichts. Man braucht aber wirklich nicht große wissenschaftliche Forschungen angestellt zu haben, um zu wissen, daß ohne Werkzeuge, Maschinen, Bauten, Rohstoffe und Hülfsstoffe nichts fabriziert werden kann. Auch deren Werte sind, neben Löhnen und Profiten, Zinsen, Grundrenten, kurz, dem Mehrwert, in dem Preis der Waren enthalten. Beträgt der Preis der exportierten Waren 50 Millionen und der Anteil der Profite, Zinsen, Grundrenten daran 10 Millionen, so beträgt der Wert des Rohmaterials usw. vielleicht 30 Millionen, und der der gezahlten Löhne etwa 10 Millionen. Daß die Lohnhöhe ungefähr der des Mehrwertes entspricht, im gesellschaftlichen Durchschnitt, auf den es allein hier ankommt, zeigen mehrfache Berechnungen, auf die wir hier nicht weiter eingehen können. Nach dem Bericht des Berliner Tageblatt, das seinem teuren Dernburg sicher nicht unrecht tun wird, erklärte dieser: Wenn die Kolonialpolitit bis jegt einem besonderen Kreise des deutschen Voltes Vorteil gebracht hat, so ist es der Kreis der Jndustriearbeiter. Die fapitalistischen Unternehmungen sind afrita: noch zu jung, um schon beträchtliche Gewinne zu bringen. Aber der Handel Deutschlands in seinen Schutzgebieten hat sich günstig entwickelt. Von einem Gesamthandel der deutschen Schutzgebiete( außer Kiautschou) von 100 Millionen Mark gehen etwa für 50 Millionen Mark deutsche Industrieprodukte zurzeit nach den Schutzgebieten außer Kiautschou, 1904, wo der Aufstand ausbricht, steigt also plötzlich die wobei nicht in Rechnung gestellt ist, was von deutschen Ausfuhr nach Südwestafrika rapid, sie vervierfacht sich binnen Wir sehen hier davon ab, daß viele Rohmaterialien aus Waren noch über England, Sansibar usw. nach unferen Kolonien furzem. 1905 gesellt sich dazu die ostafrikanische Expedition. dem Auslande stammen, Baumwolle, Kupfer, Kautschut, gelangt. Rimmt man an, daß unsere industrielle Ausfuhr nach Und gerade dieses Jahr 1905 mit seiner außergewöhnlich Eisenerze usw., die sicher keine deutschen Löhne enthalten. den Kolonien im Werte von 50 Millionen Mark durch Zahlung hohen Ausfuhr sucht sich nun der Mann mit dem robusten Wie immer wir rechnen mögen, auf keinen Fall dürfen von 40 Millionen Mark Löhne fabriziert wird, und daß die Ar- Gewissen aus, um es ganz ungeniert der Durchschnittszahl wir annehmen, daß vier Fünftel des Warenwerts Arbeitslohn beiter etwa ein Drittel des jährlichen Reichsaufwandes für die der Ausgaben für 22 Jahre entgegenzusehen, in denen nach darstellen. Ein Fünftel kommt der Wahrheit weit näher. Kolonien, nämlich zehn Millionen zu tragen hätten, so würden und nach das jetzige Kolonialreich geschaffen tourde. Und Danach entfielen auf einen Warenwert von 38 Millionen immer noch auf jede Mark Aufwand vier Mart Einkommen an unsere Herren Gelehrten lassen sich ruhig diesen plumpen faum 8 Millionen Mark Arbeitslohn, auf einen Wert von Verdienst treffen, was durch die Kolonien bedingt ist!" Sniff bieten. 15-20 Millionen nur 3-4 Millionen. Das sind natürlich Man kann natürlich nur Gleiches mit Gleichem vergleichen. nur annähernde Ziffern, aber sie zeigen deutlich, wie lächerlich Die Kapitalisten haben also in unbegreiflichem Edelmut Entweder den Durchschnitt der Ausgaben von 22 Jahren mit übertrieben die Behauptung Dernburgs ist, aus der deutschen bisher in die Kolonien nur ihre Kapitalien ohne Profit hinein- dem Durchschnitt der Ausfuhr für diesen Zeitraum, oder Aus- Ausfuhr nach den Kolonien flössen den Arbeitern 40 Millionen gesteckt; die Arbeiter aber Millionen Mark Nuzeu aus ihnen gaben und Ausfuhr für ein bestimmtes Jahr. Bemußt man Löhne zu. Ein Zehntel oder Fünftel davon dürfte richtiger sein. gezogen, so daß ihre Ablehnung der Kolonialpolitik noch weit die erstere Methode, dann finden wir neben 60 Millionen Das sind in Wirklichkeit die Arbeitslöhne, die der deutschen unbegreiflicher ist als der hohe Edelmut der Kapitalisten, die Mart jährlicher Ausgaben eine deutsche durchschnittliche Aus- Arbeiterklasse durch die Ausfuhr nach den Kolonien zuflossen, Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um ihr Geld in den fuhr von etwa 15 Millionen Mark. Oder wir vergleichen nur welche im Durchschnitt jährlich 15-20 Millionen, 1905 aber Kolonien loswerden zu dürfen. die Ziffern des Jahres 1905, und dann finden wir neben 38 Millionen betrug. Diese paar Millionen werden den So Herr Dernburg und die Herren Jastrow, Liszt und einem folonialen Ausgabenetat von 150 Millionen Mark( ohne Arbeitern nicht etwa geschenkt, sie müssen von ihnen durch Konforten. Nehmen wir an, seine Zahlen seien richtig was Stiautschou, von dem ja Dernburg bei seinen Ziffern abjah) harte Arbeit erworben werden. Und als Entgelt für die teineswegs der Fall ist, wie wir noch sehen werden, was eine Ausfuhr aus Deutschland nach den Kolonien von gnädige Erlaubnis, das tun zu dürfen, soll die Arbeiterklasse beweisen sie? nicht ganz 40 Millionen. Hier wie dort finden 70-80 Millionen jährlich freudig dem Staat in den Rachen Um ein Lohneinkommen von 40 Millionen Mark zu er- wir ungefähr dasselbe Verhältnis: die Ausgaben werfen und sich von ihm noch geschützt und beschenkt glauben! zielen, muß die Arbeiterklasse Deutschlands der Kolonialpolitit sind biermal so groß wie der Wert Nein, Herr Kolonialdirektor, solchen Unsinn mögen Sie für ihre angebliche Arbeitsvermittelung zehn Millionen Mart der Ausfuhr. Und dies Verhältnis versteht der neue Ihren Herren Professoren weiß machen, nicht Arbeitern, die jährlich bezahlen. Man zeige uns eine Arbeitsvermittelung, Solonialdirektor so zu verdrehen, daß es erscheint, als be- in der Schule der Sozialdemokratie rechnen die sich für die Zuwendung eines jährlichen Arbeitsverdienstes. trugen die Ausgaben für die Kolonien nur gelernt haben! bon 1000 m. 250 M. zahlen läßt, die nicht von den Arbeitern drei Fünftel der Ausfuhr aus Deutschland Das deutsche Proletariat wird die glänzenden Bilanzen als ein unverschämtes und brutales Wuchergeschäft ge- dahin. Alles Geschwindigkeit und keine Zauberei! und Prospekte, mit denen Sie das verkrachte deutsche Kolonialbrandmarkt würde. Herr Dernburg mit seinen Ethikern und Selbst wenn wir mit Dernburg annehmen, daß die geschäft zu fanieren hoffen, auf dieselbe Stufe stellen, wie die Rathedersozialisten findet dagegen nicht genug Worte des Arbeiterklasse nur ein Drittel der Reichslasten zu tragen hat Bilanzen und Prospekte der Gründer der Spielhagenbanken Entzückens über die große Wohltat, die den Arbeitern damit und vier Fünftel des Wertes der Ausfuhr als Lohn bezieht, und ähnlicher Unternehmungen. Darauf reinzufallen über. erwiesen wird. würde sie also bei der famosen Arbeitsvermittelung durch das läßt es der Blüte bürgerlicher Gelahrtheit. aba Wahlkampf. Eine Frage der nationalen Ehre! Mit einem treffenden Wort hat die letzte Sigung des preußischen Dreillaffenhauses vor der Meichstagswahl geschlossen. Ein Wort, das jeder proletarische Wähler, bas jeder Mann des Mittelstandes zur Nichtschnur nehmen sollte am Tage der Entscheidung, am 25. Januar! Herr Brömet, der letzte der Redner, sprach über die Notwendigkeit der Wahlrechtsreform in Preußen. Er fürchtet mit Recht die aufreigende Wirkung des Dreiklassen- Unrechts auf die Reichstagswähler,' und er hat allen Grund dazu, auch für den Freisinn zu fürchten, fürchten, da sein Wahlrechtsantrag nicht bie Erinnerung löschen fann an die Höhnische Weise, in der die freisinnige Preffe der Wahlrechtsbewegung bes preußischen Proletariats entgegengetreten ist, die würdelose Weise, wie damals der Freifinn die Geschäfte der Reaktion gegen die Sozialdemokratie besorgte. Jezt sollte das plöglich gut gemacht werden, und so sagte Herr Brömel: ,, Die Empörung über dieses Wahlrecht wird in Millionen Herzen schlimmer sein, als die Empörung über die AbTehnung einiger Millionen für Südwestafrita. Und wenn den Wählern gefagt wird, daß es sich bei der Reichstagswahl um eine Frage der nationalen Ehre handelt, fo werben viele mit Recht antworten: Die Reform des preußischen Wahlrechts ist längst zu einer Frage der nationalen Ehre geworden! Entrechtete der britten Wählerklasse, merkt dieses Wort! Und nüßt es! Den berlogenen, hohlen Phrasen von der nationalen Ehre, die es angeblich in der afrikanischen Wüste des Sande und Dornenlandes zu wahren gilt, segt die nationale Aufgabe entgegen, die es auf heimatlichem Boden zu lösen gilt, stellt die wahre Frage nationaler Ehre entgegen. Laßt die Reichstagswahl zur Antwort auf die brutale Wahlrechtsverweigerung in Preußen werden, wahrt Gure nationale Ehre, indem ihr durch den Reichsstimmzettel protestiert gegen die Entrechtung und Entwürdigung der Nation durch die Herrschenden Preußens! Gedenkt am 25. Januar 1907 des 21. Januar 1906! D Hintertreppen Wahldemagogie. den Titel trägt:„ Was ist Wahrheit?" Bom Zentralverband der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands 1000 M. Bei alledem find wir uns feinen Augenblick darüber im Zweifel, daß wir zur Erhaltung und Verstärkung unseres Besißstandes alle Kräfte einfeßen müssen. Wir haben 21 Wahlkreise zu verteidigen Von der Vereinigung der Maler Deutschlands, Filiale und davon 11, in denen die sozialdemokratische Stimmenzahl nur Berlin 800 M. Von der Vereinigung der Maler Deutschlands, Filiale ungünstiger war. Den ersten 11 Streisen gilt das Sehnen und Hamburg 500 M. Vom Verband der Schneider, Filiale Hamburg 500 m. Vom Verein zur Wahrung der Interessen der Puzzer Berlins und Umgegend 150 M. Zentralverband der Dachdecker Deutschlands 100 M. Proletarische Opferwilligkeit! In Kiel haben die Maurer und Zimmerer beschlossen, am Tage der Reichstagswahl die Arbeit einzustellen, damit die Mitglieder ihrer Verbände dem sozialdemokratischen Wahlfomitee für den ganzen Tag zur Verfügung stehen können. Begeisterte Stimmung überall! Genosse Singer, der bis jegt in Salle, Dessau, Magdeburg. Bochum, Düsseldorf, Straßburg und weithausen, an einigen dieser Orte in mehreren Versammlungen gesprochen hat, berichtet von der begeistertsten Stimmung, die er überall gefunden hat: Un allen Orten gab es trop größter Lokale überfüllte Versammlungen, die meist schon Stunden vor ihrem Beginn gesperrt werden mußten. Die Massen in den Sälen und auf den Straßen waren in fiegesfroher, fampfesmutiger Stimmung. Ueberall gab sich helle Befriedigung über die dem Bolle vorzeitig aufgezwungene Wahl fund. Die Versammlung in Bochum umfaßte über 7000 Menschen. In einigen Versammlungen, namentlich im Elsaß, versuchten liberale und Zentrumsgegner für ihre Parteien zu agitieren und gegen die Sozialdemokratie Stimmung zu machen. Sie operierten meist mit den Subeleien der Lügen- und Verleumdungsschriften aus der Werkstatt der M.- Gladbacher Zentrumsuniversität und wurden regelmäßig mit Wucht auf den Sand gesetzt, Alles in allem, so schreibt Genosse Singer, haben wir faum je einen so anregenden, frischen und aussichtsreichen Wahlkampf gehabt wie den, den wir der Firma Bülow- Dernburg verdanken. Deutsche Wähler im Ausland! * wenig über 40 Proz. der Wahlberechtigten ausmacht, außerdem haben wir atvei Streise zu erobern, wo das Stimmenverhältnis noch Hoffen der Neattion. Hier ist auch der Wahlkampf am heftigsten entbrannt. Das gilt besonders von den Kreisen Blauen( bisher Gerisch), Freiberg( Schulze), Wurzen( Lipinski), Borna( Schöpflin) und Zittau( Fischer). Auch im Wahlkreise Annaberg sezen die Nationalliberalen alles daran, dem Genossen Grenz den Sieg jo fchwer als möglich zu machen. Ihr Kandidat, der Syndikus des Verbandes sächsischer Industrieller, Dr. Stresemann, hält täglich Versammlungen ab. In früheren Wahlkämpfen bereitete uns der 2otalmangel große Schwierigkeiten, zumal wenn fie im Winter ausgefochten wurden. Jetzt haben wir in der Hälfte der Wahlkreise ausreichend Säle zur Verfügung, doch fehlen uns solche vielfach noch dort, wo wir sie am nötigsten brauchen, in entlegenen ländlichen Distriften. In einzelnen Kreisen halten unsere Genossen trotz der ungünstigen Jahreszeit Versammlungen unter freiem Himmel ab, das gilt besonders von den Wahlkreisen Wurzen und Borna. Zum Teil operiert gegen diese Art der Agitation die Behörde mit Bersammlungsverboten. In der letzten Woche griff auch Genosse Bebel in den Wahlfampf in Sachfen ein. Wohin er fam, wurde er mit Begeisterung begrüßt. Stundenlang vor der angefeßten Zeit waren die Lokale abgesperrt. Hierbei fam die begeisterte Stampfesstimmung der Massen, die in ganz Sachsen bis in die dunkelsten Winkel hinein herrscht, wie Sturmesgewalt zum Ausdrud. Und diese hinre.hende Kampfesstimmung berechtigt zu den besten Hoffnungen. Zur Wahlbewegung in Westpreußen. Jm Wahlkreise Graudenz- Strasburg fürchten die Anhänger der Partei" Drehschreibe", daß sie diesmal bei den Reichstagswahlen von den Polen über den Haufen gerannt werden. In ihrer Angst buhlen die Nationalliberalen ganz offen um die Stimmen der Sozialdemokraten. Ja, man scheut sich sogar nicht, den Sozialdemokraten zuzumuten, daß sie schon bei der Hauptwahl für den Kandidaten der Nationalliberalen eintreten sollen. Am 8. Januar fand in Graudenz, im Schüßenhause, eine beutsche Wählerversammlung" statt, die von zahlreichen Arbeitern besucht war. Verschiedene Redner der bürgerlichen Parteien beschworen die Sozialdemokraten hoch und heilig, bei einer etwaigen Die Agitation der„ Ordnungsparteien" hat zurzeit einen Stichwahl um Gotteswillen nicht für die Polen zu stimmen. Die geistigen Tiefstand erreicht, wie er selbst zur Zeit der Bocholt, 12. Januar.( Privattelegramm d.„ Borw.") polnischen Besizer, so führten die nationalliberalen Medner aus, Faschingswahlen nicht erreicht worden ist. Nicht nur, daß in einer Für die Grenzbewohner fand am Freitag eine öffentliche Volts- beschäftigen nur polnische Arbeiter und wollen das Deutschtum verReihe von Schwindelflugblättern die albernsten Märchen über versammlung im holländischen Orte Dingperlo statt, da zahlen niedrige Löhne, Ein Lehrer meinte, den kleinen Beamten Volts- drängen. Auch behandelten die Polen ihre Arbeiter schlecht und unsere Kolonialpolitit, über die Reichstagsauflösung und die im münsterländischen Wahlkreise Borten Redlinghausen an ginge es sehr schlecht, schlechter als manchem Arbeiter. Den ArKolonialopposition verbreitet werden: unsere ordnungsparteilichen der Grenze tein Lokal zu haben ist. 400 Bauern, Handwerker und beitern fönne es doch gar nicht so elend gehen, weil ja von SozialWahlschwindelmacher sind auch auf die Stufe des Hintertreppen Landarbeiter waren erschienen, der Kandidat des Wahlkreises, Berg- demokraten selber behauptet worden sei, daß manche Arbeiter sogar romans herabgeklettert, um den Leser gruselig zu machen. So liegt arbeiterverbands- Beamter Botorny sprach unter begeistertem Bei- ein Schwein in ihrer Wohnung hätten. Da wäre doch bor uns ein schauerlich schön illustriertes farbiges Flugblatt, bas fall. Bisher fiel in diesem Teil des Wahlkreises teine sozialistische risplen, der Parteisekretär für Westpreußen, entgegnete ben von einer Fleischnot teine Rede mehr. Genosse Stimme. Jetzt ist gute Aussicht im ganzen Wahlkreise, Auf der ersten Seite befindet sich eine Schauerszene, die sich Herren, die polnischen Großgrundbesißer unterschieden sich so gut wie gar nicht von ihren deutschen Kollegen; aber bei einer grell gegen den brandroten Hintergrund abhebt: uerfall und Vernichtung einer Farm". Mehrere Farmerleichen beetwaigen Stichwahl zwischen Konservativen oder Nationalliberalen und Polen sind die Polen für die Sozialdemokraten das fleinere beden bereits den Boden, nur noch eine Frau erhebt halb flehend, Uebel. Treffend ties Crispien darauf hin, daß nicht nur halb abwehrend ihre Hände, um den Todesstreich eines Einpolnische, sondern gerade auch deutsche Junker die deutschen geborenen abzuwehren, der mit einem Mordinstrument vollführt Arbeiter von Haus und hof trieben und Polen, Galizier, Ungarn, werden soll, das mit einer bergrößerten Tabatspfeife eine ber Italiener und Ruthenen vorziehen. Ja, sogar Chinesen wollen die zweifelte Aehnlichkeit hat. Ein anderer Eingeborener schleppt beobachten war, wird in Sachsen diesmal der Kampf um die Diebe saßen, die bürgerlichen Herren wurden unruhig und merklich Mit einer Heftigkeit, wie sie feit 1887 noch nicht wieder zu beutschen Herren Junker in Deutschland einschleppen. Die einen Ballen, offenbar erbeuteter Reichtümer, wonnegrungend 23 Reichstagsmandate geführt, von denen wir 1903 22 holten, nervös; aus den Meihen der Arbeiter ertönten fräftige Bravos. während am Schlusse des verflossenen Reichstags trok zahlreicher Wenn der Herr Lehrer, so sprach Crispien weiter, aus der TatAuf der zweiten Seite veranschaulicht eine nicht minder Nachwahlen noch 21 in unserem Besib waren. Der Ordnungsflünge! sache, daß manche Arbeiter mit Schweinen u schauerlich schöne Illustration die Parteien, denen die" Fraktions- hat sich ganz in die naive Hoffnung berrannt, uns davon mindestens sammen zu wohnen gezwungen find, den Schluß zicht, es interessen höher stehen, als die nationale Ehre", Singer, Roeren, ein Dußend Kreise wieder abnehmen zu können. Und es wird tat- gehe den Arbeitern gut, dann tönnte ja der Lehrer, der über seine Bebel und Erzberger haben zu diesem wunderbaren Bilbnis eine fächlich im gegnerischen Lager fast allenthalben eine fieberhafte schlechte wirtschaftliche Lage flagte, auch einmal den Verfuch Gruppe bilden müssen. Sie blicken mit chnischem Lächeln herab Tätigkeit entfaltet. Der anfängliche Plan, ein Kartell aller bürger- machen, mit Schweinen in seiner Wohnung zusammen zu hausen. lichen Parteien gegen die Sozialdemokratie zu schaffen, ist allerdings auf einen wüsten Knäuel bon Leichen und Tierkadavern auf dem läglich gescheitert. Soweit er verwirklicht worden ist, dient er in m übrigen sei der Kandidat der Sozialdemokratie der GemertRednern famen noch füdwestafrikanischen Blachfelde. Auf der britten Seite endlich erster Linie nur dazu, die jämmerliche reaktionäre Versumpfung schaftssekretär Trilse. Neben anderen Rednern kamen noch befinden sich noch einige Bilder aus den Stämpfen gegen die Ein- der Freisinnigen Bolts partei aufs neue zu offenbaren. unsere Genossen Wieczorkowski und 2 eng zum Wort, bie geborenen. Auch hier wird nicht mit Menschenleichen und Tier In einer Reihe von Wahlkreisen, besonders in den beiden ersten mit dem nationalliberalen Kandidaten Sieg kräftig ins Gericht tababern gefpart. Dabei entspricht der Text auf Seite 2 und 3 Bezirken der Laufis( 3ittau und Löbau) und im Wahlkreise gingen unter lebhaftem Beifall der anwesenden Arbeiter. In Strasburg tagte am 6. Januar im Hotel de Rome" durchaus der Intelligenz und Wahrheitsliebe, mit der die Bilder Birna hinten die Freifinnigen Arm in arm mit den Stonjer entworfen find. Ganz im Stile der Kolportageromane heißt es: bativen, Antisemiten und Bündlern einher. In Zittau ist der Frei- eine imposante Boltsversammlung, die erste sozialdemokratische in " Unſer Maler, ber jahrelang bort unten gelebt unb es sich en Misch maſches; im Löbauer Kreiſe agitieren Freifinnige ber In Gibing- Wari Unser Maler, der jahrelang dort unten gelebt und bas fimmige Buddeberg nationaler Standidat" des gesamten bürger dieser Stadt, in der Genoffe Crispien unter lautem Beifall Bersammelten Elend mitgemacht hat, führt Euch mitten hinein in diefes für die Kandidatur des nationalliberalen Scharfmachers Dr. Weber, In Elbing- Marienburg haben die Nationalliberalen davon, Deutsche müssen ins Ausland gehen, um ihr Versammlungsrecht ausüben zu können, Auch ein Beitrag zur deutschen Herrlichkeit! # Der Wahlkampf in Sachsen. Elend." einem Bankdirektor aus Löbau, und in Pirna unterstüßen sie sogar nun noch den Oberingenieur der Schichauwerke, Herrn Fischer. Bekanntlich sind bei dem Aufstand der Herero zwar zirka einen Stadtrat, der allerdings noch nicht weiß, was er will und was als fünften Bewerber um das Reichstagsmandat aufgestellt. Herr 150 Farmer getötet worden, doch befanden sich darunter nur ein er ist, der aber fleißig antisemitische Phrasen auswendig Fischer setzt von vornherein mit Wahlbeeinflussungen ein, indem halbes Dubend Frauen. Der Herero- Oberhäuptling Samuel gelernt hat, die er als Wahlreden vorlegt. In einzelnen Streisen er in der Fabrit, in der er Angestellter ist, von den Arbeitern haben dagegen die Freifinnigen mit dem offen betundeten Unterschriften für seine Kandidatur fammeln läßt. Die AufMaharero erwirkte ja bekanntlich einer Anzahl von Frauen und Borsage, bei der Stichwahl den bürgerlichen Reattio- ftellung ist ein Verstoß gegen eine Abmachung mit dem Freifinn. Kindern den freien Durchzug zu den deutschen Truppen! Die när 3u wählen, Sonderkandidaturen aufgestellt. Von bürger Gs follte nämlich, wenn der Nationalliberale Dr. Krauſe nicht anVerluste bei dem Gottentottenaufstand waren noch viel lichen Mischmaschtandidaturen feien noch genannt, der Stadtrat nehme, der Freifinnige Wiemer aufgestellt werden. Berärgert haben geringer. Dagegen wurden nicht nur bei den Gefechten Taufende Jund, ein richtiger Mischmaschpolitifer in Leipzig- Stadt, der Anti- die Freifinnigen nun erklärt, daß sie auf jede Betätigung verzichten von Eingeborenen getötet oder nach den Scharmützeln unbarmherzig femit Zimmermann in Bichopau- Marienberg, wo Genosse Göhre und jedem Wähler das Verhalten überlassen. seine ganze Kraft einsett, die Schlappe bei der lezten Nachwahl Nun, wir werden abwarten, ob die Freisinnigen schließlich nicht niebergemacht, sondern General Trotha brachte es fertig, weitere vieber auszuwegen, ferner die des Pfarrers Lösche in Schneeberg- doch ihren Schmollwinkel verlassen und dem Junker Oldenburg Zehntausende von Gingeborenen in die Wüste zu treiben, wo er Stollberg, wo von uns Goldstein wieder kandidiert; im 9. Wahl- in den Sattel helfen werden. fie abfichtlich den Dualen des Durftes und bes Sungers erliegen freise( Freiberg) versucht der konservative Amtsrichter Dr. Wagner Für den Junker Oldenburg werden in den verschiedensten Orts liek! Für jeden gefallenen Weißen sind also mindestens 100 Ein aus Dresden bei fläglicher Selbstentmannung der Nationalliberalen schaften ebenfalls Unterschriften gesammelt und man berichtet uns, geborene auf der Strede geblieben. Und trok dieses ungeheuer- der Nachfolger Dertels zu werden, dem er an reaktionär- agrarischer baß sich sogar Amtsvorsteher dazu hergeben. Der" mutige" lichen Strafgerichts", bas selbst ber Regierung zu arg war, die Gesinnung nichts nachgibt. Sozialistenfreffer Oldenburg hält im Wahlkreise Elbing- Mariendie Trothasche Ausrottungsstrategie desabouterte und ihr end- Die anfangs herrschende Kopflosigkeit und Vervierung im burg bom 14. bis 23. Januar täglich Versammlungen ab und hat lich leiber viel zu spät- Ginhalt gebot, waren es die ordnungsbürgerlichen Lager ist jetzt wenigstens teilweise einer fieber- öffentlich bekannt machen lassen, daß Sozialdemokraten in leiber viel zu spät- Ginhalt gebot, waren es die ordnungshaften parteilichen Feber- und Pinselschmiranten, dem deutschen Bolte haften Agitation gewichen. In ungezählten Versammlungen suchen seinen Bersammlungen teinen 38utritt haben!! Ebenso edel parteilichen Feder- und Binselschmiranten, dem deutschen Bolte die Nationalen" unter Verdächtigungen und Verleumdungen gegen als mutig. Inzwischen ist am 10. Januar ein Wahlaufruf für den im wüstesten Hintertreppenromanstil folche albernen Schauer- die Sozialdemokratie die Geschäfte der Neaktion zu besorgen. Zum Herrn auf Januschau erschienen, der neben einigen Schimpffäßen geschichten vorzuführen. Teil vertriechen sie sich hinter verschlossenen Türen, wie der Frei- gegen die Sozialdemokratie zirka 3285 Unterschriften entfinn" in Bittau und die Stonservativen in den Dresdener Wahl- hält. Unter den Unterschriften befinden sich auch viele Namen von freifen, die es auf der rechten Seite der Elbe mit einem General 8. D. Schmalz gegen Kaden versuchen und in Dresden- Altstadt mit einem Buchbinderobermeister Unrasch gegen Dr. Gradnauer. Dagegen gewährt der liberale Kandidat, Bandrichter Dr. Heinze, in dem letteren Streise beschränkte Redefreiheit in seinen Versamm lungen. Bu einem interessanten Treffen tam es am Mittwoch in einer Riefenversammlung im Stryftallpalast" in Dresben vischen unseren Genossen und den Liberalen, daß hauptsächlich vom Genossen Dr. Gradnauer und dem liberalen Kandidaten mit bestem Erfolge für uns ausgefochten wurde, obwohl für Dr. Heinze eine ganze Anzahl liberaler Dottoren ins Zeug gingen. In DresdenNeustadt wird der Wahlkampf durch Auseinandersetzungen mit den Karlsruhe, 12. Januar. Das hiesige Zentrumsorgan, bera Nationalfozialen belebt, bie sich einen Herrn Dr. Barge aus difce Beobacter", behauptet, daß ein Regierung& haben. Die Serren treten in fogialdemokratischen Versammlungen Leipzig als nationalsozial- freisinnigen Kandidaten verfchrieben erlaß ber babifchen Staatsregierung, die Reichs. tagswahlen betreffend, ergangen fei, in dem es u. a. heißt, daß regelmäßig als Diskussionsredner auf, während unsere Genoffen leßt veröffentlichten Berichte etwas verschoben. Der bisherige Ab. es unerläßliche Pflicht aller vaterländisch Gesinnten fei, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen und insbesondere von den wahlberedtigten Beamten zuversichtlich erwartet werde, baß fie insgesamt diefer Pflicht genügen, " Dies jämmerliche Gubelwerk von einer Flugschrift ist im Drud der National- Zeitung" hergestellt und redaktionell gezeichnet bon einem gewissen Wilhelm Stahl- Berlin im Auftrage des Vertriebes patriotischer Zeitschriften". Das schamlose Machwert vertraut denn doch allzu sehr auf die Studtsche Politit der Berblödung der Maffen. So dumm ist benn doch in der Tat selbst der lebte Koffät Oftelbiens nicht, daß er nicht aus der Zeitung erfahren hätte, wie die Dinge in Südwestafrika wirklich liegen! Regierungs- Wahlagitation.. Für den Wahlfonds. Von den Gewerkschaften find an größeren Beträgen dem Parteivorstande überwiesen: Vom Holzarbeiterverband, Zahlstelle Hamburg 5000 M. Bom Zentralverband der Maurer, Zahlstelle Hamburg 5000 02. Bom Verband der Hafenarbeiter 1500 2. für eine richtige Beleuchtung der nationalfozialen Flotten- und Mavineschwärmerei durch Entsendung von Rednern in die nationalfozialen Versammlungen sorgen. Ea tam schon zu zahlreichen Auseinandersetzungen, die den Wahlkampf außerordentlich beleben. Bei allen diesen Zusammenstößen sicherte uns die zwingende Logit fozialdemokratischer Argumente den Erfolg und die Siegesgewißheit und Begeisterung der sozialdemokratischen Wählermassen gab den Kämpfen das Gepräge, Allerorts herrscht die beste Stimmung unter den Arbeiter. maffen, die leichte Laubeit, die die Weihnachtswoche brachte, ist einer fiegesficheren, hinreißenden Begeisterung der Maffen gewichen. Alle unsere Versammlungen, selbst die in den entlegensten Orten und dunkelsten Winkeln sind, von wenigen Ausnahmen abgesehen, überfüllt. Das ist zwar auch in bürgerlichen Bersammlungen zu beobachten, boch zumeist nur, weil ie sozialdemokratischen Wähler, bon Kampfbegierde getrieben, zahlreich dort erscheinen. Arbeitern. Welchen Wert die Unterschriften haben, geht daraus hervor, daß sogar die Namen von Sozialdemokraten mißbraucht worden sind. Andere Personen, deren Namen unter dem Wahlaufruf für Oldenburg prangen, find längst tot, weitere liegen trant, wieder andere sind nach Berlin berzogen usw. Im Elbinger Gewerkschaftshause wurde am 10, Januar eine Schifferversammlung abgehalten, in der der Kandidat Genoffe Crispien sprach. Die Schiffer hörten aufmerksam zu und spendeten großen Beifall. Damit hat die Sozialdemokratie endlich auch in jene Streife Eingang gefunden, die bisher schwer zugänglich waren. Es geht also vorwärts, trotz allebem! Aus dem Herzogtum Sachsen- Altenburg. Die Situation im Wahlkreise Altenburg hat sich seit dem zu geordnete des Kreises, Oberlandesgerichtsrat Dr. Porzig vom Reichsverbande, ist von der Kandidatur zurückgetreten. Grund dazu ist seine in Aussicht stehende Berufung an das Reichsgericht. An Stelle des Zurückgetretenen erkiesten der Bund der Landwirte und der Reichsverein den Altenburger Bigarrenfabrikanten Geheimen Kommerzienrat Edmund Schmidt zu ihrem Kandidaten. Der neue Mann, den auch die Mittelstandsvereinigung als ihren Kandidaten anerkannte, ist der größte Grundbefiber in der Umgebung Altenburgs. In seinem Besiz befindet sich fast der größte Teil der zur Bebauung vorgesehenen Gelände. Gr ist Stadtverordneter der ersten Wählerflaffe, Vertreter der Höchstbesteuerten im Landtage, vielfacher Millionär, reaktionär bis auf die Knochen und Scharfmacher erster Güte. Herr v. Blödau, der überagrarische, frühere Vertreter des Kreises, der gegen den Zolltarif stimmte, weil ihm die Biehe und Getreidezölle night tog ftcnug Waren, empfahl die Kandidatur des Herrn Ge- Heimen' Kommerzicnrats mit der Versicherung, daß er mit ihm „stets an einem«trange gezogen" habe. Der Herr Geheime Handelsrat will sich für den Fall seiner Wahl der Reichspartei anschließen. Er ist ein entschiedener Gegner desgleichen Wahlrechts. Auf sein Betreiben ist das allgemeine Wahlrecht der Gemeinden in ein Dreiklassenwahlrecht umgewandelt worden. Als wütender Sozialistcnfresscr steht er an der Spitze der Filiale des Reichsverbandcs. Um die Unzufriedenheit der Arbeiter aus der Welt zu schaffen, verkündet er den genialen Gedanken, daß man den Arbeiter— zum Hausbesitzer machen müsse. Wenn erst„jeder Arbeiter Hausbesitzer geworden" sst, dann kehrt die allgemeine Zufriedenheit ein— und die Sozialdemokratie kann einpacken. Der Herr Geheime Rat hat seine öffentliche Tätigkeit als Bewerber um das Mandat mit der Zustellung einer Beleidigungsklage eingeleitet, die er seinem sozialdemokratischen Gegenkandidaten Buchwald zu- stellen ließ. Dieser hat in einem von ihm unterzeichneten Artikel die bodenspekulative Tätigkeit des Herrn Geheimen Rates— er wird im Vylke allgemein als der größte Bodenspekulant Altenburgs angesehen— einer kritischen Würdigung unterzogen, die dem empfindlichen und durch die Lobsprüche auf seine Uneigennützigkeit etwas verwöhnten Herrn in die Nase stachen. Leider besteht keine Aussicht, daß die Klage noch vor der Wahlentscheidung ver- handelt wird. In welcher Art die Reichsverbandsknechte die Agitation be- treiben, läßt sich aus der Acußerung eines sogenannten Parteisekretärs Mertens entnehmen, die er in einer reichstrcuen Versammlung getan hat. Er flegelte den liberalen Kandidaten Dr. Höher deshalb an, weil dieser die Sozialdemokratie nur fachlich bekämpfe, statt„mit dem Kolben dreinzuschlagen, daß die Fetzen davon fliegen". Diese Scharfmacherei war selbst der Versammlung zu dumm," und es erfolgte ncht nur von dem angegriffenen Kandi- baten, sondern auch aus der Mitte der Versammlung heraus ent- schicdene Absage der schlagenden Taktik. Im übrigen werden die albernsten Lügen und Verleumdungen über die Sozialdemokratie fleißig kolportiert und gedruckt. Aus den Fürstentümern Reust. Hoch gehen die Wogen der Wahlbewegung in den beiden Reußenländern. Von den„Ordnungsparteien" ini jüngeren Reutz ist ein Herr Landrat Horn-Schleiz aufgestellt, der in puncto Versammlungen sehr fleißig ist, regel- mäßig aber sich die Wahlreden von einem Apostel des Reichs- Verbandes halten läßt. Die die Kandidatur des Landrates unter, stützende Amts- und Winkelpresse— mit Einschluß der freisinnigen— führt den Kampf in der unflätigsten und ver- logensten Weise. Wie aber sich die Stimmung im Lande zu unseren Gunsten verschoben hat, davon nur ein Beispiel von vielen. In der Umgebung des sonst durchaus schwarzen Schleiz wurden Flug- blätter verbreitet. Ein Gastwirt herrscht unseren Genossen also an:„Was bring'n Se da?!"„Flugblätter!"„Von wem?"„Nu, von den Sozialdemokraten."„Na, das is Ihr Glicke, sonst hätt'ch se a nausgeschmissen!" sprach der Biedere, worauf sich unsere Ge- nassen hocherfreut entfernten. Daß auch die ausführenden Organe der Regierung in den Tuodezlandcln in Radelstichpolitik das menschenmöglichste leisten, versteht sich am Rande. So ist hier das Sammeln für den Wahl- fonds erlaubt, da verboten, hier dürfen Wählervcrsammlungen unter Teilnahme von Frauen stattfinden, dort möchte man sie fort- ekeln. Alles dies stört den guten Humor der Genossen nicht. Alles kreut sich auf den 25. Januar, den Tag der Abrechnung! Sozialdemokratische Kandidaturen. Provinz Hnimovcr. Emden-Norden: Redakteur Nich. Wagner- Bant(bisher Fürst zu Jim- und Kichphause», kons.) Aurich-Wittmund: Redakteur Rich. Wagner-Bant(bisher Semler, natl.) Meppen-Lingen: Weber Brüggemann- Münster(bisher Engelen, Zentrum). Osnabrück: Arbeitersekrekär Schrader-Hannover(bisher Wannhoff, nall.). Melle- Diepholz: Arbeitersekretär Vesper-Osnabrück(bisher Colshorn, Welse). Perden-Hoya: Redakteur Henke» Bremen(bisher Held, natl.). Nienburg: Gewerkschaftsbeamter Karl B e h l e- Bremen(bisher Frhr. v. Scheele-Hannover, Welfc). Hannover: Redaklenr Aug. Brey- Hannover(bisheriger Vertreter). Hameln-Springe: Gewerlschaftssekcetar Rich. S ch m i d t« Hannover (bisher Hausmann, natl.). Hildesheim: Redakteur Friedr. R a u ch- Hannover(bisher Bauer« meifter, F.).. Einbeck-Norlheim: Gewerkschaftsbeamter Karl D e i ch m a n n- Bremm (bisher Jörns, natl.). Göttingen: Landtagsabg. Verth. Hey mann(bisher Baron Götz v. Olenhusen. Welse). GoSlar-Zcllerfeld: Parteisekretär Rob. L e i n e r t- Hannover.(bisher Horn, natl.). Celle-Peme: Redakteur Friedr. W e st m e y e r- Stuttgart(bisher Frhr. v. Hodenberg, Welse). Uelzen-Lüchow: Brauer Georg B a u e r- Hannover(bisher Graf v. Bernstorss, Welse). Lüneburg-Winsen: Redakteur Fischer- Hamburg(bisher Dr. Länecke. natl.). Harburg- Rotenburg: Schuhmacher B aerer- Harburg(bisher Dephen, natl.). Stade- Bremervörde: Arbeitersekretär Rhein- Bremen(bisher Reese, natl.). Geestemünde- Ottemdorf: Buchdrnckereibesitzer A. Haverkamp« Brenurhaven(bisher Dr. Böttger, natl.). gas genasfiihtte(Parlament. Auf Grund eines Briefes der„Köntgsberger Volkstribüne" stellten lvir fest, daß die Unterwerfung der Hottentotten in Siidwestafrika schon früher erfolgt sein müsse, als von der Rpaterung mitgeteilt worden war. ja, daß die Regierung schon am 13. Dezember gewußt haben müsse, daß die Waffcnstreckuna der Hottentotten erfolgt sei. von der die Regierung erst am 23. Dezember der Oeffentlichkeit Mitteilung machte. Diese Meldung hat die„Norddeutsche All- gemeine Zeitung" bekanntlich durch zwei Dementis be- stritten. In dem ersten Dementi führte sie aus. daß ihr vom Oberst Deimling erst am 24. Dezember Mitteilung von der Unterwerfung der 155 Hottentotten gemacht worden sei. Als wir, wie übrigens auch eine Anzahl bürgerlicher Blätter, an diesem famosen Dementi das wichtigste vermißten, nämlich eine Angabe darüber, wann denn eigentlich die Kapitulation der Hottentotcn erfolgt sei, rückte das offiziöse Organ mit' einem zweiten Deinenti heraus, in dem eh erklärte, daß auf telegraphische Anfrage in Süd- westafrika die Erklärung eingegangen sei. daß das„Unter- werfungsäbkoulmen" mit den Bondelzlvarts erst am 23. De- zember abgeschlossen worden sei. Auf diese neueste Erklärung anstvorteten wir, daß es gar nicht darauf ankompw, wann das Unterwersnugsabkonliucn ratifiziert worden sei, sondern daß es sich darum handele, wann sich die Hottentotte» gestellt hätte». Das müsse schon ange vor dem 23. Dezember, ja schon vor dem 13. Dezember Geschehen ie-e von dieser Tatsache der Stellung der Hottentotten und den schon seit längerer Zeit gepflogenen Friedensverhaudluiigeu habe man dem Reichstage nicht nur keine Mitteilung gemacht, sondern man habe sogar durch den Oberst Q u a d e die unrichtige Darstellung geben lassen, daß gegenwärtig die ehedem geringere Zahl der im Felde stehenden Hottentotten wieder auf 500— 600 Mann angewachsen seien! Wir sind nun heute in der Lage, die Darstellung unseres Königsberger Bruderorgans' und die von uns vertretene Auf- fassung, daß der Reichstag von der Regierung in unerhörter Weise getäuscht worden ist. durch neue Beweise erhärten zu können. Uns liegt nämlich der Brief eines Soldaten der südwcstafrikanischen Schutztruppe vor, der in der ersten Hälfte des Novembers!) abgesandt worden ist. In diesem Briefe wird mitgeteilt, daß sich der Bondclzwartskapitän Johann Christians mit einer größeren Zahl bewaffneter Männer gestellt habe, um in Friedensverhandlungen einzutrete». Diese Friedensverhandlungen hätten denn auch zur Annahme von Bedingungen geführt, die den von der Regierung mit- geteilten Unterwcrfungsbedingungen vollständig entsprechen. Bereits in diesem aus der ersten Hälfte des November stammenden und vor dem 24. Dezember in Deutschland eingetroffenen Briefe des im Süden der Kolonie stationierten Schutztruppensoldaten wird der Ansicht Ausdruck gegeben, daß nunmehr der Krieg zu Ende sei und daß bereits von der Mitte Dezember ab eine Herabsetzung der Schutztruppe auf 7000 Mann in Aussicht stehe. Aus diesem Briefe, dessen Authentizität durch den dem Kuvert aufgedruckten Poststempel außer Frage steht, geht also hervor, daß sich Kapitän Christians mit einem Teile der Bondelzwards bereits in der ersten Hälfte des November gestellt hat, und daß, wenn auch das an d g ii l t i g e� Friedensabkommen noch nicht in aller Form abgeschlossen war, doch bereits eine Berständignug über die Kapitulations- bcdingungen Anfang November erzielt war. Und Von alledem, was sich in der ersten Hälfte des November in Südwestafrika qb- gespielt hat. hat der Reichstag noch am 13. Dezember kein Wort erfahren! Die Gründe für diese Haltung der Regierung haben wir bereits mehrfach dargelegt. Man wollte unter allen Umständen eine Kolonialarmee in Südwestafrika behalten. Und da man diese Kolonialarmce nicht auf direktem Wege erhalten konnte, versuchte man es auf dem Wege der Täuschung der Volksvertretung 1 1 poUtifcbe Gcberficbt. Berlin, den 12. Januar 1907. Revolution und Wahlkampf. Die„Vossische Zeitung" spottet darüber,.daß in unseren Wahl« flngblättern nichts van der„notwendigen Revolution" zu finden sei. nichts von jener„revolutionären Taktik", wie sie in Dresden van Bebel und Kautsky verfochten wurde. Sie glaubt darin ein Zeichen unserer Unehrlichkeit und Feigheit zu entdecken. Tatsächlich ist es nur ein Zeichen ihrer völligen Verständiiislostgkeit für das Wesen unserer Bewegung. Sie kann nicht unterscheiden zwischen unseren Forderungen und unseren Erwartungen! zwischen dem, was wir verlangen, weil es unerläßlich ist zur Be- freiung des Proletariats aus seiner elenden Lage, und den An- schauungen über den voraussichtlichen Gang der politischen und sozialen EntWickelung, der mit Naturnotwendigkeit vor sich geht und unabhängig ist von unseren Wünschen und Forderungen� Den Unterschied zwischen Forderungen und Erwartungen tritt schon vifrin zu Tage, daß über die ersteren unsere Partei völlig einig ist, indes über die letzteren verschiedene Auffassungen herrschen. Im Wahlkampf aber handelt es sich nicht darum, zu entscheiden. welche dieser Auffassungen die richtige ist, sondern darum, die Massen des arbeitenden Volkes mit unseren Fordprungen vertraut zu machen und für sie zu gewinnen. Die Sozialdemokratie hat überdies nie die gewaltsame Revo- lution gefordert. Nicht bloß unsere Wahlflugblättcr, sondern auch unser Parteipro g�ra in m enthalten kein Wort davon, � und doch atmet es denselben GeistP wie die Dresdener Resolution. Es ist auch niemand in der Sozialdemokratie zu finden, der die gewaltsame Revolution wünscht. Friedrich Engels hat noch in seinem letzten Lehensjahre darauf hingewiesen, wie vor- trefflich wir bei dem gesetzlichen Wege gedeihen, und Kautsky hat in seiner Schrift über die soziale Revolution erklärt, nichts er- schiene ihm wünschenswerter, als daß wir unsere Ziele auf friedlichem Wege erreichten. Aber etwas anderes ist es, ob man dies für wahr- s ch e i n l i ch hält. Nicht unsere Wünsche oder Forderungen, sondern unsere Beobachtungen sprechen dagegen. Diese sagen uns. daß die Klassen- gegensätze vorhanden. daß sie unüberbrückbar sind, daß sie sich immer mehr verschärfen und daß in dem Maße, in dem das Proletariat wächst, seine Organisationen erstarken, seine Vertretung in den gesetzgebenden und kommunalen Körperschaften zahlreicher wird, unsere Gegner immer mehr auf gewalt- tätige Unterdrückung und Niederschlagung jeglicher Arbeiterbewegung ausgehen und so Zustände schaffen, deren Umsturz für das Proletariat «in Gebot der Selbstcrhaltung wird. Nicht dann unterscheiden lvir uns von der bürgerlichen Demo- kratie, daß wir einen solchen Gang der Dinge wünschen, sie dagegen nicht, sonder» darin, daß wir in dem Klassenkampf und seiner E»t- Wickelung ein Produkt der gegebenen Verhältnisse sehen, daß wir dies« erkennen und mit ihnen rechnen, während die Freisinnigen dazu unfähig sind. Weil ihnen diese Entwickelung unbequem ist. verlogen sie sich auf die bekannte Politik des Vogel Strauß, wollen sie ihre Gründe nicht erkennen und sinken sie zu der Auffassung der alten Demagogen« riecher herunter, die da meinten: die liberalen Ideen von 184S entsprängen nicht aus den Dingen, sondern wären ein willlürlicheS Produkt der„Demagogen", der«Hetzer und Wühler". Wollte aber die„Bossin" uns wirklich widerlegen und nicht bloß denunzieren, dann mußte sie zeigen, daß die Beobachtungen falsch sind, auf die sich unsere Erwartungen stützen, und daß die Sozialdemokratie jene Erscheinungen schafft, mit denen wir sie begründen. Aber ist eS etwa die Sozialdemokratie. die die Unternehmerverbände und die Scharfmacher erzeugt, die gericht- lichen und polizeilichen Verfolgungen streikender Arbeiter, die Schulverschlechterung, die Fleischnot? Oder verlangt die.Bossin", die Versöhnlichkeit der Arbeiter solle in dem Maße st eigen, in dem die Maßregeln gegen sie härter werden? Und gerade der jetzige Wahlkampf bietet nur neue Beweise für die Richtigkeit unserer Auffassung. Er zeigt den völligen Zu- sammeubruch jener Richtung der bürgerliche« Deniokrati«, die m Verein mit der Sozialdemokratie die Reaktion bekämpfen will, und die Desertion fast des gesamten Frei- sinnS in das Lager der Fleischwucherer und Scharfmacher, der geschworenen Feinde des Koalitionsrechts und der Wahlberechtigung des Arbeiters. Kann eS eine schlimmere Verschärfung der Klassen- gegensätze geben, als diese Fahnenflucht des Freisinns, bei der die „Vossin" unbedenklich mittut? Und daS zetert über unsere Theorie der Verschärfung der Klassengegensätze und gebcrdet sich so, als ob die Praxis ein Produkt der Theorie, und nicht diese von jener, von der Wirklichkeit, abgeleitet wäre und abgeleitet sein muß, wenn sie Bedeutung haben will. Und wann war eS erhört, daß der oberste Beamte des Reiches selbst mit dem Degen Bon apartes, mit dem Staatsstreich droht? Wahrlich, wenn dieser Wahlkampf eines mit Sicherheit hervor« ruft, so das, daß die Zahl jener unserer Genossen, die unsere Er» Wartungen von der zunehmenden Verschärsung der Klassenkämpfe und der Provozierung gewaltiger EntscheiduitgSkämpfe durch unsere Gegner bisher für falsch hielten, sehr verringert, vielleicht völlig auf Null reduziert wird. In diesem Sinne wird unsere Partei aus dem Wahlkamps sicher nur eine Verstärkung ihres revolutionären Bewußtseins schöpfen— trotz des Mangels an revolutionären Drohungen, den die Vossin in unseren Wahlflugblältern so schmerzlich vermißt. Sie hat eben keine Ahnung davon, Ivoher dieses Bewußt- sein stammt, und daß es in der letzten Zeit gerade durch die Haltung des Freisinns am stärksten angestachelt worden ist. Der Freisinn möge nur ruhig an seine eigen« Schulter klopfe»: Wie schon seit langem die„Post" und die„Kölnische Zeitung" und die „Germania" leisten jetzt auch die„Bossische" und das„Berliner Tageblatt" an revolutionärer Aufreizung der Arbeitermassen das möglichste.— Eine parteioffiziöse konservative Absage an Bülow. Die von der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" den Parteien des nationalen Blocks gepredigte Wahltaktik stößt bei diesen auf immer energischere Ablehnung. Nachdem bereits verschiedene konservattve Blätter ihren Lesern offen empfohlen hatten, sich an die Bülowsche Wahl- Parole nicht zu kehren und nur unter ganz besonderen Be« dingungen für einen Liberalen, unter keinen Umständen aber für einen Kandidaten der Freisinnigen Bereinigung einzutreten, bringt jetzt die„Konservative Korrespondenz" eine parteioffiziöse Absage an Bülow, in der offen erklärt wird, daß die konservative Partei auf den Bülowschen Appell an das„nationale Gefühl" pfeift und im Wahlkampfe lediglich ihre wirtschaftlichen Interessen zu verfechten gedenkt. So heißt es z. B. in dieser Erklärung: „Unter der Parole„Für Ehr und Gut der Nation" muß nach der in seinem bekannten Silvesterbrief a u s g c- sprachen«» Meinung des Reichskanzlers der Wahlkampf von denjenigen Parteien geführt werden, welche bei der Abstimmung im Reichstage am 13. Dezember v. I. in der Minderheit blieben. Soweit die konservative Partei in Frage kommt, bedarf eS dieser Mahnung nicht. Daß jeder konservative Mann die nationale Ehre, Kaiser und Reich über alles stellt, daß er zu ihrer Verteidigung Gut und Blut hinzugeben bereit ist. wird und muß selbst der schärfste Gegner anerkennen. Der kon- servattve Wähler wird auch da, wo die Unterstützung anderer Parteien durch konservative Minderheiten gewährt werden soll, seine Stimme stets nur einem Kandidaten geben, der für Ehre und Gut der Nation einstehen will und wird. Wir würden diese selbstverständliche, durch ihr Programm und ihre Geschichte bedingte Stellung der konservativen Partei nicht erneut betonen, wenn nicht unter Berufung auf den Reichskanzler unddic Ausführungens eines Silvesterbriefes von liberaler Seite immer wieder ver fu cht würde, jene Parole dahin auszulegen, daß nach Ansicht der leitenden Stelle des Reiches die Durchführung einer nationalen Politik nur dann gewährleistet . sei, wenn die liberalen Parteien so erheblich verstärkt aus den Neuwahlen hervorgingen, daß sie zum ausschlaggebenden Faktor im neuen Reichstage würden.... Den Wählern wird vorgeredet, die wirtschaftlichen und sonstigen trennenden politischen Fragen müßten jetzt, wo es sich um die Verteidigung gefährdeter nationaler Interessen handele, völlig zurücktreten; als ab ein liberaler Mann allein national zuver- lässig, ein konservativer dagegen verdächtig sei. D i e s c n P e r» suchen politischer Brunnenvcraiftung und bedauerlichen Be» tätigens ungesunder parteiegoistischer Interessen durch die Lide» ralen kann nicht scharf genug begegnet werden. Nach wie vor vertritt die konservative Partei die lieber» zeugung, daß eine gesunde nationale Politik gesunde Wirtschaft« liche Verhältnisse, insbesondere einen starkön Bauern- und Mittelftand zur Voraussetzung hat. Ein konservativer Wähler hat daher in erster Linie zu prüfen, ob der Kandidat, dem er seine Stimme geben soll, auf nationalem Baden, dann aber auch, ob er auf dem Boden der wirtschaftlichen und politischen Grundsähe der konservativen Partei steht, Nur dann dient er den wahren Interessen des Staates und der Re» gierung, welche eine starke konservative Partei auch in rein nationalen Fragen nicht entbehren kann. Das sind die Gesichts- unkte, welche für die konservattve» Wähler wie bisher, so auch iese» Mal allein ausschlaggebend sein dürfen. Wir können uns von einem, auf Erhaltung unseres Be» fitzstandes gerichteten gesunden Parteiegoismus nicht abb ringen lassen, wenn wir nicht einen Wesentlichen Teil der Zeche bezahlen sollen. Hiervon kann nach dem Gesagten auch kein, von anderer Seite etwa versuchter Appell an das nptisnale Gefühl etwas ändern." Als Agitcttionsmittel gegen die Sozialdemokratie erscheint also den Konservativen die Berufung an das nationale Gefühl ganz angebracht, sie selbst aber sind durchaus nicht geneigt. sich durch einen derartigen läppischen Appell ihre agrarische Profttpolitik stören zu lassen.— ••• Deutfchea Reich. Vertagung des Junkerparlaments. Noch zwei freisinnige Redner und zwei Minister, die Herren v. Rheinbaben und Breitenbach, denen man die Ge- lcgenheit. sich zu Spezialfragen ihrer Ressorts zu äußern, nicht gut nehmen konnte, sind in der Etatsdebatte des Abgeordnetenhauses am Sonnabend zu Worte gekommen. Dann machte ein von den Mehrhcitsparteien gestellter Schlußantrag der Komödie ei« Ende. Bis zum?. Februar haben sich die Herren vertagt, um an dem ReichstagSwahlkampf tätigen Anteil zu nehmen; sie sind wohl selbst von der Ueberflüssigkeit de» Junkerparlaments überzeugt. Als erster Redner leierte Abg. Wiemer in dem in freisin- »igen Bezirtsvercincn üblichen Pathos, das im Parlament nur komisch wirkt, eine Reihe von Leitartikeln der„greis. Ztg." herunter, um sodann unter Ausfällen auf den..Vorwärts" die Freisinnigen als warme Freunde des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Landtagswahlrechts und einer anderwciten Ein- tcilung der Wahlkreise zu rühmen. In denselben Ton verfiel Herr Broemel von der weiblichen Linie des Fressinns. Unsere akten- mähige Feststellung über die Haltung deS Freisinns in früheren Jahren ließen die beiden JreisinnßHelden unerwähnt; sie können die Tatsachen nicht widerlegen, deshalb suchen sie sie toizu- schweigen. Zur Charakteristik beS rheinischen Zentrums. Immer noch Zentrumsführer ist der Held jenes beispiellos dastehenden Skandalprozesses, der acht Tage lang das Kölner Gericht beschäftigte und mit der totalen moralischen Ver- nichtung des Multimillionärs und Stadtverordneten Franz Zilkens in Köln endete. Ter Kölner Kaufmann Hebel, der gegen Zilkens eine Broschüre voll der schwersten Angriffe heraus- gegeben hatte, wurde nur zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er den weitaus größten Teil seiner Behauptungen trotz der Gegen- maßregeln und des Reichtums des Zilkens beweisen konnte, und weil das Gericht erklärte. Zilkens sei nicht in dem Maße des Schutzes seiner Ehre würdig, wie ein mit sauberem Schild dastehender Bürger. Zilkens mußte sein Stadtver- ordnetenmandat niederlegen und niemand zweifelte daran, daß dieser Mensch für alle Zeiten in der Oeffentlichkeit tot sei. Jedoch das Zentrum kann sogar einen Zilkens vertragen. Dieser Tage fand in Köln-Ehrenfeld eine große Zentrums- kvählerversammlung statt. In dem Bericht, der darüber in der klerikalen Presse erschien, vermißte man auffälligcrweise den Namen des Versammlungsleiters, obwohl eine von diesem ge- haltene Eröffnungsansprache in einem Umfange von vierzig Zeilen wiedergegeben war. Der Berichterstatter hatte allein mehr Scham als die ganze Kölner Zentrumspartei, denn der Versamm- lungsleiter war der er st vor wenigen Monaten gerichtlich entlarvte Franz Zilkens. Ja, noch mehr: nach wie vor hängt das Bildnis dieses Ehrenmannes in dem St. Leobau, nach wie bor ist Franz Zilkens der Bor- sitzende des Zentrumswahlkomitecs von Köln-Land. Als einmal Franz Zilkens in einer Fraktionssitzung des Kölner Rathauszentrums von einer ihm ergebenen Sippe zum Mitgliede der Tiefbau- und der Stadterweitcrungskommission vor- geschlagen wurde, erklärte der Fraktionsführer, Justizrat Kaufen: „Nur über meine Leiche kommt Herr Zilkens in diese Kom- Missionen." Justizrat Karl T r i m b o r n aber, der Wortführer des Zentrums im Reichstage, hat sich dieser Tage unter dem Vorsitze dieses Zilkens hingestellt und eine Wahlrede ge- halten.— Wie sich die Junker das Wahlmanifest dachten. Die„Deutsche Tageszeitung" veröffentlicht heute an leitender Stelle den Brief eines Lesers, der einen Wahlmanifest- Entwurf enthält, wie ihn das A g r a r i e r t u m von Bernhard dem Degenzieher erwartet hätte. Das Oertel-Organ erklärt sich nlit der Einsendung seines Lesers durchaus einverstanden. Ueber den Grund der Auflösung heißt es in diesem agrarischen Jdcal-Wahlmanifest: „Die verbündeten Regierungen durften sich nicht ge- fallen lassen, daß man ihnen eine bestimmte Zahl und einen Termin vorschrieb. Sie würden auch nicht anders haben handeln können, wenn sich die Bondelzwarts schon früher unterworfen hätten... Sollte in dem neuen Reichs- tage auf diesem oder einem verwandten Gebiete ein ähnlicher Versuch gemacht werden, so würde den verbündeten Regierungen nichts übrig bleiben, als nochmals zur Auflösung zu schreiten." Als Ziel der Auflösung bezeichnet der Briefschreiber eine Schwächung der Sozialdemokratie. Dem Zentrum dagegen hätte er am liebsten noch derbere Elogen gemacht. Er wünschte eine noch schärfere Hervorhebung der Tatsache, daß das Zentrum früher bei der Lösung„nationaler Fragen" erfolgreich mitgearbeitet habe. Eine Bekämpfung des Zentrums unter dem k o n- fessionellen Gesichtswinkel würde„verkehrt und ver- d e r b l i ch" sein. Es sei lediglich zu wünschen, daß die nationale Nichtung in der Zcntrumspartci gestärkt werde. Dem Freisinn hätte das Oertel-Organ folgende Zensur gewünscht: „Die freisinnigen Parteien haben bei der Frage, die zur Auflösung führte, nicht versagt. Das verdient Anerkennung. Es darf aber nicht vergessen werden, daß sie früher bei ä h n- l i ch e n Anlässen tatsächlich versagt haben. Man wird sonach abwarten müssen, ob dieser Wandel in den Anschauungen grund- sätzlich und dauernd sei." Daß schließlich das Vündlerorgan die agrarische Tonart mit noch schmetternderen Fanfaren verkündet zu sehen wünschte als es selbst von Bülow geschah, versteht sich von selbst. Der Freisinn ersieht aus dieser Travestierung des Bülowschen Wahlmanifestes, welche Stellung das die Regierung beherrschende Junkertum ihm gegenüber nach vollbrachten Handlangerdiensten einzunehmen gedenkt. Aber auch diese Verhöhnung wird den Frei- sinn nicht abhalten, mit dem Junkertum gegen die Sozialdemokratie zu schlagen! Auf höhere Weisung. Nach einer Meldung der„Deutschen Zeitung" sollte dem Oberst Leutwein, dem abgehalfterten Gouverneur für Süd- tvestafrika, der dem Ausrottungsstratcgen Trotha Platz machen mußte, im 20. badischen Wahlkreis eine Rcichstagskandidatur an- geboten worden sein, hauptsächlich auf Betreiben des Zentrums. Oberst Leutwein habe aber die 5landidatur abgelehnt, da er aus einer protestantischen! Pfarrerfamilie stanune, namentlich aber auch„infolge höherer Weisung". Es wäre kein schlechter Witz gewesen, wenn das Zentrum Herrn Leutwein, dem abgesägten Vorgänger der Trotha und Lindequist, zu emem Mandat verholstn hätte. Gehört doch Oberst Leutwein trotz aller Konzessionen, die er seit seiner Abhalftevung der kolo- nialen Scharfmacher- und Gewaltpolitik subordinationsgeinäß machen zu müssen glaubte, zu den wenigen höheren Kolonialbcamten, denen auch wir eine gewisse Offenherzigkeit und eine anerkennens- werte g c r a d e E h rl i ch k e i t d e r U e b e r ze u g u n g in der Be- kundung ihrer kolonialen Erfahrungen zugestehen müssen. Oberst Leutwein hätte also den Quade, Deimling. Dernburg gegenüber unter Umständen ganz interessant aus der Schule plaudern können. Die„höhere Weisung" hat aller- dings rechtzeitig den pfiffigen Zentrumsschachzug vereitelt! m- Strömuugcn im Zentrum. Das Zentrum hatte sich seit einen, Jahrzehnt mit solchem Eifer tn die Rolle der Regierungspartei hineingelebt, daß es begreiflich ist wenn einem Teil seiner Anhänger der plötzliche Umschlag zur Oppo« fition nicht zusagen will. In einer ganzen Anzahl von Wahlkreisen werden den ultramontanen Parteikandidaten Männer gegenüber ge- stellt, die sich als„nationale Katholiken" bezeichnen. I» religiösen Dingen auf dem Standpunkte der Zentrnmspartei stehend, wollenste doch in sogenannten nationalen Fragen zur Regierung halten und nichts wissen von der Kuhhaudelspolitik der Spahn und Gröber. So steht Herrn Roeren ürMerzig-Saarlouis der Kommerzienrat von Boch, dem Herrn Dasbach in D a u n- P r ü m- B i t b n r g der Oberlehrer Stark, in Wittlich-Vernkastel dem Zentrums- kandidaten der Graf Kesselstadt als Kandidat der nationalen Katho- liken gegenüber; in gleicher Eigenschaft sind in Bergheim- Euskirchen und Tecklenburg-Ahaus katholische Kandi- daturen den offiziellen Zentrumskandidaten entgegengestellt worden. Besondere Bedeutung für die Wahlen hat das Vorgehen der natio- nalen Katholiken nicht, dafür fehlt ihnen das Gefolge; eS handelt Uch um ein Unternehmen einzelner aus den Kreisen der„besseren" Katholiken, die unter allen Uniständen zur Regierung halten wollen. Beiont®. Redakteur: Hans Weber, Berlin, Inseratenteil perantw.; Dazu kommt, daß sich in Zentrumskreisen ein Widerstand bemerk- bar macht gegen die Aufstellung von Arbciterkandidaten. JnOsna- brück hat sich aus diesem Grunde der einflußreiche Zentrumsmann und Gründer des dortigen katholischen Volksvereins, Baron Korff, von der Partei losgesagt, indem er erklärte: Man könne ein sehr guter Katholik sein, ohne dem Zentrum anzugehören. In Borken- Recklinghausen soll, trotzdem Herr Euler, der bisherige Ver- treter, im sicheren Trier untergebracht ist, unter den Handwerkern eine große Mißstimmung über die Kandidatur des Gewerkschafts- führers Schiffer herrschen. Es wird der Parteileitung zum Vor- Wurf gemacht, daß sie dem Drängen der Arbeiter nachgegeben und den bisherigen Kandidaten Tischlermeister Euler wo anders untergebracht habe. Viele Zentrumshandwerker wollen ihre Un- zuftiedenheit durch Abgabe weißer Stimmzettel demonstrativ am Wahltage zum Ausdruck bringen. Im Wahlkreise Köln-Land grollen die Zentrumsbauern über die Aufstellung des Postbeamten Hamecher und in Olpe- Meschede herrscht heller Aufruhr im Zentrum, hier kämpfen die Anhänger Fusangels mit denen des Arbeitersekretärs Becker um den Wahlkreis. Es sind das alles nur vereinzelte und für den Bestand des Zentrunis wenig bedeutende �Erscheinungen; aber als Zeichen der im Zentrum herrschenden Interessengegensätze verdienen sie doch Be- achtung.—_ Für Bülow Begeisterte. Fürst Bülow hat wenigstens einen Trost in dem allgemeinen Gelächter gefunden, mit dem alle Welt seinen Silvesterbrief beant- wortet hat. Der Vorstand der Evangelischen Arbeitervereine Deutsch- lands hat ihm mitgeteilt, daß alle seine Mitglieder am Wahltage mit stolzem Mannesmut für die Bülowsche nationale Politik ein- treten werden. Als höflicher Mann von guter Lebensart hat darauf des Reiches Kanzler folgenden schonen Schrcibebrief an den Pfarrer Lizentiat Weber in München-Gladbach, den Vorsitzenden jenes Vereins, gesandt: Euer Hochehrwiirden danke ich herzlich für die freundlichen Mitteilungen vom 5. d. M. Es hat mich sehr gefreut zu hören, daß die Mitglieder der Evangelischen Arbeitervereine am Wahltage bis zum letzten Mann ihre nationale Schuldigkeit tun werden. Möge dieses patriotische Vorgehen vollen Erfolg haben und vorbildlich wirken. In aufrichtiger Wertschätzung Eurer Hochehrwllrden sehr ergebener v. Bülow. Viel ausrichten werden die kolonialbegeisierten Männchen der Evangelischen Arbeitervereine ja nicht.— Der lustige Hauptmannsbursche von Hamburg. Unter dieser Stichmarke berichteten wir vor einigen Monaten über die leicht- sinnigen Streiche des Musketiers Neumann von der tl). Kompagnie des Regiments„Hamburg", der als Belohnung für seine gute Führung in das militärische Ehrenamt eines Hauptmannsburschcn einrückte. Als der Hauptmann v. L. mit seiner Frau verreiste, er- hielt der Bursche zur Begleichung von Rechnungen 1l63,Sl) M., von welcher Summe er am ersten Abend, als er schon„scharf geladen" hatte, 20 M. verausgabte. Da er nicht imstande war, diesen Fehl- betrag zu decken, reifte in ihm der unselige Entschluß, das ganze Geld zu verjubeln und sich dann eine Kugel in den Kopf zu jagen. Er kaufte sich einen nobeln Zivilanzug nebst Ueberzicher und ver- jubelte das ganze Geld— etwa 1000 M.— in einer Nacht in einem Altonaer Bordell, indem er sämtliche„Damen" Sekt schlecken ließ. Am anderen Tage entnahm er dem Toilettcnschrank und dem Geld- schrank zirka 1000 M. und Schmucksachen im Werte von 300— 1000 Mark und lenkte wieder seine Schritte nach demselben Bordell, wo man den„Herrn Baron" mit großem Jubel empfing. Auch dieses Geld ging im Lause der Nacht bis auf 20 M. drauf. Zu Haufe angelangt, schoß er sich eine Kugel in den Kopf und mehrere Wochen schwebte der leichtsinnige Mensch in Todesgefahr. Die Kugel ver- mochte nicht entfernt zu werden, und nach Aussage der Äerzte ist er dauernd dienstunfähig, da jeden Tag Komplikationen hinzutreten können. Der geschädigte Hauptmann stellte dem wegen unerlaubter Entfernung, einfachen und schweren Diebstahls, Unterschlagung usw. angeklagten N. ein gutes Zeugnis aus. Der Ankläger beantragte 14 Monate Gefängnis und zweite Soldatenklasse. Das Urteil lautete auf 11 Monate Gefängnis und die beantragte Ncbenftrafe.— Die rheinischen Zentrumsbanern werde» aufsässig. Ihr Blatt, die„Rheinische Volks- stimme" liest dem Zentrum den Text, weil sich in der Partei angeblich eine„Diversion nach lin?s" vollziehe. Es sei schon vorgekommen, daß Kandidaten deshalb abgelehnt worden seien, gegen die sich weiter nichts einwenden ließ, als daß sie einen adligen Namen tragen. Das immer deutlicher zur Schau getragene Hervorkehren radikal demokratischer Ambitionen müsse den im Grunde seines Herzens innerhalb des Rahmens der Partei konservativ gesinnten Adel verletzen und abstoßen. Und nicht nur der Adel, sondern auch der Bauer habe unter der Abneigung des„radikaldemokratischen Flügels" der Partei zu leiden, als ob es außer den Arbeitern und Arbeitersckre- tären keine Menschen gebe. Das klcrikalagrarische Blatt schreibt zum Schluß: „Wir verargen es Niemand, wenn er voll und ganz auf Seiten der Arbeiter steht und nur für sie eintritt; mit aller Entschiedenheit aber müssen wir es ablehnen, daß das Eintreten für die Bauern. die agrarische Gesinnung eines Mannes genügt, ihn in den Augen der Leitung zum Zentrumsmanne zweiter Güte zu degradieren. Mit diesem Unfug muß endlich einmal auf- geräumt werden, soll nicht der Karren derart in den Dreck ge- fahren werden, daß schließlich die Lenker und Leiter am letzten Ende von ihrer getreuen Arbeitergarde selbst verlassen und ge« steinigt würden." So viel Lärm um zwei oder drei Arbeiter in der Zentrums- fraktion. Das Zentrumsblatt mag sich auf die Sozialdemokraten verlassen, die dafür sorgen werden, daß möglichst wenig christliche Arbeitervertreter in den Reichstag kommen.— Die Lösung der Fleischnotfrage läßt sich der Stadtmagistrat Nürnberg angelegen sein. Dabei verfährt er ungemein„prak- tisch". Vor einiger Zeit wurde ein Ausschuß eingesetzt, der sich ausschließlich mit dieser Frage befassen und hauptsächlich von Zeit zu Zeit prüfen soll, ob die Fleischpreise mit den Viehpreisen im Einklang stehen. Der Ausschuß hat Wochen gebraucht, bis er sich zusammenfand und sich mit dem herrlichen Namen„Fleisch- preisfest setzungsaus schuß" taufte. Tann ging es über die Fleischnot her. Ein Mitglied stellte den Antrag, die Stadt solle eine eigene Schlächterei einrichten, um zunächst ihre eigenen An- stalten, die einen sehr großen Fleischverbrauch haben, mit Fleisch zu versorgen, wobei eine vorzügliche Gelegenheit geboten sei, die Fleischpreise zu beurteilen. Das versetzte die übrigen Mitglieder der hohen Körperschaft in nicht geringes Entsetzen, und der Antrag- steller geriet in Verdacht, ein verkappter Sozialdemokrat zu sein. Als sie sich wieder etwas erholt hatten, beschlossen sie, dem Magistrat die Ablehnung dieses Antrages zu empfehlen, die auch einstimmig au�esprochen wurde, denn das wäre ja ein Spvung in den Zukunfts- staat gewesen.„Wir würden uns da aus ein Gebiet verirren, auf das wir uns nicht verirren wollen", meinte der erste Bürgermeister. Dafür ging man der Fleischnot durch einen anderen Beschluß zu- leibe: Die Metzger sollen angehalten werden, in ihren Läden Tafeln auszuhängen, auf denen die Preise der verschiedenen Fleischsorten kj. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlag SanMt und acht der gangbarsten Wurstforien ersichtlich find. Nun werden die Nürnberger bald keine Not mehr leiden— und das haben sie nur den unaussprechlichen Ausschüssen zu verdanken.— Ein Zentrumskaplan über Arbeiterkandidaturen. In Saarbrücken hat bekanntlich der vom Kreiswahl- komitee bereits aufgestellte Gcwerkschaftssekretär Wernerus auf einen Wink der Zentrumslcitung einem„besseren" Kandidaten, dem Justizrat Strauß weichen müssen. In einer Zentrums- wählerversammkung in Bildstock kam der Kaplan Thome auf die Sache zu sprechen. Er erinnerte an das Wort Schillers, daß man dem Volk Männer geben soll, die ihm nicht geben, was es wolle, sondern was es brauche. also besonnene, vernünftige Männer. Da die Bevölkerung des Saarreviers zu 92 Prozent aus Arbeitern bestehe, sei man vor der jetzigen Reichstagswahl nicht mit Unrecht auf den Gedanken gekommen, aus Arbeiterkreisen einen Reichstagskandidaten auf- zustellen. Es komme aber bei dem Abgeordneten darauf an, daß er Namen und Renommee besitze. Es sei ein Unfug, wenn behauptet werde, daß der zuerst als Kandidat genannte Wernerus die Verhältnisse des Arbeiters besser kenne, als der jetzige Kandidat. Dr. Strauß sei unter diesen Leuten groß ge- worden und sei nun 26 Jahre unter ihnen praktisch tätig, er kenne ihre Lebens- und Arbeitsverhältnisse besser, da er mitten in diesen Verhältnissen stehe, als ein Mann, der als Arbeiter» sekretär über dem Arbeiter st che. So zu lesen in dem Bericht der ultramontanen„Saar- Post", der übrigens die Spuren nachträglicher Korrektur trägt, insofern als ein umfangreicher Satz aus der stereotypierten Platte herausgcmeißclt ist. Danach scheint der Herr Kaplan ja noch ganz andere Dinge geredet zu haben.— Zur braunschweigischen Thronfolgcfrage. Ter wegen der künftigen Gestaltung der Regierungsvcrhältnisse im Herzogtum Braunschwcig an den Bundesrat gerichtete Antrag des Regent- schaftsratcs hat, der„Braunschweigischen Landeszeitung" zufolge, folgenden Wortlaut:.. Der Bundesrat wolle darüber beschließen, ob bei eineat Verzicht des Herzogs von Eumberland und dessen ältesten Sohnes auf den braunschweigischen Thron und bei Aufrecht- erhaltung der unter den Gründen des Bundcsratsbeschlusses von, 2. Juli 1885 erwähnten Geltendmachung von Ansprüchen auf Gebietsteile des Bundesstaates Preußen seitens des Her- zogs bsn� Eumberland die Regierung des nach jenem Verzicht zur Thronfolge in Bra.cnschweig berufenen jüngsten Sohnes des Herzogs von Eumberland, des Prinzen Ernst August, in Braunschweig, sofern derselbe für sich und seine Deszendenz auf Hannover verzichtet. Mit den Grundprinzipien der Äündnisver- träge und der Reichsvcrfassung vereinbar sei, und die Verstän- digung Braunschweigs von dem Beschlossenen veranlassen. Husland. Oesterreich. Das allgemeine Wahlrecht. Wien, 12. Januar.(W. T. B.) Das Abgeordnetenhaus nahm heute in allen Lesungen das Gesetz zum Schutz der Wahlfreiheit an und erledigte sodann ohne Debatte mehrere kleinere Gesetzentwürfe. Wien, 12. Januar.(B. H.) Die Regierung hat vorläufig die Zeit zwischen dem 24. und 30. April zur Vornahme der Reichsratswahlen in Aussicht genommen. Das neue Haus soll zu Beginn der zweiten Matlvoche einberufen werden. Frankreich. Eines Gewerkschaftlers Bortrag in der Kaserne. Paris, 11. Januar.(Eig. Ber.) Daß in französischen'Armeekrcisen mitunter auch modernere Anschauungen zur Geltung kommen, beweist ein Vorfall, über den aus Alcne.on berichtet wird: In dieser Stadt macht jetzt Genosse Pengam, Vorstandsmitglied der Arsenalarbeiter-Gcwerkschaft von Brest, beim 103. Infanterieregiment eine Reserveübung. Vor kurzem wurde er nun vom Regimentskommandeur eingeladen, in der Kaserne einen Vortrag über den Alkoholismus zu Valien! Er zögerte nicht, dieser Aufforderung Folge zu leisten. Dem Vortrag wohnten auch die Offiziere bei, und Pengam empfing von ihnen nach dem Referat herzliche Glückwünsche.— Dabei ist bemerkenswert, daß Pengam ein bekannter Propagandist des Antimilitarismus ist und wegen dieser seiner Betätigung schon gemaßrcgclt wurde! � In Deutschland würde— wenn man den wahnwitzigen Ge- danken einer Parallele mit jenem Vorfall zu Aleneon überhaupt ausdenken will— der betreffende Kommandeur infam kassiert oder— ins Irrenhaus gesteckt werden. Die Enzyklika des Papstes hat auf das Parlament keinen irgendwie bemerkbaren Eindruck gemacht. Die Presse beschäftigt sich natürlich ein wenig mit dem Rund- schreiben. Die konservativen Organe äußern sich selbstverständlich über die Enzyklika in den höchsten Tönen der Begeisterung. Der „Soleil" schreibt:„Die Enzyklika ist ein wahres Denkmal der ka- tholischcn Lehre, des Glaubens, der Logik und der Würde. Durch den Mund ihres Oberhauptes und Vaters antwortete die Kirche ihren Verfolgern und Plünderern: Wir fürchten weder Eure Gen- darmen noch Eure Gesetzgeber. Nehmt uns Freiheit und Güter, wir werden das Erbe unseres Glaubens unversehrt bewahren; wir werden uns nicht erniedrigen, um uns zu Mitschuldigen Eurer Lügen zu machen."— Die republikanischen Blätter heben hervor, daß die Enzyklika keinerlei Aufklärung und 3iat enthalte. „Steele" sagt, das Schriftstück biete keinen Fingerzeig, wie dem katholischen Volke Frankreichs zu helfen sei. Allerdings brauchten die französischen Bischöfe keine Ratschläge, ihnen genügten Bt» fehle!— Letzte JVaebriebten und Depefeben. Auf Abwegen. Worms, 12. Januar. sB. H.) Die Zahl der SittlichkeitSver- brechen, die dem hiesigen katholischen Kirchendiener vorgeworfen werden, beträgt über 60. Der Verhaftete wird zur Untersuchung seines Geisteszustandes in eine Anstalt gebracht werden. Die Ver- brechen sind zumeist an Knaben begangen worden. Ein Gcsetzcswächter. Budapest, 12. Januar. lB. H.) Der ehemalige Bürgermeister Haimos lehnte die Duellforderung des Justizministers Polonyi ab und verwies denselben auf den gerichtlichen Weg. Die Henker fürchten die Kritik. Petersburg, 12. Januar.(B. H.) Stolypin erließ ein Rund- schreiben, wonach Versammlungen, in denen gerichtlich verhängte Hill- richtungrn einer Kritik unterzogen werden, sofort aufzulösen sind. Die Pest. Konstantinopel, 12. Januar.(Meldung des Wiener k. k. Tele- graphen-Korrefpondenz-Bureans.) Von den beiden in Dscheddah an der Pest Erkrankten ist einer gestorben. In Smyrna ist ein Pestfall vorgekommen.______ siäulSinger& So., Berlin SW, Hierzu 5 Beilage». Nr. 11. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dernburg der Märchenerzähler. Seiner ersten Rede in der Professorenversammlung hat Herr Dernburg am Freitagabend eine zweite Rede vor Berliner Handelskreisen folgen lassen. Diese zweite Rede überbot die erste womöglich noch an grotester Phantastit. Sonntag, 13. Januar 1907. In derselben Weise, wie Herr Dernburg aber den deutschen Mittel, trop Kriegs- und Feldjustiz( die in den letzten 2 Wochen Handelsverkehr mit den Kolonien übertreibt, verkleinert er allein 124 Personen zum Tode, 183 zur schweren Zwangsarbeit fälschlich die Ausfuhr nach den übrigen Ländern. So behauptet in den Bergwerken, 44 zur Ansiedelung in Sibirien und 693 zu er, daß Deutschland nach China nur für 53 Millionen Mark Waren 1007% Jahren Festungshaft verurteilt hat) es dennoch für notausgeführt habe. In Wirklichkeit aber betrug der deutsche Export wendig erachtet, zu modernen" Mitteln zu greifen, um der nach China im Jahre 1905 84 Millionen Mark, also doppelt so viel regierungsfeindlichen Bewegung endlich Herr zu werden." als der deutsche Export nach allen deutschen Kolonien zusammen Eine Sisyphusarbeit, wie sie aussichtsloser nicht gedacht werden genommen! fann! Frauen auf der Folterbank. Aus Riga wird uns geschrieben: Im Lande der baltischen Junker schrecken die zarischen Herr Dernburg begann seine Ausführungen, mit denen er die Diese Stichproben für die statistischen Taschenspielerkunststückchen Notwendigkeit einer deutschen Kolonialpolitik zu erweisen suchte, mit des Herrn Dernburg genügen wohl. Sie kennzeichnen den Mann einem Klagesang darüber, daß Deutschland nicht bereits ein ebenso als Jrrealpolitiker und Phantasten, wie seine phantastischen paar Jahrhunderte früher Kolonialpolitik ge- Luftspiegelungen der künftigen Entwickelung unserer Kolonien. Diese Henter in ihrem blutigen Handwerk vor nichts zurück. Zur trieben habe. Gegen Mitte des 18. Jahrhunderts habe es nur 9 Millionen Phantastereien sind selbst einem freisinnigen Blatte doch gar zu toll Zeit der grauenhaften Strafexpeditionen sind in den livEnglischredende und 20 Millionen Deutschredende gegeben. Heute geworden. Spotten doch die freisinnigen, Posener Neuesten ländischen Landgemeinden zu wiederholten Malen Frauen ständen 120 Millionen Englischredenden nur etwa 70 Millionen Deutsch Nachrichten" über den letzten Vortrag Dernburgs unter der öffentlich von Kojaken unter dem Kommando der adeligen redender gegenüber, weil England sich in Amerika Kolonien zu Ueberschrift„ Zauberkünstler Dernburg" folgendermaßen: erwerben vermocht habe. Was dieser Klagesang eigentlich mit Herrn Dernburgs Thema zu tun hat, ist uns rätselhaft geblieben. Es ist doch mehr als müßig, mit der Weltgeschichte darüber zu hadern, daß eine andere Nation Expansionsmöglichkeiten fand, die Deutschland nach dem ganzen Verlauf der Weltgeschichte bersagt bleiben mußten. Oder. hofft Herr Dernburg etwa durch Befiedelung von Südwestafrika den Vorsprung der Englischredenden nachholen zu können?! Uebrigens dürfte es auch Herrn Dernburg nicht ganz unbekannt fein, daß es nicht gut angeht, die Amerikaner und die Engländer in einen Topf zu werfen. Die Nordamerikaner fühlen sich ganz und gar nicht als Engländer. Bereits im Jahre 1773 erhoben sich die Amerikaner gegen die englische Herrschaft, und sie denken trog aller Stammesverwandtschaft mit England gar nicht daran, sich in ihren politischen und wirtschaftlichen Interessen mit England solidarisch zu fühlen. Die gemeinsame Sprache hat die Losreißung der ehemaligen Kolonie vom Mutterland nicht verhindern können, und sie wird auch in Zukunft den Austrag politischer Interessengegensätze ebenso wenig verhindern. Andererseits bildet der Sprachenunterschied zwischen der Union und Deutschland an sich nicht den geringsten Grund zu einer politischen Spannung zwischen Deutschland und Nordamerika. Eine solche Spannung fönnte freilich leicht durch weltpolitische Phantastereien à la Dernburg erzeugt werden! Herr Dernburg suchte des weiteren die Notwendigkeit der deutschen Kolonialpolitik damit zu beweisen, daß er es für notwendig erklärte, daß auch Deutschland einen wesentlichen Teil feiner Rolonialprodukte, also Baumwolle, Kupfer, Kautschut, Petroleum, Reis, Kaffee usw. selbst erzeuge. Nur dadurch könne den Preistreibereien der ausländischen Monopolisten entgegengetreten werden. Meine Herren! Ich erlaube mir, mich Ihnen als moderner Anführer ausgepeitscht worden( 50 bis 100 Stnutenhiebe)! Es Zauberkünstler porzustellen. Ich werde vor Ihren Augen Sand in waren meistenteils intelligente Mädchen mit guter SchulGold verwandeln und werde auf dem Hintergrunde dieser Bühne bildung, und ihr Verbrechen" bestand darin, daß sie rote eine Fata Morgana erscheinen lassen. Ein bißchen Geduld Fahnen gestickt, revolutionäre Lieder gesungen oder den junker( Sie brauchen nicht alles zu glauben, was Sie sehen und hören), lichen Wachthabern gegenüber sich hartnäckig" gezeigt aber Geschwindigkeit ist keine Hererei! Nach meinem Auf- hatten.- Das Schicksal der Maria Spiridonowa hat treten halte ich mich den geehrten Herrschaften auf das beste res so manches lettische Mädchen teilen müssen. Man tommandiert." So ungefähr konnten die ungesprochenen Eingangsworte einer Frauen zu verhängen! schreckte auch davor nicht zurück, Todesurteile über Rede lauten, welche der stellvertretende Kolonialdirektor Dernburg Adern, als wir lafen, daß am 13. April v. J. zu Marienburg Das Blut erstarrte uns in den gestern abend in Berlin vor der von Professor Schmoller ver- in Livland die Genossin Balod, ein 16jähriges Mädchen, hinanstalteten Versammlung von Künstlern und Gelehrten hielt. Was er dort den Hütern der Kulturgüter unserer Nation" er gerichtet wurde. Sie war mit 100 Stnutenhieben gepeitscht zählte, zeugt von einer Phantasie, die einen Jules Verne worden, und als sie nach der Exekution noch den Mut und in Schatten stellt und an Mark Twain erinnern würde, die Straft fand, eine revolutionäre Strophe anzustimmen, wurde wenn das Groteste der Dernburgschen Behauptungen sie wiederum ergriffen und vor den Augen aller erschossen! einen bewußt tomischen Eindruck hätte machen sollen. Bu gleicher Zeit wurde auch eine 60jährige Frau öffentlich Aber Dernburg wahrte den Ernst, und ohne mit der Wimper zu hingerichtet, weil sie ein paar alte Flinten aufbewahrt zucken, schilderte er Südwestafrika als ein Dorado, das nur die hatte! Und als im Auguft die Feldgerichte eingeführt wurden, Kanoniere der Kolonialstandale" in Grund und Boden schöffen. Schon jetzt( so erzählte er), ist eine Anzahl von zweiten Söhnen meldeten die Zeitungen wiederum, daß im Kreise Friedrichbesser gestellter Landwirte teils unterwegs, teils bereit, nach ſtadt( Kurland) eine verheiratete Frau, Mutter von mehreren Südwestafrika und in andere unserer Kolonien auszuwandern". Kindern, unter den Kugeln der Henker sterben mußte, weil sie Glückliche Jugend, die der beflügelte Kiel des Dampfschiffs in flüchtige Revolutionäre beherbergt hatte. beffere Welten trägt, wenn- diese zweite Garnitur sich die nötige Das alles schien den baltischen Mördern und Henkern Zeit zur Neise läßt. Es ist das beneidenswerte Los großer Männer, ihrer Beit schon bekannt, welchen bestialischen Folterungen die gefangenen noch immer nicht genug. Den Lesern des„ Vortvärts" ist ja einige Jahrtausende voraus zu sein. Auch der Scheinwerfer der Revolutionäre in der Rigaer Geheimpolizei unterzogen werden: Dernburgschen Vorstellungsfraft wirft auf Jahrhunderte seine -200 erhellenden Strahlen vorauf. Dann ist Südwestafrika ein Man schlägt sie mit bleigefüllten Gummistöcken, die Muskeln Paradies... Lieber Mann, so könnte man angesichts seiner und Sehnen werden mit Nadeln durchstochen, das Kopf- und Rede Herrn Dernburg fragen, wollen wir nicht ein wenig ernster Barthaar wird büschelweise ausgerissen, sie werden mit werden in ernster Zeit"? Was Herr Dernburg erzählt, ist ein glühenden Eisen bearbeitet, die Geschlechtsteile mit Zangen Gemisch von Realität und Phantasmen, die bei einem gezwickt usw. Wir können das alles hier ausdrücklich beLaien passieren mögen, in dem Munde des verantwortlichen Leiters ftätigen und dem nur noch hinzufügen, daß diese scheußlichen unferer Kolonialpolitit aber bestenfalls als Jronie Wert bejizen. Grausamkeiten, die früher doch nur vereinzelt bortamen, Daß die Ausführungen Dernburgs nicht scherzhaft- ironisch gemeint jetzt unter dem Regime des Barons Möller- Satomelsti waren, das ist das Betrübende an seiner Rede. " Die Freifinnigen haben die legten kolonialen Forderungen zum System erhoben worden sind. Man versucht mit allen der Regierung unterstüßt als Forderungen der praktischen, auf die Mitteln die revolutionäre Geheimorganisation aufzudecken, und nächsten Ziele gerichteten Politit. Sie werden ihrer Anschaunung da dieses nicht gelingt, so ist man jetzt noch weiter gegangen: treu bleiben, und sollte Herr Dernburg auch vor dem deutschen man schleppt gefangene Mädchen und Frauen auf die Folter. Handelstag und in anderen Versammlungen feine Illufion der bant, um auf diese Weise Geständnisse" zu erpressen. Vorige unbegrenzten Möglichkeiten in Südwestafrika vorführen. lehnen es aber ab, Herrn Dernburg auf die schwankende Brücke denen man annahm, daß sie in der sozialdemokratischen Wir Woche sind 10 Frauen, meist junge, intelligente Mädchen, von feiner 8utunftswechsel zu folgen und bedauern, daß das ficherlich flare Urteil des ehemaliger Bankdirektors fich in der Geheimpolizei gebracht worden!! Man weiß ganz bestimmt, sicherlich flare Urteil des ehemaligen Bankdirektors sich in der Organisation tätig waren, in die Schreckenskammer der Rigaer neuen Egzellenz zu verschwommenen Begriffen gewandelt hat." daß eine von ihnen stundenlang mit allen Folterwerkzeugen gemartert worden ist; das Schicksal der anderen ist bis zur Stunde noch unbekannt. Unter den Opfern befindet sich auch eine Frau in hochschwangerem Zustande! Die russische Revolution. Sisyphusarbeit. Frauen auf der Folterbank- das ist heutzutage wohl nur noch möglich im Lande der in Deutschlands aristokratischen und bürgerlichen Kreisen so hochgefeierten baltischen Junker und Henker. Wahlkampagne. und Telegraphenbeamten hat vor einigen Tagen einen Aufruf er Das Petersburger Komitee des Allrussischen Verbandes der Post lassen, in welchem es die Kollegen auffordert, für die Kandidaten derjenigen Partei zu stimmen, welche sich verpflichtet, in der Duma für die Einberufung der Konstituante einzutreten." Dieser Aufruf wird trotz der Drohungen und Repreffionen der Vorgesetzten unter den Posts und Telegraphenbeamten in Massen verbreitet. Aus der Partei. Neue Wahlbroschüren Herr Dernburg erklärt es für durchaus möglich, daß in unseren Kolonien nach Einführung der geeigneten Methoden( Pflugkultur) bis zu 21 Millionen Ballen Baumwolle produziert werden könnten, also mehr als der gesamte Bedarf Deutschlands ausmache. Diese Per spektive ist so phantastisch, daß man sich auf eine Widerlegung dieser Fata morgana nicht erst ernstlich einzulassen braucht. Wenn die Produktion von Baumwolle so leicht wäre, so wäre es unbegreiflich, warum sich nicht schon längst England in seinem Baumwollbedarf durch koloniale Eigenproduktion von der amerikanischen Produktion vollständig unabhängig gemacht hätte. England hat ja allerdings in seinen Kolonien der Baumwollproduktion längst die intensivste Aufmerksamkeit gewidmet. Britisch- Ostindien und Aegypten exportieren denn auch an Baumwolle eine Menge im Werte von 700 Millionen Mark, während der ganze Baumwoll import Englands sich im Jahre 1905 auf 1050 Millionen belief. Trotzdem ist England noch immer genötigt, amerikanische Baumwolle zu importieren, da die Qualität der ostindischen und der Das Polizei- Departement hat an alle Gendarmerie- Verwalägyptischen Baumwolle den Anforderungen nur in bedingtem Maße tungen ein Zirkular versandt, in welchem es gegen die schlappe entspricht. Trotz dieser gewaltigen Eigenproduktion von Baum- Bragis vieler Gendarmerieoffiziere scharf Stellung nimmt und wolle sind die Baumwollpreise mit Berücksichtigung der Fracht eine rege bom modernen Geiste getragene" Tätigkeit auf dem differenzen in England durchaus durchaus nicht niedriger, als in Gebiete der politischen Spionage von ihnen verlangt.„ Die reDeutschland und nicht höher als in Amerika! Selbst wenn also gierungsfeindliche Bewegung", so heißt es in diesem Dokument, Deutschland eine erhebliche Eigenproduktion an Baumwolle jemals mit der zu kämpfen die Gendarmerie- Verwaltungen vor allem zu verzeichnen haben würde, was aber außerordentlich zweifelhaft berufen sind, hat eine ungemein breite Entwickelung gefunden und ist, so würde seine Baumwollindustrie das Nohmaterial nicht zur Bildung einer Reihe selbständiger revolutionärer Parteien billiger erhalten, als der amerikanische, englische und Organisationen geführt, von denen jede nach ihrem eigenen oder französische Fabrikant. Die Produktions- Programm und System arbeitet. Die genaueste Bekanntschaft mit bedingungen für die deutsche Baumwollindustrie hätten sich also dem Charakter, den Zielen und der Wirksamkeit der Geheimgegenüber der ausländischen Konkurrenz nicht organisationen muß zweifellos die oberste Pflicht der Offiziere des im geringsten berbessert! Ebenso wie die Baum- Gendarmerieforps ausmachen, die doch zum unmittelbaren Kampf wollpreise ihren internationalen Marktpreis haben, haben mit jenen berufen sind.... Indessen ist es aus der Praxis erihn auch die Stupferpreise. England erzeugt in seinen Kolonien sichtlich, daß einige Repräsentanten der Gendarmerie in ihrem einen erheblichen Teil des Rohfupfers, dessen seine Industrie benötigt. Wirkungsfreise nicht das notwendige Interesse zur theoretischen(!) Seine Industrie erhält aber deshalb das Rohkupfer nicht im ge- Kenntnisnahme der Programme und der Taktik der einzelnen find in der Buchhandlung Borwärts erschienen: ringsten billiger als die deutsche Industrie! revolutionären Organisationen zutage treten lassen und infolge- Das berbotene Blatt. Wendet sich gegen das Bestreben Herr Dernburg phantasierte ferner von der beträchtlichen Ausfuhr, dessen keine genaue Vorstellung vom Charakter der regierungs- der Gegner, die Arbeiter vom Besuch sozialdemokratischer Verdie schon jetzt Deutschland nach seinen Kolonien exportiere. Er feindlichen Bewegung in den ihnen anvertrauten Bezirken haben, sammlungen abzuhalten und das Lesen sozialdemokratischer sprach von rund 100 Millionen Mark deutschen Handels mit den was wiederum zur Folge hat, daß sie das Polizei- Departement Beitungen und Broschüren zu untersagen. Einzelpreis 5 Pf., Schutzgebieten ohne Kiautschou. Wenn Herr Dernburg noch öfter wohl über die einzelnen Erscheinungen der revolutionären Tätig 100 Exemplare 1 M. Neden hält, wird der deutsche Handel mit seinen Kolonien wahr feit einzelner Personen oder Gruppen in Kenntnis seßen, es aber Das neue Knebelgesetz gegen die Gewerks scheinlich in etlichen Wochen auf 200 Millionen angeschwollen sein! vollkommen in Unkenntnis lassen über die allgemeine Lage der fchaften. Enthält die Verhandlungen des Reichstags über den Vor wenigen Tagen bezifferte nämlich erst die Dernburg- offiziöse revolutionären Bewegung im betreffenden Bezirke. Aus„ Gefeßentwurf betreffend die gewerblichen Berufsvereine" nebst dem Nordd. Allgem. Btg." den deutschen Handel in seinen Kolonien auf diesem Grunde stößt das Polizei- Departement als zentrale Entwurf des Gesetzes, der Begründung und einer kritischen Be70 Millionen Mart. An einer anderen Stelle rechnete sie nach Wieder- Institution, die der allgemeinen Nachforschung vorsteht stets trachtung desselben. Preis 75 Pf. Herstellung der Ruhe in Südwestafrita mit 80 Millionen. Herr auf bedeutende Schwierigkeiten, wenn es die Lage der regierungs- Womit man bor Sozialdemokraten graulich Dernburg spricht aber bereits von 100 Millionen! Dabei hatte feindlichen Bewegung beurteilen oder allgemeine, leitende Brin- macht. Ein Mahnwort an die Reichstagswähler. Enthält die schon die„ Nordd. Allgem. 3tg." reichlich aufgeschnitten. zipien zum planmäßigen Kampfe gegen dieselbe ausarbeiten landläufigsten Widerlegungen der gegen die Sozialdemokratie erNach unserer sorgfältigen Berechnung auf Grund amtlicher Zahlen will." hobenen Vorwürfe: Die Sozialdemokraten wollen das Eigentum betrug der deutsche Gesamthandel mit unseren Kolonien einschließlich Um dem abzuhelfen, sollen nun die Chefs der Gouvernements aufheben. Die Sozialdemokratie will die Ehe und Familie abKiautschous nämlich nur 60 Millionen, nämlich 43 Millionen Aus- und Bezirks- Gendarmerieverwaltungen außer ihren gewöhnlichen schaffen.- Die Sozialdemokratie will die Religion beseitigen. fuhr und 17 Millionen Einfuhr. Aus diesen 60 Millionen macht Dienstrapporten zweimal jährlich eingehende Berichte über die Die Sozialdemokratie ist vaterlandslos, international und republiHerr Dernburg im Handumdrehen 100 Millionen ohne Kiautichou! parteipolitischen Verhältnisse in ihrem Bezirke an tanisch,- Die Sozialdemokratie will Revolution und Umsturz. Dabei behauptet er, daß in dieser Summe die durch die Kriegs- das Polizei- Departement einsenden! Patriotismus und Sozialdemokratie. Preis 10 f. bedürfnisse gesteigerte Ausfuhr nicht mitgerechnet sei. Auch das ist Das russische Ober- Spionat tönnte zweifellos mit vollem Recht Winte für die Reichstagswahlen. Ein unentbehrSchwindel! Selbstverständlich sind die Lieferungen des Reiches eine derartige moderne" Betätigung von seinen Untergebenen liches Schriftchen für jeden bei der Wahlagitation tätigen Genossen. für die Schußtruppen in Südwestafrika in der Statistik nicht enthalten. berlangen; fostet doch das für jene Zwede detachierte Gendarmerie Einzelpreis 10 Pf. Wenn aber der deutsche Export nach Südwestafrika im Jahre 1905 forps mit feinen 903 Oberoffizieren, 597 Wachtmeistern und Führer durch das Vereins- und Versammlungs18,4 Millionen betrug, während er bor Ausbruch des 11 758 Unteroffizieren und Gemeinen dem Staate jährlich recht. Zugleich ein Wegweiser für die Reichstagswahlen. Neue, Krieges im Jahre 1903 nur 4,3 Millionen betrug, so wird selbst 10 millionen Rubel, die ungeheueren, aus speziellen" durchgesehene und ergänzte Auflage. Preis 30 Pf. ein Dernburg zugeben müssen, daß diese Steigerung des Exports zu Mitteln fließenden Summen für außerordentliche" Spionage nicht 14 Millionen lediglich auf Waren zurückzuführen ist, die von den inbegriffen! Welcher Art nun die Politik" sein wird, welche von südwestafritanischen Ansiedlern in äußerst ge den Gendarmen auf das Kommando aus Petersburg hin getrieben winnbringender Weise auf dem Wege des Handels werden wird, das kann sich nur derjenige vorstellen, der das Veran die Schustruppe abgesetzt wurden! Selbst die gnügen gehabt hat, diese geistigen und moralischen Auswürflinge „ Lägl. Rundschau" gab ja zu, daß die Schutztruppe für unsere süd- der russischen Gesellschaft tennen zu lernen. Es sei hier bloß westafrikanischen Ansiedler zurzeit die milchende Kuh" darstelle. gesagt, daß die russischen Armeeoffiziere, die doch wahrlich nicht Biehen wir aber diese 14 Millionen ab, so bleiben nur allzuhoch stehen, es sorgsam vermeiden, mit ihren„ blauen" Kollegen noch ganze 46 Millionen Einfuhr und Ausfuhrhandel mit in nähere Berührung zu kommen. Das einzige Interessante diesen Kolonien, einschließlich Kiautschous, übrig, also nicht an dem ganzen herrlichen Reformprojekt ist das Geständnis der einmal halb so viel, wie Dernburg angibt. höchsten Spionage- Instanz, daß fie trok all ihrer Vollmachten und ·• Bon älteren Agitationsschriften sind vorhanden: Der Verfasser wendet sich an die große Zahl der Indifferenten, der An den Einzelnen, auf den es nicht ankommt! Drückeberger, denen er nahelegt, von ihrem wichtigsten Staatsbürgerrecht, dem Wahlrecht, ani 25. Januar Gebrauch zu machen. Einzelpreis 5 Pf., 100 Exemplar 1 M. fegung Bebels mit Kaplan Hohoff über das Wesen des Christentums. Christentum und Sozialismus. Eine AuseinanderEinzelpreis 10 f. Van Brint, ein katholischer Priester, der in zu Herzen dringenden Ein tatholischer Pfarrer als Sozialdemokrat. Worten für den Sozialismus eintritt. Einzelpreis 10 Pf. Wie ein Pfarrer Sozialdemolrat wurde. Genosse Göhre begründet in dieser Broschüre seinen Uebertritt zur Sozial- demokratie. Einzelpreis 10 Pf. Du.Mntter. was läuft der Herr Gen dar nr so? Enthält die Widerlegung einiger Behauptungen der Gegner über die Sozialdemokratie. Einzelpreis 6 Pf. .Nieder mit den Sozialdemokraten!" Eine populäre Abfertigung der Gegner über die Märchen, die Sozial- demokraten wollen»teilen" und die»freie Liebe" einführen. Einzel-- preis 10 Pf. Grundsätze und Forderungen der Sozialdemo- kratie. Der Nachweis von der UnHaltbarkeit der bestehenden Zustände und der Notwendigkeit des Sozialismus. Einzelpreis 10 Pf. Ziele und Wege. Erläuterung der Forderungen, welche die sozialdemokratische Partei an den gegenwärtigen Staat stellt. Einzelpreis 20 Pf. Die Vernichtung der Sozialdemokratie. Inhalt: Der Niedergang des Kleinbetriebes.— Die Berelendung.— Was nützt die Sozialdemokratie dem Volke? Einzelpreis 20 Pf. Eugen Richters Soziali st enspiegel. Wendet sich egen die bewußten Verdrehungen und Verleumdungen, mit denen er.Freisinn" die Sozialdemokratie verfolgt. Emzelpreis 20 Pf. C h r i st l i ch e Arbeiterpflicht e n. Widerlegt die Ansicht des Zentrums von den Pflichten der Arbeiter gegenüber Staat und Gesellschaft. Einzelpreis 20 Pf. Die neuen Reichs st euer n. Behandelt die vom letzten Reichstage dem Volke auferlegten neuen Steuern. Einzelpreis 30 Pf. Die Frauen und die Politik. Eine zu Herzen dringende Mahnung an die Frauen, sich um das öffentliche Leben zu kümmern. Einzelpreis 20 Pf. Wahlkomitees usw. erhalten auf Wunsch Ansichtsexemplare. Sonstige Schriften sind aus dem Schriftenverzeichuis der Buchhandlung Vorwärts, Berlin S W. 68, Linden- fl ratze 69, zu ersehen. Das Verzeichnis wird gratis und franko versandt.__ Soziales* Sieg einer Ortskrankenkasse über die höhere BerwaltungSbehördc, betreffend die Genehmigung von Statutenänderungen. Das Statut der Ortskrankenkasse VI zu Stettin lautete bisher km 8 47 Satz 2:„Der Borsitzende des Vorstandes musi ein Arbeit- geber, der Stellvertreter hin Arbeitnehmer sein." Eine General- Versammlung der Kasse beschloß, die Bestimmung dahin zu ändern, daß von beiden Vorsitzenden einer ein Arbeitgeber und einer ein Arbeitnehmer sein müsse. Diese Aenderung bezweckte, den bei den meisten Ortskrankenkassen üblichen Zustand zu schaffen, daß zum ersten Vorsitzenden der Kasse auch ein Arbeitnehmer gewählt werden könne. Der Bezirksausschutz zu Stettin als höhere Ver- waltungsbehörde versagte der Statutenänderung die Genehmigung. Ferner lehnte er es ab, eine weitere Statutenänderung zu ge- nehmigen, wonach 8 60 Absatz 4 in Zukunft lauten sollte:„An- gelegenheiten, welche bei der Bereifung der Generalversammlung nicht als Gegenstände der Verhandlung bezeichnet sind, dürfen zur Verhandlung und Beschlußfassung nur zugelassen werden, wenn 15 Mitglieder dafür sind." Die letzten fettgedruckten Worte sollten die frühere Fassung:„... wenn aus der Mitte der Versammlung kein Widerspruch erfolgt" ersetzen. Nach der vom Vorstand der Kasse im Verwaltungsstreitver- fahren beantragten mündlichen Verhandlung verblieb der Bezirks- ausschuß bei seinem Standpunkt und führte unter anderem aus: Es sei davon auszugehen, daß den beiden Statutenänderungen die Genehmigung versagt werden könne, wenn sie zweckwidrig wären. Das sei aber der Fall. Was die neue Fassung des 8 47 angehe, wonach eS möglich sein solle, auch einen Arbeiter mit dem Posten des ersten Vorsitzenden zu betrauen, so möge das ja in vielen Fällen nichts Bedenkliches haben, zumal da, wo ein erhebliches Kassen- vermögen nicht vorhanden ist, oder aber, wo Arbeitnehmer und Arbeitgeber sich sozial verhältnismäßig naheständen, so daß ein Uebergang von der einen Klasse in die andere stattfände. So lägen die Dinge hier aber nicht. Z. B. handele es sich hier um eine Kasse, die ein ungewöhnlich großes Vermögen zu verwalten habe. Hier sei anzunehmen, daß eine dauernde Besetzung der Stelle des ersten Vorsitzenden mit einem Arbeitnehmer eine Gefahr für die bisher so ungemein gedeihliche EntWickelung dieser Kasse sein Würdelt Nun bestehe ja auch nach der Statutenänderung an sich noch die Möglichkeit der Wahl eines Arbeitgebers zum ersten Vor- fitzenden. Aber diese Möglichkeit sei eine sehr geringe, denn bei den ungünstigen Beziehungen zwischen Arbeitnehmern und Arbeit- gebern innerhalb dieser Kasse würden die Arbeitnehmer sicherlich ihre gesetzliche und statutarische Zweidrittelmehrheit in General- Versammlung und Vorstand dazu benutzen, die Arbeitgeber nach Möglichkeit aus maßgebenden Stellen zu verdrängen. Zu diesen Stellen gehöre aber in erster Reihe die des ersten Vorsitzenden des Vorstands, ganz besonders hinsichtlich der Vermögensverwaltung. Allerdings fei diese Verwaltung deni Gesamtvorstande übertragen, aber der erste Vorsitzende sei die Spitze und das ausführende Organ des Vorstands und habe in diesen Eigenschaften die laufen- den Geschäfte zu erledigen und die Beschlußfassungen des Kalle- giums vorzubereiten und zu leiten. Ihm sei auch ausdrücklich durch das Statut ein führender und matzgebender Einfluß auf die fach- liche Kassenverwaltung eingeräumt durch die Vorschrift, daß bei Stimmengleichheit innerhalb des Vorstandes seine Stimme ent- scheide. Aber auch in vielen anderen Beziehungen falle dem ersten Vorsitzenden des Vorstands eine leitende Stellung zu. Nun er- erfordere angesichts der besonderen Verhältnisse der klagenden Kasse die vollständige und zweckdienliche Erfüllung aller Aufgaben des ersten Vorsitzenden ein so hohes Maß persönlicher Geschäfts- gewandtheit und Sachkenntnis, wie es bei den der Kasse an- . gehörenden Arbeitnehmern mindestens selten zu finden fein werde, während in der Klasse der der Kasse angehörenden Arbeitgeber stets hervorragend geeignete Persönlichkeiten vorhanden sein würden. Aus diesen Gründen halte der Bezirksausschuß die be- schlossene Aenderung des§ 47 des Statuts für im hohen Grade zweckwidrig und versage die Genehmigung.— Die Versagung der Genehmigung für die Aenderung des 8 60 begründete der Be- zirksausschuß ebenfalls damit, daß die neue Form zweckwidrig sei. Und zwar sieht er ihre Zweckwidrigkeit darin, daß durch Zustim- mung von 15 Mitgliedern Anträge usw., die vor der General- Versammlung nicht bekannt waren, einer Zufallsmehrheit in viel- leicht schlecht besuchter Generalversammlung ausgeliefert werden könnten. Die Kasse legto Revision beim Oberverwaltungsgericht ein. Ihr Vertreter, Rechtsanwalt Dr. Heinemann, machte prinzipiöll geltend, es wäre die Ansicht des Bezirksausschusses durchaus ver- fehlt, daß er berechtigt wäre, aus Zweckmäßigteitserwägungen der geplanten Abänderung einer Statutenvorschrift die Genehmigung zu versagen. Die Unrichtigkeit dieser vom Bezirksausschuß ver- tretenen Ansicht ergebe sich klar aus§ 26a des Krankenvercherungs- gesctzes. Dort sei für ganz bestimmte Fälle, nämlich für gewisse, unter Nr. 2a bezeichnete Beschlüsse der Generalversammlung, die Genehmigung der Aufsichtsbehörde nach Zweckmäßigkeitserwägungen vorgeschrieben. Daraus folge, daß in anderen Fällen, und somit auch in dem hier strittigen, Zweckmäßigkeitsfragen nicht in Betracht kommen. Gesetzliche Borschriften würden aber durch diese Sta- tutenänderungen nicht verletzt. Sie müßten deshalb genehmigt werden.— Die Darlegungen des Bezirksausschusses, daß jene Statutenänderungen unzweckmäßig seien, wies im übrigen der Anwalt noch im einzelnen als ebenfalls absolut verfehlt zurück. Der dritte Senat des Oberverwaltungsgerichtes folgte am 10. Januar dem Antrage der Kasse und sprach, unter Aufhebung des Urteils des Bezirksausschusses, die Genehmigung beider Statuten- üuderungcn aus. Er führte aus: Mit der Kasse und ihrem Ver- treter sei anzunehmen, daß es sich bei Genehmigungen der Sta- tutenänderungen nur darum handeln könne, ob sie dem Gesetze widersprächen oder nicht. Zweckmäßigkeitscrwägungen könnten dabei nicht maßgebend sein.- Das Gesetz hindere aber nicht eine .Lchimmung, wonach anch ein Arbeiter erster Vorsitzender der Orts- krankenkasse sein könne. Jene Bestimmung wäre deshalb ohne weiteres zu genehmigen.— Was nun die zweite Statutenände- rung angehe, wonach die Zustimmung von 15 Teilnehmern der Generalversammlung genügen solle, zur Verhandlung und Be- schluhfassung Angelegenheiten zuzulassen, welche bei der Berufung der Generalversammlung nicht als Gegenstände der Verhandlung bezeichnet sind, so käme§ 23 Nr. 5 des Gesetzes in Betracht. Dort würden nur statutarische Bestimmungen über die Zusammensetzung und Berufung der Generalversammlung und über die Art ihrer Beschlutzfassung verlangt, ohne daß nähere Anweisungen gegeben würden. Daß jene Aenderung des§ 60 des Statuts dem Gesetze widerspreche, sei nicht erfindlich. Auch sie müsse genehmigt werden. Würden Zweckmäßigkeitsgründe bei Genehmigung oder Nicht- genchmigu-ng eines Statuts mitwirken können, so wäre es in der Tat auch mit dem Recht der Selbstverwaltung der Krankenkassen vorbei. Von welchem Geist Verwaltungsbehörden erfüllt sind, das zeigt die lapidare Ansicht des Bezirksausschusses: eine dauernde Besetzung der Stelle des ersten Vorsitzenden mit einem Arbeit- nehmer loürde eine Gefahr für die bisher gedeihliche Entwickelung der Kasse sein. Dieser Satz offonbart deutlich den Klassenjustiz- charakter, mit dem so viele Behörden behaftet sind. Dem Ober- Verwaltungsgericht läßt sich nachrühmen, daß es auf dem Gebiete der Krankenkassenverwaltung dem Drängen auf Beseitigung der schmalen Rechte der Arbeiter mehr, als z. B das Kammergericht, widerstanden hat. Frauenleiden und Geschlechtskrankheiten. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Gesellschaft zur Be- kämpfung der Geschlechtskrankheiten hielt am Donnerstag, den 10. Januar dieses Jahres, ihre erste öffentliche Sitzung in diesem Jahre ab. Der Vorsitzende, Herr Sanitätsrat Dr. O. Rosenthal, gab zunächst einen Rückblick auf das verflossene Jahr, in dem nicht nur die Zahl der Vereinsinitglicdcr erheblich gewachsen, sondern auch durch die massenhafte Versendung von Merkblättern wie durch die öffentlichen Vorträge der Herren A. Reißer, Oppenheini, Rosenthal, Culenburg und Frl. Pappritz das Interesse der Behörden wie des großen Publikums auf das lebhafteste geweckt wurde.— Sodann erhielt Dr. Alfred Pinkuß das Wort zu seinem Vortrage:„Frauenleiden und Ge- schlechtskrankheiten". Derselbe wies darauf hin, daß die Erkenntnis der durch geschlechtliche Infektion hervorgerufenen Frauenkrank- heiten leider noch immer erschwert wurde durch Unkenntnis, Gleichgültigkeit und falsche Scham der Frauen, die sich lieber zuerst bei guten Bekannten, Hebammen, Apothekern und Kurpfuschern Rat holten, ehe sie sich an den sachverständigen Arzt wenoeten. Auch dos heutige gesteigerte Erwerbsleben, das keine oder mangcl- hafte Schonung des Körpers gestatte, die zunehmende Genußsucht, die modernen übertriebenen Sportbestrebungen und dergleichen mehr täten dem Erfolg hygienischer Maßnahmen und einer frühzeitigen und gründlichen Behandlung von Geschlechtskrankkheiten der Frauen Abbruch. Vortragender schildert sodann besonders die Ge- mhren und Folgen der chronischen latenten Gonorrhoe beim Manne, der beim Weibe eine gleichartige, zuerst scheinbar latente Er- krankung hervorruft, später durch Fortkriechen des Krankhcits- Prozesses nach den inneren, der Fortpflanzung dienenden Organen häusig schwere Leiden, die Unfruchtbarkeit der Frau bedingt und die häufigste Ursache der Erblindung der Neugeborenen bildet. Die Trippererkrankung und ihre Folgeerscheinungen bei der Frau eien aber durch rechtzeitiges Erkennen und sachgemäße Behandlung heilbar und vermeidbar. In gleicher Weise übe die Syphilis einen verhängnisvollen Einfluß auf die Unterleibsorgane und die Fort- Pflanzungsfähigkeit der Frau aus. Aber diese schlimmen Folgen 'ejen noch mehr als beim Tripper der Frau durch rechtzeitige spezifische Behandlung zu beheben. So lange die sexuelle vor- eheliche Abstinenz noch nicht erreichbar sei, müßten die Frauen aller Kreise immer wirdcr über die schweren Gefahren, die ihrem Untcrlribe durch die Geschlechtskrankheiten drohen, aufgeklärt werden. Erst daS Geschäft, dann Gesundheit und Leben der Arbeiter. Auf diesen bekannten?Internehmerstandpunkt stellte sich auch der Chriftbaumschmuckwaren- Fabrikant Paul Keller von Halle. Eines Tages war der Gewerbeinspektor bei Keller er- schienen und Hatto» ihn ersucht, an einer gefährlichen Stanzmaschine eine Schutzvorrichtung anzubringen. Dem wurde nicht entsprochen. Vierzehn Tage nach der Revision quetschte sich ein noch nicht 16jähriger Arbeiter an der beanstandeten Maschine den Daumen. Als der Fabrikant vor dem Schöffengericht angeklagt war, sagte er, die Schutzvorrichtung(Fingerabweiser) sei nicht angebracht worden, weil sie die Schnelligkeit der Arbeit beeinträchtige. Das Gericht stellte sich selbstverständlich auf den Standpunkt, daß nicht die Schnelligkeit der Arbeit, sondern der Schub des Lebens und der Gesundheit der Arbeitende» in erster Linie bei den Schutz- Vorrichtungen maßgebend sei. Trotz dieser zutreffenden Urteils- begründung kam der leichsinnige Unternehmer, der noch vorher gewarnt worden war, mit einer Geldstrafe von 20 M. davon, GewerKscbaMicbes. Berlin und Qmg-egend. An die Mitglieder des Holzarbeiterverbandes! Die ausgesperrten Kollegen versammeln sich am Montag früh in den Lokalen, in denen sie ihre Werkstattsitzungen ab- halten. Auch die Kollegen müssen sich dort einfinden, die schop einige Tage vorher ausgesperrt worden sind. Der Werkstattvertrauensmann stellt dort fest, wieviel Kollegen ausgesperrt sind und notiert sich die Namen der Ausgc- sperrten. Dann begibt er sich in der'Zeit von 9 bis 12 Uhr nach dem Bureau des Holzarbeitcrverbandes, Engel-Ufer 15, berichtet dort und empfängt die nötigen Anweisungen. Die Vertrauensmännerkarte und das Mitgliedsbuch ist als Legi- timation mitzubringen. Wird in den Werkstätten nur ein Teil der Kollegen ausgesperrt und befindet sich unter den weiter- arbeitenden Kollegen der Werkstattvertrauensmann, so muß er einen der Ausgesperrten mit der Meldung beauftragen und ihm die Vertrauensmännerkarte aushändigen. In größeren Werkstätten mit mehreren Vertrauensleuten braucht nur einer von ihnen nach dem Bureau zu gehen. Die einzelnen Ausgesperrten sollen nicht alle selbst nach dem Bureau kommen, sondern müssen sich an ihren Vertrauens- mann wenden. Nur wenn ein Kollege allein ausgesperrt ist, meldet er sich selbst. Die Kollegen, die nicht ausdrücklich entlassen werden, arbeiten weiter. Forderungen werden in den Werkstätten nicht gestellt. Im übrigen werden die Kollegen ersucht, auf die Berichte. Bekanntmachungen und Inserate im„Vorwärts" zu achten. _ Die Ortsverwaltung. Achtung, Werkzeugmacher! In den letzten Tagen scheinen die Werkzeugfabrikanlen wieder erhöhte Anstrengungen außerhalb Berlins zu machen, um Arbeitswillige zu bekommen. Wir machen deshalb Ivwderholt darauf aufmerksam, daß in den auswärtigen Blättern nur solche Kollegen gesucht werden, die hier Streikbrecherdienste leisten sollen. Wir bitten bei jedem Arbeitsangebot nach Berlin sich vor der Abreise erst bei der unterzeichneten Ortsverwaltung zu erkundigen. Alle arbeitersteundlichen Blätter, besonders in Sachsen, ersuchen wir dringend um Nachdruck. Deutscher Metallarbeiter-Verband. Ortsverwaltung Berlin. Die Aussperrung in der Holzindustrie. Eine unehrliche KampseSweise ist es, welche die Führer der Tischlermeister befolgen. Kürzlich erst hatten wir an einer Nvtiz- dcr,.Fachzeitung" gezeigt, daß die führenden Elemente in der Holzindustrie durch offenkundige Entstellung der Tatsachen den Anschein zu erwecken suchen, als ob den Tischlermeistern ein An» griff durch den Holzarbeiterverband drohe, den die Unternehmer mittels der Aussperrung abzuwehren suchen. Dieselbe Tendenz der Irreführung tritt in noch gröberer Art in den Verhaltungs- regeln zu Tage, welche die vereinigten Arbeitgeberverbände der Holzindustrie der Tischlermcistcrversammlung am Freitag vorge- legt haben. Es heißt da: „Bei der Entlassung soll den Arbeitern mitgeteilt werden, daß dieselbe erfolgt, weil der Holzarbeiterverband sich weigert, seine willkürlichen und unerfüllbaren Forde» rungen zurückzuziehen und weil er unter Ableh- nung der Vorschläge des Einigungsamtes in seiner bedrohlichen Haltung den Arbeitgeber» verbänden gegenüber verharrt." Hiernach werden die Tischlermeister angewiesen, den Aus- gesperrten etwas vorzulügen. Es ist nämlich nicht wahr, daß der Holzarbeiterverband Borschläge beS Einigungs- amtes abgelehnt hat. Der Holzarbeiterverband ist gar nicht in die Lage gekommen, zu Vorschlägen des Einigungsamtes Stellung zu nehmen; er konnte solche also weder ablehnen noch annehmest. Daß sich das Einigungsamt mit der Streitfrage in der Holzindustrie überhaupt beschäftigte, das kam so: Wochenlang hatten die Vertreter der Parteien in der Schlich» tungskommission über die Erneuerung des Vertrages verhandelt. Die Unternehmer lehnten alle Anträge der Arbeiter, welche eine Verbesserung des bestehenden Vertrages wünschten, entschieden ab. Nicht das geringste Entgegenkommen zeigten sie den Arbeitern gegenüber. Während die Verhandlungen noch schwebten, erließ die Leitung der A r b e i t g e b e r v e r- bände am 16. Dezember Verhaltungsmaßregeln, worin die Tischlermeister angewiesen wurden, den Mitgliedern des Holz- arbeiterverbandcs am 29. Dezember zu kündigen und alle Vor- bereitungen zu treffen, um am 12. Januar die Arbeiter aus- zusperren.— Nun rief der Holzarbeiterverband(!) das Einigungsamt an und beantragte, das Einigungsamt möge den Erlaß dieser Verhaltungsmaßregeln als einen Vertrags- bruch der Unternehmer bezeichnen. Das Einigungsamt trat am 27. Dezember zusammen. Ehe es aber über den Antrag des Holzarbeiterverbandcs entschied, inachte es den Versuch, in der Vertragsfrage selbst eine Verständigung der Parteien hcrbcizu- führen. Es kam aber in dieser Sitzung nicht so weit, daß das Einigungsamt Vorschläge machen konnte. Am 29. Dezember fand eine zweite Sitzung statt. Sie war lediglich deshalb angesetzt, da- mit das Einigungsamt seine Entscheidung über den Antrag des Holzarbeitcrverbandes, den Vertragsbruch der Unternehmer be- trefsend, fällen solle. Verhandlungen waren nicht in Aussicht ge- nommen. Deshalb waren auch in dieser Sitzung von den Unter- nehmern nur zwei, vom Holzarbeiterverband nur drei Vertreter anwesend. Das Einigungsamt machte auch vor Eröffnung der Sitzung wieder den Versuch, in der Vertragsfrage selbst eine Ver- ständigung zu erzielen. Als die Sitzung eröffnet wurde, machte der Vorsitzende v. Schulz den Parteien den Vorschlag, einen Vertrag auf drei Jahre abzuschließen, die Abschlagszahlung im ersten Jahre auf 24 M.(wie bisher) zu belassen und sie im zwei- ten Jahre aus 25 M., im dritten Jahre auf 27 M. zu erhöhen. Hinsichtlich der Arbeitszeit hat das Einigungsamt keinen Vorschlag gemacht. Nach dieser kurzen Mitteilung des Vorsitzenden wurde die Sitzung wieder geschlossen. In der Sitzung selbst ist über diesen Vorschlag nicht verhandelt worden. Ueber Annahme oder Ablehnung desselben konnten sich demnach weder die Vertreter des Holzarbeiterverbandes noch die der Unternehmer äußern. Sie konnten das besonders deshalb nicht, weil die beiderseitigen Ver- tretungcn nicht vollzählig waren. Seit dem 29. Dezember hat sich das Einigungsamt noch nicht wieder mit der Angelegenheit der Holzarbeiter beschäftigt. Die Vertreter des Holzardeiterverbandes haben während der Verhandlungen oft genug gesagt, daß sie z u einer Verständigung bereit sind und in dieser Hinsicht Vorschläge der Unternehmer erwarten. Die Unter- nchmer erklärten aber in allen Stadien der Verhandlung, daß sie keine Vorschläge zu machen haben, sondern daß es nur ihre Aufgabe sei, den Arbeitern klar zu machen, daß sie keine Verbesserung zu erwarten haben und ausgesperrt wer- den, wenn sie den Vertrag nicht ohne jede Verbesserung verlän- gern.— Wer nach alledem behauptet, der Holzarbeiterverband habe Vorschläge des Einigungsamtes abgelehnt, der sagt die Unwahr- h e i t. und wenn jemand, der den Verhandlungen selber beige- wohnt hat, diese Behauptung verbreitet, so macht er sich einer wissentlichen Unwahrheit schuldig! Die ausgesperrten Automobilführer erlassen eine Warnung an die Arbeitswilligen, die sich von den Unternehmern verleiten lassen, in Dienst zu treten, daß sie die Hand auf den Geldbeutel halten. Es wird zuerst 30 M. Kaution gefordert, dann 50 M. Lehrgeld und später kommen noch 150 M. Kosten für Anzug und Aus- rüstung hinzu, so daß die neue Stellung, die obendrein sehr un- sicher ist, teuer erkauft wird. Man hat erfahren, daß die AI Ige» meine Berliner Omnibusgesellschaft Lehrlinge für den Bedagbetrieb ausbildet; die Arbeiter seien gewarnt, sich dort anwerben zu lassen. Ueber die Polizei haben die Streikposten viel zu klagen; in Eharlottenburg sind sie von der Berliner Straße vertrieben worden; in Wilmersdorf haben sie ebenfalls Belästi» gungcn erfahren. In der Sitzung der Unternehmer am Freitagabend spielte die Frage, ob die Organisation der Fahrer anerkannt werden sollte, eine große Rolle. Man war sich der Wichtigkeit dieser Frage wohl bewußt und beschloß, die Organisation nicht anzuerkennen. Daß die kleinen Unternehmer, die zum„Ring" gehören, sich nicht recht wohl in der Gemeinschaft mit den Großen fühlen, darauf deuten manche Zeichen. So zog ein Unternehmer Erkundigungen ein, wie er sich am besten von den eingegangenen Verpflichtungen befreien könne. Ein halbes Entgegenkommen zeigt auch ein Brief, den eine Firma gleich nach der Sitzung am Freitag abend per Rohrpost an ihre Fahrer sandte. Diese Firma beschäftigt 20—30 Fahrer. Der Brief lautet: �„Unser Verein hat heute einstimmig beschlossen, bei seinen Bedingungen stehen zu bleiben und mit der Fahrer-Organisahjon nicht zu verhandeln. Trotzdem will ich meinen Fahrern entgegenkommen und wckde den Betrieb am Sonnabend früh wieder aufnehmen zu den Bedingungen, die in dem Aushang enthalten sind, aber milder Abänderung ,.daß ich, ebenso w i e f ü r den Lohn, auch für die Taxerhöhung von 20 Pf. die Provision von 20 Proz. bewillige; außerdem verzichte ich in Anbeträcht des bisherigen Streikes auf sofortige Kautionsstellung. Dieses Angebot gilt nur in dem Falle, daß Sic fich am Sonn- abend, den 12. d. M., morgens, zur Wiederaufnahme der Arbeit melden."— Die Fahrer erkennen das Entgegenkommen an, können aber, getreu ihren Verpflichtungen der Organisation gegenüber, nicht darauf eingehen. Die Frage der Anerkennung der Organisation, worin zugleich die wichtige Frage über den Arbeitsnachweis ent» halten ist, tritt mehr in den Vordergrund als bisher. Achtung, Friseurgrhülfen! Beigelegt sind die Differenzen bei M a r k o w s k y. Reuchlinstr. 4. Für Mitglieder gesperrt: Hoff» mann. Putbuserstr. 46. Verband der Friseurgehülfen Deutschlands. Zweigverein Berlin. I. A.: Paul Liere. Deutkches Reich. Ein Streik der Fleischer ist in E i s e n b e r g(Thüringen) aus- gebrochen. Vorläufig streiken zirka 140 Gesellen, die sich auf mehrere Wurstfabriken verteilen.- Gefordert wird eine Herabsetzung der Arbeitszeit auf 11 Stunden und eine entsprechende Lohnerhöhung. SoinilagSarbeit nur im Notfalle, Lohnzahlung am Sonnabend. Von Eisenberg gehen große Quantitäten Würste(Dauerware) in alle Welt. Die Gesellen gaben sich der festen Zuversicht hin. daß die Wurstfabrikanten ihre minimalen Forderungen ohne weiteres be willigen werden. Ohne jedoch Verhandlungen anzubahnen, wurden die Gesellen, darunter auch verheiratete, gemaßregelt. " Zur Frauenwahlrechtsbewegung in Schweben. 13 Uhr: Tiroler Krippenspiel. Abends: Die von Hochsattel. In Zivil. Die schwedische Landesvereinigung für das politische Frauen Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Lumpengesindel. Abends und Montag: Die von Hochsattel. In Zivil. wahlrecht hielt am 8. und 9. Januar zu Karlstad ihre vierte JahresSchiller Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Verein Hamburger Reeder hat beschlossen, sich nach be- bersammlung ab. Die Organisation umfaßt jetzt bereits 74 Orts- Fiesto. Abends: Flachsmann als Erzieher. Montag: Minna von Barnhelm. rühmtem Scharfmachermuster eine gelbe" Organisation zuzulegen. bereine. Die Massenpetition für das Frauenwahlrecht, die von der Dienstag: Mathias Gollinger. Mittwoch: Die rote Robe. Donnerstag: Db dieselbe an die geplante Zentralisation der„ Gelben" angeschlossen Vereinigung in Umlauf gefekt ist, hatte bis zum 6. Januar schon Jugend. Freitag: Minna von Barnhelm. Sonnabend: Die Räuber. Sonntag oder gesondert gehalten werden soll, ist uns zurzeit noch nicht be- über 136 000 Unterschriften aufzuweisen. Troß dieses mächtigen nachmittag 3 Uhr: Kabale und Liebe. Abends: Mathias Gollinger. Montag: kannt. Unsere Leser erinnern sich, daß sich seinerzeit der Verein Fortschritts der Bewegung mußte die Vorsitzende, Fräulein Whit- Jugend. Neues Schauspielhaus. Sonntag: Herthas Hochzeit. Montag: deutscher Seeschiffer" als Streitbrecherorganisation in geradezu ver- lock, der Versammlung mitteilen, daß das Frauenwahlrecht nicht Hothzeit. Freitag: Der Helfer. Sonnabend und Sonntag: Herthas derblicher Weise in Erinnerung brachte. Die Reeder scheinen aber in dem Wahlrechtsreformvorschlag enthalten sein wird, den die der Sturm. Dienstag: Der Helfer. Mittwoch und Donnerstag: Herthas Hochzeit. ( als Bollblutkapitalisten) mit den" Blauen" auch noch nichts zu Regierung dem Reichstag vorzulegen gedenkt. Sie hatte dies aus tun haben zu wollen; sie bestehen auf ihre„ Gelben", die sicherer Quelle erfahren. Im übrigen bewahrt die schwedische ReLeffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fuhrmann Henschel. ganz von Kapitals Gnaden existieren. So beschloß dann gierung noch immer ein peinliches Schiveigen über ihre Wahlrechts- Abends: Wenn wir Toten erwachen. Montag: Elga. Dienstag: Wenn wir also der Reederverein, für die Kapitäne, Offiziere und pläne, weiß vielleicht noch immer nicht, wie sie die Wahlrechts- Toten erwachen. Mittwoch: Der heimliche König. Donnerstag: Wenn wir Sonnabend: Wenn wir Die Versammlung forderte in einem Toten erwachen. Freitag: Das Blumenboot. Maschinisten auf den Schiffen der Vereinsmitglieder einige neue reform verpfuschen soll. Toten erwachen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die versunkene Gloce. Institutionen ins Leben zu rufen, die den Angestellten einen Ersatz Telegramm an den Staatsmann Lindman die Regierung auf, ihr Deutsches Theater. Sonntag: Das Wintermärchen. Montag: Die bieten werden für das, was ihnen durch den Austritt aus dem äußerstes zu tun, um die vom Reichstag im vorigen Jahre be- Abends: Hedda Gabler. Montag: Die Weber. Verein deutscher Kapitäne und Offiziere der Handelsmarine etwa schlossene Enquete über das Frauenwahlrecht so zu beschleunigen, Geschwister. Die Mitschuldigen. Dienstag: Das Wintermärchen. Mittwoch: berloren gegangen ist. Die Einrichtungen bestehen in einem Ab- daß sie dem kommenden Reichstag beizeiten vorgelegt werden Der Kaufmann von Venedig. Donnerstag: Das Wintermärchen. Freitag: Die Geschwister. Die Mitschuldigen. Sonnabend und Sonntag: Das tommen zwecks Besorgung des Effettentransports für die Angestellten an und von Bord, in einer Effektenversicherung, in der Schaffung demokratischen Frauenbewegung beschloß die Jahresversamm Ueber die Stellung der Landesvereinigung zur sozial- Wintermärchen. Montag: Ein Sommernachtstraum. Neues Theater. Sonntag: Die Hochzeit von Boël. Montag: Kinder. einer Unterstigungskasse für die Witwen und Waisen und einem Rechtsschutz für die Angestellten. Bei Streitigkeiten zwischen einem lung, den sozialdemokratischen Frauen so viel wie möglich EntAngestellten und seiner Reederei wird ein Schiedsgericht angerufen gegenkommen zu zeigen, ohne die politische Neutralität der Verwerden können, dessen Vorsitz ein Mitglied des hanseatischen Ober- einigung aufs Spiel zu sehen. Ferner wurde beschlossen, dem soLandesgerichts führen und dessen Mitglieder ferner ein Ver- zialdemokratischen Frauenkongreß, der am 27. und 28. Januar in treter der Reedereien, sowie ein Vertreter der Angestellten sein Stockholm stattfinden wird, Vorschläge zu gemeinsamer Arbeit für follen. Der letztere wird je nach dem Charakter des Angestellten das Frauenwahlrecht zu übersenden. aus den Kreisen der Kapitäne, Offiziere oder Maschinisten von den Bereinen dieser Berufskreise zu erwählen sein. Endlich ist beabfichtigt, eine Unterstützungskasse zu begründen, die in Not geratenen Angestellten Vorschüsse gewähren soll. Diese Kasse soll unter der Leitung des Vereins Seefahrt in Hamburg stehen. fann. Verfammlungen. Zentralverband der Maurer. Die am Freitag abgehaltene Seltsamer Generalversammlung des Zweigvereins Berlin beschäftigte sich weise trennt man bei dem Schiedsgericht wieder die betreßten Herren mit dem bevorstehenden Verbandstag, der vom 1. bis 6. April in von der Kommandobrücke von den Fettlappen" aus der Maschine. Köln abgehalten wird. Zur Leitung der Delegiertenwahl wurde Der Standesdünkel soll den Unternehmern bei der Niederringung ein Bentral- Wahlkomitee eingesetzt und die Kandidatenliste aufjeder selbständigen Regung ihrer befferen" Angestellten zu Hülfe gestellt. Die Delegiertenwahl selbst wird am 16. Januar in den tommen. Sie denken: Dummheit und Stolz wachsen auf Bahlstellen vorgenommen. Eine Reihe von Anträgen, welche die einem Holz! Sektionen usw. an den Verbandstag gestellt wissen wollen, kamen Der Streit der Hamburger Schornsteinfegergesellen ist durch Ver- zur Verhandlung. Sie hatten meistens Statutenänderungen unmittelung des Branddirektors Westphalen, der auch die Zurück- wesentlicher Art zum Gegenstand. Außer einigen Anträgen rein ziehung der von den Meistern angeordneten Maßregelungen zweier formaler Natur nahm die Versammlung folgende Anträge an, die Wortführer der Streitenden durchsetzte, nach zweitägiger Dauer mit namens des Zweigvereins dem Verbandstag vorgelegt werden einem bollen Erfolg der Gesellen beendet worden. sollen: Die Reiseunterstützung, welche jetzt pro Tag 75 Pf. beträgt Während seit altersher die Haupteinnahme der Gesellen aus Trint- und in einer Unterstüßungsperiode bis zur Höhe von 30 M. ausgeldern und Weihnachtsgeschenken der Kundschaft bestanden, betragen gezahlt werden kann, soll auf 1 M. täglich bis zum Höchstbetrage Der Bezug der Krantenunterstützung von nun an die Löhne 21 M., in kleineren Geschäften 18 M. pro von 40 M. erhöht werden. Die Einführung einer Woche. Die Meister brauchen trotzdem nicht am Hungertuche zu soll auf 26 Wochen ausgedehnt werden. nagen, da ihre Bezirke so abgegrenzt sind, daß fie ein reines Unfallunterstützung für die Verbandsbeamten wird empfohlen. Jahreseinkommen bis zu 20 000 m. beziehen. Angenommen wurde auch eine vom Vorstande des Zweigvereins gestellte Resolution, welche mit Rücksicht auf die dem Baugewerbe drohenden Kämpfe die Erhebung von Extrabeiträgen in den Monaten Juni, Juli und August befürwortet. Husland. 1 Bewegung der Staatsbeamten in Ungarn. Der Zweigvereinsvorsitzende Thöns wies auf die bevor= Die Beamten und Angestellten der dem Handelsministerium stehenden Reichstagswahlen hin, ersuchte die Mitglieder um Ausunterstellten Staatsbetriebe sind im höchsten Grade unzufrieden. Sie übung ihres Wahlrechtes und Beteiligung an den Wahlarbeiten flagen über viel Arbeit und wenig Lohn. Die Post- und der Partei. Namens des Vorstandes beantragte er, dem Wahl Telegraphenbeamten sind nur noch mit schwerer Mühe zu fond der sozialdemokratischen Partei 5000 W. zu beschwichtigen, unter den Eisenbahnern herrscht eine solche Ver- überweisen. Der Antrag wurde ohne Debatte einstimmig androffenheit, daß der Dienst darunter leidet und Zugverspätungen genommen. Ferner wurde der Wunsch ausgesprochen, daß jeder sowie Beschädigungen des Waggonparts zu den Alltäglichkeiten ge- Sollege am Wahltage die Arbeit ruben läßt und sich hören, und die Postspartassenbeamten stehen in der der Partei zur Verfügung ste II t. Wenn aus formalen passiven Resistenz. Sie alle zieht man schon seit so langer Zeit in Gründen ein Beschluß in dieser Hinsicht nicht gefaßt wurde, fo bezug auf die Gehaltsregelung an der Nase herum, so daß die bemerkte doch der Vorsitzende, es sei moralische Pflicht Gereiztheit gar nicht mehr gesteigert werden kann. Jezt hat endlich der Kollegen, diesem Wunsch nachzukommen. Handelsminister Franz Kossuth der einen Kategorie gedacht, indem er den Bost- und Telegraphenbeamten für die Abwickelung des Weihnachts- und Neujahrsverkehrs seine Anerkennung ausdrückte. Aber die übrigen fühlen sich darum nicht zurückgesetzt. Sind doch die Post- und Telegraphenleute über die Belobung nur wütend und empfinden sie als Frozzelei. Anerkennung in Form bon Gehaltsbesserung wollen sie alle, schon wegen der herrschenden Teuerung. Aus der Frauenbewegung. Genosfinnen, Arbeiterfrauen! Zum Wahlfonds Dienstag: La fille Elisa Poil de Carotte, Mittwoch: Denise. Donners tag: Nora. Freitag: Therese Raquin. Sonnabend: Le Détour. Sonntag: und Montag: Cousin Bobby. Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag: Cousin Bobby. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Undine. Abends: Cousin Bobby. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Martha. Sonntagabend und Montag: Cousin Bobby. Berliner Theater. Allabendlich: Sherlock Holmes. Lustspielhaus. Heute nachmittag 3 Uhr: Unsere Käte. Allabendlich: Husarenfieber. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Unsere Käte. Lorking Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bar und Zimmer mann. Abends: Die Fledermaus. Montag: Undine. Dienstag: Der Freischüß. Mittwoch: Der Wildschüß. Donnerstag: Martha. Freitag: Der Mikado. Sonnabend: Der Freischüß. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fra Diavolo. Abends: Der Mikado. Montag: Bar und Zimmermann. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Latmé. Abends: Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Pariser Leben. Freitag: Hoffmanns Erzälungen. Montag: Carmen. Dienstag; Figaros Hochzeit. Lakmé. Sonnabend: Pariser Leben. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Carmen. Montag: Lakmé. Die Hochzeit von Poël. Montag: Kinder. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Undine. Abends Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Eine triviale Stomödie. Montag: Ein idealer Gatte. Dienstag und Mittwoch: Eine triviale Komödie. Donnerstag: Ein idealer Gatte. Freitag und Sonnabend: Eine triviale Stomödie. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Eine triviale Komödie. Montag: Ein idealer Gatte. Trianon- Theater. Allabendlich: Wo ist Papa? Die Schloßkelleret. Heute nachmittag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Hausfreund. S Luisen Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Vergnügte Feiertage. abends: Aus dem Buch der Liebe. Montag: Biel Lärm um Nichts. Dienstag: Aus dem Buch der Liebe. Mittwoch: Die schöne Ungarin. Donnerstag: Aus dem Buch der Liebe. Freitag: Herr Botter aus Texas. SonnabendAbends: Ein Wintermärchen. nachmittag 4 Uhr: Die fieben Raben. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Herr Potter aus Teras. Montag: Aus dem Buch der Liebe. Zentral Theater. Heute nachmittag 3 Uhr: Die Puppe. Allabendlich: Künstlerblut. Sonnabendnachmittag 32 Uhr: Schneewittchen. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Mikado. miting, e Bernhard Rose Theater( früher Carl Weiß- Theater). Sonntag. nachmittag 3 Uhr: Die Kameliendame. Abends: Das Kätchen von Heilbronn. Montag und Dienstag: Die Schule des Lebens. Wiittwoch: Ausgewiesen. Donnerstag und Freitag: Der Raub der Sabinerinnen. Sonnabendnachmittag 4 ühr: Die sieben Raben. Abends: Der Raub der Sabinerinnen. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Kätchen von Heilbronn. Abends und Montag: Der Raub der Sabinerinnen. Thalia Theater. Allabendlich: Eine luftige Doppelehe. Heute nachmittag 3, Uhr: Bis früh um Fünfe. Sonnabend, 19. Januar, nachmittags 3 Uhr: Die Jüdin von Toledo. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. Residenz Theater. Allabendlich: Florette und Patapon. Heute nachmittag 3 Uhr: Frou Frou. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagenkontroleur. Metropol Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Alabendlich: Der Teufel lacht dazu. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Apollo Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Familienvorstellung. bends 8 Uhr und die folgenden Tage: Die schöne Vestalin und Spestalitäten. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Familienvorstellung. Deutsch Amerikanisches Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Täglich: Der Sorgenbrecher. Nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Meher 1,-. Aus dem Juliusturm d. 6. u. 7. Bezirks Treptow 5. Mohlau 18,-. Schneiderwerkstatt der Firma Ascher 5,-. Mit glieder des Gesangvereins Weddinger Harmonie" 20,-. Diener, Handwerker und Maschinisten der Firma Wertheim, Oranienstraße 85,70. R.-C. Neuer Hain, M. d. A.-R.-B., Langenbeckitr. 7 5,-. Buchdruckerei Ulstein u. Co.,( Beitungsabteilung), 2. Rate 60,-. Schleifer der Deutschen Waffen- und Munitionsfabrik E. S. 3,-. Zentralverband der Maurer, Zweigverein Verein 5000, Berliner Drehorgelspieler Hand Senefelder- Westen 13,30. R. Müller 1,-. der Buch- 4 Uhr: Firma Spengler 8, beiden " H Balajt Theater. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Vaffage Theater. Allabendlich: Berlin paß auf! Spezialitäten. Karl Haverland- Theater. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Kajino- Theater. Allabendlich: Ledige Leute. Heute nachmittag eller: Die beiden Champignol. Nächsten Sonntagnachmittag 4 Uhr: Die Folies Caprice. Das Modell. Sereniffimus XVI. Gebr. Herrnfeld- Theater. Jeden Abend: Familientag im Hause Brellſtein. bends: 23ilhelm Tell. Prater Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Robert und Bertram. Urania Theater. Taubenstraße 48/49. Täglich: Die Feuergewalten der Erde.( Anjang 8 Uhr.) Nur furze Zeit trennt uns von dem Tage, an dem das Berlin deutsche Volk sein Votum abgeben soll gegen Knechtung und in Hand" 3,-. Boltsausbeutung Am 25. Januar findet die Reichstagswahl Sechsertaffe der statt. Auch die Frauen dürfen nicht müßig in diesem Stampi bruderei 5. S. Hermann( darunter M. a. 1,50, X. 9. 2,-), 3. Rate 117,65. Tapezierer der Möbelfabrik Simons 16,-. A. D. fein, heißt es doch für sie etwaige fäumige Wähler auf die 2,-. Rauchflub Domingo", M. d. A.-R.-V. 5,- Felix Naumann Bedeutung der Wahl aufmerksam zu machen, Unwissende auf- und August Kirstein 3,-. Geburtstagsfeier durch Wilh. Kawinkel zuklären, furzum, alles zu tun, daß jeder Wähler seine Stimme 3,40. Kollegen der Firma C. Sandmann, Stottbuserstr. 46 10, abgibt! F. und H. G., Schöneberg 3,-. Aber vor allen Dingen geben die Wahlen Gelegenheit, Summa 5343,05 M. Bereits quittiert 6964,62 M. Summa den unaufgeklärten Frauen zu sagen, wie entrechtet sie 12 307,67 9. find! Genau wie die Männer, müssen die Frauen, sobald Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegenihr Einkommen eine entsprechende Höhe erreicht hat, Steuern genommen. Berichtigtmg: Jn Nr. 10 muß es statt Werkstättenarbeiter der zahlen. Sogar das wenige Einkommen, welches die Frau als a. E.-G., Bahnhof Treptow" heißen: Werkstättenpersonal der Ber- Meußerlingen Wilhelms II. Busammengestellt von Wilhelm Schröder. Das persönliche Regiment. Reden und sonstige öffentliche Heimarbeiterin bei elenden Schundlöhnen erarbeitet, wird zu liner Elektrischen Straßenbahn, A.-G. Siemens u. Halste, Treptow, München bei Birk u. Co, 1907. Preis broschiert 1 M. dem Einkommen des Mannes gerechnet und es erfolgt, mag 1. Rate". Das neue preußische Einkommensteuergesetz vom 19. Juni 1907. das Einkommen noch so gering sein, nunmehr eine gemeinM. 1,20. Verlag: A. Schwarz u. Co., Berlin S. 14. schaftliche Besteuerung. Den Frauen ist es wohl gestattet, Steuern zu bezahlen, aber mit stimmen und mit beraten dürfen sie nicht Auch das Wahlrecht dürfen sie nicht ausüben. Hierauf heißt es vor allen Dingen die Frauen aufmerksam zu machen, und zu gleicher Zeit dafür zu wirken, daß nur so I che Abgeordnete in den Reichstag gewählt werden, welche auch für das Wahlrecht der Frauen eintreten. Bis jetzt ist es nur die Sozialdemokratie, die für das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht, auch für die Frauen, eintritt. Wir als Frauen haben deshalb dafür zu sorgen, daß so viel sozialdemokratische Abgeordnete als möglich in den Reichstag gewählt werden. Am Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr, findet eine Volksversammlung bei Wilte, Brunnenstr. 188, ftatt. Die Tagesordnung derfelben lautet: Das Frauenstimmrecht. Referentin ist Genossin Ottilie Baader.. Barteigenossinnen! Frauen! Kommt in Massen! Die Vertrauensperson. Eingegangene Druckfchriften. Witterungsübersicht vom 12. Januar 1907, morgens 8 IIhs. Stationen Barometer stand mm Wind. richting Windstärke Wetter Wochen- Spielplan der Berliner Theater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Mignon. Montag: Lohengrin.( Anf. 7 Uhr.) Dienstag: Die Abreise. Der Barbier von Bagdad. Mittwoch: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Donnerstag: Orpheus und Eurydike. Freitag: Der Roland von Berlin. Sonnabend: Der Barbier von Sevilla. Javotte. Sonntag: Tannhäuser.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Salome.( Unf. 8 Uhr.) Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Hamlet. Montag: Klein Dorrit. Dienstag: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Mittwoch: Das Glas- Swinemde. 767 328 3 bedeckt baus. Donnerstag: Der gehörnte Siegfried. Siegfrieds Tod. Freitag: Hamburg 771 WSW 5 bedeckt Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonnabend: Hamlet. Sonntag: Berlin Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Das Glashaus. Frantj.a.M. 777 SW Neues königl. Opern- Theater. Sonntag, 13. Januar: Fra Diavolo. München ( Anfang 7%, Uhr.) Sonntag, 20. Januar: Iphigenie auf Tauris.( Anfang Bien Uhr.) 7 Lemp. n. T. 6º. 4°. Stationen Barometer. stand mm Wind. richtung Windstarte Better Temp. n. T. -17 2bebedt 1 bedeckt 22 770 WNW 4 bedeckt 4 Haparanda 757 S 4 Petersburg 765 D 4 Scilly 782 28 3berdeen 766 SS 3 mollig O Paris 781 SS 1 bedeckt 3 3 bebedt 8 ** 2 bedeckt 779 28 5 bedeckt 773 NW 4 bedeckt Wetter- Prognose für Sonntag, den 13. Januar 1907. westlichen Winden. Mild, jedoch vorwiegend trübe und regnerisch, bei ziemlich lebhaften Berliner Wetterbureau. abends: Heimat. Montag: Die Räuber. Dienstag: Doppelselbstmord. Schiller Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die rofe Robe. Mittwoch und Donnerstag: Minna von Barnhelm. Freitag: Die rote Robe. Sonnabend: Doppelſelbstmord. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die rote Robe. Abends: Flachsmann als Erzieher. Montag: Die Räuber. Wasserstand am 12. Januar. Elbe bei luffig Meter, bei Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag Dresden 1,02 Meter, bei Magdeburg+2,40 Meter, eisfrei. Unstrut nachmittag 3 Uhr: Das Lumpengesindel Sonntagabend, Montag und bei Straußfurt Meter. Dber bei Statibor+1,52 Meter.- Neiße Dienstag: Der Familientag. Mittwochnachmittag 3 ühr: Tiroler Strippen- mündung+ 2,56 Meter. Dder bei Brieg+ 2,42 Meter. Dder spiel. Mittwochabend bis Freitag: Der Familientag. Sonnabendnachmittag bei Breslau Unterpegel 1,00 Meter. Beachtenswert für die Konfirmation! Schwarze und weiße Stoffe in Wolle und Seide. Ueberraschend reiche Auswahl! Bekannte Preiswürdigkeit! 126 Gr. Frankfurterstr. 126. S. Weissenberg. Eckhaus Koppen- Straße. Weiss Käseglocken 45 Pf. Speiseteller flach 13 Pf. Wasserbecher 7 bis 13 Pf. Dessertteller 10 Pf. Mundwassergläser 8 Pf. Kompotteller 7 PL. A.WERTHEIM GLAS Butterdosen Bresst 27, 35 Pl. PORZELLAN Bunt 42 bis 95 Pf. 38 Pl. GLAS Trinkgarnitur glatt Butterdosen Kartoffelschüsseln 45 Pf. Fleischschüsseln rund 25 Pf. Glasservice ,, Neptun" Salat- und Kompottschalen 9, 20, 25, 38, 53 Pf. Kompotteller Saucieren 45 Pf. Kompottschalen 9 bis 45 Pf. Kuchenteller Kaffeetassen 20, 25, 30 Pf. Mokkatassen dünnes 25 Pt. Dessertteller 27, 35, 38 Pf. Satztöpfe Wandplatten Porzellan 1.25 Rotweingläser 22 Pf. Porzellan Weissweingläser 22 Pf. Milchtöpfe Tassen 10 Pf. 8 Pl. Obertassen 8 Stück 10 Pf. 6 6 Stück 1.35 französisches 12 Kaffeeservice Pers. 4.50, p. 8.75 Kaffeeservice dünne Tassen sehr feine Dekoration, 9 Teile für 6 Personen 6.75 statt 10.50 Mk. Portweingläser 20 Pf. Likörkelche 16 Pf. Bowlenkelche Sektkelche 26 Pf. 28 Pr Tafelservice Kuchenteller 8 Pf. 27 Pf. Zuckerschalen 22, 27 PL Butterdosen für 6 Pers., 30 Teile für 12 Pers., 60 Teile Mk. Trinkgarnitur Schleifenmuster 30 PL. Glasservice ,, Diana" Salat- und Kompottschalen 15, 18, 33, 45 Pf. bis 1 Mk. Kompotteller 15, 17 Pf. Kuchenteller 60, 75 Pf. Zuckerschalen 22, 27 Pf. Butterdosen Fruchtschalen 30 Pf. 1.55 Mk. für 12 Pers., 78 Teile 26 MK. 28 MK. 50 MK. 56 MK. 62 MK. 58.50 69 MK. 75 M STEINGUT Obst- und Kuchenteller rot u. roter Fond mit grun 10, 25, wigs. Blumen 12, 25Pr 12,25Pr Tafelservice rotes Blumenmuster für 6 Pers. 11.75, für 12 Pers. 23 Mk. Blumenkübel Majolika 78 Pf mit aufgelegten Blumen 20 Pf., 1.80 Blumenvasen Majolika mit aufgelegten Blumen 25, 45 PG. Blumenkübel englisch Majolika 1.90 Wasserkrüge Majolika 48 bis 90 Pf. Schalenkörbchen lika 15 bis 30 Pf. Waschgarnituren ohne Ring Majo grosse Form, 2 teilig 2.40, Ein grosser Posten englischer Fayence- Tafel- u. Kaffeegeschirre zu bedeutend herabgesetzten Preisen darunter sind: früher 45 Pf. Speise eller tief und flach 25 PL. Dessertteller früher 33 Pf. 20 Pf. Bratenplatten oval früher früher 65 Pf., 1.40, 1.95 40, 80 Pf., 1 Mk. Saucieren früher 1.50 95 PL Kaffeekannen 1.65, 2.30 90 Pf., 1.25 Milchtöpfe früher 42, 70 Pf. 28, 45 Pf. Tassen früher 42 Pf. 28 Pf. Likörgläser Selterbecher Rotweingläser 30 PL Weissweingläser 30 Pf. Portweingläser 28 Pf. 25 Pf. 25 Pf. Bowlenkelche 38 PL Champagnerkelche 38 Pf. 42 PL Biertulpen Bierbecher 25 PL. Wasserbecher 25 Pf. Likörflaschen 80 PL. Weinflaschen Wasserflaschen 1.35 Mk. 1.60 Mk. dekoriert, 2.75, 3.25, 3.75, 5.25, 5.75, 7.75 EMAILLE- GESCHIRRE Schmortöpfe 6 Grössen 45 Pf. b. 1.35 mit Ring Schmortöpfe 6 Grössen 65 PL. b. 1.50 Gaskochertöpfe mit einliegendem Deckel 6 Grössen 75 Pf. b. 1.80 ohne Ring 6 Grössen 18 Pf. b. 75Pf. mit Ring grosse Mk, b. 3 Mk. Kasserollen Kasserollen 5 Grössen 50 Pf. b. 95pf. Fleischtöpfe 3 Grössen 1 Mk. b. 1.40 Waschtöpfe 5 Grössen 2 Maschinentöpfe 10 Gr. 10 Pf. b. 80Pt. Pfannen runde 6 Grössen 22 Pf. b. 70Pf. Topfdeckel 6 Grössen 22 Pf. b. 50Pf. johne Absatz Wasserkessel 5 Grössen 80 Pf. b. 2 Mk. Wasserkessel 5 Grössen mit Absatz 90 Schüsseln flache, tiefe 10 Gr. 10 Gr. 12 45 Pf. b. Pf. b. Pf. b. 2.50 1.50 90Pf. Küchenschüsseln ovale Bratenschüsseln 4 Gr. 45 Pt. b. 1 Mk. Essnäpfe 6 Grössen 15 Pf. bis 45 Pf. Ein Posten dekoriert. Emaille. Wassereimer ohne Deckel 8 Grössen 1.25, 1.50, 1.75 Wasserkessel für Gas 8 Grössen 1.75 bis 2.50 Wasserkessel mit Absatz 8 Grössen 2 Mk. bis 2.75 Kaffeekannen 4 Grössen 75 PE bis 1.25 Milchtöpfe 4 Gr. 30 Pf. bis 1.25 Trinkbecher 8 Grössen 25, 35, 40 Pf. Toiletten- Eimer mit Deckel 5 MK., 5.50 Schüsseln Grossen 75 Pl, bis 2.50 Wasserkrüge Grössen 1 bis 3 Mk. Leuchter 30 Pf. Waschgarnituren 5 teilig 3 Grössen 6 Mk., 7.50, 8.50 Teller tief oder flach Trinkbecher 15 u. 18 Pf. 20 Pf. m. Griffen Mk. und Milchkannen 6 Grössen 38 Pf. bis 1.10 Brotkasten 3 Grössen 4.25 bis 5 Mk. Brotkasten dekoriert 5 6 Mk. Seifenhalter 12 50 und Pf. Kehrschaufeln 3 Grössen 40 bis 60 Pf. Wassermasse mit Konsole 45, 85 pr. Schüsseln mit Seifnapf 45, 55 Pf. Teigschüsseln 10 Grössen 1.25 b. 2.75 Wannen oval, 6 Grössen 1.45 bis 3.75 Ascheimer 3 Grössen 1.20 bis 1.60 Toiletteneimer mit Ventildeckel 4 Mk. Wassereimer dek., 28 cm 2 Mk. bis 2.75 Wassereimer aus einem Stück 1.25 Wassereimer 28 cm Durchmesser hellblau 85 Pf, marmor mit Deckel WIRTSCHAFTS- ARTIKEL 90 Pf. Holz- u. Borstenwaren Gardinenspanner Wäschetrockner Waschbretter 12.50 1.10 50, 55 Pf. Putz- u. Wichskasten 48, 90 Pf. mit Messerputzbretter Leder 85pr., 1.15 Putzsteine 50 Pf. Scheuerbürsten 18b.35 Pf. Schirmständer Sorten 2.50 bis 3 Mk. Schuhpolierer 20, 75 Pf. Schuhcreme- Aufträger 10 Pf. Handwaschbürsten 6, 10, 40 PL. Kopfbürsten 6 Sorten 75 Pf. bis 1.75 Kleiderbürsten Sorten 50 Pf.. bis 2.25 Bohnerreiniger 3 1.40 1 MK., 1.40 mit 1.25, 2.50 2.25 10 Pf. 5 Pl. 10 Pf. 5 Pf. 10 Pf. Putzpomade Putztücher präpariert Wetzsteine Flaschenkorken Teppichschoner 4 Stück 50 Pf. Serviettenringe 8, 10, 18 Pf. Fensterschwämme Wäschesprenger aus Leder 15 PC. 15, 20 Pf. Teppichkehrmaschinen Eisen- u. Blechwaren Petroleumöfen 10, 13 мk., 14.50 Füllöfen eisern 11.25, 16.25, 17.25 Gaskocher 9.50, 11 Mk., 12 Mk. Gasplätten 2 Stück mit Erhitzer 5.50 Ofenvorsetzer 6 Sorten 1.75 bis 4 Mk. 9 MK. Brotkasten Obstkörbe mit Messingbügel 1.50 Wirtschaftswagen Reibemaschinen Fleischmühlen 3 Scheiben 2.25, 2.75 Messerputzmaschinen$ 6.50 Vorratsdosen 4 Sorten 10 bis 30 Pf. Kuchenkasten Essig- u. Oelmenagen 90 Pt., 2.50 Saftkannen Weinkannen Konfektdosen Salatschüsseln Tabletts 90 Pf., 2.75 3 Sorten 90 Pf. b. 3 Mk vern., rund, 5 Grössen 35 Pf. bis 70 Pf. Kaffeekannen Brotkörbe 4 Sorten Butterdosen 2.85, 3.75 45 Pf. bis 1.25 65 Pf. 90 Pf., 2 Mk. 3.25, 4.75 1.25 Messerspüler Bürstenbehälter Schneeschläger zum Drehen Nickelwaren 90 Pf., 1.25 35 Pf. Kaffeeservice 4 teilig Kaffee- u. Teeservice 8.50 12 Mk. Gas- Glühlichtkörper 4 Stück im Karton 50 Pl. Gas- Glühlichtzylinder 12 Stück im Karton 80 Pf. Rand gesetzlich geschützt. Berantwortlicher Redakteur; Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 11. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 13. Januar 1907. Abgeordnetenbaus. 8. Sigung. Sonnabend, den 12. Januar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Dr. Studt, Frhr. v. Rheinbaben, b. Bethmann- Hollweg, Dr. Beseler. Die erste Beratung des Etats wird fortgesetzt. und Landwirtschaft. Herr b. Oldenburg hat einmal gesagt, verhandlungen nicht mehr möglich war, die Einführung der Fahr Trommel und Krückstock seien die großen Träger der Kultur, ich fartensteuer zu berücksichtigen. Die Verhandlungen waren schon zu meine, für die Zukunft find es nicht Trommel und Krückstock, sondern weit vorgeschritten. Das Werk selbst durfte ich deswegen nicht geTechnik und Wissenschaft, wie wirtschaftliches Können. Daher heißt fährden. Es fönnen jept nur noch Härten beseitigt werden. Es es: Bahn frei für alle vorwärts drängenden Kräfte.( Beifall links.) kommt hinzu, daß die Fahrkartensteuer nach unseren Feststellungen Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben: Wenn Dr. Wiemer feine erhebliche Belastung des Verkehrs darstellt. Ich habe mich mir einen Vorwurf daraus macht, daß ich im Jahre 1905 die Ein- jezt mit dem Finanzminister dahin verständigt, eine Einwirkung auf nahmen zu niedrig geschätzt hätte, so entgegne ich, daß die Ursache die deutschen Verwaltungen dahin vorzunehmen, daß eine wesent lediglich in den Schäzungen der Eisenbahn zu suchen sind, daß ich liche Ermäßigung der Tarife für Gepäck in den Zonen erfolgt, die auch in meiner Etatsrede sofort erklärt habe, daß diese Schäßungen bisher gebührenfrei waren.( Beifall.) Abg. Dr. Wiemer( frs. Bp.): Der Finanzminister pflegt in der nach meiner Ansicht zu niedrig feien. Abg. Brömet( frs. Bg.): Ich habe viel von persönlichem Regiment Schäzung der Ausgaben gewöhnlich das Richtige zu treffen, nicht so Der Vorredner folle doch auch bedenken, daß die Elektrotechnik reden hören. Nachdem ich die wirtschaftspolitischen Betrachtungen in der Schätzung der Einnahmen. Da hat sich der Minister bei start an die Tore der Eisenbahnverwaltung flopft. Da dürfen wir des Finanzministers gehört habe, halte ich alles das für müssiges einem Jahre um nicht weniger als 416 Millionen verrechnet, both am wenigſten tie 3utunft auf stoſten der Gegenwart, belasten. Gerebe. Denn früher brauchte man das Wort, ,, unjere ( Hört! hört! links.) Mit Recht hat das die Freifinnige Zeitung" Dr. Friedberg fragte mich, ob ich den§ 23 Absatz II des neuen Bukunft liegt auf dem Wasser" es ist authentisch, Thesaurierung genannt. Ueberall schafft der Minister Ausgleichs- Einkommensteuergesetzes aufrecht erhalten wolle. Ich beantworte die ich habe es selbst bei der Eröffnung des Stettiner fonds und schreibt an die Töpfe:" D rühret, rühret nicht daran!" Frage mit ja! Das tut doch Dr. Friedberg auch wohl, denn er Freihafens gehört- jetzt scheint mir der Finanzminister zu fingen: ( Heiterkeit.) wird doch wohl das Wert seiner eigenen Partei nicht zerstören Heimatland, o Heimatland.( Heiterkeit.) Glauben Sie nicht, daß Auf die Wirksamkeit der Handelsverträge lassen sich jetzt Schlüffe wollen.( Widerspruch bei den Nationalliberalen.) Was wir hier mir eine solche Wahlrede nicht zu Herzen dringt.( Heiterkeit.) Sch noch nicht ziehen, da jezt eine hochgehende Wirtschaftskonjunktur in eingeführt haben, ist in Sachfen, Württemberg und Baden schon unterschäße die Bedeutung der heimischen Produktion keineswegs. allen Nachbarländern herrscht und augenblicklich erst die Werte wieder lange rechtens, es dient der Erforschung der steuerlichen Wahrheit wie stimmen diese Ausführungen aber überein mit dem, was gestern hergestellt werden, die der russisch- japanische Krieg zerstört hat. und Gerechtigkeit. Herr Dernburg gesagt hat? Der Etat erkennt wenigstens an, daß Für die Beamten hat der Etat nicht so Vorsorge getroffen, wie wir Eine Deklarationspflicht statt deffen einzuführen, ist ein unglück- die Beamten sich in einer Notlage befinden. Nun sollte man auch die es gewünscht haben. Die Teuerung trifft alle Beamten gleichmäßig. licher Vorschlag. Denken Sie doch nur, daß ein Arbeiter, der feine Konsequenz ziehen: den Beamten kommt es jedenfalls mehr auf eine Deshalb soll man auch alle Beamten besser stellen. Hebe man doch Bücher führt, deklarieren soll. Welche Erbitterung würde das hervor- wirkliche Gehaltsverbesserung als auf eine neue Besoldungsordnung an. endlich auch einmal das System der Stellenzulagen auf und ge- rufen. Bedenken Sie doch auch, wie wichtig diese Auskünfte für die Dringlich ist die Reform des preußischen Landtagswahlrechts. Die währe ausreichende Gehaltserhöhungen. Frhr. v. Erffa hat dem Städte sind, deren Schuldenlast ungeheuer gestiegen ist. Die Summe Empörung über das jetzige Wahlrecht wird der Sozialdemokratie neuen Landwirtschaftsminister als Vorbild für feine Tätigkeit der Mittel, die sie brauchen, ist um 87 Proz. in einer zehnjährigen bei der Reichstagswahl leider viele Stimmen zuführen.( Beifall Herrn bon Podbielski hingestellt. Ich nehme alt, daß Periode gestiegen. Wieviel Fehlschäzungen kommen jezt vor. Nicht links.) er damit nicht auch die Einnahme des Herrn v. Podbielsti aus weniger als 90 Proz. aller Berufungen bei Einschätzungen von Ein Antrag auf Schluß der Besprechung wird angenommen Lieferungsverträgen gemeint, die zum Nachteil des Reiches ab- Arbeitern haben sich als begründet erwiesen! Eine Aufhebung des gegen die Stimmen der Freifinnigen. geschloffen sind.( Dhol rechts.) Für die Landwirtschaft selbst wollen Abs. II des§ 23 würde also die Beseitigung der steuerlichen Gewir gern etwas tun, namentlich zur Beseitigung der Leutenot durch rechtigkeit bedeuten.( Beifall rechts.) Sebhaftmachung der Arbeiter und Schaffung von Verkehrswegen zum Austausch der Arbeitskräfte zwischen Industrie Minister Breitenbach: Dem Abg. Dr. Friedberg erwidere ich auf seine gestrigen Ausführungen, daß es mir bei den EisenbahntarifDas Haus vertagt sich. Nächste Sigung: Donnerstag, den 7. Februar, vormittags 11 Uhr. ( Etat der landwirtschaftlichen Verwaltung.) Schluß 2 Uhr. Einen glücklichen Griff tut jede Hausfrau, die einen Versuch mit Kathreiners Malztaffee macht, denn sie lernt damit das gefündeste und wohlschmeckendste tägliche Getränk kennen, das, einmal eingeführt, zu einer dauernden Wohltat für die ganze Familie wird. Jedoch ist beim Einkaufe dieses unvergleichlichen Hausgetränkes jedesmal die größte Vorsicht geboten, Kathr Kneipp Wer scht es das Pack and Besses Verachs marle Firms wage Schuts. Cafreiner's Matalee- Fabrica da viele höchst zweifelhafte Nachahmungen und geringwertige andere Malzkaffee Sorten im Handel sind, welche nie und nimmer den echten Kathreiner" auch nur annähernd ersetzen können, der 1. am fest verschloffenen Paket in seiner be kannten Ausstattung, 2. am Bild und Namen des Pfarrers Kneipp und 3. an der Unterschrift des Pfarrers Kneipp als Schuhmarke, 4. an der Firma Kathreiner's Malzkaffee: Fabriken unfehlbar kenntlich ist. Deutsche Bierbrauerei A.= G. 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Sonntag, den 13. Januar. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 1hr, 7. und 8. Abteilung. Berliner Theater: Die Häufer des Herrn Sartorius. 14. unto 15. Abteilung im Neuen Schauspielhaus: Das Glas Waffer. Neue freie Voltsbühne. Rach mittags 2, Uhr: 10. Abteilung im Deutschen Theater: Ge Spenster. Nachm. 3 Uhr: 2. Abteilung im Irania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Montag: Dieselbe Borstellung. Sternwarte, Znvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Sherlock Holmes Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater).| Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die rote Robe. Schauspiel in vier Aften von Eugen Brieur. Deutsch von Anne St. Cére. Sonntag, abends 8 Uhr: Heimat. Sudermann. Schauspiel in 4 Aften von Hermann montag, abends 8 Uhr: Die Räuber. Montag zum 200. Male: Sherlock Dienstag, abends 8 Uhr: Holmes. Doppelselbstmord. Schiller- Theater, Charlottenburg, Bismardstraße, Ede der Grolmanstr. Sonntag, nach m. 3 1 br: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Komödie in 3 Atten von Otto Ernst. Montag, abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Dienstag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Theater des Westens Kreuzberger Harmonie Station Zoolog. Garten, Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 7 Uhr: Gastspiel Frit Werner Reuen Theater: Die Gondoliert. Coulin Bobby. Nachm. 3 Uhr: 6. Abteilung im Schiller Theater O.: Die rote Robe. Naghm. 3 Uhr: 14. Abteilung im Schiller Theater N.: Das Lumpengefindel. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Mignon. Montag: Lohengrin.( Anf. 7 Uhr.) Rgl. Schauspielhaus. Hamlet. Montag: Klein Dorrit. Neues fgl. Operntheater. Fra Diabolo. Deutsches. Das Wintermärchen. Montag: Die Geschwister. Mitschuldigen. Die Weften. Cousin Bobby. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Montag: Cousin Bobby. Lorking. Die Fledermaus. Neues Schauspielhaus Anfang 8 Uhr Herthas Hochzeit. Montag: Der Sturm. Neues Theater Anjang 8 Uhr. Die Hochzeit von Poël. Montag: Kinder. Gaftspiel Suzanne Desprès aus Paris. Dienstag, 15./1.: La fille Elisa Poil de Carotte. Mittwoch, 16./1.: Denise. Nachmittags 3 Uhr: Bar und Donnerst., 17./1.: Nora. Bimmermann. Montag: Undine. Anfang 8 Uhr. Leffing. Wenn wir Toten ertachen. Freitag, 18./1.: Thérèse Raquin. Sonnab., 19./1.: Le Détour. Kleines Theater. Rachmittags 3 Uhr: Fuhrmann Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Henschel. Montag: Elga. Schiller 0. Heimat. Abends 8 Uhr: ( Ballner- Theater.) Eine triviale Komödie für Nachmittags 3 Uhr: Die rote Robe. Montag: Die Räuber. Schiller N. städtisches Leute.( Bunbury.) Montag: Ein idealer Gatte. feriöse Leute. habisches Theater). Der Familien Komische Oper. tag. Nachmittags 3 Uhr: Das Lumpengefindel. Montag: Der Familientag. Schiller Theater Charlottenburg. Flachsmann als Erzieher. Nachmittags 3 Uhr: Fiesto. Montag: Minna von Barnhelm. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Montag: Der Sturm. Kleines. Eine triviale Komödie. Nachm. 3 Uhr: Nachtasyl. Montag: Ein idealer Gatte. Berliner. Sherlock Holmes. Montag: Dieselbe Vorstellung. Romische Oper. Hoffmanns Er zählungen. Nachmittags 3 Uhr: Lakmé. Montag: Carmen. Neues. Die Hochzeit von Boel. Montag: Kinder. Rachmittags Lakmé. 3 Uhr: Abends 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Carmen. Dienstag: Figaros Hochzeit. Lortzing Theater Belleallianoestr. 7/8. Rachmittags 3 Uhr: Zar und Zimmermann. Abends 7 Uhr: Die Fledermaus. Abonnements ungültig. Montag: Undine. Refidenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Nachmittags 3 Uhr: Frou Frou... Montag: Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Unsere State. Montag: Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Nachmittags 3 Uhr: Die Puppe. Montag: Künstlerblut. Deutsch: Amerikanisches. Der Sorgenbrecher. Nachmittags 3 11hr: Ueber'n großen Teich. Montag: Der Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Nachmittags 3 Uhr: Bis früh um Fünfe. Montag: Eine luftige Doppelehe. Luisen. Aus dem Buch der Liebe. Nachmittags 3 Uhr: Vergnügte Feiertage. Montag: Biel Lärm um Nichts. Das Käthchen Bernhard Rose. von Hellbronn. Nachmittags 3 Uhr: Die Cameliendame. Nachm. 3 Uhr: Unsere Käthe. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. Rachmittags 3 Uhr: Die Puppe. Künstlerblut. Abends 8 Uhr: Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachm. 3 Uhr: Das Lumpengesindel. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachm. 3 Uhr zu fleinen Preisen: M. d. A.-S.-B. Gesellschafts- Abend Sonntag, den 20. Januar, im großen Saale des Gewerkschaftshauses. Entree 30 pf. ink!. Canz. 830b Lese- und Diskutierklub„ Süd- Ost". Sonntag, 13. Januar, in Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: 16. Stiftungsfest. Sinfonie- Konzert des Berliner Sinfonie- Orchefters ( Kapellmeister: Maximilian Fischer). Festrede, gehalten vom Genossen Karl Wermuth. Gesang: ,, Kreuzberger Harmonie"( M. d. A.-S.-B.) Nach dem Konzert: TANZ. Kassenöffnung 4 Uhr. 285/9 Anfang 6 Uhr. Billetts im Vorverkauf 40 Pf., an der Kasse 50 Pf. uggenhagen] Buggenhagen ockbierfest, Heute: Gr. Doppel- Konzert der Oberbayern E und Dachauer Bauernkapelle. Jubel und Trubel. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Moritzplatz. Im Kaisersaal: Jeden Sonntag und Montag: Willy Walde- Sänger und Tanzkränzchen. Stets neues großes Programm. Anfang des Konzerts 6 Uhr, der Sänger 7 Uhr. Eintr. Sonnt. 50 Pf., Mont. 40 Pf. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: 36612* Willy Walde- Sänger. Zirkus Busch. Sonntag, den 13. Januar 1907, nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr: Gebr. Arnhold. Zirkus Schumann Heute, Sonntag, den 13. Jan. 1907, nachm. 3, Uhr u. abends 7, Uhr: große brillante 2 große Vorstellungen 22 Nachmittags 4 Uhr bat jeder Erwachsene auf allen Sitzplätzen 1 Kind unter 10 Jahren frei. Jedes weitere Kind halbe Dreife. In beiden Vorstellungen: Vergnügte Feiertage. Der Todes- Globus". Abends 8 Uhr: Montag: Die Schule des Lebens. Aus dem Buche der Liebe. Komödie in 4 Aufzügen und einem Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßkellerei. Nachmittags 3 Uhr: Der Hausfreund. Montag: Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßtellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Metropol! Montag: Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrufeld. Familientag im Haufe Brellstein. Montag: Dieselbe Borstellung. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Die schöne Beftalin. Spe gialitäten. Nachmittags 3, Uhr: Familien- Bor ftellung. Montag: Die schöne Veftalin. Spezialitäten. Rajino. Ledige Leute. Spezialität. Nachmittags 4 Uhr: Die beiden Champignol. Montag: Ledige Leute. Speziali täten. Folies Caprice. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Montag: Dieselbe Borstellung. Prater Theater, Wilhelm Tell. Nachmittags 4 Uhr: Robert und Bertram. Montag: Der Pfarrer von Kirchfeld. affage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Vorspiel von Sevaria Driola. Montag: Biel Lärm um Nichts. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr. Florette und Patapon. Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagen- Kontrolleur. In beiden Vorstellungen: Die berühmte Reiterfamilie Lecusson!! In beiden Vorstellungen: Geschw. Singer, Equilibristen. In beiden Vorstellungen: Mig Dianda, dressierte Affen, Hunde u. Kaladus. In beiden Vorstellungen: Vorführen, Vorreiten der besten Sul, Freiheits- u. Springpferde. Auftreten sämtl. Clowns mit ihren neuesten Späßen und Wizen. 1 Rachmittags 4 Uhr: Clown François m. d. Dadelpferd. In beiden Vorstellungen: DERNHARD ROSE- THEATED Aus der Puẞta. Broße Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Die Camellendame. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Morgen: Die Schule des Lebens. Abends 72 Uhr: ROM. Große Drig. Manege- Ausstatt.9 Pantomime in 7 Bildern. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der 2 Gala- Vorstellungen Nachmittags auf allen ein Kind frei. Blägen ohne Ausnahme Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Galerie). Ju beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Die Sensation des Tages. Noch nie gezeigt. Der Motor im Globus. Eine wirkliche Novität. Miß Irene. Mr. Wizard Stone. In beid. Vorstellung.: 3 Frères Willé. Die berühmten Nachm. zum 2. Male: Frühling, Sommer, Herbst Frühling, Sommer, Herbst u.Winter. Große Ballett- Pantomime v. gesamten Corps de Ballett. In beiden Borst.: Gleich reich. haltiges abwechselnd. Programm, sämtliche Spezialitäten, Clowns und Auguste sowie die bestdressierten Schul, Freiheits- und Springpferde. Abends zum 24. Male: Das größte Pracht- Manegenschaustück St. Hubertus. Metropol- Theater Nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol! Abends 8 Uhr: Urania. Fröbels Allerlel- Theater Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Montag: Dieselbe Vorstellung, Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. WINTELT SARTEN 6 SAHARET. Otto Reutter Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, Gymnastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ledige Leute. Komödie in 3 Alten v. Felir Dörmann. Borher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwant in 1 Att v. M. Krämer. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. Berliner Prater Theater. Kastanien- Allee 7-9. Heute nachmittag 3 Uhr: Robert u. Bertram. Abends 7, Uhr: Wilhelm Tell. Ancilotti und gedankenlesender Morgen: Der Pfarrer von Kirchfeld. Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr Gebr. Herrnfeldnig. Theater inlaß 8 Uhr. 61llhr Kommandantenstr. 57 Stallschreiberstr. 42-44. Familientag im Hause Prellstein. Komödie in 3 Aften mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borberlauf 11-2 Uhr an den Theaterkaffen bei A. Wertheim und Invalidendant. Rauchen in allen Räumen gestattet. Morgen: Dieselbe Borstellung. ValhallaVarieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. 2 Heute Sonntag: Vorstellungen nachmittags 3%, Uhr eine Preise. Jeder Erwachsene ein Kind frei! Abends 8 Uhr: der Mann Kosta, mit bem drehbaren Kopf. Trio Jakowlet: Die Fahrt auf steiler Wand und 14 großartige Spezialitäten. Für Theaterbefucher freier Eintritt zu den Tunnel- Konzerten. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßkellerei. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Haus. freund. Brunnen- Theater Reichshallen- Theater. Gesundbrunnen. Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. Nachm. 3 Uhr( volkstümliche Preise): Die Schule des Lebens. Schauspiel in 7 Bildern von Raupach. Abends 7 Uhr: König Allgold. Dramat. Gemälde in 3 Abteilungen bon Sneijel. Nach der Vorstellung: Ball. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Morgen: Die Tochter des Gefangenen. Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Berlin paß' auf! Burleske in 2 Aften v. Leop. Elh. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse Die letzten drei Tage!. Der Riesen- Januar- Spielplan. 15 Nummern 15! 1. a.?? Patty?? Romeos. Jim u. Jam. Geschieden. Schwank in 1 Aft. Anf. 28 Uhr. Vorverkauf 11-1 Uhr. Entree 50 Pf. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Cpollo Der Sorgenbreder. Der Teufel lacht dazu. Soc. Theater Nachm. 3 Uhr. Halbe Preise! Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Sanssouci tottbufer straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Hordd. Sänger. Neu! Die Wahrsagerin. Posse in 1. Aft Sonnt. Bg. 5, Bochent. 8 U. Dienstag: Theater- Abend: Marianne, ein Weib aus dem Volke. Colosseum Dresdenerstr. 97. 12 erittlaffige Schlager 12 Konzertsaal: Wiener Schrammeln. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig daftehende Elite Januar Programm. = 0 24 Nummern. Anfang.7%, Uhr. Sonntags 41, Uhr Germania- Pracht- Säle. N., Chausseestr. 103. Karl Richter. Jeden Sonntag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. 辦 Bollständig neues Programm. Anfang 6 Uhr. Eintritt: 50 Pf. mit anschließ. Familienkränzchen. Im weißen Saale von 5 Uhr ab: Großer Ball. 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Roth. In Szene gesetzt Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Direktor Richard Schultz. Rauchen überall gestattet. Sonnabend, den 19. Januar 1907: II. gr. Metropol- Theater- Ball. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem 35512* Schweizer Garten Am Königstor. Am Friedrichshain 29/32 Jeden Abnormitäten- Progr. Sonntag: BALL Orchester. Verbindung mit größter Films- im beforiertem Saale bei starkem Fabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. An Wochentagen ist der Saal zu ber 36862* geben. Nur für Männer! Volkstümlicher Vortrag= mit Lichtbildern Montag, den 14. Januar 1907, abends 8, Uhr, in den Frankfurter Festsälen des Ostens, alle 151/52, Thema: Die Geschlechtskrankheiten, hes. die Syphilis, von Dr. phil. O. Kaplick. der Verlauf, die Behandlung u. Heilung derselben. Aufklärung über eine hier wenig bekannte Methode zur Heilung der Syphilis. 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Aus der Eisen- und Stahlindustrie. Aus den Hüttenwerken fehlen amtliche Angaben nach eigenen Ermittelungen der Staatsorgane über Arbeitsverhältnisse, Lohn, Erzeugung usw. in der Eisen- und Stahlindustrie vollständig. Die berühmte deutsche Sozialpolitik hat es noch nicht so weit gebracht, einwandfreies Material über die einschlägigen Verhältnisse vorlegen schließen. zu können. Das heißt: man könnte schon, wenn man nur wollte; aber die Verhältnisse in den deutschen Eisen- und Stahlwerken sind dermaßen, daß man gern darauf verzichtet, sie ans Licht der Deffentlichkeit zu ziehen. Man ist daher lediglich auf die Angaben der Unternehmer angewiesen, die auch das Material zu den vom taiserlich Statistischen Amit herausgegebenen Arbeiten liefern. Ueber Arbeiterzahl, Erzeugung und Produktion der deutschen Eisen- und Stahlindustrie liegen nun Angaben für die Jahre 1903, 1904 und 1905 vor, aus denen wir folgendes zusammenstellen. Eisenerzbergbau: Gewinnung Zahl der Arbeiter 1903 1904 41 594 43 406 ( in 1000 Tonnen) 1905 1903 1904 1905 43 706 21 231 22 047 23 444 Roheisenerzeugung: 35 361 35 358 38 958 10 017 10 058 10 875 Wert der Erzeugung ( in Millionen Mark) 1903 1904 1905 74,2 76,6 81,7 525 520 579 Eisen- und Stahlfabritate: 87 821 104 604 109 565 1721 2364 2216 284 344 379 Schweißeisenwerke: 27 125 24 334 22 805 824 802 815 113 110 113 Flußeisenwerke: 746 790 894 Die steigende Arbeiterzahl im Jahre 1905 kündet schon die wirtschaftliche Proſperität an, die erst im Jahre 1906 voll zur Entfaltung tam. 132 443 140 966 159 172 5 937 6 147 6 880 Es entfällt auf den Kopf der Arbeiter Eisenerzbergbau Produktionswert ( Mark) Leistung ( Tonnen) 1903 1905 1903 514 538 . B Roheisenerzeugung 283 283 1785 14.847 . Eisen- und Stahlfabrikate 19,7 20,2 3 231 Schweizeifenwerfe 30,4 35,9 4176 Flußeisenerzeugung 44,9 43,3 5643 • 1905 1.869 15 048 3462 4956 5 620 Bei fast allen Positionen ist eine Steigerung der Leistung zu fonstatieren. Der Rückgang in der Flußeisendarstellung ist nur scheinbar. Die Menge der qualifizierten Arbeit ist gewachsen. Briefkasten der Redaktion. Erneuerung des Verbandes unmöglich. Bei dem oberschlesischen Eigentümer zu zahlen. G. N. S. 100. Das Gefeß über Erwerb der Stahlwerksverbande dagegen ist die Verlängerung so gut wie sicher. Staatsangehörigkeit berechtigt die Behörde( in Berlin Polizeipräsidium, sonst Auffallend berührt die Erscheinung, daß in Amerika und England Regierung) verpflichtet sie aber nicht, dem Antrag auf Entlassung aus dem gleichzeitig die Eisenpreise in der letzten Woche einen Rückgang Staatsverbande stattzugeben. F. L. 2. Wenn die Kündigungsfrist Ihres aufwiesen. Ein Schluß auf die weitere Gestaltung des amerika- Bertrages drei Monate und drei Tage oder weniger beträgt, so haben Sie nischen Marktes läßt sich aus diesem Vorgang noch nicht ziehen. Das rechtzeitig gekündigt und können auf Anerkennung der Rechtzeitigkeit der Kündigung flagen. Richard 29. Es ist ganz unmöglich, ohne Einsicht Vorgehen des Stahltrusts, der an eine bedeutendeGrtveiterung seiner in die Papiere, auf Grund deren die Rente bewilligt ist, Ihnen Werke und die Errichtung umfangreicher neuer Werke z. B. auch mitzuteilen, ob die Berechnung zutrifft oder nicht. D. Nein. C. Ja. in Kanada geht, läßt vielmehr auf noch großen Optimismus R. S. 999. 1. Ihre Frau fann den Antrag auf Volljährigkeitserklärung stellen, wenn sie mindestens achtzehn Jahre ist. 2. Ohne Kenntnis Ihres Mietsvertrages ist eine Frage, die sich auf Rechte und Pflichten aus Eine Erhöhung der Zigarrenpreise kündigen die Zigarren- demselben bezieht, mai su morten. B. T. 100. Ihr Freund ist fabrikanten Westfalens und der angrenzenden Gebiete sowie von wahlberechtigt und hätte die Aufnahme in die Wählerliste verlangen können, A. B. 27. Zweckmäßig ist es, dem Bremen und Hamburg an. Man behauptet, die Entstehungskosten wenn er nicht eingetragen wäre. J. B. 100. hätten sich so erheblich verteuert, daß die Fabrikanten ihre bis- Birt mitzuteilen, daß Sie die Sündigung nicht anerkennen. herigen Verkaufspreise teilweise nicht beibehalten konnten, wenn gebilligt haben, zu verlangen und die Rückkehr der Tochter zu fordern. Sie haben das Recht, sofortige Aushebung des Vertrages, den Sie nicht sie ihre bewährten Beschaffenheiten weiter liefern und nicht mit. 33. 1. Sie müssen den Antrag auf Invalidenrente stellen. 2. Zwed Verlust verkaufen wollen. Besonders Sumatratabate mit hellen mäßig ist es fehlt eine Bescheinigung, so wird die Rente gekürzt. 3. Ja. Modefarben seien enorm im Preise gestiegen. Aber auch alle an- Außerdem tönnen Sie auf Herausgabe und Schadensersaz klagen. 3. Die deren Tabakforten, die namentlich zu Umblatt und Einlagen ver- Pflicht, die Alimente zu zahlen, wird durch den Rentenempfang nicht beeinwandt werden, insbesondere die Felix- Brasil- und die Habana- trächtigt. 5. Ja, sofern es sich um eheliche Kinder handelt. C. C. 1. Ja. 3. R. 2. Wenn der Gläubiger die Verhaftungsgebühr zahlt, so tabake feien in den letzten Jahren bedeutend teuerer geworden. Einen weiteren Grund für die als unvermeidlich angesehene Er- fönnen Sie zwecks Leistung des Eides verhaftet werden. Sowie Sie den höhung der Verkaufspreise bilde die ständig zunehmende Ber- id geleistet haben, werden Sie entlassen. Gegen den Haftbeschluß können Sie Beschwerde einlegen. H. 31. Ohne den Wortlaut des Testaments, teuerung des Zederholzes. die Todesfrage und die Orte zu kennen, an denen die Todesfälle sich ereignet haben, ist eine Beantwortung unmöglich. Prüter. Leider können Sie nicht einseitig von dem Vertrag zurüdtreten. Nach dem Gesez find Sie zur Zahlung verpflichtet. F. K. 77. Bersuchen Sie es noch einmal mit einer Eingabe. R. R. 29. Treten Sie dem Zentralverband der Handlungsgehülfen und Handlungsgehülfinnen Deutschlands, Neue KönigDie juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, traße 36, bei. 2. P. H., Baumschulenweg. Ein gesetzliches Hindernis eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 72 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. besteht nicht. 3. 710. Spricht das dem Inhalt nach uns nicht Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein bekannte Testament nicht dagegen, so erbt allein das leibliche Kind. Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort C. 3. 3. 1. Nein. 2. Ja. 3. Das hängt von dem Urteil, das gegen wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. den Vater ergangen ist, ab. W. W. 51. 1. u. 2. Eine Hebammentare P. 2. 1871. 1. Nur wenn minderjährige Kinder vorhanden sind. gibt es nicht. Als angemessene Gebühren crachtet das hiesige Gericht für 2. Die Kinder beerben auch ihren Bater. R. S. 129. Jeder Beweis die Entbindung zwischen 6 bis 20 Mark und für jeden Gang 50 Pf. bis ist zulässig. S. N. 12. Ihre Bestrafung ist kein Hindernis für die 1 M. Des Nachts das Doppelte. 3. u. 4. Nein. Ewald. Sind Sie Erlangung der Konzession. 9. 10. 1. Leider verspricht der Prozeß noch nicht volljährig, so ist der Vertrag ungültig. Sie brauchen nicht zu wenig aussichtsvoll für Sie zu werden, wenn Sie nicht nachweisen, daß zahlen und können die Sachen zurückgeben. Sind Sie volljährig, so müssen ein anderer Dreschsaz geliefert und daß Sie sofort dagegen reklamiert haben. Sie in Gemäßheit des Vertrages zahlen. Der Gläubiger ist nicht ber2. Die Konzession ist von der Beantwortung der Bedürfnisfrage abhängig. pflichtet zu stunden. E. M. 26. 1. u. 2. Nach zutreffender, aber von 3. Strafantrag kann bei der Staatsanwaltschaft gestellt werden. G. P. einigen Gerichten bestrittener Ansicht haftet der Mann dem Schuldner der New York. G. B. 1. Wiederholen Sie Ihre Anfragen. E. W. Nach- Ehefrau nicht für die in Prozessen gegen seine Frau erwachsenen Kosten. dem Sie den Vertrag geschlossen haben, ist er für Sie bindend, wenn Sie 3. Gerichtstosten verjähren in 4 Jahren. Griewatsch. Die Mictsgroßjährig sind. Sie können nicht einseitig zurüdtreten R. S., Post- stempelgebühr wird für die Zeit vom Januar bis Januar berechnet und amt 16. Zur Anmeldung eines Patents ist die Beihülfe eißes ist auch für Teile des Jahres zu zahlen. O. R. 9. Nein. A. G. Rigdorf. Trocknen Sie die Zylinder sorgsam ab und schrauben Batentanwalts in der Regel zweckmäßig, aber feineswegs erforderlich. Sachgemäße Auskunft und Rat erhalten Sie im Patentamt. Sie dann langsam hoch. H. 25. Sie sind erbberechtigt. Ist Ihre Ehe M. Z. 88. 1. In der Regel erfolgt Bescheid vor dem März. 2. An erst nach dem 31. Dezember 1899 geschlossen, so erben Sie in Gemäßheit das Bezirkskommando muß die Eingabe möglichst vor dem 15. Januar des Bürgerlichen Gesetzbuches als tinderloser Witwer die Hälfte des Nachgerichtet werden. 2. Zu der Eingabe bedarf es teiner Hülfe. Schreiben Sie lasses Ihrer Frau. Außerdem erhalten Sie als voraus die Hochzeitsdie Eingabe furz. 4. Ja, aber den Erfolg können wir unmöglich voraus geschenke und die Haushaltungsgegenstände. K. B. 68. 1. Ja, aber fagen. Dg. F. 5. In der Allgemeinheit zweifellos nicht. An Stelle der Sold ist nicht pfändbar. 2. Wenden Sie sich an die Charité oder an allgemeiner Fragen fun Sie zwedmäßiger, den Sie betreffenden Sach- die Entbindungsanstalt, Artilleriestraße. A. 100. 1. Das ist niöglich. verhalt zu schildern und daran die Frage zu knüpfen, die Sie intereressiert. 2. Rein. 3. 1912. 4. Die Gerichtstoften verjähren in Preußen innerhalb P. L., Drewis. Haben Sie das sind als Ihr Kind anerkannt, vier Jahren von der Fälligkeit bezw. von der letzten Pfändung ab. so haben Sie nichts zurückzuzahlen. Es gilt als ein eheliches. 5. Sie müssen Antwort erhalten. G. G. 1000. Lassen Sie sich eine A. F. 10. 1. Nein. Sie tönnen übrigens auch nachträglich noch das Kind anerkennen. notariell beglaubigte Anerkennung geben. R. R. 1. 1. Sa. 2. Gegen Pfändung würde Ihre Frau durchaus 2. Tragen Sie Ihre Sache dort vor. E.. 48. Fragen Sie bei nicht auf Erfolg Widerspruchsklage erheben können. . 2. 222. der Heimatsgemeinde an. M. W. 1000. Am 31. Dezember 1907. 31. Sie Wahltag Sie eingetragen, D. Sch. 4. Benden Landesversicherungsanstalt. Vom Eisen- und Stahlmarkt. Schwierigkeiten hat die allerjüngste Zeit dem Deutschen Stahlwertsverbande gebracht. Nachdem die Vorbereitungen schon so weit gediehen waren, daß man die Ver- Ja. 3. D. 5. Reber one in den Sie fich an die Zambesverficherungs, Wallin tönnen. Sie wählen, ist die Eintragung unterlassen, 10 haben Sie au längerung als ziemlich sicher halten durfte, ist sie neuerdings durch die ablehnende Haltung zweier bedeutender Werke, dem West- Sie nicht durch den Mietsvertrag ausdrücklich die Errichtung eines Ihre Schuld Ihr Wahlrecht verloren. Flugblätter und wir haben häufig Konkurrenzgeschäftes sich verbeten haben. Weichsel 32. 1. das Original genug an die Einsicht in die Wählerlisten erinnert. Sch. 42. fälischen Stahlwerk in Bochum und einem großen süddeutschen braucht nicht vorgelegt zu werden. Die Schuld muß aber von dem Gläubiger Sie könnten lediglich auf Unterlassung des übermäßigen Lärms Wert, wieder in Frage gestellt worden. Beide Werke blieben seit bewiesen werden. 2. Machen Sie dasjenige geltend, was Sie an Gegen- lagen. P. R. Alimentenforderungen verfähren in 30 Jahren. turzer Zeit den gemeinsamen Verhandlungen der Stahlwerks- forderungen aufzustellen haben. 3. Das Amtsgericht oder Landgericht ist befizer fern. Ohne die Mitgliedschaft dieser Werke ist aber die zuständig. C. B. Die auf dem Haus eingetragenen Schulden hat der C. FR. HAHN Alexanderplatz. Von Montag, den 14. bis Sonnabend, den 19. Januar Inventur- Räumungs- Verkauf in sämtlichen Abteilungen zu ganz bedeutend herabgesetzten Preisen. Ein Posten Damen- Hemden aus gutem Madapolam, mit reich gestickter Passe u. Languetten, Verzierung, Achselschluss Inventur- Preis Grosse Mengen etwas angeschmutzter 1.85, M. Damen- und Kinder- Wäsche im Preise ganz erheblich zurückgesetzt. Pariser u. Wiener Modellwäsche da etwas angeschmutzt, bis zur Hälfte ermässigt. Corsetts in Formen, welche in kommender Saison nicht weiter geführt werden, ganz bedeutend unter Preis. Herren- Cravatten für Steh- und Umlegkragen Serie I Serie II bisher 55 bis 75 Pf. 0.80 bis 1.00 M. Invent.- Pr. 25 Pf. 50 Pt. Serie III 1.20 bis 2.00 M. 75 PL. Ein grosser Posten: Engl. Tüll- Gardinen feines Reliefgewebe, neueste Muster. 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Jannar, abends 8 Uhr: Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderftr. 42 Artus- Hof, straße 26. Perleberger3. Wahlkreis! 2 Wählerversammlungen in folgenden Lokalen: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Referent: Genosse Karl Liebknecht. Frankes feftfäle, Sebastianstr. 39. Referent: Genosse Fritz Ebert. Zages Ordnung: 1. Der bevorstehende Wahlkampf. 2. Freie Aussprache. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. IV. Wahlkreis. 240/5 Achtung! Bezirke, welche zu Nieder- Barnim wählen. Dienstag, den 15. Januar, abends 8½ Uhr: Volks- Versammlung in den Prachtsälen des Ostens, Frankfurter Allee 151/152. D Tages Ordnung: Referent: 14/3 1. Die bevorstehende Reichstagswahl. Rebatteur Genoffe Wermuth. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Das Wahlkomitee. V. Wahlkreis. Am Dienstag, den 15. Januar 1907, abends S the: Zwei große öffentliche Wähler- Versammlungen tn den Musiker- Sälen, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Lipps' Brauerei, Am Friedrichshain. Zages Drdnung: 1. Die Sünden des Freisinns. 2. Diskussion. Referenten: Georg Ledebour, Heinr. Ströbel, Otto Wels. 245/ 4* Alle Wähler des 5. Kreises sind zum Besuch der Versammlungen hiermit eingeladen. Das Wahlkomitee. Schöneberg! Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr: KolbergerKronenbrauerei, Alt Moabit Tages- Ordnung: Die Reichstagswahl. 47-49. Referenten sind die Genossen: Augustin, Basner, Haß, Hugo Heimann, Albert Kohn, Ledebour, Rehbein. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Wahlkomitee. VI. Wahlkreis. 246/ 8* Sonntag, den 13. Januar, abends 6 Uhr, im Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23: Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag der Genossin Kadeit: Welche Pflichten haben die Frauen im gegenwärtigen Wahlkampfe? 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch bittet 246/71 Der Einberufer. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. VI. Wahlkreis! Sonntag, 13. Januar, abends 6 Uhr, bei Wilke, Brunnenstr. 188: Versammlung. Tagesordnung: Der Reichstags: Wahlkampf. Referentin: Frau Anna Mesch. Nachher: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Genossinnen! VI. Wahlkreis. Genossen! Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr, bei Wilke, Brunnenstraße 188: Volks- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Das Frauenstimmrecht. Referentin: Genossin Ottilie Baader. 2. Disfuſsion. Zahlreichen Besuch erwartet 1/ 3* Die Vertrauensperson. Zentralverein der Bildhauer. Verwaltung Berlin. Dienstag, den 15. Januar 1907, abends 8 Uhr, im Königstadt- Kasino, Holzmarktstraße 72: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Die Husfperrung der Dolzarbeiter. 3. Regelung der Unterstützung. 20/2 Vollzähliges Erscheinen dringend notwendig. Krankenkasse für die Der Vorstand. Drei Wähler- Versammlungen Deutscher Metallarbeiter- Verband. in den Lolalen: E. Obst Festsäle, Meiningerstr. 8.| Wilhelmshof, Ebersstraße 80. Klubhaus, Hauptstraße 5-6. Zages Drdnung: Die bevorstehenden Reichstagswahlen. Referenten sind die Genoffen: Julian Borchardt, Julius Kohn, Dr. Silberstein. 15/2 Das sozialdemokratische Wahlkomitee: R. Küter, Martin Lutherstr. 51. Charlottenburg. Dienstag, 15. Januar, abends 81, Uhr: 12 öffentliche Volksversammlungen Eine in den Prachtsälen des Westens, Spichernstr. 4., Drei im ,, Volkshause", Rosinenstr. 3. Zwei in Schulz' Festsälen, Kaiser FriedrichVerner je eine in den Leibniz- Festfälen, Leibnizstr. 33, Straße 24. im Restaur. H. Harnisch, Windscheidstr. 24/25. " " G. Lahmann, Tauroggenerstr. 10. " " " " Zages Drdnung: Beamten und Angestellten der Krankenkaffen, Berufs- Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: genoffenschaften sowie der Invaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalten in Berlin( E.. 108). Am Mittwoch, den 23. Januar 1907, abends 7, Uhr, findet im Vereinslokal, Schultheiß- Ausschank an der Jannowisbrücke, die ordentliche Generalversammlung der Mitglieder statt. Tagesordnung: 1. Jahres- und Staffenbericht pro 1906 sowie Bericht der Revisoren. 2. Beschlußfassung über das zu be. stimmende Publikationsorgan für 1907. 3. Wahl von 4 Borstandsmitgliedern für die Jahre, 1907 und 1908. 4. Wahl von 3 Revisoren pro 1907. Berlin, den 10. Januar 1907. Der Vorstand. Walter Gommert, Borsigender, Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Mittwoch, den 16. Januar cr., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 1: Versammlung aller in der Drahtindustrie beschäftigten Arbeiter( Nadler, Spinner, Weber, Zaunaufsteller, Hülfsarbeiter und Arbeiterinnen). Tages Ordnung: 110/14 1. Unsere Stellungnahme zu unserem jezigen Tarif. 2. Diskussion. Kollegen! Da unser Tarif zum 1. April abläuft, müssen wir uns vorher schlüssig werden, ob wir gewillt find, denselben zu kündigen. Zu diesem Zweck ist diese Versammlung einberufen. Es ist Pflicht eines feden von Ihnen, in diese Versammlung zu tommen; dieselbe wird Die Ortsverwaltung. pünktlich eröffnet. Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Romintenerfhraße 23,( 8195 Montag, den 14. Januar 1907, abends 8 Uhr: Freie Krankenand Begräbniskaffe der Branchen- Versammlung der in Georg Felsmann, Reuchlinſtr. 6. Schuhmacher u. Berufsgen. Geschäftsbücherfabriken beschäft. Mitglieder Wilh. Hischan, Kaiserin AugustaAllee 25. Wilh. Wuthftrack, Beusselstr. 90. 1. Wem geben wir unsere Stimme am 25. Januar? 2. Diskussion. Referenten: Dr. Borchardt, Casper, Kurt Eisner, A. Gebert, A. Mohs, Stadtv. E. Obst, Dr. Rosenfeld, J. Rosenthal, M. Strasser, uko. 250/ 3* Zu diesen Bersammlungen find hiermit die Vertreter jeder Parteirichtung geladen und wird den selben volle Redefreiheit zugesichert. Darum, Männer und Frauen Charlottenburgs, erscheint alle zur Verjammlung. Da alle vier Bersammlungen am 8. Januar polizeilich abgesperrt waren, jo ersuchen wir um Das sozialdemokratische Wahlkomitee. acitiges Ericheinen Berlins.( E. H. Nr. 27.) Sonntag, den 13. Januar 1907, nachmittags 4 Uhr, bei Feuerstein, Ate Jakobstr. 75: des Deutschen Buchbinder- Verbandes Zahlstelle Berlin General- Versammlung. im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1. Tages Ordnungs 1. Bierteljährlicher und jährlicher Kaffenbericht. 2. Neuwahl des Borstandes und Ausschusses. 3. Innere Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. 5915 Der Vorstand. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Vertrauenspersonen über ihre Tätigkeit. 2. Neuwahl derselben. 3. Bericht der Tariffommission über den gegenwärtigen Stand der Akkordtarifberatung und Beschlußfaffung über die Ge: staltung des Akkordtarifs. 4. Wahl eines Beisigers zur Ditsverwaltung. 23/1 5. Verschiedenes. Bablreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Telephon 4, 3578. Zahlstelle Berlin. Telephon 4, 3578. Achtung! Stock- u. Zelluloid- Arbeiter, Achtung! Montag, den 14. Januar, abends 6 Uhr, bei Bareinz, Brüdenstr. 7: Vertrauensmännerversammlung. 77/14 Der Obmann. Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, Andreas- Festfäle, Andreasstr. 21( Inh. Friz Walter): Branchen- Versammlung. Lages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheiten. Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist Pflicht. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Adressen der Obleute: Fritz Hübner, Rigdorf, Elbestr. 34, born parterre, Branchenleiter und Dbmann für Süden und Südwesten. Wilh. Unger, Cuurhstr. 37, born III, Obmann für Südost. Otto Neumann, Storföerstr. 21, Obmann für Norden und Moabit. Paul Schade, Langefti. 37, b. II, Obmann für Osten und Nordosten. Die Kommission. Perlmutt, Horn- u. Steinnnk- Arbeiter. Montag, den 14. Januar, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 8: Branchen- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bortrag des Kollegen Reich e. 2. Diskussion. 3. Bericht und Neuwahl der Kommission. 4. Verschiedenes. In dieser Versammlung müssen alle Kollegen erscheinen. Die Kommission. Achtung! Achtung! Zentralverband der Maurer Deutschlands Die Zweigverein Berlin. Am Mittwoch, den 16. d. M., abends 8 Uhr, finden im gesamten Zweigverein die Teppiche Prachtstücke 4,35, 6, 10, 20 bis 300 M., Gardinen, Portieren, Möbelstoffe, Steppdecken, Tüllbettdecken etc. im Billigst Spezialhaus Emil Lefèvre Delegiertenwahlen zum 9. Verbandstage Versammlung der Maurer( Zahlstelle Berlin) findet bei Freyer( früher Keller), Koppenstr. 29, statt. Tages Ordnung: 1. Delegiertenwahl zum Verbandstage. 2. Bericht der Schiedskommission und Neuwahl derselben. 3. Verschiedenes. Sektion der Putzer! Berlin Süd. Seit 1882 nur Oranienstr. 158. Unterhalte nirgends Filialen! Die Bezirks- Versammlungen Monat Januar Pracht- Katalog für finden wegen der am Mittwoch tagenden Mitglieder- Versammlungen in sämtlichen Berliner Bezirken und den Bororten am Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen statt. Die Tages- Ordnung in diesen Versammlungen ist die bevorstehende Neuwahl der örtlichen Verwaltung. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Obmänner. Die Sektion der Puter tagt Mittwoch, den 16. Januar, von 7 1hr ab in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20, und ist zunächst Vortrag des Kollegen Eug. Simanowski über das Thema:" Welche Vorteile bietet eine Zentralisation der KrankenAchtung! Jalousiearbeiter. Achtung! affen für die Versicherten? Dienstag, den 15. Januar, abends pünktlich 7 Uhr, bei Friedrich, Prinzenstr. 9: Vertrauensmänner- Sizung. In dieser Sizung erfolgt die Ausgabe der Vertrauensmännert arten. Donnerstag, den 17. Januar, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7: Branchen- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Wahl der Gesamtkommission. 3. Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Der Obmann. Adhtung! Einsetzer. Adtung! Die Vertrauensmänner werden ersucht, sich behufs Ausstellung der neuen Karten schriftlich an den Obmann Paul Tomalske, Oppelnerstraße 14, zu wenden. Die alten Karten sind mit einzuschicken. Dienstag, den 15. Januar abends, im Gewerkschaftshause, Saal 2: 1 Kommissions- Sitzung. Achtung! Marmorarbeiter. Achtung! Berlin II. Mittwoch, den 16. Januar, abends 8, Uhr: Mitglieder- Versammlung im Englischen Garten", Alexanderstraße Nr. 27c. Zages Drdnung: 1. Vierteljahres- und Jahresabrechnung. 2. Wahl des Gesamtoorstandes. 3. Berschiedenes. Zentralverband der Steinarbeiter Deutschlands. Der Vorstand: H. Wolf. Zentral- Krankenkasse der Tapezierer ( Filialen Berlins). 172/2 Freitag, den 18. Januar 1907, abends 8%, Uhr: Quartals- Versammlungen. Filiale I: bei Augustin, Oranien- Straße 103: Abrechnung vom 4. Quartal 1906. Kaffenangelegenheiten. Filiale II: bei Roewer, Elisabethkirch- Straße 14: Abrechnung, vom 4. Duartal 1906. Wahl des 2. Raffierers. Filiale III: im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal 7: Vortrag des Hrn. Dr. A. Freudenthal über: Stochtunst und Verbauung!" Verschiedenes. Abrechnung vom 4. Duartal 1906. Recht zahlreichen Besuch wünschen Die Ortsverwaltungen. Sterbekaffe ehem. Pfluger Arbeiter ( Hetzelsche Kasse) Sonntag, den 27. Januar 1907, vorm. 10 Uhr, in Wilkes Saal, Brunnenstr. 188: General- Verfammlung. Zages Ordnung: 1. Berlesung des Protokolls der Generalversammlung vom 22. Juli 1906. 2. Stassenbericht des Rendanten pro 1906 und Bericht der Revisoren. 3. Verschiedene Stafsenangelegenheiten( Antrag des Borstandes wegen Ausfall der Sonntags- Sprechstunde beim Rendanten und Schriftführer). 4. Wahl des 1. Vorsitzenden, des Rendanten und des stellvertretenden Schriftführers. 5. Wahl von drei Revisoren. 285/ 7* Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. J. A.: O. Winkler. Kein Zwang zur Abnahme! Diese Zusicherung möge eine Garantie bieten für tadellosen Siz ber bei mir auf Grund eingehendster Beobachtungen des individuellen Körperbaues sowie vieljähriger Erfahrungen in England und Amerika aus Is Stoffresten angefertigten Anzüge und Paletots nach Maß zu 30 und 38 M. Sonnenschein's Herrenmoden nach Maß. 36532* Fernspr. A. IV, 5797. SW., Lindenstr. 95 I. 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Der Angeklagte ist ldbiZ geboren, unverheiratet, stammt aus Sachsen und war zu- letzt in Dresden wohnhaft. Er hat hier seinerzeit beim zweiten Eisenbahnregimcnt Verlin-Schöneberg seiner Militärpflicht genügt. In Dresden ist er wegen eines kleinen Diebstahls mit 3 Tagen Gefängnis vorbestraft. Die drei Betrugsfälle, wegen deren er jetzt neben dem schweren Verbrechen angeklagt ist, datieren vom August bis November 1S)W und sind in Dresden verübt worden. Der Ueberfall auf den Geldbriefträger ereignete sich am 6. November vormittags auf dem Neubau der Firma Wissinger in der Pfuelstr. 9 in der Nähe des Schlesischen Tores. Der An- geklagte hat dort den Geldbriefträger Max Hammer überfallen, mit einer Eisenstange am Kopfe schwer verletzt und ihm 1209 M. aus der Geldtasche geraubt. Der Angeklagte ist in vollem Umfange geständig. Er sagt aus: In Dresden war ich zu 3 Tagen Gefängnis verurteilt und sagte mir, daß diese Strafe mir in meinem ferneren Fortkommen hinderlich sein würde. Ich ging deshalb nach Berlin, um hier Beschäftigung zu suchen, denn ich war schon sechs Wochen arbeitslos. Am Freitag, den 2. No- vember, bin ich in Berlin angekommen und habe in verschiedenen Werkstätten Beschäftigung als Möbeltischler nachgesucht, aber wurde überall abgewiesen. Mein ganzes Barvermögcn betrug 3 M. Auf Grund meines Verbandsbuchcs als Mitglied des Deutschen Holz- arbeiterverbandes fand ich Nachtquartier im Gewerkschaftshause. Bis zum Montag, den 5. November, ging ich ziel-' und planlos in Berlin umher, am Sonntag besuchte ich das Panoptikum. Als ich am Montag durch die Köpenickerstratze ging, begegnete mir ein Geldbriefträger und da kam mir der Gedanke, daß so ein Eeldbriefträgcr doch immer große Summen bei sich trägt und ich aus allen Geldverlegenheiten gerissen würde, wenn ich einen sol- chen Mann berauben könnte! Der Gedanke hat mich dann nicht mehr verlassen, und als ich den großen Neubau in der Pfuel- straße sah, kam mir die Idee, einen Geldbriefträger dorthin zu locken and ihm sein Geld abzunehmen. Ich ging in den Neubau und sah mir die Verhältnisse dort an. Dann ging ich in ein Schank- lokal der Witwe Böhm und versetzte dort meinen iTeberzieher für 5 M. Dann ging ich nach der Post, kaufte mir eine Postanweisung fiir 19 Pf. und zahlte darauf 49 Pf. ein. Die Postanweisung adressierte ich:„An den Monteur Fritsch, Pfuelstr. 15, Neubau." Ich ging dann selbst nach dem Neubau, sah dort mehrere Eisenstücke in Papier gewickelt liegen und der- barg ein solches unter meinem Rockärniel. Ich überzeugte mich, daß der Ueberfall am besten in der zweiten Etage ausgeführt Verden könne, da dort nicht gearbeitet wurde. Dann ging ich in mehrere Schanklokale und legte mich abends gegen 19 Uhr schlafen. Am nächsten Morgen gegen 7% Uhr ging ich nach dem Neubau. Auf dem Woge dorthin traf ich einen Geldbriefträger und erhielt oon diesem Auskunft, wann die erste Geldbestellung stattzufinden pflegt. Ich ging dann nach der Köpenickerstratze schräg gegenüber dem Neu- bau in ein Schanklokal. Gegen �19 Uhr wurde ich des Geldbricf- trägers Hanrmer ansichtig und ging dann in die erste Etage des Neubaues. Von da rief ich dem Briefträger, der auf den Neubau gekommen war, zu:„Suchen Sie vielleicht den Mon- t e u r Fritsch?", und als er das bejahte, sagte ich zu ihm: „Der ist hier oben, ich werde Sie hinführen!" Da kam er herauf, ich ließ ihn vor mir gehen und sagte:„Wir müssen eine Etage höher gehen." Dann führte ich ihn nach dem Gange, wo der Fckhr- stuhl mündet. Der Gang, der keine Fenster hat, ist ziemlich dunkel. Ich sagte ihm, daß wir dort durch müßten und da schlug ich ihn mit der kleinen Eisenstange, die ich im Aermel verborgen hielt, von hinten über den Kopf. Tie Absicht ihn zu töten hatte ich aber nicht, ich wollte ihn nur betäuben. Ter Briefträger fiel darauf zur Erde, die Mütze, die er trug, fiel ihm dabei vom Kopf. Als ich nach seiner Tasche griff, kam er wieder zur Besinnung. Ich hielt ihm mit der Hand den Mund zu, um ihn am Schreien zu verhindern, und schlug seinen Kopf wiederholt auf einen dort liegenden Ziegelstein. Er flutete stark. Ich griff schnell nach der Geld- tasche, riß aus derselben eine Anzahl Hundertmarkscheine heraus. Der Briefträger war in derselben Zeit wieder zur Besinnung ge- kommen und schrie um Hülfe. Ich sah einen Maurer herankommen, lief infolgedessen eiligst die Treppe herunter, auf die Straße und nach dem Kanal zu. Man verfolgte mich und ich wurde durch einen Schutzmann fest» genommen. Das Geld ist mir gleich wieder abgenommen worden. — Der Angeklagte ist also der schweren Tat in vollem Umfange geständig, ebenso des kleinen Beiwerks der drei Betrugsfälle, bei denen es sich um kleine Kreditschwindeleicn handelt. Als erster Zeuge wird der so roh, feige und hinterlistig an- gefallene Grldbriefträger Max Hammer vernommen: Als er nach dem Neubau kam, um die Postanweisung zu bestellen, habe er nach dem Monteur Fritsch gefragt, aber von zwei Arbeitern keine Auskunft erhalten können. Er ist dann in das gegenüberliegende Schanklokal von Jacob, wo die Maurer in den Frühstückspausen zu verkehren pflegen, gegangen, erhielt dort aber auch keine Auskunft und steckte deshalb die Postanweisung bei Seite, um sie unbestellbar zu inachen. Dann machte er eine Bestellung in dem Hause Nr. 3, welches dem Neubau gerade gegen- über liegt. Als er dort wieder herauskam, habe er, in der ersten Etage des Neubaues einen gut gekleideten Menschen heftig winken gesehen, der ihn in der geschilderten Weise zum Monteur Fritsch zu führen sich erbot. Nach dem Schlage über den Kopf hat der Zeuge das Bewußtsein verloren. Als er wieder zu sich kam. hat er laut um Hülfe gerufen. Der Angeklagte hielt ihm den Mund zu, der Zeuge biß ihn aber in die Hand und konnte nun wieder um Hülfe rufen. Dann erhielt er mehrere heftige Schläge auf den Kopf. Als er wieder zur Besinnung gekommen, hörte er eine fremde Stimme fragen:„Was ist denn hier los?" und antwortete darauf:„Ich bin überfallen, eilt doch dem Mörder nach!"— Wie der Zeuge auf Befragen angibt, hat er schwere Verletzungen davongetragen: das Nasenbein war ihm zerschlagen, er hatte mehrere Wunden auf dem Kopf, die rechte Seite war ihm geschwollen, die Zähne waren lose im Munde. Er hat 1 Monat 3 Tage im Krankenhause zugebracht und ist erst allmählich der- nehmungsfähig gewesen. Er ist noch nervös geblieben und leidet noch an Schlaflosigkeit. Der Verteidiger fragt den Überfallenen Briefträger Hammer wiederholt, ob ihn denn nicht seine vorgesetzte Behörde mit Rücksicht auf die wiederholten Ueberfälle auf Geldbriefträger auf die Ge- fahren aufmerksam gemacht habe, die bei solchen Bestellungen ob- walten und ob ihm nicht geraten worden, recht vorsichtig bei solchen Geldbestellungen zu sein. Der Zeuge bestätigt, dies, bestreitet aber die Behauptung d�S Verteidigers, daß es doch sehr ItzichtsiuniK und unvorsichtig von einem Geld- b riefträger sei, in dieser Weise sich auf einen Neubau locken zu lassen und einem ihm unbekannten Menschen durch ihm un- bekannte Lokalitäten und noch dazu durch einen dunklen Gang zu folgen. Der Zeuge erwidert, daß er nach der ganzen Sachlage gar keinen Verdacht fassen konnte. Der Bau sei sehr übersichtlich, es seien wohl an 89— 199 Arbeiter und Handwerker darauf be- schäftigt gewesen und der Angeklagte habe einen sehr guten und anständigen Eindruck gemacht. Die übrigen Zeugen können wesentlich Neues zur Sache nicht bekunden. Der Maurer Damerau war der erste, der auf das Gewimmere des Ueberfallenen zu diesem hinzugeeilt war. Er hat den Geldbriefträger kniend und blutend am Boden vorgefunden und ihm die erste Hülfe geleistet. Am Boden lagen noch mehrere Hundertmarkscheine und etwas Kleingeld wurde verstreut vor- gefunden. Als der Angeklagte auf den Bau gekommen war, trug er die kleine Eisenstange in Papier gewickelt in der Hand. Die Arbeiter, die ihn sahen, hielten ihn für einen Techniker oder Maler und jeder dachte, daß er auf den Bau gehöre. Mehrere Zeugen kennen den Angeklagten schon von seiner früheren Dienstzeit und von Dresden her. Sie alle erklären, daß sie ihn stets für einen ordentlichen, anständigen Menschen gehalten haben und es zuerst gar nicht hätten glauben wollen, daß er eine solche Tat ausgeführt habe. Ein Zeuge bekundet, daß der Angeklagte sich tatsächlich ernstlich um Arbeit bemüht habe. Bei zwei Bekannten hat er am Sonntag vor der Tat noch kleine Anleihen aufgenommen. Die- jenigen Leute, die ihn an jenem Sonntag gesehen und gesprochen, haben irgend welche Aufregung oder sonstige Anzeichen, die darauf deuten konnten, daß er schon an jenem Tage einen so schwarzen Plan mit sich herum trug, nicht an ihm bemerkt. Der Verteidiger sucht durch Befragen der Zeugen festzustellen, daß auf dem Neubau sehr viele Menschen anwesend waren und der Tatort doch nicht so sehr abgelegen war, sondern jeden Augenblick jemand dorthin kommen konnte. Erwähnt wird noch, daß der Angeklagte das ein- zige Kind eines Schaffners ist. Als Sachverständiger wird der erste Assistent am Krankenhause Bethanien, Dr. Alfred Engelm ann, vernommen. Nach seiner Meinung liegt zwar die Möglichkeit vor, daß, wie der Angeklagte behauptet, er den Ueberfallenen mit dem Kopf auf den Ziegelstein gestoßen, es sei dies aber nicht wahrscheinlich. Wahrscheinlicher sei es, daß der Angeklagte mit dem Ziegelstein auf den Kopf des Hammer geschlagen habe. Ein direktes körperliches Leiden ist bei Hammer als Folge des Ueberfalls nicht nachzuweisen, es ist nur eine leichte Form traumatischer Neurose zurückgeblieben. Er wird in etwa einem halben Jahr seine volle Tienstfähigkeit wieder er- langt haben. Der erste Staatsanwalt Dr. Schönian führt zur Begründung der Anklage aus: Selten habe eine so raffiniert und gewaltsam ausgeführte und überaus gemeingefähr- liche Tat die Gemüter so in Aufregung gebracht, wie die bor- liegende. In hinterlistigster und scheußlichster Weise ist ein im Dienste des Staates ergrauter in treuer Erfüllung seiner Berufs- Pflicht begriffener Mann am hellichten Tage überfallen worden. Der Angeklagte hat einen in allen seinen Einzelheiten klar über- legten Plan zur Ausführung gebracht, um sich mit geraubtem Gelde ein faules und sorgenfreies Leben auf einige Zeit zu der- schaffen. Die Folgen dieser Tat waren die allerschwersten. Nur durch eine glückliche Fügung kann man von einem einigermaßen glücklich verlaufenen Angriff auf das Leben eines Menschen und glücklicherweise nicht von einem Morde sprechen. Der Angeklagte selbst sei auch nicht ein Mann, der irgend welche Schonung der- diene. Er ist überaus schnell auf der sehr abschüssigen Bahn des Verbrechens nunmehr als gemeingefährlicher Räuber gelandet. Wenn man das ganze Ergebnis der Beweisaufnahme in Betracht ziehe, so müsse man unbedingt zu einer Bejahung der Frage nach versuchtem Morde kommen, denn das ganze Tun des An- geklagten deute darauf hin, daß er nichts geringeres beabsichtigte, als den Postbeamten niederzuschlagen. Die Frage nach mildernden Umständen komme gar nicht in Betracht, wenn man bedenkt, mit welcher raffinierten Grausamkeit und frivol gewalttätiger Weise der Angeklagte zu Werke gegangen ist. Der Vertreter der Anklage trat in einem fast einstündigen Plaidoyer für Bejahung der Schuld- fragen nach Rciub, versuchten Mord, Betrug unter Versagung mildernder Umstände in allen Fällen ein. Der Verteidiger Rechtsanwalt Melsbach will durch längere Ausführungen nachweisen, daß es nicht fest- gestellt sei, daß der Angeklagte sich des versuchten Mordes schuldig gemacht habe. Bei der Beurteilung der Sache selbst könne man natürlich eine derartige Schandtat nicht glorifizieren, andererseits müsse man aber auch verschiedene mildernde Gesichtspunkte nicht außer acht lassen.„Die Hauptschuld, daß der Angeklagte zum Vcr- brechcr geworden ist, trägt die schlechte Gesellschaft, in die er ge- raten ist; nämlich der Angeklagte ist Mitglied des sozialdemokra- tischen Holzarbcitervcrbandcs gewesen. Hier hat er nur Schlechtes gehört und ist den perversen Intentionen der Sozialdemokratie gefolgt, die ja bekanntlich sagt: Eigentum ist Diebstahl. Diese Ideen hat sich der Angeklagte zu eigen gemacht und hat eben nur in diesem Sinne gehandelt.(!!> Nur dadurch, daß er Mitglied eines sozialdemokratischen Vereins geworden ist, ist er auf dieses tiefe Niveau gesunken und schließlich zum Verbrecher geworden." Da irgend welche bleibenden Folgen bei dem Verletzten nach dem Gutachten des Sachverständigen nicht entstanden seien, so erscheine es angebracht, dem Angeklagten, der seine Tat bitterlich bereue, mildernde Umstände bezüglich des Raubes zu bewilligen, so daß er dann nach nicht allzu langer Zeit als gebesserter Mensch au» dem Gefängnis wieder in die menschliche Gesellschaft zurück- kehren könne, um in ehrlicher Arbeit sein späteres Leben hinzu- bringen. Wahrspruch der Geschworenen. Nach l�stündiger Beratung verkündete der Obmann den auf schuldig des versuchten Mordes, des schweren Raubes und Betruges in 3 Fällen unter Ver- sagung mildernder Umstände lautenden Wahx- spruch. Erster Staatsanwalt Schönian beantragte eine Zuchthaus- strafe von 19 Jahren und einem Monat, sowie 19 Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Das Urteil des Gerichts lautete dem Wahrspruch der Ge- schworenen gemäß auf 7 Jahre und 1 Monat Zuchthaus, fünf Jahre Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. »»* Das Urteil kann als ein hartes nicht gezeichnet werden. Zur Annahme mildernder Umstände lag keinerlei Anlaß vor. Die Niedrigkeit des feigen, brutalen Raubmordversuchs verdiente keine mildernden Umstände. Der Verteidiger kleidete seine Anpöbe- lungen und Begeiferungen der Sozialdemokratie in das Gewand der Wahrnehmung berechtigter Interessen, scheinbar zugunsten seines Klienten. Offenbar hat der Anwalt nicht die geringste Kenntnis von der Sozialdemokratie. Sonst hätte er so blühenden Unsinn über dieselbe nicht zusammenreden können. Es gehört eine bodenlose Unverfrorenheit dazu, derartige Anpöbelungen gegen Bestrebungen einer Partei als Verteidiger vom Stapel zu lassen, die man nicht kennt. Kannte der Rechtsanwalt aber die Be- strebungen der Sozialdemokratie und verzapfte trotzdem die oben wiedergegebcnen Stellen, so besitzt der Herr eine Skrupellosigkeit, die wir nicht näher kennzeichnen wollen. Der Raubmord im Eisenbahn-Kupee vor der Strafkammer. Altona, 12. Januar 1997, Der entsetzliche Raubmord im Eisenbahnkupee gelangte heute vor der ersten Strafkammer des Landgerichts zur Verhandlung. Am Sonnabendnachmittag, den 19. November, wurde, wie erinner- lich sein dürfte, der hiesige Zahnarzt Claussen. der vom hiesigen Hauptbahnhof nach seiner in Blankenese belegenen Villa gefahren war, in einem Eisenbahnabteil zweiter Klasse ermordet und beraubt. Am 13. November gelang eS, den Mörder in der Person des 17jährigen Gärtnergehülfen Thomas Rücker zu vcr- haften. Dieser räumte auch sofort ein, den Mord begangen zu habe». Uhr, Kette und der größte Teil des dem Ermordeten ge- raubten Geldes war noch im Besitz des jugendlichen Mörders. Weil Zweifel an der Z u r e ch n u n g s f ä h i g k e i t des Angeklagten bestehen, sind eine große Reihe ärztlicher Sachverständiger geladen. Vorführung des Angeklagten. Der Angeklagte, ein mittelgroßer, hellblonder, hübscher junger Mann, wird von zwei Gerichsdienern auf die Anklagebank ge- führt. Die Hände sind ihm mit einer eisernen Kette auf den Rücken gebunden. Die Fesseln werden ihm auf der Anklagebank abge- nommen. Der Angeklagte macht einen solch harmlosen Eindruck, daß man es kaum fassen kann, in diesem Menschen den furcht- baren Raubmörder des Zahnarztes Claussen zu sehen. Personalien des Angeklagten. Nach Aufruf der Zeugen bemerkt der Angeklagte auf Be» fragen des Vorsitzenden in gewähltem Deutsch, mit wohlklingendem Organ: Ich heiße mit Vornamen Thomas. Ich bin am 28. Dezem- ber 1888 zu Hermantitz, Böhmen, geboren, römisch-katholischer Religion. Es wird darauf der Anklagebeschluß verlesen. Danach ist der Angeklagte des Mordes und Raubes im Sinne der Z§ 211 und 249 des Strafgesetzbuches beschuldigt. Vernehmung des Angeklagten. Der Angeklagte bemerkt darauf auf Befragen des Vorsitzen- den: Nachdem ich in Reichenberg meine Lehrzeit als Gärtner durch- gemacht hatte, kam ich in die Gärtnerlehranstalt nach O r a n i e n- bürg bei Berlin; ich absolvierte dort zwei Semester. Alsdann ging ich nach Trier. Im Sommer 1998 trat ich in Wandsbek bei dem Gärtner Berndt in Stellung. Nachdem ich von der Lehr- anstatt abgegangen war, bekam ich einen solchen Widerwillen gegen meinen Beruf, daß ich mit großer Unlust arbeitete. Meine Prinzi- pale waren daher sehr unzufrieden mit meinen Leistungen. Von Berndt, der mich nach einiger Zeit entließ, erhielt ich ein sehr schlechtes Zeugnis; außerdem warnte er vor mir im Verbands- blatt. Aus diesem Anlaß bekam ich als Gärtnergehülfe keine Stellung mehr. Hine Zeitlang war ich in einer Eisenhandlung be- schäftigt. Ich erhielt dort 29 Mk. Wochenlohn; damit kam ich aus. Nachdem ich aus der Eiscnhandlung entlassen war, bekam ich keine Arbeit mehr. Meine Mittel waren bald erschöpft. Ich bin Vegc- tarier und Antialkoholiker. Ich lebte nur von Brot, Aepfeln und .Wasser. Sehr bald waren die Aepfcl aufgegessen und ich lebte nur von Brot. In den letzten drei Tagen vor dem Morde hatte ich auch kein Brot mehr.— Vors.: Wovon lebten Sie?— Angekl.: Ich hatte nichts mehr zu essen.— Vors.: Ihr Vater ist Versiche- rungsinspektor und ein wohlhabender Mann?— Angekl.: Jawohl. — Vors.: Wenn Sie an Ihren Vater geschrieben hätten, würde er Ihnen nicht etwas geschickt haben?— Angekl.: Jawohl, das würde er getan haben.— Vors.: Weshalb haben Sie nicht an den Vgter geschrieben?— Angeklagter schweigt.— Vors.: Hatten Sie wirklich drei volle Tage nichts gegessen?— Angekl.: Nein, nicht das Mindeste.— Vors.: Wo wohnten Sie?— Angekl: Hier in Altona, Nolandstraße 3&; bei dem Heizer Koßmann.— Vors.: Wann kam Ihnen der Gedanke, einen Mord zu begehen?— Angekl.: Etwa drei Tage vorher, als ich des Nachts im Bette im Halbschlummer lag, kam mir der Gedanke, der mich auch in den folgenden Tagen nicht mehr verließ. Sonnabend, den 19. November, mittags, ging ich auf den hiesigen Hauptbahnhof, um mir den Fahrplan anzusehen. Ich beschloß, mit dem 3 Uhr 33 Minuten nach Vlqnkenese fahrenden Zuge zu fahren und mir ein Abteil zweiter Klasse auszusuchen, in dem ein wohlhabender Herr allein saß. Auf dem Bahnsteig sah ich einen feinen Herrn mit Spitzbart und einer Handtasche in ein leeres Abteil steigen. Ich folgte in das Abteil und setzte mich dem Herrn gegenüber.— Vors.: Hat der Herr Sie beobachtet?— Angekl.: Nein, der Herr saß in einer Ecke und las in einer großen Zeitung.— Vors.: Sie hatten sich ein Beil mitgenommen?— Angekl.: Ich nahm das Beil meiner Wirtsleute, das diesen zum Holzzerkleinern dient, und ver- barg es in meiner Hosentasche.— Vors.: Wurden Sie in Ihrem Vorhaben gar nicht schwankend?>— Angekl.: Jawohl, ich schwankte mehrfach. Als ich schon im Kupce saß, schwankte ich, ich hatte nicht den Mut dazu. Als wir aber hinter Klein-Flottbck waren, da faßte ich Mut. Ich zog das Beil hervor und schlug damit den mir gegenübersitzenden Herrn, der noch immer eifrig die Zeitung las, heftig auf den Kopf.— Vors.: Schrie der Herr Hülfe?— Angekl.: Meiner Erinnerung nach nicht.— Vors.: Wieviel Schläge haben Sie dem Herrn versetzt?— Angekl.: Früher wußte ich es nicht, jetzt weiß ich es, daß es fünf waren.— Vors.: Das ist Ihnen von den Aerzten gesagt worden, die nach den Verletzungen fünf Schläge feststellten.— Angekl.: Jawohl. Der Angeklagte erzählt weiter auf Befragen des Vorsitzenden: Nachdem er den gegenübersitzenden Herrn totgeschlagen, habe er diesem Uhr, Kette und Portemonnaie fortgenommcn, �hm alle Taschen untersucht. In diesem Augenblick sei der Zug in Klein- Flottbek eingelaufen. Er habe sich an das Fenster gestellt, um zu verhindern, daß jemand einstieg. Als der Zug hielt, sei er unter Mitnahme der Handtasche des von ihm ermordeten Herrn aus- gestiegen. Da er eine Station zu weit gefahren war, habe er sich in Klein-Flottbek ein Billet nachlösen müssen. Der Billettcur sagte ihm: Sic bluten ja so heftig. Da habe er erst gesehen, daß er blutete. Er habe versetzt, daß ihm die Nase ge» blutete habe. Dasselbe habe er dem Bahnsteigschaffner gesagt, der ihn auch nach der Ursache seiner blutigen Hände fragte. Auf der Straße habe er sich das Blut in einer Pfütze, so gut es ging, ab- gewaschen. Alsdann sei, er mit der Elektrischen nach Altona ge- fahren und habe hier im Stadtpark die Handtasche und auch das Portemonnaie des Ermordeten fortgeworfen.— Vors.: Weshalb taten Sie das?>— Angekl.: Es war mir unangenehm, diese Sachen zu besitzen.— Vors.: Den Inhalt haben Sie sich angeeignet? � Angekl.: Bloß den Inhalt aus dem Portemonnaie.— Vors.: Empfanden S i e gar keine Reue?— Angekl.: Nein; erst a l s ich von dem Mord in den Zeitungen las. empfand ich Reue.— Vors.: Also nach der Tat empfanden Sie keine Reue?— Angekl.: Nein.— Vors.: War Ihnen jedes Gefühl für eine solch furchtbare Tat abhanden gekommen?— Angekl.: Ich hatte ein gewisses ängstliches Gefühl.—■ Vors.: Dachten Sie nicht daran, daß Ihr Opfer Frau und Kinder haben könnte?— Der Angeklagte schweigt. Der Angeklagte erzählt danach weiter, daß, nachdem er sich im Stadtpark der Handtasche und des Portemonnaies entledigt hatte, nach Hause gegangen sei. Er habe alsdann zum ersten Male nach mehreren Tagen wieder Schrotbrot und Aepfel gegessen. Am folgenden Tage(Sonntags)j sei er mit einem Freunde in ein Restaurant gegangen. Dort häb« er einige„Rundstücks" gegessen und einige Glas Bier getrunken. Gr habe dies getan, obwohl er sonst niemals Bier getrunken habe, um sein Gewissen zu betäuben. Der unge- wohnte Alhoholgenuß habe berauschend auf ihn gewirkt, Ig diesem Aus der hervorzuheben. aus. Beweisaufnahme, Tode gegangen. Vermischtes. nicht durch diese Gittertür hindurchzuzivängen gewesen. Tatsache ist, daß in diesem Pack- und Zählraum, wo leider die kleinste abspielten, waren herzzerreißend. Ein Vater tobte in furchtbarer Die Szenen, die sich unter den Angehörigen der Verunglüdten abspielten, waren herzzerreißend. Ein Vater tobte in furchtbarer Weise, allen Beruhigungsversuchen seiner Nachbarn unzugänglich. hafter antünden, als es hier der Fall war. Die Gefahr einer geistigen Umnachtung fonnte sich nicht schreck. Vulkanausbruch. Wie Londoner Blättern aus Honolulu ge meldet wird, ist der Vulkan Mouna- Houararai wieder in Tätigkeit. G3 wurden drei heftige Erdstöße wahrgenommen; der Krater des Bultans ist eingestürzt. Bustande habe er in Gesellschaft des Freundes ein öffent.p liches Haus aufgesucht. Er hatte vor dieser Beit niemals Umgang gehabt. Der Umgang war er- Der Fenertod von 21 jungen Menschen in Geispolsheim. 3ahl der Arbeiter beschäftigt war, niemand umkam. Im Stanzfolglos. Ueber die fürchterliche Brandkatastrophe in Geispolsheim raum verftummten die Hülferufe nach zwei bis drei Minuten. bringt die Straßburger Bürgerzeitung" folgende Schilderung: Das Feuer fraß gierig die Zelluloidbestände auf und verbreitete die fich auf das Borleben des Angeklagten erstreckte ,. ist folgendes Beispolsheim ist ein von tragischen Vorfällen schwer heimgesuchter neben dem unerträglichen Kampfergeruch, der die Opfer scheinbar Ort. Vor neun Jahren brannte das halbe Dorf nieber. Bor wohltätig betäubt hat, eine unheimliche Hize. Beuge Gärtnereidirektor ezer stellt dem Angeklagten im all- awei Jahren erregte eine dort vorgekommene Wilderer- Affäre, richtete nichts aus. Das Barterregebäude, aus Badsteinen gebaut, Die Feuerwehr, die mit möglichster Schnelligkeit herankam, gemeinen ein gutes Zeugnis aus. In der ersten Beit war er lügen die drei Tötungen und schwere Verlegungen brachte, im ganzen brannte völlig aus. Als der Tag bleichte, und es möglich war, haft, als ihm aber mit Entlassung gedroht wurde, besserte er sich, Lande großes Aufsehen. Gestern war es die denkbar schrecklichste und war in der folgezeit sehr fleißig und solide. Mit Mädchen ließ Nachricht, die uns wieder nach Geispolsheim brachte: Der Feuertod die Dinge im inneren Raum zu erkennen- das Betreten war er fich nicht ein. Er fonnte kein Blut ſehen und hat sich auch einmal von 21 jungen Menschen, die kaum den ersten Schritt in das infolge der Einsturzgefahr bedenklich und im übrigen zwecklosfogar geweigert, bei sich zu Hause einen Fisch zu schlachten. Weber Stopfschmerzen flagte der Angeklagte wiederholt, er sag oft allein arbeit und gefahrenreiche Fabrikleben hineingetan haben und erkannte man in der Mitte des Stanzraumes 4 bis 5 Klumpen, da und stierte vor sich hin. Zeuge hält ihn für anormal.- Direttor Opfer eines bis jetzt unaufgeklärten Unglüdsfalles wurden. die menschliche Gerippe darstellen konnten. In der äußersten Ede Pfannstiel von der Gärtnereischule Oranienburg stellt dem An- Von der Schwere des Unglücks scheinbar ganz apathisch geworden war, lagen die jungen Menschen aufgetürmt. Der Sensen. des Saales, wo die Flucht durch die Steinmauern aufgehalten getlagten das Zeugnis eines gutmütigen und gefälligen Menschen wordene Menschen standen auf der Straße umher, als wir durch mann hatte ordnungsweise seine Opfer in geschlossenen Reihen Fräulein Behring- Oranienburg verkehrte mit dem An- talten Regenschauer in das Dorf einfuhren. Bleiern scheint ihnen den grausamen Weg schreiten lassen. Aus der Masse sind nur geklagten freundschaftlich während seines Aufenthaltes in Oranien- die Wucht der Katastrophe in den Gliedern zu liegen. 21 Stüd", eine Zahl ausgeglühter Schädel, lange Schenkelknochen und Wirbel. burg. Rücker benahm sich stets anständig. Einmal zeigte er ihr eine Visitenkarte, auf der unter seinem Namen ein ausländischer sagte der eine zu unserem Fuhrmann. Wir bogen in die so eine Zahl ausgeglühter Schädel, lange Schenkelfnochen und Wirbel. Name stand. Der Angeflagte vertraute ihr unter dem Siegel der genannte Krummgasse ein. Vor einem rauchenden Parterre- fäulen zu sehen. Verschwiegenheit an, daß seine Mutter eine Bigeunerin und fein gebäude, insgesamt nur 150 Quadratmeter groß, standen Männer Bater ein serbischer Edelmann sei. Vorsißender: Er will es gruppen, Pompiers und Feuerspriken. In einem Fabrikgebäude, mur im Scherz gesagt haben. 3eugin: Ich habe es ihm ge- nicht viel größer als das Tramway- Häuschen auf dem Kleber glaubt, ich mußte ihm sogar versprechen, nicht darüber zu sprechen. plat, waren 21 Menschen in wenigen Minuten vom Leben zum Die Arbeitgeber des Angeklagten aus der letzten Zeit in Altona und Wandsbek stellen ihm burchweg ein ungünstiges Zeugnis Die Fabrik besorgte das Imprägnieren und aus und bezeichnen ihn als lügenhaft, faul und unzuverlässig. Sein Lackieren von Schuhöfen. Die bekannten schwarzen Haken für letter Arbeitgeber Döring aus Wandsbek bestreitet unter Eid Schnürstiefel wurden hier zu vielen Millionen mittels Stanzdie Behauptung des Angeklagten, daß er diesen auf bite maschinen mit einer Celluloidmasse umgeben, abgezählt und geschwarze Liste gesezt habe. Er habe wohl gesagt, daß er brauchsfertig in die Welt gesandt. Die Fabrik beschäftigte zwei bahin gehöre, es aber nicht getan. Verteidiger: Was schrieben Aufseher sowie annähernd 40 jugendliche Arbeiter, meist Sie dem Angeflagten ins Arbeitsbuch? Zeuge: Total unbrauch- mädchen im Alter von 15-20 Jahren. Junge Afford. Es folgen dann die Gutachten der Sachverständisarbeiter gen.-Gerichtsarzt Dr. Leibahr- Altona steht den Krampf- arbeiter verdienten bis zu 4 Mart pro Tag, allerdings bei einer anfällen des Angeklagten ffeptisch gegenüber. Als Rüder ins Ge- mörderischen Arbeitszeit von morgens 6 bis abends fängnis eingeliefert wurde, fah er wohlgenährt und blühend aus. 7 Uhr, mit insgesamt nur 1½stündiger Pause. Er leidet wohl an nervöjen Anfällen, ist aber weber geistestrant Ein kleines schwarzes Kerlchen, dessen Freude über die eigene noch geistes schwach, noch bestand zur Beit der Tat ein Zustand der Rettung die Teilnahme an der Tragit des Schicksals der Arbeits. Willensunfreiheit. In gleichem Sinne äußern sich mehrere weitere genossen und Genossinnen überwog, erzählte, daß man, wie geSachverständige, darunter Prof. Reet von der psychiatrischen Ab- wohnt, unter Frohsinn und Scherz zur Arbeit gegangen war. teilung der Universität Kiel. Bum Teil hatten sich die Arbeitskollegen bereits an die Stanzmaschine gesetzt, zum Teil entledigten sie sich im Hausflur ihrer Kleider oder waren noch in den Pack- oder Zählraum eingetreten, ber, durch einen Hausgang getrennt, gegenüber dem Stanzraum sich befindet. Der Stanzraum mit einer Anzahl wertvoller und moderner Maschinen bildete im nächsten Augenblick eine furchtbare Unglücksstätte. Leider besaß der Raum nur eine einzige Eingangstür, bier große Fenster sind stark vergittert. gewesen wäre. Durch die Gitteröffnungen fann selbst ein jugendlicher Körper nur unter Anstrengungen hindurchgezwängt werden. In der Nähe der Eingangstür stand ein Ofen, der bereits angebrannt war. Leider befand sich in unmittelbarer Nähe des Ofens ein Abfall forb, in den die Celluloidreste hineingetan wurden. Das Celluloid wird in Platten von Millimeter Dicke als Material geliefert, ist bekanntlich eine mit Baumwolle und Kampfer durchsetzte Masse und von einer Feuergefährlichkeit, die dem ärgsten Brennstoff gleichkommt. In diesen Korb muß irgendwie ein Funke geraten sein. Die Entstehung einer mächtig großen Flamme, die sich direkt vor die Tür legte, war das unerklärliche Werk eines Augenblicks. Gine entsetzliche Verwirrung entstand unter den jugendlichen Arbeitern und Arbeiterinnen. Todesangst gellte durch die Rufe: Hole mich! Hole mich! bar. Hierauf nimmt zur Vertretung der Anklage Staatsanwalt Dr. Nicordi: bas Wort: Meine Herren Richter! Sie haben heute über ein schweres Verbrechen abzuurteilen, das weit über die Grenzen der Stadt berechtigte Entrüstung und Aufregung erregte. Des reifenden Publikums hatte sich eine große Erregung bemächtigt, es waren Eisenbahnraubanfälle mehr oder weniger geglückt. Aber alle traten zurüd gegenüber der Bluttat, der der Zahnarzt Claussen zum Opfer fiel. Alle wurden von einem Alp befreit, als es gelang, den Täter zu ermitteln. So ungeheuerlich die Tat, so klar ist der Tatbestand und seine Beurteilung. Rücker hatte ein mehrwöchentliches Bummlerleben hinter sich. Als seine Mittel zu Ende waren, kam er auf den Gedanken, sich Mittel zu verschaffen, um dieses Leben weiterzuführen. Der Staatsanwalt beantragt die Höchst strafe bon 15 Jahren Gefängnis. Verteidiger Brakenhöft ist der Meinung, daß man den Angeklagten zur Zeit der Tat nicht für ganz normal halten könne. Schwere Verantwortung treffe den Mann, der ihn seiner Zeit durch das ungünstige Zeugnis im Arbeitsbuch brotlos machte. Dieser Vermert genügte, ihm jedes Forttommen in seinem Beruf unmöglich zu machen. Dem Angeklagten müßte seine bisherige Unbescholtenheit, Unerfahrenheit, Jugend und die bei der Tat bewiesene Unflugheit zugute gerechnet werden und zu einer milderen Beurteilung der Straftat führen. Der Angeklagte, der ganz teilnahmslos den Blaidoyers zugehört hatte, erklärte, daß er nichts mehr zu sagen habe. Nach kaum stündiger Beratung verurteilte An die Oeffnung der Vergitterung, die seitlich möglich sein foll, dachte kein Mensch. Nach der Katastrophe und nachdem das Eisen die Glut überstanden hatte, war eine Oeffnung nicht mehr möglich. Durch die Flamme vor der Tür wagte sich ein Mädchen heraus, Justine Speiser mit Namen. Ihre Kleider fingen Feuer und brachten, nachdem sie der leibhaftigen Hölle entronnen war, der Gerichtshof ben Angeklagten gemäß dem Antrage des Staats. im Hofe der Fabrik ihr die tödlichen Brandwunden bei. Sonst anwalts zu tam von der jugendlichen Arbeiterschar niemand aus dem Stanzraum heraus. Die Flammen hatten sich sofort auch des gegenüberliegenden Pack- und Zählraumes bemächtigt. Von der Krummstraße aus schlugen die Anwohner mit Aerten die Fenster und Kreuzstöcke ein und holten mehrere Mädchen gewaltsam durch die Gitteröffnung hervor. Die Mädchen erlitten hierbei Verlegungen, Abschürfungen und Quetschungen. Aeltere Mädchen wären wohl 15 Jahren Gefängnis Das Gericht hatte keinen Anlaß, die Bluttaten in milderem Lichte zu betrachten; außerdem tam als Strafausschließungsgrund § 51 nicht in Betracht. Ein dreifach donnerndes Hoch unferem Bezirksführer Heinrich Ruehs 8335 zu seinem am Montag, 14. Januar statt. findenden 47. Wiegenfeste wünschen Die Genossen des Bezirks 701. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Am 8. Januar berschied plößlich im Alter von 60 Jahren unser langjähriges Mitglied, Schneidermeister Wilhelm Pankrath. Bezirk 254. der Ehre seinem Audenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Luisen- Kirchhofes in der Her mannstraße aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 240/6 Der Vorstand. Deutscher Senefelder- Bund. ( Verband der Lithographen und Steindrucker u. verw. Berufe). Am Mittwoch, den 9. Januar starb nach langem, schwerem Leiden an tuberkulosem Lungentatarrh unser Mitglied, der Lithograph 285/8 Walter Graef im Alter von 20 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Sonntag, ben 13. b. W., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause Rheinsberger ftraße 14 aus nach dem St. Elifabeth- Friedhofe, Brinzenallee, statt. Die Verwaltung der Filiale Berlin III( Lithographen) des Deutschen Senefelder- Bundes, Kassenbäder jeb. Art, Augusta- Bad, Stopeniderstr. 60.[ 1196* Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 10. d. M. perstarb unser Mitglied, der Arbeiter Friedrich Belitz, Kolbergerstr. 27. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des DantesKirchhofes( Blankestraße) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 246/9 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Metall arbeiter Friedrich Bölitz gestorben ist. 110/15 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Dantes Kirchhofes, Blankestraße aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Arbeiter Wilhelm Gohl geftorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 13. Januar, nache mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des neuen Jakobi- Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus ſtatt. 110/16 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Mittwoch, den 9. Januar, unser Mitglied, der Kollege Hermann Mucks verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 18. Januar, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Gethsemane- Kirchhofes in Nordend aus statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. 41/1 Der Vorstand. Frack Verleih- Institut: Friedrichst. 115 I, a.Drabg. " Tor. Eleg. Frad, Gehrod 1,50, Hose 1,00, este 50 Pf. Für die viele Teilnahme an dem Möbelfabrik Genossenschaft, Hinscheiden meines innig geliebten Mannes und fürsorglichen Baters neu gegründet, reichlich mit Aufträgen. sage ich allen Freunden, Bekannten, versehen, sucht noch Mitglieder mit Kollegen und Anverwandten sowie Anteilen von je 1000 M. bei mindestens Herrn Prediger Kunzendorf meinen 250 M. Anzahlung. Persönliche innigften Dant. Meldungen werden vom 16. d. M., Else Stolpe geb. Wagner früh 8 Uhr vom Vorstand, und Zochter. Wörtherstr. 38 II., entgegengenommen. an Am 10. Januar 1907 verstarb im Alter von 63 Jahren unser guter Bater, Schwiegervater und Großvater, der Schmied Adolf Scholz an chronischem Lungenkatarrh. Dies zeigen tiefbetrübt an Geschwister Scholz. Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Philipp- ApostelStirchhofes aus ftatt. Zentral- Verein am 8316 der Bildhauer Deutschlands. ( Verwaltung Berlin.) Am Freitag, den 11. Januar, verstarb nach langer Strankheit unfer langjähriges treues Mitglied, der Holzbildhauer Fritz Hannemann im 31. Lebensjahre. Die Beerdigung findet Montag, ben 14. Januar, nachmittags 3 Uhr, auf dem Kirchhof in Friedenau( Wilhelmstraße) statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 20/1 Der Vorstand. Arbeiter- Raucher- Bund Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Ehefrau des Mitgliedes Karl Preuss aus Stlub Abguß" am 9. Januar verstorben ist. Ehre ihrem Anden'en! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 13. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Pius- Kirchhofs in Wilhelmsberg aus statt. 285/10 Der Vorstand. der Genossenschaftsbäckerei der Angestellten der französischen SüdGroßfeuer brach nach einer Bariser Meldung in Castres in bahn aus, durch welches das Gebäude vollständig eingeäschert wurde. Der Schaden ist bedeutend; die Bäckerei war nicht versichert. Paris, 12. Januar. Die bekannte Kristallwarenfabrik von Kaller in Luneville ist gestern vollständig niedergebrannt. Der Schaden ist enorm. Eine Epidemie ist, wie aus Rotterdam gemeldet wird, in der Gemeinde Ouddorp ausgebrochen, der bereits 4 Personen erlegen find. Es handelt sich um eine Erkrankung der Herzmembran. Ueber 100 Personen sind erkrankt. Eine halbe Million Hungernder! Der Vertreter des aus. ländischen Komitees zur Linderung der Hungersnot in Thingtiang berichtet, daß die Zahl der Flüchtigen in den Lagern 450 000 bes trägt. Ueberall sieht man Frauen und Kinder zur Nahrung Wurzeln und Gras ausgraben und Blätter und Zweige fochen. Es find feine Notstandsarbeiten eingerichtet worden, obwohl das leicht Briefkaften der Redaktion. C. S. 25. Eine Klage beim Gewerbegericht verspricht in Ihrem Falle Aussicht auf Erfolg. R. 72 und andere. Wiederholt haben wir betont, daß eilige Anfragen am zwedmäßigsten in der juristischen Sprechstunde vorgetragen werden und das schriftliche Antworten abgelehnt werden müssen. Ausnahmen von dieser Regel fönnen wir nicht machen. G. 2. 83. Remeswegs.- Berta 50. 1. Gegen Urteile in Strafsachen ist innerhalb einer Boche nach der Verkündung Berujung einzulegen. 2. Ihr Mann haftet dem Stläger für die Kosten nicht. Indes wird diese Frage nicht gleichmäßig von den Gerichten entschieden. Daß die beab vermögen wir nicht zu behaupten. Das, was Sie über Ihre Bestrafung be fichtigte Mitteilung unter feinen Umständen als Beleidigung erachtet würde, richten, zeigt Ihnen ja, wie leicht Beleidigungen konstruiert werden können. P. R. 100. Benden Sie sich an einen Arzt.-P. 87. Soweit Ihre Darstellung ertennen läßt, liegt ein rechtskräftiges Erkenntnis gegen Sie vor, trages ist uns nicht bekannt. Wir können Ihnen daher nicht sagen, welche Rechte gegen das heute nichts mehr zu machen ist.-B. 54. Der Inhalt des Verdaraus folgen. Baren Sie zur Zeit des Abschlusses des Bertrages minder iährig, so ist der Bertrag ungültig und Ste zur Zahlung nicht verpflichtet. Eingegangene Druckfchriften. Fürst Bülows Reben von J. Penzler. Brosch. 7.-M., geb. 8,50 M. Verlag: G. Reimer, Berlin W. 35. Bülows Bluff oder die Reichstagsauflösung von Ed. Goldbed. Breis 1 M. Verlag F. Rothbarth, Leipzig. Göschen. Preis 0,80 M. Verlag: G. J. Göschen, Leipzig. Deutsches Kolonialrecht von Dr. H. Edler v. Hoffmann. Sammlung Bertha v. Suttner Randgloffen zur Beitgeschichte. 1,50 M. Berlag C. Siminna, Stattowig, D.- Schl Arbeitnehmer von A. v. Lindheim. 1,70 M. Berlag Manzsche L. u. t. Die Friedensaufgaben der Tarifverträge zwischen Arbeitgeber und Hof- und Universitätsbuchhandlung, Wien I. Frauen- und Mädchen- BildungsVerein Teltow. Unser treues Mitglied Martha Schulz ift gestorben. 203/2 Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Januar, nachVerlag Max Richter Berlin W. so Speyererstr. 27. über 3000 Exempl. verkauft Die Harnleiden Ibre Gefahren, Verbütung und Beseitigung von Dr.med. Schaper, BERLIN- Preis 1 Mark. mittag 3 Uhr, vom Trauerhaufe, Dr. Schünemann Lindenstraße 29, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung er fucht Der Vorstand. Maskenanzüge verleiht Quanter, 85112* Spezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ecke Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Weidenweg 12 frei II. Bohn, d. Tröllsch I. Maybachufer 3 per 1. 4. Charlottenburg, Wallstr. 35. 1 Wohn. 21 M. d. Peter, Hof I. Mehrere Hundert seidene Blusen Darunter serienweise zum Inventur- Verkauf an Private. Serie I: Schicke Blusen in wundervollen Seiden- Geweben, jetzt 10,00, 12,00, 15,00 etc. Mk. Serie II: Elegante Theaterund Gesellschafts- Blusen 15,00, 20,00, 25,00 etc. Mk. Aenderungen sofort. Adresse Maß- Anfertigung schnellstens. 6/19 genau beachten! 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Die Genossen des ersten Berliner Reichstagswahlkreises hatten die Wähler des Hansaviertels zum Freitag in das„ Café Gärtner" am Holsteinschen Ufer gerufen. Etwa 700 bis 800 Personen waren erschienen, für dieses Viertel ein ausgezeichneter Besuch. Genosse Dr. Leo Arons, der sozialdemokratische Kandidat, referierte. Aufmerksam folgte die Versammlung den interessanten Darlegungen und spendete wiederholt Beifall. Zur Distussion meldete sich Herr Eduard von Ubisch. Er glossierte die hermetisch verschlossene luftdichte Versammlung", die von der Handelskammer veranstaltet ist( 11. Januar), um Herrn Kolonialdirektor Dernburg Gelegenheit zu einer Wahlrede zu geben, und für die von Ubisch vergeblich, und zwar rechtzeitig, eine Einlaßkarte zu erhalten suchte. Allen Abgeordneten, die die Mißwirtschaft in den Kolonien aufgedeckt haben, sprach er seinen Dank aus. Irgend einen bestimmten Parteistandpunkt schien Redner nicht zu vertreten. Indessen fand er recht herbe Worte der Kritik gegen Bülow und den Reichsverband zur Bekämpfung der SozialDemokratie, sowie gegen waschlappige" Freisinnsseelen. Er freue sich, daß der erste Wahlkreis in Dr. Arons einen so ruhigen und überlegten Herren aufgestellt habe und wünsche ihm den allerbesten Erfolg.( Lebhafter Beifall.) Nach einem Schlußwort des Genossen Arons über die Ziele der Sozialdemokratie schloß die Versammlung unter begeisterten Hochrufen auf die Partei und den Kandidaten Leo Arons. Dritter Wahlkreis. manche Stimme für uns zu holen. Sehen wir uns zunächst die wahlkreis Berlin I gewesen, so habe man es 1905 auch wieder im Barteiverhältnisse im Kreise an. Es erhielten Stimmen: 1877 Landtagswahlkreis Berlin III erlebt; in beiden Fällen habe man den schließlichen Sieg", der nur durch die Stichwahlhülfe der Konservativen möglich geworden war, als einen Triumph des liberalen Gedankens ausgeschrien. Der Herr Professor hat offenbar noch immer nicht begriffen, daß die Konservativen dem Freisinn Par- demo- Frei- Konser gerade gut genug dazu sind, den Diener zu spielen, der seinem Herrn auf den Gaul hilft und dafür mit einem Fußtritt Belohnt wird. Das ist ungefähr die Rolle, die im Zirkus dem ,, dum men Aujust" zuzufallen pflegt. teien tratie finn vative Sozial Jahr demofratie Hauptwahl Fort Konser schritts: bativpartei natlib. Freifinn Gruppe Stichwahl Versch. Sozial1871 1874 4 747 • 2142 2206 5.866 57 二 2855 4 533 6 196 54 2775 6.811 6516 49 8258 8144 1881 935 6 106 8 167 33 1884 2 893. 5 956 8 833 19 9 549 1887 5 680 6 254 13 365 20 1890 13 362 4 223 11 482 447 1893 1898 1903 17 044 3 726 11 095 2 959 18 710 15 411 23 017 38 364 4 244 13 648 1429 1878 4 040 20 415 1 161 7155 15025 17 853 Im zweiten Kreis wird es den Konservativen erspart bleiben, 6610 diese Rolle zu spielen; dafür werden unsere Genossen sorgen, die alles aufbieten werden, um den Kreis gleich im ersten Wahlgang zu behaupten. Die Konservativen sind durch die Undankbarkeit 9 854 des Freisinns genötigt worden, ihren eigenen Kandidaten aufzustellen, der nun auf der einen Seite gegen die Sozialdemokratie, auf der anderen zum Schein auch gegen den Freifinn fämpfen muß. Es wird aber nicht gelingen, auf diese Weise unseren Kandi daten Richard Fischer in eine Stichwahl zu drängen, bei der die Konservativen dann wieder als„ dummer Aujust" des Freisinns fungieren könnten. Sie selber tun ja allerdings so, wie wenn sie hofften, sogar ihren Auch- Arbeiter Reinhardt in den Reichstag ein ziehen zu sehen. Ueber den Verlauf der Versammlung im einzelnen zu bee Bottlenberg- Schirp präsidiert und ein Hentig referiert, da wird richten, das müssen unsere Leser uns schon erlassen. Wo ein jede ernste Berichterstattung zur Unmöglichkeit. Das probota. torische Geschimpfe auf die Sozialdemokratie, das dem polternden Gymnasialprofessor wie dem trähenden Junkerabfömmling als Blüte edler Bildung" galt, ging über alles hinaus, was man sonst in gegnerischen Bersammlungen erleben kann. Selbst Herr Reinhardt, der nach Herrn Hentig sprach, konnte des Rügenverbandes gegangen ist. Bei dem geringsten Zwischenruf da nicht mehr ganz mit er, der doch durch die Schimpfschule fallend. Wurde hierauf mit lärmenden Protesten geantwortet, eines Zuhörers wurden Bottlenberg- Schirp und Hentig sofort ausbann brüllte vom Podium in den Tumult hinein bald der eine bald der andere:" Sie alberner Mensch da!"" Sie dumme Jungen!"" Zu Hause dürfen Sie wahrscheinlich keine Lippe risfieren!" Und die Konservativen tobten Beifall. Bertreter des Kreises waren: 871-74 v. Treskow( fonservativ), 1874-77 v. St. Paul- Illaire( Reichspartei), 1877-78-81 Dr. Mendel ( Fortschrittspartei), 1881-84-87-90 Lohren( Reichspartei), ſeit 1890 Stadthagen( Sozialdemokrat). Es hat große Mühe, schwere Stämpfe gekostet, den sehr stark ländlichen Kreis für die Sozial demokratie zu erobern. Unter der aufklärenden sozialistischen Arbeit und namentlich auch der rastlosen Tätigkeit unseres Kandidaten, ist allmählich die Empörung der Landarbeiter über ihre Furcht vor dem Die Wählerversammlung im„ Berliner Klubhaus" in Terrorismus der Gutsgewaltigen hinausgewachsen. Und die Arbeiterder Ohmstraße war sehr zahlreich besucht. Man rüdte so eng wie feindlichkeit der Junker und Junkergenossen ist ja in den legten möglich zusammen und dann reichte der Saal gerade, um die Jahren so traß, so unverfälscht zum Ausdruck gekommen, daß Menge der Besucher zu fassen. Den Versammelten wurde eine zweifellos neue Scharen aus den Kreisen der Landarbeiter zur Fülle politischen Aufklärungsstoffes geboten, was hier im dritten Sozialdemokratie abschwenken. Wie haben z. B. die Konservativen Wahlkreise, wo die Freisinnigen besonders eifrig bemüht sind die das Antigewerkschaftsgesez begrüßt? Jenes Gesetz, das die Recht Wahrheit zu verschleiern, auch sehr notwendig erscheint. Der Re- losigkeit der Landarbeiter auf ewige Zeiten festlegen sollte, war ganz ferent, Genosse 3 adek, schilderte sachlich und in scharfen Um- nach ihrem Herzen: Die Landproletarier wären ja Kälber, die ihre riffen die politische Lage und führte den Anwesenden so recht deutlich vor Augen, wie der Liberalismus heruntergekommen ist, der eigenen Metzger wählen, wenn sie diejenigen Leute zu Gesetzesnun mit fo tläglichen Agitationsmittelchen, wie" Die rettende machern ertiefen wollten, die ihnen in brutal rüdhaltloser Weise Tat" und" Das erlösende Wort" die Wähler zu übertölpeln sucht. Feindschaft und Bekämpfung angesagt haben. Daß die IndustrieWir können unseren Genossen nur raten, künftig den Ver= Zu jedermanns Einsicht legte der Redner diese Bildchen der Ver- arbeiter, die von den Zollräubern tagtäglich Stockschläge auf den sammlungen fern zu bleiben, in denen der Auch- Arbeiter sammlung vor. Die Flugblätter, die für den freifinnig- bürger- Magen bekommen, keinem Brotwacherkandidaten die Stimme geben, fervatives Programm vorträgt. Eingeladen" wurden sie ja nur Reinhardt sein auf Knebelung der Arbeiterklasse abzielendes konlichen Mischmaschkandidaten Leopold Rosenow verbreitet werden, ist ja selbstverständlich. Aber noch viel weniger werden sie eintreten zu dem Zweck, dem Gegner seinen sonst leer bleibenden Saal zu find fast ebenso jämmerlich. Die Gegner wurden nach dem Vor- für einen Mann, der ihnen von dem politisch vollständig verwahr- füllen, ihre Groschen für seine Wahltasse auf dem Sammelteller trag aufgefordert, sich zum Wort zu melden, doch getraute fich losten Freifinn empfohlen wird. Selbstbewußte, denkende Männer abzuladen und sich dann anflegeln zu lassen. Im zweiten Kreis teiner, die faule Sache des Freisinns zu verteidigen. Schließlich erschien der Kandidat, Genosse Heine, und hielt eine inhaltreiche botieren am 25. Januar für die sieggewohnte Sozialdemokratie. gibt es für Sozialdemokraten jetzt wirklich Besseres zu tun, als und von Begeisterung für die Kulturideale der Sozialdemokratie Daß es auch im Kreise Niederbarnim unaufhaltsam vorwärts geht, beim konservativen Auch- Arbeiter und seinen Protektoren zu getragene Ansprache. Redner räumte auch noch mit einer Reihe illustriert die folgende Tabelle mit der Zahl der Wahlberechtigten, Gaste" zu sein. von Wahllügen auf, wie sie von den Freisinnigen allgemein ver- Angabe der Wahlbeteiligung sowie des Prozentverhältnisses der für breitet werden. Seine Rede fand stürmischen Beifall. die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen in der Hauptwahl: Vor einer startbesuchten öffentlichen Versammlung in den Arminhallen" hielt der Standidat des dritten Kreises, Genosse Heine, eine Ansprache, die mit großem Beifall aufgenommen wurde. Er leitete seine Rede ein mit einer Entgegnung auf eine Erklärung seines Gegenkandidaten Rosenow, der am Abend vorher ausgerufen hatte:" Wir( die Freisinnigen) sind cine Partei des gesamten Volfes, nicht die einer Klasse!" Die Sozialdemokratie sei die Partei der klassenbewußten Arbeiter; aber ihre Ziele feien auf das Ganze gerichtet und ihr Jdeal die Abfchaffung jeder Klassenherrschaft. Eine große Mission habe die Arbeiterklasse zu erfüllen; sie muß sich bewußt werden, daß in ihre Hände die Zukunft der Kultur gelegt ist. Heute ist die Sozialdemokratie der Magnetberg, der alles an sich zicht, was Eisen in sich trägt! Heine warnte vor zu viel Vertrauensseligkeit, daß die Regierung mit ihrer Wahlparole nicht genug Dumme, die bekanntlich„ nie alle werden", einfangen fönne; er erinnerte an 1887 und an die Folgen jener Wahl; wo wir Gefahren wittern, gelte es, um so größere Pflichten zu erfüllen und der Erfolg werde nicht ausbleiben. Jahr 1871 1874 1877 1878 1881 Zahl der Wahlberechtigten Abgegebene gültige Stimmen überhaupt in Proz. Für die Sozialdemokratie wurden Stimmen abgegeben in Prozenten d. Bahlberecht. d. Wähler 4747 10 271 20,85 13 638 20,93 16 351 17,18 15 241 6,13 1884 29 342 17 701 60,6 9,84 16,34 1887 33 016 25319 76,9 17,23 22,43 1890 38 958 29514 76,1 34,29 45,27 1893 48 075 34 284 72,6 35,45 49,94 62 874 42 338 85 731 63.980 67,6 75,0 36,60 44,75 54,36 59,96 1898 1903 " ,, Der Puls des freisinnigen Lebens schlägt auch im se chsten Wahlkreis noch kräftig." Diese tröstliche Versicherung wurde dem Berliner Freifinn gegeben in einer Versammlung freisinniger Wähler des Kreises, die zusammen berufen worden war, um über die endgültige Aufstellung des Freisinnskandidaten Gemeindeschulrektor Kähler zu beschließen. Herr Kähler selber äußerte sich diesmal etwas weniger zuversichtlich, als in jener Bezirksvereinsfizung, in der er seinen ersten( von uns besprochenen). Vortrag zur Eröffnung der Wahlkampagne hielt. Er wisse, daß der Freifinn in Berlin VI„ kaum siegen" werde, aber das liberale Bürgertum müsse auch hier zeigen, daß es nicht erschlaffe". Kähler richtete, wie alle Kandidaten des Freisinns, seine Haupts angriffe gegen die Sozialdemokratie. Das ist noch das einzige Mittel, mit dem man heute sich dem liberalen" Bürgertum empfehlen kann, das ehedem den Kampf nach rechts als seine Aufgabe ansah. Jm echt- freisinnigen Kampf nach links tat sich übrigens in dieser Versammlung auch wieder Herr Rosenow Wir sind prächtig vorwärts gekommen. Fast 60 Prozent der hervor, der Freisinnskandidat für Berlin III, der bor Herrn Kähler Wähler traten bei der letzten Wahl für die Sozialdemokratie an die zu Worte kam und den Hauptvortrag hielt. Herr Rosenow hat Wahlurne. Aber wir sind weit davon entfernt, mit dem Resultat allerdings allen Grund, die Sozialdemokratie zu hassen. Er selber gehört ja zu den wertvollsten Säulen des Unternehmertums, zu Nach Heine hielt Genoffe Düwell einen längeren Vortrag zufrieden zu sein. Das dürfen wir auch nicht, wir sind ja noch jenen Scharfmachern, die schlau genug sind nach außen hin den über die Reichstagswahl, unterzog die Regierungspolitik in den weit von der Majorität der Wahlberechtigten entfernt. Und dahin Arbeiterfreund" nicht ganz zu verleugnen, um bei passender Ges Kolonien, in der Zoll- und Steuergesetzgebung, in den Arbeiter müssen wir bei der diesmaligen Wahl unbedingt kommen. Im legenheit desto forscher für das Unternehmertum eintreten zu schutzgesetzen einer scharfen Kritit, und zeigte, wie die arbeitenden Kampfe gilt für uns der Grundsatz: Wer nicht mit mir ist, dürfen. Auch Herr Rosenow hat dem freisinnigen Leben in Massen zum Zweck der Ausbeutung niedergehalten werden, wie man bestrebt ist, sie wehrlos zu machen durch Antigewerkschafts- iſt wider mich. Demnach gehörten bei der vorigen Wahl noch Berlin VI den Puls gefühlt und ist der Meinung, daß der Freigesetze und andere Attentate auf Arbeiterrechte. Er erläuterte an über 50 Proz. der Wähler zu unseren Gegnern. Der 25. Januar 1907 finn dort noch nicht im Sterben liege. Man solle nur die„ Nichtvielen Beispielen, wie das ganze Volk dem Kapitalismus tribut- muß beweisen, daß im Kreise Niederbarnim eine überwältigende tratie bearbeiten. Ach ja! Die vermaledeiten„ Nichtwähler"! Und wähler" aufsuchen und die Mitläufer" der Sozialdemo pflichtig gemacht wird und erörtert die Ziele und Bestrebungen der Majorität fich zum Sozialismus bekennt, daß das Volk aufgeräumt die dreimal vermaledeiten Mitläufer"! Es ist doch merkwürdig, Sozialdemokratie. Es tomme am 25. Januar darauf an, der Re- wissen will, mit der voltsausbeutenden Zoll- und Steuerpolitik, mit daß der Freifinn die„ Nichtwähler", die er immer nur für sich allein attion zu zeigen, daß sie nicht wagen darf, die Arbeiterbewegung der Polizeiwirtschaft, mit den Kolonialgreueln, mit den Wett- retlamiert, niemals an die Wahlurne heranzuschleppen vermag, niederzufnüppeln oder die Wolfsrechte zu beschneiden. Zum Schluß rüstereien, mit den Attentaten auf Boltsrechte, turaum mit der und daß die Mitläufer" der Sozialdemokratie niemals mit dem wendet sich Düwell an die Frauen, und erklärt es als notwendig, daß die proletarische Bewegung unter den Frauen erstarte, denn ganzen kapitalistischen Mißwirtschaft. Und wer das will, stimmt für Freifinn„ mitlaufen" wollen. Genossen! Hinein in den Kampf! Auf zum Sieg! Artur Stadthagen. Jm Nieder- Barnimer Kreise die Zeit werde kommen, wo die Frauen das Wahlrecht haben, und es sei von der größten Wichtigkeit, daß die reaktionäre Seite in der Frauenbewegung keinen überwiegenden Einfluß gewinne. Da müßten wir vorbauen. Bur Diskussion meldeten sich keine Gegner und die Verfamm- find eine Anzahl Liberale mit der Ziethenschen Sammelfandidatur lung wurde mit einem dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie nicht einverstanden und wollen dem Lichtenberger Bürgermeister geschlossen. wegen seiner Stellung zum Reichstagswahlrecht einen liberalen Kandidaten gegenüberstellen. Als solcher ist Professor Dr. Gurlitt in Stegliz in Aussicht genommen. Sechster Wahlkreis. Für die untere Rosenthaler Vorstadt wurde am Freitag in Fiebigs Festfälen eine öffentliche Wählerversammlung abgehalten, Sie sehr zahlreich besucht war. Das Referat hielt der Genosse Mar Grunwald. Unter lebhaftem Beifall behandelte er die verschiedenen politischen Fragen, die bei der gegenwärtigen Wahlfampagne in erster Linie in Betracht kommen und forderte zu rühriger Wahlarbeit auf, damit der sechste Kreis diesmal mit mindestens hunderttausend sozialdemokratischen Stimmen be hauptet werde. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Niederbarnim. Beim konservativen Auch- Arbeiter. " Rücksichtslosigkeit gegen Reichstagswähler. Aus der gestern veröffentlichten Uebersicht über die Reichstagswahlbezirke und die Wahllokale geht hervor, daß sich der Magistrat in einigen Fällen einer durch nichts begründeten Rücksichtslosigkeit gegen Reichstagswähler schuldig gemacht hat. Wir greifen zum Beweise für diese Behauptung nur ein Beispiel heraus: Der Wahlbezirk 715, der zum 309. Stadtbezirk gehört, umfaßt die Amrunerstraße, Augustenburger Plaz, Buchstraße, Eckernförder Play, Fehmarns straße, Föhrderstraße, Nordufer von See- bis Torfstraße, Seestraße von Nordufer bis Weichbildgrenze dem Nazareth- Kirchhof gegenüber ( 1-3), Edgrundstücke der Straßen 15 und 18 a an der Amrunerstraße, Sylterstraße, Torfstr. 17-29. Für diesen Wahlbezirk ist in der Müllerstraße 40a das Wahllokal bestimmt. Die Wähler, die am weitesten von diesem Wahllokale wohnen, haben ca. 2 Stunde zu gehen, Zweiter Wahlfreis. Der zweite Wahlkreis hatte bei den vorigen Reichstagswahlen eine traurige Berühmtheit dadurch erlangt, daß in ihm die Konservativen eine Agitation betrieben, deren Manier bedenklich an das Tollhaus erinnerte. Es scheint, daß ihm auch Das hätte man den Wählern ersparen können, wenn man sich diesmal wieder dieser Ruhm zuteil werden und erhalten bleiben nach einem im Bezirk liegenden geeigneten Lokal umgesehen hätte, foll. Zwar ist der damalige Durchfallskandidat der Konservativen, deren es mindestens ein halbes Dußend gibt. Diese Mühe scheint der famose Professor von Wendsteru, jezt ersetzt worden durch den man gescheut zu haben und hat einfach ein schon bei früheren Wahlen hinreichend bekannten Herrn Reinhardt, den Auch- Arbeiter, benuttes, gar nicht im Bezirk liegendes Lokal genommen. Wir Im Kreise Niederbarnim haben die freisinnigen Krüdenleute der sich vom ehemaligen Sozialdemokraten zum Lügenverbändler fragen warum? Wenn dem Magistrat geeignete Sträfte nicht zur ihren Bankrott erklärt, sie verzichten auf eine bürgerliche anti- durchgemausert hat. Aber dieser Wechsel der Person hat keines- Verfügung stehen, die die Organisation des Wahlaktes zu leiten agrarische Kandidatur. Mit fliegenden Fähnlein sind sie, ihrer Ohn- wegs auch einen Szenenwechsel bewirkt. Auf der Poffenbühne der verstehen, so soll er es nur sagen; wir sind gern bereit, Abhülfe zu macht bewußt, in das konservative Lager übergegangen. Um die Konservativen von Berlin II geht es noch immer ebenso toll zu, schaffen. Jedenfalls haben die Wähler, namentlich die Arbeiterschaft, Schande des eigenen politischen Bankrotts etwas zu verbergen, darf wie vor drei Jahren. Dafür sorgt schon der Freiherr von Bottlen- die fich die Wahlzeit von der Arbeitszeit abknapfen muß, etwas mehr in den Wahlversammlungen über praktische Fragen der Politik nicht berg- Schirp, der" jeistige Arbeeter", der, wie damals, wieder als Rüdsicht verdient. Beschwerde ist erhoben und wir verlangen, daß hier unbedingt Abhülfe geschaffen wird. gesprochen werden. Das ganze Rüstzeug der vereinigten Reaktion Regisseur die Leitung übernommen hat. Warum die Konservativen sich hier aufs neue in die Unkosten besteht in unermüdlich wiederholten Schimpfepisteln gegen die einer eigenen Kandidatur stürzen müssen, statt sich diesSozialdemokratie. Der Freifinn hat sich als eine Filiale des Reichs- mal mit dem Freisinn in den Durchfall teilen zu dürfen, das etschimpfverbandes gegen die Sozialdemokratie etabliert. In einer fuhr man am Freitag in einer von ihnen einberufenen Versammam vorigen Mittwoch in Rummelsburg stattgefundenen„ nationalen" lung, zu der sie Wähler aller Parteien eingeladen hatten. Der Versammlung erlaubte sich ein Frechling, Arbeiter anzupöpeln, antisemitische Professor Sentig, der den einleitenden Vortrag hielt, weil sie mit 25 Mart Wochenlohn nicht auskommen tönnten. schimpfte nicht zu fnapp auf die Freifinnigen, die den Vorschlag der Konservativen, diesmal einen gemeinsamen Kandidaten aufViele Handlungsgehülfen verdienten noch weniger, aber sie zustellen, nach langem Zögern schließlich doch als unzeitgemäß blieben brav national. Und es fand sich kein Freifinusmann, der zurückgewiesen hatten. Man hatte gedacht, daß der Freisinn für gegen solche Brüstierung der Arbeiter und gegen solchen Kotau vor die Hülfe, die ihm oft genug von Konservativen geleistet worden Die nationalen Helden von Groß- Lichterfelde. Die von der antisemitischen Radauteutschen Protest erhob. Desto deutlicher soll ist, sich nun mal erkenntlich zeigen und in dem einen oder dem Sozialdemokratie zum Freitag einberufene und speziell für die unsere Antwort bei der Wahl werden. Eine Gesellschaft, die keine anderen Wahlkreis seinen treudienenden Lakaien den Vorrang Gegner reservierte Versammlung im Kaiserhof" war die am stärksten Spur von Selbstachtung sich bewahrt hat, spielt fich als berufene überlassen werde. Aber die Freisinnsführer pochen darauf, daß besuchte von allen. Stopf an Stopf stand die Menge und die Galerie Führerin des Volles auf. Für solche Anmaßung wird den Bülowschen fie das nicht nötig haben, weil ja da, wo etwa der Freifinn in eine war ebenfalls dicht besetzt. Stichwahl gegen die Sozialdemokratie tommt, die Staats- Die Versammlung eröffnete der Vorsitzende mit einer Ansprache. Hampelmännern am 25. Januar die Duittung ausgestellt werden. erhaltenden" ohnedies ihre Sülfe gegen die Sozialdemokratie her. Seit gestern führte er aus habe die Polizeibehörde GroßMit noch viel größerer Majorität als bei der vorigen Wahl muß geben müssen. Herr Sentig räfonnierte über den schnöden Lichterfelde fapituliert. Die Regierung, von der Aussichtslosigkeit der unser Genoffe Stadthagen gewählt werden. Je mehr undant des Freisinns, der nach jeder für ihn erfolgreichen permanent angewendeten Bolizeikünfte offenbar überzeugt, habe das Schimpfgefindet ihn persönlich verunglimpft, desto intensiver fei Stichwahl es obencin abzustreiten suche, daß er die Hülfe der durch eine Verfügung die fernere Auflösung von Wählerunsere Wahlarbeit. Und auch im Kreise Niederbarnim ist noch Konservativen nötig gehabt habe. So sei es 1903 im Reichstags- versammlungen untersagt. Die königlich preußische Regierung Am Dienstag finden zwei Wählerversammlungen in folgenden Lokalen statt:„ Hofjäger- Palast", Hafenheide 52/53, Referent Genoffe Wolfgang Heine; bei Großmann, Kreuzbergstr. 48, Referent: Stadtverordneter B. Dupont. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Kreis Teltow. Inüffe demgemäß auch die von dem Sozialdemokraten Wenzel in der vorletzten Versanimlung aufgeführten Rechtsgründe ohne weiteres akzeptiert haben, nach denen sich die bisherigen VersammlungS- auflöfungen als fortgesetzte Gesetzesverletzungen charakterisierten, Diese Erweiterung des juristischen Horizontes der örtlichen Polizei sei angenehm und auch durchaus notwendig gewesen.(Große Heiterkeit,) Wenn die Partei nun mit dem Verlauf dieser Angelegenheit an sich zufrieden sein könne, so scheine man andererseits auf M'tiel und Wege zu sinnen, den Pächter des„Kaiserhof", der den Sozial- demokraten ivie allen anderen Parteien seinen Saal zur Verfügung gestellt, niürbe zu machen. So sei ihm von Amtswegen die zum 9. und 23. Januar wegen der Vorstellung der Nordd. Sänger nach- f«suchte Verlängerung der Polizeistunde über 10 Uhr hinaus der- a g t worden.(Lebhaftes Hört! hört! und Pfuirufe.) Diese Zu- stände seien unglaublich. Er habe sich aber von dieser Tatsache überzeugt und die betr. Zuschrift sei von dem Schöffen Herrn Lange, dem Reiseonkel des Gemeindevorstandes, unterschrieben. Dies Verfahren sei genau so rechts- und gesetzwidrig, wie jenes gegen die Partei. Von jeher sei eS gute Sitte bei den Proletariern gewesen, die Opfer der Polizeiwillkür nach Kräften zu unterstützen. Er halte es für eine Ehrenpflicht der Lichterfclder Arbeiterschaft, diese Unterstützung den beiden Lokalen„Kaiserhof" und Reisen in reichlichem tvlaße zuteil werden zu lassen und alle übrigen zu meiden.(Lebhaftes Bravo I> Hieraus erklärte der Vorsitzende, daß von einem Referat ab- gesehen werde und die Gegner bei vollster Redefteiheit sofort das Wort ergreifen könnten. Roch einer längeren Kunstpause mutzte er jedoch erklären, daß sich niemand gemeldet, also entweder keine an- wesend seien, oder leiner den Mut habe, die„nationalen Güter" zu verteidigen. Diese Feigheit der bürgerlichen Gesellschaft ist bezeichnend. In Groß-Lichterfelde wohnen die„Intelligenzen" aller bürgerlichen Parteien und Schichten: vom Freisinn bis herunter(oder hinauf?) zum Reichsverband. Sehnsüchtig lugten die Bureaumitglieder und der Referent nach dem Eingang, ob nicht doch noch ein nattonaler Kanonier erscheinen und die verderbenbringenden Getchosse unter die vaterlandslose Rotte schleudern würde. Leider vergebens. Alsdann nahm der Genosse Eisner das Wort, um noch ein- mal in längerer vortrefflicher Rede auf die Bedeutung des Wahl- kampfes einzugehen, die Feigheit der nationalen Helden zu geißeln und zur Wahl des Sozialdemokraten, der eine ungeheure Stimmen- zahl auf sich vereinigen müsse, aufzufordern. Nachdem noch die Genossen Tominski, Ziege, Schulz, Wenzel und andere in der Dis- kussion gesprochen, erfolgte Schluß dieser stimmungsvollen und be- geisterten Versammlung. Nieder-Barnim. Wer ist Redakteur Sommerburg? Zur Kennzeichnung des setzt für den„Ordnungsbrei" tätigen Maulhelden Sommerburg — Exredaktcur des Lichtenberger Lokalblättchens— wird uns von einem einwandsfreien Genossen geschrieben: Mit Vergnügen las ich den Bericht über das erste Debüt dieses.Herrn im Nieder- Barnimer Wahlkreise, ist er doch eine von den Naturen, die ihre politische Anschauung wie ihre Wäsche wechseln. Bei der Reichstagswahl 1303 fungierte Sommerburg als Jmpräsario des Antisemit Fröhlich im Sternberger Kreise, wo er als wütiger AnNsemit in jeder Versammlung ein halbes Dutzend Juden schächtete. Daß er die Sozialdemokratie nicht verschonte, versteht sich am Rande und seine Kraftausdrücke wie seine Manieren erregten in jedem anständigen Politiker Ekel. Daß er cS aber auch anders kann, beweist ein Brief, den er an den sozial- demokratischen Kandidaten des Sternberger Kreises, Genossen Freiwaldt zurzeit geschrieben hat. als Fröhlich in die Stichwahl mit dem Konservativen kam. Daß er die„rote Bande" als„Sehr geehrter Herr" anredet, sei nur nebenbei erwähnt; wenn er auch in Versammlungen die Sozialdemokratie mit„Schärfe" an- gegriffen habe, so möchte man es als„Abwehr" einiger Schreier ansehen, die ja immer zu finden seien, ferner möchte man es dem Kandidaten der Antisemiten nicht entgelten lasten und Freiwaldt dafür sorgen, daß in der Stichwahl die Arbeiter für den Antisemiten eintreten. Daß er die„roten Hunde" inständig bittet und hoch- achtungsvoll begrüßt hat, mögen die Genossen sich merken, uut denen er gegenwärtig zusammenkommt.— Als Antwort auf den Brief wurde in der„Märkischen Volks- stimme" ein Aufruf für Stimmenthaltung veröffentlicht. In den Kreis- und Ortsblättern wurden dann spaltenlange Aufrufe ver- öffentlicht mit den Unterschriften:„Ein Arbeiter",„Das sozial- demokratische Wahlkomitee", in welchen„die rote Kohorte" auf- gefordert wurde, in der Stichwahl nur Fröhlich zu wählen. So wurde 1903 im Sternberger Kreise ein Antisemit gewählt durch die ödeste Klopffechterei und durch Pseudo-Aufrufe. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Die Urania-Vorstellung findet am 27. Januar um 1 resp. 2 Uhr statt. Diejenigen Genossen, welche im Besitze von Billetts sind und dieselben rncht verwerten könne», müssen diese bis spätestens Sonntag, den 20, Januar an ihren Bezirks- resp. Ab- teilungSführer zurückgeben, damit über die Billetts weiter verfügt werden kann. Alle Billetts, welche bis zu diesem Tage nicht zurückgegeben Verden, gelten als verkauft. Das Komitee. Dritter Wahlkreis. Am Sonnabend, den 19. Januar, findet in den Gesamträumen des Gewerkschaftshauses das 13. Sttftungsfest de? Wahlvereins statt. Der Preis des Billetts ist auf 30 Pf. fest- aesetzt und sind solche noch bei allen Bezirksführern zu haben. Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Heute abend S Uhr zwei öffentliche Versammlungen für Männer und Frauen. Raabe, Kolbergerstr. 2S und W i l k e ,s Brunnenstt.h183. Die Genossinnen Kadett und Mesch sprechen über:„Die Frauen und der Wahlkampf." In beiden Versammlungen findet nachdem ge- mütlicheS Beisammensein statt. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Einberufer. Arbeiter, Parteigenossen deS Kreises Oft- und West-Strrnberg! Die Wahl am 2v. Januar erfordert Kräfte, die mit den Verhältnissen des Kreises vertraut find. Es ist dringend erwünscht, daß sich am Tage der Wahl recht viele Genossen zur Verfügung stellen. Am Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, findet bei att, Dragonerstt. 16, eine Zusammenkunft der in Berlin arbeitenden st- und West-Sternberger statt. Rege Beteiligung erwartet Das Wahlkomitee. Schüneberg. Parteigenosten! Am Dienstag, den 16. d. M.. finden 3 Reichstagswählerversammlungen statt, zu denen auch Frauen Zuttitt haben. Es gilt, den aufgezwungenen Kampf erfolgreich durchzuführen, alle Kräfte müssen hierbei mit tätig sein. Agittert für diese Versammlungen, sorgt fiir zahlreichen Besuch.(Siehe Annonce.) Das sozialdemokrattsche Wahlkomitee. Tempelhos. Eine außerordentliche Mitgliederversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins findet am Dienstag, den 16. d. M.. abends 8V3 Uhr, im Lokal Müller, Berlinerstraße 41/42 statt. Tagesordnung: Bortrag des Genossen Wilhelm Ulm- Zehlendorf über:„Die bevorstehende ReichstagSwahl."— DaS Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Lichtenberg. Heute, Sonntag, früh 8 Uhr treffen sich die Ge- nosten m den BezmSlokalen zur Flugblattverbreitung. Keiner darf fehlen. Der Vorstand. Grünau. Am Dienstag, den 16. Januar, abends 8Vz Uhr, findet in der grünen Ecke die Mitgliederversammlung des Wahloereins statt. in der Genosse Schröder über:„Die bevorstehende ReichstagSwahl" sprechen wird. Der Vorstand. Pankow. Heute abend 8 Uhr finden im„Gesellschaftshaus", Kreuzstraße 3/4 und im„ParadieSgarten". Kaiser Friedrichstraße 12 zwei öffentliche Versammlungen statt. Tagesordnung: 1. Vorttag der Parteigenossen Hetzschold und Stusche über„Das Volks- gericht am 26. Januar". 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch, auch von feiten der Frauen, erlvartet Das Wahlkomitee. Niederschönhausen. Eine öffentlicheWähl'erversamm- l u n g findet am 16. Januar, abends»Vz Uhr. im„Schwarzen Adler"(Ulitz), Blankenburgerstraße. statt. Der sozialdemokrattsche Kandidat des Niederbarnimer Kreises, Genosse Artur Stadt- Hagen spricht über„die bevor st ehende Reichstags- wähl". Sämtliche Wähler Niederschönhausens sind zu dieser Wer- sammlung eingeladen. Parteigenossen! Agitiert unermüdlich dafür. daß das Lokal bis auf den letzten Platz gefüllt ist! Wilhelmsruh. Montag, den 14. Januar. 8>/z Uhr abends, findet eine öffentliche Wählerversammlung im Saale des Herrn Pätsch, Kronprinzenstr. 2. statt. Tagesordnung: Die Bedeutung der kommenden Reichstagswahlen. Referent: Parteisekretär Genosse H. Müller. Ge- nossen! Agitiert für zahlreichen Besuch, auch der Frauen. Die Gegner sind geladen. Mönchsmühle(Bezirk Niederschönhausen). Heute nachmittag findet die Wahlvereinsversammlung statt. Genosse Handle spricht über: Die Reichstagswahl. Die Niederschönhauser Genosten treffen sich pünktlich 1 Uhr bei Dücker, Eichensir. 70. Wannsee. Sonntag, den 13. Januar findet Flugblattverbreitung statt. Treffpunkt: Lokal Fürstenhof, 10 Uhr vormittags. Die Genossen werden ersucht, pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. Spandau, Die Parteigenossen �werden nochmals darauf ans- merksam gemacht, daß am heutigen Sonntag, nachmittags 3 Uhr im Volksgarten in Hakenfelde(Steinebach) eine Wählerversammlung stattsindet, iu der Genosse Wolfaang Heine spricht. Weiter findet am Montagabend 3 Uhr bei Schwabe, Seege- feldersttaße 81/86 eine Wählerversammlung statt. Referent A. Bebel. Parteigenosten! Agittert für guten Besuch. Berliner JVacbncbten. Ter Fiskus. Der preußische Fiskus geht bei der Verwertung resp. der Vcr- s-lberung seiner Grundstücke in der Umgebung von Berlin ohne Rücksicht auf die hygienischen und ästhetischen Bedürfnisse der Be- völkerulig in einer Weise vor, die man nicht als schön bezeichnen kann. Nicht nur in betreff des alten Botanischen Gartens in Schone- berg und des Grunewald gilt das. An der Stadt- und Ringbahn in der Nähe der Station Charlottenbuvg besitzt der Fiskus einen längeren Streifen Land, den die Eiscnbahnverwaltuirg selbst momentan nicht braucht, im ganzen 177 Aar, die sie bisher an kleine Leute zu Laubenfolonien und Lagerräume für ein Billiges ver- mietet hatte. Um mehr daraus zu erzielen, wurde der ganze Streift» der Stadt Lharlottenburg vor einiger Zeit zu dem Preise von 14 M. pro Aar und Jahr in Gesmntpacht bei jährlicher Kündi- gung vorn. Fiskus angeboten. Obgleich die Hcrrichtung und Unter- Haltung des Terrains zu gärtnerischen Anlagen allein die Sumnie von 23 200 M. erfordert, lvaren Magistrat und Parkdeputätiott doch. um dadurch ein schönes Erholung«- und Erfrischnngsterrain für Er- wachsen« und Spielplätze für Kinder zu schaffen, nicht abgeneigt, diese Unlkosten zu übernehmen und auch die geforderte Pacht zu zahlen, und der Magistrat traf ein dahin gehendes Abkommen mit dem Ministerium, das nur noch der Zustimmung der Stadtverord- netenversammlung bedurste. Da erfuhr ein Bauunternehmer von diesem Plan und machte sofort dem Ministerium für dieses Terrain ein bedeutend höheres Angebot, wenn ihm das ganze Terrain zu einem Lagerplatz für Baumaterialen verpachtet werde, wozu ihm dasselbe besonders gut an der Bahn gelegen sei. Nun teilte der Eisenbahnminister dem Eharlottenburger Magistrat mit, daß er in Rücksicht auf dieses Angebot der Stadt Charlotte iwnrg das fragliche Terrain nicht zu dem Preise von 11 M. pro Aar verpachten köinre. sondern daß er jetzt nicht mrter 36 M. pro Aar und Jahr verpachten könne. Da die projektierten Anlagen für den betreffenden Stadtteil, der sonst nicht reick an Schmuck- und Spielplätzen ist. eine große Annehmlichkeit zu bilden geeignet sind, und Magistrat und Park- deputation deshalb diesen Plan zu seiner Verschönerung nicht auf- geben wollten, muß jetzt die Stadt dafür außer den Kasten für die Herrichtung und Unterhaltung der Anlagen im Betrage von 23 200 Mark noch eine jährliche Pacht von 6195 M. statt, wie erst vereinbart, von 2478 M. an den Fiskus zahlen, wenn sie nicht wollte, daß statt zu Schmuck- und Spielplätzen dieses gange Terrain zu Lagerplätzen für Baumaterialien verpachtet werde, wozu sonst der Eisenbahn- minister ohne'Bedenken entschlossen war. Dabei erfolgt die Ver- Pachtung nur von Jahr zu Jahr. So kommt der Fiskus dem Be- dürfms und Verlangen der Bevölkerung nach Schmuck- und Er- holungsplätzen entgegen._ Berliner Berkehrsleben. Im November v. I. wurden durch die Straßenbahnen rund 37 Millionen gegen rund 36 Millionen Per- sonen im November 1306 befördert, davon kamen SO3� Millionen auf die Große Berliner Straßenbahn. Durch die Hoch- und Unter- grundbahn wurden ferner rund Millionen, durch die Omnibus- linien 11'/? Millionen, davon 8% Millionen zu 5 P f. befördert. Die Verkehrszunahme bei der Großen Berliner Straßenbahn belief sich auf 2 200 000 Personen, bei der Hochbahn auf rund 400 000 und bei den Omnibuslinien auf rund 2h, Millionen, wobei zu berücksichtigen ist, daß die Verkehrsmittel sich bei allen Gesellschaften im letzten Jahre bedeutend entwickelt haben. In der nächsten Woche findet eine Sitzung der Berliner Stadt- verordnetenversammlung nicht statt. Beim Verlassen eines in der Fahrt befindlichen Straßenbahn- Wagens zog sich gestern nachmittag das in Wilmersdorf in Stellung befindliche 23 Jahre alte Dienstmädchen Emma Reschke schwere Ver- lctzungen zu. Die R. hatte einen Straßenbahnzug der Linie 0. der Chckrlottenburger Straßenbahn benutzt und wollte den Wagen an der Ecke der Uhlemd- und Ludw-igskirchstraße verlassen. Trotz der Warnung des Schaffners sprang, sie von dem in voller Fahrt befindlichen Wagen herab und fiel so unglücklich, daß sie mit einer schweren Verletzung am Hinterkopf und Gehirnerschütterung nach dem Elisabethkrankcnhause übergeführt werden mußte. Raubanfall auf einem Postamt. Ein dreister Raub wurde Sonnabend nachmittag h>3 Uhr an einem Boten vom„Bund der Landwirte" ausgeführt. Der schon bejahrte Mann war beauftragt, im Postamt 11, Anhalter Bahsiyof, Postanweisungen im Betrage von 1300 Mark einzuzahlen. Er hielt das Päckchen Scheine in den Händen, um es dem Beamten am Schalter zu übergeben. Ein junger Mann in Hausdienerkleidung, braune Joppe und Mütze, drängte sich hinzu und entwand dem Boten blitzschnell das Geld; er war schon auf der Flucht, che sich noch der Bote und die Um- stehenden von ihrem ersten Schrecken erholt hatten. Trotzdem sich zahlreiche Personen sofort an die Verfolgung machten, gelang es nicht, den Räuber, der in schnellen Sprüngen die Schönebergerstratze entlang lief, zu fassen. Später erschien auch die Polizei aus dem Platze und nahm den Tatbestand auf. Ein unglaublich eaffinierker Raub ist gestern abenb ckn RSi 26jährigen Kutscher Hugo Bart aus der LiebenwaWerstr. 38 verübt worden. B. hatte sich in der Nähe deS- PlötzenseeS in einem Lokal aufgehalten, wo sich mehrere unbekannte junge Leute mit ihm in ein Gespräch einließen. Bald kam die Rede auf die Tragfähigkeit des Eises und die Fremden schlugen dem B. folgende Wette vor: Wenn er über die Eisfläche, die sich gegenwärtig noch auf dem Plötzenfte befindet, zweimal am Rande hinwegläuft, so erhalte er einen Taler. Ter Kutscher, der nicht ahnte, worauf es die Burschen abgesehen hatten, ging auch auf die Wette ein. DaS erste Mal glückte es ihm, die Eisfläche, die schon stark morsch ist. ohne Zwischen- fall zu überschreiten. Beim zweiten Versuche brach er jedoch ein und verschwand im Wasser. Mit Leichtigkeit konnten die Zuschauer den Verunglückten aus dem Wasser herausziehen, da sich der Unfall dicht am Ufer zugetragen hatte. Sie brachten dann B. nach der Unfallstatton in der Lindowe rstraße und auf dem Wege dorthin be- raubten sie den völlig Erstarrten seiner Barschaft. Auf der Unfall- station angelangt, legten sie ihr Opftr auf den Opertionstisch und entfernten sich dann schleunigst, ohne irgendwelche Angaben zu machen,_ Das Schicksal der Lehrerbesoldungsangelegenheit. Aus dem Rathause wird berichtet:„Der Magistrat hat sich aufs neue mit der anderweitigen Festsetzung der Besoldung des Lehr- Personals an den städtischen Gemeindeschulen beschäftigt und be- schloffen, den Wünschen der Lehrer und der Stadtverordneten- Versammlung entgegen zu kommen. Eine ausführliche Vorlage wird der Stadtverordnetenversammlung noch zugehen. Das hohe Anfangsgehalt soll bestehen bleiben, die AlterSzulaaen aber eine Veränderung bezw. Erhöhung erfahren, wodurch sofort mehr als 2060 Lehrer und Lehrerinnen Zulagen erhalten, die vom 1. April 1906 nachgezahlt werden sollen. Der Mehrbedarf steigt dadurch auf fast eine Million Mark im Schuletat für 1907/98 und der laufende Bedarf auf rund Vj Million." Wenn der Magistrat den Wünschen der Stadtverordneten- Versammlung hätte nachkommen wollen, so hätte er das sehr leicht gehabt: Er hätte nur den Beschlüssen der Stadtverordnctenversamm- lung beitreten sollen. So werden die Lehrer nur noch weitere Monate hingezogen._ Der Raubanfall auf den Kammcrherrn v. Zitzewih, der am 7. März vorigen Jahres im Schnellzuge Berlin— Stettin verübt wurde, ist jetzt aufgeklärt. Bekanntlich ist schon mit diesem Attentat der wegen Ermordung des Kellners Giernoth Hingerichtete Hennig in Verbindung gebracht worden, aber zu Unrecht. Jetzt ist es endlich doch gelungen, die Täter zu er- Mitteln. Es sind ein am 18. Oktober 1877 zu Erfurt geborener Arbeiter, entsprungener Fürsorgezögling Albert Heine, und ein am 9. April 1881 zu Osterode geborener Klempner Otto Waltersdorf, genannt der„Danziger Otto". Dieser ist wegen Straftaten, die mit perversen Neigungen zusammenhingen, schon mit 5Vi Jahren Zuchthaus, Heine wegen anderer Straftaten bereits neunmal mit Gefängnis bestraft. Die Verhafteten trieben sich viel auf hiesigen Bahnhöfen herum, verschleppten Leute, die sie dort kennen lernten, in berüchtigte Kneipen und plünderten sie dort aus. Sie waren auch verdächtig, den vielfach besprochenen Raub- anfall auf eine Schuhmachcrfrau in der Wriczenerstraße verübt zu haben. Kriminalkommissar Klinkhammcr hat gegen die beiden Verbrecher soviel Material gesammelt, daß sie überführt erschienen. Herr v. Zitzewitz hat Heine als den wiedererkannt, der ihn im Eisenbahnabteil überfiel. Die Voruntersuchung wird wegen ver- suchten Raubmordes und Anstiftung bei dem Landgericht in Prenzlau eröffnet. Ueber die Aufsehen erregende Verhaftung werden folgende Einzelheiten gemeldet: Die Recherchen wegen des am Abend des 7. März 1906 im Schnellzuge Berlin— Stettin zwischen Be-rnau und Biesenthal verübten Raubmordanfalles auf den Kammcrherrn v. Zitzewitz wurden von der Staatsanwaltschaft Prenzlau und der Berliner Kriminalpolizei in aller Stille fortgesetzt. Auf Grund dieses Materials wurden Albin Heine, und Otto Waltcrsdorf als Täter und Anstifter erkannt und in Haft genommen. Beide sind dieselben Burschen, gegen die bereits seit dem August vorigen Jahres die gerichtliche Voruntersuchung wegen des auf die Schuh- macherfrau Biamont in der Wriczenerstraße 6 verübten Raubmord- Versuches und wegen anderer Einbrüche, Stadtbahnfleddereien und Raubanfälle beim Landgericht I in Berlin anhängig ist. Der „Danziger Otto" verlieh seinerzeit Berlin und wurde in Stettin bei einem Einbruch ergriffen uiii am 20. Dezember vorigen Jahres zu einer längeren Freiheitsstrafe verurteilt. Er wird in diesen Tagen in das hiesige Untersuchungsgefängnis eingeliefert werden, in dem Heine bereits sitzt. Beide werden nach Abschluß des Ver- fahrens dem Prenzlauer Gerichtsgefängnis zugeführt werden. Außer den beiden Tätern sind dieser Tage auf Grund eineS Haftbefehls des Untersuchungsrichter» zwei andere Personen fest- genommen worden: die unverehelichte Emma Hinz und die separierte Meta Schröck. Beide betrieben iin vorigen Jahre in der Großen Hamburgerstraße 27 und in der Auguststratze 72 Lokale mit weiblicher Bedienung. In diese schleppten der„Danziger Otto" und Heine ihre Opfer, die sie meist auf den Bahnhöfen kennen gelernt hatten, machten sie betrunken und nahmen ihnen die Bar- schaft ab. Die Hinz und Schröck sollen dieses Treiben begünstigt haben.» Heine hat seinerzeit über den Raubanfall auf den Kammer- Herrn v. Zitzcwitz einem Kriminalkommissar gegenüber Andeutungen gemacht, die Anhaltspunkte zu weiteren Nachforschungen boten. Als es feststand, daß Heine in einer Berliner, von Stadtbahn- flcddcrcrn frequentierten Kaschemme verkehrte und der Genosse des als Stadtbahnfledderer bekannten„Tanziger Otto" war. drang man in ihn. Heine bezichtigte den„Tcknziger Otto" der Täterschaft an dem Attentat auf den Kammcrherrn. er selbst sei in EberS- walde zurückgeblieben. Er machte dabei Angaben, die nur ein mit den näheren Umständen genau Vertrauter machen konnte. Die ganze Persönlichkeit Heines ließ zuletzt die Vermutung entstehen, daß er selbst der Täter sei und der„Tanziger Otto" der Anstifter, unl so mehr als ein Schaffner, der bei der Abfahrt des Zuges in das Eoupe des Kammcrherrn v. Zitzewitz hineinsah, in diesem einen jungen, 13- bis 2ljährigen Menschen bemerkte. In dem„Tanziger Otto" hat Herr v. Zitzewitz den Täter nicht wiedererkannt, dagegen glaubt er ihn in Heine mit ziemlicher Bestimmtheit wiedererkannt zu haben. Die Gegenüberstellung fand kürzlich auf dem hiesigen Stctjiner Babnhof statt, Ivo auf Ersuchen eines Kriminatkölstmissars ein Wagen mit einem Coupe erster Klasse unter denselben Umständen hergerichtet worden war wie damals bei dem Attentat. Herr v. Zitzewitz saß unter denselben örtlichen und BeleuchtungsverHiltnissen dem Zeitung lesenden Heine gegenüber und staunte über die Uebereinstimmung in Größe, Alter. Gesichts- färbe und Bartwuchs. Heine war niedergeschlagen und bestritt die Täterschaft. Bei der Vernehmung durch den Richter hielt er seine vor der Kriminalpolizei gemachten Angaben aufrecht, neuer» dings hat er aber vor dem Untersuchungsrichter in Prenzlau alles widerrufen. Ein anderer Zeuge hat in Heine einen jungen Mann wieder» erkannt, der am Abend des 8. März 1336 zu dem 7 Uhr 30 Minuten in Berlin abfahrenden Zuge ein Billett erster Klasse am Schalter des Stettiner Bahnhofs gelöst hat. Ties sei dem Zeugen auf- gefallen, weil jener Mensch seinem Aeußeren nach nicht zum Publikum der ersten Klasse gehörte. Der Täter ist also, wie damals schon vermutet wurde, in Eberswalde umgestiegen, wozu genügend Zeit war. da der Zug. wie jetzt festgestellt ist. nicht die fahrplan- mätzige Zeit von einer Minute, sondern zwei Minuten gehalten hat. Ferner ist Heine durch einen von ihm geschriebenen Kassiber belastet, der der Kriminalpolizei in die Hände gefallen ist. Die Angestellten im Gastwirtsgewcrbe und die Reichstagswahlcn, lautet das Thema, über das am Dienstag, den 16. Januar, nach- mittags 8 Uhr, der ReichStagSlandidat des dritten KreiseZ, der Stechtsantvalt Wolfgang Heine im großen Saale der Industrie- Festsäle, Beuthstr. 20, sprechen wird. Gin KindcSmord liegt allem Anschein nach einem Leichcnfund zugrunde, der gestern in der Barutherstras-e gemacht wurde. Auf dem Treppcnflur eines dortigen Ärundstückes fanden Haus- bewohner in einer Ecke einen toten Säugling weiblichen Geschlechts. Die Leiche war mit dunllcm Packpapier umwickelt. Sie wurde polizeilich beschlagnahmt und zur Obduktion in das Schauhaus gebracht. Die Genickstarre unter den Eisenbahnern will anscheinend eine weitere Ausdehnung annehmen. Gestern abend ist wiederum ein Soldat an Genickstarre erkrankt. Es ist der Pionier Büntner vom 3. Eiscnbahnrcgimcnt, der ebenfalls auf dem Bahnhof Stern- Vera stationiert war. B. hat in dem Garnison-Lazarett Tcmpelho Aufnahme gefunden. Arbeiter- BildmigSschule Berlin. Sonntag, den 20. Januar, in Kellers Festsälen. Koppenstr. 29: 16. Stiftungsfest. Wagner- Abend. Mtw irkende: Leipziger Philhannonisches Orchester (50 Künstler) und Opernsängerin Frl. Lini Kurz. Rauchen nicht gestattet.' Damen Hüte ablegen! Serviert wird nur in den Pausen. Um Störungen zu vermeiden, ist frühzeitig« Billettentuahme und pünktliches Erschemen geboten. Die Saaltüren bleiben während der Aufführungen geschlossen.(Näheres siehe im Inseratenteil.) Das Elefantenbabh ist tot. Eine Trauerbotschaft goht uns aus dem Zoologischen Garten zu. DaS Elefantenbaby, das vor etwa vier Wochen das Licht der Welt erblickte, lebt nicht mehr. Wie wir berichteten, nahm die Elefantenmutter von Anfang an ihrem Sprüh- ling gegenüber eine feindselige Haltung au und vergeblich versuchte in cm, die bösartige Alte umzustimmen. Da das Baby bei der Geburt äußerst lebenskräftig war. so glaubte mau, es auf künft- liche Weise erhalten zu können und griff zur künstlichen Säuglings. ernührung. In den letzten Tagen wurde daS junge Tier jedoch immer schwächer und! schwächer und vergeblich wandte man alle Mittel an. um es dem Leben zu erhalten. In der vorgestrigen Nacht ist das Baby verendet. Lortzing- Theater. Die Premiere von Artur Snllivans Operette „Der Mikado" ist für Freitag, den 18. d. M. festgesetzt. Auf dem Jupiter, der jetzt täglich den Besuchern der Treptow-Sternwarte gezeigt wird, sind seit einiger Zeit eigenartige Veränderungen sichtbar geworden, die aus auherordent- liche Abkuhlungserscheinungen hinweisen. Vielleicht steht hiermit die ausnahmsweise starte Vereisung des dritten Jupitennondes im Zu sammenhange. Direktor Archenhold wird auf der Treptow-Sterw warte am Sonntag nachmittag 6 Uhr über:„Die Entstehung unseres Planetensystems", um 7 Uhr über:„Die Bedeutung der Astronomie für Staat und Kultur", am Montag abend um 0 ilhr über:.Die Geschichte der Bewohnbarkeitöfrage" sprechen. Alle drei Lorträge find mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet.— Mit dem großen Fernrohr wird nachmittags die Sonne, abends der Mond, Saturn bezw. Jupiter beobachtet. Der Zoologische Garten hat seine Sammlung von Hausziegen und Schasrassen um zwei eigenartige Stücke vermehrt, die merk- würdige Hornbildungen aufweisen. Da ist zunächst ein Schafbock von Tibet, dessen Hörner der ganzen Länge nach in der Mitte ver- wachsen sind, so daß das Tier nur ein Horn in Gestalt einer breiten, sich nach hinten über den Kopf wölbenden Hornplotte besitzt. Einen ganz anderen, nicht minder austergewöhulichen Kopfschmuck trägt ein junger Ziegenbock von Tien-Schan; seine Hörner. von ziemlich po- röser Beschaffenheit, sind nach der Spitze zu kolbenförmig verdickt, was ihnen ein sehr auffallendes Aussehen verleiht. Im wissenschaftlichen Theater der„Urania" wird der szenisch und dekorativ ausgestattete Vortrag.„Die Feuergewaltcn der Erde" in dieser Woche allabendlich zur Darstellung gelangen.— Im Hörsaal werden nachstehende Vorträge gehalten: Dienstag, Dr. Thefing „Fortpflanzung durch Keimzellen"; Mittwoch, Dr. v. Unruh„Die Zlllalimctalle"; Donnerstag, Dr. Donath„Das Ohmsche Gesetz Freitag, Dr. P. Schwahn„Der Vesuvausbruch 1906"; Sonnabend', Dr. Donath,„Die Wellen und Strahlen elektrischer Kraft". Außer- dem beginnt am Dienstagnachmittag 6 Uhr Herr Dr. Donath eine zusammenhängende Reihe von Erperimentalvorlosungen über »Mechanik und Wcllenlchre".— Im großen Hörsaal der Urania Sterwvarte in der Jnvalidenstraße spricht am Dienstagabend 8 Uhr Herr Dr. Ristcnpart über»Die Sonne und die Finsternisse?. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Der nächste Vortragsabend in der zweiten Abteilung. Brunnenstr. 154 findet erst am Dienstag statt. Bortragsthema: Verbrennungen— Erfrierungen— Hitzschlag— Blitzschlag— Beschädigungen durch Elektrizität. Vor- tragender Herr Dr. Wunsch. Nachdem pralttsche Uebungen und Vorführung der Sauerstoff-Atmung. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten, Vorort- jVackrickten. Gchöneberg. Eiue Secschlangc scheint die Stadtthcater-Angclcgenhcit werden zu sollen. Es vergeht jetzt kaum eine Sitzung der Stadtverordneten- Versammlung, in der man sich nicht mit dieser Frage beschäftigt. Der nächsten Sitzung liegt folgender, von mehreren Stadtverord- neten unterzeichneter Antrag vor:„Die Stadtverordnetenversamm- lung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, das gesamte, auf die Verhandlungen mit den Konsortien der Theater-, Bau- und Betriebsgesellschaft bezügliche Aktenmaterial mit einem ausführ. lichen Tatsachenbericht unverzüglich vorzulegen.— Man sollte es kaum für möglich halte», daß eine Stadtgemeinde wie Schöneberg sich derartig einer Privatgesellschaft ausliefert, wie es hier geschehen ist. Die Stadt Schöncberg gibt den Platz her und zahlt die Baukosten in der Höhe von über einer Million Mark und läßt sich dann von einer Privatgesellschaft die Hände binden.— Unserer Meinung nach trägt die Schuld an diesem Zustande nicht nur der Magistrat, sondern vor allen Dingen die Mehkcheit der Stadtverordnetenversammlung, die seinerzeit dem Abschluß des Vertrages ihre Zustimmung gegeben hat. Eine ausserordentlich siart besuchte Generalversammlung des Holzarbeiterverbandes. Zahlstelle Schöneberg, nahm am Tonners- tag im Obstschen Lokal Stellung zu der Aussperrung. Fischer gab den Bericht über die mit den Unternehmern gepflogenen Verhand- lungen. Er wies auf den Ernst der Situation hin und kcnnzeich- nete das ablehnende Verhalten der Unternehmer. Nach längerer Debatte beschloß die Versammlung: I. von der dritten Woche im Januar einen obligatorischen Extrabeitrag von 1 M. pro Woche zu erheben, 2. die Unterstützung von der ersten Aussperrungswoche zu zahlen. An die ledigen Kollegen wurde die Aufforderung gerichtet. abzureisen. Die vom 12. Januar Ausgesperrten haben sich im Streikburcau bei Obst, Meiningerstr. 8, zu melden. Zu An- fang der Versammlung erstattete der Kassierer den Kassenbericht vom 4. Quartal 1906. Danach betrug die Einnahme 1767,26 M., die Ausgabe 1269,15 M. Zinstragend angelegt find 6579 M. Die Neuwahl der Ortsverwaltung wurde in Anbetracht des bevor- stehenden Kampfes bis auf weiteres vertagt. Als Delegierte zur Gewerkschaftstommission wurden die Kollegen Nickler und Möhle gewählt. Außerdem forderte Fischer die Anwesenden zu reger Mithülfe bei der ReichstagSwahl aus. Rixdorf. ► Mit der bevorstehenden Reichstagswahl beschäftigt sich heute vkknd S Uhr eine nach dem Thielschen großen Saal, Bergstr. 151 bis 152, einberufene öffentliche Versammlung des ZeniralverbandeS der Handels-, Transport- und Berkehrsarbeitcr und Arbeiterinnen. Da bekanntlich die Handels- und Transportarbeiter infolge ihrer langen Arbeitszeit in die von der Partei einberufenen Versamm- lungen nicht gehen können, so ist ihnen heute abend Gelegenheit gegeben, sich eingehend über unsere politische Lage zu orientieren. Genosse Störmer wird über das Thema„Der Wahlkampf und die Parteien" referieren. Hoffentlich erweist sich der Thielsche Saal als zu klein, um die Versammlungsbesucher alle aufzunehmen. Nach der Versammlung ist geselliges Beisammensein. Herr Bäckermeister Zahn, Ziethenstr. 36 wohnhaft, bittet uns mitzuteilen, daß er mit dem Bäckermeister Zahn in Rudow— dem Eigentümer des Lokals„Zum Reichsadler"— nicht identisch ist und auch keine Backware von demselben verkauft. Adlershof. Die lebte Gemeindevertretersitzung hatte sich mit der statt» gefundenen Wahl des Herrn Lutze zu befassen, da gegen die Gültigkeit der Wahl seitens des Verlegers der„Adlersyofcr Zci- tung" Einspruch erhoben war. Gerügt wurde, daß der Gewählte, welcher nicht selbst in die Wählerliste eingetragen ist, sondern nur als Vertreter der Karl Lutzeschen Erben das Gemeinderecht aus- üben kann, eine Vollmacht der Erben nicht beigebracht hatte. Bei der Wahl selbst waren die auf Herrn Lutze entfallenden Stimmen nicht für ungültig erklärt worden. In der Abstimmung wurde die Wahl für ungültig erklärt, doch dürfte dieses nicht verhindern, daß der Herr in die Gemeindevertretung einziehen wird. Die Auf- stcllung eines Projektes fjir einen Anbau an der 2. Gemeinde- schule und Neubau einer Turnhalle auf dem Grundstück der 1. Ge» mcindeschule gab unseren Vertretern Gelegenheit, unsere Forde- rung betreffs Errichtung von Schul- und öffentlichen Bädern wiederholt darzulegen. Wie immer, so gaben auch bei dieser For- derung die bürgerlichen Vertreter die Erklärung ab, daß dieselben damit lvohl einverstanden sind, aber für den Augenblick die Frage für verfrüht erachten. Zum Schluß erklärte der Gemcindcvor- fteher, daß bei Aufstellung des Projektes für ein Feuerwchrdienst- gebäude die Errichtung von Bädern berücksichtigt werden soll. Wir Wörden abwarten, inwieweit die bürgerliche Mehrheit ihrem Ver- sprechen nachkommen wird. Mit dem Eigentümer Treitel wurde der bestehende Mietsvertrag erweitert, nach welchem das ganze v. Oppcnsche Schloß zu Burcauräumen für die Gemeinde benutzt lvird. Das Stallgebäude und die Mauer in der Bismarckstraße werden niedergelegt, wodurch endlich auf dieser Seite die Bis- marckstraße für den Verkehr frei wird. Beschlossen wurde, den Feldweg zwischen der Sedanstraße und Adlergcstell aufzuheben, um ihn den in der Bismarckstraße befindlichen Anliegern eventuell zu verkaufen. Zum Schluß wurde beschlossen, auch während der Sommermonate Mai bis August die Straßen zu beleuchten. Alt-Glicnicke. Ermordet wurde gestern der auS Galizien stammende, 26 Jahre alte Erdarbeiter Sianislmis Kaszefchnezk. Der Tote wurde mit durchschnittenem Halse aus dein Hofe der Gastwirtschaft in Alt- Glienicke aufgefunden. K. war am Abend vorher in dieser Gast- Wirtschast mit mehreren Gästen in Streit geraten. Alle Anzeichen deuten darauf hui, daß er beim Nachhausegehen ermordet wurde. Nach eingeleiteter Untersuchung wurde der in Alt-Glienicke bedienstete Knecht Gustav Eklettka verhaftet, der auch bereits die Tat eingestanden haben soll. Spandau. Den politischen Wahlkampf bis in die Stadtverordneten- Versammlung zu tragen, ist das zweifelhafte Verdienst des Stadt- verordneten und Verlegers des konservativen„Spandauer Tage- blattes", genannt„Schleifstein", G. Schob. Derselbe präsidierte nämlich gelegentlich der Vorstandswahl als Alterspräsident in der Stadtverordneten-Versammlung am 10. d. M. Bei der Danksagung an den scheidenden Vorstand hob er hervor, daß der Vor- stand sogar während der Ferien an der Gehaltsregelung der städti- schen Beamten und Arbeiter gearbeitet Das Werk sei zur Zu- sriedenheit und über die Erwartungen(?) hinausgegangen, wie die Dankschreiben bewiesen. Er knüpfte daran den Wunsch, daß sich der Departementschef des Kriegsministeriums an der Stadt ein Beispiel nehmen und die Löhne der Arbeiter der Staatswerk stätten. die nach einem Ausspruch des Kaisers Musterinstitute sein sollen, in gleicher Weise erhöht. Von der sozialdemokratischen Fraktion versuchte es Genosse Pieck, diesem Wahlmanövcr Ein alt zu gebieten, wurde aber von dem rabiaten Aushülfsvorsteher mit Verweisung auf das Hausrecht bedroht. Daß dies Vorgehen nur ein Wahlmanöver ist, geht daraus hervor, daß die Eni lassungcn der Vorstandsmitglieder des Vereins der Ar beitcr und Arbeiterinnen der Staatswerkstättcn und an- derer zum' nicht geringen Teil auf die denunziatorischen Artikel des Spandauer Schleifsteins zurückzuführen sind. Hier macht nun er den Staatsarbeitern den Mund wässerig, damit sie nur dem Pauli ihre Stimme wieder geben. Die Staatsarbeitcr iverden sich den Braten aber wohl merken und nicht auf den Leim kriechen. Der alte Vorstand wurde per Stimmzettel wieder gewählt. In die gemischten Deputationen zur Weikerberatung der Vermehrung der besoldeten Magistratsmitglieder und der Ver mehrung der Stadtverordneten lvird u. a. der Stadtv. Hornig iSoz.) gclvählt. Es wurde darauf die Beratung der Spczialetats vorgenommen. Der erste war der Etat der Elcktrizitätsanstalt. Dieser schließt ab in Einnahme und Ausgabe mit 217 650 M. und wird in dieser Höhe debattelos genehmigt. Wie es den Anschein erweckte, sollten die Etats schnell durchgepeitscht werden, denn die freie Vereinigung der bürgerlichen Stadtverordneten hatte zu dem Abend ein Eisbeinessen veranstaltet und wollte sich wohl recht chncll diesem kulinarischen Genüsse hingeben. Da hatten sie aber die Rechnung ohne die sozialdemokratische Fraktion gemacht, die ich durch dieses bald gewünschte Vergnügen der bürgerlichen Stadtväter nicht abhalten ließen, die einzelnen Punkte der Etats fflichtgemäß nachzuprüfen und manch einem der Eisbeincsscr mag dabei nicht schlecht der Magen geknurrt haben. Beim folgenden Schulkasscn-Etat brachte Stadtv. Schmidt I in längerer Rede die Wünsche und Forderungen der sozialdemokratischen Fraktion zum Vortrag. In der Gcmeindcschule in der Wilhelmjtraße sind Schulkinder wegen Plajjsnangel zurückgewiesen. Das sind Zu- tände, die einer Stadt wie Spandau unwürdig sind. Ferner wünsche er, daß bei Schul-, Neu- und Umbauten danach gesehen wird, daß die Fenster nach der südlichen Sonnenseite gelegt werden und nicht, wie in der Adamjttaße, nach der Nordseite. Auch auf Einrichtung von Brausebädern möge man bei Schulneu- bauten Bedacht nehmen. Stadtv. Dr. Engelhardt habe zwar, wie ihm mitgeteilt, die Brausebäder als Kinkerlitzchen bezeichnet. Es habe bei ihm wohl der Mediziner gegen die Naturheilkunde ge- 'prochen. Der ärztlichen Untersuchung der Schulkinder müsse auch größere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Als der Genosse tatistisch nachweist, wie gerade die Lungentuberkulose bei den Kin- der» zugenommen, fangen einzelne bürgerliche Stadtverordnete an zu lachen. DaS ist das soziale Verständnis dieser Herren für )iese hygienische und soziale Frage, ihnen ist lvohl ein Eisbeinessen mehr wert. Auch die Einrichtung von Klaffen für schwachbegabtc Kinder fordert Genosse Schmidt. Ebenso eine entsprechende An- zahl von Freistellen für die Realschule. Denn wenn nicht den be- gabten Kindern der ärmeren Schichten auf diese Weise Gelegen- heit zur Weiterbildung gegeben wird, dann bleiben die gehobenen Schulen zum Teil eine Einrichtung für die Strohköpfe der Be- ätzenden. Tie völlige Unentgeltlichkeit der Lehr- und Lernmittel wage er noch gar nicht zu fordern, weil sie doch abgelehnt wird, er wünsche aber, daß eine ausreichende Summe in den Etat ein- gestellt werde, um den allerärmsten Kindern die Lehrmittel frei- zugeben. Ebenso wünsche er. daß den hungrig zur Schule kom- menden Kindern der Armen in der Schule etwas Essen verabreicht wird. Er beantragt, eine Kommission einzusetzen, welche über diese notwendigen Dinge berät und die Anzahl der bedürftigen Kinder feststellt. Der konservative Landtagsabgeordnete und Stadtvcr- ordnete Rechtsanwalt Lüdicke, der Vorsitzende des neuen Wohl- Vereins, erwidert auf die sachlichen Ausfuhrungen des Genossen Schmidt, daß dessen lange Ausführungen nichts Neues gebracht. Die Zeit könne man wohl besser anwenden. Dr. Engelhardt erwidert, daß er sich gegen Schulbrausebäder, aber für eine Volks- badeanstalt ausgesprochen. In die Schule gehöre kein Bad.(Das sagt ein Dr. med.!) Genosse Pieck nagelt fest, daß der Stadt- verordnete Lüdicke nicht zu haben sei, wenn für die Armen etwas gemacht werden soll. Dem Dr. Engelhardt erwidert er, daß man doch mal erst mit Schulbrausebädern anfangen soll. Die Schul- arztfrage sei bereits auf jedem Dorf akut, nur in Spandau nicht. Dabei kostet ein Gemeindeschüler der Stadt nur 37 M., während ein Realschüler der Stadt 90 M. kostet. Genosse Schmidt I er- klärt, daß die Aeußerung Lüdickes über Zeitvergeudung ihm nicht abhalten werde, seine Pflicht zu tun. Seine Fraktion werde auch für ein Volksbad zu haben sein, deshalb können aber auch noch Brausebäder in den Schulen eingerichtet werden. Nachdem die Anträge des> Genossen Schmidt abgelehnt, wird der Etat, der in Einnahme und Ausgabe mit 870 220,70 M. balanzicrt, genehmigt. Beim Stiftungskassen-Etat, der mit 11 212.44 M. in Einnahme und Ausgabe abschließt, regt Genosse Schmidt eine Erhöhung der Stiftung zur Gewährung von Darlehen an arme Burger an. Ge» nosse Pieck wünscht, daß bei Vergebung der Stipendien auch die Bedürftigkeit der Stipendiaten beobachtet werde. Der Etat wird genehmigt. Der Forstetat schließt mit einer Einnahme von 65 025,23 M. und einer Ausgabe von 35 810 M. ab, so daß ein Ueberschuß von 29 215,28 M. verbleibt und wird in dieser Höhe debattelos festgesetzt. Beim Armen-Etat wünscht der Genosse Pieck, daß die Stadt bei Gewährung der Armenuntcrstützung nicht zu sparsam umgehe wie bisher trotz der Brot- und Fleisch- wucherpolitik. Gegen diesen letzteren Ausdruck wendet sich na- mentlich der konservative Stadtverordnete Baurat Bender, er wird aber vom Genossen Pieck ganz hübsch abgeführt. Der Etat weist eine Einnahme und Ausgabe von 195 450 M. auf und wird genehmigt. Der Gäsetat, welcher eine Einnahme und Ausgabe von 616 645,09 M. mit einem Ueberschuß von 103 000 M. aufweist, gibt dem Stadtv. Schmidt I(Soz.) Veranlassung, seine Befrie- digung über den Ueberschuß, der namentlich nicht auf Kosten der Arbeiter erzielt, auszusprechen. Er bringt außer einigen techni- schen Fragen die Einrichtung einer Koksniederlage in der Wilhelm- stadt ans dem Platz der Klärstation in Anregung. Nach einer kur- zen Debatte, in welcher namentlich über die Art des Koksvcrkaufs geklagt, stimmt die Versammlung dem Etat zu. Der Brenn- materialien-Etat wird in Ausgabe mit 27 805 M. festgesetzt. Ein- nahmen sind aus diesem Etat nicht. Der Kanalisations-Etat weist eine Einnahme und Ausgabe von 230 000 M. aus. Der Stadtvcr- ordnete der 3. Abteilung T i e tz e(kons.) denunziert bei diesem Etat die Stadt, daß sie schmutziges Wasser in die Havel leite und nennt seinen Gewährsmann. Vom Stadtbaurat wird dies cnt- schieden in Abrede gestellt. Er wundert sich, daß der Stadtv. Tietze, ohne sich zu informieren, die Stadt so bloßstelle. Dem Etat wird zugestimmt. Der Wasserwerks-Etat wird in Einnahme und Aus- gäbe mit 322 000 M. festgesetzt. Jetzt war aber die Geduld der eisbeinlüsternen Herren zu Ende. Es wird Schluß beantragt und sämtliche übrigen Nummern vertagt. Die schweinerne Nächsitzung folgte dann im Wilhelmsgarten; dort zeigte man eine größere Ausdauer._ Berliner Marktpreise. Zlns dem amllichen Bcuchl der städtischen Markthallen-Dtrektion.(Grosshandel.) Rindfleisch I» 70— 7ö pr. 100 Psd., IIa 64-69. III» 56-63. IVu 50-56. Knlbstcisch, Doppelländer 120—185, la 92-100, n» 80-90, Uta 65-78. Holl. 56-62. Hammelfleisch la 67-75, IIa 52— 65. Schweinefleisch 53—62. Rehwild la per Psd. 0,55—0,65. Ha 0,50-0,54. Rotwild la 0,38-0,43, IIa 0,80—0,35, do. Kälber 0,30-0,45. Damwild 0,30-0,45, do. Kälber 0,30—0,55. Wildschweine 0,20-0,40. Frischlinge 0,40—0,60. Halen per Stück 2.50—2,73, do. klein und IIa 1-2,40. Kaninchen per Ztück 0,50-0,90. Wildenten per Stück 1,20-1,50. Hühner, alte per Stück 1,50—2,75, do. IIa 1,10—1,40, do. junge per Stück 0,75—2,00. Tauben per Stück 0,50—0,80, junge kleine 0,00. italienische 1.00. Enten per«lück 1,00— 3,30. Hamburger junge per Stück 3,60. Gänse, Odcrbrucher, per Psd. 0,55—0,65, do. la per Stück 0,00, IIa 0,00. Hechte per 100 Psd. 70-86, mittel 0,00. Zander 0.00. matt 87—100. Schleie, gross 0,00, unsott. 0,00, mittel 0,00. Bleie 25—46, Aale, gross 0,00, mittel 101-105, klein u. mittel 0,00. uns. 0,00. Plötzen 40—48. Karpsen. 10cr 46, do. 30— 35er 0,00, do. unsortiert 0,00, 50— 60er 0,00, 80— 100er 0,00. Barse, matt 44—50. Karauschen 0,00. Bleisische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 15-27. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 20. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,25, Danziger, Wall 0,80. Flundern, pommersche la, per Schock 0,00, do. pommcrsche IIa 0,00, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4-5, halbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50-5.00. Stralsiinder 0,00. Llale, gross per Psd. 1,10—1,30. mittclgross 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per schock 4—5. Schellsische Kiste 3—4,50, do. y, Kiste 2,00. Kabliau, p. 100 Psd. 20. Hellbult 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 95, 1904er 95, 190ber 93, 1906er 73—75. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40-44, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjes, per'/, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, i Schocksass 11, klein« 5—6, Riesen- 14. Hummern, llcipe, per Psd. 0,00. Krebse, per Schock, grosse 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, unsott. 4,50. Galizier, gross 0,00, mittel 0,00. Eier. Land-, per Schock 4,75—5,25. Bulter per 100 Psd. la 114-120, IIa U0-11S, lila 100-112, abjallende 90-100. Saure Gurken Schock 3,50— 4,00, Psessergnrken 3,50—4,00. Kartosscln per 100 Psd. 0,00, magnum bonura 2,10—2,25, Daberschc 2,10—2,25, Rose» 0,00, weisse 1,75—2,00, Salatkartofscln 5,00—6,00. Spinat per 100 Psund 6—10. Karotten per 100 Psund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 2,00—5,00, do. pommersche 5,00—6,00. Zwiebeln grosse, per>00 Pfd. 2,50-4,00. do. kleine 2,00-2,50. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlvstcn 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig, bahr., per Schock 2,40—4,80. Radieschen per Schockbund 0,00.«alat, per Schock 0.00. do. Escarole, per Mandel 0,00, do. Endivien 0,00. Mohrrüben per lOO Psund 2,50—3,00. Teltower Rüben per 100 Psd. 8—10. Weisse Rüben, grosse 2—2,50, tlcin« 6—8. Rote Rüben 2—3. Blumenkohl Holl, per Kops 0,00. ital. per Kops 0,17—0,30. Wirsingkohl per Schock 3,00—6,00. Rotkohl p. Schock 3,00-8,00. Weisskohl 100 Psd. 2,00-3,50. Rosenkohl p. 100 Psd. 10—15. Glünkohl per 100 Psd. 1—3. Schnittlauch 12 Töpse 4—4,50. Kohl» rüden, Schock 2,00. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7— IS, böhmische 8—20. Aepsel, per 100 Psd., hiesige 6—20, Graveniteincr 0,00, Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32-60, Amettk. 14-30. Wallnüss« ver 100 Psd. 0,00, do. rumänische 0,00, do. stanz. CorneS 0.00. Paranüsse 0,00. Haselnüsse lange 0,00, runde 0,00. Zitronen, Messing 300 Stück 7,50-10,00, 360 Stück 7,75-9,00, 200 Stück 9-13. 'Apfelsinen. Jaffa, per Kiste 0—00, Murcia 200 er Kiste 6—10, do. 300« 7-11. Valencia 420 er Kiste 11,50-20. do. 714 er 18-23. i »1 Zentral-Kranken- und Sterlie- kasse der Tischler und anderer gewerblicher Arbeiter (Ortsverwaltung Berlin H). Am 11. d. M. verschied nach langen Leiden das Mitglied unserer Kasse, der Schlosser Vilbelm Bert im Alter von 54 Jahren. Ehre feinem Andenken I Die Beerdigung findet am Montag, den 14. Januar, nach, mittags Sy, Uhr, von der Leichenhalle des EmmauS-KirchhoseS aus statt. 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