Nr. 12. Abonnements- Bedingungen: abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit lustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Postbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luremburg, Portugal, Rumänien, Schwede und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Geträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 ẞfg., für bolitische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Wort 20 Pfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Dienstag, den 15. Januar 1907. Parteigenossen! Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Von den verschiedensten Seiten wird uns berichtet, daß die Gegner für den der Deutschen, die in den Kolonien dauernd leben kann, im Vergleich zur Gesamt25. Januar den Schlepperdienst in der umfänglichsten Weise organisieren und damit bevölkerung Deutschlands eine winzige ist und wir auf absehbare Zeit überhaupt keine hoffen, uns eine Anzahl Wahlkreise zu entreißen. Auch ein Teil der Behörden scheint Clebervölkerung haben werden. hinter dieser Maßnahme zu stehen. Wir haben in Deutschland nicht zu viel, sondern zu wenig arbeitsfähige Bevölkerung, Wir machen Euch auf dieses Vorgehen aufmerksam und fordern Euch auf, die wie die Hunderttausende ausländischer Arbeiter zeigen, die unsere, patriotischen" Unterentsprechenden Gegenmaßregeln unverzüglich zu treffen, mehr noch als früher. Ver- nehmer mit der Absicht in Deutschland einführen, sie als Lohndrücker zu verwenden, langt Abschrift der Wählerlisten, soweit es noch nicht geschehen ist auf die Kosten wozu nächstens noch die von den oftelbischen Agrariern ersehnten Kulis kommen werden. darf es nicht ankommen und organisiert die Heranholung der Gleichgültigen und Im Jahre 1881, als Deutschland erst 4634 Millionen Einwohner zählte, wanderten Säumigen. Nur keine Einlullung, als hätten wir den Sieg in der Tasche. Auch in den 210547 Deutsche ins Ausland. 1905, als Deutschland 60 600 000 Einwohner zählte, sichersten Wahlkreisen müssen wir so kämpfen, als hätten wir dieselben erst zu erobern. war die Zahl der Auswanderer nur noch 28075, von denen 26005 nach den VerVor allen Dingen müssen wir eine große Stimmenzahl auf unsere Kandidaten vereinigen. einigten Staaten und ganze 57 nach dem großen Afrika wanderten, von dem unsere Wer von Euch am Wahltag die Arbeit niederlegen kann, der tue es und Hauptkolonie, das Dernburgsche Dorado, einen Teil bildet. stelle sich rechtzeitig dem Wahlkomitee für die Arbeit am Wahltag zur Verfügung. Wäre, wie Herr Dernburg behauptet, in Deutschland Clebervölkerung vorhanden, 1 Aber am Mittag des Wahltages verlaßt die Werkstätten, die Fabriken, die dann hätten, an der Auswanderung von 1881 gemessen, im Jahre 1906 nicht 28 075, Bauten und alle Orte, wo Ihr tätig seid, und marschiert in Massen an die Wahlurnen. sondern mindestens 270 000 Personen auswandern müssen. Verständigt Euch darüber mit den Unternehmern. Wir haben in Deutschland noch über 4 Millionen Hektare Moor- und Unland, Stellt Euch allesamt von der Mittagsstunde ab den Wahlkomitees für die Wahl- das mit Aufwendung entsprechender Mittel in Acker- und Gartenland verwandelt werden arbeit zur Verfügung. Der 25. Januar muß ein Wahltag werden, wie das Reich könnte, auf dem 400000 Bauernfamilien mit à 10 Hektare Land 40 Morgen oder noch keinen hatte. Die Gegner setzen alles daran, um unsere Erfolge zu verkleinern. 40000 Ackerbaugenossenschaften à 100 hektare Land angesiedelt werden könnten. Und Vertreter der Aristokratie und Bankokratie erlassen Aufrufe zu Geldsammlungen, das Reich würde hierbei seine Aufwendungskosten bei Seller und Pfennig und mit Zins um uns, die verhaßte Sozialdemokratie, zu bekämpfen. Die Großindustriellen verpflichten zurückerstattet erhalten. fich, nach der Kopfzahl der bei ihnen beschäftigten Arbeiter an die Wahltassen Gelder abzuliefern. Die Furcht vor uns zwingt sie zur Opferwilligkeit". So begegnen wir in diefer Agitation Widersprüchen über Widersprüchen, was aber auch die 1600 Angehörige der Berliner Bank- und Handelswelt, vor denen Herr Der Direktor des Kolonialamts, Herr Dernburg, trägt das Sturmfähnlein voran Dernburg vor einigen Tagen seiner Phantasie die Zügel schießen ließ, nicht abhielt, in und hält eine Agitationsrede nach der andern, in denen er Phantasiegemälde von den Jubelstürme auszubrechen, obgleich auch diese Herren, die Tausende von Millionen Kapital angeblichen Möglichkeiten in den deutschen Kolonien entwirft, daß allen Sachkennern die hinter sich haben, sich hüteten, einen Teil ihrer Millionen für die Dernburgsche Saare zu Berge stehen. Seine Reden lesen sich wie Prospekte, die Leichtgläubige zu Kolonialpolitik zur Verfügung zu stellen. Keiner kritisierte, aber keiner unterstützte gewagten Gründungen heranlocken sollen. auch mit seinem Gelde die Dernburgschen Pläne. Parteigenoffen! Als Herr Dernburg noch Direktor der Darmstädter Bank und Direktions- und Aufsichtsratsmitglied in zahlreichen andern Bank- und Industrieunternehmungen war, waren die deutschen Kolonien ihm Sekub a. Damals hat er sich nicht um sie bekümmert und er hat wohl keine einzige der von ihm und seinen Freunden kommandierten Millionen für die Kolonien riskiert. Parteigenossen! Benützt die Spanne Zeit bis zum Wahltag, um solche Vorgänge, die stark an Demagogie grenzen, zu brandmarken und den Wählern die ganze Sohlheit solcher Schilderungen zu zeigen. Aristokratie, Bankokratie und industrielle und handeltreibende Bourgeoisie vereinigen sich, um ihren Todfeind, die Sozialdemokratie, zu bekämpfen. Doch sie werden mit Seitdem er aber Kolonialdirektor geworden ist, ist die. Erleuchtung über ihn ge- uns nicht fertig. Aber daß diese Schichten, in deren Taschen hauptsächlich die 30000 Millionen kommen. Bei ihm heißt es nicht nur: wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch| Mart geflossen sind, um die, nach Dernburg, das deutsche Volk in den letzten 20 Jahren Verstand, sondern dem gibt er auch die nötige Phantasie, um selbst die Märchen aus reicher geworden ist, sich bereit erklären, einen größeren Teil der gewaltigen Opfer in Tausend und einer Nacht zu übertrumpfen. Form direkter Steuern zu tragen, davon hört man kein Wort. Statt dessen haben sie Als das jüdische Volk, wie die Sage erzählt, Aegypten verließ und in der Wüste durch ihre Vertreter im Reichstag diese Opfer in Form von indirekten Steuern und Zöllen wanderte und Gefahr lief, zu verdurften, schlug Moses an einen Felsen, woraus eine auf die notwendigsten Lebensbedürfnisse der Maffe auferlegt. Diese Vertreter der Quelle sprang und Menschen und Vieh rettete. Das war ein Wunder. Als die fatten Tugend und zahlungsfähigen Moral sigen auf ihren Milliarden und verlangen, Deutschen nach Südwest- Afrika zogen, um zu kolonisieren, entdeckten sie, daß es keinen daß das arbeitende Volk auch weiter hauptsächlich die Opfer trage, die ihre Militär-, Baum dort gab, dessen Blätter ihnen Schatten spendeten und dessen Früchte sie statt des Kolonial- und Flottenpolitik ihm auferlegt. fehlenden Waffers labten. Und siehe da, es wollte der Zufall, daß ein Riftchen vertrockneter Datteln verloren ging und, was niemand geahnt und für möglich gehalten, geschah: in der dürren Steppe Südwest- Afrikas schossen drei Meter hohe Dattelpalmen auf und fingen sogar an, Früchte zu tragen. Das ist auch ein Wunder. So haben wir nach Herrn Dernburg alle Aussicht, in Südwest- Afrika künftig unter Dattelpalmen zu wandeln. Und deutsche Professoren, die sich mit Vorliebe die geistige Leibgarde der Hohenzollern nennen, vernehmen diese Mär und brechen in ein Jubelgeschrei aus, wie man es nie von ihnen gehört. Das ist für den, der die deutschen Professoren kennt, kein Wunder! Diese selbigen Professoren aber schwiegen, als im letzten Frühjahr das preußische Dreiklaffenparlament, und zwar Nationalliberale und Konservative im holden Verein mit dem jetzt von ihnen so wütend bekämpften Zentrum, dem preußischen Volke die Schmach antat, dem Schulgesetentwurf, den das stockreaktionäre Kultusministerium unter Zustimmung des Ministerpräsidenten Fürst Bülow vorgelegt hatte, mit großer Mehrheit zuzustimmen. Das sind die Repräsentanten der geistigen Blüte der Nation, die sich von Herrn Dernburg für seine Kolonialpolitik einfangen ließen. Herr Dernburg phantasierte auch von der Unterbringung des deutschen Bevölkerungsüberschusses in den Kolonien, obgleich er so gut wie jeder von uns weiß, daß die Zahl Parteigenossen! Bringt es den Massen immer wieder ins Gedächtnis: es handelt sich bei den bevorstehenden Wahlen nicht bloß um die Kolonialpolitik und erhöhte Ausgaben hierfür; es handelt sich auch um neue Militär- und Flotten- und namentlich auch um nene Steuervorlagen; es handelt sich weiter darum, daß die Politik der Fleisch- und Lebensmittelvertenerung Trumpf bleibt, daß die nichtagrarische Bevölkerung zugunsten der agrarischen geschröpft und geplündert wird; es handelt sich endlich um die Frage: ob dem deutschen Volke das allgemeine, gleiche, direkte und geheime Wahlrecht erhalten bleiben soll oder nicht; ob Deutschland fortfahren soll, durch seine reaktionäre innere Politik der Gegenstand des Spottes und der Geringschätzung, und durch seine provokatorische Militär-, Flotten- und auswärtige Politik- die uns in der Welt isoliert hat der Gegenstand der Abneigung, um nicht zu sagen des Sasses in der gesamten Kulturwelt zu sein. Das alles sagt den Wählern, so lange ihr noch zu ihnen reden könnt! Am Wahltag aber heißt es für alle: An die Front! Vorwärts die Massen zum Sturm! Auf zum Sieg! Berlin, den 14. Januar 1907. Ein Hüben, ein Drüben nur gilt! Hoch die Partei! Der Parteivorstand. Offiziöser Scbwindei und Isein Lnde! Da die«Nordd. Allg. Ztg." der„nationalen" Parole felkst allzusehr mißtraut, besitzt sie jetzt die Schamlosigkeit, die ab- gellappertsten„religiösen" Zitierkünste gegen die Sozialdemokratie spielen zu lassen. So schreibt das offiziöse Organ in semer Sonntags-Nummer: „Wir haben, vom nationalen Standpunkt mit Bedauern,- die mehrfachen Meldungen verzeichnet, nach denen das Zentrum beab- sichtigen soll, in einer Reihe von Wahlkreisen der Sozialdemokratie durch Proklamiernng der Stimmenthaltung den Sieg zuzuschanzen. Auch vom religiösen Gesichtspunkt würde das Z e n- trum durch eine solche Taktik eine schwere Zumutung an seine Wähler stellen.� Es bedarf nach der ganzen Vergaützenheit der sozialdemokratischen Partei keiner weiteren Darlegung, daß sich hinter dem Satz:.„Religion ist Privatsache" die entschieden st e Religionsfeindschaft verbirgt. � Das ist durch Aussprüche von führenden Sozialdemokraten leicht zu belegen. Eine Reihe solcher Aussprüche finden wir in dem Katechismus der sozialdemokratischen Religion und Revolution von I. Klein(Verlag von F. Schlosser, Berlin) zusammengestellt, darunter die folgenden: »Die neue Religion für die Massen ist die Sozialdemokratie." (Liebknecht am 25. 1. 1890.) «Auf religiösem Gebiet erstrebt die Sozialdemokratie den Atheismus."(Bebel an, 31. 3. 1881.) Christentum und Sozialisinus stehen sich gegenüber„wie Feuer und Wasser".(„Der Volksstaat" vom 9. 3. 74.) Die christliche Kirche ist„ein tollphantastisches Religions- shstem".(Ebenda vom 7. 9. 76.) »DaS Christentum ist freiheits- und kulturfeindlich." (Bebel, Christentum und Sozialismus S- 13.) „Wenn wir einmal den sozialistischen Staat haben, werden wir sehr leicht mit der Religion fertig werden." (Protokoll des Parteitags zu Halle, S. 194.) „Zu der Zeit, wo die Sozialdemokratie herrschen wird, wird die(katholische) Kirche ein Märchen der Vergangenheit sein." (Liebknecht. 11. 1. 1883.) So einfältig die Wahlschwindelmacher des offiziösen Blattes immer sein mögen, so dumm sind sie denn doch nicht, um nicht zu wissen, welch blöden Schwindel sie mit ihren Zitaten- und Fetzen treiben. Sie wissen genau, daß die Sozialdemokratie ihren Standpunkt der Religion gegenüber unzählige Male in unmiß- verständlichster Weise dahin präzisiert hat, daß sie den privaten religiösen Anschauungen ihrer Anhänger und aller Staatsbürger durchaus neutral gegenübersteht. Sie bekämpft die Anmaßungen der aus öffentlichen Mitteln nntcrstiihtcn Staatskirche, sie verlangt völlige Trennung von Staat und Kirche, speziell auch Trennung von Schule und Kirche— im übrigen aber verzichtet sie auf jegliche Einmischung in die privaten religiösen Angelegenheiten der Individuen. Was nun die Zitate des offiziösen Organs selbst anlangt, so sei zumichst konstatiert, daß weder am 9. 3. 74, noch am 7. 9. 76 eine Nummer des„Bolksstaat" erschienen ist! Schon diese Tatsache beleuchtet die gewissenhafte Zitatenmethode des offiziösen Blattes I Ebensowenig befindet auf S. 194 des Protokolls des Haller Parteitages die zitierte Stelle. Dagegen befinden sich in Liebknech ts Rede zur Frage der Stellung der Partei zur Religion zahllose Stellen, die beweisen, wie ernst es Liebknecht mit dem Programm- punkte der Partei„Erklärung der Religion zur Privatsache" genommen wissen wollte. So sagte er S. 17S: „Ich kann nur bemerken: einen vernünftigeren, praktischeren Satz haben wir nicht unter allen unseren praktischen Forde- rungen." Ferner auf derselben Seite: .. Haben wir erst den Staat erobert, dann wird uns die Religion nicht gefährlich. Glauben diejenigen unter Ihnen, die vielleicht an dem Kampf gegen Jehovah Gefallen finden, glauben Sie etwa, daß durch radikal-religiöse Phrasen, oder gar durch Schimpfen, der Religion Abbruch getan wird?... Der Religion können wir bloß dadurch zu Leibe gehen, daß wir die Religio» des Einzelnen ruhig Religion sein lassen, ihm aber Wissen beibringen." Und genau so ernst, wie es Liebknecht mit dem die Religion betreffenden Programmsatz genommen hat. hat es auch Bebel genommen. In einer Diskussion, die Bebel im Dezember 1906 mit einem Pfarrer in Karlsruhe hatte, erklärte er:. »Wenn ich A t h e i st bin, verlange ich das nicht auch von anderen, sondern lasse jedem seinen Glauben, getreu dem Programmsatze, daß Religion Privatsache und die Religions- gesellschaften Privatgesellschaften sein sollen. Wenn man den Einfluß der Kirche brechen will, mutz man sie vom Staate und von der Schule trennen. Die Eltern sollen Freiheit in der religiösen Erziehung haben, ohne staatlichen 8 w a n g." UebrigenS äußerte sich einmal ein bürgerliches Blatt, das »Gotting er Tageblatt", Mitte Mai 1902 in äußerst ver- vünftiger Weise wie folgt über Bebels Atheismus: „Der Abgeordnete Bebel hat einmal im Reichstage unseren Brotverteuerern, als diese ihm gegenüber auf das Christentum ' pochten, inhalllich die Worte zugerufen:„Ich bin zwar erklärter Atheist und dennoch ein weit besserer Chri st alS Sie. Ihr Christentum besteht in tönenden Worten, das meinige m T a t e n! Ich bemühe mich aus allen meinen Kräften, das oberste Gebot Ihres„Heilands" zu erfüllen: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Was tun denn Sie?" Wahrlich. im Munde dieses Mannes ein wahrgesprochenes Wort! Wer ivird das Himmelreich erivcrben, wer die furchtbare Abweisung erfahren:„Ich kenne Euch nicht. weichet von mir?" Der Täter der christlichen Lehre, oder die sich der Nachfolge Christi bloß mit ihrem Munde rühmen und den armen Lazarus, in der Gestalt der millioncnköpfigen Armut in unserem Volke, vor ihren Türen verschmachten las?en, wenn sie selbst nur herrlich leben können oder in Freuden?... U e b e r bas„Atheistentum" d es Abgeordneten Bebel ist mehr Freude im Himmel als über das„Herr, Herr" unserer Grafen und Barone. Denn was liegt dem Himmel an bloßen Worten?" Die» N o r d d. Allg. Ztg." weiß freilich, warum sie um die Gunst des Zentrums buhlt und die Sozialdemokratie der Feindschaft wider die„Religion" bezichtigt, während doch die Sozial« demokratie lediglich die Macht der Staatskirche, dieser Helfers- Helferin der weltlichen Machthaber und Bolksausbcuter brechen will! Das offiziöse Organ, das für BolkSkiscchtung und BolksanSnützung kämpft, gedenkt offenbar eines Wortes des„großen Preußen- k ö n i g S Friedrichs II., der in sseinem„Anti-Machiavell" schrieb: „Ohne Zweifel sind die Grundsätze der meisten geistlichen Regierungsformen von den spartanischen Gesetzen hergenommen, nach welchen das Silber verboten war; nur mit dem Unterschiede, daß die Prälaten den Gebrauch der Güter sich vor- behielten, die sie den Untertanen genommen haben. Selig, sagen sie, sind die Arme», denn das Himmelreich ist ihrer. Weil sie nun gern wollen, daß jedermann selig werde, so bemühen sie sich auch, jedermann arm zu machen." ' NaWampf. Immer uene Slngriffe aufs Reichstagswahlrecht! Zum Junler Kröcher. dem Präsidenten des preußischen Ab- geordnetenhauses, der dieser Tage in emer Versammlung im Wahlkreise Salzwedel-Gardelegen, von dem er wieder in den Reichstag geschickt werden möchte und dort zur Empfehlung seiner Kandidatur seine Feindschaft gegen das Reichstagswahlrecht deutlich zu erkennen gab. gesellt sich ein anderer Edelster der Nation: der konservativ-agrarische Kandidat deS Wahlkreises P Yritz-Sa atzig- Stargard, Herr Edler Gans zu Putlitz auf Barske- witz hat erklärt, „daß er offen gestehen müsse, daß für den Mittelstand, be- sonders auf dem Lande, daö geheime ReichStagSwnhlrecht nichts tauge, am allerwenigsten das allein seligmachende sei." Wähler. merlt'S I Hungerwahlen. Aus Waldkirch(BreiSgau), so meldet die Mannheimer„Volks- stimme", kommt die Nachricht, daß Kalb- und Schweinefleisch neuer- dings im Preise wieder gestiegen seien und heute nicht weniger als 90 Pf. pro Pfund kosten. Auch aus anderen Landesteilen wird ein allgemeines Steige» der Flcischpreise gemeldet, von den Sachver- ständigen wird behauptet, daß eS noch weiter anhalten werde. Aber nicht bloß das Fleisch, auch das Brot wird dem deutschen Volke geradezu fteventlicherweise verteuert. Man beachte folgende Nachricht aus Konstanz, 9. Januar. Auf dem hiesigen Rathaus wurden bis jetzt über 3000 Brotkarten gelöst. Der Inhaber einer solchen Brotkarte darf täglich bis zu sechs Pfund Brot oder Mehl zoll- frei über die Grenze aus den Orten Emmishofen und Kreuzliugen holen und spart dabei 10 bis 12 Pf. pro Tag. Eine Karte kostet 30 Pf. In der Schweiz also, deren Getreideproduktion gleich Null ist, da das Land seinen Bedarf an solchem fast ausschließlich vom Auslande via Nhein-Mannheim bezieht, kostet das Kilo also 8 Pf. weniger als in Deuffchland. Ursache: der hohe deutsche Gctrcidczoll, der heute 5,50 Mark pro Doppelzentner Brotgetreide kostet, während die Schweiz bei der Einfuhr lediglich eine statistische Gebühr in Höhe von 50 Pf. pro Doppelzentner erhebt. Eine weitere Meldung der badischen Parteipresse besagt: Aus Bruchsal wird gemeldet: Die Metzgerinnung hat die Verkaufspreise für Kalb» und Schweinefleisch um 6 Pf. erhöht. Das Pfund kostet jetzt 90 bezw. 86 Pf. Von einem in der Jnstallationsbranche tätigen Münchener Arbeiter wird der„ M ü n ch e n e r Post" ge- schrieben: Ich habe im Jahre 1906 als Helfer und Monteur in 247 Tagen 2320Vz Stunden zu 39, 45, 46, 51, 56 Pf. und außerdem 68 Ueber-, Nacht- und Sonntagsstundcn(auch auswärts) zu 47, 48, 57, 67, 69, 74 Pf., mitunter auch im Akkord, gearbeitet. Der erzielte Verdienst beläuft sich auf 1057,75 M. Meine Frau verdiente 122,35 M. Für 49 arbeitslose Tage erhielt ich vom Verband eine Unterstützung von 57,35 M.. an Prozenten als Verbandseinkasfierer 36.75 M., an Gratifikationen 32,37 M. Für verkaufte Gegenstände nahm ich ein 16 M., an Konsumvereinsdividende 13,18 M, für Sammelmarken 1 M., für Waldfrüchte 30 Pf., gesunden 10 Pf., Gesamteinnahme 1337,15 M. Diesen Einnahmen stehen diese Ausgaben gegenüber: für Lebensmittel 502,34 M.. für Bier 192,34 M. Holz 11,88 M.. Kohlen 15,42 M.. Petroleum 6,59 M., Seife 7,77 M., Zigarren 2,23 M., Ratenzahlung für eine Nähmaschine 76 M., Wohnung 152,70 M., Zündholz, Farben. Blumen, Insektenpulver. Wichs, Fahrplan, Portemonnaie, Insertion?- gebühren 2.63 M., für Schuhwerk 28,87 M., Schreibwaren 4.75 M., Werkzeug 2,51 M,, Bügelkohlen 90 Pf,, Haushaltung und Einrichtung 21,96 M„ Spiritus 1,29 M«, Toilette 1,30 M., Radbestand- und-Zu- bchörteile 22.38 M.. Maschinen-Nähartikel 7,17 M.. Nählehrgeld 12,40 M., Leib- und Bettwäsche 19,48 M,. Stärkwäsckie 1,74 M,. Kleider und Hüte 38,26 M., Fracht 2,82 M., Urlaubsreise der Frau 13,75 M,, Uebcrzug-Anzug 2.93 M,, im Spiel verloren 45 Pf„ un- einbringli'che Forderung 20 Pf., Ortskrankenkasse 31,48 M., Invaliden- Versicherung 7.26 M., Verband 34,55 M., UnterstützungSkaffe Solidarität 20,52 M.. Versicherung der Frau 3,42 M., sozialdemokratische Partei 3,80 M., Münchener Post 8,50 M., Steuer 12,63 M., Bürger- verein 1,50 M., Straßenbahn 5,05 M., Gratifikation 10,23 M.. Ver- giiüaen 6 M., zusammen 1301,42 M. Ueberschuß 35,73 M., der zum Teil im Bürgerverein, zum Teil im Konsumverein als Einlog e steht, teils aber auch zur Deckung des Defizits des vorausgehenden JahreS diente. Zum Punkt: Ausgabe für Lebensmittel ist zu erwähnen, daß meine Frau in Zugehplätzen und bei Verwandten an 82 Tagen Mt- tagessen und an 46 Tagen die ganze Kost hatte: ich habe an 148 Tagen zugunsten meines HaushaltungsbudgetS auf Morgenkaffee verzichtet, an 62 Tagen in Auskochgeschäften und Speisehallcn für 10—30 Ps. zu Mittag gegessen und an 43 Tagen zog ich es vor. aus irgendeinem Grunde nnttagS in der Wirtschaft zu bleiben, aber nur ganz wenig zu genießen. ES trifft auf den Kopf und Tag 70 Pf. für Lebensmittel. Nur an zirka 180 Tagen konnte ich mich wirklich satt»ssen, vorwiegend an Gemüse, an Fleisch war mir das vielleicht 20 mal vergönnt. Zu der Ausgabe für Bier, täglich etwa 53 Vf., möchte ich betonen, daß ich kein Alkoholiker bin und mindestens em Drittel des ganzen Betrages in Ausübung meines Berufes auszugeben indirekt gezwungen war, während ich an zirka 150 Abenden deS Jahres kein Bier gesehen, auch Sonnabends oft ohne Bier getrunken zu haben zu Bette ging. Meine Frau trank oft wochenlang kein Bier. Ich hatte die Absicht, meiner Frau leichtere Beschäftigung zu verschaffen; daS belastete nieine Ausgaben für Maschine mit 11 Pf. pro Tag und Kopf. Ich brauchte fast gar nichts, rasierte mich selbst und hatte den größten Teil des Jahres ein Zimmer in Miete und bekam für zirka 10 Mark Holz geschenkt. Die Aufwendungen für das Fahr- rad ermöglichten es. daß ich an 183 Tagen in der Mittagspause zu Hause essen konnte und eine Mehrausgabe für Straßen- bahn von mindestens 16 M.. für Schuhe von mindestens 5 M. einsparen konnte. DaS ganze Jahr war Ebbe in der Kasse, bei kleinsten momentan fälligen Ausgaben war oft kein Geld vorhanden. Selbst an zwei Wochenfeiertagen konnte ich kein Glas Bier trinken. Und dieses Elend, obschon ich gut be- schäftigt, tariflich bezahlt und meine Frau bisher gesund und arbeits- freudig war. Kinder haben wir nicht. Trotzdem konnte meine Frau sich schon das dritte Jahr kein neues Kleid kaufen, und ich ziehe es vor, wegen meiner Garderobeverhältniff« Sonntags in der Nachbar- schaft zu bleiben. Das klingt wie ein Roman, alles ist aber traurige Tatsache. Diese ungeschminkten Darstellungen eine» schlichten Bauarbeiters iharakterisieren die Phrasen des nationalen Blocks, daß nirgends in der Welt die Arbeiter so glänzend gestellt sind, wie in Deutsch- land ganz vortrefflich. Von„sozialdemokratischer Erpressung" faselt die gegnerische Presse, weil die Sozialdemokraten in Ober- Hausen folgendes Rundschreiben an die Geschäftsleute gerichtet haben: Oberhausen, den 27. Dezember 1906. � Sehr geehrter Herr! Wir gestatten uns crgebenst, Ihnen folgende Lage und Bitte zu unterbreiten: Bekanntlich finden am 25. Januar die Wahlen zum deutschen Reichstage statt. Gerade die Zusammensetzung dieses Parlaments ist für die Arbeiterschaft von eminenter Wichtigkeit, da der Reichstag alle die gesamten Arbeiter hoch interessierenden Reichsgesetze zu schaffen hat. Aus diesen Gründen will sich auch die Arbeiterschaft an den kommenden Wahlen be- teiligen(I) Hierbei mangelt es uns aber an dem notwendigsten, an dem Gelde. Weil Sie nun, wie wir mit Sicherheit annehmen, als Geschäftsmann an der Hebung des ArbeiterstandeS eben- falls ein Jntereffe haben, da ja naturgemäß dann auch die Lage der gesamten Geschäftswelt eine bessere wird, gestatten wir unS, an Sie die freundliche Bitte zu richten, uns in diesem Wahlkampfe durch einen. Beitrag gütigst unterstützen zu wollen. Wir erlauben uns dieserhalb am Sonnabend unter Vor- läge einer Legitimation.vorzusprechen. Verschwiegenheit ist selbst- verständlich zugesichert. Hochachtungsvoll und ergebenst das sozialdemokratische Wahlkomitee. Karl Krämer. Joh. Spaniel. Joh. Großmann, Joh. Götte. Friedrich Schneider. A. Werner. Das„Berliner Tageblatt" hat dazu sittlich höchst entrüstet gejammert: „Das ist eine Erpressung in optima forma. Denn wenn die betreffenden Geschäftsleute nicht in dem gewünschten Sinne reagieren, lverden sie von den Mitgliedern der Partei für Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit b o y k o t t i e r t und dadurch wirtschaftlich zugrunde gerichtet." Der Wortlaut des Zirkulars enthält üichis. was der frechen Behauptung des„Berliner Tageblatts" auch nstr einen Anhalt von Strohhalmsstärke gäbe. Es ist einfach ans den Fingern ge- sogen, daß die Geschäftsleute, die nichts zahlen, boykottiert werden sollten! Nicht sozialdemokratische Erpressung, sondern „nationale" Verlogenheit wird hier festgestellt. Indes wollen wir trotzdem nicht verhehlen, daß uns der Schritt der Oberhausener Genosien nicht sympathisch ist. Nicht um der Entstellungen wegen. zu denen unseren ver- logenen Gegnern Gelegenheit geboten wird, denn solche Ver- lcuindungen fürchten lvir nicht, sondern weil das Sammeln für den Wahlfonds bei politischen Gegnern unserem ganzen Empfinden widerspricht. Eine derartige Methode ist denn auch in der deutschen Sozialdemokratie nicht üblich und wird zweifellos auch keine weitere Verbreitung finden. Schamloser Wahlschwindel, dessen sich der„nationale" Mischmasch in Leipzig schuldig ge- macht hat, wird von'dcr„Leipziger VolkSzeitung" gebrandmarkt. DaS Limatt-Papier, die„Leipziger Neue st e Nachrichten", be- haupteten am Freitag: „Am letzten Sonnabend trat der neue Buchdruckertarif in Kraft, der den Setzern und Druckern eine Besserstellung ver- schafft. Ueberall hat sich die Einführung des neuen Tarifes ohne Störung vollzogen. Nur an einer Stelle ergaben sich Differenzen: in der Druckerei der„Leipziger Volkszeitung" I Hier versuchte die Geschästsleitung zu feilschen und zu handeln, so daß die Setzer und Drucker sich gezwungen sahen, die Arbeit zwei Stunden lang ein- zustellen. Infolgedessen erschien die.Volkszeitung" am letzten Sonnabend zwei Stunden zu spät und entschuldigte daS mit einem Maschinendefekt." Die„Leipziger„Volkszeitung" kann diese elende Verleumdung durch folgende Feststellungen kennzeichnen: Erstens. Der neue Buchdruckertarif trat nicht am letzten Sonn- abend, sondern am 1. Januar in Kraft. Zweitens. Die Einführung des Tarifs hat sich in der„BolkS- zeitung" glatt vollzogen. Daß Setzer und Drucker zwei Stunden lang die Arbeit eingestellt haben, ist eine elende Wahlliige. Drittens. Die„Leipziger Bolkszeitung" ist am letzten Sonn- abend überhaupt nicht zwei Stunde» später erschiene». Dieses Malheur passierte ihr vielmehr am Sonnabend, den 22. Dezember, und beruhte allerdings auf einem Maschincndefckt, wie in der Nummer vom Montag, den 24. Dezember, erklärt wurde und wie auS dem Kontrollzettel hervorgeht. Der Druck der Zeitung begann nur eine Bicrtelstunde später wie gewöhnlich, was sich auS dem starken Andrang der Weihnachtsinsrrate genügend erklärt. Der Gipfel der Unverschämtheit ist in diesem Falle von den „Leipz. Neueste Nachrichten" erreicht worden. Dasselbe Blatt, das mit eherner Stirn behauptet: überall hat sich die Einführung des neuen Tarifs ohne Störung vollzogen, hat in seinem eigenen Be- triebe den Tarif noch nicht eingeführt. Der Gauvorstand der hiesigen Buchdrucker ermächsigt die„Leipziger Vollsztg." zu der Erklärung, daß bis zum Sonnabend im Be- triebe der„Leipziger Neueste Nachrichten" noch keine Einigung über die Tarifzulagen zustande gekommen ist. so daß die Angelegenheit höchstwahrscheinlich das Tarifamt be- schäftigen wird. Im Betriebe der„Leipziger Volkszeitung" ist da- gegen seit dem 1. Januar jedem Buchdrucker eine Zulage von wöchentlich 3 Mark ohne Rücksicht auf die bisherige Höhe des Lohnes gewährt worden. Unter 33 M. wird kein Buchdrucker im Be- triebe der»Leipziger Vollszeitung" eingestellt. Dernburg auf Reisen. In M ü n ch e n hat sich, loie liberale Blätter berichten,»ein größeres Komitee gebildet, das an den Herrn Kolonialdirektor Dernburg eine Einladung zu einem Vortrage in München über koloniale Fragen ergehen ließ. Dem Komitee sind etwa 200 Herren beigetreten, darunter„hervorragende Vertreter der Wissenschaft und Kunst, der Industrie, des Handels und Gewerbes, auch Militärs. Schriftsteller" usw. Der Vortrag soll am 21. Januar abends 8 Uhr im Alten Rathaussaale stattfinden. Herr Dernburg spricht natürlich, wie in Berlin, unter Ausschluß der Oeffcntlichkeit, wie sich das für solch hohen Regierungsvertreter von selbst versteht. Ein Frcisinnsknndidat. Der auch mit Hülfe des Freisinns aufgestellte Mischmasch- Kandidat für Gotha, Prinz Hohenlohe-Langenburg. ge- nannt der„Vorschußprinz", hat sich nun doch herabgelassen, eine Rede zu halten. Diskussion war selbstverständlich ausgeschlossen. Die verflossene Kolonialexzellcnz erklärte, daß sie im Reichstage keiner Fraktion beitreten werde. Ihrer Stellung und Vergangen- heit nach gehöre sie fvcilich zu den Parteien der Rechten! Irgend ein klar umrissencS Programm zu geben, hielt der Kolonialprinz für seiner Würde nicht angemessen. Auch in der Frage des Wahl- rechts verweigerte er jede präzise Stellungnahme. Er erklärte es einfach für ausgeschlossen, daß die Regierung innerhalb der nächsten Session eine Aenderung des Wahlrechts beabsichtigen könne. Er drückte sich aber ängstlich um jede Auskunft darüber, welche Stellung er einnehmen werde, wenn die Regierung sich doch zu einem solchen Attentnt gegen das elementarste Recht deS Volkes bereit finden lassen werde! So sieht der Kandidat aus. den der gokhaische Freisinn mit hat auf den Schild erheben helfen, und für dessen Wahl et alle seine Kräfte aufwenden wird! In Leipzig hat am Freitag der Genosse Stadtverordneter Lange, nachdem ihn eine Versaniinlung deS Leipziger Sozialdemokratifchen Vereins einstimmig als ReichStagSkandidaten aufgestellt hatte, seine erste Rede, in dieser Eigenschaft gehalten, die ihn aufs glücklichste eingeführt hat. Der Mischmnschkandidat Junck, der sich im Falle seiner Wahl den Natioualliberalen anschließen tvill, war erschienen und nahm das Wort. Genosse Lauge halte in richtiger Voraussicht seine Rede auf eine Kennzeichnung der Nationalliberalen angelegt, deren Sünden- register er in wirlungsvoller Weise entrollte. Herrn Junck scheint dabei recht ungemütlich geworden z« sein, denn er erklärte in seiner Rede, er habe sich den Nationalliberalen angeschlossen, weil sie immer treu zu Kaiser und Reich gehalten hätten, er lehne eS aber ab, für die Abstimmungen und die Haltung der Nationalliberalen verantwortlich gemacht zu werden. — Eine sehr bequeme Methode, die Herrn Junck aber bei denkenden Wählern nicht viel nützen wird. Bemerkenswert an seiner Rede war noch eine Spekulation auf d,e Buchdrucker, indes fiel er damit 5tnetn, denn der Buchdrucker Gi edler erklärte nachher unter dem Beifall der Versammelten. Dr. Junck habe versucht, durch Herein- ziehen des Buchdruckertarifs unter den Buchdruckern Stimmung für sich zu machen. Das werde ihm aber nicht gelingen. Die deutschen Buchdrucker könnten ihren Kandidaten niemals in Dr. Junck, sondern Nur in Heinrich Lange sehen., Der Verlaus der Versammlung, in der von den Gegnern noch die Herren Rechtsanwälte Martin und Dr. Dinkler, von sozial- demokratischer Seite die Genossen Lipinski, Dr. Lentsch und Poetzsch sprachen, war ein äußerst erfreulicher und hat die Leipziger Genossen mit hoher Befriedigung erfüllt.„An den Sünden der national- liberalen Partei muß die Kandidatur Junck ersticken, das muß die Parole des diesjährigen Wahllampjes für Leipzig sein", schreibt die »Lcipz. Volksztg.". Der Wahlkampf in der Provinz Brandenburg. In der Ostpriegnitz ist eine interessante Zerplitterung in den Reihen unserer Gegner eingetreten. Zunächst liegen sich zwei konservative Kandidaten brüderlich in den Haaren. Die großagrarischen Landbündler haben nämlich wieder einen Adeligen aufgestellt, und zwar den jungen Herrn v. Dallwitz, den Sohn des kürzlich verstorbenen bisherigen Abgeordneten des Kreises. Hiermit war aber der Gutsbesitzer Löscher, der den Kreis im preußischen Landtage vertritt, nicht einverstanden. Er erzählt jetzt in Versammlungen und Flugblättern, daß man ihn bei der Kan- didatenaufstellung absichtlich beiseite geschoben habe, weil er nicht adelig ist, obwohl die Mehrheit der Bündler für seine Kandidatur war. Run halten v. D a l l w i tz und Löscher beide ihre Kandidatür aufrecht. Der'adelige Rittergutsbesitzer verläßt sich auf das„Priegnitzer Kreisblatt", den Beamtenapparat, die Kriegervereine und auf die„freundliche Wahlhülfe" seiner Adels- kollegen, das heißt auf den bekannten wirtschaftlichen Druck, mit dem diese Sippe ihre abhängigen Gutsarbeiter zur„unbeeinflußten" Abgabe der Dallwitzschn Stimmzettel zwingen wird. Der b ü r g e r- liche Gutsbesitzer Löscher aber appelliert besonders an die Bauernschaft der Ostpriegnitz. Interessant ist dieser lustige Bündlerkrieg insofern, als hier der Gegensatz zwischen Adel und Nichtadcl oder besser gesagt— zwischen Groß- und Kleingrnndbesitz plötzlich eine Rolle spielt, die unter Um- ständen noch erhebliche Ueberraschungen im Gefolge haben kann. Die Ostpriegnitz ist nämlich nicht der einzige Kreis, wo die Gegensätze zwischen Groß- und Kleingrundchesitz jetzt ziemlich deutlich hervor- zutreten beginnen. Ein Beweis für die zunehmende Er- kenntnis der natürlichen Klnssenscheidung auch im agrarischen Lager. Ter Wahlkampf in diesem Kreise bietet des Interessanten aber noch mehr. Auch der F r e i s i n n ist mit zwei Kandidaten auf den Plan getreten. Ein Kyritzer Kleinbürger und ein Wittstocker Gymnasialprofcssor streiten erbittert um die liberale Ruhmespalme. Der Streit unter den braven Freisinnsmannen ist wohl zur Haupt- fache darauf zurückzuführen, daß die liberalisiercnden Schichten des Handwerker- und Kleinbürgertums einen Vertreter aus ihren Reihen haben möchten, während der„honetten und gebildeten" Bürgerschaft dieser' Kleinmeister„nicht nobel genug" ist. Um das Maß der Wahlkonfufion aber voll zu machen, haben auch noch die Antisemiten einen ihrer obskuren Berliner Judenfresser auf- gestellt. In ihren Flugblättern schwindelt diese Sekte natürlich das Blaue vom Himmel herunter, von der glorreichen Kolonial- Politik aber erwähnt sie kein Wort. Erfreuliches Interesse zeigt die Wählerschaft an den sozialdmokratischen Versammlungen. So fand am Sonnabend in W i t t st o ck eine sozialdemokratische Wählerversammlung statt, wie sie an diesem Orte noch nie zuvor gesehen worden ist. Selbst für den Referenten, den Genossen R e h b e i n- Berlin blieb auf dem Podium nur so viel Raum, daß er sich nur notdürftig bewegen konnte. Arbeiter, Bürger, Post- und Bahnbeamte und besonders eine erhebliche Zahl von Bauern und Landarbeitern aus den zum Teil stundenweit cnt- fernt liegenden Dörfern der Umgegend waren trotz des schlechten Wetters erschienen, um den sozialdemokratischen Redner zu hören. Auch mehrere Gutsbesitzer hatten sich eingefunden. Als unfrei- williger Agitator hatte sich das„Prjegnitzer Kreisblatt" betätigt. Dies edle Blättchcn hatte zu zahlreichem Besuch auf- gefordert, dapnt die Gegner den Sozialdemokraten einmal ge- hööig den Standpunkt klarmachen sollten. Wie das gc- meint, war, zeigte der Hinweis der Notiz, daß die sozialdemokratische Leitung wohl einige Mühe haben werde, die Ver- sammlung vor der Auflösung zu bewahren. Es kam aber anders. Die Ausführungen des Referenten schlugen durch, und immer lebhafter wurde der Beifall. Den anwesenden Bauern hielt der Redner u. a. vor, wie sie beim Militär von den meisten junkerlichen Offizieren behandelt werden. Da heiße es: Du Bauernlümmel infamer, Saubauer dreckiger, Mistbauer verdammter usw. Jetzt aber zur Reichstags- Wahl begrüßen dieselben Junker, die sonst so verachteten bäuerlichen Landwirte herablassend als„Bruder Bauer", um ihre Stimmen einzufangen. Dieser Hinweis löste einen geradezu donnernden Bcifällssturm in der Versammlung aus. Die Bauern und Landarbeiter erhoben sich von ihren Sitzen, soweit sie nicht schon ohnhin stehen mußten und riefen ein über das andere Mal rn höchster Bewegung:„Jodatis ok sozdeMannhet recht!" Kurz, die Versammlung endete für uns mit einem durch- schlagenden Erfolg. Die Gegner, die uns den„Standpunkt klar- machen" sollten, saßen ziemlich gedrückt und betroffen da. Sie begnügten sich mit einigen schüchternen verlorenen Zwischenrufen, die in der Versammlung nicht den mindesten Anklang fanden. Nur ein„freisinniger" Bäckermeister, der auch gleichzeitig den antise mitischen Wahlaufruf unterzeichnet hatte, riskierte eine Lippe. Er wurde von der Versammlung einfach ausgelacht. Nach Beendigung der Versammlung unterhielt sich ein großer Teil der Anwesenden noch bis gegen Mitternacht über das Gehörte und tauschte Meinungen und Erfahrungen aus. , Bin Sonntag tagte in P r i tz w a l k wiederum eine imposante Wählerversammlung, die noch stärker besucht war als die letzthin stattgcfundene. Von den Gegnern war vorher angekündigt worden, daß es diesmal zu einer scharfen Abrechnung mit der Sozialdemokratie kommen, werde, und in der Tat waren zahlreiche Gegner unserer Partei in der Versammlung anwesend. Mit großer Spannung harrte männiglich der großen Dinge, die da kommen sollten. Zunächst hielt Genosse Albrecht Fülle- Berlin ein beinahe zweistündiges Referat. Dann nahm der K«n- didat des Kreises, Benno M a a ß, zu einer markigen Ansprache das Wort. Nunmehr sollte zur Diskussion und zu der in Aussicht gestellten Vernichtung der Sozialdemokratie durch die konservativen Tallwihjünger geschritten werden. Aber ach! Trotz der wieder- holten dringenden Aufforderung des Vorsitzenden an die vorher so großmundigen Herren zogen die Tapferen es vor, zu schweigen; sicherlich war ihnen bei den Beifallsstürmen, die die Versammlung den beiden Rednern gespendet hatte, das Herz in die Hosen gerutscht. Mit einer wirkungsvollen Ansprache schloß der Vor- sitzende die prächtig verlaufene Versammlung,� und aus vielen hundert Kehlen tönte ein begeistertes dreifaches Hoch auf die interngti.onale« völkerbefreiende Sozialdemokratie. Wem bieten unsere Kolonien Kniielielungsgeiegenheit? Da es die neue Kolonialexzellenz so hinzustellen liebt. alS fei bis jetzt eigentlich die famose Kolonialpolitik den Arbeitern zuliebe getrieben worden und als biete sich jenseits des Ozeans in diesen herrlichen Kolanien auch für Minder- bemittelte Gelegenheit zur Ansiedelung, sei hiermit folgende amtliche Ansknnft qn einen Auswanderungslustigen wiedergegeben: Zentralauskunftsstelle für Auswanderer. Abteilung der deutschen Kolonialgesellschaft in Berlin W. 9, den 29. Dezember 1005. Schellingstr. 4. Herrn.... Reichenbach im Vogtl. Auf Ihr an das kaiserliche Kolonialamt gerichtetes, hierher zur Erledigung abgegebenes Schreiben vom 29. d. M. teile ich Ihnen ergebenst mit. daß ich nicht in der Lage bin, Ihnen eine für Sie zutreffende Auskunst zu erteilen, da Sie nicht mitgeteilt haben, welche Mittel Ihnen zur Verfügung stehen. Die deutschen Schutzgebiete sind zur Aufnahme von unbcmitteltennnd wenig bemittelten Ansicdlcrn nicht geeignet. Zur Niederlassung dortselbst sind größere Kapitalien und außerdem Kennwisse in der tropischen Landwirtschaft bezw. Viehzucht erforderlich. In Deutschsüdweftafrika, das hauptsächlich für Viehzüchter in Betracht kommt, sind bisher zur Ansiedelung mindestens 20 000 bis 25 000 M. als erforderlich erachtet worden. Zurzeit und bis zur Herstellung friedlicher Verhältnisse ist dort jedoch eme Niederlassung nicht rätlich. Die Anlage einer Kakao- Pflanzung in Samoa erfordert ein Kapital von mindestens 50000 M. Nur in den deutschostastikanischen Landschaften West- Usambara und Langenburg sowie auf den Marianeninseln ist eine Niederlassung eventuell mit etwa 10000 M. möglich. Dazu kommen noch die nicht unerheblichen Reise- und Ausrüstungs- tosten. Land kauft man lediglich an Ort und Stelle, nachdem man sich selbst genügend von der Qualität desselben überzeugt hat. Freie Reise. Fahrpreisermäßigung wird Personen, die sich in einer ' der deutschen Kolonien niederlassen wollen, von keiner Seite ge- währt. Bor einer Auswanderung nach einer der deutschen Kolonien zwecks Ansiedelung daselbst ohne die dazu erforderlichen Geld- mittel ist zu warnen; sollten Sie über größere Mittel verfügen, so stelle ich Ihnen anheim, unter Angabe Ihrer persönlichen Ver- hältnisse, d. h. Alter, Beruf, ob ledig oder verheiratet, verfügbare Mittel usw., sich nochmals hierher zu wenden. Ergebenst Der Leiter der Zentralauskunftsstelle für Auswanderer. Hellmann, Kaiserlicher Konsul z. D. Und da wagt Herr Dernburg von Kleinsiedelungen von 10 Hektaren in Südwest zu sprechen! Die Kolonien sind nur für Kapitalisten, die armen Teufel mögen sich im lieben Vaterlande durchhungern oder den Staub des Vaterlandes von den Pantoffeln schütteln! Bie Ursache des liidmit- afrikanifchen Hufftandos. Ein Professor der Berliner Universität. F. v. L u s ch a n- Direktor des Völkermuseums in Berlin, äußerte sich in einem am 17. Februar 1906 gehaltenen Vortrage folgendermaßen: .„Was ich selbst seit Jahren schon immer und immer wieder von neuem hervorhebe, das wurde mir im persönlichen Verkehr von mehreren sehr hochgestellten britischen Kolonialbeamten als das Hauptergebnis ihrer vieljährigen Erfahrungen bezeichnet: daß alle europäischen Beamten in den Schutzgebieten stüher oder später scheitern oder zu Fall kommen, wenn sie die Eingeborenen schlecht, das heißt roh, geringschätzig, grausam und ungerecht behandeln, während andererseits wirkliche Erfolge auf kolonialem Gebiet immer nur von denjenigen Europäern er- zielt würden, die sich persönlich für den Eingeborenen interessieren, das heißt sich mehr oder weniger praktisch mit Völkerkunde beschästigen. „Aber noch gehört in den meisten Kolonialstaaten die Völker- künde nicht zu den offiziell anerkannten Disziplinen bei der Vor- bereitung zum Tropendienst, und noch immer gibt es daher da und dort Europäer, die den„Wilden" unterschätzen und ihn deshalb, wie traurige Erfahrungen immer wieder von neuem zeigen, in der denkbar brutalsten Weise mißhandeln. Ich bitte deshalb um Erlaubnis, hier... wörtlich eine Stelle aus einem Vortrag ziteren zu dürfen, den ich im Jahre 1899 auf dem siebenten inter« nationalen Geographentag in Berlin gehalten habe: „Vor allem aber muß gefordert werden, daß der Völlerkunde wenigstens bei der Ausbildung von Kolonialbeamten die führende Stellung eingeräumt wird, die ihr von Rechts und Vernunsts wegen gebührt. Das ist eine Forderung nicht nur der Wissen- schaft, sondern auch eine Forderung der Moral und des natio« nalen Wohlstandes." „Ich stehe noch heute ganz auf diesem Stand- Punkt und bin vollkommen davon überzeugt» daß auch unser letzterKrieg inSüdafrika leicht zu vermeiden gewesen wäre und daß er einfach nur eine' Folge der Geringschätzung ist, welche in den damals leitenden Kreisen den Lehren der Völkerkunde gegenüber herrschte."-- Politische(lebersicdt. Berlin, den 11. Januar 1307. Zuviel Sozialpolitik. � Der bisherige Vertreter des Reichstagswahlkreises Borken- Recklinghausen, der ZentrumSmann E u l e r, hat dem Un- willen der christlichen Arbeiter des genannten westfälischen Kreises weichen müssen. Herr Euler ist ein wütender Vertreter der Zünftlerforderungen. dazu ein scharfmacherischer Drauf- gänger. Auf dem Rheinische» Handwerkertag in Kreuznach(September 1904) hielt er zunächst eine Lobrede auf vas Zentrum, dann auf die Konservativen.„Ich stehe," so sagte Euler,„in engster Fühlung mit dem Vor- st and der konservativen Fraktion; in Handwerker- fragen geht diese mit uns Hand in Hand. Dann fuhr Herr Eulcr fort: „Sie dürfen sich daraus verlassen, daß in beiden Fraktionen mit allem Ernst und allen denkbaren Mitteln für die Interessen des Handwerks eingetreten wird. Wenn trotzdem die Tatsache nicht'wegzuleugnen ist, daß in den letzten Jahren die Ar- beiterfrcundlichkeit weiter gegangen ist, als die Handwerkerfreundlichkeit, dann darf man das nicht als Schuld dieser Fraktionen kennzeichnen: eS liegt in den Verhältnissen, die es notwendig machen, daß von christlicher Seite die Arbeiter von er Sozialdemokratie abgehalten und zu christlichen Verbänden zu- sa in msngeschlossen werden. Von christlichem und politischem Standpunkte ist es mit Freuden zu begrüßen, daß es gelungen ist, eine ziemlich kompakte Masse von Arbeitern schon heute in christlichen Gewerkvereinen zu bereinigen." Trotzdem anerkanntermaßen die Sozialpolitik seit langen Jahren nichts geleistet hat, ist nach Herrn Eulers Ansicht noch z u viel für die Arbeiter geschehen. Dieses Geständnis ist ebenso interessant, wie daK andere, daß das Zentrum die Sozial- Politik und die Organisierung der Arbeiter nur der'Sozial- demokratie wegen betreibt, nur um die katholischen Arbeiter vor dem Uebergang-' ins rote Lager zu behüten. Wer aber nun meint, daß Herr Euler ein Freund der christlichen Gewerkschaften sei. der kennt das scharfmacherische Gemüt dieses Zentrumsmannes schlecht. Im Anschluß an obige Sätze fuhr er nämlich fort: „Ueber das Programm der Gewerkschaften will ich mich nicht weiter verbreiten, daran haben wir sehr viel auszusetzen, ins- besondere, daß man unsere Handwerksgesellen nicht in die Arbeitcrverbände hineinlocken soll." Und weiter sagte Herr Eulcr: „Wir sind nicht gegen das Koalitionsrecht der Arbeiter, wir wollen aber unsere eigenen Interessen auch mit den gesetzlich uns gegebenen Mitteln schützen. Wir wünschen drin- gend.daß unsere Gesellen nicht den Arbeiter- verbänden angehören, sondern zum Handwerk zurück- kehren. Ich empfehle meinerseits warm den Beitritt zu den katholischen und den evangelischen Jünglingsvereinen." „Wir wünschen dringend, daß unsere Arbeiter nicht den Ge- werkschaften angehören"— das ist Scharfmachersprache im un» verfälschten Stummsinne, so reden die Kirdorf und Stinnes, die Bueck und Beumer auch. Und dabei richtet sich, das ist das interessanteste dabei, dieses Kommando des Zentrumsmannes gegen die christlichen Gewerkschaften. Auf dem Kreuznacher Handwerkertag empfahl der Schlosser- meister Kriegers(Zentrumskandidat bei den letzten Stadtverord- netenwahlen in Düsseldorf!) eine Resolution, die u. a. forderte: „Verhütung weiterer Belastung der Handwerks- meister durch sozialpolitische Gesetze, Stellung- nähme gegen Abschluß von Tarifverträgen. Verlängerung der Lieferungsdauer öffent- licher Arbeiten bei unberechtigten Streiks." In der Diskussion über diese Resolution sprach auch Herr E u l e r; er wandte sich gegen die weitere Belastung de? Hand- Werks durch sozialpolitische Gesetze und stimmte, da der Bericht einstimmige Annahme verzeichnet, für die Resolution, sprach sich also, wiederum wie in. echter Scharfmachermanier, gegen die Tarifverträge und für die Begünstigung der Unternehmer bei Ausständen aus. Und dieser Mann hat Platz im Zentrum, das sich auf seine Arbeitcrfreundlichkeit so viel zugute tut! Es wird ihm ein bombensicherer Wahlkreis(Trier) zugeschoben, wo er den Unmut der Arbeiter nicht zu fürchten hat. Und die christlichen Gewerk- schaftsführer, anstatt auf die Kaltstellung des Scharfmachers Euler zu dringen, begnügen sich damit, daß er von Recklinghausen nach Trier verpflanzt und sein bisheriger Wahlkreis einem der ihrigen, dem Gewerkschaftsbeamten Schiffer, zugeschanzt wird. Das Zentrum, Herr Euler und Herr Schiffer'sind einander wert!— Die Landesproporzwahlen in Württemberg. Stuttgart, 12. Januar,(©ig.©et.) Durch den am 9. Januar stattgefundenen dritten Wahlgang haben die württembergischen LandtagSwahlen nunmehr ihren end- gültigen Abschluß gefunden. Der Ausgang dieses dritten Wahl- gangs, der sogen. Landesproporzwahlen entspricht in bezug auf die Mandatsverteilung durchaus den Berechnungen, die auf Grund der Hauptwahlcrgebnisse vom S. Dezember angestellt worden waren. Es erhielten Sozialdemokratie 4, Volkspartei 4, Zentrum 4. Konservative bezw. Bauernbund 3, Nationalliberale 2 Mandate. Nunmehr steht die FraktionS stärke der einzelnen Parteien im zukünftigen Landtag definitiv fest. Es haben Zentrum. i i i 25 Mandate Volkspartei...... 24, Sozialdemokratie.... 15„ Konserv. bezw. Bauernbund 14, Nationalliberale.... 13„ Der noch verbleibende.Wilde" dürfte sich den Nationalliberalen anschließen. Es ist also nicht gelungen, waS sowohl durch die„Listen- Verbindung" zwischen Sozialdemokratie und Volkspartei, als zwischen Konservativen und Nationalliberalen angestrebt worden war. das Zentrum um ein Mandat zu verlürzen, damit eS nicht als stärkste Partei im Landtage erscheinen könnte. Nunmehr wird ihm, ent» sprechend dem parlamentarischen Brauch, der Präsidentensitz m der Zweiten Kammer zufallen. Bei der Proportionalwahl erhielten insgesamt Stimmen: Sozialdem. Bollsp. �ueÄ" Natlib. Zentr. Neckar- und JagstkreiS:(503 413 454 091 870 006 200 379 270 685 Swwarzwald- u. DonaulreiS: 230 275 814 731 160 294 155 293 599 397 738 633 768 822 530 390 355 677 870082 Da jeder Wähler im Neckar- und Jagsllreise 9 Stimmen und im Schwarzwald- und Donaukreise 8 Stimmen abzugeben hatte, so ergibt sich, daß für die einzelnen Parteien gestimmt haben: Sozialdem. VolkSp. Lauerubd.' Natlib. Zentr. Neckar- und JagstkreiS 55 496 50454 41111 22264 30085 Schwarzw.- u. Donaukreis 18184 39 841 20036 19412 74924 85 274 89 795 61 147 41676 106 009 Dieses Ergebnis zeigt für die Sozialdemokratie einen Rückgang von etwa 6000 Stimmen gegen die am 5. Dezember stattgefundenen Hauptwahlcn, während Volks- ? artet und namentlich-Zentrum ihre Stimmen stark vermehrt haben. Diese Erscheinung ist jedoch keines- Wegs überraschend. Es wurde allgemein damit gerechnet, daß die Stimmabgabe überhaupt eine schwächere sein würde als bei den �auptwahlen. Wenn trotzdem gerade die Bolkspartet an Stimmen- zahl zunahm, so hat sie das, worüber sie sich selbst wohl am meisten klar sein wird, zu allerletzt der Anziehungskraft ihrer politischen Grundsätze zu verdanken. In erster Reihe ist ihr Wachstum darauf zurückzuführen, daß sie einen Verbandssekretär der StaatSunter- beamtenvereine auf ihren Wahlvorschlag genominen hatte, der den ganzen ihm zur Verfügung stehenden Apparat der Staatsbeamten- und-Arbeiterverbände für sich klappern ließ, sowie einen Lehrer, der ihr fast alle Lehrerstimmen des Landes zuführte. In gleicher Weise hatte sie schon am 5. Dezember bei der Proporzwahl in Stuttgart-Stadt mit der Kandidatur eines Postunterbeamten Stimmenfang getrieben. Wie dieses Manöver jetzt bei der Landesproporzwahl auf rmsere Stimmenzahl einwirkte, indem es uns die Eisenbahnerstimmen entzog, die am 5. Dezember für un» abgegeben wurden, läßt sich an einzelnen Wahlbezirken, wie z. B. dem Oberamt Aalen, mit nahezu mathematischer Genauigkeit fest- stellen. Dieser Schwindel gelingt aber nur einmal. Und daß es ein Schwindel ist, dem die Staatsbeamten und-arbeitet zum Opfer gefallen sind, ist nicht zu bestreiten. Denn wie die Wissenden chon im voraus prophezeit hatten, sind natürlich sowohl der Post- unterbeamte wie der Eisenbahnverbandssekretär, wie auch der Sekretär der evangelischen Arbeitervereine, den die Volkspartei gleichfalls auf dem Stimmzettel hatte, glatt durchgefallen. Ihre Kandidaturen erschienen der Volkspartet nur als geeignete Lock- mittel, um mit ihnen die Stimmen der hinter ihnen stehenden Wähler zu ködern. Das starke Anschwellen der Z e n t r u m S st i m m e n ist durch die ganz ungeheilren Anstrenginigen des Zentrums in den letzten Tagen zustande gebracht worden. Das Zentrum witterte die Gefahr, die ihm durch die Listeuverbindung der übrige» Parteien drohte und ließ alle Mittel seiner kirchlichen Organisationen in Bewegung setzen, um auch den letzten katholischen Wähler an die Urne zu bringen. Wie dieser Kontrollapparat arbeitete, wird am besten durch die Wiedergabe eines kurzen Wahlrapports illustriert, den das hiesige Zentrumsblatt heute aus einer seiner Gemeinden bringt. Der Bericht heißt: „ G r o ß e n g st i n g e n. Proporzwahlresultat. Wahlberechtigt nach der Liste 196, davon 1 gestorben, 2 krank. Abgestimmt haben 164, darunter 2 Protestanten.(!) 1S6 unabgeänderte Zentrums- stimmzettel!" Wer diese kleine Notiz genau liest, bekommt ein Bild davon, wie pronrpt die Organe der katholischen Kirche im Dienste der politischen Zentrumsorganisation zu arbeiten verstehen, wenn es ihnen darauf ankommt. So gelang es auch dem Zentrum, in seinen sicheren Wahlkreisen ganz hervorragende Wahlbeteiligungsziffern zu erzielen. Während die durchschnittliche Wahlbeteiligung im Schwarzwald- und Donaukreis, wo die Hanptdonränen des Zentrums liegen, etwa 80 Proz. und im Neckar- und Jagstkreise nur 73 Proz. war, betrug sie im eizelnen in den katholischen Aemtern Ellwangen 88,9 Proz., Riedlingen 91,3 Proz., Tettnang 83,97 Proz., Waldsee 39 Proz. usw., ein Beweis, wie schwer die Position des Zentrums zu erschüttern ist, so lange es in der Lage ist, die staatlich anerkannte kirchliche Or- ganisation in den Dienst seiner Parteiinteressen zu stellen. Da die Proportionalwahl eine neue Erscheinung ist, deren technische Einzelheiten noch nicht allgemein bekannt sind, so sei zum Schluß noch wiedergegeben, in welcher Weise die Mandatsverteilung an die einzelnen Parteien von statten geht: Neckar- und Jagstkreis---- 9 Mandate. Sozialdem. Volksp. Kons. Natlib. Zentrum 503 413 434 991 379 996 299 379 279 683 579 383 570 385 285 I92Vo 190 128'/, 142 596'/« 270 685 133 342'/a 99 228'/, 67 671'/« 962 394 1. 962 504 2. 481 252 8. 320 8342/z 4. 240 626 5. 192 SOO'/s Die bei solcher fortgesetzten Teilung der Stimmenzahl durch i, 2, 3 usw. erlangten 9 Höchstziffern, die wir durch Fettdruck ausgezeichnet haben, erhalten die zu vergebenden 9 Mandate. In gleicher Weise regelt sich dann die Unterausteilung der Mandate an die Parteien, deren Listen miteinander verbunden waren und deren Stimmen mithin zusammengezählt wurden, Schwarzwald- und Don an kreis— 8 Mandate. Sozialdem. Volksp. Kons. Natlib. Zentrum 239 273 314 731 169 294 155 298 599 397 1. 2. 3. 4. 345 996 545 006 272 503 161 6683/, 136 231'/z 315 592 315 592 157 796 195 197'/, 78 898 599 397 299 698'/2 199 799 149 849'/« Auch hier haben toir die 8Höchstziffern durch Fettdruck vis diejenigen bezeichnet, auf welche die Mandate entfielen. *•• Veutkkes Reich. Eine periodische Erscheinung. Die Regierung bekundet seit' einigen Wochen, genauer seit etwa Ii Tagen, eine überraschende Bcsorgtheit um das Wohl der Staats- beamten: eine Erscheinung,-die bekanntlich nur zeitweilig eintritt, nämlich jedesmal vor Reichs- und Landtagswahlen, und die sich gewöhnlich nach den Stichwahlen schnell wieder verflüchtigt. Auch diesmal verheißt nach altem Schema die Negierung oder vielmehr ihr Organ, die„Nordd. Allgem. Ztg.", den Reichsbeamten allerlei Gehaltsaufbesserungen und Vergünstigungen, und zwar, damit niemand im Zweifel bleibt, welchem Zwecke die schönen Ver- sprechungen dienen sollen, unter der Ueberschrift„Zum Wahl- kämpf". Das offiziöse Blatt schreibt: „Durch die Auflösung des Reichstages ist es der Reichs- Verwaltung noch auf längere Wochen hinaus unmöglich geworden, sich zu diesen, natürlich auch die gesamte Reichsbeamtenschaft lebhaft interessierenden Fragen, wie es beabsichtigt war, bei der Einführung des Reichshaushalts-Etats im Reichstage zu äußern. Aus diesem Grunde gehen uns von wohlunterrichteter Seite nachstehende Mitteilungen zu: Was zunächst die Gehalts- aufbesserungen und den einmaligen Unterstützungsfonds an- belangt, so sieht der unter dem 19. Dezember dem damals ver- sammelten Reichstage vorgelegte Entwurf des Reichshaushalts- Etats für 1997 ebenfalls eine Reihe von Einkommensvcrbesse- rungen, sei es durch tatsächliche Gehaltserhöhungen, sei es durch Abkürzung der Aufrückungsfristen vor. Rur sind sie nicht so weitgehend wie die preußischen, umfassen nicht sämtliche preußischerscits berücksichtigte Beamtengruppcn, auch ist ein Fonds zu einmaligen Unter st ützungen für Unterbeamte nicht ausgebracht..... Was sodann die Aenderung der Pensionsvorschriften der Zivilbeamten in Verbindung mit einer Verbesserung der Hinterbliebenenbezüge anbetrifft, so befinden derartige Gesetz- entwürfe sich gleichfalls innerhalb der Reichsverwaltung in der Ausarbeitung. Ihre Ziele decken sich im wesentlichen mit den Verbesserungen, welche für die preußischen Vorlagen von dem Herrn Finanzminister in seiner Etatsrede angekündigt sind. Ebenso besteht endlich bei der Reichsverwaltung die Absicht, für die Klassen der mindestbesoldetcn Beamten von 899 be- ziehungsweise 999 bis 1299 M. für das Rechnungsjahr 1993 Einkommensverbesserungen vorzusehe n." Die guten„A b s i ch t e n" sind also nach eigener Versicherung bei der Regierung vorhanden. Eine Garantie für ihre Aus- führung übernimmt sie allerdings nicht. Vorbedingung ist selbst- verständlich, dgtz die Unterbeamten bei der bevorstehenden Wahl konservativ oder nationalliberal wählen; aber auch dann ist durch- aus noch keine Gewähr für„Einkommensverbesse- rungen" gegeben, denn zunächst haben selbstverständlich Heer und Marine den ersten Anspruch auf die vorhandenen Mittel.— Vom Reichsschnorrverband. Die„Trierische Landeszeitun g", ein Zentrumsblatt, teilt mit, daß derselbe Reichsverband zur Bekämpfung der Sozial- demokratie, unter dessen Führung jetzt der Kampf gegen das „schwarzrote Kartell" vor sich geht, erst seit kurzem seine Zentrums- seindschaft entdeckt haben muß. Es sei nämlich noch gar nicht lange her, erst einige Wochen, daß dieser nämliche Rcichsverleumdungs- oder auch ReichSschnorrverband sich an Zeutrumstreise gewendet habe, um sie zum Beitritt zum Reichsverband und zur materiellen Unterstützung desselben aufzufordern. Das ultramontane Organ schreibt: „Nun ist es interessant, mit dieser Haltung des„Reichs- Verbandes" die Tatsache zu vergleichen, daß derselbe noch ganz kurz vor der Reichstagsauflösung Geldmittel aus katholischen Kreisen, ja aus Zentrum skreiscn, für seine Zwecke zu erlangen suchte. Noch am 6. Dezember 1996 wurden von Berlin aus Drucksachen, allerdings in geschlossenem Kuvert, auch in Zentrumskreise gesandt, um Mitglieder für den „Reichsverband" zu gewinnen. In dem Kuvert waren enthalten: 1. Ein Agitationsschreiben, unterzeichnet von den Herren Generalleutnant Liebert und Dr. Bovenschen.' 2. Ein Tätigkeitsbericht nebst dem sogenannten„sozialdemo- kratischen Gcheimerlaß zu den Reichstagswahlen 1998". 3. Eine Beitrittserklärung. 4. Eine Karte zum Einsenden geeigneter Adressen. 5. Eine Postanweisung, adressiert an den A. Schaaffhausen- scheu Bankverein in Berlin. Eine solche Zusendung, welche die Aufforderung zum Bei tritt und zur Einsendung des Mitgliedsbeitrages enthielt, empfing am 8. Dezember 1996 auch die Trierer Paulinus- Druckerei. Dieselbe wurde von dem Direktor der Paulinus� Druckerei natürlich mit großem Vergnügen zur Kenntnis ge- nommen und mit demselben Vergnügen sd acta gelegt. Nun wird man vielleicht sagen, es sei den Herren in Berlin nicht bekannt, welcher Parteifarbe die Paulinus-Druckerei an- gehöre. Der Einwurf könnte berechtigt sein, wenn nicht die Adresse des Briefes wäre. Die Herren in Berlin wissen nämlich nicht, daß die„Paulinus-Druckerei" nicht mehr Eigentum des Abgeordneten Dasbach ist. Sie halten den Abgeordneten Dasbach noch immer für den Besitzer dieser von ihm ins Leben gerufenen Druckerei, und darum haben sie ihr um Mitgliedschaft und Geld werbendes Schreiben nach Trier gesandt mit der Adresse: An die Paulinus-Druckerei, F. Dasbach. Nun weiß aber doch jeder der Berliner Herren, daß der Ab- geordnete Dasbach ein ausgesprochener Zentrums- mann ist. Am 6. Dezember schreibt man an diesen Zentrumsmann, um seine Mitgliedschaft und seine Beiträge zu gewinnen. Und am 18. Dezember schreibt man an den Herrn Reichs kanzler, um jenes gegen das Zentrum mit Unfreundlichkeiten ver- sehene Schreiben zu provozieren." Dem ReichSschnorrverband ist es ganz einerlei, woher er sein Geld nimmt. Er huldigt dem vornehmen Grundsatz, daß Geld ja nicht stinkt. Er nimmt es von Juden und Christen, von Protestanten und Katholiken, von den Kühncmännern und christlichen Arbeiter organisationen. Er kämpft für jede Reaktion, für das Ausbeutertum.in jeder Form. Deshalb sucht er auch bei dem Zentrum zu schnorren, demselben Zentrum, gegen das er nunmehr den Kampf führt. Daß der Reichsvcrband diesmal gegen das Zentrum kämpfen muß, wird er das nächste Mal gut zu machen versuchen. Er weiß ja nicht, ob er in unseren bewegten Zeitläuften nicht schon übers Jahr gemeinsam mit dem Zentrum den Kamps Aegen die Sozialdemokratie zu führen hat. Wir möchten diese Möglichkeit zu aller- letzt bezweifeln!_ Die Techniker und die Reichötagswahl. In diesen Tagen des Wahlkampfes, wo nicht nur die politischen Zeitungen, sondern selbst viele Kriegerverekns-, Mittelstands-, Ver- gnügungs- und Fachblättchen in hoher Politik machen, hat auch die „Berkehrstechnische Woche", redigiert von Herrn Re- gierungsbaumeister a. D. Braun, nicht in Bezug auf„Vater- ländisches Gefühl" hinter dem großen Heerhaufcn des nationalen Blocks zurückbleiben wollen. In einem„Techniker und Reichstagswahl" überschriebenen Artikel fühlt sich' die Re- daktion bemüßigt, ihrem Drange nach politischer Betätigung nach- zugeben und einen Appell an die Techniker zu richten, mit Mannes- mut für des Reiches Wohl und die südwestafrikanischen Sandwüsten zu fechten. Lang und breit wird auseinandergesetzt daß keiner besser als der Techniker dazu befähigt sei, der Sozialdemokratie entgegenzutreten, weil er durch seinen Beruf ständig in engster ' ühlung mit den„verschiedensten Klassen von Arbeitern" stehe. >ann heißt es unter Aufbietung des höchsten technischen Pathos: „Jetzt aber in diesen großen Tagen des ganzen Deutschen Reiches ist der Augenblick gekommen, in dem die Techniker zeigen können und müssen, was sie dem Vaterlande sind. Jetzt muß alle Empfindichkeit darüber schwinden, daß die Mitarbeit der Techniker an sozialpolitischen Aufgaben von maßgebenden Kreisen oft zurückgewiesen wird. Jetzt ist es Ehrenpflicht eines jeden deutschen Technikers, seine wissenschaftlichen Kenntnisse und seine vielseitigen praktischen Erfahrungen auf dem Gebiete der Ar- beitcrfragen in den Dienst der nationalen Sache zu stellen und im Kampfe gegen die Sozialdemokratie nutzbar zu machen, ein- gedenk jener ernsten Ermahnung, die Se. Majestät der Kaiser bei der Hundertjahrfeier der Technischen Hochschule zu Berlin an die Lehrer der technischen Jugend richtete und die darin gipfelte: „Ich rechne auf die Techniker." Die Kronsbeinsche„P o st" bringt diese Auslassung freundlichst zum Abdruck. Dieses spezielle Wohlwollen der� Sumpfdotterblume unter den deutschen Blättern für die Leistung der„Verkehrs- technischen Woche" ist eine genügende Bestrafung des albernen Fürwitzes dieser Fachzeitung.— Dernburg der Große. Die Verherrlichung Dernburgs durch die freisinnige Presse nimmt nachgerade höchst bedenkliche Formen an. Die albernen Leistungen Dernburgs vor den Berliner Professoren und den Mit- gliedern des deutschen Handelstages, die nicht nur die Kolonial- Exzellenz als komischen Phantasten charakterisieren, sondern auch den politischen und volkswirtschaftlichen Kenntnissen der beteiligten Professoren ein nicht gerade ehrenvolles Zeugnis ausstellen, werden B. in der gestrigen Wochenübersicht des„Berk. Tagebl." folgender- maßen gewürdigt: „Der einzige, der den Kampf um die Kolonien noch ernst nimmt, scheint der stellvertretende Kolonialdircktor Dernburg zu sein. Er tänzelt nicht über die Schwierigkeiten hinweg, sondern er ringt mit ihnen, er sucht sie zu packen und zu überwältigen. Seine beiden Vorträge, die er in der letzten Woche gehalten hat, um für unsere Kolonien Stimmung zu machen, geben Zeugnis von dem Ernst, mit dem Dcrn- bürg an seine Aufgabe herangegangen ist, und mit dem er an ihr festhält. Dernburg möchte alle Welt zu Mitarbeitern für sein koloniales Ideal gewinnen. Jeder Stand, jeder Beruf, jede Klasse soll das ihre tun, damit das Deutsche Reich sich in die Reihe der europäischen Kolonialmächte einreiht. Zu diesem Zwecke ruft er alle Wissenschaften und Künste zu Hülfe, ohne doch zu vergessen, daß in allererster Linie diejenigen Kreise interessiert werden müssen, die über die nötigen Mittel zux Er- schließung unserer Kolonien verfügen." Das„Berl. Tagebl." muß sehr bescheiden sein, wenn ihr das Ringen" Dernburgs und dessen„E r n st" so gewaltig imponiert; für anderd Leute hat die gespreizte Gravität, mit der Herr Dern- bürg alte abgestandene Ansichten volkswirtschaftlicher Kinderfibeln und ArbeiterkatechiSmen als neue eigene Produkte seiner genialen Denktätigkeit in die Welt schleudert, etwaö ungemein Komisches.— Ausgleichende Gerechtigkeit! Die Rheinprovinz zählt 35 Wahlkreise; in 32 davon hat das Zentrum Kandidaten aufgestellt. Unter diesen Kandidaten ist ein Prinz, ein Graf und ein Freiherr, ferner zählen wir vierzehn Juri st en. darunter ein Oberlandesgerichtspräsident und vier Oberlandesgerichtsräte; Geistliche gicbt es drei. Als Vertreter der Arbeiter sind drei Kandidaten, die Arbeiter- fekretäre GiesbertS, GronowSki und Röchling, vorhanden. Nun sind 51 Prozent der Bevölkerung der Rheinprovinz in der Industrie tätig; von den 6'/z Millionen Einwohnern kommen minde- stenS 3 Millionen auf die Jndustriearbeiterschaft. Für die Ver- tretung der Hälfte der rheinischen Bevölkerung bewilligt das Zentrum drei Kandidaten unter 32— ebenso viele, wie Vertreter dcS Adels, der bestenfalls einige hundert Familien zählt. Und wo hat man diese Arbeiterkandidaten aufgestellt? Röchling kandidiert in Solingen, für das Zentrum völlig aussichtslos; Gronowski in Duisburg, einem Wahlkreise, den das Zentrum nie besessen hat und nie besitzen wird; Gicsberts in Essen, das nur mit Mühe in der letzten Wahl gegen die Sozialdemokratie behauptet wurde und voraussichtlich diesmal schon endgültig der roten Fraktion einverleibt wird. Mit anderen Worten: den Prinzen, Grafen lind Oberlandes« gerichtSröten gibt das Zentrum die sicheren, den Arbeiterkandidatcn die aussichtslosen und unsicheren Wahlkreise. So bewährt sich das Zentrum auch hier wieder als die glorreiche„Volkspartei" I— Vom Ausweisungs-Unfug. Der Gastwirt Richter in Halle. ein mit Gefängnis und Zuchthaus vorbestrafter Mann, erhielt eines Tages vom Regierungspräsidenten die Ausweisungsorder, wonach er Halle und eine ganze Reihe Nachbarorte verlassen sollte. Der Mann stammt aus Rochlitz in Sachsen, betreibt gegenwärtig in Halle mit seiner Frau ein sehr gut gehendes Restaurationsgeschäft und steht unter Polizeiaufsicht. Da er das„Banngebiet" nicht ver- ließ, stellte man ihn vor das Schöffengericht, wo der Amtsanwalt gegen ihn 3 Wochen Haft beantragte. Der Angeklagte erklärte mit Recht:„Wo soll ich denn eigentlich hin; in meiner Heimat habe ich mein Heimatsrecht verloren, und hier, wo ich mich jetzt redlich er- nähre, soll ich von meiner Frau getrennt werden, die meine Eifer- sucht„im höchsten Maße rege macht?" Das Gericht sprach den An- geklagten frei und brachte in der Urteilsbegründung zum Ausdruck, daß es kein Gesetz gebe, nach dem ein unter Polizeiaufsicht Stehen- der bestraft werden könne, wenn er dem Ausweisungsbefehle nicht nachkomme. Dem Druckfehlerteufel hat es gefallen, in dem Schlußabsatz unseres Entrefilets über Revolution und Wahlkampf im letzten Sonntagsblatt die Mahnung an den Freisinn, er möge reuig an seine eigene Brust klopfen, in die Aufforderung zu verwandeln. ruhig an seine eigene Schulter zu klopfen. Dem Druck- fehlertenfel ging es offenbar wider den Strich, daß man beim Freisinn noch so viel Einsicht und Anstands- gefühl erwarte, die ihn veranlassen könnten, reuig seine Sünden zn beweinen. Dagegen hielt es dieser Kobold offen- bar für geboten, dem Freisinn ob dieser Sünden tüchtig die Schultern zu verklapsen. Das wird denn auch das deutsche Proletariat mit seinen Stimmzetteln am 23. Januar besorgen— ausgiebig aber ruhig, denn über den Freisinn regt sich niemand mehr auf. So liegt denn Druckfehlerkobolds.» ein tiefer Sinn in dem kindischen Spiel des Husland. Frankreich. Ter„Fetzen". Paris, 14. Januar.(W. T. B.) Aus Douai wird gemeldet. daß, als den Rekruten des 15. Artillerieregiments in feierlicher Weise die Fahne vorgeführt wurde, ein Unteroffizier sich mit lauter Stimme in geringschätziger Weise über die vielen Geschichten äußerte, die man wegen eines solchen„Fetze n s"� mache. Der Umeroffizier ist mit Degradation und acht Tagen Gefängnis bestraft worden.— Spanien. „Toleranz." Barcelona, 12. Januar. Der Bischof hat die Diözesanen seines Sprengels benachrichtigt, daß alle kirchlichen Zeremonien denjenigen Verstorbenen verweigert würden, deren Tod von den Angehörigen in liberalen Zeitungen mitgeteilt würde! Höher kann sich geistliche Borniertheit im 29. Jahrhundert nach Christi Geburt wohl kaum noch versteigen.— Ein bürgerliches Blatt übrigens macht den guten Witz: Der Bischof fnngiere als Annoncen-Acquifiteur für k a t h o li s ch e Zei- tungen. Mag was Wahres dran sein.— England. Heeres-Reorganisation. Am Sonnabend ist ein Armeebefehl veröffentlicht worden, der den neuen Armeereorganisationsplan enthält. Der Befehl sagt über die Kriegsorganisation der Feldarmee für den Dienst im Auslande, daß diese aus einer Kavalleriedivision zu vier Bri- gaben, sechs Divisionen, aus„Armeetruppen" und aus den für die Verbindungslinie erforderlichen Truppen bestehen soll. Die ent- sprechende Organisation für die reguläre Feldarmee in Friedenszeiten soll aus vier Kavalleriebrigaden, sechs Divisionen und Armeetruppen bestehen. Der Ausdruck„Armee- truppen" bedeutet nach dem Armeebefehl Truppen aus solchen Ein- heilen, die einen Teil einer Expeditionskolonne bilden, aber nicht in der Organisation einer Kavalleriedivision, einer Division oder der Verbindungslinientruppen inbegriffen sind. Eine den Armeebefehl erläuternde Denkschrift besagt, die Divisionen, die die für den Dienst im Auslande bestimmte Feld- armee bilden, würden jede annähernd die Stärke eines halben Armeekorps haben und in der Hauptsache aus der Feldtruppe bei der Fahne und aus Reservisten bestehen; dazu würden für den militärischen HülfSdienst Hülfsmannschaften treten, deren Auf- gaben im Kriege nicht eine ständige militärische Ausbildung be- dingen, wie sie für die eigentliche Kampftruppe nötig ist. Die Kavalleriebrigaden, die bisher den einzelnen Heeresabteilungen und Armeekorps zugeteilt waren, sollen von nun an behufS wirk- samerer Erfüllung der Aufgaben der Kavallerie eine Kavallerie» Division unter dem direkten Kommando des Hecresbefchlshabers bilden. Die Heereseinheiten für den Telegraphen- und den Brückenbau sollen beträchtlich vermehrt werden. Perfien. Der dritte Sohn des verstorbenen Schahs, Abu! Fath Mirza Salar cd Dauleh, soll zum Thronfolger ausgerufen sein von einer Streitmacht, die er aufgeboten hat, in der Hoffnung, die Thronfolge seines Bruders anfechten zu können.— Letzte JVachnchten und Dcpcfchcn. Preisvcrteuerung. Esse» 9. d. Ruhr, 14. Januar.(SB. T. B.) Der Brikettverkaufs- verein erhöhte ab 1. April die Preise für Salonbriketts um 7 Marl und für Jndustriebriketts um 5 Mark pro Doppclwaggon. Ei» empfehlenswerter Minister. Budapest, 14. Januar.(B. H.) Der Redakteur und Schrift- steller Dr. Polyp erstattete gegen den Justizminister Polonyi Anzeige wegen versuchter Erpressung, die sich Polonyi während seiner Tätig- keit als Advokat an der gräflichen Familie Nalo schuldig gemacht haben soll._ In Rußland ist jeder verdächtig. Petersburg, 14. Januar.(®. H.) Der italienische Journalist Josef Cassi wird seit längerer Zeit vermißt. Man befürchtet, daß er als politisch verdächtig von den russischen Behörden verhaftet wurde. Die hiesige italienische Botschaft nnternahm nunmehr Schritte bei der russischen Regierung zur Aufklärung der Angelegenheit. 'iveranw. Redakteur: Hans Weber. Berlin. Inseratenteil tzWMwu«.Glocke, Bertin. Druck».Verlag: Vorwärts NuSdr.u.Lerlag»££ Arbeiterzersplitterung Vorschub leisteten.. Ailr daß diese Klerikalen geriebener waren und wohl christlichsoziale Vereine gründeten, aber dabei sorgfältig verschwiegen, daß sie gern eine Streikbrechervereinigung haben möchten. Wenn in Ungarn erst eine M.-Gladbachsche Filiale errichtet ist, wird Herr K r i st o f auch vorsichtiger zu Werke gehen. Möge man den Christlichsozialen bei den Wahlen die Arbciterfreund- lichkeit ihrer Parteigenossen rn Ungarn gehörig unter die Nase reiben._ Ter Streik in FougcreS. Paris, 12. Januar.(Gig. Ber.) Der Versuch der Unternehmer, den Betrieb wieder aufzn- nehmen, ist gänzlich fehlgeschlagen. Auch die Schwachherzigen, die Mittwoch früh in die Fabriken gekommen waren, sind wieder aus- geblieben. Es wurden in sämtlichen 30 Werkstätten nur 8 2 Ar- b e i t e n d e gezählt, ein Ergebnis, das bei einer 8000 Arbeiter umfassenden Arbeitslosigkeit, die nun schon in den vierten Monat geht und bei den Uintrieben der Unternehmer und der von ihnen bezahlten„Gelben" wahrhaft glänzend ist. Die Regierung zeigt eine löbliche Unparteilichkeit. Da der Bürgermeister, der sich gänzlich den Ausbeufern verschrieben hatte, bei seinen provokatorischen Matzregeln ihrem Einspruch begegnete, ist er mit den: ganzen Gemeinderai zurückgetreten. Die erste Tat des Präfekten, dem nun die provisorische Verwaltung der Stadt zufiel, war die Freigebung er Stadthallc für die Streikversammlungen. Sie machte allen lärmenden Szenen und Konflikten auf der Straße sofort ein Ende. Aber die Untcrnehmerprcsse klagt die Regierung an, daß sie vor den „Feinden der Ordnung" kapituliert habe. Mit dem Streik von Fougeres steht wohl auch im Zusammen- hang, daß der Ministerrat den Justizminister beauftragt hat, einen Entwurf über die Aufhebung der Art. 415 und 418 des Strafgesetzbuchs auszuarbeiten, die die„B e e i n t r ä ch- tigung der Arbeitsfreihei t", d. h. den privilegierte» Schutz des Streikbruchs zum Gegenstand haben. Ob das Bourgcoisparlament so ganz auf dieses Bollwerk des Profitmacher- tums wird verzichten wollen, bleibt allerdings fraglich. Ei» Streik der Straßcnbahnangestellten ist in Nizza aus- gebrochen. Der Betrieb ruht vollständig. Gnade! Von den 49 Polizeibeamten in Touss, welche im Zusannnenhang mit dem letzten Ausstand ihrer Aemter enthoben worden waren, ha; der Präfekt 33 wieder eingestellt. Soziales. WaS ist die Ursache der Landflucht? Tarauf gibt ein ländlicher Leser im schwarzen„Rcgensburger Anzeiger" folgen!« Antwort: Die Stadt mädchen lassen sich von den gnädigen Franc:: in der Stadt nicht mehr tyrannisieren, man »cht deshalb Mädchen vom Land, die noch etwas dümmer sind. Bald aber wird das Mädchen vom Land auch Heller und es läuft davor:. Auf diese Weise werden immer neue Mädchen vom Land geholt, die dann schließlich zur Fabrilavbeit übergehen. Entrüstet ährt dann der Einsender fort:„Wenn die Herrschaften in der Stadt so viel und so schwere Arbeit haben, dann müssen sie sich halt mehr Personal nehmen und nicht alles oft nur einer Person aufbürden. WervielArbeithatun>d selb st Nichtstun will, der oll dann ganz einfach bessser in seinen Säckel greif en." Das ist sehr richtig. Das bürgerliche Blatt macht aber ein Fragezeichen hinter ddn Ausführungen seines Lesers. Warum? Hirn Xnduftrlc und T>andeL Kapitalstvnzentratio» und Kapitalsvcrtcilung. Die Kapitals- konzentration in immer wenigere Hände ist eine Tatsache, die oft genug statistisch nachgewiesen worden ist. Meist investiert der Kapitalist sein Geld in einer großen Anzahl von Unternehmungen, un: so gegen alle Zufälle gesichert zu sein. WaS das»ine gewagte Unternehmen vielleicht auffrißt, bringen die anderen nebenher wieder mit herein. In welchen: Maße jedoch diese Be- tciligung der einzelnen Kapitalisten an den bestehenden Unternehmungen stattfindet, daftir fehlt jeder Nachweis. Es ist auch schwer, solche Nachweise aufzustellen, weil einige Formen der Kapitalsassoziationen derart find, daff die eigent- lichen Besitzer zum großen Teile gar nicht bekannt sind. Bei den Aktiengesellschaften ist zum Beispiel die große Masse der lleinen Aktionäre gänzlich unbelannt, da die Aktien jeden Tag an der Börse gehandelt werden und alle Tage von Hand zu Hand gehen. Nur ge- legentlich der Generalversammlungen und der Dividendenverteilung wäre es möglich, jeweils die Zahl der Besitzer ungefähr fest- zustellen. Wieweit aber diese Besitzer auch noch an anderen Unternehmungen beteiligt sind, ist schon eine fast unlösbare Ausgabe. Das Bureau of StatisticS of Labor des Staates Massachusetts hat es unternommen, mit Hülfe der Direktionen der Unternehmungen eine Uebersicht aufzustellen, aus der für die Stadt Boston und ihre nähere Umgebung ersichtlich ist, an wie vielen Unternehmen jeder der Aktionäre beteiligt ist. An den vorhandenen Gesellsihaften waren 4862 Personen be- teiligt als Direktoren, Bevollmächtigte, Kuratoren, Aussichtsräte usw., die natürlich stets Besitzer sind; und zwar waren von ihnen beteiligt 3l42 an nur einer Gesellschaft. 740 an je zwei. 353 an je drei Gesellschaften usw. Die 10 535 Anteile, in die das Kapital der Gesellschaften geteilt ist, besitzen nur 4862 Personen, so daff durch- schnittlich jeder der Aktienbesitzer an etwas über zwei Gesellschaften interessiert ist. Die Statistik der Geschäftsbetriebe hat übrigens nach„Labor Bulletin of the Commonwealth of Massachusetts", Dezember 1906, in Massachusetts eine von Jahr zu Jahr zunehmende Verminderung der privaten Firmen und eine steigende Zahl der Gesellschaften fest- gestellt. Berliner Grundstücks- und Hypothckenmarkt. Der Berein Berliner Grundstücks- und Hypothekcnmakler gibt in seinem Jahresbericht eine Zusammenstellung, nach welcher sich der Gesamtumsatz an be- bauten und unbebauten Grundstücken im verflossenen Jahre auf 1 174 435 000 M, stellt, gegen 1 175 267 000 M. im Vorjahre. Für daS letzte Jahr ist die Ausstellung aber noch nicht vollständig. Aus vier Orten, die im vorigen Jahre einen Umsatz von 21 750 000 M. aufwiesen, fehle:: die diesjährigen Ziffern noch vollständig. Im Bericht wird dazu bemerkt: „ES ist bedauerlich, daff wir obige Tabelle nicht vervollständigen können, und daß uns besonders für die Vororte Tegel, Schnmraen« dorf und Pankow die Angaben fehlen. Schätzen wir die Umsätze dieser Vororte auf zirka 25 Millionen Marl, so würde sich der dies- malige Gesamtimmobiliarumsatz von Groff-Berlin auf d:e riesenhafte Summe von zirka 1 Milliarde 200 Millionen Mark stellen. Diese Ziffern hätten sich zweifellos noch erheblich erhöht, wenn das Hypothekengeschäft mit- dem Jmmobiliarverkehr gleichen Schritt gehalten hätte. Zu Beginn deS Jahres ließ sich das Geschäft ganz zufriedenstellend an. doch mit der AlgeciraS-Konferenz und deren schwankenden politischen Phasen stockte allmählich der Pfandbriefabfatz der Banken, durch den damals gleichzeitig beginnenden ver- steifte:: Geldstand, welcher auch bis zum Jahresende ohne Unter- brechung anhielt. Die Unterbringung von Hypothekcnpfandbriefen war um so schwieriger, alS die Placierung aller festverzinslichen Werte unter der Ausgabe neuer industrieller Aktien, welche be- deutend mehr Kapital als im vorigen Jahre beanspruchte, zu leiden hatte."_ Hud der Frauenbewegung. Versammlungen— Veranstaltungen. Britz. Donnerstag. 17. Januar, Vortrag des Genossen Händel: „JesuS und Christenwm.1 Pankow. Die Versammlung bei Groffkurt für diesen Monat fällt aus. Die Frauen werden ersucht, dafür recht zahlreich in den Versammlungen der Männer am Dienstag, im Gesellschafts- Hause, Kreuzstr. 3/4 und im Paradiesgarten, Kaiser Friedrichstraffe 12, zu erscheinen. Zum Wahlfonds gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Kranlenunterstützungsverein sämtlicher Berufe, Berlin Bez. II 20,—. Sparvereii:„Glückauf" durch Pietsch 20,—. Sechserkasse der Kutscher der Holzbearb.- Fabrik Südost, Köpenickerstraffe 5,—. Berliner Schneiderei-Genossenschaft„Hoffnung", 1. Rate 23,—. Vom Bau Rudolf Hertzog, Brüderstraffe, durch W. 20.—. Bon Mitgliedern des Arbeiter-Turnvereins Adlershof 15,—. Berliner Arbeiter-Radfahrer- verein, Bund„Solidarität", 2. Rate 60,—. Rabitzer von Krauff- Bau, Jägerstratze 8,30. Maler der Firma Hauser, Rixdorf 6,80. Dreherei von Schäfer u. Hauschner durch Ziegler. 2. Rate 5,35. Verbandsmitglieder der Bnchdruckerei Hempel 31,65. Gesammelt v. Mitgl. d. A.-R.-V.„Freiheit", Berlin u. 3 Mitgl. der 8. Abt. des Turnvereins„Fichte" 5,20. Ueberschuff d. Vertrauens- männerkasse d. Kolleg, der Fa. Kassel, Alexandrinenstr. 105/6 10,33. Sechserkasse d. Bautischlere: Bartsch, Kopernikusstraffe 10,—. Bier- Prozente d. Tischlerei Heinrichs 30,—. Beka-Rekord 33,85. Gesamtpersonal der Buchdruckerei Sitteufeld, 2. Rate 115,25. Silvester- feier Erkner, durch A. H., Saal Degebrodt 8,—. DeSgl., Saal Dernnfing 3,20. Vom letzten Mitläufer, B. III. 8 h. 9 m. 6,—. Strafgelder und Bierprozente vom Personal der Schiffs- werft Kahnt, Stralau 18,70. Zentralorganisierte Töpfer der Schönhauser Vorstadt 25,—. Zentralverband der Maurer Zahlstelle Köpenick 100,—. Patienten der Heilstätte Beelitz B. I 2,50. M. K... y, Friedenau 10,—. Zehupfennigkasie der Drahtweber Lerm und Ludwig, Tempelhof 3,—. Klempner von Dietrich, Mariannenstr. 20 8,—. Arbeiter-Schwimmklub„Neptun", Weißen- see 10,—. Zentralisierte Lederarbeiter Berlin I, Weiffgerber und Färber 100,—. Ruchiftlb„Germania", Fidicinstraffe, M. d. A.-R.-B. 4,03. Schreyer, Paris 1,12. Zwei italienische Parteigenossen 10.—. Summa 732,32 M. Bereits quittiert 12 307,67 M. Summa 13039,99 M. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen- genommen. Gerichts-Zeitung. Ungültige Vorschrift einer Berfrommungsordnung. Die Oberpräsidialverordnung für die Provinz Hannover vom 22. August 1900, betreffend die äußere Heilighalurng der Sonn- und Feiertage bestimmt in ihrem s 3:„Während der Stunden des Hauptgottcsdicnstcs an den Vormittagen der Sonn- und Feiertage kann die Verabreichung geistiger Getränke in den Gast- und Schaut- wirtschaften, mit Ausnahme der an Reisende, von den Ortspolizei- behörden untersagt oder beschränkt iverden." Auf Grund dieser Bestimmung hatte es die Polizeiverwaltung von Papenburg den Gast- und Schankwirten verboten, während der genannten sonn- und festtäglichen Vormittagsstunden geistige Getränke(aus- genommen an Reisende) zu verabreichen. Der Gastwirt Bunte richtete sich nicht danach und wurde deshalb angeklagt. Das Lanipgericht Osnabrück ver. urteilte ihn auch zu einer Geldstrafe. Das Kammergericht gab dieser Tage der Revision statt und sprach ihn frei, indem es den§ 8 der zitierten Verordnmm für an» gültig erklärte. Begründend wurde ausgeführt: Es handele sich hier um eine Verordnung zum Schutze der äußeren Heilige baltnng der Tonn- und Feiertage. Es frage sich deshalb, od sich die Vorschrift des§ 8 im Rahmen eines solchen Schutzes halte. DaS sei nicht der Fall. Allerdings habe das Kammergericht schon Bor- schuften für gültig erklärt, die ein solches Verbot für die sogen. Branntweinschenken aussprcche, d. h. für Schenken, in denen ausschließlich oder doch vorzugsweise Branntwein verabreicht werde. Das sei aber etwas anderes. Da handele es sich um schnell berauschende Getränke, und die Erfahrung Ichre. daß aus derartigen Lokalen mit überwiegendem Branntwernausschank die Leute oft betrunken und skandalierend auf die Straße hinaus- träten, daß es damit zu Aufläufen komme usw. Hier sei bei einem Ausschank während der Stunden des Hauptgottcsdienstcs die Gefahr der Störung der ä u ß e r e n Heilighaltung der Sonn- und Feiertage erheblich vorhanden. Das treffe aber nicht zu auf Lokale, wo vorzugsweise Bier oder Wein ausgeschänkt werde. Deshalb sei 8 der angezogenen Verordnung, der auSnah ms» os alle Gast- und S chan kwi rt s cha f te n treffe, ungültig._ Schiffskatastrophe in der Glbmündung. Durch den furchtbaren Sturm am Sonntag ist bei der Insel Scharhörn in den ersten Morgenstunden das englische Vollschiff „P e n g w e r n" gestrandet, wodurch 24 Mann den Tod in den Wellen fanden. AuS Cuxhaven wird darüber folgendes gemeldet: Von dem Elbfeuerschisf I wird gemeldet, daß ein Vollschiff, dessen Name noch unbekannt ist, auf Scharhörn gestrandet ist. Ein Fisch» dampfer und ein Schlepper sind an der Unfallstelle. Nach einer weiteren Meldung ist von dem gestrandeten Bollschiff nur»och ein Stumpf vom Kreuzmast sichtbar. Die Besatzung ist anscheinend ertrunken. Der Schlepper„Vulkan" ist mit einem Rettungsboot vom zweiten Feuerschiff unterwegs. Cuxhaven, 13. Januar. Das bei Scharhörn gestrandete große Vollschiff heißt„Pengwern" und ist in Liverpool beheimatet, Es kam mit einer Ladung Salpeter von Talta(Chiles. Die Be» satzung ist ertrunken. Ein späteres Telegramm meldet: Der Schlepper„Vulkan". der dem auf Scharhörn gestrandeten englischen Vollschiff„Pengwern" zu Hülfe eilte, berichtet:„Vulkan" fuhr an dem„Pengwern" ganz- dicht vorüber, wobei die Besatzung des„Pengwern" einen lebenden Hund sowie einen Anzug auf das Deck des„Vulkan" warfen, der ganz trocken daselbst ankam. In dem Anzug befand sich ein Taschen, tuch mit dem Namen G. N. Tavics. Der Aufforderung, ins Wasser zu springen, um ihre Rettung zu ermöglichen, leistete die Besatzung des„Pengwern" keine Folge. Der Vulkan fuhr dann nochmals dicht an dem„Pengwern" vorüber, wobei er mitteilte, daß er daS Rettungsboot' von dem zweiten Elbfeuerschiff herbei- holen werde. AlS der„Vulkan" den Rückweg vom Elbfeuerschiff zur Hälfte zurückgelegt hatte, ging eine schwere See über den „Pengwern" hinweg, der dann verschwand, wobei die auf dem Hinterteil des Schiffes befindliche, 24 Mann starke Besatzung ihren Tod in den Wellen fand. Es heißt, daß sich auch ein englischer Lotse in Bord des„Pengwern" befand. Roch ein Schiffsunglück. Die Woermann- Linie teilt mit: Laut Telegramm aus Lome ist am 9. d. Mts. der von Duala nach Hamburg abgegangene Dampfer„Lucie Woermann" unweit Lome im Nebel gestrandet. Die Post und die Passagiere sind in Lome gelandet. Das Schiff ist dicht, aber der Rudeerstcvcn und das Ruder sind gebrochen. Der Dampfer„Hans Woermann" versucht den gestrandeten Dampfer abzuschleppen. Die Dampfer„Alexandra Woermann" und«Henriette Woermann" sind außerdem zur Hülfe» leistung bcordnert, letzterer ist inzwischen von Lagos gestern nach Lome abgegangen. KZnflcrstniid an: 13. Januar. Elbe bei Anjfii:— VUltt, bei DreSdc»— 1,03 Meier, bei Magdeburg 4- 2,36 Keler, eisfrei.— U n K v u t bei Straubfurt— Meter.— O d e r bei Ratibor+ 1,80 Meter.— Neiße» mündung+ 2,80 Meter.— Oder bei Bricg 4- 2,80 Meter.— Oder bei Breslau Unterpegel— 0,06 Meter. Für den Juhalt der Juferate übernimmt die Nedaktion dem Publitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 15. Januar. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Die Abreise. Barbier von Bagdad. Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Deutsches. Das Wintermärchen. Westen. Cousin Bobby. Lorning. Der Freischük. Anjang 8 Uhr. Leffing. Wenn wir Toten erwachen. Schiller 0.( Wallner Theater.) Doppelselbstmord. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Bauernpoffe in 6 Bildern von Ludwig Anzengruber. Mittwoch, abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Donnerstag, abends8Uhr: Minna v. Barnhelm. Schiller- Theater, Charlottenburg, Bismardstraße, Ede der Grolmanstr. Dienstag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Lustspiel in 4 Aufzügen von Oskar Blumenthal und May Bernstein. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Donnerstag abends 8 Uhr: Jugend. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute Dienstag, den 15. Januar cr., abends präzise 7½ Uhr: Extra Gala- Vorstellung. Ganz exquisites Programm und die größte Novität! Noch nie gesehen. Schiller N.( Briebrich Bilbelm. Der Motor im Globus. städtisches Theater). Der Familientag. Schiller Theater Charlottenburg. Mathias Gollinger. Neues Schauspielhaus. Der Helfer. Kleines. Eine triviale Komödie. Berliner. Sherlock Holmes. Komische Oper. Figoros Hochzeit. Neues. La fille Elisa Poil de Carotte. Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. Der Thalia. Eine lustige Doppelehe Luifen. Aus dem Buch der Liebe. Bernhard Nose. Die Schule des Lebens. Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßfellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrufeld. Familientag im Hause Brellstein. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. zialitäten. MiB Irene und Mr. Wizard Stone. 3 Frères Willé, die phänomenalen Equilibristen. Die berühmte Cardinale. Reiterfamilie Ferner die bestdressierten Schul, Freiheits- und Springpferde sowie Heute abend 7 Uhr. Der Todes- Globus Die berühmte Reiterfamilie Lecusson. Mig Dianda, dressierte Affen, Hunde und Kakadus. Frl. Marguerité, Schulreiterin. Um 10 Uhr: ROM. Gr. Drigin. Ausst.- Pantomime des Zirkus Busch in 7 Bildern. bie neu engagierten Spezialitäten. DERNHARD ROSE- THEATED Zum Schluß zum 26. Male: Die größte Pracht- AusstattungsPantomime der Gegenwart: St. Hubertus. Residenz- Theater, Direktion Richard Allegander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr. Florette und Patapon. Apollo. Die schöne Bestalin. Spe- Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin Rafino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Das Modell. Seund Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der reniffimus August XXVI. Josef Schlafwagen- Kontrolleur. Fleischmann. Prater- Theater. Die Haubenlerche. Passage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Figaro. Der Kavalier. Die Klaue. Chicagoer Landwirt. Unterm Bett. Walhalla. Spezialitäten. Große Frankfurterstr. 132. Die Schule des Lebens. Anf. 8 Uhr. Billettvorbert. 10-1 Uhr. Morgen: Lezte Aufführung von Ausgewiesen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 16. Jannar, abends 8% Uhr: Vertrauensmänner- Verfammlung für sämtliche Branchen und Bezirke in der Brauerei Friedrichshain. 77/ 15* Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand der Aussperrung. 2. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimieren. Die Ortsverwaltung. Urania Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. Fort8 Uhr: Dr. Thesing: pflanzung durch Keimzellen. Berliner Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Abends 8 Uhr: Die Daubenlerche Schauspiel in vier Aften von E. v. Wildenbruch. Morgen: Wilhelm Tell. Deutscher Kürschnerverband. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 17. Januar, abends 8½ Uhr: Mitglieder- Versammlung Prenzlauerstr. 41. Zages Ordnung: 1. Bericht der Drtsverwaltung. 2. Bericht des Kassierers und der Revisoren. 3. Neuwahl der Ortsverwaltung sowie der Delegierten zur Gewerkschaftskommission. 4. Berschiedenes. Zahlreiches Erscheinen ist erwünscht. Die Ortsverwaltung. 102/2 Deutscher Holzarbeiter- Verband. W. Noacks Theater. Fröbels Allerlei- Theater Telephon 4, 3578. Direttion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Zum legten Male: Der Rattenfänger von Hameln. of: Dir. Robert Dill. Anfang 8 Uhr Entree 30 Pf. Schauspiel mit Gesang in 5 Aften. Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag und Donnerstag: Konzert, Theater, Spezialitäten. Stets erstklassige Riesenspielfolge. Nach der Vorstellung: Gr. Tanz. Tanzleitung: B. Sachse. Ehren- und Vorzugstarten gültig. Anf. Sonntag 5, Donnerstag 8 Uhr. Kasino- Theater Luisen- Theater WINTE Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Karl Haverland. Spezialitäten. Aus dem Buche der Liebe. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. Hörsaal 8 Uhr: Dr. Thefing: Fort planzung durch Keimzellen. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Komödie in 4 Aufzügen und einem Vorspiel von Sevaria Oriola. Metropol- Theater Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Sherlock Holmes Massary. Wolff. Bender. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Frizz Werner Coufin Bobby. Neues Schauspielhaus Dienstag, den 15. Januar 1907: Der Helfer. Mittwoch: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr Neues Theater Gastspiel Suzanne Desprèt aus Paris. La Fille Elisa. Poil de Carotte. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Denise. Donnerstag: Maison de Poupée. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Mittwoch: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Täglich abends 8 Uhr: Der Familientag. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Komische Oper. Anfang 8 Uhr. Figaros Hochzeit. Mittwoch: Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Pariser Leben. Freitag: Lakmé. Sonnabend: Pariser Leben. Giampietro. Josephi. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gest. Sonnabend, den 19. Januar 1907: II. gr. Metropol- Theater- Ball. WINTE CARTEN SAHARET. Otto Reutter Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ledige Leute. Komödie in 3 Aften v. Felir Dörmann. Vorher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwant in 1 Aft v. M. Krämer. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. Zahlstelle Berlin. Telephon 4, 3578. Branche der Maschinenarbeiter. Donnerstag, den 17. Januar, abends 8%, Uhr, Andreas- Festfäle, Andreasstr. 21( Inh. Friz Walter): Branchen- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheiten. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Adressen der Obleute: Süden und Südwesten: Fritz Hübner, Branchenleiter, Rigdorf, Elbestraße 34, born parterre. Südost: Wilhelm Unger, Cubrystr. 37, born III. Norden und Moabit: Otto Neumann, Rorsörerstr. 21. Osten und Nordosten: Paul Schade, Langeftr. 37. 77/18 Kaufmann- Trupe, weibl. Radfahrer. Reichshallen- Theater. Verein Berliner Hausdiener Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, Gymnastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Berlin pollo paß auf! Theater 8 Uhr: Die Spezialitäten- Attraktionen. 9% Uhr: Die schöne Vestalin. Operette. Musik von Viktor Holländer. Sonntag, den 20. Januar, uachm. 3 Uhr: Doppelvorstellung. Halbe Preise! 1. Abt. Variété. 2. Abt. Benus auf Erden. Gebr. Herrnfeldnig. Theater Ginlak 8 Uhr. 7 Uhr. Kommandantenstr. 57. Nur noch wenige Tage: Familientag im Hause Prellstein Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11-2 Uhr und bei Wertheim. Preise der Plätze: Rangloge für 2 Perf. a 4,50. Drchesterloge 4,10. Profzen. Loge 4,10. Rangloge 3,30. Balkonloge 3,10. Orchesterfauteuil 3,10. Parkettjauteuil 2,30. Barrett 1.- 6. Reihe 1,75. Bartett 7.- 11. Reihe 1,10. Rangballon 1,60. 1. Rang 1,10. In Borbereitung: Ein verrücktes Hotel mit dem Vorspiel„ Hayfisch geht zur Jagd". Komödie in 3 Aften v. A. u. D. Herrnfeld. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. des Letztes Auftreten Januar- Spielplans! Ab 19. Januar: Lortzing- Theater Münchener Bockbier- feste! Bellealliancestr. 7/8. Dienstag, den 15. Januar, 7%, Uhr: Der Freischütz. Abonnements gültig. Mittwoch: Der Wildschük. Im März: Wiederbeginn der Burleske in 2 Aften v. Leop. Ely. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Der Sorgenbrecher. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: , Ueber'n großen Teich." Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Gegründet 1883. Arbeitsnachweis: Telephon I, 2632, Alte Leipzigerstraße 1, Eingang Raules Hof. Geöffnet von 8-6 Uhr. Sonntags geschlossen. Dienstag, den 15. Januar, abends 8%, Uhr, bei Buggenhagen, Moritzplatz: Außerordentliche General- Versammlung. Tages- Ordnung: Erledigung des Protestes in Sachen Urabstimmung. Zu dieser Versammlung haben nur diejenigen Mitglieder Zutritt, welche im Befize eines braunen Buches sind und die Beiträge bis zur 45. Woche Um vollzähliges Erscheinen ersucht Der Vorstand. Trianon- Theater. entrichtet haben. Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen, ohne dieſes kein Zutritt! Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Wo ist der Papa? Achtung! Portefeuiller Achtung! Vorher: Die Schloßkellerei. Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Hausfreund. Colosseum Dresdenerstr. 97. und Ledergalanterie- Arbeiter. Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 16. Januar 1907, abends 8 Uhr: 12 crtialle leer 12 Ordentliche General- Versammlung erfstklassige Schlager Konzertsaal: Wiener Schrammeln. SANSOUCI Sanssouci Stottbufer straße 4a. Divertion Wilhelm Reimer. Heute Dienstag: Theater- Abend: Marianne, ein Weib aus dem Volke. Boltsschauspiel in 5 Aufz. bon d'Ennery. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. uggenhagen Morikplak.. ock- Jubel ter- Trubel. Täglich: Walhalla Doppelkonzert Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907! der Mann Kosta, mit ben Drehbaren Kopf. Oberbayern und Dachauer Bauernkapelle. drehbaren Kopf. General- Versammlung 14anzlich neue Karneval- Spezialitäten 14 Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Allee 148. der Sterbe- und Kranken- Unterstützungskasse No. 55 Gastspiel Bernhard Rose- Theater. am wittwoch, d. 23. Januar 1907, Die Tochter des Gefangenen. abends 8 Uhr, im Kaffenlokal, Linienstraße Nr. 19. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht der Revisoren. Schauspiel in 5 Atten von Herrmann. 2. Wahl eines Vorstehers. Kaffeneröfinung 7 Uhr. Anj. 8 Uhr. 3. Wahl eines Revisors. Billettvorverkauf: Krüger& Oberbeck, Raftanienallee 1. Das grüne Buch legitimiert. Der Vorstand. 4. Besprechung über§ 34 der Sagung. Variétévorstellungen. Stob. Handwerker, Göng. Ance 153. 8855 bei Graumann, Naunynstr. 27. Tages Drdnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung, des Stassierers und der Agitationstommission. 2. Wahl der Ortsverwaltung, der Agitationskommission und der Revisoren. 3. Beratung der Anträge zum Verbandstag. 4. Verbands109/1 Angelegenheiten und Verschiedenes. Der reichhaltigen Tagesordnung wegen wird die Bersammlung Punkt 8 Uhr eröffnet. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Sonnabend, den 9. Februar, in Sanssouri, Kottbuserstr. 4a: 6. Stiftungs- Fest. Billetts a 30 Pf. find im Bureau Engel- Ufer 15, Zimmer 24, sowie bei allen Bertrauensleuten zu haben. Die Billetts vom 24. 11. 06 müssen in dieser Bersammlung abgerechnet D. O. werden. Berlin SO. 16, H.& P. Uder, Engel- Ufer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 4, 3014. Reiche l'8 echt ungarischer 3464L* Wacholder- Extrakt marke ,, Medico" ein rein natürliches u. heilträftiges, feit Jahrhunderten glänzend bewähr. tes Hausmittel, mit wunderbarem Erfolge wirkend, speziell gegen Rheumatismus. Gicht, Sämorrhoiden. Wingenschwäche, Beschwer den der Wechseljahre, Frauenleiden. Alstoma, ist schleimlösend auf Bruft u. Lunge und reinigt das Blut in der vollkommensten Welfe. Vermöge seiner ableitenden, die Hautausdünstung fördernden, harn treibenden u. Unreinigteiten ausscheidenden Eigenschaften Leiftet er bet Blafen- u. Nierenleiden befanntlich unschägbare Dienste und wirkt, die Natur unterstüßend, auf alle Teile des Organismus in wohltätiger Weife ein. Viemals lofe, garantiert rein u. unverfälscht nur in Flaschen mit Marke Medico" à 75 Bf., M. 1.50, u. 2.50 au besichen durch F.- Anschlüsse Berlin SO. 43, Otto Reichel, Eisenbahnstr. 4. IV. 4751, 4752, 4753. Wo in den Drogerien u. Apotheken nicht erhältl., Busdg. hier frei Haus. Man verlange ans: andere Füllungen. brücklich Warte Medico" und nehme feinesfalls Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. m. Hygienische Bedarisartikel. Neuest. Katalog Empfohl viel. Aerzte u.Prof. grat. u.f H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin W. Friedrichstrasse 9/93 1. Wahlkreis. Hente Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr: Charlottenburg. Dienstag, 15. Januar, abends 812 Uhr: 2 Wählerversammlungen 12 öffentliche Volksversammlungen in folgenden Lokalen: Beyer, Fischerstr. 25, und ,, Arminhallen", Kommandantenstraße 20. Tagesordnung: 1. Die Neuwablen zum deutfcben Reichstag. Referenten: Rechtsanwalt Dr. Oskar Cohn und Gewerkschaftsbeamter Kuntze. In beiden Versammlungen hält unser Kandidat Dr. Leo Arons Ansprachen. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwarten 2. Wahlkreis. Die Einberufer. Am Dienstag, den 15. Januar 1907, abends 8½ Uhr: 236/4 4 Wähler- Versammlungen in folgenden Lokalen: „ Hofjäger- Palast", Hasenheide. 5253, Referent: Rechtsanwalt Wolfgang Heine, Goßmanns feftfäle, Kreuzbergstr. 48, Referent: Stadtverordneter Paul Dupont. Am Mittwoch, den 16. Januar 1907, abends 8½ Uhr: Bock- Brauerei", Tempelhofer Berg, Referent: Parteisekretär Fritz Ebert. Zühlkes Festfäle, Denuewigstraße 13, Referent: Redakteur H. Ströbel. Tages- Ordnung: Eine in den Prachtsälen des Westens, Spichernstr. 4. Drei im ,, Volkshause", Rosinenstr. 3. straße 24. Bei in Schulz' Feſtſälen, Kaiſer FriedrichLeibniz- Festfälen, Leibnizſtr. 33, Ferner je eine in den im Restaur. H. Harnisch, Windscheidstr. 24/25. " " 1 " " " " " Tages Ordnung: G. Lahmanu, Tauroggenerstr. 10. Georg Felsmann, Reuchlinstr. 6. Wilh. Hischan, Kaiserin AugustaAllee 25. Wilh. Wuthstrack, Beusselstr. 90. 250/ 3* 1. Wem geben wir unsere Stimme am 25. Januar? 2. Diskussion. Referenten: Dr. Borchardt, Casper, Kurt Eisner, A. Gebert, A. Mohs, Stadtv. E. Obst, Dr. Rosenfeld, J. Rosenthal, M. Straffer, Uko. Zu diesen Bersammlungen sind hiermit die Vertreter jeder Parteirichtung geladen und wird denselben volle Redefreiheit zugesichert. Darum, Männer und Frauen Charlottenburgs, erscheint alle zur Berjammlung. Da alle vier Versammlungen am 8. Januar polizeilich abgesperrt waren, so ersuchen wir um zeitiges Erscheinen. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Schöneberg! Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr: 3 Volks- Versammlungen in den Lokalen: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2 Diskussion. E. Obsts Festsäle, Meiningerstr. 8. Wilhelmshof, Ebersstraße 80. 238/ 5* Frauen haben Zutritt.- Zahlreichen Besuch erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 3. Wahlkreis! Dienstag, den 15. Januar, abends 8 thr: 2 Wählerversammlungen in folgenden Lokalen: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Referent: Genosse Karl Liebknecht. Frankes Festfäle, Sebaftianstr. 39. Referent: Genosse Fritz Ebert. Tages Ordnung: 1. Der bevorstehende Wahlkampf. 2. Freie Aussprache. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. 5. Wahlkreis. 240/ 5* Am Dienstag, den 15. Januar 1907, abends 8 Uhr: Klubhaus, Hauptstraße 5-6. Referenten sind die Genoffen: Julian Borchardt, Julius Kohn, Dr. Silberstein. 15/3 Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Rummelsburg. 2 öffentl. Wählerversammlungen am Dienstag, den 15. Jannar, abends 8 Uhr, im Café Bellevue, am Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, in den Prachtsälen des Ostens, Frankfurter Allee 151/152. Tages- Ordnung: Der Reichstags- Wahlkampf. Referenten: Die Arbeitersekretäre Bauer und Müller. Freie Diskuffion. Achtung! Das Wahlkomitee. Achtung! Zwei große öffentliche Zentralverband der Maurer Deutschlands Wähler- Versammlungen tn den Musiker- Sälen, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Lipps' Brauerei, Am Friedrichshain. Tages Ordnung: 1. Der Kampf gegen den Regierungsabfolutismus und deffen Helfershelfer. 245/4 2. Diskussion. Referenten: Georg Ledebour, Heinr. Ströbel, Otto Wels. Alle Wähler des 5. Kreises find zum Besuch der Versammlungen hiermit eingeladen. Das Wahlkomitee. 6. Wahlkreis. 5 offent. Wählerversammlungen KolbergerDie Zweigverein Berlin. Am Mittwoch, den 16. d. M., abends 8 Uhr, finden im gesamten Zweigverein die statt. Delegiertenwahlen zum 9. Verbandstage Versammlung der Maurer( Zahlstelle Berlin) findet bei Freyer( früher Keller), Koppenstr. 29, statt. Zages Drdnung: 1. Delegiertenwahl zum Verbandstage. 2. Bericht der Schiedskommission und Neuwahl derselben. 3. Berschiedenes. Sektion der Puter! Die Bezirks- Versammlungen Monat Januar finden wegen der am Mittwoch tagenden Mitglieder- Bersammlungen in sämtlichen Berliner Bezirken und den Vororten am Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, in den bekannten Lokalen statt. Die Tages- Ordnung in diesen Versammlungen ist die bevorstehende Neuwahl der örtlichen Berwaltung. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Obmänner. Die Sektion der Puter Puzer tagt Mittwoch, den 16. Javuar von 7 Uhr ab in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, und ist zunächst Vortrag des Kollegen Eng. Simanowski über das Thema:„ Welche Vorteile bietet eine Zentralisation der KrankenIm Anschluß daran finden die Wahlen der Verbandstagsbelegierten statt. Heute Dienstag, den 15. Jan., abends 8 Uhr: kaffen für die Versicherten?" Ballschmieder, Badstr. 16.- Raabes Salon, straße 23. Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42 Artus- Hof, PerlebergerKronenbrauerei, Alt Moabit straße 26. Tages- Ordnung: Der Wahlkampf. 47-49. Referenten sind die Genossen: Basner, Haß, Hugo Heimann, Albert Kohn, Rehbein. Zu zahlreichem Besuch ladet ein Das Wahlkomitee. Genossinnen! 6. Wahlkreis. 246/10 Genossen! Dienstag, den 15. Januar, abends 8 Uhr, bei Wilke, Brunnenstraße 188: Volks- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Das Frauenstimmrecht. Referentin: Genoffin Ottilie Baader. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet 1/ 3* Die Vertrauensperson. Die Versammlung der Sektion der Gips- und Zementbranche tagt im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( großer Saal). Tages Drdnung: 1. Wahl der Delegierten zum 9. Verbandstage. 2. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Verbandsbuch resp. Legitimationskarte legitimiert! Agitiert für guten Besuch der Ver Kollegen! erarten vollzähliges und pünktliches Erscheinen. Der Zweigvereinsvorstand. S..: Emil Thōns. Soeben erschien 136/ 5* Möbelfabrik Berolina, eingetragene Genoſſenſchaft mit beschränkter Haftpflicht. Mittwoch, den 30. Januar 1907, abends 6 Uhr, General- Versammlung. Zages Ordnung: Kein Kollege darf fehlen! eine billige Volksausgabe des vorzügl. Romans Der Sumpf von Upton Sinclair. Roman aus Chicagos Schlachthäusern. Der Preis beträgt nur 1.80 M. 3. Wahl des Borstandes und des Expedition des„ Vorwärts", Berlin SW. 68, 1. Bericht über die Revision. 2. Bilanz. Aufsichtsrates. 4. Geschäftliches. 105/2 Der Vorstand. Lindenstraße 69( Laden). Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Eh, Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärke Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. |lr. 12. 24. laijtgaug. 2. ßtilngc i>cs Joraärts" Kerlim Bolliolilntl. DitMag. 15. Januar 1907. Der Wahlkampf in Grotz-Berlin. Zn der bcvorstehcnden RcichstagSwahl o>n 23. Januar erhalten die Wähler keine besondere Ein- l a d u n g wir etwa bei den Landtagslvahlen. Es muh sich deshalb ein jeder, der sein Wahlrecht ausüben will, mit entsprechender Legitimation oersehen, um in zweifelhaften Fällen sich über seine Person ausweisen zu können. Personen, die sich nicht legiti- mieren können, kann der Wahlvorstand zurückweisen. • Nicht„unzeitgemäß", aber„unzweckmäßig"! Die Verhandlungen, die in Verlin zwischen Freisinnigen und Konservativen über die Aufstellung gemeinschaftlicherWahlkandidaten stattgefunden haben, werden in den Wählersammlungen de? Frei- sinnS mit vorsichtigem Stillschweigen übergangen. Desto offener wird hierüber in den Wählerversammlungen der Konservativen ge- sprochen, und mit dem Ausdruck lebhaftesten Bedauerns wird fest- gestelli, daß diese Verhandlungen gescheitert seien an der Kurzsichtig- keit des Berliner Freisinns, der fiir einige Wahlkreise Berlins von einer Aufstellung möglichst vieler Kandidaten noch am ehesten die.Verhinderung der Wiederwahl eines Sozial- dcmokratcn" erwarte. In unserem Bericht über eine Versammlung im zweiten Kreis, die von den Konservativen veranstaltet worden war, haben wir am Sonntag mitgeteilt, daß auch hier der Plan einer freisinnig-konservativen Gemeinschaftskandidatur fallen gelassen worden sei, nachdem die Freisinnsführer sich die Sache lange hin und her überlegt hatten. Dabei hat der Druckfehlerteufel uns sagen lassen, die Freisinnigen hätten diesen Plan ftir unzeitgemäß erklärt. Wir berichtigen hiermit, daß statt„unzeitgemäß" zu setzen ist„unzweckmäßig". Nur als unzweckmäßig haben die Freisinnsführer den Vorschlag der Konservativen bezeichnet. Unzeitgemäß wäre eine solche Gemeinschaftskandidatur keines Wegs gewesen: fie wäre heute sogar sehr zeitgemäß, da der Freisinn ja den Nachweis seiner Befähigung Schutztruppe der Regierung zu sein, inzwischen in ,0 cinwandsfteier Form geliefert hat, daß die Konservativen in diesem Punkt mir ihm zufrieden sein könnten. Mit einem Nein hat der Freisinn nur die Frage beantwortet, ob Gemeinschastskandidaturen für Berlin Erfolg versprechen. Aber diese Frage brauchte unseres Erachtens gar nicht gestellt zu werden. Ob die bürgerlichen Parteien getrennt marschieren oder vereint, das ist sehr gleichgültig— wenn sie, wie wir hoffen, allesamt von uns geschlagen werden. Mögen im zweiten Kreis unsere Genossen alles aufbieten, um am 23. Januar auch hier der Sozialdemokratie wieder den glänzenden Sieg über konservative und freisinnige Feinde der Arbeiterklasse zu erkämpfen, der ihr gebührt! Im dritten Berliner ReichStagSwahlkreise ist Rechtsanwalt Bredereck von den Konservativen und der Mittelstandsvereinigung als nationaler Kandidat aufgestellt worden. In dem ReichStagswahltableau, daS wir dieser Tage veröffentlichten, befinden sich verschiedene Irr tümer. So gehören die Häuser Hochstr. 37—46 zum 736. Wahl bezirke. Die Wähler wählen in der Turnhalle der 73./147. Gemeinde- schule, Wiesenstr. 66. Dann werden wir daraus aufmerksam gemacht, daß das Wahllokal fiir den Wahlbezirk 733 nicht Soldincrstr. 26 sein kann, sondern wohl Nr. 76 gemeint ist; auch die Nummer des Wahl lokals für den 320. Bezirk stimmt nicht. Hostmanns Lokal ist Kastanien-Allee 23 und nicht 82. Hoffentlich berichtigt der Magistrat diese Irrtümer noch. Wählerversammlungen. Erster Wahlkreis. Heute abend 8 Uhr finden zwei Wählerversammlungen in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, und bei Beyer. Friedrichstr. 23, statt. In beiden Versammlungen hält unser Kandidat Genoffe Dr. SronS Ansprachen. Zweiter Wahlkreis. Heute, Dienstag, 13. Januar, abends 8>/z Uhr, finden zwei Wählerversammlungen in folgenden Lokalen statt: Hofjäger-Palast, Hasenheide 32/33. Referent: Rechtsauwalt Wolfgang Heine. Goßmanns Festsaal, Kreuzbergstr. 48. Referent: Paul Dupont. Am M i t t w o ch, den 16. Januar, abends 8'/, Uhr, Bock Brauerei. Tempelhofer Berg. Referent: Parteisekretär Fritz E bert. Zühlkes Festsaal, Dennewitzstr. 13. Referent: Redakteur H. S t r ö b e l. Zahlreichen Besuch erwartet DaS sozialdemokratische Wahlkomitee. Dritter Wahlkreis. Heute abend 8 Uhr finden im GewerkschaftShause, Engel-Ufer 18, und in Frankes Festsälen, Sebastianstt. 39, zwei Wählerversammlungen statt. Die Genossen Dr. Karl Liebknecht und Parteisekretär Fritz Ebert sprechen über den bevorstehenden Wahlkampf. Vierter Wahlkreis. Achtung! Bezirke, welche zu Niederbnrnim wähle». Dienstag, den 13. Januar, abends 8V3 Uhr: Volksversammlung in den Prachtsälen des Ostens, Frankfurter Allee 131/132. Tages- ordnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent: Redakteur Genosse Mermuth. 2. Diskussion. Fünfter Wahlkreis. Heute DienStag, abends 8 Uhr: Zwei Wählerversammlungen: 1. in Lipps Brauerei, am Friedrichshain; 2. in den Musiker-Sälen. Kaiser Wilhelm st r. 18m. Referenten: Ledebour, Sttöbel und Wels. Zahlreiches Erscheinen aller Genossen erloartet Der Vorstand. Sechster Wahlkreis. Fünf öffentliche Wählerversammlungen Dienstag, also heute den 15. Januar, adendS 8 Uhr, in folgenden Lokalen: Ballschmieder, Badstr. 16; RaabeS Salon, Kolbergerstr. 23; Swinemünder Gesell- schaflshauS, Swinemünderstr. 42; Artus-Hof, Perlebergerstr. 26; Kronenbrauerei, Alt Moabit 47/49. Tagesordnung: Die Reichs- tagswahl.- Wahlversammlungen. Sechster Wahlkreis. Die Versammlung, welche unsere Genossen am Sonntag nach �em„Germania-Saal" in der Chauffeestraße einberufen hatten, bot dasselbe Bild lebhafter Anteilnahme am Wahlfampf. welche schon in einer großen Zahl von Versammlungen in die Erscheinung ge- treten ist. Eine mehr als rausendköpfige Menge füllte den Saal bis in den äußersten Winkel und bei weitem nicht alle, die Einlaß suchten, fanden Platz. Frisch-ftöhliche Kampfstimmung beseelte die Masse der hier versammelten sozialdemokrattschen Wähler nicht minder wie die zahlreich anwesenden proletarischen Frauen. Frisch-ftöhliche KampfeSstimmung durchwehte auch den Vortrag des Genossen Ledebour. der unter brausendem Beifall der Zuhörer die Politik der Regierung scharf und treffend beleuchtete und aufforderte zum Ka,npfe für die Ziele der Sozialdenwkratie. der einzigen Partei, welche für die Rechte des Volkes kämpft, der einzigen Partei, die entschlossen und bereit ist. die Volks- feindlichen Pläne der Reaktion zu schänden zu machen.— Nach dem Referenten sprach-me Genossin. In beredten Worten forderte ffe die proletarischen Frauen auf, wenn sie auch selber das I Wahlrecht nicht ausüben dürfen, doch ihre Kräfte in den Dienst der «Sozialdemokratie zu stellen und ihr zum Siege zu verhelfen. Die Ausführungen der Nednerin fanden beifällige Aufnahme bei den Zuhörern.— Nun folgte ein Redner, der die Versammelten zwar als Genossen ansprach, sich dann aber als ein Gegner entpuppte, der an der Sozialdemokratie mit allerlei unklaren Redensarten herumnörgelte, ohne daß mau von ihm erfahren konnte, welche Partei er eigentlich vertrete.— Nachdem Genosse Ledebour diesen Konfusionsrat mit einigen Worten abgefertigt hatte, trat ein Anarchist auf die Bühne, der in längerer Rede gegen den Parlamentarismus und gegen die Wahl- beteiligung sprach, wobei er es an feigen Verdächtigungen sozialdeino- kratischer Führer, die er jedoch nicht nennen konnte, nicht fehlen ließ.— Auch dieser Herr erhielt durch den Genossen Ledebour die gebührende Zurechtweisung. Ferner führte Ledebour unter all- gemeinein Beifall aus, daß die Anarchisten mit ihren Redensarten gegen die Wahlbeteiligung und den Parlamentarismus sich mit den ärgsten Reaktionären begegnen und wenn auch unbeabsichtigt, die Geschäfte der Reaktion besorgen.— Hieraus nahm die Versammlung einen Schlußantrag an und endete dann mit brausenden Hochrufen auf die Sozialdemokratie. Kreis Teltow. Britz. Eine vorzüglich besuchte Volksversammlung nahm am Sonntag ein Referat deS Genossen Wollermann über:„Der Reichstagwahlkampf" entgegen. Nach eingehender Behandlung der im Vordertreffen des Wahl'kampfes stehenden Kolonialpolitik und der von den Gegnern im Kreise betriebenen Wahlschwindeleien, schloß Redner, daß am 25. Januar kein anderer als Genosse Fritz Zubeil gewählt werden könne. Der stürmische Beifall bewies, daß die Versammlung sich mit den Ausführungen einverstanden erklärte. An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Liederitz und Prenzlow im Sinne des Referats. Eingeleitet wurde die Versammlung durch ein stimmungsvolles Lied des Britzer Arbeitergesangvereins. Lankwitz. Die am Sonntag, den 13. d. M., stattgcfundene öffentliche gutbesuchte Versammlung nahm mit Begeisterung die Ausführungen des Genossen Obst entgegen, welcher an Stelle des erkrankten Genoffen Hirsch erschienen war. Von den Gegnern hört und sieht man am Orte bis jetzt gar nichts. In Schmöckwitz tagte am Sonntag, den 13. Januar, eine gut besuchte Versammlung in der„Palme". Das Referat hatte an Stelle des erkrankten Genossen Dr. Bruno Borchardt der Stadt- verordnete Genosse G r 0 g e r- Rixdorf übernommen, der für seine trefflichen Ausführungen stürmischen Beifall erntete. Heiterkeitssalven entfesselten verschiedene Stellen der kritisierten und arg zerzausten Reichsverbandsflugblätter, stürmische Zustimmung aber die Auf- forderung, den altbewährten Vertreter Zubeil wiederzuwählen. Gegner meldeten sich trotz wiederholter Aufforderung nicht zum Wort. Für den Wahlverein waren einige Neuaufnahmen zu ver- zeichnen. Vor zirka 700 VcrsammlungSbesuchcri» sprach am Sonnabend Genosse Zubeil in Königs-Wustcrhnusen. Mit den letzten Vor gängen im Reichstage beginnend, entwarf Redner ein anschauliches Bild von dem volksfeindlichen Treiben der Regierung und der reakionären Parteien im Reichstage. Mehr Rechte dem persönlichen Regiment, mehr Rechte der militärischen Kommandogewalt, Niedep Haltung der arbeitenden Bevölkerung, das sei das Ziel der Reaktion. Mit ätzendem Spotte führte der Referent den Anwesenden die Ver brüderung der Regierung mit dem Fälscherverbande vor Augen, die in dem Silvesterbriefe BülowS ihren Ausdruck findet. In bezug auf die Kandidaten deS Freisinns und der Konservativen meinte Zubeil, die Sozialdemokratie kämpfe nicht gegen Personen, deshalb gehe er auch auf die schmutzigen persönlichen Beleidigungen, die die gegnerische Presse über ihn verbreitet, nicht ein. Der Freisinn fordere jetzt im preußischen Dreiklassenparlament das gleiche, geheime Wahl recht, da. wo er vollständig ohnmächtig ist; in den Kommunen denke er gar nicht daran, diese Forderung zu verwirklichen. Nur um die Wählermassen irre zu führen, bringe er solche Anträge ein. Nachdem Redner die innere Politik der Regierung zerzaust und ihre Volks- feindlichkeit dargelegt hatte, schloß er unter lebhaftem Beifall mit dem Rufe:„Auf zum Kampf und zum Siegel" Der Aufforderung des Vorsitzenden Genossen Dietze an die anwesenden Gegner, sich zum Worte zu melden, kam niemand nach. In Senzig fand am Sonntag eine von über 150 Personen besuchte öffentliche Wählerversammlung statt, in welcher Genosse Emil L ü d k e über die bevorstehende ReichStagSwahl referierte.— In seiner einhalbstündigen Rede beleuchtete er das Sündenregister der Regierung und bürgerlichen Parteien, besonders der Konfer- vativen. Den Kolonialsuinpf und den in der Silvesterstimmung ab gefaßten Brief des Reichskanzlers v. Bülow und das in Deutschland sich immer mehr breit machende persönliche Regiment glossierte er treffend unter dem Beifall der Versaminlung. Zum Schluß forderte der Vorsitzende die Versammlung zu reger Mitarbeit für die Sozial- demokratie auf. Nicdcr-Barnim. In Wilhelmsruh nahmen unsere Genossen in einer von den Bürgerlichen einberufenen Wählerversammlung Veranlassung, die Tiraden des antisemitischen Döring zn widerlegen. Unsere Genossen waren in großer Anzahl erschienen. Da bisher in wichtigen kom- munalen Angelegenheiten(RalhauS- und Schulstreit) Sozialdemokraten und Bürgerliche zusammengingen, so konnten die„Nationalen" nicht die Blamage auf sich nehmen, den Genossen das Wort nicht zu geben. Es wurde auf Anfrage zunächst absolute Redefreiheit zu- gestanden, dann aber nach dem Referat des Herrn Döring dies Zugeständnis dahin beschränkt, daß der erste Redner der Genossen, den dieselben selbst bestimmen sollten, unbeschränkte Redezeit er- halten, alle anderen aber nur zehn Minuten sprechen sollten. Der„nationale" Mijchmaschkandidat Ziethen ergriff zuerst das Wort; man hörte seiner Rede, die nirgends anecken wollte, deutlich an, daß es ihm schwer wurde, ein bestimmtes Programm zu entwickeln, was er auch offen aussprach. Die nationale Phrase bildete den Kitt, der alles zusammenhalten sollte. Wichtig war nur seine unter dem Zwange der Verhältnisse gegebene � Zusage, daß er für das bestehende ReichStagsw ahlrecht s e i. Der eigentliche Referent war der antisemitische Klopffechter Döring, welcher ein Gemisch von MittclstandSpolitik und nationaler Phrase, gewürzt mit Verdrehungen unseres Programms und grauenhaften Bildern aus dem Zukunstsstaat darbot. Es fehlte natürlich auch nicht an den bekannten persönlichen Ver- unglimpfungen unseres Genossen Stadthagen. Ironische Zwischenrufe und Gelächter der anwesenden Sozialdemokraten waren die Quittung. Unser Genosse Keinnitz unternahm eS in'/«stündiger Erwiderung, die Ausführungen zu widerlegen. Den kolonialen Tiraden hielt er ent- gegen die wahren Ursachen deS Hereroaufftandes, der verlästerten Jnternationalität des Sozialismus die Jnternationalität des Kapitals, und der durch nichts bewiesenen Anarchie der Zukunftsgesellschast stände doch entgegen die Anarchie des heutigen Polizeistaates, die Anarchie der KapitalSwirtschaft. Die Idee des Znkunftsstaatcs existiere nur in den Köpfen derer, die unsere Literatur nur aus dem Titel und nichtssagenden Zitaten kennern; denn der moderne Sozialist erkennt nur die natürliche Entwickelung an, die von selbst der Ex- propriation zutreibe. Eben deswegen sei auch die gepriesene Mitlelstandspolitik ein Phantom, mit dem man daS doch unrettbar dem Untergange entgegengehende Handwerkertum ködern wolle. Gegenüber der Versicherung Ziethens, er sei für da« Reichstagswahlrecht. Ivies er darauf hin, daß bisher nach der Wahl stets eine Revision der Anschauungen bei den Konservativen vorgenoinmen worden sei, und forderte die anwesenden kleinen Beamten. Lehrer und Kleinbürger auf, solchen Zusicherungen nicht zu trauen; nur die Sozialdemoftatie sei die einzige Hüterin der 1 Vollsrechte. Nachdem noch Genosse KieSling im gleichen Sinne ge*' sprachen hatte, öffnete dann natürlich in seinem Schlußwort Herr Döring alle Kloaken, um die Sozialdemokratie mit Jauche zu über- schütten. Die Genossen blieben bis kurz vor dem üblichen Kaiser- hoch, beim Verlassen des Saales etwa ganze 60 nationale Wähler zurücklassend, unter denen gewiß noch mancher Unterbeamte war, der mit stillem Grimm infolge seiner Stellung bleiben mußte. In Reinickendorf tagt heute wieder eine Versammlung der Liberalen, diesmal aber ausdrücklich eine Mitgliederversammlung. Nur von Mitgliedern eingeführte Gäste haben Zutritt. Die Herren scheuen den Besuch von Sozialdemokraten und deren Kritik, weshalb sie hinter verschlossenen Türen tagen. Die letzte Versammlung scheint ihnen den Mut, ihr Programm öffentlich zn enthüllen, voll- ständig genommen zu haben. Armer Freisinn, wie tief bist du gesunken! Mahlsdorf. In gut besuchter Volksversammlung referierte am Sonntagnachmittag Genosse Konrad über die Neichstagswahl. Seine an den heutigen Zuständen geübte Kritik fand den lebhaften Beifall der Versamnielten. Der Schluß seines Referats klang aus in die Aufforderung, init aller Energie für einen glänzenden Sieg des Ge- nassen Stadthagen Sorge rragen zu helfen. In der Diskussion sprachen noch die Genossen Schumacher, Küter und Weihrauch im Sinne des Referates. Die anwesenden Gegner schienen wenig Neigung zu haben, sich in einen öffentlichen Disput einzulassen; es schimpft sich auch besser hinter verschlossenen Türen. Reichstagsauflösung und bürgerliche Parteien lautete das Thema, über das Genosse Sonnenburg in einer gut besuchten Wähler- Versammlung in Erkner iin Degebrodtschen.Lokal referierte. In rt/.zstündigen Ausführungen nagelte Redner die Abenteurerpolitik der Regierung und bürgerlichen Parteien fest. An dem Verhalten deS Freisinns übte er eine scharfe Kritik. Diesen Parteien müßte ain 25. Januar vollständig der GarauS gemacht werden. Den Aus- führungen wurde während und am Schluß lebhafter Beifall zu teil. Gegner meldeten sich trotz wiederholter Ausforderung nicht zum Wort. Eine gut besuchte Wählcrvcrsammlung fand am Sonntag in Bruchmühle bei Alt-Landsberg statt. Der Referent Genosse Jul. Hesse glossierte in seinen Ausführungen die Unsinnigkeit der Regierungspolitik, die schließlich nur dahin führen kann, daß jeder denkende Wähler am Tage der Wahl seine Stinnne für die Sozial- demokratie abgeben muß. In der Diskussion nahm ein Anarchist das Wort, welcher den Nurgewerkschaftlcrstandpunkt vertrat. Die nachfolgenden Redner sowie der Referent in seinem Schlußwort ver- traten den Standpunkt der Partei. Zum Schluß wurde noch einmal aufgefordert, sich rege an der Wahl zu beteiligen. '.' Druckfehler-Berichtigung. In der ersten Tabelle in dem Wahltableau für den Kreis Nieder-Barnim ist für das Jahr 1890 und 1893 in der Angabe des Stichwahlresultates die Ziffer für die Sozialdemokratie unter: Freisinn geraten. Der Freisinn fiel bei der Stichwahl aus, wie ja schon aus den Ziffern der Hauptwahl hervorgeht.'_ Partei-?Zngelegenkeiten. Die Lokalliste für Berlin und die Provinz Brandenburg ist neu herausgegeben. Bei der Wichtigkeit der Lokalfrage ist es die dringende Pflicht der organisierten Arbeiterschaft, die Lokal« liste streng zu beachten. Den Saalabtrcibsreien und Ver- Weigerungen gegenüber, die in Berlin teilweise versleckt, in Orten der Provinz dagegen offen und in der schroffsten Form betrieben werden, bleibt uns kein anderes Mittel übrig, als die Lokal- sperre. Diese überall dort, wo es nötig ist, durchzuführen, muß daS Bestreben aller Parteigenossen sein. Wir richten deshalb wieder an alle Parteigenossen, GeWerk« schaften, Gesang- und sonstigen Vereine, deren Mitglieder aus organisierten Arbeitern bestehen, das dringende Ersuchen, bei allen Vergnügungen und sonstigen Arrangements sich ausschrieb- lich nach der neuen Lokalliste zu richten. DeS weiteren empfehlen wir, daß in den Verträgen eine Klausel aufgenommen wird, wonach für den Fall, daß daS betreffende Lokal für Arbeiterversammlungen später verweigert werden sollte, der Vertrag seine Gültigkeit ver- liert. Vorkommnisse der letzten Zeit lassen eine derartige Be- dingung dringend ratsam erscheinen. ES ist außerdem notwendig, daß sich die Vereine uslv. bei Arrangierung irgend welcher Ausflüge, Partien usw. mit ihren Anfragen recht frühzeitig an die Kommission wenden, daniit ihnen unliebsame Vorkommnisse bei ihren Vergnügungen nach Möglichkeit erspart bleiben. Ganz besonders weisen wir darauf hin» daß alle nicht in der Liste als frei bezeichneten Lokale gesperrt sind, eine SpezieS söge» nannter neutraler Lokale kann eS nicht geben. Desgleichen ist eS Pflicht der Vorstände und Komitees, dafür zu sorgen, daß das zu ihren Vergnügungen und sonstigen Veranstaltungen notwendige Bedienungspersonal vom kostenlosen Arbeitsnachweis des Verbandes deutscher GastwirtSgehülfen/z uhr bei Barth, Viktoriastratze 7. Für Nordend: Donnerstag/ den 17. Januar, abends 8>/z Uhr bei Krieg, KastanienaLee. Vollzähliges Erscheinen ist notwendig. Bernau. Am Donnerstag, den 17. Januar cr., findet abends LVz Uhr in Bernau im Elyfium eine Volksversammlung statt, in der Genosse Stadthagen das Referat übernommen hat. Zahlreichen Be- such»wartet Das Wahllomitee. Tegel. Heute Dienstag, abends 8>/z Uhr, findet die Mitglieder- versammluntz de» Wahlvereins bei dem Genossen Götz, Schloß- straße 7/8 statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Klloth über:„Die Reichstagswahl", 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschied lmes. Jim zahlreiches und pünktliches Erschemen ersucht_ Der Vorstand. ßevUncr JVacbricbtcn. Unsere freisinnigen Byzantiner sind wieder einmal aus dem Häuschen. Die Antwort des Kaisers auf die Neujahrsadresse der„Euer Kaiserlichen und Königlichen Majestät treu gehorsamste Stadtverordnete zu Berlin" hat es ihnen angetan. Der Ton der Antwort soll viel wärmer und herzlicher als früher sein und die„Vossische Zeitung" findet sogar aus dieser Antwort eine» Umschwung der Anschauungen des Kaisers über die Stadt Berlin heraus. Wie lautet nun eigentlich die Antwort, die unsere Freisinnigen so sehr in Verzückung geraten läßt? Hier ist sie: „Ich habe mich über die freundlichen Glückwünsche, mit denen mich die Stadtverordneten meiner Haupt- und Residenzstadt zum Jahreswechsel begrüßt haben, gefteut und spreche Ihnen für diese Aufmerksamkeit meinen Dank aus. Zugleich benutze ich gern die Gelegenheit, der Hauptstadt des Deutschen Reiches und ihrer treuen Bürgerschaft ein reichgesegnetes neues Jahr zu wünschen und meinem lebhaften Interesse an dem ferneren Wohlergehen Berlins Ausdruck zu geben. Berlin, den 3. Januar 1907. Wilhelm E. In ihrer Freude, daß den Unentwegten die kaiserliche Gnaden- sonne vielleicht scheinen könnte, verbricht die„Vossische Zeitung" sogar einen Leitartikel, in welchem sie sagt: „Die Antwort des Kaisers auf den Glückwunsch der Stadt- verordneten zum Jahreswechsel ist in einem so warmen und herzlichen Ton gehalten, wie ihn die Vertreter der Bürgerschaft seit langen Jahren nicht gewöhnt waren. An diesen Ton war die Gemeindeverwaltung und zumal die Stadtverordneten- Versammlung nicht mehr gewöhnt. Sie hat sowohl vom Hof wie vom Staat' gelegentlich eine Behandlung erfahren. die aus nichts weniger als freundliche Gefühle für das„Rote Haus" und den Wasserkopf der Monarchie" schließen ließ. Die städtischen Behörden hatten es sehr gut gemeint, als sie dem Kaiser den Begas- Brunnen widmeten. Aber sie fanden einen u«gnädig e n Empfang, und der Oberbürgermeister mußte die Urkunde, die er dem Herrscher überreiche» wollte, auf einem Sessel zurücklassen. Auch später kam es vor, daß der Kaiser einem Oberhaupte der Stadt Berlin unwillig den Rücken kehrte. Ueber die Gegensätze zwischen Hof und Stadt konnte eine ganze Anzahl Flugschriften und Zeitungsartikel erscheinen,- über unbestätigte Bürgermeister, Märchenbrunnen, Friedhofsportal, über das Hof- meisterschreiben des Frhrn. v. Mirbach und dergleichen Dinge mehr. Das ist allgemach anders geworden, rxnd das deutlichste Zeichen dieses Wandels ist die neue st e Kund- gebung des Kaisers. Daß sich ein solcher Wandel an- ahnte, hat man freilich schon seit einiger Zeit bemerken können, insbesondere bei der Besichtigung des Virchow« Krankenhauses. Mehr und Mehr hat der Kaiser vor den Leistungen der Selbst- Verwaltung Respekt gewonnen. Er hat daraus auch kein Hehl ge- macht. Als einst die Ausstellungsjury dem Stadtbaurat Ludwig Hoffmann die große goldene Medaille zusprach, lehnte der Kaiser diesen Vorschlag ab und gewährte ihm nur die kleine Medaille. Neuerdings dagegen, als die staatliche Bureaukratie dem genialen Architekten einen kleinen Orden verlieh, verbesserte ihr der Kaiser das Konzept, indem er einen höberen Titel hinzufügte. Der Herrscher kargte in persönlicher Unterhaltung mit Anerkennung uitd Lob für die Gemeindeverwaltung nicht. Die ehedein von einfluß- reichen Ratgebern künstlich erzeugte und genährte Stimmung gegen die fortschrittlichen„Republikaner" hatte allgemach nachgelassen, wich her Erkenntnis der Tüchtigkeit, die das freiheitliche Bürgertum in der Wahrnehmung der städtischen Interessen an den Tag legte. ES ist zu hoffen, daß dieser Wechsel der Anschauungen auch auf die Haltung der Staatsverwaltung zu der Selbstverwaltung seine Wirkung nicht verfehlt." Man muß schon freisinnig sein und bei jeder Gelegenheit mit seinein„Männerstolz vor Königsthronen" prunken, um bei einem kaiserlichen Ausdruck sofort in Verzückung zu geraten. Wenn die nächste Antwort etwas kühler ausfallen sollte, werden die Freisinns- mannen wieder Klagelieder anstimmen. Und das nennt sich dann »da« kraftvolle Bürgertum" l Empfindliche Berkehrsbcschräukunge« macht die Auswechselung der Gleisbrücken der Potsdamer F e r n st r e ck e am Schöneberger Ufer(Flottwellstraße) und in der Königin Augustastraße erforderlich. Auf der einen Seite bleibt für den Fahrverkehr nur der Raum der beiden Straßenbahngleise übrig, während die Fußgänger sich durch einen zwischen den Baugerüsten freigelassenen Spalt von kaum zwei Metern hindurchzwängen müssen. Noch schlimmer ist es in der Königin Augustastraße bestellt; hier lassen die Gerüste nur eine drei Meter breite Durchfahrt mitten auf dem Straßendamm offen, auf welche auch der Fußgängerverkehr angewiesen ist. Wenige Schritte davon, an der Köthenerstraße(Hafenplatz) öffnen sich die Abgründe der Kanalisationsgruben, in denen drei fast zwei Meter hohe Kanäle des Anschlusses harren. Die Arbeiten werden noch wochenlang dauern, vorläufig ist eine Umleitung hergestellt, welche die Jnbetrieb- nähme des Hauptkanals(Linkstraße) und somit die Außerbetrieb- setzung des am Aschinger-Hotel liegenden alten Kanals ermöglichte, der jüngst die Baugrube der Unterpflasterbahn über- schwemmte. Da die genannten Straßen von Lastwagen, die nach dem Potsdamer bezw. Anhalter Güterbahnhof müssen, stark benutzt werden, so wäre es wünschenswert, daß Fuhrwerke, die auf diese Wege nicht direkt angewiesen sind, jene Straßen zurzeit meiden würden. Nur durch Erschließung neuer Steuerquellen sollen die Mehr- ausgaben gedeckt werden können, die durch die Gehalts- aufbesserungen für Lehrer sowie durch die beabsichtigte Lohn- crhöhungen für Arbeiter, Handwerker usw. in die Etats ein- gestellt worden sind bezw. noch werden; auch die Feuerwehr soll noch Gehaltszulagen erhalten. Es wird die Nachricht verbreitet, daß die Gesamthöhe der Mehrausgaben zwar noch nicht ganz fest- stehe, man aber annehme, daß sie zwei Millionen über- steige. Wir wissen nicht, ob mit der Verbreitung dieser Nachricht vor den Lohnerhöhungen und Gehaltszulagen bange gemacht werden soll. Es handelt sich hier um eine Maßnahme, die schon längst als dringend notwendig erachtet worden ist und soweit die städtischen Arbeiter dabei in Frage kommen, ist man Verhältnis- mäßig sogar sehr knauserig gewesen. Sollte es sich wirklich notwendig erweisen, neue Einnahmen zu schaffen, so werden sich auch Mittel und Wege finden. Dieser Einwand kann aber kein Grund sein, wirklich notwendige Aus- gaben einzuschränken. Unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters Kirschner trat am Montag die städtische Kommiffion zur Beratung der Tarife der Automobil-Omnibusse im Rathause zusammen. Die Mitglieder — Stadtbaurat Krause, Stadtrat Alberti, die Stadtverordneten Geh. Baurat Kyllmann, Jacobi, sowie der Magistratsrat Dr. Hamburger und Stadtelektriker Dr. Kallmann— hörten zunächst die Vorträge des Syndikus Dr. Springer von der Firma S. Bleich- rüder und der erschienenen drei Direktoren der Allgemeinen Ber- liner Omnibus-Gcsellschaft über die Verkehrsverhältnisse in Berlin unter besonderer Berücksichtigung der durch den Automobilverkehr geschaffenen Lage. An die Vorträge schloß sich eine Besprechung über die Notwendigkeit der Erhöhung der Tarife. Beschlüsse wurden nicht gefaßt. Auf Veranlassung des königlichen Polizei- Präsidiums sollen nun kommissarische Verhandlungen mit dem Präsidiums über diese Frage stattfinden. Von einem Zuge überfahren und getötet wurde die Drehorgel- spielerin Burscheck aus der Wilhelnistraße in Britz. Frau B., die unter dem Namen„Lottchen" weit und breit bekannt war, hatte beim Passieren der Mariendorfer Chaussee infolge ihrer Schwerhörigkeit das Herannahen eines Zuges der Nixdorf- Mittenwalder Bahn nicht bemerkt und geriet mitsamt der Drehorgel unter die Lokomotive. Die Aermste wurde entsetzlich zugerichtet und starb kurz darauf. Vor etwa zwei Jahren fand der Ehemann der B. gleichfalls den Tod durch Ueberfahren. Große Aufregung rief in der vergangenen Nacht der Selbstmord einer Lebensmüden an der Potsdamer Brücke hervor. Eine un- bekannte, etwa 25 jährige Frauensperson hatte durch ihr sonderbares Benehmen die allgemeine Aufmerksamkeit der Passanten auf sich gelenkt. Plötzlich schwang sie sich über das Brückengeländer und sprang mit einem Aufschrei in den Landwehrkanal hinab. Es wurde sofort der Rettungskahn flott gemacht und es gelang auch, die Selbst- Mörderin aus dem Wasser zu ziehen. Auf dem Transport nach dem Elisabeth-Krankenhause starb sie jedoch. Die Unbekannte hat blondes Haar und war mit weißpunktierter Bluse, schwarzem Rock, Tuch- schuhen, grünem Umhang mit weißem Pelzbesatz und blauem Unter- rock bekleidet. In der Tasche wurde eine Visitenkarte mit der Adresse Marie Klinzmann, Friedenau. Schmargendorferstr. 17, ge- unden. Ein Automobil gestohlen. Ein dreistes DiebeSstück ist in der Nacht zum Sonntag in der Königgrätzerstraße ausgeführt worden. Vor dem Hause Königgrätzerstr. 23 hatte das dem Kaufmann Albert Behnke, Kastanienallee 66 gehörige Automobil gehalten. Als sich der Chauffeur für einen kurzen Augenblick von dem Kraftwagen ent- fernt hatte, sprang plötzlich ein unbekannter Mensch auf den Lenksitz, setzte das Automobil in Bewegung und fuhr in rasendem Tempo davon. In diesem Augenblick kehrte der Chauffeur zurück, doch blieb eine Verfolgung des'dahineilenden Automobils resultatlos. Der Kraftwagen repräsentiert einen Wert von 6606 Mark. Er trägt daS Erkennungszeichen A. 8364, ist grau gestrichen und ohne Seitensitze. Nach Unterschlagung von 4183,61 M. flüchtig geworden ist der Kontorist Paul Hain, Wullenweberstraße 6. Der junge Mann war im Bureau des Zirkus Busch angestellt und genoß dort großes Ver- trauen. Zwei Diebstähle von Fernsprechdraht find jetzt wieder entdeckt worden. Der eine stammt schon aus der Nacht vom 28. zum 29. Dezember v. I. Es wurden damals zwischen den Stangen 32 und 33 in der Uckermarkstraße in Pankow die Drähte von vier Fern- sprechverbindungs- und drei Anschlutzleiwngen durchschnitten und ge- stöhlen sowie zwischen den Stangen 31 und 32 von vier Fernsprech- verbindungs- und sechs Anschlußleiwngen durchschnitten. Das Gewicht beträgt 16 Kilogramm, der Wert rund 33 M. Am 11. Januar 3Vz Uhr abends sind in der Kiefholzstraße zwischen den Stangen 14 und 15"die Drähte von acht Fernsprechverbindungs- und 14 Anschluß- leitungen sowie zwischen den Stangen 15 und 16 von acht Fern- sprechverbindungs- und sieben Anschlutzleitungen durchschnitten, aber nicht gestohlen'worden, weil die herbeigeeilten Gendarmen die Diebe verscheucht haben. Für die Ermittelung der Täter ist in beiden Fällen eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt. Wer arbeiten will, findet immer Arbeit. Diese alte Redensart des satten Spichbürgers wird wieder durch folgende trockene Lokal- Meldungen trefflich charakterisiert: Durch Not und Elend ist der 51jährige Arbeiter Wilhelm Reinicke aus der Stolpischonstr. 35 in den Tod gewieben worden. Er war in Arbeitslosigkeit geraten und gezwungen lvorden, Schulden zu machen. Vergeblich bemühte er sich, imeder in geordnete pekuniäre Verhältnisse zu kommen und allmählich wurde er hierüber äußerst nervös. Gestern erhängte sich der Unglückliche in der Wohnung seines verheirateten Sohnes an seinem Halstuch. � Ebenfalls ein Opfer der Arbeitslosigkeit wurde der 19jährige Arbeiter Albert Laczeivski, Koloniestr. 129. L. war in Stettin ge- Wesen, um dort Beschäftigung zu suchen, aber alle seine Bemühungen blieben fruchtlos. Bor acht Tagen kam er nach Berlin, um hier sein Glück zu versuchen. Aber überall klopfte er vergeblich um Arbeit an. In der Verzweiflung vergiftete sich der Bedauernswerte mit Petroleum. Er trank das Bassin einer Pewoleumlampe aus und wurde in bedenklichem Zustande in das Lazarus- Krankenhaus gebracht. Wie sagte doch der Kaiser am 6. Dezember 1902 zu der Arveiter- deputation in Breslau:„Durch die herrliche Botschaft des großen Kaisers Wilhelm I. eingeleitet, ist von mir die soziale Gesetzgebung weitergeführt, durch die für die Arbeiter eine gesicherte«ad gute Existenzbedingung geschafft» worden bt» in« Alter hinein."...... Als Motiv beS Selbstmordes des siebzehnjährigen Schloffer- lehrlings R. Delius, den wir in unserer Freitagsnummer meldeten, war Furcht vor Mißhandlungen durch die Stiefmutter angegeben. Wie uns der Vater des Lehrlings mitteilt, habe hierzu keine Ver- anlassung vorgelegen. Exotische Gäste in Berlin. Oft genug stoßen exzentrisch ge- kleidete exotische Reisende, auch wenn sie über noch so viel Mammon verfügen, bei der Suche nach einem Logis auf Wider- stand. So erging es gestern einem reichen angeblichen Griechen namens Rahmond Tuncan, der von einer Reise nach Kalifornien in Berlin eingetroffen war und hier mit Frau, Kind und Diener ein Logis suchte.' Der offenbar einer Sekte angehörige sonder- bare Reisende trug sich nicht wie gewöhnliche Sterbliche, sondern wie ein Naturbursche a la Nagel. Er hatte ein sogenanntes Normalhemd an und trug als Ueberwurf einen regelrechten weihen Bademantel und Sandalen; ein ähnliches Kostüm hatten die Gattin und der Diener angelegt. Das Kind trug weiter nichts als ein wollenes Triko. Kopfbedeckung hatte niemand. In diesem Zustand konnte das Quartett, trotzdem es schweres Geld anbot, lange kein Hotel finden, das es wagte, die exotischen Herrschaften bei sich zu beherbergen. Erst nach mehrstündigem Umherirren landete die Gesellschaft in einem Hotel am Potsdamerplatz. In der Volksversammlung, die am 19. Januar in den Berolina- Sälen tagte, ist ein Pincenez gefunden worden. Dasselbe kann vom Verlierer bei Frau Panzeram, Pappel-Allee 76, abgeholt werden. Im Hörsaal der Urania in der Taubcnstraße beginnt Herr Dr. Donalh am Dienstag um 6 Uhr eine Reihe zusammenhängender Experimentalvorlesungen über das gesamte Gebiet der elementaren Physik, und zwar soll das erste Quartal umfassen: Mechanik und Wcllenlehre. Kenntnis der elcmentarey Mathematik ist erforderlich. — Am Mittlvoch beginnt Herr Dr. v. Unruh einen Zyklus von acht gemeinverständlichen Vorträgen über die Chemie der Metalle mit dem Vortrage„Die Alkalimetalle". Abonnementskarten für diese Vortragsreihen sind an der Kasse der Urania erhältlich. Orgelkonzert. Mittwoch, den 16. Januar, 7>/z— 8'/z Uhr. veranstaltet der kgl. Musikdirektor Bernh. Jrrgang in der Marien- Kirche das nächste Orgelkonzert unter Mitwirkung von Frl. Elsa Dankewitz(Sopran), Herrn Alfted v. Fossard(Tenor) und Frau Bianca Becker-SamolewSka(Violine). Orgelkompositionen von Bach, Bossi und Dayas. Der Eintritt ist frei! Feuerwehrbericht. In der vorletzten Nacht um 2 Uhr brannte in der Friedrichstr. 87 das Dach eines provisorischen Lokomobilschuppens. ein Schornstein u. a., und etwas früher kam in der Friedrichstr. 123 in einem Kiuematographen Feuer aus. Ein Film hatte sich ent- zündet. Die Flammen konnten bald gelöscht werden. Das an- wesenve Publikum blieb ruhig. Ferner hatte die Feuerwehr auf der alte» Brandstelle Albrechtstr. 13. Ecke Schiffbauerdamm, zu tun. Dort drohten Balken, die der Sturm gelockert hatte, herabzustürzen. Die Feuerwehr beseitigte die Gefahr. Weihnachtsbäume u. a. brannten gestern in der Reichenbergerstr. 63 und anderen Stellen. Wohnungsbrände mußten in der Gitschinerstr. 82, Brunnenstr. 99, Zossenerstr. 31, Wörtherstr. 3 usw. gelöscht werden. Kellerbrände wurden aus der Gitschinerstraße, Siemcnsstr. 11, Schönhauser Allee 4und anderen Stellen gemeldet. Außerdem hatte die Wehr noch in der Görlitzer- straße 65 I, Wassertorstr. 37, Forsterstr. 38, Voigtstr. 11, Kolonie- straße 143, Greifswalderstr. 13 und verschiedenen anderen Stellen zu löschen. Die 1. Kompagnie der Feuerwehr wurde gestern mittag wegen eines Kellerbrandes nach der Chorinerstratze 6 gerufen, wo bei Ab- Wesenheit der Eltern in der Wohnung des Arbeiters Wandrer Feuer ausgekommen war und drei Knaben im Alter von 6 Wochen bis 7 Jahren in großer Lebensgefahr schwebten. Als die Wehr dort ankam, hatte der Tischler Gustav Adolf aus der Stargarder- straße 28, ein noch junger Mann, mit großer Geistesgegenwart die drei Kinder aus der vollständig verqualmten Wohnung in Sicherheit gebracht. Das jüngste Kind, das eine Rauchvergiftung erlitten hatte, mußte nach der Chaxite gebracht werden. Die Flammen konnten, obgleich sie schon Möbel, Türen, Kleider, Schal- decken usw. ergriffen hatten, bald gelöscht werden. Nachmittags kam in Stralau auf dem Grundstück von Rengert ein großer Brand aus. Teer brannte dort unter gewaltiger Oualmentwickelung. Der von Berlin nach Stralau entsandte Löschzug Nr, 7. hafte längere Zeit zu tun. um die Flammen zu lösche«. Vorort- l�admcbten. Tchöneberg. Ein Zusammenstoß einer Automobildroschke mit einem Straßen« bahnwagen ereignete sich gestern nachmittag gegen 2 Uhr an der Ecke der Grunewald- und Eisenachcrstraße. Die Automobildroschke Nr. 7618 versuchte dortselbst unmittelbar vor dem herannahenden Straßenbahnwagen Nr. 15 der Linie L der Westlichen Berliner Vorortbahn(Richtung Linlstraße) das Gleis zu kreuzen und stieß dabei gegen die rechte Vorderperronecke des Bahnwagens. Durch den Zusammenprall wurde an dem letzteren ein Trittbrett abgerissen und der Sicherungskaften beschädigt, an dem Automobil wurden zwei Scheiben zertrümmert. Durch den Anprall lvurde der Insasse der Kraftdroschke, Herr Ravenstein, Halensce, Joachim Friedrichstr. 6 wohnhaft, mit dem Kopfe gegen die Coupswand geschleudert und erlitt eine leichte Gehirnerschütterung. Der Verunglückte, der außer- dem durch umherfliegende Glassplitter Verletzungen im Geficht da- vongettagen hatte, wurde'nach dem Elisabeth-Krankenhause über« geführt. Lichtenberg. Die Nenwahlen zur Gemeindevertretung finden im März statt. Es sei deshalb jedermann darauf aufmerksam gemacht, Einsicht in die Wählerlisten zu nehmen. Dieselben liegen aus vom 15. bis einschließlich 30. Januar wochentags von 8—3 Uhr, an den Sonn» tagen von 9—12 Uhr im großen Sitzungssaale des Rathauses. Wer nicht in der Liste steht, geht feines Wahlrechts verlustig. Ober- Schöneweide. I» der letzten Zeit sind mehreren Einwohnern, deren Angehörige auf dem Gemeindefriedhofe beerdigt sind, von der Gemeindebehörde Aufforderungen zugegangen, die in schlechtem Zustande befind- lichen Gräber entweder selbst oder durch den Friedhofswärter in einen bessere» Zustand zu bringen. An und für sich ist das Be- streben, dem Friedhofe ein möglichst gutes Aussehen zu geben, ein sehr löbliches. Andererseits steht aber fest, daß den meisten der Be- teiligten für eine sachgemäße Grabpflege Geld und Zeit fehlt. Bei; den Teuerungsverhältnissen reicht der knappe Verdienst noch nicht einmal zum notwendigen Lebensunterhalt. Wenn die Ge- meindebehörde beabsichtigt, durch den Friedhofswärter auf Kosten der Angehörigen die Herstellung bewirken zu lassen. so ist sie nach der FriedhofSordnung hierzu nicht berechtigt. Im Gegenteil kam in einer der letzten Sitzungen der Gemeinde- verttetung der Gedanke zum Ausdruck, in die neue Friedhofs- ordnung— welche noch eines Beschlusses bedarf— die Bestimmung auszunehmen, daß in allen Fällen, wo die Angehörigen die Grab- pflege nicht bewirken, die Grabstellen geebnet und mit Rasen besät werden sollen,— auf Gemeindekosten. Bedeutet also die etwas unklar in dieser Beziehung gehaltene Aufforderung eine dies- bezügliche Anfrage, so wäre nichts einzuwenden. Wird aber damit eine Kostenheranziehung bezweckt, ist dies abzulehnen. Mariendorf. Die Nichtbestätigung der Wahl unseres Genossen Reichardt als Gemeindeverordneter wird wahrscheinlich eine Neuwahl notwendig machen. ES seien deshalb die Genossen und Arbeiter darauf hin- gewiesen, daß sie die Wählerlisten, die vom 15. bis zum 30. Januar im Gemeindebureau auSliegen, einsehen müssen. Wer verhindert ist, die Liste einzusehen, melde sich bei den Genossen Herrn. Lehmann, Bergstr. 20, und Herm. Reichardt, Chausseestr. IS, die die Liste» ein- sehen. Neue Mühle. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich beim Mritz des historischen Miihlengebäudes. Der Bruder des Unternehmers Krause aus Köpenick, der den Abbruch leitete, stand auf einem Mauervorsprung und wollte mehreren Arbeitern eine Anweisung geben, als er Plötz- lich das Gleichgewicht verlor und in die Tiefe stürzte. Er erlitt schwere innere Verletzungen und mutzte nach dem Kreiskrankenhause übergeführt werden. Velte». Eine schwere Brandkatastrophe ereignete sich in der Nacht zum Sonnabend in der bekannten Baekerschen Ofenfabrik, woselbst Feuer entstanden war. Die Flammen verbreiteten sich mit unheinilicher Geschwindigkeit und hatlen in ganz kurzer Zeit die sämtlichen Fabrik- räume ergriffen, die bis auf die Umfassungsmauern eingeäschert wurden. Während die Mannschaften der freiwilligen Feuerwehren aus Velten und Umgegend noch mit den Ablösch'ungsarbeiten be- schäftigl waren, stürzte plötzlich der 20 Meter hohe Schornstein des Hauptfabrikgebäudes ein. Die Katastrophe erfolgte so unerwartet, datz verschiedene Personen, die sich in der Nähe des Schornsteins be- fanden, nicht mehr zu fluchten vermochten und unter den Steinmassen begraben wurden. Der 58 Jahre alte Fabrikwächter Finzel wurde als Leiche unter den Trümmern hervorgeholt, dem Unglücklichen war der Kopf vollständig zerschmettert worden. Zwei Arbeiter der Baekerschen Fabrik hatten zum Teil nicht unerhebliche Verletzungen erlitten. Tegel. Ein Bauunfall ereignete sich gestern beim Neubau der Firma Belter u. Schneevogel. Dortselbst waren Zimmerleute beim Ver- schalen des Daches beschäftigt; infolge deS nassen Wetters glitt einer derselben aus und fiel aus einer Höhe von 10 Meter in die Tiefe, wobei er sich eine größere Kopfwunde und innere Verletzungen zuzog. Der Schwerverletzte wurde in das Paul Gerhardtstift ein» geliefert._ Berichts-Zeitung. § 130 des Strafgesetzbuches. Am 21. Januar v. I., dem Tage, cm welchem die sozialdemo- kratische Partei in den verschiedensten Orten Preußens Wahlrechts- demonstratrons-Versammlungen veranstaltete, wurde auch ein von dem Schriftsteller Erich Mühsam versatztes Flugblatt in B e r l i n verbreitet. Das Flugblatt richtete sich gegen die parlamentarische Tätigkeit der Sotzialdemokratie und legte besonderen Nach- druck aus die Propaganda des wirtschaftlichen Kampfes, insbesondere aus die direkte Aktion des Generalstreiks. Zum Schlüsse heitzt es: Hoch der internationale revolutionäre Klassenkampf! Das Gericht hat darin die Aufforderung an die Besitzlosen erblickt, Gewalttätigkeiten gegen die Besitzenden zu begehen. Erich Mühsam wurde, wie wir seinerzeit mitteilten, am 28. Mai v. I. vom Landgericht I. in Berlin wegen Vergehens gegen Z 130 des Strafgesetzbuches zu 500 Mark Geldstrafe verurteilt, neben ihm zu geringeren Geldstrafen zwei Verbreiter des Flugblattes. Alle drei hatten R ev is i o n eingelegt. Erich Mühsam suchte am Freitag dem Reichsgericht klarzu- machen, datz die anarchistischen Bestrebungen einen friedlichen Cha- rakter tragen. Tas> R eichsgeri cht verwarf aber die Revision gegen das Urteil, dessen„tatsächliche Feststellungen", insbesondere die Annahme, es würden verschiedene Klassen der Bevölkerung zu Gewalttätigkeiten angereizt, vor der Wirklichkeit schwer standhalten. aber«ohne Rechtsirrtum erfolgt sind. Die„elektrische Ohrenbrille" des vielgenannten„Professors" Keith-Harveh in London war das Korpusdelikti in einem Strafprozeß, der gestern unter Vorsitz des Amtsgerichtsrats Bennewitz vor dem Schöffengericht Berlin-Schöneberg zur Ver- Handlung kam. Wegen Beihülfe zum Betrüge mutzte sich der Kauf- mann Erich B r u e r vor dem Strafrichter verantworten.— Seit längerer Zeit wird seitens der Berliner Aerzteschast ein heftiger Kampf gegen allerlei Heilmittel geführt, welche nach Art des früher vielgenannten Volta-Kreuzes, Eleitro-Suspensor usw. durch eine Kombination von Zink- und Kupferplatten einen ganz schwachen galvanischen Strom erzeugen, der angeblich bei allerlei Krank- heiten Heilung bezw. Besserung bringen sollen. Zumeist werden derartige Apparate von einer Person vertrieben, die sich den Professortitel zulegt, es aber für zweckmäßig hält, sich im Auslande aufzuhalten, um jeder strafrechtlichen Verfolgung aus dem Wege zu gehen. Durch eine kolossale Reklame wird seit einiger Zeit von einem Professor George Keith-Harvey in London, Holborn 117, ein Universalmittel für Schwerhörige angepriesen, welches„Elektrische Ohrenbrille" benannt wird. Diese besteht aus einem Metallbügel mit zwei Klappen, welcher nach Art der von den Telephonistinnen benutzten Telephonhörer über den Kopf gezogen wird. In den beiden Klappen, die vor dem Gebrauch angefeuchtet werden, befinden sich mehrere Zink- und Kupferplatten, die einen schwachen galvanischen Strom erzeugen. Dieser soll, wie der leidenden Menschheit in bombastischen Phrasen verkündet wird, Heilung für jedes Ohren- leiden bringen, welches selbst von den Aerzten als unheilbar erklärt wird. Zahlreiche Ohrenleidende wendeten sich an jenen Professor Keith-Harvey und erhielten nach einiger Zeit aus Berlin von dem Angeklagten Bruer eine Ohrenbrille zum Preise von 30 M. zu- gesandt. Vor Gericht führte Rechtsanwalt Dr. Davidsohn als Ver- teidiger des Angeklagten an, datz der Apparat tatsächlich große Er- folge gehabt habe. Als Sachverständige waren geladen der Gerichts- arzt Dr. Strauch, der Sanitätsrat Dr. Ehrhardt und der Ober- meister der Banddagisteninnung. Letzterer bekundete, datz der Apparat etwa einen Wert von— 3 M. habe. Dr. Ehrhardt be- zeichnete die Ohrenbrille als einen Schwindelapparat, der lediglich dazu bestimmt sei, den Heilung suchenden Menschen das Geld aus der Tasche zu locken. Irgend eine Heilwirkung könne diesem Apparat nicht beigemessen werden. Der Gerichtsarzt Dr. Strauch begutachtete, datz man jenen Apparat nicht ganz so skeptisch be- urteilen müsse. Irgendwelche schädigenden Wirkungen habe er nicht, vielleicht sogar eine günstige Wirkung, die sich jedoch nicht in der Weise äußere, wie sie in den von Uebertreibungen strotzenden Prospekten geschildert sei. Von einer elektro-therapeutischcn Wirkung könne keine Rede sein, vielleicht aber von einer Hydro- therapeutischen, da die Anfeuchtung der beiden Ohrenklappen wie ein Umschlag wirke. Eine günstige Wirkung liege aber Haupt- sächlich darin, datz der Leidende sich bei Anwendung dieses Apparates mehr um sein Leiden kümmere und dieses nicht vernachlässige.— Der Gerichtshof folgte den Ausführungen des Verteidigers, nach welchen der Angeklagte, der lediglich die Spedition der Apparate besorgt habe, als Laie sich gar nicht mit der Frage beschäftigt habe, ob der Apparat eine Heilwirkung habe oder nicht. Das Urteil lautete deshalb auf Freisprechung. Wir haben bekanntlich in unserem Blatt wiederholt vor dem Schwindelprofessor gewarnt. Gleiche Warnungen sind auch vom hiesigen Polizeipräsidenten erfolgt. Lex Heinze. Am Freitag verwarf das Reichsgericht zwei Revisionen, die gegen Verurteilungen des Berliner Landgerichts aus§ 184 Ziffer 1 des Strafgesetzbuches gerichtet waren. Am 25. April war der Schriftsteller Alexander Roda-Roda zu einer Geldstrafe von 50 M. verurteilt worden. Er hat in der„Welt am Montag" eine Erzählung veröffentlicht, in welcher von einem in den Ruhestand getretenen Kantinenwirte die Rede ist. Der Rddakteur der„Tribüne", Dr. phil. Rudolf Lauten- Vach, ist am 16. Oktober verurteilt worden, weil er einen Artilel «Holland in Kindeönöten" veröffentlicht hat. Das Schicksal der Verwerfung der Revision teilten mit diesem SÜBdtt der Uebersetzer Abraham v. Emden und der Verlags» buchhändler S p o h r. Vom Landgericht Leipzig ist Emden zu 100, Spohr zu 30 M. verurteilt. Eine Schrift„Ehe und fteie Liebe" hatte es in diesem Fall der Lex Heinze angetan. Nun ist die Sitt- lichkeit wieder geretter._ Hartes Urteil wegen einer unbedachten Aeußerung. Am 7. d. M. hat die Strafkammer des königl. Landgerichts zu Schneidemühl den Arbeiter Emil Prange aus Berlin auf Grund einer angeblichen unflätigen Aeußerung wegen Gotteslästerung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt und den Verurteilten sofort in Hast genommen. Prange ist nur einmal und zwar wegen eines auf ganz anderem Gebiete liegenden Vergehens vor 10 Jahren vorbestraft. Er ist verheiratet, Vater von vier Kindern im Alter von 1—9 Jahren: die Geburt des fünften Kindes besteht un- mittelbar bevor. Er selbst ist seit Jahren wegen Krankheit arbeits unfähig und bezieht Invalidenrente. Zu dem Termin hatte er sich von Berlin aus freiwillig gestellt. Diese Strafe wegen Gotteslästerung, die in einer grobkörnigen Redewendung erblickt ist, ist eine außerordentlich hohe. Entspricht es der Auffassung über die Hoheit Gottes, datz er überhaupt gelästert werden könne? Vernrilchtes. Die Zahl der Opfer der Brandkatastrophe in Geispolsheim beläuft sich nunmehr, nachdem das schwerverletzte Mädchen seinen Wunden erlegen ist, auf 22. Die Aschenreste der übrigen 21 Opfer sind, wie die„Franks. Ztg." mitteilt, Montag vormittag feierlich beigesetzt worden. Ein furchtbarer Straßenbahnunfall ereignete sich in Saint- E t i e n n e. Ein Wagen der elektrischen Straßenbahn mit dreißig Fahrgästen entgleiste an einer Weiche und schlug um. Zwei Personen wurden getötet, zwanzig verwundet. Uebcr einen Raubanfall auf der Eisenbahn wird aus Cham- b ö r y �Departement Savoie) gemeldet: In dem von Turin gestern nacht dort eingetroffenen Expretzzug wurde eine dreißigjährige Engländerin namens Suzanna Lowe, die sich auf der Reiie nach Paris befand, durch Hammerschläge verletzt und ihrer Habe beraubt aufgefunden; der Ueberfall war jenseits der Grenze vor der Ein- fahrt in den Mont-Conis-Tunnel geschehen. Die Verwundete wurde dort ins Krankenhaus gebracht. Orkanartige Stürme haben am Sonntag auch im Auslande geherrscht und teilweise großen Schaden angerichtet. Im Departe- ment der unteren Pyrenäen herrschte ein orkanartiger Sturm. Viele Bäume wurden entwurzelt, wobei mehrere Personen getötet worden sind. Zwischen Cerrat und Prades mutzte der Verkehr infolge Schneesturmes unterbrochen werden. Zwischen Poivendres und Algier mußte der Schiffsverkehr infolge hohen Seeganges ein- gestellt werden. Eine große Feuersbrunst zerstörte nach einer Londoner Meldung in Glasgow vorvergangene Nacht einen ganzen Häuserkomplex. Fünf Feuerwehrbrigaden bekämpften das Feuer mit wenig Erfolg. Der Materialschaden wird auf 2 Millionen Mark veranschlagt. Eingestürzt ist die Kirche in Beggia Abbate bei Palermo während des Gottesdienstes. 40 Andächtige wurden unter den Trümmern begraben. Bisher wurden zwei Tote und 12 Schwer- verwundete aus den Trümmern hervorgezogen. Sozialdemokratischer Zentral-Wablverein für den Reichstags- Wahlkreis Züllichau- Schwiebus-Crossen- Sommerfeld.(Ortsverein Berlm.) Dienstag, den 15. Januar, abends 8'/, Uhr, bei Patt, Dragoner- straße IL: Generalversammlung. Alle Mitglieder müssen pünktlich zu Stelle sein. Alle Bauhandwerker aus dem Kreise, welche zurzeit in Berlin arbeiten, werden als Gäste eingeladen. Es gilt, datz ein jedes sein Wahl- recht am 25. Januar in seinem HeimatSort ausübt. Parteigenossen, tut Euere Pflicht, dann mutz der Steg unser sein. Slngegangene Dnickrdmftcn. Von der„Neuen Zeit«(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das 15. Hest des 25. Jahrganges erschienen. ES hat solgenden Inhalt: Getrocknete Datteln.— Die Situaton des Reiches. Von K. Kautsky. (Schlutz.)— Das Zweiparteiensystem in den Vereinigten Staaten. Eine Erwiderung von Robert Saltiel-Ehieago.— Die letzten ReichStagswahlen. Von Adolf Braun.— Der Freisinn und die Stichwahlen im Jahre 1903. Von K. Bl.— Der Militarismus im Deutschen Reiche. Von Rudolf Krasst. — Literarische Rundschau: Prosessor Dr. Gustav Strakosch-Gratzmann, Das allgemeine Wahlrecht in Oesterreich seit 1898. Von G. Eckstein. Dr. jur. E. Herr, Der Zusammenbruch der Wirtschastssreiheit und der Sieg des Staatssozialismus in den Bereinigten Staaten von Amerika. Von r. Ii. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 25 Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Berliner Marktpreise. An« dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Direktion.(Großhandel.) Rindfleisch la 70-75 pr. 100 Pfd., IIa 64-69, lila 58-63, IVa 50-56. Kalbfleisch, Doppelländer 120—135, la 90-98, IIa 78-88, lila 62-75, Holl. 56-62. Hammelfleisch la 67-75, IIa 52—65. Schweinefleisch 53—62. Rehwild la per Psd. 0,55—0,65. Da 0,40—0,50. Rotwild la 0,38-0,45, Ha 0,30-0,35, do. Kälber 0,30-0,42. Damwild 0,30-0,45, do. Kälber 0,40-0,55. Wildschweine 0,20-0,50. Frischlinge 0,40—0,60. Hasen per Stück 2,50—2.65, do. klein und IIa 2—2,40. Kaninchen per Stück 0,50—0,90. Wildente» per Stück 1,20. Hühner, alte per stück 1,50—2,30, do. na 1,10—1,40, do. junge per Stück 1,10—1,40. Tauben per Stück 0,50—0,78, junge kleine 0,00, italienische 0,00. Enten per stück 2,25—2,60. Hamburger junge per Stück 3,60. Gänse'. Oderbrucher, per Psd. 0,55—0,65, da. la per Stück 0,00, IIa 0,00. Hechte per 100 Psd. 74—81, mittel 0,00. Zander 108, matt 0,00. Schleie, groß 0,00, unsort. 0,00, mittel 0,00. Bleie 22—25, Aale, groß 0,00, Nüttel 0,0, ticin und mittel 0,00, uniorttert 0,00. Plötzen 36-50. Karpsen. 10er 47-55, do. 30-35cr 0,00, do. unsortiert 0,00, 50— 60 er 0,00, 80— 100er 0,00. Barse, matt 0,00. Karauschen 0,00. Bleifische 0,00. Wels 0,00. Bunte Fische 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Pfd.- 110—130, da. IIa neuer 90—100, do. nia neuer 75. eelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,25, Danziger, Wall 0,80. Flundern, pommersche la, per Schock 0,00, do. Pommcrsche na 0,00, Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4-5, halbe Kiste 1,50-2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50-5,00, Stralsunder 0,00, Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelarotz 0.80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellstiche Kiste 3—4,50, do. '/, Kiste 2,00. Kabliau. p. 100 Psd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 93, 1904er 93, 1905cr 90, 1906er 73—75, Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40-44, füll. 36-38, med. 35-42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjcs, per To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksatz 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Hummern, kleine, per Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, uniort. 4,50. Galizicr, grotz 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,75— 5,25. Butter per 100 Psd. la 114-120. IIa 110-115, lila 108-112. absallende 90-100. Saure Gurten schock 3,50-4,00, Psessergurken 3,50—4,00. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, maguum bonum 2,10—2,25, Dabersche 2,10— 2,25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salatkarloffeln 5,00—6,00. Spinat per 100 Pfund 0—10. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 2,00—5,00, do. pommersche 5,00—6,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 2,50- 4,00. do. kleine 2,00-2,50. do. hiesige(Perl.) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2.00. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig, bahr., per Schock 2,40—4,80. Radieschen per schockbund 0,00. Salat, per Schock 0,00. do. Escarole, per Mandel 0,00, da. Endtvicn 0,00. Mohrrübeo per 100 Plund 2,50-3,00. Teltolver Rüben per 100 Pjd. 8—10. Weiße Rüben, große 2-2,50, kleine 6—8. Rote Rüben 2—3. Blumenkohl Holl, per Kops 0,00. ital. per Kops 0,17—0,30. Wirsingkohl per Schock 3.00-6.00. Rotkohl p. Schock 3,00-8,00. Weißkohl 100 Psd. 2,00-2,25. Rosenkohl p. 100 Psd. 10—15. Grünkohl per 100 Psd. 1—3. Schnittlauch 12 Töpje 4-4,50. Kohl- rüben. Schock 2,00. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—16, böhmische 8—20. Aepsel, per 100 Pfd.. hiesige 6—22, Graoenstemer 0,00, Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32-60, Amerik. 12-30. Zitronen, Mcsstna, 300 Stück 8,00—10,00. 360 Stück 8,00—9.00, 200 Stück 9—13. Apfelsinen, Jaffa, per Kiste 0—00, Murcia 200 er Kiste 6— 10, do. 300 er 7-11. Valencia 420er Kiste 11,50-20, do. 714er 18-23. ßnefhaften der Redaktion. Tic juristische Sprechstunde findet Fried richstr. 1«. Ausgang 4. eine Treppe(Hmidelsstättc Vcllcalliancc, Durchgang auch Lindenftr. 401), luochentäglich von 7"/2 bis Oy- Uhr nücude statt. Geostnet»Uhr. SoiniabeudS beginnt die Sprechstiiiidc um 0 Uhr. Jeder Aufrage ist eil« Buchstabe»ud eine Zahl als Merkzeichen beiziisiigen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen»rage man ln der Sprechstunde bor. Dr. A. 21. 10. 92. Die Wirkung roten Glases beruht daraus, daß solches Glas rotes Licht hilldurchläßt, anderes dagegen absorbiert(verschluckt). Im weißen Tageslicht sieht daher durch ein solches Glas alles rötlich aus, weil durch das Glas vorzugsweise rotes Licht tnS Auge gelangt. Wo jedoch kein rotes Licht ist, kann es durch solches Glas auch nicht hingezaubert werden: die Arons-Lampe in einem bei Tageslicht rotem GlaSrohr oder durch ein rotes Rohr betrachtet, kann daher in ihrer LichtlvirlMIg Nicht geändert, sondern nur beträchtlich geschwächt werden. WitternngSüberflcht vom 44. Januar 1907, morgen» 8 Uhr. Stationen Swinemde. Eamburg erlin Franks.a.M. München Wie» - ff B 3 Vetter 765 W 768 WSW 767 W 773 SW 775 SW 769 WNW 2 wolkig Lbedeckt 4 bedeckt 2 bedeckt 6 bedeckt Lbedeckt WK c-- » II H% Stationen i S Habaranda Petersburg Scilly 'Aberdeen Paris 752 ONO 753 ONO 776 WSW 763 SSW 776 WSW Wetter-Prognose für Dienstag, den 45. Januar 4907, Vorwiegend trübe mit leichten Rcgensällen, ziemlich lebhasten westlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Berliner W e t te r b u r e a u. 2. Berliner Reiclislagswalilkreis. Bezirke 137 u. 138. Todes- Anzeige. Am 12. Januar verstarb iftiser Mitglied, der Tischler frani Geigulat. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 16. Januar, nach- mittags 3'/, Uhr, von der Leichen- Halle des Heilig-Kreuz-Kirchhoses, Mariendors, aus statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht 238/6 Hei? Voystand. Deutscher Holzarheiter-VerhaDd Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler frauz Geigulat am 12. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 16, Januar, nach- mittags 3flz Uhr, von der Leichen- Halle des Heilig-Kreuz-Kirchhoses in Mariendors aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 77/17 Oio Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter-Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Heiuhoid Neumann am 12. Januar verstorben ist. Ehre feinem Andenken l Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 16. Januar, nach- mittags 3 Uhr, vom Traucrhause Soldinerstr. l04 aus nach dem neuen PauIS-KIrchhos in Plötzen- see statt. Um rege Beteiligung ersucht 77/16 Oie Ortsverwaltung. Zentralverband deutscher Brauereiarbeiter. Zweigverein Berlin. Sektion II. Nachruf. Am Freitag, den 11. Januar, verstarb unser Kollege EEmst Genschow an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! 41/2 Der Borstand. Am Sonnabend, vormittags 10 Uhr, entschlief nach langen in Geduld gewogenen Leiden mein innigstgeliebter Mann, unser guter Vater, Bruder, Schwicgcr- und Großvater, der Oberwächter Wilhelm Tausendfreund im 79. Lebensjahre. Dies zeigen tiesbetrübt an krao Iiis Tausendfremid geb. Jähnert nebst Kindern. Die Beerdigung erfolgt von der Kapelle des St. Emmaus- FrtedhojeS(Britz, Hermannstraße), am Dienstag, den 15. d. MtS., nachmittags 3fl, Uhr. Verein Berliner Hausdiener. Mitgliedschast I des Zentralverbandes der Handels-, Transport-, Bcrkehrsarbeitcr uud Arbeiterinnen Deutschlands. (Gegründet 1883.) ?odes-AiuE«,ge. Unseren Mitgliedern jirc Nachricht, daß der Kollege Paul Qranzin Mittenwaiderstr. 11 verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 16. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Halle des Kreuz--Kirch- hoseS, Mariendors, Fctdstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 67/8 Die Ortsverwaltun». Deutscher Metallarbeiter-Verband Berwaltuugsstelle Berlin. Todes-Anzelge. Den Kollegen zur Nachricht, datz unser Mitglied, der Schlosser Pokert Radowski gestorben ist. Ehre seinem Andenke«! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 15. Jamiar, nach- mittags 4 Uhr, von der Leichen. Halle des Emmaus» Kirchhofe« in Rixdors, tzermannftraße, aus statt. 110/17 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltuug. »Wer Stoff hat, sert. iierren- | Anzug 20 M..ahneKonCurr.. 2 Anpr., beste Zutat. Für ! guten Sitz aold. Medaille., l Ludw. Engel, Prenzlauer t Str. 23, II. Alcxandcrpl.' Gegr. 1K02. 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Grundsäge und Forderungen Die Vernichtung der Sozialdemokratie Ziele und Bege Eugen Richters Sozialistenspiegel Christentum und Sozialismus Ein katholischer Pfarrer als Sozialdemokrat Wie ein Pfarrer Sozialdemokrat wurde. Christliche Arbeiterpflichten Der Schwindel der flerifalen Arbeiterpolitit Brinz von Arenberg und die Arenberge. Der Zukunftsstaat der Junker Eine Junterrevolte Die agrarische Gefahr Die neuen Reichssteuern Die Frauen und die Politik Sozialdemokratie und Antisemitismus Winte für die Reichstagswahlen M. , 05 100 Exemplare 1, " , 10 , 10 " , 10 -, 20 " " , 20 " -, 20 " , 10 " -, 10 " , 10 " , 20 , 35 " 20 " " P 20 " -, 20 " , 20 " , 30 " -, 20 " -, 30 " , 10 0 " , 10 " -, 30 " -, 75 " " . " " " Womit man vor den Sozialdemokraten graulich macht Führer durch das Vereins- und Versammlungsrecht Das neue Knebelgesetz gegen die Gewerkschaften Geschichte der modernen Gesellschaftsklassen in Deutschland Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Teil. Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1893/98 Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1898/1903 Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1908/1906 1,50 2, 2342 Expedition des ,, Vorwärts" Z Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. 12 Jahre Garantie! Sprechstunde 9-7. Vollst. schmerzl. Behandl. ähne 2 MK. Zahnz., Plombieren 1 Mk. Reparaturen sofort. 4, 2, 233/ 1* Wöchentl. Teilzahlung. ähne 2 Mark, Deutsch- Amerikanische Zahnklinik, 45. Prinzenstraße 45. Am 31. Januar dieses Jahres muß das Lokal geräumt sein! Darum verkaufe ich Sämtliche Restbestände ca. 50-60% unter den üblichen Preisen ca. ca. bestehend aus 150 Teppichen in allen Größen u. Arten 500 Fenster Gardinen ca. 100 Steppdecken 140 Tischdecken in Plüsch, Tuch etc. Rosenthalerstr. 2. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. 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N.-B., Teltow Beeston T.-B., Potsdam Dst- Havelland bezeichnet: Nieder- Barnim Die zu den genannten drei Kretfen gehörenden Drte sind durch folgende Buchstaben besonders für Streis Potsdam- Ost- Havelland an K. Linz, Spandau, Mittelstr. 18. ftraße 22, part.; für Kreis Teltow- Beeskow an Carl Rohr, Rigdorf, Selchowerstr. 22, Duergeb. III; betreffenden Streifes zu richten. Für Kreis Nieber Barnim an R. Niect, Rummelsburg, KantAlle Mitteilungen, Anfragen ze. sind für Berlin an das unterzeichnete Kommissionsmitglied des Obmann der Kommission: Richard Henschel, N. 28, Wollinerstr. 51, II. Die Lokalkommission. zeit gern bereit, nur müssen wir bringend darum bitten, diesbezügliche Anfragen möglichst frühzeitig zu stellen. fich genau nach der Lokal- Liste zu richten. Zu jeder gewünschten Auskunft ist die Kommission jeder alle Borstände und Komitees der Bereine, Klubs usw. bei Arrangierung irgendwelcher Bergnügungen usw. mehr noch als bisher die Beachtung der organisterten Arbeiterschaft finden möge, speziell ersuchen wir Mit der Herausgabe der neuen Liste verbinden wir zugleich den dringenden Wunsch, daß dieselbe Sofiäger- Palast, Hasenheide 52/53. Ufer 80. Hochbahn- Restaurant, Tempelhofer mannstr. 5-7. Sabels Brauerei Ausschant, Berg. Gründer, Schwerinstr. 13. Gramlau, Stegliterjfr. 18. Goßmann, Kreuzbergstr. 48. haus, Wafferthorstr. 68. Gliefings Ball- und Gesellschafts. Donath, Schönleinstr. 6. fäle, Gneisenauftr. 67. Dindas Sommertheater u. Fest. Bobne, Hajenheide 45-47. Bod- Brauerei, Tempelhofer Berg. Anhalt. Ressource, Mödernstr. 114. Alter Bürgergarten, Lindenstr. 105, 2. Wahlkreis. Jacob Ege, Neue Roßstr. 12. Rotal- Kommissions- Mitglied: Zum gold. Lömen, Jüdenstr. 55. Radtke, Flensburgerfir. 24. Balast Theater, Burgstr. 22. Louisen- Belt, In den Zelten 9a. ftraße 35. Dräfels Festfäle, Neue Friedrich. 1. Wahlkreis. Berlin. ufer 1. Felsenterrasse, Juh. E. Böhl, EngelEnglischer Hof, Neue Roßstr. 3. straße 45( Inh. A. Hoffmann). Dresdener Garfen, DresdenerDresdener Kasino, Dresdenerstr.96. ( Inh. Busch). Dietrichs Festfäle, Dresdenerstr. 116 Deutscher Hof, Ludauerstr. 15. ftraße 52/53. City- Hotel( D.Holzky), DresdenerCentral- Festfäle, Alte Jakobstr. 32. rigplay. Buggenhagen- Etablissement, Mos Berliner Klubhaus, Ohmstr. 2. Berchts Ritterfäle, Ritterstr. 71/75. Augustin, Dranienftr. 103. ftraße 20. Arminhallen, brinenstr. 110. Allegandrinen Festfäle, 3. Wahlkreis. bergerstr. 27. Heinrich Schröder, Hagel Lotal- Kommiffions- Mitglied: E. Bühlfe, Dennewigstr. 13. Bittoria- Brauerei, Lützowstraße 111/112. Unions- Brauerei, Hafenheide22/ 31. Thiems Festsäle, Blücherftr. 61. ftraße 8. Schwarz, Hasenheide 21, JahnSchnegelbergs Festfäle, Inh. Carl Hajenheide 57. Reinhardis Neues Gesellsch. Haus, Raabes Festfäle, Fichteftr. 29. Mürichs Festfäle, Stegligerstr. 35. straße 83. Markgrafen- Stafino, MarkgrafenLinden- Sajino, Lindenstr. 106. Königshof, Bülowstr. 37-40. walderstr. 15. Königs Gesellschaftshaus, Mittenftraße 62. Kliems Festfäle, Hasenbeide 13/15.| Beckers Festsäle, KommandantenI Kommandanten. Allegan Sintsches Geftjäle, Röpenigerfte. 62. Grupes Festfale, Annenstr. 16. bantenstr.77/ 79( Inh.Haberland). Gratweils Bierhallen, Stommana evertschaftshaus, Engelufer 15. Gesellschaftshaus, Prinzenstr. 94. Fürstenhof, Köpeniderftr. 137/138. straße 39( Inh. J. Meier). B. Frankes Festsaal, Sebastianftraße 75( nh. W. Kube). Feuersteins Festfäle, Alte Jakob. Dahme. Restaurant zum Statsergarten. D.- Wusterhausen. T.-B. Friz Scherbing, Alt- Kiez. Friedenan. Gustav Schmidt, Königstr. 39. T.-B. Wilhelm Grube, Kaiser- Allee 85. Döhringsbrück. P.-D.-H. Befenschaftshaus, Rheinstr. 14. Rheinschloß. B. Hoffmann fret. ( Ruppiner Stanal) fret. Drewitz. T.-B. August Buhlmann, Botsdamerstr. Alle anderen Rokale sind gesperrt. Driesen. Alle anderen Rotale sind gesperrt. Friedersdorf. T.-B. Restaurant Bäntel. Conr. Marg, Rittergutsgarten, fret. Friedrichsberg. H.-B. Eberswalde. Restaurant Bur Mühle", Eich. werberstr. 55. Schröders Boltsgarten, Freien walberstr. 8. Eggersdorf bei Strausberg. H.-B. G. Tübbecke frei. Eiche b. Potsdam. P.-0.-H. Alle Lotale gesperrt. Eichwalde. T.-B. Wittes Waldschlößchen. Erkner. N.-B. Restaurant Seidenstüder, Bahnhofstraße, und„ Gasthaus zur Traube" gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Eulo( Soran- Forst). A. Schulze, Braueret, frei. Falkenberg. Nur die„ Carlsburg" frei. Falkenhagen b. Seegefeld. P.-0.-H. P. Schöneberg. Fangschleuse. H.-D. F. Schulze, Hotel Bum Dampf schiff". Alle Lokale frei. Friedrichsfelde. K.-B. Café Hoppegarten Berlinerstr. 18. Franz Bubes Quee 30. ( Bansdorf), Festfäle, Brinzen Gottlieb Schulz,„ Lindenpark", Wilhelmstr. 11. Gr.- Besten a. d. Görl. Bahn. T.-B. Berkehrslokal: Waldschlößchen", Ww. Agnes Tresper. Restaur. Walhalla, Herrn Meinide. Alle anderen Lokale gesperrt. Gr.- Lichterfelde. T.-B. Aug. Reisen, Familien- Restaurant, Chauffeeftr. 104. Carl Müller, Restaurant Kaiserhof", Bahnhof Oft. W. Drägerts Restaurant Sum goldenen Löwen", Chausseestr. 45. Alle anderen Lokale gesperrt. Gr.- Schönebeck. N.-B. Sung,„ Gasthof zum deutschen W. Hause". Friz Haberland, Wilhelmstr. 38. Grünheide b. Ertner. N.-B. Friedrichshagen. H.-B. Restaurant Bater Fieliz. Brauerei K. Erdmann, Seestr. 23. Braustübl, A. Witte, Sceftr. 22. Bellevue, Schmidt, Waldowstraße C. Conrad, Friedrichstr. 137. Eisteller, R.Büttner, Friedrichstr.97. Fischerhütte, Bachow, Seeftr. 11. Gesellschaftshaus, Kieckow, Friedridhjtr. 69. Grunewald, T.-B. Gesperrt find: St. Hubertus, Brauerei Flehing haus, Schmargendorf, Hubertusbaberstr. 1. Waldhaus, Inh. Giesen, Schmars gendorf, Hubertusbaberstr. 5. Waldpart, Inh. Michelmann( mit Seutscherkneipe), Hubertusbaber straße 2-6. M.Lerche, Bürgerfäle, Friedrichst.110 F. Langfeld, Köpeniderstr. 1. Seeschlößchen, A. Berndt, Seeftr.77. Café Grunewald, Schmargendorf, Sängerhalle, se.Stuhl, Friedrichst.61. Baulsbornerstraße. Spreeschloß, Straße 381. Schillings Restaurant, Dahlem. Dito Schulze, Friedrichstr. 78. Ww. Macks Dorfkrug, Waldkater, Werner, Köpenider- Beeltzhof: Alle Lokale gesperrt. straße 38. Wilhelmsbad, Uzturait, Seeftr. 45. Fürstenberg a. 0. Brauerei Schleicher frei. Fürstenwalde. Fr.Karolewsky, Restaurant Werlfee. Schloßkellerei frei. Fehrbellin. P.-0.-H. Ww. Rosenträger. Schulz. Fichtenau. N.-B. R. Höhne, Gesellschajishaus. Robbe, Kurpart- Restaurant fret. Finkenkrug. P.-0.-H. Hofmeister. Finsterwalde ( Calau- Ludau). Sämtliche Lokale frei. Forst. Gallinchen( Cottbus Spremberg). Otto Krause frei. Gassen( Soran- Forst). Gasthof Zum deutschen Haufe" und Wels' Berz frei. Gatow a. d. H. P.-0.-H. Kein Lokal fret. Germersdorf b. Guben. Restaurant Schulz fret. Giesendorf. T.-B. Schüßenhaus u. Feldschlößchen gee alle Lotale gesperrt. sperrt, alle anderen Lokale frei. Frankfurt a. d. 0. Gewerkschaftshaus, Dderstr. 51. lle übrigen Lotale bes Grunewalds gelten als frei, jedoch ersuchen wir die Parteigenossen bringend, Vereins, Werkstatt oder son ftige größere Partien nicht nach diesen Lokalen zu unternehmen und empfehlen daher, bei Beranstaltung derartiger Partien diesbezügliche An fragen recht frühzeitig an die Lofalfommission zu richten. Grünan. T.-B. Arbeiter Verkehrslofal: 8ur grünen Ede, Köpeniderstr. 88, Inh. J. Franz. Restaurant Zur Gravelotte", Inh. J. Duchauffour, Köpenickerstr. 79. Jägerhaus, Inh.( G.Erhardt, Bahn. hof- u. Friedrichstr.- Ede. Carolinenhofb.Grünau, Inh.Raabe Richtershorn b.Grünau, Inh.Mohr Alle anderen Lokale gesperrt. Guben. Glindow 6. Werder a. d. H. eft. Bellevue", Schögelnerstr. 21. August Schmidt, Dorfstr. 12. Gosen. T.-B. Zur Friedensallee, Gewerkschaftshaus, Schögelnerstraße. Goldener Anker, Böstterstr. 39. Kaltenbornerstraße. Franz.- Buchholz. B.-B. indenhof, Inh. And. Wiesmann. Feldichacht Stroffenerstraße. Kähnes Gesellschaftshaus, Berliner straße 89. Fredersdorf. H.-B. Gasthof Ww. Clara Große und Girke fret. Freienwalde a. 0. Radbaz, Kanalstr. 8. W. Boigt, Eberswalderstr. 7. Gottow bei Luckenwalde. Neichmann und Sanack frei. Gransee. Granseer Schützenhaus frei. Gross- Beeren. T.-B. Restaurant Fichtenwäldchen, Inh. D. Heinze, Berlinerstr. 99. 4 Zur Eintracht, Triftstr. 28. Bum grünen Wald, Wilhelmshöhe, W. Pürschel. Gasthof zur Eisenbahn, Kupfer. hammerstraße. Bier Linden, Pförtnerstraße. Güstebiese. Vereinshaus fret. Hakenfelde b. Spandau. P.-O.-H. M. Teßnoios Bollsgarten. Halensee. T.-B. Berkehrslokal: Bonczed, Kure fürstendamm 126. Alle anderen Lokale gesperrt. A Ww. Raus, Part Restaurant, Parkstr. 12/13. 2. Krüger, Friedrichstr. 10. Wendt, Friedrichstr. 1. Lindenhof, Friedrichstr. 61. Jörsfelde. Restaurant Döring. Hankels Ablage. T.- B.. Kuhn, Havelschloß. N.-B. B. Heinrich, Seglerschloß( früher Fr. Gumlich, Kurgarten. Rappel). Havelberg. Café Concordia( Groß). Hegermühle b. Eberswalde. Rein Lokal frei. Heiligensee. N.-B. Kagel. H.-B. Gasthof zum Fieliz frei. | Müggelwerder. N.-B. Marienlust b. Köpenick. T.-B. Pferdebucht b. Köpenid. T.-B. frei. Rübezahl. T.-B. Strandschloß am Müggelsee bei Stopenid. T.-B. Schmetterlingsluft bei Köpenid. T.-B. Restaurant Waldburg am Bahn. hof Hirschgarten. N.-B. deutschen Hause, Otto Boigts Krampenburg vis- à- vis Kanntdorf ( Cottbus Spremberg). Matthes Kanter fret. Karlshorst. H.-B. Bieloto, Dampferanlegstelle( End- Restaurant Fürstenbad, Bring station) gesperrt. Adalbert, Jnh. Gruhn, VerkehrsIofal. Tivoli, Sandhausen, Inh. Schröder Gesperrt: gesperrt. Alle anderen Lokale frei. Heinersdorf. N.-B. Schmödwik. T.-B. Teufelsfee. T.-B. Restaurant Rabenstein gesperrt. Wendenschloß, vis- à- vis Grünau. Wendenschloß- Kolonie: Restaurant Waldesruh, Inh. Gerbert. Korbiskrug bei Gr.- Besten. T.-B. Otto Königs Festfäle, Gasthof Beter Staczmaret. Kotzenburg b. Rudenwalde. Gesellschaftshaus, Bw. Krüger. Treskow- lee. Otto Arlts Augusta Viktoriastr. 46. Lokale frei. Alle Lokale mit Sälen gesperrt. Alle übrigen Heinrichsfeld ( Cottbus- Spremberg). Ernst Noad; Gottlieb Buder, Gast hof zum gold. Löwen. Helgoland. P.-0.-H. ( Insel Oberhavel) fret. Helmsdorf( Corau- Forst). Joh. Bröllog fret. Hennigsdorf. P.-0.-H. Kanlsdorf. N.-B. Hamanns Gesellschaftshaus, Frankfurter Chaussee, Jnh. Mees. Alle anderen Lokale gesperrt. Ketschendort. T.-B. Frei: Gasthof Weidemann( Saal). G. Noad, Gasth. 3. schwarzen Adler. Krausnick. T.-B. Gastwirt Otto gesperrt. Baul Böttcher frei. Kremmen. P.-0.-H. Paproth. Kurtschlag. Wißmann frei. Kyritz( Dosse). Ketzin a. d. H. P.-0.-H. Schröder, am Markt. Stemms Restaurant frei. Frei: F. Brose. Nud. Teßmann. Kiekemal b. Röpenick. H.-B. Gesperrt: Zum deutschen Kaiser Restaur. Heidekrug( Schmidt) frei. Inh. Böhmer. Restaurant Walde schlößchen( Balentin). Hennickendorf. N.-B. Rest. Zur Wachtelburg( G. Goldgräber). Hermsdorf. N.-B. Kirchhain( Calau- Luckau). Schützenhaus u. Wildes Lokal fret. Kladow. P.-0.-H. Restaurant Helgoland frei. Kl.- Besten. T.-B. Schulz, Berkehrslokal, Berliner Gasthaus Aug. Puran. straße 21. H. Heidenreich, Forsthaus, Bittoriaftr. 18. Herzfelde. Henze, Hauptstr. 57. Klosterdorf b. Strausbg. Auguste Buhlmanns Gasthaus. N.-B. Kochsdorf ( Cottbus Spremberg) Steinide, Gasthof zum Kaiserhof. Christian Budit frei. Hessenwinkel. N.-B. Theod. Gulich, Gesellschaftshaus. D. Rapmundt, Gesellschaftshaus. Schreyer, Kaiserzelt. Hirschgarten. N.-B. Alle Lokale fret. Hohenbinde. N.-D. Haideschlößchen zumGutenberg frei. Hohenschönhausen, Neu- Hohenschönhaus. Stein. H.-B. Ate Lotale fret. Hohenschöpping. P.-O.-H. Johannisthal. T.-B. Berkehrslokal: Alb. Gobin, Noonftraße 2. Rest. Ritterhaus( Oskar Meher). Johannisthaler Boltsgart., Senftleben, Friedrich und Köpenicker ſtraße- Ede. Kolkwitz ( Cottbus Spremberg) Ladeburg. N.-B. Wilh. Wendt frei. Landsberg a. W. Rothenburg, Güstrinerstr. 31. Altes Schüßenhaus, Wall. Borchmeher, Friedrichstadt. Krüger, Roßwiesenstr. 49 a. Langewahl b. Ketschendorf. T.-B. Gasthof Buchwald fret. Lanke. H.-B. Stodmann, Restaur.„ Waldschloß". Ottilie Wegger,„ Schloßpart". Lankwitz. T.-B. Herm. Retger, Wirtshaus Bum grünen Kranz", Calandrelliftr.27, frei. Alle anderen Lokale gesperrt. W. Lehmann frei. Lehnin. Richard Melchert, Schwarzer Adler. Lebbin bei Storfowo, T.-B. Kolonie Buch. H.-B. Kaiser Friedrich- Garten frei. Königs- Wuster. hansen. T.-B. Gesperrt find: Schüpenhaus, Renes Roschel. Ramin, Am Markt. Hermann, hofstraße. Inh. Restaurant, Bahn Pfuhls Hotel, Um Bahnhof. Alle anderen Lokale frei. Könitz. Raterbow. Köpenick. T.-B. Außer Bw.Schulz, Müggelsheimer u. Marienstr. Ede, alle Lokale frei. Müggelschloß. T.-B. 5 Lenzen. H. Taege, Hauptstr. 63, frei Alle Lokale gesperrt. Lichtenberg. H.-B. Alle Lokale frei. Lichtenow b. Herzfelde. H.-B. Fähnide fret. Liebenwalde. N.-B. Verkehrslotal: Reftaur. Gleinert, Berlinerstraße. Lindow i. M.K Sahlbrandt fret. Löwendorf b. Trebbin. August Pintsch fret. Jakobshallen, Alte Jakobstr. 83.| Feindt, Weinstr. 11. Allee 53. Gesellschaftshaus, Lichtenbergerst.16 Giestes Wirtshaus, LandsbergerInsel Festsäle, Inselstr. 10( Inh. Flechs Festsäle, Fruchtstr. 36a. Sannascht). Fortuna- Säle, Strausbergerstr. 3. Industrie- Festfäle, Beuthstr. 19/20. Germania Brauerei, Frantjurter Köpenider Festsäle, Köpeniderstraße 127 a. Lehmanns Festsäle, Alexandrinen. straße 32. Luisenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstr. 37( Inh. Jal. Lis). Luisenhof, Bukowerstr. 9( Inh. M. Rusch). Lipple, Melchiorstr. 15. Märkischer Hof, Admiralstr. 18c ( Inh. Möhring). Neues Klubhaus, Kommandanten straße 72. Bier Generationen, Dranienstr. 69. Zum Alexandriner", Aleganbrinenftr. 37 a. Lokal- Kommissions- Mitglied: Carl König, Jahnstr. 24. 4. Wahlkreis. Süd- Oft. Behrends Festfäle, Manteuffelstr.95. Borchardt, Köpenickerstr. 158. Café Alsen, Vor dem Schlej. Tor 2. Central Festfäle, Dranienstr. 180. Gleve ,,, Süd- Ost", Waldemarstr.75. Graumann, Naunynstr. 27. Hoffmann, Beughofstr. 8. Industrie Festfäle, Mariannenstr.31 Jüngers Bariété, Manteuffelstr. 47. Köpenider Hof, Stopeniderstr. 174. Mariannen Feftfäle, MariannenUfer 2. straße 89. Sabrecht, Große Frankfurterstr. 30. Keller, Stoppenstr. 29. Kern, R., Große Frankfurterstr. 18. Rolwigs Festfäle, Große Frank furterstr. 99.. G. Stoczorowsti, Schillingftr. 36. Sönigstadt- Kasino, Holzmarktstr.72. Sönigstädtisches Kasino, Große Frankfurterstr. 76. E. Krüger, Gesellschaftshaus, Gubenerstr. 43. P. Litfins Gesellschaftshaus Dftend, Memelerstr. 67. Lipps, Am Friedrichshain 22-29. Markgrafensäle, Martgrafendamm. K.Mayers Vereinshaus, Gr.Frankfurterstr. 133. 2. Neumann, Langeſtr. 30. C. Nickel, Gr. Frankfurterstr. 41/42. Ost- Kasino, Frankfurter Allee 106. Dftbahnpar, Rüdersdorferstr. 71. Patria Festjäle, Gr. Frankfurter straße 28. [ Allee 24. Bazenhofer- Brauerei, Landsberger Residenz- Festsäle, Landsbergerst.31. Scholz, Große Frankfurterstr. 74. B. Schumsti, Langestr. 65. Tauert, Große Frankfurterstr. 85. Zimmermann, Grüner Weg 29. Lotal- Kommissions- Mitglied: Carl Rott, Straßmannstr.29, ptr. 5. Wahlkreis. May Nowad, Manteuffelstr. 9. Michael- Festfäle, Michaelfirchstr. 39. Dranien- Salon( A. Lott), Dranienstraße 170. Reichenberger Hof, Reichenberger- pitsch, Rosenthalerstr. 39. ftraße 147. Sanssouci, Kottbuserstr. 4 a. Schocke( Drachenburg), Bor dem Schlesischen Tor. Schuhmacher, Stalizerstr. 126. Stalizer Garten, Stalizerstr. 54. Vereinshaus ,, Sängerheim", Nau nynstr. 6. Walter( Urania), Brangelstr. 9/10. G. Wollschläger, Adalbertstr. 21. Oft. Alhambra, Wallnertheaterstr. 15. Albrecht, Gesellschaftshaus, Langeftraße 108. Andreas Festsäle, Andreasstr. 21. Andreas- Garten, Andreasstr. 26. H. Behrend, Sängerheim, Landsberger Allee 156. Bolzmanns Gesellschaftshaus, Lichtenbergerstr. 21. Böhmisches Brauhaus, berger Allee 11-13. Lands: Bordes Vereinsfäle, Neue Königstraße 7. Diesener, Landsbergerstr. 37. A. Ernsts Gesellschaftshaus, Prenz lauerstraße 41. Gesellschaftshaus, Berliner Musiker, Kaiser Wilhelmstr. 18 m. Johannissäle, Johannisstr. 20. Sönigsjäle, Neue Königstr. 26. Kürbis, Luisenstr. 26. Kuhns Festfäle, Linienſtr. 8. Leydeckers Salon, Sophienstr. 34. Müller, Restaurant, Linienstr. 65. Mündner, Linienſtr. 19. Neues Konzerthaus, Alexanderpl Bachuras Klubhaus, Landsberger straße 39. Schüßenhaus, Linienstr. 5. Carl Batt, Dragonerstr. 15. Philadelphia, Greifswalderstraße 138/39. Rosenthaler Hof, Rosenthaler straße 11/12. Rosenthaler Vereinshaus, Rosens BoekersGesellsch.- Haus, Weberst.17. thalerstraße 57. Breuer, Große Frankfurterstr. 117. Beders Gesellschaftshaus, Frant- Schweizergarten, Am Königstor. furter Allee 127. Sophien- Halle, Gipsstr. 9. Bürger- Hof, Küstriner Platz 10. Sophien- Säle, Sophienste. 17/18. A. Diez, Landsberger Allee 76/77. Wendts Bracht- Säle, Münzstr. 17, Elisabeth- Garten, Elisabethstr. 30. Eing. Königsgraben. Lotal- Kommissions- Mitglied: Elysium, Landsberger Allee 40/41. Englischer Garten, Alexanderstr.27c. Friedrich Rausch, Winsstr. 12pt. 2 6. Wahlkreis. Moabit. Artus- Hof, Berlebergerstr. 26. Arminius- Hallen, Bremerstr. 70/71. Gieshoit, Insel- Restaurant Eisschlößchen( Plößensee). ( Plößensee). Rud. Gohlle, Beusselstr. 22. Kron.- Brauer., Alt- Moabit 47/49. Moabiter Bürgerfäle", Beusselstr.9. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstr. 24, Emdenerstr. 34/35. Moabiter Kasino, Wilsnaderstr. 63. Moabiter Schüßenhaus( Plößensee). Bielefe, Baldstr. 8. Schößler, Stromstr. 28. Schüler( Brauerei Moabit), Turmstraße 25/26. Spree- Hallen, Kirchstr. 27. Bittoria- Salon, Berlebergerstr. 14. Walhalla- Theater, At- Moabit 104 bis 105. Wedding und Oranienburger Vorstadt. 1 Berliner Bock- Brauerei, Abt. II, Chauffeeſtr. 58. Berliner Nordpart, Müllerstr. 148. Gebr. Cranz' Festsäle, KöslinerStraße 8. Detloffs Festfäle, Invalidenstraße 84/85. P. Fortanier, Tegelerstr. 56. Funtes Gesellschaftshaus, Trift, straße 41. Genossenschafts- Wirtshaus IV, Nord- Ufer 10. Germania- Säle, Chauffeeftr. 103. Gesellschaftshaus, Inh. M. Schölzel, Boyenstr. 12. Hoffmann, Bajewalkerstr. 3. Humboldt Säle, Hussitenstr. 40. Hübners Festfäle, Chausseestr. 113. Köhlers Salon, Ziedstr. 24. StromreysFestsaal, Eichendorffstr.8. Meeses Gesellschaftshaus, SchulStraße 29. Milbrodts Gesellschaftshaus, Müllerstr. 7. Raabes Festfäle, Kolbergerstr. 23. Sachon, Müllerstr. 136. Schellbachs Festfäle, Schulstr. 66. Schmidts Festfäle, Gartenstr. 6. Kari Schraderhof, Liebenwalder ſtraße 36. Schumanns Vereins- H., Kösliner. straße 17. Schwantes Festfäle, Chauffeeftr. 96. Zum Storchnest, Müllerstr. 161. Zum Boltsheim, Aderstr. 123. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen. Brunnen Säle, Brunnenstr. 15. E. Daase, Brunnenstr. 154. Dietrichs Festsäle, Brunenstr. 34. Elsasser Ball- Salon, Elsasserstr. 15. Fey, Brunnenstr. 184. R. Fiebigs Festsäle, Aderstr. 6/7. R. Frischs Victoria- Garten, Badftraße 12. Gramotte, D., Bergstr. 12. Pritzwalk. Zum Schweizerhäuschen. Pampe( Cottbus- Sprembg). Ww. Kubo u. P. Erdmann, frei. Radebrück b. AltLandsberg. N.-B. ,, Wilhelmsruh", Inh. Schulz, frei. Rahnsdorf. N.-B. Bärenhöhle v. Müller, am Bahnhof, gesperrt. Rahnsdorfer Mühle. H.-B. Alle Lokale frei. Berkehrsl.: Gasth. v. Ww. Klemm. Rathenow. Krystallpalaft, Inh. Stockfisch, frei. Ranchfangwerder. T.-B. Rutkowskis Waldhaus, Inhaber Rönisch. Rauen. T.-B. Gasthof zum Löwen, Inh. Windfelder, frei. Gasthof zum großen Stein, Inh. A. Müller. Reinickendorf. H.-B. Osten. E. Kirsch ,,, Seepark", Marfstr. 2/3. B. Lücke, Kastanienwäldden", Residenzstr. 109. F. Sadau, Residenzstr. 124. A. Schorsch, Zur Wartburg", Kopenhagenerstr. 71. D. Knebel, Hauptstr. 51. Schaller, Schönholzer Tivoli", Provintr. 69-72. J. Web. teftaurant zur Eisenbabn, Nordbahnstr. 22. H. Schiller, Bronzum Storchneft", Provinzstr. 79. F.Göride, Wirtshaus ,, Sur Tanne", Nordbahnstr. 11. Baumann, Hausotterstr. 55. C. Großmann, Schönholz. Flora", Provinzstr. 76. B. Wolframm, Hausotterstr. 46. Westen, Tegeler Chaussee. Ernst Muster, Berlinerstr. 29. J. Franke, Eichbornstr. 18, EdeAugusta Viktoria- Allee. B. Dito, Berlinerstr. 113/114. Engel, Eichbornftr. 73. Rixdorf. T.-B. Vereinshaus am Richardplaz gesperrt. Alle anderen Lofale frei. Röntgenthal. N.-B. E. Braun, Restaurant Röntgenthal. Rosenthal. N.-B. A. Kabeliz, Gasthof Bur Mühle", Hauptstr. 38. Rüdersdorf( Dorf). H.-B. Robert Bademad, Schützenhaus. R. Marg, Luisenstr. 31. Rüdersdorf( Saltb.). H.-B. Grewe ,,, Gasthaus zur Linde", Heinigerstr. 19. Rudow bei Johannisthal. T.-B. Berkehrslokal: Aug. Palm, Köpeniderstraße. Alle anderen Lokale gesperrt. Ruhlsdorf b. Ludenwalde. Gastwirt Krüger, frei. Ruhlsdorf b. Teltow. T.-B. E. Herold frei. Gasthaus Mannt gesperrt. Rummelsburg. N.-B. Alle Lokale frei. Saarmund( Luckenwalde). Hildebrandt frei. Saatwinkel. P.-0.-H. Alle Lokale frei. Sachsendorf. Aug. Dobring. Paul Sachs frei. ( Cottbus- Spremberg.) Sacro.( Gorau- Forst.) Bw. Ziegler, Brauerei, frei. Sadowa. T.-B. Pflugs Rest. a. d. Oberspree frei. Alle anderen Lokale gesperrt. Sandberg- Belzig. Fr. Thiele, Zur grünen Tanne. Schenkendorf. T.-B. Otto Bätjch( Saal). Schenno.( Soran- Forst.) G. Schneider u. E. Gebhardt, ( Waldschloß), frei. Schildhorn. P.-0.-H. Alle Lotale frei. Schildow. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Schlachtensee. T.-B. Alle Lokale gesperrt. Schmargendorf. T.-B. J. Rogatt, Restaurant Sanssouci, Rublaerstr. 20/21. Café Bein, Hubertusbadstraße 8 ( Grunewald). Barowski, Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünderstr. 6. Lindenbaum", Spandauerstr. 40, Inh. Ad. Pöttscher. Schmellwitz. ( Cottbus- Spremberg.) Alb. Lobedan. Schmertzke bei Brandenburg a. d. H. Geride frei. Schmöckwitz. T.-B. Gasthof Sur Balme", am Seddinsee, Herm. Beter. Noad, Restaurant Zum Seddinfee. Murfeldt, Seglerschloß". Schöneberg. T.-B. Obfts Festfäle, Martin Luther-, Ede Meiningerstraße. Miethes Festsäle, Hauptstr. 5/6. Schloßbrauerei Schöneberg. „ Wilhelmhof", Ebersstr. 80. Bur gold. Hundertzehn", Grunewaldstr. 110. SchöneicheSchönebeck. N.-B. H. Möller, am Kaffee, Karlstr. 8.| Emil Süßmilch, Rest. ,, Waldhaus". 7 Schönholz. H.-B. H. Ramlow, Kastanienwäldchen", Schönholz 14. B. Baumgartner, Barkrestaurant, Schönholz 11. H. Paprik, Birkenpart, SchönHolzer Weg 31. Schönow. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Schönwalde i. d. M. N.-B. H. Schulz. 2. Liebenhagen. Gust. Dornemann, Internat. Sportshaus a. Gorinsee. Schulzendorf. H.-B. Restaurant ,, Hubertus", Inh. Triller gesperrt Alle anderen Lokale frei. Schwedt a. O. Deutsches Haus, Heinersdorferstr. Schwiebus. Gasthof zur deutschen Eiche, Croffenerstraße. Gustav Gondolatsch, Mühlenstr. Senttenberg II ( Calau- Lucau). Topigmühle, Inh. Seidensticker. Bensters Gasthof in Sauo. Senzig. T.-B. Alle Lokale frei. Slamen.( Cottb.- Sprembg.) Jul. Fischer; Franz Weimann; Adolf Jurt, Bellevue. Slamen Ziegelei: Otto Hoffmann; Andreas Raffe. Soldin. Wilhelm Bose, Gartenstr. 27. Sommerfeld.( Schwiebus.) Sum Surfürsten, Bahnhofstraße. Sommerfeld b. Kremmen. P.-0.-H. Brauerei Weber frei. Sonnenburg. Wilh. Greiser frei. Flora. Sorau. Gasthof zur Eile. Gasthof zum goldenen Anker, frei. Spandau. P.-O.-H. Paul Kumfe, Schönwalderstr. 80. Böhle, Neumeisterstr. 5, " Fürstenhof", Seegefelderstr. 54/55. E. Köpnics Ball- Salon, Pichelsdorferstr. 39. Gust. Borchardt, Seeburgerstr. 26. Spreenhagen. T.-B. Alle Lofale gesperrt. Spremberg. Paul Heinze, Gesellschaftshaus. Paul Kobelt, Konzerthaus. Ludwig Krüger, Bergschlößchen. Bruno Rüdert, Bürgerhaus. Springeberg bei Ertner N.-B. Restaurant Fatike frei. Staaken und Neu- Staaken. P.-0.-H. Gasthof Zum braunen Hirsch", Hamburger Chauffee, frei. Schwarzer Adler. Lübbenau. Alle Lofale fret. Luckenwalde. -Bur grünen Baumgart. Friz Gronemeier frei. Madlo( Cottbus- Spremberg). Ball, Vogelsangstraße. Lychen i. M. Linde. Stadt Berlin. ( Haaker) frei. Wald- und Seeschloß Dabendorf F. Wiese. Restaurant Neu- Dabendorf, Inh. Zossen. T.-B. Neu- Dabendorf bei Bungard, Bur Römerschanze". Nedlitz. P.-O.-H. Malchow b. Weißenfee. H.-B. Bilh. Bedmann frei. ,, Café Lieg" frei. Gasthaus Wilhelmsthal", H.-B. zum Tiergarten. Gesperrt: Pätel, Restaurant T.-B. Neubrück. P.-O.-H. Aug. Wünsche frei. Neuenhagen. H.-B. Neumühle. Neubert, Waldschlößchen. Malz b. Grabowfee. N.-B. Alle anderen Lokale gesperrt. links der Bahn. Inh. Wernede, Hönowerstr. Nr.6, Alle anderen Lokale frei. Zum Mahlsdorf. Neu- Zittau. T.-B. Gasthof zur Sonne, Bahnhofstr. Neuzelle( Guben). Dimar, Bechliner Chaussee. Neu- Ruppin. anderen Lokal frei. Aue" und Schüßenhaus". Gesperrt: A. Jrrlig, Zur grünen Oderberg i. M. helminenhofstr. 18. Verkehrslokal: E. Kaufholt, Wil Alle Lokale frei. Ob.- Schöneweide. N.-B. Paul Junge, Großbeerenstr. 100. Wilhelmstr., Ede Friedrichstraße. Ernst Schmidt, früher Kaiser- Saal Karl Gruhl, Priesterstr. 69. Otto Himte, Wallstr. 55. Alle straße 50. Roggentin, Volksgarten, Schüßenstraße 31. F. Heider, Berkehrslokal, Mühlen. hausen( Saal), Schüßenstr. E. Schumann, Waldhaus SandBraun, Kurfürstenstr. 48( Saal). Oranienburg. H.-B. schlößchen", Feldstr. 44. H. Borgfeldt, Reft. Zum Feld- Waldschlößchen, Schulz, Gofener Pätz bei Gr. Beften. T.-B. Mariendorf. T.-B. Dew. Fischer, Langestr. 31. bei Fürstenwalde. T.-B. Markgrafpieske gesperrt. Alle anderen Lokale Herm. Berger, Dorfstr. 30, frei. N. Jaunzewski, Kiepertplag 7. Marienfelde. T.-B. Restaurant zum alten Astanier. Burschte, Chausseestr. 82. Rest. Reichardt, Chausseestr. 16. straße frei. N.-B. Restaurant Bur Dubrow" frei. Pankow. ( Oberhavel) P.-0.-H. Nieder Neuendorf Guft. Heiß, Restaurant Ziegenbals. Zum Sportshaus, M. Mörschel, T.-B. Niederlehme Kolonie. Alle anderen Lokale frei. Gerisch. Gesperrt: Adolf Schmidt und Rich. Bessen, Dameromstr. 19. Niederlehme. T.-B. Friedrichstr. 12. W. Warlich, Paradiesg., Kaiser Berlinerstr. 102. " Zum Kurfürsten", Ebersbach, Buge, Vereinshaus, Schulzestr. 28. Kein Lokal frei. straße 113. Zum Roland, C. Müller, Wollant. linerstr. 27. Großfurt, Feldschlößchen", Ber. Wilh. Grasnic, Langendammerstr. Nieder- Schöneweide. Rozydi, Gesellschaftshaus, KreuzAugust Seyffert gesperrt. Michendorf( Bauch- Belzig). Alb. Schulz, Verkehrslokal. Marzahn. N.-B. Schurbaum. J. Peschel. Lessing. Marwitz. P.-O.-H. T.-B. straße 3/4. Verkehrslok.: Reimann, Grünauer- A. Schüßler, Willners Brauerei Reuters Volfsgarten, Schloßstr. 2. straße 5. Jacoby). Restaurant„ Barbarossa"( Inhaber Weidmannsruh", Berlinerstr. 16. ,, Waldhaus", Berlinerstr. 10 a. Hasselwerder". Inh. Alb. Scheruch. Berlinerstr. 17 b. Peitz( Cottbus- Spremberg). ( Donay) frei. Restaurant Lempte u. Eichenhain Papenberge. P.-0.-H. Ausschant, Berlinerstr 80/82. Mönchsmühle Alle anderen Lokale gesperrt. prinzen. Ernst Schmidt, Gasthof zum KronMittenwalde. T.-B. Rest. zur Mühle, Inh. E. Lier, frei. Gesperrt: Restaurant Strüger. Kleine Fischerhütte", J. Fischer, Ernst Steglich, Reichshallen, frei. Miersdorf. T.-B. Müggelheim. T.-B. Neuer Grund", Schönborn, frei. Mückenberg b. Guben. Gasth. z. historischen Mönchsmühle. Florian Knappe frei. bei Schildow. N.-B. Mühlenbeck. H.-B. Alle Lokale frei. N.-B. Nieder- Schönhausen. Alle anderen Lokale gesperrt. Hermann Raue, Berlinerstr. 15. Ladendorf, Berlinerstr. 22. Drachenfels", Berlinerstr. 17 d. Rest. Schweizerhaus, Berlinerstr.33. Carl Schulze, Hasselwerderstr. 1. Pichelsdorf. P.-0.-H. Alle Lokale frei. Pichelsberge. P.-O.-H. Otto Bräfike frei. Petershagen. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Perleberg. Pichelswerder. P.-0.-H. Neu- Carlshof, Beuth- und Char- Boigts Restaurant. Kreienkramp). Café Bellevue, Kaiser Wilhelmstr.10." Bum weißen Schwan"( Inhaber Settekorn, Lindenstr. 1. Lottenstr.- Ede. Ulig ,,, Schwarzer Adler", Blanken- Alle Lotale frei. burgerstr. 4. straße 18. Ad. Baersch, Woltersdorferstr. frei. Tunsch, Sanssouci, Kaiser WilhelmAugust Schulze Nr. 91, frei. Nahmitz bei Lehnin. Alle Lokale gesperrt. Münchehofe. H.-B. Aug. Mayer, Buchhorsterstr. frei. cholz, Marktstr. 16. Nauen. P.-O.-H. straße 64. Hotel Nordend. Wilhelmshof, Kaiser Wilhelm N.-B. H. Ebel, Stahnsdorferstr. 6. T.-B. Nowawes- Neuendorf. Alle Lokale frei. Chrisfeestr. 33. Schüßenhaus, Inhaber D. Kumte, Mar Singer, Boltsgarten, Priesterstraße 31. G Verkehrslokal: Freunds Insel garten. P.-O.-H. Preuden. H.-B. Bouillion, An der Schnelle. Prenzlau Bahnhof Charlottenhof. Bittoriagarten, Alte Louisenstr. 32. Kaiser Wilhelmstr. 38. Berkehrslokal: Wilh. Ladenthin, Potsdam. Engelhardt. Harmonie, Invalidenstr. Leonhardt, Koloniestr. 147. May Hahn, Koloniestr. 124. Wilh. Schäfer). Gregory- Brauerei, Badstr. 67( Inh. M. Gradhandt, Bellermannstr. 70. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58. Ballschmieder, Badstr. 16. F. Wilkes Festsäle, Brunnenstr. 188. Weiß, Invalidenstr. 146. F. Schuster, Ackerstr. 144. Swinemünderstr. 42. Swinemünder Gesellschaftshaus, straße 14. Roewers Festsäle, Elisabethkirch DIböter, Usedomstr. 33. Noads Festfäle, Brunnenstr. 16. Melchert, Bergstr. 68. 1 a. Marienbad, Badftr. Liebing, Schönhauser Allee 10. [ straße 19. 35/36( Jnh.| Brauerei Königstadt, Defon. Rob. Badstr. 8 Wendorf, Zedhenickerstr. 10. Lokal- Kommissions- Mitglied: Brauerei Gabriel u. Jäger, Defon. straße 23/24. Allee 176. Brauerei Pfefferberg, Schönhauser Bernaus Festsäle, E. Schulz Allee 130( Inh. Stein). Brauerei Groterjan, Schönhauser Steuerhaus, Prenzlauer Allee 148. Brauerei Bözow, Prenzlauer Allee. Prater- Theater, Kastanien Allee 7/9. Maertins Festfäle, Pappel- Allee 25. Bier- Sprudel, Gaudystr. 10. Kopenhagenerstr. 74. Allee 28. Schönhauser Kopenhagener Klubhaus, Hube, Berolina Feftfäle, Genossenschafts- Wirtshaus, Star Schönhauser Vorstadt. [ garderstr.3. hauser Allee 148. ( Behm- und Bellermannstraße). Fröbels Allerlei Theater, Schönt ( Ringbahn- Station). Boltsgarten- Theater, Schmidt, Herm., Brinzen- Allee 33. Forper, Prenzlauer Allee 165 Schirms Festfäle( Babekindt), Bad- D. Hoffmann, Kastanien- Allee 23. Nagel). Festfäle, SchwedterBelforterstr. 15. N. Henschel, Wollinerstr. 51, II. Provinz Brandenburg. Alle Lokale gesperrt. walde a. 0. Alt- Ranft bei FreienAlle Lokale gesperrt. Alt- Rahnsdorf. H.-B. Friedrichstr. 2. Haberechts Gesellschaftshaus, auerstr. 55. Stern", H.Saß, Grünauerstr. 29. Frei: Bohne, Saalbesizer, GünVerkehrsl.: Wirtshaus„ Zum gold. Alt- Glienicke. T.-B. Restaurant Thomann. Alt- Geltow. P.-O.-H. teller. Alle übrigen Lokale frei. Gesperrt: Restaurant RatsAdlershof. T.-B. Alt- Stahnsdorf. T.-B. grünen Baum ( H. Möbius). Gasthof zum Bornstedt- Bornim. Stab frei. Blankenfelde. N.-B. Wirtshaus an der Panke. Blankenburg. N.-B. H. Schulz, Paradiesgarten". Birkenwerder. N.-B. Alle Lokale gesperrt. Bindow. T.-B. Schüßenhaus, Fr. Land. Biesenthal. .P.- O.- H. Caputh. Festfäle". E. Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24, Waldkater". Max Fallnich, Tegeler Weg 40, Roß- Trappe". Ferd. Müller, Spandauer Chauffee, „ Bolkshaus". Paul Reinhardt, Rosinenstraße 3, Charlottenburg. T.-B. Breitkopf frei. Carow. H.-B. Ernst Liesche, Weberstr. 36. ( Bauch- Belzig.) R.Laas ,,, Schwarzer Adler", Mittel- J. Hoffmann, Tegelerweg 38/39, radiesgarten" straße. August Schulz, Friedrich- Wilhelm- W. Fiedler, Tegelerweg 63 ,,, Pastraße 12. Franz Rhinow. Bötzow. P.-O.-H. Alle Lokale frei. Borsigwalde. N.-B. Waldhaus". H. Höhne, Tegelerweg 74/75 ,,, Ver. gnügungspark". fanal: Am Spandauer SchiffahrtsBaumschulenweg. T.-B. Brandenburg a. d. H. Bruno Boiths Kastanienwäldchen. Alle Lokale frei. Volksgarten, Bergstr. 20. Oberreich, Schwarzer Adler", Mai, Kaiser u. Chausseestr.- Ecke. Hörnice, Elysium", Königstor. Friedrich, Gasth. 3. gold. Hirsch". Mühlentor. Großmann, Schüßenhaus", Bernau. N.-B. Gasthof Köppen frei. Luckenwalde. Berkenbrück bei Tanne"( Inh. Fr. Thiele), frei. Sandberg, Gasthof Bur grünen Belzig. ſtraße 285. Gasthof zur Stadt Beeliz, BrüderBeelitz i. M. Biertelstündchen". Gust. Thron, Gasthaus zum Beauregard b. Briezen. Bürgerhalle, Gr. Gartenstr. 1. Berlinerstr. Wiemer, Karlshof". Kaiser". May Broß, Gasthof ,, Zum deutschen Märker. Nagel, Zum Prinzen Heinrich". bei Alt- Landsberg. N.-B. Bruchmühle Sämtliche Säle frei. Britz. T.-B. straße 3. Zentral- Herberge. Gasthof zur Mühle, Wollenweber straße 17. Café Helgoland, Wilhelmsdorfer- Basternadi ,,, Klostergarten". Buch. N.-B. Alle Lokale frei. Verkehrslokal: N. Klein, Chaussee Buckow bei Britz. T.-B. straße 12. besizer, gesperrt. Klogin u. Köppen, Saal. Crinitz( Calau- Ludau). Schulz, Wachsbleiche. Müller, Kap der guten Hoffnung Dobring. Kohan, Feldschlößchen. Dröscher, Zur Mezze. der Spree. G. Schulz, Zum grünen Strand Ww. Loll. Karnante, Zur Prone. A. Döring, Gesellschaftshaus. Herm. Kollmit, Konzerthaus. Cottbus. Jul. Werner ,,, Zum Lindenbaum". Herm. Hinz, Dampferstation.. St. Dyd ,,, Deutscher Kronpring". Buckow.( Märk. Schweiz.) Brandenburgers Gasthof, fret." Wagner, am Bahnhof, Kaiserstr. 82. Rich. Reinsch, Schweizerhaus". N.-B. B. Fengler, Dorfstr. 30/31. Gesellschaftshaus", Inh. Biesdorf. Heins Witt. Elias, Gasthof. ( Cottbus- Spremberg.) Gr. Buckow. Ale Lokale gesperrt. Dahlem. T.-B. Jacobi, Plantagenstraße 25/26. Cüstrin- Neustadt.