Nr. 13. Abonnements- Bedingungen: Abonnements. Preis pränumerando: Bierteljabrl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen". das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Egpedition abgegeben werden. Die Expedition ift bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berila". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Mittwoch, den 16. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. Die sozialdemokratischen Kandidaten für Berlin und die Nachbarkreise find: 1. Wahlkreis: Stadtverordneter Dr. Leo Arons, Berlin. 2. Wahlkreis: Geschäftsführer Richard Fischer, Berlin. 3. Wahlkreis: Rechtsanwalt Wolfgang Heine, Berlin. 4. Wahlkreis: Stadtverordneter Paul Singer, Berlin. 5. Wahlkreis: Arbeitersekretär Robert Schmidt, Berlin. 6. Wahlkreis: Schriftsteller Georg Ledebour, Zehlendorf bei Berlin. Für Nieder- Barnim: Stadtverordneter Artur Stadthagen, Berlin. Für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg: Stadtverordneter Fritz Zubeil, Berlin. Der Tutzen der Kolonien für die Arbeiter. II. die Arbeiter Deutschlands von ihrem Konsum Neben den schon erwähnten Elementen gibt es endlich an Brot und Fleisch, an Büchern und Kleidern auch wirkliche Arbeiter in den Kolonien, die von dem abzwaden müssen, um die Kosten der Kolonien Gelde, das für diese ausgegeben wird, Löhne beziehen. Aber zu decken? deutsche Arbeiter sind darunter fast so felten wie weiße Da haben wir zunächst die Kolonialbeamten, Raben. Das tropische Klima macht für die Weißen jede die Hängepeters und die Jestos mit ihren Cousinen. Deren schwere Arbeit zu einer mörderischen. Beim Bahnbau in ,, Arbeitsnachfrage" mag wohl gesteigert, deren Löhne mögen Südwestafrika wurden nicht Deutsche verwendet, erhöht worden sein. Aber zu den deutschen Industriearbeitern sondern Italiener; aber auch die rissen aus. zählen sie nicht. Doppelt hält besser, denkt Dernburg, und so begnügt er Die vornehmste Arbeitskraft bildeten bisher in unseren fich nicht mit dem einen Beweis des Segens, den die Kolonien Dann kommen alle die Lieferanten, nicht bloß von Kolonien die Eingeborenen. Das gilt auch für Südwestafrika. über den Arbeiter ausschütten. Er fügt ihm einen zweiten hinzu, deutschen Industrieprodukten, nein, von amerikanischen Kon Man schwärmt. uns von dem Metallreichtum dieses Landes und es geniert ihn recht wenig, daß beide zu einander nicht serven, afrikanischen Pferden, indischem Reis die Arbeits vor. Er ist noch recht problematisch. Aber wenn er selbst so ftimmen. Zuerst hat er die Kosten der Kolonien als löhne dafür gehen auch nicht in die Hände deutscher reiche Bergwerte ermöglichte wie im britischen Südafrika, Sosten einer Arbeitsvermittelung hingestellt, die den Arbeitern Industriearbeiter. Den Löwenanteil gewinnen vielmehr aus welchen Vorteil hätten die Arbeiter davon? Die engreiche Arbeitsgelegenheit vermittelt. Run verwandelt er im ländische Agrarier und deutsche Biedermänner, die wissen, wo lischen Bergarbeiter finden keinen Platz in jenen BergHandumdrehen die Kosten der Arbeitsvermittelung in Arbeits- Barthel den Most holt. Der Fall Tippelstirch ist nur werfen, für die England einen so blutigen und kostspieligen lohn, der den Arbeitern zufließt: je höher diese Kosten, desto eine zufällig bekannt gewordene Stichprobe, die ahnen läßt, Krieg geführt hat. Und das gleiche gilt für Südwestafrika. größer ihr Lohn! Der Stolonialdirektor erzählte seinem ge- welche Storruption in den Kolonien herrscht und wie Um Stimmung zu machen, veröffentlichten jüngst zwei Lehrten Publikum: der Staat dort geprellt wird, wo jede Kontrolle so eble Seelen, die Norddeutsche Allgemeine 8tg." und das „ Einen wirklichen Nutzen an den Kolonien haben bisher nur viel schwerer ist und wohin man am liebsten Elemente ab- Berliner Tageblatt", einen Bericht der südwestafrikanischen die Industriearbeiter gehabt, welche ja jegt die Kolonialpolitik in schiebt, die man in Deutschland gern los wäre. In einem Minengesellschaft über die Dtabiminen, der, wie jeder Bericht Bausch und Bogen verdammen wollen. Bon jenen verrechneten 3weige des deutschen Kapitalismus werden einer Aktiengesellschaft, den man für die Börse bestimmt, alles 700 Millionen Mart, die Deutschland für seine Kolonien aus höhere Profite zu finden sein wie in dem der im rosigsten Lichte sieht. Das gehört zum Geschäft, wie jedengegeben hat, ist sicher mehr als die Hälfte, wenn nicht drei Lieferungen für die Kolonien kein Wunder, falls auch unser Bant- und Kolonialdirektor recht wohl weiß. Biertel als Arbeitslohn in die Hände der Industrien ge- daß das Kapital so begeistert für sie ist! Da heißt es unter anderem von der Tsumebgrube, es feien gangen und hat direkt die Arbeitsnachfrage vermehrt und auf die Löhne eingewirkt." Ist das richtig, dann kann man nur bedauern, daß nicht der zehnfache Betrag für die Kolonien ausgegeben wurde. Zehnmal mehr Lohn wäre gezahlt, die Arbeitsnachfrage zehn fach gesteigert worden! " pro Jahr. und Dann aber wird das den deutschen Arbeitern abgenommene bort beschäftigt girta 80 Weiße und 519 Schwarze, Hereros, Geld dazu benutzt, Arbeitslöhne an Soldaten zu zahlen, Dbambos und andere. Also bloß als Beamte und Antreiber, weiße und farbige. Der weiße Mann hält in dem tropischen nicht als Arbeiter tommen die Weißen in den Minen Klima nicht lange aus. Wir wissen, wie selbst in Südwestafritas in Betracht. Südwestafrita, das noch die gesündeste der deutschen Kolonieu Nun hat unsere weise Kolonialpolitik dort freilich die darstellt, unsere deutschen Truppen vom Typhus dezimiert schwarzen Arbeitskräfte möglichst ausgerottet. Sollten aber trokWir wollen hier nicht die Berechnungen unseres ersten werden. Man zieht es daher vor, wo man tann, Eingeborene bem und trotz aller natürlichen Hindernisse die Stolonien sich Artikels wiederholen, die zeigen, daß die Kosten der Kolonial- als Werbefoldaten anzuwenden. Was von jeder Werbearmee etwas heben, was nicht sehr wahrscheinlich ist, dann werden politit mit 700 Millionen zu gering angesetzt sind und daß gilt, ob sie aus Weißen oder Farbigen rekrutiert werde, gilt unsere Stolonialpolitiker und Kapitalisten das Beispiel bom Wert einer Ware der Arbeitslohn in der Regel nicht drei auch von dieser. Es sind die vielfach schlechtesten Elemente, die bes britischen Südafrika nachahmen Viertel, sondern im Durchschnitt viel weniger, vielleicht nur sich da als freiwillige Söldner verkaufen, und die Erziehung in Chinesen importieren. Die Arbeitsnachfrage nach ein Fünftel ausmacht. Bleiben wir bei den Zahlen Dern der Staferne trägt nicht dazu bei, sie zu heben. Zur ur diesen zu steigern ist unsere Solonialpolitit vortrefflich geeignet. burgs, fragen wir bloß: Woher kommen die 700 Millionen? wüchsigen Roheit der Barbarei fügen sie dort Tatsächlich denkt man in den deutschen Schutzgebieten an die Das Lied, das Dernburg hier zum besten gibt, ist bloß alle Laster der Zivilisation, so daß sie schließlich Einfuhr von Chinesen und hat in Samoa bereits eine Variation der alten Kinderfibel- Dekonomie, wonach es die abstoßendsten Seiten beider ohne eine ihrer Lichtseiten bamit begonnen. Um Arbeitslöhne für Chinesen zu den Arbeitern um so besser geht, je mehr die herrschenden vereinigen. Diese Söldlinge bilden die vornehmsten Werkzeuge schaffen, werden die Arbeitslöhne der deutschen Arbeiter beElemente als Privatleute und durch den Staat verschwenden. unserer Kolonialpolitik bei der Verbreitung jener höheren steuert bis zu einem Betrage bon 80 Millionen Um so mehr Geld tomme unter die Leute. Diese famose Sittlichkeit in den Stolonien, von der Dernburg vor seinem feuert bis zu einem Betrage bon 80 Millionen Dekonomie fragt nicht, woher das Geld stammt, das aus den ethischen Publikum so ekstatisch schwärmte. Das ist der Segen, den die Kolonien dem deutschen Händen der Reichen und den Kassen des Staats unter die Die Arbeitsnachfrage nach diesen edlen Elementen ist, Proletariát bringen! " Leute" kommt. Ist es in diesen Händen und Kassen ge- dant den 700 oder 1500 Millionen, die wir in unsere wachsen oder vom Himmel hineingefallen? Nein, diese Kolonien gesteckt, start gewachsen und ihre Löhne sind er Wenn sich dabei die deutschen Arbeiter nur damit trösten Werte mußten zuerst gefchaffen werden durch heblich gestiegen. Aber zur deutschen Arbeiterschaft gehören tönnten, daß sie mit ihrem Gelde eine Pflicht internationaler Arbeiter und dann wurden sie diesen in diese Elemente glücklicherweise nicht. Solidarität erfüllten, daß sie den Hottentotten und Chinesen verschiedenen Formen, als Profit, Steuer Natürlich verbrauchen die Kolonialbeamten und die Schuß- 3u einer Hebung ihrer Lebenslage verhülfen. Aber das Gegenund dergleichen abgenommen. Glaubt man, daß truppen auch deutsche Produkte. Allerdings eigener Art. Bon teil ist der Fall. Die Hottentotten wären glückliche Menschen, diefe Werte als Geld nicht unter die Leute" gekommen wären, ben 20 Millionen Mart Einfuhr in Südwestafrità aus Deutsch wenn das deutsche Volt für Südwestafrita tein Geld übrig wenn man sie den Arbeitern nicht abgenommen hätte? Nein, land entfielen 1905 auf Bier 2 Millionen, Branntwein gehabt hätte. Hunderte von Millionen hat man verschleudert, die Arbeiter hätten dies Geld mindestens ebenso sicher aus- 1 Millionen, Wein und Champagner 2 Million Mart; um ein paar hundert Hottentotten zu erpropriieren und zu gegeben, wie die Reichen und der Staat, die es ihnen ab- also ein Fünftel der Gesamteinfuhr auf Alkohol. Bären aber zwingen, als Schuldsklaven oder kriegsgefangene Hörige ein knöpfen. Es hätte vielleicht ebenso viele Arbeiter ernährt, als diese 20 Millionen Mark in den Taschen der deutschen Arbeiter trübfeliges Dasein zu fristen. es in der Form von kapitalistischer Revenue oder Steuer er- geblieben, so wären sie ebenfalls für deutsche Und der Chinesen, die teils durch Unwissenheit, teils durch nährt. Nicht der Grad sondern die Art der Arbeitsnachfrage Produkte ausgegeben worden, wenn auch in direkten Zwang getrieben werden, die Kontraktstlaberei auf wird dadurch bestimmt. Es werden im ersteren Falle Arbeiter geringerem Maße für Alkohol. Diese Produkte hätten dann sich zu nehmen, harrt ein entsetzliches Los. Dant ihrer Hülfbeschäftigt, die wieder für die Arbeiter arbeiten, die die Genuß aber deutsche Arbeiter nicht bloß produziert, losigkeit werden sie so geschunden, daß sie erschreckend dahinmittel oder Lebensmittel der Arbeiterklasse vermehren; im zweiten sondern auch konsumiert, nicht Solonialbeamte und weiße sterben und nur die wenigsten ihren Stontratt überleben. Falle Arbeiter, die für den Staat oder die Reichen arbeiten oder und farbige Soldaten und Händler in Afrika. Das deutsche Proletariat sorgt nicht bloß für seine eigenen auch nur unnük paradieren. Im ersten Falle werden viel- Unser Bankdirektor sieht in den Arbeitern freilich nur Interessen am besten, wenn es die Ausgaben für die Kolonien Leicht mehr Müller und Bäcker und Schuster beschäftigt, im die Produzenten, nicht die Konsumenten. Er meint, fie verweigert, sondern auch für die deutschen Soldaten dort, denn zweiten mehr Bediente, Stallfnechte, Soldaten und Höf- müssen glücklich sein, wenn sie arbeiten dürfen. Ob fie das, es fordert nicht, daß sie hülflos unten bleiben, linge. was sie erzeugen, auch selbst verbrauchen oder ob es von sondern daß sie schleunigst von einem ebenso Welche Art, Arbeiter" sind es nun, denen anderen berbraucht wird, ist ihm gleichgültig. Aber den unwürdigen wie aufreibenden Dienst entder größte Teil des Geldes zufließt, das sich Arbeitern nicht. I aftet werden. Und es sorgt damit auch ir ie schworen it und gelben Arbeiter, die ein Aufhören unserer Kolonialpolitik| Südwestafrika, und der Schmach, die ihm in Preußen angetan wird, Ebenso unterstüßen sie in Böblingen den Agrarier gegen bor entseglicher Knechtschaft bewahren würde. vergessen! Preußens Wähler, merkt's Euch! Gebt die Quittung am Wahltage! Die Gegner an der Arbeit. den volksparteilichen Kandidaten Leo, obgleich dieser noch vor wenigen Wochen Mitglied der nationalliberalen Partei gewesen ist, sowie gleichfalls die Agrarier in den Kreisen Hall und Gerabronn, obgleich die Volkspartei in letzterem Wahlkreise den früheren Abg. Augst aufgestellt hat, der in bezug auf Schutzölle bedenklich agrarisch aufgehaucht ist. Gerade diese Knechtschaft der Arbeiter in den Kolonien, das ist es aber, was unsere Stapitalisten für diese so begeistert. Hier in Europa ist das Proletariat in stetem Fortschreiten begriffen. Trok aller aller staatlichen Unterdrückung, aller Aus Hamburg wird gemeldet, daß dort eine Sammlung für Unternehmerverbände, aller Verschlechterungen feiner einen nationalen Wahlfonds eingeleitet worden ist, deren Aus alledem geht hervor, daß die Volkspartei bei den für die ökonomischen Lage wachsen seine Organisationen, wächst Erträgnis dem Kampfe gegen die Sozialdemokratie zugute kommen Reichstagswahl getroffenen Verabredungen in jeder Beziehung die seine Klarheit und seine seine Geschlossenheit und damit soll. Geplant ist die Unterstützung des Reichsverbandes gegen die lackierte" sein wird. Das wird auch in volksparteilichen Kreisen auch seine Macht, weiß es die Kapitalisten immer mehr zur Sozialdemokratie; auch andere Wahlverbände, z. B. gegen das inumer deutlicher eingesehen und kommt z. B. in einem am Anerkennung seiner Ebenbürtigkeit zu zwingen. Zentrum gerichtete, sollen unterstützt werden. Die mit einem 11. Januar von der Frankf. 3tg." veröffentlichten Artikel zum Aber gleichzeitig ersteht ein neues Paradies des Kapita- Aufruf veröffentlichte erste Sammlung ergab 10 000 m. Ausdruck, in dem es heißt, das Verhalten der Nationalliberalen lismus in den Kolonien mit ihren schwarzen und gelben sonst noch viele Anzeichen beweisen, fieberhafte Anstrengungen, um liberale Feigenblatt" der Nationalliberalen sei. Es zeugt Die Gegner machen, wie auch diese Meldung wieder erweist und zeige, wie dünn das nationale und wie zerschlissen das Arbeitern. Was sie in Deutschland ersehnen, in den Kolonien die Sozialdemokratie zurückzutverfen. Dieser Wahlkampf wird schärfer aber von feiner erheblichen politischen Einsicht, wenn das von der finden sie es in Fülle: völlige politische Recht als alle vorhergehenden; wir werden damit zu rechnen haben, daß Volkspartei erst jetzt begriffen wird, wo es zu spät ist. losigkeit der Arbeiter. Kein Wahlrecht, fein den Gegnern eine Mobilisierung größerer Scharen von Judifferenten, Im übrigen treten immer mehr Anzeichen dafür auf, daß Koalitionsrecht. Der Kapitalist als Gott geachtet, jeder von solchen, die bislang Nichtwähler waren, gelingen wird. Die die boltsparteilichen Wähler das verräterische Arbeiter, der sich vor ihm nicht beugt, als Verbrecher be- Sozialdemokratie wird deshalb alle Kräfte aufbieten müssen; den und verderbliche Spiel ihrer Leitung nicht handelt, jede gemeinsame Arbeitsverweigerung zur Rebellion wachsenden Anstrengungen der Gegner muß fräftigere, gesteigerte mitmachen werden. In einer Reihe örtlicher Organigestempelt und mit dem Tode bestraft. Arbeit unserer Partei entgegengesetzt werden; von den Scharen der fationen der Volkspartei, wie Waiblingen, Buffenwerden! Nichtwähler muß der Gozialdemokratie der größere Teil zugeführt hausen und anderen, ist von führenden Persönlichkeiten Dies Kapitalistenparadies aufs schnellste auszubauen, dort ein Neudeutschland zu schaffen ohne Sozialdemokratie, mit bolster Diktatur des Kapitals, das ist jetzt der heiße Drang, der unsere Kapitalistenklasse beseelt und für unsere Kolonialpolitik begeistert. Mögen sie freisinnig oder nationalliberal oder konservativ fein, sich am Simplizisfimus" vergnügen oder am„ Neichsboten", sie schwärmen alle für Dernburg. Und unsere bürgerlichen Gelehrten, die trotz aller ethischen Flausen ein so tiefes Verständnis für kapitalistische Plusmacherei haben, sie jubeln ihm zu und ersticken ihr fritisches Gewissen dem Bankdirektor gegenüber, das eiftem Karl Mary gegenüber so rege ist. Das alles ist sehr wohl begreiflich. Aber eine unglaubliche Dummheit ist es, zu glauben, man könnte das deutsche Proletariat überreden, diese Kolonialpolitik mitzumachen, daß es selbst das Geld zu dem Stricke hergebe, an dem es gehängt werden soll. Die Solidarität des Proletariats ist international, dank der Internationalität der kapitalistischen Konkurrenz. Je gedrückter, abhängiger, billiger die Proletarier des Auslaudes, desto schwerer für die Proletarier des eigenen Landes, Freiheit und Wohlstand aufrecht zu erhalten oder zu erringen. Wir verfechten unsere eigenen Interessen, wenn wir die der schwarzen und gelben Arbeiter in Neudeutschland verfechten. Und darum gilt es, am 25. Januar dieser Kolonialpolitik, die ein neudeutsches Sklavenreich mit dem Gut und Blut des deutschen Proletariats aufrichten will, eine zerschmetternde Niederlage zu bereiten. Wahlkampf. bereits ausgesprochen worden, daß die Rechtsschwenfung Freie Liebe" und Zentrumsklerus. der Volkspartei einen Treubruch gegen die Sozialdemokratie, mit der man soeben gemeinsam Aus Baden schreibt man uns: gekämpft habe, bedeute und daß die Wähler daher Die katholische Geistlichkeit ist in ihrem politischen Uebermnt 5er Parole ihrer Parteileitung nicht folgen etwas gedemütigt worden durch die Nachricht, daß der Pfarrer wollen. Unter diesen Umständen kann die Sozialdemokratie die Pfister von Schwenningen( Seekreis) seine Beleidigungs- Entwickelung der Dinge in Ruhe abwarten. flagen gegen mehr zurückgezogen hat. Die Enthüllungen aus dem katholischen die sozialdemokratische und blockliberale Presse munAus der Wahlbewegung in Franken. Pfarrhofe, welche die Frankf. 3tg." im vorigen Herbst nach einem Der Kolonialblod weist in Franken einige fleine Risse auf. Artifel des Konstanzer Demokratenblattes in die weiteste Deffentlichkeit Vollständig zustande gekommen ist er eigentlich nur in Unterbrachte, bewiesen wieder einmal, in welche fittlichen Gefahren die franten. Dort wird die Parole: Alles, was nicht schwarz oder rot katholische Geistlichkeit durch das Zölibat gerät. Im Anschluß an ist, einig gegen Zentrum und Sozialdemokratie!" befolgt. In den die förperliche Mißhandlung seiner pfarrhöflichen Haushälterin erhob fast ganz agrarischen Kreisen Kisingen, Neustadt a. S. und Lohr diese und eine andere Weiblichkeit gegen den Pfarrherrn Vorwürfe, wählen die Liberalen aller Nuancen die bündlerischen Kandidaten, die geeignet waren, den tonsierten Herrn in seinem Amte unmöglich während in den Kreiſen Würzburg, Schweinfurt und Aſchaffenzu machen. Die agitierende Zentrumsgeistlichkeit, die immer wieder mit der burg, wo auch die Industrie eine gewisse Rolle spielt, die Bündler freien Liebe" nach dem Gladbacher Diktat gegen die Sozialdemokraten für die liberalen Kandidaten stimmen. In Ober- und Mittelpolitische Wahlgeschäfte betreibt, stand einer unangenehmen Enthüllung franken dagegen sind die Verteidiger der nationalen Ehre" gegegenüber. Der Vertuschungsversuch durch eine Einschüchterung der spalten. Die Bündler und Konservativen fühlen sich als deutschPresse mittels Strafanträgen ist nun mißlungen. Alle Klagen sind gesinnte Parteien" in ihrer Ehre gekränkt, weil die Liberalen in vom Pfarrherrn zurückgezogen. Unangenehm kommt dem wahl- jedem Kreise ihre Kandidaten aufstellen, ohne sich vorher mit den agitatorischen Klerus auch die neueste Kunde, daß der katholische anderen Parteien ins Einvernehmen zu setzen, und sie dann den Pfarrer von Kirchdorf im Seekreis flüchtig wurde, als der Staats- letzteren zur gefälligen Annahme präsentieren. Sie stellen desanwalt eine Untersuchung gegen ihn einleitete wegen unfittlicher halb eigene Kandidaten auf, so in Bayreuth, Kulmbach, Fürth, Beschäftigung mit unerwachsenen Mädchen. kommnissen teilen die geistlich redigierten Zentrumsblätter ihren die Mittelständler abgesondert, zu denen sich die Konservativen geVon diesen Vor- Bamberg usw. In Nürnberg haben sich aus dem gleichen Grunde Refern gewöhnlich nichts mit. Es handelt sich eben nicht um Ver- schlagen haben. Der Liberalismus ist über diesen Verrat" am gehen gewöhnlicher Sterblicher. Bürgertum sehr erbost. " Armut entrechtet! Wir lesen in unserem Ludwigshafener Parteiorgan, der " Pfälz. Post": Annähernd 800 Personen können in Ludwigshafen am 98 Die konservativen Wahlrechtsfeinde. 1919 machen, weil sie im Laufe des letzten Jahres Armen unter " Dann tommt Die Post" ruft zur Bekämpfung sozialdemokratischer Wahlmogeleien" auf, die sie frecher Weise erfindet. Unverschämt Tügt sie darauf los, daß zahlreiche" sozialdemokratische Wahlmogeleien im Jahre 1903 vorgekommen seien. fie abermals auf die von uns schon zur Genüge abgetane Meldung vom großen Wählerschub" in Leipzig zurück. Eine Erwiderung auf diese niedrigen Anwürfe lohnt sich nicht. Annageln aber muß man folgende Schlußfolgerung: Ist eine schärfere, eine frechere Herausforderung der Arbeiter und der kleinen Leute denkbar? Verächtlich wäre das Volk, das auf solche Herausforderung nicht die gebührende Antwort fände! Regierungs- Wahlagitation. Die württembergische Demokratie im Reichstags= Nationalliberalen. wahlkampf. " Wahlbeweguog in Pommern. Im Wahlkreise des Tischtuch- Zerschneidens, im Wahlkreise Essen hat die Wahlbewegung mit aller Straft eingesetzt. Eröffnet wurde der Kampf, wie üblich von unserer Seite, mit einer überfüllten Bersammlung, in der Genosse Hue- Bochum sprach. 25. Januar von ihrem Wahlrecht keinen Gebrauch Die Wahlarbeiten werden mit großem Gifer betrieben. Unsere Versammlungen ſind ausnahmslos jehr, ſtart besucht und bie stützung bezogen haben oder eine solche noch beziehen. Diese Stimmung besonders im Stadtkreise Essen berechtigt zu den schönsten im Verhältnis zu der Einwohnerzahl Ludwigshafens, nach der Hoffnungen. Von unserer Partei ist wiederum Genoffe Gewehrlezten Volkszählung einschließlich der beiden Vororte Mundenheim Elberfeld als Kandidat aufgestellt. Für das Zentrum faudidiert und Friesenheim 72 538 Seelen erschrecklich hohe Zahl der wieder der bisherige Abgeordnete des Kreises Giesberts. Die jenigen der Aermsten der Armen, denen es nicht möglich ist, den nationalliberale Partei hatte Mühe, einen Durchfallkandidaten zu Lebensunterhalt für sich und ihre Angehörigen aus eigener Kraft finden. Nachdem die Herren Rechtsanwalt Niemeyer, Krupp zu bestreiten, also auf die Wohltätigkeit ihrer Mitmenschen und von Bohlen und Halbach, und Dr. Wiedfeld abgelehnt, haben auf die Unterstüßung aus gemeindlichen Mitteln angewiesen sind, sie den Postvorsteher Eruft Wiedenhoff auf den Schild gehoben. diese Zahl ist eine fürchterliche Anklage gegen unfere heutige Ge- Herr Wiedenhoff ist eine in Essen fast gänzlich unbekannte Persönlich sellschaftsordnung und gegen die herrschenden Klassen, die diese feit. Sehr angebracht war deshalb ein Flugblatt der Nationalso sollte dem in Zukunft mit einer zeitlichen Begrenzung Ordnung als etwas Heiliges, Unabänderliches darzustellen be- liberalen, das den Titel führte: Wer ist Ernst Wiedenhoff"? Auch der Aufenthaltsdauer für Erlangung des Wahl- lieben." sonst lassen die Nationalen" sich die Wahl einen gehörigen da die Stadt keine WählerBazen Geld kosten; geben sie doch rechtes in einem Wahlkreise begegnet werden. Diese Maßregel, welche in vielen anderen Staaten besteht, listen drucken läßt auf eigene Kosten Wählerlisten heraus, um sollte auch im Deutschen Reiche getroffen werden, zumal sich durch Dieses am Wahltage den Schlepperdienst organisieren zu können. die sozialdemokratischen Manipulationen die Notwendigkeit dafür Stuttgart, 12. Januar.( Eig. Ber.) alles wird indessen nicht verhindern können, daß die Stimmenzahl längst herausgestellt hat. Die Ergänzung des Wahl- Im Vorwärts" vom 6. Januar berichteten wir über die noch mehr zusammenschmilzt wie 1905. Die Nationalliberalen haben gesezes nach dieser Richtung hin sollte eine ebenso unerwartete wie auch unmotivierte Rechtsschwenkung in Effen ausgespielt. Das Vergnügen einer eigenen Kandidatur leisten der ersten Aufgaben des neuen Reichstages der württembergischen Volkspartei. sich diesmal die Freisinnigen, die seit Jahren mit den Nationalliberalen fein." Diese Stellungnahme gegen die Sozialdemokratie, mit der man zuſammengingen. Sie erforen den Reftor Linden. Herr Linden ist So fordert das tonservative Organ mitten im Wahl- bei den Landtagswahlen berbunden gewesen, war natürlich nur natürlich ein entschieden" liberaler Mann. Wie verlautet, ist außerdem tampf ganz ungeniert zur Wahl entrechtung des Prole- möglich durch den Abschluß eines Bündnisses mit noch der Allerweltsdurchfallskandidat christlich- antisemitischer Couleur, den soeben noch aufs heftigste aufs heftigste bekämpften Herr Franz Behrens aufgestellt. Wegen der bekannten Vorgänge in Essen tariats auf! Nach dem„ Reichsboten" die„ Post"! fieht das gesamte organisierte Proletariat Deutschlands mit ge Der Abschluß ist auch erfolgt, aber es zeigt sich immer deut- spannter Aufmerksamkeit nach Essen. Die hiesigen Genossen werden licher, daß die Volkspartei dabei in jeder Beden 25. Januar zu einem Ehrentage machen. ziehung die Hereingefallene ist. Zunächst können die Nationalliberalen fich schon gar nicht auf eine zu enge Freundschaft mit der Volkspartei einlassen, weil sonst der Bauernbund dafür Rache an ihnen nehmen würde. So lag z. B. Aus Dresden wird telegraphiert: der Volkspartei außerordentlich viel daran, für die von ihr zugunsten Das amtliche„ Dresdener Journal" meldet: Angesichts der Preß der Kandidatur Friedrich Naumanns in Heilbronn außerungen über eine Aenderung des sächsischen Landtagswahlrechtes betriebene Sammlung aller Liberalen" auch die Nationalliberalen haben wir an maßgebender Stelle, Erfundigungen eingezogen und zu gewinnen. Diese tun aber nicht mit, sondern haben ihre Anlönnen auf Grund zuverlässiger Informationen feststellen, daß ein hänger aufgefordert, für den Bauernbündler Dr. 23 off zu Entwurf des neuen Wahlgefehes für die Zweite Kammer der Stände- stimmen. Damit ist das Schicksal der Kandidatur versammlung in der Tat bereits vorliegt und in seinen Naumann, die jest nur noch als eine einseitig bolts wesentlichen Grundlagen auch im Schoße der Regierung parteiliche bezeichnet werden kann, besiegelt und es wird Annahme gefunden hat. Der Minister des Innern Dr. Graf nach menschlichem Ermessen unser Kandidat Landtags- sammlungen des Bundes der Landwirte sollen alle Anwesenden vor v. Hohenthal und Bergen hält an der von ihm wiederholt aus- abgeordneter Feuerstein mit Dr. Wolff in die gesprochenen Absicht bedingt fest, den Entwurf des neuen Wahl- Stich wahlkommen. gesetzes dem Landtage so bald wie möglich, d. h. so- Trotz dieses Streiches, den die Nationalliberalen der Volkspartei gleich bei dessen im Herbst zu erwartenden Bu- in Heilbronn spielten, fühlt sich diese immer noch veranlaßt, die jammentreten zur Beschlußfassung vorzulegen. nationalliberale Kandidatur Hieber in Cannstatt positiv zu Dieselbe Meldung bringt auch die Leipziger Zeitung" in Leipzig. unterstützen, obgleich Hiebers politische Haltung namentlich in der Diese hochoffiziöse Erklärung hat offenbar den Zweck, die Handels- und Wirtschaftspolitik als eine waschecht agrarische beUnsere Genossen sind auf dem Posten, wo es geht, treten sie dem Empörung der großen Masse des sächsischen Volkes über den Wahl- zeichnet werden muß, und im Wahlkreise Stuttgart, wo die Gegner entgegen und widerlegen seine falschen Angaben über das rechtsraub von 1896 und über die Verweigerung jeder wirklichen Nationalliberalen den baugewerblichen Scharfmacher außer auf angebliche herrliche Afrika und die nach seiner Meinung nicht vorWahlrechtsreform zu besänftigen, und so das Resultat der Reichstags- gestellt haben, dieſem feinen Gegentandidaten entgegenzustellen. handene Fleischnot. Gewöhnlich wird dann die Versammlung schmell wahlen zu verbessern. Indes ist die Ankündigung der amtlichen Des weiteren unterstützt die Volkspartei in Eglingen geschlossen. Blätter so nebelhaft, daß sie im Lande verteufelt wenig Eindruck positiv den nationalliberalen Prof. Wezel, von dem ein im Unsere Versammlungen waren in allen Städten und Dörfern machen wird. Wie die Wahlrechtsänderung aussehen wird, das ist" Schwäbischen Merkur" über eine seiner Wahlreden gegebener Bericht auf das erfreulichste besucht, 500-800 Besucher in den Induſtricnämlich die Hauptsache daran und über diese Hauptsache sagt die sagt:„ Er entwickelte in vorzüglicher Weise seine Grundsäße, auf orten, 100-200 Besucher auf den Dörfern ohne Industrie. In Meldung uichts! Die jächsischen Wähler aber haben noch nicht welche sich die Deutsche Partei( d. i. Nationalliberale), der Bund der Grabowo sprach Genosse Singer vor 3000 Personen. Eine Stunde vergessen, wie das Reformprojekt" des verflossenen Ministerpräsidenten Landwirte und die Volkspartei gut vereinigen tönnen." bor Anfang wurde abgesperrt. 1000-1500, welche keinen Platz v. Metzsch aussah, wie wenig von Reform in diesem Projekt steckte, wie es Danach muß ja dieser Professor ein ganz hervorragendes politisches fanden, mußten umkehren. mehr eine Verhöhnung, denn auch nur eine teilweise Erfüllung der Volks- Weichtier sein! In allen Versammlungen waren die Frauen stark vertreten forderungen war und wie selbst dieser Wechselbalg den herrschenden Kon Was die Volkspartei für diese Liebesdienste von den National- und gaben ihre lebhafte Zustimmung zu den Protesten gegen die servativen noch zu weitgehend war. Will die sächsische Regierung Eindruck liberalen als Gegenleistung erhält, ist von geradezu beschämender Fleischteuerung. machen mit ihrer Ankündigung, so wird sie schon mit der Sprache Geringfügigkeit. Die Nationalliberalen haben zugesagt, die Kandidaturen etwas mehr herausrücken, so wird sie in unmißverständlicher Weise Bayer in Reutlingen, Konrad Haußmann in Balingen die Grundzüge ihrer geplanten Wahlrechtsänderung angeben müssen. und Wieland in Göppingen zu unterstützen. Die Situation Tut fie dies nicht, so wird das fächsische Bolt aus dieser Tatsache Payers wäre aber in seinem Wahlkreise auch ohne den Abschluß des schon seine Schlüsse ziehen können. Bündnisses kaum ungünstiger gewesen, und in bezug auf Konrad An einer zweiten Durchreise im Kreise werden sich sechs Ber= So wertlos indes die Meldung der sächsischen Regierungspreffe Haußmann wäre die Volkspartei flüger gewesen, wenn sie, statt mit an sich ist, sie ist doch wertvoll als ein Symptom. Als Anzeichen den Nationallibéralen zu pattieren, bei der Sozialdemokratie für den liner Genossen beteiligen, um in den letzten acht Tagen noch einmal des bösen Gewissens, als ein Zeichen der Angst vor den Wirkungen ziemlich sicheren Fall der Stichwahl mit dem Zentrum um qut dahin zu gehen, wo für unsere Partei Säle zu haben sind. der Wahlrechtsverweigerung. Die Kundgebung ist gewissermaßen Wetter gebeten hätte. Die Kandidatur Wieland in Göppingen ist Wahlkampagne in Hamburg und den Nachbarkreisen. der Versuch einer Entschuldigung dafür, daß das Dreitlassenunrecht schließlich nur dem Namen nach eine volksparteiliche, und die noch nicht beseitigt ist. Nationalliberalen konzedieren in Wirklichkeit mit der Unterstügung In Hamburg weht ein frischer, fröhlicher Wind in der WahlIn Sachsen empfindet man also das Bedürfnis nach einer dieses Hurrapatrioten in politischer Beziehung nicht das geringste. bewegung. Wenn wir vor acht Tagen berichteten, die von unserer solchen Entschuldigung für den Fortbestand der Dreiklaffenschmach. Dagegen muß die Volkspartei es sich bieten lassen, daß ihrem Bartei einberufenen Wählerversammlungen seien sämtlich start Und in Preußen? In Preußen empfindet man in den bisherigen Abgeordneten Storz in Ulm von den Nationalliberalen besucht, zum größten Teil überfüllt, so läßt sich von den in der verHerrschenden Kreisen nichts dergleichen! In Preußen und Bauernbündlern ein gemeinsamer Gegenkandidat gangenen Woche stattgehabten nur noch das lettere konstatieren. ist die brutale Wahlrechtsverweigerung das Zeichen, entgegengestellt wird, obgleich doch Storz jener bekannte Flotten- In fast all diesen Versammlungen, deren Zahl nicht geringer war, in dem wir stehen, und feiner der Herrschenden hält es für nötig, und Kolonialfer ist, der nach seiner Teilnahme an der Studienfahrt fam es zu lebhaften, aber streng sachlich verlaufenen Auseinanderdatan auch nur ein Strichelchen zu ändern. Das preußische Volt nach Kamerun so enthusiastische Berichte darüber veröffentlichte. sehungen mit den Vertretern des entschiedenen" Liberalismus, die soll patriotisch" stimmen und das Dreiklassen- Unrecht stillschweigend Daß die Nationalliberalen ferner in Heilbronn den Agrarier fich freuten, vor solch imposanten Versammlungen sprechen zu weitertragen! Es soll sich erhigen für die nationale Ehre" in lgegen Naumann unterstützen, wurde schon erivähnt. I dürfen. So fagte in einer Riefenversammlung für den dritten BO Im Wahlfreise Randow Greifenhagen ist der Wahla fampf ein recht erbitterter geworden. Die Konservativen wollen diesen Kreis mit der kleinen Majorität durchaus wiedergewinnen. des Reichsverbandes, des Bundes der Landwirte, des Flottenvereins Alle Städte und Dörfer werden von den Agenten der Konservativen, des Reichsverbandes, des Bundes der Landwirte, des Flottenvereins und einer Anzahl Pastoren mit allerlei Agitation heimgesucht. Ein Dußend verschiedene Flugblätter hat man schon berbreitet, von welchen eins das andere an Lügen und Verdrehungen gegen unsere Partei übertrifft. Doch lassen sich die Arbeiter dieses reises dadurch nicht irre machen; es ist ihnen vielmehr ein Ansporn, dem Gegner diese Waffe aus der Hand zu schlagen. In den VerBeginn der Versammlung das schöne Lied„ Heil dir im Siegerfranz" singen. Wer das nicht vill oder kann, muß die Versammlung verlassen, denn nach der Meinung des Referenten muß jeder gute Deutsche dieses Lied kennen. Und doch muß der Referent alle Abend allein singen, weil die noch übrigbleibenden königstreuen Bauern nur die Brummſtimme singen können. Der Kandidat des Kreises, der Genosse Körsten, hat seit Weihnachten in 20 Städten und Dörfern Versammlungen abgehalten und überall den besten Empfang gefunden. In allen Orten gab man das Versprechen ab, dafür sorgen zu wollen, daß der Kreis nicht wieder an die Konservativen zurückfalle. Simon Działoszinski. Max Wygodzynski Mar Bergmann, Kurfürstendamm Rechtsanwalt Dayaloszinski, Berlin Heinrich Maaß, Inselstr. 9. Michael Kohn D. Bry, Landsbergerstr. 92 Carl Thieme, Prinzen- Allee 24 Dr. Walter de Gruyter, Gr.- Lichterfelde August Deter, Neue Königstr. 84 Gebrüder Schubert, Quitowstr. 18/23. D. Sandmann, Alexandrinenstraße. Mar Richter( Emil Ebeling) 300 200 300. " " " 150 500" 300" 500" 300" 500 " 500 300 200" " Hamburger Wahlkreis im Stadtteil Rotenburgsort der Kandidat der Neuliberalen, Dr. Braband, ein Sohn des früheren Oberstaatsanwalts und späteren Senators von Hamburg, er sei in einer Wählerversammlung des nationalliberal- reaktionären Mischmasches gewesen, wo man ihm nur Anfragen gestatten wollte. Solche Versammlungen sollte man überhaupt nicht besuchen. Wie ganz anders sei es doch in den sozialdemokratischen Versammlungen! Freude habe es ihm bereitet, wie er sich mühsam einen Weg zur Bühne habe bahnen müssen. Soweit seien die Liberalen noch nicht vorgeschritten; solche Wahlversammlungen vermöchten sie nicht aufzuweisen. Aber, Herr Doktor, dann werden Sie doch Sozialdemokrat!" rief eine Stimme aus der vieltausendköpfigen Menge. Dr. B.: Nein, das Geschäft ist nicht zu machen." Troßdem find diese entschiedensten Liberalen in bezug auf das allgemeine gleiche, direkte und geheime Wahlrecht unsichere Kantonisten. Sie wollen es wohl für den Reichstag bestehen lassen, halten es aber vorläufig Das sind nur einige der größeren eingegangenen Beträge. für das Landesparlament für inopportun, weil dann die Massen An der Spike steht Herr Mosse, der Besitzer des„ Berliner regieren würden. Mit anderen Worten: So lange die Arbeiter sich Tagebl.", mit 8000 M. Die Hergabe mag ihm schwer genicht zum entschiedenen Liberalismus zurückgemausert haben, worden sein; doch erreicht er vielleicht durch diese Opferherstellung des früheren Zensuswahlrechtes für die allgemeinen willigkeit, seinen alten Wunsch erfüllt zu sehen, trotz seines Wahlen, bei dem es der Arbeiterschaft im günstigsten Falle mög- Spezialgönners Jacobi Berliner Stadtrat zu werden. Ihm lich gewesen wäre, einige 40 Mandate von 160 zu beseßen. Das folgt eine lange Reihe Berliner Finanz- und Geschäftsgrößenalles wird diesen wirklich" Liberalen, die allerdings nicht mit dem ganz erklärlich, denn diese Mischpoke wird zweifellos von der schoflen Berliner Freijinn und deren sonstigen Gesinnungsgenossen welt- und kolonialpolitischen Brühe das Fett abschöpfen. Es berwechselt werden dürfen, ausgiebigst zu verstehen gegeben. der schönen Moneten bestimmt. ist also nicht nur nationale Begeisterung, die zur Hergabe müssen noch die Brivilegiertenwahlen bestehen bleiben unter WiederDamit auch der Humor zu seinem Rechte gelange, hat in einigen Versammlungen in folonialbegeisterter HandlungsBeflissener, namens Alfred Roth, dem Erterieur und der fechter produziert. Als ihm ein anderer Jünger Merkurs, der realZippe" nach ein Reſerveleutnant, sich als bernhardinischer Klopfpolitisch veranlagt ist, einige derbe Wahrheiten geigte, schnarrte der Kolonialenthusiast diesen an:" Herr, sind Sie fatisfattionsfähig?" In einer am Donnerstag einberufenen Mischmaschversammlung stellte sich der vom nationalliberalen Reichstagswahlverein von 1884 aufgestellte Kandidat für den zweiten Hamburger Wahlkreis, Herr • 500 " Leider wird das schöne Geld, wie der 25. Januar den Für die Arbeiter ergibt sich aus diesem Aufgebot aller freisinnigen Sträfte um Herren beweisen wird, umsonst verpulvert. Für die Arbeiter so dringender die Forderung, am Wahltage ihre Pflicht zu tun, damit am Abend des 25. Januar über allen Berliner Wahlkreisen das rote Banner flattert. Auch das letzte Aufgebot der Freisinnigen muß gesprengt werden. Reimer, Mitglied des Landesparlaments, vor, der ſein Sprüchlein Der Freifinn hersagte und in richtiger Erkenntnis der Sachlage, der einzige lichte Moment in den wirren Gedankengängen, sich als„ OpferLamm" bezeichnete, das in nationalem Interesse gebracht werden müsse. Der ebenfalls von dem genannten Wahlrechtsräuberberein für den dritten Hamburger Wahlkreis aufgestellte DurchfallsDer Freilinn als Verwandlungskünftler. Kolonialpolitik .470 Millionen Mark für Rohbaumwolle. Er hat offenbar auf Seite 172 des Statistischen Jahrbuchs" diese Ziffern unter„ Einfuhr" gelesen und geglaubt, was eingeführt ist, sei auch verbraucht worden. Hätte er sich die Mühe gemacht und einmal zwei Seiten weiter geblättert, dann hätte er unter Ausfuhr Rohbaumwolle mit 51,3 Millionen Mark verzeichnet gefunden und Baumwollwaren mit 336,9 Millionen Mark. Da in den ausgeführten 428 320 Doppelzentner Baumwollwaren doch mindestens 500 000 Doppelzentner Rohbaumwolle stecken, so sinkt der heimische Verbrauch quf drei Millionen Doppelzentner herab. Liegt auf diesen eine Steuer von 150 bis 200 Millionen Mark, dann darf, selbst wenn man die Preise bon 1904 zugrunde legt, der Doppelzentner nicht mehr als 66 M. tosten. Herr Dernburg mag einmal bei den Pflanzern in Ostafrika, die ja 1904 schon 431 Doppelzentner, und in Togo, die 834 Doppelzentner lieferten, anfragen, ob sie dafür liefern wollen. Der Hinweis auf die Ausbeutung der Verbraucher durch amerikanische Ringbildungen wird gewiß die nationalen Spießbürger in Bewegung seben. Aber merkwürdig ist es, daß gerade Herr Dernburg sich über das unmoralische Treiben der New Yorker Börsenjobber entrüstet. Die Entrüstung wäre begreiflich, wenn und nun zum ersten Male etwas über das Treiben an den Börsen Herr Dernburg aus Posemuckel ins Kolonialamt gekommen wäre hörte. Solche Preistreibereien kommen doch nicht nur an der New Vorker Baumwollbörse, sondern auch in Deutschland vor. Da Herr Dernburg Bankdirektor war und seine Bant auch Bergwerksattien hatte, wird er auch wohl davon gehört haben, daß 1900 das Kokssyndikat mit einem Schlage den Preis für Hochofentots, den es für 14 M. pro Tonne verkauft hatte, auf 17 M. erhöhte und von den Tonne nahm. Wie viel hat damals das Preismanöver dem Weltmarkt und speziell dem deutLeuten, die feine Verträge hatten, 20 und selbst 34 M. pro fchen Markt gekostet? Wir haben dem Freifinn bereits durch eine ganze Reihe kandidat, Oberscharfmacher, Großfabrikant und gleichfalls Abgeord: von Zitaten nachgewiesen, welch katastrophenartige Wandlung neter zum Landesparlament und Wahlrechtsräuber Rudolf Sieverts, will das jetzige Reichstagswahlrecht nur so lange be- fich in seiner Stellung zur stehen lassen, bis es im Reiche nicht drunter und drüber gehe." Neben diesen Versammlungen wurden solche zu der am 1. Fe- vollzogen hat! Die„ Freisinnige 3tg." zum Beispiel, bruar stattfindenden Bürgerschaftswahl( Landesparlament) abgehalten, die ebenso zahlreich besucht waren und in denen es ebenfalls das führende Organ der freisinnigen Volkspartei begeistert zu Kontroversen mit den Gegnern kam. sich heute für dasselbe Südwestafrika, das Land der DernburgIn Altona( 8. schleswig- Holsteinischer Wahlkreis) tam am ichen Datteltisten Vegetation, das sie noch im Donnerstagabend in einer liberalen Wählerversammlung ein Rede- November 1905 als heillofe, abfolut wertlose duell zwischen dem liberalen Kandidaten Rechtsanwalt Dr. Löwen- Sand- und Dornenwüste bezeichnet hatte. thal, der als gemeinsames Opferlamm" für sämtliche bürgerliche Parteien sich am 25. Januar abschlachten lassen will, und unserem Genoffen Frohme zum Austrag, bei dem ersterer vor einer nach Tausenden zählenden Wählerschar glatt in den Sand gestreckt wurde. Bemertt sei, daß diese in zwei großen Sälen tagende Versammlung schon eine halbe Stunde vor der festgefekten Zeit wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrt wurde. Jm 6. fchleswig- Holsteinischen Wahlkreis( Ottenfen- Pinneberg) spricht täglich Genosse von Elm vor zahlreich besuchten Versammlungen. Im 10. schleswig- Holsteinischen Kreise( Herzogtum Lauenburg) haben bislang mehrere fehr start besuchte Versammlungen stattgefunden, in denen überall eine frohe Stampfesstimmung herrschte. Unser Kandidat, Genosse Les che, stellt sich auch dort den Wählern vor, wo uns Bersammlungslokale nicht zur Verfügung stchen. Das letzte Aufgebot des Freisinns in Berlin. Die Freisinnigen Berlins, die hier bekanntlich mit den Nationalliberalen zusammenmarschieren, arbeiten diesmal mit höchster Straftanspannung, um wieder Terrain zu gewinnen, zum mindesten aber den ersten Wahlkreis, den einzigen, den fie noch in Groß- Berlin besigen, gegen die vorwärts drängende sozialdemokratische Flut zu halten. In der zweitgrößten Stadt des Reiches, in Hamburg, hat der Liberalismus bereits darauf verzichtet, noch Erfolge zu erzielen; er Itefert nur noch Scheingefechte. In Berlin raffen hingegen die Liberalen noch einmal ihre lezte Straft einem zu Verzweiflungskampfe zusammen, um zu halten, was zu halten möglich ist. Nochmals soll am Wahltage mit Aufwendung äußerster Macht und Geldmittel versucht werden, in die sozialdemokratischen Kampfreihen Bresche zu legen. Die Mittel, die das Bureau für Sammlungen" der vereinigten liberalen Parteien( Behrenstr. 47) bisher zusammengebracht hat, sind bereits recht beträchtlich, und doch werden noch immer von diesem Bureau Hunderte von dringenden Aufforderungen versandt, in denen um Anweisung größerer Geldbeträge bei der Mitteldeutschen Kreditbank oder der Bank " Jedenfalls ist auch dem Herrn Kolonialdirektor bekannt, daß die Industrie außer den Rohstoffen, die er nennt, auch Eisen ge= braucht. Es wird ihm daher auch nicht unbekannt sein, daß Roheisen im rheinisch- westfälischen Bezirk 1898 ab Werk 67,3 M. pro Tonne foftete und von den Eisensyndikaten 1900 auf 101,4 m. ge= trieben wurde. Die verruchten Amerikaner trieben in den Jahren 1902 bis 1904 den Baumwollpreis von 91 M. auf 124,3 M., also um 36,6 Proz. und belasteten dadurch den deutschen Verbrauch mit zirka 90 Millionen Mark; unsere Eisensyndikate steigerten den Eisenpreis von 67,3 M. im Jahre 1898 auf 101,4 M. im Jahre 1900, a Ijo um 49,5 Pro3. Da der deutsche Verbrauch an Roheisen 1900 9 105 868 Tonnen betrug, so wurde hierdurch der Verbrauch mit 298 Millionen Mark belastet. Sollten hiergegen auch die Kolonien helfen? Wir können Dernburgs Argumente gut verwerten. Die Ringbildung im Baumwollhandel hängt nicht davon ab, ob die Baumwolle am Mississippi oder in Ostafrika oder in Togo wächst; sie ist ein Erzeugnis der kapitalistischen Produktion. Sollten die von Dernburg gerügten Mißstände beseitigt werden, dann müssen wir Belastungen, wie die New Yorker Baumwollbörse der Welt aufdie. kapitalistische Gesellschaftsordnung beseitigen. Solche spekulative erlegt, werden so lange bleiben, als die tapitalistische Gesellschaft besteht. Soll die Menschheit davon befreit werden, dann muß ein großes Grab gegraben werden, worin neben dem Baumwollring auch die zirka 500 bestehenden deutschen Synditate Unterkunft finden. Kasernenfreuden. Heute freilich sind wir in der Lage, ein freisinniges Dokument zur Erheiterung aller Freunde politischen Humors beibringen zu können, das beweist, daß der Freifinn es jedem Verwandlungskünstler zuvor zu tun vermag, daß er mit der Geschwindigkeit eines geölten Blites" in das gestern vom Freifinn noch verspottete, heute durch Dernburg zu ungeahnten Ehren gebrachte Kolonialwams hineingeschlüpft ist! Von Ende September bis Ende Dezember 1906 wurde Am 23. Oktober 1906 stand im 18. hannoverschen die gerichtliche Verurteilung von 31 Soldatenmißhandlungen bekannt. An Strafen wurden ausgesprochen 3 Jahre Wahlkreise Ersazwahl an. Die freifinnige Volkspartei 11 Monate 28 Tage Gefängnis, 8 Monate 3 Tage mittlerer hatte den Charlottenburger Stadtverordneten 11 Monate 28 Tage Gefängnis, 8 Monate 3 Tage mittlerer und Lehrer Otto aufgestellt. In einem für diesen Kandidaten Arrest, 2 Monate 24, Tage gelinder Arrest, 23 Tage Stubenverbreiteten, vom Wahlkomitee der freisinnigen Volkspartei arrest, 2 Degradationen. des 18. Hannoverschen Wahlkreises unterzeichneten Flug Gefängnis, 6 Monate 12 Tage mittlerer Arrest, 1 Mon Auf Preußen treffen: 3 Jahre 6 Monate 14 Tage blatt hieß es: „ Und wird denn überhaupt mit dieser sogenannten Finanz( 18 Borgesetzte, darunter vi er Offiziere); auf Bayern 5 Tage gelinder Arrest, 23 Tage Stubenarrest, 2 Degradationen reform wenigstens wirklich Ordnung geschaffen in unseren Reichs 4 Monate Gefängnis, 10 Tage mittlerer Arrest, 8 Tage finanzen? Wird damit entgegengewirkt der Schuldenlast, die in den letzten 18 Jahren von 884 auf 3543 Millionen gewachsen gelinder Arrest( 3 Vorgesette); auf Sachsen 1 Monat ist? Keineswegs! Alle die drückenden Steuern werden dem 14 Tage Gefängnis, 1 Monat 11 Tage mittlerer Arrest, Tropfen auf dem heißen Steine gleichen, 1 Monat 11 Tage gelinder Arrest( 10 Vorgesetzte). fo lange Sparsamkeit in der Die bestraften Offiziere sind: Oberleutnant zur der Reichsverwaltung geübt wird, so lange namentlich Hunderte von Millionen für eine von Zübtow vom Grenadierregiment Nr. 7 ein Jahr See Paaschen neun Tage Stubenarrest, Leutnant Kolonialmißwirtschaft verwandt werden, aus der bis- Gefängnis und Dienstentlassung( hat sich auch der unerlaubten her dem Deutschen Reiche nur Verluste erwachsen find, Entfernung schuldig gemacht); Leutnant Bergelt Verlufte an Geld und Ansehen und ganz besonders vom Gothaer Infanterieregiment 14 Tage Stubenauch an Menschenleben treuer Söhne des deutschen arrest, ein ungenannter Leutnant fünf Monate GeVaterlandes." fängnis und Dienstentlassung. Der Herr Kriegsminister nicht So der Freifinn wenige Wochen vor der Reichstags. b. Einem hat versprochen, daß er die Mißhandlungen aus der Armee hinausbringen werde. Bis jetzt ist es ihm nicht auflösung am 13. Dezember! einmal geglückt, das Offizierkorps in der bewußten Richtung zu säubern. Herr Otto kandidiert jetzt im Wahlkreise Torgauiebenwerda. Unsere dortigen Genossen wird es besonders interessieren, zu erfahren, wie Herr Otto noch vor drei Monaten über die Kolonialpolitik gedacht hat! Politische Uebersicht. Berlin, den 15. Januar 1907. Deutschland am Scheidewege? Im Jahre 1906 überhaupt wurde die gerichtliche Bestrafung von 147 Soldatenquälern bekannt. Der verhängte Freiheitsentzug betrug 27 Jahre 7 Monate 15 Tage. Auch im Jahre 1906 waren die Bestrafungen äußerst mild. Der Feldwebel Happel z. B. beschimpfte Untergebene in rohester Weise, er befahl ihnen, wenn das Mantelfutter nicht trocken war, mit ausgestreckten Armen die Mäntel zu halten und dabei langsamen Schritt zu machen, bis die Mäntel trocken waren. für Handel und Industrie ersucht wird. Ein günstiger Wind neulich auch scharfe Angriffe gegen die kapitalistische Gesellschafts- daß er auf dem Bauche liegende Mannschaften zwang, Sehrt Beim Erzählen seiner kolonialen Märchen hat Dernburg Ein anderes von ihm beliebtes Erziehungsmittel bestand darin, hat uns wieder mal eine Liste der in dem beordnung gerichtet. Er erzählte vom amerikanischen Baumwollring zu machen", also sich am Boden zu wälzen. Auch Schläge treffenden Bureau eingelaufenen Beträge auf den Redaktions- und führte aus, daß jede Preissteigerung um 4 Pf. auf ein Pfund mit der Säbelscheide teilte er aus usw. Dennoch wurde er tisch geweht, aus der wir nur einen Teil der größeren Bei- Rohbaumwolle dem Weltmarkt 320 Millionen Mark koste. Da nun nur mit 2 Monaten Gefängnis bestraft. Dies ist ein Beiträge verzeichnen: aber 1904 eine Preissteigerung von 40 Pf. eingetreten sei, jo sei spiel für viele. Gewiß find die Soldatenschindereien auch eine dadurch dem Weltmarkt ein Tribut von 3200 Millionen Mart auf- spiel Rudolf Mosse, Jerusalemerstr. 48 Kommerzienrat Steinthal( Deutsche Bank) Dr. Eduard Simon, Berlin James Simon, Klosterstraße Hermannt Bachstein, Großbeerenstraße Kommerzienrat Ernst Meyer( E. J. Meyer). Adolph Jarislowsky( Jarislowsky u. Co.) Oskar Rotschild, Regentenstr. 19a Louis Ring, Knesebeckstraße Albrecht Guttmann, Bleibtreustr. 15/16 H. Fränkel( Jacquier u. Securius) Frizz Springer, Monbijouplatz Gustav Jacoby, Berlin Sommerzienrat Hugo. Landau, Berlin Ferdinand Springer, Fasanenstr. 10 Hermann Hecht, Königs- Allee 35 • . • 8000 M. 3000 3000 erlegt worden. Man hätte nun annehmen sollen, daß er gesagt Folge des preußischen Militärsystems; aber sie könnten trotzdem hätte, folche Ausbeutung müsse beseitigt werden, indem der kapita- durch eine Verschärfung der einschlägigen Paragraphen des listischen Wirtschaft ein Ende gemacht würde. Zu solchem Schluß Militärstrafgesetzbuches sowohl in bezug auf die Zahl wie auf tam der Kolonialdirektor jedoch nicht, denn die Partei, die solche die Schwere wesentlich verringert werden. Jedoch die ReichsAusbeutung beseitigen will, soll ja in erster Linie bekämpft werden. leitung und der Bundesrat lassen alles beim alten. Dernburg behauptete weiter, jene Preistreiberei habe Deutsch- Am 25. Januar ist Gelegenheit geboten, der Regierung 1000 land 150 bis 200 Millionen Mark gekostet. Diese Ziffern sind unrichtig. Als Dernburg die Geschichte erzählte, hat er anscheinend auch für die Schmach der Soldatenquälerei die entsprechende nicht daran gedacht, daß am Lüzowufer ein taiserlich statistisches Quittung auszustellen. " " 3000 " 3000 " 2500 " " 1000 1000 " " 1000 " 2000 " 500 " 1000 auf 9 Bence für ein amerikanisches Pfund gestiegen. 1899 war " Amt ist, das alljährlich das„ Statistische Jahrbuch für das Deutsche Reich" herausgibt und in diesem Buch Ziffern mitteilt, die mit derartigen Märchen in krassem Widerspruch stehen. Nach Dernburg ist in Amerika die Baumwolle von 1899 bis 1904 von 32 Bence Deutsches Reich. Ein offiziöses Geständnis. Die„ Nordd. Allgem. Ztg." ist durch unsere letzte Veröffent1000 auch in Deutschland ein Jahr mit sehr niedrigen Baum- lichung arg in die Enge getrieben worden. Sie weiß nichts anderes wollpreisen. In Bremen sank der Preis, der 1896 81,9 m. be= tragen hatte, 1899 auf 67,3 M. pro Doppelzentner. Für die zu erklären, als daß sie an ihren früheren Feststellungen nichts zu folgenden Jahre sind dann folgende Preisschwankungen verzeichnet. andern" habe. Die Unterwerfung der Hottentotten sei tat1900 103., 1901 88,5., 1902 91 m., 1903 114,8 m., 1904 124,3 M., 1905 97,2 M. für einen, Doppelzentner. Nun gibt das „ Statistische Jahrbuch" den deutschen Baumwollverbrauch( Einfuhr 1000 nach Abzug der Ausfuhr) mit folgenden Ziffern an: 1902. 3 104 240 Doppelzentner= 284 602 000 Mart. 1903 3 440 520 354 743 000 1904.3 570 070 1905 " 1000 " 1000 " Kommerzienrat G. Fromberg. 1000 • " Kommerzienrat Kopegli, Berlin 1000 " Hermann Gerson, Berlin 1000 • " P Kommerzienrat Moser, Berlin " Ludwig Lehmann, Berlin 500 " Carl Cohn, Berlin. 500 " 500 " Benoit Oppenheim, Tiergartenstr. 8a 500 " Dr. Cassierer, Berlin. 700 " Justizrat Dr. Lewinski, Fasanenstr. 128 250 " F. Taust, Alexanderstr. 34. 100 " Geh. Justizrat Dr. Braun, Behrenstraße. 400 " Anton u. Alfred Lehmann, Berlin 500 " Dr. Martin Cohn, Nechtsanwalt, Corneliusstraße.. 300 Oskar Huldschinsky, Berlin. 9 . • 3 684 440 " " = 419 671 000 " = 362 081 000 D fachlich erst an dem von ihr mitgeteilten Termin, am 23. Dezember, erfolgt. Daß bereits monatelange Verhandlungen voraufgegangen sind, ist nic bestritten, auch mehrfach dem Reichstage zur Kenntnis gebracht worden." Der Beginn der Verhandlungen falle allerdings in den Oktober. Wann und ob aber diese Verhandlungen zum Siege führen würden, habe bei der Unberechenbarkeit der Hottentotten niemand übersehen können. Man sieht, daß die„ Nordd. Allgem. 3tg." Heute denn doch ein Durchschnittlich wurden 1902 für einen Doppelzentner 91,58 dankenswertes Geständnis zu machen gezwungen ist. Sie gibt Mark bezahlt. Hätten wit 1904 die Baumwolle für denselben endlich zu, daß bereits seit Oktober die Verhandlungen im Gange Preis erhalten, dann hätten wir für die 3 570 070 Doppelzentner statt 419 671 000 nur 327 304 107 M., also 92 366 893 M. weniger waren. Sie behauptet allerdings, daß das auch dem Reichstag zahlen müssen. Von den 150 bis 200 Millionen, die wir angeblich zur Kenntnis gebracht worden sei. Wir gestatten uns, das zu bejährlich als Steuer zahlen sollen, ist diese Summe noch recht weit streiten, so lange es der Nordd. Allgem. 3tg." nicht beliebt, uns entfernt. Auch redet Herr Dernburg von einem Verbrauch von Datum und Wortlaut dieser Kenntnisgabe" zu verraten! �Sic haben festgestellt, daß nicht nur der Reichstag selbst in seiner bewilligungsfreudigen Minderheit der An- ficht war, daß selbst bis zum t. April ISO? an eine Unterwerfung der Hottentotten nicht zu denken sei, sondern wir haben auch durch ein Zitat bewiesen, daß der Vertreter der Regierung, Oberstleutnant Q u a d e, noch am 13. Dezember behauptete, daß die Hottentotten statt Friedensgelüste zu zeigen, noch bOll bis 600 Mann stark, d. h. zahlreicher als früher im Felde ständen. Diese Tatsachen werden durch keine Verlegenheitsausslüchte des offiziösen Blattes aus der Welt geschafft werden können. Es bleibt schon dabei, daß der Reichstag von der Regierung über den tatsächlichen Stand der Kriegslage in Südwestafrika getäuscht worden ist! Abgewiesen. Die»Nordd. Allg. Ztg." hat mit ihrem Bemühen, die Zentrums- blätter durch entstellte oder gefälschte Zitate aus früheren Bebel- schen oder Liebknechtschen Reden gegen die Sozialdemokratie mobil zu machen, wenig Glück. Die„Germania" fertigt z. B. den Versuch des Regierungsorgans mit nachstehender boshafter Be- merkung ab: „Die„Nordd. Allg. Ztg." zitiert einige bekannte religions- feindliche Aussprüche von Sozialdemokraten, um der Zentrums- Partei begreiflich �u machen, daß sie vom religiösen Standpunkte eine schwere Zumutung an die Wähler stelle, wenn sie„in einer Reihe von Wahlkreisen der Sozialdemokratie durch Proklamierung der Stimmenthaltung den Sieg zuschanzen." Liberale Blätter drucken das mit furchtbar ernster Miene ab, auch solche, die es im Kulturkampfe als ihre Lust erklärten, außerhalb des Schattens der Kirche zu leben und zu sterben. Wie tief mögen sie sich in ihrem religiösen Empfinden durch die Zitate verletzt fühlen! Der„Nordd. Allg. Ztg.' möchten wir aber doch raten, zuerst einmal ihre liberalen Schützlinge ins Gebet zu nehmen, die in einer Reihe von Wahlkreisen durch direkte Unterstützung den Sozial- demokraten den Sieg„zuzuschanzen" beabsichtigen." Tatsächlich bedarf es nur eines Blickes in die nationalliberale Presse, um zu erkennen, daß, wenn es der„Nordd. Allg. Ztg." um die christliche Religion zu tun wäre, fle in den von ihr aus wähl- taktischen Gründen gepriesenen Blättern des Nationalliberalismus noch weit schönere Zitate finden könnte, und zwar ohne auf alte, vor 23 und 30 Jahren gefallene Aeußerungen zurückzugreifen und diese fälschen zu müssen. So schreibt beispielsweise heute die„Rhein.-Westf. Ztg.": „Die Religion ist für die Politik ein noli me tangere. Sie sollte es wenigstens sein; gleichgültig, ab katholisch, evangelisch, israelitisch oder monistisch.... Das Gerede, man wolle dem Volk die Religion rauben, muß in demselben Verhältnis an Glauben und Kredit einbüßen, als in drs Nation das Maß philosophisch-historischer und natur- wissenschaftlicher Bildung einzieht, das urteilsfähig macht. Wer eingesehen hat, daß es eine absolut„richtige" Re- ligion nicht gibt, daß nicht alle dasselbe glauben müssen, daß aber jede Religiösität, wie immer sie sich äußern mag, ihre relative Berechtigung in sich trägt, der gelangt zu einer Toleranz, die jedes K u l t u r k a m p f g e sch w ä tz und jeden konfessionellen Dünkel zum Schweigen bring t." Eine gemeine Denunziation. Die„Hamburger Nachrichten", das Spczialorgan der Dynastie Bismarck und der„nationalen" Hamburger Negerzivilisatoren, nächst der„Post" die feinste Blüte der deutschen Presse, leistet sich zur Veränderung wieder mal eine Denunziation gegen die Ham- vurgu Volksschullehrer. Sie schreibt: „Wir werden darauf aufmerksam gemacht, daß sich in Heft 12 des„Pädagog. Archivs" von Prof. Dr. Frcytag unter dem Abschnitt„Programmschau" folgende Mitteilung findet: „Eharlottenburg, Städt. Realgymnasium. Nachträglich ist uns noch der Katalog der von Herrn Prof. Dr. Richard Sachse der- walteten Schülerbibliothek zugegangen, welche 2700 Bände um- faßt und nach Stufen und Wissenschaften geordnet ist.(Folgt die Anordnung.) Was die Auswahl der belletristischen Lektüre betrifft, so hat sich die Bibliothekverwaltung völlig auf den von Herrn Ellendt und Wolgast vertretenen Standpunkt gestellt, was lebhaft zu bedauern ist. Die alten Jugendfreunde Hoffmann und Nieritz sind ebenso ausgeschlossen wie die hervorragendsten Jugendschriftsteller unserer Tage, und Karl May erst recht. Daß Herr Wolgast und sein Hamburger Anhang fast mit beiden Füßen auf sozialdemokratischem Boden stehen, scheint leider noch wenig bekannt zu sein(Doch!), oder es imponiert vielleicht der Ton der Unfehlbarkeit, mit dem die Herren der„Prüfungsausschüsse" auftreten. Daß Johanna Sphri nicht auf den Index gesetzt ist. muß von Herrn Wolgast ein Versehen sein." Wir wollen nicht verfehlen, die ham- burgische Oberschulbchördc auf diese neue Bestätigung der sozialdemokratischen Ge, sinnung eines Teiles der hiesigen Lehrer- schaft aufmerksam zumachen. Wir können nicht auf die Ansicht verzichten, daß Leute, welche sozialdemokratische Tendenzen verfolgen, also Anhänger der Revolution sind, nicht als Lehrer der Jugend zugelassen bleiben dürfen, am wenigsten in einem Staatswesen, das, wie das hamburgische, erst im vorgien Jahre durch Gesetz bekundet Hat, daß es die Sozialdemokratie als staatsgefährlich ansieht und von der Ausbreitung der- selbe» schlimme Befürchtungen für die Zukunft Hamburgs hegt." Reichstag einziehe; darum sei eS nötig, daß alle zur Verfügung stehenden Kräfte angespannt werden. Hier sei die Tätigkeit der Geistlichkeit ganz besonders wertvoll. Der Geistliche sei der Nothelfer seiner Gemeinde in allen Dingen; die politische Aufklärung der Wähler durch den Geistlichen gehöre mit zu dessen religiösen Pflichten, denn in letzter Linie gehe dieser Wahlkämpf wie kein anderer um die Frage: Entweder christliche oder nichtchristliche Weltanschauung. Das letzte Ende aller Philosophie sei die Erkenntnis, daß man glauben müsse. Alle Fragen des öffentlichen, politischen und Wirt- schaftlichen Lebens müssen auf dem Boden der christlichen Welt anschauung behandelt werden; die ganze Gesellschaft müsse, mit einem Worte Leos XIII. zu sprechen, in Christo restauriert werden. Das ist die Art, fvie das Zentrum politischer Geschäfte wegen die blöde Masse in den religiösen Taumel hineinhetzt, und die ge- salbten Diener Gottes leisten der Partei in diesem schmutzigen Treiben willige Dienste.— Proletariers Ende. Ein Mensibenalter war der Schlosser Wald- mann in der durch ihre Wohlfahrt?einrichtungen„berühmten Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg m Arbeit. Jetzt, da aus dem Alten ein Profit nicht mehr herauszuschinden war, wurde er entlassen, er. der an die„gesicherte Existenz", an die Worte„seines Kaisers" glaubte I In der Verzweiflung ging er hin und erhängte sich.— Warum? frägt die bürgerliche Presse, er hatte doch 70 Pf. pro Tag Pension— 70 Pf. pro Tag für sich und seine Familie!— warum?--- Die Fleischnot. Nach einer Zusammenstellung des Schlachthofes in Trier ist dort die Zahl der geschlachteten Tiere im Jahre 1906 gegen das Jahr vorher von 31 329 auf 29 545, also um 4 7 8 4 Stück oder 14 Proz. zurückgegangen. Die Zahl der geschlachteten Ochsen sank von 2021 aus 1371, der Kühe von 1504 auf 1310, der Kälber von 11 784 auf 9135, der Schweine von 14 234 auf 12 144 Stück. Bei den weniger in Betracht kommenden Gattungen blieb die Zahl der Schlachtungen stehen oder stieg ein wenig. Und nicht nur die Menge des Fleisches hat sich vermindert; auch die Qualität hat sich bedeutend verschlechtert.--- /Zuslanä. Dänemark. Schulbespeisung. Ein sozialdemokratischer Gesetzentwurf über Speisung der Schulkinder beschäftigte am Freitag in erster Lesung das Folke- thing, wurde ziemlich wohlwollend aufgenommen und schließlich einem Ausschuß von 11 Mitgliedern überwiesen.— Es besteht in Dänemark ein Gesetz über Schulbespeisung, das aus dem Jahre 1902 stammt, den Kommunen aber lediglich das Recht gibt, die Privatwohltätigkeit auf diesem Gebiete durch Zuschüsse zu unterstützen. Dies Gesetz ist ziemlich wirkungslos geblieben: Von 59 Städten, über die Genosse Stauning im Folkething bc- richten konnte, haben nur 20 Schulbespeisung und nur 10 solche mit Gemeindezuschuß; von 800 Landgemeinden besteht Schulbespeisung nur in einer, und das ist eine Nachbargemeinde Kopenhagens! Der Gesetzentwurf unserer Parteigenossen soll den Gemeinden die Pflicht auferlegen, in den Wintermonaten für Speisung der Schul- kinder zu sorgen, und zwar mit Unterstützung aus Staatsmitteln. Japan. Die sogenannte„Abrüstungsfrage" soll gemäß einem von japanischer Seite geäußerten Wunsche' auf der nächsten Haager „Friedenskonferenz" zur Beratung gelangen.— Der japanischen Regierung, die durch ihre ungeheuerlichen Rüstungen nach Beendigung des Krieges mit Rußland die Nation nach europäischem Muster auszusaugen und zu erschöpfen begann, steht der Antrag auf„Abrüstung" sehr hübsch zu Gesicht. Genau so hübsch wie seinerzeit dem„Friedenszaren"!— Australien. Tom Mann hat eine Gefängnisstrafe von fünf Wochen er- dulden müssen, weil er in Melbourne, wo er für den Sozialismus eifrig agitiert, entgegen den polizeilichen Verboten sozialistische Straßenversammlungcn abgehalten hatte. Zwanzig andere Straßenredner und Agitatoren wurden zu gleicher Zeit verhaftet. Man kennt in Melbourne nur zwei Parteilager: das der Sozia- listen und das der Anti-Sozialisten, und der Kampf zwischen den beiden wird mit Heftigkeit geführt. Die Brauchbarkeit de? DncheS wird erhöht durch die Beigabe kurzer historischer Erläuterungen. Im allgemeinen glücklich ist auch die Praxis, aus den Kundgebungen nur die wesentlichen Stellen, die wirklich die Oeffentlichkeit interessieren und das Charakterbild Wilhelms II. bereichern, anzuführen. Störend ist dagegen, daß der Herausgeber da, wo er eine Acnßerung in einer Rubrik in ge- kürzter Form anftihrt, keinen Hinweis auf die Stelle angebracht hat, wo man die Auslassung in anderer Rubrik in vollständigerer Form findet. Das Sachregister kann hier nicht immer aushelfen, da eben das Stichwort, worunter dort die Kundgebung angeführt ist. nicht immer dasselbe ist, worunter die gekürzte Wiedergabe gebracht ist. Trotz dieser Ausstellungen ist das Buch indes ein brauchbares Hülfsmittel für den Politiker und wird dem Redner und Redakteur besonders auch in diesem Wahlkampfe noch Dienste leisten können. NoUreUiches, Gerichtliches ufw. Strafkonto der Presse. In die Fuß stapfen Ehren- L i m a n s ist der Redakteur des Z i t t a u e r Amtsblattes Dr. L o h a n eingetreten. Dieser Herr, der bei seinem Amtsgericht die eidesstattliche' Versicherung hat abgeben müssen, sein Amtsblatt völlig unparteiisch zu redigieren, fiel in der gehässigsten Weise über die Sozialdemokratie her; er verdächtigte und beschmutzte die Zittauer Genossen aufs ärgste. Der„Arme Teufel" hat dem Herrn mehrfach tüchtig heimgeleuchtet und ihn auch an seinen Eid auf die Unparteilichkeit erinnert. Der- selbe Herr nun, der die Sozialdemokratie so unflätig bekämpfte, lief daraufhin zum Kadi, um sich die arg zugerichtete Ehrenhose wieder flicken zu laisen. Auf diese Weise kam schon Genosse Schnetter früher zu einigen Monaten Gefängnis; am Montag mußte sich auch Genosse E d m u n d F i s ch e r, der bisherige Vertreter des Ziltaucr Reichs- tagswahlkreises auf Grund einiger Artikel im„Armen Teufel", die er gezeichnet hatte, wegen Lohanbeleidigung verantworten. Genosse Fischer lehnte die beiden Schöffen, zwei Zittauer Fabrikbesitzer, mit deneit er schon mehrfach im„Armen Teufel" abgerechnet hatte und die ihm daher offenbar sehr wenig gewogen waren, ab. Das Gericht ging aber darauf nicht ein. Darauf erklärte Genosse Fischer, in Erwartung eines gerechten Urteils vor einer höheren Instanz, auf jede Verteidigung vor dem Schöffengericht verzichten zu w ollen. So geschah es auch. Die Verhandlung war daher sehr kurz. Bemerkenswert ist noch, daß sich Herr Lohan mit der Auslassung gegen eine Vertagung der Sache wendete, Fischer wolle die Sache nur bis nach den Wahlen binauszieben, wo er dann als Abgeordneter nicht verfolgt werden könnte. Man scheint also sickier in gegnerischen Kreisen mit der Wiederwahl Fischers zu rechnen. Das Urteil lautete auf ackt Wochen Gefängnis. Natürlich ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. Eue der Partei. Der Kampf mit„geistigen" Waffe». Die zentrumsagrarische„Rheinische Volks stimme begleitet die Mitteilung des„Vorwärts" über das Verhalten der klerikalen Bevölkerung gegenüber sozialdemokratischen Flugblatt Verteilern in Baden mit folgender Bemerkung: „Würden ferner Landleute, die sich vermeffen wollten, unter den sozialdemokratischen Massen agrarische Flugblätter zu ver- teilen, nicht vielleicht noch wesentlich schlimmere Erfahrungen machen? Würde es da bei Drohungen mit einem Prügel bleiben? Und doch wollen die Bauern von den Industrie- arbeitern, denen sie im übrigen gute Arbeitsgelegenheit sichern, weiter nichts, als solche Preise für Korn und Vieh, daß sie dabej bestehen, einen nur einigermaßen„menschenwürdigen" Arbeits- lohn erzielen können. Die Sozialdemokraten aber wollen dem Bauer alles nehmen, was ihm hoch und heilig ist: Religion, Vaterland, das angestammte Fürsten- Haus, den Besitz seiner von den Bätern ererbten Scholle, daS «igelte Haus und die eigene Familie! Glaubten die Herren Umsturzgenossen, daß die Bauern in Baden das ganz ver- geffen hätten?" Also, gläubiges Zentrumsvolk: schlag sie tot, die roten Um- stürzler, die dir Haus und Hof, Religion und Vaterland nehmen wollen. Selbstverständlich ist diese Unterstellung ebenso blödsinnig wie die andere, daß Sozialdemokraten die Verteiler gegnerischer Flugblätter mißhandeln würden. Das christliche Blatt ist deshalb auch so vorsichtig, sich jeden Beweis seiner Behauptungen zu sparen.—_ Die Geistlichkeit im Wahlkampfe. Am Sonntag hat die rheinische Zentrum spartet in Köln eine Provinzialvcrsammlung abgehalten. Redner waren die Herren Spahn und Gröber. Spahn kam in seiner Rede auch auf die Wahlarbeit zu sprechen. Alles müsse daran gesetzt werden, daß das Zentrum wieder in seiner ausschlaggebenden Stärke in den Im Dienst unserer Sache gestorben. Bürgerliche Blätter aus Saargemünd melden: Der Arbeiter Brenner von hier trug Sonntags sozialistische Flugblätter in der Wol- Münstergegend aus. Abends, zwischen 8 und 9 Uhr frug er auf der Riinlinger Höhe den Führer des Postwagens nach dem Wege nach dem Bahnhofe Wölflingen. Er gelangte aber dort nicht an, sondern wurde am anderen Morgen erfroren auf der Straße liegend aufgefunden. Man brachte den Unglücklichen in den Bahnhof Wölflingen, wo er starb. Brenner ist etwa 33 Jahre alt und Vater von mehreren Kindern. Er sowie seine Frau waren kürzlich typhuskrank.— Ehre dem Opfer treuer Pflichterfüllung, das mit seinem schwachen Körper seine proletarische Schuldigkeit tat. Auch er wird in der Geschichte des Befreiungskampfes des Proletariats unter den namenlosen Helden verzeichnet fein. Die Dresdener„Sächsische Arbeiterzeitung" meldet Der Klempner Emil Meyer war mit dem Verteilen von Flug blättern beschäftigt. Als er vom Korridor einer 3. Etage nach der Treppe zurückgehen wollte, stürzte er die Treppe hinunter, wodurch er einen Schädelbruch erlitt. Der Tod trat bald darauf ein. Die eigentliche Ursache des TodeS und des Sturzes ist nach der Untersuchung des Herrn SanitätsratS Dr. Plettner ein Lungenschlaga n fall gewesen. Der Schlaganfall hat M. offenbar getroffen in dem Moment, als er die Treppe hinabsteigen wollte. Die Dresdener Arbeiterschaft wird dem Braven, den selbst Krankheit nicht davon abhielt, seine Pflicht für die große Sache der modernen Arbeiterbewegung zu tun, ein ehrendes Andenken bewahren! Parteiliteratur. DaS persönliche Regiment. Reden und sonstige öffentliche Aeußerungen Wilhelms II. Zusammengestellt von Wilhelm Schröder. München. G. Birk u. Co. 1 M. Die Schrift gibt eine Sammlung der für den Politiker bemerkenswerten Reden und sonstigen öffentlichen Aeußerungen (Depeschen, Schreiben) Wilhelms II. Der Herausgeber hat aber den Rabmen nicht so eng gezogen, daß er nur reinpolitische Aeußerungen aufführte, sondern-er hat auch die Reden und Erlasse über wiffcu- schaftliche, küiistlerische und kirchliche Angelegenheiten eingefügt, so- weit diese Aeußerungen den Politiker interessieren. Dagegen sinh alle unpolitischen Ansprachen fortgelaffen. Die Nnslassungen sind nicht chronologisch, sondern nach Materien geordnet. Das erleichtert allerdings einerseits das Nach- 'chlagen— demselben Zwecke dient ein eingehendes alphabetisches Sachregister— hat aber auch seine Nachteile, da die Rubrizierung mancher Rede Wilhelms II. wegen der darin behandelten mancherlei Materien nur rein willkürlich bestimmt loerden kann. Und über das. was das Wichtigste an solchen vielseitigen Kundgebungen ist, kann > nan bisweilen anderer Ansicht sein als der Herausgeber. (3ewei*K rchaftlicbca. (Siehe auch 1. Beilage). Der Uebertritt der Hausdiener in den Transport, arbeiterverband beschäftigte gestern abend eine sehr stark besuchte Versammlung bei Buggenhagen, zu der nur Mitglieder des alten Hausdiener- Vereins Zutritt hatten. Bekanntlich hatten eine Anzahl Mitglieder, die mit der Vereinigung der beiden TranSportarbeiterorganiffationen nicht einverstanden waren, es vermocht, die ruhige und sachliche Erledigung des Uebertritts durch Störung der Versammlungen zu hintertreiben und eine eingesetzte Kommission hatte einen Beschluß des Gerichts herbeigeführt, der eine nochmalige Abstimmung not- wendig machte. Aber das Hoffen der Unzufriedenen auf ein anderes Resultat war vergeblich. Nach einem kurzen Vortrage des Vorsitzenden W a p p l c r ergab die Abstimmung di;r Versammelten gegen einzelne Stimmen die Annahme des Uebertritts zu den bekannten Bedingungen. Hoffentlich ist damit die Angelegenheit des Uebertritts end- gültig erledigt und die bisher Widerstrebenden schließen sich im Interesse der Gesamtorganisation dem Handels- und Transport- arbeitcrvcrband an. Nur die Einheit und Geschlossenheit der Or- ganisation schafft die Möglichkeit der Erringung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, die den in dieser Bcrufsgruppe tätigen Proletariern bitter not tutl Eingegangene Druchrdmften. Eine Erdbeben-Katastrophe. New Jork, 13. Januar.(Meldung der„Associated Preß".) Die Stadt Kingston ans Jamaika ist durch ein Erdbeben zer- stö/t worden. Viele Menschenleben sind vernichtet. Das Kabel nach Kingston, solvie dasjenige nach Panama über Jamaika ist unterbrochen, der Landtclegraph ist bis auf eine Entfernung von 3 Meilen von Kingston wieder hergestellt. Tie Western-Union Tclcgraph-Company, die die Nachricht von dem Erdbeben zuerst verbreitete, hat dieselben von ihrem _________________________________ Vertreter in St. Thomas erhallen. Kerantw. Redaltcur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantvu It. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u, Verlagsanstalt Uaul Singer&Go., Berlin S W. Hierzu 3 Beilagen u.UnterhaltungSdlatt „Reue Gesellschaft". Sozialistische Wochcnschrist. Hest 16. Herausgeber Dr. Heinrich Braun und Lily Braun. Verlag: Berlin-�chönebera. Preis für daS Einzelheit 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Vierteljahr 1,20 M. Pliituö. Heft 2. Kritische Wochenschrist für BolkSwirtschast imd Finanz. Wesen(Herausgeber: Georg Bernhard.) Abonnements einschlieAich der PIutus-Merltasel vierteljährlich per Post und Buchhandel 3,50 M., direkt vom Verlag 4 M. Verlag: Berlin-Charlottcnburg, Goethesw. 60. Bibliothek des allgemeinen und praktischen Büissens. Zum Studium und Selbstunterricht in den hauptsächlichstcu Wissenszweigen und lebenden Sprachen. Herausgegeben von Emanucl Müller-Badcn(erscheint beim Deutschen VerlagShause Bong u. Co., Berlin W. 57, in 95 Liesernngeu zu je 60 Pf)._ Letzte JVacbricbten und Depefcbcn, Der zurückgewiesene Dreschgraf. Leipzig, 15. Januar.(W. T. B.) DaS Reichsgericht hat die Revision deS Grafen Pücklcr- Klcin-Tschirne verworfen, der am 20. Oktober vom Landgericht Berlin I wegen Anreizung verschiedener Bevölkerungsklassen zu Gewalttätigkeiten gegen einander, begangen durch Reden und Flugblätter, zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden war._ Agitation auf Kosten der Steuerzahler. Hamburg, 15. Januar. Wie der„Hamburgischc Korrespondent" meldet, wird anstatt des stellvertretenden Kolonialdirektors Dern- bürg, der verhindert ist, der Gouverneur von Deutsch-Südwestaftika v. Lindequist in der von der Handelskammer einzuberufenden Ver- sammlung über Kolonialfragen sprechen. Eisenbahnunglück. Rom. 13. Januar.(W. T. B.) Bei Sarmato stieß ein aus vier Wagen, von denen zwei mit Reisenden besetzt, zwei mit Holz beladen waren, bestehender, von Pianello kommender Zug auf einen Zug aus Piacenza, der Sand beförderte. Zwanzig Personen sind verwundet, zwei davon schwer._ Explosion im Baukgebäude. Petersburg, 15. Januar.(W. T. B.) Heute Abend 10� Uhr erfolgte in der städtischen Kreditgcsellschaft eine Explosion, durch die das Gebäude in Flammen gesetzt wurde. ES sind Bcrlupe an Menschenleben zu beklagen. Näheres liegt noch nicht vor. Nr. 13. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. littwoch, 16. Januar 1907. Mifchmafchmarfchlied. Reaktionäre Wahlkampfmarseillaise. ( Den Degenschluckern des Reichslügenverbandes gewidmet.) Wohlan, wer Macht und Mammon achtet, Der setz' fich dreift an unsern Tisch: Wenn auch das Volk im Elend schmachtet, Nur immer lustik", immer frisch! " Brotwucher!"" Fleischnot!" hört man klagen, ,, 3ahllos die Opfer!" Alles Quatsch! Und ob der Große Kladderadatsch" Mög über uns zusammenschlagen, Wir häufen Geld auf Geld! Deutschland voran der Welt! Was fümmert uns der Arbeit Fron, Uns Edle der Nation! Der Feind, den wir am tiefsten haffen, Der uns umlodert rot und licht, Das ist der Freiheitsbrand der Massen, Den nur des Korsen Schwert durchbricht. Ist erst der Degen uns genommen, Dann Tischlein- deck- dich gute Nacht! Noch lacht die Welt uns, wenn's auch kracht, Mag doch nach uns die Sintflut" kommen! Noch fühlen wir uns start, Wie Kröcher voller Mark! Dem Kurs, dem alten, folgen wir, Den uns geführt Bismarck! Das freie Fauftrecht der Kanone Silft uns zum Siege, nun wohlan! Schon dröhnt der Arbeit Bataillone Gewalt'ger Maffentritt heran! Das Schwert soll uns zusammenscharen, Wir woll'n, den Degen in der Hand, Vor Freiheitsdrang das Vaterland, Das Volk vor Wissenskraft bewahren! Treib', Studt, aus Schul' und Haus Den frechen Freigeist aus! Die Friedhofsruhe, fromm und schlicht, Ist erste Bürgerpflicht! Elns flicht die Nachwelt keine Kränzchen, Drum tang' ums ,, Goldne Kalb" wer kann, Frisch auf zum luft'gen Cancantänzchen, Ist auch der Boden ein Vulkan! Die Jubelhymne steig zum Simmel, Je höher rauscht die ,, Wacht am Rhein", Je mächtiger wir überschrei'n Der Armensünderglock' Gebimmel! Wir fürchten. nimmferðar Der Roten Rotten Schar! Wir hau'n die Hottentotten tot Elnd rotten aus, was rot! Auf denn zum Tanz, Buschzirkus- Ritter, Bereichert Euch, flickt Schienen neu! Doch nicht der Kerker Eisengitter, Sonst bricht uns aus der Freiheit Leu! Mußt auch der Säbelmann sich legen Ins Grab, sein Säbel blieb zum Glück! O Reichszitatenkanzler zück Den kühnen Bonaparte- Degen! Nicht spotten laß mit Dir! Reck hoch Dein Schlachtpanier! anerkennt. vieler Lebensbedürfnisse doppelt wünschenswerten Ausgleichs" selbst und bei den Wahlen glaubt die Regierung sie dann als Stimmbieh ausnußen zu können. Im Reich, das vor Schulden nicht mehr ein noch aus weiß, Hoffen wir, daß die Staatsarbeiter und Beamten sich ihrer werden Millionen für kulturwidrige Zwecke zum Fenster hinaus- Menschenwürde bewußt sind und daß sie am 25. Jannar die Hoffgeworfen, und wer dieser Verschwendung Einhalt gebietet, wird nung der Regierung und der herrschenden Klassen zuschanden machen! als Vaterlandsfeind verschrien. Im größten beutschen Bundesstaat, Das sind sie sich selbst, das sind sie ihrer Familie, das sind sie ihrer Ser förmlich im Gelde schwimmt, hat man nichts übrig, um die Klasse schuldig! Unterbeamten and Staatsarbeiter besserzustellen, und die Beamten, die sich mit Petitionen um die Besserung ihrer Lage an den Landtag wenden, werden von den Vertretern der Meaterung von der Zur Wahlbewegung Tribüne des Dreiflaffenparlaments herab gerüffelt. Die Eisenbahnverwaltung ist aber nicht nur der größte Arbeit. geber, fie macht auch die glänzendsten Geschäfte. Betrug doch der Gesamtüberschuß im Jahre 1905 nicht weniger als 681 Millionen gegen 633 im Jahre vorher! Im Etat für 1905 waren nur(!) 634 Millionen Mark Ueberschuß vorgesehen, der wirkliche Ueberschuß betrug also 46% Millionen mehr als der erwartete. Dabei ist das Jahr 1905 feineswegs ein Ausnahmejahr, ähnlich hohe Ueberschüsse sind wiederholt zu verzeichnen. Welchen Vorteil haben nun die Beamten und Arbeiter von diefen gewaltigen Ueberschüssen? Kommt auch ihnen etwas von dem Riesengewinn zugute? Wird ihre Lage aufgebeffert, sei es durch Erhöhung ihrer Bezüge, sei es durch Verkürzung der Arbeitszeit? Lassen wir auch hier die amtlichen Zahlen reden! in Oberschlesien. Wie dringend aber gerade die Unterbeamten und Staatsarbeiter) einer Aufbesserung bedürfen und wie leicht der Staat bei gutem Willen dazu imstande wäre, das lehrt uns ein Blick in den dem Landtage zugegangenen Bericht über die Ergebnisse des Bevom Wenn irgendwo im Deutschen Reiche, dann dürfte im fernab triebes der bereinigten preußischen und Hessischen Staats- bom geistigen und politischen Leben gelegenen Oberschlesien der eisenbahnen im Rechnungsjahr 1905. Die Eisenbahnverwaltung blickliche Erfolge angeht, auch unerfreulicher sein. Was anderswo Kampf der sozialdemokratischen Partei ein schwerer und was augenift oohl der größte Arbeitgeber. Nicht weniger als 413 508 Beamte die Agitationsarbeit im Winter mühsam macht: endlose schlechte uad Arbeiter, darunter 7058 weibliche Arbeitskräfte, mußten im Wege, zahllose weit berstreute Dörfer, das hat der Flugblätter verJahre 1905 in ihrem Dienste fronden. Von diesem gewaltigen teilende Barteigenosse hier in besonders reichem Maße. Nirgends Heer waren nur 1488 höhere und 52 922 mittlere Beamte, alles aber im Reiche finden sich so auf Rotwildjagd verpichte Gendarmen, andere waren Unterbeamte, Gehülfen, Betriebsarbeiter, Bahnunter. Ortspolizisten, Amts- und Gemeindevorsteher, wie im dicht an Rußhaltungsarbeiter, Werkstättenarbeiter und dergleichen. Nicht mit land liegenden Oberschlesien, nirgends auch so noch ihrer Macht auf gerechnet sind die 229 Regierungsbaumeister und Bauführer, 258 Partei arbeitende Geistliche, wie der oberschlesische Zentrumsklerus, die Gemüter bewußte, rücksichtslos im Dienste einer politischen Zibilfupernumerare und 899 Gepädträger, die keine Vergütung aus nirgends so brutale Soldknechte des Kapitalismus, wie es oberDer Staatskaffe empfingen, sowie die 5942 Arbeiter, die beim Bau schlesische Werksbeamte sind. Um den Wählern die sozialdemokraneuer Bahnstrecken und bei den außerordentlichen Ergänzungs- und tischen Flugblätter und Stimmzettet sicher zukommen zu lassen, Erweiterungsarbeiten auf den in Betrieb befindlichen Strecken bewerben fie vielfach an die von und zur Schicht gehenden Berge und schäftigt waren. Süttenarbeiter berteilt. Eine Verteilung in den armseligen Hütten Dieser Proletarier würde in sehr vielen Fällen dazu führen, daß von den durch den Klerus fanatisierten Weibern bem Ofen überFlugblätter und Stimmzettel längst, bevor der Mann heimfommt, antwortet sind. So stehen benn unsere Genossen an den Eingängen zu Gruben und Hütten und verteilen ihre Gaben an die Abe und Bugehenden. Eine solche Arbeit dauert mindestens drei, vier Stunden und oft erheblich länger, denn Arbeitsbeginn und Ende derselben fällt hier nicht, wie in Werkstätten und Fabriken, auf eine ganz bestimmte Zeit, sondern erstreckt sich bei den Hunderten and heitern auf viele Stunden. Tausenden mit den verschiedensten Hantierungen betrauten ArWas unter folchen Umständen die Arbeit des Flugblattverteilens im Harten Winter bedeutet, davon fönnen sich hinsere, nur die Agitationsarbeit in der Großstadt fennenden Genossen gar nicht den rechten Begriff machen. Dabei müssen die Verbreiter immer darauf sehen, daß sie auf öffentlichen Eine tabellarische Uebersicht über die an die Gehülfen, die Hülfe. Wegen bleiben, denn wenn sie etwa der Grube oder der Hütte gfräfte im unteren Dienste, die Handwerker und Arbeiter gezahlten fchaft roher Fäuste und derber Sinüppel, geschwungen von den Herrn hörende Wege und Flächen betreten, machen sie bald bie Bekanntdurchschnittlichen Tagesvergütungen und Löhne läßt erkennen, daß Steigern, Aufsehern und ähnlichen Knechtsfeelen. Und oft genug für zahllofe Kategorien die Löhne sich nicht viel über Hungerlöhne versuchen diese Helden die sozialdemokratischen Verbreiter mit erheben. Für ein Tagewerk sind im Durchschnitt an Vergütung Drohungen und Mißhandlungen auch von den öffentlichen, zur oder Lohn gezahlt worden für Hülfskräfte im unteren Bahnhofs- Grube oder Hütte führenden Wegen zu verjagen, was einigen der und Abfertigungsdienste 2,80 wt., für Sülfskräfte im unteren frechen Gesellen, die an die Unrechten gekommen, schon sehr fühlBahnbewachungs- und Bahnunterhaltungsdienste 2,21 MF., für bare Burechtweisungen eingetragen hat, während oft bie Genossen der brutalen Uebermacht weichen müssen. Sülfskräfte im Lokomotiv, Maschinen- und Wagenmeisterdienst 2,73 Mr., für Sülfskräfte im Bugdienste 2,43 Mt., für Betriebsarbeiter 2,84 Mt., für Bahnunterhaltungsarbeiter 2,41 Mt. Werden die Tagewerke und Löhne sämtlicher Klassen von Bediensteten( ein schließlich der Werkstättenlehrlinge) zusammengefaßt, so ergibt sich für ein Tagewerk im Durchschnitt 2,89 Mt. Ist es angesichts diefer Zahlen zu viel gefagt, wenn man behauptet, daß die riesigen Ueber schüsse aus dem Schweiß der Beamten und Arbeiter expreßt werden? Wie die Löhne, so lassen auch die sonstigen Arbeitsbedingungen so viel als möglich zu wünschen übrig. Die tägliche Dauer des planmäßigen Dienstes des Personals hat sich ja in den letzten Jahren etwas verkürzt, ist aber angesichts des schweren und berantwortungsvollen Dienstes immer noch viel zu lang. Es sei nur erwähnt, daß 120 678 Beamte und Arbeiter eine durchschnittliche Dienstdauer von 10 bis 11 Stunden, 63 743 eine folche von 11 bis 12 Stunden und 24 215 sogar noch darüber hinaus aufzuweisen haben! Selbst beim Lokomotiv- und Zugbegleitungsdienst begegnen wir noch Dienstschichten von mehr als 10 Stunden. Trotz all den hier im einzelnen gar nicht aufzuführendben Schwierigkeiten der Agitation erfüllt die kleine Schar oberschlesischer Genossen tapfer ihre Pflicht und so sind schon jetzt über 800 000 Flugblätter im Industriebezirk verteilt und weitere 300 000 werden in diesem und den benachbarten, zum Agitationsbezirk Kattowitz gehörenden oberschlesischen Wahlkreisen folgen, nebst obligaten Mandates wird diese Arbeit freilich so balb nicht führen, dazu fizen hunderttausenden Stimmzetteln. Zur Eroberung auch nur eines die meist polnischen Proletarier dieses Bezirtes noch viel zu feft einmal in den Fängen der Geistlichkeit und dann in den Neben des polnischen Nationalismus. Um die polnischen Arbeiter gang fest an sich zu fesseln, haben die Nationalpolen in nicht weniger wie vier oberschlesischen Wahlfreisen Geistliche als Reichstagstandidaten aufgestellt und machen nun nicht nur in der Vertretung nationaler Interessen, sondern auch in der Betätigung kirchlicher Gesinnung dem besten Zentrumsmanne gefährliche Konkurrenz. Der Erfolg dieser Taftit, die man wohl auf den Führer der gemäßigteren Polen", Napieralski, zurückführen darf, wird nicht ausbleiben. Es ist gar nicht daran zu zweifeln, daß die Polen nicht nur ihre beiden bisherigen oberschlesischen Mandate, Mattowiß- 3abrze und Beuthen- Tarnowvik, behaupten, sondern noch zwei bis drei weitere, bisher dem Zentrum eine sehr große Stimmenvermehrung erlangen werden. gehörende oberschlesische Kreise dazu erobern, in anderen Kreisen Dementsprechend find die Ruhetage recht dünn gefäct. Es liegt ja in der Natur des Eisenbahnbetriebs, daß nicht jeder Beamte und Arbeiter Sonntag für Sonntag dienstfrei ist, aber aum mindesten follte man doch für jeden in jeder Woche einen vollen Ungeachtet der äußerst vorteilhaften Situation der Polen Ruhetag verlangen. Selbst von der Erfüllung dieser bescheidenen gegen die Sozialdemokratie, verfolgen sie diese doch mit fanatischem Forderung sind wir noch weit entfernt. Von 419 734 besonders auf- aß und lassen in Presse und Bersammlungen fein Mittel niegeführten Beamten haben nur 305 036 mehr als 2 Ruhetage monat- brighter Lüge und Verleumdung unversucht. Eine besondere Rolle lid), 99 223 haben monatlich 2, 10 325 monatlich 1% und 5150 spielen in den Zeitungen und Flugblättern der Korfanty und monatlich nur einen Ruhetag. Allerdings sind hierbei bienstfreie bie angeblichen Schandtaten diefer in der russischen Revolution: Rapteralsti neben der Religionsfeindschaft der Sozialdemokratie Zeiten von weniger als 18 Stunden außer Ansatz geblieben, aber Beschimpfung des weißen( polnischen) Adlers, Schändung und die Verwaltung wird eine dienstfreie Zeit von dieser Dauer auch Ausplünderung von Kirchen, Brandstiftung. Raub und Mord an wohl taum als Ruhetag zu bezeichnen wagen! Man ficht an diesen wenigen Daten, wie weit wir noch davon entfernt sind, daß die staatlichen Betriebe Musterbetriebe" werden. Die Vertretung des Geldsads im Dreiklassenparlament hat ja auch alles Intereffe daran, zu verhindern, daß der Staat den privaten Arbeitgebern mit gutem Beispiel vorangeht. Das Schwert, das Schwert, das Schwert zieh' blant, lose private Arbeitgeber als ganz selbstverständlich betrachten, das Das einst der Korse schwang! Vater Staat als Arbeitgeber. Unschuldigen, besonders an national gesinnten russisch- polnischen Arbeitern und ähnliches mehr. So dumm und erbärmlich eine solche Stampfesweise ist, borLäufig finden diese Volksfreunde" doch noch ihre Rechnung babei. und der Geschicklichkeit, mit der die sozialdemokratische AufklärungsWie lange noch? Das wird wesentlich abhängen von der Intensität arbeit in der polnischen Bevölkerung einfeßt. Es gilt das nicht nur Geradezu ekelerregend ist es, welch' Aufhebens die Verwaltung für Oberschlesien, sondern auch für Sie übrigen Teile der preußischen von ihren sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen macht. Was zahl- Monarchie, in der die polnische Bevölkerung vorwiegt, ebenso aber auch für die zahlreichen, oft sehr starken polnischen Solonien in den glaubt der Staat erst noch als besonderen Ruhm für sich in An- Großstädten und in sonst deutschen Industriebezirken, im Rheinland spruch nehmen zu müssen. Was will es besagen, wenn angesichts tarier und es ist gar nicht zu bestreiten, daß wir hier wichtige, bisher und andersivo. Es handelt sich hier um ein paar Millionen Proleder besonderen Leistungen, die der Dienst an einzelne Beamte stellt, unterschätzte oder nicht beachtete Aufgaben von großer Bedeutung diese nebst ihren Familien einen Anspruch auf ärztliche Behandlung zu erfüllen haben. Das in langen Jahren Versäumte jetzt plötzlich haben. Daß für 2378 Bahnärzte ganze 1% Millionen Mark aus- nachzuholen, ist unmöglich, die nun wohl auch in weitere Streife gegeben sind, braucht doch wahrhaftig nicht erst noch eigens erwähnt gedrungene Erkenntnis von der Wichtigkeit dieser Aufklärungsarbeit zu werden. Auch darüber, daß gewissen Beamten und Arbeitern aber wird uns dazu führen, in den kommenden Jahren ganz anders Die preußische Regierung macht besonders viel Aufhebens die unentgeltliche Benutzung von Badeeinrichtungen geftattet ist, wie bisher an der Gewinnung des polnischen Broletariats für die davon, daß in den neuen Gtat 14 Millionen für Gehaltsaufbeffe- oder davon, daß ständige Arbeiter bei militärischen Uebungen von diese Gefahr lange, sie wissen auch, daß, wenn die Sozialdemokratic Sache der Arbeiterklasse zu arbeiten. Die Polenführer fürchten rungen eingestellt sind. Auf den ersten Blick könnte es ja so nicht mehr als 14 Tagen, wenn sie verheiratet oder überwiegend hier einmal ernst vorgeht, das polnische Proletariat Preußens_in scheinen, als ob es sich dabei um eine Riesensumme handelt; unter- Ernährer von Fomilienangehörigen find,% des Lohns erhalten, nicht langer Zeit zum besten begeistertsten Teil der deutschen Sosucht man aber die Sache näher, fo lösen sich die Millionen in Wohl- pflegt ein fozial gefinnter Arbeitgeber heute kaum noch ein Wort zialdemokratie gehören wird. Und die Furcht babor biftiert ihnen gefallen auf und es bleibt nichts als Blendwerk übrig. zu verlieren, das betrachtet er einfach als selbstverständlich. jene verächtliche Verleumdungstattit gegen die Sozialdemokratie, Zunächst spielen 14 Millionen in einem Etat, der in Einnahme Die ganzen Wohlfahrtseinrichtungen" der Eisenbahn gegen die beste, treuefte Freundin und Helferin des getnechteten und und Ausgabe mit mehr als 3187 Millionen Mart balanziert, gar verwaltung sind nicht der Nede wert, sie bleiben weit hinter dem mißhandelten polnischen Volkes. feine Rolle. Wenn man dann weiter in Erwägung zieht, auf tie- zurüd, tas private Arbeitgeber tun, und wo fie fich darüber hinaus viel Beamte sich das Geld verteilt, dann wird man zu der Erkenntnis heben, werden sie zum Wohlfahrtsschwindel. Hier ist vor allem der Tommen, daß die Regierung auch nicht im entferntesten ihrer famose" Allgemeine Verband der Eisenbahnvereine" zu nennen, der Pflicht nachgekommen ist. Von den 14 Millionen sollen nämlich mit Hülfe der Verwaltung gegründet ist, angeblich um seinen Mitbedacht werden eine größere Anzahl von im Außendienst be- gliedern wirtschaftliche Vorteile zu gewähren, in Wirklichkeit daschäftigten Beamtenkategorien, insbesondere Förster, Grenz- und gegen, um sie von den auf Besserung ihrer Lage gerichteten Be Steueraufseher, obere und mittlere Wertsbeamte, Schutzleute und strebungen der Gewerkschaften abzulenten, mit anderen Worten, Gendarmen und außerdem noch 59 200 Beamte der Eisenbahn- um ihnen ihr Koalitionsrecht zu nehmen! terwaltung, darunter Bahnhofsvorsteher, Bahnmeister, Eisenbahn- Das ist des Pudels Kern. Darauf läuft im großen ganzen die Bevölkerung Kandidaten polnischer Nationalität aufgestellt, Mitassistenten, Lokomotivführer, Zugführer, Werkführer, Schirrmeister. von Herrn von Thielen begonnene und von seinen Nachfolgern fortglieder der polnisch- sozialdemokratischen( P. S.) Partei, die nach Wagenmeister, Lademeister und Weichensteller erster Klasse. Die gesetzte Sozialpolitik hinaus: Man hält die Staatsbeamten und der im vergangenen Frühling vollzogenen Ginigung in bester zahlreichen Unterbeamten und Arbeiter dagegen gehen wieder einmal Arbeiter dauernd auf einem niedrigeren Niveau der Lebenshaltung Harmonie mit den Angehörigen der deutschen sozialdemokratischen so gut wie leer aus, sie sollen mit bloßen Unterstübungen abgespeist als die Beamten und Arbeiter der Privatindustrie, man macht ihnen Cosel, ist mit Rücksicht auf die dort zahlreich vorhandenen BauhandPartei lebt. Nur in einem der sechs Wahlfreise, Groß- Strehlibwerden. Und das, obwohl die Regierung die Notwendigkeit der das Koalitionsrecht streitig und hindert sie, sich bessere Arbeits- werfer der Gauleiter des Maurerverbandes für Oberschlesien, Schaffung eines bei der gegenwärtigen Steigerung der Preise bedingungen zu erkämpfen. Man macht sie zu Staatsstlaven, Baude, ein Deutscher, von den Genossen aufgestellt worden. Leb " polnische Bewegung hinter die sozialdemokratische zurückzudrängen, Wird es also noch nicht gelingen, in Oberschlesien die nationalso darf man doch sicher hoffen, daß wenigstens ein größerer Teil polnischer Arbeiter mehr wie bisher zur Erkenntnis fommen wird, daß nur die sozialdemokratische Partei die berufene Vertreterin des polnischen arbeitenden Boltes ist. Und das wäre ein erfreulicher Schritt vorwärts auf der steinigen und steilen Bahn, die in Oberschlesien die Sozialdemokratie au gehen gezwungen ist. In fünf von den sechs zum Agitationsbezirt Kattomis gehörenden Wahltreisen sind in Rücksicht auf die in ihrer großen Mehrheit polnische nehmer yartes Intereffe und starker Eifer zeigt sich bei diesen Wahlen herauszog, gehörten auch zwei Gewerkvereinler zu den letzteren. In darität und Einmütigkeit fortgeführt. Die Einigung mit der Schiffüberall auch in Oberschlesien, das Verlangen nach sozialdemokra- diesem Falle gingen sie mit hinaus, denn, sagten sie, den Betrieb könnten fahrtsgesellschaft Puglie ist nicht von Dauer gewesen; wegen tischen Flugblättern und Stimmzetteln kommt aus weltverlorenen sie ja doch nicht halten; wo sie aber in der Lage wären, den Betrieb einer abweichenden Deutung eines Absatzes des neuen Abkommens oberschlesischen Orten so zahlreich, daß wir im ganzen gewiß auf aufrecht zu erhalten, da würden sie es tun ohne Rücksicht auf den ist die Arbeit wieder niedergelegt worden. Im ganzen sind nach einen erheblichen Stimmenzuwachs werden rechnen dürfen. Holzarbeiterverband. Das bedeutet also nichts anderes als, der einer Statistik der Reeder bis heute 80 Dampfer von ihren MannSo wenig wie das Zentrum haben auch die Hakatisten, die hier Gewerkverein wird in jedem Falle, wo es ihm möglich ist, Arbeiter- schaften verlassen worden; von diesen wurden 23 Transatlantische identisch sind mit den Grubenkapitalisten, der sogenannten Hütten- verrat treiben. Und was ist der Judaslohn für solchen Verrat? und 21 Postdampfer von den Reedern entwaffnet, 33 Dampfer sind partei", zu hoffen, obwohl sie, im Gegensatz zum fleinlaut gewor- wie man hört, soll das Abkommen der Unternehmer mit dem mit Streitbrecherpersonal in See gegangen, drei warten auf Streit denen Zentrum, den Mund in echt patriotischer" Schneidigkeit sehr Gewerkverein darin bestehen, daß alles, was boll nehmen. Sowohl im Wahlkreise Kattowiß wie in Beuthendie Unterbrecher, um abfahren zu können. Von dem Streifbrecherpersonal ist etwa mit dem Holzarbeiterverband Tarnowitz hat die Hüttenpartei ihre Standidaten, zwei hohe Beamte einbaren sollten, auch den Mitgliedern des Gewert- Gesetzeswegen die Abfahrt dieser mangelhaft bemannten Dampfer ber- zu berichten, daß es der Zahl nach ganz unzulänglich ist, so daß von der Grubenbarone, aufgestellt. Und die" Freisinnigen" haben sich vereins zugute tommt! Also die Hoffnung auf strafbar wäre; es sind Leute ohne Matritelbuch und ohne Qualinach längerem Sträuben für diesmal noch" entschlossen, diese in Vorteile eines Kampfes, den andere führen, veranlagt den filation, deren Tüchtigkeit sich z. B. darin zeigt, daß an einem der Wolle gefärbten konservativen Kandidaten zu unterstüßen, in der vagen Hoffnung, daß ihnen das Grubenkapital bei den nächsten Gewerkverein, die Verräterrolle zu spielen. Die Zahl der Gewerk- einzigen Tage( 9. Januar) drei Dampfer in bekanntem Fahrwaſſer Landtagswahlen eines von den drei Mandaten des Industriebezirkes tommen, ist indes äußerst gering. In den Werkstätten, die bis jetzt vereinsmitglieder, die für den gegenwärtigen Kampf in Frage aufgelaufen sind und noch heute festsitzen. gütigit zukommen lassen werde, als Trinkgeld gewissermaßen für die fommen, ist indes äußerst gering. jetzt bewiesene Bedientenhaftigkeit. Natürlich wird arbeiten die ausgesperrt haben, Jammerkerle um den Lohn ihrer Gesinnungslosigkeit betrügen, aber mitglieder. Diese Leute werden also den kämpfenden Verbandsdeshalb bleiben sie doch unentwegt treue Freisinnsmannen, die mitgliedern keinen sonderlichen Schaden zufügen können, aber ein gehorsam für erzkonservative Reaktionäre an die Wahlurne treten, schändlicher Verrat der Arbeiterinteressen bleibt ihr Verhalten besser friechen! trozdem. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. man etwa 30 GewerkvereinsDie Aussperrung der Textilarbeiter in Lodz. Seit die Konterrevolution Oberwasser gewann, ist die Unternehmerschaft im ganzen russischen Reiche eifrig daran, die wirtschaftlichen Verbesserungen, die sie den Arbeitern zugestehen mußte, rückgängig zu machen. In dem zentralrussischen Industriegebiet wie in Petersburg haben die Arbeiter derartigen Attentaten teinen In einer Vertrauensmännerversammlung beschäftigten sich am großen Widerstand entgegen sehen können und es kam dort nicht Montag die Musikinstrumentenarbeiter des Holz zu großen wirtschaftlichen Kämpfen. Anders in Russisch- Polen. arbeiterverbandes mit der Aussperrung in der Holz- Mit derselben zähen Ansdauer und revolutionärem Elan, mit dem industrie. Es waren Delegierte aus 93 Fabriken anwesend. Eine die Fabrikproletarier den politischen Kampf führen, haben sie auf Die Agitation für den gelben Verband eingehende Aussprache über diese Angelegenheit ergab, daß auch die wirtschaftlichem Gebiete ihre Interessen verteidigt, und ganz bewird im gegenwärtigen Moment von den Siemens- Schuckert- und dem jetzt ausgebrochenen Kampfe das größte Interesse entgegen unterbrochener Kämpfe. Es ist nahezu selbstverständlich, daß die Musikinstrumentenarbeiter die gegenwärtige Situation erfaßt haben fonders in Lodz waren die verflossenen zwei Jahre eine Zeit unWerken in Berlin mit erneuter Heftigkeit betrieben. Sogar bringen. Darüber herrschte Einstimmigkeit unter den Versammelten, Arbeiter nicht immer geschict manöverierten, daß vielfach Fehler in einem so untergeordneten Betriebe, wie es die sogenannte daß alle Mittel aufgeboten werden müssen, um den Ansturm des gemacht wurden. Es kam vor, daß die Arbeit eingestellt wurde, Finanzabteilung am Askanischen Platz ist, war gestern ein Unternehmertums gegen den Holzarbeiter- Verband energisch zurück- ehe überhaupt Forderungen formuliert waren, oft genug waren die älterer Packer den ganzen Vormittag tätig, Proselyten für zuweisen. Die jetzige wirtschaftliche Machtstellung des Verbandes Forderungen unklar und verworren. Wie könnte es auch anders die Streitbrecherorganisation zu machen. Jedem der An- müsse in vollem Umfange erhalten bleiben. gestellten wurde ein Zettel zur Unterschrift vorgelegt, Bezüglich der bevorstehenden Reichstagswahl stadium sich befinden, wenn die Arbeiter keine öffentlichen Versein, wenn die wirtschaftlichen Organisationen erst im Anfangsworin er„ ersucht", daß ihm sein Beitrag für den Unter- wurde folgender Antrag angenommen: Die heute versammelten Versammlungen abhalten können und ihnen keine Breffe zur Ver ftüßungsverein von Arbeitern und Arbeiterinnen der Siemens- daß am Wahltage die Arbeit ruht. trauensmänner beschließen, in allen Betrieben darauf hinzuwirken, fügung steht. Zu bewundern ist vielmehr, daß unter diesen BeSchuckert- Werke G. m. b. H. und der Siemens u. Halste Aftien- daß am Wahltage die Arbeit ruht. dingungen der Kampf nicht in rohe Zerstörungswut ausartete. Wir betonen: gesellschaft" durch das Lohnbureau wöchentlich vom Lohn genicht ein Fall von Zerstörung der türzt und dem Vorstand des genannten Vereins zugeführt Maschinen usw. ist in dieser Zeit in Lodz wie überhaupt in Polen vorgekommen, während doch derwerden möchte. artige Vorkommnisse in keinem Lande in ähnlichen Situationen ausblieben. Es ist dies zweifellos das Verdienst der sozialdemokratischen Partei, deren moralischer Einfluß start genug ist, um die Arbeiter von Erzessen abzuhalten, um im Getümmel des Kampfes rohe Ausschreitungen zu verhüten. Angeblich hat der Agitator für den gelben Verband an dem einen Vormittag 30 Aufnahmen" vollzogen, den Nicht aufgenommenen aber noch mitgeteilt, daß er am Freitag, dem 2ohnzahlungstage, wieder vorsprechen werde. Zur Aussperrung der Automobilführer. Hier wird also auf die Arbeiter geradezu ein Zwang zum Beitritt ausgeübt. Uebrigens sind derartige Lohnabzüge zugunsten Dritter direkt ungesetzlich, insbesondere wenn die Sicherstellung des Gläubigers( also hier des gelben Vereins) geschieht, ehe die Leistung des Arbeiters oder seine Dienste erfolgten, und che der Tag, an welchem die Vergütung gesetzlich oder vertragsmäßig zu entrichten war, abgelaufen ist. Alle Arbeiter, die also also auf diese Weise sanft zur Beitragszahlung an die ,, Gelben" gezwungen werden, mögen über die Höhe der abgezogenen Summe genau Buch führen und dieselbe beim Verlassen des Betriebes von der Firma als Lohnrest ausklagen. Vielleicht werden bei dieser Taktik schließlich den Unter- schwer zu gewinnen, und die 530 Ausgesperrten halten mit seltener nehmern ihre gelben Gründungen doch zu teuer. Und am Geldbeutel ist der Kapitalismus immer zuerst zu treffen. Mit Stolz wurde in der letzten Versammlung der Autoführer am Dienstagmorgen im Gewerkschaftshause festgestellt, daß bis jetzt nicht einer der Ausgesperrten abtrünnig geworden sei. Die Unternehmer selbst mußten diese Einmütigkeit an erkennen; sie ließen auf Umwegen das Streitkomitee um eine Unterredung ersuchen, denn ihre Drohungen blieben wirkungslos. Am der Unternehmervereinigung ein, wo sie zuerst hören mußten, Montagabend fanden sich die Vertreter der Arbeiter auf dem Bureau daß keine offizielle Einladung vorläge und man immer noch auf Vorschläge von den Fahrern warte. Dann ließ man sich auf Unterhandlungen ein und machte schließlich das Angebot, 20 Broz. Provision statt der bisherigen 25 Proz. zu geben und alles übrige beim alten zu lassen; der Arbeitsnachweis folle paritätisch sein und wo„ Mißverständnisse" über die neue Arbeitsordnung borlägen, wolle man mit sich reden lassen. schlägen beschäftigte sich eine Vertrauensmännerversammlung einMit diesen Vorgehend, dann wurden sie von Rettig, der über die Lage referierte, den Ausgesperrten selbst unterbreitet. Diese zeigten durchaus teine Neigung, fich angesichts des jetzt offenbaren Fiaskos der Unternehmer mit ihrer Aussperrung eine Reduktion gefallen zu lassen. 226 Fahrer arbeiten zu den alten Bedingungen; neue Leute sind der Stärke und Sicherheit. Schumann, der Vorsitzende vom Festigkeit zusammen daraus gewinnt jeder einzelne das Gefühl Zentralverband, nahm das Wort zu einer Ansprache, in welcher er zuerst seiner Befriedigung über den Stand der Bewegung Ausdruck gab und dann die Situation#larlegte. Die gemachten VorDie Aussperrung hat bis jetzt noch bei weitem nicht den er- schläge, die von einzelnen Unternehmern ausgehen, sind nicht bewarteten Umfang angenommen. Am Montag sind in 100 Werk- stimmt genug festgelegt, man müsse warten, bis man etwas Schrift stätten, die schon am Sonnabend ausgesperrt hatten, weitere 580 liches als Willensmeinung von der Unternehmervereinigung in Arbeiter ausgesperrt worden. 80 Betriebe, die sich am Sonnabend Händen habe. Das klügste in dieser Lage sei, wenn die Vernoch nicht an der Aussperrung beteiligt hatten, haben am Montag fammlung sich zu Unterhandlungen auf annehmbarer Basis bereit erklärt und ihrer Kommission den Auftrag gibt, Verhandlungen zu 390 Arbeiter ausgesperrt. In Weißensee sind noch 70, in Riydorf 50, erklärt und ihrer Kommission den Auftrag gibt, Verhandlungen zu in Charlottenburg 70, in Schöneberg 10, in Neuenhagen 10 Ausführen. Eine entsprechende Resolution in diesem Sinne wurde in Charlottenburg 70, in Schöneberg 10, in Neuenhagen 10 aus gesperrte hinzugekommen. Es sind also am Sonnabend und Mon- einstimmig angenommen. Die Ausgesperrten beschlossen noch, daß gesperrte hinzugekommen. Es find also am Sonnabend und Monin tag in Berlin und den Vororten im ganzen( einschließlich der in kürzester Frist eine Versammlung aller fahrenden Kollegen gestern gemeldeten) 4304 Arbeiter ausgesperrt worden. Der Kampf in der Holzindustrie. Der weitere Aussperrungen folgen werden. Montagabend war allerdings der Zeitpunkt, den die Leitung der Unternehmerverbände als den spätesten Termin für die Ausführung des Aussperrungsbeschlusses angefekt hatten. Aber es ist ja bekannt, daß derartige Beschlüsse von den Unternehmern nicht gerade pünktlich befolgt werden. eine wartet erst ab, wie sich der andere verhalten wird und richtet danach seine eigenen Maßnahmen ein, die Führer helfen, wie wir bei früheren Gelegenheiten gesehen haben, durch kräftigen Terrorismus bei den Zögernden nach und so ist immerhin an zunehmen, daß die Aussperrung in den nächsten Tagen noch zu nehmen wird. So viel läßt sich aber schon jezt sagen, daß die Einigkeit der Unternehmer keine vollkommene ist. Manche, die am Sonnabend einige Arbeiter ausgesperrt hatten, haben die Aussperrung am Montag schon wieder zurückgezogen. Uebrigens befinden sich unter den als ausgesperrt angegebenen einige hundert, die der Holzarbeiter Verband aus solchen Werkstätten Herausgezogen hat, hat, bei denen die völlige Stillegung als Antwort auf die Aussperrung eines Teiles der Arbeiter Erfolg für die Wiedereinstellung der Ausgesperrten verspricht. Diese Tattik befolgt der Holzarbeiterverband natürlich nicht allgemein. Es wird von Fall zu Fall geprüft, ob sie angebracht ist und nur auf ausdrückliche Anweisung der Verbandsleitung dürfen Nichtausgesperrte den Betrieb berlassen. 4 einberufen werden soll. Ausland. Der Streit in Fougères. Paris, 14. Januar.( Eig. Ber.) Gegen Ende des vergangenen Jahres haben nun die KapitalSchlage ausgeholt: sie bereiteten eine allgemeine Aussperrung der magnaten des polnischen Manchesters zu einem entscheidenden Arbeiter in den Tertilfabriken vor. Die Situation schien ihnen günstig. Die Konjunktur in der Textilindustrie Rußlands ist gedrückt, der Absatz gering. Es ist das eine direkte Folge der Stockung des Kredits und der Hungersnot in Rußland. Lodz arbeitet eben für den russischen Markt; der hungernde Bauer kann keine Ware kaufen. der Kaufmann hütet sich, fein Lager zu füllen, bie Stillegung der großen Fabriken für die Kapitaliſten teinen zumal er feinen Kredit findet. Unter solchen Umständen bedeutet allzu großen Verlust. Dabei kommt in Betracht, daß diese Kapitalmagnaten in der Tat über riesenhafte Mittel verfügen. Seit zivei Menschenaltern wurden in Lodz fabelhafte Profite erzielt; obgleichh Die Fabrikanlagen mit schwindelhafter Schnelligkeit erweitert wurden, sind sie heute amortisiert, die Baumwollkönige sind nicht auf Stredit angewiesen, im Gegenteil, die Scheibler, Poznansky, Banten. Unter solchen Verhältnissen ist die Sperrung der Fabriken Heinzel verfügen über immense Geldkapitalien, beherrschen die für Wochen, selbst für Monate ein Verlust, der sich verschmerzen läßt. Ja, sie ist unter Umständen ein gutes Geschäft: es gibt in Lodz noch Dußende von kleineren Fabriken, besonders Webereien, die den Riesenbetrieben lästige Konkurrenz machen. Werden nun die großen Fabriken gesperrt, so sind diese Konkurrenten lahmgelegt, denn sie bekommen fein Garn; eine solche Produktionsstockung halten sie aber nicht aus, weil sie alle auf Kredit arbeiten und nur bei ununterbrochenem Umsatz eristieren können. Die Aussperrung könnte daher den für die Scheibler, Poznansky und Konsorten könnte daher den erwünschten Ausgang haben, daß der Widerstand der Arbeiter gebrochen und die kleinen Konkurrenten, die noch nicht durch die wirtschaftliche Depression der Revolutionszeit vernichtet sind, ans Messer geliefert werden. Ein Trust der Baumwollmagnaten zur Ausplünderung der Konsumenten ist dann das nächste Ziel. Nachdem die Führer der Unternehmer seit Monaten für die Der Streik der technischen Hartgummiarbeiter hat jetzt eine Aussperrung agitiert haben und der Kampf auf jener Seite von Veränderung zugunsten der Ausständigen erfahren. Nach aber- machern, Man wartete auf eine schickliche" Gelegenheit. Die Aussperrung war also beschlossene Sache bei den Haupts Tanger Hand vorbereitet ist, konnte man erwarten, daß die AusDiese bot sich in der Fabrik von Poznansky. Das ist für jeden sperrung einen größeren Umfang annehmen werde. Doch, man fann maligen Verhandlungen mit den Arbeitgebern erklärten sich auch jetzt noch nicht wissen, ob nicht in den nächsten Tagen noch sieben von den zehn in Betracht kommenden Firmen bereit, einen Kenner der Dinge in Lodz sehr erklärlich, denn die Herren Poz neuen Tarifvertrag anzuerkennen, der den Arbeitern einige nansky find in ganz Polen die Personifierung schmutzigster ProfitVerbesserungen sichert. Demnach beträgt die Arbeitszeit 52 Stunden gier und Skrupellosigkeit. Noch vor 40 Jahren war der Begründer pro Woche. Der Mindestlohn für Arbeiter ohne Lehrzeit ist auf der Firma, der Vater der jetzigen Millionäre, ein schäbiges Schacher35 Pf. für solche von 18 bis 20 Jahren, und auf 40 bezw. 45 und jüdlein; auf dem Wege zum Reichtum streiften Papa und Söhne 50 Pf. für solche von über 20 Jahren je nach der Beschäftigungsdauer mehr als einmal das Zuchthaus mit dem Aermel. Da ist z. B. ein im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit 47 Pf. und vom zweiten eigene Gasanstalt. Da aber die Gasleitung der Stadt sein Grundfestgesetzt. Der Lohn für Arbeiter mit dreijähriger Lehrzeit beträgt Vorkommnis solcher Art: Boznansky baut eine Weberei und eine Jahre ab 50 Pf. pro Stunde. Alle Arbeiter, die den angeführten stück streift, bohrt der Ehrenmann das Rohr der städtischen Leitung Windestlohn bereits verdient haben, erhalten 5 Pf. Zuschlag pro an und stiehlt der Stadt jahrelang das Gas. Da sind vertuschte Etunde. Bei Affordarbeiten werden die Mindestlohnfäße garantiert. Prozesse wegen Vertriebes falschen Geldes, Prozesse wegen Dieb Für Ueberstunden gilt ein Zuschlag von 25 Proz. Werkzeuge werden stahl von Mustern usw. usw. Als Arbeitgeber sind die Herren die geliefert; auch verpflichten sich die Arbeitgeber, für genügende schmutzigste Gesellschaft in ganz Lodz und das will etwas heißen. Schußvorrichtungen, Ventilation, Wascheinrichtungen usw. Sorge Natürlich sind die Angestellten der Firma zumeist würdige Diener zu tragen. Der Vertrag gilt bis zum 1. Oktober 1908. Auf Grund ihrer Herren. Es gibt darunter Leute, die eine ganze Garnitur Diefer Vereinbarungen ist die Arbeit bei den sieben Firmen gestern von Kriminalverbrechen auf dem Kerbholz haben, weil eben anwieder aufgenommen worden. Die drei Firmen jedoch, welche den ständige Techniker und Meister es nicht so lange bei solchen UnterVertrag noch nicht unterschrieben haben, bleiben bis auf weiteres nehmern aushalten, sondern in der Regel mit Krach, wobei es gesperrt. wiederholt Ohrfeigen für die Herren Chefs setzte, schleunigst ihre Stellung berlassen. Was Wunder, wenn in der Fabrik von Poznansky das Verhältnis zwischen Arbeitern einerseits und Verwaltung und Meistern andererseits das denkbar schlechteste war und ist, daß dort seit dem Ausbruch der revolutionären Bewegung die Konflikte Das Schicksal der 8000 Arbeiter, die die maßlose Habsucht der nicht aufhörten. Zu einem solchen Konflikt tam es wiederum im Fabrikanten von Fougères dem Elend preisgibt, lenkt die Augen November. Einer der Herren Ingenieure fühlte sich beleidigt und der ganzen Oeffentlichkeit auf sich. Selbst die ärgsten Reaktionäre die Fabrikleitung stellte den Arbeitern folgende Bedingungen: fie Der Hirsch Dundersche Gewertberein tritt wagen es nicht, offen ihre Sympathien mit den Ausbeutern zu be- sollten den Beleidigten demütigst um Verzeihung bitten, es sollten wie wir schon gestern mitteilten auch bei dieser Gelegenheit fennen. Als die sozialistischen Deputierten in der Kammer für die 89 Arbeiter entfernt werden, es sollte fortan die Fabrikleitung wieder in der Rolle einer Streitbrecherorganisation auf. Ausständigen eine Kollekte veranstalteten, bekamen sie auch von nach Belieben Arbeiter ohne Kündigung entlassen dürfen, schließlich Das unsolidarische Verhalten dieser Leute ist nach einem Bericht der klerikalen und nationalistischen Kollegen Beiträge. Praktisch von follten die Arbeiter sich verpflichten,„ regelmäßig zu arbeiten und „ Berliner Voltszeitung" in einer Gewerkvereinsversammlung damit ,, be- größerer Bedeutung ist, daß die Kammer den Antrag des sozialisti- unter feinen Umständen den Betrieb zu stören". Die Arbeiter gründet" worden, daß durch das Vorgehen des Gauleiters Stusche schen Fraktion, für die Opfer des Streits einen Kredit von wiesen dieses Anfinnen zurück, weil die Bedingung der kündigungsvom Holzarbeiterverbande der Gewerkverein von den Vertrags- 100 000 Fr. zu bewilligen, mit Zustimmung der Regierung der losen Entlassung unannehmbar ist. Das würde eben bedeuten, verhandlungen ausgeschlossen wurde. Diese Beschönigung der Budgetfommission zu dringlicher Erledigung zugewiesen hat. daß die Arbeiter sich jeder Willkür fügen, daß sie sich verpflichten, Ein Ende des Konflikts ist nicht abzusehen. Die Bemühungen jede Lohnreduktion, jede Verschlimmerung der Arbeitsbedingungen gewerkvereinlichen Streifbrecherei beruht auf einer groben Unwahrheit. Stusche konnte ja den Gewerkverein gar nicht von den zweier bürgerlichen Abgeordneten des Departements, Verhand- widerstandslos hinzunehmen. Die letzte Bedingung aber bedeutet, Berhandlungen ausschließen, denn es ist doch Sache der Unter- lungen zwischen den beiden Parteien einzuleiten, scheiterten an daß die Arbeiter sich verpflichten sollten, auf Demonftrationen, auf nehmer, mit wem sie über ein Vertragsverhältnis verhandeln der hartnäckigen Weigerung der Fabrikanten, die Gewerkschaft an- politische Streits zu verzichten, um den Betrieb nicht zu stören“. wollen. Das Vorgehen des Gauleiters Stufche", womit zuerkennen. Wie wenig ehrlich es die Unternehmer mit ihrer Daraufhin erfolgte die Aussperrung bei Poznansky, und eine die Gewerkvereinter ihr verräterisches Verhalten be- Friedensliebe meinen, geht auch aus folgendem hervor: Da sie in Anzahl anderer Fabriken, Scheibler, Heinzel, Kuniker, Biederschönigen fuchen, war folgendes: Che die Vertrags- ihrer Eingabe um zuziehung von Militär behauptet hatten, die mann, Steinert usw., fündigten ihren Arbeitern in der Weise, daß verhandlungen anfingen, fragte Obermeister a hardt bei Stufche Mehrheit der Arbeiter sei zur Rückkehr in die Fabriken bereit und sie die Sperrung der Fabriten androhten, wenn die Arbeiter von an, ob der Holzarbeiterverband auch den Gewerkverein zu den Ver- laffe sich nur„ terrorisieren", schlug ihnen der Präfekt vor, die Poznansky nicht die Arbeit aufnehmen. handlungen einladen werde. Stusche antwortete, dazu habe der Verhandlung mit den Arbeitern von dem Ergebnis eines unter den Holzarbeiterverband feine Veranlassung, wenn aber Herr Rahardt jede Beeinflussung ausschließenden Maßregeln vorgenommenen den Gewerkverein einladen wolle, so möge er es tun. Der Gewerk- Referendums abhängig zu machen. Die Unternehmer lehnten auch berein muß denn auch wohl durch die Arbeitgeber eingeladen worden diesen Vorschlag ab. Die Kammer hat auch die Vornahme einer Untersuchung über sein, denn in der ersten Sizung, welche über den Vertrag verhandelte, war ein Vertreter des Gewerkvereins anwesend. die Lage der Schuhindustrie beschlossen. Die damit betraute Arspäteren Sigungen sah man In den späteren Sitzungen nicht mehr. beiterkommission wählte einen Unterausschuß, der sich in der Wahrscheinlich haben die Unternehmer schon damals ein Sonder- nächsten Woche nach Fougères begeben wird. zu Die Situation ist aber die: in den großen Betrieben, die an der Verschwörung beteiligt sind, arbeiten über 20 000 Menschen; ge= lingt es, die kleinen Betriebe lahmzulegen, indem man ihnen das Garn sperrt, so werden weitere 10 bis 15 000 Arbeiter brotlos. Wenn die Arbeiter trotzdem den Kampf aufnahmen, jo erklärt sich das daraus, daß für sie eben alles auf dem Spiele steht. Durch die bisherigen Lohnfämpfe haben die Arbeiter Lohnerhöhungen von 25 bis 33 Prog. erzielt; ihre Lage ist daher wohl etwas gebeffert, abkommen mit dem Gewerkverein getroffen, was diefe„ braven doch kommt in Betracht, daß auch die Lebensmittelpreise durchweg Der Generalftreit der Seeleute. Arbeiter" so sehr befriedigt, daß sie jetzt den aussperrenden Untergestiegen sind. Es gilt also vor allem, das Erreichte zu verteidigen. Rom, 17. Januar.( Eig. Ber.) Es gilt aber auch nehmern Hülfe im Kampfe gegen den Holzarbeiterverband leisten. und das haben die Arbeiter sofort mit Daß fie hierzu bereit sind, dafür ist schon der Beweis geliefert. In Während die mehr oder weniger offigiösen Auslandsforrespon richtigem Instinkte erfaßt die sozialen Errungenschaften der einer Werkstatt, wo der Holzarbeiterverband die Nichtausgesperrten denzen das Ende dieses Streits melden, wird er mit großer Soli- Revolution zu verteidigen. Die Lodger Arbeiter haben erreicht, da ihn bie Unternehmer sie nicht mehr wie willenlose Sklaven behandeln| dem wird dem Garnmangel der fleinen Betriebe wenigstens zum dürfen, daß sie mit ihnen wie Macht zu Macht verhandeln; sehen Teil vorgebeugt. In den letzten Tagen haben die genannten nicht die Unternehmer jetzt ihren Willen durch, brechen sie den Wider- aussperrenden Betriebe neue Arbeiter eingestellt und arbeiten Tag stand der Arbeiter, dann kehren die alten Zustände zurück, dann und Nacht. Dadurch werden ein paar Tausend der ausgesperrten werden die Lodzer Fabriken von neuem den Arbeitern zur un- Arbeiter beschäftigt. Die Organisationen haben dabei die Sache erträglichen Hölle, dann wird wieder die alte Sklaverei eingeführt. derart eingerichtet, daß die Arbeiter in diesen Betrieben abUnd dagegen eben wehren sich die Arbeiter, deshalb nahmen sie wechseln, indem jeder nur drei Tage in der Woche arbeitet. todesmutig den Verzweiflungskampf auf. Die Lage ist also zurzeit die: die Arbeiter haben Aussicht, den Angriff abzuschlagen. Es kommt darauf an, einige Tausend Mann einige Zeit zu unterstützen. Hülfe ist dringend nötig. Wenn die Arbeiter Europas die internationale Colidarität betätigen, dann ist der Sieg in Lodz sicher. Zum Glück gelang es den Fabrikanten nicht, volle Einigkeit zu erzielen. Es gibt Außenseiter" unter ihnen. Eine Anzahl großer Betriebe Geyer, Rosenblatt, Silberstein usw. zogen es vor, aus dem Spiel zu bleiben. Diesen fließen nun zahlreiche Aufträge zu; sie haben gesicherten Absatz für ihre Ware und außerSchiller- Theater. Für den Inhalt der Inserate Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 16. Januar. Anfang 72 Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Das Glashaus. Deutsches. Der Kaufmann von Benedig. Kammerspiele: Das Friedensfest. Westen. Cousin Bobby. Lorking. Der Wildschütz. Anjang 8 Uhr. Kgl. Opernhaus. Salome. Leffing. Der heimliche König. Schiller 0. Mittwoch, abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Lustspiel in 5 Aufzügen v. Gotthold Ephraim Lessing. Donnerstag, abends8 Uhr: Minna v. Barnhelm. Freitag, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Schiller- Theater, Charlottenburg, Bismarckstraße, Ede der Grolmanstr. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Schauspiel in vier Aften von Eugen Brieur. Deutsch von Anne St. Cére. Donnerstag abends 8Uhr: Jugend. Freitag, abends 8 Uhr: Minna v. Barnhelm. Vermischtes.dluc eingetroffene Dampfer Ventura" brachte die Nachricht, daß am Ein Erdbeben in der Südsee. Der in San Franzisko 21. v. M. ein heftiges Erdbeben in Apia( Samoa) verspürt wurde. Die dortige deutsche seismographische Station stellte fest, daß das Erdbeben auf eine submarine Erschütterung 900 Meilen südlich von Apia zurückzuführen ist. Vor den Augen der Mannschaft erschossen. Auf dem Ererzierplay in Riva hat sich, wie aus Innsbruck gemeldet wird, der Zeutnant Rudolf Horak vor den Augen der Mannschaft auf dem Ererzierplate erschossen. Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige Fabrik ,, Epirus", Dresden Ueberall käuflich! Urania. Zirkus Busch. Zirkus Schumann Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: Die Alkalimetalle. allner- enter.) Lortzing Theater Minna von Barnhelm. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Familientag. Nachmittags Strippenspiele. 3 Uhr: Tiroler Schiller Theater Charlottenburg. Die rote Robe. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Kleines. Eine triviale Komödie. Berliner. Sherlock Holmes. Komische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Neues. Denise. Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Dentsch: Amerikanisches. Sorgenbrecher. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Luisen. Die schöne Ungarin. Der Bernhard Nose. Ausgewiesen. Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßfellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Apollo. Die schöne Bestalin. Spezialitäten. Kajino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Das Modell. SeBellealliancestr. 7/8. Mittwoch, den 16. Januar, 7, Uhr: Der Wildschütz. Abonnements gültig. Donnerstag: Martha. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Heute abend 72 Uhr. Der Todes- Globus Herr Burkhardt- Foottit, Schulr. 4 Springpferde- Konkurrenz. Herrn Schumanns neueste Dress. Die berühmte Reiterfamilie Lecusson. Um 10 Uhr: ROM. Gr. Drigin. Ausst.- Pantomime des Zirkus Busch in 7 Bildern. Opollo Theater Zentral- Theater. 8 Uhr: Die Spezialitäten- Attraktionen. ( Operette.) 8 Uhr: 9% Uhr: Künstlerblut. Die schöne Vestalin. Luisen- Theater Neichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Die schöne Ungarin. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Operette. Mufit von Viktor Holländer. Sonntag, den 20. Januar, nachm. 3 Uhr: Doppelvorstellung. Halbe Preise! 1. Abt. Variété. 2. Abt. Venus auf Erden. WINDSTARTEN 65 SAHARET. Tecniffimus Auguſt XXVI. Sofer Florette und Patapon. Otto Reutter Fleischmann. Prater Theater. Wilhelm Tell. Passage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Figaro. Der Kavalier. Die Klaue. Chicagoer Landwirt. Unterm Bett. ( Anjang 8, Uhr.) Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: Die Alkalimetalle. Sternwarte, Invalideftftr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage: Sherlock Holmes Anfang 8 Uhr. Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagen- Kontrolleur. MERNHARD ROSE- THEATED Große Frankfurterstr. 132. Heute: Leyte Aufführung: Ausgewiesen. Soziales Volksstüd in 4 Atten von Karl Böttcher. Anf. 8 Uhr. Billettvorbert. 10-1 Uhr an der Theater. Sonnabend nachm.: Die fieben Naben. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Ehrliche Arbeit. Theater des Westensnjang 8 116 Volksstück mit Gesang in 4 Akten. Anfang 8 Uhr Entree 30 Pf. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Ehren- und Vorzugskarten gültig. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Frik Werner Donnerstag große Ertravorstellung: Fromont junior und Risler senior. Coulin Bobby. Metropol- Theater Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, Gymnastische Produktionen. Howard und Harris, Amerikanische Excentrics. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr Passage- Theater. Anfang 8 Uhr. Berlin paß auf! Burleske in 2 Aften v. Leop. Elh. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Neues Schauspielhaus Der Teufel lacht dazu. Walhalla Mittwoch, den 16. Januar Herthas Hochzeit. Große Jahresrevue in 7 Bildern Donnerstag: von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max In Szene gesetzt Herthas Hochzeit. Roth. Direktor Richard Schultz. Anfang, 8 Uhr Neues Theater Gastspiel Suzanne Desprès aus Paris. • Denise. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Maison de Poupée. Freitag: Thérèse Raquin. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Donnerstag: Ein idealer Gatte. Komische Oper. Anfang 8 Uhr. Hoffmanns Erzählungen. Donnerstag: Pariser Leben. Freitag: Lakmé. Sonnabend: Pariser Leben. Sonntag nachm. 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Ab. 8 Uhr: Carmen. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachm. 3 Uhr: Tiroler Krippenspiel. Abends 8 Uhr: Der Familientag. von Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gest. Sonnabend den 19. Januar 1907: II. gr. Metropol- Theater- Ball. Etablissement Neue Welt Hasenheide 108/114. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Lenore die Grabesbraut Dramatisch. Gemälde in 3 Abteilungen von Hardt. Varieté- Theater. Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907! der Mann Kosta, mit bem drehbaren Kopf. 14 Sarneval- Spezialitäten gänzlich neue 14 000000000 Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Stafſeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 us an Otto der Kasse des Etablissements. Uhr Sanssouci Scottbujerstraße 4a. Direttion Wilhelm Reimer. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger. Die Wahrsagerin. Jubelnder Erfolg! Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 11. Jeden Dienstag: Theater Abend. Pritzkow. Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien mit abwechselndem Abnormitäten- Progr. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Heute Mittwoch, den 16. Januar cr., abends präzise 7½ Uhr: Grande Soirée équestre. Elite Programm u. Berlins gegen wärtig größte Sensation. Das Original Deutsch- Amerikanisches 3621L* THEATER, Köpnickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: 3676L* InventurAusverkauf Nur solange Vorrat: Ein Posten Der Sorgenbrecher. Wollatlas- Steppdecken. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: , Ueber'n großen Teich." 99 Der Motor im Globus. Palast- Theater. Miß Irene und Mr. Wizard Stone. 3 Frères Willé, die Könige der Equilibristen. Vorführung der bestdressierten Schul-, Freiheits- und Springpferde sowie Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse Heute 8 Uhr. Entree 50 Pf. Letztes Auftreten des bie neu engagierten Spezialitäten. Januar- Spielplans! Zum Schluß zum 27. Male: Die größte Pracht- AusstattungsPantomime der Gegenwart: St. Hubertus. Gebr. Herrnfeldnig. Theater Ginlaß 8 11hr. 7 Uhr. Kommandantenstr. 57. Nur noch wenige Tage: Familientag im Hause Prellstein Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11-2 Uhr und bei Wertheim. Preise der Plätze: Rangloge für 2 Perf. a 4,50. Orchesterloge 4,10. Proszen. Loge 4,10. Rangloge 3,30. Balkonloge 3,10. Orchester fauteuil 3,10. Parkettfauteuil 2,30. Parkett 1.- 6. Reihe 1,75. Barkett 7.- 11. Reihe 1,10. Rangbalkon 1,60. 1. Rang 1,10. In Vorbereitung: Ein verrücktes Hotel mit dem Vorspiel„ Hayfisch geht zur Jagd". Komödie in 3 Akten v. A. u. D. Herrnfeld. Ab 19. Januar: Münchener Bockbier- Fefte! Im März: Wiederbeginn der Variétévorstellungen. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ledige Leute. Komödie in 3 Alten v. Felir Dörmann. Borher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwant in 1 Att v. M.Krämter. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol Gr.ca.135/ 195, Wert4,65, jetzt 3,25 Gr.ca.145/ 200, Wert5,85, jetzt 3,90 Gr.ca.160/ 200, Wert8,-, jetzt 5,45 zum vollständigen Ausverkauf. ( Sim.- Handarb.160/ 200 jetzt 6,35 Seide) doppels.jetzt 7,35 97 Einzelne Steppdecken bedeutend unter Preis. 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Sonntag nachm. 3 Uhr: Der Hausfreund. ☐ und humoristische Ereignisse zu Wasser und zu Lande. Preise der Bläge: 1. Plaz 50 f. 2. Platz 30 Bf., Entree 20 Bf. Kinder auf allen Bläzen die Hälfte! Achtung! Dienstag u. Donnerstag hat jeder Erwachsene ein Kind frei! Anfang 5%, Uhr, Sonntags 3 Uhr. Michalowski. Reichshallen- Theater. 2624 Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. uggenhagen 13: Moritzplatz. ock- Jubel ier- Trubel. Täglich: und Doppelkonzert der Oberbayern und Dachauer Bauernkapelle. Gustav Behrens Theater, 8,25 etc. Fehlerhafte Plüsch- Teppiche in allen Größen zu fabelhaft billigen Preisen, zu 10 Proz. extra Rabatt. Plüschdecken in allen Farben, solange Vorrat. Stck. 5,75, 6,25, 7,35, 8,25, 9,35. Tuch- Tischdecken 1,68, 2,15, 2,75, 3,50 etc. Weissenberys Teppich- Haus Gr. Frankfurterstr. 125. 2. Haus v. d. Koppenstraße. Nach auswärts per Nachnahme. Berlin O. Berliner Prater- Theater Frankfurter Allee 85. Das einzig daftehende Elite Januar- Programm. = 24 Nummern. Anfang 7%, Uhr. Sonntags 4, Uhr Kastanien- Allee 7-9. Abends 8 Uhr: Wilhelm Tell. Schauspiel in 5 Aften von Friedrich v. Schiffer. Morgen: Der Hüttenbetter. Möbel Bürgerliche WohnungsEinrichtungen eventuell auch auf Teilzahlung Paul Burow's Möbel- Fabrik Berlin SW., Lindenstraße 105. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Heute Mittwoch, 16. Januar, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Verfammlung für sämtliche Branchen und Bezirke in der Brauerei Friedrichshain. Tagesordnung: 1. Bericht über den Stand der Aussperrung. 2. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch und Vertrauensmännerkarte legitimieren. Die Ortsverwaltung. 77/ 15* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15. Telephon IV, Nr. 3578. Maschinenarbeiter. Donnerstag, den 17. Januar, abends 8%, Uhr, Andreas- Festsäle, Andreasstr. 21( Inh. Friz Walter): Branchen- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Branchenangelegenheiten. Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Adressen der Obleute: Fritz Hübner, Rigdorf, Elbestraße 34, vorn parterre. Branchenleiter für Süden und Südwesten. Wilhelm Unger, Cubrhstr. 37, born III. Dbmann für Südost. Otto Neumann, Storförerstr. 21, Obmann für Norden und Moabit.- Paul Schade, Langeftr. 37, born II, Obmann für Osten und Nordosten. Die Kommission. 77/10 2 2. Wahlkreis. Heute Mittwoch, den 16. Januar 1907, abends 8%, Uhr: Wähler- Versammlungen in folgenden Lotalen: „ Bock- Brauerei", Tempelhofer Berg, Referent: Parteisekretär Frik Ebert. Zühlkes Festfäle, Dennewigstraße 13, neferent: Redakteur H. Ströbel. Zages- Ordnung: 1. Die bevorstehenden Reichstagswahlen. 2 Diskussion. 238/ 5* Frauen haben Zutritt.- Zahlreichen Besuch erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 3. Wahlkreis. Am Mittwoch, den 16. Januar 1907, abends 8 Uhr: Sozialdemokrat. Wahlverein Schöneberg. Bezirk 1. Am Sonnabend, den 12. Januar, berstarb plöglich im Alter von 40 Jahren unser Mitglied, der Gemüsehändler Gustav Heß. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 16. Januar, nachmittags 4 1hr, von der Leichenhalle des Zwölf- Apostel- Kirchhofes, Tempelhoferstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 15/4 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß Achtung! Jalousiearbeiter. Achtung! 2 Wählerversammlungen Gustav Heß Donnerstag, den 17. Januar, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 7: Branchen- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Wahl der Gesamtkommiffion. 3. Branchen angelegenheiten. 4. Berschiedenes. Achtung, Modelltischler! Donnerstag, den 17. Januar 1907, abends 8%, Uhr, bei Agthen, Pflugstraße 5: Vertrauensmänner- Versammlung der Modell- und Fabriktischler sowie Modelldrechsler. Zages Drdnung: 1. Ausgabe der Vertrauensmännerfarten. 2. Bericht der Kommission. 8. Berschiedenes. in folgenden Lokalen: Augustin, Oranienstraße 103. Referent: Dr. Pleßner. Insel- Festfäle, Inselstraße 10. Referent: Benno Maaß. Tages Ordnung: 1. Der bevorstehende Wahlkampf. 2. Freie Aussprache. Zahlreiches Erscheinen erwartet 240/7 Der Vorstand. 4. Wahlkreis! Berit der Kommiffion. Donnerstag, den 17. Jannar, abends 8 Uhr: 9 Laubsberg Tobiner Wahlfreid. Volks- Versammlungen. Am Freitag, den 18. d. Mts., abends 8%, Uhr, findet im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, Saal II, eine F Versammlung aller aus obigem Streise hier beschäftigten Personen statt und ist das Gr fcheinen eines jeden notwendig. Der Einberufer: H. Strehlow. Die Mitglieder des Agitationsvereins sind ebenfalls verpflichtet, zu ers fcheinen. 9075 Zages Ordnung: 1. Der Wahlkampf und die bürgerlichen Parteien. 2. Freie Diskussion. Roppenstraße 29. Drachenburg, Deutscher Holzarbeiter- Verband Sellers Schfäle, Rente. Zahlstelle Charlottenburg. Elysium, Landsberger Alle 41. Donnerstag, den 17. Januar 1907, abends 8 1hr, im großen Litfin, Memelerstraße 67. Saale des Volkshauses, Nofinenstraße 3: General- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1906. 2. Situationsbericht über die Aussperrung. 3. Jahresbericht und Wahl der Ortsverwaltung. 4. Getvert schaftliches und Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, zu erscheinen. gliedsbuch kein Eintritt. 77/20 Ohne Mit Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarheiter- Verband Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. Donnerstag, den 17. Januar 1907, abends 8%, Uhr, im Volts. hause, Rosinenstraße 3: Bezirksversammlung für Charlottenburg. Zages Drdnung: 110/18 1. Die Reichstagswahl und ihre Bedeutung für die Gewerkschaften. Referent: Genosse Dr. Borchardt. 2. Distuffion. 3. Berbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Rixdorf. Donnerstag, den 17. Januar 1907, abends 8 Uhr, bei Thiel, Bergstraße 151-152: General- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Staffenbericht. 2. Wahl des Beamten. 8. Der Kampf in der Holzindustrie. Referent: Gauvorsteher Stollege Stusche. 4. Verbandsangelegenheiten. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet, ohne Verbandsbuch oder Streittarle tein Zutritt. 78/1 Die Ortsverwaltung. Neuerscheinung! Das Ende des Reichs Deutschland und Preußen im Zeitalter der großen Revolution von Kurt Eisner. Elegant gebunden 5,- Mark. Expedition des Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. Markgrafenfäle, Markgrafendamu. Bocker, Weberstr. 17. Vor dem Schlesischen Tor. Graumann, Naufraße 27, Urania, Wrangelstraße 9-10. Süd- Off, Waldemarstraße 75. Referenten: Stadtv. Paul Hirsch, Sefretär A. Ritter, Alb. Kohn, Max Schütte, Stadtv. Emil Basner, Wilh. Gründel, Hugo Heimann, Karl Hetzschold, Redakteur Karl Wermuth. Regen Besuch erwartet 242/3 Das sozialdemokratische Wahlkomitee. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 16. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zwölf- Apostel- Kirchhofes in Schöneberg aus statt. 110/19 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 13. Januar berstarb unser Stollege Julius Mai am 45 Jahre alt, an Lungenleiden. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet 16. Januar, nachmittags 3 Uhr, bom Trauerhause Erasmusstr. 4 auf dem Luisen- Stirchhof, Westend, Fürstenbrunner Weg statt. Gute Beteiligung erwünscht 136/6 Die Verbandsleitung. Am 12. b. Mts. starb unser Mitglied Ernst Schlecht. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mitt woch, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes aus statt. Der Vorstand des Sparvereins Fester Wille", Stalizerstraße 69.[ 3872 Am 13. Januar verschied nach furgent weren Leiben meine liebe Frau Auguste Kaiser. Franz Kaiser, Schuhmacher, Adalbertstr. 5. Die Beerdigung findet am 17. Januar, nachmittags 3 Uhr, Dom Thomas Stirchhof, Hermann 9026 straße, aus ftatt. 5. Wahlkreis! Freitag, abends 8 Uhr: Oeffentliche Wähler- Versammlung in den Sophiensälen, Sophienstr. 17-18. Tagesordnung: Die bevorstehende Reichstagswahl. Diskussion. Referent: Stadtverordneter Hugo Heimann. [ 245/5] 6. Wahlkreis. Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr: 2 öffent. Wählerversammlungen bei Groterjan, Schönhauser Allee Nr. 130, in Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee Nr. 148. 246/11 Zages Drdnung: Der Vorstand. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unferes guten Vaters, Schwieger- und Großvaters, Bruders, Schwagers und Dntels, fage allen, die daran teilgenommen haben, 36792 meinen herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Ww. Berta Ebert. Dr. Simmel, PrinzenStr. 41, 35 Spezialarzt für Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Oranienburger Strasse 4,1. „ Der Wahlkampf als Kampf gegen die Reaktion". Colosseum Referenten sind die Genoffen Julian Borchardt und Ernst Brückner. Zahlreichen Besuch erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Dresdenerstr. 97. 12 erstklassige Schlager 12 Wiener Schrammeln. Konzertsaal: Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwv.: Th. Glode, Berlini. Drud u. Verlag: Bortvärks Buchdruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin Sw Nr. 13. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 16. Januar 1907. Der Wahlkampf in Groß- Berlin. Der Berliner Rathausfreifinn. hat Mut bekommen. In großen Worten verkündet er's:" Das rote Banner muß vom 2., 3. und 5. Wahlkreise heruntergeholt werden." In allen Wählerversammlungen wiederholen die freisinnigen Wortführer vor ihren paar Dußend Parteianhängern unter cinem Aufwande von Kraftworten die alten Tiraden aus Eugen Richters Sozialistenspiegel vom sozialdemokratischen Zukunftsstaat, höchstens noch verbrämt mit einer Anleihe aus dem Zitatensack des anrüchigen Lügenverbandes. Dabei lassen es die Herren aber nicht bewenden; sie lassen das Zeug auch drucken und schicken es den Wählern ins Haus. Wenn das die Wähler schwarz auf weiß lesen, so müssen ihnen, glauben sie, die Stimmen gleich massenhaft zufallen. Daß unsere lieben Freisinnigen bei dieser Gelegenheit den Mund recht voll nehmen und unsere Partei in der maßlosesten Weise beschimpfen, darf nicht wundernehmen. Diese Erfahrung kann man bei allen den Leuten machen, die sich„ nach oben" nicht genug ducken können. Devot nach oben, brutal nach unten! ist ihre Devise! Gilt es, die Eingriffe der Krone in die städtische Selbstverwaltung zurückzuweisen, so sind diese Herren sehr kleinlaut, wenn nicht ganz mäuschenstill. Höchstens freuen sie sich im stillen, wenn ein Sozialdemokrat offen gegen diese Eingriffe Stellung nimmt. Dafür gehen sie ans Brandenburger Tor und fiehen stundenlang im schlechtesten Wetter, um auf Wunsch" des Staisers einem auswärtigen Botentaten in gebüdter Haltung ihre Reverenz zu erweisen. Was die Herren hier an Energie vermissen lassen, versuchen sie doppelt und dreifach wett zu machen, wenn es gilt, gegen die Arbeiterklasse und deren Vertreter zu Felde zu ziehen. In den Flugblättern, die kürzlich von den Freisinnigen vornehmlich im 3. und 5. Kreise verbreitet wurden, wird ganz im Sinne der scharfmacherischen" Post" losgelegt gegen den angeblichen Terrorismus der organisierten Arbeiter, die Arbeitswillige zum Streit zwingen, Arbeitgeber zur Entlassung ihnen mißliebiger, nichtorganisierter Arbeiter nötigen und Boykott und Sperre berhängen. Wie können die Arbeiter auch so unverschämt sein und von ihrem ihnen gefeßlich gewährleisteten Koalitionsrecht Gebrauch machen, von einem Koalitionsrecht, das heute schon durch die Gesetzgebung und Rechtsprechung erheblich eingeschränkt ist. Aber es sind ja Arbeiter, gegen die sich die freisinnigen Angriffe richten. Daß Unternehmer ihre Arbeiter, die nicht zu allen Bedrückungen Ja und Amen sagen, ohne mit der Wimper zu zuden, aufs Pflaster werfen und wochenlang aussperren, wie jest wieder die Holzarbeiter- Aussperrung beweist, scheinen die freisinnigen Arbeiterfreunde" ganz in der Ordnung zu finden! In einem freisinnigen Flugblatt-Sozialdemokraten als Arbeitgeber" überschrieben bekommen es Herr Cassel wie Herr Rosenow fertig, sich sogar als Arbeiterfreunde aufzuspielen, indem sie die Lage der Angestellten in sozialdemokratischen Betrieben" schildern. Zu diesen sozialdemokratischen Betrieben rechnen diese Herren die Konsumbereine. Dabei treiben sie mit einer Statistik über die Lage der Angestellten in diesen Konsumbereinen geradezu Unfug. Zunächst sei betont, daß die Konsumbereine feine foaialdemokratischen Betriebe sind, also feine Betriebe, die von der Partei gegründet oder beaufsichtigt werden. Dann aber steht fest, daß die Lage der Angestellten von dem Augenblid an, wo Sozialdemokraten in den Konsumbereinen einen maßgebenden Einfluß gewannen, eine ständige Verbesserung erfahren hat. Gerade die sozialdemokratische Presse ist es aber gewesen, die den Beschwerden der Lagerhalter bereitwilligst ihre Spalten geöffnet hat und an der Dividendenjägerei der betreffenden Konsumvereine schärfste Kritik übte. Genau so hat es die Gewerkschaftspresse gemacht! Woher hätte denn der Freifinn überhaupt sein freilich vom Freifinn tendenziös entstelltes Material, wenn nicht aus der Partei- und Gewerkschaftspresse selbst! Selbst ein Vorkämpfer der Genossenschaftsbewegung, wie Genosse v. Elm, hat auf dem Kölner Gewerkschaftstongreß im Jahre 1905 den sich hier und da in den Konsumbereinen breitmachenden Krämergeist" in der abfälligsten Weise kritisiert. Die Lagerhalter brauchten also wahrhaftig nicht zu warten, bis sich ihrer der Freifinn annahm. Der Freifinn mag daher vor der eigenen Türe fegen! Ganz und gar verfehlt aber ist der Hinweis auf die Zustände in der Druckerei des Vorwärts" unter Bezugnahme auf eine Auslassung des Organs der Buchdrucker, des Korrespondent". Dasselbe Organ hat bekanntlich erklärt:„ Daß die Arbeitsverhältnisse im Vorwärts" beffer find, als in den meisten bürgerlichen Betrieben, ist unbestritten." Es muß sehr schlecht um ihre Sache stehen, wenn unsere Gegner zu solch niedrigen Mitteln greifen müssen. für die städtische Kanalisation beweisen, den wir Ende November beröffentlichen konnten: Dort heißt es: Ein imponierender" Gegner. Der Berliner Freifinn trägt einen unverwüstlich scheinenden Optimismus zur Schau: am Grabe noch pflanzt er die Hoffnung auf. Ist es zu glauben, daß seine Führer von einem neuen Aufschwung" sogar im vierten Wahlkreis träumen? " Die Riefelwärter hatten in ihrer Petition beantragt: ihnen einen Anfangslohn von 21 M. pro Woche zu gewähren, also 3 M. pro Tag, steigend alljährlich um 1 M. pro Woche bis zum Höchstsatz von 27 M. Die Deputation hat diesen Antrag ab Im vierten Wahlkreis haben bei den letzten Reichstagswahlen gelehnt und beschlossen: den Anfangstagelohn auf 2,75 M., nach bereits 68 758 Wähler für die Sozialdemokratie gestimmt; das sind 5 Jahren auf 3 M. und nach 10 Jahren auf 3,25 M. festzusehen. mehr als drei Viertel aller, die hier zur Wahl tamen( 89 294), ohne Zurzeit werden zirka 200 Riefelwärter beschäftigt, der Anteil die ungültigen Stimmen), und fast drei Fünftel aller, die hier überdes einzelnen an der Lohnaufbesserung ist also nur gering. haupt wahlberechtigt waren( 115 851). Da wäre also für die bürgerGegenüber dem schweren Dienst dieser Arbeiter, der abwechselnd lichen Parteien selbst dann nichts mehr zu wollen gewesen, wenn in 12stündiger Tag- oder Nachtschicht besteht, Sonntags ein- die famosen" Nichtwähler" bis auf den lezten Mann herangebracht geschlossen im Winter nur bei ganz strenger Stälte alle sechs worden wären und allesamt noch für die bürgerlichen Kandidaten Stunden Ablösung ist diese Aufbesserung ganz unzulänglich. gestimmt hätten. Daß die Freisinnigen wie die Konservativen Immer sind aber die Rieselwärter noch besser weggekommen als dennoch auch diesmal wieder mit Zählkandidaten vor die Wählerdie übrigen Gutsarbeiter, denen jede Verbesserung versagt wurde. schaft des Kreises hintreten, das verstehen wir. Aber unverständlich Allerdings hatte man im Frühjahr, als bei der ersten Besung ist uns, woher sie den Mut nehmen, den Wählern vorzuschwaken, des Etats von unseren Genossen gegeißelt wurde, daß Guts- daß in dieser Hochburg der Sozialdemokratie noch irgend etwas für arbeitern 1,50 M. Tagelohn bei 12stündiger Arbeitszeit gezahlt die bürgerlichen Parteien zu hoffen sei. würden, den Mindestlohnjab auf 2 M. pro Tag festgesetzt. Diese Festsetzung hat aber nicht viel zu sagen, denn der Durchschnittsverdienst beträgt im Sommer und Winter in Malchow 2,20 m. pro Tag, in Sputendorf 2,25 M., in Blankenfelde 2,65 M. Arbeiterinnen und jugendliche Arbeiter erhalten einen Tagelohn von 80 Pf. im Winter und 1,50 M. im Sommer. Die Bitte, diesen Arbeitern den Lohn zu erhöhen, ist kurzweg abgeschlagen worden, zum Teil mit der Begründung, daß immer noch Arbeiter dafür zu haben sind." kanten stap hun als ihren 3ähltandidaten proklamiert. Die Freisinnigen haben am Montag den Bigarrenfabri In der Versammlung freisinniger Wähler, die zu diesem Zweck zusammenberufen worden war, referierten über die Bedeutung der Neuwahlen ein Handelskammersyndikus Meyer und ein Direktor Willner. Herr Meher bezeichnete es als Aufgabe des Freisinns, langsam aber sicher die Reichshauptstadt aus den Händen der Sozialdemokratie zu befreien". Jm vierten Kreis sei das besonders schaver, aber auch hier werde es einmal möglich werden. Schon diesmal müsse der Freisinn, so mahnte er, eine Stimmenzahl aufbringen, die der Sozialdemokratie imponiert und ihr Furcht einflößt". Er warb übrigens in köstlicher Naivität um die Stimmen auch der Konservativen, obgleich diese hier selber eine Zähltandidatur bereithalten. Einen gröberen Faden spann der Direktor Willner. Die von uns vorgeschlagenen Löhne find fast durchweg nicht( Wir wissen nicht, was der Herr dirigiert".) Er besorgte die dem bewilligt, sondern es sind die für 1905 gewährten in den Etat Freijinn unentbehrliche Schimpferei über die Sozialdemokratie, die für 1906 wieder eingestellt! Infolgedessen ist die Unzufrieden- ihm feine Partei der Freiheit, sondern eine Bartei terroristischer Knechtung" ist. Daß die Sozialdemokraten auch unser heit groß, die unverheirateten Leute verlassen zum Teil deutsches Vaterland verunglimpfen", darüber müsse sich einem das ihre Stellungen, die verheirateten mit Familie sind bei den Herz im Leibe zusammentrallen"( wörtlich). Es kam dann die immer mehr steigenden Preisen aller Lebensbedürfnisse tat- andidatenrede" des Herrn Kaphun. Auf einen hochsächlich Entbehrungen ausgesetzt. politischen Vortrag" könne er verzichten, aber die Wählerschaft werde Ganz besonders schlecht gestellt sind noch immer unsere ihn näher kennen lernen wollen. Er wohne seit 30 Jahren im Osten, Pfleger, und die Folge davon ist, daß wir ständig mit einem den Zug nach dem Westen habe er nicht mitgemacht. So ähnlich schweren Notstand in dieser Beziehung zu kämpfen haben Nicht wird ein Bezirksvereinsmitglied sich für das Amt des Vereinsnur, daß sich das Pflegepersonal, was das neu eintretende an- vorsitzenden empfehlen! Doch Herr Kaphun erzählte noch mehr: langt, in seiner Qualität verschlechtert hat, es ist überhaupt kaum er fagte unter anderem, in der Sozialgefeßgebung für die Armöglich, auch nur die Zahl vollständig zu halten. Es ist seit beiterklasse dürfe das bisherige rasche Tempo nicht weiter weise vorgekommen, daß 20 und mehr Pfleger fehlten. Daß innegehalten werden. darunter der Dienst und, was in erster Linie in Betracht kommt, namentlich auch die Kranken leiden müssen, braucht nicht werden. gesagt zu Ueberall bieten sich unseren Wie es mit der Bezahlung des in der städtischen Jrrenpflege beschäftigten Personals steht, dafür liefert ein Bericht der Direktion der Dalldorfer Anstalt einen schlagenden Beweis. In diesem gewiß einwandfreien Bericht hieß es: In der Diskussion sprach zunächst ein Wähler, der besonders für den Mittelstand eintrat. Der Mann hatte schon nach dem besten Vortrag des Herrn Willner eine Diskussion herbeiführen wollen, Leuten angenehmere und lohnendere Stellungen; aus war aber abgewiesen worden. Ala er hiergegen pro diesem Grunde haben allein in den letzten zwei Jahren testierte, fündigte der Versammlungsleiter, ein Herr Sandmann, ( 1904/05) 27 Pfleger, die nach längerer Dienstzeit zu den ihm an:" Wenn Sie nicht ruhig sind, werfe ich Sie hinaus!" besseren zählten und ungern entlassen wurden, die Anstalt ver- Der Gast hatte sich nicht etwa besonders ungebührlich benommen. laffen, darunter 11 in dem schweren Dienste des Ueberwachungs- Aber wo die freisinnige Tapferkeit sich in der Mehrheit weiß, da ist sie hauses gut ausgebildete Leute. Von dem beständigen Wechsel rasch bereit, unbequeme Leute die Fauft fühlen zu lassen. Uebrigens der weniger tauglichen Glemente sehen wir dabei ganz ab. Gewiß hatte man den Mittelständler offenbar für einen der Sozis gehalten, ist dieser Uebelstand nicht nur durch höhere Löhne zu be- da mußte man denn dem vermeintlichen Anhänger des sozialdemo fämpfen, sondern erfordert noch ganz andere Maßnahmen, aber tratischen Terrorismus" durch sofortigen Siniveis auf die frei zunächst wird es doch immer ein höherer Lohn sein, der den An- sinnigen Rausschmeißermanieren zu imponieren" suchen. Als er fang der Besserung herbeiführen kann. Er entspricht auch in feiner nachher doch noch zu Worte tam, versicherte er, er sei fein SozialWeise mehr, verglichen nach dem jezigen Werte des Geldes, den demokrat. Er bereitete aber den Freisinnigen den Schmerz, nicht früheren Löhnen und auch nicht den in anderen Verwaltungen nur gegen Kaphun zu sprechen, sondern auch die Verdrehungen gezahlten Löhnen. Eine Abhülfe in dieser Beziehung ist und Berleumdungen zu tadeln, mit denen der Freifinn die Sozialdemokratie bekämpfe. bringend notwendig usw." Das sind Zustände, die doch zum Himmel schreien. Und jahre- Dr. Bick, rühmte von ihm, daß er kein sogenanntes ProDie übrigen Redner sprachen für Kaphun. Einer, ein Arzt lang haben die Freifinnigen im Roten Hause solche Zustände ge- gramm entwidelt" habe." Das ist auch ganz überflüssig", duldet und das Personal nach dem Bericht der Direktion„ tatsäch lich Entbehrungen" ausgesetzt. In recht grelle Beleuchtung hat aber der Rathausfreisinn seine Arbeiterfreundlichkeit gerüdt, als am 10. Mai vergangenen Jahres der Antrag der sozialdemokratischen Stadtverordneten betreffend die Einführung von Bestimmungen über die Arbeits- und Lohnverhältnisse der städtischen Arbeiter Berlins zur Beratung stand. Die freisinnige Mehrheit hielt es gar nicht für nötig, über die Anträge unserer Genossen zu diskutieren, sondern ging darüber einfach zur Tagesordnung über. Der Redner der Mehrheit, der den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung begründete, er flärte im Namen der drei Fraktionen, daß die Anträge ganz egorbitante, aussichtslose Forderungen enthielten. Wörtlich fuhr er fort: # fagte er, darin unterscheiden wir uns von den Sozialdemokraten, wir tragen unser Programm unter dem Herzen." Dabei hatte vorher der Herr Willner nach bekanntem Rezept gegen die Sozialdemokratie den Vorwurf erhoben, sie verhülle ihr Programmund die Versammlung hatte ihm zugestimmt! Sonst wußte der Herr Dottor noch zu erzählen, Herr Staphun habe stets eine offene Hand gehabt", er habe seine Zeit, sein Geld und seinen Gripps für andere Leute in die Wagschale geworfen". Schließlich wurde der so empfohlene, programmlose Herr Raphun widerspruchslos zum Freisinnsfandidaten proklamiert. Wären wir nicht Sozialdemokraten, so könnte der gute Mann uns feib tuner, der nun seine Beit, sein Geld und feinen nuplos opfern wird. Die Wählerschaft des vierten Kreises wird für Gripps"( wie der spaßige Herr Dottor so geschmackvoll jagte), ganz ihren bisherigen Vertreter im Reichstag, den Kandidaten der So zialdemokratie, Genossen Singer, eine so gewaltige „ Sollten die geplanten Arbeitsordnungen festgesetzt werden, Stimmenzahl aufbringen, daß für den imponierenden" Gegner Imponierend muß die so würde kein Frieden zwischen der Stadt und den Arbeitern ein- nur ein Heiterkeitserfolg herauskommt. treten. Es handelt sich auch hier nicht um den Kampf um Rechts- Kundgebung ausfallen, durch die der vierte Kreis am 25. Januar formen, sondern um die Machtstellung, und deshalb meinen die sich aufs neue für die Sozialdemokratie als die einzige Partei des imponierender als je! drei Fraktionen, daß wir die Stellung unserer Stadtverwaltung Fortschritts erklärt in diesem Kampfe zu stärken haben, sie aber nicht schwächen dürfen. Die drei Fraktionen meinen, daß zu einer Der Deutschnationale Handlungsgehülfenverband hat in einer materiellen Prüfung des Antrages weiter keine Veranlassung Versammlung, die diefer Tage im Ludauer Hof stattfand, beschlossen, vorliegt. Es handelt sich auch nicht nur um eine Schädigung alle national denkenden Handlungsgehülfen Berlins und der VorDagegen haben wir seinerzeit nachgewiesen, daß die Arbeitsder Stadtverwaltung, sondern es liegt eine Gefahr für die gesorte aufzurufen, bis auf den legten Mann von ihrem Wahlrecht verhältnisse gerade in freisinnigen Blättern, z. B. in dem„ Ber I. famte Industriewelt Berlins in diesem Antrage.( Unruhe, auch Gebrauch zu machen, um den Sieg der vaterlandsverräterischen Tageblatt" und der Morgenpost", außerordentlich viel auf der Tribüne.) Deshalb haben wir unseren Antrag auf Sozialdemokratie zu verhindern." Im ersten Wahlkreis wollen fie zu wünschen übrig lassen! Als vor Jahren die beiden Korrektoren Uebergang zur Tagesordnung gestellt.( Beifall bei der Mehrheit. dafür sorgen, daß einer der beiden nationalen Gegenkandidaten, der Freisinnigen Zeitung" vom Verlag bessere Bezahlung berGroße Unruhe bei den Sozialdemokraten.) Damaschte oder Stockmann in die Stichwahl mit dem Sozialdemo Tangten, erhielten sie ihre Kündigung. Es wurden an Stelle der Die freisinnigen Arbeiterfreunde beschlossen auch demgemäß; traten gelangt. So recht im flaren sind sich die Herren nur nicht, Entlassenen Damen eingestellt, die aber der vielen Druckfehler- sie hatten ja die Mehrheit. Unter den Stadtverordneten, die für wer der geeignetere Kandidat ist, Damaschte oder Stockmann. Da berichtigungen wegen wieder entlassen wurden. Seit dieser Zeit den Antrag auf Uebergang zur Tagesordnung stimmten, befanden man aber nur für einen Kandidaten stimmen kann, will es ein Teil beschäftigt der Verlagt zwei städtische Lehrer. Mag doch der sich auch die jetzigen Reichstagskandidaten für Berlin III und V. mit Damaschte ein anderer mit Stockmann versuchen. Freijinn seine Nase erst einmal in diese Dinge steden! die Herren Rosenow und Cassel. Herr Kämpf, der freiEine Landpartie nach dem Wahllokal Daß unsere freisinnigen Gegner durch solche oben gekenn- finnige Kandidat für den 1. Streis, war in der Sizung nicht an müssen die Wähler des 397 c. Wahlbezirks unternehmen. Sie müssen zeichneten Tintenflegereien Arbeiter einfangen, werden fie wohl wefend. Aber es ist wohl als sicher anzunehmen, daß er bei von der Gsmarch- und Lippehnerstraße an der Greifswalderstraße selbst taum annehmen. Anwesenheit gleichfalls für den Antrag auf Uebergang zur durch den Friedrichshain wandern, um nach dem in der Landsberger Auch die Redensarten von der durch die Sozialdemokratie er- Tagesordnung gestimmt hätte. Das ganze Verhalten Allee belegenen Wahllokal von Steffens zu gelangen. Sollte wirklich strebten„ Unfreiheit" find albernes Geschwäß. Daß es gerade die der Herren ist um so schlimmer, wenn man berücksichtigt, in der Esmarch- oder Lippehnerstraße fein geeignetes Lotal auf Sozialdemokratie ist, die direkt kulturfördernd wirkt, hat daß die Stadt gar keine Stonkurrenz zu fürchten hat, wie dies bei zutreiben sein, um die Wähler vor diesem Marsch zu verschonen? fein anderer als der Reichskanzler Fürst Bülow wenn auch un- einem Privatunternehmer der Fall ist. Unvergessen ist auch noch bewußt in seinem Silvesterbrief an den Lügenverband zum Aus- die im November 1903 erfolgte Entlassung von 91 Gasanstalts brud gebracht, indem er behauptete, daß die deutschen arbeitern, weil die Arbeiter von ihrem staatsbürgerlichen Nechte Arbeiter die bestgebildetsten von der Welt der Ausübung des Wahlrechts zur Landtagswahl Gebrauch gemacht Heute, Mittwoch, den 16. Januar, abends 81% Uhr, finden zwei feien". Es ist kein Zufall, daß gerade in Deutschland die Sozial- hatten. Anstatt den schuldigen Beamten, der die Entlassung ver- Wählerversammlungen in folgenden Lokalen statt: Bockbrauerei, demokratie und die Gewerkschaftsbewegung ganz außerordentlich fügte, zur Verantwortung zu ziehen, wurden die Arbeiter aufs Tempelhofer Berg. Referent: Parteisekretär Fritz Ebert. Zühltes start vertreten ist, und ohne Uebertreibung können gerade diese Pflaster geworfen und waren dem" Wohlwollen" ihrer Vorgeseßten Bestsaal, Dennewigstr. 13. Referent: Redakteur H. Ströbel. beiden Faktoren ein außerordentlich großes Verdienst an der sitt- wegen ihrer Wiedereinstellung ausgeliefert. Gerade der RathausDritter Wahlkreis. lichen und geistigen Hebung der deutschen Arbeiter für sich in An- freifinn hat alle Ursache, auf seine Rolle als städtischer Arbeitgeber Heute abend 8 Uhr zwei Wählerversammlungen. Die erste spruch nehmen. mit einem Gefühl der Beschämung zu bliden. Wir nehmen auch findet statt bei Augustin, Oranienstr. 108; die zweite in den InselGanz besonders schlecht steht es dem Rathausfreifinn aber an, gar nicht ernsthaft an, daß der Berliner Freifinn durch seine infame Festsälen, Inselstr. 10. Tagesordnung:" Der bevorstehende Wahlsich als Arbeiterfreund aufzuspielen. In der Stadtverordneten- Bekämpfung der Sozialdemokratie, durch sein Geschwafel vom tampf". Referenten sind die Genossen Dr. Pleßner und Benno Versammlung, wo sie das Heft in den Händen haben, sind sie sehr Terrorismus und dergleichen mehr beabsichtigt, Arbeiter für feine ma a B. schwer zu bewegen, den städtischen Arbeitern das zu gewähren, 3wede zu gewinnen. Wir glauben vielmehr, daß er sich bei den was ihnen rechtmäßig zukommt. Die sozialdemokratischen Ver- rechtsstehenden Parteien, bei den Scharfmachern beliebt machen treter müssen um die berechtigten Forderungen der städtischen und den Beweis erbringen will, daß er, der Freifinn, in puncto Arbeiter mit diesen Herren einen ständigen harten Kampf Riebertnüttelung der Arbeiter und reaktionärer Gesinnung es mit führen und ihnen jedes Zugeständnis abringen. Wie es mit der dem schlimmsten Scharfmacher aufnehmen kann. Es wäre un Entlohnung der städtischen Arbeiter noch heute gerecht, wenn ihm deren Hülfe versagt würde; verdient hat sie sich aussieht, möge ein Bericht über die Verhandlungen der Deputation der Rathausfreisinn! Wählerversammlungen. Zweiter Wahlkreis. Wahlversammlungen. Sechster Wahlkreis. der Schönhauser Borstadt und eine im Weddingviertel. Am Montag fanden wieder zwei Versammlungen statt. Eine in Ein ungeheurer Andrang herrschte im Saale der Brauerei Königstadt. Schon lange vor Beginn der Versammlung war jeder Play befekt. In den Göngen und auf den Trevver zur Galer drängten sich die Versammlungsbefucher. Biele fanden überhaupt| wendig raftlose Arbeit ist, zeigt der Ausfall der Wahl im Jahre 1898. Hohen- Neuendorf und Stolpe. Sonntag, den 20. d. M., nachfeinen Ginlaß mehr. Freude am Wahlkampf war auf allen Gesichtern Wohl wurde für uns eine geringe relative Steigerung der Stimmenzahl mittags 4 Uhr: Deffentliche Reichstags- Wählerversammlung in zu lesen und diese Stimmung wurde noch erhöht durch die Wirkung erzielt, von 47,30 auf 49,54 Proz. der abgegebenen gültigen Stimmen, Stolpe im Lokale der Witwe Bergemann. Gemeindevertreter Denzer der Rede des Genossen Ledebour, der mit rücksichtsloser Schärfe aber unser Anteil an den Wahlberechtigten war prozentual gesunken, Waidmannsluft referiert über:„ Die Auflösung des Reichstages und die Kolonialphantastereien und ihren derzeitigen hervorragendften weil die Wahlbeteiligung erheblich hinter dem früheren Satz zurück- die bevorstehenden Neuwahlen." Zu dieser Versammlung findet Vertreter Dernburg kennzeichnete. Das herrschende System in Freitagabend eine Handzettelverbreitung statt. Mit der stärkeren Wahlbeteiligung im Jahre 1903 abend 8 Uhr bei C. Seifert, Hohen- Neuendorf, Karl Ludwigstr. 5. Treffpunkt Freitag Staat und Gesellschaft unterzog der Redner einer scharfen geblieben war. Kritik und zeigte den Zuhörern, die seine Ausführungen verbesserte sich auch die Verhältniszahl für uns ganz wesentlich. mit stürmischem Beifall aufnahmen, daß uns der 25. Januar Das ist jedenfalls wohl ein Beweis dafür, daß sich unter den Die Genossen werden ersucht, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Das Wahlkomitee. einen gewaltigen Sieg bringen muß, durch den wir dem endgültigen Wahlträgen viele Sozialdemokraten befanden. Diesmal muß jede Siege unserer Ideen ein bedeutendes Stück näher kommen werden. Stimme herangeholt werden, die Abstimmung am 25. Januar Drten des Bezirkes eine Flugblattverbreitung statt. Borsigwalde. Sonntag, den 20., früh 8 Uhr, findet in allen Es ist Pflicht Eine turze Diskussion folgte dem Vortrage. Genossin Philipp muß sein: wandte sich an die Frauen und forderte sie auf, gegen ihre Rechtaller Genossen, pünktlich und vollzählig zu erscheinen. Diejenigen Genossen von Borsigwalde, die gewillt sind, schwächere Orte zu losigkeit dadurch zu protestieren, daß sie, soviel sie können, die Sache der Sozialdemokratie fördern helfen. Genossin G au gab der Entunterstützen, ebenso die Radfahrer werden ersucht, Sonntag früh 7 Uhr im Lokal von Neuter zu erscheinen. rüstung Ausdruck über die Handlungsweise jenes Rechtsanwalts, Das Wahlfomitee. der kürzlich als Verteidiger eines Raubmörders es wagte, die Rigdorf. In einer gut besuchten öffentlichen Versammlung der Sozialdemokratie für das Verbrechen verantwortlich zu machen. Auch ein Genosse sprach noch für lebhafte Wahlbeteiligung. Dann Handels- und Transportarbeiter, in welcher auch die Frauen zahlschloß die Versammlung mit brausenden Hochrufen auf die Sozial- reich vertreten waren, referierte Genosse Störmer über den Wahlkampf und die Parteien. Treffend charakterisierte er die bürger lichen Parteien und rückte die Machenschaften des Reichsverbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie ins rechte Licht, dabei auch den bekannten Aufruf des Reichskanzlers nicht vergessend. demokratie. Ein Ruf wie ogendrang: Nieder mit den Volksfeinden!" Kreis Teltow. Sachons Saal in der Müllerstraße war das Ziel, dem die Genossen und Genoffinnen an der äußersten Grenze des Weddingbiertels zustrebten. Bald war denn auch der geräumige Saal von Der Referent unterzog das Regierungssystem, unsere ganze einer Kopf an Kopf gedrängten Menge gefüllt und wurde durch die Kolonialwirtschaft einer vernichtenden Kritik und beleuchtete kritisch Polizei abgesperrt. Mit lebhaftem Interesse folgten die Versammelten die Aera Bülows. In flammenden Worten ersuchte er die Andem Vortrage des Genossen Augustin, der in kräftigen Worten wesenden, am 25. Januar ihre Stimmen dem Kandidaten der den Kolonialschwindel sowie die reaktionäre, volfsausbeuterische Sozialdemokratie, dem Genossen Fritz Zubeil zu geben Politik der herrschenden Klassen fennzeichnete. Stürmischen Beifall fand die Aufforderung, den reaktionären Gelüften entgegenzuwirken durch massenhafte Stimmabgabe für den Kandidaten der Sozialdemokratie. Auch in der Diskussion, die dem Vortrage folgte, zeigte sich, daß überall in proletarischen Kreisen die größte Begeisterung für den Wahlkampf herrscht und daß jeder Parteigenosse dafür eintreten wird, daß sich die Scharen der sozialdemokratischen Kämpfer mehren und unserer Partei ein großer Sieg gesichert wird. Teltow Beeskow Storkow- Charlottenburg. " Nieder- Barnim. Der Gesangverein Waldchor", Borsigwalde, veranstaltet am Sonnabend, den 19. Januar, in Trapps Festsälen in Tegel einen Maskenball. Da der Verein sich jederzeit zu den Parteiarbeiten zur Verfügung stellt, ist es erwünscht, daß die Genossen denselben bei feinen Veranstaltungen unterstützen. Der Vorstand des Wahlvereins. Berliner Nachrichten. Hier sei den Rechtlosen und Unterdrückten Gelegenheit gegeben, der Regierung die rechte Antwort zu geben, der Sieg muß unser sein. Zeichen und Wunder- vor den Wahlen! Stürmischer Beifall lohnte die treffenden Ausführungen. Hat schon mal jemand erlebt, daß in der Freisinnigen Hierauf gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: Zeitung", die sonst so unentwegt die Grundsäße und HandDie am 13. Januar tagende öffentliche Versammlung der lungen des Berliner Kommunalfreisinns berHandels-, Transport- und Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen von teidigt, der Magistratsoffiziofus abgerüffelt würde, weil er Rigdorf und Brig verspricht im Sinne des Referats zu wirken. Klagelieder über neue Ausgaben der Stadtgemeinde den Die Anwesenden verpflichten sich, dafür Sorge zu tragen, daß Zeitungen übersandt hatte? Das noch nie Dagewesene am 25. Januar die Regierung die richtige Antwort erhält. Auch ist zu erwarten, daß aus dem Wahlkampf die Sozial- ieht vor den Wahlen ist es Ereignis geworden! demokratie als Siegerin hervorgeht, denn diese Partei ist die einzige, eine Notiz des Magistratsoffiziosus über die Absicht des Das genannte Organ des Kolonialfreisinns veröffentlicht Nach langem, heißem Bemühen ist es endlich gelungen, für welche Gleiches Recht für alle" fordert. unseren Kreis eine fonservative Kandidatur zustande zu bringen. Magistrats, in der Lehrergehaltsfrage endlich nachHerr Boddin, Bürgermeister einer reinen Proletarierstadt wie zugeben und auch für Arbeiter, Handwerker, Rirdorf, hat sich den Realtionären und Brotwucherern zur Verfügung Geschäfte des bürgerlichen Kandidaten zu betreiben. Kein Tag ver- Lohnerhöhungen und Gehaltszulagen in den In echt demagogischer Weise sucht jetzt die fleine Lokalpresse die unter beamte, Aufseher and Feuerwehrleute gestellt. Mit ihm will sich der freisinnige Stadtschulrat Neufert geht, an dem nicht über neuen unerhörten Wahlterrorismus der in den Durchfall teilen. Diese beiden Kandidaturen haben schon zu Sozialdemokratie berichtet wird. So wußte in der Montagsnummer nächsten Etat einzustellen.( Vgl.„ Vorwärts", Nr. 11 und 12.) Differenzen unter den Nationalliberalen Anlaß gegeben. Nicht alle das Lichtenberger Ortsblättchen wieder mitzuteilen, daß unsere Ge- Jene rathäusliche Notiz endet mit einem Zusak, der ankündigt, wollen für Boddin votieren und der Vorsitzende der National- nossen in Belten die Geschäftsleute zu Gaben für den Wahlfonds daß dann sehr viele Etats mit erheblichen Mehrausgaben liberalen hat schon sein Amt niedergelegt. herangezogen hätten. Wenn an dieser Notiz auch nur etwas wahr abschließen weden, die nur durch Erschließung neuer Steuerwäre, woran aber gar nicht zu denken ist, so bliebe das Vorgehen quellen gedeckt werden können". Die Gesamthöhe der Mehrunserer Genossen noch weit hinter den Machenschaften unserer Gegner ausgaben werden wohl zwei Millionen übersteigen. Hierzu zurück, bei denen der Wahlterrorismus die beste Waffe im Wahl- macht nun die Freis. 3tg." die folgende Anmerkung: ampfe ist. Ueberdies scheint das Blatt mit einer solchen Mitteilung nur den Zweck zu verfolgen, Bauernfang zu treiben. Weißensee. Mit den bevorstehenden Reichstagswahlen beschäftigte sich am Sonntag im Vereinshaus" eine polnisch- chriftlichnationale Versammlung. Der Referent erklärte, daß unter keinen Umständen der Kandidat Erzberger unterstützt werden dürfe, da seine Partei alle Forderungen der Regierung zur Bekämpfung des Polen tums bewillige. Zum Schluß forderte er auf, für den Polen die Stimme abzugeben. In der Diskussion suchte ein polnischer Ge nosse die von einigen Rednern erhobenen Angriffe gegen die Sozialdemokratie zurückzuweisen, ihm wurde jedoch das Wort verweigert. Die Versammlung war von 150 Personen, darunter 20 Angehörigen unserer Bartei besucht. Der die Versammlung leitende Borjizende Tischler Sniegowski scheint noch nicht gelernt zu haben, daß man auch einen Gegner zum Morte fommen lassen muß. Die Namen der bisherigen Abgeordneten des Kreises sind: 1871-74 Dr. Prinz Handjery( konservativ), 1874-77-78 Riepert ( nationalliberal), 1878-81 Wöllner( Fortschrittsmann), 1884-85 bis 87-90-93 Dr. Prinz Handjery( konservativ), 1893-98-1903 bis jezt Zubeil( Sozialdemokrat). Seiner eingeschriebenen Wählerzahl nach ist der Kreis bereits das vorige Mal der größte von ganz Deutschland gewesen. Der Zuwachs von 1898 bis 1903 betrug nicht weniger als 48 083, und feit 1903 dürfte die Wählerzahl mindestens wieder um 50 000 zugenommen haben. In Rigdorf allein sind etwa 18000, in Charlottenburg etwa 12 000, in Wilmersdorf 6000, in Schöneberg 9000 Wähler hinzugekommen. Wir können also auf 230 000 wenn nicht mehr eingeschriebene Wähler rechnen. Daß die Gegner keine Aussicht haben, den Kreis, den sie ziemlich Tange gegen uns verteidigt haben, zurückzuerobern, lehrt die folgende Tabelle. Es erhielten Stimmen: Stichwahl Hauptwahl Sozial Konser Natio- Frei- Bersch. Sozial- Konser- Natio- FreiJahr demovative nallib. finn fratic 1871 7551 2 892 1874 1453 4525 4842 vative nallib. sinn Pars demoteien fratic 40 182 4 507 8 299 1877 2 608 47041) 4901 3835 54 1878 4763 9 891 2550 6 606 511 10 870 1881 1 265 14 278 113 12 032 83. 1884 4 543 15 916 9 830 111 8365 35 843) 7437 8 668 24 930 393 22 839 28 945 1887 1890 19 169 227602) 1893 31 424 18 487 77863) 1898 42 699 28 441 20803) 11 392 1 587 51 967 46 361 1903 73 854 36 703 7 623 11 711 3 013 8 253 483 36 330 29 987 8 478 5 939 12 458 2) 673 Reichspartei. 1) 2228 Konservative, 2467 Reichspartei. 3) Antisemiten. Zweifellos haben sich auch bei der letzten Wahl noch manche unferer Freunde die Abgabe eines Stimmzettels geschenkt, weil sie Wichtigeres" zu tun hatten und sie leichtherzig sich sagten: Der Sieg ist uns ja doch sicher! Solche Handlungsweise ist durchaus zu verwerfen; manches Mandat ist durch solche Lauheit in Befundung der Parteipflicht schon verloren gegangen. Und was eigentlich noch die Wahlfaulen die Parteistärke verschleiert. Bange machen, gilt nicht! Daß für neue Ausgaben die nötigen Einnahmen beschafft werden müssen, liegt klar auf der Hand. Das wird selbst einmal im Zukunftsstaat nicht anders. Daß aber wegen der höchstens zwei Milliönchen, um die der Ausgabeetat wachsen wird, neue Steuern nötig wären, scheint uns doch noch nicht so ganz sicher zu sein. Soll am Ende gar die Wertzuwachsstener dadurch schmackhaft gemacht werden? Wir hoffen, nicht. Jedenfalls wollen wir uns durch diesen Wink mit dem Baumpfahl die Freude darüber nicht trüben lassen, daß endlich der Magistrat die gerechten Wünsche der Lehrer und städtischen Arbeiter befriedigen zu wollen, Einsicht genug gehabt hat. Wir glauben sogar, daß der eine oder der andere der Herren sich jetzt davon überzeugt haben wird, daß es auch ohne die Schärfe gegangen wäre, die sich bei der letzten Debatte in der Stadtverordnetenversammlung bei diesem Punkt geltend machte." Ja, es geschehen noch Zeichen und Wunder! Gerechte Zur Widerlegung der gegen die Sozialdemokratie erhobenen Angriffe findet am Sonntagnachmittag 1 1hr ebenfalls Wünsch e" nicht nur der Lehrer, sondern sogar der Arbeiter? im Vereinshaus", Charlottenburgerstr. 150, eine öffentliche polnische Versammlung statt, in der jedem Redner das im " 7 ist es die Möglichkeit!? Und selbst das Bild des schreckWort verstattet wird. Die deutschen Parteigenossen werden ersucht, lichen Zukunftsstaates", das durch den Gedanken an die ihre polnischen Arbeitskollegen auf diese so wichtige Versammlung neuen Ausgaben und die dadurch nötig werdende Beschaffung aufmerksam zu machen, damit dieselbe zahlreich besucht wird. Partei- Angelegenheiten. Zweiter Wahlkreis. Die Bezirksführer und Stellvertreter des Kreises werden ersucht, am Donnerstag, den 17. d. Mts., abends 8 Uhr, bei Habel, Bergmannstr. 5/7, zu erscheinen. Der Vorstand. 0 Arbeiter, Parteigenossen des Kreises Ost- und West- Sternberg! Die Wahl am 25. Januar erfordert Kräfte, die mit den Verhältnissen des Streises vertraut find. Es iſt dringend erwünscht, daß sich am Tage der Wahl recht viele Genossen zur Verfügung stellen. Am Donnerstag, den 17. Januar, abends 8 Uhr, findet bei Batt, Dragonerstr. 15, eine Zusammenkunft der in Berlin arbeitenden Ost- und West- Sternberger statt. Rege Beteiligung erwartet Das Wahlkomitee. neuer Einnahmen vor das Auge der freisinnigen Lehrer-, Beamten- und Arbeiterfreunde hingezaubert wird, vermag nicht, ihnen die herzliche Freude über die dem Magistrat endlich gekommene Einsicht zu trüben? höchstens zwei Milli önchen", wie nobel das klingt! Ja, so sind wir Freisinnigen immer wenn Wahlen bevorstehen. Das einzig Aergerliche ist nur das, daß die Arbeiter, Handwerker, Unterbeamten, Aufseher usw. es mit der Zeit verlernt haben, den Versicherungen zu glauben, die kurz vor den Wahlen gegeben werden. Diese Undankbaren werden mißtrauisch genug sein, zu vermuten, daß die Einsicht des Magistrats samt der Freude der Freis. 3tg." nach den Wahlen einige Einschränkungen erfahren wird. Verdächtig ist schon, was die Freis. 3tg." über die neuen Steuern sagt, deren Notwendigkeit ihr doch noch nicht so ganz sicher scheint, speziell der Zusak über die Wertzuwachs steuer, die Terrainspekulationsbesteuerung, die sie sich nicht schmackhaft machen lassen will. Da hat freisinnige Freude", die mit Angst um den Geldsack sich paart, sich ein bißchen verplappert. Apropos, Wert zuwachssteuer!" Wertzuwachssteuer machen wir nicht," das ist ja der Standpunkt der freisinnigen Rathause ihn durch den Mund des Stadtverordneten Stämpf verkündet. Herr Kämpf hat dabei die Terraingesellschaften, die uns die Wohnungen ins ungemessene verteuern, mit so überschwänglichen Worten gepriesen, daß jeder Terrainspetulant seine Freude an ihm gehabt haben wird. Derfelbe Herr Kämpf ist jetzt Freisinnskandidat im Wahlkreis Berlin I. Da war es eigentlich doch ein bißchen unklug, durchblicken zu lassen, daß dem Freijinn die Wertzuwachssteuer selbst durch die Notwendigkeit der Lohn- und Gehaltserhöhungen nicht schmackhaft gemacht" werden kann. wichtiger ist: Für uns zählen nur die Stimmen, die für die sozial- Landsberg- Soldiner Wahlkreis. Am Freitag, den 18. d. Mts., demokratischen Kandidaten abgegeben worden sind und wird durch 81% 1hr, findet im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, Saal II, eine Versammlung aller aus obigem Wahlkreis hier beschäftigten Personen In Charlottenburg haben bei der letzten Wahl 17 000, in statt. Erscheinen ist Pflicht. Schöneberg 8000 Wähler sich der Stimme enthalten, und diese Achtung! Kalau- Luckau. Am nächsten Sonntag findet im Wahl- Stadtverordnetenmehrheit. Erst im vorigen Sommer hat sie im alle reklamieren die Gegner der Sozialdemokratie für sich. Wenn freis Kalau- Ludau Flugblatts und Stimmzettelverbreitung statt. unsere Parteigenossen auch nur einigermaßen auf dem Posten sind, Parteigenossen, die geholfen haben und solche, die am Wahltage dann ist es uns ein leichtes, diesmal 100 000 Stimmen auf helfen wollen, find zum Donnerstag abend 8%, Uhr bei Weihnacht, 100000 die uns die Wohnungen ins ungemessene verteuern, mit so unseren Kandidaten, den Genossen Zubeil zu Grünstraße 21, eingeladen; dort findet die Materialausgabe statt. vereinigen. Diesem Ziele müssen wir alle zustreben. Gelingt Um rege Beteiligung bittet Der Vorstand des sozialdemokratischen Agitationsvereins es uns, diesmal im ersten Wahlgang über 50 Proz. der Wahl- für den Reichstagswahlkreis Kalau Ludau, Siz Berlin. berechtigten für uns an die Urne zu bringen, dann werden unsere W. Moebus, Kottbuser Ufer 58. Gegner wohl ein für allemal die Hoffnung aufgeben, und den Johannisthal. Am Donnerstag, den 17. d. M., findet eine Riefenwahlkreis zu entreißen; dann wird der Wahlkreis TeltowDie Parteigenossen werden ersucht, Beeskow- Storkow- Charlottenburg zu einer Hochburg der Sozial- Flugblattverbreitung statt. demokratie geworden sein, die die bürgerlichen Parteien nie und abends um 8 Uhr, pünktlich und zahlreich bei Gobin, Roonstr. 2, zu erscheinen. Der Vorstand. nimmer erstürmen fönnen. Daß es zur Erreichung jenes Bieles noch kräftiger Anstrengungen bedarf, läßt das folgende Tableau erkennen. Die Zahl der Wahlberechtigten, die Wahlbeteiligung sowie das Prozentverhältnis der für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen in der Hauptwahl veranschaulicht folgende Aufstellung: Zahl der Wahl Abgegebene gültige Stimmen berechtigten überhaupt in Proz. Für die Sozialdemokratie wurden Stimmen abgegeben in Prozenten d. Wahlberecht. d. Wähler y 27 Schmargendorf. Am Mittwoch, den 16. Januar, abends 81%, Uhr, findet im Restaurant Wirtshaus Schmargendorf", Warnemünderstraße 6, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt, zu welcher jeder Genosse pünktlich zu erscheinen hat. Der Vorstand. " Aus der städtischen Verkehrsdeputation. In der gestrigen Eibung der städtischen Verkehrsdeputation ge. langte zunächst eine Mitteilung des Polizeipräsidenten betreffend die Untertunnelung des Opernplazes zur Verlefung. Bekanntlich war es nach langem Hin und Her den technischen Beamten Friedrichshagen. Sonnabend, den 19. Januar, abends 8 Uhr, der Verkehrsdeputation vor mehreren Jahren gelungen, für diese im Restaurant Wilhelmsbad, Seestraße 45: Versammlung des Untertunnelung, die von ausschlaggebender Bedeutung für die Ent. Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Die bevorstehende Reichstags widelung des städtischen Straßenbahnnetzes ist, ein Projekt aufwahl. Referent: Genosse Wuscheck. 2. Diskussion. wahl. Referent: Genosse Wusched. 2. Diskussion. 3. Vereins zustellen, das allen Anforderungen genau entsprach und von dem Da am genannten Abend man Grund hatte annehmen zu können, daß es genehmigt werden angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Maskenbälle stattfinden, werden die Genossen ersucht, Billetts zurück- würde. Die Prüfung des Projekts im einzelnen konnte von den zuweisen, für die obige Versammlung zu agitieren und zahlreich in beteiligten Behörden damals noch nicht vorgenommen werden, weil, berselben zu erscheinen. wie diese Behörden mitgeteilt hatten, die Lage des neuen OpernAlt- Glienicke. Heute Mittwoch, abends 8 Uhr, öffentliche Wähler- hauses noch nicht endgültig festgesetzt war und eine Aenderung versammlung im Lokale der Witwe Haberecht. Neferent ist der bier eventuell auch Aenderungen des Tunnelprojekts bedingen würde. Kandidat des Kreises, Stadtverordneter Fris Zubeil. Samt Da über die Lage des Neubaues des Opernhauses jezt aber Beschluß gefaßt sein sollte, war neuerdings angefragt worden, ob denn nunliche Wähler nebst Frauen find hierzu eingeladen. mehr nicht in die Prüfung des städtischen Projekts eingetreten Das Wahlfomitee. werden fönne. Darauf hat der Polizeipräsident jetzt geantwortet. Bezirk Waidmannsluft. Sonnabend, den 19. d. M., abends daß die Gerüchte über eine endgültige Beschlußfassung bezüglich des Wenn bei der letzten Wahl auch schon ein erheblicher Bruchteil 8 Uhr, findet in Hermsdorf im Forsthause eine öffentliche Reichstags- neuen Opernhauses unrichtig seien und daß er ferner im Auftrag Wählerversammlung statt. Gemeindevertreter Denger- Waidmanns- des Ministers der öffentlichen Arbeiten darauf hinzuweisen habe, über die Hälfte der Wähler für unseren Kandidaten Genossen Zubeil luft referiert über:" Die Auflösung des Reichstages und die bevor- daß nach der auch den städtischen Behörden völlig bekannten Entbotierte, so schlten doch noch fast 10 Broz an der Hälfte der Wahl stehenden Neuwahlen. Zu dieser Versammlung findet Donnerstag- wickelung, die die Frage der Herstellung von Unterpflasterbahnen berechtigten. Dies Manto muß am 25. Januar ausgeglichen werden, abend eine Handzettelverbreitung statt. Treffpunkt abends 7 Uhr zwischenzeitlich genommen hat, die Zulassung eines einfachen zweiund bei unermüdlichem Eifer wird das Ziel erreicht. Wie unbedingt not im Forsthause. Genossen, es ist Pflicht aller, au erscheinen, gleijigen Tunnels unter dem Opernplak taum noch wird in Er Jahr 1871 10 483 1874 11 002 13,19 1877 16 102 1878 24 321 16,17 19,57 1881 27 721 4,56 1884 47 662 30 400 64,1 9,53 14,94 1887 54 107 41 998 77,9 16,02 20,64 1890 1893 65 943 49843 75,8 29,07 1898 87 911 134 993 66 433 75,7 35,74 86 199 64,1 1903 183 076 132 904 72,9 30,89 40,34 38,46 47,30 49,54 55,57 frågung gezogen werden können."- Der Coup der Großen Straßenbahn- Gesellschaft, durch ihre Tunnelprojekte den Bau des Lindentunnels durch die Stadt zu hintertreiben, ist also, wie das obige Schreiben zeigt, glänzend gelungen. Lange Jahre, bevor die Große Straßenbahn an ihre Tunnelprojekte dachte, hat der städtische Plan den beteiligten Behörden vorgelegen und nur die Unsicherheit bezüglich des neuen Opernhauses hinderte, wie es hieß, die Erledigung. Jebt ist zwar diese Unsicherheit auch noch nicht behoben; ..zwischenzeitlich" aber hat die Große Straßenbahn die Möglichkeit gehabt, ihre Projekte einzureichen, und nun handelt es sich nicht mehr um das neue Opernhaus, sondern vor den Projekten der privatkapitalistischen Erwerbsgesellschaft müssen die städtischen Pläne zurüdtreten! Die Mitteilung von der Einrichtung provisorischer Oberleitung auf dem Schloßplab rief eine ebenso ausgedehnte wie erregte Debatte hervor. Es bleibt vorbehalten, auf diese Debatte und die ihr zugrunde liegenden Tatsachen ausführlicher einzugehen. Hier sei heute nur das an sich ja gleichgültige, aber doch bezeichnende Kuriosum erwähnt, daß der Herr Polizeipräsident in eigener Person mit einem Brief der Großen Berliner Straßenbahn beim Herrn Oberbürgermeister erschienen war, um persönlich diesem die Wünsche der Gesellschaft nahezulegen! Der Einspruch der Speicherbesiker Berlins gegen den Bau von Speichern aus Gemeindemitteln wurde abgelehnt. Gin Antrag der Passagebau- Aktiengesellschaft, die von ihr ge= plante Passageanlage zwischen Friedrich- und Oranienburgerstraße mit der Untergrundbahn Süd- Nord" zu verbinden, wurde unter der Voraussehung, daß die Gesellschaft alle entstehenden Kosten übernimmt, widerruflich gegen eine jährliche Rekognitionsgebühr von 300 Mart genehmigt. Ein wiederholter Antrag der Firma Carl Edfte G. m. b. H., betreffend die Aufstellung ihrer Meteor Laternen an den Haltestellen der Straßenbahnen, wurde wiederum abgelehnt. Ein Antrag des Vereins Heinersdorfer Grundbefizer wegen al nIage einer elektrischen Straßenbahn von Berlin ( Neuer Markt) über Heinersdorf, Blankenburg und Karoto nach Buch soll technisch noch näher geprüft werden. Der Antrag der Oberpostdirektion, betreffend die Einrichtung elektrisch betriebener Tunnelbahnen zur Briefbeförderung, foll borbehaltlich aller Rechte der Stadt gefördert werden. Eines Pastors Werben und eines Arbeiters Antwort. Der Maurer Frik Weimann hat seine Töchter, die im Alter bon 13, 16 und 18 Jahren stehen, nicht taufen lassen. Darauf ist er wiederholt von der Leiterin der Sonntagsschule, die seine Kinder besuchten, und von einem Pastor Gensichen gebeten, die Toufe vornehmen zu lassen. Der Genosse Weimann sette in ruhiger Weise der Dame und dem Pastor die Gründe auseinander, weshalb er von der Kirche nichts wissen wolle Die Dame und der Pastor fuchten ihre entgegengesette Ansicht flarzulegen. Troß der Liebenswürdigkeit und Freundlichkeit, mit der beide vorgingen, mußten die Gegengründe an der festen Ueberzeugung des Vaters zerstieben. Die Unterhaltungen über Kirche und Religion wurden stundenlang, aber stets in dem Ton und der Art geführt, wie überzeugte Menschen höflich miteinander disputieren. Das wurde anders, als ein Pastor Schlegelmilch den Genossen Weimann besuchte, um ihn zur Taufe feiner Kinder und zur Acnderung seiner politischen Ueberzeugung zu veranlassen. Der Herr Pastor suchte durch kräftiges Schimpfen auf Juden und Sozialdemokraten die Befehrung des Gnossen zu bewirken. Erst piano: Sehen Sie, meinte er, Bebel und Singer fahren Droschke erster Klasse, so sind Ihre Führer. Weimann entgegnete aber: Warum sollen denn die Genossen nicht Droschke erster Klasse be= nußen, wenn sie es eilig haben; meinen Sie denn, Ihre Amtsbrüder fahren nicht erster Klasse oder sogar Equipage? Sie irren, wenn Sie annehmen, wir wollen alles verrungenieren", nur zu Fuß laufen oder dergleichen! Wir Sozialdemokraten verlangen Gleichberechtigung, das heißt nicht ein schlechteres Los, sondern ein befferes Los für alle. Neid kennen wir nicht, den überlassen wir denen, die über Liebe predigen. Als der Pastor Schlegelmilch sah: so fommt er nicht zu Rande, zog er stärkere Saiten auf. Er glaubte dem Genossen durch ein wüftes Geschimpfe auf Juden zu imponieren. Als der Genoffe Weimann mit heiterer Ruhe den Gallimathias widerlegte, fuhr der Pastor der Liebe ganz scharfes Geschüß auf. Er tischte die alten Verleumdungen gegen Genossen Singer auf, derent= halben der Redakteur der Staatsbürger Zeitung" Bodler feinerzeit als Verleumder zu 400 M. Geldstrafe verurteilt und dann begnadigt wurde. Als der Pastor mit den Schmähungen und Verleumdungen trotz der Bitte des Arbeiters, gegen Abwesende in anständiger Form und in dem Rahmen der Wahrheit zu polemifieren, nicht aufhörte, wies Weimann dem ungebetenen und unbescheidenen Gast die Türe. Das war kurz vor Weihnachten. Zu Weihnachten erhielt der Genoffe Weimann folgendes pastorale Sendschreiben: 25. Dezember 1906. Lieber Herr Weimann! Ich hatte Ihnen versprochen, als Sie mich so ganz parteimäßig an die Luft setzten, nach der Losung: Wer sich nicht fügt, der fliegt", Ihnen den Beweis für meine Behauptung zu bringen, daß Sie doch keinen Grund hätten, so besonders stolz auf Ihren Parteiführer Singer zu sein, und daß unser Hofprediger Dr. Stöder es immer noch mit demselben aufnehmen könne, den Sie doch so schamlos beschimpften. Nun sende ich Ihnen eben zwei Nummern des Reich", die Ihnen aus Ihrem Irrtum zur Wahrheit verhelfen können, wenn Sie nur die Wahrheit haben und hören wollten. Obwohl ich es bestimmt aus langer Erfahrung weiß, daß viele Ihrer Parteigenossen eben die Wahrheit nicht wollen, wie sie es schon mit Jesus gemacht haben und wie Sie aus Johanni 8 erkennen können, wenn Sie das einmal in der Stille durchlesen möchten, so weiß ich doch andererseits auch dies, daß viele nur blinde Nachgänger sind, die sich ohne vieles Nachdenken irreführen lassen. Sie werden wohl selber nicht behaupten wollen, so sehr Sie sich auch für einen flugen, mich aber für einen bornierten Menschen halten, daß Verstand, Nachdenken bei der großen Boltsmaffe fei. Schon ein lateinisches, Jahrtausende altes Sprüchwort sagt:" mundus vult decipi" b. H. die Masse will getäuscht sein". So viel Lebenserfahrung traue ich Ihnen selber zu. Darum nehme ich Ihnen auch die überaus unhöfliche Behandlung nicht übel, die Sie mir in Ihrem Hause auteil werden ließen. Sie können nicht anders, darum erwarte ich von Leuten Ihrer Gesinnung nichts anderes. Es heißt auch hier: " An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Stann man auch Trauben lesen von den Dornen und Feigen, von den Disteln?" geeignete sich erwiesen hat, indem wir die Armen auf ihren besten zurüdgegangen ist? Die Notwendigkeit, eine Heimstätte für Genesende Freund hinweisen, der alle Not zu Ende bringt. Und wo der fehlt, sind Not und Schmerzen, Wo der kommit, kommt Rat und Trost ,. Wo der ist, da glühn die Herzen, Wo der bleibt, gibts Himmelskost. Ach, es wär zum Weinen, wenn kein Heiland wär, Aber sein Erscheinen bracht den Himmel her. Wer zu ihm kann sagen: Mein Gott und mein Herr, Der braucht nicht mehr klagen. Stets wirds herrlicher! Suchen Sie von ganzem Herzen und auch Sie werden das Glück finden, das Ihnen fehlt. Und das wünsche und erflehe ich Ihnen von ganzem Herzen. Und wenn Sie aufrichtig sind und die Wahrheit suchen, wirds Ihnen gelingen. Mit herzlichem Gruß " Schlegelmilch, Pastor. Diesem Erzeugnis pastoraler Nächstenliebe waren die Nr. 512 und 514 der Zeitung Das Reich" mit den bekannten Anwürfen gegen den Genossen Singer beigefügt. Nr. 514 hatte der Pastor Schlegelmilch mit folgendem Liebesseufzer eigenhändig ber= schönt: Wurm, Stadthagen, Arons, Cohn, Bernstein, Goldstein, Davidsohn, Herzfeld, Haase, Singerleben Und die Rosa noch daneben, Das ist, Himmel steh' uns bei, Die deutsche Arbeiterpartei!! aufzusuchen, wird wohl in diesen Winter bei den Frauen und Mädchen der minderbemittelten Bevölkerung kaum geringer sein, als fie es im vorigen Winter war. Aber die vielbeklagte Abneigung gegen den Winteraufenthalt in einer Heimstätte scheint leider noch zugenommen zu haben. Wir können nur wieder holen, was wir schon so oft gesagt haben: die Heimstättenpflege ist im Winter ebenso sehr zu empfehlen, wie im Sommer. Es braucht sich niemand zu fürchten, jetzt in eine Heimstätte hinauszugehen; er erfriert da nicht. Wer in der fälteren Jahreszeit, speziell im Dezember und Januar sich entschließt, eine Heimstätte aufzusuchen, der darf darauf rechnen, daß er ohne nennenswerte Wartezeit Aufnahme findet. Das gilt übrigens nicht nur für Blankenburg, sondern bis zu einer gewissen Grenze auch für die anderen Heimstätten. Speziell im Dezember sind in allen Heim stätten, mit alleiniger Ausnahme von Buch, immer noch Betten frei gewesen, wenn auch bei weitem nicht so viel wie in der Heimstätte Blankenburg, die ja im Dezember knapp halb belegt war. Geschäftspolitiker. " 1 " Druckernament Die Verleger der sogenannten parteilosen Blätter, die natürlich immer im Grunde ihres Herzens arbeiterfeindlich sind, wie jeder Streik und jede Wahlbewegung lehrt, geraten bei den jetzigen Wahlen beim Druck der Flugblätter für die arbeiter= feindlichen Parteien in eine Zwickmühle. Ihre Firma Diese Festtagsarbeit des Pastors Schlegelmilch beantwortete wollen sie nicht unter die Flugblätter seßen, damit die Arbeiterleser Genosse Weimann. In der Antwort betonte er, daß er die pastorale ihre Blätter nicht erfahren sollen, welchen Partei interessen sie Weihnachtsarbeit uns zur weiteren Verwendung überlassen werde eigentlich dienen; den Profit aus dem Druck der Flugblätter wollen und das Einverständnis des Herrn Schlegelmilch hierzu aunehme. fie aber auch nicht einbüßen. Als findige Leute, denen die Politik gekommen. Nachstehend teilen wir aber auch die treffliche Antwort einen Ausweg: fie geben nicht ihre wirkliche DrudDem Wunsche nach Veröffentlichung sind wir gern nach- im Letzten Ende ein gutes Geschäft ist, wissen sie des Genossen Weimann mit. Der Genosse schrieb: firma dafür, sondern haben für diesen Zweck ExtraBerlin, den 28. Dezember 1906. Firmen. So druckt zum Beispiel ,, Morgenpost"-Ulstein die frei Geehrter Herr Pastor! Die Mühe, die Sie sich nach Ihrer Behauptung am Weih- innigen Flugblätter, als Drudfirma gibt der„ Morgennachtstage genommen haben, um einen vier Seiten langen Brief Post"- Verleger aber nicht seinen ehrlichen an mich zu schreiben und denselben mit zwei Nummern" Das IIstein, sondern er sett darunter: Drud: Imprimatur Reich" mit den bekannten Lügenartikeln zu beschweren, eine dieser G. m. b. H., Berlin SW." So erfahren die Morgenpost"= Nummern auch mit einem, gelinde gesagt, albernen knotigen Ge- Leser nicht, wessen politischen Parteizwecken ihr Verleger dient. Der dicht zu versehen, hätten Sie sich sparen sollen. Statt dessen hätten König der gefimmungslosen Meinungsfabrik, der große August des Sie die Bibel wirklich studieren und einige Lehren derselben sich politischen Regierungszirkus, Scherl, druckt für die Regierung annehmen sollen. Von den Antwürfen im Reich", die der Wahrirla 5 Millionenauflage des Regierungsflugblattes: heit widersprechendes, albernes Zeug widerfäuen, gilt das bekannte Wort: Es ist ehrenvoll, von der Dummheit, beneidenswert, von Wahlbetrachtungen, das beinahe so d- iplomatisch geschrieben ist wie der Gemeinheit gehaßt zu werden. Daß Ihr christliches Gemüt die Bülow Silvesterbetrachtung. Aber auch er setzt nicht seine mir Borniertheit" vorhält, verarge ich Ihnen nicht, denn Ihr Reklamefirma Scherl darunter, sondern bescheiden nennt er sich: Eindringen und Auftreten in meinem Hause und Ihr Geschreibsel Druck und Verlag von Patria G. m. b. H., Berlin." Wie faul beweist eine so ungeheuere Anmaßung und ein so tiefes Unver- müffen sogar diese beiden geriebenen Geschäftsleute die Sache halten, mögen, Wahres vom Falschen und Gerechten zu unterscheiden, eine daß beide nicht ihre Namen hergeben, sondern beide wieder eine fo grenzenlose Selbstsucht und ein so maßloses Gegenteil von wirkFaul, licher Menschenliebe und menschlicher Demut, daß mich Ihre Weih- Gesellschaft mit besonderen Hintergedanken" bilden. nachtsarbeit nicht wunder nehmen kann. In meinem Leben habe oberfaul! ich Pastoren kennengelernt, vor denen ich troh meiner anderen Ansicht über Gott und die Religion volle Hochachtung als Menschen habe, weil ich sie als aufrichtige, wirklich gläubige, bescheidene, menschenfreundliche und nach Wahrheit suchende Männer kennengelernt habe. Sie gehören zu solchen Pastoren nicht. Zu Ihrer Erziehung bin ich nicht verpflichtet, aber als ein fleines Liebeswerk möchte ich Ihnen dringend raten, folgende Bibelstellen in Zukunft für Ihr Leben zu beherzigen und von jedem Versuch abzusehen, die Religion als Dedmantel böser Bestrebungen zu mißbrauchen oder zu versuchen, sie als Knecht Ruprecht für Erwachsene aufmarschieren zu lassen. Also erinnnern Sie sich erstlich des Gebotes: Du sollst tein falsch Zeugnis ablegen wider Deinen Nächsten, und suchen Sie das auch Ihrem Lieblingsblatt dem„ Reich" beizubringen. Ferner lesen Sie nach: Jesus Sirach 3, 24: Was Deines Amtes nicht ist, da lasse Deinen Fürwik; Matth. 6, 24: Jhr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon; Matth. 23, 22: Pharisäer sind Heuchler und übertünchte Gräber, welche auswendig hübsch scheinen, aber inwendig sind sie voller Totengebeine und allen Unflats. Schlagen Sie die Bibel auf: vielfach finden Sie ähnliche Stellen, die trefflich auf Sie passen. Vielleicht bekennen Sie nach eifrigem Studium mit Hiob: Darum bekenne ich, ich habe unweislich geredet. Wollen Sie die Bestrebungen der Arbeiter verstehen, so lernen Sie das Ihnen noch unverständliche Wort verstehen, das Sie Jat. 5,4 vorfinden: Siehe, der Lohn der Arbeiter..., den Ihr unterschlagen, schreit zu Gott und ihre Stimmen dringen zum Herrn Sabaoth Es schreien zum Himmel die Stimmen der Unterdrückten und Witwen. So heißt es in der Bibel. Allda finden Sie genug Predigten gegen die Reichen, denen Sie und„ Das Reich" dienen. Die Sprüche beherzigen Sie und auch die, die von der Bescheidenheit und von der Gleichberechtigung der Menschen reden, dann werden Sie damit aufhören, die Religion als Unterdrückungsmittel gegen Arme zu mißbrauchen. Es gibt Amtsbrüder von Ihnen, die so handeln. Vielleicht sind Ihnen die Schriften des Schweizer Pastors Rutter bekannt oder die des amerikanischen Pastors Mac Grady. Die Lesen Sie, gehen Sie in sich, tun Sie nicht fortdauernd im Gegenfab zum Gebot der Bibel Ihrem Nächsten Unrecht und lassen Sie mich in Zukunft ungeschoren. Für meine Familie und die Allgemeinheit habe ich Wichtigeres zu tun, als mich mit solchen herumzuschlagen, wie Sie sind. Uebrigens sollten Sie eigentlich wiffen, daß Jefus, den Sie zu verehren behaupten, ein Jude, die Sie so innig hassen, war. Hochachtungsvoll Frizz Weimann, Maurer. Wird der Herr Pastor in Zukunft Achtung vor der Ueberzeugung anderer betätigen und die Bibel studieren? Erweiterung des Rohrpostnetes. Der Rohrpostbetrieb in Groß- Berlin erfährt am 25. Januar eine Erweiterung. An diesem Tage, dem Tage der Reichstagswahlen, wird bei dem Postamt 76 am Badeschen Markt der Rohrpostbetrieb eröffnet. Die Annahme von Rohrpostsendungen beginnt bei diesem Amte täglich im Sommerhalbjahr um 7 Uhr, im Winterhalbjahr um 8 Uhr morgens. Sie schließt während des ganzen Jahres um 10 Uhr abends. Das Postamt C 76 ist eine Postaweigstelle des Hofpostamts. Es hatte bisher nur Telegraphenbetrieb. " 1 " 1 = der städtischen Arbeiter wird uns geschrieben: Wir haben es schon Arbeiterwertschäßung beim Kommunalfreisinn. Aus Kreisen zu hunderten Malen gehört, daß die Stadt Berlin in recht liberalem Geiste regiert wird. Alles, was da im hohen Olymp fleucht und freucht, gibt sich Mühe, mit liberalen Geberden durch das Erdendasein zu pilgern und zu sehen, wie man nach weiter oben sich räuspert und spuckt. Oft genug ist jedoch schon an dieser Stelle darauf hingewiesen worden, daß sich der moderne Kommunalfreisinn, weder in Fragen der großen Politik, noch in bezug auf feine sozialpolitische" Einsicht und Arbeiterwertschätzung von den Reaktionären agrarischer Couleur unterscheidet. Im Reichstage hilft der Freifinn an dem zollpolitischen Hungerturm zimmern, im Ges meindeparlament schimpft er über sein Werk im Reichsparlament und gibt die Teuerung der Lebensverhältnisse zu, und als die Arbeiter im Begriffe waren, aus der besseren Einsicht dieses Liberalis mus eine Lohnerhöhung herauszuschlagen, sagt man, die hohen" Löhne der städtischen Arbeiter seien auch der Teuerung gewachsen. Ind die Götter wissen es vielleicht steht die in Aussicht ge= stellte Lohnzulage ab 1. April d. J. noch in Frage, wenn das Kollegium nicht einen Bazen neuer Steuern bewilligt. Worauf es uns aber augenblicklich ankommt, ist, zu zeigen, wie gering die Rechtsgarantien sind, die den städtischen Arbeiter der Reichs- und Residenzstadt umgeben. Die Organisation der städtischen Betriebe ist fast militärisch eingerichtet und so eingestellt, daß aus den Knochen der Arbeiter em möglichst hoher Gewinn herausgeholt werden kann. Zu diesem löblichen Beginnen ist in den Gasanstalten, in der Straßenreinigung und auch zum Teil in den übrigen Betrieben ein raffiniertes Aufpasser- und Antreibersystem eingerichtet worden. Auf höchstens 10 Arbeiter kommt schon immer ein Vorarbeiter, Meister, Aufseher, ohne die Oberaufseher und sonstigen Chargen, die auf Stosten der produktiven Arbeit ihr tatenreiches Leben dahinbringen. So ist immer dafür gesorgt, daß das städtische Arbeitstier nicht still stehen kann, sondern arbeitet den Mund hält. Was in den Gasanstalten den Arbeitern in bezug auf Behandlung und Bewältigung eines Arbeitsquantums zugemutet wird, könnte Erstaunen bei allen denen hervorrufen, die sich einstens über die Abschaffung der Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten gefreut haben.„ Wems nicht past, fann gehen"; und ,, wenn Sie nicht wollen, so können Sie Ihre Karte bekommen"; „ draußen stehen genug, die gerne dafür arbeiten", sind Redens arten, die die Arbeiter oft genug von Leuten zu hören bekommen, die ihre Stellung nicht ihren Fähigkeiten, sondern den Bestimmungen über die Versorgung der Militäranwärter verdanken und auch solcher, die sich aus Arbeiterkreisen erst zu Vorarbeitern usw. heraufgedienert haben. Geradezu trostlose Zustände rissen nach dieser Richtung in der Straßenreinigung ein, wo die Gristenz zweier Organisationen, die des Gemeindearbeiterverbandes und eines blauen" Lokalvereins das lichtscheue Kesseltreiben der Vorgesetzten geradezu begünstigt. Daß den Aufpassern der Verband der Gemeindearbeiter im Magen liegt, ist schon oft nachgewiesen worden, und ebenso konnten wir dabei beobachten, wie die trasfesten Rechtsverletzungen dazu benutzt werden, den im Verband organisierten Kollegen das Leben so sauer wie möglich zu machen. Wenn die Aufpasser mit diesen organisierten Arbeitern sonst nicht fertig werden können, so begibt man sich auf das Gebiet der Denunziation. Man beschuldigt Hinz und Kunz, während des Dienstes in einer Wirtschaft gewesen zu sein. Ist der Beschuldigte oben nicht gut angeschrieben, so erfolgt meistens seine sofortige Entlassung. Verantwortet sich ein Arbeiter gegenüber dem Herrn Vorarbeiter, so In den Heimstätten weichen in diesem Winter die BelegungsMatthäus 16-20. Aber seien Sie überzeugt, auch dieser 19. Vers 3iffern erheblich von denjenigen des vorigen Winters ab. Fat wird er gemeldet und mit Strafarbeit belegt. Nicht einmal, sondern sämtliche Heimstätten sind jetzt stärker belegt als um dieselbe Zeit schon Ihr Urteil gesprochen. Gher werden Himmel und Erde im vorhergehenden Jahre; und in der Heimstätte Blankenburg für mit Schlägen von den Vorarbeitern bedroht worden; reagiert vergehen, ehe ein Tüppelchen dieses Wortes vergeht. Nicht die genefende Frauen ist die Belegungsziffer geringer geworden. Im der arme Teufel darauf, so wird er wegen Insubordination„ geJuden Ihrer Partei Singer, Stadthagen u. a., sondern Jesus Dezember 1906 stand in allen Heimstätten diefelbe Zahl Betten zur meldet" und oft genug bestraft oder entlassen. Die meisten Proteste ift Sieger. Und vor ihm werden auch Sie einst Ihre Stnie beugen Verfügung wie im Dezember 1905: in Gütergoß für lungen gegen ein derartiges Verfahren sind fruchtlos, weil die Direktion und bekennen, daß Jesus Christus der Herr sei zur Ehre Gottes frante Männer 98 Betten, in Buch für Lungenkranke Männer den Beamten mehr als den beschuldigten Arbeitern und ihren des Vaters. Das schreibe ich heute an seinem Geburtsfeste und 150 Betten, in Blankenfelde für lungentrante Frauen 78 Betten, Beugen glaubt. Ein typischer Fall, wie mit der Eristenz der denke dabei an das Wort der Geburtsgeschichte:„ denn sie hatten in Malchow für lungentrante Frauen 104 Betten, ferner in Heiners- städtischen Arbeiter umgesprungen wird, hat sich wieder in den letzten teinen Raum in der Herberge." Nur einen Raum gönnte man Tagen in der städtischen Straßenreinigung ereignet. Ein Arbeiter ihm, auf Golgathas Höhe, das Kreuz. Dennoch hat er sich als dorf für genesende Männer 72 Betten, in Blankenburg für beschwerte sich in einer Eingabe vom 28. November über eine zu Sieger diese 1900 Jahre erwiesen, als Richter über die, die ihn genesende Frauen 70 Betten.( Die Betten der überall auch für Unrecht über ihn verhängte Strafarbeit und gab als Zeugen für nicht aufnehmen, wie Sie an dem Schicksal des armen, geheßten Winterbetrieb eingerichteten Reservebaracken sind mitgezählt.) Ver- die Unrichtigkeit der Angaben des Vorarbeiters einen Nebenkollegen Judenvoltes sehen, als Retter für die, die ihn aufnehmen pflegungstage wurden geleistet im Dezember 1906( in an. Vom genannten Tage bis zum 10. Januar d. J. hat der Arund zwar bis heute als Sieger! Haben Sie und Ihre Partei Klammern für Dezember 1905): bon Gütergoz 2929( 2624), von beiter auf seine Beschwerde nichts gehört. Am 10. Januar früh ergestern abend Wunden heilen, Schmerzen stillen, Tränen trodnen Buch 4630( 8273), von Blankenfelde 2082( 1890), von Malchow folgte die Entlassung des Zeugen, abends die des Beschwerdeführers, können? Aber ich wünschte, Sie hätten mich und unsere Gänger 2888( 2590), ferner von Heinersdorf 1797( 1628), von Blanten- weil er am Totensonntage(!) in einer Wirtschaft in der Neuen auf unseren Stadtmissions- Wegen gestern und heute begleiten und die Freude und die Tränen sehen können, die wir schauen burg 1038( 1265); mithin war die durchschnittliche Tagesbelegung: driedrichstraße gewesen sein soll. Die persönliche Beschwerde gegen diese neuerliche Angeberei des Vorarbeiters( 1. Abteilung) beim durften Sehen Sie, wir haben unsere armen Brüder lieb und für Gütergot 94( 85), für Buch 149( 106), für Blankenfelde 67( 61), Direktor verlief ergebnislos. Man habe nicht nötig, fich um die suchen nach Sträften Abhilfe zu schaffen, wo Not ist und Wund- für Malchow 93( 84), ferner für Heinersdorf 58( 53), für Blankenburg Zeugen des Arbeiters zu fümmern. Daß die beiden Entlassenen baljam auszustreuen, wo es not ist. Wir suchen auch das Woh! 33( 41). Da ist fast überall ein beträchtliches Mehr zu konstatieren, Berbandsmitglieder sind, versteht sich am Rande. Wehe ihnen, wenn meines Boltes, aber auf dem Wege, der seit 1900 Jahren als der I mit Ausnahme von Blankenburg. Warum hier die Belegungsziffer sie sich etwas zuschulden kommen ließen! Die Blauen jedoch und auch die Herren Vorarbeiter können sich Freiheiten heraus- nehmen, die jedem anderen die Existenz kosten würden. Zwischen den Nichtorganisierten Leuten kommen oft genug schlimme Exzesse vor, aber die strenge Ahndung, die bei Verbandsmitgliedern Platz gu greifen pflegt, bleibt hier völlig aus. Es ist geradezu empörend zu sehen, wie ein Teil der Vorarbeiter, die selbst Arbeiter sind, durch niedrige Angebereien und berechnete Liebedienereien ihren Untergebenen stetig mit der Vernichtung der Existenz drohen können. Die Deputation für das Skrastenrcinigungswesen würde sich ein Verdienst erwerben, wenn sie den mastgebenden Herren einmal nahelegte, ihren untergeordneten Beamten einen anständigen Ilmgangston mit ihren Arbeitern anzubefehlen. Oder ist der Kommunalfreisinn nicht mehr imstande, feine Fronvögtc im Zaume zu halten und dem einfachen Arbeiter zu seinem Rechte kommen zu lassen? Tiiunclbahnen zur Briefbefördcrimg. Die Oberpostdirektion von Berlin plant die Einrichtung von elektrisch betriebenen Tunnclbahnen in Berlin zur B r i e f beförderung von den Bahnhöfen nach den Postämtern und umgekehrt zur Beschleunigung der Briefbestellung in Berlin. Diese würde um etwa zwei Stunden beschleunigt werden können und wie die Rohrpost sicher den ungeteilten' Beifall des Publikums finden. Die Briespostivagen würben damr zum größten Teil aus Berlin Vcrschivmden. Wegen der Ausführung dieses Planes hat sich die Oberpostdirektion bereits mit den beteiligten Behörden in Verbindung gesetzt. Bewährt sich dann später diese elektrische Briesbcförderuiig, dürste sie lveiter ausgedehnt werden und dein Fernsprechverkehr Konkurrenz bereiten, besonders wenn es sich um die Ncbermitteluug von Nachrichten usw. an mehrere Personen handelt, die jetzt viel Zeit in Anspruch nimmt. Die Klagen wegen Ucberfiillung unscrer Krenkenhiinscr mehren sich iviedcr. Erst in voriger Woche legte lms ein Kranker, der vom Arzt nach einem Krankenhaus überwiesen war, einen Schein vor, auf dein drei Krankenhäuser den üblichen Vermerk eingetragen hatten: Wegen Platzinangel abgewiesen. Gestern wurde uns wiedmim von einem Kranken ein Schein vorgelegt, aus dem hervorging, daß der Mann von der Charitö, von« Jüdischen und vom Hedwigskrankenhaus wegen Platzmangel abgewiesen worden ist. es fei auch auf Nachfrage nach Betten in städtischen Kranken- Häusern der gleiche Bescheid eingelaufen. Da hat man nun die Berliner Bevölkerung bertröstet auf das neue Virchow-Krankenhaus. Es hieb, wenn das erst fertig fei, würden alle Klagen behoben fein: in Wirklichkeit scheint in diesem Winter der gleiche Notstand wie früher einzureißen. Mit der Wasierfrage in der Straße am Tempelhofcr Berg beschäftigte sich in seiner gestrigen Sitzung der Freisinnige Verein der Halleschen Torbezirkc. Es wurde betont, daß durch die feucr- polizeiliche Verfügung, nach welcher die Wasserleitungsrohre trotz gerichtlichen Urteils aus dem Gelände der Atticngesellschast für Grundbesitz nicht entfernt werden dürfen, nur ein Provisorium ge- schaffen sei. dessen Aufhebung in kürzerer Zeit erfolgen müsse. Der Magistrat sei ja bereit, das fragliche Terrain für den Preis, de» bei einem Enteignungsverfahren in Betracht käme, freihändig zu erwerben, jedoch verlange die Baugesellschaft einen weit höheren Betrag, obwohl es sich um unbebauungssähiges Gelände handele. Jedenfalls aber sei es dringend notwendig, daß die Angelegenheit i»öglichst schnell erledigt werde. Im Falle einer Entziehung des Wassers würden die in Betracht kommenden Häuser wertlos und die Belvohnbarkeki derselben in Frage gestellt. Der Polizeipräsident sowohl wie der Branddirektor würden die Häuser zwangsweise räumen lassen. Die Versammlung nahm einstimmig eine Reso- lution an, in welcher der Magistrat ersucht wird, Maßnahmen zu treffen, um das fragliche Terrain schleunigst zu erwerben und den unhaltbaren Zuständen ein Ende zu machen. Daß der Polizeipräsident und der Branddirektor die Häuser räumen lassen werden, glauben wir kaum; jedenfalls findet sich noch ein Weg der Verständigung. Uebrigens zeigt sich hier wieder einmal die Gemeingefährlichkcit der Terraingesellschaften, deren Tätigkeit der Rcichstagskandidat für den ersten Wahlkreis, Herr Kämpf, nicht genug rühmen konnte. Das provisorische Ladcngeböude in der Gertraudtenstraße zwischen Breitestraße und Pctrikirche wird nunmehr endlich zum Abriß gelangen, nachdem das Grundstück an einen Unternehmer verkauft worden ist. Den Mietern der Läden ist zum 1. April gekündigt worden, weil der Abbruch des Hauses noch im kommenden Frühjahr stattfinden soll. An jener Stelle wird ein monumentales Geschäftshaus errichtet werden. Berschwundencr Buchhändler. Seit acht Tagen ist der Buch- Händler Johannes Hüpeden auS der Barbarossastr. 46 verschwunden. H. verließ am vergangenen Dienstag seine Wohnung, um sich wie gewöhnlich ins Geschäft zu begeben. Von diesem Augenblick an wird er vermißt. Es wird angenommen, daß der Verschwundene einem Unglücksfall zum Opfer gefallen ist, doch ist auch nicht aus- geschlossen, daß er sich das Leben genommen hat. H. ist am 16. Juli 1876 zu Hamburg geboren, ist 1,76 Meter groß, hat dunkles Haar und dunklen Schnurrbart, auffallend kleinen Kopf, hohe Stirn und trug bei seinem Weggehen dunklen Ueberzieher und steifen Hut. Ein gefährlicher Heiratsschwindler. Auf die Ersparnisse junger heiratslustiger Mädchen hatte es ein Schwindler abgesehen, der jetzt entlarvt worden ist. Im Mai vorigen JahrcS lernte der Zu- schneide! Anton Cischcwicz das Dienstmädchen Pauline Sch., das bei einer Herrschaft in der Bergstraße angestellt war, kennen. Er warb um das Mädchen und versprach ihin mündlich und schriftlich die Ehe. Dadurch ließ sich die Sch. betören, dem E. ihre Ersparnisse anzuvertrauen. Kürzlich brachte sie jedoch in Erfahrung, daß ihr Zukünftiger schon längst verheiratet sei. Im vergangenen Monat verschwand er plötzlich und wandte sich nach Hamburg. Das ge- prellte Mädchen hat nun gegen ihn Anzeige erstattet. In gleicher Weise soll C. noch eine Reihe weiterer Opfer betrogen haben. Ein Bcnzinbrand auf offener Straße alarmierte am Montag- abend die 4. Kompagnie der Feuerwehr nach dem Südufer. Dort waren vor dem Grundstück der Ncuchatel Asphalt Compagnie, Nr. 36-42, und dem Petrolcumlagerhof Benzinfässer auf einem Wagen in Brand geraten. Haushoch schlugen die Flammen, weit- hin das Ufer des Schifsahrtkanals bei Plötzcnsee erhellend. Der Kutscher spannte mit Hülfe von Straßenpassantcn schnell die Pferde aus, die dadurch gerettet wurden..Die von mehreren Seiten alarmierte Feuerwehr nahm sofort mehrere Schlauchleitungen vor, konnte natürlich bei dem ungemein feuergefährlichen und explosiblen Brennstoff nicht verhindern, daß die eisernen Fässer samt dem Wagen ausbrannten. Die Entstehung des gefährlichen Brandes wird auf Fahrlässigkeit zurückgeführt. Bei riiicin Gerüstcinstnrz sind gestern vormittag am Bahnhof Putliyftraße drei Arbeiter verunglückt. Die Fußgängerbrücke, die von der Putlitzstraße über den Bahnkörper nach dem Bahnhof führt. soll ausgebessert werden. Zur Herausnahme des Wellblechbelags ließ der Schlossermeister Kurz aus der Lynarstraße 37 heute morgen ein sechs Meter hohes Gerüst aufstellen. Als auf diesem die Ge- sellen Richard Köhler ans der Lhnarstr. 2, Albert Walle aus Rummels- bürg und Felix Bartusch aus der Ruheplatzstr. 3 arbeiteten, brach es um 11 Uhr plötzlich zusammen. Die Gesellen fielen mit den Trümmern auf den Bahnkörper hinab. Köhler mußte mit Ber- letzungen an den Knien und an einem Fußknöchel nach dem Moabitcr Krankenhause gebracht werden. Walle und Bartusch klagten über Schmerzen an der rechten Körverscite. an den Armen und Beinen. im Rücken und an der Schulter. Der Zusammenbruch eines Bankgeschäftes erregt im Südwesten der Stadt einiges Aufsehen. Es handelt sich um das Geschäft von Franz Philippsborn, das seit 46 Jahren besteht und� seit 18 Jahren in der Lindenstr. 22 betrieben wurde. Der Geschäfts- inhaber ist ein betagter Mann in den sechziger Jahren, der als Witwer im zweiten Stock wohnte. Die Kundschaft bestand znm größten Teil aus Handwerksmeistern, Kürschnern, Tischlern usw. Philippsborn scheint wiederholt Fehlschläge gehabt zu haben. Der Pttantwvulicheic Redakteur: HanS Weber. Berlin. Für de? Geschäftsinhaber deckte eigene Verluste mit Geld, das seinen Kunden gehörte. Vor einigen Tagen erstatteten sechs Geschäftsleute die Anzeige, daß sie von Philippsborn ihre Depots nicht erhalten könnten. Der Bankier stellte seine Zahlungen ein. Auf Grund der Anzeigen prüfte ein Kriminalkommissar heute mittag die Bücher. Das Ergebnis war eine Bestätigung der Befürchtungen, die die Kunden hegten. Philippsborn gestand im Laufe des VerhörS, seit längerer Zeit Depotunterschlaanngen und andere Verulitrennngcn be- gangen zu haben. Er schätzt den Verlust seiner Kundschaft auf etwa 66 660 Mark. Nach einem vorläufigen Gutachten von anderer Seite aber ist der Verlust noch beträchtlich höher. Genaue Feststellungen können erst gemacht werden, wenn alle geschädigten Kunden vernommen sind. Im BariätS erhängt. Eine eigenartige Stätte suchte sich gestern der Portier Karl Scheer, Borsigstr. 4 aus, um sich das Leben zu nehmen. Seit etwa 14 Tagen war Sch. in einem VariSto(„Stufst stall") in der Elsasserstr. 37 als Portier angestellt. Als eine der Kellnerinnen gestern durch das Etablisieinent ging, stieß sie plötzlich an einen menschlichen Körper, der an einer Säule hing; es war der Portier Sch. Ein Arzt, der von der llnfallstalioii hinzugernfen wurde, konnte nur noch den Tod feststellen. Das Motiv ist an- geblich in Streitigkeiten zu suchen, die Sch. mit seinen Angehörigen gehabt hatte. Eine unbekannte männliche Leiche im städtischen Obdach. Am 7. Januar d. I. ist im städtischen Obdach in der Fröbelstraße ein dein Arbeiterstande angehörender ca. 66 bis 6S Jahre alter Mann tot aufgefunden worden, über dessen Person sich bisher näheres nicht ermitteln lassen hat. Der Unbekannte ist ca. 1,76 Meter groß, von schlanker Figur, hat gramnelierte Stopfhaare, Glatze und graumelierten Schnurrbart, blaue Augen, gebogene Nase und war bekleidet mit einem braunen und einem dunklen Jackett, dunkler Weste, schwarzer Hose, Trikotunterhose. weißem Hemd, grauen Strümpfen, braunem gestrickten Schal, weißschwarzgestrciftem Halstuch und schwarzen Halbschuhen. Kennzeichen: auf der Glatze zwei Schorfnarben. Personen, welche Angaben zur Sache machen können, werden gebeten, der Kriminal- Polizei, Zimmer 326, oder einem Polizeirevier zu den Akten 186 IV 41 67 ihre Mitteilungen zu machen. Photographie der Leiche ist vorhanden. Einen glücklichen Ausgang nahm ein Unglücksfall, der gestern nachmittag in der Prenzlauerstratze großes Aufsehen hervorrief. Der etwa Mjährige angetrunkene Gelegenheitsarbeiter Karl Linowski lief gegen Viß Uhr vor dem Hause Prenzlaucrstraßc 26 unmittelbar vor einem herannahenden Straßenbahnzug der Linie 6l auf den Fahrdamm und rannte gegen die Perronwand der Vördcrplattform. L. wurde zurückgeschleudert und blieb besinnungs- los auf dem Straßenpflaster liegen. Ter Arbeiter wurde mittels Slrankcnwagcn nach der Unfallstation in der Keibelstraße gebracht, wo festgestellt wurde, daß der Verunglückte nur leichte Haut- abschürfungen erlitten hatte. Linowski, der obdachlos ist, wurde nach dem Polizcigcwahrsam in der Alcxanderstraße gebracht. Arbeiter-Tamariterkolonnc. Donnerstag, abends 6 Uhr, 4. Ab- teilung, für Lichtenberg und Umgegend, Ucbungsstunde' bei Pieckcn- Hagen, Scharnweberstr. 60. Vortrag über Verbrennungen, Er- frierungcn, Hitzschlag, Blitzschlag, Beschädigungen durch Elektrizität. Bortragender Herr Dr. Hirschfeldt. Nachdem praktische Uebungen sowie Vorführung der Sauerstoffatmung. Das Erscheinen aller Mitglieder wird erwartet. Neue Mitglieder können jederzeit ein- treten.'_ Vorort- IVadmcbtem Stadtverordnetenwahl im Wilmersdorf. . Arbeiter, Parteigenossen! Am heutigen Tage nehmen die Stadtverordnetenwahlen in der dritten Klasse ihren Anfang. Wie notwendig es ist, daß auch die Sozial deniokratio in dem DreiNassenpaAament vertreten ist. haben wir Euch schon oft gezeigt. Die Gegner setzen alle Hebel in Bewegung, um auch in dem neuen Stadtparlamcnt unter sich zu bleiben, ist ihnen doch die Sozialdemokratie und deren Politik ein Dorn im Auge, weil sie ihre Vetternwirtschaft in der Kommune durchkreuzt. Diejenigen Genossen, welche sich während der drei Wahl- tage tagsüber zur Arbeit verpflichtet haben, werden nochmals daraus aufmerksam gemacht, sich am 16.. 17., 18., vormittags um 8'/, Uhr in unsereni Zentralwahlbureau.„Luiscnpark", Wilhclmsaue 112, einzufinden. Von hier aus wird dann die Besetzung der einzelnen Abstimmungslokale bestimmt. An alle übrigen Wahlvereinsniitglieder aber ergeht die dringende Aufforderung, sich am 17. und 13. von abends 6 Uhr ab in folgenden Lokalen einzufinden: Für den 1., 2. und 3. Abstimmungsbezirk(Halensee) bei Blaurock, Kurfürstendamm 137; 4. und 5. Abstimmungs- bezirk bei Natu sch, Uhlandstr. 71; 6., 7. und 8. Abstimmungs- bezirk bei S ch o l z, Nachodstr. 15; 9. 10., 11. u. 12. Abstimmungs- bezirk bei O k o n, Uhland-, Ecke Gasteincrstraße; 13. u. 14. Ab- stimmungsbezirk im„Luisenpark", WilhelmSaue 112; 15. und 16. Abstimmungsbezirk bei Fischer, Bruchsalstratze. Ecke Durlacherstratze. Die Kandidaten der Sozialdemokratie sind die Genossen: Maurer Hermann Behrendt. Buchdrucker Georg Frese. Stukkateur Otto Gladikow. Dachdecker Friedr. Henkel. Drechsler Emil Kiefer. Maurer Friedr. Köpping. Bildhauer Friedr. Pieper, prakt. Arzt Dr. Karl Wcstphal. Parteigenossen I Nun sei ein jeder der übernommenen Pflicht eingedenk. Keiner bleibe zurück. Hinein in die Wahl- arbeit l Köpenick. Aus den Kreisen der städtische» Arbeiter wird uns geschrieben Einen beachtenswerten Erfolg hat die gewerkschaftliche Betätigung der städtischen'Arbeiter unscrer mittlerweile so berühmt gewordenen Gemeinde zu verzeichnen. Die hiesige Filiale des Verbandes der Gcmeindearbciter hat im Herbst vorigen Jahres eine Eingabe an den Magistrat gerichtet, in welcher neben der Errichtung eines ArbeiterauSschusseö auch die Abstellung verschiedener im Betriebe der Gasanstalt vorhandener Mängel verlangt wurde, llm'ere damals auch im„Vorwärts" veröffentlichte Kritik der sozialpolstische» Rück- tändigkeit der Stadtverwaltung von Köpenick scheint doch nicht ganz fruchtlos gewesen zu sein, denn dem Gesuch der städtischen Arbeiter auf Einrichtung eines Arbeiterausschusses ist nunmehr Folg« gegeben worden. Wenn die Bewilligung dieser Forderung m>t einer etwas ängstlich aussehenden Gcbcrde vollzogen wird, soll uns das nicht weiter stören. Der Mogistrat sagt iiämlich in seinem Schreiben:„Wir haben gegen einen Arbeiter- auSschuß, der freiwillig von den Arbeitern gewählt wird und der keinerlei Zwang auf fie ausübt, nicht« einzuwenden. Sowohl wir wie die Betriebsverwaltung sind bereit, mit demselben, wenn er unter den genannten Bedingungen gewählt ist, zu verhandeln."— Bei einigem guten Willen der Betriebsleitung wird sich mit den Mitgliedern des zu wählenden Arbeiteransschusses recht gut auskomnien lassen I— Von den übrigen bewilligten Punkten 'neu noch folgende mitgeteilt: Ein Speiseraum für dir Gosarbeiter ist ick» Vcrivoliimgsgebäude hergestellt worden.— Den Arbeitern, die außerhalb des Weichbildes der Stadt arbeiten, wird das Fahr- geld vergütet.— Für die Standauftiehmer werden SicherheitS- laternen und für die Außenarbeiter Regenpelerincn an- geschafft.— Die Schaffung eines Unterkunftsraumes an der Werkstatt für Außenarbeiter soll zurzeit unmöglich sein. weil die Vtrtvaliung durch Vertrag noch biZ 1. Oktober 1667 an den jetzigen Werkstattraum gebunden ist. Dock, soll bei einer Reumiewng die Schaffung eines UnterkunftSraumeS vor- gesehen werden.— Leider konnte sich die Gemeindeverwaltung nicht dazu aufschwingen, ähnlich anderen Städten, allen erkrankten Arbeitern die Differenz zwischen Krankengeld und zuletzt bezogenem Lohn zu zahlen; dagegen erklärt sich die Verwaltung bereit, in Fällen der Bedürftigkeit den Arbeitern während der Krankheit Zuschüsse in er- forderlicher Höhe zu gewähren.— Es wird daher immer eines hoch- »otpeinlichen Verfahrens bedürfen, um die Feststellung zu machen, daß der„Gesuchsteller" wirklich bei Matihäi am letzten an- gekommen ist, um ihn der helfenden Gnade des Köpenicker Stadt- Magistrats teilhaftig werden zu lassen l Potsdam. Todessturz von der Treppe. Die im Hause Jägerstraße 12 wohn- hafte SSjährige Frau Marie Brandt stürzte am Sonnabend vormittag beim Scheuern der löstufigen Haustreppe von der Mitte derselben herab und zog sich schwere Verletzungen an der rechten Schläfe, an der Nase und am Auge zu. Hausbewohner, die sie in sitzender Stellung bewußtlos auffanden, brachten sie nach ihrer Woh- nung, wo sie ohne Bewußtsein 2 Uhr nachmittags ihren Verletzungen erlag. Die Tote hinterläßt neun erwachsene SVinder. Man nimmt an, daß sie in einem plötzlichen Schwindelanfall das Gleichgewicht verlor und herabstürzte. Znm Wahlfonds gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Gutenberg d. P. 9,—. Werkstatt Stock u. Co. 16,—. Vereinte Sangesbrüder Moabit 66,66. Arbeiter d. Gießerei Hauschild, Stralau 6,60. Gehülfen der Malerwerkstatt Ottokar Schmieder 6.66. Kollegen der Drechslerei E. Seeger, Groß-Lichterfclde 3,65. Von den L-Brüdern 26,—. Patienten der Heilstätte Beelitz B I 21,—. Nadfahrerverein„Vorwärts" Tempelhof-Maricndorf 16,—. Mitglieder vom Fahrpersonal der Schloßbrauerei Schöneberg, Sektion II des Brauereiarbcilerverb. 22,—. Charlottenburger junge Garde 4,66. Werkstelle der Wirtschaftsgenossenschaft Berliner Grundbesitzer 3.—. Arbeiter-Raucherbund Berlins und Umgegend 166,—. Berbands- mitglieder der Buchdruckerei A. Seydel u. Co. 12,26. Streikende von Siemens u. Halske, Kontrolle Schles.-Bahnhof 16,66. Gesamt- personal d. Buchdr. v. Maurer u. Dimmick, 2. Rate 7,56. Personal ver Buchdruckern F. A. Günther u. Sohn 14,76. W. K. 2.—. Zentralverband der Zivilberufsmusiker, Ortsverwaltung Berlin 66,—. Summa 365,36 M. Bereits quittiert 13 639,99 M. Summa 13 465.29 M. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen- genommen. Vermischtes. Ein Bankdirektor erschossen. Der Direktor der Lübecker Com- merzbank. Stiller, Wortfiihrcr des Lübecker Bürgerausschusses und früherer Reichstagsabeordiretcr für Lübeck,«wurde gestern auf offener Straße von der ehemaligen Pflegerin seiner gcisteslranknr Frau, einem Fräulein, Betty Schul», erschossen. Die Täterin erschoß sich dann selbst. Der gestrandete Dampfer. Ueber die Strcmdung des Dampfers „Lüne Worrmamr" erhielt die Reciderei aus Lome ein Tellegoamm vom gestrigen Tage, nach»velchcm der Schleppversuch durch den Dampfer„Hans Woermann" erfolglos geblieben ist. Heute werden „Alexandra Woermann" und„Henriette Woermann" gemeinsam einen Absckleppverfuch machen. Das gestrandete Schiff ist»roch dicht, die Lage ist unverändert., Eine Gasexplosion. In Posen erfolgte gestern nacht um t42 Uhr in dem Gasmcsserhaus der ftädtischen Gasanstalt eine heftige Erplosion. Das Gebäude ist vollständig zertrümmert, auch die Nachbargebäude sind stark beschädigt. Aus der Grabe» und Dammstraße wurden durch den Luftdruck fast alle Fensterscheiben und mehrere Türen eingedrückt und auch in einigen Wohnuiqzen Verwüstungen angerichtet. Vier Personen erlitten kleine Ver« letzungen, hauptsächlich durch Glassplitter. Die Ursache der Ex- plosion ist bis jetzt unbekannt. Singegangene Druchfchnfteii. Di« Nummer 2 des„Süddeutschen Postillons" sandle uns der Verlag M. Einst in München. Ein schönsarbigeS Wahlbild voll Leben und Aufklärung gibt M. E. in seinem„Die Schmarotzer", dem E. Kl. ven poetischen Wahlausrus„Wir wäblen rot". solgen läßt. H. P. bringt ewe ausdrucksvolle Zeichnung„NeichSjchmerzen" mit gutem WIK. Im farbigen cäsentiett M. E. die liberale Wahlparole und de Schlutzbild präsentiert M. E. die liberale Wahlparole und den Rülllschwur im Souterrain. Auch textlich bietet die Nummer reiche Auswahl und bleibende slusklärung den weiten Kreisen der Proletarier: Die Unter- wersung der Bondetz watts.— Zun, Kamps(Geb.).— Wablgedanken.— Zuerkennung des Nobelpreises(Jllustr.).— Staatsräsong(Geb.).— Eni- sagung(Geb.).— Der Ochse.— Studentische Gahihülse.— Vom Wahl« kriegSschauplatz.— Keine Ucberstürznng(Jllustr).— Bülow hatte einen Piepmatz(Gcd.).— Krähwinller Landsturm Berliner Marktpreise. Aus den, amtlichen Bettcht der städttschen Markthallen-Direltion.(Großhandel.) Nmdflelsch la 70-75 pr. 100 Pfd., IIa 64- 69, lila 58-63, IVa 50-58. Kalbfleisch, Doppelländer 120-135, la 86-93, IIa 75-85, kUa 58-72, Holl. 56—62. Haniniclsleisch la 67—75, IIa 52—65. Schweinefleisch 33—62. Rehwild la per Psd. 0,65. IIa 0,00-0,00. Rotwild la 0,36-0,46, IIa 0,30-0,35, do. Kälber 0,30-0,44. Damwild 0,40-0,45, do. Kälber 0,45-0,55. Wildschweine 0,39-0,46. Frischlinge 0,00—0,00. Hasen per Stück 2,56—2,65, do.(lein und IIa 2—2,40. Kaninchen per«tück 0.50—0,90. Wildenten per Stück 1,20. Hübner, alte per Stück 1,50—2,90, do. IIa 1,10—1,40, do. junge per stück 1,10—1,75. Tauben per Stück 0,50—0.60, junge kleine 0,00. italienische 1,00. Eulen per Stück 2,00—2,80. Hamburger junge per Stück 0,00. Gänse, Oderbrucher, per Psd. 0,00, do. Hamburger pr. Psd. 1,00, Eis« 0.57—0.53. Heckt« per 100 Psd. 78—82, mitlcl 0,00. Zander 0,00, malt 101. Schleie, groß 0,00, unsort.(H00. mittel 0,00. Bleie 28-29, Aale, groß 0,00, mittel 0,00, kletn und mittel 0,00, unsortiert 0,00. Plötzen 25— 80. Karpfen, 10er 0,00, do. 30— 35er 0,00, do. unsortiert 0,00, 50— 60 er 0,00, 80— 100er 0,00. Barle, matt 0,00. Karausche» 0,00. Bleisische 0,06. Weis 0,00. Bunte Fische 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. tla neuer 90—100, do. III» neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 0.75—1,25, Danziger, Wall 0.80. Flundern, Kieler. Stiege la 4— 6. do. mittel ver Kille 2—3. Hamb. Stiege 4—5, balbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Stiele,' 3,50—5,00, Stralsunder 0,00. Aale, grotz per Pjd. 1,10—1,30, mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,56—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schcllsische Kiste 3—4,00, do. '/»Kiste 2,06 Kabliau. p. 100 Psd. 20—25. Heilbull 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 93, 1904er 93, 1905er 90, l906er 73—75. Schottische Bollhcringe 1905 0,00. laixs 40-44. füll. 36—38, med. 35—49, deutsche 37—44. Heringe, neue Masses, per•/, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1.50—1,60. Braihcttnge, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Reunaugen, Schocksah 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Hummern, kleine, per Psd. 0.00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, tleine 0,00, uniort. 0,00. Galizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4.75—5,25. Butter per tOO Pjd. la 114-120. IIa 110-115. lila 108-112. abjallcnde 90-100. Saure Gurken Schock 3,50—4,00, Psessergurken 3,50—4.00. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, raagnurn bonrnn 2,10—2,25, Daberfch« 2,10—2,25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salalkartosscln 5,00—6,00. Spinat («er 100 Pfund 6—10. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 2.00—5,00, do. pommcrschc 5,00—6,00. Zwiebeln große, per tOO Psd. 1.25— 4,00. do. kleine 2,00—2,50. do. hiesige«Perl-) 6,66. Charlotten 6,66. Petersilie, grün, Schockbund 2,66. Kohlrabi per Schock 6,66. Reltig, bahr., per Schock 2,46—4,86. Radieschen per Schockbund 6,66. Salat, per Schock 6.66. do. Escarole. per Mandel 6.66, do. Endivien 0,06. Mohrrüben per 100 Pfund 2,50—3,00. Teltower Rüben per tOO Pfd. 8—10. Weiße Rüben, große 2—2,56, kleine 6—8. Rote Rüde» 2—3. Blumenkohl Holl, per Kops 6,06. ital. per Kops 6.17-6,36. Wirsingkohl ver Schock 3,66—6.06. Rotkohl p. Schock 3,66-8.60. Weitzlohl 106 Psd. 2.06-2.50. Rosenkohl p. 100 Pfd. 10—25. Grünkohl per 100 Psd. 1—3 Schnitttauch 12 Töpfe 4—4,56. Kohl. rüben, Schock 2,00. Kürbis 0,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—16, bihmische 8-20. Aepsel, per 100 Psd., hiesige 6—22, Gravcnsteincr 0,00, Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32— 60, Amettk. 12—80. Zitronen, Messina, 300 Stuck 6.00—10.00. 360 Slück 8.00- 9.00. 200 Stück 9-13. Apfelsinen, Jaffa, per Kiste 0—00, Murcia 900 er Kiste 6— 10, do. 300 er 7—11, Valencia 490er Kille 10—16, do. 714er 18— 20, Messina. Blut- 100er 10.»o. 160er 10,60, do. 80er 9,50 Inseratenteil verantw.: TO. Glocke, Berlin. Druck u. Perlag: Vorwärt» Puchdruckerei u. PerlagsanstaU Paul& Co., Berlin SW. r. 13. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. ttwoch, 16. Januar 1907. Die russische Revolution. Das Vorspiel zur Wahl. die 11 " Berlin zu Fuß zurückgelegt nichts übrig geblieben, als zu Stehlen.| Beklagten nicht hätte entgehen können und verurteilte deshalb die Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu 6 Monaten Beklagte dem Grunde nach, indem sie das eigene Verschulden des Gefängnis. fannt waren. Macht die Besprechung der Maifeier eine Werkstättenversammlung anmeldepflichtig? Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 7 bis 9½ Uhr abends statt. Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 1hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Wiertzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Bruno M. Wir können eine und dieselbe Sache unmöglich zweimal abdrucken, Sie finden das Gewünschte in dem im Verlage der Buchhandlung Borwärts erschienenen Gedichtbändchen Fackeln der Zeit" von L. Leffen. ( Breis 50 Pf.). 37. 1. Wenn inzwischen keine Anerkenntnis und feine Einklagung stattgefunden hat ja. 2. Wenn Sie innerhalb einer Woche nicht Widerspruch erheben, wird der Zahlungsbefehl für vollstreckbar erklärt. 23. D. 404. 1. Nein. 2. Sie müßten bei Gericht beantragen, Ihnen eine angemessene Frist zu bewilligen. In erster Reihe beantragen Sie Abweisung der Klage. 3. Ja. G. R. 2. 07. Ja. C. B. 15. Schildern Sie Ihren Fall und knüpfen Sie daran die Frage. J. R. 10. Eine bestimmte are gibt es nicht. Das Gericht billigt angemessene Ge bühren zu. N. 100. Nein, die Frage ist aber sehr bestritten. 111 8. uns find die einzelnen Stassen nicht bekannt, Sie finden Sie im Adreßkalender II. Teil. M. N. Nein.- Helmuth 2. Die Klage wäre aussichtslos. 1. Lohnbeschlagnahme kann ausgeführt werden; wieviel freizulassen ist, hat G. 2. 100. In solchem Falle erben nur die Eltern.. Forderung 72. der Nichter von Fall zu Fall zu bestimmen. 2. Unter allen Umständen erbt der Ehemann. Beschlagnahme wäre zulässig. 2. P. 29. 1. Mein. 2. Nichts. Eine Klage auf Bahlung des vereinbarten Lohnes hätte in dem 2. 3. 27. Uns von Ihnen geschilderten Falle Aussicht auf Erfolg. H. B. 10. Uns nicht bekannt. nicht bekannt. D. F. 42. Wenden G. 2. 1876. 1. Ja. 2. Amtsgericht Sie fich an die Direktion. aber die Formvorschriften beobachten. Beispiele und Anleitung hierzu Grunerstraße. 3. Sie können eigenhändig ein Testament anfertigen, müssen finden Sie auf den letzten Seiten des dem Arbeiterrecht beigefügten Klage auf Herausgabe hat Aussicht auf Erfolg. 2. 16 Stimmen. R. J. Nein, Sie müssen sich aber vorher an die Bolldirektion wenden. Dort wird Ihnen mitgeteilt, welche Bescheinigungen erforderlich find, damit die Bollfreiheit eintritt. E. B. Nein. 2. 8. Uns nicht bekannt. A. S. 60. Das können Sie tun, wie Sie wollen. F. H. 46. Ja. S. 21. Ja.- V. E. 1907. Für den Antrag aus§ 170 ist die Beihülfe 2. 100. Die Firma ist im . 45. 1. Strafbar find Sie nicht. Es wird vorauseines Anwalts erforderlich. Wird der Antrag vom Gericht abgelehnt, so entstehen 100 M. Gerichtstoften. Recht. Klägers berneinte. Das Oberlandesgericht Dresden urteilte auf die Berufung der Beklagten im wesentlichen im Sinne Nach dem Wahlgefeße muß die Abhaltung von VersammBestrafte Nachlässigkeit der Stadtgemeinde Soldin. des ersten Richters; erkannte jedoch betreffend das eigene Ber Inng'en den Wählern gestattet werden. Die Periode dieser Bei einer Straßenkreuzung in Soldin hatte man die Straßen- schulden des Klägers auf Erbringung des Beweises dafür, daß ihm Dieser die Fördermaschine der Beklagten und das Dampfausstoßen der= Borbersammlungen ist durch einen Tagesbefehl eröffnet, den rinnen, mit einem Bohlenbelag versehen, weitergeführt. der stellvertretende Petersburger Stadthauptmann am 9. Januar Bohlenbelag ragte bis zu einem Drittel in bas Niveau des felben nicht bekannt war, anderenfalls grobe Fahrlässigkeit anBürgersteiges hinein. Eine der fichtenen Bohlen war durch die genommen werden müßte, und der Anspruch dem Grunde nach nur an die Polizei der Hauptstadt gerichtet hat. Er stellt in diesem Tagesbefehl fest, daß den Wählern gestattet werden soll, Länge der Zeit untauglich geworden und zog sich von Zeit zu Zeit zur Hälfte als gerechtfertigt anerkannt werden könne. trumm, so daß die beiden Enden emporstanden. Die Stadtgemeinde Die beklagte Gewertschaft machte in einer Revision geltend, 3weds Beratung über die Personen, welche würdig sind, ge- hatte nun diese Bohle nicht durch eine neue ergänzen lassen, sondern daß die Ansprüche an sie nach Lage der Sache überspannt seien. wählt zu werden, Vorversammlungen abzuhalten." Nur folche ihren Polizeiorganen die Anweisung gegeben. Der gesteigerte Verkehr bringe ftets Gefahren mit sich, die nicht Männer, die in die Wählerlisten des betreffenden Wahlbezirks refp. die trummgezogene Bohle stets umzudrehen, absolut zu beseitigen find. Es hätte der Fuhrmann, der bei den Wahlkongreffes eingetragen sind, dürfen an den Vorversammlungen daß sie wieder gerade getreten werde, daß Bergwerken verkehrte, sich um die Geräusche derselben kümmern die beiden emporstehenden Enden nach unten teilnehmen, die in geschlossenen Räumen vor sich gehen müssen. Der an- also zu müssen, und hätte dann absteigen und die Pferde am Kopf halten wesende Polizeikommissar kann die Vorversammlung auflösen, falls als die Ehefrau des Klägers dieses Rechtsstreites an einem bom liegen kommen. Dies wurde auch eine Zeitlang so geübt. können. Die Revision hatte aber keinen Erfolg, sie wurde einem bom sechsten Zivilsenat des Reichsgerichts zurüd= fie offenbar von dem Gegenstande der Beratung abweicht Tage die betreffende Straßenstelle passierte, und vom Trottoir ab- gewiesen. ( die Feststellung dieser, offenbaren" Abweichung hängt natürlich gehend die Straße bei der Kreuzung queren wollte, überschritt ste ganz von dem Ermessen des Polizeikommissars ab), falls irgend das ins Trottoir hineinragende eine Ende der wieder krumm geRaub des eigenen Kindes. welche Aeußerungen den Haß eines Teiles des Volles gegen einen wordenen Bohle. Jm selben Augenblick sprang auf der entgegengesetzten Der am 28. Juni 1880 zu Bunzlau geborene Stuffateur Bruno anderen Teil schüren fönnen, falls unerlaubte Geld Seite ein Junge auf das andere Bohlenende, um zu schaufeln oder Reimann, Brüsselerstr. 16 wohnhaft, legt Wert darauf, festzustellen, sammlungen veranstaltet werden, falls fremde Personen anwesend zu wippen. Infolgedessen sprang das Bohlenende, welches die Frau daß er mit dem Bruno Reimann nicht identisch ist, über dessen sind und nicht entfernt werden, falls die Ordnung durch des Klägers überschreiten wollte, in die Höhe und ihr zwischen die Revision vor dem Reichsgericht am Donnerstag berichtet ist. rebellische Rufe oder Aeußerungen, durch Verherrlichung oder Beine, was schwere Verlegungen der Kniee zur Folge hatte. Der Rechtfertigung von Verbrechen"," durch Aufreizung zu Gewalt lagende Ehemann verlangte dafür Ersatz für die aufgewendeten Heilungskosten und sonstigen Schäden. tätigkeiten oder zu Ungehorsam", oder durch Verbreitung von Das Landgericht Landsberg a. W. erkannte den Anspruch verbrecherischen Aufrufen oder Druckwerken" gestört wird, und des Klägers dem Grunde nach als gerechtfertigt an. falls die Versammlung auf diese Weise einen Charakter an- Dahingegen änderte das Kammergericht zu Berlin auf die genommen hat, der für die öffentliche Ruhe und Sicherheit Berufung der Eetlagten Stadtgemeinde das erstinstanzliche Urteil drohend ist. dahin ab, daß es den Klageanspruch nur der Hälfte nach für Man sieht, daß dem Ermessen der Polizeibeamten ein sehr gerechtfertigt erklärte. Das Kammergericht vertritt die Ansicht, daß weiter Spielraum gewährt wird. Sie können je de Außerung ver- sich die Beklagte auf den Entlastungsbeweis nach§ 831 B. G.-B. nicht berufen könne, da sie auch bei ordnungsmäßiger Auswahl ihrer bieten, die sich nicht direkt auf die Person der Kandidaten bezieht. Polizeiorgane doch deren Verrichtungen überwachen oder beaufsichtigen Solche Versammlungen" tönnen also nur die Karikatur einer müsse, was aber nicht geschehen sei. Den Ausführungen der Bewirklichen Wahlagitation sein. Und die ersten Erfahrungen zeigen flagten, daß der Zustand der Straße für die Verhältnisse der schon, wie die Polizei die ihr eingeräumten Befugnisse hand- fleinen Landstadt genügt hätte, trat das Gericht nicht bei. Andererhaben wird. Schon auf der ersten in St. Petersburg ab- feits aber erblickte das Kammergericht in dem sorglosen Ueber gehaltenen Vorversammlung unterbrach der Polizeikommissar fortschreiten des Bohlenendes ein Mitverschulden der Berlegten, daß während alle Redner. Dem Vertreter der Kadetten, Hessen, und sie zum mindesten den Knaben hätte sehen müssen, der sich mit dem Sozialdemokraten D. entzog er das Wort, jenem, weil er die der Bohle zu schaffen machte und da ihr auch die Verhältnisse beRegierung kritisierte, diesem, weil er sagte, daß der Verband des Gegen dieses Urteil hatten beide Parteien Revision eingelegt, russischen Volkes Bogrome organisiert! Der Polizeikommissar erblickte und hob der vierte Zivilsenat des Reichsgerichts das in der leztgenannten Konstatierung die Aufreizung eines Teiles Urteil auf die Revision des Klägers bin auf des Volkes gegen einen anderen"!! und erkannte vollständig zu dessen Gunsten, Wenns nach den Wünschen unserer preußischen Junker und während die Revision der Stadtgemeinde zurück ihrer Freunde und Kumpane ginge, würden wir in Deutschland gewiesen wurde. Der Senat führt in seinen Entscheidungsbald ebensolche Wahlgefeze und ebensolche Vorversammlungen" gründen aus, daß mit Unrecht ein Verschulden der Verlegten angenommen worden sei. Es sei nicht gerechtfertigt, daß ihr zugemutet beschert bekommen. werde, dem Bohlenende wegen der bloßen Möglichkeit eines Unfalles Der Allrussische Eisenbahnerverband. auszuweichen. Im übrigen jei es auch vollkommen geWie vom Zentralbureau des Allrussischen Eisenbahnerverbandes rechtfertigt, wenn die Stadt für den gefährlichen mitgeteilt wird, haben alle Lokalkomitees, die der Verbands- 3 u stand der Bohle verantwortlich gemacht werde. Führers. Steglitz 62. 1. Eine solche Lohnabtretung ist ungültig. organisation angehören, die Ueberzeugung ausgesprochen, daß mur Der Gemeinde bleibt vorbehalten, nun ihrerseits den Bürger- 2. Die Alimentenforderung geht vor. Genosse im Harz. 1. Eine Vertreter der sozialistischen Parteien( Sozialrevolutionäre, Sozial- meister regreßpflichtig zu machen. Demokraten, Boltssozialistische) und der ihnen na hestehenden Drganisationen( Arbeitsgruppe, Bauernverband) in der neuen Duma wirklich die Interessen der Arbeitenden zum Ausdruck bringen tönnen; infolgedessen haben Lokalkomitees beschlossen, Wie feiern wir den 1. Mai?" so lautete der zweite Punkt der daß für die Dauer der Wahlkampagne mit allen diesen Parteien Tagesordnung einer Werkstättenversammlung der Zigarettenarbeiter und Organisationen Blocks gebildet werden müssen zum Zwecke der und Arbeiterinnen der Firma Garbaty, die im April vorigen Jahres Durchbringung von gemeinsam aufgestellten Kandidaten. Da, to stattfand. Der Arbeiter Hoffmann meldete sich zu diesem Punkte und die Durchbringung solcher Kandidaten unmöglich ist und wo die verlangte die Nichtbeachtung der Maifeier, da diese eine frivole fichtlich die Steuer für die beiden letzten Jahre gefordert werden. 2. An die Versicherungsanstalt, die auf der Karte genannt ist. Gefahr eines Wahlsieges der Oftobristen oder der echt russischen Handlungsweise und Kraftprobe der Sozialdemokratie sei. Als er fort G. Lange. Ja. G. F. 10. Die Geburtsurkunde erhalten Sie Leute droht, soll für solche Kandidaten der Kadettenpartei gestimmt fahren wollte: Der sozialdemokratische Parteitag...", unterbrach vom Standesbeamten, wenden Sie sich an diesen. Koppenstraße 94. werden, welche im Einverständnis mit den örtlichen Komitees der ihn der Vorsigende. Dieser stellte dann fest, daß von 400 Arbeiterinnen Sie müßten nachweisen, daß Erwerbsunfähigkeit im Sinne des Invaliditätsfozialistischen Parteien und der ihnen nahestehenden Organisationen und Arbeitern der Firma nur 100 da seien und diese keine bindenden gesezes vorliegt. Wenden Sie sich an den Magistrat, Köllnischer Bart. aufgestellt worden sind. Beschlüsse fassen könnten. Es werde eine Urabstimmung durch Liften. 124. 1. Sie können beide reklamieren. 2. Ja. 3. An die Rella mationstommiffion. Van 8623. Ja, sofern nicht örtliche Polizeia darüber vorgenommen werden, ob man beim Chef vorstellig werden solle, am 1. Mai die Fabrik gänzlich zu schließen. Es bestand näm- bekommen. 2. Dem Schuldner, also dem Vater, ist zu fündigen. verordnungen dagegen stehen. 2. 2. 15. 1. Seder kann seinen Teil Gerichts- Zeitung. lich die Absicht, ein solches Gesuch an den Chef zu richten, wenn Sumor 2. Ja.$. 2. 39. Die angeführten Bestrafungen find kein Mehrere Einbruchsdiebstähle führten den ehemaligen zwei Drittel der Beschäftigten sich dafür erklärten.- Der Hindernis für die Erwerbung der Stonzession. C. K. 1. Erst muß N. Ja. Fähnrich Horst von Thielen gestern auf die Anklagebant Einberufer Cohnreich und der Versammlungsleiter geflagt werden. 2. Das Unentbehrliche muß belassen werden. 9. 1000. 1. und 2. Wenn Sie den Offenbarungseid nicht leisten, der dritten Straftammer des Landgerichts II. Der erst- 22 Jahre Müller wurden wegen lebertretung der§§ 1 und 12 bes weil angeklagt, 3. und 4. Nein. sich hier um alte Angeklagte ist in Langensalza geboren und der Sohn eines Vereinsgesetzes eine fönnen Sie zweds Leistung verhaftet werden. B. W. 18. Nein. Gefällig 15. 1. Nein. 2. Nur, wenn in der Oberleutnants. Nach seinen Angaben ist er in der Kadettenanstalt nicht polizeilich angemeldete, aber anmeldepflichtige Versammlung 23. R. 100. erzogen worden, zwei Jahre Soldat gewesen und während seines zur Erörterung öffentlicher Angelegenheiten Die mündliche Vereinbarung entspricht dem Gefeß und ist gültig. Besuches der Kriegsschule ohne seine Schuld in einen Ghrenhandel handele. Das Landgericht Berlin sprach aber die.. 100. Beantragen Sie Nüdgabe. Ob eine strafbare Handlung verwidelt worden, der sein Verbleiben beim Militär unmöglich Angeklagten frei, weil in der Versammlung öffentliche Angelegen- vorliegt, ist aus Ihrer Darlegung nicht zu ersehen. 5. C. 41. Die machte. 5. R. 78. 1. Die Frau fann bestreiten. Er will dann eine Dampfziegelei gekauft, bei diesem heiten gar nicht hätten erörtert werden sollen, sondern nur die rein Gegend öftlich der Elbe. Unternehmen aber sein ganzes Vermögen verloren haben. Er ist private Angelegenheit der ganz bestimmt zählbaren Arbeiter einer 2. Wird wegen Ehebruch geschieden, so können die beiden einander nicht R. M. danach sehr bald auf eine schiefe Ebene geraten und als er zwei bestimmten Fabrit, ob sie am 1. Mai feiern wollten oder nicht. heiraten. Auf Antrag fann das Gericht Dispens erteilen. Strafen wegen Arrestbruchs und Betruges erhielt, sagten sich seine Auch sei die Versammlung durch Hoffmanns Worte nicht zu einer Eine Slage würde mur dann Aussicht auf Erfolg haben, wenn Sie die von sämtlichen Verwandten von ihm los und über anmeldepflichtigen geworden, da Hoffmann vom Vorsitzenden alsbald Ihnen behauptete Berabredung beweisen können und zur Arbeit sich melden. Wolter. Formulare erhalten Sie in der Buchhandlung von Hoffmann, ließen ihn seinem Schicksal. Wie sich dieses gestaltet hat, am Weiterreden verhindert worden sei. Blumenstr. 14. J. W. St. 36. Die Bermietung fann gestattet zeigt die jetzige Anklage. Er ist ein sehr dreister und fleißiger Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein. werden. M. 2. 3. 12. Wenden Sie sich an eine zuständige Fabrik. des Der erste Straffenat Einbrecher geworden, der die Einwohner von Zeuthen, Schmödwig, Kammergerichts Wir fönnen nicht wissen, welchen Brenner Sie meinen. 7. T. 1000. Paul N. 24. Leider ist im Klagewege dagegen nichts Grünau und Umgegend im Herbst v. J. in Schrecken versett und die unter Vorsiz des Kammergerichtsrats Dr. Kro- 1. und 2. Ja. 6. 5. 13. Sa. Mr. M. 11. Nein. J. K. T. 101. Gendarmerie lange Zeit in Atem gehalten hat. Sein Aufenthalts- neder verwarf die Revision der Staatsanwalt zu machen. Hochheim. Wir können Ihnen nur den Rat er ort war eine verlassene Laube auf einer Wiese in der Nähe von Schaft mit folgender Begründung: Es möge dahingestellt bleiben, 1. Mein. 2. Nichts. Zwei aus Köpenick. 1. 1872. Grünau. Dort nächtigte er und dort richtete er sich mit den Gß. ob die Ansicht des Ober- Verwaltungsgerichts, daß die Maifeier als tellen, sich an einen Arzt zu wenden. 2. Nein. 8. 2. 3. 16. 1. Nein. 2. Wenden Sie sich an einen Waffenwaren, die er stahl, eine recht hübsche Speisekammer ein. In den Erörterungsgegenstand in Arbeiterverbänden stets ein politischer händler. P. M. 200. Sie können dort wählen, wo Sie in der Liste obengenannten Ortschaften tamen im Spätsommer und Herbst Gegenstand sei, in ihrer Allgemeinheit zutreffe. Diese Frage berühre eingetragen find. Blauert. Unsinn! Der Betreffende hat nur eine Tochter. außerordentlich viele Einbruchsdiebstähle vor. Während die Insassen den vorliegenden Fall nicht. Hier habe es sich gar nicht E. K., Charlottenburg. 200 Marten wären erforderlich, dem Beder Wohnungen schliefen, war der Einbrecher durch das Fenster darum gehandelt, in der Versammlung zu erörtern, ob die Maifeier treffenden steht aber, so weit ersichtlich, eine Rente nicht zu, da er seinen . 2. 36. Sie erben in beiden Fällen eingedrungen, nachdem er die Glasscheibe sehr geschickt aus dem an sich angemessen sei, ob sie als Demonstration gegen die Grund- Anspruch hat verjähren lassen. mit. A. K. 12. Sft bei Darlehn eine Kündigungsfrist nicht vereinbart, Fensterrahmen geschnitten hatte. Zumeist waren Eßwaren ge- lagen des Staates betrachtet werden solle usto. Sondern Gegenstohlen worden, wie Schinken, Braten, Konserven, Würfte, Kognat, stand der Verhandlung sei hier nur gewesen, ob die Arbeiter einer so beträgt sie bei Darlehen von mehr als 300 M. drei Monate, bei Darlehen von geringerem Betrag einen Monat. Es müßte also zunächst gekündigt aber auch Zigarren in vollen Stiften und anderes mehr. Bei einigen einzelnen Fabrit Zeit erhalten sollten, an der Feier teilzunehmen. werden. M. 15. Nein. H. N., Nigborf. Unverständlich: schildern Einbrüchen ist der Verbrecher überrascht worden, in einem Falle Das könne teineswegs als öffentliche Angelegenheit angesehen Sie den Sie betreffenden Fall. 5. 69. Sie sind wahlberechtigt. hat man sogar einen Revolverschuß auf ihn abgegeben; es gelang werden. Es sei lediglich eine private Angelegenheit der beteiligten Prinzes 11. In der Regel liegt teine Serantenversicherungspflicht vor. ihm aber immer zu entkommen. Das war auch bei einem Einbruch Fabritarbeiter. Die Versammlung bedurfte also nicht der An- Wenden Sie sich an die Krantentaffe, eventuell an den Magistrat, Gewerbedeputation, Stralauerstr. 1-3. 20 2. P. Wenn ein wirkliches Verim Segler- Stafino in Zeuthen der Fall. Der Rafinowächter wurde meldung. Töbnis vorgelegen hat ja. P. M. 82. Der Antrag auf Ersatz nachts durch das Klirren einer Fensterscheibe wach und als er nach der Kosten ist bei Gericht zu stellen. Es steht bei Ihnen, im der Ursache forschte, sah er einen Menschen in bloßen Strümpfen Termin zu beantragen, daß die Stoften dem Kläger auferlegt werden. Laboneilen. Die Fensterscheibe war eingedrückt, so daß fein Zweifel vorlag, daß die Absicht, einen Diebstahl auszuführen, ber- Der Fabritbesitzer C. von Borna hatte einen Bekannten nach Witterungsüberficht vom 15. Januar 1907, morgens eitelt worden war. Der Täter aller dieser Einbrüche konnte lange der Zeche Vittoria" gefahren und fuhr mit dem Wagen Beit nicht gefaßt werden. Als der Befißer der oben erwähnten vor der Fabrik hin und her, um auf seinen Gast zu warten. BlößLaube diese einst aufsuchte, fand er sie geöffnet und im Innern lich stieß die Fördermaschine, wie gewöhnlich, den Dampf aus und olle Anzeichen dafür vor, daß sie ein Unbefugter als Wohnstätte be- haftbar, indem er behauptete, daß durch diese überlauten Geräusche Stationen nußt hatte. Ebenso fanden sich noch Gegenstände, die aus den Für die dem Fuhrwerksbesiker hierdurch entstandenen Schädi Diebstählen herrührten, bor. Die hiervon benachrichtigte gungen machte dieser die Gewerkschaft der Zeche Vittoria" Gendarmerie suchte nun den Verbrecher abzufangen, dieser hatte haftbar, indem er behauptete, daß durch diese überlaute Geräusche aber von der ihm drohenden Gefahr wohl Wind bekommen und hielt der Fördermaschine eine Gefährdung des Verkehrs hervorgerufen Hamburg 770 3 4 Regen sich verborgen. Dem Gendarmeriewachtmeister Grau gelang es würde, für welche die Beklagte verantwortlich fei. Es wäre Pflicht Berlin endlich, ihn festzunehmen, als er auf einem Baumast Siesta ab- der Beklagten gewesen, diese Geräusche herabzumindern, da sie Franti.a.M. 774 SW hielt. Gestern standen nur zwei Einbrüche bei dem über das Maß des Gewöhnlichen hinausgingen und schon mehrere München Billenbefizer Meißner in Zeuthen und bei dem Gastwirt Wichers Male vorüberfahrende Pferde infolge des Dampfausstoßes der Wien in Eichwalde zur Anklage. Diese Straftaten war der Angeklagte Fördermaschine scheu geworden seien. Dagegen wenden die Ver geständig, bestritt aber alle übrigen bis auf einen Einbruch bei treter der Beklagten ein, daß den Kläger selbst eigenes Verschulden Wolff in Handels- Ablage, dessentivegen die Anklage gegen ihn noch treffe; anstatt mit dem Fuhrwert fich zu entfernen, sei er direkt borbehalten ist. Der Angeklagte behauptete, aus Not gehandelt zu vor der Fabrit hin und hergefahren. Kläger macht geltend, daß haben. An die schwere Handarbeit, für welche er sich wiederholt ihm das Geräusch der Fördermaschine unbekannt war und daß er verbungen gehabt, sei er nicht gewöhnt gewesen, so daß er sie nicht noch nie ein so starkes Geräusch auf einer derartigen Maschine gehabe aushalten können, andere Arbeit habe er nicht gefunden und hört habe. so sei ihm beim Bersagen feiner Verwandten und beim Fehlen jeg licher Mitteler habe seinerzeit den Weg von Westpreußen bis " ea Die Fördermaschine eines Bergwerks als haftpflichtiger Verkehrsstörer. fritischen Beit beide verkehrt haben.- Deife. Mirgends.- 23. K. 1 Barometer. fland mm Swinembe 76523 768 23 quis Bun Windstärke Better 3 balb bb. 3 Regen Zemp. n. C. at 9 Stationen Barometer. fland mm 5 Haparanda 7436 quis 6 Petersburg 754 GD 5 Scilly 6lberdeen Baris Bunippa Windstarle 8 lthr. Better Zemp. n.. 1981 23965 2 bedeckt 13 2 bedeckt 775 SS28 4 bedeckt 768 S 7778 2 heiter 1 bedeckt 3 bedeckt 776 SW 4 bedeckt 771 WNW 7 bedeckt Wetter- Prognose für Mittwoch, den 16. Januar 1907. Nachts etwas fühler, am Tage mild, jedoch vorwiegend trübe mit leichten Regenfällen und ziemlich lebhaften westlichen Winden. Berliner Wetterbureau Wasserstand am 15. Januar. Elbe bei Auffig Meter, bei Dresden Unstrut bei 45 dp., bei Magdeburg+2,44 Meter, Straußjurt Wieter. Dder bei Ratibor+ 1,89 Meter. Neiße Das Landgericht Leipzig nahm an, daß eine starke Ge- mündung+ 2,68 Meter. Dber bei Brieg+2,16 Meter.- Dder fährdung des Verkehrs vorgelegen habe, die den Vertretern der bei Breslau Unterpegel 76 Meter Arbeiter- Radfahrer, welche gewillt find, am Tage der Reichstagswahl Wahlhülfe zu leisten, werden gebeten, bis Donnerstag abend 8 1hr ihre Adresse bei abzugeben. Franz Liehr, Weinstraße 31 Degea 1ch rate jeder Hausfrau nur den echten Auer- Glühstrumpf DEGEA zu verwenden. 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