Nr. 17. Abonnements- Bedingungen: . abonnements Breis bränumerando: Bierteljährl. 3,30 M, monatl. 1,10 Mr., möchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit ilustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs Breisliste. Unter Rreusband für Deutschland und Desterreich)- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Erideipt täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett gebructe) Wort 20 Bfg., jebes weitere Wort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für groei Worte. Inserate für die nächste Nummer müffen bis 51lhe nachmittags in der Ergpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Sonntag, den 20. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Die fozialdemokratischen Kandidaten für Berlin und die Nachbarkreise sind: 1. Wahlkreis: Stadtverordneter Dr. Leo Arons, Berlin. 2. Wahlkreis: 4. Wahlkreis: Stadtverordneter Paul Singer, Berlin. 5. Wahlkreis: Geschäftsführer Richard Fischer, Berlin. Arbeitersekretär Robert Schmidt, Berlin. 3. Wahlkreis: Rechtsanwalt Wolfgang Heine, Berlin. 6. Wahlkreis: Schriftsteller Georg Ledebour, Zehlendorf bei Berlin. Für Nieder- Barnim: Stadtverordneter Artur Stadthagen, Berlin. Für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg: Stadtverordneter Fritz Zubeil, Berlin. Steuerbelastung der deutschen und der englischen Arbeiter. I. deutsch- afrikanischen Bergwerksbesizer Weltpolitik ausgibt, doch die Kosten dieser Politik und Pflanzer würden für ihre Rohprodukte größtenteils selbst trägt im Gegensatz zu den herrschenden nicht den Preis fordern, den sie dafür auf Klassen des neuen deutschen Reiches preußischer Nation, die dem Weltmarkt erhalten tönnten, sondern nicht nur verstanden haben, die Kosten ihrer Weltmachtspolitik aus baterländischer" Bescheidenheit ihre in der Hauptsache den ärmeren Volksschichten aufzuladen, Produkte nach Deutschland ganz besonders sondern obendrein auch noch diesen Schichten durch eine billig verkaufen. Und die großen Hamburger und schändliche Schutzzoll- und Agrarpolitik die notwendigsten Die Regierung wie die Parteien des nationalen Blocks Bremer Reeder würden aus gleichen vaterländischen" Ge- Lebensmittel zum eigenen Vorteil zu verteuern. arbeiten mit Hochdruck, um den schlichten Wann aus fühlen man weiß ja, wie selbstlos die Woermänner schon Schon an und für sich ist es lächerlich, die Kosten des der Werkstatt für die Welt- und Kolonialpolitik ein- bisher bei der Ausführung der ihnen von der Regierung englischen Landheeres und der Kriegsmarine mit den Soften zufangen, die, wie der programmatische Appell der„ Nordd. übertragenen Transporte verfahren sind die Erzeugnisse des deutschen Militarismus in Vergleich zu stellen. England Algem. 8tg." am Abend der Reichstagsauflösung, beweist, ebenfalls viel billiger nach Deutschland befördern als die hat eine Werbearmee, Deutschland die allgemeine Militärdie Regierung in noch weit größerem, weit kostspieligerem englischen Schiffe. Folglich könne der deutsche Fabrikant dienstpflicht. In England braucht der junge, kräftige Mann Umfange als bisher zu betreiben beabsichtigt falls es ihr dann solche Rohstoffe zu viel niedrigeren Preisen einkaufen, nicht 2 oder 3 Jahre dem Staat zu dienen. Ist das enggelingt, bei den bevorstehenden Wahlen eine gefügige Reichs- als feine ausländischen Konkurrenten. Und da er ein ebenso lische Militärsystem auch keineswegs unser Ideal, so hat es tag mehrheit zusammenzubringen. Mit allen Mitteln einer nationaldenkender Mann sei wie die Reeder, so werde er den doch wirtschaftlich für den englischen Arbeiter eine Reihe entverlogenen Agitation: mit gefälschten Statistiken, bewußten billigen Einkauf nicht dazu benutzen, um seinen Profit zu schiedener Vorteile. Dazu kommt, daß der in Deutschland Entstellungen, erfundenen Aussprüchen wird der sogenannte steigern und seine ausländischen Konkurrenten auf den zum Militärdienst Einberufene nicht nur aus seinen Beruf fleine Mann bearbeitet, damit er am Wahltage die seinen Erportmärkten zu überbieten, sondern lediglich dazu, se inen und seiner Stellung herausgerissen wird, sondern daß er auch Schultern durch die offizielle Wirtschafts- und Steuerpolitik Arbeitern die Löhne zu erhöhen. Zwar wieder meist während der Dienstzeit seine kleinen Ersparnisse beraufgebürdeten Lasten vergißt und für jene Parteien stimmt, sprechen diese weisen Behauptungen allen Erfahrungen und braucht oder daß seine Verwandten ihn unterstügen müssen, welche die Kolonialpolitik der Regierung im Reichstage blind- allen Lehren der bürgerlichen Nationalökonomie, auch glauben also in dieser Form dem Staate eine beLings unterstützen. die meisten der Herren, an ihre Märchen selbst nicht, aber sie sondere Militärsteuer entrichten, die ihren Den einfachen Arbeiter oder Kleinhandwerker, der nur hoffen, daß dennoch ein Teil der Arbeiter darauf hineinfällt; sonstigen Steuerleistungen hinzugerechnet werden muß. fein konservatives oder nationalliberales Zeitungsblättchen denn die Einfältigen im Geiste sterben bekanntlich nicht aus. Wenn sich die Ausgaben des englischen Heeres und der in die Hand bekommt, fucht man dadurch für die Regierungs- Doch noch ein anderes Argument leisten sich die Herren Flotte höher stellen als jene Deutschlands, so nur deshalb, absichten einzufangen, daß man ant die sogenannte Weltpolitiker. England sagen sie, gibt für seine Weltpolitik weil der Engländer nicht zu dienen braucht, weil also die nationale Ehre" des deutschen Volkes appelliert und viel größere Summen aus als Deutschland. Seine Kolonien, englische Regierung gezwungen ist, Söldner anzuwerben und ihm erzählt, die Sozialdemokratie habe die in Südwestafrika seine Striegsflotte, fein Heer kosten John Bull viel mehr, und diese weit höher entlohnen muß, denn für den Sold, den der stehenden deutschen Schutztruppen wehrlos den blutgierigen doch haben Großbritannien und Irland nur ungefähr deutsche Jüngling in des Könias Rock" erhält, dient kein Horden der Hottentotten ausgeliefert. Um für dieses ver- 43 Millionen Einwohner, Deutschland über 60 Millionen. englischer Soldat. Logene Gefchwätz den„ Söhnen der tapferen Helden von Sedan Was England kann, das kann demnach das deutsche Volk auch. Zudem aber trägt der englische Arbeiter mr verhältnisund Gravelotte" das richtige Verständnis beizubringen, sind Diese Angaben sind teilweise richtig. Nach dem Rechmäßig geringe Steuersummen zur Erhaltung des Militaris. in den letzten Tagen Millionen illustrierter Flugblätter ver- mungsabschluß für das Finanzjahr 1905 bis 1906 hat das mus, Marinismus und der Kolonialausgaben bei. Den teilt worden, in denen dargestellt wird, wie blutdürftige Vereinigte Königreich( England, Schottland und Irland) größten Teil dieser Lasten trägt in England das wohlhabende Hottentotten deutsche Farmer und Soldaten abschlachten; für die Marine 33,3 Millionen Pfund Sterling, für das Bürgertum. Schutzölle tennt England nicht, während andere Bilder mit paradiesischen Palmenhainen, Landheer 28,8 Millionen Pfund Sterling und für den nur Finanzzölle und Verbrauchssteuern, die vornehmlich von idyllischen Farmerhäuschen und wohlbestellten Aderfeldern Kolonialdienst 1,3 Millionen Pfund Sterling, im ganzen Lee, Kaffee, Kakao, Zucker, Spirituosen, Bier und Wein erveranschaulichen, was nach der Angabe dieser Volksfreunde" ungefähr 1293 Millionen Mark ausgegeben. Dagegen be- hoben werden. Die Finanzzölle erbrachten im Rechnungsjahr noch mal aus Südwestafrika werden könnte, wenn das deutsche ziffern sich im Haushaltsetat des Deutschen Reichs für das 1905/06 36 Millionen Pfund Sterling, die VerbrauchsBolf zunächst noch einige Milliarden Mark in die afrikani Jahr 1906/07 die Ausgaben für das Landheer auf 743, für steuern( Afzise) 36,6 Millionen Pfund Sterling, im ganzen schen Sandwüsten stedt nicht zum eigenen. Nußen, sondern die Marine auf 265 und für die Kolonien mit Einschluß also ungefähr 1480 Millionen Mart. Die Steuern auf um fünstlich in diesen Gegenden eine neue Spielart der der Kosten der südwestafrikanischen Expedition auf 125 Milli- Kaffee, Buder, Kakao find beträchtlich niedriger als in Deutschpreußischen Junkerrasse zu züchten. onen Mart, im ganzen also auf 1133 Millionen Mark- land. Der Zoll für rohen Kaffee beträgt 3. B. in England 160 Millionen Mart weniger als in Eng pro Zentner 14 M., in Deutschland 20 M., für rohen Stafao 9 M., in Deutschland 10 M., für Bucker 4,20 M., in Deutschland 9,80 M. Nur Tee foftet in England mehr, nämlich Dem intelligenteren Teil der deutschen Arbeiterschaft darf man jedoch das sehen selbst die Geistesgrößen des I and. Reichsverbandes ein mit solchen Bilderbogen nicht kommen. Auch die englischen Staatssteuern find im ganzen höher Er hat in Zeitungen und Büchern schon manches über Süd- als die deutschen, sodaß, wenn man den Steuerbetrag pro 48 20. gegen 12,50 M. westafrika gelesen und lacht über die schönen tropischen Kopf der Bevölkerung berechnet, der englische Durchschnittssatz England zieht denn auch aus den genannten Steuern Dernburgschen Dattelbäume, die man ihm auf den den deutschen übertrifft. Aber und hier beginnt die mir einen geringen Ertrag. Fast fünf Siebentel Flugblättern schauen läßt. Diese Arbeiter müssen deshalb Täuschung der offiziellen Nechenkünstler diese Durch seiner Gesamteinnahme aus 8öllen und von einer anderen Seite gepackt werden. Die Kolonial- schnittsrechnung ist absolut wertlos, denn nicht darauf kommt Verbrauchssteuern, nämlich 49,9 millionen patrioten erzählen ihnen also unter Berufung auf allerlei es an, wie viel von allen Staatssteuern auf ein gedachtes Pfund Sterling, also über tausend Milli. zweifelhafte Autoritäten, daß die Kolonien ungeheure Boden- Durchschnittsindividuum entfällt, sondern was tatsächlich der onen Mark, bringen Tabat, Spirituosen schäße enthalten und deshalb die Riesensummen, die das Einzelne je nach seinem Einkommen, seinem Vermögen, seinem und Bier, die beträchtlich höher belastet sind als in deutsche Reich bisher für seine Stolonien aufgewendet hat und Beruf und seinem Verbrauch an Steuern und Abgaben Deutschland. Die Tabaksteuer beträgt in England 36 bis voraussichtlich in den nächsten Jahren noch aufwenden müsse, zahlen muß. Für den Arbeiter kommt demnach nur in Be- 40 Pence pro englisches Pfund, also 3,50 bis 3,85 m. pro fich später hoch verzinsen würden. In 10, 15 oder 20 Jahren tracht, was er in Wirklichkeit selbst an Steuern aller Art zu deutsches Pfund. Die Spirituosensteuer 11 Schilling pro würden wahrscheinlich große Bergwerksberiebe und auszahlen hat und wie sich dieser Steuerbetrag zu dem verhält, Gallone= 2,50 M. pro Liter, die Biersteuer 7 Schilling gedehnte Pflanzungen in den deutschen Kolonien entstanden den die reicheren Staatsbürger entrichten. 9 Pence pro Barrel= 434 Pf. pro Liter. Dagegen sein, und dann könne Deutschland einen großen Teil feiner Diese Rechnung aufzumachen, fällt aber Ser Nordd. hat England feine Steuer auf Vich, Fleisch, Getreide, Rohmaterialien, vornehmlich Baumwolle, Wolle, Kupfer, Allgem. 3tg." gar nicht ein, denn dann würde sich sofort Mehl, Gemüse, Hülsenfrüchte. Butter, Käse, Eier, Schmalz, Kautschut usw. aus seinen eigenen Kolonien beziehen. Den herausstellen, daß in England der Arbeiter viel Salz, Reis niw. Nutzen davon würden aber nicht die deutsch- afritanischen weniger Steuern zahlt, als sein deutscher Seine Haupteinnahmen bezieht es aus der Einkommen, Weinengesellschaften, Pflanzer, Kolonialbanken, Händler und Arbeitsfollege und und daß das englische Erbschafts-, Urkunden- und Wechselstempelsteuer, sowie der Meeder haben, sondern die deutschen Arbeiter: denn die Bürgertum, wenn es auch mehr für seine Grund- und Haussteuer, dem Post- und Telegraphendienst. Die Einkommensfeuer erbrachte z. B. int Jahre 1905/06| allerfaulfie Zauber 694 Millionen Mark, 492 Million Mark mehr als in dem wäre, da sich ja kein Mensch darüber beschwert habe, daß zu viele nur um 6 Millionen Einwohner weniger bevölkerten Preußen. Beamte bestraft worden seien! Im Gegenteil: die Anklagen gegen Trotzdem ist der Arbeiter in England von der Einkommen die Regierung erfolgten ja gerade deshalb, weil infolge eines steuer befreit, denn diese beginnt dort erst bei einem Ein- skandalösen Vertuschungssystems die ungeheuerlichsten Greuel fommen von 3200 Marf, in Preußen bekanntlich schon bei keinerlei Sühne gefunden hätten! 900 Mark. Dafür hat der Vermögende in England desto mehr zu zahlen. So entrichtet z. B. in Preußen derjenige, der 10 000 m. Einkommen hat, nur 300 M. Einkommen steuer, in England dagegen 460 M. Die Steuergesetzgebung des perfiden Albions" geht eben von der Ansicht aus, daß der, der wenig verdient, auch nur wenige oder gar keine Steuern zahlen soll. So der freisinnige Abgeordnete Ablaß. Die Freisinnspreffe aber läßt diese Schwindelblätter des ihr verbündeten Reichsverbandes ruhig in die Welt gehen, ohne gegen solch alterne Tricks auch nur ein Wort des Protestes zu erheben. Der Freifinn ist eben vollständig auf den Reichsverband gekommen! Im übrigen wird wortgetreu nach Dernburg erzählt, daß die Kosten für unsere Kolonien in 22 Jahren nur 676 Millionen betragen, während sie, wie längst erwiesen, mehr als 1500 Millionen Dasselbe gilt von der Erbschaftssteuer. Nach dem Voranschlag wird die neuerdings eingeführte deutsche Reichserbschaftssteuer 72 Millionen Mark erbringen, von welcher Summe das Reich jedoch nur zwei Drittel, also 48 Millionen betrugen. Ebenfalls wird der alberne Schwindel von dem Zuwachs Mark erhält. In Großbritannien und Irland lieferte die des Nationalwohlstandes" um 30 000 Millionen Mart ins Feld geErbschaftssteuer im Rechnungsjahr 1905/06 hingegen führt, aber weislich verschwiegen, daß von diesen 30 000 Millionen 366 Millionen Mart, also mehr als das Fünffache. Trotz nicht ein Pfennig in die Taschen des arbeitenden Volkes ge= dieses hohen Ertrages trägt auch zu dieser Steuer der engfloffen iſt 1- fich boll lische Arbeiter wenig oder gar nichts bei, denn während in Es versteht sich von selbst, daß auch der abgeschmackte Schwindel Deutschland die Steuerpflicht schon bei einem Erbanfall von von dem Deutschland durch den amerikanischen Baumwolltrust auf500 M. beginnt, tritt in England erst die erlegten Tribut von 150 bis 200 Millionen Mark obendrein noch Steuerpflicht bei 2000 Martein, und außerdem in vergröberter Form wieder aufgewärmt wird. Daß der wird in der Praris der Hausrat einer Arbeiterwohnung" Vorwärts" längst auf Grund der amtlichen Statistik nach= meist ganz außer Betracht gelassen. Wenn dennoch in England gewiesen hat, daß diese Bewucherung durch den Baumwolltrust die Erbschaftssteuer den fünffachen Betrag ergibt, so deshalb, den deutschen Verbrauch höchstens mit 90 Millionen Mark belastete, Deil die großen Erbschaften um so kräftiger zur Steuer daß aber die deutschen Eisensyndikate durch eine viel herangezogen werden, und weil ferner das englische standalösere Heraufschraubung des Eisenpreises den deutschen Geset alle iene besonderen Vorrechte und Eisenverbrauch um 298 Millionen belasteten, wird dreist Vergünstigungen nicht kennt, die das und gottesfürchtig unterschlagen. deutsche Reichserbschafts- Steuergeset dem Das Flugblatt wagt den deutschen Wählern ferner genau so Ländlichen Grundbesizer gewährt. Wie fast wie ein anderes Flugblatt" Die Baumwolle und die durch die ganze deutsche und preußische Steuergesetzgebung deutschen Kolonien" vorzutäuschen, daß durch eine erhebliche die Tendenz geht, den ländlichen Grundbesitz zu schonen und Produktion von Baumwolle in den deutschen Kolonien die Baumden ärmeren Volksschichten die Lasten aufzubürden, so haben wollpreise für die deutsche Industrie günstiger gestaltet werden bekanntlich auch in das Reichserbschaftssteuergesetz allerlei fönnten, obwohl wir ebenfalls auf Grund amtlicher Zahlen nachBestimmungen Aufnahme gefunden, welche die Steuerpflicht gewiesen haben, daß Englands Baumwollindustrie keineswegs des Junkertums ganz beträchtlich ermäßigen. günstiger arbeitet als die deutsche, obwohl in Britisch- Ostindien und Es ist also richtig, die englische Bevölkerung zahlt in Aegypten, das ebenfalls unter britischer Herrschaft steht, die höhere Staatssteuern als die deutsche. Nicht minder richtig gewaltigsten Mengen von Baumwolle produziert werden! ist aber, daß zu den englischen Steuerein. Mit so bodenlos unehrlichen Täuschungsversuchen arbeitet die einen Reichstag zusammenzubenahmen der englische Arbeiter nur wenig Dernburg- Liebert- Clique, um beiträgt und die hohen Kosten der britischen kommen, der dann das deutsche Volk Weltmachtspolitik denen aufgebürdet sind, weiterhin mit Millionen für eine aberwißige Flotten- und die von dieser Politik den Vorteil haben; Kolonialpolitik während im deutschen Reiche die herrschenden Klassen zwar belasten kann! bereit sind, die Vorteile einzustecken, die Kosten aber trotz aller Gerade zur rechten Zeit hat sich nun auch ein Nicht- Sozialihrer patriotischen Phrasen aus aus der Besteuerung des demokrat, ein Legationsrat a. D., Herr Dr. Alfred Zimmer Nahrungsbedarfes der großen Maffe herauszuholen suchen. mann, gefunden, der in der„ Volkswirtschaftlichen Die Kosten ihrer weltpolitischen Interessenpolitik selbst zu über- Gesellschaft" zu Berlin am Mittwoch einen Vortrag gehalten nehmen, so weit reicht ihr sogenanntes nationales hat, dessen Inhalt von den Dernburgschen Phantastereien und den Ehrgefüh I" nicht. reichsverbändlerischen Lügen durch seine wirkliche Sachkenntnis Das ist der Unterschied zwischen dem perfiden Albion" außerordentlich vorteilhaft absticht. und der neuen Reichsherrlichkeit. Wahlkampf. Unser Aufmarsch. An anderer Stelle in der heutigen Nummer veröffentlichen wir die Liste unserer Kandidaturen. Die deutsche Sozialdemokratie hat ihren Aufmarsch vollzogen. In Reih und Glied steht unser tapferes Heer, um den 25. Januar 1907 zu einem Ehrentage für das deutsche, für das internationale Proletariat zu machen. Den Fehdehandschuh, den die Regierung hingeworfen hat, wir nehmen ihn freudig auf. Die lofen Heerhaufen der gegnerischen Parteien, die Mischmasch- Armee, deren Kadres sich hier vereinigen, dort wieder auseinanderlaufen wir erwarten sie mit gutem Mut und kampfbereiten Sinn. Zum ersten Male hat die deutsche Sozialdemokratie alle 397 Kreise mit Kandidaten besetzt. Das ist keiner deutschen Partei bisher möglich gewesen. Es fandidieren 340 Parteigenossen, von denen 25 in mehr als einem Kreise aufgestellt sind. Im Jahre 1903 mußten noch 36 aller 322 kandidierenden Genossen zwei und mehr Kandidaturen übernehmen. Alles, alles beweist, daß wir vorwärts gekommen sind, daß unsere Genossen allenthalben im weiten Reich, in Stadt und Land, treffliche Vorarbeit geleistet haben. Am nächsten Freitag stößt unser Heer auf die Armee der Neaktion. Noch immer hat frohe Zuversicht Kämpfern, die für eine gute Sache in die Schranken Schranken traten, die Erringung des Sieges leichter gemacht. Die Sozialbemokratie fämpft für eine gute, fie kämpft für die beste Sache! Und der Mut, die Hoffnung, die Zuversicht ihrer Streiter fie waren niemals froher als zu dieser Wahl. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, die Vorbereitungen sind aufs beste getroffen. Und nun drauf und dran! Nieder mit der kulturfeindlichen vereinigten Reaktion! Wahlresultat- Telegramme ersuchen wir die Wahlkomitees der einzelnen Wahlfreise am Freitagabend bis spätens 11 Uhr abzusenden an die Adresse: Dringend. Sozialdemokrat, Berlin. Zeilrefultate bitten wir nur dann zu senden, wenn bis 11 Uhr das Gesamtresultat nicht zu erhalten ist. Spätere Telegramme finden in der Extraausgabe von Sonnabend mittag Aufnahme. Die Freisinnige 3eitung", die hervorhebt, daß Dr. Zimmermann von kolonialer Seite ein Sachverständnis um so weniger abgesprochen werden könne, als Zimmermann längere Zeit Beamter der Kolonialabteilung gewesen sei, berichtet über den Jnhalt des Vortrages das Folgende: Die Sozialdemokratie hat mit den Mittelstandsparteien absolut nichts gemein und wird sich niemals dazu hergeben, die Interessen des Mittelstandes, das heißt der Handwerker, Ladenbefizer, fleinen Industriellen usw. zu vertreten, da auch diese nur zu der Klasse der Ausbeuter gehören. Die Sozial demokratie ist nicht dazu da, die in ihrer Existenz bedrohten kleinen Gewerbetreibenden zu schützen oder zu stützen, sondern es liegt nur in der Absicht der Sozialdemokratie, daß diese Elemente ihre Selbständigkeit aufgeben; auf irgendwelche Hülfe hat der Mittelstand seitens der Sozialdemokratie nicht zu hoffen." Genosse Ledebour, der zurzeit auf der Wahlagitation begriffen ist, hat diese Lüge im Leipziger Liman- Blatt gefunden und schrieb darauf der Leipziger Volkszeitung": " Auf der Durchreise durch Leipzig wurde ich auf die obigen Ausführungen in den„ Leipziger Neuesten Nachrichten" vom Dieser 16. Januar aufmerksam gemacht. Anwurf des Liman- Blattes bestätigt abermals den alten Erfahrungssatz, daß Lügen zwar kurze Beine, aber tausend Zungen haben, denu jene mir zugeschriebenen Säge sind perfide Entstellungen von Ausführungen, die ich im Wahlkampfe des Jabres 1903 in einer Berliner Versammlung gemacht habe. Sie entstammen der Feder eines reaktionären Agitators, der in jener Versammlung für zünstlerische Bestrebungen eintrat und dann meine Erwiderung in einem der reaktionären Presse zugesandten Rundschreiben böswillig entstellte. Während ich nämlich die Zerreibung des Mittelstandes als naturgemäße Wirkung der großkapitalistischen Konkurrenz dargestellt hatte, unterschob der fälschungsbeflissene Emissär des Reaktionsklingels mir, ich hätte von jenent ökonomischen Entwickelungsprozeß als einem Resultat mittelstandsfeindlicher Absichten der Sozialdemokratie gesprochen. Jeder nationalökonomisch geschulte Sozialdemokrat erkennt sicher die bösartige Fälschung schon aus dem Liman- Zitat selbst. Als die Fälschung im Juni 1903 auftauchte, habe ich obendrein sofort im Vorwärts" eine ausführliche Richtigstellung unter Wiedergabe meiner entsprechenden Ausführungen veranlaßt. Trozdem taucht seit jener Zeit immer und immer wieder die alte Fälschung von neuem auf, bald in diesem, bald in jenem reaktionären Winkelblatt. Ich habe dann eine Zeitlang Abzüge jener Richtigstellung im„ Borivärts" an unsere Parteiorgane zum Abdruck versandt, wo die unsterbliche Lügenmär auftauchte. Tut nichts Es wird weiter gelogen! Ein besonders feiner Sniff des Liman- Blattes ist es, daß es seinen Lesern die alte abgestandene Lüge aus dem Wahlkampf von 1903 mit der Bemerkung serviert: ,, Diese Erklärung liegt nur furze Zeit hinter uns." Wo könnte dieses edle Organ auch zurückbleiben, wenn es gilt, die Sozialdemokratie zu verleumden! Daß ich jetzt endlich die Lüge aus der Welt geschafft hätte, erwarte ich natürlich nicht mehr. Sie wird weiter blühen und gedeihen auf dem Sumpfboden der reaktionären Presse. Leipzig, 17. Januar 1907. G. Ledebour." Vom selben Kaliber, wie diese Lüge sind alle die anderen " Zitate", mit denen in nationalen Flugblättern jetzt die Mittelstandsfeindlichkeit der Sozialdemokratie bewiesen wird. Sie sind schon zu zehn und mehr Malen bündig widerlegt, als Lügen erwiesen worden. Aber sie tauchen mit tötlicher Sicherheit bei jeder Wahl wieder auf, obgleich die Gegner längst wissen, daß es Fälschungen sind. Es iſt das nicht weiter verwunderlich, denn wenn die Ordnungsleute bei der Wahrheit bleiben wollten, würden sie ja die Geschäfte der Sozialdemokratie besorgen. Behördliche Wahlbeeinflussung. Wie unverfroren auch bei dieser Wahl wieder behördliche Ora gane konservative Wahlagitation betreiben, dafür ein Beispiel: Jm Dorfe Glowten bei Bodschwingten, Kreis Goldap, wurde dieser Tage folgendes, mit Amtssiegel verschene Schreiben von Haus zu Haus befördert: Bekanntmachung. Zur Reichstagswahl hat das Königliche Landratsamt den Gutsbefizer Herrn Hankwiz, Herzogstal, zum Wahlvorsteher und zu dessen Stellvertreter, den Gemeindevorsteher Moslehner, ernannt. Als Wahllokal für den Wahlbezirk Glowken- Herzogstal, ist die Schule zu Glowken bestimmt. Die Wahl findet am 25. Januar d. J. von 10 Uhr vormittags bis 7 Uhr abends statt. Wähler. Erscheint alle zur Wahl, es gilt Deutschlands Zukunft zu behauptenes gilt den Kampf gegen die Sozialdemokratie die durch irreführende Heßereien das deutsche Volksleben ver= giftet und zugrunde richtet gleich einem Trunkenbolde und Lagedieb, der seine eigene Eristenz untergräbt und die Zukunft seiner Familie in Frage stellt. " Darum auf zur Wahl!" Glowken, den 15. Januar 1907 der Gemeindevorsteher Moslehner. männer so auf Anstand und Gesetze, als in den ostelbischen Junkergefilden. Schreibt Wahlbriefe! ,, Ueber den Wert der Kolonien hat sich Legationsrat a. D. Dr. Alfred Zimmermann am Mittwoch in der Volkswirtschaftlichen Gesellschaft" zu Berlin ganz anders ausgesprochen, als der optimistische Kolonialdirektor Dernburg. Dabei kann man Dr. Zimmermann Sachverständnis nicht ab= sprechen, da er längere Zeit Beamter der Kolonial= abteilung gewesen ist. Er hob in seinem Vortrag her= vor, daß der Besitz von Kolonien an sich durchaus nicht immer von Nugen ist. Von entscheidender Bedeutung für den Wert einer Kolonie sei der Umstand, ob sie ein Siedelungsgebiet für Weiße darstellt, oder ob ihre Bevölkerung wenig oder gar nicht kultiviert ist. In unseren deutschen afrikanischen Kolonien fehlt es an brauchbaren Wasserstraßen, auch sind bisher noch keine Schäße oder Erzeugnisse für den Weltmarkt dort gefördert worden. Der Besitz allein entscheidet noch nicht über den Wert einer Kolonie. Heute sei aber der Wert folonialer Politik anders zu beurteilen, als in früheren Zeiten. Denn während bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts alle Rohftoffe allein aus den Kolonien bezogen werden konnten, kommen sie heute aus vielen unabhängigen Produktionsländern, und kein Natürlich muß eine auf diese Art zustande gekommene Wahl Land ist heute imstande, seinen Bedarf an Rohstoffen und für ungültig erklärt werden. Aber nirgends pfeifen die OrdnungsNahrungsmitteln allein aus seinen Kolonien zu beziehen; denn eine Absperrung würde die Entwidelung jedes Staates hindern: Deutschland bezog 1905 von seinen 398 Millionen Mark für Baumwolle aus den Vereinigten Staaten für 294 Millionen und nur für 98 Millionen, Mark aus Britisch- Indien und Aegypten; es bezog für 329,5 Millionen Mark Weizen aus ArgenAlle Kollegen und Genossen, die indifferente Väter, Brüder oder tinien, für Kaffee zahlte Deutschland 1905 nach Brasilien Bekannte in Stadt oder Dorf haben, möchte ich darauf aufmerksam 98 Millionen Mart, 20 Millionen Mark nach Guatemala und machen, diese Angehörigen durch Briefe an ihre Pflicht zu mahnen, 22 Millionen Mark nach dem übrigen Zentral- Amerika. Für daß sie am 25. Januar den Sozialdemokraten wählen. Jeder er33 Millionen Mark Katao bezog Deutschland 1905 aus Brasilien, kundige sich, zu welchem Wahlkreis das Städtchen oder Dorf, worin für 14,5 Millionen Mark aus Ecuador und Venezuela, für nur die betreffenden wohnen, gehört. Man glaubt es kaum, was ein 800 000 Mart aus Kamerun. Kautschuk kam für 22 Millionen solcher Brief für Früchte bringt. Was einem Flugblattverbreiter dort Mark aus Brasilien, für 12 Millionen Mark aus dem übrigen nicht gelingt, gelingt aber durch solch einen Brief. Wir haben die unabhängigen Amerika. Tabak wurde 1905 für 18 Millionen Mark Pflicht, alle ehrlichen Mittel anzuwenden, denn unsere Gegner find aus Brasilien, für 1,5 Millionen Mark aus Kuba nach Deutsch- nicht wählerisch in ihren Mitteln. land importiert. Schafwolle für 106 Millionen Mark aus Argentinien. Eine kluge, weitsichtige Handelspolitik ist nach des Vortragenden Anschauung heute volkswirtschaftlich noch wertvoller Ein niedliches Malheur ist dem Weißenfelser Tageblatt" dieser als der Besitz von Kolonialgebieten. Selbst England bezog Tage passiert. In derselben Nr. 11 des Blattes, in welcher sich die bei einer Gesamteinfuhr von 537 Millionen Pfund Sterling 1904 Redaktion des„ W. T." lustig macht über die angeblich unerschwingnur für 120 Millionen aus den Kolonien. Bei Frankreichlichen Fleischpreise und hohen Lebensmittelpreise", die den Sozialist der Anteil der Kolonien noch geringer. Die Handels- demokraten zur Wahlagitation dienen müßten, findet sich folgendes statistik lehrt, daß so wenig wie früher heute sich ein Weltreich Inserat: gebildet hat, das sich selbst genügt. Die Kapitalisten der zibili fierten Nationen müssen in der ganzen Welt tätig sein. Der Besitz von Kolonien ist für aufstrebende Staaten keine wirtschaftliche Notwendigkeit, weil jedes Bedürfnis heute durch die Handelspolitik zu befriedigen ist." Wir erwähnten schon, daß die Freisinnige Zeitung" diese Auslassung als die eines kolonialen Sachverständigen bezeichnete. Entschiedener noch spricht sich die linksfreisinnige Berliner Volts- 3eitung" aus, die schreibt: Ein Genosse schreibt uns: Die angebliche" Fleischnot. Da meine Kundschaft mich veranlaßt hat, auch fernerhin Hundefleisch zu liefern, fuche ich Hunde zum Schlachten zu kaufen und zahle ebenso wie für Pferde zum Schlachten stets höchste Preise. Empfehle alles nur in erster Qualität. Wir erwähnen das an sich bedeutungslose Vorkommnis, weil die Leugnung der Fleischnot durch die Ordnungspresse überall von derselben Beweistraft ist, wie in Weißenfels. Proletarische Opferwilligkeit. Von der Reichslügenfabrik. Offenbar von dem Reichsverband des edlen Liebert, des politischen Beichtvaters des Reichskanzlers, des Schirmherrn aller Streitbrecher, stammt ein Flugblatt, das den Titel trägt:„ Die koloniale Lügenfabrik". Da die Verfasser des Lugblattes offenbar befürchten, daß dieser schöne Titel von den Lesern ihrer folonialen Schwindelaufmachungen auf dies ihr eigenstes Fabrikat bezogen werden könnte, haben sie der Schwindelschrift noch den Untertitel gegeben:„ Erzberger, Stadthagen u. Co." mus" überschlägt? Der mit den Staatsstreichlern und FleischWer aber ist es, der sich in solch„ blindem Kolonialenthusias- Martranstädt. Das reichsverbändlerische Schwindelfabrikat enthält, nichts als wucherern gemeinsam mit den Kolonialutopisten gegen die Arbeitereine Zusammentlitterung jener Dernburgschen hantasiezahlen, die sofort nach der Veröffentlichung in schaft zu Felde zieht? Niemand anders als der Freifinn! Nicht nur jeder denkende Arbeiter, sondern auch jeder einBezeichnend für die edle Dreiftigkeit der kolonialen Lügen- der freifsinnigen Liebert- Schutztruppe am 25. Januar den verdienten Bezeichnend für die eble Dreiftigkeit der folonialen Lügen- fichtige, wirklich freifinnige Wähler muß unter solchen Umständen fabrit ist es, daß sie auch wiederum mit jener Strafftatistik zu Fußtritt versehen! frebsen suchen, die da beweisen sollte, daß von den Kolonialbeamten, Edußtruppenangehörigen unmöglich so viele Greuel begangen worden sein könnten, da ja nur so wenig bestraft worden seien. Bekannt- In den vom Reichsverband ausgehaltenen Ordnungsblättern, lich erklärte der freisinnige Abgeordnete Ablaß sofort Herrn Dern- in zahlreichen Flugblättern wird jetzt wieder gekrebst mit folgendem burg, daß diese Statistik der ngeblichen Ausspruch des Genossen Ledebour: Die Maurer in Leipzig beschlossen in ihrer gestrigen Ber" Diese Ausführungen verdienen um so mehr Beachtung, je mehr in dem gegenwärtigen Wahlkampfe ein blindgläubiger, fammlung, am 25. Januar bie Arbeit ruhen zu laffen kritikloser Kolonialenthusiasmus als Kennzeichen eines wirklich und sich an den Wahlarbeiten zu beteiligen. Den gleichen Beschluß faßte eine Versammlung der Kürschner in ,, nationalen" Wählers hingestellt wird." Ein Fortschritt"! der Presse die gründlichste Widerlegung gefunden haben. Eine aufgewärmte Lüge. Der ultramontane Bayerische Kurier" schreibt in einem Artikel über Standeskandidaturen im Zentrum: ,, Arbeiterkandidaturen sind diesmal so zahlreich, wie nie zuvor; insgesamt sind diesmal mehr als ein Dußend Arbeitersekretäre aufgestellt; wo früher als 3ähltandidaten andere Namen genannt wurden, findet man heute Arbeiter= kandidaturen, das ist ein großer Fortschritt, den wir begrüßen." Welche Ehre aber auch für die christlichen. Arbeiter, daß sie ihren Namen hergeben dürfen für ultramontane 3ähltandidaturen. Die Arbeiterfreundlichkeit des Zentrums kennt eben keine Grenzen! Aus dem 17. sächsischen Reichstagswahlkreise Arbeiter! Genau so denken die Sozialdemokraten im Herzen I auch über die deutschen Soldaten in Südwestafrika. Arbeiter! Sind Eure Söhne und Brüder, die dort kämpfen, wirklich zweibeinige Tiere? Wollt Ihr einem Kandidaten Eure Stimme geben, dessen Parteigenossen so von Euren Tapferen denken? dem Wahlkreise Auers schreibt man uns: Die Wogen des Wahlkampfes gehen hier außerordentlich hoch. Der gesamte bürgerliche Klüngel hat sich unter dem hochtönenden Namen„ Die vereinigten nationalen Parteien" auf der von Herrn v. Bülow ge= wünschten Brüde zusammengefunden und einen Herrn Dr. Clauß als Kandidaten auf den Schild gehoben. Herr Dr. Clauß verspricht dies angebliche Zitat aus dem„ Volksstaat" für eine Fälschung Der Vorwärts" hat schon zu Beginn des Wahlkampfes denjenigen, die ihn wählen wollen, soviel, daß einem fast bange werden könnte. Unsere Versammlungen sind äußerst start besucht erklärt und festgestellt, daß im ganzen Jahrgang 1872 des mtb von einer freudigen Begeisterung für unseren Auer getragen. ,, Volksstaat" perfiderweise geben die Schwindler die " betriebe untergraben, fic fonstatiert nur, daß die heutige Wirk schaftsentwickelung darauf hinausläuft, diese Betriebe zu untergraben." So fonstatiert" auch wohl der Mörder gegenüber feinem Opfer, daß es jetzt zu sterben hat. Welchen eigentümlicy praktischen Charakter diese Konstatierungen" annehmen können, hat die Sozialdemokratie dadurch gezeigt, daß sie im Reichstag systematisch alle Versuche zur Hebung des Handwerks und zur Besserung der Lage des gewerbtätigen Mittelstandes zu vereiteln versucht hat." Und dann führt die„ Nordd. Allgem. 3tg." mehrere Stellen Genosse G. Link aus Berlin ist seit dem vorigen Sonnabend Summer nicht an eine solche Aeußerung nicht vor- aus sozialistischen Schriften und Zeitungen an. So hat z. B. nach in den Versammlungen als Redner tätig. Die Ver- kommt, daß dagegen an einer Stelle von Soldaten als ihrer Mitteilung Paul Ernst in einer sozialistischen Agitationssammlungen in Gersdorf, Oberlungwiß und Meerane Weißen Stlaven in Uniform" gesprochen wird, schrift gefagt:" Der Vertreter des Kleintapitals, der Kleinbürger waren äußerst stark besucht, 1000, 700 und 500 Personen, darunter aber nicht, um sie zu beschimpfen, sondern in einer Ver- hemmt durch seine bloße Existenz schon die soziale Entwickelung". viele Frauen, waren anwesend. Die Verſammlung in Meerane teidigung ihrer Rechte; der betreffende Artikel tritt energisch Ferner soll Friedrich Engels gesagt haben, der Kapitalismus„ tue wurde polizeilich abgesperrt. In Oberlungwiz und Meerane waren Jungliberale anwesend und empfahlen die Kandidatur Clauß, der für eine auständige Behandlung der Soldaten und ihren Schutz ein gutes Werk", wenn er die kleinen Handwerker und Kaufleute vernichte, die durch und durch reaktionär seien. Und der Reichs ein moderner deutscher jungliberaler Mann sei, in sehr beredten vor Soldatenschindern ein! Worten. Einer dieser Herren meinte ganz naiv, daß das, was ihr Unsere unanständigen Gegner find indes nicht geneigt, tagsabgeordnete Bock- Gotha foll in einem Fachblatt ausgeführt haben:„ Uns als Arbeiter kann der Untergang des sogenannten Redner( Sozialdemokrat) verlangt und wofür die Sozialdemokratie den Schwindel aufzugeben. den Arbeitern heute " cintreten will, das alles verlangt auch Herr Dr. Clauß.„ Schaden In Lübeck hat der Ordnungsmischmasch in einem Flug- Mittelstandes gleichgültig sein; im Gegenteil, je cher er ver Sie sich nicht selber- so meinte der Redner mit Bathos- da- blatt die Lüge wiederholt. Auf eine geharnischte Brandmarkung schwindet, desto besser ist es, denn derselbe ist der größte Hemmschuh durch, daß sie international werden, werden Sie national durch unsere Genossen ließen sie sich endlich herbei, die Nummer in ökonomischer, sozialer, gewerkschaftlicher und politischer Beund Kreise in der Bevölkerung, die Ihnen noch feindlich gesinnt sind, weil Sie( die Arbeiter) es mit den des Volksstaats" anzugeben, in der das Zitat enthalten sein ziehung. Ueberall tritt er uns hindernd in den Weg und darum Internationalen halten, werden zu Ihnen kommen, mit soll. Bezeichnenderweise ist es nicht eine des Jahrgangs 1872, fönnen wir seinen Untergang nicht früh genug herbeiwünschen." Ihnen gehen und Sie unterstüßen; prüfen Sie und wählen Sie mit wie bis dahin immer behauptet worden war, sondern des uns Herrn Dr. Clauß, den Kandidaten der vereinigten nationalen" Jahrgangs 1873. Und zwar die Nummer 71. Parteien." Diese Tiraden wurden von unserem Redner, dem Genossen Link, indessen gründlich zerpflückt und die ganze Hohlheit derselben nachgewiesen. Die Begeisterung bietet uns die beste Gewähr, daß unsere Stimmenzahl ganz beträchtlich steigen wird. " Wir schlugen die Nummer 71 auf. Und was fanden wir? Der Volksstaat" hat allerdings von zweibeinigen Tieren" gesprochen. Aber in welchem Zusammen hange! Hier ist die Notiz in ihrem vollen Wortlaut: Zivil und Militär. Daß der Mensch, der keine Uniform trägt, im Militärstaat nur für einen halben Menschen gilt, wir wollten sagen, daß das zweibeinige Tier, welches feine Uniform trägt, nur halb so viel gilt wie das uniformtragende zweibeinige Tier( denn Menschen kennt der Militä staat nicht), wird uns jest gelegentlich der Cholera wieder recht deutlich vordemonstriert. In Graudenz brach unter den dort versammelten Uebungstruppen die Cholera aus sofort schickte man die Soldaten nach Haus, was für die Soldaten ganz nüßlich war, aber die Wirkung haben wird, die Seuche unter den bürgerlichen Kanaillen zu verbreiten. In Berlin, wo unter einem Garderegiment die Cholera ausgebrochen ist, beabsichtigt man die Soldaten aus der Kaserne zu entfernen und auf die umliegenden Dörfer einzuquartieren ein unfehlbares Mittel, den umliegenden Dörfern die Cholera zu geben. Auf genau dieselbe Weise wurde 1866 Leipzig mit der furchtbaren Cholera versehen, die über 2000 Menschen hinwegraffte. Nicht als ob wir für die Soldaten kein Herz hätten. aber wir dächten, für das enorme Geld, welches die Armee kostet, könnte man auch den Soldaten gesunde Kasernen errichten. Der Wahlkampf in der Provinz Brandenburg. Aus dem Kreise Kalau Luckau wird uns berichtet: Am Mittwoch hatten die Freisinnigen die Kalauer Wähler zu einer Versammlung eingeladen. Sie war gut besucht; alle Beamten mit und ohne Uniform waren erschienen, auch der Bürgermeister und die Fabrikanten. Da unseren Kalauer Genossen die drei Säle des Ortes verweigert werden, so hatten sie sich ebenfalls zahlreich eingefunden. Gleich im Anfang zeigte der Freifinn sich als Regierungspartei, die Versammlung begann mit einem Kaiserhoch. Alsdann hielt der freisinnige Kandidat des Kreises, Lehrer Rofin ein Referat. worin viel von der„ nationalen Ehre", von unseren kämpfenden Jungen, die man nicht im Stich lassen dürfe" usw. die Rede war. Besondere Angst hat Herr Rosin vor der Abschaffung des Privateigentums. Auch der sozialdemokratische Kalender hatte es ihm angetan usw. Als nach Schluß des 1½ stündigen Sermons unser aus Berlin erschienene Genosse G. Wiesner als Vertreter für den sozialdemokratischen Kandidaten Genosse Hermann Schubert, der leider am Erscheinen verhindert ivar, zur Zurückweisung der Angriffe und zur Darlegung unseres Standpunktes das Wort wünschte, gab man ihm gnädigst 15 Minuten Redezeit. Genosse Wiesner ging mit dem Referat gehörig ins Gericht. So die Notiz! Das schamlose Fälscherstückchen der Mehrere Male deutete schließlich der Vorsitzende durch Glockenzeichen Nationalen" ist enthüllt- eine Lüge mehr der Reichsan, daß die 15 Minuten überschritten seien. Als es 22 Minuten verbändler und ihrer Stipendiaten verreckt beim Anblick waren, erteilte der Vorsigende plöglich einem Ordnungsmann das der Wahrheit! Nichts bleibt von der angeblichen unWort trotz des Protestes unseres Genossen Wiesner, da er doch unmöglich in der kurzen Zeit all den Unsinn widerlegen könne. Alles geheuerlichen Beschimpfung der Soldaten durch Liebknecht, Protestieren half indes nichts, Herr Rosin meinte, wir sollten nur als eine freche Lüge wider besseres Wissen erweist sich die Bebei den Konservativen eine Diskussion verlangen, und der Vor- hauptung, daß er die Soldaten als zweibeinige Tiere in figende meinte ironisch, er hätte doch bei der Worterteilung gesagt, Uniform betrachte, ebenso frech erlogen wie die Behauptung, daß Fragen" an den Kandidaten gestellt werden dürften. daß auch die heutigen Führer der Sozialdemokratie so von Nach der Ordnungssäule, einem Kalauer Gastwirt, der noch den Soldaten, von den Kämpfern in Südwestafrika denken! mehr Kolonien haben wollte, fam nochmals Herr Rosin Der Voltsstaat" sagt, daß im Militärstaat von den an die Reihe, der bezüglich der Kolonien noch besonders erklärte: Herrschenden die Menschen einerlei ob in Zivil oder Was wir haben, halten wir fest!"( Zwischenruf Wiesners:„ Auch wenn es unrentabel ist?") Ja, auch wenn es unrentabel" ist!" Uniform- als zweibeinige Tiere betrachtet, gewertet, beSchließlich wurden dem Genossen Wiesner noch einmal handelt werden, und er protestiert gegen solche mißachtende 15 Minuten zugestanden, da aber Proteste dagegen tamen und Behandlung er fordert für die Soldaten gesunde Kafernen, die 15 Minuten nicht im entferntesten genügten, so verzichtete er im in denen sie vor Seuchen sicher sind! Einverständnis mit unseren Genossen. Das ist die angebliche Beschimpfung der Soldaten durch " Die Genossen sind mit dem Verlauf der Versammlung sehr Liebknecht: zufrieden. Aus dem Wahlkreis Ruppin Templin wird geschrieben: Noch nie ist in diesem Kreise eine so heftige Wahlagitation eutfaltet worden wie diesmal. Konservative und Freisinnige kämpfen gemeinsam gegen die Sozialdemokratie. Jeder in seiner Weise. Justizrat Dietrich, der Kandidat und bisherige Abgeordnete und Bankgenoffe der Grafen Arnim, Ziethen Schwerin, Das Eintreten für die Gesundheit, für die Menschenwürde der Soldaten fälscht das gegnerische Lügengesindel in eine Beschimpfung der Soldaten um! Das ist eine Probe aus vielen! Von solchem Kaliber Quast usw., behauptet in allen seinen Wahlversammlungen, daß sind Hunderte anderer Anwürfe, die jest gegen die Sozialnur diese edelsten der Nation es gewesen sind, die Strupellos wird von den Verständnis für das Wohl des Handwerks und Mittelstandes demokraten verbreitet werden. an den Tag gelegt haben. Als Berater und Lehrer für das Wohl Gegnern gefälscht! Es ist unmöglich, alle die Fälschungen des Handwerks habe ihnen Tischlermeister Pauli- Potsdam als Sach- einzeln abzutun, da in diesen Tagen Wichtigeres zu leisten ist. verständiger zur Seite gestanden, wenn es galt, etwas für den So möge man denn die Abschlachtung dieser einen fleinen Mann zu tun. Leider, so sagt Herr Dietrich, werden wir diesen unseren Freund zum Schaden des Handwerks verlieren und ausgesucht schamlosen Lüge Politische Uebersicht. Berlin, den 19. Januar 1907. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" und die Mittelstandsretterei. Wir haben keine Zeit, diese Angaben nachzuprüfen um fo weniger, als sie selbst dann, wenn sie richtig sind, nichts anderes beweisen, als daß die Sozialdemokratie mit der industriellen Sonzentration und dem Untergang des Kleinbetriebes als mit einer mit etwas unvermeidlichem rechnet, und von diesem Standpunkt aus durch die wirtschaftliche Entwickelung bedingten Notwendigkeit, als ablehnt, die Todesqualen der Kleinbetriebe durch allerlei Quadfalbereien zu verlängern. Um der Sozialdemokratie eine solche Ansicht nachzuweisen, braucht sich aber die„ Nordd. Allgem. 3tg." gar nicht auf einzelne Broschüren zu beziehen, sie kann sich direkt auf das Erfurter Programm und dessen anerkannte Erläuterung durch Kautsky und Schönlant berufen, denn dort heißt es: „ Die ökonomische Entwickelung der bürgerlichen Gesellschaft führt mit Naturnotwendigkeit zum Untergang des Kleinbetriebes, dessen Grundlage das Privateigentum des Arbeiters an seinen Produktionsmitteln bildet. Sie trennt den Arbeiter von seinen Produktionsmitteln und verwandelt ihn in einen besißlosen Proletarier, indes die Produktionsmittel das Monopol einer verhältnismäßig fleinen Zahl von Kapitalisten und Großgrundbesizern werden. Hand in Hand mit dieser Monopolisierung der Produktionsmittel geht die Verdrängung der zersplitterten Kleinbetriebe durch folossale Großbetriebe, geht die Entwickelung des Werkzeugs zur Maschine, geht ein riesenhaftes Wachstum der Produktivität der menschlichen Arbeit. Aber alle Vorteile dieser Umwandlung werden von den Kapitalisten und Großgrundbesizern monopolisiert. Für Das Proletariat und die versinkenden Mittelschichten Kleinbürger, Bauern bedeutet sie wachsende Zunahme der Unsicherheit ihrer Eristenz, des Elends, des Drucks, der Knechtung, der Erniedrigung, ber Ausbeutung." Und an anderer Stelle heißt es: Sei einem halben Jahrhundert redet man von der Notwendigkeit, den Handwerkern und Bauern zu helfen. Die verschiedensten Parteien, Liberale und Konservative, sind in den verschiedensten Ländern nacheinander am Ruder gewesen. Geholfen hat keine. Es ist eben unmöglich, das Handwerk und die kleine Bauernwirtschaft fon= kurrenzfähig gegenüber dem Großbetrieb zu machen. Die einzige Hülfe kann darin bestehen, daß man den Handwerkern und Bauern ermöglicht, zu einer höheren Betriebsform überzugehen. Die Lösung kann aber teine der herrschenden Parteien herbeiführen. Si ist nicht möglich auf dem Boden der Warenproduktion." Aber deshalb, weil die Sozialdemokratie den Vernichtungsprozeß des kleinen Mittelstandes abzukürzen und die Fortentwickelung zur sozialistischen Wirtschaftsstufe zu erleichtern sucht, vernichtet sie doch noch nicht den Mittelstand? Der Vernichter ist vielmehr der moderne Rapitalismus, den die Sozialdemokratie aufs schärffte bekämpft. Tatsächlich vermag die „ Nordeutsche Allgemeine Zeitung" denn auch kein Beispiel für ihre Behauptung beizubringen, die Sozialdemokratie erstrebe die Vernichtung des Handwerkerſtandes. Alles, was sie zu erzählen weiß, besteht darin, daß die Sozialdemokratie im Reichstag versucht habe, systematisch alle Versuche zur Hebung des Handwerks und zur Besserung der Lage des gewerbtätigen Mitelstandes zu bereiteln." " Das ist insoweit richtig, als die Sozialdemokratie bisher entschieden abgelehnt hat, die mittelalterlich- zünstlerischen Bestrebungen im Handwerk zu fördern. Aber waren denn die betreffenwird der Sozialdemokrat Liebknecht, der kein Freund des Handwerker- als die Charakterisierung der gegnerischen Verleumdungstaktit den Gesezesvorlagen überhaupt darauf gerichtet, die Konkurrenz und Mittelstandes ist, seinen Platz einnehmen. Von Zöllen und Steuern, überhaupt nehmen. Wer daran noch nicht genug hat, dem ist des Großbetriebes gegen den Kleinbetrieb einzuschränken und dem die die Konservativen dem Handwerker und Mittelstande auferlegt nicht zu helfen. letteren seinen Bestand zu sichern? Wenn die„ Nordd. Allg. 3tg." haben, erwähnte dieser Freund der kleinen Leute kein Wort, desto darauf mit einem" Ja" antwortet, lügt sie in unverschämtester öfter aber müssen angebliche Reden unserer Genossen Ledebour( in Weise. Die ganze bisherige Innungsgesetzgebung hatte nicht den der heutigen Nummer ist die Fälschung jener Rede gekennzeichnet. Zived, dem Handwerk die Konkurrenz der GroßD. R.) und Bock herhalten, woraus der findige Advokat dann beweist, daß seitens der Sozialdemokratie die kleinen Geschäftsleute und industrie vom Halse zu halten, sondern im Handwert selbst die Konkurrenz der nichtzünftle. Handwerker mit Stumpf und Stiel ausgerottet werden sollen. Allerdings mußte er sich in Rheinsberg vom Genossen Riesel nachrischen Kleinmeister gegen die großen Jnnungsweisen Lassen, daß Junker und Feudale noch nie etwas refp. 3unftmeister hintenanzuhalten und den für den Mittelstand getan haben, was ihm wirklich genügt hat, Der Nordd. Allgem. 8tg." hat die Notiz Mittelstandsretterei" Letteren auf Kosten der kleinen Krauter Bor daß sie ihnen dagegen schwere Lasten durch die Zölle auferlegt haben. in der Donnerstagsnummer des" Vorwärts" Verdauungsbeschwerden teile und Monopole zu sichern. Und ferner mit der Mit ähnlichen Mitteln wie Herr Dietrich agitiert der Kandidat der bereitet. Die Feststellung, daß die Sozialdemokratie zwar nach Sozialdemokratie stimmten gegen diese Vorschläge die Freifinnigen Freifinnigen Volkspartei, der Großdestillateur Herr Mar Schulz, der ihrem Programm anerkennt, die ökonomische Entwickelung der und größtenteils auch die Nationalliberalen. Sie, die jetzt von der Besizer einzufangen, in jeder Versammlung den Charakter bürgerlichen Gesellschaft führe mit Naturnotwendigkeit Regierung verhäfschelt werden, sind also nach der Logit der„ Nordd. des Großindustriellen abstreift und den eines kleinen länd- zum Untergang des Kleinbetriebes, daß sie aber nicht selbst diesen Allg. 3tg." ebenfalls Mittelstandsvernichter. lichen Besizers annimmt. Als Beweis gilt seine Büdner- Untergang bewirkt. sondern daß die Mittelstandsvernichter die Be- Dagegen läßt sich in bezug auf die Regierung nachweisen, daß stelle in Tangesdorf. Zweitens, und das ist typisch für sizer jener Riesenbetriebe sind, die alljährlich durch ihre Geschäfts- fie die Mittelstandsvernichtung in stärkstem Maße gefördert hat, den Freifinn und seine Wandlungsfähigkeit, will Herr Mar Schulz vergrößerungen, Fusionen und Kartellierungen Tausenden von nämlich durch ihre 3ollpolitik, welche der Startell- und teilen, und verspricht, falls er gewählt wird, einen solchen Antrag Kleinbetrieben das wirtschaftliche Terrain abgraben, paßt dem Syndikatbildung aufs äußerste Vorschub geleistet hat, indem sie den im Reichstage einzubringen. Nämlich den, daß die großen Kron- offiziöfen Blatt nicht in seine ebenso verlogene wie unfähige Wahl- Syndikaten auf dem einheimischen Markt eine Monopolstellung eingüter geteilt werden sollen zum Besten der Kleinen Bauern. mache, denn die als Totengräber des kleinen Mittelstandes räumte und ihnen gestattete, die Preise ihrer Erzeugnisse, beAuch an Wahlbeeinflussungen läßt man es jetzt schon nicht fungierenden Großindustriellen sind zumeist gute staatserhaltende" sonders der Roh- und der Halbstoffe auf dem inländischen Markt fehlen. Die Konservativen lassen durch ihre Organe int den einzelnen Orten Unterschriften sammeln und verpflichten Patrioten, die in den nationalliberalen und konservativen Ver- höher und höher zu treiben und den kleinen Handwerkern die von jeden, konservativ zu wählen. In der Gegend des feudalen einen das große Wort führen und die Flotten und ihnen benutten Materialien maßlos zu verteuern. Zivar hat unterstüben. nachträglich die Regierung eine Enquete über die Preispolitik der Grafen Arnim hat man den Wählern zwei Meter Holz ver- Solonialpolitik der Regierung sprochen, wenn sie für Dietrich stimmen. In allen Versammlungen, Allerdings ohne weiteres läßt sich die Tatsache nicht leugnen, daß Startelle veranstaltet, aber die Untersuchung wurde derart geführt, die die Herren bis jetzt abhielten, traten ihnen unsere Genossen ent- diese Kapitäne" der Großindustrie die Vernichter der wirtschaft- daß das Ergebnis auf nichts hinauslief. Auch hat die Regierung Im Dienste beider Ordnungsparteien steht der Reichs- lichen Existenz der Kleingewerbetreibenden sind die Norbd. fich bisher noch immer nicht beranlaßt gefühlt, der Volksvertretung gegen. lügenverband, der mit den schlechtesten Mitteln gegen die Sozial- Allgem. 3tg." unterschlägt deshalb ihren Lesern einfach den zweiten irgend welche Geseke gegen die Preistreiberei der Syndikate vordemokratie arbeitet. Wird aber nicht viel helfen. Teil unserer Notiz, ebenso wie auch die von uns abgedruckte Stelle zulegen. Die Bülowsche Regierung als Mittelstandsretterin ist eine aus dem Jahresbericht der Essener Handelskammer, in der nicht nur tonstatiert wird, daß der industrielle Konzentrationsprozeß mächtig fortschreitet, sondern zugleich auch gefordert wird, daß er in keinem Das Zentrum bekennt sich zum Wahlrechtsraub. Fall durch Maßnahmen gesetzlicher Art" gehemmt Bekanntlich hat, wie wir im Leitartikel der Nummer vom lebten werde. Dieses Glaubensbekenntnis der nationalliberalen Essener Volks. Handelskammer könnte doch manchen Mittelständler stukig machen. Donnerstag nachgewiesen haben, die„ Kölnische In zahlreichen Flugblättern des Reichsverleumderverbandes Mit einer ihm sonst nicht eigenen Bescheidenheit beschränkt sich des. 3eitung" anläßlich der Hamburger Wahlrechtsbewegung den und der aus ihrer Küche gespeisten„ nationalen" Parteien ist halb das Regierungsblatt darauf, nur gegen den ersten Teil unserer Grundfas berkündet: jeder Staat habe, wenn und der aus ihrer Stüche gespeisten„ nationalen" Parteien ist Notiz seine Kanonade zu eröffnen und zu behaupten, die Sozial. Sozialdemokratische Mehrheit drohe, das Recht, in Fettschrift zu lesen: demokratie gehe auf die Vernichtung des Handwerker- und Mittel- sich zu wehren, denn kein Staat fönne und dürfe sich selbst ruinieren. Mit anderen Worten: das Zentrum hält die AbZweibeinige Tiere in Uniform" standes" aus. Der Vorwärts", erklärt das Blatt seinen Lesern, schreibt schaffung des Reichstagswahlrechtes für geboten, wenn die Gefahr nämlich:„ Die Sozialdemokratie will nicht den Klein- und Mittel- droht, daß die Masse des Volkes nicht mehr den bürgerlichen Parteien betrieb abschaffen... Die Sozialdemokratie will nicht die Klein- anhängt. Ein Schamlofer Schwindel aufgedeckt. nannte 1872 der Volksstaat", das Blatt des Abgeordneten LiebInecht, die deutschen Soldaten, die als Sieger aus Frankreich zurüdfamen. höchst lächerliche Figur. eine Die eentje Arbeiter Beitung" wenbet diesen Grundsaß bereits auf die kommende Reichstagswahl an. Das M.- Gladbacher Blatt schreibt in seiner leßten Nummer bom 19. Januar, indem es die gegenwärtige Wahl als einen Kampf um die Rechte des Volkes, namentlich auch um das Wahlrecht, kennBeichnet: 2. den kaiserlich russischen St. Stanislausorden zweiter Klaffe; 3. das Ritterkreuz des tönigl. griechischen Erlöserordens. Ausland. Ungarn. Standal über Standal. 1. das Ritterkreuz atveiter Klaffe des Herzoglich Sachsen- auflösung sehen. Die Opposition sucht das Thema probandum Bon Ernestinischen Hausordens; dem ihr unbequemen nationalen auf ein von ihr willkürlich kon ftruiertes fonftitutionelles Gebiet hinüberzuspielen.( Sehr richtig.) Die verbündeten Regierungen denken nicht daran, die in der Verfassung gewährleisteten Rechte und Befugnisse des Reichstages irgendwie einzuschränken oder zu verlegen. Sie wahren sich aber Es ist ganz ausgeschlossen, daß die übernationalen Schreier das ihnen zustehende Recht, bei Differenzen mit dem Reichstag aus diesem Kampfe um die Wahlrechte als Sieger hervorgehen. an das Volk zu appellieren. Die verbündeten Regierungen wollen weder Bleibt nur noch eine Möglichkeit, daß viele im Aerger gegen die ein absolutistisches noch ein Partei. Regierung und unter Verkennung der Tragweite ihres Handelns Während es den Freunden des famosen Justizministers zu gefassungsmäßiges Recht. Sie wollen feinen Stampf gegen unsere regiment, fie treten ein für den Verfassungsstaat und für berrot stimmen. Und damit, sagen wir, ist dem berlingen scheint, die für Herrn Polonyi so blamablen Aeußerungen katholischen Landsleute und die katholische Religion, sondern relischiedenerseits angekündigten Wahlrechts des früheren Bürgermeisters von Budapest, Halmos, totzumachen, ift giösen Frieden, religiöse Duldung und volle raube Tür und Tor geöffnet. Der Siegesjubel der in der Unabhängigkeitspartei infolge einer scharfen Zeitungspolemit giöse Gleichberechtigung, volle Gewissensfreiheit, zu der Sozialdemokratie würde bas Grabgeläute des Reichs- zwischen den Abgeordneten Ugron und Lengyel eine neue Affäre ich mich immer bekannt habe, nicht nur in der Theorie, sondern tagswahlrechtes fein. aufgetaucht. Lengyel hält Ugron ein Tanges Sündenregister bor, auch in der Praris. Sie wollen nicht den soziali. Die Sozialdemokratie steht auf dem Standpunkte der darunter faule Militärlieferungen, Geschäfte mit dem Stabinett stischen 3wangs- und Zuchthausstaat( Huh! Huh!), blödesten und unsinnigsten Verneinung. Sie berweigert in Fejervary, mit einem französischen Bankschwindler, und schließlich keine Gefährdung unseres Friedens und unserer Stellung in der findischer Wut gegen den Kapitalismus dem Staat, der Nation daß Ugron, als die Koalition and Ruder gelangte, feine Familien- Welt, sondern Schutz und Schirm für Kaiser und Reich jegliche Mittel. Mit ihr ist keine Politik zu machen. Eine sozial- mitglieder mit Stellen versorgen ließ. Da Lengyel einen Partei außen und stetigen Fortschritt aller tüchtigen nationalen Kräfte demokratische Mehrheit müßte einer dem Absolutismus hin beschluß fordert, wonach er oder llgron ausgeschlossen werden möge, im Innern. neigenden und von ebensolchen Parteien gestützten Regierung wird sich die Kossuthpartei mit der Affäre befassen müssen. Bordas Rein absolutistisches Regiment.(??) Verzweiflungsmittel bes Wahlrechtsläufig fordert Ugron ritterliche Genugtuung". raubes direkt in die hand drücken. Endlich heißt es, es gelte, das persönliche Regiment zu bebekämpfen und der Gefahr des Absolutismus borzubeugen. Meine Herren, eine folche Gefahr besteht nicht und kannt nach der bundesstaatlichen Verfassung des Reiches auch gar nicht bestehen Unser Kaiser denkt nicht daran, Rechte in Anspruch zu nehmen, die ihm nach der Reichsverfassung nicht zukommen. Auch als daß er den Rat des Reichstanzlers und den Vorschlag des bei der Auflösung des Reichstages hat er nichts anderes getan, Bundesrats gutgeheißen hat, von einem verfassungsmäßigen Rechte Wer sozialdemokratisch wählt, arbeitet den Wahl. rechtsräubern in die Hände." Das Zentrum rechnet damit, wie aus den Aeußerungen seiner Wahlrechtsräubern! Frankreich. Kolonialpolitik gepaart mit Agrarpolitik.. nach Ich habe das wieder erfahren bei der Aufnahme meiner Ant= war es. Je weniger ein Blatt von Fraktionsinteressen abhängt, eingeschworen ist auf eine bestimmte Parteidottrin, um so tritischer um so unbefangener war sein Urteil. Von rechts wurde mir ent gegengehalten, daß der Brief das früher von mir selbst oft gebrauchte Wort von der Seimatspolitik nicht enthalte. Für die Heimatspolitit, namentlich soweit fie die und ich bin stolz darauf. Aber Heimatspolitik und Kolonialpolitik deutsche Landwirtschaft betrifft, glaube ich einiges getan zu haben find teine Gegensätze, die Kolonien entwickeln, heißt auch Heimatspolitik treiben, wie Heimat und Mutterland ein und dasselbe sind. ( Sehr wahr!) Die liberal- konservative Mehrheitskombination. Die Aufhebung der Kriegsgerichte. Unterstaatssekretär Chéron vom Kriegsministerium machte am Führer und Blätter hervorgeht, daß es in alter Stärke in den neuen Sonnabend Mitteilung von dem endgültigen Wortlaute der GesetzesReichstag einzieht; der Sozialdemokratie rechnen auch ihre Gegner vorlage betreffend Aufhebung der Kriegsgerichte. Die Vorlage, einen Gewinn an Mandaten zu. Das Reichstagswahl die genehmigt wurde, und am Montag der Kammer borrecht ist also geschüßt, wenn das 8entrum an gelegt werden soll, an gelegt werden soll, bestimmt, daß bestimmt, daß die Kriegsgerichte des Gebrauch zu machen. ihm festhält. Gesteht das M.- Gladbacher Blatt zu, daß im Heeres und der Flotte aufgehoben werden und daß die Falle eines bedeutenden Stimmenzuwachses der Sozialdemokratie Aburteilung aller von Angehörigen des Heeres oder der das Wahlrecht in Gefahr ist, dann bekundet es damit, daß das Flotte begangenen Verbrechen, Vergehen und Uebertretungen den wort an den General von Liebert. Je mehr ein Blatt 8entrum aum Wahlrechtsraub bereit ist. Dieses Bekenntnis genügt uns. Es soll uns in den Tagen oder den einfachen Polizeigerichten zugewiesen wird. Die Straf gewöhnlichen Gerichten, also den Schwurgerichten, den Buchtpolizeibis zum 25. Januar und da, wo es nötig ist, bis zum 5. Februar, bestimmungen des Militär- bezw. Marine- Strafgesetzbuches sollen in noch reiche Früchte tragen. Für jeden denkenden Arbeiter heißt es: das Strafgesetzbuch eingefügt werden. In Friedenszeiten wird es Nun erst recht! Steine Stimme den ultramontanen also nur noch ein einziges Strafgesetzbuch für alle Franzosen geben. Die Eigenschaft als Angehöriger des Heeres oder der Flotte wird bei gewissen Straffällen einen erschwerenden Umstand bilden, doch werden die Strafbestimmungen gegenüber denen des Ein Bielbegehrter. Wie die„ Karlsruher Zeitung" berichtet, bisherigen Militärstrafgesetzbuches bedeutend gemildert, die Tobeshaben sich die Vorstände der Handelskammer und der Abteilung der strafe und die Strafe der Zwangsarbeit, die von diesem Straf deutschen Kolonialgesellschaft in Starlsruhe an ben stellvertretenden gefeßbuch für gewisse Fälle vorgesehen find, werden aufgehoben! Stolonialdirektor Dernburg gewandt mit dem Ersuchen, auf der Hin- Für die Staatsanwaltschaft und den Untersuchungsrichter gelten die Meine Herren, Programme sind Zukunftsmusik. Zur Mufit Vortrag zu halten. In feinem Anworttelegramm erklärte ber find im Interesse der Disziplin vorgesehen. reise nach München am 19. Januar in Karlsruhe einen öffentlichen Bestimmung des gemeinen Rechts, nur einige Abweichungen gehören Musikanten.( Sehr wahr!) Nun sehen Sie sich, meine Stolonialdirektor es zu feinem größten Bedauern für unmöglich, dem Vergehen, wie Verlassen des Poftens, Infubordination, Aufruhr. zember jetzt zeigen, was sie vermögen, nicht bloß an Zahl in der Bet gewissen Herren, das Orchester im Reichstage an, wie viele Tonarten da burcheinander flingen. Mögen die Minderheitsparteien vom 13. DeWunsche zu entsprechen. In Stuttgart wird dagegen, wie uns von dort gemeldet wird, Deſertion, tätliches Angreifen der Vorgesetzten oder Untergebenen Stapelle, sondern auch an Gefühl für Rhythmus und Harmonie. Herr Dernburg am 23. 6. M. feine bekannte Berliner Datteltisten- und Beleidigungen der Vorgesetzten wird die Zusammensetzung( Heiterfeit und Zustimmung.) Nächstes Ziel ist, eine Mehrheit Rede wiederholen.des Buchtpolizeigerichts insoweit abgeändert, als dem Präsidenten von Konservativen und Liberalen zu schaffen und dem Zentrum zwei militärische Beisitzer beigegeben werden. Auch die Appel- die Möglichkeit zu nehmen, an der Seite der lationstammern werden, wenn sie über Berufungen gegen Ur- grundsäßlich auf Dissonanzen bedachten Sozialteile der Zuchtpolizeigerichte in den genannten Straffällen berDeutsches Reich. Helfe, was helfen mag! α die Sozialdemokratie Stimmung zu machen, zeigt nachstehendes bon handeln, aus einem Zivilrichter als Vorsitzenden und aus militäri politik zu treiben gegen die Verbündeten Regierungen und dem Wolfffchen Telegraphen- Bureau verbreitetes Telegramm: gegen alle anderen Parteien. Magdeburg, 19. Januar. Von der Straffammer I des schen Beisitzern gebildet. Wenn das Schwurgericht wegen als VerDas Zentrum in Bülows Borstellung. Landgerichts wurde heute der sozialdemokratische Arbeiter Heinrich brechen zu qualifizierender Tätlichkeiten gegen Vorgesezte oder UnterDas Zentrum ist auch zur Zeit seiner ausschlaggebenden Nind, der in einer Boltsversammlung der Stenographin eines gebene oder wegen gemeinsamen Aufruhrs mehrerer Militärs gegen Stellung im Reichstage geblieben, was es immer war eine bürgerlichen Blattes gewaltfam ihre Aufzeichnungen entrissen und die bewaffnete Macht zu erkennen hat, wird die Geschworenenbant unberechenbare Partei. Es vertritt aristokratische und dann auf der Flucht den ihn berfolgenden Verlobten der Dame von Militärs gebildet; diese Jury gibt ihren Spruch über die demokratische, reaktionäre und liberale, ultramontane und nationale mit Niederstechen bedroht hatte, wegen Sachbeschädigung und Schuldfrage ab, während die Straffestsetzung durch den Gerichtshof Forderungen. Nur eine politische Richtung ist nicht vertreten, die Nötigung zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt. Wenn es sich um die Verurteilung von Soldatenmißhändlern erfolgt. Nach den Bestimmungen der Vorlage werden die mili- sozialdemokratische. Um so auffälliger ist es, daß das Zentrum Hanbelt, läßt der Wolffiche Telegraphendienst meist alles zu wünschen tärischen Strafanstalten aufgehoben, die Ordnung der Disziplinar- bei den Wahlen der religions- und staatsfeindlichen Partei ber übrig. Auch haben wir noch nie gefunden, daß er die politische Strafgewalt bei den Trupperkörpern wird der Regelung im Ver- Sozialdemokratie Vorschub leistet. Wie patriotische Katholiken darüber benten, beweist der Düsseldorfer Aufruf. Barteirichtung hinzufügt und zum Beispiel berichtet: Der fon- ordnungswege vorbehalten. fervative Leutnant X. wurde wegen fortgesetzter Soldatenmißhandlung uſtv. oder der nationalliberale Zahlmeister 9. wurde wegen Betrügereien usw. Ein loftbares Geständnis. Bülows Rede auf dem 15 Mark- Diner. D In einer Zentrumswählerversammlung in Salmrohr( Wahlkreis Wittlich Bernkastel) wandte sich der Redner, Direktor 2anger, gegen ein bon liberaler Seite verbreitetes Flugblatt, In später Stunde geht uns durch das Wolffsche Bureau der worin behauptet war, daß das 8entrum sich geweigert habe, auf Wortlaut der Rede zu, die heute Fürst Bülow im Balast Hotel bei den Kopf der Bevölkerung 15 Pf. für die Stolonien zu bewilligen. bem großen Diner des Kolonialpolitischen Aktionsfomitees gehalten Das tränkte den edlen Zentrumsmann und mit stolzer Entrüstung hat. Da eine Wiedergabe des Gesamttertes uns nicht mehr möglich rief er aus: ist, beschränken wir uns auf den Abdruck der wichtigsten Stellen: Liberal- konservative Paarung. ,, Das Zentrum hat weit mehr bewilligt, als biefe 15 Reichspfennige, es hat so viel bewilligt, daß wir heute vier Milliarden Schulden im Deutschen Reiche haben, das macht auf den Kopf der Bevölkerung 66 W." " Wie die Trierfche Landesgettung" berichtet, folgte bie Versammlung dieser Rebe mit gespanntester Aufmert famkeit und spendete am Schlusse stürmischen Beifall. So lange es noch Leute gibt, die jubeln, wenn jemand auf ihre Wir aber wollen uns das Geständnis des ultramontanen Redners merken, daß es dem Zentrum zu danken ist, wenn wir vier Milliarden Schulben im Reich oder 66 W. auf den Stopf der Bevölkerung haben. Koſten Milliardenschulden macht, hat das Bentrum noch gute Tage Flottenbettel. Die zum Flottenpatriotismus animierten Bennäler" wie auch die flottenbegeisterten„ teutschen Frauen" und solche, die es werden möchten, haben trotz der großen Geldbeutel ihrer Herren Väter mit ihren Sammlungen für die größere Flotte bekanntlich elendig lich Schiffbruch erlitten. Da nun aber der Flottenrummel der Banzerplatteninteressenten und tutti quanti durchaus nach einer Voltssache aussehen soll, so scheint man wieder auf den alten Trid verfallen zu wollen, sogenannte freiwillige" Sammlungen bei der breiten Maffe, d. h. bei der Arbeiterschaft zu inszenieren. 3. B. ist seit einigen Tagen in Ruhrort im Betriebe der als Führerin der Scharfmacher im dortigen Kreise geltenden Hütte Phönig" am schwarzen Brett folgendes zu lesen: Bekanntmachung. Die Leute der Keffelschmiede werden hierdurch gebeten, einer guten Sache, dem Deutschen Flottenverein, für das Jahr 1907 beitreten zu wollen. Der geringste Jahresbeitrag beträgt 50 Bfg. Es wird jedoch im Intreffe der guten Sache gebeten, den Beitrag, wenn möglich, etwas zu erhöhen. Die Mitglieder des Vereins erhalten eine Mitgliedskarte und jeben Monat ein sehr schönes großes illustrirtes eft, betitelt:" Die deutsche Flotte", welches guten und billigen Unterhaltungsstoff bietet. Wer mit glied zu werden wünscht, muß sich sofort auf dem Steffel. schmiedebureau melden und die Höhe des Beitrages angeben. Es müßte mit dem Teufel zugehen, wenn der wirtschaftliche Druck des Unternehmertums hier nicht eine größere Anzahl Hafen füße zum Beitritt veranlaßte. Bwar ballt mancher Arbeiter ob folcher Maßnahmen die Fäuste, aber vielfach doch nur in der Tasche. Am 25. Januar ist Zahltag, dann wird abgerechnet werden auch mit jenen Broken, die da glauben, an keine Rücksichtnohme gebunden zu sein. Lesefrüchte über die Sozialdemokratie aus dem Handbuch des Reichsverbandes. Es wäre ein Die fozialdemokratische Partei hat positiv nichts geleistet. Selbst die großen sozialpolitischen Reichsgefeße sind ohne ihre Zustimmung zustande gekommen. Wo sich in ihren Reihen Neigung zur Mitarbeit an positiven Reformen zeigt, sucht sie der Despotismus, der revolutionäre Uebermut der Führer zu erstiden. Wie lange wird diese Knechtschaft von Millionen deutscher Arbeiter noch dauern? großes Glüd, wenn endlich dieser Bann sich loderte, wenn die deutschen Arbeiter mehr und mehr einfähen, daß die Sozialdemofratie die Interessen der Arbeit schlecht vertritt, weil sie selbst keine positive Arbeit leistet( lebhafte Zustimmung), wenn namentlich die große Zahl der Mitläufer sich flar machte, daß der gegen= Die Kolonien find nicht nur ein Prüfstein für unsere nationale to ärtige Zustand der Ordnung und des Gesetzes, Tatkraft, fie tönnen auch ein Bindemittel fein für unsere in ein berfaffungsmäßiger Freiheit und wachsenden Dußend Fraktionen gespaltene politische Betätigung im Innern. Wohlstandes, der Fürsorge für die Armen und Bu ihrer Entwickelung brauchen wir die Paarung konservativen Bedrängten jedenfalls beffer ist als der rohe Geistes mit liberalem Geiste, und es ist hoffentlich nicht zu optimana, ohne den die Verwirklichung und der Bestand kommunimistisch, wenn ich es als einen gewiffen Wendepunkt in unserem stischer Zukunftsutopien überhaupt nicht denkbar wäre.( Bravo!) Barteileben betrachte, daß am 13. Dezember im Reichstage konservative und liberale Parteien mit den berbündeten Regierungen ständigung vorbildlich wirkte für die Behandlung anderer großer nationalen Fragen, und daß so von dem überseeischen Besitz ein günstiger Einfluß ausginge zur Mäßigung der Parteigegensätze, namentlich gegenüber dem Auslande.( Bravo!) zufammen gingen. Gehr richtig!). Ich möchte, daß diefe Ber- Letzte Nachrichten und Depeschen. Unterordnung unter die Militär- Autorität. In der Frage, wie viele Truppen zur Niederwerfung des Aufstandes und der Pazifizierung der Kolonie nötig wären, fonnte ich mich nur nach dem Urteile der Truppenführer und des Generalstabes richten.( Sehr richtig!) Gegenüber dem klaren und bestimmten Verlangen der sachkundigen und verantwortlichen Stellen gab es für mich, gab es für die verbündeten Regierungen tein Schwanken und keine Zweifel. Blieb die Mehrheit auf ihrem Standpunkt bestehen, so mußten wir an das Bolt appellieren. Arbeiter, organisiert Euch! burger Reeder beabsichtigt, unter dem Namen„ Verband der SchiffHamburg 19. Januar.( 2. T. B.) Der Verein der Sam fahrts- und Hafenbetriebe von Hamburg- Altona" einen engeren Zusammenschluß aller am Hafenbetriebe beteiligten Unternehmer herbeizuführen, um den Hamburger Hafen zukünftig vor verhängnisvollen Störungen durch etwaige von den Hafenarbeiter- und Transportarbeiterverbänden inszenierte Streits zu schützen. Aussperrung der Färbereiarbeiter. Crefeld, 19. Januar.( W. T. B.) Der Verband der Färbereibefizer hat heute über sämtliche hiesigen Färbereien die Sperre verhängt, da die Ausständigen das Ultimatum überschritten haben. Nicht nur die Färbergesellen feiern, sondern auch die Lehrlinge haben aus Furcht vor Ausschreitungen der Ausständigen die Arbeit niedergelegt. Von der Sperre werden etwa 2 bis 3000 Arbeiter innerhalb der Stadt Grefeld betroffen. Schiffszusammenstoß. Berantwortung der Regierung und der Parteien. Man hat mir das in der Hitze der Debatte gesprochene Wort vorgeworfen, daß nicht die Parteien, sondern die Regierung bie Berantwortung trüge für die Sicherheit und as Ansehen des Landes. Meine Herren, ich halte dies Wort bei ruhigem Blute vollständig aufrecht. Verantwortlichkeit ist London, 19. Januar.( B. H.) Ein drahtloses Telegramm aus zunächst eine höchst persönliche Sache. Mögen sich nun auch Par- South Goodwin berichtet, daß der belgische Dampfer„ Baterland" feien moralisch für ihr Verhalten verantwortlich fühlen und je von New York nach Antwerpen unterwegs mit dem Dampfer mehr, desto besser!- so ist doch die Regierung keine Partei, ihre Naworth Castle" zusammengestoßen ist. Das letztere Schiff ist alsBerantwortung reicht biel weiter. Sie hat, insbesondere nach außen, alle Parteien zu vertreten, und sie trägt allein bald gesunken. Die Besatzung bestand aus 20 Mann. Der Waschinist Man hofft, daß die übrige Mannschaft, die fich in die moralische und die politische Berantwortlichkeit in großen natio- einem Rettungb3boot befindet, gerettet werden wird. nalen Fragen. Das ist auch so in rein parlamentarisch regierten ist an Ort und Stelle abgegangen. Ein Hülfsschiff wortlichkeit für Mehrheitsbeschlüsse nicht tragen wollen, fo lösen Ländern: Wenn da die Männer der Regierung eine Verantsie das Parlament auf, oder sie treten ab.( Also abtreten nach dem 25. Januar. Die Red.) In dem Anspruche der Bentrumspartei, den verbündeten Regierungen ebenso wie der Kriegsleitung einen Teil der Verantwortlichkeit abzunehmen, fehe ich eine weder in der Verfassung, noch in dem tatsächlichen Schwanken der Mehrheitsbildungen im Reichstage begründete Ueberspannung.des Ein von allen Regierungen geschätzter Redakteur. Machtgefühls einer Fraktion.( Sehr richtig, bravo!) New York, 19. Januar.( B. H.) Unweit Frowler( Indiana) Herrn Dr. phil. Stronsbein, Chefredakteur der" Post", ist eine Budgetrecht und absolutistisches Regiment. hohe Freude widerfahren. Der Kaifer hat Allergnädigst" der Behauptung, das Budgetrecht des Reichstages sei Frachtzuge zusammen. Ersterer entgleiſte und wurde vollständig Nun wetteifern Zentrumsstimmen und sozialdemokratische in stieß ein Passagierzug der St. Louis und Cincinnati- Bahn mit einem geruht, ihm die Erlaubnis zur Anlegung folgender Orden zu er verlegt, Volksrechte seien in Gefahr. Ich kann auch darin nur zerstört, die Trümmer gingen in Flammen auf. Man zählte 30 Tote teilen, mit denen er in Anbetracht seiner bekannten schriftstellerischen eine leere Ausrede für den Mehrheitsbeschluß vom 13. Dezember, und 40 Verletzte. 10 Personen find lebend zwischen den Trümmern Leistungen von fremden Höfen beglückt worden ist: eine Jrreführung der Wähler über die Gründe der Reichstags- eingeklemmt verbrannt. " Entwendete Maschinengewehre. fchwanden hier acht Maschinengewehre. Diefelben wurden gestern Taschkent, 19. Januar.( W. T. B.) Am 10. Januar vervon der Polizei in der Erde vergraben aufgefunden, zugleich mit Bomben und Sprengstoffen. Schwere Eisenbahnkatastrophe. Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw; E. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW, Hierzu 5 Beilagen Nr. 17. 24. Jahrgang. 1. öklliP des„Horraittü" letlintt IsUtsM. Sonntag, 20. Januar 1907. Werttheorie und KolonlalpoiitlH. Unsere Gegner lieben eS. die Marxsche Werttheorie als eine müßige Tiftelei ohne praktischen Wert hinzustellen, und doch würden ste sie nicht so erbittert und zäh bekämpfen, wenn sie praktisch wertlos wäre. Aber freilich, sie dürfen sie nicht als richtig an- erkennen, weil sie mit dem Satz:«Die Arbeit ist die Quelle aller Werte" in einer Gesellschaft, in der die ungeheuere Mehr- heit der Arbeiter Proletarier find, indirekt die Oberhoheit des Proletariats und die Notwendigkeit seines Sieges anerkennen würden. Diese Theorie bildet jedoch auch den Schlüsiel zur Erkenntnis der kapitalistischen Gesellschaft, und indem die bürgerlichen Klassen durch ihre Klasseninteressen verhindert werden, die Marxsche Theorie anzuerkennen und zu begreifen, werden sie auch gehindert, ihre eigene Gesellschaft vollständig zu begreifen und ihre eigenen Geschäfte in ihr aufs zweckmäßigste zu vollziehen. Um die Rolle des Proletariats im Produktionsprozeß und der Gesellschaft möglichst gering erscheinen zu lassen, schreiben sie auch der Natur eine wertbildende Eigenschaft zu und verwechseln sie g e- sellschastlichen Reichtum und natürlichem Reichtum. Der natürliche Reichtum eines Landes besteht in den Stoffen und Kräften, die die Natur dort angesammelt hat. Aber ohne menschliche Arbeit nutzen sie dem Menschen nichts. Nur Arbeit gibt ihnen eine Form, die sie zum menschlichen Gebrauch tauglich macht. Selbst die Früchte, die ohne menschliches Zutun reifen, bedürfen der Arbeit des Aufsuchens und Pflückens, sollen sie genoffen werden können. Der gesellschaftliche Reichtum wird bedingt durch die Produktivität der menschlichen Arbeit. Je mehr Produkte diese Arbeit schafft, desto reicher ist die Gesellschaft. Die Produktivität der Arbeit hängt freilich wieder vom natür- lichen Reichtum ab. Aus nichts kann man nichts schaffen. Je größer dieser Reichtum, desto mehr Produkte werden unter sonst gleichen Bedingungen, durch den gleichen Arbeitsaufwand hervor- gebracht werden. Auf fruchtbarem Boden wird die gleiche Arbeit produktiver sein wie auf unfruchtbarem Boden. Aber je mehr die Entwickelung der Technik und der ganzen Kultur fortschreitet, desto mehr tritt bei der Bildung des gesellschaft- lichen Reichtums die Bedeutung des natürlichen Reichtums zurück hinter die Bedeutung der Intelligenz, der menschlichen Arbeitskraft und ihrer Ausstattung mit künstlichen HülfSmitteln. Viel wichtiger als die Größe des natürlichen Reichtums ist heute die Entwickelung der mensch- lichen Arbeitskraft für daS Maß des gesellschaftlichen Reichtums geworden. Vergleichen wir z. B. die Schweiz mit Südamerika. Jene ein unfruchtbares Land ohne wertvolle Mineralien in seinem Boden. also ohne jeden natürlichen Reichtum, und doch ist es verhältnismäßig eines der reichsten Länder der Welt. Sein gesellschaftlicher Reichtum ist ein hoher— freilich so ungleichmäßig verteilt, wie in jedem kapitalistischen Lande. Dieser Reichtum rührt baher, daß seine Volksbildung und seine Technik eine der bestentwickelten der Welt ist. Dagegen bildet Südamerika einen der von der Natur am meisten be« günstigten Kontinente: es enthält den fruchtbarsten Boden, ist reich an den gesuchtesten Mineralien. Sein natürlicher Reichtum ist ein enormer. Und doch find seine Staaten fast alle bankrott, seine Völker' arm, weil sie unwissend sind und ihre Technik eine äußerst primitive ist. Diese Bedeutung der Fähigkeiten und des Wiffens der Arbeits- kräfte übersehen nur zu gern die Kapitalisten unserer Tage. Ihr Haß und ihre Furcht gegenüber der Arbeiterklaffe läßt sie deren Bedeutung auch dort unterschätzen, wo ihr eigener nächster Borteil darunter leidet. Indem sie nur nach dem natürlichen, dem st o f f l i ch e n Reichtum ausschauen, und ihn mit dem gesellschaftlichen, vom Arbeiter geschaffenen, ver- wechseln, der allein Wert und Geld in der heutigen Gesellschaft be- deutet, laffen sie sich leicht verführen, ihr Geld in Unternehmungen hineinzustecken, deren natürlicher Reichwm fabelhaft erscheint, die aber auS Mangel an ausreichenden Arbeitskräften nur germgen Ertrag liefern und bankrott werden. DaS sehen wir an der Haltung unserer befitzenden Klassen gegenüber Rußland. Sie schwämmen von dessen Reichtümern und vergessen, daß das bloß natürliche Reichtümer find. die zu gesellschaftlichen Reichtümern nur werden können durch die Arbeiter, und daß die Produktivität der Arbeit in Rußland eine geringe ist und bleiben muß. so lange der Absolutismus herrscht, der eine intelligente, kraftvolle Arbeiterschaft mehr fürchtet als den Tod, und alles aufbietet, die arbeitenden Klaffen in Un- wiffenheit und Dürftigkeit zu erhalten. Wer den Absolutismus stützt, stützt die Armut Rußlands, hindert die Entwickelung seines gesellschaftlichen Reichtums. So werden die Milliarden. welche die Kapitalisten Europas in den unersättlichen Schlund des russischen Defizits werfen, nur Mittel, den russischen Bankrott unabwendb'ar zu machen, obwohl ste als Mittel erscheinen, ihm vorzubeugen. Und dasselbe gilt von den Kolonien. Wäre ihr natürlicher Reichtum auch wirklich so groß, wie er heute in reklamehafter Weise von unseren Kolonialfanatikern ausposaunt wird, so ist ihr gesell- schaftlicher Reichtum unendlich klein, dank der Unwissenheit. Kraft- losigkeit und primitiven Technik ihrer Bewohner. Jede Kolonial- Politik strebt aber dahin, die Bewohner der Kolonien möglichst aus- zubeuten, in möglichster Unterwürfigkeit, also in völliger Unwissen« heit und Kraftlosigkeit zu erhalten. Wo dies gelingt, da werden die Kolonien keineswegs reicher, sondern immer ärmer, trotz ihrer natürlichen Reichtümer. So verarmt z. B. die Bevölkerung vieler Teile des britischenOstindienimmermehrin gleicher Weise, wie das in Rußland der Fall ist. Aber nicht immer gelingt es der kolonialen Unterdrückung, das arbeitende Volk der Kolonie in Unwissenheit und Schwäche zu er- halten. Dann wächst freilich der gesellschaftliche Reichtum der Kolonie, eS wächst aber auch ihr Bedürfnis nach Selbständigkeit. nach Losreißung vom„Mutterland", das immer ein Stiefmutter- land ist.» Zwischen dieser Alternative schwank jede Kolonie hin und her: Bankrott soder doch ewiges Defizit, welches vom Mutterland zu decken ist) oder Rebellion. Eine andere Alternative haben wir auch in unseren Kolonien nicht zu erwarten. Aber da« ist freilich nur ein Abbild der Alternative, die der ganzen kapitalistischen Gesellschaft droht. Ein moderner kapitalistischer Staat hat nur die Wahl zwischen zwei Wegen: der eine davon besteht darin, das Proletariat mit allen Mitteln zu unterdrücken. Gelingt ihm das, dann sinkt mit der Intelligenz und Kraft seiner Arbeiter auch die Produktivität ihrer Arbeit, geht seine Konkurrenzfähigkeit zurück, schwindet sein gesellschaftlicher Reichtum, geht er völligem Bankrott entgegen. Der andere Weg geht dahin, daß der Staat die ökonomische Entwickeluno möglichst-u fördern, sein Proletariat' intelleftuell und physisch zu heben sucht. In diesem Falle ent- wickelt er mit dessen Kraft und Selbstbewußtsein auch den Drang nach Befreiung von seinem Joch, nach Beherrschung des Staates. Dann wächst die Produktivität der Arbeit, wächst der gesellschaftliche Reichtum, wachsen Macht und Ansehen des Staates in der Welt, wachsen aber gleichzeitig innerhalb des Staates Macht und Ansehen des Proletariates, dann reift rasch die Saat des Sozialismus. Unterdrückung der Arbeit und Bankrott— rasches Wachstum des Reichtums und SozialisniuS: keinen anderen Ausweg gibt es für den Kapitalismus, denn— die Arbeit ist die Quelle aller Werte. Die russische Revolution. „Nackte Revolten". Die Lage der politischen Häftlinge wird von Tag zu Tag ent- setzlicher. Nicht genug, daß alle russischen Gefängnisse selbst nach offiziellen Berichten mehr als doppelt überfüllt sind, wird das von der Gefängnisverwaltung jetzt ausgeübte Regime geradezu un- erträglich. Da nun selbst das bisher bewährte Mittel, der Hungerstreik mit all seinen schrecklichen Begleiterscheinungen das Herz der zuständigen Behörde nicht mehr erweicht, so greifen die poli- fischen Gefangenen zu einer neuen, schrecklichen Art des Protestes? Sie werfen nicht nur die Strohsäcke und sonstiges Bett- zeug aus ihren Kammern, sondern auch die ihnen von der Anstalt gelieferten Kleider. Unterzeug usw. und wandern, gänzlich entblößt, vielfach mit an den Füßen angeschmiedeten„Kandaly" sbesondere Fußfeffekn) Tag und Nacht, bis sie vor Kälte erstarrt hinstürzen... Die erste sogenannte„Gioiyj bunt"(„Nackte Revolte") begann am 3. d. M. in Smolensk, wo für besonders wichtige politische Häft- linge eine Galeere eingerichtet wurde, die zunächst für 800 Sträflinge bestimmt, aber„erweiterungsfähig" ist. Entsprechend den Be- stimmungen für die russische Katorga ist da« Regime in Smolensk ein fürchterliches, zumal da die dortige Verwaltung auf andere Verfügung aus Petersburg(!) den Gefangenen keine Zugeständniffe zu gewähren, sich nun veranlaßt sieht, den Sträflingen ungewöhnlich schmutzige, von Insekten wimmelnde Wäsche und Bettzeug zu geben: alle, die vom AnstaltSarzt für nicht schwer krank befunden werden, schwere Ketten und angeschmiedete Fu�fesseln tragen zu laffen, die Kost so herzustellen, daß die Gesamtverpflegung pro Kopf und Tag aus höchstens S'/z Kopeken zu stehen kommt usw. Soll es da wundernehmen, wenn die politischen Häftlinge zu der„nackten Revolte" greifen, wenn sie sich entschließen, lieber durch Erkältung zugrunde zu gehen, als bei lebendigem Leibe durch Parafiten und Hautkrank- heften zerfteffen zu werden?... Die neue Art des Protestes der volittschen Häftlinge wirkt selbst auf hie russischen Kreise, die so ziemlich an alles gewöhnt sind, nieder- schmetternd. Und doch bietet sich den„polifischen Verbrechem' nicht eher Aussicht auf Besserung ihrer mehr als verzweifelten Lage als an dem Tage, da das Voll seine Abrechnung mit dem Zaris- mus hält. Dementi. Petersburg, 19. Januar.(W. T. B.) Das Eisenbahndepartement bezeichnet die gesttige Meldung der„Rjetsch", wonach einem franzö- fischen Syndikat, an dessen Spitze Rouvier.stehe, der Bau einer Waggon- und Lokomofivfabrik an der Katharinenbahn konzessioniert worden sei, als unbegründet. Also Ivahrscheinlich an einer anderen Bahn l— Hus der parte!« So'ne Zeitung gibts ja gar nicht! Bei der Postagentur in I u n g f e r in Westpreußen bestellt ein Parteigenosse die.Königsberger Volkszeitung". Als unser Genosse die Zeitung nach einigen Tagen immer noch nicht erhalten hatte, ging er aufs Postamt. Dort gab man ihm da« bereits eingezahlte Abonnementsgeld für die„Volkszeiwng" mit dem Bemerken zurück, daß die gewünschte Zeitung nicht zu haben seil Der Postagent sagte einfach, die«Volkszeitung" wäre in Jungfer nicht bekannt. Run wandte sich der Genosse an das sozialdemokratische Wahlbureau in Elbing, welches sofort dafür Sorge trug, daß dem Postagenten in Jungfer die nötige Belehrung zu teft wurde._ Rüstung zum Wahlkampf in Oesterreich. Die Parteivertretung der deutschen Sozialdemokratie in Oesterreich ruft für den 27. und 28. d. M. ein� Reichskonferenz nach Wien, welcher die organisatorische'und agitatorische Bor» bereitung für die Rei�hstagSwahlen obliegen wird. pollreUicbes, Oericbtltcbcs ukw. Strafkont» der Press«. Wegen Beleidigung eines Ar- beitswilligen hatte sich Genosse G r ö tz s ch von der„S ä ch s. Arbeiterzeitu n g" vor dem Schöffengericht zu Dresden zu verantworten. Die Beleidigung wurde in einem Berichte über eine Versammlung Meißener Bauarbeiter gefunden, der im«Volks- freund", dem Kopfblatt der„Arbeiterzeitung", gestanden hatte. Er gab das Referat des OrganisafionSleitcrS über einen Streik wieder, der für die Bauarbeiter günstig geendet hatte. In diesem Referate hieß eS. daß sich wenig Streikbrecher gefunden hätten, die wenigen wurden namhaft gemacht und als„Verräter an der Sache" bezeichnet. Der eine davon war früher organisiert und wurde ivegen Streik- bruchs aus der Partei ausgeschlossen. Er hatte zweimal das Versprechen abgegeben, sich den Streikenden anzuschließen, hatte eS aber nicht gehalten. Die sprachliche Redewendung«Verräter an der Sache"-wurde als Beleidigung betrachtet, obwohl in der Ver« Handlung der Beweis für die Tatsache, die dieser Redewendung zu- gründe lag. erbracht wurde. Im Zusammenhang mit dem ganze» durchaus objektiven Bericht, bedeutet dieser Ausdruck nichts anderes als eine Tatsachenfeststellung. Das Gericht hatte aber einfach das Wort„Verräter" herausgegriffen und darnach daS Urteil gefällt, das auf 75 Mark Geldstrafe lautete. Eine erfolgreiche Revision hat Genosse R. Albert- Breslau gegen daS Urteil des Landgerichts Breslau vom 7. Juni 1906 ein- egt, das ihn wegen angeblicher Aufreizung zu Ge- Walttätigkeiten, begangen in einer Rede zum 1. Mai, mit 300 M. Geldstrafe belegte. AIS der Genosse Albert in seiner Rede auf 1»48 hinwies und auf„die Heldentaten unserer russischen Brüder, die gegen die Uebermacht deS Zaren kämpfen", wurde die Versainmlung aufgelöst. DaS Urteil sagt: Die Worte deS Angeklagten laffen eS nicht ausgc- schloffen erscheinen, daß er zur Anwendung von Gewalt aufforden wollte. Der Angeklagte hatte mit großer Erbitterung besonders gegen die angebliche Willkür der BreSlaner Polizei gesprochen.«Nicht durch Geduld, sondem durch Ungeduld werden die Völker ftei!" hatte er wiederholt betont. Er hat also zur Ungeduld aufgefordert, das heißt zur Gewalt gegen die Polizei und die regierende Gewalt überhaupt. Die Aufforderung ist ohne Erfolg geblieben.— Die Revision kam am Freitag vor dein Reichsgerichte zur Verhandlung. Sie wies nach, eine Auf- forderung zum Widerstaude gegen die Staatsgewalt liege nicht in den Worten des Angeklagten: nur der Kampf mit geistigen Waffen sei gemeint. D e r Reichsanwalt beantragte die Auf- Hebung des Urteils, da es in materieller Hinsicht sehr zweifelhaft sei. Zu welcher strafbaren Handlung der Angeklagte aufgefordert haben soll, sei nicht ausreichend festgestellt. Das Reichs- gericht erkannte im Einklänge mit diesen Ausführungen auf Auf« Hebung des Urteils und Zurückverweisung der Sache an das Landgericht.' GewerhrcbaftUcbee« Der Kampf in der Holzindustrie. Äm Sonnabendvormittag waren die Ausgesperrten im Saake des Etablissements„Neue Welt" versammelt. Die Verbandsleitung hatte die Versammlung einberufen, um den Ausgesperrten, die bis- her nur durch ihre Vertrauensmänner und durch ihre Presse über die Situation des Kampfes unterrichtet worden sind, mündlich Bericht zu erstatten. S t u s ch e erfüllte diese Aufgabe, indem er den seit- herigen Verlauf der Aussperrung eingehend schilderte. Er sagte den Ausgesperrten, daß sie sich, wenn eS nach den Absichten der Unter- nehmer geht, auf einen schweren Kampf gefaßt machen müssen, der vielleicht monatelang dauern kafin. Die Unternehmer wollten diesen Kampf, sie haben ihn angefangen und aus verschiedenen Vorgängen in anderen Städten könne man schließen, daß auch in verschiedenen Orten des Reiches ein Kamps der Unternehmer gegen den Holz- arbeiterverband geplant sei. Die Arbeiter werden den Kampf, in den sie gedrängt worden sind, jetzt mit allen Kräften durch- führen und den Unternehmern zeigen, daß es ihnen nicht gelingt, den Holzarbeiterverband niederzuringen.— Der lebhafte Beifall, den die Ausführungen des Redners fanden, war der beste Beweis dafür, daß die Ausgesperrten willens sind, einig und geschloffen den Unternehmern die Stirn zu bieten und den Kampf bis zum Ende durchzuführen.— Ebenso beifällig begrüßte es die imposante Ver« sammlung, als S t u s ch e die Anwesenden aufforderte, am 26. Januar Mann für Mann nicht nur für die Kandidaten der Sozialdemokrafie zu stimmen, sondern auch bei den Wahlarbeiten der sozialdemokratischen Partei mitzuhelfen. Die jüngeren Kollegen, welche noch nicht wahlberechtigt sind, ersuchte der Redner, sich für die Wahlhülfe in der Provinz zu melden. Eine Kontrolle der' Aus- gesperrten findet am 26. nicht statt, damit jeder sich der Partei zur Verfügung stellen und am Siege der guten Sache mitarbeiten kann. *•* „Zur Abwehr und zur Stimmung" überschreibt die „ F a ch z e i t u n g" der Tischlermeister usw. einen Artikel, der aller- dings in der Hauptsache der Stimmungsmache dient. Das muß man der.Fachzeitung" lassen, sie versteht es, unter den Tischlermeistern Stimmung gegen die Arbeiter und deren Vertreter zu machen. So heißt es gleich am Anfang des Artikels der„Fachzeitung", es„hageln in den den Artikelschreibern aus dem Holzarbeiter- verband zur Verfügung stehenden Blättern eine Reihe von Beschimpfungen und Verlästerungen auf die Arbeitgeber- verbände und deren Führer und vor allem auf unsere.Fachzeitung" herab."— Wer das liest, der muß glauben, daß die Organe, welche die Interessen der Arbeiter vertreten, nichts anderes täten, als die Verbände und die Führer der Arbeitgeber zu. beschimpfen. So appelliert die„Fachzeitung" an die Leidenschaften ihrer Leser, die ja durch nichts mehr erregt werden, als wenn sie sich beschimpft glauben. Vorsichtigcrweise vermeidet es die«Fachzeitung", zu sagen, wer denn die Arbeitgeberverbände usw. beschimpft und verlästert hat. Da von den polifischen Tageszeitungen nur der„Vorwärts" sich der gerechten Sache des Holzarbeiterverbandes annimmt, so ist auch wohl der„Vorwärts" gemeint, wenn die„Fachzeitung" von .Blättern" spricht, die«den Artikclschreibern aus dem Holzarbeiter- verbände zur Verfügung stehen". Warum hat die„Fachzeitung" nicht den Mut, das klipp und klar zu sagen?— Also geineint ist unser Blatt, und wenn es die.Fachzeitung" nicht zu nennen wagt, so deshalb, weil eS ihr n i ch t m ö g l i ch r st. auch nur eine einzige Beschimpfung und Verlästerung, die wir gegen Organe der Arbeit- gdber gebraucht hätten, anzuführen. Wir haben lediglich Unwahr« heiten und Entstellungen, die sowohl in der.Fachzeitung" wie in Publikationen der Vorstände der Arbeitgeberverbände in die Welt gesetzt wurden, festgestellt, und die„Fachzeitung" hat nicht vermocht, unsere Feststellungen zu entkräften. In der Hauptsache handelt es sich darum, daß der gegenwärtige Kampf von den Unternehmern, die nicht durch die Arbeiter bedroht waren, begonnen wurde. Daran können alle entgegenstehenden Behauptungen der„Fachzeituna" nichts ändern. Wenn die„Fachzeitung" auch heute noch den offenbaren und zweifeNosen Angriff auf die Arbeiter als einen„Abwehrkampf" hinstellen, so wollen wir mit ihr nicht niehr darüber streiten, denn die«Fachzeitung" eines besseren zu belehren, ist vergebliche Mühe. Boruneilslose Leser unseres BlatteS werden wissen, wie eS um die Sache steht, welche die„Fachzeftung" nicht mit den besten Mitteln vertritt. ES hat auch wirklich keinen Zweck, jetzt, nachdem der Kampf ausgebrochen ist, noch darüber zu streiten, wer ihn angefangen hat. Uns kann auch nicht daran liegen, die Erbitterung. die jeder Kampf naturgemäß mit sich bringt, zu stärken. Deshalb lassen wir alle Liebenswürdigkeiten, womit die.Fachzeitung" ihre Gegner bedenk, unbeachtet. Nur eine unwahre Behauptung, die auch in der neuesten Nummer der„Fachzeitung" wiederkehrt, obgleich Wir sie schon einmal als unwahr erwiesen haben, muß nochmals richtiggestellt werden. Es handelt sich um die auf der Seite der Arbeitgeber aufgestellte Behauptung, der Holzarbeiter- Verband habe Bermittelungsvorschläge des EinigungSamteS ab- gelehnt.— Wir hatten dieser Behauptung gegenüber die Tatsache angeführt, daß in der Sitzung des EinigungSamteS am 29. De- zember wohl ein Einigungsvorschlag(Abschlagszahlung von 24, 26,60 und 27 M. im ersten bis dritten Vertragsjahre) gemacht, über denselben aber nicht verhandelt worden ist. Die„Fach- zeitung" behauptet noch jetzt, es sei doch über den Vorschlag ver- handelt, die Vertreter der Arbeitgeber hätten erklärt, sie erwarten über diesen Vorschlag eine Aenßerung deS Holzarbeiter- Verbandes. Wir können nur dabei bleiben, daß diese Dar- stellung der«Fachzeitting" falsch ist. Die Sitzung des EinigungS- amtes am 29. Dezember ist unmittelbar nach der Mit- teilung deS angegebenen Vorschlages geschlossen worden, weil ein Mitglied des EinignngSaniteS nicht länger an der Sitzung teilnehmen konnte. Der Holzarberterwerband hatte keine Gelegenheit, si'ch zu dem Vorschlage zu äußern. So hat sich der Vorgang abgespielt und nicht anders. Damit lassen wir die„Fachzeftung" laufeii und Wenden uns dem zu. was die augenblickliche Situation des Kampfes bringt. Daß die Aussperrung zlvar einen nicht unbedeutenden Umfang angenommen hat. ist Tatsache, wenn auch die Absichten der Scharf- macher bei weitem nicht erfüllt sind. In der Hauptsache werden eS die von den Führem der Unternehmer mit allen Mitteln auf- geftachelten Arbeitgeber fein, welche sich an der Aussperrung beteiligt haben. Im Gegensatz» zu diesen meist kleineren Meistern gibt es aber Inhaber größerer Betriebe, welche gar nicht daran denken, die von den Scharsmachern ins Werl gesetzte Aussperrung mitzumachen. Zu diesen gehört die-Firma Kümmel, die einen er größten Tischlereibetriebe in Berlin unterhält. Der erste Meister der Firma Kümmel erklärte einem Vertreter des H olz arb eiter- V erb a n d eS in Gegenwart von vier Vtitgliedern des Arbeiter« auSschusseS. daß sich die Firma nicht an der Aussperrung be- tciligt. Es müßten wohl einige Arbeiter entlassen werden, aber nur ivegen augcnblicklichein Maugel an Arbeit. Der Meister ver- sicherte auch, er habe vom Chef der Firma Kümmel, der zurzeit betrefft ist, noch an einem der letzten Tage die briefliche Weisung erhallen, keinen Arbeiter auszusperren. Man steht also, daß es mit der Einigkeit der Arbeitgeber nicht zum besten bestellt ist. Das kann auch bei einer so ungerechtfertigten Aussperrung nicht anders erwartet werden. ».» Die Organisation der Scharfmacher, genannt Arbeit geber-Schutzverband, hat jedenfalls die Absicht, den von ihren Schutzbefohlenen angezettelten Kampf nxch weiter auszudehnen. Auch die Berliner Drechslermeister sollen jetzt für den sogenannten Sckmtzverband eingefangen werden. Derjenige, der im Auftrage des Schutzverbandes seine Netze nach den Drechslermeistent auswirft, ist Herr Walsdorf, ein Mann, der keine Ahnung davon hat. was den Drechslermeiftern not tut, dem es nur darauf an- kommt, sie für die Zlvecke der Scharfmacher einzufangen. Dies Treiben wird treffend gekennzeichnet durch ein vertrauliches Schreiben, welches uns zugeflattert ist. Es lautet: Freie Vereinigung der selbständigen Drechslermeister Deutschlands. Einladung zur außerordentlichen Generalversammlung. Geehrter Herr Kollege I Am Sonntag, den 20. Januar 1907, vormittags 9 Uhr, findet im Saale des«Königstadtkasino", Holzmarktstr. 72, eine außer- ordentliche Generalversammlung der Freien Vereinigung der selbständigen Drechslermeister und Luxusmöbelfabrikanten statt. Tagesordnung: 1. Notwendigkeit eines Zusammenschlusses der Arbeitgeber I Referent Herr Walsdorf jGeschäftsführer des Arbeit- geberschutzverbandes). 2. Diskusston und Aufnahme neuer Mit- glieder. 3. Beschlußfassung über den Anschluß an den Arbeitgeber- schutzverband. 4. Statutenänderungen. 6. Verschiedenes. In der tiefernsten Zeit der fortwährenden Streiks tritt auch an uns die Frage heran, wollen wir stillschweigends zusehen, wie ein Kollege nach dem andern abgeschlachtet wird, oder müssen wir uns nicht ebenfalls ermannen und einsehen, daß es so nicht weiter gehen kann, sondern wir uns nach dem Beispiel der Ge- sellen organisieren müssen. Ein jeder Beruf, und wenn es der kleinste ist, ist zu der Einsicht gekommen, daß es unbedingt notwendig ist, sich zu vereinigen, um ge- meinschaftlich zu versuchen, die Lage des GeWerks zu heben; darum sollten auch die Kollegen die Hand dazu bieten, um in unserem Gewerbe einigermaßen Verhältnisse zu schaffen, welche eS uns ermöglichen, als Staatsbürger unseren Ver- pflichtungen und als zivilisierter Mensch zu leben. Für unsere Arbeiter hat der Staat Gesetze geschaffen, welche sie vor der größten Not bei Krankheit, Unfall und im Alter beschützt: was haben wir selbständige Handwerker? Kann uns � denn der Staat helfen, wenn wir so uneinig und selbst nicht wissen, was wir wollen. Der Kampf ums Dasein, den wir führen und uns von mehreren Seiten erschwert wird, zwingt doch alle entweder früher oder später sich zu organisieren. Aus der an- gegebenen Tagesordnung ersehen Sie, daß wir gewillt sind, uns einer großen Vereinigung, dem Arbeitgeber-Schutzverband für das deutsche Holzgewerbe als Bezirksverband anzuschließen. Da unserer Vereinigung sehr günstige Bedingungen betreffs Anschluß gestellt sind, so möchte ich hier nochmals darauf näher eingehen. Das Eintrittsgeld_ beim Arbeitgeber- Schutzverband beträgt für jeden beschäftigten Arbeiter über achtzehn Jahre eine Mark, unsere Mitglieder dagegen haben kein Eintritts- geld zu zahlen. An Unterstützungen bei Streiks oder Aussperrungen zahlt der Verband für jeden über 18 Jahre alten streikenden Arbeiter pro Tag bis 1 M. Da wir unser Statut dem Schutz- verband anpassen müssen, so wird die Beitragszahlung eine andere. Bisher betrug der Beitrag pro Woche 59 Pf., also jahrlich 26 M., nach dem Anschluß beträgt derselbe pro Jahr persönlicher Beiwag 4 M. und für die Zahl der im Durchschnitt beschäftigten über 18 Jahre alten Arbeiter je 3 M. Den kleineren Betriebsinhabern wird die Mitgliedschaft verbilligt, die größeren dagegen haben bedeutend höhere Leistungen, aber auch im allgemeinen und hauptsächlich bei Streiks größere Vorteile.— Damit nun der Beschluß, welcher in der Versamm- lung gefaßt werden soll, zum Nutzen unserer Vereinigung und des ganzen Gewerks werde, ist es unbedingt notwendig, daß auch Sie in der Versammlung anwesend und Ihre Meinung zum Ausdruck bringen. Die Kollegen von außerhalb resp. Gruppenvorstände werden gebeten, falls nicht alle Kollegen, welche Mit- glieder sind, hierher kommen können, sich mit den übrigen zu ver- ständigen, wieviel Arbeiter über 18 Jahren von denselben be- schäftigt werden, und ob dieselben für oder gegen den An- schluß sind. Niemand darf fehlen I Mit kollegialischem Gruß Der Vorstand. I. A.: Oskar Walter, 1. Vorfitzender. Außerdem gibt der Vorstand bekannt, daß die vereinigten Arbeitgeberverbände der Berliner Holzindustrie am 12. Januar alle im Holzarbeiterverbande organisierten Arbeiter ausgesperrt haben. Es gilt hier, Forderungen, welche der Verband gestellt hat, abzuwehren. Dieselben sind folgende: 1. Verkürzung der 52stllndigen Arbeitszeit. 2. Allgemeine Lohnerhöhung. Obligatorische Benutzung des Arbeitsnachweises durch dte• Arbeitgeber und andere Angelegenheiten.—. Indem wir an das Solidaritätsgcfllhl appellieren, ersuchen wir unsere Mitglieder, auch die Herren aus den Provinzen, da die Herren Gesellen nach dort abgeschoben werden, keine Arbeiter von hier, solange die Aussperrung dauert, einzustellen, vielmehr die entbehrlichsten Arbeitskräfte zu entlassen. In dem Kampfe, der hier geführt wird, müssen unsere organisierten Gesellen auch die organisierten Arbeitgeber anerkennen. Hoch die Solidarität! Der Vorstand. *•* Das übliche Bombardement mit„Berichtigungen" eröffnet Herr Obermeister Rahard t. Er berichtigt zwar nichts, was in unserem Blatte in bezug auf i h n gesagt ist, aber trotzdem lvollen Ivir den sachlichen Inhalt dessen, was Herr Rahardt für eine Be- richtigung hält, hier wiedergeben. Unsere Darstellung, wonach Herr Rahardt bei Stusche angefragt habe, ob der Holzarbeiterverband den Gcwerkverein zu den Vertragsverhandlungen einladen wolle und Stusche geantwortet habe, der Holzarbeiterverband habe dazu keine Veranlassung, wenn Herr Rahardt den Gewerkverein ein- laden wolle, möge er es tun, soll nach Herrn_Rahardts Angabe falsch sein. Richtig soll dagegen sein, daß ihm Stusche gelegentlich einer Besprechung die bestimmte Erklärung abgegeben habe, der Holzarbciterverband würde unter keinen Umständen diesmal wieder gemeinsam mit dem Hirsch-Dunckerschen Gewerkverein verhandeln. Demgegenüber bestätigt uns Stusche, daß unsere Darstellung richtig ist. Tie von uns mitgeteilte Unterredung zwischen Rahardt und Stusche fand telephonisch statt und ist auch von einem anderen Vertreter chcs Holzarbeiterherbandes mit angehört worden. Ferner meint Stusche, gelegentlich einer anderen Besprechung mit Herrn Rahardt habe er sich, entrüstet über auswärts vom Gewerlverein begangene unsolidar'ische Handlungen, für seine Person, aber nicht für den Holzarbeiterverband gegen jede Gemeinsamkeit mit dem Gewerkverein erklärt. Eine andere Berichtigung geht uns von der Firma Oskar Schönherr zu. Herr Schönherr bestreitet die in der Vertrauensmannerversainmlung des Holzarbeiterverbandes am 16. d. M. gemachte Mitteilung, wonach er zu den entlassenen Ar- beitern gesagt habe, es handele sich nicht um eine Aussperrung, sondern nur um Arbeitsmangel. Herr Schönherr sagt, er per- sönlich habe überhaupt keine Entlassung vorgenommen und könne schon aus diesem Grunde eine derartige Aeußerung nicht getan haben. Am 17.(also nachdem der Bericht über die V e r t r a u e n s m ä n n e r V c r s a m ni l u n g im„Vorwärts" erschienen w ari habe er seine sämtlichen Arbeiter bis auf drei entlassen und ihnen gesagt, daß sie ausgesperrt seien. Daß am Tage vorher— wie in der Versammlung mitgeteilt Ivurde— schon der dritte Teil der Arbeiter des Schönherrschen Betriebes cntlajsen worden sei, wird nicht bestritten. Ob diese Entlassung ein Beauftragter des Herrn Schönherr vorgenommen und die AuS- sperrung in Abrede gestellt hak, bleibt hiernach möglich, doch können wir das im Augenblick nicht feststellen. Zur Aussperrung selbst geht uns nach folgende Mitteilung zu: Der Tischler und Zigarrenhändler Gustav Mathias, Maybach- ufer 44/45, ist auf den gesperrten Bauten der Firma Gebr. Faul als arbeitswilliger Einsetzer tätig. Die Lohnbewegung der Zimmerer Groß-Berlins nimmt ernstere Formen an. Während der„Verband der Baugeschäfte Berlins und der Vororte" die Forderungen der Zimmerer für unannehmbar bezeichnete, jedoch dabei der Hoffnung auf schließliche Verständigung Ausdruck gab, lehnen die Zimmermeister alle Forderungen i in voraus entschieden ab. Sie erklären, an eine Bewilligung sei nicht zu denken; eine Verkürzung der Arbeitszeit würden sie auf keinen Fall zugestehen. Bewilligten sie das,>vas die Zimmerer forderten, würden alle Bauten mindestens 19 bis 15 Proz. teurer zu stehen kommen. Die Generalversammlung, die der„Verband der Zimmermeister Berlins und Umgegend" einberufen hatte, um zu den Forderungen Stellung zu nehmen, nahm einstimmig folgende Resolution an: „In Anbetracht der alljährlich wiederkehrenden unberechtigten neuen Forderungen der Arbeitnehmer, die nicht den Zweck haben, bestehende llebelstände in den Arbeitsverhältnissen zu beseitigen, sondern vor allem immer mehr und mehr darauf hinzielen, den Arbeitgeber zum willenlosen Werkzeug zu stempeln, beschließt die heutige Versammlung folgendes dem Verband der Baugeschäfte von Berlin, als dem führenden Organ bei den Verhandlungen mit den Arbeitnehmern zur Berücksichtigung zu unterbreiten: Die heutige Versammlung des„Verbandes der Zimmermeister von Berlin und Umgegend" spricht sich mit aller Eni- schiedenheit gegen die Bewilligung der achtstündigen Arbeits- zeit und höhere Löhne aus. Sie gibt dem Wunsche Ausdruck, daß möglichst bis 1. Februar d. I. eine Entscheidung herbeigeführt werde und empfiehlt in der Folge dahin zu wirken, daß die Tarif- vertrüge nicht wie bisher am 31. März, sondern stets am 31. De- zember ihr Ende erreichen._ An die Zimmerer Berlins und der Vororte! Hiermit machen wir unsere Kameraden darauf aufmerksam, daß die Firma Wayß u. Freytag, Aktiengesellschaft für Beton- bauten, Komptoir Berlin SW., Bernburgerstr. 14, gegenwärtig in Posen einen Vau ausführt, woselbst die dort beschäftigten Zimmerer in den Ausstand getreten sind. Da die Firma sich eventuell bemühen wird, hier Arbeitskräfte anzuwerben, richten wir an alle Kameraden das dringende Er- suchen, die Annahme der Arbeit für Posen zu verweigern. _ Die Verbandsleitung. Die ausgesperrten Automobilführer versammelten sich am Sonn- abend morgen im Gewerkschaftshause. In der dritten Woche der Aussperrung stehen sie noch zusammen wie am ersten Tage. Die Unternehmer versuchen wohl, mit einzelnen Fahrern zu verhandeln und zu einer Verständigung zu gelangen, aber ohne Erfolg. Jeder weiß, daß die Verhandlungen prinzipiell nur durch die Organisation geführt werden dürfen. Ruhig hörten die Versammelten den Bericht von Rettig über die Antwort der Unternehmer, die im„Vorwärts" bereits veröffentlicht war, an und erklärten in einer Resolution, daß sie mit Bedauern Kenntnis nehmen von dem ab- lehnenden Verhalten der Automgbilbesitzer gegenüber dem Vorschlag, den Konflikt durch Vergleichsvcrhandlungen beizulegen. Sie sind entschlossen, nun auch ihrerseits auf dem bisher ein- genommenen Standpunkte fest zu'beharren und erwarten, daß die Unternehmer sich bereit erklären werden, mit den Vertretern der Organisation zu verhandeln. Die Ausgesperrten betrachten die Lage als unverändert günstig und stehen fest zum Verbände. In der Dis- kussion wurde erklärt: Hier steht eine Organisation per anderen gegenüber: warum soll die eine geringer gelten als die andere? Es ist bekannt geworden, daß an die einzelnen Besitzer vom Verein aus die strikte Weisung ergangen sei. nicht mit der Organisation der Fahrer zu verhandeln. Um so mehr legen die Fahrer Wert darauf, daß ihre Organisation respektiert wird. Einen glänzenden Erfolg hat der Verband der Gastwirts- gehülfen errungen. Am Freitag haben die Neuwahlen von 4 Gehülfenausschußmitgliedern und 6 Vertretern hierzu stattgefunden. Desgleichen die Neuwahl der gesamten 7 Jnnungsschiedsgerichts- Arbeitnehmerdeputierten und 7 Vertreter hierzu. Die gesamte Liste des Verbandes der Gastwirtsgehülfen mit 24 Kandidaten in vier Wahlgängen wurde mit überwältigender Majorität gewählt. Von 360 anwesenden stimmberechtigten Gehülfen, welche bei Jnmmgs- meistern beschäftigt sind, wurden 356 Stimmzettel abgegeben. Bei allen vier Wahlgängen haben die organisierten Ge- hülfen durchweg rund eine Majorität zirka 200 Stimmen erhalten, trotz heftigster Agitation der Jnnungsmeister und Abkommandierung ihrer Getreuen zur Wahl. Die Berliner Gastwirteinnung keimt eine solche Wahl nicht. Früher wurden diese Wahlen mit 20—30 ißrcr Getreuen gemacht. Der ge- samte Gehülfenausschuß und ihre Vertreter sowie die gesamten Jnnungsschiedsgerichtsdepntierten und ihre Vertreter sind nunmehr organisierte Gastwirtsgehülfen.— Die Agitation war eine überans heftige. Die Jnnungsmeistereinladungen auf rotem fP apier haben nicht vermocht, die„gelben Getreuen" der Meister iin Sattel zu halten. Die Begeisterung war überaus stark und berechtigt zu den besten Hoffnungen. Achtung! Zink-, Zinn- und Bleigießer! Die Differenzen bei der Firma Eduard L a ch m a n n. Meister Kummer, sind zu unseren Gunsten beigelegt. Die Agitationskommission. Deutkehes Reith. Die Arbeiter der Zuckerraffinade von Michaelis u. Komp. zu Schulau a. d. Elbe befinden sich im Ausstande. Die menschen- unwürdigen Verhältnisse, die dort herrschten, haben die Arbeiter dazu getrieben. Die Beteiligten sind beinahe sämtlich von Posen und Oberschlesien hergelockte Arbeiter, haben sich aber sämtlich in Anbetracht ihrer Lage organisiert. Die Direktion wird wiederum versuchen, durch ihre Agenten Leute heranzulocken. Kollegen, Genossen! Haltet den Zuzug fern. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Gelder sind zu senden an H. Friede, Wedel (Holstein) Mühlenstraße. ffluslanck. Ein sozialistischer Gewerkschaftler, der einen Orden annimmt. Paris, 17. Januar.(Eigener Bericht.) Daß die Ordenssucht, die einen unerquicklichen Charakterzug der französischen Demokratie bildet, bis in die Reihen der Arbeiterschaft hineinreicht, davon gibt die Auszeichnung des Sekretärs der Bergarbeiterföderation des Pas de Calais Evrard mit dem Kreuz der Ehrenlegion ein unerfreuliches Beispiel. Eine solche Auszeichnung wird natürlich nicht verliehen, wenn sie nicht erbeten worden ist. Evrard hat in den letzten Ausstandsbewegungen des Grubenproletariats eine führende Rolle gespielt. Ist ihm am Bewußtsein, seinen Käme- raden gedient zu haben, so wenig gelegen, daß er noch einer An- erkennüng der Regierung bedarf?, lind die Frage drängt sich auf: Was hat dieser Gewerkschaftler geleistet, daß sich eine bürgerliche Regierung versucht fühlen kann, ihm eine Auszeichnung zu ver- leihen? Die Arbeitskonföderation hat diesen Gedanken in einem Tadelsvotum Ausdruck gegeben. Daß der Schritt Evrards der Baslyschen Richtung in der Bergarbeiterschaft, der er angehört, nicht» nützen wird, liegt auf der Hand. Soziales. Sozialpolitische Streiflichter. Daß unsere Arbeiterversicherung nickt nur zum Stillstand ge- kommen ist, sondern immer mehr der Versuch gemacht wird, die Rechtsprechung z u n n g u n st e n der Versicherten zu gestalten, kommt besonders bei der Unfallversicherung zum Ausdruck. Das Bestreben der konservativen, nationalliberalen und Zentrums- Junker im preußischen Landtage, bei den landwirtschaftlichen Berufs- genossenschaften die Renten bis zu 25 Proz. zu beseitigen, hat auch bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften Nachahmung gefunden. Das Reichsversicherungsamt hat entgegen dem Gesetz in ständiger Rechtsprechung Renten unter 10 Proz. als nicht meßbare Ein- büße im wirtschaftlichen Erwerbsleben bezeichnet. Eine große Zahl von Unfallverletzten wird daher überhaupt nicht entschädigt. Nach der ständigen Rechtsprechung sollen Renten- änderungen u m 5 Proz. nicht vorgenommen werden, da eine Rentenänderung um 5 Proz. in dem objektiven Befunde_ der llntall- folgen so gering ist, daß es schwer ist, eine Besserung feststellen zu können. Eine Steigerung der Erwerbsfähigkeit indessen kann eine so geringe Besserung, die auf 5 Proz. bewertet ist, nicht feststellen. Diese Sprnchpraxis, Aenderungen um 5 Proz. nicht vorzunehmen, ist längst über den Haufen geworfen. Die Herabsetzung der Renten um 5 Proz. durch die Berufsgenossenschaften ist an der Tagesordnung. In den Fällen, wo die Schiedsgerichte— eben gestützt auf die bisherige Sprnchpraxis— die Herabsetzung der Renten um 5 Proz. zurück- weisen, wird dem Rekurse der Berufsgenossenschaften gegen die Ent- scheidungen des Schiedsgerichts beim Reichsversicherungsamt neuer- dings leider oft stattgegeben. Besonders ist das in �dem Sprnchsenat des Geh. Regierungsrats Friedensburg der Fall. Vor einiger Zeit konnten wir einer Verhandlung in diesem Senat beiwohnen. Es handelte sich um eine Verletzung des rechten Daumens. Die Bernssgenossenschast hatte eine Rente überhaupt abgelehnt. Das Schiedsgericht in Weimar hörte den Kreisarzt Medizinalrat Dr. B. Derselbe schätzte die Erwerbseinbuße durch die Unfallfolgen für die Zeit vom 21. Mai 1903 bis 39. Oktober 1905 auf 20 Proz. Nach dem 30. September 1905 sollten„meß- bare" Unfallfolgen nicht mehr be st ehen, es könnte jetzt nur noch eine gewisse„Unbequemlichkeit" in Frage kommen, die indes durch allmähliche„Gewöhnung" beseitigt würde. Dem- entsprechend wurde die Entscheidung des Schiedsgerichts getroffen. Der Verletzte legte hiergegen Rekurs beim Reichsversicherungsamt ein. Er hatte ein ärztliches Gutachten von einem Chirurgen und Leiter der chirurgischen Abteilung eines Krankenhauses zur Be- gründung seiner Renlenentschädigungsansprüche beigebracht. Im ersten Verhandlungstermin wurde von dem erkennenden Senat die Einholung eines Oberg» lachten s beschlossen, da sich die beiden Gutachten im Widerspruch befänden. Das vom R.-V.-A. eingeforderte ärztliche Obergutachten war von dem Direktor der chirurgischen Ab- teilung des Krankenhauses Friedrichshain erstattet. Bezüglich des objektiven Befundes, soweit man dem Vortrag des Berichterstatters in der Verhandlung des Senats unter dem Präsidium des Geheim- rais Friedensburg, entnehmen konnte, stimmte das� Ober- gutachten mit dem vom Verletzten beigebrachten Gutachten überein. Nur in der Schätzung divergierten dieselben. Während der vom Verletzten gehörte Gutachter die Erwerbseinbuße auf 15 Prozent be- wertete, nahm der Obergutachter nach dem 30. September 1905 und auch jetzt noch eine Erwerbseinbuße von 10 Prozent durch die llnsallfolgen an. Auch bezüglich der Löhne wurde seslgesiellt, daß der Verletzte in Berlin, wo die Löhne Höher sind als in dem Unfall- orte, der Kläger trotzdem weniger verdiente. Trotz dieser Tat- fachen, welche die Erwerbsbehinderung des Verletzten klar feststellen, verkündete Herr Friedensburg das Urteil dahingehend, daß der Mann k e i n e R e n t d v e r d i e n e, da die Unsallsolgen nur geringe sind. Wir haben vielen amts- und landgerichtlichen Verhandlungen und solchen der Bezirksausschüsse beigewohnt, in denen zuungunsten der Kläger entschieden wurde. Aber nirgend ist uns eine Behandlung zuungunsten der nm ihr Recht oder um Almosen klagenden Kläger aufgefallen, wie in dem Friedensburger Senat. Die Bemerkungen und Glossen, mit denen der Vortrag des Referenten vom Vorsitzen- den begleitet worden und die Art der Verhandlung mit dem im Betriebe Verunglückten oder deren Verwandten, die für sie eintreten wollten, werden von den Beteiligten als Umschreibung der Empfindung aufgefaßt: lvie kann nur der Kläger glauben, daß ihm hier der durch den Unfall erlittenen Schaden ersetzt werde? Die Unfallrechtsprechung zielt immer mehr auf die Beseitigung der kleinen Renten hin— im preußischen Dreiklassenparlament nannten der nationale Schmieding und Schröder diese Renten geschmackvoll „Schnapsrente". Die Beeinflussung der Schiedsgerichte durch die Aerzte geht allem Anschein nach immer mehr vor sich. Man hat die Hinzuziehung der Aerzte zu den Spruchsitzungen der Schieds- geeichte als einen„außerordentlichen" Vorteil für die Verletzten gepriesen. In wachsendem Maße wird uns von an der Schaden- feststellung interessierten Personen versichert, daß die Begutachtung und Untersuchung des Verletzten während der Schiedsgerichtsver- Handlung höchst oberflächlich vor sich gehen. Einzelne Aerzte, besonders am Schiedsgericht Berlin, geben oftmals die Erklärung ab, der Unfall könne als„Betriebsunfall" nicht anerkannt werden, es sei das zwar Sache des Gerichts, doch' vom medizinischen Standpunkt könne er— der Arzt— einenBetriebsunsall nicht annehmen. lieber die Frage, ob ein B e t r i e b s u n f a ll im Sinne des Gewerbe- Unsallversichermigs-GesetzeS vorliegt, hat aber einzig und aliein das Schiedsgericht zu entscheiden, nicht der Arzt. Es sollte ein Vertrauensarzt des Schiedsgerichts ein ärztliches Gutachten für die Berufsgenossenschast znrRentenän de rung nicht abgeben. Freilich wird das persönliche Taktgefühl aus- schlaggebend sein müssen. Wenn aber der Vertrauensarzt des Schieds- gerichts sich weigert, dem Verletzten als Kläger, dem Wirtschaft- lich Schwächeren, ein ärztliches Gutachten auszustellen, dann sollte er es der BerufSgenoffenichast gegenüber erst recht ablehnen. In neuerer Zeit läßt der Vorsitzende des Berliner SchtedS- gerick'tS die vom ReichSversichernngsamt zuungunsten der Ver- letzten aufgehobenen Urteile bei den Beisitzern zirftilieren. Warum nur diese, warum nicht alle, auch die zugunsten der Arbeiter er- gangenen Urteile? Darauf sollten die Beisitzer dringen und sollten die Vorschlagsliste der Aerzte sehr genau pritfen, ehe die Wahl von Vertrauensärzten auf ein Jahr vollzogen wird. Gerickts-Leitung. Haftung deS Staats für Folgen von Beamten-Mißhandlungen. Eines Abends wurde in Mülhausen im Elsaß ein Mann wegen Lärmens von Nachtwächtern verhaftet. Er tvehrte sich energisch dagegen, wurde nun von denNachtwächtern mißhandelt uiid stürzte, wobei er die Kniescheibe brach. Der Verletzte klagte auf Schadenersatz und das Landgericht verurteilte den einen Nachtwächter zur Zahlung einer einmaligen Summe von 600 M. und einer jährlichen Rente in derselben Höhe. Da die Zwangsvollstreckung gegen den Beamten fruchtlos war, klagte der Verletzte nunmehr gegen den Landesfiskus und gegen die Stadt Mülhausen'als haftbar, da die Nachtwächter in des einen oder anderen Dienst ständen. Staat und Gemeinde wollten hiervon nichts wisjen, das Gericht kam aber zu der Ueberzeugnitg, daß die Nachtwächter int Dien sie des Staates stehen und verurteilte auf Grund des für den Elsaß geltenden Rechts den Fiskus zur Fahlung der angegebenen Sunniten. Den Nachtwächtern liegen in ihrer Eigenschaft als Sicherheitspolizei Dienste und Befugnisse ob, die aus der Staatsgewalt allein abzuleiten sind und in Mülhausen nur vom Staate ausgeübt werden. Sie sind infolge dessen als Staatsbeamte zu betrachten. Leider besteht entgegen den iviederholten Anträgen der Sozialdemokratie eine Haftpflicht des Fiskus für den durch Beamte an- gerichteten Schaden nicht für ganz Deutschland, insbesondere nicht für Preußen. Verfammlungen. Ein Baketfahrtsschiff gestrandet. Der New Yorker Agentur ber Hamburg- Amerita- Linie ist die Nachricht zugegangen, daß der Dampfer Prinz Waldemar" lebte Nacht um 2 Uhr eine halbe Meile östlich von Plum Point( Jamaika) gestrandet ist, und daß Bergungs- 4 schiffe zur Hülfeleistung abgegangen sind. " Ein Telegramm aus Hamburg besagt: Die Hamburg- AmerikaLinie bestätigt die Meldung von dem Auflaufen des Dampfers Prinz Waldemar" bei Plum Point und fügt hinzu, daß die Passagiere und die Besatzung gerettet sind. Die Lage des Schiffes wird als nicht ungünstig bezeichnet; Bergungsdampfer sind zur Stelle und man hafft, den Dampfer abzubringen. Die Maschinenarbeiter des deutschen Holzarbeiterverbandes hielten am 17. Januar in den„ Andreas- Festsälen" eine Branchenversammlung ab. Nach dem Kommissionsbericht der Branchenleitung wurden im 4. Quartal des vorigen Jahres 177 Werkstattfizungen abgehalten. Zu diesen waren von 1298 beschäftigten Stollegen 849 organisierte und 77 unorganisierte erschienen. Hierauf gab Gober den Bericht vom Arbeitsnachweis für das 3. und 4. Quartal. Es wurden in diesem Halbjahr 1396 Arbeitslose und 1119 Stellen gemeldet; von diesen wurden 894 besetzt. In der sich Hamburg, 19. Januar. Zu der Strandung des Dampfers anschließenden Diskussion wurde von mehreren Kollegen darüber Pring Waldemar" teilt die Hamburg- Amerika- Linie noch mit: Der getlagt, daß immer noch viele Kollegen den Arbeitsnachweis hinter- Kapitän des Dampfers war vor seiner Ankunft an der Küste von gehen und sich unter der Hand Arbeit suchen, worauf Hübner Jamaika telegraphisch nicht mehr zu erreichen. Die Strandung fowohl als auch Jäck und Gober darauf aufmerksam machten, ist auf die völlige Veränderung, welche die Hafeneinfahrt von daß unser Beschluß, den wir im alten Maschinenarbeiterverband Kingston durch das Erdbeben erlitten hat und auf die Zerstörung gefaßt haben, von der Ortsverwaltung des Holzarbeiterverbandes der dort befindlichen Leuchttürme zurückzuführen. gutgeheißen wurde und nun noch zu Recht besteht. Nach diesem Beschluß werden Kollegen, welche sich durch Hausieren Arbeit verschaffen, erst verwarnt und im Wiederholungsfalle aus dem Verbande ausgeschlossen. Hierauf gab Hübner einen kurzen Bericht über die Situation der Aussperrung, welcher von Jäck noch ergänzt wurde. An alle Kollegen wurde die Mahnung gerichtet, fest in diesem uns aufgedrungenen Kampfe zu einander zu stehen, bis der Sieg errungen sei. Hierauf wurde folgende Resolution von der Versammlung einstimmig angenommen: In Anbetracht des dem Holzarbeiterverbande von den vereinigten Arbeitgeberorganisationen brutal aufgedrungenen Kampfes verpflichten sich die heute in den Andreas Festsälen" bersammelten Maschinenarbeiter GroßBerlins, diesen Kampf mit allen ihnen gefeßlich zu Gebote stehenden Mitteln zu führen und kein Opfer zu scheuen, um denselben zum Wohle und zur Ehre des deutschen Holzarbeiterberbandes zu beendigen." " Auf Grund geraten. Nach einer Meldung des Korrespondenten der Associated Preß" aus Kingston vom 17. d. M. ist der deutsche Postdampfer Prinz Eitel- Friedrich" der Hamburg- Amerika- Linie, laffen wollen, in der Nacht vom 16. auf den 17. in der Nähe des mit dem eine größere Anzahl von Amerikanern die Infel hatte verBrads der„ Prinzessin Viktoria Quise" ebenfalls auf Grund geraten. Eine gefährliche Zigarre. In Steißlingen( Oberbaden) entlud. sich ein pistolenartiger Schuß aus einer Zigarre, die ein 75jähriger Handwerker rauchte. Es wurden ihm drei Finger der rechten Hand zerrissen. Eisenbahnunfall. Aus Goslar wird vom gestrigen Tage amtlich gemeldet: Güterzug 6793 hat heute vormittag 28 Uhr bei Einfahrt in Bahnhof Lutter infolge ungenügender Bremswirkung den Prellbock in Gleis 3 überfahren. Maschine, Backwagen und drei Güterwagen erheblich beschädigt. Ein Bremser zzesche aus Magdeburg getötet. Sonst niemand verletzt. Betrieb nicht gestört. Beide Hauptgleise blieben fahrbar. Passage Theater. Allabendlich: Berlin paß' auf! Spezialitäten. Karl Haveriand- Theater. Spezialitäten. Wintergarten. Spezialitäten. Heute nachmittag Kajino Theater. Allabendlich: Ledige Leute. Uhr: Die beiden Champignol. Nächsten Sonntagnachmittag 4 Uhr: Die beiden Champignol. Folies Caprice. Das Modell. Serenissimus XVI. Gebr. Herrnfeld- Theater. Jeden Abend: Familientag im Hause Prelstein. 00 irania Theater. Taubenstraße 48/49. Täglich: Die Feuergewalten der Erde.( Anjang 8 Uhr.) Eingegangene Druckfchriften. Zur Psychologie unserer Zeit. Heft 7. Dirnentum von Dr. med. W. Hammer. 75 Pf. Heft 8. Der Mädchenhandel von Dr. Philos. Bühne und Prostitution von Dr. Philos. 75 Pf. 75 Pf. Heft 10. Heiratsschwindel von Dr. Philos. 75 Bf. Heft 11. Heft 12. Freie Verlag: J. Singer u. Co., Liebe. Freie Ehe. Von Dr. Philos. 75 Pf. Berlin C. 2. Kulturnotwehr von Dr. A. Grabowsky. 50 Pf. Verlag: J. Harrwik Nachf., Berlin SW. 48. Berlin- Bagdad. Das deutsche Weltreich im Zeitalter der Luftschiffahrt 1910-1931. Von Rudolf Martin. Geheftet M. 2,50, gebunden M. 3,-. Stuttgart, Deutsche Verlagsar ter Warum?? müssen wir liberal toählen?? von M. Gaab. 50 f. Berlag: J. C. Huber, Diessen vor München. leber die eventuelle Nüglichkeit der Begründung eines staatlichen Instituts für Hydrobiologie und Planktonkunde von Dr. D. Zacharias. Berlag E. Schweizerbart( E. Nägele) in Stuttgart. Sozialer Fortschritt. Hest 88-90: Die Bekämpfung der Konsum vereine. Von Dr. jur. Hermann Drtloff. 75 Pf. Heft 91: Sozial. sekretäre und Fabrikpfleger. Herausgegeben von Leopold Katscher. 25 Bf.-A. Papprik: Die Belt, von der man nicht spricht. 60 Bf.- Heine, Heinrich. Auswahl aus seinen prosaischen und poetischen Schriften von Achim v. Winterfeld. Start. 2 M., geb. 2,50 M. Verlag Felix Dietrich, Leipzig. Thematischer Führer durch die Klaviersonate von Sigfried Starg Elert. Preis 20 P. Verlag Karl Simon, Berlin SW. 68. Der deutsche Reichstag 1906. Nach seiner Auflösung am 13. 12. und 1907. Kartographisch und Tabellarisch dargestellt. Preis 1 M. Verlag Dietrich Reimer, Berlin SW. 48. Universal- Taschen- Atlas 1907 von Profeffor A. L. Hidmann. Geographisch- Statistisches Nachschlagebuch. Preis geb. 3,80 M. Verlag Freytag u. Berndt, Bien VII./1. Die Tarifverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern in Deutschland von Dr. Fanny Jmmle. Preis 2 M. Verlag G. Fischer in Jena. Schule und Brot von Helene Simon. Preis 1 M. Verlag von 2. Voß in Hamburg. Schmidt Bebel oder Peters von W. v. Kardorff. 50 Seiten. u. Sohn. Berlin W. 35. • Briefkaften der Redaktion. A. R. 63. Sie können weiter Kleben. Wenn Sie O. W. Nein. Die Verwaltungsstelle Berlin des Fleischerverbandes hielt am Mittwoch im„ Englischen Garten" ihre Generalversammlung ab. Zunächst wurde der Kassenbericht vom 4. Quartal 1906 entgegengenommen. Einnahme und Ausgabe der Hauptkasse bilanzierte in der Summe von 1188,80 Mt. Die Lokaltasse hatte eine Einnahme von 1054,44 m. und eine Ausgabe von 414,11 Mt., so daß ein Bestand von 640,33 Mt. verblieb. Der Verwaltungsstelle gehörten am Jahresschluß 551 Mitglieder an. Bezüglich der TätigWochen- Spielplan der Berliner Cheater. feit des Vorstandes und der Entwickelung der Organisation verwies der Vorsißende auf den demnächst erscheinenden gedruckten Königl. Opernhaus. Sonntag: Tannhäuser.( Anfang 7 Uhr.) MonJahresbericht. Im Laufe des Jahres hat die Zahlstelle immer- tag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Die Zauberflöte. Mittwoch: hin einen erfreulichen Fortschritt gemacht, denn die eingegangenen Tristan und Isolde.( Anfang 7 Uhr.). Donnerstag: Mignon. Freitag: kontra Roeren von G. A. Schmidt. 69 Seiten. Verlag C. A. Schwetschke Wochenbeiträge weisen eine Steigerung um mehr als das Doppelte Salome.( Anfang 8 Uhr.) Sonnabend: Cavalleria rusticana Bajazzi. auf. Als eine der nächstliegendsten Aufgaben wurde der weitere Sonntag: Der Postillion von Lonjumeau.( Anfang 8 Uhr.) Montag: Meistersinger von Nürnberg. Ausbau des Bezirkskassierersystems bezeichnet. Die Tätigkeit der Königl. Schauspielhaus. Sonntag: Prinz Friedrich von Homburg. Kontrollkommission zur Sicherung der Sonntagsruhe ist ebenfalls Montag: Das Glashaus. Dienstag: Nathan der Weise. Mittwoch: Klein eine recht wirksame gewesen, wenn sie den Meistern auch keines- Dorrit. Donnerstag: Wallensteins Tod. Freitag: Wallensteins Lager. Die tvegs erwünscht war. Mehrfach ist es vorgekommen, daß, wenn die Piccolomini. Sonnabend und Sonntag: Wallensteins Tod. Montag: Das M. 115. Rattentyphusbazillen sind nur durch das bakteriologische Kommission einen Betrieb kontrollierte, die Gesellen dann in der Glashaus. Institut der Landwirtschaftskammer der Rheinproving in Bonn zu beziehen. Räucherkammer oder sonstigen Gelassen versteckt wurden. Genützt Neues königl. Opern Theater. Sonntag, 20. Januar: Iphigenie auf Ein Reagensglas mit Reinfulturen, die drei Wochen lebensfähig bleiben, ( Anfang hat die Kontrolle aber zweifellos sehr viel; die Meister gehen in Zauris.( Anfang 7 Uhr.) Sonntag, 27. Januar: Undine. foftet 1 M. Aufbewahrung fühl und dunkel, Verwendung nach beigegebener 72 Uhr.) der Ausnutzung der Gesellen an den Sonntagen doch nicht mehr Schiller Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die rote Robe. Gebrauchsanweisung. Durch diese Bazillen werden neben Ratten auch WühlN. N. 73. fo weit wie früher. In den Vorstand wurden darauf gewählt: Abends: Flachsmann als Erzieher. Montag: Die Räuber. Dienstag: Shren Zived tönnen Sie nur durch einen Adoptionsvertrag erreichen. Dermäuse, Haus- und Feldmäuse sowie Hamster vernichtet. Als erster Vorsitzender Bergmann, als zweiter Vorsitzender Jugend. Mittwoch: Doppelfelbstmord. Donnerstag: Der Kaiserjäger. Jäschte, als Kassierer Lammersen, als Schriftführer Freitag: Tugend. felbe muß gerichtlich oder notariell geschlossen werden. Von dem AmtsSonnabend: Der Kaiserjäger. Sonntagnachmittag gericht ist er zu bestätigen. Um Dispens von dem Alterserfordernis Blant; als Beifizer Lachmann, Schnaubelt und Jurch; 3 Uhr: Die rote Robe. Abends: Der Kaiserjäger. Montag: Doppel- müßten Sie bei dem Amtsgericht einkommen. Die Adoption kostet 50 M. als Revisoren Lehmann, Redmann und Möhring und selbstmord. G. 2. 1. Ihre Anfrage ist schon einmal dahin beantwortet, daß, wenn als Delegierter zur Gewerkschaftskommission Bergmann. Nach nachmittag 3 Uhr: Das Lumpengesindel. Schiller- Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag Sie eine Gebühr vereinbart haben, Sie leider zahlen müssen. Teufel 1000. Abends: Die von Hochsattel. 381 5. C. S. Der Bater muß zur längerer Debatte beschloß die Versammlung sodann, für die Ver- Montag: Der Familientag. Dienstag: Die von Hochsattel. Mittwochnach- Die Eltern sind nicht haftbar. waltungsstelle Berlin einen besoldeten Geschäftsführer anzustellen. mittag 3 Uhr: Tiroler Strippenspiele. Mittwochabend: Der Familientag. Bahlung der Alimente verurteilt werden, auch könnte Lohnarreſt ſtattfinden. G. 20. Wir sind nicht in der Lage, Ihnen das Datum der ReichsAls solcher wurde der Vorsitzende Bergmann gewählt. An Donnerstag: Die von Hochsattel. Freitag: Der Familientag. SonnabendA. C. 100. Sie müssen genau andie wahlberechtigten Schlächtergesellen richtete der Vorstand noch nachmittag 3 Uhr: Tiroler Strippenspiele. Abends: Die von Hochfattel. gerichtsentscheidung anzugeben. den dringenden Appell, am 25. Januar einmütig für die Kan- Sonntagnachmittag 3 Uhr: Das Lumpengesindel. Abends: Der Familientag. geben, welche Arbeit die Frauen verrichten, über deren Versicherungspflicht Sie Auskunft haben wollen. Allgemeine Anfragen müssen didaten der Sozialdemokratie zu stimmen. Montag: Die von Hochfattel O. N. 1000. wir ablehnen zu beantworten. 1. u. 2. Ja. Schiller: Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Filiale Berlin des Verbandes der Wäsche- und Kra- Kabale und Liebe. Abends: Mathias Gollinger. Montag: Jugend. Diens die eventuellen Lehnsberechtigten. Wenden Sie sich an einen Anwalt. 2. 55. Das Kammergericht können Sie nicht verklagen, sondern nur wattenarbeiter hielt in Bordes Festsälen" eine öffentliche Ver- tag: Minna von Barnhelm. Mittwoch und Donnerstag: Die Räuber. sammlung ab, in welcher über den Tarifbruch der Firma Freitag: Minna von Barnhelm. Sonnabend: Jugend. Sonntagnachmittag. H. Ist die Erbschaft hier gemacht, so muß die Erbschaftssteuer hier gezahlt werden. J. u. W. Häuser, Greifswalderstr. 13, Bericht erstattet wurde. 3 Uhr: Don Carlos. Abends: Heimat. Montag: Jugend. Der Verbandsvorsitzende Keller führte der Versammlung vor Neues Schauspielhaus. Sonntag bis Donnerstag: Herthas Hoch- 200 Marken geklebt haben, lebt auch Ihr Recht aus den früheren Marten wieder auf. M. B. 31. So weit der Sachverhalt aus Ihrem Schreiben G. R. 48. Da Augen, wie die Firma mit Hülfe der Zuschneider es fertig gebracht geit. Freitag: Die Hochzeitsfadel. Sonnabend und Sonntag: Herthas ersichtlich, steht Ihnen ein flagbarer Anspruch nicht zu. Hochzeit. Montag: Unbestimmt. habe, um durch die Bewegung von 1905 nicht in Mitleidenschaft Lessing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die versunkene Glode. Sie, so weit ersichtlich, gegen die früheren Bescheide nicht geklagt haben, fo gezogen zu werden, einen Scheintarif mit der Organisation ab- Abends: Hedda Gabler. Montag: Die Weber. Dienstag: Wenn wir sind dieselben leider rechtskräftig geworden. Sie könnten eine Erhebung zuschließen, welcher von der Firma, Zuschneider und Organisation Toten erwachen. Mittwoch: Der heimliche König. Donnerstag: Wenn wir der Rente mit Erfolg nur beantragen, wenn Sie nachweisen, daß seit der gegenseitig unterzeichnet worden ist, aber nie in Kraft getreten ist. Toten erwachen. Freitag: Das Blumenboot. Sonnabend: Rosmers: legten Herabseßung ihr Zustand sich verschlechtert hat." Jugendorganisation. 1. Wir haben wiederholt darauf aufmerksam Die Herren Zuschneider, die ihre Unterschrift gegeben, und durch holm.( Anfang 72 Uhr.) Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Abends: gemacht, daß die Reklamationsgesuche bis zum 15. Januar an die Relladiese Beihülfe zu dem Verrat geleistet haben, sind Elemente, Wenn wir Toten erwachen. Montag: Fuhrmann Henschel. welche unter der Arbeiterschaft nicht genügend gekennzeichnet Dienstag: Die Geschwister. Die Weitschuldigen. Mittwoch: Das Winter nommen. 3. Ja. 4. Das iſt unmöglich. 5. Auf Antrag kann der Magistrat Deutsches Theater. Sonntag und Montag: Das Wintermärchen. mationsbehörde zu richten sind. 3. Ja, aber die Schülden sind mitüberR. H. 82. werden können. Besonders derjenige, welcher als Vater des Tarifs märchen. Die Geschwister. Die Mitschuldigen. Freitag bis Sonntag:( Steuerdeputation) die Steuer in diesem Falle erlaffent. anzusehen ist, indem er die Firma auf diesen Streich hinwies, und Romeo und Julia.( Anfang 7 Uhr.) Montag: Das Wintermärchen. Ja. A. G. 99. 1. Sie müssen Beschwerden einlegen. 2. Nein. 3. Ja. weiter dafür eingetreten ist, daß das Ansinnen der Kolleginnen, Neues Theater. Sonntag: La robe rouge. Montag: Condottieri. 4. Nein. H. F. 100. Sa.- Kalender 30. Sehen Sie der Sache ruhig entgegen. Berhält sie sich so, wie Sie geschildert, so sind Sie nicht strafbar. einen reellen Tarif abzuschließen, umgangen wurde. Mit lebhafter Dienstag bis Sonntag: Lyngaard& Co. Montag: Unbestimmt. A. W. 100. 1. und 2. Ja. B. O. 25. 1. Ja. 2. Nein Entrüstung wurde aufgenommen, was diese Firma alles zum Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Martha. SonnJ. 101. Ja, es muß aber dem außerehelichen Vater so viel belassen Tarifbruch stempelt. Die Organisation hatte unter anderem aus tagabend bis Freitag: Cousin Bobby. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Der agitatorischen Gründen eine Fabrikbesprechung einberufen, und Trompeter von Sättingen. Abends: Cousin Bobby. Sonntagnachmittag werden, als zum standesgemäßen Unterhalt seiner Familie und zu seinem notdürftigen Unterhalt erforderlich ist. Karl W., Moabit. Nein, dem außerehelichen Erzeuger steht das Erziehungsrecht nicht zu. 2. W. 11. das erklärte die Firma dem Vorsitzenden gegenüber als Tarifbruch. 3 Uhr: Der Troubadour. Abends und Montag: Cousin Bobby. Berliner Theater. Allabendlich: Der Hund von Baskerville. Die Diskussionsredner gingen mit dem Berhalten der Firma und Ja. Erifa O. Die beiden Testamente sind gültig, wenn sie selbst Luftspielhaus. Heute nachmittag 3 Uhr: Unsere Stäte. Allabendlich geschrieben und unterschrieben sind. Es ist nicht erforderlich, daß das Testader Auchkollegen ebenfalls scharf zu Gericht. Unter begeisterter Husarenfieber. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Unsere Stäte. Stimmung wurde einstimmig eine Resolution angenommen, die Lorking Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Fra Diavolo. Abends: ment dem Gericht oder einem Notar übergeben wird, Sie können die fich gegen die Machinationen der Firma und der Zuschneider aus- Der Mikado. Montag: Bar und Zimmermann. Dienstag: Der Waffen- Testamente selbst aufbewahren. spricht. Besonders die Heimarbeiterinnen werden ersucht, in schmied. Mittwoch: Der Mikado. Donnerstag: Die Regimentstochter. dieser Angelegenheit sich Auskunft im Bureau des Verbandes der Freitag: Der Mikado. Sonnabend: Der Troubadour. Sonntagnachmittag Wäsche- Arbeiter, Neue Königstr. 7, von 9-2 und 5-8 Uhr zu 3 Uhr: Die Regimentstochter. Abends: Der Mikado. Montag: Geschlossen. Komische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. holen. Abends: Carmen. Montag: Pariser Leben. Dienstag: Carmen. Mitt woch: Toska.( Anfang 72 Uhr.) Donnerstag: Hoffmanns Erzählungen. Freitag: Tosta. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Tošta. Montag: Bierpuppen. Don Pasquale. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtashl. Abends: Eine triviale Stomödie. Montag: Ein idealer Gatte. Dienstag und Mittwoch: Eine triviale Komödie. Donnerstag: Ein idealer Gatte. Freitag und Sonnabend: Eine triviale Komödie. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nacht asyl. Abends: Eine triviale Komödie. Montag: Ein idealer Gatte. Trianon- Theater. Sonntag bis Dienstag: Wo ist Papa? meine Frau. Heute Schloßkellerei. Mittwoch bis Mantag: Frl. Jojette nachmittag und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Hausfreund. Herr Botter aus Teras. Montag: Die schöne Ungarin. Dienstag: Herr Luisen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Botter aus Teras. Mittwoch: Der Troubadour. Donnerstag: Herr Botter aus Teras. Freitag: Tell. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Däumling. Abends: Der Raub der Sabinerinnen. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Sherlod Holmes. Abends: Tell. Montag: Aus dem Buch der Liebe. Zentral Theater. Heute nachmittag 3 Uhr: Der Milado. Allabend- Ein katholischer Pfarrer als Sozialdemokrat lich: Künstlerblut. Sonnabendnachmittag 3½, 1hr: Schneewittchen. Nächsten Wie ein Pfarrer Sozialdemokrat wurde. Christliche Arbeiterpflichten. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Geisha. nachmittag 3 Uhr: Das Kätchen von Heilbronn. Abends und Montag: Bernhard Rose- Theater( früher Carl Weiß Theater). Sonntag: Der Schwindel der flerifalen Arbeiterpolitik Der Raub der Sabinerinnen. Dienstag und Mittwoch: Das Käthchen von Brinz von Arenberg und die Arenberge. Heilbronn. Donnerstag: Der Raub der Sabinerinnen. Freitag: Kean Der Zukunftsstaat der Junker oder Genie und Leidenschaft. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Rotkäpchen. Eine Junterrevolte Abends Die Schule des Lebens. Nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die agrarische Gefahr Abends: Kean oder Genie und Leidenschaft. Montag: Die Schule des Die neuen Reichssteuern Die Frauen und die Politik Sozialdemokratie und Antisemitismus Winke für die Reichstagswahlen Womit man vor den Sozialdemokraten graulich macht Führer durch das Vereins- und Versammlungsrecht Das neue Knebelgesetz gegen die Gewerkschaften Geschichte der modernen Gesellschaftsklassen in Deutschland Das Erfurter Programm in seinem grundsätzlichen Teil. Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1893/98 Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1898/1903 Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1903/1906 Vermischtes. Die Ringstoner, Katastrophe. Ueber das Unglück gibt eine Depesche der Associated Preß" aus Kingston folgende Schilderung: Das Erdbeben begann plöblich. Die Erdstöße dauerten 36 Sefunden; die Stadt schwankte wie ein Schiff auf bewegtem Meer. Gebäude stürzten ein und Staubwolfen hüllten die Stadt in Halbdunkel; die Einwohner flüchteten schreiend, zum Teil mit blutenden Wunden bedeckt, aus den Häusern. Als die Staubwolfen sich verzogen, stiegen schwarze Rauchwolfen auf, dann schossen Feuergarben hoch und in einer halben Stunde brannte das ganze Geschäftsviertel. 400 Leichen sind bereits geborgen, aber noch eine weit größere Zahl Menschen ist zu Asche verbrannt. Die Tausende von Heimatlosen und die Hunderte von Verwundeten boten einen erschütternden Anblick dar. Das Erdbeben ist in ganz Jamaika verspürt worden, hat aber nur in einem Umkreise von 12 Meilen Schaden angerichtet. Nach den letzten Meldungen aus Kingston haben die Militärbehörden der Negerbevölkerung bekannt gegeben, daß alle Eine geborenen sich an der Beseitigung der Leichen beteiligen müßten. leber 100 Neger, welche der Aufforderung nicht Folge leisteten, wurden verhaftet. 20 Neger wurden wegen Plünderns erschossen. Eine erste Sendung mit Medikamenten ist gestern eingetroffen. Auch die Gefahr einer Hungersnot scheint beseitigt. Ein neues Erdbeben in Kingston. New York, 19. Januar. Aus Kingston wird vom 17. 6. M. gemeldet: In der letzten Nacht fanden mehrere neue Erdstöße statt. Bisher sind 420 Leichen bestattet, die übrigen sollen verbrannt werden Man glaubt, daß die Zahl der Toten 700 beträgt. Der New York Herald" meldet aus Kingston: Das amerikanische Schlachtschiff„ Missouri" ging vor dem Zuchthaus vor Anker und schüchterte die aufrührerischen Zuchthäusler durch Abfeuern von zwei blinden Salven und Landen einer bewaffneten Wache ein. Der Gouverneur sprach für diese Unterstützung seinen Dank aus. Hülfeleistungen. London, 19. Januar. Die Subskription für die Notleidenden von Kingston ergab bis gestern abent 13 000 Pfund. Die tanadische Regierung hat 100 000 Dollars für Kingston ausgeworfen. Ferner gehen zwei Schiffe mit Lebensmitteln und Kleidungsstücken nach Jamaita. Lebens. · D Die Thalia Theater. Allabendlich: Eine lustige Doppelehe. Heute nachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. Sonnabend, 26. Januar, nachmittags 3 Uhr: Rabale und Liebe. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Charleys Tante. Residenz Theater. Allabendlich: Florette und Patapon. Heute nachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagenkontrolleur. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagenkontrolleur. Metropol- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. allabendlich: Der Teufel lacht dazu. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Apollo Theater. Sonntagnachmittag 3, Uhr: Familienvorstellung. Abends 8 Uhr und die folgenden Tage: Die schöne Bestalin und Spezialitäten. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Familienvorstellung. Deutsch Amerikanisches Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Täglich: Der Sorgenbrecher. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Balajt: Theater. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. : Zur Wahlagitation M.- 05 " 1, 10 " " , 10 , 10 empfehlen wir den Parteigenossen die folgenden Schriften: An den Einzelnen, auf den es nicht ankommt 100 Exemplare Du, Mutter, was läuft der Herr Gendarm so? Nieder mit den Sozialdemokraten! Die Vernichtung der Sozialdemokratie Grundsätze und Forderungen Biele und Wege Eugen Richters Sozialistenspiegel Christentum und Sozialismus • , 20 " 17 , 20 , 20 " 11 -, 10 , 10 " " , 10 " , 20 " , 35 , 20 " , 20 " " , 20 , 20 -, 30 20 , 30 , 10 " , 10 • 30 " " , 75 " P 1,50 " " " Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. 12342 1111828 233/ 1* A. 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SF.Trabalsky- Kattowiz, Bart.f. F.Scholtysset- Kattowiz, Gw.-B. J. Adamet- Kattowiz, Bergarb. F. Danisch- Birtultau, Getf.-B. J. Bieniszkiewicz- Rattowiz SW. Neder- Neustadt, Partei- B. $ D. Schütz- Breslau, Berleger SA. Bebel- Schöneberg D. Schüz- Breslau, Berleger SH. Stolpe- Görlitz, Parteiſefr. F. Schlegel- Breslau, Gauleiter SH. Zimmer- Breslau, Vrb.- Str. R. Schebs- Bunzlau, Bierverleg. SA. Staudinger Leipzig. Nedaft. Frv C. Dietrich- Breslau, Gauleiter FrV SH. Kräzig- Berlin, Arbeiter FrV R. Albert- Breslau, Redakteur FrV H. Müller- Berlin, Parteisekret. R SO.Neumann- Kottbus, Schuhm. E. Großmann- Magdeburg A. Deder- Magdeburg, G.- Sefr. W. Haupt- Magdeburg, Stadtv. ( St.) W.Pfannkuch- Berlin, P.str. SR. Nitsch Magdeburg, Stadtv. SH. Silberschmidt- Berlin, G.-B. A.Albrecht- Halle, Schndermftr.2) §A.Bartels- Wernigerode, Maler Fleißner- Dresden, Redakteur SFritsch- Berlin, Maurer Nante- Eilenburg, Zigarrenfort. F. Kunert Südende, Schriftstell. Trautewein- Gernrode, Gastwirt Graf- Sangerhausen, Gauleiter Pollender- Leipzig, Sassenbeamt. A. Thiele- Halle, Schriftsteller FrV STH. Glode- Berlin, Expedient August Bebel FrV§M. Grunwald- Friedenau SH.Schulz- Berlin, Lhr.d.P.- Sch. G. Niendorf- Niel P. Michelsen- Flensburg) SB.Hoffmann- Hamburg, Gastw. FrV SW. Brecour- Kiel, Expedient fr SB. Müller- Hamburg 2. Ragnit- Pillfallen. 4. Stallupönen- Goldap 6. Angerburg- Lögen Königreich Preußen. Reg.- Bez. Königsberg. 1. Memel- Heydekrug 2. Labiau- Wehlau. 3. Königsberg( Stadt). 4. Königsberg- Fischhausen 5. Heiligenbeil- Eylau.. 7. Holland- Mohrungen 8. Osterode- Neidenburg 9. Allenstein- Rössel. 10. Raftenburg- Friedland Reg.- Bez. Gumbinnen. 1. Tilfit- Niederung. 3. Gumbinnen- Justerburg Reg.- Bez. Oppeln. 4 333* • 26,66 19,75 5 066 35,50 25,23 14 042 49,45 35,35 7.599 40,92 32,05 2118 17,21 11,28 6. Braunsberg- Heilsberg. 256 1,64 1,23 CAUSES SO. Braun- Königsberg, Nend. SH.Linde- Königsberg, Barteiset. ( St.) H. Haase- Königsb., R.-A. §Otto Braun SHugo Haase, Rechtsanwalt §Otto Braun 1. Kreuzburg- Rosenberg 2. Oppeln. 3. Groß- Strelig- Rosel. 4. Lublinig- Gleiwig 5. Beuthen- Tarnowiz. 6. Kattowig- Zabrze. 310 2,97 1,69 1284 8,43 4,83 230 1,46 0,87 985 3,91 2,91 10 258* 22,07 16,09 10 444 22,44 16,02 7. Pleß- Nybnik 130 0,46 0,33 8. Ratibor 1750 8,81 6,30 706 6,75 3,86 K $ Otto Braun 1043 6,57 4,62 N $ Otto Braun 222 1,40 0,91 3 §Otto Braun 3 297 18,98 13,72 k SHugo Haafe 5 568* 27,76 19,74 4 082 24,29 18,98 3 080 18,76 12,95 1493 9,81 6,28 1 093 10,13 7,36 6. Dlezko- Lyt. 7. Sensburg- Ortelsburg Reg.- Bez. Danzig. 1. Elbing- Marienburg. 2. Danzig( Land) 1106 6,29 4,01 CEEEEE K SA. Hofer- Gr. Slaisgirren, §A. Hofer [ Gutsbesitzer SHerm. Linde- Königsberg SHugo Haase SHugo Haase SHugo Haase 227 1,34 1,03 6 600* • 31,17 20,93 2539 19,41 12,04 R 3. Danzig( Stadt) 6 070* 28,94 18,67 4. Neustadt- Karthaus 130 0,55 0,47 5. Berent- Stargard 247 1,02 0,85 P Reg.- Bez. Marienwerder. 1. Stuhm- Marienwerder. 749 4,75 3,57 ex* 2## 2. Güth- Danzig, Tischler Fr H. Trilse- Elbing, Gew.- Sekr. 23 2. Güth- Danzig, Tischler 2. Güth R H. Trilse 2. Rosenberg- Löbau 554 2,98 2,62 3. Graudenz- Strasburg 4. Thorn- Kulm 5. Schwetz. 6. Koniz- Tuchel 1401 5,33 4,75 H. Trilse 998 3,51 9 3,05 69 0,48 0,40 162 1,21 0,98 A. Crispien 7. Schlochau- Flatow 115 0,55 0,45 A. Crispien 8. Deutsch- Krone 645 5,83 5,00 Stadt Berlin, 1. Wahlkreis 5 315* 41,38 30,36 2. Wahlfreis 43 995 55,59 43,07 3. Wahlkreis 15 124 60,03 47,99 4. Wahlkreis 68758 77,00 59,35 5. Wahlkreis 6. Wahlkreis 1. Best- Brigniß. 14 568 58,63 43,07 · 79 478 71,19 48,19 * vvvvv Fr Reg.- Bez. Potsdam. 3 918* 27,74 20,75 2. Dft- Prigniz 1835 15,98 11,07 K 16 3. Ruppin- Templin. 6.775* 30,99 22,23 K 4. Prenzlau- Angermünde. 5243 28,02 18,97 5. Ober- Barnim. 7202* 42,50 33,07 6. Nieder- Barnim 38 364 59,96 44,75 7. Potsdam- Osthavelland. 15 711* 44,72 35,95 8. West- Havelland 11 228 50,21 42,73 9. Zauch- Luckenwalde. 11 070* 42,24 30,41 10. Teltow- Storkot.. Reg.- Bez. Frankfurt. 2. Landsberg- Soldin 73 854 55,57 40,34 #cecebend R 1. Arnswalde- Friedeberg. 3170* 25,44 15,06 6.985* 30,05 22,04 3. Königsberg N.-M. 5 233 32,58 23,58 4. Stadt Frankfurt- Lebus 12 817* 45,59 86,88 5. Sternberg 1582 12,80 7,88 6. Schwiebus- frossen 3745 21,42 15,92 7. Guben- Lübben 8. Sorau- Forst 10. Kalau- Lucau. 5944* 32,08 24,59 10 604 46,39 40,64 9. Kottbus- Spremberg 9 146* 39,19 33,51 9163* 34,42 26,86 MARONEse Reg.- Bez. Stettin. 1. Demmin- Anklam 2124 16,11 11,96 2. Uedermünde- Wollin 5 543* 33,95 22,47 3. Randow- Greifenhagen. 17145 50,07 38,22 4. Stadt Stettin, 18 111* 47,14 36,50 5. Pyriz- Saagig 2277 12,59 9,38 6. Naugard- Regenwalde. 1029 7,40 4,97 7. Greifenberg- Rammin 1287 12,44 7,88 REUUNC3 St Reg.- Bez. Köslin. 1. Stolp- Lauenburg 1213 4,94 4,11 2. Bütow- Schlawe 495 2,34 1,82 3. Kolberg- Röslin 2973 14,07 11,40 4. Belgard- Dramburg. 2169 15,67 10,32 5. Neustettin.. Reg.- Bez. Stralsund. 1. Rügen- Stralsund 280 2,76 1,88 SHugo Haase SA. Crispien- Elbing, Parteisekr. H. Trilse P. Neumann- Thorn, Zimmerer A. Crispien- Elbing, Parteisekr. A. Crispien §Dr. L. Arons- Berlin, Stadtv. R. Fischer- Berlin, Geschäftsf. W. Heine- Berlin, Rechtsanw. B. Singer- Berlin, Kaufmann R. Schmidt- Berlin, Arbeitersekr. G. Ledebour- Behlend., Schriftst. E. Böske- Rigdorf, Stadtv. B. Maaß- Berlin, Kaufmann §M. Kiefel- Berlin, Zigar.- Arb. SD. Wels- Berlin, Tapezierer SB. Bruns- Berlin, Stadtv. A. Stadthagen- Berlin, Stadtv. §Dr. K. Liebknecht- Berlin, R.-A. H. Pens- Dessau, Schriftsteller SF. Ewald- Berlin, Stadiv.: F. Zubeil- Berlin, Expedient E. Brückner- Berlin, Arbeiterstr. §W. Bägel- Berlin, Expedient SH. Borgmann- Berlin, Stadtv. §Dr. H. Braun Berlin) §G. Freiwaldt- Pankow, G.-V. D. Grauer- Lichtenberg, G.-V. SF. Kozle- Berlin, Stadtv. M.Maurenbrecher, D.- Schönet. Dr. A. Bernstein- Berlin, Arzt SH. Schubert- Berlin, Stadtv. 9. Leobschütz 11. Falkenberg- Grottkau 12. Neisse Reg.- Bez. Lieguit. 1. Grünberg- Freistadt. 2. Sagan- Sprottau. 4. Lüben- Bunzlau 5. Löwenberg. 6. Haynau- Liegnitz. 7. Landeshut- Jauer 8. Schönau- Hirschberg. 9. Lauban- Görlig 10. Rotenbrg.- Hoyerswerda Reg.- Bez. Magdeburg. 1. Salzwedel Gardelegen 2. Dsterburg- Stendal 3. Jerichow I und II 4. Magdeburg( Stadt). 5. Wolmirst. Neuhaldenst. 6. Wangleben. 7. Aschersleben- Stalbe 8. Dschersleben- Halberstdt. Reg.- Bez. Merseburg. 1. Liebenwerda- Torgau. 2. Schweinig Wittenberg: 8. Bitterfeld- Delitzsch. 4. Saalfreis Halle 5. Mansfelder Kreis 6. Sangerhausen. 7. Querfurt- Merseburg 8. Naumburg- Beig. 1. Nordhausen 2. Heiligenstadt- Worbis 3. Mühlhaus. Langenfalza 4. Erfurt- Schlenfingen. Provinz Schleswig- Holstein. 1. Hadersleben- Sonderbg. 2. Apenrade- Flensburg 3. Schleswig 4. Tondern- Husum 7. Kiel- Rendsburg. 8. Altona 9. Oldenburg- Segeberg 10. Lauenburg.. Brovinz Hannover. 1. Norden- Emden 2. Aurich- Wittmund 3. Bentheim- Meppen 2. Göbel- Stettin, Lagerhalter 9. Hameln- Linden §A. Kunze- Stettin, Stadtv. 10. Hildesheim. A. Körsten- Berlin, Arbeitersekr. 11. Einbeck- Northeim ( St.) F. Herbert- Stettin, Buchd. D. Baffehl Stettin, Redakteur SR, Milenz- Stettin, Lagerhalt. M. Schorping- Stettin, Lagerh. 5. Flatow- Stolp A. Horn- Stettin, Parteisekretär §A. Horn N. Wiesenhütter- Stettin, G.-B. Groth 12. Göttingen- Münden. 13. Goslar- Harzburg 14. Celle- Gifhorn. 15. Lüchow- Uelzen 16. Lüneburg- Winsen 17. Harburg- Buxtehude. 18. Stade- Bremervörde. 19. Otterndorf- Neuhaus Reg.- Bez. Münster. 1. Tedlenburg- Ahaus 379 4,06 2,43 10. Neustadt D.-S. 1 217 11,06 6,37 3 295 2,72 1,83 867 6,65 4,61 4485 23,73 18,52 FrB 3 652 20,43 17,10 FrV 3. Groß- Glogau. 2576 20,69 17,17 Fr O 5 279* 30,43 25,23 1156 10,30 8,25 FrV 8619* 36,00 27,25 5.501* 28,26 21,91 5 595* 30,97 23,84 16 567* 45,49 36,29 3541 20,03 16,85 2759 18,17 10,32 5 630 30,91 19,82 8140* 32,30 23,93 20 871* 49,54 41,01 8346 38,65 29,55 7 900* 46,37 41,57 20 261 51,59 44,45 13.771* 41,73 34,21 ស ៩៨២៩៩២៩ N 5 027* 29,06 20,57 R 3 137 18,73 13,59 10 482* 41,14 34,78 20 439 51,22 42,60 9 011 33,48 25,28 5 842* 30,43 22,90 8168* 31,90 26,51 ====== 18 235 53,33 48,62 Reg.- Bez. Erfurt. 4 394* 34,49 27,02 359 8,37 2,02 3 6429 29,57 21,34 15-260* 46,44 86,99 N 712 4,49 8,72 6 316* 31,37 23,03 5754* 34,13 21,68 N 1.925 14,24 7,79 5. Nord. u.Süd.- Dithmar. 10 901* 41,96 30,74 6. Dttensen- Binneberg. 19 144 52,39 42,68 30 836 56,26 47,97 25 565 69,42 51,86 4509 26,93 20,75 4 148* 40,05 32,75 2851 15,56 11,13 1 612 10,09 6,14 157 0,71 0,55 4. Dsnabrüd- Jburg 6 371 21,11 18,18 3 23 5. Melle- Diepholz 929 6,73 4,57 28 6. Verden- Achim. 3598 19,26 14,08 7. Nienburg- Stolzenau 8. Hannover 3155 16,57 11,47 N 23 29 381 54,54 40,81 10 198* 38,39 32,34 9 023* 32,74 26,43 5 180* 30,49 22,93 N 6 041* 31,95 24,94 933 7 807* 38,51 30,32 N 6 996 26,54 19,31 23 2029 11,02 7,30 5564 24,67 18,22 13 074* 39,10 32,68 5.964* 29,80 21,65 10 202* 40,47 27,28 N 980 8,33 2,55 2. Münster- Koesfeld 1752 7,28 5,10 4 199 22,12 2. Grimmen- Greifswald 2508 13,48 11,13 15,53 K Fr SA. Genzen- Stralsund, Defon. 2. Duessel- Stettin, Redakteur 3. Borken- Redlinghausen 8897 20,22 15,44 Reg.- Bez. Posen. 4. Lüdinghaus. Warendorf Reg.- Bez. Minden. 621 3,50 2,15 1. Minden- Lübbecke. 4 959* 22,87 16,26 1. Bofen( Stadt und Kreis) 1472 5,23 8,92 P 5406* 27,09 18,92 2. Samter- Obornik. 588 2,24 1,85 23 11 564* 36,86 81,41 3. Meseriz- Bomst 214 1,16 0,90 $ t 192 1,36 1,05 4. Kosten- Neutomifchl. 193 0,86 0,70 451 3,20 2,62 88833 30303030 5. Gostyn Nawitsch. 419 3,09 2,35 B 6. Fraustadt- Lissa 616 5,36 4,66 N Reg.- Bez. Arnsberg, 7. Schrimm- Schroda 38 0,21 0,17 1258 4,51 8,48 8. 2reschen Pleschen 897 4,07 3,13 9. Krotoschin 48 0,40 0,33 B L. Podemski 10.146* 30,38 23,95 10. Adelnau- Schildberg. 1 23 13 870* 87,77 30,33 89 185* 85,50 29,46 G Neg. Bez. Bromberg. 33 805* 42,83 84,74 1. Czarnitau- Solmar 750 3,33 2,63 B . 2. Wirfit Schubin. 35 0,16 0,14 4. Inowrazlaw 8. Bromberg 5. Gnesen- Wongrowig. 3 066 18,54 11,81 581 2,33 1,93 31 0,14 0,12 Neg.- Bez. Breslau. 1. Gubrau- Steinau 1261 7,29 5,81 K 2. Militsch- Trebniz. 1372 8,69 6,37 3. Wartenberg- Dels 4. Namslau Brieg 5. Ohlau- Rimptid 6. Breslau- Dit 984 6,38 4,49 3147 21,43 16,84 3.980* 20,91 16,66 14 881* 48,54 35,77 7. 19 8. Best Neumarkt 17545 53,84 38,72 9149 36,98 28,65 9. Striegau Schweidnitz 8748* 35,80 80,21 10. Baldenburg. 16 377 54,88 49,17 11. Reichenbach- Neurode 11 619 53,33 43,52 2. Glaz- Habelschwerdt 1 841 10,33 5,62 13. Franfenftein- Münsterb. 588 5,75 3,59 சேக கேக்க 000022 Se 5 794 19,15 15,80 485 8,26 2,48 3 14 239* 43,33 88,31 10 865* 83,85 24,64 1028 5,36 4,18 1986 10,72 8,40 1 812 7,78 5,59 20 178* 49,39 27,55 G 3488* 26,08 15,35 14 548* 47,05 85,95 644 6,46 8,85 T N 6485* 85,67 26,20 1490 10,42 7,40 1800 9,91 7,37 A 7. Fulda- Schlüchtern • 8. Hanau- Gelnhausen. 518 8,60 2,34 3 15 470* 47,68 88,61 * bedeutet: unser Kandidat gelangte in die Stichwahl. 23 A. Bebel- Schöneberg SW. Schulz- Posen, Berb.-B. St. Rybicki- Berlin, Schlosser 2. Podemski- Hohensalza, Schn. P. Stöffel- Bromberg, G.- Sefr. B. Stössel 2. Podemski S. Ruminsti- Pofen, Maurer H. Rösler- Breslau, Maurer W. Schulz- Posen, Verbandsb. F. Reiz- Bromberg, Arbeiterfelr. G. Ledebour- Behlend., Schriftst. S. Tuszynski- Botropp, Bergarb St. Wierbinski- Gnesen, Drechfl. SP. Mommert- Breslau, Schiffb. SH. Rösler- Breslau, Maurer §E. Neukirch- Breslau, Parteiset, S. Löbe- Brest.( 3.8.i.Gefängn.) SD. Schütz- Breslau, Verleger ( St.). Tutauer- Berlin, Lagerh. E. Bernstein- Berlin, Schriftst. SD. Schüß- Breslau, Verleger S. Feldmann- Langenbielau H. Sachse- Bochum, Verbandsb. A. Kühn- Langenbielau, Schneid. §A. Kühn §A. Kühn 2. Herford- Halle. 3. Bielefeld- Wiedenbrüd 4. Paderborn- Büren 5. Warburg- Hörter. 1. Wittgenstein- Siegen 2. Olpe- Arnsberg 3. Altena- Jserlohn 4. Hagen 5. Bochum. 3. Dortmund 7. Hamm- Soest 8. Lippstadt- Brilon Reg.- Bez. Wiesbaden. 1. Usingen- Höchst 2. Wiesbaden. 3. Goarshaufen- Naffau 4. Diez- Limburg. 5. Dillenburg- Herborn 6. Frankfurt a. M.. Reg. Bez. Kaffet. 1. Rinteln- Hofgeismar 2. Raffel 3. Friglar- Ziegenhain 4. Eschwege- Schmalkalden 5. Marburg- Frankenberg. 6. Hersfeld- Rotenburg. A. v. Elm- Hamburg, Geschäftsf. K. Legien- Berlin, Gewerksch.- B. K. Frahme- Hamburg, Redakteur SP. Weinheber- Hamburg, Bchdr. ( St.) Fr.Lesche- Hamburg, Arb.st. R R. Wagner- Bant, Redakteur N. Wagner 953 Anton Tewes- Rheine, Schmied SChr.Schrader- Hannover, A.-S. SVesper Dsnabrüd, Arbeiterstr. §. Hente- Bremen, Redakteur §K. Behle- Bremen, Gewert.- B. A. Brey- Hannover, Redakteur) R. Schmidt- Hannover, Gew.-S. SF. Rauch- Hannover, Redakteur K.Deichmann- Bremen, Gew.- B. SV.Heymann- Stuttgart, L.- Abg. SR.Leinert- Hannover, Parteisfr. F.Weſtmeyer- Stuttgart, Rebalt. §G. Bauer- Hannover, Brauer SE. Fischer- Hamburg, Nedalt. SBaerer- Harburg, Schuhmacher Rhein- Bremen, Arbeiterjekretär SA. Haverkamp- Bremerhaven SW.Feld- Burgsteinfurt, Bigrrm. SH.Groenewop- Münster, Tischt. Boforny, Bergarbeiter §. Eilers- Bielefeld, Stadtv. K. Lizinger, Maurer SK.Hoffmann- Bielefeld, Nedalt. St. Severing- Bielefeld G. Rentschke SK.Schäfermeier- Bielefeld, Stv. Che J. Gogowski- Lüdenscheid 3 SH.Becker- Dortmund, Expedient Frv K. Haberland- Barmen FrB M. König- Dortmund Che ( St.) D. Hue- Bochum, Nedalt. ( St.) Th.Bömelburg- Hamburg, SH.Becker- Dortmund, Expedient §A. Siggellow- Bielefeld, Stdtv. SF. Brühne- Frankfurt a. M. §G. Lehmann- Mannheim S. Betters- Gießen, Redakteur SR. Habicht Frankfurt a. M. Trott- Haiger, Kaufmann M.Quard, Frankfurt a. M., Red.) D.R SD. Betterlein- Helmarshausen H. Hüttmann- Frankfurt a. M. SA. Jordan- Kassel, Stadtverord. Frv F. Eckhardt- Salzungen N.S N. Dißmann- Frankfurt a. M. H. Huhn- Kassel, Stadtverordn. R. Göller- Frankfurt a. M. SG. Hoch- Hanau, Arbeitersekret. Es bedeutet: Setonjernativ, Die Parteibezeichnung des fiegreichen Kandidaten fettgedruckt besagt: das Mandat wurde in der Hauptwahl erobert. Freisimmige Boltspartel, Welfe, ChS= Chriftlichsozial, BK= Bund der Landwirte, = Zentrum, R= Reichspartel, Fr Freifinnige Bereinigung, B= Pole, A= Antisemit, Coglaldemokrat, Nationalliberal, Fr D.B= Deutsche Bollspartei, D= Däne, N.S= Nationalfozial, D.R= Deutsche Reformpartei, B.B= Bauernbund, E.L= Elsaß- Lothringer. Für die Sozialdemokratie wurden Name des Wahlkreises am 16. 6. 1903 Stimmen abgegeben der Wahlüberhaupt in Prozent der Wähler berechtigten Parteizuge hörigkeit des gewählten Abg. Name des sozialdemokratischen Kandidaten 1907 Name des Wahlkreises Für die Sozialdemokratie wurden am 16. 6. 1903 Stimmen abgegeben in Prozent überhaupt der Wahlberechtigten der Wähler hörigkeit des ge= Parteizuge wählten Abg. Name des sozialdemokratischen Kandidaten 1907 5. Staufbeuren 6. Immenstadt Königreich Sachsen. 1. Zittau 11 265 50,50 41,91 2. Löbau- Ebersbach. 11 334 53,20 42,81 3. Bautzen. 9 191* 39,03 28,46 4. Dresden- Neustadt 28 379 60,15 50,43 5. Dresden- Altstadt. 21 569 54,99 43,63 6. Dresden- Tharandt 33 781 65,74 55,77 7. Meißen- Großenhain 15 191 55,15 46,91 8. Birna 15 905 58,94 48,12 9. Freiberg- Deberan 11835 52,39 42,68 10. Döbeln- Roßwein. 11. Dichazz 12. Leipzig- Stadt. 13 162 54,40 47,31 10 060* 44,69 38,11 16 140* 46,82 38,25 13. Leipzig- Land 54 819 69,05 56,56 B 14. Borna- Pegau. 15. Mittweida- Limbach. 16. Chemnitz 10 403* 46,49 38,61 19 270 62,64 55,16 34 266 66,87 55,82 17. Glauchau- Meerane 18. widau- Crimmitschau 18 349 71,14 55,91 25335 67,10 54,98 19. Stollberg- Schneeberg 20 096 67,69 56,52 20. 3ichopau- Gelenau 21. Annaberg- Eibenstock 22. Kirchberg- Auerbach. 23. Plauen. 13.616 57,93 49,20 13 273 56,65 45,79 19 106 • 59,46 51,04 16 406 51,64 40,05 1. Köln( Stadt) Reg.- Bez. Köln. 2. Köln( Kreis) 3. Bergheim- Euskirchen 4. Rheinbach- Bonn 5. Siegkreis- Waldbröl. 13 291* . • 37,62 24,55 13 428 35,13 24,98 531 3,66 2,55 1 610 7,81 4,60 323 1,77 1,07 6. Mülheim- Wipperfürth 7 871* 24,48 19,33 000200080202 Reg.- Bez. Düsseldorf. 1. Lennep- Mettmann 21 802* 49,11 39,99 2. Elberfeld- Barmen 27 056 51,09 41,95 3. Solingen 4. Düsseldorf. 5. Essen. 6. Duisburg 7. Mörs- Rees. 8. Cleve- Geldern 9. Kempen. 10. München- Gladbach 17 225 57,14 44,33 20 375* 39,88 26,61 22 773* 28,34 25,47 23 284* 31,04 26,13 1 496 5,41 4,68 3 494 2,66 2,01 2379 15,25 11,49 3 673 12,58 9,22 11. Krefeld 7 298 29,67 21,85 12. Neuß- Grevenbroich 1 590 9,42 6,54 GUDRRRR20202020202 Reg.- Bez. Koblenz. 1. Wetzlar- Altenkirchen. 3 106 13,63 10,95 2. Neuwied. 558 3,49 2,95 3. Koblenz- St. Goar 2007 9,15 6,37 4. Kreuznach- Simmern 1086 5,24 4,03 5. Mahen- Ahrweiler 725 4,71 2,91 6. Adenau- Kochem 129 0,86 0,58 333333 N Reg.- Bez. Trier. 1. Daun- Prüm §A. Bebel 2. Wittlich- Berncastel 67 0,44 0,34 3. Trier. 803 4,51 3,02 4. Saarburg- Saarlouis 314 1,32 0,89 b. Saarbrücken 1875 5,07 4,41 M 6. Ottweiler- St. Wendel 170 0,49 0,43 3 N. Osterroth- Saarbrücken Reg.- Bez. Aachen. 1. Schleiden Malmedy. 284 1,94 1,27 3 §A. Bebel 2. Eupen- Aachen( Kreis) 2409 9,24 6,46 J. Honrath- Aachen 3. Aachen( Stadt) 3 299 22,95 13,62 J. Honrath 4. Düren- Jülich. 1 308 6,29 4,40 §A. Bebel 5. Geilenkirchen- Heinsberg 58 0,31 0,23 3 Reg.- Bez. Sigmaringen.. 366 3,77 2,41 3 Königreich Bayern. Reg.- Bez. Oberbayern. 1. München I. 10 178** 44,03 28,36 3. Aichach 2. München II 4. Ingolstadt. 6. Weilheim. 40 046 56,21 36,34 2018 • 10,65 8,07 1318 7,90 5,62 5. Wasserburg. 504 2,90 2,02 1 798 10,19 6,74 7. Rosenheim 4370 19,21 12,65 8. Traunstein. 1713 8,57 5,75 80303030303AA Reg.- Bez. Niederbayern. 1. Landshut 722 • 4,69 3,29 3 2. Straubing. 731 4,06 2,59 B.B 3. Passau 1569 12,32 6,15 3 4. Pfarrkirchen 217 1,50 0,92 5. Deggendorf 1 353 12,96 6,09 3 6. Kelheim.. 405 3,39 2,15 3 Reg.- Bez. Pfalz. 1. Speyer . 2. Landau: 3. Germersheim 4. Zweibrücken 16 567* 45,50 39,67 5 549 21,26 16,98 1 397 7,82 6,78 N 5 323 18,96 16,77 N • 5. Homburg 1744 10,23 7,25 គ គ គ ព 6. Staiserslautern 7.009* 27,60 21,87 Reg.- Bez. Oberpfalz. 1. Regensburg 2519 13,13 8,68 2. Amberg. 667 4,52 3,04 3. Neumarkt 354 2,75 1,81 4. Neunburg vorm Wald 735 6,86 3,77 Reg.- Bez. Oberfranken. 2. Bayreuth 5. Neustadt a. d. Waldnaab 1. Sof 1 160 6,81 4,90 888888888 10 678* 47,12 36,52 8 078* 44,70 32,17 3. Forchheim 2810 13,37 10,07 4. Kronach. 4 367 21,10 16,17 5. Bamberg 3 323 17,01 12,33 22233 Reg.- Bez. Mittelfranken. 1. Nürnberg 28 812 57,08 44,45 2. Erlangen- Fürth 12 031* 45,67 35,26 3. Ansbach- Schwabach. 4273* 29,92 19,19 4. Eichstätt. 982 6,60 5,05 5. Dinkelsbühl 534 5,09 2,82 K. 6. Rotenburg ob d. Tauber 1 342 9,03 5,62 Reg.- Bez. Unterfranken. 1. Aschaffenburg 3672 18,92 13,14 2. Kizingen 3. Lohr 4. Neustadt a. Saale 5. Schweinfurt 6. Würzburg. Reg.- Bez. Schwaben. 1. Augsburg 2. Donauwörth 1 019 6,11 4,57 1 028 5,61 3,99 800 4,17 3,20 3235 18,23 14,87 D 5 357* 28,65 21,94 803030303030 6577 22,56 17,35 206 1,18 0,94 3. Dillingen, 308 2,16 1,52 • 4. Illertissen. 918 4,78 3,42 846 5,06 3,54 1343 6,10 4,81 303030303030 §A. Hofrichter- Köln, Parteisekr. B. Müller- Köln, Parteisekretär A. Hofrichter A. Hofrichter W. Schack- Siegburg SH. Gilsbach- Köln, Verleger ( St.). Meist- Köln, Bigarrenh. H. Molkenbuhr- Schöneberg Ph. Scheidemann- Kassel, Redakt. SH. Grimpe- Elberfeld, Redakt. W. Gewehr- Elberfeld §CI. Hengsbach- Köln, Privatb. R. Bühler- Essen F. Lewerenz- Krefeld. W. Reimes- Krefeld Dr. Laufenberg- Düsseldorf 2. Reimes- Krefeld W. Schmitt- Düsseldorf W. Kremser- Frankfurt a. M. A. Rieger- Köln SH. Hüttmannn- Frankf. a. M. SA. Bebel SA. Hofrichter- Köln, Parteisekr. §A. Bebel Württemberg. 1. Stuttgart 2. Cannstatt- Ludwigsburg 3. Heibronn- Besigheim 4. Böblingen- Vaihingen 5. Eßlingen- Nürtingen.. 6. Reutlingen- Tübingen, 7. Calw- Neuenbürg. 8. Freudenstadt- Horb 9. Balingen- Rottweil 10. Göppingen- Gmünd 11. Backnang- Hall 12. Crailsheim- Mergenthm. 13. Aalen- Ellwangen 14. Ilm- Heidenheim. 15. Ehingen- Laupheim 16. Biberach- Leutkirch 17. Ravensburg- Tettnang. Baden. 1. Ueberlingen- Konstanz. 2. Villingen- Triberg. 3. Säckingen- Waldshut 4. Müllheim 6. Lahr- Ellenheim 7. Offenburg- Kehl 8. Baden- Rastatt. 0 9 5. Freiburg- Emmendingen A. Hofrichter A. Hofrichter- Köln, Parteisekr. 13. Bretten- Eppingen. J. Becker- Saarbrücken, Gwkschb. 14. Wertheim J.Leimpelers- Malstatt, Gwschb. 9. Pforzheim. 10. Karlsruhe 11. Mannheim. 12. Heidelberg • . Heffen. 1. Gießen 2. Friedberg 3. Alsfeld- Lauterbach 4. Darmstadt. 5. Dieburg- Offenbach 6. Bensheim- Erbach · 1. Weimar- Apolda. 2. Eisenach. • • 3. Delmenhorst 2c.. Braunschweig. • 6 0 D Hamburg. 1. Wahlkreis 2. Wahlfreis 5. Rappoltsweiler 6. Schlettstadt. 7. Molsheim- Erstein 8. Straßburg- Stadt 9. Straßburg- Land 10. Hagenau 11. Zabern §A. Bebel Wasner, Landtagsabgeordn. ( St.) G. Birk- München, Gaffiv. G. v. Vollmar- Soiensaß M. Gruber- München, Redakteur §E. Schmid- München, Redakt. §G. Birk 7. Worms 8. Bingen- Alzey. 9. Mainz Mecklenburg- Schwerin. 1. Hagenow- Grevesmühl. 2. Schwerin- Wismar 3. Parchim. 4. Malchin- Waren 5. Rostock- Doberan. 6. Güstrow- Ribniz $ S. Witti- München, Expedient Mecklenburg- Strelit §G. v. Vollmar A. Müller- Pafing, Redakteur SA. Naith- München, Gmdbvllm. E. Auer- München, Parteisekr. P. Holl- Passau B.B SF. Schmitt- Pasing, Gastwirt SEd. Schmid- München B.L 2. Gandorfer- Jubach, Gutsb. ( St.) F.J.Ehrhart-Ludwighf.Tp. §3. Huber Ludwigshf., Stadtr. SB. Körner- Ludwigsh., Stadtr. SPh. Keidel- Pirmasens, Ldt.-A. F. Profit Fr.V§E. Klement- Kaiserslautern N SB.Hagen Regensburg, Schhm. D. Schrembs- Regensburg SK. Enßner- Nürnberg, Schlosser SM. Weiß- Weiden, Rentier M. Dirscherl- Fürth J. Simon- Nürnberg S.Hugel- Bayreuth, Schndmstr. Se. Dorn- Nürnberg J. Seelmann- Kronach F. Endreß- Fürth Sachsen- Weimar. 3. Weida- Jena Oldenburg. 1. Oldenburg. 2. Barel 2c. 1. Braunschweig. 2. Kreis Helmstedt 2c. 3. Kreis Holzminden. Sachsen- Meiningen. 1. Meining. Hildburghaus. 2. Sonneberg- Saalfeld Sachsen- Altenburg Sachsen- Koburg- Gotha. 1. Koburg 2. Gotha Anhalt. 1. Dessau- Zerbst. 2. Bernburg Schwarzb.- Sondershans. Schwarzburg- Rudolstadt Waldeck = Reuß ältere Linie. Reuß jüngere Linie Schaumburg- Lippe. Lippe- Detmold Lübeck. Dr. A.Südekum- Berlin, Schrftft. Fr.V§M. Segiß- Fürth, Arbeiterſefr. B.L SM. Hierl- Schwabach, Fngldschl SK. Breder- Nürnberg, Zgrrhdl. 3 $ 3. Merkel- Nürnberg, Landt.- A. Bremen B.B Frhr. v. Haller- St. Alban 10 10= 0 Ꮼ Ꮼ 10 30 Ꮚ Ꮗ Ꮽ Ꮽ Ꮿ Ꮽ 10 0 0 Ꮼ Ꮼ Ꮼ Ꮼ 10 9 SE. Gräf Frankf. a. M., Arb.sekr. R. Kern- Heidingsfeld SG.Diehl- Frantf. a. M., Gw.sekr., F. Soldmann- Schweinfurt SJ. Säckler- Schweinfurt, Gaftw. S. Schmitt- Pafing, Gastw. SH. Rollwagen- Augsburg, Red. H. Rollwagen §. Bollnhals- München, Zinng. SL. Pickelmann- München SJ. Angerhofer- Kaufbeuren H. Jichinger- München 3. Wahlkreis Elsaß- Lothringen. 1. Altkirch- Thann 2. Mülhausen. 3. Colmar 4. Gebweiler 12. Saargemünd E. Fischer- Briesnig, Redakteur 13. Diedenhofen K.Sindermann- Dresden, Buchh. 14. Metz §2. Höppner- Dresden, Werff. 15. Saarburg A. Kaden- Gohlis, Zigarrenfort. G. Gradnauer- Dresden, Redakt. K. Hildenbrand- Stuttgart, Red. W. Keil, Redakteur B.BF. Feuerstein, Konsumv.- Sefr. ( St.) K.Sperka, Handschuhmach. ( St.) L. Schlegel- Eßling., Gastiv. D.V A.Schlicke, Vors. d.Metallarb.- V. D.V§.Oster, Hülfsarb i. Parteisekr. D.V§W.Kowald- Stuttgart, Schrifts. D.V SH. Mattutat, Arbeitersekretär ( St.) H. Lindeman- Degerloch §. Krüger- Hall, Gemeinderat H. Wirth- Langenburg, Gmdrat. F. Fischer- Stuttgart, Buchhdlr. D.V§A.Dietrich- Stuttgart, Buchbdr. F. Göhring- Ulm, Maler K. Hildenbrand- Stuttgart, Red. Krauß, Schreiner N §A. Krohn- Konstanz, Malermftr. W. Grahl, Triberg, Schuhmacher A. Müller- Schopfheim, Sattler A. Kißlich- Lörrach, Vrbdsbeamt. §E. Kräuter Freiburg, Feilenh. SW.Engler- Freiburg, Vrbbs.- B. H. Faber- Pforzheim, Vrbds- B. §Th. Luz- Baden, Apotheker ( St.) E. Eichhorn- Mannheim ( St.) A. Geck- Offenburg L. Frank- Mannheim, Rchtsan.11) §G. Pfeiffle- Mannheim, Exped. SR.Horter- Mannheim, Bbds.-B. K. Hoche- Mannheim, Installat. §E. Krumm- Gießen, Stadtv. SH.Busold- Friedberg, Schreiner St. Drbig- Gießen, Stadtv. ( St.) H. Berthold- Darmstadt12) SC.Ulrich- Offenbach, Ldtgs.- Abg B. Zahn- Mühlheim, Gmderat. J.Engelmann- Worms, Arbtsefr. Frv SP. Reichert- Finthen, Gastwirt ( St.) E. David, Schriftsteller STH. Bartels- Köln, Arbeitersekr. Starosion- Rostod, Redakteur SB. Grosse- Hamburg, Arbtsekr. SH. Lorenz- Hamburg, Expedient Dr. J. Herzfeld- Wannsee, R.-A. §G. Knappe- Stettin, Tischlmstr. SH.Lüth- Hamburg, Gwrksch.- B. ( St.) A. Baudert- Weimar, B.-S. SH. Leber- Jena SP. Leutert- Apolda, Malermstr. J. Stelting- Rübed, Redakteur FrV SP. Hug- Bant, Buchdruck.- Bes. 3§A. Schulz- Bant, Redakteur W. Blos- Cannstatt, Schriftst. §Rieke- Braunschweig, Maurer §Calwer, Schriftsteller FrB SP. E. Wehder- Sonneberg, Red. P. Reißhaus- Erfurt, Schneider SB. Buchwald- Altenburg 13) N Zietzsch- Charlottenburg, Redakt. W. Bod- Gotha, Redakteur SHKäppler- Altenburg, Ldtgabg. Baader- Magdeburg, Gewrkschb. Landsberg- Magdeburg, Nchtsa. M. Hofmann- Saalfeld, Redakt. E. Müller- Kaffel, Expedient H. Förster- Hamburg, Zigarrfblt. E. Wurm- Berlin, Schriftsteller SH. Klingenhagen- Herford FrV SCI. Becker- Lemgo, Ldtgsabg. Th. Schwarz- Lübed, Geschäftsf. J. Schmalfeld- Bremerhaven A. Bebel- Schöneberg H. Diet- Stuttgart W. Menger- Hamburg E.§. Gsell- Mülhausen, Stadtrat N SL. Emmel- Mülhausen, Kaufm. E.L $ J.Peirotes- Straßburg, Redalt. E.L$ J. Bucher- Gebweiler, Milchhdl. E.L L. Meyer- Straßburg, Gwrkschb. E.Jmbs- Straßburg, Zimmerm. E.$ G. Hoffmann- Straßburg, Erp. $ B. Böhle- Straßburg, Kaufm. D.V R. Fuchs- Schiltigheim, Kassenb. E.L K. Voigt- Straßburg, Gwrkschb. G. Schulenburg- Straßburg A. Neischkowitz- Saargemünd H. Boortmann- Meh, Metallarb. E.L A.Schleicher- Metz, Geschäftsreis. E.LJ.Therré- Straßburg, Buchdr.14) 1) War 1903 in der Stichwahl mit 14 685 gegen 14 204 konservative Stimmen gewählt. Das Mandat G. Horn- Lindenau, Redakteur wurde für ungültig erklärt, weil amtliche Wahlbeeinflussung für den Gegner Brauns getrieben war!! So A. Nizschte- Großenhain, Gastw. troch Bassermann nachträglich in den Reichstag.2) In der Nach wahl in Stichwahl gewählt an Stelle des J. Fräßdorf- Dresden, Töpfer verstorbenen Genossen Albert Schmidt. 3) Genosse Mahlke, der 1903 in der Stichwahl gewählt wurde, 4) In der Nachwahl an Stelle des verstorbenen Genossen Meister E.. Schulze- Cossebaude, Tischt. kandidiert diesmal nicht wieder. 5) Genosse Wilhelm Schmidt, der den Kreis feit 1890 vertrat, trat seines GesundheitsBintau, Photograph) R. Lipinsti- Leipzig, Buchhdlr. zustandes wegen von der Kandidatur zurüd. Lange, Stadtverordneter Genossen Grünberg gewählt. gewählt. 6) In der Nachwahl 1906 an Stelle des verstorbenen 7) Genosse Motteler, 1903 in der Stichwahl gewählt, ist aus Ge F. Geyer- Leipzig, Zigarrenfbt. fundheitsrücksichten zurückgetreten.) Am 17. November 1908 in der Nachwahl gewählt, nachdem G. Schöpflin- Leipzig, Redaft. Göhre sein Mandat niedergelegt hatte. 9) 1906 in der Nachwahl gewählt, nachdem Schippel sein D. Stüdlen- Dortmund, Red.8) Mandat niedergelegt hatte. a) Nach Rosenows Tod in der Nachwahl verloren. 10) In der Nach 11) Kandidiert an Stelle des berG. Noske- Chemnitz, Redakt.9) wahl 1904 nach dem Tode des Genossen Hofmann gewählt. K. J. Auer- Berlin, Parteisekretär storbenen Genossen Dreesbach, der 1903 in der Stichwahl siegte. Stolle- Gesau, Gasthofsbes. wählt, nachdem Genosse Cramer sein Mandat niedergelegt hatte. 12) In der Nachwahl 1906 ge H. Goldstein- Zwickau, Redakt. gewählt. Das Mandat wurde für ungültig erklärt und Porzig( f.) bekam den Kreis. 13) 1903 im ersten Wahlgang 14) 1903 wurde A. Die Namen der bisherigen Abgeordneten sind fett gebrudt; ein St. vor dem Namen bedeutet, Hoffmann- Berlin, Vlgsbhd. 10) daß der betreffende Abgeordnete in der Stich wahl gewählt wurde. Ein§ vor dem Namen ba A. Gerisch- Berlin, Parteitajsier. I deutet, daß der betreffende Genosse schon 1903 in demselben Kreise kandidierte. B. Göhre- Zehlend., Schriftst. a) dieser Kreis von uns noch nicht mit einem Kandidaten besetzt. E. Grenz- Leipzig, Erpedient 22757 54,72 42,95 11 533* 41,31 31,92 N 7 816* 30,36 23,35 5 539* 32,40 23,36 10 168* 42,27 33,06 5 338* 27,39 21,03 2976 17,32 13,28 2322 13,33 10,30 6017 26,29 21,16 8.930* 39,77 29,27 3 648 20,11 14,78 B.L 1 844 10,11 7,30 B.L 2422 16,42 10,49 3 6524* 28,45 21,37 651 4,13 3,06 532 2,85 2,13 726 3,81 2,64 3 1 903 8,03 6,74 2189 10,29 8,48 2343 11,29 8,67 2114 13,15 8,79 4147 16,81 13,31 1785 9,07 7,41 2 307 11,99 9,02 3178 16,25 11,62 13 231* 44,73 37,26 11 429 36,27 29,77 20 037* 48,20 39,03 5 204 22,24 17,27 2002RRUUDZ 2163 10,56 270 1,50 7,98 1,11 3 6 025* 36,24 22,80 N 6 783* 38,37 29,49 N 1084 8,53 5,87 N 14 144 51,34 40,81 16 539* 47,46 38,60 N 5 749* 35,36 23,15 N 4043 17,35 14,14 N 1 440 7,93 5,86 13 027* 48,68 35,99 6 361* 36,19 29,54 10 380* 43,47 36,60 6.905* 38,55 30,45 6 288 34,40 28,09 13 393 51,01 44,17 6451 38,66 32,38 6 366* 34,09 27,13 R cecades 10 865* 46,62 34,30 6018* 39,74 26,10 9 364* 41,69 32,40 N 122 7352* 32,76 22,76 Fr 7.959* 45,00 25,77 2 660 15,56 9,73 18 945 52,16 40,30 8.094* 34,42 24,92 9 330* 48,63 36,95 N 122 4757 23,73 17,78 11 924 56,07 43,55 18 695 51,62 42,87 3 972* 36,22 726,63 15 327 50,07 41,50 25 12 268* 41,53 36,39 Fr 15 404 48,91 42,81 N 5 237* 35,71 28,69 N 8742 53,57 43,00 1830 20,19 14,86 Fr 6840 50,48 44,90 13 261 55,07 43,33 2310* 31,73 24,17 N 3 719* 25,25 12,06 11 155 55,05 49,74 25 076 51,08 46,89 22 046 67,16 56,68 25713 72,791 58,11 52 353 56,19 47,68 QQQ 4023 20,27 16,16 12 665* 42,42 34,44 2 871* 17,36 14,39 3946 34,14 28,98 2690 25,12 20,36 2785 29,12 18,09 E. 5706 27,74 19,27 12 110* 45,77 36,26 Fr 3 097 17,39 15,47 1787 7,00 6,29 R 4793 20,81 16,03 K 6 364 27,91 18,83 E.L 5430 26,21 18,42 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Wublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 20. Januar. Freie Volksbühne. Nachmittags 3 Uhr, 9. und 10. Abteilung. Berliner Theater: Die Häuser des Herrn Sartorius. 16. und 17. Abteilung im Neuen Schauspielhaus: Das Glas Wasser. Neue freie Volksbühne. NachGemittags 22 Uhr: 11. Abteilung im Deutschen Theater: ſpenſter. Nachm. 3 Uhr: 3. Abteilung im Neuen Theater: Die Condottieri. Nachm. 3 Uhr: 7. Abteilung im Schiller- Theater O.: Die rote Robe. Nachm. 3 Uhr: 15. Abteilung im Schiller- Theater N.: Das Lumpengefindel. 4 Nachm. 3 Uhr: Extravorstellung im Lorking Theater: Fra Diabolo. Anfang 7%, Uhr. Kgl. Overnhaus. Tannhäuſer.( Ant. 7 Uhr.) Montag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Kgl.Schauspielhaus. Prinz Friedrich bon Homburg. Montag: Das Glashaus. Neues fgl. Operntheater. Undine. Deutsches. Das Wintermärchen. Montag: Dieselbe Borstellung. Westen. Cousin Bobby. Nachmittags 3 Uhr: Martha. Montag: Cousin Bobby. Lorking. Der Mikado. Reichshallen. Stettiner Sänger. rania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Der Hund von Baskerville. Schauspiel in 3 Akten a. d. schottischen Hochland. Frei nach Motiven aus Poes und Doyles Novellen von Ferdinand Bonn. Montag: Sherlock Holmes. Neues Theater. Letztes Gastspiel Desprès. La robe rouge. Anfang 8 Uhr. Monfag: Die Condottieri. Dienstag zum erstenmal: Lyngaard& Co. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Sonntag, nach m. 3 Uhr: Die rote Robe. Schauspiel in vier Aften von Eugen Brieur. Deutsch von Anne St. Cére. Sonntag, abends 8 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Komödie in 3 Aften von Otto Ernst. Montag, abends 8 Uhr: Die Räuber. Schiller- Theater Charlottenburg, Bismardstraße, Ede der Grolmanstr. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Kabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Uhr: Lustspiel in 4 Auszügen von Oskar Mathias Gollinger. Blumenthal und Max Bernstein. Montag, abends 8 Uhr: Jugend. Dienstag, abends 8 Uhr: Dienstag, abends 8 Uhr: Jugend. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Radm. 3 ur: Das Lumpengesinde Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Zirkus Schumann Heute, Sonntag, den 20. Jan. 1907, nachm. 3, Uhr u. abends 72 Uhr: große brillante Minna v. Barnhelm. Zirkus Busch. Sonntag, den 20. Januar 1907, nachm. 4 Uhr u. abends 7, Uhr: 2 sterren 2 große außerord Nachmittags 4 Uhr bat Galavorstellungen jeder Erwachfene auf allen Sitzplätzen 1 Kind Kleines Theater. 2 Gala- Vorstellungen 2 unter 10 Jahren frei. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Rachmittags auf allen Abends 8 Uhr: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Montag: Ein idealer Gatte. ein Kind frei. Blägen ohne Ausnahme Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Galerie). In beiden Borstellungen, nachmittags und abends: Die Sensation des Tages. Noch nie gezeigt Theater des Westens Der Motor im Globus. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Frizz Werner Nachmittags 3 Uhr: Fra Diabolo. Coulin Bobby. Montag: Bar und Zimmermann. Anjang 8 Uhr. Lessing. Hedda Gabler. Nachmittags 3 Uhr: funkene Glode. Montag: Die Weber. Die ver Schiller 0.( Wallner Theater.) Flachsmann als Erzieher. Nachmittags 3 Uhr: Die rote Robe. Montag: Die Räuber. Schiller Theater Charlottenburg. Mathias Gollinger. Nachmittags 3 Uhr: Rabale und Liebe. Montag: Jugend. Schiller N.( Friedrich WilhelmKomische Oper. Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. bends Carmen. 8 Uhr: Montag: Pariser Leben. Dienstag: Carmen. In Eine wirkliche Novität. MiB Irene und Mr. Wizard Stone. beid.Vorstellung.: 3 Frères Willé. Die berühmten Nachm. zum 3. Male: Frühling, Sommer, Herbst u.Winter. Große Ballett- Pantomime v. gesamten Corps de Ballett. In beiden Vorst.: Gleich reichhaltiges abwechselnd. Programm, fämtliche Spezialitäten, Clowns und Auguste sowie die bestdressierten Schul, Freiheits- und Springpferde. Abends zum 31. Male: Das größte Pracht- Manegenschaustück Neues Schauspielhaus St. Hubertus. Sonntag, den 20. Januar 1907: städtisches Theater). Die von Hoch- Herthas Hochzeit. fattel. Nachmittags 3 Uhr: Das Lumpengefindel. Montag: Der Familientag. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Montag: Dieselbe Borstellung. Kleines. Eine triviale Komödie. Nachm. 3 Uhr: Nachtafyl. Montag: Ein idealer Gatte. Berliner. Der Hund von Baskerville. Montag: Sherlod Holmes. Komische Oper. Carmen. Nachmittags 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Pariser Leben. Neues. La Robe rouge. Montag: Die Condottieri. Residenz. Florette und Patapon. Nachmittags 3 Uhr: Der Schlafwagenkontroleur. Montag: Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Nachmittags 3 Uhr: Unsere Käte. Montag: Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. 7 Uhr.) ( Anfang Nachmittags 3 Uhr: Der Mikado. Montag: Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. Der Sorgenbrecher. Montag: Jedes weitere Kind balbe Dreife. In beiden Vorstellungen: Neu! Novello- Truppe Neu! Indien in Europa. In beiden Vorstellungen: ,, Der Todes- Globus" In beiden Vorstellungen: Die berühmte Reiterfam. Lecusson. In beiden Vorstellungen: Mig Alice Dianda, dressierte Hunde, uffen u. Kaladus. In beiden Vorstellungen: Vorführen, Vorreiten der besten Schul, Freiheits- u. Springpferde. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtl. Clowns mit ihren neuesten Wigen und Späßen. Nachmittags 4 Uhr: Clown François m. d. Dackelpferd. ,, Aus der Pußta", Drigin.- Pantom. d. Zirkus Busch. Abends 7, Uhr: ROM. い Große Drig. Manege- Ausstatt.Bantomime in 7 Bildern. Urania. Bentral Theater. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Berliner Aquarium Unter den Linden 68a ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg Der Sorgenbrecher. Eingang Schadow- Straße No. 14. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Ueber'n großen Teich." Heute: Eintrittspreis 50 Pf. Reichhaltigste Ausstellung der Welt an lebenden Seetieren, Reptilien etc. 8/13 Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßfellerei. Sonntag nagm. 3 Uhr: Der Sans: freund. Gebr. Herrnfeldng. Theater inlaß 8 Uhr. 7 Uhr. Kommandantenstr. 57. Nur noch wenige Tage: Familientag im Hause Prellstein Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11-2 Uhr und bei Wertheim. In Vorbereitung: Ein verrücktes Hotel mit dem Vorspiel Hayfisch geht zur Jagd". Komödie in 3 Aften v. A. u. D. Herrnfeld. Bertha Bodzeit. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Anfang 8 Uhr Lortzing- Theater. Bellealliancestr. 7/8. Nachmittags 3 Uhr: Fra Diavolo. Abends 7, Uhr: Der Mikado. Abonnements ungültig. Montag: Zar und Zimmermann. Lustspielhaus. Nachm. 3 Uhr: Unsere Käthe. Abends 8 Uhr: Husarenfieber. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Nachmittag 3 Uhr kleine Preise: Maria Stuart. Abends 8 Uhr: Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Herr Potter aus Texas. Teich. Montag: Der Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Nachmittags 32 Uhr: Charleys Tante. Montag: Eine lustige Doppelehe. Luisen. Herr Potter aus Teras. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Die schöne Ungarin. Bernhard Rose. Der Raub der Sabinevinnen. Nachmittags 3 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Montag: Der Raub der Sabinerinnen. Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßkellerei. Nachmittags 3 Uhr: Der Hausfreund. Montag: Wo ist der Papa? Borher: Die Schloßkellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Me tropol! Montag: Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hauje Prellstein. Montag: Dieselbe Vorstellung. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Die schöne Bestalin. Spe. zialitäten. Nachmittags 3, Uhr: Familien Box stellung. Montag: Die schöne Beftalin. Spezialitäten. Rafino. Ledige Leute. Spezialität. Nachmittags 4 Uhr: Die beiden Champignol. Montag: Ledige Leute. Speziali täten. Folies Caprice. Das Modell. Se renissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Montag: Dieselbe Vorstellung. Pajjage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Montag: Dieselbe Vorstellung. Figaro. Der Stavalier. Die Stlaue. Chicagoer Landwirt. Unterm Bett. ( Anjang 8 Uhr.) Montag: Dieselbe Vorstellung. Prater Theater. Die Waise von Lowood. Nachmittags 3, Uhr: Die Haubenlerche. Montag: Wilhelm Tell. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Amerikanisches Sittenbild in 4 Aften von A. T. Holms. Montag: Die schöne Ungarin. Mittwoch: 1. Opern- Gastspiel des Theater d. Westens: Der Troubadour. Refidenz- Theater. Direktion Richard Alerander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr. Florette und Patapon. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Veber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagen- Kontrolleur. Cipollo Theater Nachm. 3 Uhr. Halbe Preise! Beute, den 20. Januar 1907, in Kellers feftfälen, Koppenftraße 29: 16. Stiftungsfest. Wagner- Konzert ausgeführt v. Leipziger Philharmonischen Orchester ( Dirigent: Herr Musikdirektor Winderstein) II. Teil. und der Opernsängerin Fräulein Lissi Kurz. I. Teil. 1. Einzug der Götter( aus„ Rheingold"). 2. Prolog. 3. Wotans Abschied und Feuerzauber( aus „ Die Walküre"). 4. Vorspiel zur Oper„ Lohengrin". 5. Gesang( mit Orchesterbegleitung). Elsas Traum( aus„ Lohengrin"). Nach dem Konzert: 6. Vorspiel zum 3. Akt der ,, Meistersinger von Nürnberg". 4/3 7. Albumblatt für Violine. 8. Waldweben aus„ Siegfried". 9. Ouverture zu ,, Tannhäuser". 10. Gesang( mit Orchesterbegleitung). Arie der Elisabeth( aus„ Tannhäuser"). Ball. Kassenöffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Billetts im Vorverkauf 60 Pf., an der Kasse 70 Pf. Billetts sind zu haben bei Horsch, Engel- Ufer 15; Gottfried Schulz, Kottbuser Tor; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Fahrow, Ravenéstraße 6; Lorenz, Koppenstr. 28; Lamprecht, Putlitzstr. 10; Sellger, Lindenstraße 59; Königs, Hasenheide 56; Elsner, Kastanien- Allee 12; und an der Kasse. WINE BARTEN 65 SAHARET. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ledige Leute. Komödie in 3 lften v. Felir Dörmann. Borher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwant in 1 Att v. M. Krämer. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. DERNHARD ROSE THEATED Große Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr bei ermäßigten Preisen: Das Käthchen von Heilbronn. Abends 8 Uhr: Der Raub, der Sabinerinnen. Morgen Montag: Der Raub der Sabinerinnen. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich ab 19. Januar cr., abends 7 Uhr Sonntags ab 4 Uhr Große Münchener Bockbierfeste. Karl Kamberger mit seinen drei Stapellen:„ Original Oberlandler",„ D'Wildschüßen" und " D'Schlierseer". Schuhplattler, Sänger und Sängerinnen. Liederbücher zum Mitsingen gratis. Großartige eigene Dekoration. Entree an Wochentagen 30 Pfennige. Prater- Theater Kastanien- Allee 7-9. Nachm. 3, Uhr: Die Haubenlerche. Schauspiel i. 4 Att. v. E. v. Wildenbruch. Abends 7, Uhr: Die Waise von Lowood. Schausp. in 4 Aften von Birch- Pfeiffer. Montag: Wilhelm Tell. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag Anfang 6 Uhr: Konzert, Theater u. Spezialitäten. 15 erittlajfige 15 Nummern! Nach der Vorstellung: Extratanz. Dienstags: Rose- Theater- Gastspiel. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Fromont ir. und Risler sen. Sittengemälde in 4 Aften u. 1 Vorsp.: Drei Familien auf einem Flur. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Bf. Nach der Vorstellung: Familienball. Montag: Dieselbe Vorstellung. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig dastehende Metropol- Theater Walhalla- Elite Jannar Programm. Nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol! Abends 8 Uhr: Otto Reutter Der Teufel lacht dazu. Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. Große Jahresrevue in 7 Bildern von der Tiller- Truppe, London. von Julius Freund. Musik von Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Viktor Hollaender. Dirigent Max Die 3 Schwestern Kloess, gym- Roth. In Szene gesetzt von nastische Produktionen. Direktor Richard Schultz. Howard und Harris, amerikanische Exzentriks. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Große Doppel- Vorstellung. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Ende 11 Uhr 1. Abt. Variété. 2. Abt.: Venus auf Der Biograph. Erden. Operette von Paul Lincke. Abends 8 Uhr: Die Spezialitäten- Attraktionen. 9% Uhr: Die schöne Vestalin. Operette von Viktor Holländer. Passage- Theater. Heute 2 Vorstellungen. Nachm. 3-7 Uhr, abds. 8-11 Uhr. Nachm. Kleine Preise. Berlin paß auf! Burleske in 2 Atten v. Leop. Elh. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rojenth. Tor. Heute: 2 Vorstellungen 2 nachmittags 3, Uhr fleine Preise. Jeder Erwachsene ein Kind frei! Abends 8 Uhr: 14 In beiden Vorstellungen: erstklassige Spezialitäten der Mann Kosta, mit dem drehbaren Kopf. Trio Jatomlew: Die Fahrt auf steiler Wand. Gérard: Der phänomenale Kraft- Jongleur. = 24 Nummern. Anfang 7 Uhr. Sonntags 41, Uhr. Germania- Pracht- Sale. N., Chausseestr. 103. Karl Richter. Jeden Sonntag: Wilh. Wolffs Hamburger Sänger. Bollständig neues Programm. Anjang 6 Uhr. Eintritt: 50 Pf. mit anschließ. Familienkränzchen. Im weißen Saale von 5 Uhr ab: Großer Ball. Jeden Mittwoch: Hamburger 35512* Sänger und Freitanz. Sanssouci Folies Caprice Brunnen- Theater Kinematographen- Theater. Stottbusers straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger. Neu! Neu! Vor der Reichstagswahl! Lustspiel in 1 Aft. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. N.Dienstag: Theaterabend Das Geheimnis der alten Mamsell. Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Reichshallen- Theater. Otto Pritzkow. Münzstr. 16, Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Auf Wunsch Vorführung in Vereinen jederzeit. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Gesundbrunnen. Badstraße 58. Gerichtstr. 1, Ecke Grenzstraße, Direktion: Bernhard Rose. Nachm. 3 Uhr, volkstümliche Preise: Der Löwe des Tages. Abends 7 Uhr: Vorführung schönster lebender Bilder für Kinder u. Erwachsene. Zagl. wechf. Programm. Große Lacherfolge. Geoff. von 4-11 Uhr. Die Tochter des Gefangenen. Blaze a 10-20 u. 30 Pf. an d. Kaffe. Montag, den 21. Jan.: Benefiz für den Öberregiffeur Heinr. Richter: Sherlock Holmes. DetektivStomobile in 5 Atten. Polosseum Colosseum Dresdenerstraße 97. Spezialitäten- Theater. Im Konzertsaal: Großer Bockbier- Tubel. All- Deutschland im Bock." Nationale Dekoration! Ueberraschungen aller Art. Karlsgarten Rixdorf Karlsgartenstr. 6-10 Inh.: Otto Heickaus. XXX Jeden Sonntag: XXX Spezialitätenvorstellung u. Ball Anfang 6 Uhr. Jeden Eichler- Sänger. Montag: Berliner 36932 Volkssänger- Gesellschaft Schmeltzer, Stettinerstr. 57. Gnörich, Fennstr. 1a. Balzé, Manteuffelstr. 41. C astans Panopticum Woche! Friedrichstraße 165 Der Räuberhauptmann v. Köpenick. Letzte, Die zusammengewachsenen Schwestern. Abends Familien- Bier- Kabarett. 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A- dur L. van Beethoven. Karten 4, 3, 2, 1 Mark W. A. Mozart. bei Bote& Bock, Wertheim, Leipzigerstraße, und an der Abendkasse. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: 36612* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Heinzelmann& Co., Brandenburgstr. 44 Bigarren- Fabrik- Lager. * Billigste u. reelle Bezugsquelle für Wiederverkäufer u. Händler in Fabriken. Gewerkschaftshaus ♦ Engel- Ufer 15. Heute: Großer Mittagstisch. Bon 5, Uhr ab: Künstler- Konzert. = [ 4476* Eintritt frei. Reichhaltige Abendkarte. Beftgepflegte Biere aus der Schultheiß- Brauerei. Schweizer Garten. Am Königstor. Am Friedrichshain 29/32 Jeden Sonntag: BALL im beforiertem Saale bei starkem Drchester. An Wochentagen ist der Saal zu vergeben. 36862* Alhambra Wallner- Theaterstraße 15. 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Pflaumen " 48. 140 91 Prima Haselhühner Stück 110 Franz. Pflaumen 19 58. " 7 n 75. 3 170 210 15 Pfd. 48 Pf. Pfd. 58 Pf. Pr. Hausschl.- Rotwurst Pfund 70 Pf. Keulen Pfund 75 Pf. Rückenstück Pfund 60 Pf. in vorzügl. Mischungen 5 Pfd. 155 5 Pfd. 230 5 Pfd. 275 Westph. Bauernwurst Pfund 95 Pf. Pomm. Gänse- Pökelfleisch Italien. Prünellen Backobst la Pfd. 33 Pf. Pfund 55 Pf. Pr. Delicatess- Leberwurst Pfund 70 Pf. Dutzend Apfelsinen 25 3 Dutzend 70 Pf. Kaffee, gebrannt 83 90 Pf. 105 115 135 155 35 45 Pf. 125 Mischung I Pfund 11 100 III IV V.VI Tee, neue Ernte Mischung 11 III IV V VI Pfund 115 180 220 270 350 420 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantwo.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärfs Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 17. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 20. Januar 1907. Aus Induftrie und Handel. Kohlenwucher. Im März vorigen Jahres berichteten wir über starke Herauffegung der Brikettkohlenpreise in Berlin und bemerkten dazu: „ Eine weitere Preisherauffezung im Laufe des nächsten Winters ist nicht ausgeschlossen. Man scheint die Praxis zu belieben, die letzten Winterpreise für den nächsten Sommer bestehen zu lassen und die Winterpreise jedesmal heraufzusetzen." Wir müssen nun gestehen, wir haben die Preismacher falsch eingeschätzt. Die nächsten Sommerpreise gehen nämlich noch über die legten Winterpreise hinaus. Wir stellen einige der bisherigen Preise und diejenigen, mit welchen die Konsumenten für das laufende Jahr beglückt werden sollen, zu Vergleich nebeneinander. .Sommerpreis Winterpreis mehr für 1907 1906 1907 1906 1907 M. M. M. M. 105 112 Ilfe Wilhelminenglüc Anna 115 122 90 100 100 110 88 100 08 110 M. 7,00 10,00 12,00 Das find Preissteigerungen von 6,66 bis 13,63 Prozent mit einem Schlage. Der nächste Sommerpreis ist noch über den letzten Winterpreis hinausgetrieben worden. Aber wenn die Arbeiter ein paar Pfennige Lohn mehr verlangen, dann sind sie die begehrlichen Elemente, die im Interesse des Kapitalistenwohles mit einem Antigewerkschaftsgesetz niedergeknüppelt werden sollen. Aus Freude über folche Beglückungen werden die Arbeiter felbstverständlich am 25. Januar Unternehmer in den Reichstag wählen. goldene Früchte ein. Der Aplerbeder Attienverein für Bergbau wird gehende Erfolg des Werkes nicht aus dem Können des Komponisten für das lezte. Jahr 12 Prozent Dividende verteilen gegen erflären( dieser hat übrigens auch weit Ernsteres geschrieben), 10 Prozent im Vorjahre. Den Aktionären des Lothringer Hütten- sondern aus einem Behagen an erotischer Szenerie mit sehr einheimischer Bossenkomik. verein Aumey- Frida wird für das Jahr 1906/07 eine Dividende von fubventionierten Theaterdirektor keineswegs verdenken, wenn er Natürlich kann man es einem nicht 12 Prozent in Aussicht gestellt. Der borjährige Papierarbeiterlohn sich auch jetzt wieder dieses Zugstüdes bemächtigt. So geschah es betrug 8 Prozent, mithin eine Lohnsteigerung um 50 Prozent. im Lorking- Theater am vergangenen Freitag. Müne Um 150 Prozent erhöhte sich der Bruttogewinn des Eisen- scheint nicht wenig aufgewendet zu sein; und doch machte das wertes Note Erde für das erste Halbjahr 1906/07 im Vergleich zum Ganze beinahe fortwährend einen unsicheren Eindruck. Dazu vorjährigen Ergebnis. Und weitere Preissteigerungen sorgen dafür, kommt, daß das Werk an die Gesangstechnik, besonders im überdaß der Goldstrom für das Unternehmertum nicht versiegt. An der sprudelnden Schnellfingen, hohe Anforderungen stellt. Diesen war Düsseldorfer Börse traten am 18. Januar folgende Preisveränderungen nur eine oder die andere der mitwirkenden Persönlichkeiten geein. Luxemburger Gießereieisen Nummer 3 stieg von 72 Mart auf wachsen. Durch einen klangschönen und gut gebildeten Alt er= 74 Mark, Flußeisenbleche, die auf der letzten Börse nicht notiert Reichtum der verschiedensten komischen Töne sowie durch markanten freute Martha Mayer Herber als Katisha, und durch einen waren, stellten sich auf 150-155 Mart, Kesselbleche aus Flußeisen Vortrag Adalbert Lieban als Ko- Ko. Die übrigen ließen es, 3ogen bon 165 Mart auf 165-170 Mart an. einschließlich der sonst gutsingenden Mizzi Fint als Yum- Yum, Der Brikettverkaufsverein in Essen setzte die Preise für Salon- gerade auch an der Kunst des Betonens fehlen. Ob Willy briketts um 7 Mart, für Industriebriketts um 5 Mart pro Doppel- Schüller als Nanti- Boo lediglich indisponiert war, ist schwer waggon hinauf. Und wenn ein Reichstag nach dem Herzen der zu sagen. Für die ungeschickten Beleuchtungseffekte gilt dieje Reaktionäre zustande kommt, dann legt man der Bestie den Baum Milderung wohl nicht. an, damit sie nicht mehr durch Streits einen winzigen Anteil von den gesteigerten Preisen erkämpfen fann. Musik. SZ. Witterungsübersicht vom 19. Januar 1907, morgens 8 lthe. Stationen Barometer. fland mm Wind 775 NW Windstarke Better Temp. n. T. 5º C.= 4º R. Stationen Barometer. Wind richtung Windstärke Better Zemp. n. G. 5º G. 4° R. 4 bedeckt 3 Haparanda 778 Stil 3 Petersburg 774 ND 3 Scilly bebeat -12 1 Schnee-16 1775 GD 3 bedeckt 2 bedeckt 4 Regen 3 Aberdeen O Paris 776 SS 778 DND 2 wolfenl 8 1 2 halb bd.-0 5 bedeckt Der englische Komponist A. S. Sullivan( 1842-1900) hat Stoinemde. 774 NNW 3wolkig bor 22 Jahren mit seiner burlesken Operette" Der Mikado" Hamburg 777 NNW 3 bededt oder„ Ein Tag in Titipu" der Oeffentlichkeit ein Genußstück und Berlin sich ein Erfolgstück bereitet. Wer nach des Tages Last und Mühen Frankf.a.M. 777 N München 777 S sich nicht hoch aufschwingen, sondern auf ebener Erde gut unter Bien halten und doch als Kunstfreund gelten will, der findet hier seine Während der Arbeiterschaft durch fortgesetzte Lebensmittel- gute Rechnung; und der Kritiker fann wenigstens diese und jene verteuerung trotz der glänzenden Konjunktur eine Hebung ihrer graziöse Melodie( zumal in den Chören) anerkennen. Troßdem Lebenshaltung unmöglich gemacht ist, heimsen die Papierinhaber scheint es dem Referenten, als ließe sich der damals so weitErnte. 770 N Wetter Prognose für Sonntag, den 20. Januar 1907. Bunehmende Bewölkung mit geringen Niederschlägen und mäßigen nordöstlichen Winden; Temperatur wenig berändert. Berliner Wetterbureau. Der große Unterschied! Gerstenkaffee ist tein „ Malzkaffee" und Malztaffee noch lange fein „ Kathreiners Malzkaffee". Denn der echte Kathreiner" ist nach dem Urteile der wissenschaftlichen Autoritäten nicht nur in bezug auf seinen Gehalt ein in jeder Hinsicht vollkommener Malstaffee", sondern befizt vor allem allein unter sämtlichen Erzeugnissen seiner Art einen würzigen, vollen kaffeeähnlichen Wohlgeschmack. Man verlange in den Geschäften deshalb ausdrücklich nur den echten Kathreiners Malzkaffee" und achte scharf darauf, daß man diesen auch wirklich erhält und teinen anderen. Gerade in der neuesten Zeit ist hier doppelte Vorsicht geboten. Die untrüglichen äußerlichen Kennzeichen des echten Kathreiner sind: Geschlossenes Paket in seiner bekannten Ausstattung, Bild, Name und Unterschrift des Pfarrers, Kneipp als Schutzmarke, und die Firma: Kathreiners Malalaffee- Fabriken. Empfehle den Getbertschaften mein vergrößertes Familien- Restaurant Anton Boekers Ball- Salon über 100 Personen fassend. Passend zu Bersammlungen. 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Januar 1907, abends 8%, Uhr, in der ,, Bockbrauerei, Tempelhofer Berg: Wähler- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl. Referent: Staf tverordneter Paul Singer. Zahlreichen Besuch erwartet Frauen haben Zutritt. 238/7 Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 3. Wahlkreis. Sonntag, den 20. Januar 1907, mittags 12 Uhr: Oeffentliche Wähler- Versammlung bei Buggenhagen am Morikplatz. Tages- Ordnung: 1. Auf zur Reichstagswahl! 2. Freie Aussprache. Referent: Rechtsanwalt Wolfgang Heine. Zahlreichen Besuch erwartet 240/ 11* Der Vorstand. 4. Wahlkreis. Sonntag, den 20. Januar 1907, abends 6 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Verfammlung für Männer und Frauen. 242/4 Tages Drdnung: 1. Vortrag der Genossin Ottilie Baader über:" Die Stellung der Frauen im gegenwärtigen Wahlkampfe." 2. Diskussion. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein mit Tanz. 5. Tages Ordnung: Ballschmieder, Badstr. 16.- Daase, Brunnenſtr. 154. Die bevorstehende Reichstagswahl. Diskussion. Referenten sind die Genoffen Gründel, Pagels, Ströbel unb Weber. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 246/3 Das Wahlkomitee. Gegr. 1888. Verein Berliner Hausdiener Gegr. 1888. Mitgliedschaft I des Zentralverbandes der Handels-, Transport, Verkehrsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Bureau und Stellenvermittelung: Alte Leipzigerstraße( Eingang Raule's Hof). Telephon Amt I. Nr. 2632. Sonntags geschlossen. Hausdiener, Packer, Radfahrer usw. Dienstag, 22. Januar, abends 9 Uhr, im Englischen Garten( er), Alexanderftr. 27c: Versammlung. Zages: Drdnung: 1. Wen wählen wir in den Reichstag? Referent: Arbeitersekretär Alwin 67/10 MoB. 2. Diskussion. 3. Geschäftliches. Kollegen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung und unter besonderer Berüdsichtigung, daß unseren Berufskollegen bei der bis spät in die Nacht dauernden Arbeitszeit der Besuch einer politischen Wahlversammlung fast unmöglich wird, erwarten wir das Erscheinen aller. Erscheint in Massen! Keiner darf fehlen! Bringt Eure Frauen mit! Die Ortsverwaltung I. J. A.: Fritz Wappler, Reichenbergerstr. 155. Arbeitsnachweis und Bureau sind am Wahltag geschlossen. Kranken- und Sterbekasse Verein für Frauen u. Mädchen aller gewerbl. Arbeiter der Arbeiterklasse. für Schöneberg und Berlin Montag, den 21. Januar, abends 8 Uhr, im Neuen Klubhause, ( E. H. Nr. 115). Kommandantenstr. 72: 55/2 Sonntag, den 27. Januar er. Die Frau in der Dichtung. Max Hochdorf. bormittags 10 Uhr, im Lokal v. Obst, Meiningerstr. 8( fleiner Saal): General- Versammlung. 9 Zages Ordnung: 1. Bericht des Borstandes. 2. Jährlicher Kaffenbericht. 3. Neuwahl des gesamten Borstandes. 4. Berschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht 299/ 6* Der Vorstand. Waldkater am Gäste willkommen. Der Vorstand. Sonntag, den 19. Februar, im Gewerkschaftshause: Achtes Stiftungs- feft.* Billetts sind im Verein und in den Zahlstellen zu haben. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Dienstag, den 22. Januar 1907, abends 8%, Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: abend, ben 19. Januar 07 Frisches Vertrauensmänner- Verfammlung % und Leberwurst mit Abendunterhaltung. ladet ein 36992 der Max Fallmich, amfernheide Treppengeländerbranche. Tegeler Weg 40. Verlag Max Richter Berlin W. 30 Speyererstr. 27. über 3000 Exempl. verkauft Die Harnleiden Ihre Gefahren, Verhütung und Beseitigung von Dr. med. Schaper, BERLIN- Preis 1 Mark. Kassenbäder jeb. Art, Augusta- Bad, Köpeniderstr. 60.[ 1196* Wahlkreis! Montag, abends 8 Uhr: 2 öffentl. Wähler- Versammlungen im ,, Alten Schützenhause", Linienstr. 5 und Aus jeder Werkstatt und jeder Branche find Delegierte zu entsenden. 78/8 Die Kommission. Bodenleger und Bohner. Mittwoch, den 23. Januar cr., abends 8 1hr, im Gewerk. schaftshaus, Engel- llfer 15( Saal 1): Branchen- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Reiche über:„ Der Arbeitsnachweis". 2. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Die Branchenkommission. Sterbekaffe ehem. Pfluger Arbeiter ( Hetzelsche Kasse) Sonntag, den 27. Januar 1907, vorm. 10 Uhr, in Wilkes Saal, Brunnenstr. 188: General- Verfammlung. Tages- Ordnung: 1. Berlesung des Protokolls der Generalversammlung vom 22. Juli 1906. 2. Sassenbericht des Rendanten pro 1906 und Bericht der Revisoren. 3. Verschiedene Kassenangelegenheiten( Antrag des Vorstandes wegen Ausfall der Sonntags- Sprechstunde beim Rendanten und Schriftführer). 4. Wahl des 1. Vorsitzenden, des Rendanten und des stellvertretenden Schriftführers. 285/ 7* 5. Wahl von drei Revisoren. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. J. A.: O. Winkler. Deutscher Senefelder- Bund. Achtung! Lithographen, Steindrucker usw. Montag, den 21. Januar 1907, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: in den ,, Musiker- Sälen", Kaiser Wilhelmstr. 18m. Oeffentliche Verfammlung. Referenten: Paul Singer und Robert Schmidt. Alle Wähler sind hierzu eingeladen. 245/7 Zages Ordnung: 1. Die Gewerkschaften und die Reichstagswahl. Referent Genosse Paul Umbreit. 2. Das Reichsgerichtsurteil gegen unseren Bund. Referent Stollege 285/16 Kollegen aller Filialen! Agitiert eifrig für den gewohnten Massenbesuch! Die Verwaltungen. Hermann Müller. Das Wahlkomitee. Deutscher Metallarheiter- Verhand. Auf Teilzahlung!! Wöchentlich nur 1M. BREUERS Festsäle Große Auswahl in Herren- und Damenuhren, Standuhren, Regulateure, Brochen, Ringe, Ketten, Stöcke, Zithern, Phonographen, Plattensprechmaschinen, Spieldofen, Harmonikas, Mandolinen, Geigen ze. Verkauf von Platten, Noten, EdisonWalzen. Warschauerstr. 72. Juhre& König, Reinickendorferstr. 101. Achten Sie bitte genau auf unsere Firma. Nahe Bahnhof Wedding. ,, Zur Königsbank" Gr. Frankfurterstr. 117. XJnh. Curt Breuer. X Amt Vila, 8142 Den geehrten Gewerkschaften, Bereinen, Klubs empfehle ich meine Gesamträume zur Abhaltung von Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art zu den fulantesten Bedingungen. Um recht regen Zuspruch bittet[ 35562] Curt Breuer, Gastwict. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Simmer 34, Amt 4, 3333. Achtung! Mitglieder! Bon Montag, den 21. Janum, ab werden Bibliotheksbücher nicht mehr ausgegeben wegen stattfindenden Umzuges. Die Mitglieder, welche noch im Besize von Bibliothelsbüchern sind, werden ersucht, dieselben so schnell wie möglich abzuliefern. Die Ortsverwaltung. 111/6 Verband der Tapezierer. Sektion der Kleber. Mittwoch, den 23. Januar, abends 8 Uhr, bei Augustin, Oranienstraße 103: Arbeiter- RadfahrerVerein Kette Tegel. Sonnabend, 26. d. M., in Trapps Festsälen, Tegel, Bahnhofstr. 1: Orts Krankenkasse PD für das Goldschmiede- Gewerbe. Montag, den 28. Januar 1907, abends 8%, Uhr: Quartals- Versammlung. Gr. Wiener Maskenball Ordentl. General- Versammlung InventurZages Drdnung: 1. Bericht der Sektionsleitung. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der SektionsLeitung und der Bezirksführer. 4. Verschiedenes. 177/2 Mitgliedsbuch legitimiert. Die Sektionsleitung. Posamentiere Berlins! Montag, den 21. Januar 1907, abends 8 Uhr: Oeffentliche Versammlung in Feuersteins Festfälen( Inh. Kube), Alte Jakobstr. 75. Zages Ordnung: Die Aussperrung in der Möbelbranche. 9615 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Arbeiter, Parteigenossen! Berliner Schneiderei- Genossenschaft G. m. b. H. ( Gegr. von organisierten Schneidergehülfen Berlins) Brummenstr. Laden, 185, im zwischen Rosenthaler Tor und Invalidenstraße, empfiehlt sich den werten Arbeitern und Parteigenossen zur Anfertigung von feinerer Herren- Garderobe. Großes Lager fertiger Herren- und Knaben- Anzüge, Winter- Paletots, Joppen und Arbeiter- Berufskleidung. Verkauf nur gegen bar! Streng feste Preise! Die Herstellung unserer Fabrikate erfolgt in eigenen Werkstätten unter den von der Organisation festgesetzten Lohnbedingungen. Um geneigten Zuspruch bittend, zeichnet Achtungsvoll Hoffnung" verbunden mit Kunst- u. Reigenfahren. Alle umliegenden Bundesvereine sowie Genossen und Genossinnen find hierzu freundlichst eingeladen. 9976 Das Komitee. Kranken- Unterstükungs- und Begräbnisverein - sämtlicher Vertreter der Arbeitgeber und Kassenmitglieder im Neuen Klubhause, Kommandantenstraße 72. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Arbeitersekretärs Herrn Gustav Bauer über: Die Be schlüsse des Düsseldorfer Krankenfaffen- Kongresses und die Angewerblich. Arbeiter ftellungsbedingungen der Orts: zu Berlin. Sonnabend, den 26. Januar 1907, abends 8 Uhr präzise, in den Industrie- Festsälen, Beutyftr.20: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1906. 1. Rechnungslegung pro 2. Statutenänderung. 3. Wahl des Vorstandes und der Revisoren. 4. Ber schiedenes. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder erforderlich. 285/15 Friedr. Freudenreich, Borsigender. S. 59, Wigmannstr. 17 III. frankenkassenbeamten. 2. Wahl von 4 Mitgliedern in den Vorstand seitens der Kaffenmits glieder für 1907/08. 3. Wahl von 2 Arbeitgebern in den Vorstand für 1907/08. 4. Wahl von 3 Revisoren( 1 Ars 2 Kaffenmitglieder) zur beitgeber, Prüfung der Jahresrechnung pro 1906. Einladungskarte legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand: E. Davidshäuser, Borsigender. Berlin, den 20. Januar 1907. eihbibliothek Adandorf& C Rottbuser- Damm 1-2. Lese- Bedingungen. EX- LIBRIS Die Abonnements können mit jedem Tage begonnen werden. Der Leser hat die Berechtigung, die Bücher jeden Tag zu wechseln. bet 1 Band bei bei be 2 Bdn. 3 Bdn. 4 Bdn. Für hiesige Leser Pro Monat... 1.20 1.60 2.00 2.40 207/1 ") Berliner Schneiderei- Genossenschaft Lieferant des Berliner Konsum- Vereins, der KonsumGenossenschaft Berlins u. Umgegend sowie des Charlottenburger Konsum- Vereins. GRATIS gebe die besten Nadeln, beim Einkauf der grossen. doppelseitigen Beka- Platte à 3.Ferner liefere Musikwerke( Spieldosen) Sprechmaschinen und echte Menzenhauer Zithern auf Theilzahlung Wochenrate 1 Mk. Gegen Kasse billigste Preise. J. 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Januar, nach mittags 3, Uhr, auf dem Anstaltsfriedhof in Dalldorf statt. Das Personal der Expedition des ,, Vorwärts". Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Die Beerdigung des Genossen Schanfwirt Wilhelm Reinecke, Stolpischestr. 35, findet nicht heute, Sonntag, sondern Montagnachmittag 1 Uhr in Friedrichsfelde statt. +109 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes: Anzeige. Am 17. d. M. verstarb unser Mitglied, der Rohrleger Friedrich Burow Voltastr. 5. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhaus Friedrichshain aus nach dem Himmelfahrts. Kirchhofe in Nieder- Schönhausen, Nordend, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 246/18 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Rohrleger Friedrich Burow gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet. am Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Friedrichshain aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/5 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. am Allen Kollegen der Lederarbeiter( Filiale I, Berlin), hiermit die traurige Nachricht, daß am 16. d. M., nachmittags 5 Uhr, unser langjähriges wie auch freues Verbandsmitglied, der Weißgerber Franz Scherlein aus Totis in Ungarn, nach furzen aber schweren Leiden im Alter von 52 Jahren verstorben ist. Die Beerdigung findet heute nachmittag um 3 Uhr, von der Leichenhalle der Pauls- Gemeinde in der Seestraße aus statt. Rege Beteiligung ist Ehrensache. 285/17 Der Vorstand. Verband der Schneider und Schneiderinnen. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß der Kollege Alex Ruschke im Alter von 62 Jahren gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 2 Uhr, von der Buttfamerstraße 21 nach Reinickendorf statt. 162/1 Die Ortsverwaltung. 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Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hr. 17. 24. Ichrglmg. 4. KeilU des.Amärls" KnI« WsblÄ Zonntag, 20. Illmm 1W7. Der Wahlkampf in Groß-Berlin. Zwei„neue Parteien">— zwei Sonderkandidaten. Von der angeblich„stärksten" Partei, der Partei.derjenigen, die am Wahltage zu Hause bleiben, ist seht in der Wahlbewegung wieder viel die Rede. Jede der bürgerlichen Parteien behauptet, diese„NichtWähler" seien größtenteils ihre Leute, jede wirbt um sie und sucht sie auf die Beine zu bringen. Mit Hülfe der „NichtWähler", so versichert jede, werde mindestens das"gelingen, die Sozialdemokratie sogar Sa in eine Stichwahl zu drängen, wo sie sich sicher fühlt, und es sei zu hoffen, daß man dann mit vereinten Kräften zu rü cf Neersen könne. Dieselbe Hoffnung kehrt'bei jeder neuen Wahl wieder. Doch bei jeder neuen Wahl zeigt sich, daß trotz aller Gespcnstmalerei, durch die die bürgerlichen Parteien die Wahl- faulen gejgen die„rote Gefahr" in Bewegung zu setzen suchen, immer wieder eine mehr oder minder große Zahl Wähler am Wahltage zu Hanse bleiben Jetzt ist aber ein ganz Schlauer auf den Einfall gekommen, man müsse nicht länger versuchen, die „NichtWähler" den bestehenden Parteien zuzuführen, sondern solle mal aus ihnen eine völlig neue Partei bilden. In eiper vom sogenannten„Deutschen Volksbund" einberufenen Versamm- lung deutschgesinnter Wahler, die am Freitag im Gebiet des dritten Wahlkreises stattfand, wurde dieser Gedanke vorgetragen von dem antisemitischen Professor P au.l Förster aus Friedenau, der in Berlin an einer höheren Lehranstalt Jugendbildner ist. Auch Herr Förster begründete seinen drolligen Einfäll mit der Notwendigkeit, die„rote Gefahr" abzuwehren. Auf die Sozialdemokratie schimpfte er in seiner putzig polternden Art, die so erheiternd wirkt, daß man ihm nicht gram sein kann und man ihm auch die gepfeffertste Bosheit in dankbarer Willigkeit verzeiht. Herr Förster meinte, man solle seine neue Partei als eine„Partei der Unabhängigen" betrachten. ES sei nicht nötig, daß seine„Unabhängigen" irgend einem der auf- gestellten Parteimänner ihre Stimme geben. Sie könnten ja jeder sich selber wählen, aber wählen müßten sie diesmal auf jeden Fall, um das Stimmenverhältnis zuungunsten der So- zialdemokratie zu verschieden.„Scklcppen Sic," so rief er,„diese NichtWähler heran! Versprechen Sie ihnen, einen Schoppen zu geben, wenn sie kommen!" Schließlich ergänzte er seinen Vorschlag dahin, daß man für die neue Partei auch eigene Zählkandi- baten aufstellen könne. Die krausen Gedankengänge des Herrn Professors fanden den Beifall seiner Zuhörer. Professor Hcntig, gleichfalls Antisemit und gleich Förster ein Jugendbildner, warnte vergeblich, man solle doch nicht die Dummheit begehen, durch Sondcrkandidaturen den konservativen Kandidaten Abbruch zu tun. Die Versammlung hörte wenig auf ihn und entschied, daß jeder, der nicht die Kandidaten der Konservativen wählen wolle, im ersten Kreis für den Bodenrcformer Damaschke, aber in allen übrigen Kreisen Berlins für Herrn F ö r st e r stimmen müsse. Förster ist somit Kandidat des antisemitischen„Deutschen VolkÄbundeS" und zugleich der.NichtWähler", die für ihn mit allen Mitteln der Ucberredung— et selber empfahl, wie gesagt, unter anderem einen Schoppen Bier— herangeschleppt werden sollen. In derselben Versammlung ließ sich auch ein Redner hören, der nicht minder den Beruf zu einem Sonderkandidaten in sich fühlt. Es ist ein Arbeiter Rpbert Wolf, der in alle möglichen Versammlungen läuft und dort bei allen Einsichtigen durch sein Auftreten das Gefühl aufrichtigen Bedauerns weckt. Im„Deutschen Volksbund" weckte er nur das Gefühl der Entrüstung. Der krank- hast erregte Mann wurde, weil er eine Reihe Forderungen zu- gunsten der Arbeiter vortrug, als ein Vertreter der Sozial» demokratie angesehen. Dabei hatte er im Saal einen Aufruf verbreitet, der sich gegen sämtliche Parteien richtet, über Freisinnige und Konservative, Juden und Antisemiten mit gleichem Ingrimm wettert, vor allem aber auf die Sozialdemokratie und namentlich auf Singer schimpft und schließlich'den Wählern des vierten Kreises statt Singer den Herm Robert Wolf als Kandidaten anbietet. Auch am VorstandStisch war man im Besitz dieses Aufrufes, und die Herren konnten aus dem verworrenen Geschreibsel ersehen haben, wen sie vor sich hatten Aber das rettete ihn nicht, und urteutsche Schneidigkeit machte ihn schonungs- loS herunter. Der Mann wird sich dadurch nicht überzeugen lassen, daß nicht auch er berufen sei, eine„neue Partei zu gründen und für sie vor die Wähler hinzutreten. Berlin ist hiemach um zwei Sonderkandidaten reicher geworden: um den Professor Förster und den Arbeiter Wolf. Herr Förster will, wie schon gesagt, überall die„Nichtwöhler" zusamnwntrommeln, um die Wahl von Sozial- dcmokraten möglichst zu verhüten. Herr Wolf will sich vorläufig daran genügen lassen, nur im vierten Kreiö die Sozial- demokratie zu st ü r z e n. In diesem vierten Kreis stehen die Sonderkandidaten der beiden„neuen Parteien" einander Segen- über, da sind also die nickst zur Sozialdemokratie haltenden Wähler vor die Frage gestellt, ob sie sich für Förster oder lieber für Wolf entscheiden sollen. Möge ihnen die Wahl leicht werden! m Ergänzung zum Reichstags-Wahltableau. Nach den letzten Bekanntmachungen noch eingetretene Verände- rungen resp. Berichtigungen betreffend Reichstagswahl 1907. Im 3. Wahlkreis. Wahlbez. 156. Skalitzerstr. 112. Hof pari. . 157. Skalitzerstr. 142. vorn. , 241. Feilnerstr. 10 bei Schumacher. Im 4. Wahlkreis. Wahlbez. 393.„Jägerheim", Landsberger Allee 48. Im 6. Wahlkreis. Wahlbez. 498. 105 /121. Gem-Schule. Prenzlauer-Allee 227/228.— Turnhalle. 542. Schönhauser Allee 107 bei Wolter. , 601. Borsigstr. 31B bei Verworner. . 651. Kronenbrauerei, Alt-Moabit 43, pari, rechts. 672. 41./242. Gcm.-Schule. Emdenerftr. 16— Turnhalle. _ 675. Dorotheenfchule. Wilhelmshavenerstr. 2. , 715. Brüsfelerstr. 5. bei Langseld. • Zum 193c. Stadtbezirk, 416. Wahlbezirk, gehören auch die Häuser Allensteinstr. 22—33. Wahllokal: Friedebergerstr. 1 bei Zwarg. Außerdem gehören die Häuser Sebastianstr. 77—88 zum 132. Stadtbezirk und 258. Wahlbezirk. Wahllokal: Luckauerstr. 15 Luckauer Hof, kleiner Saal. pari. • Wahlversammlungen. Erster Wahlkreis. Morgen Montag für das Hansa-Viertel: Wählerversammlung im Cafs Gärtner. Näheres heutiges Inserat. Zweiter Wahlkreis. Am Dienstag, den 22. Januar, findet in der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg, eine Wählerversammlung statt. in der Genosse Singer über die bevorstehende ReichstagSwahl sprechen wird. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Dritter Wahlkreis. Heute, mittags 12 Uhr, findet bei Buggen- Hägen(Moritzplatz) eine öffentliche Wählerversammlung statt. Genosse Wolfgang Heine spricht über die bevorstehende ReichstagSwahl. Zahlreichen Besuch erwartet Der Borstand. Achtung fünfter Wahlkreis. Montag, dm 21. Januar 8 Uhr abends 2 große öffentliche Wählerversammlungen. 1. AlteS Schützenhaus, Linien st r. 6, 2. Musikersäle. Kaiser Wilhelm str. Igm. Referenten: Paul Singer, Robert Schmidt. Erscheinen ist Vklicht. Das Wahlkomitee. Der Besuch gegnerischer Versammlungen durch Parteigenössen ist, soweit wir das übersehen können, unseren Gegnern insofern nicht unwillkommen, als sie die Gelegenheit benutzen, unsere Partei und die anwesenden Genossen in der pöbelhaftesten Weise an- zuflegeln, wobei sie sich obendrein noch brüsten, daß sie volle Ver- sammlungen haben. Macht der eine oder andere Genosse einen Zwischenruf, so kann er gewärtig sein, daß er in der nieder- trächtigsten Weise beschimpft wird, ganz im Stile des Reichs- Verbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie. Wie dann in der Presse über solche Vorgänge berichtet wird, möge ein Bericht über eine Versammlung im dritten Wahlkreise beweisen, den wir in der„Post" finden. Da heißt es: „Wie frech die„Genossen" lügen, zeigte sich wieder einmal gestern in einer liberalen Wählerversammlung im„Oranien- salon", wo sozialdemokratische Sprengkolonnen wüste Tumult- szenen herbeiführten. Als die Gemeinheit des Mehring-Organs in Leipzig, das den auf dem letzten Krankenlager liegenden Eugen Richter einen„Strolch noch im Sterben" genannt hatte, zur Sprache kam, trat ein„Genosse" Jekesch auf und leugnete'mit dreister Stirn diese oft genug festgenagelte Tatsache. Das war selbst seinen eigenen„Genossen" zu stark. Die Lüge war so frech, daß die Partei kompromittiert werden konnte, wenn man sie einfach bestehen ließ. So belehrte denn der Führer der Spreng- kolonne diesen mehr hitzigen als geschickten Parteikämpen, daß er im Unrechte sei. Und nun rief wieder ein begeisterter Jünger der„Kulturpartei", der die Früchte sozialdemokratischer Erziehung ins rechte Licht stellen wollte:„Eugen Richter ist noch heute ein: Strolch". Echt Bebel-Mehring-Stadthagensche Kulturpflanze! Die Folge dieser echten Genossenrohcit war eine kleine Keilerei zwischen empörten Freisinnigen und durch Ueberzeugungsschnä'pse animierten„Genossen". Ein Sozialdemokrat, der noch einige Erinnerung an das, was anständig ist, aus seiner bürgerlichen Vergangenheit bewahrt haben mochte, rief:„Parteigenossen, bc- nehmt Euch doch anständig! Es soll nicht heißen, wir wüten Radaubrüder!" Doch wirkungslos verhallte diese Mahnung bei den Jüngern des Geistes der Bebel, Mehring, Stadthagen. Spitzel- Fischer e tutti qusnti. Erst als eine Reihe der am stärksten spiritusbeseelten Gestalten an die frische Luft gesetzt war, kehrte so viel Ruhe in den Saal zurück, daß man weiter debattieren konnte. In der kühlen Nachtluft wird dann wohl der Spiritus allmählich verflogen und das Phlegma wiedergekehrt sein." Daß dieser Bericht im wesentlichen Schwindel ist, ersiecht man schon aus der Fassung. Nichtsdestoweniger aber möchten wir unsere Parteigenossen ausdrücklich ersuchen, unsere Gegner, denei« cS gar nicht um eine sachlicheAuseinandersetzung zu tun ist, lieber unter sich zu lassen. Die Freisinnigen haben speziell ohnehin durch ihre Anpöbe. lung unserer Partei die Absicht. sich'Padurch nur die Gunst und die Stimmen der scharfmacherischen Kreise zu erwerben. Zu dieser Sache erhalten wir noch vom Vorstand des sozial- demokratischen Wahlvereins des dritten Kreises folgende Zuschrift: „Die Art, wie unsere freisinnigen Gegner Vorgänge in Ver- sammlungen des Herrn Rosenow sensationell aufbauschen und ausschlachten, veranlaßt uns, die Genossen zu bitteu, gegnerische Wahlversammlungen zu vermeiden, und falls sie doch dorthin gehen, um sich über die Behauptungen unserer Gegner zu unter. richten, sich aller Zwischenrufe zu enthalten. So berechtigt die Entrüstung über Unwahrheiten und Verdrehungen sein mag, ist doch nicht zu vergessen, daß man durch Zwischenrufe sie nicht widerlegen kann, sondern nur den Gegnern erwünschte Gelegen- heit zu neuen Anwürfen bietet." Um volle Versammlungen zu bekommen. verfallen die freisinnigen Maulhelden auf die sonderbarsten Ein- fälle, wobei sie agch vor dem größten Schwindel und vor Fälschungen nicht zurückschrecken. WaS auf diesem Gebiete von Freisinnigen im fünften Kreise geleistet wird, dürfte kaum noch steigerungsfähig sein. Zu einer Versammlung, die am Freitag, den 18. Januar, stattfand und in der Herr Cassel redete, wurde folgender Einladungs wisch auf rosafarbenem Papier verbreitet: Fortschrittlicher Verein Waldeck. Berlin, Datum des Poststempels. Mitglieder deS Fortschrittlichen Vereins Waldeck l ES wird bekannt, daß die Sozialdemokraten beabsichtigen, die Versammlung unseres Ehrenmitgliedes, Abgeordneten Justiz rat Cassel, am Freitag, den 13. Januar, im Verbandshause der deutschen Gewerlvereine, GreifSwalderstr. 223/|25, zu sprengen. Man will daS sonst boykottierte Lokal so rechtzeitig besetze», daß Herr Abgeordneter Justizrat Cassel nur Sozialdemokraten vorfindet. Es bedarf sicher nur dieses Hinweises, um alle Waldecker zu veranlassen, um 8 Uhr zur Stelle zu sein. Zeigen wir, daß wir „nS das Versammlungsrecht durch die Roten nicht beschränken lassen. Der Vorstand des Fortschrittlichen Vereins Waldeck. I. A.: Paul Tröger. Die Wahrheit ist, daß die Sozialdemokraten des fünften Kreises im Gegenteil in ihren Versammlungen von dem Besuch der frei- sinnigen Versammlung abgeraten haben. Die Veranstalter der Ver- sammlung haben das sicher gewußt und befürchteten wohl, daß Herr Cassel in dem, in einem Proletariervicrtel belegenen VersammlungS- lokal vor leeren Stühlen sprechen würde, wenn sie nicht einen zug» kräftigen Schwindel in die Welt setzten und so wenigsten» die eigenen Leute zum Besuche der Casselversammlung auf die Beine brächten. Der Unterzeichner der Einladung, ein Herr Tröger, muß es sich schon gefallen lassen, daß die von ihm aufgestellte Behauptung von der Sprengung der Versammlung durch Sozialdemokraten als eine grobe handgreifliche Lüge festgenagelt wird. Was hiermit. geschieht! » Im zweiten Wahlkreise ist der Professor Dr. Pfleiderer in die KampfeSarena gestiegen. Er hat im jungliberalen Berein eine Rede gegen Zentrum und Sozialdemokratie geschwungen in der er geradezu in Kolonial- enthufiasmus schwelgte.»Die Kolonien sind die Er- ziehungSschule eines Volkes zu kraftvollem Handeln, zu weiterem Denken, namentlich der Jugend", war einer der Weisheitssätze, die der Herr Professor seinen gläubigen ZuHörem hersagte. Seine Kenntnis oder besser gesagt Unkenntnis der sozialdemokratischen Bewegung bewies der geehrte Herr durch folgende Aeußerungen: „Die Sozialdemokratie hat nicht immer ihre heutige Gesinnung gehabt; sie hat mit einem viel besseren Anfang begonnen. Ferdinand Lassalle wollte mit Hülfe deS Staates die Hebung des Arbeiter- standes erreichen. Für dieses Ziel stände auch heute noch die Unter- stützung des liberalen Staates zur Verfügung, wenn es auf gesetz- lichem Wege erstrebt würde. DaS fremde Gift hat erst der Vater- landölose Flüchtling, der gehässigste aller Baterlandsfeiude Marx in die Bewegung gebracht. Weil aber das Gift von außen gekommen ist. dürfen-wir hoffen, daß es mit der Zeit wieder ausgemerzt werden kann, daß die gegenwärtige KrisiS die Vernunft wieder zu Wort kommen läßt.* Es wäre gut, wenn Herr Pfleiderer erst die Geschichte der Sozialdemokratie studieren würde, bevor er über sie redet. Was er hier geredet hat, beweist die dringende Notwendigkeit eines solchen Studiums. Die Versammlung war zur Unterstützung der Kandidatur Reicke einbemfen.— In konservativen Kreisen scheint man von der Ausstellung des Arbeiters" Reinhard nicht allenthalben sonderlich erbaut zu sein, wie aus einer Notiz im„Reichsboten" hervorgeht. In einer Anpreisung der Kandidatur Reinhardt heißt eS da: „Warum hat der zweite Berliner ReichstagSwahlkreiS den Arbeiter Reinhard und nicht emen anderen Kandidaten aufgestellt? Diese Frage haben wir m der letzten Woche vielfach in Kreisen erörtern hören, die wohl aus Unkenntnis der Persou scheinbar an den Kandidaten nicht mit dem rechten Vertrauen herantreten, weil sie meinen, ein Arbeiter hätte nicht das Zeug dazu, die Ansprüche, die an einen Reichstagsabgeordneten gestellt werden, zu erfüllen. Zur Aufklärung dieser Zweifler möge folgendes gesagt sei: Der Arbeiter Reinhard ist ein oolk-ins.cks maa— ein Mann, der sich aus eigener Kraft vom Weißgerber, der wegen seiner christlichen. gerechten Gesinnung von den Sozial- demokratcn boykottiert worden ist und unter großen Entbehrungen für sich und seine Familie durchgerungen hat, zum politisch ge- reiften Volksvertreter, der in der Lage ist. vermöge seiner Er- fahrungen die Bedürfnisse aller Stände zu beurteilen und die be- rechtigten Wünsche des Volkes vermöge seiner politischen Kennwisse unter Berücksichtigung der Interessen des Staates voll und ganz zu vertreten. Nach unserer Ueberzeugung gehört zum Reichstags- abgeordneten ein Mann von Charakrer, Gottesfurcht, Königstrcue und Vaterlandsliebe, der durch seine politische» Kenntnisse sich ein zutreffendes Urteil gebildet hat, über die Wirkungen von Gesetzes- vorlagen auf alle Stände. Ein solcher Mann ist der Arbeiter Reinhard, und gerade denjenigen, welche stets den Grundsatz auf- stellen, daß der Mann nach seinem eigenen Werte beurteilt werden soll, ist nunmehr Gelegenheit geboten, durch Abgabe ihrer Stimme für den Arbeiter Reinhard die Verwirklichung dieses Grundsatzes herbeizuführen." Die obige Behauptung, Reinhard sei wegen seiner christlichen, gerechten Gesinnung von der Sozialdemokratie boykottiert worden, ist Schwindel. Richtig ist, daß Reinhard früher Mitglied de? Verbandes der Lederarbeiter war und daß es dort kaum einen gab, der radikaler austrat als Reinhard. Einmal in einer Streikversamm- lung wurde er gegen einzelne Fabrikanten dermaßen ausfällig, daß ihn selbst der Borsitzende der Versammlung, ein Parteigenosse. Mäßigung ermahnen mußte. Auch sonst war er sehr dringlich und er ruhte nicht früher, bis ihm in politischen Organisation ein Bezirk übertragen wurde. Vorliebe trat er in solchen Versammlungen auf, denen religiöse Fragen behandelt wurden. Dort hat er als Atheist aufgespielt und zog sich infolge seiner Aeußerungen eine Gefängnisstrafe wegen Beschimpfung kirchlicher Einrichtungen zu. Die Partei konnte aber für derartige Aeußerungen keine Verant- wortung übernehmen und lehnte deshalb auch eine materielle Unter- stützung ab. Das scheint ihn sehr verdrossen zu haben, und so wandte er sich den Christlichsozialen zu, um schließlich für den Reichs- verband noch gut genug zu sein. Heute ist Reinhard der»Mann von Charakter, Gottesfurcht, Königstreue und Vaterlandsliebe". Wo wird er noch enden? » Wahlversammlungen. Erster Wahlkreis. Vor einer außerordentlich stark besuchten Versammlung von HandlungLgehülfen in den„Arm in hallen" hielt am «-reltegabend Genosse Dr. A r o n s eine Ansprache, in welcher er das Verhalten der Freisinnigen in Fragen, die die eingestellten des Handelsgewerbes angehen, kritisierte und speziell hervorhob, wie sie als Fe i n d e der so notwendigen und ersehnten Sonntagsruhe sich erwiesen. Der Berliner Freisinn im Roten Hause denkt nicht daran. den Haiidclsangestellten. zur Hülfe zu kommen, trotzdem er die Macht dazu hat. Arons forderte energisch zur Unterstützung der Sozialdemokratie auf.— Was Aröns in seiner Ansprache nur an- deuten konnte, darauf ging der Redner deS Abends, Julius Kaliski, in einem längeren, glänzenden Vortrag näher ein und beleuchtete scharf die Sünden des Freisinns, erinnerte an die Kämpfe, welche die Handlungsgehülfen um bessere Arbeitsbedin- gunyen zu führen hatten und zeigte, wie diese Kämpfe einen poli- tischen Charakter erhielten. Es galt oft genug, gegen des Freisinns antisoziale Haltung Front zu machen. Begeistert wurde ihm zu- gestimmt, als er dazu aufforderte, für die Sogialdemolratie ein- zutreten und am 25. Januar für die sozialdemokratischen Kandi- >daten zu stimmen. Als ein Redner in der Diskussion den Kandidaten Damaschke empfahl, trat ihm Kall i Ski wirkungsvoll entgegen und erklärte, daß der Bodenrcformer Damaschke in keiner Weise mit einem Ver- tretet der Sozialdemokratie konkurrieren kann, daß die Sozial- demokratie sich nicht begnügt, einen Teil des Kapitalismus zu de- kämpfen, soiwern dem ganzen System zu Leibe loill. Mit einem begeisternden dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie wurde die Versammlung geschlossen. Dritter Wahlkreis. In den beiden Wählerversammlungeu am Freitag sah sich unser Kandidat Genosse Heine veranlaßt, in semen Ansprachen an die Wähler auf einige Verdächtigungen zu antworten, die die Freisinnigen in ihren, für die Sozialdemokraten bekanntlich unzu- gänglichen Versammlungen, gegen ihn vorzubringen Pflegen. In abgeschwächter Form evscheinen diese Anwürfe in den Versamm- lungsberichten der Freisinnigen, in den Versammlungen selbst aber werden den Wählern noch ganz andere Dinge erzählt. ES ist ein Kollege unseres Kandidaten, der Rechtsanwalt Cassel, der sich hierbei besonders auszeichnet, der den schrecklichen Vorwurf er- hebt. Heine wäre Reserveoffizier gewesen, und den Wählern zu verstehen gibt, sie könnten doch unmöglich für einen weggejagten Offizier stimmen. Ein anderer Vortvurf, der auch von dem frei- sinnigen Mischmasch-Kandidatcn Rosenow verbreitet wird, ist, daß Heine einer archsemitischen Studentenverbindung angehört habe. Genosse Heine erklärte, er brauche sich durchaus nicht zu schämen, daß er seiner staatsbürgerlichen Pflicht auch als Soldat und Offizier genügt habe, und ebensowenig der Tatsache, daß er vor 10 Jahren seiner sozialdemokratischen Gesinnung wegen aus dem Offiziers- stände ausgestoßen worden fei. Auch könne er es keineswegs als eine Schande empfinden, daß er als zwanzigjähriger Jüngling sich einer„nationalen" StudentenbcweguNsg angeschlossen habe. Er habe sich von dieser Bewegung getrennt, sobald er die Ueberzeugung gewonnen hätte, daß seine freiheitliche Auffassung der nationalen Ideale dort keinen Anklang fanden. Darüber seien nun mehr als 22 Jahre verflossen. Ihm das vorzuwerfen, stimme sehr schlecht zu dem Versprechen RoienowS, den Wahlkampf sachlich zu führen. Lächerlich sei auch der Vorwurf, daß ein sozialdemokratisches Flug- blatt des dritten Wahlkreises„antisemitisch" sei und daß darin Herrn Rosenow seine«Konsession zum Vorwurf" gemacht werde. Es handele sich hier um nichts anderes, als daß in dem Flugblatte gesagt werde. Rosenow,„obgleich selbst Israelit, spekuliert auf die Stimmen der Antisemiten". Hier werde Herrn Rosenow nicht wegen seiner Konfession ein Vorwurf gemacht, sondern tvegen des widernatürlichen Wahlbündnisses eines sich freisinnig nennenden und noch dazu israelitischen Mannes mit den Gegnern der kon- fessionellen Gleichberechtigung. UebrigenS sei dies eine Frage des Geschmacks, über die er, der Redner, mit Rosenow nicht rechten wolle,— Im Anschluß ort diese Ausführungen beleuchtete Heine fört? die politische Lckgs Md räuNke' Stit'einer Reche allgemeiner Wahllügen auf, die von den Gegnern verbreitet werden. Seine Rede fand stürmischen Beifall.— Die Versammlungen waren beide sehr zahlreich besucht. s Im„M ä r k i s che n H o f", Admiralstraße, referierte vor einer m dichten Reihen sitzenden Zuhörerschaft Genosse Julian Worchardt. Treffend bemerkte der Redner, daß Dernburgs Märchen von den verlorenen Datteln lebhaft an Münchhausens Pferd erinnere, das einmal einen Kirschkern verschluckte und dann einen schönen Kirschbaum zur Welt brachte, i— Die klare und gründliche Erörterung der großen politischen Fragen, die für den Wahlkampf von Bedeutung sind, fand ungeteilten Beifall, Gegner uieldeten sich nicht. In den„Köpenicker Festsälen" war Genosse Adolf Ritter der Referent. Sein Vortrag bot den Anwesenden eine Fülle von Aufklärung über die wichtigsten politischen Fragen. Hier fühlte sich der schon aus einer Versammlung im vierten Wahlkreis bekannte Zentrumsmann M i n t e r veranlaßt, seine ebenso törichten wie abgenutzten Anwürfe gegen die Sozialdemokratie von neuem vorzubringen, und kramte auch allerlei Dinge aus, die mit dem Wahlkampfe sehr wenig zu tun haben, sprach von Atheismus, dann von Malthus, nahm auch einen Anlauf, Nietzsche mit der Sozial- demokratie in Verbindung zu bringen, und dergleichen mehr. Daß der Referent ihm die Antwort darauf nicht schuldig blieb, ist selbst- verständlich. Ebenso versuchte es Genosse Hildebrand, ihn über die grundlegenden Parteifragen aufzuklären, was aber offenbar bei dem sich überweise dünkenden Zentrumsmann vergeblich war. Zu den Hauptschlagern, womit der Zentrumsmann Minier die Versammlung zu verblüffen suchte, gehörte auch die Aeußerung, auf dem sozialdemokratischen Parteitag zu Mainz habe unser Ge- nosse Quarck gesagt:„Wir Sozialdemokraten mogeln, wo wir mogeln können", wie auf Seite 224 des Protokolls zu lesen sei. Das be- deute nichts anderes, als daß die Sozialdemokratie betrüge.— Für jeden denkenden Menschen ist es ja von vornherein klar, daß ein Mensch oder eine Partei, die auf Betrug ausgeht, dies nicht öffent- lich sagt. Tatsächlich bedeutet der Satz Quarcks:„Ich habe dieser Tage mit einem ausländischen Sozialdemokraten gesprochen, der sagte: Wir Sozialdemokraten sind eine ausgesprochene Prinzipien- treue Partei; aber wir mogeln, wo wir mogeln können", etwas ganz anderes. Es handelte sich dort um die Beteiligung an den Land- tagswahlen unter dem Dreiklassenwahlsystem. Die Kompromisse mit bürgerlichen Parteien, die dabei in Frage kommen konnten, wurden von einem Teil der Delegierten als prinzipienwidrig, als eine Art von„Mogelei" mit den Grundsätzen der Sozialdemokratie aufgefaßt. Das und nichts anderes ist der Sinn jener Worte. Eine Mogelei schlimmster Art ist es, die Sozialdemokratie deswegen dls eine betrügerische Partei hinzustellen, weil ihre Vertreter ein viel feineres Gefühl und Gc- Wissen für Grundsatztreue besitzen, als. die irgend einer anderen Partei, und darum auch in ihren eigenen Reihen scharfe Kritik üben. Der Herr Minter täte gut, sich weniger seines„Christen- tums" zu rühmen, wenn er mit solchen Verleumdungen hausieren geht, Fünfter Wahlkreis. Am Freitag hatte dasWahlkomitee des fünften Kreises wieder eine Veriammlung nach dem Saale des Handwerkervereins berufen. Auch diese Versammlung war recht gut besucht. Als Refe- rent trat Genosse Hugo Heimann auf. Nachdem er die all- gemeine politische Situation beleuchtet hatte, besprach er die Hal- tung der bürgerlichen Parteien, besonders der Freisinnigen, die er unter Hinweis auf die bekannten Vorgänge der letzten Zeit als eine Partei kennzeichnete, welche ans Furcht vor der Sozialdemokratie längst auf die Vertretung und Betätigung liberaler Ideen ber- zichtet hat. Das gilt in besonders hohem Maße von dem Berliner Kommunalfreisinn, dessen hervorragendster Vertreter, Herr Cassel, der liberale Kandidat dieses Wahlkreises ist. Bei den Debatten in der Stadtverordnetenversammlung über die Begrüßung von Fürstlichkeiten durch die Vertreter der Stadt trat Herr Cassel mit großem Pathos dafür ein, daß der Oberbürgermeister, wie bisher, so auch in Zukunft sich am Brandenburger Tor aufstellen müsse, um entblößten Hauptes, am fürstlichen Wagen stehenh, devote Begrüßungsworte zu sagen. Hiernach kann man sich ausmalen, was wir von den Liberalen im Kampfe gegen das persönliche Regiment zu erwarten haben. Wenn das persönliche Regiment beseitigt werden soll, wenn demokratische Einrichtungen im Staatswesen Platz greifen sollen, damit bis Gesetzgebung und Verwaltung nicht wie bisher nur zugunsten der Besitzenden geführt werden kann, dann darf sich das Volt auf keine andere Partei verlassen, als die Sozialdemokratie.— Nach dem mit lebhaftem Beifall aufge- nommenen Vortrage eröffnete der Vorsitzende Genosse Wels die Diskussion, aber keiner der anwesenden Freisinnigen hatte Mut, sich zum Wort zu melden.— Im sozialdemokratischen Sinne sprach Rosenthal. Dann kennzeichnete Genosse Wels die Praktiken, welche die Freisinnigen im Wählkampfe anwenden, wie sie mit Lügen und Verdrehungen operieren, in der Hoffnung,„das alte Panier deS Freisinns im fünften Wahlkreise wieder aufzurichten". Nun, wir wissen, daß diese Hoffnung der Freisinnigen zerschellen wird an der geschlossenen Organisation unserer Parteigenossen, sowie an den Fehlern, welche die Freisinnigen gerade in der letzten Zeit so viele gemacht haben. Unsere Parteigenossen werden dafür sorgen, daß die Sozialdemokratie diesen Wahlkampf mit einem glänzenden Siege beendet. Kreis Teltow. Im Kampf gegen die Sozialdemokratie leistet jetzt das„Tel- tower Kreisblatt" unglaubliches. Als amtliches Organ des Kreises sorgt eS dafür, daß die Lügenprodukte der Reichsverbandssöldlinge die Spalten zieren. Da werden beispielsweise in der Sonnabend- nummer die Leser wieder graulich gemacht vor der Sozialdemo- kratie, indem sie ihnen als die Partei des vulgären Teilens hinge- stellt wird. Der rohe Gleichheitsfanatismus, den unsere Gegner der Sozialdemokratie schon seit ihrem Bestehen andichteten, wird den Lesern alltäglich vor Augen geführt. Dummheit. Faul- heit, Liederlichkeit und Nachlässigkeit werden als die im sozialdemokratischen Zukunftsstaat prämierten Eigenschaften hingestellt. Der Fgule genießt die Früchte des Fleißigen! Daß es noch Leute gibt, die solchen Geistesprodukten blindlings Glauben schenren. ist schlechterdings nicht anzunehmen; zu bc- wundern ist nur, daß ein Blatt im Jahre 1907 seinen Lesern solch horrenden Blödsinn vorzusetzen wagt. Es gehört eine große Portion geistiger Verwahrlosung dazu, mit solchen Ammenmärchen krebsen zu gehen. Steglib. Zwei öffentliche Wählerversammlungen am Donners» tagabend erbrachten den Beweis, mit welch regem Interesse auch die Steglitzer Arbeiterschaft den Wahlkampf verfolgt. Der ge- räumige Saal und die Nebenräume des„B i r k e n w ä l d ch e n s" waren schon vor S Uhr dermaßen gefüllt, daß die Tische entfernt werden mußten, um für die immer noch zuströmenden Wähler Platz zu schaffen. Genosse Aßmann hatte das Referat über- nommen und erntete mit seinen Ausführungen wahre Beifalls- stürme. Der während des Vortrages erschienene und mit lebhaftem Bravo begrüßte Kandidat unseres Kreises. Genosse Z u b e i l. nahm ebenfalls noch das Wort und kennzeichnete die Helden deS Reichs. Verbandes, von denen einige gleich zu Beginn der Rede schleunigst dem Ausgange zustrebten.» Auch im„G a m b r i n u S" hatten sich die Wähler in solcher Zahl eingefunden, daß der Saal und der Schenkraum dicht gefüllt waren. Hier mußte Genosse L e i m b a ch für den ausgebliebenen Referenten einspringen. Für den improvisierten Vortrag wurde ihm reger Beifall gezollt. Gegner meldeten sich hier so wenig wie im„Birkenwäldchen" zum Wort. An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Tinat, Aßmann und Schmidt. Der Gesangverein „Zukunft" eröffnete und schloß die Versammlung mit Gesang.— Der starte Besuch und der Verlauf der beiden Versammlungen be- rechtigen uns zu der Hoffnung, daß am 25. Januar auch Steglitz seinen Mann stellen wird im Kamps gegen die Reaktion. Bis aufs Bureau und den Referenten lichtete sich eine am DogWÄag P.m aatipmlea CiPaumlhei gsK dM„RMsghier" � in Wannsee einberufene Wählerversammlung. Unsere Genossen waren in stattlicher Anzahl erschienen, um sich einmal das Referat des konservativen Redners anzuhören und alsdann ihre Meinung zu sagen. Der an Stelle des konservativen Kandidaten Boddin referierende Herr Hammer ahmte zunächst Dernburgsche Zahlen- kunstslücke nach und lobte die Kolonialpolitik, die Fleischteuerung, die Steuer- und Sozialpolitik in allen Variationen. Nachdem auch der„Vorwärts"- und Rexhäuser-Konflikt noch hergehalten, um das Referat auszufüllen, wurde unserem Genossen Groger-Rixdor auf 19 Minuten das Wort gestattet. Derselbe verzichtete selbst- verständlich bei der kurzen Redefreiheit auf eine sachliche Wider- legung und lud die Herren ein, in die am 22. Januar im„Fürsten- hos" stattfindende Versammlung zu kommen, wo ihnen un- eingeschränkte Redefreiheit gewährt wird. Nach einem begeisterten Hoch auf unseren Kandidaten Fritz Zubeil und auf die Sozial- demokratie verließen unsere Genossen und ein großer Teil unserer Anhänger den Saal. Trotz alles Zuredens der anwesenden Ordnungsstützen lichtete sich der Saal in einigen Minuten bis au das Bureau und den Referenten, so daß der Vorsitzende genötigt war, die Versammlung zu schließen. Die Genossen saßen aber im „Fürstenhof" noch lange fröhlich beieinander. In Königs-Wusterhausen hatte der„nationalliberale Arbeits- ausschuß" am Freitag eine öffentliche Versammlung für„nationale" Parteien einberufen. Die vom Reichsverband hierzu gelieferten Lügenblätter wurden vorher durch Schulkinder verbreitet. Es hatten sich eine größere Anzahl Parteigenossen eingefunden. Herr Justizrat Skopnik bedauerte in seiner Eröffnungsrede den schlechten Besuch der„nationalen Parteien" und wies auf die bc- wunderungswürdige Disziplin und Opferfreudigkeit der Sozial- demokraten hin, an der sich erstere ein Beispiel nehmen könnten. Genosse Kaiser verlangte alsdann vom Porsitzenden eine Er- klärung, ob er Sozialdemokraten in der Debatte das Wort er- teilen wolle. Er wies hierbei auf die Redefreiheit in sozialdemo- kratischen Versammlungen hin. Nachdem sich der Vorsitzende mit seinem Parteifreund, dem Regierungsbaumeister Witthöft in Ver- bindung gesetzt, gab er die Erklärung ab, daß er Sozialdemokraten das Wort nicht erteilen könne. Genosse Kaiser forderte hierauf die anwesenden Genossen auf, mit ihm das Lokal zu verlassen. Zweidrittel aller Versammlungsteilnehmer verließen geschlossen das Lokal. Zu bemerken ist noch, daß drei Gendarmen die Ver- sammlung überwachten; demnach scheinen die Herren bei der Orts- behörde kolossal gefürchtet zu sein. Nieder-Barnim. Die Lehrer im Kreise Nieder-Barnim. Die Lehrer haben Malheur. 16 Lichtenbergcr Jugendbildncr haben einen Aufruf unterzeichnet, in welchem die Berufskollegen im ganzen Kreise aufgefordert werden, für den freikonservativen Kandidaten Bürgermeister Ziethen zu stimmen. Die Begründung zu dieser Aufforderung ist nickt geeignet, das Ansehen der Lehrer zu heben. Jeder politisch denkende Mensch weiß, daß es sich bei dieser Wahl um einen Vorstoß der Reaktion gegen die Sache der Freiheit und der Volkswohlfahrt handelt. Das ist den Rufern im Streit anscheinend ganz Nebensache, lediglich, weil Herr Ziethen angeblich ein paarmal nach Potsdam gefahren ist, im Interesse der Lehrer, das heißt, in Ausübung seines Berufes als Bürgermeister, daruni soll er zum Reichstagsabgeordnetcn gemacht werden. Etwas Kleinlicheres läßt sich kaum denken. Es ist zu bedenken, daß Herr Ziethen sich als sehr unsicherer Kantonist in bezug auf das gleiche Wahlrecht bekannt hat. Und wie steht es in Wirklichkeit mit der die Lehrer so sehr interessierende Frage. Es handelt sich um die Gehaltserhöhung. Hinter dem Antrage stand die sozial- demokratische Fraktion in der Lichtcnberger Gemeindevertretung. Der Bürgermeister konnte nicht zurück, nachdem er sich einmal für eine Aufbesserung der Lehrergehälter erklärt hatte. Scharfe Oppo- sition machten die Fressinnigen und liberalen Gemeindevertreter. Von dieser Seite wurden die Lehrer öffentlich angegriffen, so daß diese sich sogar genötigt sahen, in die Oeffentlichkeit zu flüchten. Gerade mit dem Hinweis darauf, daß er eine sozialdemokratische Forderung vertrete, suchte man den Bürgermeister einzuschüchtern. Dieser erwiderte, daß die freisinnig-liberalen Vertreter ihn ja zwängen, mit den Sozialdemokraten zu gehen. Und da diese nicht locker ließen, wurde schließlich der Rcformantrag angenommen. Und nun kommen die Lehrer her und verlangen-aus„Dankbarkeit" die Wahl eines Mannes, weil dieser die Forderung der sozialdemo- kratischen Fraktion unterstützte und aus Dankbarkeit kämpft man gegen diejenigen, denen man die Verbesserung der Lebenshaltung zu verdanken hat. Die am Donnerstag vom Rummelsburger Wahlkomitee für den Ortsteil Boxhagen nach den„Prachtsälen des Ostens" ein- berufene Wählerversammlung war gut besucht. Eingeleitet wurde dieselbe durch einen Gesangsvortrag des„Rummelsburger Sänger- chor". Der nun folgende zweistündige Vortrag des Genossen Müller wurde mit spannender Aufmerksamkeit verfolgt, des öfteren von Beifall und Heiterkeitsausbrüchen begleitet. An der Diskussion beteiligten sich unter anderem die Genossen Venthin und M ö s e r in wirkungsvoller Weise. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Nach einem zündenden Appell des Vorsitzenden, Ge- nossen Trinis, der insbesondere den Frauen galt, wurde die Versammlung mit dem alten Kampfesrufe geschlossen. Reinickrndorf-West. Eine bis auf den letzten Platz gefüllte Wählerversammlung wurde am Freitag im Lokale des Genossen Franke abgehalten. Als Referent war der Genosse R e h b e i n erschienen, der neben einer kritischen Würdigung unserer„glorreichen" Kslonialwirtschaft besonders wegen der recht zahlreich anwesenden Frauen das System der indirekten Be- stcüerung und dessen folgenschwerer Wirkungen für die Arbeiter- klasse beleuchtete. Von den Gegnern meldete sich niemand zum Wort. Eine Resolution, laut welcher sich die Versammelten ver- pflichteten, mit aller Energie für die Wiederwahl des Genossen Stadthagen zu wirken, fand einstimmige Annahme. In Woltersdvrf bei Erkner sprach Genosse Stadthagen am 18. Januar vor einer von weit über 30(> Personen besuchten Versammlung. Fast der ganze Landwehrverein von hier war zur Stelle, galt es doch, wie Dr. G r a b l e i vorher verkündete, unserem Genossen Stadthagen den Pelz zu waschen. Nachdem der Referent in fast zweistündiger Rede über die Kolonialpolitik und die Reichs- tagsauflösung gesprochen hatte, gewahrte man an dem Beifall, daß die Gegnerschaft ziemlich zusammengeschmolzen war. Als Gegner meldete sich Dr. Grablei, der die Rede unseres Genossen zu ver- unglimpfen suchte. Genosse Stadthagen zerpflückte in seinem Schlußwort die Ausführungen des Gegners unter Beifall der An- wesenden. Wegen Eintritts der Polizeistunde mußte der Referent leider abbrechen. Als der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale, völkerbefreiende Sozialdempkratic schloß, war von der Gegnerschaft, welche zu Anfang weit über die Hälfte betragen sollte, kaum noch etwas zu finden. Partei- Ungelegenkeiten. Charlottenburg. Am heutigen Sonntag findet im 2. Bezirk bei ErHardt, Knobelsdorffstr. 60, eine Zusammenkunft, ferner für den 1. Bezirk am Dienstag, den 22. d. M.. abends 0 Uhr, ein Extra- zahlabend bei Metzdorf, PotSdamcrstr. 4, statt. Der Vorstand. Steglitz. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß am Montag, den 21. d. M.. abends 8 Uhr. im Restaurant„Albrechtshos" der Reichslügenverband eine öffentliche Versammlung abhält.— Am Mittwochabend 7 Uhr in sämtlichen Bezirken Flugblatt- Verbreitung.— Auf die Beerdigung des Genossen Gollin auf dem hiesigen Friedhof heute nachmittags 3 Uhr sei nochmals hingewiesen. Wilmersdorf. Heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr findet im Luisenpark eine Volksversammlung statt, in welcher der Kandidat, Genosse Zubeil, referieren wird. Zahlreiches Erscheinen der Ranricr und FrsW? ist crwüßscht. Das WshffMifte. Wannsee. Am Dienstag, den 22. L. M.. abends 7�5 Uhr, findet im„Fürstenhos", Königstr. 40, eine Volksversammlung statt. Refe- rent: Genosse P. Hirsch-Charlottenburg. Die Parteigenossen sowie die Gegner sind hiermit eingeladen. Ter Einberufer. Britz. Eine Volksversammlung findet am Montag, den 21. Januar, pünktlich 8 Uhr abends, in Bethges Fcstsäle(Inhaber A. Noster), Chausseestr. 39, statt. Der Kandidat des Kreises, Genosse Fritz Zubeil, spricht über„Persönlicher Wille oder Volksrecht". — Parteigenossen, sorgt dafür, daß der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt wird. Das sozialdcmokr. Wahlkomitcc. Buckow. Am Dienstag, den 22. Januar, abends Vrf Uhr, findet eine Versammlung im Lokal des Herrn R. Klein, Chausseestr. 12, statt. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Aug. Händel-Britz: „Die bevorstehende Reichstagswahl". 2. Diskussion. 3. Ver-, schiedenes. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Rudow. Heute nachmittags 3 Uhr findet die Mitglieder« Versammlung des Wahlvereins bei A. Palm statt. Vortrag des Gc- nossen Hoffmann:„Die Reichstagswahl". Diskussion. Ver- schiedenes. Genossen, da es unsere letzte Versammlung vor der Wahl ist, so agitiert für guten Besuch. Gäste sind willkommen. Der Vorstand. Johannisthal. Heute, Sonntag, nachmittags 4 Uhr findet bei G o b i n, Roonstr. 2,' die Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Unsere Arbeit am Wahltage und Ver- schiedenes. Die Genossen werden dringend ersucht, diese Versamm- lung zu besuchen: insbesondere diejenigen Genossen, denen es mög- lich ist, sich am Wahltage ganz oder teilweise frei zu machen. Der Vorstand. Rieberschöneweide. Die Parteigenossen finden sich heute, Sonn- tag, den 20. Januar 1907, von vormittag 9 Uhr an im Wahllokal von Reimann. Grünauerstr. 5, ein, um bei den nötigen Wahl- arbeiten zu helfen. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Das Wahllomitee. Grünau. Die Genossen, die gewillt sind, am Wahltage zu helfen, wollen sick am Dienstag, den 22. Januar, abends SVj Uhr, in der„grünen Ecke", Köpenickerstr. 88, melden. Der Vorstand. Achtung! Friedrichshagen! Eine Volksversammlung für Männer und Frauen findet am Dienstag, den 22. Januar, abends 8� Uhr, in„L c r ch e s B ü r g e r s ä l e", am Rundteil, statt. Tages- ordnung:„Die bevorstehende Reichstagswahl". Referent: Redakteur Mermuth- Berlin. Die Parteigenossen werden ersucht, für zahlreichen Besuch der Versammlung Sorge zu tragen. Das Wahlkomttee. Oberschöneweide. Am Dienstagabend 7 Uhr findet von den bc, kannten Stellen aus Flugblattverbreitung statt, wozu die Gc- nossinnen ganz besonders aufgefordert werden, sich zu beteiligen.— Am Mittwoch, den 23. d. M., abends 8�j Uhr, findet im Schloßpark „Wilhelminenhof" eine öffentliche Frauenversammlung statt. Tages- ordnung:„Die Reichstagswahlen und ihre Bedeutung für die Frauen". Referentin: Genossin Ottilie Baader-Bcrlin. Es ish Pflicht der Frauen, in dieser Pcrsammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Drewitz. Sonntag, den 20. Januar, nachmittags 4 Uhr. Volks, Versammlung für Männer und Frauen im Lokale von Puhlmann. Potsdamerstraße. Tagesordnung: 1.„Die bevorstehende Reichstagswahl." Referent: Genosse Thielicke-Friedenau. Männer und Frauen erscheint in Massen! Der Vorstand. Rxinickendorf-Ost. Heute früh 8 Uhr findet von den bekannten Stellen aus Flugblatt- und Kluvertverb reitung statt. Da mit der letzteren die Bearbeitung der Hauslisten verbunden ist, müssen alle Genossen erscheinen. Sämtliche Genossen, die am Tage der Wahl von früh ab zur Verfügung stehen, sowie die Radfahrer, treffen sich am Montag« abend 6 Uhr beim Genossen Schiller. Provinzstr. 79. Am Dienstagabend 8 Uhr findet beim Genossen Kirsch, Marktstr. 2/3, eine öffentliche Bc-rsammlung statft in welcher der Genosse I. Borchardt über die kommende Reichs- tagswahl sprechen wird. Genossen, agitiert für den zahlreichen Besuch dieser letzten Wählerversammlung. DaS Wahllomitee. Reinickendorf-West. Sonntag, den 20. Januar, früh 8 Uhr, indet eine Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus statt. Es ist Pflicht aller Parteigenossen, daran teil- zunehmen.— Am Dienstag, den 22. Januar, findet im Lokale von Otto. Bcrlinerstr. 113/114, abends 8% Uhr, ein kombinierter Zahl« abend statt. In demselben soll die Einteilung zum Wahltage vor, genommen werden; pünktliches und zahlreiches Erscheinen ist daher Notwendig. Der Vorstand. Niedersckönhausen. In einer öffentlichen Wähler« Versammlung am Dienstag abends 8� Uhr im Etablissement „Neu-Karlshof", Beuthstraße(Ecke Charlottenstraße), spricht Genosse A. Stürmer über das Thema:„Die Sozial« demokratie und die Reichstagswahlen". Partei, genossen, agitiert unermüdlich dafür, daß der Besuch der Ver- sammlung der Bedeutung der vor der Tür stehenden Reichstagswahl entspricht! Tegel. Achtung! Montagabend 8 Uhr findet in Trapps Festsälen eine Volksversammlung statt. Tagesordnung: Vortrag des Genossen Mohs über„Die ReichStagswahl" und Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Einberufcr. Genossen! Heute, Sonntag, morgens 8 Uhr Flugblatt- Verbreitung vom Genossen Gehlhaar, Berlinerstr. 92. aus. Jeder Genosse muß vertreten sein. D. O. Pankow. Heute vormittag SU Uhr findet von den Bezirks- lokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. Rege Beteiligung ist notwendig. Alle diejenigen Genossen, welche sich für den ganzen Wahltag zur Verfügung stellen, wollen sich am Abend v»r der Wahl, also am 24. Januar, abends 8 Uhr, in Reuters Volks- garten. Schloßstr. 2, einfinden. Am Dienstag: Sitzung des Wahl, komitees. Der Vorsitzende. Wilhelmsruh. Dienstagabend pünktlich 8 Uhr von Barth aus Handzettclverteilung. Um 9 Uhr: Extrazahlabend bei Barth. Nie, mand darf an diesem Abend der letzten Wahlvorbereitung fehlen. Spandau. Heute nachmittag 3 Uhr Volksversammlung bei Borchardt. Seeburgerstr. 26. Referentin: Fräulein Bahr. Partei, genossen, agitiert für guten Besuch. Berliner ZVacKricKten. Ein Freisinuiger als„Arbeiterfreond", das ist eine jener Raritäten, die würdig sind, in einem Panoptikum für Sozialpolitik ausgestellt zu werden. Eine Rarität dieser Art will Herr R o s e n o w sein— Herr Rosenow, der Berliner Stadt, verordnete, der jetzt im dritten ReichStagswahlkreiS Berlins als FreisinnSkandidat um die Stimmen der Wahler wirbt. In seinen Versammlungen freisinniger Wähler pflegt dieser Brave das Alaue vom Himmel herunterzucrzählen, um darzutun, ein wie warmes Herz für die Arbeiter ihm»n der Brust schlägt. Zwar schimpft er gleichzeitig nicht zu knapp auf die Arbeiter, die mit ihrem Lohn nicht zufrieden sind, und betlagt d,e armen Unter- nehmcr, die die Nimmersatten zu befrledigen suchen müssen. Aber er fügt gern hie Versicherung hinzu, es tue ihm leid vor allem um die Arbeiter selber, denen es viel besser gehen könnte, wenn sie nur mit den Arbeitgebern in Frieden leben wollten. Und damit die etwa anwesenden Arbeiter dem biederen Manne auch alles glaube», was er ihnen vorerzählt, läßt er mitunter noch durchblicken, wie sehr er sich in der Stadtverordnetenversaminlung um diz Förderung der Arbeiteriyteressen verdient gyngcht stgbx. Lärm, daß nicht allzu diele von dem Vortrage etwas profitiert haben werden. Einige originelle Blätter und Witze aus der vormärzlichen Zeit sind aber doch der Wiedergabe wert: Ein Arretierter sagt zu einer Obstverkäuferin, hinter ihm ein Schutzmann:„Jeben Sie mich mal'ne Metze Pflaumen, aberst von de schlechtesten, ick bin arentiert, das verträgt meine Ehre nich, ick will mir deshalb per Chalea umkriegen."— Bericht aus der 1. Sitzung des demo- kratischen Frauenvereins: Frau Doktorin Padde stellt einen Antrag auf die gänzliche Abschaffung der Schniirmieder, um so die breitesten Grundlagen zu erzielen und den Druck zu beseitigen, der die freie Entwickelung und Ausdehnung demokratischer Formen beschränkt. Der Antrag wird durch ihre eigene(etwas sehr dicke) Persönlichkeit noch näher motiviert. Reizend ist die Karikatur aus die Zivilehe, der Schmied kettet daS Ehepaar mit einer starken Kette am AmboS zusammen: links in der Ecke girrt das Liebespaar; rechts schlägt der Mann mit dem Knüppel aus die Frau ein.— Eine hoch originelle Satire ist das Bild: die„Generalpnmpe". Rothschild in Kanonenstiefel, segnend seine Riesenhände über Europa ausbreitend.— Frau zu einem bei ihr arbeitenden Holzhacker:„Kiehnstehlriger Holzhauerl Sonne Zwiebeln, wie er eener is, die pflanzt mein Mann uf'n Mist und begießt sie so lange mit den Fäusten, bis ihm die Knospen uf die Nase wachsen." Nun zum Schluß noch das so poetische,«tief- empfundene" Sonett des Stralauer Fischzuggängers:. „Freut euch des Lebens, Weil noch das Pfandhaus blüht, Ja nicht vergebens Trägt man dahin. So mancher macht sich Sorg und Müh, Wo man ihm ein paar Groschen lieh, lind ließ das Pfandhaus unberührt, Das doch am Wege stehet. Freut Euch des Lebens usw." Ein schwerer Unglücksfall im Straßenbahnbetriebe hat sich gestern Nachmittag in der Badstratze zugetragen. l!>ie 18 jährige Kontoristin Ottilie Nehfeld, Grünthalerstr. 1a wohnhaft, hatte den Wagen Nr. der Linie 38 benützt. In der Nähe tics Bahnhofs Gesundbrunnen wurde das junge Mädchen plötzlich von einem Schwindelanfall heimgesucht und stürzte von der Hinterplattform herab. Die Verunglückte geriet unter den Schutzrahme» des nach- folgenden Anhängewagens und konnte nur beschwerlich befreit werden. Sie hatte einen Wirbelsäulenbruch, sowie Brüche beider Beine und Arme erlitten und wurde in sehr bedenklichem Zustande in das Lazarus-Krankenhaus eingeliefert. Verschwundene Geisteskranke. Nach einer entlaufenen irr- sinnigen Frauensperson sucht die hiesige Kriminalpolizei. Die Ver- schwundene ist die 21 jährige Emma Prcuß geb. Gerhardt aus der Danzigerstr. 79. Ob sie sich ein Leid angetan, das Opfer eines Unglücksfalles geworden ist, oder ziellos in den Straßen Berlins umherirrt, konnte noch nicht ermittelt werden. Die Verschwundene ist 1.60 Meter groß, hellblond und mit dunklem Tuchkleid und Plüschjacke angetan. � Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Wir machen nochmals auf das heute abend in Kellers Festsälen stattfindende 16. Stiftungsfest, bestehend in Wagner-Konzert und Ball, aufmerksam. Das vorzüglich zusammengestellte Programm sowie die mitwirkenden Kräfte(das rühmlichst bekannte Leipziger Philharmonische Orchester sowie die Opcrnsängerin Frl. Lissi Kurz) versprechen einen genußreichen Abend, wo nur das Beste geboten wird. Den Prolog wird an Stelle deS auf Agitationsreisen befindlichen Genossen Heinr. Schulz Genosse Gust. Winkler(Volksbühne) sprechen. Einem jeden Kunstbeflissenen kann der Besuch dieses Festes nur empfohlen werden. Die Damen müssen die Hüte in der Garderobe abgeben. Rauchen ist gestattet. Pünktliches Erscheinen ist notwendig, da die Türen während der Aufführungen geschlossen bleiben; jede Störung muß vermieden werden. Auf der Treptow-Sternwarte spricht Dir. Archenhold am Sonntag, den 20. d. M.. nachmittags 5 Uhr über:„Ein Tag auf dem Monde", abends 7 Uhr über:„Vulkanismus aus dem Monde und auf der Erde". Am Montag, abends 9 Uhr, wird das Thema: „Festsetzung der Lebensbedingungen auf einem Himmelskörper" behandelt. Sämtliche drei Vorträge sind mit zahlreichen Licht- bildern ausgestattet. Mit dem großen Fernrohr wird während der ganzen Woche nachmittags die„Sonne", abends der„Mond" bezw, „Jupiter" beobachtet. Feucrwchrbericht. In der letzten Nacht kam in der Schön- hauser Allee 141, im 2. Stock des Quergebäudcs Feuer aus, das schnell um sich griff. Die Wehr, von mehreren Seiten alarmiert. war schnell zur Stelle. Es brannte die Damenmäntelfabrik von Biermann. Regale, Stoffe, Mäntel, der Fußboden u. a. Jmmo- bilicn standen schon in Flammen. Brandinspektor Leupold ließ gleich energisch Wasser geben und es gelang, die Flammen auf die Damenmäntelfabrik zu beschränken. Heute früh brannte in der Roßstratze 3 im 3. Stock ein Konfektionsgeschäft. Auch dort hatte die Feuerwehr längere Zeit zu tun, um des Feuers, das um 7 Uhr ausgekommen war, Herr zu werden. In der Neuen Hochstraße 20 brannten gleichzeitig Äbfälle, Säcke usw. Ferner hatte die Wehr in der Greifswaldcrstraße 212/213 zu tun, wo ein Wagen mit Putzlappen brannte. In der Kirchbachstraße 7 brannten Gardinen u. a. Weitere Alarme liefen aus der Alexandrinen- straße 90. vom Schönebergcr Ufer 23 und anderen Stellen ein. Arbeiter-Samariter-Kolonne. 1. Abteilung Montag abend 9 Uhr Dresdenerstraße 4b. Vortrag über Ertrinken, Ersticken, verschiedene Formen der Bewußtlosigkeit. Nachdem praktische Hebungen und Vorführung der Sauerstoffatmung. Vortragende Frl. Dr. med. Profe. Neue Mitglieder können jederzeit beitreten. Das Einschreibegeld beträgt 25 Pf., der Monatsbcitrag 25 Pf. Die Bibliothek steht den Mitgliedern zur Verfügung. Herr vtosenow liebt es. möglichst jeden gegen ihn gerichteten Angriff, den er im„Vorwärts" oder in einem Flugblatt der Sozial- demokratie findet, zungenfertig in eine Reklame für sich zu ver- wandeln. Man kann ihn von seiner hätzlichsten Seite photo- graphieren und das Konterfei im öffentlichen Schaukasten des �Vorwärts" aushängen— ei. das bringt ihn nicht aus der Fassung. Stolz weist er darauf hin, daß er d e r Mann sei, den die Sozialdemokratie für den Würdigsten halte, abphotographiert und ausgehängt zu werden. Das kann uns natürlich nicht hindern, ihm dieses Vergnügen dann und wann wieder mal zu bereiten. Wie wär's mit einem Bildchen„Herr Rosenow in der Pose des Arbeitcrfreundes?" Nur eine kleine Momentphoto- graphie wollen wir heute in unseren Schaukasten hängen. Wir er- innern uns der Verhandlungen unserer Stadtverordnetcnversamm- lung über die Gewährung eines Sommerurlaubs an die Arbeiter der Stadtgemeinde. Da hatte Herr Rosenow endlich mal eine Gelegenheit, der Stadt und der Welt zu zeigen, wie er die Interessen der Arbeitnehmer und die der Arbeit- geber mit einander zu„vereinen" weiß. Die sozialdemokratische Fraktion forderte, daß ein solcher Urlaub schon nach einer Dienst- zeit von e i n e m Jahre gewährt werde, die freisinnige Mehrheit aber erklärte, ein Anspruch aus Sommerurlaub dürfe dem Arbeiter erst zugebilligt werden, wenn er fünf Jahre für die Stadt ge- arbeitet habe. Herr Rosenow war es, der am eifrigsten für„fünf Jahre" eintrat. Er begründete das damit, daß„wir eine Ver- pflichtung haben, auch über den Kreis dieser Versammlung hinaus, gegen die� Privatindustri c". Er wolle„das einführen, was möglich ist, und was die P r i v a t i n d u st r i e im allgemeinen dann auch einführen kann". Die Rücksicht auf die Privat- i n d u st r i e wurde von ihm nicht weniger als sechsmal in seiner kurzen Rede von noch nicht sechs Minuten Tauer betont. � Das war im Frühjahr 1903, am 2. April. Den Bemühungen Rosenows und seiner freisinnigen Freunde gelang es dann, zu ver- hindern, daß die Stadt Berlin etwa durch ein„zu gutes" Beispiel die schlechten Sitten der Privatindustric verdorben hätte. Die Äer- sammlungsmehrheit setzte den Beschluß durch, daß Urlaub erst nach fünf Jahren zu gewähren sei. Die Stadt durste nicht„zu viel" gc- ivähren, damit die Privatindustrie„folgen konnte"; soll heißen: damit nicht auch s i e ihren Arbeitern dieses„zu viel" gewähren mutzte. Man sieht hier, wie eng die Interessen der Ge- meindearbeiter mit denen der Arbeit e.r der Privatindustrie verknüpft sind, und wie schädigend es auf die Lage der Arbeiter der Prioatindustrie einwirken kann, wenn der Freisinn aus Rücksicht aus das Interesse privater Unternehmer die Lage der Gemeindearbeiter wirksam zu bessern sich weigert. Das Tollste ist, daß damals der Stadtverordnete Goldschmidt, der diese Beeinträchtigung der Ar- beiterinteressen mitgemacht hatte, vor den Reichstagswahlen von 1903 in einer Wählerversammlung erzählte, die Sozialdemokratie habe durch die Hartnäckigkeit, mit der sie ihre Forderung durch- zusetzen suchte,«s verschuldet, daß nun in diesem Sommer noch kein Urlaub gewährt werden könne. Tatsächlich hatten die sozial- demokratischen Mitglieder des Ausschusses, dem die Angelegenheit auf Antrag der Freisinnigen wie der Sozialdemokraten überwiesen wurde, den Ausschußvorsitzcnden um schleunigste Anberaumung einer Sitzung gebeten, damit die Urlaubsgewährung noch für den Sommer zustande komme. Ter Vorsitzende lehnte das ab, weil daran nicht mehr zu denken sei. Der Ausschuß wurde am 16. April gewählt, wurde aber erst für den 18. Mai zu seiner einzigen Sitzung zusammenberufen. Wer aber war denn sein Vorsitzender? Der Stadtverordnete Cassel, der jetzt als Freisinnskandidat für den fünften Kreis sich gleichfalls als„Arbeitcrfreund" aufspielt! Die Abholzungen im Grunewald wurden in der vorgestrigen Sitzung der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses bei Be- ratung des Etats der Forstverwaltung abermals zur Sprache gc- bracht. Vor einigen Jahren, noch unter der Ministerzeit des Herrn von Miguel, hat, wie erinnerlich, das Herrenhaus eine geharnischte Erklärung für die Erhaltung des Grunewaldes gefaßt. Inzwischen hat die Regierung immer nachhaltiger den Standpunkt vertreten, daß es Sache der Städte, und in allererster Linie der Stadt Berlin sei, für die Erhaltung und Sicherheit des Waldbestandes selbst Sorge zu tragen. Auch jetzt hält der Oberlandforstmeister den Beschwerden und Eingaben dies entgegen. Die Tiergärten zu Eleve und Eichholz bei Arnsberg werden, wie beabsichtigt wird, nicht mehr durch die Forstverwaltung verwaltet, sondern von den Städte» selbst übernommen werden. Der Regierungsvertreter verweist auf Düsseldorf, Essen, Bremen, auf ausländische Großstädte wie Wien und London, die erheblich mehr für die Erhaltung ihrer Wälder tun als Berlin. Statt Wald zu erwerben, holze dieses sogar städtische Waldungen ab, z. B. in B u ch 300 Hektar und 200 Hektar in Birkholz. Der Staat könnte auf die Einnahmen aus dem Verkauf von Waldstücken bei Berlin nicht verzichten; es sei geradezu eine Landeskulturaufgabc, diese Mittel zu verwenden zur Auf- forstung von Oedländereien. In der.Kommission stießen.diese Ausführungen aber auf cnt- schiedenen Widerspruch. Buch und Birkholz seien von der Reichs- Hauptstadt zu weit entfernt, um den Arbeitern als Erholung dienen zu können. Die Volkswohlfahrt erheische die Erhaltung der den Großstädten unmittelbar benachbarten Waldungen, und es sei un- zulässig, sie aus Spekulationsintcresse abzuholzen. Der Preis, den der Fiskus Berlin abgefordert habe, sei zu enorm. Von anderer Seite nahm man einen mehr vermittelnden Standpunkt ein. Wenn auf abgeholzten Forstflächen Villenvororte entständen, so sei das ein Ausgleich; aber auch dieses Äommissionsmitglied betonte die Notwendigkeit, einer Millionenstadt nicht den Wald zu entziehen, zum müdesten müsse man ihr ein Vorkaufsrecht einräumen. Tie Regftyrungsvertreter hielten dem entgegen, Berlin und Um- gcgend ständen eigentlich auf fiskalischem Boden, und Berlin sei reich genug.'�m für sein sanitäres Bedürfnis die erforderlichen Mittel aufzuwenden. DaS habe ja auch Eharlottenburg getan, in- dem eL die Juimfernheide erworben habe.— Die eingegangene Petition wird der Regierung als Material überwiesen. Die Aus- spräche über die Waidverwüstung dürfte bei der zweiten Lesung des Etats im Plenum f«rtgcsetzt werden. Arbeiter-Rirtsohrer Berlins und Umgegend' An alle Arfjeiter-Radfohm, welche sich- zur Mitarbeit am Tage sowie für den Abend des Wahltages an meine Adresse gemeldet haben, ergeht die dringende Mahnung. recht pünktlich in der am 23. Januar, abends 8',� Uhr stattfindenden Zu- sam.menkunft bei Fritz SSilke. Brunnenstr. 188. zur weiteren Einteilung zu erscheinen. Die den Genossen zugesandte Einladungskarte ist am Eingang deS Saales vorzuzeigen, und mache ich darauf aufmerksam, daß ohne dieselbe kein Einlaß gewährt wird. , Paul Lambeck, Usedomstr. 3, Vertrauensmann der Arbeiter-Radfahrer verlins und Umgegend. Ausdehnung der Fleischbeschau auf die Privatschlachtungen in de» Berliner Bororten. Eine wichtige Verfügung hoben die Landräte der Kreise Teltow und Riederbarnim auf Veranlassung deS Regierungspräsidenten erlassen. Darin heißt es;„Es ist in der letzten Zeit wiederholt festgestellt worden, daß in den kleinen und großen Schweinemästereien, die sich in den Vororten Berlins in großer Zahl befinden, unter der Bezeichnung.Privatschlachtung" kranke, meist an Schweine- seuche oder Rotlauf leidende Schweine geschlachtet wurden. die dann heimlich durch Zwischenhändler in kleinen BerlinerVerkaufSläden, Kellergeschäften oder Gastwirtschaften abgesetzt und verwertet wurden. In gleicher Weise werden in den größeren Vororten kranke Kühe von den Molkereibesitzern geschlachtet-und ohne Untersuchung in den Verkehr gebracht. Dieses Ver- fahren erschwert die Kontrolle im Fleischverkchr sehr, denn wr Tierkörper von den Zwischenhändlern und sogenannten Haus- schlächtern in kleinere Stücke geteilt und die Eingeweide beseitigt sind, so läßt sich weder die unterbliebene Untersuchung, noch die Krankheit feststellen. AuS diesen Gründen erscheint die Ausdehnung der Fleischbeschau auf die Privatschlachtungen für alle größeren Vororte, in denen sich Viehmästereien befinden, erforderlich." Die Vororte wollen daher zum 1. Februar folgende Polizeiverordnung«lasten:„Rindvieh, Schafe, Schweine, Ziegen, Pferde und Hunde unterliegen vor und nach der Schlachtung einer amtlichen Untersuchung auch dann, wenn das Fleisch der Tiere ausschließlich im eigenen Haushalt der Besitzer verwendet werden soll." Neues vom Automobilomnibus. Die Automobilomnibusse der Linie 8 Bülowstraße— Strausberger Platz sind soeben auf 8 ver- mehrt worden. Es ist dadurch möglich, eine Wagenfolge von 9 Minuten aufrecht zu erhalten. Schon in den allernächsten Tagen werden weitere Automobile auf dieser wichtigen Linie eingestellt. Voraussichtlich kann in aller Kürze der volle Betrieb mit zwölf Wagen aufgenommen werden. Die Automobile folgen sich dann in Abständen von 6 Minuten. Es wird damit allen Ansprüchen des großstädtischen Verkehrs genügt. Der Arbeiter hat„Geld in Fülle"! Daß es dem Berliner Arbeiter eher noch zu gut als zu schlecht gehe, dieser Behauptung sind wir oft genug in agrarischen Blättern begegnet. Die„Deutsche Tageszeitung" z. B. liebt es, von Zeit zu Zeit darauf hinzuweisen, wie viele Vergnügungen in Berlin von Arbeitern für Arbeiter veranstaltet werden. Und andere Organe der Brot- und Fleischverteuerer machen es ihr nach. Einen ähnlichen Trick übt jetzt das Wochenblättchcn des freisinnigen Stadtverordneten Perls, den es verdrießt, daß die Bei- träge zum Wahlfonds der Sozialdemokratie ihm zu reichlich fließen. Unter der Ucberschrift„Auspowerung und Wahl- beitrüge" räsonniert er über die Opserwilligkeit der Arbeiter Grotz-Berlins folgendermaßen:„Eins der beliebtesten Schlagworte der Genossen ist das von der Auspowerung der Massen durch die kapitalistische Staatsordnung, die durch direkte und indirekte Steuern den Proletariern das Leben verkümmern." Hm, hm! Also auch die drückende Last, die der Arbeiterbevölkerung durch die indirekten Steuern auferlegt wird, ist diesem echt-freisinnigen Wochenblättler nur noch ein„Schlagwort der Genossen". Doch hören wir, was er weiter auf dem Herzen hat.„Tatsächlich ist ja," so sagt er,„längst erwiesen, daß die Güte der Lebensführung in allen Klassen der Bevölkerung zunimmt. Wie aber die angeblich ausgepowerten Armen noch Geld in Fülle übrig haben, zeigt ein Blick in die Wahlfondsbeiträgc, die der Partei des Terrorismus zufließen." Dahinter zählt er auf, daß der„Zcntralverband der Zivilberufsmusikcr(Ortsverwaltung Berlin) trotz der schlechten Lage 50 Mk. gibt," daß„vom Fahrpersonal der Schöncbcrger Schloßbraucrei 22 Mk. einliefen, obwohl Kutscher und Mitfahrer am liebsten streiken möchten, weil ihr Verdienst zu gering sei".. Er nennt es„überaus bezeichnend", daß„gar einige Patienten oer Heilstätte Beelitz 21 Mk. beisteuern, also Leute, die auf allgemeine Unkosten verpflegt werde n". Wir zählen Herrn Perls zu den kleinen Pintschern, die die Sozialdemokratie nur deshalb immer wieder ankläffen, weil sie beachtet sein wollen. Gerade über diesen Perls hat j�. Eugen Richter einmal gesagt, daß er ein bedeutungsloses Persönchei: sei. Das war damals, als Perls noch zu denen gehörte, die dem„großen" Richter Opposition machten. Wenn wir sein Gekläff ab und zu tatsächlich mal beachten, so geschieht das deshalb, weil wir zeigen wollen/auf einer wie niedrigen Stufe heute selbst die„entschieden Freisinnigen" von ehedem stehen. Interessant ist übrigens, daß Herr Perls meint, die Patienten von Beelitz würden„auf allgemeine Unkosten verpflegt". Von der Versicherungsgesetzgebung und den Lasten, die sie auch den Arbeitern auferlegt, scheint der Mann keine Ahnung zu haben. Oder stellt er sich nur so? Fehlt nur noch, daß er die ganze Heilstättenbehandlung als ein staatliches Almosen hinstellt, wie die Berliner Freisinnigen ja die Krankenpflege zur städtischen Armenpflege zählen! In einem Schlußsatz jammert dieser Herr Perls noch darüber, daß die Zivilberufsmusiker nicht mehr von der „bürgerlich-demokratischcn Seite" und speziell von ihm selber(er nennt ausdrücklich sich) eine Förderung ihrer Interessen erwarten. Ja, die Zivilmusikcr werden ihm was blasen. Neue Anordnungen für Krankenpfleger. Für das berufsmäßige Pflegepersonal im Landespolizeibezirk Berlin ist eine„Polizei- liche Anordnung"«lassen worden, in der es heißt: Pflegepcrsonen, die eine mit Diphtherie, Kindbett- oder Rückfallfieber, Scharlach oder Typhus behaftete kranke Person in Pflege haben, dürfen nicht gleichzeitig eine andere Pflege übernehmen; sie müssen während der Pflege ein waschbares Ueberkleid tragen. die Desinfektionsvorschristen gewissenhaft befolgen und den Verkehr mit anderen Personen und in öffentlichen Lokalen tunlichst meiden. Geben sie die Pflege auf. so ist ihnen nicht gestattet, die Pflege eines anderen Kranken zu übernehmen, bevor sie sich selbst, ihre Wäsche und Kleidung einer gründlichen Reinigung und Desinfektion unterzogen haben. Bezüglich der' ge- meingefährlichen Krankheiten(Aussatz. Cholera, Fleckfieber. Pocken usw.) bleibt der Erlaß besonderer Bestimmungen vor- behalten. Die Stadtverwaltungen Berlin. Charlottenburg, Schöne- berg und Rixdorf haben den Pflegepersonen, sofern sie von den Ver- pflegten für die Desinfektion usw. nicht entschädigt werden. Er- lcichlcrungen zugesichert, Berlin zum Beispiel kostenlose Des- infektion usw., wenn der Verpflegte seinen Wohnsitz in Berlin hatte und die Pflegepcrson eine Bescheinigung deS Kreisarztes beibringt. — Bureaukratisch und umständlich genug! Durch ein Brett«schlagen. Bei einem bedauerlichen Unglücks- fall hat gestern der 9jährige Sohn des Möbelfabrikonten Lemmert aus der Hcynstraße sein junges Leben verloren. Der Knabe hatte an einem hochaufgetürmten Bretterstapel gespielt und plötzlich lösten sich mehrere schwere Bohlen und stürzten auf das Kind. Eines der Bretter traf den L. mit solcher Wucht gegen den Kopf, daß auf der Stelle der Tod eintrat. � Bon einem unbekannten Mann beraubt wurde gestern auf der Treppe des Hauses Lessingstraße 30 der 6jährige Knabe Fabisch, der von seiner Mutter mit einem Fünszigpfennigstück zum Bäcker geschickt worden war. Als der Knabe die Treppe herabkam, trat ihm ein unbekannter Mann entgegen, öffnete ihm gewaltsam die Hand und nahm das Geldstück. Bevor der Kleine sich von seinem Schreck erholt hatte, war der Räuber längst verschwunden. Die Diebstähle von Fuhrwerken wollen kein Ende nehmen. Auch gestern ist wieder ein derartiger Raub verübt worden. Am Hamburger Güterbahnhof wurde ein Speditionswagen der Firma Lorenz, Nordhafen 5, entführt. Das Gefährt war mit schwarzer Stute bespannt. Einen großen Tumult gab eS in der Nacht vom Freitag zum Sonnabend vor der Unfallstation in der Lindowerstraße. Mehrere junge Burschen wollten einen angeblich Bewußtlosen abliefern. Dabei kam es zu lebhasten Auseinandersetzungen mit dem Heil- gehülfen und schließlich zu einem tätlichen Angriff, wobei dem Heil- gehülfen der Arm ausgerenkt wurde. Als Polizei erschien, waren die Täter entflohen. Eine Ausstellung: Berlin zur Biedermeierzeit hat sich seit einiger Zeit hier ausgetan, sie wird veranstaltet von einem wohl- tätigen Verein, der auf diese Weise seine Kasse füllen will. Natürlich findet sich hier nur zahlungsfähiges Publikum ein. was schon daraus ersichtlich ist, daß ein am Donnerstag gehaltener Vortrag des Herrn Fritz Stahl über die Biedermeierzeit.des Nachmittags stattfand. Vielleicht war es auch weniger der Vortrag selbst, dem der Besuch galt, sondern der Fünfuhrthee, der wieder Mode zu '.werden scheint, wenn in Wohltätigkeit gemacht wird. Das Klappern mit Löffeln und Teetaffen, der Sturm auf das mit diversen Brr'tche«, und deroleichen überladene. Büffet verursachte e'"en solch-p Vorort- f�admebten. Seht die Wählerlisten ein! Die Gemeindewählerlisten liegen noch bis zum 30. Januar in den Gemeindebureaus zu jedermanns Einsicht ans. Es ist Pflicht jedes Wählers, sich davon zu überzeugen, daß er in der Liste steht, denn wie oft wird durch Tod eines GeineindevertreterS oder frei- willige Niederlcgung eine Nachwahl notwendig. Für Treptow-Baumschulenweg liegen die Listen an Wocheutagen in den Dienststunden von 9— 3 Uhr und Sonntags von 9 ♦■10 Uhr vormittags aus. Diejenigen, die nicht in der Lage sind, die Listen selbst einzusehen, können ihre Adressen bei den Bezirksführern oder in den Zigarrengeschäften von Rob. Gramenz, Kiefholzstr. 412. G. W a n g e n h e i m, Baumschulenstr. 14/15, und O. Mette, Baunffchulenstr. 70, niederlegen. Für Steglitz liegen die Listen von 9—3 Uhr im Rathause au?. Charlotteudurg. Die zweite Abteilung der Freien Bolksbühne Charlottenburg wird im März eröffnet und ist mit der ersten vollständig gleich- wertig. Die Vorstellungen beider Abteilungen finden im Schillertheater Charlotten bürg statt. Bereits jetzt werden ÄReldungen„zum Eintritt im März" bei den Zahl- stellen oder bei der Hauptkasse(A. Will, Kirchstr. 30) entgegen» genommen und in der Reihenfolge des Eingehens er» Icdigt. Auch alle früher abgegebenen Meldungen, die bisher wegen Platzmangel unerledigt bleiben mußten, finden jetzt ihre Berück» sichtigung. so daß der Verein binnen kurzer Zeit seine Mitglieder- zahl verdoppelt haben dürfte. Da im Februar der erste Teil des ..Wallenstein"(„Wallensteins Lager".„Die Piccolomini") gespielt wird, so ist Vorkehrung getroffen, daß diese Vorstellung den Mit- gliedern der zweiten Abteilung noch vor der Aufführung des zweiten Teils(„Wallensteins Tod") in einer besonderen Veranstaltung gc- boten wird. Mit anderen Worten: die Fcbruarvorstcllung wird der atoeitia Abteilpnq nachträglich geleistet. Rudvtv. I Bon einem schweren Unglücksfall wurde borgefiekn der gSjährige Arbeiter Wilhelm Hübner aus Rudow betroffen. H. reiste nach Küstrin, wo er um 7 Uhr 3ö Minuten abends eintraf. Noch bevor der Zug hielt, verließ H. das Coupe und stürzte dabei auf das GleiS, wo ihm der Zug über beide Beine und die rechte Hand fuhr. Nach Anlegung von Notverbänden durch den Bahnarzt wurde der Schwer- verletzte in das Küstriner Krankenhaus eingeliefert. Stowatv es- Neuendorf. Die Rechtlosigkeit der Wähler der dritten Klasse demonstriert so recht die Wählerliste zur Gcmeindewahl. Die Gesamtwählerzahl beträgt 4463; davon gehören zur ersten Abteilung 43, zur zweiten Abteilung 537 und in der dritten Abteilung sind 3313 Personen wahlberechtigt. Es hat also ein Wähler der ersten Klasse genau so viel Recht wie 79,8 Wähler der dritten Klasse oder 10,3 Wähler der zweiten Klasse. Gegen dieses Wahlchstem zu protestieren, bietet sich für die Wähler der dritten Klasse am Montag und Dienstag Gelegenheit durch die Wahl der sozialdemokratischen Kandidaten. Der Protest wird um so wuchtiger werden, je größer die Stimmen- zahl ist, die unsere Genossen aus sich vereinigen. Von den Gegnern ist jetzt auch endlich ein Flugblatt erschienen, aber von so dürftigem Inhalt, daß es sich wirklich nicht lohnt, näher darauf einzugehen; im übrigen beschränken sie sich darauf, ihre Agitation unter Aus- schluß der Oeffentlichkeit zu betreiben; sie rechnen darauf, daß es ihnen durch die Kandidatur des Herrn Sotschek gelingt, die zahl- reichen Eisenbahnarbeiter für ihre Zwecke einzufangen und die dann noch fehlende Majorität durch Forensenstimmen zu erringen. Dieses zu verhindern, muß um so mehr Ehrenpflicht aller fort- schrittlich denkenden Arbeiter sein, als bei einer etwaigen Nieder- läge unserer Kandidaten die Sozialdemokratie aus der Gemeinde- Verwaltung vollständig ausgeschaltet würde, da die ganze Gemeinde- Vertretung neu gewählt wird. Bemerken wollen wir noch, daß die Wahl mittels amtlicher Legitimationskarten stattfindet, welche den Wählern bepeits zugesandt sind. Sollte jemand eine solche Karte nicht erhalten oder dieselbe verloren haben, so geht er dadurch seines Soziales. Wahlrechts nicht verlustig, wenn er sich anderweitig legitimieren kann. Um eine ruhige Abwickelung des Wahlgeschäfts zu ermög- lichcn und damit wir auch im Wahlvorstande eine Vertretung er- halten, ist es notwendig, daß unsere Genossen so früh wie möglich zur Wähl gehen(Wahlzeit von 4 bis 8 Uhr). Jedenfalls erwarten wir von unseren Genossen, daß sie am Montag und Dienstag ihre volle Schuldigkeit tun, damit die Sozialdemokratie bei den Ge meindewahlen zu einem glänzenden Siege gelangt und die dritte Klasse ihr unbestrittener Besitz bleibt. Spandau. Die Stadtverordnetenversammlung erledigte in ihrer Sitzung am Donnerstag zunächst wieder verschiedene Spezialetats. Der Stratzem reinigungsetat wird in Einnahme mit 28 890 M. und in Ausgabe mit 118 356,33 M. festgesetzt. Der Zuschuß der Stadt beträgt 83 466,28 M. Der Feuerlöschetat weist eine Einnahme von 6340 M. und eine Ausgabe von 14 000 M. auf. Der Straßenbeleuchtungs etat hat nur eine Ausgabe von 42 563.33 M. Der Sparkassenetat besteht aus einem Berivaltungsvoranschlag von 42 952 M. Der Bauetat hat eine Einnahme»von 38 000 M. und eine Ausgabe von 150 700 M. Der Krankenhausetat balanziert in Einnahme und Ausgabe mit 221 873,78 M. Der städtische Zuschuß beträgt 85015,78 M. 15 460 M. mehr wie im Vorjahre. Das Sicchenhaus verzeichnete hierbei eine Ausgabe von 16 730 M. Der Schlachthofkosten etat balanziert in Einrahme und Ausgabe nnt 121 500 M Der Etat Begräbnisplätze hat eine Einnahme von 7948 M. und eine Ausgabe von 11864 M. Für die Verteiler der Wahlkouverts bei der Reichstagswahl werden 216 M. bewilligt. Es sollen 27 Per sonen damit beschäftigt werden und jede soll bei der ersten Wahl sowie bei der Stichwahl je 4 M. erhalten. Man scheint schon stark mit einer Stichwahl zu rechnen. Wenn der Paß nur nicht verhauen und Genosse Liebknecht gleich bei der Haupt Wahl gewählt wird. Die Aussichten dazu sind sehr stark vorhanden.— Beim Bahnübergang am Stresow ist eine Gas rohrverlegung notwendig geworden, für welche 4000 M. gefordert lverden. Bei dieser Vorlage wird zur Sprache gebracht, daß der Unternehmer, der die Rohrverlegung in der verlängerten PichelS dorferstraße macht, nicht recht tauglich sei, da er seinen Leuten häufig Sonnabends keinen Lohn zahle. Genosse Pieck verurteilt eine solche Handlung ganz entschieden und dringt darauf, daß solche Unternehmer nicht zu städtischen Arbeiten zugelassen werden.— Den Ausbau der Döberitzer Heeresstraße innerhalb deS Stadt gebietes will der Magistrat auf städtische Kosten vornehmen lassen und hat der Versammlung eine entsprechende Vorlage gemacht. Nach den Angaben des Referenten, Stadtverordneten Bender, soll die Arbeit das hübsche Sümmchen von zirka IVz Millionen Mark kosten, aber, so wird die Vorlage überzuckert, der Ausbau brauche ja nur nach und nach gemacht werden, und dann komme daS Geld ja auch später wieder in die Stadtkasse zurück durch die Anlieger der neuen Prachtstraße. Genosse Schmidt I. wies sehr treffend darauf hin. daß die Regierung später schon vorschreiben werde, wie der Ausbau ausgeführt und wann die Straße fertig gemacht werden soll. Die Straße werde ja gerade so viel kosten, als wir für den Waldverkauf an das JohanneSstift eingenommen, da wird aus der Steuer crmäßigung wohl nichts mehr werden. Daß das Geld durch die Anlieger wieder einkomme, bezweifle er; so lange die Char lottenburger Rieselfelder dort belegen sind, werde man die Anlieger wohl mit der Laterne suchen können. Für Charlottenburg und Berlin mag die Heeresstraße ja eine Verkehrserleichterung sein, für Spandau aber nicht, denn hier kreuze sie die Pichelsdorfer- und Wilhelmstraße und könne sogar ein Verkehrshindernis bilden. wenn sie bei großen Truppenaufzügen gesperrt werden. Er habe nichts gegen einen Ausbau der Straße auf Kosten der Stadt, aber erst wolle er lvisscn, welche Entschädigung die Regierung zahle. Die Ausführungen des Genossen Schmidt schienen auf die Anwesenden einen großen Eindruck zu machen. Der Oberbürgermeister empfahl deshalb schleunigst, die Vorlage in geheimer Sitzung weiterzuberaten, wozu sich leider die Versammlung auch bereit erklärte.— Bereits seit'längerer Zeit schweben Ver- Handlungen mit der Schützengilde zwecks Austausch von Gelände zur Erweiterung der Gasanstalt. Bisher hatte sich die Stadt- verordnetenversammlung stets ablehnend gegen die Vorschläge der Gilde und des Magistrats' verhalten, weil die Gilde Terrain in der Stadtforst haben wollte, welche« der Versammlung zu schade Wie man in Ostelbien die Leutenot beseitigen will. Tief im Innern Rußlands gibt es zahlreiche Deutschrussen, deren Väter oder Großväter einst in Rußland ihr Heim aufgeschlagen haben. Die Nachkommen fühlen sich heute noch alö Deutsche: sie sprechen deuffch, haben ihre evangelische Religion beibehalten und beten aus deutschen Gebetbüchern. Als im vorigen Jahre in ver schiedenen Gegenden Rußlands die Hungersnot ausbrach, beschlossen viele dieser Deutschrussen mit ihren Familien nach dem„Kulturstaate Deutschland zu reisen. Sie gaben sich der Hoffnung hin. daß sie in diesem„NechtSstaate" lohnenden Verdienst erhalten werden. Sie lösten sich deshalb Wanderpässe, die für jede Familie über 40 M. kosteten. Dann gaben sie das Doppelte für zwei Erwachsene an Reisegeld aus, um bis nach I l l o w o zu gelangen; von hier aus sollte es durch die Vermittelung des Pastors F a u r e nach Posen gehen, wo sich schon viele ihrer Brüder befinden. Mit auf den Weg nahmen sie folgende Geleitskarte, die ihnen schon der Pastor ge sandt hatte: Geleitskarte. Evangelischer Hauptverein für deutsche Ansiedler und Auswanderer Witzenhausen a. d. Werra. Vorzeiger dieses..... mit Familie aus Brunnenthal au der Reise Deutschland über Jllowo wird alle» deutschen Brüdern, Zfarrern und Lehrern des zur Unterstützung mit Ra sowie In- und allen deutschen und Auslandes Tat empfohlen. Fanre, Pastor. Geschäftsführer. armen Auswanderer nun von ihren.deutschen behandelt worden sind,. ersieht man aus folgender zu sein schien. gemacht; nach tt, hat der Magistrat abermals eine Vorlage zerselben soll die Gilde an die Stadt rund 8352 Quadratmeter abtreten und dafür 31 000 Quadratmeter Forstgelände am Neuendorfer Wege erhatten. Alles glaubte, Die Vorlage würde wieder rundweg abgelehnt werden. Genosse Schmidt I gab sich alle Mühe nachzuweise», daß man beim Bau einer neuen zweiten Gasanstalt, wenn derselbe auch zirka 2 Mill. Mark kosten werde, immer noch besser weg komme, wenn man den Nonnendamm in das Beleuchtungsnetz einbeziehe und mit an- . grenzenden Gemeinden Interessengemeinschaft machte, als wenn man sich den ganze» Stadtwald durch Anlegung eines Schießplatzes ver- hunze. Bei der Abstimmung, an ivelcher trotz des Protestes unserer Genossen auch die Gildemitglieder teilnahmen. stinrmten 12 Stadtverordnete für und nur 11 gegen die Vorlage. Welche Mächte hier mitgewirkt, wer weiß es? Kurzum, ein Stück Forstland ist wieder weg.— Mit 11 gegen 11 Stimmen beschloß die Versammlung dann den Ankauf einer an der Grenze des Stadt- waldeö belegenen Wiese für 1500 M. pro Quadratmeter. Das Land hat kaum die Hälfte Wert.— Mir der Verpachtung der städtischen Badeanstalt an den Arbeiter Pikorny ist die Versammlung ein- verstanden.— Für die Pflasterungen der Straßen unter den Eisen- bahnüberführungen in der Klosterstraße und am Stresow werden 23 500 M. bewilligt. Mit dem 20. Februar wird der Bahnbetrieb aus den höher gelegten Gleisen stattfinden. Wie die Brüdern' Schilderung: In den ersten Tagen des Monats Oktober trafen einige dieser Familien in Jlloivo ein. Sie waren im Besitze der obigen Geleits- karte und ivollten zum Pastor Faure nach Posen. Auf dem Bahn- hafe wurden sie auch von jemand in Empfang genommen, aber die Reise ging nicht nach Posen, sondern nach Ostpreußen, nach dem Rittergut Klein-Waldeck(Kreis Pr. Eylau). Hier behagte eS ihnen nicht und eines Abends verdufteten zwei Familien und fuhren nunmehr allein nach Posen. Bald aber trafen wieder einige Arbeiterfamilien in Jllowo ein, die gleich falls nach Posen wollten, aber nach Klein-Waldeck gebracht wurden. Als sie kurze Zeit hier gearbeitet und eingesehen hatten, daß sie bei schwerer Arbeit mit ihren Kindern noch hungern mußten, gingen sie zum Bahnhof um nach Posen zu fahren. Es war schon bitterkalt. Die Männer. Frauen und Kinder lagerten im Freien. Als die Männer Fahrkarten verlangten, erklärte ihnen der Beamte, daß er ihnen keine Fahrkarten geben könnte. Er gab ihnen den guten Rat, nach einem anderen Bahnhof zu gehen. Dazu waren aber die Familien infolge der kleinen Kinder nicht imstande. Als sie nun im Felde stören, kam der Gutsbesitzer von Neu-Waldeck und redete ihnen zu. doch zu ihm zu kommen. Er werde ihnen eine Stube geben, da sie doch über Nacht nicht auf freiem Felde liegen bleiben könnten. Die Familien nahmen das Anerbieten an. Wo sollten sie auch hin Da kamen der Gendarm, der Gutsbesitzer von Klem-Waldeck mit seinem Inspektor. Als diese die Stube betraten, in der sich die russischen Familien befanden, erklärte der Gendarm die Männer für seine Arrestanten, die er abführen wollte, während die Frauen und Kinder auf deckt Gute bleiben sollten. Er zog seinen Revolver aus der Tasche. Da meinte der Gutsbesitzer von Klein-Waldeck zum Gendarm, er möge nur die Männer auch auf dem Gut lassen, er werde schon„für alles aufkommen". Darauf wurden alle Familien wieder auf sein Gut zurücktransportiert, wo sie sich heute noch befinden. Man hat ihnen die Pässe, die sie für schweres Geld erworben haben, abgenommen und händigt sie ihnen nicht aus, so daß sie gezwungen sind, für den Gutsbesitzer zu arbeiten. Sie haben schon alles versucht, um wieder in den Besitz der Pässe zu ge- langen. Doch nichts hat geholfen. Auf ihre Beschwerde bei der russischen Behörde in ihrer Heimat ist ihnen geantwortet worden, daß sie ihre Pässe niemandem auszuhändigen haben. Schließlich, als ihnen von keiner Seite ihr Recht zuteil wurde, wandten sie sich� an die Königsberger Sozial- d e m o k r a t e n, die sich auch gleich ihrer annahmen. Ein Genosse begab sich sofort auf das Gut�-zu den Familien, um ihre Angaben genau nachzuprüfen, und dreier Genosse erblickte ein er- schüttelndes Bild von Not und Elend. Der eine arbeitet mit seiner Frau zusammen auf Tagelohn; er erhält 60 Pf. pro Tag, seine Frau 40 Pf. Dann werden ihnen noch einige Lebensmittel geliefert. Weiter bekommen beide nichts. Den anderen Arbeitern gehts aber noch schlechter.; sie erhalten pro Monat neun Mark bareS Geld; dazu kommt noch das Deputat und der geringe Verdienst der erwachsenen Kinder. Weizen und Hafer wird den russischen Familien nicht gegeben. Der ganze Ver dienst ist so gering, daß die Familien, welche fast alle vier bis fünf Kinder haben, ständig Not leiden müssen. Sie sind ge zwangen Schulden zu machen, wenn sie sich über Wasser halten wollen. Einige Arbeiter erklärten, daß sie gerne auf dem Gute bleiben würden, wenn sie nur mehr Lohn bekonimen würden. Ein alter Familienvater sagle, daß er schon seit langer Zeit kein Fleisch genossen habe. Die Haupt »ahrungSiuittel seiner Familie bestehe» aus Kartoffeln, Brot, Schmalz und Kaffee!! Die beiden letzteren Nahrungsmittel müssen sich die Leute noch von den acht Mark, die sie pro Monat erhalten. kaufen. Womit sollen sie sich und ihre Kinder kleiden? Die Kinder sehen entsetzlich elend aus. Wie man den Arbeiten! die Pässe vorenthält, ersieht man auch aus folgendem Beispiel. Die Frau eines russischen Arbeiters war niedergekommen und bald darauf wollten die Leute— sie sind sehr fromm— ihr Kind taufen lassen. Doch der Pastor erklärte, er müsse dazu den Paß haben; auch müsse die Geburt zu erst beim Amtsvorsteher angemeldet werden. Alö nun der Arbeiter vom Gutsherrn den Paß haben wollte, gab er ihn nicht heraus. so daß das Kind nicht getauft werden konnte. Auch heute hat das Kind die Taufe noch nicht erhalten.— Das ist ja nun zwar'kein Unglück, aber die russischen Arbeiter berührt eS als stamme Leute sehr unangenehm, daß ihr Kind nicht getauft werden kann. Der Gutsherr erklärte, daß er nichts von der Entbindung der Frau wisse. Dabei hat er, als der Arbeiter für seine im Wochenbett liegende Frau Schnaps haben wollte(eS besteht bei diesen Arbeitern die Sitte, einer Frau, die ein Kind geboren hat, Schnaps zu geben) angeordnet, daß die Wöchnerin zur Pflege Milch bekommen sollte. Nun warten die Arbeiter auf Hülfe. Sie versprechen sich viel� von einer Veröffentlichung ihrer Leiden. Das schönste dabei ist, daß sie betonen, gar keinen Kontrakt unterzeichnet zu haben. Es dürfte freilich nicht aus- geschlossen sein, daß sie doch irgendwo ein Slück Papier unter- zeichnet haben. Denn sonst könnte sie der Gutsherr unmöglich o festhalten. Auch hätte der Gendarm nicht in der geschilderten Weise auftreten können. Wird die Behörde eine eingehende Unter- uchung darüber anstellen, wie es kam, daß man die Leute anstatt nach Posen, nach Ostpreußen brachte, wo sie gar nicht hinwollten? Auf Grund welchen Rechts werden den Leuten die Pässe vor- enthalten? Möge das Erlebnis dieser Leute ausländischen Arbeitern, die nach Preußen gelockt werden, zur Warnung dienen, und möge es dazu beitragen, durch sozialdemokratische Stimnizettel am 25. Januar einen kraftvollen Protest auch gegen die Ausnahmegesetze zu erheben, unter denen die ländlichen Arbeiter Preußen-DeutschlandS leben. Wasserstand am IS. Januar. Elbe bei Rusflg— Meter, bei Dresden— 75 ckp., bei Magdeburg-ff 2,93 Meter.— U n st r u I bei Strautziurt— Meter.— Oder Bei Ratibor— Meter.— Neiße» mündung— Meter.— Oder bei Brieg— Meter.— Oder bei Breslau Unlerpegel-ff 1,88 Meter. | Zum Wahlfonds gingen in unserer Spedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: Ssteikende d. Fa. Reichelt 13,—. Berliner Arbeiter-Radfahrer- verein. M. d. A.-R.-B..Solidarität", 3. Rate 95.—. Skatklub Zicke, ehem. Reigenfahrer der 4. Abt. 6,—. Diener u. gewerbl. Arbeiter der Firma A. Jandorf, Kottbuser Damm 13,—. W. 5,—. Dem Andenken von Max Kayser 1000,—. Tapeziererwerkstatt Kröning 2,25. Plüschweber der Fa. I. Elsbach 6,—. Stockfabrik Alphonse Ludwig iL Komp. 6,—. Tümmler 8,15. Personal d. Buchdruckcrei H. S. Hermann, 4. Rate, darunter N. N. 1,— 113,85. Stein- arbeiter der Firnia Saalburg, Berlin 6,50. Tellersammlung der Drahtarbeiter-Versammlung durch Müller 17,80. V. B., Lichten- berg 5,—. Lotterieverein„Fortuna" 10,—. Arbeiterinnen und Arbeiter des Kaffeerösterei Emil Tengelmann, 2. Rate 11,55. Werk» statt B. u. L. 6,75. Zentralverband der Zimmerer, Bez. Rixdorf, Ueberschuß vom Familienabend 15,—. Langer Heinrich 1,25. Einsetzer der Firma Ernst Mittag, ges. in der Werkstattsitzung am 17� Januar 12,—. Leo P., Groß-Lichterfelde 5,—. Verzichtleistung auf die Entschädigung der Vertrauensleute des Metallarbeiter- Verbandes der Firma A. Borsig. Tegel, für die Konferenz ani 17. Januar 07 15,—. W. G. B. 14, 3. Rate 5,—. Bildhauer von Sponar u. Küpper, Bilzbrausen-Prozente 3,—. U. S. 6,—. W. und 5.—. L. Kl. 14 2,—. Herrenschneider von C. A. Herpich Söhne 20,—. Summa 1415,10 M. Bereits quittiert 14 765,81 M. Summa 16183,41 M. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen- genommen. Knefkalten der Redaktion. Die juristische Tprechstiind« finde« Friedrichstr. 16, Aufgangs, eine Treppe tHandelsstiitte Bellcailiance, Tnrchgang auch Lindenstr. 101), wocheiliäglich von?>/, bis i>>/, Ilyr abends statt. titeösfnet 7 Uhr. ZonnabendS beginnt die eprechflinide lim C Uhr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Merkzeichen deiznfiige». Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man ,n der Sprechstunde vor. <5. B. 15. Nichtwahlberechtigt, wie Sie schon aus der gestrigen Lokalnotiz: Armut entrechtet! entnommen haben werden.— Fr. 737. I. Die Konoentionalstrase, zu der ein Unternehmer.fich für den Fall ver- pflichtet, wenn er höheren Lohn zahlt oder dergleichen, ist ungillig, eine aus Zahlung der Konventionalstrafe gerichtete Klage ist ein strasbarer Er- preffungSversuch. 2. Die Besteuerung ist zutrefiend. Steht, waS in der Regel der Fall, Ihr MietSverUag dem nicht entgegen, so haben Sie sich den Stempel zu teilen.— W. D» Romintenerstrasse. L Nein. 2. Nein. aber wenn Sie es tun, schadet eS nichts. 3. Nach dem Vertrage um'/, 9. — Zwei Streitende Si)i». Bismarck und seine Eltern waren adelig, die übrigen Fragen finden Sie in den in den öffentlichen Lesehallen aus- liegenden KonversationSlexikaS unter Bismarck wahrscheinlich beantwortet. Wir find nicht in der Lage, wegen dieser Fragen nachzuschlagen.— F. M. Sonntag. 1. Ja. 2. Nein.— A. S. 100. 1. Das Amtsgericht ist zuständig. 2. Ja. 3. Nein.— A. R. 777. Nach Ansicht der Wahl- prüsiuigSlommiffion leider ja. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Direktion.(Großhandel.) Rindfleisch la 70—75 pr. 100 Psd., IIa 64-69, nin 58-63, IVa 50-56. Kalbfleisch, Doppelländer 120—135, la 86-95, Na 75-85, Nla 58-72, Holl. 50-58. Hammelfleisch la 68-76, IIa 52—66. Schweinefleilch 56—65. Rehwild la per Psd. 0,00. Na 0,00—0,00. Rolwlld la 0,36—0,47, IIa 0,25—0,30, do. Kälber 0,30—0,50. Damwild 0,40—0,58, do. Kälber 0,40—0,60. Wildschweine 0,40. irischlinge 0,00. Hasen per Stück 2.50—2,70, do. klein und IIa 1—2,40. Kaninchen per Stück 0,60— 0,90. Wildenten per Stück 0,00. Hühner, alte per Stück 1,60—2,90, do. Na 1,00—1,50, do. junge per Stück 1,10—1,60. Tauben per Stück 0,50— 0,85, junge kleine 0,00. italienische 1,00. Enten per«tück 1,70—2,75. Hamburger junge per Stück 0,00. Gänse, Oderbrucher, per Psd. 0,55—0,67, do. Hamburger pr. Psb. 1,00 bis 1,20, Eis. 0,53-0,60. Hechte per 100 Psd. 80-93, groß 66. Zander 0,00, malt 0,00. Schleie, groß 96, unsort. 120—126. Bleie, klein 10—31. Aale, groß 0,00, mittel 0,00, klein und mittel 91. Plötzen, klein 32—36, groß 45—55, 40—43. Karpsen. 10er 0,00, do. 30— 35er 0,00, 50 er 0,00, 80— 100er 0,00. Börse, matt 0,00, do. 0,00. Karauschen 0,00. Bleifffche 0,00. Wels 52. Bunte Fische 00. Amerikanischer Lachs la „euer per 100 Psd. 110—130, do. ll» neuer 90-100, do. Nla neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,25, Danziger, Wall 0,60—0,80. Flundern. Kieler, Stiege la 4—6, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4-5, halbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall JHcIer 3,50—5,00, Stralsunder 6,00. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0.30—1,00. Hein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 3— 4,50, do. Kiste 2,00. Kabliau, p. 100 Psd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 93, lg04er 93, l905er 90, l906er 73—75. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40—44, füll. 38—38, med. 35—42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matje», per»/, To. 60—120. Sardinen, ruff., Faß 50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 6—6, Riesen« 14. Hummern, kleine, per Psd. 0,00. Krebse, per Schock, große 0,00, mittel 0,00, kleine 0,00, unsort. 0,00. Gdlizier, groß 0,00, mittel 0,00. Eier, Land-, per Schock 4,75—5,25. Butter per 100 Psd. la 114-120, Na 110-115, lila 108-112, abfallende 90-100. Saure Gurken Schock 3,50—4,00, Pfeffergurken 3,50— 4,00. Kartoffeln per 100 Pld. 0,00, magnum bonom 2,10—2,25, Dabersche 2,10—2,25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salalkartoffew 6,00—6,00. Spinat per 100 Pfund'12—18. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 2,00—5,00, do. pommersche 5,00—6,00. Zwiebeln roße, per 100 Pfd. 2,50—4,00. do. Keine 2,00—2,50. do. hiesige(Perl-) !,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00. Kohlradi per Schock 0,00. Rettig, bahr., per Schock 2,40— 4,80. Mohrrüben per 100 Pfund 2,50—3,00. Teltower Rüben per 100 Psd. 7—10. Weiße Rüben, große 2—2,50, Keine 6—8. Rote Rüben 2,00—2,50. Blumenkohl Holl, per Kops 0,00. ltal. per Kops 0,18—0,35. Wirfingkohl ver Schock 3.00—6,00. Rotkohl per Schock 3,00-8,00. Weißkohl 100 Psd. 2,00-2,50. Rosenkohl p. 100 Pfd. 15—25. Grünkohl per 100 Psd. 2—4. Schnittlauch 12 Töpse 4—4,50. Kohl- rüden. Schock 2,00—2,50. Kürbis 0.00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 7—16, b»hm. 8—20, ital. 15—25. Aepsel, per 100 Psd., hiesige 6—22, Graoenstewer 0/10. Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32-60, Amerik. 11—30. Zitronen. Messina, 300 Stück 8,00-10,00, 360 Stück 8.00-9.00, 200.lstück 9-13. Apselsinen, Jaffa, per Kiste 0—00, Murcta 200er Kiste 7-A), do. 300 er 8—11, Valencia 420er Kiste 13-13,00. da. 714er 18-20, Mesflna, Blut» 100 er 10, do. 150ec 10,50, do. 80er 9,50. " Kotdeutsehlan� Aufstieg" Wahlkampf-Üieder von C. jX Scauola. Preis«O Pf. Porto 3 Pf. Kampfgedichte— Siegesgadiohte, für den WahlVampf begeisternde Kampfrufe sind in dem hübschen, soeben ausgegebenen WerVchen enthalten. C. M. Scävola, der den Aroeitem durch seine Dichtung:„12 Jahre der Verbannung" oder„Des Ausgewiesenen Heimkehr" bestbekannte Dichter legt seine, im Laufe der letzten 18 Jahre entstandenen Kampflieder zusammengefaßt der jungen Qeneration vor, die jetzt zum erstenmal in die Wahlsonlacht zieht. Zum feurigen Ansporn sollen soine Lieder dienen, zu Kampf und Sieg den jungen Nachwuchs führen, auf daß dieser sich der alten Garde, die schon unter dem Schandgesetz geblutet hat, würdig erweise. Zu beziehen durch: Baehhandlnn«; Vorwärts, Berlin 81V. 68 sowie durch sämtliche Parteisp editionon. ßafe Sei an der ftidder Nene Koßstr. 2* der Alten lakob- StraBe. Warme u. füte Speisen u. Getränke zu jeder Tageszeit. VorzBgl. Mittags- tisch 60 Pf. 3 Billards(mit Kerlau. bände) Stunde 40, abend» 60 Pi. Zeitungen u. Journale gr. Auswahl. Teilzahlung monatlich 10 M. Ilesere Herren-Garderobe nach Maß(billigste Preise). 1 Tomporowsld Nähe Belleallianceplatz. Kasse 10«,. billiger. 34022« 'verantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für'de> Inseratenteil verantw.: Th. Glvcke» Berli« Druck u. Verlag:VorwSrt> MuÄdruckerei u. BerlagSanstalt Paul-arider& Co.. Berlin SlSt. Nr. 17. 24. Jahrgang. 5. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sontag, 20. Januar 1907. Gerichts- Zeitung. Zur Plakatjagd. vorher genossenen alkoholischen Getränke gestanden zu haben scheint, von der Verhängung einer Freiheitsstrafe Abstand genommen und den Angeklagten zu 500 Mt. Geldstrafe verurteilt. Gegen dieses milde Urteil legte der Angeklagte noch Berufung ein, die gestern von der Strafkammer als gänzlich abwegig verworfen wurde. Die§§ 10 und 41 des preußischen Preßgefeßes von 1851 sollte der Lagerhalter Danziger vom Konsumverein für Berlin und um gegend dadurch übertreten haben, daß er in der Bankower. VerkaufsHaftung des Herrn Grafen als Automobilführer. stelle ohne polizeiliche Erlanbnis ein Plakat angeschlagen oder anDer Graf zu E., Oberleutnant des II. Garde- Ulanenregiments Sie Voraussetzung der Anwendung der§§ 10 und 41 des genannten Gegeheftet habe. Das Landgericht sprach ihn jedoch frei, da in Berlin, hatte am 27. März 1904 einem Rennen in Strausberg setzes( in der durch§ 30 des Reichspreßgesezes erhaltenen Fassung) die Schadensersatzanspruch außerhalb des Unfallversicherungsgesehes. bei Berlin beigewohnt und benutzte für 10 Mark pro Stunde eine Deffentlichkeit des Aushanges oder der Anheftung des Automobildroschte, um zu einem Diner nach Potsdam zu gelangen. Welch' beträchtlich höhere Summen durch den Kläger in einem Auf seine geäußerte Befürchtung, daß er das Diner nicht mehr er- Plakats sei, diese hier aber verneint werden müsse, weil nur Schadenersatzprozeß zugebilligt werden müssen, als in Unfallsachen reichen würde, antwortete der Automobilbesiker und Chauffeur D., Mitglieder des Konsumvereins zum Geschäft Zutritt hätten und Arbeitern, lehrt wiederum nachstehender vom Reichsgericht entim Laden Anwesenden schiedener Prozeß. daß es noch möglich sei. Die Fahrt ging nun in rasender Ge- das Plakat nur von den schwindigkeit. Das Kammergericht als Als die beiden Insassen des Automobile innerhalb hätte gesehen werden können. Als am Sonntag, den 7. Dktober 1900, abends furz nach 61% Uhr, der Ortschaft Glienice zwei Radfahrer auf der Chaussee bemerkten, Revisionsinstanz hob dieser Tage das Urteil aber der von Schlierbach gekommene Lokalzug 16a auf freier Strede die abgestiegen waren, um ihre Laternen anzuzünden, äußerte der auf und verwies die Sache zu nochmaliger vor dem Einfahrtssignal der Station Karlstor angehalten hatte, an das Land damit die Schaffner Chauffeur zu dem Grafen:" Nun sehen Sie doch, wie die uns schita- Verhandlung und Entscheidung welche, wie es bei dem Lokalverkehr auf der nieren." Er setzte aber trotzdem die schnelle Fahrt fort und fuhr gericht zurück. Es führte aus: Die vom Landgericht aus fraglichen Strecke üblich war, die Fahrkarten im Zuge selbst an hierbei den Werkmeister Schaumburg aus Steglis tot, als dieser einen tatsächlichen Feststellungen gezogene Folgerung, es liege kein das Publikum verkauften die Ausgabe der Fahrkarten in dem übernach links schreiten wollte. Die Hinterbliebene Witwe nebst drei öffentliches Anschlagen oder Anheften vor, sei nicht bedenken- füllten Zuge beendigen konnten, fuhr nach etwa 2 Minuten der minderjährigen Kindern flagt mun gegen den Grafen E. auf frei. Es gebe Vereine, deren Mitgliederzahl so groß und deren Personenzug 126a von Schlierbach her auf demselben Gleise Schadensersatz von vierteljährlich 300 Mart Rente. Wasam fühlt Zusammenhang so lose sei, daß man nicht sagen könne, die durch auf den Lokalzug auf. Es wurden über 100 Personen ver sich der Herr Graf, der 10 Mart pro Stunde für ein Auto ausgeben die Mitgliedschaft nach außen gezogene Grenze schließe die Annahme lezt und sieben getötet. Der Kläger diefes Rechtsstreites, fann, nicht von selbst zur Entschädigung der Unglücklichen ver- der Deffentlichkeit seiner Veranstaltungen und Institutionen aus. der Steinbrecher., erlitt hierbei außer anderen leichteren pflichtet und läßt mit solchem Rechtsstreit erst die deutschen Gerichte Das müsse das Landgericht bei der nochmaligen Nachprüfung berüc Wunden eine Verlegung an der Stirn, eine Zerreißung der rechten sich befassen? Die Wittwe behauptet, daß der Beklagte den Chauffeur fichtigen. Dabei werde dann auch zu beachten sein, ob nicht auch Armbeuge und einen Bruch von drei Rippen. Im Krankenhause ertra zum Schnellfahren durch Zusicherung eines hohen Trinkgeldes außer den Mitgliedern deren Angehörige zur Verkaufsstelle Zutritt traten bei ihm eine Rippenfellentzündung ein und später im Laufe angespornt und ihn in Ansicht der Gefahr nicht zum Langsamfahren hätten. Das würde ein weiteres Moment zur Beurteilung der Frage der Behandlung geistige Störungen auf; er wurde in die Universitätsaufgefordert habe. Auch andere Personen, die ebenfalls zu derselben der Deffentlichkeit sein. irrenklinik aufgenommen und späterhin( 1904) in die Heil- und PflegeZeit die Chaussee benutzten, seien nur mit knapper Not der Gefahr, Wann werden endlich die polizeistaatlichen Plakatplacerei- anstalt Emmendingen verbracht. Nach dem Ausspruche der Aerzte überfahren zu werden, entgangen, so der Rendant Wilde und Frau vorschriften fallen? ist er unheilbar geisteskrank. Der Kläger und seine Vertreter verund der Pausanstaltsbesizer Trayel und Frau. Beide schäßen die langen von dem badischen Eisenbahnfiskus eine jährliche Rente Geschwindigkeit des Automobils auf 60 Stilometer in der Stunde. Bon der fofortigen Entfernung" gemäß§ 6 des Vereinsgesetzes. bon 1800 m. seit dem 1. März 1902 fowie eine ein= Auch der Begleiter des Verunglückten, Schriftseter Blumenberg, Nach Auflösung einer Holzarbeiterversammlung im Zimmer A malige Entschädigungssumme von 20000 M. für habe gleichfalls in großer Lebensgefahr geschwebt, wie auch ein des Roßberger Gewerkschaftshauses begaben sich die Teilnehmer den immateriellen Schaden(§ 847 Absaz 1 des Musifeleve Paul Müller und dessen Begleiter, die ebenfalls auf der unter Führung des Einberufers Dietrich in das unmittelbar daneben Bürgerlichen Gesezbuches). Chaussee geradelt hatten. Ein Signal mit der Huppe habe man gelegene Zimmer B, von wo sie dann auch polizeilich vertrieben Das Landgericht Heidelberg verurteilte den Beklagten zur nicht gehört. Der Beklagte selbst gibt zu, daß das Automobil mit wurden. Dietrich wurde wegen Uebertretung des§ 6 des Vereins- Bahlung einer jährlichen Rente von 600 M. und wies die Mehreiner Geschwindigkeit von zirka 25 Kilometer in der Stunde gefahren gefezes angeklagt, weil er sich nach der Auflösung der Versammlung forderung des Klägers ab. Auf die Berufung der Kläger vers sei. Dies bestreitet jedoch der Chauffeur, indem er nur 15 Kilonicht sofort entfernt habe. Das fofortige Aufsuchen des urteilte das Oberlandesgericht Karlsruhe den Be meter als Fahrgeschiwindigkeit pro Stunde angibt. Das gleiche Geschwindigkeitsmaß gibt ein Major v. Hofmann an, der bei einem Zimmers B sah die Anklage nicht als" Entfernen" im Sinne des flagten zur Zahlung einer Jahresrente von 1000 M. und §6 des Vereinsgesetzes an. Gange durch den an die Chaussee grenzenden Garten des Prinzen jedoch frei: Das Zimmer A sei nach Ingebrauchnahme durch die 20000 M. dem Grunde nach für berechtigt. Das Landgericht Beuthen sprach ihn erklärte auch den weiteren Anspruch auf die Friedrich Leopold von Preußen das fragliche Automobil an der Bersammlung zu dem Versammlungsraum geworden. Wenn Gartenpforte vorüberfahren gesehen haben will. Gegen dieses Urteil hatte der beflagte Fiskus Revision Das Landgericht und das Kammergericht Berlin entnahmen D. nach der Auflösung aus diesem Zimmer sofort in das eingelegt. Diese wurde jedoch vom VI. 3ivilsenat aus den Zeugenaussagen, daß das Automobil mit einer das zu- Zimmer B ging, so habe er damit sich sofort entfernt" und dem des Reichsgerichts zurüdgewiefen und das oberDas ReichsDie Revision der Staats- landesgerichtliche Urteil bestätigt. lässige Maß von 15 Kilometer in der Stunde erheblich übersteigenden§6 des Vereinsgesetzes genügt. wie das Berufungsgericht davon aus, daß Geschwindigkeit gefahren ist. Das Landgericht tam zu einer Ver- anwaltschaft wurde dieser Tage vom Kammergericht mit fol- gericht geht urteilung des beklagten Diner- Grafen, weil er es unterlassen hat, gender Begründung verworfen: Das Landgericht habe ohne der badische Eisenbahnfiskus dadurch, er daß die Züge bei Ansicht der Gefahr das schnelle Fahren des Chauffeurs zu rügen, Rechtsirrtum festgestellt, daß kein Verstoß gegen§6 des Vereins- auf offener Strede trotz freier Fahrt halten ließ, nicht die was seine Pflicht war. Dahingegen erklärte das Kammergericht gefezes vorliege. Ein solcher würde dann allerdings vorliegen, im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet habe. Das so Berlin die Haftpflicht des Beklagten für ausgeschlossen. Das wenn die Vorinstanz festgestellt hätte, daß der zweite Raum von der badischen Eisenbahnverwaltung geduldete und geförderte Kammergericht führte aus, daß ein Fahrgast, der sich von einem den Versammelten auch schon zur Verfügung gestanden habe, bevor Verfahren habe in Widerspruch gestanden mit dem§ 42 der damals gewerbsmäßigen Fuhrwertienter fahren lasse, sich nicht um dessen die Auflösung erfolgt war. Das Landgericht habe hier indessen das geltenden Fahrdienstvorschriften für die großherzoglich badischen Borsichtsmaßregeln und die im Verkehr erforderliche Sorgfalt zur Gegenteil festgestellt. Deshalb scheitere die Revision der Staats- Eisenbahnen, welche genaue Einhaltung des Fahrplans verlange, Verhütung von Unfällen fümmern brauche.( Die Zusicherung eines anwaltschaft. und fei gefährlich gewesen. Darauf, daß die Vorschriften über die Trinkgeldes war nicht erweisbar.) Es gibt jedoch, bestimmt durch Einhaltung des Stationsabstandes( das Zugmeldeverfahren) von den Betriebsbeamten jederzeit pünktlich erfüllt würden, habe sich die die reichsgerichtliche Judikatur, zu, daß der Fahrgast, der eine drohende Gefahr für andere bemerke, auch die Pflicht habe, auf Verwaltung nicht ausschließlich verlassen dürfen, sie habe vielmehr seine Kutscher oder Wagenlenter zur Vermeidung von Unfällen einmit der Möglichkeit eines Fehlers rechnen müssen. Alle anderen zuwirken, und daß er sich gemäß§§ 276/823 des Bürgerlichen deutschen Eisenbahnverwaltungen hätten das in Baden eingehaltene Geſetzbuches schuldig mache, wenn er gefährliche Situationen ohne Verfahren gemieden. Die Sorgfalt, welche diese Verwaltungen Widerrede dulde. Jedoch verneint das Kammergericht in diesem ausnahmslos aufwendeten, sei deshalb die im Verkehr erforderliche Falle eine Kausalität zwischen dem Unfall und dem seitens des und die als verfassungsmäßig berufenen Vertreter des Beklagten in Beklagten unterlassenen Verbote, da der Unfall erst durch das im Betracht kommenden badischen Beamten hätten durch Außerachtlegten Augenblick erfolgte Abbiegen des Automobils erfolgt sei, lassung jener Sorgfalt fahrlässig gehandelt und dadurch die Körperwelches den Zweck hatte, dem Radfahrer auszuweichen, und das der verlegung des Klägers mitverschuldet. 1. Die Eisenbahnverwaltung Beklagte nicht voraussehen konnte; wie ebensowenig der Chauffeur hat in der Revision geltend gemacht, daß die Wahrscheinlichkeit, der oder der Beklagte voraussehen konnten, daß der Radfahrer im Stationsabstand würde nicht eingehalten und dadurch ein Zusammenselben Augenblick nach links schreiten würde. stoß herbeigeführt worden, sehr gering sei und daß es keine Fahrlässigkeit sei, mit solchen Versehen der Beamten nicht zu rechnen. Das verwirft jedoch das Reichsgericht. Es führt noch weiter aus, daß der beklagte Fiskus eine von dem Betriebsinspektor in Heidelberg zugelaffene Betriebseinrichtung nach Maßgabe der§§ 31, 89 des Bürgerlichen Gesetzbuchs privatrechtlich zu vertreten habe. Wenn das Verfahren des Betriebsinspektors ein fahrlässiges war, so würde die Verantwortlichkeit des Beklagten für die Handlungsweise des Betriebsinspektors der Bahnbehörde nicht dadurch ausgeschaltet, daß dieses Verfahren des Betriebsinspektors der Bahnbehörde bekannt wor und von dieser geduldet wurde. Der Majestätsbeleidigungsparagraph wurde gestern gegen einen Arbeiter" Paul Bloczinowska in Anwendung gebracht, der bereits 22 Jahre im Zuchthaus zugebracht hat. Der Angeklagte verrichtet zur Zeit Zwangsarbeit in Rummelsburg. Der Aufenthalt daselbst scheint ihm nicht sehr zu behagen und er sehnte sich nach einem Domizilwechsel. Aus diesem Gesichtspunkte hat er wohl die Eingabe an den Kaiser geschrieben, in welcher er sich über angebliche Vorenthaltung ihm gehöriger Gelder beklagte. In dem Schriftstück war eine ganz massive beleidigende Aeußerung über die Person des Kaisers enthalten. Der Staatsanwalt beantragte 9 Monate, der Gerichtshof erkannte auf 1 Jahr Gefängnis. Man sollte eigentlich annehmen, daß ein solcher Mann überhaupt niemand beleidigen könne. Dieser engen Auffassung des Kausalzusammenhanges vermochte Einer verwerflichen Attacke auf eine anständige Frau hat sich anläßlich der seitens der Kläger geltend gemachten Revision bas Reichsgericht aber nicht beizutreten. Es gab vielmehr den Re- der Kaufmann Wilhelm Schroeber schuldig gemacht, der gestern visionsangriffen statt, welche ausführten, daß es nicht darauf anfam, unter der Anklage der Beleidigung und Körperlegung vor der 4. dem Chauffeur zu befehlen: rechts oder links zu fahren, sondern Straffammer des Landgerichts II stand. Am 2. September v. J. daß der Beklagte, als er mit dem Chauffeur in einer Entfernung früh 6½ Uhr stand die Friseur- Frau R. auf einem Geschäftsgange von 100-150 Meter der Radfahrer ansichtig wurde, den Chauffeur an der Potsdamer- und Stegligerstraßenecke einen Augenblick still, ermahnen mußte, im allgemeinen langiamer zu fahren und zwar als sich der Angeklagte ihr mit unfittlichen Anträgen näherte und dies um so mehr, als er wußte, daß der Chauffeur nur in seinem, fie gleichzeitig in unschicklicher Weise berührte. Die Belästigte war des Grafen Interesse die rasend schnelle Fahrt ausführte. Infolge- über diese Rüpelei empört, berbat sich entschieden ein solches Gedessen wurde das Urteil des Kammergerichts aufgehoben, und die Sache baren und machte den Angeklagten darauf aufmerksam, daß er nochmals zur Prüfung über diesen Punkt an das Kammergericht zurüd- eine anständige Frau vor sich habe und sich ob seines Betragens verwiesen.( Aft. Z. VI. 181/06.) Es wäre nur wünschenswert, schämen solle. Hierüber wurde der Angeklagte so wütend, daß er wenn die Haftung für Automobilfahrer nach dem Bürgerlichen die Frau mit der Faust auf den Kopf und mit seinem Stock in die Gesetzbuch aufs strengste geahndet würde, um so mehr, da es nun| Beine schlug. Sie hat einige Verlegungen davon getragen und der mit dem Zustandekommen eines ausreichenden Automobilgefeßes Arzt konnte das Vorhandensein einer ganz leichten Gehirnernoch gute Wege hat. Bekanntlich häufen die Autoklubleute Petition schütterung bei ihr feststellen. Obgleich es sich also um eine grobe auf Betition, um jeder Haftung des Automobilfahrers und des Ausschreitung auf der Straße handelte, hatte das Schöffengericht, Automobilbesikers zu entgehen. wohl mit Rücksicht auf die bisherige völlige Unbescholtenheit des Angeklagten, der noch unter den Nachwirkungen der in der Nacht Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pig. 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