Nr. 18. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pranumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Boft. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat Eingetragen in die Bost- Beitungs Breislifte. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Poftabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Criclat täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 60 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlafftellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für givei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 lihe nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernbreder: Amt IV. Nr. 1983. Dienstag, den 22. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernfbrecher: Amt IV. r. 1984. größeren englischen Städten der Arbeiter überhaupt keine den Vorsitzenden des Reichslügenberbandes. Fürst Steuerbelastung der deutschen bieten Kommunaliteuern. Die Lokalſteuern( die„ Rates Bülow hat keinen Erfolg gehabt. Er fonnte feinen Erfolg haben. und der englischen Arbeiter. 4 Personen besteht. II. und„ Tares") werden vom Hausbesitzer erhoben und in die weil seine Rede aller Schlager entbehrte und nicht die fleinste Miete hineingerechnet. Es läßt sich deshalb auch nicht be- Sensation enthielt. Herr Dernburg ist ihm auf diesem rechnen, was der englische Arbeiter bezahlt. Durchweg sind Gebiete entschieden über. Seitdem Dernburg bewiesen hat, aber die ihm angerechneten Lokalsteuern beträchtlich niedriger daß Büchmann- Bitate wohlfeil wie Brombeeren find, scheint der als in preußischen Städten. Reichstanzler fein Gewicht mehr auf das gitieren zu legen. Aber • " Er Außerdem sind in der obigen Aufstellung nicht die Herr Dernburg hat ihm auch alle 8 ahlen vorweggenommen. So Wie verschieden durch die im ersten Teil dieses Artikels 3ölle für Industrie produkte berücksichtigt, die enthielt die Rede Bülows nichts, als die ödesten und abgebrauchteſten geschilderte englische und deutsche Zoll- und Steuergesetz der vorhin erwähnte Arbeiter beim Ankauf solcher Erzeugnisse Gemeinpläge, als die tristeste Wiederholung all der abgegriffenen gebung die Haushaltung der Arbeiter belastet wird, zeigt die mitbezahlt hat; ferner sind verschiedene Kolonialwaren fort- Redensarten, die in der Ordnungspresse seit Wochen zu Tode gehetzt nachfolgende Berechnung, der wir die sorgfältigen Ausgaben geblieben, von denen in dem betreffenden Haushalt nur worden sind. nachweise eines Berliner Arbeiters, eines Buchdruckers, zu geringe Wengen verbraucht wurden, und schließlich sind viele Ganz ohne eine Klassische Anleihe vermochte der geistreiche Stanzler grunde legen. Auch das statistische Amt der Stadt Berlin der Zollfäße zu gering angefekt, z. B. beim Fleisch, bei dem des kolonialen Wafferkurses allerdings nicht auszukommen. hat im Jahre 1904 eine Reihe Arbeiterhaushaltsrechnungen die Steuerbelastung nur mit 13% Pf. pro Pfund angerechnet begann wieder mit einem Goethefchen Wort: Was ist Deine veröffentlicht; fie leiden aber für unseren Zweck an dem Fehler, daß in ihnen nur die gekaufte Warengattung und der ist. Tatsächlich wird aber das Fleisch den Arbeitern nicht Pflicht? Die Forderung des Tages." Die geistigen Führer der Fehler, daß in ihnen nur die gekaufte Warengattung und der dafür verausgabte Betrag angegeben ist, nicht das Gewicht der Einfuhrerschwerungen um mindestens 20 Pf. pro Ernst von Wildenbruch und der Bliglichtphotograph Schillings( Herr dafür verausgabte Betrag angegeben ist, nicht das Gewicht nur um den Zollsaß, sondern infolge der Grenzsperren und Ration, d. H. die Herren Anton von Werner, Friedrich Dernburg, oder Maß der gekauften Waren. Dagegen hat der Arbeiter, Pfund verteuert, wie wie ein Blick auf die englischen Schillings, der so hübsch Raubtiernachtszenen photographiert hat und aus dessen Budget wir die nachfolgenden Verbrauchsziffern entnehmen, so weit er es vermochte, auch die Gewichts- und Fleischpreise, z. B. die Londoner Preise, lehrt. Selbst in bei der Entbedung des lugen Sans" eine so hervorentnehmen, so weit er es bermochte, auch die Gewichts- und der Weihnachtswoche, in der ausnahmsweise viel Fleisch ge- ragende Rolle spielte, gehört übrigens noch nicht zu den letzten Maßzahlen hinzugefügt. Bemerkt sei noch, daß es sich um einen qualifizierten Arbeiter handelt, der in dem betreffenden kauft wird, und deshalb das Fleisch in London gewöhnlich dieser geistigen Führer der Nation!) wurden von dem Reichskanzler Jahre( 1906) 1950 m. verdiente und dessen Familie aus um 5 bis 10 Pf. pro Pfund steigt, foftete auf dem Zentral- aufgefordert, für die Erfüllung dieser Forderung des Tages" ein fleischmarkt von Smithfield, der für London maßgebend ist: zutreten. pro engl. pro deutsches Diese Forderung des Tages wurde dann von dem Reichskanzler Pfund Pfund mit einer geistigen Dede vorgetragen, die mit der landschaftlichen 60-67 f. Dede unseres herrlichen Südwestafrikas wetteiferte. Der Reichs53-58 tag, erklärte Bülow, sei aufgelöst worden, weil das Zentrumt die Truppenstärke für Südwestafrika von einem bestimmten Termin ab auf 2500 Mann 84 reduzieren gefordert habe. Der Reichskanzler besitzt zwar nicht die glühende Phantafic des Herrn Dernburg, aber er fopiert wenigstens dessen Gedächtnisschwäche. Der Reichskanzler müßte ganz genau wissen, daß das Zentrum sich nicht auf die 2500 Mann fapriziert hatte, sondern daß es nur, Vorbereitungen" getroffen sehen die durch wollte, die Zahl der Schußtruppenmannschaften Tausende bon Polizeimannschaften erfekt wer ben sollten auf 2500 Mann herabzusetzen! Wohlverstanden, diese Preise sind den offiziellen Reichstanzler auch, als er pathetisch erklärte, das Zentrum habe ge Notierungen, dem„ Meat Trades' Journal"( Fleisch- Handels- demütigt werden müffen, weil es schon im Frühjahr 1906 die Fordeblatt), entnommen, der zuverlässigsten Quelle. Die höheren rung des Bahnbaues im Kriegsgebiet zu alle ge Preisangaben der Junkerpreise sind erlogen. Um dafür den bracht habe. Der Herr Reichskanzler follte doch wenigstens Beweis zu liefern, erklären wir uns bereit, Personen, die sich wissen, daß sich damals unter unter denjenigen denjenigen Parteien, für die Londoner Preise interessieren, die betreffenden den fraglichen Bahnbau ablehnten, außer Sozialdemo Notierungen in den nächsten Tagen( nachmittags von 4 bistratie und Bentrum auch der Freifinn befunden hat, der der 5 Uhr in der Redaktion) im Original vorzulegen. Was hat nun dieser Berliner Arbeiter an Zöllen, Verbrauchs- und direkten Staatssteuern( die überall verschiedenen Kommunalsteuern bleiben außer Betracht) zu leisten, und welchen Steuerbetrag zahlt demgegenüber sein genau das gleiche Warenquantum verbrauchende englischer Arbeitsfollege? Die Antwort gibt folgende Tabelle: 44 kg Rind, Ralb- u. Hammel Steuerbelastung 51-6 614-614 indfleisch, bestes schottisches 6-7 Bence englisches bestes amerikan. ( von in England geschlachteten Rindern) Rindfleisch, amerikanisches gefrorenes, b. Hinterviertel 5-6% Borderviertel 3-4 Sammelfleisch, bestes schottisches. 51-60 48-60 H " 32-38 は " 63-8 64-76 # 09 des deutschen Arbeiters M. englischen Arbeiters 902. englisches. holländisches 61-71 60-70 " " . Stalbfleisch, gutes englisches Schweinefleisch, bestes englisches. holländisches 51-61 7-8 53-60 " " 9 " 9 6-71 514-684 67-76 58-70 " " " 51-64 " fleisch. 45 20 Schweinefleisch 139 kg 37,53 19 Sped. 0,27 2 Fleischfett 42 Wurstwaren 31/2" amerikan. Schmalz zum Braten -85 230 Schwarz- u. Graubrot girla 2 dz Roggen a 5, 12,50 156 Weißbrot( täglich für 20 f. Schrippen und Bärmbrötchen) girta 184 dz Weizen a 5,50 9,62 14 糖 Weizenmehl 20 kg Storn 1,10 13 Staffee 17 kg Rohlaffee 0,40 6,80 per Pfd. 5 Malztaffee. 0,40 2, . 2 Bence 37 D Buder 9 pro dz 18,80 6,96 pro 8tr. 4 Sh 2d f 48 Butter B • 8% 0,20 9,60 0,30 1,85 " 9 0,15 <-, 60 4 " Räfe Säfe 4½ kg 32 Mandeln Eier= 25 kg 3 kg Statao 13 Salz. Reis 糖 4 2 1 • • 240 Liter Bier( im Haushalt, Ge.2 f.<-, 50 8,54 Eine wunderliche Gedächtnisschwäche berriet ber die Sieht man alle diese nicht berücksichtigten Belastungen zeitige Verbündete der Kolonialutopisten, Fleischwucherpatrioten und mit in Betracht, dann ergibt sich, daß der deutsche Arbeiter Staatsstreichschwärmer! Wäre also Fürst Bülow an der damals ungefähr fünfmal so hoch besteuert ist als der englische Arbeiter. 00 schon angeblich beabsichtigten Tat einer Reichstagsauflösung nicht durch seinen Ohnmachtsanfall gehindert worden, so hätte er damals außer dem Zentrum auch noch den Freifinn in die Wüfte fchiden müssen! die Wenn demnach die Liberalen und Agrarier sich auf EngWas wäre unter diesen Umständen aus der wunderbaren Parole 3,24 land berufen und den deutschen Arbeiter des Mangels an „ Nationalgefühl" beschuldigen, so ist das nichts als Schwindel. geworden, die diesmal der Reichskanzler ausgegeben hat, eine Wollen die Kapitalisten Weltpolitit treiben, dann mögen sie fonservativ- liberale Politik zu treiben. Freilich, was der damalige auch die Kosten dieser Politik übernehmen; nicht aber, wie in Ohnmachtsanfall verhinderte, werden auch die schönsten Reden Deutschland, zum eigenen Vorteil dem Volk die Nahrungs- des Herrn Dernburg und die posthumen Lesefrüchte des sther) 0,55 mittel maklos verteuern und dann auch noch von den arbeiten. Herrn Bülow nicht erreichen können: eine Politik zu inden Schichten verlangen, daß diese die Kosten der lediglich augurieren, der agrarischen Boltsgleicherweise auf und der freifinnigen Volksbeschwatzung dem kapitalistischen Interesse dienenden Welt- und Kolonial- ausplünderung politik decken. Es werden nur wenige Wochen nach dem Zusammen Es ist nicht nur ein sehr billiger, sondern sogar ein tritt des neuen Reichstages vergehen und der durch die Wahl für sie recht profitabler Patriotismus", den sich im dezimierte Freifinn wird ohnmächtig an die Wand gedrückt sein, neuen Deutschen Reich die„ Edelsten und Besten der während die agrarischen Freibeuter wiederum mit den Nation" und die mit ihnen verbündeten großindustriellen 8entrnmsagrariern und Boltsverbummern die alte Schutzöllner leisten. Sie bewilligen zwar groß- Mehrheit hergestellt haben. B 0,20-, 60 p.gentner) 9 Sh 0,08 1,04 • 0,04 -, 16 Reisgries . 0,12 , 24 Sago 0,15 22 schäft und im Wirtshause a 4 Pf. 9,60 48 kg Petroleum a 6 Pf. 2,58 255 Stüd 8igarrren a 5 Pf. = 1,3 kg Zabat 0,85 1,12 pro Barrel 7 Sh 9 d engl. Pfd. 3 Sh M. 104,47 Breußische Einkommensteuer. 31, 9. 185,47 11,75 8,80 32,88 32,88 Der betreffende Berliner Arbeiter bringt also 135,47 m. Steuern auf, der englische nur 32,88 M. Demnach ist der Berliner Arbeiter über viermal so hoch belastet wie der englische. Eine neue Bülow- Pleite. runt. Бер mütig der Regierung die Kosten für die Fürst Bülow kam schließlich auch auf die Sozialdemo Flotten und Kolonialpolitit, doch die Kosten tratie zu sprechen. Er wiederholte die abgedroschene reichsverbändaufzubringen, das überlassen sie der arbeitenden Volksmasse. lerische Lüge, daß die großen sozialpolitischen Reichsgefeßze ohne die Zustimmung der Sozialdemokratie zustande getommen feien. So gut wie ein reichsverbändlerischer Diätar sollte auch der Kanzler des Deutschen Reiches wissen, daß die Sozialdemokratie nur dann gegen die sozialpolitischen Gefeze gestimmt hat, sofern alle weitergehenden Anträge der Sozialdemokratie von den die Interessen der profithungrigen Der Reichskanzler hat am Sonnabend den Vorsprung, Unternehmer vertretenden Parteien abgelehnt worden waren. Fürst den Herr Dernburg ihm abgewonnen hat, nicht einzuholen Bülow, der in seinen Ladschuhen ja gern in die Fußtapfen des Allerdings fließen die obigen 104,47' M., um die dem vermocht. Während Dernburg die ganze Wissenschaft hinzureißen Stüraffierstiefels tritt, follte wissen, daß selbst ein Fürst Bismarc Seutschen Arbeiter sein Verbrauch an Nahrungs- und Genuß vermochte, und wenigstens 10 Proz. des zur zweiten Versammlung erklärt hat, daß auch das„ bißchen Sozialreform", das Deutschland mitteln verteuert wird, nicht sämtlich in die Staatskasse. Von geladenen industriellen und Börsenkapitals durch seine verblüffenden von der Arbeitertlaffe abgerungen worden ist, nicht diesem Betrag erhält der Staat vielmehr nur einen geringen Solonialprospekte bezaubern fonnte, hat fich Fürst Bülow damit egiſtierte, wenn nicht die Sozialdemokratie als brohender Mahner Teil. Den weitaus größten Teil steden die ländlichen Grund- begnügen müffen, bei dem 15 Mark- Diner vor ganzen 75 Teil hinter den Plusmacherparteien gestanden hätte! Richtig ist allerdings, daß die Sozialdemokratie feine„ positive befizer in die Tasche, deren Einkünfte durch die nehmern sein grandioses politisches Programm zu entwideln. Landwirtschaftlichen Schutzölle fünstlich auf Die erlauchte Versammlung war wunderbar gemischt. Neben Arbeit" in dem Sinne der Forderung des Tages" geleistet hat, Kosten der großen arbeitenden Volksmasse erhöht einer Reihe von Profefforen hatten sich auch etwelche Minister ein wie Fürst Bülow das Goethesche Wort zu interpelliren beliebte. Dic werden, so daß man im gewissen Sinne, von einer Erhal- gefunden. Neben Herrn Anton b. Werner war Herr Mag Sozialdemokratie fühlt sich frei von der Schuld, niemals etwas zu tung der ländlichen Grundbesser auf Volfsfoften sprechen Siebermann erschienen; neben Ernst v. Wildenbruch, der abenteuerlich phantastischen Weltpolitik beigetragen zu haben, fann: eine spezielle Art der Wirtschaftspolitik, die ebenfalls bem Ritter des roten Adlerordens 4. Klaffe, faß Herr Ludwig die uns in Europa, in der ganzen Welt isoliert hat. Die SozialEngland nicht fennt, denn was der Steuerzahler dort an Fulda; neben Herrn Nathenau, diefer feinsten Blüte der demokratie ist frei von der Verantwortung für das ostasiatische Staatssteuern entrichtet, das fließt nach Abzug der Erhebungs. töniglichen Kaufleute, faß der Blißlicht- Afrikareisende Schilling 8. Kriegsabenteuer wie für den endlosen füdwestafrikanischen Kolonialkrieg. und Verwaltungskosten rein in die Staatskaffe. Stura, es war eine wunderlich aufammengewürfelte Gesellschaft, eine Sie ist es auch nicht gewesen, die im Maroffofonflitt die Katastrophe Die Steuersumme, mit welcher der Berliner Arbeiter geradezu puzige Repräsentation der kapitalistischen und geistigen eines Weltkrieges heraufbeschworen hat; fie trägt so wenig die Verbelastet ist, erscheint hoch, dennoch umfaßt sie noch lange Elite" Deutschlands. antwortung für die Heldentaten der deutschen Flotte gegennicht dessen Gesamtsteuerbeitrag. Zunächst fehlt die Kom- Die Rebe Bülows felbst wurde von den 75 Personen dank des über der Regerrepublik aiti und bem venezulanischen Präsidenten munalsteuer, die, da Berlin 100 Broz. der staatlichen Ein- 15 Mart- Diners awar mit lebhaftem Beifall" aufgenommen; allein Castro wie gegenüber der jammerbollen Bauch rutscherei tommensteuer erhebt, für den vorhin erwähnten Arbeiter sich irgend welch lebhafteren Widerhall hat diese Rede noch viel weniger vor den frechen Anmaßungen des zaristischen Kosakentums an unserer ebenfalls auf 31 M. stellt. Dagegen zahlt in den meisten gefunden, als das famofe Silvesterpunsch Manifest an öftlichen Grenze! Doch es wäre müßig, sich mit den seichten Redensarten des Reichskanzlers in einer so ernsten Situation, wie der gegen- wärtigen, länger beschäftigen zu wollen. Wäre Fürst Bülow nicht Reichskanzler, sondern Diätar des Reichsverbandes, die Tage seiner Bcamtrnhcrrlichkeit wären gezählt! Generalleutnant Liebert, der Protektor der Streikbrecher, würde schwerlich einem Redner von den einschläfernden Talenten eines Bülow täglich die üblichen 20 oder 30 M. aussetzen! Zum Glück aber ist Herr Liebert nicht Auftraggeber, sondern Beauftragter des Fürsten Bülow. Am 23. Januar wird das deutsche Volk sprechen! Dann kann Fürst Bülow seinen Schmerz abermals am Busen des General- leutnant Liebert ausweinen I Sahlkamps. Amtliche Wahlagitation. In sächsischen Amtsblättern konnte man dieser Tage eine wörtlich übereinstimmende Aufforderung an die Wähler lesen, die etwa besagt, daß Wählen pairiotische Pflicht eines jeden Staatsbürgers sei und daß derjenige, der von der Walurne fern- bleibe, sich am Vaterland versündige und seinen Anspruch auf bürgerliche Achtung verwirke. Durch eine wahrhaft gött- liche Eselei des Amtsblattes für die Amtshauptmannschast Meißen und den Stadtrat zu W i l s d r uf f ist aufgehellt worden, woher diese Notiz stammt. Durch ein vertrauliches Schreiben sind die betreffenden Blätter von der Amtshauptmannschaft aufgefordert worden, eine solche Mahnung zu bringen. Das oben erwähnte Amtsblatt hat nämlich dummerweise die gelvünschte Notiz nicht im lokalen Teile abgedruckt, sondern das ganze amtshauptmannfchastliche Schreiben als amtliche Bekanntmachung veröffentlicht und dadurch wider Willen eine allerliebste behördliche Wahlmache enthüllt. An der Spitze des anitlichen Teiles des Wilsdruffer Amtsblattes war am Sonntag, ganz in der üblichen Form amtlicher Bekanntmachungen, folgendes zu lesen: Nach den Erfahrungen, die bezüglich der Wahlcnthaltung bei den letzten Reichstagswahlen gemacht worden sind, erscheint es zweckmäßig, daß auch in den Amtsblättern— nicht im amtlichen Teile, aber an einer sonst leicht in die Augen fallenden Stelle— täglich bis zur Wahl energisch darauf hingewiesen wird, wie es eine unbedingte und ernste patriotische Pflicht jedes Wählers ist, am Wahltage an der Urne zu erscheinen und seinen Wahlzettel abzugeben. Die unterzeichnete AmtShauptmairnschaft würde eS daher mit lebhaftem Danke begrüßen, lvenn auch die Schriftleitung des „Wilsdruffer Wochenblattes" eine derartige Mahnung täglich bis zur Wahl in ihreni Blatte aufnehmen würde. Es wird anHeim gegeben, die Mahnung kurz, aber deutlich etwa folgendermaßen zu fassen: „Wählen ist nicht bloß das Recht, sondern auch die patriotische Pflicht eines jeden Staatsbürgers. Wer diese Pflicht versäumt und ohne ausreichenden Grund von der Wahlurne fern bleibt, der versündigt sich am Vaterland und verwirkt seinen Anspruch auf volle bürgerliche Achtung." Meißen, am 15. Januar 1907. Die Königliche Amtshauptmannschast. I. A.: v. Koppenfels. Da auch die Amtsblätter anderer Bezirke die von der Aints- hauptmannschaft Meißen gewünschte Aufforderung wörtlich brachten, ist mit Sicherheit anzunehmen, daß alle Amtshauptmannschaften auf eine Anregung der Regierung hin derartige Rund- schreiben an alle Amtsblätter erlassen haben. Die Regierung bemüht sich also energisch, die„Partei der NichtWähler" für die„Nationalen" auf die Beine zu bringen. Dieser Eifer der höchsten Behörde hat natürlich alle unteren Behörden stark angeregt. Mit allerhand kleinlichen Maßregeln suchen jetzt verschiedene Be- Hörden die Wahlarbeit der Sozialdemokratie zu stören. So mußte, um nur ein Beispiel anzuführen, am Sonntag in Großdubrau bei Bautzen eine große Volksversammlung bei ziemlicher Kälte un- mittelbar unter den Fenstern eines großen, schönen SaaleS im Freien tagen. Die Abhaltung der Ver- sammlung im Saale hatte die Amtshauptmannschast verboten. weil die Nottreppe nicht vorschriftsmäßig sei. Der Versamm- lung ist durch den Nadelstich kein Abbruch getan worden, der Unwille der Versammelten wird aber am 23. Januar zum Ausdruck kommen. Darüber ließ der Versammlungsverlauf keinen Zweifel. In allen sächsischen Wahlkreisen arbeiten jetzt die Gegner mit allen Mitteln und einem Eifer, wie er seit 1837 noch nicht wieder zu beobachten gewesen ist. Ihr Streben geht dahin, die indifferenten Wähler für sich mobil zu machen und uns mit deren Stimmen zu erdrücken. Die Rechnung dürste aber nicht ganz stimmen. Der 26. Januar wird's zeigen. ••• Soweit unser sächsischer Mitarbeiter. Viele Zeichen des Wahl- kampfes lehren, daß die amtliche Wahlagitation, wie sie diese Eselei deS sächsischen OrdnungsblättchenS enthüllt, sich nicht ,mr auf Sachsen beschränkt. Ueberall steht der gbnze amtliche Apparat im Dienste der„nationalen" Wahlmache. Ueberall wird in derselben Weise hinter den Kulissen gearbeitet wie in der sächsischen Amtshauptuiannschaft Meißen. Und überall arbeiten die Gegner mit einem Eifer, wie er seit 1887 noch nicht wieder da war! Die Nichtwählrr sollen mobil gemacht werden gegen dir Sozialdemokratie! Eine Wahlbeteiligung soll erzielt werden, wir sie noch nicht dagewesen ist! Wir müssen mit der Tatsache als ge- geben rechnen, daß uns der Sieg viel schwerer gemacht werden wird, als bei früheren Wahlen! Genossen, würdigt diese Tatsache! Ber- doppelt Eure Anstrengungen! Unser müssen die NichtWähler werden, dir diesmal zur Urne gehen! Auf zu intensivster Arbeit! Freisinn und Postbeamte. Die„Freisinnige Zeitung" zählt stolz alle die frei- sinnigen Ailträge und Anregungen auf. die eine Erhöhung der Post- beamtengehälter bezweckten. Folglich müßten die Postbeamten und Postunterbeamten für die freisinnigen Kandidaten eintreten. Nun, eS ist nicht der Freisinn allein gewesen, der sich dergestalt der mittleren und unteren Postbeamten angenommen hat. Die Sozialdemokratie hat niemals eine Gelegenheit versäumt, für die Verbesserung der Lage der Postproletarier einzutreten. Aber wer hat die Forderungen der Sozialdemokratie, ja selbst die des Freisinns, abgelehnt? Die Regierung und die reaktionären Parteien» mit denen jetzt der Freisinn gemeinsam die Wahlschlacht schlägt l Worunter leiden die Postbeamten gleich den Arbeitern am schwersten? Unter dem Zollwucher, der Fleischnot, den indirekten Steuern, die mit dem Wachstum der Heeres-, Flotten- und Kolonial- ausgaben ins Ungemessene gewachsen sind, von 236 Millionen im Jahre 1878 auf mehr als 1000 Millionen im Jahre 1907. Und wer wetteifert mit den Agrariern und Schlotjunkern im Flotten- rüsten, in der kolonialen Abenteuerpolitik? Der Freisinn! Der Freisiun, der die Frage der agrarischen Bolls- auSwucherung au» dem diesjährigen Wahlkampse völlig ans- geschaltet hat! Die Lage namentlich der Postunterbeamtcn ist in der Tai eine dringend aufbesserungsbedürftige. Es erhalten nach dem Etat für 1903: der Staatssekretär........ 44 000 M. Gehalt der Uuterstaatssekretär...... 20000„„ 3 Direktoren......... je 15 000„„ die Oberpostdirektoren... je 7000—10 000„ 5 Posträte und Oberposträte. je 4200— 7 000„„ teilweise—15 000„„ Dagegen 11 900„gehobene" Unterbeamte je 1200— 1 800„„ 39 675 Unterbeamte.... je 900— 1 500„ 22 800„....je 800— 1000„ Selbst also unter Zurechnung eines dürstigen Wohuungsgeld- zuschusses höchst jämmerliche„Gehälter"! Dabei ver- kündete die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg." noch am 19. Januar 1907 stolz, daß die AeichS-Post- und Telegraphenverwaltung im Jahre 1905 den höchsten bisher ereichten Ueberschuß erzielt habe, nämlich nicht weniger als 73,3 Millionen Marl! Jeder Postbeamte also, der sein saures LoS tatsächlich verbessern, die Ueberschüsse nicht für eine Dernburg-Tippelkirch- sche Weltpolitik verpulvern lassen, sondern zum Teil für Aufbesserung der Beamtengehälter verwendet sehen und endlich mit dem System der VolksauSpliinderung durch den B r o t- und Fleischwucher gebrochen wissen will, darf keinen Frei- sinnigen, keinen Verbündeten der Fleischwuchcrrr wählen, sondern nur einen Sozialdemokraten! Der Freisinn als Konkurrent des Reichslügenverbandes: Im ersten Berliner Wahlkreise wird ein freisinniges Flug- blatt verbreitet, das sich an die G a st w i r t e wendet. Es zählt die Verdienste des Freisinns um die Gastwirte auf, besonders seine Gegnerschaft gegen die Zölle auf Lebensmittel, gegen die Fleischnotpolitik, die Erhöhung der Brausteuer usw., natürlich unter sorgfältiger Verschiveigung der Tatsachen, daß der Frei- Dklitschliiild ilt der Welt vor«»! Die bürgerlichen Klopffechter renommieren während der Wahlen mit den Segimuge» der Arbcitcrversicherung herum. Auf sozialpolitischem Gebiete sei Deutschland in der Welt voran. Wie liegen die Dinge in Wirklichkeit? In den» Jahren von 1885 bis einschließlich 1905, in zwei Jahrzehnten also wurden in sämtlichen drei Versicherungszweigen, aus der Unfallversicherung, der Krankenversicherung und der Invalidenversicherung, an Renten und Unterstützungen zusammen 4555 Millionen Mark gezahlt. Davon brachten die Arbeiter selbst 2723 Millionen auf, so daß sich die Unternehmerbeiträge und der Rcichszuschnß auf zusammen 1832 Millionen Mark beliefcn.» Dagegen betrugen während dieser zwanzig Jahre die Ausgaben für Kriegöheer und Flotte 1« 000 Millionen Mark, wozu noch die Kolonialansgaben bis Ende 1995 mit mehr alS 1399 Millionen Mark kommen! Für Krankheit, Invalidität und Unfall der Proletarier brachte also das Reich und das Unternehmertum ganze 1899 Millionen auf. Für Heer und Flotte wurden, und zwar zum weitaus größten Teile aus den Taschen der nichtbesitzeuden Klasse, die ja den Löwenanteil der indirekten Steuern zu tragen hat, mehr als 17999 Millionen, also fast das Zehnfache aufgebracht! Das ist die gefüllte Kompottschüssel des deutschen Arbeiters! sinn den Wert seiner Worte gegen die Zollwucherei be- deutend herabgemindert hat durch seine verräterische Haltung bei den entscheidenden Kämpfen, die im Reichstag um den Zolltarif geführt wurden, daß er ferner bei den Wahlen in zahlreichen Fällen den Zollwucherern gegen die Sozial- demokratie zum Siege verholfen hat und daß er sich zurzeit rüstet, diese edle Taktik in vergrößertem Maßstabe zu üben. Haben doch diesmal schon vor den Hauptivahlen in zahl- reichen Wahlkreisen" die Freisinnigen erklärt, daß sie in der Stichwahl dem Reaktionär gegen die Sozialdemokratie helfen werden— ganz abgesehen von den kaum minder zahlreichen Fällen, wo sie gleich im ersten Wahlgange für den Reaktionär stimmen, um de» Sieg der Sozialdemokratie zu verhindern. Sorgfältig verschwiegen wird auch, daß die Sozialdemo- kratie all die aufgezählten, für den Mittelstand so schädlichen Maßnahmen der Agrarier und Regierung viel entschiedener noch bekämpft hat, als der Freisinn. Zum Ausgleich wird folgende Verleumdung der Sozialdemokratie angebracht: Die Sozialdemokratie ist die Feindin eines jeden selb st ändigen Gewerbes, sie will nur herrschen und sich die Gewerbetreibenden Untertan machen. Die Sozialdemokratie erstrebt die Vernichtung der selbständigen Klein- betriebe. Ein Gewerbetreibender kamt deshalb, will er die Erhaltung und Förderung seines Standes, die Sozial- demokratie nicht unterstützen. Diese Lüge kann sich neben denen des Reichslügen-Ver- bandes sehen lassen. Wir haben die Verlogenheit von der Mittelstandsfeindlichkeit der Sozialdemokratie, von ihrer Absicht, die Kleinbetriebe zu vernichten, in diesen Tagen schon so oft dar- gelegt, daß es sich erübrigt, der Freisinnslüge die Ehre einer be- sonderen Widerlegung anzutun. Wir haben sie nur angenagelt, um zu zeigen, daß der Freisinn sich in seiner Kampsesiveise kaum noch vom Reichslügnerverband unterscheidet. Er ist, wie wir schon einmal sagten, vollständig auf den Reichs- verband gekommen! Arbeitsruhe am Wahltage. Hamburg, 21. Januar. Der Arbcitgeberverband Hamburg-Altona beschloß in seiner Verbands- Versammlung vom Sonnabend, seinen Mitgliedern zu empfehlen, den vielfachen Wünschen der Arbeiter entsprechend am Nachmittage des 25. Januar die Arbeit ruhen zu lassen, um dadurch den Arbeitern Gelegen- heit zur Ausübung des Wahlrechts zu geivährcn. Der Hamburger Arbcitgeberverband ist sonst nicht so entgegenkommend bei Arbeiterforderungen. Es ist anerkennens- wert, daß er jetzt diesen vernünftigen Beschluß faßt, selbst wenn cr dabei nicht ganz freiwillig handeln sollte. Tie„geistigen" Waffen des Zentrums. Immer wieder begegnet man in der Presse des Zentrum? ver« steckten oder offenen Aufforderungen zu Brutalitäten gegen sozialdemokratische Flugblattverbreiter. So brachte die„Rheinische Volksstimme" dieser Tage einen Bericht aus dem Kreise Grevenbroich, worin e» heißt:„So sahen sich viele Leute in den Nachbardörfern veranlaßt, um endlich die lieben Ge- nassen mit ihrem frechen, aufdringlichen Gebaren loszuwerden, zu Gewaltmitteln zu greifen. Mit Stöcken und Mist- gabcl» wurde denselben in einem der Nachbarorte der Garaus s?) gemacht. Viele biedere Landbewohner haben den dreisten Wahlagitatoren Rache geschworen und wird es bei eventueller Wieder- kehr der Genossen in ihrem eigenen Interesse sein, sich taktvoll zu benehmen." Es ist eine freche Lüge, daß die sozialdemokratischen Flugblatt- Verbreiter sich nicht einwandfrei benommen hätten. Ihre einzige „Verfehlung" ist der Inhalt der von ihnen verbreiteten, dem Zentrum so unangenehmen Agitationsschriften. Die vom Zentrum in Grund und Boden hinein verhetzte und fanati- sierte Landbevölkerung hat im Kreise Grevenbroich dieser Tage ganz niederträchtig gehaust. Aus den Dörfern Elsen, Elfgen, Gierarth u. a. werden feige Ueberfälle einer an Zahl dntzendfach überlegenen Be- völkerung auf die paar wehrlosen Flugblattverteiler gemeldet. AuL erbärmlicher Furcht, am Ende gerichtlich zur Verantwortung gezogen zu werden, hat man vielfach die Schuljugend in ganzen Rudeln auf unsere Genossen gehetzt; sie wurden beschimpft und immer wieder mit Steinen bombardiert. Die Erwachsenen sahen dem Treiben der unwissenden Kinder untätig zu. Im Dorfe Elfgen wurden die Kinder von einem gutgekleideten Manne, anscheinend einem Lehrer oder einer sonstigen Respektsperson, angeführt. Anderwärts suchte man unsere Freunde zu vertreiben, indem man Hunde auf sie hetzte oder sie mit gefährlichen Werkzeugen bedrohte. Acbnliche Meldungen kommen aus einer ganzen Reihe anderer dem Zentrum treuergebener Orte. Unsere Genossen lassen sich, wie die Beteiligung an der Landagitation zeigt, dadurch nicht im ge- ringsten abschrecken. Im Gegenteil wird ihr Eifer dadurch noch an- gespornt. Zudem aber wächst die Zahl der Orte immer mehr, wo die sozialdemokratischen Pioniere mit größter Freundlichkeit auf- genommen werde». Im übrigen entsprechen die Erziehungsprodukte. die sich in den Zentruinsdomänen in der Form von niederträchtigen Brutalitäten gegen Andersdenkende äußern, ganz dem Wesen des nach Toleranz für sich selber rufenden KlerikaliSinuS. Eine Zentrums-Jnfamie im Wahlkreise Essen. Wie schon früher, bedient sick daS Zentrum auch jetzt wieder einer plumpen Wahllüge, um da» Essener Mandat zu retten. Bon An- hängern des Zentrums Ivird nämlich auf der Kruppschen Fabrik eifrig das Gerücht kolportiert, daß der Arbeitersekretar Genosse Limbertz 300 Mark Gewcrkschnftsgclder unterschlagen habe und bereits verhaftet sei. Wir können ja verstehen, daß den Schwarzen die Agitation des Genossen Limbertz schwer im Magen liegt, daß sie aber durch solche gemeine Ehrabschneiderei den politischen Gegner unschädlich machen wollen, zcpgt davon, daß das Zentrum fürchtet, mit reinen Waffen den Wahltreis nicht halten zu können. Genosse Limbertz wird natürlich Veranlassung nehme», sich bis zum Tage der Wahl noch häufig in Versammlungen zu zeigen und die Wähler wie bisher auf die Sijnden des Zentrum» aufmerksam machen.— Die Freisinnigen, die in dieser Wahl zum ersten Mal mit einer eigenen Kandidatur hervorgetreten sind, scheinen besser zu sein, als der Ruf der Freisinnigen im allgemeinen ist. In einer Freisinns-Versammlung ertlärtc der Referent, Rechtsanwalt Äohn-Tortliuind auf eine Anfrage, wie sich die Freisinnigen bei der Stichwahl stellen würden, daß sie nur einen Mann wählen dürften, der das Zentrum prinzipiell bekämpfe, der eintrete für Beibehaltung des allgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts und Fortführung der Sozialpolitik, daß der Kamps des Freisinns unter allen Umständen jeder Reaktion gelte. Weiße Raben? Westpreuffisch« Gesetzlichkeit. In den patriarchalischen Gefilden?cs ostelbischen Wildwest zeitigte bisher noch jede Reichstagswahl gar eigentümlickie Erfahrungen bezüglich der Gesetzeskenntnis so mancher Hüter der Ordnung. Ein über da» Normalinaß aber sehr erheblich hiiiausreichendes Abenteuer mußten diesmal zwei brave Genossen in der Kleinstadt Putzig erlebe«. Am 11. Januar belegten sie das Städtchen sorgfältig mit Flug- blättern. Gegen Schluß der Arbelt stellte sie ein Polizei- beamter, der wissen wollte, ob sie die Blätter auch auf der Straße verteilt hätten. Auf ihre bejahende Antwort konfiszierte der Polizist die Flugblätter und revidierte sogar ihre Taschen nach weiterem Material! Alle Proteste, alle Hinweise auf Reichs- tagswahl usw. waren zwecklos. Sie wendeten sich nun an den Landrat und forderten dort Herausgabe ihres Eigentums. Der Herr Landrat erklärt darauf: er müsse erst selbst ein Flug- blatt lesen, um zu sehen, ob auch nichts Aufreizendes darin enthalten sei! Nach dem Lesen erklärte er entrüstet:„Die Blätter erhalten Sie nicht zurück, wenn Sie wollen, können Sie sich über mich beschweren!" Auf dem Bahnhofe chatten- die Genossen noch ein Paket Flug- blätter in Verwahrung gegeben. Auch das wurde konfisziert; ob- gleich die Genossen sich weigerten, die Quittung de» Portiers heraus- zugeben, wurde es vom Stationsvorsteher dem Polizisten ausgeliefert. Wie der Danziger Regiermigspräfident v. Jarotzky, der„deutsche� Kandidat des Wahlkreise» Putzig-Neustadt i. Westpr., auf erhobene Beschwerde dem westpreußischen Zentralwahlkomitee mitteilte, sind die Flugblätter jetzt auch gerichtlich beschlagnahmt! Ein Grund ist für diese Maßnahme nicht angegeben. Eine direkte gericht- liche Mitteilung liegt auch nicht vor. Mecklenburg vorn«!. AuS R o st o ck wird vom 21. Januar gemeldet: Die Reichstags- stichwahlen finden am Sonnabend, den 2. Februar für ganz Mecklen- bürg statt. Die mecklenburgische Regierung hat eS sehr eilig. Fast könnte man meinen, sie gönne der Sozialdemokratie nicht den zweiten Sonntag zur Agitation, die ihr von den Staaten zur Verfügung stehen wird, wo die Stichwahlen erst am 5. Februar stattfinden. Für die kommenden Wahlproteste! Nach Artikel 27 der ReichSversassung steht dem Reichstag die souveräne Entscheidung über die Legitimation, d. h. die Gültigkeit der Mandate seiner Mitglieder zu. Nach der ständigen Uebung de» Reichstage» führt nun jede amtliche Beeinflussung zur Vernichtung des Wahlergebnisses des betreffenden Wahlbezirkes oder Wahlkreises in der Weise, daß die für den Gewählten, zu dessen Gunsten die Beeinflussung erfolgt ist, abgegebenen Stimmen abgezogen werden. Ergibt sich alsdann feine sichere Mehrheit für den Gewählten mehr oder hat die Beeinflussung über den ganzen Wahlkreis stattgefunden, so wird die Wahl ungültig erklärt. Der letzte Reichstag hat sogar eine Wahl ( Braun- Frankfurt a. O.) schon darum vernichtet, weil die amtliche Beeinflussung nicht zu Gunsten des Gewählten, sondern eines Es wurde dabei unterlegenen Standidaten stattgefunden hatte. geltend gemacht, daß ohne die erfolgte Beeinflussung möglicherweise ein anderer Kandidat in die engere Wahl gekommen wäre und dadurch der schließliche Ausgang der Wahl hätte ein anderer werden tönnen. Eine amtliche Einflußnahme auf das Wahlergebnis dürfe in keiner Weise zugelassen werden. Als amtliche Wahlbeeinflussung gilt insbesondere jede Einmengung des Vorstandes einer mit Berwaltungs- oder Polizeibefugnissen ausgestattete Behörde, sobald diese Einmengung unter Kenntlichmachung des Amtscharakters der betreffenden Person geschieht. Wenn ein Bürgermeister, Landrat, Regierungspräsident, auch nur den Aufruf einer Partei unter Beisepung seiner behörd= lichen Eigenschaft unterschreibt, so führt dies zur Vernichtung des Wahlergebnisses, auf das sich die Beeinflussung erstreckt hat. Nun hat der Reichskanzler unterm 31. Dezember 1906 eine Kundgebung erlassen, in der zum Eintreten für die Parteien des Regierungsblockes und zur Bekämpfung der Sozialdemokratie und des Zentrums aufgefordert wurde. Der Reichskanzler hat diesen Wahlaufruf nicht etwa als Privatmann, sondern als Leiter der Regierung geschrieben und ihm durch die Unterschrift der Reichs= Kanzler: Bülow" deutlich die Form eines amtlichen Erlasses gegeben. Der Reichskanzler hat den Vorfißenden des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie, als Empfänger seines Erlasses, ausdrücklich mit dessen öffentlicher Verbreitung beauftragt, die denn auch nicht nur durch die Tagespresse, sondern auch durch Millionen von Flugblättern über das ganze Reich hin erfolgt ist. Selbstverständlich muß das, was den Vorständen unterer Verwaltungsbehörden verboten ist, dem obersten Verwaltungsbeamten des Reiches ebenso und erst recht verboten sein. Und damit sind die alle durch die Uebung des Reichstages festgestellten Merkmale einer amtlichen Wahlbeeinflussung gegeben. Die Wahlausschüsse mögen deshalb überall dort, wo sich der Anlaß zu einem Wahlprotest ergibt, und wo ein Konservativer, Landbündler, Antise nit oder Liberaler gewählt wird, in dessen Wahlkreis eine Verbreitung des tanglerischen Wahlerlasses stattgefunden hat, und eine Beeinflussung der Wähler dadurch anzunehmen, namentlich aber einigermaßen zahlenmäßig schäzbar ist, nicht verfehlen, ihren Protest auch auf diese Tatsachen zu stüßen und wegen dieser amtlichen Wahlbeeinflussung vom Reichstag die Vernichtung der betreffenden Wahl verlangen. Wenn der kommende Reichstag durch die Klugheit der Wähler derart zusammengesetzt wird, daß er seine Pflicht tut und die absolutistischen Gelüfte der Regierung gleich von Anfang an mit Entschiedenheit zurüdzuweisen entschlossen ist, dann wird die erste Folge die Vernichtung der Wahlen aller Mitglieder des Blocks der Regierungsparteien sein müssen, die nur durch eine dem Gesez wie dem politischen Anstand gleich widersprechende amtliche Beeinflussung in den Reichstag kommen werden! Um ein paar ersparter Groschen willen? Wer vermag einer deutschen Mutter ihren Sohn zu ersehen, der um ein paar ersparter Groschen willen sein junges Leben lassen mußte!" Mit diesen Worten sucht ein Flugblatt, das jetzt in Berlin und Vororten verteilt wird, die Denkunfähigen gegen die Sozialdemokratic aufzureizen. In der Tat, viel kostbares Blut ist geflossen! Nicht nur eine deutsche Mutter, nein, schon über 2000 beweinen ihre Söhne, die in Südwestafrika gefallen sind. Furchtbar fällt die Berantwortung auf jene, die schuld an diesen Opfern sind. Aber weshalb und zu welchem Zweck mußten so viele Söhne deutscher Mütter ihr junges Leben laffen? Im des Profites willen! Gestärkt im ganzen Volle und durch das ganze Volt. Dann muß sich der Weg finden, und hierbei muß jeder Flottenvereinsfreund helfen. Nicht nur jeder, sondern auch jede. Wir find stolz darauf, viele Tausende von Frauen und Jungfrauen zu unserem Verein zu zählen. Sie werden mithelfen für den Verein, im Hause und in der Familie, in allen ihnen zugänglichen Kreifen zu werben, zu arbeiten für unsere zuständige Sache; denn sie ist die Sache des gesamten Volkes, dessen Zukunft nicht nur bildlich, sondern auch wirklich nach dem bekannten Kaiserwort auf dem Wasser liegt". Die Jahresausgabe für unsere Striegsflotte betrug 40 Millionen Mark 1876 1886 1896 1907 50 " " P 92 290 " " " P " Dabei hieß es noch im Jahre 1884 in einer amtlichen DentDie Kolonien sollen erschlossen werden, ihnen soll Kultur ge= bracht und sie selbst sollen der Kultur nukbar gemacht werden. Und das geht nun einmal nicht ohne Opfer an Gut und Blut. schrift des Reichsmarineamtes: So fagt man. Mag sein. Aber was bedeutet die Erschließung der Kolonien"? In seiner zweiten Agitationsrede hat Herr Dernburg gesagt - day in und in zahllosen Flugblättern ist das gleiche zu lesen mehreren deutschen Kolonien zwar ein mehrere 100 Kilometer breiter wüster Küstenstreifen das Meer abgrenzt daß dahinter aber fruchtbares Land liege. Dessen Fruchtbarkeit auszunuzen, fei der Bau von Eisenbahnen und Verkehrswegen durch die Wüste notwendig. Wie wird aber heutzutage die Fruchtbarkeit eines Landes aus genußt? Indem das Kapital Arbeiter dazu verwendet und Profit aus ihnen zieht. Doch nicht eher kann das Kapital diese Tätigkeit beginnen, als bis der wüste Stüstenstreifen durch Verkehrsmittel überwunden ist. Denn eher würde sich das Kapital nicht rentieren. Deshalb soll das Reich diese Eisenbahnen bauen, desWer ist begehrlich? Die Nord d. AlI g. 8tg." entrüftet sich über die Begehrlichkeit der Arbeiter. Einem Artikel des Zimmerer" ent: nimmt sie, daß der Jahresverdienſt eines Berliner 3immerers 1905 1873 M., dagegen 1906 1925 M. betragen habe, also um 52 M. oder 2,7 Prozent zugenommen habe. Wie könne da das Proletariat von Fleisch not und Hungerwahlen sprechen! Das offiziöse Organ hätte aus der betreffenden Statistik auch mitteilen können, daß ein Zimmerer in Bonn 1906 nur 1295, in Eisenach gar nur 1159 m. verdiente! Dabei find die Zimmerer bekanntlich eine der bestgestellten Kategorien der qualifizierten Arbeiter! Troßdem ist ihr Lohn so hoch", daß ein Junkersproß, der als Leutnant oder Korps. student sein arbeitsreiches Dasein verbringt, mit einem solchen Einkommen, von dem eine ganze Proletarierfamilie ein Jahr lang leben muß, ein ganzes Vierteljahr auszukommen vermag, vorausgesetzt, daß er sehr bescheiden ist! Der Wahlkampf in der Provinz Brandenburg. Aus dem Wahltreise Sorau Forst wird uns berichtet: Am Sonntagnachmittag sollte in Helmsdorf bei Teuplib im Lotal des Herrn Bröllopp eine von sozialdemokratischer Seite einberufene Versammlung stattfinden. Der Wirt hatte einige Die Maffe des Proletariats mußte aber auch 1906 mit Wochen vorher unter Zeugengegenwart erklärt:" Mein Lofal steht weniger als 900 M. Jahreslohn auskommen. So betrug der Ihnen zu jeder Stunde zur Verfügung." Als aber Einberufer und Referent erschienen, erklärte derselbe Herr:" Die Versammlung Gesamt verdienst eines Arbeiters im Bergbau 1906 zwischen fann nicht stattfinden; ich gebe den Saal nicht her." Bei den 766 und 926 Mart! 65 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands weiteren Verhandlungen stellte es sich heraus, daß ihm von anderer Seite genügend zugesetzt worden ist. Die schon zahlreichen Ver- hat ja nach der Berechnung der Nordd. Allgem. 3tg." sammlungsbesucher verließen nunmehr geschlossen das Lokal und selbst ein begaben sich nach einem gemeinsamen Spaziergange etwa 100 an der Zahl in die Versammlung der Gegner, die um 4 Uhr in einem anderen Lokale stattfand. Nach der Eröffnungsrede und dem üblichen Kaiserhoch erbat Genosse Hartmann das Wort zur Geschäftsordnung, um einen Antrag auf Bureauwahl zu begründen. Als er noch nicht ganz einen Satz gesprochen hatte, schrie ihn der Vorsitzende an: Ich schneide Ihnen das Wort ab!" Nach dieser Bergewaltigung forderte Genosse Langhammer- Berlin alle Anwesenden, die mit dieser Geschäftsführung nicht einverstanden Einkommen von weniger als 900 M. ,, Seeschlachten allein entscheiden felten über das Geschick der Staaten, und auf absehbare Zeit hinaus liegt die Entscheidung jedes Krieges für Deutschland in seinem Landheere!" Die Ausgaben für unsere Flotte betrugen seit 1872 bis zum Jahre 1889 rund 740 Millionen, in dem gleichen Zeitraum von 1889 bis 1906 dagegen 2680 Millonen Mark; zusammen zirka 3400 Millionen Mart! Wobei die Kosten für den hauptsächlich zu Striegszwecken gebauten Nordostsee- Kanal nicht einmal mitberechnet sind! Und trotzdem die Flottenausgaben zurzeit pro Jahr rund 300 Millionen betragen, soll das Tempo des Flottenrüstens noch beschleunigt werden! Am 25. Januar wird auch über die Politik des Flottenkollers entschieden werden! Heimatspolitik Kolonialpolitik. Durch den weisen Ausspruch in seiner vorgestrigen Tafelrede: Seimatspolitik und Kolonialpolitik find teine Gegensäße", hat Fürst Bülow die Deutsche Tageszeitung" noch immer nicht zufrieden gestellt; sie verlangt ein noch weit energischeres Eintreten des Kanzlers für die„ kraftvolle" Heimatspolitik, das heißt, für die Verteuerung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse durch hohe Agrarzölle und die Zuteilung von Staatsstipendien an die Großgrundbesizer. Unter Bezugnahme auf Bülows Ausspruch schreibt sie: ,, Ganz recht, Herr Reichskanzler! Ganz unsere Meinung! Heimatspolitik und Kolonialpolitik schließen sich nicht nur nicht aus, sondern die eine ist Voraussetzung der anderen. Unsere ganze Kolonialpolitik wird trop allen Aufwandes an Reden und Geld ergebnislos sein, wenn sie sich nicht stüßt auf eine verständige, flare, in ger Wahl der Mittel kraftvolle Heimatspolitik. Dieser Gedankengang, dent sich niemand entziehen kann, hätte den Reichskanzler dazu führen können, ja, sollen, sich nochmals vor der Wahl zu solcher Heimatpolitik ausdrüdlich und unzweideutig zu bekennen. Das wäre für den Ausgang der Wahlen vielleicht sehr wertvoll gewesen. Wir zweifeln nicht, daß Fürst Bülow entschlossen ist, die wirtschaftspolitischen Bahnen weiter zu wandeln, die er ein= geschlagen hat. Aber wenn das richtig ist, dann verstehen wir nicht, weshalb er ein flares kräftiges Wort vermieden hat." Die Aeußerung ist charakteristisch für die deutschen Verhältnisse. In anderen Ländern mag die Kolonialpolitik die Wirkung haben, die agrarischen Gelüste zurückzudrängen und den Handelsund Industriekreisen das politische Uebergewicht zu verschaffen; in Preußen- Deutschland hat sie dagegen nur die Folge, das absolutistische Regiment und den Militarismus zu stärken und den Juntern neue Kompenfationsobjekte für ihre Bereicherungspolitik zu liefern. damit Dann gab es in Preußen speziell mit seinen rund Was unsere Afrikaner von Südwest halten! Der Reichslügenverband und seine Schutzbefohlenen glaubten die 38 Millionen Einwohnern 2 134 000 Personen mit einem Auf jeden Herrlichkeit unserer südwestafrikanischen Stolonie, entgegen dem Urteil Gesamteinkommen von 2112 Millionen Mark. dieser Zensiten entfielen also noch nicht einmal 1000 M. Jahres- aller bisherigen fachkundigen Urteile alter Afrikaner, wie Major François und Oberst Leutwein, einkommen! Dagegen gab es 88 000 Personen mit einem Gesamt- illustrieren zu können, daß fie triumphierend auf die 1000 Schutztruppenfoldaten hinwiesen, die so viel Vertrauen in die landwirschafteinkommen von 2500 Millionen Mark! Jeder dieser nicht um Aktiengesellschaften usw. seien, auf, die Versammlung zu verlassen. Nach einem schallenden 88 000 3enfitenes handelt sich nur um physische Zensiten, liche gutunft Wüst- Wests seßten, daß sie sich dort als Landwirte an Hoch auf den Kandidaten der Sozialdemokratie, Genossen Maurenbrecher, verließen über 100 Personen den Saal. Ein fleines Häuflein, etiva 80 Personen, meist abhängige Guts- und Bergarbeiter, blieb zurüd. Politifche Uebersicht. Berlin, den 21. Januar 1907. Gegen das Reichstagswahlrecht. hatte also um rund ein Jahreseinkommen von 30 000.! Die 88000 Reichen besaßen noch 400 Millionen Mark Einkommen mehr, als die 2134 000 Proletarier zusammengenommen! annähernd Unter den 88 000 Reichen aber waren 3000 Millionäre mit einem Jahreseinkommen von 250 000 m. pro Kopf! Diese 3000 Millionäre besaßen also so biel einkommen, wie eine Million Proletarier insgesamt! Und da soll die Arbeiterklasse P Die Gegnerschaft der rechtsstehenden Parteien gegen das Reichstagswahlrecht- von den Konservativen bis zu den Nationalliberalen ist durch zahllose Dokumente bewiesen., begehrlich" sein?! Wenn wir diesen Belegstücken noch ein weiteres hinzufügen, so tun wir es, weil wir nicht dringend genug auf die Gefahr hinweisen können, die dem allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrecht droht, falls im Reichstag eine konservativnationalliberale Mehrheit zustande kommt. Am 15. Januar 1906 benutzte der bekannte freifonservative Oberscharfmacher Freiherr v. Zedlitz die Gelegenheit, um bei der Etatsberatung im Abgeordnetenhause seinem bedrängten Herzen Luft zu machen. Unter dem Beifall der Rechten führte er aus, daß im Reich die breiten Massen ein viel größeres Wahlrecht hätten, als ihnen der Natur der Sache nach zukomme. die Jahresnicht halb soll das Reich die Eingeborenen, die sich dem widerseßen, pazifizieren", d. h. mit Kanonen zur Ruhe bringen. Damit später das Kapital aus dem Hinterlande Profit ziehen kann! 2000 Söhne deutscher Mütter schlummern im Wüstensande von Südwestafrika. Nicht ein einziger von ihnen kann feiner Mutter, seinem Vater ersetzt werden. Das profitfüchtige Kapital hat sie hinweggerafft! das Frohgemut gehen sie hin und wagen die Frage zu stellen: Wer geiftige vermag einer deutschen Mutter ihren Sohn zu ersehen? Den Sohn, nicht den sie ihres Profits willen hinausgeschickt haben nach Afrika. Deutsches Reich. Flottenkoller. Nun berichtet aber die, Tägliche Rundschau", daß von den 971 Schutztrupplern es waren im ganzen deren 22 000 in Südwestafrika die in Südwest bleiben wollten, nur 392 sich als Landwirte ansiedeln wollten, nämlich 318 als Farmer und 74 als Kleinsiedler. Von den übrigen wollten 570 als Handterker bleiben, 4 als Beamte und 5 als Kaufleute. Man sieht also, daß trop des winkenden Rei ch szuschusses von 6000 m. nur ganze 392 als Viehzüchter ein Fortkommen er hoffen, die übergroße Mehrzahl will es lieber als Handwerker, Be amte und Kaufleute versuchen! Die Handwerker usw. aber erhoffen ihre Eristenz wiederum nur von den Bahnbeamten, die das deutsche Volt bezahlen muß, und von der Schutztruppe, der Kolonialarmce, die ja auch ferner die ,, milchende Kuh" der ganzen Kolonie" bilden wird! Zur Stichwahltaktik des Zentrums. Wie die Kölnische Voltszeitung" mitteilt, hat die Zentrumsfraktion des aufgelösten Reichstages für Norddeutschland ein Aktione fomitee von sieben Herren eingesetzt. Diese Kommission wird am 29. Januar vormittags 10 Uhr unter dem Vorsitz des Abg. Dr. Spahn und unter Hinzuziehung einiger weiterer Parteifreunde in Köln zusammentreten, um über die Stichwahltaktik zu beraten. An diese Kommission sollen die Wahlkomitees der Stichwahlkreise ihre An fragen richten. Herr Spahn ist just der rechte Mann, den Mandatstuhhandel zu leiten. Nationalliberale Wahlängste. Die Nationalliberalen, die für den Wahlausgang besorgt find, spielen sich jetzt als unentwegte, prinzipielle An. hänger des allgemeinen, gleichen, biretten und geheimen Reichstagswahlrechts auf. So fchreibt heute die National 8tg.": " Die ursprüngliche Kraft der Partei ruht in den Wählermassen im Lande, und diese Kraft, die doch bis auf den heutigen Tag noch nicht versagt hat, stammt aus dem allgemeinen Wahlrecht. Die nationalliberale Partei tann das Wahlrecht nicht aufgeben, weil sie sich selbst aufgeben würde in dem Augenblicke, wo sie ihren Ursprung verleugnete. Vielleicht ergibt sich daraus, allen Verdächtigungen zum Troß, doch ein berläßlicheres Verhältnis, als wenn man sich an ein Wahlrecht nur durch das gegenwärtige Interesse gebunden fühlt." Wenn sie, die das veranlaßt haben, wirklich an eine ewige Nicht eine absolute Vermehrung des Wahlrechts der Bejig- Gerechtigkeit glaubten, so müßte Angst und Furcht bei ihnen herrschen im Hinblick auf den Tag, da von ihnen Rechenschaft verlofen ist eine Forderung der Gerechtigkeit, sondern ein Ausgleich langt wird für jeden einzelnen der 2000!- für all das junge, des Wahlrechtes zwischen Reich und Preußen derart, daß wir hier blühende Glüd, das da zertreten wurde um des Profites willen! in Preußen Zug um Zug mit dem Reiche der Besitzlofen Aber sie jammern nicht. Das vergossene Blut brüdt sie nicht. ein breiteres Wahlrecht aber einräumen, zugleich Reichstagswahlrecht so umändern, daß auch und Arbeit dort zu ihrem vollen Rechte kommt in kulturwidriger Weise völlig gleichgestellt wird der Handarbeit. ( Sehr richtig! rechts.) Wenn wir so vorgehen, dann werden wir zu gleicher Zeit erreichen, erstens, daß eine solche Aenderung des Wahlrechts bei uns nicht zu einer unheilvollen Stärkung der Sozialdemokratie führt, daß sie nicht als ein Erfolg wir werden kann, und Wir haben während des Wahlkampfes bereits wiederholt darauf der Sozialdemokratie angefehen Das nationalliberale Blatt fühlt dabei sein Gewissen derart werden zugleich die Urquelle, aus der die politische Macht der hingewiesen, daß dem neuen Reichstage wahrscheinlich neue FlottenSozialdemokratie und ihr Einfluß auf die breiten Waffen fließt, forderungen in der Höhe von Hunderten von Millionen vorgelegt beschwert, daß es zugibt, daß es auch nationalliberale Abgeordnete das Reichswahlrecht, in einer sachgemäßen und für den Bestand werden dürften. Diese Ausgaben ergäben sich schon allein aus der und Zeitungen gegeben hat, die gelegentlich für eine enderung des Wahlrechtsgeschwärmit" hätten! Aber einzelne bildeteit unseres nationalen Gemeinwesens entsprechenden Weise be- gewaltigen Bergrößerung der Schiffstypen über den ursprünglichen doch nicht die Partei. Plan hinaus, sowie aus den Umbauten am Nordostseekanal. Daß In der Tat, man braucht nur an das nationalliberale feitigen." Also, nicht mehr und nicht weniger als die Beseitigung dadurch aber die Höhe der neuen Flottenforderungen keineswegs Leipziger Tageblatt" zu erinnern, das im Jahre 1904 die des allgemeinen Reichstagswahlrechts wird hier verlangt! bestimmt werden wird, ergibt fich danach aus folgender Auslaffung Beseitigung des Reichstagswahlrechts für eine abfolute NotwendigAllerdings hat Frhr. v. Jedlik, als er seine Scharfmacherrede des Generalmajors Seim in der Flotte", dem offiziellen feit" erflärt hat, falls neue Reichstagswahlen der Sozialdemokratie wieder Erfolge bringen sollten! Ganz zu schweigen von dem schamhielt, nicht geglaubt, daß die" Bande" so bald auseinander. Organ des allerhöchst" protegierten Flottenvereins: gejagt wurde und daß die Sozialdemokraten seinen Ausspruch lofen Hamburger Wahlrechtsraub, der in erster Linie auf das Konto agitatorisch verwerten fönnten. Sonst wäre er vielleicht doch der Nationalliberalen kommt! Aber die National- 3tg." selbst schrieb sogar am 19. Mai 1895: etwas vorsichtiger gewesen. ,, Das allgemeine Stimmrecht verwildert, sich selbst überlassen, mehr und mehr. Es muß der verhängnis Angesichts dieser Tatsache gibt es nur einen Weg zur Abhülfe unferer Iottennot. Rascher bauen und nur Schiffe allerersten Ranges. Alles übrige ist ein Arbeiten mit untauglichen Mitteln. Wo ein Wille, ist auch ein Weg. Und dieser Wille muß gestärkt werden, was unseren Flottenbau betrifft. " volle Lauf des allgemeine» Wahlrechts aufgehalte» und der zersetzenden und zerstörenden Gewalt des- selben eine feste Regierung gegenübergestellt werden." Nun, die Kraft dieser Partei wird nicht lange mehr„in den Wählermassen im Lande" beruhen I"— Nochmals die Gehälter der„Vor>värts"-Rebaktion. Je näher der Wahltermin rückt, um so erfinderischer zeigt sich die Presse der„Edelsten der Nation" in der Fabrikation von Wahl- lügen. So schreibt beispielsweise das Jntelligenzblatt des Bundes der Landwirte, die„Deutsche Tageszeitung": Die„Leipziger Volkszeitung" glaubt noch einmal feststellen zu sollen, daß die Gehälter der Redakteure des„Vorwärts" die Summe von 4500 M. nicht übersteigen. Wir hatten schon gesagt, daß dieser Betrag zwar nicht besonders hoch, aber im Verhältnisse zu den Leistungen angemessen sei. Inzwischen er- fahren wir, dah die Redakteure des„Vorwärts" nicht nur ein festes Gehalt, sondern auch eine besondere Ent- schädig» ng für das, was sie selb st schreiben, er- halten. Wenn das der Fall wäre, würden wir unser damaliges Urteil einer Revision unterziehen müssen. Die Mitteilung des Bündlerblattes ist natürlich, wie sich bei seiner sittlichen Qualität von selbst versteht, vollständig erfunden. Die„Vorwärts"-Redakteure erhalten nutzer ihrem Gehalt keine Entschädigung für irgend eine Arbeit, die sie für ihr Blatt liefern, und zwar auch dann nicht, wenn sie für ein anderes Ressort als da? ihrige etwas schreiben.— Poetische Dattelkisten« Träume. Die orientalische Phantasie DernburgS, die fast noch seine be- rühmte Rechenkunst übertrifft, stößt überall auf Spott und Hohn. In seiner„Allgemeinen Rundschau" singt A. Kausen frei nach Goethe: Kennst du das Land, wo holde Zauberkraft Aus Dattelkisten Palmenhaine schafft Und dürres Gras in Zuckerrohr verhext, Wo Wein und Kaffee aus dem Dornbusch wächst'i Kennst du es wohl? Dahin! Dahin Möcht' ich mit dir, sanierter Reichstag, zieh'n! Kennst du das Haus? Auf Aktien ruht sein Dach, Die Dividende steigt und nimmer droht der Krach, Und Aufsichtsräte steh'n und sehst mich an: WaS hat man, armer Bernhard, dir getan? Kennst du es wohl? Dahin I Dahin I Möcht' ich mit dir, o deutscher Michel, ziehst! Der Buchdrucker-Korrespondent über die Gewerkschaftshülfe zur Reichstagswahl. Die Buchdrucker in Frankfurt a. M. de- schlössen, gleich anderen Gewerkschaften, den sozialdemokratischen Oieichstagswahlfonds materiell zu unterstützen und überwiesen ihm -00 M. Dieser Mehrheitsbeschluß fand nicht die Zustimmung der freisinn-demokratischen„Kleinen Presse" und des— Korrespondent deutscher Buchdrucker. In seiner Nummer vom 19. Januar findet man folgende Briefkastennotiz:„H. G. in Frankfurt a. M. Die Verwendung von Geldern aus der Bezirks- oder Ortskasse zugunsten des Wahlfonds irgend einer politischen Partei ist unzulässig und dem Veribandsstatut zuwiderhandelnd: wir halten solche Beschlüsse iür sehr untaktisch, unsere Arbeit erschwerend und im Grunde ge- uommeu wirklich überflüssig." Also schreibt ein Arbeiterorgan zu derselben Zeit, wo Arbeit- geberverbände beschließen, die bürgerlichen Parteien finanziell :u unterstützen. In einer Zeit, wo das von der Regierung geplante Antigewerkschaftsgesetz noch in aller Erinnerung ist! Katholische Ardeiter gegen Professor Hitze. Wie liberale Blätter melden, haben in M.- Gladbach katholische Arbeiter einen Gegenkandidaten gegen den offiziellen Kandidaten der Zentrumspartei, den Professor Dr. H i tz e, aufgestellt, und zwar den Kaplan Gerhard Heßdörffer, wofür eifrig Propaganda gemacht wird. Man ist in den Zentrumskreisen natürlich bestrebt, in der Arbeiterschaft diese Kandidatur möglichst zu unterdrücken. Heßdörffer war in den neunziger Jahren Kaplan in Köln, wo er in ziemlich radikaler Weise für die christliche Arbeiterbewegung ein« trat, so daß die geistliche Behörde es für geraten fand, ihn kalt- zilstellen, indem sie ihn nach einem Eifeldörfchen verpflanzte. Es scheint, daß die katholischen Arheiter in M.-Gladbach. als eS hieß, daß Professor Hitze nicht mehr kandidieren werde, auf einen Arbeiter- täudidaten Anspruch gemacht haben; dem hat daS Zentrum vor- gebeugt, indem eS Hitze trotz seiner Krankheit, die ihn vom politischen Leben fernhält, veranlaßte, die Kandidawr beizubehalten. Jetzt rücken in letzter Stunde die Arbeiter doch noch mit einer Gegen- kandidatur heraus.—_ Zünftler und Zentrum. Der Wahlausschuß des rheinischen Handwerker- b un des wendet sich in einem Aufruf an die selbständigen Handwerksmeister des Rheinlandes mit der Aufforderung, Mann für Mann einzutreten„für die Partei, die sich stets als die sicherste, zuverlässigste Förderin und Schiitzerin der Handwerksinteressen er- wiesen hat", nämlich das Zentrum. Die rheinischen Handwerks- bündler sind Leute vom Schlage E u l e r. Scharfmacher im Kleinen. Es ist nützlich zu wissen, was für Elemente alle im Zentrum den Schützer und Freund ihrer Interessen sehen I— Hurra, der Zentrumsgeneral! Das Zentrum scheint über seinen Kandidaten in der Generals- uniform völlig aus dem Häuschen zu sein. Die bayrische Zentrums- presse weist immer wieder auf diese seltsame Erwerbung hin. So schreibt der„Bahrische Kurier": „Das Zentrum hat einen hohen Militär aufgestellt. Es ist der bayrische General Häusler, ein ganz hervor- ragendes Talent. Dieser Offizier spricht zehn Sprachen und giit als eine Autorität im Artillerie- wesen. Seine Wahl wird deshalb ein großer Gewinn für uns sein und er kann dem Reiche Millionen er- sparen. Dabei verfügt er über eine ausgezeichnete Rednergabe. Durch diese Wahl wird am deutlichsten das Geschrei von der„unnationalen" Zentrumspartei widerlegt. Wir freuen uns schon, wenn dieser Abgeord- nete in Generalsuniform erscheint und im Zentrum Platz nimmt; besonders bei der ReichLtagseröffnung wird diese Erscheinung viel Aufmerksamkeit erregen." Das Zentrum ist durch seine Arbeiterkandidaturen in der Achtung der„besseren" Katholiken beträchtlich gesunken. Es scheint, daß der Mann in der Generalsuniform als eine Art Ausgleich dienen soll gegen die etwas kompromittierliche Gesellschaft der schlichten Männer aus der Werkstatt, die demnächst in die Zentrums- fraktion einziehen sollen. Ist eS Kindlichkeit oder Selbstironisierung, wenn das Zentrum von einem General erwartet, daß er geneigt sein werde, im Militärwesen auf Sparsamkeit zu dringen? Zu GruS und Mus zerschlagen! In der„Post" haut Herr Dagobert von Gerhardt-Amhntor die rote Rotte poetisch in die Pfanne. Die Externen der Kropper Jdiotenanstalt, die in der Zimmerstraße journalistische Latrinen- arbeit verrichten, haben das schöne Gedicht unterm Strich der- öffentlicht. Wir wollen dem so schnöde unterschätzten Meisterwerke durch Abdruck wenigstens einiger seiner packendsten Strophen zu besserer Geltung verhelfen:__ «erantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw� Am Amboß steht der Meister Schmied; Das Blatt, das ein Sozi ihm brachte. Zerknittert er grimmig.„Das alte Lied I Wie tief dies Geschwätz ich verachte I Wir sollen befolgen das Wort der Partei, Die schon Jahrzehnte uns gängelt. Die Taschen uns leert und mit wüstem Geschrei Zu Kampf und Umsturz uns dräugelt. Sie haben den großen Kladderadatsch Uns immer und immer versprochen, Doch all ihr Verkünden war nüchtiger Quatsch, Sie haben ihr Wort uns gebrochen. Die Führer der Sozis sind rund und satt, Sie knebeln uns bei den Wahlen; Wir aber schinden die Hände uns matt Und zahlen, zahlen, zahlen! Der Geselle hört's und äußert frei: „Sie fischen alle im Trüben. Auch ich Hab' satt die Tyrannei, Die diese Herren üben. Doch wer noch wagt's, als deutscher Mann Zu trutzen ihrer Satzung? Sie hm sofort uns in Acht und Bann Und nehmen uns Arbeit und Atzung."— Und beide nehmen die Hämmer zur Hand, Das Eisen zu recken im Glühen; Rot flackert vom Herde der Kohlenrand, Die Funken zischen und sprühen. „Drei Schläge noch! Daun feiern wir!" Sagt der Meister mit grimmigem Lachen, „Drei Schläge noch I Gott helfe mir, Daß wuchiig sie stiederkrachen! Zu GruS und Mus zerschlagen soll Der erste jeden Roten, Der deutsche Ehre blind und toll Will legen zu den Toten I Der zweite schmett're in Grab und Grund Einen jeden, der heuchlerisch kündet, Er sei ein"Ehrist, und dem roten Bund Sich dennoch voll Tücke verbündet! Die zu Grus und MuS zerschlagenen Roten werden am Wahl- tage ihre unverwüstliche Lebenskraft wuchtig beweisen!— Hueland. Ungarn. Die Affäre Polonyi hat eine neue unerwartete sensationelle Wendung genommen. Der Chefredakteur des„Magyar Szo" greift den Minister Polonyi heftig an. Er beschuldigt ihn der Hehlerei, der Erpressung und des Diebstahls! Außerdem habe Polonyi einen Falscheid geschworen. Der Chefredakteur Dr. Palyi ist bereit, für seine Angaben den gerichtliche» Beweis zu erbringen und fordert Polonyi auf, gegen ihn gerichtlich vorzugehen!!!— Frankreich. Zar Elemenceau. Paris» 20. Jan.(Eig. Ber.) Paris hat heute eine Neuauflage der famosen Staatsrettung vom 1. Mai erlebt: Kavallerie durch die Straßen sprengend. In- fantcriebiwakö auf den öffentlichen Plätzen. Attacken auf friedliche Manifestanten. Verhaftungen und Verwundungen... Und das Tollste an der Sache ist, daß alle diese Maßregeln sich gegen eine Kundgebung richteten, deren Absicht die Durchsetzung eines gültigen Gesetzes war! Die Sonntagsruhe ist nämlich trotz des Gesetzes, das sie verfügt, noch keineswegs allen Arbeitern, die auf sie Anspruch haben, tatsächlich zu teil geworden. Der bornierte Haß der Pariser Geschäftsleute, von den radikalen Bezirkspolitikern gehorsam be- dient, sucht das Gesetz auf allen mögliche» Schleichwegen zu umgehen, und die Gerichte bieten mit ihren wechselnden Entschei- düngen den Arbeitern keine Bürgschaft. Um nun den Unwillen d-r Arbeiterschaft über die Berschleppungs- und Umgehungsmanöver zu machtvollem Ausdruck zu bxingxn, hatte das„intersyudikale Komitee", das sich zur Sicherung der Sonntagsruhe aus den Aus- schüssen der Gewerkschaften gebildet hatte, für heute einen Um- z u g angesagt, der sich von der Arbeitsbörse über die großen Poule- vards bewegen sollte. Man plante eine friedliche Kundgebung, wie sich, da die Demonstration der Durchführung eines Gesetzes galt, von selbst verstand. Die Anberaumung der Demonstratio» auf eine frühe Stunde— 2 Uhr nachmittags— bot eine hinlängliche Garantie dafür, daß sich das Zuhältertum, das nach Einbruch der Dunkelheit eine von der Polizei wenig behinderte Äewegungsfrei- heit besitzt, in die geschlossenen Reihen der Arbeiterschaft nicht ein- mengen konnte. So wäre denn die feierliche Ehrung eines Gesetzes, gegen die man eigentlich von einer Regierung keine Opposition erwarten sollte, in aller Ruhe verlaufen. Aber nachdem schon keit einigen Tagen in den Zeitungen große militärische Vorkehrungen für heute angekündigt worden waren, bekam man gestern die offiziöse Note zu lesen, daß die Kundgebung für die Sonntagsruhe verboten sei und strenge Unterdrückung zu erwarten Habel! Eine Abordnung der Arbeitskonföderation, des Gewerkschaftsverbandes des Seinedepartements und des interföderalen Komitees begab sich darauf ins Ministerium des Innern, wo sie von Elemenceau den Bescheid erhielt, die Demonstration sei verboten, weil er, der Mi- nister, nicht vorher verständigt worden sei! Daß dies eine leere Ausflucht ist, liegt auf der Hand. Die Kundgebung war nicht im geheimen vorbereitet worden, bielmehr hatten in der GeWerk- schaftspresse wochenlang Aufforderungen und Berichte über die Vorbereitungen gestanden— von den vielen, durch Plakate ange- kündigten Versammlungen ganz abgesehen, auf deren Tagesoro nung die Kundgebung gesetzt war. Daß aber gerade Herr Cle- menceau die Etikettefrage so ernst nehmen wollte, um eine Manifestation lediglich aus dem Grunde zu verbieten, weil man sie ihm nicht förmlich angezeigt hat, das mutz bei dem alten Gegner jedes politischen Formalismus um so mehr Wunder erregen, als ja gerade jetzt die Regierung der Kirche zuliebe selber die Aufhebung der Anmeldepflicht für Versammlungen beantragt!! Da sind die reaktionären Bourgeoisblätter vom Schlage des „Temps" viel aufrichtiger, wenn sie erklären: solche Demonstra- tionen müßten verboten werden, weil— nun, weil überhaupt keine öffentlichen Massenkundgebungen erlaubt werden dürsten! Diese Presse bekennt sich wenigstens offen zu den Traditionen d-s Napoleonischen Polizeistaatcs, die Elemenceau hinter dcmokrati- schem Brimborium verbirgt. Für sie ist der Schutzbedürstige das „Publikum", das heißt der Spießbürger, der in ungestörtem Be- Hägen seinen Sonntagsspaziergang über die Boulevards machen will, in einem Behagen, das sicher durch den Anblick von zehn- tausend Arbeitern, die auch ihre Sonntagsmuße beanspruchen» be» einträchrigt werden würde. Die Arbeiterdeputation hatte nach der Antwort des Ministers logischerweise erwidert, daß sie nun, da die Regierung die Demon- stration in der vorbereiteten friedlichen Form unmöglich mache, die Verantwortung für Zusammenstöße mit der Polizei ab- lehne. Die Gewerkschaften beschlossen, an der Demonstration fest- zuhalten, sie jedoch in einer den Umständen angepaßten Fora durchzuführen. Die Folge davon war denn also, daß die Umgebung der Arbeitsbörse wieder einmal einem Kriegslager glich. Wieder hatte man auch alle etwa zum Barrikadenbau geeigneten Mate- rialien von der„Place de la Republique" fortschaffen lassen, und in der Kaserne harrte ein Untersuchungsrichter mit zwe» Gehülfen der Gefangenen!... Um die Wahrheit zu sagen— die Demonstration ist nicht ein- mal besonders imposant verlaufen. Die wohlgeübte Strahenstrategie Ct.GUckr, Berti». Druck u. Vertag: Vorwart« Buchdr. u. Verlag»antzalt der Pariser Polizei macht eine Straßenkundgebung schwer möglich. sobald die Massen keine Gewalt anwenden wollen. So kam eS nur zu kleineren Ansammlungen, die von Kürassieren und Polizisten unschwer auseinandergesprengt wurden, und eine Viertelstunde von dem Hauptschauplatze würde man von der Demonstration über- Haupt nichts gemerkt haben, wenn nicht mitten im Gewoge der Boulevardspaziergänger hie und da eine Gruppe die„Jnter- nationale" angestimmt hätte. Das Verbot und die gehässigen Maßregeln— die Regierung hatte unter anderem die Arbeitsbörse sperren lassen, wo die Glas- arbeiter gerade ein Fest feiern wollten— haben zweifellos ihr Gutes gehabt: Der Verwaltungsausschuß der Arbeitsbörsc, der bisher in unfreundlichen Beziehungen zur Arbeitskonföderation stand, hat einen energischen Protest gegen die Schließung des Hauses angenommen, und so ist die Einigkeit der Arbeiterschaft gerade durch die Un�erdrückungspolitik gefördert worden. Und auch in der Hinsicht wird der heutige Tag klärend wirken, daß nun selbst der vertrauensseligste Arbeiter einsehen muß, loaS er von der sozialpolitisch-demolratischen Regierung mitsamt ihrem„sozialisti» scheu" Arbeitsminister zu halten hat.— Bulgarien. Die Studentenrevolte. Für die Demonstration der mit den Arrangements auS Anlaß der Eröffnung des Nationaltheaters in Sofia un» zufriedenen Studenten hat sich Ferdinand durch Schließung der Universität, Entlassung von Professoren und sonstige Maß» regelungen gerächt. Am Sonnabend erklärte der akademische Senat, daß die Schließung der Universität und die Entlassung der Professoren ungesetzlich sei, und beschloß, sich diesen Maßnahmen zu widersetzen. Unter Protest des Rektors wurde der Schlüssel der Universität von einer Regierungskommission übernommen. Nach einer am Sonntag abgehaltenen Protestversammlung zogen die Studenten zur Universität, um dort Kundgebungen zu veranstalten. Als sie bei dem Palais des Fürsten von der Polizei aufgehalten wurden, demonstrierten die Studenten, denen sich in- zwischen eine große Volksmenge angeschlossen hatte, durch Pfiffe und Johlen gegen den Fürsten, welcher auf einem bei Sofia ge- legenen Schlosse weilt.— Herbeigerufener Kavallerie, die durch das Leibgarderegiment Verstärkung erhielt,„gelang es", die Menge nach längerem Widerstande mit Säbelhieben auseinander zu treiben. Mehrere Personen wurden verletzt.— Die Regierung hat umfassende Maßnahmen getroffen zur Absperrung der Straßen in der Umgebung des Palais und der Universität. Die Palastwache ist verstärkt worden! Gestern(Montag) wurden von der Polizei mehrere hundert Studenten verhaftet. Die Wehrpflichtigen werden sofort in die Armee eingereiht! Der Rest in die Heimat abgeschoben! Bei den„Ausschreitungen" am Sonntag wurden auch Schüsse ye- wechselt. Tie Zahl der Verwundeten beträgt über 30. Einige Personen sind schwer verwundet. Ein Demonstrant wurde von Kavalleriepferden buchstäblich zerstampft!!— Die Anssperrnng der Holzarbeiter. Die Aussperrung der Holzar beitcr. In einer gestern abend abgehaltenen Versammlung der Unter- nehmer in der Holzindustrie wurde Bericht erstattet über die voll- zogene Aussperrung. Allzu großes Interesse schienen dir Meister an der Versammlung nicht zu haben, denn die schon zu �8 Uhr angesetzte Versammlung war anfangs so schlecht besucht, daß die Versammlung erst nach 9 Uhr eröffnet werden konnte. Die einzelnen Redner versuchten die vollzogene Aussperrung als eine äußerst ge- lungeue darzustellen, doch fanden die Ausführungen bei den Per- sammelten nur einen geringen Widerhall. Besonders tat sich der Tischlermeister Borsdorf hervor, der als Vertreter der Reform- tischlermeister Bericht erstattete. Dieser leistete sich den Witz, den Arbeitern sei jetzt schon das Herz in die Kniekehlen gerutscht. Nach den Berichten stellte sich Herr Ra Hardt gewissermaßen als Invalide vor. der seit den Feiertagen in einer Anzahl Versammlungen die Sozialdemokratie bekämpft habe.(Welchen Erfolg Herr Rahardt als„Kämpfer" gehabt hat, wird ja das Volksgericht am 25. Januar beweisen.) Herr Rahardt glaubte jetzt schon erklären zu können, daß der Sieg auf feiten der Unternehmer sei. Zum Schluß nahmen die Erschienenen eine Resolution an. die die Aussperrung auch auf die Mitglieder des christlichen Holz- arbeiterverbandes und auf den Fachverein der Tischler erweiterte. Eine Diskussion über die Resolution ließ Herr Rahardt nicht zu, so daß diejenigen, die über den Erfolg der Aussperrung anderer Auffassung waren, ihrem Unmut über die„wahrheitsgemäße" Be- richterstattung in einer Privatdiskussion nach Schluß der Versamm- lung unverblümt Ausdruck gaben. Letzte JVachnchteti und Depefcbea Zum Tode verurteilt. Dortmund, 21. Januar.(W. T. B.) Das hiesige Schwur- aericht verurteilte den Heizer Adam Kurschuß zum Tode. Kurschuß hatte den Bctrielbsführer der Zeche„Glückauf"(Tiefbau) erschossen, weil dieser ihm wegen unberechtigter Arbeitsaufgabe auf Grund der Arbeitsordnung den Lohn für sechs Schichten rinbehalten hatte. Die Ssterreichische Wahlreform. Wien, 21. Januar.(W. T. B.) Das Herrenhaus hat heute in allen Lesungen die Abiinderung des Grundgesetzes über die Rcichsvertretnng unverändert angenommen, womit die Wahlreforin vollständig erledigt ist._ Das Urteil Englands. London, 21. Januar.(B. H.) Die Rede Bülows auf dem Bankett des kolonialen Aktionskomitees weckt bei den englischen Blättern wenig Wiederhall. Tie meisten Blätter erwähnen sie gar nicht. Die„Times" sagt in bezug auf die Aeußerung Bülows über die ausländische Presse, wenn wir wirklich Feinde Teutschlands wären, dann dürften wir nicht mehr als einen vollständigen Erfolg deS Reichskanzlers und des Systems wünschen, unter welchem Deutschland im Rat der Nation in den letzten Jahren so viel per- loren hat._ Ueberschwemmung. New Kork, 21. Januar.(W. T. B.) Ein Telegramm aus Louisville(Kentucky) meldet, daß infolge einer durch den Ohiofluß verursachten Ueberschwemmung Tausende von Personen zur zeit- weilige» Räumung ihrer Wohnungen genötigt wurde«, daß Faktoreien in Louisville, Jeffersonvill« und New Albany geschlossen und dadurch Tausende von Angesiellten arbeitslos geworden seien. Die Warenvorräte und die Geschäftshäuser an der Flußseibe seien schwer beschädigt worden Die Verluste werden auf V* Million TollarS geschätzt. Aehnliche Nachrichten sind aus Cincinatti und anderen am Ohioflusse gelegenen Städten eingelaufen. Die ge- samten durch die Ueberschwemmung herbeigeführten Verluste dürften tvahrscheinlich eine Million Dollars überschreiten. Eine zerstörte Stadt. Sidney, 21. Januar.(B. H.) Die Stadt Eooktown wurde durch eine» Orkan zu drei Vierteln zerstört, als die Bevölkerung gerade ein großes Fest abhielt._ £aul Singer �Co�Berlin S\V. Hierzu �Beilagen«.UnterhaltungMatt� jus. 24.wcW i. Dtllllljt iles Joriuüite" Ktllilltl JolteHdll. Sini-KS.SS ZMMM?. Zur Cdahlfchlacht!' Freitag, 25. Januar 1907, Rotdeutschland in der Schlacht voran! Du weißt jetzt, was im Spiel, Warum des Reichs Zitatenmann Rührt Bonapartes Degen an, Nun setz dem Dräu'n ein Ziel! Du hast im Opferbringen Gewaltiges gekonnt. Brich Bahn!— Es muß gelingen Das große, große Ringen. Rotdeutsche vordieFront! Ein Freitag ist's!— Da tage frei, Da stell' Dich zum Appell, Da bring' den letzten Mann herbei. Da dröhn' Dein Viermillionenschrei, Daß spring' manch' Trommelfell! Daß all den Mischmaschscharen Hören und Seh'n vergeht, Jählings treib' sie zu Paaren. Bis schmettern Siegsfanfaren. Bis stolz Dein Banner weht! O Volk, jetzt sag', was Dich bedrückt. Jetzt naht der große Tag, Wo grad' Du stehst, dem Joch entrückt, Die schwiel'ge Faust das Wahlschwert zückt, Schwing's, daß es saust, o schlag. Daß Deiner Feinde Reigen, Der Mammons Kalb umtanzt, Entsetzen packt und Schweigen. Jetzt, Volk, jetzt kannst Du zeigen, Jetzt zeige, was Du kannst! Volk!— Riesengroß ist Deine Macht,• Stellst alle Mann Du ein, Rollst aller Banner rote Pracht Du auf am Tag der roten Schlacht Nichts, nichts kann mächt' ger sein! O roter Riese, recke Dich rasselnd hoch empor! Dein Massentritt erschrecke Den Feind, bring' ihn zur Strecke, Den Volksausbeuterchor! Ein Volksgerichtstag naht heran— Den Tag tu Richterdienst, Da klag' die Volksverräter an, Den Junker, Pfaffen, Mischinaschmann, Zahl jedem nach Verdienst! Bist Deines Schicksals Lenker An diesem Tag allein! O denke. Volk der Denker, Du kannst Dein eigner Henker, Dein eigner Heiland sein! Volk, wenn zu denken Du beginnst, Hörst Du zu dulden auf— Denk, daß Du eine Welt gewinnst, Wenn Du Dich auf Dich selbst besinnst, Nimm sie im Sturmeslauf l Erspäh der Feinde Blöße, Stoß nieder ihre Schar, Zeig, durch die Wucht der Stöße In Deiner ganzen Größe Dich, Riese Proletar! Brotwucher, Fleischnot, Reichskonkurs l Das Volk im Joche keucht. Scharfmacher lachen schon des SchwurS, Zum Staatsstreich drängt der WasserkurS, Sinnt, wie er's Wahlrecht beugt. Blast! Blast! Ihr roten Rotten, Rotdeutschlands Schlachtmusik: «Fort mit der Hottentotten-, Zum Spotten bankerotten Weltflotten-Politik!' Vorwärts die Bahn, die kühne Bahn! Dein Wahlschwert schlage Blitz! Vereint siehst Du die Feinde nah'n In ihrem öden blöden Wahn Von«Bildung und Besitz". Das Volk nicht mehr als Herde Für Hirten sich zersetz. Das Volk regier' die Erde, Des Volkes Wille werde Das oberste Gesetz! •) Aus:.Rotdentschlands Aufstieg". Wahlkampf-Lieder von C. M. Scävola. Verlag Buchhandlung Vorwärts, Berlin. Preis 20 Pf. Ltainpfgedichte. Siegesgedichte, begeisternde Kampfrufe fiir den Wahllamps sind in dem hübschen, soeben von der Buchhandlung Vor- wärtS, Berlin, ausgegebenen Werkchen enthalten. T. M. Scävola, der den Arbeitern wohlbekannte Dichter der Dichtung:.12 Jahre der Verbannung" legt seine im Laufe der letzten Jahre entstandenen Kampflieder zusamineugefatzt der jungen Generation vor. die jetzt zum ersten Male in die Wahlschlacht steigt. Zun, feurigen Ansporn sollen sie dienen, zu Kampf und Sieg den jungen Nachwuchs führen. auf daß er sich der alten Garde, die schon unter dem Schandgesetz geblutet hat. würdig erweise.. � .Seht ihr die roten Morgenstrahlen. Das ist der Tag der nächsten Wahl: Da werden wir die Zinsen zahlen. Karl Marr, von Deinem Kapital." Da» Hest ist zu beziehen durch jede Parreibuchhandlung. jeden Kolporteur und direkt vom Verlag. Vereine und Gewerkschaften mögen sich wegen Vereinbarung besonders billiger Preise bei Massen- bezug wenden an den Verlag Buchhandlung Vorwärts. Berlin LIV. 68. Zur Sozialpolitik ckes Zentrums. Im gegenwärtigen Wahlkampfe erscheint kaum eine Nummer der zahlreichen Zentrumspresse. worin nicht darauf hingewiesen wird, was die Arbeiter dem Zentrum alles verdanken. Namentlich wird darin hervorgehoben, daß die Arbeiterversicherungs- gesetzgebung dem Zentrum zu danken sei. während sich die Sozialdemokratie diesen Gesetzen gegenüber ablehnend verhalten und damit ihren arbeiterfeindlichen Charakter erwiesen habe. Es folgt dann die übliche Aufzählung' der Millionen und Milliarden, die die soziale Gesetzgebung den deutschen Arbeitern angeblich beschert hat. Gewöhnlich wird dabei verschwiegen oder nur so nebenbei be- merkt, daß das Zentrum selber gegen eines der Versicherungsgesetze gestimmt hat. nicht wie die S o z i a l d em o k r a ti e, weil es den Arbeitern zu wenig bot, sondern weil es dem Zentrum zu weit ging. Nur wenn sich das Zentrum an die Agrarier wendet und diesen vorrechnet, was alles die Partei der ausgleichenden Gerechtigkeit für sie getan hat, dann wird der Hinweis besonders unterstrichen, daß das Zentrum gegen das Alters- und JnvnliditätSgesctz gestimmt habe, weil sich die Versicherung auch auf die Landwirtschaft bezog. Von diesem Gesichtspunkte aus hat sogar die«Kölnische BolkSzeitung" das Zentrum vor der Verantwortung für dieses Gesetz ausdrücklich in Schutz genommen. Heute, wo es mit besonderem Eifer der Sozialdemokratie als Verbrechen an der Arbeiterschaft an- gerechnet wird, daß sie gegen die Versicherungsgesetzgebung gestimmt hat. ist es von Nutzen, diesen Artikel des Zcntrumsblattes wieder in die Erinnerung zurückzurufen. Die. Kölnische BolkSzeitung" schrieb also in ihrer Nummer 621 von 12. September 1896 folgendes I «Der Entwurf eines Gesetzes betreffend die Abänderung von Arbeiterversicherungsgesetzen hat die Jnvaliditäts- und Altersversicherung wieder in den Vordergrund der Er- örterung gestellt. Die so früh aufgetretene Reparaturbedürftigkeit des ohnehin wenig beliebten Klebegesetzes ist kaum geeignet, ihm neue Freunde zu erwerben. Deshalb werden manche Leute sich berufen fühlen, ihre Verantwortung für das neue Gesetz zu leugnen.... Andererseits zeigt sich das Bestreben, dem Zentrum die Verantwortung für das un- beliebte Gesetz aufzubürden. Solche Ausstreuungen finden leicht Glauben; denn wenn in unseren Parlamentes etlvas Soziales geschaffen wird, ist man gewöhnt,'das Zentrum in erster Reihe an der Arbeit zu sehen. So kommt es leicht. daß ihm von urteilslosen oder auch feindlich gesinnten Leuten, die die ganze soziale Gesetzgebung in den Topf werfen, auch die weniger gelungenen Einrichtungen aufs Kerbholz zugeschrieben werden. Demgegenüber empfiehlt es sich, die Stellung, welche das Zentrum zum Jnvaliditäts- und Altersversicherungsgcsetz eingenommen, in die Erinnerung zurück- zurufen. Der Gedanke, für den alten oder durch Krankheit erwerbsunfähig gewordenen Arbeiter eine Fürsorge zu schaffen, war der ganzen Fraktion sympathisch; seine Ausführung aber, wie sie in dem Gesetzentwürfe vorlag und auch wie sie nachher gesetzlich bestimmt wurde, ist vom weitaus größten Teil der Fraktion verworfen und bekämpft worden. Das zeigte sich fofort'bei der öffentlichen Erörterung der An- gelegenheit im.Arbeiterwohl" und nicht minder in deu Debatten und Komniisstonsberatungen im Reichstage. Aus prinzipiellen Gründen hat fast die ganze Fraktion unter Führung des Ab- geordneten Windthorst gegen den Rcichszuschuß, der zu jeder Rente gezahlt wird, gestimmt. Sodann haben die Zentrums- abgeordneten, vor allem die Abgeordneten Hitze und Hertling, auch wieder mit Unterstützung des größten Teils der Fraktion, auf das entschiedenste darauf gedrungen, daß die In- validitäts» und Altersversicherung nicht gleich von vornherein auf alle Lohnarbeiter erstrebt würde, daß nian vielmehr die landwirtschaftliche» Arbeiter, die Dienstboten, die Gehülfen der Handwerker, unständige Ar- beiter, Waschfrauen usw. zunächst aus der Organisation herauslasse." Der Artikel schließt: «Da» Zentrum ist also für das Jnvalidi- täts- und AlterSgefetz nicht verantwortlich. Dies fest- zustellen, ist im gegenwärtigen Augenblick vielleicht von Interesse, damit manch« Leute, die ihren Gefühlen über das böse Klebegesetz Lust machen zu müssen glauben, wenigstens wissen, an welche Adresse sie ihre Klagen nicht zu richten haben." Da« Zentrum lehnte also damals, als sich der Unwille der Agrarier und Zünftler über das Gesetz gegen das Zentrum richtete, auSdrück- lich die Verantwortung ab. Heute aber, wo es gilt, sich den Arbeitern gegenüber als die fürsorgliche Partei aufzuspielen, da wird die soziale Gesetzgebung mitsamt dem«ohnehin wenig beliebten" Klebe- gesetz bis in den siebenten Himmel gehoben, um dann die Sozial« demokraten umso tiefer zu verdammen, weil sie gegen diese Gesetze gestimmt hat. Mit demselben Rechte, womit das Zentrum den Agrariern gegenüber die Verantwortung für das Klebegesetz ablehnt. lehnt die Sozialdemokratie den Arbeitern gegenüber die Verantwortung für die gesamten Versicherungsgesetze ab. Der Unterschied ist her: Die Sozialdemokratie wertet soziale Gesetze danach, wie sie den Arbeitern nützen, das Zentrum schätzt sie danach, wie sie den Unternehmern, Agrariern und Zünftlern nützen. fürs Vaterland! DaS ist der Ruf, den unsere Gegner in dem jetzigen Wahlkampfe nicht laut genug in alle Welt hinausschreien können. Um für die unheilvolle Kolonialpolitik, die bisher nur einigen Aktiengesellschaften Nutzen gebracht, dem deutschen Volke aber nur Unsummen gekostet hat, Propaganda machen zu können, werden die 8000 deutschen Soldaten vorgeschoben, die man nach Südwestafrika geschickt hat, um 800 Hottentotten� klein zu kriegen. Wie im Jahre 1887 zur Septennatswahl werden Bilderbogen ver- breitet, die dartun sollen, in welcher hinterhältigen Weise die deutschen Soldaten in Afrika von den Schwarzen erschlagen und erschossen werden. Beim Studium dieser Bilder- bogen kamen u»S andere Gedanken, als die Verbreiter annahmen. Wir dachten daran, in welcher Weife das Vaterland für diejenigen sorgt, die wirklich im Dienste des Vaterlandes gekämpft und gelitten haben! D i e s e l b» n Parteien, die nicht laut genug rufen können: FürS Baterland! sind eS, die zu allererst diejenigen vergessen, die ihre gesunden Glieder fürS Saterland geopfert haben! Ein Schlaglicht nach dieser Richtung hin warf die von uns kürzlich gebrachte Meldung, daß im Berliner Asyl für Obdachlose ein Mann unbekannt verstorben ist. dessen Arm die Tätowierung zeigte: 1870/71 Gott mit uns! In recht helle Beleuchtung gerückt wird aber die Sorge des Vaterlandes kür die Veteranen durch eine Zu- fchrift eines Veteranen, der die Feldzüge 1866 und 1870/71 mit- gemacht hat, an ein hiesiges Blatt; in derselben heißt es: Das; Veteranen, also Teilnehmer der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71, selbst wenn sie mit dem Eisernen Kreuz geschmückt sind, Wärmehallcn»nd Asyl aufsuchen müssen, gehört durchaus nicht zu den Seltenheiten. Man kann es fast täglich beobachten. Mau kann aber auch beobachten, was fiir glückselige Gesichter sie machen, wenn sie überhaupt noch ein Plätzchen dort finden und nicht, weil sie schon zu oft dort, d. h. im Asyl, gewesen sind, ab- gewiesen werden und dann in einer Torwegnische, in einem Schuppen oder unter einer Brücke, wie so oft, nächtigen müssen. In den Volksküchen sind viele, wenn es ihre Mittel erlauben, ständige Gäste. Sie sind auch dort, nachdem sie alle Hoffnung aufgegeben haben, daß ihre Lage eine bessere werden wird, zu- frieden und murren nicht. Sie sind ja das Darben gewöhnt. Sie hungerten früher und hungern jetzt und hungern bis an ihr Lebensende. Sie murrten nicht, wenn sie in den Feldzügen tage-, ja wochenlang kein Brot, fast nie Fleisch und nur Reis mit Wasser fekocht und mit Salz gewürzt zu essen hatten. Sie haben nie ge- ordert, daß ihnen alles, was ihnen nicht geliefert worden, nach- gezahlt würde. Sie waren schon zufrieden, als Sieger heimkehren zu können. Und daß ihnen das dankbare Vaterland auf dem Königsplatze eine prächtige Sirgessäule aus Granit und Marmor ausstellen ließ, war gewiß schön, aber es hieß auch damals, daß für die Veteranen von Staatswegen im Alter gesorgt werden solle. Alt sind sie ja jetzt alle, aber man hat sie trotzdem vergessen. Man hat vergessen, daß sie es waren, die anstatt Kriegslasten Milliarden und somit den Wohlstand ins Land gebracht haben, und man hat auch vergessen, daß in der Folge sich die Lebens- bedürfnissc enorm verteuert haben. Die Veteranen wollen gewiß nicht in Saus und Braus leben. Sie wollen aber soviel haben, daß sie sich wenigstens in diesem schönen Vaterlande notdürftig nähren können, daß sie wissen, wo sie im Alter ihr Haupt hinlegen können, daß sie nicht von Tür zu Tür betteln gehen müssen. Man hat sie aber vergessen I Sie sind das Darben ja gewöhnt, und wie jüngst im Reichstage bei der Flcischteuerungsdcbatte er- wähnt wurde, sind sie trotz des Darbens 1870/71 stark genug ge- Wesen, also können sie auch weiter hungern und schließlich auf der Pritsche des Asyls unerkannt und vergessen sterben. Hier scheint der Wahrspruch:„Gott, du bist gerecht, du strafest nicht den Kriegesknecht" zuschaudcn geworden zu sein. Denn die Veteranen werden für ihre Tüchtigkeit im Kriege durch Hunger und Eni- behrungen hart bestraft." So gedenkt das dankbare Baterland derjenigen, die für dasselbe gekämpft und geblutet haben. Und damit vergleiche man die heutigen Rufe der„staatserhaltenden" Parteien: Fürs Vaterland! Eine größere Heuchelei ist kaum denkbar! Die Situation in Hessen-Nafsau. Kassel, 16. Januar. Für die hessische Sozialdemokratie gilt es vor allem, den Kanrpf gegen de» Antisemitismus zu führen. Wer je- mal» mit diesen politischen Strauchrittern zu tun hatte, weiß, wie schwer es ist, gegen sie zu Felde zu ziehen, welche zähe Arbeit dazu gehört, sie aus ihren Domänen� zu vertreiben. Denn genau so wie bei den Liebermann von Sonncnberg, Lattmann und Raab das politische Gebaren ist auch ihre Agitation. Die neun Wahlkreise des Bezirkes Kassel, die für nnsere Schilderung in Betracht gezogen sind, wurden im letzten Reichstage vertreten von fünf Antisemiten teils deutschsozialer, teils reformcrischer Richtung, zwei Freisinnigen sowie je einem Nationalliberalen und Zentrumsmann. Im Kreise Kassel-Melsungen, dessen politische Ver- tretung im Jahre 1903, infolge der Nachlässigkeit der Frejstnuigcn, von dem Nationallibcralen Endemann auf den antisemiiischen Amts- richter Lattmann überging, kandidiert Genosse Hüttmann» Frankfurt a. M.— Für die Antisemiten deutsch-sozialer Richtung, die Konscwativen, den Bund der Landwirte und die christlich- sozialen Jünglinge kandidiert wiederum Lattmmin, der die Ver- teumdung der Sozialdemokratie jetzt dem Reichsvcrbmid überläßt, um sich ganz der Bekämpfung der nationalliberalen Kandidatur Schröder zu widmen. Die Drehscheibenmänner, denen sich die Freisinnigen beider Linien für das Linsengericht der tausend nationalliberalen Stimmen in Rinteln-Hofgeismar-Wolfshagen ver» kauften, befinden sich hier in einer besonders schwierigen Situation. Ihr Kandidat. Landesrat Dr. Schröder, ist ein Muster von Heber- zeugungstreuc. Er halte bekanntlich im vorigen Frühjahr im preußischen Landtage als Sprecher der Nationalliberalen eine Rede gehalten, in der er die Abschaffung d p r kleinen „S ch n a p s r e n t e n" in der Landwirtschaft bis zu 20 Prozent forderte. Von der Notwendigkeit dieser Maßnahme habe er sich durch 13jährige praktische Tätigkeit überzeugt. Trotzdem Basser- mann seinen Komplizen Schröder von der Reichstagstribüne herab wegen einer Schnapsrentenrede desavouierte, erhoben die Kasseler Nationalliberalcn diesen auf den Schild. Und siehe da: in diesem Moment kam Herr Schröder zu einer anderen, zur gegenteiligeu Ueberzeugung. In einer Versammlung über seine Stellung zur Rentenfrage interpelliert, erwiderte er, daß er jetzt der Meinung sei, die kleinen Renten müßten bei- behalten werden. Ohne Zweifel ein nationalliberaler Muster- kandidat! Die rcformerischen Antisemiten haben den Deutsch- sozialen in ziemlich ruppiger Weise die Gefolgschaft versagt; sie stellen in der Person des Brot fabrizierenden Hauptmanns a. D. Simons eine eigene Kandidatur auf. Charakteristisch für die antisemitischen Organisationen ist es, daß der eben genannte Kan- didat Simons behauptet, die Genehmigung des Vorstandes der Reformpartei, unterzeichnet Zimmermann, zu besitzen, während Ludwig Werner, ebenfalls Vorstandsmitglied des reformerischcn Konventikels aus Eigennutz das Gegenteil behauptet! Zu er- wähnen ist schließlich noch die Kandidatur Martin der hessischen Rechtspartei. Im Kreise R i n t e l n- H o fg e i s mo r- W o l f S h a g e n. diesem Schmerzenskind des Agiiatiouskomitees— wegen der geographische» Lage— stehen unserem Genossen Vetterlein der bisherige Mandatsinl)aber Herzog(deutsch-sozialer Antisemit), Simons(reformerischer Antisemit) und Rechtsanwalt R ö h r i g- Berlin als Kandidat der Bereinigten Liberalen entgegen. Wir hoffen auch hier auf einen Stimmenzuwachs, trotzdem die erst im verflossenen Sommer stattgcfundene Ersatzwahl die Wahlbeteiligung beeinflussen dürfte.,« Liebcrmann von Sonnenbergs Wahlkreis �ritzlar-Hom- berg-Zicgenhain scheint diesem sicher zu sein, obzwar neuer- dings ein Lehrer Frenzen st ein als Kandidat der Liberalen proklamiert wurde. Für uns kandidiert wiederum Krankenkassen- bcamter Jordan- Kassel. Der Wahlkampf inEschwege-Wltzenhausen-Schmal- kalden gestaltete sich bisher recht interessant. Nnsere Partei. die bereits seit längerer Zeit mit der Stimmcuzahl stets an der Spitze der Parteien marschierte, hat in diesem industriell und land- wirtschaftlich gemischten Wahlkreise ein dankbares Arbeitsfeld. Unsererseits ist die Kandidatur dem LandtagSabgeordnetcn Ge- Nossen E ck a r d t- Salzungen übertragen worden; feine Gegner find der Antisemit Raab und der Liberale Ktmpel. Da es unseren Genoffen wie nie zuvor möglich war, in Versammlungen intensiv zu agitieren, erscheint es nicht ausgeschlossen, daß die Stimmenzahl der Sozialdemokratie eine solche Steigerung erfährt ,, anwaltschaft gegen den Genossen Ullenbaum inszenierten Wahlrechts- Die Bergbehörde auf der Anklagebank. um aussichtsvoll in die Stichwahl zu gehen. Da voraussichtlich flugblattsprozesses. In Gegenwart eines Kriminalfommissars wurden unser Stichwahlgegner der Antisemit sein wird, hat der Libera- in unserer Stereotypie die damals annektierten Druckplatten des lismus Farbe zu bekennen. staatsgefährlichen" Flugblattes ganz behutsam eingeschmolzen. Dieses moderne Autodafé entbehrte nicht des humoristischen Beigeschmacks. Der Staat ist nun vollends außer Gefahr. " Aus Industrie und Handel. Fistus. Am 14. September 1904 verunglüdte auf Zeche„ Herkules" der jugendliche Schlepper Semi Cohn durch niedergehende Gesteinsmassen tödlich. Gegenüber der Behauptung der Bergbehörde, sie habe festgestellt, daß an dem Tode des Schleppers niemand eine Schuld beizumessen sei, legte der Bezirksleiter des Bergarbeiterverbandes, der frühere Aelteste, Theodor Wagner, dar, daß Semi Cohr lediglich ein Opfer der Profitwut der Zeche geworden sei. Schon lange Zeit vor dem Unfall habe sich die fragliche Strecke in einem lebensgefährlichen Zustande befunden und der Steiger sei auch wiederholt darauf aufmerksam gemacht worden, habe aber solche Warnungen einfach in den Wind geschlagen und erklärt:„ Ach was, Im Kreise Marburg- Kirchhain ist das Mandat des Nationalsozialen v. Gerlach arg gefährdet. Einmal, weil die Nationalliberalen eine besondere Kandidatur proklamierten, zum anderen infolge des Wachsens unserer Anhängerschaft und der skrupellosen Verhehung der Landbevölkerung durch die Antisemiten und Bündler, deren Auserkorener Dr. Böhme heißt. Unser Kandidat ist Dißmann- Frankfurt a. M. Welch erbärmlicher Schwindeleien sich die antisemitschen Agitatoren bedienen, das treffend nachzuweisen, gelang in einer ländlichen Versammlung fehr erfolgreich in der Plusmacherei. Bei dem Steinkohlenbergwert es ist ja doch bald alle, es gehen noch höchstens einige hundert Wagen Der Fiskus als Bergherr war im verflossenen Jahre wiederum unseren Genossen. Der antisemitische Redner verlas Angaben über eine Gewerkschaft. Unser Diskussionsredner, der die offen- Ibbenbüren ist die Förderung von 179 187 Tonnen 179 187 Tonnen auf Steine herein und solange wirds wohl noch halten!" Am Tage zua fichtlichen unwahren Angaben prüfen wollte, verlangte das Blatt 203 759 Tonnen gestiegen, dagegen wuchs die Zahl der Arbeiter nur vor habe der Steiger noch einem alten Hauer den Befehl gegeben, zur Einsicht, was der Antisemit verweigerte. In einem un- von 743 auf 823 Mann. Die Jahresleistung pro Arbeiter stieg von an der fraglichen Stelle Steine zu kippen. Dieser habe sich aber bewachten Augenblick nahm nun ein in der Nähe stehender Arbeiter 249,5 Tonnen auf 255,6 Tonnen. Da auch der Durchschnittswert dessen geweigert mit dem Hinweis, daß es viel zu gefährlich sei. das Blatt an sich und reichte es herum, wobei sich ein jeder über der Tonne Förderung von 7,28 M. auf 7,82 M. hinaufging, konnte Der Steiger habe dann auch selbst die Gefahr anerkannt, nichtszeugen konnte, daß das Blatt von den verlesenen Angaben auch ein Gesamtüberschuß von 790 886 M. erzielt werden, gegen lieb Raffey und Semi Cohn, die sich beide der großen Gefahr wegen destoweniger seien aber am anderen Morgen zwei Schlepper, Gottnicht eine enthielt. 641 048 M. im Jahre vorher. ihrer Unerfahrenheit nicht bewußt waren, mit Steintippen an der fraglichen Stelle beauftragt worden, ohne daß die Gefahr vorher beseitigt war. Schon beim dritten Wagen, den sie tippten, gab die faule, morsche Zimmerung dem gewaltigen Druck der darüber hängenden Gesteinsmassen nach und der 17jährige Semi Cohn, der von Holland herübergekommen, erst seit acht Tagen mit Grubenarbeit beschäftigt war, lag als gräßlich verstümmelte Leiche unter den ungeheuren Gesteinsmassen, während der Schlepper Rasseh mit einer Verlegung am Fuß davonfam. Jm ländlichen Kreise Hersfeld- Sünfeld- Rotenburg, in dem unsere Partei noch recht wenig Einfluß hat, haben die Konservativen und der Bund der Landwirte dem bisherigen Abgeordneten Werner( Antisemit) einen eigenen Kandidaten in der Person eines im Kreise ansässigen Rittergutsbesizers von Bodelschwingh entgegengestellt. Da dieser Herr großen Einfluß hat, schwebt Ludwig Werner in tausend Aengsten. Unser Kandidat ist Arbeitersekretär Huhn Kassel. Pro Kopf der Arbeiter wurde im letzten Jahre ein Ueberschuß von 960 M. gegen 862,75 M. im Vorjahre erzielt. Der Schicht verdienst der Arbeiter ging von 3,19 m. auf 3,28 M. hinauf. Demnach betrug das Ueberschußmehr 11,28 Proz. 2,82 die Lohnsteigerung " Außer in Fulda, das dem Zentrumsmüller sicher ist, und Tonnen erzielt, oder gegen das Vorjahr 178 679 Tonnen mehr. Bei der Ver. Gladbeck wurde eine Förderung von 752 868 Hanau- Gelnhausen, das sicher diesmal im ersten Wahlgange der Der Verkaufswert hob sich pro Tonne von 9,47 M. auf 9,76 M., Sozialdemokratie zurückerobert wird, besonders da das Zentrum Wahlenthaltung üben will, wäre noch zu erwähnen der Kreis die Jahresleistung pro Kopf der Arbeiter erfuhr eine Steigerung Waldeck Pyrmont, den die Freisinnigen kaum halten werden. von 20 Tonnen auf 258,8 Tonnen. Bei einem Zugang von Die Situation ist ähnlich wie in Marburg. Für die Sozialdemo- 521 Mann stellt sich die Gesamtbelegschaft auf 2999 Mann. Der tratie kandidiert Expedient Müller- Kaffel. Gesamtwert der Förderung beziffert sich auf 7347 992 m. gegen 5 437 570 M. im Vorjahre. Der Tagesdurchschnittslohn hob sich um 12 Pf. auf 4,25 M. Für das letzte Jahr ergibt sich pro Kopf der Arbeiter ein Förderwert von 2610 M., gegen das Vorjahr 416 M. mehr. Es beträgt die Die russische Revolution. Die Wahlmännerwahlen. W. T. B." meldet: Petersburg, 20. Januar. Heute fanden in der Arbeiterschaft der hiesigen Fabriken die Wahlen ersten Grades für die Reichsduma statt. In 27 Fabriken wurde nicht gewählt, weil die Polizei den Termin zu spät bekanntgegeben hatte. Nach dem Ergebnis, das aus 49 Betrieben vorliegt, wurden 53 Wahlmänner ersten Grades gewählt, unter ihnen ein revolutionärer Sozialist. 21 Sozialdemofraten, 19 Anhänger der Linken, 2 Kadetten, 9 Gemäßigte und ein Anhänger der Rechten. In 128 weiteren Betrieben finden die Wahlen am 27. d. M. statt. Ein Privattelegramm, das uns aus Petersburg zuging, bezeichnet die Gewählten durch weg als Sozialisten „ Geschützte" Wahlen! Petersburg, 20. Januar.( W. T. B.) Ein kaiserlicher Utas ver fügt die Verlängerung des Zustandes des außerordentlichen Schutzes für Petersburg, Stadt und Provinz, auf fernere sechs Monate vom 21. d. M. ab; ein anderer: die Verlängerung des Zustandes des verstärkten Schutzes auf ein Jahr für mehrere Bezirke des Gebietes der Dontosaken. Für die Dumawahlen in der Stadt Petersburg ist nunmehr durch kaiserliche Verordnung der 1. März d. J. fest gesetzt worden. Derselbe Zar, der nicht das geringste tut oder tun läßt, um an seinem Teile ehrlich dazu beizutragen, daß Rußland endlich friedliche Entwickelungsmöglichkeiten erhält derfelbe Bar hat augenblicklich feine größere Sorge, als die Weltfriedens" tomödie neu in Szene zu setzen. Wie der Telegraph meldet, ist Professor v. Martens in das Ausland abgereift, um als Bevollmächtigter des Kaisers Nikolaus in Berlin, Wien, London und Paris Borverhandlungen über die Friedenskonferenz zu führen." Wertsteigerung der Produktion.. 18,50 Broz. Lohnerhöhung 2,90 • 17 Da sieht man, wie Vater Staat seine Arbeiter an dem Segen der Konjunktur teilnehmen läßt. Am 25. Januar können die Staatsbeamten im Bergmannstittel für die überwältigende Fürsorge und rührend bekundete Arbeiterfreundlichkeit quittieren. Mit der Wahl eines bürgerlichen Kandidaten attestiert man seine Zufriedenheit mit den Arbeitsverhältnissen und das Verlangen nach neuen Steuern. Schiffahrtsabgaben. Die Agrarier in Deutschland haben bewiesen, daß sie nicht zu den politischen Weichtieren gehören. Mit brutaler Energie, mit einer Ziele, die ohne Ausnahme agrarisch- egoistischer Natur sind. durch keine Bedenken gehemmten Rücksichtslosigkeit verfolgen sie ihre interessen gibt es für die Junker nicht; das Volk ist ihnen nur ein Objekt der Ausbeutung. Und ihre Liebe für die Industrie haben sie ja oft genug bekundet. Die Fronde gegen den Mittellandkanal, die neuen Handelsverträge sind warnende Beispiele. Aber die Junker sind noch nicht befriedigt. Ein neues Attentat gegen Handel, Verkehr und Industrie ist bereits wieder geplant, die politische Vertretung jener Stände, die durch die Schiffahrtsdie Einführung von Schiffahrtsabgaben. Und die Regierung, die abgaben bedroht werden, zu einer Paarung mit den Konservativen auffordert, hat sich schon dazu bekannt, dem Kommando der Junker zu gehorchen. In industriellen Kreiſen kennt man die drohenden Gefahren. Zahllose Proteste und Petitionen sind schon bei der Regierung eingegangen. In Dresden traten dieser Tage wieder viele Vertreter deutscher und verschiedener böhmischer Handelskammern zu einer Beratung in dieser Angelegenheit zusammen. Anwesend waren auch die Vertreter der sächsischen Regierung, der Stadt Dresden und vieler Körperschaften. Der Handelskammerpräsident Kommerzienrat Die von der Posener Presse aus Warschau gemeldete Collenbusch aus Dresden eröffnete die Sizung mit dem Hinweis Nachricht, wonach sieben meiner Mitangeklagten vom War- auf die Stellung Preußens zu den Abgaben und betonte, ein schauer Kriegsgericht zum Tode verurteilt worden seien, ist energischer Protest sei nochmals notwendig. Aehnlich sprachen unzutreffend. Ich hatte nur einen Mitangeklagten, mit dem als Referenten Kommerzienrat Richter aus Wallwighafen, Regierungszusammen ich der Angehörigkeit zur sozialdemokratischen rat Rosche aus Teplitz, Handelskammersyndikus Dr. Behrend aus Partei" beschuldigt wurde. Unsere Sache ist am 10. d. M. Magdeburg. Die Versammlung nahm einstimmig folgende Entvor dem Kriegsgericht verhandelt worden und mein Mit- schließung an: angeklagter wurde zu acht Jahren Zwangsarbeit, zum Verlust aller bürgerlichen Rechte und zu lebenslänglicher Ansiedelung in Sibirien verurteilt. Von einem gegen mich ergangenen Urteil, das auf 15 Jahre Zwangsarbeit lautet, ist mir vom Kriegsgericht keine offizielle Mitteilung gemacht worden; deshalb bin ich nicht in der Lage, mit Sicherheit zu sagen, ob die betreffende Nachricht wahr oder falsch ist. Genoffin Rosa Luxemburg sendet uns die folgende Mitteilung: " Aus der Partei. R. Luxemburg. " Die Abgabenfreiheit auf der Elbe ist eine unentbehrliche Borbedingung für das Gedeihen von Industrie, Handel und Verkehr. Die Erhebung von Schiffahrtsabgaben bedeutet nicht nur eine wirtschaftliche Schädigung bedeutender Erwerbsstände, sondern verstößt auch gegen die Reichsverfassung und die Elbschiffahrtsakte. Die Versammelten befürworten daher eine Stellungnahme des Bundesrats gegen den Versuch Preußens und ein Eintreten des Reichstages für eine gerechte Auslegung der Reichsverfassung. Die bertretenen Körperschaften werden aufgefordert, bei ihren Regierungen und bei geeigneten Reichstagsabgeordneten auf die Durchführung obiger Resolution hinzuwirken." Fürst Bülow wird auch diese Kundgebung ruhig zu den anderen Ein Sozialdemokrat als Stadtverordnetenvorsteher. Mit 18 von legen. Aber die Leute, die hier protestieren und betteln, find ja dabei, 32 Stimmen wurde in Stuttgart unser Genosse als stellvertretender den Einfluß der Junker im Reichstag zu stärken. In zahlreichen Obmann des Bürgerausschusses gewählt. So was ist auch nur im Streifen verzichten die sogenannten Liberalen auf eigene Kandidaten, wilden Süddeutschland möglich, wird der Berliner Kommunal- fie sind glücklich, den Konservativen als Fußschemel zu dienen. Als freifinn denken, der es als sein unveräußerliches Menschenrecht be- Dank dafür werden sie mit der Peitsche: Schiffahrtsabgaben betrachtet, im Bureau des Stadiverordnetenkollegiums allein vertreten lohnt werden. zu sein. " daß der Abonnementspreis erhöht wird. Die Zementindustrie im Jahre 1906. schwiegen auf diese Darlegungen hin, wiewohl sie mehrfach von Die Bergbehörden und die Zechenverwaltung Herkules" Darlegung des Sachverhalts angegangen wurden, auch Hué den Sachverhalt im Reichstag vortrug. gelegenheit abermals. Diese Besprechung führte zu einer Anklage Am 12. August 1906 besprach Wagner in Essen- West die Anwegen Beleidigung des Bergrats Balz. Ueber diese wurde am 15. Januar in Essen verhandelt. Die Verhandlung führte zwar zur Vertagung, ihr Verlauf rechtfertigt aber die Stichmarke unseres Artikels. Der Kriminalbeamte Kiefernagel bekundete zunächst über Wagners Rede: In der Versammlung am 12. August v. J. in Essen- West bei Post hat der Reichstagsabgeordnete Hue einen Vortrag über den Borussia"-Prozeß gehalten. In der Diskussion besprach Wagner unter anderem auch den Fall Semi Cohn und erklärte am Schluſſe seiner Ausführungen: Aus alle dem ergibt sich, daß dieser Fall um nicht klargestellt ist, daß die Bergbehörde nichts getan hat, um Aufflärung zu schaffen und ich erhebe darum gegen Ber Beche HandAnklage, daß er diese Sache vertuscht und dadurch der Zeche Handlangerdienste geleistet hat. Der Angeklagte Wagner machte seine Ausführungen in großer Erregung. Wagner gibt zu, sich in ähnlicher Weise geäußert zu haben. Als nächter Zeuge wird Bergassessor Makroff vernommen, der feinerzeit die Untersuchung des Falles auf der Zeche als Beauf. tragter des Herrn Bergrat Balz geleitet. Bors.: In welcher Weise haben Sie damals die Untersuchung geleitet? Zeuge: Durch Besichtigung der Unfallstelle und Vernehmung der Zeugen. Bors.: Wie haben Sie die Zeugen festgestellt oder wer hat Sie Ihnen genannt? Zeuge: Die Zechenverwaltung. Vors.: Wer, die Zechenverwaltung, wer ist das? Zeuge: Der Betriebsführer. Vors.: Haben Sie keine anderen Zeugen vernommen, bloß dicjenigen, die Ihnen der Betriebsführer genannt? Zeuge: Nein, andere nicht. fiel Ihnen besonders auf? Borf: Was haben Sie denn an der Unfallstelle festgestellt, was Zeuge weiß sich so recht nicht mehr zu erinnern, es sei schon zu lange her. Borf:( dem Zeugen eine Mappe mit Aften überreichend): Er innern Sie sich doch mal, hier ist ja das von Ihnen verfaßte Protokoll, sehen Sie sich das doch nochmal an. Zeuge( das Schriftstück flüchtig prüfend): Ja, ja. gewesen, haben Sie bei der Untersuchung Teile des zerbrochenen Borf.: Es wird behauptet, die Zimmerung sei alt und morsch Holzes gesehen? Zeuge: Nein. Borf.: Auch nicht die heruntergefallene Stappe. Zeuge: Nein, das war nicht möglich, weil ja alles zu Bruch lag. Vorf.: Was haben Sie denn als Ursache des Unfalls festgestellt? Zenge: Das Rolloch hatte sich festgesezt und die Arbeiter wollten es wieder los machen. Hierbei fiel ein schwerer Stein herunter und schlug den Dammstempel, der das Holz am Hangenden stützte, durch, wodurch dann alles zusammenbrach. Vorf.: Wie haben Sie das festgestellt? Zeuge: Das haben die Zeugen bekundet. Bors: Sie selbst haben nichts gesehen? Zeuge: Nein, das war nicht möglich. Stein, auch ein gesundes, starkes Holz durchschlägt? Bors: Halten Sie es für möglich, daß ein herunterfallender Stein, auch ein gesundes, starkes Holz durchschlägt? Zeuge: Ja. Angeklagter Wagner erklärt, er sei erstaunt über die Aussagen des Herrn Bergassessors, dessen ganze Darstellung den Tatsachen in keiner Weise entspreche und sei er in der Lage, dieses durch Zeugen nachweisen zu können. Der Verteidiger des Angeklagten stellt und begründet kurz einen Antrag auf ausführliche Beweiserhebung. Der Staatsanwalt wendet sich gegen diesen Antrag. Die Be weisaufnahme habe ja schon ergeben, daß von einer Bertuschung Es könne sich durch die Bergbehörde gar keine Rede sein könne. bei weiterer Beweiserhebung nur darum handeln festzustellen, ob der Angeklagte in gutem Glauben gehandelt habe, den guten Glauben wolle er dem Angeklagten schon gern zubilligen und wäre darum eine weitere Beweiserhebung überflüssig. Das Gericht beschloß trosdem, die Sache zu vertagen und die von Wagner genannten Zeugen zu laden, weiter zum neuen Termin einen SachBom Fortschritt der Presse. Die Gleichheit" hat eine weitere Ausgestaltung erfahren. Die Beilage Für unsere Kinder" Eine kräftige Steigerung der Rentabilität hat das Jahr 1906 erscheint von nun an in verdoppeltem Umfange, ohne für die Zementindustrie gebracht. Für 30 der größten Werke, die zusammen ein Aktienkapital von rund 92 Millionen Mart repräsen tieren, dürfte die Verzinsung im Jahre 1906 nach den vorläufigen auflösung und dem Beginn der Wahlbewegung hat sich jetzt ber fapitals ausgedrückt 10,7 bis 11,4 Proz. betragen. Im Jahre 1905 Noch ein Erfolg Bülows. Seit dem Tage der Reichstags- Angaben 9,8 bis 10,05 Millionen Mart oder in Prozenten des Attien verständigen aus dem Oberbergamtsbezirk Dortmund zuzuziehen. Abonnentenstand der Münchener Post" um rund 3000 erhöht. war die Dividende der gleichen Gesellschaften bei einem Kapital von 19 Polizeiliches, Gerichtliches ufw. Die Zeugniszwangsfolter. 88,9 Millionen 8,5 Proz. Soziales. In erster Linie ist für die günstige Entwidelung der ZementAus Halle( Saale) wird uns vom 21. Januar telegraphiert: Obgleich schon im Jahre 1905 eine ganz ungewöhnliche Einfuhrindustrie im Jahre 1906 die flotte Bautätigkeit bestimmend gewesen. • Sankt Bureaukratius in der Krankenversicherung. Wegen 8eugnisverweigerung in einem Breßsteigerung stattgefunden hatte, nahm 1906 der Import sogar in noch vom 18. d. mts. geschilderte Leidensgeschichte eines Stranken erhalten In Entgegnung auf die unter dieser Stichmarke in der Nummier prozeß wurde Genosse Redakteur Moltenbuhr vom Schöffengericht stärkerem Grade zu, wie sich aus nachstehender Uebersicht ergibt. wir mit dem Ersuchen um Aufnahme folgende Zuschrift des Geschäftsmit 150 Mart bestraft. In den ersten elf Monaten betrug nämlich die Einfuhr von Roman- führers der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Portlandzement und hydraulischem Kalt feit 1901 in Doppelzentnern Handelsleute und Apotheker: 1901 1902 1903 841 834 • 510 988 486 016 1904 • 1905 1906 573 246 1 402 712 2 214 490 Straffonto der Presse. Gegen den Genossen Weißmann vom Die unter der Stichmarke„ Sankt Bureaukratius in der Kranken,, Boltsfreund" zu Karlsruhe wurde wegen Beleidigung eines Wäschereibesigers vor dem Karlsruher Schöffengericht ber versicherung" gegebene Darstellung des Unterstützungsfalles Karl N. handelt. Er hatte die Mißhandlung eines Dienstmädchens durch den bemüht sich, wie dies schon früher an anderer Stelle versucht wurde, Beleidigten scharf gerügt. Die Zeugenaussagen ergaben, daß der Weitaus am meisten ist die Einfuhr belgischen Zementes ge- der Ortskrankenkasse für den Gewerbebetrieb der Kaufleute, Handelsforpulente Herr das schwächliche Mädchen derart geschlagen hat, daß stiegen. Das Eindringen belgischen Zements in Westdeutschland war leute und Apotheker die Schuld dafür zuzuschieben, daß eine Krankenihm das Blut aus Mund und Nase floß und die künstlichen Zähne fo start, daß das rheinisch- westfälische Zementsyndikat, obwohl es unterstützung nicht geleistet wurde. aus dem Munde sprangen. Die Lippen waren dick angeschwollen und selbst über vollauf genügenden Absatz verfügte, sich zu einem ener Es bedarf wohl nicht näherer Darlegungen, daß Krankens faft 14 Tage fomite das Mädchen auf dem einen Auge nicht sehen. gischen Vorgehen veranlaßt fah. Es errichtete ein eigenes Verkaufs- faffen nicht in der Lage find, auf die einfache Versicherung Dabei äußerte der Herr u. a.:,... und wenn sie tot auf dem bureau in Cleve und nahm Preisherabſegungen vor, um den aus eines Mitgliedes hin, arbeitsunfähig getvesen zu sein, StrankenBlaze bleibt!" ländischen Wettbewerb zu unterbieten. Die Kartellierung der Zement- geld zu zahlen, sondern es müssen glaubhafte Beweise dafür Das Gericht aber fand, daß Weißmann nicht alle Behaup- industrie machte kaum weitere Fortschritte, neue Vereinigungen tamen beigebracht werden, ob und wie lange die Arbeitsunfähigkeit vortungen des Artikels bewiesen habe und verurteilte ihn deshalb zu nicht zu stande, nur wurde das mitteldeutsche Zementsyndikat, dessen lag. Durch die Karte einer Poliklinik wird ein solcher Beweis 30 M. Geldstrafe. Bestraft ist der, der die Mißhandlung tadelte; Auflösung vielfach erwartet wurde, im September auf fünf Jahre nicht geführt, sondern nur nachgewiesen, daß die Poliklinik aufstraffrei geht aus der rohe Mädchenmißhandler, da die Mißhandelte verlängert. gesucht wurde. teinen Strafantrag gestellt hatte. Wir haben, trotzdem eine Verpflichtung dazu nicht vorlag, nachBank von England. Die Bank von England hat den Diskont dem es R. nicht gelang, den Nachweis zu führen, daß er arbeitsNoch ein Nachtlang von der Wahlrechtsbewegung. Ein eigen- um 1 Proz. auf 5 Broz. ermäßigt. In den nächsten Tagen wird unfähig war, durch Beamte unserer Verwaltung mehrfach versucht, artiger Aft, so schreibt die Elberfelder" Freie Presse" vom Sonn- die Reichsbank dem Beispiele folgen und wahrscheinlich ebenfalls zu erfahren, ob die Behauptungen des N. den Tatsachen ents abend, bildete gestern den Abschluß des von der hiesigen Staats- fofort um ein volles Prozent mit dem Diskont herabgehen. sprechen, konnten an einer Stelle aber nur nur bestätigt er halten. daß R.«imna! ärztliche Hälfe suchte. während es von der anderen Seite als unmöglich erklärt wurde, die Erwerbsunfähigkeit zu bescheinigen. Es ist demnach die Kasse, ohne den Rat des Einsenders abzuwarten, die Behörden um Auskunft angegangen. Wenn auch dieser Versuch, eine Be- stätigung der Angaben des Hülfesuchenden zu erhalten, fehlschlug, so ist damit noch keine Berechtigung gegeben, von Bureaukratismus zu sprechen. Dem Einsender wäre dringend zu empfehlen, sich einer eingehenden Prüfung der Tatsachen zu unterziehen, bevor er halt- lose Behauptungen aufstellt." Diese Einiendung ändert an der zutreffenden Sachdarstellung des Artikels vom 18. d. Dt. und an den aus der Sachdarstellung gezogenen Schlüssen nicht das geringste. So richtig es ist, dag nicht in jedem Fall Kassen„in der Lage sind, auf die einfache Ler- sicherung eines Mitgliedes hin arbeitsunfähig gewesen zu sein, Krankengeld zu zahlen", so richtig ist. dag von einem Erkrankten nicht verlangt werden sollte, stets striktes Beweis- Material für seine Behauptungen zu beschaffen. In dem erörterten Fall zwang Sankt Bureaukratismus den Schlosser zunächst, die Krankenversicherungspflichtigkeit des Vereins„Dienst an Arbeits- lose" im Prozegweg feststellen zu lassen.— Dieser umständliche Weg wäre überflüssig gewesen, wenn der Verein seiner gesetzlichen Pflicht genügt hätte. Der Umstand, daß der Schlosser diesen Weg einschlug, ist bei der Prüfung des Gesuches um Krankengeld unseres Erachten? zu unrecht unberücksichtigt gelassen. Zum Scherz oder Zeitvertreib beschreitet ein Arbeiter doch nicht den Weg der Feststellung der Versicherungspflicht eines Betriebes. Der durch die Notwennigkeit einer Entscheidung über die Versicherungspflicht eingetretene Zeitverlust erschwerte den Beweis dem Kläger. Diese nicht von ihm ven'chuldete Erschwerung hätte in erster Linie berück- sichtigt werden müssen. Die Kasse erklärt in ihrer Zuschrift ja selbst, daß— trotz dieser dem Kläger durch Sanktum Bureaukratium auferlegten Beweiserschwerung— bei Recherchen der Kaste ein Teil der Behauptungen des Klägers sich als wahr herausgestellt haben. Es hätte um so mehr das Recht der freien Bewciswürdigung von der Kasse zugunsten des Klägers ausschlagen sollen. als der Verein infolge der Nicht- anmeldung des Klägers zur Kaste in vollem Umfange ersatzpflichtig war und die Beweiserscbwerung durch Unterlassen seiner gesetzlichen Pflicht zur Anmeldung herbeigeführt war. Nur für erwiesen zuhalten, was aktenmäßig durch Zeugen nachweisbar ist, ist eine von uns stets bekämpfte zu große Rücksichtnahme auf fiskalische Interessen. So unlieb es uns ist, solchen Fall auch gegenüber einer so vorzüglich und im Verhältnis zu vielen Kassen wenig bureaukratisch verwalteten Kasse feststellen zu müssen, so wenig darf die Rücksicht auf die Kasse uns veranlassen, den dargelegten, zu unserer Kenntnis gelangten Mangel zu verschweigen. Die Tatsache, daß ein erkrankter Arbeiter so viele Wege wandeln muß. bis er endlich vielleicht Krankengeld erhält, ist ein sozialer Mißstand, der nicht scharf genug kritisiert werden kann. Die Kaste irrt, wenn sie etwa annimmt, daß speziell ihre Ver» waltung als Sündenbock hat hingestellt werden sollen. Der be- kämpfte Mißstand beruht�auf dem geltenden System. Er wäre nicht eingetreten, wenn die Selbstverwaltung der Kasten nicht durch die sogenannten Aufsichtsbehörde» zu allzu großer Rücksichtnahme auf fiskalische Interessen gedrängt wurde und wenn endlich der sozialdeinokralischerseits stets verteidigte Grundsatz Geltung erlangte: wer erkrankt ist, hat vollen Anspruch auf sofortige ärztliche Hülfe und auf Krankeltgeld, mögen hernach die einzelnen Kassen sich darüber streiten, ob und welcher Kasse die Untcrstützungs- Pflicht oblag. Hätten wir Zentralisierung der Kassen mit voller Selbstverwaltung oder die Durchführung des Grundsatzes, daß die Fürsorgepflicht für Erkrankte und Erwerbsunfähige ohne Weiterungen kraft Gesetzes einzutreten hat und erst später zu ent- scheiden ist, ob und lvekche Kasse zahlungspflichtig ist— mit anderen Worten, daß der Arbeiter und die Erwerbstätigen mit einem Jahres- cinkommcn bis 200» oder 300» M. gesetzlichen Anspruch auf Kranken- fürsorge und Krankengeld haben, weil sie Erwerbstätige, nicht weil sie Kassen Mitglieder sind—, so würde ein Fall wie der des Schlossers Karl R. zu den Unmöglichkeiten gehören. 6ewcrkrchaftUchc9* Berlin und Umgegend. Ter Kampf in der Holzindustrie. Nach den Meldungen, welche am Montag beim Holzarbeiter- verband eingelaufen sind, wurden am Sonnabend 971 Arbeiter aus- gesperrt. Die Gesamtzahl der in Berlin Ausgesperrten beträgt bis jetzt 6122; die Zahl der Unternehmer, die sich an der Aus- spcrrung bisher beteiligten, beläuft sich auf 604. Dazu kommen in Rixdorf 24 Betriebe, die 333 Arbeiter ausgesperrt haben, in Wcißensce 29 Betriebe mit Ssi Ausgesperrten. # aten Scharfmachern in der.Holzindustrie haben sich nunmehr auch die Berliner Drechslermeistcr— nach den Berichten in der bürgerlichen Presse— angeschlossen. Die„Freie Ver- ciuigung selbständiger Trechslermeister Deutschlands"(Ortsgruppe Berlin) hielt am Sonntag im Königstadt-Kasino, Holzmarktstratze, eine außerordentliche Generalversammlung ab, in welcher der An- schluß an den„Arbcitgeber-Schutzverband für das deutsche Holz. gewerbe" beschlossen worden ist. Ausgesperrte Drechfler aus anderen Betrieben sollen nicht eingestellt werden. Weiter soll die Parole ausgegeben sein:„Ohne Vertrag keine Arbeit". Hierzu geht uns unter der Hand poch folgende Mitteilung zu: Die Versammlung der Drechslermeister, in welcher der Geschäfts- führer des Arbeitgcber-Schutzverbandcs das Referat hielt, war von 45 Meistern, zum großen Teil Bernauer, besucht, von denen in namentlicher Abstimmung sich 43 für und 2 gegen den Anschluß er- klärten. Die Anwesenden beschäftigen nach ihrer eigenen Angabe .usammen rund 520 Arbeiter; dabei sind Betriebe, in denen 10, 20, 40, 60 und 120 Arbeiter tätig sind. Der Referent führte unter anderem aus, es sei zweckentsprechend, daß alle Tarifver- träge an einem bestimmten Tage ihr Ende erreichten, damit, locnn Lohnkämpfe ausbrechen, die Kassen der Arbeiter durch Unter- stützungen der großen Anzahl Streikender um so früher erschöpft würden. Wenn es gelinge, diese Kassen zu sprengen, dann, aber auch nur dann, werde eine Zeitlang Ruhe eintreten. Nur durch die Macht der Arbeitgeberorganisationen werde es möglich sein, den„Uebermut der Arbeiter" zu brechen. Wenn sich die Anwesenden dem Schutzverbande anschließen, seien sie gegen Streikausbrüche bester geschützt. Es liege also auch im eigenen Interesse, sich dem- selben anzuschließen usw. Der Vorstand wurde schließlich bevollmächtigt, den Anschluß so schleunig wie möglich herbeizuführen. Achtung, Glühlampenarbeiter und-Arbeiterinnen! Am Sönn- abend haben sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Allgemeinen Berliner Glühlampen-Fabrik, G. m. b. H., Berlin, Warschauer- straßc 41/42, die Arbeit wegen Lohnabzug von 20—�40 Proz. nieder- gelegt. Vor-Zuzug wird gewarnt. Die Ortsvcrwaltung. Achtung, Tapezierer! Die Sperre über die Firma Fay, Für- bringerstr. 9, ist aufgehoben. Die Bauten der Firma in der llhlandstr.'86 und Kyffhäuser- und Barbarossastraßen-Ecke sind für Tapezierer freigegeben. Die Achtzehner-Kommission. Deurkcbes Reich. Eine allgemeine Textilarbeitcraussperrung steht für die nächsten Tage in Krefeld bevor, nachdem die Färbereiarbeiter schon am vergangenen Sonnabend aufs Pflaster geworfen wurden. Die Ursache zu diesem Vorgehen des Arbeit- geberverbandes der Rheinischen Seidenindustrie ist eine so un- bedeutende, daß man nur annehmen kann» der Hcrrcnstandpunkt des Unternehmers soll zum Ausdruck gebracht und ein Schlag gegen die Organisation geführt werden. Die Vorgeschichte ist folgende: Am Schlüsse des Monats Oktober und Anfang November vorigen Jahres traten die Färbereiarbeiter in eine Lohnbewegung ein und erreichten durch ihr geschlossenes Vorgehen ohne Arbeitseinstellung verschiedene Vorteile. Es wurde der Zehnstundentag eingeführt und auch eine Lohnerhöhung erzielt, außerdem die Abschaffung ver- schiedener Mißstände durchgesetzt. Bemerken wollen wir hierbei, daß in keinem Teil der Textilbranche die Arbeiter roher behandelt werden, als in den Färbereibetrieben. Der Vorsitzende des Kre- selber Gewerbegerichts hat schon verschiedentlich seine Mißbilli- gung im Gerichtssaal über die Behandlung der Arbeiter in den Färbereien ausgesprochen. Die Behandlung sollte nun vor allen Dingen humaner werden; das hatten die Vertreter der Organisa- tion zur Bedingung gemacht. Das Austeilen von Püffen und Stößen, besonders an jugendliche Arbeiter, hörte nun zwar auf, doch wurde die Kontrolle beim Beginn der Arbeit noch sehr-rigoros gehandhabt. Das war auch der Fall in einem Großbetrieb, nämlich bei der Firma C. A. Köttgen, welche zirka 400 Personen be- schäftigt. Hinzu kam, daß der Chef der Firma den Arbeitern ver- bot, während der Arbeitszeit eine Tasse Kaffee zu sich zu nehmen, was früher stets gestattet worden war. Die Färbereibetriebe ge- hören bekanntlich nicht zu den für die Arbeiter angenehmsten; es herrscht dort mitunter eine unerträgliche Hitze, sowie unerträglicher Qualm und Dampf. Daß sich in einer solchen Atmosphäre mit- unter das Bedürfnis geltend macht, etwas zu trinken, ist wohl jedem Menschen einleuchtend, und deshalb bestanden die Arbeiter darauf, während der Arbeitszeit zu dem Frühstück einen Schluck Kaffee nehmen zu dürfen; eine Pause sollte nicht gemacht werden. Der Unternehmer erließ einen Ukas, daß er keine Kaffeegefäße mehr in dem Betriebe dulde. Wenn die Arbeiter etwas trinken wollten, könnten sie Wasser trinken. Das Wasser, welches durch gewöhnliche Pumpen heraufgeholt und nicht filtriert wird, ist sehr sandhaltig, und sollen auch schon kleine Würmer mit zutage gefördert worden sein. Tatsache ist, daß in dem Betrieb stets viele Magenkranke sind, was von den Arbeitern auf den Genuß des Wassers zurück- geführt wird. Aus all diesen Gründen weigerten sich die Arbeiter, auf den Kaffee zu verzichten, und es kam zum Streik. Mittlerweile hatten die Inhaber der Färberei Völker u. Römer plötzlich 13 Arbeiter entlassen, und zwar angeblich aus Arbeitsmangel. Diese Arbeiter waren verheiratet und zum Teil schon jahrelang in dem Betriebe tätig. Die Arbeiter glaubten zwar nicht an den Arbeitsmangel, machten aber doch den Chefs den Vor- schlag, ihre Kollegen nicht plötzlich auf die Straße zu setzen, son- dern den Betrieb einzuschränken durch Einlegung von Feierschichten. Sie würden dann alle gleichmäßig von dem Arbeitsmangel getroffen. Dieser Akt der Solidarität, welcher doch die Arbeiter nach jeder Richtung hin ehrt, fand nicht die Zustimmung der Unter- nehmer. Die Herren vertraten vielmehr den brutalen Kapitalisten- standpunkt; sie bestimmten selbst, wer zu entlassen sei.und ließen sich von dem Arbeiterausschuß in diese Dinge nicht hineinreden. So kam es auch in diesem Betrieb zum Streik. Da trat sofort der Unternehmerverband in Aktion, erklärte die Forderungen der Ar- beiter als höchst ungerechtfertigt und dekretierte, daß, wenn die Streikenden bis zum 18. Januar die Arbeit nicht bedingungslos aufgenommen hätten, sämtliche Färbereiarbeiter in Krefeld am 19. Januar ausgesperrt würden. Eine Versammlung der Arbeiter- ausschüsse der Färbereien befaßte sich mit der Sache und beschloß, keinen Druck auf ihre streikenden Kollegen auszuüben. Die Fär- bereibesitzer, welche mit Ausnahme einiger kleinerer Betriebe dem Unternehmerverbandc angehören, haben die Drohung wider Er- warten wahr gemacht und ihre Arbeiter, weit über zweitausend, aufs Pflaster geworfen. Auf heute, Dienstag, den 22. Januar, ist wieder eine Generalversammlung des Arbeitgebcrverbandes der rheinischen Seidcnindustrie einberufen, und wird auf derselben eine allgemeine Aussperrung der Textilarbeiter Krefelds beschlossen werden. Die Unternehmer halten den Zeitpunkt für geeignet, die schon öfter angedrohte Sperre zu verhängen; sie vermeinen, jetzt die Macht der Organisation, die ihnen zu stark wird, brechen zu können. Sie nehmen nicht einmal Rücksicht auf die in den nächsten Tagen statt- findende Reichstagswahl. Es ist sehr interessant, daß, während die nationalen Parteien den„Bruder" Arbeiter zum Zweck des Stimmenfangs umgaukeln und plötzlich ihr sozialreformerisches Herz entdeckt haben, hier die nationalliberalcn Unternehmer ihren Machtgelüsten keinen Zwang anlegen und Zehntausendc braver Arbeiter nebst Familie durch Hunger ihrem Willen Untertan machen wollen. Daß die Pläne dieser Herrenmenschen sich so leicht ver- wirklichen, bezweifeln wir sehr; sind doch auch die Textilarbeiter nicht müßig gewesen, sie haben sich vielmehr eine starke Organisa- tion geschaffen. ZZusiand. Die drohende Masseuaussperrung in Schweden wird, wenn die Unternehmer diesen Riesenkampf nicht um jeden Preis herauf- beschwören wollen, abgewehrt werden. Das Landessekretariat wie die Landesorganisation der schwedischen Gewerkschaften bieten alles auf, um die geringen Streitigkeiten auszugleichen, die dem Aus- sperrungSbeschluß zugrunde liegen. Einigungsvorschläge sind be- kanntlich schon am 20. Dezember durch Verhandlungen zwischen der schwedischen Arbeitgebervereinigung und dem Landessekretariat zu- stände gekommen, wurden aber von einem Teil der direkt an den Konflikten beteiligten Verbandsabteilungen nicht ohne weiteres gut- geheißen, wie denn auch die Arbeitgeber weitergehende Forderungen au die Gewerkschaften stellten. Nun hat am 17. und 18. Januar in Stockholm eine Konferenz der Repräsentantschaft der Landesorganisation und des Landessekretariates stattgefunden und einstimmig beschlossen, die betreffenden Verbands- abteilungen aufzufordern, jene Einigungsvorschläge anzuerkennen, sowie auch den Vorschlag des Verhandlungskomitees, der den Arbeit- gebern bei Beachtung der übrigen Vertragsbestimmungen das Recht sichert. Arbeiter, ohne Rücksicht darauf, ob sie organisiert sind oder nicht, einzustellen und zu entlassen, der aber auch den Arbeiten, das Koalitionsrecht sichert und sie verpflichtet, bei Entlassungen, die ihnen als Maßregelungen erscheinen, erst eine Untersuchung durch ihre Organisation vorzunehmen, bevor sie andere Abwehrmittel ergreifen. Im übrigen beschloß die Konferenz, auch die Arbeitgeber aufzu- fordern, die Eimgungsvorschläge unverändert anzuerkennen. Geschieht dies nicht, so scheint die Aussperrung am 23. Januar un- auSbleiblich. Die ganze Verantwortung ruht dann jedoch auf den llntemehmrrn._ Gerichts-Zeitung. Wegen Gefährdung einer öffentlichen Tclegraphenanlage und Betruges gegen die Postbehörde mußte sich gestern der Elektro- techniker Fritz K e i l e r vor der 3. Strafkammer des Landgerichts l verantworten. Der Angeklagte ist Inhaber eines elektrotechnischen Jnstallationsgeschäftes und hat in seinen Komtoirräumen einen Fernsprecher. Zugleich aber ist das Komtoir mit den übrigen Räumlichkeiten und der Wohnung durch ein Privattelephon ver- banden. Um die verhältnismäßig hohen Kosten der Anlage mehrerer Nebensprechstellen durch die Postbehörde zu sparen, und um gleich- zeitig der Bequemlichkeit teilhaftig zu werden, von jeder einzelnen Stelle aus mit dem Fernsprechamt sich in Verbindung setzen zu können, stellte der Angeklagte nun eine Verbindung zwischen dem amtlichen Telephon und seiner eigenen privaten Fcrnsprcchleitung her. Zu diesem Zwecke schnitt er an einer dicht unter der Zimmer- decke gelegenen Stelle die Bleiumhüllung der Leitungskabel durch und lötete an den bloßgelegten Kupferdrähten mehrere andere feine Drähte an. Diese verband er mit einem von ihm erfundenen und später sogar patentierten automatischen Umschalteapparat, dex wiederum mit dem Privattelephon in Verbindung stand. Die ganze Anlage funktionierte tadellos, nur machten sich auf dem Amte allerlei Störungen infolge einer unrichtigen Schaltung bemerkbar. Anläßlich einer Revision durch einen höheren Postbeamten wurde diese Soudcranlage entdeckt nud zur Anzeige gebracht. Die Folge war die jetzige Anklage. Bor Gericht bestritt Rechtsanwalt Leonh. Friedmann, daß durch die Anlage des Angeklagten eine Gefährdung der Telephonleitung eintreten könne, auch sei nicht anzunehmen, daß K.. um sich einen Vermögensvorteil zu ver- schafffen, diese Vorrichtung angebracht habe. Staatsanwalt Paasch hielt den Angeschuldigten sowohl des Betruges wie auch des Vergehens gegen den � 318 St.-G.-B. für überführt und bean- tragte einen Monat Gefängnis. Das Gericht kam be- züglich des Betruges zu einer Freisprechung. Dagegen wurde K. wegen fahrlässiger Gefährdung einer zu öffentlichen Zwecken dienenden Telegraphenanlage zu 300 Mark Geldstrafe verurteilt._ Eingegangene Druckfcbriften. Von der„Neuen Zeit«(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben da? IS. Hess deS 25. Jahrganges erschienen. Es hat folgenden Inhalt: Der Landsturm der Philister.— Mathematische Formeln gegen Karl Marx. Von L. B. Boudin(New Jork).— Ueber britischen Imperialismus. Von Otto Bauer.— Das Verbrechen und seine Bekämpsung. Von W. i!l. Bonger. — Postreserendare und Postasscssoren. Von Richard Wagner.— Die Reform der Arbeiterversicherung. Von Sigmund Kaff(Wien).— Literarische Rundschau; Karl Joel, Der Ursprung der Naturphilosophie aus dem Geiste der Mystik. Von?k.. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstalten und Kolportcure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hest kostet 2? Pf. Probenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Von der„Gleichheit", Zeitschrift sür die Interessen der Arbeiterinnen (Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 2 des 17. Jahrganges zugegangen. Sie bat solgcnden Inhalt: Unser Panier.— Der Arbeiterin Interesse an der Reichstagswahl. Von Luise Zieh.— Aus zum Kampse gegen den Militarismus I Von 10. D.— Die Forderungen der Arbeiterinnen in bezug aus den Ausbau der Arbeitcrversichcrung. Von Gustav Hoch.— Ein gejährlicher Feind. Von o. b.— Die Stellenvermittelung. Von Mathilde Wurm.— Aus der Bewegung: Von der Agitation.— Von den Organisationen.— Jahresbericht der Vertrauens- Person sür Bant-Wilhelmshaven.— Jahresbericht des Slrvciterinnenvereins in Erlangen.— Die Behörden im Kampse gegen die proletarischen Frauen. — Politische Rundschau. Von(4. L.— Gewerkschastliche Rundschau.— Ein Beweis brüderlicher Solidarität der französischen Genossen.— Genossen- schastliche Rundschau. Von II.?I.— Notizcntcil: Dienstbotcnsrage.— Fraucnstimmrecht.— Verschiedenes.— Quittung.— Feuilleton: Die Macht des Gedankens. Von Nikolaus Lenau.(Gedicht.)— Prometheus. Drama- tijches Fragment von Wolsgang Goethe.(Schluß.) Für unsere Kinder: Winter. Von Arno Holz.(Gedicht.)— Gerechtigkeit. Von Neuland.— Das Negcrweib. Von Emanuel Geibel. (Gedicht.)— Der Autokutscher. Von Ernst Almsloh.— Die drei Indianer. Von Nikolaus Lenau.(Gedicht.)— Unsere Pelztiere. Von Brand.— Die Nasenspitze. Von A. Fendrich.— BiencheuS Lehren. Nach Curtmann. (Gedicht.)— Der Zwerg Nase. Von Wilhelm Hauff.— Reineke besucht Meister Lampes Linder.— Schmunzelkätzchcn und Bullenbciß. Von Friede. Güll.(Gedicht.) Die„Gleichheit" erscheint aller 14- Tage einmal. Preis der Nummer 10 Ps., durch die Post bezogen bewägt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Ps.,"unter Kreuzband 85 Ps. Jahresabonnement 2,50 M. Der Reichstagswahl ist auch die soeben erschienene Nummer des „Wahren Jacob" gewidmet. Wir erwähnen aus ihrem Inhalt die drei farbigen Bilder„Die roten Mäuse",„Der russische Nero" und„Sodom und Gomorra", sowie die weiteren Illustrationen„Seifenblasen",„Die Abrechnung",„Drei Faschingskandidaten",„Die Neichstagswahlen", ge» zeichnet vom kleinen Max,„Pariser Leben" und„Die zerstörte Wahlparole". Der textliche Teil der Nummer bringt die Gedichte„Zum 25. Januar", „Der Freisinn an die Regierung",„Wohlaus mein Volkl",„Ein Zweifler in den Hinterwäldern",„BülowS Pech",„Ausverkauf",„An einen Unzufriedenen",„Liberaler Hülserus" und außer zahlreichen kleineren Beiwägen noch die größeren satirischen Feuilletons„Prophezeiungen jür das Jahr 1907", „Aus bürgerlichen Wahlaujrusen" und„Kommiß-Politil". Vermischtes. Die Zahl der Opfer. Wie aus Kingstown berichtet wird, be- läuft sich die Zahl der verschwundenen Personen auf 1745. Jonathans Hülfe abgelehnt. Aus �ftigstown wird gemeldet: Gestern ereignete sich ein Zwischenfall, der möglicherweise zu diplomatischen Schwierigkeiten zwischen England und den Per- einigten Staaten Anlaß geben könnte. Der Gouverneur von Kingstown hat in einem Briefe an den amerikanischen Admiral Evans die Unterstützungen abgelehnt, welche von den Vereinigten Staaten angeboten worden waren. Infolge dieses Schreibens wurden die amerikanischen Marinetruppen zurückgezogen und auch die gelandeten Vorräte, Medikamente und Gelder an Bord zurüch- gebracht. In einem Briefe an den Gouverneur erklärte der amerikanische Kommandant, daß ihm unter diesen Umständen nichts anderes übrig bleibe als Jamaika zu verlassen. Das amerikanische Kriegsschiff sowie zwei andere Dampfer, welche Proviantvorräte nach Jamaika bringen wollten, haben daraufhin sofort die Anker gelichtet. Der Zwischenfall ruft unter der Bevölkerung große Er- regung hervor, um so mehr als in verschiedenen Gegenden der Insel Vorräte und Geld dringend gebraucht werden. Die New Dorker Sammlung zur Unterstützung der Not- leidenden auf Jamaika ist, wie ein Telegranim besagt, plötzlich abgebrochen worden infolge des Swettcnham-Zwischenfallcs. Neue Erdstöße. Gestern abend 10% Uhr sind in Alexandrows- kijpost auf Sachalin ziemlich starke Erdschwankungen wahr- genommen worden. Jelissawetpol, 20. Januar. In der letzten Nacht um 1% Uhr wurden hier zwei fünf Sekunden andauernde ziemlich starke Erd- stöße wahrgenommen. Zwischen beiden war eine Pause von zwei Sekunden. In dem Orte Kasach wurden in der letzten Nacht um 1 Uhr 10 Minuten zwei Erdstöße verspürt, worauf eine 1 Minute lange Erdschlvankung folgte. Vom Zuge überfahren. Gestern früh wurde auf dem Nürn- berger Vorortbahnhof Dutzendteich die furchtbar verstümmelte Leiche des verheirateten Stationsdieners Langguth, der vermutlich vom Zuge abstürzte und überfahren wurde, aufgefunden. Eine Untersuchung über den Unfall ist eingeleitet. Explodiert ist gestern in Zabrze im Gebläsehause der Donuersmarckhütte eine große Zentrifugalmaschine. Durch umher- fliegende Maschinenteile wurde ein Mann schwer verletzt. Im Rocheforter Hafen explodierte gestern vormittag der Kessel eines Dampfkrahns; die Zahl der Getöteten und Verletzten ist noch nickst festgestellt, wird aber auf ungefähr zehn angegeben. 19 Personen getötet. In Sandford(Indiana) wurden auf der Bigford-Eisenbahn in vorgestriger Nacht durch die Explosion einer Ladung Pulver in einem Güterwagen 19 Personen getötet und 30 verwundet, darunter einige schwer. ' Witter«»gsüderstcht vom 21. Januar 1907, morgen» 8«Hr. Wetter-Proqnoie für.Dienstag, den 2S. Januar 1907. Trocken und vielfach heiter bei strengerem Frost und ziemlich scharfen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterburean. Wafferstaud am 21. Januar. Elbe bei Ausstg— Meier, bei DreStzen st- 55 äp-, bei Magdeburg st- 3,32 Meter,— U n st r» t bei Straußsnrt— Meter.— Oder bei Ratibor st- 2,41 Meter.— Neiße- mündung st- 3,30 Meter.— Oder bei Brieg— Meter.— Oder bei Breslau Unierpegel st- 2.28 Meter. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlef Verantwortung. Theater. Dienstag, den 22. Januar. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Die Zauberflöte. Kgl. Schauspielhaus. Nathan der Weise. Dentiches. Die Geschwister. Die Mitschuldigen. Westen. Cousin Bobby. Lorning. Der Waffenschmied. Anfang 8 Uhr. Urania Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 6 Uhr Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. 8 Uhr Dr. Thesing: Das Problem der Befruchtung. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater). Schiller- Theater Charlottenburg, Dienstag, abends 8 Uhr: mentale, de best Mittwoch, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Dienstag, abends 8 Uhr: Minna v. Barnhelm. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Räuber. W. Noacks Theater. Direftion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Ehrliche Arbeit. Bolfsstüd mit Gesang in 5 Aften. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Ehren und Borzugskarten gültig. Donnerstag, abends 8Uhr: Donnerstag abends 8Uhr: Mittwoch: Fromont jr. u. Risler sen. Der Kaiserjäger. Schiller- Theater N. Die Räuber. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Zirkus Busch. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Morgen: Der Familientag. Luisen- Theater Zirkus Schumann Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Heute Dienstag, den 22. Januar, abends präzise 7%, Uhr: tra, Gala Vorstellung. Das Berliner. Der Hund von Baster Herr Potter aus Texas. borzügliche Programm und Berlins ville. Leffing. Wenn wir Toten erwachen. Schiller 0.( Wallner- Theater.) Jugend. Schiller- Theater Charlottenburg. Minna von Barnhelm. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Die von Hochfatter. Neues Schauspielhaus. Hochzeit. Herthas Kleines. Eine triviale Komödie. Komische Oper. Carmen. Neues. Lyngaard u. Co. Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikaniſches. Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Luisen. Herr Potter aus Tegas. Bernhard Rose. Der Amerikanisches Sittenbild in 4 Atten von A. T. Home. Mittwoch: 1. Opern- Gastspiel des Theater d. Westens: Der Troubadour. Donnerstag: Herr Potter aus Texas. Sonnabend 4 Uhr zum erstenmal: Klein Däumling. Residenz- Theater. Direktion Richard Allerander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr. Florette und Patapon. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagen- Kontrolleur. sen Metropol- Theater von Heilbronn. Trianon. Wo ist der Papa? Borher: Die Schloßkellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Sabaret. Spezialitäten. Apollo. Die schöne Bestalin. Spe zialitäten. Kasino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Das Modell. SeAbends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. reniſſimus Auguſt XXVI. Sofef Massary. Wolff. Fleischmann. Passage. Berlin paß' auf! Spe zialitäten. Figaro. Eine gute Partie. Die Klaue. Chicagoer Landwirt. Unterm Bett. ( Anfang 8 Uhr.) Prater Theater. Die Baise von Lowood. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Neichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 18/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Jm Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. 8 Uhr: Dr. Thefing: Das Problem der Befruchtung. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Abends 8 Uhr: Der Hund von Baskerville. Schauspiel in 8 Aften a. d. schottischen Hochland. Frei nach Motiven aus Poes und Doyles Novellen von Ferdinand Bonn. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 7 Uhr: Gastspiel Friz Berner Coulin Bobby. Neues Schauspielhaus Dienstag, den 21. Januar 1907: Herthas Hochzeit. Mittwoch: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, den 27. Januar 1907, nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol. a pollo Theater Hervorragende Spezialitäten und Die schöne Vestalin. Operette. Mufit bon Viktor Holländer, Sonntag, den 27. Januar, nachm. 3 Uhr: Doppelvorstellung. Halbe Breise! 1. Abt. Variété. 2. Abt. Venus auf Erden. Gebr. HerrnfeldEinlaß nfs. Theater inla 8 Uhr. 7 Uhr. Kommandantenstr. 57. Nur noch wenige Tage: Familientag im Hause Prellstein Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Borverkauf 11-2 Uhr und bei Bertheim. In Borbereitung: Ein Neues Theater. Verrücktes Hotel Zum ersten Male: Lyngaard& Co. Anfang 8 Uhr. Mittwoch, Donnerstag, Freitag: Hayfisch mit dem Vorspiel geht zur Jagd". Komödie in 3 Aften v. A. u. D. Herrnfeld. WINTER Kleines Theater. WWT CARTEN Abends 8 Uhr: Eine triviale Komödie für 65 SAHARET. feriöfe Leute.( Bunbury.) Otto Reutter Montag: Ein idealer Gatte. Komische Oper. bends Carmen. 8 Uhr: Mittwoch zum erstenmal: Zosta. Mufitdrama in 3 Aften v. G. Puccini. Donnerstag: Hoffmanns Erzähungen. Freitag: Tosca. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend 1. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerin. Die 3 Schwestern Kloess, gymnastische Produktionen. Howard und Harris, amerikanische Exzentriks. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalll, Jongleur. Floretta's Luftballett. Lortzing- Theater Der Biograph Bellealliancestr. 7/8. Abends 7%, Uhr: Der Waffenschmied. Abonnements gültig. Mittwoch: Der Mikado. Ende 11 Uhr DERNHARD ROSE- THEATED Große Frankfurterftr. 132. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Morgen: Das Käthchen v. Heilbronn. Lustspielhaus. Freitag: Kean ober: Genie u. LeidonTäglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. schaft. Billettvorverkauf schon für 8 Tage borher vorm. bon 10-1 Uhr an der Theaterkaffe und bei Bertheim. größte Sensation: Der Motor im Globus. MIB Irene und Mr. Wizard Stone. 3 Frères Willé, Heute abend 7 Uhr. The Novellos. Indien in Europa. Neu! Neu! Neu! Neu! Ferner: 4 Springpferde- onfurrenz. Frl. Martha Mohnke, Schulreiterin. Herrn Schumanns neueste Dreffuren. Um 10 Uhr: ROM. Gr. Origin. Ausst.- Pantomime des Zirkus Busch in 7 Bildern. Die tollkühne Quadrigafahrt. in ihren phänomenalen Leistungen. Otto Pritzkow. Münzstr. 16. Außerdem: Die großartigen neuen Spezialitäten. Um 9 Uhr zum 33. Male: Das größte Pracht- Manegenschaustück St. Hubertus. Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Auf Wunsch Vorführung in Vereinen jederzeit. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Jch wähle zum Backen stets Dr.Crato Backpulver, da es. das Beare isy Generalvertreter für Berlin: Alfred Hirsch, W. 30, Augsburgerstraße 1. Telephon: Amt IX No. 3537. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Berlin paß auf! Burleske in 2 Aften v. Leop. Ely. Mufil von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Colosseum Spezialitäten- Theater. Jm Stonzertsaal: Großer Bockbier- Jubel. All- Deutschland im Bock." Nationale Dekoration! leberraschungen aller Art. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Der Sorgenbrecher. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: 66 Ueber'n großen Teich." KottbuserS Sanssouci, Straße 4a. Heute: Theater Abend. Bum ersten Male: A N SS Das Geheimnis ber alten Mamfell. 0 Donnerstag Benefiz Karl Reich: Faust. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Josef Fleischmann. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907: der Mann Kosta, mit bem drehbaren Kopf. 14 Rarneval- pezialitäten neue 14 Palast Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich ab 19. Januar cr., abends 7 Uhr Sonntags ab 4 Uhr Große Münchener Bockbierfeste. Karl Kamberger mit seinen drei Stapellen: Original Oberlandler"," D'Wildschüßen" und D'Schlierseer". Schuhplattler, Sänger und Sängerinnen. Liederbücher zum Mitsingen gratis. Großartige eigene Dekoration. Entree an Wochentagen 30 Pfennige. Trianon- Theater. Abends 8 Uhr: Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes: Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Former Gustav Kapinski am 19. b. M. gestorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 23. Januar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Augusta Hospitals, Scharnhorststraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/8 Die Ortsverwaltung. Verein Berliner Hausdiener. Mitgliedschaft I des Zentralverbandes der Handels-, Transport- u. Berkehrsarbeiter Deutschlands. Todes- Anzeige. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Otto Vogel verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Diens tag, den 22. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des Rum melsburger Kirchhofes, verlängerte Neue Prinz Albertstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 67/11 Die Ortsverwaltung I. Allen Kollegen und Bekannten sowie den Parteigenoffen des VI. Wahlkreises zur Nachricht, daß mein lieber Mann und unser guter Vater, Schwiegervater und Groß156/6 vater, der Sattler Friedrich Nielebock im Alter von 67 Jahren nach langem Leiden am 18. Januar berstorben ist. Die Beerdigung findet heute Dienstag, nachmittags 2 Uhr, auf dem Kirchhofe der NazarethGemeinde, Reinickendorf West, Kögelstraße, von der Halle aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. • Wo ist der Papa? Verband der Sattler Vorher: Die Schloßkellerei. Donnerstag z. erstenmal: Fräulein Josette meine Frau. Ortsverwaltung Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Kasino- Theater Friedrich Nielebock Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ledige Leute. Komödie in 3 Atten v. Felir Dörmann. Borher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwank in 1 Att v. M. Strämer. Sonntag 4 Uhr: Die beiden Champignol. Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. Abends 8 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Boltsstud mit Gesang in 5 Aften von Anzengruber. Morgen: Die Waise von Lowood. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag Anfang 6 Uhr: Konzert, Theater u. Spezialitäten. 15 felaffige 15 Nach der Vorstellung: Extratanz. Dienstags: Rose- Theater- Gastspiel. Nummern! Fröbels Allerlei- Theater. Schönhauser Alee 148. D Gastspiel Bernhard Rose- Theater: am 18. Januar berstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 22. Januar, nach mittags 2 Uhr, von der Leichen halle des Nazareth Kirchhofes, Reinidendorf West, Kögelstr. 8, aus statt. 9 Um rege Beteiligung ersucht 156/7 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Bekannten und Kollegen zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Vater, Schwiegerbater, Onkel, Schwager und Großvater, der Steinmet 37472 Ernst Klonsdorf am 20. Januar nach furzem, frankheit verstorben ist. Auguste Klonsdorf nebst Angehörigen. Die Beerdigung findet Mitt wochnachmittag 3 Uhr von der Salle des Schöneberger Kirchhofes, Marstraße statt. meren Leiben an der ProletarierDanksagung. bie bielen Beweise herzlicher Teilnahme und der überaus zahlSherlock Holmes reichen Strana penden bei der Be Detektivkomödie in 4 Atten. bigung meines unvergeßlichen, lieben Mannes und unseres guten Baters, des Weißgerbers Franz Kaffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Scherlein, jagen wir allen Billettvorverkauf: Bunseren herzlichsten Dant, besonders Krüger& Oberbeck, Staftanienallee 1. dem Direktorium der Lederfabrik Stond. Handwerker, Schönh. Allee 153. Eyd u. Straffer sowie seinen braven -Moritzplatz. Kollegen der Lederarbeiter Filiale I Berlin. 1039b Täglich: Die trauernde Witwe nebst Kindern. Für die liebevolle eilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Klara Hawighorst fage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten meinen herzlichen Dank. 37452 Wilhelm Hawighorst. F80800EEOE n h a e n ockDoppel- Konzert der Oberbayern u. Dachauer Bauern tapelle. Fest ierAuftr: d. echten Plattler u. des berühmt. 8irfus dir. mit f. Bunderpferd. Bruch- Pollmann empfiehlt fein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensorien fowie sämtliche Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. u. Berlin C., 3493 Danksagung. Für die überaus große Teilnahme bei dem Hinicheiden meines innig geliebten Mannes, unseres guten Baters, des Schloffers Julius Thöns fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, den Meistern und Kollegen der D. W. und M. F.[ owie bem Gefangverein Borwärts IV" für den erhebenden Gesang am Grabe bes teuren Entschlafenen unseren herz37462 lichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Schaufp. in 3 Uft. u. 1 Borfp. Liefer. f. Drie Diftrantentzen Kranz- und Blumenbinderei nach dem Roman d.„ Gartenlaube" von E. Marlitt. Jeden Sonntag, Montag u. 30. Sinien- Straße 30. Donnerst.: Nordd. Sänger. Alle Bruchbänder mit elastischen BeSonnt. Beg. 5, Bochent.8 Uhr. von Robert Meyer, totten, angenehm u. weich am Störper uur Mariannen- Straße 2. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Sinner& Co., Berlin SW. Nr. 18. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 22. Januar 1907. Die sozialdemokratischen Kandidaten für Berlin und die Nachbarkreise sind: 1. Wahlkreis: Stadtverordneter Dr. Leo Arons, Berlin. 2. Wahlkreis: Geschäftsführer Richard Fischer, Berlin. 3. Wahlkreis: Rechtsanwalt Wolfgang Heine, Berlin. 4. Wahlkreis: Stadtverordneter Paul Singer, Berlin. 5. Wahlkreis: Arbeitersekretär Robert Schmidt, Berlin. 6. Wahlkreis: Schriftsteller Georg Ledebour, Zehlendorf bei Berlin. Für Nieder- Barnim: Stadtverordneter Artur Stadthagen, Berlin. Für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg: Stadtverordneter Fritz Zubeil, Berlin. Ahorn- Allee 1. Verzeichnis der Wahlbezirke und Wahllokale der in den Wahlkreisen Niederbarnim und Teltow Beeskow Charlottenburg belegenen größeren Vororte. Charlottenburg. 20. Wahlbezirk. Kantstr. 93a- 100, Kaiser Friedrichstr. 50a| bis 4, Straße 12k( jetzt Lohmeyerstraße). Wahllokal: Restaurant bis 54a, Stuttgarter Plaz 13-19, Windscheidstr. 29-37. Wahl- Seeger, Berlinerstr. 87. lokal: Restaurant Harnisch, Windscheidstr. 24/25. 21. Wahlbezirk. Kantstr. 86-93, Leonhardstr. 1-13, 16-21 und 23-24, Stuttgarter Platz 20-21, Windscheidstr. 19-28. Wahllokal: Restaurant Blichta, Stuttgarter Platz 22, Ede Rönnestraße. 1. Wahlbezirk. Ahorn- Allee Nr. 2, 4, 6, 8, 10, 12, 14, 16, 18, 38. Wahlbezirk. Grünstr. 1-15, Kaiser Friedrichstr. 94-101, 20, 22 bis Ende, Birken- Allee, Ebereschen- Allee Nr. 2, 4, 6, 8, 10, Kirchstr. 4-10 und 30-35, Schulstr. 1-12, Spreestr. 10-14, 12, 14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 32, 34 bis Ende, Eschen- Allee Wilmersdorferstr. 12-17 und 157-162. Wahllokal: Restaurant Nr. 21 bis Ende, Epiphanienkirche, Forsthaus Westend, Bahn olt, Spreeftr. 11. wärterhaus, Kastanien- Allee Nr. 22 bis Ende, Kirschen- Allee Nr. 19 39. Wahlbezirk. Grünstr. 20a- 30, Sanalstr. 1-8 und 15-18, bis Ende, Königin Elisabethstraße, Königsweg zwischen Ringbahn 22. Wahlbezirk. Friedebergstr. 1-8 und 30-39, Holzendorff- Kirchstr. 26-29, Spreestr. 15-26, Wallstr. 28-33, Wilmersdorfer= und Weichbildgrenze, Linden- Allee Nr. 25 bis Ende, Alter Luisen- straße 8-21, Leonhardstr. 14-15 und 22 und 25, Rönnestr. 1-12, ftraße 18-21 und 148-156. Wahllokal: Restaurant Reimer, Kirchhof, Platanen- Allee, Rüstern- Allee, Soorstraße, Spandauer- Stuttgarter Platz 22. Wahllokal: Restaurant Fechner, Leon- Wilmersdorferstr. 21. berg 1 bis 14, Trabrennbahn, Gottfried Kellerstraße. Wahllokal: hardstraße 15. 40. Wahlbezirk. Grünstr. 16-20, Kirchstr. 11-20, 21-25, Restaurant& inde, Spandauer Berg 9. 23. Wahlbezirk. Amtsgerichtsplab, Dernburg- Plaz, Dernburg- Kanalstr. 8a- 14, Kaiser Friedrichstr. 85-93, Wallstr. 34-38, Wahllokal: Restaurant Kaiser 2. Wahlbezirk. Ahorn- Allee Nr. 1, 3, 5, 7, 9, 11, 13, 15, 17, 19 straße, Friedbergstr. 9-16, Herbarthstraße, Holzendorffstr. 1-4, Wilmersdorferstraße 22-28. und 21, Afazien- Allee, Branizer Play, Ebereschen- Allee 1, 3, 5, 7, Sönigsweg zwischen Bismardstraße und Neue Kantstraße, Runo Friedrich- Loge", Kaiser Friedrichstr. 87. 9, 11, 13, 15, 17, 19, 21, 23, 25, 27, 29, 31, 33, Eichen- Allee, Eschen Fischerstraße, Ließenseeufer, Neue Kantstraße, Sophie Charlotten- 41. Wahlbezirk. Bismarckstr. 33-88, Gefenheimerstr. 23-80, Allee Nr. 1 bis 20, Kastanien- Allee 1 bis 21, Kirschen- Allee 1 bis 18, ftraße 57-67, Straße 11b- V- 3, Straße 27f- V- 3, Suarezstr. 1 Spielhagenstr. 1-6a, Wallstr. 63-74, Wilmersdorferstr. 29-31 Linden- Allee 1 bis 24, Nußbaum- Allee, Ulmen- Allee, Fürsten- bis 27 und weiter bis zur Rönnestraße, Suarezftr. 39-46, und 137-147. Wahllokal: Restaurant Rohloff. Wilmers= brunnerweg, Fürstenbrunn, Neuer Luisenkirchhof, Spandauer- Trendelenburgstraße, Wizzlebenstraße. Wahllokal: Turnhalle, dorferstraße 29/30. serg 15 bis 26, Spandauer Chaussee, Nord- und Südseite, Spandauer Gemeindeschule 21/22, Wizlebenstraße. 42. Wahlbezirk. Bismardstr. 39-50, Kaiser Friedrichstr. 76 bod Südseite, Spreetal- Allee. Wahllokal: Restaurant Morib, 24. Wahlbezirk. Friedbergstr. 17-29, Jägerhaus an der bis 84, Spielhagenstr. 7-21, Wallstr. 59-62, Wilmersdorferstr. 32 66- Pfeilerbrüde, Holzendorffstr. 5-7, Rönneftr. 18-28, Suarez bis 38. Wahllokal: Restaurant Grüning, Raifer Friedrich 3. Wahlbezirk. Mollwitzstraße, Sophie Charlottenstraße 1 ftraße 35-38. Wahllokal: Restaurant Schulze, Rönne- ftraße 76. bis 19 und 106 bis 118, Spandauerberg 27 bis 32, Spandauerstraße Straße 12, Ede Holzendorffstr. 7. 43. Wahlbezirk. Berlinerstr. 112-129, Bismardstr. 31-32, 1 bis 22. Wahllokal: Restaurant Malz, Spandauerstraße 21/22. Krummeftr. 1-22, Sesenheimerstr. 15-22, Spreestr. 27-48, Wall25. Wahlbezirk. Brahestraße, Darwinstraße, Gaußstraße, 4. Wahlbezirk. Am Bahnhof Westend, Bahnhof Westend, Gustav Adolf- Platz, Habsburger Ufer, Herschelstraße, Kaiserin traße 20-27 und 75-83. Wahllokal: Turnhalle, GemeindeFriedrich Karl- Platz 1-5, Gardes du Corpsstraße 1-10, Sophie Augusta- Allee 1-5 und 43-59, Keplerstraße füdlich der Ringbahn, schule 15/16, Strummeftr. 10. Charlottenstr. 19a- 23a und 101-105, Spandauerberg Südseite Königin Luifestraße, Osnabrüderstraße, Sömmeringstraße, Straße Schillerstr. 35-44, Sefenheimerstr. 7-14 und 31-38, Wilmers 44. Wahlbezirk. Bismardstr. 81-91, Strummestr. 23-29, zwischen Sophie Charlottenstraße und Ringbahn, Spandauerstr. 23 6- VI, 15- VI, 15a- VI, 18- VI, 20- VI, 21- VI, Tauroggener- Schillerstr. 35-44, Sesenheimerstr. 7-14 und 31-38, Wilmersbis 84. Wahllokal: Restaurant Schieschte, Sophie Charlottenstraße, Tegelerweg 1-26 und 96-108, Verbindungskanal von der dorferstr. 128-136. 2ahllokal: Restaurant Gantte, Schillerftraße 19a. 5. Wahlbezirk. Grenze Plößensee bis zur Einmündung in die Spree und Spree Straße 38. Christstr. 11a- 20, Dandelmannstr. 1-4 vom Verbindungskanal bis zur Caprivibrücke und Spree bis bis 75, Rüdertstr. 1-13, Schillerstr. 45-52a, Wilmersdorfer. 45. Wahlbezirk. Bismardstr. 72-80, Staiser Friedrichstr. 69 Gardes du Corpsstraße 11-18, Sophie Charlottenstr. 24-26 und Schleuse. Wahllokal: Turnhalle, Gemeindeschule 5/6, Kaiserin ftraße 88a- 45. Wahllokal: Restaurant Schulze. Schillerstr. 52a, 96-100. Wahllokal: Restaurant Heesen, Christstr. 20. Augusta- Allee 4a. 6. Wahlbezirk. Christstr. 21-32, Dandelmannstr. 5-9, BotsEde Kaiser Friedrichstr. 69. 26. Wahlbezirk. Bahnhof Jungfernheide, Verl. Keplerstraße damerstr. 14-22, Sophie Charlottenstr. 27-83 und 89-95. Wahllokal: Restaurant Triefethau, Sophie Charlottenstr. 94. nördlich der Ringbahn( Straße 9- VIa beziv. 57- VIa), Königs 7. Wahlbezirk. Christstr. 1-11 und 32a- 42, Dandelmann- damm nördlich und füdlich, Krummelante, Nonnendamm, Nonnen Nehringstr. 1-3. Wahllokal: Restaurant Suth, Christstr. 11. 63, 65- VIa, Tegelerweg 27-95( zwischen Ringbahn und Weichbildftraße 57-61, Friedrich Karl- plab 6-12, Magazinstr. 7-8, wiese, Riedemannsweg. Am Spandauer Schiffahrtskanal, Straße 12, 8. Wahlbezirk. Dandelmannstr. 52-56, Nehringstr. 3a- 6, grenze), Spree von der Schleuse bis zur Spandauer Grenze. WahlTotal: Restaurant Bartsch, Neu- Helgoland, Nonnendamm 1. Potsdamerstr. 6-13. Wahlbezirk: Restaurant Lehmann, Potsdamerstr. 12. 9. Wahlbezirk. Friedrich Karl- Platz 14-18, Magazinstr. 19, Spandauerstr. 85-40, Schloßstr. 1-3 und 69, Schloßgarten und fönigl. Schloß. Wahllokal: Restaurant Bäumler, SchloßStraße 3. 10. Wahlbezirk. Friedrich Karl- Platz 13, Magazinstr. 1-6 und 9-18, Nehringstr. 26-34, Potsdamerstr. 1-5a, Schloßstr. 4 bis 18. Wahllokal: Restaurant Jänisch, Schloßstr. 7. 11. Wahlbezirk. Fritschestr. 1-17 und 80-97, Jägerstr. 1-5, Kaiser Friedrichstr. 1-10, Luisen- Plaz 5/6, Scharrenstr. 12-29, Schloßstr. 45-68, Stallstr. 1-3. Wahllokal: Restaurant Liebke, Kaiser Friedrichstr. 5. 27. Wahlbezirk. Beusselstr. 77-81, Grasmusstr. 1-12, Hutten straße 32-44, Ghäuser Reuchlinstr. 6 und 9. Wahllokal: Reftaurant Gramse, Suttenſtr. 82. ftraße 17-31, Kaiserin Augusta- Allee 5a- 42, Reuchlinstr. 1-17 ausschl. Nr. 6 und 9, Sidingenstraße, Straße 23- VI- 3, 24- VI- 4 40- VI- 3, Biebestraße. Spreelauf von der Berliner Grenze bis zur Einmündung in den Verbindungskanal. Wahllokal: Restaurant els mann, Reuchlinstr. 6, Ede Erasmusstraße. 28. Wahlbezirk. Beuffelstr. 83-90, Erasmusstr. 18-24, Sutten46. Wahlbezirk. Goethepark 1-13, Kaiser Friedrichstr. 67 bis 68a, Schillerstr. 73-84, Wilmersdorferstr. 46-50. Wahllokal: Restaurant Schoepp, Goethepark 13, Kaiser Friedrichstr. 67. 47. Wahlbezirt. Goethepart 14-26, Staiser Friedrichstr. 61b bis 66, Pestalozzistr. 33-43, Wilmersdorferstr. 51-56. Wahllokal: Turnhalle, Gemeindeschule 13/14, Pestalozzijtr. 40. 48. Wahlbezirk. Goethestr. 31-41, Strummeftr. 30-36, Schillerstr. 85-94a, Sesenheimerstr. 1-6 und 39-42, ilmers. dorferstr. 122-127. Wahllokal: Restaurant Jouvenal, Sesenheimerstr. 41. 49. Wahlbezirk. Goethestr. 42-50, Krummeftr. 87-40, Besta Iozzistr. 25-32, Wilmersdorferstr. 118-121. Wahllokal: Re staurant ampe, Krummeftr. 40, Ede Pestalozzistraße. ftaurant Gampe, Krummeftr. 40, Ede Pestalozziftraße. 50. Wahlbezirt. Kantstr. 52-56a, Strummestr. 41-45, BestaToaaistr. 77-84, Wilmersdorferstr. 112-117. Wahllokal: Nestaurant Boblers, Pestalozziftr. 79. 55. Wahlbezirk. Kantstr. 39-47 und 124-130a, Leibnizstr. 69 bis 81, Pestalozzistr. 17-20 und 88a- 92, Weimarerstr. 23-33. Wahllokal: Restaurant v. Bezer, Kantstr. 130. 56. Wahlbezirk. Bismarckstr. 92-104, Goethestr. 26-30, rummeftr. 59-72, Schillerstr. 34-34a und 94b bis 96, Weimarer traße 1-7 und 9-15. Wahllokal: Restaurant a ustein, Schillerstr. 94b. 29. Wahlbezirk. Bahnhof Tiergarten, Berlinerstr. 1-10, 51. Wahlbezirk. Kaiser Friedrichstr. 58a- 61a, Rantstr. 56b Dovestraße, Englischestraße, Franklinstraße, Gutenbergstraße, Helm- bis 67, Pestalozziftr. 64-76, Wilmersdorferstr. 57-63. Wahllokal: holzstraße, Pascalstraße, Salzufer, Straße 10- V- 2, Hallerstraße, Restaurant Allwardt, Kaiser Friedrichstr. 61a. 12. Wahlbezirk. Bismardstr. 51-61, Fritschestr. 18-81 und Tiergartenmühle, Landwehrkanal, Spree von der Beerliner Grenze 52. Wahlbezirk. Bahnhof Charlottenburg, Kaiser Friedrich 64-79, Grünstraße zwischen Kaiser Friedrich- und Hebbelstraße, bis zum Verbindungskanal. Wahllokal: Restaurant zum Hirsch, straße 55-58, Stantstr. 101-106, Stuttgarter Blab la- 12. WahlHebbelstraße, Kaiser Friedrichstr. 11-30, Schloßftr. 28-44, Wall- Englischestr. 26. ftraße 89-58. Wahllokal: Restaurant Winter, Schloßstr. 45. 30. Wahlbezirk. Berlinerstr. 11-34, Charlottenburgufer 59 Total: Restaurant Sulide, Kaiser Friedrichstr. 55. 53. Wahlbezirk. Kantstr. 107-117, rummestr. 46-50, Stutte 13. Wahlbezirk. Horstweg, Straße 24- V- 8, Snobelsdorff. bis 83, Marchstraße, Sophienstraße, Werner Siemensstraße. Wahl- garter Plak 1, Wilmersdorferstr. 64-66a und 108-111. Wahlstraße 1-4 und 54-61, Königsweg Oftseite zwischen Knobelsdorff- lokal: Restaurant Golbe, Marchstr. 24a, Ecke Gueridestraße. straße u Straße 38- V- 4, Nehringstr. 14-25, Potsdamer- 31. Wahlbezirk. Berlinerftr. 85-46, Cauerstr. 1-19, Charlotal: Restaurant Mathiste, Strummestr. 47. 54. Wahlbezirk. Goethestr. 56-64, Kantstr. 48-51 und 118 straße 42-47, Schloßstr. 14-27, Sophie Charlotte- Platz. Wahl- lottenburgerufer 49-58, Fraunhoferstraße, Gueridestraße 10-33, bis 123, Karl August Play, Krummestr. 51-58, Pestalozzistr. 21 Lokal: Restaurant Leister, Knobelsdorffstr. 2. Herzstraße. Wahllokal: Restaurant Prina Quitpold". bis 24 und 85-88, Weimarerstr. 16-22. Wahllokal: Restaurant 14. Wahlbezirk. Dandelmannstr. 50-51a, Nehringstr. 7-13, Berlinerstr. 46. Jurisch, Pestalozzistr. 85. Wahllokal: Potsdamerstr. 31-41. Restaurant Krüger, 32. Wahlbezirk. Charlottenburgerufer 41-48, Cauerstr. 20 Dandelmannstr. 50. bis 27, Galvanistraße, Gueridestraße 34-43, Röntgenstr. 1-7. 15. Wahlbezirk. Dandelmannstr. 44-49, Dandelmannstraße Wahllokal: Restaurant Rudnik, Galvaniftr. 18, Ede GuerickeOftseite zwischen Straße 33 und Knobelsdorffstraße, Knobelsdorff- straße. straße 5-15 und 44-53, Königsweg Westseite zwischen Knobels- 33. Wahlbezirk. Berlinerstr. 47-50, Cauerstr. 28-36, Gueridedorffstraße und Straße 33- V- 4. Wahllokal: Restaurant straße 1-9, Luifenkirchhof an der Gueridestraße, Rübow 16-17a, Prestel, Knobelsdorffstr. 53. Rosinenstraße 1-11. Wahllokal: Restaurant offmann, 16. Wahlbezirk. Knobelsdorffftr. 24-29 und 30-39, Bots. Lützow 16. 57. Wahlbezirk. Bismardstr. 105-111, Goethestr. 18-25, damerstr. 23-30, Sophie Charlottenstr. 34-43 unb 79-88. Wahl- 34. Wahlbezirk. Berlinerstr. 51-76, Kirchhofstraße, Lühower Leibniaftr. 82-97, Schillerstr. 20-83 und 97-107 mit Weimarer lokal: Restaurant Trageheim, Sophie Charlottenstr. 88. straße 8-16, Rosinenstr. 12-14a, Wilhelmplak 1 und la, Lüßom 11 17. Wahlbezirk. Dandelmannftr. 10-17 und Westseite zwischen bis 15. Wahllokal: Logen- Restaurant, Berlinerstr. 61, Ede Kirch traße 8, Weimarerstr. 84-50. Wahllokal: Turnhalle, GemeindeKirch- schule 9/10, Goethestr. 21/22. Knobelsdorffstraße und Straße 33- V- 4, Snobelsdorffstr. 16-23 hofstraße. 58. Wahlbezirk. Berlinerstr. 130-142, Bismardstr. 22b- 30, und 40-43, Sophie Charlottenstr. 44-56 und 68-78, Straße 35. Wahlbezirk. Brauhofstr. 1-4, Charlottenburgerufer 6-40, rummestr. 73-93, Wallstr. 13-19 und 84-89. 2ahllokal: Re27a- V- 4 zwischen Dandelmannstraße und Sophie Charlotten- Gosanderstr. 1-12, Sabelstraße. Lohmeyerstraße 18-16, Rübow 1taurant Schweizer, Berlinerstr. 139. Straße, Straße 33- V- 4 Nordseite zwischen Dandelmannstraße bis 10, Lüßowerstr. 1-7, Meisstrafe, Röntgenstr. 8-14, Spree 59. Wahlbezirk. Berlinerstr. 143-149, Bismardstr. 17-22a, und Ringbahn. Wahllokal: Restaurant Rosenberg, Sophie straße 1-4 und 49-60. Wahllokal: Restaurant zum Lübow- Leibnizstr. 98-110, Walstr. 1-12 unb 90-103. Wahllokal: Charlottenstraße 79. Garten, Inh. Kaschwig, Am Lützow 9. Etablissement Klosterbrauerei, Wallstr. 94. 18. Wahlbezirk. Bismardstr. 62-71 und 72a, Fritschestr. 32 36. Wahlbezirk. Berlinerstr. 77-94, Brauhofstr. 5-16, Char- 60. Wahlbezirk. Berlinerstr. 150-169, Bismardstr. 1-16 und bis 43 und 53-63, Kaiser Friedrichstr. 31-45a, Pestalozzistr. 44 Tottenburgerufer 1-5, Gofanderstr. 13-82, 2ohmeyerstr. 8-12 und 112-127, Grolmanstr. 1-6 und 69-72, Hardenbergstr. 1-3, bis 53, Schillerstr. 53-72, Suarezstr. 47-60, Windscheidstr. 1-18 17-24, Quisenplatz 1-4, Spreeftr. 5-8, Wilmersdorferstr. 1-6 Leibnizstr. 1-17, Schillerstr. 1-19. Wahllokal: Restaurant am und 38-57. Wahllokal: Restaurant Gärtner, Pestalozzi- und 166-167. Wahllokal: Restaurant Voltmann. Spreestr. 5. Knie, Inhaber se sten, Berlinerstr. 169. straße 45b, Ede Kaiser Friedrichstraße. 37. Wahlbezirk. Berlinerstr. 95-111, Kaiser Friedrichstr. 102 19. Wahlbezirk. Fritschestr. 44-52, Kaiser Friedrichstr. 45b bis 106, Stirchstr. 1-3 und 36-38, Stirchplatz 1-9, Lohmeherstr. 1 59a- 68, Hardenbergstr. 4/5, Snesebecstr. 1-12, Schillerstr. 112 bis 49/50, Kantstr. 68-85, Pestalozzistr. 54-63. Wahllokal: Re- bis 7 und 25-27, Scharrenstr. 1-11 und 30-39, Schulstr. 13-19, bis 127, Schlüterstr. 72-78, Wahllokal: Restaurant Fitte, staurant Biebtte, Kaiser Friedrichstr. 50, Ecke Kantstraße, Spreeftr. 9, Wilmersdorferstr. 7-11 und 168-165, Bilhelmplak 2 Schlüterstr. 72. 61. Wahlbezirk. Goethestr. 5-13, Grolmanstr. 7-13 und 62. Wahlbezirk. Goethestr. 14— 17a, Herderstraße, Leibniz ftraße 18—25, Schillerstr. 108— III, Schlüterstr. 1— 9a. Wahllokal Restaurant Bu sch ow. Leibnizstr. 87. 63. Wahlbezirk. Goethestr. 65—73. Leibnizstr. 26-30, Pesta lozzistr. 9— 16 und 92a— 99a, Schlüterstr. 10— 16. Wahllokal: Re staurant S t e i n b e i ß, Goethestr. 16. 64. Wahlbezirk. Kantstr. 31— 38a und 130b— 136, Leibniz straße 31— 38, Schlüterstr. 17—23, Wielandstr. 1—8 und 42—50. Wahllokal: Restaurant Graffunder, Wielandstr. 4. 65. Wahlbezirk. Goethestr. 74— 77, Grolmanstr. 14— 20, Pesta lozzistr. 1— 8, Schlüterstr. 67— 71a. Wahllokal: Restaurant Leibniz- säle, Leibnizstr. 33. 66. Wahlbezirk. Blcibtreustr. 1—7, Kantstr. 25— 30 und 137 bis 142, Pestalozzistr. 100— lOo, Schlüterstr. 57—66, Wahllokal: Restaurant Kümmel, Pestalozzistr. 105. 67. Wahlbezirk. Bleibtreustr. 49— 55, Goethestr. 78— 83, Grob manstr. 21—25 und 49—59, Kantstr. 22—24 und 143—145, Knese- beckstr. 13— 23, Savignyplatz 6— 13. Wahllokal: Restaurant b. U b i s ch, Grolmanstr. 58. 68. Wahlbezirk. Berlinerstr. 170— 172, Carmerstr. 1— 4 und 16—19, Fasaneustr. 1, Goethestr. 1— 4 Und 84— 87a, Hardenbergstraße 6—11 und 33—42, Kncsebeckstr. 88—100, Kurfürstenallee 37 bis 42, Steinplatz 1— 4. Wahllokal: Restaurant Lindenau, Grolmanstr. 68, Ecke Schillerstraße. 69. Wahlbezirk. Carmerstr. 5—14, Grolmanstr. 48. Kantstr. 17 bis 21 und 146— 150a, Kncsebeckstr. 82— 87, Sabignyplatz 1— 5, Uhlandstr. 1—15. Wahllokal: Restaurant Zeitler. Grolman- straße 48. 70. Wahlbezirk. Bahnhof Zoologischer Garten, Fasanenstr._ bis 13 und 81—87, Hardenbergstr. 12—26 und 30— 32a, Joachims- thalerstr. 1—4, Kantstr. 5—16 und 151—157, Uhlandstr. 188—197, Stadtbahnbogen 544—558 und 588—591. Wahllokal: Restaurant Bader„Zum Bärenzwinger", Hardenbergstr. 26. 71. Wahlbezirk. Bleibtreustr. 8—17 und 41— 43a, Knesebeck. straße 24—34, Mommsenstr. 1—12, Niebuhrstr. 1—3 und 73—78, Schlüterstr. 2Za— 30 und 48— 56a, Wielandstr. 35—41. Wahllokal: Turnhalle in der Kaiser Friedrich Schule. Kncsebeckstr. 24. 72. Wahlbezirk. Bleibtreustr. 18— 40, Knescbcckstr. 35—53, Kur- fürstcndamm 40— 55 und 186—202, Lietzenburgerstr. 12— 16 und weiter zwischen Bleibtreustratze und Wielandstratze, Mommscn- straße 61—71, Schlüterstr. 31-47, Wielandstr. 26—34. Wahllokal: Restaurant Peter, Leibnizstr. 60, Eingang ibiommsenstraße. 73. Wahlbezirk. Clausewitzstratze(1c— V— 3). Dahlmannstraße (Straße 8— V— 3), Gerbinusstraßc(Straße 17b— V— 3), Giese- brechtstraße, Kurfürstendamm 56—89 und 182—185,' Küstriner- straße. Leibnizstr. 39—68, Lietzenburgerstraße zwischen Wieland- und Leibnizstraße, Mommsenstr. 13—60, Niebuhrstr. 9—11 und 69 bis 72, und zwischen Leibniz- und Wilmersdorferstratze, Olivaer Platz. Straße 8a— V— 3. Straße 15a— V— 3. Sybelstraße, Waitz- straße(Straße 8— V— 3s. Wielandstr. 9—25, Wilmersdorferstr. 67 bis 107. Wahllokal: Restaurant Konrath, Mommsenstr. 39. 74. Wahlbezirk. Joachimsthalerstr. 10—21, Kurfürstendamni 217—226, Lietzenburgerstr. 1—3, Meinekestr. 1—11 und 18—27. Wahllokal: Restaurant Leutner. Meinekestr. 18. 75. Wahlbezirk. Fasanenstr. 22—31 und 67—74, Knesebeck- straße 54— 65, Kurfürstendamni 203— 216, Lietzenburgerstr. 4—11, Uhlandstr. 26— 37 und 165— 176. Wahllokal: Restaurant„Zum Fasan", Fasanenstr. 21. 76. Wahlbezirk. Fasanenstr. 14—21 und 75—80, Joachims- thalerstr. 5—9, Kantstr. 158—161. Kurfürstendamm 18—31, Uhland- straße 177�-187. Wahllokal: Restaurant Haupt, Gartensaal, Kantstr. 12. 77. Wahlbezirk. Grolmanstr. 26—47, Knescbeckstr. 66-81, Kur- fürstendamm 32—39, Uhlandstr. 16—25. Wahllokal: Restaurant Tesche, Uhlandstr. 25, Ecke Kurfürstendamm 32. 78. Wahlbezirk. Augsburgerstr. 44—53. Auguste Viktoria Platz, Hardenbergstr. 27—29, Joachimsthalerstr. 25— 44, Kaiser Wilhelm Gedächtnistirche, Kantstr. 1—4 und 162—169, Kurfürstcndamm 10 bis 17 und 227—237, Rankestr. 1—16, Romanisches Haus. Wahl- lokal: Restaurant Noske, Augsburgerstr. 46, Ecke Joachimsthaler- straße. 79. Wahlbezirk. Marburgerstr. 1—6 und 12—18, Nürnberger- straße 12—22, Rankestr. 28—36, Tauenzienstr. 13— 18a. Wahllokal: . Restaurant G e r d e s, Marburgerstr. 9a, Ecke Augsburgerstr. 38. 80. Wahlbezirk. Augsburgerstr. 35— 43 und 54—65, Eislebener- straße 1— 10, Marburgerstr. 7— 11, Nürnbergerstr. 23—28, Ranke- straße 23— 27a. Wahllokal: Restaurant H ü t t e r, Nürnberger- straße 24. 81. Wahlbezirk. Kurfürstendamm 238—245, Kurfürstenstr. 97 bis, 102, Nürnbergerstr. 1—11 und 60— 69a, Tauenzienstr. 5— 12b, Wahllokal: Restaurant Gregorschewski, Nürnbergerstr. 6. 82. Wahlbezirk. Ansbacherstr. 1— 11 und 49— 58, Bayrcuther- straßc 1— 8, Kurfürstenstr. 103— 108a, Tauenzienstr. 1— 4, Wittenbergplatz 4— 6. Wahllokal: Restaurant Fischer, Ansbachcr straße 6. 83. Wahlbezirk. Ansbacherstr. 24—31, Augsburgerstr. 26— 34 und 73— 77, Geisbergstr. 15— 17, Nürnbergerstr. 49— 59, Passauer straße 1— 13 und 22—32, Tauenzienstr. 19— 20, Wahllokal: Re� staurant H o g r e f e, Augsburgerstr. 30/31. 84. Wahlbezirk. Ansbackerstr. 12—23 und 41— 48, Augsburger- straße 23— 25, Passauerstr. 33—43, Tauenzienstr. 21— 24, Witten bergplatz 1— 3a. Wahllokal: Restaurant Ferd. Schulze, Augs- burgerstr. 25. 85. Wahlbezirk. Ansbacherstr. 32— 40, Augsburgerstr. 18— 22 und 78— 81, Bayreutherstr. 0— 21, Geisbergstr. 10— 14. Wahllokal: Restaurant Karl Schulze, Augsburgerstr. 78. 86. Wahlbezirk. Bahreutherstr. 37— 45, Kleiststr. 19—22, Kurfürstenstr. 109— III, Lutherstr. 1— 11 und 44— 53, Nettelbeckstr. 6 bis 13. Wahllokal: Restaurant Braun, Lutherstr. 44. 87. Wahlbezirk. Courbicrestr. 1— 9a, Kleiststr. 7— 18, Kurfürstenstr. 112—123, Nettelbeckstr. 1—5 und 14-�26. Wahllokal: Restaurant Seydthold, Kleiststr. 18. 88. Wahlbezirk. Augsburgerstr. 1— 2 und 94— 100, Eisenacher- straße 1—8, Kalckreuthstr. 6— 19, Kleiststr. 32— 35, Lutherstr. 20—33, Motzstr. 13— 21. Wahllokal: Restaurant Koberger, Kalckreuth- straße 16. 89. Wahlbezirk. Augsburgerstr. 3— 17 und 82— 93, Bayreuthcr- straße 22—36, Geisbergstr. 1—9, Kalckreuthstr. 1—5, Kleiststr. 23 bis 31, Lutherstr. 12— 19b und 34— 43, Wormserstraße. Wahllokal: Restaurant Radzuweit, Augsburgerstr. 10. 90. Wahlbezirk. Ahornstraße, Courbierestr. 9b— 18, Eisenacher- straße 114— 122, Kielganstraße, Kleiststr. 1— 6 und 36— 43, Kurfürstenstr. 124— 137, Maatzenstr. 5— 9 und 26— 30, Maienstraße, Motzstr. 1—12, Nollendorfplatz 1— 4. Wahllokal: Restaurant Kewitsch, Kurfürstenstr. 125. Rixdorf. 1. Wahlbezirk. Kottbuser Damm von 73—103, Mahbachufer bon 1— 22, Schinkestraße. Wahllokal: Josua Schaefer, Kott- buser Damm 103. 2. Wahlbezirk. Friedelstr. bon 23— 41, Hobrechtstr. bon 24— 62, Pflügerstr. bon 1— 12 und 67— 82. Wahllokal: H. Trinis, Pflügerstr. 1— 2. 3. Wahlbezirk. Friedelstr. bon 1—22 und 42— 61, Lenaustraße. Wahllokal: Ernst Sticher, Friedelstr. 22. 4. Wahlbezirk. Reuterftr. bon 18— 77. Wahllokal: Otto R e i t- m e i c r, Reuterftr. 57.' 5. Wahlbezirk. Hermannplatz, Hobrechtstr. bon 1—23 und 63 bis 84, Kottbuser Damm bon 62— 72, Reuterplatz, Weserstr. bon 1—9 und 209— 217. Wahllokal: Hermann Zwicker. Reuter- platz 1. 6. Wahlbezirk. Kaiser Friedrichstr. bon 1—15 und 236— 248, Weserstr. bon 10— 16 und 201—208. Wahllokal: Gustab Schneider. Kaiser Friedrichstr. 13. 7. Wahlbezirk. Liberdastraße, Lohmühlenstraße, Manitius- straße, Manbachufer bon 23—66, Nansenstraße, Pannierstr. bon LO— 11, Pflügerstr. bon 13— 06, Weichselplatz, Wiesenufer. Wahllokal: Georg R a u, Maybachufer 45. 8. Wahlbezirk. Pannierstr. bon 1— 19 und 42— 64. Wahllokal: Max R ö s l c r, Pannierstr. 9a. 9. Wahlbezirk. Donaustr. bon 1—23 und III— 131, Jansa- straße, Kaiser Friedrichstr. bon 16— 37 und 213—235, Tellstraße, Wahllokal: Heinrich Wild, Kaiser Friedrichstr. 16(Weltkugel). 10. Wahlbezirk. Harzerstr. bon 1— 3 und 115— 119, Köllnisches Ufer bon 66— 74, Lohmühlcnplatz, Rütlistraße, Weichselstraße, Weserstr. bon 17— 41 und 181—200. Wahllokal: Rudolf Bank mann, Weichselstr. 15. 11. Wahlbezirk. Elbestraße, Fuldastrahe, Köllnisches Ufer bon 50— 65. Wahllokal: Hermann Meyerhof, Fuldastr. 11. 12. Wahlbezirk. Donaustr. bon 24— 34 und 99— 110, Kaiser Friedrichstr. bon 38— 55 und 195— 212, Schönstedtstratze. Wahl lokal: Hermann Schmidt, Kaiser Friedrichstr. 195. 13. Wahlbezirk. Bouchestraße. Harzerstr. bon 14— 25 und 96 bis 103, Laubestraße, Schandauerstraße, Weigandufer bon 1— 16, Weserstr. bon 42—58 und 164—180. Wahllokal: Hermann Czar n o w s k i, Laubestr. 14. 14. Wahlbezirk. Erkstraße, Finowstraße, Jnnstraße, Wilden� bruchplatz, Wildenbruchstratze. Wahllokal: Richard Hill er, Wildenbruchstr. 57— 58. 15. Wahlbezirk. Elsenstraße, Harzerstr. bon 26— 95, Heide! bergerstratze, Kaiser Friedrichstr. bon 161— 194, Köllnisches Ufer bon 18— 49, Straße 25b, Weigandufer bon 17— 35, Weserstr. bon 59— 90 und 132— 163. Wahllokal: Fritz Walter, Kaiser Friedrich. straße 180. 16. Wahlbezirk. Donaustr. 35— 98, Gärtnerstratze, Hertzberg platz, Hertzbergstratze, Kaiser Friedrichstr. 56— 86, Kirchgasse, Stuttgarterstraße, Treptowerstraße. Wahllokal: Gustab Dick, Kaiser Friedrichstr. 86. 17. Wahlbezirk. Berthelsdorferstraße, Göthcftraße, Richard. straße 1— 25 und 98— 120. Wahllokal: H. Hoffmann, Richard- straße 25. 18. Wahlbezirk. Bergstr. 27—42 und 127—139, Hohcnzollcrn- platz, Rosenstraße. Wahllokal: Klcmke, Bergstr. 136,(Deutsches Wirtshaus). 19. Wahlbezirk. Kirchhofstr. 1— 9 und 35— 50, Schönwcider- straße. Wahllokal: Wilhelm Meißner, Schönweiderftratze, Ecke Wipperstratzc. 20. Wahlbezirk. Böhmischcstraße, Johann Hußstrahe, Richard- Platz, Richardstr. 26— 53 und 64— 97,»Schudomastraße. Wahllokal: Albert M a r e sch, Richardplatz 16. 21. Wahlbezirk. Thüringerstraße, Wipperstraße. Wahllokal: Oskar M e t h n e r, Thüringerstr. 16. 22. Wahlbezirk. Canner Chaussee, Cannerstraße, Drorhstraße, Elsterstratze, Karpfenteichstratze, Kaiser Friedrichstr. 87—160, Kief- Holzstraße, Köllnisches Ufer 1— 17, Köpenicker Landstraße, Nicmetz- traste, Puderstraßc, Tcupitzerstraße, Weigandufer 36— 48, Weser- traßc 91—131. Wahllokal: A. Stolzenburg, Canner Chaussee 13. 23. Wahlbezirk. Bergstr. 69—106, Grcnzallce, Knesebcckstr. 1 bis 5 und 147— 150, Lahnstraße, Mittelbuschweg, Naumburger- traße, Richardstr. 54— 63, Saalestratze, Walterstraße, Zeitzcrst?atze. Wahllokal: Franz Höhne, Bergstr. 77. 24. Wahlbezirk. Telbrllckstratzc, Glasowstraße, Juliusstraße. Wahllokal: Wilhelm Brandt, Walterstr. 19, Ecke Glasowstraße. 25. Wahlbezirk. Bendastraße. Bruno Bauerstraße, Edmund- traßc, Hcrthastraße, Kncsebeckstr. 6—34 und 120— 146, Kranoldplatz, Kranoldstraße, Reinholdstraße, Ringbahnstraße, Siegfriedstr. 1— 24. Wahllokal: Julius Riedel, HerMannstr. 156, Ecke Knesebeckstratze. 26. Wahlbezirk. Kncsebeckstr. 35—119, Mariendorferweg. Wahl- lokal: Richard Felsch, Kncsebeckstr. 48—49. 27. Wahlbezirk. Bobcrstraße, Emserstr. 38— 106, Hermannstraße 113�-158, Neisscstratze, Siegfriedstr. 25— 59. Wahllokal: Wilhelm H o l l b a ck, Hermannstr. 120. 28. Wahlbezirk. Hermannstr. 84— 112, Nebestraße, Oderstr. 1 bis 13, Warthestraße. Wahllokal: W i n k l e r. Hermannstr. 93— 94. 29. Wahlbezirk. Bodestraße, Emserstr. 1— 37 und 107— 141, Hermannstr. 159— 178, Nogatstraße. Wahllokal: Rudolf Regen- kein, Hermannstr. 158. 30. Wahlbezirk. Bergstr. 43— 68 und 107— 126, Jlsestratze, Jonasstraße, Kirchhofstr. 10— 34, Mittelweg, Selkestraße, Thomas- tratzc 1— 18. Wahllokal: Franz Greitschat, Bergstr. 59. 31. Wahlbezirk. Hermannstr. 53— 83 und 179— 210, Thomas- tratze 19— 40. Wahllokal: Max Hippe, Hermannstr. 199. 32. Wahlbezirk. Allerstraße, Grünerweg, Leinestraße, Lichten- raderstr. 12— 49, Oderstr. 15— 52, Ockcrstraße, Schillerpromenade 7 bis 36, Weisestr. 19— 64. Wahllokal: Traugott P a e ck a r t, Weise- straße 20. 33. Wahlbezirk. Fontanestr. 10—24, Herrfurthplatz. Herrfurth. straße, Lichtcnradcrstr. 1— 11 und 50—62, Schillerpromenade 1— 6 und 37— 42, Steinmctzstr. 43—100. Wahllokal: Hermann Richter, Herrfurthstr. 34. 34. Wahlbezirk. Bergstr. 1—26 und 140—163, Ziethenstr. 1 bis 13 und 67—85. Wahllokal: K. Gröpler, Bergstr. 147 (Bürgersäle). 35. Wahlbezirk. Kopfstr. 1— 12 und 62—72, Lcssingstr. 1— 12 und 33— 43, Prinz Handjerystr. 1— 19 und 70— 87,(Steinmetz. straße 1— 19 und 126— 146, Wasmannsdorferstraße. Wahllokal: Hermann Bredow, Steinmctzstr. 7. 36. Wahlbezirk. Falkstr. 1—3 und 24—26, Kopfstr. 13—61, Lessingstr. 13— 16 und 29— 32, Steinmctzstr. 35— 42 und 101— 109. Wahllokal: Wilhelm Schnitzer, Steinmetzstr. 85. 37. Wahlbezirk. Prinz Handjerystr. 20— 34 und 54— 69, Steinmctzstr. 20—(34 und 110—125. Wahllokal: Paul Geliert, Stein. metzstr. 113. 38. Wahlbezirk. Jägerstr. 50— 64, Lessingstr. 17—28, Ziethenstraße 19—33 und 52—66. Wahllokal: Karl Kopplow, Lcssing- straße 19. 39. Wahlbezirk. Falkstr. 4— 23, Jägerstr. 41— 49, Prinz Handjerystr. 35— 53, Ziethenstr. 34— 51. Wahllokal: Ferdinand Wille, Hermannstr. 213(Ecke Jägerstraße). s 40. Wahlbezirk. Hermannstr. 35— 52 und 211—227, Jägerstraße 1— 40 und 65—81. Wahllokal: Göpner, Hermannstr. 214 bis 219(Vercinsbrauereiausschank). s 41. Wahlbezirk. Berlinerstr. 32— 81, Boddinplatz, Boddin- straße 1—22 und 42— 66, Neckarstraße. Wahllokal: Friedrich G e r i ck e, Boddinstr. 4. 42. Wahlbezirk. Erlangerstraße, Jsarftraße, Mainzerstr. 27 bis 36, Münchenerstr. 1—18 und 36— 55a. Wahllokal: Albert Kühne. Münchenerstr. 8(Weidmannslust). 43. Wahlbezirk. Boddinstr. 23—41, Mainzerstr. 17— 26 und 37— 46, Münchenerstr. 19— 36, Reuterftr. 1— 8 und 89— 98. Wahllokal: Karl O e r t h, Münchenerstr. 19. 44. Wahlbezirk. Mahlowerstratze, Selchowcrstraße. Wahllokal: Oswald Grund mann, Mahlowerstr. 27/28. 45. Wahlbezirk. Fontanestr. 1— 9 und 25— 32, Hermannstr. 28 bis 84 und 228—232, Wanzlickstraße, Weisestr. 1— 18 und 65— 82. Wahlokal: Heinrich L 0 e n h a r d t, Wanzlickstr. 15. 46. Wahlbezirk. Berlinerstr. 1— 31 und 82— 107. Wahllokal: August Denke! mann, Berlinerstr. 105. 47. Wahlbezirk. Biebrichstraße, Hermannstr. 233— 258, Mainzerstr. 1— 16 und 47— 60, Reuterftr. 9— 17 und 78— 88. Wahlokal: Otto 23 reu er t, Reuterftr. 78. 48. Wahlbezirk. Hermannstr. 1— 27, Karlsgartenstraße, Witz- mannstr. 24— 48. Wahllokal: Otto Heickaus. Karlsgartcnftr. 6 bis 10(Rest. Karlsgarten). 49. Wahlbezirk. Hasenheidc, Wißmannstr. 1—23. Wahllokal: A. Scholz, Hasenheide(Neue Welt). Schöneberg. bis 8, Regensburgerstr. 1— 7, Viktoria Luiseplatz 2— 7. Wahllokal: Lehmann, Neue Bayreutherstr. 4. 3. Wahlbezirk. Hohenstaufenstr. 32— 38, Luitpoldstr. 17—25, Martin Lutherstr. 1—6, Motzstr. 27—31 und 53—66, Münchener. straße 1— 4 und 55, Neue Ansbacherstr. 1— 3, Neue Winterfeldt- stratze 20— 31, Regensburgerstr. 33— 35, Viktoria Luiseplatz 1 und 8 und 8— 12a. Wahllokal: August I 0 k s ch, Münchenerstr. 4. Wahlbezirk. Eisenacherstr. 9— 15 und Iii— 113, Gossow- straße 1— 11, Maatzenstr. 10— 12, Martin Lutherstr. 86— 89, Motzstraße 67— 82, Neue Winterfeldtstr. 13— 19, Nollendorfplatz 5— 7, Nollendorfstr. 8—21. Wahllokal: R e d i e s. Motzstr. 67. 5. Wahlbezirk. Bülowstr. 1—7 und 101—108, Maatzenstr. 18 bis 25, Motzstr. 83— 93, Nollendorfplatz 8— 9, Nollendorfftr. 1— 7 und 37—42; Winterfeldtstr. 18—21, Zictenstr. 1—16. Wahllokal: .No llendorfho f", Bülowstr. 2. 6. Wahlbezirk. Eisenacherstr. 105— 110, HabSburgerstr. 1—3, Luitpoldstr. 1— 8, Maatzenstr. 13— 17, Neue Winterfeldtstr. 1— 12 und 40—46, Nollendorfftr. 22—36. Wahllokal: Plettschow, Nollendorfftr. 22. 7. Wahlbezirk. Eisenacherstr. 16— 22 und 102— 104, Habs- burgerstratze 4— 7, Hohenstaufenstr. 5— 19, Luitpoldstr. 9— 16 und 35—49, Martin Lutherstr. 82—85, Neue Winterfeldtstr. 32—39. Wahllokal: Radlow, Luitpoldstr. 16. 8. Wahlbezirk. Frankenstr. 1— 4, Goltzstr. 24— 36, Habsburger- siratze 8— 14, Hohenstaufenstr. 1— 4 und 67— 69, Kyffhäuserstr. 31 bis 34, Neue Winterfeldtstr. 47— 50. Wahllokal: Pogorzelsky, Goltzstr. 32. 9. Wahlbezirk. Barbarossaplatz 1, Barbarossastr. 12—18, Eisenacherstr. 23—31 und 96—101, Frankenstr. 5—9, Hohenstaufen- straße 55—66, Kyffhäuserstr. 1—7, Lindauerstr. 1—12. Martin Lutherstr. 77—81, Schwäbischestr. 1—7 und 23—30, Starnberger- straße 1— 8, Traunsteinerstr. 1— 10. Wahllokal: Stugust K u h l- m e y, Martin Lutherstr. 77. 10. Wahlbezirk. Barbarossastr. 19—24, Hohenstaufenstr. 20—31 und 47—54, Luitpoldstr. 26—34, Martin Lutherstr. 7—14. Münchenerstr. 45— 54, Speyercrstr. 1—5 und 26— 28. Wahllokal: ' l f r e d Schulze, Martin Lutherstr. 11. 11. Wahlbezirk. Bambergerstr. 13—19 und 28—35, Barbarossa- straße 25—32, Heilbronncrstr. 1—7 und 24—31, Hohenstaufenstraße 39—46, Landshuterstr. 1—8 und 32—38, Münchenerstr. 5—12.. Wahllokal: Robert Rohnstock, Hohenstaufenstr. 38. 12. Wahlbezirk. Aschaffenburgerstr. 6—19, Bambergerstr. 20 bis 27, Barbarossaplatz 2—3, Barbarossastr. 35— 57, Berchtesgadener- straße 1—12 und 28— 40, Eisenacherstr. 32—41, Freisingerstr. 1—20, Grunewaldstr. 39—50 und Nordscite bon 51 bis zur Wilmers- dorser Grenze, Haberlandstr., Heilbronnerstr. 8— 23, Landshuter- stratze 9— 31, Martin Lutherstr. 15— 24, 63— 69 und 74—70, Münchenerstr. 13—24 und 33— 44, Rosenheimerstr. 5— 35, Speyerer- stratze 6—25, Stübbenstratze. Wahllokal: Seidel, Eisenachcr- straße 36. 13. Wahlbezirk. Barbarossastr. 4—11, Eisenacherstr. 92—95, Frankenstr. 10—16, Goltzstr. 37— 40b. Kyffhäuserstr. 8—13 und 24—30. Wahllokal: Karl Haun, Kyffhäuserstr. 10. 14. Wahlbezirk. Barbarossastr. 1—3, Gleditschstr. 1—12, Goltz- straße 12—23, Pallasstr. 21—23. Wahllokal: Karl Stephan. Barbarossastr. 1. 15.'Wahlbezirk. Barbarossaplatz 4, Barbarossastr. 58—70, Eisenacherstr. 83—91, Gleditschstr. 13—21, Goltzstr. 1—11 und 41—52, Grunewaldstr. 12—38, Kysfhäuserstr. 14—23, Rosenheimer- straße 1— 4 und 36— 40, Schwäbischestr. 8— 22. Wahllokal: Joh. Walz. Goltzstr. 41. 16. Wahlbezirk. Grunewaldstr. 110a— 130, Hauptstr. 1— 10, Vorbergstr. 1—8. Wahllokal: Adolf M t e t h e, Hauptstr. 5—6. 17. Wahlbezirk. Akazienstr. 1—15, 17 und 18, Grunewald- traße 106—110, Hauptstr. 11—22, berlängertc Belzigerstratze, ber- längerte Gleditschstraße(ohne Grunewaldstr. 110a), Vorbergstr. 9 bis 15. Wahllokal: M. Langer, Akazienstr. 7a. 18. Wahlbezirk. Akazienstr. 19—24, Apostel PauluSstr. 1—5 und 26— 28, Belzigerstr. 1— 5, Eisenacherstr. 78— 82, Grunewaldstraße 99— 105, Klixstraße, Merseburgerstr. 1— 8. Wahllokal: Paul R e i g b e r t, Akazienstr. 19. 19. Wahlbezirk. Apostel Paulusstr. 18— 25, Belzigerstr. 6— 9, Eisenacherstr. 70— 77, Merseburgerstr. 9— 15, Wartburgstr. 1— 8 und.24—29. Wahllokal: Friedrich I u s ch k a. Merseburger. straße 12. 20. Wahlbezirk. Apostel Paulusstr. 6— 17 und westlich der Martin Lutherstraße, Bambergerstraße zwischen Mühlen- und Grunewaldstrahe, Belzigerstr. 10— 16, Berchtcsgadenerstr. 13— 27, Eisenacherstr. 42— 54, Gothaerstr. 1— 3 und 9— 21, Grunewaldstratze 82— 98a, Martin Lutherstr. 25— 37 und 62, Mühlenstraße Nord- eite von Martin Lutherstraße bis zur Wilmersdorfer Grenze, Münchenerstr. 25— 32, Wartburgstr. 9— 14 und 19— 23. Wahllokal: Wilhelm Schöne, Martin Lutherstr. 30. 21. Wahlbezirk. Belzigerstr. 17— 24, Gothaerstr. 4— 8, Martin Lutherstr. 49— 55, Meiningerstr. 1— 13, Wartburgstr. 15—18. Wahllokal: G. Marquardt, Meiningerstr. 13. 22. Wahlbezirk. Erfurterstraße, Hauptstraße, Nordseitc bon Nr. 51 bis zur Ringbahn, Hcylstraße, Koburgerstraße, Mühlenstraße, Südseite bon Martin Luthersiratze bis zur Wilmersdorfer Grenze, Mühlenstraße, Westseite bon Martin Lutherstraßc bis Nr. 19, ber- längerte Ringbahnstraße. Wahllokal: Albert Christ, Haupt- straße 56. 23. Wahlbezirk. Ebcrsstr. 37—60, Hauptstr. 82—93, Max- straße 1— 11. Wahllokal: Emil M i t t e l st ä d t, Hauptstr. 93. 24. Wahlbezirk. Ebcrsstr. 32— 36, Fritz Reuterftr. 1— 12, Gustab Freitagstr. 1— 4, Gutzkowstr. 1— 11, Hauptstr. 06— 101, Max- stratze 25— 29, Tempelhoferstr. 1—5. Wahllokal: Carl Sorge, Hauptstr. 96. 25. Wahlbezirk. Ebersstr. 27— 31 und 61— 74. Fritz Reuterstraße 13, Gustab Freitagstr. 5— 9, Maxstr. 12— 24, Straße 30, Tempelhoferstr. 6— 12. Wahllokal: Julius Bornemann, Ebersstr. 68. 26. Wahlbezirk. Albcrtstr. 1— 5, Belzigerstr. 25— 53, Eisenacher- straßc 55— 61, Feurigste. 21— 41, Hauptstr. 34— 50 und 102— 119, Mühlenstr. 1—10, Tempelhoferstr. 21—23. Wahllokal: Ernst Lutterbach, Feurigstr. 34. 27. Wahlbezirk. Ebersstr. 16— 26 und 75— 91, Feurigstr. 42 bis 53, Prinz Georgstr. 1— 6, Tempelhoferstr. 13— 20. Wahllokal: Wilhelm Heinebette r, Ebersstr. 80. 28. Wahlbezirk. Albertstr. 6— 15, Ebersstr. 1— 15, Fcurigstraße 54— 70, Herberfftr. 4— 11, Kolonnenstr. 3— 9, Prinz Georgstr. 6 bis 10, Verlängerte Feurigstraßc. Wahllokal: Julius Kemsys, Albertstr. 6. 29. Wahlbezirk. Albcrtstr. 16— 20, Feurigstr. 1— 20, Hauptstraße 120—135, Herbertstr. 1—3, Kaiser Wilhclmplatz 1— 4, Kolonnenstraße 1— 2. Wahllokal: Kretschmar, Kolonnenstr. 2. .30. Wahlbezirk. Akazienstraße 25— 30, Belzigerstratze 54— 64, Eisenacherstr. 62— 69, Hauptstr. 23— 33. Wahllokal: A nna Topp, Eisenacherstr. 37. 31. Wahlbezirk. Bahnstr. 1— 22, Kolonnenstr. 56— 66. Wahllokal: Gottlieb Thiele. Bahnstr. 6. 32. Wahlbezirk. Bahnstr. 38— 48, Erdmannstr. 8— 14, Hauptstraße 136— 150, Helmstr. 1— 6 und 11— 12, Kaiser Wilhelmplatz 5, Stubenrauchstr. 1— 5. Wahllokal: Funke, Hauptstr. 146. 33. Wahlbezirk. Bahnstr. 25— 37, Erdmannstr. 1— 7, Helmstraße 7— 10, Kaiser Friedrichstr. 1— 9, Stubenrauchstr. 6—12. Wahllokal: Wilhelm Vogler, Bahnstr. 34. 34. Wahlbezirk. Bahnhof Groß-Görschcnstraßc, Bahnstr. 23 bis 24, Groß-Görschenstr. 1— 10, Hauptstr. 151— 153, Kaiser Friedrichstr. 10—19, Neue Culmstraße, Neue Steinmetzstraße. Wahl- lokal: Robert Achcenich, Kaiser Friedrichstr. 16. 1. Wahlbezirk. Augsburgerstr. 69—72, Bambergerstr. 1—12 35. Wahlbezirk. Brunhildstr. 8— 12. Groß-Görschenstr. 11— 20b. und 36— 41, Geisbergstr. 18 und 25— 27, Kulmbacherstr. 1— 8, Hohen fricdbergstr. 1— 9, Monumcntenstr. 1— 2 und 31— 39, Sieg- Motzstr. 32—35, Neue Ansbacherstr. 17—20, Passauerstr. 12—19, friedstraße 2—10, Straße 20a. Wahllokal: Gustab Rudolph. Regensburgerstr. 8, 9 und 29—32. Würzburgerstr. 1—22. Wahl- Monumcutenstr. 33/34. lokal: I. Schneider. Geisbergstr. 18. 36. Wahlbezirk. Hohenfricdbergstr. 18-27, Militärfiskalische 2. Wahlbezirk. Bambergerstr. 42—43, Geisbergstr. 28— 43, Pribatstraße. Monumentcnstr. 3—14. Wahllokal: Kemnitz, Motzstr. 22—26, Neue Ansbacherstr. 4—16, Neue Bayreutherstr. 1 Monumentenstr. 9. 0 37. Wahlbezirk. Brunhildstr. 1-7 und 13-14, Hohenfriedberg- und 38 bis Ende, Lauenburgerstr. 1-4 und 22 bis Ende, Nassauische- haus, Schwesternmutterhaus und Sportplay, Stegligerstr. 20-53 Straße 10-13, Rolonnenstr. 43-55, Kriemhildstr. 1-7, Siegfried straße 16a- 37, Uhlandstr. 104-127. Wahllokal: Restaurant Baul einschl. Garde Schützen Kaserne und Maschinengewehr- Abteilung, ftraße 1 und 1a. Wahllokal: Ernst Plöh, Colonnenstr. 48/49. Oton, Uhlandstr. 106. Werderstraße, Wildenowstraße. Wahllokal: Röhrs Restaurant, 38. Wahlbezirk. Geßlerstr. 1-21, Hohenfriedbergstr. 14-17, 16. Wahlbezirk. Babelsbergerstr. 1-13 und 32 bis Ende, Potsdamer Chaussee 56/57. Kolonnenstr. 42. Wahllokal: Herm. Hartmann, Kolonnen- Badenschestraße, Berlinerstr. 1-21 und 147 bis Ende, Günzel- 6. Wahlbezirk. Elisabethstraße, Manteuffelstraße, Moltkestraße, Straße 42. straße 48 bis Ende, Kaiserallee 31-50 und 169-191, Landhaus- Roonstraße, Schüßenstraße, Stegligerstr. 1-19 und 71-78. Wahl39. Wahlbezirk. Bahnhof Papestraße, General Bapestraße, straße 8-47, Mehlißstr. 4-9, Nassauischestr. 38-57, Prinzregenten lokal: Drauschtes Restaurant, Stegligerstr. 19. Kolonnenstr. 18-41, Königsweg 37-42. Wahllokal: H. Strauchstraße 11-36 und 88-113, Wilhelmsaue 1-12 und 124 bis Ende. 7. Wahlbezirk. Bäkestraße einschl. Feldweg, Chausseestraße einmann, Kolonnenstr. 35. Wahllokal: Landhaus, Berlinerstr. 154. schließlich Birkenwäldchen, Dahlemerstr. 1 bis 10 und 77 bis 89, rummestraße, Lucas Cranachstraße, Mühlenstraße, Neue Dorfstraße. Wahllokal: Friedrichs Restaurant, Bäkestr. 22. 8. Wahlbezirk. Albrechtstraße, Dürerstraße, Gerichtstraße, Holbeinstraße, Ringstr. 1 bis 16 und 92 bis Ende, Söhtstraße. WahlTotal: Pavillon Restaurant, Chausseestr. 111. 40. Wahlbezirk. Cheruskerstr. 1-3, Gothenstr. 45-53, Gustav Müllerstr. 1-7 und 43-48, Kolonnenstr. 10-17, Rönigsweg 1-6, Sedanstr. 1-15 und 71-83, Straße 85 Nr. 5-8. Wahllokal: Julius Hoppe, Königsweg 1. 41. Wahlbezirk. Cherusterstr. 4-7 und 23-34, Gothenstr. 1 bts 6, Roßbachstr. 1-3. Wahllokal: Gottl. Wilhelm, Gothenftraße 1. 42. Wahlbezirk. Cherusterstr. 8-16, Gothenstr. 7-17, Leuthenftraße 16-18, Roßbachstr. 4-6. Wahllokal: Georg Herold, Cherusterstr. 16. 43. Wahlbezirk. Gothenstr. 34-44, Leuthenstr. 14-15, GedanStraße 16-31. Wahllokal: Walter Bernhardt, Sedanstraße 19/20. 44. Wahlbezirk. Eisenbahn- Werkstätten und Rangierbahnhof Tempelhof, Gustav Müllerstr. 8-42, Sönigsweg 7-36, Leuthenftraße 6-13, Mariendorfer Weg, Priester- Weg, Sedanstr. 45-70, Straße A( Verbindungsstraße zwischen Schöneberg und Tempels hof), Straße 85 Nr. 1--4, Tempelhofer Weg, Torgauerstr. 1-6. Wahllokal: Herm. Cornelsen, Gustav Müllerstr. 7. 45. Wahlbezirk. Cherusterstr. 17-22, Gothenstr. 18-33, Reuthenstr. 1-5, Torgauerstr. 7-11 und Gasanstalt, Torgauerstraße Südseite, Sedanstr. 32-44. Wahllokal: Martin Rachur, Sedanstr. 44. 46. Wahlbezirk. Bennigsenstr. 3-34, Fregestr. 1-5 und 74a bis 80, Friedenauerstr. 18-71, Hähnelstr. 3-18, Hedwigstr. 10-17, Holbeinstraße, Sponholzstr. 1-21 und 28-57, Stierstr. 1-23, Wielandstr. 1-14a und 32-44. Wahllokal: Otto Albrecht, Friedenauerstr. 62. 47. Wahlbezirk. Bahnhofstr. 1-4, Bederstr. 13-14, Fregestraße 6-24a und 54-74, Hauffstr. 1-19, Hedwigstr. 1-9, Knausftraße 1-5, Körnerstr. 46-48, Gaarstr. 11-13, Sponholzstr. 22 bis 27, Wannseebahnhof Friedenau, mit Gastwirtschaft im alten Bahnhofsgebäude und Bigarrengeschäft, Wielandstr. 15-31. WahlTotal: 3um Reichsadler", Körnerstr. 48. 48. Wahlbezirk. Beckerstr. 1-8, Begasstr. 1-9, Cranachstr. 1 bis 12 und 53-63, Dürerplah 1-5, Menzelstr. 29-37, Rembrandtstraße 9-22, Rubensstr. 1-17 und Schulgrundstück. Wahllokal: Wilhelm Siebmann, Dürerplab 4. 49. Wahlbezirk. Bederstr. 9-12 und 15-25, Canovastraße, Cranachstr. 13-52, Anausstr. 7-15, Menzelstr. 1-28, Peter Biſcherstr. 1-20, Rembrandtstr. 1-8, Rubensitr. 18-38 und Zionshülfe, Thorwaldsenstr. 1--16. Wahllokal: A. Mai, BeckerStraße 12. Wilmersdorf. 17. Wahlbezirk. Auguftaftr. 1-9, Berlinerstr. 42-129, Brandenburgischestr. 96-118, Mannheimerstraße zwischen Brandenburgischestraße und Wilhelmsaue, Ringbahnstr. 68-88 und 170 bis 196, Wilhelmsaue 28a- 109. Wahllokal: Augusta- Klubhaus, Augustastr. 1. 18. Wahlbezirk. Augustastr. 65 bis Ende, Berlinerstr. 130-146, Mehlikstr. 1-3, Uhlandstr. 96-103, Wilhelmsaue 13-28 und 110 bis 123. Wahllokal: Viktoriagarten, Wilhelmsaue 114. 0 9. Wahlbezirk. Augustaplaz, Augustastraße, Dahlehmerstraße 11 bis 76, Dratestr. 23a bis 34 und 44 bis 62, Hedwigstraße, Kyllmannstraße, Mommsenstraße, Ringstr. 17 bis 21 und 81 bis 91, Sophienstraße, Stubenrauchstraße, Viktoriaplay, Viktoriastraße. Wahllokal: Borcherts Restaurant, Kylmannstr. 7. 19. Wahlbezirk. Hildegardstr. 1-17 und 19-22, Kaiserallee 51-54, Koblenzerstraße, Mainzerstr. 1-6 und 22-27, Ringbahnftraße 25-32 und 242-249, Schrammstraße, Weimarschestr. 1-13. 10. Wahlbezirk. Carstenstraße einschl. Homöopath. KrankenWahllokal: Restaurant Krupinski, Hildegardstr. 14. haus, Drakestr. 1-23 und 62a- 81, Hauptkadettenanstalt einschl. 20. Wahlbezirk. Bernhardstr. 11-15, Bruchsalstr. 1-10, Dur- Lehrerwohngebäude, Kornmesserstraße, Potsdamerstraße, Teltowerlacherftr. 1-8, Hildegardstr. 23 bis Ende, Kaiserallee 55-59 und straße, Theflastraße, Waldstraße, Zehlendorferstraße. Wehllokal: 155-10, Saiferplaz, Livländischestraße, Mainzerstr. 7-21, Ring- Bertels Restaurant, Zehlendorferstr. 5. bahnitt. 11-24 und 250-261, Tübingerstraße, Weimarschestr. 14 11. Wahlbezirk. Arndtstraße, Bellevuestraße, Brüderstraße, Carlbis Ende. Wahllokal: Kaiserplat- Kasino, Kaiserplab 14. straße ausschl. Lehrerwohngebäude, Copernifusstraße, Friedrichplay. 21. Wahlbezirk. Babelsbergerst. 16-31, Bernhardstr. 1-10 Friedrichstraße, Geibelstraße, Kantstraße, Kommandantenstraße, und 16 bis Ende, Bruchsalstr. 11-18, Durlacherftr. 10 bis Ende, Marthastraße, Paulinenstraße, Pestalozzistraße, Ringstr. 22-80, Saiferallee 160--168, Suppenheimerstraße, Brinzregentenstr. 37 Schentendorfstraße, Steinäderstraße, Sternstraße. Wahllokal: Nebis 87, Ringbahnstr. 1-10 und 262 bis Ende, Waghäuslerstraße, staurant Hans Sachs, Carlstr. 115. Güterbahnhof Wilmersdorf- Friedenau. Wahllokal: Restaurant Beyer, Durlacherstr. 14. 22. Wahlbezirk. Auguftastr. 10-64, Hildegardstr. 17a Mannheimerstr. 30, Mecklenburgischestraße, Barekerstraße, Ringbahnstr. 33-67 und 197-241, Schrammftr. 1, und den jenseits der Ringbahn belegenen Ortsteil Rheingau benannt. Wahllokal: Rheingau- Restaurant, Bingerstr. 1. Friedenau. 1. Wahlbezirk. Rheinstr. 44-65, Ringstr. 1-62, Hedwigstr. 1a und 19, Justr. 1-14, Saarstr. 1-10 und 14-21, Moselstr. 1-13. Wahllokal: Restaurant, Rheinschloß". Tempelhof. ginnend bis Nr. 21, die westlich der Berlinerstraße belegenen 1. Wahlbezirk. Berlinerstr. 1 Berlinerstr. 1- am Tempelhoferfelde beTeile der Ringbahnstraße, der Borussiastraße und der Dorfstraße, ferner die Privatstraße an der Ringstraße, Neue Straße, Schönburgstraße, Stolbergstraße, Reinhardtstraße, Luise Henriettenstraße, Schönebergerstraße und die Manteuffelstraße. Wahllokal: Restaurant Hermann Lehne. Dorfstraße 21. 2. Wahlbezirk. Berlinerstraße 23-60 und alle westlich hiervon gelegenen Straßen, Straßenteile, so weit sie nicht zum Bezirk 1 gehören, das Chauffeehaus und der Lindenhof. Wahllokal: Restaurant 2. Wahlbezirk. Rheinstr. 1-18, Kirchstr. 17-28, Schmargen- Tempelhofer Tivoli, Berlinerstr. 50. dorferstraße 1-36, Lauterstr. 14-18, Niedstr. 1-41, Friedrich 3. Wahlbezirk. Berlinerstr. 70-90 und alle östlich hiervon Wilhelmplatz 11-13, Handjerystr. 27-42 und 67-81. Wahllokal: gelegenen Straßen, Straßenteile und einzelnen Gehöfte sowie die Restaurant Kaiser Wilhelmgarten". Gottlieb Dunkelstraße. Wahllokal: Restaurant Heinrich Gunter3. Wahlbezirk. Feurigstr. 1-15, Lauterstr. 1-13 und 19-37, mann, Berlinerstr. 80/81. Hähnelstr. 1-2 und 19-20, Bennigfenstr. 1-2 und 35-36, Hand- 4. Wahlbezirk. Berlinerstr. 98/ 99-120, die östlich der Berliner jernstraße 14-24 und 82-94, Albestr. 1-35, Friedrich Wilhelm- straße belegenen Teile der Dorfstraße, der Borussiastraße und der plaz 14-17, Bismardstr. 11-23, Maybachplay 1-18. Wahllofal: Ringbahnstraße, ferner die Germaniastraße, das Steuerhaus, die Gymnasial- Turnhalle, Handjerystr. 96. Südliche Militär- Arrestanstalt mit Gerichtsgebäude, der Garnisonfirchhof und die Schäferei auf dem Tempelhoferfelde. Wahllokal: Restaurant A. Kreide weiß, Dorfstr. 22. " " Berlinerstr. 1. Zehlendorf.. 4. Wahlbezirk. Handjerystr. 1-4, Bismardjtr. 1-10, Isolde ftraße 1-11, Evaftr. 1-6, Wagnerplaz 1-8, Elfastr. 1-6, Kundry1. Wahlbezirk. Derfelbe umfaßt den Ortsteil am Salenfee ftraße 1-6, Sentaftr. 1-6, Brünhildestr. 1-8, Varzinerstr. 1-15, jenseits der Ringbahn. Wahllokal: Kurfürstenpart, Aur- bis 142, Wilhelmstr. 1-21, Eschenstr. 1-9, Fehlerstr. 1-6, GeSieglindestr. 1-10, Ortrudstr. 1-8, Kaiser- Allee 61-84 und 131 fürstendamm 119/120. 1. Wahlbezirk. Sämtliche Straßen südlich der Stammbahn ein 2. Wahlbezirk. Georg Wilhelmstraße, Lüßenstraße, Heil- meindefriedhof, Stubenrauchstr. 1-34 und 40-65, Rheingaustr. 40, schließlich Ortsteil Schönow, Schweizerhof und alle füdlich der Bahn bronnerstr. 1-10, Katharinenstraße, Karlsruherstr. 17-32, Aur- Taunusstr. 1-34, Schwalbacherstr. 1-8, Notdornstr. 1-9, Friedrich- Hauptstr. 2. Wiesbadenerstr. 1-27, Wilhelmshöherstr. 1-28, Homuthstr. 1-9, gelegenen Ausbauten. Wahllokal: Restaurant Fürstenhof. fürstendamm 106-118, Ringbahnstr. 123-138. Wahlloral: Restaurant zum Kurfürstenpark von Paul Kerschtowski, Aur- Wilhelmplag 1-7, Goßlerstr. 1-12 und 26-40. Wahllokal: 2. Wahlbezirk. Ortsteil, der im Westen und Süden von der Restaurant Kaiserburg", Friedrich Wilhelmplatz 1. fürstendamm 110. Wannseebahn eingeschlossen, außerdem im Westen von der Ziethen 3. Wahlbezirk. Halberstädterstraße, Johann Sigismundstraße, Rheinstr. 28-39a, Kaiser- Allee 85-119, Fröaufstr. 3, Stubenrauch Abschnitts, der nördlich von der Potsdamerstraße und östlich von der 5. Wahlbezirk. Schwalbacherstr. 9-15, Rönnebergstr. 9-17, ftraße begrenzt wird, mit Ausschluß der Potsdamerstraße und des Joachim Friedrichstr. 44-60, Kurfürstendamm 130-139, Pauls- straße 64-73, Büsingstr. 1-25, Odenwaldstr. 1-23, Lefevreftr. 1 Hauptstraße begrenzt wird. Wahllokal: Grzedas Restaurant, bornerstraße 29-30, Ringbahnstr. 108-122 und 139-145, West- bis 23, Blankenburgstr. 1-16, Hertelstr. 1-12, Goßlerstr. 13-16 fälischestraße 36-60. Wahllotal: Restaurant Scheibner, Kur- und 22-27, Bornstr. 1-84, Rheingaustraße( Schulhaus, Elektrizitätsfürstendamm 130. 3. Wahlbezirk. Potsdamerstraße, sowie der Abschnitt, welcher Wahllokal: Restaurant im Norden von der Potsdamerstraße, im Osten von der Hauptstraße 4. Wahlbezirk. Albrecht Achillesstraße, Bayerischestraße, West- werk), Laubacherstraße( Armenhaus). seite, Brandenburgischestr. 20-95, Briegerstraße, Cicerostraße, " Hohenzollern", Handjerhstr. 64. und im übrigen von der Wannseebahn begrenzt wird, außerdem das Düsseldorferstr. 32-77, Eisenzahnstraße, Heilbronnerstr. 11 bis bis 65, Rheinstr. 19-27, Kaifer- fee 121-130, Roennebergstr. 1 wald- Forst Oberförsterei Grunewald, Amtshaus Grunewald, Jagd6. Wahlbezirk. Kirchstr. 1-16, Handjerhftr. 48-53 und 56 Soppesche Grundstück Königsweg 1 und vom Forstgutsbezirk Grune Ende, Hettorstraße, Hochmeisterplak, Joachim Friedrichstr. 1-43, bis 8, Friedrich Wilhelm- Blag 9. Wahllokal: Restaurant Kaiser- fchloß Grunewald, Restaurant Baulsborn, Bahnwärterbuden 2, 3, 4, Johann Georgstraße, Karlsruherstr. 1-16, Konstanzerstraße, Kurfürstendamm 90-105 und 140-181, Lehninerplatz, Liegnigerstraße, 5 und 6, Forsthaus Wannsee, Saubucht und Kantine der GardeMünsterschestraße, Nestorstraße, Olivaerplaz, Osnabrüderstraße, schüßenschießstände. Wahllokal: Restaurant, Raiserhof", BotsPaulsbornerstr. 1-28 und 31-62, Pommerschestr. 26-32, Ravensdamerstr. 50. bergerstraße, Ringbahnftr. 89-107 und 146-169, Sauerländer- 1. Wahlbezirk. Grunewaldstraße, Kaiser Wilhelmstraße, Schiller- 4. Wahlbezirk: Der gesamte Drtsteil Schlachtenfee, d. h. die straße, Schlesischestraße, Schweidnißerstraße, Westfälischestr. 1-35 straße, Friedrichstraße, Rothenburgstraße, Kurfürstenstraße, Hohen- Biethenstraße und derjenige Ortsteil, welcher westlich der Biethenund 61 bis Ende, Wohlauerstraße, Xantenerstraße. Wahllokal: zollernstraße, Wrangelstraße, Kleiststraße, Rückertstraße, Arndtstraße, straße und der Wannseebahn in der Strecke vom Schnittpunkt mit Johann Georg- Haus, Johann Georgstr. 19. Uhlandstraße, Lichterfelder Chaussee, Fichtestraße, Paulsenstraße, der Ziethenstraße bis zur Vereinigung mit der Stammbahn gelegen 5. Wahlbezirk. Bayerischestraße, Ostseite, Düsseldorferstr. 7 Herrfurtstraße. Wahllokal: Schloßpart- Restaurant. ist, mit Ausschluß des Hoppeschen Grundstücks Königsweg 1. Wahlbis 31 und 78-103, Emserstr. 1-25 und 40-66, Hohenzollern- 2. Wahlbezirk. Schildhornstraße. Jahnstraße, Herderstraße, Forst- lotal: Restaurant Schlachtenfeer of", Biktoriastr. 2. Damm 6-24, Ludwigskirchplatz 7-12, Pariserstr. 30-48, Pfalz- straße und Treitschkestraße. Wahllofal: Turnhalle der Geburgerstr. 11-25 und 61-76, Pommerschestr. 1-19 und 33 bis meindeschule III. Ende, Uhlandstr. 49-64, Sächsischestraße zwischen Hohenzollerndamm und Pariserstraße, Württembergischestraße zwischen Hohenzollerndamm und Pariserstraße. Wahllokal: Restaurant H. Tauschel, Pfalzburgerstr. 66. . eiche". Steglitz. Treptow. " 3. Wahlbezirk. Schloßststraße, Zimmermannstraße, Rheinstraße. 1. Wahlbezirk. Hoffmannstraße, Treptower Chaussee, Neue KrugWahllokal: Albrechtshof. 4. Wahlbezirk. Ahornstraße, Miquelstraße. Mommsenstraße, allee 1-16 und 57 und 65, Stöpenider Landstraße 1-8, 16-50, 73 bis 91 und 232-276, Jordanstraße, Kiefholzstraße 1-17, 113-125, Düppelstraße, Akazienstraße. Wahllokal: Kaiserhallen. 6. Wahlbezirk. Emserstr. 26-39, Fasanenstr. 32-40, Lieben- 5. Wahlbezirk: Stielerstraße, Schadenrute, Flensburgerstraße, 325-336 und 413-430, Lohmühlenstr. 7-14 und 60-67, Eichenburgerstraße 37-59, Ludwigskirchplatz 1-6, Ludwigskirchstr. 1-9, Düntherstraße, Hubertusstraße, Floraftraße, Alfenstraße, Fregestraße, straße, Bouchéstr. 1-21 und 86-100, Elfenstr. 1-26 und 115 bis Pariserstr. 16-29, Pfalzburgerstr. 1-10 und 80-88, Sächsische- nausstraße, Lenbachstraße, Feuerbachstraße, Holsteinischestraße, Feld- 117, Bahnhof Treptow, Buderstraße, Karpfenteichstraße, Erfrischungsstraße zwischen Ließenburger- und Pariserstraße, Uhlandstr. 38 straße, Schönebergerstraße, Peschkestraße, Stubenrauchplatz. Wahl- halle im Bart, Parkstraße, Poetenfteig. Gierhäuser, Czarstés Grundstück( Schwarzer Adler), Nordseite des Dammweges. Wahlbis 46 und 155-163, Württembergischestraße zwischen Liezen- lokal: Turnhalle der höheren Mädchenschule. burger- und Pariserstraße. Wahllokal: Restaurant Wilh. 6. Wahlbezirk: Albrechtstraße, Berlinickestraße, Markt, Bahnhof, lokal: Restaurant, Neues Gesellschaftshaus", Treptower Krüger, Pfalzburgerstr. 10. Kuhligshof. Wahllokal: Logen Restaurant. Chauffee 14. 2. Wahlbezirk. 7. Wahlbezirk. Köpenider Landstr. 9-15, Stiefholzftr. 18-52 7. Wahlbezirk: Bahnstraße, Birkbuschstraße, Erlenstraße, EschenDüsseldorferstr. 1-6, Fasanenstr. 41-51, Hohenzollerndamm 1 und 2a, Ludwigskirchstr. 9a- 14, Pariser Straße, Göbenstraße, Beymestraße, Mittelstraße, Rugestraße, Schüßen- und 393-412, 2ohmühlenstr. 15-26 und 48-59, Bouchéstr. 22 bis Martinstraße, Straße 10-15 und 49-55, Uhlandstr. 47-48 und 148-154. Wahlstraße, Kurzestraße, Adolfstraße. 41 und 59-85, Elsenstr. 27-38 und 89-114, Beermannstraße und Wahllokal: Restaurant Paradiesgarten. Treptowerstr. 44-46. Wahllokal: Graßmanns festsäle", Total: Restaurant Beyer, Pariserstr. 14b. 8. Wahlbezirk. Fasanenstr. 62-66, Joachimsthalerstraße, 8. Wahlbezirk. Lindenstraße, Breitestraße, Martsteinstraße, Bel- Elsenstraße 114. Kaifer- Allee 1-12 und 211-222, Liebenburgerstr. 60-63, Meinete- fortstraße, Vereinsweg, Sedanstraße. Wahllokal: Restaurant Gierhäuser und des Czarsléschen Grundstüds( Schwarzer Adler), 3. Wahlbezirk: Kiehnwerder Allee ausschließlich der beiden straße, Schaperstr. 14 bis Ende, Spichernstr. 1-13. Wahllokal: Papenhofer. Spichernsäle, Spichernstr. 3. 9. Wahlbezirk. Lutherstraße, Siemensstraße, Wiesenweg, Luisen- Neue Krugallee 16-56, Köpenider Landstr. 92-231, Eschenbachstraße, 9. Wahlbezirk. Achenbachstraße, Augsburgerstraße, Eislebener Straße, Vittoriaſtraße, Halsteftraße, Brüderstraße, Brüdenstraße, Scheiblerstraße, Stormstraße, Glanzstraße, Behringstraße und Ernststraße, Fürtherstraße, Geisbergstr. 19-21, Nürnbergerstraße, Rante- Brandenburgischestraße. Lichterfelderstraße, Stephanstraße, Potsdamer- Straße, Kiefholzstr. 222-324, Südseite des Dammweges, EichbuschAllee, Trojanstraße, Mofischstraße, Baumschulenstr. 1-20 und 90-103, straße, Schaperstr. 1-13. Wahllokal: Restaurant Albert straße. Wahllokal: Turnhalle der Oberrealicule. Wahllokal: Staffeldts Leithaus, Nürnbergerstr. 40. 10. Wahlbezirk. Mariendorferstraße, Elisenstraße, Steinstraße, Cecilienstraße, Marienthalerstraße. 10. Wahlbezirk. Culmbacherstraße, Geisbergstr. 22-24, Kaiser- Ringstraße, Kantstraße, Lessingstraße, Bergstraße, Körnerstraße, Südend- Restaurant, Baumschulenstr. 6. 4. Wahlbezirk: Stiefholzstr. 126-221, Heidekampweg, FrauenlobAllee 210, Pragerstr. 1-9 und 28-36, Regensburgerstr. 10-18 straße, Kligstraße, Humboldtstraße, Heesestraße, Filandastraße, Planund Spichernstr. 14-25. Wahllokal: Restaurant Beyerdörfer, tagenstraße, Althofstraße. Wahllokal: Turnhalle des Gym- straße, Schraderstraße, Wohlgemutstraße und Möridestraße, Baum schulenstraße 21-89, Canner Chauffe 95a- 95k, Forsthaus- Allee, Regensburgerstr. 10. nafiums. Brizer- Allee. Wahllokal: 8a bangs Restaurant, Baumschulenstraße 78. Lichtenberg. Groß- Lichterfelde. " 11. Wahlbezirk. Fasanenstr. 52-61, Günzelstr. 11-18, Hohenzollernplag 5-8, Kaiferallee 13-30, Lipaerstraße, Meierottostraße 1-10, Nachodstr. 13a- 28, Nassauischestr. 58 bis Ende, Nikols= 1. Wahlbezirk. Auguststraße, Grabenstraße, Koloniestraße, Großburgerstraße, Pariserstr. 1-9 und 56 bis Ende, Rosberiberstr. 4 beerenstraße, Heinersdorferstraße, Heinersdorferstraße, Hermannstraße, Jägerstraße, 150. Wahlbezirk. Dorf, Bornik, Rathaus-, Ritterguts, bis 9. Wahllokal: Restaurant Niebold, Fasanenstr. 52. Kaiserplay, Kaiserstraße, Kastanienstraße, Kiesstraße, Langestraße, Scheffelstraße( früher Eldenaerstraße), Wolfgang, Eberhardt, 12. Wahlbezirk. Aschaffenburgerstraße, Bambergerstraße, Lutherstraße, Mariannenstraße, Parallelstraße, Steinstraße, Verl. Wörden-, Dottistraße, Straße 2 und Straße 3. Wahllokal: Barbarossastraße, Günkelstr. 1-10, Helmstedterstraße zwischen Wilhelmstraße, Wilhelmplatz. Wahllofal: Schule III in Groß- Restaurant Ratsteller", Dorfstraße 6 daselbst. Aschaffenburgerstraße und Günzelstraße, Jenaerstraße zwischen Lichterfelde, Kastanienſtr. 7. 151. Wahlbezirk. Roederstraße und Plaz, Herzbergstraße Aschaffenburgerstraße und Güngelstraße, Kaiserallee 192-209, 2. Wahlbezirk. Afazienstraße, Bismarckstraße, Brauerstraße,( ausschließlich Jrrenanstalt Nr. 79 und 80), Buggenhagenstraße, Mozstraße, Nachodstr. 1-13 und 29 bis Ende, Pragerplaz, Prager- Ferdinandstraße, Kranoldplay, Lankwizerstraße, Lorenzstraße, Landsberger Chauffee mit den Wasserwerken, Hohen- Schönhausenerstraße 10-27, Brinzregentenstr. 1-10 und 114 bis Ende, Regens- Prinzenstraße. Wahllotal: Spehrers Restaurant Wilstraße, Hohen- Schönhausenerweg, Weißenseerweg. Wahllokal: burgerstr. 19 bis Ende, Rosberizerstr. 1-3 und 10 bis Ende. Wahl- helmshof", Verl. Wilhelmstr. 28a. Restaurant Seeterasse", Roederstraße daselbst. lokal: Restaurant von Linstädt, Mohstr. 44( Ecke Pragerplatz). 3. Wahlbezirk. Anhalter Bahnhof, Annastraße, Bahnhofstraße, 152. Wahlbezirk. Frankfurter Chaussee( Nordseite), Mag13. Wahlbezirk. Düsseldorferstr. 104-107, Günbelstr. 19, 20, Berlinerstr. 1-52 und 150-178, Bogenstraße, Boothstraße, Frauen- dalenen, Rusche-, Müller, Bürgerheim- und Alfredstraße. 22, 23, 26, 27, 29a nud 30, Hohenzollerndamm 3-5a und 63-73, straße, Gärtnerstraße, Gartenstraße, Goethestraße, Hobrechtstraße, Wahllokal: Restaurant Jakob, Frankfurter Chaussee 119 daSohenzollernplatz 1-4, Solsteinischestr. 20-37, Nassauischestr. 1 Jungfernstieg, Marienplay, Marienstraße, Mittelstraße, Promenaden- felbst. bis 16, Pfalzburgerstr. 26, 27 und 56-60, Uhlandstr. 65-73 und straße, Ritterstraße, Echillerstraße, Ulmenplatz, Ulmenstraße, Wilhelm- 153. Wahlbezirk. Apzpodien-, Hubertus-, Siegfried-, Hagen-, 128-142. Wahllokal: Restaurant Dreilinden von Gebe II, straße. Wahilokal: Hennings Restaurant, Jungfernstieg 5. Gunther- und Gernotstraße. Wahllokal: Turnhalle, SiegfriedHohenzollerndamm 5a. 4. Wahlbezirk. Bagger, Baracken, Werkstatt, Bergstraße, Berliner- straße daselbst. 14. Wahlbezirk. Berlinerstr. 35-41, Brandenburgischestr. 1 straße 57-143, Blicherstraße. Boninstraße, Feldstraße, Fürstenstraße, 154. Wahlbezirk. Wagnerstraße, Wagnerplak, Rüdiger, bis 19, Gasteinerstr. 9-23, Gieselerstraße, Günzelstr. 28, 29, 31 Giesensdorferstraße, Heinrichstraße, Hochstraße, Landstraße, Linden- Volker- und Krimhildstraße, Jrrenanstalt Herzberge mit Beamtenbis 40, Hohenzollerndamm 53-62, Lauenburgerstr. 5-21, Pfalz- straße, Marienfelderstraße, Müllerstraße, Osdorferstraße, Schmidt- haus an der Herzbergstraße( Nr. 79/80), Erziehungshaus, Gudruns burgerstr. 28-55, Sächsischestraße zwischen Hohenzollerndamm und straße, Schwatlostraße, Seestraße, Steinmeßstraße, Torfftich, Zimmer- ftraße. Wahllokal: Restaurant Tausendfreund, GudrunBrandenburgischestraße und Sigmaringenstraße, Uhlandstr. 74-95, straße. Wahllokal: Bergholz' Restaurant, Berlinerstr. 138. und Hagenstraßen- Ede daselbst. Wegenerstraße. Wahllokal: Sestaurant Räsler, Lauenburger- 5. Wahlbezirk. Am Potsdamer Bahnhof, Bahnstraße, Courtius- 155. Wahlbezirk. Prinzen- Allee, Gitel, Wilhelm-, Augustaftraße 20/21. straße, Drakestr. 38 und 43, Fontanestraße, Göbenstraße, Hans Sach- straße, Augustaplaz, Ostbahn, Leopold, Rupprecht-, Ludwig-, 15. Wahlbezirk. Berlinerstr. 22-34, Gasteinerstr. 1-8a und straße, Stuefebedstraße, Margaretenstraße, Neu- Lichterfelde, Potsdamer Gisela-, Maximilian- und Sophienstraße. Wahllotal: Restaurant 24 bis Ende, Günzelftr. 21, 24, 25, 41-47, Holsteinischestr. 1-19 Bahnhof, Botsdamer Chauffee mit Botanischem Garten. KreistrontonWilhelmstr. 1 daselbst. 150. Wahlbezirk. Bahnhof-, Friedrich-, Heinrich-, Margareten. und Fridastraße. Triftweg, Jrenenstraße. Wahllokal: Restaurant H. Schulze, Eitelstr. 70 daselbst. 157. Wahlbezirk. Frankfurter Chaussee(Südseite). Kietzerweg, Sandwcg. Wahllokal: Restaurant„Schwarzer Adler", Frank- furter Chaussee 5 daselbst. 158. Wahlbezirk. Pfarrstraße, Verbindungsweg, Verlängerte Lcssiiigstrahe, Parallelweg, Neue Prinz Albertstraße. Wahllokal: Turnballe, Pfarrstratze daselbst. 159. Wahlbezirk. Rummelsburgerstraße. Wahllokal: Nestau- rant Palm, Rummelsburgerstr. 45 daselbst. 160. Wahlbezirk. Wartenbergstraße, Dberweg, Wühle- und Kleinestraße, Wiesenweg. Wahllokal: Restaurant Preuß, Wartcnbergstr. 52 daselbst. 161. Wahlbezirk. Gürtel-, Dosse-, Oder- und Travestraße. Wahllokal: Restaurant Schuckert, Gürtelstr. 41 daselbst. 162. Wahlbezirk. Frankfurter Allee, Niederbarnimstraße, Box- hagencrstr. 24b, Boxhagener Chaussee. Wahllokal: Restaurant „Prachtsäl.e des Oftens", Frankfurter Allee 151/52 daselbst. 163. Wahlbezirk. Scharnweberstraße. Kronprinzenstr. 1—7, Müggelstraße. Wahllokal: Restaurant Spitzig, Frankfurter Allee 193 daselbst. 164. Wahlbezirk. Kronprinzenstr. 8— 52. Wahllokal: Aula der Schule in der Kronprinzcnstraße daselbst. 165. Wahlbezirk. Weichsel-, Finow-, Jung- und Blumenthal straße. Wahllokal: Restaurant Schneider. Finowstr. 39, Ecke Frankfurter Allee daselbst. 166. Wahlbezirk. Friedrich Karl- und Weserstraße. Wahl lokal: Restaurant Hampsch. Weserstr. 25. Ecke Friedrich Karl straße daselbst. 167. Wahlbezirk. Mainzerstraße. Wahllokal: Restaurant August Hampsch, Mainzcrstr. 29, Ecke Scharnweberstraße daselbst. 168. Wahlbezirk. Kreutzigerstraße. Wahllokal: Restaurant Ziegler, Kreutzigerstr. 8 daselbst. Oranienburg. 113. Wahlbezirk. Luisenplatz. Berlinerstraße, mit Straße 39 und Wetzclshaus, Breite-, Havel- und Poststraße, Berlinerfeld mit Straße 28, Havelhausen, Veltenerbrücke, Wilhelmincnhof, Antonienhof, Wilhelmstal, Pinnower Schleuse, am Kanal(Westen), Annahof, Bärenklauerweg. Wahllokal: Saal des Hotels Eilers (Inhaber: W. Burchard), Luisenplatz daselbst. 114. Wahlbezirk. Kanalstraße mit Straße V. Luisenstraße. Neucrplatz. Garten-, Augusta- und Kremmenerstraße, Germem dorfer Brücke, Uhland-, Goethe- und Schillerstraße, Eden, Alberts Hof. Amalienhof, Luisenhof, Wieneckes Plan, Annagarten, Kuh- brücke, Friedenthaler Schleuse, Häuser am Kanal(Osten). Wasser- straßen. Wahllokal: Saal des Gastwirts Fromm, Breitestraße daselbst. 115. Wahlbezirk. Bernauer- und Fischerstraße, Königs-Allee. Markgrafenstraße, Oswalds Privatstraße, Kuhntssche Privatstraße, Strclitzer-, Wald-, Jäger-, Schützen-, Bismarck-, Moltke- und See- straße, Strandhalle, Königgrätzer-, Viktoria- und Roonstraße, Mielcntz's Haus, Eiswerke. Elektrizitätswerke, Friedrich-, Wilhelm-, Kurfürstenstratze und Straße XI. Wahllokal: Saal des Schützen- Hauses(Inhaber: B o h n st e n g e l). Königs-Allee daselbst. 116. Wahlbezirk. Stralsunderstraße, Bahnhofsgebäude, Bahn- Hof-, Mittel-, Lehnitz-, Linden- und Mühlenstraße, Mühlenfeld, Straße 4 im Mühlenfeld. Wahllokal: Saal des Hoteliers Gänsicke, Lehnitzstraße daselbst. Boxhagen-Rummelsburg. 117. Wahlbezirk. Boxhagenerstraße 24s, Boxhagener Chaussee 13—16, Romintenerstr. 39s, 39b. Grünbergerstr. 12—15, Simon- Dachstr. 1—5 und 42— 46, Gabriel-Maxstr. 19—14. Wahllokal: Restaurant Dietrich. Grünbergerstr. 9 daselbst. 118. Wahlbezirk. Boxhagener Chaussee 7—12. Grünberger- straße 6—11, Gabriel-Maxstr. 6—9. Gärtnerstr. 29—24. Wahllokal: Restaurant Schönemann. Grünbergerstr. 6 daselbst. 119. Wahlbezirk. Romintenerstr. 29s, 29d, Grünberger- straße 16—19, Crossenerstr. 11—14, Simon-Dachstr. 6, 7. 39—41, Gabriel-Maxstr. 15—17. Wahllokal: Restaurant Munzel. Simon-Dachstr. 41 daselbst. 120. Wahlbezirk. Crossenerstr. 15—18, Wühlischstr. 89—83, Simon-Dachstr. 35— 38, Gabriel-Maxstr. 18— 2l. Wahllokal: Restaurant Kniest, Siinvn-Dachstr. 89 daselbst. 121. Wahlbezirk. Crossenerstr. 19—24, Wühlischstr. 24—29, 34_39, Simplonstr. 22—28, Gabriel-Maxstr. 1— 6, Gärtnerstraße 25—33. Wahllokal: Restaurant Zimmermann, Crossenerstr. 19 daselbst. 122. Wahlbezirk. Boxhagener Chaussee 1—6. Wismarplatz, Weserstraße 26—27, Grünbergerstr. 1— 5, Alt-Boxhagen 39— 32, Crossenerstr. 1—19, 25— 34, Wühlischstr. 14—23, Gärtnerstr. 5—19, Seumcstr. 7—26, Gryphiusstr. 18—27 einschließlich Gutshof. Wahllokal: Restaurant Leithold. Alt-Boxhagen 39. 123. Wahlbezirk. Wühlischstr. 49—53, Sonntagstr. 13—22, Helcnenhof, Simplonstr. 9—21, Gryphiusstr. 1—8 und 28, Holtei- straße 28—33. Wahllokal: Restaurant Kiese. Wühlischstr. 7 daselbst. 124. Wahlbezirk. Weserstr. 28—48, Alt-Boxhagen 4— 29s, Gryphiusstr. 16—17, Glatzerstraße, Holteistr. 14—22, Neue Bahn- hosstr. 18— 26s. Wahllokal: Restaurant Kuhn, Alt-Boxhagen 25. 125. Wahlbezirk. Alt-Boxhagen 43-49. Wühlischstr. 1—13 und 54—58, Sonntagstr. 23—36 und 8—12. Simplonstr. 1—8, Ludwig Lehmannstr. 1— 5, Holteistr. 1— 6 und 19—13, Böcklin- strahe 6—11, Lenbachstr. 1— 13a. Wahllokal: Restaurant Schön. born, Alt-Boxhagen 49._.. 126. Wahlbezirk. Alt-Boxhagen 50—65, Sonntagstr. 1—7, Lenbachstr. 13b— 22, Neue Bahnhofstr. 26b— 37. Wahllokal: Restaurant Schneider, Sonntagstr. 36 daselbst. 127. Wahlbezirk. Neue Bahnhofstr. 1—17, Alt-Boxhagen 1—3 und 56. Wahllokal: Restaurant Schröder, Neue Bahnhof- straße 33 daselbst. 128. Wahlbezirk. Markt- und Sadowastraße, Schillerstr. 18 bis 35. Kantstraße' 1— 2s und 49—51. Wahllokal: Restaurant Deckert, Schillerstr. 31 daselbst. 129. Wahlbezirk. Schillerstr. 15—17, Lessingstr. 13—18, Kant- straße 3—25. Wahllokal: Restaurant Lipke. Schillerstr. 15 daselbst. 130. Wahlbezirk. Schillerstr. 1—14, Goethestraße, Lessingstr. 1 bis 12, Kantstr. 43— 47. Türrschmidtstr. 41— 48. Wahllokal: Restaurant W e i g e l, Türrschmidtstr. 45 daselbst. 131. Wahlbezirk. Kantstr. 33—42, Lessingstr. 19—24, Mozart- straße. Viktoriaplatz. Türrschmidtstr. 34—40. Wahllokal: Restau- ragt Goltsch, Biktoriaplatz 1—8 daselbst. 132. Wahlbezirk. Türrschmidtstr. 1— 88, Karlshorsterstraße. Wahllokal: Restaurant Götz, Türrschmidtstr. 4— 5 daselbst. 133. Wahlbezirk. Prinz Albertstraße mit Schulhaus, Pfarr- Haus und Krankenhaus, Rathaus-, Liebig- und Portlandstraße. Wahllokal: Restaurant„Zum Prälaten"� Karlshorsterstr. 3 da- selbst. 134. Wahlbezirk. Neue Prinz Albertstr. 41—72, Wilhelm- und Friedrichstraße. Wageuknechtshof. Wahllokal: Restaurant Wagen- knecht, Neue Prinz Albertstr. 56 daselbst. 135. Wahlbezirk. Neue Prinz Albertstr. 1— 49, Fischerstraße, Schlichtallee. Wahllokal: Restaurant Dierberg. Neue Prinz Albertstr. 21 daselbst. 136. Wahlbezirk. Hauptstraße, Köpenicker Chaussee, Rangier- und Güterbahnhof Rummelsburg, Ausbauten am Hönower Wiesen- weg, Rummelsburger See und Spree, soweit Rummclsburger Ge- biet in Frage kommt. Wahllokal: Restaurant Carl in. Haupt- straße 82 daselbst. �riedrichsfelde. 139. Wahlbezirk. Berlinerstr. 1— 46 und 85— 127 einschließlich projektierte Straße und Zentralfriedhof. Wahllokal: Restaurant Bausdorf, Berlinerstr. 18. 140. Wahlbezirk. Berlinerstr. 47— 84, Schlotzstraße, Treskow- Allee nördlich der Vorbindungsbahn Berlin-Rummclsburg-Kauls- darf, Friedrichstr. 14— 26b, Wilhelm-, Charlotten-, Viktoriastratze, Bahnwärterhaus an der Ostbahn. Mühlenberg, Magerviehhof. Marzahner Chaussee, Bahnhof Friedrichsfelde-Ost, Triftweg mit den Wasserwerken, Chaussee nach Biesdorf. Wahllokal: Restaurant R a t h v o n, Schlotzstr. 2. 141. Wahlbezirk. Friedrichstr. 1—13 und 26c— 38, Kurze-, Luisenstraße, Prinzen-Allee, Rummelsburgerstraße. Rummels- burger Friedhof, Miquelstraße, Caprivi-Allee, Walderseestraße. Wahllokal: Restaurant Bube, Prinzcn-Allee 39. 142. Wahlbezirk. TreSkow-Allee 59— 87, Gundelfingener-, Hentig-, Junker Jörg-, Karl Egon-, Friedrichsteiner-, Dönhoff-, Dorothea-, Krausestraße, Waldow-Allce mit Vorwerk, Köpenickcr Allee, Dewet-, Botha- Allee. Wärtcrhäuscr an der Ver. bindungsbahn Rummelsburg-Kaulsdorf. Wahllokal: Restaurant König in Karlshorst, Trcskow-Allee 87. 143. Wahlbezirk. Prinz Heinrich-, Auguste-Viktoria-, Egin- Hardt-, Wildensteiner-, Stühlinger-, Hciligenberger-, Kaiser Wilhelm-, Prinz August-, Prinz Eitel Fritz-, Prinz Joachim-, Prinz Oskar-, Prinz Adalbert-, Rödel-, Schenke-, Günther-, Sadowastraße, TreSkow-Allee 87s— 94, Bahnhof Karlshorst, Trainieranstalt, Wärterhäuser an der Trainieranstalt, Block- dammweg, Wärterhäuser am Blockdammweg. Wahllokal: Restau- rant„Fürstenhaus" in Karlshorst, Treskow-Allee 93. Friedrichshagen. 144. Wahlbezirk. Friedrichstraße, Mhliusgarten, Schmaler Weg. Wahllokal: Restaurant„Eiskeller", Friedrichstr. 96/97. 145. Wahlbezirk. Secstraße, Wasserwerke, Neu-Kamerun, Straße 38, Spritzcnweg, Waldow- und Bellcvuestraße, Breest- Promenade, Konigstr. 16s, Kaiscrstraße, Rahnsdorferstraßc und Verlängerung. Wahllokal: Restaurant Conrad. Friedrich- straße 137. 146. Wahlbezirk. Ahorn-Allee, Cöpenicker-, Kirchstraße, Linden- Allee, Westend, Wilhelmstraße, Hirschgarten. Wahllokal: Restau- rant„Gesellschaftshaus", Friedrichstr. 69. 147. Wahlbezirk. Kastanien-Allee, Kurze-, Scharnwcber- und Viktoriastratze. Wahllokal: Restaurant Franz Lerche, Friedrichstr. 81. Ober-Schönetveide. 172. Wahlbezirk. Tabbert-, Nalepa- und SiemenSstraße. Wahllokal: Restaurant Kühn, SiemenSstraße. 173. Wahlbezirk. Watt-, Ohm-, Reulcaux-, Helmholtz-, Deul- straße und Edisonstr. 37—39 bis zum Lorenz schen Hause. Wahl- lokal: Restaurant Schaffraneck, Edisonstraße. 174. Wahlbezirk. Der übrige Teil der Edisonstrahe, Wil- helminenhofstr. 1—41 einschließlich Frischenstr. 1 und die gegenüber- liegenden Fabriken bis zum Eckhaus Dellmann in der Laufener- 'traße. Wahllokal: Restaurant Martin, Edisonstraße. 175. Wahlbezirk. Frischen-, Laufenerstratze, Wilhelminenhof- traße 42—54 und die gegenüberliegenden Fabriken, Luisen-, Klara-, Marien, und Matildenstraße. Wahllokal: Restaurant Schulte, Wilhelminenhofstr. 43. 176. Wahlbezirk. Wilhelminenhofstr. 64— 75b und die gegen- überliegenden Fabriken, Kunheim«, Ratenau-» Kcppler-, Slaby und Gaußstraße, sowie Ortsteil Ostend. Wahllokal: Restaurant H ö f l i ch zu Ostend. Weihensce. 210. Wahlbezirk. Berliner-, Falkenberger-, Garten-, Hohen- chönhauserstratze, Lichterbergerstr. 66— 132, Rennbahnstr. 2—69, �eldmannstraße, Straße 7, 15, 16, 18, 19 und 25, sowie Wegener- 'traße. Wahllokal: Cafe Rettig, Berlinerstr. 11. 211. Wahlbezirk. Albertincn-, Amalien-, Große Seestratze, Rennbahnstr. 192—197, Parkstraße 2—97, Pistoriusstr. 1—39 und 139—148. Wahllokal: Restaurant„Albrechtshof", Parkstr. 13. 212. Wahlbezirk. König-Chaussee 1— 25, 69— 95, Lichtcnberger- stratze 5—65, Linden-Allee 3—57/58, Wörthstraße. Sedanstr. 46—83. Wahllokal: Festsäle von EnderS, König-Chaussee 5/6. 213. Wahlbezirk. Lothringenstraße, Mctzstr. 12— 49, Belfort- traße 26—29, Strahburgstr. 1— 9 und 56— 69, Sedanstr. 33— 43 und 87—94. Wahllokal: Restaurant Sorrer, Straßburgstr. 56. 214. Wahlbezirk. Straßburgstr. 17— 54, Sedanstr. 14— 28 und 96—199, Kronprinzenstr. 2— 15, Elsatzstrahe. Wahllokal: Cafe Mohr, Sedanstr. 14. 215. Wahlbezirk. Sedanstr. 1—13 und III— 129, Weißxnburg- und Gürtelstraße, König-Chaussee 26— 68a, Gäblcrstr. 1— 14 und 51—63. Wahllokal: Restaurant Wlodarczyk, König-Chaussee Nr. 49. 216. Wahlbezirk. Gäblerstr. 23— 69, Schön- und Friedtichstratze. Langhansstr. 1—9 und 146—153, Streustr. 2— 4 und 122—127. Wahllokal: Restaurant„Berliner Hof", Langhansstr. 1. 217. Wahlbezirk. Lehderstr. 2—25 und 97—122, Wilhelmstratze, Streustr. 11— 31 und 109— 120, Charlottenburgerstr. 10—33 und 144— 165, Langhansstr. 10— 17 und 137— 143. Wahllokal: Restaurant„Zum Prälaten", Lehderstr. 122. 218. Wahlbezirk. Rölckestr. 9— 138, Lehderstr. 26— 96, Langhansstr. 18—29 und 122—136. Wahllokal: Restaurant Ulrich. Rölckestr. 29. 219. Wahlbezirk. Pistoriusstr. 31—1185', Friestckestraße, Char- lottenburgerstr. 59— 74 und 113—142, Langhansstr. 39—60 und 94 bis 120, Scharnweber-, Göben-, Voigts-Rheetzstrahe und Goethe- straße. Wahllokal: Restaurant Tschentschler, Langhans- straße 196. 220. Wahlbezirk. Gustav Adolfftraße, Rennbahnstr. 88, Ziegelei 3, Streustr. 42—99, Langhansstr. 63— 90. Wahllokal: Restaurant Schubert, Gustav Adolfstr. 142. 221. Wahlbezirk. Uckermarkstratze, HeinerSdorferwcg, Brauhausstraße, Generalstraße, Charlottenburgerstr. 78— III. Wahllokal: Restaurant Backhaus, Uckermarkstr. 6/7. Pankow. 177. Wahlbezirk. Breitestraße, Amalienpark, Kavalier-, Damerowstraße, Am Schloßpark, Mendel-, Eintrachtstraße und Straße 1 am Krankenhaus. Wahllokal: Restaurant Linder, Breitestr. 34. 178. Wahlbezirk. Berliner-, Prinz Heinrich-, Borkum-, Kissingen-, Schul-, Hadlich-, Arkona- und Erunowstraße. Wahl- lokal: Restaurant„Kurfürsten". Berlinerstr. 192. 179. Wahlbezirk. Uckermark-, Kaiser Friedrich-, Behnsen-, Trellcborg-, Tal- und Ncumannstraße, Esplanade, Herta-, Spieker- mann- und Schoncnschcstraße. Wahllokal: Restaurant„Thürmchen", Kaiser Friedrichstr. 12. 180. Wahlbezirk. Maximilian-, Mühlen- und Binzstraße. Wahllokal: Restaurant„Feldschlößchen", Berlinerstr. 27. 181. Wahlbezirk. Florastr. 15 bis einschließlich 83. Wahllokal: Restaurant„Bellcvue", Breitestr. 21 s. 182. Wahlbezirk. Heyn-, Neue Schönholzer-, Park-, Pestalozzi- und Schloßstraße, Elisäbethweg, Hartwigstraße. Wahllokal: Rc- staurant„Gescllschaftshaus", Kreuzstr. 3/4. 183. Wahlbezirk. Wollankstraßc. Wahllokal: Restaurant«Zum Roland", Wollankstr. 113. 184. Wahlbezirk. Florastr. 1 bis einschließlich 14 und 84 bis einschließlich 95, Kreuz-, Görsch-, Gaillard- und Schulzestraße. Wahllokal: Restaurant Krause, Wollankstr. 1. 185. Wahlbezirk. Brchmestraße. Wahllokal: Rcstaur. Buge, Schulzestr. 28. 186. Wahlbezirk. Nordbahn-, Schmidt-, Gottschalk-, Stern-, Stecger-, Rcttig-, Spandauer- und Alte Schönholzerstraße. Wahl- lokal: Restaurant„Zum Schmuckkästchen", Nordbahnstr. 99. Reinickendorf. 187. Wahlbezirk. Eichbornstr. 39— 62, Birken-, Wald- und Humannstraße. Wahllokal: Restaurant G ö r d e s, Waldstr. 59/51. 188. Wahlbezirk. Eichbornstr. 11— 29 und 63—87, Antonien- straße 9—57, Klixstr. 19—26, Auguste Viktoria-Allee 27—95. Wahllokal: Restaurant Franke, Auguste Viktoria- Allee 54. 189. Wahlbezirk: Scharnwebcrstr. 39— 108, Eichbornstr. 1— 8 und 89 bis Ende, Antonicnstr. 1— 5 und 60 bis Ende, Klixstr. 1— 5 und 28 bis Ende und Wachholderstraße. Wahllokal: Restaurant Marks, Scharnlocberstr. 67/68. 190. Wahlbezirk. Scharnweberstr. 1— 37 und 113 bis Ende, Schillingstraße, Spandauerwcg, Blantestratze, Berlinerstr. 1— 7 und 134 bis Ende und Friedrich Karlstraße. Wahllokal: Restaurant A. Müller, Scharnweberstr. 14. 191. Wahlbezirk. Berlinerstr. 9—129, Dahn- und Kögelstratze, Auguste Viktoria-Allce 1— 17 und 113 bis Ende, Humboldtstr. 49 bis 71, Saalinannstcaße, das Meißnersche Haus in der Veltenor- straße. Wahllokal: Restaurant Otto, Berlinerstr. 113/114. 192. Wahtl'czirk. Humboldtstr. 11/13 und 91 bis Ende, Teich-, Veltencrstr. 3, Oranienburger Chaussee, Zicgeleiwcg, Haupt-, Kopcnhageuer- und Flottenstraße, Steegeweg, Schönholzerweg 1—29 und 60, Residenzstr. 1— 28 und 132 bis Ende, Friedrich Wilhelm-, Wille- und Sonntagstraße.'Wahllokal: A. Leders„Schützen- Haus", Residenzstr. 1/2. 193. Wahlbezirk. Residenzstr. 39— 41 und 118— 125, Deutsche-, Thater-, Am ende- und Raschdorffstraße, Hausotterstr. 25 und 95 bis Ende, Grüncrweg 2— 11. Wahllokal: Restaurant Sadau, Residenzstr. 124. 194. Wahlbezirk: Residenzstr. 45— 80 und 109—116, Mark-, Holländer-, Hennigsdorfer- und Walderseestrahe, Seestr. 19, Hansa- und Albert Freitagstraße. Wahllokal: Restaur..,Kai>er Friedrich- Garten"(Brauns), Residenzstr. 49. 195. Wahlbezirk. Residenzstr. 82—198, Pankowcr Allee, Lette- Allee, Kühleweinstraße, Justusstr. 1—4 und 54 bis Ende, Provinz- straße 14— 34 und 106—108, Holz- und Papierstraße. Wahllokal: Turnhalle der 3. Gemeindeschule, Lette-Allee. 196. Wahlbezirk. Provinzstr. 1— 13 und 120 bis Ende, Justusstraße 6— 51, Seestraße mit Ausnahme von Nr. 19, Gescllschasts-, Aegir-, Neptun- und Bcnkestraße. Wahllokal: Restaur. Bolien, Gesell schaftSstr. 29. 197. Wahlbezirk. Granaten- und Verlängerte Kolonicstraße, Grünerweg mit Ausnahme von 2— 11, Hausotterstr. 32— 71, Isar-, Kamele- und Winterstraße, Hausotterplatz, Provinzstr. 49—52 und 87/88. Wahllokal: Restaurant Wolframm. HauSotter- straße 43. 198. Wahlbezirk. Provinzstr. 53—56 und 82—86. Bürger-, Hoppe- und Sommerstr. 3— 10 und 20 bis Ende. Wahllokal: Re- staurant Schruoffeneger. Hoppestr. 19. 199. Wahlbezirk. Provinzstr. 69—81, Sommerstr. 12—17, Ver- längerte Sommerstraße, Herbst-, Nordbahn-, Seebeck- und Frühling- straße, Schönholzerweg 29—31. Wahllokal: Restaurant Großmann, Provinzstr. 66. Tegel. 206. Wahlbezirk. Die östliche Seite der Berliner- und Schloß- straße, sowie den ganzen östlich davon gelegenen Ortsteil, sowie Gurtsbezirke Schloß Tegel und Tegel Forst(Nord) mit Schulzen- dorf. Wahllokal: Festfäle von Trapp, Bahnhofstr. 1. 207. Wahlbezirk. Die westliche Seite der Berlinerstraße, die östliche Seite der TreSkowstraße und alle Häuser der Brunow- und Schlicperstraße, die zwischen diesen beiden Straßenzügen gc- legen sind, ferner die westliche Seite der Schloßstraße, Hauptstr. 1 bis 4 und 35— 36, Veitstr. I— 4 und 40. Wahllokal: Saal des H a m u s e k schen Gasthauses, Hauptstr. 6. 208. Wahlbezirk. Die westliche Seite der TreSkowstraße, Haupt- straße 6—8, 39—34, Schulstraßc, Schönebergerstr. 1—10 und 61—72, Schlieperstr. 21—26 und 56— 63, Brunowstr. 18— 23 und 38— 43, sowie Gutsbezirksanteil Jungfernheide(Tegeler Forst). Wahl- lokal: Ratsstuben, Hauptstr. 16. 209. Wahlbezirk. Hauptstr. 11— 17s und 24—29, Ufer- und Spandauerstraße, Brunowstr. 24— 36, Schlieperstr. 28—55, Veit- straße 12— 28, Schönebergerstr. 12— 59, EgellS-, Charlottenburger-, Bernauer-.und Seidelstraße. Wahllokal: Saal de? Julius Klippen st ein schen Lokals, Spandauerstr. 4. verantwortlicher Redakteur.: Hans Weber. Berlin, Für dez Jnstrawnteil vcrantw.: Th. Glocke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Veclaasanstalt Paul Singer& Co.. Berlin SW. Nr. 18. 24. IahrMg. 3. KeilM des.Amiick" Knlm WWW. Nieastag, 22. MM IM. Der Wahlkampf in Grotz-Berlin. Bekanntmachung betreffend Reichstagswahl. I Der Magistrat erläßt folgende Bekanntmachung: Nach Z 15 des Wahlreglements vom 23. April 1903 hat jeder Wähler seinen Stimmzettel in einem amtlichen Umschlage dem Wahl- Vorstande zu überreichen. Das Hineinstecken des Stimmzettels in den Umschlag mutz so geschehen, datz der Wähler dabei von dritten Personen nicht beobachtet werden kann. Zu diesem Zwecke wird in jedem Wahllokale ein Jsolierraum(Wahlzelle) hergerichtet, in welchen sich der Wähler begeben mutz, bevor er an den Wahltisch tritt. Die Aushändigung der Umschläge erfolgt einzeln am Eingange zu der Wahlzelle. Der Wahlvorsteher darf niemand zur Stimmabgabe zulassen, welcher nicht vorher in der Wahlzelle gewesen ist. Damit die Wahlen einen ordnungsmäßigen Verlauf nehmen, ist bringend geboten die Beachtung der folgenden Ordnungsv»rschriftcn! i. Die zur Stimmabgabe erscheinenden Wähler nehmen einzeln hintereinander nach der Zeitfolge ihres Eintreffens Aufstellung und rücken so allmählich zu der Wahlzelle heran. Bei größerem An- dränge ist es wünschenswert, datz das hintere Ende dieser Wähler- kette möglichst weit von dem Eingange zum eigentlichen Wahlraume gebildet wird, damit ein Gedränge an dem Eingange vermieden und denjenigen Wählern, welche ihre Stimme bereits abgegeben haben, das Verlassen des Wahlraumes nicht erschwert wird. 2. Eine Ueberfüllung des Wahlraums, durch welche das ordnungsmätzige Herantreten der Wähler zur Wahlzelle oder das Verlassen des Lokals erschwert werden könnte, mutz— insbesondere in der Zeit von S bis 7 Uhr— vermieden werden. Es empfiehlt sich daher, datz im allgemeinen jeder Wähler, welcher seine Stimme ab- gegeben hat, den Wahlraum sogleich wieder verlätzt, sofern nicht ausreichend Platz zu weiterem Aufenthalt vorhanden ist. Der Raum vor dem Borstandstische und den Wahlzellen mutz auf alle Fälle freigehalten werden, damit der Wahlvorsteher die Wahlzelle über- sehen kann. 3. Den im Interesse der Aufrechterhaltung der Ordnung vom Wahlvorsteher gegebenen Anordnungen ist unbedingt Folge zu leisten- 4. Zur schnelleren Auffindung des Wählers in der Liste dient eS, wenn derselbe zuerst seine Wohnung und dann den Nanren nennt. 6. Jeder Wähler, welcher eS ermöglichen kann, übe sein Wahl, recht in de» Bormittagsstunden zwischen 10 und 12 Uhr aus. 6. Da nach Vorschrift des Wahlreglements die Abstimmung pünktlich um 7 Uhr für geschlossen zu erklären ist, auch wenn sich noch Wähler im Wahllokale befinden,«eiche ihre Stimme noch nicht abgegeben haben» so wird dringend empfohlen, möglichst frühzeitig, spätesten» aber zwischen 6 und Va7 Uhr im Wahllokale zu er- scheinen. » Achtung! Verzogene Wähler! Achtung! Zwetter Wahlkreis! Alle Wähler, welche aus ihrem Wahlbezirk oder nach einem anderen Wahlkreis der- zogen sind, sind trotzdem im zweiten Wahlkreise wahlberechtigt, und zwar in dem Wahlbezirk, wo sie ftüher wohnten. Diesen Wählern ist Flugblatt, Stimmzettel und Wahlaufforderung per Kuvert zugegangen. Es ist nun möglich, datz der eine oder der andere aus irgend einem Grunde das Kuvert nicht erhalten hat. Wir bitten deshalb nochmals alle diejenigen, welche verzogen find, ihr Wahlrecht dort auszuüben, wo sie früher gewohnt haben. Der Kandidat ist der bisherige Abgeordnete deS zweite» Kreises, Geschäfts- fiihrer Richard Fischer. M Der Wert der Kleinarbeit. Unsere Gegner haben von»ms gelernt sowohl in Bezug auf Agitation wie Organisation. Längst haben sie erkannt, daß eine tüchtig vorbereitete Kleinarbeit den endlichen Sieg verbürgt, und sie handeln auch danach. In mancher Beziehung find uns unsere Gegner überlegen. Behörden wirken mittelbar und unmittelbar für konservative und freisinnige Kandidaten, der amtliche Apparat wird zu ihren Gunsten direkt und indirekt in Beweguikh gesetzt, Hausbesitzer leisten den Reaktionären nicht gering anzuschlagende Wahlhülfe. In den Landkreisen können die Gegner Versammlungen abhalten in Orten, wo wir keine Säle bekommen, und die Orts und Kreisblattpresse tut ein übriges. Arbeitgeber, vor allem Guts Besitzer, versuchen ihren Einfluß auf„ihre Leute' in ihrem Sinne auszuüben; kurz: unsere� Gegner sind in vielfacher Beziehung in einer besseren Position wie wir. Wenn wir dennoch und trotzdem überall festen Fuß gefaßt und überraschende Fortschritte gemacht haben, so ist das nur zu danken dein außerordentlichen Opfermut unserer die Kleinarbeit betreibenden Genossen. Nichts kann sie verdrießen, inimer sind sie zur Stelle, wenn die Partei ruft. Diese Tatsache ist erst wieder während der letzten Wochen in erfreulicher Weise in die Erscheinung getreten. Kaum ein Sonntag verging, an dem nicht zahlreiche Genossen sich der Ehren- Pflicht unterzogen, für die Partei zu arbeiten. Wir übertreiben nicht, sondern greifen eher noch zu niedrig, wenn wir die Zahl der Genossen bei einer Flugblattverbreitung in Grotz-Berlin auf 20 000 schätzen. Und wie freudig wurde die Arbeit getan? Jeder, der mitgeholfen, war stolz auf seine Mitarbeit. In den Landkreisen setzen viele Genossen ihre Ehre ein. immer nur ganz bestimmte Orte zu bearbeiten, um dann am Tage der Wahl an dem Stimm- Verhältnis feststellen zu können, welche Früchte die Arbeit getragen. Ein solcher Tätigkeitseifer ist natürlich nur möglich, wenn man über- zeugt ist, für eine gute Sache zu wirken. Der Idealismus ist eS. der unseren Genossen innewohnt und sie viele Schwierigkeiten spielend überwinden lätzt. Da können unsere Gegner nicht mit. Selbst die Arbeit leisten, mögen sie nicht. Da sie aber geleistet werden mutz, so müssen sie sich Leute dazu kaufen. Zu diesem Zweck wurden sogar durch Inserate Leute gesucht. Im.Lokal-Anzeiger' finden wir beispielsweise ein Inserat, nach welchem leistungsfähige nationale HülfS- kräfte von dem konservativen Wahlbureau des zweiten Wahlkreises gesucht werden. Um für eine intensive Kleinarbeit die nötigen Kräfte zu ge- Vinnen, empfiehlt die.Post': .Um die nötigen Kräfte zu gewinnen, wird eS aber nicht ge- nügen, Ersatz für bare Auslagen zu gewähren, sondern man wird in zahlreichen Fällen aui die Mitwirkung weiterer Kreise mir dann rechnen können, wenn man außerdem eine angemessene Entschädigung für verlorene Arbeitszeit gewährt. Auch wird es in manchen Fällen den Eifer der Wahlhelfer an zu« s p o r n e n geeignet sein, wenn man ihnen für besonders gute Leistungen neben der regelmätzigen Vergütung für den Zeitverlust noch eine Prämie in Aussicht stellt. Dieser Kleinwahldienst ist für den Erfolg angesichts der Tatsache, datz nahezu 3 Millionen Wähler sich 1903 der Wahl enthalten haben, noch von weit grötzerer Bedeutung selbst als die Agitation in Versammlungen und in der Presse." Die„Freisinnige Zeitung' wieder scheint nicht besonders erbaut zu sein, datz am 25. Januar verschiedene Berufe feiern und sich viele Arbeiter in den Dienst der sozialdemokratischen Partei stellen. Glauben wir gern! Wenn diese Arbeiter für die freisinnigen Volksverräter zu haben wären, würde sie anders schreiben. Sei dem aber wie ihm wolle. Die Tätigkeit unserer Gegner auch auf dem Gebiete der Kleinarbeit ist eine außerordentlich rege. Das mutz unS anstacheln, diese wichtige agitatorische Tätigkeit wenn irgend möglich zu steigern. Vor allem aber mutz die kurze Zeit bis zum 25. Januar dazu benutzt werden: zur Agitation von Mund zu Mund. Gerade in der Werkstatt, sei eS an der Hobel- bank, am Schraubstock, am Amboß oder an sonstigen Arbeitsplätzen. überall mutz die Rede auf den 25. Januar gebracht und die Mitkollegen müssen auf die Wichtigkeit der Reichs- tagswahl und die Wahl eines Sozialdemokraten aufmerksam ge- macht werden. Es mutz den Indifferenten vor Augen geführt werden, welche Versündigung sie an sich und ihren Klassengenossen begehen, wenn sie zu Hause bleiben und datz ihr Fernbleiben von von der Wahl nur der Reaktion zugute kommt und dadurch deren volksverräterische Anschläge gegen das ausstrebende-Proletariat ge» stärkt werden. Wird die kurze Zeit, die unS noch vom Wahltage trennt, in dieser Weise kräftig ausgenutzt, so kann uns der Erfolg nicht fehlen. » Die Bürgermeisterkandidatur im zweiten Wahlkreise wird von den Freisinnigen in einer für sie recht unglücklichen Weise propagiert. Während unsere Partei in Herrn Reicke lediglich den Vertreter einer bestimmten Partcirichwng bekämpft und in diesem Kampfe die Sünden des Freisinns, als dessen Kandidat Herr Reicke austritt, an den Pranger stellt, suchen die Freunde der Reicke- Kandidatur die Wahl de? Herrn Bürger- meisterS durch den Hinweis auf seine persönlichen Eigenschaften zu fördern. Bei diesem Verfahren sind die Herren nur recht ungeschickt. In einer Antwort der.Vossischen Zeitung' auf das am Sonntag von unseren Genossen verbreitete Flugblatt heißt es neben einem ganzen Haufen anderer Unrichtigkeiten:„Wäre Dr. Reicke nicht ein Mann von entschieden liberaler Ge- s i n n u n g, so wäre er heute ganz gewiß nicht Bürgermeister von Berlin.' Als ob die freisinnige Stadtverordnetenmehrheit nicht erst vor sehr kurzer Zeit einen Mann zum Kämmerer gewählt hat, der alles andere nur keine liberale Gesinnung hat! Weiter hebt die.Vossische' hervor, daß der Bürgermeister Reicke es war, der im Magistrat auch für Bewilligung von Teuerungs- zulagen an Beamte und Arbeiter gestimmt habe. Damit soll Herr Reicke als besonders arbeiterfreundlicher Kandidat er- scheinen. In Wahrheit liegt diese Sache ein klein wenig anders. Die' Anregung, Teuerungszulagen an Beamte und Arbeiter zu gewähren, ist nicht vom Magistrat, sondern auS der Stadtverordnetenversammlung gekommen und von dieser ist erst der Magistrat ersucht worden, eine diesbezügliche Vor- läge zu machen. Wenn Herr Reicke also im Magistrat für diese Be- willigung gestimmt har, so hat er nur einem Beschlüsse der Stadt- verordnetenversammlung zugestimmt. Das ist doch nicht etwa ein besonderes Verdienst. Wohl hat sich Herr Reicke in seiner Bürger- Meistereigenschaft als Sozialpolitiker betätigt und zwar als er eine Verfügung erließ, die kranken städtische» Arbeitern ihren ohnehin kargen Sommcrurlaub beschränkte, eine Verfügung, die von seinen eigenen Parteifreunden als zu Unrecht erlassen in der schärfsten Weise abgelehnt wurde. Die Stadtverordneten-Versammlung hat ja auch die Zurücknahme dieser einzigen sozialpolitischen Maßnahme des Herrn Reicke verlangt. In der Sache mutzte dieselbe denn auch zurückgenommen werden. Die persönlichen Anwürfe der„Vossischen' gegen den Genossen Fischer berühren uns so wenig, wie sie den Genossen Fischer selbst treffen können. Nur einen haarsträubenden Schivindel wollen wir noch festnageln. Die.Vossische Zeitung' schreibt u. a.: .Die Sozialdemokraten verschweigen, datz ihr Kandidat, der frühere Geschäftsführer des.Vorwärts' entlassen wurde, nachdem im„Vorwärts" wegen der Behandlung der Arbeitnehmer eine Palast« revolurion gegen Herrn Fischer ausgebrochen war, da die ganze ziel- bewußte Arbeiterschaft über Herrn Fischer entrüstet war und ein Skandal drohte?' Diese ausgewachsene Wahllüge wagt die.Vossische Zeitung' in Berlin aufzutischen, nach den Erklärungen, die erst in ganz jüngster Zeit die Neunerkommission in unserem Blatt ver- öffentlicht hatte. Ekles Freisinnsgezücht I Aber sachlich können unsere Gegner eben nicht kämpfen, ihre Sache steht auch zu faul, daß sie glauben, durch solchen Schwindel die Aufmerksamkeit von der Freisinnsschande ablenken zu können. Datz ihnen das nicht gelingt, dafür werden die Wähler schon Sorge tragen und am 25. Januar den Sozialdemokraten Richard Fischer wählen. » Wie die gegnerische Presse berichtet. Die gegnerische Presse hat über eine von freisinniger Seite ein berufene Versammlung, in der Herr Rosenow die Sozialdemokratie zum xten Male totschlug, einen Bericht gebracht, welchem man die grobe Entstellung und Fälschung auf den ersten Blick ansah. I» unserer SonntagSnummer gaben wir einen solchen Bericht ivieder, wie ihn die.Post' zugestutzt hatte, und knüpften daran die Be- merkung. datz hier grober Schwindel vorläge. Daß wir damit recht hatten, beweist uns eine Darstellung, die unS ein Teilnehmer jener am Donnerstag im Oranien-Salon stattgefundenen Versammlung sendet und die folgendermaßen lautet: Der durch alle bürgerlichen Blätter gehende Bericht über die liberale Versammlung am Donnerstagabend ist in allen wesentlichen Punkten erlogen. Es ist insbesondere eine nichtsnutzige Erfindung, von einer sozialdemokratischen Sprengkolonne zu schreiben. Der Vorsitzende Borchardt trug vielmehr selbst zu Beginn der Versamm- luug einen provokatorischen Ton in die Versammlung hinein, indem er sich in seinen EröffuuugSworten bereits in unerhörten Be- schimpfungen gegen die Partei und einzelne führende Parteigenossen erging. Datz dadurch einige Zwischenrufe seitens anwesender Parteigenossen veranlaßt wurden, war nur die notwendige Folge dieses Austrete»?. Der freisinnige Kandidat Rosenow setzte denselben Ton fort und dadurch veranlatzte er an einigen Stellen seiner fünfviertelstündigen Rede lebhaftere Zwischenrufe. Zu einer erheblichen Störung der Versammlung kam eS jedoch nicht im weiteren Verlauf der Diskussion. Nur während des Schluß- Wortes des Freisinnskandidaten, als die alten Unwahrheiten über die angebliche Nichtcinführung deS Druckertarifs bei der.Leipz. VolkSztg." usw. von ihm vorgebracht wurden und lebhaften Widerspruch fanden, fühlte sich der Borsitzende bewogen, einen im Hinteren Teil deS Saales be- findlichen Zwischenrufer zur Rede zu stellen und ihm die polizeiliche Feststellung anzudrohen. Nach kurzem Wortwechsel, der zu nichts weiterem fühlte, sprach der Redner weiter ES ist niemand während des Abends auS dem Saale hinaus- gedrängt worden, auch ist es zu keinen Tätlichkeiten, ja auch nur zu Drohungen mit Tätlichkeiten auf irgend einer Seite gekommen. Das„regelrechte Handgemenge' ist eine aus der Luft gegriffene Lüge. » In den Wahldienst gestellt. In der iNotorenfabrik„Magnet', Weitzensee, Lehderstr. IS/19, haben die Arbeiter in Stärke von 45 Mann sich den 25. Januar vollständig frei gemacht, um bei der Reichstagswahl helfen zu können. Trotzdem 12 junge Leute noch nicht wahlberechtigt sind, wollen auch diese feiern, um aus dem Lande als Schlepper zu fungieren. Dreister Wahlschwindel der„Post". Die schamlose Lügenfabrik der„Post' arbeitet auch in ihren Nummern vom 19. und 29. Januar in ihren lügnerischen Ver- leumdungen insbesondere gegen den Genossen Stadthagen weiter. Die gewerbsmähigen Verleumder der„Post" unterschlagen vorsichtig aus un,erer Rekapitulation des aktenmätzig feststehenden Sachverhalts alles, was ihre Lügen für jeden, der des Denkens noch nicht völlig sich begeben hat. sofort ausdecken würde; schimpften Genossen Stadthagen„Lügner'. Betrüger' usw. und suchen ihren betrügerischen Lügenbrei dadurch glaubhafter zu machen, datz sie einige Stellen des ehrengerichtlichen Erkenntnisses gegen Stadthagen veröffentlichen und sich dabei so stellen, als sei das Erkenntnis noch nie von uns oder Stadthagen veröffentlicht, ja geflissentlich verschweigen. Diesem raffinierten Gaunertrick der„Post" gegenüber sei folgendes fest- gestellt: 1. Am 23. Dezember 1892, unmittelbar nach der Zustellung deS ehrengerichtlichen Urteils vom 17. November 1892 an ihn ver« öffentlichte Stadthagen eine Darstellung deS Sachverhalts unter wörtlicher Anführung des Urteils und der Urteilsgrüude des Leipziger EhrengerichlshofeS. Die 2. Beilage des„Vorwärts" vom 39. Dezember 1892 bringt diese Veröffentlichung, die Beilage zeichnete Stadthagen verantwortlich, um wegen einiger absichtlich gewählter scharfer Wendungen gegen die.Ehrenrichter', die er der Rechlsbeugung beschuldigte, angeklagt zu werden. Anklage er- folgte nicht. 2. Sofort nachdem Stadthagen durch da? Urteil Kenntnis von der vom Ehrengerichtshofe erhobenen Anschuldigung bewutzter Gebührenübererhebung erhalten hatte, erstattete er bei der Staats- anwaltschaft, wie wir unter dem 17. Dezember wiederholt darlegten, Strafträge wider sich. Selbstredend hütet sich die„Post", diese Tat- fache und die ferneren ihren Lesern mitzuteilen, daß Stadthageid dann im April 1893 dem Reichstage das Ehrengerichtshofsurteil vorlegte und beantragte, die Genehmigung zur Strafverfolgung gegen ihn zu erteilen, datz der Reichstag diesem Antrage am 26. April 1893 stattgab, und datz die Staats« anwaltschaft sodann ein strafrechtliches Einschreiten ab« lehnte, weil keine st rasbareGebühren überHebung vorliege. Ebenso unterschlägt die„Post", datz die Beschwerden StadthagenS wegen Nicht-Klageerhebung gegen ihn von der Oberstaatsanwaltschaft und dem Justizministerium zurück- gewiesen worden. 3. Stadthagen veröffentlichte im.Vorwärts' die Bescheide, er- hob erneut den Vorwurf bewutzter Rechtsbeugung gegen die richterlichen Mitglieder des Ehrengerichtshofes und bat, wegen dieses Vorwurfs Anklage zu erheben, um ihm Gelegenheit zu geben, in öffentlicher Verhandlung den Vorwurf vor Gericht zu beweisen. Stadthagen zeichnete verantwortlich— Anklage wurde wegen anderer Artikel derselben Nummer, nicht wegen des erwähnten gegen Stadthagen erhoben. 4. In öffentlichen Versammlungen hat Stadthagen da? Urteil vollinhaltlich zur Verlesung gebracht und den Sachverhalt dar- gestellt. 5. Als bei der Wahl 1993 Zuhälter der.Post' ähnliche Lügen wie diese verbreiteten, wurde Klarstellung des Sachverhalts durch ein Flugblatt vorgenommen. Und diesem Sachverhalt gegenüber erstecht sich die„Post", indem sie selbst den Sachverhalt fälscht, von einer Verschleierung des Sachverhalts durch Stadthagen oder den„Vorwärts" zuschreiben! In der Tat eine hohe Ehre von einem Organ wie der»Post" angepöbelt zu werden. Möge sie damit fortfahren. » Freisinn und Reaktion. Da?„Verl. Tageblatt' stellt eine Berechnung darüber auf, welche Wahlbeteiligung in Berlin und Teltow-Beeskow notwendig sei, um„der Sozialdemokratie erfolgreich gegenübertreten zu können", und kommt zu dem Ergebnis, datz die Aussichten„der bürgerlicken Parteien" nur im vierten Wahlkreise gleich null seien, weil be- kaimtlich nur dort mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten — 59 Proz.— sozialdemokratisch gestimmt haben. Dagegen seien im sechsten die Chancen(für„die bürgerlichen Parteien") ganz die gleichen wie im dritten Wahlkreise; in beiden haben 1993 etwa 48 Proz. der Wahlberechtigten sozialdemokratisch gestimmt. Im ziveiten und fünften Wahlkreise lvaren es etwa 43 Proz., in Teltow-Beeskow etwas über 49, und im ersten Wahlkreise etwas über 39 Proz. Hieraus schließt das Blatt, datz der 3. und 6. Kreis uns bei einer Wahlbeteiligung von 97 Proz. entrissen werden könnte, der 2. und 5. bei 87 Proz., und Teltow-Beeskow bei 61 Proz. Das ganze ist ja eine echte Milchmädchenrechnung, weil einfach angenommen wird, datz alle Wähler, die 1993 der Wahlurne fern- blieben, Gegner der Sozialdemokratie sind— eine geradezu kindische Annahme, wenn man bedenkt, datz in allen Fällen bisher eine Zu- nähme der Wahlbeteiligung hauptsächlich der Sozialdemokratie zu gute gekommen ist. Hier der Beweis: Wahlbeteiligung l. Kreis 1898 67.9 Proz. Sozialdem. Freisinnige Stimmen Stimmen (im ersten Wahlgauge) 8 635 5 667 2. Kreis 3. Kreis t. Kreis 5. Kreis 6. Kreis Teltow. 1898 04,1 Proz. 51907 11392 Beeskow 1903 72,9 Proz. 73 854 11 711 Also nur hier und da ist aus der Zunahme der Wahlbeteiligung für den Freisinn eine Kleinigkeit abgefallen, in den meisten Fällen hatte er sogar eine» Rückgang zu verzeichnen, während der Sozial- demokratie stets ein imposanter Zuwachs auheimfiel. Aber so kindisch die Rechnung ist, so enthüllt sie doch wiederum die ganze Denkart des Freisinns im gegenwärtigen Kampfe gegen die Reakrion. Das „Verl. Tagebl." spricht immer nur von den Chancen„der bürger- lichen Parteien", sragt aber nicht, welcher Partei die Kreise bei Verdrängung der Sozialdemokratie zufallen würden. Mit anderen Worten: es verschweigt seinen Lesern die Tatsache, datz dies durch- aus nicht immer die freisinnige, sondern in mehreren Fällen die konservative Partei sein würde. Im 2., L. und B. Kreise würde S sa. so weit sich aus den bisherigen Zahlen schrieben lätzt, der freisinnige Kandidat sein, der in Betracht käme, wenn es überhaupt zur Stichwahl kommen sollte, keineswegs aber im 6. und in Teltow-Beeskow. Im sechsten Kreise hatte 1903 der Freisinnsmann 14 146 Stimmen, der Antisemit dagegen 14 813; und gar Teltow-Beeskow brachte 1963 nur 11711 freisinnige und 36 763 konservative Stimmen auf. Wobei zu bedenken ist, daß gerade auf Teltow-Beeskow sich„die bürgerlichen Parteien" diesmal ernstliche Hoffnungen machen. Das Verhalten des Freisinns läuft also darauf hinaus, den Sozial- demokraten wichtige Wahlkreise abzujagen, um sie den Kons er- vativen, der Reaktion in den Schoß zu Wersen. Unsere Genossen ersehen auch hieraus, daß die Freisinnigen nichts weiter mehr sind als eine Schutztruppe der Reaktion. Es gilt, durch eine gewaltige Stimmenzahl gleich im ersten Wahlgang den Sieg zu erringen und dadurch.alle solche reaktionären Hoffnungen zu ver- eitel». • Am Sonntag vor der Entscheidungsschlacht. Am Jahrestag des„roten Sonntags" wurden in mehreren Wahlkreisen Berlins von unseren Genossen große Wähler- Versammlungen veranstaltet, so für den ersten Kreis im Feen- Palast an der Burgstraße, für den dritten Kreis bei Buggenhagen am Moritzplatz, für den fünften Kreis im Hotel Alexanderplatz, für den sechsten Kreis im Berliner Prater. Der Besuch der Bersamm- lungen war überall so stark, daß die Polizei die Lokale absperrte. Im dritten Kreis begann der große Saal von Buggenhagen schon vor 11 Uhr sich zu füllen, und bei Beginn der Versammlung um 12 Uhr war er bis auf den letzten Platz besetzt. Diesen Kreis, den wir bei den Wahlen von 1963 bereits ohne Stichwahl behaupteten, glaubt der Freisinn uns diesmal in heißem Ringen wieder entreißen zu können. Die Wählermassen, die am Sonntag in den Vormittagsstunden nach dem Versammlungslokal wanderten, werden dem Freisinn gezeigt haben, daß in Berlin III unter der sozialdemokratischen Wählerschaft jene freudige Kampfesstimmung herrscht, die den Erfolg verbürgt. Im e r st e n und im fünften Kreise fanden schon von 16 Uhr ab die Besucher sich ein. In ununterbrochenem Zuge rückten die Arbetterbataillone an, sodaß für beide Lokale die Absperrung schon vor 11 Uhr eintreten mußte, obwohl auch hier der Beginn der Ver- sammlung erst auf 12 Uhr festgesetzt war. Auf beide Kreise ver- wendet der Freisinn seine ganze Kraft. Den fünften, aus dem wir bei den vorigen Reichstagswahlen sogleich im ersten kraftvollen Ansturm den Freisinn hinauswarfen, will der geschlagene Gegner mit wiedcrgesammelter Streitmacht zurückerobern. Nach dem ersten Kreise, der schon vor drei Jahren nur mit knapper Not noch vom Freisinn behauptet werden konnte, blicken die Augen von ganz Berlin. Wird diese letzte Freisinnsveste der Haupt« und Residenzstadt diesmal fallen? Die machtvolleKundgebung, zu der in beiden Kreisen die Versammlungen sich gestalteten, berech- tigt zu der Hoffnung, daß am 25. Januar zu dem erneuten Sieg in Berlin V auch die endliche Eroberung von Berlin I sich gesellen wird. Der Massenandrang besonders zu diesen Versammlungen hatte das Stratzenbild stark beeinflußt. Tausende, die keinen Einlaß mehr gefunden hatten, standen vor dem Hotel Alexanderplatz wie in der Umgebung des Feenpalastes. Und die Tausende warteten bis lange nach Beginn der Versammlungen, ob nicht doch noch eine Gelegenheit hineinzukommen sich bieten würde. So mancher äußerte seine Verwunderung dar- über, daß„schon so früh abgesperrt worden sei", so mancher sprach die Vermutung aus, da drinnen„müsse doch noch Platz sein." Ach, ihr wußtet nicht, wie es da drinnen aussah. Kopf an Kopf saßen sie, Schulter an Schulter standen sie— die Scharen, die gekommen waren, den anfeuernden Worten des Redners zu lauschen. Der Riesenraum des Feenpalastes war besetzt bis hinauf unters Dach. Unten im Saale wie oben auf den Galerien schien kein Rein mehr möglich und auch kein RauS. Der Saal des Hotels Alexanderplatz war durch Hinzunahme der Nebenräume er- weitert worden. Dort hinten standen die zuletzt Gekommenen auf Stühlen, auf Tischen— ja Tische waren auf Tische gestellt und hoch oben thronten die Zuhörer. Und draußen harrte eine gleich große Menge stundenlang aus in der Hoffnung, daß später noch ein Einlaß gewährt werde. Aber die starken Polizeiaufgebote blieben auf ihrem Posten bis zum Schluß der Versammlungen und wichen nicht von den gesperrten Türen. Bis zuni Schluß hielten sie von den Straßenstrecken vor den Ver- sanunlungslokalen allen Verkehr fern und jede Annäherung, damit es nicht doch noch dem einen oder dem anderen gelänge, hinein- zuschlüpfen. Eine halbe Stunde nach Schluß der Versammlung trat die Polizei dann noch einmal aggressiv in Aktion.. Tausende von Menschen warteten vor dem Hotel noch auf das Erscheinen des Genossen Bebel, der das Lokal durch eine Seitentür verlassen hatte. Als die Menge absolut nicht weichen wollte, schwärmten auf persönliche Anordnung des Herrn v. Friedheim etwa 60 Schutz- lmte aus, die dann das Publikum auseinandertrieben. Am gründlichsten wurde in der Umgebung des Feenpalastes der Verkehr„abgelenkt". Den ganzen Vormittag blieb dieses Lokal, nachdem der Saal sich rasch gefüllt hatte, von einem Schutzmannsheer umzingelt, das beide Zugangsstraßen, die Burg- stratze und auch die Poststraße, gesperrt hielt. Hinaus hätten sie jeden gelassen, aber niemand durfte hinein. In der Kaiser Wilhelm- straße stauten sich die Massen, und sie fluteten heran bis au die Kaiser Wilhelmsbrücke. Abgesperrt war zeitweise auch die Brücke und sogar nach beiden Richtungen. Niemand konnte vom Lustgarten her- über nach der Kaiser Wilhelmstraße, niemand von der Kaiser Wilhelm- straße hinüber nach dem Lustgarten. Was war der Grund der doppelten„Verkehrsablenkung"? Hüben standen die sozial- demokratischen Arbeiter, drüben standen hurra- patriotische Gafferl Denn im Königsschloß am Lustgarten. dessen übrige Zugänge um diese Zeit sämtlich offen gehalten wurden, feierte man das Ordensfcst. So schied die Polizei fürsorglich das Hüben von dem Drüben. Als im Feenpalast-die Versammlung zu Ende war, bot sich dem Strom der heimwärts wandernden Arbeiter auch in der Vurgstraße und in der Kaiser Wilhelmstraße noch je eine Kette aus Schutzleuten, so daß die Brücke jetzt dreifach„gesichert" war. Auch die Friedrichsbrücke wurde jetzt besetzt, um zu ver- hindern, daß etwa die„Roten" nach dem Lustgarten, dessen übrige Zugänge immer noch offen waren, hinüberkämen. Sie marschierten lachend vorüber: ohnedies hätte keiner von ihnen nach drüben sich hingezogen gefühlt. « Wälilerversammlungen. Erster Wahlkreis. Heute, Dienstag, den 22. d. Mts., abends 8 Uhr, findet eine Wählerversammlung statt. Näheres heutiges Inserat. Zweiter Wahlkreis. Am Dienstag, den 22. d. Mts., findet eine Wählerversammlung in der Bockbrauerei, Tempelhofer Berg; am Mittwoch, den 23. Januar, in der„Viktoria-Brauerei", Lützowstr. 112,„Hofjäger- Palast", Hasenheide 62/53,„Gliesings Gesellschastshaus", Wassertor- straße 68, statt. Zahlreichen Besuch erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Dritter Wahlkreis. Heute abend 8'/z Uhr finden zwei Wählerversammkungen statt und zwar in den Arminhallen, Kommandantenstraße 26, und im Deutschen Hof, Luckauerstr. 15. Der Kandidat des Kreises W olfgang H eine und Albrecht Fülle sprechen über:„Die Wahlen und die bürgerlichen Parteien". Wahlversammsungen. Erster Wahlkreis. Das war eine Massenversammlung im buchstäblichen Sinne des Wortes, die am Sonntag im Palast-Theater abgehalten wurde. Das Versammlungslokal hätte viermal so groß sein müssen, wenn es allen, die am Sonntag gekommen waren, Raum bieten sollte. Um 12 Uhr betrat Genosse Singer, der hier das Referat übernommen hatte, in Begleitung unseres Genossen A r o n§ den Saal. Mit stiikmischem ApplauS'wurden sie begrüßt. Genosse Singer leitete seine Rede mit dem Ausdruck froher Siegeszuversicht ein. Er sagte, wenn ich nach der Stimmung urteile, die ich auf meinen Agitationsreisen im Lande kennen gelernt habe, und nach der Stimmung, die auch die Berliner Genossen beseelt, dann ist es mir nichts zweifelhaft, daß der 25. Januar ein Siegestag für die Sozialdemokratie sein wird. An diesem Tage muß eine Generalabrechnung gehalten werden mit den Brotwucherern. mit denen, die das Geld der Steuerzahler in den Sandwüsten Afrikas verschleudern, und mit denen, die des Volkes Rechte zu verkümmern trachten. Durch millionenfache Abgabe sozialdemokratischer Stiminen nmß das deutsche Volk mit der Regierung abrechnen. sStürmischer Beifall.) Der Redner unterzog nun die Parteien und Kandidaten, welche im ersten Wahlkreise um den Sieg ringen, einer kritischen Würdigung. Herr Damaschke vertritt als Bodenreformer eine Forderung, die ja nur ein Teil des sozialdemokratischen Programms ist und die innerhalb der bürgerlichen Gesellschaft nicht erfüllt werden wird. Die Eigenbrödelei Damaschkes kann nur den Wahlkampf gegen die rechtsstehenden Parteien erschweren. Die Mittelstands- kandidawr Srockmann ist so nebensächlich, daß man darüber nicht viel reden braucht. Auch die Angehörigen des Mittelstandes, wenn sie ihre Interessen recht verstehen, müßten sich eher der Sozialdemo- kratie zuwenden als einer Partei, welche glaubt, daß mit allerlei Quacksalbereien die wirtschaftliche Entwickelung aufgehalten werden kann I Und nun der Freisinn, unser Hauptgegner in diesem Wahl- kreise. Früher hieß es, Deutschlands Zukunft liege auf dem Wasser. Der Freisinn hat sich denen angeschlossen, welche jetzt meinen, daß Deuffchlauds Zukunft in den Sandwüsten Afrikas liegt.— Der Redner besprach nun in großen Zügen Deutschlands Kolonialpolitik, zeigte deren Schäden auf, ließ der Dernburgschen Kolonialreklame und dem Bülowschen Silvesterbrief eine kritische Würdigung zuteil werden und gab unter großem Beifall der Erwartung Ausdruck, daß der Afrikablock der Konservativen und Liberalen zerschellen werde an dem Granitfelsen des Volkswillens. Noch ist in der sozial- demokratischen Hochburg Berlin eine Lücke, der erste Kreis. Sorgen Sie dafür, daß diese Lücke geschlossen wird und daß es am Abend des Wahltages heißt: Ganz Berlin gehört der Sozialdemokratie, das siegreiche rote Banner der Sozialdemokratie weht über ganz Berlin. (Stürmischer Beifall.) Als zweiter Redner erhielt Genosse A r o n S das Wort. An einigen Beispielen aus der preußischen wie aus der deutschen Politik kennzeichnete er die Freisinnigen als eine Partei, die noch bei keiner Gelegenheit mit Entschiedenheit für die Rechte des Volkes ein- getreten ist. Der fteisinnige Herr Rosenow rühmte sich ja kürzlich, daß er im dritten Berliner Landtagswahlkreise über unseren Genossen Bebel gesiegt habe. Diese Handlungsweise Rosenows gleicht der eines ungezogenen Jungen, der eine wohlverdiente Tracht Prügel bekommen hat. sich hinter eine Mauer flüchtet und dem, der ihn gezüchtigt hat, die Zunge heraussteckt. Das preußische Dreiklassen- Wahlrecht ist die Mauer, hinter der nicht nur Herr Rosenow die Zunge heraussteckt, eS ist auch die Mauer, in deren Schutz der Freisinn seine Landtagsmandate gewann. Der Freisinn wird des» halb das Dreiklassenwahlrecht nicht aufgeben. Für sein Verhalten bei der Landtagswahl rechnen wir mit dem Freisinn bei der Reichstags- Wahl ab.— Den Protest, den die Wähler dadurch gegen die Regie- nmg aussprechen, daß sie den ersten Kreis für die Sozialdemokratie erobern, wird man überall verstehen, auch im Königsichlosse; denn solch ein Protest redet deutlicher wie Zeitungsberichte. Also auf zur Wahl, aus zum Siege der Sozialdemokratie.(Stürmischer Beifall.) Nachdem richtete der Vorsitzende Genosse Oppel noch einige auf- munternde Worte an die Versammlung, die unter brausenden Hoch- rufen auf die Sozialdemokratie endete. Dritter Wahlkreis. Die Versammlung bei Bug genhagen war außerordentlich stark besucht. Als Genosse Heine den Saal betrat, winde er mit Händeklatschen empfangen. Eine große Stille verbreitete sich, als er seine Rede begann, die oft durch Beifall unterbrochen wurde. Er meinte, es würde schwierig sein, Tag fiir Tag neuen und inter- essanten Redestoff zu finden, wenn die Gegner nicht immer bereit wären, hülfreiche Hand dazu zu bieten. So hat die jüngste Theater- Vorstellung mit Essen, die B ü l o w für 15 M. Eintritt veranstaltete, wieder reichlich dazu beigetragen. B ü l o w behauptet, daß D e r n- bürg das Vertrauen in den Wert unserer Kolonien wieder her- gestellt habe. Das ist viel gesagt. Man erinnert sich der Reden Dernb'urgs vordenProfessoren undvordenKaufleuten. Leicht war es. die ersteren, die der Redner mit politischen'Kindern vergleicht, breitzuschlagen und zu begeistern, während die Äausleute, die zu rechnen verstehen, schwerer zu täuschen waren. Wenn die Kaufmannschaft auf Dernburg trotzdem Hoffnungen setzt, so könne sie sich leicht ebenso verrechnen wie mit dem Bankdirektor Mi q ue l, der dem Handel schwere Wunden schlug und sich den Agrariern mit Haut und Haar verkaufte. Der Redner unterzieht Dern burgS Reden einer längeren, scharfen Kritik und kommt dann auf B ü l o w s Rede zurück, die er in allen wichtigen Punkten durchgeht. Er erklärt, daß es sich entgegen allen anderen Auslegungen bei dieser Wahl um eine Machtfrage zwischen Parlament und Regierung handele und es gelte, einen wuchtigen Protest gegen persönliche Eingriffe. gegen die Schmälerung der so winzigen Volksrechte zn erheben. Der Kampf gegen das Zentrum ist Spiegel- fechterei, denn man kann in Preußen- Deutschland den Zentrumsgeist nicht entbehren. Einen ehrlichen Kampf gegen das Zentrum führt nur die Sozialdemokratie. Ein scharfer Protest muß in dieser Wahl auch gegen den Volksverrat der Freisinnigen erhoben werden, die ein Bündnis mit den Konser- vativen eingehen, die sogar mit den Antisemiten paktieren. Wir müssen sehr auf der Wacht sein, daß wir so wenig wie mög- lich die erwünschte Gelegenheit geben, bei der Stichwahl alle Stimmen gegen uns zu vereinigen. Am 25. Januar ist die Hauptschlacht; wir dürfen nicht erst mit der Möglichkeit von Stichwahlen rechneu, sondern alle Kräfte müssen angespannt werden, um am 25. Januar unserer Partei einen Tag des Triumphes zu bereiten!— Wie ein„gefundene? Freffen" begrüßte es die Versammlung. als sich zur Diskussion der Rechtsanwalt Bredereck meldete und sich als Kandidat der Konservaiiven und Antisemiten vorstellte. Er beweinte zuerst unseren Genossen Heine als einen„verlorenen Sohn", aus den sogar die Antisemiten einst Hoffnungen gesetzt hätten, aber schmählich enttäuscht wurden. Dann erklärte er kühn, er habe den Eindruck gehabt, als wäre Heine von einem reichlichen Frühschoppen nach der Versammlung gekommen, um hier gute Witze zu machen. Mit Wärme nahm er sich der Kolonien an und fand e§ sehr merk- würdig, daß die Sozis immer aus feiten der Schwarzen in Afrika stehen und aufpassen, daß denen kein Unrecht geschieht, und sie seien doch sonst nicht so zahm und mild, wenn es z. B. im Vaterlande gegen die braven Arbeitswilligen geht. Für die Kolonialpolitik möchten die Arbeiter kein Geld aufbringen, aber für Bier, Schnaps und Zigarren ist immer Geld da! Wenn die sozialdemokratische Partei Anträge zugunsten der Arbeiter im Parlamente stellt, so ge- schehe es nur der Agitation wegen; ebensogut könnte sie'eines schonen Tages beantragen, daß jedem Bürger 160 M. ausgezahlt würde», st£) Tiej beklagt der Redner den Manuel an Patriotismus unter deutschen Sozialdemokraten, so tief seien selbst französische und englische Sozialisten nie gesunken. Dann zog er noch gegen Bebel vom Leder und hoffte, daß schwarzweißrot über rot am 25. Januar siegen werde. Sollte es zu einer Stichwahl kommen, dann ivürden Konservative und Antisemiten selbstverständlich Mann für Mann für Rosenow eintreten, um Heine zu schlagen. Daß es während dieser Rede öfter zu Tumulten kam, war leicht erklärlich, denn nicht jeder konnte diese Ausfälle kaltblütig anhören; trotzdem wurde die Ruhe immer wieder hergestellt. Die gelassene, sachliche Abwehr Heines, der den Spieß stets um- zukehren verstand, machte einen guten Eindruck. Was den„Frühschoppen" anbetrifft, so meinte Heine, daß er gerade von der Lektüre der Rede des Fürsten Bülow kam. Es entstand ein kleiner Tumult im Saale, denn Herr Bredereck hatte es plötzlich eilig, um nach den Kirchenwahlen zu gehen. Das mißfiel den Versammelten und einige nannten eS feige. Da überfiel den Kandidaten der Ordnungspartei eine furcht« bare Angst und in seiner Herzensnot schrie er mit schriller Stimme: „Herr Kollege Heine, ich bitte Sie, mich zu schützen!!!" Heine bat ihn sofort, nach der Tribüne zu kommen und nahm den aufgeregten Herrn unter seine Fittige, natürlich ganz überflüssigerweise, denn eS dachte niemand daran, Herrn Bredereck zu nahe zu treten. Heine ließ dann seinem Gegner die nötige Belehrung zuteil werden und klärte ihn über viele Irrtümer auf, zum Beispiel über den Vorwurf, daß die Sozialdemokraten ihr Vaterland nicht lieben. Gerade das Gegenteil ist der Fall. Uns liegt am meisten daran, daß unser Vaterland an der Spitze der Kulwrländer marschiere! Wir empfinden es als eine nationale Schande, daß der Deutsche ein untertäniger Diener und kein freier Mann ist. Man will in Deutschland einen verschleierten Absolutismus einführen und dagegen tritt die Sozialdemokratie energisch auf.— Unter einem Beifalls- stürm schloß Heine seine Rede und mit Hochrufen auf die Partei gingen die Versammelten auseinander. Fünfter Wahlkreis. Zu einer großen Demonstration wurde auch die Wählerversammlung für den fünften Wahl- kreis, die zu Sonntag nach dem Grand Hotel Alexanderplatz einberufen worden war. Schon früh erschienen die ersten Teil- nehmer. Um$»11 sperrte die Polizei wegen Ueberfüllung. Der Strom der Heranziehenden wuchs aber gerade jetzt noch gewaltig. Tausende stauten sich an. Ein Heer von Polizei, zu Fuß und zu Pferde, drängte die Mafien ab nach der andern Seite. Viele gingen, neue kamen. Drüben der Platz um die Berolina war schwarz von Menschen. Ein bewegtes Bild von starkem Eindruck, aus dem nicht gerade harmonisch die Helmspitzen hervorragten. Im Saale wanderten schon Stunden vor Beginn die Tische über die Köpfe, um Raum zu schaffen. Viele Stuhl? folgen ihnen. Gefüllt bis in die letzten Winkel aller Anschließenden Nebenräumc ist das Lokal. Kopf an Kopf gedrängt harren mehr als 2566 Menschen des Moments, wo nach der Vcrfrommungsverordnung begonnen werden darf. Kurz vor 12 Uhr erscheint August Bebel auf der Redner- tribüne. Mit stürmischem Jubel wird er begrüßt. Sein Referat leitet er ein mit einem Hinweis darauf, daß die einzige Partei, die im verflossenen Reichstag die Auflösung»nit doimerndeni Applaus begrüßt habe, die sozialdemokratische gewesen sei. Das müsse ausdrücklich hervorgehoben werden gegenüber den lügnerischen Behauptungen in den bürgerlichen Blättern. Wir forderten ja zweijährige Wahlperioden. Das Volk solle möglichst häufig seine Meinung darüber kund geben können, wie eS die Politik behandelt wissen wolle. Die Regierung und ihre Beamten müßten sich über- Haupt bewußt werden, daß sie nicht dje Herren des Volkes, sondern seine Diener seien. Es folgte eine glänzende Kritik der Zwcimehr- heitentheorie des großen Bernhard und anderer Bülowiaden, wobei Redner unter lebhaftesten Beifallsbezeugungen auch gründlich auf- räumte mit der Phrase von den„nationalen Fragen". Unter anderm zeigte er auch, daß Bülow als ein„Gefangener der Konser- vattven und Agrarier" das von dem, Johannestrieb spürenden Freisinn erwartete liberale Programm gar nicht haben könne, weil eS seiner Herrschaft sofort ein Ende machen würde.— klebe r- haupt der Freisinn! In einem Flugblatte, das die Freisinnigen in den nächsten Tagen verbreiten wollten(große Heiterkeit), klagten sie, die Sozialdemokraten tischten fast ausschließlich alte liberale Forderungen aus. Ja, wer verbiete es denn dem Freisinn, seine alten Forderungen selber noch heute aufzutischen? Da der Freisinn es unterlasse, seine alten demokratischen Forderungen durchsetzen zu helfen, so zwinge er die Sozialdemokratie, die Fahne, die er in seiner Feigheit in den Sumpf geworfen habe, wieder auf- 'zuHeben und wieder zu Ehren zu bringen. �Stürmischer Beifall.) Die politische Herabgekommenheit des Freisinns erweist Redner, oft von großem Beifall begleitet, an der Hand vieler Beispiele. Daran knüpfte er eine eingehende Darstellung und scharfe kritische Würdigung der deutschen Kolomalpolitik, ihrer Auswüchse der neuesten Kolonialmärchen, der famosen deutschen Weltpolitik und ihres Fiaskos, sowie der Steuer- und Zollpolitik, die aufs ungc- hcucrlichste die Arbeiter und Kleingewerbetreibenden belasten. Bei allen diesen Erörterungen gaben die Versammelten durch geradezu demonstrativen Beifall ihr Einverständnis mit ihm zu erkennen. Erschütternd wirkte seine grandiose Darstellung der Katastrophe, die bei mnem Weltkriege hereinbrechen würde. Allerdings würden die Völker die Frage stellen: Für wen? Wozu?(donnernder an- haltender Beifall). Wir müßten indessen alles tu», solche Kala- strophe zu vermeiden. Unendlich mehr, wie alle Pfaffen zusammen, habe die Sozialdemokratie schon getan für die Verwirklichung des schönen Grundsatzes des Christentums, daß Alle Schwestern und Brüder sein sollten.(Stürmische Zustimmung.) Redner kommt auch auf das angebliche schwarz-roie Bündnis zu sprechen. Wo die Sozialdemokratie mit den Nationalliberalen in Stichwahl sei, da könne das Zentrum in der gegebenen Situation gar nicht anders, als den Sozialdemokraten wählen. Und wo das Zentrum mit dem Nationalliberalen oder Konservativen in Stichwahl komme, da würden die Sozialdemokraten da» Zentrum bevorzugen. Das sei kein Bündnis, das sei Notwehr! Denn Imr wollten doch eine Mehrheit bilden gegen Bülow. Wir wollten ja, Ivas er nicht wolle, — In lapidaren Strichen zeichnete Genosse Bebel noch den Gang der kapitalistischen Entwickelung und das große Endziel der Sozial- demokratie, um dann nach etwa 2�ftündiger Rede mit flammenden Worten zum Wahlkampf aufzurufen: Keine Ruh bei Tag und Nachti Auf zum Kampf! Auf zum Sieg!(Minutenlanger, brausender Beifall.) Zur Diskussion meldete sich niemand. Der Vorsitzende» Genosse Wels schloß nach einigen schlagkräftigen Worten gegen die von den Freisinnigen ausgestreuten Verleumdungen die Ver- sammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie, in das die Versammelten begeistert einstimmten. Mit Hochs ans August Bebel und den Kandidaten. Robert Schmidt trennte man sich. Die Polizeimacht draußen bewirkte nur, daß der Ausmarsch der Wähler noch mehr Aufsehen machte, als es sonst der Fall gewesen wäre. Sechster Wahlkreis. Der große Theatersaal des„Berliner Prater" war am Sonn- tagmittag dicht besetzt von Männern und Frauen, die dem Vortrage des Genossen Weber aufnwrksam zuhörten und durch Zwischen- rufe und andere Beisallsänßerungen ihre Zustimmung zu den treffenden Worten des Redners, wie ihre Begeisterung für den Wahlkampf und ihre Entrüstung über daS Gebahren der reaktio- nären Parteien und der Regierung kundgaben. Mit kräftigen Worten geißelte der Redner die der Arbeiterschaft wie jedem ehr- lichen Fortschritt feindliche Politik und verfehlte auch nicht, aus die neueste Leistung Bülows einzugehen, indem er unter anderem bemerkte, der Reichskanzler möchte doch mal in eine Volksversamm- lung kommen, statt cmS dem sicheren Versteck bei den Leuten vom 15 M.»Diner seine der Wahrheit hohnsprechenden Angriffe gegen die Sozialdemokratie zu richten.— Nach dem mit stürmischem Bei- fall aufgenommenen Bortrag meldeten sich Gegner nicht zur Diskussion, wohl aber einige Genossen und die Genossin Frau L o h s e, die in eindringlichen Worten die Arbeits- und Kampfes- lust anfeuerten. Ebenso wirkten auch die Liedcrvorträge, womit der Gesangverein„Lerche" zu Beginn wie am Schlüsse der Ver, sammlung bis Anwejsndtm ericeut«. / Kreis Teltow. Der Freisinn als„Puffer". Im Wahlkreise Teltow-BeeSkow- Storkow-Char» lottenburg wird von den Freisinnigen für ihren Wahlkandidaten Schulrat Renfert Tag für Tag durch Verfamnilungen agitiert. Arn Sonntag wurde in Schöneberg eine Versammlung freisinniger Wähler abgehalten, aber Herr Neufert war diesmal ausgeblieben. Die erschienenen Wähler wurden durch den Schöneberger Stadt- verordneten Rechtsanwalt Gottschalk unterhalten. Herr Gottschalk wetterte gegen die Rattonalliberalen, die in diesem Wahlkreise nicht gnr Freisinnigen Bolkspartei, sondern zu. den Konservativen sich hingezogen fiihlen. In Berlin ist den Nationalliberalen alles verziehen, alldieweil sie hier der Freisinnigen Volkspartei helfen wollen. Der Kampf gegen die Konservativen, den der Freisinn führt, hat überall nur die Bedeutung eines Schein- g e f e ch t s. � Auch im Wahlkreise Teltow-Beeskow-Storkow-Char- lottenburg ist das nicht anders, trotz allen Getues des Herrn Neufert und seiner Freunde. Auch hier wird nur der Kampf gegen die Sozialdemokratie vom Freisinn wie von den Konservativen ernst gemeint. Herr Gottschalk führte diesen Kampf am Sonntag mit den be- kannten Waffen. Auch seiner Weisheit letzter Schlusi war der, daß die neue Gesellschaftsordnung, die von der Sozialdemokratie ange- strebt wird, ein Zuchthausstaat sei. Ihm gilt es als ein„Glück für Deutschland", daß es noch einen Liberalismus gebe, der zwischen Junkertum und S o z i a l d e m o k r a ti e gestellt sei. Sonst bekäme, so meint er. das deutsche Volk in der Tat noch den „großen Kladderadatsch". Hiernach haben wir wohl den Freisinn als eine Art Puffervorrichtung zu betrachten. Das Bild wäre in- sofern nicht ganz unrichtig, als den Wählern dabei einfallen kann, daß dem„Puffer" Freisinn das Schicksal bcschieden ist, in nicht zu ferner Zeit zersplittert und zermalmt zu werden. In der Diskussion wurde von einem der anwesenden Sozialdemo- kraten(die dem Gegner wieder mal den Saal füllen geholfen hatten) auseinandergesetzt, daß der Freisinn durch sei» schamloses Doppel- spiel, durch volksverräterische Liebedienerei für die Konservativen es längst verdient hat, daß das werklätige Volk ihm den völligen Unter- gang bereitet. Eine Riesenversammlung, einberufen von den Parteigenoffen Rixdorfs, tagte am Freitagabend in der Neuen Welt. Etwa 6000 Per- sonen, darunter viele Frauen waren herbeigeeilt, um einem Vortrage des Genossen Richard Fischer zu laufchen. Bereits um 8 Uhr wurde der Riesensaal abgesperrt. Mit der im Vordergrunde des Interesses stehenden Kolonialpolitik der Regierung und der bürger- lichen Parteien leitete Genosse Fischer seinen Vorttag ein. Bei der Auflösung des Reichstages, betonte der Redner, habe die Regierung erklärt, der Kamps in Südwestafrika dauere fort und sei sehr schwer, acht Tage nach der Auflösung erklärte sie den Kampf für be- endet. Seit dieser Zeit ist die Parole ausgegeben worden, der Sozialdemokratie und dem Zentrum den Krieg zu erklären, weil diese die Mittel für die Fortführung des .Krieges verweigerien. Es handle sich indes im neuen Reichs- tage nicht nur um die Mchrbelvilligung von Geldern für Südwestafrika, sondern, wie die Konservativen bereits ausgeplaudert haben, um Neu- bewilligungen für Flottenbauten, da Deutschland ja bekanntlich die größte Seemacht Europas werden will. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen unterzog Redner die Kandidatur des Herrn Boddin einer kritischen Beleuchtung. Es sei geradezu unbegreiflich, wie ein Mann, der in einer Stadt wohnt, wo das Elend der Arbeiterklasse stark zu Hause ist, sich als Förderer und Vertreter konservativer Be- strebungen gebrauchen läßt. Derselbe Mann, der die Interpellation gegen die Fleischteuerung mit unterzeichnete, stellt sich jetzt einer Partei zur Verfügung, die die Ausbeutung und RechtloSmachung der Arbeiterklasse in der schamlosesten Weise betteibt. Nachdem der Referent die die Arbeiterklasse so schwer • belastenden indirekten und direkten Steuern beleuchtet, unterzog er noch Deutschland, angeblich das Land der Arbeiterwohlfahrt und Fürsorge, einer vernichtenden Kritik. Mit einem flammenden Appell an die Versammelten, unermüdlich für die Organisation und sozialistische Presse zu agitieren und am 25. Januar dem bisherigen Vertreter Fritz Zubeil zum glänzenden Siege zu verhelfen, schloß Redner unter stürmischem lang anhaltenden Beifall seinen Vorttag. Der Borsitzende erklärte hierauf, daß der Kandidat, Herr Oberbürgermeister Boddin zu der Versammlung schriftlich eingeladen war und ihm auch volle Redefreiheit zugesichert worden ist; er habe aber abgeschrieben, da er am Erscheinen verhindert sei. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Genosse BöSke kennzeichnete noch die Kandidatur der Mischmaschparteien mit tteffenden Worten. Auch betonte er, daß sogar Schulkinder zum Einladen in konservative Versammlunge» verwendet werden. Mit Hochrufen auf die Partei schloß die imposante Versammlung. Wilmersdorf. Die am Sonntagnachmittag im„Luisenpark" ab- gehaltene Wählerversammlung war schon lange vor Beginn derselben überfüllt. Der Referent, Genosse Zubeil. wurde bei seinem Er« scheinen im Saale von der Versammlung lebhaft begrüßt. Alsdann beleuchtete er in zweistündigem Vortrage die allgemeine politische Situation. Er führte der Versammlung vor Augen, welch koloffale Lasten dem deutschen Volke, insbesondere der arbeitenden Bevölkerung immer mehr und mehr auf- gebürdet würden und wie wenig Rechte dieselbe in Preußen- Deutschland hat: dessen ungeachtet seien unsere reaktionären Parteien bestrebt, das Volk um diese wenigen Rechte zu betrügen. Die Nichtbewilligung der lumpigen 9 Millionen für die Kolonien könne durchaus nicht der Grpnd sein, weshalb man „die Bande nach Hause gejagt habe", habe doch die Re- gierung schon weit größere Summen ohne die Bewilligung de? Reichstages ausgegeben und eS ist ihr garnicht eingefallen, den- selben aufzulösen. Appelliere nun aber der Monarch an das Urteil des Volkes, so müsse dieses eine Antwort geben, die der Regierung, zeige, daß die überwiegende Mehrheit des Volkes mit dieser uferlosen Wellniachts-, Kolonial- und Flottenpvlitik durchaus nicht einverstanden sei. DieS könne aber nur geschehen durch Abgabe eines s o z i a l d e m o- kra tischen Stimmzettels, da auf die bürgerlichen Parteien aller Schattierungen, von den' Konservativen bis zu den Freisinnigen ab- solut kein Verlaß sei. Am Schluß forderte Redner die Anwesenden auf, Mann für Mann am 25. d. M. ihr Wahlrecht auszuüben, die Gegner aber, seine Ausführungen und Angaben zu widerlegen. Zur Diskussion meldete sich, trotz der Aufforderung des Borsitzenden, kein Gegner zum Wort. Die Genossinnen Tölle und Wickert forderten die zahlreich erschienenen Frauen auf sich eifrig an der Wahlarbeit mit den Männern zu beteiligen. Wenn auch die Frauen rechtlos seien, so sind sie doch nicht machtlos und diese Macht sollen sie zu gebrauchen suchen. Mit einem dringenden Appell an die Versammelten, am LS. ihre Pflicht zu tun und an die Genossen, sich am Wahllage der Partei zur Verfügung zu stellen, schloß der Vorsitzende Genosse Kieser die Versammlung. Köpenick. Totgeschlagen wurde die Sozialdemokratie am Sonnabend in der nationalen Wählerversammlung von dem Landtags- abgeordneten Hammer. Trotzdem die deutschen Handlungsgehülfen in bcn hiesigen Lokalblättern zum Besuch der Versanunlung auf« gefordert waren, hatten sich doch nur 120 bis l3v Teilnehmer ein- gesunden. Unter diesen befanden sich eine große Anzahl Partei- genossen sowie steisinnige Anhänger. Hammer zog in einstündiger Rede über die Sozialdemokraten her.„Vorwärts"konflitt. Rexhäuscr- angelegenheit.niedrigeBezahlung derAngeslellienindenKousumvereinen. alles schwirrte durcheinander. Nachdem Herr Hammer nunmehr die Kandidatur Boddin empfohlen, sagte er:„Wenn Sie den nicht wählen, sind Sie ein bewußter Gegner des heuttgen Staate?!" Allgemeines Entsetzen der Liberalen war das Echo dieses Ausspruches.„Jeder NichtWähler ist ebenso schädlich wie die Sozial- demokratie!" sprach Hammer weiter, ohne auf die Zwischenrufe, die er mit seinem ersten Ausdrucke hervorgerufen hatte, zu achttn. „Die Roten müsse» rauS I* schloß er seine Ausführungen, welche ihm ebenfalls den ironffchen Beifall unserer Genoffen ein- brachten. Da man gnädigst 10 Minuten Redezeit gewährt hatte, sprach zunächst ein Freistnnsger, Lehrer Lemke, welcher die Lügen des Referenten über Fleischnot und Reichsfinanzen kennzeichnete. Ein Oberstleutnant machte dann Mitteilung, warum man Boddin aufgestellt habe. Während dieser Rede machten unsere Genossen durch einige Zwischenrufe den nervösen Vorsitzenden so kopflos, daß er die überwachenden Beamten aufforderte, die Ruhestörer zu entfernen. Ein Arbeiter meldete sich zur Geschäftsordnung.„Die Geschäftsordnung bin ich I" kreischte der Vorsitzende. Der Arbeiter soll aus dem Saale gebracht werden. Derselbe läuft jedoch zum Vorstandstisch, längeres Parlamentteren und er kann bleiben. Nach einigen Minuten erhält er das Wort und stellt sich als Hirsch-Dunckerscher Gewerkvereinler vor. In kurzen Umrissen zeigt derselbe, daß es Notwendigkeit ist, den Brotwucherern am 25. die Quittung zu geben.(Am Vorstands- tisch macht man lange Gesichter.)„Von keiner Partei hat der Arbeiter etwas zu erhoffen, als von der Sozialdemokratie" schließt der Redner.(Stürmische Bravorufe unserer Genossen. Ungeheure Aufregung aller Bürgerlichen, namentlich der Liberalen.) Saure Mienen am Vorstandstisch wegen des Depürens, hatte man doch auf eine Vernichtungsrede gegen die Roten gerechnet. Alsdann sprach Genosse Becher. Kaum waren jedoch die 10 Minuten Redezeit abgelaufen, so mußte er abtteten. Ein nationaler Handlungsgchülfe konnte alsdann 15 Minuten reden, um die Genossen Bebel, Stadthagen usw. zu verunglimpfen. Aber noch eine weitere Weis- heit verzapfte dieser Held: Wir sind 300 nationale Handlungs- gehülfen am Orte, am Wahltage werden wir's Ihnen zeigen, rief er unseren Genossen zu. Dabei hatten diese Herren ganze 10 Mann im Snale. Am Vorstandstisch war man des Vcrhandelns müde und schloß die Versammlung mit den üblichen Hochrufen. Unsere Genossen antworteten mit Hochrufen auf Zubeil. In Halbe referierte am Sonntag in einer sehr gut besuchten Versammlung des Fabrik- und Landarbeiterverbandes Genosse K ü t e r-Schöneberg. In trefflichen Worten schilderte der Redner die bedrückte und geknechtete Lage der Arbeiter und kennzeichnete die AuSbeutungspolitik der Regierung zugunsten der Agrarier und Unternehmer. Die Versammelten gaben daS Versprechen, am 25. Januar nur dem Kandidaten des Kreises Fritz Zubeil die Stimme zu geben. Den zweistündigen Ausführungen des Referenten folgten die Versammelten mit größter Aufmerksamkeit. Nieder-Barnim. Zurückgezogene freisinnige Kandidatur. Im Niederbarnimer Kreise hatten sich die bürgerlichen Parteien aus die Kandidatur des Bürgermeisters Ziethen-Lichtenberg geeinigt. In der vorigen Woche beschloß dann eine Versammlung liberaler Wähler in Hermsdorf, den Professor G u r l i tt- Steglitz aufzustellen. G. nahm die Wahl damals an. In einer Wähler- Versammlung, die am Sonnabend in Tegel stattfand, erklärte Professor Gurlitt nun, daß er nach reiflicher Ueberlegung auf seine Kandidatur verzichte, um sich den Vorwurf zu'ersparen, indirekt nur für den Sozialdemokraten Stadthagen gewirkt zu haben. Die Ver- sanimlung beschloß nach kurzer Debatte, einmütig für den Bürger- meistcr einzutreten. Wird aber auch nichts helfen! Bor einer überfüllten Versammlung sprach am Sonntag Genoffe Klo th im„Cafö Bellevue" zu Rummelsburg. Eingangs seiner Ans- führungen hob der Referent hervor, daß an diesem Wahlkampfc die Regierung sich in hervorragender Weise beteilige. Der Silvesterbrief des Fürsten Bülow und die Münchhausiade von der berühmten Dattelkiste Dernburgs seien allerdings nur geeignet, die Regierung lächerlich zu machen. Ebenfalls sei die Verkomnieuheit' der bürgerlichen Parteien nicht herrlicher zu illustrieren, als da- durch, daß sie bereits durch Inserat Achtgroschenjungen zur Vernichtung der Sozialdemokratie suchen. Gewerbsmäßige Verleumder gegen die aufsteigende Arbeiterklasse, welche aus dem unerschöpflichen Borne des Sozialismus immer neue Kräfte schöpft, können den Siegeslauf nicht hemmen. Der Sieg am 25. Januar müsse unser werden. Diskussion wurde nicht beliebt. Der Vorsitzende Genosse John wies noch darauf hin, daß der Bürgermeister Ziethen auch schon ein Programm besitze und sich vom Gegner zum Anhänger des bestehenden Reichstagswahlrechts durch- gemausert habe: da aber nach der Wahl eine Aenderung darin ein- treten werde, sei es jedenfalls besser, wenn ein jeder seine Stimme dem sozialdemokratischen Kandidaten gebe. Sttala». In einer am Sonntag im Lokale„Alte Taverne" stattgehabten zahlreich besuchten Volksversammlung sprach der Genosse Block über die bevorstehende Reichstagöwahl. Redner ging zunächst auf die jüngste Rede des Reichskanzlers Fürsten Bülow ein und betonte, daß dieselbe sich weniger durch Inhalt als vielmehr durch ? große Worte auszeichne. Das Eigentümliche deS jetzigen Wahl- ampfeS sei, daß sich hohe Regierungsbeamte herbeilassen, in die Arena des Wahlkampfes hinabzusteigen und an demselben teilzu- nehmen. Unsere Gegner suchen dem Volke weiß zu machen, als handle es sich bei der bevorstehenden Wahl um die Ehre des Deutschen Reiches. Beiden Angstwahlcn im Jahre 1887 konnte man demVolke noch vorreden, daß, falls die damalige Militärvorlage nicht bewilligt würde, die Franzosen und Kosaken das Land überschwemmen und dem Bauern die letzte Kuh aus dem Stalle nehmen würden.' Heute liegen die Verhältnisie anders. In Wirklichkeit handele es sich nicht um die nationale Ehre Deutschlands, sondern die Regierung habe bei der Auflösung des Reichstages Hintergedanken gehabt; so die Schaffung einer Kolonialarmee und Mchrforderunge» für Heer und Flotte. Gegner meldeten sich in der Diskussion nicht zum Wort. Nachdem noch einige Genossen gesprochen, wurde nach einem kräftigen Schlußwort des Referenten die imposante Versammlung geschlossen. In Schönwaldc fand am Sonnabend im Schulzschen Gasthofe eine imposante Versammlung statt. Schon in den frühen Abend- stunden zeigte es sich, daß die anfänglichen Bedenken gegen eine am Wochentage zu veranstaltende Versammlung unbegründet waren. Der geräumige Saal füllte sich zusehends. 82 Gegner hatte» die vordersten Plätze eingenommen, bevor die Lampen angezündet waren. Rasch ver- breitete sich die Kunde, daß zahlreiche Gegner in der Versammlung anwesend seien. Die Genossen, die zumeist erst spät von den ent- legenen Arbeitsstätten heimkehren können, beeilten sich, mit ihren Frauen Platz zu finden. Die Hälfte der über 400 Personen zählenden Besucher mußte mit einem Stehplatz vorlieb nehmen. Zu dem guten Besuch trug natürlich die Absicht der Gegner, die Versammlung zu sprengen, erbeblich bei. Bei der Bureauwahl erfolgte der erste Zusammenstoß. Der Vorschlag der Gegner wurde bei der Abstimmung abgelehnt. ÄlSbald erhoben sie Einspruch dagegen, daß die zirka 50 anwesenden Frauen an der Ab- stimmung teilnahmen. Außerdem schrien sie unaufhörlich„Mühlen- deck".(Dort wurde bekanntlich dem Antisemiten Döring aus Berlin nicht mehr das Wort erteilt, weil er an demselben Tage in einer Versanimlung in Zehlendorf den Referenten Stadthagen angegriffen, sich dann aber feig aus dem Staube gemacht hatte.) Das mit Majorität gewählte Bureau übernahm die Leitung der Versammlung und der Vorsitzende schnitt den gegnerischen Schreiern das Wort ab, indem er darauf hinwies, daß er von seinem HauSrecht Gebranch machen und jeden Ruhestörer feststellen lassen würde. Im übrigen sicherte er den Gegner» unbeschränkte Redefreiheit nach dem Vor- trage deS Genossen Stadthagen zu. Letzterer fertigte zunächst nochmals die Zwischenrufer kurz ab. Sie kamen aber erst zur Ruhe, � als die schlagfertigen Entgegnungen StadthagenS immer größere Stürme von Heiterkeit und Beifall bei der Versainmlungsmehrheit hervorriefen. Als ihnen der Referent dann vorrechnete, welche Gewinne die Kolonialpolitik den Unter- nehmern und Aktionären der kolonialen Handelsgesell'chatten bringt, wie dagegen die indirekten Steuern den Mittelstand und die Arbeiterschaft belasten, wie ferner die Einkommens- und Ver« mögenSverhältniffe der Bevölkerung nach der preußischen Ein-, kommensteuerstatistik gestaltet sind, schienen sie kuriert. Als Stadthagen sodann bei der Darlegung unserer Programm- forderungen in bezug auf die fortwährenden militärischen Rüstungen daran erinnerte, daß die Soldaten nach einem bekannten Ausspruch auf Vater und Mutter schießen müßten, bekräfttgte dies einer der gegnerischen Zwischenrufer gar noch mit einem.Sehr richtig'. Ob die wuchtige Kritik deS vortragenden, die hierauf folgte, daS Schamgefühl dieses Schreihalses erweckt hat? Hoffentlich handelt der Zwischenrufer(nach seiner Uniform an- scheinend ein„gehobener" Eisenbahnbeamter) in Zukunft mit mehr Ueberlegung, wenn er in eine sozialdemokratische Versammlung kommandiert wird. Durch brausenden Beifall wurde dem Referenten für seinen gediegenen IVz stündigen Vortrag gedankt. Trotz wieder- Holter Aufforderung meldete sich aber nicht einer der vorlauten Gegner zum Wort; nicht einmal der Gärtner Lehmann, den die Gegner zum Vorsitzenden der Versammlung vorgeschlagen hatten. Er wurde sehr vernehmlich hervorgerufen, meldete sich aber nicht. Auch keiner der Anhänger des„Patriotischen Vereins" zu Mühlenbeck, die sich durch Unterschrift zum Besuche der Versammlung verpflichten mußten, nahm das Wort, obwohl sie vorher so laut gegen die Beteiligung der Frauen protestiert hatten. Mit einem kraftvollen Aufruf an die Genossen, am Wahltage ihre Schuldigkeit zu tun, schloß der Vorsitzende die denkwürdige Ver- sammlmig. Hohen-Schönhausen. Am Sonntag, den 20. Januar, fand bei Robert Schultze eine öffentliche Wählerversammlung statt, welche überwiegend von der ländlichen Bevölkerung besucht war. Auch hatten sich fast vollzählig die Gemeindevertteter sowie ein großer Teil der Gegner eingesunden. Der Referent Genosse Reh b ein bot den Anwesenden eine Fülle von Aufklärung über die wichttgsten politischen Fragen. Sein 1'/„stündiger Vortrag endete unter großem Beifall der Versammlungsbesucher. In der Dis- kujsion meldete sich trotz des starken Besuches der Gegner und wiederholter Aufforderung deS Vorsitzenden auffälligerweise niemand zum Wort. Genoffe Janviers kennzeichnete das Verhalten der Gegner im Wahlkampf, wie sie mit Lügen und Verdrehungen operieren. Gemeindevertteter Genosse Thiele forderte mit einem zündenden Appell die Versammlungsbesucher auf, nur unserem er- probten Genossen Artur Stadthagen die Stimme zn geben. Hier- auf schloß der Vorsitzende Rösler mit dem alten KampfeSrufe die für unseren Ort so schön ausgefallene und zahlreich besuchte Ver- sammlung. Rahnödorfer Mühle. Hier fand am Sonntagnachmittag im Gasthofe der Witwe Klemm eine gutbesuchte Wählerversammlung für Rahnsdorf und Unigegend statt, in der Genosse G r u n o w-Ober- Schöneweide über die bevorstehende Reichstagswahl sprach. Unter dem Beifall der Versammelten schloß er mit einer �Aufforderung zur Wahl des sozialdemolrattschen Kandidaten Genossen Stadthagen. Die Gegner machten von der ihnen wiederholt angebotenen Redefreiheit keinen Gebrauch, so daß die lebhafte Diskussion sich auf die Er- gänzung und Erörterung des Referats beschränkte. Ein heiterer Zwischenfall bestand in einem von dem überwachenden Polizeibeamten unternommenen Auflösungsversuch, der durch prompte Ver- tagung vereitelt wurde. Es stellte sich heraus, daß dis Beamten vom zuständigen Amtsvorstchcr in Köpenick die stritte Weisung erhalten zu haben glaubten(oder sollte so etwas in Köpenick wirklich möglich sein?), die Versammlung nach ein- stündiger Dauer zu schließen. Länger als eine Stunde dürfe eine Versammlung überhaupt nicht dauern! Der sozialdeniokratifchen Gesetzeskenutnis gelang es dann aber, die Beamten von ihrem(oder des Amtsvorstehers) Irrtum zu überzeugen. Das kleine Vorkommnis dürfte den Reiz der Neuheit haben und erscheint um so grotesker, als es sich vor den Toren der Hauptstadt und Jntclligenzinetropole abspielte. Womit wir nicht etwa Köpenick meinen. Partei-?Zngelegenkeiten. Erster Wahlkreis' Den Parteigenossen des ersten KreiseS und den HülfS- kräften aus dem sechsten Kreise die Mitteilung, daß am Mttt- wochabend von 7 Uhr an eine Flugblattverbreittmg per Kuvert von den bekannten Stellen aus stattfindet. Es darf niemand fehlen!_ Schöneberg. Heute, Dienstagabend, findet in den„Prachtsälen deS Westens", Spichernstr. 3, eine Volksversammlung statt. Die Genossen werden ersucht, dieselbe zahlreich zu besuchen. Am Donnerstag, den 24. d. M., finden 4 Volksversammlungen statt: Bei E. Obst, Meiningerstr. 8, Wieloch, Grunewaldstr. 110, Clubhaus. Hauptstr. 5/6, Wilhelmshof, Ebersstr. 80. Gegner sind eingeladen. Parteigenossen! Die Gegner geben sich die größte Mühe, die Sozialdemokratie durch Wort und Bild zu beschmutzen und zu ver- leumden, es soll ihnen in unseren Versammlungen zur Aussprache Gelegenheit gegeben werden. Sorgt für zahlreichen Besuch. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Eharlottcnburg. Zwecks Kuvertiicruuy der Flugblätter findet in allen Bezirken heute ein Extxazahlabend statt; die Genossen haben alle frühzeitig zu erscheinen. An» Mittwoch ist Flugblatt- Verbreitung,