Nr. 19. Abonnements- Bedingungen: abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags, für Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder deren Naum 50 Big., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( jett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ,, Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Mr. 1983. Was die bürgerlichen Parteien dem Arbeiter bieten. Mittwoch, den 23. Januar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. aufzuweisen, was sie verhindert haben, was sie verschleppt reviers, zum Protest gegen das in Preußen geplante Aushaben. nahmegefeß gegen die Landarbeiter( gegen den Eine ganze Reihe von wichtigen fozial- Sontrattbruch der Landarbeiter) mußte jedesmal die Sozialpolitischen Forderungen lag vor, die schon seit demokratie die Initiative ergreifen. Die Bürgerlichen taten Langen Jahren gestellt wurden, deren Erfüllung immer aus eigenem nichts. brennenderes Bedürfnis der Zeit geworden Mit umso größerem Eifer sind aber den Arbeitern ist. Der letzte Reichstag, seine bürgerliche Mehrheit hat nichts schädliche Gesetzesvorlagen der Regierung in Beratung geWie bei jedem Wahlkampfe, so kehrt auch in diesem die zur Lösung dieser Fragen getan, hat die Forderungen entnommen worden. So der Gefeßentwurf gegen die alte abgehegte Lüge wieder, daß die Sozialdemokratie eine weder abgewiesen oder ihre Erörterung überhaupt verschleppt. Sülfskaffen. Angeblich soll er die Schwindelkassen Verbesserung der Arbeiterlage gar nicht wolle, daß sie deshalb Das Hauptstück eines wirklichen Arbeiterschutzes, der bekämpfen. In Wirklichkeit liefert er die freien Hülfsvon Anfang an eine Gegnerin der sozialpolitischen Geseze für Maximalarbeitstag, die gesetzliche Beschränkung der Arbeits- tassen vollständig der Willkür der Bureaukratie die Arbeiter gewesen sei und es auch in alle Zukunft bleiben zeit ist durch die bürgerlichen Parteien des letzten Obgleich die Sozialdemokratie das überzeugend nachwies, werde, so daß der Arbeiter, der Verbesserung der Arbeiter Reichstages absolut nicht gefördert worden. Die Sozial- haben die bürgerlichen Parteien doch in der Kommissions. versicherung und Ausdehnung des Arbeiterschußes wolle, nicht demokratie hat natürlich mit jeder neuen Session beratung den Entwurf eher noch verschlechtert, denn verbessert. sozialdemokratisch wählen dürfe, sondern seine Stimme den ihren Achtstundenantrag wieder eingebracht, der für Zur Verabschiedung im Plenum ist es nicht mehr gekommen. um sein Wohlergehen eifrig besorgten bürgerlichen Parteien alle gewerblichen Arbeiter unter Festsetzung angemessener Indes ist die Wiederkehr des Entwurfs im neuen Reichstag geben müsse. Uebergangsvorschriften die gefeßliche Beschränkung der nur zu wahrscheinlich. Denn hier ist ein Gebiet, auf dem fönnen. aus. Nur der Umstand, daß unsere Gegner jedes wirksamen täglichen regelmäßigen Arbeitszeit auf längstens acht alle bürgerlichen Parteien, bis zu den Freifinnigen, durchaus Agitationsmaterials gegen die Partei der Arbeiter und der Stunden, freien Sonnabend nachmittag fordert. Er kam nicht einig sind. Ein Feldzug gegen das Selbstverwaltungsrecht fleinen Leute ermangeln, wenn sie streng bei der Wahrheit zur Verhandlung, ja das Zentrum, das selbst mit einem der Krankenversicherten scheint nur noch eine Frage der Zeit bleiben wollten, macht es einigermaßen erklärlich, daß sie Zehnstundenantrag paradierte, während die übrigen bürger zu sein. diese dumime Lüge immer wieder auftischen. Hier die Sozial- lichen Parteien( mit Ausnahme der Konservativen) nur für Der Plan der vereinigten Arbeiterfeinde von rechts und demokratie gegen diesen abgehausten Schwindel verteidigen, die Arbeiterinnen den zehnstundentag bean links ist, wie ihr Hauptrufer auf diesem Gebiet, der Freihieße unsere Leser beleidigen. tragten, das ausschlaggebende, das bis zum 13. Dezember sinnige Dr. Mug dan verkündet hat, daß in den Vor-. Drehen wir aber einmal den Spieß um prüfen wir, regierende Zentrum hat nicht einmal dafür gesorgt, daß ständen der Drtskrankenkassen Unternehmer und Arbeiter zu gleichen was die Gegner, was die bürgerlichen Parteten, fein eigener Antrag beraten wurde. Teilen sizzen und daß die Vorsitzenden durch die Gemeindebehörden die sich jekt um die Wette als Arbeiterfreunde anpreisen, Auch der vollständige Gesetzentwurf für den Schutz erwählt werden sollen, d. h. daß den Arbeitervertretern eine feste auf dem Gebiet der Sozialpolitik geleistet haben! der Hans- und Heimarbeiter, den die Sozialdemokratie aus Mehrheit der Unternehmer und Bureaukraten entgegenEin kurzer Rückblick auf die Tätigkeit des aufgelösten gearbeitet hat, ist in diesem Reichstage nicht zur Ver gestellt wird. Reichstags zeigt, daß sie auf dem Gebiet des Arbeiterschutzes handlung gekommen. Seine einzige Leistung für die Aus demselben Geiste wie dieser Entwurf war der Entund der Arbeiterversicherung dürr und unfruchtbar war wie unglücklichen Heimarbeiter ist eine Resolution, in der die Re- wurf über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine die füdwestafrikanische Wüste. Vom Jahre seiner Erwählung gierungen aufgefordert merden, funlichst bald die Arbeiterschutz- geboren. Das Gesetz gegen die Gewerkschaften bis heute, von 1908 bis 1907 ist so gut wie gar nichts bestimmungen der§§ 135 bis 135b der Gewerbeordnung hat ihn das Blatt der Gewerkschaften, das„ Correspondenzgeleistet worden. Das einzige Gesetz sozialpolitischen( Beschränkung der Arbeitszeit für Kinder und Arbeiterinnen) blatt der Generalfommission", mit Recht getauft und das Inhalts, das in diesen 3 Jahren fertiggestellt worden ist, und die Kranken- und Invalidenversicherung auf die Haus Brandmal hat es ihm aufgedrückt, als es enthüllte, daß seine das ist das Gesez über die Raufmannsgerichte. industrie auszudehnen. Ünnötig zu sagen, daß das in dieser Bestimmungen fast wörtlich aus Rußland importiert sind, aus Ein Gesez, das lediglich die Konsequenz des Gewerbegerichts. Resolution Geforderte völlig unzulänglich ist, daß es hinter einem russischen Gesezentwurf, der die edle Absicht verfolgt, gefeßes und viel zu spät erlassen worden ist. den bescheidensten Forderungen, die nur die Anbahnung nur Gewertschaften von des Zaren Gnade hochWie aber sieht dieses Wert der bürgerlichen Parteien einer Beseitigung des Heimarbeiterelends bezwecken, weit zurück- kommen zu lassen. und der Regierung aus? Es enthält derartige rück bleibt. Es genügt, auf die unzuverlässige Haltung der bürgerständige Bestimmungen, daß die Sozialdemokratie es als Von den 16 Initiativanträgen, die die Sozial- lichen Parteien bei diesem Anschlag der Regierung auf das ihre Pflicht ansah, gegen das Gesetz zu stimmen! In der demokratie in der verflossenen Legislaturperiode eingebracht Koalitionsrecht der Arbeiter hinzuweisen. Zentrum und Kommission hatten die bürgerlichen Parteien unter anderen hat, waren 10 sozialpolitischen Inhalts, nämlich der schon er- Nationalliberale( die Konservativen natürlich Anträgen der Sozialdemokratie auch den angenommen, die wähnte Acht stundenantrag, ferner Anträge betreffend erst recht) bezeugten ihre Bereitwilligkeit, auf dem Boden Altersgrenze fürs attive Wahlrecht auf 21, Versammlungs- und Koalitionsrecht, Berg dieses Entwurfes in die Kommissionsberatung einzutreten, fürs passive auf 25 Jahre festzusetzen und dem weiteren arbeiterrecht, einheitliche Regelung des wobei sie jedoch die Verantwortung für den Gesamtentwurf Antrage unserer Genossen, auch den Frauen das volle knappschaftstassenwesens, Einführung eines abzulehnen trachteten. Und wenn der Freisinn in diesem Wahlrecht zu geben, wenigstens zur Hälfte Rechnung ge- Reichsberggefeges, geheimes Wahlrecht in Falle eine Ausnahme machte, was verschlägt das angesichts tragen, indem sie ihnen wenigstens das attive ben Knappschaftstassen usw., Bauarbeiter der Tatsache, daß er eifrig dabei ist, bei den Wahlen die Wahlrecht zustanden. Die Handlungsgehülfin sollte die schutz, Schiedsgerichte für ländliche Arbeiter, Konservativen und Nationalliberalen auf Beisiger wählen dürfen, aber nicht selber Beisiger werden Arbeitsvertragsgefeg für sämtliche Arbeiter Kosten der Sozialdemokratie zu stärken, die jeden Auschlag unter Aufhebung der Gesindeordnungen und auf das Koalitionsrecht mit Freuden mitmachen, wie ihre Raum aber hatte die Regierung erklärt, daß sie die Be- Gewährung des Koalitionsrechtes, Wohnungs- Haltung bei der Zuchthausvorlage unseligen Angedenkens schlüsse über das Wahlrecht der Frauen und die Herabsetzung gefeg. Reiner von diesen Anträgen ist zur genügend bewiesen hat. des Wahlalters nicht annehmen werde, so fiel zunächst das Verhandlung gekommen. Diese Vorlage aber, den Gefeßentwurf über die Rechts8entrum um und bald darauf folgten ihm die Anti- In der Session 1904/05 stellte die Sozialdemokratie bei fähigkeit der Berufsvereine, führte dieser Tage die Nordsemiten. Von den sozialdemokratischen Verbesserungsanträgen der Etatsberatung ihren A cht stundenantrag als Reso- deutsche Allgemeine Zeitung" unglaublicherweise blieb nur wenig bestehen. Den Handlungsgehülfinnen lution zur Abstimmung. Sie wurde von der bürgerlichen als Beweis für den sozialpolitischen Eifer der Regierung und zirka 200 000 an der Zahl wurde das Wahlrecht vor. Mehrheit abgelehnt, ebenso drei weitere Resolutionen der Regierungsparteien auf. Mit diesem Gefeßentwurf gegen enthalten und das Wahlalter wieder auf das 25. bezw. 30. Jahr unserer Partei, die Schuß für die Bauarbeiter, die Gewerkschaften will das Regierungsblatt beweisen, festgesetzt. Zur Ausübung des Richterpostens im Staufmanns. S ch uz des Koalitionsrechts durch Bestrafung daß die Behauptung der Sozialdemokratie vom Stillstand der gericht ist ein höheres Alter erforderlich, als zur Tätigkeit solcher Unternehmer, die Arbeiter wegen Gebrauch Sozialreform unwahr set! als Gesetzgeber und Volksvertreter, da der Deutsche mit dieses Rechts maßregeln, und endlich eine Verbesse. Und bei dieser Gelegenheit hat das Blatt Bülows in 25 Jahren in den Reichstag wählbar ist. rung der Bestimmungen über die Sonntags- dankenswerter Weise die Karten der Regierung und Der sozialdemokratische Redner schloß bei der Schluß- ruhe forderten! ihrer Parteien aufgedeckt. Die„ Nordd. Allgemeine" beratung über das Gesetz mit den Worten: Die Anträge, die die Sozialdemokratie für die Bergarbeiter teilte nämlich mit, daß der Gesezentwurf gegen die Gewerk ,, Um uns diese Möglichkeit zu erhalten( daß ein besseres und die Bauarbeiter gestellt hat, erinnern daran, wie die schaften im neuen Reichstag wiederkehren werde! Und daß Gesetz gemacht werde), stimmen wir gegen das Gesetz, das bürgerliche Reichstagsmehrheit diese Arbeiter im Stiche ge- ihm ein Entwurf über Arbeitstammern folgen durch die Annahme der Kompromißanträge so verschlechtert lassen hat. Auf wiederholten sozialdemokratischen Antrag wurde werbe! wird, daß es unbrauchbar, ungerecht und rückständig, selbst die endlich am 24. Januar 1900 der Reichskanzler von allen Also endlich die Erfüllung einer seit mehr als elementarsten Forderungen der Kaufmannsgehülfen unerfüllt Parteien mit Ausnahme der stets konsequenten tonservativen zwei Jahrzehnten erhobenen Forderung der Arbeiterschaft? läßt." Arbeiterfeinde ersucht, ein Reichsberggesetz vorzulegen. Gemach, gemach! Die Vorlage, die da kommen soll, zeigt Eine fleinere Flickerei an der Seemannsordnung Am 12. Dezember 1904 nahm der Reichstag eine vom Zentrum ihren Pferdefuß schon jetzt! Die„ Nordd. Allg. 8tg." berriet, und am Handelsgesetzbuch war lediglich die Kon- eingebrachte Resolution an, in der der Reichskanzler ersucht wurde, daß sich dieses Gesetz aufbauen soll auf den Bestimmungen sequenz der letzten Novelle zum Krankenversicherungsgesetz, der Entwurf zum Schutze der Bergarbeiter noch in der des Gesetzes über die Rechtsfähigkeit der Berufsvereine! wodurch die Unterstützungsdauer auf 26 Wochen heraufgesetzt gegenwärtigen Tagung" borzulegen. Gleich darauf Das heißt daß die Arbeitervertretungen Arbeitskammern bon den Diese Bestimmung mußte nun natürlich auch half dasselbe Zentrum im preußischen Dreiklassenparlament diesen auf Grund für die Seeleute und für die Handlungsgehülfen in Kraft treten. das Trutzgesetz gegen die Bergarbeiter fertig zu machen, das Gefeßes über die Rechtsfähigkeit rechtsfähig gewordenen Die Sozialdemokratie versuchte bei dieser Gelegenheit noch den Bergarbeitern nach den Worten des Organs der christ. Arbeitervereinen gewählt werden sollen. Wie die Gewerkeinige fleine Verbesserungen für die Seeleute durchzubringen. lichen Bergleute" Steine statt Brot gibt. Das Zentrum hat schaften und die Sozialdemokratie also bei der Prüfung dieses Sie beantragte, daß der Seemann auch noch bis drei so verhindert, daß die preußische Regierung an den Reichstag letzteren Gefeßentwurfs ganz richtig vorausgesagt Wochen nach der Abmusterung Anspruch auf gehen mußte, wo doch wohl ein etwas besseres Gesetz zustande haben! Da nun die Bestimmungen dieses Entwurfs es nachKrantenentschädigung an den Reeder haben gekommen wäre. gewiesenermaßen jeder wirklichen Gewerkschaft unmöglich foll Diese fleine Forderung, deren Berechtigung auf der Eine billige Resolution leistete sich das Zentrum auch für machen, sich ihnen zu unterstellen, so bedeutet das, daß die Hand liegt, lehnte die bürgerliche Mehrheit ab! die Bauarbeiter. Daß die Regierung aber von der künftigen Arbeitervertretungen in den Arbeitskammern, in den Dasselbe Schicksal erlitt eine Resolution, der Sozial- darin ausgesprochenen Forderung nach Bauten anerkannten amtlichen Institutionen, die Gutachten über demokraten, die für die die Seeleute eine Kranten tontrolle durch Kontrolleure aus der Ar- Arbeiterfragen abzugeben, Forderungen der Arbeiter zu versicherung mit voller Selbstverwaltung beiterschaft nichts wissen wollte, war dem formulieren und zu begründen haben werden, aus nach Maßgabe der Krankenversicherung der gewerblichen Ar- Sentrum sehr gut bekannt. Als sich nun die günstige Ge- willigen, aus den Mitgliedern gelber Arbeitervereine bestehen beiter forderte! legenheit bot, bei der Beratung eines Gesetzes, das auf die würden! So werden die Forderungen der Arbeiter geradezu Das Gesetz über die Kaufmannsgerichte, die Abänderung Forderungen der Innungsmeister unter den Bauunternehmern mit äßendem Hohn beantwortet! Arbeiterder Seemannsordnung und des Handelsgesetzbuchs, das ist erlassen wurde, die Bestimmung über die Das ist die offizielle deutsche Arbeiterpolitik, das ist die alles was die bürgerlichen Parteien Positives auf dem Gebiet bautontrolleure einzufügen, da versagte die bürgerliche Mehrheit Sozialreform des zurzeit herrschenden Kurses. Die Sozialder Sozialreform im letzten Reichstag geleistet haben. Und wiederum vor den entsprechenden Anträgen der Sozial- reform der Regierung und der bürgerlichen Parteien. Sie diefes wenige wie unzureichend, wie unzulänglich ist es! demokratie! stellt sich dar als Verhinderung jedes ernstlichen Fortschritts Biel größer wird indes die Liste, wenn man betrachtet, Zur Belbrechung der Maßregeln gegen die Wurm auf dem Gebiet des Arbeiterschutzes, jeder einschneidenden was die bürgerlichen Parteien Negatives auf diesem Gebiete krankheit unter den Bergarbeitern des Ruhr- Verbesserung auf dem Gebiet der Arbeiterversicherung und in worden war. " " 16 des Arbeits gefährlichen Anschlägen auf das Selbstverwaltungsrecht der Arbeiter in der Krankenversicherung und auf das Recht der Koalition! Dagegen halte man die eifrige, unermüdliche Arbeit der Sozialdemokratie in der Sozialpolitik und jeder denkende Mensch wird zu dem Urteil gelangen müssen: Der Arbeiter, der den Vertreter einer bürgerlichen Partei wählt, schmiedet Ketten für sich selbst und seine Kinder! Kaiserliche Erläuterungen zu Bülows Cifchrede. Deutschland ein Kulturstaat? Die gesamten wirklichen Einnahmen und Ausgaben des deutschen Reichsetats für 1907 betragen 1678 Millionen Mark. Städte oder Private die Unternehmer sind.... Prinzipiel! haben wir zu verlangen, daß die Stadt selbst auf städtischem Terrain für die minderbegüterten Klassen billige und gesunde Wohnungen baut. Die Wohnungen sollen insbesondere für die Arbeiter und zwar für alle Arbeiter hergestellt werden. Wir haben bei aller Sorgfalt, die wir den städtischen Arbeitern widmen, diesen keine Extrawurst zu braten. Wir tun für die städtischen Arbeiter alles, was wir tun können, um ihnen vernünftige Lohn- und Arbeitsbedingungen zu schaffen, in den großen, allgemeinen Fragen aber, marschieren sie Schulter an Schulter mit der Gesamtheit der Arbeiter." Davon sind 57 Millionen von den Bundesstaaten als Matrikularbeiträge aufzubringen; 265 Millionen Die wörtliche Anführung dieser Stelle nach dem Protokoll der Konferenz genügt, die infame Lüge der Norddeutschen Allgemeinen sollen durch eine Anleihe aufgebracht werden. Die übrigen 1356 Millionen werden durch Ueber- Zeitung" in ihrer ganzen Niedrigkeit zu enthüllen. Zum so und so schüsse der Staatsbetriebe( Reichspost, Reichs- bielten Male: Es geht mit dieser Züge wie mit den vielen anderen, die in jedem Wahlkampfe wiederkehren. Hundertmal sind sie schon eisenbahnen usw.) aufgebracht, vor allen Dingen aber durch totgeschlagen worden, aber stets werden fie von den Gegnern wieder Zölle und Verbrauchsabgaben ins Leben zurückgerufen. Und weshalb sollte die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" nicht dasselbe schmutzige Handwerk wie der Reichslügenverband treiben, wenn der Kanzler dieser Schmutzorganisation vertrauter Freund ist! " Endlich heißt es, es gelte das persönliche Regiment zu belämpfen und der Gefahr des Absolutismus vorzubeugen. Meine Herren, eine solche Gefahr besteht nicht und tann nach der bundesstaatlichen Verfassung des in Höhe von mehr als Reiches auch gar nicht bestehen. Unser Kaiser bentt nicht daran, Rechte in Anspruch zu nehmen, die ihm nach der Reichsverfassung nicht zutommen. Auch bei der Auflösung des Reichstages hat er nichts anderes getan, als daß er den Rat des Reichskanzlers und den Vorschlag des Bundesrats gutgeheißen hat, von einem verfassungsmäßigen Rechte Gebrauch zu machen. Wir leben nicht mehr in der Zeit des Großen Kurfürsten und des Großen Königs, die von ihrem Kabinett aus die Monarchie regierten." Der Kaifer sagte: 1100 Millionen Mark. Von diesen Zöllen und Verbrauchsabgaben hat die nichtbesitzende Klaffe allein rund 900 Millionen aufzubringen! Das Deutsche Reich fristet seine Existenz also ganz über wiegend von den Stenergroschen der Arbeiter, Kleinhandwerker und kleinen Beamten! Wofür aber werden diese Steuergroschen verwandt? Die Ausgaben für den ( Bülows Tischrede vor dem Land- und Waffermilitarismus folonialpolitischen Aftionsfomitee und die Kolonialpolitik betragen im Jahre 1907 zusammen bom 19. Januar 1904.) nicht weniger als am 4. Mai 1891 auf dem Festmahl des rheinischen Provinziallandtages( Ein Tagebuch Kaiser Wilhelms II nach Hof- und anderen Berichten. Von E. Schröder. S. 87): 1460 Millionen Mark! Der Militarismus und die Kolonialpolitik verschlingen also noch mehr, als die ganze Einnahme des Reiches beträgt. hretwegen mußten 265 Millionen Anleihe gemacht werden. Ob die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" übrigens eine Be richtigung bringen wird? Als Regierungsblatt hat sie ja doch wohl Oder die Verpflichtung zur Wahrung gewisser Anstandsformen. fällt diese Verpflichtung im Wahlkampf fort, um der„ nationalen Ehre" willen? Warten wirs ab! Buchdrucker und Sozialdemokratie. Leipzig, 22. Januar 1907. ( Privattelegramm.) Eine von 1500 Personen besuchte Buchdruckerversammlung, die gestern abend im Schloßkeller stattfand, beschloß folgende Resolution: Die am 21. Januar tagende Buchdruckerversammlung erblickt in dem Bestreben der hiesigen bürgerlichen Partei bei der jetzigen Reichstagswahl, die Buchdruckergehülfen gegen die übrige Arbeiterschaft auszuspielen, ein plumpes Wahlmanöver. Die Versammlung erkennt nur die Kandidaten der sozialdemokratischen Partei als die Männer an, die die Interessen der Arbeiter, besonders auch auf gewertschaftlichem Gebiete, mit Nachdrud au bertreten im stande sind. Die Versammlung verpflichtet sich deshalb, mit allen Kräften für die Wahl der fozialdemokratischen Kandidaten einzutreten." In der Debatte über den Punkt Reichstagswahl wurde von mehreren Rednern der„ Korrespondent für Deutschlands Buchwenn er zufrieden ist, so ist er für unsere Zwecke nicht zu haben." drucker" wegen der bekannten( auch vom Vorwärts" angenagelten. Die Arbeiter fönnen hieraus ersehen, daß sie positive Leistungen D. R.) Briefkastennotiz sowie wegen feines übrigen Verhaltens zur für ihre Wohlfahrt von der Sozialdemokratie nicht zu erwarten Wahlbewegung abfällig kritisiert. Von einer eigentlichen Stellung haben, da es ja das Parteiinteresse erheischt, die Arbeiter unzu- nahme sehe man jetzt zur Wahlzeit ab und wolle die Sache in einer frieden zu erhalten. Verbandsversammlung nach der Wahl besonders behandeln. Hüttenbarbarei in Saarabien. " Ich bin der festen Ueberzeugung, daß, wie die anderen Probinzen Meines Landes, so auch die Rheinprovinz, deren Söhne sich im Jahre 1870 so tapfer und brav für des Reiches Herrlichkeit Verdient ein Staat, um dessen Einnahmen und Ausgaben geschlagen haben, Mir folgen wird, und daß die Rheinprovinz nach es solchermaßen bestellt ist, wirklich den Namen eines Kulturwie vor der Ueberzeugung ist, daß das Heil nur in dem Zusammenes wirken aller Teile liegt und deshalb dem Monarchen in dem auf das Wohl des Ganzen gerichteten Streben vertrauensvoll zu folgen ist. Einer nur ist Herr im Reiche, und das bin Ich, keinen anderen dulde Jch", am 24. Februar 1892 auf dem Festmahl des brandenburgischen Provinziallandtages( Dass. Werk S. 110): " Mit Schlagwörtern allein ist es nicht getan, und den ewigen mißvergnüglichen Anspielungen über den neuen Kurs und seine Männer erwidere Jch ruhig und bestimmt:„ Mein Kurs ist der richtige, und er wird weiter gesteuert", am 2. Dezember 1895 auf dem Festmahl zur 25jährigen Erinnerung an die Schlacht bei Loigny( Dass. Werk S, 216): ,, Und jemehr man sich hinter Schlagworte und Parteis rüdsichten zurückzieht, desto fester und sicherer rechne Jch auf Meine Armee, und desto bestimmter hoffe Jch, daß Meine Armee, sei es nach außen, sei es nach innen, Meiner Wünsche und Meiner Winte gewärtig sein wird", am 13. Dezember 1898 in einer Ansprache an die Verliner Schußleute( Dass. Werk S. 316.): Als brave und tüchtige Soldaten und brave und zuverlässige Schutzleute, den Bürgern Berater, Helfer und Retter, den Verbrechern ein Schrecken, seid Ihr der Arm, den Ich brauche, Gehorsam zu erzwingen, wenn es notwendig ist." " Für die Heimatspolitik, namentlich soweit sie die deutsche Landwirtschaft betrifft, glaube ich einiges getan zu haben, und ich bin stolz darauf. Aber Heimatspolitik und Kolonialpolitik sind keine Gegensätze, die Kolonien entwickeln, heißt auch Heimatspolitik treiben, wie Heimat und Mutterland ein und dasselbe sind." .( Bülows Tafelrede.) Der Kaiser sagte: am 22. Februar 1893 vor einer Abordnung der Landwirtstaates? ee und Der Schwindel ist schon alt, neu ist an ihm nur, daß der Schauplatz der Rede jetzt nach alle verlegt wird, während eine Notiz des Solinger„ Kreis- und Intelligenzblatts" vom 26. November Auf der Stelle entlassen wurden Arbeiter der Völk1906, auf Grund deren die Lüge schon damals entlarbt linger Sütteso wird uns von dort berichtet- die es worden ist, von einer Stadtratssigung in Berlin sprach. gewagt hatten, entgegen dem Befehl der Zu Anfang Dezember ist damals in der Parteipresse festgestellt ütten meister auf offener Landstraße fozialworden, daß eine solche oder ähnliche Aeußerung in einer Berliner bemokratische Flugblätter anzunehmen, Stadtverordnetenfizung vom Genossen Singer nie getan worden ist. Die es ablehnten, die Flugblattverteiler wie Das Tatsächliche, woraus durch grobe Entstellung die Lüge zusammen- tolle Hunde niederzuschlagen. Die Flugblattverteilung gedrechselt wurde, ist, daß Genosse Singer am 27. Dezember 1900 fand, wie der„ Borwärts" vom 18. Januar berichtet hat, am Montag, auf der Konferenz sozialdemokratischer Gemeindebertreter zu Berlin in der Debatte über das Referat des Ge- den 14. Januar statt und war die erste öffentliche Flugblatt nossen Hirsch über kommunale Wohnungspolitik fich gegen die An- verteilung, die überhaupt jemals vor dieser Stlabenburg stattgefunden ficht wendete, daß die Kommunen deshalb Arbeiterwohnungen bauen hat, denn bisher war unsere Partei in dieser Gegend noch sollen, damit sie ihren Arbeitern keine Teuerungs- und Mietszulagen zu schwach, die polizeilichen Schifanierungen zu start, als zu geben brauchen. Wörtlich sagte er dann: daß nur daran gedacht werden konnte, einmal die Tore Wir dürfen nicht die Arbeiter an die Scholle fesseln, ihre der faarabischen Hütten mit Schriftenverteilern zu besetzen. Abhängigkeit erhöhen und sie durch Wohnungsvorteile So waren die Arbeiter gänzlich ahnungslos, nahmen die Flugblätter an das Unternehmertum fesseln, ganz gleich ob die ant, ohne auch nur zu wissen, daß sie dadurch gegen den Hüttenabsolutismus fündigten. Aber trotzdem durften sie am 15. nicht anfangen, erhielten ohne Kündigung die Papiere in die hand gedrückt, wurden durchs Hüttentor auf die Landstraße gejagt, wo fie fressen fönnten! Woher stammt das Proletariat, deffen zialdemokratische Flugblätter sammeln und mit ihren Familien ſchaftlichen Zentralvereine der öftlichen Provinzen( Dasselbe die industriellen Kapitalisten bedürfen? Genosse Leimpeters schrieb sofort nach dem Zusammenstoß Wert S. 132): mit dem Hüttenmeister einen Brief an die Direktion, worin er sie Wie Mein unablässiges Streben auf das Wohl Meines Landes" Arme," sagt der Philister, hat es immer gegeben und wird es aufforderte, die Leute, die wegen dieser Affäre bei ihren Meistern gerichtet ist, so ist auch Mein Wunsch und Wille, den Schwierig- immer geben". Nichts irriger als das. Solange das Gemeineigen in Ungnade gefallen sind, gegen Maßregelung und Lohnabzug zu keiten und Sorgen abzuhelfen, mit welchen die Landwirtschaft, zu- tum an den Produktionsmitteln herrschte, konnte der Gegensatz von schützen. Doch ehe der Brief die Direktion erreichte, war die Entmal in den östlichen Provinzen zu kämpfen hat. Nur einer längeren arm und reich sich nicht entwickeln. Erst durch das Privat- lohnung schon erfolgt und wir haben nichts gehört, daß sie nachZeit wird es gelingen, dem angestrebten Ziele näher zu tommen", eigentum an den Produktionsmitteln wird die träglich aufgehoben worden wäre. So wird zutreffen, was unser am 6. September 1894 bei dem Festmahl für die Ver- Armut möglich. Aber solange der Kleinbetrieb herrscht, nimmt Genosse schrieb, daß unschuldige Kinder hungern müssen, weil ihre treter der Provinz Dstpreußen: die Befitlosigkeit Einzelner selten eine große Ausdehnung an. Sie Bäter sich nicht auf wehrlose Menschen hezen ließen! „ Meine Herren, was Sie bedrückt, das empfinde auch Jch, denn Ich bin der größte Grundbesitzer im Stante, und Ich weiß sehr wohl, daß wir durch schwere Zeiten gehen. Täglich ist mein Sinnen darauf gerichtet, Ihnen zu helfen. Aber Sie müssen Mich dabei unterstüßen. nicht durch Lärm, nicht durch Mittel der von Ihnen mit Recht so oft bekämpften Oppositionsparteien, nein, in vertrauensvoller Ansprache zu Ihrem Souverän." Wahlkampf. Die Zentralwahlkomitees ersuchen wir, das ihnen zugegangene Zirkular Nr. 7 möglichst schnell den Wahlkomitees der einzelnen Wahlkreise zuzustellen. Der Parteivorstand. ist oft, wie bei den Handwerksgesellen, nur ein vorübergehender Zu- Gleichzeitig ist den übrigen Hüttenarbeitern streng verboten stand, der in der Regel mit der Erwerbung eines selbständigen worden, auf der Straße noch ein Flugblatt anzunehmen, Befiges endigt. Und die Befizlofen gehören vielfach besigenden ganz gleich, wer es verteilt. Dasselbe Verbot ist auch an die Stummschen Sklaven von Neunkirchen ergangen, und diese Familien an. Nur unter besonderen Verhältnissen wurde da die Besiglosigkeit wagen es in der Tat nicht, weder von Sozialnoch bon Zentrumsleuten ein eine Massenerscheinung. Dies war der Fall vor vier- und dreihundert demokraten Jahren, gerade zu einer Zeit, wo auch alle anderen Bedingungen fapita- lugblatt oder nur einen Handzettel zur Be. listischer Produktion zusammentrafen. Dadurch wurde es ermöglicht, daß fanntmachung einer Versammlung anzunehmen! dieselbe ins Leben trat. Die großen Proletariermassen der damaligen Ich darf es nicht wagen! Wenn es jemand sieht, bin Zeit rührten davon her, daß die Kleinbauern zugrunde gerichtet ich um meine Stelle! mir Bringt es doch ins Haus, wurden, nicht durch die Juden, sondern durch ihre Grundherren, die auf der Straße darf ich nichts annehmen!" sagen die In Ahnen der heutigen Großgrundbesizer, die es für ihren ererbten Leute. der Hütte selbst erhalten die Arbeiter die Beruf erklären, den Bauer zu schützen. Bis in die neueste Beit Schund- und Sudelblätter vom Reichslügenverband. Ein felbe haben die Mißhandlungen der Bauern durch die Grundherren ge- ständiges, im Saarrebier verfaßtes nationales" Flugblatt ist noch dauert; daher der Zug der Bauern in die Städte, wo sie eine Zu- nicht verteilt worden. Auch das Zentrum liefert feine Originalflucht suchen. Heute dauert dieser Zug fort, ja er verstärkt sich arbeit, sondern begnügte sich bisher mit dem rheinischen Zentrumsimmer mehr, allerdings nicht mehr infolge von Mißhandlungen und wahlaufruf und der Propaganda durch seine sehr verbreiteten Zeitungen. Ausbeutungen, sondern infolge der Konkurrenz, welche der aus Gegen diesen ungeheuerlichen Hüttendruck auf den Stummschen zusammengeschlagenem Bauernland entstandene Großgrundbesitz den Werken, der dem Zentrum in erster Linie gilt, schweigt die Partei, übriggebliebenen Bauern macht... die für Freiheit zu kämpfen angibt und das sogar in einem Streise, Heute schwebt über jedem Arbeiter das Geder ihm zuletzt gehört und den es bei dieser Wahl gerne wieder spenst der Arbeitslosigkeit, wie über jedem erobern möchte. Auch hier sind es vor allen die SozialdemoBauern und Handwerker das des Bankrotts. fraten, die mutvoll gegen den Hüttenabsolutismus ankämpfen Zeilresultate bitten wir nur dann zu senden, Ob und inwieweit der Arbeiter Arbeit findet, das hängt und ihn schließlich auch besiegen werden. Würde das Zentrum wenn bis 11 Uhr das Gesamtresultat nicht zu erhalten ist. nur zum geringsten Teile von ihm selbst ab, von wirklich einen ernsthaften Kampf gegen den Hüttenabsolutismus, Spätere Telegramme finden in der Extraausgabe von seiner Geschicklichkeit, seinem Fleiß: darüber entscheidet vor allem gegen Hüttentyrannei und für Voltsfreiheit führen, fönnte er Sonnabend mittag Aufnahme. Sie müssen spätestens 7 Uhr benen er Arbeit suchen muß, produzieren. Der Markt ist im ganzen und So bleibt es der fleinen Schar mutiger und trotziger Sozialisten die Lage des Marktes, für den die Unternehmungen, in bei dieser Wahl den Hüttenabsolutismus glatt zu Boden werfen. morgens abgesandt werden. großen in steter Erweiterung begriffen, aber viel rascher als der Markt überlassen, den Kampf allein isoliert und unter dem Ausschluß der Bülows Blatt in den Spuren des Reichslügenverbandes. wächst die Zahl und die Arbeitskraft der Proletarier, die dem Deffentlichkeit zu führen, gegen ein Herrenmenschentum, wie es auch Und sie werden ihn führen, Das innige Verhältnis des Reichskanzlers zum Reichsfälscher- Stapital zu Gebote stehen, dank der Ausdehnung der Arbeitszeit, der im Reiche nirgends anzutreffen ist. berband zeigt nun auch am Blatte Bülows, an der Nordgrößeren Anspannung der Arbeiter, der Entwickelung des Maschinen- führen bis zum Sieg! deutschen Allgemeinen Zeitung" seine Wirkungen. Das wesens, der Einverleibung von Frauen und Kindern in die ArbeitsRegierungsorgan brachte in seiner Dienstagnummer eine freche Ver- armee, dem Untergang der Kleinbetriebe usw. Daher kommt es, leumdung des Genossen Singer, die, wenn sie etwa nicht aus der daß die kapitalistische Produktion nie, auch in den besten Zeiten nicht, Korrespondenz des Reichsfügenverbandes stammen sollte, sicherlich alle Arbeitskräfte verwenden kann, die ihr an Gebote ſtehen. Es wert wäre, darin zu stehen. Die Schwindelnotiz lautet: gibt immer eine Zahl Arbeitsloser, welche die sogenannte induſtrielle Referbearmee bilden. Wahlresultat- Telegramme ersuchen wir die Wahlkomitees der einzelnen Wahl treise am Freitagabend bis spätestens 11 Uhr abzusenden an die Adresse: Dringend. Sozialdemokrat, Berlin. " Singer als Förderer der Arbeiterwohlfahrt. Jm November 1903 erklärte Singer in einer sozialdemo fratischen Versammlung zu Halle, in der über die Beschaffung billiger Wohnungen für die Arbeiter beraten wurde:„ Es fällt mir nicht ein, dem Arbeiter eine besondere Wurst zu braten. Denn wenn er eine bessere Wohnung hat, so ist er zufrieden, und ( Grundsäge und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm.) Es kommt ganz anders. Sturen criten Tagen wollten die Krüdenmänner nach zwei Je näher der Wahltag kommt, desto tiefer sinkt der liberale Fronten schlagen, ben Ultramontanismus und die Sozialdemokratic vernichten. Sie hatten sich eine einfache Formel zurecht gelegt: der Liberalismus ist der ragende Fels. Von rechts rücken die Konservativen als Schutztruppe gegen die Sozialdemokratie heran, natürlich muß auch das Zentrum den Liberalen in der Stichwahl gegen die Sozialdemokratie beistehen. Von links stürmt die Sozialdemokratie herbei, um den Liberalen als Sturmbod gegen das Zentrum zu dienen. Das war doch eine einfache Sache. Mittler. Kolonialpolitik auf Kosten der Invalidenrenten!" weile hat man fogar in freifinnigen Kreisen eingesehen, daß es ganz anders kommt, daß sich der Liberalismus selbst den Strick gedreht hat, an dem er bald baumeln wird. Die Konservativen lehnen die Paarung mit dem Liberalismus rund und nett ab. und verbünden sich mit dem Zentrum. In vielen Kreisen wenden dazu auch noch die Nationalliberalen den Freisinnigen den Rücken und suchen Anlehnung bei den Konservativen. Warum auch nicht! In anderen Kreisen hat sich doch auch der Freifinn als Hausknecht der Konservativen angeboten und seine Dienste wurden gnädigst atzeptiert. Und die Sozialdemokratie verspürt durchaus keine Lust, Während im Etat für 1907 die Ausgaben- namentlich abzudanken zu Gunsten des Freisinns. Für diesen ist von bem für Heer und Flotte gestiegen sind, nämlich um rund furzen Rausch anders nichts geblieben, als ein ganz gewaltiger Kazenjammer. Die volle Ernüchterung wird erst nach dem 168 Millionen Mark, ist der Reichszuschuß für die 25. Januar resp. 7 Februar eintreten. Zu welchen kühnen Alters- und Invalidenrenten Phantasien die Liberalen sich aufgeschwungen hatten, zeigt eine gegen das Jahr 1906 herabgedrückt worden! Während er Zusammenstellung von Wahlkreisen, die man angeblich dem Zentrum 1906 50 647 250 M. betrug, find für 1907 für die Rentenabnehmen könne. Die Annahme, daß die Konservativen helfen würden, das Zentrum zu Gunsten von Liberalen zu schwächen, hat empfänger nur 49 820 000 m. angesetzt. Es wird also der fich als völlig falsch erwiesen. Aber nehmen wir an, die Konser Betrag von 827 250 M. gespart! bativen würden nach den liberalen Melodien tanzen, dann müssen die antiultramontanen bürgerlichen Parteien in den Kreisen, die fie dem Zentrum abjagen wollen, doch mindestens annähernd so start sein wie das Zentrum, wenn der nationalliberal- tonservativ- nach Möglichkeit herabdrückte! antisemitisch- freisinnige Block kräftig genug sein soll, den Zentrumsturm zu stürzen Wenn man also nach der Richtung die von den Liberalen als für sie günstig benannten Kreise untersucht, findet man, daß die Hoffnungen auf nationalliberal- freisinnigen Unfallfüßen stehen. Wir zählen hier die Kreise auf und setzen den ultramontanen Stimmen die der übrigen bürgerlichen Parteien zu fammen gegenüber. Es erhielten bei der Hauptwahl Stimmen die übrig. bürgerl. Parteien zusammen 6 921 6075 Zentrum Montabaur Moers- Rees 11 179 • 14 123 11 953 Neuwied 9 036 6 378 St. Wendel Ottweiler 17 220 16 954 • Aichbach( Oberbayern) 11 488 4 931 Ingolstadt 9 844 5529 Weilheim. 9777 Rosenheim 13 030 5 641 Regensburg 10 622 6 007 Kronach( Oberfranken) 10 544 Kigingen 8736 6 935 Schweinfurt 8075 Augsburg 15 185 7 397 10 231 Immenstadt 11 017 9 648 Konstanz 12 187 9616 Waldshut 11 231 7175 Freiburg 12 983 11 894 Lahr Ettenheim 10 711 Offenburg- Kehl. 10 740 7195 6463 Donauwörth. 5788 6432 7295 Außerdem wird noch Donaueschingen aufgeführt, wo das Bentrum in einer Nachwahl mit 10 891 Stimmen gegen 8437 Stimmen, die für den Kandidaten der Nationalliberalen und 1876 sozialistische Stimmen im ersten Wahlgange das Mandat eroberte; schließlich fungieren in der liberalen Hoffnungsliste noch 13 Kreise, die als reif für die Polen oder die Sozialdemokratie bezeichnet werden, mithin für Stärkung des rechten- linken Blocks nicht in Be tracht tommen. Ein Blick auf die Zahlen der aufgeführten Kreise lehrt, daß die Liberalen nur auf die Eroberung von 2 Kreisen hoffen tönnen, nämlich St. Wendel und Freiburg. Jene Seite könnte aber mächtig verlieren, wenn die beiden Parteien, die nun über den Haufen gerannt werden sollen, in den Stichwahlen, wenn sie den Ausschlag geben, mit Gewehr bei Fuß stehen. Bei den letzten Wahlen ist in 12 reisen( Hamm- Soest, Ober- und Unterlahnfreis, Weglar- Altenkirchen, Kreuznach- Simmern, Landau, Germers: heim, Zweibrüden, Forchheim, Balingen- Rottweil, Lörrach- Müllheim, Heidelberg, Bolchen- Diedenhofen) das Zentrum unterlegen, weil die Sozialdemokratie den Liberalen Stimmen zuführte und das Zentrum hat unseren Gegnern in 16 Kreisen das Mandat zugeschanzt, nämlich in Marienburg- Elbing, Danzig, Landshut, Hagen, Wiesbaden, Hanau, Duisburg- Mülheim, Kaiserslautern, Bauben, Heilbronn, Tübingen, Ulm, Friedberg- Büdingen, Offenbach, Erbach- Bensheim, Eisenach. Auf die vielbesprochenen Spaltungen im Zentrum darf man für diesen Wahlausfall gar keine Hoffnungen feßen. In für das Bentrum unsicheren Kreisen gibt es teine gegenseitigen Kämpfe, und dort, wo das Zentrum gar keine Rolle spielt, oder wo man, twie in Arnsberg, ruhig 3 Zenrumskandidaten aufstellen tann, ohne den Besitzstand zu gefährden, erlaubt man sich den Lurus der Opposition in den eigenen Reihen. Wer auf den ultramontanen Mauerfraß und auf liberale Erfolge beim Sturm auf schwarze und rote Burgen große Hoffnungen feßt, der wird am 25. Januar bittere Enttäuschungen erleben. Der Ultramontanismus kann nur durch die Sozialdemokratie überwunden werden, allen anderen Stürmen gegenüber sind die Zentrumsburgen uneinnehmbar. Aus dem Wahlkreise Labiau- Wehlau. erhalten wir folgende Berichtigung: Nr. 14 des Vorwärts" vom 17. Januar d. 3. enthält unwahre Nachrichten über die Lichtbildervorträge im Kreise Labiau. Es ist unwahr, daß die Besucher der Lichtbildervorträge Bier und Schnaps gratis verabfolgt erhalten haben und so hingeloďt worden sind. Der Vorsitzende des konservativen Kreisvereins. Thoma- Popelfen. Unser Gewährsmann dürfte sich dazu noch äußern. * = Wie hat man das zuwege gebracht? Einfach dadurch, daß man die Zahl der Jnvalidenrenten Während 1903 152 871 Personen von den Versicherungsanstalten Invalidenrente zugebilligt wurde, betrug die Zahl der Bewilligungen 1904 nur 140 092, 1905 nur 122 869 und 1906 nur noch 112 000! Von Reichswegen veranlaßte man die Versicherungsanstalten, ja möglichst genau nachzuprüfen, ob den invalid Gewordenen nicht doch noch die Möglichkeit bleibe, wenigstens ein Drittel ihres bisherigen Lohnes zu verdienen. Konnte diese Möglichkeit nachgewiesen werden die Gelegenheit zu solchem Erwerb wurde nicht in Betracht gezogen so wurde feine Rente zuerkannt. Durch diese Sparpraris hat man es fertig gebracht, die Zahl der Rentenempfänger um 16 545 zu vermindern und dadurch dem Reiche 827 250 M. zu „ ersparen"! Dabei ist das Vermögen der Versicherungsanstalten bereits um zirka 300 Millionen Mark höher, als es nach den ursprünglichen Berechnungen am 31. Dezember 1908 sein sollte! Die Versicherungsanstalten brauchten also nicht zu sparen; aber das Reich spart anf Roften invalider Arbeiter, um dem Militär- und Kolonialmoloch um so größere Opfer bringen zu können! " Das Patrimonium der Enterbten" wird gebraucht zur Hottentottenpolitik! 00 fürchtung nahe, daß hierdurch die Sicherheit der naheliegenden Scheunen und die Möglichkeit, derartige Menschenmengen, welche durch den gegenwärtigen Wahlkampf überdies noch erregt sind, in Ordnung zu halten, gefährdet wird, und somit unter Umständen arge Ausschreitungen stattfinden können. Die Polizeiverwaltung. Harnisch. An Herrn Friz Rodmann in Driesen, Kiezerstr. 21. Versammlung am Garten des Herrn Zunter anwesend. Mehrere Der Kandidat unserer Partei war zur Zeit der anberaumten hundert Personen umstanden das Versammlungsfeld, um es nach erfolgter Bekanntgabe des Berbots erregt diskutierend zu verlassen. Jedenfalls hat dieses Verbot auf die Wählerschaft äußerst günstig für uns gewirkt. Daß der Kandidat und mehrere Genossen durch übereifrige Polizeibeamte festgestellt wurden, sei nebenbei bemerkt. Wie ist nun das behördliche Verhalten gegen Bruhn, den Kandidaten der Nationalen und früheren Judenfresser? Allen Politische Organisation des Proletariats als Arbeiterpartei. etwas versprechend, zieht Bruhn von Ort zu Ort und spricht in dem kleinsten Zimmerchen, ohne aus baupolizeilichen oder sonstigen Gründen von den Behörden behelligt zu werden. Auch Freibier scheint Herr Bruhn für sich arbeiten zu lassen. Wenigstens wurde bei einer von ihm nach dem Schüßenhaus in Reetz einberufenen Versammlung ½ Tonne Freibier aufgelgt. in seiner Eigenschaft als finanzkundiges Mitglied der Regierung Eine Anfrage an Dernburg richtet unser Münchener Parteiorgan, die Münchener Post". Artikel: Sie veröffentlicht in ihrer gestern erschienenen Nummer folgenden Aus Großindustriellenkreisen geht uns folgende Zuschrift zu: Geehrte Redaktion! Für den Fall, daß der Kolonialdirektor Herr Bernhard Dernburg wirklich nach München kommt, um dort seine Werbung in ftaufmännischen und industriellen Kreisen fortzusehen, bitten wir Sie, ihm auch folgende Fragen vorlegen zu wollen: 1. Ist es Herrn Dernburgaus seiner früheren finanziellen und jeßigen amtlichen Tätigkeit bekannt, daß ein Kollege von ihm im preußischen Ministerium, nicht ohne Mühe, die Ver. bände der Eisenbahn- Waggon- Vereinigung und die Radsaz- Vereinigung( für Eisenbahn- Räder) veranlaßt hat, 1 400 000 Mark ein dem Verkrachen nahes Danziger Stahlwert a fonds perdu zu zahlen? 2. Weiß Herr Dernburg, daß das Ergebnis dieses Aderlasses ein fünfzehnjähriger Lieferungsvertrag des preußischen Staates oder der preußischen Eisenbahnverwaltung war mit Lieferungs bedingungen, bei denen die 1400 000 m., wie der bekannte Hut des Bürgermeisters und noch ein Rock" dazu, in der Rechnung aufgehen konnten? Zur Erläuterung: Den Vertretern der Verbände ist gesagt worden, der Kaiser persönlich interessiere fich für das Danziger Wert, dessen Entstehung seiner eigenen Anregung zu verdanken sei und dessen Zusammenbruch unter allen Umständen verhindert werden müßte Die angegebene Summe ist dann eines bestimmten Tages dringend eingefordert worden mit dem Vermert, daß bei Verzögerung das zu sanierende Wert sonst seine Zahlungen einstellen müsse Durch diese auch außerhalb der Radjazz- Vereinigung bekannt gewordenen Vorgänge ist eine nicht geringe Beunruhigung in berschiedenen Gruppen der Großindustrie eingetreten. Man hegt nach diesen und anderen in Erfahrung gebrachten Affären dort die Meinung, es sei besser, Herr Dernburg bemühe sich, zunächst im Heimatlande zu sanieren, ehe er die Industrie veranlasse, sich in gewagte Kolonialunternehmungen einzulassen, deren Kosten schließlich die Industrie selbst zahlen müßte, wenn eines Tages die Barlamente müde wären, die Ueberwälzung solcher unvermuteter Geschäftsspesen auf die Steuerzahler zu ratifizieren." So weit Anfrage und Zuschrift. Wir bezweifeln nicht, daß Herr Dernburg entweder selbst oder durch den beteiligten Kollegen im preußischen Ministerium rasche und klare Antwort den Reichstagswählern verschaffen wird. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" hat ja weißes Papier genug. 40 Die Anfrage sagt nicht, welches Danziger Stahlwert" gemeint ist. Sollte es sich nicht um die bekannte verunglückte preußische Staatsgründung, um die ,, Nordischen Elektrizitäts- und Stahlwerke" handeln, die in der Goßlerschen Zeit zur Industrialisierung Westhandlung-? preußens gegründet worden sind, hauptsächlich aus Mitteln der SeePolitifche Ueberficht. Berlin, den 22. Januar 1907. Kolonial- Münchhausen in München. Exzellenz Dernburg hat am Montagabend nun auch in München seine kolonialen Münchhausiaden vorgetragen. Er meinte, es müsse ein Kreuzzug der Erziehung zum kolonialen Verständnis" unternommen werden. Der koloniale Kreugritter, oder aber um den älteren und besseren Vergleich beizubehalten, der koloniale Münchhausen, arbeitete arbeitete in München wieder mit den selben Schwindelzahlen, die ihm der sozialdemo tratischen Presse nicht nur, sondern auch ehe die Reichstagsauflösung erfolgte, selbst von der nationalliberalen Presse so graufam zerpflückt worden find! So stellte er tühnlich die Behauptung auf, daß er ja durch seine famosen Kolonialbilanzen nachgewiefen habe, daß unsere Kolonien ein Kapitalvermögen von mindestens einer Milliarde repräsentierten. Wie jede andere Klasse müssen auch die Arbeiter danach trachten, politischen Einfluß, politische Macht zu erlangen. Eins der wichtigsten Mittel, auf die Staatsverwaltung bestimmend Seit der Reichstagsauflösung ist Herrn Dernburgs Mut gewaltig einzuwirken, bilden aber in den modernen Groß gewachsen. Während der Reichstagsverhandlungen, die der Auflösung staaten die Parlamente, und die Vertretung einer Klasse oder vorausgingen, hatte Herr Dernburg seine Kolonialbilanz felbft Partei darin hängt in erster Linie von der Gestaltung preisgegeben; heute aber operiert er mit jenen von ihm des Wahlrechts ab. Das allgemeine Stimmrecht ist für die selbst nicht einmal verteidigten Scheinzahlen, wie mit. zuArbeiterklasse ebenso unentbehrlich zur Wahrung ihrer Interessen, verlässigsten Ergebnissen wissenschaftlicher Statistit. Es ist demwie die Versammlungs-, Vereins- und Preßfreiheit. gegenüber gut, noch einmal daran zu erinnern, daß damals 〃 Wenn die Arbeiter anfangen, sich mit Politik zu beschäftigen, selbst die Nationalzeitung", das führende Organ der Nationalist es das nächſtliegende für fie, fich einer der Parteien anzu- liberalen, diesen Kolonialbilanzen einen Leitartikel widmete, der, wie schließen, die sie vorfinden und die für ein oder das andere Arbeiter- damals die Kreuzzeitung" äußerte, sich wie ein Spottgedicht intereffe einzutreten vorgeben, vielleicht auch wirklich beabsichtigen. in einem Wisblatte" las. Die Kreuzzeitung" selbst, das konser Aber jede dieser Parteien vertritt eine oder mehrere Schichten der batibe Hauptorgan meinte damals, besigenden lassen. ,, die runde Milliarde ist wahrscheinlich nur ein Lockmittel; wer sie haben will, wird jedenfalls auf Hindernisse stoßen." Weiterhin schrieb damals, am 25. November 1906, die KreuzBeitung", daß sie bezweifele, ,, daß die deutschen Großbanten sich nun bereitwilliger in den Dienst der Kolonien stellen werden, denn Herr Dernburg genießt persönlich bei der Hautebanque wohl weniger Vertrauen als irgend ein preußischer Bureaukrat." Und dieser selbe Dernburg, dessen Ansehen selbst in Börsenkreisen die„ Kreuz- Zeitung" als ein überaus minimales bezeichnete, glaubt jetzt durch seine Münchhaufiaden den denkenden Teil des deutschen Bolles für seine abgeschmackten Kolonialprospekte einfangen zu tönnen! Der Wahlkampf in der Provinz Brandenburg. Im allgemeinen tann man alle alten Parteien auf zwei große Im Wahlkreis Friedeberg Arnswalde arbeitet der amtliche Apparat mit allen Mitteln, um die Wahl unseres Ge- Gruppen zurüdführen: Die konservative und die liberale, bon nossen Eugen Brückner zu bereiteln. Außer in Driesen steht uns denen die erstere im wesentlichen bisher die im ganzen Streife kein Saal zur Verfügung, so daß die Agitation Interessen des Großgrundbesitzes, die lettere die nur durch Flugblätter betrieben werden kann. Alle Anstrengungen, Interessen der Kapitalistenklasse zu wahren suchte. Jede dieser Versammlungen abzuhalten, waren vergeblich. Zwei zum Sonntag, Parteien muß in einem parlamentarischen Staate suchen, in den den 13 d. M., nach Bernsee und eine nach Alt- Hütte einberufene unteren Volksklassen, namentlich bei den Bauern und Kleinbürgern, Versammlungen verfielen dem polizeilichen Verbot aus baupolizei- aber auch den Lohnarbeitern Anhang zu finden. Durch die Art und lichen Gründen. Am 20. sollte eine Versammlung stattfinden in Sellnow. Trotz schriftlichen Vertrages brach der Wirt sein Wort. Weise, wie sie diese zu gewinnen und festzuhalten suchen, unterAllem setzte die Krone auf Reet. Dort war es gelungen, einen scheiden sich die Parteien ebenso sehr, wie durch die Interessen, die großen, tiefliegenden Garten zu mieten, der, von einem Hedenzaun sie in letter Linie vertreten.... umgeben, von allen Seiten zugänglich ist. Die vorbeiführende Der Proletarier steht im Gegensatz zu allen Ausbeutern, Straße liegt im Abstand von 150 Meteren, während in Entfernung welchen Klassen immer sie angehören. Wird er von den einen ausvon 100 Metern fich Scheunen, massiv gebaut, mit nicht ge- gebeutet als Produzent, so von den anderen als Konsument. Daß Herr Dernburg trotz aller Wiederlegungen auf Grund der flidten Strohdächern, sondern fester Bedachung befinden. Aber Gine jede der alten Parteien fann ihm daher gelegentlich als Frucht amtlichen Statistit abermals behauptete, daß der deutsche Handel der Mensch denkt und die Polizei lenkt. Am 19. d. M. erhielt der ihres Sieges über die gegnerische Ausbeuterpartei einen Vorteil in mit den Kolonien hundert Millionen betrage, während er sich in Einberufer folgenden Schreibebrief der Polizeiverwaltung von Aussicht stellen: Billiges Brot wollen ihm 3. B. die Wirklichkeit im Jahre 1905- im letzten Jahre, über das nur auf sechzig Kapitalisten in den Ländern verschaffen, wo sie den Freihandel überhaupt abgeschlossene Zahlen vorliegen Reet, den 18. Januar 1907. brauchen; Berkürzung der Arbeitszeit( natürlich nur in Millionen belief, versteht sich von selbst. Ebenso wagte er wiederEinfache Zustellungs- Urkunde. den Fabriken) boten ihm mitunter die Großgrundbesitzer. um von dem Zuwachs des Nationalvermögens" von 30 Milliarden Bescheid auf die Eingabe vom 17. d. M. Aber weil der Proletarier im Gegensaz steht zu schwagen, trotzdem ihm wiederholt, gleichfalls auf Grund amtDie Genehmigung zur Abhaltung einer öffentlichen Wähler- zu allen Ausbeutern, kann keine der alten Parteien Ticher Statistilen nachgewiesen worden ist, daß von diesen bersammlung am Sonntag, den 20. d. M., nachmittags 2 Uhr, bauernd seine Interessen vertreten. Jede derselben steht gerade 30 Milliarden tein Pfennig in die Taschen der Arbeiter geflossen ist, in dem Garten des Eigentümers Wilhelm Zunker hierselbst wird in den für das Proletariat wichtigsten Fragen ihm feindlich gegen von denen ein Familienvater mit drei Kindern für diese Kolonial bersagt, da durch dieselbe eine Gefahr für die öffent- über; jede derselben hat es gerade in den ent- politik bisher nicht weniger als 140 Mark aufbringen mußte! Herr liche Sicherheit und Ordnung zu befürchten ist. Der Garten befindet sich hinter den Scheunen im freien Felde. heidensten Momenten stets berraten, so oft es Dernburg weiß ja, was er den Kreisen, zu denen er herabsteigt, bieten darf; fäme er auch nur ein einziges Mal in eine sozialdemo Die Bersammlung soll am Sonntag, nachmittag 2 Uhr, also zu sich ihr anvertraute. einer Zeit, wo größere, nach Sunderten zählende Menschenfratische Volksversammlung, so würde er sicherlich auf mengen zu erwarten sind, stattfinden. Da hierbei von den Teilein Wiederkommen verzichten! nehmern unzweifelhaft geraucht und, wie gewöhnlich an Sonntagen, dem Genuß geistiger Getränke im Uebermaß zugesprochen wird, so liegt die BeReek: Die Polizeiverwaltung. Egb. Nr. 214. ( Grundsätze und Forderungen der Sozialdemokratie. Erläuterungen zum Erfurter Programm.) Aber Herr Dernburg fügte seinen alten Schwindelprospekten nene Illufionen hinzu. So stellte er die Behauptung auf, daß in den nächsten fünf Jahren der Handel der Kolonien sich auf Wenn den Bollräubern diese Forderungen nicht bewilligt werden, wollen sie durch Import von bedürfnislosen Kulis billigere Arbeitskräfte beschaffen. Der Massenimport bon Rulis bedroht Wir haben bereits nachgewiesen, daß der Handel mit unferen Und derartige Leistungen wie die des Herrn Landsbergs natürlich auch in schwerer Weise die Lebenshaltung der gewerblichen Arbeiter. Und es ist den Junkern ernst mit der KuliKolonien hauptsächlich durch den südwestafrikanischen sind nicht vereinzelt, wenn fie auch meist nicht an die Qualität einfuhr. Die westpreußische Landwirtschaftskammer hat auf ihrer Krieg eine Steigerung erfahren hat, indem statt der 4,3 Millionen feines Opus heranreichen. Das sind die Waffen der Schichten, letten Plenarsihung den Mut gehabt, sich am Schlusse einer ausfuhr nach Südwestafrika im Jahre 1905 18,5 Millionen in der die sich als die durch Bildung und Besitz maßgebenden längeren Resolution für die Einfuhr chinesischer Kulis ausStatistit figurierten. Herr Dernburg hat allerdings kecklich bestritten, Streise" betrachten und verächtlich auf die stupide Masse" zusprechen; und da dieser ungeheuerliche Vorschlag alsbald von der daß diese Ausfuhr durch den südwestafrikanischen Krieg veranlaßt herabsehen. " Deutschen Tageszeitung" in ihrer Nummer vom 6. Dezember worden sei. Daß dem doch so ist, wollen wir beweisen. In der verteidigt wurde, so darf man wohl annehmen, daß es sich hier amtlichen Denkschrift über die Entwickelung unserer Kolonien wird nicht nur um eine tolle Laune des Vorsitzenden jener Landwirtschaftskammer, des bekannten Scharfmachers v. Oldenburgin einzelnen mitgeteilt, daß im Jahre 1904 unter den Januschau, handelt, sondern daß tatsächlich die agrarische Partei 13,5 Millionen deutscher Ausfuhr sich allein 2,8 Millionen an hinter der Resolution steht. gemünztem Silber und Gold befanden. Ferner eine Ausfuhr im Werte von 2 Millionen in Gestalt von Bier, Wein und Branntwein. Nimmt man noch die Millionen hinzu, die der Wert des nach Südwestafrika ausgeführten Bauholzes, der Eisenbahnschienen, der Lokomotiven und des sonstigen zum Eisenbahnbau nötigen Materials umfaßt, so tommen wir bereits auf eine Summe von mehr als 10 Millionen. Diese ganze Ausfuhr ist aber einzig auf den südwestafrikanischen Krieg zurückzuführen! 200 Millionen gehoben haben werde. 80 Broz. Hiervon türben ganz ohne Soffnung". In bezug auf seinen eigenen deutsche Arbeit“ darstellen. Das bedeute aber, baß 128 Millionen Bustand möchten wir das nicht behaupten, der erscheint uns Mark in Gestalt von Arbeitslohn deutschen Arbeitern zuflösse. hoffnungslos. Würde die Schußtruppe aus Südwestafrika zurückgezogen, fo würde der Handel mit unseren Kolonien höchst wahrscheinlich abstatt zunehmen. Aber selbst angenommen, Dernburgs Phantasie von 200 Millionen Handel träfe zu, selbst dann ist es eine beispiel. Jose Luftspiegelung, zu behaupten, darin fteďten Nach der Kreuz- Zeitung" nimmt in der Hautefinanz tein Mensch Herrn Dernburg ernst! Es hieße die Arbeiter beleidigen, wollte man ihnen zutrauen, daß fie auf solche Schwindelprospekte hineinfallen könnten! Deutsches Reich. ches Militärische Autoritäten. In seiner Tischrede im Palasthotel erklärte Fürst Bülow: Gegenüber dem klaren und bestimmten Verlangen der sachkundigen und verantwortlichen Stellen gab es für die verbündeten Regierungen tein Schwanken und teine 8 weifel!" " Auf diese eigenartige Autoritätsgläubigkeit des Reichskanzlers antwortet die Germania" mit der Feststellung verschiedener Fälle, in denen fich die preußischen Militärautoritäten gründlich geirrt haben. Hier nur zwei Fälle: Ferner ist jüngst durch den Wortführer der konservativen Fraktion, Freiherrn von Erffa, bei Gelegenheit der ersten Statsberatung im Abgeordnetenhause ausdrüdlich erklärt worden, daß es fich keineswegs um einen schlechten Wis handle(!), sondern daß die deutschen Landwirte(?) allen Ernstes an den Import von Kulis denken müßten. Dernburg amtsmüde! In München hat Herr Dernburg gegenüber dem Vertreter eines auswärtigen Blattes geäußert: Einige Jahre vor der Einführung der zweijährigen Dienstzeit wurden sämtliche Regimentskommandeure um ihre Ansicht darüber gefragt. Nur ein einziger erklärte fich für die zweijährige Dienstzeit! Alle übrigen waren der Ansicht, daß die dreijährige Dienstzeit beis behalten werden müsse. Als dann trotzdem später die aweijährige Dienstzeit eingeführt und zunächst für eine zehnjährige Dauer gefeßlich festgelegt wurde, erhoben sich immer wieder Stimmen in der Armee für Wiedereinführung der dreijährigen Dienstzeit. Man fürchtete vor allen Dingen, daß die Disziplin unter der furzen Dienstzeit leiden würde. Geradezu das Gegenteil trat ein: Die militärischen Autoritäten in hatten sich ganz gründlich geirrt! Die zweijährige Dienstzeit hat sich so gut bewährt, daß sie jetzt dauernd gefeßlich festgelegt ist. Der alte Kaiser Wilhelm I. batte als König von Preußen Anfang der 60er Jahre sogar erklärt, lieber zurücktreten zu wollen, als die zweijährige Dienstzeit zu genehmigen. Koms 1903 " Ich kann die Kolonien nur dann für Deutschland wertvoll und erträgnisreich machen, wenn ich eine fompakte Majorität nicht nur im Parlament, sondern auch im Volke hinter mir habe, deshalb werde ich nicht nachlassen, meine Zeit der Aufklärung des Volkes, welches bisher nur trübe Erfahrungen mit den Kolonien vor sich sah, über deren Zukunft zu widmen. Ich werde gehen, wenn wir keine Majorität zur Erhaltung der Kolonien im Reichstage finden." Sollte sich Herr Dernburg der Anpflanzung von Dattelbäumen den südwestafrikanischen Sandwüsten widmen wollen? Wortlaut: Flusland. Ungarn. Der oberste Hüter der Justiz. Aufforderung an den föniglich ungarischen Justizminister Geza Polonyi: Ich bin bereit, Ihnen folgende Straftaten zu beweisen: 1. Sie haben Hehlerei begangen. 2. Sie haben an einem Diebstahl teilgenommen. 3. Sie haben vor Gericht einen Meineid geschworen. 4. Sie waren Agent von Bordellen. 128 Millionen deutscher Arbeitslöhne. Die ganze Ausfuhr der Kolonien, und mit deren Wachstum rechnet ja Herr Dernburg in erster Linie, enthält keinen Arbeitslohn für deutsche Proletarier, sondern höchstens Profite für unsere tolonialen Kapitalisten! Aber auch in der Einfuhr nach unseren Kolonien steckten selbst bei einer Ausfuhr von 120 Millionen höchstens 50 Millionen Arbeitsverdienst. Unsere Kolonien haben uns aber bereits 1500 Millionen geloftet, und in fünf Jahren würde diese Summe auf mindestens 2000 Millionen angeschwollen sein; bei einer Verzinsung von 3,5 Broz. würden also unsere kolonialen Ausgaben mit 70 Millionen zu ver- Am 26. und 27. Februar 1908 hatte die Reichshaushaltszinsen sein. Nehmen wir dazu noch 60 Millionen Mark Zuschuß zu Die gegen den Justizminister Polonyi erlassene, von uns gestern fommission Sigung. Verhandelt wurde über einige Forderungen kurz angedeutete Erklärung, die" Magyar Szo" auf seiner ersten unferen Kolonien jährlich, so ergibt sich eine jährliche Ausgabe von der Militärverwaltung. Diese gilt im allgemeinen als sparfam. Seite in Platatschrift veröffentlichte, hat folgenden 130 Millionen, von denen mindestens 100 Millionen durch die Wenn sie auch große Anforderungen stellt, so nimmt man Arbeiter aufzubringen find, und denen im allergünstigsten Falle doch an, fie gehe mit den bewilligten Geldern Geldern haus50 Millionen Arbeitslohn gegenüberstehen würde. hälterisch Die deutsche um. Dieser Glaube wurde durch die missionsverhandlungen bom Arbeiterklasse würde also für jede Mart Arbeitslohn mindestens zwei 26. und 27. Februar Mark Arbeitsvermittelungsgebühr zu bezahlen haben! start erschüttert. Der damalige Chef des allgemeinen Dekonomiedepartements, Generalmajor Generalmajor von Gallwig, hatte einen schweren Stand angesichts Stand angesichts der Mißgriffe, die sich aus der Verwaltung seines feines Vorgängers von Heeringen herausstellten. Der Üebungsplatz für das fechste( schlesische) Armeekorps bei Neuhammer war im Jahre 1900, wie Abg. Müller Fulda feststellte, infolge von Erflärungen der Militärberwaltung genehmigt worden, die sich nachher als völlig unzutreffend herausstellten. Danach etwa follte das Hauptgelände mit 4200 Heftar, welche bom Grafen Alfred Dohna erworben werden sollten. mit 21 Millionen Mark gekauft werden. Davon sollte jedoch als Ertrag Dr. Eduard Palhi, der darauf stehenden guten Holzbestände etwa eine Million in Chefredakteur des" Maghar S30". Abgang kommen, sodaß die ganze Fläche nur 11 Millionen foften Einstweilen ist die feine Pflanze" noch immer Minister; doch würde. 1903 stellte sich heraus, daß fie dem Grafen die Herrlichkeit kann nun nicht mehr lange dauern. Bereits meldet Dohna mit mehr als 2800 000 m. bezahlt wurde, und die Neue Freie Presse": daß der darauf befindliche Wald wertlofes Gebüsch war, das nicht einmal die Kosten der Abholzung deckte, ge= schweige denn eine Million einbrachte. So ergab sich eine Differenz von 1 550 000 Mart zu ungunsten des Reiches. Außerdem aber stellte sich noch heraus, daß das Terrain so ungeeignet als möglich war, zum Teil aus Flugfand, zum Teil aus Sümpfen bestand, und daß die Herstellung der Entwässerung und die Straßenanlagen usw. noch weitere Mehrtoften in Höhe von etwa 1 Millionen erforderten, so daß im ganzen Mehrkosten von rund drei Millionen entstanden. Eine nationale Geiftesblüte. Der Wahlkampf bringt Arbeit und Anstrengung; aber er liefert auch manche föstlichen Blüten unfreiwilligen Humors und unfreiwilliger Selbstverspottung. Besonders die nationalliberale Partei, die Landbündler und der Liebertsche Reichsverband haben auf diesem Gebiet einige Dutzend höchst anerkennenswerter Leistungen aufzuweisen. Alle aber werden überboten durch eine Broschüre, betitelt " Der deutschen Sozialdemokratie Sieg und Zusammenbruch. Ein Blatt aus dem Buche der Zukunft. Von J. F. Lands. berg in Lennep, Druck von Siegfried Scholem, BerlinSchöneberg." Manches Verrückte ist in den letzten Wochen von patriotisch entflammten Neurasthenikern zusammengeschrieben worden; manch kurioses Geistesprodukt ist entstanden, das dereinst vor der Nachwelt ein trauriges Zeugnis von der intellektuellen Versumpfung der staatserhaltenden" Klassen am Anfang des 20. Jahrhunderts ablegen wird; doch keines dieser Machwerke steht auf jener hohen Sinne der totalen Uebergeschnapptheit, wie das Zukunftsgemälde des großen vaterländischen Dichters Landsberg in Lennep. Folgen wir dem Fluge seiner großen Seele! Es ist Oktober 1914. Ein Schweizer Ingenieur hat eine große Erfindung gemacht, die ermöglicht, bon außer # Auch ein„ Arbeitervertreter". Das Bezirksbundesamt der Handwerker für den Wahlkreis Dortmund hat sich an die beiden bürgerlichen Reichstagskandidaten, den Zentrumsmann Effert und den Liberalen Port gewendet und um Beantwortung einiger das Handwerk betreffen. den Fragen ersucht. Der liberale Kandidat geht in feinem Antwort schreiben auf die einzelnen Fragen nicht ein, sondern begnügt sich 5. Sie haben Erpressungen begangen. 6. Sie haben Ihr Abgeordneten- und Gemeinderatsmandat und widerrechtlich unanständig zu Vermögenserwerbungen benützt. Alles das wünsche ich Ihnen zu beweisen, Herr Justizminister, und fordere Sie auf, mich vor Gericht zu ziehen. „ Es find Gerüchte von einer Demission des Ministers Andrassy und des ganzen Kabinetts Weferle wegen der PolonyiAffäre in Umlauf. Diese Gerüchte werden in den ernstesten Kreifen geglaubt. Für den 22. Januar, nachmittags, ist ein Ministerrat einberufen, der über die Demission des Ministeriums beschließen soll. Am Schlusse der Reichstagssizung nahm Polonyi nicht mehr seinen Platz auf der Ministerbank ein." Dem braven" Polonyi werden nicht viel Tränen nachgeweint werden. Eingegangene Druckfchriften. Der Mensch und die Erde", Lieferung 14-16, popular- wiffen fchaftliches Brachtwert von Hans Kraemer( Deutsches Berlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57, Lieferung 60 f.) Dr. A. Blaustein und H. Dillger. Breis 50 Bf. Berlag: 8. Hilger, Wegweiser für die Reichstagswahl 1907. Herausgegeben von Berlin W. 9. ordentlichen Entfernungen aus eine elektrische Entladung mit dem Hinweis, daß er sich in jeder Wahlrede für die Letzte Nachrichten und Depeschen. Beendigung der Färberaussperrung. Wien, 22. Januar.( B. S.) Der Abgeordnete Dr. Joseph von mehr als Gewitterstärke auf einem zu berechnenden, ganz energische Unterstützung der berechtigten Forderungen der Handbestimmten Punkte der Erdoberfläche hervorzubringen" und werker" ausgesprochen habe. Herr Gffert, der Zentrums. dadurch ganze Forts in Staubwolfen zu bertandidat, läßt sich wie folgt bernehmen: Krefeld, 22. Januar.( W. T. V.) Die Aussperrung der Färber wandeln. England, Frankreich usw. erwerben diese„ Auf Ihr geehrtes Schreiben erwidere ich Ihnen, daß ich ist durch heute stattgehabte Verhandlungen zwischen den ausgesperrten geniale Erfindung, Deutschland nicht. Warum nicht? Weil für den Befähigungsnachweis für das felb. Färbern, den Färbereibefizern und den Arbeitgebern des Seidengewerbes, im deutschen Reichstag 1914 die Sozialdemokraten und Polen ständige Handwerk bin. Den anderen Forderungen stehe die in allen Teilen zu einer friedlichen Lösung der Streitfragen Die Mehrheit haben, und der Reichskanzler, Graf Roeren, ich sehr sympathisch gegenüber und werde mich in Hand- führte, beendet, infolgedessen wird morgen in allen Betrieben die nichts gegen sie auszurichten vermag. Die Folge ist, daß werferfragen stets nach den handwerker- Arbeit in vollem Umfange wieder aufgenommen werden. alle europäischen Mächte, mit Ausnahme Desterreichs, in Abgeordneten richten." Ein wackerer Arbeitervertreter", der auf die eigene Meinung Deutschland einfallen. Die deutsche Regierung berlangt Geld Ein Achtundvierziger. nicht vom Reichstag, sondern vom preußischen Landtag, berzichtet und von vorherein erklärt, daß er sich„ st ets nach den Gin be- Kopp, einer der lebten Achtundvierziger, ist heute morgen gestorben. der, trotzdem ganz Deutschland sozialistisch verseucht ist, nach" andwerabgeordneten richten" werde. des Dichters Landsbergs Angabe noch immer in alter Weise trächtlicher Teil der deutschen Arbeiter ist noch im Handwerk tätig; Eine halbe Stunde nach seinem Ableben ist auch seine Frau ihm fortbesteht. Und der Landtag bewilligt. Doch alles nügt Herr Effert will sich nach den Handwerkerabgeordneten", also nach im Tode gefolgt. nichts; die deutsche Armee wird geschlagen. In dieser Situa- ben Unternehmern richten, wenn es sich um Handwerker. Der Polonyi- Skandal. tion macht die Sozialdemokratie einen großen Putsch in Berlin fragen handelt, die in den meisten Fällen ebenso sehr das Interesse Budapest, 22. Januar.( Meldung des ungarischen telegraphischen und bemächtigt sich der Regierungsgewalt. Beblowig wird der Arbeiter wie das der Meister berühren. Herr Effert wird Korr.- Bureaus). Während der heutigen Sitzung des AbgeordnetenPräsident. Die neue Regierung sucht den sozialistischen Wirt, demgemäß Herrn Euler folgen, der auf dem Kreuznacher Hand- hauses war das Gerücht verbreitet, der Minister des Innern, Graf Andrassy, habe demissioniert, weil er auf der Ansicht beharre, der schaftsbetrieb einzuführen; jedoch alle Versuche mißglücken. werkerkongres( 1904) für folgende Forderungen eintrat: Die Intelligenz flüchtet, und ein grausiges Elend Verhütung weiterer Belastung der Hand. Justisminister Polonyi müsse gegen die gegen ihn gerichteten Bebricht über die Arbeiter herein: wertsmeister durch sozialpolitische Gesetze; schuldigungen die Gerichte anrufen, während Bolonhi dies entStellungnahme gegen Abschluß von Tariffchieden ablehnt. Diese Meinungsverschiedenheit besteht tatsächlich, berträgen; Berlängerung der Lieferungs- doch wird an unterrichteter Stelle auf das entschiedenste versichert, dauer öffentlicher Arbeiten bei unberechtigten Graf Andrassy habe nicht demissioniert, auch die Demission des Gesamtkabinetts wird als unrichtig bezeichnet. Beunruhigende Gerüchte haben jedoch eine gespannte Situation hervorgerufen, die in fürzester Zeit ihre Lösung erfahren wird. Einige Blätter beseichnen die Stellung des Justizministers als erschüttert Streit der Straßenbahner in Paris. Streits. Mehr und mehr war die Intelligenz ausgewandert: KaufIeute, Ingenieure, Aerzte, Juristen, Lehrer, Professoren und Volksschullehrer, ferner viele andere, die im Inlande fein Austommen mehr fanden, suchten ihr Heil in der Fremde. Ebenso nahezu alle Offiziere, wenigftens borläufig. In den großen In der Tat, ein interessanter Arbeiterbertreter"! Herr Effert Städten und den Zentren der ehemaligen Industrie herrschte der erklärt sich sodann für den zünftlerisch- reaktionären BefähigungsHunger, gräßlicher, erbarmungsloser Hunger. Und mit dem nachweis, und unter den Forderungen, denen er sich sehr Hunger tamen entfeßliche Krankheiten. Alle sonst mühsam in sympathisch" gegenüberstellt, befindet sich auch die Regelung des Schranken gehaltenen Seuchen brachen aus ihren Kertern aus Konsumbereinswesens nach der Bedürfnisfrage", Baris, 22. Januar.( W. T. B.) Sämtliche 700 Bedienstete und begannen ein Werk des Massenmordes.... was, wenn diese Regelung" nach dem Willen der Zünftler und der Pariser Südtrambahn sind heute in den Ausstand getreten, Doch schließlich naht der Retter: der Absolutis- Krämer vor sich geht, nichts anderes als auf die Erdrosselung weil den Remisen- und Gleisarbeitern die Bezahlung des halben mus, die Säbelherrschaft. Mit Hülfe der Bauern der Konsumgenossenschaften der Arbeiter Lohnes für den wöchentlichen Ruhetag verweigert wurde. und der geflüchteten Offiziere fiegt der Kaiser über die sozial- hinausläuft. demokratischen Rotten. Am 5. Oftober 1917 zieht der Kaiser Die Arbeiter des Wahlkreises Dortmund- Hörde werden dafür wieder in Berlin ein, und nun beginnt ein straffes Säbel Sorge tragen, daß Herr Effert nicht in die Lage kommt, seine regiment: arbeiterfeindlichen Absichten als Handlanger der Handwerkerabgeordneten" zu verwirklichen. Arbeiterfreundlichkeit der Junker. Freies Versammlungsrecht. Baris, 22. Januar.( B. H.) In der heutigen Kammerſibung brachte Ministerpräsident Clémenceau den Gefebentwurf betreffend Abschaffung der Anzeigepflicht für die Abhaltung öffentlicher Bersammlungen ein. Naturgewalten. Der Säbel" herrschte und mit ihm wenigstens Ordnung. Der alte Staat des großen Friedrich wurde wieder ausgegraben. Straffe Zentralisation aller Verwaltung trat ein. Jede Selbstverwaltung hörte auf. Auf wirtschaftlichem Gebiete herrschte Mit der Bewucherung des Volkes durch die neuen Zölle ist außer in der Landwirtschaft der Staatssozialismus. Das Ge- der Junter Begehrlichkeit nicht geftillt. Sie denken nicht daran, Haag, 22. Januar.( W. T. B.) Die Flut, die die Südküste der werbe wurde zünftlerisch organisiert und die Mitwirkung der den Landproletariern die versprochenen besseren Arbeitsbedingungen Insel Simentu bei Atjeh zerstörte, ließ die Insel Simentuatioct fast Laien in Rechtsprechung und Verwaltungsjustiz ausgeschaltet. Ein zu gewähren; im Gegenteil, die Landftlaben sollen noch mehr ganz verschwinden. Es sollen 1500 Personen umgekommen sein. Tägvom Kaiser ernannter Reichsrat übte die Gefeßgebung aus. So unterdrückt, noch schärfer ausgebeutet werden. Um das zu erlich finden heftige Erderschütterungen statt. Der Zivilgouverneur ist mußte Deutschland nochmals da anfangen, wo es Anno 1648 zielen, verlangen die Junker: gestanden hatte. Auf Jahrhunderte zurüdgeworfen, fah es mit ärztlichem Hülfspersonal nach der Unglüdsstätte abgereift. mit Zweifeln in die Zukunft. Doch nicht ganz ohne Soft Zur Erinnerung des Maffenmorbes. Warschau, 22. Januar.( W. T. B.) Da heute in vielen Wiedereinführung der Sörigkeit durch Aenderung des Gesetzes Bädereien nicht gearbeitet wurde, herrscht in der Stadt Brotüber den Unterstüßungswohnsis. mangel, nung. Aufhebung der Freizügigkeit der Landarbeiter, Polizeiliche Bestrafung des Kontraktbruches, Vollständiges Verbot des Streifrechtes, Es ist gut, daß der geniale Berr Landsberg uns wenigstens zum Troste versichert, Deutschlands Zustand fei nichtl Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.: E.Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 19. 24. Jahrgang. 1 Irilnp des Jorairto" Knlim WKMM. Mitwoch, 23. JannarlM. Die russische Revolution. Die Vorwahlen. WolffS Telegraphenbureau meldet: Petersburgs 21. Januar. Bei den gestrigen Wahlen der Arbeiter- bevollmächtigten, denen es obliegt. 24 Wahlmänner für die Wahl der Dumaabgeordneten zu wählen, wurden, wie nunmehr fest- gestellt ist, 84 Bevollmächtigte gewählt, darunter 1, welcher sich den Sozialrevolutionären anschließt, 22 zur Linken zu zählende Partei- lose, 38 Sozialdemokraten, 4, welche sich den Sozialdemokraten an- schließen, 4 Kadetten, 23 gemäßigte Parteilose, 2 zur Rechten zu zählende Parteilose.— Nach Nationalitäten wurden gewählt: 85 Russen, 6 Polen, 2 Esthen, 1 Deutscher. Infolge der späten Be- kaniitgabc des Wahltages wurde nur in 91 von 131 Fabriken ge- wählt. Von 25 000 in den Fabriken, in denen die Wahlen statt- gefunden haben, registrierten Arbeitem waren 10000 zur Wahl er- schienen. Der„Gapontag". Lodz, 22. Januar.(SS. T. 83.) Am heutigen Jahrestage der Revolution herrscht in allen Fabriken vollkommener Stillstand! auch die Warenläden und Banken sind geschlossen. Der Verkehr auf den Straßen ist gering._ Hus der parteü polizeiliches, Oerichtiicbes ulw. Strafkonto der Presse. Verworfen wurde die Revision des Genossen Wilhelm Schmidt von der Frankfurter „Volks stimme" gegen ein Urteil des Landgerichts Frank- furt a. M., das ihn wegen Beleidigung des Bürgerrneisters zu Griesheim mit 300 Mark Geldstrafe belegte. Inkriminiert ivar ein Artikel der„Volksstimme", in dem behauptet wurde, die Mahlzeit bei der Ersatzwahl zur Gemeindevertretung in Griesheim vom 21. Juli 1904 sei statt bis 8 Uhr nur bis auf 5 Uhr abends ausgedehnt worden, um die Arbeiter von der Wahl ab- zuhalten. Darin hat das Gericht die Beleidigung des Bürger- meisters erblickt. Die Verschiebung der Wahlzeit mehr auf die Tagesstunden, so heißt eS in dem Urteile, geschah deshalb/ weil bei der vorigen Wahl am Abend tumultuarische Szenen vorgekommen waren, wegen derer die Wahl sogar vorzeitig abgebrochen wurde. Es haben allerdings 50—00 Wähler weniger gewählt, aber zun, Teil nur, weil die Arbeiter nicht noch einmal einen halben Arbeitstag einbüßen wollten. Daß die Arbeiter durch den frühen Schluß der Wahlhandluug nicht benachteiligt worden seien, kann das Urteil natürlich nicht be- weisen. Das Reichsgericht verwarf die Revision, weil das Land- gericht ganz richtig festgestellt habe, daß der Angeklagte keine b e- rechtigte Interessen gewahrt habe. Der Angeklagte sei weder Kandidat noch Wähler in Griesheim gewesen. Redakteure von Parteiblättern haben, wie das Reichsgericht wiederholt aus- gesprochen habe, keinen Anspruch auf den besonderen Schutz des jj 193,_ März-Ehrung und Spandauer Gewehr Fabrik. Gegen den Genossen Felix Weinberg ist eine eigenartige Anklage erhoben, die ein ebenfalls eigenartiges Ende genommen hat. Die Anklage und der Eröffnungsbeschluß beschuldigten Weinberg: am 18. März zu Spandau und zu Berlin durch Ausstellung und Niederlegung eine» Kranzes mit roter Schleife, und der Inschrift �.Mehrere Abteilungen der königlichen Gewchrfabrik Spandau den Märzgefallenen"— 19 in Spandau beschäftigte Arbeiter be l e i d i g t zu haben. Genosse Weinberg war zur Niederlegung diese? Kranze» durch eine„Mehrere Gesinnungsgenossen" unterschriebene Karte aufge fordert und hatte diesen ehrenvollen Auftrag am 18. März ausge führt. Wie kann darin etwa» Strafbares liegen? fragt verwundert der einfache Menschenverstand. Doch was der Verstand der Laien nicht sieht, das erkennt gar leicht ein StaatSanwaltSgemüt. Die Anklage deduzierte also:„DaS Eigenartige der geheimniSumhüllten Austragerteilung mußte notwendigerweise in dem Angeschuldigten Zweifel darüber erregen, ob der Kranz wirklich von „mehreren Abteilungen" der königlichen Gewehrfabrik, also. wenn nicht von der Gesamtheit, so doch zum mindesten von der Mehrheit einiger Abteilungen der Gewehrfabrik herrühren. Obwohl der Angeschuldigte sich sagen mußte, daß. wenn letzteres nicht der Fall sei, die Niederlegung de» Kranzes mit der roten Schleife und der gedachten Inschrift eine Beleidigung für die Arbeiter der königlichen Gewehrfabrik bedeute, d a die Arbeiter einer königlichen Fabrik dadurch als Sozialdemokraten, also als Anhänger einer der herrschenden Staatsform f e i n d- lichen Partei hingestellt wurden, führte der Angeklagte nicht nur den Auftrag der Niederlegung des_ Kranzes auf dem Friedhofe anstandslos aus, sondern ging noch dazu über, ohne Auftrag und auS eigenem Entschluß den Kranz in einem sozialdemokratischen Lokale auszustellen." So der Staatsanwalt. Und was tut die Strafkammer mit diesem Aufbau auS log, scheu, rechtlichen und politische» Schnitzern? Lehnte sie die Anklage sofort ab, da nimmennehr selbst die irrige Annahme beleidigend sein kann. ein Staatsbürger, insbesondere ein Arbeiter einer staatlichen Fabrik sei so intelligent, daß er Sozialdemokrat ist, und da die Ehrung der um da» Baterland hochverdienten Märzgefallenen lediglich einen, auch den die Ehrung Vollziehenden ehrenvolle Tat. nimmermehr eine Beleidigung sei» kann? Nein, die Strafkammer klagte auf Grund der Anklage," dem Antrage des Staatsanwalt« ent- sprechend, an. Es wurde Termin anberaumt. Genosse Weinberg beantragte nunmehr Ladung von Zeugen, damit diese dem Gericht in Erinnerung bringen: die Märzgefallenen haben fich um daS preußische und deutsche Vaterland hochverdient gemacht, eine Ehrung dieser BaterlandSverteidiger ist eine nationale Pflicht, die Gewehnabrik in Spandau wird vom Staate unterhalten, die dort beschäftigten Arbeiter haben nach der Verfossimg dasselbe Recht zur Aeußerung ihrer freien Meinung, wie jeder andere Staatsbürger. ohne eine Beleidigung de« größten Teils der Deutschen und der vermeintlich Beleidigten ist die Annahme unmöglich, ein Arbeiter könne dadurch beleidigt werden, daß er als Anhänger der Sozialdemokratie erachtet wird. die in der Anklage versuchte Konstruktion einer Beleidigung be- ruht mithin auf einer völlig irrtumlichen Auffassung historischer Ereignisse und auf einer Verletzung nicht minder des Gesetzes wie des allgemeinen RechtsbewußtsernS. Kaum hatte Genosse Weinberg seinen Antrag auf Beweis- aufnähme eingereicht, so wurde das Verfahren gegen ihn auf Staats- kosten eingestellt: die zusammengesammelten Strnfanträge wurden zurückgenommen. Wäre die Erkenntnis von der Hinfälligkeit der Anklage dem Einsammler der Strafanträge fniher gekommen, so wäre viel Papier- mid Tintenverbrauch dem königlich preußischen Staate erspart worden.___ Soziales* Zum TerroriSmuS der Innungen. Der freigewerkschaftliche Verband der Friseurgchülfen Deutsch. landS hat geg-n die selbständigen Barbiere und Friseure von Berlin titd Umgegend besti'i a.tc Lohn- und sonstige Forderungen erhoben. Zur Durchführung derselben hat der Verband an diejenigen Bar- biere, welche die Forderungen bewilligt haben, Ausweis- Plakate und Kontrollkarten ausgegeben mit der Aufforderung, diese in den Geschäften so anzubringen, daß sie von der Straße aus sichtbar sind. Zugleich ist im„Vorwärts" eine Veröffentlichung der Namen aller derjenigen Barbiere, welche die Forderungen bewilligt haben, erfolgt und an die Parteigenossen die Aufforderung er- gangen, nur solche Geschäfte aufzusuchen, welche derartige Plakate führen. > Zu diesen Matznahmen hat die Barbier-, Friseur- und Perrücken macher- Innung in der Jnnungsversammlung vom 30. Juli 1900 Stellung genommen und gestützt auf§ 10 des Jnnungsstatuts, den Beschlutz gefaßt, daß alle diejenigen JnnungS- Mitglieder, die innerhalb einer bestimmten Frist das Plakat und du Kontrollkarte nicht entfernen, oder solche führen, vom Vorstande in eine Ordnungsstrafe von 20 M. genommen werden sollten. Auf Grund dieses Beschlusses ist der Barbier und Fr i s e u r Beutel in Rixdorf, Kottbuser Damm 91, vom JnnungSvorstande unter Androhung einer Ordnungsstrafe von 20 M. zur Entfernung der in seinem Geschäfte ausgehängten Pla- kate aufgefordert worden. Hiergegen beantragte er beim Rixdorfer Magistrat Aufhebung des Jnnungsbeschlusses, da dieser un- gültig sei. Durch die Maßnahmen des Verbandes der Friseur- gchülfcn Deutschlands gezwungen, habe er, da seine Kundschaft meist aus Arbeitern bestehe, die Forderungen der Gehülfen bewit- ligt und im Interesse seiner Existenz die Plakate ausgehängt. DerMagistratzuRixdorfhatdieseBeschwerdc gegen Jnnungsterrorismus mit folgender Begründung zurück- gewies en: „Die Innung war berechtigt, das Aushängen der Plakate ihren Mitgliedern zu untersagen, und der Jnnungsvorstand die Nicht- befolgung dieser Anordnung der Innung mit der statutarisch zu- lässigen Ordnungsstrafe zu bedrohen. Wenn die Innung durch ihren Beschluß verhindern wollte, daß das Plakat der organisierten Gchülfenschaft im Schaufenster der Mitglieder angebracht werde, s.> hat sie damit nicht die Mitglieder in der Annahme von Kunden be- schränkt— nur dies wäre nach ß 100g der Reichsgewerbeordnung unzulässig—, sondern sie hat die Mitglieder nur beschränkt in der Anwerbung von Kunden durch ein Mittel, das dem Standesbewußt- sein selbständiger Gewerbetreibender widerspricht und die Gewerbe- genossen schädigt. Es ist jedem Mitgliedc einer Innung unbe- nommen, seinen Gehülfcn in Lohnfragen nach Belieben entgegen- zukommen, aber eS ist nicht standesgemäß, ivenn es dieses Ent- gegenkommen in einer von der Gehülfenschaft gewählten Form unter Bloßstellung der abweichend verfahrenden JnnungSgcnossen kundbar macht. Die Standesehre unter den Mitgliedern zu pflegen, ist aber nach Z 81a der Reichsgewerbeordnung Aufgabe der In- nungen. Der angefochtene Beschluß liegt also im Rahmen der Zu» ständigkeit der Innung, und für die Beschwerde ist kein Raum." Die gegen diesen Bescheid eingelegte Beschwerde hat auch de Regierungspräsident zu Potsdam zurückge wiesen. In dem Bescheide heißt es: „In der Beschwerde wird bestritten, daß das Verhalten deS Beutel standeswidrig gewesen sei. Dem kann nicht zugestimmt werden. Die Agitation des Friseurgchülfcnverbandes richtete fich gegen die überwiegende Majorität der Jnnungsmitglieder, die seinen Forderungen wegen Lohnerhöhung usw. gegenüber sich ablehnend verhalten hatte. Die Stellungnahme des„Vorwärts", der die Sach» deS Verbandes verfocht und seine Parteianhänger zum ausschließ lichen Besuche derjenigen Geschäfte, welche das Plakat aufgestellt hatten, aufforderte, ließ keinen Zweifel darüber, daß es auf eine Verrufserklärung aller derjenigen Jnnungsmitglieder abgesehen war, die sich nicht den Forderungen des Verbandes unterwerfen wollten. Indem der Beschwerdeführer hiernach sich den Bedingungen des Verbandes unterwarf und daS Plakat in seinem Schaufenster anbrachte. ließerdieSachederJnnungim Stich und ging in das Lager der Gegner über. Dies Ver- halten war um so unwürdiger, als es keinem Zweifel unterliegt, daß sein Verhalten wesentlich durch den materiellen Vorteil be- stimmt wurde, der ihm durch den in Aussicht gestellten Zuspruch der sozialdemokratischen Arbeiter erwuchs. Der Beschwerdeführer bewies damit einen völligen Mangel desjenigen Gemeingeistes, dessen Pflege zu den Haupt- aufgaben der Innung gehört und verletzte dadurch die Standesehre als JnnungSmitglied.(8 10 des Statuts,§§ 81a und 92c der Reichsgewerbeordnung.) Indem er der Aufforderung des Innung?- Vorstandes, der ihm noch eine Frist zur Aenderung seines Verhal- tens gewährte, nicht nachkam, machte er sich straffällig. Die angefochtene Entscheidung ist somit zu Recht ergangen." Sucht ein Arbeiter einen: anderen zum Anschluß an den Kampf zur Erringung besserer Lohnbedingungen zu veranlassen und ihm klar zu machen, daß das seine Standeschre und seine Menschenpflicht fordert, so werden die Strafbestimmungen der ß§ 163 der Gewerbeordnung, 185, 240, 253 des Strafgesetzbuchs mobil zu machen gesucht. Verlangt aber eine Innung dasselbe von ihren Mitgliedern und drohtGeldstrafefürdengall a n. daß der Meister durch Plakat mittejlt, daß er sich geeinigt hat Dort wird der drohende Arbeiter, hier der bedrohte Arbeit- geber bestraft. Eine derartige Sluslcgung der Jnnungsvorschriften entspricht u. E. weder dem Strafgesetz noch der Gewerbeordnung. Freilich bewegt sie sich auf derselben Linie wie die bekannten Ent- scheidungcn des Reichsgerichts, die Versuche, Streiks durch gütliche Verhandlungen unter Hinweis auf eventuelle Unausbleiblichkeit eines Streiks zu vermeiden, als— ErprcssungSvcrsuche bestraft hat Aber in Preußen-Deutschland hat Klassenjustiz keine Stätte. GewerKscKaMicKes* Achtung! Wegen der Reichstagswahl bleibt das Bureau der Gcwerkschaftskoinmission am Freitag, den 25. Januar, geschlossen. Der Ausschuß der Berliner Gewerkschaftskommisston. Der Kampf in der Holzindustrie. Aus den gestern beim Holzarbeiterverband eingegangenen Mel- düngen geht hervor, daß aufs neue 321 Arbeiter von 14 Betriebs- Inhabern ausgesperrt worden sind. Die Gesamtzahl der in Berlin Ausgesperrten beträgt bis jetzt 0443. In Rixdorf sind in 24 Be- trieben 340 Arbeiter, in Charlottenburg in 11 Betrieben 196 Arbeiter ausgesperrt. Von entlassenen Arbeitern auS dem Betriebe des Herrn Schönherr wird uns mitgeteilt, daß es fich mit dessen Be- richtigung, die wir in unserer Sonntagnummer brachten. so verhält. Wie wir gleich vermuteten. Ein Teil der Arbeiter ist am Mittwoch, den 16. d. MtS.. durch den. Werkführer des Herrn Schönherr entlassen. Der Wcrkführer antwortete auf eine Frage der Entlassenen, sie seien nicht ausgesperrt, sondern wegen Mangel an Arbeit entlassen. Die Arbeiter fragten darauf auch noch den Buchhalter, ob sie entlassen oder ausgesperrt seien und auch der sagte ihnen, sie seien nicht ausgesperrt, sie sähen doch, daß keine Arbeit mehr vorhanden fei. DaS wurde am Abend desselben Tage» in der VertrauenSmännerversammlung dcS Holzarbeiter- Verbandes mitgeteilt, am folgenden Tage stand es im„vorwärts" und da kam Herrn Schönherr zum Bewußtsein, daß er das nicht gelten lassen dürfe. Nun sperrte er die übrigen Arbeiter ans, für die er jedenfalls auch nichts mehr zu tun hatte. Der Streik in Fougdres. Paris, 21. Januar.(Eig. Ber.) In Fougöres wird jetzt verhandelt— verhandelt auf der von den Arbeiten: geforderten Basis: Anerkennung der Ge- lo e r k s ch a f t. Das ist sicher ein überaus bedeutender Erfolg. Er ist unmittelbar dem Eingreifen der parlamentarischen Uutersuchungs- kommisston zu danken, im wesentlichen aber der Erschöpfung der Unternehmer mid ihrer Hoffnungslofigkeit, die Arbeiter doch noch unterzukriegen. Die Bemühungen der Arbeiterschaft, den Tarif nnttels eines kollektiven Arbeitsvertrages zu regeln. sind allerdings vorläufig resultatlos geblieben, da die Unternehmer ihre ursprüngliche Zusage wieder zurückgezogen haben. Es wird jetzt mit jeder einzelnen Wcrfftätte verhandelt— ein umständliches und für eine Einigung wenig günstiges Verfahren. Die„Gelben" aber haben ihren Lohn schon dahin. Die Unternehmer haben sie s e l b st von den Verhandlungen ausgeschlossen, da hinter ihrer Ge- werlschast niemand steht._ Die Einigung der italienischen Eisenbahnerorganisattonen. Rom, 19. Jammr. Die Urabstimmung unter den organisierten Eisenbahnern ergab 23 393 Stimmen für und nur 439 Stimnien gegen die Ver- schmelznng beider Organisationen in eine einzige. Die bisherigen Verbände„Sindücati dei Ferrovieri" und der„Riscatto" hören so- mit von heute an auf, zu existieren. An ihre Stelle trii. eine ein- heitliche Organisatton. Beide Verbände sind seit dem Eisenbahner- streit stark zurückgegangen; 1905 zählte der Riscatto noch 32 770, die Sindacati 21 550 Mitglieder, deren Zahl im Jahre 1900 auf 12 000 und 12 750 zusammengeschmolzen war. Mögen der endlich unter einer Fahne vereinigten Schar neuer Wachstum und neue Siege beschieden sein l Bmfond. Der Generalstreik der Eisenbahner in Bulgarien. Am 3. Januar d. I. wurde der Generalstreik der bulgarischen Eisenbahner proklamiert, der bis heute unverändert fortdauert. Zln 3400 Arbeiter und Angestellte des Staatsnetzes find noch immer formell im Streik. Der Verkehr der Personenzüge ist durch den Dienst des Militärs nur höchst unvollkommen hergestellt, man fährt mit viclstündigen, oft 100 und mehrprozentigen Verspätungen, und was die Frachtzüge betrifft, die telegraphischen Berichte über den Verlauf dcS Kampfes lassen uns bisher das Abfahren keines derselben vermuten. Es steht doch fest, daß der Personenverkehr des Staatseisenbahnnetzes fühlbar lahmgelegt ist, man bedenke auch die Unannehmlichkeiten und die Gefahren, denen die Reisenden ausgesetzt sind, und daß der Warenverkehr gänzlich eingestellt ist. Somit ist der Streik als bisher über jede Erwartung hkn erfolgreich zu bezeichnen. Man wird in Westeuropa mit Erstaunen vernehmen, daß das nur möglich ist. Ein erfolgreicher Streik der Eisenbahner, der schon über zwei Wochen hin dauert und der jedoch zu der Kapi- tulation keiner der kämpfenden Seiten neigt. Im Osten Europas ist daS aber in dem Reich der Möglichkeiten. Das erklärt sich nämlich durch die besonderen Bedingungen des Streiks. Die Forderungen der Eisenbahner, welche dem Minister- Präsidenten, Dimiter Pctkoff, und der Nationalversammlung vor- gelegt waren, lassen sich im Folgenden zusammenfassen: 1. bessere Entlohnung; 2. kürzere Arbeitszeit; 3. Zlbschaffung der Ausnahme- aesetze, die durch die drakonischen Bestrafungen der bei Streiks begangenen Ausschreitungen die Slufhaltung der Streikbewegung selber bezwecken. Was die Entlohnung betrifft, besonders der unteren' Schichten der Eisenbahner, sowie der unteren Slngestellten überhaupt, so ist sie geradezu elend zu nennen. Während im letzten Dezennium die Lebensunterhalwng allgemein verteuert ist, bleiben die Löhne der Staatsbeamten unverändert, ausschließlich allerdings der Gehälter der höheren Beamtenclite. Die Ver- kürzung der Arbeitszeit ist ebenso eine wichtige Forderung, was die Eisenbahner anlangt, so daß auch die höheren Beamten deS Staats- netzcs, die vergleichsweise ziemlich gut abgelohnt werden, sich dem Streik angeschlossen haben. Der Erschöpfung der zu viel in Spannung gehaltenen Arbeitskräfte sind auch manche große Eisen- bahnunfälle zuzuschreiben, wie eine erschreckende Katastrophe gerade wenige Tage vor dem Streik stattfand. Nun hat der Minister dies« Forderungen schroff abgewiesen. Diese unerwartete Haltung der Regierung reizte umsomehr die Arbeiter auf; die sofortige Erklärung des Streiks, der nun überall mit Enthusiasmus auf- Senommen ward, wurde zur Notwendigkeit. Wenige Tage vorher itten die drei Eisenbahnerorganisationcn, beide sozialistische und eine neutrale. Vereinigungsverhandlungen begonnen, die nach dem Streik hoffentlich zu vollem Erfolg führen werden. Es sollen zirka 1200 Arbeiter organisiert sein. Die Regierung kommandierte die sofortige Besetzung des Eisen- bahndienstes durch die Militärs. Sic vertraute die vorübergehende Verwaltung der Eisenbahnen dem Kriegsminister an, obwohl dieser dem demoralisierenden Beispiel, das Militär in ähnlichen Fällen hineinspiclen zu lassen, widerstrebt haben soll. Aber die aus vierhundert Mann bestehende Pionierabteilung, deren größerer Teil noch ungenügend geübt ist, vermochte die 3400 Streikenden nicht zu ersetzen. Die Regierung hat dann die Streikenden, soweit daS sich tun ließ, unter die Fahne berufen und ihnen die Dienste aufgezwungen. Damit ging aber die Sache gar nicht glatt fort, denn zunächst hat man auf diese Weise nicht all die 3400 Arbeiter zusamincnzuvringen vermocht und dann, was die Streikenden unter ihrem Zwilanzua nicht verrichten wollten, wollen sie fich auch unter dem Soldatenrock nicht gerne abzwingen lassen. D i e üben nämlich n erfolgreich eine passive Resistenz, an der schließlich alle eruugSmanöver gegen den Streik scheitern werden, wenn die Bewegung mit dem bisherigen Erfolg fortdauert. Man gehorcht ganz buchstabengemäß dem Militärstatut, und dennoch steht der Verkehr still. Die Regierung aber läßt nicht nach. Sie schikaniert, droht, verhängt Arreste, namentlich in der Provinz. Wenige Tage vor dem Streik ließ sie zwei Gesetze mit großer Hast in der Nationalver- sammlung durchjagen, womit den Staatsarveitern und-Beamten daS Streikrecht genommen wird. Danach sind die Beamten, die sich einem Streik anschließen, ihres Amtes sofort verlustig und werden jedes PenfionsrechteS berauot, auch wenn sie einen fünfzehnjährigen Dienst zurückgelegt haben wögen. Diese Gesetze berühren allerdmgö die heuttgen Streikenden nicht, da sie erst nachdem Streik in Kraft getreten sind und andererseits keine rückwirkende Kraft haben; man kann sie ober durch die Kammer leicht auch als rückwirkend erklären. Aber jetzt kämpfen die Arbeiter noch um das Streik- recht der StaatSarbeiter und Mngcstcllten. ,, Der Streik hat dem Handel sowie den Staatseinkünften schon bedeutende Opfer zugefügt. Wäre Bulgarien ein Jr nstrieland so hätte da? ganze Staats- und Gesellschaftswesen unter dem Streik gekracht. In Bulgarien aber findet die Bcrproviantierung der Städte durch die um liegenden Dörfer statt, deshalb haben auch t»e Vorhandenen Vorräte fnr ldie ersten paar Lochen ausgereicht, so daß die volle Kalamität bisher ausgeblieben ist. S,e, st aber auch für Bulgarien unvermeidlich und fie m u ß kommen,-te Zeichen dafür setzen auch schon ein. Sie drucken sich m dem Wachsen der Preise aus. m Sofia, 22. Januar. Da der Eisenbahnverkehr absolut nicht in Gang zu bringen ist. beschloß die Regierung, im Auslande 60 Maschinisten und 60 Heizer zu engagieren.— Wegen großen Schneefalls mußte der Personenverkehr zwischen Rustschuk und Varna völlig eingestellt werden._ Hus Industrie und Handel. Reichsbankdisl-nt. Die ReichSbank hat am Dienstag den Dis- kontfatz von 7 auf 0 Proz. ermäßigt. Präsident Dr Koch führte in der Sitzung des Zeptralausjchusjes folgendes aus: „ Der Ausweis vom 15. b. M. hat einen erheblichen Rückfluß gezeigt, der Status des Institutes hat sich nach der überaus starken Inanspruchnahme zum Jahreswechsel wesentlich gebessert. Seit dem Abschluß des Reichsbankausweises vom 15. d.M. ist die Besserung weiter fortgeschritten, der Metallbestand hat sich gekräftigt, die Notendeckung hat sich erhöht. Das Institut ist inzwischen aus der Notensteuer herausgekommen, nach den Ziffern vom 19. d. M. bestand bereits eine steuerfreie Notenreserve von rund 20 Millionen Mart. Trotz des umfangreichen Rückflusses, der in den letzten Wochen zu verzeichnen war, muß aber der Status der Bank noch immer als start angespannt bezeichnet werden, ist doch noch immer gegenüber der gleichen Vorjahrsperiode die Situation der Bank um weit über 100 Millionen Mark schlechter. Trotzdem hat die Reichsbank aus der Gesamtlage des Geldmarktes die Ueberzeugung gewonnen, daß an einem Bankdiskont von 7 Proz., der eine ungewöhnlich schwere Belastung für Industrie und Handel darstellte, nicht länger festgehalten zu werden braucht. Die Devisenkurse stehen zwar noch immer recht hoch, aber doch durchweg unterhalb der Grenze, die die Gefahr eines Golderportes aus Deutschland in fich birgt. Heimatpolitik. Agrarier und Regierung poussieren mit Vorliebe die Phrase vom Schutz der nationalen Arbeit. In welcher Weise von jener Seite Heimatpolitik gemacht worden ist, darüber liegt aus den Kreisen des Handels und der Industrie schon eine Reihe von AusTaffungen vor. Wir registrieren folgende. Die„ Aeltesten der Berliner Kaufmannschaft" sagen in einem Bericht u. a.: Besonders schwer wird von der Erhöhung der ausländischen Einfuhrzölle die chemische Industrie des hiesigen Blazes betroffen. Wenn auch schon bisher die meisten großen chemischen Fabriken Filialen im Auslande besaßen, so wird die Errichtung von Zweigfabriken im Auslande infolge der neuen Handelsverträge noch größere Ausdehnung gewinnen. Es wird uns berichtet, daß eine hiesige Firma zurzeit eine chemische Fabrit in Rußland errichtet, und daß mehrere andere Firmen fowie eine Parfümeriefabrit eine teilweise Ueberfiedelung nach Rußland, Desterreich- Ungarn und der Schweiz vorbereiten. Für die Erzeugnisse der Maschinenindustrie sind die Einfuhrzölle, insbesondere in Rußland und Oesterreich- Ungarn, derartig erhöht worden, daß es unmöglich ist, die betreffenden Maschinen noch mit Erfolg gegenüber der dortigen Konkurrenz in Deutschland herzustellen. In mehreren Fällen ist deshalb die Errichtung von Zweigfabriken in Rußland, Oesterreich- Ungarn und Italien in Aussicht genommen worden. Daneben sind in der Maschinenindustrie auch Berhandlungen im Gange, um Teile der zu liefernden Maschinen auch in ausländischen Fabriken Herstellen zu lassen. Auch in anderen Zweigen der Metallberarbeitung, so in der Baukonstruktion und der Schriftgießerei, werden Vorbereitungen getroffen, um einen Teil der Fabrikation Allen Freunden und Genossen zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Vater und Schwiegerbater, der Möbelpolier Gustav Grahl am 21. d. Mts. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des ThomasKirchhofes aus statt. 37502 Die trauernden Hinterbliebenen. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl.Reichstagswahlkreis Görlitzer Viertel. Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Möbelpolierer Gustav Grahl, wohnhaft Marianenplay 5, Stadtbezirk 83, gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24. Januar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes aus statt. 242/6 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Boritand. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Polierer Gustav Grahl am 21. Januar verstorben ist. Chre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24. Január, nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 78/12 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 19. d. m. verstarb unser Mitglied, der Former Gutsav Kapinski, Hochstr. 38. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, vom B Augusta Hospital, ScharnhorstStraße Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltung Nowawes- Neuendorf. Am Montag, den 21. Januar. verstarb an Lungenblutung unser Kollege, der Schlosser Emil Wilk. 111/11 nach dem Auslande, insbesondere nach Oesterreich- Ungarn und| ebenfalls ihre Schuldigkeit zu tun.( Beifall.) Am Wahltage sollten Runiänien zu verlegen. Die elektrische Industrie besitzt zwar die Frauen die säumigen Wähler zur Wahlurne heranholen. schon jetzt ausländische Niederlassungen, doch zwingen die neuen Sodann beleuchtete Genoffin Baader den Wahlschwindel der Gegner Handelsverträge auch hier, die Fabrikation noch mehr als bisher und brachte ein Flugblatt zur Verlesung, in welchem Bürgermeister im Auslande vorzunehmen. Ferner wird uns berichtet, daß Ziethen für alle Forderungen der Arbeiter eintritt.( Stürmische die Fabrikation photographischer Bedarfsartikel infolge der Heiterkeit.) In der Diskussion wies Genoffin Frl. Hilber auf höheren Zollsähe des Auslandes gezwungen sein wird, einen Teil die Schwindeleien der Konservativen hin, die in einem Flugblatt der Produktion nach dem Auslande zu verlegen. Auch in der stolz und fühn behaupten, sie hätten den Arbeitern günstige LohnKartonpapierbranche schweben gegenwärtig Verhandlungen, um und Arbeitsverhältnisse verschafft. Die Arbeiter würden wissen, in anderen Ländern Filialfabriken deutscher Unternehmungen zu was sie am 25. Januar zu tun hätten.( Beifall.)- Damit schloß gründen." die eindrucksvolle Versammlung. Die Handelskammer Kassel teilt mit, ,, daß nach dortigen Erhebungen eine Fabrik durch die Rollerhöhungen in Desterreich- Ungarn genötigt worden sei, in Böhmen eine Zweigniederlassung einzurichten. Eine andere Fabrik beabsichtige gleichfalls infolge der Zollerhöhungen Zweigniederlassungen in Oesterreich und Rußland zu errichten, während zwei weitere Werke das Einfuhrgeschäft nach Desterreich hätten einstellen müssen." Die Handelskammer Darmstadt schreibt in ihrem Jahresbericht für 1906: „ Aus der jeßigen Lage im Handelskammerbezirk dürfe feineswegs der Schluß gezogen werden, daß die neuen Handelsberträge auf die weitere Entwickelung der deutschen Industrien überhaupt und speziell der Industrien unseres Bezirks ohne schädlichen Einfluß gewesen seien und auch in Zukunft bleiben würden. Es sei der Handelskammer bekannt geworden, daß außerhalb ihres Bezirkes infolge der ausländischen Zollerhöhungen sowohl von der chemischen Industrie Zweigbetriebe im Auslande, nämlich in Oesterreich, Rußland usw. bereits errichtet worden seien und noch weiter errichtet werden sollten, als auch in der elektrotechnischen Industrie eine Anzahl von Be triebsverlegungen nach dem Auslande stattgefunden hätten." Aehnlich urteilen andere Handelskammern. Aber der preußische Handelsminister singt den neuen Handelsverträgen ein Loblied. Daraus darf man auf den Kurs schließen, der gesteuert wird, wenn mit Hülfe der Nationalliberalen und Freisinnigen der konservative Einfluß im Reichstage noch gestärkt wird. Aus der Frauenbewegung. Frauen im Wahlkampf. In einer äußerst stark von Frauen besuchten Versammlung bei Boeker, Weberstraße, sprach Genossin Baader über die Bedeutung der Reichstagswahl. Rednerin schilderte die Vorkommnisse, die zur Auflösung des Reichstages führten und forderte auf zum Kampfe für Erringung des gleichen und geheimen Wahlrechts für Frauen. Obwohl die Frauen das Wahlrecht noch nicht befizen, könnten sie bei den Wahlarbeiten doch fleißig mitarbeiten, um so Echt freifinnig. Wie die Frauen von den Freifinnigen behandelt werden, lehrt folgender Bericht der„ Berl. Volkszeitung": " In einer Frauenversammlung, die gestern abend in den Industriefestsälen zu den Reichstagswahlen Stellung nahm, wurde von verschiedenen Rednerinnen darüber bittere Klage ge= führt, daß zu den Wahlversammlungen der freisinnigen Volkspartei im zweiten Reichstagswahlkreise den Frauen der Zutritt versagt worden wäre, obwohl das Gesez der Beteiligung von Frauen daran fein Hindernis entgegenseht. Wie die Vorsitzende berichtete, haben sich fünf Frauen zu einer der letzten Wählerversammlungen des Bürgermeisters Dr. Reide begeben, um den Verhandlungen beizuwohnen. Diesen wurde jedoch von den Leuten am Eingange des Saales in barscher Weise der Eintritt verwehrt. Auch der Appell an den Vorsitzenden hatte keinen Erfolg.(!) Schließlich wurde den Frauen der Bescheid, die Polizei gestatte ihre Anwesenheit nicht.(!!) Dadurch ließen sich aber die Damen nicht abschrecken. Sie erkundigten sich beim nächsten Polizeirevier und famen von dort mit dem Bescheide zurück, daß ein solches Verbot nicht vorliege. Immer wieder wurden die Versuche, in den Saal zu gelangen, wiederholt. Aber schließlich mußten die Frauen underrichteter Sache Heimziehen. Die gestrige Versammlung nahm diese Nachricht mit Entrüstungskundgebungen entgegen. Von verschiedenen Seiten wurde an= geregt, unter diesen Umständen der liberalen Kandidatur im giveiten Wahlkreise die Unterstützung zu versagen und für den Sozialdemokraten einzutreten. Von einem solchen Beschluß wurde jedoch im höheren Interesse" Abstand genommen." Wir fönnen nicht finden, daß die bürgerlichen Frauen durch ihre Respektrücksichten sich größere Achtung erworben haben. Meter. Wafferstand am 22. Januar. Elbe bei Aussig -Meter, bei 11 1 ft rut bei Dresden+38 dp., bei Magdeburg+3,38 Meter, Oder bei Ratibor- Meter. Neißes Straußfurt Oder Oder bei Brieg 3,46 Meter. mündung+2,84 Meter. bei Breslau Unterpegel+ 1,66 Meter. Mit Ihren geringen Ersparnissen fönnen Sie Ihr Adtung! Rixdorf. Achtung! Gick machen. Reichstags- Wähler! Glück Ordentlichen, Schlossern, Monteuren usw. geben wir schon bei geringer Anzahlung Motorwagen Bir werden sein Andenken stets Donnerstag, den 24. Januar 1907, abends 8 Uhr: wodurch sie ein glänzendes Einin Ehren halten. Die Verwaltung. Die Beerdigung findet am Freitag, den 25. Janitar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Kirchhofes aus statt. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Eugen Herm am 20. d. Mts. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24. Januar cr., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenberger Kirchhof Fünf öffentl. Versammlungen Hoppes Festsäle, Hermannstr. 49. in folgenden Lokalen: Thiels Festsäle, Gröplers Bürgersäle, Bergstr. 151/152. Heickaus Festsäle, Karlsgartenstr. 6/10. Bergstr. 147. Bruses Festsäle, Knesebecftr. 113. Zagesordnung: Unser letztes Wort an die Wähler! Referenten: Schriftsteller Katzenstein, Stadtverordneter Dr. Silberstein, Wutzky, Groger und Thurow. Es ist Pflicht aber Wähler, in diesen Versammlungen zu erscheinen. Freie Diskussion. 232/ 3* Das fozialdemokratische Wahlkomitee. Handlungsgehülfen! Heute, Mittwoch, den 23. Januar 1907, abends 9 Uhr, in den Musiker- Sälen, Kaiser Wilhelmstraße 18m: botes in Agtenberg, Struallege; Oeffentliche Versammlung. aus statt. Rege Beteiligung erwartet 111/3 Die Ortsverwaltung Deutscher Tages- Ordnung: 285/19 Reichstagswahl und Handlungsgehülfen. Referent: Kollege Julian Borchardt. Ansprache des Reichstagskandidaten Robert Schmidt. Der Einberufer: August Penn, Friedrichsbergerstr. 14. Holzarbeiter- Verband Bahlreichen Befuch erwartet Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Christian Schenk am 20. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 24. Januar, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Rirdorfer Kirchhofes, Mariendorfer Weg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 78/13 Die Ortsverwaltung. Für die Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Sohnes, Bruders u. Schwagers Wilhelm Feierabend sagen wir allen unsern herzlichen Dank, insbesondere der Firma Piechayed und Die trauernden Eltern u. Geschwister. Krankenkasse der feinen Kollegen. 37512 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Achtung! Stellmacher! Achtung! Donnerstag, den 24. Januar, abends pünktlich um 8 Uhr, im Schultheiß- Ausschank, Neue Jakobstr. 24/25: Roh- Tabak E. Nauen, Templinerstr. 3, 1, a. d. Schwedterstraße kommen erzielen, besonders da jetzt die Fahrtage um 1/3 erhöht ist. 175/ 18* Berliner Automobilhaus- und Industrie- Gesellschaft m. b. H., Berlin W., Uhlandstr. 170. Achtung! Sumatra vierte Länge Vollblatt sicher im Brand und gute Qualität per Pfund M. 1,40. Hamburger Rohtabak- Haus Filiale: Berlin N., Brunnenstr. 190. Masken- Garderobe Karl Ernst, Köpenickerstr. 126, 1 Tr. Größte Auswahl! Billigste Preise! Vorzeiger dieser Annonce erhält 10% Preisermäßigung. Deutscher Metallarheiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Freitag, den 25. Januar, Wahl des Gesellen- Ausschusses und der bleibt das Bureau, Arbeitsnachweis u. Krankenkasse Beisitzer zum Jnnungs- Schiedsgericht. Da der Vorstand der Stellmacherinnung besonderen Absichten zweifelsohne mit wegen der Reid, stagswahl den ganzen Tag geschlossen. Donnerstag, den 24. Januar, fällt die AbendReichstagswahl festgesetzt hat, ist es dringend notwendig, dass alle zahlung an die in Arbeit tretenden Kollegen aus. in Berlin, Rigdorf, Schöneberg, Reinickendorf, Weißensee, Pankow, Friedrichsberg, Friedrichsfelde usw. bei Junungsmeistern beschäftigten Stellmacher rechtzeitig zur Stelle find. die Wahlhandlung auf den Tag vor der 111/10 Stimmzettel mit den Namen der von uns vorgeschlagenen aus nach dem Dankes- Hutmachergesellen zu Berlin. firchhof, Blankestraße, statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 274/1 Der Vorstand. ( E. H. Nr. 67.) Sonntag, den 27. Januar 1907, vormittags 10 Uhr, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstraße 35: Sozialdemokrat. Wahlverein General- Versammlung. Nowawes- Neuendorf. Am Montag, den 21. Januar, verstarb unser Mitglied Emil Wilk. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Freitag, den 25. Januar, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Kirchhofes aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. 203/4 am Tages Ordnung: 1. Kassenbericht. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Wahl des Ausschusses und der Krankenkontrolleure. 4. Ber: schiedenes. 285/18 Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich und pünktlich erscheinen zu wollen. Der Vorstand. D. Tschoppe. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Oranienburger Strasse 4, I. Kollegen liegen im Lokale aus. 78/11 Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Maler, Die Branchenkommission. Lackierer, Anstreicher etc. Bodenleger und Bohner. Filiale Berlin. freitag, den 25. Januar 1907 Mittwoch, den 23. Januar cr., abends 8 1hr, im Gewerk- bleibt das Bureau wegen der Neichstagswahl schaftshaus, Engel- llfer 15( Saal 1): Branchen- Verfammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Stollegen Reiche über:" Der Arbeitsnachweis". 2. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Die Branchenkommission. Adtung! Einsetzer. Achtung! Die Kollegen werden ersucht, am Freitag, den 25. d. Mts., die Arbeit ruhen zu lassen und sich Mann für Mann der Wahlarbeit zur Verfügung zu stellen. Der Obmann. den ganzen Tag geschlossen. 124/ 5* Die Ortsverwaltung. Das Volksmuseum Ausstellung Volkskrankheiten und deren Bekämpfung, Friedrichstr. 112a am Dranienburger Tor ,, hat wiederum verschiedene Neuheiten ausgestellt. Lichtbilder mit spannenden, hochinteressanten Vorträgen finden täglich stündlich statt. Geöffnet von früh 9895* 9-11 Uhr abends. Entree 30 Pf. und 50 Pf. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 23. Januar. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Tristan u. Isolde. Anfang 7 Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Deutsches. Das Wintermärchen. Kammerspiele: Das Friedensfest. Anf. 8 Uhr. Westen. Cousin Bobby. Lorking. Der Mikado. Komische Oper. Tosca. Anfang 8 Uhr. Berliner. Der Hund von Baskerville. Leffing. Der heimliche König. Schiller 0.( Wallner- Theater.) Doppelselbstmord. Schiller Theater Charlottenburg. Die Räuber. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Familientag. Der Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit Kleines. Eine triviale Komödie. Neues. Lyngaard u. Co. Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch: Amerikanisches. Sorgenbrecher. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Luisen. Der Troubadour. Bernhard Rose. von Heilbronn. Der Das Käthchen Trianon. Wo ist der Papa? Vorher: Die Schloßfellerei. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Familientag im Hause Prellstein. Wintergarten. Saharet. Spezia litäten. Apollo. Die schöne Vestalin. Spezialitäten. Kafino. Ledige Leute. Spezialität. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Doppelselbstmord. Bauernpoffe in 6 Bildern von Ludwig Anzengruber. Donnerstag, abend38 Uhr: Zum ersten Male: Der Kaiserjäger. Freitag, abends 8 Uhr: Jugend. C Schiller- Theater Charlottenburg, Bismardstraße, Ede der Grolmanstr. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Räuber. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Donnerstag abends 8 Uhr: Die Räuber. Freitag, abends 8 Uhr: Die Räuber. astans Panopticum Friedrichstraße 165 Größte Sehenswürdigkeit Berlins. Von abends 6 Uhr ab: Familien Bier- Kabarett. Reichhaltiges und originelles künstlerisches Programm. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Adler Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Leitung des Herrn O. Bürger. Jeden Mittwoch: 36612* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Zweigverein Berlin. Zentral- Verband d. Maurer Deutschl. Sektion Putzer 133/5 An Stelle des üblichen Maskenballes hat die Sektion der Putzer am Sonnabend, den 26. Januar, in Freyers Festsälen, Koppenstr. 29, ein großes Kostümfest JE ,, Baumblüte in Werder" arrangiert und ersuchen wir alle Freunde und Gönner des Vereins um recht rege Beteiligung. Die zum Fest gehörigen Kopfbedeckungen sind am Eingang des Lokals zu haben. Es wird gebeten, nur in einfacher Sommer- Toilette zu erscheinen. Für besonders große Ueberraschungen ist bestens Sorge getragen. Anfang abends 8 Uhr. Das Festkomitee. Das Bureau ist an diesem Tage von 5 Uhr nachm. geschlossen. D. örtl. Verwaltung. Neumann. Gebr. Herrnfeldnig. Theater Ginla 8 Uhr. 7 Uhr. Kommandantenstr. 57. Nur noch wenige Tage: Familientag im Hause Prellstein Komödie in 3 Atten mit den Autoren Anton und Donat Herrnfeld in den Hauptrollen. Vorverkauf 11-2 Uhr und bei Wertheim. In Vorbereitung: Ein Urania. Zirkus Schumann verrücktes Hotel Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: Das Calcium und seine Verbindungen. Folies Caprice. Das Modell. Se Zirkus Busch. reniffimus August XXVI. Josef Fleischmann. Passage. zialitäten. Figaro. Eine gute Partie. Die Klaue. Berlin paß auf! Spe Chicagoer Landwirt. Unterm Bett. ( Anfang 82 Uhr.) Prater Theater. Die Waise von Lowood. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Im Hörsaal 6 Uhr: Dr. M. v. Un ruh: Das Calcium und seine Verbindungen. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Hund von Baskerville. Schauspiel in 3 Atten a. d. schottischen Hochland. Frei nach Motiven aus Boes und Doyles Novellen von Ferdinand Bonn. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kanttr. 12. Durchschlagender Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Frit Werner Couſin Bobby. Neues Schauspielhaus Mittwoch, den 23. Januar 1907: Herthas Hochzeit. Donnerstag: Heute abend 72 Uhr. The Novellos. Indien in Europa. Neu! Neu! Neu! Neu! Ferner: Clown François mit dem Dackelpferd. Herrn Schumanns neueste Dreffuren. Ful. Marguerite, Schulreiterin. Heute Mittwoch, den 23. Januar, abends präzise 7%, Uhr: Grande Soirée équestre. Elite Programm und Noch nie gesehen: Geschwindigkeit zirka 50 Meilen in der Stunde. Der Motor im Globus. 3 Frères Willé, die anerkannt besten Equilibristen der Gegenwart. Ferner: Die großartigen neuen Spezialitäten sowie die bestdressierten Schul, Freiheits- und Springpferde. Um 9 Uhr zum 34. Male: Die größte Pracht AusstattungsPantomime der Gegenwart: mit dem Vorspiel Hayfisch geht zur Jagd". Komödie in 3 Akten v. A. u. D. Herrnfeld. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Jeden Sonntag Anfang 6 Uhr: Konzert, Theater u. Spezialitäten. 15 eritflafiige 15 Nummern! Nach der Borstelling: Extratanz. Dienstags: Rose- Theater- Gastspiel. Etablissement Neue Welt Hasenheide 108/114. Gastspiel St. Hubertus. Bernhard Rose- Theater: 1m 4,10 16: ROM. St. Gr. Drigin. Ausst.- Pantomime des Zirkus Busch in 7 Bildern. Die tollkühne Quadrigafahrt. THEATER, Köpenickerstr. 67/68. Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Lustspielhaus. Der Sorgenbrecher. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Ueber'n großen Teich." Zentral- Theater. Metropol- Theater ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr. Florette und Patapon. Schwank 3 Aften v. M. Hennequin und Pierre Bebet. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Eat in a Schlafwagen Kontrolleur. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Herthas Hochzeit. Opern- Gastspiel b. Theater d. Weftens: Anfang 8 Uhr Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Lyngaard& Co. Donnerstag, Freitag, Sonnabend: Der Troubadour. Große Oper' in 4 Aften v. Salvatore Camerano. Musik v. G. Verdi. Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Richard Schultz. Massary, Wolff. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Berlin paß auf! Burleske in 2 Aften v. Leop. Ely. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich Uhr. Ledige Leute. Komödie in 3 Alften v. Feliç Dörmann. Vorher das bunte Januarprogramm. Bella, Schwant in 1 Att v. M. Krämer. Sonntag 4 llhr: Die beiden Champignol. Sherlock Holmes n Detektivkomödie in 4 Akten. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Kasse des Etablissements. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Das Modell. Serenissimus August XXVI. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Bender. WalhallaGiampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, den 27. Januar 1907, nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol. a Pollo Theater Varieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Die erste Sensation von 1907: der Mann Kosta, mit ben drehbaren Kopf. gänzlich neue 144 Dommerstag: Herr Boffer aus Texas. Hervorragende Spezialitäten Palast- Theater. Tell: Sonnabend 4 Uhr zum erstenmal: Sabinerinnen. und Sabämling. 8 Uhr: Raub der Die schöne Vestalin. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Operette. Mufit von Viktor Holländer. Täglich ab 19. Januar cr., Lyngaard& Co. DERNHARD ROSE- THEATED Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Donnerstag: Ein idealer Gatte. Komische Oper. Anfang 7, Uhr: Bum Tosca. erstenmal: Musikdrama in 3 Aften v. G. Puccini. Donnerstag: Hoffmanns Erzähungen. Freitag: Tosca. Sonnabend: Hoffmanns Erzählungen. Große Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr: Das Käthchen von Heilbronn. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Morgen: Der Raub der Sabinerinnen. Freitag: Kean oder: Genie u. Leidenschaft. WINE CARTEN 65 SAHARET. Lortzing- Theater Otto Reutter Bellealliancestr. 7/8. Abends 72 Uhr: Der Mikado. Abonnements gültig. Donnerstag: Die Regimentstochter. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Morgen: Die von Hochsattel. Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, gymnastische Produktionen. Howard und Harris, amerikanische Exzentriks. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr Sonntag, den 27. Januar, nachm. 3 Uhr: Doppelvorstellung. Halbe Venus auf Erden. Breife! 1. Abt. Variété. 2. bt. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Fromont ir. und Risler sen. Sittengemälde in 4 Aften u. 1 Borsp.: Drei Familien auf einem Flur. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag Benefiz Karl Reich: Zum erstenmal: Faust. Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. 4 Abends 8 Uhr: abends 7 Ühr Sonntags ab 4 Uhr Bockbierfeste. F 80 800 ESBLOE h a Sanssouci Stottbuferstraße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger. Vor der Reichstagswahl! Jubelnder Erfolg! Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. N. Sonnt.: Gr. Elite- Soiree v. Hoffmanns Nordd.Sänger J. Dienstag: Theaterabend Moritzplatz. Täglich: ockDoppel- Konzert der Oberbayern u. Dachauer Bauerntapelle. 8676L* InventurAusverkauf Nur solange Vorrat: Ein Posten Wollatlas- Steppdecken. Gr.ca.135/ 195, Wert4,65, jetzt 3,25 Gr.ca.145/ 200, Wert5,85, jetzt 3,90 Gr.ca.160/ 200, Wert8,-, jetzt 5,45 zum vollständigen Ausverkauf. ( Sim.- Handarb.160/ 200 jetzt 6,35 Seide) doppels.jetzt 7,35 97 Einzelne Steppdecken bedeutend unter Preis. Tüll- Bettdecken, weiß, creme, Bettgröße, 1,95, 2,15, 2,25, 3.35, 3,85, 4,35 etc. Gardinen- Reste, 1-6 Fenster, ca. 25% ermäßigt. 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Brinz von Arenberg und die Arenberge. Die Waise aus Lowood. Vorher: Die Schloßkellerei. Schausp. in 4 Atten von Birch- Pfeiffer. Morgen: Wilhelm Tell. Dolosseum Colos Dresdenerstraße 97. Spezialitäten- Theater. Im Konzertsaal: Großer Bockbier- Jubel. All- Deutschland im Bock." Nationale Dekoration! Ueberraschungen aller Art. Deutsch- Amerikanisches Donnerstag z. erstenmal: Fräulein Josette meine Frau. M.-, 05 1, " -, 10 , 10 , 10 20 , 20 20 , 10 , 10 , 10 Der Schwindel der flerifalen Arbeiterpolitik -, 20 -, 35 20 20 20 , 30 -, 20 -, 30 Womit man vor den Sozialdemokraten graulich macht Führer durch das Vereins- und Versammlungsrecht Das neue Knebelgesetz gegen die Gewerkschaften Geschichte der modernen Gesellschaftsklassen in Deutschland Das Erfurter Programm in seinem grundsäglichen Teil. Handbuch für sozialdemokratische Wähler 1893/98 Handbuch für fozialdemokratische Wähler 1898/1903 , 10 -, 10 -, 30 , 75 " 1,50 " 2, 3, 4, Eine Junterrevolte Der Zukunftsstaat der Junker Die agrarische Gefahr Die neuen Reichssteuern Die Franen und die Politik.. Reichshallen- Theater. Gozialdemokratie und Antisemitismus Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! Christmarkt. Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Winke für die Reichstagswahlen Expedition des ,, Vorwärts" Berlin SW. 68, Lindenstraße 69, Laden. 233/1 2. 2. Wahlkreis. 3 Wähler- Versammlungen 3. Wahlkreis. Mittwoch, den 23. Januar, abends 8% Uhr: heute Mittwoch, den 23. Januar, abends 8%, Uhr. 3 Wählerversammlungen In der ,, Wiktoria Brauerei", Lützowftr. 111-112: Referent: Der Kandidat des Kreises: Richard Fischer. Im Hofjäger: Palaft", Hasenheide 52/53: " Referent: Redakteur H. Block. " Jn, Gliesings Gesellschaftshaus", Wasserthorstr. 68: Referent: Redakteur K. Wermuth.. Tages Drbnung: 1. Die bevorstehende Reichstagswahl. 9 1. Zentral- Festsäle, Alte Jakobstraße 32. in den Lokalen: Graumanns Festsäle, Naunynstraße 27. Zages Drdnung: Gesellschaftshaus, Prinzenstraße 94. Die Wahlen und die bürgerlichen Parteten. 2. Freie Aussprache. 240/13 295/0 Seferenten: Genoffen Paul Singer, Gottfr. Schulz, Rob. Schmidt. 288/00 Frauen haben Zutritt. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Zahlreichen Besuch erwartet 4. Wahlkreis. Der Einberufer. 10 öffentliche Wähler- Versammlungen am Donnerstag, den 24. Januar 1907, abends 8 Uhr, in folgenden Lokalen: Louis Keller, Koppenstraße Nr. 29. Boeker, Weberstraße Nr. 17. ,, Elysium", Landsberger Allee Nr. 41. Walter, Andreasstraße Nr. 21. Litfin, Memelerstraße Nr. 67. ,, Drachenburg", Vor dem Schlesischen Markgrafensäle, Markgrafendamm. Tore. 99 Graumann, Naunynstraße Nr. 27. , Urania", Wrangelstraße Nr. 9-10. ,, Süd- Ost", Waldemarstraße Nr. 75. Tages- Ordnung: 1. Wem geben wir morgen unfere Stimme? 2. Freie Diskussion. Referenten sind: Der Kandidat des Kreises, Stadtverordneter Paul Singer. 242/5 Sekretär Späthe. Hugo Heimann. Sekretär Hermann Jaeck. Sekretär Dittmer. W. Schenk. Robert Fendel. Küter. Oskar Jensch. Rechtsanwalt Roth. Zahlreichen Besuch erwartet Das Wahlkomitee. Achtung! 5. Wahlkreis. Achtung Zentralverband der Schmiede Donnerstag, den 24. Januar, Vier öffentl. abends 8 Uhr: Wählerversammlungen Lipps Brauerei, am Friedrichshain.| Altes Schützenhaus, Linienstr. 5. Schweizer Garten, am Königstor. Johannis- Säle, Johannisstraße 20.. Referenten: Friedländer, Liepmann, Wels, Dr. Weyl. 1. Zages Drdnung: Volksrecht oder Kommandogewalt. 2. Diskussion. In allen Versammlungen hält der Kandidat des Kreises Robert Schmidt eine Ansprache.- Alle Wähler des Kreises sind eingeladen. Erscheinen verpflichtet. 245/ 8* Die Genoffen und Genoffinnen sind zu pünktlichem Das Wahlkomitee. Vorher, abends 7 Uhr: Flugblattverbreitung ( Zahlstelle Berlin). Bureau: Stralauerstr. 48. Telephon: Amt 1, 7779. Unseren Mitgliedern zur gefälligen Kenntnisnahme, daß anläßlich der Reichstagswahl das Bureau sowie der Arbeitsnachweis am Freitag, den 25. Januar den ganzen Tag geschlossen ist. Die Arbeitslosenunterstützung wird am Sonnabendvormittag ausgezahlt. Von unseren Kollegen erwarten wir, daß sie sich soviel wie möglich am Tage der Wahl als Hülfskräfte zur Verfügung stellen. Die Ortsverwaltung. Verband der baugewerbl. Hülfsarbeiter Deutschl. Zweigverein Berlin und Umgegend. Wir machen unseren Mitgliedern hiermit bekannt, daß unser Verbands. bureau am Freitag, 25. Januar, geschlossen ist wegen der Reichstagswahl. Ebenso machen wir nochmals darauf aufmerksam, daß am Sonntag, den 27. Januar, vormittags von 11-12 Uhr, die Wahlen des Zweigvereinsborstandes stattfinden. Die Wahllokale sind bereits überall in den Bezirken bekanntgegeben durch Flugblätter, welche mit dem legten Verbandsorgan ausgegeben worden find. Wir fordern auch zu dieser Wahl unsere Kollegen auf, Mann für Mann zur Wahl zu kommen. Jeder Wähler erhält einen Stempel ins Mitgliedsbuch: 32/ 6* Gewählt. Auf diesen Stempel ersuchen wir hauptsächlich die Baudeputierten bon den bekannten Stellen. Die Genossen des Streises sowie die Helfer aus dem 4. Kreise( Oft) treten an den Stellen Dbacht zu geben. Der Zweigvereinsvorstand. J. A.: W. Kribow. an, an denen sie schon früher tätig waren. Tue jeder seine Schuldigkeit! 6. Wahlkreis. Der Vorstand. Charlottenburg. Donnerstag, den 24. Januar 1907, abends 8 Uhr: 8 öffent. Wahl- Versammlungen 3 Volksversammlungen Mittwoch, den 23. Januar, abends 8 Uhr: bei Sachon, Müllerstraße 136. 246/15 Donnerstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr: Fröbels Allerlei- Theater, Schönhauser Allee 148.| Hensel, straße 1 a. Bernhard Rose- Theater, Badstr. 58.| Marienbad, Badstr. 35/36. Raabes Salon, Solbergerstr. 23.| Bockbrauerei II( früher Norddeutsche) Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefftr. 24. Zages Drbnung: Chausseestraße 58. Auf zur Reichstagswahl! Diskussion. im ,, Volkshause", in Schulz' Festfälen, im Lokale v. Kirschkowsky, Rosinenstr. 3. Kaiser Friedrichstr. 24. Zages Drdnung: Beusselstr. 9. 250/ 4* Ein letztes Wort an die Reichstags- Wähler. Das Erscheinen aller Männer und Frauen Charlottenburgs erwartet Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Rosinenstr. 3. Telephon: Charlбg. 6866. NB. Da vermutlich von unseren Gegnern unsere Säulenanschläge mit der Aufschrift Wählt Bubeil!" abgerissen werden, so ersuchen wir jeden Genossen, falls er einen derartigen Schänder erwischt, unverzüglich dessen Name und Adresse feststellen zu lassen und denselben uns zu übermitteln. D. 0. Verein der Berliner Buchdrucker Dr. Simmel, und Schriftgieẞer. Nach beiderseitigen zufriedenstellenden Berhandlungen ist die über die PrinzenSpezialarzt für 3/5 Haut- and Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. Amtl. untersucht, unverfälscht 1904er Referenten find die Genoffen: Dr. Oskar Cohn, Düwell, Ebert,„ Galvanoplastik", G. m. b. H., Lindenstr. 101/102. Weiß- u. Rotwein 58 Pf. Ledebour, Leid, Litfin, Rosenfeld, Störmer. Es ladet ein Der Vorstand. pr. Ltr. u. 60 Pf. pr. Fl. mit Glas. Fäffer v. 30 Ltr., Kisten v. 12 Fl. an. Probetiste 6 weiß, 6 rot. Beingut Ed. de Waal& Sohn, Koblenz 88. verhängte Sperre im Einverständnis mit den beteiligten Drganisationen aufgehoben. Das Wahlkomitee. 36/1 Lerantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei v. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW 9.. i9. 24. mmt. 2. KeillM des„Ullmillts" KerliUl Ullldsbllltt. mmch. zz?«.«>9»?. Der Wahlkampf in Groß-Berlin. Eine zeitgemäße Erinnerung. Genau dreißig Jahre find verflossen, seit zum erstenmal von »er Reichshauptstadt sozialdemokratische Vertreter in den Reichstag entsandt wurden— Fritzsche für den vierten und Hasenclever für den sechsten Wahlkreis. Beide hatten den Freisinn verdrängt. Darob großer Jubel— in den Reihen der Konservativen.„Ein größeres Glück ist dem Deutschen Reiche nicht widerfahren seit dem französischen Kriege als die Wahl der Sozialdemokraten in Berlin." Mit diesen Worten beginnt eine 1877 in der königlichen Hofbuchhandlung von Ernst Mittler u. Sohn— demselben Verlage, der heute die Sudelschriften gegen die Sozialdemokratie herausgibt— während der Stichwahl erschienene Broschüre über die Sozialdemokratie und die Wahlen. Die von konservativer Seite stammende Schrift wendet sich mit aller Schärfe gegen den Liberalismus, besten Wieder- geburt zurzeit gar nicht genug von dem leitenden Staatsmann des Deutschen Reiches gefeiert werden kann. Die eine Seite des Libera- liSmus, der Nationalliberalismus, allerdings wird in allen Tonarten gelobt— die Zeit, wo die Nationalliberalen an die Wand gedrückt wurden, daß sie quietschten, war noch nicht gekommen. Um so erbärmlicher aber wird die Fortschrittspartei zerzaust, der nichts mehr und nichts weniger als völlige Prinzipienlosigkeit vorgeworfen wird — der gleiche Vorwurf, den wir heute gegen die Epigonen der Fortschrittspartei erbeben. Die Fortschrittspartei, so heißt es, wird überhaupt nicht durcki ein Prinzip zusammengehalten, sondern durch irgend ein anderes Band. Nachdem sodann dem Fortschritt sein Sündenregister vorgehalten wird, schließt die auch heute noch lesenswerte Schrift mit der Aufforderung an das deutsche Volk, die Fortschrittspartei allmählich völlig aus dem Reichstag auszuschließen.«Mögen wir statt dessen noch einige Sozialisten mehr bekommen— was tut's? Wir werden eine Anzahl halbe und unzuverlässige Freunde los und tauschen dafür einige offene und ehrliche Feinde ein— ist der Gewinn nicht doppelt?" So wörtlich zu lesen in einer von einem königlichen Hofbuch- Händler verlegten, offenbar offiziösen Schrift. Armer Fortschritt! Armer Freisinn! Seit jeher voft allen Seiten verachtet, führt er bis auf die Neuzeit ein elendes Schmarotzerleben. Heute bekommt er einen Fußtritt und morgen freut er sich, daß er von denselben Leuten, die ihm den Fußtritt versetzt haben, in Gnaden auf- genommen wird. Noch im vorigen Jahre rief Frhr. v. Zedlitz bei der Etatsberatung im Abgeordnetenhause den Freisinnigen zu: «Sie sind diejenigen, welche die Sozialdemokratte mit Ihren Agitattonen erst recht großgezogen haben. In dieser Beziehung, meine Herren, sind Sie auch wieder mal die Vorfrucht der Sozial- demokratte." lind ganz ähnlich äußerte sich sein Fraktionsgenosse Gamp bei der Beratung der Wahlgesetze, als er die Parteigenossen des Herrn Broemel als die Schleppenträger der Sozialdemokratie be- zeichnete. Wenige Monate später verbünden sich die Schleppenttäger der Sozialdemokratte. die Vorfrucht der Sozialdemokratte, mit den Zedlitz, Gamp und Konsorten» um einige Mandate zu ergattern. So würdelos hat sich noch nie eine Partei benommen, so schamlos hat sich noch nie eine Partei prostituiert. Ein wahrhaft freisinniger Mann kann unmöglich für diese Art.Freisinn' stimmen. » Bürgermeister Reicke» der„geboren�' Liberale. Herr Reicke, Bürgermeister von Berlin und Freisinns- kandidat für den zweiten Wahlkreis, hat es übel ver- merkt, daß die Sozialdemokraten fein Bekenntnis zum Liberalismus nicht ernst nehmen wollen. In einer Versamniluug freisinniger Wähler des KreiseS, die am Montag stattfand, suchte er den Nach- weis zu führen, daß sein Liberalismus über allem Zweifel er- haben sei. Was Liberalismus ist, darüber hatte Herr Reicke vor acht Tagen in seiner Kandidatenrede gesagt:«Liberalismus ist eine Denkart« mit der man geboren wird, und von der nur zweifelhaft i st, ob sie gelernt werden kann." Die Versammlung belohnte dieses Dikwm mit donnerndem Applaus. Am Montag äußerte sich Reicke ganz ähnlich, und zwar so: „Liberalismus ist nicht ein Programm von so und so viel Puntten, sondern eine Denkart— eine Weltanschauung, mit der man ge« boren wird und wozu man gar nichts tun kann. Wer richtig liberal ist, der bleibt auch liberal l Nun klingen ja diese Orakelsprüche über den Liberaismus sehr geistvoll. Fragt sich nur. ob sie richtig sind. Selbstverständlich will Reicke nicht sagen, der Liberalismus sei das Glaubensbekenntnis neugeborener Kinder. Aber wenn seine Worte üherhaupt etwas bedeuten sollen, so können sie nur das bedeuten, daß man zum Liberalen wird vermöge seiner besonderen Anlage, die inan mit auf die Wett bringt, wie man zum Dichter, zum Gelehrten, zum Kaufmann, zum Handwerker«geboren" wird. Das Merkwürdige dabei ist. daß die Anlage zum Liberalismus in neuerer Zeit offenbar immer rarer geworden ist. Wenigstens ist der Nachwuchs an Liberalen in den letzten Jahr- zehnten inimer spärlicher geworden. Man kann.nichts" dazu tun". ein Liberaler zu werden, man kann den Liberalismus„nicht lernen" — nach Herrn Reicke. Daß man ihn aber— trotz Herrn Reicke— vergessen und aufgeben kann, das haben gleichfalls die letzten Jahr- zehme gezeigt, in denen weite Kreise der Bevölkerung ihren einstigen Liberalismus vergessen und für immer aufgegeben haben. Herr Reicke. der„geborene" Liberale, versuchte— wie oben gesagt— seine Zuhörer zu überzeugen, daß er ein echt liberaler, ein ausgesprochen freisinniger Mann sei. DaS habe er schon bewiesen, sagte er. Er habe«nämlich auch Bücher ge- schrieben", und da sei ihm im Punkte deS Freisinns eine«glänzende Kritik" zu teil geworden. Von„Post",.Kreuzzeitung" usw. sei er „immer vermöbelt" worden. Man sieht, daß der Herr Bürgermeister auch„volks'.ümlich" sprechen kann. Er versicherte, eS fei nicht wahr, daß er noch nicht öffentlich hervorgetreten fei..Er habe doch vor zwei Jahren beim Schillerfest eine Rolle gespielt und habe dieses Fest von höfischem Beiwerk freizuhalten gesucht. Auch politisch habe er sich bereits betätigt, er fei doch im Goethe- Bund Schriftführer gewesen und habe mitgekämpft gegcN die Lex Heinze. Dafür habe er, der damalige Kousistorialrat. sich versetzen lassen müssen: da sei er dann freiwillig aus dem Amt geschieden. Nur„aus Bescheiden- heit" habe er in seiner ersten Rede gesagt, er sei noch nicht mit feiner Ueberzeugung hervorgetteten. Wir fürchteten schon, der„ge- borene" Liberale werde schließlich auch das noch erzählen, daß er als Bürgermeister von Berlin die Ehrenjungfrauen auszusuchen hat. mit denen er bei Fürstenempfängen am Brandenburger Tor antreten muß. und daß er am letzten Sonntag einen Orden gekriegt hat. Aber hier verfiel er wieder in seine falsche Bescheidenheit und verschwieg's. Auch das verschwieg er, daß in Arbeiterkreisen s»in Name bekann t geworden ist durch einenvomBiirgermeister Reicke unterzeichnetenUkas des Magistrats, der darauf abzielte, den Arbeitern ihr Urlaubsrecht zu verkürzen. Da wurde bestimmt, daß „denjenigen Arbeitern, welche in der laufenden Urlaubsperiode be- reits wegen Krankheit längere Zeit beurlaubt gewesen sind, noch ein besonderer Erholungsurlaub nicht zu gewähren ist, wenn die Art der Krankheit, welche die Dienstversäumnis veranlaßte, eine Schwächung des körperlichen Gesamtbefindens nicht zur Folge hatte" Die Sozialdemokraten waren es, die im Rathause diese Verfügung zur Sprache brachten und sofortige Aufhebung forderten. Die frei- sinnige Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung begriff, daß die Gemeindeverwaltung Berlins durch jenen skandalösen Ukas vor aller Welt bloßgestellt worden war. Die«S oziolpolittker' des Magistrats, die den Ukas auf dem Gewissen hatten, mußten sich dann dazu bequemen, einzulenken. Von alledem erzählte Herr Reicke seinen Zuhörern nichts. Aber da er über sein Verhältnis zu den Ar« b eitern doch auch etwas sagen mußte, so erinnerte er daran, daß er früher eine Zeitlang dem Reichsversicherungsamt angehört habe. «Da sollte ich", so rief er,„nichts von den Nöten der Arbeiter wissen? I" Uebrigens sei er doch jetzt Bürgermeister von Berlin, und Berlin habe 16—17 ovo Arbeiter.„Ich sollte meinen", fügte er hinzu,„da müßte der Bürgermeister doch auch etwas von den Arbeitem wissen." Ja, er weiß wirklich, wie Arbeitern zu- mute ist! Eine Probe gab er einmal in der Stadtverordneten- Versammlung, als dersozialdemokrattscheStadtv. Zubeil Klage darüber führte, daß die Parkarbeiter bis in den Abend hinein bei der Arbeit festgehalten werden. Da sagte Herr Reicke:„Und was ist das für eine Arbeit? Wir alle sind glücklich, wenn wir einen Garten haben, solche Arbeiten um diese Zeit ausführen zu können, und freuen uns, wenn wir zu der späten Abendstunde noch eine so angenehme Be- schäfttgung haben."«Sehr richtig I' riefen hier die„geborenen" Liberalen der Stadtverordnetenversammlung, die zugleich die«be- rufensten" Freunde der Arbeiterklasse zu sein behaupten. Wer denkt nicht bei dem Hinweis auf die„angenehme Beschäftigung" der Parkarbeiter an die oben erwähnte Verfügung, die KrankheitS- Urlaub als„Erholung" hinstellte? Doch Herr Reicke machte damals noch wettere Bekenntnisse, aus denen zu ersehen war. wie weit sein Ver- ständniS für die„Nöte deS Arbeiters" reicht. Auf ZubeilS Klage über die Länge der Arbeitszeit der Parkarbeiter antwortete er:„Vergessen Sie doch auch daS Eine nicht, daß das Gros unserer Arbeiter nicht voll- kräftige Arbeiter sind, und daß sie ihre Arbeit, auch wenn sie tüchtig sind, wirklich selten mit dem vollen Einsatz ihrer Kräfte- auszuführen haben. Gehen Sie doch mal durch unsere Parks und Promenaden! Da finden Sie nicht viel Leute, von denen man sagen kann, daß sie noch im vollen Besitz ihrer 5l'räfte wären". Herr Reicke war beim Reichsversicherungsamt l Am Ende hat er es d o r t gelernt, aus «nicht vollkräftigen" Arbeitern durch entsprechend längere Arbeitszeit doch noch das volle Pensum herauszuholen? All' solche.Verdienste" um die Arbeiter wurden von ihm mit Sttll- schweigen übergangen, weil er— keinen Sttmmenfang treiben wollte. Er wolle, so witzelte er über seine eigene«Bescheidenheit", sich nicht auf die.Fischerei" verlegen, wie die Sozialdemokratte eS tue. Die .Fischerei" wurde nachher von einem seiner Freunde besorgt, von Herrn Utech, der den aufhorchenden Freisiunswählern aus der .Vossischen Zeitung" vorlas, Richard Fischer sei ein so schlechter Kerl, daß sogar der„Vorwärts" ihn schon«entlassen" habe. Niemand in der Versammlung erhob Einspruch dagegen, daß mit einem so blödsinnigen Wahlschwindel für Herün Reicke zu„fischen" versucht wurde. Es ist wirklich schade, daß uns nur noch 48 Sttmden vom Tage der Wahl trennen. Hätten Herrn Reickcs Freunde die Mög« lichkeit, ihre.Fischerei" noch vier Wochen lang fortzusetzen, so könnte ihnen am Abend des Wahltages das Ergebnis beschieden sein, daß auch der letzte der Liberalen, wenn nicht der«geborenen", so wenigstens der lernfähigen, ihrem Gant entflohen wären. Gegenüber diesem schimpflichen Treiben des Freisinns muß am 2ö. Januar für jeden vornehm denkenden Wähler der Schlachtruf lauten:„Nieder mit dem Freisinn! Wählt den Kandidaten der Sozialdemokratie Richard Fischer!" » Dir Bürgermeisterkandidatnr im zweite« Wahlkreise. wird immer mehr zu einer Mischmaschkandidatur. Jetzt haben eine Reihe Vertreter von Kunst und Wissenschaft einen Aufruf an das intellektuelle Berlin des Inhalts erlassen, Herrn Reicke den Weg in den Reichstag bahnen zu helfen. Der Aufruf ist von Professoren. Dichtern und Schauspielern unterzeichnet, unter anderen auch von dem Baurat und Professor Schwechicn, dem Verfasser der Kamel- inschrift in der Kaiser Wilhelm-GedächtniSlirche. Die Arbeiterschaft weiß, daß es gerade die Sozialdemokratte war. die im Reichstage den Kampf gegen Vermuckerung und für Geistes- freiheit am energischsten geführt hat. » Wählerversammlungen. Zweiter Wahlkreis. Heute Mittwoch, den 23. Januar, abends 8V9 Uhr: drei Wählerversammlungen. In der Viktoria-Brauerei spricht der Kandidat deS Kreises Genosse Richard Fischer, im Hofjäger-Polast, Hasen- Heide 52/53, referiert Genosse Block und in GliesingS GefellschaftS- hauS, Wasiertorstr. 68, wird Genosse Karl Mermuth das Referat halten. Dritter Wahlkreis. Heute abend 8V3 Uhr finden drei Wählerversammlungen statt in den.Zenttal-Festsälen". Alte Jakobstr. 32, in Graumanns Fest- sälen, Raunynstr. 30 und im.GcsellschaftShauS", Prinzenstr. L4. Die Genossen Paul Singer. Gottfried Schulz und Robert Schmidt werden über«Die Wahlen und die bürger- lichen Parteien" sprechen. Fünfter ZkreiS. Donnerstag, den 24. Januar, 8 Uhr abends, vier Wähler- Versammlungen: Lipps Brauerei, Am FricdrichShain; Schwcizer-Garlcn, Arn Königstor; Altes Schiitzenhaus, Linirnftr. 5; Johannis-Säle, JohanniSstr. 20. Referenten: Friedländer, Liepmann, Wels und Dr. Wehl sowie in allen Versammlungen Ansprache deS Kandidaten Robert Schmidt. Wir erwarten, daß alle Genoffon und Genossinnen erscheinen und niemand bei diesen letzten Veranstaltungen fehlt. Das Wahlkomitee. Berkehrögesellschaften und das Wahlrecht ihrer Angestellten. Zur Ausübung des Wahlrecht? von feiten ihrer Angestellten hat die Große Berliner Straßenbahn für den Wahltag einen besonderen Dienstturnus festgesetzt, der jedem Wahlberechtigten die Teilnahme an der Wahl gestattet. Entfernter Wohnende werden für die zur Wahl erforderliche Zeit vom Dienst entbunden. Die Hauptwerkstätte schließt am Wahltage bereits um 5 Uhr statt um 6 Uhr. so daß die Arbeiter zwischen 5 und 7 Uhr ihr Wahlrecht ausüben können. Ob und in welcher Weise die Omnibusgesellschaft Vorsorge getroffen hat, um ihren Angestellten die Ausübung des Wahlrechts am 23. Januar zu ermöglichen, ist nicht bekannt. Wahlversammlungen. Erster Wahlkreis. Am Montag hatten unsere Genossen eine Versammlung für das Hansaviertel nach dem Cafü Gärtner am Bahnhof Bellevue ein- berufen. Obgleich es in dieser Stadtgegend nicht viele Arbeiter im engeren Sinne des Wortes gibt, war die Versammlung doch von einer so großen Personenzahl besucht, wie der Saal nur irgend fassen konnte. Die Mehrzahl der Versammlungsbesucher waren wohl Proletarier, wenn auch in besserer Kleidung als Arbeiter sie zu tragen pflegen, doch waren auch Angehörige bürgerlicher Kreise verhältnismäßig zahlrerch erschienen. Die Versammelten folgten den: Vortrage des Genoffe Heine, der die im Vordergrunde des politischen Interesses stehenden Begebenheiten vom Stand- Punkt der Sozialdemokratie aus beleuchtete, mit UN- geteilten? Interesse. Die Beifallskundgebungen, mit denen die Zuhörer die Ausführungen des Redners begleiteten, legten Zeugnis dafür ab, daß die überwiegende Mehrheit der An- wesenden die vom Referenten vorgetragenen Anschauungen teilt und die scharfe Kritik, welche er an der Regierungspolitik übte, billigt. Allgemeinen Beifall fanden die Schlußworte des Referenten, in denen er die Wähler ausforderte, sich dem Protest gegen die Politik der Regierung anzuschließen, indem sie ihre Stimme dem Kandidaten der«ozialdemo- kratte geben.— Als hieraus Genosse A r 0 n s das Wort erhielt, wurde er als Kandidat des Wahlkreises mit lebhaftem Applaus begrüßt. Seine Kritik der gegnerischen Parteien und ihres Auftretens im gegen-" wältigen Wahlkampf fand ebenfalls den ungeteilten Beifall der Ver- saminlung. Angehörige gegnerischer Parteien nahmen nicht daS Wort, auch sonst mächte sich keinerlei Opposition gegen die vor- getragenen sozialdemokratischen Anschauungen bemerkbar. Nachdem der Vorsitzende Wolderskh eine Aufforderung an die An- wesenden gerichtet hatte, für die Wahl unseres Kandidaten zu wirken, stimmte die Versammlung mit Begeisterung in das Hoch auf die Sozialdemokratie ein. Fünfter Wahlkreis. Eine stark besuchte Wählerversammlung inurde aut Montag in den„M u s i k e r s ä l e n" der Kaiser Wilhelmstraßc abgehalten. Besonders zahlreich waren diesmal die kleinen und mittleren Gewerbetreibenden dcS dortigen Stadtteils erschienen, ein Zeichen dafür, daß auch diese Kreise ein immer lebhafteres Interesse an der politischen Haltung sowie an den Gesamt- bestrebungen der Sozialdemokratie bekunden. Ueberhaupt wies die Versammlung in ihrer Zusammensetzung vorwiegend neue Gesichter auf. die man sonst in sozialdemokratischen Versammlungen nur selten oder gar nicht zu sehen bekommt. Das Referat hielt der Genosse Singer. Scharf ging der Redner mit den Frei- sinnigen ins Gericht, die sich ja mit der vagen Hoffnung tragen, durch die Person des JustizratS Cassel der Sozialdemo- kratie den Kreis wieder zu entreißen. Wer von den politisch denk- fähigen Wählern, so fragte er, könne den Freisinnigen noch seine Stimme geben, die bis vor kurzem sich noch als Gegner der Kolonialpolitik aufspielten und jetzt ebenfalls vom Afrikakoller befallen sind? Die politische Würdelosigkeit des Freisinns und die Schleppenträgerdienste, die er der Reaktion beständig leistet, müßten den Liberalismus naturgemäß im ganzen Reiche auch um den letzten Kredit bringen. Neber die Stellung der Sozialdemokratie zu den Freisinnigen bei den Stichwahlen werde die Parteileitung endgültig ja erst nach der Hauptwahl entscheiden. Soviel aber könne er jetzt schon sagen:„W enn wir die Freisinnigen behandeln würden, wie sie eS ihrer schmählichen Haltung nach verdienen, dann hätten wir aller- dings Ursache genüg, dafür zu sorgen, daß von diesen armen Schachern überhaupt keiner mehr in den Reichstag hineinkäme."(Lebhafter Beifall.) Auf den bekannten Silvesterbrief de? Reichskanzlers eingehend, meinte der Redner launig, Fürst B ü l 0 w fei in seinen geschicht- lichen Hinweisen recht inkonsequent, sonst hätte er in seinem Schreiben an den Oberstkommandierendcn deS Reichslügen- Verbandes hinzufügen müssen, daß auf die Säbelherrschast der Napoleonidcn die Republik gefolgt ist.— Den Wahlrechtsver-> schlechterern aber wolle er zurufen: Sie mögen es sich bewußt werden, daß der Arbeiterklasse das allgemeine, geheime, gleiche und direkte Wahlrecht genau so viel wert ist wie den Fürsten ihre Krone.(Stürmischer Beifall.) In der DjSkussion suchte ein Herr Brock unter weitgehendster Ausnutzung der gewährten Redefreiheit eine Lanze für die frei- sinnige Volkspartei zu brechen. Pathetisch deklamierte er:„Wer die Prinzipien der freisinnigen Volkspartei kennt,—"(„Hat ja keine!" rief jemand frisch in den Saal. Schallendes Gelächter.) Der biedere Freisinnsmann meinte dann schließlich, kolonial- freundlich sei die Volkspartei fetzt, weil in den Kolonien„da unten" doch alles auf dem Spiele stehe. Hätten die Kolonien schon so viel Geld verschlungen, dann könne man für unsere Brüder, die da draußen Gut und Blut hingegeben, die geforderten„paar lumpigen Millionen" auch noch opfern.— Als darauf der Genosse Singer das Wort erhielt, um dem streitbaren Freisinnskämpen zu ant- warten, da ergriff dieser tapfere Held schleunigst das Hasenpanier. Singer hielt die inhaltlosen Redensarten des freisinnigen Aus- reißers einer eingehenden Würdigung gar nicht wert. Seine Ant- wort war denn auch mehr eine wohlwollende politische Belehrung der übrigen noch anwesenden Gegner. Von niemand, so führte er u. a. aus, werde die traurige Tatsache, daß die Gebeine von 2000 deutschen Soldaten in den afrikanischen Sandwüsten bleichen müssen, mehr bedauert, wie gerade von der Sozialdemokratie. Dock die Sozialdemokratie treffe keinerlei Verantwortung für den Tod der armen Soldaten, die ihr Leben für eine Sache geopfert, die nur einer kleinen Clique von Kolonialinteressenten a la Tippels- kirch nütze, dem Volke aber nur Schaden gebracht hat. Diese Clique habe auch das Blut der gefallenen deutschen Soldaten auf dem Gewissen, niemand anders. Mit ihrer Gegnerschaft gegen die koloniale Raubpolitik wolle die Sozialdemokratie es ja gerade verhindern, daß die deutschen Landeskinder im Waffcnrock ihr Leben in den Kolonien nutzlos in die Schanze schlagen.(Beifall.) Nach der energischen Aufforderung des Referenten wie auch des Vorsitzenden L t e p m a n n, alles daran zu setzen, daß der 5. Kreis gleich in der Hauptwahl für die Sozialdemokratie wiedergewonnen werde, wurde die Versammlung mit Hochrufen auf die Partei, wie auch auf den Genossen Singer und unseren Kandidaten Robert Schmidt gegen Mitternacht geschlossen. Im alten„Schützenhau sc" in der Linienstraße war der Zudrang so groß, daß bald nach 8 Uhr der Saal abgesperrt werden mußte. Genosse Robert Schmidt hielt einen sehr beifällig aufgenommenen Vortrag» in dem er Bülows Rede zerpflückte und die gegnerischen Parteien, besonders die Freisinnigen, scharf kriti- sierte. Interessant genug ist diesmal der Wahlkampf, so meinte der Redner. Wir sehen die beiden„starken Männer", Bülow und Dcrnburg, in die Arena steigen und einen gefährlichen Ringkampf beginnen. Schon werden dte Zuschauer stutzig und fragen sich: Werden sie siegen? Und wenn sie unterliegen, was dann? Man ist durchaus nicht siegesbewußt und fürchtet, überall der Sozial- demotratie in die Hände zu spielen.— Unsere Partei habe nichts Positives geleistet, sagt Bülow, und dabei entzieht unS die Regierung jede Gelegenheit zur positiven Arbeit, selbst in Gemeinde- Vertretungen hindert man uns an positiven Leistungen. Redner besprach den Inhalt der verschiedenen Flugblätter, die von den Gegnern im 3. Kreise verbreitet werden; er zeigte, daß man nichts Tatsächliches gegen die Partei vorzubringen stoeiß. Er schloß seine Rede mit einem kräftigen Appell an die sozialdemokratischen Kreis Teltow. Bähler, Berlin im ersten Wahlgange am 25. Februar zu erobern!| um die Frage der Erhaltung und den Ausbau des Wahlrechts redete, blieb Genosse Neumann die Antwort nicht schuldig. In Zur Diskussion meldeten sich keine Gegner. Der Vorsitzende handle; in allen diesen Angelegenheiten habe sich der Freifinn energischer aber höflicher Form verstand er es, die Unterbrecher ermahnte die Genossen noch, am Wahltage nicht nur zu wählen, durchaus unzuverlässig erwiesen. Seine mit starkem Beifall seiner Rede zum Schweigen zu bringen. Neben ihm hatte sich ein sondern auch nach besten Kräften zu agitieren. aufgenommenen Ausführungen Schloß er mit der Auf besoffener Bauer ausgespreizt, der ihn fortgesetzt unterbrach. Klar forderung, unseren bewährten bisherigen Vertreter Friz und deutlich zeigte er, was wir aus den Kolonien zu erwarten Zubeil zu wählen. Nach einigen recht konfusen Ausführungen haben. Auch die berühmte deutsche Arbeiterversicherung rüdte er ins eines freisinnigen Vorstandsmitgliedes, für die er vom Genoffen rechte Licht. Zum Schluß seiner Rede zeigte er der Versammlung Hoffmann mit ein paar furzen Bemerkungen abgefertigt wurde, das bekannte Pamphlet Nr. 55 des Lügenverbandes. Er hatte es erhielt Herr Dr. Eyck das Schlußwort, in welchem er noch einmal so weit gebracht, daß nicht nur seine Genossen ihm lebhaft Beifall die Freisinnspolitik zu rechtfertigen suchte; doch dürften ihm die spendeten, sondern auch auf der gegnerischen Seite Zustimmungen zwischenrufe gezeigt haben, daß er damit wenig Glück hatte. Be- laut wurden. Zum Schluß sprach er die Ueberzeugung aus, daß es merken wollen wir, daß sich im Gegensatz zu anderen Orten die den bürgerlichen Parteien nicht gelingen wird, die Arbeiter zu födern. Gegner anständig benommen haben, so daß auch eine fachliche Dis- Die Arbeiterschaft wird am 25. Januar dem tampferprobten Genossen fussion möglich war; wahrscheinlich fürchteten sie, im anderen Falle Artur Stadthagen zu einem glänzenden Siege verhelfen. vor leeren Stühlen sprechen zu müssen. Charlottenburg. Eine Wählerversammlung für den an Moabit angrenzenden Teil fand am Freitag in den Moabiter Bürgerfälen statt. Referent war Genosse Bernhard, der unter anderem erwähnte, daß die Agrarkonservativen schon aus dem Grunde gegen die Kolonialpolitik sein müßten, weil ja, wenn die Kolonien erst ertragsfähig wären, ihre ganze Zollpolitik durch die Einfuhr der Stolonialprodukte gefährdet würde. An dem Verhalten der liberalen Parteien übte er schonungslose Kritik und zeigte, daß deren Programm feineswegs in Einklang mit ihrem Handeln gebracht werden fönne. Der 1stündige Vortrag fand lebhaften Beifall. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Vortrefflich besuchte Wählerversammlungen im Niederbarnimer Kreise fanden in den letzten Tagen noch statt in Hennickendorf, woselbst Genosse Hermann Weise- Berlin referierte. In Fredersdorf sprach Genosse Stadthagen unter großer Begeisterung der Anwesenden. Teltow. Stark besucht war eine am Sonnabend im Lokal von Biedenhagen einberufene Wählerversammlung. Referent war Genosse Zehlendorf. Die Begeisterung zu den Reichstagswahlen ist auch gubeil. Vor Beginn des Referats spielte sich eine heitere Szene hier eine überaus große und berechtigt zu den besten Hoffnungen. ab, indem sich ein Pastor a. D. das Wort erbat und allerlei durchEin Zeichen davon bot eine öffentliche Wählerversammlung, ein- einander redete. Das Referat des Genossen Zubeil wurde mit Das Pendant hierzu bot eine am Montag von bürgerlicher berufen vom sozialdemokratischen Wahlkomitee. Der Referent war stürmischem Beifall aufgenommen. Genoffin Thiele Seite einberufene Wählerversammlung. Kein Feuer, teine WerbeGenoffe Zubeil. Er führte aus, wie uns die Hansdampfpolitik in Tempelhof forderte alsdann die Frauen auf, am Tage der Wahl kraft in den Ausführungen des Referenten und der Uebrigen, allen Ländern in eine völlig isolierte Stellung dem Auslande die Säumigen mit heranzuholen. Auch Genosse Röder ermahnte nichts weiter als hundertfach wiederholte alte Ladenhüter. Der gegenüber gebracht habe. Benn allerdings Fürstenbegegnungen, bei allem Siegesbewußtsein, daß jeder seine Pflicht tun müsse. Der Stadtrat Dahms aus Neuenhagen hatte ja gnädigst Diskussion zuÜmarmungen und ausgeteilte Freundschaftstüffe eine, Garantie Gesangverein„ Eintracht hatte am Anfang und Schluß der Ver- gestanden, jedoch als dieselbe ihm und den übrigen zu brenzlich für den Bestand des Friedens sein würden, so müßten sammlung stimmungsvolle Lieder vorgetragen. wurde, schwenkten dieselben zum Schluß ein. Der spärliche Beiwvir denselben bis in alle Ewigkeit hinein schon haben. Aber Groß- Besten. In start besuchter Volksversammlung referierte fall, der diesen Herren gezollt wurde, zeigte, daß die Anwesenden Leider ist dem nicht so, der legte Schmaß ist noch nicht verklungen, die Potentaten find noch nicht wieder in ihre am Sonntag im Saale des Gastwirts Meineke Genosse Kurt von dem im Referat angeführten nicht sonderlich überzeugt waren. Residenzen und schon werden der Volksvertretung neue Geseze an- einig. Redner verstand es, die Anwesenden an seine AusZu einer Auseinandersetzung mit einem Herrn Pastor Stroh= gekündigt, die eine Vermehrung der Streitkräfte zu Wasser und führungen zu feſſeln. Er fand, da der Reichsverband den Ort mit meier tam es in Kagel, wo Genosse Hesse- Berlin referierte. zu Lande fordern. Man kann daraus ersehen, wie wenig geeignet Flugblättern geradezu überschwemmt, Gelegenheit, die Versammelten Die Ausführungen des Pastors, der ein Loblied auf die Kolonien berartige Fürstenbegegnungen dazu sind, den Frieden aufrecht zu mit den Lügenprodukten näher bekannt zu machen. Auch das Ver- fang und sonst die Reichsverbandstiraden wiederolte, wurden vom erhalten. Uebergehend zur Kolonialpolitit stellte Redner zunächst halten des Ortsvorstehers unterzog er einer herben Kritif, weil er Referenten sowohl als auch von den Genossen Hermann Stoff, fest, daß unter allen Kolonialreichen Deutschland das jüngste sei, den Wunsch der Genossen, die Wählerlisten abzuschreiben, verweigerte. Otto Schröder und Friedrich Wislang- Herzfelde und da die Erde so ziemlich verteilt sei, ist es klar, daß Deutschland An der Diskussion beteiligten sich die Genossen Kiez, Ostwald widerlegt. Eine so gründliche Abfuhr hatte der Herr Seelsorger nicht mehr das beste Stüd Land für seine Kolonien erhalten habe. und Starupte. Gegner hatten sich nicht zum Wort gemeldet. gerade in diesem Ort nicht erwartet. Nachdem Nedner noch das Verhältnis der Krone zum Parlament Mit einer Aufforderung des Vorsitzenden, in die Organisation eineiner scharfen Stritif unterzogen hatte, beschäftigte er sich zum Schluß zutreten und am Tage der Wahl für den Genossen Zubeil zu mit den gegnerischen Parteien und deren Kampfesweise. Während stimmen, wurde die Versammlung geschlossen. etwa 250 Bersonen, darunter viele Frauen eingefunden. Seine In Radebrück, wo Genosse Stadthagen sprach, hatten sich 2½stündige Rede wurde mit stürmischem Beifall aufgenommen. die Sozialdemokratie es für unter ihrer Würde hält, die gegnerischen Auch in Groß- Beeren wird der Wahltag mit Freude erwartet; Gine Diskussion fand nicht statt. Die Genossen Frank und Kandidaten persönlich zu verunglimpfen, scheuen sich die Wahlmacher denn daß auch hier für die Gegner nicht allzu günstige Aussichten Grimm richteten noch eine flammende Aufforderung an die Verder sogenannten gebildeten" Parteien nicht, unsere Kandidaten und vorhanden sind, bewies die Stimmung einer am Sonntag statt- sammelten, am Tage der Wahl ihrer Pflicht eingedent zu sein und speziell ihn, in der unflätigsten Weise zu beschimpfen. Doch da er gefundenen, von Frauen und Männern gut besuchten Boltssich in 13jähriger parlamentarischer Arbeit das Vertrauen seiner bersammlung. Nach dem Beifall zu urteilen, den die Ausführungen für einen erfreulichen Sieg des Kandidaten Sorge tragen zu helfen. Wähler erworben habe, sehe er diesem Treiben mit Gleichmut zu. der Genossin Thiel und des Genossen Koester ernteten, dürften Bor 100 Personen sprach in Grünheide Genosse Weise= Zum Schlusse forderte er auf, am 25. Januar ein Volksgericht ab- auch hier am Tage der Wahl die sozialdemokratischen Stimmen die Berlin. Eine Diskussion an das beifällig aufgenommene Referat zuhalten über unsere Unterdrücker und Ausbeuter und nur der der Gegner bei weitem überflügeln. schloß sich auch hieran nicht. Sozialdemokratie die Stimme zu geben. Brausender Beifall durch300 Personen füllten am Sonntagnachmittag den neuerbauten In Hermsdorf i. M. referierte Genosse Wilhelm Denker Saal des Herrn G. Fiedler in Dabendorf, um den packenden Aus- vor start besuchter Versammlung. Die Stimmung der Versammführungen des Genossen Obst- Schöneberg zuzuhören. Daß sich lung gab sich am besten kund in der einstimmigen Annahme folgendie Versammlung mit der Anschauung des Referenten einverstanden der Resolution:" Die heute hier Versammelten erklären sich mit erklärte, bewies die einstimmige Annahme folgender Resolution: den Ausführungen des Referenten einverstanden und verpflichten Die heutige öffentliche Reichstagswählerversammlung erklärt sich sich für den Kandidaten der Sozialdemokratie voll und ganz einmit dem Referenten einverstanden und verpflichtet sich, am 25. Januar zutreten, und die Jdeen der Sozialdemokratie verbreiten zu helfen." Einen imposanten Verlauf nahm die am Sonntag stattdem Kandidaten Frizz Zubeil zum Siege zu verhelfen." gefundene Wählerversammlung in Biesdorf( Ostbahn). Die Versammlung mußte leider schon um 2% Uhr geschlossen werden, weil der überwachende Beamte infolge der um 2½ Uhr beginnenden Kirchzeit dieselbe zu schließen verlangte. Indes zeigte sich auch hier, daß dem vortrefflichen Referat des Genossen VieretterKarlshorit, die Gegner nichts zu entgegnen wußten. Partei- Angelegenheiten. hallte den überfüllten, von etwa 500 Personen besuchten Saal nach den letzten Worten des Redners. In der darauf folgenden Diskussion tam zuerst ein Vertreter des Reichsliigenverbandes zum Wort. Aus dem tonfusen Zeug, welches er hervorbrachte, war nur so viel zu entnehmen, daß ihm die Internationalität der Sozialdemokratie nicht gefällt und daß er überzeugt sei, daß ein großer Teil der Ausgaben für Heer, Marine und Kolonien in Gestalt von hohen Arbeitslöhnen in die Tasche der Arbeiter geflossen ist. Diese Ausführungen riefen nur Gelächter bei In Friedersdorf fand am letzten Sonntagnachmittag eine von den Versammelten hervor. Als der Redner die Versammelten auf- 250 Personen besuchte öffentliche Wählerversammlung statt. Trok forderte, als„ deutsche" Männer nur den Kandidaten aller nationalen des eintretenden Schneewetters waren die Teilnehmer aus allen Parteien zu wählen, ertönten laute Entrüstungsrufe durch den Saal. benachbarten kleineren Ortschaften gekommen und lauschten mit Dem Genossen E. Fuchs war es ein leichtes, mit diesem Klopf- großem Interesse den vorzüglichen Ausführungen unseres Genossen fechter der Reaktion fertig zu werden. Humorvoll führte Groger- Rigdorf. Großer Beifall wurde dem Redner am Schlusse Redner aus, der Reichsverband habe, was vor seinem Be- feines zweistündigen Referats. Die Stimmung war eine sehr bestehen nicht möglich war, die Prostituierte in das Gebiet der geisterte und ist zu erwarten, daß unsere Stimmenzahl auch in diesem Politik eingeführt, indem er zu allen Parteien ins Bett steige, die rein ländlichen Gebiete bedeutend wächst. die Reaktion auf ihre Fahne geschrieben hätten. Auf den Zwischens In helle Beleuchtung rückte in Eichwalde vor einer gut be= ruf des Herrn Schnabel der Reichsverband wäre doch männlich", erwiderte Genosse Fuchs: das wäre um so schlimmer, denn die suchten Wählerversammlung die Reichsverbands- Flugblätter Genosse männlichen Prostituierten feien sicher die unangenehmsten. Nach alter- Zeuthen, der an Stelle des Genossen Wollermann das Referat übernommen hatte. Die Stimmung und der Beifall der einigen weiteren Ausführungen, die ein gefälschtes Bitat des Herrn Versammelten legten Zeugnis davon ab daß auch hier der Schnabel richtig stellten, schloß Redner mit der Aufforderung und unter großem Jubel der Versammlung, am 25. Januar 1907 25. Januar nicht günstig für die Gegner ausfallen wird. nur dem Kandidaten der Sozialdemokratie, dem Genossen Zubeil Einen guten agitatorischen Erfolg hatte die in Hermsdorf am die Stimme zu geben. Genosse Im berwies auf die Sonntag stattgehabte Versammlung, in welcher Genosse rib 30 Milliarden Nationalvermögen, um welche Summe sich dasselbe Se as per Schöneberg referierte. Nach dem Referat und einer in den letzten Jahren vermehrt habe. Für die Arbeiter sei nichts einstimmig angenommenen Resolution, in welcher die Versammelbei diesem Milliardensegen abgefallen, im Gegenteil, neue indirekte ten mit allen Kräften für die Wiederwahl Fris Zubeils einzutreten Heute abend 6% Uhr findet die FlugblattSteuern auf die notwendigsten Lebensmittel sorgten dafür, daß der geloben, versprachen die Genossen nach der Wahl die Gründung verbreitung per Stuvert statt. Arbeiter den Hungerriemen immer fester ziehen müsse. Die einzige eines Wahlvereins am Ort vorzunehmen. Alle Genossen müssen in den bekannten Lokalen zur Stelle Antwort müsse am 25. Januar darin bestehen, daß mit übergroßer Das Wahlkomitee. Majorität der Genosse Bubeil als Abgeordneter des Kreises gewählt wird. Der Arbeitergesangverein„ Echo" leitete die Versammlung mit Gefang ein und sang auch am Ende derselben ein stimmungs volles Lied. = Erster Wahlkreis! fräften aus dem sechsten Kreise die Mitteilung, daß heute Den Parteigenossen des ersten Kreises und den HülfsMittwochabend von 7 Uhr an eine Flugblattverbreitung per Kuvert von den bekannten Stellen aus stattfindet. Es darf niemand fehlen! Achtung! Vierter Streis! Achtung! Fünfter Wahlkreis! Donnerstag, den 24. Januar, 7 Uhr abends: Flugblattverbreitung von den bekannten Stellen aus. Die Genossen des Kreises sowie die Helfer aus dem vierten Kreise Oft treten dort an, wo sie schon früher tätig waren. Ueber Volksrechte und persönliches Regiment referierte in fein. Trebbin am Sonntag Genosse Fuchs- Zehlendorf. In eindringlicher Weise legte Redner den Anwesenden nochmals ans Herz, am 25. Januar ihre Pflicht zu tun und gegen die herrschende unge rechtigkeit und Willkür durch Abgabe eines sozialdemokratischen Steglitz. Die vom Reichslügenverbande zum Mon- Stimmzettels zu protestieren. Auch diesmal hatten die Gegner tag einberufene Versammlung nahm einen ziemlich stürmischen nicht den Mut, troh Zusicherung unbeschränkter Redefreiheit, zu Anfang. Auf die Wortmeldung eines Genossen zur Geschäfts- erscheinen und ihre Ansichten darzulegen. Dagegen hatten sie zum ordnung, erwiderte der Vorsitzende:" Gibt's nicht, die Geschäfts- Dienstag, den 22. d. M., nach dem Schützenhause alle nationalen" ordnung bin ich!", während unsere Gegner wütend riefen: Wähler durch Karten eingeladen, darunter eine beträchtliche An- Alle Mann zur Stelle, damit die Arbeit " Schmeißt den Sterl raus!" Auf die Frage, ob uns Redefreiheit zahl Arbeiter, die sie auch diesmal wieder als Stimmbieh zu be- rasch erledigt wird. zugesichert würde, dekretierte der Vorsitzende: 10 Minuten!" nußen gedenken. Wer irgendwie lammfromm erschien, ist mit einer Unter diesen Umständen wurde den Genossen empfohlen, den Saal solchen Einladung beehrt worden. Ohne Karte kein Einlaß. Aus Rigdorf. Heute, Mittwochabend, findet die Verbreitung der zu verlassen, was auch geschah. Die Reichstreuen stimmten das Lied Versehen sind auch Parteigenossen damit bedacht worden. Wie Einladungen der Wähler zur Wahl statt. Da diese Briefe mit der Deutschland über alles" an, worauf die Sozialdemokraten mit der traurig muß es um die Sache der Gegner bestellt sein, daß sie sogar Adresse des Wählers versehen sind, so ist diese Arbeit sehr zeitMarseillaise antworteten. Unter brausenden Hochrufen auf die in einem solch kleinen Ort wie Trebbin, wo bei 867 Wahlberech- raubend. Es wird Wert darauf gelegt, daß die Verbreitung ge= Sozialdemokratie und den Kandidaten Zubeil und dem Gesang tigten 1903 die bürgerlichen Parteien 411 Stimmen gegen 298 wissenhaft ausgeführt wird, deshalb darf kein Gedes Sozialistenmarsches lichtete fich langsam der vorher überfüllte sozialdemokratische auf sich vereinigten, nur noch in geheimen noffe fehlen. Sammelpunkte sind die in den Bezirken be Saal, in dem nunmehr die lebende Geschäftsordnung" des Reichs- Ronventikeln versuchen, unsere unaufgeklärten und noch schwanken- fannten Zotale. berbandes mit seinen Getreuen allein blieb. den Klassengenossen für sich einzufangen. Nach der Wahl werden die herzlichen Einladungen und die dringenden Bitten, doch ja zu kommen, wohl aufhören, dann will der ehrsame Bürgersmann vom Blebs nichts mehr wissen. Nieder- Barnim. " Zu gleicher Zeit teilen wir mit, daß für den Tag der Wahl, Nowawes- Neuendorf. Daß der Liberalismus in diesen Orten also am Freitag, den 25. Januar, das sozialdemokratische Wahl= vollständig abgewirtschaftet hat, bewies eine am Freitag im„ Deutschen bureau sich in den Räumen des Lokales von Hoppe, HermannWirtshaus" stattgefundene von den Liberalen einberufene öffentliche straße 49, befindet. Alle in den Bezirken nicht zur Verwendung Wählerversammlung. Trotzdem zwei Größen dieser Partei, Oberst kommenden Genossen finden sich dort ein. Das Wahlkomitee. Gädte und Dr. Eyck, angekündigt und erschienen waren, wies der Der Gemeindeknüppel im Dienfte des Wahlkampfes. Eine heitere Tempelhof. Heute, Mittwoch: Flugblattverbreitung von den Saal eine gähnende Leere auf, die erst durch das Erscheinen einiger Episode wird uns aus dem Dorfe Wenfickendorf bei Oranienburg bekannten Stellen aus. Nach der Flugblattverbreitung findet ein Sozialdemokraten etwas behoben wurde. Herr Gädke nahm zuerst mitgeteilt. Dort besteht die Sitte, amtliche Bekanntmachungen Extra- Zahlabend bei M. Müller, Berlinerstr. 41/42, statt. Sämtdas Wort und führte aus, daß die Gunst, die die Regierung jetzt auf einem zu diesem Zwede angefertigten Holze( Gemeindeknüppel) liche Mitglieder haben die Pflicht zu erscheinen. dem Freifinn bezeige, noch größer werde, wenn es demselben gelinge, von Haus zu Haus gehen zu lassen. Dieser Tage erschien nun der Berlinerstr. 9, eine öffentliche Wählerversammlung statt, in welcher Am Donnerstagabend 8 Uhr findet im Wilhelmsgarten", fich bedeutend zu verstärken; er fang dann ein Loblied auf Sid- Snippel mit folgendem Schreiben: westafrika, das einst berufen sein werde, die überschüssige deutsche Be- nüppel mit folgendem Schreiben: der Schriftsteller G. Fuchs Zehlendorf einen Vortrag über die bölferung aufzunehmen; unsere deutschen Brüder drüben dürften wir nicht im Stiche lassen; Dernburg sei der richtige Mann, um aus den bevorstehenden Reichstagswahlen halten wird. Alle Wähler sind Kolonien etwas zu machen. Im übrigen müsse der Liberalismus hierzu eingeladen. gegen jede Reaktion kämpfen. Herr Dr. Eyck hielt eine längere Rede über die Notwendigkeit eines starten Heeres, die Schädlichkeit des Klaffenkampfes, die Notwendigkeit einer praktischen Politik, des Ausbaues der Sozialpolitit usw., mit besonderer Schärfe wandte er sich gegen die konservative und Zentrumspartei, aber auch gegen die Sozialdemokratie müsse der Freifinn fämpfen, da sie den " Bei allen Einwohnern hier! Am Sonnabend, den 19. Januar 1907, abends 7 Uhr, findet im Siedemannschen Gasthof in Zehlendorf eine wählerversammlung statt, in der Herr Direktor Brenning und noch einige Herren aus Oranienburg über die bevorstehenden Reichstags= wahlen sprechen werden. Zu dieser Versammlung werden alle nationalen Wähler ergebenst eingeladen. Der Bürgermeister für Der patriotische Verein für Dranienburg und Umgegend. Dranienburg und Umgegend. Darunter der Stempel der Gemeinde Wenfickendorf. Fürwahr eine billige und ansprechende Agitation. Vielleicht Klassenkampf predigt. Bei so viel Feinden sei der Stampf so schreibt unser Genosse überläßt der Herr Ortsvorsteher auch zwar schwer, aber der Freifinn nehme ihn guten Mutes der Sozialdemokratie einmal den Knüppel und drückt den Gemeindeauf in der Hoffnung, daß er in Zukunft mehr Einfluß auf stempel auf ein Flugblatt? das politische Leben gewinnen werde. In der Diskussion nahm 3 J Zehlendorf. Am heutigen Tage, abends 6% Uhr, findet eine Flugblattverbreitung per Kuvert statt, zu der alle Genossen und Genossinnen ersucht werden, zu erscheinen. Die Ausgabe des Materials erfolgt für den 1. Bezirk bei Wilh. Mieck, Karlstr. 12; für den 2. und 3. Bezirk bei Benno Mickley, Potsdamerstr. 25, und für den 4. Bezirk in Schlachtensee im bekannten Lokal. Ferner findet am Donnerstagabend 8 Uhr eine öffentliche Wählerversammlung statt, zu der die Genossen ersucht werden, recht eifrig zu agitieren. Frauen haben Zutritt. Gegner erhalten Redefreiheit. Die Versammlung findet statt bei Wilh. Mied, KarlGenosse Hoffmann das Wort, welcher in einer dreiviertelstündigen Eine gehörige Lektion erhielt in einer vom bürgerlichen Mischstraße 12. Schmargendorf. Am Mittwoch, den 23. Januar, abends Nede die Stellung der Sozialdemokratie zu den von den Vorrednern masch in Hohen- Neuendorf( Station Stolpe, Nordbahn) einberufenen angeschnittenen Fragen darlegte. Treffend kennzeichnete Redner die Wählerversammlung der Referent Herr Rechtsanwalt Jonas 8 Uhr, findet im Restaurant. ,, Wirtshaus Schmargendorf", Warne politische Wandlung des Freisinns, der sich nur dadurch noch einige Oranienburg. Seine tonfusen Darstellungen von den herrlichen münderstraße 6, eine öffentliche Wählerversammlung statt, in Zeit am Leben erhalten zu können glaubt, wenn er konservativen Kolonien", seine Loblieder auf die deutsche Arbeiterversicherungs, welcher Genosse Geiser Berlin über die bevorstehende ReichstagsAnschauungen huldigt. Eine Partei, die noch bis vor kurzem gegen gesetzgebung, die den Arbeitgebern so ungeheure Laften auferlege, wahl sprechen wird. Alle Reichstagswähler sind hierzu eingeladen, die Kolonialpolitik getvesen sei und nun plößlich ihr die bereits zu wiederholten Malen widerlegten Lügen über Stadt auch Frauen find willkommen. Freie Aussprache für jedermann. Den Genossen sei noch bekannt gegeben, daß vor der Versammwärmster Befürworter ist, verdiene keine Unterstügung mehr. Hagen wurden von unserem Genossen Neumann schlagend widerUnfer Genosse zeigte alsdann, was die so sehr gepriesenen Kolonien legt. Nicht nur dem Herrn Jonas sondern auch dem Herrn Lahn, lung eine Flugblattverbreitung stattfindet. Dieselbe findet ebentvert feien, und übte hierauf schonungslose Kritik. Die Schäden des der als erster Diskussionsredner die wunderbarsten Dinge von der falls vom Wirtshaus Schmargendorf" aus statt und hat sich jeder Militarismus und die stets steigende Schuldenlaft führte Redner den armen irregeleiteten Masse" durch die Sozialdemokratie zu er- Genosse pünktlich dazu einzufinden. Treptow- Baumschulenweg. Seute abend 8 Uhr: FlugblattVersammelten drastisch vor Augen. Redner erläuterte noch, daß es zählen wußte und einem nationalen Arbeiter, der von den sauer fich diesmal um die Frage: Säbeldiktatur oder Boltswille? sowie verdienten Groschen, die die Arbeiter in die Verbandskassen zahlen, verbreitung. Morgen, Donnerstag, finden zwei große öffentliche ch Versammlungen statt. Für Treptow im Lolal Behler, Köpenicker Landstraße 20; für Baumschulenweg in Speers Festsälen. Freitag abend 9 Uhr finden ebenfalls zwei öffentliche Versammlungen statt, in welchen die Wahlresultate verkündet werden.— Die Wahlkontrolllokale befinden sich in Treptow im Restaurant Wernicke (Radrennbahn), Ecke Treptower Chaussee und Elsenstraße, in Baumschulenweg im Restaurant Joseph Schäfers, Baumschulen- straße 14/15. Die hülfsbereiten Genossen wollen sich am Tage der Wahl nur dort einfinden. Das Wahlkomitee. Adlershof. Heute Mittwochabend 8 Uhr, findet in Wöllsteins „Lustgarten" die letzte öffentliche Versammlung vor der Reichstags- wähl statt, in welcher unser Kandidat, Genosse Z u b e i l, zu seinen Wählern sprechen wird. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet und ersuchen wir die Parteigenossen, für zahlreichen und pünkt- lichen Besuch Sorge tragen zu wollen. Das Wahlkomitee. Grünau. Zu der von den Liberalen nach dem„Jägerhause", Bahnhofstr. 1. einberufenen öffentlichen Wählerversammlung bitten wir die Genossen, zahlreich zu erscheinen. Dieselbe findet heute abend 8 Uhr statt. Das sozialdemokratische Wahlkomitee. Nieder-Schöneweide. Die Parteigenossen werden ersucht, sich heute abend pünklich um TVa Uhr zur Flugblattverbreitung bei Ferd. Reimann einzufinden. Alt-Glienicke. Am Donnerstag, den 24. d. Mts., abends 8 Uhr, findet im Lokal des Herrn Paul Ebel eine Volksversammlung für Männer und Frauen' statt. Tagesordnung: Ein letztes Wort an die Reichstagswähler. Referent: Genosse Dr. Rosenfeld- Berlin. Reichstagswähler! Erscheint in Massen. Am Wahltage haben sich die Kontrolleuxe für auswärts um dVa Uhr früh bei H. Satz einzufinden, woselbst sich das Wahl- bureau befindet. Für Alt-Glienicke müssen sämtliche Genossen. welche sich am Vormittage des Wahltages zur Verfügung gestellt haben, um 8 Uhr früh bei H. Saß zur Stelle sein. Friedenau. Heute abend 7 Uhr findet von den Bezirkslokalen aus eine Flugblattverbreitung statt. Zu derselben müssen alle Parteigenossen sich einfinden. Am Donnerstag, den 24. d. Mts., findet im..Rheinschloß" eine öffentliche Versammlung statt, in welcher Genosse-Borchardt- Charlottenburg referiert. Am Freitagabend 9 Uhr wird im„Rheinschloß" das Wahl- resultat bekannt gegeben.— Das Bureau befindet sich bei Grube. Kaiser-Allee 85. Teleph. Friedenau 201. Alle Informationen sind dort oder beim Genoffen Thielike, Fregestr. 77. zu erhalten. KSnigs-Wustcrhausen. Heute abend 7 Uhr findet im Alten Schützenhause eine Volksversammlung statt. Nachdem Mitglieder- Versammlung des Wahlvcreins, in welcher die nötige Einteilung für den Wahltag erfolgen soll. Es werden deshalb die Genossen ersucht, alle zu erscheinen. Der Vorstand. Kaulsdorf. Heute abend 8 Uhr findet im Lokale von Mees eine öffentliche Wählerversammlung statt. Referent ist der Gc- nosse Rechtsanwalt- Dr. Oskar Cohn. Pankow. Heute, Mittwochabend 8 Uhr, im„Kurfürsten", Berlinerstr. 102: Oeffentliche Wählerversammlung. Tages- ordnung: 1. Vortrag des Kandidaten des Kreises, Genossen Stadthagen, über„Unsere Kolonialpolitik und die Reichstags- wählen". 2. Freie Diskussion. Genossen, sorgt für zahlreichen Be- such dieser Versammlung. Diejenigen Genossen, welche sich für den Wahltag zur Ver- fügung stellen, wollen sich am Tage vor der Wahl, am Donners- tag. den 24. Januar, abends 8 Uhr, in Renters„Volksgarten" einfinden. Das Wahlkomitec. Oranienburg. Die Genoffen werden hierdurch nochmals auf die Wählerversammlung, welche heute im Lokal von Roggenthin, Schützenstr. 50. stattfindet, hingewiesen. Genosse Rehbein- Berlin ist Referent und wird über„Sozialdemokratie und die Reichstagswahlen" sprechen. Genossen! Sorgt für starken Besuch dieser Versmnmlung; agitiert für dieselbe, ganz besonders unter den Indifferenten. Der Vorstand. Tegel. Genossen! Heute abend werden Kuverts verteilt. Jeder Genosse mutz so früh wie möglich erscheinen bei Gehlhaar. Berlinerstr. 92. Donnerstag abend wird das letzte Flugblatt ver- teilt. Kein Genosse versäume, seine Pflicht zu erfüllen. Der Vorstand. Spandau. Am Donnerstag, den 24. Januar, abends 8 Uhr. finden vier Volksversammlungen statt: bei Kumke, Schönwalder- straße 80; Borchardt. Seeburgcrstr. 26; Köpnick, Pichelsdorfer- straße 39. und Schwabe. Seegefelderstr. 54/55. Referenten: Frau Jhrer-Pankow, Bauer-Berlin. Th. Fischer-Berlin. R. Schmidt- Velten Der Kandidat Dr. K. Liebknecht hält in allen Versamm- langen Ansprachen. Am Freitag, den 25. Januar, abends 8 Uhr. in denselben vier Lokalen: Wahlresultatverkündung. Lerlmer s�acbrickten. Namenlvse Helden! Zum Gedächtnis der drei Genossen Henfel, Lachmann. Nauen, die heute vor 20 Jahren(am 22. Januar 1887) mitten in der Aufklärungsarbeit des Flugblattverbreitens den Heldentod für das B o l k starben. Drei Helden!— Von ihnen kein Denkmal in Erz. Nicht Marmoralleen melden---' Und doch umschließt sie des Volkes Herzl Und doch sind eS wirkliche Helden I Sie trugen unter dem Schandgesetz Flugblätter in ihren Armen Durch den Wald bis zum See ging die wilde Hetz, Verfolgt von blauen Gendarmen. Das Eis ist zu schwach!— Und die Blauen sie nah'nl— „Die Blätter beschlagnahmt?"—„Gefangen?"— „Niemals!'„Hinüber die schwankende Bahn!"■— Und aufs Eis die Tollkühnen sprangen. Und es schwanket das Eis und es kracht und es knackt, Den Helden folgt keiner der Blauen— Und drüben am Ufer die Dörfler packt, Die Knechte und Bauern, ein Grauen. Und laut bricht das Eis. als ob es spricht: „Es wiegen zu schwer mir die Blätter!" Und eS kracht und eS kreischt und es birst und es bricht... Doch den Kämpfenden kommt kein Retter. Da warfen die Blätter sie hoch in die Luft: „Hoch die Partei!" sie riefen... Und sie sanken hinab in die nasse Flut... Und sie sanken hinab in die Tiefen... Doch der Schrei— der Sckirei. als die sterbenden Drei Tief unter dem Eise versunken... Der letzte Schrei: ,. Hoch die Parteil" Der ist nicht mit ertrunken. Den nahm der Wind— der Wind, daß er frei Zum Sturme— zum Sturme werde! Zum Wühler und Werber der Todesschrcil Zum lebendigen Odem der Erde! Und die Blätter— die Blätter, die nahm der Wind. Der gab sie dem Sturme wester: Der Sturm und der Wind als Genossen sind Die besten Flugblattverbreiter! Und Flugblatt auf Flugblatt, vom Sturme beschwingt, Flog fluchend über die Fläche Daß den drunten, der mit dem Tode ringt, Im Tode sein Flugblatt räche! Und Flugblatt auf Flugblatt das Ufer erreicht-» Da greifen es hundert Hände. Den Knechten wird es ums Herze so leicht, Sie spüren der Knechtschaft Ende--- Drei Helden!— Von ihnen kein Denkmal in Erz, Nicht Marmoralleen melden--- Und doch umschließt sie des Volkes Herz I Und doch sind es wirkliche Helden Von der Brotteuerung. Die Ermittelungen über den Brotpreis in Berlin, die das Berliner Statistische Amt regelmäßig vornimmt, liegen jetzt bis zum Dezember 1906 vor, und es läßt sich nun überschauen, wie in dem ganzen Jahre 1906 die Preisbewegung sich gestaltet hat. Von einer„Bewegung" kann man diesmal eigentlich kaum reden. Nachdem in der zweiten Hälfte des Jahres 1905 der Brotpreis rapid gestiegen war, hat er sich das ganze Jahr 1906 hindurch ziemlich unverändert auf der bedeutenden Höhe gehalten, die er schon Ende 1905 erreicht hatte. Für Roggenbrot, das ja in der Ernährung der minder- bemittelten Bevölkerung eine Haupttolle spielt, hatte der Preis pro Kilogramm sich im Dezember 1904 auf knapp 23>/z Pf. gestellt, im Dezember 1905 stand er schon auf 2S'/g Pf. und bis zum De- zember 1906 stieg er dann noch weiter auf 27llB Pi. Der Durchschnitt des ganzen Jahres war für 1904 erst 23'/z Pf, für 1905 war er 24'/g Pf., für 1906 aber schnellte er auf volle 27 Pf. empor. Das ist ein Roggenbrotpreis. wie die Bevölkerung Berlins ihn seit fast anderthalb Jahrzehnten nicht mehr gehabt hat. Man muß bis auf die Hunger- jähre 1892 und 1891 zurückgehen, wenn man noch höhere Preise finden will. Ermittelt wird der Brotpreis durch Feststellung des G e w i ch t e S der vom Stattstischen Amt in zahlreichen Bäckereien angekauften Brote. Wenn man aus dem Preise pro Kilogramm sich wieder das Gewicht herausrechnet, dann zeigt sich, daß im Dezember 1906 das Brot- quantum pro 50 Pfennig um reichlich 8/s Pfund geringer war als zwei Jahre vorher im Dezember. Da das Brot nicht bei einem bestimmten Gewicht zu wechselndem Preis. sondern bei wechselndem Gewicht zu festem Preis verkauft wird, so fällt die Verteuerung des Brotes nicht jedem sogleich auf. Wenn aber der Gewichtsunterschied so bedeutend wird, wie wir ihn gegen- wärtig bereits haben, dann läßt der Magen sich nicht länger betrügen, und dann wird auch der Einfluß auf das Budget von Arbeiterfamilien jedem erkennbar. Wir haben erst vor wenigen Wochen an dieser Stelle ausgeführt, daß zu demselben Quantum Brot, das man vor zwei Jahren noch in wöchentlich sieben Broten kaufte, gegenwärtig noch ein achtes Brot pro Woche erforderlich ist. Nebenbei bemerkt: auch das Weizenbrot ist selbst- verständlich heute teurer als vor einem Jahre oder gar vor zwei Jahren. Der Durchschnittspreis pro Kilogramm Weizenbrot stellte sich für 1904 auf 418/« Pfennig, für 1905 auf 42% Pfennig, für 1906 aber auf 45 Pfennig. Die Steigerung ist verhältnismäßig nicht so bedeutend wie beim Roggenbrot, aber fühlbar genug ist sie auch hier. Wer etlva das zu teuer gewordene Roggenbrot durch Schrippen ersetzen wollte, der würde aus dem Regen in die Traufe geraten. Und auch der berühmt gewordene Ratschlag, die armen Leute möchten doch Kuchen essen, wenn ihnen das Brot zu teuer sei, ist nicht gut durchführbar: schon deshalb nicht, weil soeben dieKonditoren beschlossen haben, auch die Kuchenpreise zu erhöhen. Wir könnten billigeres Brot haben, wenn nicht die Wucher- zölle uns daS Brot verteuerten. Unter den politischen Parteien gibt es keine, die den Brotwucher so entschieden be- kämpft, wie die Sozialdemokratie eS tut. Mit dem Wort tritt auch der Freisinn ein gegen die Verteuerung der Lebensmittel durch Zölle und Steuern. Tatsächlich ebnet er aber den Lebens- mittclvertcuerern die Wege, indem er den Konservativen willig die gewünschte Wahlhülfe gewährt— den Konservativen, für die die Lebensmittelverteuerung geradezu einen Programmpunkt bildet! Wer so, wie der F r e i s i n n, den Brot- und Fleischwucherern in Stichwahlen die gefährdeten Mandate rettet, der verwirkt den Anspruch darauf, daß sein Eintreten gegen die Lebensmittel- Verteuerung ernst genommen wird. Die Wähler aus den minder- bemittelten Bevölkernngsschichten werden am 25. Januar den Frei- sinn dahin werfen, wohin er gehört, zu seinen konservativen Bundes- genossen. Sie geben ihre Stimmen der Sozialdemokratie. die allein den Kampf gegen die Lebensmittelverteuerer anfrichttg und entschlossen führt._ Für die Bahnsteigschaffner! Schärft'te Winterkälte, schneidender Wind. Die Straßen werden leer, die wenigen Leute laufen, daß man die Faulen nicht von den Fleißigen unterscheiden kann. Auch die Bahnsteigschaffner frieren zum Davonlaufen, aber sie stehen in ihrem Pferch und haben keine Bewegung als knipsen.„Wenigstens eine Strohdcckc" wünschte sich einer. Warum er das nicht bei seinem Vorgesetzten wünscht? Aber man könnte ihm viel besser helfen! Ein Bund Krumm st roh in den Pferch, das bis an den Leib reicht! Das wärmt den ganzen Mann. Parademäßig sieht es nicht aus, aber warm ist es. So schützen sich die Bauern im Schlitten und unsere agrarische Regierung muß das wissen. Wer der Herr Eisenbahn-Asscssor, der Herr Eisenbahn-Geheimrat und der Herr Eisenbahn-Minister sitzen mollig und warm und haben an Nötigeres zu denken. Sie könnten so viel Leiden mit so wenigen Pfennigen lindern. Denn der Eisenbahnfiskus kann das ver- brauchte Stroh an den Militärfiskus als Streu verkaufen. Wenn die Eisenbahnregierung wollte, hätte sie längst für solche billige Bewärmung sorgen können, anstatt zu warten, bis wir für die armen Eisenbahner heischen um ein Bund Krumm st roh! Sparpolitik oder Dispositionsvermögen. Unter dieser Spitzmarke brachten wir gestern eine Notiz, in der über die in der Irrenanstalt Buch herrschende Beköstigung Klage geführt und dem Kuratorium für die Heimstätten empfohlen wurde, hier einmal nach dem Rechten zu sehen. Für die Besucher der Irrenanstalt kommt, wie wir uns heute berichten wollen, nicht das Kuratorium der Heimstätten, sondern die Deputation für die städttsche Jrrcnpflege in Bettacht. Der Ordensrrgen, der am Sonntag herniedergegangen ist, war heftiger als in den Vorjahren. ES wurden nicht weniger denn 3579 Orden und Ehrenzeichen verliehen gegen 2853 im vorigen Jabre. Wenn dieser Ordensregen von Jahr zu Jahr in derselbe» Progression sich steigert, wird er bald alles überfluten und Deutsch- land wird in absehbarer Zeit nur noch über„ausgezeichnete" Männer verfüge,», diejenigen ausgenommen, die„Thron und Altar unter- wiiblen". Unter den Ausgezeichneten befindet unter anderen sich neben dem Oberbürgermeister Kirschner auch Herr Reicke, der Bürger- meisler und ReichSlagskandidat ftir den zweiten Wahlkreis. Ob Herrn Reicke, mit dem Roten Adlerorden vierter Klasse beschwert, der Durchfall nunmehr leichter fallen wird? Unsere Segenswünsche begleiten ihn! Mit 19 Grad Celsius unter Null hat die Temperatur in Berlin und Umgebung einen Tiefpunkt erreicht, wie er seit 1888 nicht mehr beobachtet worden ist. Eine ähnlich niedrige Temperatur war bei dem Kältcrückschlag im März des genannten Jahres vor- Händen. Gestern Morgen war die Spree und ihre Kanäle fast in ihrer ganzen Ausdehnung mit einer Eisdecke überzogen. Wo sich noch offene Stellen befanden, dampfte das Wasser unter der Ein- Wirkung des gewaltigen Temperaturabstandes, und man konnte deutlich erkennen, wie sich auch auf jenen Stellen Eisflächen bildeten. Die Seen in der Umgebung Berlins waren schon vor-. gestern geschlossen und die Eisdecke der Müggel hatte gestern Morgen eine Stärke von IVa bis 2 Zoll aufzuweisen. Eisbrecher bemühten sich vergeblich, eine Fahrstraße auf dem Wasser frei zu halten. War das Eis von dem Dampfer aufgebrochen, so schloß es sich schon nach ganz kurzer Zeit unter der Einwirkung der starken Kälte wieder zusammen, so daß für jeden Schiffs-Schleppzug die Fahrrinne wieder von neuem durchbrochen werden mußte. Am morgigen Tage dürfte die Schiffahrt gänzlich eingestellt werden. Auch auf das Holzpflaster in den Straßen Berlins übte die Kälte einen ungünstigen Einfluß aus. An vielen Stellen ritz das Pflaster auseinander und zeigte Spalten von 1 bis 2 Zentimeter Breite. Der explodierte Bersuchszünber. Schwere Folgen sollte für den Mufetier Grosse eine unvorsichtige Handlungsweise haben. In Begleitung des Kanoniers Dohm von der Versuchskompagnic der Artillerie-Prüfungskommission loar G. an cineni Sonntag Morgen nach dem Artillerie-Schießplatz in Kummersdorf hinausgegangen. Trotz des strengsten Verbotes waren die beiden so unvorsichtig und eigneten sich mehrere Versuchszünder, die auf dem Schießplatz lagen, au. D. verbarg die Geschosse an einer Stelle, an der für sie die größten Gefahren vorhanden waren. Er legte sie unter dem Feuerherd der Feldschmiede in die Asche. Als am nächsten Tage der Schmied Feuer anzünden wollte, entdeckte er die Zünder noch im letzten Augenblick. Sie waren bereits stark erwärmt. Wären die Zünder zur Explosion gekommen, so wäre zweifellos eine un- absehbare Katastrophe entstanden, da dicht neben der Feldschmicde das Pulvermagazin liegt. Der Musketier G. ließ beim Hantieren mit den Geschossen eines derselben fallen, so daß es zur Explosion kam. Die Wirkung war für den unvorsichtigen Soldaten eine furchtbare. Der Unterleib wurde dem G. aufgerissen, der linke Unterarm vollständig herausgerissen und das rechte Auge vernichtet. Da der Unglückliche durch die schweren Folgen seiner Handlungs- weise schon hart genug bestraft war, so wurde von einer Bestrafung durch das Gericht Abstand genommen. Dagegen hatte sich der Ka- nonier D. vor dem Kriegsgericht der Kgl. Kommandantur wegen erschwerten Ungehorsams zu verantworten. Er wurde zu sechs Wochen mittleren Arrest verurteilt. Von einem Straßenbahnwagen herabgestürzt ist Montagabend gegen 11 Uhr der Swinemünderstr. 40 wohnende Schneider Janschke. Er stand auf der Hinterplattform des Anhängewagens eines Straßen- bahnzuges der Linie 38. verlor plötzlich das Gleichgewicht und stürzte in der Gertraudtenstraße auf das Straßenpflaster. I., der einen Bruch des linken Unterschenkels erlitten hatte, wurde nach der Unfallstation in der Brüderstraße gebracht. Vom Wagen abgestürzt und schwer verunglückt ist Montag nachmittag der 9jährige Sohn des Weißgerbcrs Simon aus der Justusstr. 10 in Reinickendorf. Der Knabe befand sich auf eineiu von einem Bekannten seines Vaters geführten Gcschäftswagen und beugte sich über den Wagenrand, um eineil auf der Straße gehenden Schulkameraden anzurufen. Hierbei verlor der Junge das Gleichgewicht und stürzte kopfüber auf das Straßenpflaster hinab. Mit schweren inneren Verletzungen und einer Gehirn- crschütterung wurde der Verunglückte nach dem Lazarus-Kranken- hause übergeführt. Ein schwerer Radfahrer-Unfall ereignete sich Montag nach- mittag in der Köpenickerstraße. Der 29jährigc Handlungsreisendc B. fuhr auf einem Zweirade die Straße entlang und wollte einem Straßenbahnwagen ausbiegen. Hierbei fuhr B. blindlings gegen einen aus entgegengesetzter Richtung kommenden Geschäftswagen, wurde niedergerissen und fiel so unglücklich, daß er eine schwere Schädelverletzung und Bruch des rechten Unterarmes erlitt. Der Verunglückte wurde nach dem Krankcnhause Friedrichshain über- geführt. Das rätselhafte Verschwinden des Superintendenten Gustav Else hat jetzt eine traurige Aufklärung gefunden. Der Vermißte ist gestern als Leiche aus dem Tegeler See gelandet worden. Zwischen der Insel Reiherwerder und Tegelort wurde der Tote aus den> Wasser gezogen. E. verschwand am 20. November aus seinen, Wohnort Groß-Zünder(Kreis Danziger Niederung), und vergeblich versuchten die Polizei und die Angehörigen etwas über den Verbleib des Vermißten zu ermitteln. Der Superintendent war vor seinem Verschwinden in der Heilanstalt untergebracht. Bei dem Toten wurden noch 650 M. in barem Gelde und die goldene Taschenuhr mit Kette gefunden. Unzweifelhaft ist E. das Opfer eines Unglücksfalles geworden. Vermutlich ist er in der Dunkelheit an den Ufern des Tegeler Sees umhergeirrt und ins Wasser geraten. Opfer des Frostes. Die ungewöhnlich strenge Kälte hat bereits eine Reihe von Opfern gefordert. So wurde in der vergangenen Nacht vor einem Lokal ,n der Schönholzerstraße ein Mann in völlig erstarrtem Zustande aufgefunden und in hoffnungslosem Zustande in das Moabitcr Krankenhaus eingeliefert. Der Er- frorene führte ein Krankenkassenbuch mit dem Namen Friedrich Daub bei sich.— Auch in der Jungfernhaide in der Nähe des Schiffahrtskanals wurde ein unbekannter etwa 40jähriger Mann erfroren aufgefunden. Er wurde gleichfalls dem Krankenhause zugeführt. Die Hand abgeschnitten. Von einem schrecklichen Unglücksfall ist gestern nachmittag der Arbeiter Louis Lindener in der Pank- straße 41 betroffen worden. L. hatte an der Kreissäge hantiert und als. er ein Brett anlege» wollte und die Säge in Bewegung setzte, geriet er mit dem rechten Arm durch einen verhängnisvollen Sturz gegen das Krcisrad. Dem Unglücklichen wurde am Knöchel die rechte Hand vollständig abgeschnitten. Nach Anlegung von Notverbänden auf der Unfallstation in der Lindowerstraße fand L. Aufnahme im Virchow-Ärankenhaus. Tödlich verunglückt ist gestern der 32jährige Arbeiter Paul Wallmeier aus der Neuen Friedrichstraße 100. W. hatte auf dem Grundstück Lcipzigerstraße 133 auf einer Leiter gearbeitet, verlor dabei plötzlich das Gleichgewicht und stürzte rücklings ab. Er zog sich einen schweren Schädelbruch zu und Ivurde in fast hoffnungs- losem Zustande in das Krankenhaus Am Friedrichshain ein- geliefert. Zu rckoguoszicren. Am 19. d. M» nachmittags gegen 1%.. Uhr, wurde die Leiche einer unbekannten, dem Arbeiterstande an- gehörenden Frauensperson an der Charlottenburger Brücke aus dem Landwehrkanal gelandet. Beschreibung: Etwa fünfzig Jahre alt, 1,64 Meter groß, kräftig, dunkelblondes, schwaches, an der Stirn etwas ergrautes Haar, hohe Siirn, blaue Augen, hellblonde, bogenförmige Augenbrauen, dicke Nase, defekte Zähne, breites Kinn, kleine Hände und Füße. Bekleidung: weißes Hemd und Nachtjacke, gezejchnct M. I., weiße Unterbeinkleider, schwarz und weiß gestreifte Bluse. Die Leiche befindet sich im Leichenschau- hause, Hannoversche Straße 6. Angaben über die Persönlichkeit werden unter Journal-Nummer 514. IV./41. 07 auf dem Polizei- Präsidium. Zimmer 329, oder in jedem Polizei-Revier entgegen- genommen. Feucrwehrbericht. In der letzten Nacht wurde die Feuerwehr nach der Bödikerstraße 3 gerufen, wo ein Weihnachtsbaum u. a. in Brand geraten war. Gleichzeittg mußte in der Gartensttaße 85 ein Küchenbrand gelöscht werden. Betten u. a. wurden in der Kaiser- straße 25 ein Raub der Flammen. Wegen Platzens eines Heiz- körperS erfolgte ein Alarm nach der Priiizensttaße 42. Ein Woh- nungSbrand befchäfttgte die Wehr in der Lmisitzerstraße 31. Gardinen u. a. wurden in der Köpenickerstraße 62 und Münzstraße 7 ein Raub der Flammen. Ein Kellerbrand rief die Wehr nach der Dessauerstraße 7. In der Französischenstraße 18 geriet in einer Restaurationsküche Fette usw. in Brand. Mit Erfolg wurde Sauerstoff in der Kurfürstenstraße 43 benutzt. Schöneberg. wortlich. 40 Vorort- Nachrichten. " Vermischtes. Zur Katastrophe in Kingston. Die gestrige Meldung von einer brüsten Zurückveisung der " Aus der göttlichen Weltordnung. Bei Daun( Rheinland) ist ein Handwerksbursche erfroren aufgefunden worden. Brennender Kohlenschacht. atveiflungstat einer unglüdlichen Mutter, die nur für ihre Kinder den Weg des Verbrechens betreten hatte. Die Angeklagte ist die Witwe eines Lehrers, der ihr außer einer mehr als färglichen Pension nur Schulden hinterließ, die infolge von Krankheiten entDie Stadtverordnetenversammlung stimmte in ihrer Tekten standen waren. Nach dem Tode ihres Mannes stand Frau B. nun Sizung einem Antrage des Magistrats zu: zur weiteren Erörterung allein mit ihren neun Kindern in der Welt. Sie nahm den Kampf Hülfe Ameritas für die vom Unglück Betroffenen seitens des der Stadttheaterangelegenheit eine gemischte Depu- mit dem Leben auf und saß Tag und Nacht an der Nähmaschine, um Gouverneurs von Kingston scheint sich nicht zu bestätigen. Heute tation, bestehend aus 10 Stadtverordneten und 5 Magistratsmit durch Mäntelnähen einige Groschen zum Lebensunterhalt zu ber- borliegende Nachrichten besagen, daß der Gouverneur das Ersuchen gliedern, einzusehen. dienen, da die geringe Pension gerade für die Miete ausreichte. Ge an die britische Regierung gerichtet hat, den Vereinigten Staaten von Sodann wandte fich die Versammlung nochmals der Beratung fam dann eine Zeit, in der das entsetzlichste Glend über die Familie Amerika den wärmsten Dank für die tatkräftige und schnelle Hülfe des Orts statuts für die Pflichtfortbildungsschule hereinbrach. Die Angeklagte verlor ihre Arbeit, außerdem er- auszusprechen. Es ist denn auch ein Depeschenwechsel zwischen Engzu. Im November vorigen Jahres hatte die Stadtverordnetenver frankten zwei Kinder. In der höchsten Not ließ sich die Frau B. land und Amerika erfolgt, und wird in der amerikanischen Antwort jammlung die, unentgeltliche Hergabe sämtlicher Bernmittel verleiten, einen Ladendiebstahl zu begehen. Sie wurde wegen an den englischen Striegsminister besonders betont, daß Präsident beschlossen. Der Magistrat ist diesem Beschluß nicht beigetreten diefer Tat zu einer fleinen Gefängnisstrafe verurteilt. Nach diesem Roosevelt bestimmt erwartet, daß sich, falls noch Hülfe notwendig, und beantragte folgende Abänderung: Fehltritt begann die Angeklagte von neuem, für ihre Kinder zu England an Amerika wendet, ba der Präfident wisse, wie gern Eng" Für die Beschaffung von Lefebüchern, Rechenbüchern, arbeiten. Ihre geringe Kraft reichte jedoch nicht aus und bald war land im umgekehrten Fall eine Hülfsaktion für Amerika einleiten Schreibheften, Linealen, Farben jorgt die Stadt. Unbemittelten Not und Glend der ständige Gast in der Familie. Als das Weih- würde. fönnen auch andere Lernmittel gegeben werden. Für die Be- nachtsfest herannahte, war die Not am schlimmsten. Der kleine Der Bürgermeister von New York hat von dem Bürgermeister schaffung der übrigen Lernmittel ist der Arbeitgeber verant- achtjährige Junge fror in seinem dünnen Kittelchen ganz erbärmlich. von Kingston ein Telegramm erhalten, in dem dringend um Am nächsten Tage wurde Frau B. in dem Wertheimschen Waren- Hülfe seitens der Amerikaner gebeten wird. Nach Ansicht des Magistrats geht der seiner Zeit gefaßte Be- hause dabei abgefaßt, wie sie einen Kinderanzug für einen etwa Es ist in der von der Zerstörung betroffenen Stadt nunmehr schluß der Stadtverordnetenversammlung zu weit, auch sprechen achtjährigen Knaben, den sie sich vorher zeigen ließ, aneignen wollte. eine gewisse Ruhe eingetreten. Ein Telegramm aus Kingston bagegen pädagogische und finanzielle Bedenken Stadtv. Magnan Die Festgenommene versicherte händeringend, sie habe sich nur in meldet: Da die Aufräumungsarbeiten ständig fortschreiten, haben ( Soz.) wendet sich gegen den Magistratsantrag und empfiehlt der der Not wieder hinreißen lassen, um von ihrem Kinde nicht mehr zwei Banten ihre Tätigkeit wieder aufgenommen und dadurch den Bersammlung voll und ganz an dem damals gefaßten Beschlusse hören zu müssen, daß es friere. Vor Gericht war die An- Geldmangel gelindert. Mehrere Kaufleute treffen Anstalten, ihr festzuhalten. Die völlige unentgeltlichkeit liege im Interesse der geklagte reumütig geständig. Der Staatsanwalt be- Geschäft vor Ende der Woche wieder zu beginnen. Die elektrische Lernenden. Die Meister würden doch auf jeden Fall die Kosten auf antragte 4 Monate Gefängnis. Rechtsanwalt eine Straßenbahn hat ihren Dienſt teilweise wieder aufgenommen. In die Lehrlinge abwälzen. Auch habe die Stadtverordnetenverfamm- führte aus, daß es mit der Rücksicht auf das große Elend, welches die Amerika und Großbritannien find umfangreiche Materialbestellungen lung über die finanzielle Tragweite ihres Antrages selbst zu ent- Angeklagte zu dem Diebstahl getrieben habe, schon eine harte gemacht worden. scheiden. Auf jeden Fall sei der Antrag des Magistrats der Be- Strafe sein würde, wenn man auf ebensoviel Tage erkennen würde, Es hat den Anschein, als ob auch die Strandungen der deutschen deutung der Fortbildungsschule keineswegs angepaẞt Stadtv. wie der Staatsanwalt Monate beantragt habe. Das Gericht Dampfer Prinz Waldemar" und" Prinzessin Viktoria Luiſe" im Gottheiner tritt ebenfalls für völlige unentgeltlichkeit ein. tam ebenfalls zu einer milderen Beurteilung der Sache, es er- Hafen von Kingston auf die Erdbebentatastrophe zurückzuführen Stadtv. Oberlehrer Seele legt sich für den Magistratsantrag ins tannte aber trotzdem auf einen Monat Gefängnis. find. Wie festgestellt sein soll, habe bereits vor dem Erdbeben eine Beug. Seiner Meinung nach werden die Lernmittel viel höher Verschiebung des Meeresbodens stattgefunden, so daß die in richtigem eingeschäßt und sorgfältiger behandelt, wenn man etwas dafür beKeine Sühne für den Tod eines Gärtnerlehrlings. Kurse steuernden Schiffe aufgelaufen sind. zahlt. Die völlige Ünentgeltlichkeit sei auch unpädagogisch. Bürgermeister Blantenstein erklärt, daß der Magistrat pringipiell auf Das Schwurgericht in Stendal gab am 15. d. M., wie wir der dem Standpunkt steht, daß man die Lernmittel unentgeltlich geben Stendaler Beitung" entnehmen, einen auffallenden Freispruch ab. fann, man müsse aber vorsichtig zu Werte gehen. Mache man mit Die Verhandlung richtete sich gegen den Gärtner- Bolontär Carl dem ersten Schritt gute Erfahrungen, so fönne man ja späterhin Schward von Stendal wegen Körperverlegung mit tötlichem Ausweitergehen. Stadtb. Hoffmann( Soz.) tritt den Ausführungen gange. Der Angeklagte stand im vorigen Jahre bei dem GärtnereiGleiwik, 22. Januar. Auf dem Brandfelde des Heinikflötes des Stadtv. Seele entgegen. Von einem Geschenk der Lernmittel befizer Gäde in Stendal in Stellung, bei dem auch der Gärtnertönne teine Rede sein, da die Kosten dafür durch die Steuern auf lehrling Stiefewetter aus Osterburg im 2. Jahr lernte. Zwischen der 250- Metersohle des Georgsschachtes der Königin Luise- Grube" gebracht werden. Stadtv. Dr. Marrwis empfiehlt ebenfalls, beiden entstand ein gespanntes Verhältnis, da Angeklagter wohl durchbrach, wie der Oberschlesische Wanderer" meldet, heute vorSen feiner Zeit gefaßten Beschluß aufrecht zu erhalten. Stadtv. feinen„ Volontär" dem Kiesewetter gegenüber zu sehr herausbeißen mittag das Feuer die aufgetürmten Dämme. Acht in der Nähe Val. Fröhlich legt der Sache teine große Bedeutung bei, er wollte, letterer sich aber dieselben Kenntnisse wie Schward beimaß. arbeitende Bergleute erlitten durch die hervor will nur, daß der Meister auf keinen Fall für Beschaffung der Lern- Am Freitag, den 28. September v. J., hatte Kiesemetter seine dringenden Flammen und brennende Gase schwere mittel herangezogen werden soll und stellt einen dementsprechenden Müße auf das Bett des Angeklagten gelegt. Letterer hatte sie dort Brandwunden. Die Verwundeten wurden in das KnappschaftsAntrag. Stadtv. Magnan( Soz.) tritt nochmals für Aufrecht- weggenommen und hinter einen Raften geworfen, auf Riesewetters hospital gebracht. Die Aufräumungsarbeiten auf dem Brandfelde erhaltung des alten Beschlusses ein und verurteilt die Haltung der Frage nach dem Verbleib der Müze aber gar nicht geantwortet. wurden sofort in Angriff genommen. Schuldeputation in dieser Angelegenheit, die den Magistrat ge- Am nächst folgenden Abend zwischen 6 und 7 Uhr gerieten beide schoben habe. In namentlicher Abstimmung wird sodann der heftig aneinander, da Schwarck die Müße immer noch nicht herausMagistratsantrag mit der vom Stadtv. Fröhlich beantragten Aende- gegeben hatte. Nachdem sich beide vom Zimmer auf den Hof ge= rung mit 25 gegen 16 Stimmen angenommen, damit ist also der schoben hatten, gerieten sie in ein weiteres Handgemenge. Schward alte Beschluß fallen gelassen worden. hatte dem schon im Zimmer von ihm blutig geschlagenen weit schwächeren Behrling noch weitere Fausthiebe gegen den Kopf verfeßt, die eine Berreißung einer Arterie an der rechten Seite des Gehirns in einer Ausdehnung von 4 Zentimetern zur Folge hatten. Der Verletzte hatte sich wegen der Schmerzen am Kopfe zu Bette das Verkehrswesen ist niedergebrannt. Die Entstehung des Brandes Tokio, 22. Januar. Das Hauptgebäude des Departements für pünktlich zur Stelle war, wurde die Tür zu seiner Kammer mit wird auf eine Million en geschäßt. begeben. Als er am nächsten Morgen beim Kaffeetrinken nicht wird einem überheizten Ofen zugeschrieben, der Brandschaden Gewalt geöffnet, man fand ihn entfeelt in seinem Bett. Dem Riesemetter wird von seinem Lehrherrn ein äußerst gutes Im März dieses Jahres findet die Wahl von zwei Gemeinde afteren Anlaß zu Tadel gegeben. Der Angeklagte will in Direttor des Handelskontors von Djibuti Clery und den Gemeinde- Beugnis ausgestellt. Zeugnis ausgestellt. Der Angeklagte hat dagegen des Djibuti, 20. Januar. Der Stamm der Jffas ermordete den bertretern statt. Es scheiden aus die Vertreter H. Stadelhof Notwehr gehandelt haben, indem er sich den K. vom Leibe Fähnrich Perlen vom Kreuzer" Descartes", welche etwa und J. Haberecht. Pflicht eines jeden Wählers ist es deshalb, sich zu überzeugen, ob er auch in der Wählerliste steht. Diefelben halten und die ihm zugefügten Verlegungen nur erwidert habe. 30 Kilometer westlich von der Stadt jagten. liegen an folgenden Stellen zur Einsicht aus: Im Gemeindebureau nehmung nicht gebraucht. Der Herr Geh. Medizinalrat in den Dienststunden, bei Gustav Joch, Restaurateur, Köpenickers Plange, der als Sachverständiger vernommen wird, bekundet über straße; Ferdinand Richter, Rudowerstraße, und Heinrich Saß, das Ergebnis der Sektion, daß in das Gehirn des N. ein aufGrünauerstraße; dortfelbst find auch Reklamationen unter Beifügung fallender Bluterguß stattgefunden hatte, der 11 8entimeter lang, der Legitimation aufzugeben. Ferner nehmen Reflamationen die 9 Zentimeter breit und 3 Bentimeter did gewesen ist. Als TodesGenossen War Winkelmann, Köpenickerstraße( Konsum), Wilhelm ursache ergab die Sektion der Leiche Bluterguß durch einen Querriß Dürre, Zimmerer, Rudowerstr. 33, und Karl Rühle, Grünauerstr. 47, einer Gehirnschlagader infolge äußerer roher Gewalt. Die SchädelUN 180 entgegen. Der Vorstand des Wahlvereins. Eingegangene Druckfchriften. decke des N. war außergewöhnlich dünn, so daß es sehr wohl möglich Umfturz in Sicht!! Von Prof. Dr. F. Staudinger. 24 S. Berlag: Ueber den Raubanfall in Glienicke auf den Werkstättenführer war, daß durch Faustschläge die Schlagader verletzt werden konnte, G. Röther, Darmstadt. Reinhold Frante fagt derselbe folgendes aus:" Ich hatte in nach Mitteilung des Sachverständigen müssen aber die Schläge mit Reclams Universal- Bibliothet. Nr. 4861, 4862. Klara Tschudi, Berlin den Vorortzug verpakt und benutzte deshalb die Wannsee- aller Gewalt geführt sein. Der Erste Staatsanwalt schilderte Königin Maria Sophia von Neapel. Ueberlegung aus dem Norwegischen bahn. Kurz vor 18 Uhr traf ich in Babelsberg ein und ging, nach der Vernehmung der Zeugen und Sachverständigen noch einmal von M. phil. Starl Stüchler. Geb. 80 Pf. Nr. 4863. Kurt Kraat und weil der Omnibus erst in vierzig Minuten abfahren sollte, zu den Verlauf des ganzen Streites, der in feinen Folgen so schweres Mr. 4864. Oskar Wilde, Die Ballade vom Zuchthaus zu Reading. Frhr. v. Schlicht. Liebes- Manöver. Luftspiel in drei Aufzügen. Fuß. Als ich durch die Kaiserstraße ging, tauchte plöglich vor Leid über zwei Familien gebracht; er beantragte Bestrafung Nr. 4865. Geschäftsordnung für den Reichstag nebst dem Reichsgesetz mir mit dem Rufe:" Geld oder Leben!" ein Mann auf. Sein wegen Körperverlegung mit tötlichem Ausgange, betr. die Gewährung einer Entschädigung an die Mitglieder des Reichstags. Aeußeres machte den Eindruck der Verkommenheit. Er dürfte zugleich aber auch mildernde Umstände. Justizrat Schubert und der Bekanntmachung vom 27. Juni 1906. Herausgegeben von Karl dem Vagabondentum angehören, jedenfalls war tein stellte die Tat als einen Akt der Notwehr dar und wies auch Bannier. Geb. 60 Pf. er Nr. 4866. 23. M. Garschin, Die rote Blume Stanalarbeiter, der mich gekannt hatte. Wie er mich anrief, darauf hin, daß die Folgen nicht so schwere gewesen wären, wenn und andere Novellen. Aus dem Russischen überfekt von Dr. B. W. Löwenhielt er mir mit der rechten Hand einen etwa 20 Bentimeter langen die Schädelknochen stärker waren. Noch einmal wies der Staats- berg. Mit Garschins Bildnis. Nr. 4867, 4868. Melchior Mehr, Revolver mit dunklem Schaff entgegen, mit der linken zückte er anwalt darauf hin, daß es Schward ein leichtes gewesen wäre, Regine. Eine Erzählung aus dem Ries. Geb. 80 Pf. Verlag: einen blanken, 10 Zoll langen Dolch. Ich hielt zuerst den Sterl durch Schließen der Tür zwischen Kiesewetter und seiner Person Ph. Reclam jun., Leipzig. für verrückt, ich sagte darum auch:" Mensch, Sie sind wohl dumm, eine sichere Grenze zu ziehen. Nach kurzer Zeit verkündete der was wollen Sie von mir, ich habe fein Geld!" Darauf schrie er Obmann der Geschworenen den Wahrspruch auf die Schuldfrage mich an:" Jawohl, Sie sind ein reicher Billenbefizer. Entweder ich mit Mein", der Vorsitzende verkündete das Urteil, das demgemäß erdolche Sie, oder ich erschieße Sie!"„ Aber machen Sie auf Freisprechung lauten mußte. Tiefes Schweigen herrschte doch keine Geschichten, Mensch. Sie irren sich. Ich bin der im Saal nach der Verkündigung, und der Bann löste sich erst, als eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 161), Werkführer Franke aus Glienicke, ich hab' doch nichts!" Un- der Diener die Zeugen aufforderte, die Bänke zu räumen. aufhörlich hielt er mir dabei den Revolver entgegen. Plößlich ließ er die Waffe sinken, schnellte vor, erhob sie wieder und hielt sie mir auf 84 Meter Entfernung ins Gesicht. Zweimal fnackte es, und beim dritten Mal hatte ich eine Kugel weg. Jch taumelte zuerst und rief dann um Hülfe. Da entfloh der Kerl auf der Straße nach Nowawes zu. Alles dauerte höchstens fünf Minuten. Ich konnte mich nicht berteidigen, denn ich hatte nur einen schwachen Schirm. Auch glaubte ich nicht, daß der windige Kert schießen würde. Ich konnte allein nach Hause gehen, das Blut floß nur so aus dem Mund, drei Zähne brach mir die Kugel aus und durchschlug dann die Decke der MundHöhle." Dem von der Stadtverordnetenversammlung gefaßten Beschluß, auch die Bürgerbeputierten von der Uebernahme städtischer Arbeiten auszuschließen, ist der Magistrat nicht beigetreten. Es wird beschlossen, gemäß der Städteordnung eine gemischte Deputation einaufeßen, um eine Einigung in dieser Angelegenheit zu erzielen. Zur Neuanschaffung von Wahlurnen zur Reichstagswahl werden 140 m. bewilligt. Alt- Glienicke. Bernan. Diese Ausrede hat er bei seiner ersten VerZum Wahlfonds Explodiertes Dynamit. Auf der Grube Friedrich Wilhelm bei Herford( Regierungsbezirk Koblenz) explodierten bei der Einfahrt auf dem Förderkorb 2 Kilogramm Dynamit. Sechs Bergleute sind schwer verlegt. Ein abgebranntes Regierungsgebäude. Auf der Jagd ermordet. Die Rälte. Das Thermometer zeigte gestern früh in Wien 16 Grad Réaumur. Briefkaften der Redaktion. 3. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, wochentäglich von 7 bis 9 1hr abends statt. Geöffnet 7 1hr. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 hr. Jeder Anfrage ist ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Beiefliche Antwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. G. K. 49. Wenden Sie sich an Herrn Wilhelm Ohse, Wollinerstr. 27a. F. 24. Wenn Sie in den preußischen Staatsverband aufgenommen werden wollen, fo müffen Sie die Stoften, die durch erforderliche Atteste gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: entstehen, selbst bezahlen. E. 2. 36. Die Strafe ist durch Amnestie Berliner Schwimmberein„ Welle" 10,-. Labisch u. No. 10,-. erlassen. 5. 3. 61. War enthalten in Nr. 168 unter Vermischtes Dreherei Schäfer u. Hanschner, 3. Nate durch Ziegler 5,-. Jahrgang 1903. A. B. 8. 1. Die Stadt hätte das Recht, würde aber Maschinenfabrik Schwarzkopff. Scheringstraße, Abteilung Dreherei, von dem Recht keinen Gebrauch machen. 2. Wenden Sie sich an die Maschinenbau 50,-. Vom Lieferanten der Gewerkschaften, Bethanien- Bersicherungsanstalt Berlin, Stöllnischer Bart. Dhne Stenntnis der Statuten ufer 8 30,- Gesammelt durch St. 2,25. Diener und Maschinender Kaffe ist Ihre Frage nicht zu beantworten. personal der Firma A. Jandorf, Gr. Frankfurterstr. 113, 2. Nate 13, find Sie berechtigt, auf Aufhebung des Vertrages oder auf Schadenersatz zu 2. G. 19. Sieht die Wohnung so aus, wie Sie geschildert haben, so Genossen des Fuhrhofes Klammann, Neue Hochstraße 4,65. Spar- flagen. R. 1003. 1. u. 2. Nein. 3. Wir fönnen teine bessere Ausberein Blühe" 20,-. Handelsfrau W. Schmidt, Markthalle II, funft als der Arzt geben. Wenden Sie sich an diesen. Siebsch, Trebbin. Stadtverordnetenversammlung. Zum ersten Punkt der Tages Stand 479 5,- Buchdruckerei Ulstein u. Sto., Zeitungsabteilung, Sie find zur Bahlung verpflichtet. B. 33. Wenn die Forderung ordnung wurde vom Vorsteher der Jahresbericht über die ab- 3. Rate 40,-. M. 3,-. Firma R. Lüd, Bimmerer 2,50. Spar- nicht etwa eingeflagt war, ist sie verjährt. Alfred 1000. Herzleiden, gehaltenen Stadtverordnetenversammlungen gegeben. Aus demselben verein der Harmlofen, Sedanstr. 71a 10,-. Bau Wilhelmstraße 6,75. das voraussichtlich zur Dienstuntauglichkeit führt. G. 500. Zeilen Sie ist zu entnehmen, daß im Jahre 18 Versammlungen, in welchen Hülfsarbeiter der Druckerei Woche", 2. Rate 20,-. Lederwaren- dem Wirt mit, daß Sie die notwendigen Menderungen auf seine Stoften 200 Sachen zur Verhandlung famen, stattgefunden haben. Von den fabrit Lutges u. No. 11,10. Kollegen der Firma Snigola, Alte anbringen lassen werden, falls innerhalb acht Tagen Remedur nicht eintritt, und führen Sie die Drohung aus." C. R. 1. u. 2. Ja. 24 Stadtverordneten haben elf, darunter unsere drei Ge- Jakobstraße, außer Einem 4,20. Tellersammlung der Werk- R. M. Nein, es ist aber auch anders entschieden. M. K. 22. noffen, alle Versammlungen besucht. Die Zahl der Zuhörer stattfizung G. Goliasch u. So. u. Ko. durch Schubert 5,20. Ge 200. A. 2. 100. Leider nein. Compagnon. Liegt fein schriftlicher ift von 24 des Vorjahres in diesem auf 121 gestiegen. fammelt durch Preuß beim Bockbierfest im Hirschgarten 6,-. Bertrag vor, so ist gleichmäßig zu teilen, die Borschriften über die Art der Jm nächsten Punkt der Tagesordnung bewilligte die Versammlung Eripartes Neujahrstartenporto, gesammelt bei Franz Hein, Brißer Teilung stehen im Handelsgesetzbuch. Sind Sie Compagnons und ist nichts Sem Polizeisergeanten Köthen die Umzugskosten im Betrage von straße 7 9,35. Verbandsmitglieder der Buchdruckerei Hempel, Arbeitskraft aus dem Geschäfte nicht zu.- 23. 100. Ja... 33. Die vereinbart worden, so steht Ihnen ein Anspruch für Berwendung der 50 Mart. Dann erklärte sich die Versammlung mit der Pflasterung 2. Rate 36,25. Schriftgießerei Wöllmer, darunter 50,- aus der Verjährung tritt erst in 30 Jahren ein. C. 188. 1. bis 3. Nein. der Brüder- und Hohesteinstraße einverstanden. Bezüglich der Bierfasse 128,75. Gesamtpersonal der Buchdruckerei Maurer u. Magistratsvorlage betreffend die Festsetzung der Anzahl der Schul- Dimmid, 3. Nate 7,50. Br. My. 1876 5,-. Redaktion„ Vorwärts", Rügen 7. Ja: Der Mietsstempel wird für die Zeit vom 1. Januar bis 1. Januar, nicht für die Mietszeit berechnet. tlassen im neu zu erbauenden Schulhause wurde beschlossen, ein 2. Mate 84,-. Schütze, Neuenburgerstr. 10,- Perfonal d. Buchneues Projekt ausarbeiten zu lassen, bei welchem drei weitere Schul- druderei Greve 21,90. Rauchtlub Frohsinn", Mitgl. d. B. N.- B.. 5,-. Klaffen und ein zweiter Eingang Berüdsichtigung finden sollen. Ueber Kollegen der Müzenfabrik G. A. Hoffmann, Wien 9,-. Rauchklub den Bau eines neuen Restaurationsgebäudes am Liepnissee fand Einigkeit", Charlottenburg 4,25. Verband der Gemeinde- u. Staatseine längere Besprechung statt, und soll ein solches den Verhältnissen arbeiter, Sektion I 25,- Rauchtlub Frohsinns Heimat", M. d. entsprechend mit geeigneten Reſtaurationsräumen wie auch mit A.-R.-B. 3,- Ausgesperrte Kollegen der Firma Schirn u. Co., Stationen Fremdenzimmern errichtet werden. Weißensee, aus der Sechserfasse 20,-. F. Mewes, Reichenbergerstraße 112 2. Sarre 10,-. Kuschny 1,-. F. Tismer, Jüdenstraße 18/19 2,- Ges. d. Wagner bei der Firma C. H. Röha, Berlin, Thaerftr, 21 15,30. Kollegen der Firma R. Siebert, Kurs fürstenstr. 13 5, Arbeiter- Radfahrer- Verein Frisch Auf", Niederlehme 10,-. Verbandskollegen der Stegliger Buch- und druckerei, G. m. b. H. 20,05. Gerichts- Zeitung. Ein trauriges soziales Bild ' 28. M. 38. Unbekannt.. Witterungsübersicht vom 22. Januar 1907, morgens s hr. Belter Stationen Swinemde 786 DSD 2 heiter pamburg 785 D Berlin Kunst Franfi.a.M. 777 ND 785 DND München 778 D Bien Summa Summa 693,-M. Bereits quittiert 17 248,91 M. 17 941,91 M. Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen4 wolten! 3 heiter 3 heiter 5 heiter Better 2 wolfig -12 Dunst -27 776 NN 5 wollig 7 779 SD 771 WSW 1 bedeckt 5 bedeckt 4 2 -15 Haparanda 791 SW -13 Petersburg 798 Still -17 Scilly -10 berbeen -20 Baris 782 NNAS 2 wolfen! 20 Wetter- Prognose für Mittwoch, den 23. Januar 1907. Troden und vielfach heiter bei strengem Frost und mäßigen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau entrollte eine Verhandlung, welche gestern die 2. Straffammer des Landgerichts I beschäftigte. Auf der Anklagebant mußte die Lehrerswitwe Julie B. Plak nehmen, um sich unter der Anklage des Diebstahls zu verantworten. Es handelte sich um eine Ver- genommen. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode. Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. s-w. 24. laijrjoB}. Z. Keilllge des Lmilris" Kttlimr UlllksdlM. Mmch.zz.K..°uM. fliweisiiDg für unsere Ashlkontrolleure. Durchlesen und danach handeln! Der sozialdemokratische Wahlkontrolleur hat am Wahltage, LZ. Januar 1907, Punkt 10 Uhr Vormittags, in dem ihm angewiesenen Wahllokale zu sein. Er hat sich mit einer genügenden Legiti- mation über seine Person zu versehen. Zum AllSweise darüber, daß er der Beauftragte der Partei ist, dient die abgestempelte Karte. Der Wahlkontrolleur hat sein besonderes Augenmerk auf die Befolgung der nachstehend auSzugS-- weise abgedruckten Bestimmungen des Wahlreglements zu richten. »» § 9. Die Wahlhandlung beginnt um 10 Uhr vormittags und wird um 7 Uhr nachmittags geschlossen. § 11. Der Tisch, an welchem der Wahlvorstand Platz nimmt, ist so aufzustellen, daß er von allen Seiten zugänglich ist, Auf diesen Tisch wird ein verdecktes Gefäß iWahlurne) zum Hineinlegen der Stimmzettel ge- stellt. Vor dem Beginne der Abstimmung hat sich der Wahlvorstand davon zu überzeuge», daß die Wahlurne leer ist. Die Stimmzettel müssen von weißem Papier und dürfen mit-keinem Kennzeichen versehen sein 10 Abs. 2 des Gesetzes); sie sollen 9 zu 12 Zentimeter groß und von mittel- !tarkem Schreibpapier sein und sind von dem Wähler in einem mit amtlichem Stempel ver- ehenen Unischlage, der sonst kein Kennzeichen haben darf, abzugeben. Die Umschläge sollen 12 zu IS Zentimeter groß und aus undurchsichtigem Papier hergestellt sein; sie sind in der erforderlichen Zahl bereit zu halten. Es ist entweder durch Bereitstellung eines oder mehrerer Nebenräume, die nur durch daS Wahllokal betretbar und unmittelbar mit ihm verbunden sind oder durch Vorrichtungen an einem oder mehreren von dem Vorstandstische getrennten Nebentischen Vorsorge dafür zu treffen, daß der Wähler seinen Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag zu legen vermag. Ein Abdruck des Wahlgesetzes und des Reglements ist im Wahllokale auszulegen. § 12. Die Wahlhandlung wird damit eröffnet, daß der Wahlvorsteher den Protokollführer und die Beisitzer mittels Handschlags an Eidesstatt verpflichtet und so den Wahlvorstand bildet. Zu keiner Zelt der Wahlhandlung dürfen weniger als drei Mitglieder des Wahl- Vorstandes gegenwärtig sein. Der Wahlvorsteher und der Protokollführer dürfen sich während der Wahlhandlung nicht gleichzeitig entfernen. Verläßt einer von ihnen vorübergehend das Wahllokal, so ist mit seiner zeitweiligen Vertretung ein anderes Mitglied des Wahlvorstandes zu beauftragen. Z 13. Während der Wahlhandlung dürfen in dem Wahllokale weder Beratungen stattfinden, noch Ansprachen gehalten, noch Beschlüsse gefaßt, noch Stimmzettel aufgelegt oder verteilt werden. Ausgenommen hiervon sind die Beratungen und Beschlüsse des Wahlvorstandes, welche durch die Leitung des WahlgefchäftS bedingt find. 8 14. Zur Stimmabgabe find nur diejenigen zuzulaffen, welche in die Wählerlisten auf- genommen find. Wwesende können w keiner Weise durch Stellvertreter oder sonst an der Wahl teilnehmen. 8 lö. Der Wähler, welcher seine Stimme abgeben will, nimmt von einer durch den Wahl- vorstand in der Nähe des Zuganges zu dem Nebenraum oder Nebentisch aufzustellenden Person einen abgeftemvelten Umschlag an sich. Er begibt sich sodann in den Nebenraum oder an den Nebenttsch, wo er seinen Stimmzettel unbeobachtet in den Umschlag steckt, tritt an den Vorstandstisch, nennt feinen Namen sowie aus Erfordern seine Wohnung, und übergibt, sobald der Protokollführer den Namen in der Wählerliste aufgefunden hat, den Umschlag mit dem Stimmzettel dem Wahl- Vorsteher oder dessen Vertreter, der ihn sofort uner öffnet in die Wahlurne legt. Stimmzettel, welche die Wähler nicht in dem abgestempelten Umschlag oder welche sie in einem mit einem Kennzeichen versehenen Umschlag abgeben wollen, hat der Wahlvorsteher zurückzuweisen, ebenso Me Stimmzettel solcher Wähler, welche sich in den Nebenraum oder an den Nebentisch nicht begeben haben. Der Wahlvorsteher hat darauf zu halten» daß die Wähler in dem Nebenraum oder an dem Nebentisch nur so lange verweilen, als unbedingt erforderlich ist, um den Stimmzettel in den Umschlag zu stecken. 8 16. Der Protokollführer vermerkt die Stimmabgabe jedes Wählers neben dessen Namen in der Wählerliste. 8 17. Um 7 Uhr nachmittags erklärt der Wahlvorsteher die Abstimmung für geschlossen. Nachdem dieses geschehen ist, dürfen keine Stimmzettel mehr angenommen werden. Die Umschläge werden aus der Wahlurne genommen und uneröffnet gezählt. Zugleich wird die Zahl der Absttmmungsvermerke in der Wählerliste festgestellt. Ergibt sich dabei auch nach wiederholter Zählung eine Verschiedenheit, so ist dies nebst dem etwa zur Aufklärung Dienlichen im Protokoll anzugeben. 8 18. Sodann erfolgt die Prüfung der Umschläge und Stimmzettel. Einer der Beisitzer öffnet jeden Umschlag, nimmt den Stimmzettel heraus und übergibt diesen dem Wahlvorsteher, der ihn laut vorliest und nebst dem Umschlag einem anderen Beisitzer zur Aufbewuhrung bis zum Ende der Wahl- Handlung weiterreicht. Der Protokollführer nimmt den Namen jedes Kandidaten in das Protokoll auf, vermerkt dabei jede dem Kandidaten zugefallene Stimme und zählt die Stimmen laut. In gleicher Weise führt einer der Beisitzer eine Gegenliste, welche ebenso wie die Wählerliste beim Schlüsse der Wahlhandlung von dem Wahlvorstande zu unterschreiben und dem Protokolle beizufügen ist. 8 19. Ungültig sind:.. 1. Stimmzettel, ivelche nicht in einem amtlich abgestempelten Umschlag oder welche in einem mit einem Keimzeichen versehenen Umschlage übergeben worden sind; 2. Stimmzettel, welche nicht von weißem Papier sind; 3. Stimmzettel, welche mit einem Kennzeichen versehen sind; 4. Stimmzettel, welche keinen oder keinen lesbaren Namen enthaletn; 5. Stimmzettel, aus welchen die Person des Gewählten nicht unzweifelhaft zu erkennen ist; 6. Stimmzettel, welche auf eine nicht wählbare Person lauten; 7. Stimmzettel, welche eine Verwahrung oder einen Borbehalt gegenüber dem Gewählten enthalten. Mehrere, in einem Umschlage enthaltene gleichlautende Stimmzettel gelten als eine Stimme; in einem Umschlage enthaltene, auf verschiedene Personen lautende Stimmzettel sind ungültig. 8 20. Die ungültigen Stimmen kommen bei Feststellung des Wahlergebnisses nicht in Anrechnung. «• * Von den Bestimmungen des Wahlgesetzes find noch zu beachten: 8 9. Die Wahlhandluug sowie die Ermittelung des Wahlergebniffes find öffentlich. Anmerkung: Die Wahlkontrolleure haben deshalb mit aller Energie darauf zu dringen, daß ihnen der Aufenthalt im Wahllokal gestattet wird und sich mit allen ihnen zu Gebote stehenden gesrtz« lichen Mitteln einer Ausweisung zu widersetzen. Müssen sie dennoch der Gemalt weichen, so haben sie. den Vorfall sofort unter Angabe von Zeugen dem Zentralwahlkomitee zu melden. Eine Schranke findet die Zulassung zum Wahllokale nur in dein Raummangel des Lokals und in ungebührlichem Benehmen der Anwesenden. Eine Ausweisung ist nicht deshalb zulässig, weil� der Anwesende nicht im Wahlbezirke wahlberechtigt ist, oder weil er sich nicht legitimieren kann, oder weil er sich dem Wahlvorstande dadurch lästig macht, daß er ihn auf die bei ihm vorgekommenen Verstöße gegen die Wnhlvorschriflcn aufmerksam macht. Das Kammergericht hat unter dem 3. November 1890 eine mit dieser Auffassung übereinstimmende Entscheidung gefällt. In dem gleicheir Sinne spricht sich auch folgender Erlaß des Mnisters Herrfurth vom 18. Juli 1892 an die Regierungspräsidenten ans: „Nachdem der Reichstag bei einer Wahlprüfuug für erwiesen erachtet Hat, daß in mehreren Orten während der Wahlhandlung für den Reichstag Vertrauensmänner der fogenannten Arbeiterpartei, welche sich im Wahllokale eingefunden hatten, ohne in dem Wahlbezirk wahlberechtigt zu sein, aus diesem Grunde ausgewiesen worden sind, ersuche ich Euer Hochwohlgeboren ergebenst, derattigen, mit der Bestinnnung über die Oeffentlichkeit der Wahlhandlung in§ 9 des Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869 nicht zu vereinbarenden Bor- kommnissen in Zukunft durch entsprechende Anweisung an die Wahlvorsteher gefälligst vorzu- beugen. Ich mache hierbei darauf aufmerksam, daß der erwähnte 8 9 die Anwesenheit bei der Wahlhandlung allen wahlberechtigten Deutschen gestattet, ohne Rücksicht auf den Wahlbezirk, dem sie angehören. Alle vorkommenden Unregelmäßigkeiten hat der Wahlkontrolleur unter Protest zu Protokoll zu aeben. Er hat auch selbst alles Wichtige von solchen Unregelmäßigkeiten zu notieren und wenn möglich Zeugen dafür festzustellen. Werde,: Wähler durch ihre Vorgesetzten zur Urne geführt und in ihrer Abstimmung in irgend einer Weise kontrolliert oder durch den Vorgesetzten in ausfälliger Weise sonstwie beeinflußt, so hat er diese Vorgänge gleichfalls genau festzustellen, möglichst Zeugen dafür namhaft und eine Niederschrift darüber zu machen. Die über vorgekommene Unregelmäßigkeiten gemachten Niederschriften find zugleich mit dem Wahlresultat dem Zenttal-Wahlkomitee zu übergeben. Die bcigegcbene Zählkarte ist sorgfältig auszufüllen. Der Kontrolleur hat auf Feststellung der Zahl der eingeschriebenen Wähler Bedacht zu nehmen, die er auf seine Bitte vom Wahlvorsteher erfahren wird. Der Mahlkontrolleur darf das Wahllokal nicht eher ver- lasten, als bis das Wahlxrotokoll vom Wahlvorstand nnter- zeichnet ist! Die Wahlresultate sind auf dem schnellsten Wege an daS Zenttalwahlbureau zu befördern. Den mit einer Legitimation versehenen Boten(Radfahrern) ist das Wahlresnltat vollständig mitzuteilen und auch» wenn irgend ausführbar, die ausgefüllte Zählkarte sofort zu übergeben. Es wird als selbstverständlich vorausgesetzt, daß die Kontrolleure sich in dem Wahllolale an- gemessen verholten und dem Wahlvorsteher nicht in unstatthafter Weise Bcranlaffung geben, gegen sie einzuschreiten. Die Wahl ist geheim! Jeder kann diesmal furchtlos den Mann seiner Ueberzeugung wählen. Niemand kann seine Abstimmung kontrollieren. Keine Behörde, kein Gutsherr, Inspektor, Fabritleiter usw. kann mehr die Beamten und Arbeiter mit kenntlich gemachten, Wahlzettel zur Urne marschieren lassen. -Jedermann nehme sich in der Tasche von Hause einen sozialdemokratischen Wahlzettel inS Wahl» lokal mit. Ergänzmtgen und Berichtigungen zum Reichstagswahltablean. Seit unserer Veröffentlichung der Wahlbezirke und Wahllokale für die sechs Berliner Wahlkreise, die unserer Nummer vom 12. Januar beilag, sind verschiedene Ergänzungen und Berichtigungen erfolgt, die wir hier nochmals im Zusammenhang wiedergeben: Im 2. Wahlkreis. Lützow-User 15/16 bei Eggert. Gitschinerstr. 94a bei Prause. Im 3. Wahlkreis. Skalitzerstr. 142, Hof part. Skalitzerstr. 142, vorn. Feilnerstr. 10 bei Schumacher. Stallschreiberstr. 5 bei Schulze. „Köpenicker Festsäle*. Köpenickerstr. 127a. „Fürstenhof*. Köpenickerstr. 137. 20. Gem.-Schule, Köpenickerstr. 125— Turnhalle. .Michacl-Feslsöle*. Michaelkirchstr. 39. Im 4. Wahlkreis. Reichenbergerstr. 138 bei Karras. 38. Gem.-Sckule, Krauistr. 43— Turnhalle. „Andreas-Festsäle*. Andreasstr. 21. Stralauer Allee 17? bei HillmuS. Thaerstr. 19 bei Holz. „Jägerheim", Landsberger Allee 48. „Elysium". Landsberger Allee 40/41— Hof Patt. BraunSbergerstr. 17 bei Bernhardt. Im 5. Wahlkreis. 204 /213. Gem.-Schule, Christburgerstr. 18, Turnhalle. 3./63. Gem.-Schule. Gipsstr. 23 a— Turnhalle. Im 6. Wahlkreis. Wahlbez. 498. 10S./121. Gem.- Schule, Prenzlauer-Allee 227/228.— Turnhalle. Kastanien-Allee 23 bei Hoffmann. Schönhauser Allee 107 bei Wolter. Borsigstr. 318 bei Verworuer. Kronenbrauerei, Alt-Moabit 43, part. f.chtS. Wahlbez. 52. . 235. Wahlbez. 156. 157. .. 241. „ 256. 270. 271. . 272. 273. Wahlbez. 180. „ 318. „ 320. 328. „ 361. „ 398. 400. . 411. Wahlbez. 408. 451. 520. 542. 601. 651. Wahlbez. 661. Bensselstr. 44b bei Bursche. , 672. 41./242. Gem.-Schule. Emdenerstt. 16— Turnhalle. „ 675. Dorotheenschule, Wilhelnrshavenerstr. 2. „ 715. Müllerstr. 28 bei Schaeme. „ 715A. Müllerstr. 40a bei Gaspers. , 753. Soldinerstr. 76 bei Elter. Zum 193c. Stadtbezirk, 416. Wahlbezirk, gehören auch die Häuser Allensteinstr. 22—33. Wahllokal: Friedebergerstr. 1 bei Zwnrg. Außerdem gehören die Häuser Sebastianstr. 77—88 zum 132. Stadtbezirk und 258. Wahlbezirk. Wahllokal: Luckauerstr. 15, Luckauer Hof, kleiner Saal, part. Die Häuser Hochstr. 37—46 gehören zum 736. Wahlbezirk. Die Wähler wählen in der Turnhalle der 73./147. Gemeindeschule, Wiesenstr. 66. Die Zentralwahlbnreans in Berlin. 1. Wahlkreis, Restaurant Weihnacht, Grünftr. LI. Amt I 1787. Referentenschule, Lindcnstr. 3(letzter Hof). Amt IV 10170. Restaurant P« s ch, Drcsdenerstr. 116. Amt IV 4174. tröstlich, Mnskauerstr. 1. mt IV 4519. BeyerSdorf, Elbingerstr. 9. Amt VII 6343. Zieh, Warfchauerstr. 61. Amt VII 3327. Wierkowsky, AndreaSstr. 26. Amt VII 945. 2. 3. 4. 4. 4. 4. S. U (©übest)„ m» « * M ü n z e r, Sophicnstr. 6. Amt III 8367. F a h r o w, Ravensstr. 6. Amt III 2137. Für diejenigen Kreise, welche am Wahltage Hülfskräfte ge» brauchen, teilen wir nachstehend die WahlbureauS mit, von welchen aus die Zuweisung erfolgen kann. 4. KreiS. Südost. Fröhlich. Mnskauerstr. 1. Amt IV 4519. Osten(Landsberger Viertel). BeyerSdorf. Elbingerstr. S. Amt Vll 6348. Osten