N». SS. RbennrfflentfBcdlnsongtn! «lonnemcnlS. Preis pränumerando i Lierteljiiyrl. 3.30 MI, monatl. 1,10 Ml, wöchenllich 28 Psg, frei WS Hau«. Einzelne Nummer S Pfg, EonnIagZ- Nummer mit illustriciler EonnIagS« Beilage»Die Neue Welt' 10 Pfg, Polt» Abonnement: 1,10 Marl pro Monat, Eingetragen In die Post. Zeitung». Preisliste, Unter Kreuzband für Peulschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat, Postabonncment« nehmen an: Belgien, Dünemarl, Holland. Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schwei». »ralrt S4. Jahrg. (rlittlnt liglich»Eh Monis«. Verlinev VolksblÄtk. vie fnIertloni-Ledlldd betrligl für die sechsgespaltene Kolonel. »eile oder deren Raum 30 Pfg„ für politische und gewerlschastlichc Vereins- und Versammlung». iinzeigen M Pfg, „kleine Knztigtn", das erste(feil. gedruillel Wort 20 Pfg,, jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf. stellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg„ jedes weitere Wort 6 Psg. Worte über 13 Buchstaben zühlen für zwei Worte, Inserate sür die nächste Nummer müssen bis S Uhrnachmitlags in der Expedition abgegeben werden, Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm- Adresse: „SUlilillSiolilll ktlll»". Zcntralorgan der fozialdeinohrati fchen Partei Deutfchlands. Redaktion: 6CQ. 68t Lindcnstraase 69» Stfrnfprerfier: tlml IV. Nr. I9MS. Mittwoch, den 80. Januar 1907� Expedition: SM. 68, Lindcnstrasse 69. Zpernsprecher: Nint IV. Nr. Sie Sitttation»ach dem erste» Aahlgange. Der Mandatsverlust der Sozialdemokratie im ersten Wahlgang hat nicht nur im konservativen und national- liberalen Lager, sondern auch in einem großen Teil der frei- sinnigen und klerikalen Presse stürmischen Jubel erregt; all- mählich aber tritt doch in den größeren Blättern der letzt- genannten beiden Richtungen, soweit deren Leiter sich zu einer kritischen Prüfung der durch den Wahlausfall ge- schaffenen politischen Lage zu erheben vermögen, eine merk- liche Ernüchterung hervor. Im Zentrum wie in der Frei- sinnigen Vereinigung beginnt man einzusehen, daß trotz der voraussichtlichen Verstärkung beider Richtungen doch nicht sie selbst, sondern die Regierung und die konservativen Parteien den Vorteil von dem Wahlergebnis haben werden. Besonders die Regierung, die dadurch die Möglichkeit erhält, sich nach ihrem Belieben zwei Mehrheiten zu verschaffen, diese, falls ihre Forderungen auf Widerstand stoßen, gegeneinander aus- zuspielen und ihre Vorlagen durchzusetzen, ohne daß sie genötigt wäre, den politischen Ansprüchen der an diesen Mehrheitskombinationen beteiligten Parteien Rechnung zu tragen. Die Deutsch-Konservativen haben bereits im ersten Wahlgang 41 Reichstagssitze erlangt; sie haben also selbst, wenn man die verlorenen 2 Mandate abzieht, 5 Sitze ge- Wonnen und kommen in 29 zum großen Teil für sie recht günstige Stichwahlen, so daß mit Sicherheit darauf zu rechnen ist, daß ihre Fraktion verstärkt in den neuen Reichstag ein- ziehen wird. Auch die Reichsparteiler können auf eine Ver- mehrung ihrer Mandatsziffer rechnen. Sie haben zwar, Ge- Winne und Verluste gegeneinander aufgerechnet, bisher 2 Mandate eingebüßt, stehen aber in 19 Stichwahlen, die, da in den meisten dieser Kreise auf sichere Unterstützung der reichsparteilichen Kandidaten durch die nationalliberalen und das Zentrum zu rechnen ist, ihnen voraussichtlich noch mehrere Mandate verschaffen würden. Es bedarf also nur noch eines einigermaßen günstigen Stichwahlausfalles für die National- liberalen und freisinnigen Parteien, und die Regierung er- hält, da auch die Antisemiten, Landbündlcr, Mittelstands- parteiler noch einige gefügige Kolonialpatrioten für den neuen Reichstag stellen werden, die gewünschte kon- fervativ-liberale Mehrheit, die ihr ohne ern st liche n Widerstand ihre Kolonial-, Flotten-, Militär- und sonstigen„n a t i 0- nalen" Forderungen bewilligt: eine Situation, die von ihr sicherlich nach Kräften ausgenutzt werden wird. Dabei müssen, wenn diese Mchrhcitskombination zustande kommt, die freisinnigen Gruppen von vornherein darauf ver- zichten, von der Regierung irgendwelche Zugeständnisse im liberalen Sinne für ihre Dienste zu verlangen: denn die Regierung braucht die freisinnigen Parteien nur für ihre so- genannten nationalen Forderungen; für ihre Wirtschafts- und gewerbepolitischen Pläne findet sie jederzeit bei der zweiten Mehrheitskombination, bei der sich aus den Kon- fervativen, den Nationalliberalen und dem Zentrum zu- sammensetzenden Koalition, die nötige Unterstützung. Die Regierung ist also bei dieser Verschiebung der Fraktions- stärkeverhältnisse in der Lage, sich dem Anspruch der Frei- finnigen, daß die innere deutsche Politik eine Schwenkung nach links vollziehe, völlig zu entziehen. Die frei- sinnigen Parteien erlangen nur das Recht, für die Weltpolitik der Regierung einzutreten, der Vorteil, der in anderen kon- stitutionellen Ländern den Regierungsparteien aus ihrer Stellung entspringt: die Beeinflussung der offiziellen Politik der Regierung in ihrem Sinne, bleibt dem Freisinn versagt. Nicht anders steht es um das Zentrum, wenn die doppelte Mehrheitskoinbination gelingt. Die auSschlag- gebende Stellung, die es bisher inne hatte, geht ihm in diesem Falle völlig verloren. Bisher konnte es für seine Zustimmung zu den von der Regierung gestellten Militär-, Kolonial- und Steuerforderungen Zugeständnisse auf kirchen- politischem Gebiet verlangen. Erlaugt aber die Regierung die Möglichkeit, diese Forderungen ohne Hülfe des Zentrums durchzusetzen, so braucht sie dafür dem Klerikalismus keine Gegendienste zu leisten. " Es ist demnach durchaus begreiflich, daß die Regierung sich über den Wahlausfall befriedigt fühlt— viel befriedigter, als wenn das Zentrum so viele Mandate verloren hätte, daß die Bildung einer konservativ-klerikalen Mehrheit aussichts- los geworden wäre; denn dann hätte sich die Regierung auf die Unterstützung des Liberalismus angewiesen gesehen und wäre wider Willen zu gewissen Rücksichten auf dessen An- fprüche gezwungen worden. Deshalb jauchzt auch die„Nordd. Allgem. Ztg." begeistert:„Der Pessimismus ist verscheucht, der sich solange infolge un- erquicklicher parlamentarischer Verhält- nisse wie ein grauer Nebel über Reich und Volk gelagert hatt e." Weniger behaglich als die Regierung fühlen sich in der durch die Wahlen des 25. Januar herbeigeführten Situation die Politiker des Zentrums und Freisinns, die über das Wahl- ergebnis hinweg dessen Folgen für die politische Zukunft Deutschlands zu beurteilen vermögen. Jede dieser Parteien hat das größte Interesse daran, daß die doppelte Mehrheitskombination zerstört wird, daß nur die Möglichkeit einer einzigen Kombination bleibt, und daß in dieser Kombination gerade sie die ausschlage gebende Stellung erlangt. Das Interesse des Zentrums er fordert, daß die liberalen Parteien in den Stichwahlen nicht so viele Mandate erobern, daß eine konservativ-liberale Mehr heit möglich wird; und die Freisinnigen wieder haben das größte Interesse daran, das Zentrum in der Stichwahl mög� liehst zu schwächen, damit dessen früherer Einfluß auf die offizielle Wirtschaftspolitik nicht noch im neuen Reichstag verstärkt wird. So zeigt sich denn schon heute, vier Tage nach der Haupt Wahl, das satirische Schauspiel, daß beide Parteien, Zentrum wie Freisinn, sich gegenseitig zum heftigsten Angriff auf- einander wenden. Z. B. schreibt der Abgeordnete Schräder, Vorsitzender der Freisinnigen Vereinigung, in einem vom „Verl. Tagebl." veröffentlichten Situationsartikel: Die konservativen Parteien und die Nationalliberalen werden von dem Verluste der Sozialdemokratie den größeren, die drei Parteien der Linken den kleineren Teil gewinnen; die Sozial demokratie kann bis zur Hälfte ihres Besitzes verlieren. Die Widerstandskraft der Linken im ganzen gegen etwaige reaktionäre Pläne und gegen weitere indirekte Belastunlg des Volkes durch Zölle, Steuern und dergleichen ist geringer geworden. Welche Stellung der Reichskanzler einnehmen wird, ist noch unsicher. Nach seinen Kundgebungen scheint er an seiner bisherigen Politik nichts ändern und die Mehrheit, welche ihm Konservative, Nationalliberale und Freisinnige bieten können, nur dann be- nutzen zu wollen, gewisse Forderungen, für welche etwa das Zentruni nicht zu haben sein sollte, insbesondere Bewilligungen für Heer, Flotte und Kolonien, durchzusetzen. Der Konservativen und Nationalliberalen glaubt er dafür sicher zu sein, die Frei- finnigen werden ihm keine grundsätzliche Opposition machen, aber ihrer bisherigen Haltung entsprechend ihre Eni- scheidung nach sachlichen Gründen treffen. Sie bleiben in ihrer defensiven Stellung, bereit, gegen jede politisch, Wirt- schaftlich oder kulturell reaktionäre Maßregel mit aller Kraft aufzutreten und die liberalen Errungenschaften zu verteidigen, aber ebenso bereit, alle vernünftigen fortschrittlichen Maßregeln, einerlei von welcher Seite sie kommen, zu unterstützen. Wie bisher. Aber fie müssen noch vorsichtiger sein, weil die rechte Seite des Reichstages— der man nach den Erfahrungen der letzten Zeit den größeren Teil der Nationalliberalen wohl zu- rechnen muß— verstärkt ist. An Neigungen, diese Stärke auszunutzen, fehlt es nicht; immer wieder ist bei der Wahl die Abänderung des Wahl- rechtes herangezogen worden, und mancher wird die Gelegenheit für günstig halten, gegen die unbequemen Bestrebungen der Arbeiter gesetzgeberisch vorzugehen. Der Liberalismus muß in dieser Lage der Dinge besonders auf der Hut fein und scharf betonen, daß er weder seinen alten, stets vertretenen Grundsätzen untreu werden, noch in ihrer Ver« teidigung irgendwie lässiger werden will. Er darf sich nicht dar- über täuschen, daß gerade jetzt die Hauptgefahr von der rechten Seite droht." Dann heißt es mit einer scharfen Wendung gegen das Zentrum: „In einer wichtigen Beziehung ist noch völlige Ungewißheit. Wie werden sich Reichskanzler und Zentrum zueinander stellen? Das Zentrum wird sich sicher nicht ohne weitere« demütig fügen. Dazu ist es zu stark. Wird ihm auch die Möglichkeit genommen, mit der Sozialdemokratie und den Polen eine oppositionelle Politik zu betreiben, so bleibt es doch ein unentbehrliches Glied in der Gruppe, mit welcher bisher die Regierung gearbeitet, ins- besondere die Zölle und Steuern geschaffen hat, und mit welcher diese Zölle und Steuern aufrecht erhalten werden müssen. Die beiden anderen beteiligten Parteien, insbesondere die Konser- vativen, denken nicht daran, ihre Beziehungen zum Zentrum auf- zugeben. Aber die eigentliche Bedeutung der Auflösung und der Wahl- bewegung sollte doch sein, Macht und Einfluß des Zentrums zu brechen! Gerade dieser Zweck und die Art, wie Herr Dernburg sich in dessen Dienst stellte, ist es gewesen, was den jubelnden Beifall des Volkes zuerst hervorrief. Es scheint beinahe, daß der Reichskanzler diesen Zweck bereits durch die Verminderung der sozialdemokratischen Mandate für erreicht hält. Die Macht des Zentrums ist dadurch zwar geringer geworden, und der Reichslanzler und Ministerpräsident Fürst Bülow steht ihm jetzt stärker gegenüber. Aber wird er d te se S tä r ke zu d em b enutz en, w a s bei der ReichStagSauflöfung er>v artet wurde? Wird er Deutschland erlösen wollen von dem schwer empfundenen Druck einer nicht bloß vom Zentrum geübten heimlichen Neben- regierung, deren Wirkung auch ihm nicht frcnid geblieben ist? Wird er sich damit begnügen, daS Zentrum aus der Kolonial- Politik auszuschalten?" Daraus zieht Herr Schräder folgende Folgerung: „Dem Liberalismus bleibt zurzeit nichts übrig, als damit zu rechnen, daß die Wahlen die rechte Seite verstärlt haben und die Stichwahlen sie noch weiter verstärken werden. Er muß sich hüten, selbst dazu bei- zutragen und dafür zu sorgen, daß niemand liberale Stimmen erhält, von dem zu befürchten ist. daß er zur Gefährdung der liberalen Errungenschaften beitragen w i r d." Diese Folgerung ist richtig— richtig vom eigenen politi- schen Jnteressenstandpunkt des Freisinns; aber werden daraus die freisinnigen Wortführer die Kon- sequenzen ziehen, und werden vor alle in die freisinnigen Wähler ihrer Parole folgen? Wir zweifeln nach dem vom Freisinn im Wahlkampf be- kündeten politischen Verständnis daran. Gesteht doch selbst Theodor Barth im letzten Heft der Halbmonatsschrift „März": „Der Liberalismus hat in diesem Wahlkampf nicht allent- halben eine Haltung eingenommen, auf die man stolz sein könnte. Nur ein verhältnismäßig kleiner Teil hat mit rücksichtsloser Schärfe den Kampf gegen die Reaktion als die einzige ernst- hafte liberale Aufgabe behandelt. In manchen Wahlkreisen suchten Liberale Anschluß bis weit nach rechts. In einzelnen Fällen hatte der Zuschauer das nicht gerade erhebende Gefühl, als ob man bereit sei, dem Ziel der Erwerbung eines Mandats jede andere politische Erwägung zu opfern und die eigenen politischen Grund- sätze an den Mei st bietenden zu verhökern. Der ganze Wahlmarkt glich zeitweilig einem opportunistischen Hexen- sabbat." Dasselbe gilt vom Zentrum. Auch seine Presse pendelt zwischen allerlei Sympathien und Antipathien hin und her und vermag sich nicht dazu aufzuraffen, aus der politischen Lage die Konsequenzen zu ziehen. Nur die Sozialdemokratie führt, wie die von ihr aus- gegebene Stichwahlparole beweist, den Stichwahlkanipf nicht mit der bloßen Rücksicht darauf, ob er ihr einige Mandate mehr oder weniger einbringt, sondern nach den politischen Gesichtspunkten, die sich für die Interessen der Arbeiterschaft aus der polittschen Situation ergeben. vie Vahle» i» Lrok-Kerlin. In ihrem Jubel über den Ausfall der Wahl können die Frei- sinnigen ihren Aerger und ihre Enttäuschung nur schlecht verbergen. Vielleicht graut ihnen auch etwas vor ihrem Werk. Das können sie nicht leugnen: fie haben die Reaktion gestärkt! Doppelt peinlich muß es daher für sie sein, daß sich ihre feste Zuversicht, der Sozial- denwkratie den U., III. und V. Wahlkreis zu nehmen, als eitle Hoffnung erwiesen hat. Allerdings, aüf cinön Rückgang der Sozial- demokratie rechneten sie wohl kaum; die Verschiebung in den Bevölkerungsschichten war der„Fels",, auf hem sie ihre Hoffnungen aufbauten. Die Proletarier werden aus dem Innern der Stadt immer mehr hinausgedrängt; der Zuwachs rekrutiert sich lediglich aus den Schichten der Bourgeois. Trotzdem hat man falsch spekuliert. Berlin hat nicht nur seinen Besitzstand behauptet, sondern auch seine Position verbessert. Die amtlichen Angaben liegen jetzt vor. Nur für N i e d e r- B a r n i m stehen sie noch aus. Doch werden die amtlichen Resultate auch für diesen Kreis keine ins Gewicht fallende Aenderung ergeben. Fassen wir die Ergebnisse von Groß-Berlin zusammen, so ergibt sich folgendes Bild. Es betrug die Zahl der sozialistischen Stimmen der Wahlberechtigte» überhaupt'de? Wahl! berechtigten 1903 718 678 880 356 46,80 1907 851057 413 09» 48,54 Unser Zuwachs ist niithin noch stärker als die Zunahme der Wahlberechtigten. Für ganz Groß- Berlin haben wir annähernd 50 Proz. für unsere Kandidaten an die Urne gebracht. Infolge der Verschiebung in den Bevölkerungsschichten hat sich für uns natürlich im eigentlichen Stodtiniuni die Situation verschlechtert. Trotzdem haben nur der II. und Hl. Wahlkreis eine nnnimale Abschwächuug der Prozentziffer erfahren, in allen anderen Kreisen, sogar im I. hat sich das Verhältnis zu unseren Gunsten verschoben. Wir geben zunächst die Zahl der Wahl- berechtigten der vorigen und der letzten Wahl für die einzelnen Kreise: Die Zahl der Wahlberechtigten betrug im 1903 1907 in 1007 Plus i-H. od. Minus(—) 17 505 16 286— 1219 81 245 82 973-f 1728 31 513 80 655— 858 116 851 138 062 4- 17 231 33 825 34 520-- 695 164 932 194 741-- 29 809 85 731 110 620-- 24 889 Teltow-Bceskow.. 188 076 248 160-f 66 084 I. Wahlkreis 2. 3. 4. 5. 6. Niederbarnim Insgesamt. 713 678 851 037 ■137 869 Wie sich in den einzelnen Kreisen daS Ergebnis gestaltete, zeigt die nachfolgende Tabelle. In Niederbarnim fehlen, wie be- merkt, noch die amtlichen Ergebnisse. AuS zwei Orten lagen Zahlen noch nicht vor, so daß sich unsere Stimmenzahl noch um ein Geringes erhöhen wird. Es wurden für die Sozialdemokratie Stimmen abgegeben im: I. Wahlkreis 2. S- 4. S. 6. Niederbarnim Teltow-Beeskolv 1903 1907 überhaupt 5 315 5 042 34 995 35 286 15 124 14 259 68 758 82039 14 568 15 029 79 478 99 560 38 364 57 780 73 854 104 104 1903 1901 in Prozent der Wahlberechtigten 30,36 30,95 43,07 42,52 47,99 46,51 59,35 61,64 43,07 43,53 48,19 51,12 44,75 52,23 40,34 41,95 Insgesamt 330456 413 099 46,30 48,54 Die Gegner dürfen ihre Siegesposaunen ruhig in die Ecke stellen. Wer weiß, wie bald sie Ursache haben, Trübsal zu blasen Das Resultat ist darum für uns so rühmlich, weil unter den Zu gezogenen sich starke Gruppen politisch sehr rückständiger Elemente befanden. Um 137 359 hat sich die Zahl der Wahlberechtigten der- mehrt, um mehr als die Hälfte, um 82 643 stieg unsere Stimmen- zahlt Ssrlin hat gut gewählt! Aahlnachrichte». Frühe Stichwahlen! Für Bremen ist die Stichwahl schon auf den 1. Februar angesetzt worden, für den Kreis Randow-Greifen- Hagen auf den 2. Februar. Man nimmt so unseren Ge Nossen einen Sonntag, den sie für die Wahlagitation zur Ver fügung haben würden, wenn die Stichwahlen am 5. Februar stattfänden, wie vor den Hauptwahlen von der bürgerlichen Presse gemeldet worden. Die Möglichkeit ist nicht aus geschlossen, daß auch in den übrigen Stichwahlkreisen ein früherer Termin als der 5. Februar angesetzt wird. Unsere Genossen müssen deshalb überall in diesen Wahlkreisen uit verzüglich alle Kräfte in den Wahlkampf werfen. Die frühen Termine sollen der Sozialdemokratie Abbruch tun! Antworten wir auf diese Absicht mit verstärkter Arbeit! In der Pfalz sind die Stichwahlen auf den 4. Februar, in Württemberg auf den 5. Februar angesetzt worden. Die Wahlen im rheinisch-wcstsälischcn Industriegebiet. 50 000 Stimmen Zuwachs! Dort, wo ein Wald von Schornsteinen riesengroß in die Luft ragt, wo Hunderttausende Proletarier sich unten in der Erde Schoß, vor dem glühenden Ofen in rauchiger Werkstatt und auf weiten Plätzen dem Kapital ihren Tribut zollen, hatte die Sozialdemokratie diesmal einen besonders schweren Stand. Von jeher stehen hier die Wahlen unter dem Zeichen kon- fessioneller Gegensätze, Und des Reiches erster Beamter darf sich rühmen, diese Gegensätze diesmal bis zur Siedehitze des erbitterten Hasses aufgestachelt zu haben. Und die Gluten der Erbitterung wurden noch geschürt durch die nationalistischen Gehässigkeiten, die die Agitation der alldeutschen Teutonen einerseits, der Großpolen andererseits in den Wahlka»npf hineintrug. Hier prallten alle Gegensätze rasenden Chauvinismus und eines in seinen Grundtiefen aufgestachelten Nationalismus in ihren schärfsten Extremen auf- einander. In diesem Kreuzfeuer des nationalistischen und kon- sesstonellen Hasses, der, wie die Geschichte lehrt, aus rückständigen Menschen wilde Tiere, vollendete Barbaren machen kann, einen tosenden Sturm entfesselt, der alles vernichtet, was ihm in den Weg tritt, hieß es für die Sozialdemokratie, reinen Schild zu halten, nichts von den Grundsätzen zu opfern und doch in dem heißen, wilden, leidenschaftlichen Kampfestoben keine Anhänger zu verlieren. Und das kann mit Stolz und Freude gesagt werden: im rheinisch- westfälischen Industriegebiet haben unsere Genossen dem tollsten Faschingssturm standgehalten, sie haben im Schlachtgetümmel konfessioneller Leidenschaften glänzend die Feuerprobe bestanden. Kein Riß zeigt sich in dem roten, von polnischen, protestantisch- nationalistischen und ultramontanen Kolonnen mit großer Erbitterung bestürmten Turm. Kein Riß, obwohl das Mauerwerk teilweise noch recht frisch war. Folgendes Zahlenbild zeigt das. Es erhielt der Kandidat der Sozialdemokratie Stimmen Im Vergleich zu 1903 gewannen wir diesmal allein in den sieben ausgeführten Wahlkreisen 26 310 Stimmen, gleich 17,7 Proz. Die Stimmen von 1903 waren aber nicht alter Bestand, die Hätfte davon war Zuwachs. Bei der Wahl im Jahre 1903 sprang unsere Stimmenzahl um rund 100 Proz. gegen das Resultat von 1898 in die Höhe. Es ist nicht nur gelungen diese Rekrutenschar zu halten und zu sichern, sie zu sturmfesten Sozialisten zu erziehen, es gelang sogar, trotz all der widerwärtigen Verhältnisse, unlere Kämpferschar um über 26 000 Mann zu erhöhen. Das ist ein ersteuliches Resultat, das zu den stolzesten Zukunftshoffnungen berechtigt. Die im hurra- patriotischen, chauvinistisch-nationalistischen, glutheißen konfessionellen Feuer gehärteten Sozialisten bilden unbedingt sichere Sturm- kolonnen. Und auch in den übrigen rheinisch-westfälischen Wahlkreisen er- zielten wir fast durchweg Stimmenzuwachs. Wir gewannen z. B. Stimmen: in Köln(Stadt) 2431, in Köln(Land) 1873, in Rheinbach- Bonn 317. Mülhausen-Wipperfürth 652, Elberfeld-Barmen 1200, Solingen 2661, Düsseldorf 4625, Mörs-Rees 1304, Kempen 105, M.-Gladbach 707. Crefeld 1312, Neuß 492, Saarbrücken 1020, Aachen(Land) 1453, Aachen(Stadt) 574, Münster-Cösfeld 348, Herford-Halle 392, Bielefeld 2056. Diese 18 Kreise brachten auch noch ein Plus von 23 522 Stimmen, so daß insgesamt ein Zuwachs von rund 50 000 Stimmen für Rheinland-Westfalen herauskommt. Die noch ausstehenden genaueren Resultate werden an dieser Bilanz nichts mehr zu unseren Ungunsten, sondern höchstens zu unsere» Gunsten ändern. Bei der Wahl im Jahre 1903 wurden in ganz Rheinland-West- falen für die Sozialdemokratie rund 344 000 Stimmen abgegeben. Wir haben demnach einen Zuwachs von fast 15 Proz. erzielt. Das ist ein Resultat, mit dem wir wohl zufrieden sein können, ein Resultat, daß zu steudigem, mühevollem Weiterarbeiten an- sporren muß. Im Königreich Sachsen ist das Ergebnis für uns erheblich günstiger, als die»ersten Meldungen ergaben. Während wir in der Sonntagsnihnmer unfern Verlust an Stimmen auf rund 39()0<) berechneten. hat die„Leipz. Volksztg." auf Grund voll- ständigerer Angaben nur 26452 festgestellt und das national- liberale„Leipz. Tageblatt" rechnet noch weniger, nämlich 23298 heraus. Die Zahl ist zwar immer noch sehr bitter für uns. aber sie stellt immerhin eine annehmbare Verbesserung unserer ersten Rechnung dar. Der Stimmenzuwachs im Regierungsbezirk Kassel. 1903 wurden in den acht zum Regierungsbezirk Kassel ge- hörigen Wahlkreisen 43 786 sozialdemokratische Stimmen abgegeben, am 25. Januar 1907 dagegen 51 898, das ist ein Zuwachs von 8112 Stimmen— 18,50 Proz. Diese für uns sehr erfreuliche Tat- fache kann zum großen Leidwesen des Reichsverbandes nicht aus der Welt gelogen werden, bemerkt unser Kasseler Parteiorgan, das „Volksblatt", dazu. Die Wahlen in Württemberg Stuttgart. 26. Januar.(Eig. Ber.) Nachstehend geben wir die genauen Einzelresultate aus deu 17 württembergischen Reichstagswahlkreisen. Die eingeklammerten Zahlen geben das Ergebnis von 1903 wieder: 1. Kreis Stuttgart: Hildenbrand(Soz.) 25 090(22 757), Haußer(natl.) 21 442(14 427-f- 2267 Vp.), Gröber 2400(2083). Hildcnbrand gewählt. 2. Kreis Cannstatt-Ludwigsburg-Waiblingen- Marbach: Keil(Soz.) 15 546(11 533), Hieber(natl.) 18 787 (13 001+ 2759 BP.). Hieber gewählt. 3. Kreis Heilbronn- Brackenheim- Neckarsulm: Feuerstein(Soz.) 9286(7816), Naumann(Fr. Vg.) 9547(5566 Vp.+ 2067 natl.). Dr. Wolff(B. d.L.) 11 640(6476 st- 3809 Z.). Stichwahl zwischen Naumann und Dr. Wolff. 4. Kreis Böblingen- Leonberg- Maulbronn» Vaihingen: Sperka(Soz.) 5833(5539), Leo(Vp.) 6229 (5167), Roth(B. d. L.) 6229(6180). Stichwahl zwischen Leo und Roth. 5. Kreis Eßlingen-Kirchheim-Nürtingen-Urach: Schlegel(Soz.)»2 252(10 168), Wetzel(natl.) 15 832<4447 4- 4227 Vp.+ 4535 B. d. L.). Gröber(Z.) 607(667). Wetzel gewählt. 6. Kreis Reutlingen- Tübingen- Rottenburg: Schlicke(Soz.) 5044(5338), Payer(Vp.) 11797(61274.4744 Natl.). Körner(B. d. L.) 1209(26). Gröber 3484(3242). Payer gewählt. 7. Kreis Calw-Nagold-Herrenberg-Neuenbürg: Ost er(Soz.) 3439(2976), Schweickhardt(Vp.) 7894(5971), Adlung (B. d. L.) 7086(7778), Gröber 384(422). Stichwahl zwischen Schweickhardt und Adlung. 8. Kreis Freuden st adt-Horb-Oberndorf-Sulz: K o w a l d(Soz.) 4204(2322), Wagner(Vp.) 8536(5374-f 3945 natl.), Treiber(B. d. L.) 567(1029), Andre(Z.) 6457(4740). Stich- Wahl zwischen Wagner und Andre. 9. Kreis Balingen- Tuttlingen- Spaichingen- Rottweil: Mattutat(Soz.) 7082(6017), Haußmann(Vp.) 10 423<7741-f- 1899 natl.). Schellhorn(Z.) 8306(7118). Stichwahl zwischen Haußmann und Schellhorn. 10. Kreis Göppingen-Gmünd-Schorndorf-Welz- heim: Lindemann(Soz.) ll7v5(8930), Wieland(Vp.) 13143 (3509+ 3725 natl.+ 2085 B. d. L.) Wieland gewählt. 11. Kreis Backnang-Hall-Oehringen-Weinsberg: r ü g e r(Soz.) 2947(3648), Betz(Lp.) 4523(4793 natl.), Vogt (B. d. L.) 10 450(9283), Gröber(Z.) 380(412). Vogt gewählt. 12. Kreis Crailsheim- Gerabronn- Künzelsau- Mergentheim: Wirth(Soz.) l24l(1844), Angst(Vp.) 5350 (5297), Bogt(B. d. L.) 8332(7009), Gröber(Z.) 4470(4031). Stich wähl zwischen Vogt und Angst. 13. Kreis Aalen-Ell wangen- Gaildorf- Neres- ffeim: Fischer(Soz.) 2203(2422), Schneider(Z.) 11457(10097), Dernburg(lib.) 2228(704 Vp.-j- 1115 natl.+ 380 Bund d. L.). Schneider gewählt. 14. Kreis Ulm-Heidenheim-Geislingen:Dietri (Soz.) 7288(6524). Slorz(Vp.) 10 932(4601+ 4524 natl.). Körner ""d.s.) 2486(3371), Sparer(Z.) 4542(3897). Stichwahl zwischen Dietrich und Starz- 15. Kreis Blaubeuren-Ehingen-Laupheim-Mün- ingen: Göhring(Soz.) 979(651), Gröber(Z. 11901(11067), Maier(natl.) 5045(1322 st- 1851 Vp.+ 788 B. d. L.) Gröber gewählt. 16. Kreis Biberach-Leutkirch-Waldsee-Wangen: Hildenbrand(Soz.) 492(532), Erzberger(Z.) 20 083(16 834), Güntter(Vp.) 1711(664-j- 488 natl.). Erzberger gewählt. 17. Kreis Ravensburg- Riedlingen- Saulgau- Tettnang: Kraus(Soz.) 970(726), Lesermd und Volkspartei damals getrennt vorgingen, mit dem Zentrum in Stichwahl gekommen und hatten dabei das Mandat gewonnen. Mehr aus konfessionellen als aus politischen Gründen heraus hatten wir damals Stichwahlhülfe erhalten. Diesmal hatte das Zentrum aus Gründen der Aussichtslosigkeit in einem wieder- hoffen Stichwahlkampfe überhaupt keinen Kandidaten aufgestellt; die dre> anderen Parteien aber hatten sich auf einen gemeinsamen Kandidaten geeinigt und so unterlagen wir sehr ehrenvoll in dem Kampf, der diesmal aus eigener Kraft zu führen war. Zu bemerken ist noch, daß wir im dritten Kreis, wenn dort für die Liberalen nicht gerade Friedrich Naumann kandidiert und eine außerordentlich intensive Wahlagitation betrieben hätte, zweifellos in Stichwahl mit dem Bauernbund gekommen wären und diesem das Mandat abgenommen hätten. Jetzt waren wir genöttgt, sehr wider Willen, die Stoßkraft unserer Agitatton gegen die Kandidamr Naumanns zu richten und wir können stolz daraus sein, trotz eines solchen Gegenkandidaten unsere Stimmen um 1470 vermehtt zu haben. Nur 122 seiner Stimmen hätten uns zuzufließen brauchen, um ihm die Möglichkeit des Mandatsgewinns völlig zu verschließen. Im 14. Kreis stehen wir in einer Stichwahl mit dem Volks- parteilichen Flotten- und Kolonialfex S t o r z. bei der die Ent- scheidung in den Händen des Zentrums liegt. Dagegen liegt die Entscheidung über den 9. Kreis, in dem sich der Demokrat Konrad Haußmann mit dem Zenttum zu messen hat, in unserer Hand. Die übrigen Stich- wählen kommen für unsere taktischen Erwägungen weniger in Betracht. Nicht zu vergessen ist jedoch, daß wir ge- nötigt sein werden, mit der Volkspartei eine Rechnung zu begleichen. Wir waren ihr recht, als wir bereit waren, sie bei den Landtagswahlen durch unsere Hülfe in den Nachwahlen vor dem Versinken in völlige Bedeutungslosigkeit zu be- wahren. Sie hat diese zuverlässige und treue Hülfe wenige Tage danach mit ihrem Einschwenken in die von der Regierung des Fürsten Bülow in allzu durchsichtiger Weise zu reakrionären Zwecken gebildeten„Hottentotten- Phalanx" beantwortet und dadurch tatsächlich unsere Positton ge- schmälert. Sie wird sich wohl selbst nicht einreden, daß die Sozial- deinokratie eine Partei ist, die sich, bildlich gesprochen, ungestraft ins Gesicht spucken läßt. Die Folgen ihres Verhaltens wird sie niemand sonst als sich selbst zuzuschreiben haben. Großherzogtum Sachsen-Weimar. Der Wahlausfall zeigt dasselbe Bild wie im Jahre 1903. In allen drei Wahlkreisen steht die Sozialdemokratie mit den reak- tionärsten Parteien in der Stichtvahl, während die Mittelparteien, die Liberalen, glatt unterlegen sind. Im Wahlkreis Apolda-Weimar machten die vereinten Liberalen die größten Anstrengungen, um mit ben Sozialdemokraten in die Stichwahl zu kommen, aber sie blieben weit hinter dem Anti- semiten, für den die Konservativen und Bündler eintraten, zurück. Während 1903 etwas über 23 000 Stimmen abgegeben wurden, stieg diesmal die Stimmcnzahl auf über 27 000. Den weitaus größten Teil des Stimmenzuwachses erhielt der Antisemit, für dessen Kandidatur sich selbst die Behörden ins Zeug legten. Der Freisinn erhielt mit den Nationalliberalen zusammen gegen 600 Stimmen, die Sozialdemokratie über 500 Stimmen m e h r wie 1903. Im Wahlkreis Eisenach-Dcrmbach ist es fast ebenso gegangen. Hier hat die sreisinnig-nationalliberale Verbrüderung nur gegen 700 Stimmen Zuwachs erhalten. Unsere Partei hat seit der Nachwahl im Jahre 1905 um zirka 1100 Stimmen zugenommen, während der Antisemit Schack ebenfalls an- nähernd gegen 3000 Stimmen mehr erzielte wie vor 14 Monaten. Im Wahlkreis I e n a- N e u st a d t, wo die ehemaligen Ratio- nalsozialen mit dem Freisinn zusammengingen, haben beide Partei- gruppen einen geringen Rückgang ihrer Stimmen zu verzeichnen. Wir haben eine ganz geringe Zunahme ver Stimmen erhalten. Obwohl in den Jndustrieorten und Jena eine beachtenswerte Steigung unserer Stimmenzahl konstatiert werden kann, brachte, wie überall, ein Teil der Landorte einen ziemlichen Rückgang. Der reaktionäre Mischmasch hatte infolge der Hottentottenstimmung über 4000 Stimmen Zuwachs.— In allen drei Kreisen beklagt sich der Liberalismus bitter über die verhetzende Agitationsweise der Reaktionäre. Die beiden bürgerlichen Konkurrenten haben sich gegenseitig vor der Hauptwahl gar bös heruntergerissen. Wenn nun aber den Liberalen in dem einen oder dem anderen Wahl» kreise einmal gelegentlich von unserer Seite vorgehalten wurde, daß sie gar keine Veranlassung hätten, sich über die Anttscmiten, Bündler, Konservativen und dergleichen zu beklagen, denn, wenn es zur Stichwahl mit uns und denen komme, dann würden die Liberalen wieder wie schon so oft der Reaktion zu Hülfe eilen, dann wurden die Liberalen allemal sehr wild und verbaten sich dies mit dem Hinweis: erst abwarten! Nun, jetzt werden wir es abwarten. Wir wollen sehen, ob der Liberalismus seinen Verrat an der Sache des Volkes noch dadurch besonders besiegelt-, daß er direkt oder indirekt denen zum Siege verhilft, die den Liberalismus mit Schlägen traktiert haben. Die Wahl in Reuß j. L. Zu den verlorenen Kreisen, die man als sicheren Besitzstand der Partei betrachtet hat, gehört auch Reuß j. L. Seit 1890 hat Genosse Wurm den Kreis im Reichstage vertreten. 1903 siegte er noch mit einem Mehr von über 2400 Stimmen über den freisinnigen Mischmaschkandidaten. Für diesmal hatte man in der Person eines Landrates einen agrarisch schillernden Nationalliberalen aufgestellt. Es gelang, den ganzen Kuddelmuddel vom Bund der Landwirte bis zur Mittelstandsvereinigung und den evangelischen Arbeitervereinen für diese Landratskandidatur zu..begeistern". Unter deni Beistand des Reichslügenverbandes,„alter Afrika. krieger" und Renommierfarmer, unter der Mitwirkung„ehemaliger Sozialdemokraten", ausgesprochener Lumpen, die als Sreikbrcchcr bekannt und von den Organisationen längst abgeschüttelt worden sind, zog die Ordnungsmcute von Ort zu Ort. von Versammlung zu Versammlung. Dann das Auftreten der Gegner am Wahltag selbst. Reuß j. L. zerfällt in zwei Teile, das Oberland mit der „Hauptstadt" Schleiz und das Unterland mit der Hauptstadr Gera. Im Oberland sind bei der Wahl 1903 nur von 68 Proz. der Wähler Stimmen abgegeben worden, diesmal betrug die Beteiligung 95 Proz. durchweg! Das ist eine noch nie dagewesene, kaum je von einem anderen Kreise erreichte Beteiligung der„Partei der Partei- losen". 1903 brachte es der Freisinnige Kalb auf 10 805, während 13 261 Stimmen sich auf den Genossen Wurm vereinigten. Dies- mal wählten von zirka 30 000 Wahlberechtigten 28 700. Die 5000 Stimmen, die der Partei der NichtWähler abgepreßt worden sind, wurden für den Landrat Horn abgegeben, der nun mit 15 847 Stimmen„siegte" gegen unseren Genossen Wurm, der 13 073 Stimmen erhielt. Es ergibt sich sonach ein Rückgang von 197 Stimmen.(Er ist also bedeutend kleiner, als nach unseren Mel- düngen erschien. Red. d.„Lorw."). Die Protestgründe gegen die Wahl häufen sich von Stunde zu Stunde. Wenn alles wahr ist, was berichtet wird, mutz die Wahl kassiert werden. So hat man in einem einzigen Wahl- lokal 32 amtliche Kuverts mit Stimmzetteln gefunden. Ver- einzelt waren solche Kuverts auch in anderen Lokalen vor- handen. Vom Fanatismus der Nationalen zeugt die Tatsache, daß man in Schleiz unseren Stimmzcttelverteilern sogar das Nachtquartier verweigerte. Die Empörung der Arbeiterschaft über den Ausfall der Wahl ist ungeheuer. Die Erbitterung findet ihren Ausdruck in massenhaften Beitrittserklärungen zu den Konsum- bereinen, ebenso sind Neuanmeldungen zu den sozialdemokratischen Vereinen zu verzeichnen. Instinktiv fühlen die Massen die trennende Kluft von der bürgerlichen Welt und suchen in sich engsten Zu- sammenschluß. Von Mutlosigkeit ist keine Spur? Die Genoffen wissen, es wird doch wieder vorwärts gehen und sie sind entschlossen, das ihrige dazu zu tun! Sonservative ffirS Zentrum gegen die Sozialdemokratie. Aus Breslau meldet der„Tag": In Reichenbach-Neurode ist für die Stichwahl ein Kompronnh zwischen Konservativen und Zentrum gegen den Soziali st en Kühn geschlossen worden, wonach der Zentrumskandidat Fleischer eine schriftliche Erklärung abgibt, über seine zustimmende Haltung zu Heeres-, Marine- und Kolonial- forderungen und in mehreren Versammlungen nochmals sein Programm entwickeln muß. An dieser Bekehrung des Zentrumskandidaten zur Weltpolitik ist aber noch nicht genug. Das Provinzial-Wahlkomitee der schlesischen Zentrumspartei beschloß, in allen Kreisen, in denen bürgerliche Parteien gegen Sozialdemokraten in Stichwahl stehen, für die bürgerlichen Parteien einzutreten. Solche Meldungen werden unsere Genossen lediglich zu der- doppelten Anstrengungen anspornen. Wie die Gegner gehaust haben. Aus dem Wahlkreise Dicdenhofen-Bolchcn, wo der „nationale" Katholik de Wendel mit Hülfe päpstlichen Seyens über das Zentrum siegte, wird uns geschrieben: Am 2l. Januar sollte zu Reichersberg eine öffentliche Wähler- Versammlung stattfinden. Das Lokal war zugesagt, alle Vor- bereitungen getroffen und als ich nun kam, um zu referieren, fand ich Türen und Fenster des Lokals fest verschlossen. Die Drücker an den Türen waren sogar entfernt und im ganzen Hause war ioeder Licht zu sehen, noch war Einlaß in das Haus zu erhalten. Der zur Versammlung bestimmte überwachende Kommissar erklärte mir, daß die Wirtin nicht aufmachen würde, den Grund kenne er nicht näher. Es feie« aber vorher schon einige Radaubrüder da- gewesen, die die Fensterscheiben eingeschlagen hätten. Ich ver- suchte nochmals vergeblich Eingang zu finden. Dann begab ich mich ins Dorf, selbstverständlich in angemessener Entfernung vom Kommissar verfolgt. Als ich nach einer Weile den Rückweg an- trat, war eine Anzahl Wahlagenten des„liberalen" Kandidaten Hüttenbesitzer Charles de Wendel eingetroffen, die auch Einlaß in die Wirtschaft erlangt hatten. Ich betrat nun mit einigen Ge- nossen ebenfalls das Lokal und wir setzten uns an einen Tisch. Nun ging das Wahlmanöver der Agenten los. Sobald ich sprechen wollte, vollführten sie einen Heidenlärm und ließen ihren Herrn de Wendel hochleben, was unsere Genossen mit einem Hoch auf unsere Sache erwiderten. Inzwischen war auch der Kommissar wieder eingetreten. Eine Schimpferei wurde von den Wende- lianern angefangen, was den Kommissar veranlaßte,„einzu- schreiten". Zunächst erklärte er die noch gar nicht er- öffnete Versammlung für geschlossen und als die Leute sich nicht schnell genug entfernten, die, nebenbei bemerkt, von den de Wendelschcn Helden geschlagen wurden, zog der Beamte den Revolver und drohte, indem er einen Arbcirer rücklings auf den Boden warf, mit Schießen! Wir verließen selbst- verständlich das Lokal. Von eingeschlagenen Fensterscheiben habe ich aber nichts bemerkt, aufgefallen ist mir jedoch, daß der Kom- missar zur Wirtin sagte:„k'our quoi aver vous ouvrit encore une fois, je vous a dien dit que vous auriez du botin."(Weshalb haben Sie nochmals geöffnet, ich sagte Ihnen doch, daß Sie Un- annehmlichkciten haben würden.)(In dieser Ortschaft wird so gut wie nur französisch gesprochen!) Vor der Wirtschaft kam es dann zu einer Keilerei. So arbeiteten die Wahltrabanten des de Wendel! politilcke öcbcrficbt» Berlin, den 29. Januar 1907. Freisinn und Stichwahlen. Die drei freisinnigen Gruppen— Freisinnige Volkspartei, Frei- finnige Vereinigung und Süddeutsche Volkspartei— erlassen in der freifinnigen Presse abermals einen Wahlaufruf, der sich indes auf die Aufforderung zu weiteren Geldbeiträgen beschränkt und eine Stichwahlparole nicht enthält. Die Frage der Stichwahlen und der bei denselben von dem Freisinn einzuschlagenden Taktik wird lediglich in einer Re- s o I u t i o n behandelt, die der V o r st a n d des„Wahlvereins der Liberalen" am Sonntag gefaßt hat. Diese Resolution lautet: „Die Hauptwahlen haben eine sichere Mehrheit für die Bewilligung nationaler Forderungen ergeben, dagegen erscheint jetzt die Gefahr der Bedrohung bedeutsamer liberaler Errungenschaften(Reich stagSwahlrecht, Koalition s- recht, Gleichberechtigung alker Staatsbürger), für deren Aufrechtcrhaltung und Ausbau wir stets eingetreten sind, wesentlich»ähcrgerückt. Wir fordern daher unsere Parteifreunde im Lande auf, nur solchen Kandidaten in der Stichwahl ihre Stimme zu geben, die durch Programm und Persönlichkeit eine sichere Gewähr dafür bieten, daß sie nicht der politischen und geistigen Reaktion Hülfsdienste leisten." Der Wahlverein der Liberalen ist unseres Wissens die Orga- sation der Freisinnigen Vereinigung. Aber selbst die Freisinnige Vereinigung gibt nicht namens der Gesamtpartci eine Stichwahlparole aus, sondern beschränkt sich auf eine lokale Kundgebung I Obendrein vermeidet selbst die obige Resolution eine präzise Stellungnahme. Es wird nicht gesagt, daß die freisinnigen Wähler unter allen Umständen gegen Konservative und Nationalliberale stimmen sollen. Es wird nur von dem Programm und der Persön- lichkeit gesprochen. Ja. die Wähler werden nicht einmal auf- gefordert, bestimmte Erklärungen von den betreffenden Kandidaten zu verlangen! Eine Haltung, wie sie schwächlicher und unliberaler nicht gedacht werden kann, die aber gerade deshalb mit dem bisherigen Ver- halten des Freisinns im vollsten Einklang steht! Die Freisinnige Volkspartei schlägt die Freisinnige Vereinigung an politischer Jännnerlichkeit natürlich noch um eine Nasenlänge. Der Borstand dieser Partei hat. wie das Mofieblatt in seiner heutigen Abendnummer meldet, beschlossen, auf die Ausgabe irgend einer Parole für die Stichwahlen zu verzichten und es ganz wie bisher den Wählern im Lande zu überlassen, ob sie für die ärgsten Scharfmacher und Brotwuchercr, die schlimmsten Wahlrechtsgegner und Feinde des Koalitionsrechts eintreten wollen! Und diesen politischen Verrat begeht der Freisinn, trotzdem er ganz genau weiß, Ivas auf dem Spiele steht! Wird doch selbst in der Resolution des„Wahlvereins der Liberalen" auf die Gefährdung des Wahlrechts hingewiesen, die durch eine Stärkung der konservativen und uationalliberalen Rechten heraufbeschworen ist. Und schreibt doch der freisinnige Abgeordnete Schräder im„Berliner Tage- blatt" über die durch den Ausfall der Hauptwahl geschaffene Situation: „Die Widerstandskraft der Linken im ganzen gegen etwaige reaktionäre Pläne und gegen weitere indirekte Belastung des Volkes durch Zölle, Steuern und dergleichen ist geringer geworden.... Der Liberalismus muß in dieser Lage der Dinge be- sonders auf der Hut sein und scharf betonen, daß er weder seinen alten, stets vertretenen Grundsätzen untreu werden, noch in ihrer Verteidigung irgendwie lässiger werden will. Er darf sich nicht darüber täuschen, daß gerade jetzt die Hanptgefahr von der rechten Seite droht.... Dem Liberalismus aber bleibt zurzeit nichts übrig, als damit zu rechnen, daß die Wahlen die rechte Seite ver- stärkt haben und die Stichwahlen sie noch weiter verstärken werden. Er muß' sich hüten, selbst dazu beizutragen und dafür sorgen, daß niemand liberale Stimmen erhält, von dem zu be- fürchten ist, daß er zur Gefährdung der liverale« Emmgenschaste« beitragen wird." Und trotz alledem dies feige Zurückweichen vor den liberalen Konsequenzen, diese geflissentliche Stärkung der Fleischwucherer und Wahlrechtsfeinde! Wie der Entscheid der„Wähler im Lande" ausfallen wird, davon geben einige Meldungen über freisinnige Stichwahlparolen bereits einen lieblichen Vorgeschmack. So sollen die Freisinnigen im Wahl- kreise Potsdam-O st Havelland bereits beschlossen haben, für den Konservativen gegen den Sozialdemokraten einzutreten. Ebenso soll der Freisinn in Altenburg beschlossen haben, für einen der schlimmsten, scharfmacherischsten Konscrvativ-Nationalliberalen gegen die Sozialdemokrarie zu stimmen! So eröffnet der Freisinn selbst die neue„liberale Aera", deren Anbruch er während des Wahlrechtkampfes dem naiven Philistertum vorgespiegelt hat! Die sozialdemokratischen Wähler werden es sich bei einer der- artigen Haltung des Freisinns sehr genau überlegen, ob sie sich für die Angehörigen eines solchen„Freisinns" noch ins Zeug legen sollen!— Eine„Ergänzung" des Reichstagswahlrechts. Der„Köln. Volksztg." wird von ihrem Berliner Kor- respondenten gemeldet, daß in Regierungskreisen eine höchst eigenartige„Ergänzung" des Rcichstagswahlrechts ge- Plant sei: „Von einer Persönlichkeit, die mit Berliner Regierungskreisen rege Fühlung hat und Berliner Rcgierungskreisen wiederholt politische Dienste geleistet hat, erfahre ich folgendes: Es bestehe der Plan, eine gefügige Regierungsmehrheit dadurch zu schaffen, daß man die wegen der Zunahme der Bevölkerung eigentlich mehr zu wählenden Reichstagsabgeordneten durch die Einzellandtage wählen lasse. Man suche nach Mitteln und Wegen, wie dies ohne Aenderung des bestehenden ReichstagswahlrechtS geschehen könne. Ich teile Ihnen die Nach- richt mit, wie ich sie erfahre, ohne in der Lage zu sein, zu. be- urteilen, inwieweit die Ausführung eines solchen Planes, wenn er tatsächlich besteht, in der gegenwärtigen politischen Lage mög- lich sein würde." Die„Nordd. Allgem. Ztg." dementiert diese Nachricht heute abend in folgender burlesken Weise: Eine flügellahme WahlrechtSente versucht �ie„Köln. Volksztg." heute fliegen zu lassen: Noch gerade zu den Stichwahlen hat sich eine geheimnisvolle Person gefunden, die ihr folgenden Plan verraten hat: es solle 4M Reichstage eine „gefügige" Regierungsmehrheit dadurch geschaffen werden, daß man die wegen der Zunahme der Bevölkerung eigentlich mehr zu wählenden Reichstagsabgeordneten durch die Einzellandtnge wählen läßt. Man suche nach Mitteln und Wegen, wie dies ohne Aenderung des bestehenden Reichstagswahlrechts geschehen könne. Unter einer„gefügigen" Reichstagsmehrhcit versteht die„Köln. Volksztg.", wie es scheint, eine in nationalen Fragen zuverlässige Mehrheit. Für eine solche sorgt die Nation aber schon von selbst, dazu bedarf es keiner Wahlrechtsknnsteleien. Was den der„Köln. Volksztg." enthüllten Plan im besonderen betrifft, so können wir feststellen, daß er an keiner amtlichen Stelle existiert. Es war vorauszusehen, daß das Regierungsblatt mit einer Ableugnung antworten würde, ist doch die Demen- tierung der einer hohen Regierung unbequemen Nachrichten, ganz gleich, ob diese der Wahrheit entsprechen oder nicht, seine wichtigste Aufgabe. Daran, daß an den sogenannten höchsten Stellen allerlei Wahlrechtsveränderungspläne ge- hegt werden und für diese Pläne sowohl die Konservativen als die Nationalliberalen zu haben wären, besteht doch kein Zweifel. Noch sind erst wenige Tage vergangen, seit die nationalliberale„Magdeb. Ztg.". schrieb, die Wahlen des 25. Januar bedeuteten eine Belastungsprobe des Reichstags- Wahlrechts: es müsse sich entscheiden, ob das deutsche Volk mit diesem Wahlrecht selb st die Kor- rektur zu schaffen vermöge, oder ob diese auf anderem Wege geschaffen werden müsse. Hinzu kommt, daß, wie aus Hamburg berichtet wird, Herr B a l l i n. des Kaisers Günstling, auf der von den Direktoren, Beamten und Offizieren der Hamburg-Amerika-Linie veranstalteten Kaiser- Geburtstagsfeier geäußert hat, dem Großhandel müsse da- durch im Reichstage eine Vertretung gesichert werden, daß dasReichstagswahlrecht durch eine„beruf s- ständische Angliederung der Vertreter der großen Erwcrbsgebiete" ergänzt werde. Allerdings würde eine derartige„berufsständische Angliederung" einen Verfassungsbruch bedeuten: aber in gewissen„nationalen" und„vaterländischen" Kreisen nimmt man Verfassungsbrüche und Volksniedermetzelungen sehr leicht, wie die Aeußerungen des Nationalheros Bismarck beweisen. Wenn die„Sanaille" nicht pariert, wird sie zur Ader gelassen.— ♦• DcutFcbcö Reich* Welt- nebst Heimatspolitik. Die„Deutsche Tageszeitung", das Organ des Bundes der Landwirte, beglückwünscht den Reichskanzler zu der„Möglichkeit einer mehrfachen Mehrheitsbildung", die ihm gestatte, seine kolonialpolitischen Forderungen durchzusetzen, ohne die bisherige Agrarpolitik aufzugeben: „Wenn sich auch die schließlichen Ergebnisse der Wahlen heute noch nicht ganz übersehen lassen, so kann doch heute schon fest- gestellt werden, daß Fürst Bülow das erreicht hat, was er er- reichen wollte, nämlich die Möglichkeit einer mehrfachen Mehrheitsbildung. Er wird in der Lage sein, im künftigen Reichstage nicht nur eine doppelte, sondern eine dreifache Mehrheit zu bilden, und zwar eine, die aus der Rechten und dem Zentrum besteht, eine zweite, die aus der Rechten und den Liberalen sich zusammensetzt, und schließlich eine dritte aus dem Zentrum und den Liberalen. Das ist zweifellos für einem Staatsmann eine außerordentlich günstige Situation, besonders für einen von der Grundanschauung des Fürsten Bülow, der sich als Anhänger der aristotelischen Mittellinie bekannt hat und zu- gestandenermaßen, wenn man sich so ausdrücken darf, eine Politik des Eklektizismus, d. h. der Auswahl zwischen den verschiedenen Möglichkeiten, treiben will.... Was insbesondere die wirtschaftspolitischen Ver- h ä l t n i s s e anlangt, so hofft der Liberalismus, daß der Reichskanzler sich aus diesem Gebiete ihm erkenntlich zeigen werde. Was aus jener Seite Hoffnung ist, muß auf unserer Befürchtung sein. Wir hegen vorläufig aber diese Befürchtung nicht. Der Reichskanzler hat sich zu der durch die neuen Handels- Verträge begonnenen Wirtschaftspolitik so unzweideutig bekannt, daß er sich mit sich selbst in Widerspruch setzen würde, wenn er von diesen Bahnen abweichen oder sie gar ver- lassen wollte. Er ist auch, wie wir ihn beurteilen, viel zu klug, als daß er übersehen könnte, daß er mit solchen Abweichungen seine Stellung schwächen und gefährden nr ü tz t e." Die deutliche Drohung zum Schluß ist nicht mißzuverstehen. Freisinnige Mätzchen. Die„Freisinnige Zeitung", das führende Organ der Freisinnigen Volkspartei, hat bislang noch keinen einzigen Artikel über das Ergebnis der Hauptwahl gebracht, in dem auch nur der Versuch gemacht wurde, die durch den Wahlausfall geschaffene neue politische Situation zu würdigen I Der Grund dafür liegt ja allerdings sehr nahe. Wollte die „Freis. Ztg." derartige Betrachtungen anstellen, so müßte sie zu demselben Erkenntnis kommen, wie der freisinnige Abg. Schräder: daß durch die unter freisinniger Beihülfe zustande gekommenen F a s ch i n g s w a h l e n die Chance» des Liberalismus um ebensoviel Prozent gesunken seien, wie die Chancen der Wahlrcchtsfeinde und agrarischen Lebensmittelwncherer gestiegen sind. Ein solches die frei- sinnige Wahltaktik vernichtendes Geständnis kann natürlich die „Freisinnige Ztg." nicht machen, ohne sich selbst ihrer Wahl- taktik wegen an den Pranger zu stellen. Sie leistet deshalb auch fernerhin der Reaktion Vorschub, indem sie sich über alle reaktionären Gefahren ausschweigt, Reaktion Reaktion und Fleischwucher Fleisch- Wucher sein läßt und ausschließlich in der ihr eigenen stupiden Ge- hässigkeit auf die Sozialdemokratie loshaut. Für die bemitleidenswerte Kleingeistcrei dieser traurigen Sorte von Gegnern ist es überaus bezeichnend, daß das Wiemer-Blatt, um die Sozialdemokratie zu verspotten, sogar den Wahlausfall in Berlin bekrittelt. So behauptet es, die Sozialdemokratie habe im zweiten Berliner Wahlkreise 1700 Stiinmen verloren, während sie nach dem nunmehr vorliegenden amtlichen Resultat, das die sozialdemokratijche Stimmenzahl noch um einige hundert Stimmen reduziert, immer noch 300 Stimmen gewonnen hat! Mit solchen Albernheiten speist das Zentralorgan der Freisinnigen Volkspartei seine Leser ab! Daß es die 6000 konservativen Wähler, die diesmal im zweiten Wahlkreise für den freisinnigen Kandidaten stimmten, schlankweg dem Freisinn zuzählt, versteht sich von selbst. Nicht alle fünf Jahre stehen die Wahlen im Zeichen des Faschings! Das nächste Mal dürfte dem Freisinn Ascher- mittwochs-Stimmung beschieden sein!— Bürgerliche„Demokraten". Mit der bürgerlichen„Demokratie" war schon zu den Zeiten Sonnemanns kein Staat zu machen. Seitdem aber Sonnemann sich aus Gesundheitsrücksichten um das große„demokratische" Organ am Main nicht mehr kümmern kann und die„demokratische" Politik der„Franks. Ztg." sich völlig von den Abfällen nährt, die der Berliner Korrespondent des Blattes unter devoten Bücklingen aus dem Kehrricht der Wilhelmstraße aufliest, ist das große Dcmokratenblatt völlig auf den Reichsverband gekommen. Es ist deshalb kein Wunder, daß die„Franks. Ztg." zu schreiben wagt: „Vorerst kommt bei ihr(der Sozialdemokratie) nur der Zorn zum Ausdruck und in diesem Zorn spricht der„Vorwärts" wieder die alte Unwahrheit von dem Zusammen- schluß der Liberalea und der Konservativen zu einer reaktionären Masse aus und sagt:„Nur sind wir darin heute weiter als vor 20 Jahren und darin spiegelt sich der Fortschritt, den wir seitdem gemacht. Damals schlössen sich Nationalliberale und Konservative zum Kartell zusammen, der Freisinn gehörte mit dem Zentrum noch zur Opposition. Heute gibt es keinen eigentlichen Gegensatz mehr zwischen Freisinnigen und Konservativen. Das Aufhören des Freisinns als demokra- tische Oppositionspartei, sein Wiederaufleben als linker Flügel der konservativen Regierungspartei, das ist die Signatur dieses Wahlkampfes." Wer die Wahlbewegung genauer verfolgt hat, weiß, wie unrecht diese Behauptungen sind. Abgesehen von einigen Bezirken, wo besondere örtliche Gründe vorlagen, sind die fortschrittlichen Parteien nicht nur selb- ständig, sondern fast überall gegen die Konserva- tiven vorgegangen, mtt denen sie ja auch den Haicht- kämpf zu führen hatten. Und was besonders hervorzuheben ist: der Wahlkampf ist von der Linken nicht etwa im Sinne der Regierung, sondern von den prinzipiellen Gesichtspunkten der freiheitlichen Parteien aus geführt worden, immer mit der Forderung, daß in der Regierung liberale Grundsätze durchgesetzt werden müssen, und mit der entschiedenen Front gegen die Reaktion. Das haben die Wähler auch recht gut verstanden, und so bedeutet die Vermehrung der liberal-demokratischen Stimmen einen u n v e r- kenn baren Ruck nach links." Solches Zeug wagt das„demokratische" Blatt zu schreiben, trotzdem selbst ein Dr. Theodor Barth, ein Mitglied der Freisinnigen Vereinigung, an dem reaktionären Dern- burg-Liebert-Wahlklirs des Freisinns während der Wahlkampagne wiederholt die ätzendste Krittk geübt hat, trotzdem der ganze Frei- sinn beim diesmaligen Wahlkampf fein liberales Kampfprogramm— Kampf gegen den Zollwucher, die Fleischnot, die reakttonären Umtriebe gegen Wahlrecht und Koalitionsrecht usw. in die tiefste Truhe versenkt hatte! Ob das„demokratische" Organ auch jetzt nach der ent- hüllten schamlosen Stichwahltaktik des Freisinns seine Tiraden zu wiederholen wagen wird? Wir trauens ihm schon zu! Obwohl bei dem diesmaligen Ordenssegen der trotz deS dekorierten Kronsbein um die Reaktion verdienteste Mann, Herr Stein, der Berliner Dirigent der Frankfurter demokratischen Politik, über- gangen worden ist!—_ Die„Reichs"-Pleite. Das„Reich"— einstweilen noch nicht das Deutsche Reich, sondern das S t ö ck e r s ch e„Reich"—, steht vor der Pleite, das„Reich", das offenbar schon damals nicht auf Rosen gebettet war, glaubte im Anfang des Jahres 1906 seine Finanzen dadurch„sanieren" zu können, daß es aus der Konkurs», asse der„Staatsbürger- Zeitung" im Ramsch deren Abonnenten und sonstiges Inventar erstand. Aber dieser Ankauf brachte das„Reich" der unvermeidlichen Pleite nur näher. Ehren-Stöcker sah sich deshalb feit Monaten genötigt, seine Anhänger täglich um 60 000 M. anzubetteln. Er verschwieg den Grund des Bettels. Man glaubte, die 60000 M. sollten einen Wahlfonds für christliche Arbeitcrvrrtteter in, Reichstage bilden. Nun aber muß Stöcker erklären, daß es nicht auf die Lanzierung christlicher Arbeiterkandidaten abgesehen war, sondern nur auf die Verhütung der R e i ch s- P l e i t e! Erbarnnmgswiirdig beschwört Herr Stöcker seine Gönner, doch noch diverse Zehntausende zu opfern, um das im„Reich" angelegte Kapital von 250 000 M. zu retten! Ob diese offene Schnorrerei mehr Erfolg haben wird, als der bisherige verschämte Bettel? Möglich wäre es schon, daß sich nunmehr einige mitleidige Kapitalisten fänden, nachdem die Gefahr, christliche„Arbeiter"-Vertreter in den Reichstag zu bekouunen, glücklich vorübergegangen ist!—_ * Hänge-Peters über Dcrnbnrg. In der„Finanz-Chronik" schreibt nach der„Deutschen TageS-Zeitnng" Dr. Karl Peters: „DaS Interessanteste aller diesmaligen Wahlkampagnen in Deutschland ist für Außenstehende, daß der Reichskanzler und der stellvertretende Kolonialdirektorselb st in die Arena hinab st eigen. Sie halten Reden, Wahl- reden. Das ist etwas Neues und Erfrischendes im Deutschen Reich. Insbesondere geht Herr Dernburg auf sehr neuen Bahnen. Ich halte zwar seine Wertschätzung unserer Kolonien für etwas zu hoch. Vielleicht wohl nur deshalb, weil ich einige Gebiete des schwarzen Erdteiles durch Aiijjcnschcin sehr genau kenne. Wenn Dernburg z. B. sagt, wir können wohl annehmen, daß jeder Schwarze einen Pfennig per Tag wirtschaftlichen Neuwert schafft, mutz ich einwenden, daß wir das wohl nicht annehmen können. Vielleicht dürfen wir annehmen--- nach meinen Erfahrungen daß er 1 Pf. per Jahr schafft; vielleicht Utrecht im Gebäude für Kunst und Wissenschaften eine allgemeine I vertretern" waren es, genau einer über die Sälfte der auch nicht einmal das. Dies wird sehr von der Gin Bersammlung abgehalten. Es beschloß, in diesem Jahre wiederum Fraktion, Herrn Baffermann, dem nationalliberalen Sozialgeborenenpolitit abängen, die Herr Dernburg au treiben gedenkt eine nationale Wahlrechtsdemonftration zu ber politiker, blieben nur einundzwanzig, blieb die Minderheit! und die ich nicht kenne. Wenn die alten Beiber im deutschen anstalten und zwar am Sonntag vor Eröffnung der Kammer und unter den Unterzeichnern jenes Antrages, der eine erhebliche Reichstage bie Kontrolle behalten, wie feit zehn Jahren: wenn wenn möglich in a ag, der Stadt, wo das Parlament feinen Siberschärfung jenes§ 153 der Gewerbe. ſpeziell Bebel und Konforten die schwarze Gesellschaft hat. Ferner gab die Versammlung auf Antrag der sozialdemo- erschärfung ienes§ 153 der unter ihre Genoffen aufnehmen, wird es tommen, fratischen Partei dem ausführenden Komitee" den Auftrag: sobald Ordnung darstellte, jenes Ausnahmepara. wie ein altes Niggerlied aus Amerika verkündet: der Bericht der parlamentarischen Kommission für Verfassungs- gra phen gegen die kämpfenden Arbeiter, auf Grund dessen rebifion erscheint, eine besondere Kommission zu ernennen, die den schon haarsträubende Urteile über Streit. Bericht prüfen und auf dieser Grundlage Vorschläge für die finder gefällt wurden, waren Männer, die heute noch eine weitere Propaganda und Agitation machen soll. bedeutende Rolle in der nationalliberalen Partei spielen, wie Herr Büsing, Herr Möller, der spätere Minister und andere mehr! Die alle werden also nun ausgeschlossen werden aus der nationalliberalen Fraktion! Was bleibt dann aber eigentlich noch übrig vom Nationalliberalismus? ,, But' mancipation come, ha, ha! De me wear Massa's coat, ha, ha! Me kiss him wife, Me steal him knife, And cut him ugly throat, ha, ha!" An der großen Wahlrechtsdemonstration im vorigen Jahre waren 60 000 Arbeiter beteiligt. Daß sich die freifinnigen Demofraten" abgesondert und ein eigenes Wahlrechtsfomitee gebildet ( Wenn die Emanzipation kommt, dann trage ich bes Herrn haben, hat der Wahlrechtsbewegung der Arbeiterschaft nichts geRod, lüsse seine Frau, stehle sein Messer und durchschneide ihm schadet. Jest steht fest, daß unsere Bewegung dadurch einen mehr feinen garstigen Hals). Herr Dernburg wird fich hoffentlich proletarischen Charakter gewonnen hat und eine gute Reinigung bald einmal zur Regerfrage äußern. Ginfiweilen find seine In- bie Folge war", sagte der stellvertretende Vorsitzende des Komitees, venturaufnahmen" zweifellos ein Beichen, daß er die Sache Genoffe alebingen in seiner Eröffnungsrede. am richtigen Ende anfäßt." Der Stil ist der Mensch. Die schnodbrigen gynismen charak terifieren den Hänge- Peters gang vortrefflich! Interessant ist, daß selbst hänge- Peters die kolonialbilanzen des Dernburgers verspottet! Australien. Aber er erhofft wenigstens von der neuen Kolonialexzellenz eine Stellung aur Negerfrage, die feinem Jdeal der strupellosen Ber ftlavung und rücksichtslosen Ausbeutung entspricht. Er deutet Dernburgs Parole, die Reger feien durch die Gewöhnung an die Arbeit zur Kultur" zu erziehen, so, daß man die Eingeborenen zu Lohn staven für die Kolonialagrarier herabdrücke, toste es an Geld und Menschenleben- namentlich getatomben ber Gingeborenen!-Stommiffion hat sich für die Ausdehnung auf alle übrigen was immer! In Südost afrita ist man so verfahren. Und die Folgen diefer Politit haben sich ja in dem dreijährigen Kolonialfrieg gezeigt, der uns mehr als 2000 Menschenleben und 500 Millionen geloftet hat! Dort haben die Herero allerdings nach dem„ Niggerlied" gehandelt! Der Hänge- Peters erhofft von der Politik des Dernburgers also Neuauflagen des südwestafrikanischen Aufstandes! Volksztg.": Amtliche Wahlbeeinflussung. = Die Altersversicherung der Arbeiter spielt seit mehreren Jahren in der Arbeiterbewegung Australiens eine große Rolle. Im Jahre 1905 wurde eine Kommission eingesetzt, die diese Frage zu ihrem befonderen Studium machen und untersuchen sollte, ob die Einführung der Altersversicherung für das ganze Gebiet des australischen Staatenbundes zu empfehlen sei. Seit einiger Zeit hatte man diese Einrichtung schon in Neu- Süd- Wales und Bittoria, ebenso in NeuSeeland( das nicht zum Staatenbunde gehört) getroffen, und die Staaten ausgesprochen. Leute im Alter von 65 Jahren follen eine Benfion von zehn Mart pro Woche erhalten; wenn sie noch anderweitige Einfünfte haben, wird ein entsprechender Abzug ge macht. Die Pension darf das Gesamteinkommen nicht auf mehr als 1100 Mart pro Jahr steigern. Als Pensionäre werden nur weiße, britische Untertanen aufgenommen, die fiber 20 Jahre in Australien anfäffig find. Diese Vorschläge befriedigen in vielen Kreisen nicht, weil sie zu geringfügig find, und es wird der Arbeiterpartei obliegen, bei den parlamentarischen Verhandlungen beffere Bedingungen zu erzielen. Die Kosten stellen sich für Neu- Seeland bei 12 000 Benfionären auf 600 000 W. Neu- Süd- Wales zahlt an 22 000 Benfionäre 9 600 000 Mart. Biftoria an 11 450 Pensionäre 5 000 000 Mart. 6 Das verhältnismäßig günstige Wahlergebnis des 25. Januar für die sogen.„ nationalen" Barteien ist zu einem wesentlichen Teil darauf zurückzuführen, daß nicht nur der offizielle Apparat mit Hochdruck für diese Parteien gearbeitet hat, sondern vielfach auch die staatlichen Behörden die ihnen unterstellten Beamten einzu. schüchtern versucht haben. So meldet z. B. die klerikale„ Duisb. In der bergangenen Woche wurden die Bureau- und Abteilungsvorsteher der gl. Eisenbahndirettion Gffen zusammenberufen und wurde ihnen dann von dem Eisenbahn- und billiger Fahrpreise. präsidenten Herrn Dr. Kieschte folgende Ansprache gehalten: Am 25. Januar finde die Reichstagswahl ftatt. Es gelte au Reiche Regenfälle werben aus allen Teilen des Landes gemeldet. Die Ernte verspricht in Australien eine sehr gute zu werden. nächst, die Sozialdemokratie, die Feindin des Vaterlandes, au bekämpfen. Jebt sei aber noch ein Biel Weigenland ist unter Kultur; dabei ist erwähnenswert, daß erst neuer Feind hinzugefommen, das Bentrum. Die Auflösung des der 20. Tell fruchtbaren Landes bebaut ist. Reichstages habe den Grund darin, daß die Zentrumspartei eine Nebenregierung geführt habe, und diese habe fich die Regierung länger nicht gefallen lassen fönnen. Der Erlag des Ministers ber öffentlichen Arbeiten sage zunächst, daß es Pflicht eines jeben Beamten fei, zu wählen, und daß ferner auf Grund eines Bes schluffes des Staatsministeriums darauf gedrungen werden soll, es den Beamten ans Herz zu legen, im Sinne der Regierung gegen die beiden Feinde des Baterlandes, die Stichwahlparole der Sozialdemokratie haben wir bereits Die dummen Wutausbrüche der National- Zeitung" über Sozialdemokratie und 8entrum, au stimmen. in der gestrigen Nummer registriert und gekennzeichnet. Nach Ein gleiches Vorgehen war den Vorständen der Eisenbahn zutragen ist noch eine etwas eingehendere Betrachtung der inspektionen bon dem Direktionspräsidenten aufgegeben. Die folgenden Stelle des nationalliberalen Ergusses: Borstände wurden veranlaßt, bei den untergebenen Beamten und Arbeitern der äußeren Dienststellen und der Inspektionen Wahlbeeinflussungen zugunsten ber nationalen" Parteien gegen die Sozialdemokratie und das Bentrum zu betreiben, was auch geschehen ist, Das polnische Zentral- Wahlkomitee in Bofen hat für die Stichwahlen in ganz Preußen folgende Stichwahlparole aus. gegeben: Wasserfuppen- Sozialreform, dann wiederum nur eine MinderWir fürchten, daß Herr Bassermann, der Mann der heit zu führen hätte, obgleich er von der National- Beitung" der Parteichef genannt wird, wahrscheinlich weil die Mehrheit der Partei gewöhnlich anders handelt als er redet. Uebrigens dürfte Herr Bassermann selbst wahrscheinlich mit den Ausschlüssen seiner bewährten arbeiterfeindlichen Parteifreunde gar nicht einmal einverstanden sein! Ueberlege sich deshalb die National- Beitung" lieber die Sache noch einmal! Gerichts- Zeitung. saftpflicht des Hauseigentümers für Glätte vor seinem Grundstück. Rechtsprechung den einzelnen Grundstudsbefizern die Verpflichtung Um den Fährnissen des Winters zu begegnen, legt die deutsche auf, gemäß§ 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches die im Berkehr er= forderliche Sorgfalt zu beobachten und dementsprechend auch bei Frostwetter, soweit angängig, für die Verkehrssicherheit vor ihren Grundstücken zu sorgen. Wenn auch nicht jede während der nächtlichen Zeit überraschend eingetretene Glätte schon die gesetzmäßige Streupflicht bedingt, so wird doch als verkehrsüblich angenommen, daß frühmorgens und auch abends bei glattem Wetter zu streuen ist und daß insbesondere die Kenntnis von Glatteis zu streuen berpflichtet. Gine Schadenersatzklage wegen unterlassener Streupflicht und Straßenbahnen in ihren Besitz gebracht hat, wird in einem offiziellen der Fleischermeister August Toobe in Tilfit gegen In Neu- Süd- Wales, wo die Regierung die Eisenbahnen und daraus entstandenem Unfall mit nachwirkenden Schädigungen leitete Berichte über das Transportwesen darauf hingewiesen, daß die An- den Grundstücksbefizer Mertins dortselbst ein. Toobe ist am zahl der Baffagiere während des legten halben Jahres auf 19. Dezember 1902 vor dem Haufe des Beklagten infolge der Glätte ben Eisenbahnen um eine Million, auf den Straßenbahnen des Bürgersteiges hingestürzt und hatte sich dabei einen Knöchelum fünf Millionen zugenommen habe infolge praktischer Einrichtungen bruch des linten Fußes zugezogen. Sein Anspruch ging auf 790 m. entstandenen Geschäftsausfall während der Heilung und 75 m. Doktorkoften. Nach einem ärztlichen Attest war er bis zum wofür er eine monatliche Rente forderte, wie auch für den Fall der 23. April 1908 in feiner Erwerbsfähigkeit um 50 Broz. beschränkt, weiteren Erwerbsbeschränkung für die übrige Zeit. Das ärztliche Attest sprach sich noch dahin aus, daß eine dauernde Erwerbs. beschränkung nicht zu befürchten sei. Toobe, der nebenbei noch Viehhandel betreibt, berechnet seinen wöchentlichen Verdienst auf zirka 55 M. Landgericht Tilfit und Oberlandesgericht flagten, daß er von dem am 19. Dezember 1902 eingetretenen abhängig, dahin, daß der Beklagte die Glätte auf der Frostwetter gewußt habe, was der Beklagte aber bestreitet. Das Oberlandesgericht macht deshalb den Klageanspruch von zwei Giden Straße nicht gesehen und daß er von dem eingetretenen Frostwetter am Vormittag des 19. De zember nichts erfahren habe. Bei Leistung dieser Gide sollte die Klage des Meisters Toobe abgewiesen werden. Gegen dieses Urteil hatte der Beklagte Revision eingelegt und der zuerkennung der Eide widersprochen. Da jedoch eine bauernde Erwerbsunfähigkeit nicht angenommen werden fonnte ( der Streitwert war im ganzen auf höchstens 2100 M. festgesetzt), wurde die Rebifion des Beklagten wegen Fehlens der Revisionssumme( 2500 M.) bom 6. Bibilfenat des Reichsgerichtes Diese braven Пationalliberalen.önigsberg erkannten für den Fall auf Verurteilung des BeDie Nationalliberalen werden nichts dawider haben, daß man sie mit dem hochnotpeinlichen Inquisitionsverfahren gütigft verschonen will. Daß fie für Verschlechterung des Wahlrechts toie des Koalitionsrechtes nicht zu haben sind, ist von maßgebenden Stellen der Partei oft genug betont worden. Und wenn Sie Genoffen nach dem Falle des Sozialistengefeges mit weiteren Ausnahmegesezen verschont geblieben find, so danken fie das nicht in legter Linie ber parlamentarischen Tätigkeit des gegenwärtigen verworfen. Parteichefs Bassermann." Nein, wie wir doch die braven Nationalliberalen vereinem Standidaten der bürgerlichen Parteien oder einem Sozial- fannt haben! Sie find für keine Verschlechterung des Wahl Letzte Nachrichten und Depefchen. 2. Wo Sozialdemokraten mit bürgerlichen Kandidaten ( außer dem Zentrum) in Stichwahl fommen, treten die Polen geschlossen für den Sozialdemokraten ein. 1. Wo das Zentrum in Stichiwahl steht, gleichviel ob mit demokraten, haben die Polen für den Zentrumsmann rechts, für feine Verschlechterung des Koalitionsrechts zu einzutreten. haben! Wahrhaftig; die National- Zeitung" sagt's. Und Zur Grubenkatastrophe. das ist ein glaubwürdiges Zeugnis, denn vor knapp einem St. Johann, 29. Januar.( W. T. B.) Von dem Unglüd be Dugend Jahren hat die National- Zeitung" noch ihrem troffen sind namentlich die Bergmannsfamilien des Jllinger Tales, 3. Wo Freifinnige mit Nationalliberalen ober Konservativen as gegen das Reichstagswahlrecht offenen, die von Schiffsweiler, Heiligenwald und Landsweller. Eine Witwe um das Mandat werben, mögen die Polen für ben Greifinnigen it arten, lauten Ausdruck gegeben, ihrem verlor ihre 3 im blühenden Jugendalter stehenden Söhne, eine Frau um das Mandat werben, mögen die Polen für ben Freifinnigen wilden Saß gegen das Reichstagswahlrecht, den sie jetzt betrauert den Verlust ihres Mannes, ihres Bruders und zweier. tlug im berschwiegenen Busen verwahrt; Söhne. Ein verunglückter Bergmann hinterläßt eine Witwe mit ben sie jetzt nicht eher wieder aussprechen wird, als an dem 9 unverforgten Kindern. Gine junge, ihres Gatten beraubte Frau Tage, da eine tonservativ- nationalliberale, eine Rartell- wurde beim Anblick seiner Leiche tobfüchtig, eine andere bracht mehrheit zustande käme und dann die letzte Stunde des all- ohnmächtig zusammen, als ihr bereits tot geglaubter Mann plößgemeinen, gleichen, geheimen und direkten Wahlrechts ge- lich vor ihr stand. Es kann noch nicht angegeben werben, wie lange schlagen hätte! es dauern wird, bis alle Leichen geborgen find. An der Unglüdseintreten, falls er nicht ber hatatistischen Richtung angehört. 4. Bei Stichwahlen zwischen Nationalliberalen und Konserbativen oder Antisemiten ist Wahlenthaltung zu üben. Uebereinstimmend mit der vorstehenden Wahlparole werden die Polen bei den Stichwahlen in Berlin I sowie in der Proving Brandenburg für Dr. Arons gegen den Frelsinnigen Kaempf bezw. für die anderen sozialdemokratischen Kandidaten gegen die der bürgerlichen Parteien eintreten. Daß die Nationalliberalen in der Geschwindigkeit auch stelle verweilen auch Vertreter französischer und schweizerischer Ein Soldatenschinder. Der Unteroffizier Marten vom zweiten noch verläßliche Hüter des Koalitionsrechtes geworden sind, Beitungen. Auf welche Weise das Unglück entstand, wird wohl nie bayerischen Jägerbataillon in Aschaffenburg wurde verhaftet, weil er ist der Wunder zweites! Und wie fir das gegangen ist! aufgeklärt werden können. Bis jebt find 25 Berlebte ans Tages11 Refruten seiner Korporalschaft befahl, abends 9 Uhr feldmarsch Denn knapp vor den Hauptwahlen hat die National- licht geschafft, die sich alle auf dem Wege zur Besserung befinden. mäßig und barfuß anzutreten und sie, als sie diesem Befehle nicht Zeitung" noch den Gesezentwurf über die Rechtsnachlamen, im Adamstoftüm antreten ließ. Ein andermal ließ er fähigkeit der Berufsvereine, diesen SprößStadtverordnetenwahlen. bie Leute im Hemde antreten und Kniebeuge machen, bis sie dem ling der unseligen 8uchthausvorlage, diese schlimme Braunschweig, 29. Januar. Bei der heutigen StadtverordnetenUmfallen nahe waren, dabei überschüttete er sie mit Beschimpfungen Bedrohung des Koalitionsrechtes, gepriesen als wahl wurden in der 3. Klaffe brei den bürgerlichen Barteien anordinärster Art. Beweis, daß die Sozialreform nicht stillstehe im Deutschen gehörige Kandidaten und ein Sozialdemokrat gewählt, während alle Reich, und hat als verlockende Ansicht ausgemalt, daß dieser vier Size bisher im Besis von Sozialdemokraten waren. Gefeßentwurf die Grundlage des ihm folgenden GesetzDer polnische Schulstreik. entwurfes über Arbeitstammern sein werde Loebau( Weftpr.), 29. Januar.( W. T. B.) Die Strafd. h. daß die Arbeitskammern zu Vertretungen der Ar- tammer des hiesigen Landgerichts verurteilte heute abend die beitswilligen, der Gelben, zu Organisationen gegen die Pröbste Kowalsti, Lisz, Majta, Coniewski, Ruchniewicz und Radke flaffenbewußten Gewerkschaftler gemacht werden sollen. Ein auf Grund des§ 130a des Strafgesetzbuchs wegen einer in Plan, der den vollen Beifall des Organs der national mehreren polnischen Zeitungen veröffentlichten Erklärung, in liberalen Koalitionshüter fand! welcher eine Aufforderung der polnischen Schultinder zum passiven Widerstand und Ungehorsam erblickt wurde, au je einem Monat Gefängnis. Ausland. Ungarn. Höchste Seit! Budapest, 29. Januar.( B. S.) Wie der„ Az Ujfag" meldet, wird das Amtsblatt am Donnerstag die Demiffion des Juftig ministers Polonyi veröffentlichen. Polonyi wird aus dem Amie fcheiden, doch wird er bis zur Ernennung des neuen Justisministers die Geschäfte weiter führen. Frankreich. Die Radikalen als Verbündete der Reaktion. Paris, 28. Januar.( Eig. Ber.) Gestern fand die Stichwahl für den Generalrat von St. Etienne statt, bei der unser Genosse Faure, auf den im ersten Wahlgang die meisten republikanischen Stimmen gefallen waren, gegen den Ne aktionär Baulet zu fämpfen hatte. Hätten die bourgeoisrepublika nischen Wähler die berühmte republikanische Gemeinbürgerschaft" beobachtet, so wäre Faure mit 500 Stimmen Mehrheit durch gebrungen. Er blieb aber mit 1708 Stimmen in der Minderheit, und der Reaktionär wurde gewählt. Das Haß gegen die sozialistische Arbeiterschaft war bei den radikalen Kleinbürgern stärker als ihre republikanische Ueberzeugung. Herr Clémenceau aber wird nächstens wieder bei einem Bankett verkünden, daß es in der Demokratie teine Klassen mehr gebe. Niederlande. Eingeborenen- Revolte. Es waren ja auch wohl Nationalliberale, die in den Reichstagsdebatten über den Grimmitschauer Weberstreit die föniglich sächsische Trockenlegung des Koalitionsrechtes durch Entziehung Amsterdam, 29. Januar.( B.$.) 300 Eingeborene der Provinz bes. Bersammlungsrechtes in hohen Tönen als Kedina in Holländisch- Indien haben revoltiert. Der eingeborene befreiende at gepriesen haben? Nicht wahr, verehrte Bolizeichef wurde getötet, besgleichen der Vizegouverneur und National- Beitung"? Diese Leute werden also jetzt wohl mehrere andere Beamte. Die Zahl der Berlegten ist noch nicht aus der nationalliberalen Fraktion aus genau bekannt. Truppen sind nach Ort und Stelle abgegangen. gefchloffen werden? Herr Lehmann, einer der Hauptscharfmacher wider die gefnebelten Grimmitschauer Weber, der Herr, der jetzt im Wahlkreis Jena in der Stich abend im Rigaischen Meerbusen in der Nähe des Surortes Dubbeln Riga, 29. Januar.( W. T. B.) Die 14 Fischer, die gestern wahl steht, wird also, wenn er noch einmal wieder in den auf einer Eisscholle ins Meer getrieben worden waren, sind von Reichstag gelangen sollte, wider den Willen der National- dem Eisbrecher Orenborg gerettet und nach hier gebracht worden. liberalen gewählt, und darf der nationalliberalen Fraktion dem Eisbrecher Orenborg gerettet und nach hier gebracht worden. dann nicht wieder beitreten, wird hinausspediert? Gerettet. Neue Erderschütterungen in Kingston. Und wie geht es denen unter den Wiedererwählten der Ringston, 29. Januar.( B. S.) Drei neue Erdstöße find Nationalliberalen, die im Jahre 1900 jenen Antrag in gestern hier verspürt worden. Mehrere Ruinen find infolgedessen Reichstag einbrachten, der die verwendbaren Teile gänzlich zusammengebrochen. Biele Personen sind hierbei erheblich der Buchthausborlage bor der Verscharrung verlegt worden. retten wollte, die sie dann doch ereilte? Dreiund zwanzig von vierundvierzig natonalliberalen„ VolksDer Kampf für das allgemeine Wahlrecht wird von der nieber. ländischen Arbeiterschaft bekanntlich durch ein besonderes Romitee geleitet, das die großen Wahlrechtsdemonstrationen veranstaltet und dafür sorgt, daß in Wort und Schrift unablässig für die Sache des Wahlrechts agitiert wird. Dieses Komitee hat am Sonntag zu Berantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inferatenteil verantw.:.Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Borwärts Buchdr. u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 2 Bellagen u.Unterhaltungsblatt gt. 25. 2umm. j Allllge des Jormitts" Kerlitler Uöldsdllltt. lM. Die russische Revolution. Das Anleihegespenst. In den beteiligten russischen Finan�kreisen spricht man von einer Versteckten Anleihe m Höhe von 800 Millionen Rubel, die die süd- russische Gesellschaft der Montanindustriellen mit dem Staatsrat Awdakow an der Spitze im Auslande unter dem Vorwande zu realisieren wünscht: der russischen Regierung für das Recht, in Süd- rußland ein gröberes Eisenbahnnetz anzulegen, eine entsprechende Summe auszuzahlen.—« Die französischen Sozialisten gegen de» russische» Anleihe- schwindel. Paris, 20. Januar,(©ig.©er.) In der gestrigen Kammersitzung brachte die sozialisiiiche Fraktion eine Interpellation ein, die von der Regierung Aufklärungen über die Vörsenmanöver und versteckten Anleiheunternehnumgen fordert, die die Interessen der Republik und Frankreichs schädigen. Die Interpellation kommt mit anderen, die gleichfalls die letzten Börsen- treibereien betreffen, am Montag zur Verhandlung. Die Regierung wird sich über die Manöver zur Regelung der neuen zarischen Anleihe und über die Machenschaften der Börsenclique äußern müssen. die die Kurse der französischen Rente herabdrückt, um zu verhindern, daß der Finanzminister Caillaux mit der Personaleinlommcn- steuer Ernst macht. Mit welchen Mitteln die Kapitalistenpresse arbeitet, um bei den „kleinen Leuten" Stimmung zu machen, kommt in bezeichnender Weise in einem Entrefilet des aktiven Börseaners und Spießer- inoralisten H a r d u i n zuin Ausdruck, der im„Matin" mit trivialem Witz Jobbermteressen zu Meinungen des gesunden Menschenverstandes umschwindelte. Er präsentiert seinem Publikum den Rentier buch- stäblich als„arbeitsamen Abel", den der niederträchtige sozialreformerische Kai» erschlagen will.— Imperialistische Wahlen. London, 27. Januar. Etwa fünfzehn Jahre lang ist das Deutsche Reich mit dem Imperialismus schwanger gegangen, und jetzt ist er endlich da. Er ist eine Spätgeburt, die einige Jahre ein schwächliches Dasein ftisten und die Reaktton mit unauslöschlicher Schande bedecken wird. Dem Deutschen Reiche fehlen sowohl die geographischen wie die persönlichen Faktoren zu einer erfolgreichen imperialistischen Politik. Und je fieberhafter die Anstrengungen der Regierung sein werden, durch Träumereien und Wallunge» zu ersetzen, was ihr an Natur und Genie fehlt, desto umsangreicher und vernichtender wird die Niederlage sein. ES kann noch zu Wahlen kommen, die den Charakter eines napoleonischen Plebiszits annehmen werden. Denn so leicht geben imperialistische Regierungen ihre Pläne nicht auf. Aber vorläufig war der erste Wahlgang vom letzten Freitag noch kein Plebiszit. Die gegenwärtigen deutschen Wahlen sind viel- mehr den englischen Wahlen vom Jahre 189S ähnlich: sie brachten uns daS Kolonialministerium Chamberlain, den Jameson-Streit, den Burenkrieg und die Entrechtung der Gewerkschaften. Freilich stellten sie auch die äußere Politik auf eine gesunde Basis, aber nur infolge der Elastizität de« englischen Geistes und der freiheitlichen englischen Verfassung. Und diese Faktoren fehlen im Deutschen Reiche vollständig. Der Geist der herrschenden Elemente Preußen-DeutschlandS ist nicht elastisch, noch ist seine Ver- fasfung freiheitlich. In dieser Beziehung gleicht das gegenwärtige Deutschland dem Frankreich der sechziger Jahre und wir können m den nächsten Jahren noch Dinge erleben, die uns diese Parallele in ihrer ganzen schrecklichen Konsequenz zeigen werden. Die Wahlen vom letzten Frci...g sind recht merkwürdig und ver- dienen mit einem für Deutschland noch unbekannten Maßstabe ge- messen zu werden. Sie sind die ersten Wahlen in der Geschichte des Deutschen Reiches, die einen ausgesprochen imperialistischen Charakter tragen. Bis jetzt handelte es sich bei Wahlen um nationale Fragen: Kampf gegen die Ultramontanen, gegen die Sozialisten, für Schutz- zölle, für Stärkung der Armee,— lauter Fragen, die die inneren Angelegenheiten der Nation oder höchstens den Zweibund: Frank- reich und Rußland betrafen. Jetzt greift Deutschland über die kontinental-europäischcn Gebiete hinaus, um Pläne zu vertvirklichen, die es in unübersehbare weltpolitische Konflikte verwickeln können. Bei allen weltpolitischen Fragen Deutschlands kommt in erster Linie England in Betracht. ES ist nicht nötig, diesen Satz des längeren zu begründe». Die ganze weltpolittsche Geschichte der letzten zwei Jahre ist nichts anderes als ein Konflikt dieser beiden Mächte. Deutschland will sich nach überseeischen Gebieten ausdehnen, die englische Seemacht steht ihm im Wege. Um dieser Seemacht Achtung einzuflößen, rüstet Deutschland zur See. Die maritimen Rüstungen Deutschlands sind aber bis jetzt erfolglos geblieben. Sie führten nicht zu einer Macht auf dem Wasser, sondern waren cm Schlag ins Wasser. Jeder deutsche Zug wurde von England pariert. Die deutsche Welt- und Seepolitik erwieS sich in jeder Beziehung als minderwertig. Der deutsche Plan, das Zünglem an der Wage zwischen Frankreich-Rußland einerseits und Englands anderseits zu sein, wurde durch den japanisch-russischen Krieg und durch die englisch-französische Entente vollends beseitigt. Und den deutschen Seerüstungen ist England stets gewachsen. Die deutsche Flotte um die Nordsee beträgt jetzt kauin die Hälfte der Stärke der englischen. Hinzu kommt, daß in der Kriegschiffstechnik Deutschland Hinterstellig geblieben ist und keine Aussicht hat. in den neuen Errungenschaften den Engländern zu folgen. In fachmännischen Kreisen herrscht die Ansicht allgemein vor. daß der größte Teil der deutschen Flotte bereits veraltet ist und zum alten Eisen geworfen werden muß. Und diese Ansicht ist auch in maritimen Kreisen Deutschlands bekannt. Es sind Anzeichen vorhanden, daß man in Deutschland an der Möglichkeit verziveifelt, den Engländern zur See als Macht- faktor entgegentreten zu können. Allem was zur See nicht möglich sei, könne man zu Lande versuchen. Ausgehend von diesem Gedanken, will Deutschland in S ü d w e st a f r i k a eine Landmacht schaffen, um auf das britische Reich einen Druck aueüben zu können. Deutschland will hier diejenige Politik verfolgen, die Ruß- land bislang in den transkaspischen Gebieten verfolgt hat. wo es auf Indien drückte. Dtan rechnet in Deutschland. Südafrika sei die Achillesferse Englands. Die Buren haben noch lange nrcht die Konflikte mit England vergessen: eine Auflehnung gegen den eng- Irschen Eroberer sei wohl möglich. In solchen Momenten könne Deutichland mit einer starken südwcstafrikanische» Garnison den Engländern Bedingungen stellen und ihnen Konzessionen abringen. Nur aus diesen Erwägungen erklärt sich die Empfindlichkeit der deutschen Regierung über die Ablehnung des südwestaftikanischen NachtragSetatS; ebenso erklärt sich daraus der Wert, den die Regierung der sonst ökonomisch wertlosen Kolonie beimißt. Süd- westasrila hat für sie einen strategischen und diplomatischen Wert. Daß die deutsche Regierung von imperialistischen Gedanken ae- leitet ist. wurde an dieser Stelle oft hervorgehoben. Gezweifelt wurde nur an der Stärke deS imperialistischen Empfindens der Bourgeoisie. Die Wahlen vom letzten Freitag haben diese Zweifel beseitigt. Die herrschenden Klassen Deutschlands sind imperialistisch und werden mit der Regierung durch dick und dünn gehen. Die ganze Unruhe, die man in bürgerlichen Schichten rn der letzten Zert wahrnehmen konnte, entsprang nicht etwa aus Unzufttedeiihett mit der halbabsolutistischen Verfassung, sondern mit den armseligen Er- aebnissen der bisherigen imperiattstischen Träume. Das Dernburgsche Irrlichtern genügte, ihnen wieder etwas Vertrauen einzuflößen und für eine Feuersäule in der imperialistischen Wüste zu halten. Aber lange wird daö Vertrauen nicht dauern. In England päd dt, feitfxn Politiker überzeugt, daß man Deutschlands Diplo« matte nicht ernst nehmen dürfe; jedoch vernachlässigen sie die Maß- regeln nicht, die zur Verhütung von Ueberraschungen nötig sind. In der letzten Woche brachte die Presse mehrere Reuter-Depeschen aus Johannesburg, die von militärischen Rüstungen in Südafrika erzählen. Die Vertreter sämtlicher südafrikanischer Kolonien sind zu einer Konferenz zusammengetreten, um über die Verteidigung des Landes zu beraten. Hält Deutschland in Südwestafrika eine Garnison von 8000 Mann, so werden die Briten in Südafrika eine Garnison von 20 000 Mann halten. Und die Buren haben ein zu gutes Gedächtnis, um die Krüger-Dcpesche vergessen zu haben. Die Ergebnisse der imperialistischen Wahlen lassen sich mit Genauigkeit verausi'agen: Schärfere Wettrüstungen zwischen England und Deutschland; Bauten von Schlachtschiffmonstern vom Typ„Dread- nought"; schwere Steuerlasten für das deutsche Volk; locilere Ent- rechrung der arbeitenden Klassen; allgemeine bittere Enttäuschung über die deutsche Weltpolitik. Und dann? Eiuwedcr ein Plebiszit und ein deutsches Scdan, oder allgemeine Wahlen wie in England 1006. die die Konservativen ruinierten. Chamberlain lahmlegten und die Arbeiterpartei als Macht etablierten. Welche von diesen beiden Möglichkeiten eintreten wird, hängt von der geistigen und moralischen Stärke des Proletariats ab. Wir enthielten uns in den letzten Wochen, die Stimmen der englischen Presse über die deutschen Vorgänge zu bringen, da wir der Ueberzeugung sind, daß der„Vorwärts" über deutsche Dinge besser Bescheid weiß als englische Korrespondenten und Redaktcure. Die deutsche Sozialdemokratie hat es nicht nötig, sich von Fremden belehren zu lassen. Sie hat bis jetzt in allen Fragen das richtige getroffen. Und wenn sie vielleicht das imperialistische Empfinden der Bourgeoisie nicht in seiner ganzen Tiefe erfaßt hat, so kam dies nur von der Geringschätzung, mit der sie den ganzen deutschen Imperialismus betrachtete. Aber aus der englischen Preffe war auch dies nicht zu lernen, denn in England hielt man daran fest, daß es sich bei den Wahlen um einen kon- stitutionellen Konflikt zwischen Krone und Nation handelte. Auch dieser Irrtum ist dem Umstände zuzuschreiben, daß man den deutschen Imperialismus für impotent, aber die deutsche Bourgeoisie für politisch reif hält.<—_ Die sozialdemokratische Presse über den Wahlansfall. München» Post(München): „Auf eine parlamentarische Niederlage hat bisher die organisierte und klassenbewußte Arbeiterschaft noch jedesmal mit einer Erweiterung und Vertiefung ihrer Organisation geantwortet. Sie wird es auch diesmal daran nicht fehlen lassen. Sie beweist es, indem sie nach dieser Schlacht mit frischem Mute sich zum neuen Gefechte für die Stichwahlen stellt und ver- sucht, mit voller ungebrochener Kraft den ihr gebührenden Anteil noch zu erringen." Die Tribüne(Erfurt): „Unser Fehler ist gewesen, baß wir uns durch den Riesenerfolg von 1903 täuschen ließen. Unsere Siege waren unter einer alles mit sich reißenden Parole:„Billiges Brot, keine Wucherzölle" erzielt worden und hatten die Wirkung, daß die„nationalen" Parteien aus dem Schrecken in eine Erbitterung verfielen, die den Reichsverband gebar und zur Anwendung der gemeinsten und verwerflichsten politischen „Kampfmittel führte. Und wir selber haben die prinzipielle Schulung unserer 1903 eingereihten 900000 Rekruten vernachläisigt, so daß bei manchem von ihnen das Kriegsgeheul des Hottentottenkartells nicht ein- fach abprallte, sondern es zum letztenmal für den„OrdnungS"- schwindel eingefangen wurde.... Alle großen historischen Bewegungen vollziehen sich in wellen- förmigem Auf- und Absteigen. Deshalb gönne» wir unseren„Ab- stieg" den nationalen„Siegern" durchaus, da er erzielt wurde mit Mitteln, die ein zweitesmal nicht mehr verfangen können, weil die betreffende„aufsteigende" Geiellschaftsschicht fehlt.... Wir haben unser politisches Prinzip, unsere politische Ehre rein gehalten. Sie verbürgt allein das Anrecht auf eine Zukunft. Jetzt gilt eS, in den Stichwahlen Siege zu erfechten— und dann die Schulung auf größter Basis zu organisieren. Dann nur allein wird uns die Zukunft gehören." Die BolkSwacht(Breslau): „Die unsicheren Kantonisten sind von der Flutwelle der Faschings- Wahlparole mitgerissen worden. Der mit Pauken und Trompeten wachgerüttclte dumme Kerl auS der„Partei der NichtWähler" zahlte für die Droschken- und Autoinobilfahrt der fürstlichen und amt- lichen Schlepper mit einem Stimmzettel für den Kapttalistenklüngel. Wir blieben von ihm verschont. Was unS geblieben, ist die fort- schreitende treue Elite der Wählerschaft, die auftecht und geradeaus sehend unserer Fahne folgt und auch einmal bereit sein wird, größere Opfer für die Partei zu bringen, wie sie die Abgabe eines Stimm- zettels erfordert... Norddeutsches BolkSblatt(Bant): „Sie fitzt im Rohr, die einzige reaktionäre Maffe, an die jetzt jeder glauben muß. der noch bisher an ihr gezweifelt, und sie wird sich machtige Pfeifen schneiden, solange sie im Rohre sitzt. Nur eines haben sie vergessen die herrschenden Klassen, daß nämlich der größte Teil der Nichtwählerpartei, die sie gegen uns ins Feld geführt, nicht zu den Herren von Bildung und Besitz. fondern zu dem Proletariats gehört. Sie haben einer schläfrigen, lethargischen Masse mit Versprechungen, die sie niemals halten werden, Leben eingehaucht. Aber sie werden die Geister, die sie so gerufen, nicht mehr loS werden. Die Regierung hat die Partei der Dummen momentan für sich auf die Beine gebracht; aber sie hat sie damit schließlich doch nur für uns wachgerufen. Hier wird nicht die geeinte Reaktion, hier werden wir die Ernte haben." Königödergcr BolkSzeitung(Königsberg):. „Die deutsche Sozialdemokratie hat eine schwere Mederlage erlitten.— die Feinde der Arbeiterklasse triumphieren I---- Jede Selbsttäuschung über die Siege unserer Feinde ist ausgeschlossen. Offen ausgesprochen das, was ist! Das ist die alte Pflicht, welche die deutsche Sozialdemokratie von ihren Vorkämpfern gelernt hat l JllufionenloS das Geschehene ertragen, aus dem Geschehenen die Konsequenzen ziehen, das ist die Aufgabe der Sozialdemokraten nach dem gegenwärtigen Wahlkampf. Wir Sozialdemokraten verlieren unseren Mut nicht, wenn wir einmal Niederlagen erlitten haben; wir können unsere Siegeszuversicht nicht einbüßen, weil unsere SiegeSstcherheit auf eherne Notwendigkeit gestellt ist." L'Humlmits(Paris): (In einem zweiten Arttkel vom Sonntag): .. Also die deutsche Sozialdemokratie hat eine Schlappe er« litten. Sie hat bei der Hauptwahl 19 Mandate verloren, und ihre Fraktton im neuen Reichstag wird sicher geringer an Zahl sein als die im bisherigen Parlament. Wer aber darin eine ernsthafte und andauernde Schwächung der deutschen Sozialdemokratie erblicken wollte, der würde sich gar sehr täuschen. Noch kennen wir nicht die Gesamtziffer der sozialdemokratischen Stimmen, doch bei Ueberprüfung der Teilresultate ergibt sich, daß die Zahl der sozialdemokratischen Stimmen gegen 1903 zwar hier und da ein wenig zurückgegangen ist, aber an vielen Orten in sehr merklicher Weise zugenommen hat.... Selbst da, wo die bisherigen Abgeordneten unterlagen, ist die Zahl der für sie abgegebenen Stimmen vielfach stark gewachsen.... Wenn also die deutsche Sozialdemokratte auch Mandate verliert, so hat fich doch das deutsche Volk nicht von ihr abgewandt.... Die deutsche Sozialdemokratie, die in dem Wirbelsturm, der alle chauvinistischen Leidenschaften, alle bürgerlichen Beängstigungen zusammenfegte, ihr großes Heer von 3 Millionen Anhängern un- versehrt erhielt, sie bleibt also eine starke Macht, mit der das Kaiser- tum noch zu rechnen haben wird.» Le Prnple(Brüssel): „... Als Haupt- Charakteristikum des 23. Januar ergibt sich die Taktik der antisozialdemokratischen Koalition. Die Truppen des Kaisers und seines Kanzlers haben indessen einen Pyrrhus-Sieg errungen; denn solche Siege sind ganz dazu angetan, das Proletariat über seine Klaffenintereffen zu belehren und die große soziale Klaffenscheidung zu fördern— ganz wie wir's wünschen! Bereits läßt sich erfreulicherweise feststellen, daß der Ruhr- streik die Bekehrung einer großen Schar katholischer Arbeiter zum Sozialismus vollbracht hat. So eutwickelt sich langsam unter dem Einfluffe der Wirtschaft« lichen Faktoren die Einheit des Proletariats, während sich die kapilalistische Konzentration nur aus Kosten einer Verschlechte- rung der klerikalen Streitkräfte vollzieht, wodurch diese Konzen- tration eines TageS vernichtet werden muß.! l" Schlagwetter. An der Unglücksstelle im Saarrevier spielen sich herz- zerreißende Szenen ab. Dort hocken bei den Leichen tn dumpfer, lautloser Verzweiflung Weiber und Kinder, hier löst der Schmerz über den Verlust des Gatten, des Vaters schrille, markerschütternde Schreie aus. Viele irren umher, sie finden den geliebten Toten nicht. Mancher von denen, die der Tod plötzlich dahinraffte, ist völlig entstellt, verstümmelt, verbrannt. Furchtbar wütete die Explosion und das verheerende Feuer. Durch die bereits in der gestrigen Nummer gemeldete zweite Explosion wäre beinahe auch noch die ganze Rettungs- Mannschaft von über hundert Köpfen ein Opfer der Katastrophe geworden. Immer noch lauten die Nach- richten über die Zahl der Opfer widersprechend. Nach der einen Meldung sollen zirka ISO Menschen verloren sein, nach anderen posittven Mitteilungen muß mit einer Zahl von 200 gerechnet werden. Uebcr die direkten Ursachen der Katastrophe verlautet noch nichts Bestimmtes, es ist auch fraglich, ob sie jemals ergründet werden können. Behauptet wird aber, in der Unglücksgrube, die zu fiskalischem Besitz gehört, seien alle Einrichtungen musterhaft gewesen, keine Vorsicht zur Ver- hütung von Katastrophen soll außer acht gelassen sein. Aber wie leicht man einem unglücklichen Zufall die Schuld zuzu- schieben geneigt ist, geht aus der Auslassung eines angeblich hervorragenden Fachmannes hervor. Von einem solchen läßt sich die„B. Z. am Mittag" folgendes mitteilen: Die Einrichtungen der Redengrube haben sich, wie dieS bei einer staatlichen Grube als selbstverständlich vorausgesetzt iverden darf, wohl zweifellos im besten Zustande befunden, und ins- besondere dürfte dies bei den neuen, erst seit kurzem in Betrieb genommenen Fettkohlengrnben der Fall gewesen sein. Wegen der vielen speziell auf den Zechen des Saarreviers auftretenden Schlagwetter sind die Zuführungseinrichtungen für ftische Luft, die sogenannten„Wetter- führungen", von ganz gewalttger Leistungsfähigkeit. Sie saugen in 24 Stunden bis zu 12 Millionen Kubikmeter Luft aus den Baue» ab und führen ebenso viel Frischluft zu. die sich auf Strecken von mehreren Kilonietern Länge verteilt. Die Sicherheitslampen werden vor der Einfahrt ins Bergwerk an die Bergleute verteilt. sie sind verschlossen und der Verschluß ist plombiert, so daß sie im Innern des Baues nicht geöffnet werden können; ebenso findet auch eine genaue Untersuchung der einfahrenden Belegschaft daraufhin statt, daß sie keine Streichhölzer, Pfeifen usw. mit sich führt. Sprengungen dürfen nur dann vorgenommen werden, wenn eine vorhergegangene Prüfung das Fehlen von Grubengas ergeben hat. In Anbettacht aller dieser Vorsichtsmaßregeln sollte man also eine Explosion für ausgeschlossen halten. Es mag in diesem Falle aber ein unglückseliger Zufall die Hand im Spiele gehabt haben. So ist es z. B. schon vorgekommen, daß ein kräftig gegen das Gestein geführter Schlag vorbeiging, oder daß die Hacke ab- rutschte, wobei die Lampe getroffen und ihr Drahtnetz zerstört wurde. Ob dieser Zufall die Ursache zu der Katastrophe in der Redengrube bildete, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen, und es muß überhaupt zweifelhaft erscheinen, ob man sie jemals wird ermitteln können. Wir möchten nur auf eine Unstimmigkeit in der Aus- lassung des Fachmannes hinweisen. Wenn die Wetterniaschinen so vorzüglich sind und in Betrieb waren, wo sollen denn die Wetter hergekommen sein, die durch einen Hackenschlag zur Entzündung gebracht werden konnten? Aus dem Unglücksrevier liefen folgende weitere Mcl- düngen ein: Neunkirchrn» 29. Januar. Ueber die Zahl der bei dem furchtbaren Unglück in der Grube Reden verunglückten Bergleute hat man bisher keine bestimmten Feststellungen machen können. Fest steht, daß gestern morgen über 600 Bergleute eingefahren sind. Gegen 8 Uhr gab es eine Explosion schlagender Wetter in der fünften Tiefbausohle, die sofort einen gewaltigen Brand zur Folge hatte. Man nimmt jetzt an, daß die Zahl der Toten und Verwundeten etwa 200 beträgt. Die Zahl der Verunglückten konnte gerade so wenig mit Sicherheit bis jetzt festgestellt werden wie die Zahl der Geretteten. Die Geretteten sind zumeist in Gruben der Nachbarschaft, welche mit der Grube Reden in Verbindung stehen, ausgefahren. So sind ettva 40 Bergleute zur Grube Heinitz ausgefahren. Die Bergwerksinspektton erklärt sich außerstande, Auskunft zu erteilen, da infolge einer zweiten gewaltigen Explosion jeder Ueber- blick fehlt. Bis nachmittags 5 Uhr hatte man 104 Tote, 24 schwer und 30 leicht Verletzte geborgen. Dann, erfolgte die neue Kata- strophe. Eme weitere Explosion schlagender Wetter versperrte etwa 150—200 Mann der eingefahrenen Nettungsmannschafteii den Weg, und man fürchtet, daß auch diese verloren sind, da der Brand immer weiter um sich greift. Das Feuer hindert die Rettungsarbeiten außerordentlich. Ein Bergmann, der gerettet wurde, hat die Sprache verloren. Bei der zweiten Explosion schätzt man die Zahl der Toten auf 300. Saarbrücken, 29. Januar. Die gesamten Rettuilgsmaunschaften konnten sich noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Demnach wären die 130—200 eingefahrenen Mannschaften, die zur Rettung aus« gingen, gerettet. Saarbrücken, 29. Januar. Die Rettungsmannschaften von der Grube„Herne" in Westfalen sind hier eingetroffen. Sie sollen die RettungSabteilungen von Frankenhausen und den übrigen Saargruben verstärken. Seit gestern nachmittag 3 Uhr konnten diese nicht mehr vordringen; sie ivaren in Lebensgefahr. Die Leute von Herne sind mit ihren Pneumatophoren, den NettungL- apparaten ausgestattet, die sich in Courisres bewährt haben und auf die Erfindungen des Hofrates Rudolf Ritter von Walcher- UhSdal in Wien und des UmbersiiätSprofefforS Gärtner zurückgehen. Ihre Quintessenz sind Mitnahme einer Flasche kom- primierten Sauerstoffs und Borkchrungen zu alkalischer Erneuerung der ausgeatmeten Lust. Saarbrücken, 29. Januar. Die Bergungsarbeiten mußten während der vergangene» Nacht vollständig einaestellt werden, da der Brand an fehr um sich gegriffen hat. Die Arbeiten werden voraussichtlich im Laufe des heutigen Vormittags wieder aufgenommen werden. " 9 Gewerkschaftliches. Der eilfertige Staatsanwalt. Bom Fortschritt der Presse. In neuem Gewande erscheint seit| 60 Pf. pro Tonne erhöht worden. Das macht für die Jahres. Sonnabend unser Ludwigshafener Partei- Drgan, Mek, 29. Januar. Der Berichterstatter des Lorrain" meldet, Pfälzische Post". Die gerade in dem legten Jahre rapid aber ruhig für die gesamte Braunkohlenerzeugung zugrunde lege. die erzeugung 1469 340 M. Man kann die Preissteigerung von 60 Pf. er habe am Drte des Grubenunglücks selbst erfahren und festgestellt, gestiegene Abonnentenzahl machte es der Geschäftsleitung möglich, In Deutschland wurden im Jahre 1906 rund 54 Millionen Tonnen daß gestern morgen 488 Bergleute in die Gänge der fünften Tiefbau- dem Lesebedürfnis wie auch einem von allen Parteigenossen längst Braunkohlen gefördert, das ergibt bei einem Preisaufschlage von fohle eingefahren waren. 63 Leichen liegen an der Unglücksstätte. gehegten Wunsche auf Erweiterung des Blattes Rechnung zu tragen. 60 Pf. rund 32 Millionen Mark Mehrbelastung für den Konsum. Von 23 schwer Verletzten, die nach dem Neunkirchener Knappschafts- Der Erweiterung des Blattes mußten selbstverständlich auch die Die konservativ- nationalliberale Reichstagsmehrheit wird nun wohl hospital gebracht wurden, sollen 13 bereits gestorben sein, so daß technischen Einrichtungen folgen, die Anschaffung zweier schleunigst für einen Ausgleich der Interessen sorgen. Die Junker die Zahl der Toten, die bis jetzt herausgezogen wurden, 76 be- Segmaschinen System Linotype wurde zur Tatsache. haben ihre Wucherzölle, die nationalliberalen Industriebarone ihre trage. Die Zahl der noch unten befindlichen und, wie es heißt, Anstatt wie bisher vierspaltig, erscheint das Blatt jetzt drei Riefengewinne, die Konsumenten verden befriedigt werden durch verlorenen Bergleute scheine aber bedeutend höher zu sein als an- spaltig. genommen wurde. Von den 488 eingefahrenen Bergleuten habe neue Steuern. Jedem das Seine! So sind wir", schreibt die Pfälz. Post" zu dem Ereignis, von fich eine Zahl von 60 Mann nach der Heiniz- Grube retten können. fleinen Anfängen heraus immer größer geworden. Die verhältnisMek, 29. Januar. Aus Neden wird hierher gemeldet, die mäßig fleine Abonnentenzahl der ursprünglichen Volksstimme" wuchs dortige Berginspektion bestätige, daß 77 Tote zutage gefördert durch die rührige Agitation unserer Parteigenossen soweit an, daß worden sind; die Zahl der Eingefahrenen wird von der Inspektion fich die Schöpfung eines eigenen Kopfblattes rentabel erwies. Unter auf 163 angegeben mit der Bemerkung jedoch, daß sichere Angaben dem Namen Pfälzische Post" begann eine Aera in der Weiter nicht gemacht werden können. entwickelung des Blattes, und was man sich damals gelobte, es ist In Eisenberg in Thüringen ist ein wirtschaftlicher Streit eingetroffen. Schritt für Schritt haben wir der bürgerlichen Presse entbrannt, der obgleich die Zahl der Beteiligten kaum 150 den Boden abgewonnen, und im Oktober 1904 tonnten wir in ein beträgt für den Ort von noch nicht 10 000 Einwohnern eigenes heim, nunmehr vollkommen selbständig und unabhängig eine große Bedeutung hat, der aber auch über die Grenzen von Mannheim, einziehen". der Kleinstadt hinaus Interesse erweckt durch die Art, wie er Koften des Wahlrechtskampfes. Die Magdeburger sich abspielt. Die Wurstfabrikanten des thüringischen Boltsstimme" teilt mit, daß am Sonnabend Genosse Holz- Städtchens apfel die sechs Wochen Gefängnisstrafe angetreten Tausende und aber Tausende von Arbeitern gebieten, richtig haben's den Großindustriellen, die über hat, die ihm wegen des Rotensonntagsflugblattes abgeguckt, wie ein rechter Kapitalist sich räuspert und wie zudiftiert wurden. Seinem„ Mitschuldigen", dem Genossen Bethge ist bis zum 4. Februar Strafaufschub bewilligt worden, während er spuckt auf das fordernde Proletariat nämlich. Die ein Antrag des Genossen Haupt auf Strafaufschub vom Staats- höhnische Abweisung aller Forderungen, das brutale Ablehnen anwalt abgelehnt worden ist, obwohl Genosse Haupt ein ärztliches aller Vermittelungsvorschläge, das mutet so ganz großAttest beigebracht hatte, daß seine Gesundheit start angegriffen ist. tapitalistisch an. Und Polizei und Staatsanwaltschaft können's Auf eine Beschwerde an den Oberstaatsanwalt in Naumburg ist noch in Eisenberg genau so, wie in irgend einer Metropole staatsfeine Antwort eingetroffen. und fapitalsretterischer Intelligenz. . Paris, 28. Januar. Bei Beginn der Sigung des MunizipalParis, 28. Januar. Bei Beginn der Sigung des Munizipalrates erklärte deffen Präsident: Ich bin überzeugt, mich zum Dolmetsch Ihrer aller Gefühle zu machen, wenn ich den Familien der Unglücklichen, die bei der Katastrophe auf der Redengrube ihr Leben eingebüßt haben, unser schmerzliches Beileid ausspreche. Die ganze Saargegend ist durch diese furchtbare Explosion aufs tiefste betrübt; sie geht auch uns sehr nahe. Vergessen wir nicht die Sympathien, die uns selbst anläßlich des Grubenunglücks von Courrières zuteil wurden, und schicken wir den Ueberlebenden der Katastrophe von Reden und den Hinterbliebenen der dabei Umgekommenen unseren brüderlichen Gruß. % Das Unglück in Belgien. Auch das Unglück auf der Grube Liévin" bei Lens im Becken des Pas de Calais stellt sich als umfangreicher heraus, als nach der ersten kurzen Nachricht anzunehmen war. Schlagende Wetter waren auch hier der Würgeengel, der zahlreiche Opfer unter der Bergarbeiterschaft forderte. Die vorliegenden Meldungen lauten: " Die Reichskonferenz der deutschen Sozialdemokratie Desterreichs, deren telegraphischen Brudergruß an den Vorstand unserer Partei versammlung statt, zu der auch die Herren Fabrikanten einAm Freitag vor acht Zagen fand eine öffentliche Fleischerwir gestern schon veröffentlichten, trat am Sonntag in Wien zu geladen waren. Die gingen aber nicht in die Versammlung, fammen. Auf der Tagesordnung stand als einziger Bunft: Die sondern benutzten die günstige Gelegenheit, Arbeitswillige Vorbereitung der Reichstagswahlen". Genosse Dr. Adler erstattete einzuschmuggeln. Trotz aller Vorsicht wurde die Sache bemerkt, das Referat über die Vorbereitungen zum Wahlkampfe und unter- und bei der Ankunft der Arbeitswilligen um halbzwölf Uhr breitete folgende Anträge: " Liévin, 28. Januar. Von den 812 Bergleuten, die heute früh in den Schacht hinabgestiegen waren, kommen immer mehr zutage; Das Zentralfomitee der deutschen Sozialdemokratie besteht aus nachts gab es einen großen Menschenauflauf. Die Polizei es fehlen jedoch noch mehr als 50, die, wie es heißt, bei den verschiedenen der Reichsparteivertretung. In allen deutschen Wahlbezirken ohne sorgte jedoch für„ Ordnung" und bewachte die Wurstfabrik von Rettungsarbeiten in der Tiefe beschäftigt find. Zahlreiche Direktoren Ausnahme foll jedem Parteigen offen ermöglicht Panzer, in der man die Arbeitswilligen" untergebracht der in der Nähe befindlichen Gruben sind zur Stelle. Man bemerkt werden, sich bei der Wahl als Sozialdemokrat hatte, die ganze Nacht. Am anderen Morgen erklärte jedoch auch eine Gruppe Rettungsmannschaften aus Courrières, die mit zu bekennen; es soll dafür durch Aufstellung von die Hälfte der Herbeigelodten, getäuscht worden zu sein und ihrer besonderen Ausrüstung angekommen sind. Zähltandidaten gesorgt werden. Doppelfandidaturen sind zu schloß sich den Streifenden an. Während die unter VorLiévin, 29. Januar. In Schacht 3, wo die Explosion schlagen, lässig, aber nur nach forgfältiger Erwägung aller Verhältnisse auf- spiegelung falscher Tatsachen nach Eisenberg gelockten Proletarier der Wetter stattfand, arbeiten nur etwa 60 Arbeiter. In den zustellen. Die endgültige Entscheidung über das Verhalten der diesen Art der Solidarität mit ihren Klassengenossen übten, übrigen Schächten ist die volle Arbeiterzahl tätig. In der Be- Partei bei Stichwahlen steht dem Zentralfomitee zu. Die völkerung gibt sich große Anteilnahme an dem Unglück auf der Sammlungen für den Zentralfonds werden sogleich eilte der Staatsanwalt aus Altenburg herbei und stellte eine Grube Reden kund. eröffnet. Diese Anträge wurden ohne Debatte angenommen. Untersuchung darüber an, ob die Ansammlungen bei GelegenDas Telegramm an den Vorstand der deutschen Sozialdemokratie heit der Arbeitswilligenzufuhr sich nicht als Landfriedensbruch wurde auf Antrag Adler abgesandt. qualifizieren. Noch in der Nacht wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen, und am 25. Januar, am Wahltage, wurden abermals vier Mann abgeführt. Aus der Partei. Parteiliteratur. " Aus Industrie und Handel. Die Börse. bild! " Berlin und Umgegend. Und die Fabrikanten? Einer der Hauptscharfmacher hatte Im Verlage der Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, ereinen Angestellten, der die Wohltat" einer Wohnung im schien soeben das bereits angekündigte Buch: Kurt Eisner, Das Ergebnis der Reichstagshauptwahl hat die Börse angeblich Hause seines Herrn" genoß. Dem schrieb der Wurstfabrikant " Das Ende des Reichs". Deutschland und Preußen im Zeitalter in berechtigt gute Stimmung versetzt. Warum eigentlich? Weil die einen Brief: Binnen drei Tagen habe er die Wohnung zu der großen Revolution. Preis broschiert 4 M., gebunden 5 M. Reaktion der famosen Wahlfreisgeometrie, dem Kolonialschwindel räumen. Grimm im Herzen, mußte der Mann als StreifBülow, in der er mit und in der deutschen Sozialdemokratie nach kann? Wir fürchten, bald wird dort Weinen und Wehklagen zu ver- die Wohnung nicht räumen und die Rechnung des UnterEs ist wie eine Antwort auf die Wahlbotschaft des Fürsten und der Kulturkampfpauke eine Anzahl neuer Mandate verdanken brecher in die Fabrik zurückfehren. Seine Frau lag schwer danieder im Wochenbett! Er konnte der großen französischen Revolution den Krieg erklärte. Auf den nehmen sein, wo jest eitel Freude über den Sieg der anderen wildgewordenen Spießbürger und phrafentrunkenen Gleichmacher herrscht. Die Regierung und die Prozentpatrioten werden nicht nehmers klappte deswegen. Robespierre folgte der Degen Bonapartes. Er mußte fommen, um fäumen, die im Rauſche des Kolonialnebels und des Hurrapatriotis- ein Bild im Kleinsten Rahmen, aber auch ein SlaffenkampfMan sieht: In einem weltfremden thüringischen Städtchen das französische Volk von der Schreckensherrschaft der Jakobiner mus erlangte günstige Position zur Durchdrückung nicht winziger und Kommunisten zu befreien." Gegenüber diesen Ammenmärchen Militärforderungen auszunutzen. Der Weg zur Inaugurierung einer eines tindisch gewordenen Philistertums zeigt das Buch die ein- ins Große gehenden Kolonialpolitik ist beschritten, natürlich soll es fache geschichtliche Wahrheit, daß sowohl der phrafentrunkene Gleich- nun mit Sturmesschritten vorwärts gehen. Aber die Geschichte fostet macher Robespierre, daß die französischen Volksheere wie der Degen Geld. Sehr viel Geld. Das Baubermittel, es zu beschaffen, heißt: Der Kampf in der Holzindustrie. Bonapartes kommen mußten, um die ganze preußisch- deutsche Herr- neue Steuern! Es dürfte aber nicht unbekannt sein, daß gewisse Leute Was wir schon in der vorigen Woche sagten, nämlich, daß die lichkeit des absoluten Staates hinwegzuräumen. Robespierre, wie in nationaler Begeisterung nicht nur sehr gern anderen neue Steuern Aussperrung ihren Höhepunkt überschritten hat, wird durch die Bonaparte haben Europa von der Schreckensherrschaft des Systems aufpacken, sondern die Steuer auch gleichzeitig als Instrument zur abend die Zahl der Ausgesperrten wieder um 304 stieg, so widerVorgänge der letzten Tage bestätigt. Wenn am vergangenen Sonnbefreit, das heute in der preußisch- deutschen Reaktion und ihrem Wahrnehmung ihrer besonderen Tascheninteressen benutzen. Die spricht das durchaus nicht der Annahme, daß der Höhepunkt der Wortführer, dem Fürsten Bülow, gespenstisch aus dem Grabe er- Agrarier werden sicher nicht zögern, eine erhöhfé Börsensteuer auf Aussperrung bereits überschritten ist, denn selbst in ruhigen Zeiten stiegen ist. dem Altar des Vaterlandes zu opfern, dem Handel einige werden am Sonnabend immer viele Tischler arbeitslos und beFesseln anzulegen, damit noch üppiger wie bisher der Junker Weizen sonders zu dieser Jahreszeit. Betrug doch die Zahl der Arbeitsblühe. Und die Gruppe, die schon längst auf der Lauer liegt, den losen im Januar vorigen Jahres jede Woche etwa 700. Die am Handel unter patriotischen Kundgebungen zu strangulieren, hat dant letzten Sonnabend Entlassenen werden zwar von den Unternehmern freifinniger Hülfe eine Stärkung erfahren. Jubelt man deshalb, als ausgesperrt bezeichnet, in Wirklichkeit handelt es sich aber um Entlassungen wegen Arbeitsmangel. Aussperrungen im wahren dann wird die Freude bald zu jauchzender Begeisterung sich steigern, Sinne des Wortes fommen wohl jetzt nicht mehr vor. Ja, die denn die Börsenreform wird sicher nicht lange auf sich warten laffen. Aussperrung Flaut bereits ab. Man fängt in den Reihen der Trotz der jetzt herrschenden Freude über die Erstarkung der reat- Unternehmer an, einzusehen, daß man sich selbst schädigt, wenn tionären, handelsfeindlichen Gruppen wagen wir doch anzunehmen, man den Scharfmachern folgt. Eine nicht geringe Zahl von Frauenleiden und deren Verhütung. Nebst einem Anhang: Die daß der Handel bald trübfelige Betrachtungen über die Geniestreiche Tischlermeistern haben die Ausgesperrten schon wieder Verhütung der Schwangerschaft. Von Dr. J. Zadek. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68, Lindenstraße 69. Preis spät. Die Freisinnigen haben ein paar Mandate erhandelt- aber die ausgesperrt waren, jetzt aber alle wieder eingestellt worden Berlag; der freifinnigen Politiker anstellen wird. Aber dann heißt es: zu eingestellt. Unter diesen befindet sich als eine der bedeutendsten die Firma A. H. Wegner, welche 75 Arbeiter beschäftigt, Der Verfasser gibt in dem Heft den Vortrag wieder, welchen er in ungleich stärkerem Maße die schlimmsten Feinde liberaler Forde- find. Die Fräsereibefiber hatten sich zwar den Aussperrungs. in der Berliner Zentralfommission der Krankenkassen, sowie in rungen und der weiteren Entwickelung des Handels gestärkt. Arbeiterinnenvereinen gehalten hat, erweitert und illustriert durch Und sie jubeln! Die Sozialdemokratie aber kämpft in Wahrheit noch in dieser Wahlbewegung für die Urrechte der französischen Revolution gegen den Absolutismus, und das Buch bringt deshalb eine Fülle von attuellem Material zur Beleuchtung der historischen Verdienste des persönlichen Regiments und des Bülowschen Junkertums. Bestellungen nehmen sämtliche Buchhandlungen und Kolporteure sowie auch der Verlag entgegen. 20 Pf. 6 Abbildungen über Lage und Zusammensetzung der weiblichen Geschlechtsorgane. Die normale Entwickelung, Geschlechtsreife Die Nationalen. und Wechsel, Befruchtung und Schwangerschaft Wenn die Hochfinanz dem russischen Zarismus Milliarden zur finden in der knappen und lebendigen Schilderung ebenso ihre Verfügung stellt, dann ist das natürlich ebenso national, als wenn Erörterung, wie die abnorme Lage des Kindes, Erkrankungen und sie für unsere herrlichen, vielversprechenden Kolonien schwärmt, ihr Lageveränderungen der Gebärmutter und ihrer Anhänge, insbesondere Geld aber lieber in ausländischen Werten anlegt. National ist es Wochenbetts- und Tripperinfettion, Krebs natürlich auch, wenn unsere patriotischen Großindustriellen sich durch erkrankung, Fehlgeburten, Unfruchtbarkeit, immer internationale Vereinbarungen den Inlandsmarkt als Ausbeutungsunter Hinweis auf Entstehung und Verhütung dieser frankhaften objekt sichern, vom lieben teuren Vaterland fich höhere Preise zahlen Zustände, deren Verständnis die lehrreichen Abbildungen im Text laffen als wie vom ausländischen Bezieher. In der New Yorker erleichtern, ja erst ermöglichen. ,, Handelszeitung" lesen wir: Im Anhang:„ Die Verhütung der Schwangerschaft" werden die Anzeigen für die Verhütung der Empfängnis, sowie die Mittel hierzu fritisch besprochen. Das Schriftchen ist das 11. Heft der Arbeiter GesundheitsBibliothek und dürfte allen Mädchen und Frauen, welche nach Erkenntnis verlangen, bald, unentbehrlich werden. Deutsche Justiz. Halle, 29. Januar. ( Privattelegramm.) Von der hiesigen Straflammer wurde heute der Genosse, Redakteur Thiele vom„ Volksblatt für Halle" wegen Beleidigung der Geistlichen des Konsistoriums Magdeburg mit fünf Monaten Gefängnis bestraft. Beantragt waren acht Monate. beschlüssen der Tischlermeister angeschlossen, aber sie haben sich an der Aussperrung im großen und ganzen gar nicht beteiligt. Die Konkurrenzverhältnisse im Fräsereibetriebe liegen auch derart, daß jemand, der seinen Betrieb anderen Leuten zu Gefallen still legt, Gefahr läuft, sich zu ruinieren. Vielen Tischlermeistern geht es natürlich auch nicht besser und deshalb ist zu erwarten, daß, nachdem bereits eine Reihe von Betrieben die aussichtslose Aussperrung aufgehoben haben, andere ihnen bald folgen werden. Wagenbaugewerbe nahm am Montag ebenfalls Stellung Der Arbeitgeberschuhverbanb für δας zu der Aussperrungsfrage. Herr Generalsekretär Nasse bat die „ Wenn Sie hiesige Stahlschienenausfuhr nach Europa für die der dem Holzarbeiterverbande angehörenden Arbeiter in der WagenHerren Himmelhoch, doch die Tischlermeister durch Aussperrung ersten elf Monate lezten Jahres sich nur auf 386 Tonnen stellt, baubranche zu unterstützen. Aber die Herren Wagenbauer haben gegen 17 614 in 1905, so spiegelt solch Abfall in der Hauptsache noch übergenug von dem vorjährigen Streit und außerdem wegen wohl die starke Inanspruchnahme unserer Fabriken durch ein des Aufschwungs in der Automobilindustrie soviel Arbeit, daß sie heimisches Geschäft wider. Aber zweifellos besteht eine Ver- eine Unterstützung der Tischlermeister ablehnten. Nur so viel einbarung der hiesigen Fabrikanten mit dem europäischen Stahl- wollen sie tun, daß sie bei der Entlassung überflüssiger Arbeitsschienensyndikat dahingehend, daß erstere das europäische fräfte zuerst Mitglieder des Verbandes entlassen. Das tut aber Geschäft dem letzteren überlassen, wogegen dieses den hiesigen jeder Arbeitgeber ohnehin und läßt es nur, wenn ein Organisierter Fabrikanten im Geschäft mit Südamerika und anderen amerikanischen eine besonders tüchtige Arbeitskraft ist. Der Beschluß ist also und asiatischen Importländern freie Hand läßt. Möglicherweise nichts als eine Absage an die Herren Rahardt und Nasse. mag aber auch diese Vereinbarung nicht mehr lange bestehen, denn der im Jahre 1904 zustande gekommene Vertrag, dem zufolge die britischen, deutschen, belgischen und französischen Fabrikanten sich gegenseitig teine Konkurrenz machen dürfen, vielmehr alle einlaufenden Orders von einem gemeinsamen Bureau in London Aus Leipzig wird vom 28. Januar gemeldet: im bestimmten Verhältnis an die beteiligten Länder und Fabriken berteilt werden, geht mit Ende Juni zu Ende und feine ErGenoſſin Amalie 3 ie z wurde am 2. Juli 1906 vom Landgericht neuerung erscheint ungewiß. In erster Linie hängt das von der Hamburg auf Grund des Kautschufparagraphen 130 des StrafVerlängerung der Existenz des deutschen Stahlverbandes ab." gesetzbuchs( Aufreizung zum Klassen hab) zu 3 Monaten Und was ist die Folge des internationalen Abkommens? Der Gefängnis berurteilt. Die Anklage war eine Antwort der preußische Staat muß für deutsche Schienen 105 M. zahlen, der aus herrschenden Klasse auf den Wahlrechtstampf des ländische Bezieher bekommt fie für 80 M., die nationale Tugend Hamburgischen Proletariats, auf seinen leidenschaftlichen Proteft der Prozentpatrioten ist für sie ein lohnendes Geschäft und der gegen die ihm angefonnene Schmach des Wahlrechtsraubes. deutsche Michel läßt sich mit der nationalen Phrase einseifen und In drei stark besuchten Versammlungen referierte Genoffin 8ie bezahlt die Zeche. über das Thema:" Der deutschen Bürger Weihnachtsgeschenk". Nach den Berichten der Polizeibeamten( 1) hat das Gericht angenommen, daß sie sich des genannten Vergehens durch ihre Reden schuldig gemacht habe. Die Revision gegen das Urteil wurde am Montag vom Reichsgericht verworfen. Ernte für die 9 anderen! Die dem Braunkohlen- Brifett Verkaufsverein in Köln angeschlossenen Unternehmen erzielten im letzten Jahre eine Gesamterzeugung von 2448 900 Tonnen Brifetts, gegen 2 024 000 Tonnen im Jahre 1905. Im letzten Jahre sind die Preise um durchschnittlich Ein Streit des Buchdruck- Hülfspersonals bei der Firma Saasenstein u. Bogler. Anfang August v. J. wurden bei der Firma aasenstein u. Vogler, jett Beher u. Böhme, neben dem einen, schon seit längeren Jahren im Betriebe befindlichen Anlege apparat vier neue Apparate montiert. Die Geschäftsleitung traf auf Wunsch des Hülfspersonals mit den Bertretern der Hülfsarbeiter- Organisation über die Besetzung dieser Apparate mit Hülfspersonal eine beide Teile zufriedenstellende Vereinbarung, mit der auch die Maschinenmeister dieser Druderei einverstanden waren. Vor einigen Wochen entließ der im Betrieb angestellte Obermeister Fiedler stillschweigend einen am Apparat tätigen Sülfsarbeiter und stellte an dessen Stelle einen Burschen mit dem Rohn von 15 Mt. Auf Anfrage des Vorstandes erklärten die Geschäftsvertreter, daß sie seinerzeit diese Vereinbarung in der Zwangslage getroffen hätten, jezt aber sich nicht mehr daran gebunden halten und sämtliche Apparate mit jugendlichen Arbeitern besetzen werden. Pünktlich am Zahltage traf dann auch die Entlassung des zweiten Hülfsarbeiters ein. Auch mit der Gepflogenheit, das Hülfspersonal nur vom Organisationsnachweis zu beziehen, brach die Firma; der Obermaschinenmeister ging soweit, baß er die jungen Burschen an diesen Apparaten vom Nachweis| glaublicherweise angehört, wird sich dieses Mitglied wohl etwas der Gormannstraße bezog, und ihnen, obgleich fie ungeübt in ihrer näher betrachten müssen. Wie diese Betrachtung ausfallen wird, Arbeit sind, 15 M. Lohn bot, dem vom Organisations- Nachweis dürfte keinem Zweifel unterliegen Ausland. Q ng in Böhmen. 40714M Schiffbaueraussperrung in Böhmen. Infolge Ausbruchs des Streits auf der Schiffsbauwerft übersandten Bogenfänger dagegen nur 13,50 Mt. Er berief sich Zum Verbandstag der Maler wählte die Filiale Berlin am hier auf eine angebliche Vereinbarung vom 28. Januar 1905, nach Montag ihre Delegierten. Zu diesem Zwed fanden Versammlungen Bechans in Tetſchen wurde den Arbeitern sämtlicher Schiffsbauder der Lohn für Bogenfänger nur 13,50 Mt. betragen solle, und statt in Berlin, Groß- Lichterfelde, Steglib, Stopenid, Adlershof, werften des Tetschener und Auſfiger Bezirkes gekündigt deswegen eine höhere Entlohnung nicht am Blake wäre. Das Boffen und Bernau, welche Orte alle zur Filiale Berlin gehören. Hülfspersonal sah die Handlungsweise der Geschäftsleitung als Gewählt find: Ehrhardt, Flemming, Haase, Höfs, Vertragsbruch an, und legte am Montag, den 28. Januar, nach Jatobeit, Kloz, Miek, Müller. In die Stichwahl Jm wilden Frankreich. achttägiger, nicht endenwollender und resultatloser Verhandlungen tommen: Gisner, Gibbe, Hammer, Sanfen, Sengehülfen, das am letzten Sonntag in der Arbeitsbörse ein Fest zuDer Ministerpräsident gewährte dem Syndikate der Glasereinmütig die Arbeit nieder. Die Aussichten für das Hülfspersonal brishte, Mau, Ringel, Stein, Wagner, Weise. gunsten seiner Unterstützungskasse veranstalten wollte, im letzten find insofern günstig, als es der Geschäftsleitung trotz aller Versprechungen nicht gelingt, auch nur annähernd so viel geübte Achtung, Tapezierer( Kleber)! Die Sperre über die Firma Augenblick durch die behördliche Schließung des Gebäudes jedoch Arbeitswillige zu bekommen, um den halben Betrieb aufrecht er- Müller, Rochowstraße 14, ist aufgehoben. Der Bau Steinplatz 4 daran gehindert wurde, eine Entschädigung von 800 Frant. halten zu können. Die größte Mühe, Personal anzulernen und( Unternehmer Lau) ist also für Tapezierer freigegeben. durch Annoncen heranzuziehen, gibt sich unbestreitbar der OberDie Achtzehner- Kommission. maschinenmeister selbst, aber meist immer nur mit dem Resultat, daß diese Leute schon nach kurzer Zeit merken, was vorgeht, und dann schleunigst diesen Kunsttempel verlassen. Am Montag mittag konnte man denn auch beobachten, wie der Obermeister mit drei Droschken voll Anlegerinnen aus dem Zentralnachweis antam; leider dauerte diese Freude nur ganz kurze Zeit, denn schon beim Aussteigen verschwanden eine ganze Anzahl dieser Hülfs= arbeiterinnen, um sich den Streitenden anzuschließen. Die anderen berließen die Anstalt am anderen Morgen. Am Montag abend kurz nach 5 Uhr waren zu der Zurückschaffung der Arbeitswilligen nur noch 2 Droschken nötig. Auf dem Bock thronte neben dem Kutscher als Beschüßer der nüßlichen Elemente der Obermaschinenmeister.- Der Buchdruckerverband, dem der Herr unFür den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 30. Januar. Anfang 7, Uhr. Kgl. Opernhaus. Carmen. Kgl. Schauspielhaus. Klein Dorit Deutsches. Romeo und Julia. ( Anfang 7 Uhr.) Westen. Cousin Bobby. Lorking. Bar und Zimmermann. Leffing. Rosmersholm. Anfang 8 Uhr. Berliner. Der Hund von Baskerbille. Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Kaiserjäger. Schiller- Theater Charlottenburg. Jugend. Deutfches Reich. Achtung! Metallarbeiter! In Brandenburg a./H. befinden sich die Feilenhauer und Schleifer seit dem 5. Januar 1907 im Streit Der Zuzug von Feilenhauern und Schleifern ist streng fernzuhalten. Deutscher Metallarbeiterberband. Drtsverwaltung Brandenburg a./. In den Naphthawerken zu Baku ist abermals ein Riesenausstand ausgebrochen. Bisher haben sich ihm 7000 Arbeiter auf 4 Werken angeschlossen. Die Forderungen der Arbeiter beziehen sich unter anderem auf Gratifikationen für das Jahr 1906 in Höhe von 20-80 Proz. des Jahreslohnes. Die Arbeiter planen den Generalstreit, um auf die Verhandlungen der Industriellen mit den Delegierten der Arbeiter einen Druck auszuüben. Das In der Zuckerfabrik zu Barth a. d. Ostsee sind sämtliche Unternehmertum fürchtet, daß die Einführung der achtstündigen In der Zuckerfabrit zu Barth a. d. Ostsee find sämtliche organisierte Arbeiter ausgesperrt. Die Direktion sowie sämtliche Arbeitszeit seitens der Firma Benkendorff zu Berwicklungen auf Unternehmer Barths haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Organi den Werfen anderer Firmen führen wird. sation der Arbeiter zu vernichten. Darum bitten wir, Zuzug mit allen gesetzlichen Mitteln fernzuhalten. Die Ortsverwaltung Barth des Fabritarbeiterverbandes. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater) Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Komödie in 3 Aufz. v. Hans Brennert und Hans Dfiwald. Donnerstag abends 8Uhr: Der Kaiserjäger. Freitag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Kleines Theater. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Donnerstag: Eine triviale Stomödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Freitag: Ein idealer- Gatte. Schiller- Theater Charlottenburg, Bismardstraße, Ede der Grolmanstr. Mittwoch, abends 8 Uhr: Jugend. Liebesdrama in 3 Aufzügen von Mar Halbe. Donnerstag, abends8Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Freitag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Urania. Wissenschaftliches Theater. Heute im Theater 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: Aluminium, Magnesium, Zink. Der Der Ausstand in Santafé und Rosario ist beendet. Sonder Verkauf zu teilweise bis unter die Hälfte herabgesetzten, beispiellos billigen Preisen 24 satan Komische Oper. Zirkus Schumann endet am Montag, dem 4. Februar. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Die von Hochfattel. Romische Oper. Carmen. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Kleines. Eine triviale Komödie. Neues. Die Condottieri. bends Carmen. 8 Uhr: o Carmen: Ottilie Megger Froißheim. Donnerstag: Tosca. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Tosca. Reſidenz. Storette und#tarpon Lortzing- Theater Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Luisen. Martha. Bernhard Rose. Sabinerinnen. Der Der Raub der Trianon. Frl. Josette Frau. meine Metropol. Der Teufel lacht dazu. Bellealliancestr. 7/8. Abends 7, Uhr zum 25. Male: Zar und Zimmermann. Abonnements gültig. Morgen: Der Mikado. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdies Lustspielhaus. Hotel. Wintergarten. Saharet. Spezia Titäten. Apollo. Die schöne Vestalin. Spe zialitäten. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Rafino. Ledige Leute. Spezialität Zentral- Theater. Folies Caprice. Das Modell. Se renissimus Auguft XXVI. Paffage. Berlin paß auf! Spe. zialitäten. Figaro. Eine gute Partie. Die Klaue. Chicagoer Landwirt. Unterm Bett. ( Anfang 8%, Uhr.) Prater Theater. Der Raub der Sabinerinnen. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Refidenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. b. Unrub: Florette und Patapon. Aluminium, Magnesium, Zint. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Der Hund von Baskerville. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Operetten Erfolg! 0 Allabendlich 7, Uhr: Gastspiel Fritz Werner Coufin Bobby. Neues Schauspielhaus Mittwoch, den 30. Januar 1907: Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Stellvertreter. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. xlo bends 8 Uhr: 2. Gastspiel des Theaters d. Westens: Martha ober: Der Markt zu Richmond. Oper in 4 Aften von Fr. v. Flotom. Donnerstag Benefiz für Hrn. Wald: Der Königsleutnant. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Dir. Felix Berg. Herthas Hochzeit. Premiere Donnerstag: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Die Condottieri. Morgen und folgende Tage: Die Condottieri. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Josette- meine Frau. Sonntag nachm.: Wo ist der Papa? und Die Schloßkellerei. am 1. Februar. Bis dahin täglich: Das Modell. Serenissimus August XXVI. Anfang 8 Uhr. Vorverk. 10-2 a. d. Theaterk. u. b. Wertheim. Heute abend präzise 7, Uhr: Grande Soirée équstre. Elite Programm und Berlins größte Sensation: Der Motor im Globus. MIB Irene und Mr. Wizard Stone. Mons. Fontanas neuer equestrischer Aft. 3 Frères Willé die unübertrefflichen Equilibristen. Außerdem: Die großartigen neuen Spezialitäten. Zum Schluß zum 41. Male: Das größte Bracht Manegeschauftüd St. Hubertus. Zirkus Busch. Heute abend 72 Uhr. The Novellos. Indien in Europa. Um 10 Uhr: ROM. Gr. Origin. Ausst.- Pantomime des Zirkus Busch in 7 Bildern. Die tollkühne Quadrigafahrt. Das avifierte Match zwischen den Herren Joe Edwards und Edmond Vary muß wegen polizeilichen Verbots verschoben werden. DERNHARD ROSE THEATED Große Frankfurterstr. 132. Der Raub der Sabinerinnen. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf schon für 8 Tage vorher ohne Vorverkaufsgebühr von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Morgen und übermorgen: Kean. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kindervorstellung: Aschenbrödel. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Fromont jr. und Risler sen. Sittenbild in 4 Aften und 1 Borfp.: Drei Familien auf einem Flur. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Donnerstag Extraborstellung, zum überhaupt erſtenmal: Der Vampyr. Etablissement Neue Welt Hasenheide 108/114. 36.- 27.Herren- Anzüge 18.- 15.16190818 Herren- Hosen Herren- Westen 8.- 6.5.- 4.8 Mk. 65 12 2. Mk. 25 3.50 2.50 2.Mk. 50 Knaben- und Jünglings- Kleidung spottbillig. 00 Baer Sohn Chausseestrasse 24a/ 25•• 11 11 Brückenstrasse 1] Gr. Frankfurterstr. 20 Haupt- Katalog No. 30 kostenlos und portofrei. Passage- Theater. Abends 8 Uhr: Berlin paß auf! Burleske in 2 Aften v. Leop. Ely. Musik von Rudolf Nelson. In den Hauptrollen: Josefine Dora, Paulette van Roy, Albert Kühne, Martin Bendix. Außerdem: Die glänzenden neuen Spezialitäten für Januar. Kasino- Theater Täglich 8 h UGGENHAGEN -Moritzplatz. ockFest ierTäglich: Konzert der Ober bayern. Guft. Gottschalt Kapelle und Dachauer Bauern Mufitant. Neu!!! Der Posaunenengel mit seinen Wunderdresfuren. U Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67/68, Heute und jeden Abend 8 Uhr: Gastsp. Ad. Philipp. Der große Lacherfolg: Der Sorgenbrecher. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: ,, Ueber'n großen Teich." Walhalla Variete Theater Weinbergsweg 19/20, Rosenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Nur noch kurze Zeit! der Mann Kosta, mit dem Gastspiel Bernhard Rose- Theater. Ledine Lente. Berliner k- Trio. brehbaren Kopf. Die Tochter des Gefangenen. Schauspiel in 6 Bildern v. Hermann. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an Sanssouci obuje der Kasse des Etablissements. straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger Komödie in 3 aften v. Felir Dörmann. Vorher bas bunte Januarprogramm. Bella, Schwant in 1 Att v. M. Stramer. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Prater Theater Colosseum Staftanien- ee 7-9. Abends 8 Uhr: Stürmischer Racherfolg! Der Raub der Sabinerinnen. Sherlock Holmes Kriminal. Scherz in 2 Aften. Bg. 5, 8 Schwank in 4 Att. v. Fr. v. Schönthan. Morgen: Dresdenerstraße 97. Spezialitäten- Theater. Jm Konzertsaal: Großer Bockbier- Jubel. All- Deutschland im Bock." Dekoration! Dienstags: Theaterabend. Die Haubenlerche. Rationale ratin leberraschungen aller Art. Fellx Scheuer Stralsunderstr. 1. 14 Karneval- Spezialitäten 14 Möbel Bürgerliche WohnungsEinrichtungen eventuell auch auf Teilzahlung Paul Burow's Möbel- Fabrik Berlin SW., Lindenstraße 105. Metropol- Theater********* Abends 8 Uhr: CARTEN Der Teufel lacht dazu. Freie Volksbühne WINTE Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund, Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Massary. Wolff. Bender, Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, den 3. Februar 1907, nachmittags 8 Uhr: Auf in's Metropol. Opollo Theater Letzte Woche: Die E hervorragenden Spezialitäten. Attraktionen! Hierauf: Die schöne Vestalin. Operette von Viktor Holländer. Sonntag, den 3. Februar, nachm. 3 Uhr: Doppelvorstellung. Halbe Breife! 1. Abt. Variété.( Neues Brogramm.) 2. 2bt. Operette Das blaue Bild" von P. Linde. Gebr. Herrnfeld" nig. Theater Ginlaß 8 Uhr. 7 Uhr Kommandantenstr. 57. Neuer großer durchschlagender Lach- Erfolg! Ein verrücktes Hotel mit dem Vorspiel: ,, Hayfisch geht zur Jagd" Komödie in 3 Alten von Anton und Donat Herrnfeld nachmittags 8%, uhr b. halben Kaffenpreisen. Borbert. 11-2 Uhr( Theaterkaffe) Sonntag, den 3. Februar, Endlich allein. Fall Blumentopf. Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Täglich ab 19. Januar cr., abends 7 Uhr Sonntags ab 4 Uhr Große Münchener Bockbierfeste. Karl Kamberger mit seinen drei Stapellen:„ Driginal Oberlandler" D'Bildschüßen" und D'Schlierseer". Schuhplattler, Sänger und Sängerinnen. Lieberbücher zum Mitsingen gratis. Großartige eigene Dekoration. Entree an Wochentagen 30 Pfennige. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anjang Wochentags 8, Sonntags 7 115r. Reichshallen- Restaurant Bockbier- Fest. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig daftehende Elite Januar- Programm. 24 Nummern. Morgen( Donnerstag) abends 8½ Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag Kurt Eisner: ,, Die Intellektuellen". 2. Geschäfts- und Kassenbericht des Vorstandes, Bericht der Revisoren. 3. Diskussion. 4. Der eigene Theaterban. 5. Verschiedenes. Der Eintritt ist nur gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Sonntag, den 3. Februar cr., nachmittags 3 Uhr: Neues Schauspielhaus. 1. Abteilung: Das Glas Wasser. 1 Berliner Theater. 13./14. Abteilung: Die Häuser des Herrn Sartorius. Mozartkonzert im Mozartsaal unter Leitung des Hofkapellmeisters Paul Prill mit dem Mozartsaal- Orchester( 60 Künstler) Sonnabend, 16. Februar, abends 8% Uhr. Anfang der Billettverlosung 72 Uhr. Nach dem Konzert findet im Mozartsaal gleichzeitig ein Ball und Gesellschaftsabend statt. Festmarken a 75 Pf., Gastkarten a 1 M. in allen Zahlstellen sind nur bei sofortiger Bestellung zu haben. 21. Kunstabend 228/5 im Rathause Montag, den 4. Februar. Julius Rutström- Trio für skandinavische Musik. Der Vorstand. I. Vertr.: G. Winkler. Arnold Scholz Neue Welt Hasenheide 108,14 Täglich in den festlich dekorierten Räumen Gr. Münchener Bockbier- Fest. Baron Muckl mit seiner Original Oberbayerischen Bauernkapelle. Schuhplattler- und Jodler- Gesellschaft ,, Alpenblumen". Bedienung durch 30 echte bayerische Madl. Anfang täglich 7 Uhr. Entree 30 Pf. 3749L* Brauerei Friedrichshain Heute Mittwoch und folgende Tage finden im großen, mit einer prachtvollen neuen Alpendekoration geschmückten Konzertsaale Gr. Münchener Bockbierfeste statt, veranstaltet von dem rühmlichst bekannten und populären Festwirt kannten Schorich Ehrengruber aus München mit seiner aus ca. 60 Personen bestehenden OriginalOberländler- Trappe u. Schuhplattl.- Gesellsch. Bedienung durch ca. 25 oberbayer. Madeln in Nationaltracht. Täglich: Großer Bockjubel und-Trubel. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. 7 65 SAHARET. Otto Reutter Kaufmann- Truppe, weibl. Radfahrer. Ein Ballabend i. Paris, Ballett, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Johnson und Dean, Mulatten- Gigerln. Die 3 Schwestern Kloess, gymnastische Produktionen. Howard und Harris, amerikanische Exzentriks. Ancilotti und gedankenlesender Hund Pilu. Paul Cinquevalli, Jongleur. Floretta's Luftballett. Der Biograph. Ende 11 Uhr 3676L* InventurAusverkauf Nur solange Vorrat: Ein Posten Wollatlas- Steppdecken. Gr.ca.135/ 195, Wert4,65, jetzt 3,25 Gr.ca.145/ 200, Wert5,85, jetzt 3,90 Gr.ca.160/ 200, Wert8,-, jetzt 5,45 zum vollständigen Ausverkauf. ( Sim.- Handarb.160/ 200 jetzt 6,35 doppels.jetzt 7,35 Seide) " Einzelne Steppdecken bedeutend unter Preis. Tüll- Bettdecken, weiß, creme, Bettgröße, 1,95, 2,15, 2,25, 3.35, 3,85, 4,35 etc. Gardinen- Reste, 1-6 Fenster, ca. 25% ermäßigt. Fenster( 2 Schals) 0,95, 1,15, 1,35, 1,85, 2,45, 3,35, 4,25, 5,50 etc. Vorzieh- Gardinen, 1,48, 1,63, 2,15, 2,65 usw. goldf, und rot 1,83, 1,98, 2,45, 2,65, 2,95, 3,35 USW. Ca. 300 Fenster Portièren in Tuch, Plüsch u. Velvetin ( 2 Schals u. 1 Querbeh.) 3,35, 4,25, 4,85, 5,65, 6,25, 7,50, 8,25 etc. Fehlerhafte Plüsch- Teppiche in allen Größen zu fabelhaft billigen Preisen, zu 10 Proz. extra Rabatt. Plüschdecken in allen Farben, solange Vorrat. Stck. 5,75, 6,25, 7,35, 8,25, 9,35. Tuch- Tischdecken 1,68, 2,15, 2,75, 3,50 etc. Adler Weissenbergs Teppich- Haus Frankfurter Chaussee 5. Jeden Sonntag im Königssaale: Großer Ball unter Zeitung des Herrn D. Bürger. Jeden Mittwoch: 36612* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Das Volksmuseum Ausstellung Volkskrankheiten und deren Bekämpfung, Anfang 7, Uhr. Sonntags 4%, Uhr Friedrichstr. 112a am Dranienburger Tor, hat wiederum verschiedene Neuheiten ausgestellt. Lichtbilder mit spannenden, hochinteressanten 9-11 Uhr abends. Entree 30 Bf. und 50 Pf. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Welt- AusstellungsSTOP Borträgen finden täglich stündlich statt.- Geöffnet von früh Biograph-( St. Louis) Achtung! Theater lebender Photographien. Auf Wunsch Vorführung Vereine. 9896* Gr. Frankfurterstr. 125, 2. Haus v. d. Koppenstraße. Nach auswärts per Nachnahme. Bau- u. Gartenland- Parz. äußerst günstig nahe Berlin offeriert Paul Vahlteich, Berlin NW., Wielefstraße 22. Haben Sie Stoff? Ich fertige davon Anzug od. Paletot nach Mass, schick, dauerh. Zutaten, von 20 Mark an. Moritz Laband, Oranienburger Strasse 4, 1. Achtung! Masken- Garderohe Märkischer Hof, Admiralftrake 18c. ( Amt IV 4594). mehrere Sonntage fowie Vereinszimmer mit größter Films- am ersten Diterfeiertag frei Berborden, put it ben fetve az mo Verbindung Fabrik Frankreichs, daher täglich für Wochentage noch zu vergeben. neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. große Saal 37792* W. Möhring Nachf. Otto Graẞhoff. PhänomenZigaretten 300 * Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Modelltischler Adolf Irrmisch am 27. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 30. Januar, nac mittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Friedhofes der HeilandsGemeinde, Plößensee, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 78/10 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Drechsler Simon Bleisteiner am 20. Januar verstorben ist und am Mittwoch, den 23. Januar, zur letzten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! 79/1 Die Ortsverwaltung. Vereinigung der Maler, Lackierer, Auftreicher und verwandter Berufsgen. Bezirk Groß- Lichterfelde. Tobes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied Bernhard Werna am 27. Januar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Zentralverband der Maschinisten u. Heizer sowie Berufsgenossen Deutschlands. = Verwaltungsstelle Berlin u. Umg. Todes Anzeige. Am 27. Januar verstarb das Mitglied, Kollege Karl Freese. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 31. d. M., nachmittags 2 Uhr, vom Stranfen hause am Friedrichshain aus nach dem Georgenkirchhof in Weißensee statt. 138/6 Ilm zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Senefelder- Bund. ( Verband der Lithographen und Steindrucker u. verw. Berufe). Am 28. d. Mts, verstarb nach langem, schwerem Leiden an der Lungenschwindsucht unser Kollege, der Lithograph Hugo Mitzlaff im Alter von 49 Jahren. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 31. 6. M., nachmittags 3%, Uhr, von der Leichenhalle des Friedens- Stirchhofes in Nordend aus statt. 286/3 Die Filiale Berlin III( Lithographen) des Deutschen Senefelder- Bundes. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Am 22. b. Mts. starb an den Folgen eines Sturzes vom Bau im Alter von 68 Jahren unser Mitglied, der Zimmerer August Scholz Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 30. d. M., nach Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 28. Januar verstarb unser Mitglied Karl Kohl im Alter von 37 Jahren an Herzschlag. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, 31. Januar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des neuen St. MichaelKirchhofes am Mariendorfer Weg in Mariendorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 136/8 Der Vorstand. Verband der Kupferschmiede Deutschlands. Filiale Berlin, Am 28. d. Mis. verstarb infolge Herzschwäche unser langjähriges Mitglied Wilhelm Enseleit im Alter von 48 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Don nerstag, den 31. d. Mts., nachmittags 3 Uhr, von der LandesIrrenanstalt Neu Ruppin statt. Abfahrt früh 29 Uhr vom Lehrter Bahnhof bis Paulinenaue, dort umsteigen. 9 Um rege Beteiligung bittet 100/1 Der Vorstand. Invaliden- Unterstützungskasse d.Steindrucker u. Lithographen. am Die Beerdigung des 28. Januar verstorbenen Lithographen Hugo Mitzlaff findet statt am Donnerstag, den 31. Januar, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Friedens Kirchhofes in Nordend. 12105 Das Komitee. Für die herzliche Teilnahme und die überaus reichen Stranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters, des Zigarren fortierers 37982 Louis Krüger fagen wir allen Berwandten und Befannten unseren tiefgefühlteften Dant. Witwe Marie Krüger nebst Kindern. Danksagung. Für die in reichen Maßen herzlich bewiesene Teilnahme und die dielen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben, unvergeßlichen Mannes, unferes Baters 27972 Emil Klinkowski fagen wir allen lieben Verwandten, Freunden und Bekannten sowie dem Rauchllub„ Kornblume", der Drtsverwaltung der Filiale 6, dem Sozial bemokratischen Wahlverein des sechsten Berliner Wahlkreises sowie dem ehemaligen Kollegen Hoppe unseren tiefgefühltesten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Antonie Klinkowski geb.Noak nebst Töchtern. ür die bewiesene herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes, des Schriftfepers Otto Pauli fage allen Freunden, Bekannten und Stollegen hierdurch meinen besten Dant. Berlin, 28. Januar 1907. 12026 Frack Frau H. Pauli. Verleih- Institut: Friedrichst. 115 1, a.Drabg. Tor. Eleg. Frad, Gehrod 1,50, ose 1,00, Beste 50 1. Amtl. untersucht, unverfälscht 1904er Weiß- u. Rotwein 60 Pf. pr. Ltr. u. 62 Pf. pr. Fl. mit Glas. affer b. 30 Str., Stiften v. 12 l. an. Brobeliste 6 weiß, 6 rot. Weingut Ed. de Waal& Sohn, Koblenz 88. Mit Ihren geringen Ersparnissen fönnen Sie Ihr mittags 2%, Uhr, von der ehen Glück machen. halle des städtischen Krantenhauses am Friedrichshain aus nach dem Barochial- Kirchhof, Borhagenerstraße, statt. Um rege Beteiligung ersucht 1216b Der Vorstand. Karl Ernst, Dr. Simmel, Str. 41, Stopeniderstr. 126, 1 Tr. Größte Auswahl! Billigste Preise! Borzeiger dieser Annonce erhält 10% Preisermäßigung. 315. Spezialarzt für 10-2,5-7 Sonntags 10-12, 2-4. Hant- and Harnleiden. Ordentlichen, nüchternen Schlossern, Montenren nsw. geben wir schon bei geringer Anzahlung Motorwagen wodurch sie ein glänzendes Einkommen erzielen, besonders da jetzt die Fahrtage um 1½ erhöht ift. 175/ 18* Berliner Automobilhaus- und Industrie- Gesellschaft m. b. H., Berlin W., Uhlandstr. 170. Phänomen- Zigaretten sind aus echten türkischen Tabaken hergestellt Phänomen- Zigaretten sind garantiert Handarbeit Phänomen- Zigaretten sind nach ägyptischer Art hergestellt Phänomen- Zigaretten übertreffen Importen Phänomen- Zigaretten sind überall zu haben Stück 2, 3, 4 and 5 Pfg. 3056L Türk. Tabak- und Zigaretten- Fabrik ,, Namkori" Werantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Berlin SW. Dr. 25. 24. Jahrgang. 2. Sfilim des JotiDirfo" letlim Bollislilntt. Mittwoch, 80. Januar 1907. parte!- Angelegenheiten. Tegel. Heute Mittwochabend 8>/z Uhr beginnen in Götz' GesellfchastShaus, Schlotzstr. 7/8, die Ztiklusvorträge in National- ökonomie von Julian Borchardt. Gäste hoben Jutritt. Um zahl- reiches und pünkilicheL Erscheinen der Genossen er>ucht Der Vorstand. Berliner JVachricbten. Amtliche Wahlergebnisse aus Berlin. Im 2. Berliner Reichstagswahlkreise erhielten am 2S. Januar d. I.: Stimmen im Jahre 1903 Geschäftsführer R. Fischer(Soz.). 35 286(34 995) Bürgermeister Dr. Reicke(frs. Vp.). 25 618(Kreitling 16 064) Arbeiter Wilhelm Reinhardt(kons.). 3 852(v. Wenckst'ern 10 603) Schriftsteller M. Erzb erger(I.).. 1272(1059) Abg. L. v. CzarlinSri(Pole)... 245(179) Zersplittert......... 39 Es wurden 66312 gültige und 1365 ungültige Stimmen abgegeben. Im 3. Berliner Reichstagswahlkrcise erhielten von 25 965 gültigen und 75 ungültigen Stimmen: Rechtsanwalt W. Heine(Soz.)... 14 259(15 124) Abg. Leopold Rosenow(frs. Bolksp.).. 9 405(5 804) Rechtsanwalt Bredereck(kons.).... 1 656(3 673) Schriftsteller M. Erzberger(Zentr.)... 443(462) Abg. L. v. Czarlinsli(Pole)..... 133(103) Zersplittert........... 14(26) Eingeschriebene Wähler waren 36635. Im 4. Berliner Reichstagswahlkrcise erhielten bei einer Abgabe von 168 497 gültigen und 654 ungültigen Stimmen: Paul Singer(Soz.)..... 82 039 Stimmen(68 758) Zigarrenhändler G. Kaphun(frs.).. 15 703„( 9 006) Magistrats-Bureauassistent F. Wege(k.) 6 601„( 8 651) Schriftsteller M. Erzberger