Mr. 30. Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Boft.Beitungs. Breisliste. Unter Areuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich anßer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions Gebühr Geträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 fg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Wort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für groei Borte. Inserate für die nächste Summer müssen bis 5 lhe nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition in bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutfchlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Tm Zeichen des Klassenkampfes. Was den ganzen Wahlkampf kennzeichnete: der Zusammenschluß der Bürgerlichen von rechts und links zu der einen reaktionären Masse, das charakterisierte auch die Wahl am 25. Januar selbst, das drückte den bisherigen Stichwahlen ihr Gepräge auf und wird auch den heute stattfindenden allgemeinen Stichwahlen den typischen Grundzug verleihen! " Dienstag, den 5. Februar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1984. ruhiger auf", als der Freisinn glaubte weshalb sollte sich liberalen, einer ber freisinnigen Boltspartei, einer der freifinnigen da der Freisinn noch wegen einer solchen Kleinigkeit aufregen, Vereinigung, vier Konservative, ein Wildliberaler, zwei Kandidaten wie sie die agrarische Voltsaushungerung darstellt! Wahr- der Reichspartei und einer der wirtschaftlichen Vereinigung. Die haftig: nach solchen Aeußerungen vermag man selbst mit der Sozialdemokratie verliert dadurch drei weitere Mandate, die sie Lupe kaum noch irgend einen Unterschied zwischen konservativen bisher inne hatte, nämlich Randow Greifenhagen, Junkern und Freisinnigen zu entdecken! Rostoc und Pinneberg- Ottensen. " Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen ergeben sich für diese 12 Wahlkreise folgende Resultate: Bolen 31 Stimmen. Zusammen wurden also 39 344 gegen 40 382 Stimmen in der Stichwahl abgegeben. Die Freifinnigen haben fast geschlossen für den Konservativen gestimmt. Mecklenburg- Strelit. Gewählt ist Naud( Np.) mit 12515 Stimmen. Es erhielt Lüth( Soz.) 6674 Stimmen.( Bisher Naud, Np.- Hofp.) Bei der Hauptwahl erhielten Raud 8622, 2üth 6059, Heimsoth ( natl.) 5488 und die medlenburgische Rechtspt. 115 Stimmen. Bu sammen wurden in der Hauptwahl 20 283 Stimmen abgegeben gegen 19 189 Stimmen in der Stichwahl. Die nationalliberalen Stimmen Und als Entschuldigung für diese schamlose Preisgabe aller bisherigen Grundsäge und aller bisherigen liberalen Praris faselt die Freisinnspresse von dem immer maß- Memel- Heydekrug. Gewählt: Schwabach( natl.) mit 11 401 Loferen Auftreten der Sozialdemokratie"! Stimmen, Krause( tons.) erhielt 6434 Stimmen.( Bisher Krause Wenn auch Hunderttausende politischer Kinder von der Freilich, die Sozialdemokratie ist so maßlos" gewesen,( fonf.) Den Ausschlag zugunsten Schwabachs haben die Litauer und Partei der Nichtwähler", die von den bürgerlichen Parteien die freifinnigen Grundsäße und Forderungen energisch zu ver- die Genossen gegeben. diesmal an die Wahlurne herangeschleppt wurden, auf den treten! Sie ist so maßlos" gewesen, auch in den Bundes- Randow- Greifenhagen. Gewählt: Freiherr b. Steinäder( fons.) bodenlosen Kolonialschwindel der Dernburgianer hineingefallen staaten die freisinnige Forderung des allgemeinen mit 22 478 Stimmen. Körsten( Soz.) erhielt 17 904 Stimmen.( Bissind: die denkenden Elemente, der Kern, ja die Masse unserer und gleichen Wahlrechts zu erheben! Sie führte her Körsten, Soz.) Gegner führten den Kampf gegen die Sozialdemokratie feines. durchaus im Einklang mit den freisinnigen Forderungen Bei der Hauptwahl erhielten Freiherr v. Seinäder 17 080, toegs aus folonialer Begeisterung. Der Kolonialſchwindel, den Kampf gegen den Brot- und Fleischwucher! Sie Rörsten 17 162, Krüger( Fr. Bp.) 4942, das Bentrum 88 und die die nationale Hurraphrase war für sie nur die falsche Flagge, war so maßlos", aus der freisinnigen Kolonialtritit, todurch die sie ihre wirklichen Absichten und Ziele zu decken nach die Kolonien wertlos feien, Deutschland nur nach fuchten. Nicht auf die Wahrung der nationalen außen und innen schwächten und am besten meist Ehre" kam es ihnen an, ebensowenig auf die Ber- bietend bersteigert werden sollten die poli schmetterung des Zentrums, sondern vor allen Dingen tischen Konsequenzen zu ziehen! auf die Niederwerfung der Arbeiterklasse und ihrer In der Tat, diefe sozialdemokratische Maßlosigtett". politischen Vertreterin, der Sozialdemokratie! Daß es die freisinnigen Phrasen und Klopffechtereien ernst zu nehmen sich selbst für den Freisinn trog aller einfältigen und politisch ernsthaft zu vertreten, mußte den Freisinn mit Stulturkampfpaukereien in erster Linie darum und um nichts wilden Ingrimm gegen die Sozialdemokratie erfüllen! anderes handelte, bewies ja die standalöse Haltung des Frei- Aber ebenso erbitternd mußte es auf den Freifinn finns nach der Hauptwahl, während des ganzen Stichwahl wirken, daß die Sozialdemokratie daß die Sozialdemokratie auf fozialpolitischem find also Naud zugefallen. tampfes! Bergebens wiefen ein paar Eingänger der Frei- und wirtschaftlichem Gebiete die freisinnigen Phrasen Rostock. Gewählt: Ratssyndilus Lind( natl.) mit 15 141 Stimmen. sinnigen Vereinigung, wie der Abg. Schrader, auf die drescher entlarvte. Die parlamentarische Vertretung der Es erhielt Rechtsanwalt Dr. Herzfeld( Soz.) 13 882 Stimmen.( Bisher schwere Gefahr hin, die der deutschen Politik aus der Klassenbewußten Arbeiterschaft heischte von den freisinnigen Dr. Hersfeld, Soz.) Schwächung der Sozialdemokratie und der Verstärkung der Vertretern des Kapitals, daß sie ihre schönen Worte In der Hauptwahl erhielten Dr. Herzfeld( Soz.) 12 814, Lind reaktionären Parteien erwachse; vergebens beschworen sie den in die Tat umsetten, für einen wahrhaften( natl.) 8286, Fischer( frs. Bp.) 7973, Graf v. Bernsdorf( Meckt. Freifinn, bei den Stichwahlen nicht noch die furchtbare Ver- Arbeiterschutz eintraten und die sozialpolitische Gesetzgebung Rechtsp.) 58 Stimmen. 4 Stimmen waren zersplittert. Die Geantwortlichkeit auf sich zu laden, auf Kosten der Sozial mitausbauen halfen! Welche Maßlosigkeit" vom samtstimmenzahl bei der Hauptwahl betrug 28 630, bei der Stichdemokratie die agrarische und wahlrechtsfeindliche Rechte noch Proletariat, statt der wohlfeilen Versprechungen Zaten zu verwahl 28 473 Stimmen. Die Freifinnige Volkspartei stimmte demweiterhin zu stärken! langen! nach in der Stichwahl geschlossen für den nationalliberalen Kandi Die Mahnungen Schraders verhallten ebenso wirtungs- Und mit dem politischen Erstarken des Proletariats daten. Ios, wie schon früher ähnliche Gewissensmahnungen seines ging deffen gewerkschaftliche Organisation Hand in Hand. Und Malchin, Waren. Gewählt: Frhr. b. Me Izan( t.) mit 12046 Parteifreundes Dr. Theodor Barth verhallt waren! diese Gewerkschaften trieben die Maßlosigkeit" so weit, ihre Stimmen. Gs erhielt Lorenz( Soz.) 5539 Stimmen. Bisher Frhr. Obwohl dem Freifinn längst flar geworden war, daß er Organisationen nicht nur nach dem freisinnigen Hirschb. Malzan( f.) allen Illusionen auf eine liberale Aera" den Laufpaß geben Dunderschen Muster als bloße Versicherungs- Bei der Hauptwahl erhielt Frhr. b. Malzan 8957, Lorenz 5307, müffe, obwohl er einfah, daß der Freifinn im neuen Reichstag, institute anzusehen, die dem Staate und den Unter- Dr. Müffelmann( Lib.) 4357 Stimmen. Bersplittert waren vier ohne auf die geringsten Gegenleistungen rechnen zu dürfen, die Rolle nehmern Lasten abnehmen, sondern sie als Kampfes- Stimmen. Die Gesamtstimmenzahl betrug 18 625 gegen 17 585 bei eines nationalliberalen Anhängsels spielen werde, und daß sich die organisationen zu betrachten, durch die den Kapitalisten der Stichwahl. Die Liberalen stimmten größtenteils für den konserMöglichkeit einer Verteidigung der liberalen Prinzipien in dem- höhere Löhne und kürzere Arbeitszeit ab- bativen Kandidaten. felben Maße verschlechtere, in dem die sozialdemokratische Fraktion gerungen wurden! Und feine geringere Maßlosigkeit" war Hagenow- Grevesmühlen. Gewählt: Graf Bothmer( wildlib.) geschwächt werde: trotz alledem schloß sich der Freifinn nur es, daß die Arbeiter die Idee des feligen Schulte- mit 8891 Stimmen. Es erhielt Rettich( tons.) 6100 Stimmen. noch enger an die fleischwucherische, wahlrechts- und foalitions Deliksch aufgriffen und fich ausgedehnte Drgani-( Bisher Rettich, konf.) rechtsfeindliche Reaktion an! Der Freifinn trieb eine liberale fationen des genossenschaftlichen Konsums schufen! Solche Bei der Hauptwahl erhielten Graf Bothmer 6464, Rettich 6853 Selbstmord- Politik, die ganz aberwikig und geradezu under- unverschämtheiten und Maßlosigkeiten tonnten nicht und Bartels( Soz.) 5675 Stimmen. Insgesamt wurden in der ständlich wäre, wenn nicht der Freifinn längst alle liberalen länger geduldet werden! Deshalb schloß sich schloß sich der Hauptwahl 19 003, in der Stichwahl 11 165 Stimmen abgegeben. Prinzipien über Bord geworfen hätte und gleich Konservativen Freifinn mit den Agrariern zum reaktionären Block zu- Schwerin Wismar. Dr. Droescher( tons.) 11 786 Stimmen, und Nationalliberalen bis in fein innerstes Wesen nur noch sammen, der unter der Führung des Organisators der Staroffon( Soz.) 8693 Stimmen. Es fehlt noch eine Anzahl Bezirke, von einem allbeherrschenden Gefühl beseelt wäre: dem Haffe Gelben" und Streitbrecher, des Generals Liebert, doch ist Droefchers Wahl gesichert. Bisher vertrat den Kreis gegen die Sozialdemokratie, dem blinden Ingrimm gegen die die Sozialdemokratie zu zerschmettern trachtete! Büfing( natl.). Emanzipationsbestrebungen der Arbeiterklasse! Der Freifinn hat endlich die Maske fallen lassen. Jahre Güstrow. Gewählt: v. Treuenfels( tons.) mit insgesamt 10775 Einen geradezu klassischen Ausdruck hat diefer zügellofe lang umschmeichelte er die„ bernünftigen" Elemente der Partei, Stimmen. Knappe( Soz.) 5561 Stimmen.( Bisher v. Treuenfels( f.) Haß gegen die Sozialdemokratie, gegen die zum Klassen die Revisionisten" und Gewerkschaftler. Als er aber erleben In der Hauptwahl erhielten v. Treuenfels 7482, Snappe 5541 bewußtsein erwachte Arbeiterklasse in der Weser- 3tg." mußte, daß seine Hoffnungen auf Zersetzung und Selbst- und der Kandidat der Freifinnigen Vereinigung 4056 Stimmen. Die gefunden, dem einflußreichsten Organ der Freisinnigen zerfleischung des deutschen Proletariats sich nicht erfüllten, Freifinnigen stimmten also in der Stichwahl für v. Treuenfels. Bereinigung in Norddeutschland. Dies Blatt schrieb am zeigte er sich in seiner wahren Gestalt: als brutaler Feind Parchim Ludwigsluft. Gewählt: Dr. Bachnide( frf. Bgg.) mit 2. Februar: aller ehrlichen proletarischen Emanzipationsvestrebungen! Db 10 301 Stimmen. Es erhielt Dr. Dade( kons.) 8676 Stimmer. ,, Alle Partelunterschiede sind verblaßt vor dem Gemeingefühl, Revisionist" oder„ Radikaler", ob Politiker oder Gewerk-( Bisher Dr. Bachnide frs. Vgg.). baß man vor einer großen Aufgabe stehe, mit deren auch erst beschaftler gilt ihm völlig gleich! Er gibt in allen Fällen dem In der Hauptwahl erhielten Dr. Dade 7488, Dr. Bachnide 6176 ginnender Lösung sich, wie der Reichskanzler ganz richtig fagt, fchlimmsten Reaktionär, dem gefährlichsten Wahlrechtsfeind, und unser Kandidat 5762 Stimmen. Es haben also unsere Genossen ein Wendepunkt in der Gegenwartsgeschichte einstellen muß. dem rücksichtslosesten Fleischwucherer den Vorzug vor einem größtenteils für Bachnide gestimmt. Es wäre ein Irrtum, den Erfolg in der Entrüstung über die Sozialdemokraten! Pinneberg- Ottensen. Gewählt: Carstens( frf. Bp.) mit 23 882 Ablehnung der Gelder für Südwestafrita zu Mag bei der heutigen Stichwahl die gesamte Stimmen. Es erhielt v. Elm( S03.) 19 843 Stimmen.( Bisher suchen. Diese Rolonialfrage hat die Massen nicht allzusehr er- agrarisch freisinnige Reattion das Wert, das sie b. Elm, Soz.). regt. Auch wir und unsere freifinnigen Gesinnungsgenossen haben am 25. Januar begonnen, glorreich zu Ende führen! Der In der Hauptwahl erhielten Elm 19 617, Carstens 14 462, der die Erfahrung machen müssen, daß die Wählerschaft die Boll- und Freifinn wird nur umso rascher und vollständiger abwirtschaften! nationalliberale Standidat 9041 Stimmen. Die nationalliberalen Steuerfragen viel ruhiger nimmt als wir. Nein, die Empörung Der geeinten tapitalistischen Reaktion tritt, ihres unaus- Stimmen find also in der Stichwahl sämtlich Carstens zugefallen. über das immer maßlosere Treiben der Sozial- bleiblichen Sieges sicher, das im Klassenbewußtsein unlöslich Schaumburg- Lippe. Gewählt ist Brunstermann( Rp.) mit 5040 demokratie, über die berderbliche Jrreleitung zusammengeschweißte, im Feuer des unverhüllten Klaffenkampfes Stimmen. Es erhielt Klingenhagen( Soz.) 3285 Stimmen.( Bisher bes Arbeiterstandes ist es gewesen, die Liberale gestählte Proletariat in unbeugsamer Entschlossenheit gegen- Brunstermann, Rp.) und Konservative, Freihändler und Agrarier und in unserem über! Wahlkreise auch die Zentrumsanhänger veranlaßt hat, fich Bom 25. Januar und 5. Februar 1907 wird eine neue zur Zerbrechung des sozialdemokratischen Joches die Hand zu Wende der politischen Geschichte Deutschlands datieren! reichen." " In der Tat: alle Parteiunterschiede sind verblaßt" bor dem Gemeingefühl" des Hasses gegen den Befreiungskampf der Arbeiterklasse wider das Doppeljoch der politischen Entrechtung und der wirtschaftlichen Senechtung! Wie in Bremen die Handvoll Agrarier für den freisinnigen Kandidaten eintrat, S " " Mit größerem Opfermut und entschlossenerer Tatkraft als bisher wird das deutsche Proletariat den Kampf gegen die geeinte Reaktion aufnehmen! Mag der geeinte reaktionäre Klüngel sich seines flüchtigen Scheinerfolges freuen! Nieder mit der Reaktion! Vorwärts für die Be so stimmten in Randow Greifenhagen die zirka freiung des geknechteten Volkes! 5000 Freisinnigen unentwegt für den Konservativen, so hat an allen Orten, wo ein Sozialdemokrat mit einem Ronservativen in die Stichwahl kommt, der Freisinn beschlossen, für den Konservativen einzutreten! Daß durch jedes Mandat, das der Freifinn den Konserbatiben in die Hände spielt, die Gefahr des Staatsstreichs näher rüdt, fümmert den Freisinn nicht im geringsten! Aber er Unser die Zukunft trotz alledem! Ergebnisse der Stichwahlen. Die zwölf am Sonnabend vollzogenen Stichwahlen, bei pfeift nicht nur auf alle politischen Prinzipien, er gibt nun- denen unsere Genossen in 9 Kreisen beteiligt waren, haben, wie nach mehr auch unumwunden seinen Stampf gegen den Brot- und den von den Liberalen aller Schattierungen ausgegebenen Stichwahl Fleischwucher auf! Die Wählermassen, erflärt die Weser- parolen vorauszusehen war, unserer Partei keinen Mandatsgewinn Beitung", nehmen ja die Zoll- und Steuerfragen viel eingetragen. Gewählt wurden: Zwei Kandidaten der National " J Bei der Hauptwahl erhielten Brunstermann 3677, Klingenbagen 2668 und Kroemer( frs. Bp.) 2155 Stimmen. Zusammen wurden in der Hauptwahl 8518 gegen 8334 Stimmen abgegeben. Die Freisinnigen stimmten in der Stichwahl meist für Brunstermann. Holzminden Gandersheim. Gewählt: v. Damm( wirtsch. Vg.) mit 2500 Stimmen Mehrheit.( Bisher v. Damm, wirtsch. Vg.) Bei der Hauptwahl erhielt v. Damm 9703, Calter( So.) 9364, Red( frs: Vg.) 3258, Erzberger( 8.) 134 Stimmen. Zersplittert waren 18 Stimmen. Die Freifinnigen stimmten geschloffen für den Antisemiten und Mittelstandsvereinler v. Damm. Wahlnachrichten. Die Stichwahlen in Württemberg.. Stuttgart, 2. Februar.( Eig. Ber.) Stichwahlen ist heute bekannt gegeben worden. Die Stellung der Parteien zu den in Württemberg stattfindenden Die Sozialdemokratie steht mit ihrem Kandidaten Genossen Dietrich im Wahlkreise im in Stichwahl mit dem Boltsparteiler Storz. Den Ausschlag geben 8entrum und Bauernbund. Das Zentrum fordert seine Anhänger auf, Ein Kuhhandel, der sich zerschlug. Soeben wird uns telegraphisch mitgeteilt, daß die polnischen Kandidaten die drei vom sozialdemokratischen Parteivorstande aufgestellten Bedingungen als für sie verbindlich erklären. Die Situation in Hessen- Nassau. Rund 19 000 Stimmen 3unahme für die sozialdemo fratische Partei: das ist das Ergebnis des ersten Wahlganges in Hessen- Nassau. Gelang es der Partei auch nicht, wie gehofft, Mandate bei der Hauptwahl zu behaupten und zu erobern, und ist auch in einigen Kreisen leider ein unbedeutender Stimmenrüdgang zu verzeichnen, so ist doch das Gesamtresultat nicht ungünstig: es bedeutet einen Fortschritt der Sozialdemokratie. gefchloffen für Dietrich zu stimmen, während der Das Zentrum arbeitet mit Mitteln und Kräften, die uns ver-| flusses auf die Regierung im Reiche wie in Preußen jene Unter Bauernbund die Parole auf strengste Stimmsagt find. Wir haben nicht ein Heer aus öffentlichen Mitteln be- drückungspolitik gegen die Polen nicht beseitigte, sondern stärkte. enthaltung ausgegeben hat. Unter diesen Umständen ist die foldeter Agitatoren, wie es dem Zentrum im Klerus vom Bischof Unter diesen Verhältnissen nehmen wir als gewiß an, daß am Situation für uns günstig, und unsere Parteigenoffen benutzen die bis zum Küster herab zur Verfügung steht. Wir haben nicht in kommenden 5. Februar die sozialdemokratischen Wähler in Frist bis zum Wahltage zu intensiver Agitation. Im Wahlfreise heilbronn steht Friedrich Naumann jedem Dorfe eine Kanzel als politische Tribüne und einen Beichtſtuhl towski, in Groß- Strehlik- Cosel für ben polnischen Kandidaten, in Stichwahl mit dem Bauernbündler Dr. Wolff. Unsere Partei aur politischen Gewissensforschung. Uns fehlt auch die dem Kleri- Redakteur Siemianowati, einhellig stimmen werden. gibt dort den Ausschlag und sie hat ihre Anhänger aufgefordert, falismus angeborene Gewissenlosigkeit in der Verleumdung und Bes geschlossen für Raumann einzutreten. schimpfung der Gegner, ebenso wie die jesuitische Kunst der religiösen Im Wahlkreis Balingen steht der„ Volksparteiler" Konrad Verhegung, die auch jetzt wieder mit allem erdenklichen Eifer betrieben Haußmann in Stichwahl mit dem Zentrumsmann Schellhorn. worden ist. Auf alles das müssen und wollen wir verzichten, aber darum Unsere Partei hat beschlossen, ihre Anhänger aufzufordern, gegen haben wir auch das Recht, jede der von uns gewonnenen Stimmen Haußmann, für Schellhorn zu stimmen. Des weiteren stehen bollsparteiliche Kandidaten in Behnmal höher anzuschlagen als eine solche auf der Zentrumsfeite. Stichwahl im Wahlkreis Freudenstadt gegen das Zentrum und in den Wahlkreisen Böblingen, Ragold und Gera- In Duisburg, wo wir um rund 4000 Stimmen gegen den bronn gegen den Bauernbund. In diesen Wahlkreisen lautet liberalen Kandidaten zurück find, hängt der Ausgang des die Parole der Sozialdemokratie: Strengste Stimm- Kampfes von den katholischen Arbeitern ab. In den drei enthaltung. Kreisen, wo wir mit dem Zentrum in Stichwahl stehen, Dieser sozialdemokratischen Parole liegen folgende Erwägungen find wir in Köln um 2000, in Düsseldorf um 4000, in Effen zugrunde: Auf die Innehaltung der vom Parteivorstand festgestellten um 10 000 Stimmen gegen den Ultramontanen zurück. Auch hier Der größte Prozentsaz des Stimmenzuwachses unserer Partei Stichwahlbedingungen haben sich alle Kandidaten, auch die des Bauern ist bei rühriger Arbeit gewiß noch ein gut Teil Stimmen für uns der Frankfurter Zeitung", die kleine Presse", schrieb vor der in Hessen- Nassau entfällt auf Frankfurt a. M. Der Ableger bundes, schriftlich verpflichtet! Während es nun unter normalen Zeitverhältnissen angezeigt gewesen wäre, sich aus allgemeinpolitischen Gründen herauszuholen. In den beiden bergischen, in denen unsere Kandi Bahl: Dr. Quard soll froh sein, wenn er im ersten Wahlgange in solchen Fällen für die volksparteilichen und gegen die agrarischen baten mit bedeutendem Vorsprung an der Spike marschieren, muß über 20 000 Stimmen erhält, soviel wie sein„ bewährter Lehrmeister Kandidaten zu erklären, war dies gegenwärtig für die württem- bei eifriger Agitation unserer Genossen der Erfolg auf unserer Seite Schmidt" im ersten Wahlgange 1903." Genosse Quard erhielt aber bergische Sozialdemokratie völlig unmöglich. Die Volkspartei hat sein. Ob und wie weit unsere Genossen in ihrem Kampfe gegen 8691 Stimmen mehr als Schmidt im Jahre 1903: die sozialdemo bei den eben erst zum Abschluß gelangten württembergischen Land- den Klerikalismus, der auch von liberaler Seite als der fratischen Stimmen stiegen von 20 178 auf 28 869. Diese Zunahme tagswahlen alle Vorteile der treuen und zuverlässigen Bundes- größere Feind gekennzeichnet worden ist, auf den Liberalismus fällt um so mehr ins Gewicht, als die Gegner eine ungeheuer starke genossenschaft der Sozialdemokratie im gemeinsamen Kampfe gegen zu rechnen haben, wird sich zeigen. und strupellose Agitation betrieben und alles aufboten, um unseren Nationalliberale, Bauernbund und Zentrum genossen. Diese BundesKandidaten in die Stichwahl zu drängen. Bei den 28 869 sozialgenossenschaft hat sie damit gelohnt, daß sie wenige Tage nachher demokratischen Stimmen befinden sich daher keine Stimmen von für die Reichstagswahlen einen gegen die Sozialdemo Köln a. Rh., 4. Februar. Die„ Kölnische Volkszeitung" Mitläufern. Es sind Wähler, die dem verzweifelten Ansturm der fratie gerichteten Balt mit den Nationalliberalen abschloß den veröffentlicht eine Mitteilung der Vorstände der Zentrums. Bülow- Dernburgschen Parteien standgehalten haben; Wähler, die felben Nationalliberalen, denen sie eben noch jedes Recht, fich liberal zu nennen, abgesprochen hatte und die ihr durch indirette Unter- partei des Rheinlandes und Westfalens, nach der zwischen dem sich ihrer Klassenlage bewußt sind und sich immer wieder um unsere Fahne scharen werden. stützung des 8entrums im Wahlkreise Oberndorf den Rang Zentrum und den Liberalen Verhandlungen geschwebt haben Wohl haben die bürgerlichen Parteien bei der starken, über als stärkster Fraktion des Landtages und damit den Präsidentenfig bezüglich einer gegenseitigen Unterstützung bei den Stichwahlen. 81 Proz. betragenden Wahlbeteiligung auch in Frankfurt a. M. abgejagt hatten. Wenn trotz alledem die Volkspartei die Schwenkung Das Zentrum war bereit, die Liberalen zu unterstützen in den ihre Stimmen vermehrt. Es ist ihnen diesmal gelungen, das gegen die Sozialdemokratie vollzog, so dokumentierte sie damit sechs Wahlkreisen Bielefeld, Bochum, Duisburg, Spießbürgertum aufzurütteln und an die Wahlurne heran zu einen so hohen Grad politischer Charakterlosigkeit, daß für die Elberfeld, Lennep und Iserlohn, wogegen die schleppen; aber ob die parteiloſe Masse der früheren Nichtwähler württembergische Sozialdemokratie eine Unterſtügung dieser Partei Liberalen in Essen, Düsseldorf und kö in das Zentrum sich nochmals als Retter der bürgerlichen Parteien gebrauchen läßt, Köln bas ist eine andere Frage. ganz ausgeschlossen war. Demzufolge übt die Sozialdemokratie schen Wahlkreises, in dem sie direkt für das Zentrum eintritt, da ſchließlich sind die Verhandlungen, die von einer einflußreichen, Nationalliberalen nur noch durch den fälschlich geführten Namen Den Freisinnsdemokraten in Frankfurt, die sich von den überall Stimmenthaltung mit Ausnahme des Konrad Haußmann- unterſtüßen sollten. Die Liberalen wollten Köln ausscheiden, und Konrad Haußmann der spiritus rector jener ausdrücklich zum Zwecke dem Zentrum nicht angehörigen Persönlichkeit eingeleitet(!) unterscheiden, leistete der Reichsverband zur Bekämpfung der der Schwächung der Sozialdemokratie unternommenen Schwenkung worden waren, gescheitert. Sozialdemokratie Sukkurs. Genosse Dr. Quard, der von den Sonnemännern tödlich gehaßt wird, wurde als der Mann der der Volkspartei war und sie auch gegen die ihm widersprechenden Mitglieder seiner Partei durchzusetzen vermocht hatte. Der Stichwahltag scharfen Tonart" bezeichnet und Genosse Schmidt gegen ihn auswird nunmehr zeigen, ob die Volkspartei die Vorteile wirklich ein- Jm Wahlkreise Weimar- Apolda hat der Freifinn eine gespielt. Der demokratische Kandidat, der Chefredakteur der heimfen soll, die sie sich durch ihr Bündnis mit dem National- Aufforderung an seine Wähler erlassen, geschlossen für den Anti- Frankfurter Zeitung", Deser, ging mit den Schlagern des Reichsliberalismus zu sichern suchte. femiten Gräf einzutreten! berbands hausieren und machte höchst abgeschmacte unsinnige AusWas an Erbärmlichkeiten und Schlechtigkeiten geleistet werden führungen über den Zukunftsstaat". Das waren die geistigen fann, das ist bis jetzt von den Antisemiten erreicht. Diese Ver- Waffen" der Freisinnsdemokraten gegen die Sozialdemokratie!" leumder behaupten zum Beispiel, daß der Tod der gefallenen und Ein Fortschritt zeigte fich auch in den übrigen Wahlkreisen vielfach verschmachteten Kämpfer in Südwestafrika zum großen Teile Hessen- Nassaus. Im Wahlkreise Höchst- Usingen stiegen die für den auf die fortwährenden Verweigerungen der Mittel zurückzuführen sei! Genossen Brühne abgegebenen Stimmen von 14 239 auf 16 978. Diese Rügen werden nun also von demselben Freifinn, der bisher Brühne steht mit dem Kandidaten des Zentrums, Jtschert, in Stichia die Mittel zum Teil mit verweigert hat, durch ihr offenes Ein- wahl. Eine beträchtliche Stimmenzunahme haben wir noch in folGeschichte ist aber, daß die Freifinnigen öffentlich erklären, daß sie Rüdesheim 1736, Hanau 2453, Kassel- Melsungen 2525, Rintelntreten für den Antisemiten unterstüßt. Das schönste an der ganzen genden hessen- nassauischen Wahlkreisen zu verzeichnen: Wiesbadenim vollen Einverständnis mit der freifinnigen Parteifeitung in Berlin Sofgeismar 565, Hersfeld- Rotenburg 477 Stimmen. In einigen und mit ihrem durchgefallenen Kandidaten Konrad Weiß aus Nürn- Kreisen ist ein geringer Stimmenzuwachs oder Rückgang eine berg, so handeln! Im Wahlkreise Eisenach Dermbach dagegen hat der Frei- In Hessen- Nassau sind wir an sieben Stichwahlen beteiligt. finn die Parole ausgegeben, gegen Schad, den Antisemiten zu und zwar dreimal gegen Antisemiten( Kaffel, Eschwege und stimmen. Zu einer offenen Aufforderung für den sozial- Rinteln- Hofgeismar), zweimal gegen Nationalliberale( Wiesbaden demokratischen Kandidaten Leber zu stimmen, hat sich der Freifinn und Hanau) und je einmal mit dem Zentrum( Höchst) und der Deutschen Volkspartei( Frankfurt a. M.). aber auch da nicht aufgeschwungen. 9 D 0 Die Wahlen im Rheinlande. Von den 35 Reichstagswahlkreisen der Rheinproving befaßen wie bisher drei, die sämtlich im Regierungsbezirk Düsseldorf gelegen find, nämlich die Streise Elberfeld- Barmen, Lennep- Mettmann- Remfcheid und Solingen das„ bergische Land", wo die Bevölkerung zum größten Teile evangelisch ist und das Zentrum nur als bedeutungslose Minderheitspartei in Betracht kommt. Von den genannten Kreisen haben wir Solingen im ersten Wahlgange benannten Kreisen haben wir Solingen im ersten Wahlgange behauptet, wenn auch mit geringerer Mehrheit als 1903. ElberfeldBarmen, das wir das vorige Mal auf den ersten Hieb gewannen, haben wir diesmal in der Stichwahl gegen die Christlichsozialen zu verteidigen, Lennep Mettmann Remscheid wie vor vier Jahren in der Stichwahl gegen die Liberalen. Mit dem Zentrum stehen wir in Stichwahl in Düsseldorf, Köln- Stadt und Essen, mit den Liberalen in Duisburg. In Mülheim Gummersbach- Wipperfürth, wo wir das vorige Mal mit dem Zentrum in die Stichwahl gelangt waren, sind wir von den Liberalen überflügelt worden und das Zentrum hat bei bedeutender Stimmenzunahme den Wahlkreis im ersten Gange behauptet. Bis auf ganz wenige Ausnahmen haben wir in allen Wahlfreisen einen Stimmenzuwachs zn verzeichnen, aber weder im einzelnen noch im ganzen entspricht der Ausfall der Wahl den allerorts gehegten Erwartungen. Im Jahre 1898 zählten wir im RheinLande 114 544 Stimmen; unser Bestand stieg im Jahre 1903 auf 204 701, also um rund 90 000 Stimmen. Alle in Betracht kommenden Umstände berechtigten zu der Erwartung, daß wir diesmal einen noch größeren Aufschwung nehmen würden; unfere jezige Stimmenzahl beträgt rund 237 000, was eine Zunahme von 33 000 ausmacht. Das dreifache war das mindeste, worauf unter den landes- und lentefundigen Genossen gerechnet wurde. Namentlich hatte man erwartet, in Köln- Stadt, Köln- Land und Düsseldorf dem Zentrum gleich oder über zu kommen; in anderen Kreisen, wie in Krefeld, Aachen, M.- Gladbach, wo die Partei hoffnungsvollen Grund gelegt hatte, ens gedachte man bedeutendere Fortschritte zu machen, und auch in den beiden Kreisen des großen Eisen- und Kohlenreiches, in Essen und Duisburg, war man auf mehr gefaßt, als wie uns zuteil geworden ist. Großherzogtum Sachsen- Weimar. 0 Im Wahlkreise Jena Neustadt wieder haben die Frei sinnigen eine Aufforderung erlassen, geschlossen für den sozialdemokratischen Kandidaten Reutert einzutreten. Das ging dem sich oft so„ radikal" geberdenden Müller- Meiningen gegen den Strich. Er veröffentlichte in der agrarischen Hausener Dorfzeitung" folgenden Aufruf: " getreten. " Es Am schärfsten tobt der Wahlkampf in Frankfurt a. M. Die alliierten gegnerischen Parteien machen ungeheure Anstrengungen, um der Sozialdemokratie das Mandat, das fie ununterbrochen 22 Jahre lang besitzt, zu entreißen. Es erhielten Stimmen bei der Hildburg- Hauptwahl: Der Freisinnsdemokrat" Deſer 17 691, Lasauly ( Nationalliberaler) 5280, Kämpf( Mittelständler) 5056, Erzberger ( Zentrum) 4405. Diesen 32 432 bürgerlichen stehen unsere 28 869 An die freisinnigen Wähler in den Wahlkreisen Jena und Koburg! Stimmen gegenüber. Der Vorsprung des Genossen Quard vor dem Ich fordere alle freifinnigen Wähler in Stadt und Land auf, demokratischen" Stichwahlgegner beträgt 11 178 Stimmen. alle persönliche Mißstimmung und alle politischen Gegenfäße im ist eine bunt zusammen gewürfelte Gesellschaft, die mit dem„ DemoInteresse der Gesamtentwickelung des deutschen Liberalismus jetzt fraten" Deser auszieht, um der Sozialdemokratie das Mandat zu beiseite zu setzen und für die nationalliberalen Kandidaten Leh- nehmen. Alle Schattierungen sind vertreten: Der Chefredakteur mann Jena und Quard- Koburg in der Stichwahl Mann Deser ist Kriegervereins- und Regierungskandis für Mann offen einzutreten. Die niederträchtige Haltung der dat; er erhält die Stimmen der evangelischen Konservativen und Sozialdemokratie, die offen Wahlbündnisse gegen die Liberalen bettelt um die der Antisemiten und des Zentrums. Da ja die mit den Ultramontanen abschließt, muß diese Entschließung jedem Frankfurter Zeitung" bülowoffiziös ist, ist es wohl nicht sehr vera Liberalen leicht machen. wunderlich, daß die Regierung schon vor der Hauptwahl die Parole für Deser ausgegeben hat. In allen Staatsbetrieben, bei der Eisenbahn, der Post, im Zollbureau, bei der Schuhmannschaft: überall wurden eine Woche lang Tag für Tag sogenannte n struktionsstunden" abgehalten, in denen den unteren Beamten die Wahl Desers nahe gelegt wurde. Herr Deser ist auch Militärkandidat. Bei der Kaisergeburtstagsfeier im Schumanntheater Ob Müller nun doch noch bei den Jenenser Freisinnigen„ Ver- in Frankfurt a. M. sagte der Generalleutnant von Chappius in ständnis" finden wird? Jedenfalls trägt sein Kampfruf wider die einer Ansprache:" Ich fordere Sie auf, daß jeder bei der Stichwahl Dazu kommt, daß unsere Gegner, Liberale wie Ultramontane, Sozialdemokratie zum mindesten dazu bei, die ehemaligen National feine Stimme abgibt; denn diesmal heißt es, die Ehre Deutschlands vor dem Auslande zu wahren und zu vertreten. Es gebe jeder von viel mehr zugenommen haben als wir. Die Ultramontanen sozialen Lehmännisch" zu machen. Diese haben es ja wie bei rechnen mit einem Gewinn von 100 000 Stimmen und die früheren Wahlen ihren Wählern überlassen, wie sie stimmen uns bei der Stichwahl seine Stimme dem Landtagsabgeordneten Rheinisch- Westfälische Zeitung" schreibt den„ nationalen" Barteien wollen. Das Ende vom Liede war bisher schon immer, daß die Rudolf Defer!" So weit sind die ehemaligen Frankfurter Rheinisch Westfälische Zeitung" schreibt den nationalen" Parteien lleberbleibsel der Naumannianer für den Reaktionär eintraten. Demokraten herabgefunken: Arm in Arm mit der konservativen mindestens 50 000, die„ Kölnische Zeitung" was aber übertrieben wenn sie diesmal zum selben Entschlusse kommen, so haben sie Junkerreaktion! Daher übrigens auch die Stimmenzunahme des ift- gar 100 000 Stimmen als Gewinn zu. Meininger Müller zu dieser politischen Heldentat im voraus seinen Niederlage bringt wenigstens die Entschuldigung vor ihrem eigenen Gewissen, daß der" Demokraten" bei der Hauptwahl. Ob der heutige Dienstag uns in Frankfurt a. M. Sieg oder die Frankfurter" Demokratie" ist und freifinnigen" Segen erteilte. bleibt gerichtet! " Parteigenoffen! Haltet die Entwickelung des Einigungsgedantens der Liberalen in Thüringen nicht durch Kurzsichtigkeit auf. Es gilt Größeres für die Zukunft! Auf zur Wahl für die Nationalliberalen! Dr. Ernst Müller- Meiningen. M. d. R.(!) " Mit dem Schlagworte: Wir wollen fein rotes Großherzogtum!" wird also noch einmal gekrebst, und vielleicht kann der Freifinn in der Residenzstadt Weimar die bereits nachgesuchte Erlaubnis zur Stichwahl kam, doch noch veranstalten als„ Siegesfeier", daß nicht großen Illumination, die geplant war, wenn Konrad Weiß in die das ganze Großherzogtum rot geworden ist. Zu den oberschlesischen Stichwahlen Bebel und Dernburg in Frankfurt a. M. In einer 7000köpfigen Riesenbersammlung sprach am Sonn am Main. Biele Stunden vor Eröffnung standen die Massen vor tagnachmittag Genosse Bebel im Schumanntheater in Frankfurt dem Theater, und auf dem Bahnhofsplay wuchs die Masse zu einem gewaltigen Heere an. Als die Tore fich öffneten, war das Gebäude in wenigen Minuten gefüllt, und Taufende konnten keinen Platz mehr bekommen. Bebel übte flammende Kritik an dem Liberalismus der Freifinnsmannen, an den überschwenglichen Phantasiegebilden Dernburgs und an der glorreichen" Weltpolitik Bülows. Hat nun der 25. Januar uns nicht den erwarteten Erfolg gebracht, sind wir auch nicht in dem Tempo von 1903 fortgeschritten, so sind wir doch auch nicht stehen geblieben und erst recht nicht zurückgedrängt worden. Wir haben behalten, was wir hatten, wir haben unseren Bestand gesichert, unsere Stellung gefestigt, im Innern wie nach außen hin uns gekräftigt. Und darüber hinaus haben wir ein immerhin noch ansehnliches Quantum bon neuen Anhängern gewonnen, die weit mehr wiegen und gelten als der zahlenmäßig größere Gewinn der Gegner. Die nationalen" Barteien haben an die Kriegervereins- wird uns von parteigenössischer Seite geschrieben: gesinnung der politisch gleichgültigen Philister appelliert, und was das In den oberschlesischen Kreisen Gleiwig- 2ublinis und Zentrum betrifft, so wissen wir, daß diese Partei noch bedeutende Groß- Strehliß- Cosel stehen die polnischen Kandidaten Reserven hat. Der ultramontane Stimmenzuwachs ist nicht, wie mit den Kandidaten des Zentrums in Stichwahl. In beiden Kreisen haben auch die Sozialdemokraten Stimmen erhalten: im bei uns, neu gewonnen, dem Gegner abgerungen es ist alter Gleiwiber Streise etwa 1400, im Groß- Strehliz- Coseler Kreise Kolonialdirektor Dernburg verschrieben, und dieser sprach vor der Die Börsendemokratie hatte sich als Retter in der Not" den Bestand, bisher teilnahmsloses, aber zentrumsficheres Gefolge, etwa 500. Besonders im Kreise Gleiwiß- Lubliniß wird das Ver- Militär- und Geldaristokratie Frankfurts über unsere herrlichen" von den ultramontanen Schleppern an die Wahlurne getrieben. halten der sozialdemokratischen Wähler entscheidend sein für Kolonien. Diskussion wurde hier nicht gestattet. Ein günstiger Das Zentrum hat seit langem die ihm im Westen von der den Wahlausfall. Stimmt die sozialdemokratische Wählerschaft Wind wehte aber Dernburgs durch das Wolffiche TelegraphenSozialdemokratie drohende Gefahr erkannt, und unermüdlich ist es gegen den Polen, ja enthält sie sich auch nur der Stimme, bureau berbreitete Rede unferen Genossen in die Hände, bevor seit 1903 tätig gewesen, um den Schlag von 1908 abzuwenden. Den dann ist die Niederlage desselben besiegelt, und Ballestrems Wahl sie gehalten wurde! So konnte Genosse Dr. Quard diefe Rede just Organisations, Agitations- und Wahlapparat in den Städten hat freis ist dem Zentrum erhalten. Zu einem solchen, dem Zentrum zur selben Zeit einer kritischen Beleuchtung unterziehen, als sie es bis zur Leistung des Menschenmöglichen ausgestaltet. Die freundlichen Verhalten liegt nun aber doch gerade in Schlesien Dernburg einem auserlesenen Publikum vorlas. Kontrolle und die Bearbeitung der Wähler, die pfarrbezirts- bie Barole für seine Anhänger ausgegeben: in jedem Falle gegen gar keine Veranlassung bor; denn hier gerade hat das Zentrum weise vor sich geht, ruht keinen Augenblid, jeder Wahlberechtigte die Sozialdemokratie zu stimmen! Auf der anderen Seite ist ist geprüft und registriert in bezug auf seine Brauchbarkeit für die dagegen vom polnischen Zentral- Wahlkomitee in Posen die Parole Zentrumssache, und die Vertrauensleute überwachen die Vorgänge und ausgegeben, bei Stichwahlen zwischen bürgerlichen Parteien( mit Die Leute ihres Beobachtungskreises mit dem Eifer von Geheim- Ausnahme des Zentrums) und Sozialdemokraten unbedingt für Herr Dernburg hat nun auch in Frankfurt a. M. feine polizisten. Der Schleppapparat ist sozial gegliedert: zum letztere einzutreten. Das kann insbesondere im rheinischen In- Kolonialrede gehalten. Diese Rede operierte zwar immer noch mit Arbeiter fommt der Berber mit der schwieligen Faust; zum Ge- duftriebezirk bei den Stichwahlen in Bochum, Dortmund, Duis- allerhand unrichtigen Ziffern und starken Illusionen, immerhin vatter Schneider der biedere Zunftgenosse, zum Krämer der Mann burg, für unsere Partei von entscheidender Bedeutung sein. vom notleidenden Mittelstande, zum Kleinen Beamten der Kollege Parteigenossen selbstverständlich sein, daß sie für die Vertreter Aber auch abgesehen von dieser Erwägung, muß es für unsere unterschieb sie sich von seinen früheren Reden in zwei Hinsichten mit dem Allgemeinen Ehrenzeichen oder der Kriegsdenkmünze auf des in ihren nationalen Rechten schwer getränkten, unerhört unter- Erftens erzählte der Kolonialmärchenerzähler diesmal selbst der Brust, und wo eine besonders gewichtige Person in Frage kommt, drückten polnischen Boltes gegenüber den Kandidaten der Zen- sehr viel skeptischer über den Wert unserer Kolonien; und zweitens rüdt Seine Hochwürden in eigener Person Heran. trumspartei eintreten, der Partei, die trotz ihres großen Ein- tam er auf jenes famose Sanierungsprojekt zurüd, das er bereits Eine neue Dernburgiade. äußerst bemerkenswert. 970 in seiner Kolonialdenkschrift vorgeschlagen, im Reichstag selbst aber! Die Münchhausiaden haben ihre Schuldigkeit getan. Die, die. Das Zentrumsblatt beschäftigt sich dann mit der Stichwahl. schnöde verleugnet hatte: das Projekt nämlich, bie Kolo- nicht alle werden, sind auf den Kolonialschwindel hereingefallen. parole des bayrischen Zentrums und trumpft schließlich das Vernien dadurch„ rentabel" zu machen, daß man alle militärischen Jett bekennt Herr Dernburg mit aller Gelassenheit, daß der sprechen der nationalen" Blätter, das Zentrum werde, wenn es Ausgaben aus dem Kolonialetat entferne und auf den Reichsetat deutsche Michel, der sich so töricht hat übertölpeln lassen, zunächst folgsam sei, wieder in Gnaden unter Bülows Heerscharen auf übernehme! erst einmal, Geduld" haben und recht tief in den Beutel greifen genommen werden, mit folgenden Worten ab: muß! Die Dummheit erntet Brügel! Herr Dernburg glaubt also offenbar, daß er jest, nachdem der Wahlentscheid bereits gefallen ist, sowohl auf allzu tolle Münchhaufiaden verzichten kann, als auch aus seinen wahren Abfichten teinen Hehl mehr machen brauche. Der Kolonialschwindel hat ja seine Schuldigkeit getan! Der orientalische Märchenerzähler und Kolonial- Münchhausen darf sich wieder in den famofen Sanierungsrat verwandeln, der im Reichstag vor der Auflösung selbst bei den bürgerlichen Barteien so viel Spott ertragen mußte.. Zunächst spielte Herr Dernburg einen neuen Trumpf aus. Er paradierte mit dem Gutachten der„ besten amerikanischen Fachgelehrten", der„ American Deconomic Association", über die auf den Philippinen und in anderen amerikanischen Kolonien einzuschlagende Kolonialpolitik. Dieses Gutachten stelle die höchste Blüte moderner kolonialpolitischer Wissenschaft" dar und mit diesen amerikanischen Auffassungen de dten sich auch seine Anschauungen. Ein überaus bescheidenes Selbstlob! Es lohnt nicht, die amerikanischen Kolonialthesen wiederzugeben. Nur auf eine dieser Thesen legte Herr Dernburg jedoch anscheinend besonders viel Gewicht. Sie lautet: „ Bei unentwickelten Kolonien, deren Einwohner nicht geeignet sind, wichtige öffentliche Einrichtungen, wie Eisen= bahnen, Kanäle, Telegraphensysteme zu leiten, ist es wohl richtig, daß diese Anlagen der Regierung gehören sollen und lieber durch Beamte als durch Privatgesellschaften zu verwalten sind." Der geriebene Geschäftsmann Dernburg fügte hier mit ge zunftelter Naivität hinzu: " Ich schiebe hier ein, daß dieser Saz um so merkwürdiger ist, als in Amerika irgend welches Staatseigentum weder an Bahnen noch an Telegraphen noch an Telephonen besteht und dort auch bisher durchaus perhorresziert worden ist. Herr Dernburg sollte sich doch nicht gar zu- naib stellen. Die Begeisterung der Yankees resp. ihrer Kolonialfege für staat. liche Eisenbahnbauten in unentwickelten" Kolonien rührt ganz einfach daher, daß sich in solchen Kolonien kein kapitalistisches Konfortium finden würde, das das Risiko für solche Bahnbauten usw. auf sich nehmen würde. Die amerikanischen Kapitaliften machen es eben genau so wie die deutschen Kapitalisten: wo sich koloniale Anlagen nicht rentieren, muß eben der Staat für diese im Interesse weniger Kolonialausbeuter zu schaffenden Bahnanlagen bluten! Wichtiger als diese Empfehlung der amerikanischen Kolonial. praris ist das Zurüdkommen Dernburgs auf seinen Vorschlag, nach französischem Muster, die militärischen Ausgaben aus dem Kolonialbudget zu streichen und einfach auf das Reich zu übernehmen. Diesen prächtigen Vorschlag, eine scheinbar positive" toloniale Schwindelbilang zu schaffen, hatte ja, wie schon bemerkt, Herr Dernburg bereits in seiner Solonialdenkschrift empfohlen. Heute kommt er auf dies sein Lieblingsprojekt zurück, er meint, durch Uebernahme der militärischen Ausgaben für die Kolonien auf das Reich ließe sich eine positive Bilanz schaffen, ja eine Möglichkeit herstellen, daß die Kolonien ihnen gegebene Darlehen des Reiches berzinsen" könnten. werden mußten! " Politische Uebersicht. Berlin, den 4. Februar 1907. Die Schmach des Freisinns. Die Voss. 3tg." rühmt sich voller Stolz, durch ihre politische Schamlosigkeit selbst dem extremen Agrariertum imponiert" zu haben. Entzückt druckt sie folgendes Lob des berüchtigten Üeberagrariers Eduard Klepper in der Deutsch. Agrartorrespondenz" ab: " Ob Fürst Bülow das Zentrum wieder in Gnaden aufnimmt, das wird überhaupt nicht davon abhängen, wie es sich in einigen Stichwahlen benommen hat, sondern davon, wie start es zurückkehrt und wie es sich mit den ,, nationalen" Parteien arbeiten läßt. Kann er ohne das Zentrum auskommen, dann wird er es beiseite stehen lassen; tann er es nicht, so wird er es zu gewinnen fuchen; was in der Stichwahl geschehen ist, ist dabei absolut gleichgültig." Deutfches Reich. Die Kühnemänner fordern den Staatsstreich! Die neueste Nummer der Arbeitgeber 8tg. ,, Gerade jetzt ist es Zeit, die Lage auszunuzen gerade jetzt ist es Zeit, die als solche unzweifelhaft festgestellten Mängel der Verfassung abzustellen und den Folgen der mit doppelter Schärfe einsehenden Agitation der Umsturz partei vorzubeugen!" Und der Freisinn stimmt wacker für jeden konservativen und nationalliberalen Staatsstreichler! Er ist ja Fleisch vom Fleische der Kühnemänner! Die Freifinnige Boltspartei und die ihr gleiche hezt also zum Staatsstreich: süddeutsche Demokratie hat nach den bis heute vorLiegenden Nachrichten fast überall beschlossen, in den Kreisen, in denen konservative Gruppen gegen die Sozialdemokratie stehen, für die Konservativen einzutreten. Die lokalen Parteiorganisationen sind damit über die generelle Parole der demokratischen ParteiLeitungen: feinesfalls für die Sozialdemokraten einzutreten", in erfreulich flarer Erkenntnis der Situation noch hinaus gegangen. Und diese Haltung der bürgerlichen Demokratie ist nicht etwa schmerzlos für fie: die Sozialdemokratie hat sich dafür vielmehr dadurch revanchiert, daß sie in einer erheblichen Zahl bon Wahlkreisen aktives Eintreten der Genossen gegen die Freifinnige Volkspartei zur Pflicht gemacht. Dadurch find insbesondere einige Wahlkreise von Führern der Freisinnigen Volkspartei ges fährdet. Wir freuen uns aufrichtig, daß in der Freifinnigen Volkspartei der Geist des ehrlichen Sozialistenhaffers Eugen Richter noch so lebendig ist, um diese Entschlüsse zu wirken." So brüstet sich der Freisinn auf offenem Markte mit seiner politischen Prostitution! " Berl. Bolts- Zeitung": Ueber die Wahl des Dr. Müller- Meiningen schrieb die Wie gemüllert" wird. Von einem Leser unseres Blattes wird uns vom 4. d. M. geschrieben: Verehrliche Redaktion! Im heutigen Abendblatte las ich, daß im Wahlkreise Meiningen für Müller- Meiningen bereits im ersten Wahlgange die Nationalliberalen stimmen wollen. Vielleicht hat es einiges Interesse, wenn ich Ihnen mitteile, daß diesem Entschlusse von den Freifinnigen in Schwarzburg- Rudolstadt die Kandidatur des Dr. Benzig zum Opfer gebracht wurde. Herr Dr. Penzig schreibt mir: Müller- Meiningen braucht die nationalliberalen Stimmen in Meiningen, dafür bekommt Müller- Rudolstadt( natl.) die freifinnigen Stimmen von Rudolstadt." Aus Elbing wird gemeldet: Der liberale Wahlausschuß ersucht durch öffentlichen Aufruf alle Liberalen, bei der Stichwahl geschlossen für den Konservativen, Kammerherrn von OldenburgJanuschau einzutreten. Dieser Oldenburg- Janusch au ist bekannt als einer der berüchtigtsten Agrarier und ein Wahlrechtshaffer der allergefährlichsten Sorte! Er ist ein Politiker vom gleichen Staliber wie der famose Herr v. Kröcher, mit dem er die Sehnsucht nach dem starten Manne" von Herzen teilt! Freifinnige wollen ihn in Elbing in den Reichstag schicken! Eine solche freisinnge Selbstentwürdigung läßt sich nicht mehr übertrumpfen! Politische Heuchelei. Die Wahlen zum Hamburger Landesparlamen sind, wie schon in der Sonntagsnummer mitgeteilt, für unsere Partei günstiger ausgefallen, als selbst von Optimisten erwartet wurde. Für die Wahlrechtsräuber aller Schattierungen bedeuten sie dagegen eine schwere Niederlage. Trotz der schon mehrfach geschilderten Klasseneinteilung haben die Gegner des Wahlrechtsraubes auch in der ersten Wählerklasse eine Anzahl Mandate acht von 25- erobert, während in der zweiten elf Gegner und zwei Anhänger der Wahlentrechtung gewählt worden sind. In der ersten Klasse haben rund 400, in der zweiten rund 11 000 Wähler für unsere Liste votiert, die 4842 beziv. 131 171 Stimmen auf sich verjeder Wähler hatte 12 Stimmen abzugeben einigte. Die Gegner des Wahlrechtsumsturzes erhielten doppelt so viel Stimmen als die Anhänger desselben. In der ersten Klasse haben wir ein und in der zweiten neun Mandate erobert; mir gewannen also fünf Mandate. Das amtlich festgestellte Wahlresultat liegt noch nicht vor. Nach unserer Zusammenstellung sind die Genossen Stolten, Grünwaldt, Schaumburg, Stengele, Stubbe, rause, Detelmann, Grosse, Bérard und Weinheber gewählt, nach einer anderen Aufstellung statt der Genossen Bérard und Grosse die Genossen Köhnke und Hoffmann, was an dem Endresultat nichts ändert, da uns nach der Zahl der für unsere Liste abgegebenen Stimmen zehn Mandate zufallen. Die Gegner der Wahlentrechtung werden im Parlament so stark vertreten sein, daß eine abermalige Verfassungsänderung im reaktionären Sinne aus= geschlossen erscheint. O Schilda, du mein Vaterland! Die Regierung des Kleinen thüringischen Duodesstaates Schwarzburg- Rudolstadt- 941 Quadrat filometer Grundfläche hat sich in ihrer Erregung über den Wahlausfall einen Geniestreich geleistet. Aus Jena erhalten wir nämlich folgendes Telegramm: Der sozialdemokratische Wahlberein Rudolstadt ist behördlich verboten worden. Die eine Hälfte der Schwarzburgschen Lande ist also gerettet. Aus Dernburgs Dattelwüste. in Wir haben schon bei der Erörterung der Dernburgschen Denkschriften auf diesen groben Schwindel hingewiesen. Die militärischen Ausgaben für unsere Kolonien dürften in den nächsten Jahren fchwerlich unter 100 Millionen Mark jährlich betragen. Figurieren diese Ausgaben im Kolonialetat, so ergibt sich natürlich eine folossale Unterbilanz. Streicht man sie aber einfach, so ver- In Wahlkämpfen wird regelmäßig zum Zweck des Stimmenmag man möglicherweise ein paar Millionen Ueberschuß" heraus- fanges eine ansehnliche Dosis Heuchelei produziert. Jeder nur zurechnen. auf seinen persönlichen Vorteil bedachte Sprößling ehemaliger Die Kaufmännische Rundschau", das von dem freisinnigen AbDas Algierische Beispiel illustriert diesen Bilanzschwindel Strauchritter, jeder übersättigte Börsenspekulant oder lediglich geordneten Goldschmidt redigierte Organ des Hirsch- Dunckerschen ganz vortrefflich. Herr Dernburg führt selbst in seiner Denkschrift seine besonderen Handelsinteressen verfolgender Hanseatischer Im Vereins der deutschen Kaufleute", erzählt in ihrer neueſten, am aus, daß durch die Uebernahme der militärischen Bosten für Algier porteur bläht sich zum großen selbstlosen Patrioten auf, fafelt von 1. Februar erschienenen Nummerwohlweislich nach der Wahlauf Frankreich feit dem Jahre 1900 ein Ueberschuß" des Deutschlands nationaler Ehre und deklamiert von deutscher Sitt- eine allerliebste Geschichte aus dem von Dernburg Erzellenz so ge Algierischen Kolonialetats von 26 Millionen erzielt worden sei. lichkeit, deutscher Kaisertreue und der hohen Weihe des deutschen priesenen Dattellande. Die Deutsche Kolonialgesellschaft für Unvorsichtigerweise fügt er jedoch sogleich hinzu, daß sich dabei die Familienlebens- auch wenn er sich nebenbei einige Mätressen Südwest- Afrika" hatte in Berlin den Handlungsgehülfen St. für ihre Mehrausgaben Frankreichs für Algier ſeit 1900 von 4% auf hält. Diese Heuchelei gehört nun mal zum Inventarbestand eines Zweigniederlassung in Swakopmund engagiert. Am 1. No5% Milliarden erhöht hätten. Diese Sanierung" der wirklichen echten deutschen Patrioten. Doch unverschämter ist von den sog. vember 1904 trat St. feine Stellung gegen 150 M. monatliches GeKolonialbilanz hat also kein weiteres Ergebnis gehabt, als die nationalen Parteien nie geheuchelt worden als bei den diesmaligen halt und freie Station an. Das anscheinend hohe Gehalt erwies Tatsache zu bertuschen, daß, während von 1830 bis 1900 Wahlen und besonders vor den Stichwahlen. Wochenlang haben sich aber bald als nicht ausreichend, weil nicht nur sämtliche das durchschnittliche Defizit der Kolonie 60 Millionen die Nationalliberalen und Freisinnigen gegen das Zentrum ge- Bedarfsartikel dort dreimal so teuer sind als hier, sondern weil jährlich betragen hat. Riesensummen, die trotz des fiktiven lleber- wütet und diese Partei als die Verkörperung der antinationalen außerdem auch die Tätigkeit in dem dortigen Klima sehr durstschusses" von Frankreich für seine Kolonie Algier ausgegeben jesuitischen Moral bezeichnet. Kaum aber zeigte der Wahlausfall, erregend ist; Bier und Selterwasser aber kosten pro Flasche Das ist das famose System, durch das unsere Kolonien baß man die Hülfe des Zentrums in der Stichwahl gebrauchen irta 1 Mart, und das Wasser des Flusses Swakop ist nicht Das ist das famose System, durch das unsere Kolonien könne, als die Instrumente umgestimmt wurden und dem Zentrum trinkbar, weil gesundheitsschädlich! Die anderen dortigen Firmen tentabel" gemacht werden sollen! bersichert wurde, man habe es stets als eine ganz nationale sollen, wie St. behauptet, bei freier Station ihren AnInteressant ist, daß nach der Hauptwahl Herr Dernburg sich und hochmoralische Partei angesehen doch sei nun auch das gestellten auch Selterwaffer liefern; er aber mußte sich das über Südwestafrika folgendermaßen äußerte: Welches ist denn der gegenwärtige Stand der Einnahmen Bentrum verpflichtet, sich der Ehre dieser Einschätzung würdig zu laufen und hatte dadurch eine Extraausgabe von monatlich 30 M. und Ausgaben unserer verschiedenen Kolonien, und wieweit kann erweisen und stets für den nationalen Kandidaten gegen den Er verklagte deshalb die Firma im Oktober 1905 beim Kaufmannsman überhaupt von einer selbständigen Finanzwirtschaft roten Umstürzler zu stimmen. Doch das Zentrum vermochte die gericht Berlin. Die Einzelheiten des Prozesses, der ein volles Jahr sprechen. Hierbei muß zunächst von Südwestafrika abgesehen ihm widerfahrene hohe Ehre nicht dem vollen Werte nach einzu- dauerte und schließlich im Oktober 1906 mit 5 weisung der werden, das nach zwei langen Kriegsjahren eine außerordent- schätzen, und die Germania" ist sogar so antinational", auf Stage endete, liefern ein lehrreiches Beispiel von der angeblichen liche Zerstörung an Leben und Eigentum mit sich gebracht hat. Das Gewinsel des Liberalismus mit bitterem Spott zu antworten. Harmonie der Jnteressen" zwischen Prinzipal und Angestellten im Das Land ist, wenn mineralische Schäße nicht in erheblichem Sie schreibt: Handelsgewerbe, die nicht einmal so weit reicht, daß der Prinzipat Umfange noch neu erschlossen werden, minder begünstigt. Ein „ Die politische Heuchelei ist wohl noch selten so üppig ins die Gesundheit der Angestellten berücksichtigt, obgleich er hierzu laut Eden wird dieses Land vielleicht nie werden, aber ein Land, in Kraut geschossen, wie jetzt vor den Reichstagsstichwahlen. Die§ 62 des Handelsgesetzbuchs ausdrücklich verpflichtet ist. Bon alldem tüchtige Deutsche ein erfreuliches Dasein in größerer Anunter nichtigem Vorwande von der Regierung herbeigeführte gemeinem Interesse aber sind die Dokumente, die das Blatt beizahl führen werden, als jetzt angenommen wird. Ich scheide Auflösung des Reichstages richtete sich ausgesprochenermaßen bringt über die Beschaffenheit des Trinkwassers in aus den erwähnten Ursachen deshalb Südwestafrika gegen das Zentrum. Dies war dem Reichskanzler läftig gezunächst aus." worden und sollte aus seiner ausschlagebenden Stellung ber- Swafopmund. Aus einem Gutachten des Bezirksamtmanns in drängt werden. In der ganzen Wahlbewegung war dies das Swakopmund wird folgende Stelle angeführt: von den„ nationalen" Parteien verfolgte Ziel. Nur weil es gegen das Zentrum ging, gelang es, eine beträchtliche Anzahl bon gleichgültigen Wählern auf die Beine zu bringen und den Der Sozialdemokraten viele Mitläufer abspenstig zu machen. 25. Januar aber ergab, daß der Streich gegen das Zentrum ganz vorbeigegangen war. Es wird nicht geschwächt, sondern wahrscheinlich verstärkt wiederkehren. Dagegen ist es den Sozialdemokraten, auf die es nur nebenbei abgesehen war, übel ergangen. Vor der Hauptwahl war Südwestafrika ein Eden, ein Land, in dem die Palmen sogar aus verloren gegangenen Dattelfisten wuchsen! Vor der Hauptwahl hörte man fogar etwas von angeblich gemachten Diamantfunden nach der Wahl jedoch ist von diesen Funden keine Rede mehr! Aber auch über die Aussichten unserer gesamten Kolonien urteilte Herr Dernburg nach der Wahl unendlich nüchterner, als zu der Zeit, wo es galt, den liberalen Spießerhaufen für die Solonialpolitik einzufangen. So schloß Herr Dernburg seine Nede: ,, Deutschland wird an seinen Kolonien nur dann eine Freude haben, wenn sie verständig und zielbewußt entwidelt werden und die Ausgaben auf ein Nötiges redu ziert, die Einahmen zur Entlastung des Staatsbudgets gesteigert werden. Aus allem ergibt sich, daß gemäßigte Selbstverwaltung und Bau von Verkehrswegen dazu am geeignetsten sind. Das ganze Geheimnis jeglichen Erfolges in Afrita heißt„ Geduld", sagte schon der berühmte Afritareisende Nachtigall. Wir haben wertvollen, fogar sehr wertvollen Befih in unseren Kolonien. Wir haben verhältnismäßig günstige Eingeborenenverhältnisse. Wir haben mancherlei Lehrgeld bezahlt, aber wir müssen uns darauf einrichten, daß wir noch längere Zeit als Staat keine volle Befriedigung unserer Auslagen, als Private nicht überall glänzende Resultate haben werden. Aber die Entwidelung bisher ist nicht unbefriedigend und der Kreis derjenigen, die ein wirkliches Interesse an der Entwickelung nehmen, beständig im Wachsen. Gerade die letzten Wochen haben zur Evidenz bewiesen, daß die deutsche Nation für eine lufgabe dieses großen Stils, wie die Entwickelung von Kolonien, Sinn, Verständnis und Willen hat, und sie haben von neuem den Beweis geliefert, daß die deutsche Nation eine Nation der Aktion ist und ein Bolt, das einen Glauben an seine Zukunft hat." " Und nun auf einmal stellte die offiziöse Presse, d. H. die Regierung sich an, als ob man nie etwas Böses gegen das Zentrum im Schilde geführt hätte. Für die„ Nordd. Allg. 3tg." existierte das Zentrum gar nicht mehr, obschon seine Kandidaten einige dreißig Mal an Stichwahlen beteiligt sind. Sie sah nur noch in der Sozialdemokratie den Feind und mahnte alle Tage die bürgerlichen Parteien, gegen sie zusammenzustehen. Auch die Zentrumspartei wurde aufgefordert, sich an der Zerschmetterung der Sozialdemokratie zu beteiligen. Hatte also der Reichsfanzler seine Meinung über das Zentrum geändert und war es in Gnaden wieder aufgenommen? Ach nein, man tat nur den Zentrumswählern die Ehre an, fie unter die bekannten allergrößten Kälber" zu rechnen Denn sie auffordern, gegen die Sozialdemokraten zu stimmen, d. h. im Grunde doch nur, ihnen zumuten, die Stellung des Zentrums zu untergraben. Da man ihm direkt nichts anhaben konnte, soll es unschädlich" gemacht werden dadurch, daß ihm die Möglichkeit genommen wird, mit Hülfe der Linken, insbesondere der Sozialdemokratie, eine Mehrheit zu bilden, und die Zentrumswähler selbst sollen dabei helfen, indem sie möglichst viele Mandate aus den Händen der Sozialdemokratie in die der nationalen" Parteien bringen helfen. ,, Unter allen Umständen ist daran festzuhalten, daß die in der Analyse festgestellte Härte des Wassers um ein Beträchtliches dasjenige übertrifft, was sonst als Trinkwasser für zulässig erachtet wird, daß die in der Analyse nachgewiesene alfalische Reaktion das Wasser als hygienisch verdächtig erscheinen läßt. Es ergibt sich hieraus, daß auf Grund der bis jetzt vorliegenden Analysen ein sicheres Urteil über den Wert des Swakopwassers in hygienischer Hinsicht nicht möglich ist. Demgegenüber darf nicht verschwiegen werden, daß das Leitungswasser, wie hier allgemein bekannt, dem damit zubereiteten Kaffee, Tee, Kakao u. dergl. einen unangenehmen Beigeschmack verleiht, der so zubereitete Getränke für empfindliche Personen, namentlich auch für viele Strante ungenießbar macht." Ferner wird von zwei der im Prozeß vernommenen Zeugen ein Brief aus dem Jahre 1905 zitiert, in dem es heißt: " Da von seiten der Militärverwaltung das aus dem Swakoprebier stammende Leitungswasser, auf das Swakopmund jezt angewiesen ist, als schlecht und gesundheitswidrig angesehen und dem Genuß des Wassers hauptsächlich der große Prozentsatz von Krankheiten unter dem hiesigen Militär zugeschrieben wird..." usw. Und weiter: Es ist nicht zu leugnen, daß das jezige Leitungswasser aus dem Swakop an Güte viel zu wünschen übrig läßt und wegen feines großen Gehaltes an Kalijalgen wohl hauptsächlich die Schuld an dem fast jeden neuen Antömmling nach kurzem Aufenthalt in Swakopmund befallenden Darmkatarrh trägt." Sogar das Blatt des Herrn Goldschmidt kann sich nicht enthalten, hierzu zu bemerken, es wäre wohl Pflicht der Gesellschaft gewefen den mit ben Verhältnissen in unseren schönen Kolonien" (ban dem freisinnigen Blatte in Gänsefüßchen gesetzt I) nicht vertrauten Handlungsgehülfen darauf aufnierksam zu machen, daß er zur Erhaltung seiner Gesundheit für Getränke allein monatlich 30 M. aufwenden muß,„und dann würde der Handlungsgehülfe es sich sicherlich noch einmal überlegt haben, ob er für ein Gehalt von 1S0 M. und freier Station sein Leben aufs Spiel seht". Wie gesagt, das Urteil ist am 12. Oktober 1900 in Berlin gefällt worden, die Begründung hat zwar lange gedauert, ist aber immerhin mit allen Dokumenten am 31. Dezember 1906 zugestellt worden. Trotzdem jedoch auch am 15. Januar eine Nummer der„Kaufm. Nundschau" erschienen ist, hat es die freisinnige Redaktion des Blattes vorgezogen, den Sachverhalt erst am 1. Februar zu veröffentlichen. Somit kommt dieser Beitrag leider zu spät; aber er zeigt doch wieder einmal, was die Parole von der „nationalen Ehre" für ein bewußter Schwindel war. Denn wenn man in Deutschland gewußt hätte, daß fast jedem Ankömmling in Swakop- mund wegen schlechten Wassers Darmlatarrh bevorsteht, so würde wohl auch mancher Soldat es sich dreimal überlegt hohen, ehe er sich freiwillig zum Kolonialkriege meldete. Und wer weiß, wie viele von den 2000 Söhnen deutscher SWitter. die nun schon im Wüsten- fände begraben liegen, nicht dem Feinde und nicht den Beschwerden des Klimas zum Opfer gefallen sind, sondern ganz einfach dem Umstände, daß man uns die Gefährlichkeit des Swakovwassers ver- schwiegen hat.-»_ Beamtenagitation. In welcher Weise höhere Beamten ihre Stellung zur Agitation unter den ihnen unterstellten Beamten ausnutzen, zeigt folgendes uns aus Zwickau auf den Redaktionstisch geflogenes Rund- schreiben: Zwickau, den 26. Januar 1907. Gestern, am Tage der pulitrschen Wiedergeburt unseres Vater- landeS, hat sich unter dem Namen„Reichstreuer Verband" ein Ver- ein in Zwickau gebildet, der sich das Ziel gesteckt hat. unsere Stadt den Händen der Sozialdemokratie zu entreißen. Der Verein will in gemeinsamen Zusammenkünften, durch Vorträge usw. das nationale Bewußtsein stärken, die heranreifende Jugend über die„ st a a t s- verbrecherischen Ziele" der Sozialdemokratie aufklären und vor allen Dingen die gesellschaftlichen und sozialen Gegensätze, die zum Unglück für unser Vaterland zwischen den verschiedenen Klasse» der Bevölkerung bestehen, aus- zugleichen suchen. Damit ein jeder in der Lage ist, dem Verein beitreten zu können, ist der jährliche Beitrag auf nur 50 Pf. festgesetzt worden. Wir, die wir in erster Linie berufen sind, Thron und Altar gegen die Angriffe der Umsturzpartei zu schützen, dürfen nicht fehlen, wenn es gilt, Mittel und Wege zur Niederwerfung dieser Partei zu finden. Ich fordere daher sämtliche Herren Beamten und Unterbeamten auf. dem Reichstreuen Verbände beizutreten und sich in die umstehende Liste einzutragen. _ Knappe. Postinspektor. Stöckerschr Dümmlinge. Bekanntlich stehen die Stöckerschen Zeitungszwillinge„Reich" und„Staatsbürger-Zeitung" vor dem Bankrott. In einem geheimnisvollen Aufruf hatte Stöcker seit Monaten um 60 000 M. geschnorrt, die zu einem hochwichtigen nationalen Zwecke verwandt werden sollten. Man hatte geglaubt, diese 60000 M. sollten dem Wahlfang dienen, einen Agitationsfonds für christlich- soziale„Arbeiterkandidaten" bilden. Schließlich aber. als biete Schnorrerei nichts fruchtete, erklärte dann Herr Stöcker, daß die 60 000 Mark den Preßbetrieb seiner anmutigen Zeitungszwillinge „Reich" und„Staatsbürger- Zeitung" vor dem Zusammenbruch be» Ivahren sollten. Inzwischen fahren die Stöckerschen Tintenkulis fort, den Beweis dafür zu erbringen, daß eine Zeitung noch dümmer redigiert werden kann als das Organ der Externen der Kropper Idioten anstalt in der Zimmerstraße, die offiziöse„Nordd. Allg. Ztg." und die„Freisinnige Ztg.". So entrüsten sich heute die Stöckerschen Zeitungszwillinge über das„e n t s e tz l i ch e L ü g e n" deS. Vorwärts". Ein Beweis für das„entsetzliche Lügen" wird folgendermaßen erbracht: „Ein Beispiel dafür liefert auch heute wieder der„Vorwärts Bekanntlich hatte das Blatt behauptet, die Regierung habe bei der Reichstagsauslösung schon gewußt, daß der Friede in Südwest geschlossen sei. Jetzt kommt Brief auf Brief und stellt in Ueber- einstimmung mit den amtlichen Berichten fest, daß die Behauptung des„Vorwärts" reiner Schwindel ist. Ein katholischer Missionar schreibt an einen ihm bekannten Offizier: „Auf höhere Anweisung gönnte sich der die FriedenSver- Handlungen führende Pater einen Tag Ruhe in HeiragabieS, fuhr dann nach Ukamas, um mit Herrn Oberstleutnant v. Estorff zu unterhandeln, kam zurück und fuhr am 21. sDezembrr) mit Kapitän und Großleuten zu den entscheidenden Verhandlungen. Schon am 21. kam ein Helio mit„Deo gratias", am 22. abends ein anderes „Friede gesichert' und am 23. abends kam die Friedensdeputation selbst zurück mit Herrn Hauptmann v. Hagen. Nach einem kurzen Worte des Herrn Paters ließ der Kapitän seine Leute mit Gewehr und Munition antreten und einer nach dem andern trat dann durch die vordere Türe in unser Zinimer und legte daS Gewehr, 83 an der Zahl, auf unseren Tisch, an dem sie auch einmal gespeist haben. Das war ein feierlicher unvergeßlicher Moment I Also am 23. Dezember ist«ach großen Schwierigkeiten der Friede geschloffen. Und was sagt der„Vorwärts" zu diesem Brief? „Der Brief läßt bis aufdie letzte Wocheder Verhandlungen alle Daten vermissen." Wahrhaftig!— der alte Münchhausen ist ein Waisenknabe im Vergleich mit Stadthagen und Rosa! Der Weltrekord im Lügen'muß diesem jüdischen Dioskurenpaar zweifelsfrei zu- gesprochen werden." In der Tat: eine„entsetzliche Lüge". Der„Vorwärts" sagt ausdrücklich, daß der Brief der katholischen Mission für die letzte Woche Daten gegeben habe. Und die Stöcker-Dümmlinge be- stätigen das durch Abdruck der fraglichen Stelle des Briefes. Und dann schimpfen sie über die Lügenhaftigkeit des»Vor- w ä r t s". Kein Wunder, daß solche Tölpeleien selbst der Stöckergarde zu toll sind und„Reich" und„Staatsbürger-Zeitung" die Abonnenten schockweise davon laufen!—_ Die„nationale" Anti-Polenpolitik. Aus Bromberg wird uns geschrieben: Laut Verfügung der hiesigen königlichen Eisenbahndirektion ist die Zugehörigkeit zu dem polnischen Verein„Straz" allen Beamten und Arbeitern verboten worden. Von Angestellten, die bereits dem Verein angehören, verlangt die Direktion den Austritt, im Fälle der Weigerung die Anzeige bei der vorgesetzten Inspektion. Bekannt gemacht wird die Verfügung allen Bediensteten gegen NamenSschrist. Ihre Antipathie gegen den Verein rechtfertigt die DireMon mit der- selben Phrase wie bei der Entlassung von Arbeitern, von denen sie glaubt, daß sie sozialdemokratisch angehaucht sind.— Der Pfarrer von Kirchdorf. Von Herrn Wasmer, Pfarrer von Kirchdorf, erhalten wir fol- gende Zuschrift: Kirchdorf(A. Villingen) i. Seekreis, 1. Februar 1907. In seiner Nummer 13(?) vom 16. Jan. l. Js. brachte der„Vorwärts" die Notiz, daß„der katholische Pfarrer von Kirch- darf i. Seekreis flüchtig wurde, als der Staats- anwalt eine Untersuchung gegen ihn einleitete wegen unsittlicher Beschäftigung mit uner» Wachsens« Mädchen." Auf Grund des K 11 des Preßgesetzes) ersuche ich, unterzeichneter Pfarrer von Kirchdorf, den„Vorwärts" I allerfreundlichst um Aufnahme folgender Berichtigung: Der jetzige Pfarrer von Kirchdorf heißt Adolf WaSmer und hatte mit dem Staatsanwalt noch nie in fragl. Angelegenheit per sönlich zu schaffen. Er ist deswegen auch nicht flüchtig gegangen, sondern weilt noch ruhig auf seinem bisherigen Posten in Kirchdorf. Unter dem„Pfarrer von Kirchdor f", von dem im an- gezogenen Artikel die Rede ist, ist wohl der frühere„P f a r r v e r- wefer" Forster gemeint, der schon 1(4 Jahr von Kirchdorf fort ist und zuletzt als Kaplaneiverweser in Kirchhofen(Amt Staufen) an- gestellt war. Pfarrverweser Forster hatte sich allerdings seinerzeit dahier(vor etwa 2 Jahren) unsittliche Handlungen(Griffe) mit Schulmädchen zu schulden kommen lassen und wurde deswegen aus diesbezügliche Anzeige von seiten des Unterzeichneten hin im De zember v. I. von der Kirchenbehörde seines Amtes entsetzt und ging dann flüchtig. Diese neueste Kunde hatten schon Ende des letzten Jahres hiesige Zentrumsblätter(z. B.„Pillingcr Volksblatt") ver- breitet. Kirchdorf. 1. Februar 1907. A. Wasmer, Pfarrer. Eine Berichtigung. In Nr. 25 deS„Vorwärts" entnahmen wir der katholischen„Duisb. VolkSztg." eine Notiz, in der über eine Ansprache des Eisenbahnpräsidenten Herrn Dr. Kieschke an Eisenbahnbeamte berichtet wird. Wir erhalten dazu heute folgen- des Schreiben des betreffenden Herrn: Der Präsident der Königlichen Eisenbahndirektion. Essen, den 1. Februar 1907. Auf Grund des Preßgesetzes ersuche ich die Redaktion um Aufnahme folgender Berichtigung zu der unter der Uebcrschrift „Amtliche Wahlbeeinflussung" in Ihrer Nr. 25 vom 30. Januar dieses Jahres, die mir leider erst heute zu Geficht kommt, ge- brachten Mitteilung. Sie behaupten mit der„Duisburger Volks- zeitung", ich hätte in einer den Bureau- und Abteilungsvorstehcrn gehaltenen Ansprache gesagt: daß auf Grund eines Beschlusses des StaatSministeriums darauf gedrungen werden sollte, es den Beamten ans Herz zu legen, im Sinne der Regierung gegen die beiden Feinde des Vaterlandes, Sozialdemokratie und Zentrum, zu stimmen. Diese Behauptung ist unwahr. Sie geben ferner an: ein gleiches Vorgehen war den Vor- ständen der Eisenbahninspektionen von dem Direktionspräsidenten aufgegeben. Die Vorstände wurden veranlaßt, bei den unter- gebenen Beamten und Arbeitern der äußeren Dienststellen und der Inspektionen Wahlbeeinflussungen zugunsten der„nationalen" Parteien gegen die Sozialdemokratie und das Zentrum zu be- treiben, was auch geschehen ist. Auch diese Behauptungen sind unwahr. Der Redaktion der„Duisburger Volkszeitung" habe ich die gleiche Berichtigung zugesandt. Dr. Kieschke. ?Zuslanck. Frankreich. Ein neues EhescheibungSgesetz ist soeben in der Kammer zur Annahme gelangt. Bisher war in Frankreich die Ehescheidung mit größeren Schwierigkeiten ver- knüpft, so daß in den meisten Fällen nur„Trennung von Tisch und Bett" eintrat. Nach dem neuen Gesetz ist die Ehescheidung um vieles erleichtert. ES genügt, wenn e i n Ehegatte die Scheidung beantragt; leben Ehegatten drei Jahre lang getrennt voneinander. so tritt die gesetzliche Ehescheidung gewissermaßen von s e l b st ein. Sind aber die beiden Eheleute sich darüber einig, eine gesetzliche Scheidung, etwa aus religiösen oder aus anderen Gründen nicht eintreten zu lassen, so kann auch von Gesetzes wegen auf dauernde körperliche Trennung erkannt werden. Wird das Gesetz noch vom Senat angenommen, so bedeutet das wieder einen Schritt weiter auf der Bahn vollkommener Emanzipa- tion des Staates von den kirchlichen Gesetzen und Ueber- lieserungen. Belgien. Der KonzessionSschacher vor der Kammer. Brüssel, 31. Januar.(Eia. Ber.) Die Kammer, die, je längere Ferien sie macht, desto schläfriger wird, debattierte diese Woche über die Vergebung der Konzessionen für die im Jahre 1901 ent- deckten Kohlenbergwerke der Campine. Daß über die Sache aus- führlicher gesprochen wird, ist das Verdienst der Sozialdemokraten, die wegen der Aufdeckung der Finanzmanöver und der Kritik über die Gevatternwirtschaft der Minister mit dem„Vorwurf" belastet wurden, Obstruktion zu treiben.— Dabei waren eS seinerzeit gerade die Sozialdemokraten, die die neuen Kohlenbergwerke der konzessionsgierigen Haute-Finanz entreißen und sie der Nation erhalten wollten, so daß sich wieder einmal die Ironie der Geschichte darin zeigte, daß sie in die Hände der„Expropriateure" der Zukunft den Schutz des nationalen Eigentums legte. Worin besteht nun die angebliche„Obstruktion" der sozial- demokratischen Abgeordneten, von denen überdies nur zwei— Destree und Denis— zu längeren Ausführungen und Anträgen das Wort ergriffen? Sie haben gegen den Skandal protestiert. daß der Ackerbauminister noch vor Fertigstellung des mit dem Jahre 1905„im Zuge befindlichen" neuen Berggesetzes den größten Teil deS Kohlengebietes in der Campine an allerlei der Regierung angefreundete Spekulanten im Konzessionswege vergab. Der Minister berief sich auf die Dringlichkeit und auf das Gesetz, das ihm scheinbar recht gibt. Daß eS den Kapitalisten „d r i n g e n d" um daS Geschäft zu tun war, ist begreiflich. Haben sie doch in vier Wochen, ohne daß noch e i n Spatenstreich getan wurde, einfach indem sie ihre Konzessionen an Kohlengesellschaften verkauften, das nette Sümmchen von 1699 900 Franken„verdient"! Der Minister jedoch versicherte früher, daß die armen Kapitalisten 10 Jahre aus ihren dem..Volkswohle" gewidmeten Ersparnissen keinen Gewinn würden ziehen können! Denn auch die alberne Legende wurde wieder aufgetischt, daß die rasche Vergebung der Konzessionen im Interesse der auf Arbeit harrenden armen Bevölkerung erfolgt sei! Nichts hat übrigens das Parlament gehindert, daS spruchreife Gesetz endlich fertig zu stellen, als seine Faulheit und Lässigkeit. Welches Interesse die Regierung an derart wichtigen Fragen nimmt, zeigte die Tatsache, daß die Ministerbank während der Beratungen außerordentlich— leer war! Mit wuchtigen Worten und schlagenden ziffernmäßigen Beweisen wies Genosse Destree die finanziellen Unterlagen dieser ganzen skandalösen KonzessionSgeschichte, die hinter biederen Volks- wirtschaftlichen Ministerphrasen die Spekulationsgier von Regie- rungsvettern birgt, ip der Kammer nach. Das HauS aber hat, weniger seiner parlamentarischen Würde als der Regierung unter- tan, mit 59 gegen 46 Stimmen den Antrag des Genossen Denis verworfen, in welchem die Rückwirkung des neuen Gesetzes auf die während der Parlamentsferien vergebenen Konzessionen gefordert wird. Auch der liberale Abgeordnete und Konzessionär Warveque stimmte ungeniert dagegen! Liberale und Klerikale reichen sich wieder einmal die Hände in der Eintracht kapitalistischer Profitmacherei. Marokko. Nach einer Meldung aus Tanger richtete der Sultan an das diplomatische Korps ein Zirkular, in dem er mitteilt: Seine be. waffneten Expeditionen gegen den Prätendenten und Raisuli zur Herstellung der Ruhe im Lande hätten große Ausgaben verursacht und den Staatsschatz erschöpft. Der Sultan bittet die christlichen Rationen, sie sollten die Bankgruppen, welche bei Gründung der Marokkobank interessiert seien, dahin beeinslussen, ihm proportional 19 Millionen Frank vorzuschießen. Die Rückzahlung mit Zinsen erfolge, sobald die Marokkobank etabliert sei. Es war vorauszusehen, daß den europäischen Großmächten das Marokkoabenteuer Geld, Geld und abermals Geld kosten würde. Am Borabend der Stichwahl. Gestern abend hatten unsere Parteigenossen im ersten Wahl- kreise drei Versammlungen einberufen: Im„Englischen Hof"(Neue Roßstraße), in Dräsels Saal(Neue Friedrichstraße) und im Cafe Gärtner(Holsteiner Ufer). Alle drei Versammlungen waren gut besucht. Die Stimmung, von der die Versammelten beseelt waren, ließ erkennen, daß die Genossen des ersten Wahlkreises, getreu der in unseren Reihen herrschenden Anschauung, den Kampf nie ver- loren geben, ehe nicht die endgültige Entscheidung gefallen ist. Auch jetzt, wo es gilt, in entscheidendem Ringen mit dem Freisinn um das Mandat des ersten Kreises zu kämpfen, werden unsere Genossen auf dem Posten sein, sie werden ihre volle Kraft einsetzen, um zu erreichen, was den Umständen nach möglich ist; sie werden den Kampf führen bis zum letzten Augenblick. Als Referenten traten in den Versammlungen die Genossen Borg mann, Grunwald und E i s n e r aus. Außerdem sprach unser Kandidat, Genosse Arons, in allen drei Versamm- jungen, wo er bei seinem Erscheinen mit lebhaftem Beifall begrüßt wurde. Die Referenten sowohl wie der Kandidat beleuchteten die allgemeine Situation, weiche durch die Hauptwahlen geschaffen ist, und kennzeichneten dann die besonderen Perhältnisse des ersten Kreises. Man verwies auf das lächerlich inkonsequente Verhalten der Wähler Damaschkes, der eigens deshalb als Kandidat aufgestellt wurde, weil es seinen Anhängern angeblich unmöglich fei, ihre Stimme dem Terrainspekulanten Kaempf zu geben. Jetzt aber haben die Damaschkewähler sich doch dafür entschieden, in der Stich- wähl für den Terrainspekulanten Kaempf zu stimmen. So ist es denn auch im ersten Wahlkreise derart, wie man es kaum anders erwarten konnte, wir sind auf uns allein angewiesen und werden auch in der Stichwahl unseren Mann stehen. Frei und ehrlich ist die Sozialdemokratie in den Stichwahlkampf getreten, frei und ehrlich hat der Parteivorstand eine klare Parole gegeben. Anders die freisinnige Volkspactei. Sie hat eine Parole überhaupt nicht ausgegeben, in der Annahme, daß Schweigen das beste ist. Die „Vossische Zeitung"jubelt darüber, daß Fürst Bülow in einem Denk- schreiben an den Freiherrn von Loebell keinen Unterschied mache zwischen Freisinnigen und Konservativen. Bezugnehmend auf diese Aeußcrung forderte Genosse Arons die Wähler auf. ebenfalls keinen Unterschied zu machen zwischen Freisinnigen und Konservativen, und dem freisinnigen Kandidaten Kaempf ebensowenig ihre Stimme zu geben, wie sie sie einem Konservativen geben würden. Wir. die wir ganz allein im Kampfe gegen die vereinigten Gegner stehen, werden, so schloß Genosse Arons unter allseitigem Beifall, alles auf- bieten, um dem Kandidaten der Sozialdemokratie zum Siege zu verhelfen._ Reichstags-Stichwahlen. Auch gestern war wieder in einer Anzahl Wahlkreisen Stichwahl, die uns erfreulicherweise zwei Mandate brachte, darunter Bielefeld neu. das bisher durch einen Zentrumsmann vertreten war. In Bielefeld stand unser Genosse Severin., gegen den Nationalliberalen Möller, den früheren Handelsminister, in Stichwahl. Nach einem Privattelegramm erhielt unser Genosse 17394 Stimmen, Möller 13 994 Stimmen. Endresultat: Severins 18 405, Möller 16452 Stimmen. Bei der Hauptwahl hatte S e v e r i n g 13 642. Möller 14 277, das Zentrum 9329. Im Wahlkreise Speher siegte unser Genosse Ehrhart über den Nationalliberalen Buhl. Bis 10 Uhr abends wurden gezählt für Ehrhart 21 000, für Buhl 17 400 Stimmen. Bei der Hauptwahl erhielt Ehr hart 18359, Buhl 13708, das Zentrum 8169 Stimmen. Der Kreis war bisher in unserem Besitz. In Lüneburg-Winsen ist Sievers(Natl.) mit 14111 Stimmen gewählt. Wangen heim(Welse) er- hielt 13343 Stimmen. Bisher Nationalliberal. Im Wahlkreise Osnabrück wurde Bitter(Zentrum) mit 18 069 Stimmen gegen 16 524 Stimmen gewählt, die auf den Nationalliberalen Wamhoff entfielen. Der Wahlkreis war bisher von einem Welsen vertreten. In Herford- Halle wurde Contze(Natl.) mit 11 700 Stimmen gegen Meyer(Kons.), der 11 438 Stimmen erhielt, gewählt. Bisher Konservativ. Im Wahlkreise Bayreuth wurde Hagen(Natl.) mit 10798 Stimmen gegen unseren Genossen Hügel gewählt. der 8072 Stimmen erhielt. Der Kreis war bisher im Besitz der Nationalliberalen. In W ü r z b u r g wurde T h a l e r(Zentrum) mit 11767 Stimmen gewählt. Meißner(wildlib.) erhielt 6397 Stimmen. Der Kreis war im Besitz des Zentrum?. Jn Ansbach-Schwabach wurde Hufnagel(Kon- servativer) mit etwa 500 Stimmen Mehrheit gewählt. Bis- her Konservativ. In Immen st adt wurde S ch m i d(Z.) mit 13 765 Stimmen gegen den Nationalliberalen Baden gewählt, der 10 827 Stimmen erhielt. Der Kreis war im Besitz des Zelitrums. In Landau-Neustadt wurde der bisherige Vertreter Schellhorn(natl.) gegen Erlcwein(Zentrum) gewählt. In Zweibrücken verdrängte G ö r i n g(Zentrum) den Nationalliberalen Leinenweber. Der Kreis war seit 1868 im Besitz der Nationalliberalen. In Germersheim wurde Spindler(Zentrum) mit 10191 Stimmen gewählt. Cronauer(Natl.) erhielt 9927 Stimmen. Der Kreis ist seit 1874 im Besitz der Nationalliberalen. In Kaiserslautern wurde R o e s i ck e(B. d. L.) mit 14 717 Stimmen gewählt. Unser Genosse Klemens erhielt 13 690. In der Hauptwahl erhielt Klement 7629, Roesicke 10979, Zentrum 4413, Freis. Vp. 273, Deutsche Volkspartci 4072 Stimmen. Im vorigen Reichstage war der Kreis durch die Frei- sinnige Volkspartei vertreten. In Erlangen-Fürth unterlag unser Genosse S e g i tz mit 15 941 Stimmen gegen M a n z(Freis. Vp.), der 16 009 Stimmen erhielt. In der Hauptwahl erhielt S e g i tz 14 142 Stimmen, Manz 11053, Bund der Landwirte 5197, Zentrum 1513 Stimmen. Der Kreis war in der vorigen Reichstagsperiode im Be- sitze der Freisinnigen Volkspartei. In Forchheim wurde Graf Pestalozza(Zentrum) gegen den Nationalliberalen gewählt. Der Kreis war bisher durch einen Nationalliberalen vertreten. Letzte JVacbrlcbten und Depcfcbcn, Montreal, 4. Februar.(B. H.) In Nordwest-Kanada herrschte gestern während des ganzen Tages ein furchtbarer Orkan, ver- bundcn mit heftigen Schneestürmen. Sämtliche Eisenbahnzllge zwischen dem Felsengebirge und den großen Seen sind im Schnee stecken geblieben. Ganze Herden Vieh sind erfroren. Seit vierzig Tagen herrscht ununterbrochen starkes Frostwetter._ Verantw. Redakteur:«ans Weber, Berlin. Inseratenteil vera»t»u'4».«I»cke. Berlin. Druck u.verlag: BorwärtSjvuchdr.u.verlagStwkMPaul-singerLcCo., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u.Unierhalt«ngsblatt Nr. 30. 21. 1. MM des Joritiärts" Kmim pMIntt. Mtnstllg» 5. Februar 1907. Die russische Revolution. Stolypws„Bersammlungöfteiheit". Die«Russische Korrespondenz" erhält das nachstehende Telt gramm; Moskan, den 4. Februar. Eine Illustration zu StolypinS Wahlzirkular, das die„Freiheit der Versammlung" verheißt und nur Repressionen revolutionärer Versuche in Aussicht stellt, liefern die hiesigen Zustände: Die Wahb Versammlungen sind in Moskau völlig unterdrückt. Als in einer Wahl- Versammlung die polizeilichen Vertreter Mitglieder der Kadettenpartei zur Diskussion zuließen, wurden die drei Polizeioffiziere, die an- wesend waren, von der Administration in Arrest gesetzt II Nur Oktobristen genießen Versammlungsfreiheit. Sämtliche Sonnabend Versammlungen find aufgelöst worden. Als der angesehene Professor Jwantzef die Tribüne bestieg, erklärte der Polizeioffizier die Vcr- sammlung für aufgelöst, bevor der Redner noch seinen Namen ge nannt hatte! Der Polizist gab dabei die Erklärung ab, er wisse. Jwantzef sei Kadett, und das genüge ihm. Auch alle hiesigen Kadettenzoitungen sind unterdrückt, und der geachtete Redakteur Rodionoff ist ausgewiesen. Die Administration erklärt in voller Offenheit, daß daß Erscheinen der Zeitungen wieder gestattet werden würde, sobald die Wahl der Wahlmänner vorüber sei. StolypinS Verhalten ist offenbar von der Angst diktiert, daß ein für die Regierung ungünstiger Ausfall der Wahlen ihm doch endlich das Genick brechen könnte. StolypinS Wahlgarde. Odessa, 4. Februar. In einigen Bezirken der Stadt kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen der jüdischen Selbstverteidigung und bewaffneten Hooligans, welche die jüdischen Läden zu zerstören begannen. Auf beiden Seiten gab es Verwundete. Die gefangenen Mitglieder der Selbstverteidigung wurden dem Kriegsgericht über geben. StolypinS Hooligans gehen frei auS l k Die Ausbeutung deS Hungers. Petersburg, 31. Januar.(Eig. Ber.) Der gestrige Tag brachte zum Lieferungsskandal Gurko- Lidwal neue Enthiillungen. Daß außer Gurko auch andere höhere Beamte an der Affäre beteiligt sind, stand von vornherein fest. Man nannte die Gouverneure vonNischni-Nowgorod, Pensa, Ssimbirsk, mit denen Lidwal früher Lieferungsverträge abgeschlossen hatte und die, als sich Lidwal die Lieferung der 10 Millionen Pud Getreide für die Mißerutegebiete zu verschaffen suchte, sein Anerbieten unterstützten unter Hinweis auf die angeblich gut ausgeführten früheren Lieferungen in den berreffenden Gouvernements. Die Presse forschte nach und fand, daß diese Zeugnisse keineswegs der Wahrheit entsprachen, was auch gestern in der Sitzung des ersten Departements des diri gierenden Senats, welches die Tätigkeit, der höheren Gouvernements� behörden von Nischni-Nowgorod in der Lieferungssache aufklären sollte, festgestellt wurde! Daß Lidwal die Unterstützung der höheren Gouvernements- behörden bei seinen Unternehnumgen ohne jede Gegenleistung er- halten haben sollte, war ausgeschlossen. Von dem Gouverneur von Nischni-Nowgorod, Baron Fredericks, wußte das Kadettenblatt„Rjetsch gleich beim Beginn der ganzen Affäre mitzuteilen, daß er von Lidwal mit 25 000 Frs. bestochen worden sei. Baron Fredericks sandte auf diese Mitteilung hin einen gehamischten„Protest" an die„Nowoje Wremja" und verklagte den Redakteur der„Rjetsch wegen—„Verleumdung" l Die„Rjetsch" übergab nun ihr Material dem Untersuchungsrichter, und dieser fand, daß Baron Fredericks tatsächlich am 10. Oktober die 2S000 Fr. von Lidwal durch die Asow-Don-Bank bezw. die„Socivtö generale" in Paris erhalten hat!! Auf Grund des Ergebnisses dieser Untersuchung beschloß nun gestem das erste Departement des Senats, gegen den Gouverneur von Nischni-Nowgorod Anklage zu erheben. Der Fall wird heute von der ganzen Presse besprochen und man erwartet, daß noch weitere Einzelheiten des Skandals bloßgelegt werden. Die„Russj" z. B. stellt bereits ziemlich deutliche„Fragen", und eS wächst die Ueber- zeugung, daß auch Gurko— ähnlich wie Fredericks von Lidwal nicht unbedeutende Summen erhalten hat. Der Hunger in den 34 Gouvernements war ein schönes Kapital für die Taschen der Regierungsmänner. *• m t Druckfehlerberichtigung. Am Schlüsse der Notiz„Wahl der Fabrikvertreter" in der Sonntagsnummer mußte es heißen:„Wenn nun auch die Bauernschaft das hält..(statt:„Wenn nun auch die Errungenschaft..."). Die falschen Wetter an den Orten sind von jedem Bergmanne leicht zu konstatieren, und wenn ein jeder Steiger auf die Meldung �„Falsche Wetter am Ort", dekretieren wollte und dürfte:„Erst Lutten einbauen vom Hauptwetterstrom, dann weiter arbeiten so wäre manches Unglück auch zu vermeiden. Aber dazu darf der Steiger sich nicht so leicht versteigen, will er nicht das Odium auf sich nehmen, ein„schlechter Beamter" zu sein. Das jweiß der Arbeiter sehr wohl und so behilft er sich denn mit Mitteln, die manchmal zureichen, manchmal aber auch unzureichend sind. Er zieht seine Jacke oder sein Hemd aus und versucht, die stagnierende Luft in Bewegung zu bringen. Meistens hat er den Erfolg, die schlechten Wetter etwas zu vertreiben, nach dem Bremsberg oder irgend einer Nebenstrecke. Die Hauptstrecke mit der frischen Luftzufuhr liegt ja meistens weit ab von den Arbeitsorten— und so halten sich die schlechten Gase in den Nebenstrecken so lange auf, bis eine Lust' bewegung sie mit sich führt. Es ist so viel die Rede von großen Luftzufuhrmaschinen. Gewiß, bei einem neu angelegten Bergwerke kann der neueste Elevator sämtliche Orte reichlich mit frischer Luft versorgen. Aber bei vielen Gruben reichen die Maschinen nicht aus. Sind die Gruben erst mal älter, haben sie ausgedehnte Ouerschläge, Stollen, taube Schächte, Bremsberge, Gesenke usw., so hapert es manchmal sehr mir der früher so tauglichen Maschine. Da werden alle möglichen technischen Kniffe angetvandt, um die Luft notdürftig einzuführen, und es be kommt ein jeder Bergmann sein Quentchen Lust zugemessen. Wer als Gast oder als höherer Beamter ein luftarmes Bergwerk besucht, merkt von dieser Armut sehr wenig. Die Ouerschläge und an- grenzenden Orte strotzen auch hier noch von frischer Lust, wenigstens auf der tiefsten Sohle, denn dorthin kommt die Luft zuerst. Aber in den leßten AuSläufen der Gänge, wohin man oft nur durch alte Oeffnungen wie Dachshöhlen gelangt, wo es an manchen Stellen immerwährend regnet, da haben solche Eintags-Bergleute keine Ei' fahrungen gesammelt. Viel besser wird eS in Bezug auf Unglücksfälle unter der jetzigen Betriebsform nicht werden. Das Gedinge und die Gleichgültigkeit am Arbeiterleben steht dem entgegen. Kleine Verbesserungen werden heute mit viel Geschrei eingeführt und übermorgen funktioniert die Neueinführung wegen mangelnder Unterhaltung nicht mehr. Was am besten helfen könnte, wäre die Einführung von Kon trolleuren aus den Reihen der Arbeiter. Man wird ja bald erfahren, ob nun endlich diese Forderung erfüllt wird. UntrrstützungSaktiouen. Wiesbaden, 3. Februar. Die hiesige Stadtverwaltung bewilligte für die Opfer in Reden 1000 M. Wien, 3. Februar. Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung den Antrag des Stadtrats angenommen und für die Hinter- bliebenen der Opfer des Grubenunglücks bei Reden eine Spende von 10000 Kronen bewilligt. Berlin, 3. Februar. Die Gemahlin Wilhelms II hat zugunsten der von dem Grubenunglück in Reden Betroffenen eine Summe von 2000 M. dorthin überwiesen. Paris, 2. Februar. Daö Zentralkomitee der Grubenarbeiter der Departements Nord und PaS de Calais hat beschlossen, zugunsten der Familien der Opfer von Reden eine Subskription zu eröffnen. Das Komitee zeichnete selbst 200 Fr. und sandte an den früheren NeichstagSabgeordneten Otto Hue ein Beileidstelegramm. Schlagwetter. Zu dem Unglück auf der Reden-Grube schreibt uns ein stüherer Bergmann: Zufall oder Fahrlässigkeit soll die Ursache der Kata- sirophe sein. Dem„Zufall" wird alles das aufgebürdet, was sonst nicht zu etikettieren ist. oder nicht beim richtigen Namen genannt Iverden soll. Es ist so leicht, fatalistisch zu sein und damit die Schuld dem lieben Herrgott oder sonst einem Unverantwortlichen zu- zuschreiben. Nach ein paar Tagen steht man dem Unglück wie auch den Leidtragenden gleichgültig gegenüber. Nach etlichen Wochen ge- mahnen nur noch ein paar rauchgeschwärzte Stöße, zerbrochene Utensilien und die gedrückte Stimmung unter den Bergleuten an das Ereignis. Eine kurze Zeit wird die Aufficht strenger geübt, die TcnfelSlöcher werden besser kontrolliert, allmählich schläft das wieder ein, es geht wieder den alten gewohnten Schlendrian. Mit der „Fahrlässigkeit" ist es ein eigen Ding.— Vielfach wird sie nach einem Unglücksfall dem Bcrgmanne zum Vorwurf gemacht. Es wird aber niemals einem Bergmanne einfallen, seine Lampe zum Vergnügen zu öffnen, oder durch Funkenschlag und Schießen, ohne voraufgegangene Wetterkontrollierung, ein Unglück heraufzubeschwören. Aber es kommt vor. daß ein Bergmann sich veranlaßt sieht, die Lanipe zu öffnen, weil sie wegen schlechter Instandhaltung den Dienst versagt. Schmutzige Gläser, von Ruß verdreckte Drahtkörbe, verdorbene Zündbänder, schlechte Schraubfähigkeit sind die Ursachen der„Fahr- lässigkeit" deS Bergmannes. Schlechte Instandhaltung der Lampen findet man fast überall. Invaliden, alte, auch geistig minderwertige Leute werden in der Lampenbude beschäftigt; daS ist billige Arbeitskraft. Es sollen auf jeder Sohle einige Reservelampen existieren, aber gewöhnlich sind sie nicht da, wenn sie gebraucht werden. Der Steiger wird über die bei Heranschaffung verlorene Zeit ganz ungehalten. Es soll doch nicht weniger gefördert werden. Die Folge ist. daß sich der vor Ort schaffende Bergmann bei Lampendefekten die Lampe seines jüngeren, eine weniger komplizierte Arbeit ausübenden Kollegen ausbittet. Der weiß sich aber vielfach zu helfen. So ist mir von der Zeche„Konkordia" und auch von „Kaiserstuhl" bekannt, daß jüngere Schlepper und Lehrhauer eine gewisse Fertigkeit im Oeffnen von niagnetisch verschlossenen Lampen hatten. Diese Fertigkeit war auch den Steigern bekannt. Die über- triebene Fördereifcigkeit oder die Kubilmeterfrcfferei bei Gesteins- »besten veranlassen in vielen Fällen sogenannte Fahrlässigkeiten. Em der Partei. Nach mehrwöchiger Krankheit ist der Vorsitzende des Brauerei arbeiterverbandes, Genosse Georg Bauer in der Nacht zum Mittwoch an einem Schlaganfall gestorben. Eine heftige Erkältung. die er sich während der letzten Wahlagitation zuzog— Bauer war sozialdemokratischer Kandidat im Wahlkreise Uelzen— warf ihn aufs Krankenlager, von dem er bei seiner in rastloser Tätigkeit ohnehin geschwächten Gesundheit nicht wieder erstehen sollte. Mit Bauer ist ein alter, treuer Parteianhänger dahingegangen, den das Vertrauen unserer Hannöverschen Genossen zusammen mit August Brey zum Firmenträger des„Bolkswille" machte. In der ewcrkschaftlichen Bewegung ist Georg Bauer stets— zuletzt an der spitze des BrauereiarbeilerverbandcS, um dessen Entwicklung er sich sehr verdient gemacht hat— im Geiste des befreienden Sozialismus unermüdlich bahnbrechend und vorbildlich tätig gewesen. Ehre seinem Andenken! DaS Bochumer„BolkSblatt" widmete dem aus der Redaktion scheidenden Genossen Linxweiler folgende Zeilen: Bochum, 1. Februar. Mit dem heutigen Tage ist Genoffe Linxweiler aus unserer Redaktion ausgetreten, um dem Rufe der Hannoveraner Genossen folgend, in die Redaktion des„Bolkswille" einzutreten. Genosse Linxweiler war, solange das„Volsblatt" selb- ständig erscheint, seit dein 1. Oktober 1002, also 4'/? Jahre, bei uns Redakteur. Er hat während dieser Zeit unter sehr schwierigen Verhält- nisten den Kanipf erfolgreich geführt, und was wir bis jetzt uns hier errungen haben, ist hauptsächlich mit sein Werk. Genosse Linx Weiler hat im Dienste der guten Sache manches Jahr hinter Kerkermauern verbringen müssen, aber alles dieses hatte seinen unerschrockenen KampfeSmut nicht einzudämmen vermocht. All die Tauscnde von Parteigenosten, die ihn während dieser Zeit kennen gelernt haben, werden ihn ungern auS ihrer Mitte scheiden sehen, denn durch sein liebenSioürdiges Wesen, gewürzt mit echt rheinischem Humor, hatte er sich bei jedem, mit dem er in Be- rührung kam, schnell Freundschaft erworben. Wir wünschen dem scheidenden Genossen von ganzem Herzen in seinem neuen Wirkungs- kreise viel Glück. Die„Humanitö" teilt ihren Lesern mit, daß nunmehr die neue Aktiengesellschaft gebildet und der Verwaltungsrat voll- ständig ist. Dieser setzt sich folgendermaßen zusammen: Die Aktionäre(Gründer) der neuen Gesellschaft haben fünf Ver- trcter, die Partei ist durch 7. die sozialistische Parlaments- f r a k t i o n durch 3 ihrer Mitglieder vertreten, außerdem haben die sozialistischen Genossenschaften und die Gewerk- s ch a f t e n je 2 Vertreter in der Verwaltung. Unter diesen 10 AussichtöratSmitgliedern befinden sich die bekannten Nanien: Bracke, Allemane und Lafargue und von den Gewerk- jchaftern: Latapie, der Vorsitzende deS MctallarbeiterverbandeS. Damit sind alle Gruppen der französischen Arbeiterbewegung für das Blatt interessiert. Nach den Intentionen JauröS' soll die „Humanitü" mit der Zeit vollständig in Parteieigentum übergehen. (BiS jetzt sind Aktien m der Höhe von 36 000 Fr. gezeichnet.) Die Tagesordnung deS schweizerischen sozialdemokratische» Partei- tages, der am 23. und 24. März in St. Gallen stattsindet. enthält u.a. die Punkte:„Bericht der Geschäftslcitung",„die finanzielle Lage der Partei",.Internationales sozialistisches Bureau" und„Jnter- nationaler Sozialistenkongreß 1007 in Stuttgart",„Schiedsgerichte und Einiqungsälnter",„Militärorganisation".„Anträge" usw.— Genosse Greulich wird über die Aufgaben referieren, die die jetzige Reaktion und die Zersetzung der alten Parteien an die schweizerische Sozialdemokratie stellen. Der sozialdemokratische Kommunaltag sür den Kanton Bern, der am Sonntag in Lyß stattfand, war sehr zahlreich von sozialdeino- lratischen Gentcindcvertretern besucht, denen er viel Belehrung bot, Genosse Müller, der Finanzdirektor der Stadt Bern, referierte über die Arbeiterpoliti? in der Gemeinde, wobei er das Steuerwesen und die starke Vertretung der Arbeiter in den Steuerkommissionen, die Unentgeltlichkeit des Schulunterrichts und der Lehrmittel. Unterstützung der Kinder unbemittelter Eltern zur Erlangung höherer Bildung, Speisung und Kleidung der Schulkinder durch die Gemeinde, Errichtung von Sonderklassen für Schwachbegabte, Spiel- und Turnplätze für Kinder, öffentliche Anlagen, Volkshäuser ohne Trinkzwang, Badeanstalten, Sport- und Spielplätze für Ertvachsene, Schulärzte, Erstellung von Wohnhäusern durch die Gemeinde, Wertzuwachssteuer, Wohnungsämter, kommunale Werkstätten, Arbeitsvermittelung, Fürsorge für die Zeiten der Arbeitslosigkeit, Kommunalisierung von Betrieben und Einrichtungen, die den öffentlichen Interessen dienen, bestiedigende Gestaltung der Arbeits- und Lohnverhältnisse der Gemeindearbeiter und Angestellten unentgeltliche Totenbestattung usw. besprach. Genosse Thies be- handelte in einem längeren Referat die Regelung des SubmissionS- Wesens im Sinne der Arbeiterforderungen. Die Verhandlungeii haben so viel Anklang gefunden, daß für das nächste Jahr abermals ein solcher Gemeindevertretertag in Aus- ficht genommen ist. Druckfehler-Berichtigung: In der Londoner Korrespondenz über:„Der Kongreß der britischen Arbeiterpartei"(„Vorwärts", 31. Januar, I. Beilage) wurde irrtümlicherweise angegeben, daß die sozialistische Resolution„mit 833 000 gegen 920 000 Stimmen" ab- gelehnt wurde. Es mutz heißen: mit 835 000 gegen 98 000 Stimmen. Soziales. Dr. Bödiker gestorben. Gestern früh ist an Herzschiväche der frühere Präsident de? ReichsversicherungSamteS, Wirklicher Geheimer Oberregicrungsrat Dr. Bödiker im Alter von S3>/z Jahren verstorben. Der Verschiedene war vom Jahre 1884 bis Juni 1397 der erste Präsident des Reichsversicherungsaints. Als solcher wendete er seine hohe Sachkenntnis, sein VerwaltungZtalent und sein soziales Emp- finden unparteiisch an und suchte die soziale Gesetzgebung mit gerechtem und sozialem Geist zu handhaben. Der leb- hafte nach Betätigung dringende Wunsch, die Ausgaben der sozialen Gesetzgebung aus innerer Ueberzeugung heraus, ohne nach oben oder unten zu blicken, in sozialem Pflichtgefühl mit Gerechtigkeit zu erfüllen, die den Menschen achtende, verbindliche Weise, wie er mit den Arbeitervertrctern, den Unfallverletzten, den Invaliden und Alters- rentnern verkehrte, haben dem Dahingeschiedenen trotz seiner gegen- sätzlichen politischen Richtung die wärniste Anerkennung der Arbeiter verschafft. MS er im Jahre 1897 infolge deS Drucks der anttsozialen Richtung in den Regierungskreisen aus dem Amte scheiden wollte, baten ihn die Arbeiter lebhaft, leider vergeblich, im Anite verbleiben zu wollen. Die Abschiedsworte, die der Vertreter der Arbeitervertreter Schlosser Gutheit an ihn'richtete, hoben'.hervor, daß„der Name des Dr. Bödiker in den Herzen aller deutschen Arbeiterfamilien ein enguten Platz hat und behalten wird". Diesen Erfolg wird auch das Streben des Verstorbenen über seinen Tod hinaus haben. Ganz im Gegensatz zu den mit sozialen Phrasen und in antisozialem Werken sich Betätigenden hob Dr. Bödiker furchtlos hervor, daß die gesamte soziale Gesetzgebung erst eine geringfügige Abschlagszahlung auf die Forderungen der Arbeiter sei. In literarischen und sonstigen öffentlichen Bekundungen bekannte er sich zu der Ansicht, daß die Unzufriedenheit die Base jedes Fortschritts ist und daß in der Tat die Arbeiter die ge- samten Lasten der Versicherung tragen, da ja der nominell von den Arbeitgebern gezahlte Beitrag nur„ein von vornherein feststehender Teil des Lohnes" ist. Ein Mann von so hoher Unparteilichkeit und glühendein Streben nach sozialer Pflichterfüllung mußte in Konflikt mit der herrschenden Klasse kommen. Der Konflikt kam. als er den scharf- machcrischen Bestrebuugen des ZcntralverbandeS deutscher Industrieller sich nicht beugen wollte, die im Reichsamt des Innern seit Ende 1896 in immer schärferem Maße die Oberhand gewonnen hatten. Wer wie Dr. Bödiker vorurteilslos unter gerechter Würdigung der Lage des Arbeiters das Reichs- versicherungSaiirt zu leiten und die soziale Rechtsprechung unparteiisch und gerecht auszuüben suchte, konnte in dem reakttonären KurS, den die herrschende Klasse im Reiche steuerte, ohne fortdauernd wachsende Zerwürfuisse nicht im Amte bleiben. Mit ihm zog der gute Geist aus dem ReichSversicherungsamt. Der so früh Dahingeschiedene chätzte freilich die soziale Gesetzgebung weit höher als wir ein und war unser politischer Gegner. Das hat uns zu seiner Amtszeit und zu seinen Lebzeiten nicht gehindert, seine hohen Verdienste an- zuerkennen. Nach seinem Tode ist es doppelte Pflicht, das ehrliche 'ozialpolitische Streben des Dr. Bödiker, die vorurteilslose Un- Parteilichkeit, das Mitempfinden mit der Lage der Arbeiter seitens des Dahingeschiedenen hervorzuheben. Drei Monate Gefängnis wegen Entwendung von Briketts im Werte von 40 Pf. Eine in Ratingen bei Düsteldorf loohnende Arbeiterfrau hatte auf dem dortigen Bahnhof einige Briketts im Werte von vielleicht 40 Pf. weggenommen. Sie wurde zur Anzeige gebracht und hatte 'ich die Düsseldorfer Strafkammer mit der Sache zu befassen. Weil die Frau wegen Kohleudiebstahl vorbestraft war, mußte die Straf- bestimmung wegen Rückfall in Anwendung gebracht werden. Be- rücksichttgt ivurde die große Notlage der Frau. Das Urteil lautete auf die Mindeststrafe von— drei Monaten Gefängnis. K 370 Ziffer 5 Str.-G-B. bedroht Entwendung von RahrungS- oder Gcimßinitteln von unbedeutendem Werte oder in geringerer Menge zum alsbaldigen Verbrauch nur mit Geldstrafe oder Haft, läßt eine Bestrafung nur auf Antrag eintreten und gestattet die An- Wendung der Rllckfallsvorschristen nicht. Eine Ausdehnung dieser Strafvorschriften auf Entwendung von Heizmaterialien ist seit Jahren vergeblich begehrt._ Sozialpolitische Rückständigkeit. In Bamberg bestand die Absicht, den Achtuhr-Ladenschluß zur Durchführung zu bringen, womit sich 2S0 Geschäftsinhaber ein- verstanden erklärten. Nur drei legten Protest ein, und diesen dreien zuliebe beschloß der Magistrat, die Sache ack acta zu legen. LohuzahlungSbüchcr für Minderjährige find polizeilich erzwingbar. § 134 Absatz 3 der Gewerbeordnung schreibt vor:„In Fabriken. ür welche besondere Bestimmungen auf Grund des§ ItSa Absatz 1 nicht erlassen sind"(solche sind sür die Kleider- und Wäschekonfektion erlassen), ist auf Kosten des Arbeitgebers für jeden minderjährigen Arbeiter ein Lohnzahlungsbuch einzurichten. In daS LohnzahlungS- buch ist bei jeder Lohnzahlung der Betrag des verdienten Lohnes einzutragen; eS ist bei der Lohnzahlung dem Minderjährigen oder 'einen: gesetzlichen Vertreter auszuhändigen und von dem Enipfänger vor der nächsten Lohnzahlung zurückzureichen". Eine Strafvorschrift wegen Ueberlretuug dieser auch auf Hüttenwerke, Zimmerplätze und andere Bauhöfe, auf Wersten, auf nicht bloß vorübergehend oder in geringem Umfang betriebene Ziegeleien, aus über Tage betriebene Brüche und Gruben anwendbare LohnzahlungSbuch- Besttmmung 't im Gesetz nicht vorgesehen. Die Frage, ob die Polizei die Be- olgung der Lohnzahlungsvorschrift in Preußen auf Grund des 132 Ziffer 2 des LandeSverwaltungSge etzes vom 30. Juli 1883 erzlvingen könne, war zweifelhaft. Die e Frage ist in einer jetzt vom Ministerialblatt der Handels« und Gewerbeverwaltung im Wortlaut veröffentlichten Entscheidung deS preußischen Ober- verwaltungsgerichtS vom 22. November 1906 bejaht worden. GcwcrhrcbaftUchce- Berlin und Clmgcgcnd. Ein wirtschaftlicher Revolutionär gegen die Gewerkschafts dewegung. Wir erhalten eine sonderbare Zuschrift. In einem An schreiben vom 3. Februar werden wir nämlich aufgefordert einen Versammlungsbericht aufzunehmen, der zugestutzt ist zu dem Zwecke, den Zentralverband der Handels-, Transport und Verkehrsarbeiter in den Augen der Oeffentlichkeit herab' zusetzen. Die Zuschrift kommt aus dem Bureau eines Mannes, der in Berlin eine wirtschaftliche Umwälzung in größtem Maßstabe durchgesetzt hat, der auch auf dem Gebiete der Frauen-Emanzipation seinen Mann gestanden hat, in dem er den Frauen einen neuen Beruf erschloß und der sich dessen auf seinem uns zugesandten Briefbogen noch ausdrück jich rühmt. Dieser Revolutionär ist nämlich Herr B o l l e in Moabit. Auf dem Briefbogen der Firma, der bei uns einging, findet sich eine Abbildung, die„weiblicher Kutscher" unter schrieben ist. Außer dem„weiblichen Kutscher" auf dem Wagen sehen wir dort neben dem Wagen auch noch einen „weiblichen Klingeljungen". Man sieht, Herr Bolle geht gründlich vor in der Umwälzung unserer Berufsverhältnisse, die immer die Ursache ist für die Revolution in den Köpfen Herr Bolle ist auch gründlich gewesen in der Wirtschaft' lichen Umwälzung unter den selbständigen kleinbürgerlichen Existenzen. Es sind wahrscheinlich Tausende, mindestens aber Hunderte kleinbürgerlicher Existenzen, die er durch seinen Riesenbetrieb aus dem Milchhandel ausgeschaltet hat und die jetzt, statt selbständig dazustehen, da und dort als Prolc tarier ihr Brot verdienen und proletarische Lebens- anschauungen in sich aufnehmen. Der Brief des Herrn Bolle aber lautet: Berlin, den 3. Februar 1M7. Sehr geehrter Herr! Anliegend übersende ich Ihnen einen Bericht über eine sozialdemokratische Versammlung, in der die rote Partei ein er- hebliches Fiasko wiederum machte. Ich sende Ihnen gerade den Bericht jetzt, weil ich glaube, daß kurz vor den Stichwahlen jeder Schlag gegen die Sozialdemokratie von großem Wert ist. Ich bitte um gefl. Aufnahme(eventuell in gekürzter Form) desselben in den Spalten Ihres werten Blattes. Hochachtungsvoll C. Bolle. Und nun folgt als Anlage ein Bericht über den an- geblichen Verlauf einer Betriebsversammlung der Firma Bolle, bei der der ausgesucht kleinste Klingeljunge den „sozialdemokratischen" Agitator des Transportarbeiter-Ver- bandes durch eine kniffliche Frage glatt aus dem Sattel streckte, und Herr Bolle schließt den Bericht, klingeln ge- hört bei ihm zum Handwerk: „Hoffentlich vergeht den Herren von der sozialdemokratischen Gewerkschaft jetzt endlich die Lust, ihre Hände nach einem Bc- triebe auszustrecken, bei dem ihre zahlreichen und kostspieligen Bemühungen bisher nichts als Niederlagen ergeben haben." Aber Herr Bolle! Sehen Sie Ihren Briefkopf an! Sitzt dort der weibliche Kutscher nicht auf dem Bock, steht dort nicht der„weibliche Klingeljunge", weil die weiblichen Arbeits- kräfte„zuverlässiger" sind als die männlichen? Wie bald wird die„Unzuverlässigkeit" auch unter diesen einreißen und die Agitation des Transportarbeiter-Verbandes Sie zu materiellen Zugeständnissen zwingen, wenn Sie Ihre kon- servative Milch nicht selbst austragen oder sauer werden lassen wollen! Herr Bolle hängt dann noch die„redaktionelle" Be- imerkung an seinen Bericht an: „Wir möchten aber die Frage stellen, ob es nicht ein Ver- brechen ist, junge Leute im Alter von 14— 16 Jahren zu Versammlungen zusammenzurufen und dort den Versuch zu machen, in die jungen Herzen die verderblichen sozialdemokratischen Lehren zu pflanzen?" Ein Verbrechen ist es, junge Leute von 14— 16 Jahren in Wind und Wetter auf die Straße zu schicken und ihnen dabei unzulängliche Lohn- und Arbeitsbedingungen zu ge- währen! Dies Verbrechen aus der Welt zu schaffen, wird hoffentlich der Handels- und Transportarbeiter-Verband nicht nachlassen!_ Was sagt hierzu die Redaktion der..Fachzeitung"? Will sie auch jetzt noch den Fall Thoms für geeignet halten,„über das unterwürfige und kriechende Betteln der Funktionäre des Holz- arbeiterverbandes um die Gunst einzelner Arbeitgeber" ihre helle Freude zu äußern? Wie wir weiter erfahren, sucht Herr Thoms in der„Küftriner Zeitung" Tischlergesellen, die keinem Verbände angehören. Er will also wohl versuchen, ohne den Holzarbeiterverband Arbeiter zu bekommen. Dann sollte er aber doch die Leitung seines Verbandes nicht mit falschen Mitteilungen versorgen. Ein anderer Fall wird uns mitgeteilt, der ein bezeichnendes Licht auf das Verhalten gewisser Arbeitgeber wirft. Tischlermeister Friedrich, Fruchtstr. 36, Vorstandsmitglied des Arbeitgeber' Verbandes, hatte bis Sonnabend, also drei Wochen nach dem Be ginn der Aussperrung, einen Teil seiner Gesellen in Arbeit. Die Arbeitgeberverbändler mögen Herrn Friedrich an ihre Beschlüsse erinnert haben und deshalb legte er am Sonnabend den Arbeitern ein Schriftstück vor, worin sie durch Unterschrift angeben sollten wann ihnen der letzte Akkord übergeben sei. Mit Ausnahme von zweien weigerten sich die Arbeiter, das Verlangen des Herrn Friedrich auszuführen. Sie wurden darauf nicht nur entlassen sondern erhielten auch den fälligen Lohn nicht, den sie nunmehr einklagen müssen. Löhne von 2 Mark pro Stunde werden jetzt den Arbeitswilligen am Bau in der Mohrenstr. 44(Geschäftshaus Adler— gesperrter Bau von Gebr. Faul) bezahlt. Der Klein meister W. L e n d e l aus der Mathieustr. 17 spielt dort mit seinen beiden Söhnen die Arbeitswilligenrolle; Herr Dalinowsk' aus der Mathieustr. 14 liefert die übrigen Arbeitswilligen. Man sieht hieran, was ein Tischlergeselle für einen Wert hat in dieser Zeit; sonst sind 86 Pf. pro Stunde zu viel für tüchtige Tischler. Auch der Tischlermeister Mathias, Maybachufer 44, der ein Zigarrengeschäft nebenbei betreibt, leistet noch Arbeitswilligen dienste bei Gebr. Faul auf dem Bau Jägerstr. 63. Desgleichen haben die Werkführer Georg H a k e r und Wilhelm H ö f I e r sowie Georg S e n g e r die unfertige Arbeit ihrer ehemaligen Kollegen zur höheren„Ehre" des Kapitals fertiggestellt. Und das bei einer Firma, deren Werkführer Herr We st ermann aus den KoN' flikten mit den Arbeitern nicht herauskommt. Mußte dem Herrn wegen seines Betragens doch neulich vor dem Jnnungsschieds' gericht seitens des Vorsitzenden gesagt werden, er möge die Hände aus den Taschen nehmen und sich vor Gericht anständig be nehmen! Er möge sich ein Beispiel nehmen an seinen Leuten, mit denen der Vorsitzende so ruhig und sachlich verhandelt hätte. Selbst dort brauchte er noch das Wort Lüge, das er natürlich zurücknehmen mußte. Man kann sich den Ton vorstellen, den er in der Werkstatt gegen die Arbeiter anschlägt. Aber die drei„Unterwerkführer" halten treu zu Herrn Westermann. Trotz alledem. Der Kampf in der Holzindustrie. Nach-den gestern eingelaufenen Meldungen sind am Sonn- abend wieder 242 Arbeiter in Berlin ausgesperrt worden. Ueber die augenblickliche Höhe der Gesamtzahl der Ausgesperrten läßt sich jetzt keine Angabc machen, da fortwährend ein Teil der Aus- gesperrten in anderen Branchen Unterkunft erhält. Auch die Zahl der Abreisenden ist sehr groß. Selbst verheiratete Arbeiter melden sich freiwillig zur Abreise. Die Verbandsleitung hat ein eigenes Neisebureau eingerichtet, welches ununterbrochen beschäftigt ist, die Abreisenden mit Legitimationspapicrcn und Reisegeld zu ver- sehen. � „Geht's schon zu Ende?" So überschreibt die„Fach- zeitung" der Tischlermeister usw. einen Artikel, worin erzählt wird, M a a ß, der zweite Berliner Vorsitzende des Holzarbeiter- Verbandes, sei beim Tischlermeister Thoms in der Landsberger- straße gewesen und habe mit allen Mitteln der Ueberredungskunst versucht, Herrn Thoms zur Wiedcreinstellung der Ausgesperrten zu bewegen. Aber alle Mühe sei umsonst gewesen; Maatz habe als betrübter Lohgerber abziehen müssen. Diese, wie uns die Leitung des Holzarbeiterverbandes mitteilt, gänzlich entstellte Ge- schichte soll ein Zeichen dafür sein, daß die Kampfesmöglichkeit dcö Holzarbeiterverbandes zu Ende gehe. Das könnte so sein, wennf wie es nach der Darstellung der„Fachzeitung" erscheinen soll, Maaß den Herrn Thoms ausgesucht hätte, um ihn aus eigenem A n t ri e b e zur Einstellung der Ausgesperrten zu veranlassen. Dem ist aber nicht so. Vielmehr ist Maaß von Herrn Thoms gerufen worden, weil dieser das Bedürfnis fühlte, einen Teil der Ausgesperrten wieder in Arbeit zu nehmen. Hierauf wollte Maaß nicht eingehen; er zog es überhaupt vor, nicht ohne Zeugen mit Herrn Thoms zu verhandeln, und des- halb wurde am folgenden Tage, dem 28. Januar, die Verhandlung fortgesetzt, an der diesmal vom Holzarbeiterverbande Maatz und Stusche teilnahmen. Jetzt wurde Herrn Thoms die Alternative gestellt, entweder alle Ausgesperrten wieder einzu- stellen, oder, falls er nur einen Teil derselben beschäftigen könne, sich schriftlich zu verpflichten, an der Aussperrung nicht mehr teil- zunehnicu. Herr Thoms konnte sich weder für das eine noch für das andere entscheiden. Er brach aber die Verhandlungen nicht ab, wie aus folgendem Schreiben hervorgeht, welches der Holzarbeiterverbcmd zwei Tage nach der oben erwähnten Unter- redung erhielt: Berlin 170., 30. Januar 1907. Geschäftsleilung des Holzarbeiterverbandcs Berlin, Engel-User 15. Unter Bezugnahme auf die mir gemachten Vorschläge beim Besuch Ihrer beiden beauftragten Herren Vertreter teile ich Ihnen crgebenst mit, daß ich Ihnen definitiven Bescheid erst in s einigen Tagen geben kann. Hochachtungsvoll Otto Thoms. Achtung! Damenkonfektionsschneider'. Die Sperre über die Firma Hoeller u. Krüger, Lin- dowerstr. 18—19, ist aufgehoben. Die Differenzen sind beigelegt. Die Ortsverwaltung. Oeutfches Reich. Die Aussperrung in der Kieler Holzindustrie. Selten ist im wirtschaftlichen Kampf mit größerer Frivolität etwas vom Zaune gebrochen worden, als die bereits tele graphisch gemeldete Aussperrung der Kieler Tischler. Vollständiger Friede herrschte zwischen Arbeitgebern und Arbeit- nchmern im Gewerbe, ein Tarifvertrag, der bis zum 1. April 1908 b e zw. 1909 Gültigkeit haben sollte, war seit IVa Jahren in Kraft, da erhielt am 30. Januar der Vorfitzende der dortigen Zahlstelle des Holzarbeiterbcmdeö vom Vorstand der Kieler Ortsgruppe des Arbcitgeberfchrchverbandes für das deutsche Holzgewerbe ein Schreiben mit der Aufforderung, bis zum 31. Januar die Erklärung abzugeben, daß die Organisation der Gesellen künstig den Arbeitsnachweis der Unternehmer anerkennen wolle. Der Vorfitzende der Holzarbeiter antwortete umgehend, darüber könne er allein nicht entscheiden, er wolle jedoch die An- gelogenheit einer Mitgliederversammlung unterbreiten. Diese Aus icht auf eine eventuelle Verständigung schien jedoch den Arbeit- giwern wider den Strich zu gehen, denn bereits am 1. Februar wurde in einzelnen Werbstellen den Arbeitern ein Revers vor- gelegt, durch den sie sich für alleinige Benutzung des ArbeitgebernachweiseS verpflichten sollten. Die Arbeiter lehnten es natürlich ab, ohne vorhergehenden Beschluß der Organi' ätion eine solche Verpflichtung einzugchen, worauf sie ihre Entlassungerhiclten. Am Sonnabend wurde das Manöver in einer größeren Anzahl von Werkstätten wiederholt, mit dem Er- folg, daß abends 425 Arbeiter auf der Straße lagen. Au der Streiffrage um den Arbeitsnachweis ist zu bemerken, daß bereits im Sommer Verhandlungen über diese Frage gepflogen worden sind, und daß sich die Gesellen auch mit der Errichtung eines paritätischen Nachweises einverstanden erklärt hatten, daß aber die Unterhandlungen schließlich ergebnislos blieben, da die Arbeit- geber verlangten, daß Streikende von dem Nachweis ausgeschlossen werden sollten. Von der Unverfrorenheit der Unternchmer legt auch der UM' stand Zeugnis ab, daß sie ursprünglich daS oben erwähnte Ultimatum dem Vorsitzenden des Gcwetbcgerichts, dem Stadtrat Rauscher, zugestellt hatten, mit dem Erlsuchen, es der Organisation der Ar- beiter zu übermitteln. Der Stadtrat lehnte jedoch dieses An- sinnen ab, mit dem Bemerken, seiir Amt sei es, im Interesse des wirffchaftlichen Friedens zu wirken, und dies sei eine Kriegs» erklärung, die ihm zugemutet wurde, weiter zu befördern. Verhandlungen, die nach den ersten Aussperrungen der Vor- stand der Holzarbeiter einzuleiten versuchte, wurden von der Scharf- macherorganisation schroff zurückgewiesen. Natürlich ist die ganze Aktion bloß zum Zwecke der Unterstützung der Ber- liner Holzindustriellen angezettelt worden. Weitere Aussperrungen find zu erwarten. Organisiert find in Kiel fast sämtliche Holzarbeiter, einschließlich von zirka 300 Wersttffchlern, die bei dieser Aussperrung nicht in Betracht kommen, zirka 1250 Mann. Auch den wenigen vorhandenen Mit- gliedern der christlichen Organisation wurde ver Revers vor- gelegt, aber von ihnen gleichfalls zurückgewiesen, worauf auch sie ausgesperrt wurden. Verschönt von der Aussperrung blieben in den bis jetzt betroffenen Werkstellen allein die Vorarbeiter, die sog. Stoßgesellen, die aber jedenfalls vom Verbände herausgezogen werden dürsten. In der Zigarrenfabrik von E. V o l i m e r zu St. Ludwig i. s. haben am Sonnabend 55 Arbeiter und Arbeiterinnen die Arbeit niedergelegt. Als Ursache wird angegeben: schlechtes Rohmaterial. ungenügende Bezahlung und Abweisung der eingereichten Forde- rungen. Der Betrieb in der Fabrik ruht fast vollständig. Das Gewerkschaftskartell zu G e b w e i l c r i. E. hatte vor mehr als Monatsfrist an sämtliche Unternehmer, welche mehr als fünf Arbeiter beschäftigen, ein eindringliches und wohlbcgründctes Begehren um Zubilligung von einer den Verhältnissen cnt- sprechenden Teuerungszulage gestellt. Die Unternehmer haben bis jetzt daS Begehren unbeantwortet gelassen. Falls das Begehren unberücksichtigt gelassen, so dürfte es in verschiedenen Branchen im kommenden Frühjahr zu Lohnbewegungen kommen, Ausland. Ein Akt der Notwehr. Vor einigen Tagen kam es in einem Kaffeehause auf der An- drassystraße zu Budapest zwischen zwei Stammgästen und einem da- selbst bediensteten Kellner zu einem lärmenden Auftritt, in deffen Verlauf die beiden Gäste dem Kellner schwere Beleidigungen an den Kopf warfen, die dieser ruhig hinnehmen mutzte, wollte er nicht ris- kieren, von seinein entlassen zu werden. Der Kellner erstattete aber noch in der Nacht beim Kellnerfachverein die Anzeige über den Vorfall, und vorgestern um 2 Uhr nach Mitternacht faßte der Verein nach einer Beratung folgenden merkwürdigen Beschluß: Der Fachverein spricht über die in Rede stehenden beiden Gäste den Kaffeehaus- und Restaurationsboykott aus. Es wurde ausdrücklich verfügt, daß der Börseubesucher Arnold B. und der Journalist Ludwig B. in keinemKauffeehaus und in keiner Restauration bedient werden dürfen. Sollte die Bedienung dieser Gäste durch den Chef selbst erfolgen, so haben sämtliche Angestellten in dem Etablissement die Arbeil einzustellen.— Es werden Versuche gemacht werden, die Photographien der Boykottierten zu erlangen und zu vervielfältigen, um sie in Fachkreisen zu verbreiten.— Dieser Be- schluß hatte zur Folge, daß die beiden Boykottierten schon gestern abend in einem Restaurant nächst der Oper nicht bedient wurden.— Als der Chef die Bedienung der ihm befreundeten Stammgäste selbst übernehmen wollte, erklärten sämtliche Angestellte, sofort den Dienst einstelle» zu wollen.— Das Peinliche für die beiden Boykottierten ist, daß sie Junggesellen find.—_ Die Amsterdamer Diamantarbeiter haben den Vorschlag, daß der gt/z- und später der 8-stüiidige Arbeitstag eingeführt, dabei aber 206O Lehrlinge zugelassen werden sollten, mit 2959 gegen 1509 Stimmen verworfen. Eine so große Mehrheit der versammelten Verbands- Mitglieder erblickte also in den 2000 neuen Lehrlingen eine allzu große Gefahr für die Arbeitsverhältnisse im Beruf. In der zweiten Versammlung, die am Donnerstag stattfand, war die Erregung über den Vorschlag so stark, daß eine sachliche Debatte unmöglich wurde. Es bleibt nun der Julveliersvereinigung überlassen, von neuem zu verhandeln oder gemeinsam mit den Vertretern der Arbeiter einen Schiedsrichter zu ernennen, der darüber zu entscheiden hätte, ob und wieviele Lehrlinge die Industrie nötig hat, damit lein Mangel an Arbeitskräften eintritt._______ ßencbtö- Zeitung» „Echtes Bier." Die Konditoren Dretzler und Steinbring waren in zweiter Instanz wegen Ueberschreitung ihrer auf.echte Biere" be- schränkten Schankkonzession verurteilt worden, weil sie Schultheiß- Bier ausgeschänkt hatten. Die Angeklaten hielten sich dazu be- rechtigt. weil der Begriff des echten Bieres nicht bestimmbar sei und im übrigen Schultheißbier nicht als unecht gelten könne. Ihre Revision gegen das landgerichtliche Urteil wurde jedoch vom Kammergericht verworfen. Dieses führte aus: Durch die auf„echte Biere" beschränkte Konzession werde nicht „ 1 der Gewerbeordnung verletzt. Dieser regele nur die Zu- l a s s u n g zum Gewerbe und lasse polizeiliche und sonstige Be- schränkungen der Ausübung des Gewerbes unberührt. Im übrigen seien beschränkte Konzessionen zulässig. Die Auslegung einer Konzessionsurkunde sei nun Sache des Tatrichters; sie unter- liege nicht der Nachprüfung des Revisionsgerichts. Wenn daher das Landgericht feststelle, daß der Begriff des echten Bieres ein bestimm- barer sei und daß Schultheißbier nicht zu den echten Bieren gehöre, so sei das entscheidend. Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß auch Schultheißbier kein unechtes Bier ist, daß aber unter„echtes Bier" sprachgebräuchlich nur eingeführte ftemde Biere verstanden werden. Im Gegensatz zu der vom Kammergericht getroffenen Entscheidung dürfte aber die Auffassung falsch sein, daß die Gewerbeordnung eine Beschränkung einer Konzession auf„echte Biere" zuläßt, ß 1 der Gewerbeordnung gestartet jedermann den Betrieb eines Gewerbes, soweit nicht durch die Gewerbeordnung selbst„Ausnahmen oder Beschränkungen vor- geschrieben oder zugelassen find". Z 33 der Gewerbeordnung setzt die Konzessionspflichl für den Betrieb der Gast- und Schankwirtschaft fest und bestimmt, in welchen Fällen allein der Betrieb zu versagen ist(durch Tatsachen bestätigter Verdacht, daß das Gewerbe zur Förderung der Völlerei, des verbotenen Spiels oder der Unsittlich- keit mißbraucht würde oder Nichtgenügen der baupolizeilichen An- ordnung). Außerdem ist den Landesregierungen gestattet, die Er- laubnis zum Ausschenken von Branntwein allgemein, zum Aus- schenken von Bier in Ortschaften mit weniger als 15 000 Einwohnern oder in solchen Ortschaften, die dies ortsstatutarisch festsetzen, vom Nachweis eines vorhandenen Bedürfnisses abhängig zu machen. Preußen hat von dieser Befugnis Gebrauch gemacht. Danach konnte die Konzession von Bier im allgemeinen nicht, aber von einer bestinimten Art Bier vom BedürfnisnachwciS abhängig gemacht werden. Eine Konzession nur für„echte Biere" erscheint nach dem Gesetz unzulässig. Ist sie aber einmal erteilt und der Konzessions- inhaber hat sich dabei beruhigt, so macht er sich durch unkonzessio- nierten Vierausschank strafbar. Ist mithin auch die gettoffene Ent- cheidung zutreffen� so dürften die Gründe deS Kammergerichts mit der Gewerbeordnung nicht vereinbar sein. Vorschriften über die Ausübung des Gewerbes können allgemein, für alle zültig, im öffentlichen Interesse getroffen werden. Eine Be- chränkung auf den Ausschank bestimmter, der Polizei oder dem Bezirksausschuß besonders mundender Biere steht zu den angeführten Borschristen der Gewerbeordnung im Widerspruch. Der„Zukünftige" bildet bekanntlich die Anziehungskraft, die vielen Schaustellern die Kassen füllt. In öffentlichen VergnügungLlokalen sieht man vielfach Automaten, zu denen sich übermütige junge Damen drängen, da ihnen die Automaten gegen Einwurf eines Zehnpfennigstücks das Bild ihres.Zukünftigen" versprechen. Die Photographien, die der Automat herausgibt, sind unbefugte Reproduktionen älterer photographischcr Platten. Ein Massenfabrikant solcher Photographien für diese Zwecke ist der Photograph Wilh. S t r e b e l, der gestern wegen unbefugter Nachbildung und Beleidigung vor der 7. Strafkammer des Landgerichts I stand. Als die frühere Photographenfirma Löscher u. Pötsch ihre Geschäftsräume verlegte, sortierte sie die alten Platten aus und einige derselben sind auf irgend eine Weise in die Hände deS Angeklagten gekommen, der der Lieferant von solchen Automaten- Photographien an den Aussteller Gottfried Köhler ist. Dieser ist der stückliche Besitzer von 30 solcher Automaten. Eines Tages traten in Zenners Restaurant einige lustige Damen an einen solchen Spender des„Zukünftigen" heran und lachten sich halb krank, als ie die Konterfeis ihrer späteren Herren und Gebieter in Händen hatten. Nur eine wurde etwas verstimmt, denn als ihr Zu- künstiger war ihr das Bild eines Herrn beschert worden, den ie persönlich kannte. Das Bild, welches noch einen Umschlag mit der Aufschrift„Er liebt aber noch eine andere" trug, stellte den Baumschulenbesitzer L. dar und konnte nur miß- bräuchlich zu solchem Automaten-Ulk herangezogen worden sein. Der hiervon benachrichttgte Herr L. stellte fest, daß das Bild die Nach- bildung von einer Negattvplatte war. die in die Hände des An- geklagten gekommen war. Er fühlte sich natürlich durch diese Ver- letzung seines Rechtes am eigenen Bilde beleidigt nnd veranlaßte das Strafverfahren gegen den Angeklagten.— Der Staatsanwalt beantragte im Sinne der Anklage 15 0 Mark eldstrafe.— Das Gericht erkannte auf 50 Marl Geld- strafe._ Sozialdemokratischer Wahlverein für den Reichstags- Wahlkreis Kala»- Lucka«. Die Monatsversammlung sür Februar fällt aus. Nächste Versammlung im März. Zentralverband der Haudlungsgehülfen und(SeHülfinueit Deutschlands. Bezirk Berlin(Osten). Mittwoch, den 6. Februar, im Restaurant Kern, Gr. Franksurterstr. 18: Porttag. Gäste stcls willlommen. Deutscher Arbeiter- Abstinenten- Bnn'd. Ortsgruppe Berlin. Mittwoch, den 6. Febniar, abends'/.S Uhr, im«Englischen Gatten", Alexanderstr. 27«. Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. 1900 Theater. Dienstag, den 5. februar. Anfang 7, Uhr. Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Ballner- Theater) Dienstag, abends 8 Uhr: Mathias Gollinger. Luftspiel in 4 Aufzügen von Dstar Blumenthal und Max Bernstein. Mittwoch, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Schiller- Theater Charlottenburg, Bismardstraße, Ede der Grolmanstr. Dienstag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Aften von Hermann Sudermann. Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Minna von Barnhelm. N. Schiller- Theater M. Zirkus Schumann Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. W. Noacks Theater. Heute abend präzise 7, Uhr: Extra- Gala- Vorstellung und nur furzes Gastspiel: Direttion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Mr. Richard Sawades Zum legten Male: 8 Uhr Dr. Thesing: Weismanns Donnerstag abends 8 Uhr: Donnerstag, abends8uhr: Fromont jr. und Risler sen. Keimplasmatheorie. Kgl. Opernhaus. Zar und Bimmer- Lustspielhaus. mann. Kgl. Schauspielhaus. Die Räuber. ( Anf. 7 Uhr.) Deutsches. Das Wintermärchen. Weften. Cousin Bobby. Lortzing. Der Wildschüß. Leffing. Die Jungfern von Bischofs. berg. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Mathias Gollinger. Schiller- Theater Charlottenburg. Das Glüd im Winkel. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Die von Hochfattel. Komische Oper. Tosca. Berliner. Der Hund von Baster. bille. Neues Schauspielhaus. Hochzeit. Kleines. Ein idealer Gatte. Neues. Die Condottieri. Herthas Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Luisen. Wilhelm Tell. Der Bernhard Nose. Der Raub der Sabinerinnen. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdtes Hotel. Wintergarten. Saharet. Spezialitäten. Apollo. Die schöne Vestalin. Spezialitäten. Rafino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Im Café Abelles. Ein Klabriasprozeß. Soiree bei Löwy. Paffage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Prater Theater. Die Waise bon Lowood. Figaro. Hochzeichtsnacht. Sein Jdeal. Katastrophe. Unterm Bett. ( Anfang 8%, Uhr.) Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. B. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Freitag: Die Puppe. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Opern- Gastspiel d. Theaters d.Westens Der Waffenschmied. Residenz- Theater. Direttion Richard Alexander. Heute bis Freitag. Anfang 8 Uhr: Florette und Patapon. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonnabend zum erstemal: Haben Sie nichts zu verzollen? Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Stellvertreter. DERNHARD ROSE THEATED Gr. Frankfurterstr. 132. Der Raub der Sabinerinnen. Anfang 8 Uhr. Billettvorverkauf schon für 8 Tage vorher ohne Vorverkaufsgebühr von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Morgen u. übermorgen: Mutterliebe. Coollo 10 Uhr! Theater 10 Uhr! Bernhard Mörbitz Charakter- Komiter. Außerdem 9 Uhr: Hörsaal 6 Uhr: Dr. D. Donath: Die neuen Attraktionen. Mechanit und Wellenlehre. 8 Uhr: Dr. Thefing: Weismanns Borh. 8 Uhr: Die schöne Vestalin. Reimplasmatheorie. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Der Hund von Baskerville. Mittwoch: Sherlock Holmes. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt Direktor Richard Schultz. von Massary. Wolff. Bender. Theater des Westens Giampietro. Josep hi. Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Operetten Erfolg! 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Bisher gemeldet: Cury( Paris), Glover( Australien), Petersen( Dänemark), Weller( Frankreich), Lerda( Amerika), Attfield( England), Angel( Berlin), Joe Edwards( London- Berlin), Fritz Hudroy( Paris), Dick Nauck( Berlin), Senna( Südafrika), Jack Lewis( Amerika), Neyer Brüssel), Bill Sternberg ( Amerika). Zur geft. Beachtung: Entgegen den völlig falschen Vorstellungen, welche das Publikum in Deutschland von dem englischen Nationalsport des Borens hat, Vorstellungen, welche durch das gelegentliche Lesen ausländischer, sensationslüsterner und entstellender Pressebeschreibungen von Borertämpfen entstehen, wird mit den vorzuführenden Kämpfen bezwedt, dem Publikum eine genaue, unparteiische und fachliche Kenntnis einer sportlichen Kunst zu verschaffen, welche mit Bezug auf Vervollkomm nung der törperlichen Ausbildung, Erhöhung des Selbstbewußtseins und rascher Entschlußfähigkeit des Geistes jeder anderen Leibesübung als ebenbürtig zur Seite gestellt werden kann. ( Es gelten die Regeln des National- Sporting- Club, London.) Um 9 Uhr: in 7 Bildern. Ferner: ROM. Große Orig.- Ausstattungs- Pantomime The Novello's, ManelloMarnitz- Truppe Indien in Europa. Afrobaten. Neudrreſsuren. Herr Ernst Schumann, Fräulein Marguerite, Schulreiterin. Die Tagestasse ist von 10 Uhr vormittags ab ununterbrochen geöffnet. uggenhagen, Moritzplatz. B erlins urfidelste Immer noch ||| täglich||| originelle ockbier- Feste Abwechslungen. Arnold Scholz Neue Welt Hasenheide 108/14 Gr. Baron Muckl's neueste Schlager. Dienstag, den 5. Februar 1907: Münchener Bockbier- Fest. Prämiierung der größten und der kleinsten Dame. Letztere muß ein Mindestgewicht von 130 Pfund besitzen. Abnormitäten werden nicht zugelassen. 2 Preise: Je 50 Mark bar. Die Prämiierung findet Punkt 10%, Uhr statt. Lina vom Heede, Jodlerkönigin. Anfang 7 Uhr. Tiroler Meistersänger. Entree 30 Pf. 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Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. ds., nachmittags 2, Uhr, auf dem Gethsemane- Kirchhof, Nordend, statt. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Am 1. Februar verstarb unfer Mitglied Aug. Hannemann im Alter von 49 Jahren an Herzmustelentzündung. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Dienstag, den 5. Februar, von der Reichenhalle des Schöneberger Gemeinde- Friedhofes, Magstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 136/10 Der Vorstand. Tobes Anzeige. Allen Freunden, Berwandten und Bekannten zur Nachricht, daß meine Frau, unsere gute Mutter, Großund Schwiegermutter Wilhelmine Koschnitzky im Alter von 60 Jahren nach langem, fchwerem Leiden am 3. Februar, früh 5% Uhr, sanft entschlafen ist. Um stille Teilnahme bittet Der trauernde Batte Karl Koschnitzky nebft Familie. Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 6. Februar, nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Wollinerstraße 5, aus nach dem Friedhof der Bions Gemeinde, Nieder- Schönhausen- Nordend statt. 16 Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptburean: Zimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15, Saal I: Versammlung aller in der Drahtinduftrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Tagesordnung: 1. Welche tariflichen Forderungen stellen wir an die Arbeitgeber? 2. Diskussion. Kollegen und Kolleginnen! Da wir in dieser Versammlung Stellung nehmen müssen zu der neuen Zarifborlage, ist es Pflicht eines jeden von Ihnen, in diese Bersammlung zu lommen. Denn dieser Besuch wird es beweisen, welche Stimmung bei den Kollegen vorhanden ist und banach werden wir unsere Maßnahmen treffen. Darum erwarten wir zahlreiches und pünktliches Erscheinen. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr, in Graumanns feftfälen, Naunyn- Straße Nr. 27: Deutsch. War.- Eink.- Yer. Berlin 47 Versammlung aller in der Schraubenbranche Hofläger: Leipzigerstr. 101/102( Equitable), Chausseestr. 1a, Oranienstr.60, Kreuzbergstr. 30( ab 15/11), Schoneberg, Hauptstr.129. 52 Seit. stark. Hauptkatalog Preis 0,25 wird bei 1. Kommis.- Bezug zurückvergütet. Sofastoffe Riesenauswahl aller Qualitäten. Wolle- Reste! Satteltaschen. Plüsch- Reste! Mocquetts. Muster b. näh. Angabe franko. Emil Lefèvre, Berlin, 158. Oranienstr. Leihhaus Berlin, Anflamerstr. 2 Charlottenburg, Friedrich Karlplatz 12. Hohe Beleihung von Gold, Silber fachen u. Kleidungsstüden 2c. Dr. Schünemann 35112* Spezial- Arzt für Haut- und Harnleiden, Franenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenftr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Wer Stoff hat, fert. HerrenAnzug 20 M., ohne Stonkurr. 2 Anpr., beste Butat. Für guten Siz gold. Medaille. Ludw. Engel, Prenzlauer Str. 23, II. Alleganderpl. Gegr. 1892. 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Gorgt bei der wichtigen Zagesordnung für guten Besuch der Bersammlung. 112/3 Die Berfammlung wird pünktlich eröffnet. Die Ortsverwaltung. Sie fahren gut 3788L* mit Hygienische Dr. Crato's Bedarfsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel Aerzte u.Prof. grat, u.is H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Auf Wunsch Vorführung in Vereinen jederzeit. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. Backpulver mit Prämienbons. Für 50 davon eine Dose ft. Bielefelder Knusperchen gratis und franko von Stratmann& Meyer, Bielefeld. Generalvertreter für Berlin: Alfred Hirsch, W. 30, Augsburgerstr, 1. Telephon Amt VI, No. 5737. Tb. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. 30. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 5. februar 1907. bemerft: wer Herrn Caffel als Redner fennt, der weiß, daß just er selber, aller auf Gymnasium und Universität erworbenen Bilzettel abzuhalten, sie in Schantstätten zu locken und ihnen dann die Bettel mit Gewalt abzunehmen. Die Stichwahl im ersten Wahlkreise. bug zum Trob, einen nicht immer ganz glüdlichen„ Stampf mit Am heutigen Lage soll im ersten Wahlkreise die Ent- den Regeln der deutschen Sprache" führt einen Stampf mit den cheidung fallen, ob der Streis noch weiter einem Freisinns- Regeln, die Höheres fordern, als nur die Unterscheidung des dritten nanne anvertraut wird oder ob er in Zukunft von einem Falles vom vierten. Fast ergötzlich wirkte die Kedheit, mit der Herr Sozialdemokraten vertreten werden soll. Wie überall, so haben Caffel seinen Freund Kaempf um die Klippe der Wert- fuche sind schon im ersten Wahlgange massenhaft gemacht worden. Wahlberechtigt find bei den Reichstagswahlen auch Schlafburschen und auch folche Personen, die teinerlei Steuern zahlen. Das ist für die bemittelten Bevölkerungsschichten und für die Parteien, die auf sie sich stüßen, wieder noch ein Grund mehr, das Reichstagswahlrecht zu hassen. Das Wahlrecht hat jeder Deutsche, der über 25 Jahre ist und in der Wählerliste steht. Daner des Wahlaktes. Dieser Versuch der am 25. v. M. und in den bisherigen Stichwahlen so arg geschlagenen Partei des Umsturzes und der Unmoral, auf dem Wege des Betruges und der Vergewaltigung da das Urteil des Voltes" zu fälschen", ist nicht neu. Solche Ver- chce Wir möchten aber auf den in Berlin im großen geplanten Schwindel ganz besonders aufmerksam machen, damit besondere Kontrolleure der Stimmzettelverteiler seitens der bürgerlichen Parteien bereit gestellt werden, um den sozialdemokratischen Wahlfälschern und Betrügern das Handwerk zu legen." Ernsthaft auf diesen Riesenschwindel der" Post" einzugehen, wird uns niemand zumuten. Wer derartiges schreibt, den kann man Partei- Angelegenheiten. Achtung! Berliner Genossen! Achtung! ich auch hier die gesamten Gegner vereint, um wenigstens au wachssteuer herumzubugsieren suchte. Kaempf selber hatte Diesen Kreis der Reichshauptstadt vor dem Ansturm der sich hierüber völlig ausgeschtviegen. Caffel fagte, diese in der Sozialdemokratie zu retten. Db ihnen das noch einmal ge- Berliner Stadtverordnetenversammlung verhandelte Frage geht ja ingt, wird der heutige Tag beweisen. Unsere Genossen wissen, den Reichstag gar nichts an. Im übrigen aber dürfte man eine daß sie in diesem Kampfe von keiner Seite Hülfe zu er- neue Steuer nur dann ersinnen, wenn sie nötig sei, und in Berlin varten haben und verlassen sich deshalb auf die eigene sei die Wertzuwachssteuer gegenwärtig nicht nötig. Er unterraft. Es muß heute alles aufgeboten werden, um auch schlug, daß Herr Kaempf in der Stadtverordnetenversammlung nur noch pathologisch beurteilen. mus diesem Kampfe ehrenvoll hervorzugehen. sich grundsätzlich gegen die Wertzuwachssteuer ers Dazu ist vor allen Dingen Wahlhülfe dringend erforder- flärt hat, weil durch sie die Terrainspekulation getroffen würde. lich. Die Genossen aus anderen Wahlkreisen, die abkömmlich Saempf hat dabei das wirken der Terrainspekulanten fogar als ein sind und helfen wollen, wollen sich heute früh 8 Uhr im höchst verdienstliches gepriesen! Diese seine Haltung ist für die Wahlbureau, Grünstr. 21 bei Weihnacht Reichstagswahl deshalb wichtig, weil sie zeigt, wie sehr er ents ( Telephon Amt I 1787) einfinden. Besonders erwünscht sind schlossen ist, dem Kapital das Vorrecht mühelosen In Spandau- Potsdam- Ofthavelland findet heute die Stichwahl Kräfte, die sich für Bureauzwecke eignen. Gewinnes zu wahren. Ein Flugblatt, das unsere Genoffen zwischen unserem Genossen Dr. Karl Liebknecht und dem konserim ersten Kreis zur Stichwahl berbreitet haben, sagt hierüber:" Es vativen Kandidaten Pauli statt. Viele Wähler dieses Wahlkreises ist frivol, einem Ehrenmann wie Kaempf vorzuwerfen, er vertrete find in Berlin und seinen Vororten beschäftigt. Pflicht dieser Wähler d. h. am diesen Standpunkt aus persönlichem Interesse; nein, er entspricht ist es, zur Ausübung ihres Wahlrechts heute rechtzeitig wirklich seiner ganzen tapitali stischen Anschauung frühen Nachmittag nach Hause zu fahren. und gerade deshalb darf kein Freund des sozialpoliti. Der Kampf ist ein sehr heißer. Auf jede Stimme tommt che n schen Fortschrittes Herrn Kaempf feine es an! Stimme geben." Herr Casset Cassel las seinen Zu= Die Berliner Genossen werden dringend gebeten, auch ihrerseits hörern bor:„ Es ist frivol, einem Ehrenmanne wie dafür Sorge zu tragen, daß alle jene Wähler unseres NachbarKaempf vorzuwerfen, er vertrete diesen Standpunkt aus persön- freises heute ihre Schuldigkeit tum, auf daß der Hohenzollernkreis lichem Interesse"; und er fügte spottend hinzu:" Das brauchen unserer Partei erobert werde. Um 10 Uhr morgens beginnt die Wahl, um 7 Uhr uns die Sozialdemokraten nicht erst zu sagen." Die zweite Hälfte Das Wahlkomitee für Spandau- Potsdam- Ofthavelland. abends wird sie geschlossen. Punkt 7 Uhr! Wer um des Sabes, auf die es ankommt, wurde von Herrn Cassel unterJ. A.: August Paris. diese Zeit noch nicht seinen Stimmzettel abgegeben hat, darf schlagen. Zu den heutigen Versammlungen in den Wahlkreisen nicht mehr heran, auch wenn er schon im Wahllokal sich bebidat der Konservativen, antvesend. Wir dachten, er sei gekommen. Groß- Berlins sei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß In der Versammlung war auch Herr Stockmann, der Kanfand. Es ist daher jedem Wähler zu raten, daß er um für seine Wähler eine Erklärung abzugeben. Er brach aber für schnellstmögliche Bekanntgabe der Stichwahlresultate Sorge wieder auf, noch ehe Herr Cassel geendet hatte. War ihm übel ge- getragen ist. worden? Uebel mag auch manchem der tonservativen Zahlreiches Erscheinen erwartet wähler werden, wenn er heute in der Stichtvahl seine Stimme Der Aktions- Ausschuß. für den Freisinn in die Wagschale werfen sollübel besonders Zur Lokalliste! Am Mittwoch, den 6. d. M., veranstaltet in co auch den Bodenreformern, die den vorher von ihnen so Trebbin( Teltow) im Schüßenhaus" der dortige sogenannte Versehe sich jeder Wähler mit Legitimation. heftig bekämpften Schüßer des mühelosen Spekulationsgewinnes patriotische Gefangverein in Gemeinschaft mit dem Kirchenchor eine Uebrigens vergesse niemand, eine Legitimation mitzu- iezt als den Mann ihres Vertrauens hinnehmen sollen. Wir wollen Gesangsaufführung. Da das genannte Lokal der Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht zur Verfügung steht, ist es Pflicht jedes Parteinehmen, durch die er sich über seine Person ausweisen kann. ſehen, wie sie es herunterwürgen werden. Die Sozialdemokratie wird im ersten Wahlkreis heute genossen, allen dortigen Veranstaltungen fern zu Für die Reichstagswahlen wird nämlich den Wählern keine Die Lokalfommission. amtliche Legitimation ins Haus geschickt. Die Herren Wahl in der Stichwahl noch einmal den Kampf mit der Gesamtheit bleiben. Schöneberg. Zur Bekanntmachung der Stichwahlresultate findet vorsteher sind in der Regel Freisinnige, und mancher von der nun bereinigten Gegner aufnehmen. Wie er auch ihnen argwöhnt in jedem Wähler, den er nicht persönlichenben möge- er wird ihr nur zur Ehre gereichen, weil sie, anders heute abend 8 Uhr eine Versammlung für Frauen und Männer bei E. Obst, Meiningerstraße 8 statt. Der Vorstand. fennt, einen Schwindler. Wer dann erst im letzten Augenblick als der Freifinn, jederzeit mit anständigen Waffen gekämpft hat. nach Hause laufen muß, um sich seine Legitimation zu holen, fann leicht um sein Wahlrecht kommen. Als Legimation werden am besten die polizeiliche Anmeldebescheinigung, die letzte Steuerquittung oder der Mietskontrakt benutt. so zeitig wie möglich zur Wahl geht. Wer sichs leisten kann, komme möglichst schon am Vormittag. In den Abendstunden ist der Andrang groß; wer zu anderen Stunden kommen kann, sollte nicht am Abend anderen Wählern den Platz wegnehmen. Die aus dem Kreise Verzogenen, die in der Liste stehen, tönnen gleichfalls wählen. Wählen können auch diejenigen, die in der Hauptwahl am Wählen können auch diejenigen, die in der Hauptwahl am 25. Januar ihr Wahlrecht nicht ausgeübt haben. Die Wahl selbst ist geheim. In einer besonderen Wahlzelle, die immer nur von einer Person betreten werden darf, hat der Wähler seinen Stimmzettel vorher in das Kuvert zu stecken, das ihm im Wahllokal eingehändigt worden ist. Den Stimmzettel muß er sich selber mitbringen. Die Parteien schicken sie ihm ins Haus oder drücken sie ihm draußen vor dem Wahllokal in die Hand. Jeder Wähler achte darauf, daß er den richtigen Stimmzettel ( aber nur einen!) in das Kuvert steckt. Unsere Gegner im Stichwahlkampf. Im ersten Wahlkreis, um den noch in einer Stichwahl zwischen Sozialdemokratie und Freifinn gerungen werden muß, wurde für den Freisinnskandidaten Kaempf am Sonntag im Feenpalast eine legte Wählerversammlung veranstaltet. Zutritt hatten alle Wähler, die diesem Manne ihre Stimme geben wollen. Auf die Wähler des Konservativen Stodmann und des Bodenreformers Damaschke, die dem Freisinn Heraushelfen sollen, wurde gleichfalls gerechnet. Der Saal war trotzdem keineswegs übermäßig boll. Die sozialdemokratischen Wähler waren fast ausnahmslos verständig genug gewesen, einer Versammlung fern zu bleiben, in der sie sich anpöbeln lassen müßten, ohne die Möglichkeit der Verteidigung zu haben. ** Zur Charakteristik unserer Gegner. " Brit- Buckow. Die heute fällige Mitgliederversammlung des Wahlvereins findet nicht statt und wird dafür am Dienstag, den sed 19. Februar eine außerordentliche Generalversammlung bei Im ersten Wahlkreise war in der Hauptwahl auch der Boden Weniger abgehalten. Der Vorstand. reformer Damaschke aufgestellt, der indessen keine erhebliche StimmenKarlshorst. Die Genossen werden heute abend zur Verkündi- vies zahl auf sich vereinigte. Für ihn wirften die Christlich- Sozialen und gung der Stichwahlresultate bei Gruhn( Fürstenbad") eingeladen. ma eine Anzahl Beamten. Die Kaempfsche Kandidatur ward in der Spandau. Heute, am Wahltage, um 7 Uhr früh bei stumte, Hauptfache mit dem Hinweis bekämpft, daß Kaempf ein Haupt- Busammenkunft der Radfahrer und Landbezirksführer. Um 8 hrs vertreter der Terrainspekulanten sei. Noch in der neuesten Nummer früh müssen sich alle anderen Parteigenossen Schönwalderstraße 80 c Uhr der Berliner Beamten- Zeitung" vom 8. Februar wird in einer einfinden. Polemit mit der Freisinnigen Zeitung" Herr Kaempf wie folgt ge= fennzeichnet: , Kaempf, Johannes, Stadtrat a. D., Stadtältester, Präsident des Aeltestenkollegiums der Berliner Kaufmannschaft, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Terrain- Aftiengesellschaft Park Wigleben zu Charlottenburg, Berlin- Wilmersdorfer Terrain- Gesellschaft in Liqu. in Berlin, Bankower Boden- Aktiengesellschaft am Amtsgericht. Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Berliner Hypothekenbant- Attiengesellschaft, Süddeutsche Bodenkreditbank in München, Süddeutsche Immobiliengesellschaft in Mainz, Württembergische Bankanstalt vorm. Pflaum u. Co. in Stutts gart." ( Die Aktiengesellschaften, in denen Herr Kaempf" nur" einfaches Mitglied des Aufsichtsrates ist, wollen wir auslaffen.) Berliner Nachrichten. Die Schneefälle wollen noch kein Ende nehmen und mit ihnen die Verkehrsschwierig feiten. Gestern früh setzte wiederum ein leichterer Schneefall ein und es ist gar nicht abzusehen, welche Folgen noch aus dieser Schneetalamität für Berlin entstehen werden. Die einzige Nettung könnte uns nur ein bald eintretendes Tauwetter bringen, das allerdings auch gewisse Gefahren in sich birgt. Die Schneeabfuhr seitens des Magistrats war derartig unzureichend, daß auch gestern noch in ganz Berlin nicht eine Straße ist, die böllig von Schneemassen befreit wäre, um so mehr Straßen gibt es aber, in die noch kein Schneeschipper gedrungen ist. 95 000 Rubikmeter Schnee sind bisher aus den Straßen Berlins abgefahren worden. Bur Verstärkung des Abfuhrwagenparts find alle. nur denkbaren und erreichbaren Gefährte gemietet worden. Neben Möbelwagen eingestellt, von denen die Seitenwände und das Deck Stein- und Arbeitswagen sind Kohlen und Laftfuhrwerke, ja selbst entfernt worden find. Daß die Terraingesellschaften, auch wenn sie nicht einen Berliner Namen haben, doch in der Reichshauptstadt arbeiten", ist jedem bekannt. Wir schlagen z. B. den neuesten GeschäftsEs stellt sich immer mehr heraus, daß die Maschinen der bericht der„ Süddeutschen Immobilien- Gesellschaft in Mainz" auf Straßenreinigungsverwaltung nicht ausreichen, um den starken und finden da, daß diese Gesellschaft beteiligt ist an Terrains der Schneefall der letzten Tage zu beseitigen. Es wird gemeldet, daß Holsteinischenstraße in Berlin- Wilmersdorf, an der Niederbarnim die Direktion der Straßenreinigung drei neue Schneepflüge telefiraße, Berlin- Lichtenberg, an der Schivelbeinstraße, Berlin- Nord, in Pankow, am Berlin- Charlottenburger Terraingeschäft, an der Terraingesellschaft Park Wigleben, an der Boden- Aktiengesellschaft Berlin- Nord usw." Und weiter heißt es: „ Möglich, aber recht unwahrscheinlich, daß Herr Kaempf von all diesen Terraingesellschaften feine Aftien befißt Herr von Podbielski war ja auch nicht Teilhaber von Tippelskirch u. Co. zum mindesten aber erhält er doch Tantiemen, denn um der schönen Augen der Aktionäre willen wird Herr Kaempf schwerlich " arbeiten", und diese Tantieme richtet sich in fast allen Fällen, namentlich aber bei Terraingesellschaften, nach der Höhe des Gewinnes- aber Herr Kaempf hat mit Terraingesellschaften ja gar nichts zu tun! graphisch bestellt habe, die heute eintreffen und sofort in Dienst gestellt werden sollen. Mit den alten vier werden dann sieben Schneepflüge Tag und Nacht fortwährend in Betrieb sein. Zur Erleichte rung der Schneeabfuhr hat das Polizeipräsidium genehmigt, daß ait der Stralauer Allee, am Kupfergraben, am Rottbuser- und Helgoländer Ufer Schneefuhren in die Spree entladen werden können, ebenso hat Köpenid gestern telegraphisch die Schneeabladung in Treptow genehmigt. Ferner hat der Niesenschneefall die Straßenreinigung veranlaßt, Verfuche mit neuen Schneeschmelzverfahren zu unternehmen! So sollte gestern und heute abend im Tiergarten eine Dampfden Schnee zum Schmelzen bringen foll. Ein neues Verfahren, den Totomobile probiert werden, die durch zehn Atmosphären Druck lockeren Schnee zusammenzupressen, foll mit Hilfe einer Dampfivalze erprobt werden. Auf diese Weise hofft man, auf eine Fuhre ein weit größeres Quantum berladen zu können als jezt. Ima übrigen belaufen sich die Kosten für diesen Winter auf 60 000 Mart täglich. Insgesamt hat er dem Stadtsäckel bis jetzt schon rund 800 000 art gefoftet er dürfte also der teuerste Winter sein, den Berlin feit den letzten 25 Jahren erlebt hat. Der Freisinn hat in Berlin I diesmal einen Stimmen zuvachs erzielt. Seine Sicgesgewißheit scheint indes nicht sehr groß zu sein, falls man urteilen darf nach den Mahn- und Warn rufen, die die Freisinnspresse Berlins in den letzten Tagen an die freisinnigen Wähler gerichtet hat. Zuversichtlicher äußerten sich die Rebner der Versammlung. Herr Kaempf selber wies darauf hin, daß es nur eines kleinen Windhauchs" bedurft habe, um gegen Die Sozialdemokratie die bürgerlichen Parteien zusammenzuführen. Er verkündete:" Der 5. Februar soll erfüllen, was wir alle wünschen die Wiederherstellung des Einflusses. des liberalen Bürgertums." Nach ihm sprach der in Königsberg gewählte Justizrat Ghßling. Der Versamlungsleiter Herr Hermes stellte ihn bor:" Das Wort hat der Reichstagsabgeordnete Justizrat Gyßling, der uns die Strönungsstadt zurüderobert Bathetisch fragt schließlich die Freifinnige Zeitung":" Woher hat." Herr Ghßling spielte sich der Sozialdemokratie gegenüber auf kommt aber überhaupt der Wortführer der Damaschkeschen Standi den starken Mann hinaus. Man muß," so donnerte er, der Sozial datur zu der Ansicht, daß Terrainspekulation eine ganz unfaubere demokratie mal die Zähne zeigen!" Die liberale Jugend antwortete Beschäftigung ist, die etwa auf gleicher Linie mit Pferdeftehlen ihm mit einem Beifallsgebrüll, das uns mächtig imponierte. Der rangiert? Das haben wir nirgends behauptet; aber darüber tagsgebäudes, namentlich in der Dorotheenstraße, ist noch immer Die Unterleitung der Straßenbahn in der Umgebung des ReichsEroberer der Krönungsstadt pries die Einsicht des Königsberger wollen wir die Freifinnige Zeitung" doch nicht im Zweifel laffen, nicht betriebsfähig, weshalb auch die bisherigen Umlenkungen der Bürgertums, das von vornherein gegen die Sozialdemokratie gedaß zum Pferdestehlen wenigstens Mut. Entschlossenheit und dort hinführenden Bahnlinien noch beibehalten werden müssen. meinsame Sache gemacht habe. Zum Zusammenschluß aller bürger Schlauheit gehört, auf welche drei Eigenschaften ein Terrainspekulant Der Pferdeomnibusbetrieb ist noch ununterbrochen Einschrän lichen Parteien auch in Berlin I mahnte dann der Nationalliberale getrost verzichten kann!" fungen unterworfen. Von den Droschten Berlins verkehren etwa nur Professor Ka hI. Ueber das Zentrum, das nicht mitmachen will, goß er die Schale feines Bornes aus. So wird Herr Kaempf in der Nummer vom 3. Februar die Hälfte. Auch die Automobildroschten fahren nur in beschränkter Den richtigen Ton freisinniger Wählerversammlungen traf erst charakteristert. Und dieselben Leute bekommen es fertig, in der Anzahl. Wie aus tierärztlichen Streifen mitgeteilt wird, find gegen wärtig in Berlin wohl mehrere tausend Pferde infolge Ueberanstren= der nächste Redner, der unvermeidliche Cassel. Die liberale Stichwahl für denselben Herrn Kaempf zu wirken und am 5. Februar gung frant. Die Engrosmarkthalle hat gegenwärtig einen so großen Jugend, die zu seinen Füßen saß, quittierte über jede feiner für ihn zu stimmen. Weiter kann politische Ehrlosigkeit nicht mehr Lagerbestand an waren, wie das bisher noch nicht der Fall gewesen Phrasen und jedes seiner Mäßchen mit tofendem Beifall. Herr getrieben werden! Cassel höhnte, daß er bei aller Freude über die Verlufte der Sozialbemokratie doch die Nichttviedertwahl des Behn Gebote- Hoffmann" bedauere und zwar deshalb, weil sein Kampf mit den Regeln der deutschen Sprache" den Zuhörern so viel Vergnügen bereite. Herr Cassel kam sich ba gewiß sehr groß und überlegen vor. Männern, die ernster denken, eröffnete er mit diesem tindischen Angriff nur einen Einblick in die ganze Tiefe seiner Getstesammut. Nebenbei Die Post" deliriert: Alter Post"-Schwindel in neuer Auflage. Sozialdemokratische Gaunertrids bei den Stichwahlen. ist. Während die Bahnzufuhr ohne Störung erfolgt, ruhte bie Abfuhr fast zwei Tage völlig. Eine Reihe schwerer Unglüdsfälle haben sich leider am Sonntag auf der Straße und auf dem Eife zugetragen. Im Friedrichshain in der Nähe des Krankenhauses glitt eine Greifin, die an der Krüde ging, aus und zog sich bei dem Sturze einen OberBei der Stichwahl im ersten Berliner Wahlfreise wollen, wie schenkelbruch und Quetschungen an der rechten Stopffeite zu. An in Arbeiterkreisen verlautet, die„ Genossen" versuchen, die Bettel der Ecke der Friedrich- und Mittelstraße tam die Kellnerin Marga berteiler der bürgerlichen Parteien von der Verteilung der Stimm- Beidler aus der Novalisstr. 7 zu Fall und erlitt einen doppelten sid A wie fie entwickeln eine Anz Snöchelbruch. Auf der Sabel in der Nähe von Schildhorn stürzte| das aus Lichtenberg stammt und seit drei Monaten bei dem| Wer über die Identität des Toten fachdienliche Angaben machen der Buchhalter Max Freese aus der Schulstraße in Charlottenburg Schlächtermeister Beumgart in der Berlichingenstraße Nr. 6 in fann, wird ersucht, dies mündlich oder schriftlich in einem Polizeibeim Schnellaufen so unglücklich mit dem Kopf auf das Eis, daß er Stellung ist. Bei dem Meister wurde im Laufe des letzten Jahres revier oder beim Polizeipräsidenten zur J.-Nr. 867 IV/ 41. 07 eine schwere Gehirnerschütterung davontrug. Auf der Eisbahn zweimal eingebrochen, einmal in den Laden, das andere Mal in zu tun. des Nordens" brach die Schülerin Marie Herz, Müllerstr. 7 wohnhaft, den Vorratskeller. Vorgestern mittag öffnete ein junger Mensch Das Apollo- Theater hat für sein Februarprogramm wieder eine den rechten Oberarm. mit einem Nachtschlüssel die Gesellenstube, die im zweiten Stock Anzahl tüchtiger Kräfte gewonnen. Einen geradezu köstlichen Ein Opfer der Glätte ist der 22jährige Arbeiter Wilhelm Lück des Vorderhauses liegt. Als nun das Mädchen die Stube betrat, Charakterkomiker stellt Herr Bernhard Mörbit dar, der mit aus der Bärwaldstraße geworden. Lick hatte vor dem Grundstück um das Bett des Gesellen Alfred Neujahrt zurechtzumachen, sprang feinen drolligen Typen aus„ Paulchens Werdegang" die Palme des Plan Ufer 24 den Fahrdamm überschreiten wollen und war dabei ihr der Einbrecher sofort an die Kehle, würgte sie mit der rechten Abends errang. Der ärgste Hypochonder muß bei dieser Fülle von cinem vorüberkommenden Lastwagen zu nahe gekommen. Er wollte Hand und verhinderte sie am Hülferufen, indem er ihr drei Finger urwüchsigem Humor, den Mörbi z. B. in seinem Stubenmädchen schleunigst zurücktreten, glitt jedoch auf dem Schnee aus und stürzte der linken Hand in den Mund steckte. Die Ueberfallene, die für ihr Bauline und in seinem Refruten bietet, in tolles Lachen ausbrechen. amglücklicherweise unter das Fuhrwert. Das Hinterrad ging dem Alter sehr fräftig ist, fekte sich zur Wehr, mußte aber in dem Erstklassige Kräfte lernen wir in den vier Rigtons fennen, Inglücklichen über die Brust hinweg und brach ihm.fast sämtliche Stampfe doch unterliegen. Der Verbrecher zerriz ihr den Gürtel einer Eraktheit arbeiten, die als Athleten mit Rippen. Noch lebend wurde der Schwerverlegte in das Krankenhaus und versette ihr wuchtige Fausthiebe vor die Stirn und auf den fich uns nicht oft bietet. Die Künstler entwideln am Urban gebracht, to aber bald nach der Einlieferung der Tod Kopf. Dann lief er die Treppe hinunter, ohne etwas zu rauben. Störperkraft, bie allseitiges Erstaunen hervorrief. Das übel zugerichtete Mädchen schleppte sich mühsam nach dem Billard mit Queue und Bällen arbeitet das Künstlerpaar Die seltsamen Gewittererscheinungen, die am Donnerstagmorgen Flur und brach dort bewußtlos zusammen. Eine Frau aus dem Jeanne und M. Brunin. Die von dem Künstler mit dem beobachtet wurden, sind auch am Sonnabendabend und in der vor- Hause, die es daliegen fand, holte den Meister und die Gesellen Bueue auf dem Billard gestoßene Stugel prallt von demselben ab gestrigen Nacht wieder aufgetreten. In der zehnten Abendstunde und aus der Werkstatt. Sie fanden alle Behältnisse in der Gesellen- und wird von der bereitstehenden Partnerin in der geschichtesten morgens gegen 3 Uhr wurden in südöstlicher Richtung fortgesetzt stube durchwühlt. Der schleunigst zu Hülfe gerufene Hausarzt Weise aufgefangen. Außer diesen Musterleistungen bringt das elektrische Entladungen wahrgenommen. Mächtige Blige erleuchteten brauchte anderthalb Stunden, um das Mädchen wieder zur Beneue Programm noch eine Reihe anderer Spezialitäten, wie das den Himmel zeitweise tageshell. sinnung zu bringen, und ließ es dem Krankenhause in Moabit zu Auftreten des Nigger- Duos Johnsohn u. Wells, ſpaniſche führen. Die Vernehmung der Schwerverletzten ist äußerst schwierig, Tänzerinnen, und anderes, wozu noch die einaktige Burleske- Operette weil sie die Sprache verloren und noch nicht wiedererlangt hat. Nur durch umständliches Fragen, auf das sie durch Niden und Stopf-- Die schöne Bestalin" mit ihrer melodiösen Mufit als wertvolle Erschütteln antwortete, konnten die Polizeibeamten des 84. Reviers die gänzung hinzukommt. Vorgänge feststellen und eine Beschreibung des Verbrechers erlangen. Hiernach ist er ein junger Mann mit dunklem Haar und bartlosem Gesicht. Er trug einen Arbeiteranzug, einen dunklen steifen Hut und ein Halstuch. cintrat. Die Resultate der Stichwahlen werden wie am Abend der Hauptwahlen auch heute abend nach Eintreffen der Telegramme mittelst elektrischem Scheinwerfer im Schaufenster unserer Haupterpedition, Lindenstr. 69, öffentlich befannt geben. Eine Protesteingabe gegen den Schwibbogen der Deutschen Bank in der Französischenstraße hat der Bund der BerlinerGrund- Der Magen der Kirche ist schier unersättlich. Nicht genug, daß besigerbereine an den Magistrat und die Stadtverordneten- die Kirche von einer bestimmten Steuerstufe an 151 Prozent des verfammlung abzusenden beschlossen. In der Eingabe soll darauf Staatseinkommensteuersages erhebt, versucht fie fogar diese Steuer hingewiesen werden, daß die Errichtung eines derartigen Uebergangs- von Personen einzuziehen, die ihr längst den Rücken gekehrt haben. bogens die freie Aussicht beeinträchtige und der Straße Licht und In lezter Zeit sind uns zahlreiche Fälle berichtet worden, in denen Luft abschneide. In Berlin gebe es nur zwei solcher Schwib- Kirchensteuern verlangt werden, obwohl die mit der Veranlagung bogen zur Verbindung des Kronprinzenpalais mit dem und Zahlungsaufforderung Bedachten seit vielen Jahren ihren AusBrinzessinnenpalais in der Oberwallstraße und zwischen tritt aus der Landeskirche erklärt haben. Ist es schon ungerecht, daß dem Alten und Neuen Museum. Es seien dies Ausnahmen im jemand, der gerichtlich seinen Austritt aus der Landestirche vollInteresse der Krone, wie dem der Wissenschaft. Dagegen wäre es zogen hat, noch zwei Jahre nach seinem Ausscheiden aus der Kirche ein höchst bedenklicher Präzedenzfall, einer Privatgesellschaft den Bau zu Leistungen für die Kirche herangezogen werden kann, so ist es ganz eines derartigen lleberganges zu gestatten, zumal sonst das geringste unerklärlich, wie die Kirche entgegen Gesetz und Recht Aufforde Vortreten von Bauteilen über die Baufluchtlinie untersagt und ge- rungen zur Zahlung von Kirchensteuern versenden kann an Personen, ahndet wird. Abgesehen von der Eingabe an die städtischen Be- die der Kirchengemeinschaft nicht mehr angehören. Uns liegt eine hörden wird der Bund deshalb an die Baupolizei die Anfrage solche Aufforderung vor, gerichtet an einen Mann, der vor 21 Jahren richten, auf Grund welcher Gesezesbestimmungen die Erlaubnis zur vor dem hiesigen Amtsgericht seinen Austritt aus der Kirche erklärt Errichtung eines Schwibbogens erteilt werden fann. hat. Natürlich ist der Anspruch ungültig und wird angefochten werden, und zwar mit Erfolg. Die Häufung solcher Fälle aber Fahrgäste über die Normalzahl. Die erneute Verscheint uns zu beweisen, daß in den Kirchenbüchern viele Personen fügung des Polizeipräsidenten über die Mehrmitnahme von geführt werden, die längst gestrichen werden mußten. Würde da Fahrgästen in den Straßenbahnwagen ist jetzt endlich eingetroffen. etwas mehr für Ordnung gesorgt, würden derartige Fälle unmöglich Demnach ist es in Zukunft gestattet, die in den Wagen an fein. Und man muß schon verlangen, daß nicht Personen belästigt geschriebene Personenzahl in mäßigen Grenzen zu überschreiten. werden, die für die Kirche nicht mehr eriſtieren. Mag sie sehen, Auf dem Vorderperron darf eine, im Mittelgang des Wagens drei wo sie das Geld herbekommt, das sie zu ihren Zweden braucht. und auf dem Hinterperron eine Person mehr mitgenommen werden. Die Bestimmung ist weder auf Zeit noch auf Witterung be= Aussehung eines Kindes. In dem Hausfiur des Grundstücks schränkt. Die Verwaltung der Großen Berliner Straßenbahn hat Weinmeisterstraße 6 wurde gestern nachmittags in einem berstedten Winkel ein klägliches Wimmern vernommen. Beim Nachforschen dem Personal diese Verfügung sofort bekannt gegeben. entdeckte man ein zusammengeschnürtes Bündel und als man es öffnete, kam ein sechs Wochen altes Mädchen zum Vorschein. Das Sind war in dem Hausflur ausgesetzt worden. Die Umhüllung bestand aus einem grauen wollenen Tuch, einem kleinen Federbett mit weißem Bezug und einer rotbraunen Dede, welche die BuchBerliner Asylverein für Obdachlose. Jm Monat Januar nächtigten im Männerasyl 18 477 Personen, wovon 7886 badeten, im Frauenasyl 4641 Personen, wovon 1240 badeten. Jm wissenschaftlichen Theater der Urania gelangt in dieser Woche allabendlich der szenisch und dekorativ ausgestattete Vortrag Die Feuergewalten der Erde" zur Darstellung. Am Sonntagmittag um 2 Uhr und am Sonnabendnachmittag um 4 Uhr finden Nachmittagsvorstellungen zu kleinen Preisen statt und zwar wird der Vortrag„ Frühlingstage an der Riviera" wiederholt werden. Im Hörsaal spricht am Dienstag Herr Dr. Thesing über Weismanns Reimplasmatheorie", am Mittwoch Herr Dr. von Unruh über„ Das Goldschmidtsche Thermitverfahren", Donnerstag Herr Dr. Donath über„ Elektrisches Licht", am Freitag Herr Dr. Schwahn über" Wasser und Wind als Naturmeißel" und am Sonnabend Herr Dr. Donath über" Die Lichtstrahlen". Im großen Hörsaal der Urania- Sternwarte in der Invalidenstraße Spricht am Dienstag Herr Dr. Ristenpart über„ Die Kometen und Sternschnuppen". ant Feuerwehrbericht. Am Sonntagmittag um 12 Uhr kam in einem Neubau in der Mohrenstr. 42 Feuer aus. Bei Ankunft der Feuerwehr brannten im ersten Stock Verschläge, Decken und anderes. Ueber zwei Hakenleitern wurden zwei Schlauchleitungen vor genommen und damit der Brand auf das erste Stodwerk beschränkt. Die von drei Seiten alarmierte Wehr konnte nach einstündiger Tätigkeit wieder abrücken. Vorher hatte der dritte Zug ein Feuer zu löschen, das in der Kastanien- Allee 10 im Erdgeschoß eines Fabrikgebäudes ausgekommen war und vom Heizungskeller aus gehend eine Tischlerei im Erdgeschoß erfaßt hatte. Bretter, Spähne, leider, Fußböden und anderes brannten in großer Ausdehnung. Durch fräftiges Wassergeben gelang es, die Flammen am weiteren Umsichgreifen zu verhindern. Kisten u. a. wurden in der Hollmann straße 40 ein Raub der Flammen und am Hackeschen Markt 1 Betten usw. Eine Schleiferei brannte in der Waldemarstr. 65 und wäsche, Lumpen, Gardinen usw. in der Hochstr. 32, Wilhelmshavenerstr. 58, Frankfurter Allee 126 u. a. Stellen. Ferner hatte die Feuerwehr in der Jagowstr. 22, Milaftr. 5 u. a. Drten Brände 3 löschen. Zur Beseitigung von Schneemassen, die vom Dache abzustürzen drohten und Passanten gefährdeten, wurde die Behr nach der Ackerstraße 63 alarmiert. Außerdem hatte die Wehr in der Kurstraße 34/35, Leipzigerstraße, Ecke Friedrichstraße zu tun. Orgelfonzert. Mittwoch, den 6. Februar, abends 7 bis 8% Uhr, veranstaltet der Königl. Musikdirektor Bernh. Irrgang in der St. Marienkirche sein 450. Orgelfonzert unter Mitwirkung von Frau Emmy Collin Haberlandt( Sopran), Herrn Robert Maitland( Baß) und einem Streichquintett des Herrn Aler. Altmann. Erstaufführung der romantischen Phantasie bon Mojsisovics. Der Eintritt ist frei. Vorort- Nachrichten. Aus der Erleuchtungsdeputation. Genehmigt wurde ein Abkommen mit der Allgem. Berliner Omnibusgesellschaft wegen Anbringung von Tafeln an Gaskandelabern zur Kenntlichmachung der Haltestellen für die Automobilomnibusse, die jetzt vielfach dem Bublikum noch unbekannt sind. Außerdem wurde beschlossen, die staben A. N. enthielt. Kottbuserstraße mit der Stottbuserbrüde durch hängendes, Gasglühlicht zu beleuchten, das sich in der Invalidenstraße Hausdienerlos. Die Diener der Firma Rud. Herzog, welche vorzüglich bewährt hat. In der Union, Ravené-, Bornholmer-- in ihrer braunen Livree besonders auffallen, erregten am Sonnzwischen Malmöerstraße und Christaniastraße, der Deutsch- Croners, abend an den verschiedenen Straßenbahnhaltestellen die AufmerkNehwalder- und einigen anderen Straßen foll die Beleuchtung ver- samkeit des Publikums. Ein Leser unseres Blattes schreibt uns stärkt bezw. neu eingerichtet werden. Auch die neue Hülfsbrücke zur hierzu: Wenn der gewerbliche Arbeiter sein färgliches Heim beBerbindung des Schlesischen mit dem Görliger Bahnhof an der reits aufgesucht hat, dann beginnt in diesem modernen Kaufhaus Pionier- Kaserne foll Gasglühlichtbeleuchtung erhalten. Neben dieser nach Schluß des Geschäfts für die Handelshülfsarbeiter die Weberim Zuge der Bromnihstraße erbauten Brüde wird eine neue massive arbeit ohne Bezahlung. In der Nähe des bekannten Hauses sah Brücke aus Zement- Beton errichtet. man ganze Gruppen von Dienern mit Paketen stehen, um diese nach allen Himmelsrichtungen der Stadt zu besorgen. Bekanntlich sind unsere Straßenbahnen aber gerade um diese Zeit immer befeßt, und so warteten natürlich mit sehr ernsten Mienen die armen Zum Stichwahlkampf in Potsdam Ofthavelland. Teufel mit ihren Paketen, um immer wieder das bekannte:„ BeDie Konservativen hatten am Sonntag, den 3. Februar, zwei fest!" zu hören. Hätte die Geschäftsleitung die Bemerkungen ihrer Mord und Selbstmordversuch. Eine blutige Liebestragödie hat Diener gehört, müßte sie Veranlassung nehmen, derartige Be- Wählerversammlungen einberufen, zu welchen auch Sozialdemokraten sich vorgestern am frühen Morgen in der Laubenkolonie Hermanns forgungen nach Feierabend für die Zukunft zu unterlassen. Ein eingeladen waren, allerdings unter dem Vorbehalt, daß nur Anruh" an der Prenzlauer Allee abgespielt. Dort tötete der dreißig foziales Empfinden scheint die Firma für ihre Diener nicht zu gehörige des Kreiſes Zutritt haben. Die erste dieser Versammlungen jährige Nachtwachbeamte Baul Waldeck, Danzigerstr. 69 wohnhaft, haben, sonst würde sie ein so unberechtigtes Verlangen nicht stellen. tagte nachmittags 4 Uhr in Nanen, die zweite abends 8 Uhr in Kezin. die 22jährige Köchin Elisabeth Michaelis. Morgens gegen 3 Uhr wurde das junge Mädchen mit durchschnittener Pulsader in der Hoffentlich tragen diese Zeilen dazu bei, Remedur zu schaffen, denn in beiden Versammlungen waren unsere Genossen überaus zahlLaubenkolonie tot aufgefunden. W. hatte sich dann selbst die Puls- decartige Zustände sind unhaltbar." Die Hausdiener sollten sich ihrer Berufsorganisation an- reich, darunter zwei Genossen aus Berlin, erschienen. Da man des Reichslügenverbandes, ader aufgeschnitten, doch ist noch Hoffnung vorhanden, ihn am schließen, denn nur durch diese ist es möglich, derartigen Uebel- die Taktik der Konservativen und Leben zu erhalten. Das Motiv zu dem blutigen Drama ist auf ständen ein Ende zu bereiten. die Versammlungen durch lange Reden zu ermüden und durch eine feltsame Veranlassung zurückzuführen. W. hatte längere schamlose Lügen und Verdrehungen die anwesenden Gegner zu beZeit mit der M. verkehrt, und das Verhältnis der beiden war Für 1500 M. Wurst- und Fleischwaren gestohlen. Reiche Beute leidigen, genau kannte, richteten unsere Genossen in Nauen vor den von Folgen begleitet. W. hatte die feste Abficht, das junge Mädchen machte eine Einbrecherbande, die in der vorletzten Nacht den Kauf- Verhandlungen an die Leitung der Versammlung die Anfrage, ob zu heiraten. Er war bei der Nachtwach- Schließgesellschaft angestellt mann Breschke, Liebenwalderstraße 34a, heimsuchte. Die Diebe und hatte kürzlich eine größere Geldsumme für die Gesellschaft hatten es hauptsächlich auf die vorhandenen Fleischwaren abgesehen den Sozialdemokraten volle Redefreiheit gewährt würde. Es wurde einfaffiert. Mit dem Gelde in der Tasche unternahm er mit und sie stahlen davon nicht weniger als vier Zentner. Von den unseren Genossen erwidert, eine Viertelstunde Redezeit zuzugestehen, mehreren jungen Leuten eine nächtliche Bierreise und als ez am feineren Wurstwaren suchten sie sich die teuersten aus. B. ist durch wenn Pauli und noch zwei andere Redner fertig seien. Genosse Groger Rigdorf versuchte, eine halbe Stunde Nedezeit zu erhalten, folgenden Morgen nach seinem Gelde, suchte, war es verschtvunden. die Einbrecher um 1500 M. geschädigt worden. Bermutlich ist es ihm gestohlen worden. Infolgedessen kündigte ihm die Schließ- Gesellschaft die Stellung. Seitdem ging B. mit Durch einen Schneeballwurf um ein Auge gekommen ist der ihm wurde aber bedeutet, daß er, da er nicht Nauener sei, überUnter solchen Umständen Selbstmordgedanken um. Aber auch seine Braut wollte er mit Bureaubeamte Albert P. aus der Großen Frankfurterstraße. Er haupt nicht das Wort bekomme. darauf, sich von den Reichsin den Tod nehmen. Am Sonnabendabend besuchte er ein schritt Sonntag mittag die Mittelpromenade dieser Straße entlang, berzichteten unsere Genossen darauf, sich von Restaurant in der Danzigerstraße und verabschiedete sich dort mit als er von einem Schneeball getroffen wurde, in dem sich ein kleines verbändlern stundenlang anpöbeln zu lassen und verließen den Worten: Jetzt feiere ich mit meiner Braut Abschied!" Niemand Steinchen von hartgefrorenem Schnee umgeben befand. Der Ball demonstrativ den Saal. Herr Pauli blieb mit seinen zwei Duzend ahnte, was W. vorhatte. Er holte seine Braut ab und wanderte zerbrach die Brille des Unglücklichen, deren Glassplitter ins linke Reichsverbändlern allein im Saal zurück. Unsere Genossen begaben längere Zeit mit ihr in den Straßen umher. In früher Morgen- Auge drangen. Nach ärztlichem Ausspruch ist die Sehkraft auf dem sich an 300 Mann start in Begleitung vieler Frauen nach dem Schützenhause, wo zu 5 Uhr eine Versammlung angemeldet war. stunde landeten die beiden in der Laubentolonie Hermannsruh", in verlegten Auge unwiederbringlich verloren. unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Prenzlauer Allee. Hier spielte sich Vor einem geriebenen Berliner Bettelbrieffabrikanten wird Genosse Groger richtete eine feurige Ansprache an die Genossen, die Tragödie ab. M. schnitt seiner Braut mit einem scharfen Messer gegenwärtig seitens der Polizei in Leipzig gewarnt. Dortige gut- in welcher er das Gebaren der Paulianer treffend kennzeichnete und an der linken Hand die Bulsader auf und brachte sich dann selbst einen fituierte Personen erhielten in letzter Zeit von dem Buchbinder zur fleißigen und unermüdlichen Agitation für unseren Kandidaten tiefen Schnitt in die Ader bei. Das junge Mädchen brach sofort zusammen, Josef Neundorfer aus der Koloniestraße 39F in Berlin Bittgesuche, aufforderte. erhob sich jedoch bald wieder, schleppte sich ein Stück Wegs fort und brach denen stets ärztliche Atteste beigelegt waren. In diesen Briefen dann auf dem Fußwege noch einmal zusammen. Dort wurde sie schildert der Mann in herzbewegenden Worten die Notlage seiner dann tot aufgefunden. W. verließ hierauf blutend die Laubenkolonie Familie. Wie amtlich festgestellt worden ist, betreibt Neundorfer und als ihn in der Prenzlauer Allee ein Wächter fragte, was ge- diese Bettelei gewerbsmäßig und ist deshalb schon mehrfach mit schehen sei, erwiderte er:" Ich habe meine Braut getötet und wollte dem Strafgeset in Konflikt geraten. Er hat sich ein vollständiges auir selbst das Leben nehmen." Der Wächter brachte den Schiver- Archiv angelegt, in dem er die Adressen vermögender Leute von verlegten nach der Unfallstation Schönhauser Allee, wo er den ersten ganz Deutschland, sowie die Art, unter welchem Dedmantel ihnen Notverband erhielt. Er wurde dann als Polizeigefangener in die am besten beizukommen ist, berzeichnet hat. Charité eingeliefert. " = In Keyin erklärten die Konservativen, auch einem Gegner eine Viertelstunde das Wort zu erstatten, der nicht im Kreise wohne. Unsere Genossen, die fast den Saal allein füllten, gaben sich damit, wenn auch widerwillig, zufrieden. Leider mußten sie die Erfahrung machen, daß es den Paulianern nur darum zu tun war, eine volle Versammlung zu behalten, um ihre Lügen und Entstellungen bequemer abladen zu können. Nach Pauli, der kurz nach 8 Uhr das Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 2. Februar d. J. nach Wort nahm, sprachen noch zwei Referenten: ein aus Südwestafrika Ein heftiger zufammenstoß zweier Straßenbahnzüge, bei mittags gegen 5 Uhr wurde in der Turmstraße, an der Emdener- herbeigeeilter Schußtruppler und ein Redner vom Reichslügenverband. welchem eine Anzahl Fahrgäste verlegt wurden, fand gestern morgen straße, der nachstehend näher beschriebene, anscheinend dem Arbeiter- Pauli beteuerte feine Gegnerschaft zur Verschlechterung des Wahlam Moltenmarkt, Ede der Stralauerstraße, statt. Von dem in der stande angehörende Mann vom Blutstura befallen und in bewußt rechtes, um sich alsdann der alten Ladenhüter des Reichsverbandes Richtung nach Schöneberg fahrenden Straßenbahnzug der Linie 59 losen Bujiande nach der infallstation 19 in der Huttenfiraße ge- gegen die Sozialdemokratie zu bedienen. Der Schustruppler sang sprang an der Weiche der Anhängewagen Nr. 2586 aus dem Gleise schafft, woselbst der diensthabende Arzt nur noch den inzwischen ein Loblieb auf die Kolonien und der dritte Redner ein Mitglied und prallte gegen den aus entgegengesetter Richtung kommenden eingetretenen Tod feststellen konnte. Die Leiche wurde darauf dem des Reichsverbandes, schleuderte die schamlosesten Beleidigungen und nhängewagen Nr. 2738 eines Straßenbahnzuges der Linie 74. Leichenschauhaufe überwiesen, wofelbft fie bisher nicht refognossiert Berdächtigungen gegen die Sozialdemokratie und ihre Führer, Der Zusammenstoß erfolgte mit solcher Gewalt, daß von dem ersten worden ist. Der Tote war zirta 45-50 Jahre alt, 1,64 Meter groß, Endlich furz vor 12 Uhr nachts tam unser Genoffe Schneider- Berlin Baggon die Borderplattform vollständig abgerissen wurde. Leider bunkelblond, hatte an der Seite des Kopfes vollbeginnende Glaze, wurden eine Anzahl Personen bei dem Zusammenstoß verlegt. Die obwohl ihm nur 15 Minuten Redezeit zur Vorgraue Augen, stumpfe Rafe, lüdenhafte Zähne, mittelstarten, röt- zum Wort, der in, der Marienburgerstr. 27 wohnende Verkäuferin Fräulein Perfece lichen Schnurrbart und volles, rundes Gesicht. Bekleidet war der führung standen die Lügen und Verdrehungen der Gegner erlitt anscheinend leichtere innere Verlegungen, der Kaufmann felbe mit braunem steifen Sute, graupunktierter Sose und Weste, schlagend widerlegte. Die Legende von der Feindschaft der Stiewet, Wörthstr. 20 in Weißensee wohnhaft, flagte über Stopf- fchwarzem, flodigen Winterüberzieher( Strimmer), Leibgurt, gea. Sozialdemokratie zum Mittelstand und Kleinbetrieb sowie zum schmerzen, Frau Handwerk, Barnimstr. 21, erlitt eine leichte Kontusion am Kopfe und der Kaufmann Emanuel Dreßler, Dresdener Gut Heil", Schnürstiefeln, weißem Leinen- und Jägerschem Bauernstand führte der Rebner durch die ökonomische Entwickelungstufion am Kopfe und der Kaufmann Emanuel Dreßler, Dresdener: Normalhemd, brauner Unterjace, grauer Barchendhose und weiß lehre glänzend ad absurdum. Die von dem Reichsverbändler gestraße 39, eine blutende Kopfwunde. Von den Verunglückten nahm und schwarz gestreiftem Halstuch. Als besondere Kennzeichen nur der letztere die Hülfe der Unfallstation in der Brüderstraße in dient eine über die ganze Stredjeite des rechten Unterarmes fich fengnete Fleischnot bewies Redner, indem er Aussprüche des hinzichende große Narbe, anscheinend von einer Operation herrüh- liberalen Standidaten Dr. Freund zitierte, die dieser in bezug auf rend, wie solche bei Blutvergiftungen vorgenommen werden. Ferner die Landesversicherungsanstalt Berlin getan hatte. trug der Tote an der Uhrkette eine Medaille, Pius IX. darstellend. feurigen Appell an die Anwesenden, nur dem Kandidaten der SozialAnspruch. Von einem Einbrecher niedergeschlagen wurde am Sonnabend mittag um 12 1hr das 16 Jahre alte Dienstmädchen Anna Kumm, Mit einem demokratie die Stimme zu geben, schloß Redner unter brausendem Beifall seine Ausführnngen. Als nun ein anderer Genosse, der unmittelbar nach Schneider zum Wort gemeldet war, sprechen wollte, erklärte der Vorsitzende, daß nun erst wieder die Referenten antworten müßten Unser Protest gegen diese-Z völlig unparlamentarische Gebaren war nutzlos. Unsere Genossen zogen es vor, auf das weitere Anhören von Anpöbelnngen und Verleumdungen zu verzichten. Unter den Klängen des Sozialistenmarsches verließen die Ar beiter den Saal, in welchem höchstens noch 25 Paulianer zuriick- blieben. » Der vergangene Sonntag wurde von unseren Genossen zu reger Agitationsarbeit �für die heute stattfindende Stichwahl benutzt. Außer der Verbreitung eines Flugblattes im ganzen Kreise fanden noch eine große Anzahl Wählerverlammlungen statt, die vielfach auch von Gegnern sehr stark besucht waren. Die Reaktion hatte ihren ganzen Troß aufgeboten, um Stimmenfang für den konservativen Kandidaten zu betreiben. In Beetz sprach am Nachmittag Genosse Fü lle-Berlin vor gulbesuchter Versammlung. Der dortige Ortsgeistliche, der schon die vorhergegangene Versammlung zu einem Rededuell mit unserem Referenten aufgesucht hatte, war auch die-mal wieder erschienen und halte Sukkurs mitgebracht, so daß drei geistliche Herren die Versammlung zierten. Von ihnen ging außer dem Ortsgeistlichen besonders der Pastor Richter temperamentvoll ins Zeug, dem der Referent ebenso lebhaft diente. Besonders beachtenswert war das Zugeständnis der geist lichen Herren, daß die Altersgrenze zum Bezug der Altersrente mindestens auf das 65. Lebensjahr herabgesetzt werden müsse und daß die Einführung einer progressiven Reichseinkommensteuer ein Ge bot der Gerechtigkeit und Billigkeit sei. Genosse Fülle erwiderte den Herren, wenn Pauli solche Forderungen im Reichstage vertreten wollte, würde er mit Glanz aus der konservativen Fraktion hinaus geworfen.— Am Abend sprach Genosse Fülle in Sommerfeld. Hier war der Saal zu dreiviertel von Konservativen und Frer sinnigen besetzt, die sich gleich am Beginne des Referats durch störende Zwischenrufe bemerkbar machten. Auch der Pastor Richter war unterem Redner gefolgt und beteiligte sich an den Zwischenrufen. Trotzdem gelang es dem Referenten bald, sich Gehör zu verschaffen und die politische Lage, wie sie sich nach dem 25. Januar ergeben hat, scharf zu kennzeichnen. An der Diskussion beteiligte sich wieder Pastor Richter. Vom Referenten gestellt, bezeichnete er die Sozialdemokratie im Vergleich zum Zentrum als das kleinere Uebel, was bei den Männern vom Hottentottenblock recht verblüffend wirkte. Auch darin stimmte er dem Referenten bei, daß die Religion mit der Schule nicht ver- quickt werden dürfe und die Trennung der Kirche vom Staate not- wendig sei; mindestens ein Drittel aller Geistlichen sei für diese Forderung. Der Führer der dortigen Freisinnigen verwies auf den Beschlutz des Potsdamer liberalen Wahb Vereins, in der Stichwahl entweder� für Pauli zu stimmen oder weiße Zettel abzugeben. In seinem Schlußwort betonte Genosse Fülle, daß seine Partei keinen Stimmenfang treiben wolle; jeder wirklich freigesinnte Mann müsse wissen, daß er bei der Entscheidung am Dienstag nicht der Reaktion, sondern dem Fortschritt zum Siege verhelfen müsse. Auch in Fehrbellin, wo Genosse Ströbel referierte, waren die Gegner sehr zahlreich vertreten. ES fand eine mehr stündige Diskuision statt, an der sich eine Anzahl bürgerlicher Redner beteiligten. Den Zorn des Ortsgewaltigen von Ketzin erregten am Wahltage unsere Genossen Klemm und Kumrow, weil sie Plakate ljermm getragen hatten, die in großen Lettern die Aufschrift trugen:„Wählt Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht". Prompt erhielten die beiden Sünder am 30. Januar je ein Strafmandat von 3 M. Charlottenburg. Die Charlottenburger Gcwerkschaftskommission hielt am Mittwoch, den 36. Januar, im„Volkshause" ihre erste diesjährige Sitzung ab. Den Kassenbericht pro 4. Quartal 1906 erstattete der Kassierer Ge- noffe Scheible. Mit einem Bestände von 636,87 M. bezifferten sich die Einnahmen auf 1814,02 M., die Ausgaben dagegen auf 532,55 M. so daß am Schlüsse des Quartals ein Bestand von 1281,47 M. vor- Händen ist. Hierauf referierte der Vorsitzende der hiesigen Zahlstelle des Holzarbeiterverbandes Genosse Pohl über die Aussperrung in der Holzindustrie in Berlin und den Vororten. Durch die im „Vorwärts" eingehend behandelte Aussperrung erübrigt es sich, die Ausführungen des Redners wiederzugeben. Zum Schluß forderte er die Delegierten der einzelnen Organisattonen auf, bei den Mitgliedern dahin wirken zu wollen, daß die Ausgesperrten der Sympathie und im Fall der Not der materiellen Hülfe der organisierten Arbeiter- schaft sicher seien. Die Genossen Brandt, Gebert, Fleinming, Eike, Schulz und Scheible erklärten, im Namen ihrer Gewerkschaften eine solche Zusicherung bereits abgeben zu können. Unter„Gewerkschaft- liches" ersuchte alsdann Genosse Paget, die Agitation namentlich unter den weiblichen Angestellten im Handelsgewerbe, besonders in den Warenhäusern, fördern zu helfen. Das gleiche Ersuchen stellt der Vertreter der Gemeindearbeiter bezüglich seiner Organisation. Dem soll in geeigneter Form nachgekommen Iverden. Genosse Gebert vom Handels- und Transportarbeiter- verband wies noch auf die Agitation unter den Brauereikutschern hin und teilte mit, daß sämtliche organisierten Kutscher Kontroll- karten besitzen. Zum Schluß berichtete der Vorsitzende, Genosse Flemming, datz von der Organisation der Glaser auf das mündliche Ersuchen zum Anschluß an die Gewerkschaftskommission bisher noch keine Antwort eingelaufen sei. Der GewerkschastSkommission gehören bis jetzt 27 Gewerkschaften an. Lichtenberg. Gemeindevertretung. Von den 13 Punkten der Tagesordnung wurde der Antrag dos Gemeindevorstandes auf Abänderung der Fluchtlinie des SandwegeS am Treffpunkte der Gürtelstratze aus Anlaß der in diesem Jahre zur Ausführung kommenden Verbreiterung der Eisenbahnunterführung und damit der Freilegung der Gürtel« stratze in ihrer ganzen Breite vertagt. Ein weiterer Antrag betreffend die Erhöhung der AlterSzulagen der hiesigen technischen Lehrerinnen wurde zurückgezogen, da inzwischen die Genehmigung der Regierung für die bereits im Frühjahre beschlossene Erhöhung eingetroffen und der Antrag demnach einem— Versehen feine Existenz verdankt. Die Herstellung in anbaufähigem Zustande tvurde auf Antrag einer Terraingesellschast und auf deren Kosten für den Tristwcg nördlich der Frankfurter Chaussee kkschlossem Beschlossen wurde ferner die Festsetzung beziehungsweise Veränderung der Fluchtlinien der Straßen 9 und 3 des Bebauungsplanes. Die Kosten der Regcnwasserleitung werden nun auf Beschluß nicht mehr per laufenden Meter Straßenfront, sondern per lausenden Meter Baufront mit 35 gegen bisher 36 M. zur Erhebung kommen. Die Gemeindevertretung stimmte einem Vergleich mit dem Ritter- gutsbesitzer Röder zu, der einen ganzen Rattenkönig von Differenzen aus dem Wege räumt. Auf Erfordern des Amtsgerichts. Lichtenberg stimmte die Vertretung für Erteilung einer Generalprozeßvollmacht an den Gemeindevorsteher bezw. dessen Beauftragten. Desgleichen wurde gutgeheißen, angebotene Gelder von Sparkassen zum Zins- fatze von 4 Proz. in Höhe von 266 666 M. als Anleihe auszunehmen und die Wahl des Kaufmann Fricke zum Waisenrat an Stelle des Herrn Horstmann. Ohne Debatte wurden weiter 16 666 M. zur Auf- slcllung des Projektes für den Erweiterungsbau des Rathauses be- willigt. Die Kosten des Baues werden stuf etwa eine Million Mark veranschlagt und soll mit dem Bau. der mit der Front nach der Rathausstraße zu stehen kommen soll, noch im Laufe des Etatsjahres begonnen werden.— Einen Sturm im Glase Wasser rief die Anfrage unseres Genossen hervor, in der er sich nach der Stellung bezw. Maßnahmen des GcmeindcvorstandeS angesichts des völligen Versagen� der„Großen" und der Zustände auf den Straßen deS Ortes anläßlich der letzten Schneefälle erkundigte. Daß die Straßen des Ortes an ein hinter- viiimcrsches Dorf erinnern sollten, soweit eS sich um die Passage- Möglichkeit handelt, entfesselte bei den Lokalpatrioten hellen Zorn und der Dezernent der Straßeirreinigung erzählte ganz erregt: sogar 18, 26 und heute bis 36 Hülssarbeiter seien eingestellt und in Berlin seien die Zustände nicht besser, na also! Die„Große"? na, die stände eben vor einem„Naturereignis" und im übrigen wende sie ja auch alles an, was zur Abwendung des allerdings nicht an- genehmen Uebelstandes geschehen könne: im weiteren habe ja die Gesellschaft einen furchtbaren Schaden und damit war der Programm- tvidrige Zwischenfall erledigt. Adlershof. Die letzte Gcmeindcvcrtretersitzung beschäftigte sich mit der Ab- änderung der bisher gültigen Armenordnung. Durch den Beschlutz, in Zukunft auch Frauen mir gleichen Rechten an der Armenverwaltung teilnehmen zu lassen, wurde der öfteren Anregung unserer Partei- genossen entsprochen. Die Diskussion über Anträge von Hauscigen- tiimern auf Stundung der Herstellung von Kanalisattonsanlagen führte zu lebhafter Kontroverse zwischen dem Genossen Hildebrandt einerseits und Dr. Ehrmann und Pförtner andererseits. Gegenüber den Anträgen der Hauseigentümer nahm Genosse Hildebrandt eine ablehnende Stellung ein. Derselbe führte aus, daß die Durch- führung der Kanalisation aus hygienischen Gründen unbedingt statt- finden'müsse. Eine Berücksichtigung der finanziellen Lage der ein- zelnen Hauseigentümer könne nicht in Bettacht gezogen werden, da die Herstellung der Kanalisationsanlagen eine auf dem Grund- stück liegende Last sei. Im Jntereffe der Gesamtheit der Einwohner- schaft könne es nicht liegen, wenn die Gemeindevertretung, nur um den kleinen Hauseigentümer zu erhalten, eine Stundung eintreten lasse. Außerdem liege aber auch in der Stundung für einzelne eine Ungerechtigkeit, da mindestens ein Drittel aller Hauseigentümer sich in der gleichen prekären Lage befinden, wie die Antragsteller. Also schon aus Gerechtigkeitsgefühl die Ablehnung der Anträge gefordert werden müsse. Aus diesen Ausführungen glaubte Dr. Ehrmann einen Gegensatz mit der sonstigen politischen Stellung des Vorredners konstruieren zu können, da doch die Sozial- demokratie sonst immer den Schutz der Schwachen für sich reklamiere. Den Gemeindeverordneten Pförtner veranlaßte sogar die Stellungnahme des Genossen Hildebrandt zu dem Aus- sprach, daß sich„Herr Hildebrandt schämen müsse, mit solchen Ansichten Gemeiir deVertreter zu sei n". Gegenüber der Erregung des letzten Redners hob sich die sachliche Erwiderung des Genossen Hildebrandt vorteilhaft ab, welcher es vermied, entsprechend dem Sprichwort:„Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil" zu antworten. Mit sechs gegen fünf Stimmen wurde drei Hauseigentümern Aufschub gewährt. Für die Entwässerung des Vollkropfgrabens vom Schnittpunkte des Adler- gestells lag ein Projekt des Landmessers Schwankhäuser vor. Nach demselben sollten die Entwässerungsröhren durch die neu- gepflasterte Moltkestraße gehen. Dadurch würde die viermalige Auf- reißung des Straßenpflasters notwendig sein, da auch die Be- wässerungSröhren in die Bürgcrfteige umgelegt werden müßten. Nach einem Projekt des Bauführers Rebbin sollen die Regcnwasser- entwässernngsröhren im Zuge des Adlergestells bis zur Oppenstraße gehen. Da diese Straße aber auch nur altes Pflaster euthäst, so wurde neben bedeutender Ersparnis auch vermieden werden, daß das neue Pflaster der Moltkestraße schon wieder aufgerissen werden müßte. Die Ausführung des letzteren Pflasters wurde beschlossen. Der Anttag mehrerer Anlieger der Kaiser Wilhelmftraße, die schönen alten Bäume auf den Bürgersteigen zu entfernen, da dieselben eine Gefahr für die Grundmauern der Garteneinzäunungen darstellen, wurde bis zum Frühjahr verlagt, um eine örtlickie Aesichiigung vorzunehmen. Allseitig ivurde der Wunsch geteilt, diese Bäume der Straße zu er- halten, da durck dieselben erst die Straße ihr schönes Aussehen be- komme. Zum Schluß gab der Gemeindevorsteher noch eine Ueber- sicht über den Voranschlag des Gemeindeetats, welcher durch die Einführung der Be- und Entwässerung des Ortes eine vollständige Umänderung erfahren mußte. Der Genosse Hildebrandt rügte, daß auch für das Etatsjahr 1667 noch kein Posten für ein Gewerbe- schiedSgericht eingestellt, während der Posten für die RechtSauskunsts- stelle der sozialen Gesetzgebung vorhanden fei. Daraus entnehme er, daß auch für dieses Jahr der Gemeindevorsteher nicht die Ab- ficht habe, das Gewerbeschiedsgericht zur Lorlage zu bringen. Ebenso finde die Wertzuwachssteuer im Voranschlag keine Berück- sichtigung, trotzdem die Kommission dafür schon längst eingesetzt sei. Auch der Posten für ein Feuerwehrdienstgebäude sei so niedrig ein- gesetzt, datz der Redner befürchte, daß die versprochene öffentliche Badegelegenheit nicht mit dem Projekt verbunden sein werde. Gegenüber diesen Ausführungen verwies der Gemeindevorsteher auf seine Ueberblirdung durch die vorhandenen Arbeiten und stellte in Aussicht, daß in nicht zu ferner Zeit ein besoldeter Schöffe angestellt werden müsse. Doch glaube er versprechen zu können, daß im Laufe des Jahres sicher das Gewcrbeschiedsgericht zur Vorlage gelangen werde. Betreffs der öffentlichen Badegelegenheit habe er dem Amts baumeister, welcher die vorhandenen Skizzen einer Prüfung unter- ziehen solle, auch die Einrichtung der öffentlichen Badegelegenheit an die Hand gegeben, so daß auch darüber später Beschluß zu fassen fei. Für die'WertznwachSstener sind die notwendigen Unterlagen nun- mehr beschafft, so daß die Kommission in nächster Zeit an ihre Aufgabe herantreten könne. Wir iverden abwarten, welchen Wert diese Wer- sprechungen haben. Auf jeden Fall werden unsere Genossen nicht verfehlen, immer wieder ihre Forderungen in Erinnerung zu bringen. Weißensee. Ei» Opfer der Glätte wurde gestern der Arbeiter Severis, als er den Fahrdamm der König-Chaussee überschreiten wollte. Er ver- snchte unmittelbar vor einer herannahenden Droschke den Fahrweg zu kreuzen, glitt jedoch aus, stürzte gegen die Seitenwand des Wagens und wurde zurückgeschleudert. S. fiel so unglücklich, daß er einen Schädelbruch erlitt und in hoffnungslosem Zustande nach dem Weißenseer Äranlenhause übergeführt werden mußte. Reinickendorf. Aus dem Fenster gesprungen ist in der Berlinerstraßc die 25 jährige Frau des Kaufmanns Keller. Dem Vorgange soll ehe- sicher Streit zugrunde liegen. In hoffnungslosem Zustande wurde die Verletzte in das Virch'ow-Krankenhaus eingeliefert. Spandau. Bekanntlich hatte der Magistrat der Stadtverordneten-Ver- äimnlung eine Vorlage gemacht, die Döberitzer Heerstraße, soweit ie in das Gebiet der Stadt fällt, auf städtische Kosten auszubauen. ~ c Kosten würden etwa 1666 666 M. betragen. Die Stadtverordneten-Versammlung beriet am Donnerstag in geheimer Sitzung darüber und vertagte die Vorlage. So ganz ohne Gegenleistung der Regierung wollte man die 1% Millionen doch nicht schlucken. Man wählte eine Spezialkommission, welche bei der Regierung wegen einer Gegenleistung vorstellig werden soll. Die Kommission wird die Vorlage nachher schon so herrichten und überzuckern, datz die Versammlung sie ohne großes Entgegenkommen der Regierung doch schlucken wird, wenn auch nicht die geringste Aussicht vor- handen ist, die 1% Millionen später durch Anliegerbeiträge wegen der hübschen Düfte der in der Nähe liegenden Charlottenburger Rieselfelder wieder zu bekommen. Man muh unsere Stadtvätcr nur zu nehmen verstehen, das heißt an ihr patriotisches Gefühl zu appellieren, dann springen sie schon. Vermifcbtes. Heber große Schneefälle und Kälte im Auslände wird berichtet: Paris, 3. Februar. A»S allen Teilen Frankreichs wird über an- haltende Kälte und Schneestürme berichtet. Mehrere Eifenbahnzüge sind im Schnee stecken geblieben. Der Schnee erreicht stellenweise eine Höhe von V/3 Meter im Arriegctale. Auch in Paris herrscht anhaltende Kälte. Im Laufe des gestrsgen TageS sind 14 Personen infolge der Kälte unigekommen. Tarbcs, 2. Februar. Das Kasino von Barröges und etwa zwanzig Häuser dieses Ortes sind durch eine Schncelawine zerstört Worden. Mehrere Personen sollen unter den Trümmern begraben sein. Paris, 4. Februar. Aus TarbeS sind 66 Arbeiter nach BarrsgeS abgegangen, um bei der Ausgrabung der durch eine Schneelawine verschütteten Personen behülflich zu sein. Eine Frau und zwei Mädchen werden noch vermißt. Die Rettungsarbciten werden mit großer Energie fortgefetzt. Rom, 3. Februar. Wie das„Giornale d'Jtalia" Catania be- richtet, herrschen dort empfindliche Kälte und starke Schneestürme. welche die ganze Gegend verwüsten. Zwei Greise wurden erfroren aufgefunden. Pamplona» 3. Februar. Infolge eines furchtbaren Schneesturms sind die Eisenbahnstrecken blockiert. Mehrere Ortschaften sind vom Verkehr abgeschnitten und leiden Mangel an Lebensmitteln._ Untergang eines spanischen Dampfer?. Der spanische Dampfer „Therese Bilbao" ist gestern 27 Meilen östlich von Kap Passoro ge- sanken. 26 Mann von der Besatzung wurden in Shrakus gelandet. Mehrere Rettungsboote sind an den Unglücksort abgegangen. 13 weitere gerettete Personen sind nach Kap Negro unterwegs. Die. Zahl der Opfer ist noch nicht bekannt. Von 18. Hcst im Eingegangene DrncKfdmften. der„Neuen Zeit"(Stuttgart, Paul Singer) ist soeben das des 25. Jahrganges erschienen. Das Heft hat folgenden Inhalt: Glücke.— Der 25. Januar. Von K. KautSky.— Die sozial- demokratische Bewegung in Bulgarien. Eine Ucberstcht von Georg Bakaloss. — Mathematische Formeln gegen Karl Marx. Von L. B. Boudin, New Jork. (Schluß.)— Literarische Rundschau: John Holland Rose, Napoleons I. Von K. K. Karl Federn, Die Flamme des Lebens. Von Franz Diedcnch. Robert Damieberg, staatslchrwerkstätlc». Von JuIiuS Dculich.— Notizen: Stalistik über die Streiks und Aussperrungen der russischen Arbeiter. Von dl. dl. Nochmals Sombarts Buch über den amerikanischen Arbeiter, Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal lind ist durch alle Buch- Handlungen, Postanstallen und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen: jedoch kann dieselbe bei der Post nur pro Quartal abonniert werden. Das einzelne Hcst tostet 25 Pj. Probenummcrii stehen jederzeit zur Vcrsügung. Bon der„Gleichheit". Zeitschrift sür die Interessen der Arbeitettmicn (Stuttgart, Verlag von Paul Singer), ist uns soeben Nr. 3 des 17. Jahr- ganges zugegangen. Die Nummer hat folgenden Inhalt: Motto. Von Ferdinand Frciligrath.(Gedicht.)— Die ReichStagswahl am 25. Januar. Von G. Ledebour.— Aus zur Stichwahl l Von Luis- Zieh.— Mahnruf. Von Hanna Dorsch.— Die bürgerlichen Frauen im Wahlkampf.— Die Stellenvermittelung. Von Mathilde Wurm,(Schluß.)— Aus der Bewegung: Von der Agitation.— Von den Organisationen.— Tätigkeitsbericht der Vertrauensperson der Chemnitzer Genossinnen.— Jahresbericht der Vertrauensperson der Genossinnen von Lichtcnstein- Callnberg.— Politische Rundschau. Bon H. B.- Gewerkschastlichc Rundschau.— Eine erste dculsche Konferenz zur Förderung der Arbeiteriimenmteressen.— Notizeilteil: Dienstbotensragc.— Fraucnstimmrecht.— Gewerkschaftliche Arbciicrinnenorganisation.— Fürsorge sür Mutler und Kind.— Berichtigung. — Feuilleton: Nimmermehr. Von Ndolj Lcpp.(Gedicht.)— Ein Kind. Von A. R. Für unsere Mütter und Haussrauen: Ermutigung. Von Paul Fleming.(Gedicht.)— Verhütung und Heilung des StotternS Jjei Kindern, n. Von 0. R.— HauSpflcge und Hauspslegekasscn. II. Von Henriette Fürth.— Die Heldin unserer Tage. Von Christian Schuchhardt. (Gedicht.)— Fräulein, das geht Sie doch gar nichts an! Von Lob.— Die Mutter als Erzieherin.— Not. Von Martin Bodenstedt.(Gedicht.) Die„Gleichheit" erscheint aller 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen beträgt der Abonnementsprcis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pj., unter Kreuzband 85 Pf. Jahresabonnement 2,60 M. Berliner Marktpreise. Ans dem amllschei, Bericht der slädtlschen Marklhallen-Dircktiou.(Großhandel.) Rindstcisch 1» 69—74 pr. 100 Pfd., IIa 63-63. lila 57-62, IVa 49-55, dän. Bullen 60-65, Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppclländer 110-125, la 82-90, IIa 72-80, lila 54-68, boll. 0,00, dän. 60—68. Haninielfleisch la 66—74, IIa 60— 64. Schweinefleisch 52—60. Rehwild, plomb. Per Pfd. 0,70—75, la 0,00, Rotwild la 0,40-0,48. IIa 0,30-0,38, do. Kälber 0,30—0,50. Damwild 0,40—0,55, do. Kälber 0,40—0,70. Wildschweine 0,30—0,50. Frischlinge 0,60—0,73. Hasen per Stück 2,50—3,40, do. klein und IIa 0,00. Kaninchen per Stück 0,80—1,05. Wildente» per Stück 0,00. Hübner, alte per Stück 1,80—3,60, do. IIa 1,25— 1,3(>, do. junge per Stück 1,30—1,50. Tauben per Stück 0,65—0,90, junge kleine 0,00, italienische 1,00. Ente» per Stück 1,60—3,00. Hamburger junge per Stück 2,75 bis 3,50. Gänse, Oderbr., per Pfd. 6,00, do. Hamburger pr. Psd. 1,10 bis 1,20, Eis- 0,50-0,67. Hechte per 100 Psd. 93-95, groß 69. Zander. groß 0,00, matt 0,00. Schleie, unsort. 134, groß 81—84. Bleie 00—00, Aale, groß 0,00, millcl 0,00, klein und mittel 83—84. Plötzen, klein 00—00, groß, matt 0,00. Karpfen, 45er 65, do. 100cr 50—53. Bunte Fische 00—00. Barse, matt 0,00, da. 68, Karauschen 0,00. Wels 0,00. Quappen 0,00. Bleifische 00—00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Pfd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 20. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,25, Danziger, Wall 0,50—0,60. Flundern, Kieler, Stiege la 3—4, do. mittel ver Kiste 2—3. Hamb. Stiege 4—5, halbe Kille 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50—5,00, Stralsniider 6,00. Aale, groß per Pfd. 1,10—1,30, nültelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kisie 3—4,00, do. '/, Kiste 2,00. Kavlian, p. 100 Psd. 20. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er' per Anker 93, 1904er 93, 1905a- 90, 1906er 73—76. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40-44, füll. 36-38, med. 35—42, deutsche 37—44. Hcriuge. neue MatjeS, per To. 60—120. Sardinen, vufs.. Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riefen- 14. Eier, Land-, per Schock 4,75—5,80. Butter per 100 Pfd. la 114-120, IIa 110-115, lila 108-112, abfallende 90-100. Saure Gurken Schock 3,50—4,00, Pfeffergurken 3,50—1,00. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, rnagnurn bonuiu 2,10—2,25, Daberjchc 2,10— 2,25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salalkarloffeln 5,00—6,00. Spinat per 100 Pfund 15—20. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 2,00—5,00, do. poimncrsche 5,00—6,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 2,50— 4,00. do. kleine 2,25—2,50. do. hiesize(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00. Kohlrabi per Schock 0,00. Rcllig, bahr., per«chock 2,40—4,80. Mohrrüben per 100 Pfund 3,50—4,00. Tcltower Rüben per 100 Psd. 7—10. Weiße Rüben, grosie 2-2,50, kleine 6-8. Rote Rüben 2,00-2,50. Blumenkohl ital. p. Kops 0,16—0,35. Kohlrübe» per Schock 2—2,50. Wirsingkohl per Schock 3,00—6,00. Rotkohl per Schock 3,00-8,00. Weißkohl 100 Psd. 2.00-3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 20-25. Grünkohl per 100 Psd. 4-5. Schnittlauch 12 Töpfe 2,00-4,50. Birnen, per 100 Psd. hiesige 0,00, böhm. 8—20, ital. 35—38. Acpsel, per 100 Psd., hiesige 6—24, Gravensteiner 0,00. Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32-60, Amcrik. 11-30. Zitronen, Messina. 300 Stück 7,00-10,00, 360 Stück 7,00—9,00, 200 Stück 9—13. Apfelsinen, Jaffa, per Kiste 0,00, Murcia 200 er Kiste 7-10, do. 300a' 8-12, Valencia 420er Kiste 13-18,00, do. 714 er 17-22, Messina. Blut. lOOcr 7-12, do. 150 er 7,50-12, do. 80 er 9,50—11. Mandarinen, Kiste 0,65—1,40, do. in Körben i>« 100 Psd. 17-25._ WittcriiugSüberstcht vom 4. Februar 1907, morgend» UOt. Stationen Ii 1= 65— = C e s Odin Swinemde 768 O amburg! 767 ONO erlin>767 Still Franff.a.M.f766NO München s 767 SW Wien>767 S 2 bedeckt 1 bedeckt bedeckt 3 bedeckt 5 Nebel 1 Nebel e-_ — 1 — 1 _ o '—8 Stationen i s taparanda i 765 SW eterSburg!?73W Scillh 767 ONO Werdeen I766SW Paris 768 ONO »dt« 4wolkig 2 Schnee 1 halb bd. 2 wolkig Ibedeckt £& —-3 —4 8 0 Wetter-Prognose für DicnStag, de» S. Februar 1967. Vorwiegend ttübc mit leichien Schneefällen, schwachen südöstlichen Winden und wonig va'ändertcr Temperatur. Berliner Wetterb»reau. Wiasserftaud am 4. Februar. Elbe bei Ansfig— ,— Meter, bei Dresden— 1,12 dp.— Elbe bei Magdeburg-s- 1,51 Meter, Eisgang.— Elbe bei Sttaußjurt— ,— Meter.— Oder bei Ratibor+ 1,48 Meier. O d e r bei Breslau Unicrpcgel— 0,66 Meter.— Neißemündung 4- 2,68 Meter. Oder bei Brseg ff- 3,20 Meter.— Jandorf's 908 Woche Woche hat bereits begonnen und dauert bis Sonnabend den 9. Februar Verkäufe. 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Wegen der Aussperrung in der Berliner Holzindustrie sind folgende 78/5 Bauten gesperrt: Supke. Firma Sawatzki. Württembergischestraße 36 und 37, Ecke Ließenburgerstraße. Landshuterstr. 18. Bauten der Firma Jäger, Charlottenburg. Charlottenburg, Straße 26, Barz. 25. Jablonskiftr. 25. Bauten der Firma Jarotzki. Jagdschloß Glienice. Bauten der Firma Plagemann. Fürstenhof", Botsdamer Platz. Witting, Sielerstraße. Bauten der Firma Traxel. Tempelhof, Germania- u. Gottlieb. Dunkelstraßen- Ede, Bauherr Schallhorn u. Röhl. Bauten der Firma Iden. Bouantstraße in Bantom neben dem Bosadowstyhaus, Baumeister Köppen. Elisabethstraße, vis a vis der Streligerstraße. Bauten der Firma Metall Bauten der Firma Ziehe. Charlottenburg, Tauroggenerstr. 46. Rigdorf. Harzerstr. 3 Bauten der Firma Emmeluth. Nixdorf. Gewerkschaftshaus der arbeiter. Charitéftraße. Bauten der Firma Schmidt, Frankfurter Allee. Dudenarderstr. 5, Bau Dowe. Lichtenberg, Magdalenenstr. Bau Fischer 42, Bauten der Firma Spohn: Weichselstraße 56/57, Nixdorf. Bauten der Firma Erdmann: Ministerialbireft. Neuhaus, Dahlem, Bartstraße. Mathefius, Ritolasjee, an der Neh wiefe Jagdschloß Glienice. Fürstenhof, Potsdamer Platz. Bauten der Firma Langermann: Wilmersdorf, Pariser- und Bitten bergstraßen- Ede, Bau Heffe. Bismard Charlottenburg, Weimarstraßen- Ede, Bau Hübner. Bauten der Firma Grün& Hetwig: Städtische Anstalt in Buch. Barbarossaplaz, Hochschule. Oldenburgerstraße, Klosterbau. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilstätte. Bellermannstraße. und Sybelstraße, Ede Dahlmannstraße. Bauten der Firma Gebr. Faul: Mohrenstraße 44/45. Jägerstraße 63, Berlin. Potsdamerstr. 15. Neuendorf, Monumentenstr. 27. Pariferstr. 21/22, Wilmersdorf. Gebr. Fidert, Chauffeestraße, Mariendorf. Offizierkasino, General Papestraße, Schöneberg. Anstalt Beelik( Fenster), Pavillon 4b. Nadge, Holzbandlung, Rummels. burg, am Wilhelmsberg. Bauten der Firma Grunert& Seemann: Schönhauser Allee 97. 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Bauten der Firma Repke, Charlottenburg: Lorenz, Sybelstraße 47. Seibt, Bismardstraße, Ede Rüder straße. Gablomsky, Straße 29. Lantwig, Sanatorium. Schröder, Charlottenburg, Spielhagenstraße, Ede Wilmersdorfers ftraße. Bauten der Firma Holland, Wilmersdorf, Holsteinische. straße. Bauten der Firma Kussin: Charlottenburg, Kaiser- Allee 203. Grünfeld, Sächsischestraße 4.. Bandmann, Landshuterstraße. Bauten der Firma Walter, Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinidendorf. Sprengel- und Samoaſtraße, Ede. Hausotter und Residenzstraße, Ede. Bauten der Firma Rösner: Weichselstraße 36. Bauten der Firma Karl Hammer, Gitschiner ftraße 63: Wannsee, Alsenstr. 33, Bau Tropfte. In Eichwalde Bau Herm. Hammer, Lantwik Banten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: In Zehlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. 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In der Ethischen Kultur" liest Franziska Mann den Herrschaften den Text, weil man nicht einsehe, daß die Klage über schlechte Dienst boten in letter Linie ihre Ursache habe in der Tatsache, daß es sehr wenige gute Herrschaften gebe. Von den Angestellten verlange man strenge Pflichterfüllung, selbst aber tenne man feine Pflichten. „ Es gibt nur unverschämte Dienstboten; über unverschämte Herrschaften erfährt man sehr wenig. Das Gewissen der Zeit indessen erstartt. Heute finden sich allerdings noch Reste von Barbarei in bezug der Menschenrechte, die den Dienstboten zugestanden werden. I Es gäbe viel mehr gute Mädchen, wenn es mehr gute Herrschaften gäbe. Jede Dame follte nur ein einziges Jahr selber dienen müſſen. Nur ein Jahr!! Wie oft sie dann unbotmäßig befunden würde, wie oft sie wegen Unzuverlässigkeit in den zwölf Dienst monaten ihre Entlassung verdiente; wie unerträglich ihr die Dreiftigkeit der Herren- Söhne, die Unbescheidenheit der Haustöchter, die ungezogenheit der verhätschelten fleinen Kinder erfchiene es ist schade, daß wir auf diese Statistik verzichten müssen. Manch einer Hausfrau müßte in ihr Zeugnisbuch geschrieben werden: Ermangelt jeglichen Verständnisses bei der Auswahl ihrer Dienstboten. Auf dieser von der Dame nicht erfüllten Vorbedingung beruht ein großer Teil der dem Mädchen allein später vorgeworfenen„ Unbrauchbarkeit. " Die Behauptung von der Undankbarkeit der Dienstboten ist uralt. Gerechtfertigt ist sie deshalb durchaus nicht. Eine Herrschaft schuldet ihrem zuverlässigen, braven Mädchen doch wohl eigentlich mehr Dank für deren Dienstleistungen, als das Mädchen ihr. Im stillen weiß jede Frau am besten, zu welchen Stadien von Berzweiflung eine in Unordnung geratene Wirtschaft die ganze Familie treiben tann." Die Verfasserin fordert von den Damen Selbstzucht. Sie sollen ein ungeschriebenes Buch" führen, in dem sie alle eigenen Pflicht widrigkeiten in Gedanken eintragen. Mit solchen moralisch ideologischen Mitteln werden die Herrschaften nicht besser gemacht und den Dienstmädchen ist damit nicht geholfen. Wir verkennen die gute Absicht, das in dem Artikel bekundete edle Streben durchaus nicht, aber die Dienstboten müffen, wie alle anderen Lohnarbeiter, durch Selbsthülfe, durch Organisation auf eine Reform des Arbeitsberhältnisses hinarbeiten. Die erste sozialdemokratische Frauenkonferenz in Schweden, die vom 27. bis 30. Januar im Anschluß an den Kongreß des Frauen- Fachverbandes ebenfalls im Voltshause zu Stockholm stattfand, hat eine Fülle tüchtiger Arbeit geleistet und damit bewiesen, daß die proletarische Frauenbewegung Schwedens, so jung sie auch ist, bereits einen hohen Stand der Entwickelung erreicht hat. Der Kongreß war sowohl von den politisch in den sozialdemokratischen Frauentlubs organisierten Genoffinnen, wie von den Gewert schaften beschidt, die weibliche Mitglieder in ihren Reihen haben oder, wie der Frauen- Fachverband, nur aus Arbeiterinnen bestehen. Als Hauptzwed der Konferenz bezeichnete Frau Anna Sterth in ihrer Eröffnungsrede den, die Frauen zusammenzu. führen im Kampfe für die sozialdemokratischen Jdeen und deren Verwirklichung. Als erster Punkt stand die gewertschaftliche und polis tische Agitation auf der Tagesordnung. Die Konferenz befchloß, einen Arbeitsrat der sozialdemokratischen Frauenkonferenz" Zur Wahlrechtsfrage wurde eine Resolution angeeinzufeßen, mit der Aufgabe, die Agitation zu leiten, die mit dem nommen, die es den gewerkschaftlich, wie den politisch organisierten Programm der sozialdemokratischen Partei durchaus im Einklang Frauen zur Pflicht macht, den Arbeiterkommunen" anzugehören stehen soll. Der Wahlrechtsfrage soll besonders große Aufmerk- und dadurch bei jeder Gelegenheit für die Gleichberechtigung der famkeit gewidmet werben, ebenso der Gründung sozialdemokra- Frauen zu wirken. Eine energische Agitation soll für die sozialtischer Frauenklubs, wo solche noch nicht bestehen. Die Notwendig bemokratischen Frauenklubs betrieben werden. Bei Reichstags= keit der gewerkschaftlichen Organisation der Arbeiterinnen soll wahlen sollen besondere Komitees eingefeßt werden, um eine plan. ebenfalls in der Agitation start betont werden. Der Arbeitsaus- mäßige Agitation für die von den Frauenklubs unterstüßten Kanschuß", der aus 9 Mitgliedern besteht, von denen 5 in Stockholm bidaten zu entfalten. Der Beitritt zu den meist unter bürgerlicher ansässig sind, hat das Recht, wenn er es für notwendig erachtet, eine Leitung stehenden Frauenwahlrechtsvereinen wird den sozialdemo neue Frauentonferenz einzuberufen; die nächste Konferenz soll kratischen Frauen freigestellt. jedoch spätestens im Jahre 1909 stattfinden. Bur Massenstreitfrage wurde folgende Resolution anDie zweite Arbeit der Konferenz bezog sich auf die Stel- genommen; ung der unverheirateten Mütter und ihrer" Nach einer inhaltreichen und aufklärenden Debatte über den in der innerhalb des Gemeinwesens. In der inhaltreichen Massenstreit als äußerstes Kampfmittel der Männer und Frauen Nesolution, die hierzu angenommen wurde, werden vor allem Ver- des Proletariats zur Erreichung des politischen Wahlrechts er. besserungen der Gesetzgebung gefordert, namentlich die, daß auch mahnt die Konferenz alle Frauen der Arbeiterklasse, daß fie, wenn die Mutter einen über die Versorgungspflicht entscheidenden Eid unsere Parteileitung die Parole zur Anwendung dieses außerüber die Vaterschaft des Kindes ablegen tann und nicht nur, wie ordentlichen Kampfmittels im Streite gegen die Gesellschaft und jeßt, der als Bater angegebene Mann. Als ungerecht wird die Be- alle ihre Klassengefeße ausgibt, alle bereit sind, mit Hingebung und ftimmung bezeichnet, daß das Kind stets den Verhältnissen der Mut solidarisch mit den Männern teilzunehmen an diesem MassenMutter entsprechend erzogen werden soll. Dem Vater foll die ftreit zur Groberung der Bürgerrechte für alle mündigen Männer Pflicht auferlegt werden, einen Monat vor, und mindestens einen und Frauen." Monat nach der Entbindung zur Versorgung der Wöchnerin und zu allen damit verbundenen Unkosten beizutragen. Ferner wird die Errichtung von Heimstätten für unverheiratete Mütter und ihre Kinder verlangt, sowie von Kinderkrippen, die unter öffentlicher Kontrolle stehen. Das Gefeß über fittliche Verwahrlosung von Kindern soll auch auf die leibliche Kinderpflege ausgedehnt werden. Dem unehelichen Rinde ist dem Vater gegenüber das gleiche Erbrecht wie dem ehelichen zu gewähren, falls die Mutter bei Lebzeiten des Vaters Anspruch darauf erhebt. Schließlich spricht sich die Resolution für die Einführung einer Mutterschaftsversicherung aus. Es folgt dann eine Diskussion über die Arbeiterschußgefeßgebung, wobei besonders die Anstellung weiblicher Gewerbeinspektoren verlangt wurde. Die Resolution über diesen Punkt spricht sich vor allem für wirksame Gesezesbestimmungen gegen die Gefundheitsgefahren der industriellen Arbeit aus, hält jedoch besondere Schutzbestimmungen für die Arbeiterinnen, abgesehen von den Schwangeren, nicht für zweckmäßig, und ebensowenig ein besonderes Verbot der Frauen- Nachtarbeit; die Nachtarbeit wird als gleich schädlich für Männer wie Frauen bezeichnet und hervor. gehoben, daß gerade in Berufen, wo Frauen nachts arbeiten, die berhältnismäßig höchsten Löhne gezahlt werden und damit die Schädlichkeit der Nachtarbeit zum Teil wieder ausgeglichen wird. Ferner befaßte fich die Konferenz mit der Frage der Prostitution und erklärte hierzu, daß eine starke gewerkschaftliche Organisation und damit verbundene Verbesserung der wirtschaftlichen Lage der Arbeiterinnen ein gutes Mittel ist, um der weiteren Ausbreitung und Rekrutierung der Prostitution entgegenzuwirken, daß die Gesundheitslehre in den Schulen ebenfalls dazu beitragen kann, und daß die Gesundheitskontrolle der Prostituierten ganz wertlos ist, solange sie nicht auch auf das andere Geschlecht ausgedehnt wird. Außer den bereits erwähnten, nahm die Konferens noch eine Resolution zur Reform des Schulwesens an, sowie eine andere zur Verbesserung der rechtlichen Stellung der verheirateten Frauen, in der besonders die Aufhebung des Vormundschaftsrechts der Ehemänner verlangt wird, und schließlich eine Resolution gegen den Gebrauch kirchlicher Zeremonien, wie Taufe und Abendmahl. Diese Resolution wurde jedoch von drei Delegiertinnen nicht gebilligt. In den permanenten Arbeitsausschus" wählte die Konferenz aus Stodholm die Genossinnen Gertrud Mansson, Anna Sterky, Kete Dalström, Elin Lindley und Ruth Gustafsson. Die übrigen vier Mitglieder find in Malmö, Göteborg, Borlänge und Albh ansässig. Die Konferenz wurde mit Hochrufen auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Versammlungen Veranstaltungen. Friedenau. Dienstag, den 5. Februar, abends 8% Uhr, findet bei Grube die Monatsversammlung des Frauen- Bildungsvereins ftatt, in welcher Frau Hoppe über Genossenschaftswesen" spricht. Gäste sind geladen. Rigdorf. Mittwoch, den 6. Februar, bei Thiel, Bergstr. 150/151, Bortrag des Herrn Dr. Pinkus:„ Die Krebskrankheit der Frau", Borsigwalde Tegel. Mittwoch, den 6. Februar, 8½ Uhr, in Zeger bei Schmidt: Vortrag. Zum Wahlfonds gingen in unserer Expedition Lindenstr. 69 folgende Beiträge ein: 2. 1,-. Buchdruckerei unstein u. Co., 4. Rate 28,50. Berfonal d. Buchdruderei Sittenfeld 89,70. Rechtsanwalt Friedrichstr. 16 18,-. Kurt B. 5,-. Stegner, St. Paul, Minn. 5,-..., Südende 3,05. K. F., H. P., W. W., A. Sch., L. S. 5,-. Nahiba Remy 100,-. Summa 250,25 M. Bereits quittiert 20 995,01 2. Summa 21 245,26 M. In der Frage der öffentlichen Armenpflege sprach sich die Konferenz dafür aus, daß, um der ungleichen Belastung der Kommunen und den widerwärtigen gwiftigkeiten über das Orts armenrecht vorzubeugen, die Armenpflege vom Staat übernommen, jedoch von den Kommunen durch besondere Körperschaften verwaltet verden foll, in denen Frauen und Männer möglichst in der gleichen Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen Bahl vertreten sein sollen. Oeffentliche gfado sob aONATE genommen. Wähler- Versammlungen am X Dienstag, den 5. Februar 1907, abends 9 Uhr: 1. 1. Kreis: Armin- Hallen, Kommandantenstraße Nr. 20. Dräsels Festsäle, Neue Friedrichstraße Nr. 35. 2. Kreis: Schnegelsbergs Säle, Hafenheide Nr. 21. 3. Kreis: Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15. 4. Kreis: : 01 Kellers Saal, Koppenstraße Nr. 29. 5. Kreis: Altes Schützenhaus, Linienstraße Nr. 5. 6. Kreis: Fritz Wilke, Brunnenstraße Nr. 188. Schirm, Badstraße Nr. 19. Raabes Salon, Kolbergerstraße Nr. 23. Moabiter Gesellschaftshaus, Wiclefstraße 24. Charlottenburg: 191ovide Volkshaus, Rosinenstraße Nr. 3. Rixdorf: Hoppes Festsäle, Hermannstraße Nr. 49. Schöneberg: 93 jul Obst's Festsäle, Meiningerstraße Nr. 8. Tages- Ordnung: 209/2 Verkündigung der Stichwahlresultate. 2. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Aktions- Ausschuß. Deutscher Holzarbeiter- Verband Beste Oestliche Vororte. Achtung! Stock- u. Zelluloidarbeiter. Bezirksvertrauensmänner Versammlung Mittwoch, den 6. Februar 1907, abends 6 Uhr, bei Voigt, Ritterstr. 75: Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Bericht über die Extrasammlungen. & Berkstattangelegenheit. 4. Berschiedenes. Regen Besuch erwartet Der Obmann. Branche der Vergolder. bei Wildner in Friedrichsberg, Friedrich Karlstr. 11. Tagesordnung: Bericht des Obmannes, Verbandsangelegenheiten, Verfchiedenes. Bautischler. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8%, Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung. Bezirk 1: bei Mehring, bmiraljer. 18c. Mittwoch, den 6. Februar 1907, abends präzise 8 Uhr: Bezirk II: bei Zietz, Warschauerstr. 61. Vertrauensmänner- Sitzung Bezirk III: bei Hube, Kopenhagenerstr. 74. in Dietrichs Festsälen, Dresdenerstr. 116( Nähe Dranienplat). Tages- Ordnung: 1. Die Aussperrung. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Ausgabe der Billetts zu dem am 2. März cr. in der Alhambra stattfindenden Kammermusikabend. 4. Verschiedenes. 79/13 Aus den Werkstätten, wo fein Vertrauensmann ist, wird ersucht Der Branchenleiter. einen Bertreter zu entsenden. Bezirk IV: bei Fortanier, Tegelerftr. 56. Tages Ordnung: 1. Bericht der Vertrauensleute. 2. Verschiedenes. Die Branchenkommission. Bilderrahmenmacher! Branche der Musikinstrumentenmacher. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8%, Uhr, in den Arminhallen, Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Saal 5, Engel- Ufer Nr. 15: Vertrauensmänner-Verfammlung. Tagesordnung: 1. Der Stand der Aussperrung. 2. Bericht der Kom mission. 3. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Jeder Betrieb muß vertreten sein.-Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Branchenkommission. Branchen- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Branchenangelegenheiten. 2. Verschiedenes. 3. Neuwahl der Gesamtkommission. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist notwendig. Der Obmann. Achtung! Bodenlegern.Bohner! Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr, bei Stümer, Siemensstr. 3: Perlmutter- und Knopfarbeiter! Sommiffionsfitung mit Vertrauensleuten. Mittwoch, den 6. Februar 1907, abends 612 Uhr: Vertrauensmänner- Sitzung Mariannenstraße Nr. 41. Jede Werkstatt muß bertreten sein! Der Obmann. Donnerstag, den 7. Februar, abends 8% Uhr: Vertrauensmänner Versammlung für die Bezirke SO. I. und SO. II. bei Muß, Manteuffelstraße 95. Alle noch arbeitenden u. ausgesperrten Werkstätten müssen vertreten sein. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8% Uhr: Bezirksvertrauensmänner- Versammlungen für Osten I u. II: bei Litfin, Memelerftr. 67. Nordosten: bei Mann, Straußbergerstr. 3. Zages Drbnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verschiedenes. Osten 1: Adressen der Dbleute: Benno Hauser, Mühlenstraße 64, III. Osten II: Paul Schwarzer, Bödikerstraße 3. Nordosten: Paul Michaltseck, Borndorferstr. 39. Vertrauensmänner- Verfammlung für Wedding, Gesundbrunnen u. Moabit: bei Bergemann, P Zages Drdnung: Gerichtstraße 74. 1. Bericht der Kommission und der Vertrauensleute. 2. Berkstatt- und Verbandsangelegenheiten. Es ist notwendig, daß jede Firma vertreten ist. Der Obmann. Bürstenmacher! Vertrauensmänner- Verfammlung bei Wohlfahrt, Rosenthalerstr. 57. Jebe Berkstatt muß durch einen Kollegen vertreten sein. Korbmacher bei Hoffmann, Koppenstr. 47. Jalousie- Arbeiter! Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Sitzung bei Friedrich, Prinzenstraße 9. Der Obmann. Branche der Kistenmacher! Mittwoch, den 6. Februar, bei Baudach, Breslauerstr. 28: Vertrauensmänner- Verfammlung. ertrauensmän Fritz Märten, Baldemarstr. 65. Branche der Möbelpolierer. Norden: Maaß, Brunnenstraße 96. Osten- Nordosten: Maier, Große Frankfurterstraße 133. Südosten: Schotte, Staligerstraße 22. Die Adressen der Dbleute find: Branchenleiter: Albert Schreiber, Maybach- Ufer 7. Norden: Máy Knoll, Hochstraße 32. Osten- Nordosten: Franz Bollfrak, Am Ostbahnhof 7. Südosten: Franz Errulat, Wißmannstr. 16, Rigdorf. Die Branchenleitung. Bezirksvertrauensmänner- Versammlung Kammacher für Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt. Zages- Ordnung: Bericht der Kontrollkommission. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8, Uhr, bei Walter, Adalbertstraße 62: Sitzung der Kommission mit Vertrauensmännern. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Vertrauensmänner- Versammlung Drechsler und Treppengeländer- Branche. für Westen und Südwesten. Zages Ordnung: 1. Bericht der Kontrollkommission. 2. Bericht der Bertrauensleute. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr: Süden: bei Gliesing, Waffertorstr. 68. 07301036 Tagesordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Berbandsangelegenheit. 3. Verschiedenes. Die Kommission. Osten: bei Schneider, Friedenstraße 67. Südosten u. Südwesten: bei Stramm, Ritterstrake 123. Norden: bei Bergmann, Brunnenstr. 79. Tagesordnung: Bericht der Kommission, Bericht der Vertrauensleute, Berbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein; die in Tischlereien beschäftigten Kollegen haben auch Delegierte zu entsenden. Die Kommission. Wahlverein Wilmersdorf. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Dienstag, den 5. Februar, abends 8, Uhr, E im ,, Luisenpark", Wilhelmsaue 112: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Quartalsabrechnung. 2. Neuwahl des Vorstandes. 3. Die bevorstehende Stadtverordneten- Stichwahl. Der Vorstand. NB. Am Schluß der Versammlung Bekanntgabe der eingegangenen Stichwahlresultate. Mitgliedsbuch legitimiert. 203/5 Achtung! Lederarbeiter. Filiale I Berlin. 286/8 Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Rabitzspanner. Mittwoch, den 6. Februar 1907, abends 8 Uhr, bei Jannascht, Inselstr. 10: Mitglieder- Versammlung Zages Drdnung: 1. Jahresbericht und Neuwahl des Gruppenvorstandes. 2. Vorschläge zu den im Bureau tätigen Kollegen. 3. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist es notwendig, daß alle Kollegen Donnerstag, den 7. d. M., abends Punkt 8 Uhr, recht pünktlich und zahlreich erscheinen. im Marienbad, Badstr. 35/36: Mitglieder- Versammlung. 136/11 Der Gruppenvorstand. Leger- Dibunat, 1. svefnmung bis tertembes fomie ber gofalfate H.& P. Uder, D 2. Bericht des Vorstandes. 3. Vereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Pünktliches sowie zahlreiches Erscheinen ist im Interesse der Der Vorstand. Franz Runge, Borfizender. Cache geboten. PrinzenSpezialarzt für Hlaut. and Ilarnleiden. 3/5 Kranz- und Blumenbinderei Dr. Simmel, von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. 10-2,5-7 Sonntags 10-12, 2-4. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Berlin SO. 16, Engel- Ufer 5. Tabak- Großhandlung und Tabaktabrik. Rauch-, Kau-, Schnupftabake, Zigarren, Zigaretten. Vorteilhafteste Bezugsquelle für Wiederverkäufer. Größte Auswahl gelagerter Zigarren in allen Preislagen. zu Originalpreisen. kanuten Marken Sämtliche be- Zigaretten Amt 4, 3014. BETTENFÜLLUNG sind GUSTAV LUSTIGS MONOPOLDAUNEN ( gesetzlich geschützt) das Pfund 2,85 Mark. Die erfte Bettfedernfabrik mit elektrischem Betriebe Gustav Lustig Aufarbeiten von Betten und Bettfedern. Berlin S., Prinzenstr. 45 u. 46, führt nur Bettfedern 0,55, 1,00, 1,25, 1,50, 1,75, 2,00, 2,25, 2,50, 3,00, 3,50 bis 5,00 wet, per fb. 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