Nr. 31. Abonnements- Bedingungen: Ebonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 M., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Big. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post- Zeitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich. Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat, Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz Cribeint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr Beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 Pfg., für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Big. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Pfg. Stellengesuche und Schlaf stellen Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müffen bis 511hr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet, Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Mr. 1983. Das Ergebnis der Reichstagswahl. " 1907 1903 Zunahme und Abnahme Mittwoch, den 6. Februar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. 9r. 1984. ergab sich die Biffer von 3 448 000 wahlberechtigten Arbeitern. werbe bielleicht als erstes Opfer fallen. Die aus Allerdings waren dabei die Hunderttausende von Arbeitern dem Zentrum und der Rechten bestehende Mehrheit sei noch ge des Eisenbahn, Post- und Telegraphenbetriebes nicht mitgezählt. stärkt worden, sodaß der Liberalismus beklommenen Herzens in den Danach dürfte die Zahl der 1907 wahlberechtigten neuen Reichstage gehe. Wolle die Regierung das Wahlrecht Das Ergebnis der Stichwahlen, das bis zum Arbeiter der Industrie, des Handels und des Verkehrs wenig antasten, wie man es von ihr früher angesichts der FortRedaktionsschluß erst zum Zeil vorliegt, soll an dieser über vier Millionen betragen haben. Daß von diesen Arbeitern schritte der Sozialdemokratie befürchtet habe, so habe sie jest die Macht Stelle nicht behandelt werden, sondern nur das Stimmen aber noch biele Hunderttausende namentlich für bazu. Und eben deshalb werde vielleicht gerade jest, wo die ergebnis der Hauptwahl vom 25. Januar. Nach einer vor- Zentrum und Freifinn stimmen würden, lag auf der Opposition gefchwächt in den Reichstag zurückkehre, auch die Läufigen Zusammenstellung der Nordd. Allgem. Hand. Niemand aber wird bezweifeln, daß diese Wähler im ust dazu fich mehren. Was die Sozialdemokratie an 3tg." ergab die Hauptwahl folgendes Bild: Laufe der Zeit mit absoluter Gewißheit der Sozialdemokratie Mandaten berliere, das fehle doch für den Damm gegen zufallen werden. Kampf, intensivste Aufklärung wird das die Regierung, und dieser Berluft werde daher auch dem Liberalismus freilich kosten! Aber solcher Kampf, solche Aufklärung macht im Reichstage Schaden bringen. Man brauche daher, so sagte ja das ureigenste Wesen der Sozialdemokratie aus! Budem Herr Rosenow im seltsamen Widerspruch zu der eingangs dürfte ja der Freifinn durch seine diesmalige würdelose Haltung geäußerten Befriedigung, gar nicht sehr in Jubel ausbei dem Proletariat endgültig abgewirtschaftet haben, und auch zubrechen, so oft wieder ein Sozialdemokrat mehr In dieser Katerstimmung dem Zentrum passiert nicht bei jeder Wahl das Glück, als dem Reichstag verschwinde. legte Rofenow auch das Geständnis ab, daß die Kolonialpolitik doch Oppositionspartei den Stampf führen zu können! Aber nicht nur die uns noch fern stehenden Schichten des recht erhebliche Anforderungen an die Steuerkraft des Volkes stellen jädtischen und industriellen Proletariats sind für uns zu ge- werde. Man werde Jahrzehnte, ja vielleicht ein Jahrhundert warten winnen, sondern auch das ländliche Proletariat. An dessen müssen, ehe aus den Kolonien ein Gewinn herauskomme. Späte Aufflärung, Gewinnung und dauernder Angliederung an die Einsicht! Bor den Wahlen haben wir solche Weisheit nicht aus proletarische Kampfesarmee wird fünftig noch weit nachdrück- Herrn Rosenows Munde zu hören gekriegt! licher gearbeitet werden müssen als bisher. Gehört uns Nachdenklich stimmte es diesen Freisinnsführer, das Proletariat in Stadt und Land, so gehört uns bereits Sozialdemokratie bei aller Einbuße an Mandaten immer die Mehrheit der Wähler, des Volkes! noch einen Gewinn an Stimmen gehabt hat. Sie Anzahl der Wahlberech tigten. Abgegebene gültige Stimmen a) in Prozenten der Wahlberechtigten. b) überhaupt . 13 193 571 85,4 11 262 574 12 531 248+662 328 75,8 9 495 587+1 766 987 Auf die einzelnen Parteien verteilen sich die Stimmen wie folgt: Deutsch- Konservative. Reichspartei. Nationalliberale Freif. Vereinigung Freis. Volkspartei. Deutsche Voltspartei Deutsche Reformpartei Wirtsch. Bereinigung. Südd. Bauernbund 1070 658 447 308 1 654 788 248 369 784 582 948 448 838 404 1 818 051 248 230 542 556 841 687 122 210 183 904 100 139 91 217 147 988 " aus daß die Es versteht sich von selbst, daß bei alledem auch die in ihrem Vorwärtsschreiten aufzuhalten, dazu habe die Abbröckelung erbearbeit unter den fleinen Beamten und dem in seiner der Mitläufer doch nicht ausgereicht. Ganz besonders hat es ihn 192 026 Lebenshaltung proletarischen Mittelstand" nicht ver- und seine Freunde deprimiert, daß der Freifinn in Berlin trop 56 716 gessen werden darf. Ebenso wenig braucht die Gewinnung feines Stimmenzuwachses so wenig Erfolg gehabt hat. Im zweiten { 244 548+204 266 ber Intellektuellen" vernachlässigt zu werden, so Kreis habe man geglaubt, mit dem Bürgermeister Reide einen guten 38 254 wenig bei alledem je der proletarische Klaffenkampfcharakter Griff zu tun. Reide sei aber in seinen Wahlreden„ doch nicht so ge308 089 auch nur im mindesten verleugnet oder ber- wefen, wie er hätte sein sollen". Da scheinen also die Reicke- Berehrer 105 990 hüllt werden darf. nachträglich doch noch tapiert zu haben, was dieser Konfusions94850 853 959 78 121 111 875 Zentrum 2 188 881 1 875 292 Bolen 458 774 Sozialdemokraten 8 258 968 Welfen, Dänen, Elsässer Andere Parteien 172 078 260 518 847 784 8010 771 ? Zersplittert. 8342 11 884 248 197 8 542 " Man sieht: das Rekrutierungsgebiet der Sozialdemokratie politifer wert war! Ueber den fünften Kreis sagte Herr Rosenow, ist das denkbar ergiebigste und aussichtsreichste. Und wenn die dort habe Herr Caffet geradezu Unmenschliches geleistet", und Sozialdemokratie auch bei der nächsten Wahl keinen ver- dennoch sei es nicht gelungen, den Kreis zu gewinnen. Es ist wahr: Dies Ergebnis beweist zunächst das eine: Wenn auch der blüffenden Sprung nach vorwärts machen sollte: Der Sieg Serr Caffel hat tatsächlich Unmenschliches" geleistet- Unmenschliches ist uns gewiß! im giftigen Schimpfen und Hezen gegen die Sozialdemokratie. Hottentottenblod im Reichstag die Mehrheit der Mandate Die Chancen der Gegner dagegen sind die denkbar Dieselbe Anerkennung" dürfen wir auch Herrn Rosenow selber erhält, die Mehrheit der Stimmen ist gegen die Wahl schlechtesten. Das Reservoir der Indifferenten nicht versagen; aber genugt hat diese Kampfesweise auch parole der Regierung abgegeben worden! Während nämlich wird schon bei der nächsten Wahl erschöpft sein. Dabei ihm nicht. Am Montag sagte er, es gebe bielleicht die Blockparteien( Ronfervative, Reichsparteiler, arbeitet die ganze soziale Entwidelung an der feinen Kreis in ganz Deutschland, in dem Nationalliberalen, Freis. Vereinigung. Greif Mehrung des Proletariats, an der Schaffung neuer fozial- fsoviel wie im dritten Kreis gearbeitet worden Boltspartei, Deutsche Boltspartet, Deutsche demokratischer Rekrutierungsgebiete. fei. Die Drganisation gelte als mustergültig, sicher werde fie Reformpartei, Wirtschaftliche Vereinigung Wie trübselig schon heute der Freifinn die Situation nirgends erreicht oder gar übertroffen. Hier sei das Menschenund Südd. Bauernbund) 4962 000 Stimmen erhielten, beurteilt, beweist folgende Jeremiade des Berliner mögliche geleiſtet" worden, auch er selber habe über Menschenkraft wurden am 25. Januar für Sozialdemokratie, 8en- Zageblatts": gearbeitet". Und doch habe die Sozialdemokratie nur wenig Stimmen trum und Polen 5 895 000 Stimmen abgegeben! Wenn wir vor öder Prinzipienreiterei warnten, verloren. Da müsse doch wohl noch mancher Mitläufer bei ihr gewenn wir darauf hinwiesen, daß der Liberalismus ausschließlich blieben oder die Zahl ihrer wirklichen Anhänger entsprechend stärker feine eigenen Gefchäfte und nicht die der gegnerischen Barteien zu geworden sein. besorgen habe, dann rüpelten uns bie Dffigiösen als Miesmacher" an. Die Regierung des Fürsten Bülow Und die Stimmenzahl für die Blockparteien wäre noch weit geringer ausgefallen, wenn es nicht diesmal dem BülowDernburg- Liebert- Block gelungen wäre, die Partet der Nichtwähler", die politisch Unaufgeklärten und Indifferenten, in unerwarteter Weise auf die Beine zu bringen. Nur dem Umstande, daß die Wahlbeteiligung von 75,8 Proz. im Jahre 1908 auf 85,4 Proz. im Jahre 1907 gestiegen ist, ist der Mandatsgewinn des Hottentottenblods zuzuschreiben. Von den 1767 000 Stimmen, die 1907 mehr abgegeben wurden als im Jahre 1908, gewannen die Blodparteien 1107000 Stimmen, während auf die Sozialdemokratie, bas 8entrum und die Polen nur ein Zuwachs von 662 000 Stimmen entfiel. " In der Diskussion wurde viel darüber hin- und hergeredet, wie hat es denn auch glüdlich erreicht, daß die Liberalen man es hätte beffer machen können und wie man es vielleicht beim eine ganze Reihe tobsicherer Wahlsize weggeworfen haben, nächsten Mal besser machen könnte. Ein Mann, der sich entschieden um nur ja nicht in den Verdacht zu fommen, als freifinnig nannte, sprach offen aus, daß das freie Bürgertum fich seien die Wahlen ein Geschäft wie andere Geschäfte auch. durch diese Wahlen ein Armutszeugnis ausgestellt" habe. Die gu Das fromme Zentrum hat den Teufel danach gefragt, ob die Res verlässigste Opposition sei doch immer noch die Sozialdemokratie gegierung des Fürsten Bülow füß oder fauer zu seiner Wahltaktit wefen. Ein anderer, gleichfalls ein streng liberaler Mann, spottete fieht, und es ist dafür schon während des Wahlkampfes mit darüber, daß vor den Wahlen die„ Vossische Zeitung" Tag Samthandschuhen angefaßt worden. Nach den Wahlen wird es mit freundlichen Bruberküffen willkommen geheißen für Tag die Regierung um eine Wahlparole angefleht habe. Nunwerden. Die Liberalen sind bei bem jebigen Wahlkampf mehr habe sich gezeigt, baß bei diesen Wahlen ,, bie Liberalen die bie Hineingefallenen." Geneppten gewesen" seien. Daß übrigens Konservative diesmal Die Sozialdemokratie speziell gewann 1907 Wenn schon die Dernburgischen Preßtulis fo fofort für Rosenow gestimmt haben, das wurde von einem 248 000 Stimmen. Das sind zirka 37 Prozent von den 662 000 Wählern, um die sich gegenüber 1903 die Zahl der schreiben, so wird der Kazenjammer der freifinnigen Mit- Redner aufs bestimmteste versichert; ihm sei das von den betreffenden Wählern felber gesagt worden. Derselbe Redner erklärte auch, es sei Wahlberechtigten vermehrt hat. An der Zahl derjenigen Läufer noch viel größer sein! Trotzdem darf die Sozialdemokratie, will sie nicht selbst nicht möglich gewesen, noch mehr für Rosenow heranzuholen. Als gemessen, die diesmal ihre Stimme abgaben, beträgt allerdings bei ihren Erfolgen vom neckisch wechselnden Zufall jeweiliger die Wahl sich ihrem Ende näherte, habe er in seinem Bezirk festder sozialdemokratische Zuwachs nur wenig über 14 Prozent. Die freisinnige" Breslauer Zeitung" entdeckt denn politischer Konstellationen abhängig sein, nicht mit den 8u- gestellt, daß nur noch drei wähler fehlten, die ver auch jubelnd in der Steigerung der Wahlbeteili.fällen, den Dummheiten und dem Stazenjammer der Gegner, mutlich für Rosenow gestimmt hätten, daß aber 70 andere, gung das Mittel, die Sozialdemokratie auch fünftig in der Enttäuschung der Mitläufer rechnen, sondern ihr einziges die vermutlich zur Sozialdemokratie hielten, gleichfalls noch nicht geHeil in unermüdlicher, nie raftender Aufklärung der proleta- wählt hatten. Die Freisinnigen pflegen sonst stets zu behaupten, nur Schach zu halten. Schade nur, daß dies Mittel nicht ewig rischen Massen im Geiste des sozialistischen Klassenkampfes bie Sozialdemokratie bringe alle ihre Wähler an die Urne. Man borhält! Man bermag vielleicht die Wahlbeteiligung Fünftig noch um weitere 10 Prozent emporzuschrauben dann ſuchen! ist man aber auch am Ende des Lateins. Wenn viel. leicht aber auch nur vielleicht", denn Faschingswahlen Lassen sich nicht des öfteren inszenieren!- zunächst das Tempo des sozialdemokratischen Wachstums auch nach fünf Jahren nicht so stürmisch sein sollte wie im Jahre 1903: es wird stetig und unaufhaltsam sein! " zu bilden. Politische Ueberlicht. Berlin, den 5. Februar 1907. Katzenjammer im Freisinnslager. fieht, was von diesem Gerede zu halten ist. Das beste, was wir von der Geschichte haben, ist der Enthusiasmus, den sie erzeugt." Herr Reide, der freisinnige Durchfallskandidat, hatte diefes Goethe- Wort an die Spige seiner Kandidatenrede gestellt. Wir fagten damals, der Enthusiasmus werde in der Tat das beste sein, was der Freifinn von der„ Gefchichte" haben werde. Das scheint jest, trog aller" Fortschritte" des Liberalismus, eintreffen zu sollen. Nur au rasch ist auf ben Begeisterungsrausch der Katzenjammer gefolgt. Begeisterungsrausch der Kazenjammer gefolgt. Das Ergebnis der Reichstagswahlen ist im dritten Es ist wahrscheinlich, daß die Sozialdemokratie diesmal Wahltreife Berlins bereits in einer ersten öffentlichen Aussprache ein paar mal hunderttausend Mitläufer" verloren hat, dafür freifinniger Bähler erörtert worden. Herr Sosenow, der durch hat sie aber um die doppelte 8 ah! zielbewußter, flaffen- gefallene Kandidat des Kreises, referierte über dieses Thema am Dernburgs Chinesenpatriotismus. fampfgeschulter Anhänger zugenommen! Und die Sahl dieser Montag in dem von ihm geleiteten Bezirksverein des Köpenicker Daß die deutschen Kolonien kein Eden sind, hat jetzt ficheren, zuverlässigen, aufgeklärten Anhänger zu mehren und Stadtviertels. Zwar stand man noch vor ben Stichwahlen, aber noch gründlicher mit den sozialistischen Idealen zu durchdringen, Herr Rosenow und seine Freunde waren darüber einig, daß es Dernburg glücklich zugegeben. Aus der Sprache der Gründermuß und wird die Aufgabe der sozialdemokratischen Agitation nicht schwer sei, fich schon jest ein annähernd zutreffendes Urteil profpefte in ehrliches Deutsch überfekt heißt das, daß die Hoffnungen, die er selbst eriveckt hatte, jetzt, des nächsten Jahrfünfts wie überhaupt aller Zukunft sein! an ben Mann gebracht sind, Der diesmalige Wahlausfall hat umsoweniger Ent Der Referent äußerte zunächst feine Befriedigung darüber, daß nachdem die Aktien Dernburgs Resignation mutigendes, aber umfomehr Anfeuerndes, wenn wir uns die es gelungen sei, die übermütige Sozialdemokratic" zu schwächen und wieder eingefargt werden dürfen. Zahlen der Gewerbeftatistit vor Augen halten, den Liberalismus zu stärken. Doch gönnte er sich und den Seinen ist allerdings begründeter als seine Hoffnungsseligkeit; denn Nach Blant, der im dritten Hefte des 20. Bandes des nur für einen turgen Augenblid bas Bergnügen, den Freifinn außer der natürlichen Ungunft der flimatischen und der BodenArchivs für Sozialwissenschaft" Untersuchungen über die im Siegestranze zu bewundern. In trübseligem Zone fügte verhältnisse hat die Genialität der deutschen Kolonialpolitik es foziale Zusammenfegung der sozialdemokratischen Wählerschaft er sogleich hinzu, es sei nur verdrießlich, daß der Erfolg des zutvege gebracht, eine neue unüberwindliche Schwierigkeit für Deutschlands" veröffentlichte, betrug 1895 die Zahl der Liberalismus nicht genüge, den Einfluß der gesamten Linten bie Ausnutzung des Landes zu schaffen. Der Vernichtungswahlberechtigten, also über 25 Jahre alten des Reichstages zu steigern. Nicht gelungen sei es, das 8entrum frieg gegen die Eingeborenen hat dem Lande die Arbeitskräfte Industriearbeiter in Deutschland 2896 000. Mit aufwächen. Wahrscheinlich werde nun das Zentrum seine geraubt, ohne die selbst das fruchtbarste Land wertlos, die Einschluß der Arbeiter im Handel und Verkehr Macht noch mehr als bisher ausnuten, und Dernburg größten Bodenschäze ungehoben bleiben müssen. Neben de* on sich unüberwindlichen Schwierigkeiten, die Sandwüsten zu Palmenhainen und Baumwollplantagen zu gestalten, kommt jetzt dank der Unfähigkeit deutscher Kolonisten noch die Arbeits- frage. Aber Dernburg gibt sein Spiel deswegen noch nicht auf. In Frankfurt hat er die neuen Mittel angegeben, die den deutschen Kolonien oder wenigstens den daran beteiligten Kapi- talisten Segen bringen sollen. Da das Privatkapital trotz aller Versprechungen offenbar nicht heran will— von den projektierten vier oder fünf Privatgesellschaften, die schon ge- bildet sein sollten, sprach Dernburg diesmal kein Wort— soll der Staat neue Eisenbahnen und Hafenbauten schaffen. Die Kosten wird ja die neue Majorität gernebe- willigen und reichen die Reichsfinanzen nicht, so gibt's neue indirekte Steuern. Die Arbeiterfrage aber will er lösen durch Einfuhr chinesischer Arbeiter, durch die Kontraktsklaverei chinesischer ÄnliS! Es ist eine eigentümliche Ironie, daß, nachdem die neue liberale Regierung in England unter dem Druck der englischen Arbeiter die Zufuhr von Chinesen nach Süd- afrika verboten hat, Deutschland haran gehen, will, der Chinesensklaverei eine neue Stätte zu bereiten; denn daß die Chinesenarbeit von allen Methoden der Ausbeutimg die der- derblichste, unmenschlichste und grausamste ist, darüber herrscht bei allen Sachkennern nur eine Meinung. Man kavn die Folgen der Chineseneinfuhr nicht besser schildern, als es der Professor der Berliner Universität, also ein gewiß unverfäng- licher Zeuge, der Ethnologe und Direktor des Berliner Museums sür Völkerkunde, Professor F. v. Luschan, in seinem Bericht über eine Reise in Südafrika, der in der Zeitschrift „Die Ethnologie" 1906 Heft 6 abgedruckt ist, getan hat. Luschan hat die Chinesenfrage in Englisch-Südafrika studiert und äußert sich darüber folgendermaßen: „Ich selbst habe über diese Frage nur vom allgemein mensch- lichen und wissenschaftlichen anthropologischen Standpunkte aus zu urteilen, und da stehe ich nicht an, die Einfuhr von chinesischen Arbeitern in Südafrika als geradezu ruchlos und frevelhaft zu be- zeichnen. Sie»oird sich in der Zukunft ebenso schwer an dem Lande rächen, als sich die Einfuhr von Negern in Amerika gerächt hat, und schon jetzt führt die Anwesenheit dieser chinesischen Arbeiter oft genug zu Mord und Totschlag. Während im allgemeinen der schwarze Minenarbeiter aus dem gewöhnlichen Mittelstand der eingeborenen Bevölkerung hervorgegangen ist und mit verschwindenden Ausnahmen ein guter, bescheidener und liebenswürdiger Mensch ist, entstammen die eingeführten Chinesen naturgemäß den alleruntersten Schichten ihres Volkes und ent- sprechen tatsächlich dem Abschaum des Pöbels der chinesischen Südstädte. Es sind sogar Fälle bekannt und niemals ernsthaft geleugnet worden, daß man in China dem Anwerbungsagenten manchmal direkt den vollständigen Inhalt eines Zuchthauses übergeben hat. Dementsprechend sind auch die sanitären Verhälwisse der chinesischen Minenarbeiter ganz schlecht. Ihre Mortalität soll, waS ich allerdings nur vom Hörensagen weiß, etwa dreimal so groß sein, als die der schwarzen Arbeiter. Ich selbst habe mich nur auf einer einzigen Mine(Village Deep) um die gesundheitlichen Verhältnisse der chinesischen Arbeiter kümmern können und habe einen geradezu entsetzlichen Eindruck von ihnen bekommen. Ich besitze keinerlei genaue Aufzeichnungen, aber ich habe die Vorstellung, daß nur ein verschwindender Prozentsatz der von mir gesehenen Leute wirklich gesund ist, indeß die große Mehrzahl von ihnen an Phthisis, Skorbut und Granulöse leidet— und das waren frisch importierte Chinesen, die erst seit einigen Monaten in den Minen arbeiten! Ich kann irren, aber ich habe den Eindruck bekommen, als ob nur eine sehr geringe Anzahl dieser Leute nach Ablauf des Kontraktes lebend wieder die Heimat erreichen würde. Dann würden auch ihre Im- porteure wahrscheinlich nicht ganz auf ihre Kosten kommen.... Die neue liberale englische Regierung hat einstweilen die weitere Einfuhr von Chinesen verboten und er- klärt, daß sie eine Verlängerung der Kontrakte mit den bereits im Lande befindlichen nicht genehmigen werde. Es wird lehrreich sein zu sehen, ob sie auf diesem Standpunkt dauernd wird ver- bleiben können, oder ob sie unter dem mächtigen Einfluß der Mnenbarone schließlich doch wird nachgeben müssen. Ich bin auf diese Frage hier deshalb näher eingegangen, weil man auch in den deutschen Schutzgebieten an die Einfuhr von Chinesen denkt und tatsächlich in Samoa einen sehr traurigen und im höchsten Grade beklagenswerten Anfang mit einer solchen gemacht hat. Ich halte dieses Experiment für frevelhaft und bin überzeugt, daß es sich bitter rächen wird. Schon jetzt will niemand mehr verantwortlich sein und der gegenwärtige Gouverneur von Samoa selbst hat meine Frage, wer eigentlich die gottlose Idee zuerst gehabt hätte, nicht beantworten können oder wollen." So steht e8 mit der Chinesenarbeit aus. Das ist die neueste„Forderung der nationalen Ehre" des deutschen Dernbürgertums! Einführung der scheutz- lichsten, verderblichsten Sklaverei, das ist die richtige Vollendung einer Kolonialpolitik, die dem deutschen Volke nur Gut und Blut gekostet, das Deutsche Reich durch unaufhörliche Skandale kompromittiert hat I Dernburgs kolonialer., Zukunftsstaat" ist enthüllt als chinesischer Zuchthausstaat!„Ein frevelhaftes Experiment" muß ein deutscher Gelehrter die neueste Errungenschast unserer Kolonial- Politik nennen. Für die deutsche Arbeiterklasse aber hat die Chinesen- frage noch eine andere, unmittelbare Bedeutung. Schon sind die Stimmen nicht mehr allzuselten, die die Beseitigung der., L e u t e n o t" unserer Großgrundbesitzer durch Kulieinfuhr vorschlagen. Die Erziehung zur Arbeit, die die Chinesen in unseren Kolonien erfahren werden, wird die Sehnsucht deutscher Patrioten nach diesen Musterarbeitern noch steigern. Sind die Chinesen einmal in„N e u d e u t s ch l a n d". dann wird vielleicht der heiße Wunsch gewiffer Reeder und Grundbesitzerkreise in Er- füllung gehen und die anspruchsvollen Arbeiter Deutschlands in ihrem Uebermut gedämpft werden können. Die Ersetzung deutscher Arbeiter durch Kulis, das wäre die Krönung des Patriotismus, wie ihn die Kapitalisten meinen. Druckfehlerberichtigung. Durch einen Druckfehler ist eine Stelle in unserem gestrigen Artikel„Eine neue Dernburgiade" ein Absatz verstümmelt und dadurch unverständlich gemacht worden. Der betreffende Passus lautete vollständig folgendermaßen: „Das Algierische Beispiel illustriert diesen Bilanzschwindel ganz vortrefflich. Herr Dernburg führt selbst in seiner Denkschrift aus, daß durch die Uebernahme der militärischen Posten für Algier auf Frankreich seit dem Jahre 1300 ein„Ueberschuß" des Algierischen Kolonialetats von 26 Millionen erzielt worden sei. Unvorsichtigerweise fügt er jedoch sogleich hinzu, daß sich dabei die Mehrausgaben Frankreichs für Algier seit 1900 von 4� auf 5 3/i Milliarden erhöht hätten. Diese„Sanierung" der wirklichen Kolonialbilanz hat also kein weiteres Ergebnis gehabt, als die Tatsache zu vertuschen, daß, während von 1830 bis 1900 das durchschnittliche Defizit der Kolonie 60 Millionen jährlich betrug, es in den letzten sechs Jahren jährlich durch- schnittlich mehr als 150 Millionen betragen hat. Riesen- summen, die trotz des fiktiven„UebecschusseS" von Frankreich für feine Kolonie Algier ausgegeben werden mußten!" Veutfckes Reich« Einberufung des Reichstages. Wie daS„Wölfische Bureau" meldet, ist die Berufung des Reichstages für den 19. Februar in Aussicht genommen worden. Die Freisinnige Bereinigung unter sich. Die Freisinnige Vereinigung ist nur ein kleines Parteichen. Dennoch lassen sich zum mindesten in ihr ein halbes Dutzend ver- schiedener Strömungen unterscheiden. Die sozialpolitischen und sozialkulturellen Momente, die in dem Glaubensbekenntnis der Nau- mann, Barth und Schräder z. B. eine Rolle spielen, haben für die besondere Spielart der Frcisiimigkeit, die in Bremen und Danzig herrschte, nicht die geringste Bedeutung. Für sie kommt lediglich die Kolonialpolitik in Betracht und die Vorteile, die der hansealische Reeder und Kaufmann aus dieser zu ziehen vermögen. Wie sonst Deutschland regiert wird, ob etwas mehr oder weniger liberal, das ist dem Bremer Freisinn ganz schnuppe. Das einzig Wahre ist der materielle Gewinn. Die„Weser-Zeitung" als Vertreterin dieser bremischen Freisinns-Spielart, ist denn auch über die Richtung Barth-Schrader höchst erbost und leistet sich folgenden kollegialen Angriff auf das neuerdings diese Richtung poussierende„Berliner Tageblatt": „Was in diesem Blatt zurzeit alles am Liberalismus gesündigt wird, läßt sich schwer beschreiben, wenn man nicht einige Bände anfüllen will. Als Schüler Artur Levysohns hat der in Paris aller Einsicht für die deutsch« Politik entwöhnte Theodor Wolff die Leitung übernommen und es für richtig gehalten, einen anderen Schüler Artur Levtzsohns, Maximilian Harden, der seinen Lehrer von ehedem jahrelang mit Kot beworfen, in Gnaden als gelegentlichen Leitartikler wieder aufzunehmen. So wechselt denn jetzt in den politischen Spalten des Blattes, in dessen Feuilletonspalten der höchst achtenswerte Vater des Kolonial- direktorS seine interessanten Zeitbetrachtungen schreibt, die ödeste anttkaiserliche Reaktton der ihren Heros mißverstehenden Bis- marckianer mit dem plattesten sogenannten Sozialliberalismus, der durch sein ebenso unentwegtes, wie unzeitgemäßes Liebäugeln mit der Sozialdemokratie nur der Sache des Gesamtliberalismus den schwersten Schaden angedeihen läßt." Wir sind sicherlich keine Verehrer des Mosseschen Blattes, aber über die qualitative Leistung des Herrn Fitger ragt es immerhin um ein Beträchtliches hinaus.—_ Kolonial-Rummcl. DaS kolonial-wirtschaftliche Komitee, dem während des Wahl- kampfeS von den Kolomalpatrioten vielfach der Vorwurf gemacht wurde, es leiste zu wenig für die kolonialpolitische Agitation, will sich bestreben, diese Unterlassungssünde gut zu machen. ES beab- sichtigt, eine Reihe. Volksschriften" herauszugeben, in denen gratis allen Bevölkerungsschichten die Nützlichkeit der deutschen Kolonialbesitzungen bewiesen werden soll. In einem vom kolonial- wirtschaftlichen Komitee versandten Zirkular heißt eS: Auf Anregung des stellvertretenden Kolonialdirektors Dern- bürg befaßt sich das„Kolonial-Wirtschaftliche Komitee", Berlin, Unter den Linden 43, mit der Herausgabe kolonialer Volksschriften. Den Schriften ist das zuverlässigste Material zugrunde gelegt, die Tatsachen werden in volkstümlicher Sprache vorgewogen, zum Teil als Erzählung, zum Teil in Form eines Gesprächs. Ihrem! Zweck entsprechend sind die Schristchen zur Verbreitung bestimmt an: Industrie, Handel, Handwerk. Land- Wirtschaft, an den Auswanderer, an die deutsche HauSftau usw. Der Satz für die Industrie z. B. umfaßt:„Baumwolle, Kautschuk, Kupfer, Kakao. Hanf, Oelfrüchte, Gerbstoffe und die deutschen Kolonien". Einzelnummern sind:„Der Handel in den deutschen Kolonien".„Die Rückständigkeit des Eisenbahnbaues in den deutschen Kolonien",„Die deutsche HauSftau und die Kolonien". In Vor- bereitung sind:„Das deutsche Handwerk, die deutsche Landwirt- schast, der deutsche Auswanderer und die Kolonien" usw. Körperschaften und Vereinen, Fabrikenund Stellen, welche sich zur Verbreitung eignen, werden die kolonialen Bolksschriften von dem KomiteefreizurBerfügunggestellt. Ehrengratulanten. Die Moskauer Abteilung des Verbandes des russischen Volles, bekanntlich die Vereinigung des reaktionärsten russischen Gesindels, hat gestern im Namen angeblicher Millionen von Verbandsmitgliedern ein Glückwunschtelegramm an den deutschen Kaiser zur Wahlniederlage der deutschen Sozialdemokratie gesandt. Die Antwort des Kaisers ist noch nicht bekannt.— Hamburger Polizei. Wie schon vor einigen Monaten kurz mitgeteilt, ist gegen die Hamburger Polizeibehörde eine Schadenersatzklage anhängig gemacht worden auf Erstattung der Äürkosten für einen durch Polizisten ver- letzten Mann, der am Abend des„roten Mittwoch" in Hamburg ruhig in der Gastwirtschast von Lunau in der Niedernstraße ein Glas Bier trank. Die in diesem Lokale entwickelte polizeiliche Schneidigkeit ist zwar schon in dem bekannten Prozeß gegen Fräulein Dr. Angspurg erörtert worden, aber nicht mit der Gründlichkeit wie in diesem Zivilprozeß, wo eine lange Reihe von Zivil- und Polizei- zeugen vernommen worden ist. In diesem Lokale find viele Personen durch Säbelhiebe verletzt worden, so auch der 76jährige, ruhig an einem Tisch sitzende Herr Haberkost, der an den Folgen der Verletzung verstorben ist. Weder in diesem noch im Falle Wichmann und in allen sonsttgen„schneidigen" Fällen, vermochten die polizeilichen Täter ermittelt zu werden, weil sich niemand gemeldet hat. obwohl die Schutzleute geftagt worden sind," wie ein Oberpolizeibeamter zur Erheiterung des Publikums im Strafprozeß Angspurg aussagte. Die Staatsanwaltschaft, die sonst in Verfolgung anderer Delikte einen regen Eifer entwickelt, nahm daher von einer weiteren Verfolgung der polizeilichen„Mißgriffe" Abstand. In den beiden letzten Terminen im Zivilprozeß erklärten die Schutzleute, sie seien berechtigt gewesen, das Lokal zu„säubern", weil aus Türen und Fenstern mit Flaschen, Gläsern und Bierseidel- Untersätzen geworfen worden sei. Ob sie dabei Gäste verletzt haben. vermögen sie nicht auszusagen. Ganz anders klingen die Aussagen völlig einwandfreier Zivilzeugen, die übereinstimmend bekunden, daß weder aus dem Lokale heraus geschimpft noch auf die Schutzleute geworfen worden sei, zumal die aus großen Spiegelscheiben bestehenden Fenster nicht geöffnet werden können. Acht bis zehn Schutzleute feien mit gezogenen Säbeln und den Rufen:„Raus, Ihr Spitzbuben I"—„Bändel"--„Diebe I" in das Lokal ein- gedrungen und hätten blindlings dreingehauen. Der Zeuge B., um den sich der Prozeß dreht, sagte unter anderem aus: „Ich habe keinen Schutzmann tätlich angegriffen oder be- schimpft, habe überhaupt mit keinem gesprochen, sondern versuchte, sofort durch das Klubzimmer ins Freie zu gelangen. Hierbei wurde ich von einem Schutzmarnt von hinten mit dem Säbel auf den Hinterkopf geschlagen. Auch als ich glücklich draußen war, habe ich noch von mehreren Schutzleuten Säbelhiebe auf den Rücken und gegen das Bein erhalten; ich bin förmlich zwischen mich bedrohenden Säbeln hin- und hergesprungen." Der Gastwirt Lunau sagte aus, die Schutzleute hätten ohne jede Veranlassung unter den erwähnten Rufen auf seine Gäste los- geschlagen, einerlei ob sie saßen oder standen. Die weiteren Zeugen schildern, wie sie in mehr oder minder schmerzliche Berührung mit den Polizeischwertern kamen. Desinfektionsbeamter Jessen:„Es waren meistens Stammgäste anwesend, die sich ruhig unterhielten. Gegen 11>/z Uhr— auf der Straße war Hallo— drangen plötzlich ohne mir erkennbare Veranlassung ungefähr zwölf Schutzleute mit gezogenen Säbeln in das Lokal und riefen:„Hier wollen wir mal die Spitzbubenbande rausschlagen I" Taffächlich schlugen sie auf die Anwesenden los, ohne daß einer sie beschimpft, tätlich angegriffen oder gegen sie angedrängt hätte." Sehr schön lautet die Aussage eines Schutzmannes:. Mir selbst ist ein volles Bierglas gegen die Brust geflogen. Ich kann aber nicht sagen, ob es geworfen oder von einem umgeworfenen Tisch gegen mich gefallen ist." Die Braut eines Gastes gibt diese Schilderung:„... Daß den Schutzleuten von irgend einer Seite Widerstand geleistet worden wäre, habe ich nicht gesehen, vielmehr waren alle Leute beflissen, schleunigst das Lokal zu verlassen, insbesondere mein Verlobter und ich. Trotzdem hat dieser mehrere flache Hiebe über den Rücken und ich einen scharfen Hieb über den rechten Zeigefinger bekommen, infolgedessen ich vier Wochen lang arbeitsunfähig gewesen bin. In dem Lokal ist damals auch der 7Sjährige Haberkost derartig auf den Kopf geschlagen, daß er nach einiger Zeit verstarb." Während die Schutzleute von einem Andrängen der Gäste gegen sie sprechen, um dadurch die„Abwehr" plausibel erscheinen zu lassen, bekunden die anderen Zeugen, sie seien dem Ausgange zu- gestrebt, der aber von den Polizisten versperrt war. Trotz alledem läßt die Polizeibehörde durch ihren Vertreter einwenden, ihre Beamten hätten nicht widerrechtlich, sondern in der rechtmäßigen Ausübung ihres AmtßS ge- handelt, um„Angriffe" abzuwehren! Das Gericht setzte die Entscheidung aus. ?Zuslanck. Niederlande. Mehr Arbeiter- und Kinderschuh! Der Niederländische Gewerkschaftsverband und die sozial- demokratische Partei haben gemeinschaftlich auf den 2. März einen Propagandakongretz zur Förderung des gesetzlichen Arbeiter- und Kinderschutzes einberufen, der in Amsterdam stattfinden wird. Der Kongreß soll hauptsächlich wirken für die Einführung deS gesetz- lichen Zehnstundentages, Verbot— oder in Industriezweigen, wo dies nicht durchführbar ist, Beschränkung— der Nachtarbeit, Ausdehnung des Verbotes der Kinderarbeit auf alle Betriebe und wirksamen Schutz der Arbeiter und Arbeiterinnen im Alter von 14 bis zu 18 Jahren. Seit dem Arbeitsgesetz vom 5. Mai 1889 haben die gesetz- gebenden Körperschaften in Niederland auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes nichts mehr geleistet, das heißt, nichts als eine Verschlechterung: die Wiederzulassung der Nachtarbeit der Frauen in den HeringSräuchereien. Das war daS Werk deS „christlichen" Ministeriums Kuyper. Wohl brächte dieses Ministerium auch ein neues Arbeitsgesetz ein, jedoch so kurz vor Kuhpers Fall, daß der Entwurf nicht einmal in den Abteilungen der Kammer zur Beratung kommen konnte. Die neue Regierung hat dann in ihrem Programm Verbesserung der Arbeiterschutzgesetzgebung ver- sprachen. Aber wie weit sie dies Versprechen hält, wenn nicht die organisierte Arbeiterschaft ihre ganze Kraft dafür einsetzte daS ist eine andere Frage. Japan. Tokio, 5. Februar. fAmtliche Mitteilung.) Die kürzlich in der ausländischen Presse umlaufende Nach- richt, daß Japan wegen der Schulfrage in San Francisco kriegerische Absichten gegen die Vereinigten Staaten von Amerika hege und sogar an die Regierung der Vereinigten Staaten eine Note gesandt habe, deren Inhalt gleichbedeutend war mit einem Ultimatum, ist gänzlich falsch und ent- behrt jeglicher Begründung. Die japanische Regierung, die den fteundschaftlichen Gefühlen der Vereinigten Staaten voll« kommen vertraut, hegt die Erwartung, daß eine freundschaft- liche Regelung der Schulftage in San Francisco erreicht werden wird und es ist überflüssig, festzustellen, daß keinerlei irgendwie beunruhigende Anzeichen in den Beziehungen zwischen den beiden Ländern bestehen. Amerika. Schiffssubventionen. Roosevelt sandte in der letzten Januar- woche dem Kongreß eine Botschaft, welche die Notwendigkeit von Schiffssubsidien erklärt, wenn der Verkehr mit Südamerika und mit Ostasien nicht leiden solle. Er führt an, daß amerikanische Schiffe teurer seien als ausländische, daß amerikanische Seeleute besser be- zahlt und bekösttgt würden als ausländische und daß andere Staaten Schiffssubventionen in großem Umfange eingeführt haben. Fast alle europäischen Staaten subveuttonieren südamerikanische Dampferlinien, und die Folge sei, daß der europäische Handel dort auf Kosten des amerikanischen zunehme. Die europäischen Staaten zahlten jährlich 2ö Millionen Dollar Subsidien an Dampserlinien, England allein 7 Millionen, Japan 3 bis 4 Millionen usw. Nach dem vor- geschlagenen Gesetze würden die Vereinigten Staaten noch immer weniger bezahlen als irgend einer ihrer kommerzielle» Mitbewerber, nämlich in Summa 3 750 000 Dollar pro Jahr. Zw sozialdcmohratisclKD Sticl)wal)lparolc. Genosse A. Erdmann ersucht uns um Veröffentlichung folgender Zuschrift. Da wir das gegen die Unterstützung der NattonaUiberalen gerichtete Schreiben deS Genossen BloS zum Ab- druck gebracht haben, glaubten wir auch diesem die Aufnahme nicht versagen zu dürfen. Weitere Zuschriften dieser Art können wir jedoch nicht aufnehmen: Die Stickuvahlparole des Parteivorstandes ist, wie der„Vorwärts" bemerkt, fast von der gesamten Parteipresse gebilligt worden, nur die „Rheinische Zeitung" halte die Losung: Keine Stimme einem Nationalliberalen I für verfehlt. Unser Kölner Partei- blatt hatte hingewiesen auf die jungliberale Bewegung, die man nicht überschätzen, aber auch nicht übersehen solle, namentlich da, wo als zweiter Gegner der Sozialdemokratte das Zentrum in Betracht komme, das regierungsfreundlicher als der Jungliberalismus und reaktionär bis auf die Knocken sei. Der „Vorwärts" will diesen Einwand nicht gelten lassen, dessen Beweg- grund er darin sieht, daß die„Rheinische Zeitung" gerne die Nationalliberalen zur Stichwahlhülfe i» Köln gewinnen möchte. Aber der Parteivorstand kö»ne sich nicht auf lokale Sonderlvünsche einlassen, um hier oder da der Partei ein Mandat zuzuführen: die Stichwahlparole sei nach sorgfältiger Prüfuiig der durch die Wahlen geschaffenen Lage und der sich für die Arbeiteriutcresscn daraus ergebenden Fragen getroffen worden. Ick weiß nicht, ob die„Rheinische Zeitung" beabsichttgt hat, mit ihrer Kritik der Stichwahlparole des Parteivorstandes die Stichwahl- hülfe der Nationalliberalen in Köln zu erwirlen. Wenn es der Fall fein follte, so wäre das kein Fehler, wenn die Rheinische Zeitung" und Automobilen fleißig Gebrauch gemacht. Die Mahnungen, zur in der Sache recht hätte. Und sie hat recht insofern, als sie sich Wahl zu kommen, wurden den Wählern per Rohrpost zugesandt. gegen eine Bevorzugung des Zentrums vor den Nationalliberalen Dort drüben, wo die Männer der Börse für ihren Kaempf wendet, wie sie in der Stichwahlparole des Parteivorstandes das Geld mit vollen Händen hergegeben hatten, fonnte man liegt. Diese Stichwahlparole besteht aus zwei Teilen: 1. in der Aufforderung, unter feinen Umständen einem Konservativen, sich das leisten. Die Freisinnigen hatten auch wieder in einigen Reichsparteiler, Landbündler, Antisemiten und Nationalliberalen die Fällen ihre Agitationsbureaus vor den Wahllofalen felber etabliert, Stimme zu geben, 2. in der Anweisung, falls Stichwahlkandidaten so daß von ihren Bureaus eine bequeme und rasche Verbindung einer anderen Partei in Betracht kommen, unter Würdigung der mit den Wahllokalen unterhalten werden konnte. Das erleichterte Persönlichkeit nur demjenigen Kandidaten die Stimme zu geben, der ihnen die Schlepparbeit sehr erheblich. fich auf gewisse Bedingungen verpflichtet. 01 Die Sozialdemokraten Stichwahl. in der Dhne Zweifel liegt in dem Umstande, daß das Zentrum nicht von vornherein ausgeschieden wird, eine Bevorzugung dieser Partei vor den Konservativen, Nationalliberalen usw. Und das zeugt von einer mangelhaften Kenntnis der Zentrumsnatur. Ich weiß, was die Nationalliberalen wert sind und insbesondere die rheinischen Nationalliberalen schätze ich sehr tief ein. Aber ich kann mich nicht dazu entschließen, das Zentrum höher einzuschätzen, mindestens würde ich, falls sich ein Nationalliberaler auf die vom Die Zahl fett bedeutet: Die betreffende Partei hat den Kreis bisher Parteivorstande genannten Bedingungen verpflichtet hätte, dessen Wort ebenso viel vertraut haben, wie dem eines Zentrumsmannes. Im übrigen: wenn der Vorstand die Arbeiterinteressen ins Feld rüdt, wo hätten sich dann die Ultramontanen in dieser Hinsicht besser bewährt als die Nationalliberalen? Etwa beim Zolltarif, wo das Zentrum den Kern und Antrieb der Reichstagsmehrheit bildete? Oder beim Schulverpfaffungsgesetz, wo die Nationalliberalen die Geschobenen, die Klerikalen die Schiebenden waren? Oder bei der Umsturzvorlage, wo das Zentrum die Nationalliberalen noch zu übertrumpfen versuchte? Oder bei der Sozialreform, in der nichts geschieht, weil das Zentrum nichts tun will? Oder beim preußischen Wahlrecht, zu dessen Abschaffung die Ultramontanen feinen Finger rühren? Es ist möglich, daß aus Reden und Artikeln von nationalliberaler Seite sich mehr Angriffe auf das allgemeine Wahlrecht und die Koalitionsfreiheit zusammenstellen lassen. Aber das beweist höchstens, daß die Nationalliberalen ehrlicher oder wenn man das nicht will unvorsichtiger find als die Ultramontanen. Wer das Zentrum beurteilt nach seiner wahren Natur, die sich ergibt aus den Interessen der diese Partei in ihrer Politik bestimmenden Bevölkerungsschichten, und nicht nach dem, was die ultramontanen Redner fagen oder verschweigen der weiß, daß das Zentrum im geeigneten Augenblicke jeder Schandtat fähig ist, deren man sich vom ärgsten Scharfmacher und Volksfeinde zu versehen hat. Die Ultramontanen stehen der Arbeiterbewegung mit nicht geringerer Feindseligkeit gegenüber wie irgend eine andere der bürgernur mit dem Unterschied, daß Konservative lichen Parteien und Nationalliberale fie mit dem Polizeiknüppel und der mit totfüttern wollen. Die Gewaltpolitik der Scharfmacher und die jesuitische Sozialreförmlerei der Schwarzen unterscheiden sich, was Grund und Zwed betrifft, in nichts von einander, und was das Ergebnis beider betrifft, so möchte ich wissen, was wir der flerifalen Sozialpolitik zu danken haben, außer das Eine: daß die M.- Gladbacherei beträchtliche Massen der Arbeiter einzulullen und von dem Anschluß an die proletarischen Kampfreihen abzuhalten gewußt hat was mir gerade kein Vorteil für die Arbeiterintereffen zu sein scheint. Hungerpeitsche totschlagen, während während die Klerikalen fie Wassersuppensozialpolitik chriftlicher Wenn im bayrischen Zentrum ein freierer demokratischer Geist weht, so wolle man dem gegenüber nicht vergessen, daß dafür das Schlesische Zentrum umso realtionärer ist und sich von den Konservatiben taum noch unterscheidet, während die Ultramontanen im Westen auf eine Stufe mit den Nationalliberalen gehören. Diese Verwandtschaft zeigt sich auch bei der Stichwahltaktik des Zentrums: im Often unterstüßen die Klerikalen die Konservativen zum Teil sogar bei der Hauptwahl; in Rheinland- Westfalen würden sie sich zu den Nationalliberalen geschlagen haben, wenn die beiderseitigen Suhhändler fich über den Anteil am Geschäft hätten einigen fönnen. Was haben wir also für einen Grund, das Zentrum für vertrauens würdiger zu halten als die Nationalliberalen oder die Konservativen? Die Kölner haben recht, wenn fie der Meinung sind, daß im Falle einer Stichwahl ein Nationalliberaler der Würdigung der Persönlich feit und des Vertrauens auf sein Wort mindestens ebenso wert ist, wie ein Bentrumsmann und sei es selbst der gepriesene Herr Trimborn, der Mann der arbeiterfreundlichen und freiheitlichen Gefte. Wenn Genoffe Blos in seiner Zuschrift an den Vorwärts" auf die Mitschuld der Nationalliberalen bei der Schaffung des Sozialistengefeges hinweist, so bezweifle ich, daß es rätlich ist, bei Stichwahlen im Jahre 1907 fich von Vorgängen leiten zu laffen, die im Jahre 1878 geschehen sind. Geschieht es aber, dann sollte man über die Sünden der Nationalliberalen nicht der Sünden ber Klerikalen vergessen. Bekanntlich hat das Zentrum sein redlich Teil zur Verlängerung des Sozialistengesetzes mit beigetragen. Hätten im Jahre 1884 nicht 39 Bentrumsabgeordnete für die Ber längerung geftimmt, wäre das Gefeß gefallen. Für die Hälfte des zwölfjährigen Schandgesezes ist also das Zentrum verantwortlich August Erdmann, Düsseldorf. zu machen. Zur Stichwahl im 1.Berliner Wahlkreise. Ein Stichwahlkampf, der gegen die vereinigte Masse der Gegner durchgefochten werden muß, steht von vornherein unter einem ungünstigen Stern. So mancher Wähler, der zur Minderheilt hielt „ ja doch alles wirft verdrossen die Flinte ins Korn, weil nuglos" sei. In dieser dieser Situation der Minderheit befanden sich diesmal im ersten Wahlkreis Berlins diejenigen Wähler, die am 25. Januar dem Kandidaten der Sozialdemokratie, unserem Genossen Arons, ihre Stimme gegeben hatten. Bei der Stichwahl am gestrigen Dienstag schien es anfangs, wie wenn tatsächlich eine starke Entmutigung über unsere Wählerschaft gekommen wäre. Nur spärlich war die Zahl der Wähler aus Wähler aus dem werttätigen Bolt, die schon in den Vormittagsstunden an die Bahrurne traten. Auch die Mittagsstunde brachte diesmal feineswegs jenen Ansturm auf die Wahllokale, der sonst bei Wahlen die Regel bildet. Noch in den Nachmittagstunden war in manchen Bezirken nicht diejenige Stärke der Beteiligung erreicht, die am Tage der Hauptwahl schon bis zum Mittag festgestellt werden konnte. Als dann unsere Genossen, die sich für den Wahltag als treue Helfer zur Verfügung gestellt hatten, sich aufmachten, um die säumigen wähler zu mahnen und. heran zuholen, stellte sich allenthalben heraus, daß die Säumigen" zumeist gar nicht säumig waren, sondern durch Berufs- und Erwerbstätigkeit gehindert wurden, ihrer Wahlpflicht beizeiten zu genügen. Für die Stichwa hI ist es eben einem Arbeiter erheblich schwerer, bei seinem Brotherrn" durchzusetzen, daß darf. früh Feierabend machen Sehr oft wurde von den Ehefrauen unseren Schleppern geantwortet: ,, Mein Mann will tommen er kommt ganz bestimmt er fann sich nur nicht so zeitig frei machen, wie das vorige Mal." In den Abendstunden ging ja dann die Wahlbeteiligung rasch in die Höhe. Aber in manchen Bezirken, die am 25. Januar ein für uns günstiges Ergebnis gebracht hatten, blieb die Beteiligungsstärke schließlich doch recht erheblich hinter derjenigen der Hauptwahl zurüd. So mancher Wähler, der ganz bestimmt" hatte tommen wollen, hatte doch nicht mehr rechtzeitig herankommen können. In diesem Punkt ist das Gros der Wähler aus der ArbeiterKlasse bei Stichwahlen immer sehr viel übler daran als die Wähler aus den bürgerlichen Schichten. Auf freisinniger Seite wurde übrigens schon vom Vormittag an eine rege Schlepparbeit geleistet. Dabei wurde ähnlich, wie am Tage der Hauptwahl, von Droschken er n Einbed- Northeim. Deichmann( Soz.) Findel( natl.). Es stehen in das Stichwahl Es geben den Ausschlag 0 5611 5791 Sp. 5568 28. 2241 Gewählt: Findel mit 11 288 St. gegen Dielmann 6320 St. Goslar- Zellerfeld. Leinert( Soz.) Koelle( Wild) 0 B 7779 7175 Natl. 6562 3. 1045 Gewählt: Koelle mit 13 850 Gt. gegen Beinert 8100 St. Harburg- Buxtehude. Baerer( Soz.) Warenhorst( Np.) 14667 15360 23.4830 Fri. 3567 8.323.66, bish.Ntl. Gewählt: Warenhorst mit 17 042 St. gegen Baerer 14 848 St. Bremervörde. . 6442 9701 B. d. L. 4776 . 1432 P. 170 Gewählt: Reese mit 12 778 St. gegen Rhein 5746 St. Rhein( Soz.) Reese( natl.) bertreten. Es stehen in Stichwahl Es geben den Ausschlag Bielefeld. Sebering( Soz.). v. Möller( natl.) 6838 12206 3. 3968 Natl. 3570 Altena- Iserlohn. · Haberland( Soz.). Müller( frf. Vp.) Hagen- Schwelm. Elbing- Marienburg. Crispin( Soz.). v. Oldenburg( f.) Gewählt: v. Oldenburg mit 15 339 St. gegen Crispin 6817 St. Danzig( Stadt). • 6391 7503 R. 4332 2. V. 1864 Trilfe( Soz.) 8. 4041 Mommien( frf. Vg.) P. 429 Gewählt: Mommsen mit 13 927 St. gegen Trilse 8303 St. Berlin I. Dr. Arons( Soz.) Kaempf( frf. Bp.). • •. 5042 6067 • ° A. 972 8. 271 Bodenref. 780. 41 Gewählt: Kaempf mit 8053 St. gegen Arons 4618 St. Potsdam- Osthavelland. 0 9 17158 13566 Dr. Liebknecht( Soz.) Pauli(.) Gewählt: Pauli mit 21 787 St. gegen Dr. Liebknecht 18 587 St. Potsdam- Westhavelland. . • 11154 7009 0 13642 14277 8. 9329 0 Gewählt: Severing mit 18168 St. gegen Möller 16 160 St. König( Soz.) Cuno( frs. Vp.) 12129 8. 7785 19152 17579 8. 5044. - 18032 B. 197 Chr.-S. 1682 König 20 669 St. Gewählt: Cuno mit 22 607 St. gegen Bochum- Gelsenkirchen. Hue( Soz.) 8 9 42430 40390 • 3. 8688 8. 33905 Dr. Haarmann( natt.) Gewählt: ue mit 57 000 St. gegen Haarmann 55-000 St 38849 25741 3. 22246 Frs. 495 3. 5087 Gewählt: Bömelburg mit 46 688 St. gegen Bort 32124 St. 12666 110988. 8919 hak P Fri. Vp. 7635 Gewählt: Lehmann mit 19 360 St. gegen Bartling 18012 St. Dortmund- Hörde. Liberale 8193 3.709 R. 1119 P. 69 Bömelburg( Soz.) Bork( natl.). Wiesbaden( Stadt). Frf. Vp. 5910 P. 59 8. 69 Lehmann( Soz.) 2 Bartling( natt.)... Frankfurt a. M. • • Frf. Bp. 5415 8. 120 Fr. 116 Dr. Duard( S08.) Defer( D. Wp.). Gewählt: Defer mit 33 640 St. gegen Dr. Quard 30 774 St. Hofgeismar- Wolfhagen. Vetterlein( S03.). Herzog( D.- Soz.). 28869 * 17692 Natl. 5280 8. 4405 Wild 5056 4805 8877 F. V. 2516 D. R. 2032 8. 642 Hess. t. 126 Beus( Soz.). Görde( natl.) Gewählt: Görde mit 12 760 St. gegen Peus 11 868 St. Frankfurt- Lebus. 12388 10070 Dr. Braun( Soz.) Stp. 7722 8. 228 Dr. Detto( natl.) Gewählt: Detto mit 17 000 St. gegen Braun 12 100 St. Rottbus- Spremberg. Dr. Bernstein( Soz.). b. Dirksen( Np.). Stettin .. 9082 B 11384 Gewählt: v. Dirksen mit 15 500 St. gegen Dr. Bernstein Gewählt: Serzog mit 12 096 St. gegen Betterlein 9690 St. ( Stadt). Herbert( Soz.) • 14528 13441 4458 St.( Teilr.) Eschwege- Schmalkalden. Ant. 3687 B. 45 8. 307 Eckardt( Soz.) Raab( Antis.) Dr. Dohrn( frf. Bp.) Gewählt: Dohrn mit 17 000 St. gegen Serbert 14 000 St. ( Teilr.) Breslau( Land). Schütz( Soz.). b. Cramer( f.) 7262 8946 Frs. Vp. 5424 Raab mit 4000 St. Mehrheit wiedergewählt. Hanau- Gelnhausen. Hoch( Soz.) Lucas( natl.) 7684 12898 8. 6679 Frs. Bp. 476 17923 13908 Frf. Vp. 4290 8.58 Gewählt: Hoch mit 19 999 St. gegen Lucas 18 880 St. Gewählt: v. Cramer mit 10 926 St. gegen Schütz 5480 St. Köln( Stadt). Striegau- Schweidnih. Q 9 8341 Feldmann( Soz.) Frhr. v. Nichthofen( f.). 10042 Gewählt: Richthofen 15 838 St. gegen Reichenbach- Neurobe. Kühn( Soz.). Dr. Fleischer( 8.) 0 15661 17859 Gewählt: Trimborn mit 22 911 St. Frf. Bp. 4127 Mittelstandsp. 3043 Feldmann 9917 St. Hofrichter( Soz.) Trimborn( 8.). 18 781 St. Lennep- Mettmann. 9890 6955 Яp. 6203 Meist( Soz.) Eickhoff( frs. Vp.). 5478 8589 • Gewählt: Fleischer mit 12 727 St. gegen Kühn 10 407 St. Grünberg- Freystadt. Stolpe( Soz.) Frf. Bp.5311 8.1589 Beuchelt( t.).. Gewählt: Beuchelt mit 18 400 St. gegen Stolpe 6500 St. Wolmirstedt- Neuhaldensleben. Nitsch( Soz.) Fr. 5952 3. 248 Fehlhauer( natl.) Gewählt: Fehlhauer mit 14 942 St. gegen Nitsch 8186 St. Wanzleben. • 9 8487 9672 Silberschmidt( S08.). 8814 Natl. 3691 8. 520 Riefeberg( Mittelstandsprt.). 5399 Gewählt: Nieseberg mit 9695 St. gegen Silberschmidt 9004 St. Oschersleben- Halberstadt. Bartels( Soz.). Rimpau( natl.). 14005 Wirtsch. Wg. 7037 13984 0 Gewählt: Rimpau mit 20 000 St. gegen Bartels 13 600 St. ( Teilresultat.) • 6868 10268 Frf. Bp. 4336 bisher Rp. Liebenwerda- Torgau. Fleißner( Soz.) Wilde( natl.) Gewählt: Wilde 18 776 St. gegen Fleißner 7298 St. Bitterfeld- Delitsch. • 10100 10695 Frf. Bp. 6654 P. 175 B. d. 2. 110 Rauh( Soz.) Bauermeister( Np.) Gewählt: Bauermeister mit 16245 St. gegen Rauh 10675 St. Querfurt. Bollender( Soz.) Winkler( f.) 8517 11210 Frf. Vp. 8270 Gewählt: Winkler mit 16 954 St. gegen Pollender 9861 St. Nordhausen. 5498 5662 Natl. 4150 Glocke( Soz.) Dr. Wiemer( frf. Vp.) Gewählt: Dr. Wiemer mit 9440 St. gegen Glode 5864 St. Schleusingen- Ziegenrüd. Schulz( Soz.) Hagemann( natt.). Gewählt: Hagemann mit 22 158 St. gegen Schula 17 150 St. Apenrade- Flensburg. · Michelsen( So.) Wommelsdorf( natl.) 17107 13774 St. 8602 6239 6984 * 21373 16660 Natl. 10844 Chr.- Soz. 53 gegen Hofrichter Chr.- Soz. 7065 8. 6259 2. 80 Gewählt: Eickhoff mit 6000 St. Mehrheit. 28256 14157 Natl. 13214 3. 6079 3. 34 Gewählt: Linz mit 33615 St. gegen Moltenbuhr 29 469 St. $. 268 Gewählt: Kirsch mit 33 000 St. gegen Grimpe 26 000 St. Elberfeld- Barmen. Moltenbuhr( Soz.) Linz( Rp.) Düsseldorf. Grimpe( Soz.). Kirsch( 8.). ( Teilr.). Effen. Gewehr( Soz.). Giesberts( 8.) • 25889 29259 29378 39634 Natl. 14664 Fri. 593 Natl. 22162 Frf. Vp. 1091 P. 2540 Gewählt: Giesberts mil 42300 St. gegen Gewehr 38900 St. ( Teilrefultat.) Mülheim- Duisburg. • Hengsbach( Soz.)... 27650 8. 27822 3. 5456 Jung( nail.) Hirsch- D. 588 Gewählt: Hengsbach mit 44 847 St gegen Jung 89 318 St. München 1. 32045 Birk( Soz.). Wölzl( natl.) 8723 10866 8. 5919 Gewählt: Wölzl mit 13 000 St. gegen Birt 11 500 St. München 2. 40384 20754 8. 19651 B. B. 1410 Gewählt: v. Vollmar mit 20 000 St. Majorität. v. Vollmar( Soz.) Kohl( D. Vp.). Speyer. Ehrhart( Soz.). Buhl( natl.). 18539 13708 8. 8169 Gewählt: Ehrhart mit 21 600 St.( Teilr.) gegen Buhl 17 400 St. Kaiserslautern. Klement( Soz.). Röfice( B. d. 2.) • 7629 10979 3.4413 Frf. Vp. 273 D. Bp. 4072 Gewählt: Röside( B. d. 2.) mit 14 717 St. gegen Klement 13 690 St. Bayreuth. Fri. Vp. 4968 8.75 D.3236 D. G03.2859 Gewählt: Wommelsdorf 11 215 St. gegen Michelsen 8253 St. Dithmarschen. Müller( Soz.) Goert( natl.) Gewählt: Goert. Lesche( Soz.) Lauenburg. Dr. Heckscher( Fr.) 11138 10168 3869 3834 Fr. 8886 .. 8278 7914 B. d. 2. 4581 8. 939 Sugel( Soz.) Hagen( natl.) Gewählt: Hagen mit 10 798 St. gegen HugeI 8072 St. Erlangen- Fürth. . a 14142 11053 B. B. 5197 8. 1513 Segit( Soz.) Manz( frs. Vp.) Gewählt: Manz mit 16 009 St. gegen Segis 15941 St. Zittau. Fischer( Soz.).... D.- Soz. 3546 Gewählt: Heckscher mit 5795 St. gegen Lesche 3143 St. Hameln- Linden. . -> B 11084 9568 Schmidt( Soz.). 2. 4476 Hausmann( natt.). B. d. 2. 3211 Gewählt: Hausmann mit 16 075 St. gegen Schmidt 12725 St. 10725 Buddeberg( frf. Bp.)... 11136 B. d. L. 2262. 8. 837. Gewählt: Buddeberg mit 13804 St. gegen Fischer 11206 St. Dresden( Altstadt). Dr. Gradnauer( Soz.) Dr. Heinze( nati.). . 19388 18603 Sons. 5166. 8. 589. Gewählt: Heinze mit 24680 St. gegen Dr. Gradnauer 20 968 St. SS stehen in ES geben den Stichwahl Ausschlag Meißen-Großenhain. Nitzschke(Soz.).....«174 Äonf. 6699. Fr. Vp. Gaebcl lAntls.)..... 6976 3427, Z. 126. Gewählt: Gaebel mit 17 231 St. gegen Nitzschke 14 921 St. Einige Orte stehen noch aus. Döbeln-Roßwein. Pinkau(Soz.). i i., 12760 Kons. 4476. Everling snatl.).... 6944 Frs. Vp. 2785. Gewählt: Everling mit 14 768 St. gegen Pinkau 12768 St. Oschatz-Grimma. Lipinski/, bis w/, Uhr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. eonnabend» beginnt dt« Sprechstuiidc»i»« Ilhr. Jeder>1l»frage ist ei» Buchstabe und et», Kahl als Merkzeichen beizufügen. Brieflich« Ilutwort wird nicht erteilt. Eilige Frage» trage man in der Sprechstunde vor. «. H. 10«. VIS zum Schlüsse dieses Jahres haben Sie Kirchensteucru zu zahlen.— G. S. 1«. Wendcu Sie sich direkt an da» Statistische Amt. — A. 3«. Ihr Bater kann mit seinem Eigentum zu seinen Lebzeiten machen wa» er will. Sie können also gegen die Ueberlassung an die Schwester nicht» ausrichten.— R. P. 7. Schlaslcute und Ehambrcgarnlstcn, die monatliche Miete zahlen, haben bis am 15. zuin 1. zu kündigen. Eine umgekehrte KündigungSsrist gibt c» nicht.— O. B. Uns nicht bekannt. Das muß Ihr Statut ergeben.— B. 1VY. Soweit uns bekannt, um 19 Ausnahmen sind vorhanden.— Alter„Vorwärts-, Leser 8. Sie kSnncu psünden wie bei jedem anderen. Der Sold ist aber nicht piändbar. — E. R. 3». 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja.— F. R. 10«. Ja — M. Vi. 4. 1. DaS ist möglich. 2. Nein. 3. Die Gtlmmcn find zersplittert heißt, die angegebene Etinimenzahl ist aus ver- schiedene Kandidaten entsallen, deren Namen nicht genannt sind. —(f.®. Ntrdorf. J. Ja. 2. Magistrat und Polizeibehörde.— Ivv(£. Ja.— M. T. 100. Nein.— Friedelstrape 44». Wie wir ausdrücklich dargelegt haben: mehr.— R. H. 3«. 1. Sie können-einen Teil der Möbel verlangen, müßten aber volle Alimentation leisten. 2. Ja.— B. B. 6. 1. Nein. 2. Wenn Sie nicht erscheinen, werden Sie verurteilt.— A. 3. 1. Ja. 3. und 3. Nein.- F. H. 17«. Ja.— L. L.«1. Wenn es der Wahrheit entspricht, ja.-». M. 14. Ja.- W. T.«««. Ja, Sie müssen sich an Ihr BezstkSkommando wenden.<— fll. R.«8. Nein. morten. B. 99. Done Cinfight in ben Chevertrag unmöglich zu beant| den dortigen Gesezen nicht bestehen. A. R. 22. Darüber, daß in tum Pfändung vornehmen. 23. 403. Es würde voraussichtlich für 3. 2. 100. Sie müßten auf Anerkennung, daß das Wegerecht folchem Falle Steuern erlassen werden, besteht keine Vorschrift, Sie können diesen Unfall niemand haftbar gemacht werden können, da keine Fahr nicht besteht, flagen. Ihre Klage hätte Aussicht auf Erfolg. an die Steuerdeputation ein Gesuch richten, in dem Sie darlegen, daß Sie lässigkeit oder Berschulden besteht. 23. 12. 1. Eine Klage hätte Aussicht H. D. Die Geburtsurkunden sowie Ihre Militärpapiere find er feinen Berdienst haben und deshalb Niederschlagung der Steuern be- auf Erfolg. 2. Bo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren. Liegt Hochforderlich, außerdem müssen Sie von Ihrer ausländischen Heimatsbehörde antragen. Wie 8. Sind Sie großjährig, so find Sie an den Vertrag stapelei vor, so können Sie Strafantrag wegen Betrug mit Aussicht auf Erfolg fich bescheinigen lassen, daß gefeßliche Hindernisse gegen Ihre Heirat nach gebunden. Der Gläubiger fönnte wie jeder andere Gläubiger in Ihr Eigen- steen. Für den Inhalt der Juserate übernimmt die Nedaktion dem Wublikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 6. februar. Anjang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Lohengrin. An fang 7 Uhr. Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Deutsches. Romeo und Julia. Westen. Cousin Bobby. Lorking. Fra Diavolo. Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: Das Goldschmidtsche Thermit verfahren. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Nachm. 3 Uhr: Die Montresore. Zentral- Theater. Wozu der Lärm. Leffing. Die Wildente. Schiller Der Anfang 8 Uhr. 0.( Wallner Theater.) ( Operette.) 8 Uhr: Künstlerblut. Freitag: Die Puppe. Schiller- Theater Charlottenburg. Residenz- Theater. Fiesto. Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Der Familien. tag. Romische Oper. Die Bohème. Berliner. Sherlod Holmes. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Kleines. Zu den Sternen. Neues. Die Condottieri. Residenz. 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Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Februar, nachmittags 2, Uhr, vom Trauerhause, Wrangelstr. 52, aus statt. 286/9 Die Ortsverwaltung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Kranzspenden beim Heimgange unſerer lieben odter und Schwester Elisabeth Kotz, sagen wir hiermit unserez herzlichen Dant. Familie Kok- Pankow. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr: Danksagung. General- Versammlung in der„ Neuen Welt", Hasenheide 108-114. 112/4 Zages- Ordnung: 1. Stellungnahme zur Generalversammlung in München. 2. Beratung der Anträge. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung. 4. Neu- und Ergänzungswahlen für Angestellte in unserem Bureau. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Sahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr, bei Mothes, Hussitenstr. 40: Vertrauensmänner- Versammlung Siermit sagen wir allen Teilnehmern bei der Beerdigung meines lieben Mannes und Baters unseren herzlichen Dank. 38832 Die trauernde Witwe C. H. Zimpel nebst Kindern. 3857L* InventurAusverkauf Nur solange Vorrat: Ein Posten der Modell- und Fabriktischler sowie Modelldrechsler. Wollatlas- Steppdecken. Zages Ordnung: 1. Bericht der Kommiffion. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Kommission. Mittwoch, den 6. Februar, abends 8%, Uhr, bei Herrn Wohlfarth, Rosenthalerstraße 57: Vertrauensmänner- Versammlung der Stellmacher. Zages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Berschiedenes. 79/14 Die Kommission. Einsetzer! Freitag, den 8. Februar 1907, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Große öffentliche Versammlung der Einsetzer Berlins und Umgegend. Zages Drdnung: " Die Aussperrung in der Holzindustrie und wie ftellen sich die Einfeger dazu?" Diskussion. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht jedes Einfegers zu dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Fliesenleger! Donnerstag, den 7. Februar, pünktlich abends 8 Uhr, im Gewerk: schaftshause, Engel- lfer 15( Saal 8): Versammlung der Sektion der Fliesenleger des Maurerverbandes. Tagesordnung: 136/ 12* 1. Jahresbericht des Vorstandes. 2. Borstandswahl. 3. Gewerkschaft. liches. 4. Distuffion. Mitgliedsbuch legitimiert. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, für den zahlreichen Besuch dieser Bersammlung zu agitieren. Der Sektionsvorstand. Beste Sparaulage! pr. Ltr. u. 62 Pf. pr. Fl. mit Glas. Fässer v. 30 Ltr., Stiften v. 12 Fl. an. Brobeliste 6 weiß, 6 rot. Weingut Ed. de Waal& Sohn, Koblenz 88. 100 M., bis 9 Uhr abends, 3. verkaufen, sehr schnell gegen bequeme Abzahlungen. Offerten erbeten sub P. 1 an die Er Gerichtstr. 32, Dittrich pedition dieses Blattes. durch Kauf Kleiner Grundstüde in aufblühendem Vorort,, Stunde von Berlin, nahe Bahnhof 38822* ff. 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Februar, nachmittags 4 Uhr, der Leichenhalle des Gemeinde- Fried hofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 242/10 Der Vorstand. Verband der freien Gastu.Schankwirte Deutschlands Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege am Gustav Richter ( Landsbergerstr. 3) am Montag, den 4. Februar, verstorben ist. Die Beerdigung findet Donnerstag, den 7. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Zentral- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Nachruf. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Karl Keller Korbmacher am 1. Februar verstorben ist und am Montag, den 4. Februar, zur legten Ruhe gebettet wurde. Ehre seinem Andenken! 79/16 Die Ortsverwaltung. Deutscher Ca. 300 Fenster Portieren Holzarbeiter- Verband in Tuch, Plüsch u. 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Februar, nachmittags 1 Uhr, vom Trauerhause Schönhauser Allee 148 nach dem GethsemaneKirchhof in Nordend. 1310b Das Komitee. Invaliden- Unterstützungskasse d. Steindrucker u. Lithographen. Die Beerdigung des am 4. Februar verstorbenen Lithographen Franz Rohde Karl Ernst, findet ftatt am Donnerstag, den Köpeniderstr. 126, 1 r. Größte Auswahl! Billigste Preise! Borzeiger dieser Annonce erhält 10% Preisermäßigung. 7. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des HeilandsKirchhofes in Plößensee. 13115 Das Komitee. Phänomen- Zigaretten sind aus echten türkischen Tabaken hergestellt Phänomen- Zigaretten sind garantiert Handarbeit Phänomen- Zigaretten sind nach ägyptischer Art hergestellt Phänomen- Zigaretten übertreffen Importen Phänomen- Zigaretten sind überall zu haben Stück 2, 3, 4 und 5 Pfg. 3056L* Türk. Tabak- und Zigaretten- Fabrik ,, Namkori" Warenhaus Wilhelm Stein Berlin N. 39, Chausseestr. 64, 65, 66 Schluß der 90 Pf.- Woche = Sonnabend, den 9. Februar cr. 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Grothe, Mariendorf, Dorfstraße ( Ede). Wangenheimstraße, Ede Lynarstraße, Halensee. Schirmer, Parkfstraße, Grunewald. Schirmer, Spandauerstraße, Behlendorf. Bastian, Riemeisterstraße, Behlen. dorf. Schirmer, Neueftraße, Behlendorf. Brefer, Nikolassee, Rehwiese. Bauten der Firma Akt.- Ges. für Bauausführung: Hardt u. Lesser, von der Heydtftraße 12. Ritterstraße 11, Fabrikgebäude. Bauten der Firma Repke, Charlottenburg: Lorenz, Sybelstraße 47. Seibt, Bismardstraße, Ede Rüder. ſtraße. Gablowsky, Straße 29. Lantwig, Sanatorium. Schröder, Charlottenburg, Spielhagenstraße, Ede Wilmersdorfer. straße. Bauten der Firma Gebr. Schaar: Lichtenberg, Dorfstraße 9, 8elder u. Plathen. General Bapeftraße, Mig u. Geneft. Soorstraße, Charlottenburg- Westend. Am Kleinen Wannsee, Bau Jahnisch. Bauten der Firma Schubert: Bismarckstr. 42. General Bapestraße, Mig u. Genest. Holland, Rigdorf, Elbestraße 87, Holland, Wilmersdorf, Holsteinische straße. Banten der Firma Kussin: Charlottenburg, Raiser- Allee 203. Grünfeld, Sächsischestraße 4. Bandmann, Landshuterstraße. Aschaffenburgerstraße, Damenheim. Bau Lehmann, Tiefbaugesellschaft. Dahlmann- u. Gervinusstr.- Ede. Stegliz, Bau Buchholz, Albrecht- u. Brüderstr.- Ede. Banten der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Bittoria. Bauten der Firma Osten, Nixdorf: Schönhauser Allee 134a, BauMagnus. Banten der Firma Dittmar, Pankow: 28ollantstr. 117. Schönholzerstr. 1. Raifer Friedrichstr. 1, Schule. Banten der Firma Hegelmann. Nigdorf, Katser Friedrichstr. 119-20, Bauherr Bommel. Wilmersdorf, Kaiser Allee, Ede Bil helmsaue, Bauherr Schaum. Charlottenburg, Beigftr. 5-6, Bauherr Welsch. Jungfernheide, Mindenerstraße, Bau herr Schulz. Reinidendorf, Böttcher. Juftusftraße, Bast Berlin O., Boghagenerftr. 47, Ban Böttcher. Firma Braun. Rigdorf, Walterstraße, Ede Sulin straße, Bau Müller. Nigdorf, Cranoldplak, Bau Müller, Fensterbau. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: für Korbmacher: Werkstatt Leithoff, Teltowerstraße, Bauten der Firma Walter, für Vergolder: Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinidendorf, Sprengel- und Samoastraße, Ede. Hausotter- und Residenzstraße, Ede. Bauten der Firma Rösner: Weichselstraße 36. Banten der Firma Karl Hammer, Gitschiner ftraße 63: Wannsee, Alsenstr. 33, Bau Tropfte. In Eichwalde Bau Herm. Hammer, Lantwig, Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: In Zehlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bauten der Firma Heinrich Mittag: Ziehmann, Kurfürstendamm, gegen. über der Dahlmannstraße; Beitscher, Kurfürstendamm 144; Ersagtommiffion, Haidestraßen- Ecke; Hochschule, Charlottenburg; Stegliz, Kaifer Wilhelmstr. 13; Hauptstr. 13; Wilmersdorf, Helmstedterstr. 2; Schmidt, Prager Blák; Stirthe, Beuffel, Ede Wiclefftrage; Elektrische Werke, Mogstraße; Nauen, Krankenhaus; Wilmersdorf, Schloßbau. Timm, Rigdorf, Bergstr. 50. Brode, Dahlmannstr. 26. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter u. Ber. linerstr.- Ede, Bau Bielle. Bauten der Firma Maaß: Tegelerstr. 6, Bau Körling. Groffe, Marienfelde, Kirchstraße. Bauten der Firma Flieger& Lehmann: Köpeniderstr. 27. Schönhauser Allee 128. Beeliz, Heilstätte. Bauten der Firma Henke, Mariendorf: Mariendorf, Bau Mette, Dorfstraße. Bau Erdmann, Chausseestr. Tempelhof, Fensterbauten, Schönburgitrage. Banten der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Plak. Bauten der Firma Kuhnert& Kühnet Raft, Schöneberg, Barbaroffa Ede Landshuterstraße. Baulsen, Charlottenburg, Schlüterstraße. J. C. Pfaff, Zeughofstraße. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Annahme- Stellen für ,, Kleine für Kleine Anzeigen". Zentrum: Frit Zinke, Mauerstr. 89. A. Hahnisch, Auguststr. 50. Westen: G. Schmidt, Bülowstr. 52. Osten: 23. Mann, Petersburgerplas 4. R. Wengels, Nüdersdorferstr. 3. Gustav Bogel, Koppenſtr. 83, Nordosten: 2. Zucht, Keibelstr. 42. J. Reul, Barnimftr. 42. Norden: S. Raschte, Aderstr. 36. F. Trapp, Rügenerstr. 24. Karl Mars, Lychenerstr. 123. Karl Weiße, Wiesenstr. 41/42. 2. Dechand, Ruheplasstr. 24. H. Bogel, Rorgingstr. 37. A. Tiek, Invalidenstr. 124. Nordwesten: Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. W. Schrolle, Gozlowskystr. 29. Südwesten: H. Werner, Mittenwalderstr. 30. H. Schröder, Hagelbergerstr. 27. Süden: St. Frik, Prinzenstr. 31. F. Gutschmidt, Kottbuser Damm 8. Südosten: Paul Böhm, Laufizer Platz 14/15 V. Horsch, Engel- Ufer 15. Charlottenburg: G. Scharnberg, Sesenheimerstr. 1. Friedrichsberg: D. Seifel, Stronprinzenstr. 50. Rixdorf: m. Heinrich, Nedarstr. 7. Conrad, Hermannstr. 50. Rummelsburg: A. Rosenkranz, Allt- Boghagen 56. Schöneberg: Wilh.Bäumler, Martin Lutherstr. 51. Weißensee: R. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Jul. Schillert, König- Chaussee 39a. Reinickendorf: P. Gursch, Provinzstr. 108. Berantwortlicher Pebatt- ur: Hans Webe., Berlin. Für ben inferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Berlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW. Nr. 31. 24 Jahrgang. 2. KkillW Ks Jormärts" Knlim PMIott Mitwoch, 6. Februar 1907. Partei- Hngclcgcnbeiten» Dritter Wahlkreis. Sonntag, 10. Februar, abends S Uhr, in den.Arminhallen'. Kommandantenstraxe 20: Versammlung für Männer und Frauen. Nach dem Vortrage: Gemütliches Bei» sammensein mit Tanz. Zahlreiche Beteiligung erwartet. Der Vorstand. Bezirk WaidmannSlust. Den Mitgliedern des WahlverinS zur Kenntnis, dah laut Beschluß der erweiterten Vorstandssitzung vom 3. Februar sämtliche aus der Bibliothek entliehene Biickcr bis zu der am 17. Februar im Schweizerhäuschen zu Waidmannslust statt- findenden Generalversammlung zurückgeliefert sein müssen. Es ist notwendig, eine Neuregelung der Bibliothek vorzunehmen, weshalb bis zu einem noch zu bestiinmenden Zeitpunkt keine Bücher mehr ausgegeben werden. Diejenigen Genossen, welche Bücher entliehen und bis zur Generalversammlung nicht zurückgelieferl haben, werden in der Versammlung veröffentlicht. Die Abteilungsführer werden ersucht, am nächsten Zahlabend, welcher am nächsten Mittwoch, den 13. Februar, stattfindet, ihre Mitglieder darauf aufinerlsam zu machen, da es unbedingt notwendig ist, sämtliche Bücher zur Stelle zu habe». Der Vorstand des Wahlvereins. ßerliner JVacbnchtm Von den„Fortschritten" im Berliner Gemeindcschulwesen. Die statistische Uebersicht über die Klassenfrequenzen unserer Gemeindeschulen, die den Stadtverordneten alle Halbjahre vom Magistrat vorgelegt wird, ist jetzt endlich auch für daS laufende Winterhalbjahr fertiggestellt. Wenn wir sie mit der Uebersicht für das verflossene Sommerhalbjahr vergleichen, so werden wir durch die Tatsache überrascht, daß die Zahl der Ge- meindeschulen zum erstenmal, seit es ein Berliner Gemeindeschul- Wesen gibt, nicht weiter gestiegen, sondern sogar heruntergegangen ist. Im Sommer bestanden 283 Schulen mit 226 409 Kindern, in diesem Winter sind es nur 282 Schulen, die aber von 227 730 Kindern besucht werden. Das Bestreben der städtischen Schul- Verwaltung, also Gemeindeschulen beim Sinken der Frequenz baldigst für„überflüssig' zu erklären und sie eingehen zu lassen, hat bereits seine Früchte getragen. Die Neste solcher zur Auflösung bestimmten Schulen fristen ihr Dasein noch eine Zeillang als.Filialen' benach- barter Schulen, um schließlich ganz zu verschwinden. Die Gesamtzahl der Klassen ist vorläufig noch gestiegen, von 4921 auf 6003. Die Frequenz pro Klasse ist erfreulicherweise weiter gesunken, im allgemeinen Durchschnitt von 46,87 Kinder pro Klasse auf jetzt 46.37 Kinder pro Klasse(wenn die Nebenklassen aus- geschaltet werden). Für die einzelnen Klassenstufcn tritt noch deutlicher als in der vorigen Uebersicht die Erscheinung hervor, daß die Frequenz in den oberen Stufen im Steigen ist, in den unteren Stufen weiter sinkt. Die Durchschnittsfrequenz ist in diesem Winter für die ersten Klassen 32,56. für die achten Klassen 52,12. Daß im Einzelfall die tatsächliche Frequenz noch unter diesem Durchschnitt zurückbleibt, aber andererseits leider auch noch sehr weit darüber hinausgeht, das ist oft genug gesagt worden. Die höchste Frequenz, die wir diesmal in den Tabellen be- merkt haben, ist immer noch 68, obwohl längst keine Klaffe im Maximum mehr als 60 haben soll! Da besteht eben die.Höchst- grenze' 60, die sich auf dem Papier sehr schön ausnimmt, wirklich nur erst„auf dem Papier". Kam» uns jemand eine B o r s ch u l e in Berlin nennen, die in irgend einer Klasse eine so unerhört hohe Frequenz hätte? ES gibt keine'{ Und wenn es eine gäbe. so würde sich in der freisinnigen Preffe Berlins sofort ein Sturm der Enttüstung darüber erheben, daß man eS wagt. 68 Kinder in eine Klasse hineinzupfcrchen. Solche Mißstände Iverden nur wenig gemildert durch die Teilung der achten Klassen. die für gewisse Lehrfächer eingeführt ist. Geteilt sind nur 230 von überhaupt 702 achten Klaffen, ganze elf Klassen mehr als im Sommer, und die Teilung erstreckt sich für diese 230 Klaffen nur auf zusammen 946 Stunden pro Woche, macht pro Woche und Klasse rund 4 Stunden. Im übrigen kommt die Teilung nicht mal immer den stärkstbesetzten Klassen zugute. Wenn in diesem Punkte kein nennenswerter„Fortschritt' ein getteten ist, so zeigt er sich dafür in einem anderen Punkte, wo er uns sehr unerwünscht ist. Die Zahl der in Mietshäusern untergebrachten Klaffen ist weiter gestiegen, von 558 auf nun bereits 615, desgleichen die Zahl der fliegenden Klassen, von 19 auf 27. Die MictS« schulen werden wir wohl so bald nicht verschwinden sehen. Sollte es denn aber wirklich nicht möglich sein, die fliegenden Klassen für immer zu beseitigen? Am Ende erleben wir'S, daß nun auch noch dieses Uebel wieder zu seiner früheren Größe sich auswächst? Wir möchten den Lärm nicht hören, den die gesamte Freisinnspresse machen würde, wenn an den h ö h e r e n L e h r a n st a l t e n n e b st Vorschulen solche Zustände üblich wären. Dir städtische BerkehrSdeputatlon trat in ihrer gestrigen Sitzung zunächst in die Berawng über die von der Allgemeinen Berliner OmnibuS-Aktiengesellschaft und der Großen Berliner Straßenbahn beantragte Tariffestsctzunz für Automobilomnibusse ein. Nach einer mehrstündigen Debatte, in deren Verlauf die zahl- reichen Gründe eingehend beleuchtet wurden, die in Verkehrs- technischer, rechtlicher und ziffernmäßiger Weise für und gegen die gewünschte Tariferhöhung geltend gemacht werden können, beschloß die Deputation in ihrer Majorität, prinzipiell einer Erhöhung der Tarife bis zu 15 Pf. mit der Maßgabe zuzustimmen, daß mindestens drei Kilometer für 10 Pf. gefahren werden müssen. Die für städtische Straßenbahnen, hie Unter- grundbahn Süd-Nord und Hafenanlagen zu beschaffenden Mittel wurden auf.120 Millionen veranschlagt und beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, baldmöglichst die nötigen Schritte zu unternehmen, und die Genehmigung zur Aufnahme einer Anleihe in der angegebenen Höhe mit einer AmortisattonSrate von 1 Proz. zu erhalten. Dem Beschluß deS Verkehrsausschusses, der Großen Berliner Straßenbahn di� Zustimmung für die Voxhagenerstraße zu erteilen, wurde unter der folgenden Bedingung zugestimmt. In dem Vertrag, welchen die Gesellschaft mit der Gemeinde Rniumelsburg geschlossen hat, hat sie Nummelsburg das Recht eingeräumt, ihr im Weichbild der Gemeinde liegendes Unternehmen erstmalig im Jahre 1926 zu er- werben. Dieser Vertrag soll nun dahin geändert werden, daß der Gemeinde Rummelsburg bezw. der Gemeinde Berlin ein Erwerbs- recht eventuell unter angemessenem Zuschlag zum Jahre 1919 und das uneingeschräulte Mitbenutzungsrecht in der Boxhagenerstratze eingeräumt wird._ Wegen Werfens von Schneebällen sind in letzter Zeit viele Personen festgestellt worden, und eS dürste nicht lange dauern, bis ihnen ein polizeiliches Strafmandat ins Haus flattern dürfte. Unsere Polizei läßt da nicht mit sich spaßen, denn auch Schneeballwerfen gehört in Berlin zu denjenigen Delikten, die eine fürsorgliche Polizei verboten hat und bestrafen kann. Anläßlich der letzten großen Schneefälle gab es in manchen Straßen geradezu Schneeball- schlachten. Am tollsten soll es in der Friedrichstraße hergegangen fein, wo besonders die auf dem Verdeck der Äutomobilomnibusse sitzenden Passagiere einem wahren Bombardement ausgesetzt waren hier sind dann auch die meisten Feststellungen erfolgt. Im allgemeinen ist das Schneeballwerfen eine harmlose Sache und belustigt vielfach den Werfer wie den Geworfenen. Aber vielfach wird auch damit großer Unfug getrieben und zwar dann, wenn sich in dem Schneeball Eisstücke oder sonstige harte Gegenstände befinden. Da ist eS dieser Tage vorgekommen, daß einem Herrn mit einem derartigen harten Schneeball ein Auge aus- geworfen wurde. Sicherlich ist auch vielen Kindern nicht bekannt, daß sie gegen polizeiliche Vorschriften verstoßen, wenn sie in be lebten Straßen sich gegenseitig mit Schneebällen werfe»! es kann ihnen das auch nicht gut bekannt sein, da in einigen Schulen sich Kinder unter Anleitung des Lehrers mit Schneebällen bombarbierten. Will der Polizeipräsident aber in solchen Fällen mit Strafen vor- gehen, so wäre eS am Platze, bei Eintritt von Schneefällen das Publikum auf das Verbot des SchneballwerfenS hinzuweifen. Vorgestern war am Brandenburger Tor ein Automobil die Zielscheibe der Schneebälle. Wie eine Korrespondenz zu melden weiß, flog ein solcher Ball dem Kaisbr direkt ins Gesicht, der im offenen Wagen durchs Brandenburger Tor kam. Er soll die Sache aber weniger ernst als die Polizei genommen haben, er lachte und drohte den unvorsichtigen Werfern nur mit dem Finger. Die Jungens machten sich natürlich etwas erschrocken aus dem Staube. Wir wundern uns nur, daß noch kein Scharfmacherblatt dieses harmlose Vorkommnis dahin ausgenutzt hat, von einem beabsichtigten Attentat auf den Kaiser zu reden. Es wäre doch eine so schöne Gelegenheit. Vielleicht kommt's noch! Tagesordnung für die Sitzung der Stadtdcrordnetenversammlung am Donnerstag, den 7. Februar 1907, nachmittags 6 Uhr. Vorlagen betreffend die Verwendung eines Teiles des städtischen Geländes an der Park- und Wiesenstraße für Gemeindeschulzwctke,— den Abschluß eines NachtragSverlrages mit der Gemeinde Tempelhof über die Aufnahme der Abwässer eines weiteren Gebietsteiles dieser Ge- meinde in die städtische Kanalisatton.— die Gewährung von Eni- schädionngen für Entwertung der Grundstücke Adalbcrtstraße 25 und 26 durch die Straßenaufhöhung bei dem Neubau der Adalbert- brücke.— die Instandsetzung mtd Erneuerung der Prähme und Träger der Flußbadeanstalt Cuvrystratze,— die Etats der Sub- levationskasse, für den Hafen am Urban und für die Lade- und Speicheranlage am Humboldthafen sowie der Beschau für das von außerhalb eingeführte Fleisch für 1907,— die Errichtung einer Revierinspektion der städtischen Gaswerke in Boxhagen-Rnmmels btirg,— die Vermietung einer Parzelle des Gaswertsgrundstücks in Schmargendorf— und die Errichtung einer Barackenschule auf dem städtischen Gelände an der Prenzlauer Allee.— Berichterstattting über die Vorlage betr. die Festsetzung von Fluchtlinien für einen neuen Straßenzug zwischen der Königgrätzer- und Lennöstraße in der Verlängerung der Voßstraße.— Borlagen betreffend die Frequenz in den Gcmeindcschulen am 1. November 1906,— den Verkauf des Grundstücks Brcmerstr. 10, Ecke der Unionstraße,— den Verla» eines in Boxhagen-Rummelsburg, am Wcidenweg und an der Liebig- straße belegenen Grundstücks,— den Geschäftsbetrieb der Sparkasse im Vierteljahr Oktober/Dezember 1906,— die Errichtung einer festen Brücke über die Spree im Zuge der Brommystraße. Strahcnreiniger mit Revolver. In der gestrigen Sitzung der städtischen Straßenreinigungsdeputation wurde beschlossen, wegen der mehrfach vorgekommenen nächtlichen Angriffe auf Aufseher der Straßenreinigung in den Außeiwierteln der Stadt die Auf- seher usw. mit Revolvern auszurüsten. Ferner wurde die Be- schaffung von Schnecpflügen, die sich bewährt haben, beschlossen. Der drohenden Gütcrübcrfüllung vorzubeugen, erläßt die könig liche Eisenbahndirektion die nachfolgende Bekanntmachung: Infolge der fortgesetzten Schneefälle der letzten Tage ist die Abfuhr von Gütern von den Berliner Bahnhöfen seitens der Empfänger sehr verzögert worden. Zur Vermeidung einer Uoberfüllung der Güter- bahnhöfe werden alle Verkehrstreibenden ersucht, die Abfuhr der WagenladungS-Güter, besonders von den am stärksten belasteten Anhalt-Dresdener-, Görlitzer- und Nordbahnhof, zu beschlennigen. Bei weiterer Verzögerung der Entladimg würden wir genötigt fein, Wagenladungs-Güter zwangsweise entl a den zu lassen. Um die Abfuhr der WagenladungS-Güter zu erleichtern, werden wir Stückgüter auf den Güterböden lagern, soweit der Raum ausreicht. Von der zwaiigSweiseit Abrollung und Erhebung von Lagergeld wird vorläufig bis zum 3. d. M. einschließlich abgesehen werden. Schlimme Verheerungen hat der große Schneefall in den Köpfen von Mitgliedern der Bapttstengemeinde angerichtet. In der„Morgenpost" vom Sonntag veröffentlicht ein Bapttst ein In serat, das wir zur Erheiterung unserer Leser wiedevgcben möchten. Es lautet: „Ter Schnee am Donnerstag, den 30. Januar 1907. Sollte dieser Schnee uns armen Sünder nicht ermahnen das wir uns vor dem Sohne Gottes beugen und uns von ganzem Herzen zu Gott bekehren das nicht über uns das Gericht Gottes komnten möge wie es in der letzten Zeit über mehrere Ordschaften beim Erdbeben gekommen ist: der Schnee war gefallen'bis um 10 Uhr früh 15 Zoll hoch wäre derselbe von Abends 10 bis anderen Abend 10 Uhr so weiter gefallen wie er um 5 Uhr früh gefallen ist, so wäre er bestimmt 2 Fuß hoch gewesen. Wenn nun der liebe Gott es hätte weiter Schnee'eu lassen wie einst bei der Sündfluht zu Noah zeiten geregnet, so hätten wir in 40 Tagen 80 Fuß Schnee, und was würden' wir machen doch ledig- lich verhungern und ersticken. Oder kann der Herr der Himmel und Erde gemacht hat nicht so lange Schnee'en wie damals regnen lassen, so gut tvie dieser Schnee unter fortwärenden Blitzen von zirka 2 Stunden von 6— 8 Uhr früh gekommen ist kann auch meines erachten auch 49 Tciije Schnee fallen lassen. Darum Bitte ich wo diese? Blatt auch hinkommen mag alle Un- bekehrten Seelen nehmen Sie Ihre Zuflucht zu Jesum den ge- kreuzigten und auferstandenen Heiland der Welt so sind Sie geborgen auf ewig. Den Himmel und Erde Iverden bergchen aber sein Wort wird ewig bestehen. G. Salchow, Baptist aus der Baptisten Gemeinde Berlin Süd Ost Schmidstr. 17.' Der Mann, der hier sich als Prophet betätigt, sollte schleunigst eine Hetlanstalt aufsuchen. Mangel an Arbeitskräften sollte die Schuld tragen, daß die städtische Straßcnreinigung nicht in der Lage war, anläßlich der starken Schneefälle ihre Pflichten zu erfüllen. Wir haben kürzlich schon darauf hingewiesen, daß diefer Grund nur wenig stichhaltig und nur der geringen Entlohnung zuzuschreiben sei. die die Straßenreinigung den Schneeschippern zahle. Jetzt gehen uns aber auch Zuschriften zu. daß sogar Leute, die sich vor den Depots der Straßenreinigung einfanden und für diesen Lohn arbeiten wollten, gar nicht angenommen wurden. DaS wird unS vor allem von dem Depot an der Memelerstraße gemeldet, an dem sich die Wweifungen von einer ganzen Anzahl Arbeitern mehrere Morgen wiederholten. Wollte man sich nur mit Leuten aus dem Asyl und den Wärntehallen be- gnügen und schließt man Berliner Steuerzahler von dieser Arbeit aus? Angesichts dieser Tatsache ist eS doppelt unerhört. Mangel anl Arbeitskräften einer schweren Vflichtvernachlässigung vorzuschützen. 1 Gegen den Alkoholmißbrauch erhebt in dem neuesten Jahres- bericht über das FriedrichShain-Krankenhaus wieder der ärztliche Direktor der inneren Abteilung, Professor Stadel- mann, seine warnende Stimme. Da er es sich diesmal versagt, an die von ihm mitgeteilten Zahlen jene törichten Schlußfolge- rungen zu knüpfen, durch die er sich im vorigen Jahr und vor zwei Jahren lächerlich gemacht hat, so können wir jetzt seine Aus- führungen ohne Widerspruch hinnehmen. Zu der hohen Sterblich- keit, die Stadelmann bei Lungenentzündung auf seiner Abteilung beobachtet hat(219 Erkrankungsfälle, 65 Sterbefälle), macht er die Anmerkung, teils sei die Ursache in dem Alter und dem geschwächten Allgemeinzustand der Erkrankten zu suchen, teils habe„es sich um Säufer gehandelt, bei denen sich ein Delirium tremens entwickelte". Er fügt hinzu:„Solche Schnapstrinker er- liegen dann der Krankheit leicht im jugendlichen kräftigen Alter, in welchem sie dieselbe, ohne den vorausgegangenen übermäßigen Alkoholgenutz, in nicht zu seltenen Fällen sicher überstanden haben wüvden". Auch in seinen Anmerkungen über das häufige Vorkommen des Rheumatismus weist Stadelmann wieder auf den Alkohol hin. Neben 244 Fällen von akutem Gelenkrheumatis- mus wurden 42 von chronischem Gelenkrheumatismus und 146 von Muskelrheumatismus beobachtet.„Bei letzteren handelt eS sich," behauptet St.,„meistens um Alkoholmißbrauch. Der größte Teil der mit Muskelrheumatismus eingelieferten 108 Männer bestand aus gewohnheitsmäßigen Schnapssäufern.' Von„Säufer- leber" wurden diesmal 36 Fälle" beobachtet— mit 19 Todesfällen. St. sagt, auch ein großer Teil der Fälle von Herz- erkrankungen, Gefäßerkrankungen. Nieren- erkrankungen usw.„hänge mit dem chronischen Alkoholmitz- brauch unserer Arbeiterbevölkerung zusammen". Er hebt hervor. daß wieder rund 100.Fälle von Säuferwahnsinn vorkamen und mcchnt dann:„Auch die Zahlen meiner diesjährigen Statistik lehren von neuem die Folgen des gewohnheitsmäßigen Schnaps- trinkens und fordern erneut auf zum Kampfe gegen diese traurige Unsitte, die unser Volk sicher noch mehr in seiner Gesundheit und feiner wirtschaftlichen Kraft schädigt als die Tuberkulose, gegen die der Kampf ja schon lange erfolgreich eingesetzt hat." Er meint, bei dem Alkoholmißbrauch sei davon leider noch nichts zu spüren. Zusammenstoß im Stad»ahnverkrhr. Eine verhängnisvolle Katastrophe hat sich gestern morgen im Stadt- und Ringbahnverkehr zugetragen. Zwischen den Stationen Treptow und Stralau- Rummelsburg stieß eine Rangiermaschine mit einem Südringzugo zusantmen und die Lokomotive des RingbahnzugeS sowie die ersten vier Wagen kamen zur Entgleisung. Glücklicherweise verlief der Unglücksfall, ohne daß dabei Passagiere verletzt wurden. Dagegen ist der Materialschaden ein recht bedeutender. Der Unfall trug sich mitten zwischen den beiden erwähnten Stationen an der Weiche deS Rangiergleises zu. Als gegen 5 Uhr der Südringzug die betreffende Stelle passierte, kam auf dem nebenan entlang laufenden Rangiergleis eine Rangiermaschine entgegen. In dem Augenblick, als die �Lokomotive über die Weiche fuhr, hatte auch der Stadtbahnzug die Stelle erreicht und keiner der Maschinenfllhrer ahnte, daß in der Weichenstelluug etwas nicht in Ordnung sei. Mt zientlicher Gewalt fuhr die Maschine seitlich in den Zug hinein und brachte die Moschine desselben und die vier nachfolgenden Wagen zur Entgleisung. Der Fahrgäste bemächttgte sich eine ungewöhnliche Auflegung, denn man glaubte allgemein, es handle sich um eine schwere Katastrophe. Der Zug stand kurz darauf fest und eS wurde nun festgestellt. daß niemand bei dem Zusammenstoß verunglückt war. Die entgleisten Waggons waren dicht an der Böschung aus den Schienen herausgeschleudert worden, und als ein Glück ist es zu betrachten, daß sie nicht auch noch den hohen Abhang hinunter- stürzten. Wäre dies geschehen, so hätte die Katasttophe die furcht« barsten Folgen nach fich gezogen. Der Verkehr mußte natürlich auf dem betroffenen Gleise vollständig eingestellt werden. Der Be- trieb wurde soweit als möglich dadurch aufrecht erhalten, daß die Züge biS nach den Stationen Rummelsburg und Treptow fuhren. Luch andere Strecken auf der Südringlinie hatten unter der Entgleisung durch Stockungen zu leiden. Etwa hundert Bahn« arbeiter wurden sofort nach der Unfallstelle requiriert, um die ent« gleiste Maschine und die Wagen wieder in die Schienen zu bringen. Mit Hülfe großer Winden wurden die Waggons hochgehoben, und bis zur Mittagsstunde währten die Bergungsarbeiten. Die Loko- motive hatte ebenso wie die Waggons bedeutenden Schaden erlitten. Die Wagen waren besonders an der Kuppelung arg beschädigt. Ueber die Ursache, die jedenfalls w falscher Weichenstellung zu suchen ist, hat die Bahnverwaltung eine eingehende Untersuchung 'eingeleitet. Bei einem Sturz auf der Straße de» Tod gefunden hat gestern ein unbekannter, anscheinend dem Arbeiterstande angehörender Mann. In der Turmstratze war er auf dem glatten Büraersteige zu Fall gekommen und ein starker Bluterguß war die Folge des Sturzes. Paffanten brachten den Verunglückten nach der Unfallstation 19. wo aber nur noch der Tod festgestellt werden konnte. Der Unbekannte war etwa 45 Jahre alt. dunkelblond, trug rötlichen Schnurrbart und war mit einem Arbeitsanzug bekleidet. Lei der Arbeit seinen Tod gefunden hat gestern der Haus- diene r Georg Schreiber, der im Warenhaus von Laserstein in der Wrtherstr. 29 beschäftigt war. Schr. war behülflich, den Gas- motor in Betrieb setzen zu helfen. Dabei wurde er vom Schwung- rad erfaßt und herumgeschleudert, so daß er daS Genick brach. Der Tod trat auf der Stelle ein. Raubmvrdverfuch auf der Chausse«. Das Opfer eine» schweren Verbrechen? ist der in der königl. Eifenbahnwerkstätte in Tentpelhos beschäftigte 23 jährige Schmied Hermann Dietrich geworden. D. wollte in allernächster Zeit heiraten und am letzten Sonntag wollte er auf dem Standesamte in Fürstenwalde das Aufgebot bestellen. Von Fürstenwalde machte er sich dann auf den Weg nach Markgraf- pieske, wo er seinen Bater besuchen wollte. Die Chaussee führt durch einen dichten Wald. Als sich der junge Mann hinter Fürsten- walde an dem Kreuzwege nach BraunSdorf befand, kamen Plötzlich zwei Männer auf ihn zu und der eine rief ihm entgegen, er solle stehen bleiben und sich niebt rühren. Der Komplize ver- fetzte dann dem D. mit dem Knie einen wuchtigen Stoß vor die Brust, so daß er zu Boden taumelte. Der Ueberfallene versuchte sich mit seinem Spazierstock zur Wehr zu setzen. doch schlugen die Wegelagerer mit stumpfen Instrumenten auf ihn ein und ein schwerer Faustschlag inS Gesicht nahm dem Bedauerns- werten die Besinnung. Aus Mund und Nase quoll ein starker Blut- erguß heraus. Nun mochten sich die Täter daran, ihr Opfer zu berauben. D. hatte seine gesamten Ersparnisse in Höhe von 523,45 M. bei sich geführt und daS ganze Geld fiel den Räubern zur Beute. Die silberne Taschenuhr rissen sie dem Bewußtlosen von >er Kette. Hieraus flüchteten die Verbrecher und überließen ihr Opfer einem Schicksal. Gegen Mitternacht wurde D. von einem Maurer in kläglichem Zustande aufgefunden und nach einem in der Nähe liegenden Gasthof gebracht. Die Verletzungen, welche die Räuber dem jungen Manne beigebracht haben, sind sehr ernster Natur. Die Täter beschreibt D. in folgender Weise: Sie sind von mittelgroßer Figur, etwa 25 Jahre alt und hatten auffallend gebräunte Gesichter. Der eine hat helles Haar und kleinen hellen Schnurrbart, während der andere dunkles Haar und dunklen Schnurrbart trägt. Bekleidet waren die nächtlichen Wegelagerer mit dunklen Anzügen. Schirm- mützen und Schaftstiefeln. Ueberzieher trugen sie nicht. D. hält die beiden für Schiffer. Die Nachforschunaen welche die benachrichtigte Gendarmerie sofort angestellt hat, waren bisher resultatlos. Der Vater des Ueberfallenen hat für die Ermittelung der Täter eine Be- lohnung von 100 M. ausgesetzt. Kindesaussetzung. Auf dem Treppenflur dcS Hauses Linien- straße 37 wurde gestern nachmittag ein großes Paket niedergelegt, und als eS später durch Hausbewohner geöffnet wurde, entdeckte man darin ein etwa zwei Monate altes Mädchen. Es war in einen schwarzen Umhang, ein rot- und weitzgestricktes Kopftuch und Windeln eingewickelt. Die Kleine wurde im städtischen Waisenhause unter- gebracht._ 50000 Mark erschwindelt. Einem von langer Hand vorbereiteten Bankbetrug ist, wie wir erfahren, eine hiesige große Bank in der Behrenstraße zum Opfer gefallen. Am Sonnabend lief bei ihr ein Ueberweisungsauftrag von der Kommerzbank in Warschan ein, in dem sie ersucht wurde, einen, Gutsbesitzer Felix v. Jezcorowski, zurzeit Savoyhotel in Berlin, die Summe von SV 000 M. auszuzahlen. Als der Kassenbote der Bank mit dem Gelde im Savoyhotel erschien, wurde der Herr aus Warschau vom Portier aus dem Wintergarten geholt. Er legitimierte sich gegenüber dem Kassenbotcn durch einen Paß in Blattform und durch ein dem Ueberweisungsauftrag analoges Schreiben der Kommerzbank in Warschau. Das Geld wurde dem „Gutsbesitzer" infolgedessen anstandslos ausgezahlt. Dieser besuchte dann eine Automobilfirma Unter den Linden, kaufte ein Automobil, zahlte darauf 200 Mark an und machte eine Probefahrt. Gegen 7 Uhr abends verließ er das Hotel unter Znrücklassung eines Koffers. Wohin er sich gewandt hat, konnte noch nicht ermittelt werden. Durch die Rückfrage der Berliner Bank bei der Kommerzbank in Warschau stellte es sich heraus, daß der Zahlungsauftrag gefälscht war. Der Betrüger wird als ein kleiner, beleibter ivkanu im Alter von 30 bis 3ö Jahren geschildert. Er ist blond, trägt einen Schnurrbart, dessen Spitzen in die Höhe gedreht sind, einen Kneifer und ist kurz- sichtig. Er spricht fließend Deutsch mit dem harten Akzent der Ost- deutschen. Der Koffer, den er zurückließ, ist ein neuer billiger brauner Leinwandkoffer, der in frischem, schwarzem Lack die Buch stoben F. J. trägt. Aus der Oberseite des Koffers, der offenbar zu dem Betrugsmanöver besonders gekauft zu sein scheint, ist ein dreieckiges Schildchen losgelöst, das wahrscheinlich die Firma des Kofferfabrikanten trug. In, Koffer befand sich nur schmutzige Wäsche ohne jedes Zeichen. Der Betrüger ist allem Auschein nach ein früherer Angestellter der Warschauer Bank. Er war am Donnerstag hier eingetroffen und schien in Berlin fremd zu sein. Den Koffer hatte er schon mit gebracht. Einen Teil des Geldes hat der Fremde in Wechselstuben in russisches Geld umgewechselt; es ist also anzunehmen, daß er sich wieder nach Rußland gewandt hat. Die geschädigte Bank hat auf die Ergreifung des Betrügers eine Belohnung von 2000 M. ausgesetzt. Im Tiergarten erschossen hat sich gestern ein unbekannter, etwa 25jähriger junger Mann,, der anscheinend dem Arbciterstande angehörte. Ter Selbstmörder ist von mittlerer Größe, bartlos und war mit dunklem Sommerüberzieher, dmiflem Jackettanzug und Schnürstiefel bekleidet. In der Rocktasche des Toten wurden Briefe mit der Adresse eines Buchbinders Kaxl Binger gesunden. Arbeiterbildungsschule, Berlin, Grenadierstr. 37. Diejenigen Mitglieder, welche an dem Fortschrittskursus für Na- tionalökonomie teilnehmen wollen, werden gebeten, sich um- gehend beim Vorsitzenden, Genossen H. Lamme, S. 59, Freilig- rathstraße 3, zu melden, spätestens aber in der Generalversamm- lung am Freitag im Schullokal. Zeugen gesucht. Personen, welche gesehen haben, wie am Sonn- abend, den 17. November vorigen Jahres, abends gegen 6 Uhr. ein Mann von einem Mörtelwagen am Bahnhof Tiergarten überfahren wurde, werden um gefl. Angabe ihrer Adresse an Haus v. Strom, Berlin 0., Rigaerstr. 94, gebeten. Das Walhalla-Bariöte-Theater hat auch sein neues Programm möglichst abwechselungsreich zu gestalten versucht. Eguilibristen wechseln ab mit komischen Rollschuhläufern, akrobatischen Tänzern, einem japamschen Drahtseilkünstler, einem Kunstpfeifer und Musikimitator. Als Soubrette bringt Arnm Müller-Linke zivar nichts besonderes, doch finden ihre Vorträge gute Aufnahme, was auch von Herrn Leonhard Haskel gesagt werden kann. Gutes l Ästet das Tom-Aac-Trio in einer musikalischen Szene und die Franklin-Truppe, die sich als exakte Tram- Polinspringer und Akrobaten noch immer der Gunst des Publikums erfreuen. In das Gebiet der Akrobatik gehört auch die Julius Pawell-Compagnie in ihrer akrobatischen Pantomime: Krach! Krach! oder:J�in ruhiges Zimmer zu vermieten. Im„Verein von'Freunden der Treptow-Sternwarte" wird Herr Direktor Archenhold am Mittwoch, den 6. Februar, abends 8 Uhr. auf der Treptow-Sternwarte die ältesten Erscheinungen des Halleyschen Kometen vorführen. Feuerwehriericht. In der letzten Nacht hatte die Wehr an ver- schiedenen Stellen zu tun. In der Potsdamerstr. ö0 und der Chausseestr. 52 mußten Kellerbrände gelöscht werden und in der Linienstr. 30 und Marsiliusstr. 14 Küchenbrände. Ein Fußbodenbrand beschäftigte den 13. Zug in der Chausseestr. 95. Der Brand eines Kinematographen-Theaters alarmierte die Feuerwehr nach der Boigtstr. 5. Es gelang, die Flammen auf das Theater zu be- schränken. Auf einem Holzplatz in der Koloniestr. 145 brannte eine Bude und gleichzeitig in der Schulstr. 67/68 Betten. Möbel usw. Ein WohnuugSbrand kam in der Usedomstr. 26 zum Ausbruch. In der Zimmerstr. 48a stand daS Zwischengebälk in Flammen und in der Woldenbergerstr. 8 eine Waschküche. Ferner hatte die Wehr in der Urbanstr. 64, Leipzigerstr. 23, Linienstr. 201, Müllerstr. 25 und anderen Stellen zu tun. Arbeiter-Samariter-Kolonne. Donnerstag abend 9 Uhr 3. Ab- teilung für Schöneberg und Umgegend. Vortrag über Vergiftungen. Bortragender Herr Dr. Schwab. Nachdem praktische Uebungen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Gäste haben einmaligen freien Zutritt._ Vorort- JVacbnchten* Schöneberg. Die Schönebcrger Stadtverordnetenversammlung brachte am letzten Montag eine längere Schuldebatte. Den Anlaß hierzu gab ein Antrag des Magistrats, zur Trockenheizung der Bauten für die Realschule und höhere Mädchenschule am Barbarossaplatz 16 700 Mark zu bewilligen. Von sozialdemokratischer Seite sowohl wie von mehreren Rednern der bürgerlichen Parteien wurde die Ab- lehuung dieses Antrages empfohlen, da es aussichtslos sei, die Schulräume zum 1. April gebrauchsfähig herstellen zu können. Schon aus hygienischen Rücksichten sei es zu verurteilen, zur Trockenheizung zu greifen. Die Redner rügten den schleppenden Gang bei der Errichtung neuer Schulbauten, der in Schöneberg bereits als etwas Selbstverständ- liches zu gelten scheine. Die Gemeindeschiilen werden bei diesem Zustande stets die Leidtragenden bleiben. Mitglieder des Magistrats suchten die Bauverwaltung in Schutz zu nehmen, ja man ging so- gar so weit, die streikenden(?) Holzarbeiter für die zu späte Fertigstellung der Schulbauten verantwortlich zu machen. Der Magistratsvertretcr wies darauf hin, daß durch die Ablehnung des Antrages Schöneberg dazu greifen müsse, seine fliegenden Klassen am I.April bis auf 34 zu erhöhen. Von unseren Parteigenossen wurde der Magistratsvertretcr darauf auf- merksam gemacht, daß von einem Holzarbeiterstreik ja gar nicht die Rede fem kann, denn ein jeder müsse doch wissen, daß die Meister eine Aussperrung vorgenommen haben. Aber auch diese spiele dabei Boiffittwitilän iHeäalttuii nicht die geringste Rolle.— Der Antrag deS Magistrats wurde schließlich dem Etatsausschuß überwiesen. Eine weitere Vorlage des Magistrats verlangt die Bewilligung von 6000 M. für die Aufstellung eines Entwurfs zur Verlänge- rung der Berliner Nord-Süd-Unterpflasterbahn durch Schöneberger Gebiet. Die Versammlung erklärte sich mit der Vorlage einverstanden, wenn die Linienführung durch die Belle alliance-, Jork- und Grunewaldstraße in Aussicht genommen ist. Dem Magistratsantrage, zur Regulierung der Gothen- straße zwischen Torgauerstraße und Tempelhoferweg 50 000 M. zu bewilligen, wurde ebenfalls zugestimmt. Da nunmehr eine Einigung mit den anliegenden Grundstücksbesitzern und der Stadtgemeinde erzielt ist, sollen die Regulierungsarbeiten so bald als möglich in Angriff genommen werden. Für' den Umzug der Volksbücherei und Lesehalle nach dem neuen Gebäude in der Ebersstraße und für die Ausstattung der Räume werden 8085 M. bewilligt. Einstimmig angenommen wurde sodann noch ein dringlicher Antrag der Liberalen und Sozialdemokraten, den Hinterbliebenen der bei der letzten Grubenkatastrophe in Reden verunglückten Bergleute 2000 M. zu bewilligen. In der nichtöffentlichen Sitzung, die sich bis IZ'/e Uhr aus- dehnte, hat die Versammlung sich mit der Vorlage des Magistrats einverstanden erklärt, das Drucken müllers che Grundstück zur Errichtung eines eigenen städtischenElektritätswerkes anzukaufen. Zu unbesoldeten Stadträten wählte die Schöneberger Stadt- verordnetenversammlung in ihrer letzten Sitzung die Herren Stadt- verordneter Kaufmann, Kaufmann Claus und Stadt- verordneter Leidig. Letzterer hat bereits vor mehreren Jahren dem Magistratskollegmm angehört. Steglitz. Gewerbcgerichtswahlen. In nächster Zeit hat die hiesige Ar- beiterschaft die Wahl von fünf Arbeitnehmerbeisitzern zu voll- ziehen. Die aufgestellten Wählerlisten liegen in der Zeit vom Dienstag, den 5. Februar 1907, bis einschließlich Montag, den 18. Februar 1907, im Rathause, Zimmer Nr. 1, an den Wochen- tagen von 8 Uhr vormittags bis� 3 Uhr nachmittags und von 5 bis 7 Uhr abends, sowie au den Sonntagen von ll'A— 12% Uhr mittags zu jedermanns Einsicht aus. Wer nicht in der Liste steht, darf nicht wählen. Die Wahlen finden nach dem Berufs- gruppensystem statt. Auf Seite der Arbeitnehmer sind fol- gende Gruppen an den diesmaligen Wahlen beteiligt: a) Metallgewerbe: Klempner, Schlosser.Schmiede, Messer- schmiede, Metallgießer, Mechaniker, Drahtzaunfabrikantcn, Fahr- radreparaturwerkstätten, Uhrmacher, Goldarbeiter, Optiker, Dreher, Schriftgießereien, Eisen- und Stahlwarenhandlungen. b) Nahrungsmittelgewerbe: Bäcker, Konditoren, Mineral- Wasserfabriken, Brauereien, Gast- und Schankwirtschaften, Materialwarenhandlungen. c) Graphische Gewerbe: Neue Photographische Gesellschaft, Photographen, Buchbinder, Holzschneider, Steindrucker, Gra- veure, Buchdrucker. ck) Verschiedene Gewerbe: Sattler, Schornsteinfeger, Stell- macher, Tapezierer und Dekorateure. Lackierer, Seiler, Büchsen- wacher, Böttcher, Drechsler, Koloristen, Gärtner, Blumenbinder, Fischbeinfabrikarbeiter, Parfümerisarbeäter, Seifenfabrikavbei- ter, Jalousiefabrikarbeiter, Bürstenbinder, Elektrizitätswerke, Badeanstalten. Gerüstverleihanstalten, Eiswerke. Auf die Gruppe„Metallgewerbe" entfallen zwei, auf die übrigen je ein Beisitzer. Nieder- Schöneweide. Ein schrecklicher Leichenfund ist gestern auf der Görlitzer Bahn zwischen den Stationen Nieder-Schöneweide und Königs-Wuster hausen gemacht worden. Ein Streckenwärter entdeckte auf dem Kontrollgange zwischen den Gleisen den Körper eines toten ManneS, an dem der Kopf fehlte. Dieser wurde dann an der Böschung auf gefunden. In dem Toten wurde der Arbeiter Wilhelm Stöpper aus Groß- Besten erkannt. St. war von der Arbeit gekommen und auf dem Heimwege in der Dunkelheit auf die Gleise geraten. Wahrscheinlich hat er das Herannahen deS Schnellzuges nicht rechtzeitig bemerkt und war von der Lokomotive erfaßt worden. Der Kopf wurde dem Unglücklichen vom Körper getrennt und fort- geschleudert. Köpenick. Zur Stadtverordneten-Ersatzwahl. Die Arbeiter und Partei- genossen werden nochmals aufgefordert, ihr Wahlrecht auszuüben. Die Wähler der Altstadt, Damm- und Kietz-Vorstadt, die am Montag und Dienstag ihr Wahlrecht noch nicht ausgeübt haben, können dies am Donnerstag, den 7. Februar in der Köllnischen Vorstadt(Wahl- lokal L. Scheer) noch nachholen. Unser Kandidat ist der Tischler Genosse Hermann Israel. Uebe jeder sein Wahlrecht aus, obgleich ein Gegenkandidat nicht aufgestellt ist. Weistensee. Einen sozialdemokratischen Kreistagsabgeordneten für den Nieder- Barnimer Kreistag entsendet die Weißenseer Gemeindevertretung. Genosse Schmutz wurde in der Stichwahl mit 13 gegen 9 Stimmen, die auf den Arbeiterfeind Dr. Pape entfielen, gewählt; 3 Stimmen waren ungültig. In der hierauf folgenden Gemeindevertretersitzung wurde mit großer Majorität der Beschlutz gefaßt, gegen Dr. Pape das Disziplinarverfahren aus Dienstentlassung einzureichen. Ueber die Verhandlungen werden wir morgen berichten._______ öcncbts- Zeitung* Ein Adlershofcr Hundeprozeß. Ein langjähriger Hundeprozeß ist durch die Entscheidung des Reichsgerichts zum Abschluß gelangt. Die Frau des früheren Amtsvorsteherö von Adlershof, die verwitwete Frau Rittmeister von Oppen, hinterließ nach ihrem am 29. August 1903 erfolgten Tode ein Testament, durch welches sie ihrer früheren Gesellschafterin, Fräulein H.. die Pflege ihrer sieben Stubenvögel und fünf Hunde übertrug. Für jeden Hund setzte sie jährlich 500 M. Futtergeld und für Fräulem H. ein jähr- liches Pflegegeld von 200 M. aus, welches so lange gezahlt werden sollte, bis der letzte Hund gestorben ist. Der Steuerfiskus be- trachtete dieses Pflegegeld als eine Erbschaftsmasie und zog einen Steuerbetrag von 1920 Mark ein in der Annahnie, daß die Hunde eine unbestimmte Zeit leben werden und aus diesem Grunde der zwölffache Jahresbetrag deS Pflegegeldes als ererbtes Kapital z» betrachten sei. Hiergegen erhob der Anwalt der Erbin, Rechtsanwalt Dr. Wussow. Klage mit dem Hinweise, daß der jüngste Hund bei dem Tode der Testarin bereits über ö Jahre alt gewesen und daß die Lebenszeit des TiereS nur noch auf 2'/, Jahr zu veranschlagen sei. Sachverständige, die über die Lebensdauer von Hunden ver- nommen wurden, erklärten, daß diese verschieden sei, von Rassen- eigentünilichkeiten, Ernährungsweise usw. abhinge und im Durch- schnitt mit acht Jahren veranschlagt werde. Allerdings treten auch Fälle ein, daß Hunde bis zu 20 Jahre alt werden könnten. Das Landgericht wies daraufhin die Klägerin ab. Das Kammergericht hob das Urteil auf und verurteilte die Steuerbehörde zur Rück- zahlung eines Betrages von 1333 M a r k. Es ge- langte zu der Annahn, e. daß der längstlcbende der Hunde im Laufe bezw. gegen Ende des Jahres 1907 verenden würde. Es stützte sich ebenfalls aus das Gutachten der Sachverständigen, die erklärt hatten. daß die in Pflege bei Fräulein H. befindlichen Hunde unsachgemäß ernährt würden. Die von dem Slcuerfiskus gegen dieses Urteil ein- gelegte Revision wurde durch das Reichsgericht zurück- gewiesen.__ Ländlich sittlich. Von einem interessanten Resultat der sittlich-religiösen Erziehung eines oberbayerischcn Bauern aus der schwarzen A i ch a e r Gegend erfuhr man aus einer Gerichtsverhandlung. Der gut katholische Mann wurde wegen Verkuppelung seiner eigenen Frau an einen siebzigjährigen Wüstling gegen Entschädigung von einigen Litern Bier bestraft. Als der Alte ins Schlafzimmer der Frau gegangen ivar, rief ihm der Ehemann zu:„Tu' fei zu die armen Seelen beten, daß D' net verschläfst, und schau, daß D' rauslommst, bevor man's sieht."_ Vermischtes. Infolge Leuchtgasvergiftung wurden am Sonntag ftüh in Kassel der Schuhmacher Matheis, seine Frau und drei Kinder im Alter von 7 bis 3 Jahren in ihren Betten bewußtlos aufgefunden. Man brachte die fünf Personen nach dem Krankenhaus; sie befinden sich aber noch in Lebensgefahr. Lawinenstürze im Achenseetalc. Nach Jnnsbrucker Meldung er- eigneten sich im Achenseetale große Lawinenstürze. Die Achental- straße ist völlig unpassierbar. Eine Steinölbrennerei wurde gänzlich verschüttet und nur mit großer Mühe gelang es. die Arbeiter zu retten. Dovpelmord und Selbstmord. In Körrmend hat nach einer Budapester Meldung der Polizist Pocze nachts nach einem häuS- lichen Streite seiner Frau und seinem Kinde den Hals durch- schnitten und sich darauf erhängt. Feuersbrunst in London. Eine riesige Feucrsbrunst brach am Montag in der Bowstreet aus. Vierzig Dampfspritzen bemühten sich. das fünfftöckige Gebäude mit seinen zahlreichen Geschäftsläden zu retten. Die Löscharbeiten wurden ungemein durch die Enge der Straße erschwert, und so wurde trotz aller Anstrengungen der größte Teil des Gebäudes zerstört. Der Schaden wird auf drei Millionen Mark beziffert. In Mellenbeck wurde, wie aus Brüssel gemeldet wird, eine Kupfergießerei und Metallbüchsenfabrik, welche 150 Arbeiter be- schäftigte, durch eine Feuersbrunst zerstört. Der Materialschaden beläuft sich auf 800 000 Fr.— In Charleroi brannte ein großer Bazar nieder. Der angerichtete Schaden wird aus mehrere 100 000 Fr. geschätzt. Ein Grubenunglück in Amerika. Ein Telegramm aus Elkins (Westvirginia) meldet» daß infolge einer Explosion in einer der Davis Kohlen- und Koksgesellschast zu Thomas gehörigen Grube 25 bis 30 Bergleute, meist Ausländer, getötet wurden. Verband der Frisenrgehülfeu Deutschlands. Zweigverew Rixdorf. Mittwoch, den 6. Februar, abends 91/, Uhr, Bei Schmidt, Berlinerstraße 14: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Mitgliedsbücher mitbringen 1 Erscheinen unbedingt nötig. Verein der Lehrlinge, jugendlichen Arbeiter und Arbeiterinne» Berlins und Umgegend. Abteilung Weißensee. Mittwoch, den«. Fe- bruar, abends 8'/, Uhr, bei Wall, LanghanSstraße 146: Mitgliederversammlung. Eingegangene Druchfchnftcn. 19. Herausgeber: Dr. Heinrich Braun und Lüh Braun. Verlag: Berlin-schSneberg Preis für da» Ewzelhesi 10 Pf., pro Monat 40 Pf., pro Bietteljahr 1.20 W. „Rene Gesellschaft-, Sozialistische Wochenschrist. Dr. Heinrich Braun und Lilh Braun. Berliner Marktpreise. Au« dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen-Direltton.(Großhandel.) Rindfleisch I» 69—74 pr. 100 Psd., IIa 63-68, m» 57-62, IVa 49-55, dam Bullen 60-65, Holl 0,00. Kalbfleisch. Doppelländer 110-125, la 82-90, IIa 72—80, Ula 54—68, Holl 0,00, dän. 60—68. Hammelfleisch la 66—74, IIa 60—64. Schweinefleisch 52—60. Rehwild, plomb. per Psd. 0,70— 76, I» 0,00, Rotwild la 0,40-0,50, IIa 0,30-0,38, do. Kälber 0,30—0,50. Damwild 0,40—0,65, do. Kälber 0,40—0,75. Wildschweine 0,35—0,48. Frischlinge 0,60—0,75. Hasen per Stück 3,00—3.40. do. New und IIa 0,00. Kaninchen per elück 0,80—1,10. Wildenten per Stück 0,00. Hühner, alte per Stück 1,60-3,55, do. Na 1,25—1.50, do. junge per stück 1,40—1,50. Tauben per Stück 0,60—0,85, junge lleine 0,00, italienische 1,00. Enten per Stück 1,80—2,40. Hamburger junge per Stück 2,75 bis 3,50. Gänse, Hamburger pr. Psd. 0,90 bi» 1,10, WS- 0,55—0,60. Hecht- per 100 Psd. 90—1,03, groß 73, mittel 96—100. Zander, mittel 135—150, matt 1.26bis 130. Schleie, unsott. 0,00, groß 0,00, Bleie 35—40, Aale, groß 0,00, mittel 0,00, llein und mittel 00,00. Plätzen, Nein 00—00, groß, matt 39-40. Karpfen. 45er 00.00, do. 100er 50-51. Bunte Fische 50—52. Bafte, matt 59— 70, do. 00, Karauschen 0,00 Wels 62.' Quappen 0,00. Bleifische 00—00. Amettkanischer Lach» la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. Ula neuer 75. Seelachs 20—25. Sprotten, Kieler, Wall 0,75— t, 25, Dan, ig«. Wall 0,50—0,60. Flundern, Kieler. Stiege la 3—4, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—5, halbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50—5.00. Stralsund« 6,00. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellfische Kiste 3—4,00, do. '/, Kiste 2,00. Kabllau. p. 100 Psd. 20—25. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 93, 1904« 93, 1905« 90, 1906« 73—76. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 40—44, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 87— 44. Heringe, neue Maijes, per'/, To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, per Schock 4.75—5,80. Butter p« 100 Psd. la 114—120, IIa 110—115, lUa 103-112, absallende 90-100. Saure Gurken Schock 3,50—4,00, Pjeffergurkcn 3,50—4,00. Kattoffeln ver 100 Psd. 0,00, rnagnuni bonnrn 2,10—2,25, Dabersche 2,10—2 25, Rosen 0,00, weiße 1,75—2,00, Salatlartofseln 5,00-6,00. Spinat per 100 Pfund 10—20. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellette, hiesige, per Schock 2,00—5,00, do. pommersche 5,00—6,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 2,75-4,00. do. lleine 2,50—3,00. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 2,00. Kohlrabi per Schock 0,00. Rettig, baor., per Schock 2,40—4,80. Mohrrüben per 100 Piund 3,50-4.00. Teltower Rüben per 100 Psd. 7—10. Weiße Rüben, große 2—2,50. kleine 6—3. Rote Rüben 2,00—2,50. Blumenkohl ital. p. Kops 0,16—0. 30. Kohlrüben per Schock 2—2,50. Wirsingkohl per Schock 3,00—6,00. Rotkohl per Schock 3.00-8,00. Weißkohl 100 Pfd. 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 20—25. Grünkohl per 100 Psd. 4—5. Schnittlauch 12 Töpse 2.00-4.50. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 0,00, böhm. 8-20, ital. 35—38. Aepsel, per 100 Psd., hiesige 6-24, Eravensteiner 0,00. Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32—60, Amerik. 15—30. Zitronen, Messina, 300 Stück 7,00—9,00, 360 Stück 7,00-9,00, 200 Stück 9-12. Apselsinen. Jaffa, per Kiste 0.00, Murcia 200« Kiste 7— 10, do. 300« 8—10, Valencia 420« Kiste 12—16,00. do. 714« 16—21, Messina, Blut- 100« 7—10, do. 150 er 7,50—11. do. 80 er 9,50—11. Mandarinen, Kiste 0,75—2,00, do. in Körben per 100 Psd. 17-25. Wittci-iingsübersicht uoin 5. Februar 1907. morgens» tthe. Slatlratn Oettn 77t WSW i772D swinemde Hamburg Berlin 1771 Still Fraiitj.aM 770 NO München; 770 Still Wien l 769 Still 1 Dunst 1 Nebel bedeckt 1 bedeckt Nebel !wollig « B i» H ll- Stalwnen r e z S = öS fcS B I _ 2.eiaparanda 760 SW _2 Petersburg 772 W — 0 —3 —6 -0 Scilly >iberdeen Paris 772 ONO 777 WNW 770 SSO s Seit« t»a c% S«> S w& 2 bedeckt!—€ 1 Schnee ,—14 4 wolkig i 4 2 halb bb. 1 1 Schnee—4 Wetter-Proanoic für Mittwoch, den v. Februar 1907. Ein wenig kälter, zeitweise heiter, vielsach nebelig oci schwachen nörd- lichen Winden; keine erheblichen Niederschlage. BerlinerWetterbureau. Wafferffand am 5. Februar. E l b e bei An'sig—— Meter, bei Dresden— t 13 dp.— �bc bei Magdeburg-s- 1,49 Meter, Eisgang— Elbe bei Straußsilri—— Meter.— Oder bei Ratlbor+ 1.42 Meter. Oder bei Bi-Slau Untcrpeqel— 0.78 Meter.— Ncißemündung-j- 2,62 Meter. Oder bei Btteg->- 3,16 Meter.—___ San» BStbfij Ssfiiö. txüf iea S&ieiaitnttil velamw..: Tjj. Glocke, Palm. Krück u. Lerlag: PLilvävG MuHdrutlsci u. PaloQsanftall Paul Swger& Co., Berlin SW.