Kr. 33. fltanntmento'BtllnsOBg»; TOonnemcntS- Preis vrSnumer-ndo i PierteljShrl. SLV Ml. monatl. l.IV Ml. Ivöchenllich 28 Psg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Psg. Sonntags. »ummer mit illustrierter Sonntags. Beilage.Die Neue Welt" 10 Psg. Post. Abonnement: 1,10 Mark pro Monat. Eingetragen in die Post-zeitungZ. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich< Ungarn 2 Mark, für das übrige Ausland S Mark pro Monat. Postaboiiiiements nehmen an: Belgien. Dänemarl. Holland. Italien. Luxemburg. Portugal. Rumänien, Schweden und die Schwei». Vi»«»» tigllA hBm Oloatigt 24* Jahrg. Verlinev Volksblntk. v!e lnltttlonZ'Ledllhr beträgt für die fechSgespaUene Kolanek. »eile oder deren Raum w Psg., für politische und gewerkschaftliche BereinZ. und Lersammlungt-Anzeigen SO Psg. „Klcfnc Hnnfgen". das erste(seit. gedruckte) Wort 20 Psg., jedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlaf- jtellen-Anzeigen das erste Wort 10 Psg., jedes weitere Wort 6 Psg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 3 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bii 7 Uhr abends gehssnet. Telegramm» Adresse: „ZotirtUlMiint Bull»", Zcntralorgan der rozialdcrnokratirchcn Partei Deutfchlands. Redaktion: 8 LI. 68, Lindenstrasae 69. Jlfertisprrrtirr: Amt IV. Nr. I9S3. Freitag, den 8. Februar 490'?'. Expedition: 8 LI. 68» �.indenstrasse 69. Kernfprctlter: Amt IV. Nr. Der neue Keichstag. • Der Wahlkampf mit seinen Hoffnungen und Täuschungen ist vorüber. Die Fraktionsstärke der im neuen Reichstag vertretenen Parteien und seine neue Physiognomie lassen sich, wenn auch noch nicht in allen Einzelheiten, so doch in ihrer Gesamtheit erkennen. Das Gesicht des neuen Reichstages hat sich wesentlich verändert. Bei näherem Zusehen findet man zwar viele alte Züge, aber ihr Verhältnis zu einander, ihre Symmetrie hat sich verschoben, und neben den alten hat der Wahlkampf neue Züge hervorgetrieben, so daß der Gesamtausdruck wesentlich verändert erscheint. Die reaktionären Charakterzüge des am 13. Dezember aufgelösten Reichstages haben durch den Wahlausfall eine entschiedene Verstärkung erfahren— weit mehr als in den Fraktionsstärken zum ziffernmäßigen Ausdruck kommt. Nach den letzten Wahlresultaten sind die Mandatsziffern der Deutsch-Konservativen von 52 auf 60, der Antisemiten, Mittelstandsvereinler und Bauernbündler usw. von 21 auf 27 gestiegen, während die Reichspartei mit der alten Stär von 22 Mitgliedern wieder erscheint. Demnach hat dl Rechte 109 Sitze erlangt. Der eigentlichen Rechten sind aber, soweit Fragen der Wirtschaft- und Zollpolitik, der Heeresverstärkung und Steuergesetzgebung in Betracht kommen, die Nationalliberalen hinzuzuzählen, deren Zahl ebenfalls von 51 auf 56 gestiegen ist. Und selbst wenn in einzelnen Fällen ein Teil der nationalliberalen Fraktion versagt. ist für alle wirtschaftlich reaktiv- nären Maßnahmen eine entschiedene Mehr» heit vorhanden, denn das Zentrum, das bald seine alte Stellung wieder einnehmen dürste, rückt mit 115 Mitgliedern(die Elsässer inbegriffen) in den neuen Reichstag ein. Die Nationallibcralen können sich sogar das billige Vergnügen leisten. wenn ihnen einzelne agrarpolitische Forderungen nicht passen, vollständig nach links abzuschwenken; es bleibt für diese Forderungen immer noch eine agrarische Mehrheit bestehen, denn Rechte und Zentrum besetzen von den 397 Rcichstagssitzen allein 234, und außerdem wird sich ihnen meistens ein Teil der Polen, die im Wahlkampf 20 Sitze erobert haben. zugesellen. Die agrarische Mehrheit zur Fortsetzung der bisherigen „Heimatspolitik" ist also unter allen Um- ständen vorhanden. Dagegen erfährt die dieser Politik der Lebensmittel- Verteuerung und der Steuerbelastung der ärmeren Volks- schichten widerstrebende Linke eine beträchtliche Schwächung. Die Sozialdemokratie hatte im letzten Reichstag 79 Sitze; in den neuen Reichstag zieht sie nur mit 43 Mandaten ein. Dafür haben zwar die beiden freisinnigen Parteien, die früher nur 30 Mandate im Besitz hatten. 43 erlangt, so daß sich mit Hinzurechnung der 6 Sitze der Deutschen Volkspartei die Gcsamtmandatsziffer des sogenannten entschiedenen Liberalismus auf 49 stellt; aber insgesamt erreicht doch die Zahl der Gegner der reaktionären Agrarpolitik nur 92, während die antiagrarische Linke im letzten Reichstage über 117 Sitze verfügte. Selbst wenn sich— ein Fall. der nicht eintreten wird— bei einzelnen allzu re- aktionärcn Vorlagen alle Nationalliberale auf die Seite der Linken schlagen, vermag diese insgesamt nur 148 Stimmen in die Wagschale zu werfen. Ein in Betracht kom- mendes Gegengewicht gegen die agrarische Strömung gibt es demnach im neuen Reichs- tage nicht. Die Lebensmittelvcrteucrcr und Agrarpolitiker vom Schlage der Könitz und Konsorten haben für ihre Be- strcbungen freie Bahn— und sie werden diese Machtstellung gründlich ausnutzen. Schon rein rechnungsmäßig zeigt demnach der neue Reichstag eine beträchtliche Verschiebung des politischen Schwerpunktes nach rechts; in Wirklichkeit hat die reaktionäre Strömung jedoch noch ein weit größeres Uebergewicht erlangt, als in den Fraksions- und Mandatsziffern zum Ausdruck kommt; denn, ausgenommen in der sozialdemokratischen Fraktion und vielleicht der 16 Mann starken Gruppe der Freisinnigen Vereinigung, hat fast in allen Parteien dadurch eine gewisse Verschiebung nach rechts stattgefunden, daß die radikaleren Mitglieder der früheren Fraktion zum Teil durch gemäßigtere ersetzt worden sind. Man braucht nur die Namen der neuen Abgeordneten mit denen der früheren Fraktions- Mitglieder und ihrer politischen Haltung zu vergleichen, um sofort dafür die Bestätigung zu finden. Bei der national- liberalen Fraktion läßt sich hierfür sogar der ziffernmäßige Beweis führen. Von den 56 Mitgliedern der neuen national- liberalen Reichstagsfraktion sind nämlich nicht weniger als 32 von dem Bund der Landwirte im Wahlkampf unter- stützt worden und haben, um diese Unterstützung zu erlangen. vielfach die weitgehendsten agrarischen Zusicherungen gegeben. so daß die nationalliberale Fraktion heute in ihrer Mehrheit fast eine reine Agrarpartei bildet._ Diese Tatsache, daß der Freisinn trotz seines Mandaten- zuwachses durch die Verschiebung der Fraktionsstärkcverhältnisse auf dem Gebiete der inneren Politik fast gänzlich ausgeschaltet -st, wird selbst trotz aller naiven Selbsttäuschung den Politikern des Freisinns immer Karer. Beweglich jammern sie in ihrer Presse, daß von der großen liberalen Aera, von der sie in den ersten Wochen der Reichstagsauflösung träumten. absolut nichts übrig geblieben ist. Der Traum, daß womöglich ein Schräder, Gothein oder Müller- Meiningen als Vertreter des Liberalismus in einem neuen Ministerium Aufnahme finden könnte, ist völlig verrauscht. Selbst die größten Ideologen des Freisinns, die vor sechs Wochen mit dieser Möglichkeit rechneten und gebieterisch„entschieden liberale" Zugeständnisse forderten, lächeln heute schmerzlich über ihre vorweihnacht lichen Hoffnungen, und die Gescheiteren, die einigermaßen den Mut haben, auszusprechen, wohin sie ihre politische Träumerei geführt hat. bezeichnen sich heute selbst als die„Gemeierten" und„Geneppten". Allerdings ganz offen vermögen auch die Gescheitesten die durch die Unfähigkeit der freisinnigen Politik herbei geführte trostlose parlamentarische Lage nicht zuzugeben. und da die Fraktionsverhältnisse nicht die geringste Aussicht auf die Durchsetzung liberaler Forderungen geben, so trösten sie sich in naiver Selbstüberschätzung vorläufig damit, daß Bülow als Belohnung für das gute„nattonale" Verhalten des Freisinns sich doch vielleicht zu einigen kleinen liberalen Konzessiönchen bequemen könnte, oder daß die Freisinns großen durch ihre angebliche überlegene Intelligenz bei der Regierung„moralische Eroberungen" machen werden. So schreibt beispielsweise das„Berliner Tageblatt": „Das ist beinahe alles, was der Linken übrig bleibt. Es wäre denn, daß sie im Regicrungslager moralische Eroberungen machte. Dazu aber mutz sie. daS ist an dieser Stelle schon gesagt worden, Charakter prästieren, und nicht nur Charakter allein, sondern politische Intelligenz. Die aber ist— darüber wollen wir uns nicht täuschen— in der bürgerlichen Linken nicht überreichlich vertreten Immerhin sind ein paar Männer da, die an all- gemeiner und politischer Intelligenz die Koryphäen der gegnerischen Parteien überragen. Ihre schwere Pflicht, aber auch ihre Ehrenpflicht wird es sein, trotz ihrer geringen Gefolg schaft sich bei der Regierung durchzusetzen. Möglich ist das, wie sehr auch der Kanzler dagegen nach seiner Gewohnheit unter Be- rufung auf sein„loeistitutionelleS Gewissen" sich wehren mag, das ihm verbiete, gegen die Mehrheit zu regieren. Männer, die etlvas wollen, die wissen, was sie wollen, und die den Anderswollenden geistig überlegen sind, können auch in einem konstitutioneller als Deutschland regierten Reiche die Mehrheit der Stimmen überwinden." In seinem Zustand des Katzenjammers meinte das Mossesche Blatt sogar vor einigen Tagen, die der nichtend st e Niederlage im Wahlkampf hätte Fürst Bülow erlitten. Das sind kindische Selbst tröstungen. Bülow geht ganz vergnügt aus dem Wahlkampf hervor. Moralische und ideale Werte haben diesem staats männischen Faiseur nie als etlvas anderes denn als brauchbare Verzierungsstücke gegolten. Er wird deshalb auch später nicht die geringsten Bedenken tragen, dem Zentrum auf kirchcnpolitischem Gebiet das geforderte Entgegenkommen u zeigen, wenn er dafür dessen Hülfe auf anderen politischen "ebieten eintauschen kann. Schätzt man aber die moralischen Qualitäten des Kanzlers in dieser Weise ein, dann bedeutet der Wahlausfall für ihn einen entschiedenen Erfolg, denn Bülow erhält die gewünschten Hwei Mehrheiten und kann nach Belieben mit diesen sowohl seine wirtschaftspolitischen als seine kolonial' politischen Pläne im Reichstage durchsetzen Daß die wirtschaftliche Mehrheit zur Fortführung der Agrarpolitik gesichert ist, haben wir schon vorhin ausgeführt. Ebenso sicher aber hat die Wahl der Regierung eine Gefügige Majorität für ihre kolonialpolitischen Absichten, für flotten- und Heeresrüstungen verschafft. Rechte, National liberale und die drei Gruppen der Freisinnigen zählen zusammen 214 Mitglieder, und zu diesen kommen noch einige Wildliberale. Selbst wenn bei einer Hecrcsforderung sich ein bis zwei Dutzend Freisinnige weigern sollten, mitzutun, bleibt der Re Gerung eine Majorität; denn es kann nach der Zusammen etzung der neuen Zentrumsfraktion mit Sicherhest darauf ge rechnet werden, daß sich dann deren hochkonservattvpr rechter Flügel zur Unterstützung einstellen wird. Die Situation ftir Bülow ist also durchaus günstig. Er muß schon sehr ungeschickt operieren, wenn er nicht erhält, was er fordert. Die Bahn für die„Ergänzung" der bis- herigcn Agrarpolitik durch eine imperialistische Weltpolitik großen Stils liegt offen, und die Regierung wird die Situation sicherlich ausnutzen. Vorerst im nächsten Sessions- abschnitt wird allerdings diese Politik wohl noch kaum in Angriff genommen werden, denn da der Reichstag voraussichtlich am 21. oder 22. März in die Osterferien gehen wird, bleibt für die Verhandlungen nur ein Zeitraum von ungefähr vier Wochen, der durch die Beratungen über den Etat und die von der Regierung versprochene Revision des Reichsbeamten- gesetzeS, die Nachtragsforderung für Südwestafrika und durch das Handelsprovisorium mit den Vereinigten Staaten von Anierika sowie einige kleinere Vorlagen vollständig in Anspruch genommen werden dürfte. Sein eigentliches reaktionäres Gesicht wird der neue Reichstag erst nach den Osterferien zeigen.— if politische Lebersicht. Berlin, den 7. Februar 1907. Das Programm des neuen Landwirtschaftsministers. Am Donnerstag nahm das Abgeordnetenhaus seine Sitzungen wieder auf. Die Mitglieder, die sich fast vier Wochen lang unter Fortbezug der Diäten beurlaubt hatten. um die Attacke gegen die Sozialdemokratie mitzureiten, hatten sich nicht gerade zahlreich eingefunden. Und selbst die wenigen, die erschienen waren, brachten dem eigentlichen Be- ratungsgegenstand wenig Aufmerksamkeit entgegen. Statt dessen tauschten sie in lebhaften Privatgesprächen ihre Wahl- crfahrungen aus, statteten den durchgefallenen Reichstags- kandidaten ihr Beileid ab und gratulierten den gewählten. Besonders kräftig waren die Händedrücke, die Herr Fischbeck von seinen Freunden auf der Rechten empfing, während Herr v. Riepenhausen, der in Stralsund dem freisinnigen Kandidaten unterlegen war, ein so wehmütiges Gesicht machte, daß man fast Mitleid mit ihm empfinden konnte. Inzwischen entwickelte Herr v. A r n i m- C r i e w e n. der Nachfolger Podbielskis, sein Programm. Wir haben den neuen Herrn bei seinem Debüt im Reichstage durchaus richtig beurteilt: er ist fast noch mehr ein Mann nach dem Herze» der Agrarier als sein Vorgänger. Agrarisch ist nun einmal Trumpf in Preußen, und der Linken werden trotz ihres Werbens um die Gunst der Regierung keinerlei Zugeständ- niste gemacht. Der Freisinn hat seine Arbeit getan, er ist auf den Leim gekrochen, die reaktionäre Wirtschaftspolitik wird fortgesetzt, und das Volk hat die Kosten zu zahlen! Das ging deutlich aus den Ausführungen des Ministers hervor. Herr v. Arnim ist der Ansicht, daß die Landwirtschaft auf die Dauer keine Vorteile von den Zöllen hat, da die Produktionskosten, die Löhne und die Bodenpreise in weit höherem Maße steigen, aber anstatt die Konsequenzen zu ziehen und die Zölle zu beseitigen, will er sie anscheinend noch weiter heraufsetzen; Als Ideal schwebt ihm die Ent- schuldung des ländlichen Grundbesitzes vor; wie er dies Ideal erreichen will, darüber ließ er das Haus jedoch im unklaren. Die Fleischnot stellt er nach wie vor in Abrede, mit der Frage der Einführung der obligatorischen Krankenversicherung für Landarbeiter hat er sich noch nicht beschäftigt. Trotzdem ist er davon überzeugt, daß diese Frage nicht rcichsgesetzlich, sondern landesgesetzlich geregelt werden muß. Was dabei herauskommt, wenn der preußische Landtag diese Frage regelt, bedarf keiner Erörterung. Im allgemeinen begegnete das Programm des Ministers lebhafter Zustimmung. Die Vertreter der beiden kon- servativen Parteien, der Nationalliberalen und des Zentrums pflichteten seinen Anschauungen bei. Opposition machte ihm nur der freisinnige Abg. G 0 l d s ch m i d t, der aus Bülows Silvesterbrief die wunderlichsten Dinge herausgelesen hat und davon träumt, daß er selbst oder doch ihm nahestehende Freisinnsleute demnächst ins Ministerium berufen werden. Der Ministerpräsident schreie nach einer liberalen Mehr- heit und deshalb hoffe er, daß es allmählich zu einer Herab- setzung der Zölle kommen werde— das war der Kernpunkt der Goldschmidtschen Rede. Man sieht, wie gefährlich es für eine Partei ist, wenn ihr plötzlich die Sonne der Re- gierung zu leuchten beginnt. Die heiße Glut richtet dann m den Köpfen mancher früheren Gegner der Regierung der- heerende Wirkungen an. Die Ausführungen des freisinnigen Redners wurden von der Mehrheit mit verdientem Lachen aufgenommen. Nachdem sodann noch der urkomische Pastor B 0 d e l- s ch w i n g h seiner Freude über den Ausfall der Reichstags- Wahlen Ausdruck gegeben und dem neuen Minister seinen Segen erteilt hatte, vertagte das Haus die weitere Beratung auf Freitag.—_ Wie die Junker über Verfassung und Königtum denken: Die Bemerkungen unseres gestrigen Leitartikels über die Wir- kungen der neuesten Kaiserrede, speziell über die heilsame Zerstörung der Illusion, daß die Krone über den Parteien stehe, haben das Organ der junkerlichen Meischwucherer und StaatSstrcichhetzer derart verdrossen, daß es in seinem Acrger das Königtum im- geheuer kompromittiert. Die„Deutsche Tagesztg." schreibt nämlich: „Der„Vorwärts" stellt sich in diesen Sätzen ungeheuer dumm. Daß das Königtum über den Parteien stehen muß, ist selbst- verständlich; es ist aber ebenso selbstverständlich, daß dabei nur die Parteien in Betracht kommen, die auf dem Boden der Verfassung stehen. Eine Partei, die außerhalb der Verfassung steht, die die verfassungs- mäßige Grundlage des Deutschen Reiches und deS preußischen Staates, die Monarchie, grundsätzlich belänipft und zu beseitigen offenkundig bemüht ist, hat absolut keinen Anspruch darauf, als gleichberechtigte Partei behandelt zu werden. Einer solchen Partei muß das Königtum feindlich gegenüberstehen; sonst gefährdet es selbst sciurn Bestand." Zunächst sollten sich doch die Junker hüten, von der V e r f a s s u n g zu sprechen. Haben sie doch selbst unzählige Male zum Verfassungs- bruch, zum Staatsstreich aufgefordert! Sie würden— das haben sie tausendmal mit aller Offenheit eingestanden I— nicht eine Sekunde zögern, die Verfassung zu ändern, das Wahlrecht zu verschlechtern sobald sie ihre Interessen gefährdet glaubten! Was speziell den auf die Verfassung geleisteten Eid anlangt so gilt er ihnen keinen Pfifferling, sobald durch einen solchen Eid- bruch die feudale Reaktion wiederhergestellt werden soll! So lehrte seinerzeit der Rundschauer der„Kreuz-Zeitung" G e r l a ch, der nur 6. Februar vom preußischen König beschworene Eid auf die Verfassung brauche nicht gehalten zu werden, denn was sei ein solcher Eid anderes, als ein Anruf der Wahrhaftigkeit deS Menschen auf die ewige Wahrheit Gottes? Wie aber, wenn der Eid auf etwas verpflichten solle, was dem Willen Gottes ent- gegen sei? Sei aber nicht jede Fesselung des könig- lichen Willens dem Willen Gottes entgegen? Könne denn ein Eid bei Gott gegen Gott binden?! Die biederen Junker sollten also von der Verfassung lieber überhaupt nicht sprechen! Am schönsten ist aber der zum Schluß ausgespielte Trumpf: das Königtum müsse im Interesse feines eigenen Be- st a n d e s die Sozialdemokratie bekämpfen! Das heißt denn doch das Königtum in der bösartigsten Weise kompromittieren! Haben nicht gerade die Könige der Hohenzollerndynastie des öfteren erklärt, daß sie die Diener ihres SraateZ sein wollten? Das Organ Knuten-Oertels aber stellt es so dar, als ob es für das Königtum kein höheres Interesse gebe, als das, unter allen Umständen seine Machtbefugnisse auf Kosten des Staates zu behaupten. Eine solch' absolutistisch-egoistische Auffassung wider spricht aber nicht nur aller gesunden Vernunft, sondern auch allen herrschenden Staatsrechtsanschauungen I So schreibt Prof. Loening im Handwörterbuch der Staatswissenschaften: „Die staatliche Ordnung und das Recht bestehen nicht um des Herrschers willen, nicht um dessen persönliche Lebensgüter zu erhalten und zu mehren, sondern um der Beherrschten willen. Der Zweck der staatlichen Herrschast sind die Interessen der Beherrschten, nicht die des Herrschers." Das Königtum mag sich bei dem Junkerorgan dafür bedanken, baß es ihm eine Auffassung insinuiert, die allen modernen Staats- rechtsanschauungen Hohn spricht! Daß das Königtum sich in dem Kampfe zwischen Privilegierten und Entrechteten stets auf die Seite der Privilegierten stellt, ist eine ewig neue historische Tatsache. Aber so sehr wir von der Um abänderlichkeit dieser Tatsache überzeugt sind— solche Verächter des Königtums sind wir gleichwohl nicht, daß wir diese Stellungnahme auf so kompromittierende Ursachen zurückführten, wie das Junker� organ! Oder sollten wir nur so„ungeheuer dumm" sein?— *»* Deutfchcs Reich. Erklärung. In der Abendausgabe des„Berliner Tageblatts" vom 6. d. M. wird in einer Besprechung über den Ausfall der Wahlen in Württemberg und mehreren süddeutschen Wahl kreisen behauptet, der sozialdemokratische Parteivorstand habe für die erwähnten Wahlkreise eine besondere Stichwahlparole ausgegeben und wird speziell unser Kollege Bebel beschuldigt. in diesem Sinne gewirkt zu haben. Diese Angaben entbehren jeden Grundes. Wir. der Parteivorstand, und speziell auch der Kollege Bebel, der sich in jenen Tagen auf einer Wahlagitationsreise in Südwests deutschland befand, haben sofort, soweit wir Kunde von den Stichwahlplänen unserer Parteigenossen in Württem berg, Stratzburg und Fürth-Schwabach erhielten, zum Teil schriftlich, zum Teil persönlich, diesen Plänen entgegengewirkt. Daß wir so wenig Erfolg damit hatten, ist nicht unsere Schuld. Erklärlich ist dieses Verhalten unserer süddeutschen Genossen, nachdem sie aus der gegnerischen, speziell der ftei- sinnigen Presse Norddeutschlands erfahren hatten, in ivelcher reaktionären Weise sich die Freisinnigen der verschiedenen Richtungen in einer großen Anzahl von Wahlkreisen der- hielten, in denen sie die Entscheidung in der Hand hatten und in denen sie zugunsten der reaktionärsten Kandidaten gegen die sozialdemokratischen Kandidaten sich entschieden. Trotz alledem hat ein erheblicher Teil der Abgeordneten der verschiedenen freisinnigen Parteien seine Wahl nur der sozialdemokratischen Hülfe zu verdanken, während wir das Umgekehrte, mit ganz vereinzelten Ausnahmen, nirgends zu konstatieren vermögen. Berlin, den 7. Februar 1907. Der Parteivorstand. Ergänzt wird diese Erklärung durch folgende Zuschrift des„Landesvorstandcs der Sozialdemokraten Württembergs" an den Stuttgarter„Beobachter": In heutiger Nummer des„Beobachter" veröffentlichen Sie unter der Spitzmarke„Die Hinterlist der sozialdemokrarischen Parteileitung" einen Brief, unterzeichnet:„Der Landesvorstand. I. A.': Karl Oster", worin unsere Parteigenossen im 7. Wahl- kreis, entgegen der für dort festgesetzten, auf Wahl- enthaltung lautenden Stichwahlparole, aufgefordert werden, gegen den Volksparteilc? Schweikhardt und für den Konservativen Adlung zu stimmen. Es ist leider Tatsache, daß dieser Brief von dem im Partei- bureau beschäftigten Hülfsarbeiter Oster an Parteigenossen des 7. Wahlkreises geschrieben wurde. Davon hatte jedoch weder der Parteisekretär Wasner, noch sonst irgend ein Mitglied des Landes- Vorstandes Kenntnis. Die dem Schreiben angefügte Unterschrist war deshalb nach jeder Richtung unberechtigt. Wir stehen auch nicht an zu erklären, daß wir dieses eigenmächtige Vorgehen des Genossen Oster entschieden verurteilen und ersuchen Sic, Ihren Lesern durch Abdruck dieser Zeilen hiervon Kenntnis geben. Stuttgart, den ö. Februar 1907. Für die Mitglieder des Landesvorstandes der Sozialdemokraten Württembergs: Ed. Steinbrenner. Friedr. Fischer. Wilh. Kowald. I. Harber. WilH. Schwab. I. A.: Der Sekretär: Otto Wasner. Die Wahrheit über den K-louialschwindel sickert jetzt selbst in Blättern durch, die vor der Wahl die phan- tastischsteu Dernburgiaden ihren Lesern als bare Münze vorsetzten. So schreibt im„Reich" der bekannte�Missionar S ch o w a l t e r: „Kürzlich ging durch die Blätter ein Auszug aus einer Rede Trothas. Der Manu, der einst von einer süd- afrikanischen Inspektionsreise zurückkehrte, ohne auch nur einen betrunkenen Tommy gesehen zu haben, ist nun aus � Süd- West heimgekehrt und sieht im Geiste bereits den Getreidccxport aus unseren Kolonien, der ihm folgt und unseren Landwirten Konkurrenz macht. Dabei lebt die reiche Kapkolonie, dir seit mehr als 100 Jahre» erschlossen ist, und das Burenland, das uns 50 Jnhre voraus ist, teilweise von fremdem Getreide! In einer Münchener Versammlung schilderte ein Hotelier aus Swakopmund Südwest als ein Land, dessen Wildreichtunr so groß sei, daß man Antilopen und Büffel„zu Tausenden" antreffe. Man braucht diese Schilderung nur abzudrucken, um ihre Uebertreibung z kennzeichnen. Man verweist auf die„glänzende" Entwicklung der Kapkolonie als Beispiel für die„Möglichkeit" der Zukunft, die Südwest bevorstehe. Aber man vergißt zu sagen, daß diese selbe Kapkolonie vor dem Fiasko einer Ucberspckulation steht; daß selbst ihre Bahnen mit Ausnahme der Hauptlinie nicht rentieren; daß sie ihre Hafen werke als viel zu gro_ angelegt erkennen muß; daß sie an Pauperismus in Stadt und Land leidet; und daß in den ersten Monaten des ver gangenen Jahres Tausende von da- nach Südwest gegangen sind, um dort eine Gegenwart zu haben statt der Zukunft, die ihnen ihr Land immer noch nur„verheißt". Am be dcnklichstcn aber erscheint mir der„Prospekt" der„Nordd. Allg Zeitung" über den„Wert der Kolonien", der ganz un kritisch die Berichte der„South West Africa Compan Ld." verwertet." Schowalter unterzieht alsdann diese Berichte einer eingehenden Kritik, wobei er zu dem Ergebnis kommt, daß bei dieser Minen spekulation nur die Besitzer der bevorrechtigten Aktien einen Gewinnst haben dürsten, daß hingegen die kleinen Käufer der nicht bevorrechtigten Aktien wahrscheinlich arg hineingelegt werden würden. Schowalter schließt seinen Artikel: „Aber so ist es nun einmal bei uns: wenn ein Ort be zeichnet wird, wo man voraussichtlich Wasser findetLso wird es schon als gefunden bekanntgegeben, und wenn wir eine Mine entdecken, dann ist sie gleich lauteres Gold Die Kolonialmiidigkeit als Reaktion bleibt dann nicht aus. Cavete!(Hütet Euch!) So schreibt das„Reich" nach der Wahl! Bor der Wahl verteidigte es bekanntlich den von Schowalter verspotteten„Landes kenner" Trotha gegen eine viel harmlosere Kritik des„Vorwärts" in einer Notiz, deren Abgeschmacktheit nur durch ihre kolonial phantastische Trotha-Gläubigkeit überboten wurde! Jetzt warnt man vor dem Kölonialschwindel, den man bis zum S. Februar mitmachte! Mögen die Wähler das„Oavsts" beherzigen! Mögen sie sich vor neuem Kolonial- und allem nationalen Schwindel überhaupt künftig besser hüten! �_ Ein Opfer des freisinnigen Kurswechsels. Die„Literarische Praxi s", das Organ ver schiedener bürgerlicher Schriftsteller- und Journalisten� verbände, veröffentlicht folgende Zuschrift: „In Nr. 3 der„Literarischen Praxis" findet sich eine Notiz betr. den Rücktritt Hermann Walters, leitenden Redak teurs des„G o t h a i s ch e n T a g e b l a t t e s", von seiner Stellung. Nachstehend eine Schilderung der Sachlage: Seiner Tradition nach ist das„Goth. Tageb!.", wie aus seinen Abonnemcntscinladungen und seiner ganzen Tradition hervorgeht, ein linksfreisinniges, demokratisches Blatt. Unter dem Einfluß gewisser Kreise sollte das Blatt, das von zwei jungen Verlegern, den Brüdern Gaston und Alfred N ehrlich, bewirtschaftet wird, jetzt zur Wahlzeit eine Schwenkung vornehmen und für die Kandidatur des Erbprinzen zu Hohenlohe-La ngenburg ein- treten. Kollege Walter hätte diese Schwenkung nicht mit- machen können, ohne seine in 2M>jähriger Tätigkeit am „Gothaischen Tageblatt" festgelegte politische Ueberzeugung zu verleugnen. Ein solcher Gesinnungswechsel ist ihm auch nicht zugemutet worden. Der Verlag erklärte vielmehr einfach den Anstellungsvertrag Walters, der einjährige Kündigungsfrist vorsieht, auf Grund 8 623 des B. G.-B. für aufgehoben und ersuchte ihn durch einen Rechts- a n w a l t, seine redaktionelle Tätigkeit sofort einzustellen. Dies ist denn auch geschehen, und Walter kann nun den langwierigen Prozcßwcg beschreiten. Zum besseren Verständnis sei hier der 8 5 seines Anstellungs- Vertrages wiedergegeben, mit dem die Verleger ihre Handlungs- weise rechtfertigen loollen. Er lautet: „Die Dauer des vorstehenden Vertrage�-wird beiderseits auf 2 Jahre bemessen. Wird der Vertrag nicht jeweils ein Jahr vor Ablauf gekündigt, so gilt er stets auf ein Jahr verlängert. Die Einhaltung dieser beiden Bestimmungen wird jedoch seitens dt Verlages davon abhängig gemacht, daß Herr Walter seine redak- tionelle Tätigkeit im Einklang mit dem Interesse des Geschäfts, der Tradition des„Gothaischen Tageblattes" sowie den diese wahrenden Anschauungen der Herren Verleger hält. Geschieht dies nicht, so hat der Verlag das Recht, vierteljährlich zum OuartalSersten zu kündigen." Selbstverständlich ist in dieser Sache noch nicht das letzte Wort gesprochen. Es ist rein unmöglich, daß der obcnangeführtc Paragraph eine Aenderung der„Anschauungen der Herren Ver- leger" sowohl über die politische Haltung wie über das„Geschäfts- interesse" von heute zu morgen in Aussicht genommen haben sollte. Kein denkender Mensch würde einen solchen Kontrakt unterschreiben, am allerwenigsten Kollege Walter, der den Typ des charakterfesten Politikers repräsentiert und seiner Ueber- zcugung bereits früher Opfer gebracht hat. Bedauerlich ist nur, daß sein gutes Recht erst durch einen Prozeß ctstritten werden muß." Herr Hermann Walter ist dem Deruburg-Kurs zum Opfer gefallen. Er wollte seine Ueberzeugung nicht ver- leugneil und seine politische Vergangenheit nicht pro stituiercn, und weigerte sich deshalb, in seinem Blatte für die Kandidatur des kolonialen Vorschutzprinzeu den Tanitam zu schlagen. Herr Walter ist freilich ein weißer Rabe— von den Tausenden jener freisinnigen Journalisten, die gestern noch die Wertlosigkeit unserer Kolonien bewiesen und gegen die Kolonialausgabcn wetterten, um sich heute in KolonialenthusiasinuS zu überschlagen, brauchte keiner zu „fliegen", weil sie sich alle„fügten". Darüber, daß Herr Walter seiner Stellung enthoben wurde, weil er sich den Wünsche» seiner Verleger und der Schwenkung der freisinnigen Windfahnenpolitiker nicht fügen wollte, braucht mau sich nicht besonders zu entrüsten. Wer nicht die Fähigkeiten eines Proteus, dagegen so etwas wie demokratische Prinzipien besitzt, darf eben nicht so unvorsichtig sein, eine» Redakteurposten an freisinnigen Blättern be- kleiden Ali wollen. Darüber freilich, daß es von unendlicher Schäbig- k e i t zeugt, einen charakterfesten Mann dem loyal ver- standenen Sinne seines Kontraktes entgegen einfach aufs Straßenpflaster zu werfen, braucht natürlich kein weiteres Wort verloren zu werden!— Der Glückwunsch der Schnrfmacher. Die„Nordd. Allgem. Ztg." teilt mit: Der Zentral- verband deutscher Jndu st rieller hat anläßlich des glück- lichen Ausfalles der Reichstagswahlen nachstehende Glückwunsch- adresse an den Reichskanzler Fürsten v. Bülow gerichtet: Durchlaucht! DaS starke Anwachsen der Sozialdemokratie, die außerordent- liche Zunahme der für diese Partei bei den Wahlen des Jahres 1903 abgegebenen Stimmen und ihrer Vertreter im Reichstage sind von uns mit wachsender Besorgnis ivahrgenommen worden. Der von uns vertretene Zentralverband deutscher Industrieller hat überhaupt niemals die Gefahren verkannt, mit denen das Treiben der Sozialdemokratie und ihrer gewerkschaftlichen Organisationen den Staat, die Gesellschaft, die Arbeit des Volkes und damit ganz besonders das wirtschaftliche Gedeiheil der Nation bedroht. Der Zentral- verband hat daher als eine seiner vornehmlichsten Aufgaben den mit allen ihm zil Gebote stehenden Mitteln zu führenden Kampf gegen die Sozialdemokratie betrachtet. In diesem Sinne sind die Mitglieder des Zentralverbandes auch, unter Betätigung einer außergewöhnlichen Opferivilligkeit, mit Eifer und Energie in den nun hinter uns liegenden Wahlkainp'f eingetreten. Wir sind stets überzeugt gewesen, daß Euer Durchlaucht die vorerwähnten Gefahren voll erkannt haben; die im Laufe der Zeit und bei verschiedenen Anlässen von Euer Durchlaucht gegen die Sozialdemokratie gebrauchten starken Worte erweisen die Richtigkeit unserer Ueberzeugung. Wer sich ein objektives Urteil über die Machtverhältnisse der Parteien und deren Grundlage und Stütz« punkte bewahrt und die einzig mögliche EntWickelung sich mit einiger Klarheit vor Augen gehalten hat, der mußte erkennen, daß der von Euer Durchlaucht, unter einmütiger Zustimmung der verbündeten deutschen Regierungen, mit der Auflösung des Reichstages auf- genommene Kampf einzig gegen die vaterlandslose, kulturfeindliche Sozialdenlokratie gerichtet sein konnte und in der Tat gerichtet war. Das Ergebnis der nunmehr beendeten Wahlen, die schwere Nieder» läge der Sozialdemokratie, bezeugt, daß Euer Durchlaucht den national gesinnten Wählen: diejenige Aufgabe gestellt hatten, durch die alle, auch die sonst Lässigen, zur äußersten Anstrengung und Pflichterfüllung bei den Wahlen aufgerüttelt werden konnten. Zu diesem großen Erfolge, zu dieser rettenden Tat gestatten wir uns im Namen des Zentralverbandes, Euer Durchlaucht in wärmster Weise zu beglückwünschen. Dabei gebe» wir der Hoffnung Ausdruck, daß Euer Durchlaucht nach diesem hochbedeutsamen Ergebnis der Wahlen den Kampf gegen die Sozial- demokratie mit gleicher Umsicht und Energie und mit gleichen, Er- folge weiterführen werden. An unsere aufrichtigen Glückwünsche gestatten wir uns die Versicherung zu knüpfen, daß der Zentral- verband es als eine seiner ernstesten Pflichten ansieht. Euer Durchlaucht, wie bisher, so auch in Zukunft in dem Kampfe gegen die Sozialdemokratie mit aller ihm eigenen Kraft zu unter- stützen. Mit vollkommenster Hochachtung und Ehrerbietung Das Direktorium des Zentralverbandes Deutscher Industrieller. gez. R. V o p e l i u S, gez. H. A. B u e ck, Vorsitzender. Generalsekretär. Der Glückwunsch fehlte noch, um die Wahlen von 1907 zu charakterisieren. Der Zentralverband der Scharf- macher freut sich des Wahlausganges und er hat allen Grund dazu. Das Scharfmachertum ist mit der Regierung zu- stieben— und die Regierung rühmt sich seiner Freundschaft. Aber die Sozialreform wird nicht still stehen, versicherte die„National- Zeitung" vor der Wahl!—_ Die Radau-Creme von Berlin. Die„Kölnische Zeitung" berichtet von. Abend des Stich- Wahltages aus Berlin: „Vor dem Hause des„Lokal-AnzeigerS" stand tausendköpfig die Creme des randalierendm Berlins, die sich diebisch freute, unter den Augen der hohen Polizei in der Maske patriotischen Interesses sich nach Herzenslust angröhlen zu können. Hochrufe und schrilles Pfeifen begleiteten wie bei der Hauptwahl die Lichtbilder der Wabldepeschen. Dazwischen erklang auch die Wacht am Rhein." Es wird dann geschildert, wie diese„Creme deS randalierenden Berlins" vor das Schloß zog. wie Prinzen am Fenster des Schlosses erschienen und der Kaiser seine Ansprache hielt, die dann mit „brausenden Hurramfen" und dem Gesang der Nationalhymne beantwortet wurde. Es wird für Wilhelm II. nicht gerade erfreulich sein, von der„Kölnischen Zeitung" zu vernehmen, daß er seine Ansprache an die„Creme des randalierenden Berlins" gehalten hat, die sich„diebisch freute, unter den Augen der hohen olizei in der Maske patriotischen Interesses ffich nach Herzenslust angröhlen zu können". Dir Stichwahl i« Kölu. Die Wahl hat wieder mit dem Siege der Zentrumspartei geendet. In der Hauptwahl erhielt das Zentrum 17 817, unser Genosse Hof» richter 15 661 und der liberale Kandidat 10 812 Stimmen. Bei der Stichwahl zerfielen die Liberalen in drei Gruppen von annähernd gleicher Größe: ein Drittel blieb der Stichwahl fern, ein weiteres Drittel wählte den Zentrumsmann Trimborn und das letzte Drittel wählte sozialdemokratisch. Aehnlich war eS bei der Wahl 1903. Diejenigen, die von der Verschärfung der Gegnerschaft zwischen Zentrum und Liberalen in Köln, hervorgerufen durch den Kampf um die Rathausmehrheit, die Gefahrdung des entrumsmandats erwartet haben, befanden sich in einer argen nuschung. Zu den Enttäuschten gehören vor allem die Kölner J ung li v er alen, die den rheinisch- westfälischen Kuhhandel zwischen Liberalen und Zentrum zu Falle gebracht haben und die Proklamation der Wahlfreiheit zwischen Trimborn und Hofrichter durchsetzten. Die von ihnen ausgesprochene Absicht, die Wahl des Sozialdemokraten zu empfehlen, haben die Jungliberalen nicht wahr gemacht; es wird ihnen sowohl der ernste Wille wie der Mut gefehlt haben. Geradezu erbärmlich hat sich in Köln wieder der Richter-Freisinn in einzelnen seiner Vertreter benommen: von ftei- inniger Seite— die„Vereinigten liberalen Parteien" Kölns um- äffen alle Richtungen vom konservativsten Nationalliberalen bis zum Demokraten— suchte'man den Kompromiß mit dem Zentrum durchzusetzen, um dem Volksparteiler ObcrlandeSgerichtsrat Müller- Köln das Mtena-Jserlohner Mandat durch klerikale Hülfe gegen den Sozialdemokraten zu sichern. Einer dreisten W a h l b e e i n f l u s s u n g hat sich am Tage vor der Stichwahl der Kölner Oberbürgermeister Becker 'chuldig gemacht. Er ließ ein Plakat ankleben, worin er in un- erhörter Weise gegen den sozialdemokratischen Stichwahlkandidaten ür Trimborn Stimmung machte. Vorsichtigerweisc unter- eichnete er„Wilhelm Becker. Ehrenbürger der Stadt Köln". Herr Becker ist dieser Tage zum Wirklichen Geheimrat mit dem Titel Exzellenz ernannt worden, vermutlich zum Lohne für 'eine Sozialistenfresserei und illoyale Behandlung der politischen Arbeiterbewegung. Durch das Plakat hat der Mann erneut den Be- weis seiner unentwegt nationalen und staatserhaltenden Gesinnung erbringen und den Dank für den Titel abstatten wollen Den Kölner Nationalliberalen, deren Parteimitglied Herr Becker ist hat er durch 'einen Uebergriff schwerlich genützt.—/ Hcimatspolitische Gelüste. Der im Wahlkampfe durchgefallene Freiherr v. Zedlitz hat tick, bemüßigt gefühlt, im Scherlschen„Tag" an die Regierung Mahnung zu richten, den extrem-agrarischen Tendenzen, die den Wahlausfall eine beträchtliche Stärkung erfahren hätten, nich die Züael schießen zu lassen, funh-n, f„• dass das -......- u„,,.„z.ag an oie megieiuii_ Mahnung zu richten, den exttem-agrarischen Tendenzen, die durc den Wahlausfall eine beträchtliche Stärkung erfahren hätten, nich die Zügel schießen zu lassen, sondern so zu bremsen.' daß das„Zu am», eichalten der nationalen Mehrheit" nicht gefährdet werde, liebe diese Mahnung ist die„Deutsche TageSztg.", welche die günstige Situatioi mit allen Kräkt-N fiw X!. �onderinteressen des Großgrundbesitze .....— J", uugcynlten.„Es ist jammerschade", schreib 'ie.„daß Herr v. Zedlitz nicht selbst in der Lage ist. im Reichstage . die extrem agrarischen Tendenzen zu bremsen". Diese Bremse tätigkeit würde nicht nur auf die Männer der schärferen agrarische, Tonart, sondern allenthalben einen erheiternden Eindruck macheu." Es ist merkwürdig, wie sich die Tonart des landbündlerischei Blattes seit dem 5. Februar geändert hat. Vorher predigte es jede, Tag Einigkeit und wollte selbst den Freisinn in diese Einigkeit ein bezogen wissen; jetzt findet eS, daß selbst der Reichsparteilei ~, w v. Zedlitz zu weit links steht. Der lange Möller ausgepfiffen. Durch die bürgerliche Presse ging dieser Tage eine Meldung. wonach der durchgefallene Stichwahlkandidat für Bielefeld- Wiedenbrück, der Staatsminister a. D. Th. v. Möller, von Sozialdemokraten an, Sprechen verhindert und dann noch auf der Straße insultiert worden sei. Wie sich der Vorgang wirklich ab- gespielt hat. darüber berichtet die Bielefelder.Volkstvacht"� Belgien. Nachdem Herr b. Möller das Zentrum im Verlauf des Wahl- der Steuerpflichtigen sollen, sofern sie sich nicht als falsch erweisen, 1 verwaltung, die Schulen erst dann zu bauen, wenn die Bevölkerung Sampfes mit denselben Verleumdungen bedacht hatte wie die als Grundlage der Besteuerung angenommen werden; willkürliche schon angesiedelt ist. Daß der Bedarf an Schulen manchmal so Sozialdemokratie, gehörte die ganze Unverfrorenheit eines Ver- Nachforschungen seitens der Behörden finden nicht statt. Die Ver- plöblich hervortritt, daß es vorher von der Schulverwaltung gar trauensmannes des schlimmsten kapitalistischen Scharfmachertums waltung wird über die Banken und Kreditinstitute eine Kontrolle nicht zu übersehen war, flingt zwar sehr schön, aber ein praktisches dazu, um noch bei den Zentrumswählern im katholischen Gesellen- ausüben; Unterschleife sollen mit strengen Geldstrafen belegt Beispiel dafür wird Herr Cassel nicht anzuführen vermögen. Seit haus zu Wiedenbrück den Versuch des Stimmenfangs zu unter- werden. Jahren haben wir doch z. B. über das Gebiet des XI. Radialsystems verhandelt; lebt denn die Schuldeputation nicht in Berlin, erfährt sie von solchen Verhandlungen nichts? Und warum werden denn die Baraden ferner nicht innerhalb einiger Zeit wieder beseitigt, wenn neue Schulgebäude massiv aufgeführt worden sind? Es ist klar, wir haben hier mit Sturzsichtigteit betreffs des Bedürfnisses und auch mit einer ganz besonders übel angebrachten Sparsamkeit zu tun. Eine Stadt kann doch über nichts froher sein als über einen möglichst hohen Bedarf für ihre Schulen. Wir verwahren uns also dagegen, daß man hinterher nach nicht vorhandenen Gründen für den Bau von Baraden ſucht; und es ist eine Kühnheit, bestreiten zu wollen, daß die sozialdemo= kratische Fraktion von allem Anfang an sich gegen diese Barackenwirtschaft gewandt hat. Nach Herrn Cassel wird ja der Bau solcher Baracken in Berlin überhaupt nicht aufhören! Wir nehmen den Antrag Körte an in der festen Absicht, diesem System baldigst ein Ende zu machen. Der Achtstundentag. Brüssel, 7. Februar. Der Zentralausschuß, welcher den Gesezentwurf Destree auf Einführung eines Marimalarbeitstages von neun Stunden berät, erklärte sich einstimmig für den Antrag unter Annahme einer toeiteren Resolution, welche die baldmöglichste Herabsehung dieser Grenze auf acht Stunden befürwortet. Japan. nehmen. Und dieser Versuch sollte nach dem bisher erprobten Die Verlesung des Entwurfs wurde von der Linken mit Beifall, Muster vor sich gehen: eine Rede des Herrn von Möller, worauf von der Rechten mit Unruhe aufgenommen. Das Haus verwies Anfragen gestattet waren, deren Beantwortung Herr v. Möller den Entwurf an den Steuerreform- Ausschuß. mit beliebiger Grobheit ablehnen konnte. Es sollte anders kommen. Ueber tausend Zentrumswähler aus weiter Umgegend hatten sich eingefunden, um Herrn v. Möller das Reden in der Versammlung zu verleiden, der Saal war schon eine halbe Stunde vor der Eröffnung überfüllt, und sogleich nach der Eröffnung erhob sich ohrenbetäubender Lärm. Als Herrn v. Möller das Wort erteilt wurde, verdoppelte sich der Lärm, Rufe, wie:„ Der Millionenter!! Zwei Heringe und ein Möpkenbrot die Woche!" erschollen unausgesetzt. Herr v. Möller trat fassungslos ab und Herr Brenke erhielt das Wort, dem es nicht besser ging, so daß der Bürgermeister die Versammlung auflöſte. Nun wurde unmittelbar nach der Die japanische Einwanderung in Kalifornien, die von den Versammlung schon von denen um Möller herum erzählt, eine amerikanischen Gewerkschaften scharf bekämpft wird, soll von jezt an Sprengkolonne von 500 Mann aus Bielefeld und Rheda habe den eingeschränkt werden, wie der Regierung auf diplomatischen Wege Lärm verursacht. Das ist frech erlogen. Die Wahrheit ist, daß mitgeteilt wurde. In Tokio sah man die starte Auswanderung Redakteur Hoffmann als der einzige Bielefelder auf Ersuchen schon lange höchst ungern; die emporstrebende japanische Industrie eines Teiles der Mitglieder des katholischen Gesellenvereins in braucht die billigen Arbeiter selbst, und wo etiva über der Versammlung anwesend war, um, im Falle, daß der Versuch, schüssige Arbeitskräfte vorhanden sind, will man sie nach den freie Diskussion zu erhalten, glücken würde, Möller gegenüber- Kolonien" Korea und Sachalin senden, die soviel wie möglich mit zutreten. Er sowohl wie die anwesenden etwa 50 Sozialdemo- Japanern bevölkert werden sollen. So fann man sich mit den fraten aus Rheda haben selbstverständlich sich vollständig ruhig Amerikanern verständigen und als Gegenleistung eine günstige verhalten. Es war der Zorn des katholischen Volkes, durch welchen Lösung der Schulfrage in Kalifornien erwarten. Damit würde Herr v. Möller in Wiedenbrück heimgesucht wurde. Man muß man auch in San Franzisko sehr zufrieden sein, wie der Bürgerihn gesehen haben, den großspurigen Herrn, wie er bleich und meister Schmitz bereits öffentlich erklärt hat. fassungslos das Weite suchte. Sogar einen Gummischuh hat ber große Herr bei seiner Eile im Stich gelassen." Die Zentrumsfraktion des Abgeordnetenhauses hat folgende, das Grubenunglüd im Saarrebier betreffende Interpellation eingebracht: Kommunales. Stadtverordneten- Versammlung. 1. Hat die Untersuchung über das auf der Grube, Reden" 4. Gibung vom Donnerstag, den 7. Februar, nachmittags 5 Uhr. am 28. Januar vorgekommene Unglück ergeben, daß die zum Schutz Der Vorsteher- Stellvertreter Michelet eröffnet die Sigung von Leben und Gesundheit der Bergleute in den staatlichen Gruben nach 26 Uhr mit der Mitteilung, daß der Stadtv. Arnold erlassenen Vorschriften bei dem Betrieb der genannten Grube in den Perls( N. L.) gestern plöblich verstorben ist; er widmet dem letzten Wochen vor dem Unglück und insbesondere an dem Unglücks- so unerwartet Dahingeschiedenen, der 10 Jahre lang der Vertage selbst beobachtet worden sind? sammlung angehörte und kaum das 51. Lebensjahr erreicht hat, einen längeren anerkennenden Nachruf, den die Versammlung stehend anhört. 2. Erscheint es nicht notwendig, die zurzeit geltenden Vorschriften zu verbessern und zu verschärfen, um einen vollen Schutz von Leben und Gesundheit der Bergleute zu gewährleisten? 3. Welche außerordentlichen Beihilfen gedenkt die Regierung in anbetracht der ungeheueren Größe und Schwere des Unglücks den betreffenden Bergleuten und den Hinterbliebenen der Getöteten zuteil werden zu lassen? Nachwahl in Lennep- Mettmann. Der doppelt zum Reichstag gewählte Abgeordnete Eickhoff( frf. Vg.) hat das Mandat für Mühlhausen i. Th. angenommen, so daß in Lennep Mettmann eine Nachwahl stattfinden muß. Eröffnung des württembergischen Landtages. Der württembergische Landtag wurde heute durch den König persönlich mit einer Thronrede eröffnet, in der es heißt: " Das Verfassungsgesetz vom 11. Juli v. J. hat der Ersten Kammer die den Bedürfnissen der Gegenwart entsprechende GeDie Vorlage betr. die Verwendung eines Teiles des städtischen Geländes an der Pant- und Wiesenstraße für Gemeindeschulzwecke, wonach etwa 11 200 Quadratmeter zum Bau einer Gemeindedoppelschule verwendet werden und 200 000 m. als erste Baurate in den Etat für 1907 aufgenommen werden sollen, beantragt Stadtv. Fähndrich( A. L.) einem Ausschuß zu überweisen. Er vermißt eine genügende Begründung des Bauplanes und hält die Entlastung der Mietsschulen in der Pank- und Scheringstraße auch auf anderem Wege für erreichbar. Man habe das teuerste Stüd des Geländes für die Schule ausgesucht und außerdem würde durch den Bau an dieser Stelle in dortiger Gegend eine auffällige häufung von Schulgebäuden entstehen. Stadtrat Schäfer: Ein derartiges plöbliches Schulbedürfnis ist in der Gegend vor dem Frankfurter und Schönhauser Tor, sowie in der Müllerstraße allerdings aufgetreten. An der weiteren Debatte beteiligen sich noch Stadtv. Cassel und Stadtv. Jden( A. L.), Mitglied der Schuldeputation, der den Vorwurf Singers wegen der fiskalischen Rücksichtnahme der Verwaltung zu entkräften sucht. Die Vorlage und der Antrag Körte gelangen darauf zur Annahme. Auf der Tagesordnung folgt nunmehr die Berichterstattung des Ausschusses für die Vorlage wegen Verlängerung der Voßstraße, zwischen Königgräßer- und Lennéstraße. Referent ist der Stadtverordnete Heimann( Soz.); derselbe ist jedoch wegen Krankheit entschuldigt und die Versammlung beschließt, den Gegenstand für heute abzusehen. Ferner liegt zur Kenntnisnahme vor die Uebersicht über die Frequenz in den Gemeindeschulen am 1. November 1906. Stadtv. Ulrich( A. 2.): Es liegt uns hier die erste Uebersicht vor, die der neue Stadtschulrat uns übermittelt hat; sie gibt ein Bild von der gewaltigen Aufgabe, die der neue Herr zu erfüllen hat, der er aber auch, wie wir fest vertrauen, gewachsen sein wird. Wünschen müssen wir, daß sich die Verhältnisse nach der Richtung hin beffern möchten, daß eine größere Zahl von Schülern mit dem Reifezeugnis abgeht. Leider sind die an die neue Organisation der Gemeindeschule geknüpften Hoffnungen nicht erfüllt worden, trotz der pro Kopf der Schülermasse aufgewendeten Summe. Von jährlich 60 Mt. im Jahre 1898 ist dieser Betrag bis auf 79 Mr. gestiegen; die Bezüge unserer Lehrer mußten fort und fort aufgebessert werden. Die Durchschnittsfrequenz hat in der Unterund Mittelstufe sich erfreulicherweise weiter vermindert. Oberstufe aber weist eine so lichte Besetzung auf, daß wir bedenklich werden müssen. Wir finden in mehreren ersten Klassen nur 20, 22, 25 Schüler. Hauptsächlich pädagogische, aber auch finanzielle Gründe sprechen dafür, daß manche dieser Klassen eingezogen werden, dann würden gleichzeitig auch Räume für andere Zwecke disponibel. Wir wollen keine Füllung bis zur normalen Zahl, der Lehrer soll seine Schwingen frei entfalten können; aber in den angegebenen Grenzen bitten wir den Stadtschulrat, unsere Wünsche zu berücksichtigen Die Die Stadtv. Bütow( Fr. Fr.) schließt sich dem Antrage Fähndrich an. Stadtv. Hinge( Soz.): Auch wir sind mit Ausschußberatung einverstanden. Allerdings nicht etwa aus dem Grunde, weil gerade Stadtv. Borgmann( Soz.): Trotzdem es bei den vielen Extrastaltung und Stärkung durch Zuführung neuer und wertvoller der wertvollste Teil des städtischen Terrains ausgewählt werden nigungen, die hier im Saale abgehalten werden, sehr schwer ist, sich Sträfte gegeben. Die zweite Kammer ist nach den ganz über- soll. Die Errichtung neuer Schulen ist dort eine dringende Not- Gehör zu verschaffen, will ich das doch versuchen. Auch dem neuen tviegenden Wünschen des Landes nunmehr ausschließlich als Ver- wendigkeit. Die Stadt darf es nicht erst dahin kommen lassen, daß Herrn in der Schulverwaltung hat der Vorredner bereits tretung des Volkes auf Grund allgemeiner und unmittelbarer Wahlen das Provinzialschulkollegium einschreitet. Borschußlorbeeren gestiftet, wir möchten, obwohl frei boit zusammengesetzt. Nachdem so die lang umstrittene Verfassungsfrage die Nachdem Stadtrat Schäfer erklärt hat, daß der Magistrat im aller Voreingenommenheit gegen Person, doch erst neuen Herrn abwarten. ihre Lösung gefunden hat, hoffe ich zuversichtlich auf diejenige Ausschuß auf die erhobenen Einwände zurückkommen werde, wird die Taten des Die Frequenz ist im Durchschnitt wieder um einen Bruchteil zurückgegangen, das ist harmonische Weiterentwidelung des Staatslebens, die allein der Antrag Fähndrich angenommen. Die schwache dem Wohle des Ganzen dienen zu bermag. In dem Auf dem städtischen Gelände zwischen Prenzlauer Allee und erfreulich, aber auch sehr notwendig. neuen Landtage wird die Feststellung des Staatshaushalts- Diesterwegstraße sollen 10 Schulbaraden zu je zwei Klassen, Besetzung der ersten Klasse in der 105. Schule mit 20 Schülern etats für die kommenden zwei Finanzjahre den nächsten und eine Turnhalle, zivei Aborte und drei weitere Wirtschaftsbaraden ist dem Borredner ein Gegenstand des Tadels, er übersieht aber, für 282 000. errichtet werden. daß in derselben Schule eine letzte Klasse mit 68 Schülern dringendsten Gegenstand der Beratung bilden. Das stete Wachstum Stadtv. Körte( Fr. Fr.) steht diesem Plane des Magistrats nicht besetzt ist! Die Zahl der fliegenden Klassen hat leider wieder zuder staatlichen Ausgaben hat eine namhafte Steigerung des Staats- cben freundlich gegenüber, wenn er auch die Notwendigkeit ins- genommen, und dabei ist die Besetzung der untersten Klassen bedarfes, hauptsächlich für die Verzinsung der Staatsschuld, für besondere der Beseitigung der zahlreichen fliegenden Klassen im in den ersten Wochen des Semesters eine größere, als Landwirtschaft, Gewerbe und Handel, für Straßenbauten und 8. Schulfreis anerkennt. Es sei aber überhaupt bedenklich, auf dem sie in der Frequenzübersicht überhaupt zum Ausdruck kommt. daß für die Zwecke der Volfsbildung, herbeigeführt. Außerdem ist Wege fortzuschreiten, den man vor 3% Jahren betreten habe; seit. Die Uebersicht ergibt auch das interessante Faktum, durch die zunehmende Verteuerung der meisten dem seien bereits etwa 800 000 M. für solche Baraden ausgegeben trotz des scheinbaren Rückganges der Schulkinderzahl im Südosten Lebensbedürfnisse für meine Regierung die unabweisliche worden. Die Sache sei also teuer und doch nur ein Provisorium. eine ganze Anzahl überfüllter Atlassen sich dort noch befindet; Man sollte also doch einmal eingehend überlegen, was zu tun sei, der ganze Effekt der Aufhebung einzelner Schulen würde Pflicht der Besserstellung sämtlicher Staatsbeamten sowie der Kirchen- um dem Eintreten von Notständen auf dem Gebiete des Schul- daher schließlich nur sein, daß die Klaffen der und Schuldiener entstanden. Es wird Ihnen deshalb ein Vorschlag zur baues vorzubeugen. Redner empfiehlt zu diesem Zwecke die An- verbleibenden Schulen überfüllt werden. Neuordnung der Wohnungsgelder sowie eine Novelle zum Beamtengefetz nahme des Antrages, mit dem Magistrat in gemischter Depu- Teilung der Aufnahmeklassen ist in ganz unzulänglichem Maße er vorgelegt. Erhebliche Mittel sind für die Ausgaben der Eisenbahn- tation über Mittel und Wege zu beraten, wie durch die rechtzeitige folgt, nur ein Drittel sämtlicher Klassen ist geteilt worden; die verwaltung zu beschaffen. Im Bereich der bürgerlichen Rechtspflege Erwerbung geeigneter Schulgrundstücke dem Schulbedürfnis besser übrigen zu teilen unterläßt man wieder aus finanziellen Gründen trotz der dagegen sprechenden pädagogischen ist eine den Bedürfnissen folgende Fortbildung der Gefeße ins Auge als bisher genügt werden kann. gefaßt. Auf dem Gebiete des Unterrichts steht eine den Anforderungen Kollegen Körte ein Licht darüber aufgeht( Seiterkeit und Wider- nach Möglichkeit beseitigen. Er muß doch als Mitglied der Schuls Stadtv. Hinze: Es ist ja sehr erfreulich, daß endlich auch dem Erwägungen. Der Vorredner will die ersten Klassen überhaupt der Zeit entsprechende Weiterentwicklung des Volksschulwesens im spruch), wie es mit der Erbauung unserer Schulen bestellt ist. Wir beputation wissen, daß die achtklassigen Schulen ihre Wirkung noch Vordergrund. Aus den Kreisen der inneren Verwaltung wird Ihnen sofort haben auf diesen Notstand längst hingewiesen, den Kollege Körte nicht äußern fonnten, weil das neue System noch keine der Entwurf einer Bauordnung unterbreitet werden, der fachliche jetzt bestätigt hat( Unruhe); ja, das muß Ihnen gesagt werden; acht Jahre besteht; will er nicht gefälligst so lange warten? Erleichterung der baupolizeilichen Vorschriften, namentlich für die denn die Herren sißen doch in der Schuldeputation, wir nicht; Sie Streichen Sie jetzt die ersten Selassen weg und schaffen einfacheren Verhältnisse auf dem Lande, schaffen soll und weiter tönnen jederzeit bahingehende Anträge stellen. Wir haben schon Sie wieder ein siebenklassiges System, so werden Sie natürlich hin eine Vereinfachung, Beschleunigung und Verbilligung des Ver- bei der Barade in der Bremerstraße erklärt, daß wir darin nur dann eine höhere Zahl von Schülern in den dann sogenannten ersten Teilt man aber sämtliche Aufnahmeklassen, so fahrens in Baufachen unter angemessener Ausdehnung der Zu- einen Notbehelf sähen; trotzdem ist mit diesen Klassen haben. ständigkeit der Gemeindebehörden anstrebt. Durch Barackenbauten fortgefahren worden. Die Schul- wird auch nach und nach die Zahl der Schüler in den höheren fassungsmäßige Berufung von Vertretern der Landwirtschaft in verwaltung steht eben nicht auf der Höhe der Zeit, sonst wäre die Klassen zunehmen. Für die stärkere Besetzung der Klaffen führt Not nicht so groß geworden. Wir haben vor ganz kurzer Zeit ver- Herr Ulrich auch pädagogische Gründe ins Feld; ausschlagdie Erste Kammer ist eine gefeßliche Organisation des landwirt- langt, man sollte auf dem hier in Frage kommenden Grundstück gebend aber ist für ihn offenbar der finanzielle Gefichtspunkt. schaftlichen Berufsstandes dringend geboten; ebenso soll Ihnen ein die neue Realschule errichten; dem wurde damals ent- Vor der Deffentlichkeit tann ein solcher Standpunkt unmöglich durch die Umgestaltung der Ständeversammlung veranlaßter Gesetz- gegnet, die Realschule gehöre nicht in die Nähe vertreten werden. Die Mietsschule ist zweifellos noch schlechter entwurf über die Entschädigung, Fahrgelder und Reisekosten der des Asyls für Obdachlose. Für Gemeindeschüler als die Barackenschule; troßdem ist auch die Zahl Ständemitglieder zugehen." scheint aber die Gegend geeignet zu sein. der Mietsschulen wieder gestiegen. Die Mietsschulen Stadtv. Haberland( A. L.) hebt hervor, daß nach dem Er- sind zu einer ständigen Einrichtung bei uns geworden. Herr Cassel läuterungsbericht die Terrainregulierung verhältnismäßig foftspielig sein wird. Ausland. Frankreich. die ver mag sich sagen lassen, daß in einem seit 30 Jahren vollständig ausgebauten Bezirf, in der Weißenburgerstraße, noch heute eine Mietsschule besteht.( Hört! hört!). In einem in der Nähe eines Ringbahnhofes belegenen Gebiete, welches seit acht Jahren völlig ausgebaut ist, steht noch kein städtisches Schulgebäude! Bei den unzulänglichen Mietsschulräumen muß natürlich auch der Unterricht selbst und die Bewältigung des Pensums leiden. Nur in vernünftig besetzten nicht überfüllten Klassen wird sich das Pensum der Volksschulen absolvieren laffen.( Beifall.) Stadtv. Gaffel( A. 2.): Auch in Zukunft werden wir BaradenDer Einkommensteuer- Gefeßentwurf wurde gestern( Donners. fchulen nicht ganz entbehren können, da das Bedürfnis nach Schulen tag) in der Deputiertenkammer vom Finanzminister Caillaug ein- fich manchmal ganz plötzlich an Stellen geltend macht, wo es früher gebracht. In der Begründung wird darauf hingewiesen, daß alle gar nicht zu übersehen war.( Widerspruch.) Barackenschulen sind Nationen ihr Steuersystem zu dem zwede, das wirkliche Einkommen immer noch besser als Mietsschulen. Wir sind bekanntlich nicht zu treffen, einer Erneuerung unterzogen hätten. Der Minister dafür verantwortlich zu machen, daß Herr Hinke und seine Freunde habe nicht das deutsche und das englische System einfach nachahmen nicht in der Schuldeputation fißen. Trotzdem findet dort die allerwollen, sondern sich bemüht, eine den Ueberlieferungen und Ge- sorgfältigste Prüfung der Frage des Schulbedürfnisses statt; die Stadtv. Dr. Preuß( soz.- fortschr.): Die noch vorkommenden Ueberwohnheiten sowie der Vermögensverteilung in Frankreich ent- Roftenfrage tommt erst in zweiter Linie. tretungen find nicht allgemein aus Raummangel zu erklären, sprechende Besteuerung zu schaffen. In seinem Entwurfe stellt der Stadtrat Schäfer: Der Antrag Körte wird vom Magiftrat mit sondern auch weil man sich vor dem widerwärtigen Umschulen Minister den bestehenden Realsteuern auf alle Einkommensarten Freuden entgegengenommen werden. Herr Hinze ist jeden Beweis fürchtet, das stets den größten Unwillen der Betroffenen eine allgemeine Einkommenssteuer, die Personalsteuer ist, an die dafür schuldig geblieben, daß die Berliner Schulverwaltung nicht erregt. Mißstände sind durch das langsame Bauen un Seite. Diese belegt mit vier Prozent die Einkommen aus be- auf der Höhe steht. Die Baradenbauten sollen nichts Dauerndes zweifelhaft auch hervorgetreten. Die Teilung der Aufweglichem und unbeweglichem Besize, mit dreieinhalb Prozent fein, aber uns aus momentanen Verlegenheiten herausreißen. nahmeklassen ist feinerzeit notwendig geworden, als der die Einkommen aus Industrie und Handel und mit drei Prozent Stadtv. Mommsen: Herrn Hinze bemerke ich, daß gerade wir neue Lehrplan die Zahl der Unterrichtsstunden in den Unterklassen die Einkommen aus Arbeitsleistungen. Die gegenwärtige Art der wiederholt gegen das langsame Bauen der Schulgebäude energisch verminderte und Pflichtſtunden der Lehrer frei wurden, die daBesteuerung französischer beweglicher Werte soll aufrecht erhalten protestiert haben, daß wir deshalb manchen Strauß mit dem Stadt- durch zweckmäßige Verwendung fanden. Herrn Ulrich muß ich mit dem bleiben; der Ertrag dieser Besteuerung soll um 5 Millionen erhöht baurat Hoffmann ausgefochten haben, wo die Sozialdemokraten Kollegen Borgmann entgegentreten, soweit er das achtstufige Schulwerden, ohne daß jedoch die im Besize von Familienbätern mit immer auf deffen Seite zu finden waren.( Widerspruch.) Wir sind system tadeln wollte. Die Behauptung, daß ein erfolgreicher Unterfleinem Einkommen befindlichen französischen Werte höher als jetzt auf den Ausweg des Antrages Körte gekommen, den wir um richt bei einer Klaffe von 20-25 Kindern nicht erteilt werden bisher besteuert werden. Alle ausländischen Werte sollen freien jo mehr empfehlen, als auch in Fachkreisen das Urteil über die könnte, scheint mir völlig unhaltbar; pädagogische und Zutritt zum französischen Markte haben gegen eine Stempelabgabe Baradenschulen geteilt ist. Man hat das System auch damit finanzielle Rücksichten wollen wir doch nicht vermengen. Nachvon zwei Prozent des Nennwertes und eine Steuer von fünf Pro- empfohlen, daß die Baracken transportabel seien; aber noch keine dem einmal die einmal die achtklassige Schule eingeführt worden ist zent auf das aus ihnen fließende Einkommen. Die französische ist je transportiert worden. Das jebige System, welches wir bei nach sanftem Druck der Regierung, wäre der UeberRente bleibt von der Steuer frei, jedoch bleiben die aus Staats- der Errichtung von Schulen in noch nicht bebauten Gegenden be- gang zur siebenklassigen ein gefährlicher Rückschritt. werten fließenden Einkommen nicht von der allgemeinen Gin- folgen, ist falsch. Es ist gar kein Unglüd, wenn ein Schulgebäude und gerade die Regierung ist es, die kommensteuer befreit; vielmehr sollen diese Einkommen, sobald ein paar Jahre zu früh gebaut wird. Schule jetzt wieder schwer gefährdet; ein Erlaß des Provinzialschulkollegiums hat plöglich der Stadt eine ganz gewaltige reiheit auf dem Gebiete der Dispensationen gegeben, wonach die Bedingung der Reife für die erste Klasse nicht mehr aufrecht erhalten werden soll; das Kind muß nur die sie fünftausend Frank übersteigen, nach einer progressiven Stadtv. Singer( Soz.): Die Schuld an unserem Schulelend Stala getroffen werden, die mit 20 Centimes beginnt und bis zu dem Stadtbaurat Hoffmann in die Schuhe zu schieben, ist sehr vier Prozent des Einkommens geht; auf diese Weise sollen billig. Worüber hier geklagt wird, das ist nicht der langsame 120 Millionen aufgebracht werden können. Steuererklärungen Fortgang der Schulbauten, sondern die Kurzsichtigkeit der Schuldie achtklassige 8. Klasse«Lsolbi ert und»Jahre die Schule de- sucht h a b e v! Diese Erweiterung der DiSpensationsmöglichkeit muß das System gefährden und noch darüber hinaus schlechter wirken, als locitn wir ein fest organisiertes fiebenklasfiges System hätten. Stadtschulrat Dr. Fischer: Es ist richtig, daß die Frequenz der ersten Klassen durch das uns aufoktroyierte Achtkkassensystem gesunken ist. Der betreffende Herr im Mnisterium war auf dem Gebiete des Mädchenschulwesens sehr bewandert, weniger aber mit den Berhältnissen!>er Stadt Berlin vertraut; der hat es durchgesetzt, daß wir statt des stebenklassigen das achtklasfige annehmen muhten. Die Herren im Ministerium haben sich aber dabei verrechnet. Man kann eine sechsklasstge Schule nicht einfach in eine achtklassige umwandeln. Bei der sechsklasfigcm kann der Schiiler, der durch Krankheit u. a. m. zurückgehalten wiriv doch die erste Klasse evenwell noch erreichen, bei der achtklassigen kann er es nie. Der Schüler der niederen Schulen bekam dafür das Recht auf Versetzung, welches der Schüler der höheren Schulen nicht hat. Ich kann nicht ver- schweigen, daß ich den Eindruck habe, daß die Volksschule jetzt weniger leistet als bei dem Sechsklassensystem.(Hörtl hört!) Jeder Rektor hat den Wunsch, e/ne volle Schule zu haben, und es wird eben geschoben; ivenn in manchen Schulen die Schüler nach einem halben Jahre aus der zweiten in die erste Klasse versetzt werden(Hört! hört!), kann natürlich der Lehrplan nicht eingehalten werden. Ein volles Urteil können wir aber immer noch nicht haben, bevornicht eine Generation die Schule absolviert hat.(Zustimmung.) Inzwischen werden nach Möglichkeit Kautelen zu schaffen und statistische Unterlagen für weitere Matzregeln zu gewinnen sein. Bielleicht wird das System beibehalten, aber nicht sämtlichen Schulen die 1. Klasse belassen, sondern es wird vielleicht von 7—1 gezählt werden und dann noch eine Selekta aufgesetzt. Es kommt hier auch in Betracht, daß die segensreiche Institution der Schulärzte auch dadurch ihre Wirkung äußert, daß viele Kinder aus körperlichen Rücksichten zurückgestellt werden und so nicht in die 1. Klasse gelangen können. Mit der Einziehung der ersten Klassen sollte aber nicht scharf vorgegangen werden. Vielleicht würde sich später der vorhandene Mangel beseitigen lassen, wenn etwa zur gemeinsamen Erziehung der Geschlechter übergegangen werden sollte; tvürde» loir Knaben und Mädchen zusammen einschulen, so hätten wir einen breiten Unterbau, mit dem auch die volle achtklassige Schule durchzuführen wäre. Die Ueberfüllung einzelner Klassen und die„fliegenden" Klassen bedauere ich außerordentlich, zumal letztere sichimnäch st en Seme st ernochver mehren werden.(Hört! hört!) Die Mietsschule in der Weißenburger- straße ist auch nach meiner Kenntnis keine ideale; ich hoffe, daß wir sie in nicht allzulanger Zeit werden aufgeben können.(Stadtv. Borgmann: Das erleben wir niel) Stadtv. Cassel führt nochmals in breiter Darlegung die Gründe auf, die nach seiner Ausfassung der TIlassigen Schule den Vorzug geben. Stadtv. Direktor Hcllwig(A. L.) hält die Erfüllung der Schulziele bei der nachgewiesenen Durchschnittsfrequenz nach seinen Ersahrungen als Direktor der V. Realschule sehr wohl für möglich und sucht das im einzelnen durch Zahlenangaben darzutun. In der gestrigen Nummer des„Vorwärts" habe ein Artikel gestanden, der, an die schon erwähnte Frequenz von 68 anknüpfend. An- griffe auf die Schulverwaltung Berlins und die freisinnige Stadt- Verwaltung richte, insbesondere behaupte, daß der Freisinn sich ähnliche Zustände an einer höheren Schulanstalt nicht gefallen lassen würde, vielmehr darüber in große Aufregung geraten würde. Seine Zahlenangaben seien die beste Widerlegung dieser Be- hauptung. Damit schließt die Besprechung. Die Vorlage wird zur Aenntnis genommen. Nach Erledigung einer Reihe weiterer Vorlagen von minderer Bedeutung schließt die öffentliche Sitzung gegen �9 Uhr. <3cwerfcrcbaftlxcbe9* Berlin und Qmgegend* Der Kampf in der Holzindustrie. Gestern vormittag fand in der„Neuen Welt" wieder eine Versammlung der Ausgesperrten statt. S t u s ch e, der den Situationsbericht erstattete, sagte unter anderem: Bor einer Woche betrug die Zahl der Ausgesperrten in Berlin 7563. Sie ist in- zwischen auf 8268 gestiegen. In Weißensee sind 371, in Rixdorf ■406 Ausgesperrte zu verzeichnen. Etwa 1666 der Ausgesperrten siitd bis jetzt abgereist. Die Zahlen, die jetzt täglich als zu den Ausgesperrten hinzukommend gemeldet werden, seien kaum so groß wie die Zahl derer, die um diese Zeit auch unter normalen Ver- hältniffcn arbeitslos werden. Viel größer wie jetzt könne die Zahl der Ausgesperrten nicht mehr werden. Unter den als ausgesperrt Gezählten befindet sich auch die nicht geringe Anzahl derjenigen, die als Antwort auf die Aussperrung die Arbeit niedergelegt haben. Nachdem sich seit dem 1. d. M. auch die Treppengeländcrfabrikanten an der Aussperrung beteiligen, werden auch die Aussteller von Treppengeländern auf den Bauten zur Arbeitsniederlegung ver- anlaßt. Mit den Organisationen der Bauberufe sind Ver- cinbarungen dahin getroffen, daß deren Mitglieder auf solchen Bauten, wo Einsetzer aus gesperrten Bautischlereien beschäftigt sein sollten, dahin wirken, daß solche Streikbrechereien nicht ausgeführt werden. Die betreffenden Arbeiter werden bei den Bauherren vorstellig werden und darauf bestehen, daß Streikarbeiten der Tischler auf Bauten nicht ausgeführt werden. Weiter führte der Redner aus, daß die Unternehmer sich alle erdenkliche Mühe geben, um den Kampf nach Möglichkeit auszudehnen. Auch in Guben haben die Unternehmer den Vertrag gekündigt. Aber alles das werde den Holzarbeiterverband nicht veranlassen, vom Kampfplatz zurückzutreten. Gewiß sei die gegenwärtige Aussperruim. größer und umfangreicher als die vor zwei Jahren, und die Gcldopfer, welche dem Verbände auferlegt werden, seien nicht gering. Aber auf eine Niederlage des Verbandes könnten die Unternehmer nicht rechnen. Schon jetzt habe sich herausgestellt, daß ihre Rechnung nicht stimmt. Vor der Aussperrmig habe Herr B r y in einer Versammlung gesagt, nach 14 Tagen der Aussperrung werde der Holzarbeiterverband zu Kreuze kriechen müssen. Jetzt dauere die Aussperrung bald vier Wochen und die Sache der Unternehmer sei noch nicht im geringsten gefördert. Ebensowenig sei die Kampfcsfähigkeit der Ausgesperrten auch nur im mindesten gc- schwächt. Der Holzarbeiterverband werde den Kampf aushalten und wenn er noch monatelang andauern sollte. Wenn die Unternehmer mit dem Verbände verhandeln wollen, dann Ivürde sich der Verband dem nicht entziehen, aber er werde sich nicht den Unternehmern anbiete». Die Situation sei für die Arbeiter durchaus günstig, sie werden den Kampf durchführen bis zum Ende.— Der allseitige Beifall, der dem Vortrage gezollt wurde, bewies, daß in den Reihen der Ausgesperrten ungeschivächter Kampfesmut besteht und jeder bereit ist, dazu beizutragen, daß der Angriff der Unternehmer gründlich zurückgeschlagen wird. * Herr Tischlermeister Otto Thoms sendet uns folgende „Berichtigung": „Die angeführte Behauptung, ich habe Herrn Maaß gerufen, ist unwahr. Vielmehr wurde H-:rr Maaß von den früher bei mir beschäftigten Tischlern ersucht, mir einen Besuch zu machen, um für Aufnahme der Arbeit, zu welcher sie bereit seien, mit mir Rücksprache zu halten. Am Montag, den 28. Januar cc., kam Herr Maaß mit mehreren meiner früheren Tischler zu mir; ich bat Maaß in mein Kontor und fragte nach den Wünschen der Leute, als deren Wortführer ich denselben betrachten konnte. Herr Maaß er- klärte nun, daß er von den vorerwähnten Tischlern ersucht worden sei, mit mir über Wiedercinstellung derselben zu sprechen; dieselben wollten die Arbeit wieder aufnehmen. Ich erwiderte, dazu könne ich augenblicklich keine Erklärung abgeben und müsse Verantw. Redakteur: HanS Weber, Berlin, Inseratenteil vergnt«u den Wunsch bis zu einer weiteren Besprechung ablehnen, zudem die letzten meiner Leute nicht von mir entlassen worden seien, sondern wohl auf die falsche Information hin, meine Arbeiten seien äußerst dringend, auf Veranlassung des Holzarbeiterver- bandes die Arbeit selbst verlassen hätten. Herr Maaß äußerte nun, am nächsten Tage wiederzukommen. Am anderen Tage er- schien derselbe gemeinsam mit einem anderen Herrn, welchen er mir als seinen Kollegen Stusche vorstellte, um meinen Bescheid zu erbitten, und äußerten beide Herren dazu, daß, ivenn ich meine Leute einstellen würde, mir die Zusicherung seitens des Holzarbciterverbandes gemacht würde, daß die Bedingungen, wie dieselben in einem seitens der Verbände später abzuschließen- den.Vertrage stipuliert würden, auch für meinen Betrieb Gültigkeit haben würden. Dagegen würden sie die Zusicherung von mir haben wollen, nach Möglichkeit alle meine Leute wieder einzustellen, vorerst aber 12— 15 Mann und mich an der Aus- sperrung nicht weiter zu beteiligen. Hierauf erklärte ich, den Bescheid in einigen Tagen geben zu wollen und entledigte mich meines Versprechens mit meinem in Ihrer Notiz wörtlich ge- brachten Briefe vom 31. Januar cr. Sie wollen deshalb auch die Ausführung Ihres weiteren Artikels, als hätte ich meinen Verband mit falschen Mitteilungen versorgt, durch vorstehende Berichtigung als sachlich widerlegt erklären. Hochachtungsvoll Otto Thoms." Die„Berichtigung" des Herrn Thoms stellt in allen wesent- lichen Punkten die Tatsachen auf den Kopf. Herr Thoms hatte seine Leute bis auf 11 ausgesperrt. Er verstieß also mit dieser Teilaussperrung schon gegqn den Unternehmerbeschluß. Seine Kollegen können daran sehen, wie ehrlich er sie unterstützte und was sie von seiner Wahrhaftigkeit zu halten haben. Der Holz- arbeiterverband zog darauf die 11 nicht Ausgesperrten aus dem Betriebe. Nach einiger Zeit kamen mehrere der beteiligten Ar- beiter auf das Verbandsbureau und gaben dort an: Herr Thoms wünsche wegen der Wiedereinstellung seiner Leute Unterhandlungen. Daraufhin fanden die Unterhandlungen statt. Da von den 32 Arbeitern des Herrn Thoms 16 bereits anderwärts in Arbeit getreten waren, verzichteten die VcrbandSfunktionäre auf die Wiedercinstellung des gesamten Personals uno forderten diese nur für die noch Arbeitslosen. So der Sachverhalt. Wie Herr Thoms berichtigt, mag übrigens seine„Berichti- gung" selbst beweisen. Er schreibt: „Hierauf erklärte ich, den Bescheid in einigen Tagen geben zu wollen und entledigte mich meines Versprechens mit meinem in Ihrer Notiz wörtlich gebrachten Briefe vom 36. Januar cr." Und wie lautet der von uns abgedruckte Brief? „Unter Bezugnahme auf die mir gemachten Borschläge beim Besuch Ihrer beiden beauftragten Herren Vertreter teile ich Ihnen crgebenst mit. daß ich Ihnen definitiven Bescheid erst in einigen Tagen geben kann." Das nennt Herr Thoms„Erledigung eines Versprechens". Diese Erledigung des Versprechens auf Bescheid steht auf derselben Höhe, wie die von ihm beliebte Erledigung des Versprechens seinen Kollegen gegenüber, die Leute auszusperren. Wenn der Holz- arbciterverband diesem Versprechen des Herrn Thoms nicht kräftig nachgeholfen hätte, würde der Herr noch heute gegen den Willen seiner Kollegen arbeiten lassen. Wir können uns deswegen keinesfalls zu der Erklärung verstehen, die Ausführung für er- ledigt zu erachten, Herr Thoms hätte seinen Verband mit falschen Mitteilungen versorgt. Vielleicht erfahren aber aus diesem Beispiel die Herren Tischlermeister, warum ihre Verbandsleitung die Zahl der Ausgesperrten stets höher angibt als der Holzarbeiter- verband._ Tarifbewegung der Kleber. Nachdem die Kleber im Dezember Forderungen aufgestellt hatten, die auf eine Verbesserung des gegenwärtigen Tarifs ge- richtet sind, hat die Innung, der die Forderungen eingereicht wurden, dieselben als unannehmbar erklärt und sich auf den Standpunkt gestellt, daß sie an einer unveränderten Verlängerung des am 15. Februar ablaufenden Vertrages festhält. Dazu find aber die Arbeiter unter keinen Umständen bereit, und da die Arbeitgeber gar keine Zugeständnisse machen wollten, schienen die Verhandlungen gescheitert. Um angesichts dieser Situation Stellung zu nehmen, hielten die Kleber(Sektion des Tapeziererverbandes) am Mittwoch eine Versammlung ab. Hier wurde einmütig die Meinung vertreten, daß man den Tarif ohne Verbesserungen nicht verlängern werde. Während der Versammlung lief die Meldung ein. daß die Innung zu weiteren Verhandlungen bereit sei. Mit Rücksicht darauf beschloß die Versanimlung: die Ortsvcrwaltung wird beauftragt, die Verhandlungen bis zum 15. Februar zu Ende zu führen, eventuell� bald eine Versammlung einzuberufen, um zu der Angelegenheit Stellung zu nehmen. Achtung! Bauarbeiter! Für Tapezierer(Kleber) ist die Firma Achilles, Jfflandstr. 4, gesperrt. Dieselbe versucht, durch Zwischenmeister die Arbeit fertig zu stellen. Die Bauten sind: Wiesenstr. 1—3, JablonSkiftr. 18— 19, Mendelstr. 17, Pankow, Florastr. 14. Pankow, Wisbyerstr. 73, Lenbachstr. 4, Rummclsburg. Die Achtzehnerkommission. Veudkebes Reich, Au der Aussperrung i» der Kieler Holzindustrie wird uns von dort gemeldet: Wie vorauszusehen, greift die Aussperrung immer weiter um sich. Die Scharfmacher. Innung und Sck>utzverband, haben den Meistern, die ihren Befehlen noch nicht nachgekommen sind, einen Termin gesetzt, bis zu welchem sie ihre Gesellen herausgeworfen haben müssen,„widrigenfalls," wie es in dem Ultimatum heißt, „gegen Sie mit allen uns zu Gebote stehenden gesetzlich erlaubten Mitteln unnachsichtlich vorgegangen werden wird." Welcher Art diese„gesetzlich erlaubten" Mittel sind, geht aus den Worten eines der Hauptscharfmachcr hervor, der meinte:„Sehen Sie, das ist ja furchtbar einsach; die Materialsperre wirkt so großartig, daß bis Montag jeder Meister ausgesperrt haben m u ß." Von 22 Meistern, die am Dienstag vor das Forum der Scharf- macher geladen waren, haben sich denn auch zwanzig breitschlagcn lassen und sich durch Unterschrift verpflichtet, sich der Aussperrung anzuschließen. Diese Kleinmeister, die den großen Schleifstein- drehern auf Gnade und Ungnade ausgeliefert sind, werden es denn auch in diesem Falle wieder sein, die die Kosten des vom Zaune gebrochenen Kampfes werden zahlen müssen. In einer Versammlung der Ausgesperrten, die guten Mutes sind und von denen schon eine größere Anzahl jüngerer Leute ab- gereist sind, geißelte der Vertreter des Hauptvorstandes, Genosse L e i p a r t h. in empörten Ausführungen das Vorgehen der Unternehmer. Es liege offener, brutaler Kontraktbruch vor. Das Bestreben der Unternehmer gehe offenbar dahin, den Holzarbeiter- verband in möglichst viele Kämpfe hineinzuziehen, um ihn auf lange Jahre aktionsunfähig zu machen. Aber die Unternehmer möchten sich auf den Kopf stellen, es werde ihnen nicht gelingen, den Vcr- band klein zu kriegen. Sie würden schon gewahr werden, wer der Stärkere sei. Eine andere Frage sei es, ob der Vor- stand sich nicht gezwungen sehe, in der Frage der Tarifverträge seine Taktik zu ändern. Der Vor- stand stehe sonst auf dem Standpunkt, daß gute Tarifver- träge für beide Teile gewinnbringend seien. Wenn die Unternehmer aber gleich nach Abschluß die Tarife brechen, hätten wir kein Interesse an Ver- trägen. Die Unternehmer wurden ihr Vorgehen noch bedauern. Der gesinnte Verband stehe mit aller Macht hinter den Kieler Kol- legen. Die Kieler Holzarbeiter werden übrigens wegen Vertrags- bruch gegen den Schutzvcrband der Holzindustriellen auf Schaden- ersatz klagbar werden, und wenn wirklich alle Preußen vor dem Gesetze gleich sind, unterliegt eS keinem Zweifel, daß sie ein ob- siegendes Urteil erreichen. Hat doch erst kürzlich das Hamburger Landgericht im umgekehrten Falle den Holzarbeiterver- Tl. Glörfe, Berlin. Druck U.Verlag: VorwärtSBuchdr. u. BcrlagSang«! band für schadenersatzpflichtig erklärt, weil seine Mitglieder in Hamburg durch Arbcitsruhe am 1. Mai„Kontraktbruch" begangen hatten. Bei der Kieler Aussperrung ljggt im Gegensatz zu den Hamburger Vorgängen der Kontraktbruch der Unternehmer aber klar auf der Hand._ Achtung! Former und Gießereiarbeiter! Bei der Firma Ganz u. Co. in Ratibor sind infolge von Maßregelungen Differenzen ausgebrochen. Die Former haben sämtlich die Kündi- gung eingereicht. Zuzug ist fernzuhalten. Die Bezirksleitung des Mctallarbcitcrvcrbandes für Schlesien. F. Schlegel. Die Lohnbewegung der Klempner in Königsberg ist ohne Streik in friedlicher Weise beendet. Es wurde ein Tarif auf zwei Jahre abgeschlossen und der Minimallohn auf 45 Pf. pro Stunde festgesetzt. Junggesellen erhalten im ersten Jahre nach beendeter Lehrzeit 35, im zweiten Jahre 46 und im dritten Jahre 45 Pf. pro Stunde. Die Gehülfen, die jetzt 45 Stundenlohn erhalten, de- kommen einen Zuschlag von 2 Pf. pro Stunde. Für Ueberstundcn von 6— 9 Uhr ist ein Aufschlag von 25 Proz. und für Nacht- und Sonntagsardeit ein solcher von 56 Proz. vereinbart worden. Gc- hülfen, die außerhalb ohne freie Station beschäftigt werden, er- halten eine Zulage von 2 Mk. pro Tag. Die Arbeitszeit ist eine zehnstündige. Eingegangene Driichrcbrlften. Zeitschrift für Kolonialpolitik, Kolonialrecht und Kolonialwirtschast Heft 1. Herausgegeben von der Deutschen Kolonialgesellschajt. Pro Jahr 12,— M., Eiiizelbest 1,25 M. Verlag: SB. Sülserott, Berlin W. 30. Bibelstunden eines modernen Laien. Von I. Lippert. 186 Seiten. Verlag: F. Eiike, Stuttgart. Kann das Ehriitentum das soziale Elend beseitigen? Von I. W. Finr Preis 30 Pf. Verlag: I. W. Fink, Tübingen, Dcckarhalde 33 Letzte JVacbrlcbten und Oepelcden Religiöser Wahnsinn. Innsbruck, 7. Februar. es versprochen, sondern ihre eigenen Klasseninteressen, die der reichen jüdischen Bourgeoisie, vertreten haben. Dieselbe Taktik will die jüdische Bourgeoisie auch jetzt verfolgen: In aller Stille versammeln sich ein Dutzend Synagogenälteste, reiche Kaufleute, Bankiers, Rabbiner, wählen sich selbst zum„parteilosen jüdischen Wahlkomitee", ernennen aus ihrer Mitte einen Kandidaten und proklamieren ihn in der Synagoge mit der Weisung:„Wer ein guter Jude ist, der wähle den und den!" Kein Wort über das politische Glaubensbekenntnis ihres Auserkorenen, kein Wort über seine Stellungnahme zu den brennen- den Fragen- des russischen und speziell des russisch-jüdischen Lebens! Wozu denn auch so viel Kopfzerbrechen? Er ist ein Jude, und das muh nach der Meinung dieser„Politiker" genügen, um ihm die Unterstützung der jüdischen Wähler zu sichern.— So entsteht denn dem„Bund" in seiner Wahlagitation eine doppelte Aufgabe: Er hat nicht nur sein eigenes Programm und seine eigene Taktik denen seiner Gegner gegenüber zu stellen, sondern er muß sie vorerst aus dem Versteck der„Parteilosigkeit" hervorziehen, sie zwingen, politisch Farbe zu bekennen. Und unter den wuchtigen Schlägen der sozialdemokratischen Kritik entschleiert sich denn immer mehr der wahre Charakter der jüdischen Bourgeoisie aller Richtungen, den Zionismus einbegriffen. WaS sie alle in gleichem Maße kennzeichnet, ist ein engherziger, bornierter Nationalismus, unter.dessen Maske sich eine Volksfeindlichkeit sondergleichen, ein maßloser Sozialistenhaß verbirgt— im schärfsten Widerspruch zu allen schönen Phrasen von„Demokratie" usw., wie sie jene gelegentlich vom Stapel lassen. Wenige Beispiele ge- nügen, um dies zu erhärten. So schreibt die„Jewrejskaja Mysl" („Der jüdische Gedanke") in ihrer Nr. 11:„Im Streite zwischen einem jüdischen Assimilator(ein Jude, der will, daß das Juden- tum sich dem j russischen) Volksganzen eingliedere) und einem nichtjüdischcn Reaktionär behalten wir uns vor, je nach Umständen unsere Wahl zu treffen: Manchmal ist ein offener Feind besser als ein Verräter. Damit ist auch die Frage unseres Verhaltens dem „Bund" gegenüber erledigt."— Der Führer der Zionisten, Schabo- tinsky, erteilt den jüdischen Wahlmännern den Rat, sich mit den reaktionären Gutsbesitzern anstatt mit den oppositionellen Bauern zu verbünden, falls sie dabei ein paar Mandate mehr erschachern können! Solche Beispiele von„Demokratismus" lassen sich dutzend- weise anführen. Nun verdient noch die Stellung der„parteilosen" bürgerlichen Wahlkomitces zu den Wahlabkommen niedriger gehängt zu werden. Fast überall wurde dem„Bund" die Bedingung gestellt: seine Wahlinänner sollten sich unbedinat der Mehrheit aller jüdischen Wahlmänner, d. h. den bürgerlichen Elementen, unterwerfen! Selbstverständlich wurde diese Zumutung vom„Bund" energisch abgewiesen, und die„parteilosen" Komitees beschlossen darauf, selbständig vorzugehen, selbst auf die Gefahr der Wahl eines Reaktionärs! Und nun erst Kie Kauipscsweise dieser Leute! Unfähig, auch nur ein Wörtchen gegen die sachliche Kritik der Sozialdemokratie zu erwidern, greifen sie zu den schäbigsten Mitteln der Verleum- dung und Terrorisierung— bis zu tatlichen Mißhandlungen der bundistischcn Redner in den Synagogen. Aber nicht diese unehr- liche Kampfesweise ist es, die dem„Bund" in seiner Agitation die größten Schwierigkeiten macht, sondern das Herdengefühl der „Zusammengehörigkeit aller Juden", das sich während der langen Jahre des Ghettos und der Verfolgungen herausgebildet hat und das die stärkste Waffe der schlauen Demagogen aus den Reihen der Bourgeoisie bildet. Und eben weil sie die Macht dieser Waffe nur zu gut begriffen haben, sträuben sie sich so heftig. wenn die jüdische Sozialdemokratie den Massen zu beweisen sucht, was hinter dem Rufe:„Alle Juden sind cinSl" verborgen liegt, eben deshalb ihr krampfliaftcs Bemühen, die sozialdemokratische Agitation zu ersticken. Aber es wird ihnen nicht gelingen. Sie haben ihr Spiel schon halb verloren; denn der Wähler aus den jüdischen Massen beginnt schon zu begreifen, daß seine v a t io«. nale Befreiung, die ihm von den nationalistischen Maulhelden versprochen wird, aufs engste mit semer politischen Befreiung ver- knüpft ist. daß er diese aber nur auf dem Wege zu erlangen vermag, den ihm die Sozialdemokratie weist. Viele An- zeichen deuten darauf hin, daß dieser Wandlungsprogeß im Be- wutztsein der jüdischen Massen in vollem Gange ist, und am Ende der Wahlkampagne wird der„Bund" voraussichtlich mit Genug- tuung auf sein Werk zurückblicken können: auf die Bresche, die er in die Herrschast der bürgerlichen Parteien geschlagen hat, auf die Anfänge des politischen Bewußtseins der jüdischen Mgssen, die dank seiner Tätigkeit reich zu keimen beginnen. Der S5. Januar. Genosse KautSkh schließt seinen Artikel in der Nr, 19 der „Neuen Zeit": Alles das sind naturnotwendige Folgen der Verschärfung der Klassengegensätze, wie sie die preiserhöhenden neuen Zölle mit sich brachten. Diese haben nicht bloß den Gegensatz zwischen Kapita- listen und Arbeitern vermehrt und die Erbitterung zwischen ihnen gesteigert, sie haben auch bewirkt, daß Zwischenschichten, die bisher ihre beste Vertretung in der Sozialdemokratie sahen, jener Partei, die allem Militarismus und allen dos niedere Volk bedrückenden Steuern aufs energischste entgegenwirkt, und die durch diese Militär- und Steuerpolitik ihren Gegensatz gegenüber den Lohnarbeitern überbrückt sahen, jetzt diesen Gegensatz aufs schärfste empfinden und daher unserer Partei den Rücken kehren. Ist diese Auffassung richtig— und zahlreiche Anzeichen sprechen dafür—, dann hat unsere Anhängerschaft seit 1003 eine bodeutende innere Wandlung durchgemacht. Unsere Partei ist seit jeher eine fast ausschließlich proletarische, nicht nur ihren Auffassungen und Zielen, sondern auch ihrer Zusammensetzung nach gewesen. Der große Sieg von 1903 auf der einen Seite und die durch den neuen Tarif verschärfte Teuerung mit ihrem Gefolge von Lohnkämpfen auf der anderen Seite scheinen nun bewirkt zu haben, daß auch unsere Wählerschaft mehr einen ausschließlich proletarischen Charakter annahm, daß sie wohl an Zahl nicht erheblich wuchs, aber einheitlicher und geschlossener wurde. Das ist jedenfalls kein übler Gewinn. Es unterliegt gar keinem Zweifel, daß das deutsche Proletariat gerade seit 1903 in der Beziehung gewaltig erstarkt ist. Das beweist das enorme Wachstum seiner Gewerkschaften, die Wir- kung seiner politischen Organisationen, daS rapide Zunehmen seiner politischen Organisationen, das rapide Zunehmen der Leser- zahlen seiner gewerkschaftlichen und politischen Presse. DaS be- deutet einen bedeutenden Fortschritt. Konnte er nicht anders er- kauft werden als durch den Verlust einiger hunderttausend Mitläufer aus den Zwischenschichten, dann ist dieser Preis nicht zu teuer. Wie hoch wir auch die Bedeutung der parlamentarischen Arbeit veranschlagen, sie ist nur Mittel zum Zweck— der Führung des proletarischen Klassenkampfes, der Kräftigung und fchließlichen Emanzipation des Proletariats. Bringen es die Umstände, unter denen der Klassenkampf vor sich geht, mit sich, daß zeitweise etwa die gewerkschaftliche Tätigkeit erfolgreicher wird und die parlamentarische zurücktritt, ja, daß die Heftigkeit der Lohnkämpfe uns bürgerliche Mitläufer abwendig macht und den gelegentlichen Verlust einiger Mandate einbringt, so ist das letztere bedauerlich, aber kein Unglück, wenn eS eine Wachstumserscheinung bedeutet und aus dem Prozeß der allseitigen Erstarkung des Proletariats hervorgeht. Man darf sich aber nicht etwa einbilden, als habe unter ber proletarischen Konsolidierung unserer Wählerschaft die Werbekrast der sozialdemokratischen Propaganda gelitten. Wir haben den Verlust von Mitläufern auS den Zwischenschichten durch neu ge- wonnene Anhänger auS dem Proletariat mehr als weit zu machen gewußt. Man kann jenen Verlust natürlich nicht ziffernmäßig genau berechnen; einige Hunderttausend wivd er aber wohl be- tragen. Haben wir nun trotzdem, wie es zur Stunde scheint, um etwa 200 000 Stimmen zugenommen, so bedeutet das nichts an- deres, als daß wir rund eine halbe Million neue Wähler im Proletariat gewonnen haben— sicher eine respektable Leistung. Allerdings machte in demselben Zeitaum auch die Jndustriali- sation Deutschlands rasche Fortschritte. Die Prosperität hat zu zahlreichen Gründungen und Erweiterungen industrieller Unter- nehmungen geführt und die Zahl der Industriearbeiter stark ver- mehrt. DaS war ebenfalls einer der Gründe, auf den wir unsere Erwartungen eines starken Stimmenzuwachses aufbauten. Aiich hier vergaßeni wir. daß gerade das Wachstum unserer Kraft unsere Gegner veranlaßt, einem Prozeß, den sie einmal nicht vermeiden können, wenigstens eine gegen uns gerichtete Wendung zu geben. Je stärker die Arbeiterklasse wird, je stärker die Sozialdemokratie, das heißt die Selbständigkeit der Arbeiterklasse, desto mehr trachten die Unternehmer danach, neue Arbeitskräfte aus Gegenden heran- zuziehen, die noch ökonomisch und intellektuell rückständig, nicht voni Sozialismus durchseucht sind. Sie ziehen Ausländer heran. Italiener. Böhmen. Galizier, Schweden, Holländer, die kein Wahl- recht haben und deren Koalitionsrecht durch die AuSweisungS- Möglichkeit auf Null reduziert ist, und unter den deutschen Reichs- bürgern bevorzugen sie wieder die aus agrarischen Gegenden kommenden, von der Kirche gegängelten, namentlich Katholiken und Polen. Wenn ein echter Deutscher keinen Franzmann leiden kann, aber seine Weine gern trinkt, � so haßt auch ein echter beut- scher Nationalliberaler aufs grimmigste jeden Ultramontanen und Polen, aber ultramontane und polnische Lohnarbeiter zieht er freidenkcnden Deutschen vor. Das kann dahin führen, daß sogar bei absoluter Zunahme der industriellen Lohnarbeiterschaft der alte Arbeiterstamm verringert und durch Ausländer sowie polnische und deutsche Zuzügler auS dem östlichen Preußen ersetzt wird. Namentlich in den Gebieten des Bergbaues, aber auch im Bau- wesen vollzieht sich das in hohem Maße. Das ist kein Unglück, wenn man die Dinge von einem höheren Gesichtspunkte betrachtet. Die Ausländer wie die rückständigen deutschen und polnische» ReichSangehörigen werden dadurch in ein Milieu versetzt, in dem sie sozialistischer Propaganda leichter zugänglich werden als in ihren Hcimatsdistrikten. Sie entwickeln sich dann für diese Distrikte zu Aposteln i>eS neuen Evangeliums. So wie ehemals unter dem Sozialistengesetz die Ausweisungen tüchtiger Parteigenossen aus den größten Parteizentren die Verbreitung des Sozialismus im Lande förderten, so schafft diese Politik die Elemente sozialistischer Propaganda weit über Deutschland hinaus. Aber zunächst waren jene Ausweisungen doch ein starker Schlag nicht bloß für die persönlich dadurch Getroffenen, sondern für die gesamte Partei, und so ist auch der starke Zuzug so rückständiger Elemente zunächst eine arge Hemmung nicht bloß sür den politischen, sondern auch für den gewerkschaftlichen Aufstieg oer Arbeiterklasse. ES bedarf einer Reihe von Jahren, bis die Wirkung dieser Art von Jndustriali- sierung der Sozialdemokratie und den freien Gewerkschaften zugute kommt. Vorläufig dient sie vor allem der Stärkung des Zentrums und der Polen und der von diesen gegängelten Arbeiterorgaui- sationen. Wenn wir alleS das bedenken, dann tvar unsere Situation in diesem Wahlkampf keineswegs eine so günstige Ivio wir annahmen, als wir zur Schlacht auszogen, ist aber auch ünsere Situation nach der Schlacht keine so ungünstige, wie es auf den ersten Blick erscheint. Die gegebenen Bedingungen haben uns den Sieg dies- mal versagt, sie haben aber günstige Siege vorbereitet. Binnen wenigen Jahren wird die Situation eine ganz andere sein wie heute. Die unvermeidliche Krise wird den Zustrom neuer Arbeiterschichten aus agrarischen Gegenden in die Jndustriebezirkc versiegen lassen. Die dort ansässigen fallen uns sicher, zu; dieses Zutrauen müssen wir in unsere Propaganda nach ihren bisherigen Wirkungen setzen. Andererseits aber wird für die Zwischenschichten, die uns diesmal im Stiche gelassen haben, die Ernüchterung bald kommen, ihr Abströmen von uns wird aufhören und einer rückläufigen Be- wegung Platz machen. Die Unzuverlässigkeit dieser Schichten dar für uns kein Grund sein, sie zu unterschätzen und zu ignorieren. Von der Parteiorganisation allerdings müssen wir alle Mitläufer fernhalten; da hinein passen nur überzeugte Sozialdemokraten. Aber in die Armee unserer Wähler gehören alle hinein, die müh- selig und beladen sind. Sie alle finden keinen besseren Anwalt als die Sozialdemokratie, und je mehr sie das erkennen, je zahl- reicher sie sich um unsere Fahne sammeln, desto leichter wird unser Sieg. Diese Schichten sind im Grunde auch Proletarier. allerdings nicht ausgesprochene, in keiner klaren Klajsenlage be- sindliche. Wohl können manche von ihnen mitunter, wie eben jetzt in höherem Grade als sonst, in Konflikt mit proletarischen Jnter- essen geraten und in Versuchung kommen, sich auf Kosten des Proletariats zu retten und zu heben. In solchen Fällen müssen wir ihnen entschieden entgegentreten. Nie dürfen wir dem Be- dürfnis, ihre Stimmen zu gewinnen, ein proletarisches Interesse opfern oder ihnen Aussichten machen, die unvereinbar sind mit dem Gange der ökonomischen Entwickelung. Aber wir dürfen nicht bloß, wir müssen, getreu unseren Grundsätzen, für sie eintreten, wo sie als Menschen, als Staatsbürger, als Ausbeutungsobjekte des Kapitals oder des Grundbesitzes bedrängt und geknechtet werden. Und wir sind die einzigen, die ihnen tatsächlich helfen können, so- weit ihnen zu helfen ist. Nicht nur in der fernen Zukunft, in der sozialistischen Gesellschaft, die ihnen allen ein menschenwürdiges Dasein bieten wird, sondern auch in der Gegenwart.?luch wo wir für ihre unzulänglichen, oft unnützen, ja geradezu schädlichen Be- triebsformen nichts mehr tun können, wirkt jeder erhebliche Ge- winn der Arbeiterklasse auf sie alle zurück, ihre Existenz als Ar- beiter erleichternd, für ihre Kinder den unvermeidlichen Ueber- gang ins Proletariat aus einem Abstieg in einen Aufstieg ver- ivanbelnd. Keine bürgerliche Partei kann ihnen helfen, kann sie auf die Dauer befriedigen. Mögen sie sich zeitweise von uns abgestoßen fühlen, mögen viele von ihnen im Einklang mit ihrer veralteten Betriebsform in veralteten, reaktionären Gedankengängen und politischen Formen Befriedigung suchen, große Scharen von ihnen müssen immer und immer wieder zu uns zurückkehren, und sie können unseren Kampf erheblich erleichtern, wenn sie uns nicht dazu verführen, daß wir auf sie als eine feste Kerntruppe bauen und ihnen zuliebe den proletarischen Charakter unserer Partei verschleiern. Je mehr sich die Klassengegensätze zuspitzen, desto entschiedener muß dieser Charakter auch in unseren Wahlkämpfen zutage treten. Daß der Ausgang des Wahlkampfes ein Ansporn ist, unsere Propaganda auch außerhalb der Wahlzeit kraftvoller als je zu treiben, unsere Organisation auszubauen, den Leserkreis unserer Presse zu vermehren, das engste Verhältnis zu den Gewerkschaften zu pflegen, die Propaganda und Organisation unter den Polen planvoller und energischer zu betreiben— das bedarf keiner Aus- sührung, das sind Selbstverständlichkeiten. In dem verstärkten Ansporn zu alledem wird für unsere Partei die beste und segens- reichste Wirkung unserer Niederlage liegen. Nicht zum mindesten aber rechnen wir für den kommenden Aufstieg auf unsere Gegner. Wenn nicht die Stichwahlen uns ganz unerwartet günstige Resultate bringen, erhält die Regierung, was sie anstrebte, eine Majorität, die ihr in allem zu Willen ist. Die Sozialdemokratie zieht in den Reichstag an Mandaten geschwächt ein, der Liberalismus an Umfang wohl etwas erweitert, aber kastriert, das Zentrum unzuverlässig und höchstens in Kleinigkeiten zu energischer Opposition geneigt: so findet die Regierung keinen Hemmschuh mehr für ihren Tatendrang. Ja, die neue Majorität hemmt sie nicht nur nicht, sie drängt sie vorwärts. Der Wahlkampf wurde geführt im Zeichen der Kolonien, er wurde von den bürgerlichen Parteien gewonnen durch Entfesse- lung der ausschweifendsten Erwartungen über die Leistungen der Kolonien. Nun werden die Sieger verlangen, daß die Ver- sprechungen zur Wirklichkeit werden, daß aus den fabelhaften Dattelkisten auch wirkliche Palmen ersprietzen, und zwar möglichst bald. Unter diesen Palmen wird aber Dernburg nicht lange un- gestraft wandeln. Er mag sich drehen und wenden, wie er will, aus unseren Kolonien ist in absehbarer Zeit nichts zu holen. Um so krampfhafter wird man sich bemühen, unsere Kolonialpolitik profitabel zu gestalten, man wird ungezählte Millionen für sie ver- pulvern und wird, da mit den gegebenen Gebieten doch nichts an- zufangen ist, nach anderen, gewinnreicheren Gebieten die Hand aus- strecken. So wachsen die Flottenrüstungen, die Steuern, aber auch das Mißtrauen des Auslands, die Isolierung Deutschlands, die Gefahr internationaler Verwickelungen, selbst eines Weltkriegs. Die Sozialdemokratie ist der Friede. Eine starke Sozialdemo- kratie in Deutschland bildete bisher den sichersten Hort des Welt- friedens. Und nun hat ein plötzlicher Paroxismus der schlaf- mützigsten, ängstlichen, am wenigsten kampflustigen Elemente Deutschlands, die die erhabene Partei der NichtWähler ausmachen, die Schutzwehr des Weltfriedens niedergerissen und die Bahn frei gemacht für eine Aera ungehemmter Weltpolitik, deren abschüssige Bahn im Weltkriege endet. Es ist nicht die Sozialdemokratie, welche diese Katastrophen- Politik betreibt. Sie wirkt ihr vielmehr aufs kraftvollste entgegen. Aber sie ist die letzte Partei, die ihre Wirkungen zu fürchten hat. Diese tonnen vielmehr den Gang der Entwickelung ungeheuer be- schleunigen. So ist es nicht unmöglich, daß gerade unsere Nieder- läge am 25. Januar, die auf den ersten Blick dazu angetan scheint, unseren Sieg um ein Erhebliches weiter hinauszuschieben, ein Mittel wird, ihn rascher herbeizuführen, als wir es selbst geahnt. Die großen Ereignisse der Weltgeschichte kommen stets über- raschend, und der Ueberraschung vom 25. Januar für uns mag bald eine noch größere Ueberraschung für unsere Gegner folgen. Hua der Partei. Eine Preßkonferenz. Die„Schwäbische Tagwacht" richtet folgende Auf- forderung an die Adresse des Parteivorstandes: „Mit dem heutigen Tage geht der Wahlkampf zu Ende. Das Ergebnis der Wahlen wird noch zu mancherlei Betrachtungen Anlaß geben. Es müssen die Lehren aus diesem Kampfe gezogen, es müssen vor allem die nächsten Zukunftsaufgaben der Partei besprochen tverden. Dazu wird sicherlich der nächste Parteitag Gelegenheit bieten. Aber unsere Parteipresse kann und darf mit der Erörterung dieser Fragen nicht bis dahin warten. Sie wird Stellung nehmen, Anregungen geben, Vorschläge machen müssen zu den Dingen, die in erster Linie zu tun sind. Dabei muß selbstverständlich der Meinungsfreiheit vollster Spielraum gelassen werden. Aber so manches' Mißverständnis, so manche Gereiztheit. so mancher Zusammenstoß kann vermieden werden, wenn unter den Ver- tretern der Parteiredaktionen bald eine mündliche Aussprache stattfindet. Nach Mitteilungen deS Parteivorstandes auf dem letzten Parteitage war ohnedies für das laufende Parteijahr eine Zusammenberufung der politischen Redakteure der Partei- presse geplant. Jetzt, nach Beendigung des Wahlkampfes. den man auf dem letzten Parteitage nicht in Rechnung stellte, ist der geeignetste Zeitpunkt für eine solche Konferenz gekommen. Wir richten deshalb an den Pnrteivorstand das Ersuchen, sich bald nlit der Frage der Einberufung der geplanten Konferenz zu be- fassen und den Termin so bald als möglich festzusetzen. Je rascher das geschieht, um so nützlicher wird es der Partei sein. Es gibt mancherlei dringende Aufgaben der Partei zu besprechen und in Angriff zu nehmen, in denen ein ernhermcheS, geschlossenes Handeln der Parteipresse äußerst wünschenswert erscheint, weil es den größten Erfolg garantiert. Die Kollegen von der Parteipresse bitten wir, zu diesem Vorschlag Stellung zu nehmen und ihn zu unterstützen." Die Parteipresse dürfte sich wahrscheinlich einstimmig mit dieser Korderung einverstanden erklären. Die„L e i p z. Volkszt g." hat es bereits getan. Vom Fortschritt der Presse. Die„Bergische Arbeiter» stimme" zu Solingen hat in den letzten drei Monaten rund 1800 Abonnenten gewonnen. Die Dortmunder„Arbeiterzeitung" steigerte in den letzten Wochen ihre Abonnentenzahl um mehr als 3000. Bon den Organisationen. Im Wahlkreis Dortmund- Hörde ist die Parteiorganisation während des Wahlkampfes um mehr als 1000 Mitglieder gewachsen. Genosse v. Vellmar, so meldet die„Münchener Post" unterm 6. Februar, mußte sich infolge eines alten Leidens einer Operation unterziehen, die heute im„Roten Kreuz" vorgenommen wurde und einen glücklichen Verlauf nahm, so daß Hoffnung besteht, daß V o l I m a r in ganz kurzer Zeit völlig hergestellt ist. Der„BolkSbote" zu Stettin schreibt zum Stichwahlergebnis unter anderem: Freilich sind es nicht die eigenen Fehler, denen die pommerfche Sozialdemokratie ihre Niederlage zu verdanken hat. Abgesehen von einem Wahlkreis, wo die Parteigenossenschaft so ziemlich alles billigte, was an Fehlern in der deutschen Sozialdemokratie seit 1903 verübt worden ist, hat die pommerfche Partei- genossenschaft immer nur mit schmerzlichen Gefühlen die lange Reihe unerquicklicher Vorkommnisse, die das Prestige unserer Partei in den breite» Massen des Volkes so sehr gemindert haben, betrachten können. Aber eine Partei, die als geschlossene Phalanx in den Kampf zieht und einheitlich handelt, leidet auch einheitlich unter den Fehlern, die von einzelnen Gruppen der Partei be- gangen werden. Daraus ergibt sich für die pommerfche Sozial- demokratie die Lehre, ihren Einfluß innerhalb der Partei mehr zur Geltung zu bringen, als dies bis dahin der Fall war, und mit größerer Entschiedenheit ihre weitschauende Politik zu ver- treten, selbst wenn dies ohne persönliche Reibungen nicht durch- führbar ist. Man darf auf die Entwickelung dieser weitschauenden Politik gespannt sein. pollreiluffes» Oeriditlicdcs ukw. Straftonto der Presse. Vor dem Schwurgericht Nürnberg hatte sich der Genosse Emil Zöllner von Fürth, der im Sommer eine Zeitlang vertretungsweise die„Fränkische Tagespost" zeichnete, wegen übler Nachrede zu verantworten. Am 27. Sep- tember v. I. wurde in einer Verhandlung am Schöffengericht Nürn- berg ein Streikender wegen Vergehens gegen§ 153 zu 11 Tagen Gefängnis verurteilt. Das Urteil wurde in der„Tagespost" scharf kritisiert. Dabei wurde auch bemerkt, daß einer der Schöffen während der Verhandlung geschlafen habe. Diese Bemerkung gab den Anlaß zur Anklage. Der Vorsitzrnde des Ge- richts meinte, es könne ja vorkommen, daß ein Schöffe schlafe, aber das brauche man doch nicht an die große Glocke zu hängen, nament- sich nicht zur damaligen Zeit, wo infolge der Streikunruhen eine große Erregung unter der Bevölkerung geherrscht habe!(Diese Er- regung ist aber weniger durch solche Bemerkungen der„Tagespost" als durch das Vorgehen der Behörden und durch unverständliche Gerichtsurteile gegen streikende Arbeiter genährt worden.) Die beiden als Zeugen erschienenen Schöffen wollten nicht geschlafen haben, während von anderen Zeugen bekundet wurde, daß der Schöffe Minnameier öfters den Kopf auf die Brust fallen ließ; im Zuhörer- räum hätten Leute einander darauf aufmerksam gemacht, daß ein Schöffe schlafe. Die Geschworenen erkannten auf schuldig, worauf das Gericht Zöllner zu sieben Tagen Gefängnis ver- urteilte. Hud Industrie und ftandel Beide naß! Ueber die Bedeutung der Reichstagswahl äußert sich der Handels- Vertragsverein in semen Mitteilungen also: „Erfreulicherweise hat ja der Liberalismus eine er- höhte Zahl von Mandaten und einen in vielen Kreisen erstaunlichen Stimmenzuwachs zu verzeichnen. Das ist an sich sehr schön, nur werden die Stichwahlen leider das Er- gebnis haben. daß alles in allem diejenige Gruppe, welche vom wirtschaftspolitischen, speziell vom Handelspol i- tischen Standpunkte aus als reaktionärer Block bezeichnet werden muß, ihre parlamentarische Machtstellung erheblich auf Kosten der Opposition verstärkt. Und das eröffnet trübe Aussichten. wenn man an die großen Wirt- s ch a f t l i ch e n Aufgaben denkt, welche dieser Reichstag während der nächsten fünf Jahre zu erledigen hat. Wir können daher den Wahlausfall nur„mit einem heiteren, einem nassen Auge" betrachten: so erfreulich vom liberalen Stand- Punkt aus in allgemein politischer Hinsicht die geänderte Zusammensetzung des Reichsparlaments sein mag, so sicher ist, daß auf einenfrifcherenLuftzug und eine freiere Bewegung der Kräfte im Wirtschaftsleben weniger denn vorher zu rechnen sein wird. Mehr als je müssen die an einer freiheitlichen Wirtschaftspolitik interessierten Kreise alle ihre Kräfte einsetzen, um die jedenfalls mit verstärkter Wucht hereinbrechende agrarische Reaktion abzu- wehren. Noch in dieser Session werden dem neuen Reichstage eine Reihe von wichtigen Maßnahmen handelspolitischen Charakters zur Beschlußfassung vorliegen und zwar handelt es sich um die Erneuerung unseres handelspolitischen Verhältnisses zu den Ver- einigten Staaten, zu England, Spanien und Kanada. Dabei wird eS Aufgabe des Handelsvertragsvereins sein, dem von den Agrariern sehnlichst gewünschten Ausbruche eines Zollkrieges mit den drei ersten Staaten nach Kräften entgegenzuwirken. Daß der neue Reichstag große Neigung zeigen wird, Er- leichterungen und Reformen auf dem Gebiete der inneren Wirt- sifiaftspolitik vorzunehmen durch Abänderung des verfehlten Börsengesetzes, grundsätzliche Ausgestaltung des zollfreien Veredelungsverkehres, durch Ermäßigung der Gütertarife, durch ge- rechtere Verteilung der Steuerlasten u. a. m., darf wohl ebenso bezweifelt werden." In der Stichwahl haben die Freifinnigen alle ihre Kräfte zur Stärkung der Reaktton eingesetzt. Mit bewunderungswürdiger Selbstverleugnung haben sie konservativ und antisemitisch gewählt. Der Dank vom Hause Reaktion wird das eine lachende Auge auch bald mit Salzwasser füllen._ Grenzen des Patriotismus. Der„Ratgeber auf dem Kapitalmarkt" befürwortet Bestrebungen, die auf Gründung einer deütschen Bank in Paris hinzielen. Dadurch werde französisches Kapital für die deutsche Industrie intercsfiert, und französische Kapitalisten könnten aus den großen Transaktionen, wie z. B. die in Aussicht stehende Fusion zwischen einem großen Hüttenwerk und der Bergwerksgesellschaft Harpen, deren Aktien an der Pariser Börse eingeführt sind, respektablere Gewinne ziehen. Kurzum, französisches und deutsches Kapital könnten bei Vertrustung der Großindustrie brüderlich zusammen arbeiten lies: ausbeuten! Schließlich heißt es dann: „Kann es überhaupt in derartigen Fragen patriotische Bedenken gebe», oder ist der KoSmopolitiSmus nicht dir einzig richtige Politik?" Aus der Praxis der„Patrioten" ist die Frage dahin zu beant- warten: Beim Geldbeutel hört für die herrschende Gesellschaft der Patriotismus auf; die Gewinn- und Plündersucht ist international. National ist für die Hurrapatrioten alleS. was dazu dient, ihnen die Ausbeutung der eigenen proletarischen Volksgenossen und auch des ausländischen Proletariats zu erleichtern. Diesem Zwecke dienen alle internationalen Unternehmer- und Kapitalsvereinigungen. Wer gegen solchen Internationalismus sich auflehnt, ist ein Reichsfeind, ein vaterlandsloser Geselle. TerroriSmnS. Ueber Terrorismus ist in den letzten Tagen viel geschrieben worden— das heißt, es wurde der Sozialdemokratie TerrorismuS angelogen. Daß gerade die großkapitalistischen Gebilde rücksichtS- losen Terror ausüben, dafür haben wir schon zahlreiche Beispiels angeführt. Ein neuer Beleg dafür, wie durch die kapitaliftiicko Entwickelung alle Selbständigkeit, jeder Individualismus unterdrückt wird, siegt in einem Erlaß der„Wests. Kohlenhandelsgesellschaft" an ihre Kunden vor. Er lautet: „Hierdurch teilen wir Ihnen ergebenst mit. daß wir ab 1. April 1907 in der Lage sind, Ihnen ein gutes rheinisches Brennlohlen-Brikett zu liefern. Vom genannten Zeitpunkt ab können wir Ihnen deshalb den Bezug dieses Produktes von anderer Seite nicht mehr gestatten." Die Wests. Kohlenbandelsgesellsckiaft. eine Unterabteilung des Rhein.-Westf. Kohlenkontors, das wiederum unter der Kontrolle deS Kohlensyndikais steht, gestattet nicht, daß ihre Abnehmer ein Produkt von anderer Seite beziehen._ Nationale Empfindungen. Die„Deutsche Nationalbank" versendet ein Zirkular, aus dem wir folgende Sätze hervorheben: „... Die Prosperität unserer Industrie hat in den letzten Jahren schwer unter dem Druck der sozialdemokratischen Führer zu leiden gehabt, welche die Devise ausgaben, es solle eine Ver- kürzung der Arbeitszeit und eine Erhöhung der Stundenlöhne herbeigeführt werden, der einzelne Arbeiter dagegen seine Ar- beitsleistung vermindern. Wir sind der Ansicht, daß das Fiasko der Partei den Gewalttätigleiten der Führer ein Ende bereiten muß und daß wieder normalere Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkte sowie ein Nachlassen der Lohnbewegung eintreten dürsten, was eine günstige Rückwirkung auf die gesamte Wirtschafts- läge haben muß.... Die Beschäftigung der Kohlenindustrie bleibt glänzend, es kann nicht annähernd so viel erzeugt werden wie der Konsum benötigt. Da aber bei stetig steigenden Löhnen die Leistung der Arbeiter fortgesetzt geringer wird und auch der Wagenmangel in nie gekannter Weise die Förderung im Revier beeinträchtigt, so entsprechen die Berkaufserlöse nicht mehr recht den berechtigten Wünschen der Interessenten. In Oberschlesien ist seit dem 1. Januar eine Erhöhung der Kohlenpreise in Kraft ge- treten, im rheinisch-westfälischen Revier wird eine solche vom 1. April ab durchgeführt werden. Es muß zugegeben werden, das; diese Erhöhung eine absolute Notwendigkeit war und schon früher hätte eintreten sollen, doch hat das Syndikat dieselbe so lange wie möglich hinausgeschoben, weil seine Politik vor allem darauf gerichtet ist, die Weitercntwickelung der Gesamt- industrie zu fördern und keinesfalls zu stören. Die schon seit längerer Zeit bestehende Tendenz, die großen montanistischen Unternehmungen Westfalens zu vertrusten, hat einen weiteren Schritt vorwärts getan durch die Vereinigung der Bergwerksgescllschaft„Nordstern" mit der Hüttcnzeche„Phönix". Bei den Großindustriellen Westfalens be- steht die feste Ueberzeugung, daß die Verhandlungen über die Kontingentierung der Produktion der Hüttcnzechen zu einem be- friedigenden Abschluß gelangen und den Wünschen der reinen Zechen einigermaßen Rechnung tragen werden. In der Elektrizitätsindustrie bleibt die Beschäftigung in allen Betrieben äußerst rege, und überall werden Ueberstunden und Nachtarbeit in größerem Umfange zu Hülfe genommen. Der Wunsch, die menschliche Arbeitskraft so weit wia möglich in den Betrieben auszuschalten, besteht in fast allen Industrien, und hierauf ist die starke Beschäftigung der Elektrizitätsbranche in erster Linie zurückzuführen... Daß die Führer auf eine Verminderung der Leistung des ein- zelnen Arbeiters hinwirken, daß die Leistung fortgesetzt geringer wird und daß die Preistreibereien unbedingte Notwendigkeit waren, ist einfach Schwindel. Solche Behauptungen dienen der nationalen Tugend, die Preise noch weiter zu erhöhen und die Löhne zu drücken, zum Segen der kapitalistischen Plusmacherei. Und um die Betätigung in dieser Tugend zu erleichtern, schließt die patriotische Bank ihre Epistel mit der Empfehlung verschiedener Papiere. ES ist doch schön, patriotisch und national zu sein, wenn man dabei Geschäftchcn machen kann._ „Jubiläuius"-Ausstellungen! Die„Ständige Ausstellungs-Korn- inission sür deutsche Industrie" schreibt: In hohem Grade bezeichnend ür das Umsichgreifen des Ausslellungsunwesens ist es, daß für die Veranstaltung von Ausstellungen häufig nicht etwa ein auS der Industrie geäußertes Interesse ausschlaggebend ist, sondern daß hierfür irgend welche äußeren Anlässe vorgeschützt werden, die als ausreichende Motivierung nicht angesehen werden können. Hierzu gehören in erster Linie die sogenannten„Jubiläums"- Aus- stellungen. Wenn auch zuzugeben ist, daß Jubiläen unter Umständen sehr wohl den Ausgangspunkt für Veranstaltungen bilden können. die einen gewissen Ueberblick über die Eni- Wickelung der Industrie und Landwirtschaft in längeren Zeiträumen geben sollen, so muß doch dagegen Einspruch erhoben werden, wenn hier und da kleinere Jnteressentengruppen irgend ein Jubiläum zum Vorwand nehmen, um ihren unbedeutenden Veranstaltungen durch das schmückende Wort„Jubiläums-Ausstellung" ein Relief zu geben. So z. B. wenn Jubiläen von Regenten oder Jahrestage von Eni- deckungen und Erfindungen dazu herhalten müssen, Spezialgewerbs- gruppen, wie etwa Gastwirten, Bäckern, Buchbindern usw., als Aus- Hängeschild zu dienen.(Das bezieht sich jedenfalls auf die Ausstellung in Nürnberg. Anm. d. Redaktion.) Zwar ist erfreulicherweise die deutsche Industrie gegen derartige verführerische Beiworte wie„internationale",„allgemeine",„Jubiläums"- oder„große" Aus- stellung usw. schon recht skeptisch geworden; immerhin erscheint es aber doch zweckmäßig, gelegentlich einmal darauf hinzuweisen, wie fadenscheinig häufig derartige Zusammenhänge sind. Man lasse sich also durch solche hochtrabenden Bezeichnungen nicht beirren, sondern prüfe— gegebenenfalls unter Beftagung der„Ständigen Aus- stellungskommlssion für die Deutsche Industrie"— ob eine Aus- stellung für den betreffenden Erwerbszweig tatsächlich von praktischem Nutzen sein kann. Die Handelskammer zu Berlin hatte sich infolge der unvcr- änderten Wittcrungsverhältnisse nochmals an das königliche Polizei- Präsidium zu Berlin gewandt und um Genehmigung gebeten, daß auch am Sonntag, den 10. Februar d. I.. Güter und Waren im Handelsgewerbe angerollt und auf den Straßen abgeladen werden dürfen. Das königliche Polizeipräsidium erteilte hieraui«u- stimmenden Bescheid. Dividenden. Die Vereinigten Glanzstofffabrilen A.-G. in Elber- feld werden für das letzte Jahr 35 Prozent ausschütten, gegen 30 Prozent im Vorjahre.— 13 Prozent gegen 10 Prozent im Vor- jähre erhalten die Aktionäre der Rbcinischen Spiegelglasfabrik.— Der Auffichtsrat der Rheinisch-Westfälischen Diskonro-Gesellschaft schlägt eine Dividende von 8 Prozent vor. Für 1905 wurden 7'/z Prozent verteilt.— Der Aufsichtsrat der Badischcn Bank schlägt für 1900 eine Dividende von ö'/e Prozent vor. Die vorjährige Dividende betrug ö'/o Prozent.— Die Frankfurter Bank beantragt für 1906 die Verteilung von 9 Prozent Dividende(S1/, Prozent ün Vorjahre).— Der AufsichtSrat des Blechwalzwerkes>schulz-nKaudt in Essen hat beichlossen. die Verteilung einer Dividende von 11 Prozent vorzuschlagen- Für 1905 betrug die kündende 7Vz Prozent.__ Sozialeg* „Erste deutsche Konferenz zur Förderung der Arbeiterinnen- Am 1. und 2. März findet in Berlin in den Räumen der Bau- akademie(SÄinkelplay 6) eine von bürgerlicher Seite einberufene Erste deutsche Konferenz zur Förderung der Arbeiterinnen» Juteressen" statt. Der geschästLsühreude Ausschuß besteht auZ Margarete Friedenthal als erster Vorsitzenden. Pfarrer Beyer als zweitem Vorsitzenden, Frau Else Tiktin und Frl. Else Lüders als Schriftführerinnen und Generalsekretär Winter als Kassenwart. Das Komitee besteht aus: Dr. Elisabeth Altmann-Gottheiner für die Arbeiterinnenschutzkommission des Bundes DeutscherFrauenvercine, Else Lüders für das Bureau für Sozialpolitik, Pfarrer Beyer, Dr. Fleischer, Frl. v. Berirab, Frl. Schwarz für den Gesamtverband der katho- lischen Vereine erwerbstätiger Frauen und Mädchen, v. Gerlach für die Gesellschaft für soziale Reform, Generalsekretär Winter für den Zcntralrat der Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereine, Margarate Friedenthal, Dr. Margarete Bernhard, Frau Clara Linzen-Ernst, Maria Lischnewska, Elisabeth Lüders-Grunewald, Frau Else Tiktin für die Zentralstelle für Arbeiterinnen-Organisation, Gertrud Dyhren- furth, Dr. Alice Solomon, Dr. Recke, Dr. Robert Wilbrandt. Die Verhandlungsstunden sind von 9%— 1 Uhr vormittags und ft— 7 Uhr nachmittags. Der Vormittag des ersten Konferenztages soll der L o h n f r a g e gewidmet werden. Das erste Referat darüber hat Dr. Alice Solomon übernommen, während Helene Simon das Korreferat halten wird. Am Nachmittag des gleichen Tages kommt die Frage der„fachgewerblichen Ausbildung der Arbeiterin" zur Sprache, die von der badischen Fabrikinspektorin Dr. Marie Baum behandelt werden wird. Am zweiten Konferenztage soll vormittags das Thema„ d a S Wahlrecht der Arbeiterin" mit den Unterabteilungen a) zu den Krankenkassen, b) zum G e w e r b e g e r i ch t, o) zu den Arbeitskammern erörtert werden. Die Referate über diese drei Einzelfragen liegen in den Händen von Dr. Margarete Bernhard, Dr. Eluaheth Jaffs von Richthofen, der ehemaligen badischen Fabrikinspektorin. und Professor Harms-Jena. Der Nachmittag des zweiten und letzten Tages endlich soll der Frage nach der Ver- einbarkeit von Fabrikarbeit, Mutterschaft und Hausfrauenpflicht ge- widmet sein. Das Thema„Die Fabrikarbeiterin als Hausfrau und Mutter" wird von Frau von Gordon, der Vorsitzenden des Verbandes' der katholischen erwerbstätigen Frauen und Mädchen, behandelt, während als zweiter Referent Prof. Dr. P. Mayet über„Die Mutter� chaftsversicherung" sprechen wird. Pfarrer Beyer soll das Schlntzwort halten. Männer und Frauen aller Stände, welche sich für die Arbeiterinnen frage interessieren, werden vom Komitee um ihr Erscheinen und um ihre Beteiligung an den Beratungen gebeten. Eintrittskarten zu l M. sind an der Tageskasse erhältlich. Wie man in Ostrlbien die Leutenot beseitigen will. In Nummer 17 schilderten wir unter der gleichen Ueberschrift das Schicksal einiger russischer Auswanderer, die anstatt nach Posen nach Ostpreußen gebracht wurden und hier unter Einbehaltung der Pässe festgehalten werden. Derselbe Agrarier hat nun in diesen Tagen in der Generalversammlung des Ost preußischen landwirtschaftlichen Z e n t r a l Vereins feine Erfahrungen, die er mit den russischen Familien gemacht hat. zum besten gegeben. Er erklärte, daß er mit den betreffenden Familien„gute Erfahrungen gemacht habe". Dann wurde von ihm folgender Antrag gestellt: Zentralverein wolle einen Betrag bis zur Höhe von 3090 M. zu Informationsreisen usw. bereit stellen, um die Verhältnisse näher zu studieren, unter denen eine Rückivanderung deutscher Ansiedler aus Rußland stattfinden könnte. Der Antrag wnrde auch angenommen. Man will also viele Familien aus Rußland Heruber locken und sie hier nicht nur ausbeuten, sondern sie zu völligen Sklaven machen. Denn die Generalversammlung hat auch noch folgende Anträge genehmigt: I. Zentralverein wolle dahin wirken, daß durch Gesetz bezw. ministerielle Verfügung folgendes angeordnet Werve: 1. Jedem russisch-polnischen Arbeiter ist beim Betreten des Reichsgebietes der Paß abzu nehmen und an deffen Stelle eine Arbeitskarte mit genauem Nationale behördlich auszuhändigen, die den Namen und Ort des Arbeitgebers, bei dein der Arbeiter arbeUen soll, enthalten muß. 2. Russisch-polnische Arbeiter ohne diese Arbeitskarte dürfen nirgends beschäftigt werden. Derjenige, der einen solchen Arbeiter ohne Arbeits- karte beschäfttgt, wird für jeden einzelnen Fall mit Geldstrafe bis zur Höhe von 60 M. bestraft. II. Zenttalverein wolle die Landwirffchastskammer ersuchen, an zuständiger Stelle dahin zu wirken, daß die Agenten und Vermittler für ausländische und inländische Arbeiter und ebenso die Schweizer Vermittelungsbureaus nach gesetzlich be« stehenden und eventuell noch zu erlassenden Verordnungen unter verschärfte Kontrolle gestellt werden. HI. Zentralverein bezw. Landwirtschaftskammer wolle dahin wirken, daß die Verwaltungsbehörden angewiesen werden, strengste Kontrolle über die Beschäftigung in- ländischer und ausländischer Arbeiter im Unter,'- nehmertum auszuüben. Es sollen also die ausländischen Arbeiter, um noch besser als Schmutzkonkurrenten gegenüber den einheimischen gebraucht werden zu können, wie Sklaven in Deutschland behandelt werden. Das widerspricht zwar dem Gesetz und dem Handelsvertrag mit Rußland. Aber was schert sich das Agrariertmn darum? In der Debatte über die angenommenen Anträge wurde die Ungesetzlichkeit des vorgeschlagenen Verfahrens von einem Agrarier anerkannt. Mehrere Redner warnten auch aus allgemeinen Gründen vor den Anträgen. Dennoch wurden sie gegen wenige Stimmen angenommen. In der Debatte hob ein Redner hervor, daß die Feldarbeiterzentrale, ein halbanttlicheS Institut, schon jetzt den Arbeitern die Pässe abnehme. Ein Redner — ein Amtsvorsteher— meinte, es sei auch jetzt nach dem Gesetz trotz des Scheiterns des Kontraktbruchgesetzes möglich, Arbeit- geber, die kontraktbrüchige Arbeiter beschäftigen, zu bestrafen. Er drohe auf Grund des§ 132 des Landesverwaltungsaesetzes von 1883 eine Strafe für den Fall der Annahme kontraktbruchigen Ge- sindes an und habe„damit immer Glück gehabt". DaS von dem Amtsvorsteher angepriesene Verfahren ist ein zweifellos gesetzwidriges. Hatte er„damit immer Glück", so beruht das daram, daß die Betroffenen, fei es aus Unkenntnis, sei es aus welchem Grunde sonst das Verwaltungsstreitverfahren nicht einleiteten. Die Mitteilung des agrarischen Amtsvorstehers erinnert an die Rede, die der Gras Pseil am 13. Februar 1856 im Herrenhause hielt. Er rühmte sich, als Polizciverwaleer eine Reihe Handlungen begangen zu haben, die das Gesetz mit Zuchthaus bedroht. Der Unterschied zwischen dem Vergehen des ostpreußischen Amtsvorstehers und dem des Grafen Pfeil beruht darin, daß der Amtsvorsteher glaubt, das Gesetz so, wie er eS getan hat, anwenden zu dürfen, während der Graf Pfeil wußte, daß er rechtswidrig handelte. Die Doppelzüngigieit des agrarischen Herrentums ist charakte- ristisch: während der Wahl logen sie in ihren Flugblättern, Kolonien seien für Deutschland erforderlich, um den„Ucberschuß der Be- bölkerung" in den Kolonien unterzubringen. Zu gleicher Zeit locke» sie über 300 000 Ausländer nach Dcuftchland und suchen diese recht- loser als afrikanische Sklave» zu stellen. Die freisinnige Unterstützung dieler„nationalen" und junker- lichen Bestrebungen muß iialumolwendig die Begehrlichkeit nach Ausnahmegesetzen gegen die Parias der Landarbeiter steigern. Desto notwendiger ist die Aufklärung unter der ländlichen Bevölkerung. Gegen 20000 ländliche Arbeiter haben die Agrarier durch ihre Aus- beutung in wenigen Jahren aus Ost- und Westpreußen nach de» rheinisch-westfälischen Kohlenrevieren getrieben. Dadurch ist scheinbar dw Zahl der zu Sozialdemokraten gewordenen ländlichen Arbeiter deS Ostens zurückgegangen. Wird auch so der äußere, sichtbare Erfolg der Agitation' für die östlichen Provinzen em geringerer, so ist umso dringender die unablässige Agirationsarbeit notwendig. Ausbeutung von ProvisiouSreiscuden— Lerstoß gegen die guten Sitten. Die Verlagsanstalt Karl Hof sendet uns zu der in Nr. 26 ge- brachten Mitteilung aus den, Kalif», annsgericht folgende Zeilen mit der Bitte um Aufnahme: „In dem Artikel:„Ausbeutung von ProvisionSreisenden Verstoß gegen die guten Sitten" ist unter anderem folgendes be- hauptet:„Die vom Kläger durch seine anstrengende Tätigkeit doch gewiß redlich verdiente Provision wurde ihm indessen unter dem Vorgeben, er hätte schon den Betrag übersteigende Vorschüsse bekommen, vorenthalten." Diese Behauptung ist unwahr. Wahr ist, daß Kläger Paul von Rakowski für 23 300 Adressen 780 Mark empfangen hat, während er nur 688 Mark zu bekommen hatte. Dies hat Kläger auch selbst zugestanden. Die Vorschüffe. die Kläger be- kommen hat, waren also nicht„angebliche", sondern wirklich gezahlte. Unwahr ist auch, daß Kläger sich bei seinem Engageinent in größter Notlage befunden hat und nur deshalb die Besorgung der Adressen übernommen habe. Wahr ist vielmehr, daß Kläger sich hierzu gedrängt hat mit der Begründung, er könne, da er nur versuchsweise engagiert werde, jeden Augenblick seine frühere Tätig- keit wieder aufnehmen und er absolut keinen Schaden davon hätte. Wahr ist endlich, daß Kläger zugestanden hat, unterwegs leichtsinnig gelebt zu haben. Sein Nachfolger verdiente in Baden vom 1. 9. 06. bis 1. 12. 06. die Summe von 2399 Mark. Karl Hof, Verlags- Anstalt." Die in der Berichtigung gemachten Angaben sind vom Vertreter der beklagten Firma sämtlich in der mündlichen Verhandlung zum Vortrag gebracht worden. Trotzdem hat das Kaufmannsgericht mit vollem Recht entschieden, daß der Vertrag, den Kläger mit der Be- klagten abgeschlossen, für nichtig zu erklären sei. Er verstoße gegen die guten Sitten, tyeil den Kläger nur seine Notlage bestimmt habe, in die für ihn harten Vertragsbedingungen zu willigen. Die Anführungen der Verlagsanstalt Karl Hof beweisen lediglich, daß trotz der zutreffenden Entscheidung des Kaufmannsgerichts ihr noch unbegreiflich ist, was der Gesetzgeber unter Ausbeutung der Not- läge verstanden hat und verstehen mußte und weshalb derartige gegen die guten Sitten verstoßenden Arbeitsverträge als nichtig haben erklärt werden müssen. Sericbts- Leitung. Allerlei Unstimmigkeiten in der städtischen Armenkommission 166 c gaben gestern zu längeren Erörtemngen vor der sechsten Strafkammer des Landgerichts I Veranlassung. Auf die Anklage der Beleidigung hatte sich der Rentier W e h l i s ch zu verantworten. Anlaß zu dieser Anklage hat eine von Herrn W. an den Magistrat gerichtete Ein- gäbe gegeben. Herr W. Ivar jahrelang Vorsteher der Armen- kommis'sion 1660, in welcher er nicht besonders beliebt bei den Mitgliedern gewesen zu fein scheint. Er ist nach Ablauf seiner Wahlzeit mcht wiedergewählt worden und übergab die Geschäfte an seinen Stellvertreter, den Gastwirt L-chulz, Ende Januar 1903. Dieser verwaltete die Kommission bis zur Wahl eines neuen Vorstehers. Da er mit dem Gang der Geschäfte noch nicht genügend vertraut war, kamen bei der Auszahlung der Unterstützungen bezw. der Verbuchung der- selben und der Aufbewahrung der Ouittungen einige Inkorrektheiten vor, die der Angeklagte in seiner Eingabe an den Magistrat auf- führte, um die in der Kommission herrschende Wirtschast zu illustrieren. Die vorgekommene» Fehler waren»nicht auf bösen Willen des Herrn Schulz zurückzuführen, sondern, wie dieser ver- sichert, auf sein ungenügendes Vertrautsein mit den maßgebenden Bestimmungen. Der Angeklagte machte nun die jetzt unter Anklage gestellte Eingabe an den Magistrat, in welcher er eine ihm zustehende Entschädigungssumme beanspruchte. Bei dieser Ge legenheit brachte er die Mitteilungen, die ihm von mehreren Armen gelegentlich gemacht worden waren, diese Inkorrektheiten mit zur Anzeige, da er fürchtete, daß, da er mit der Mehr zahl seiner Kommissionsmitglieder auf gespanntem Fuße lebte, diese Inkorrektheiten ihm zur Last gelegt und ihm deshalb die Eni schädigungssumme vorenthalten werden könnte. Da aus der Ein- §abe die Tendenz herausgelesen wurde, die vorgekommenen nkorrektheiten zu strafbaren Handlungen zu stempeln, so wurde gegen Herrn Wehlisch die Anklage wegen Beleidigung erhoben. Er wurde seinerzeit zu 50 Mark Geldstrafe verurteilt, das Kammergerichl hat jedoch das Urteil aufgehoben und die Sache zu erneuter Verhandlung an die Vorinstanz zurückverwiesen.— In der gestrigen Verhandlung versicherte der Angeklagte, daß er keineswegs eine beleidigende Absicht verfolgt, sondern dem Magistrat nur die Taffachen habe mitteilen wollen, die ihm von den Armen unterbreitet worden seien. Ueber den Geschäftsgang bei den Armew kommissionen und die Abrechnung mit der Armendirektion wurde Magjstratssekretär Wichmann eingehend vernommen, außer dem eine Anzahl von Unterstützungsempfängern, die bei den vom Angeklagten berührten Einzelfällen in Frage kamen. Herr Wichmann stellte fest, daß objektive Inkorrektheiten in ein- zclnen dieser Fälle vorgekommen waren.— Rechtsanwalt B a r n a u beantragte die F r e i s p r e ch u n g des Angeklagten, dem voll der§ 193 des Strafgesetzbuchs zuzubilligen sei, da er in einer nicht beleidigenden Form nur einfache Tatsachen mit- geteilt habe, die ihm von einzelnen Armen unterbreitet worden seien.— Staatsanwalt K a tz schloß sich dem Antrage auf Frei- s p r e ch u n g an, obwohl er keinen Zweifel hatte, daß der An- tzellagte bei der Eingabe den Zweck verfolgte, sein Mütchen an den ihm nicht zugetanen Mitgliedern der Armenkommission zu kühlen.— Dennoch kam das Gericht nach längerer Beratung doch wieder zur Verwerfung der vom Angeklagten eingelegten Berufung, so daß eS bei der Strafe von 30 M. verbleibt.— Das Gericht ent- nahm aus der gewählten Form die Beleidigungsabficht. Eiuen Kampf um den Professortttel führte feit einiger Zeit der bekannte Berliner Frauenarzt Profeffor Dr. med. und phil. Robbq K o ß m a n n. welcher sich gestern auf Grund einer von ihm selb st erstatteten Anzeige wegen Vergehens gegen den§ 360 Absatz 8 des Strafgesetzbuches vor dem Schöffengericht Berlin-Tempelhof zu verantworten hatte. Der Polizeipräsident von Borries richtete an den ersten Vorsitzenden der Berliner Aerztekammer, Geheimen Sanitätsrat Dr. Becher ein Schreiben, in welchem er mit- teilte, daß Herr Dr. Koßniann den Titel„Professor" ohne jeden einschränkenden Zusatz führe und hierdurch nach eingeholten Auskünften höheren OrteS und bei den Staats- behörden seiner früheren Heimat lebhaftes Mißfallen erregt habe, da Herr Dr. K. zur Führung des Titels kein Recht habe. Es wurde in diesem Schreiben anerkannt, daß Herr Dr. K. zwar durch aller- höchsten Erlaß vom 3. August 1873 zum außerordentlichen Professor an der Universität Heidelberg ernannt worden sei, er aber durch seine nachgesuchte Entlassung aus dem Verbände der Universität das Recht verwirkt habe, diese» Titel weiter zu führen. Durch eine weitere Verfügung des Polizeipräsidenten vom 22. Dezember 1903 ersuchte dieser den Beklagten, daß er sich in Zukunft als „früherer" oder„vormaliger" außerordentlicher großherzoglich badischcr Professor bezeichnen solle, und zwar mit dem Zusatz, daß ihm dieser Titel von der philosophischen Fakultät verliehen worden sei. Der Geheimrat Dr. Becher teilte daraufhin dem Polizei- Präsidenten mit, daß bereits diese Angelegenheit durch eine Ent- scheidung des Ehrenrates des Süd- Westvereins, die Herr Professor Koßmann selbst veranlaßt hatte. erledigt sei. Diese Entscheidung ging dahin. daß Herr Dr. Becher ohne jede Bedenken den ProMsortitel, wie eZ bisher geschehen sei. weiterführen könne. Außerdem habe ihn das Polizeipräsidium selbst stets nur als Professor bezeichnet und ihm die spezialärztliche Behandlung der weiblichen Angehörigen der Schutzmannskasse übertragen. Die amtliche Bezeichnung als Profeffor sei nicht etwa irrtümlicherweise geschehen, sondern nachdem ein vom königl. Polizeipräsidium ab- geordneter Polizeileutnant die die Führung des Profeffortitels betreffenden Akten eingesehen und geprüft hatte. Auf dieses Schreiben hin erhielt der Vorsitzende der Aerztekammer den Bescheid, daß nach den den: Dr. Koßniann genau bekannten amtlichen Vor- gängen von semer Gutgläubigkeit hinsichtlich der Führung des Professortitels seit längerer Zeit keine Rede mehr sein könne und die Behörden erwarten, daß sich Herr Dr. K. keine Wöchnerinnen zu be- auch mehrfach ab, GeburtS- Falle ließ sie sich aber Schwangeren verleiten. Die in Zukunft dieses Titels schlechthin enthalten werde. Dem Beklagten wurde dieser Bescheid vorgelegt und er s e l b st richtete nun an den Ersten Staatsanwalt beim Landgericht I ein Schretben, in dem er gegen sich selbst eine Anzeige wegen Vergehens gegen§ 360,8 des Strafgesetzbuches(unbefugter Titelführung) er st attete. In diesem drückte er seine Absicht aus, den Professortitel weiterzuftihren, und erklärte seine Rechte hierzu an Gcrichtsstelle beweisen zu wollen, da ihm in dem letzten Bescheide des Polizeipräsidenten ausdrücklich die Gutgläubigkeit ab- gesprochen werde.— In der g c st r i g e n Verhandlung legte der Beklagte zahlreiche amtliche Schriftstücke in Original vor, aus welchen hervorging, daß er den Professortitel erworben und auch mit Recht geführt habe. Durch ein Dekret vom 3. August 1873 ist er als außerordentlicher Professor an der Univer- sität Heidelberg ernannt worden und hat diesen Titel mit Genehmigung auch später geführt, wie ihm dies durch die Universitätsbehörde selbst wie auch durch eine Mitteilung des Ministeriums bestätigt worden sei. Der Vertreter der Anklagebehörde hielt jedoch eine Ueber» tretung des§ 360, 8 für vorliegend, da der Titel den Irrtum errege, als sei Dr. Kotzmann medizinischer Professor,_ und beantragte eine Geldstrafe von 3 M. Das Schöffengericht kam nach einer kurzen Beratung zu einer Freisprechung des Prof. Kotzmann, da dieser durchaus berechtigt sei, den ihm verliehenen Titel zu führen. Würde Staat und Gesellschaft viel verlieren, wenn sie den ge- samten Titelkram beseitigten?_ Zurücknahme der Bestallung einer Hebamme. Der Ehemann der Hebamme Fördermann zu Königsberg hatte eine leichte Kopfwunde. Infolge nachlässiger Behandlung ent- wickelte sich hieraus eine Kopfrose, die den Tod des Fördermann herbeiführte. Während der Krankheit pflegte ihn seine Frau. Der behandelnde Arzt machte sie auf die Ansteckungsgefahr der Rose aufmerksam und riet ihr. handeln. Sie lehnte deshalb Pilfe zu leisten. In einem doch zur Untersuchung einer Geburtshülfe selbst nahm eine andere Hebamme, Frau K., vor. Die betreffende Wöchnerin erkrankte am Kindbettfieber. Zwei andere Wöchnerinnen, denen Frau K. dann Beistand leistete, wurden eben- falls fieberkrank und starben. Gegen beide Hebammen wurden Strafverfahren eingeleitet. Frau Fördermann erhielt einen Monat Gefängnis wegen fahrlässiger Körperverletzung. Mehrere Aerzte hatte sich gutachtlich dahin geäußert, daß'höchstwahrscheinlich die Hebamme Fördermann den Krankheitsstoff auf die von ihr untersuchte Schwangere übertragen habe und daß durch Weilerübertragung des Jnfekffonsstoffs der Tod der beiden Wöchnerinnen herbeigeführt sei. Auf Grund dieses i,n Strafverfahren ermittelten Tatbestandes klagte nunmehr der Königsberger Polizeipräsident gegen Frau Fördermann auf Untersagung der ferneren Aus- Übung des HebammenberufS. Der Bezirks- a u s s ch u ß erkannte nach dem Klageantrage. Das Ober- Verwaltungsgericht bestätigte das Urteil mit folgender Begründung: Es liegt im öffentlichen Interesse, daß das Publikum energisch gegen unzuverlässige Hebammen geschützt wird. Die Beklagte hat eine Schwangere besucht und untersucht, obwohl der Arzt, der ihren Mann behandelte, sie davor gewarnt hatte. Dazu kommt, daß es nach dem Hebammenlehrbuch ihre Pflicht gewesen war, von der damaligen Situation dem Kreisarzt Mitteilung zu machen und sich von ihm Verhaltungsmaßregeln zu erbitten. Auch das habe sie nicht getan. Die Folge dieser Nachlässigkeiten war der Tod der beiden Frauen. Die Hebamme hat danach ihre Pflicht so erheblich verletzt, daß sich die Entziehung des Prüfungszeugnisscs rechtfertigt._ Zeugniszwang als Gcrmanisierungsmittel. Ueber einen kraffen Fall aus dem Gebiete deS Zeugniszwangsverfahrens wird uns aus Gnesen berichtet. Am 20. Oktober v. I. sollte eine 60 jährige Trödlerin Marie Nowakowska in einem Ermittelnngsvcrfahren gegen den P r o b st fZiotrowicz daselbst als Zeugin vernommen werden und zwar ollte sie über den Inhalt zweier Predigten, welche Piotrowicz am 13. und 16. Oktober v. I. gehalten hat, Auskunft geben. Sie verweigerte ihr Zeugnis und wurde wegen Zeugnis- Verweigerung zu einer Geldstrafe von hundert Mark eventuell zwanzig Tagen Haft verurteilt. Gleichzeitig wurde sie zur Erzwingung des Zeugnisses sofort in Haft genommen. Der Beschluß lautet: Beschluß: In der Sttaffache gegen den Probst Piottowicz wegen Ver- gehens gegen§ 130a Str.-G.-B. wird die Trödlerin Marie Nowakowska von hier, Pferdemartt 9, da sie das Zeugnis, das für die Erhebung der Anklage gegen den Beschuldigten von Wichtigkeit ist, ohne hinreichenden Grund verweigert hat, obwohl sie aus die Unznlässigkeit des von ihr angegebenen Weigerungs- grundes aufmerksani gemacht worden ist, zu den Kosten und zu einer Geldstrafe von 100 Mark(Einhundert Mark) im Falle deren Nichtbeitreibung zu 20 Tagen Haft verurteilt.. Zugleich wird zur Erzwingung des Zeugnisses die Hast an- geordnet. Gnesen, den 20. Oktober 1906. Königliche" Anitsgericht. gez. P»etzold. Nach zweitägiger Haft ließ die Frau sich vorführen und bc- kündete, daß sie am 13. Oktober gar nicht in der Kirche gewesen und am 16. Ottober habe sie soweit vom Altar gestanden, daß sie nicht gehört habe, was der Probst predigte. Da die arme Frau die 100 M. nicht erlegen konnte, mußte sie dann noch 20 Tage Haft vom 2. bis 22. Januar abbüßen. Das Zeugniszwangsverfahren ist ein spezifisch„deutschnationales" Rechtsinstitut, das die mittelalterliche Tortur abgelöst hat, kulturell aber kaum höher als jene zu veranschlagen sein dürfte. Huö der frauenbewegung* Gartenbaukurse für Lehrerinnen. Der diesjährige Garten- baukurfus für Lehrerinnen an der Gartenbauschule zu Marienfelde bei Berlin wird vom 8.— 19. April abgehalten.— Meldungen zu den Kursen nimmt entgegen die Leiterin und Be- sitzcrin der Gartenbauschule: Fräul. Dr. Elvira Castncr. Marienfelde bei Berlin. Auskunft erteilt auch gern die Schriftführerin des Vereins: Fräul. Anna Blum-Spandau, Adam- straße 49._ Versammlungen— Veranstaltungen. Groß-Lichterfelde. Montag, den 11. Februar. 8'/» Uhr, in Groß- Lichteffelde bei Reisen, Chaiisseestr. 104: Fortsetzung deS Vor- träges über„Darwinismus". Referent Genosse Eichler. Schöncdcrg. Montag, den 11. Februar, 8»/, Uhr. bei Obst, Martin Lutherstt. 31: Vorttog. Genossin Kadett.„DaS Familienleben in der heuffgen Gesellschaft". Berlin. Sonntag. 10. Februar, im„Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 13: Achtes Stiftungsfest unter Mtwirkung des Pianisten Leo Kestenberg. Mitgliedern des Berliner Volkschors, der Konzert- sängerin Frl. Völkerling, der Rezitatorin Frau Johanna Meyer Nachher Tanz. Eröffnung 3 Uhr. Anfang 6 Uhr. Billetts a 40 Pf. sind zu haben bei Frl. Baader, Lindenstr. 3. letzter Hof, parterre. Frau Klotzsch, Koppenstr. 81. Frau Kulicke. Prinzen- firaße 102, Frau Matschke. Wolgasterstr. 8. Frau Jordan Lübcckerstr. 43. Frau Steinkopf, Schwedterstr. 34. Frl. Petereit. Naunynstr. 3. Eharlottcnburg. Dienstag, den 19. Februar. Ri/a Uhr. bei Schulz. Kaiser Fnedrichstr. 24: Vortrag. Herr Pauli:„Feuerbestattung". Vorführung eines Verbrennungsofens. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Bunte File 25. Barfe, matt 62-70, bo. 0,00. Markthallen Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 69-74 pr. 100 fb., Wels 0.00. Quappen 0,00. Rarauschen 74.| per 100 Bfund 15-20. Starotten per 100 Pfund 10-12. IIa 63-68, IIIa 57-62, IVa 49-55, dan. Bullen 60-65, holl. 0,00. neuer per 100 Bfb. 110-130, bo. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. große, per 100 fb. 2,75-4,00. do. Kleine 2,75-3,00. bo. hiesige( Berl) Bleifische 40,00. Amerikanischer Lachs Ia Sellerie, hiesige, per Schod 3,00-7,00, do. pommersche 5,00-6,00. 8miebea Kalbfleisch, Doppelländer 110-125, Ia 82-90, IIa 72-80, IIIa 54-68, Seelachs 20-25. holl. 0,00, Sprotten, Mieler, Wall 0,75-1,25, dän. 60-68. Danziger, Wall 0,00. Charlotten 0,00. Hammelfleisch Ia 66-74, IIa 50-64. 0,50-0,60. Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-4, do. mittel ber Stifte 2-3, Hamb. per Schod 0,00. Rettig, bahr., per Schod 2,40-4,80. Mohrrüben per 100 Pfund Beterfilie, grün, Schodbund 1-2. Rohlrabi Schweinefleisch 52-60. Rehwild, plomb. per Bfd. 0,70, Ia 0,00, Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Ball Kieler 3,50-5,00, 4,00-8,00. Teltower Rüben per 100 pfd. 7-10. Weiße Rüben, große 2 bis Notwild Ia 0,40-0,45, IIa 0,30-0,38, do. Stalber 0,30-0,45. Stralsunder 6,00. Damwild 0,40-0,60, bo. Stälber 0,50-0,70. 23ildschweine 0,38-0,40. flein 0,50-0,60. Hale, groß per Bfb. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, 2,50, fleine 6-8. Note Rüben 2,00-2,50. Blumentoblital. p. Stopf 0,16-0,45. Frischlinge 0,43-0,60. Hafen, plomb. per Stüd 3,30-3,40, bo. IIa 1,60%, Stifte 2,00. Stablian, p. 100 Bfb. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er per Schod 3,00-8,00. Weißkohl 100 Bfd. 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Bfd. Heringe per Schod 4-5. Schellfische Stifte 3-4, do Stohlrüben per Schod 2-2,50. Wirfingfohl ber Schock 3,00-6,00. Stotfohl bis 2,00. Kaninchen per Stud 0,80-1,00. Wildenten per Stüd 0,00. per Anfer 93, 1904er 98, 1905er 90, 1906er 73-75. Schottische Bollheringe 25-35. Grünkohl per 100 fb. 4-5. Schnittlauch 12 Töpfe 2,00-3,00. Hübner, alte per Stüd 1,60-2,25, bo. IIa 1,40-1,50, do. junge per 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 0,00, böhm. 8-20, ital. 35-38. Stüd 0,00. Tauben per Stüd 0,60-0,90, junge fleine 0,00, italienische Heringe, neue Matjes, per 3, To. 60-120. Nepfel, per 1,00. Enten per Stüd 1,70-2,80. Sardinen, ruff., Fab 100 Bfb., biefige 6-23, Gravensteiner 0,00. Tiroler in Fäffern 0,00, Stifte Hamburger junge per Stüd 1,50-1,60. 3,25-3,70. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Gänse, Hamburger per Pfd. 0,90-1,15, Gis 0,55-0,62. Schodfaß 11, fleine 5-6, Riesen 14. Gier, Lands, per Schod 4,75-5,80. Butter 7,00-9,00, 200 Stüd 9-13. Apfelfinen, Jaffa, per Stifte 0,00, Reunaugen, 32-60, Amerit. 15-30. Zitronen, Messina, 300 Stüd 7,00-9,00, 360 Stüd Hechte per 100 Bib. 86-100, groß 75-76. mittel 98-103. Bander 120-133, per 100 Bfb. Ta 114--120, IIa 110-115, IIIa 108-112, abfallende 90-100. 200 er stifte 8-10, bo. 300 er 8-10, Balencia 420 er stifte 12-16,00, Murcia maft 111. Schlete, unfortiert 115, groß 0,00. Bleie matt 33. Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurfen 3,50-4,00. Startoffeln do. 714 er 16-21, Messina, Blut 100er 7-10, bo. 150 er 7,50-11, Male, groß 0,00, mittel 0,00, flein und mittel 0,00. Blößen 0,00, per 100 fb. 0,00, magnum bonum 2,25-2,50, Daberfche 2,25-2,50, bo. 80 er 9,50-11. Mandarinen, Kifte 0,75-2,00, do. in Körben per Hein 0,00, groß 49-55 ,. Starpfen, 45er 0,00, bo. 100er 50-54. Rosen 0,00, weiße 2,00-2,25, Salatkartoffeln 5,00-6,00. Spinat 100 Bfd. 17-24. 3. Wahlkreis. Sonntag, den 10. Februar, abends 6 Uhr, in den Armin. hallen, Kommandantenstr. 20: Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Tagesordnung: Vortrag des Augenarztes Herrn Dr. Warm über: Die Pflege der Augen."( Mit Abbildungen.) 240/15 Nach der Versammlung: Gemütl. Beisammensein. Entree infl. Garderobe 20 Pf. Tanz fret. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Sitzung der Ortsverwaltung. Einsetzer! reitag, ben 8. Februar 1907, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstraße 17: Große öffentliche Versammlung Achtung! Achtung! Bauhandwerker! Die Holzarbeiter sind in ganz brutaler Weise ausgesperrt. Die Unternehmer versuchen, die notwendigsten Arbeiten auf den Bauten von Arbeitswilligen der Einfeger Berlins und Umgegend. fertigstellen zu laffen.- In Betracht kommen Einsetzer, Tischler und Treppenaufsteller. Zages Ordnung: " Die Aussperrung in der Holzindustrie und wie stellen sich die Einfeger dazu?" Distuffion. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht jedes Einjekers zu dieser Versammlung zu erscheinen. ftatt. Der Einberufer. Sonntag finden in den bekannten Lokalen die Bezirkssitzungen Der Obmanu. Wir machen die Bauhandwerker aufmerksam, daß jeder organisierte Tischler, Einsetzer oder Treppenaufsteller im Besitz Brandhe der Musikinstrumentenarbeiter. einer gelben Berechtigungskarte sein muß. Die Karte ist nur Branchen- Versammlung gültig, wenn vom Holzarbeiter- Verbande gestempelt. Wir ersuchen die Bauhandwerker, die größtmöglichste Montag, den 11. Februar, abends 8%, Uhr: im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( großer Saal). Tages- Ordnung: 1. Bericht der Branchenkommission über ihre Tätigkeit im Jahre 1906. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Branchenkommission. 4. Bericht über den Stand der Aussperrung. 5. Branchenangelegenheiten und Verschiebenes. Solidarität zu üben. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen und Kolleginnen, so weit sie Mitglieder unseres Verbandes find, ist zu dieser Versammlung erforderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Branchenkommission. Verband der haugewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. XX Zweigverein Berlin u. Umgegend. Sektion der Fahrstuhlarbeiter. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr: 79/20 Der Ausichuß der Gewerkschafts- Kommiffion. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Haupt- Bureau: Mitglieder Versammlung bei Jannascht, Inselstraße 10. Zimmer 34, Amt IV, 3353. Sektion der Dachdecker- Hülfsarbeiter. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr: Mitglieder Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel: Ufer 15, Saal 7. Tagesordnung wird in den Bersammlungen bekannt gemacht. Um recht rege Beteiligung an allen Bersammlungen wird ersucht. Sektion der Putzer- Träger. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 11, Uhr: Mitglieder- Versammlung in Wernaus Festfälen, Schwedter. ftraße 23. Sektion der Töpfer- Träger. Montag, den 11. Februar, abends 8 Uhr: Mitglieder. Versammlung im Rofenthaler Vereinshaus, Der Zweigvereinsvorstand. 82/11 Rosenthalerstraße 57. Vereinigung ber Metallarbeiter Deutschlands Verein Berlin n. Umgegend. Bureau und Arbeitsnachweis: Alte Schönhauserstr. 20, Eing.. Steinstr. 38. Geöffnet von 9-2 und 4-8 Uhr. Telephon: III, Nr. 8574. Sonntag, den 10. Februar, vorm. 10 Uhr, im Rosenthaler Hof", Rosenthalerstraße 11/12: Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5. Amt IV, 9679. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung in der Neuen Welt", Hasenheide 108-114. Zages Drbnung: 1. Stellungnahme zur Generalversammlung in München. 2. Beratung der Anträge. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung. 4. Neu- und Ergänzungswahlen für Angestellte in unserem Bureau. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Bentral- Kranken- und Sterbekasse 112/8 Die Ortsverwaltung. General- Versammlung der der Dachdecker Deutschlands„ Einigkeit". Möbelfabrik ,, Einigkeit“ Filiale Berlin. Sonntag, den 10. Februar, vormittags 11 Uhr, bei Feind, einstraße 11: Versammlung Zages Drdnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1906. 2. Stellungnahme zu unserer Staffe. 3. Wahl der Delegierten. 4. Verschiedenes und Kaffenangelegenheiten. 54/2 Der Ortsvorstand. Ordentliche Generalverfammlung. Zentralverband der Steinarbeiter Tages- Ordnung: 1. Bericht und Abrechnung vom dritten Quartal 1906. Zahlstelle Berlin 1. 2. Bericht der Kommission betreffend Berichmelzung mit dem Sonntag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr, Allgemeinen Deutschen Metallarbeiterverband. 3. Stellungnahme zu der geplanten Metallarbeiterkonferenz eventuell Wahl von Delegierten. 4. Neuwahlen laut Statut§ 11 Abs. d. 5. Gewerkschaftliches. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Jedes Mitglied hat zu erscheinen. 280/1 Der Vorstand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands Zweigverein Berlin. Sektion der Gips- und Zementbranche. Gruppe: Zementierer, im Englischen Garten, Aleganderstraße 27 c: E. G. m. b. H. Die diesjährige ordentliche General Bersammlung findet am Sonntag, den 24. Februar, vorm. 9 Uhr, unserem Kontor, Köpenickerstraße 154a, 1 r., statt. Tages- Ordnung: in 1. Borlage des Jahresabschlusses. 2. Bericht über die stattgefundenen Revisionen. 3. Neuwahl des Borstandes und Aufsichtsrates. 4. Ge schäftliches. 13366 Die Bilanz liegt in unserem Kontor zur Einsicht aus. Der Vorstand. J. Pytlik. E. Vorpahl. Mitglieder- Versammlung. Grosse Betten 12 Mk. Tages Ordnung: 172/4 1. Stellungnahme zur Antwort der Jnnung auf unsere Forderungen. 2. Berschiedenes. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. H. Zimmermann 136/19 Berlin SO. Sonntag, den 10. Februar, vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15( Saal 1): Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Jahresbericht und Neuwahl des Gruppenvorstandes. & Vorschläge zu den im Bureau tätigen Stollegen. 3. Verschiedenes. Kollegen, agitiert für einen guten Besuch dieser Versammlung. Jeber Stollege muß erscheinen. Der Gruppenvorstand. Juwelier Oranienstr. 206 Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. 00000 8535L ( Oberbett, Unterbett, 2 Riffen) mit doppeltgereinigten neuen Bett federn, beffere Betten 15, 19, 24 Wit.; 1 fcht. Betten 15, 20, 23, 29, 36 mt. ufio. Bersand geg. Nachnahme. Preis lifte. Proben, Berpackung foftenfrei. S. Gustav Lustig, Prinzenstr, 46 Größt. Spezial Geschäft Deutschl. Bentral- Krankenkasse der Maurer( Grundstein zur Einigkeit usw.) Bahlstelle Charlottenburg. Sonntag, 10. Februar, bormittags 10 Uhr, im Volkshause( l. Saal), Rosinenstraße 3: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal und Jahresabrechnung. 2. Borstandswahl. ( 8u wählen ist der erste Bevollmächtigte, Schriftführer und Stellvertreter des Staffierers und Revisor.) 3. Berschiedenes. 149/3 Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen sämtlicher Mitglieder ist notwendig. Die Ortsverwaltung. J. A.: W. Strahl PrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 3/5 Hant. and Harnleiden. 10-2,5-7 Sonntags 10-12, 2-4. Buchhandlung Vorwärts Berlin SW. 68, Lindenstr. 69. Nieder mit den Sozialdemokraten bon Wilhelm Bracke in neuer Ueberarbeitung herausgegeben. Preis 10 Pf. Porto 3 Pf. Nieder mit den Sozialdemokraten" ist eine der ältesten, aber noch immer wirkungsvollen Agitations Broschüren für die ländliche Bevölferung. Brade hat die landläufigsten Vorwürfe, die gegen unsere Bartei erhoben werden, in volkstümlicher, allgemein berständlicher Weise widerlegt. Die Märchen vom „ Teilen", von der Zerstörung der Familie und Religion", die auch heute noch von unseren Gegnern folportiert werden, find in überzeugenden Worten zurüdgewiesen. Das größte Brot! 6 Stück 10 Pf. nur allein in: Krautstr. 19, Wrangelstr. 135, Albrechts Bäckereien: Lausitzerstr. 2, Falckensteinstr. 32, Zentrale: Boxhagenerstr. 13. Pücklerhalle 222/223, Andreashalle 16/18. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. m mm...» 2. AilM i>cs ,J«tiiiirt5" Sttlinct liltetlittt<»«»»*■■«»■ Partei- Angelegenheiten. Dritter Wahlkreis. Sonntag, den 10. Februar, abends S Uhr, findet in den Arnimhallen, Kommandantenstr. 20, eine Bersainmlimg mit Frauen statt, in welcher Augenarzt Dr. Wurm über die Pflege der Augen sprechen wird. Nach der Bersainmlung: Gemüt- liches Beisammensein. Entree inklusive Garderobe 20 Pf., Tanz frei. Pankow. Am Sonnabend, den 16. d. M., veranstaltet der Sozialdemokratische Wahlverein in den Kurftirstensälen. Berliner- sttahe 102, ein Winterfest, genannt Pankower Fliederfest. Eintritt für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf.; es wird gebeten, in Sommertoilette zu erscheinen. Eintrittskarten sind durch die Bezirks- iasfierer zu erhallen. Schlldow-Blankeufelde.(Bezirk Rieder-Schönhausen.) Am Sonn- tag. den 10. d. M., findet für obige Orte die fällige Wahlvereins- sitzung in Mönchsmühle nachmittags 3 Uhr statt. Tagesordnung: „Allgemeines über die letzte ReichstagSwahl". Die Schönhauser Genossen werden ersucht, recht zahlreich zu erscheinen. Abmarsch nachmittags 1 Uhr von Dücker, Eichenstr. 70, aus. berliner JVachrichten. Ans der Stadtverordneten-Bcrsammlung. Heber die Gemeindeschulen Berlins wurde in der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten sehr lebhaft debattiert. Unter den Vorlagen, die auf der Tagesordnung standen, waren drei, die das Gemeindeschulwesen betrafen, und bei allen dreien sah die sozialdemokratische Fraktion sich genötigt, der Schulverwaltung eine Reihe von Mißständen vorzurücken. Da war zunächst die Vorlage über die Hergabe eines Grundstückes an der Pank- und Wiesenstratze, auf dem ein GemeindeschulHauS erbaut werden soll, damit die M i e t S- schulen in der Pankstraße und in der Scheringstraße auf- gegeben werden können. Es verstand sich von selber, daß bei dieser Gelegenheit das Uebel der Mietsschulen erörtert werden mußte. Der Stadtverordnete Fähndrich, der namens der „Alten Linken" die Ueberweisung der Vorlage an einen Aus- schuß beantragte, glaubte die Sache mit etlichen bedauernden Worten abtun zu können. Aber von unserem Genossen Hintze wurde nachdrücklich auf die skandalösen Zustände hingewiesen, die in manchen Mietsschulhäusern herrschen. Das Mietsschulhaus in der Pankstraße wurde von ihm durchaus zutreffend als„geradezu erbärmlich" bezeichnet. Der Magistratsvertreter Stadtrat Schäfer brachte ein paar Worte der Entschuldigung vor, aber aus den Reihen der freisinnigen Mehrheit mochte ihm kein Mensch bei- springen. Sie wußten nur zu gut. daß hierbei für sie keine Lorbeeren zu holen waren. Nachher kam eine Vorlage heran, durch die die Errichtung einer B a r a ck c n s ch u l e auf einem städtischen Grundstück an der Prenzlauer Allee gefordert wird. Auch hier wurde die Debatte über die Bedenklichkeit der raschen Vermehrung dieser Baracken von einem Freisinnigen eröffnet, von dem Stadtv. Körte, der namens der„Freien Fraktion" die Einsetzung einer gemischten Deputation empfahl, die zur Frage der Barackenschule Stellung nehmen solle. Genosse Hintze bezeichnete es als sehr erfreulich, daß endlich auch den frei- sinnigen Freunden des Magistrats ein Licht darüber auf- gegangen sei. wie es um die Vermehrung unserer Geineindeschulbauten bestellt sei. Auf freisinniger Seite wurde dieses Kompliment als keineswegs schmeichel- hast empftinden; die Schulfreunde aus dem Ge- folge des Herrn Cassel beantworteten es mit lärmenden Zwischenrufen. Sie länntcn auch, als unser Redner daran erinnerte, daß die Mängel der Barackcnschulen von der sozialdemokratischen Fraktion längst in der Stadtverordnetenversammlung zur Sprache gebracht worden sind, ohne daß damals die freisinnige Mehrheit den Klagen Gehör schenkte. Die Redner des Freisinns antworteten. sie seien immer bereit, auf Anregungen zum Nutzen der Schule einzugehen. Man kennt ja die schönen Versprechungen, mit denen sie in solchen Fällen um sich zu werfen Pflegen. Besonders Herr Cassel versicherte, der Frage der rechtzeitigen Vermehrung unserer Schulen widme sich die Schulverwaltung„mit der größten Hingebung". Aber man könne nicht so schnell mit den Schul- bauten fertig werden, wie manchmal ein ganzer Stadtteil entstehe. Genosse Singer tvieS ihm nach, das das Unsinn ist. Die Auf- schließung der noöh unbebauten Terrains werde doch durch die Gemeindebehörden vorgenommen, da könne die Schulvcrwaltung sehr wohl im voraus wissen, lvo sich in den nächsten Jahren ein Schulcnbedürfnis herausstellen werde. Herr Cassel empfand, daß er mit seinem längst abgebrauchten Argument sich lächerlich gemacht hatte. Er antwortete mit der Ver- lcgenheitsphrase. die sozialdemokratische Fraktion habe doch «nicht allein das Interesse fi'ir die Schule gepachtet". Der Antrag auf gemischte Deputation wurde angenommen. Kommt sie zu stände, so wird man ja sehen, wie der„Mitpüchter" Cassel sein„Interesse für die Schule" wieder mal betätigen wird. Schließlich gab eS noch eine Debatte über� die Frequenzstatistik, die der Magistrat den Stadt- verordneten vorgelegt hat. Wieder ergriff zuerst ein Frei- sinniger das Wort,«tadtv. Ulrich von der„Alten Linken". Ter Herr sagte es offen heraus, daß er die g e r i n g c B c- sctzung der oberen Klassen für bedenklich hält. Er gab die pädagogische Weisheit zum besten, in stärker be- setzten Klassen seien Lehrer und Lernende mehr bei der Sache, nur da könne der Lehrer„voll seine Schwingen entfalten". Aber auch aus finanziellen Rücksichten müsse die Einziehung der schwach besetzten Klassen gefordert werden. Lebhafter Beifall folgte seiner Rede: er hatte der Mehrheit aus dem Herzen gesprochen. Unser Genosse Borg mann zeigte, daß aus der Frequenzstatistik auch noch etliches andere zu ersehen ist, z. B. die starke Besetzung der unteren Klassen, die erneute Zunahme der fliegenden Klassen, die andauernde Vermehrung der Mietsschulen usw. Borgmann riet auch, die von den Frei- sinnigen immer wieder vorgebrachten Bedenken gegen das Achtklassensystem bis zu dem Zeitpunkt aufzusparen, wo man ein abschließendes Urteil darüber haben könne. Stadtschulrat Fischer, der gestern zuin ersteirmal in der Versammlung sprach, antwortete ruhig und sachlich: Borg- manns Ausführungen vermochte er nicht zu entkräften. Zum Achtklassensystem bemerkte er, man werde wohl auf den früheren Vorschlag, sieben Klassen nebst Oberklasse zu schassen, zurückgreifen müssen. Doch gab auch er zu, daß man ein sicheres Urteil jetzt noch nicht haben könne. Zum Schluß ver- suchte Stadtv. H e l l w i g sich am„Vorwärts" zu reiben und „das freisinnige Berlin" gegen uns zu verteidigen. Gönnen wir ihm das billige Vergnügen. Roch etwaS vom WahluachtSspuk. Zur Kennzeichnung der Leute, die in der Nacht nach der Stich- wähl durch die Straßen Berlins von Scherl über Bülow zum Kaiser marschierten, möchten wir heute noch ein paar Einzel- heilen nachttagen. Die Kaiserrede, die in der Gespensterstunde zum Fenster hinaus gehalten wurde, hat doch nicht den Abschluß des eigenartigen Treibens gebildet. Das Gros der im Lust- garten zusammengeströmten Menge verlief sich allerdings nach diesem HerzenSerguß sehr rasch, weil die meisten nun genug hatten. Aber ein kleiner Trupp zog noch über die Schloßbrücke nach den„Linden" zurück, um dort z»mächst auch das Kronprinzen- paar herauSzunötigen. Bon da marschierten diese noch immer nicht satten Patrioten bis zur Kranzlerecke und weiter durch Friedrichstraße, Leipzigersttaße, Bellevuestraße nach dem Tiergarten- viertel. In der„Freisinnigen Zeitung" finden wir außer einer bc- geisterten Schilderung der Scherl-Bülow-Kaiser-Demonstration noch einen Bericht über diesen Abstecher nach dem Tiergartenviertel. Da wird erzählt:„Durch die Tiergartenstraße führte der Marsch sodann in die stille Hohenzollernstraße, deren vornehme Villen völlig dunkel waren. Bor Nummer 8 wurde Halt gemacht, die Hurrarufe weckten jedoch die Bewohner des Hauses nicht, wenigstens zeigte sich niemand. Ein Herr brachte auf Herrn Kaempf, den einzigen nationalen Abgeordneten Berlins, ein dreifaches Hoch aus, man ließ noch einmal das deutsche Vaterland leben, und dann bewegte sich der Zug in derselben Weise wieder zurück." Für unsere Leser wollen wir hinzufügen, daß im Hause Hohen- zollernstraße 8 der Herr Kaempf wohnt. Die„Freis. Ztg." sagt das nicht, wohl deshalb nicht, weil sie es bei ihren Lesern als bekannt voraussetzt. Man sieht, welchen hervorragenden Anteil die liberale Jugend an all diesen Demonstrationszügen ge- habt hat. Und auch das sieht man. daß die Berliner Polizei beide Augen zuzudrücken versteht— nicht nur dann, wenn Demonsttationszüge veranstaltet werden, die� dem Kanzler und dem Kaiser gellen, sondern auch dann, wenn in später Nacht das begeisterte„Volk" einem Privatmann, einem liberalen„Ueberwinder" der Sozialdemo- kratie, huldigen will. Die„Freis. Ztg." erzählt schließlich noch, daß der Trupp dann durch Leipzigerstraße und Friedrichstraße nach dem Oranienburger Tor abzog. In der Umgebung des Oranienburger ToreS befindet sich unseres Wissens eine Sorte von Nacht- lokalen, in denen man Berliner Sittenzustände studieren kann. Hat etwa dort die patriotische Orgie ihr Ende gefunden? Zu denken gibt auch, ein Intermezzo, über das da»„Verl. Tageblatt' berichtet. Der Abmarsch von Bülow, der geredet hatte. zum Kaiser, der reden wollte, wird dort so geschildert:„Der Zug strömt am Fenster des Kanzlers vorbei. Eine Gestalt wird sichtbar, die sich verneigt. Plötzlich fliegt ein Schneeball hinauf, da« Fenster schließt sich,„zum Schloß" heißt die neue Parole." Es braucht niemand zu glauben, daß der Schneeball etwa gar aus der Hand eines„Roten" gekoinmen sein könnte. Das war offenbar weiter nichts als einer jener„Späße", deren wir mehr in dieser denkwürdigen Nacht gesehen und gehört haben. Die liberale Jugend befand sich eben in jener animierten Stimmung, die nach Betättgung ringt, nach Be- tätigung um jeden Preis. Wenn übrigens jemand im Ernst ver- sucht hätte, etwas zu sagen oder zu tun, was„das patriotische Empfinden verletzt" hätte, so wäre er wahrscheinlich gelyncht worden. Denn der liberalen Jugend pflegt rasch der Mut zu wachsen, wo sie sich in der Uebermacht weiß. Die „Germania" berichtet, daß Anhänger der Zentrums- Partei vor dem Haufe des Herrn Scherl es gewagt haben, sich gegen die Beschimpfung deS Zentrums zu wehren. Daraufhin seien sie von der Menge so hart bedrängt worden, daß sie polizeilichen Schutz anrufen mußten. Und diese Menge, die zum sehr großen Teil aus jungen, noch lange nicht wahlmündigen Leuten bestand(was auch die„Gerniania" bestätigt), zog dann vor das Kaiserschloß und ließ sich von Wilhelm II. erzählen, daß sie„ihre Pflicht gegenüber dem Vaterlande getan" Habel Die Zahl der Schneeabfuhrwagen ist an, gestrigen Tage auf 2100 vermehrt worden, deren tägliche Abfuhrleistung zirka 40 000 Kubik meter Schnee bettägt. Seit vorigen Donnerstag morgen sind aus den Straße» Berlins mit über 100 000 Fuhren mehr als 200 000 Kubik- meter Schnee abgefahren worden. Es ist dies jedoch kaum der 15. Teil der Schnecmeugen, die in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag voriger Woche niedergegangen sind. Die HauptverkehrS- sttaßen sind jetzt ziemlich schneefrei. Die Ilnterlcitungsstrecke der Großen Berliner Straßenbahn ist gestern uachmillag zwischen der Dorotheenstraße und Potsdamerplatz wieder befahrbar geworden und sofort in Betrieb genommen. Ein dritte« Wintergewitter ist am gestrigen Morgen beobachtet worden. Gegen 7 Uhr wurden im Süden von Berlin zahlreiche elektrische Entladungen— sogenanntes Wetterleuchten— wahr- genommen. Die ziemlich intensiven bläulichen Lichtstrahlen waren eine Viertelstunde lang in Abständen von 1 bis 2 Minuten sichtbar. Wie uns aus Frankfurt a. O. mitgeteilt wird, soll auch dort gestern nachmittag ein Ferngewitter beobachtet worden sein. Im städtische» Arbeitshause zu RummelSburg befanden sich am 1. Oltober 1006 insgesaint 1703 Korrigenden<1680 männliche, 118 iveibliche). In den drei Monaten Ottober bis inklusive De- zember 1006 hatte die Anstalt einen Zugang von 381 männlichen und 33 weiblichen Korrigenden zu verzeichnen. Der Abgang bettug in den drei Monaten 513 Männer und 47 Frauen. ES verblieb mit- hin am 31. Dezember 1006 ein Bestand von 1548 männlichen und 106 weiblichen, zusammen 1654 Korrigenden in der Anstalt. Im Hospital deS Arbeitshauses wurden am 1. Oktober 1006 484 Hospitaliten verpflegt(360 männliche, 115 weibliche). Vom 1. Oktober bis 31. Dezember wurden 04 Männer und 48 Frauen. zusammen 142 Personen neu aufgenommen und 104 Männer und 55 Frauen entlasten. Die Zahl der im Hospital verpflegten Hospitaliten betrug demnach am Jahresschlüsse 467(350 männliche und 108 weibliche). Im Filialhospital zu Reinickendorf befinden sich außerdem 106 männliche Hospitaliten in Pflege. Die Gesamtzahl der der Arbeitshausverwaltung überwiesenen Personen betrug also am 31. Dezember 2317(gegen 2473 am 1. Oktober). Als Kranke befanden sich am 1. Januar d. I. in dem Lazarett de» Arbeitshause» und in den Sazarettstationen deS Hospitals 43 Korrigenden(30 männliche und 13 iveibliche). Von den Hospitaliten wurden 235 männliche und 75 weibliche in den genannten Kranken- anstalten verpflegt. ES waren also von den 2317 ArbeitShäuSlern und Hospitaliten 353 Personen in den Krankenhäusern unter- gebracht. Im Oktober-Dezember- Quartal 1006 befanden sich im Arbeits« hause durchschnittlich täglich 1731 Korrigenden, im Hospital und dessen Filiale 678 Hospitaliten. Insgesamt waren in den genannten Aiistalten im Durchschnitt täglich 2400 Personen zu verpflegen. Der Polizeipräsident gibt bekannt: Auf Grund der Bekannt» machung des Herrn Reichskanzlers über den Betrieb der Bäckereien und Konditoreien vom 4. März 1896 werden der 0., 12. Februar, 0.. 26.. 27. und 28. März. 8.. 15.. 16. und 17. Mai dieses Jahres als solche Tage festgesetzt, an denen in Bäckereien und Konditoreien Gehülfen und Lehrlinge über die vorgeschriebene Zeit hinaus be» schüftigt werden dürfen. Da» verpänte.Kiekemal". Die wenigen Einwohner der fremid- lichen Kolonie Kiekemal bei Mahlsdorf sind von einer geradezu lächerlichen Abneigung gegen den doch eigentlich ganz poetischen Namen ihres Fleckens erfüllt. Ihr wiederholtes Gesuch um Sendcrung des. Kiekemal" in„KönigSthal" ist bekanntlich von der Behörde ab- gelehnt worden, und die Kiekemaler bleiben nun in aller Form rechtens Kiekemaler. Aber wehe demjenigen, der sie so bezeichnen würde. In den Vereinen deS OrteS ist den Mitgliedern bei schwerer Buße verboten, von Kiekemal zu sprechen, KönigSthal heißt eS. Die guten Leutchen haben sich'in den Namen KönigSthal derartig verbissen. daß er überall auf den Rellametaseln der Gastwirtschaften zur Anwendung kommt. Auch der Grundbesitzerverein des OrteS, der sich auch früher schon nicht nach Kiekenml, sondern nach„Reu- hirschgarten" benanisete, hat sich jetzt in„Grundbesitzerverein König»« thal" umgetauft. Die Zahl der Arbeiter, die sich der städtischen Straßenreini- gung während der großen Schneefälle zum SäMeschippen anboten, aber zurückgetviesen wurde, ist nach mehreren uns noch zuge» gangenen Zuschriften sehr erheblich gewesen. So wird uns über» einstimmend von mehreren Seiten berichtet, daß Arbeitern, die früh 6 Uhr in den: Depot in der Kesselstraße um Arbeit nach» fragten, vom Aussehet geantwortet wurde, er habe Leute ge- nügend und dürfe keine weiteren einstellen. Der gleiche Bescheid ist Arbeitern von den Depots in der Odcrbergcr-, Wiesen- und Chorinerstraße geworden. Ans dem Depot auf dem Gesundbrunnen sollen sich gegen 200 Personen gemeldet haben, wovon ganze 4 Mann eingestellt wurden, von dem Depot in der Wiefenstraße sind an einem Morgen gegen 60 Personen abgewiesen worden. Und angesichts dieser Tatsache läßt der Magistrat in die Welt hinausposaunen: es mangle an ArbeitÄräsien, um den Schnee zu beseitigen. Das ist doch eine unerhörte Flunkerei! Das Ende d»S Veteranen. Der 60 Jahre alte frühere Schlosser Gustav Neumaun aus der Mulackstr. 21, der im Alexander-Rcgi- ment die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mitmachte und den Ehren- sold der Veteranen bezog, konnte seit 12 Jahren in seinem Berufe nicht mehr arbeiten. Ten Lebensunterhalt erwarb er sich seitdem dadurch, daß er Reklamcschildcr durch die«-tragen trug. Jeden Tag sah man ihn Stunden lang vor dorn Hauise Rasenthalerstr. 15 stehen. Vorgestern nachmittag entsank plötzlich das Schild seiner Hand. Im nächsten Augenblick brach er bewußtlos zusammen. Der Set, lag hatte ihn gerührt. Hilflos wurde er nach feiner Wohnung gebracht, wo er gestern nachmittag verstarb. Im Gchiller-Theater in Charlotteniurg ist auch ein Schiller-Saal fertiggestellt, der den, weiteren Ausbau des VolkSunterhaltungS- gedankens gewidmet sein soll. Für einen außerordentlich niedrigen Preis sollen im Schiller-Saal regelmäßig wiederkehrende Ver« anstaltungen aus allen Gebieten der Kunst stattfinden. Die Sonntag abende werden der Musik, der Dichtung und der dramatischen Kunst gewidmet sein. Für die Montag- abende wird die Pflege der bildenden Kunst ins Auge gefaßt, zunächst Vorträge aus den verfchiedensten Gebieten der bildenden Kunst mit Unterstützung von Original- bildern, Reproduktionen und Lichtbildern. Im nächsten Jahre sollen die Volkstümlichen Kunstausstellungen wieder aufleben, die da« Schiller-Theater vor Jahren im Ber- linischen Rathause mit gutem Erfolge eingeführt hat. Für Mitt- w o ch plant die Direktion des Schiller-TheaterS die regelmäßige Wiederholung derjenigen Tondichter-Abende, die sich eines besonders starke» Zuspruches im Berlinischen Rathause erffeuen, für die vielen Hunderte, die den Sonntag vorher keinen Eintritt mehr finden konnten. Sonnabend sollen Dichter-Abende mit besonderer Berücksichtigung der Jugend stattfinden. Für die weiteren Abende der Woche bleibt die Versügung vorläufig noch offen. Sie sollen teils unter der Leitung des Schiller-Theater«, teils unter der Leitung von Vereinigungen, die sich verwandten Aufgaben widmen wie das Schiller- Theater, Zwecken der Volksbildung und BolkSunter« Haltung dienen. Beim Abstur, von einem Stroßenbahuwagen ist gestern morgen der Kaufmann Klose, Rykcstr. 23, schwer verletzt worden. K. be- fand sich auf der Borderplattsorm de» AnbängrwagenS eines GtraßenbcchnzugeS der Linie 60 und wurde anscheinend von einem Schwindelanfall erfaßt. Bor dem Hause Prenzlaucrstr. 42, auf gerader Strecke, stürzte er plötzlich von- den, Perron herunter und fiel so unglücklich, daß er eine echcibliche Kopfwunde sowie einen Bruch deS linken Unterschenkels erlitt. Der Verunglückte wurde. nachdem er auf der Unfallstation in der Koibelstraße einen Not- verband crhalttn hatte, nach seiner Wohnung übergeführt. Einbruch in ein Warenliaus. In dem Warenhaus„Germania" in der Schönhauser Allee 128 Hai in der gestrigen Nacht eine Ein- brecherbande mit lohnendem Erfolg„gearbeitet". Als die Ver- käufer morgens den Laden betreten wollten, fanden sie eine der Türen gesprengt und in den Verkaufsräumen herrschte ein wüstes Durcheinander. Während der Nacht hatten Diebe die Tür zer- trümmert und sich auf diese Weise Eingang in das Warenhaus verschafft. Die Abteilung für Herrenartikel räumten die Täter fast vollständig aus. Es sielen ihnen Waren im Werte von nahezu 4000 M.. Krawatten, Oberhemden, Kragenschoncr, Handschuhe usw. zur Beute. Den Kopf zerschmettert. Ein schrecklicher Unglücksfall hat sich gestern abend in einer Maschinenfabrik in der Reinickendorferstraße zugetragen. An einer Leitungsvorrichtung hatte sich eine Schraube gelöst und dadurch war ein eingekeilter Holzkloben gelockert worden. Plötzlich sprang der Kloben mit großer Gewalt heran» und traf unglücklicherweise den 21jährigen Schlosser Hermann Matuscheck, Badstraße 10 wohnhaft. Dem Aermsten wurde der Kopf fast voll- ständig zerschmettert. In völlig hofsnungslosem Zustande wurde M. ins LazaruS-KrankenhauS eingeliefert. Im Schnee erfroren. Ein trauriges Ende hat der 44 Jahre alte Kellner Gustav Glöbig, der in einem bekannten Etablissement in„Neue Mühle" in Stellung war. gefunden. Spät abends hatte sich G. aus dem Lokal entfernt und in früher Morgenstunde wurde er von Passanten auf der Chaussee bei Niederlchme erstarrt auf- gefunden. Mit dem Gesicht lag er im Schnee. WicderbelcbunaS- versuche, die sofort mit ihm angestellt wurden, hatten keinen Er- folg mehr. Wahrscheinlich war G. auf dem Wege unwohl ge- worden, in den Schnee gestürzt und elend erfroren. Zu dem Raubmordversuch auf der Chaussee bei Fürstenwalde wird berichtet, daß unter dem Verdacht der Täterschaft ein Fletscher- geselle verhastet worden ist. In Frankfurt a. O. hatte sich der Fest« genommene dadurch verdächtig gemacht, daß er m Lokalen mit Damenbedienung grobe Geldsummen verschleuderte und als er abends mit einer Kellnerin das Stadttheater verließ, Ivnrde er durch die Polizei verhaftet. Noch 86 M. bares Geld fand man bei ihm bor. Er gibt an, in Markgrafenpieske, deni Heimatsort des Schmiedes Hermann Diedrich, an dem bekanntlich der Raubmord- Versuch verübt wurde, bei einem Fleischermeister gearbeitet und seine Stellung am Sonnabend verlassen zu haben. Ob der Geselle mit dem Verbrechen in Verbindung zu bringen ist. wird erst die Unter- suchung ergeben. Das„Prater-Theater", welches in jeder Woche mit einem Venen Repertoirestück erscheint, wird am heutigen Freitag das fünf- aktige Volksstück„Die Else vom Erlenhof" zur Erst- aufführung bringen. Im wissenschaftlichen Theater der Urania bietet der szenisch und dekorativ ausgestattete Vortrag:„Die Fenergewalten der Erde" mit seinen packenden Tarstellungen des Unterganges von St. Pierre, des Aetna, des Kilauea und• schließlich auch der Geisertätigkeit im Wunderlande Amerikas eine Fülle von Anregungen und ver- anschaulicht die unheilvollen Naturgewalten, welche im Schöße der Erde wirken und in letzter Zeit so häufig die Menschheit in Mit- leidenschaft gezogen haben.— Am Sonnabend und Sonntag findet je eine Nachmittagsvorstellung zu kleinen Preisen statt und zwar am Sonnabend nachmittags 4 Uhr und am Sonntag mittags 2 Uhr. Zur Darstellung gelangt an beiden Tagen der Vortrag„Frühlings- tage an der Riviera". Im Hörsaal beginnt in der nächsten Woche Herr Ingenieur A. Kessner an, Freitag einen aus vier Vorträgen bestehenden Zyklus über unsere moderne Stahl- und Eisenindustrie mit dem Vortrag„Roheisen, Gichtgas und Schlacke". Abonnements- karten für dieseit Zyklus sind an der Kasse der Urania erhältlich. Vorort- JVadmchten* Steglitz. Reingefalltit. Gegen die Gültigkeit der im März v. I. im ersten Bezirk vollzogenen Gemeindevertreterwahlen der dritten Abteilung war bekanntlich von unserer Seite Protest erhoben worden. Die Wahlen fanden unter Leitung des Gemeindevorstehers Bürgermeister Buhrow statt. Schon bei der Hauptwahl kam es wiederholt zu stürmischen Protesten der Arbeiterwähler gegen den Wahlvorstand, weil sie sich in ihren Rechten verletzt fühlten. Auch die Stichwahl begann wieder mit einer Verletzung der gesetzlichen Vorschriften. Der Wunsch unserer Gegner wurde durch diese Wahl erfüllt. Bei der Hauptwahl blieben«vir mit drei Stimmen in der Minderheit und in der Stichwahl„siegten" die vereinigten Mietervereinler und Hausbesitzer. Unser Protest wurde vom Bürgermeister Buhrow in der Gemeindevertretersitzung für unbegründet erklärt, nachdem der Polizeikommissar Hoffmanft noch einen amtlichen Bericht beigesteuert hatte, in dem etwas widerlegt wurde, was der Protest gar nicht behauptet hatte. Trotzdem wurde der Protest schließlich einer Kommission überwiesen, die sich jedoch ebenfalls auf einen ablehnenden Standpunkt stellte. Der besoldete Schöffe Dr. Beyendorf wies als Berichterstatter mit juristischem Scharfsinn haarklein nach, daß sämtliche Protestgründe hinfällig seien. Der Antrag der Kommission auf Gültigkeitserklärung der Wahl wurde natürlich gegen die Stimme unseres Vertreters an- genommen. Auch die Mieterftaktion stimmte einmütig dafür und bewies damit, daß es ihr auf ein Unrecht nicht ankommt, wenn die Sozialdemokraten davon betroffen werden. Gegen diesen Beschluß klagten wir beim Kreisausschuß. Nach elf Monaten fand nun endlich am vergangenen Dienstag der erste Termin statt, in dem der Kläger durch den Rechtsanwalt Genossen Dr. Herzfeld vertreten wurde. Unsere Gemeiiidevertretung mitsamt ihren beiden juristisch gebildeten Bürgermeistern mußte sich vom Kreisausschuß den jeden- falls nicht besonders angenehmen Bescheid holen, daß die sozialdemo- kratisch geschulten Arbeiter in den einschlägigen Gesetzen besser Bescheid wissen als ihre Gegner, die angeblich die Bildung in Erbpacht haben. Der Kreisausschuß gab unserer Klage statt und erklärte die angefochtene Wahl für ungültig, und zwar schon auf Grund eines einzigen Protestgrundes, ohne(wie die Lokalpresse berichtet) überhaupt erst in die Beweisaufnahme der übrigen zahlreichen Rügen einzutreten, deren jede einzelne auch noch genügt hätte, das gleiche Resultat zu erzielen. Wir haben also demnächst die Wahl von drei Gemeinde- Vertretern der dritten Abteilung vorzunehmen. Wir dürfen wohl hoffen, daß nach der empfangenen Belehrung diesmal alles gesetzlich vor sich geht. Dann können wir jedenfalls auf den Sieg unserer Kandidaten rechnen und weiter annehmen, daß der Wahlakt weniger turbulent verläuft als im März v. I., wo die Arbeiter alle Veranlassung hatten, empört zu fein. Lichtenberg. Der Haushalts-Etat, der demnächst der Gemeindevertretung zur Beschlußfassung unterbreitet werden soll, wird dem Vernehmen»ach die Herabsetzung der Einkommensteuerzuschläge von IIS Proz. aus Ivv Proz. bringen. Daß damit wieber die Erwartungen begraben werden müssen, die aus endliche Erfüllung einer ganzen Reihe sozialer Pflichten der Gemeinde gesetzt sind, kümmert unsere Hausbesitzermajorität nicht. Zur Bordereitung der im März stattfindenden Gemeindewahl hat der Grundbesitzeroerein Lichtenberg-Ost bereits ein Wahlkomitec gewählt; die übrigen Vereine werden dein Beispiel folgen. Ober- Schöneweide. Zu unglaublichen Mitteln im Kampfe gegen die Jugend- organisation greift die Ober-Schöneweider Behörde. Den, Vater eines dem Verein angehörenden Lehrlings wurde, wie man uns mit- teilt, aus dem Polizeibureau eröffnet, daß, wenn er seinen Sohn nicht zum Austritt veranlasse, er nötigenfalls die Ausweisung zu ge- wältigen habe. Der Vater ist Däne, aber schon seit 32 Jahren am Ort ansässig. Auch der Lehrling wurde verhört. Ihm wurde folgende schrist- liche Erklärung abverlangt:„Ich verpflichte mich, solange ich in Deutschland bin, keiner Organisation an- zugehören und keine Politik zu treiben; auch ver- pflichte ich mich, keine Agitation für den Verein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter zu treiben." Der Lehrling verweigerte allerdings die Unterschrift. Sollte die Ober- Schöneweider Polizeibehörde wirklich nichts besseres zu tun haben als eine rechtschaffene Familie ins Unglück zu stürzen? Damit— das müßte die Polizei bereits wissen— wird die Jugendorganisation sicherlich nicht geschwächt. Je mehr das Be- streben vorhanden ist, dieselbe zu zerstören, desto kräftiger wird sie sich entwickeln. Die Ober-Schöneweider Arbeiterschaft wird sich mit dieser Angelegenheit eingehend beschäftigen und es an der nötigen Unterstützung der Jugendorganisation nicht fehlen lassen. Nieder- Schöneweide. Ein Fraueniein wurde gestern in der Nähe der Kabelwerke aus der Spree herausgezogen. Der Leichenteil war mit einem langen schwarzen Strumpf bekleidet. ES ist wohl kaum anzunehmen, daß es sich hier um ein Verbrechen handelt, es wird vielmehr angenommen. daß das Bei,» von einer Selbstmörderin herrührt und durch die Schraube eines Dampfers vom Körper abgeschnitten worden ist. Erkner. Selbstmordversuch auf den Eisenbahnschienen verübte am Mittwochabend der Kutscher Otto Tries aus Berlin. Krautstr. 31. Das Personal des Bahnhofs Erkner bemerkte einen Mann, der mit dem um diese Zeit von Berlin angekommenen Zuge eingetroffen war, jedoch nicht den Bahnsteig sofort verließ, sondern langsamen Schrittes wie wartend sich nach dem Ende desselben begab. Als die Passagiere ausgestiegen waren und der Zug sich wieder in Be- Wegimg setzte, sprang der Mann unmittelbar vor der Lokomottve auf die Schienen. Der Lebensmüde wurde von der Maschine erfaßt und niedergeschleudert. Da jedoch der Zug sich erst in der Anstjhrt befand, gelang es dem Lokomotivführer, den Train so rechtzeitig zum Stehen zu bringen, daß der. Mann nicht unter die Räder der Maschine geriet. Der Selbstmordkandidat hatte schwere Kopf- Verletzungen erlitten und wurde nach der Heilanstalt in Wilhelms- Hägen übergeführt. Potsdam. Bom Steuerzahleu befreit. Der General der Kavallerie, General- adjutant des Kaisers v. Scholl war vom Magistrat zur Gemeinde- einlommensteuer herangezogen worden. Der Magistrat ging davon aus, daß General v. Scholl als pensionierter Offizier anzusehen sei. General v. Scholl erhob nach ftuchtlosem Einspruch Klage und be- tonte, er gehöre zu den Offizieren, die nach erfolgter Pensionierung wieder zum aktiven Dienst herangezogen seien. Nach dem Gesetz vom 22. April 1892 hätte mithin sein steuerpflichtiges Einkommen lediglich der Vorsitzende der Einkommensteuer-Veranlagungkommission zu er- Mitteln. Als Kommandeur der Leibgendarmerie und Generalkapitän der Schloß- und Leibgarde stehe ihm über die ihm unter- stellten Offiziere Disziplinarbefugnis zu, auch dürfe er den Mann- schaften Urlaub erteilen. Der Bezirksausschuß wies jedoch die Klage des Generals ab und stellte fest, daß für ihn im Etat kein be- sonderes Gehalt stehe, er beziehe nur 9960 Mark Pension. Diese Entscheidung focht der General durch Revision beim Oberverwaltungs- gericht an. Geheimrat v. Schelling, der Sohn des früheren Justiz- Ministers, betonte, entscheidend komme allein in Betracht, daß der General dauernd aktiven Dienst leiste; unerheblich sei es, daß für ihn kein besonderes Gehalt im Etat stehe. Die Bezüge der Armeeinspetteure, die unzweifelhaft aktiven Dienst verrichten, stehen auch nicht im Etat; sie bekommen ihre Bezüge aus der Privatschatulle deS Kaisers oder aus anderen Fonds. General v. Scholl gehöre, da ihm eine Kommando- und Strafgewalt über die ihm unterstellten Mannschaften zustehe, zu den servisberechtigten Militärpersonen des Friedensstandes. Das Ober- Verwaltungsgericht schloß sich diesen Erwägungen in der Hauptsache an, hob die Vorentscheidung auf und entschied zugunsten des Generals v. Scholl, da dieser zu den Militärpersonen des Friedensstandes zu rechnen sei; im Hinblick auf das Gesetz vom 22. April 1392 erscheine daher der Magistrat nicht befugt, den erwähnten General zur Ge- meindeeinkommensteuer heranzuziehen. Versammlungen. In der ordentlichen Generalversammlung der freien- Volks- bühne sprach Curt Eisner über„Die Intellektuellen". Die zahlreich erschienenen Mitglieder folgten seinen hochinteressanten, polemischen Ausführungen mit lebhafter Anteilnahme. Den Ge- schäftsbericht gab der erste Borsitzende Conrad Schmidt in einem Ueberblick über die Leistungen des Vereins in der neuen Saison. Das Spieljahr wurde eröffnet mit den..Kreuzelschreibern". Auf- geführt wurde ferner„Der Sturm", Heyjcrmans ergreifende so- ziale Tragödie„Ora et labora",„Abrechnung", die reizvoll-lustigc Komödie Wieds, ScribcS„Glas Wasser" und„Die Häuser des Herrn Sartorius" von Shaw. Demnächst folgt Grillparzcrs Lust- spiel„Weh' dem, der lügt" und„Baumeister Solneß" von Ibsen. In den„Kunstabenden" rezitierte Thurner aus den Bauern. geschichten von Anzengruber und Rosegger, Hirschberg trug Goethesche Lieder in Beethovenscher Vertonung vor; den dritten Abend füllten die Deklamationen Bierbaumscher und Lilien- cronscher Gedichte. Der nächste Kunstabend bringt Darbietungen eines skandinavischen Trios. Das Märzfest werde diesmal als Stiftungsfest des 1897 von neuem gegründeten Vereins gefeiert. Im Laufe des Februar veranstaltet der Verein im Mozartsaal des Neuen Schauspielhauses ein Mozart-Konzert für die Mitglieder. Die Verträge mit dem Berliner Theater und dem Neuen«chau- spielhause sind für die nächste Saison erneuert.— SB i n II e r erstattete den Kassenbericht. Die Einnahmen betrugen 12 934,68 M., die Ausgaben 33 796,33 M., der Kaffenbestand am 31. Dezember 1996 9188, 3S M.— Darauf ergriff der zweite Vor- sitzende B a a k e das Wort, um die Versammlung von einem neuen Theaterprojckt, durch welches die Freie Volksbühne zu einem eigenen Heim kommen soll, in Kenntnis zu setzen und um ihre Zustimmung zu dem so viel verheißenden Unternehmen zu bitten. Vor zehn Jahren habe ein Mitglied beantragt, einen Fonds zum Bau eines eigenen Theaters zu sammeln, ein Vorschlag, der damals als ver- früht und unpraktisch abgelehnt wurde. Jetzt habe die Aufforderung des Vorstandes zur Zeichnung von Anteilscheinen für den Erwerb eines eigenen Theaters auch nur einen begrenzten Erfolg gehabt, trotzdem im Einverständnis mit den maßgebenden Instanzen in Berlin ein Flugblatt in 70g0lXZ Exemplaren verbreitet worden sei. Da sich zeigte, daß der Plan in dieser Form, wenn überhaupt, so erst nach langen Jahren durchführbar sei, habe man schließlich die Slgitation eingestellt. Nun aber sei ein neuer Plan, dessen Aus- führung, was den Verein betrifft, nicht mehr als die bereits ge- zeichneten Gelder verlange, dem Vorstande vorgelegt. Unser Re- gisseur. Direktor Ad. S t e i n e r t, wird in bester Gegend Berlins, die von allen Seiten gleich günstig zu erreichen ist, ein Theater er- richten. Das Ziel ist Bau eines Theaterraums mit 1499 Sitz- Plätzen. Diese sind nach den vorliegenden Plänen so angeordnet, vaß von jedem Platz gleich gut gesehen und gehört werden kann. Das Haus hat keine Ränge und darum auch keine die Llussickst störenden Säulen im Zuschauerraum. An das Theater schließt sich ein großer Saal, der 2499 Personen faßt. Für den Betrieb des Unternehmens wird eine Kommandit-Gesellschaft gegründet mit Ad. S t e i n e r t als verantwortlichen Kommanditär. Die Freie Volksbühne soll auf Grund der von den Mitgliedern schon ge- zeichneten 29— 39 999 M. einen Kommanditanteil erwerben. Der eigentliche Fonds, den sie mitbringt, ist natürlich nicht diese bei einem Millionenprojekt so kleine Geldsumme, sondern der Mit- g l i e d e r b e st a n d, der von vornherein dem neuen Theater eine— wenn auch begrenzte— so doch sichere Basis gibt. Der Verein soll Einfluß auf das Repertoir erhalten und durch seine Treuhänder eine stetige Kontrolle über die Qualität der Dar- bictungen ausüben können. Die Slnteile werden mit 4 Proz. ver- zinst. Das Unternehmen tritt Oktober 1998 in Tätigkeit. Im Auftrage des gesamten Vorstandes schlägt Redner folgende Rc- solution vor: „Die heutige Generalversammlung begrüßt eS mit Genug- tuung, daß der Plan, ein Gebäude für die Ziele der Volks- bühnenbewegung zu errichten, nunmehr in fester Form vorliegt. Sie beauftragt den Vorstanb mit den weiteren Schritten." In der darauffolgenden Diskussion schlägt Herr Kämpf vor. ehe man der Resolution seine Zustimmung gäbe, die Ausführungen des Herrn Baake im Bühnenheft zur Diskussion zu stellen. Dann feien die Mitglieder in der Lage, sich zu orientieren. Heute ständen sie unter dem Eindruck der Ucberraschung. Die Durchführung des Plans könne am Ende eine erhebliche Erhöhung der Beiträge zur Folge haben. Baake stellt fest, daß im Gegenteil die heutigen Mitglicdcrbeiträge als fester Faktor allen Kalkulationen zu Grunde gelegen haben,«z-ür diejenigen, die die Anteile zeichneten, sei durch die Gründung der Kommanditgesellschaft das Risiko auf das ge- .ringste Maß rgduziM wtzMn. Die Reglisicxung des Planks lönax dem Verein in jeder Hinsicht nur zugute kommen.(S i t n it«SM Ausschuß weist darauf hin, daß die Resolution juristisch zu nichts verpflichte: sie sei eine Sympathiekundgebung für den Plan. Die Stellung des Vereins ändere sich bei Zustandekommen des Projekts einzig insofern, daß wir nun einen langfristigen Kontrakt erhalten und nicht mehr für Jahre fürchten müssen, auf die Säraße gesetzt zu werden. Die Chancen, gute Leistungen zu erhalten, seien infolge unseres größeren Einflusses auf die Bühnenleitung dann jedenfalls viel günstiger als gegenwärtig. Baake faßt im Schlußwort noch einmal das Ergebnis der Diskussicm zu- sammcn. Wir müssen und können zu Steinert, der uns so lange und so gut als Regisseur gedient, das Vertrauen haben, daß er etwas tüchtiges leisten werde. Von Jahr zu Jahr wird es uns schwieriger, Theater für die Sonntag-Nachmittage zu mieten. All diese Schwierigkeiten löst der neue Plan, der auch allein Raum für eine unbegrenzte Erhöhung der Mitgliederzahl schaffen werde; die entscheidenden Instanzen werden sich überzeugen, daß der in Aussicht stehende Gewinn den Einsatz lohnt und jeder Mißbrauch von Arbeitergeldern ausgeschlossen ist. Mit einem warmen Appell an die Versammlung schloß die Rede. Die Resolution fand ein- stimmige Llnnahme. Die im Deutschen Metallarbeiterverband organisierten Rohr» leger und Helfer hielten am«onntag eine Mitgliederversammlung ab, zu welcher mehrere Hundert von ihnen erschienen waren. Der Obmann der Branche gab bekannt, daß die Werkstattbesprechungen mit gutem Erfolg stattfanden, so daß die Zahl der im Verband organisierten Rohrleger und Helfer laut Statistik 1935 beträgt. Die Schlichtungskommission wurde in mehreren Fällen angerufen, um die Differenzen zu schlichten. Zum Schluß machte Eckhardt darauf aufnierksam, daß, wo der Tarif nicht gehalten wird, sofort der Agitarionskommission Mitteilung zu machen sei. Er forderte auf, dafür Sorge zu tragen, daß in sämtlichen Werkstätten Ver- trauensmänner gewählt werden. Kollegen, welche noch nicht im Besitze von Zählkarten sind, möchten sich dieserhalb bei der Orts- Verwaltung melden. Ter Zentralverband der Zimmerer(Zahlstelle Berlin) erledigte am Mittwoch in den„Arminhallen" den Rest der Tagesordnung von der vorigen vertagten Delegiertenvcrsammlung. Von den gedruckt vorliegenden Anträgen, die aus den verschiedenen Bezirken zum diesjährigen in Köln stattfindenden Verbandstag gestellt worden waren, wurden mehrere akzeptiert und sollen dem- gemäß dem Zentralvorstand übermittelt werden. Als Delegierte zum Verbandstag wurden darauf gewählt: Döricht. Grix. Hohwieler. Kabitzki. Klossowski. Rome,ke. Schulze. Witt und Z i e g e. Der Vorsitzende ermahnte zum Schluß, strengstens darauf zu achten, daß wahrend desgegenwärtigen Kampfes inderHolzindustrie von jeden, organisierten Zimmerer unbedingte Solidarität geübt werde. Insbesondere dürfe unter keinen Umständen ein Zimmerer irgendwelche Tischlerarbeiten ver- richte«, sei es auf Bauten oder sonstwo. Es wird er- wartet, daß sämtliche Zimmerer sich strikte an diese Weisungen halten. �.■ Hus der frauenbewegung. Die Massenpetition für daS Franenwahlrecht in Schweden ist an, 6 Februar dem schwedischen Reichstage übergeben worden. Sie ist von 142128 Frauen der verschiedensten Lebensstellungen unter- zeichnet Die Unterschriften sind von 75 Ortsvereinen der Landes- Vereinigung für polittsches Franenwahlrecht gesammelt worden. Die Petition war für die schwedische Frauenwahlrechtsbewegung zu emer Notwendigkeit geworden, nachdem im Reichstage von 1905 der Konstitutionsausschuß erklärt hatte.„daß die Forderung des politischen Wahlrechts für Frauen auf feiten der Frauen selbst noch keinerlei allgemeineren und lebhafteren Anschluß" gewonnen habe, und nachdem im Dezember desselben Jahres das Ministerium Staaff einer Frauenwahlrechtsdeputation gegenüber dieselbe Meinung �"�Die Petttion schließt mit den Worten:„Roch warten wir ver- trauensvoll. daß schwedische Männer die geisttgen Kräfte deS Landes dadurch stärken werden, daß sie schwedischen Frauen volles Bürger- recht in unseren, gemeinsamen Vaterlande geben." DaS schöne Vertrauen scheint vorläufig„och wenig gerechtfertigt zu sein. Hat doch die schwedische Regierung nach dem Muster ihrer Vorgänger in ihrer Vorlage zur Wahlrechtsreform auch diesmal die Frauen un- berücksichttgt gelassen. Der Reichstag wird sich schwerlich dazu auf- schwingen, die Einführung des Frauenwahlrechts zu beschließen. Verein für die Interessen der Hausangestellten. UnterhalwngS- abend am Sonntag, den 10. Februar, bei M. Mürich, Steglitzerftraße 36. Ansang 6 Uhr. Gäste willkommen. Sozialdemokratischer Lese- und Diskutierklub„Haseuclever-. Freitag, den 8. Februar, abends 81/, Uhr. Sitzung bei Korss, Elisabeth- kirchstratze 18.» Lese- und Diskutierklub„Johann Jacobh". Heule abend pünlUtch S'/a Uhr, bei Bugge, Kastanien-Allee 95/96: Generalversammlung. Vermischtes. Zahlreiche Menschenopfer fordert, wie aus Budapest gemelde. wird, der noch immer herrschende Frost. Drei Zigeunermusikanten sind aus dem Wege nach Dobina erfroren. Die Wölfe Umlagen, die Ortschaften. Bei Deva wurde eine Frau von einem Wolfe an- gefallen und zerrissen. Risiko der Arbeit. In einer Großbrennerei' in Werl(Westfalen) explodierte bei Versuchen mit einem neuen Brennapparat ein Maisch- böttich. Zwei Arbeiter wurden sofort getötet, der leitende Oberingenieur H e r b st ist schwer, mehrere Arbeiter sind leicht verletzt._ WitteriingSuderstibt vom 7. Februar 1907, morgens«»Ihr. Stall»nen Swwemde Hamburg Berlin Franll.a.M München Sie» SSctter-Prognoie für Freitag, de» 8. Februar 1907. Zimächst etwas kälter, vielfach heiler, bei ziemlich frischen südöstlichen Winden; später zunehmende Erwärmung, Trübung und germge Nieder. schläge. Berliner Wetterbureau. Wasserstand am 7. Februar. Elbe bei Anlsig— Meier, bei Dresden— 1,22 dp.— Elbe bei Magdeburg-f 1,48 Meter, Eisgang.— Elbe bei Stva»Bj»rl— Meler.— Oder bei Nntibor+ 1,37 Meter. Oder bei Sieslau Unterpegel— Meter.— Neitzemündung+ 2,52 Meter. Oder bei Lrieg+ 3,08 Meter.— ■Jedermann verlange gratis und franho t Sctiriltsnverzeichnis der Suchhandlung Vorwärts Berlin SM. 68, LindcnftraBe 69. Für den Inhalt der Injerate übernimmt die Redaktion dem Bublitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 8. Februar. Anfang 7, Uhr. Agl. Opernhaus. Der Bostillon von Lonjumeau. Slav. Brautwerbung. Rgl. Schauspielhaus. Anfang 7 Uhr Egmont Deutsches. Ein Sommernachtstraum. Weften. Cousin Bobby Lorsing. Die lustigen Beiber von Windsor. Anfang 8 Uhr. Schiller 0. ( Wallner Theater.) Der Kaiserjäger. Schiller Theater Charlottenburg. Fiesco. Die von Schiller N.( Friedrich Wilhelmstädtisches Theater). Hochfattel Leffing. Hedda Gabler. Komische Oper. Carmen. Berliner. Sherlod Holmes. Urania. Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. P Schwahn: Wasser und Wind als Naturmeissel. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Abends 8 Uhr: Zuvorgekommen oder: Der lange Kerl. Lustspiel in 3 Att. v. Jean Clairmont. Morgen 4 Uhr Kindervorstellung zu fleinen Preisen, zum erstenmal: Der geftiefelte Kater. 8 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Nenes Schauspielhaus. Weh' dem, Sonntag 3 Uhr: Tell. 8 Uhr: Bu der lügt. Kleines. Zu den Sternen. Neues. Meißner Porzellan. Residenz. Florette und Patapon. Lustspielhaus. Husarenfieber. Luisen. Der lange Sterl. Zentral. Die Puppe. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. vorgekommen od.: Der lange Kerl. Residenz- Theater. Direktion Richard Alerander.. Heute bis Freitag. Anfang 8 Uhr: Der Florette und Patapon. Thalia. Eine lustige Doppelehe. Bernhard Rose. Die Schule des Lebens. Trianon. Frl Josette Frau. meine Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdies Hotel. Wintergarten. Saharet. Spezialitäten. Apollo. Die schöne Beftalin. Spe zialitäten. Kasino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Im Café Abelles. Ein Klabriasprozeß. Soiree bei Löwy. Passage. Mal was Anderes! Spe zialitäten. Prater Theater. Erlenhof. Die Else vom Schwank in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonnabend zum erstenmal: Haben Sie nichts zu verzollen? Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Stellvertreter. DERNHARD ROSE THEATED ( Gr. Frankfurterstr. 132. Anfang 8 Uhr. Mutterliebe. Voltsstüd mit Gesang in 4 Aften von Willbrandt. elisa Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater) Freitag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Komödie in 3 Aufz. v Hans Brennert und Hans Ostwald. Sonnabend, abends 8 Ubr: Minna v. Barnhelm. Sonntag, nam. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag abends 8 Ubt: Das Glück im Winkel. Schiller Theater Charlottenburg. Bismardstraße, Ede der Grolmanstr. Freitag, abends 8 ubr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua Ein republikanisches Trauerspiel in 6 Aufzügen von Friedrich Schiller. Sonnabend abends 8 Uhr Die Räuber. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Der Pfarrer v. Kirchfeld. Sonntag, abends 8 Ubr: Gyges und sein Ring. Zirkus Schumann Zirkus Busch. Heute Freitag, den 8. Februar, abend präzise 712 Uhr: Gr. außerordentl. Galavorstellung. Freitag, den 8. Februar 1907 abends 7, Uhr Um 8, Uhr Fortlegung der Vorführungen von Anläßlich der 50. Aufführung der Engl. Boxkämpfen. diesjährigen großen Schumannschen Ausstattungspantomime St. Hubertus. Dem edlen Baidwerk entnommen und in 6 Bildern auf das glänzendste inszeniert vom Dir. Alb Schumann. Dir. Alb. Schumanns neueste Monster dressuren und Mr. Richard Sawades einzig dastehende, wunderbar dressierte gemischte Raubtier- Gruppe. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Anfang 8 Uhr. Lotte Sebus. Im Café Abeles. Ein Klabriasprozeß. Berisch und Aalbach in den Hauptrollen. W. Noacks Theater. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kindervorstellung b. fl. Preisen: Frau Holle. Abends: Die Tochter des Herrn Direftion: Rob. Dill. Brummenstr. 16. Fabricius. Der Vampyr. Figaro. Hochzeitsnacht. Sein Ideal. Metropol- Theater want in 5 Atten von D. Mylius. Unterm fang 82 Uhr.) Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. P: Schwahn: Wasser und Wind als Naturmeißel. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Sherlock Holmes Anfang 8 Uhr. Sonnabend, Sonntag, Montag: Der Hund von Baskerville. Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Sonntag, den 10. Februar 1907, Rauchen überall gestattet.. nachmittags 3 Uhr: Auf in's Metropol. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Ehren und Vorzugskarten gültig. Sonnabend:" Großer Gesindeball, arrangiert v. Kaiserschen Männerchor. Gebr. Herrnfeldnig. Theater Ginlab 8 Uhr. 7 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Neuer großer durchschlagender Lach- Erfolg! Ein Theater des Westens pollo verrücktes Hotel Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Operetten Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Friz Werner Coufin Bobby. Neues Schauspielhaus Freitag, den 8. Februar 1907: Weh dem der lägt. Morgen: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr Neues Theater. Zum ersten Male: Meißner Porzellan, Anfang 8 Uhr. Sonnabend, Sonntag: Meißner Porzellan. Kleines Theater. Abends 8 Uhr: Zn den Sternen. Sonnabend: Zu den Sternen. Sonntag uachm. 3 Uhr: Nachtashl. Abends 8 Uhr: Zu den Sternen.. Montag: Ein idealer Gatte. Komische Oper. 8 Uhr: Abends Carmen. Sonnabend: Hoffmanns ErzähIungen. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Heute abend 7% Uhr: Zum ersten Male: a 10 Uhr! Theater 10 Uhr! Bernhard Mörbitz Charakter- Komiter. Außerdem 9 Uhr: Die neuen Attraktionen. Borh. 8 Uhr: Die schöne Vestalin. Deutsch- Amerikanisches THEATER, Köpenickerstr. 67/68. Jeden Abend 8 Uhr Gastspiel mit dem Vorspiel: ., Hayfisch geht zur Jagd" Komödie in 3 Alten von Anton u. Donat Herrnfeld nachmittags 32 Uhr b. halben Kassenpreisen. Borbert. 11-2 Uhr( Theaterkaffe) Sonntag, den 10. Februar, Endlich allein. Fall Blumentopf. Brunnen- Theater Ad. Philipp sowie Sonnabend Gesundbrunnen. zum 50. Male: Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. Der Sorgenbrecher. Die Herren Söhne. Sonntagnachm. 3 Uhr halbe Preise: Bolfsstück in 3 Aften von Leo Stein. Ueber'n großen Teich." 765 SAHARET. Otto Reutter Neues Programm. Riogocu- Familie, japan. Truppe. Rudinoff, Universalkünstler. Seelöwen, vorgef. v. Matros. Walter. Abbie Mitchel, kreolische Sängerin. 4 Sisters Leamy, gymn. Produktion. Leonard Gautier in der Szene„ Ein Spielwarenladen". Morton und Elliot, Instrumentalisten und Papiermanipulatoren. Auf dem Balle, Tanzszene, ausgef. von der Tiller- Truppe, London. Der Biograph. Ende 11 Uhr: Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-2 Uhr an der Theaterkaffe. Prater- Theater Kastanien Allee 7-9. Abends 8 Uhr zum erstenmal: Die Else vom Erlenhof. Volksstück in 5 Aften von G. Staad. Morgen: Geschlossen. Passage- Theater. Heute Freitag, den 8. Februar, zum 4. Male: Mal was Anderes! Boffe von Leop. Elh. Josefine Dora, Georg Kaiser, Martin Bendix, Ernst Kettner. Ferner: Die glänzenden Februar: Spezialitäten. Die lustigen Weiber v. Windsor. Palast- Theater. Kasino- Theater Abonnements gültig. Sonnabend nachm. 3 Uhr Märchen Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. borstellung: Gänseliesel. Abends 7%, Uhr: Bar und Zimmermann. Täglich abends 8 Uhr Sonntags ab 4 Uhr Lustspielhaus. Große Münchener Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) 8 Uhr kleine Preise: Die Puppe. Sonnabend 31, Uhr: Schneewittchen. 8 Uhr: Künstlerblut. Es Beteiligung international. Igelten die Regeln des National Sporting Club, London. Cuny( Paris) gegen Attfield ( England). Weller( Frankreich) gegen Angel( Berlin). Glover( Auftralien) gegen Fitz Harry( Paris). Um 9 Uhr: ROM. Gr. Drig.- Ausstatt. Pantomime B in 7 Bildern. Ferner: The Novellos ( Indien in Europa). Manello- Marnik- Truppe. Fräulein Marguérite, Schulreiterin. Herr Ernst Schumann, Neudreffuren. Lecuffon, die berühmte Reiterfamilie, sowie das gesamte große Gala- Programm. Die Tageskaffe ist von 10 Uhr borm. ab ununterbroch. geöffnet. Walhalla Varieté-Theater Weinbergsweg 19/20, Rojenth. Zor. Heute abend 8 Uhr: Anna Müller- Lincke Gesangs Soubrette v. MetropolTheater in Berlin. Leonhard Haskel der allbeliebte Bolts- Komiler. Max Franklin Truppe. 15 neue luftige Februar- Spezialitäten. Colosseum Dresdenerstraße 97. Täglich: Großer Bockbier- Jubel. Musik! Gefang! Humor! Allerlei Ueberraschungen. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang Wochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Restaurant Bockbier- Fest. Sanssouci Scottbuferstraße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Montg., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger Sonnt., Mont. u. Domterst. Gr. Elite- Soireen. ( Durchweg neues Progr.) Sonut. Bg. 5, Wochent. 8 1. Jeden Dienstag: Theaterabend. Neue Welt Hafenheibe 108-114. Gr. Münchener Bockbierfest. Muckl's neueste Schlager Tiroler Meistersinger Lina vom Heede* Jodlerkönigin 30 bayerische Madl. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pt. Dienstag, 12. Februar 1907: Prämiierung des größten Dickkopfes. Gustav Behrens Sozialdemokratisch. Wahlverein für den Berliner Reichstagswahlkreis. Am Februar verschied unser altes treues Mitglied, der Zimmerer Eduard Homann Bezirk 111. Willibald- lerisstr. 12. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Februar, nachmittags 3%, Uhr, von der Leichen halle des Friedhofes der Freireligiösen Gemeinde in der Pappelallee aus statt. 238/12 Um zahlreiche Beteiligung er= Der Vorstand. fucht Zentral- Verband der Zimmerer Deutschlands. Zahlstelle Berlin und Umgegend. ( Bezirk 7.) Allen Kameraden hiermit zur Nachricht, daß unser langjähriges und treues Mitglied Eduard Homann am 4. d. Mts. verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 10. d. Mis., nachmittags 3, Uhr von der Leichen halle des Friedhofes der Freireligiösen Gemeinde in der PappelAllee aus statt. 254/3 Um rege Beteiligung bittet Die Bezirksleitung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Lambert Wichterich am 2. Februar plöglich verstorben ist. sd a Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. Februar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichen halle des St. Michael- Kirchhofes, Mariendorfer Weg, aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 79/19 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Schloffer Karl Kraschinski geftorben ist. Ehre feinem Anbenken! Die Beerdigung findet heute, Freitag, den 8. Februar, nachmittags 2 Uhr, bom Trauerhause Beuffelstr. 32 aus statt. Rege Beteiligung erwartet 112/9 Die Ortsverwaltung. m 4. Februar verschied mein lieber Mann, unser teurer Bater, der Buyer Wilhelm Jahn 88912 im 45. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt im Namen der Hinterbliebencn Frau Marie Jahn geb. Jacobey. am Die Beerdigung findet Freitag, den 8. februar, nach mittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Andreasgemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. ( Sektion Putzer.) Unseren sowie den Mitgliedern des Gesangvereins der Buber zur Nachricht, daß unser Mitglied Wilhelm Jahn plöglich verstorben ist. 133/8 Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 8. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichen balle der Andreas- Gemeinde in Theater, ilhelmsberg aus statt. Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig daftehende O Elite Februar Programm. 24 Nummern. Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Anfang 7%, Uhr. Sonntags 4, Uhr Um rege Beteiligung ersucht Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Danksagung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unter Mitglied, der Schlosser Willi Böttcher am 4. Februar an Zungenleiden gestorben ist. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet heute Freitag, den 8. Februar, nach mittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses Bestend aus in Westend statt. Nege Beteiligung erwartet 112/10 Die Ortsverwaltung. Zentralverein für alle in der Hutbranche beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Filiale Berlin). Todes- Anzeige. Am 5. Februar verstarb unser Stoeger bearb Gustav Budach. Die Beerdigung findet heute Freitag, den 8. Februar, nachmittags 22 Uhr, von der Leichenhalle des Thomas Kirchhofes in Rigdorf aus statt. S Um rege Beteiligung ersucht 294/1 Der Vorstand. Am Dienstag, den 5. Februar, borm. 8, Uhr, starb nach furzem Strantenlager unser lieber Kollege, der Seper Paul Rönsch geb. 26. 11. 1854 in Berlin. Wir betrautern in dem Berstorbenen, welcher seit über dreißig Jahren in treuer Kameradschaft mit uns wirfte, einen vortrefflichen, braven Kollegen, dessen An denken stets in Ehren halten wird Das Personal der Nordd. Buchdruckerei. Die Beerdigung erfolgt am Sonntag, den 10. Februar, nachmittags 3 Uhr, auf dem ZionsKirchhof( Nordend) in NiederSchönhausen. 1333b Am 5. Februar verschied mein lieber Mann, der Tischler Fritz Bahls im 50. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an Auguste Bahls nebst Kindern. Die Beerdigung findet Freitag, den 8. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofes in Friedrichsfelde aus statt. 43376 Am 4. Februar starb unser werter Rauchbruder Alex Thormann. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung hat bereits am Donnerstag ftattgefunden. Rauchklub ,, Helgoland", Nowawes. 286/11 ,, Berliner ArbeiterRadfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter. Radfahrer- Bundes Solidarität. Touren am Sonntag, 10. Februar: 3. Abt.: Nachmittags 1 Uhr zur Arbeiter- Wohlfahrtsausstellung. Start Mariannenplatz. 6. Abt.: Nachmittags 1, Uhr Stegliz, Birkenwäldchen. Start Genossenschaft. 11/7 Die Abteilungssigungen finden jezt jeden ersten und dritten Freitag im Monat statt. Am Dienstag, den 12. Februar, abends 82 Uhr, findet bei F. Walter, Andreasstraße 21, cine allgemeine Funktionär- Sitzung statt, wozu die sämtlichen Abteilungs. vorstände, sowie die Funktionäre der Kommiffionen: Agitation, Fahrwarte, Rechtschutz, Vergnügungen zu er fcheinen haben. Mitgliedsbuch ist mitzubringen! Dhne Legitimation fein Zutritt. Genossen! Es gilt wichtige Angelegenheiten zu besprechen, darum erscheint Mann für Mann. J. A.: Der Vorstand. Butter! Honig! Für die Beweife herzlicher Teilliefert frto. garant. naturrein. Ruh nahme bei der Beerdigung meines butter 10 Pfund Stolli 7,50 Mart; lieben Mannes, fage ich allen Stollegen Blütenhonig, ff., 10 fund- Dose 4,50 fowie Freunden, Berwandten und Mark 3. Br. ½ Butter, 4, Honig Bekannten meinen herzlichsten Dant. 5,50 Mart. Toni Andermann, Ledige Lente. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Marie Buchholz nebit Stindern. Bucsaca. Deft. Str. 7. Komödie in 3 Alften v. Felig Dörmann. Borber bas bollſtändig neue erſtflaffige bunte Februarprogramm. Bockbierfeste. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. mit feinen brei Stapellen:„ Original Karl Kamberger Oberlandler",„ D'Wildschüßen" und " D'Schlierseer". Schuhplattler, Sänger Liederbücher zum Mitsingen gratis. Großartige eigene Deforation. Entree an Bochentagen 30 Pfennige. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Verbindung Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Auf Wunsch Vorführung in Vereinen jederzeit. Fräulein Josette meine Frau. Fabrik Frankreichs, daher täglich Sonntag nachm.: Wo ist der Papa? und Die Schloßkellerei. neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. ♦ Danksagung. Für die liebevollen Beweise aufrichtigster Teilnahme und die vielen schönen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unseres guten Vaters sagen Wilhelm Fröbel wir hierdurch allen Verwandten, Freunden, Bekannten und Angestellten unseren innigsten Dank. Franziska Fröbel geb. Stein und Söhne. 200/11 Bauhandwerker- Krankenkasse Verband der Fabrik-, Land-, Hülfsarbeiter für Berlin u. Umgegend( Eingeschr. Hülfst. 118). Sonntag, den 10. Februar, vormittags Punkt 10 Uhr, im Saale des Herrn Fritz Wilke, Brunnenstr. 188: und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Bureau: Linienstr. 215 III. Geöffn. v. 8-1 u. 4-8 Uhr. Telephon: Amt III 938. Sonntag, den 10. Februar, vorm. 9, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15, großer Saal: Ordentliche General- Versammlung. General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes, des Kaffierers, Revisionsbericht und Bericht des Ausschusses. 2. Wahl des 1. Kassierers, 2. Vorsitzenden, giveier Beisiger und vier Ersaßmänner. Wahl des Ausschusses und vier Grjazzmänner. 3. Wahl zweier Hülfstassierer, für Nordost und Friedrichsberg. 4. Jnnere Kassenangelegenheiten. 38/1 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. J. A.: Heinrich Mette. Teures Fleisch Zages Ordnung: 1. Bericht des Borstandes: a) des Vorsitzenden, b) des Kaffierers. 2. Neuwahlen der Verwaltung. 3. Anträge. Buch legitimiert. 64/3 NB. Jm Bericht des Vorstandes wird das Referat zum Austrage gebracht, was anläßlich der Reichstagswahlen zurückgestellt worden ist und liegt ein Antrag der Vertrauensleute vor, den Lokalbeitrag zu erhöhen. Die Ortsverwaltung. Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Sonntag, den 10. Februar, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Achtes Stiftungs- Fest unter Mitwirkung des Pianisten Leo Kestenberg, Mitgliedern des Berliner Volkschors, der Konzertfängerin Fräulein Völkerling, der Rezitatorin Frau Johanna Meyer. 55/4 Nachher: Tanz. Billetts a 40 Pf. find zu haben bei Frl. Baader, Lindenstr. 3, letter of part.; Frau Klotzsch, stoppenſtr. 81; Frau Kulicke, Brinzenstr. 102; Grau Matschke, Bolgafterstr. 8; Frau Jordan, Lübederftr. 43; Frau Steinkopf, Schwedterstr. 34; Fr. Petereit, Naunynstr. 5. Eröffnung 5 Uhr. Deutsche Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" ( Größte Hochseefischerei- Gesellschaft Deutschlands.) billige Seefische!! Filiale: Berlin C. 2. Bahnhof Börse, Bogen 8-10. Bester Fleischersatz, schmackhaft u. durch hohen Nährgehalt sich auszeichnend! Große Fänge in lebendfrischer Ware sind soeben eingetroffen! Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pig. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Zentral- Fernsprecher: Amt III No. 8804. Seefisch- Kochbücher gratis. Verkaufs- Niederlagen: Potsdamerstraße 112a Prinzenstr. 30 Madaistr. 22 Landsbergerstr. 52-53 bei der Lützowstraße. Tel.- Amt VI 7190. am Moritzplatz. im Schlesischen Bahnhof. der Kurzen Straße gegenüber. am Stuttgarter Platz. Wilmersdorferstraße 111, Tel. Charlottenburg 6718. Kleine Anzeigen Nähmaschinen! Vergüte bis 15,00 wer Teilzahlung fauft oder nach weist. Sämtliche Systeme. Brauser, Tilfiterstraße 90, Lager.+128+ Fliegetauben, gute Auswahl, Weißenburgerstraße 60, Taubenbörse. Milchgeschäft, 15 Jahre bestehend, +86 berfauft Marstraße 14. Kohlenhandlung, altes, gangbares Geschäft, ist zu verkaufen Reichen13406 bergerstraße 149. It Deckbett, Unterbett, Rissen mit glattrotem Inlett 10,50, Bfandleihe Andreasstraße achtunddreißig. 2244 Teppiche mitfarbenjehlern Fabrit. nieberlage Broke Franfiurlerstraße 9, parterre fein Laden. 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Rudolf Ehling, Stöpenid, Kaiser Wil, helmstraße 14. 13386 folgende Bauten aus: Charlottenburg, Dernburgstr. 47 und Suarezstr. 3; dieselben sind strengstens zu meiden, sämtliche Bauhandwerker werden erfucht dieses zu beachten. 212/3 Die Verbandsleitung. Achtung! Achtung! Fürstenhof, Potsdamer Platz. Witting, Kielerstraße. Färber, Zehlendorf Goethestraße. Bau der Firma Traxel: Schallhorn u. Röhl, Tempelhof, Germania- und Gottlieb Dunkel straßen- Ede. Bauten der Firma Iden: Bolanfstraße in Bankow neben dem Bosadowskyhaus, Baumeister Köppen. Elisabethkirchstraße, vis a vis der Strelizerstraße. = Bauten der Firma Dombrowsky: Tempelhof, Germania- u. Gottliebs Dunkelstraßen: Ede, Bauherr Tausch u. Berghäuser. Bau der Firma Marquardt: Rigdorf, Weise und Allerstr.- Ede. Banten der Firma Pewesin: Wilmersdorf, Brandenburgischestr.12. Straße 26, Neumann. Tegeler Weg 101/102. Bauten der Firma Ziehe: Charlottenburg, Tauroggenerstr. 46. Rigdorf, Harzerstr. 3. Tegelerftr. 7. Bau der Firma Emmeluth, Rigdorf: Gewerkschaftshaus der Metall arbeiter, Charitéftraße. Bauten der Firma Schmidt, Frankfurter Allee: Dudenarderstr. 5, Dowe. Lichtenberg, Magdalenenstr. 42, Fischer. Bau der Firma Spohna: Weichselstraße 56/57, Rigdorf. Bauten der Firma Erdmann: Ministerialdirekt. Neuhaus, Dahlem, Parkstraße. Bauarbeiter u. Bauhandwerker! athesius, Nikolassee, an der RehSämtliche Bauten der Dachdeckerfirma Friedrich Wilhelm Neuke, Charlottenburg, Mommsenstraße 2, find für organisierte Dachdeckerhülfsarbeiter wegen Tarifbruchs gesperrt. Verband der bangewerblichen Hülfsarbeiter Deutschlands. Zweigverein Berlin und Umgegend. Stukkateure! Wegen Lohnreduzierung aller BauParteigenosse fucht 700 Mart arbeiter ist bis auf weiteres die Firma Dringend find 5 Bimmer Ruß- 6 Broz, gegen Sicherheit auf ein Rob. Schirmer, Wilmersdorf, An- Jahr. Anders, Postamt 87.+147 baummöbel bertaufen. สิน 173/ 5* fleideschrank 85 Mart, Ausziehtisch 16, Russischen Unterricht gegen deutschen. gesperrt. Muscheltleiderspind 28, Ruhebett 26, Säulentrumeau, geschliffen 36, Spiegel Brieflich: Auguststraße 47 III. 2ofer. Filiale Berlin Zentral- Verband der Befferer Musikverein( Blasorchester) mit Spind, Muschelbettstellen mit Federmatragen 36, Herrenschreibtisch wünscht sich an Dfter- und Bingft 50, Bücherspind, Taschensofa 50, Paneel bergnügungen anderer Bereine zu fofa 70, geschnigte Säulenmöbel, beteiligen. S. 1 Expedition d. BI. Plüschgarnitur, englisches Schlafzimmer, Federbetten, Küchenmöbel, Teppich 8, Gardinen, Bilder, Paneelbrett 2. Dresdenerstraße 38, vorn II lints. 12/ 13* und Winter. Vermietungen. Wohnungen. Prächtige Zwei- und Dreizimmer. Wohnungen Soldinerstraße 32/34. 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Wegen der Aussperrung in der Berliner Holzindustrie sind folgende Bauten gesperrt: 78/5 Banten der Firma Sawatzki: Supte, Bürttembergischestraße 36 und 37, Ede Ließenburgerstraße. Supke, Landshuterstr. 18. Bauten der Firma Jäger, Charlottenburg: Charlottenburg, Straße 26, Parz. 25. Jablonskiftr. 25. Bau der Firma Jarotzki: Jagdschloß Glienide. wiese. Jagdschloß Glienice. Fürstenhof, Potsdamer Plaz. Banten der Firma Langermann: Wilmersdorf, Pariser- und Wittenbergstraßen- Ede, Bau Hesse. Charlottenburg, Bismard Weimarstraßen- Ede, Bau Hübner. Banten der Firma und Grün& Hetwig: Städtische Anstalt in Buch. Barbarossaplaz, Hochschule. Oldenburgerstraße, Stlosterbau. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilstätte. Sybelstraße, Ede Dahlmannstraße. Banten der Firma Gebr. Faul: Mohrenstraße 44/45. Jägerstraße 63, Berlin. Botsdamerstr. 15. Neuendorf, Monumentenstr. 27. Bariserstr. 21/22, Wilmersdorf. Gebr. Fickert, Chauffeestraße, Mariendorf. Offizierfafino, General Papeſtraße, Schöneberg. Anstalt Beelis( Fenster), Pavillon 4b. Nadge, Holzbandlung, Rummelsburg, am Wilhelmsberg. Bauten der Firma Grunert& Seemann: Schönhauser Allee 97. Dänenstraße, Ede Schönfließerstraße. Invalidenstr. 33. Nieder- Schönhausen, Bismardstr. 32. Trestowstr. 14. Henrizi," Charlottenburg, Suarezftraße 13. Schmidt, Halensee, Ringbahn- und Joachimstraße. Friedrich- und Halberstädterstr.- Ede. Banten der Firma Waiz: Maaß, Liegenburger- und Pfalzburgerstraßen- Ede. Bau Taunusstr. 29, Friedenau. Banten der Firma Sperling& Kapelke: Briz, Werder u. Rungiusstr. Ede. Sybelstr. 56. Bauten der Firma Wagenknecht: Spreda, Gürtelstraße 17. Fibe, Rigdorf, Richardstraße und Bartelsdorferstraße( Ede). Grothe, Mariendorf, Dorfstraße ( Ede). Bauten der Firma Schirmer: Breter, Nikolasfee, Mehwiefe. Schirmer, Zehlendorf, Neuestraße. Anfang 6 Uhr. Wir empfehlen besonders: Kabeljau ohne Kopf, im ganzen Großer Schellfisch mit Kopf, im ganzen pr. Pfund im Anschnitt: 28.30 Pl. 28, 35, Pl. 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Geneft, General Papestraße. Holland, Rirdorf, Elbestraße 37. Holland, Wilmersdorf, Holsteinisches straße. Bauten der Firma Kassin: Charlottenburg, Kaiser- Allee 203. Grünfeld, Sächsischestraße 4. Bandmann, Landshuterstraße. Bauten der Firma Walter, Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinickendorf. Sprengel und Samoastraße Ede. Hausotter- und Residenzstraße- Ede. Bau der Firma Rösner: Weichselstraße 36. Bauten der Firma Karl Hammer, Gitschiner straße 63: Tropfte, Wannsee, Alsenstr. 33. Hammer, Eichwalde. Hammer, Lankwik. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Zehlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bauten der Firma Heinrich Mittag: Biehmann, Kurfürstendamm, gegen über der Dahlmannstraße. Peitscher, Surfürstendamm 144. Erfaßtommission, Haidestraßen- Ede. Hochschule, Charlottenburg. Stegliz, Raiser Wilhelmstr. 13. Hauptstr. 13. Wilmersdorf, Helmstedterstr. 2. Schmidt, PragerPẞlak. Kirche, Beuffel, Ede Wiclefstraße. Elektrische Werke, Moßstraße. Nauen, Krankenhaus. Wannsdorf b. Seegefeld, Schloßbau. Timm, Rigdorf, Bergstr. 50. Brode, Dahlmannstr. 26. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter- u. Berlinerstr.- Ede, Bau Bielke. Bauten der Firma Maaß: Tegelerstr. 6, Bau Körling. Groffe, Marienfelde, Kirchstraße. Bauten der Firma Flieger& Lehmann: Röpeniderftr. 27. Schönhauser Allee 128. Beelit, Heilstätte. Bauten der Firma Henke, Mariendorf: Mette, Mariendorf, Dorfstraße. Erdmann, Mariendorf, Chauffeeſtr. Tempelhof, Fensterbauten, Schön burgstraße. Bau der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Plak. Bauten der Firma Kuhnert& Kühne: Raft, Schöneberg, Barbarossa- Ede Landshuterstraße. Paulsen, Charlottenburg, Schlüterftraße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahlmann- und Gervisiusstr.- Ece. Buchholz, Steglig, Albrecht- und Brüderstr.- Ecke. Bau der Firma Jost, Gioganerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Biftoria. Banten der Firma Osten, Rigdorf: Magnus, Schönhauser Allee 184a, Banten der Firma Dittmar, Pankow: Wollantstr. 117. Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 1, Schule. Bauten der Firma Hegelmann: Bommel, Rigdorf, Kaiser Friedrichfstraße 119-120. Schaum, Wilmersdorf, Kaiser Allee, Ede Wilhelmsaue. Welsch, Charlottenburg, ftraße 5-6. BaikSchulz, Jungfernheide, Mindener straße. Böttcher, Reinidendorf, Justusstraße. Böttcher, Borhagenerstr. 47. Bauten der Firma Braun: Müller, Rigdorf, Walter Juliusstraßen- Ede. unb Müller, Rigdorf, Cranoldplak, Fenster. bau. Bauten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther. u. Freisingerstraßen- Ede. Rigdorf, Herrfurthplatz 8. Bauten der Firma Schulen. burg, Charlottenburg: Franksen, Wangenheimstr.- Ede. Ueberholz, Kurfürstendamm. Bauten der Firma Stellmacik Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bankow, Spandauerstraße, Ede Streuzstraße. Bauten der Firma Altstädt, Lippehnerftr. 23: See u. Malplaquetstraßen- Ede. Hufelandstr. 8. Bauten der Firma Oehlschlägel, Charlottenburg: Laue, Charlottenburg, Uhlandstraße, Ede Steinplay. Höpfer u. Schwarzkopf, Schmargendorf, Ruhlaftr. 20/21. Bauten der Firma Röder& Comp.: Schmalz, Malmöerstraße, Ede Straße 2b. Tauroggenerstr. 2. Bauten der Firma C. Prächtel, Laufizerhr. 10. Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Birchow Krankenhaus, Seestraße. Packhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Fichtenberg, Stegliz, Friedrichstr. 6. Müllerstr. 52. Bau der Firma Heinemann: Sophie Charlottenstraße, Ede Knobelsdorfstraße. Bau der Firma Herrgesell& Hübner, Wilhelmshavener. ftraße: Charlottenburg, Werner Siemensstr. Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. O Busse u. Jenson, Schöneberg, Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahnstr. 82. Banten der Firma Metz, Urban ftraße: Spandauer Weg, am Tegeler See. Tempelhof, Eilauerstraße. Steglit, Stubenrauchstraße. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: für Korbmacher: Werkstatt Leithoff, Teltowerstraße, für Vergolder: 3. C. Pfaff, 8eughofstraße. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Ginger& Co., Berlin SW.