Ur. 35. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntagsa nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage„ Die Neue Belt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mark pro Monat, Eingetragen in die Bost- ZeitungsBreisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Bortugal, Sumänien, Schweden und die Schweiz Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebruckte) Bort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Wort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernibrecher: Amt IV. Nr. 1983. Parteigenossen! Sonntag, den 10. Februar 1907. An die Partei! Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amit IV. Mr. 1984. Lehre, Schulze- Delißsch war der Held und Heiland des Bürgertums. Aber das ist lange her. Der Bürger fordert zwar heute ebenfalls, daß der Staat alles mögliche Der Wahlkampf ist vorüber. Was der besten und tapfersten Armee schon passierte, zu seinem Schuß und Besten tue, aber daß der Arbeiter mindestens dasselbe Recht ist auch uns passiert. Wir sind geschlagen, aber nicht besiegt. Wir haben einen großen auf Schuß und Besserung seiner Eristenz hat und vor allen Dingen auch das ihm Teil der früher innegehabten Wahlkreise verloren, und ein Teil unserer besten Mandat- gefeßlich zustehende Recht der Genossenschaftsbildung ausnüßen darf, das begreift er träger ist unterlegen. Aber trotz des gewaltigen Sturmlaufs, den die Staatsgewalten nicht. Tut das der Arbeiter, so wird gar mancher Krämer und Händler sein Feind. Er im Verein mit den gesamten bürgerlichen Parteien wider uns unternahmen, hat die rächt am Arbeiter, was er sich, wenn auch knurrend und murrend, von den Inhabern der Armee unserer Wähler nicht nur Stand gehalten; sie hat sich um eine Viertelmillion Warenhäuser, den Konsumvereinen der Offiziere, Beamten und Agrarier gefallen läßt. Zehntausende dieser Krämer und Händler traten deshalb im letzten Wahlkampf auf die Männer vermehrt. Die deutsche Sozialdemokratie wurde also nicht niedergeritten, wie der Kaiser in gegnerische Seite. der Nacht vom 5. auf den 6. Februar seinen Zuhörern auf dem Berliner Schloßplat Nicht bestritten fann ferner werden, daß die momentanen Vorteile, die die agrarische siegesfroh verkündete. Niedergeritten wurden nur die Mehrheiten in einer Anzahl von 3oll- und Absperrungspolitik auch einem größeren Kreise von Kleinbauern verschaffte, Wahlkreisen, die wir zum Teil eben erst mit knappen Majoritäten erobert hatten. Aber diese mit vollen Segeln ins agrarische Lager trieb und in einer Reihe Wahlkreise, in drei und eine Viertel Million über fünfundzwanzig Jahre alte Männer marschieren denen dieses Bauerntum bisher vielfach zu uns hielt, die Zahl unserer Gegner verstärkten trozzig und eisenfest hinter dem roten Banner. Das ist eine Armee, die nicht wie die und zu unserer Niederlage mit beitrugen. Weiter wurde ein erheblicher Teil der Unterbeamten durch den auf sie ausgeübten Gladiatoren Roms das Ave Caesar, morituri te salutant"*) rufen, sondern, nicht minder stolz wie die Cäsaren selbst, ihr Ziel verfolgen: Die Befreiung der Menschheit furchtbaren Druck gezwungen, wider ihre Ueberzeugung zu stimmen, oder man suchte sie aus den Banden der Unwissenheit, der politischen Unfreiheit und der sozialen Unter- burch Gewährung von kleinen Zulagen und Versprechungen aller Art zu köbern. Cleber drückung und Ausbeutung. haupt wurde vielfach unter kräftigster Unterstützung der Staats- und Gemeindebehörden, Die Sozialdemokratie ist und bleibt die weitaus stärkste Partei in Deutschland, mit Aufwand finanzieller Mittel, wie sie die Gegner früher nie besaßen, aufs rückund ging es im Reich der Gottesfurcht und frommen Sitte nach Recht und Gerechtig- sichtsloseste gegen uns gearbeitet. Man darf ruhig aussprechen, der weitaus größte keit, wir zögen nicht mit 43, sondern mit mindestens 115 Abgeordneten in den Reichstag Teil der gegnerischen Kandidaten waren geradezu Regierungskandidaten. ein. Alsdann herrschte aber bei denen, die heute jubeln, Seulen und Zähneklappern. Zu diesen verschiedenen Ursachen tam eine seit Jahren systematisch betriebene Setze Aber was die Hauptsache ist: Unsere Partei ist eine Partei aus einem Guß, die in der gesamten gegnerischen Lokalpreffe, deren Leiter und Urheber der Reichsverband zur weiß, was sie will. Eine Phalanx, in der es keine Halben und Viertelsmänner sowie Verleumdung der Sozialdemokratie war. Was an Niederträchtigkeit, Lüge, Verleumdung, charakterlosen Streber und politischen Waschlappen gibt, wie sie in den Reihen unserer Verdrehung und niederträchtiger Verhegung aufgeboten werden konnte, hat der genannte Gegner maffenhaft vorhanden sind. Unsere vereinigten Gegner bilden ein Gemisch von Verband geleistet. Und die gesamten bürgerlichen Parteien, ohne Ausnahme, haben es allen möglichen Parteischattierungen, mit den widersprechendsten Bestrebungen, die nur nicht unter ihrer Würde gehalten, dieses Lügen- und Verleumdungsmaterial gegen uns in einem einig sind: In dem Haß gegen die Sozialdemokratie und in der Feindschaft in ihrer Preffe und in ihren Wahlflugblättern in der ausgiebigften Weise zu benußen. Der Wahlkampf wurde dadurch in einer Weise vergiftet, wie niemals zuvor; alle gegen die klaffenbewußten Arbeiter. In diesen Tagen zeigte sich, daß der unverhältnismäßig starke Aufschwung, den die Grundfäße über Anstand und Moral, mit denen sich sonst unsere Gegner uns gegenüber Partei bei den Wahlen im Jahre 1903 aufzuweisen hatte, nur einer Reihe besonders zu brüsten lieben, wurden mit Füßen getreten. günstiger Umstände zu danken war. Insbesondere in Sachsen, in dem die Eheirrung in Daß an der Spitze des genannten Verbandes ein preußischer Generalleutnant z. D. der Kronprinzenfamilie, der Haß gewisser Kreise gegen den damals regierenden streng und ein preußischer Landgerichtsrat, der in seiner bürgerlichen Stellung ohne Ansehen katholischen König, die Erhöhung der Zivilliste und der prinzlichen Apanagen, in Ver- der Person Recht sprechen soll, stehen, soll zur Charakteristik unserer Zeit und unserer bindung mit einer erheblichen Erhöhung der Einkommensteuer, um mit dem Reichskanzler Zustände hervorgehoben werden. zu reden, eine große Anzahl wild gewordener Spießbürger in eine Art BerserkerEndlich mußte auch der Kolonialkonflikt, der zur Auflösung des Reichtags führte, in der ausgiebigsten Weise herhalten, um die sogenannten patriotischen Instinkte aufzustimmung versetzte, der sie durch Abgabe eines Stimmzettels für einen sozialdemokratischen peitschen und die verschiedensten Kreise über die Bedeutung der Kolonien durch Kandidaten den entsprechenden Ausdruck gaben. Die Zorneswut dieser wildgewordenen Spießbürger ist mittlerweile verraucht. Der Schilderung phantastischer Möglichkeiten zu erregen und zu täuschen. alte Klaffeninstinkt kam wieder zur Geltung und führte sie zurück in den Kreis der Ordnungsparteien, den sie niemals hätten verlassen sollen. Aber es sind noch eine Reihe anderer Momente, die erklären, daß hunderttausende unferer damaligen Wähler als Mitläufer uns verließen und daß daher die Zahl unserer Anhänger im diesmaligen Wahlkampf naturgemäß nicht in ähnlicher Weise wachsen konnte, wie wir sie in früheren Wahlkämpfen haben wachsen sehen. Eine annähernd ähnliche Rolle wie der Boulangerschwindel im Jahre 1887, spielte in diesem Wahlkampf der Schwindel mit dem, was die Kolonien angeblich sind und bedeuten, und der Verrat, den diejenigen begangen haben sollten, die sich erlaubten, anderer Meinung zu sein. erlebten wir jetzt. Der erste Beamte des Reichs, der Reichskanzler, fand es mit seiner Stellung Und was wir bisher noch nie in einem Wahlkampf in Deutschland erlebt haben, Rein Zweifel. Die Klaffengegensätze haben sich in den letzten Jahren sehr verschärft. vereinbar, agitatorisch in den Wahlkampf einzutreten, ein Beispiel, dem sein Adlatus, der Die Kämpfe, die die in den Gewerkschaften organisierten klassenbewußten Arbeiter mit Kolonialdirektor, folgte und das schließlich bei den Stichwahlen der protestantische OberFug und Recht führten, um eine überaus günstige Prosperitätsepoche für beffere bürgermeister von Köln und eine Anzahl katholischer Bischöfe nachahmten, indem legtere Lohn- und Arbeitsbedingungen auszunuzen, hat uns diejenigen Handwerksmeister es für nötig hielten, ihre Schäflein vor der Stimmabgabe für den Gottseibeiuns Sozialweggetrieben, die in ihrer beschränkten Unternehmerauffassung die Berechtigung dieser demokratie zu warnen. Bestrebungen nicht begreifen konnten. Die Massenaussperrungen der Arbeiter in den Als vor zwei Jahren unsere bayerischen Genossen mit dem Zentrum gemeinsam den verschiedensten Berufen und Gegenden durch die Unternehmer haben auch auf Seite der Wahlkampf ausfochten zur Durchführung der bayerischen Wahlreform, fanden diese Arbeiter die Stimmung verbittert und die Kluft zwischen ihnen und der Unternehmer- Bischöfe offenbar nichts Unchriftliches darin. Sie fanden es aber auch so wenig unfittlich klasse erweitert. Ferner hat die Parteinahme vieler staatlicher Organe für die Unter- wie die sittlichen Nationalliberalen, als im vorigen Jahr unsere badischen Genossen mit nehmer und gegen die Arbeiter, wie sie in zahlreichen Gewaltmaßregeln verschiedener den dortigen Nationalliberalen den Patt für die Landtagswahlen vereinbarten. Polizeiorgane und in Klaffenjuftizurteilen einer größeren Anzahl Gerichte zum Ausdruck Auch hatten diese bischöflichen Oberhirten der katholischen Kirche durchaus nichts kam, die vorhandene Verbitterung noch gesteigert. dagegen einzuwenden, daß unsere Parteigenossen in zahlreichen Wahlkreisen bei den Ein anderer Grund des Abfalls als Wähler von der Sozialdemokratie ist, daß engeren Wahlen für Zentrumsabgeordnete stimmten. Das war offenbar ein Gott wohl. große Kreise Sandeltreibender die Arbeiter- Ronfumvereinsbewegung als ihren Feind gefälliges Wert. ansehen, die in den letzten Jahren in zahlreichen Städten und Bezirken sich lebhaft Diefe Vorgänge zeigen uns, was es mit der religiösen und der bürgerlichen entwickelte. Vor mehr als vier Jahrzehnten, als Lassalle auftrat und seine dem Moral für eine Bewandtnis hat, und wie jede ihre zwei gleichwertigen Geiten befißt. Bürgertum verhaßten Lehren predigte, hat zwar das Bürgertum selber den Arbeitern Man kann so, aber auch so. geraten, durch Konsumvereine ihre soziale Lage zu verbessern, und der Repräsentant dieser Cäsar, Dich grüßen die dem Tode Geweihten! Solcher Art sind die Ursachen, von denen die eine mehr hier, die andere mehr dort, öfter mehrere oder alle zusammen wirkten, um die bürgerlichen Klassen geschloffen gegen uns ins Feuer zu bringen und uns Niederlagen zu bereiten. CS soll aber nicht verschwiegen werden, daß wir selbst auch einen Teil der Schuld an unseren Niederlagen tragen. Zweifellos hat sich die Partei im großen und ganzen wundervoll geschlagen und ihre Llnüberwindlichkeit dokumentiert. Aber wenn der Optimismus sllr jede klimpfende Partei eine Tugend ist, so darf er doch nicht übertrieben werden. Parteigenossen! Ein großer Teil unter uns gab sich selbst dann noch einer fast unglaublichen Vertrauensseligkeit hin, als ein aufmerksamer Beobachter über die Tätigkeit unserer Gegner— und aufmerksame Beobachter sollten wir alle sein— erkennen mußte, daß diese nie dagewesene Vorbereitungen trafen, um uns den Sieg zu ent- reißen. Warnungen waren vergebttch. Viele unter uns sahen erst wie die Gegner gearbeitet hatten, als der Sieg in deren Äand war. Konnte auch in einer ganzen Reihe Fälle die Niederlage nicht verhütet werden, aus Ursachen, die man sich in jedem Wahl- kreis selbst wird sagen können, eine Anzahl Wahlkreise konnten bei besserer Organisation und weiterem Blick der leitenden Genossen gehalten werden. Dem für künftig vorzubeugen, ist unsere vornehmste Aufgabe, und zwar durch umfassenden Ausbau unserer Organisation, intensivere Verbreitung unserer Parteipresse und Literatur und eine wirksamere Aufklärungsarbeit, über die wir mit den zuständigen Organen ins Vernehmen treten werden. ES soll ferner auch nicht verschwiegen werden, daß die vielfachen Meinungsdifferenzen, die wir in den letzten Jahren hatten, in der Presse und in Zusammenkünften aller Art oftmals in einer Weise ausgetragen wurden, die unseren Gegnern Stoff zu Angriffen lieferte, namentlich weil die Ausschlachtung in der üblichen tendenziös entstellten Weise geschah. Äier haben wir künftig, ohne Ausnahme, uns die größte Reserve aufzuerlegen. Müssen Meinungsverschiedenheiten im Interesse der Partei ausgetragen werden, so darf dieses nur in der stren g sachlichsten Weise geschehen. Wir dürfen keinen Augenblick vergessen, daß wir Parteigenossen sind und jeder von uns das Recht hat zu verlangen, daß seine abweichende Meinung als ehrlich genieint und im Interesse der Partei geltend gemacht angesehen wird. Man unterlasse aber auch den Kampf für Kleinliches und Nebensächliches. Der Ausgang des jetzigen Wahlkampfes zeigt uns, daß wir unsere ganzen Kräfte und Fähig- keilen im Kampfe gegen die Gegner aufzuwenden haben und wir uns nicht als Feinde behandeln dürfen, wenn theoretische oder taktische Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind. Die Ursachen unserer Niederlagen zu erkennen, heißt sie künftig nach Möglichkeit vermeiden, heißt neuen Siegen die Bahn brechen. Was ist aber das allgemeine Resultat des letzten Wahlkampfes? Neben unS waren Zentrum, Polen und Welsen die Geächteten. Das Zentrum hat dank seiner Organisation und dank seiner in großen Bezirken dicht zusammen wohnenden Anhängerschar nicht nur seine frühere Stellung behauptet, sondern es hat, zum Teil mit unserer Hülfe, die Zahl feiner Mandate vermehrt. Mit seinen Alliierten— Polen und Elsässern— ist das Zentrum nach wie vor die den Reichstag beherrschende Partei, denn die angeblich vorhandene zweite Mehrheit für die Regierung dürfte in den meisten Fällen versagen. In bezug auf daS Zentrum, das er ebenfalls schwächen wollte, hat der Reichskanzler die Schlacht verloren. Ebenso in bezug auf die Polen, die wesentlich gestärkt aus dem Wahlkampf hervorgegangen sind. Daß die Welsen mit ihren wenigen Kandidaten sich nicht halten konnten, war bei einer im Absterben begriffenen Partei zu erwarten. Die Nationalliberalen haben eine kleine Vermehrung ihrer Mandate erhalten, aber sie haben dadurch nicht an Macht und Einfluß gewonnen; sie können auch ferner nur im Bündnis mit den Konservativen, zu denen ihr Herz sie zieht, und mit dem Zentrum, mit dem sie trotz alledem, was vorgefallen ist, sich bald aussöhnen werden, Bedeutung erlangen. Diese wird meist nur im volksfeindlichen Sinne sich bemerkbar machen. Der Liberalismus hat trostlos abgeschnitten. Das war nach seiner Wahltaktik vorauszusehen. Der Liberalismus hat durch eigenes Verschulden seine Zukunft verloren. Was in diesem Wahlkampf die bürgerlichen Massen an die Wahlurne trieb, war die Angst vor einem großen Sieg der Sozialdemokratte, der nach ihrer Phantasie russisch- revolutionäre Zustände über Deutschland bringen könnte. Ihre Furcht und ihr Klassenhaß hat die Früchte gezeitigt, die in diesem Wahlkampf reiften. Das Hottentotten- und Kaffernkartell war zugleich ein Kartell derer„von Besitz und Bildung" mit den rückständigsten Elementen. Lieber wählten die Liberalsten der Liberalen den fanattschsten Agrarier oder„rotesten Reaktionär" und Junker, als daß sie einem Sozialdemokraten ihre Stimme gaben. Der einst so hoffnungsreiche deutsche Liberalismus, wie unser Parteigenosse IaureS ihn nennt, ist vor dem roten Tuch inS Mauseloch gekrochen, er hat die hoffnungsvoll geschwellten Segel, die ihm der Silvesterbrief des Reichskanzlers aufgeblasen, jämmerlich zusammenklappen lassen. Anentschlossen, mutlos und armselig, wie er eS während der sechziger und siebziger Jahre des vorigen Jahr- Hunderts schon war, während deren er in fast allen Parlamenten Deutschlands, den Reichstag eingeschlossen, die Mehrheit besaß, verlodderte und verluderte er das Erbe, das er übernommen. Kraftlos und saftlos, so hat er sich auch jetzt gehalten, ein Bild des Mitleids für jeden entschieden denkenden Mann. So gehört auch der Liberalismus jetzt trotz Mandats- und Stimmenzuwachs zu den Geschlagenen im Reichstag, aber nicht zu den siegenden Geschlagenen wie wir. Eine konservativ-liberale Mehrheit, die der Liberalismus eventuell mit der Rechten bilden soll, bedeutet doch nur, daß er gegebenenfalls reaktionärer als das Zentrum sein soll. Anders ist sie nicht möglich. Wir beneiden ihn nicht um diese„geschichtliche Mission", deren Erfüllung sein Grab bedeutet. Das Fazit der diesmaligen Reichstagswahlen ist: Das Agrariertum und die Reaktion haben mit Hülfe der Liberalen auf der ganzen Linie gesiegt. Deutschland geht schweren Zeiten entgegen. Dem deutschen Volke wird, eine Rechnung präsentiert werden, daß ihm die Augen übergehen. Sei es. Wer nicht hört, muß fühlen. Die Völker werden nur durch harte Schläge vorwärts geschoben. Ansere Aufgabe ist, uns über den schweren Ernst der Situation nicht zu täuschen. Wir müssen festen Blickes dem Kommenden entgegensehen und den Kampf aufnehmen, wo er sich bietet. Die Zeit braucht tapfere Männer und Frauen, keine Memmen! Parteigenossen! Schließt die Reihen! Gcht aufs Neue mutig und unverdrossen an die Arbeit! Bietet Trotz denen, die Euch'höhnen und verspotten! Weist denen die Zähne, die glauben, Euch entmutigt zu sehen! Verachtet jene, die Euch mit dem Gift der Verleumdung besudeln und die eigene Erbärmlichkeit und Ehrlosigkeit nicht empfinden? Hinein in den Kampf wider die Lügenbrut, wider alle, die diejenigen unterdrücken, ausbeuten, mißhandeln, die in ihrer Gewalt sich befinden. Das Banner hoch! Die bürgerliche Welt zeugt Tag für Tag als Früchte ihrer eigenen EntWickelung immer neue Proletarier; sie schafft Tag für Tag wider Willen immer mehr die Bedingungen, die zu ihrer Schwächung und zu unserer Stärkung führen. Der Kapita- lismus gebiert mit jedem Tage seiner weiteren Existenz, um mit unseren Altmeistern Marx und Engels zu reden, die Totengräber seiner eigenen Klassenherrschaft. Es ist der Geschichte ehernes Muß, daß in demselben Maße, wie die alte Welt zerfällt, die neue entsteht. Selbst jede Niederlage, die in diesem Kampf für eine bessere und gerechtere Ordnung uns trifft, ist die Quelle zu neuen Siegen! Parteigenossen! An die Front! Im Namen aller, die mühselig und beladen sind, die nach Freiheit, Unabhängigkeit, Menschenwürde, nach dem Genuß der ihnen vorenthaltenen Güter der Kultur lechzen: Vorwärtsl Moder mit unseren Feinden! Hoch die Partei! Berlin, den 9. Februar 1907. Der Parteivorstand. Medelteiten. Durch das öojn Kaiser in der Nacht des Stichwahltages improvisierte Schlagwort„Niederreiten" wird die politische Situation, wie sie der Ausfall der Wahlen geschaffen hat, richtig gekenn- zeichnet, wenn auch vielleicht tn einem anderen Sinne, als cö Wilhelm!l. gemeint haben mag. In der Tat, ein grosies, allge- meines„Niederreiten" wird jetzt beginnen. Es fragt sich nur. wer und was niedergeritten wird. Um das klar und scharf zu erkennen, mutz man zunächst die Wahlergebnisse richtig würdigen, richtiger als es im ersten Unmut über unseren Mandatsverlust möglich war. Wir haben fast die Hälfte unserer Sitze im Reichstage ver- loren. Da» ist zweifellos eine Tatsache, die ihre grotze Bedeutung hat und die zu unterschätzen ein verhängnisvoller Fehler wäre. Aber bedeutet der Mandatsverlust einen Rückgang der Sozialdemokratie? Die Sozialdemokratie erstrebt eine vollständige Unwandlung unserer gesamten wirtschaftlichen und sozialen Zustände. Mit welchen Mitteln ist die zu erreichen? Etwa durch Abstimmungen im Reichstage? Doch wohl nicht. Sondern das erste und wichtigste — wenn auch keineswegs einzige— Erfordernis ist die Aus» breitung der sozialdemokratischen Idee» die Ver- mehrung der Zahl unserer Anhänger. Wie weit diese in den letzten ätb Jahren vorgeschritten ist. das ist somit die erste Frage, die wir an das Wahlergebnis zu richte» haben. Nun wird bei ruhiger Ueberlegung jeder das folgende zugeben: im Jahre 1898 betrug unsere Stimmenzahl rund 2100 090. Sie sprang 1003 unvermittelt auf über 3 Millionen, wobei alle die ausnahmsweisen Verhältnisse damals mitwirkten, auf die schon oft hingewiesen worden ist. Wenn es bei der jetzigen Wahl nur gelungen wäre, diese zufällig erworbene Stimmenzahl zu halten, so wäre das ein recht annehmbarer Achtungserfolg gewesen. Dewitz, wir geben zu, v o r der Wahl hat keiner von uns so gerechnet; wir selbst auch nicht. Wir alle haben mehr erwartet. Aber das zeigt nur, datz wir durch den grossen Erfolg des Jahres 1003 uns haben verleiten lassen, nicht kühl zu rechnen; ändert jedoch nichts an der Bedeutung der Tatsachen. Nun haben wir statt dieses Achtungserfolges sogar noch 250 000 Stimmen hinzu- gewonnen' Dazu kommt aber noch. mehr. Als wir 1003 die 3 Millionen überschritten hatten, da schrieen unsere Gegner in wildem Chor: wir sollten uns nur nicht einbilden, datz unsere Wähler alles Sozialdemokraten seien; mindestens die Hälfte seien Mitläufer, d. h. Leute, die aus Verärgerung einmal für uns gestimmt hätten, ohne sich deswegen auch nur im Traume zu uns zu rechne». Zweifellos waren auch lvirklich viele Mitläufer dabei. Wie viele, das kann natürlich niemand wissen. Nehmen wir an— um die Rechnung so vorsichtig wie möglich zu machen—, es seien nur 10 Proz.. also rund 300 000 gewesen. Ebenso zweifellos ist nun aber, datz wir die Mitläufer diesmal verloren haben. Sind wir sie aber los, dann müssen wir doch ihre 300 000 Stimmen durch anberc, und z>var durch über- zeugte Anhänger ersetzt haben. Und dann beträgt unser Zuwachs nicht 250 000, sondern 550 000 Stimmen I Doch auch hiermit ist die Bedeutung dieser Zahlen noch keines- weg» erschöpft. Nach allgemeiner Schätzung beträgt die Zahl derer, die seit 1903 ins Alter der Wahlmündigkeit hineingewachsen find, etwa 650 000. Von ihnen müssen notwendigerweise unsere neuen Stimmen herrühren, denn darüber ist sich alle Welt einig, datz unsere Mandatsverluste verursacht sind durch das Aufgebot von über 1 Million Wähler, die 1903 schon das Wahlrecht hatten, aber nicht gewählt haben. Wenn diese Zahlen richtig sind— amtliche Zahlen liegen noch nicht vor—, wenn also wirklich der Nachwuchs der Wähler seit 1903 zirka 650000 Mann stark ist, so ergibt sich, datz fast der gesamte junge Nachwuchs, nämlich zirka 550 00p, uns zugehört. Und dies ist, meinen wir, das allerwichtigste Ergebnis der Wahl! Auch damit sind wir noch nicht zu Ende. Es ist weiter zu berücksichtigen, datz unter den konservativen Stimmen mindestens die Hälfte erprctzt sind. Man kennt ja die Zigarrenkisten- Methode in den konservativen Wahlkreisen. Darunter sind zweifel- los ebenfalls viele Sozialdemokraten. Wenn nun aber, alles in allem, der Zuwachs unserer An- Hänger als mindestens erfreulich bezeichnet werden mutz, woher dann die Wandatsverluste? Auch darüber ist sich alle Welt einig. Der Landsturm der..NichtWähler" hat ihn herbeigeführt. Verloren haben wir die Philister, die 1903 mit uns liefen; aufgepeitscht wurden ferner über 1 Million Philister» die 1903 alles verschlafen haben. Sic alle stürmten an die Urne und stimmten gegen uns. Es fragt sich, warum sie das toten. Wak hat sie aufgeschreckt? Weshalb schliefen sie nicht weiter? Was hat sie aus unseren Reihen gejagt? Darauf hören wir schon die Antwort: die Wahlparole von der ..nationalen Ehre" habe gezogen. Widerlegen lätzt sich eine solche Behauptung natürlich nicht; das Gegenteil kann niemand beweisen. Aber dennoch vermögen wir es nicht zu glauben. Gewiss können wir uns denken, datz das falsche nationale Empfinden, das in Krieg und Heldentaten die„Ehre der Nation" sieht, durch eine geschickte Wahlmache in Wallung versetzt werden kann. Aber dann gehören dazu doch andere Künstler als Bülow und Dernburg. Fällt dies fort, was bleibt dann übrig als Grund dafür, datz rund V/j Millionen Philister sich erhoben haben, um die sozial- demokratische Gefahr abzuwehren? Die Antwort liegt in der Frage: sie haben jetzt Angst vor der Sozialdemo- k rotte! Sie haben uns 1003 nicht so ernst genommen wie jetzt, sie haben uns damals nicht für wirklich„gefährlich" gehalten. Die seither verflossenen 3lh Jahre haben bei ihnen diesen Wahn zer- stört. Jetzt haben sie eingesehen, datz wir wirklich eine Gefahr für die bürgerliche Gesellschaft sind. Und das hat ihnen die Angst eingejagt, die sie fast bis zur letzten Schlafmütze au die Urne peitschte. Und was ist nun das Fazit dieser Uebcrlegungcn? Auf der einen Seite ein erfreuliches Anwachsen der Zahl der überzeugten Sozialdemokraten, eine prächtige Ausbreitung der sozialdemo- kratischen Idee; auf der anderen Seite die ganze bürgerliche Welt. 'Die letzten g'ch Jahre haben unS genau auf den Weg gebracht, den wir marschieren müssen, wenn»vir je unser Ziel erreichen wollen. Bielleicht mag manchem diese Berechnung zu rosig erscheinen. Dem mag gesagt sein, datz auch die Gegner selbst ihre Richtigkeit schon zu merken beginnen. Sic wischen sich schon die Augen von ihrem Rausch vom 25. Januar, und die„Deutsche Tageszeitung" hat schon zweimal den Angstschrei ausgcstohcn: was die Sozial- demokratie an Mitläufern einbützt, hat sie durch frischen Nachwuchs ersetzt; was sie an Mandaten verloren, hat sie an revolutionärer Bedeutung gewonnen. Darum behält nun freilich der Mandatsverlust durchaus seine verhängnisvolle Bedeutung. Eine starke sozialdemokratische Fraktion im Reichstage bedeutet die Abwehr allzu volksfeindlicher Gesetze; bedeutet eine gewisse Zügelung für allzu unverschämte Gelüste der Reaktion. Diese Schranken sind nun gefallen, und wer wollte zweifeln, datz die Reaktion den ihr gelassenen Spielraum gierig ausnützen wird! Schon deshalb, weil sie ja selbst daran zweifeln mutz, ob ihr die Gelegenheit je wieder geboten w-rd. Wir werden von dieseni Reichstage Gefetze erleben, daß unS'ie Augen über- gehen werden? Zuerst wird die Rolonialarmee geschaffen; bann tommt das(Lesetz gegen die Gewerkschaften wieder und wird natür- lich angenommen; weiter naht, wie jetzt schon die„Köln. Volksztg." schreibt, ein neues Flottengesetz, dann eine Verstärkung der Armee; dazu die nötigen Steuern in Höhe von etwa 100 Millionen Mark; zudem regen sich bereits die Agrarier und künden ihren„gesunden Egoismus" an, wie sie schon während des Wahlkampfes den Doppcltarif und hohe Zölle beim Handelsvertrag mit Amerika ver- langt haben. Und das ist nur der Anfang, nur die Speisenkarte, die sich in diesem Augenblick übersehen läßt. Was sonst noch kommt, ruht in dem Schöße der Zukunft. Die Schranken sind ge- fallen und alles, alles, was das Volk sehnt und wünscht, wird niedergeritten werden.„Alles niederreiten!" ist die Signatur des Tages. Selbstverständlich wird das Wüten der Reaktion von neuem ungezählten Massen die Augen öffnen, und von neuem wird der Strom der Unzufriedenen sich uns zuwenden. Die Zahl der An- Hänger wird aufs neue beträchtlich wachsen! Politilcbe(leberNcbt. Berlin, den 9. Februar 1907. Die Enthüllnngen des„Bayerischen Kurier". Die Veröffentlichung der gestern von uns abgedruckten Keimschen Briefe durch den„Bayerischen Kurier" hat die offiziöse Presse und die Blätter StS nationalen Blocks in arge Verlegenheit gesetzt. Man hat während des Wahlkampfes soviel von der„nationalen Ehre" geredet; nun liegt diese„nationale Ehre" geschändet am Boden. Die Jubel- Hymne, die durch die konservative und liberale Presse über den großen Sieg des„nationalen Gedankens" brauste und in der mit deutschen Verhältnissen unbekannten ausländischen Presse einen lauten Widerhall fand, ist schrill unterbrochen. Es ist festgestellt, daß der große Sieg mit den unlautersten Mitteln erkauft ist— mit Mitteln, die um nichts hinter denen Auriickstchen, mit denen Napoleon der Kleine bei den Plebisziten seine glorreichen Siege erfocht. Die g e- mein st en, verlogen st cn Flugblätter und Broschüren, die zu Hunderttauscnden in den Wahlkampf geschleudert worden sind, das Dreckigste, was die Wahlagitationsliteratut aufzmveisen hat. das ist mit Geldmitteln hergestellt, die aus dem Reichskanzlcramtc stamme». Und noch mehr, diese Flug- und Schmähschriften sind sogar t e i l>v e i s c im Kolonial- amte verfaßt, demselben Kolonialamtc, dem die rein- liche. zur Abstellung der Kolonialkorruption bc- rufene Exzellenz D c r n b u r g vorsteht.— Ferner selbst bei den Machern- des„unpolitischen" Flotten- Vereins, den Nationalsten aller Nationalgesinntcn. ist das „nationale Empfinden" nicht so weit ausgebildet, daß sie vor einem Wahlbündnis mit der„Vaterlands- verräterischen" Sozialdemokratie zurückschrecken. Sie wollten vielmehr trotz deL angeblichen vaterlandsfeindlichcn Charakters der Sozialdemokratie mit dieser gemeinsam gegen das Zentruni zu Felde ziehen, und nur die Stichwahiparolc des sozialdemokratischen Parteivorstandes zwingt sie, diesen Plan fallen zu lassen. Welch hoher Flug deL nationalen Gedankens? Welch tiefes vaterländisches Empfinden? Diese Tatsachen bilden eine derartige vernichtende Kritik des Siegcsgeschwätzes. daß der größte Teil der konservativen, nationalliberalen Blätter noch immer schweigt. Nur dav „Berl. Tageblatt" brachte heute morgen einen Auszug aus den Veröffentlichungen deL„Bayr. Kuriers". Die meisten der sogenannten„anständigen" Blätter beschränkten sich darauf, auf die„Gemeinheit" des bayerischen Zentrums- blattes zu schimpfen, das„gestohlene" Dokumente ver- öffentlicht. Was aber in diesen Dokumenten steht, unter- schlagen sie ihren Lesern. Selbst heute abend, nach- dem inzwischen der Inhalt jener Briefe bekannt geworden ist, vermögen sich die meisten dieser Blätter nicht zum Abdruck aufzuschwingen, sondern begnügen sich mit heuchlerischer Entrüstung über die„ U n m o r a l"— des„Bayr. Kurier". So schreiben beispielsweise die«Berl. Neuesten Nachr.": Die ZcntrumSpreffc findet sich mit diesem schmachvollen Bor- gang, soweit wir sehen können, sehr leichtherzig ab.»Wie er wer »Bayerische Kurier") in den Besitz dieser Briefe gekommen ist, haben wir nicht zu untersuchen"— schreibt die„Germania". Sie verwendet nun ihre ganze Mühe darauf, durch die Darstellung des Inhalts der Briefe den Eindnick zu erwecken, als ob etwas Ungeheuerliches geschehen sei. Die„Deutsche TageSzt g." schreibt: Es widerstrebt uns, auf den Inhalt dieser Briefe einzugehen. Wir halten es im allgemeinen für ein selbstverständliches Gebot des journalistischen AnstandeS, von gestohlenen Briefen überhaupt keine Notiz zu nehmen. In diesem Falle müssen wir aber von dieser Gepflogenheit abgehen, weil der Inhalt der gestohlenen Briefe die Oefientlichkeit beschäftigen wird. Die Kronsbcinsche Kloake räsonniert: „Ein unter der Devise„Für Wahrheit, Freiheit und Recht" erscheinendes Zentrumsorgan, das führende Parteiblatt in Bayern, der„Bayrische Kurier", veröffentlichte am i. Februar d. I.— am Tage vor den letzten Stichwahlen— Schriftstücke und Briefe, die in den Räumen der Präfidial-Geschäftsstclle des Deutschen Flotten- vcreins, Berlin, Wilhelmstraße 130, unter Verschluß aufbewahrt lvurden. ES sind der Mehrzahl nach Privatbricfe, welche sämtlich den Vermerk„Vertraulich" trugen." Und die„Kreuzzeitung" beschränkt sich auf die Veröffentlichung folgender die Echtheit der Briefe bestätigen- den Zuschrift aus der Präsidial-Geschäftsstelle des Flotten- Vereins: „Der„Bayerische Kurier" veröffentlichte am L Februar d. I. — am Tage vor den letzten Sttchwahlen— Schriftstücke und Briefe. die in den Räumen der Präsidial- Geschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins. Berlin, Wilhelmstraße 130, unter Ver- schlnß aufbewahrt wurden. Es sind der Mehrzahl nach Privat- bliese, welche sämtlich den Vermerk„Vertraulich" trugen. In welchem Umfange Originale entwendet wurden. läßt sich vorläufig nicht feststellen. Von den meisten im ,0|a yeiifchen Kurier" veröffentlichten Briefe« befinden sich jedoch die Konzepte hier, so daß in diesen Fällen nur Abschriften genommen worden sind. Was die bis jetzt ermittelten näheren Umstände der Entwendung be- trifft, so deuten dieselben auf schweren Diebstahl. Jedenfalls ist hierbei systematische Arbeit geleistet worden, welche genaue und längere Vorbereitungen erheischte. Allein schon die Abschrift der im»Bayerischen Kurier" veröffentlichten Schriftstücke— und er schreibt, daß er noch „Berge" solcher besitze— erforderte sehr viel Zeit. ES ist denn auch festgestellt worden, daß von Ritte bis Ende Januar iu mehreren Nächten Diebe in den der- schlossenen Räumen der Präsidial-Geschäftsstell«' tätig gewesen sind. Die Angelegenheit ist der königlichen Staatsanwaltschaft zur weiteren Veranlassung übergeben worden. Ein Briefwechsel mit dem Herrn Reichskanzler, wie in der- schiedenen Blättern irrtümlich angegeben, hat von hier aus, auch in privater Form, nicht stattgefunden." Die„N o r d d. A l l g c m. Ztg." aber schweigt ganz. Vielleicht sinnt man in der Wilhelm st raße noch über eine plausilbe Ausredenach. oder man hat die Fonds noch nicht gefunden, aus denen die Geld- mittel für die Flugblätter stammen. Nationalliberale Ministerstürzer. Am Sonnabend leiteten die Nationalliberalen im M- geordnetenhause cndlichdie großeMtion ein, die sie seitWochen mit lautem Tamtam und unter Anwendung aller Mittel der modernen Reklame angekündigt haben: den Sturzversuch an dem ob seiner Verdienste um die Verpfaffung der Volksschule erblich geadelten Kultusminister Studt, dessen Entlassung die Liberalen als Lohn für die Dienste verlangen, die sie der Reichsregierung bei den Wahlen geleistet haben. Die Aktion ist kläglich ins Wasser gefallen, und Herrn von Studts Stellung ist eher gefestigt als geschwächt, die Nationallibe- ralen aber verlassen das Kampffcld als blamierte Europäer. Zwar sagten sie, vor allein ihr Führer Dr. Friedberg, dem Minister manch bittere Wahrheit, zwar fielen Worte, so scharf, wie sie im Dreiklassenparlament selten gehört werden, aber im Grunde ist doch alles Komödie. Wenn es wieder einmal gilt, der Volksschule Fesseln anzillegen oder die freie Wissenschaft zu unterdrücken, dann werden die nationallibe- ralen Maulhelden, die jetzt so wacker schimpfen. Arm in Arm mit Herrn von Studt daherziehen, genau so wie sie ihm bei der Verabschiedung des Schulunterhaltungsgesetzes Helfers- dienste geleistet haben und wie sie bei Schaffung der„Lex Arons" mit seinem Amtsvorgänger ein Herz und eine Seele gewesen sind. Den Grund zu der Attacke gab der bekannte„Brems- erlaß" vom 4. Mai 1909. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Erlaß einen schweren Eingriff in das Selbstverwal- tungsrecht der Gemeinden, daß er eine sckWcre Schädigung der Lehrer und der Volksschule bedeutet. Wenn irgend eine Partei, so hat die Sozialdemokratie diesen Erlaß aufs heftigste bekämpft. Und wir haben ein Recht dazu; denn wir sind es, die einzig und allein prinzipiell gegen die preußische Schulpolitik zu Felde ziehen. Allerdings nur in unserer Presse und in Versammlungen: denn von der Tribüne des preußischen Parlaments herab diese Politik zu kennzeichnen, ist uns �versagt dank dem Drciklassenwahlsystcm, das die Ent- scheidung über die Volksschule in die Hand derer legt, deren Kinder die höhere Schule besuchen! Die Nationalliberalen nun aber haben die reaktionäre Schulpolitik der Regierung mitgemacht; sie haben zu ihren vielen Sünden auch die der Auslieferung der Volks- schule au die Kirche auf sich geladen: sie haben wie im Reiche die materiellen so im Lande die ideellen Güter des Volkes schmählich verraten. Ihnen fehlt jedes moralische Recht, an den Studtschen Verwaltungsmaßnahmen Kritik zu übe». Im Grunde genommen gilt ihr Kampf ja auch gar nicht der Sache, sondern der P e r s o n. Mag Herr Friedberg noch so pathetisch versichern, daß es ihm auf die Person des Ministers nicht ankommt, seine eigenen Worte strafen ihn Lügen. Wissen die Nationalliberalen denn nicht mehr, daß sie sofort bei Beginn des Rcichstagswahl« kampfes die Entlassung deö Herrn von Studt und seinen Ersatz durch einen Liberalen gefordert haben? Jetzt prä- sentieren sie den Wechsel, aber zu ihrem Schrecken er- fahren sie, daß er wertlos, daß keine Deckung für ihn vor- handen ist! Die Debatte war äußerlich recht interessant und lebhaft; das Haus hatte einmal einen sogenaunteu„großen Tag". Nachdem Abgeordneter Schiffer(natl.) die Interpellation begründet hatte, erhob sich Herr von Studt, um eine Er- widerung zu verlesen, die ihm einer seiner Räte sorgfältig aufgeschrieben hatte. Herr von Studt war— wie immer— das Urbild der Rat- und Hülflosigkeit: er merkte gar nicht, daß die ihm vorher niedergeschriebene Erwiderung auf die Ausführungen des Interpellanten wie die Faust aufs Auge paßte. Den schlechten Eindruck, den er auf allen Seiten, außer auf der äußersten Rechten, hervorrief, vermochte auch sein Kollege, Freiherr von R Heinbaben, nicht zu verwischen, der ihm ritterlich bcisprang. Die Linke fiel wutentbrannt über Studt her, und selbst bei den Freikonservativen und im Zentruin fand er keine Unterstützung. Um so mehr freuten sich die Konservativen über diesen Mann, der die Volksschule in Grund und Podcu zu rennen und die Volksbildung auf das tiefe Niveau zu bringen geeignet ist, auf dem sie nach Ailsicht der Rechten stehen sollte. Wir haben gewiß keinen Ueberfluß an Staatsmännern unter den preußischen Ministern, aber so unfähig wie Herr von Studt ist denn doch nicht ein einziger seiner Kollegen. Aber gerade darum sind wir davon überzeugt, daß er noch recht lange im Amte bleiben wird, ein Spiclball seiner Räte und der reaktionären Par- teien. Was würde es aujlj. nützen, wenn er gestürzt würde? Ein anderer Mann träte an seine Stelle, aber das System würde das alte bleiben. Nicht der Person dcL� Herrn von Studt, sondern dem S y st c m gilt der Kampf, und an diesem System trägt Fürst Bülow genau so die Schuld, wie sein Ressortminister. Der Kampf kann jedoch nicht geführt werden von einer Partei, die sich liebedienerisch heute dem, morgen jenein Minister anbietet, sondern einzig und allein von einer Partei, die ihre Grundsätze vertritt, ohne nach rechts oder nach links zu schauen. Die Besvreckmng ging also miS wie da? Hornberger Schießen.. Es wird alles beim alten bleiben, falls cS nicht noch schlimmer wird.— �_ Sozialdemokratie und Freisinn bei den Stichwahlen. Die freisinnige Presse fährt fort, über die„Bündnisse" der Sozialdemokratie bei den Stichwahlen zu räsonnieren und der sozialdemokratischen Wählerschaft vorzuwerfen, daß sie die Reaktion begünstigt habe. Dieselben Blätter, die, wie z. B. das hiesige Organ der„gebildeten" Philister, die„Voss. Zeitung", direkt für die Unterstützung der reaktionärsten konservativen und antisemitischen Kandidaten durch die Frei- sinnigen eingetreten sind, ja die sich sogar nicht geschämt haben, das ihnen dafür von der agrar-konservativen Presse ausgestellte Lob als Zeugnis ihrer„nationalen" Gesinnung abzudrucken, werfen in ihrer Heuchelei der von ihnen aufs gemeinste bekämpften Sozialdemokratie vor. daß diese nicht bei der Stichwahl jeden beliebigen Jreisiniligeil. mochte es sich auch um eine politisch höchst fragwürdige Persönlichkeit handeln, ohne weiteres unterstützt hat. In Anbetracht dieser Perfidic, das eigene Verschulden durch Schimpseu auf die sozialdemokratische Arbeiterschaft zu verdecken, hat folgendes Urteil, das Herr Barth in seiner„Nation" über die Stich- wählen fällt, doppeltes Interesse. Barth spricht von der Schwächung der Linken und fährt dann fort: „Aber das ließe sich verschmerzen. Ungleich schlimmer ist dagegen die moralische Einbuße, die der Liberalismus, und vor allen Dinge« der Freisinn, bei diesen Wahlen erlitten hat. Die politische Charakterlosigkeit hat bei den Stichwahlen alles übertroffen, was wir bisher in Deutschland erlebt haben. So hart uns das Geständnis an- kommt: die Wahrheit soll nicht verschwiegen werden, bah frei- sinnige Wähler in zahlreichrn Fällen den schlimmsten Re- aktionären, Scharfmachern, Bündlern, Antisemiten zum Siege verholfen haben, aus blöder Angst vor dem roten Gespenst. Freisinnige Vertrauensmänner haben offen aufgefordert, für Erzreaktionäre u.nd Anti- semiten zu stimmen. Das Schauspiel war schmachvoll. Es ist ein schwacher Trost, daß auch die Sozialdemokratie eine Reihe der unsaubersten Wahlbündnisse eingegangen ist. Allerdings soll un- umwunden anerkannt werben, daß sich die Sozialdemokratie speziell im Norden und Osten Deutschlands selbst durch das offene Eintreten von Freisinnigen für die Reaktionäre fast durchweg nicht hat be- stimmen lassen, den Freisinnigen gegenüber eine Rachepolitik zu treiben. Die Sozialdemokraten haben sogar Freisinnige, die sich seit Jahren als giftige Gegner der So» zialdemokratie ausgezeichnet haben, in der Stich. wähl unterstützt und damit einen anerkennenswerten Beweis politischer Besonnenheit gegeben. Aber speziell in Süddeutsch- land hat die Sozialdemokratie ihrem politischen Ruf die schwersten Schädigungen durch allerlei schmierige Stichwahlabkommen bei- gebracht. Daß sie einen so aufrichtigen bürgerlichen Demokraten wie Quidde gegen einen Konservativen und nun gar einen Mann wie Blumenthal zweimal gegen Zcntrumsleute hat durchfallen lassen, ist doch schlechthin eine Schande. Diese Charaktervcrwüstung ist die bitterste Frucht der hinter uns liegenden Wahlen. ES wird lange dauern, ehe sich die Parteien der Linke» von diesen moralischen Schlägen wieder erholen werden. Uebrigcns setzt die Ernüchterung schon ein. Man fängt langsam an zu begreifen, wie dieser angebliche Sieg des Libera- lismus beschaffen ist. Die Sozialdemokratie, die man zerschmettert zu haben glaubte, weil man ihr beinahe die Hälfte ihrer Mandate abnahm, ist in Wirklichkeit als politische Partei heute geschlossener als vorher. Sie hat eine Viertclmillion Stimmen mehr erhalten als bei den Wahlen von 1903. Die 3% Millionen Wähler, die ihr diesmal gefolgt sind, bilden zudem eine homogenere politische Masse alt die 3 Millionen de« Jahres 1003. Wenn sie mit einiger Klugheit verfährt, die Roheit ihrer AgitationSmethode und die unerträg- liche Großmannssucht mildert, so wird sie, selbst nach diesem Verlust von 20 Mandaten, bald wieder drohender dastehe als zuvor," Oeutfckes Reich. Tirpih über die Flottenpolitik., Der Staatssekretär des Reichsmarineamt» hat sich von einem englischen Journalisten interviewen lassen. Er er- zählte diesem Herrn, daß er sich gar nicht denken könne, daß das englische Volk im Ernst glaube, das Reichsmarineamt bereite einen Angriffskrieggegen England vor. Ein solche Annahme sei zu»närrisch". Die deutschen Flottenrüstungen dienten nur dazu, im Notfälle Deutschlands überseeischen Handel und seine Kolonien zu verteidigen. Läge es anders, so würde sich die deutsche Negierung bewogen gesehen haben, 1000 eine Flottcnvorlage von ganz anderem Umfange einzubringen. Dem Abrüstungs- gedanlen stehe Deutschland allerdings skeptisch gegenüber, aber für Deutschland mit seiner„kleinen Flotte" sei eine solche Ein- schränkung der Rüstungen auch viel bedenklicher, als sie es für England mit seiner großen Flotte sein würde. England habe zuerst mit den Flotte nrü st ungen begonnen und dadurch die übrigen Mächte genötigt, ihm auf diesem Gebiete zu folgen. Bemerkenswert ist, daß Herr v. Tirpitz auch heute noch von der „kleinen Flotte" Deutschlands spricht. Sicherlich wird die Re- gicrung die Hurra-ReichStagsmehrheit dazu benutzen, um daS im Jahre 1900 Versäumte schleunigst nachzuholen und mit einer „ganz anderen Flottenvorlage" zu kommen. Sehr unrichtig aber ist c». wenn Herr v. Tirpitz bc- hauptete, daß England mit den Flottenrüstungen begonnen habe. Daß England, die alte Flottengroßmacht, bei seinem u n- geheuren Kolonialbesitz«ine starke Flotte unterhält, ist selbstverständlich. Eine gewaltige Vergrößerung dieser Flotte trat aber erst mit dem Augenblick ein. wo Deutschland» dessen Kolonialbesitz doch ein minimaler ist und das seine Kolonien überhaupt nur deshalb erwerben konnte, weil die übrigen Staaten Deutschland diese Brocken übrig gelassen hatten, mit seinen Flotten- rüstungen begann. Bereits im Jahre 1895 hielt der deutsche Kaiser einer Anzahl von Rcichstagsabgeordneten im Potsdamer Neuen Palais einen Vortrag über die notwendige Verstärkung der Marine. Am 18. Januar 1890 hielt der deutsche Kaiser jene bekannte Rede, in der es hieß, daß das Deutsche Reich ein „Weltreich" geworden sei, mit Tausenden von Landsleuten in fernen Teilen der Erde, und daß„dieses Deutsche gleich auch fest an unser heimisches zu gliedern sei". Im Jahre 1897 fanden dann diese Flottenrüstungspläne in dem ersten Flottengcsetzcntwurf des Herrn v. Tirpitz ihren Ausdruck. Seit dem Jahre 1890 bis zum Jahre 1900 wuchsen dann die Ausgaben für die Flotte für das Deutsche Reich von 92 auf 205 Millionen, während sie sich für Eng- land von 455 auf 000 Millionen steigerten. Die deutschen Marine- ausgaben haben sich also im letzten Jahrzehnt verdreifacht, während sie sich in England noch nicht um ein Drittel erhöhten! Man sieht also,.baß Deutschland die Ausgaben für seine Flotte in einem un- geheuer viel rascheren Tempo steigerte als England. Die deutschen Ausgaben für die Flotte betragen jetzt beinahe die Hälfte der AuS. gaben für die englische Flotte. Dabei beträgt die Be- völkerung der deutschen Kolonion 13 Millionen, während die Be- völkerung der englischen Kolonien 300 Millionen, also mehr als das 2?fache, beträgt I Schon diese Ziffern beweisen, wie un» sinnig eS ist, die deutschen Flottenrüstungen mit den englischen in irgend einen Vergleich bringen zu wollen! Die Rede des Herrn v. Tirpitz wird also die englischen Bc- sorgnisse schwerlich beseitigen, um so weniger, als die„Deutsche Tageszeitung" Herrn v. Tirpitz tadelt, weil seine Aus- führungen einer»leisen Bitte um Entschuldigung" ähnlich sähen: „Wir haben es wahrhaftig nicht nötig, uns irgendwie zu entschuldigen". England wird natürlich nicht daran denken, beim Abrüsten voranzugehen: Deutschland wird also mit seinen Rüstungen fort- fahren. Die Flottcnausgaben, die schon jetzt die Höhe von zirka 800 Millionen erreichen, werden ins Abenteuerliche an- wachsen. Der deutsche Michel, der die Hurra-Reichstagsmehrheit geschaffen hat, wird sich mit dem Steuerzahlen abfinden müssen?-» Das Lob des Rcichsverbandes wird von der„P o st" in allen Tonarten gesungen. Die Agitation des Neichsverbandes habe sich glänzend be- währt. Während der Reichsverband für die Wahlen von dilK)8 sich nur vorgesetzt habe, den Sozialdemokraten 3(1 Sitze zu entreißen, seien ihnen nun sogar 3(i entrissen worden. Da- bei sei die Organisation des Reichsverbandes diesmal noch lange nicht so ausgebaut gewesen, wie es im Jahre 1908 der Fall gewesen wäre, auch sei seine Kriegskasse noch nicht voll gefüllt gewesen. Daß der Sozialdemokratie diesmal nicht noch mehr Sitze entrissen worden seien, liege daran, daß„Partei- politische Verbitterung in der Stichwahl eine Einigung zwischen Liberalen und Zentrum nicht habe zu stände kommen lassen." Bei der nächsten Wahl werde es eine der nächsten Aufgaben des Reichsverbandes sein müssen, alles zu tun, um auch das Zentrum der im Zeichen des Reichs Verbandes geeinten Reaktion anzugliedern! Es ist in der Tat auch gar nicht ausgeschlossen, daß bei der nächsten Wahl eine solche Zusammenschweißung der ge samten bürgerlichen Reaktion zustande kommt, daß dann auch das Zentrum den Reichsverband vor seinen Agitations karren spannt. Die Sozialdemokratie hat also damit zu rechnen, daß sie das nächste Mal vollständig isoliert dasteht und in Haupt- wie Stichwahl ganz allein den Kampf gegen die koaliierte Bourgeoisie aufzunehmen hat. Es ist notwendig, auf diese Situation schon heute hinzuweisen. Das klassenbewußte Proletariat niuß sich der ungeheuren Agitation deß/ durch die Millionen der Scharf macherverbände gespeisten reaktionären Blocks gegen über zur äußersten Kräfteanspannung auch für die Zeit zwischen den Wahlen aufraffen! Ebenso rast los wie das koaliierte Bürgertum während der nächsten fünf Jahre an der Köderung und Verdummung der Massen arbeitet, muß auch das klassenbewußte Proletariat unablässig und mit Aufbietung aller Mittel an der Anstlärung der breitesten Wählermassen arbeiten!— Das Hamburger Parlament nach den Neuwahlen. Der Wahlrechtsumsturz hat eine Wirkung ausgeübt, an welche die„liberalen" Fraktionen des Hamburger Landesparlaments, so- weit sie an der Volksentrechtung beteiligt sind, am allerwenigsten gedacht haben. Zunächst traten 14 Mitglieder aus den alten Fraktionen aus und bildeten die neue Fraktion der„Vereinigten Liberalen", weil sie Gegner der Klassenwahl sind, und bei den am 1. Februar erfolgten halbschichtigen Neuwahlen erlitten die Wahl rechts raube r eine weitere Schwächung, so daß unter Hinzuzählung der am Freitag auf dem Hamburger Landgebiet erfolgten Stich Wahlen— dort wird nach dem alten Wahlgesetz, gewählt— die alten bürgerlichen Fraktionen 27 Sitze eingebüßt haben. Unsere Fraktion zählt letzt 18 Köpfe gegen 13 vor den Neuwahlen. Obwohl den„Vereinigten Liberalen" das schmähliche Treiben der Freisinnigen aller Schattierungen bei der Reichstagswahl nicht unbekannt geblieben sein dürfte, werfen deren Preßorgane unserer Hamburger Parteileitung Persidie vor, weil sie für die Stichwahlen im Landgcbiet Wahlenthaltung proklamiert hat. Das tun die selben Blätter, die durchaus nichts dagegen einzuwenden hatten, daß die entschieden" Liberalen eine Reihe erzrcaktionären Junkern vom Schlage des Januschauers zum Siege verholfcn haben. Und auch bei der Wahlkampagne zum Hainburger Landesparlament haben einige dieser„entschieden" Liberalen aus ihrem Haß gegen die Sozialdemokratie kein Hehl gemacht, indem sie erklärten, bei einer eventuellen�Stichwahl zwischen Wahlrechtsräubern und Sozialdeniokraten lieber für den ersteren einzutreten. Itachdcm aber äinige der Ihrigen in die Stichwahl mit Wahlrechts räuberm kamen, hielten sie die Stichivahlhülfe der Sozialdemokraten für selbstverständlich. Nun unsere Genossen sich anderer Meinung zu sein erlauben, reden sie von„Persidie" uird„Inkonsequenz", räsonnieren über taktische Unklugheit der Sozialdemokratie und dergleichen mehr. Bemerken wollen wir noch, daß die„entschieden" Liberalen durchaus keine reinen Anhänger des allgemeinen, gleichen und direkten Wahl- rechts zum Hamburger Parlament sind, sondern für die Beibehaltung der Privilegiertemvahlen und für die„allmähliche Aus- gestaltung" des Wahlrechts in der allgemeinen Wählerklasse ein- tr.eten.—_ Der Breslauer Handabhacker vor Gericht. Breslau, 8. Februar. Am Freitag stand hier Genosse Albert vor der Straf- kammer; er sollte durch eine Versammlungsrede die gesamte Breslauer Polizeimannschast beleidigt haben. Es ergab sich indes, daß er nur den Breslauer Handabhacker als„feigen Halunken" bezeichnet hatte. Die polizeilichen Belastungszeugen waren allerdings anderer Ansicht, das Gericht überzeugte sich indes. daß die Berichte überwachender Gendarmen keine zuverlässigen Quellen sind und sprach Albert frei. Während der Verhandlung hatte Genosse Albert noch einen Versuch gemacht, den Handabhacker zu ermitteln. Er erklärte nämlich, der Mensch sei bald nach dem 19. April versetzt worden aus Breslau, weshalb der Breslauer Polizeipräsident gar kein Recht habe, für ihn Strafantrag zu stellen. Falls das Gericht es ihm nicht glaube, bitte er Herrn Dr. B i e n k o als Zeugen zu laden. Leider ging das Gericht auf diese interessante Frage nicht ein; es glaubte dem Angeklagten und die Oessentlichkeit muß sich nach wie vor damit trösten, daß der traurige Held des 19. April„nicht zu ermitteln" ist. Aber beim richtigen Namen darf man ihn nun nennen!_ Zu den Wahlrechtswühlereien in Bayern schreibt die„Münch. Post": Als Helfer hat sich der reaktionäre Block den Grafen Maxi- milian B e r ch e m gekapert. Dieser frühere Untcrstaatssekretär, lgl. bayer. Kämmerer und Oberst a. D., eine der Regierung und dem Hofe sehr nahestehende Person ist es gewesen, die, wie schon veröffentlicht worden ist. ein Mitglied der Zentrumsleitung zum Eintreten für die Blockkandidaten hat bestimmen wollen. Und zwar versuchte er das unter der ausdrücklichen Begründung, daß im Reichstage eine Mehrheit für Abänderung des Reich stagswahlrcchtes geschaffen werden müsse. Nun hatte allerdings Herr Graf Maximilian Sigismund Rudolf v. Berchem den merkwürdigen EdelmannSmut, diese Tatsache keck abzuleugnen. Aber wir stellen unter U ebernah in e der vollen Konsequenzen ausdrücklich fest, daß der Herr Graf mit' dieser kecken Ableugnnng eine selbst für ein Mitglied der Edelsten und Besten der Nation bisher unerhörte Un- Wahrhaftigkeit sich leistet. Unsere Mitteilung ist ihrem ganzen Inhalte nach wahr und sie wird vor Gericht öffentlich bewiesen werden, sobald der Herr Graf, wie er Wohl nicht mehr umgehen kann, die nötige Schlußfolgerung aus unserer Charakteristik seines öffentlichen Auftretens zieht. Mag die bayerische Regierung, infolge eines freundlichen Rippenstoßes aus Berlin, auch ableugnen, daß sie dem Herrn Graf einen direkten Auftrag gegeben habe— dieses Dementi verflüchtigt angesichts der unverrückbaren Tatsache, daß der Herr Graf Berchem die Münchener Blockkandidaten sur die geeigneten Repräsentanten einer wahlrechtsfeindlichen Mehrheit gehalten hat. Da» Zentrum hat diesen Werber für den Umsturz von oben heimgeschickt.— Die Arbeiter- und Beamtenfrcundlichkeit der Frankfurter Frei- sinndemokratie nach den Wahlen. In der letzten Sitzung des Stadt- verordnetenkollegiums in Frankfurt a. M. beantragte die sozialdemokratische Fraktion, zur Linderung des Notstandes der in Grube „Reden" verunglückten Bergleute 19 000 M a r k zu bewilligen. Ein demokratischer Antrag verlangte nur 0000 M. Der„demokratische" Wortführer wandte sich gegen den Antrag unserer Genossen mit der Begründung, die Hinterbliebenen und Verunglückten würden durch die Unfall- und Jnvaliditätsversicherung ausreichend unter- stützt. Eine Notwendigkeit zur Unterstützung sei daher nicht vorhanden. Unser Antrag wurde gegen die Stimmen unserer Genossen abgelehnt. Der sozialdemokratische Antrag, allen städtischen Angestellten und Arbeitern bis zu einem Gehalte von 3000 Mark eine Teuerungszulage zu gewähren, wurde ebenfalls verworfen. Der Finanzausschutz will in seiner Mehrheit nur allen Arbeitern bis zu einem Tageslohnsatz von 4, SO Mark SO M. Zulage gewähren. Diesem traten auch die Freisinndemokraten bei, und der Antrag unserer Genossen wurde gegen die Stimmen der ö Sozialdemo- kraten, eines Antisemiten und eines Mittclständlers abgelehnt. — Ebenso ging es dem sozialdemokratischen Antrag: allen armen Kindern in sämtlichen Volksschulen warmes Frühstück zu ge- währen. Man beschloß dafür nach dem Antrag des Schulaus- schusses, dem Verein zur Beschaffung von warmem Frühstück für arme Kinder 3000 M. aus städtischen Mitteln zu gewähren. So sieht die Arbeiter- und Beamtenfürsorge der Freisinndemokraten in der Praxis aus!—_ Fusangel revoltiert. Wie die„Westdeutsche Volkszeitung", das Hagener Blatt Fus- angels, berichtet, hat im Wahlkreise Arnsberg-Olpe Meschede eine von 60 Vertrauensmännern des Zentrums, soweit es an Fusangel festhält, besuchte Versammlung stattgefunden. Es wurde beschlossen, einen Wahl Protest an den Reichstag ergehen zu lassen, der aussichtsvoll erscheint, da nach den bisher konstatierten Unregelmäßigkeiten und Wahlbeeinflussungen schon mehr als 3000 Beckerstimmen ungültig sind. Außerdem soll eine Beschwerde an die Zentrumsfraktion als höchste Parteiinstanz gegen das Pro vinzialwahlkomitee und dessen ungerechtfertigtes Eingreifen in die inneren Verhältnisse des Wahlkreises eingereicht werden. Bezüglich der Organisation wurde zunächst für die drei Kreise ein Parteiaus schuß von 10 Personen gewählt, von denen 4 für Arnsberg und je 3 für Olpe und Meschede bestellt wurden.— Fusangel will demnach, trotz seiner Niederlage, das Feld nicht räumen.— Wie weiter gelogen wird. Genosse Bebel hat. wie er uns mitteilt, der„Elbinger Zeitung" folgende Richtigstellung zugesandt: In der Nr. 33 Ihres Blattes veröffentlichen Sie eine private Zuschrift, wonach mein Freund Singer und ich und noch eine dritte Ihrem Gewährsmann unbekannte Persönlichkeit am Abend des Kaisergeburtstages in einem bekannten Weinrestaurant des Berliner Westens gesessen und Champagner getrunken hätten. Die ganze Darstellung, an der kein Wort wahr ist, hat sich Ihr Gewährsmann aus den Fingern gesogen. Ergebenst A. Bebel. Der niederländische Handel und die niederländische Kolonialpolitik In unserem gestrigen Leitartikel:„Die Lehren der Reichs- tags wähl" bezifferten wir den holländischen Handel mitDeutschland für 1905 auf 1700 Mill. Gulden. Diese Ziffer ist der holländischen Stattstik entnommen. Diese Summe(genau 170S,9 Millionen Gulden) umfaßt aber nicht nur den Warenaustausch der beiden Länder, sondern in Ein- und Ausfuhr auch den über Deutschland gehenden Transitverkehr mit anderen Ländern, der Schweiz, Oesterreich Ungarn usw. Nach der deutschen Handelsstatistik, die den Handelsverkehr der beiden Länder ausschließlich umfaßt, betrug der Gesamthandel der Niederlande mit Deutschland 1905 70S,S Millionen Mark. Ebenso verhielt es sich mit dem Handelsverkehr der Niederlande mit Groß britannien(nicht wie es irrtümlich hieß: Frankreich) in Höhe von 673,6 Millionen Gulden und mit Belgien in Höhe von 431,2 Millionen Gulden. Die Gesamtsumme de? niederländischen Handels betrug, wie eS in unserem Artikel hieß, 4577 Millionen Gulden, wovon auf den Handel mit Holländisch-Ostindien nur die Summe von 470,1 Millionen Gulden entfiel. Einer Einfuhr von 2583,5 Millionen stand nur eine koloniale Einfuhr von 399,6 Millionen Gulden gegenüber; von dem niederländischen Export in der Höhe von 1993,8 Millionen gingen gar nur 70 Millionen Gulden nach den niederländischen Kolonien!-» Hudland. Schweiz. Die Züricher Polizei auf der Anklagebank. Zürich, 6. Februar.(Eig. Bcr.) Die Polizeiherrschast mit ihrer Willkür und Gewalttäsigkeit wird in Stadt und Kanton Zürich immer ärger und unerträglicher. Der Große Stadtrat Zürichs und der Kantonsrat haben sich in ihren letzten Sitzungen loiedcr mit einer ganzen Mustersammlung polizeilicher Heldentaten beschäftigen müssen. Den unmittelbaren Anstoß dazu gab der Ueberfall der Frau eines Eiseubahndirektors durch ein polizeiliches Massenaufgebot, weil sie durch perfides Weibergeklatsch verdächtigt worden war, eine Abtreibung begangen zu haben. Beim zweiten Ueberfall durch den Bezirksanwalt Dickel»nd die Kriminalpolizei kam gleich der Bezirks- arzt mit, der die unschuldige Frau untersuchte und ihre Unschuld feststellte I Die Frau erkrankte vor Aufregung, und ihr Mann be- mühte sich bisher vergebens, bei der Staatsauwaltschaft und Re- gierung Genugtuung für den seiner Frau angetanen Schimpf zu er- halten. Natürlich waren es Sozialdemokraten, vor allem unser kämpf- lustiger Genosse PfarrerPflüger, die den Skandal in beiden Parlamenten zur Sprache brachten und in ihrer Kritik zum Teil auch von bürger- licher Seite unterstützt wurden, während andere bürgerliche Redner die Polizei und ihre Taten in Schutz nahmen. Im Kantonsrat trat zu unserer Ueberraschung der Regierungs« Präsident Dr. Stößel mit aller Energie gegen die höchst verwerfliche Praxis der Gemeinden— vor allem der Stadt Zürich auf: Leute, 'elbst Kantons- und Schweizerbürger, auszuweisen und ihnen das Betreten des Gemeindebodens zu verbieten. Durch eine ganze Anzahl fast unglaublicher Einzelfälle illustrierte Dr. Stößel üese brutale Polizeiwillkür, die durchaus verfassungswidrig ist. Wörtlich bemerkte er dazu:„Wenn die Presse eS verbreitet, daß in stirick solche Klagen gestellt werden und daß hier eine solche Justiz esteht, dann wird man sich im Auslande darob entsetzen." Die Sozialdemokraten begleiteten diese Worte mit lebhaftem Beifall. In welchen. Umfange die sinnlosen Ausweisungen betrieben werden, zeigen die 320 Fälle der Stadt Zürich allein.— Der Kantonsrat bestellte schließlich eine neungliedrige Kommission zur Prüfung der Angelegenheit. Frankreich. Militaristische Barbarei. Paris, 7. Februar.(Eig. Ber.) Es wäre ungerecht, zu leugnen, daß sich die französische Armeeverwaltung jetzt recht viel Mühe gibt, Uebelstände, unter denen die Mannschaften zu leiden haben, abzustellen. Schon die Furcht vor dem Antimilitarismus tut da das ihrige. Allerdings, im Offiziers- korps gibt es noch genug Leute, die sich in die neuen Anschauungen nicht recht fügen können und im Kastendünkel und in landsknecht- mäßiger Brutalität stecken bleiben. Daher rühren dann so schwach- volle Vorkommnisse, wie deren eines aus Macon berichtet wird. Der Soldat Lauvergnier vom 134. Infanterieregiment hatte im vergangenen Oktober das Unglück, durch einen Holz- splitter um ein Auge zu kommen. Eine Kommission erklärte ihn am 12. Januar d. I. für dienstuntauglich, ohne ihm einen In- validcnsold oder auch nur eine zeitweilige Unterstützung zuzubilligen! Lauvergnier wurde aus dem Heere entlassen, aber da er aller Mittel bar ist und nicht weiß, wie er sein Leben fristen soll, weigerte er sich hartnäckig, die Kaserne zu verlassen. Er zog auch die Uniform nicht aus und schlief sogar in ihr. Am 4. Februar erschienen auf Befehl des Obersten der Hauptmann Petrusse und der Leutnant G c n d r e um 6 Uhr früh an seinem Bette und befahlen ihm, einen vom Regiment gelieferten Zivilanzug anzulegen. Lauvergnier floh auf den Hos. Dort wurde er von vier zu diesem edlen Dienst kommandierten Soldaten festgehalten und in Aewesenheit seiner Kompagniekameraden entkleidet, in die Zivilkleider gesteckt und vors Tor geworfen! Die humanen Ossi- ziere hatten ihm allerdings ein Eisenbahnbillet nach Montceau-les- Mines, seiner Heimatgemeindc, und einen Betrag von— 2,65 Frank in die Hosentasche stecken lassen. Diese Behandlung eines„im Dienste des Vaterlandes" zum Krüppel gewordenen Jünglings rief eine begreifliche Aufregung hervor. Genosse B o u v e r i hat eine Interpellation über diesen Vorfall angekündigt. Der Kriegsministcr läßt bekanntgeben, daß er bereits eine Untersuchung eingeleitet und gleichzeitig in einem Rundschreiben die Korpskommandanten aufgefordert habe, Pen» sionen bei Entlassungen in Zukunft mit weniger Engherzigkeit zu- zuerkennen.—» Spanien. Gegen die Brotverteuerung. In Madrid wurden einige von unseren Parteigenossen ein- berufene Protestversammlungen abgehalten, die sich mit der� für Madrid geplanten Brotverteuerung durch die Erhöhung des städtischen Oktrois wendeten. Die Erhöhung würde 6 Pf. pro Kilogramm betragen, und da jede Arbeiterfamilie jeden Tag zirka l'/z Kilo- gramn, Brot verzehrt, so würde das für die Familie eine Belastung von 9 Pf. pro Tag ausmachen. Die hunderttausend Arbeiterfamilien in Madrid würden auf diese Weise mit 4,/a Millionen Pesetas (3 645 000 M.) im Jahre mehr belastet werden, und das zu den übrigen sehr hohen Steuern. Hoffentlich werden die stürmischen Straßendemonstrationen, die im Laufe der letzten Tage in Madrid stattgefunden haben, ihre Wirkung nicht verfehlen. Niederlande. Immer langsam voran. Die Vertreter der herrschenden Klassen in Niederland gehen äußerst vorsichtig und umständlich an die Aufgabe heran, dem Volke endlich das allgemeine Wahlrecht zukommen zu lassen. Auch die Kommission, die im Oktober 1905 ernannt wurde, um zu unter- suchen, welche Verfassungsparagraphen noch außer denen, die vom Wahlrecht zur zweiten Kammer handeln, revidiert werden müssen, hat sehr langsam und vorsichtig gearbeitet. Ihr Bericht, der erst jetzt erschienen ist, zeigt, daß man beileibe keine wirklich demo- kratische Verfassung haben will.— Zu den Aufgaben der Kom- Mission gehörte es. über die Zweckmäßigkeit, die Art der Zusammen- sctzung und die Rechte der ersten Kammer ihre Meinung zu sagen. Die Kommission— ihr„freisinnig-demokratisches" Mitglied Fokker nicht ausgeschlossen— hat nun erklärt, sie sei einstimmig der Ansicht, die Geschichte Niederlands seit 1848 beweise, daß die erste Kammer ein nützlicher Bestandteil der Staatsregierung sei und daß sie auch in Zukunft einen heilsamen Einfluß auf die Gc- setzgebung und Verwaltung ausüben werde! Um diesen„heilsamen" Einfluß zu verstärken, schlägt die Kommissionsmehrheit vor. der ersten Kammer das Recht zu geben, Amendements zu stellen zu den Vorlagen, die ihr überwiesen werden, mit Ausnahme der Budgetvorlagen und derjenigen Gesctzesvorlagen, die von Mit- gliedern der zweiten Kammer herrühren.— Um den Frauen die Wählbarkeit zu den parlamentarischen Körperschaften zu ver- schassen, schlägt die Kommission vor, daß die in der Verfassung enthaltenen Hindernisse für eine solche Reform beseitigt werden. Ueber das aktive Frauenwahlrecht Vorschläge zu machen, war nicht Aufgabe der Kommission; das hat sich die R e g i e r u n g vor- behalten.— Amerika. Die Kinderarbeit in den Bereinigten Staaten wurde kürzlich in: Senat einer scharfen Kritik unterzogen. Der Senator Beveridge von Indiana legte ein Gesetz zum Schutze der Kinder vor und verlangte, daß Produkte der Kinderarbeit und der sogenannten Schwitzbuden vom zwischenstaatlichen Handel ausgeschlossen werden sollten. Interessant war in der zweistündigen Rede des Senators, daß er sich auf das Zeugnis des sozial- demokratischen Schriftstellers John Spargo bezog, der in seinen: Buche„Ths bitter cry of tbe Children"(„Bitterlich weinende Kinder") den Jammer und das Elend arbeitender Kinder an vielen erschütternden Beispielen aus dem Leben vorführt. Spargo erzählt u. a. von kleinen Mädchen, die täglich 12 Stunden lang in den Austern« Packereien im Staate Maryland arbeiten müssen; er beschreibt auch die schrecklichen Wirkungen der Arbeiten in den Glasfabriken und sagt, daß die Glasarbeiter nur selten ihren eigenen Kindern erlauben, in diesen Fabriken tätig zu sein, weil sie wissen, daß dies ihr baldiges Ende bedeutet. Spargo zitiert einen Glasbläser in Glasboro im Staate New Jersey, der zu ihm sagte:„Ich möchte meinen Jungen lieber tot sehen als ihn hier arbeiten lassen."— Senator Beveridge sagte:„Der Zensus zeigt, daß zwei Millionen Kinder unter 15 Jahre» erwerbstätig sind; davon sind 700 000 außerhalb der Landwirtschaft in Arbeit. Gegen die Arbeiten auf der Farm wolle er sich nicht wenden(II), aber gegen die Kindersklaverei in Fabriken, Bergwerken und Schwitzbuden, und er ivisse, daß die im Zensus aufgeführten Zahlen noch zu gering seien! Die Wahrheit über die Kinderarbeit sehe noch viel schrecklicher aus.— Wenn diese Kinder in der Sklaverei nicht sterben, sondern aufwachsen, dann müssen sie Feinde der Gesellschaft werden, und ich kann sie nicht schuldig sprechen." Ob die Rede viel praktischen Nutzen bringen wird, ist fraglich. Der Senat schmälert nicht gern die Rechte des Kapitalismus, und Herr Beveridge selber mag ja— das Kind nicht mit dem Bade ausschütten, wie seine Aeußerung über die Farm arbeit der Kinder beweist.________ Letzte I�acbrichten und Depefcben, Schneestürme in Italien. Rom, 9. Februar.(B. H.) In Calabrien herrschen heftige Schneestürme. Viele Schiffe sind gesunken. Der auf dem Festlande angerichtete Schaden ist ebenfalls bedeutend. Biele Personen find umgekommen, mehr noch verletzt oder durch die Kälte erkrankt. Zu den Rettungs- und Aufräumungsarbeiten ist Militär herangezogen worden. In den Ortschaften stürzten die Häuser ein und begrübe» die Bewohner unter den Trümmern., Dumawahlmänner. Petersburg, 9. Februar. W. T.-B. Nach den bisherigen Feststellungen sind bis zum heutigen Tage 3643 Wahlmänner ziveiten Grades gewählt worden, davon sind 926 Monarchisten, 601 Gemäßigte, 1379 der Linken angehärige, 294 Nationalisten, 285 Parteilose und 167, deren Parteistellung unbekannt ist. Massenverhaftungen Warschau, 9. Februar.(B. H.) In der verflossenen Nacht wurden abermals mehrere hundert Arbeiter verhaftet und- zahlreiche Haussuchungen vorgenommen, die jedoch resultatlos verliefen. Perantw. Redakteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verant»,: Tt-Giicke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärt« Buchdr.u.Berlagsanst«» Paul Singer Lc Co., Berlin L�V Hierzu 5 Beilagen. Nr. 35. 24. Jahrgang. t KeilU des Jnoiiitf Knlim MM Zonatag, IV. Febrvar 1907. Der„Bremserlatz". Der sog.«Bremseriah" des Kttltusministers, der gestern aus Anlaß der von den Nationalliberalen eingebrachten Interpellation im Abgeordnetenhause zur Verhandlung gelangte, ist bisher im Wort- laut noch nicht bekannt gegeben worden. Er lautet: „Berlin W. 64, den 4. Mai 1906. Durch den Staatshaushaltsetat für das laufende Etatsjahr sind unter Kapitel 121 Titel 34 neue Mittel zu laufenden widerruflichen Staatsbeihülfen für leistungsschwache Schulverbände zu dem Zwecke bereitgestellt worden, tunlichst eine Erhöhung des Mindest- grundgehaltes der ersten und der alleinstehenden Lehrer auf 1100 M.. der übrigen Lehrer auf 1000 M.. der Lehrerinnen auf 800 M. und des Mindestsatzes der Alterszulagen sämtlicher Lehrer auf 120 M. und der Lehrerinnen auf 100 M. herbeizuführen. Die Maßnahme zielt darauf ab, auf dem Gebiete des Besoldnngswesens der Volks- schullehrer- und Lehrerinnen eine größere Gleichmäßigkeit und Stetigkeit herzustellen und der Landflucht der Volksschullehrer ent- gegenzuwirken. Daraus folgt, daß die kgl. Regierungen und die ihnen unterstellten Organe in der Bcsoldungsfrage keine Schritte unternehmen dürfen, die dieses Ziel in Frage stellen könnten. Wenn demnächst Schulverbände, insbesondere Stadtgemeinden, eine weitere Erhöhung des Grund- geholtes und der Alterszulagen ihrer Lehrer beschließen sollten, so ist von der kgl. Regierung vor der Bestätigung des Er- höhungsbeschlusses sorgfältig zu prüfen, ob dadurch das von der Staatsrcgierrung verfolgte Ziel etwa gefährdet werden würde. Gelangt die kgl. Regierung zu der Ueberzeugung, daß der Beschluß in dieser Beziehung erheblichen Bedenken unterliege, so ist der Fall mir vorzutragen.— Hiernach überweise ich der kgl. Regierung aus den obengedachten Mitteln den Betrag von jährlich..... Mark zur entsprechenden Verwendung. Die kgl. Regierung hat die hieraus be- willigten Beihülfen vom 1. April dieses Jahres ab zunächst auf die Dauer von fünf Jahren durch ihre Hauptkasse zu zahlen und bis zur Uebertragung der Mittel auf den Provinzial- etat in den Rechnungen von der geistlichen und Unterrichtsverwaltung für die Etatsjahre 1906 ff. unter Kapitel 121, Titel 34 als Mehr- ausgäbe nachweisen zu lassen. Aus eine Ueberweisung w e i t e r e r M i t t e l ist nicht zu rechnen. Die königl. Regierung wird daher versuchen müssen, mit der ihr zur Verfügung gestellten Summe die in, Eingang des Erlasses ge- dachte Besoldungsanfbesserung zur Durchführung zu bringen. Die erforderlichen Maßnahmen sind alsbald zu treffen. Dabei ist zu be- achten, daß die Aufbesserung nicht lediglich auf Kosten des Staates erfolgen soll, vielmehr mit staatlichen Beihülfen nur da einzutreten ist, wo eine Bedürftigkeit der Schulunterhaltungspflichtigen von der kgl. Regierung anerkannt wird. Dies gilt auch gegen- über Entscheidungen von Beschlußbehörden, die hinsichtlich der Beurteilung der Leistungsfähigkeit des inanspruchgenommenen Schulverbandes von der kgl. Regierung als zutreffend nicht angesehen werden können. Die Zahlung der staatlichen Beihülfen darf erst erfolgen, wenn der Schulverband die llebernahme des gesamten mit deS Erhöhung des Diensteinkommens verbundenen Mehraufwandes bedingungslos und unabhängig von der in Aus- ficht g e st e l l t e n st a a t l i ch e n B e i'h ü l f e beschlossen hat oder eine dahingehende rechtskräftige Feststellung im Beschluß- verfahren getroffen worden ist. In, übrigen sind bei der beab- sichtigten Ausbesserung des Grundgehaltes auch die Lehrerstellen zu berücksichtigen, mit denen ein Kirchenamt dauernd verbunden ist, sofern und insoweit das reine Lehrergrundgehalt hinter den oben gedachten Mindestsätzen zurückbleibt. Es erscheint indes eine Berück- sichtigung dieser Stellen dann nicht erforderlich, wenn diese bereits mit einem auskön, mlichen Gesamtgrund- gehakte ausgestattet sind. Eine Aufbesserung des reinen Lehrer- grundgehaltes hat daher nicht zu erfolgen, wenn das bisherige Gesamtgrundgehalt der vereinigten Stelle derartig hoch ist, daß nach Abrechnung einer reichlich bemessenen durchschnittlichen Grund- gehaltserhöhung für die kirchliche Mühewaltung von 400 Mark mindestens die Sätze des Lehrergrundgehaltes von 1100 Mark be- ziehungsweise 1000 Mark verbieiben. Zu näheren Erläuterungen dienen die nachfolgenden Beispiele: Beträgt das Gesamtgrundgehalt einer ersten oder alleinstehenden Lehrerstelle, mit der ein Kirchen- amt dauernd bereinigt ist, 1300 Mark, wovon 1000 Mark auf das Lehrergrundgehalt und 300 M. auf die Entschädigung für die kirch- liche Mühewaltung entfallen, so hat eine Aufbesserung des Lehrer- grundgehaltes um 100 M. auf 1100 M., demzufolge eine Erhöhung deS Gesamtgrundgehaltes auf 1400 M. stattzufinden. Beträgt daS Grundgehalt der vereinigten Stelle 1450 M., wovon 1050 M. als Lehrcrgrundgehalt und 400 M. als Entschädigung für die kirchliche Mühewaltung zu rechnen sind, so ist eine Aufbesserung des Lehrergehalts um 50 M. auf 1100 M., demzufolge eine Erhöhung des Gesamtgrundgehalts auf 1500 M. herbeizuführen. Beträgt aber das Grundgehalt der vereinigten Stelle 1500 M., wo- von 1000 M. auf das Lehrergehalt und 500 M. auf die Entfchädi- gung für die kirchliche Mühewaltung entfallen, so ist von einer Aufbesserung des Grundgehalts abzusehen, da nach Abrechnung einer durchschnittlichen Grundgehaltserhöhung für die kirchliche Mühe- waltung von 400 M. von dem Gesamtgrundgehalt der Stelle 1100 M. verbleiben. Sollten sich bei dieser Regelung im Einzel- falle Unbilligkeiten ergeben und besondere Gründe eine weitergehende Berücksichtigung angezeigt erscheinen lassen, so ist mir Vortrag zu halten. gez. Studt. An die Kgl. Regierungen ausschließlich derjenigen in Ostpreußen. MgeorcUietenKaus. 6. Sitzung, Sonnabend, den 9. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertische: v. Studt, Frhr. v. Rheinbaben. Auf der Tagesordnung steht zunächst die Interpellation der Abgg. B a ch m a n n und Gen. fnatl.) betr. den sogenannten „Brcmserlatz" des Kultusministers. Kultusminister Dr. v. Studt erklärt sich zur sofortigen Be- ontwortung bereit. Zur Begründung der Interpellation erhält das Wort Abg. Schiffer(natl.): Durch den Erlaß des Ministers werden die Gemeinden, die ihren Lehrern mehr Gehalt geben wollen, daran verhindert. Der Erlaß ist ein Eingriff in die Rechte der Gemeinden. Angesichts der vielen überfüllten Schulen kann nur eine bessere Besoldung der Lehrer und die Ausbildung von mehr Lehrern helfen. Das beste Mittel aber, den Lehrermangel zu beseitigen, liegt darin, daß man die Chancen der Lehrer ver- bessert. Der Bremscrlaß greift auch in das altbewährte Verhältnis von Gemeinde und Schule ein. Ein solches Eingreifen muß als ein schweres Unglück für die EntWickelung des Schulwesens bezeichnet werden.(Bravo! bei den Nationallibcralen.) Kultusminister Dr. v. Studt verliest folgende Rede:... Die Unterrichtsverwaltung steht den Bestrebungen der Lehrer auf Gc- haltserhöhung durchaus freundlich gegenüber, und sie hat die Genehmigung zur Erhöhung nur dann versagt, wenn entweder die betreffende Gemeinde nicht leistungsfähig war, oder wenn in be- sonders krassen Fällen von den Normalsätzen abgegangen wurde. Man hat mir den Vorwurf gemacht, daß ich die Selbstverwaltung der Gemeinden unzulässig eingeschränkt hätte. �Diesen Vorwurf nehme ich ruhig hin. Ohne eine gewisse Beschränkung der Selb- ständigkeit der Gemeinden kann die preußische Volksschule nicht als einheitlicher Organismus verwaltet iverden. Mein Erlaß schärfte nur die schon bestehende Praxis aufs neue ein. Die Not- wendigkeit einer Revision.des Lehrerbesoldungsgesetzes erkennt die Regierung nach wie vor an. Ihren weiteren Schritten kann man im Lande mit Vertrauen entgegensehen.(Ruf links: Na! Na!) Ich habe allen berechtigten Bestrebungen der Lehrer jede mögliche Förderung angedeihen lassen. Jeden Versuch, angesichts der Land- flucht der Lehrer die Freizügigkeit zu beschränken, habe ich zurück- gewiesen. Auf die übrigen Ausführungen des Vorredners ein- zugehen, behalte ich mir vor.(Rufe links: Das haben Sie wohl nicht ausgearbeitet?) Ich hoffe, daß die Zukunft mein Vorgehen in der mir so sehr am Herzen liegenden Lehrerbesoldungsfrage rechtfertigen wird.(Beifall rechts, langanhaltendes Zischen links.) Das Haus beschließt die Besprechung der Interpellation. Abg. Graf Gröben(k.): Wenn eine Gemeinde die durchaus notwendige Gleichmäßigkeit in der Lehrerbesoldung durch einen Beschluß durchbricht, so muß sie sich gefallen lassen, daß die Regie- rung von ihrem Rechte Gebrauch macht und dem Beschlüsse die' Genehmigung versagt. Die Lehrer selbst wünschen eine organische und gleichmäßige Regelung der Gehaltsfrage.(Beifall rechts.) Äbg. Cassel(Fr. Vp.): Die Ausftihrungen des Ministers waren völlig überraschend. Auf alles war ich gefaßt, nur nicht darauf, daß er sich in seinen Ausführungen auf die Interpellation selbst stützen würde. Das kann doch nur ein Scherz sein; denn im Ernst wird der Minister doch nicht sagen wollen, daß der Beschluß des Hauses von 1905 so aufzufassen ist, daß gegen die Gemeinden ein- geschritten werden mutz, die ihre Lehrergehälter erhöhen. Es handelte sich lediglich um die Beseitigung der allergrößten Ver- schiedenheiten, damit nicht durch den Unterschied.zwischen den Ge- hältern in den Städten und auf dem Lande den Landlehrern ihr? Tätigkeit vergällt werde. Der Minister sagt, er habe sich bei dem Erlaß durchaus nicht gedacht, daß jede Gehaltserhöhung durch die Gemeinden nicht bestätigt werden dürfe. Es kommt aber gar nicht darauf an, was sich der Herr Minister gedacht hat, sondern darauf, welchen Eindruck die Verfügung auf die untergeordneten Organe machen mußte.(Sehr richtig! links.) Die Initiative zu weiteren Gehaltserhöhungen ist durch den Erlaß zweifellos gelähmt worden. Und das ist beklagenswert im Interesse der Lehrer und im Jnter- esse der Schule.(Sehr richtig! links.) Zu bedauern ist, daß der Minister sich über die 17 Fälle, in denen eine Erhöhung des Ge- Halts nicht zugelassen worden ist, nicht näher ausgesprochen hat. In der Stadt Löwenberg in Schlesien g. B. hat man die Erhöhung des Grundgehalts auf 1200 M. und eine Erhöhung der Alters- zulage abgelehnt, die in der benachbarten, viel kleineren Stadt Greifenberg schon bestand!(Hört! hört! links.) Der Minister sagte, er müsse die Volksschule als einen ein- heit liche n Organismus des Staates ansehen. Bisher hat doch aber niemand geglaubt, daß eine leistungsfähige Gemeinde auf diesem Gebiete auf demselben Niveau stehen müsse, ttüe die ärmsten Kommunen.(Sehr wahr! links.) Bisher haben die großen Ge- meinden geglaubt, sie könnten vorbildlich sein für die anderen! Es sind Bestrebungen im Gange, den Landlehrer wieder wie einen Hörigen an die Scholle zu fesseln.(Sehr wahr! links.) Dem muß entgegengetreten werden. Die bestehenden Usbelständc lassen sich nur vermeiden, wenn der ernste Wille betätigt wird, möglichst bald die nötigen Summen zu einer ausreichenden Besoldung der Land- lehrer aufzubringen. Bei der Lage der preußischen Finanzen muß für Kulturaufgoben auch Geld vorhanden sein. Wenn wir hoch- wichtige Kulturaufgaben nur aus finanziellen Gründen nicht erfüllen, so hätten wir auch andere Ausgaben, so z. B. das Plöner Kaiserschloß, nicht bewilligen dürfen, wie Frhr. v. Zedlitz einmal sagte. Man spricht in Preußen so oft von„Kulturwerten". Wenn aber Geld daran gewendet werden soll, verschwinden alle Kulturidealc und-Zitate.(Sehr gut! links.) Abg. Dittrich(Z.): Wir billigen zwar die Absichten des Erlasses, aber nicht seine Wirkung, die eine große Verstimmung unter der Lehrerschaft hervorrief.(Beifall.) Abg. Dr. Friedberg(natl.): Der Minister hat seine Rede fertig mitgebracht, ehe er übersehen konnte, was der Abgeordnete Schiffer sagen würde. Der Minister führte aus. daß unser Antrag von 1905 sich in gleicher Richtung wie der Bremserlaß bewege. Das ist un- richtig. Der Erlaß gibt eine generelle Anweisung, während w t r eine Prüfung der einzelnen Fälle verlangt haben. Viele Ge- meinden haben von einer Gehaltserhöhung der Lehrer Abstand ge- nommen, weil sie einen Konflikt mit der Regierung vermeiden wollten.(Hört! hört! links.) Die Beweisführung des Ministers: w i r hätten eigentlich den Bremserlaß veranlaßt, ist das Nn- erhörteste, was wir wohl in diesem Hause erlebt haben.(Sehr richtig! links.) Der Minister hat angeblich ihm vom Abgeordneten Schiffer gegebene Direktiven zurückgewiesen. Soweit interessiert uns die Persönlichkeit des jetzigen Kultusministers aber nicht, daß wir ihm sogar Direktiven geben.(Sehr gut! links.) Ich muß über- Haupt den belehrenden Ton des Ministers zurückweisen. Sogar der Ministerialdirektor Schwarzkopff hat sich dahin ausgefprocken, daß er es für unmöglich halte, Gemeindeverwaltungen in die Arme zu fallen, wenn sie die Lehrergehälter erhöhen wollen. Das neue Lehrcrbesoldungpgesetz kann gar nicht schnell genug vorgelegt werden. (Lebhafter Beifall links.) Kultusminister v. Studt: Die Angriffe des Mg. Friedberg irritieren mich nicht.(Sehr gut! rechts.) Die fortgesetzten An- griffe auf einen Minister, der jahraus jahrein in übermenschlicher Anstrengung bemüht ist, den Aufgaben seines Ressorts gerecht zu werden, erfolge» wohl von gewisser Seite nur, um Differenzen in der eigenen Partei auszugleichen. In den Angriffen auf mich sind nämlich die beiden Teile der nationallibcralen Partei einig. Mit einer Flut von Schmähbriefen bin ich überschüttet worden. Ich fühle mich durch derartige Beschimpfungen nicht beleidigt, erwähne sie aber, um zu beweisen, wohin es führt, wenn die öffentliche Meinung in einer so einseitigen Weise beeinflußt wird.(Beifall rechts, Unruhe links.) Finanzminister Freiherr v. Rheinbaben: Das Zusammen- arbeiten dieses Hauses mit der Regierung wird durch eine Rede wie die des Abg. Friedberg nicht gefördert. Ein Minister steht für den anderen, und ich stehe mit dem Kultusminister.(Bravo! recht.) Die Regierung will keineswegs allen Lehrergehaltserhöhungen die Genehmigung versagen, sondern sie will nur einem fast zu einem Sport ausgearteten falschen Ehrgeiz einzelner Gemeinden ent- grgcntreten, die sich mit möglichst hohen Lehrergehältern brüsten wollen!!(Beifall rechts.) Abg. Freiherr v. Zedlitz(frk.): Der Bremserlaß ist unvorsichtig und ungeschickt. Er mutzte den Eindruck erwecken, als wollte man der berechtigten Bewegung auf Erhöhung der Lehrergehälter ent- gegentreten. Die Regierung hätte ihre wirklichen Absichten früher klarlegen sollen. Leider fehlt es ihr an der nötigen persönlichen Fühlung mit den leitenden Männern der preußischen Lehrerschaft. Ich schließe ebenfalls mit dem Wunsche auf baldige Vorlegung des neuen Lehrerbesoldungsgesetzes. Ministerialdirektor Dr. Schwartzkopff: Der Erlaß verlangt weiter nichts, als daß über alle Fälle an den Minister berichtet werden soll. Der Erlaß war übrigens nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt, sondern nur eine Verfügung an die Regierungen. (Beifall rechts.) Abg. Ernst(frs. Vg.): Eine Stadt, die einen Sport daraus macht, die Lehrergehälter zu erhöhen, gibt es in ganz Preußen nicht. Ueberall haben sich die Lehrer die Erhöhung erkämpfen müssen. Abg. Strosser(k.): Wir sind dem Minister dankbar für den Anteil, den er an dem SchulunterhaltungSgesetz hat, und ich kann ihm namens meiner Partei nur unser volles Vertrauen aussprechen. (Beifall rechts.) Abg. Dr. Friebberg(natl.): Die Beweisführung des Ministers war für meine Partei ehrverlctzcnd, da ihre Schlußfolgerung war: wir seien unehrliche Leute. Deswegen halte ich den Ausdruck „unerhört" aufrecht. Wir haben kein Interesse daran, den Kultus- minister zu beseitigen; denn wir wissen nicht, ob wir nachher nicht einen Kultusminister bekommen, der unseren politischen Anschau- ungen noch weniger entspricht. Als Einigungsobjekt für meine Partei ist uns der Minister aber doch zu schwach. �(Heiterkeit.), Kultusminister Dr. v. Studt: Bei meiner großen Wahrheits-. liebe mutz ich dagegen protestieren, daß man sagt, ich hätte un- richtige Behauptungen über die nationalliberale Partei aufgestellt. Der Abg. Dr. Friedberg hat injch ausdrücklich als den unpopulärsten Mann in Preußen bezeichnet. Das kann ich mir nicht gefallen lassen. Nach einigen persönlichen Bemerkungen des Ministerml- direktors Schwartzkopff und der Abgg. Frh. v. Zedlitz, Cassel, S troff er und Friedberg vertagt sich das Haus auf Montag. 11 Uhr,.(Wandergrbeitsstättengesetz. Landwirtschafts- und Forstetat.) Schluß 5 Uhr._ Die russische Revolution. Die Wahlkampagne. Der„Rufs. Korresp." wird aus Petersburg geschrieben: Aus Grund alter Erfahrung war man hierzulande der Meinung, daß das letzte Zirkular Stolypins, daS den lokalen Behörden jede Einmischung in die Wahlangelegenheiten entschieden verbietet, nicht die geringste Wirkung auf die provinziellen Regierungsvertreter aus- üben würde. Diese bescheidene Annahme aber erwies sich als falsch, denn eben nach Versendung dieser Verordnung v e r st ä r k t e n sich und stiegen ins Ungeheure die Repressionen und der Druck gegen die oppositionellen Parteien samt ihren Wählern und Gewählten bei gleichzeitiger unverhüllter Unterstützung der„Rechten". Die hauptftädtlschen Zeitungen(die provinziellen Blätter dürfen so etwas nicht schreiben) sind geradezu überfüllt mit Mitteilungen, die über behördliche Unterdrückung der einen, Begünstigung der anderen und Beeinflussung der dritten berichten. Progressive Wahl- männer werden verhaftet; man gestattet nicht. Versammlungen ab- zuhalten, und wo solche unter allerlei beschränkenden Bedingungen geduldet werden, dort erlaubt man Personen, die nicht zu den organisierten Parteien gehören, nicht, das Wort zu ergreifen. Ist dem Polizeimeister die Gesinnung eines Wählers überhaupt u n- bekannt, so gestattet er ihm nicht, an der Diskussion teilzunehmen! Die Polizei stürmt in Privatwohnungen, um sich zu überzeugen, daß dort keine Versammlungen stattsinden. Die Namen der progressiven Kandidaten müssen bis zur letzten Stunde verheimlicht werden, um sie vor Verhaftung und Auslveisung zu schützen. Mehrere bereits gewählte Wahlmänner aus der Provinz flüchteten nach Petersburg und befinden sich zurzeit hier, um nur der Willkür der provinziellen Machthaber zu entrinnen. Ein vollkommen freies Feld ftir eine gemeingefährliche Agitation, die hauptsächlich mittels der Fäuste und mittels Drohungen geführt wird, haben nur die den«rechten Block" ausmachenden schwarzen Hunderte. Da entsteht von selbst die Frage: Wie ist eine solche offen- kundige Widerspenstigkeit seitens der untergeordneten Beamten den offiziellen Verordnungen der höheren Regierungsgewalt gegenüber möglich? Man kann annehmen, daß die verspätete Verordnung, die zur Beschwichtigung und Einschläferung der großen Oeffentlichkeit und namentlich für die Kreditoren, im Auslände bestimmt war, vielleicht mit den früheren geheimen Anweisungen, speziell an die Gouverneure, nicht übereinstimmt. Die gesamte wahlvorbereitende Tätigkeit der Re- gierung. die„Erläuterungen" deS Senats, die sämtlichen Zirkulare und Instruktionen ließen keine Zweifel bezüglich der wahren Ziele und Absichten des Ministeriums übrig. Wenn sogar der„regierende Senat" vor einer direkten Rechtsverdrehung nicht zurückschreckt, um eine den Absichten der Regierung gehorsame Duma zu schaffen, so gibt eS doch wirklich keine Schranken für die lokalen Behörden, wenn sie nur dieselben Absichten mit den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln ihrerseits dienen. Die lokale Behörde hatte nur die einzige Aufgabe: der Regierung zu helfen, ihre Pläne zu verwirklichen. Demgemäß handelte sie auch— ohne Rücksicht und Bedenken. Natürlich trat hier auch persönlicher Ehrgeiz in Erscheinung, denn falls in einem Gouvernement die Opposition und in dem anderen der„Verband der echt russischen Leute" siegen würde, so ist zu befürchten, daß der Sieg der Opposition auf das Schuldkonto des betreffenden Gouver- neurs aus Mangel an Diensteifer gestellt werden wird. Und sie bemühen sich daher, einander an Findigkeit zu übertreffen in vollster Ueberzeugung, daß, wenn es ihnen gelänge, die progressiven Elemente zu beseitigen, ihnen auch die„Widersetzlichkeit" gegen den Minister- Präsidenten nicht als Schuld angerechnet werden wird, denn„einen Sieger richtet man nicht".— � � Die Abstimmungen des Bauerntums sind für die Regierung sehr ungünstig gewesen. Diese nach Millionen zählende Masse, auf der unser ganzes Staatsgebäude ruht, hat bei den Wahlen die Regierung und ihre Politik entschieden verurteilt. Von den 623 Vertrauens- männern, die von den Bauern gewählt wurden, gehören 72 Proz. oppositionellen Gruppen an, eS zählen sich 120 Mann zur„extremen Linken", während zur„Rechten" und zu den„Monarchisten" sich nur 18 Proz. rechnen. Nach den neuesten Meldungen steigt die Zahl der oppositionellen Wahlmänner noch fortwährend. Jedenfalls beweist das vorläufige Wahlergebnis, daß die oppo- sitionelle Stimmung weit verbreitet ist. Dieses Ergebnis gewinnt eine große Bedeutung dadurch, daß die Wähler im Dorfe einen be- sonders schweren Druck seitens der Behörde zu ertragen hatten. Die Regierung unterließ nichts, um die Bauern zu beeinflussen. Bezeich- nend ist u. a. die Wahl der früheren Dumamitglieder Aladjin und Onipko. Die Bauern wählten sie wieder, obwohl ihnen erklärt wurde, daß Aladjin und Onipko unter Anklage stehen und daher nicht wahlberechtigt sind!— Der„Muschil", der von der Regierung Jahrzehnte hindurch unterjocht und malträtiert wurde, tritt jetzt überall als entschiedener und mächtiger Gegner des bestehenden bureaukratischen Regimes auf. Er ist in der Tat der gefährlichste Gegner des jetzigen Re- giments. « Petersburg, 8. Februar.(W. T. B.) Nach Depeschen, welche dem Kadettcnblatt„Rjetsch" ans 19 Gouvernements zugegangen sind. haben dort die Wahlmännerwahlen ein für die Opposition günstiges Resultat ergeben: Von 2600 gewählten Wahlmännern gehören 1402 der Opposition und 820 den Parteien der Rechten an, während 363 neutral sind. Bei den Wahlmännerwahlen in den Städten Livlands wurden gewählt: 2 Konstitionellc, 7 Kadetten und 6 Radikale; der Nationalität nach 1 Russe und 14 Esthen oder Letten. Forderungen der Bauernpartei. Die Leiter der Bauernpartei haben beschlossen, ihre Reichsduma- Abgeordneten zu verpflichten, folgende Forderungen der Bauern in der Duma zu vertreten: 1. Kein Gesetz darf in Kraft treten, ohne daß die Reichsduma es geprüft und gutgeheißen hat. 2. Zwischen dem Zaren und der Reichsduma darf keine Zwischenwand in Gestalt des Reichsrats oder einer anderen Institution vorhanden sein, da sie die Verwirklichung der von den Volksvertretern ausgearbeiteten Maßnahmen hindern würde. 3. Landzuteilung an die Bauern muß baldigst und in genügender Menge geschehen. 4. Völlige Gleichstellung der Bauern mit den anderen Ständen. 5. Statt der jetzigen, Einführung einer progressiven Besteuerung. 6. Aufhebung der Steuern auf die unentbehrlichen Bedarfsartikel, wie Tee, Zucker, Pettoleum, Eisen usw. 7. Sofortige und uneingeschränkte Verwirklichung aller im Zarenmanifest vom 30. Oktober versprochenen Freiheiten; die Verletzung derselben soll strengstens bestraft werden. 8. Sofort eine allgemeine, obligatorische und kostenfteie Ausbildung der Bauern- linder beiderlei Geschlechts und freien Zutritt zu den Hochschulen anzuordnen. 9. Zusicherung des Petitionsrechts. 10. Aufhebung der Todesstrafe Miljukow bei Stolypin. In den letzten Tagen war in Petersburg das Gerücht verbreitet, daß Miljukow von Stolypin in Audienz empfangen worden sei und daß die Kadetien mit der Regierung Unterhandlungen führen. An- läßlich dieses Gerüchts bat Miljukow in der„Rjetich"(6. Februar) folgende Erklärung veröffentlicht: .In Anbetracht der zahlreichen an dieses Gespräch geknüpften Kommentare und Vermutungen halte ich es für notwendig, zu er- klären, daß ich tatsächlich von Stolypin in der Frage der Leglisierung der Partei empfangen worden bin.... Da gerade im gegen- wärtigen Augenblicke, wo wir vor den Wahlen stehen, die Lösung der Frage der Legalisierung von besonderer Wichtigkeit ist, habe ich mit Rück- ficht auf meine offizielle Stellung in der Partei, es für meine Pflicht ?ehalten, die Situation zu klären und habe eine günstige Gelegen- eit benutzt, um mit den, Vorsitzenden des Ministerrats Rücksprache zu nehmen.... Das Resultat war ein negatives. Die Partei wird im gegenwärtigen Augenblick nicht legalisiert werden, da die Unter- redung ergeben hat, daß die Legalisierung von einigen Schritten ab- hängig gemacht wird, die sich-aus dem normalen Gang de-Z Ein- iragungsprozesses nicht ergeben und für die Partei unannehmbar sind." Hus der Partei. Zur Forderung einer Preffekonferenz schreibt die Breslauer '»Lolkswacht": „Wir stimmen also dem Verlangen unserer Stuttgarter Kollegen vollkommen zu, wir möchten es aber noch insosorn er- wettert wissen, als der Parteivorstand auch eine Konferenz der Parteifunktionäre, vor allein der jetzt bereits sehr zahlreichen Parteisekretäre veranlassen sollte, um— viel- leicht in Verbindung mit der Preßkonferenz— Fragen der künftigen Organisation und Agitation zu beraten, die ja erfahrungsgemäß auf unseren allgemeinen Parteitagen nicht mit der Wünschens- werten Gründlichkeit erörtert werden können." Die.Münchener Post" sagt: „Wir halten den Vorschlag unseres Stuttgarter Parteiblattes für gut. Je eher diese Zusammenkunst erfolgt, um so besser. Unsere Presse befindet sich überall in der aufsteigenden Linie. Das muß besonders dazu benützt werden, der Generalanzeigerpresie das Feld völlig streitig zu machen. Eine gemeinsame Aktion zur Befreiung der Arbeiterfamilien von diesem ihrem schlimmsten Feinde, die Feststellung eines großen Orgmnsationsplanes zur Bekämpfung jener verkappten Hülfstruppe der Reaktion und des Scharfmachertums, wäre allein schon den Aufwand einer gemein- samen Tagung unserer Preßvertreter wert. Und es gibt, wie die „Schwab. Tagwacht" mit Recht sagt, außerdem noch eine Anzahl wichtiger und dringlicher Erörterungen für die Parteipresse, die keinen lange» Aufschub vertragen." Das.Volksblatt" für Kassel meint: „Wir finden den Vorschlag gut und unterstützen ihn. Vielleicht empfiehlt es sich auch, die Herausgeber der verschiedenen Partei- genössischen Korrespondenzen hinzuzuziehen." Die übrige Parteiprefie hat sich, soweit sie sich äußerte, mit kurzen Zustimmungserklärungen begnügt. Eine Ausnahme macht nur die Mannheimer„ V o l k s st i m m e die also schreibt: .... Merkwürdigerweise unterstützt die„Leipziger BolkSzeitung" diesen Vorschlag, obwohl sie sonst die durch „so manches Mißoerständnis" und„so manche Gereiztheit" ver- ursachte»„Zusammenstöße" mit anderen Parteiredaktionen nicht nur nicht vermied, sondern manchmal recht gern zu haben schien. Man scheint in Leipzig wie in Stuttgart über die Art und Form der Auseinandersetzungen zwischen den Parteiorganen also plötzlich anderer Meinung geworden zu sein. Die Ursachen dieser Wandlung sind nicht schwer zu erraten. Wir möchten yns aber gerade deshalb gegen den Stuttgart- Leipziger Vorschlag wenden, von dem ivir uns auch sonst keinerlei Nutzen versprechen' Wenn irgend einmal, so ist jetzt, nach den Wahlergebnissen des 25. und besonders des 4. und 5. Februar eine offene und ehrliche Aussprache in der Parteipresse nöttg. die wir durch keinerlei private Abmachungen'eines Redakteur-Kränzchens eingeschränkt wissen möchten. Und zwar sollten sich an derselben nicht nur die Re- daktionen selbst, sondern auch andere in der Bewegung stehende und mit den Verhältnissen vertraute Parteigenossen beteiligen. Je offener wir jetzt das Ergebnis der Hauptwahl und insbesondere auch die Abmachungen unserer Partei zur Stichwahl erörtern, und je mehr wir uns dabei von der Rücksichtnahme auf gewisse persönliche und lokale Strebungen und Strömungen freihalten, desto niehr wird die Partei Vorteil davon haben. Wir haben doch sonst diese Auseinandersetzungen nicht gefürchtet, warum soll es nun plötzlich anders werden? Immer frisch heraus mit der Meinung und nichts begraben in der Verschwiegenheit eines kleinen Redakteur-Kränzchens! Wir sind entschieden gegen den Borschlag der„Tagwacht"". Wir lassen die ungerechtfertigten Vorwürfe gegen die„L. V." auf sich beruhen und wollen nur bemerken, daß wir und wohl auch die„Leipziger Volkszeitung" und die„Schwäbische Tagwacht" nicht daran denken, die offene Aussprache über den Wahlausfall durch Abmachungen eines„Redakteur-Kränzchens" zu verhindern. Wofür wir bereits in der Sonnabend-Rummer den Beweis geliefert haben. Die Konferenz wird deswegen aber unseres Erachtens nicht überflüssig. Unverstäitdliche Beschwerde. Die„Fränk. Tagespost" er- hebt den unverständlichen Vorwurf, der„Vorwärts" trage dle Schuld daran, daß Genosse S e g i tz in Fürth-Erlangen unterlegen sei. Sie schreibt nämlich:.. „Wie gefährlich Erklärungen wie die des Partelvorstandes •sind, konnte man an der K r i t i k d e s„Vorwärts" erkennen. die als Flugblatt im Fürther und Schwabacher Wahlkreise vom Kaffernkartell verbreitet wurde und die W a h l M a n z, an Stelle der von Segitz zur Folge hatte." Unsere Kritik tadelte etwaige Wahlabmachungen init den Bauern- vündlern in den Wahlkreisen Fürth-Erlangen und Ansbach- S ch w a b a ch Sei es richtig, daß ein Abkommen dahin ge- troffen sei, daß die Sozialdemokratie sich in AnSbach-Schwabach bei der Stichwahl zwischen dem Bauernbündler und Ouidde der Stimme enthalte, weil sie als G e g e n l e i st u n g dafür in Fürth- Erlangen die Stimmenthaltung der Bauernbündler erwarte, so sei das tief bedauerlich. Wenn ein Sozialdemokrat nur mit Hülfe der K o n s e r v a t i v e n siegen könne, müsse er den Mut haben, in Ehren zu unterliegen..... Die„Fränk. Tagespost" erklärte demgegenüber, daß die Genossen in Ansbach-Schwabach aus eigenem Entschluß zur Parole der Stimmenthaltung gekommen seien, ohne auf eine dauern- bündlerische Gegenleistung in einem anderen Wahlkreise zu rechnen. Stack, dieser Erklärung ist es uns absolut rätselhaft, wie unsere in Flugblattform verbreitete Kritik die Wahl dcS Genossen Segitz in Fürth-Erlangen vereitelt haben soll I In der Stummer vo,n 4. Februar beschwerte sich die„Fränk. Tagespost" darüber, daß„vom Kaffernblock" in, Wahlkreise Fürth- Erlangen ein Flugblatt verbreitet worden, in dem die Unwahrheit kolportiert werde,'die Sozialdemokratie wolle in Ansbach-Schwabach für Quiddc eintreten, wodurch die Bauernbündler zum Eintreten für den Freisinnigen Manz veranlaßt werden sollten. Für diesen Flugblattschwindel kann aber die Kritik des„Vorwärts" nicht ver- antwortlich gemacht werden, da seine Krittk sich nicht gegen die W a h l- e n t h a l t u n g an sich, sondern nur gegen Abmachungen mit den Bauernbündlern richtete. Der Ausfall der Stichwahl in Fürth-Erlangen beweist nun. daß die Bauernbündler sich nicht der Stimme enthielten, sondern geschlossen für den freisinnigen Kandidaten stimmten. Bei der H auptw ah l, erhielten Stinnnen: Segitz 14142, Manz 11 023, der Bauernbündler 2137, das Zentrum 1513. Bei der Stichwahl siegte der Freisinnige Manz mit 16 063 Stimmen über Segitz, tet 15 941 Stimmen erhielt. Die Stichwahl mußte dies Ergebnis haben, sofern nicht die Sozialdemokratie für ihre Stimmenthaltung in Ansbach- Schwabach als Gegenleistung die bündlerische Stimmenthaltung in Fürth- Erlangen erwartete. Die„Fränk. Tagespost" aber besttitt ein solches Abkommen. Sie hat deshalb nicht die mindeste Ursache, die Bündler wegen ihres Eintretens für Manz anzuklagen; noch viel weniger Ursache aber hat sie, dem„Vorwärts" auch nur den geringsten Anteil an dem Unterliegen des Genossen Segitz auf- zubürden l Vom Fortschritt der Presse. In wenigen Tagen hat die„Nord- deutsche Volks stimme" zu Bremerhaven 600 neue Abonnenten gewonnen. Das„V o l k s b I a t t" zu S a a l f e l d hat zurzeit einen Abonnentenstaiid von 7014 und befindet sich damit an der Spitze aller Zeitungen in seinem Erscheinungsgebiete. Das„V o l k S b l a t t" für Bochum meldet einen Abonnenten- zuwachs von 2500 während der Wahlkampagne. poUieUitbes» Gerichtliches ulw. Das gleiche Recht. Genosse B r u h n S- Kattowitz soll nach gerichtlicher Entscheidung über einen Strafbcfehl 10 Mark zahlen, weil er als Mieter des Gcwerkschaftslokals zu Roßberg unterlasien hatte, die Leitungsrohre der Gasleitung vierteljährlich revidieren zu lassen und der Polizeibehörde Berich, zu erstatten. Ein als Zeuge geladener Polizeiwachtmeister wußte nur, daß im Gewerkschaflslokal die Leitung nicht revidiert sei, ob sie in andere» öffeinlichen Lokalen revidiert werde, wisse er nicht, darum hätte er sich noch nicht gekümmertl Strafkouto der Presse. Verworfen wurde von der Straf- kannner Dresden die Berufung des Genossen G r ö tz s ch von der„Sachs. Arbeiterzeitung" gegen ein Schöffengerichts- urteil, das ihn wegen Beleidigung eines Aucharbeiters mit 50 Mark Geldstrafe belegte. Die Strafe wurde aufrecht er- halten, trotzdem der Richter felbst das Verhalten des angeblich Beleidigte», der einen Kollegen denunziert hatte, energisch tadeln mußte. Soziales. Konkiirrcnzklausel der Warenhäuser. Eine für den Handlungsgehülfcnstand folgen- schwere bedauerliche Entscheidung von prin- zipieller Bedeutung fällte am Freitag die erste Kammer des Berliner Kaufmannsgerichtes, unter den, Vorsitz des Magistratsrats von Schulz. Es handelt sich um die erste der Malsenllagen, die seitens der Firma A. Wertheim gegen zirka neunzig frühere A»gestellte wegen Verstoßes gegen die Konknrrenzklausel anhängig gemacht sind. In den, zur Verhand- lung gekommenen Falle klagt das Warenhaus Wertheim gegen die zwanzigjährige Lagerdame Emilie E. Die Beklagte war vor drei Jahren mit 80 M. Gehalt eingetreten und hatte im AnstellnngS- vertrag auch die darin enthaltene Konkurrenzklausel mit unterschrieben. In dieser Klausel heißt es. daß sich die Angestellte verpflichtet, inner- halb eines Jahres nach Austritt„weder bei Tietz noch bei Jandorf noch in eine Firma, bei der die ersteren be- teiligt sind, einzutreten". Die Beklagte bewarb sich auf ein Inserat hin um eine Stellung beim„Kauf- Haus des Westens" und wurde auch mit einem höheren Gehalt, als sie zuletzt bezog, engagiert, ohne zu wissen, daß bei letzterem Unternehmen die Firma Jandorf beteiligt ist. Auf Grund dieses Tatbestandes stellte die Firma Werthein, den Antrag, die Beklagte E. zur sofortigen Einstellung ihrer Tätigkeit für das„Kaufhaus des Westens" zu verurteilen und ihr gleichzeitig für jeden Tag des Zu widerHandelns eine Haft st rase anzudrohen. Der Borsitzende der ersten Kammer. Magistratsrat Techow, riet der Klägerin vor der Hauptverhandlung, ihren Antrag auf Haft- strafe zurückzuziehen und eine aitgemesseue Geldstrafe zu beantragen. Die Firma Werthein, erklärte jedoch, ihren ersten Antrag voll aufrecht erhalten zu wollen und berief sich auf § 890 der Zivilprozeßordnung,»ach dem das Kaufmannsgericht auch im Beitreibungs falle von Geldstrafen berechtigt sei, von vornherein die Verhängung einer H a f tstr a f e auszusprechen. Die Finna begründet«m übrigen ihren Antrag damit, daß eine Geldstrafe die Beklagte nicht treffen würde, da die Firma Jandorf bekanntlich eventuelle Vertragsstrafen ihrer Angestellten auf ihre Rechnung überninnnt. Die Beklagte E. war nicht in der Lag», zum gestrigen Termine selbst zu erscheinen. Ein schlveres Nerve nf,eber, das sie infolge deS Antrages auf Haftstrafe befallen, fesselt sie ans Bett. Ihr Vertreter beantragte, die von der Beklagten unterschriebene Konkurrenzklausel für u u g ü l t i g z u e r k l ä r e n, da sie gegen § 138 des B. G.-B. und§ 74 des H.-G.-B. verstoße. Der Zusatz im Vertrage:„noch Firmen, bei denen die ersteren beteiügt find", sei geradezu ein Fallstrick für den gesamten Ä e h ü l f e n st a n d. Die Warenhausinhaber als Großkapitalisten seien in der Lage, sich an den ver- schiedensten Uliternchmuiigen zu beteiligen. Wie soll es ein Angestellter ermöglichen, sich über die Fmanzoperationen seines neuen Chess immer positive Gewißheit zu verschaffen? In be- sonders scharfen Worten wandte sich dann der Vertreter der Be- klagten gegen den Antrag auf Verhäng ung einer H a f t st r a s e. Wir seien heute glücklich aus den Zeiten der Schuldhaft längst heraus, und da sollte ein junges, un« bescholtenes Mädchen inS Gefängnis gesteckt werden können, nur weil ihr die Maschen eines bis jetzt einzigartig verklausulierten Vertrages zum Fallstrick geworden find? Das Kaufmannsgericht fällte nach langer Beratung folgende Entscheidung: Mit ihren, Antrage auf Verhängung einer H a f t st r a s e wird die Firma Werthein, abgewiesen, dagegen wird die Beklagte verurteilt, sich jeder weiteren Tätigkeit in,„Kaufhause deö Westens" zu ent- halten. Im Falle des Zuwiderhandelns hat die Beklagte zehn Mark Strafe fürjeden Tag zu zahlen. Dieses Urteil des KansinannsgerichtS ist der HandlungSgehülfen- schast außerordentlich nachteilig. Es entspricht nicht dem Gesetz. Eine Abrede, durch die ein HandlungSgehülfe über die Beendigung seines Arbeitsvertrags hinaus in der Verwertung seiner Tätigkeit beschränkt wird, beeinträchtigt das Recht des' Gehülfen, seine Arbeitskraft nach bester Gelegenheit zu verwerten, beein- trächtigt seine Gewerbefreiheit und erschwert sein Fort- kommen. Derartige Konkurrenzklauseln sind in den über- meisten Fällen rechtsungültig, weil sie durch die hervorgehobenen Folgen gegen die guten Sitten verstoßen. Die Rechtsprechung hat das auch früher bis in die Mitte der siebziger Jahre fast aus- nahmsloS anerkannt. Seit der Mitte der siebziger Jahre— seit dem Aufschwung Deutschlands in Handel mrd Industrie— haben die obersten Gerichte sich aber auf einen hiervon etwas abweichenden Standpunkt gestellt. Sie haben die Gültigkeit der Klausel davon abhängig gemacht, ob diese die Beschränkung der späteren Tätigkeit in billigen Grenzen nur auf einen bestimmten Zeitraun, oder auf einen bestimmten Ort erstreckt. Denselben Standpunkt hat das Handelsgesetzbuch(KZ 74, 75) eingenommen. Die von der sozial- demokratischen Fraktion eingebrachten Anträge, Konkurrenzklauseln schlechthin für ungültig zu erkläre», wurden abgelehnt. Ter maß- gebende§ 74 des Handeisgesetzbuchs lautet: „Eine Vereinbarung zivischen den, Prinzipal und den, HandlungSgehülfen, durch Ivelche dieser für die Zeit nach der Be- eiidigung des Dienstverhältnisses in seiner gewerblichen Tätigkeit beschränkt wird, ist für den HandlungSgehülfen nur insoweit ver- bindlich, als die Beschränkung nach Zeit, Ort und Gegen- stand nicht die Grenzen ü b er schreitet, durch welche eine unbillige Erschwerung des Fortkommens des HandlungS- gehülfen ausgeschlossen wird. Die Beschränkung kann nicht auf einen Zeittaum von mehr als drei Jahren von der Beendigung deS Dienstverhältnisses an erstteckt werden. Die Vereinbarung ist nichtig, wenn der Handlungsgehülfe zr Zeit des Abschlusses minderjährig ist." Diese Vorschrift mußte für die Entscheidung der dem Kaufmann!- gericht vorgelegten Streitfrage maßgebend sein. Es ist aber vom Kausinannsgericht zu Unrecht angenommen, daß die ihm vorgelegt, Klausel nicht die Grenzen überschreite, durch welche eine unbillige Erschwerung des Fortkommens des HandlungSgehülfen ausgeschlossen ist. Ein WarenhauSverkäufcr, dem so ziemlich die gesamte Tätig- teit in Warenhäusern in und um Berlin untersagt ist, erleidet eine um so unbilligere Erschwerung seines Fortkommens, als das wirt- schaf.tliche Interesse des Warenhauses daran, daß sein Angestellter in keinen, Wareubause verkaufe, ein autzerordenllich geringfügiges ist oder überhaupt nicht existiert. Die mitgeteilte Entscheidung ist aber auch noch aus einen, anderen Grunde mit dem Gesetz nicht vereinbar. Es kann dahingestellt bleiben, ob ein Minderjähriger berechtigt ist. sich ohne Zustimmung oder Genehmigung seines gesetzlichen Vertreters einer Konventionalstrafe oder einer Konkurrenzklausel überhaupt zu unterwerfen. Tie Motive zum Bürgerlichen Gesetzbuch(Bd. 1, S. 144, 145) sprechen dagegen. Jedenfalls ist nach der oben zitierten ausdrücklichen Vorschrift des§ 74 Handelsgesetzbuchs Abs. 3 eine Konkurrenz» klansel nichtig, wenn der Handlungsgehülfe zur Zeit der Vereinbarung der Konlurrenzklausel minderjährig war. Und dieser Fall lag in dem mitgeteilten Tatbestand vor. Unzulässig ist aber auch die Androhung einer Geldstrafe gegen die Klägerin. Nach Z 888 Zivilprozeßordnung(dieser, nickt§ 890 kommt zur Anwendung) ist eine Handlung, wenn sie ausschließlich von dem Willen des Schuldners abhängt, auf Antrag durch Geld- strafe oder Haft zu erzwingen. Aber§ 888 Abs. 2 fährt fort:„Diese Bestimmung kommt im Falle der Verurteilung zur Eingehung einer Ehe, im Falle der Verurteilung zur Einstellung des ehelichen Lebens und in, Falle der Verurteilung zur Leistung von Dien st en aus einen, Dienst- vertrage nicht zur Anwendung." Die Jnnehaltung der Konkurrenzklausel-Vereinbarung ist ein„Dienst aus einem Dienst- vertrage". Die Zivilprozeßordnungsnovelle hat die Erzwingung von Leistungen aus einem Dienftvertrage, weil als mit den modernen Anschauungen lvidersprechend, für unzulässig erklärt. Da das Sttcitobjekl' wohl 500 M. übersteigt, ist zu erwarten, daß die Klägerin Berufung einlegt. Der Boykott— ein erlaubtes Kampfmittel. Gegen die infolge der neuen Brausteuer seitens der Brauereien erhöhten Bierpreise von 16 auf 13 M. pro Hekroliter haben sich be- kaimtlich die organisierten Hamburger Wirte zur Wehr gesetzt und in Kundgebungen zum Boykott der an den Preissteigerungen be- teiligten Ringbranereien ausgefordert. Die Interessenvertretungen dieser Brauereien habei, gegen das Aktionskomitee der Wirtevereine von Hamburg und Umgegend eine Klage auf Unterlassung solcher Boykottkui, dgebungen anhängig gemacht. In der Begründung machen sie gellend, daß durch den gegen sie ins Werk gesetzten Boykott das Recht der Brauereien auf ungehinderten Gewerbe- betrieb aufs schwerste angegriffen und ihnen ungeheurer Schaden zugefügt werde. Die Klage wurde von allen Instanzen zurückgewiesen. In der nun vorliegenden Urteilsbegründung des Hanseatischen Oberlandesgerichts wird u. a. hervor- gehoben, daß das Recht auf Ausübung eines selbständig betriebenen Gewerbes durch die Beklagten nicht widerrechtlich— weder vorsätzlich noch fahrlässig— verletzt sei, noch daß sie den Brauereien in einer gegen die guten Sitten verstoßenden Weise vorsätzlich Schaden zugefügt hätten. Den Wirten stehe das Recht zu, sich gegen die ihrer Meinung nach grundlose Erhöhung der Bierpreise zu wehren, ihren Zweck gemeinsam zu verfolgen und dazu die Unterstützung des Bier trinlenden Publikums durch öffentliche Bekanntmachungen anzurufen. Dies widerspreche so wenig der Rechtsordnung wie den herrschenden An- schauungen. Erwägungen solcher Art träfen auch nicht nur zu, wo es sich um Kämpfe zur Erlangung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, also um das Anwendungsgebiet der§§ 152, 153 der Gewerbeordnung handle. Anders wäre es, wenn Kampf- mittel angewandt würden, die in an sich rechtswidrigen Handlungen beständen, oder wenn Maßnahmen getroffen wären, welche den Zweck und den Erfolg hätten, die gewerbliche Existenz des Gegners völlig und dauernd zu untergraben, was hier nicht in Frage komme. Hus Industrie und Kandel.. Die Große Berliner. In der AuffichtsratSsitzung der Großen Berliner Straßenbahn wurde beschlossen, der auf den 2. März d. I. einzuberufenden Generalversammlung die Verteilung einer Dividende von 8 Prozent in Vorschlag zu bringen. Die vorjährige Dividende betrug 73lt Prozent. Zum Katalog der Bibliothek der Korporation der Kaufmannschaft ist ein Nachtrag erschienen, der die Neuerwerbungen der Monate Dezember und Januar enthält. Derselbe wird in der Leseballe im Börsengebäude an Interessenten abgegeben. Die Räume sind jetzt werktäglich ununterbrochen von 9 Uhr morgens bis 10 Uhr abends geöffnet. Textilfabriken in Amerika. Während die Zahl der im Laufe des Jahres 1906 in den Vereinigten Staate» von Amerika von neuen Gesellschaften erbauten Seidenfabrtken hinter den vorher« gehenden Jahren infolge der Depression der Seidenbranche erheblich zurückgeblieben ist, hat die Zahl der Fabriken von Baumwollen-, Wollen- und Wirkwaren während des Kalenderjahres 1906 eine ansehnliche Erweiterung erfahren. Insgesamt sind von neuen Gesellschaften in, letzten Jahre 303 Textil- fabriken erbaut worden, während für 1905 nur 245 angemeldet wurden. Die Zahl der vorhandenen Baumwollspindeln hat sich in, Laufe des Jahres in, Süden um 294 952 und in Neu-England um ■171 000 vermehrt, lieber die Erweiterung der Leistungsfähigkeit älterer Fabriken durch Neucinstellung von Spindeln liegen bestimmte Angaben nicht vor. Man darf jedoch annehmen, daß die Zahl der Spindeln der Bauinivollfabriken insgesamt eine Bennehrnng um 1500 000, wenn nicht um 1750 000 erfahren hat(6 Prozent der zu Anfang deS Jahres vorhanden gewesenen Spindelzahl). Während das gewiß eine ansehnliche Erweiterung bedeutet, muß doch berück� sichtigt werden, daß allein in dem britischen Lancashiredistrikt die Zahl der vorhandenen Bauniwollspindeln 1905 und 1906 zusammen eine Vermehrung um über 6 000 000 erfahren hat. Sexverkscbafrtickey. Buchdrucker und Partei. In, jüngsten Wahlkampfe war der„Korrespondent für Deutsch. laiids Buchdrucker", das einzige Gewerkschaftsorgan, das nicht zur Teilnahme an den Wahlen durch Abgabe von sozialdeniokratischen Stinimzetteln aufforderte. Das Organ des Verbandes setzte sich da« durch mehrfach in Widerspruch mit den Angehörigen deS Verbandes. So sprachen die Leipziger Buchdrucker sich in einer Versammlung offen für die Sozialdemokratie ans, die Berliner Buchdrucker tadelten die Haltung des„Korrespondent" und die Frankfurter beschlossen, dem sozialdemokratischen Wahlfonds eine Summe aus ihrer Orts- lasse zuzufiihren. An der Spitze des gestrigen„Korrespondent" schreibt nun ein Herr Eduard Schad aus Halle a. S.: „Durch Zufall bekam ich Nr. 5 des„Thpograph" in die Hände: doch gleich nach Durchlesen de? ersten Artikels, besitelt „Die Neutralität der Verbändler", hatte ich vollauf genug. Ich weiß sehr gut, daß wir trotz unseres 8 1 vielfach als Sozial- demokraten angesehen werden: ist es mir doch selbst Passtert, daß ich beim Militär, als ich auf Befragen erklärte, ich sei Buchdrucker. für«inen Sozi gehalten wurde. Auch weiß ich, daß von unserer Gegenorganisation behauptet wird, ein Verbänvler müsse„rot sein bis aus die Knochen". Wer warum auch nicht, sind diese Herren nicht vollauf dazu berechtigt— wenn der Artikel die Wahrheit enthält? Ist es möglich, dah am IS. Januar d. I. in Frankfurt a. M. beschlossen wurde, 250 M. zugunsten des sozialdemokratischen Wahlfonds aus der Kasse zu entnehmen? Ist es ferner möglich, daß eben dort in den „Mitteilungen für die Mitglieder des Bezirks Frankfurt a. M. < Verband der Deusichen Buchdrucker) Halbmonatsrapport" vom 2. Januar frei und offen für die Sozialdemokratie agitiert wird? Sollten die Frankfurter Kollegen wirklich den§ 1 unseres Statuts gestrichen haben, oder bin ich nur noch allein der Meinung, dah dort auf keinen Fall richtig gehandelt worden ist? Leider habe ich bis heute noch keine Beurteilung dieser Fälle im„Korr." gefunden. Glauben die Frankfurter Kollegen vielleicht, wenn der Verband SOOOOMitglteder hat, daß er demnach dann auch 50000© oß t aldemokraten zählt? Ich meine, dies wäre etwas sehr naiv gedacht, und hoffe, dast eine große Anzahl Kollegen gleich mir sagt:„Politik gehört nicht in den Verband, dazu sind die Parteivereine da." Meine Ansicht geht dahin, wenn wir schon soweit sind, daß Verband und Sozialdemokratie eins werden sollen, dann brauchten wir uns auch nicht aufzuregen über die Scharfmachereien und„Belehrungen" sozialdemokratischer Blätter anläßlich unserer jüngsten Tarifvereinbarungen. Ich würde mich aufrichtig freuen, könnten die Frankfurter Kollegen den Artikel des Bündlerorgans dementieren, denn diese Fälle heißen ja geradezu: Streichung unseres Z 1". Herr S ch a d kennt offenbar die Geschichte der Buchdrucker- bewegung recht wenig: Sonst wüßte er, daß in dieser auch der umgekehrte Fall vorkommt, der Hexgabe von Parteigeldern für die gewerkschaftliche Tätigkeit nämlich. Bei Gelegenheit des großen Kampfes um Verkürzung der Ar- beitszeit, den die Buchdrucker um die Wende von 1891 auf 1892 führten, erhielten die Berliner Buchdrucker von der Partei 3000 M., die Hülfsarbeitcr und Arbeiterinnen 2000 M.; außerdem aber er- hielten die Buchdrucker aus der damals wahrlich nicht sehr reichen Parteikasse LOOOO M. geliehen. Das ist nicht alles, was die Partei für die Buchdrucker tat. In einem Aufruf vom 12. Dezember 1891 forderte der„Vorwärts" die Arbeiter aller Länder auf, die internationale Pflicht der Soli- darität den Buchdruckern gegenüber zu üben indes nicht bei leeren Sympathie-Erklärungen bewenden zu lassen. Was von den Geldern. die damals an die Adresse Gustav E i f l e r s eingingen, auf Konto dieses Aufrufs zu setzen ist, läßt sich natürlich nicht im einzelnen feststellen. Unerheblich ist es nicht gewesen I Die Buchdrucker von damals erkannten willig diese Hülfe an. Sie fühlten sich eins mit den sozialistisch denkenden Arbeitern ihrer Zeit. Philipp Schmitt, damals der Gauvorsitzende von Berlin und leider vor etwo einem Vierteljahr den Buchdruckern entrissen, nannte in einer Versammlung in der Kronenbrauerei zu Berlin die Bewegung einen Klassenkampf und betonte die Einheit der Buch- druckerbewegung mit der Gesamtarbeiterbewegung— auch derpolitischen! In demselben Sinne sprachen in jener Versammlung die Buchdrucker Tübbecke und John. Die Versammlung, in der sie sprachen, versicherte denn auch.den Kämpfenden ihre Sympathie. Als dann die Buchdrucker trotz aller Anstrengungen, die das Proletariat machte, ihnen zum Siege zu verhelfen, dennoch unter- lagen, nahmen sie in einer ewig denkwürdigen Versammlung in der Bockbranerei mit erdrückender Majorität folgende Resolution an: „In Rücksicht auf den großen Zuzug von 800 Streikbrechern von außerhalb und dem Abfall von zirka 300 hiesigen ehemaligen Kollegen, wodurch der Streik aussichtslos geworden ist, beschließt die Versammlung, den Streik für beendet zu erklären. Die Versammelten verpflichten sich aber, auch ferner fest und treu zum Gewerkverein, der für die Folge ein Kampf- verein werden muß, zu stehen und im Anschluß an die moderne Arbeiterbewegung mit den sozialdemo- kratischen Arbcitsbriideru Schulter an Schulter um die Verkürzung der Arbeitszeit zu kämpfen." Und dieser Schwur in ernster Stunde soll in demselben Augen- blicke vergessen sein, wo das Buchdruck- Unternehmertum die Gehilfenschaft abermals um eine Verkürzung der Arbeitszeit be- trogen hat? Auf keinen Fall! Wenn auch der Verband, der jetzt 50 000 Mitglieder hat, noch nicht 50 000 Sozialdemokraten zählt, die Neunstuudenkämpfer unter ihnen haben's geschworen, die Un- aufgeklärten zu machen! Berlin und Umgegend. Der Kampf in der Holzindustrie. Die Einsetzer beschäftigten sich am Freitagabend in einer eigenen Versammlung mit der Aussperrung der Holzarbeiter. Die Einsetzer sind in der Lage, einen besonderen Einfluß auf den gegenwärtigen Kampf auszuüben, indem sie sich weigdrn, Tischler- arbeiten aus solchen. Betrieben, deren Werkstattarbeiter aus- gesperrt sind, auf den Bauten einzusetzen. In diesem Sinne an alle Einsetzer zu appellieren, war der Zweck der Versammlung. Diese tvar nicht nur von Mitgliedern des Holzarbeiterverbandes, sondern auch von Einsetzern, die anbeten Organisationen an- gehören, zahlreich besucht.—©tusche erstattete Bericht über die Aussperrung. Er führte aus, daß die Arbeitsverweigerung der Einsetzer schon manchen Bauherrn in Verlegenheit gebracht habe, denn wo die Einsetzerarbeiten liegen bleiben, wird die rechtzeitige Fertigstellung der Bauten in Frage gestellt. Die Bauunternehmer suchen sich dadurch aus dep unangenehmen Situation zu ziehen, daß sie vorgeben, sie hätten mit dem betreffenden Tischlermeister nichts mehr zu-tun,- sondern sie ließen die Einsctzerarbciten auf eigene Rechnung machen. Unter diesem Vorgeben suchen Bauunter- nehmer jetzt Tag. für Tag durch die Heitung des Holzarbeitervcr- bandcs Einsetzer zu bekommen; aber solchem Verlangen wird natürlich nicht entsprochen. Arbeiten eines Tischlermeisters, der sich an der Aussperrung beteiligt, werden unter keinen Umständen eingesetzt. Auch die Angehörigen anderer Baubcrufe wachen darüber, daß leine Streikarbeiten auf Bauten verrichtet werden.— Die dem Referat folgende Diskussion ließ keinen Zweifel darüber, daß sich die Einsetzer mit den ausgesperrten Tischlern vollkommen solidarisch fühlen. Auch Mitglieder des Vereins der Einsetzer sowie des Fach- Vereins der Tischler und der christlichen Organisation gaben dahin- gehende Erklärungen ab. Eine Resolution wurde einstimmig an- genommen. Sie besagt: Die versammelten Einsetzer verpflichten sich, sobald eine Aufforderung der Streikleitung qn sie ergeht. Mann für Mann den Bau zu verlassen und sich den Ausgesperrten anzuschließen. Für die Situation der Aussperrung sind folgende Zahlen kennzeichnend: Am- Sonnabend meldeten sich bei der Kontrolle des Holzarbciterverbandes 26 Entlassene. In der ganzen per- gangencn Woche sind 476 als ausgesperrt gemeldet worden. „Berichtigungen, die man dem„Vorwärts" zukommen läßt, haben keinen Zweck. Das.Blatt stellt sich auch da außerhalb der Gepflogenheiten' der sonstigen Presse, eL druckt aus de» Berich- tigungen meist nur einzelne Teile ab, um seine hämischen Be- merkungen daran zu knüpfen. Wollte man aber den„Vorwärts" auf Grund des Preßgesetzes zur wörtlichen Wiedergabe dqr Be- richtungcn zwingen, so würde, bis der Streit ausgekämpft wäre, die Zeit vergangen sei» und die Geschichte wäre veraltet und überholt." To sagt die„Fachzcitung." Zunächst bemerken wir, daß noch keine der angeblichen Be- richtigungen, welche uns von Tischlermeistern zugingen, den An- Forderungen des Preßgesetzes entsprach. Das würde uns jedoch nicht abhalten, die„Berichtigungen" vollinhaltlich abzudrucken, wenn sie wirklich etwas berichtigen, was wir behauptet haben. Mit den „Berichtigungen" der Tischlermeister verhält es sich aber so, daß sie in gewundener Form und unter allerlei Deutungen das zu- geben, was wir sagten, um so den Anschein zu erwecken, als habe der„Vorwärts" etwas Unwahres mitgeteilt, was nun richtig gestellt worden sei. Wirklich sachliche Berichtigungen bringen wir, wie gesagt, auch dann, wenn sie den Anforderungen dcö Preßgesetzes Nicht genügen. Wenn aber der eine oder der andere Tischler». Meister nun vas Bedürfnis fühlt, an unseren Angaben herum- zutüfteln, ohne sie tatsächlich zu berichtigen, so mag er das in der „Fachzeitung" tun. Der„Vorwärts" ist nicht das Organ der Unter- nehmer. Was wir soeben sagten, das gilt auch von einem Schreiben der Firma Gebr. Schaar, das uns auch als„Berichtigung" zuging. Wir teilten in unserer Nummer vom Donnerstag mit. daß ein Meister der Firma Gebr. Schaar einige der Ausgesperrten aufgesucht habe, um sie zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen, jedoch ohne Erfolg. Die Herren Schaar lassen mit Bezug ans diese Mitteilung ihren Meister Ferdinand Scholz einen Brief an uns unterschreiben, daß er in der Tat zwei Arbeiter aufgesucht habe, bie lange Jahre bei der Firma beschäftigt waren, und jetzt mit ihren Kollegen gemeinsam den Betrieb verlassen hatten. Diese beiden Arbeiter wollte der Meister zur Wiederaufnahme der Arbeit bewegen, aber, wie er behauptet, nicht im Interesse der Firma, sondern lediglich deshalb, weil die beiden Arbeiter als Un- organisierte keine Unterstützung bezögen. Erfolg hat Herr Scholz mit seiner Werbung nicht gehabt. Das ist der wesentliche Inhalt des Schreibens, und das soll eine Berichtigung sein. Die Aus- führungen, welche die Firma um diese tatsächliche Mitteilung, die nur eine Bestätigung unserer Angabe ist, gruppiert, stellt eine Begründung des Verhaltens dar, das ihr Meister beliebte, und keinen Rechtfertigungsversuch. Dafür kann er- im„Vorwärts" keinen Raum beanspruchen. Das gilt auch für alle übrigen unter der Ueberschrift„Berichtigung" an uns gelangte Rechtfertigungs- schriften, aus denen wir deshalb nur den tatsächlichen Inhalt brachten. Achtung, Tapezierer! Bei der Weltfirma Martiewicz sind sämtliche Tapezierer ausständig, weil dieselbe an Stelle der his- herigen Lohnarbeit Akkord arbeiten lassen wollte zu Preisen, die vor 25 Jähren in Berlin schon in den Geschäftenge- ■ringeren Grabes gezahlt wurden. Die Firma sucht jetzt aus der Verlegenheit herauszukommen, indem sie eine Reihe Tapezierer- Werkstätten als Notnagel benutzt, darunter auch solche, die der Art ihrer Produktion nach zu den Allcrminderwertigsten gehören. Ein- m ü t igle gtendieGehülfenalldieserWerk statten die Arbeit nieder, sobaldsie erfuhren, daß es sich um Streikarbeit handelte. Die Kollegen werden aufgefordert, überall darauf zu achten, daß auf keinen Fall Markiewiczschc Arbeit in ihren Werkstätten angefertigt wird. Gegebenenfalls' ist unverzüglich der Ortsverwaltung Kenntnis zu geben. Die Achtzehner-Kommission. Die ausgesperrten Posamentiere Berlins hielten dieser Tage in Feuersteins Festsälen eine Versammlung ab, welche den großen Saal bis auf den letzten Platz füllte. Wie aus dem Bericht des Vorstandes zu entnehmen war, sind bis jetzt 154 Arbeiter in 20 Betrieben ausgesperrt. Als Arbeitswillige kommen 5 Berliner und ebensoviel von auswärts in Betracht. Die Stimmung unter den Ausgesperrten ist eine außerordentlich kampsfrendige. Das be- wies der nachfolgend geschilderte Zwischenfall. Von den Ver- trauensleuten wurde folgende Resolution vorgelegt: „Die heutige Vertrauensmännerversaminlung beschließt, die Einstellung der neun Kollegen bei Gustedt zuzugeben unter der Bedingung, daß die 13wöchentliche Karenzzeit mit dem 55 Pf.- Beschluß wegfällt. Die Einstellung aller anderen Kollegen soll erfolgen zum alten Lohn und� unter Nepuntörzeichnung des Tarifvertrages, mit Hinzuziehung von Mitgliedern der„Freien Vereinigung." Jin Laufe der sehr lebhasten Diskussion sprach man sich jedoch gegen diese Resolution aus. Es wurde betont, daß die erste Berliner Posamentiereraussperrung so zurückgeschlagen werden müßte, daß den Herren Unternehmern fürs zweite Mal die Lust vergeht. Es wurde folgende Resolution eingereicht und e i n st i m m i g an- genommen:» „Die am 7. Februar tagende öffentliche Versammlung kann sich mit der von den Vertrauensmännern eingebrachten Reso. lution nicht einverstanden erklären. Sie beaustragt den Bor- stand mit den Vertrauensmännern zusammen zu treten und neue Forderungen auszustellen, welche den Wünschen der aus- gesperrten Posamentierer entsprechen." Sodann wurde ein Exemplar der schwarzen Liste vorgelegt. Ein Antrag, nach dem die noch arbeitenden nicht ausgesperrten organisierten und unorganisierten Kollegen aus den Betrieben herausgezogen werden sollen, wurde ebenfalls einstimmig angc- nommen. Gegen die Maifeier rüsten bereits die Hirsch-Dunckerschen Eewerkvercine. In einer Versammlung von freisinnigen Arbeitern deö Etablissements Borsig wurde nach einem Referat des Gewerkschaftssekretärs Joseph nachstehende Resolution einstimmig angenommen: „Auf Grund der noch immer zu Recht bestehenden Delc- giertcntagsbeschlüsse und in der Ueberzeugung, daß die von der sozialdemokratischen Partei empfohlene Maifeier in keiner Weise fördernd auf die fovtschrittliche Entwickelung der Arbeiter- fache und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen wirkt, noch in der verflossenen Zeit gewirkt hat, verpflichtet der Generalrat alle Mitglieder des Gewerkvereins der deutschen Maschinenbau- und Metallarbeiter, sich an keinen Versammlungen und Ab- stimmungen über die Maifeier zu beteiligen. Die GeWerk- «Vereinsmitglieder arbeiten am 1. Mai ruhig weiter. Wer dennoch an der Maiseier teilnimmt, tut dies auf eigene Gefahr; M- ß- regelungs- bezw. Streikunterstützung wird in diesem Falle nicht gewährt." In einer bereits am 6. Februar abgehaltenen Vertrauens- männerv.'rsammlnng des Gewcrkvereins wurde die gleichlautende Resolution ebenfalls einstimmig angenommen.— Es stände schlimm um die Maifeier, wenn die Gewerkvereinler sich für die- selbe begeistern sollten! Deutfebes Reich» Die Ausrottung der Arbeiterbewegung hat sich der Hcxr Fl e s s a, der Bürgermeister von Kulinbach, der Wider den klaren Wortlaut des Vereins- und Versammlungsgesetzes die Aiitglieder- versammlungen der Gewerkschaften überwachen läßt und depi in einer Gerichtsverhandlung nachgewiesen wurde, daß er die Berichte der überwachenden Beamten über solche Mitgliederversammlungen an eine Unternehmerorganisation auslieferte, zur Lebensaufgabe gemacht. Dabei verfährt er mit den lächerlichsten und kleinlichsten Mitteln. Ein Arbeiter bedurfte zur Stellung einer Privatklage eines Armutszeugnisses, das ihm zwar ausgestellt wurde, aber in der Rubrik„Bemerkungen">var folgendes eingetragen:„.Macht als Mitglied einer sozialdemokratischen Gewerkschaft einen nicht unerheblichen Aufwand für Beiträge und Zeitungen. Wenn In- Haber dieses Zeugnisses klagen will, hat er sich erst in der Gerichts- schreiberei einzufinden". Ein anderer Arbeiter brauchte ebenfalls ein Zeugnis; er wurde vor die Sitzung geladen, wo man ihm er- öffnete, daß er das Zeugnis nicht bekomme, weil er Mitglied einer Gewerkschaft sei, er möge sich an deren Vorstand wenden und sich von ihm Rechtsschutz geben lassen. Herr Flessa, der in der er- wähnten Gerichtsverhandlung als Zeuge erklärte, man mache ihm den Vorwurf, daß er zu loyal fei, sonst könnte die Sozialdemokratie in Kulinbach nicht so ins Kraut schießen, will sich wahrscheitilich durch diese Nadclstichpolitik von dem Vorwurf zu großer Arbeiter- freundlichkeit reinigen. Zluslzmd. Briands Lehrerhetze. Paris, 3. Februar.(Eig. Ber.) Briand will von seiner Verfolgung der sozialistischen Lehrer nicht ablaffen, wenngleich er augenscheinlich noch nicht den Akut gefunden hat, feine Drohungen wahrzumachen. Unlängst veröffent- lichte der„parlamentarische" Sozialist C a r n a u d im„Matin" einen offenbar von ihn, inspirierten weinerlichen Appell an die Lehrer, den republikanischen Minister nicht in die Lage zu bringen, Zwangsmaßregeln zu ergreifen. Er erklärte darin, auf Grund offiziöser Informationen, daß Briand alle Lehrer, die nicht inner- halb 3 Tagen aus der Gewerkschaft bezw. auS der Arbeitskon- föderation austräten, strafgerichtlich verfolgen werde. Indes hat sich Briand anscheinend doch überlegt, einen Konflikt mit der sozia- listischen Lehrerschaft des ganzen Landes heraufzubeschwören und will es nun im kleinen anfangen. Er beschränkte sich darauf, die sozialistischen Lehrer des Rhonedepartements nach Ablauf der acht Tage vom Präfekten vorladen und zur gewünschten Austritts- erklärung auffordern zu lassen. Die Lehrer aber blieben fest und weigerten sich, aus das Koalitionsrecht zu verzichten, das ihre Kollegen in 15 Departements ungestört genießen. Der Präsekt bewilligte ihnen darauf noch eine neue, angeblich allerletzte Frist zur Unterwerfung. Unterdes hatten die bedrohten Lehrerverbände begonnen, eine Aktion zu ihrem Schutz einzuleiten und sie fanden dabei auch außerhalb der sozialistischen Partei Unterstützung, nament- lich beim führenden Radikalsozialisten Ferdinand B u i s s o n. Briand ist nun durch eigene Schuld in eine Zwickmühle geraten. Die Reaktionären drängen ihn, gegen die Lehrer vorzugehen und berufen sich auf seine eigenen ErklärunAen, andererseits beginnen die fortgeschrittenen Republikaner darüber nachzudenken, ob sie nicht durch die Maßregelung der Lehrer,-die bei den Wahlen ein ungemein einflußreicher Faktor sind, selbst den Ast absägen würden, worauf fie sitzen. Da die zumeist freidenkerischen Radikalsozialisten ohnehin auf Briand wegen seiner Nachgiebigkeit gegen den Vatikan nicht gut zu sprechen sind, ist es nicht unwahrscheinlich, daß Briairds Aktion gänzlich mißglückt und der gewörkschaftlichen Organisation der Lehrer erst recht zugute kommt. Für die Opfer der Revolution. Der Petersburger Druckereiarbeiterverband hat unter den Druckerciarbeitern für die Kollegen, die als Mitglieder des Ar- beiterdeputiertcnrates zur lebenslänglichen Verschickung nach Sibirien verurteilt sind, 1694 Rubel 80 Kopeken(etwa 3650 Mk.) gesammelt.— �_ Eillt Sylnpllthlkittindgtbnng fir die Opfer in Reden. Das Zentralkomitee der Arbeiter Madrids sendet folgendes Telegramm: Die Arbeiter von Madrid, erschüttert durch die Katastrophe auf der Reden-Grube in Saarbrücken, senden den Genossen den Ausdruck ihres Schmerzes und sprechen ihre Entrüstung aus über die Regierungen, welche solche Unglücksfälle nicht verhüten, sie aber in heuchlerischen Telegrammen beklagen. Zentralkomitee der Arbeiter Madrids. Hülfsaktion. Karlsruhe. Der„Karlsruher Zeitung" zufolge zeichneten der Großherzog und die Großherzogin sowie der Erbgrotzherzog und die Erbgrotzherzogin gemeinsam 1000 Mk. für die Hinterliebenen der Opfer von Reden. Koblenz. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte für die Opfer der Katastrophe von Reden 1000 M. Frankfurt a. M. Die Stadtverordnetenversammlung bewilligte als Beitrag zur Linderung des Notstandes der in der Grube Rede» verunglückten Bergleute 5000 M. Versammlungen. Die im Metallarbeiterverband organisierten Werkzeugmacher hielten in den Musikerfestsälen, Kaiser Wilhelmstr. ISm eine gut besuchte Versammlung ab. C oh e n gab einen lleberblick über die Arbeiten, die dem zu Pfingsten stattfindenden Verbandstage vor- liegen. Hierauf erstattete der Branchenvertreter Peter so orff den Tätigkeitsbericht. Die Bewegung in der Branche war eine ziemlich große und ist im allgemeinen zufriedenstellend verlaufen. Die Agitationskommission hielt im verflossenen Jahre 236 Werk- stattverfammlungen, 17 Vertrauensmännerkonfcrenzen und 36 Kommissionssitzungen ab. In die Branchenleitung wurde Peters- dor-ff als Branchenvertreter wiedergewählt; in die Agitation»- kommission wurde Gräber wieder- und Aust neugewählt. Berein der Lehrlinge und jugendlichen Arbeiter. Abt. I. Sonntag, den 10. Februar: Auberordenttiche Mitgliederversammluna nach- mittags 3 Uhr bei Schuld, Putbuserstr. LS. Gäste willkommen.— Abteilung Schöneberg. Heute, Sonntag, nachmittags 3 Uhr, bei Obst, Meininger- stratze 8: Abteilungsversammlung. Sozialdemokratischer Zentral-Wahlverein für den Reichstags- Wahltreis Züllichau-Schwtebus-Crossen-Sommerfeld.(OrtSvcrem Berlin.) Dienstag, den 12. Februar, abends 81/, Uhr, bei Patt, Dragoner- strafec 15: Generalversammlung. Das Erscheinen aller Mitglieder ist not- wendig. Auch diejenigen Parteigenossen, welche am Tage der Wahl im Kreise von Berlin aus mitgeholjen haben, werden ersucht, zur Versammlung zu erscheinen._ Der Vorstand. Berliner Marktpreise. Aus dem amilichen Bericht der städtischen Markthallen-Direltion.(Grohhandel) Rindfleisch la 69—74 pr. 100 Psd., U« 63-68, ma 57-62, IVa 49-55, däli. Bullen 60-65, Holl. 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 110—125, la 82—90, IIa 72—80, ITla 54—68, Holl. 58—62, dän. 60—68. Hammelfleisch la 66—74, IIa 50—64. Schweinefleisch 52—60. Rehwild, plomb. per Psd. 0,70, la 0,00, Rotwild la 0,40—0,45, IIa 0,35, do. Kälber 0,30—0,48. Dam- wild 0,40—0,55, do. Kälber 0,40—0,63. Wildschweine 0,40—0,50. Frischlinge 0,50-0,70. Hasen, plomb. per Stück 3,30-3.40. do. IIa 1,50. Kaninchen per Stück 0,80—1,10. Wildente» per Stück 0,00. Hühner, alte per Stück 1,50—2,75, do. IIa 1,15— 1,40, do. junge per Stück 1,40—1,85. Tauben per Stück 0,65—0,80, junge kleine 0,00, italienische 0,95—1,00. Ente» per Stück 2,00—3,40. Hamburger junge per Stück 3D5— 3,75. Gänse, Hamburger per Psd. 0,90— 1,10, Eis- 0,55—0,62. Hechte per 100 Psd. 81—101, groß 52—60, mittel 71. Zander 150, malt 0,00. Schleie, unsortiert 0,00, groß 0,00. Bleie matt 0,00. Aale, groß 0,00, mittel 0,00, klein und mittel 82—93. Plötzen 47—52, groß 50—58, klein 0,00. Karpfen, 50— 70er 58—65, do. 35—40«: 66—68. Bunte Fische 50—51. Barse, matt 62,00, do. 73,00. Karauschen 0,00. Weis O.OO. Quappen 0,00, BIcifische 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Pfd. 110—130, do. IIa neuer 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 20—23. Sprotten, Kieler, Wall 0,75—1,25, Danziger, Wall 0,50—0,60. Flundern, Kieler, Stiege la 3—4, do. mittel per Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—5, halbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50—5,00, Stralstinder 6,00. iilale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 4—5. Schellsische Kiste 3—4, do. 'k Kiste 2,00. Rabliau, p. 100 Pfd. 20-25. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902« per Anker 93, 1904er 93, 1905« 90, 1906« 73—75. Schottische Vollberinge 1905 0,00, largo 40-44, kuU. 36-38, rnoll. 35-42, deutsche 37—44. Heringe, neue Matjes, per'/» To. 60—120, Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50— l,7S. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, per Schock 4,75—5,70. Butter per 100 Psd. la 114-120, IIa 110-115, lUa 108-112, abfallende 90-100. Saure Gurken Schock 8,50—4,00, Pfeffergurken 3,50— 4,00. Kartoffeln per 100 Psd. 0,00, magnum bonum 2,25—2,50, Dabersche 2,25—2,50, Rosen 0,00, weiße 2,00—2,25, Salatkartoffeln 5,00—6,00. Spinat per 100 Pfund 20—25. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 3,00—7,00, do. pommersche 5,00—6,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 2,75— 4,00. do. kleine 2,75—3,00. do. hiesige(Perl>) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 1—2. Kohlrabi per Schock 0,00. Retilg, bahr., per Schock 2,40—4,80. Mohrrüben p« 100 Pfund 4,00—8,00. Teltower Rüben per 100 Psd. 7—10. Weiße Rüben, große 2 bis 2,50, kicwe S— 8. Rote Rüben 2,00—2,50. Blumenkohl ttal. p.Kops 0,16— 0,45. Kohlrüben per Schock 2—2,50. Wirfingkohl Per Schock 3,00—6,00. Rotkohl per Schock 3,00-8,00. Weißkohl 100 Psd. 2,00-3,00. Rosenkohl p. 100 Psd. 25—35. Grünkohl per 100 Psd. 4—5. Schnittlauch 12 Töpse 2,00—3,00. Birnen, per 100 Pfd. hiesige 0,00, böhm. 8—20, ital. 35—38. Acpscl, per 100-Pfd., hiesige 6—23, Gravensteiner 0,00, Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32—60, Amerik. 15—80. Zitrone», Mcssina, 300 Stück 7,00—9,00, 360 Stück 7,00—9,00, 200 Stück 9—13. Apfelsinen, Jaffa, Per Kiste 0,00, Murcia 200« Kiste 7-10, do. 300 er 8-10, Valencia 420 er Kiste 12-18,00, do. 714er 16-22. Mcssina. Blut. 100« 8-10, do. 150« 7,50-11, do. 80 er 9,00—11. Mandarinen, Kiste 0,75—2,00, do. in Körben per 100 Psd. 17-24._ Wasserstand am 9, Februar, Elbe bei Aiissig— ,— Meter, bei Dresden— 1,28 dp.— Elbe bei Magdeburg+ 1,48 Meter, Eisgang.— Elbe bei Straußsuri— Meier.— Oder bei Ratibor-s- 1,46 Met«. O d e r bei Breslau Oberpegel— 0,92 Meter.— Neißemünd" � 2,37 Meter. Oder bei Brieg+ 2,98 Meter. A.WERTHEIM Besonders preiswert: soweit der Vorrat reicht: PORZELLAN, GLAS, STEINGUT Ein Posten: Weisses Porzellan 8 Pl. Speiseteller tief 13, flach 10 Pf. Dessertteller Kompotteller 5 Pf. Bratenschüsseln oval 22 bis 90 Pf. Bratenschüsseln rund 33 Pf. Neu eingeführt: Tafel- und Küchengeschirr ,, Violetta" feines deutsches Porzellan, mit zartem blauen Blumenmuster. oval, 5 Grössen 1.50 bis 5.25 hieraus zusammengestellt 60 Teile 78 Teile 26 Mk. 49 Mk. 66 Mk. für 6 Personen 4.90 Mk. für 12 Personen 12.50 Mk. 7.25 Mk. für 2 Personen m. Porzell.- Plateau Ein Posten: Glaswaren Olivenschliff Bowlenkannen 90 Pf. bis 1.90 Rumflaschen 65, 75 Pf. Sturzflaschen is 48 P 1.20 mit Glas Wasserflaschen 45 Pf. 1.60 Salatschalen 38 Pf. bis 1.18 Wein- Römer 20, 25, 35, 40 Pf. grün, weiss Sturzflaschen Eisglass, blau 38 Pf. Sturzflaschen rot 68 Pl. Rotweingläser geschliffen 24 Pf. Weissweingläser, 24 Pf. Speiseteller tief und flach 55 Pf.| Tafelservices Salatieren 28 Pf. Dessertteller 35 Pf. 30 Teile Saucieren 38 Pf. Kompotteller 25 Pf. Kartoffelschüsseln 60 PL Bratenschüsseln Kaffeeservices Terrinen 90 Pf. Kaffeekannen 45 Pf. rund, tief u. flach 2.25 Teekannen 23 Pf. Saucieren Milchtöpfe 8, 15 Pf. Salatieren 2.05 1.05, 1.50 Tassen 8, 14, 18 Pf. Kuchenteller Terrinen 4.75, 6.10 10 PL. Grosse Tassen mit Gold- 20 Pf. Beilagschalen 1.05 Senfgefässe 1.05 Salzgefässe 57 Pf. Vorratstonnen Gewürztonnen Essig- u. Ölflaschen 1 MK. 50 Pf. 1.25 Butterdosen 99 15,18 Pf. Pf. Butterdosen Eierbecher 1.90 Salz- u. Mehlmesten 2.25 25 Pf. Milchtöpfe Satz, 6 Stück 3.40 Käseglocken 25 Pf. 39 Wassergläser„ 99 Zuckerdosen 10 Pf. Kartoffelnäpfe 3.40 Dünne Tassen für Kaffee und Tee 60 Pf. Portweingläser Likörgläser 20 Pf. 16 Pf. 33 Salatschalen 5, 13, 25 Pt. Kompotteller gepresst 5 Pf. rand bunt dekoriert 28, 30 F Kuchen- u. Frühstücksteller Golddekoration 18, 22, 25 Pf. Satztöpfe dekoriert Kaffeeservices 6 Stück 1.20 Mk. für 6 Personen 3.50 Mk. für 12 Personen 5.90, 7 Mk. Ein Posten: Brotplatten, Durchschläge, Löffel, Quirle, Trichter, und anderer Küchenbehang dazu vorrätig. 2, 3 u. 5 5, 6 Pl, Bierbecher mit Goldrand 7, 10 Pf. Bierbecher mit starkem 15 Pf. Boden Bier- Teebecher mit Bord. 10 Pl. Likörbecher mit Goldrand 7, 8 PL Waschgarnituren mit Goldrand, 5 teilig mit Goldrand, 5 teilig 2.90, 4.90, dekorierteilig 3.50, 4.20, 6.50 Mk. Majolika- Blumenkübel 12, 18Pf. bis 3.90| Majolika- Schirmständer 3.90, 4.90 Durchbrochene und geflochtene Körbchen, Schalen, Teller etc. 2 grosse EMAILLIERTE GESCHIRRE Posten: 6 Grössen Schmortöpfe ohne Ring Schmortöpfe mit Ring mit Ring Grössen Kasserollen ohne Ring 8 Grössen Kasserollen mit Ring 4 Grössen Gaskasserollen mit Deckel Gaskochtöpfe mit Deckel 5 Grössen 6 Grössen 40 Pf. bis 1 Mk. 60 Pf. bis 1.25 18 Pf. bis 85 Pf. 60 Pf. bis 1 Mk. 65 Pf. bis 1.25 65 Pf. bis 1.50 Kasserollen flache 5 Grössen 20 Pf. bis 70 Pf. Fleischtöpfe 6 Grössen 20 Pf. bis 65 Pf. 4 Grössen 50 Pf. bis 90 Pf. Pfannen rund Wasserkessel mit Absatz Wasserkessel ohne Absatz 4 Grössen 75 Pf. bis 1.90 75 Pf. bis 1.60 6 Grössen Maschinentöpfe 8 Grössen 20 Pf. bis 55 Pf. Milchtöpfe Vorratstonnen Brühsiebe 4 Grössen 20 Pf. bis 80 Pf. 40 Pf., dekoriert 60 Pf. 3 Grössen 20 Pt. bis 45 Pf. Teller II. Wahl. Durchschläge 4 Grössen 20 Pf. bis 50 Pf. 4 Grössen 15 Pf. bis 35 Pf. Bratenschüsseln 2 Grössen 45 Pf. u. 55 Pf. Essnäpfe 6 Grössen 15 Pf, bis 50 Pf. Küchenschüsseln til tiefe 5 Grössen 50 Pf. bis 1.10 Schüsseln flache 10 Grössen 12 Pf. bis 90 Pf. Waschgarnituren 5 Teile 8 Mk. dekoriert 2.75 Schüsseln einzeln, dekoriert Krüge einzeln, dekoriert 2.50, weiss 1.50 Toiletteneimer mit Rohrbügel und Deckel, dekoriert 4 MK., 4.50, weiss 2,90 2 Grössen Schüsseln mit Seifnapf Salzmesten Seifenhalter 20 Pf., Scheuergarnituren Aschenteller " Leuchter 45 Pf. u. 55 Pf. 85 Pf. 1.10, 1.50 für Badewannen 25 Pf. 3 Näpfe in Konsol 10, 15 PL 20, 25 Pf., dekoriert 30 Pf. Senftöpfe 15, 30 Pf., dekoriert 20, 40 Pf. Salzgefässe Eierbecher Teesiebe 12 Pf., dekoriert 15 Pf. 5 Pf., dekoriert 8 Pf. 15 Pf., dekoriert 25 Pf. Trinkbecher 12, 15 Pt, dekoriert 18, 20 Pf. Kinderteller Brotkasten mit Schrift Wasserkannen dekoriert Fleischhackmaschinen mit 3 verschied. 2.25, 2.75 Mk. In der Lebensmittel- Abteilung: Lochscheiben 4 Grösszn, . dekoriert 30, 35 Pf. Mandarinen Kiste 2.75 60 Pf. bis 1.40 25 Stück 1 MK. Apfelsinen Dtz. 25, 35, 45 Pf. Citronen Dz. 30. 35 P PHOTOGRAPHISCHE ATELIERS ORIGINAL- AUFNAHMEN UND REPRODUKTIONEN VERGRÖSSERUNGEN NACH JEDEM BILDE. AUFNAHMEN VON 8 BIS 8 UHR. Pf. Rand gesetzl. geschützt Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enferatenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Nr. B5. 24. Jahrgang. 2. KüU des Jdtiüättü" Klllim WlksdlM Ssuntag, 10. Februar 1907. Vom Wahlausfall. Die Haupt- und Stichwahlen in Schlesien. Zwei Momente waren es, die die Wahlbcwegung in unserer Provinz völlig beherrschten: der Kampf zwischen Zentrum und Polen in Lberschlesien und die Verzweiflungstaten des Freisinns in seiner Hochburg Niederschlesien. In den übrigen Kreisen— die Hauptstadt Breslau ausgenommen— bot der Kampf der Land- räte und Feudalherren für Konservative und Reichsparteiler, Land- Wirte und fürstliche Granden das übliche östliche Bild. Unnötig des- halb, zu versichern, daß hier unzählige Gesetzwidrigkeiten, offene und versteckte Verstöße gegen die Wahlbestimmungcn, heimliche und unheimliche Gewaltakte gegen die geheime Wahl, Brutalitäten gegen unsere Stimmzettelverteiler und skandalöse Akte von Wahlterroris- mus an der Tagesordnung waren. Im Wahlkreise Breslau- Land-Neumarkt z. B. haben die konservativen Getreuen des Grafen Carmer in über 80 Orten unsere Kontrolleure trotz der Verfügung des Ministers auf die Straße geworfen. Mit G e- walt hat man unseren Genossen Zettel und Flugschriften fort- genommen und sich in über IM Fällen offen über die klarsten Gesetzesbestimmungen hinweggesetzt. Der deshalb bereits ein- gelegte Wahlprotest dürfte hochinteressante Schlaglichter auf die Skrupellosigkeit agrarischer Wahlmacher werfen. Zentrum und Polen fuhren wie immer die schwersten Geschütze gegeneinander auf. obwohl sie beide als gleichwertige„Reichs- feinde" in Acht und Bann getan waren. Die polnische Geistlich- keit aber steht naturgemäß den Massen der polnischen Bevölkerung näher als die deutsche, die obendrein ihrer Hakatistischen Streberei wegen immer verhaßter wird. Kein Wunder deshalb,'daß den Polen ihre Siege ziemlich wenig Mühe kosten. Der Gewinn von IM OM Stimmen bietet den Polen viel mehr noch als die neu- gewonnenen Mandate(in der Stichwahl eroberten sie noch den ehemals Ballestremschen Kreis Gleiwitz- Thost- Lublinitz mit Hülfe der sozialdemokratischen Stimmen), für die Zu- kunft die sicherste Gewähr, in absehbarer Zeit über ganz Ober- schlesien den weißen Adler flattern zu sehen. Eines nur darf dabei nicht vergessen werden: bei der polnischen Herrschaft wird eS nicht lange bleiben, denn das polnische Proletariat, selbst das aus der Gegend der finstersten„Wosserpolakci", wird eines Tages mit Pauken und Trompeten zur Sozialdemokratie ab- schwenken. Trotz der ungeheuren Schwierigkeiten, die gerade in den zwei- uiü) dreisprachigen Gegenden zu überwinden waren, hat die Sozialdemokratie hier einige Fortschritte gemacht. Die Bülowsche Politik hat aber, da er seine Polenpolitik als die wichtigste Frage der inneren Politik betrachtet, nirgends ein so klägliches Fiasko erlitten wie gerade hier, wo die neben der Äizialdcinokratie am gehässigsten bekämpften„Reichsfeinde" Triumphe über Triumphe feiern konnten. Der Verlust Breslaus gehört unter die Rubrik: Verkommenheit des„freisinnigen" Bürgertums: es stimmte für den reichspartei- lichen Fürsten Hatzfeld, obwohl es wußte, wie er und seine Kar- dorffianer zum Wahlrecht stehen. Nirgends ist die ent- würdigende Schweifwedelei widerlicher betrieben worden als gerade in Breslau-Ost, und wenn schon vom Bürgertum von Gotha ge- sagt wird, es habe sich dem„leibhaftigen" Prinzen an den Hals geworfen, was soll man von dem Breslauer sagen, das nicht einmal für nötig hielt, den Fürsten und Herzog und ehemaligen Oberpräsidentcn nach seiner politischen Unbcrzeugung zu fragen I Die immer aufs neue betonte Aeutzcrung des freisinnigen Führers, Justizrat Heilberg, daß man nur für � den Rcichsparteiler stimme, nicht aber für seine Politik, war das einzige Humorvolle in dieser wenig lustigen Kampagne. Höchstens könnte man das noch Humor- voll nennen, daß die Freisinnigen Bilderbogen mit dem Bildnis des„leibhaftigen" Fürsten verteilten, worunter der feudale Grande eigenhändig geschrieben hatte, daß man ihn stets an der Seite derer finden werde, die für— geistige Freiheit kämpften! Er, dessen Partei, wie jedes Kind weiß, für Ausnahmegesetze schwärmt wie(nach Dr. Barth) ein Freisinniger für ein diätengesegnetes Mandat! Daß der Freisinn in Niederschlesien, wo er immer mehr von uns bedrängt wird, mit den Waffen des— Reichslügenvcrbandes um seinen Besitzstand gekämpft, daß er die hinlängst bekannte infamste, verlogenste und unanständigste Kampfesweise geübt, die man sich denken kann, versteht sich am Rande. Die Nomen K o p s ch, Ablaß(der die vom„Vorwärts" geschilderten Verleumdungen über Bebels Erbschaften produzierte), M u g d a n und F i s ch b e ck bedeuten ja in dieser Hinsicht ein Programm, das keiner Er- läuterung bedarf. Trotz alledem haben in Liegnitz, Löwenbcrg, Jauer, Glogau und Bunzlau unsere Genossen das freisinnige Uebel als das kleinere betrachtet, wenngleich sie offen aussprachen, daß sie einen freisinnigen Stimmzettel nicht anfassen könnten, ohne sich die Hände zu beschmutzen. Daß gerade der Ablaß- Freisinn, der sich am 13. Dezember einen Namen gemacht, seine Gleich- _- P!____ 1___ 1----* M 4 AM O /A»-> S A S a S..«» t. A».t». A.L'S. A.r„ 1 M A%• „tagte" und jeden setzen ließ, verdient ganz besonders registriert zu werden. Zum Dank für diese vorschriftsmäßig ordnungsparteiliche Gesinnung hat er denn in der Stichwahl auch sämtliche konservative Stimmen und sogar die des Zentrums erhalten I Daß das schlesische Zentrum trotz BülowS Silvesterbrief für die Freisinnigen eintrat, lag daran, daß ine Leitung fast aus- nahmslos aus agrarischen Adeligen besteht und die Interessen der Plch, Donnersmarck, Tiele- Winckler und der übrigen Granden nach ihrer Ueberzeugung am besten bei den Ablaß, Kopsch und Mugdan gewahrt sind. Wenn wir schadenfroh wären... Im ganzen hat unsere Partei in 9 Kreisen Schlesiens über 10 000 Stimmen gewonnen, denen freilich in 17 Kreisen ein Der- lust von rund 16 000 gegenübersteht, so daß wir 6000 Stimmen weniger erhielten wie 1003. Wie wenig aber unsere schlesischen Genossen deshalb an der altbewährten Kampfesfreudigkeit ein- gebüßt haben, beweist die Tatsache, daß sie ihrer Presse, namentlich der Brcslauer„Volkswacht" und ihren Organisationen Tausende neuer Kämpfer in knapp 10 Tagen zugeführt haben. Und dabei fängt(mit dem Verteilen von 1LS 000 Flugblättern in Breslau am heutigen Tage) die neue Werbearbeit erst an! Die Wahlen in der Provinz Posen. Aus Posen wird uns geschrieben: Die Wahlen standen in diesem Jahre unter dem Zeichen deS Kulturkampfes. Eins seiner hervorstechendsten Merkmale ,st. daß es jetzt in der Provinz Posen außer der Sozialdemokratie nur noch zwei Parteien gibt und zwar zwer nationale Parteien, nämlich Deutsche und Polen. Alle anderen Parteien, Liberale, Zentrum, und namentlich die Freisinnigen haben aufgehört zu existieren. Diese Situation hätte nun eigentlich für d»e Sozialdemokratie von Borteil sein, ihre Position und namentlich ihre Stimmenzahl ver- stärken müssen. Und doch ist unsere Partei hier zurück- gegangen. Während die Polen 16 686 Stimmen gewannen, die Deutschen gar 21 6b0 Stimmen mehr aufbrachte». ist die Stimmenzahl der Sozialdemokratie um 1SS0 zurück- gegangen. In der ganzen Provinz Posen wurden abgegeben 136 541 deutsche. 193 741 polnische und nur 6491 sozialdemokratische Stimmen. Der Rückgang der sozialdemokratischen Stimmen rst zunächst durch die genügend erörterten und bekannten Umstände zu erklären, die bei den Wahlen auch in anderen Gegenden des Reiches ein Zurückgehen der sozialdemokratischen Stimmenzahlen bewirkimsi Tann aber fällt hier besonders ins Gewicht die maßlose Ver- schärfung der nationalen Gegensätze in der letzten Zeit. Der von der hakatistlschen preußischen Regierung geführte Kulturkampf «rgeg t>m polnischen Religionsuntorricht. der den in der Geschichte' aller zivilisierten Völker einzig dastehenden Schulstreik der polnischen Volksschüler zur Folge hatte, und der in seiner ganzen Schärfe naturgemäß gerade die Volks schule und damit das polnische Volk traf, hemmte die proletarische Aufklärungsarbeit ungemein. Gegen die Unterdrückungs- und zwangsweise Germanisationspolitik der Regierung glaubten die Polen am wirksamsten zu protestieren, indem sie einen polnischen Stimmzettel abgaben. Was von ihrem Standpunkte aus schließlich auch zu begreifen ist, obwohl die Rechte des polnischen Volkes bei der Sozialdemokratie mindestens zehnmal besser aufgehoben sind als bei den erwählten Vertretern des polnischen Volkes, den polnischen Grafen, Pröpsten, Advokaten und Schlachtzitzen. Die Zunahme der polnischen Stimmen ist also die Antwort auf die brutalen Verfolgungen der Polen. Dagegen erklärt sich der deutsche Stimmenzuwachs daraus, daß den Hakatisten der ge- samte Regierungsapparat zur Verfügung stand, der denn auch in der skrupellosesten Weise ausgenutzt wurde. Die hakatistische Presse heult vor Freude über die„Folgen der jahrelangen Werbearbeit für den nationalen Hochgedankcn"(l), dem„Nutzen der staatlichen Besiedclungspolitik" usw.. während doch ein jeder weiß, daß die 21 000 Stimmen, die das Deutschtum in der ganzen Provinz ge- Wonnen hat, nur dem unerhörtesten Terrorismus der diversen Be° Hörden, der schmutzigsten Wahlpraktiken der Hakatisten und dem Zusammenwerfen der sämtlichen deutschen Parteien zu einem urteilslosen Haufen zuzuschreiben sind. Die deutsche Presse hat zwar auch gegen die Polen mit schäbigen Mitteln gekämpft, die polnische Presse blieb der deutschen ebenfalls nichts schuldig; beide aber, die deutsche sowohl wie die polnische, überboten sich gegen- seitig in der gemeinsten Beschimpfung und Besudelung der Sozial- demokratie. In dieser Presse und in ungezählten Versammlungen ist die Sozialdemokratie von beiden Parteien in der widerlichsten Weise durch den Schmutz geschleift worden. Unsere Genossen konnten sich nicht wehren, sie besitzen in der ganzen Pro- vinz keine Presse, kein Versammlungslokal. Versuchten sie einmal in einer bürgerlichen Versammlung sich zu verteidigen, wurden sie kurzerhand an die Luft gesetzt. Wenn trotz alledem in dieser dunkelsten Ecke Teutschlands noch 6491 Anhänger unserer Partei gemustert werden konnten, so können wir damit wohl zufrieden sein. Einmal wird auch das polnische Proletariat einsehen, daß seine berufene Vertreterin einzig und allein die Sozialdemokratie ist.— Die Stichwahlergebnisse in Hesscn-Nissa». AuS Frankfurt a. M. schreibt man uns: Die Stichwahlen in Hessen-Nassau brachten für die sozial- demokratische Partei prächtige Erfolge, aber auch eine schmerzliche Niederlage. Frankfurt a. M., das seit 1884— wo Leopold Sonnemann durchfiel— durch die Sozialdemokratie im Reichstage vertreten wurde, hat dem Ansturm der vereinigten bürgerlichen Parteien nicht stand gehalten: Der Kandidat der kompakten rcaktio- nären Masse, der demokratische Landtagsabgeordnete Oeser wurde init fast 3000 Stimmen Mehrheit gewählt. Das ist der bittere Wermutstropfen bei den Wahlergebnissen in Hessen-Nassau. Die Resultate von den anderen Kreisen haben zum Teil freudig überrascht: Wiesbadcn-Rüdesheim, Hanau und Höchst-Usingen zurückerobert! Den schönsten und unerwartetsten Erfolg hat der Wahlkreis Wiesbaden zu verzeichnen. Unseren Kandidaten, Genossen Gustav Lehmann, Landtagsabgcordncter in Mannheim, der am 25. Januar 12 666 Stimmen erhielt, standen 11 093 national- liberale Stimmen gegenüber. Den Ausschlag gaben: Das Zentrum mit 3919 und die Freisinnigen mit 7635 Stinimen. Letztere votierten für den Nationalliberalcn, während das Zentrum trotz der Parol» Wahlenthaltung wohl zur Hälfte für den Genossen Lehmann eintrat. Hierdurch und durch Aufbringung einer starken Reserve gelang es, das Mandat zu erobern. Genosse Lehmann siegte mit 19 488 gegen 18 131, die auf den Kandidaten des„rollen- den Rubels", Kommcrzienrat Bartling, entfielen. So wird nun die internationale Kur- und Badestadt Wiesbaden durch einen Sozialdemokraten im Reichstage vertreten. Den Wahlkreis Wicsbaden-Land(Höchst-Usingen), den Genosse B r ü h n e in der Legislaturperiode 1893— 1898 vertrat, babcn wir dem Zentrum wieder abgenommen. Genosse Brühne siegte mit 3211 Stimmen Majorität, die für ihn abgegebenen Stimmen stiegen von 16 978 auf 18 355; der Zentrumskandidat Jtschert erhielt 15 144 Stimmen. Der größte Teil der National- liberalen trat für das Zentrum ein; eine größere Zahl Frei- sinniger stimmten für Brühne, die übrigen enthielten sich der Ab- stimmung. Den Wahlkreis Hanau-Geln Hausen haben wir eben- falls zurückerobert. Genosse Hoch siegte mit 1118 Stimmen Mehrheit. Auf ihn entfielen 19 999, auf den Nationallibcralen Lukas 18 880 Stimmen. Die Situation war hier ebenso wie im Wahlkreise Wiesbaden: Die Freisinnigen stimmten für die National- liberalen, das Zentrum teilioeise für die Sozialdemokratie. Um Frankfurt a. M. bildet sich nun ein roter Ring.— Diese Wahlkreise kann man allerdings noch nicht zu dem sicheren Besitz- stand der Sozialdemokratie zählen. Daß wir Frankfurt a. M. verloren, ist wohl dem Umstand zuzuschreiben, daß Tausende von Bauarbeitern im Winter zu Hause auf dem Lande wohnen und dort wählten; hauptsächlich aber dem skrupellosen Treiben der ver- einten bürgerlichen Parteien. Mit welch erbärmlichen Mitteln kämpften die„Freisinnsdemokraten" noch am Stichwahltage: Einem Wähler bot ein demokratischer Wahlhelfer 10 Mk., wenn er Oeser wähle. Für OrtSabwesende und Verstorbene wurde nachweisbar öfter von den Demokraten gewählt. Auck die staatlichen und städtischen Behörden stellten sich in den Dienst der Börsendemokratie. Kurz vor Wahlschluß erschienen in sämtlichen Wahlbezirken- S ch u tz l e u t e und Polizei- k o m m i s s a r e mit einer Order des Polizeiprasi- deuten, wonach alle abgegebenen Stimmzettel, welche ähnlich wie O e s e r lauten— es sollen Stimmzettel auf den Namen Oser abgegeben worden sein— für den Landtagsabgeordneten O e s e r g ü l t i g s e i e n. Auf Grund dieser Verfügung wollte ein Wahl- Vorsteher Stimmzettel, auf welchen der Name Oeser durch- strichen war, für gültig erklären! Antisemiten, Mittelständlcr und Zentrum stimmten geschlossen für den Vertreter des jüdischen Großkapitals. Aus eigener Kraft erhielten wir noch rund 2000 Stimmen mehr als bei der Hauptwahl. Auf den Genossen Dr. Ouarck entfielen 30774, auf den Mischmaschkandidat Oeser 33 640 Stimmen. Haben wir auch eine Niederlage erlitten, so ist doch diese ehrenvoll. Wenn nun die„Frankfurter Zeitung" das Ergebnis als Sieg der Demo- kratie feiert, so macht sie sich der Vorspiegelung falscher Tatsachen schuldig. Nicht der Demokrat Oeser hat gesiegt. Nein, gesiegt hat der Kandidat der Regierung, der Soldateska und Krieger- vereine, des Junkertums und der Geldaristokratie, der konser- vatlven Evangelischen und der antisemitschen Mittelständler: der cinenreaktionärenMasse. AuS dem Regierungsbezirk Kassel wird uns noch geschrieben: Wie im allgemeinen im Reiche, so find auch unsere Erwartungen nur zum kleinen Teile m Erfüllung gegangen. Es gelang nicht. den Besitzstand der Anttsemiten in unserer Provinz zu vcrnngern. Einmal, weil der famos zu diesen politischen Strauchrittern passende Reichslügenverband in den Kreisen des Bezirkes einen VerlenmdungS- feldzng gegen unsere Partei in Szene setzte, wie er kaum dagewesen sein dürfte, zum anderen, weil der Liberalismus mitsamt den Frei- sinnigen zu mindest bei den Stichwahlen der schwärzesten Reaktion Helfersdienste leistete. Wenn neben der Zurückgewinnung des Hanauer Mandate? m der Stichwahl unsere Stimmen in der Hauptwahl gegen die vorige Wahl in allen Kreisen des Bezirkes Kassel um 8112 von 43 786 auf 51 898, gleich 18,52 Prozent ge- steigert worden sind, so ist da? unter den gegebenen Verhältnissen immerhin ein Achiungscrfolg. Die Hauptwahleu fanden auch bei uns unter nie dagewesener Beteiligung statt. Sie brachten nur in den Kreisen Fritzlar» Homberg-Zieaenhain und Fulda-GerSfeld die Ent- schcidung. Im ersten wurde der Antisemitcnhäuptliiig Liebermann von Soniienberg, im anderen Kreise Müller vom Zentrum gewählt. Infolge der ungeheueren Wahlbeteiligung im Kreise Kassel- Melsungen, den wir für unseren Besitzstand reif hielten, wurde unsere Partei, wie schon seit langen Jahren, in die Stichwahl ge- drängt und um das Mandat geprellt. In der Hauptwahl brachte es Genosse Hüttinann ans 17 075 Stimmen, in der Stichwahl mußte er mit 18 050 Stimmen dem Antisemiten Lattmann unterliegen, der 21 500 Stimmen erhielt. Für den Reaktionär stimniten in der Stichwahl sämtliche Gegner, von den Nationalliberalen an- gefangen bis zu den Rechtsparteilern, die angeblich_ den Kamps für Wahrheit und Recht führen. Was der ReichSlügen- verband an Arbeit zur Verhetzung der Wähler geleistet hat, spottet jeder Beschreibung. Tag für Tag überschwemmte diese edle Kumpanei um Liebert die Wählerschaft mit Sudelschristen ge- meinsten Kalibers. Am Wahltage besorgten die Schüler ganzer Klassen des Gymnasiums unter Fuhrung ihrer Lehrer den Schlepper- dienst. DaS Abreißen der Emf'fehlungsplokate für unseren Kandidaten an den Litfaßsäulen ließen sich sogar Professoren angelegen sein. Wer sollte diese staatöretterische Arbeit der Schulbuben auch über- nehmen, wenn die Penäler den Dienst der Erwachsenen nicht be- sorgen?I Den gleichen Ausgang nahm die Wahl in Eschwege- Witzen- Hausen-Schmalkalden. Unsere Stimmen stiegen seit der Nachwahl im Jahre 1004 um rund 1500 auf 7264. Im Stichivahl- kämpft: gelang cö, die Stimmen ans 8000 Stimmen zu steigern, doch mußten wir unterliegen, weil die Liberalen fast geschlossen dem Porzellanagrarier Raab zum Mandat verhalsen. Weitere Antisemiten wurden gewählt in Rinteln-Hof- g e i s m a r(bisheriger Abg. Herzog), Hersfeld- Rotenburg (bisheriger Abg. Wenier) und Marburg- Kirchhain. Was wir vom letzteren Kreise vorausgesagt hatten, ist eingetroffen: der Nationalsoziale von Gerlach ist dem Antisemiten Dr. Böhme unterlegen. Das gleiche Schicksal wäre beinahe dem Freisinnigen Dr. Potthoff in Waldeck-Pyrmont geworden, der sich mit dem deutsch- sozialen Junker v. Richthofen in der Stichwahl messen mutzte. Wären die sozialdemolratischen Stiminen nicht ausnahmslos dem Freisinnigen zugeführt worden, trauerten Naumann und Gothein jetzt um einen der ihren. Die Agitation der Antisemiten in diesem Kreise überstieg alles bisher Erlebte. Der Reichsverband bekämpfte den Mann der Freisinnigen genau so mit Lüge und_ Verleumdung, wie anderswo Sozialdemokraten. Als der national- liberale Kandidat Dr. Böttcher die Parole„Für den Anti- semiten Richthofen, gegen den Liberalen Potthoff" ausgab, stand die Entscheidung auf des Messers Schneide. In zwölfter Stunde heckten die Antisemiten in ihrem Kasseler Wahlbureau, dem Lieber- mann von Sonnenberg vorstand, einen Schurkenstreich gemeinster Art aus: Sie ließen Stimmzettel drucken mit dem Namen unseres ausgefallenen Kandidaten Müller und gedachten durch die Ver- breitung dieser Zettel ihre Position zu stärlen. Nun hatten die Liebcrmänner aber ihre Rechnung ohne die sozialdemo- kratische Parteileitung gemacht, die noch rechtzeitig Wind von dem Gaunertrick der Antisemileriche bekam und eine Warnung vor den falschen Stimmzetteln erlassen konnte. Wenn der Kampf der Sozialdemokratie gegen den reaktionären Antisemitismus ohne Erfolg blieb, sind in erster Linie die Liberalen. diese unsicheren Kantonisten allüberall, dafür verantwortlich zu machen. Humor aus ernster Zeit! Ein„Amtsblatt" für Albin Gerisch! Daß bei der diesmaligen Hottentotten-Reichstagswahl ein Amtsblatts für die Wahl eines Sozialdemokraten eintritt, dürfte zu den größten Seltenheiten ge- hören: Genossen Gerisch ist diese Wahlhülfe am letzten Abend vor der Stichwahl zu teil geworden, also leider so spät, daß sie nicht mehr genügend wirken konnte. Der gute Wille des Wochen- blatts für Schöneck und Umgegend"(Amtsblatt) muß indes aner- kannt werden, auch der Mut, der besonders diesmal dazu gehörte, für einen Sozi einzutreten. In der Nr. 16 des oben genannten Blattes, datiert vom 5. Februar, lesen wir hart unter den amt- lichen Bekanntmachungen wörtlich: Schöncck, den 4. Februar 1907. Morgen den 5. Februar, findet Stichwahl statt. In 7 Wahl- kreisen ist der Ansturm der vatcrlandslosen Sozialdemokratie im ersten Treffen siegreich zurückgeschlagen worden und mit Be- wunderung blickt fast die ganze Welt auf die glänzende Be- wunderung(ziel) echter Vaterlandsliebe, welche von der natio- nalen Wählerschaft deS vielgelästerten„roten Königreichs" an jenem Tage bewiesen worden ist. Mit stolzerfüllter Brust ge- lobe nun aber auch jedermann, mit allen Kräften morgen mit- zuhelfen, das vaterländische Werk zu vollenden nicht nur durch persönliches Eintreten für den Gegner, sondern auch durch er- ncute frühzeitige Ermahnung aller Saumselige» und Vergeß- lichen, ihre heilige nationale Pflicht zu erfüllen. Jeder trägt mit bei, den nationalen Sieg zu sichern. Gleich uns wird das Amtsblatt für Schöneck jetzt bedauern, daß das„persönliche Eintreten für den Gegner" leider nicht in dem Maße geschehen ist, daß es zur Wahl des Genossen Gerisch führte. Hoffentlich kommt das seltene Amtsblatt das nächste Mal mit seiner„glänzenden Bewunderung" für„den Gegner" früher. Coupeschrecken! Eine heitere Episode spielte sich«m Sonn- abend vor der Stichwahl in einem Eisenbahnconpe dritter Klaffe des Schnellzuges, der um 5 Ilhr 2 Minuten nachmittags Zwickau verlätzt, zwischen dieser Station und Chemnitz ab. Das Coupe war dicht besetzt und ein Bayer, der nach Dresden wollte, brachte das Gespräch auf die ReichstagSwahl. Da die Passagiere dieses Abteils alle augenscheinlich dem„honetten" Bürgertum angehörten, sogar einen königlichen Oberförster in ihrer Mttte hatten, war es natürlich, daß nach Herzenslust auf die Sozialdemokratie geschimpft wurde. Besonders tat sich dabei ein Mitte der dreißiger Jahre stehender Chemnitzer Geschäftsmann hervor, der in seinem Sieges- taumel seiner Freude besonders darüber Ausdruck gab, daß der „ruppigste Kerl aus dem Reichstage entfernt sei, da oer 22. säch- fische Wahlkreis den berüchtigten Zehn Gebote-Hoffmann durch- fallen ließ." Als sich nun gar einer der Mitreisenden nach diesem „Kerl" näher erkundigte zog der gesprächige Herr ein Regffter über den„Schweinekerl" auf, das ihm mit Fug und Siecht die Ehrenmitgliedschaft im Reichslügenverband sichern muß. Das umfang- reichste Schimpfwörtcrlexikon hätte durch ihn noch eine ansehnliche Bereicherung erfahren können. Der Zug näherte sich Chemnitz, der wißbegierige Mitreisende zog seinen Ueberzieher an und der Lügenheld tat desgleichen. Da klopfte der elftere dem anderen jovial auf die Schulter und sagte:„Alter Freund, wenn Sic mal wieder so unverschämt lügen, daß sich die Balken biegen, dann überzeugen Sie sich im eigenen Interesse gefälligst erst, ob der Betreffende, den Sie so gemein verleumden, sich nicht«m Coupe befindet, sonst könnten Sie einmal recht unangenehm anlaufen. Erlaube mir, mich Ihnen vorzustellen: Adolf Hoffmann, der „ruppigste Kerl"", der„Zehngebote-Hofsmann". von dem S,e eben so schöne Spukgeschichten erzählt haben." Man kann sich das Bild vorstellen, das diese Worte erzeugten. Der Bayer lachte aus vollem Halse, der Oberförster machte ein Gesicht wie sein Dackel, wenn er eine Bratwurst erwischt hat, und die übrigen betrachteten die Szene interessiert, aber mit sehr ge- mischten"Gefühlen. Der Räuberpistolenerzähler aber war leichen- blaß geworden, stotterte ewas von„Verzeihung" und fügte dann hinzu, er habe ja nicht gewußt, daß Herr Hoffmann sich im Coupe befände, eine Bemerkung, die ihm ein allgemeines schallendes Ge- lächter und von Hoffmann die Antwort eintrug:„Das glaube ich Ihnen aufs Wort; das sind aber auch die einzigen wahren Worte. die Sie heute hier gesprochen haben!" Wieder bat der Manv KL» Berzeihung; er habe ja nur nachgesprochen, was er gehört und in 13 Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Abends: Die rote Robe.| Aus dem Buch der Liebe. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Königsleutnant. den Beipziger Neuesten Nachrichten" gelesen habe, worauf Hoff Montag: 3m bunten Rod. Abends: Der Hund von Baskerville. Montag: Der Konigsleutnant. mann erwiderte:" Wir sind ja besonders bei dieser Wahl daran Schiller Theater N.( Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater.) Sonntag Zentral Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Boccaccio. gewöhnt worden, daß die Partei und ihre Kämpfer in der pöbel Die von Hochsattel. Dienstag: Adieu Therese. Sein Alibi. Mittwoch: Adieu Mittwoch und Donnerstag: Künstlerblut. Freitag: Der Raftelbinder. nachmittag 3 Uhr: Die Teufelskirche. Abends: Der Familientag. Montag: Abends und Montag: Künstlerblut. Dienstag: Der Zigeunerbaron. hafteften Weise mit Rot beworfen werden. Also regen Sie fich Therese. Sein Mibi. Donnerstag: Der Familientag. Freitag: Der Sonnabend: Der Milliardar. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Zigeuner. nicht weiter auf. Es kommt nicht darauf an, wenn noch so ein Familientag. Sommabend: Adieu Therese. Sein Alibi. Sonntagnachmittag baron. Abends: Der Milliardär.( Unfang 7, Uhr.) Montag: Der politischer Gaffenjunge wie Sie in den Rinnstein greift und einen 3 Uhr: Die Teufelskirche. Abends: Adieu Therese. Sein Mibi. Montag: Milliardär. Vorübergehenden in echt rüpelhafter Weise mit Goffenschmuz be. Der Familientag. wirft. Jeder macht das, wozu er das meiste Talent befizt. Neues Schauspielhaus. Sonntag bis Donnerstag: Herthas HochGuten Abend, die Herren!" Der Lügenheld lief noch auf dem geit. Freitag: Weh' dem, der lügt. Sonnabend und Sonntag: Herthas Berron um Verzeihung bittend mit der wiederholten Versicherung Bochzeit. Montag: Unbestimmt. hinter dem Genossen Hoffmann her, er wolle sich ja die Lektion Leffing- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Elga. Abends: Die gewiß zur Lehre dienen laffen. Mit den Worten:" Tun Sie das Jungfern vom Bischofsberg. Montag: Das Blumenboot. Dienstag: Der im eigenen Interesse, Sie könnten sonst mal unliebsame Bekannts Rojenmontag. Freitag: Wenn wir Toten erwachen. Biberpelz. Mittwoch: Rosmersholm.( Anfang 7%, Uhr.) Donnerstag: schaft mit Proletarierfäusten machen," stieg der Genosse Hoffmann Biberpelz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Die Weber. Montag: Und Pippa Sonnabend: Der in den Zug nach Waldheim und ließ den zitternden Helden stehen. tanzt. Deutsches Theater. Sonntag: Romeo und Julia. Montag: Das Wintermärchen. Dienstag und Mittwoch: Romeo und Julia. Donnerstag: Der Kaufmann von Benedig. Freitag, Sonnabend, Sonntag und Montag: Romeo und Julia. Zum Wahlfonds # .. 2, Berlorene Dattelferne 2,-. Milchender Bulle 2, Sozialistischer Schlau Politiker für Sandkolonien 1,-. Bur Errichtung einer Tippelskirche 1, Alter Mitläufer 1,-. Jezt bin ich heller 1,-. M. S., Berlin 2,-. Es ist eine Lust zu leben 0,50. Lotterieverein Eintracht" 5,-. Ein olier ehrlicher Reiter" 1, Rauchflub Humboldt" durch L. 2., Mag Simanowski 5,- Bodbierfest bei Böhm, Korsörerstraße 3,15. Tertilarbeiter berband, Filiale Berlin 200,-. Summa 226,65 M. " Bereits quittiert 21 440,86 m. Summa 21 667,51. Kammerspiele des Deutschen Theaters. Mittwoch, Freitag, Sonn abend, den 16. und Sonntag, den 17. Februar: Frühlings Erwachen. Sonntag, Dienstag und Montag, den 18. Februar: Das Friedensfest. Montag: Goethe- Beethoven- Abend. Donnerstag: Gespenster. Neues Theater. Täglich: Meißner Porzellan. täglich: Cousin Bobby. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Die Zauberflöte. Theater des Westens. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Martha. Abends Sonntagmittag 12 Uhr: Matinee. Irene Sanden. Nachmittags 3 Uhr: Undine. Berliner Theater. Sonntag bis Mittwoch: Der Hund von Baster ville. Donnerstag und Freitag: Sherlod Holmes. Sonnabend und Weitere Beiträge werden in unserer Expedition entgegen. Sonntag: Der Hund von Baskerville. Montag: Sherlod Holmes. Lustspielhaus. Sonntagnachmittag 3 ühr: Unsere State. Sonst genommen. Wochen- Spielplan der Berliner Cheater. Königl. Opernhaus. Sonntag: Siegfried.( Anfang 7 Uhr.) Mon tag: Salome.( Anfang 8 Uhr.) Dienstag: Falstaff. Mittwoch: Götter. dämmerung, nfang 6%, Uhr.) Donnerstag: Der Postillion von Lonjumeau. Die Puppenfee. Freitag: Sinfoniekonzert. Mittags 12 Uhr: Sinfonie Matinee. Sonnabend: Falstaff. Sonntag: Salome.( Anfang 8 Uhr) Montag: Tannhäuser. Königl. Schauspielhans. Sonntag nachmittag 2 Uhr: Wallen steins Lager. Die Piccolomini. Abends: Wallensteins Lod. Montag: Das Glashaus. Dienstag: Hamlet. Mittwoch: Wallensteins Lager. Die Biccolomini. Donnerstag: Wallensteins Tob. Freitag: Klein Dorrit. Sonnabend: Torquato Taffo. Sonntag: Goldfische. Montag: Die Journalisten. allabendlich: Husarenfieber. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Unsere Käte. Lorking Theater. Sonntagnachmittag 8 Uhr: Fra Diavolo. Abends: Die luftigen Weiber von Bindsor. Montag: Der Freischütz Dienstag: Der Mikado. Mittwoch und Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Gänseliefel. Mittwoch: Die lustigen Weiber von Windsor. Donnerstag: Der Waffenschmied. Freitag: Der Mikado. Sonnabend: Die luftigen Beiber von Windsor. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Martha. Abends: Die Fledermaus. Montag: Der Mikado. Romische Oper. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Carmen. Abends: Toska. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Montag: Hoffmanns Er zählungen. Dienstag: Toska. Mittwoch: Figaros Hochzeit. Donnerstag: Tosta. Freitag: Hoffmanns Erzählungen. Sonnabend: Carmen. Sonn tagnachmittag 3 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Abends: Tosta. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Kleines Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtasyl. Abends: Zu den Sternen. Montag: Eine triviale Komödie. Dienstag: Ein idealer Gatte. Mittwoch: Eine triviale Stomödie. Donnerstag: Ein idealer Gatte. Freitag: Zu den Sternen. Sonnabend: Eine triviale Komödie. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nachtafyl. Abends: Ein idealer Gatte. Montag: Eine triviale Komödie. Neues fönigl. Opern- Theater. Sonntag, den 17. Februar: Die Räuber.( Anfang 7%, Uhr.) Schiller- Theater 0. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Das Glüd im Wintel. Montag: Der Kaiserjäger. Dienstag: Der Kaiserjäger. Mittwoch: Jugend. Donnerstag: Im bunten Rod. Trianon- Theater. Heute und nächsten Sonntag nachmittag 3 Uhr: Freitag: Jm bunten Rod. Sonnabend: Der Kaiserjäger. Sonntag Wo ist Papa? Die Schloßfelleret. Allabendlich: Frl. Josette meine nachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Abends: Hasemanns Töchter. Mon- Frau. tag: Minna von Barnhelm. Luifen- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Schiller- Theater Charlottenburg. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der lange Sterl Montag: Die schöne Ungarin. Dienstag: BaffenDer Pfarrer von Stirchfeld. Abends: Gyges und fein Ring. Montag: schmied. Mittwochnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends: Sherlod Die Räuber. Dienstag: Jugend. Mittwoch: Fiesto. Donnerstag: Minna Holmes. Donnerstag: Herr Potter aus Teras. Freitag: Der Hund von von Barnhelm. Freitag: Jugend. Sonnabend: Fiesto. Sonntagnachmittag Basterville. Sonnabendnachmittag 4. Uhr: Der geftiefelte Kater. Abends: Allen Berwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann und guter Bater, Sohn und Schwiegersohn, der Maurer Emil Kleiber nach langen, schweren Leiden sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findel am Dienstag, den 12. b. M., nachmittags 3, Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes, Hermannstraße, aus statt. 89182 Martha Kleiber nebst Sohn. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Köpenicker Viertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genoffe, der Maurer Emil Kleiber wohnhaft Wrangelstr. 88, Stadtbezirt 106 geftorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, ben 12. Februar, nach mittags 3, Uhr, von der Leichen halle des Emmaus- Kirchhofes aus ftatt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 242/12 Der Vorftand. Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. Zweigverein Berlin. Zobes Anzeige. Am 8. Februar verstarb unser langjähriges Mitglied Emil Kleiber im Alter von 82 Jahren an Lungenleiden. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, ben 12. Februar, nach mittags 3%, Uhr, von der Leichen halle des Emmaus Stirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Berbandsleitung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechaniker Otto Lehmann geftorben tft. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Montag, ben 11. Februar, nach. mittags 8%, Uhr, von der Woh nung, Briberstr. 42, aus nach dem Thomas Kirchhof, Rigdorf, Hermannstraße, statt. Rege Beteiligung erwartet 112/9 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokratisch. Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 9. d. M. verstarb unser Mitglied, der Schuhmacher Hermann Küster am Gartenftr. 63. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Dienstag, den 12. d. M., nach mittags 4 Uhr, bon der Halle des Golgatha- Kirchhofes, Barfusstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands. Bahlstelle Berlin. Todes Anzeige. Unseren Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Bwider Samuel Küster am 8. Februar cr. im Mter bon 40 Jahren verstorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 12. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle der Golgatha Gemeinde, Barfusstr. 5, aus statt. S Bahlreiche Beteiligung erwartet 169/5 Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeigen. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Alwin Friedrich gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerbigung findet heute Sonntag, den 10. Februar, nach mittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Betßenfee, Gustav Adolfstraße 24, aus ftatt. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Otto Mohnke gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Sonntag, den 10. Februar, nachmittags 3, Uhr, von der Leichenballe des Simeons- Kirchhofes in Tempelhof, Briger Weg, aus ftatt. Rege Beteiligung erwartet 112/12 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Kollegen für ble Beteiligung und die Strangipenden bei der Beerbigung meines lieben Mannes, insbesondere dem Berband und Gesangverein der Puzer sowie den Genossen im 4. Berliner Reichstagswahltreife meinen herzlichen Dant. 89192 Wine. Marie Jahn. Dr. Ludwig Woltmann+ Soeben erreicht uns die erschütternde Nachricht, daß Ludwig Woltmann den Tod in den Wellen des Mittelländischen Meeres gefunden hat. Mit uns betrauert die internationale Wissenschaft den Tod eines Mannes, der große Hoffnungen erfüllte, noch größere erweckte. Als langjähriger Herausgeber unserer ,, Politisch- anthropologischen Revue" und als Verfasser epochaler Werke ( Politische Anthropologie"," Die Germanen und die Renaissance in Italien" ,,, DieGermanien in Frankreich" usw.) war Ludwig Woltmann der Führer auf dem so weiten Gebiete der Rassenforschung geworden. Sein wissenschaftlicher Eifer war so groß wie sein Temperament als Kämpfer. Wir werden Ludwig Woltmann nie vergessen! Leipzig, den 8. Februar 1907. 276/3 Thalstr. 12 Gesellschafter und Geschäftsführer der Thüringischen VerlagsAnstalt G. m. b. H. Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Zimmerer. ( E. H. No. 2, Hamburg.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Bimmerer Eduard Homann Willibald Merisstraße 12 wohnhaft, am 4. Februar 1907 verstorben ist. 259/1 am Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Februar, nach mittags 3, Uhr von der Leichen halle des Friedhofes der Frei religiösen Gemeinde in der PappelAllee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand, Bezirk 1. Jch Unterzeichneter erfläre hiermit, daß bie Gerüchte betreffs Wahlangelegenheit, die über Herrn Kauf mann Rösler berbreitet sind, auf einem Jrrtum beruhen und nehme hiermit jede Aeußerung, die ich in meiner Aufregung getan habe, mit Bedauern zurüd. 18796 Otto Skradde, sunkerfir. 13. Berliner Genoffenschafts- Bäckerei. Ging. Genoffenfchaft m. beschr. Haftpfl. Bilanz per 30. September 1906. Aktiva. . 1. An Staffa- Sonto 2. An Gespann- Konto 3. An Inventar- Monto 4. An Betriebsuntoft.- Stonto 5. An Gespannunfoft.- Stonto 6. An Waren- Konto 7. An Konto pro Diverfi 1 599,25 14 000, 300, 234,48 525,32 5 265, 6 367,15 28 291,20 Passiva. 8 107,85 550, 1. Konto pro Diversi 2. Refervefonds- Konto 3. Konto d. Genossenschafter 1500, 4. Gewinn- u. Berluft- Konto alte Rechnung neue • 6 935,65 11 198,20 28 291,20 Im Laufe des Geschäftsjahres 1905/06 ist fein Genoffe beigetreten und feiner ausgeschieden Es gehörten der Genossenschaft am Schluß des Geschäftsjahres 1905/06 15 Genoffen an mit einer Gesamt haftsumme von 1500. und dem gleichen Geschäftsguthaben. Die Haft fumme hat sich nicht vermehrt und nicht verringert. Berlin, den 9. Februar 1907. Der Vorstand. A. Michaelis. Paul Lenz. Auf Teilzahlung!! Wöchentlich nur 1 M. Große Auswahl in perren- und Damenuhren, Standuhren, Regulateure, Brochen, Ringe, Ketten, Stöcke, Bithern, Phonographen, Plattensprech maschinen, Spieldofen, Harmonikas, Mandolinen, Geigen zc. 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Sonntagnachmittag 3 Uhr: Mutterliebe. Thalia Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Hochtourist. Al abendlich: Eine luftige Doppelehe. Sonnabendnachmittag 3 Uhr: Fauft. Sonntagnachmittag 34, Uhr: Charleys Tante. Residenz- Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Stellvertreter. Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagenkontrolleur. Sonst allabendlich: Haben Sie nichts zu verzollen? Metropol Theater. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Allabendlich: Der Teufel lacht dazu Nächsten Sonntagnachmittag 3 Uhr: Auf ins Metropol. Apollo Theater. Sonntagnachmittag 3%, Uhr: Das blaue Bild. Nächsten Sonntagnach Allabendlich: Die schöne Bestalin. Spezialitäten. mittag 3 Uhr: Familienvorstellung. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Nächsten Sonntag S Deutsch Amerikanisches Theater. Ueber'n großen Teich. Täglich: Der Sorgenbrecher. nachmittag 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Palast Theater. Spezialitäten. Walhalla Theater. Spezialitäten. Reichshallen Theater. Stettiner Sänger. Passage Theater. 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T. ⌘= ༣ ། ༠ ཤ 2 wollenl- 19 -9 Haparanda 762 S 2 bededt -6 Petersburg 776 S -11 Scilly -3berdeen -6 Baris -3 8 755 WNW 4 wollig 8 748 SSD 4 Regen 763 1 Nebel<-9 Wetter- Prognose für Sonntag, den 10. Februar 1907. Bunächst aufflarend, nachts strenger, am Tage nachlaffender Frost bei ziemlich frischen südöstlichen Winden; später neue Trübung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbeau Sozialdemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 7. d. M. verstarb unser Mitglied, der Steinfeger Hermann Schubert Brunnenstr. 97. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachmittag 3 Uhr, von der Leichenhalle der HimmelfahrtsPrinzenDr. Simmel, Str. 41, Spezialarzt für 3/5 Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7 Sonntags 10-12, 2-4. Zahn- Klinik, G. Anders Frankfurter Allee 153. Sprechz. 2-8, Sonnt. 9-1. Plomben, künstl.Zähne, schmerzlos. Zahnziehen. Bet Husten, Heiserkeit wirten Reichels Gemeinde zu Riederſchönhauſen, Hustentropfen Nordend, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 247/4 Bentral Verband der Schmiede. Zahlstelle Berlin. Bezirk Spandau. Tobes Anzeige. Unferen Mitgliedern zur Nachricht, daß der Stollege Ewald Flemming im Alter von 28 Jahren an Gehirn erweichung verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 10. Februar cr., nachmittags 2 Uhr, vom Trauer haufe in Spandau, Fischerstr. 35, aus ftatt. überraschend schnell und sicher. Nur ecnt, wenn mit Marke ,, Medico" verich offen. laiche 50 B1. In allen Drogerien, und bei Otto Reichel, Berlin 43, Eisenbahnstr. 4. Sarg- Magazin Albert Farchmin NW., Stephanstr. 56, NW. Großes Lager sämtlicher Sorten Särge zu den billigsten Preisen. Bahlreiche Beteiligung ertvartet Blumen- und Kranzbinderei 1765 Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen ( Filiale Berlin) Michaeltirchplas 1, parterre. Todes Anzeige. Den Mitgliedern geben wir hiermit bekannt, daß am Freitag, den 8. 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Abteilung boll im Schiller- Theater Char lottenburg: Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 7, Uhr. Figaro. Hochzeitsnacht. Sein dear. Katastrophe. Unterm Bett. Montag: Dieselbe Borstellung. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Zaubenstraße 48/49. Nachm. 2 Uhr: Frühlingstage an Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater) Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Ein Trauerspiel in 5 Atten von Friedrich Schiller. Sonntag, abends 8 Ubr: im Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten Schauspiel in 8 Aften von Hermann der Erde. Montag abends 8 Uhr: Die Feuer gewalten ber Erde. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Sonntag, Montag und Dienstag: Der Hund on von Baskerville. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Morgen und folgende Tage: Meißner Porzellan. Kgl. Opernhaus. Siegfried.( n- Kleines Theater. fang 7 Uhr.) Montag: Salome.( Unf. 8 Uhr.) Rgl. Schauspielhaus. Wallensteins Tod. Nachm. 2, Uhr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Montag: Das Glashaus. Nenes fgl. Operntheater. Räuber. Deutsches. Romeo und Julia. Montag: Das Wintermärchen. Westen. Coufin Bobby. Die Nachmittags 3 Uhr: Martha. Montag: Cousin Bobby. Lorning. Die lustigen Beiber bon Windsor. Nachmittags 3 Uhr: Fra Diabolo. Montag: Der Freischüß. Leffing. Die Jungfern von Bischofsberg. Nachmittags 3 Uhr: Elga. Montag: Das Blumenboot. Anfang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Das Glüd im Winkel. Nachmittags 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: Der Staiserjäger. Schiller Theater Charlottenburg. Byges und feta Ring. Nachmittags 3 Uhr: Der Pfarrer von Kirchfeld. Montag: Die Räuber. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Die von Hochsattel. Nachmittags 3 Uhr: Die Teufels. tirche. Montag: Adieu, Therese. Sein Alibi. Romische Oper. Tosca. Nachmittags 3 Uhr: Carmen. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Nachmittags 3 Uhr: Nachtasyl. Abends 8 Uhr: Zu den Sternen. Montag: Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Dienstag: Ein idealer Gatte. Komische Oper. 3 Uhr: Rachmittags Carmen. Abends Tosca. Montag: 8 Uhr: Hoffmanns Erzählungen. Lortzing- Theater. Bellealliancestr. 7/8. Sonntag, 10. Februar, nachm. 3 Uhr: Sudermann. Montag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Dienstag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Nachm. 3 Uhr: Die Teufelskirche. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Zirkus Schumann Heute, Sonntag, den 3. Februar, nachm. 3%, Uhr u. abends 7%, Uhr: 2 Gala- Vorstellungen. Nachmittags auf allen ein Kind frei. Große brillante 2 Schiller- Theater Charlottenburg, Sonntag, nahm. 3 Ubr: Urania. Der Pfarrer v. Kirchfeld. Wissenschaftliches Theater. Boltsstüd mit Gesang in 5 Aften von Ludwig Anzengruber. Sonntag, abends 8 Uhr: Gyges und sein Ring. Eine Tragödie in fünf Atten bon Friedrich Hebbel. Montag, abends 8 Uhr: Die Räuber. Dienstag, abends 8 Uhr: Jugend. Zirkus Busch. Sonntag, den 10. Februar 1907, Gr. außerordentl. 2 Gala- Vorstellungen. 2 Nachm. 4 Uhr. Abends 7%, Uhr. Nachmittags 4 Uhr hat jeder Erwachsene 1 Kind unter 10 Jahren frei. Jedes weitere Kind unter 10 Jahren ( außer Galerie) halbe Preise. Um der Plägen ohne Ausnahme Jedes weitere Kind unter 10 Jahren halbe Preise( außer Galerie). In beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Die Sensation des Tages. Mr. Richard Sawades einzig dastehende, wunderbar dreffierte gemischte 2 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Folies Caprice Linienstr. 132 Ecke Friedrichstraße. Anfang 8 Uhr. Lotte Sebus. Im Café Abeles. Ein Klabriasprozeß. Berisch und Aalbach in den Hauptrollen. Metropol- Theater Nachmittags 3 Uhr: englifchen Boxkämpfe. Auf in's Metropol! Ehrenpreis großer filberner Bolal ( ausgestellt bei Hrn. Gebr. Friedländer, Hofjum., Ünt. d. Linden 28.) In beiden Vorstellungen: Manello Marnitztruppe, Neu! Akrobaten. Neu In beiden Vorstellungen: Raubtier- Gruppe, The Novellos bestehend aus Königstigern, Löwen, Eisbären, Kragenbären, alles Prachtexemplare. Nachm. zum 6. Male: Neu! Indien in Europa. Neu! Neu! Geschw. Singer, Equilibristen. In beiden Vorstellungen: Frühling, Sommer, Herbst u.Winter. Borführen u. Borreiten der beften Große Ballett- Pantomime v. gesamten Corps de Ballett. In beiden Borst.: Gleich reich. haltiges, abwechselndes Programm, fämtl. Spezialitäten, Clowns und Auguste sotpie die bestdressierten Schuls, Freiheits- und Springpferde. Abends zum 52. Male: Ginzig dastehender Erfolg! Das größte Pracht- Manegenschaustück Schuls, Freiheits- u. Springpferde. In beiden Vorstellungen: Auftreten sämtl. Clowns mit ihren neuesten Wigen und Späßen. Nachmittags 4 Uhr: ,, Aus der Pußta". Abends 7, Uhr: ROM. Abends 8 Uhr: Deutsch- Amerikanisches Theater. Heute nachmittag 3 Uhr halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Heute abend 8 Uhr Gastsp. A. Philipp: Der Sorgenbrecher DERNHARD ROSE THEATED ( Gr. Frankfurterstr. 132. Nachm. 3 Uhr bei ermäß. Preisen: Die Schule des Lebens. Abends 8 Uhr und Montag: Die Tochter des Herrn Fabricius. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Restaurant Bockbier- Fest. Der Teufel lacht dazu. Fröbels Allerlei- Theater Große Jahresrevue in 7 Bildern Schönhauser Allee 148. von Julius Freund. Musik von Gastspiel Bernh. Nose Theater. Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Sherlock Holmes. Detektivkomödie in vier Aften. Nach der Vorstellung: Tanz. Wolff. Bender. Staffeneröffnung 6 Uhr. Anf. 7 Uhr. Massary. Wolff. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Billettvorverkauf: Stond. Handwerker, Schönh. Allee 153. Krüger& Oberbeck, Rastanienallee 1. WINDER SARTEN& 765 SAHARET. Fra Diavolo. St. Hubertus. Otto Pritzkow. Münzstr. 1. Otto Reutter Abends 7, Uhr: Die lustigen Weiber v. Windsor. 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Künstlerblut.( Unf. 7, Uhr.) Nachmittags 3 Uhr: Boccaccio. Montag: Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. $ Sorgenbrecher. Der Nachmittags 3 Uhr: Ueber'n großen Teich. Montag: Der Sorgenbrecher. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Nachm. 2 Uhr: Der Hochtourist. Montag: Eine lustige Doppelehe. Luisen. Der lange Sterl. Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Zell. Montag: Die schöne Ungarin. Bernhard Rose. Die Tochter des Herrn Fabricius. Nachmittags 3 Uhr: Die Schule des Lebens. Montag: Die Schule des Lebens. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Nachmittags 3 Uhr: Wo ist der Bapa? Vorher: Die Schloßtellerei. Montag: Fr. Josette meine Frau. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Nachmittags 3 Uhr: Auf ins Me tropol! Montag: Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdtes Hotel. Nachm. 8 Uhr: Endlich allein. Der Fall Blumentopf. Montag: Ein verrüdtes Hotel. 3 Uhr, fleine Preise: Boccaccio. Abends 7%, Uhr: Künstlerblut. Montag 8 Uhr: Künstlerblut. Residenz- Theater. Direttion Richard Alexander. Heute und folgende Tage Anfang 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Stellvertreter. Luisen- Theater Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Abends 8 Uhr: Zuvorgekommen oder: Der lange Kerl. Morgen: Die schöne Ungarin. a pollo Cheater Nachm. 3 Uhr! Kleine Preise! Wintergarten. Sabaret. Spezia Große Doppelvorstellung. litäten. Montag: Diefelde Vorstellung. Apollo. Die schöne Beftalin. Spe zialitäten. Rachmittags 3, Uhr: Das blaue Bild. Spezialitäten. Montag: Die schöne Bestalin. 1. Abt.: Das blaue Bild von Baul Linde. 2. Abt.: Die hervorrag. Spezialitäten. Abends 8 Uhr: Elite- Vorstellung. 10 Uhr: Bernh. Mörbitz, Charakterfom. Rafino. Lebige Lente. Spezialität. Passage- Theater. Nachmittags 4 Uhr: Mutter Gräbert. Montag: Ledige Leute. Speziali täten. Folies Caprice. Jm Café Abelles. Ein Klabriasprozeß. Soiree bei Lowy. Montag: Diefelbe Borstellung. Paffage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Prater Theater. 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Gegen die kaum ein ganz bescheidenes Mittelmaß. Verwegenheiten des„ Nirchens" wurden sogar die Ge= Volksoper! Daß für das sogenannte Volk das Allerbeste gerade richte mobil. Zwischendurch erschienen aus ihrer Feder auch gut genug ist, haben wir bereits mehrmals betont, wenn von volksNeues Theater. Meißner Porzellan", friedericiant- allerhand wunderliche Streifzüge ins Mystische. Nichts aber ließ tümlichen Aufführungen die Nede war. Freitag drängte sich uns sches Lustspiel von Hans von Kahlenberg. Die„ bater- bermuten, daß sie sich jemals an das Niveau des hurrapatriotischen, im Lorking- Theater dieser Gedante abermals auf. Man ländische Kunst" dieses friedericianischen Lustspiels" schlägt, unter dynastischen Tendenzstückes anpassen und dabei obendrein so völlig gab in neuer Einstudierung„ Die lustigen Weiber von welchem Gesichtspunkt immer betrachtet, wohl den Rekord in der alle Spuren früheren Geistes verleugnen könne. Es ist gleichsam, Windsor", von Otto Nicolai, jenem früh( 1849) verPremierenmisere dieses Winters; schlimmer kann es nicht mehr als ob das Talent sich gegen den ihm angesonnenen Mißbrauch storbenen Meister, dessen ebengenanntes Hauptwerk 1849 zu Berlin tommen. Wäre nicht der Kaiser, dessen Zustimmung für die Auf- durch einen Generalstreit zur Wehr gesetzt hätte. herauskam und seither mit Recht als eines der allerfeinsten Kunstführung jedes Stückes, das ein Mitglied der Hohenzollerndynastie Das Opus spielt zur Zeit des fiebenjährigen Krieges in der werke gilt. Eine solche, wahrhaft wie aus Goldfäden von Elfenauf die Bühne bringt, erforderlich ist, in eigener Person er- Meißner Gegend auf einem Schloffe, dessen Insassen zum Teil hand gewobene Oper verlangt noch mehr als andere die allerschienen, hätte er nicht seine Stellungnahme nach jedem Fallen des den Eindruck machen, als seien sie direkt dem Irrenhauſe ent- feinste Aufführung. Ein Orchester, das sich grob vordrängt, kann Vorhanges durch Klatschen bekundet, vielleicht wäre auch das sprungen. Da gibt's die alte Gräfin Gorczynska, einstige Maitresse die besten Bemühungen der Künstler da droben vernichten. Go Publitum des Neuen Theaters hier einmal rebellisch geworden. August des Starken, das schlechte Weib, die seinerzeit den edlen war es auch diesmal. Wenn man einige minderwertige Sänger So gab es nur ein kleines Häuflein, das gegen den offiziellen Preußenprinzen vergeblich zu verführen suchte, und dafür nun am durch solche ersetzt, die auf der Höhe der besseren Kollegen stehen, Beifall durch einige seelenerleichternde Zischlaute protestierte. Herr Könige schnöde Rache nehmen will. Zu diesem Zwed stiftet sie einen wenn man das Orchester genügend dämpft, wenn man endlich noch Arel Delmar, der Regisseur des Neuen Theaters, bekannte sächsischen Hohlschädel von Kammerherrn an, Friedrich zu arretieren zahlreiche Proben unter einem gediegenen Vortragsmeister anfich in letzter Stunde durch ein an die Preffe gerichtetes Rund- und was dergleichen Scherze mehr sind. Da tummelte sich im Bunde sekt, zumal für die Ensemblesäße: dann kann man mit dem hier schreiben als Mitschöpfer des Werkes, sei es, um sich einen Anteil mit ihr der sächsische Minister Brühl, der sich zur Abwechselung in Gebotenen zufrieden sein. Am besten war wohl Emmy Raabe= an den erwarteten Lorbeeren zu sichern, sei es in einer Auf- eine Dienerlivree geworfen hat, aber auch so das Adlerauge Burg, trok vorübergehender Schwankungen, die wir an ihr schon wallung schöner Ritterlichkeit, um Hans von Kahlenbergs Ver- Friedrichs nicht zu täuschen vermag. Ein schneidiger preußischer kennen. Auch Theo Görger hielt sich gut; Kurt Schade antwortlichkeit für das Produkt in etwas abzumildern. Fräulein Beutnant und der biedere, beständig angeheiterte General v. Kottwib kam uns seit seinem Almaviva fortgeschritten vor, obwohl er seine von Monbart hat unter diesem Namen, der nun die öde Porzellan- füllen die Pausen zwischen den nebelhaften Begebenheiten mit Klarinartige Tenorstimme mildern sollte. Theodor Hieber geschichte decken muß, so manche eigenartigen, tecken Bücher ver- den aufdringlichsten Herzensergießungen über Friedrichs und reichte fürs Gröbere zu. Die übrigen Damen reichen nicht an ihre öffentlicht, über die sich die Philister gar nicht so grundlos ent- Preußens unvergleichliche Größe aus. Rollen heran; von den übrigen Herren waren noch manche recht rüfteten. Ihre ersten, Typen aus den höheren Militärkreisen Schmidthäßler gab Friedrich einige porträtartige Züge; gut. Kapellmeister Artur Bodansky hat diesmal vieles berschildernden Novellen frappierten durch den flott zugreifenden, l'im allgemeinen aber war die Aufführung, an die man großen schleppt und verflacht. SZ. BrunnenStr. 17-18 H. Greifenhagen Nachf. Grosser Extra- Verkauf von VeteranenStrasse 1-2 Resten und Abschnitten in Baumwollwaren und Kleiderstoffen und von Restbeständen in Strumpfwaren und Tricotagen. Hervorragend billig. Serie I. Platt. woll. u. reinw. Damenstrümpfe schwarz, deutschlg gestr. Platt. woll. u. reinw. Kinderenglischlang, schwarz und strümpfe bunt gestrickt. Platt. woll.u, reinw. HerrenSocken meliert, stark gestrickt.. II III IV V 25.38.58. 75.95 Pf. 25.38.58.75.95 Pf. 15.28.42.65.85 Pf. RUSTE von Valenciennesspitzen 15.23.38 Pf. von von von Wäsche- Stickereien.. 25.38 Pf. Tüllspitzen 22.33.48 Pf. 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Stiftungsfest stattfindet. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Dienstag, ben 12. Februar, abends 8%, Uhr, bei Dräfel, Neue Friedrichstr. 35: Quartals- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes( Kaffenbericht). 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Orts verwaltung. 4. Verbandsangelegenheiten. Jeder Kollege hat zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Tapezierer. Der hige. Dienstag, den 12. Februar 1907, abends 7 Uhr, vor der Zentral- Verband der Maurer Deutschl Oeffentliche Versammlung= Zweigverein Berlin. Montag, den 11. Februar 1907, abends 8% Uhr, im gesamten Zweigverein: Stichwahlen für die Delegierten zum 9. Verbandstage. Versammlung der Maurer ( Zahlstelle Berlin) bei Freyer( früher Keller), Koppenstr. 29. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Düwell über das Thema: Der Kulturwert gewerkschaftlicher Arbeit. 3. Wahl der Delegierten. 4. Wahl des Schriftführers für die Zahlstelle Berlin. Versammlung der Sektion der Gips- und Zementbranche in den Armin- Hallen, Kommandantenstr. 20. e. Zages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Block über das Thema: Zur Entwickelung der Gewerkschaften. 2. Diskussion. 8. Wahl der Delegierten. 4. Verschiedenes. Verbandsbuch resp. Legitimationskarte legitimiert. 136/14 177/3 bei Dräsel, Neue Friedrichstraße 35. Tagesordnung: Wahl von sechs Jnnungsschiedsgerichtsbeisigern. Der Gehülfen- Ausschuß. Zentral- Krankenkasse der Maurer ,, Grundstein zur Einigkeit". Sonntag, 17. februar, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. Tages Drdnung: 1. Kassen und Revisionsbericht und Jahresbericht. 2. Wahl des ersten Bevollmächtigten, zweiten Kassierers, ersten Schriftführers und eines Revisors. 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 149/4 Charlottenburg. Vereinigte MaurergesellenKranken- u. Sterbekaffe.( E.. 89) Sonntag, den 17. Februar, vormittags 10 Uhr, im fleinen Zimmer des Volkshauses, Rosinenstr. 3: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Bierteljahr. 3. Raffenangelegenheit. Zahlreichen Besuch erwartet 286/14 Kollegen! euch der Bersammlungen! Kein Kollege darf fehlen. Wir erwarten vollzähliges und pünktliches Erscheinen. Agitiert für guten NB. Die Versammlung der Gruppe der Zementierer findet Sabresbericht des Staffierers. am Sonntag, den 10. Februar, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause statt und ersuchen wir alle Kollegen der Gruppe, diese Versammlung zu besuchen. Der Zweigvereinsvorstand. J. A.: E. Thöns. Frack Der Vorstand. Verleih- Institut: Friedrichst. 115 I, a.Drabg. Tor. Eleg. Frad, Gehrod 1,50, Hose 1,00, Beste 50 Pf. 1 Die örtliche Verwaltung. Arbeiter- Bildungsschule Berlin. Grenadierstraße 37, Lehrplan für das 1. Quartal 1907. Montag. Max Maurenbrecher: Geschichte. Entstehung des Christentums. I. Das Judentum. 1. Das alte Testament als Geschichtsquelle. 2. Anfänge der israelitischen Religion. 3. Die Religion der altbäuerlichen Zeit. 4. Die Religion der herrschenden Klassen. 5. Die proletarische 6. Verpriesterung der proOppositionsreligion der Propheten. letarischen Opposition. 7. Das Judentum in Babylon. 8. Das Programm des Priesterstaates in der babylonischen Gemeinde. 9. Einführung des Priesterstaates in Jerusalem. 10. Ueberblick Konsumverein für Zossen u. Umg., e. G. m. b. H. über die anderen orientalischen Religionen. Deutscher Holzarbeiter- Verband Konsumverein für Zossen u. Umg., 6. G. m. b. H. Brandhe der Musikinstrumentenarbeiter. Montag, den 11. Februar, abends 8%, Uhr: Branchen- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( großer Saal). Tages Drdnung: 80/2 1. Bericht der Branchenkommission über ihre Tätigkeit im Jahre 1906. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Branchenkommission. 4. Bericht über den Stand der Aussperrung. 5. Branchenangelegenheiten und Verschiedenes. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen und Stolleginnen, so weit sie Mitglieber unseres Verbandes sind, ist zu dieser Versammlung erforderlich. Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht Die Branchenkommission. Treppengeländerbranche. Dienstag, den 12. Februar, abends 8%, Uhr, Di bei Boeker, Weberstr. 17: Bus Versammlung Mitglieder werden hierdurch zu einer General- Versammlung am Sonntag, den 17. Februar 1907, nachmittags 3 Uhr, in das Lokal des Herrn Schimke, Barutherstr. 51, eingeladen. Tagesordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Verwaltungsapparates über das erste Geschäftsvierteljahr. 2. Ersazwahl des Geschäftsführers. 3. Anstellung eines besoldeten Lagerhalters. 4. Verschiedenes. Anträge hierzu müssen beim Unterzeichneten so zeitig eingereicht werden, daß ihre Beröffentlichung drei Tage vor der Generalversammlung erfolgen fann. Bossen, den 7. Februar 1907. Der Aufsichtsrat. Franz Stangenberg, Borsigender. Mittwoch. Simon Katzenstein: Soziale Gesetzgebung. Die Deutsches Arbeiterrecht. II. Teil. Die Arbeiterschutzgesetzgebung. 1. Ursachen und Entstehung des Arbeiterschutzes. Die Entwickelung in England. 2. Schutzgesetze in Deutschland bis zum Norddeutschen Bund. 3. Die Entwickelung seit 1869. Stellung der parlamentarischen Parteien. 4. Schutz der Kinder und jugendlichen Arbeiter. 5. Arbeiterinnenschutz. 6. Sonntagsruhe. 7. Der Arbeitstag der erwachsenen männlichen Arbeiter. 8. Unfallverhütung und sanitärer Arbeiterschutz.( Bauarbeiter-, Bäcker-, Heimarbeiterschutz usw.) 9. Sicherung des Arbeitslohnes. 10. Koalitionsrecht und Arbeitervertretung. 11. Der Ausbau des Arbeiterschutzes. Die Frage der internationalen Arbeiterschutzgesetzgebung. 12. Theorie des Arbeiterschutzes. Seine Stellung innerhalb der Sozialpolitik. Arbeiterschutz und Sozialismus. 105/5 Donnerstag. Julian Borchardt: Rednerschule. Verband deutscher Gastwirtsgehilfen. Ortsverwaltung Berlin. Bureau: Berlin C., Dirdsenstr. 39 I. Telephon: Amt III 1813. Die Mitgliedsfarten für das I. Quartal 1907 find von rosa Farbe, Uebung im Disponieren und Halten von Vorträgen unter Zugrundelegung der Reden und Schriften hervorragender Redner. Freitag. Max Grunwald: Nationalökonomie. Tatsachen der Weltwirtschaft. 1. Produktion und Verbrauch der wichtigsten Nahrungs- und Genußmittel und der wichtigsten Rohstoffe der Industrie: Getreide, Fleisch, Zucker, Kaffee, Tabak, Bier, Kohle, Eisen, Baumwolle, Wolle. 2. Handel und Verkehr: Internationale Handelsbilanzen, Postwesen, Eisenbahnen, Schiffahrt. 3. Deutschlands Volkswirtschaft innerhalb der Weltwirtschaft. aller in Treppengeländerfabriken beschäftigt. worauf wir zu achten bitten. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, Tischler, Stellmacher, Drechsler, Maschinen- bag ber Verband deutscher Gastwirtsgehülfen Freitag. Max Naurenbrecher: Geschichte. Arbeiter, Polierer, Bildhauer. und der Gastronomische Gehülfenverband nicht identisch sind. Tages- Ordnung: 1. Bericht über die Aussperrung. 2. Dis. 286/13 fuffion. 3. Berbands- und Branchenangelegenheiten. Jeder in der Branche beschäftigte Stollege ist verpflichtet, zu erscheinen. Die ausgesperrten Kollegen müssen anwesend sein. Achtung! Der Vorstand. Achtung! Die Kommission. Arbeiter, Parteigenossen! Verband der Verwaltungsbeamten der Krankenkassen und Berufsgenossenschaften Deutschlands. Bezirksgruppe: Berlin- Brandenburg und Mecklenburg. Montag, den 11. Februar 1907, abends 8 1hr: Berliner Schneiderei- Genossenschaft G. m. b. H. Die große französische Revolution( 1789-1799). 1. Weltgeschichtliche Bedeutung der französischen Revolution. 2. Soziale und geistige Entwickelung Frankreichs im achtzehnten Jahrhundert. 3. Ausbruch der Revolution. 4. Taktik der Krone, der Gemäßigten und der Radikalen. 5. Verlauf der Revolution bis zum Konsulat Napoleons. 6. Vergleich der französischen mit der heutigen russischen Revolution. Der Unterricht in diesem Geschichtsfach beginnt am Freitag, den 15. Februar, in Steglitz, Ahornstr. 15a, bei Schelihase. Sonnabend. Heinrich Ströbel: Literaturgeschichte. Die Romantische Schule und ihre Ausläufer. 1. Kleist. 2. Uhland. 3. Platen. 4. Lenau. 5. Heinrich Heine. 6. Das junge Deutschland. 7. Ferdinand Freiligrath und die revolutionäre Lyrik. Mitglieder- Versammlung( Gegr. bon organisierten Schneidergehülfen Berlins) Montag. Julian Borchardt: Fortschrittskursus in in den Musiker- Sälen, Kaiser Wilhelmstr. 18m. Zages Drdnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Davidsohn: Die Bedeutung des Lichts für die Volksgesundheit". 2. Diskussion, 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. Den verehrlichen Bereinen, meinen werten Gäſten, Freunden und Bekannten zur geft. Mitteilung, daß ich mein Geschäft Frankes Festsäle, Sebaftianstr. 39, frankheitshalber an Herrn Gastwirt Julius Meier verkauft habe und bitte ich, das mir bisher geschenkte Bertrauen auf meinen NachHochachtungsvoll folger gütigft übertragen zu wollen. 88542* Balduin Franke. Unter Bezugnahme auf Dbiges erlaube ich mir, den werten Bereinen und Gewerkschaften die ergebene Bitte au unterbretten, mich in meinem neuen Unternehmen freundlichst zu unterſtüken. Empfehle mein Etablissement Frankes Festsäle mit Garten, 1500 Berfonen fassend, zu Versammlungen, Sommerfesten und Bereinsbergnügungen jeder Art. Sonnabende und Sonntage noch frei. Ergebenst Julius Meier, Gastwirt. Frankes Festsäle, Sebaftianstraße 39. Brunnenstr. 185, im Laden, zwifchen Rosenthaler Tor und Juvalidenstraße, empfiehlt sich den werten Arbeitern und Parteigenoffen zur Anfertigung von feinerer Herren- Garderobe. Großes Lager fertiger Herren- und Knaben- Anzüge, Winter- Paletots, Joppen und Arbeiter- Berufskleidung. 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Jeder Kursus erstreckt sich auf zehn Abende und beginnt Die reichhaltige Bibliothek ist an diesen Abenden von 8 bis 9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach beträgt pro Kursus 1 Mark und ist spätestens am zweiten Abend zu zahlen. Die Aufnahme neuer Mitglieder und Schüler erfolgt am besten bei Beginn jedes Kursus im Schullokal Grenadierstraße 37, Hof geradezu 1 Treppe, und in nachstehenden Zahlstellen: Gottfr. Schulz, Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Vogel, Lortzingstr. 37; Fahrow, Ravenéstr. 6; Horsch, Engel- Ufer 15. Alle Zuschriften sind an den Vorsitzenden Hermann Lammé, Berlin S. 59, Freiligrathstr. 3, 1. Quergeb. IV, GeldLieferant des Berliner Konsum- Vereins, der Konsum- sendungen an den Kassierer H. Königs, Berlin S. 59, HasenDer Vorstand. Genossenschaft Berlins u. Umgegend sowie des Char- heide 56, zu senden. lottenburger Konsum- Vereins. Berliner Schneiderei- Genossenschaft 3856 L UUD 37351* Inventur. Angebot. 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Leider und für krank gehalten worden sein. Der Arzt sagte ihnen, W. sei muß man aber die Beobachtung machen, daß sehr viele betrunken, man solle ihn sich ausnüchtern lassen. Die Schußleute Dritter Wahlkreis. Heute Sonntag, den 10. Februar, abends der Obdachlosen betrunken abends nach dem Obdach kommen, sollen geantwortet haben, dann müsse er nach dem Polizei6 Uhr, findet in den Arminhallen eine Versammlung mit Frauen oft renitent werden, nur unregelmäßig und ungern arbeiten, gewahrsam am Alexanderplatz geschafft werden. statt. Herr Dr. Wurm spricht über die Pflege der Augen.( Mit dafür aber dem Schnapsteufel huldigen." Darauf entfernten sie sich mit W. Ob sie ihn in polizeilicher Afbildungen.) Nach der Versammlung gemütliches Beisammensein. Nun wissen wir's! Arbeiten wollen sie, das läßt sich nicht Obhut behielten oder ihn zunächst wieder sich selber überließen, Achtung! Fünfter Wahlkreis. Die zweite Abteilung ganz wegleugnen. Doch sie arbeiten nur unregelmäßig und das entzieht sich unserer Kenntnis. Vielleicht sind Zeugen borKilt an diesem Mittwoch einen gemeinsamen 3ahlabend bei ungern", und sie huldigen dem Schnapsteufel". Besonders handen, die uns hierüber Auskunft geben können; denn W. wird Feind, Weinstr. 11, ab. Um Erscheinen aller Mitglieder bittet ärgerlich ist es dem Herrn Fischbeck, daß trotz Schneefall und ja wohl unter dem üblichen Auflauf zur Unfallstation gebracht Der Abteilungsführer. Schneeschipperarbeit sein Dbd a ch nicht leerer, sondern eher worden sein. Nur das steht fest, daß W. am 2. Februar( wohlJohannisthal. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet noch boller geworden ist. Der Herr Stadtrat hatte gemertt: erst am zweiten!) vom Polizeipräsidium an das Virchowam Dienstag, den 12. d. M., abends 8 Uhr, im Lokale von Rau doch geradezu eine Ehre darin gesucht, sein gastliches" Krankenhaus abgeliefert worden ist. Inhaber Hesse, Parkstr. 12/13, statt. Tagesordnung: Bericht von Haus möglichst ganz leer zu friegen, und hatte Unseres Erachtens müßten außer den Angehörigen noch einige Der Reichstagswahl. Bericht des Vorstandes und Neuwahl des öffentlich seine Befriedigung darüber geäußert, daß andere Stellen ein sehr lebhaftes Interesse daran haben, daß die Besamtvorstandes. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Die ihm das mit Hülfe der Polizei wenigstens zum Teil gelingen Angelegenheit voll aufgeklärt wird Benossen sind verpflichtet, zu dieser Versammlung zahlreich zu erwürde. Wie soll er es sich nun erklären, daß es ihm in diesem der Unfallstationsarzt, der W. für nur betrunken erklärt Der Vorstand. Winter nicht nach Wunsch gelingen will? Der Gedanke, daß hat. W.s Leiche ist noch nicht der Erde übergeben worden. Sie wird Nieder- Schöneweide. Die Parteigenossen seien darauf hin- in Berlin trotz allen Ueberflusses an Schnee doch immer am heutigen Sonntag beerdigt werden, falls nicht inzwischen die jewiesen, daß am Mittwoch, den 13. Februar, der übliche Zahl noch tein Ueberfluß an Arbeit herrscht, tommt Staatsanwaltschaft anderes verfügt hat. ibend stattfindet, wozu jeder erscheinen muß. Der Vorstand. natürlich keinem Rathausweisen in sein Hirn. Gerade cheinen. Ober- Schöneweide. Am Mittwoch, den 13. Februar, abends 31 Uhr, ist gahlabend bei Schäffler, Siemensstr. 28, bei Kaufhold, Bilhelminenhofstr. 18, bei Schulte, Wilhelminenhofstr. 43 und bei 3oß, Wilhelminenhofstr. 64. Rege Beteiligung erwartet Der Vorstand. Am Dienstag, den 19. Februar, abends 82 Uhr, findet bei laufhold, Wilhelminenhofstr. 18, die ordentliche Generalersammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Bericht des Sorstandes, Neuwahl desselben und Vereinsangelegenheiten. Eichwalde. Die Generalversammlung des Wahlvereins findet m Dienstag, den 12. b. M., abends 8 Uhr, bei Heinrich, Sanfels Iblage statt. Tagesordnung: Neuwahl des gesamten Vorstandes, lufstellung von Kandidaten zur Gemeindevertretung. Sämtliche usstehende Listen und Gelder sind in diese Versammlung mitzuoringen. Genossen, erscheint alle in der Versammlung. Der Vorstand. Nieder- Schönhausen. Am Mittwoch, den 13. d. M., finden die ersten 3ahlabende statt. Die Genoffen des 1. Bezirks finden ich bei Schönicke( Wrangelstraße, Ecke der Treskowstraße), die des 2. Bezirks bei Thulmann( Uhlandstraße), die des 3. Bezirks bei Babst( Waldemarstraße, Ecke der Beuthstraße) zusammen. 3. B. auch dann, werin es wahr sein sollte, daß die Schnee- Die Haltestellen der Automobilomnibusse werden demnächst von schipperarbeit fo biele Leute bon außerhalb hier- der Allgemeinen Berliner Omnibus- Aktiengesellschaft durch besonher lockt, kann es einem in Berlin beheimateten Arbeitslosen dere Haltetafeln gekennzeichnet. leicht passieren, daß er immer noch keine Arbeit kriegt. Wir Die Zentralkommission der Krankenkassen Berlins und der haben wiederholt mitgeteilt, daß an Straßenreinigungsdepots Bororte hat auch für dieses Jahr wiederum hygienische Vorträge jegt Tag für Tag zahlreiche Arbeitsuchende zurückgewiesen veranstaltet, welche, wie nachstehend aufgeführt, stattfinden. Diewerden, weil Tag für Tag sich zum Schneeschipperdienst sehr selben sind für jedermann unentgeltlich. biel mehr Personen melden, als die Stadt beschäftigen will. Im Rathause aber tut man, wie wenn das alles nicht wahr sei. In polizeilicher Obhut? Die In Berlin hat man es erlebt, daß Betrunkene, die auf der Straße umherirrten, zu ihrem eigenen Schuh in polizeiliche Obhut genommen und nach der nächsten Polizeiwache geschafft, aber am anderen Morgen in einsamer Belle tot aufgefunden wurden. Polizeinachrichten, die die bürgerliche Presse zu bringen pflegt, wußten dann zu melden, der Mann habe sich dort ausnüchtern sollen, er sei jedoch einem Herzschlage erlegen. Ein Schutz", der einem Hülflosen den Tod bringt, ist zwar keine zweckmäßige Art Bezirk Waidmannsluft. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur von Fürsorge; doch so etwas kann vorkommen. Was aber soll man tenntnis, daß laut Beschluß der erweiterten Vorstandssitzung vom sagen, wenn ein Betrunkener heute mit noch heilem Körper zu . Februar sämtliche aus der Bibliothek entliehene Bücher bis zu seinem Schutz an die Polizei übergeben wird und morgen die er am 17. Februar im Schweizerhäuschen zu Waidmannsluft statt Bolizei denselben Mann mit einem Schädelbruch an ein Krankenindenden Generalversammlung zurückgeliefert sein müssen. Es ist haus abliefern muß? Uns wird ein Vorkommnis mitgeteilt, das otwendig, eine Neuregelung der Bibliothek vorzunehmen, weshalb is zu einem noch zu bestimmenden Zeitpunkt feine Bücher mehr so geendet haben soll, wir vermögen es aber noch nicht so recht zu usgegeben werden. Diejenigen Genossen, welche Bücher entliehen glauben. Da der Mann im Krankenhause gestorben ist, so wird nd bis zur Generalversammlung nicht zurückgeliefert haben, werden ja wohl eine gerichtliche Untersuchung eingeleitet werden. Indes, der Versammlung veröffentlicht. Die Abteilungsführer werden wir haben von dem Ermittelungstalent der Kriminalpolizei wie rsucht, am nächsten Zahlabend, welcher am nächsten Mittwoch, den der Staatsanwaltschaft keine sehr hohe Meinung. Vielleicht können 3. Februar, stattfindet, ihre Mitglieder darauf aufmerksam zu machen, a es unbedingt notwendig ist, sämtliche Bücher zur Stelle zu haben. Der Vorstand des Wahlvereins. Nowawes- Neuendorf. Am Mittwoch, den 13. d. M., abends 2 Uhr, findet im Lokale des Herrn Schmidt, Wilhelmstr. 3, die Beneralversammlung des sozialdemokratischen Wahlvereins statt. Zahl derselben. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, in dieser Versamm agesordnung u. a. Bericht des Vorstandes und der Funktionäre und fing anwesend zu sein. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. wir die Untersuchung fördern und Aufklärung herbeiführen, wenn wir die Angelegenheit so, wie sie uns dargestellt worden ist, der Oeffentlichkeit übergeben. Etwaige Zeugen, die dann noch nähere Angaben machen können, werden gebeten, uns ihre Adresse mit auteilen. Es werden im Laufe der nächsten Woche nachbenannte Herren Aerzte in den Aulen der städtischen Gemeindeschulen über das Thema„ Verdauung beim Gesunden und Kranken" sprechen, am Donnerstag, den 14. Februar cr., abends 8 Uhr, Rigaerstr. 81-82, Herr Dr. O. Stulz, Waldenserstr. 25-26, Herr Dr. G. Glücksmann, Eberswalderstr. 10, Herr Dr. Gumpert, Waldemarstr. 77, Herr Dr. Ratkowski. Am Freitag, den 15. Februar cr., abends 8 Uhr, werden über das Thema„ Ursache und Verhütung der Schwindfucht" folgende Herren Aerzte sprechen: Gneisenaustr. 7, Herr Prof. Dr. Sommerfeld, Tilsiterstr. 4-5, Herr Dr. Hagedorn, Pantstr. 8, Herr Dr. Brunf, und Pasteurstr. 5, Herr Dr. Rosen. In Borhagen- Rummelsburg, Holteistr. 7-9, spricht am Dienstag, den 12. d. M., abends 8 Uhr, Herr Dr. Brühl über das Thema" Pflege des Ohres". In Charlottenburg, Nehringstr. 9-10, spricht am Mittwoch, den 13. d. M., abends 8 Uhr, Herr Prof. Dr. Nagel über das Thema„ Ueber Krebs bei Frauen und seine Verhütung".( Nur für Frauen.) In Lichtenberg, Kronprinzenstr. 10, spricht am Donners tag, den 14. d. M., abends 8 Uhr, Herr Dr. Schwerin über das Thema„ Die geschlechtliche Ansteckung und ihre Verhütung". In Rigdorf, Kaiser Friedrichstr. 4, spricht am Freitag, den 15. d. M., abends 8 Uhr, Herr Dr. Schönfeld über das Thema„ Gea ſundheitspflege an Ohr und Nase". In Schöneberg, Feurigstr. 61-62, spricht am Dienstag, den 12. d. M., abends 8 Uhr, Herr Dr. W. Friedländer über das Thema„ Die geschlechtliche Ansteckung und ihre Folgen". Für Tempelhof und Mariendorf spricht am Freitag, den 15. d. M., abends 8 Uhr, Herr Dr. Leffe über das Thema Schwangerschaft und Wochenbett", bei Herrn Müller, in Tempelhof, Berlinerstr. 41-42. Nur für Frauen. In Weißensee, Langhansstr. 120, spricht am Freitag, den 15. d. M., Herr Dr. Crzellizer über das Thema„ Schutz und Pflege des Auges". Es handelt sich um einen Arbeiter August Weinheubel, wohnte und bis zum 31. Januar bei Gebrüder Gerber in der in Friedrichsberg im Hause Blumenthalstr. 37 Berlin( Kottbuser Ufer 20) als Kohlenarbeiter beschäftigt Die Straße Am Krögl" wird vorläufig noch nicht abgerissen war. Am 1. Februar verließ Weinheubel im Morgengrauen seine werden, wenngleich fie als öffentliche Straße in den amtlichen Die Einziehung Wohnung, um sich sofort andere Arbeit zu suchen. Er ist nicht Plänen Berlins nicht mehr geführt werden soll. wieder nach Hause zurückgekehrt. Seine Angehörigen, drei Kinder durch etwaige Einsprüche nicht eine Verzögerung in den Arbeiten für der Straße ist lediglich deswegen schon jetzt vorgenommen, weil Wollen sie wirklich arbeiten oder wollen sie es nicht? von neun, bierzehn und sechzehn Jahren, haben seltsamerweise es die anzulegende Uferstraße zwischen Mühlendamm und Stralauer Die Gäste des Db dachs der Stadt Berlin werden unterlassen, von dem Verschwinden des Vaters sofort Anzeige zu Brüde erfolgen soll. Der Bau diefer Uferstraße kann jedoch voron der bürgerlichen Presse, von der freisinnigen wie von machen.( Eine Mutter ist nicht mehr da; W. war Witwer.) Erft läufig noch nicht in Angriff genommen werden, weil die Mehrzahl dr konservativen, in regelmäßig wiederkehrenden Notizen tochter W.3, und diese stellte die ersten Nachforschungen an. am 4. Februar benachrichtigten die Kinder eine verheiratete Stief- der in Betracht kommenden Häuser in der Stralauerstraße sich noch Am in Privatbesitz befinden und die erforderlichen Ländereien für die ngefähr so geschildert, daß ein Nichttenner annehmen muß, das Gros dieser Leute bestehe aus arbeits. 5. Februar abends fand sich dann bei ihr ein Bote aus dem Virchow- Uferstraße zum Teil auf dem Wege des Enteignungsverfahrens heuen Säufern, die am Tage mit Gewohnheitsbettel Krankenhause ein, der die Meldung brachte, W. sei dort am erworben werden müssen. Mit dem Bau des neuen Straßenzuges dürfte kaum vor 5-6 Jahren begonnen werden. der höchstens mal mit Gelegenheitsarbeit die nötigen 3. Februar verstorben. Im Krankenhause selber wurde am Chnapsgroschen zusammenbringen und dann in der Nacht 6. Februar den Angehörigen mitgeteilt, W. fei am 2. Februar iren Rausch in dem von der Stadt zur Verfügung gestellten bom Polizeipräsidium eingeliefert worden und Feiquartier ausschnarchen. Seitdem der Stadtrat Fisch habe einen Schädelbruch gehabt; so haben wenigstens die Anbe d an der Spike der Obdachverwaltung steht( es sind jetzt gehörigen berstanden. Hinzugefügt wurde, die einliefernde Polizei eva fünf Jahre darüber hingegangen), sind vom Rathause habe ihn als„ obdachlos“ bezeichnet. Von den Papieren, die W. as an die Zeitungen zahlreiche Notizen versandt worden, bei sich gehabt hatte, wurde den Angehörigen im Krankenhause de offensichtlich darauf abzielten, die Obdachinsassen in all eine Mitgliedskarte der Ortskrankenkasse Lichtenberg und eine irer Schlechtigkeit und Unwürdigkeit zu kennzeichnen. Quittungskarte der Versicherungsanstalt Berlin ausgehändigt. Auf schlossen zu halten. Die Direktion der städtischen Gaswerke macht darauf aufmertfam, daß bei dem herrschenden Frostwetter es dringend erforderlich fei, die im Gebrauch befindlichen Gasmesser gegen die Einwirkungen der Kälte zu schüßen, da anderenfall eine regelrechte Benußung des Gases ausgeschlossen ist. Die Gasmesser in falten Räumen sind durch Einhüllen in Stroh, wollene Lappen und dergleichen gegen das Ginfrieren des Wassers zu schützen. Auch sind die Fenster der Räume, in welchen Gasmesser stehen, während der Frostzeit geDer Herr Stadtrat, mit dessen Einwilligung diese Geistes- der im Juli 1906 ausgestellten Quittungskarte war die damalige Zur Frage der Schneeabfuhr äußert sich ein bekannter VerkehrsErzeugnisse in die Welt hinausgehen, wünscht solche Propaganda Wohnung W.( Thaerstr. 17) angegeben. Daß dennoch das techniker furz und bündig wie folgt: Die Schneetalamität in den nicht etwa aus prinzipieller Feindschaft gegen den Alkohol. Strankenhausbureau die nächsten Angehörigen in Lichtenberg bezw. Berliner Straßen und ihre verkehrsstörenden Folgen find in erster Er denkt dabei nur an das Interesse der Stadt; es wurmt in Berlin nicht sofort ermittelt hat, erklärt sich aus dem Mangel Linie auf die mangelnde Organisation der Abfuhr hn, daß die Stadtgemeinde ihr Obdach mit erheblichen Kosten an Umsicht, den die Bureaus unserer Berliner Krankenhäuser in zurückzuführen. Man schaffe zunächst Luft in allen denjenigen Werinterhalten muß und es womöglich noch erweitern soll. Gegen- solchen Fällen zu bekunden pflegen. Im Virchow- Krankenhause fehrsadern, welche von Straßenbahnen durchzogen sind, und nacht worden sind, hat er immer wieder den Nachweis zu Tochter 23.3 stand, weil sie auf Stadtkosten ein Ginsegnungskleid nicht unausgefeßt die Gleise sperren. Ferner verbiete man den nacht worden sind, hat er immer wieder den Nachweis zu au telegraphieren. Erft mit Hülfe von Armenatten, in denen eine Droschten usw. den Straßenbahnwagen aus weichen können und ber den Erweiterungsvorschlägen, die vor einigen Jahren ge- hat man es für das zweckmäßigste gehalten, nach W.8 Geburtsort beginne hier bei den engsten Straßen, im Notfalle forge man für Lücken in den beiderseitigen Schneewällen, damit die Lastwagen, führen gesucht, daß das Obdach mehr als aus- Tochter eichend sei, alle Obdachlosen Berlins aufzunehmen, erhalten hatte, fand man die hiefigen Angehörigen. Sehr auffällig Hauswirten das Hinüberschaffen der Schneemassen bom ie es wert seien. Die neueste, vom Magistratsoffiziofus ver- ist, daß die Polizei anscheinend nichts zur Ermittelung der Ver- Bürgersteig auf den Fahrdamm: auf breitem Trottair wenn ein etwa zwei bis drei Meter breiter andte Nachricht, die diesem Zweck dienen soll, weiß zu erwandten des von ihr aufgegriffenen. Mannes unternommen hat. genügt es, ählen, daß das Obdach im Dezember 67 422 Personen, im Sie soll ihn als ob dach Ios" bezeichnet haben! Eine Anfrage Fußweg freigehalten und der Schnee diesseits der BordEndlich lasse man eine ge januar dagegen 80 724 Personen beherbergt hat. Sie fügt auf dem Polizeibureau, zu dem die auf der Quittungstarte an- fchwelle aufgeschichtet wird. nügende Zahl von Schneepflügen auf den Fahrdämmen ber hinzu:„ Diese enorme Steigerung ist eine Folge der gegebene Wohnung gehört, hätte genügt, die gegenwärtige Wohnung jener Hauptverkehrsadern nach frischem Schneefall in Tätigkeit tälte und des Schnees. Aus allen Gegenden strömen die zu ermitteln. Am treten, nicht erst dann, wenn der Schnee festgefahren und festgetreten Obdachlosen herbei, wissend, daß sie in Berlin gut auf- Wie war nun Weinheubel überhaupt dazu gelangt, in ist. Die Schöneberger ließen noch am Freitag den Schneepflug jehoben sind und jetzt mit Schneeschippen Geld verdienen polizeiliche Obhut genommen zu werden? Durch die verkehren, der natürlich auf den harten Eismaffen völlig versagte. önnen." Im Rathause scheint man nicht bemerkt zu privaten Ermittelungen, die hierüber angestellt worden sind, hat Aus der Koch straße, zwischen Friedrich- und Wilhelmstraße, jaben, wie schlecht diese Meldung zu jenem Märchen der Sachverhalt bisher nicht völlig aufgeklärt werden können. Am wurde erst Freitag, acht Tage nach dem großen Schneefall, mit aßt, daß die meisten Obdachlosen gar nicht arbeiten 1. Februar war W. ohne langes Baudern als Schneeschipper in der Abfuhr begonnen, und am Schöneberger Ufer, soweit dies von einer zweigleifigen Straßenbahn und zahllosen Rollllen. Wer eigens nach Berlin tommt, um hier den Dienst der Großen Berliner Straßenbahn" getreten. fuhrwerken benutzt wird, Tagen die verkehrshindernden Geneeschipperarbeit zu tun, der kann wirklich nicht Abend desselben Tages wurde er vor dem Hause Andreasstr. 32 Schneewälle noch am Freitag unberührt! Das hat wieder at einem Uebermaß von Arbeitsscheu leiden. Freilich will bei der Arbeit von einem Rollwagen überfahren. Man brachte zu höchst empfindlichen Störungen des gesamten Wagenber diese neueste Mitteilung aus dem Reich des Herrn Fisch- ihn nach der Unfallstation am Grünen Weg, vor dort wurde er verkehrs zwischen Schöneberger Brüde und Flottwellstraße ge wohl darauf das Hauptgewicht legen, daß die Obdach- aber als unverlegt fortgeschickt. So stellt es eine Auskunft dar, führt, deren Behebung dadurch gelang, daß die Motorwagen bjen hier in Berlin so gut aufgehoben" seien, weil die Stadt die auf dem Straßenbahndepot Kleine Frankfurterstraße erteilt der Straßenbahn den stedengebliebenen Lastfuhrmen Freiquartier gibt. Daß die meisten es gar nicht wert worden ist. Daß W. gar nicht verlegt worden sei, ist den An- werten Boripann oder Nachschub leisteten! Also, ien, das will uns eine andere magistratsoffiziöse Notiz gehörigen auch auf der Unfallstation gesagt worden. W., der wohl etwas mehr Organisation! Ein Blick auf den Plan von Berlin lauben machen, die so lautet: angetrunken war, scheint nun von der Unfallstation durch die be- lehrt, wo im Verkehrs- Interesse die erste Hand anzulegen ist. Die Klassifikation nach vornehmen" und minder vornehmen Ada Der Besuch des städtischen Obdachs hat infolge der großen nachbarten Straßen gewandert zu sein. Noch an demselben Abend Straßen ist für die Schneebeseitigung nicht maßgebend. Schneefälle in der letzten Zeit zugenommen. Dbgleich wurde er von zwei Schußleuten des 95. Polizeibureaus Straßen ist für die Schneebeseitigung nicht maßgebend. Eine wirksame Abhülfe scheinen uns die Vorschläge des Ve. ne Obdachlosen jetzt durch Schneeschippen usw. genügend Geld( Frucht- und Münchebergerstraße), nach derselben Unfallstation Itehrstechnikers" auch nicht zu bringen. Eduard Hohma»». Ein alter treuer Parteigenosse ist in der Person des Genossen Hohmann dahingegangen. Er gehörte zn jenen Tapferen, die in der Zeit des Sozialistengesetzes stets dabei lvaren, wenn es galt, für die Partei zu arbeiten. Er war auch unter jenen 55 Genossen deS zweiten Wahlkreises, die am 10. Februar 1835 bei Möhring in der Admiralstraste verhaftet und nach dem Alexander- platz gebracht wurden, um sich hier unter der Aufsicht des Kriminal- koinmissars Schöne einer Visitation zu unterziehen. Vor 3 Jahren wurde Hohmann von einem Schlagaufall getroffen, der ihn zum Teil lähmte und der Sprache vollständig beraubte. Seine Partei- tätigleit mußte Hohmann deshalb einstellen. Jetzt hat sich der Schlaganfall wiederholt und seinem Leben ein Ende gemacht. Die Genossen des zweiten Wahlkreises verlieren in ihm einen braven Mitkämpfer und werden seiner ehrend gedenken. Näheres über die heutige Beerdigung besagt das Inserat in heutiger Nummer. Tie böse Unterlcitung. Die Direktion der Großen Berliner Straßenbahn versendet eine ausführliche Darstellung über die Be- triebsstörungen auf den Unterlcitungsstrccken während der letzten großen Schneefälle und weist zur Widerlegung der in mehreren Blättern gegen sie erhobenen Vorwürfe betreffs nicht genügender Sorgfalt bei Unterhaltung der Unterleitung und ihrer Betriebs- mittel darauf hin, daß in den zum Vergleich herangezogenen an- deren Städten, wo ähnliche Verhältnisse wie in Berlin herrschen, zum Beispiel Brüssel und Budapest, ebenfalls große Störungen bei Schnee und Tauwetter eingetreten seien. In Wien dagegen, wo die Unterleitung in den gleichen Umständen angeblich einwandfrei gearbeitet haben soll, seien die örtlichen Verhältnisse infolge weit geringeren Wagen- und Bahnverkehrs der Unterleitung ungleich günstiger. Die Direktion schließt mit der Versicherung, daß sie der Unterhaltung Der Unterleitungsstreckcn besondere'Sorgfalt zu- gewendet habe und der inzwischen stattgehabten Untersuchung seitens der Aufsichtsbehörde mit Ruhe habe entgegensehen können. Ein Postassistent am Fahrstuhl verunglückt. Gestern früh 6 Uhr wurde die Feuerwehr nach dem Postamte des Anhalter Bahn- Hofes gerufen, wo der Postassistent Stahn in einem Fahrstuhl verunglückt war. St. konnte erst nach halbstündiger Arbeit, nachdem einige Teile des Fahrstuhles entfernt worden waren, aus seiner gefährlichen Lage befreit Wersen. An beiden Beinen war ihm das Fleisch bis auf die Knochen durchschnitten. Auf ausdrücklichen Wunsch wurde er in einem Krankenwagen nach seiner Wohnung geschafft. Der Unfall, dessen Ursache noch der Aufklärung bedarf, spielte sich an einem Fahrstuhle ab, der die Gepäck- und Personen- beförderung aus dem im Erdgeschoß liegenden Postraume nach dem Bahnsteige vermittelt. Die Ortsgruppe Berlin der Deutschen Gesellschaft zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten hielt am Freitag, den 8. Februar er., im Architcktenhause eine öffentliche Versammlung ab, in der der Vor- sitzende Sanitätsrat Dr. Rosenlhal bekannt gab, daß durch die Be- imihunge» der Gesellschaft seit dem 1. Januar dieses Jahres die- jenigen geschlechtskranken Mädchen, die der Prostitution zu der- fallen drohen. aber noch nicht der Sittcnkontrolle-unter- liegen, von der Polizei sowohl ein Verzeichnis von Spezial- ärzten bekommen, die sie gratis behandeln, als auch ein Verzeichnis von Arbeitsgelegenheiten. Dann hielt Herr Dr. Rudolf Lennhoff einen Vortrag über„Geschlechtskrankheiten und soziale Gesetz- gebimg". Von den Einrichtungen der sozialen Gesetzgebung sind hier am wichtigsten die Krankenkassen, die den vielen Tausenden von Geschlechtskranken die Möglichkeit bieten, sich ärztlich behandeln und während der Krankheit die nötige Schonung an- gedeihen zu lassen. Es werden dadurch nicht nur außerordentlich viele Kranke überhaupt behandelt, die sonst die Krankheit verschleppe» würden, sondern es wird dadurch auch verhütet, daß solche Kranke zum Kurpfuscher, statt zum sachverständigen Arzte gehen. Die Krankenkassen stellen geradezu das wichrigste Mittel für eine umfangreiche und sachgemäße Behandlung der Geschlechtskranken dar und tragen dadurch sehr viel zur Verhütung all der möglichen verhängnisvollen Folgen bei: Eine buch st ab en- gemäße Gesetzesauslegung verhindertste leider in weiterem Umfange vorbeugend zu wirken. Nächst den Krankenkassen kommen die LandesversicherungS- qnstalten durch ihr vorbeugendes Heilverfahren und ihre Invaliden- rrnten in Betracht. Eindringlich und überzeugend weist der Redner nach, daß für den Kampf gegen die Geschlechtskrankheiten die Ein- beziehung weiterer BolkSkreise, insbesondere aber der Dienstboten, in die Krankenversicherung unerläßlich ist. In der Diskussion werden die Ausführungen deS Vortragenden besonders durch die Herren Dr. Ledermann und Brandt in wirkungsvoller Weise ergänzt. Bon der Lokomotive überfahren. Auf dem Bahnhof Wedding hat sich gestern ein bedauernswerter Unglücksfall zugetragen. Der öüiährige Bahnbeamte Wilhelm Erdmann, Burgsdorfftr. 7 wohn- hast, war beim Rangieren auf dem Schnee ausgeglitten und zu Boden gestürzt. Unglücklicherweise kam m diesem Augenblick eine Rangiermaschine an der Unfallstelle vorüber und ging teilweise über E. hinweg. Der linke Fuß wurde dem Aermstcn zermalmt und außerdem erlitt der Verunglückte schwere Kopf- und Brustverletzungen. In bedenklichem Zustande erfolgte seine Einlieferung in das Virchow- Krankenhaus. Ein Kampf zwischen Kriminalbeamten und Zuhältern fand gestern in der Waßmannftraße statt. Ein Zuhälter sollte verhaktet werden, wobei derselbe einem Beamten ein etwa ein Iünstnarkstiick großes Stück Fletsch aus der Wange biß. Der Beamte mußte schwerverletzt sofort in ein Krankenhaus gebracht werden. Ei» schwerer Betriebsunfall, wodurch ein Arbeiter getötet und ein anderer schwer verletzt wurde, ereignete sich gestern früh vor 7 Uhr in der A. E.-G., Brunnenstraße. Dort waren mehrere Arbeiter in der großen Halle der Großmaschineufabrik damit beschäftigt, einen 200 Zentner schweren Anker einer Dynamomaschine am Laufkran' zu transportieren. Als der Anker bereits gehoben war und der Schlosser Karl Tryller unter dem gehobenen Anker stehend mit dem Kranführer sprach, riß plötzlich das Tau und der 200 Zentner schwere Koloß fiel auf Tryller herab. T. konnte nür noch ausrufen: Helft mir l Der Anker hatte den Unglücklichen in zwei Stücke geteilt und der Tod trat unmittelbar nach dem Unglück ein. Dem in seiner Nähe befindlichen Arbeiter Palm wurde das linke Bein abgeschlagen. Nach dem Unglücksfall wurde die Ge- Werbeinspektion in Kenntnis gesetzt, um die Ursache deS Unfalles festzustellen. Die Arbeiter, die Zeugen des Unglücks waren, wurden Polizeilich vernommen. Jedenfalls ist das Hebeseil entweder schadhast oder für solche schweren Eisenlasten zu schwach gewesen. Dadurch hat ein Arbeiter. der eine Frau und drei Kinder hinterläßt, sein Leben eingebüßt und ein anderer ist zum Krüppel geworden. Wie uns von Arbeitern des Betriebes mitgeteilt wird, werden diese Arbeiten in der größten Eile ausgeführt. Hinzu kommt, daß in letzter Zeit Sine Anzahl mit diesen Arbeiten vertrauter Arbeiter entlassen worden sind. Während sonst an jedem Kran ein Arbeiter stand und ihn bediente, müssen jetzt deren zwei von einem Arbeiter bedient werden. Lebhafte Klage wird auch über den Obermeister K r a m e r geführt, dem die Arbeiten nie flott genug von statten gehen können. Um ein hohes Monats- Pensum zu schaffen, müssen die Arbeiter die Obacht auf Gesundheit und Leben außer acht lassen. Profite sind natürlich wertvoller als Arbeiterleben. Ein Einbruch wurde vergangene Nacht bei dem Länderhändler Schwarz, Petersburgerstr. 50, verübt. Die Diebe drangen vom Hof aus in das Geschäftslokal, durchbrachen eine Wand nach dem Keller unter dem Laden und stahlen aus dem Keller und Laden für zirka 000 Mark Leder. Der Schaden ist durch Versicherung gedeckt. Die Beute wurde mit großer Sachkenntnis ausgewählt, Die Lehrlingsabteilung des Zcntralvcreins für Arbeits- Nachweis, Eormarnistr. 13, nimmt wieder Meldungen von Lehr- stellen und Lehrlingen in der Bureauzeit von 8— 4 an. Die Vermitteluug für Arbeiter wie Arbeitgeber ist kostenlos. Dem Museum für Bölkerkimde zu Berlin hat ein ungenannter Gönner eine große Samniluug südamerikanischer Altertümer aus den Calchaquitälern gewidmet, die der Argentinier Manuel B. Zavaletta in einem Zeitraum von mehr als 25 Jahren zusammen- gebracht hatte. Zu über 5500 Nummern des archäologischen Teile? der Sammlung kommen noch 250 Schädel und zwei Mumien. Den größten und bedeutendsten Teil nehmen die Tongefäße mit ihren vielseitigen Formen und Ornamenten ein. Nicht weniger als 200 jener großen, für die Calchaquikultur charakteristischen Urnen, die in schwarzer oder rotbrauner Bemalung auf hellerem Grunde geometrische Muster neben figürlichen Darstellungen aufweisen, ent- hält die Sammlung. Unter den Steingeräten befinden sich mehrere große Schalen, sowie einige schöne Exemplare von Steinäxten mit figürlichen Darstellungen. Auch die Metallsachen, Holzgeräte, Knochengeräte, die Schmucksachen und Amulette bringen viele neue Erscheinungsformen der alten Calchaquikultur ans Tageslicht. In der ständigen Ausstellung für graphische und reproduzierende Kunst bei Fischer u. F r a n k e in Berlin W. 9, Eichhornstr. 5, wird gegenwärtig u. a. gezeigt eine interessante Ausstellung von künstlerischen Lx-Udris(Bibliothekzeichen), welche veranstaltet wird gemeinsam vom deutschen Ex-libris- Verein und vom deutschen Äuchgewerbevcrein. Etwa 1000 Kunstblätter sind in dieser Aus- stellung vereinigt. Die Ausstellung ist täglich mit Ausnahme der Sonntage von 10—3 Uhr unentgeltlich geöffnet. Arbeiter-BildungSschnle Berlin. Lehrplan. Montag, den 11. Februar: Geschichte(Entstehung des Christen- tums. I. Das Judentum.) Vorwagender: Dr. Max Maurenbrecher. Mittwoch, den 13. Februar: Soziale Gesetzgebung.(Deutsches Arbeiterrecht. II. Teil: Die Arbeiterschutzgesetzgebung.) Portragender: Simon Katzenstein. Donnerstag, den 14. Februar: Rednerschule.(Uebungen im Disponieren und Halten von Vorwagen unter Zugrundelegung der Sieden und Schriften hervorragender Redner.) Vortragender: Julian Borchardt. Freitag, den IL. Februar: Nationalökonomie(Tatsachen der Weltwirtschaft.) Vortragender: Max Grunwald. Freitag, den 15. Februar in Steglitz, Ahornsw. 15a, bei Schellhase: Geschichte.(Die große französische Revolution s178S— 1733j.) Vortragender: Max Maurenbrecher. Sonnabend, den 16. Februar: Literaturgeschichte.(Die roman- tische Schule und ihre Ausläufer.) Vorwagender: Heinrich Ströbel. Montag, den 11. Februar: Fortschrittskursus in National- ökonomie.) Vorwagender: Julian Borchardt. Zahlreicher Beiuch wird erwartet. DaS kgl. Institut für Meereskunde, Georgensw. 34—36, der- austaltet in der kommenden Woche, abends S Uhr, folgende öffent- liche, Herren und Damen zugängliche Vorträge: Moiitag. den 11. Februar, spricht Herr Kustos Dr. Vrühl-Berlin über„Die deutsche Dampfhochseefischerei": Mittwoch, den 13. Februar, Herr Prof. Rieß-Berlin über„Die Wirkung des russisch-japanischeu Krieges auf die ostasiatischen Seeinteressen"; Sonnabend, den 16. Februar, terr Konteradmiral z- D. Holzhauer-Berlin über„Die Schlacht von suschima". Einlaßkarten sind von 12—2 Uhr mittags und an den Vortragsabenden selbst von 6 Uhr ab zum Preise von 25 Pf. in der GeschästSstelle des Instituts erhältlich. Auf der Trcptow-Sternwarte wird jetzt täglich mit dem großen Fernrohr die„Sonne" gezeigt, auf der große Flecken sichtbar ge- worden sind: abends wird der„Jupiter" bezw. der„Orionnebcl" beobachtet.— Am Sonntag, den 10. Februar, nachmittags 5 Uhr. behandelt Dir. Archenhold das Thema:„Im Reiche der Unendlich- keit", abends 7 Uhr:„Geburt und Tod der Erde". Montag, abends 3 Uhr:„Der Mars, seine Kaiiäle und Eisfelder", Alle drei Vor- träge sind mit zahlreichen Lichtbildern ausgestattet. Zeugen gesucht! Personen, die gesehen haben, wie am Sonn- abend, den 26. Januar, früh gegen 6 Uhr, die.vorwärts"-Boten- frau von dem„Morgeiipost"-Boten mit der brennenden Laterne ge- schlagen wurde, besonders die Männer, welche die Botenfrau nach der Unfallstation gebracht haben, werden um Abgabe ihrer Adressen gebeten an Frau Helene Voß, früher Witwe Nauen, Wiesensw. 15, vorn 4 Treppen. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht kam auf drei Neu- bauten,- in der Gottschedstraße 41, Leipziger Platz 5 und Genter- straße ohne Nummer, Feuer aus. Balken, Schaldecken, Gerüste usw. brannten dort. Auf dem Anhalter Bahnhof war gestern früh um 6 Uhr ein Postbeamter im Fahrstuhl eingeklemmt. Es gelang, den Beamten aus seiner Notlage zu befreien. Wegen eines Laden- brandes wurde die'Wehr nach der Reinickendorferstraße 72 gerufen. Im Keller des Hauses Neue Jakobstraße 15 brannten Stroh, Kisten usw. und in der Calvinstratze 5 Lumpen usw. Ferner hatte die Wehr in der Groß-Becrenstraße 23 mit einem Balkenlagerbraude zu tun. Außerdem wurde die Wehr nach der Mendelssohnstraße 16 und anderen Stellen alarmiert. Arbeiter-Samariterkolonne. Die UcbungSstunde der 2. Ab- teilung findet diesmal am Dienstag bei Dase, Brunnenstraße 154, statt. Vortrag über Vergiftungen. Vortragender Dr. Wunsch. Nachdem praktische Uebungen.— Donnerstag abend 3 Uhr, Dres- dcnerstraße 45. Vortrag des Herrn Dr. Pleßner über: Nervenkrank- heiten durch Unfälle. Daran anschließend Mitgliederversammlung: Geschäftliches und Verschiedenes. Sonntag, den 17. Februar, in demselben Lokal Lichtbildervortrag.— Neue Mitglieder können in den Uebungsstuirden jederzeit eintreten. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Im großen Hörsaal der Urania-Sternwarte in der Invaliden- straße beginnt am Dienstag Herr Privatdozent Dr. Rifwnpart einen 6 Vorträge enthaltenden Zyklus„Die Fixsternwelt" mit dem Vortrag„Die Gestirne". Am Freitag beginnt Herr Ingenieur Keßner im Hörsaal der Urania-Taubenstraße einen ZikluS von 4 Vor- trägen über unsere moderne Stahl- und Eisenindustrie mit dem Vortrag„Roheisen, Gichtgas und Schlacke". Abonnementskarten für diese Vorträge sind a» der Kasse der Urania erhältlich. Im übrigen werden nachstehende Vorträge im Hörsaal in dieser Woche gehalten: Dienstag, Dr. Thesing.„Gesetze der Vererbung"; Mitt- woch, Dr. v. Unruh,„Blei, Zinn und Kupfer"; Donnerstag, Dr. B. Donath,„Elektromagnetismus"; Sonnabend, D. B. Donath, „Versuche am eigenen Auge". Im wissenschaftlichen Theater gelangt allabendlich der Bortrag „Die Feuergewalten der Erde" zur Darstellung. Am Sonntagmittag 2 Uhr und am Sonnabendnachmittag 4 Uhr finden Wiederholungen der Vortrages„Frühlingstage au der Riviera" zu kleinen Preisen statt. Im Berliner Aquarium fallen unter der kopfreichen und bunten Gesellschaft, mit der die Schildkrötengrotte besetzt wurde, namentlich einige eigentümliche Gattungen und Formen auf. Zu- nächst eine zum ersten Male hier vertretene Gattung und Art (Hxdraspis) der Wasserschildkröten, die aus Brasilien stammt, alio aus der Heimat der verwandten Plattschildkrötcn(I'Iatemxe), welche alle durch platte oder flache Rückenschale, flachgedrückten Kopf, Kinnbärtel, große Schwimmhäute und einen langen, nebst dem Kopf seitwärts unter den Rückenpanzer zu legenden und vor- schnellbaren„Schwanenhals" oder Schlangenhals sich auszeichnen. Auch die Gattung Plateniys selbst ist in einer Spezies Be- wohnerin der Grotte. In Nordamerika und Westindien zu Hause und dort in mehreren Abarten vorkommend, ist die sog. Schrift- sthildkröte, eine zu den Sumpfschildkröten(Qirzcsemvs) zählende Art, die ihren Namen infolge der an Schriftzüge erinnernden Zeich- nung erhalten hat. Im südlichen China heimatet ein Mitglied einer dem südöstlichen Asien eigenen Gattung(OzKlrnzre). die im allgemeinen unserer Sumpfichildlröte nahesteht, indessen durch die Kielung abweicht und nur selten SN UNS gelangt- Vorort- jVacbncbten. Friedenau, Schöneberg, Steglitz, Wilmersdorf, Zchlendorf! Arbeiter und Arbeiterinnen! Nach eingehender Le- ratung mit dem Vorstände der Arberter-Bildungs schule Berlin und den Parteigenossen vorgenannter Orte wurde be- schlössen, in Steglitz, Ahornstr. 15, bei Schellhase eine Filiale der Schäle zu errichten. Die Eröffnung des Unterrichts soll am Freitag, den 15. Februar d. I., abends 9 Uhr,' erfolgen. In Aussicht genommen ist vorerst ein UyterrichtSkursuS in Geschichte. Dr. M. Maurenbrecher wird in zehn Vorträzen: „Die große französische Revolution" behandeln. Wir ersuchen nun alle diejenigen, welche gewillt find, ihr WiZen zu bereichem, an diesem Kursus teilzunehmen und Mitglied-er Arbeiter-BildungS schule zu werden. Alles Nähere ist zu erfragen bei den Genossen Robert Zumpe, Steglitz, Fors- straße 13 II, und Wahrendorf, Steglitz. Schloßstr. 117, Rcstauraw, __ Der Vorstand. Schöneberg. Bon der Uebernahmc städtischer Arbeiten sind npnmehr auch die Bürgerdeputierten in Schöneberg ausgeschlossen, bisher war dies nur bei den Stadtverordneten der Fall. Der Magistrat hatte sich anfänglich gesträubt, dem diesbezüglichen Beschlüsse der Stadt- verordnetenvcrsammlung beizutreten. Er hielt es vielmehr für aus- reichend, die Bürgcrdeputicrten nur von den Lieferungen unt Leistungen auszuschließen, die in dem Bereich der Deputation, der sie angehören, fallen. Die Stadtvcrordneteiwersammlung hielt aber an ihrem weitergehenden Beschluß fest, dem sich mm de� Magistrat ebenfalls angeschlossen ljat.— Einzelne Herren habe: bereits infolge dieses Beschlusses ihre Aemter in den Deputationer niedergelegt., Der Schönebcrger Knabenmittelschule soll neues� Leben ein- geblasen ioevden, wenigstens hat der Magistrat die Absicht, einer derartigen Versuch zu machen. Vor einiger Zeit hatte der Magi- strat der Stadtverordnetenversammlung empfohlen, die Mittel- schule ganz aufzulösen, weil die Schülerzahl ständig zurückgehe Die Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung trug aber die,em verständigen Wunsche nicht Rechnung, sondern forderte vom Magi- strat den weiteren Ausbau der Mittelschule zur Hebung und Ab- sonderung des Mittelstandes. Die Schule soll nun zu einer acht stufigen Anstalt ausgebaut werden, und um die Schülerzahl zu veS mehren, erhält jede 4. Knabenklasse der Volksschule das Recht, be der Versetzung zur 3. Klasse einen guten Schüler als Freischule! nach der Mittelschule zu überweisen, soweit Platz vorhanden ist Das Schulgeld soll betragen für die vier untersten Klassen 36 M. und bei den oberen Klassen 43 M. pro Jahr.— Der Magistrat zweifelt aber selbst daran, daß durch diese Aenderungen neue Freunde der Mittelschule im Publikum gewonnen werden. Charlottendnrg. Freie Volksbühne Charlottenburg. Die nächste Vorstellung bek Vereins findet im Schiller-Theater. Charlottenburg am Sonntag, 17. Februar. 3 Uhr nachmittags statt Gespiett wird„Wallensteins Lager" und„Die Piecolomini" vor Schiller. Die Mitglieder müssen s p ä t e st e n s am 16. geklebt haben Gastkarten werden nicht ausgegeben.— Meldungen zum Eintrit in die 2. Abteilung, die am 22. März eröffnet wird, werden» sämtlichen Zahlstellen sowie beim Kassierer A. Will. Kirchstr. 30. ent- gegengenommen. Am Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 3 Uhr, findet in de städtischen Volksbadeanstalt das Schwimmfest der Freien Schwimme, statt. Freunde und Gönner sind hierzu eingeladen. Berein Freier Kindergarten. Nach dem der Wahlkampf verrauscht und das Interesse sich wieder den Arbeiten des Alltags zuwendet nimnit auch der Verein Freier Kindergarten seine für kurze Zei unterbrochene Tätigkeit wieder auf. Er veranstaltet Donnerstag, oei 14. Februar, abends 8'/, Uhr, im VoNshause, Rosinenstr. 3. einei Elternabend, an welchem Schriftsteller S. Katzensteir einen Vorttag über„Kinderschutz" halten wird. Danach frei: Aussprache. Gäste sind sehr willkommen. Der Kindergarten des Vereins, Brauhofftr. 13 parterre, ist nap wie vor von 3—1 Uhr vormittags und 3—6 Uhr nachmittags gs öffnet(nachmittags auch für Schulkinder). Anmeldungen im Kinder- garten. Wilmersdorf. In der Generalversammlung des Wahlverems erstattete Genoff- Kiefer den Vorstandsbericht vom verflossenen Halbjahre. Eingang-- seiner Ausführungen hob er den siegreich durchgeführten Lokalkampj hervor und betonte, daß die Genossen durch die eigenartige Rolle der Polizei am Ort große Opfer an Zeit und Geld für diesen Kamps bringen mußten.— Zur Erledigung der Vereinsgeschäfle fanden statt.: 5 Bereinöversammlungen. eine Volksversammlung. 16 Vorstands sitzungen, 4 Flugblatt� und Handzettelverbreitungen und 2 ländlich AgitattonStouren. Außerdem wurde ein Kunstabend abgehalten, de allgemein befriedigte und den Vorstand veranlatzte. für Anfani März einen ähnlichen Abend zu arrangieren. Die aus Grund einei VereinSbeschlusses in den einzelnen Bezirken des Wahlvereins ge altenen Vorträge über daS Erfurter Programm konnten in an etracht der umfangreichen Arbeiten zn den Stadtverordneten und Reichstagswahlen bis jetzt leider noch nicht zu End: gestihrt werden. Die Mitgliederzahl hat sich in dem Halb jähr erfreulicherweise von 400 aus 662 erhöht. Die Statistt veireffeiid der Zugehörigkeit der Mitglieder zu ihrer GewerkschastS organisation ist unvollständig; nach reger Debatte wurde beschlossen daß die Bezirksführer mit ihren Hülfskräften für die ErgSlizung derselben unverzüglich Sorge tragen müssen. Der hierauf vom Ge- nossen Köpping erstattete Kastenbericht des letzten Quartals schließt mit einer Gesamteinnahme von 371,26 M. und Gesamtausgabe von 778,36 M., so daß am Ort ein Bestand von 132,88 M. ver» bleibt. Asti die Zentralkasse wurden 647,51 M. abgeliefert. In den Vorstand wurden folgende Genossen gewählt: Erster Vorsitzender Kiefer, zweiter Vorsitzender Henkel. Kassiere� Goddäus, Schriftführer Hilbig, Beisitzer Pieper; Revisoren Behren!» Greß, Radke und Biesemeier; Lokalkommission Flor, Michael, Küper Bibliothekare Köpping und Simmuleid. Als Bezirksführer wurden bestätigt Beier, A. Schultz. Sens und Nillert. Im I., III. mii; VII. Bezirk ist die Wahl»och nicht vollzogen. Zu den am 13. d. M. stattfindenden Stadtverordneten-Stichwahlen gab der Vorsitzende die vom Vorstand getroffenen Dispositionen bekannt und zeichnete in kurzen Zügen die Situation. Es haben sich maßgebende Liberale an einzelne Parteigenossen gewandt, um ein Wahlbündnis mit der Sozialoemokratie zu schließen. Der Vorstand könne den Partei- genossen eine derartige Taktik unter keinen Umständen empfehlen In der sich hieran amchließenden Diskussion sprachen sich alle Rednei gegen einen solchen Kuhhandel aus. Besonders betont wurde, das es nach den Lehren der ReichStagswahlen im ganzen Reich- est Paktieren mit den Liberalen nicht mehr geben darf. LZtzMt jeder Genosse seine Pflicht tue und die Zeil bis zur WahlüiM intensiven Agitation ausnütze, müssen unsere Vertreter geioählt wcrHitz Genosse Kiefer wies noch ans den am 15. d. M. in Stegliu�vp, ginnenden Kursus der Arbeiter-Bildungsschule hin und forderMÄ reger Beteiligung auf.— Nachdem noch über den AiiSsall T« Neichstagswahlen diskutiert worden war. schloß der BorsiyendjpW Versammlung mit dem Hinweise, daß zu einer Entmutigung abflu# kein Grund vorliege; eS müsse nun jeder intensive AufklarungDckW» verrichten, um der Partei neue Truppen zuzuführen. Bier städtische AutoomnibuSlinien will W ilmer Sdorf-'PKq richten. Diese Linien sollen Schnellverkehr zwischen den Hauptstadt- teilen deS Bororte« und Berlin respektive Charlottenburg schaffen. ES ist folgende Linienführung vorgesehen: 1. Kaiserplatz— Kass«» allee— Kochhannstraße— Wttenbergplatz- Kurfürstenstraße— Flott. wellstraße- Linkſtraße bis zum Potsdamerplag; 2. Halensee- Kur- dahin interpretieren, daß sie dem Schuße des Martiverkehrs dienen die Katastrophe und bestätigen die Richtigkeit der zuerst berbreiteten fürstenstraße Pariserstraße- Regensburgerstraße- Viktoria Luifeplaz- folle dadurch, daß sie verhindere, daß den zu Markt ziehenden Nachrichten. Als erster drang der verwundete Bootsmann le Bah in -Nollendorfplatz- Mozstraße- Genthinerstraße- Königin Augusta- Landwirten ihre landwirtschaftlichen Produkte schon abgenommen den Heizraum ein, ihm folgte Bootsmann Brochard. Beide legten straße Vittoriaſtraße- Lennéstraße- Voßstraße-Wilhelmsplatz; würden, bevor sie den Martt erreichten. Eine Polizeivorschrift mit Beweise großer Entschlossenheit ab, und le Vay verhinderte wahr3. Hildegardstraße Uhlandstraße Schaperstraße Rankestraße dieser Abficht wäre nicht zulässig. Daß die Verordnung eine scheinlich ein größeres Unglück dadurch, daß er die Hähne schloß und Auguste Viktoria Kirche- Kurfürstendamm- Higigftraße- Tiergarten Straßenpolizeiverordnung nicht sei, das ergebe ihr Wortlaut. Die Ventile öffnete. straße Kemperplaz- Bellevuestraße bis zum Potsdamerplay; Diefer beschränte das Verbot nicht bloß auf öffentliche Straßen, Alfred Kirchhoff, einer der bekanntesten deutschen Geographen, 4. Augustastraße- Uhlandstraße- Savignyplaz- Grolmanstraße- Wege und Plätze, sondern sie verbiete ganz allgemein bas Bismardstraße- Spreestraße- Wilhelmsplatz in Charlottenburg. Hin- Anrufen und Anhalten der fraglichen Landwirte. Sie verbiete da ist in Modau bei Leipzig im Alter von 69 Jahren gestorben. fichtlich der Fahrpreise ist bemerkenswert, daß Fünfpfennigteilstrecken mit auch, daß diese Landwirte wenn sie auf dem Wege zum Markt Ursprünglich Gymnasiallehrer, wandte er fich später der akademischen eingerichtet werden sollen. Der Fahrplan sieht einen Zehnminuten- eingekehrt seien und im Lotal ein Glas Bier tränken, dort Laufbahn zu. Fast dreißig Jahre wirfte er als Professor der berkehr von 7 Uhr mordens bis 12 Uhr mitternachts bor; ferner angerufen und zum Verhandeln ihrer Ware angehalten werden. Geographie in Halle. Um die Verselbständigung des geographischen wird mit einem teilweisen Nachtverkehr bis 2 Uhr in Abständen von Solch Werbot wäre natürlich unstatthaft. An feiner Stelle tomme Unterrichtes an den höheren Schulen machte er sich verdient. Als 30 Minuten gerechnet. in der Verordnung zum Ausdruck, daß es eine Straßenpolizei. Herausgeber mehr denn als Forscher hat er sich hervorgetan. berordnung sein solle. Eie sei darum nach dem Dargelegten nicht als gültig zu erachten. Man hofft, die Linien bis zum Frühjahr eröffnen zu können. Unabhängig von diesem Autoverkehr wird Wilmersdorf den Bau einer elektrischen Untergrundbahn im Anschlnß an das Projekt von Berlin und Schöneberg betreiben. Rixdorf. Beim Absturz vom Neubau tödlich verlebt wurde gestern der 59jährige Steinträger Robert Lehmann aus der Thomasstraße 5. 2. war auf dem Neubau Hermannstr. 162-163 beschäftigt und als er mit einer Last Steinen die nach der ersten Etage führende Leiter hinaufstieg, glitt er plöblich aus und stürzte in den Keller hinab. Der Bedauernswerte hatte sich einen schweren Schädelbruch zugezogen und wurde in fast hoffnungslosem Zustande in das städtische Krankenhaus gebracht. Steglit. Berteilung von Boykottzetteln. Eine Benzinexplosion. In Kefnis erfolgte nach Budapester Meldung infolge unvorsichtigen Hantierens mit Licht eine Benzins explosion im Haufe des Kaufmanns Fiebiger. Der Befizer und sein start demoliert. ehrling wurden getötet, ein Baffant schwer verlegt. Das Haus wurde Durch Verteilung von Boykottzetteln auf der Straße an einem Sonntag follte der Genosse Franz zu Neusalzbrunn den§ 10 des preußischen Preßgesetzes und die schlesische Polizeiverordnung Die Kindesleiche im Koffer. In Paris wurde vorige Woche, über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage über- wie die Frff. 3tg." meldet, das 11jährige Mädchen der Arbeitertreten haben. Die Straflammer in Waldenburg ver- familie Erbelding von einem Bekannten der Familie, namens urteilte ihn wegen beider Delikte zu einer Geldstrafe von 15 M. Solleilant, eingeladen, in ein Theater mitzugehen. Das Kind war Das Kammergericht hob das Urteil auf und wies die seitdem verschwunden. Solleilant, der sich in Widersprüche verSache zur nochmaligen Verhandlung und Entscheidung an das widelte, wurde verhaftet und gestand, das Kind vergewaltigt, Landgericht zurüd. Begründend wurde ausgeführt: 10 des dann ermordet und die Reiche in einem Stoffer im preußischen Preßgesezes müsse hier ausscheiden, weil er eine Ostbahnhofe deponiert zu haben. polizeiliche Erlaubnis nur für ein unentgeltliches Verteilen von Druckschriften verlange, soweit er noch rechtsgültig sei. Nach der landgerichtlichen Feststellung handele es sich um ein entgelt liches Verteilen, da das Landgericht die dem Angeklagten zuteil gewordene Bezahlung von 75 Pf. als Entgelt angesehen habe. Dagegen habe das Landgericht ohne Rechtsirrtum eine öffentlich be= merkbare Arbeit in dem Verteilen erblickt, welche durch die angezogene Oberpräsidialverordnung an Sonn- und Feiertagen verboten sei. Da nun das Strafmaß durch die unberechtigte Mitanwendung des§ 10 des preußischen Preßgesezes beeinflußt sein fönne, so müsse aus diesem Grunde sich die Vorinstanz nochmals mit der Sache befassen. < Postportohinterziehung. Die Influenza- Epidemie, welche in Paris herrscht, ist derart start, daß die Postverwaltung gezwungen ist, die Zustellung bon Drudsachen wegen Erkrankung zahlreicher Briefträger teilweise einzustellen.(" Frtf. 8tg.") Sturm im Mittelmeer. Ein Zyklon, der gestern über Malta und Umgegend niederging, hat großen Schaden angerichtet. Im Hafen wurden mehrere Fahrzeuge beschädigt. Ein Boot ist ge= funten; zahlreiche Dächer find abgedeckt worden. Aus Toulon wird gemeldet: Während eines furchtbaren Sturmes zerriß gestern der Dampfer" Brennes" seine Ankerketten und strandete, wurde später aber wieder flott. Briefkaften der Redaktion. Kalte Schulräume sind sicher in der gegenwärtigen Jahreszeit nichts Angenehmes für Kinder, und für so selbstverständlich es die Besitzenden halten, daß ihren Kindern in mollig durchwärmten Schulräumen der Unterricht verabreicht wird, so sollte das auch für die Kinder der Volksschulen der Fall sein. Dem ist jedoch nicht so! Wenigstens gehen uns von verschiedenen Seiten Klagen zu über die Gemeindeschule II in der Plantagenstraße. So war z. B. am Freitag in verschiedenen Klassen die Höchsttemperatur 9-10 Grad. Bei dem fürzlichen starken Frost war oftmals die Temperatur zu Beginn des Unterrichts 5 5 Grad, die sich an manchen Tagen selbst am Schulschluß nicht über 7-9 Grad hob. Wir nahmen an, daß bielleicht ein Defekt an der Heizung schuld sei und warteten auf Besserung. Wie weit die Strafbestimmungen gegen das Postmonopol Da aber noch immer die armen Kinder blau gefroren nach Haufe reichen, lehrt folgender am Freitag vor dem Reichsgericht verfommen, dürfte es angebracht sein, die Beschwerden zu veröffentlichen handelter Fall. Wegen Postportohinterziehung sind am 30. Mai Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, in der Hoffnung, daß die zuständige Behörde für Abhülfe sorgt. Da vorigen Jahres vom Landgericht Leipzig der Kaufmann Eisele eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 72 bis 92 1hr abends statt. Geöffnet 7 Uhr. unferes Wissens in jedem Klassenzimmer Temperaturzettel geführt zu 584 M., der Kaufmann Kroner zu 544 M. und der Kauf- Sonnabende beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein werden, kann sich die Gemeindeverwaltung leicht von der Richtigkeit mann Hahn ebenfalls zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort des Gesagten überzeugen. Unverständlich ist nur, daß der Rektor E. ist Inhaber des Tilit- Laboratoriums, A. und H. waren seine wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. 2. 116. 3hr und das Lehrerkollegium, die doch ebenfalls unter der Kälte zu Reisenden. Als Reklame wurden Avisschreiben benutzt, die den 2. 3. 100. Das wird schwerlich möglich werden. Leiden haben, nicht längst für Abhülfe gesorgt haben. Wenn einzelne Besuch eines Reisenden enkündigten. Sie wurden teils bon Mann hat für diese Schuld nicht aufzukommen. Sie selbst haben nach Maßgabe des uns nicht bekannten Wortlauts des Urteils zu zahlen. Ab Lehrer den Kindern erlaubten, beim Unterricht die Mäntel an- Leipzig aus als Drucksache versandt, teils den Reisenden als Poſt- schrift des Urteils oder Vergleichs tönnen Sie sich vom Gericht erteilen zubehalten, um sie einigermaßen zu schüßen, so ist das sehr lobens- patet zugesandt. Sämtliche Schreiben, die an die Reisenden gingen, laffen. M. 100. Das Geschäft tann die Frau inne haben, Wenn fie wert, aber doch nicht der richtige Weg zur Beseitigung dieses schweren waren meist schon in Leipzig postfertig gemacht worden, mit Adresse so, wie Sie schildern, vorgeht, so würden Sie berechtigt sein, gegen sie auf Uebelstandes, dem die Gesundheit der Kinder geopfert wird. und, wenn verschlossen, mit einer Fünf, wenn offen, mit einer Unterlassung dieser Handlung und auf Schadenersatz zu flagen. Bweipfennigmarke beklebt. Die Reisenden haben die Sachen nach M. P. 100. Ist der Betreffende schon verurteilt, so ist der Antrag auf Weißensee. Empfang einfach auf die Post gegeben. E. will angeordnet haben, Lohnarrest an das Gericht zu richten. Die Gründe, toeswegen die Sache In der letzten Gemeindevertreterfihung wurde eine neue Be- die Schreiben und die Umschläge stets gesondert zu verschicken. Das fich lange hinzieht, erfahren Sie durch Ihren Anwalt oder durch das O. G. 8. Wenn Sie die Schenkung beweisen, nein. foldungsordnung für die an der höheren Mädchenschule angestellten Gericht hat aber angenommen, daß er die Sachen postfertig ab. 5. N. 1. Der Berurteilte, nicht aber seine Frau hat sämtliche Kosten Lehrkräfte beschlossen. Danach erhalten jährlich der Leiter der An- gesandt hat. Die bon E. und K. eingelegte Revision wurde einschließlich der Gefängniskosten zu tragen. 2. Nein, es sei denn, daß ftalt 4800 M. fteigend bis 6800 m., die definitiv angestellten wiffen- unbegründet vom Reichsgericht verworfen. Gütergemeinschaft bestanden hat. Die nachträgliche Gütertrennung ändert schaftlichen Lehrer 2700-5100 M., die ordentlichen Lehrer an den Rechten der älteren Gläubiger nichts. D. W. 99. Nein. 1800-3600 m., die ordentlichen Lehrerinnen 1250-2600 m. Hinzu 2. P. 1. Die Sachen Ihrer Frau können gepfändet werden, Ihre tommt noch ein Wohnungsgeldzuschuß von 1000, 660, 525 resp. Das Schöffengericht in Schongau( Oberpfalz) verurteilte Frau würde aber mit Erfolg eine Interventionstlage durchführen können, Miladinowitsch und F. N. K. 320 M. Der Pferdemarkt ist auf fünf Jahre neu verpachtet an den ein Dienstmädchen, das der Herrin die Röde hochweil sie für Ihre Schulden nicht haftet. Höchstbietenden für die Summe von jährlich 19 000 m., es fommen gehoben und den breitesten Körperteil breitesten Körperteil der Firmen, Rechtsanwälte, Aerzte usw. zu empfehlen, lehnen wir grundsäßlich ab. 2. K. 1001. Auf Montag. 2. 3. 100. Ja. G. 1000. 12 Martttage in Frage. Sollte die Regierung die Marktage von 12 errin braun und blau geschlagen hatte, so daß die In den von Ihnen geschriebenen Briefen kann allerdings eine strafbare auf 20 erhöhen, was beantragt ist, so zahlt der Bächter für jeden Serrin, die tagelang ohne Schmerzen nicht figen konnte, mit Beleidigung und der Verfuch zu einer Nötigung gefunden werden. Sie eingelegten Martt 350 M. extra. Auf Antrag des Gemeindekassen- Selbstmordgedanken sich trug zu fünfzig Mark Geld- haben in der Form gefehlt. Sie hätten eine Beschwerde an die Schulrendanten wird beschlossen, zum 1. April einen Steuerfaffierer, einen strafe. deputation machen sollen und vor allem die Drohungen unterlassen. Drei Streitende. 1 Milliarde 1000 Millionen. Affiftenten und einen Gemeindediener einzustellen. Zur Entlastung . D. 555. Ja. B. M. 1. und 4. Ja. Bezahlen Sie weniger als 300 M. Miete, so er der Vollziehungsbeamten wird die Einrichtung von Bezirksvorstehern eingelegt! nach dem Muster der anderen Orte getroffen. Dem Erbauer der folgt die Desinfektion toftenfrei. Sie können auch beim Armenborsteher oder Bezirksvorsteher beantragen, daß die Desinfektion kostenfrei erfolgt. Kläranlage wird die gestellte Staution von 15 000 m. mit 5000 m. Die foftenfreie Desinfektion wird nicht als Almosen erachtet. 2. Ja. Abzug zurückgezahlt; das Werk, welches mit einem Stoftenaufwande 3. Polizeiverordnung und Drtsstatut regeln die Angelegenheit.- P. N. Ja. von 200 000 M. errichtet wurde, funktioniert so gut wie gar nicht; M. S. 44. Eine Frist ist nicht gegeben, Sie müssen den Antrag stellen, die Firma lehnt jedoch jede Verantwortung ab, da einerseits die Regierung sonst erhalten Sie fein Urteil.-.. 5. 1. Ohne Einsicht in den 2. R. Ber Bestimmungen getroffen hat, andererseits von hiesigen Beamten trag, ist es umöglich zu beantworten, welche Rechte oder Blichten aus dem Aenderungen vorgenommen sind, die entgegen den getroffenen Maß selben folgen. 2. Wenn Sie beweisen können, daß die Tafel gelesen ist, so Patent 100. Unter besonderen Umständen ist Ihr Inhalt verbindlich. nahmen der bauausführenden Firma waren. Für eine veranstaltete ist das möglich. Allgemeine Fragen sind zwedlos. Es kommt darauf an, Weihnachtsbescheerung sind 2200 M. Kosten entstanden. Der Dezernent welche Stellung Sie einnehmen und welchen Vertrag Sie gefchloffen haben. der Armenverwaltung, Dr. Pape, hatte auf eigene Faust diese Ver Die am 81. Dttober vorigen Jahres im Wiederaufnahme- G. W. 19. Ja. 2. St. 29. Die beiden Häuser sind Eigentum der anstaltung getroffen und überall den Bettelstab geschwungen, was verfahren freigesprochene Stiftsoberin von Heuster hat für die vom zweiten Frau, gehören also nicht zur Nachlazmasse. Sie können bei Gericht aber nur etiva 1400 M. einbrachte. Nunmehr soll die Gemeinde- 18. Oftober 1902 bis 12. November 1905 unschuldig in Untersuchungs- Zeilung des Nachlaffes beantragen. 5. G. 30. Leider steht Ihnen vertretung den Rest von 800 M. beden, was benn auch nach einigen haft und im Zuchthaus in Würzburg berbrachte Zeit eine Ent- ein Schadenersatzanspruch nicht zu.-A. W. 007. Leider kann das Dienſt Debatten geschah. Ein Antrag, Herrn Dr. Pape für diese Summe schädigung von 4450 W. und eine lebenslängliche Jahresrente von mädchen nur fündigen, das Vorgetragene wird als Aufhebungsgrund nicht regreßpflichtig zu machen, wurde zurüdgezogen. Das Rittergut 1868 M. für die Zeit vom 1. Januar 1907 ab vom Justizministerium Birkholz, welches die Gemeinde zu Rieselzweden angekauft, ist am zugebilligt erhalten. Durch diese Entschädigung wird die jahrelang 1. Februar für die Gemeinde aufgelassen und nimmt dasselbe in der 60 Jahr alten Frau zu Unrecht zugefügte förperliche und seelische eigene Bewirtschaftung. Unbill auch nicht im entferntesten ausgeglichen. Gerichts- Zeitung. Beleidigung von Telephonistinnen. Ein gerechtes Urteil. Gegen dies milde Urteil hat die Angeklagte gar noch Berufung Nachschrift: Der obige Bericht ist dahin zu berichtigen, daß nicht die Herrin sondern das Dienstmädchen wie geschildert verprügelt wurde. Der Prügelnde tvar der Herr": ein Offiziersafpierant und Gutsbesitzer aus Hermannsberg bei Wörth a. b. D. Grund: Das verhauene Mädchen hatte um 10 Uhr vormittags das Zimmer des Gnädigen noch nicht aufräumen können, weil es durch die Herrin mit anderen Arbeiten beschäftigt war. Stiftsoberin von Hensler. Vermischtes. erachtet. Eingegangene Druckfchriften. Plutus. Heft 6. Kritische Wochenschrift für Volkswirtschaft und Finanzwefen( Herausgeber: Georg Bernhard.) Abonnements einschließlich der Plutus- Merttafel vierteljährlich per Post und Buchhandel 3,50 m., dirett vom Verlag 4 M. Einzelnummer 30 Pf. Berlag: Berlin- Charlottenburg, Goethestraße 69. Dr. P. Gerhard. Die Mitt zur Vorbeugung der Empfängnis. 1 M. Verlag: W. Krüger, Steglitz- Berlin. " Frauen- Rundfchan". Heft 1 n. 2. Preis: Duartal 2 M., Einzel " Roland". Heft 1 1. 2( 1907). Monatsschrift für freiheitliche Er ziehung in Haus und Schule. Herausgegeben von einer Vereinigung bremischer Lehrer. Halbfährlich 2 M. Einzelheit 40 Pf. Berlag: A. Janssen, Hamburg. " Volkswirtschaftliche Blätter".( Februarheft.) Herausgegeben im Auftrage des Deutschen Volkswirtschaftlichen Verbandes von Herm. Edw. Krüger. Karl Heymanns Verlag, Berlin W. 8. Der Leibjäger eines Fürsten verhaftet. Aus der Schatulle des Der Telephon- Nervosität ist der Rechtsanwalt Fürsten von Schwarzburg- Sondershausen verschwanden vor einiger Julius Baechter zum Opfer gefallen, der gestern wegen Be- Beit 25 000 M. Auf Veranlassung des Berliner Kriminalkommissars heft 40 Bf. Geschäftsstelle: Berlin NW. 87. leidigung in zehn Fällen vor dem Schöffengericht Berlin- Schöneberg Nasse, der die Untersuchung des geheimnisvollen Diebstahls leitete, zur Verantwortung gezogen wurde. Wie der aufsichtsführende ist jetzt der Leibjäger des Fürsten, Isermann, verhaftet worden. Beamte des Telephonamtes VIa vor Gericht bekundete, wären fast fermann, der eine Vertrauensstellung einnahm und bei dem alltäglich von dem Angeklagten Beschwerden eingegangen, die sich Fürsten großen Einfluß besaß, ist dringend verdächtig, die nach als genauer Kontrolle absolut unberechtigt heraus- 25 000 M. aus der Privatschatulle gestohlen und sich außerdem des stellten. An der betreffenden Klappe des Rechtsanwalts P. Betruges schuldig gemacht zu haben. wäre der besondere Vermerk angebracht worden:„ Aufs Das Maffenquartier. Auf dem Domänengute Sandhausen sind, Seitens der Beamten sei dagegen merksam bedienen!" häufig Klage geführt worden, daß sich dieser Teilnehmer in ben wie aus Gotha gemeldet wird, in der vergangenen Nacht zwei wüstesten Beschimpfungen erginge. Eine ganze Musterkarte von polnische Mädchen durch ausströmende Gafe erstickt und vier Mädchen Schimpfnamen und beleidigenden Charakteristiken, die bei diesen Ge- schwer erkrankt. Die Schwererkrankten wurden in das Gothaer legenheiten vom Angeklagten beliebt wurden, wurde in der gestrigen Krankenhaus gebracht. Verhandlung produziert. Dies hatte zur Folge, daß seitens der empörten Ueber die Explosion des französischen Torpedobootes Beamtinnen neue Massenanzeigen gegen den unliebenswürdigen Rechts- wird noch aus Paris gemeldet: anwalt erstattet wurden. 339" Vor Gericht bestritt B. nur einen Dem Marineministerium ist ein Telegramm des Seepräfetten Fall und gab zu, in den übrigen Fällen in der höchsten Erregung in Lorient zugegangen, das den Unglücksfall auf dem Torpedodie inkriminierten Worte gebraucht zu haben. Das Schöffenboot 339" bestätigt. Er ist durch einen Schaden am Kessel berangericht nahm nur mit Rücksicht auf die Nervosität des Anlaßt und ereignete sich während einer llebung, bei der das Schiff geflagten von einer Freiheitsstrafe Abstand und erkannte dem Antrage mit großer Geschwindigkeit lief. Neun Mann, und zwar ein techbes Staatsanwalts gemäß auf 450 Mark Geldstrafe, da es nischer Aufsichtsbeamter, ein Bootsmann und sieben Matrosen, fich um außerordentlich schwere Beleidigungen gegen Beamtinnen wurden tödlich verlegt. Ein gleichfalls, jedoch nur leicht durch handele, die gegen derartige Ausschreitungen in der energischsten Brandwunden verlegter Bootsmann wird für seine ausgezeichnete Weise in Schutz genommen werden müßten. Am Telephon warten oder Anschluß nicht erhalten zu können, ist gewiß recht unangenehm. Aber feinen Aerger an den recht ge plagten Telephonistinnen auszulassen, ist völlig zwedklos, ungerecht und führt mitunter zu nicht unberechtigten Bestrafungen. Saltung während des Unglüds eine besondere Belohnung erhalten. Der Marineminister teilte demt Seepräfekten mit, daß er ihm die erforderlichen Mittel zur Hülfeleistung zur Verfügung stelle. Ueber den Unglüdsfall wird aus Lorient weiter gemeldet: Die veranstaltete Uebung war nahezu beendet, als eine Steffelegplosion erfolgte. Von 11 im Heizraum befindlichen Leuten wurden neun Ungültige Polizeiverordnung gegen den Anruf von Käufern. furchtbar verbrüht und auf der Stelle getötet, ein zehnter ist schwer Eine Bolizeiverordnung für Namslau berbietet den Händlern, berlegt, ber elfte, ein Maschinist, ist unverlegt. Es wurde fest bie zum Markt in Namslau mit landwirtschaftlichen Produkten gestellt, daß das Unglück durch den Bruch einer Röhre in den Appaziehenden Personen anzurufen und aufzuhalten, um sie zum als- raten veranlaßt ist, die gerade zur Verhinderung derartiger Unfälle baldigen Verkauf ihrer Waren zu animieren. Das Rammer eingeführt worden sind und angeblich nicht funktioniert haben. gericht als Revisionsinstanz erklärte in einem Straf- 3m Arsenal verursachte die Explosion große Aufregung, da man berfahren gegen den Händler Sternberg diefe gegen ihn an zuerst annahm, daß die Zahl der Opfer viel größer sei. Viele Argewandte Polizeiberordnung für ungültig und führte aus: Die beiter, die Angehörige an Bord des Torpedobootes hatten, eilten in Berordnung wäre vielleicht gültig, wenn es sich um eine das Hospital, um die Namen der Verunglückten zu erfahren. Der Straßenpolizeiverordnung handelte, das heißt um eine Verord- Präfett ließ die Fartilien der Umgekommenen benachrichtigen. nung zum Schuhe der Leichtigkeit und Sicherheit des Verkehrs Das verunglückte Torpedoboot ist gestern nachmittag um 4 Uhr auf öffentlichen Straßen, Wegen und Plätzen. Als eine solche nach Lorient aurüdgebracht worden. Die an Bord des Torpedo. Verordnung stelle sie sich aber nicht dar. Man könnte sie ebensogut bootes befindlichen Seeleute erzählen zahlreiche Einzelheiten über " Der Polentlub und seine Hausjuden." Bon S. N. Landau. 42 Seiten. Berlag C. W. Stern, Wien. Bom Archiv für Sozialwissenschaft u. Sozialpolitik, herausgegeben von Prof. W. Sombart, Prof. M. Weber und Dr. E. Jaffé, welches im Verlage von T. B. Mohr( Paul Siebed) in Tübingen erscheint, wurde soeben das 1. Heft des XXIV. Bandes ausgegeben. Rotdeutschlands Aufstieg Wahlkampf- Lieder C. M. Scavola. Preis 20 Pf. von Porto 3 Pf. Kampfgedichte Siegesgedichte, für den Wahlkampf begeisternde Kampfrufe sind in dem hübschen, soeben ausgegebenen Werkchen enthalten. C. M. Scävola, der den Arbeitern durch seine Dichtung: 12 Jahre der Verbannung" oder„ Des Ausgewiesenen Heimkehr" bestbekannte Dichter legt seine, im Laufe der letzten 18 Jahre entstandenen Kampflieder zusammengefaßt der jungen Generation vor, die jetzt zum erstenmal in die Wahlschlacht zieht. Zum feurigen Ansporn sollen seine Lieder dienen, zu Kampf und Sieg den jungen Nachwuchs führen, auf daß dieser sich der alten Garde, die schon unter dem Schandgesetz geblutet hat, würdig erweise. Zu beziehen durch: Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW. 68 sowie durch sämtliche Parteispeditionen. Ausverkauf! Der Vertrieb von Erzeugnissen sächs. Nach beendeter ventur Gardinen- Fabriken sind die Preise auf Engros Einzelverkauf sämtliche Artikel bis zu gibt ab Gardinen, Stores, Zugvorhänge, Tüllbett- und Zierdecken in bekannter Gediegenheit an Wiederverkäufer, Anstalten, Hotels sowie an Private im Einzelverkauf und 33 11 01 30 herabgesetzt: 3774 Teppiche 24, 36, 45 usw. Gardinen. M. 2.10, 3.50, 5, Portieren. 5, 6.75, 9, v. M. 4.50, 8, 18.50, 7,50, 9, 12 usw. 11.50 usw. sowie Steppdecken, Tisch- u. Diwandecken, Läufer- und Möbelstoffe etc. Nie wiederkehrende Gelegenheit. verbürgt natürlich eminent billige Preise, die überall deutlich verzeichnet sind. 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Teil. 4205 404 532 811 1042 61 82 102 382 537 869 974 2154 57 213 27 57 91 395 3155 454 601 4134[ 200) 88 671 5066[ 200) 69 592 758 87 892 6209[ 200) 861 7085 [ 200) 210 11 562[ 400] 8138 233 390 681 965 9168 404 549 601 10184 311[ 400] 501 655 11117 381 12373 476 973 13133 222 394 570 656 14179 611 39 877 15123 202[ 500] 46 86 687 16053 58 301 37 575 757 17098 133 321 60 457 18065 239 631 709 823 19206 443 579 641 20248 844 22098 531 811 80 23106 351 58 545[ 200] 698 933 78 24216 52 25029 128 220 408 705 7 930 26851 27081 776 28183[ 200] 538 931 29537 633 929 30145 588 645 52 754 945 31141 59 541[ 300] 887 939 32352 507 62 692-765 936 33489 908 76 34287 93 504 35409 50[ 200] 658 87 752 36336 402 917 37045 277 570 813 39323[ 200] 50 40015 399 709 41189 94 399 659 755 42010 744 945 43180 204 385 763 951 44132 737 45065 316 868 844 904 47453 891 93 [ 300] 46122 285 511 752 98 48134 642 54 888 49151 410 936 50105 427 513 57 74 [ 200) 737 51416 44 548 915 52506 712 53045 134 78 264 504 22 867 911 54268 55267 400 926[ 200) 56:17 321 430 983 57068 296 351 435 697 58010 441 842 92 59048 79 448 60283 61042 592 866 62284 321 65 424 63888 64512[ 200] 65460 583 66293 361 592 867 961 67094 383 653 790 916 68363 875 70497 545 813 88 97 71513 86 610 909 72079 444 74009 115 508 75289 [ 300) 76171 680 717 77035 335 524 720 78047[ 500] 126 79189 286[ 200] 478 502 79 708 907 497 596 836 80162 564 837 95 81028 321[ 300] 77 445 82411 846 83295 747 802 38 989 84085 142 252 72 475 623 759 [ 300] 932 85182 955 86005 343 591 808 87217 678 833[ 200] 76 993 88143 273 468[ 200] 826 906 89319 592 90654 85 874 80 91175 339 804 92137 388[ 200] 810 93412[ 200] 56 95864 939 96023 334 685 872 926 97171 98136 307 52 99430 752 916 100095[ 200) 263 421 85 65 984 101163 209 574 86 698 949 102042 147 608 46 734 103052 104251 444 78 79 962 105071 126 437 930[ 200) 106124 63 791 107259 653 943 223 680 85 702 108092 10929 425 110113 658 727 830 111467 621 981 112479 527 113569 114150 276 428 115277[ 200] 583[ 300] 116147 840 87 89 117277 572 815 118283 406 39[ 200] 119071 120229 770 121161 468 505 28 98 923 122060 370 531 705 878 929 123112 205 124052 703 125105 384 462 914 126326 613 48 899 127128 789 128303 64 887 129500 31 623 707 130030 432 768 939 58 131812 72 132099 163 85 518 750 964 133166 861 134357 705 135026 79 115 319 609 908 49[ 200) 136071 359 470 972 137501 76 919 87 138060 122 246 490 928 139312 577 666 710 886 985 140220 350 141191 703 39 839 97 142284 955 143028 611 91 144064 432 523 973 145071 146474 605 715 953 147484 148054 521 149040 93 217 701[ 200] 907 150456 594[ 200] 151001 548 750 152148 543 90 806[ 3000] 153666 757 154042 256 388 842 155168 256 156112 297 445 768 157526 840 912 158742 903 159258 515 47 160206 455 540 161280 600 162174 263 309 532 163149 256 81 471 89[ 100 000] 164628 73 165054 121 235 476 556 607 720 852 166114 54 298 957 167353 451 587 644 168049 65[ 200] 807 841 967 169147 557 99 709 170058 290 518 60 853 171311 406 60 68 893 172323 470 969 173002 501 174010 519 68 175194 712 176446 96 529 601 62 177620 32 732 913 178268 531 179061 743 50 180087 479 520 610 843. 181432 822[ 300] 984 182325 564 963 183306 468 755 802 966 184138 364 69 405 657 186361 530 69 975 81 187560 [ 200] 817 188295 482 500 74 918 77 189227 80 309 549 819 967 190095 437 545 676[ 200] 888[ 300] 191405 846 [ 200] 927 193178 206 91 437 657 718 71 955 194071 260 982 195037 161 346 531 80[ 400] 196514 80 946 197051 272[ 200] 424 796 950 99 198660 61 199052 151 587 200489 201 421 897 991 202238 71 203097 449 595 782 204008 22 640 205101 796 982 206046 852 207287 974[ 300] 208198 211 456 870 209390 713 956 210529 211053 139 232 430[ 200] 212014 262 83 796 [ 200] 814 84 924 213892 944 214507 215182 844[ 300] 216113 97 665 789 217069 851 218273[ 400] 490 863 219491 514 62 770 88 220068 235 363 509 634 834 221020 69 451 583 222114 270[ 300] 223008 645 990 224103 520 967 225038[ 200] 329 942 62 226653 767 227105 36 228809 229171 716 908 56 230493 815 795 962 231143 351 550 957 232965 233206 314 552 69 913 470 75 234332 77 444 90 936 235375 236653 237064 545 238256[ 300] 345 565 682 239397 451 554[ 500] 794 99 II. 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Ziehung 2. KI, 216. Kgl. Preuss. Lotterie. Ziehung vom 9. Februar 1907, nachmittags. Nur die Gewinne über 96 Mark sind den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) ( Nachdruck verboten.) I. Teil. 871 979[ 200] 1020 862 96 929 2164 868 3005 178 264 405 877 4015 21 307 30 5515 730 6204 11 473 723 7471 593 925[ 200] 8204 875 9147 92 459 789 821 10084 571 78 847 11 487 775 858 12117 25 49 398 690 835 58 13229 84 475 532 705 32 14374 688 15272 636 854 64 16496 623 17259 523 84 600 15 18036 280 19364 482 577 871 20430 569 977 21044 982 22066 651 975 23345 713 18 836 96 923 24705 88 918 25605 934 75 26293 447 582 27313 472 73 586 28210 415 688 29015 331 404 76 30174 231 318 427 38 680 771 836 53 31113 53 68 220 449[ 200] 32365 631[ 300] 69 781 33109 212 785 873 34160 464 780 35386 560 36230 365 520 678 765 967 37020 182 38120 203 90 643 92 841 39044 134 367 788 910 79 40384 447 814 41219 306 459 984 97 42159 294 598 872 994 43051 96 156 239 522 86 44068 105 922 45107 82 400 95 677 910 50 46377 439 682 963 47880 48335 78 62[ 200] 434 759 893 906 48 49125 580[ 500] 787 50010 [ 200] 54 355 436 759 300] 859 51157 588 916 52055 53449 690 99 772 54200 658 860 97 929 41 55067( 5000] 74 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In der Liste vom 8. Februar, nachmittags lies 88 843 statt 188 843 240276 242287 967 243202 77 439 552 244431 765 835 245362 546 984 246138 365 515 664 247352 [ 300] 403 580 248412 576 902 249440 591[ 200] 768 984 250055 506 826 37 251369 723 898 252218 496 542 58 825 77 253534 808 988 254023 866 255215 376 599 256371 773 805 29 928 257070 77 194 593 842 258092 582 96 817 259235 93 399 417 924 260128 [ 200] 387 703 838 261891 262468 705 263402 264264 368 461 519 626 265226 50 266002 58 292 676 267170 75 268166 622 918 81 269319 545 628 873 926 270128 92 668 981 271161 514 799 54[ 400] 895 272177 432 45 667 273012 755 911 274092 459 501 678[ 200] 708 91 863 275276 462 579 276036 187 298 915 277035 318 499[ 200] 278124 235 90 721 96 279271 946 280362[ 200] 547 619[ 200] 54[ 200] 281000 145 [ 200] 423 282808 539 626 283126[ 200] 918 284127 Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glocke, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Baul Ginger& Co., Berlin SW. 280001 97 773 895 281877 282154 232 875 458 768 837 283068[ 200] 284087 128 717 285497 535 286061 869 958 287024 428 Die Ziehung der 3. Klasse der 216. Königlich Preussischen Klassen- Lotterie findet statt am B. und 9. März 1907, Nr. 33. 24. 3. Mze des.Amiirls" Arlim AlkM Sovvtag, w. Februar 1907. Vom Fürstenhofboykott in Zehlendorf. Wie sich die Leser erinnern werden, hatte im vergangenen Sommer, als der Kampf um den Fürstenhofsaal am heihesten tobte, der Pächter desselben, um die Aufhebung des Boykotts zu er- zwingen, eine einstiveilige Verfügung beim ersten Zivilsenat des Landgerichts II erwirkt. Dieselbe richtete sich gegen 1k hiesige Ge- Nossen und verbot ihnen bei einer Strafe von 24 Stunden Hast für jede Zuwiderhandlung das Stehen in der Nähe des Bahnhofs Zehlendorf und des Lokals„Fürstenhof" zum Zwecke der Abhaltung von Gästen von oben genanntem Lokal. Ebenso war bei gleicher Strafe das Verbreiten von Handzetteln oder sonstigen Druckschriften verboten. Dieser einstweiligen Verfügung wurde von den IS Betroffenen widersprochen, und hatte sich das Landgericht zweimal mit dieser Sache zu befassen. Jedesmal wurde jedoch die Aufrechterhaltung »biger Verfügung beschlossen. Die 16 Zehlendorfer Bürger, denen durch diese Verfügung ihre persönliche Freiheit beschränkt war, wandten sich an dnS Kammergericht, um die Aushebung dieser Ver- fügung zu erwirken. Der IS. Zivilsenat deS Kammergerichts unter dem Vorsitz deS Kammergerichtsrats Regeler hat in seiner Sitzung vom 31. Dezember v. I. entschieden, daß die oben erwähnte einstweilige Verfügung in ihrem vollen Umfange auftecht zu erhalten ist. Be- gründend wurde ausgeführt: „Selbst wenn davon ausgegangen würde, datz die Ver- hängung der Sperre über den„Fürstenhof" soweit als Kampfmittel um' politische Macht notwendig und in diesen Grenzen auch die öffentliche Aufforderung, dem Sperrgebot zu folgen, an und für sich eine rechtswidrige Handlung nicht darstellt, so bleibt doch zu erwägen, ob nicht die von den Beklagten angewandten Mittel sPostenstehen— Zettelverteilen) zur Durchführung der Sperre wider die guten Sitten verstosten und deshalb als rechtswidrig anzusehen sind. DaS Kammergericht hat dies mit dem Landgericht bejaht." Die Gründe deS Kammergerichts widersprechen dem bekannten Urteil deS Reichsgerichts vom 12. Juli ISOS und einer Anzahl anderer Entscheidungen, so der in dieser Nummer mitgeteilten Ent- scheidung des Hanseatischen OberlandesgerichtS. Das Urteil steht mit diesen Entscheidungen und mit dem ge- sunden Rechtsempfinden in schärfstem Widerspruch. Der„Fürstenhos" ist städtisches Eigentum. Hat der Bürgermeister von Zehlen- dorf in dem Pachtvertrage der Gemeinde mit dem„Fürsten- Hof" eine Bestimmung aufnehmen lassen, datz der Saal zu sozialdemokratischen Versammlungen nicht Hergegegeben werden darf, so liegt hierin eine politische Verrufs- erklärung der sozialdemokratischen Gemeinde- Mitglieder, eine krasse Verletzung ihrer ver- fassnngS- und gemeinderechtlichen Gleichberech- tigung. Dieser Verstost gegen den Geist des verfassungSmästigen Versammlungsrechts ist ein grober Verstost gegen die guten Sitten, nicht aber wie daS� Kammergericht annimmt, der 'iesen Verstost gerichtete Boykott. Dieser Vcrstost so gröber als der.Fürstenhof" in der Haupt- fache von der Arbeiterschaft lebt und die dort verzehrten Arbeitergroschen den Wirt in den Stand setzen sollen, die Pacht aus dem die Arbeiter schwer verletzenden Pachtvertrag zu zahlen. D i e Zehlendorfer Genossen meiden nach wie vor die Stehbierhalle des Restaurants„Fürsten- Hof" am Bahnhof Zehlendorf und erwarten mit Recht, daß die Berliner Genossen fie in dem schweren Kampf, in dem Geld- und Haftstrafen gegen Arbeiter ausgesprochen sind, auf das tatkräftigste unterstützen. Ein Arbeiter. der ein Restaurant unterstützt, das die Arbeiter, wie dargelegt, in Verruf erklärt, beschimpft sich selbst. Der„Fürstenhof" am Bahnhof Zehlendorf wird nach wie vor von Arbeitern nicht besucht«erden. gegen diesen ist um Gerichts-Leitung. Polizeiliche Anmeldepflicht von Gewerkschaftsmitgliedern im Interesse des Unternehmertums. Bekanntlich sind die Gewerkschaften nach der Rechtsprechung des Kammergerichts verpflichtet worden, ein regelmäßig zu er- gänzendeS Mitglicderverzeichnis bei der Polizeibehörde einzureichen, weil die Gewerkschaften als Vereine angeschen wurden, die eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten bezwecken und daher den Bestimmmungen des§ 2 des preußischen VereinsgcsetzeS unter- liegen. Nun benutzen manche Polizeiorgane das Mitglieder- Verzeichnis aber nicht nur zur eigenen amtlichen Information, sondern es werden auch öfters dem Unternehmertum„kleine Ge- fälligkeiten" damit erwiesen. Matzregelungen von Gewerkschafis- angehörigen, die daraus resultieren, daß die Unternehmer sich Ein- blick in die polizeiliche Mitgliederliste verschaffen resp. von Polizei- beamten entsprechend informiert werden, sind ja gerade keine Seltenheit. Was auf diesem Gebiete alles geleistet wird, darüber gab gestern eine Moabiter Schöffengerichtsverhandlung gegen den Vor st and des Deutschen Glasarbeiter. Verbandes einen ebenso interessanten wie lehrreichen Aufschluß. Den angeklagten Vorstandsmitgliedern des genannten Verbandes war als Vergehen gegen§ 2 des Vereins- gesetzeS zur Last gelegt, daß sie es unterlassen hatten, eine Anzahl Einzelmitglieder mehrerer Orschaften, unter anderem von Obern- kirchen bei Hannover, dem Berliner Polizeipräsidium recht- zeitig für das Mitgliedcrverzeichnis anzumelden. Das Vergehen wurde vom Gericht auch als vorliegend angenommen. Jedoch weniger diese Feststellung als andere Punkte sind für die Allgemein- heit von Interesse, die der Rechtsanwalt Dr. H e i n e m a n n als Verteidiger der Angeklagten in seinen Ausführungen hervorhob. Er wies zunächst darauf hin, daß die Voraussetzungen des§ 2 des VereinsgcsetzeS im vorliegenden Falle nicht gegeben seien. Sollte das Gericht jedoch zu einer anderen Meinung kommen, so rech! fertige sich jedenfalls mit Rücksicht auf die eigen- artigen Umstände, aus denen das Verfahren im Obernkirchener Fall eingeleitet worden ist, das geringste gesetzliche Strafmatz. Und nun trug der Verteidiger folgende Einzelheiten über die Entstehung der Anklage vor: Der Gendarm B l e ck e r t aus Obernkirchen von der 11. Gendarmerie-Brigade des Beritts Rinteln hatte an den dortigen Landrat ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Dem Herrn Landrat berichte ich, datz ich bei der Polizei- Verwaltung zu Stralau um ein Mitgliedcrverzeichnis der- jenigen Glasarbeiter von Schaucnstein und Neuehütte, welche dem Glasarbeiter-Verband angehören, gebeten habe und vom Amtsvorsteher in Stralau die Antwort erhalten habe, datz der Vorsitzende G i r b i g nach Berlin verzogen sei. Der Direktion der Glasfabrik gegenüber bc- haupten die Arbeiter, dem Verein nicht an- zugehören. Im Jahre 1906 wurde der Streik von demselben Verein hier geleitet, deshalb ist der Verein wohl auch dem§ 2 des Vcreinsgesetzcs unterworfen. Da der Direktion der Glas- fabrik zu Schauenstein viel daran gelegen ist, zu wissen, welche Leute dem Berein angehören, so bitte ich den Herrn Landrat, das M i t g I i e d e r v e r z e i ch n i s einziehen zu wollen." Der Landrat hat darauf das Berliner Polizeipräsidium um Mitteilung der Liste ersucht„zur Informierung der Polizei- behörde". Sodann wandte sich der Landrat an den Erste n Staatsanwalt in Hannover, damit bei einem früheren Berg- mann, der einst Kassierer der ehemaligen Verbaudszahlstclle in Obernkirchen gewesen ist, eine Haussuchung vorgenommen werden möge. Dadurch habe dann festgestellt werden sollen, ob dort etwa der Vorstand einer Ortsgruppe des Verbandes vorhanden sei, der sich durch Nichtanmeldung der Mitglieder einer Umgehung des Gesetzes schuldig gemacht habe. Von dem Landrat wurde dabei ausdrücklich gewünscht, zu der event. Haus- suchung doch einen in politischen Strafsachen be- wanderten Kriminalkommissar zu entsenden. weil die Polizeiorgane in Obernkirchen dazu wohl nicht genügend qualifiziert seien. Das Gericht schien diese Begleitumstände, die dem ganzen Strafverfahren ein so überaus wirkungsvolles Relief geben, eben- falls entsprechend gewürdigt zu haben. Es zog die verschiedenen zur Anklage stehenden Fälle zu einem zusammen und erkannte auf die niedrigst zulässige Strafe von 1b M. Geldstrafe. So also wird's gemcht. Der Gendarm bittet den Landrat um Einziehung der Mitgliederliste, weil dem betreffenden Unter- nehmer„viel daran gelegen ist", zu wissen, wer von seinen Fabrik. sllavcn dem verhaßten Verbände angehört, und der Landrat möchte das an sich so äußerst harmlose Anmeldungsvergehen am liebsten zu einer politischen Haupt- und Staatsaktion stempeln. Eine nette Illustration der behördlichen Arbeiterfürsorge. Die Mitteilung der Mitgliederliste an die Unternehmer ist durch das Gesetz keineswegs zugelassen. Die Betroffenen sollten strafrechtliche Anzeige wegen MißbraucheS der Amtsgewalt und Verleitung zum Amtsmißbrauch erstatten. Der Ausfall des Ver- fahrens könnte für eine Initiative zwecks r c i ch s gesetzlicher Schutz- Vorschriften gegen derartige Untergrabungen des Koalitionsrechtes von Erheblichkeit sein. Phänomen Zigaretten Phänomen< Phänomen' Phänomen Phänomen Phänomen' Zigaretten sind aus echten türkischen Tabaken hergestellt Zigaretten sind garantiert Handarbeit 'Zigaretten sind nach ägyptischer Art hergestellt 'Zigaretten übertreffen Importen Zigaretten sind überall zu haben Sttück 2, 3, 4 nnd 5 Pfg. 3036L* Türk. Tabak- und Zigaretten-Fabrik„Namkori" Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort(lettgedruckt) 20 Plg. Stellengesuche und Schlafstellen-Anzeigen 5 Plg.; das erste Wort (fettgedruckt) 10 Plg. 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Bauten der Firma Schulen. burg, Charlottenburg: Frantsen, Langenheimstr.- Ede Ueberholz, Kurfürstendamm. Bauten der Firma Stellmacik Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bankow, Spandauerstraße, Ede Kreuzstraße. Bauten der Firma Altstädt, Lippehnerstr. 23: Sees u. Malplaquetstraßen- Ede. Hufelandstr. 8. Bauten der Firma Oehlschlägel: Laue, Charlottenburg, Uhlandstraße, Ece Steinplatz. Höpfer u. Schwarzkopf, Schmargen dorf, Ruhlaftr. 20/21. Bauten der Firma Röder& Comp.: Schmalz, Malmöerstraße, Ede Straße 2b. Tauroggenerftr. 2. Bauten der Firma C. Prächtel, Laufiterhr. 10. Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Virchow- Krankenhaus, Seestraße. Backhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Fichtenberg, Steglit, Friedrichstr. 6. Müllerstr. 52. Holzarbeiter- Verband. Belberathen, Ligtenberg, Bauten berfirma Heinemann: Zahlstelle Berlin. Achtung! Bauarbeiter! Wegen der Aussperrung in der Berliner Holzindustrie find folgende Bauten gesperrt: 78/5 Banten der Firma Sawatzki: Suple, Württembergischestraße 36 und 37, Ede Liegenburgerstraße. Supke, Landshuterstr. 18. Bauten der Firma Jäger, Charlottenburg: Charlottenburg, Straße 26, Parz. 25. Jablonskistr. 25. Lankwiz, Sanatorium. Bau der Firma Jarotzki: Jagdschloß Glienice. Bauten derFirma Plagemann: Fürstenhof, Potsdamer Plaz. 28itting, Stielerstraße. Färber, Zehlendorf Goethestraße. Bau der Firma Traxel: Schallhorn u. Röhl, Tempelhof, Germania und Gottlieb Dunkel straßen- Ede. Bauten der Firma Iden: Bobanfstraße in Bantow neben dem Posadowskyhaus, Baumeister Stöppen. Elisabethkirchstraße, bis a vis der Strelizerstraße. Bauten der Firma Dombrowsky: Tempelhof, Germanias u. Gottlieb. Dunkelstraßen- Ede, Bauherr Tausch u. Berghäuser.. Bau der Firma Marquardt: Rigdorf, Weise und Allerstr.- Ede. Banten der Firma Pewesin: Wilmersdorf, Brandenburgischestr.12. Straße 26, Neumann. Tegeler Weg 101/102. Bauten der Firma Ziehe: Charlottenburg, Tauroggenerftr. 46. Rigdorf, Harzerstr. 3. Tegelerstr. 7. Bau der Firma Emmeluth, Rigdorf: Metall Gewerkschaftshaus der arbeiter, Charitéſtraße. Charlottenburg, Hildebrandtstr. 16. Wannsee, Friedrich Karlstraße. Bau Benjamin. Wannsee, Bismardstraße. Schwanenwerder, Bau Prof. Krause. Bauten der Firma Schmidt, Frankfurter Allee: Dubenarderstr. 5, Dome. Dorfstraße 9. Mix u. Geneft, General Papeftraße. Jahnisch, Charlottenburg, Bismardftraße 42. Janisch, am fleinen Wannsee, Charlottenburg- Beftend, Soorstraße. Villa Baum, Billenkolonie Grune wald. Bauten der Firma Schubert: Mix u. Geneft, General Papestraße. Holland, Rirdorf, Elbestraße 37. Holland, Wilmersdorf, Holsteinische straße. Bauten der Firma Kussin: Charlottenburg, Kaiser- Allee 208. Grünfeld, Sächsischestraße 4. Bandmann, Landshuterstraße. Bauten der Firma Walter, Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinidendorf. Sprengel und Samoastraße Ede. Hausotter- und Residenzstraße- Ede. Bau der Firma Rösner: Weichselstraße 36. Bauten der Firma Karl Hammer, Gitschiner straße 63: Tropfte, Wannsee, Alsenstr. 33. Hammer, Eichwalde. Hammer, Lantwiz. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Behlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bauten der Firma Heinrich Mittag: Ziehmann, Kurfürstendamm, gegen. über der Dahlmannstraße. Peitscher, Kurfürstendamm 144. Erfaßtommission, Haidestraßen- Ede. Hochschule, Charlottenburg. Stegliz, Kaiser Wilhelmstr. 13. Hauptstr. 13. Wilmersdorf, Helmstedterstr. 2. Schmidt, Pragerplay. Kirche, Beussels, Ede Wiclefstraße. Elektrische Werke, Mogstraße. Nauen, Krankenhaus. Wannsdorf b. Seegefeld, Schloßbaut. Timm, Rigdorf, Bergstr. 50. Brode, Dahlmannstr. 26. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter- u. Berlinerstr.- Ecke, Bau Bielle. Bauten der Firma Maaß: Tegelerstr. 6, Bau Körling. Brosse, Marienfelde, Kirchstraße. Bauten der Firma Flieger& Lehmann: Stopeniderstr. 27. Schönhauser Allee 128. Beeliz, Heilstätte. Lichtenberg, Magdalenenstr. 42, Banten der Firma Henke, Fischer. Bau der Firma Spohna: Weichselstraße 56/57, Nigdorf. Banten der Firma Erdmann: Ministerialbirelt. Neuhaus, Dahlem, Parkstraße. Mathesius, Nikolassee, an der Neh. wiefe. Jagdschloß Glienide. Fürstenhof, Potsdamer Plak. Bauten der Firma Langermann: Wilmersdorf, Pariser und Wittenbergstraßen- Ede, Bau Heffe. Charlottenburg, Bismard Weimarstraßen- Ede, Bau Hübner. Banten der Firma Grün& Hetwig: Städtische Anstalt in Buch. Barbarossaplatz, Hochschule. Dldenburgerstraße, Klosterbau. Xantenerstraße 3-8. Hoppegarten, Heilftätte. und Sybelstraße, Ede Dahlmannstraße. Banten der Firma Gebr. Faul: Mohrenstraße 44/45. Jägerstraße 63, Berlin. Potsdamerstr. 15. Neuendorf, Monumentenftr. 27. Pariserstr. 21/22, Wilmersdorf. Berantwortlicher Rebatteur: gans Weber, Berlin. Für den Bnferatenteil verantwo.: Th. Glede, Berlin. Drud u. Berlag: Borward Mariendorf: Mette, Mariendorf, Dorfstraße. Erdmann, Mariendorf, Chauffeeftr. Tempelhof, Fensterbauten, Schön. burgstraße. Bau der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Platz. Bauten der Firma Kuhnert& Kühnet Raft, Schöneberg, Barbarossa- Ede Landshuterstraße. Sophie Charlottenstraße, Ede Knobelsdorfstraße. Brehm, Gleimstraße. Krüger, Dernburgstraße. Lange, Nigdorf, Bodhinstraße. Lange, Steglitz, Boststraße. Bau der Firma Herrgesell& Hübner, Wilhelmshavener ftraße: Charlottenburg, Werner Siemensftr. Mommsenstr. 27. Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. Busse u. Jenson, Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahnftr. 82. Löwe, Sidingenstr. 54. Stronenftr. 31. Schöneberg, Bandmann, Heilbronnerstr. 22. Weißensee, Frifideftr. 3. Bauten der Firma Metz, Urban. straße: Spandauer Weg, am Tegeler See, Tempelhof, Gilauerftraße. Steglitz, Stubenrauchstraße. Bauten der Firma Pätz, Reichenbergeritr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Berg u. Walterstraßen- Ede. Förster, Rirdorf, Treptowers and Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bau der Firma Bauschke: Charlottenburg, Schillerstr. 11. Bau der Firma Sommerkorn: Bedürfnisanftalt, Wilmersdorf, Nikolsburger Plaz. Bauten der Firma Herrmann, Stalikerstraße: Ausbau in Tegel, Beitftr. 16. Gasanstalt, Prenzlauer Allee, Direktionsgebäude und Guß röhrenlager. Bauten der Firma Strohlhof: Herold, Charlottenburg, Giesebrecht ftraße 17. Reinidendorferstr. 95. Gutzeit, Ufer und Martin Opik. ftraßen- Ede. Bauten der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ulfer, zwischen Lynar straße und Ringbahn. Reinidendorferstr. 49. Treppengeländerbrandhe. Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u. Steg lindeftr.- Ede. Schöneberg, Pragerstr. 15. Bau der Firma Hundt, Grimmstraße: Faul, Jägerstr. 63. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: für Korbmacher: Baulsen, Charlottenburg, Schlüter für Straße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahl mann- und Gervifiusfir.- Ede. Buchholz, Steglit, Albrecht- und Brüderftr.- Ede. Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Bittoria. Bauten der Firma Osten, Rigdorf: Magnus, Schönhauser Allee 184a, Bauten der Firma Dittmar, Bankow: Wollantstr. 117. Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 1, Schule. Berkstatt Leithoff, Teltowerstraße Vergolder: 3. C. Pfaff, Beughofstraße. Buzug ist jernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Der Stadtauflage unfer heutigen Nummer liegt ein Prospekt der Firma Lehmann& Assmy, Tuchfabrik in premberg Laufik); einem Zeil ber Auflage für den Often und Friedrich 8. berg liegt ein Prospekt der Firma J. Boebel, Möbelfabrik, Berlin S., Oranten. ftrake 58, bei. ubruderei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Marlin SW