Nr. 36. Abonnements- Bedingungen: abonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,80 M., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus, Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit Wustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Bfg. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost- Beitungs. Preisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cricheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel geile oder deren Raum 50 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Pfg. Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf stellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jedes weitere Bort 5 Pfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 51lhe nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV, Nr. 1983. Die Lehren der Reichstagswahl. II. Dienstag, den 12. Februar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. vielleicht die Sozialdemokratie, um nicht bei den kleinbürgerlichen Hier liegt also mein Gegensatz gegen das, was der Vorwärts" Pitläufern anzustoßen, eine mindere Energie in der Ver- verteidigt, nicht. Was ich gerügt habe, ist vielmehr, daß statt tretung der proletarischen Klasseninteressen entfalten? der großen Gesichtspunkte, die unsere Haltung in der Und hat nicht die Sozialdemokratie durch ihre un- Kolonialfrage bestimmen, ganz untergeordnete Dinge, erbittliche Bekämpfung der tapitalistischen denen teine Beweiskraft innewohnt, und sehr überEinen breiten Raum in den Wahlbetrachtungen nimmt Kolonial- und Weltpolitik in einem ganz anderen triebene Behauptungen über die Mängel der deutschen die Erörterung der Frage ein, warum uns diesmal wohl Hundert Maße, die Aufgaben der großen weltgeschicht- Solonien in den Vordergrund geschoben wurden und unseren tausende von ,, Mitläufern" verlassen haben. Wir sahen, lichen Kulturpartei" erfüllt, als durch ihre derzeitige Gegnern das Spiel ungemein erleichterten. Mit der Redensart von daß auch Kautsky die Frage aufwarf. Er beantwortete sie Stampagne gegen die lex Heinze? Oder sollte die Sozial- Materiallieferung für den Reichsverband bleibe man mir gefälligst bom durch Aufzählung einer langen Reihe von Momenten, die in demokratie etwa in die Kulturkampsphrasen des Liberalismus Leibe. Keines der gegnerischen Flugblätter, die ich zu Gesicht beder Tat geeignet waren, den Abfall mancher Elemente des einstimmen, sich einseitig gegen das Zentrum wenden, statt tommen habe, hat sich auf jene Argumente eingelassen, die ich fleinen bürgerlichen und bäuerlichen Mittelstandes zu erklären. neben dem Zentrum auch mit aller Energie die Liebert- oben entwickelt habe. Mit um so größerem Vergnügen dagegen hat Und aus diesen Schichten stammte doch zweifellos die große Männer der Staatsstreichsgarde und den kolonialen Gründer- man den Redensarten von der Ertragslosigkeit der Kolonien gegen Mehrheit der Mitläufer". Unseres Erachtens über schwindel der Dernburgianer zu bekämpfen? Wir wissen, daß teilige Tatsachen entgegengehalten und damit auch auf einen großen treibt Genosse Bernstein außerordentlich, wenn er fagt: dem Verfasser des zitierten Artikels die Empfehlung einer Teil der Arbeiter ganz erheblichen Eindruck gemacht. Die deutschen Kurz, der Nimbus, das heißt das geistige Ansehen der solchen Taktik durchaus fernliegt: wo in aller Welt Kolonien sind nicht ertragsunfähig; es werden auf ihnen heute schon Partei, ist durchaus keine gleichgültige Sache. Bis vor wenigen hat aber dann die Partei nicht die Pflichten einer großen welt- Profite gemacht, und noch größere Profite werden gemacht werden, Jahren war er in Deutschland außerordentlich groß. Die Jugend geschichtlichen Kulturpartei" erfüllt?! das steht ganz außer Zweifel. Aber ebenso sicher ist, daß die aller Bevölkerungsklassen strömte förmlich der Partei zu." Daß neben allen anderen, gewichtigeren Gründen für den Rechnung, die das deutsche Volt für sie zu zahlen hat, nicht nur Wir haben von dem förmlichen Zuströmen der Jugend diesmaligen Wahlausfall auch die reichsverbändlerische Aus- heute sehr viel größer ist als der Nutzen, sondern auch solange aller Bevölkerungsklassen zur Sozialdemokratie sehr wenig schlachtung unserer Partei diskussionen eine Rolle ge- größer bleiben wird, wie in Politik und Wirtschaft das gegen wahrnehmen können. Die akademische Jugend, die spielt hat, wollen wir gern zugeben. Selbstverständlich fördern wärtig herrschende System andauert. deutsche Studentenschaft, stand bis auf wenige Parteistandale das Ansehen der Partei nicht in den Soviel hierüber. Es war natürlich nicht möglich, in dem Ausnahmen der Sozialdemokratie vor zehn und fünfzehn Kreisen, die ihrer Klassenlage nach für uns stimmen Rahmen eines furzen Artikels, der sozusagen zwischen den Schlachten Man hüte sich also in Zukunft vor solchen geschrieben wurde, als ich noch mitten in der Wahlagitation stand. Jahren ebenso teilnahmslos, wo nicht direkt feind. müßten. lich gegenüber wie heute. Nicht nur an den kleineren Standalen! Nur vergegenwärtige man sich auch gefälligst, auf alles einzugehen, was hinsichtlich der Wertung und Erklärung Universitäten, sondern auch selbst. in. Berlin. Eine daß man die Partei auch aufs schwerste kompromittieren und des Wahlergebnisses zu sagen war. Gewiß hat die Wahl auch viel Handvoll Akademiker schloß sich allerdings der Partei schädigen kann, ohne in der Form anstößig zu werden! Ermutigendes zutage treten lassen. Ich habe das im Eingange an, ein Teil davon aber auch nur, um nach dem Nichts erschüttert im Gegenteil mehr den Nimbus und das meines Artikels selbst betont. Aber nichts wäre verhängnisvoller, Absolvieren einer kürzeren oder längeren Gastrolle wieder Ansehen einer Partei, als unausgesettes Betritteln als darüber die Fehler zu ignorieren, die dazu beigetragen haben, feine eigenen Wege zu gehen. Auch die Zahl der ihrer Theorie und ihrer Taktik! Gerade wir möchten zu aller- einen Sieg der Reaktionsparteien möglich zu machen, dessen Kosten Künstler, der Aerzte, der Ingenieure, der Lehrer usw., die mit legt die Freiheit der Stritif unterbinden, gerade wir halten die Arbeiterklasse leider recht teuer zu bezahlen haben wird. der Partei Fühlung suchten, ist niemals eine allzu bedeutende den gründlichen Austrag unvermeidlicher Meinungsdifferenzen Schöneberg- Berlin, den 9. Februar 1907. Ed. Bernstein. gewesen. Möglich, daß uns der Kampf um die Lex Heinze für das einzige Mittel, die taktische Einheit und Geschlossenheit borübergehend ein paar tausend Intellektueller" als Mit der Partei zu sichern. Aber die Selbstkritik darf auch nicht läufer zugeführt hat. Für das Stimmenwachstum aber sind zur Marotte einzelner Genossen, zu einer selbstmörderischen Genosse Bernstein scheint uns mit seiner Erklärung Manie werden! diese Schichten niemals als wesentlicher Faktor in Frage genur offene Türen einzurennen. Es ist uns gar nicht eintommen. Obendrein möchten wir es nach unseren WahrHören wir, welche Methode ein Gegner für die wirt- gefallen, ihn für die Auslaffungen Calwers mitverantwort nehmungen während des Wahlkampfes recht sehr bezweifeln, fam fte hält, um in die Reihen der sozialdemokratischen An- lich zu machen. Wir haben die trennenden Momente vielDer mehr mit aller Schärfe hervorgehoben. daß diejenigen Angehörigen der sog. liberalen Berufe, die sich hänger Bestürzung und Verwirrung hineinzutragen. jemals wirklich als Sozialisten gefühlt haben, nunmehr Generalmajor z. D. v. Loebell schrieb am 9. Februar im Von dem, was wir über Bernsteins Dptimismus Tag": über die Dernburgischen tolonialen SchwindelGegenseitig belehren zwar wird man sich durch Rede aufmachungen und seinen höchst unzeitgemäßen Bessiund Gegenrede taum, höhnische und verächtliche mismus über gelegentliche agitatorische Ungeschicklichkeiten Behandlung des Gegners stößt aber ab. Die Erder Partei untreu geworden sein sollen. Mannigfache Zu-" schriften lassen uns gerade das Gegenteil annehmen! Ein Artikel, der zwischen Hauptwahl und Stichwahl bon zahlreichen Parteiblättern abgedruckt wurde, enthielt folgende Stelle: Entweder betrachten wir die Zunahme unserer Wähler als Zeichen unserer wachsenden Macht, dann dürfen wir auch unsere Mitläufer nicht als wähler zweiter laffe ansehen, und müssen in der Verminderung oder den Stillstand unserer Wählermassen eine unerfreuliche Erscheinung fehen. Oder aber wir rechnen unsere Macht nach dem etwas unflaren und unsicheren Begriff der 8 uberlässigkeit unserer Wähler im Sinne bollständiger sozialistischer Durchbildung, dann können wir niemals über Siege triumphieren, wenn uns das Wahlglüd neue Hunderttausende zuführt. Aber es ist nicht wahr, daß für eine oppofitionelle Bartei, die gegen die Regierungsgewalt und alle bürgerlichen Parteien im entschiedensten Kampfe steht, die von den herrschenden Personen und Stlassen verfolgt, gehegt, geächtet wird es ist, sagen wir, nicht ein Zeichen der Schwäche, sondern der zus berlässigste Beweis der moralischen Stärte einer solchen " Mitbitterung wird unnötig vermehrt, der Gegner verschließt sich der Partei gesagt haben, können wir leider nichts zurückbefferer Einsicht, Einkehr und Umkehr. Nachdenklich wird doch dieser nehmen, obwohl oder gerade weil wir uns nicht getroffen oder jener Sozialdemokrat, wenn, wie es auf einer von tausend fühlen. Wählern besuchten Versammlung geschah, vom Redner des Tages Genosse Bernstein entschuldigt den Mangel an Augenmaß fachlich und zahlenmäßig bewiesen wird, daß gerade die feiner Ausführungen mit der Eile, in der er noch Arbeiter von den Kolonien, dem Welthandel, der Welt zwischen den Schlachten seinen Artikel geschrieben politik Nuzen ziehen. Und wenn ihnen dann durch Stellen eines habe. Es wäre wirklich wünschenswert, wenn sich die BarteiBuches eines ihrer Genossen nachgewiesen werden kann, daß geiftig genossen bei der Verfassung solcher Artikel etwas mehr bedeutende Sozialdemokraten diese Ansicht vor Jahren teilten, mag mancher fortan den Ausführungen im Vorwärts" und den Worten Beit ließen! Nicht nur das journalistische Ansehen der betreffenden Genossen würde dabei besser fahren, sondern auch der Führer mißtrauen." Auch diese Lehre der Reichstagswahl sollte nicht in den die Partei! Wind geschlagen werden! " Zur Erwiderung! Die Tagung der Landbündler. Die Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte, die heute, Es ist nicht meine Absicht, in die Erörterungen über den Wahl- wie alljährlich um die Mitte des Februar, im Zirkus Busch stattBartei, wenn fie trotz der Berleumdungen und Berausgang das persönliche Moment hineinzutragen, um so mehr muß fand, stand gleichermaßen unter dem Einfluß des beendeten Wahlfolgungen über die eigentlichen Kreise ihrer ich mich aber gegen die Art und Weise verwahren, wie die Redaktion Kampfes wie des Ulftreibens der beginnenden Fastnachtswoche. Die Klassengenossen hinauswirtt, und Läufer" anzieht. Gerade diese Mitläufer sind für eine des Vorwärts" Calwers und meine Ausführungen durcheinander große Parade der Landbündler im vorigen Jahre zeigte trotz der rebolutionäre Partei das deutlichste Kennzeichen ihrer wirft, um uns als unlogisch und wer weiß was noch hinzustellen. geschickten Inszenierung durch die Bundesleitung eine gewisse Abgeistigen Ueberlegenheit, ihrer fittlichen Kraft, Ich schätze den Genossen Calwer sehr hoch, was aber seine flauung der einstigen bäuerlichen Kampfesstimmung. Die naive ihrer Flugen Politif, ihrer entfchloffenen Tüchtighandelspolitischen Anschauungen anbetrifft, so gehöre ich, to as der Befriedigung über die durch die neuen Tarifverträge gewonnenen teit und ihres geschichtlichen Rechts. Wäre es wahr, daß wir Stedaktion des Vorwärts" ja nicht unbekannt ist, materiellen Vorteile spiegelte sich deutlich auf den frohen Ge. heute keine Gewalt über die Mitläufer haben, so wäre das nur zu ihren entschiedensten Gegnern. Ebenso kann ich mich Calwers An- fichtern und paßte allzuwenig zu der wortathlitischen Krafteine Mahnung, zwar nicht müßige Betrachtungen darüber anzustellen, schauungen hinsichtlich der Bedeutung von Kolonien für die deutsche anstrengung, mit der einige Redner von der Tribüne herab das ob wir in der Vergangenheit Fehler begangen haben, ob wir das Maß Bolkswirtschaft ganz und gar nicht anschließen. Ich alte Thema von der Not der Landwirtschaft variierten. von Schlagkraft immer entwickelt haben, deren eine große politische Partei in der Opposition bedarf, aber doch für die Zukunft in bin der Ansicht, daß Kolonien für Deutschland vorteilhaft sein heutige Versammlung hatte einen wesentlich anderen Charakter. gesteigerter Arbeit mit leidenschaftlicher Energie und weitblidender önnen, halte aber die Bedingungen, unter denen dies der Fall Sie glich einer tarnevalistischen Wahlsiegesfeier, in der es an Heberlegung die Aufgaben der großen weltgeschichtlichen Kultur- sein würde, heute teils nicht für gegeben und teils infolge der billigem Faschingsspott über den Gegner, besonders die Sozialpartei zu erfüllen, welche die Sozialdemokratie bleibt trop allen Unverantwortlichkeit der Regierung nicht für berbürgt. Dem- demokraten, nicht fehlte. Sehr begreiflich. Tatsächlich hat ja das Schwankungen des Wahlglücks, und in der sie ihr einziges Eristenz- gemäß, und weil die deutsche Kolonialpolitit auf's engste mit der Landbündlertum allen Anlaß, Siege zu feiern. Der Angriff gegen recht hat." derzeitigen deutschen Weltpolitik verbunden ist, über die das Volk die Fleischverteuerung ist abgeschlagen; mögen die Viehpreise noch Diese Auffassung wäre richtig, wenn die Mitläufer" aus teine Stontrolle Hat, von der wir aber sehen, daß sie immer neue so hoch steigen, der neue Reichstag wird keinen Kampf gegen die lauter ökonomisch uninteressierten Elementen beständen oder Konfliktsmomente in unsere Beziehungen zu den großen Kultur- Grenzsperre führen. Zwar hat Podbielski gehen müssen, aber er doch wenigstens aus Streisen, bei denen moralische Erwägungen bölfern hineinträgt und die ungeheuren Rüstungsausgaben beständig ist durch einen Agrarminister gleicher Qualität ersetzt, der sogar stärker wären, als das jeweilige, sei es zuweilen auch nur mehrt, daß sie uns zu Sklaven des wahnsinnigen, immer mehr insofern noch bessere Chancen für die Durchführung agrarisches bermeintliche ökonomische Interesse. Mittel und Kräfte verschlingenden Wettrüstens macht, halte ich wünsche bietet, als er nicht das Podbielskische Phlegma besitzt. Die Mitläufer der Sozialdemokratie aber rekrutierten sich die Ablehnung der Kolonialkredite von seiten der Sozialdemokratie Vor allem aber hat die Reichstagswahl ein Ergebnis geliefert, mit in ihrer weitaus übergroßen Zahl eben nicht aus solchen für durchaus gerechtfertigt und geboten. dem das Bündlertum in jeder Hinsicht zufrieden sein kann. Die Kreisen, sondern aus Teilen des bäuerlichen und kleinbürger- Ob diese Gründe nicht auch selbst dann die Ablehnung aus- beiden Bundesleiter, Herr Dr. Noesicke und Dr. Diedrich Hahn, lichen Mittelstandes, bei dem, was ja menschlich nur zu reichend rechtfertigten, wenn der Besitz von Kolonien für Deutschlands die im letzten Reichstag fehlten, ziehen wieder in seine Hallen ein, begreiflich ist, das materielle Jnteresse in politischen Dingen Entwidelung notwendig wäre, mag dahingestellt bleiben. Die und die Anzahl der Mitglieder der Rechten ist auf 115 gestiegen. den Ausschlag gibt. Was aber für das Proletariat aufreizend Sozialdemokratie lehnt auch sonst Budgets ab, deren Zwecke sie im Zudem hat die agrarische Richtung, wie Herr v. Wangenheim wirkte, die Fleischteuerung, föhnte gerade unsere Klein- übrigen für notwendig hält, weil sie mit Bestimmungen oder Ein- wiederholt hervorhob, sowohl im Zentrum wie in der national. bäuerlichen Wähler von ehemals zum Teil mit dem herr- richtungen verkuppelt sind, die sie bekämpft. Aber die Ansicht, daß liberalen Partei eine beträchtliche Verstärkung erfahren. Das sind schenden Regime aus; ebenso fühlten sich manche Klein- Deutschland heute Rolonien für seine wirtschaftliche Entwickelung schöne Erfolge, die, richtig ausgenutzt und an der nötigen handwerker durch die Lohnbewegungen der Gewert braucht, teile ich nicht, sondern habe sie in meinen Wahlreden sehr Rücksichtslosigkeit zur Ausnutzung fehlt es den Agrariern nicht schaften, manche kleine Geschäftsleute durch das Wa ch 3 energisch bekämpft, wobei ich u. a. gegenüber der Redensart, Eng- den" Notleidenden" doch manche schönen Vorteile versprechen. tum der Konsumvereine von der Sozialdemokratie lands Reichtum stamme aus seinen Kolonien, nachwies, daß weit Daß die Bundesleitung die Situation auszunuzen und abgestoßen. Gerade weil die Sozialdemokratie die Interessen über 95 Proz. von Englands Nationaleintommen Stimmung zu machen versteht, zeigte die gewaltige Menschenmasse, des Proletariats rücksichtslos wahrnahm und wahrnehmen aus der Arbeit seiner Bergleute, Eisenarbeiter, Maschinenbauer, die heute den Zirkus Busch bis auf den letzten Platz füllte, und mußte, stieß sie gewisse Mitläuferkreise ab! Sollte aber Schiffbauer, Spinner, Weber usw. usw. herrührt. das der Psychologie entsprechend zusammengestellte Programm, Politifche Ueberlicht. Stele wechselndes Programm mit den neuesten Schlagern", das| konsequent ein bestimmtes Klasseninteresse bertreten hat, wie der ist die Marime des Bundesvorstandes. Heute überwogen die Bund der Landwirte und feine, die in furzer Zeit so Bedeutendes Faschingsnummern. Die Piecen aus der hohen Schule der Staats- erreicht hat. kunst, die früher den Bauern hin und wieder borgeritten wurden, fehlten ganz. Dafür hatten die humoristischen Programmnummern eine Vermehrung erfahren; denn wenn auch Graf Reventlow nicht mehr mitwirken kann, besißt für dieses Gebiet die Bundesleitung in dem Herrn b. Oldenburg- Januschau noch immer, wie anerkannt tverden muß, eine außergewöhnliche Kraft. Und auch Herr Dr.. Dertel hat, wie er heute bewies, eine entschiedene Befähigung für Clownspäße. Eröffnet wurde die heutige Versammlung durch Friherrn d. Wangenheim. Er hatte sich seinen Vortrag sorgfältig ausgearbeitet und sprach gut. Geschickt hob er hervor, daß alle Prophezeihungen über die schlechten Wirkungen der Handelsverträge nicht eingetroffen seien. Nie hätte Deutschlands Industrie und Handel in solcher Blüte gestanden, wie heute. Auf eine Erörterung der Ursachen dieser Prosperität ließ er sich nicht ein. Ohne irgend welche Begründung versuchte er die jeßige Aufschwungsperiode als eine bloße Folge der am 1. März 1906 in Kraft getretenen neuen Vertragstarife hinzustellen. An diesem wirtschaftlichen Aufschwung hätte, meinte er, auch die Landwirtschaft einigen Anteil; doch ständen die Getreidepreise noch immer unter dem als annehmbar erscheinenden Durchschnitt. Würden nicht die wirtschaftspolitischen Forderungen der Landwirtschaft bewilligt, dann und nur dann könne der sozialistische Zukunftsstaat Wirklichkeit werden. Die geeigneten Persönlichkeiten zu dessen Regiment hätte ja die Sozialdemokratie; Stadthagen 8. B. würde sich vorzüglich zum Oberschweinemeister quali fiziren.( Tosender Beifall.) Redner kam dann auf die Reichstagswahl zu sprechen, lobte den Aufschwung des nationalen Gefühls und verlangte vom Fürsten Bülow die Aufstellung eines Programms seiner Heimatspolitit. Die Ansprache Dr. Roesides fand nicht in gleichem Maße den Beifall der Versammlung. Seine heisere Fistelstimme hinderte ihn, mit gleicher Verve wohlberechnete Kraftphrasen in die Manege zu schleudern. Zudem waren seine Ausführungen über den volkswirtschaftlichen Wert hoher und niedriger Preise den meisten allzu langweilig. Dann erstattete Landrat v. Malzahn den Bericht der Kassenrebisionskommiffion. Um die ermüdende Wirkung dieses Vortrags abzuschwächen, trug Herr Lude- Patenhausen, der sich in seinen Mußestunden mit der Fabritation agrarischer Gedichte zu beschäftigen scheint, einen selbstverfaßten poetischen Wahlgruß vor. Ihm folgte Dr. Diedrich Hahn, der anknüpfend an Wangenheims Vortrag die Reichstagswahlen besprach und zum Kampf gegen die Sozialdemokratie aufforderte. Seine Ausführungen gipfelten in dem mit rauschendem Beifall aufgenommenen Gaz:„ Eine Rückkehr zum Caprivismus ist heute nicht mehr möglich." Mana # Damit war der erste und ernstere Teil des Programms erLedigt. Herr v. Oldenburg Januschau betrat als Referent über die Kolonial- und Heimatspolitik die Tribüne. Gleich zu Anfang erklärte er, kein sachliches Referat halten zu wollen, denn we er sich fachlich aussprechen wolle, käme um 8 Uhr noch kein Schimmel in die Manege.( Große Heiterkeit.) Außerdem hätte er auch gar nicht nötig, über Kolonialpolitit zu reden; dazu wäre eigentlich Herr Dernburg da, der sich leider nicht eingefunden hätte. Dann folgten allerlei Ausführungen über das Ergebnis der Reichstagswahl. Besiegt worden ist, meinte Herr v. Oldenburg, die Sozialdemokratie durch die Nichtwähler, und zwar vornehmlich die Nichtwähler, die Schweine besigen. Das nationale Schwein hat die Sozialdemokraten zu Boden geworfen. ( Stürmischer Beifall.) Die sozialdemokratische Politik war eine große Schweinerei. Einmal stimmten die Sozialdemokraten für die Aufrechterhaltung des Sklavenhandels, dann für die Neger gegen unsere braben Soldaten in Südwestafrika; da hat sich das nationale Schwein erhoben, denn aus dieser Politik der Sozialdemokratie wurde schließlich kein Schwein mehr flug.( Stürmischer Beifall.) Auf fast gleicher Höhe der humoristischen Leistungsfähigkeit stand Herr Dr. Oertel, dessen Wike durch seinen sächsischen Dialekt unterstützt wurden. Er redete von dem faden Kamillentee= Aufguß des Capribismus, von den deutschen Handelsbeziehungen zu England und Nordamerika, von dem Denkmalsegport nach den Bereinigten Staaten, von dem Professorenaustausch, von Chamberlain und von Fürst Bülows Beinen, die sich nicht für Bismardsche Stüraffierstiefel eigneten. Schließlich schloß er pathetisch mit dem Stuf: Ave Caesar, victores te salutant!( Kaiser, die Sieger grüßen Dich!) Hierauf setzte das Haus die zweite Beratung des Etats der landwirtschaftlichen Verwaltung fort. Es wurden nur Lokale Wünsche geäußert. Dienstag: Fortsetzung der Etatsberatung. Freifinnige Bravourstückchen! Es erhielten Stimmen: Berlin, den 11. Februar 1907. Kampf gegen die Reaktion! So las man während des WahlDie Enthüllungen des„ Bayerischen Kurier". tampfes in den freisinnigen Blättern. Wie sie den Kampf geführt Die Regierung hat jetzt nach einigem Nachdenken heraus- haben, zeigt die folgende Aufstellung derjenigen Kreise, die von den gefunden, daß die dem Flottenverein aus dem Reichskanzler Freisinnsmannen den Rechtsparteien in der Stichwahl zugeschanzt amt für Wahlzwecke zur Verfügung gestellten Geldmittel worden sind. nicht aus amtlichen Fonds, sondern aus irgend welchen dem Reichskanzler von priuater Seite" überwiesenen Fonds Potsdam- Ofthavelland. stammen. Die Nordd. Allgem. 8tg." veröffentlicht nämlich an der Spize ihrer Sonntagsnummer folgende Notiz: " Der„ Bayer. Kurier" hat Mitteilungen aus der Privatforrespondenz des Generalmajors, Keim und aus Briefschaften des Flottenvereins gemacht, zu deren Kenntnis der Gewährsmann des Blattes nur auf dem Wege einer schweren Unreblichkeit gelangt fein fam. Nach Mitteilungen der Präsidialgeschäftsstelle des Deutschen Flottenvereins ist die Angelegenheit bereits der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Wir hoffen, daß es gelingen wird, eine volle gerichtliche Klärung dieses Vorfalles herbeizuführen. Inzwischen stellen wir das Folgende fest: 1. Es find für die Wahlbewegung keinerlei amtliche Fonds in Anspruch genommen worden, insbesondere hat weder der Flottenverein noch Herr Generalmajor Keim persönlich zuwendungen aus solchen Fonds für Wahlzwecke erhalten. Liebknecht( Soz.) Pauli( f.) Randow- Greifenhagen. Körsten( Soz.) v. Steinäcker( f.). Striegau- Schweidnik. Feldmann( Soz.) Frhr. v. Richthofen( t.) Grünberg- Freystadt. Stolpe( Soz.). Benchelt( f.) Querfurt. Bollender( Soz.). Winkler( f.) Malchin- Waren. B Lorenz( Soz.).. b. Mazzan( f.) 2. Von privater Seite find zur Unterſtüsung Güstrow( 3) regierungsfreundlicher Kandidaturen aufgebracht worden, bei deren Verwendung in dankenswerter Weise auch mehrfach der Nat amtlicher Stellen eingeholt und befolgt worden ist. Der Reichskanzler war in der Lage, dem Fürsten Salm in Aussicht zu stellen, daß er sich für eine Beihülfe zu den Kosten des Wahlkampfes aus folchen privaten Mitteln interessieren werde. 3. Herr Generalmajor Keim hat wie andere im Wahlkampf hervorragend tätig gewesene Männer Gelegenheit gehabt, dem Reichskanzler über den Fortgang seiner und des im nationalen Sinne tätigen Flottenvereins Arbeit zu berichten. Dabei hat er auch naturgemäß der Herausgabe von Wahlbroschüren Erwähnung getan. An der Gestaltung dieser Broschüren hat der Reichskanzler so wenig wie die Reichskanzlei mitgewirkt, auch eine Lügen des Herrn Erzberger" betitelte Broschüre ist an diesen Stellen vor ihrem Erscheinen nicht bekannt gewesen. " b. Treuenfels( f.) Bauch- Belzig. Ewald( Soz.). b. Dergen( Rp.). Rottbus- Spremberg. . Stichwahl Hauptwabl Freifinn 8193 8.709 S. 1119.69 . • 18606 17158 21936 13566 17904 · · 17162 22438 17080 3. 31 8878 Dr. Bernstein( Soz.) b. Dirksen( Rp.). Bitterfeld- Delisch. Rauh( Soz.) Bauermeister( R.) Harburg- Bartehude. Baerer( Soz.). Warenhorst( Rp.). Mecklenburg- Strelit. Lüth( Soz.) Naut( Rp.). Sachsen- Altenburg. Buchwald( Soz.). Schmidt( Rp.) Schaumburg- Lippe. Klingenhagen( Soz.) Dr. Brunstermann( Rp.) Bie der Wie der Bayer. Kurier" mitteilt, hat auch der bekanntlich in Lennep- Mettmann und in Mühlhausen- Langenfalza gewählte freisinnige Professor Eid hoff sich im Wahl- Potsdam- Westhavelland. tampfe der besonderen Gunst des Generalmajors Keim erfreut. Am 3. Januar schreibt z. B. Reim an Eickhoff: Es ist von hieraus fofort alles geschehen, um versöhnlich, teils agitatorisch, Ihre Wahl zu fördern. Ich war gestern im Palais und habe Fürst Bülow gesprochen und ihn darauf aufmerksam gemacht, daß die Regierung die Güte haben muß, dem Steuer einige Grade nach links zu geben und vor allen Dingen dafür zu sorgen, daß die Konservativen und der Bund der Landwirte nicht Sonder politit treiben. Wir haben auch von Ihnen gesprochen und hält auch der Fürst Bülow Sie für den geeigneten Mann, die Freifinnige Partei in dem nationalen Fahrwaffer dauernd zu erhalten." • Peus( Soz) Görde( natl.) Wolmirstedt- Neuhaldensleben. Nitsch( Soz.) Fehlhauer( natl.).. Liebenwerda- Torgau. Fleißner( Soz.) Wilde( natl.). Apenrade- Flensburg. Michelsen( So3.) Wommelsdorf( natl.). Dithmarschen. Freifinn 4942 8. 83 8341 Fri. p. 4127 10042 Mittelstandsp. 3043 15604 10073 3 6545 13302 9361 16954 5539 5478 Fr. p. 5311 8.1539 8589 8517 r. p. 8270 11210 5307 Freifinn 4357 8957 shel 6541 81. 4036 910 11742 Fr. Bp. 6086 8. 73 14771 8.328 3.66bisherNt!. Freifinn 5483 6868 Frf. Bp. 4336 10268 10775 7482 . ° • • 11818 20059 .. • 9690 15500 • 9082 Frf. p. 5415 11384 3. 120 Fr. 116 10712 . 10100 Frf. p. 6654 P. 175 16347 10695 B. b. 2. 110 • 16287 14667 28. 4830 Frf. 3567 21828 • 15360 6698 12504 6059 8622 Medl. Rechtsp. 115 19632 • 9 19092 Freifinn 7223 8. 96 22536 15702 3285 · 5049 2668 Frf. Bp. 2155 3677 11868 12760 3.69 11154 Frf. p. 5910 P. 59 7009 8898 15518 8487 r. 5952 8. 248 9672 7298 • 13776 8725 18050 6239 Frf. p. 4968 8. 75 6984 D.8236 D.- Soz.2359 12133 11188 Fr. 8886 17904 10168 6 12755. 12760 Ronf. 4476 14396 • 6944 Fri. Bp. 2735 Grenz( Soz.). 12669 11830 Fri. Bp. 6578 Dr. Stresemann( natl.). Darmstadt. 15103 8612 Berthold( Soz.)... 16824 15046 Frf. 8463 Dr. Diann( nail.) 18156 10119 Rostod. Dr. Herzfeld( S03.) Link( natl.) 13332 • 15141 12314 Fri. p. 7973 8286 0 10458 0 14575 9429 Frf. 5495 11564 4780 4306 Frf. p. 4128 7852 4437 7994 12634 7262 Frf. p. 5424 8946 11791 11432 Frf. p. 7277 16444 8982 9486 7875 Natl. 6089 9764 6985 10213 9364 Fr. 3258 8.184 12948 9703 Am 15. Januar 1907 erhält Professor Eidhoff folgendes Schreiben vom Generalmajor Steim: „ Nach verschiedenen Rüdsprachen mit Wilhelmftr. 77, wo man fich für Ihre Wahl warm interessiert, ist, um die Sache praktisch zu gestalten, die amtliche Unterſtüßung im Wahlkreise Lennep Remscheid in jeder Weise sichergestellt. Was den Wahlkreis Langenfalza betrifft, so bedauere ich und ebenso Wilhelmstr. 77 diefe Mitteilung ist aber ganz bertraulich aufrichtig daß dort ein nationaler Gegentandidat gegen Sie aufgestellt ist." is fu запор забо Abgeordnetenhaus. witho Müller( Soz.).. Goerk( natl.) Döbeln- Roßwein. Pinkau( Soz.) Everling( natl.) Annaberg- Eibenstod. Jena. Leutert( Soz.) Lehmann( natl.) Sachfen- Koburg- Gotha. Bietsch( Soz.). Quart( natt.) Eschwege- Schmalkalden. . Eckhard( Soz.) Raab( Antis.). Weimar. Baudert( Soz.) Gräf( Wirtsch. B.). Leber( Soz.) Schad( Ant.) Holzminden. 0• Calwer( Soz.). v. Damm( Ant.) Kaiserslautern, Klement( Soz.) 13690 7629 8.4413 Frf. Bp. 273 Röside( B. d. 2.). 14717 10979 D. B. 4072 Die Freifinnigen haben demnach allein in der Stichwahl der Rechtsparteien 30 Mandate verschafft! ben Konservativen 7, Das Abgeordnetenhaus beriet am Montag in erster Lesung den Entwurf eines Wanderarbeitsstättengefetes. Schon seit Jahren haben sich die gesetzgebenden Körperschaften Preußens mit der Frage der Fürsorge für Wanderarme beschäftigt, ohne daß indes bisher etwas Positives geschaffen ist. Ein Entwurf vom Jahre 1895 scheiterte hauptsächlich an der Nach einigen weiteren Begrüßungsreden gingen die Not- Frage, wer die Kosten tragen solle: der Staat oder die Teidenden" auseinander, um sich im Weinhaus Rheingold, bei Prozingen. Im Gegensatz zu dem damaligen Entwurf, der Kempinski, in der Traube oder in den Gebirgshallen Unter den die obligatorische Einführung von Verpflegungs- Eisenach. Linden von der geistigen Anstrengung der Tagung zu erholen stationen im gesamten Staatsgebiete plante, schlägt die mit dem Bewußtsein, daß die Landwirtschaft Regierung jetzt das System der Wanderarbeitsstätten Trumpf ift. Und sie haben Grund zum Frohlocken! Der Bund vor, d. h. es sollen nur an einigen wenigen größeren Drten der Landwirte, dessen Mitgliederzahl nach dem Geschäftsbericht eines Bezirks Stationen für arbeitsuchende Wanderer einauf 282 000 angewachsen ist, hat Erfolge zu verzeichnen, wie teine gerichtet und die Wanderarbeitsstätten mit Arbeitsandere wirtschaftliche Organisation, und diese Erfolge sind keines- nach weisen verbunden werden, die wieder unter sich wegs bloße Bufallsrefultate, sondern, wenn auch die historische Fühlung haben. Mittellose arbeitsuchende Wanderer werden Entwickelung Preußens und seine wirtschaftsgeographischen Ver- von den Gemeindebehörden der nächsten Wanderarbeitsstätte hältnisse günstige Vorbedingungen lieferten, das Ergebnis zugeführt, wo fie gegen Arbeitsleistung vorübergehend Vereiner sehr intensiven und planmäßigen bierpflegung und Obdach erhalten und von wo aus ihnen Arbeit zehnjährigen Arbeit, von der auch wir Sozialdemokraten nachzuweifen bersucht wird. Jst ihnen nirgends Arbeitsfehr vieles lernen können. Weder fehlt es zwischen den Bauern gelegenheit zu verschaffen, so werden sie einer Arbeitsüber 1000 und unter 30 Hektar an Reibungsflächen, noch ist der folonie überwiefen. Bauernstand ein sehr gefügiges, sich leicht einer Organisation ein- Der Entwurf steht also im großen ganzen auf dem Boden passendes Element. Diese Masse organisiert, ihr eine feste Richtung des Bodelschwinghschen Systems mit all seinen Mängeln. und einen festen Willen gegeben zu haben, das ist immerhin eine Man entfernt die Arbeitslosen von der Landstraße, ohne sehr ansehnliche Leistung der Bundesleitung. Sie hat ihre spröde indes der Arbeitslosigkeit selbst zu steuern, und den unglückAnhängerschaft zu einer Disziplin, zu einer Einfügung in die lichen Leuten, die sich in eine Arbeitsstätte begeben haben Gesamtströmung gebracht, die mögen immerhin die Landräte in der Hoffnung, daß ihrer Not ein Ende gemacht wirdgeholfen haben- volle volle Anerkennung verdient. Und noch in anderer winkt die Aussicht auf Unterbringung in eine Arbeitstolonie, Richtung läßt sich viel vom Bund der Landwirte lernen. Er hat wo sie nicht als freie Arbeiter, sondern oft genug schlimmer fich stets als Klassenorganisation gefühlt und als in Gefängnissen behandelt werden. Das ist die immer die innere Ginheit und Festigkeit der praktische Sozialpolitik", die Arbeiterfürsorge" des preußischen Erwerbung unsicherer, in jedem Moment zum Staates. " nämlich: Potsdam Osthavelland, Randow Greifenhagen, Striegau- Schweidnitz, Grünberg- Freystadt, Querfurt, Malchin Waaren und Güstrow, den Reichsparteilern 7, nämlich: Bauch- Belzig, Kottbus- Spremberg, Bitterfeld- Delitsch, Harburg- Buxtehude, Mecklenburg- Strelit, Sachsen- Altenburg und Schaumburg- Lippe, ben Nationalliberalen 11, nämlich: Potsdam- Westhavelland, Wolmirstedt- Neuhaldensleben, Liebenwerda Torgau, Apenrade Flensburg, Dithmarschen, Döbeln- Roßwein, Annaberg Eibenstod, Darmstadt, Rostod, Jena und Sachsen- Koburg, den Antisemiten 4, nämlich: Eschwege- Schmalkalden, Weimar, Eisenach und Holzminden, dem Bund der Landwirte 1, nämlich: Kaiserslautern. " Abspringen geneigtér Glemente Glemente borgezogen. Mit dem Grundgedanken des Entwurfes, dem der Nie hat er die Tattit verfolgt, sich Massen angliedern zu wollen, Minister des Innern, b. Bethmann- Hollweg, selbst die ihren wirtschaftlichen Lebensbedingungen nach zu seinen Be- jede sozialpolitische Bedeutung absprach, erklärten sich alle strebungen im Gegensatz stehen, und deshalb, sobald er in aller Parteien einverstanden, nur wurde von verschiedenen Seiten und Angesichts solch schmählicher Handlangerdienste des FreiSchärfe seine Forderungen stellt, sich von ihm wieder abzweigen an den Staat die Forderung gestellt, eine angemessene finanzielle finns für die Fleischwucherer und Wahlrechtsfeinde müssen. Ebensowenig hat er jemals nach dem Grundsatz gehandelt, Beihülfe zu leisten. Es ist aber nicht ausgeschlossen, daß das wagt die Berl. Volksztg." noch, der Sozialdemokratie wegen sich auf allen Gebieten zugleich zu betätigen und allen etwas bieten Gesetz wiederum an dem Kostenpunkte scheitert! Den Frei- ihres Verhaltens bei den Stichwahlen Vorwürfe zu machen. Mag zu wollen; stets hat er seine Sträfte auf bestimmte Forderungen tonservativen ist der Entwurf sogar noch zu sozial; fie erklärten die Moffe- Demokratie" doch erst einmal vor den freisinnigen Türen fonzentriert, die durch die politische Situation gegeben waren und sich gegen die Errichtung von Arbeitsnachweisen mit der Befegen! in der Richtung seines Bieles lagen; und erst, wenn diese For- gründung, daß Arbeitsnachweise nur von den Unterderungen ganz oder teilweise erreicht waren, hat er seine Sträfte nehmern errichtet werden dürften, da sie sonst der sozialauf andere Forderungen gerichtet. Mit dieser Tattit hat der Bund demokratischen Propaganda dienen! der Landwirte die höchsten Erfolge erzielt. Es gibt keine politische Die Debatte endete mit der Verweisung der Vorlage an oder wirtschaftliche Organisation, die so rücksichtslos, so einseitig- leine Kommission. Die Eröffnung des württembergischen Landtags. Stuttgart, 9. Februar.( Eig. Ber.). Die Thronrebe, mit der am Donnerstag der Landtag eröffnet wurde, ist ihrem wesentlichen Inhalt nach im Vorwärts bereits mitgeteilt worden. Der Inhalt ist sehr mager und nament» lich von der Schulreform, die man als eine der wichtigsten und schwierigsten Aufgaben des neuen Landtags ansieht, handeln nur ein paar trockene, nichtssagende Sätze. Mit„lebhafter Ge- nungtuung" wird nochmals das Gelingen der Verfassungs- reform erwähnt und festgestellt, daß die Zweite Kammer sich ..nach den ganz überwiegenden Wünschen des Landes, die Ich gerne berücksichtigt habe, nunmehr ausschließlich aus Vertretern des Volkes auf Grund allgemeiner und unmittelbarer Wahl zusammensetz t". Der Hauptton wird auf die„unabweisliche Pflicht der Besserstellung sämtlicher Staats- beamten sowie der Kirchen- und Schuldiener" gelegt, ebenso wird mitgeteilt, daß„erhebliche Mittel für Ausgaben der E i s e n b a h n v e r w a l t u u g zu beschaffen sind". Etwas mehr an tatsächlichen Mitteilungen ist dem Begleit- schreiben des Finanzmini st ers zum Etat zu entnehmen. Die Finanzlage des Landes wird dort„dank der fortdauernden günstigen Gestaltung der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse" als befriedigend bezeichnet. Die Erhaltung des Gleichgewichts im Hauptfinanzetat erscheine aber nur dann als gesichert,„wenn die Zeiten günstige bleiben und Württemberg durch Mehr- belastungen seitens des Reiches verschont wird". In letzterer Beziehung scheint der Finanzminister immerhin etwas skeptisch zu sein. Jedoch hätte es ja die württembergische Regierung, worauf sie noch hingewiesen werden wird, in der Hand, durch ihre Vertretung im Bundesrate dahin zu wirken, daß im Reiche jene ungeheuren Ausgaben eingeschränkt werden, welche die Ursachen der für die Einzelstaaten so un- angenehmen und ihr finanzielles Gleichgewicht bedrohenden Be- lastungcn sind. Ter Verlesung der Thronrede ging die auf Grund des§ 163 der Verfassung erforderliche Eideslei st ung der neu- eintretenden Stände Mitglied er voraus, an der infolgedessen auch die sozialdemokratischen Mitglieder der Zweiten Kammer teilnahmen. Am Tage danach fand die Präsidentenwahl statt, bei der Zentrum und Volkspartei miteinander rivalisierten. Die Zentrumsfraktion ist die stärkste des Landtags, doch zählt sie nur ein Mandat mehr als die Volkspartei, die den Präsidentensitz seit 12 Jahren inne hatte. Dieses eine Mandat wird außerdem, vermutlich erfolgreich, angefochten werden, so daß es fraglich er- schien, ob um dieses einen Mandates willen der Volkspartei das Präsidium genommen werden sollte, zumal ihr Kandidat P a h e r zweifellos eine geeignetere Persönlichkeit für das Amt ist als der Zentrumsmann Kiene. Das Zentrum sah auch wohl selbst ein, daß unter solchen Umständen ein eigener Verzicht ratsamer sei, als eigensinniges Beharren, und so erklärte es selbst, zugunsten einer anderen Partei zurücktreten zu wollen, nur— dürfe dies nicht die Volkspartei und im speziellen nicht Herr v. P a y e r sein. Es ließ vielmehr auf dem Umwege über den Bauernbund das Präsidium der Deutschen Partei(Nationalliberale) für deren Mitglied Staatsrat v. Balz anbieten. Die Deutsche Partei ist mit nur 12 Mitgliedecrn die kleinste des Landtags, weS- halb dieser Vorschlag außer beim Bauernbund, der in dieser Frage mit dem Zentrum ging, keinen Boden fand. Die Sozialdemokratie hätte auch schon deswegen nicht für v. Balz gestimmt, weil dieser Staatsbeamter ist und als solcher der Regierung gegenüber nicht die erforderliche Unabhängigkeit besitzt. Nachdem das Zentrum aber grundsätzlich auf seinen Anspruch verzichtet hatte, hatte die sozial- demokratische Fraktion völlige Entschlußsreiheit und entschied sich nun für Payer, der dann mit 56 gegen 31 Stimmen gewählt wurde. Dem Ergebnis dieser Präsidentenwahl war deswegen mit Spannung entgegengesehen worden, weil der Kampf um das Prä- sidium schon in der Landtagswahlbcwegung eine große Rolle ge- spielt hatte. Der erste Vizepräsident wurde nunmehr naturgemäß der Zentrumsabgeordnete v. Kiene, während bei der Besetzung des zweiten Vizepräsidenten wieder Differenzen auf- traten. Die sozialdemokratische Fraktion war mit 15 Mitgliedern als drittstärkstc Partei aus den Wahlen hervor- gegangen und zählte somit ein Mandat mehr als der Bauern- Hund mit seinen 14 Mitgliedern. Nachträglich ist aber jetzt ein als „Wilder" gewählter Abgeordneter dem Bauernbund als„Gast" bei- getreten, so daß daraufhin der Bauernbund ebenso wie die Sozial- demokratie den Anspruch auf den zweiten Vizepräsidenten erhob. Die Volkspartei war bereit, unseren Abg. Kloß zu wählen, die Deutsche Partei erklärte aber, es nur dann tun zu wollen, wenn der Bauernbund seinen Anspruch fallen ließe. Dies geschah nicht. Da die Sozialdemokratie mit ihrem Kandidaten daher in. der Minderheit geblieben wäre, so verzichtete sie freiwillig unter der Bedingung, daß chren Wünschen in bezug auf die Besetzung wichtiger Kommissionen entsprochen würde. Diese Bedingungen wurden erfüllt und somit wurde der Konservative Kraut zum zweiten Vizepräsidenten gewählt. Die Sozialdemokratie ist aber im Gesamtvorstande der Kammer keineswegs unvertreten. denn sie erhielt infolge ihres Verzichtes auf den zweiten Vize- Präsidenten zwei S ch.r i f t f ü h r e r p. o st e n zugestanden, die durch unsere Abgg. Feuerstein und Fi'scher besetzt wurden. In den K o ni m i s s i o n e n erhielt die Sozialdemo- k r a t i e folgende Vcrttetung: Finanzkommission: 3 Sitze, Abgg. K e i l, Kloß, Dr. Linde- mann. Volkswirtschaftliche Kommission: 2 Sitze, Abgg. Hilden- brand, Fischer. Kommission für innere Verwaltung: 3 Sitze, Abgg. Feuer- st ein, Mattutat, Keil. Justizgesetzgcbungs-Kommission: 2 Sitze, Abgg. Dietrich, Kurz. Legitimations-(WahlprüfungS-) Kommission: 1 Sitz, Abg. Hildenbrand. Geschäftsordnungs-Kommission: 2 Sitze. Abgg. Kloß, Schlegel. ' BauordnungsiKominifsion: 2 Sitzx, Abgg. Dr. Lindemänn, Dietrich. Volkeschul-Kommission: 3 Sitze, Abgg. Hildenbrand, Schäffler, Hehmann. Petitionskommission: 2 Sitze, Abgg. Tauscher, Mattutat. Staatsrechtliche.Kommission: 1 Sitz, Abg. Dr. Linde mann. Bibliothckkommisfion: 1 Sitz, Abg. Heymann. Kommission für die Staatsschulden-Verwaltung: 1 Sitz, Abg. W a s n e r. Kommission für die Prüfung der ständischen Kasscnrechnung: 1 Sitz, Abg. S e e g e r. In der Bauordnungs- und Petitionskommission fällt unserer Partei der erste Vorsitz,� in der Kommission für innere Verwaltung und der Bibliothekkommission der zweite Vorsitz zu. Außerdem ist der Sozialdemokratie je ein Sitz im engeren und weiteren Ständischen Ausschuß zugestanden, was für uns von großer Bedeutung ist, weil diese Körperschaft in der Zeit, in der der Landtag nicht versammelt ist, mit der Regierung zusammen die tatsächliche Leitung der Staatsgeschäfte zu besorgen hat. Für diese Körperschaft kommen die Abgg. Hildcnbrand uich Kloß in Betracht.. Mit diesen zahlreichen Funktionen, die von den sozialdcino- kratischen Abgeordneten auszuüben sein werden, ist ihnen eine große Arbeitslast und auch ein großes Vkaß von Verantwortung auferlegt. In der neuen und gegen früher ja wesentlich verstärkten Fraktion herrscht jedoch lebhafte Arbeitsfreudigkeit, so daß man die Hoff- nung hegen kann, daß bei niemandem Zweifel an der Neigung der Sozialdemokratie zu„positiver Mitarbeit" entstehen werden. Veutlckes Reich« Verleumder-Gesindel. Genosse Bebel ersucht uns um Aufnahme folgender weiteren Erllärmig: Me ich aus der bürgerlichen Presse ersehe, stammt die Lüge über da? Champagnergelage, das Genosse Singer, ich und ein dritter Unbekannter in einem Weinlokal des Berliner Westens gehabt haben sollen, aus der„Jnformatton", d. h. der Korrespondenz des Reichsverbandes zur Verleumdung der Sozial- demokratie. Diese Liigennotiz macht gegenwärtig die Runde durch einen großen Teil der deutschen Presse. Unter anderem sind es die„Hamb. Nachrichten", die„Leipziger Neuesten Nachrichten" usw. usw., die sich zur Verbreitung jener Schandnotiz hergeben. Ich bitte die Parteipresse, kontrollieren zu wollen, welche von den Blättern, die jene Lüge verbreiteten, noch soviel Ehr- und Scham- gefühl besitzen, um auch meine Richtigstellung aufzunehmen, und bitte Blätter, die dieses unterlassen, durch öffentliche Aufforderung zur Richtigstellung zu zwingen. Es ist offenbar, daß das Lügen- und Verleumdungsgewerbe, das im Wahlkompf gegen die Partei und die leitenden Personen unseren Feinden so gute Dienste leistete, mit Hochdruck weiter betrieben werden soll. Die„Information" des Reichsverbandes ist die Kloake, aus welcher die gegnerische Presse schöpft. Liefern die Partei und die führenden Personen in derselben nicht genügend Material, das in geeigneter Böeise gefälscht, dem Publikum serviert werden kann, so legt man sich wie im vorliegenden Fall aufs Erfinden. Die Parteipresse wird genötigt sein, weit mehr als bisher diesem schamlosen Treiben ihre Aufmerffamkeit zu schenken und mit den Lügnern und Fälschern unnachsichtkich ins Gericht zu gehen. Was mich betrifft, so werde ich im Reichstag die erste Gelegen- heit benutzen, um mit dem Präfidenten des Verbandes zur Ver- leumdung der Sozialdemokratie, dem Generalleutnant z. D. v. Liebert und seinem Stellvertreter dem Landgerichtsrat Hagemann öffentlich Abrechnung zu halten. Diese beiden mache ich in erster Linie verantwortlich für das ehr-, schäm- und gewissenlose Treiben des Reichsverbandes, für das sie die moralische Berantwortmig tragen. Dieses Treiben des Reichsverbandes in Verbindung mit dem, was der„Bayerische Kurier" über die offizielle Mache bei den letzten Wahlen veröffentlichte, zeigt, daß wir uns im glorreichen Deutschen Reiche in einer politischen Atmosphäre befinden, die zum Himmel stinkt. Schöneberg-Berlin, den 11. Februar 1667. A. Bebel. Die Lügennotiz der»Information" lautet nach den»Leipziger Neuesten Nachrichten": „Wie Bebel und Singer Kaiscrgeburtstag feierten, darüber wird der„Information" ein hübsches Geschichtchen erzählt, aus welchen: wieder einmal hervorgeht, daß es auch im„Zukuufts- staate" bevorzugte Genossen geben würde, die statt des Arbeiter- bieres Sett und andere Kapitalistenftenden genießen. Der„In- formation" wird nämlich von privater Seite geschrieben:„An Kaisergeburtstag— Mitternacht war längst vorüber— kehrte ich noch in ein bekanntes Weinrestaurant des Berliner Westens, in dem nicht gerade das Proletariat zu verkehren pflegt, ein. Aus einem Rundgange durch die Räumlichkeiten des Lokals wurde mein Interesse plötzlich von einer Gruppe von drei Herren auf das lebhafteste in Anspruch genommen. Während zwei dieser Herren, der eine mit stark ergrautem Spitzbart, der andere mit ebensolchen„Koteletten", sich innig umschlungen hielten, ein Bild tieffter Rührung, saß der dritte im Bunde teilnahmslos und ganz in sich zusammengesunken da; er schlief den Schlaf des Gerechten. Aus einem Eiskühler lugte der Hals einer Sektflasche her- vor; wenn ich richtig gezählt habe, war man bei der vierten angelangt. Als die beiden gerührten Graubärte eine Schwenkung zu nur bin ausfiihrten, erschrak ich vor Ueberraschung bis ins Innerste und glaubte meinen Augen nicht trauen zu dürfen. Aber da war eine Verwechselung ausgeschlossen, bei derart markanten und populären Köpfe» war ein Irrtum nicht möglich: es waren tatsächlich die beiden höchsten Würdenträger des Zu- kunftsstaates Bebel und Singer, die dort jenen er- greifenden Vorgang in Szene setzten. Den dritten der Herren, der augenscheinlich der Situation nicht gewachsen war, kannte ich nicht."_ Der Reichöverband zur Verleumdung der Sozialdemokratie hat eine Erwerbung gemacht, die semer würdig ist. Der frühere Reichs- tagsabgeordnete Dr. n:ed. Becker aus Sprendlingen bei Offen- dach, der es auf Grund seiner ReichStagStätigleit nicht mehr wagen durste, in seinem bisher innegehabten Wahlkreis zu kandidieren und der bekanntlich einer der skrupellosesten Belämpfer der Sozial- demokratie ist, hat seine Praxis aufgegeben und ist in die Dien sie des Reichsverbandes getreten. Herr Becker soll nach uns zugehenden Mitteilungen ein Gehalt beziehen, das niindcstcns dreifach höher ist, als seine bisherige Praxis ihm einbrachte. Außerdem sind:hm für jeden Reise- oder Agitationstag ungewöhnlich hohe Diäten zugestanden worden. De:» Verdienste seine Krone. Gegen die Freisinnigen. Der„Generalanzeiger für die ge- samten Juteressei: des Judentums" bringt unter der Ueberschrist: „Das Spiel ist aus" einen Artikel, worin er sich bitter über die Haltung der Freisinnigen bei den Wahlen beschwert. Er schließt den betreffenden Artikel mit den Worten: „I:: der Tat, die Antisemiten haben alle Ursache, auf ihre Wahlerfolge stolz zu sein. Seit der letzten Wahl hat sich die Zahl ihrer Abgeordneten verdoppelt: 15 im Jahre 1963 sinkt. Bauern- b:md), heute 86!I Allerdings müssen sich die Antisemiten bei den Freisinnigen auf da« herzlichste bedanken, denn nur auf Krücken d.er Freisinnigen ist über die Hälfte der antisemitischen Abgeordneten in den Reichs- tag gehumpelt!!" Auch Herrn Müller-Meiningen wird für seine anmaßende Ein- Mischung in die Stichwahl in Jena der Kopf gewaschen, DaS Blatt fragt: ob sich Herr Müller etwa schon jetzt als zukünsttger Partei« papst fühle, der sich über die Stichwahlparole einer befreundeten Partei leichten Herzens Hinwegseyen dürfe, wodurch der national- liberal-antisemilische Herr Lehmann gewählt worden sei. Wir begreifen den Schmerz des jüdischen Organs. Die Börse hat den Frersinnigen ihre Geldbeutel zur Verfügung gestellt und zum Dank dafür wählen die Freisinnigen Antisemiten. Das ist eine bittere Enttäuschung.—_. Die kleine deutsche und die große englische Flotte des Herr» Tirpitz wird in der nächsten Marinevorlage zweifellos eine große Rolle spielen. Klein und Groß find relative Begriffe. Man muß doch irgend einen Maßstab haben, woran es gemessen wird. Als solchen Maßstab kann man neben dem Kolonialbesitz doch nur die Handelsmarine nehmen, zu deren Schutz angeblich die Kriegs- marine wirken soll. Aus der seemännischen Bevölkerung muß doch auch der Stamm der Kriegsmarine entnommen werden! England hatte mit den Kolonien 1964 37 055 registrierte Schiffe mit einer Ladefähigkeit von 12 157(XX) Registertonnen. Oder wenn wir die in den Kolonien und für die Flußschiffahrt dienenden Schiffe außer Bettacht lassen, bleiben allein für Groß- britannien 14 479 Seeschiffe mit 16 278 666 Registertonnen und 259 489 Mann Besatzung. Demgegenüber stand eine Kriegs'- marine mit 424 Schiffen, die einen Rauminhalt von 1 668 226 Registertonnen und 164 330 Mann Besatzung hatten. Es kommen also ans jedes Kriegsschiff 34,1 Seeschiffe der Handelsmarine, auf je 1666 Tonnen der Handelsmarine 162,2 Tonnen der Kriegsmarine, und auf je 166 Nkann der Besatzung der Handelsmarine kamen 46,2 Mann der Kriegsmarine. Deutschland hatte 1965 4224 registrierte Seeschiffe mit 2 352 575 Registertonnen Ladefähigkeit und 66 616 Mann Besatzung. Die Kriegsmarine hatte einschließlich der Hochsee-Torpedo« boote, die bei England auch mitgerechnet sind 227 Schiffe mit 543 562 Tonnen Rauminhalt und 46 672 Mann Besatzung. Beim Rauminhalt fehlt die Tonnenzahl der 166 Hochsee-Torpedoboote, die jedes 396—566 Tonnen Rauminhalt haben. Bei den Angaben über die englische Flotte ist der Rauminhalt der Torpedoboote mitgerechnet. Es kommen demnach in Deutschland auf jedes Kriegsschiff nur 18,6 Seeschiffe der Handelsmarine, auf jede 1666 Tonnen der Handels« marine 239 Tonnen der Kriegsmarine und auf je 166 Mann Be- satzung der Handelsmarine 67,1 Mann der Kriegsmarine I Würde man andere Einhetten zur Grundlage der Berechnung nehmen, z. B. 1666 Kilometer Küstenstrecke des Mutterlandes und der Kolonien oder Anzahl der Häfen, oder Millionen Einwohner des Mutterlandes und der Kolonien: immer wird man finden, daß Deutschland für jede dieser Einheit sowohl an Zahl und Raum- inhalt der Schiffe als Zahl der Mannschaft erheblich mehr hat als Großbritannien! Bringt man die obigen Ziffern in Tabellenform. dann ergibt es folgendes Bild: Es entfielen In Deutschland In England Auf 160 Handelsschiffe... 5,4 2,92 Kriegsjchiffe. » 1660 Ton. d. Handelsschiffe 239 162 Tonnend. Marme. » 166 Mann der Besatzung der Handelsschiffe... 67,1 46,2 der Marine. Reaktion in Sachsen-Weimar. Weimar, 16. Februar.(Eig. Ber.) Der Landtag wurde heute eröffnet. In der„höchsten Propositionsschrift"— so wird im wcimarischen Regierungsdeutsch das, was man sonst„Thronrede" nennt, genannt— wird in erster Linie auf die Aufbesserung der Gehälter der Geist» I i ch e n hingewiesen. Dann wird auch noch der Lehrer und übrigen Staattsbeamten gedacht.— Unter den verschiedenen neuen Vor- lagen befindet sich auch eine solche, die altehrwürdige Gesetze aus dem Jahre 1756 aufhebt und durch andere Bestimmungen ersetzt. Es handelt sichumdieäußereHeilighaltungderSonn- und Festtage. Da soll nun in Zukunft verboten werden, daß an Sonn- und Fe st tagen Flugblätter und Flug- schriften verteilt und ausgetragen werden! Natürlich sind religiöse Schriften, die mit Erlaubnis der Kirchenbehörden ver- breitet werden, davon ausgeschlossen. In den G a st- und Schani- wirtschaften ist jeder geräuschvolle Verkehr bis mittags 12 Uhr streng verboten. Kegel-, Karten- und Billard- spiel ist ebenfalls an solchen Tagen bis mittags 12 Uhr verboten. Kurz, der Geist der Muckerei zieht sich wie ein roter Faden durch dies funkelnagelneue Gesetz, das natürlich als ein Fortschritt be- zeichnet wird.—_ Rachwahl in Mühlhausen-Langensalza. Nach mehreren entgegengesetzten Meldungen der bürgerlichen Presse steht nun endlich fest, daß der in M ü h l h a u s e n- L a n g e n- s a l z a und Lennep- M�e t t m a n n gewählle freisinnige Volks- parteiler Prof. Eickhoff für Lennep- Mettmann ange- nommen hat. Es muß also im 3. Wahlkreis des Regierungsbezirks Erfurt eine Nachwahl stattfinden, nicht, wie wir vor einigen Tagen meldeten, in Lennep-Mettmann. Im Kreise Mühlhausen-Langensalza-Weißensee erhielten am 25. Januar unser Kandidat, Genosse G r u n w a l d 6616, der frei- sinnige Kandidat Eickhoff 6117 und der konservative Freiherr v. Zedlitz 16 541 Stimmen; in dex Stichwahl traten unsere Ge- Nossen geschlossen ein für Eickhoff, als das kleinere Uebel, so daß er au: 5. Februar mit 14 III'Stimmen gegen Zedlitz siegte, der es auf 11 126 Stimmen brachte. Außer unseren Genossen war auch das Zentrum bei der Stichwahl noch mit zirka 2666 Stimmen für Eickhofs eingetreten, während es in der Hauptwahl sich der Stimme enthalten hatte. Böi der bevorstehenden Nachwahl wird die Wahlbewegung natürlich zweifellos durch die allgemeinen Erscheinungen bei Nach- wählen, wie Abspannung und geringeres Interesse, stark gedrückt werden, andererseits aber hat Herr Eickhoff gerade seinen Mühl- hauser Parteifreunden einen starken Streich gespielt, den sie sicher- lich in der Nachwahl verspüren werden. Sein Leibblatt, die frei- sinnige„Mühlhauscr Zeitung" nimmt denn auch kein Blatt vor den Mund, sie schreibt: „Wir können diesen bedeutungsvollen und inhaltsschweren Entschluß nur mit dem Ausdruck des tiefsten Bedauerns in der Erkenntnis entgegennehmen, daß Herr Prof. Eickhoff damit einer- seits der Sache des Gesamtliberalismus in unserem Wahlkreise einen unberechenbaren Schaden zugefügt hat, andererseits sein den Wählern verpfändetes Wort, an dem bis zur Stunde niemand zu zweifeln und zu deuteln gelvagt hat, gebrochen hat. Von welchen Erwägungen sich Herr Professor Eickhoff hat leiten lassen, entzieht sich vorerst noch unserer Beurteilung. In jedem Falle aber war es für ihn Ehrensache, seinen alten Wählern, die ihm zuerst in den Reichstag verholfen hatten, treu zu bleiben! Von dieser Ueberzeugung war jeder einzelne Wähler felsenfest durchdrungen, und dementsprechend war auch die diesmal überaus schwienge und anstrengende Wahlarbeit selbstlos und opferwillig geleistet worden. Auf diese Quittung war niemand gefaßt!" Es ist sicher, daß durch diese Verhältnisse in den Nachwahl- kämpf eine starke persönliche Note kommen wird, ganz gleich, wen die Freisinnigen jetzt für Eickhoff aufstellen werden, denn ihr früherer Abgott hat sich nicht nur durch diesen Ehrenwortsbruch, sondern vor allen: auch durch seinen Keim-Briefwechsel mehr wie kompromittiert, und der Freisinn wird es bei der Nachwahl spüren. Ein solches Spüren würde man freilich nur zahlenmäßig nach- weisen können, wenn das Zentrum im ersten Wahlgange nicht etwa wieder gleich für den Freisinn, wie 1898 und 1963, eintritt; aber das kann das Zentrum käum nach feinem Verhalten bei dieser Hauptwahl und nach allem, was gerade in den letzten Tagen durch den Keim-Briefwechsel über Freisinn und Zentrums- betämpfung anS Licht gekommen ist, Auch die konservativen Parteien werden, wie es heißt, einen neuen Kandidaten aufstellen, da Herr v. Zedlitz gar zu wenig im Kreise angesprochen hat, und da sie für eine Stichwahl zwischen Sozialdemokraten und Konservativen der freisinnigen Stimmen absolut sicher sein wollen, bevor sie erneut in den Kampf gehen. Auch von einer gemeinsamen Kandidatur aller „nationalen Parteien", d. h. Konservativen. Bund der Landwirte und Freisinnigen rumort es. Kommt diese gemeinsame Kandidatur nicht zustande, und tritt das Zentrum nicht sofort in der Hauptwahl für den neuen fteisinnigen Kandidaten ein, so ist es sicher, daß die Stichwahl zwischen unserem und dem konservativen Kandidaten stattfindet, denn die 166 Stimmen, die Herr Eickhoff am 25. Januar mehr wie unser Kandidat aufbrachte, wird der Freisinn reichlich durch das jetzige persönliche und sachliche Verhalten seines früheren Kandidaten einbüßen. Unsere Parteigenossen selbst, die eben erst in diesem vorwiegend ländlichen und weitausgedehnten Kreise einen besonders müh- seligen und arbeitsreichen Kampf beendet haben, treten in alter Kraft und mit altem Mute in den neuen Kampf, wie sich daS ftir Sozialdemokraten auch nicht anders ziemt.— Staatsgefährliches Turnen. Wenn die Dänen in Nordschleswig sich der phantastischen Hoffnung hingegeben hatten, mit dem zwischen der preußischen und dänischen Regierung abgeschlossenen Vertrag über die staatS- rechtlichen Verhältnisse der Optantenkinder würde ein neuer Kurs im Bezirk der Köllerpolitik einsetzen, sind sie von den Behörden in Nordschleswig bald gründlich enttäuscht worden. Die Schles- wiger Regierung hat sogar unmittelbar nach der Veröffentlichung des Staatsvertrages eine ganz neue Nummer ihrem langen Register gecmanisatorischcr Zwangsmaßrcgeln eingefügt. Dieser Tage erhielten die Letter und Leiterinnen sämtlicher Turnverein- in Nordschleswig, die ihre Uebungen in dänischen Versammlungs- Häusern abhalten, ferner die Besitzer und Pächter dieser Vcrsamm- lungshäuser durch die örtlichen Polizeibehörden eine Verfügung der Königlichen Regierung in SchleSvig zugestellt, in der ihnen bei hohen Geld- resp. Haftstrafen untersagt wird, an jugendlich: Personen unter 18 Jahren Turnunterricht zu erteilen, resp. die Erteilung des Unterrichts in ihren Lokalen zu dulden. Schon vorher hatten die Kreisschulinspektoren des Amtes Hadersleben bekannt gemacht, daß die Turnlehrer zur Erteilung von Unterricht an schulpflichtige Kinder von ihnen einen Erlaubnis- schein einholen müßten. Sie beriefen sich dafür auf eine Kabinetts- ordre vom Jahre 1834, sowie auf eine Ministerialinstruktion vom Jahre 1839. Wenn aber die dänischen Turnlehrer um diese Er- laubnis einkamen, wurde sie ihnen regelmäßig versagt. In Scherrebek war sogar der Gendarm in den Saal des dortigen Per- sammlungshauses während des Unterrichts eingedrungen und hatte, obwohl ihm vom Besitzer der Zutritt verwehrt worden war, weil das Lokal an eine geschlossene Gesellschaft vermietet sei, den Unter- richt kurzerhand verboten und die Kinder weggejagt. Die Regierung geht also gegen die Dänen in Nordschleswig Stnau so vor. wie gegen die Sozialdemokratie. Ist doch vor einiger eit dem Genossen Adler in Kiel die Erteilung von Turnunterricht an die Schüler des dortigen Arbeiterturnvereins verboten worden, obwohl er das Diplom als staatlich geprüfter Turnlehrer besitzt. In der betreffenden Verfügung der Schleswigcr Regierung, Abteilung für Kirchen- und Schulsachen, hieß es, daß Adler, wie überhaupt jedes Mitglied der sozialdemokratischen Partei als solches nicht die sittliche Qualifikation zu diesem Amt besitze? Die Ziele der Sozialdemokratie seien»den Aufgaben des Schulunter- richts, die Kinder zur Achtung und Ehrfurcht vor den Gesetzen, zur Gottesfurcht und Vaterlandsliebe zu erziehen, gerade entgegen- gesetzt." Daß den Dänen jetzt solches nach der Wahl passiert, ist doppelt verblüffend für sie. Haben sie doch geglaubt, durch die Ab- stimmung ihres Abgeordneten Haussen in jener denkwürdigen Reichstagssitzung am 13. Dezember v. I. und mehr noch durch ihr Verhalten in der Flensburger Stichwahl, wo sie das Mandat an den vom Deutschen(Germanisations-) Verein in Nordschleswig empfoh- lenen erzreaktionären Kandidaten der nationalliberalen Vündler auslieferten, der preußischen Regierung hinreichend den Beweis ge- liefert zu haben, daß sie ihre demokratischen Traditionen definitiv acl acta gelegt. Daß ihnen aber so prompt ihr verbrieftes Anrecht an den Katzenjammer, der den freisinnigen Kostgängern des Hotten- tottenblocks garantiert ist, eingelöst werden würde, ist freilich ihr besonderes Pech.— Hudland. Frankreich. Die dcftohlcne Nation. Paris, 8. Februar.(Eig. Ber.) „Ein sozialistisches Gesetz i Die Depots in den Kreditanstalten bedroht I Unheilvolle Folgen I" Diese Schreckensworte sind heute in übergroßen Lettern auf der„Manschette" des nationalistischen „Echo de Paris" zu lesen. Und ähnliche Alarmsignale trompetet die ganze reaktionäre Presse. Das Ereignis, das ihr solche Angst einjagt, ist die Einbringung der Regierungsvorlage über die Ein- k o m m e n st e u e r. Es ist bekanntlich nicht die erste, und leider ist auch keine volle Gewißheit darüber vorhanden, daß es die letzte sein wird. Die radikalen Kandidaten haben zwar die Einkommen- steuer seit langem in ihren Programmreden versprochen, aber in der bürgerlichen Wählerschaft ist der Wunsch nach Erfüllung dieser Zusage unleugbar nicht ganz allgemein. Und dann ist als wirksamer Hemmschuh gegen ein stürmisches Tempo der Reformpolitik ja der Senat da, der sich gerade in der letzten Zeit ziemlich mausig gemacht hat. Aber immerhin— die erste der großen Reformen, die das Ministerium Clomenceau angekündigt hat, liegt nunmehr in einem der Energie nicht entbehrenden Entwurf vor, und die radikale Demokratie steht vor einer entscheidenden Probe ihrer Regierungsfähigleit. Es wird sich noch Gelegenheit finden, ans den Entwurf des Finanzministers Caillaux im einzelnen einzugehen. Heute sei nur kurz vermerkt, daß er ein Mittelding zwischen dem englischen und dem preußischen System darstellt. Er unterscheidet drei Kategorie» des Einkommens, je nachdem dieses aus dem Grund- ei gen tum, aus Handels- und Jndustrie-Unter- nehmungen oder aus der Arbeit stammt. Ein steuer- freies Minimum ist für die kleinen Bauern, für Arbeiter und für andere Angestellte bestimmt, und zwar wechselt es nach der Größe der Gemeinden zwischen 1250 und 2500 Fr. Der bestehende Besteuerungsmodus der mobilen Werte, Aktien und Obligationen wird weiterbehalten, doch wird ein Zu- schlag erhoben. Die ausländischen Industrie- und Staatspapiere werden mit 5 Proz. des Jahresertrages besteuert. Die französische Rente bleibt steuerfrei, d. h. vom K o u p o n wird nichts abgezogen! Für die Renwer jedoch wird selbstverständlich die Besteuerung ihres ganzen Einkommens vorgeschrieben. Endlich soll eine ErgiiNzungs- steuer das ganze Einkommen treffen, sobald dieses 5000 Frank über- steigt. Diese Steuer wird progressiv sein und von 0,20 Proz. bis 4 Proz. steigen, während die nach den Kategorien bemessene Steuer einen festen Satz hat. Die bisherigen direkten Steuern, Personal- steuer und Tür- und Fenstersteuer werden ausgehoben. Man sieht, gegen das veraltete, noch auf das Königtum zurück- gehende heutige Steuersystem bedeutet die Vorlage einen bedeutenden Fortschritt, aber gerade darum wird sie in diesem Laude des borniertesten Spießeregoismus keinen leichten Stand haben, trotzdem die Regierung von der lltentensteuer absah, mit der die Reaktionäre die ganze Zeit her die Kleinbürger gruselig gemacht und Börsenpaniken fabriziert haben. Die Kapitalistenpresse wird das Argument, daß die„sozialistische" Regierung den sparsamen Rentier„bestehlen" will, darum nicht weniger gegen die der Gesetzgebung aller— gut kapitalistischen— Kulturstaaten nachhinkende Reform ausspielen. Von einem anderen, wirklichen Diebstahl haben gestern und heute die sozialistischeir Abgeordneten der Kammer und dem Laude erzählt: Von dem schwindelhaften Treiben des Finanz- kapitalismus, der um Wuchergcwinns halber das französische Publikum zu fragwürdigen Kapitalsanlagen verlockt hat, von den bestochenen Bank- und Parlamentsgaunern, die dem Zarismus die Mittel zur Fortführung seines Mordregiments aus dem Arbeitsertrag der republikanischen Nation zuführen. Zur Stunde. da diese Zeilen geschrieben werden, ist die bedeutsame Verhandlung, über die wir noch zu sprechen haben werden, noch nicht abgeschlossen, aber soviel hat sie schon klargemacht, daß die bürgerliche Republik, auch in ihrer radikaldemokraiischcn Gestalt, nicht den Mut und wohl auch nicht die Kraft hat, sich aus der Umklammerung durch den internationalen Großkapitalismus zu befreien und das Gut und die Ehre der Nation aus dem Getriebe volksfremder Diplomatie und skrupelloser Profitintercssen zu retten. Und der s o z i a- listische Gedanke der Völkersolidarität und des Kampfes gegen die kapitalistische Ausbeutung hat vor allem in einer flammenden Rede Jaures', die zu seinen eindrucksvollsten gehört, einen moralischen Sieg errungen, den auch die gehässigsten Gegner nicht bestreiten können.-- Dänemark. Die Zollreform. Der Rcgierungscntwurf zur Zollreform hat in der vorigen Woche die zweite.Lesung im Folkething durchgemacht. Er ist daraus in etwas veränderter, aber wenig verbesserter Gestalt her- vorgegangen. Die Aenderungen, die beschlossen wurden, waren von der Mehrheit des Zollausschusses des Folkethings vorgeschlagen und Pergntlp. Redakteur: Hans Weber. Berlin, Jnjergtentett veragt� den Wünschen der Regierung angepaßt. Es waren Herabsetzungen des Zollschutzes im Entwurf, wodurch die Zolleinnahmen um 832 240 Kronen vermindert wurden; daneben aber— auf Wunsch des Finanzministcrs— statt der ursprünglich vorgeschlagenen A u f- Hebung der geltenden Kohlenzölle eine Ermäßigung, so daß dieser für den Haushalt und die Industrie unentbehrliche Artikel immer noch 681 523 Kronen einbringen soll. Der ganze Vorteil, der demnach aus den Aenderungen des Entwurfs entspringt, beläuft sich auf eine Herabsetzung der Zölle um weitere 150 717 Kronen. Die sozialdemokratischen Ausschußmitglieder hatten über 100 Aenderungen vorgeschlagen— teils Aufhebung bestehender und Ablehnung vorgeschlagener Zölle, teils Zollherabsetzungen und für eine Reihe von Waren Berechnung des Zolles nach ihrem Wert. Ueber den durch die Mehrheitsbeschlüsse abgeänderten Entwurf hinaus hätten die Vorschläge unserer Genossen eine Herabsetzung der Zolleinnahmen um 10 Millionen Kronen gebracht. Sie wurden jedoch sämtlich abgelehnt, wenn auch zum Teil gegen eine starke Minderheit, wie z. B. die Zollsreiheit für Cichoriewurzeln gegen 32 Stimmen, die Zollfreiheit für Käse gegen 33, und die für Obst ebenfalls gegen 33 Stimmen. Gründlich blamiert haben sich bei den Zolldebatten die Kon- servativen. Ihr Wortführer, Dr. Fraenkcl, der in der ersten Lesung gewaltig mit seinen in Deutschland erworbenen Kenntnissen prahlte. hatte eine Menge von Abänderungsvorschlägen eingebracht, die die Industrie schützen, dem Staate gegen 4 Millionen mehr als der Regierungsentwurf einbringen sollten. Er zeigte sich jedoch schon im Zollausschuß und nicht minder im Plenum so unwissend und unfähig, zollpolitische Fragen zu beurteilen, daß seine eigenen Parteifreunde ihn- nötigten, seine sämtlichen Vorschläge zurück- zuziehen.—_ Soziales� Zu der Anklage wegen Aussperrung gcgc» die Leiter des Verbandes der Mctallindustriellcn in Breslau haben wir folgendes zur Ergänzung anzuführen: Die Staatsanwaltschaft hatte die Anklage nicht wegen Erpressung, sondern lediglich wegen Vergehen gegen K 153 G.-O. erhoben. Diese Anklage hat das bier« für zuständige Amtsgericht aber abgelehnt, weil es der früher auch gegenüber Arbeitern allgemein als richtig anerkannten Ansicht ist, daß Z 153 G.-O. überhaupt nicht auf Handlungen Auwendung finden könne, die Arbeitgeber gegen Arbeiter oder umgekehrt Arbeiter gegen Arbeitgeber unternehmen, sondern nur auf Akte, durch die Arbeiter untereinander oder Arbeitgeber untereinander einen Zwang auszuüben suchen. Diese juristische Auffassung des Schöffengerichts ist die stets von uns vertretene. Aber wie verträgt sich der Beschluß mit der Praxis der Breslaner Justiz gegen Arbeiter? Als Genosse Schlegel, der Vertteter des Metallarbeiter- Verbandes in Breslau, aus Z 153 der Gewerbeordnung angeklagt war, weil er einen Arbeitgeber zur Entlassung Nichtorganisierter hatte bewegen wollen, wurden durch die Verteidigung alle Gründe geltend gemacht, auf die jetzt das Schöffengericht seine Ablehnung stützt. Trotzdem verurteilten das Schöffengericht, das Landgericht und endlich auch das O h e r l a n d e s g e r i ch t ihn zu zwei Wochen Gefängnis. Das Oberlandesgericht lehnte ausdrück- lich diese Argumente der Verteidigung als rechtsirrig ab. Gerade dies Urteil gegen Schlegel versetzte das Oberlandesgerichr Breslau in die moralische Zwangslage, der Staatsanwaltschaft die Erhebung der Anklage auch gegen Glasenapp und Genossen aufzugeben. Nun sind allerdings ein solches Urteil und ein solcher Beschluß des Ober- landesgerichts ftir die untergeordneten Gerichte nicht juristisch bindend; aber das Schöffengericht zu Breslau hat in anderen Fällen nicht daran gedacht, zugunsten sozialdemokratischer Angeklagter von der Auffassung des Obergerichts abzuweichen. Gegen den Beschluß des Schöffengerichts hat Rechtsanwalt Wolfgang Heine in Berlin, der sich als Vertteter des Strafantragstellers Wiklitzti dem Verfahren als Nebenkläger an- geschlossen hatte, Bescb werde eingelegt. Ueber diese Beschwerde entscheidet das Landgericht. Wenn sich dieses auf den Standpunkt des Schöffengerichts stellen sollte, so gibt es keine weitere Beschwerde. Es wäre also das Oberlandesgericht, das die Erhebung der Anklage angeordnet hat, nicht in der Lage, auch die Eröffnung des Haupt- Verfahrens zu beschließen. Dann würden die Fabrikdirektoren Glasenapp u. Gen. dank dem verwickelten Jnstanzenzuge und dank der Unabhängigkeit der Breslauer Justiz, die sich vom Oberlandes- gericht das Vorgehen gegen sie nicht aufzwingen läßt, der Ver- urteilung entrinnen. Gegen einen sblchen Ausgang des Verfahrens hätten wir nicht das geringste einzuwenden. Er würde aufs klarste beweisen, daß die gegenwärtige Handhabung des§ 153 der Gewerbe-Ordnung gegen Arbeiter unhaltbar ist, und wir lvürden mit Vergnügen aus die nächste Anklage gegen Arbeiter im gleichen Falle warten, um konstatieren zu können, wie sich die Unabhängigkeit der Breslauer Justiz auch in diesem Falle erweisen würde. Monatsblittter für Arbeitervrrsicherung. Auf Anregung des neuen Präsidenten des ReichsversicherungS- amtes Dr. Äausinann ist kürzlich unter dem Titel.Monatsblätter für Arbeiterversicherung" eine von Mitgliedern des Reichs- Versicherungsamtes bearbeitete Zeitschrift erschienen, welche sich die volkstümliche Verbreitung der Grundzllge der Arbeiter- Versicherung zum Ziele setzt. Die.Monatsblätter" sollen in gemeinverständlicher Form über wichtigere Vorgänge auf dem Gebiete der sozialen Versicherung fortlaufend unterrichten. Die neue Zeitschrift wird insbesondere die Organe und Beamten der Ver- Ncherungsträger, die mit der Behandlung und Begutachtung der Versicherten bettauten Aerzte, die beruflichen oder freiwilligen Berater der Versicherten und diese selbst fortlaufend unterrichten. Der Preis der.Monatsblätter" ist auf 1 M. für den Jahrgang, für die ein- zelne Nummer von etwa 12 bis 16 Seiten auf 10 Pf. bemessen. Die erste Nummer enthält folgende Artikel: Die Unfall- Versicherung im Verhältnisse zur Kranken- und Invalidenversicherung; die Unfallverhütung in der Land- und Forstwirtschaft; späte Folgen eines Unfalls, Verjährung; Zurücknahme der Berufung. Wer ist dauernd erwerbsunfähig im Sinne des Jnvalidenversicherungs- gesctze?? Das Erlöschen der Anwartschaft. Berufsgenossenschaften iind Krankenkassen, Armenverbände usw.; die Leistungen der Arbeiter- Versicherung und die Inhaltsangabe der letzten Nummer der Amtlichen Rachrichten des Reichsversicherungsamts. Soweit das vorliegende erste Heft ein Urteil gestattet, ist das neue Unternehmen nicht geeignet, den ihm gesteckten Zweck zu er- reichen. Wer mit der Sozialgesetzgebung zu ttm hat, muß die Ge- setze selbst und populäre zuverlässige Führer durch die Gesetze und Kommentare zu den Gesetzen sowie die umfangreichen, ins- besondere in den Amtlichen Nachrichten de? ReichsversicherungS- amts niedergelegten Entscheidungen usw. benutzen. Die„Monats- blätter" geben im besten Falle Auszüge aus Abschnitten der Gesetzgebung und Rechtsprechung. Sie sind für den, der dieser unumgänglichen Hülfsmittel bei der praktischen Anwendung sich be- dient, zum mindesten überflüssig. Für weitere Kreise des Publikums sind die„Monatsblätter", von ihrem hohen Preise abgesehen, völlig unbrauchbar. Eine Fülle billiger Gesetzestexte, Gesetzesführer und Kommentare besteht und ist weit eher geeignet, Gesetzeskenntnis zu verbreiten. Will das Reichsversicherungsamt, was ganz lobenswert wäre, die Kenntnis der sozialen Gesctze popularisieren, so beschreite es den von einigen Versichcrnngsnnstalten begonnenen Weg, durch Gratis- Broschüren über das Wesentlichste der Gesetze oder der Rechtsprechung belehrend zu wirken. Freilich müßten aus solchen Broschüren zwei den„Monatsblättern" anhaftende schwere Fehler ausgemerzt werden. Es müßte die Durcheinanderwerfung fortfallen, die in den„Monats- blättern" mit den Vorschriften des Gesetzes und der Rechtsprechung des Reichsversicherungsamtes vorgenommen ist; der Leser muß unterscheiden können, waS das Gesetz sagt und wie dies Gesetz vom Gericht ausgelegt wird. Weit schlimmer ist der bereits in Nr. 1 der„Monatsblätter" fühlbar auftretende Mangel objektiver, zutreffender, genauer Darstellung.__ Da rt.Gl«cke,BelM. Druck u.. Verlag: PorlvgclS Buchdr. u. VerlagZaitstclj marschieren z. B. auf S. 14, 15 die bekannten Zahlen über die „Gesamtleistungen" auf und es wird der Legende Nahrung gegeben, daß infolge der„kaiserlichen Botschaft Wilhelms des Großen vom 17. November 1881" den„Hülfsbedürstigen in den Tagen der Not einen Rechtsanspruch auf gesetzlich geregelte Bezüge" durch„um- fassende Leistungen des Reiches" und der Arbeitgeber zuteil ge- worden sei. Eine amtlich oder halbamtlich herausgegebene Zeit- schrift hätte die Pflicht, die W a h r h e i t zu sagen. Unwahr wird aber die unter den« Titel„Leistungen der Arbeitersicherling" gegebene Darstellung insbesondere durch Verschweigen der Entstehnngsursachen der sozialen Gesetzgebung, der völligen Unzulänglichkeit dieser Gesetz- gcbnng und der ungeheueren Belastung der Arbeiter durch dieselbe Gesetzgebung. Ein weiteres Beispiel für die Un» zulänglichkeit der„Monatsblätter" bietet der Artikel„Die Unfallverhütung in der Land- und Forstwirtschaft"(Seite 4—7). Gegenüber der schmachvollen Tatsache, daß trotz des ungeheuren Wachsens der Unfälle keine oder fast keine Unfallverhütungs- Vorschriften zur Minderung der Unfälle in der Landwirrschaft au- gewendet sind, begnügt sich der Artikel, in selbstgefälligster Weise von dem Wirken des Reichsversicherungsamtes und der 1902 er Kon- ferenz der landwirtschaftlichen Berufsgcnossenfchaften auf diesem Gebiete zu sprechen, das sich dahin zusaininenfassen läßt: nächstens sollen Uniallverhütungsvorschriften erscheinen. Der Wahrheit hätte auch auf diesem Gebiete die Ehre gegeben und deshalb angegeben werden müssen, welche und wieviel, insbesondere von sozialdemokratistfier Seite gestellte, auf Verminderung der Unfälle abzielende Anträge von der ReichstagSmchrheit und der Regierung abgelehnt sind. Es hätte ferner zur Erwähnung kommen müssen, daß auch der kaiserliche Appell vom 11. Nov. 1890 an die Großgrundbesitzer fruchtlos war. ferner daß das Reichs- versicherungsamt unter Dr. Bödiker Normalstatuten zur Unfallversickierung anfangs der 90er Jahre aufgestellt und daß diese von den„staatscrhaltenden" Parteien aufs lebhafteste bekämpst und von der Regierung fallengelassen wurden usw. Es ist bedauerlich, daß noch niclit zehn Jahre, vom Ausscheiden des Dr. Bödiker aus dem ReichsversichcrungSaint gerechnet, genügt haben, uni auch auf literarischem Gebiet das Reichsversichcrungsamt so tief sinken zu lassen. Man vergleiche z. B. Dr. Bödikers„Die Arbeitervcrsicherung in den europäischen Staaten" mit den„Monats- blättern", um den Unterschied zu erkennen, der zwischen dem sozialen Empfinden, der tiefen Kenntnis, dem voraussetzungslosen Streben nach Wahrheit des Reichsversichernngsamtes vor zwölf Jahren und der Selbstüberhebung und dem fast krankhaften Widerstreben gegen Fortentwickelung der neuesten Publikation einiger Mitglieder des Reichsversicherungsamtes besteht. Loiidoncr Heimarbeit-Ausstellung. Die Londoner„Commercial Jntclligence" berichtet über eine dort stattgehabte Heimarbeit-Ausstellung, zu deren Organisatton die im März 1904 in Berlin eingerichtete deutsche Ausstellung von Er- zeugnissen der Hausindustrie Veranlaffnng gegeben hat. Es ist noch in unser aller Erinnening, ivelch unendlich trauriges Bild sich da von der sozialen Lage deutschen Gewerbefleißes vor unseren Augen entrollte, und wie alle, selbst unsere intimsten Gegner, er- schüttelt waren über den ungeheuren Haufen Elend. der in unserem gesegneten Vaterlande existtert. Die Londoner Ausstellung beschäftigte sich ausschließlich mit der Haus- industrie und verfolgte den Zweck, einer großen Oeffent- lichkeit die Gemein schädlichkeit der Hausind u st rie und aller ihrer Auswüchse und notwendigen Folgen wie das Schwitzsystem usw. zu demonstrieren. Welches mag wohl daS Ergebnis der Ausstellung gewesen sein? Natürlich dasselbe wie bei uns: Bekanntmachen von Tatsachen, die eifrigen und einsichtigen Sozialpolitikern meist längst bekannt waren. Selbst die.Commercial Jntelligence" sagt, daß es unmöglich wäre, ein entsetzlicheres Bild von Beweisen für die Unmenschlichkeit des Ausbeutertums gegen die armen, besitzlosen Menschen zusammenzustellen als die nackten Tat- fachen, die sich in den Preisen der Produtte der Hausindustrie und den Arbeitslöhnen kundgeben. Aber man wimmert einige Wochen lang und bejammert die armen Menschen, die so unter der kapitalistischen Ausbeutung zu leiden haben, bis andere Bilder, höfische Feste und dergleichen wichtigere Sachen den unangenehmen Eindruck, den man not- gedrungen empfangen hatte, wieder hinweggewischt haben, und— es bleibt alles beim alten I Einen nachhaltigen Erfolg haben der- arttge Veranstaltungen nicht. Die zahlreichen Opfer dieser Folgen der kapitalistischen Produttionsweise werden immer wieder durch die harten Tatsachen darauf hingewiesen, was ihnen nicht genug oft und eindringlich zugerufen werden kann: Organisatton, gewerkschaftliche und politische Organisatton._ Prügel als Lehrmittel. Der Schulverweser Robert Heinlein aus Weidenbach hatte fich wegen 18 fortgesetzter unzulässiger Züchttgungen von Schulkinder« vor dem Landgericht Fürth zu verantworten. Er hat die Kinder roh in die Wangen gezwickt, sie mit dem Stock über den Kopf, über die Rase usw. geschlagen. Heinlein, der wegen Vergehens im Amte schon vorbestraft ist, erhiell— 30 Mark Geldstrafe. Die Lchrmittelfteiheit wurde vor einigen Jahren auf sozialdemokrattschen Anttag in den beiden unteren VolkSschnlklassen in Fürth in Bayern eingeführt. Seitdem haben die volksfteundlichcn Liberalen wiederholt schneidige Attacken gegen diese Einrichtung geritten und deren Wiederaufhebung beantragt, während unsere Genossen besttebt waren, eine Ausdehnung der Lchrmittelfteiheit zu erzielen. Bei der Etatsberatung im Ge- meindekollegium stellten sie neuerdings den Anttag, die Lehrmittel- freiheit zunächst auf die dritte Klasse auszudehnen. Die Liberalen dagegen verlangten abermals die gänzliche Streichung dieses Etatspostens. Beide Anträge wurden abgelehnt. Vorcnthaltuiig polnischer Landarbeiter als Mittel gegen den polnischen Schulstreik. In einer persönlichen Audienz bei dem Minister des Innern will der polnische Landtagsabgeordnete Grabstt dagegen Beschwerde ftihren, daß die Landräte der Provinz Posen die Einführung pol- nischer landwirtschaftlicher Landarbeiter nach denjenigen Domänen verbieten, in denen die polnischen Schulkinder gegen den deutschen Religionsunterricht im Streik sich befinden, dagegen die Einführung russischer Arbeiter ohne höhere Genehmigung hierzu einzuholen. gestatten. Das behördlich versuchte Mittel zuni Bruch des Schulstreiks ist originell, daS Alidielizerfuchen des Abgeordneten läßt einen Schluß darüber zu, ob ihm„agrarisch" oder„polnisch-national" höher steht. Letzte J�admcbtcn und Dcpcfcbcn. Abgedanktes Ministerium. Hang, 11. Februar.(W. T. B.) Das Gerücht, das Kabinett Mccstcr habe in seiner heutigen Sitzung beschlossen, in seiner Gesamtheit zu demissionieren, wird offiziös bcsttitigt. Morgen wird das Kabinett in der Zweiten Kammer von seinem Rücktritt offiziell Mitteilung machen._ Zur Explosion in Woolwich. London, 11. Februar.(W. T. B.) Der durch die Explosion im Arsenal von Woolwich angerichtete Schaden wird auf 20 000 Pfund Sterling geschäht; zweihundert Häuser und Läden wurden beschädigt.(S. Vermischtes.)_ Staatsgefährliche Gesinnung. Warschau, 11. Februar.(B. H.) Die Polizeibehörde hat den Redakteur des fortschrittlichen Blattes„Ludzkosc", Czarlinski, des Landes verwiesen._ PgulSingerLcCo�Berlin S W. Hierzu �Beilagen«.UuterhaltungSblatt Nr. 36. 24. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Distag, 12. februar 1907. Abgeordnetenbaus. 7. Sibung. Montag, den 11. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: v. Bethmann- Hollweg. Auf der Tagesordnung steht zunächst die erste Beratung des Wanderarbeitsstättengesetzes. Minister des Innern v. Bethmann: Dieses Gesetz entspricht einer früheren Resolution des Hauses. Ginen Anteil der Kosten zu übernehmen, hat die Regierung sich nicht entschließen können, wohl aber ist die Regierung bereit, mittelbar Beihülfen zu gewähren. Die Arbeitsstätten sollen grundsäglich mit den Arbeitsnachweisen verbunden werden, die die Regierung unterstützt. Es tar in der schon erwähnten Resolution weiter angeregt worden, Tarifermäßigungen zu gewähren. Der Eisenbahnminister ist zu meiner Freude bereit, darin so weit zu gehen, daß er in eine Herabsehung bis auf 1 Pfennig pro Person und Kilometer willigen will. Abg. v. Schmeling( f.) beantragt Verweisung an die durch 7 Mitglieder verstärkte Gemeindefommission. eine gemeinsame Sigung der Vertreter aller genannten Gruppen statt, in der nach sechsstündiger Beratung die Konstituierung des Blocks verkündet wurde. Bloß die„ Minderheitsfraktion" will nur unter gewissen Vorbehalten mit dem Block gehen und im Hinblick auf die reaktionäre Gefahr in gewissen Bezirken über die Stimmabgabe in den einzelnen Wahlstellen von Fall zu Fall entscheiden. Der Block hat ein ausführendes Bureau gebildet. Die Aufstellung der Wahlmännerlisten in den verschiedenen Bezirken ist bereits im vollen Gange; sie sollen morgen veröffentlicht werden. Die Verteilung der 6 Mandate ist- im Falle eines Sieges der ganzen Blockliste hält die Arbeiterkurie, 2 die Sozialdemokratie, 1 die Sozialin folgender Weise vorgesehen: 2 Mandate er revolutionäre, 1 die Voltssozialisten. des revolutionär- sozialistischen Blods in Petersburg in berIn später Nacht wurde die Nachricht vom Zustandekommen schiedenen öffentlichen Versammlungen bekannt, und überall entfefelte fie einen Sturm der Begeisterung. In der Kadettenpresse aber heute lange Gesichter. * ** Abg. Dr. Schröder- Kassel( natl.) macht Bedenken gegen den Wahlmänner zweiten Grades gewählt; von ihnen find 1161 Petersburg, 10. Februar.( W. T. B.) Bis heute sind 4532 Entwurf geltend. In der Resolution des Hauses fei ein ge Monarchisten, 719 Gemäßigte, 1825 der Linken angehörige, 319 mischtes System borgesehen gewesen von Wanderarbeitsstätten Nationalisten, 314 Parteilofe und 194, deren Parteistellung nicht und Verpflegungsstationen, während das Gesetz nur Arbeitsstätten bekannt ist. errichten wolle. Früher sei man auch im Hause übereinstimmend der Ansicht gewesen, daß der Staat ein Drittel der Kosten über- wahlen in Kurland wählte der Großgrundbesiz 14 Edelleute. Die Petersburg, 11. Februar.( W. T. B.) Bei den Wahlmänner nehmen müsse. Abg. Brütt( ft.) beantragt Ueberweisung an eine besondere von den Bauern gewählten Wahlmänner sind durchweg Besizer Kommission von 21 Mitgliedern. von 30 und mehr Deßjätinen Land, die reformfreundlich, aber Die Arbeiter wählten Minister v. Bethmann- Hollweg: Das Gesetz ist kein sozial. Gegner der Landenteignung find. politisches, es nimmt gar nicht in Aussicht, die Wanderarmenfrage 2 Sozialdemokraten; die Städte wählten fast nur Fortschrittler. zu lösen. Es ist eigentlich nur eine Novelle zur Provinzialordnung, Unter den Wahlmännern find 14 Deutsche, 4 Juden, 3 Ruffen, durch welche Provinzen, in welchen solche Wanderarbeitsstätten be- 27 Letten. stehen, die Möglichkeit gegeben werden soll, auf die ihnen anMoskau, 11. februar.( W. T. B.) Die Wahlen in der Stadt gehörigen Kreise, die sich dieser Einrichtung nicht anschließen Moskau für die Wahlmänner zweiten Grades ergaben einen Steg wollen, einen Zwang auszuüben. für die Kadetten; sämtliche 160 gewählten Wahlmänner gehören ber Kadettenpartei an; zu Dumamitgliedern für Moskau jind Fürst Paul Dolgurokow, Professor Kisewetter, Advokat Matlacom und Arbeiter Matwejew in Aussicht genommen. Abg.Schmedding( 3.) bleibt auf der Tribüne unverständlich. Abg. Graf Wartensleben( kons.) äußert einige Bedenten gegen den Entwurf. Abg. v. Bodelschwingh( fons): Liebe Herren! Mein Herz geht in Sprüngen, daß wir soweit gekommen sind!( Heiterkeit.) Ich freue mich, daß der Miniſter mit dem Geſetz den Beschlüssen Generalversammlung des Bundes der Landwirte. Berlin, den 11. Februar 1907. stattgefunden haben.( Rufe: Sehr richtig!) Jm Winter haben eben die Landleute Zeit.( Rufe: Sehr richtig!) Der Redner schloß mit einem dreifachen Hoch auf das deutsche Vaterland. Abg. Rittergutsbefizer v. Oldenburg- Januschau follte danach über Heimatspolitik und Kolonialpolitit" sprechen. Er bemerkte aber: Wenn ich ein fachliches Referat über Heimatspolitik und Kolonialpolitit" halten wollte, dann könnte um 8 Uhr abends noch nicht der erste Schimmel in die Manege geführt werden.( Seiterkeit.) Ich habe geglaubt, der Herr Kolonialbirektor Dernburg felbft werde herkommen und über Kolonialpolitit sprechen.( Stürmische Heiterkeit und Beifall.) Eine bessere Gesellschaft tann er nicht finden( HeiterSozialdemokraten, die nicht müde werden, feit) und eine zahlreichere Versammlung auch nicht.( Beifall.) Die über die teuren Schweine zu schimpfen, haben prophezeit: Auf Grund des Zolltarifs gebrachten sozialdemokratischen werden fich Handelsverträge nicht machen lassen. Die zur Strecke Reichstagsabgeordneten haben Sen Beweis geliefert, daß das teuere Schwein fich gegen die Sozialdemokratie erklärt hat.( Stürmische Heiterkeit.) Die Sozialdemokraten haben sich gegen das Kolonialheer und alles mögliche erflärt, bis sich schließlich das brave Schwein dagegen erhob; denn und Beifall.) aus dieser Politik wird kein Schwein flug.( Stürmische Heiterkeit endgültige Regelung der deutschen Handelsbeziehungen zum AusChefredakteur Dr. Dertel( Berlin) sprach danach über" Die lande". Der Nebner bemerkte: Es sei einmal gesagt worden: Wer haben.( Stürmische Heiterkeit.) Jedenfalls müssen wir auf der Hut mit den Deutschen zusammen essen will, der muß einen großen Löffel sein, sonst werden wir schließlich über den Löffel barbiert. Seitdem das Bürgertum hoffähig geworden, müssen wir doppelt auf der Hut sein. Das Recht der Erstgeburt laffen wir uns nicht nehmen. Die deutschen Landwirte lassen sich nicht mehr an die Wand drücken. ( Stürmischer Beifall.) Der Niedergang der deutschen Landwirte wäre der Niedergang der deutschen Nation.( Stürmischer Beifall.) Der Redner schloß mit dem Antrage, folgender Erklärung zuzustimmen: Die Generalversammlung des Bundes der Landwirte er wartet: daß 1. an der von den verbündeten Regierungen durch den Staatssekretär des Innern Grafen von Posadowsky- Wehner abgegebenen Erklärung rückhaltlos und unbedingt festgehalten wird, nach der weitere Abschwächungen des deutschen Zolltarifs als ausgeschlossen zu betrachten sind; daß 2. jedwede Verhandlung über den Abschluß eines Handelsvertrages nur unter Anerkennung dieses Grundsages geführt wird; daß 3. hiernach die verbündeten Regierungen, insbesondere den Vereinigten Staaten von Amerika gegenüber abwarten, welche Zugeständnisse diese für die weitere Gewährung der zurzeit provisorisch eingeräumten Vergünstigungen anzubieten gewillt find; daß 4. die verbündeten Regierungen, angesichts verschiedener Breßmeldungen, die in die Streise der Landwirte Beunruhigung und Mißtrauen zu tragen geeignet waren, unzweideutig ihre Entschlossenheit befunden, an dem oben bezeichneten Grundfaze unverrückbar festzuhalten. Kulturkampf gegen die Sozialdemokratie müsse mit aller Macht weitergeführt werden, wenn auch dieser Drachen schon lange verendet am Boden liege. des Hauses nichts zugesezt und nichts abgenommen hat mit einer Ausnahme, und da sage ich dem Minister: Das mußt Du mildern. ( Heiterkeit.) Nun sich doch mal, wie es jetzt ist.( Heiterkeit.) Wenn ich so einen armen, elenden Wanderer auf der Landstraße sehe, und er sagt mir:" Du hast mein Unglück mit verschuldet!", ich fann Lange vor der angefeßten Zeit füllten sich die weiten Räume Euch sagen, die Haare stehen mir zu Berge.( Stürmische Heiter des Zirkus Busch. Kurz nach 122 Uhr mittags eröffnete der Vorfeit. Der Redner hat fein einziges Haar mehr auf dem Haupte.) sitzende des Bundes Frhr. v. Wangenheim( Al- Spiegel) die Vers Lieber Freund von Berlin( zum Abg. Fischbeck gewandt), Du sollst sammlung mit folgenden Worten: Bald ist ein Jahr verflossen, nicht denken, daß ich Berlin schlecht mache. Wenn ich aber dem seitdem die Handelsverträge in Kraft getreten sind. Prophezeien ist Oberbürgermeister von Berlin gestern gesagt habe, daß er 4252 ein schlechtes Geschäft. Die Prophezeiungen: die Handelsverträge Menschen auf die Straße gestoßen habe, so habe ich recht. Berlin würden die Auspowerung des deutschen Wolfes zur Folge haben, soll nicht denken, daß es genügt, abends etwas besseres Abendbrot die deutsche Industrie werde auswandern müssen, haben sich als und morgens etwas besseres Frühstück zu geben. Nein, damit er- eitel Wind erwiesen. Ein ungeahnter wirtschaftlicher Aufschwung hat Landtagsabgeordneter Schrempf- Württemberg teilte mit, daß der reicht man gar nichts! So werden Hunderttausende zu Bettlern sich vollzogen. Die deutsche Industrie befindet sich in üppigster Bund in Württemberg immer weitere Fortschritte mache. und Vagabunden. Bieber Freund Fischbeck, das muß aufhören! Blüte. Das ist in der Hauptsache den neuen Handelsverträgen zu Professor Dr. Dinger- Jena wandte sich scharf gegen die liberalen Es handelt sich hier um eine Sache der reinen Menschlichkeit, die danken. Glücklicherweise ist auch für die deutsche Landwirtschaft eine Parteien und die Sozialdemokraten. Diese seien realtionär, nicht uns alle angeht. Sorgen wir für die armen Menschenkinder! bessere Zeit angebrochen. Die Getreide und Viehpreise sind ge- aber die Landwirte, die zum Bund der Landwirte gehören. Der ( Beifall rechts.) stiegen, sodaß auch die Landwirte wiederum einen Verdienst Kulturkampf sei noch lange nicht zu Ende; es sei das nicht der Abg. Wismann( natl.) meint, es handele sich hier nicht um an ihren Erzeugnissen haben. Allein infolge der großartigen Kulturkampf, der gegen die katholische Kirche geführt würde, sondern eine Sache der Gemeinden, sondern des Staates. Deshalb wirtschaftlichen Konjunktur sind nicht nur die Löhne der Land- ein Kampf der Kultur gegen die Unkultur. Es sei vollständig müsse der Staat auch eingreifen. arbeiter bis fast ins Unerschwingliche gestiegen, es beginnt auch falsch, wenn man glaube, der sozialdemokratische Drachen sei schon Abg. Gykling( fri. Vp.): Der Abg. v. Bodelschwingh täte gut, bereits ein Mangel an Arbeitern auf dem Lande sich in einer Weise tot. Der an diese Vorlage etwas mehr mit praktischem Blick als mit gutem fühlbar zu machen, daß, wenn das so weiter geht, die LandHerzen heranzutreten. Den großen Städten ist es sehr schwer, sich wirtschaft vor einer argen Krisis steht. Die Angriffe der der vielen Obdachlosen zu erwehren. Die meisten würden gar Gegner im vorigen Jahre haben gezeigt, daß, wenn wir etwas er nicht in das Obdach kommen, wenn man von ihnen Arbeit verlangte. Es ist auch sehr schwer, für die große Zahl der plötzlich reichen wollen, wir uns auf unsere eigene Straft verlassen müssen. anströmenden Menschen Arbeit zu finden. Wir meinen, daß Unser ganz besonderer Dank Preußen auf den Bundesrat dahin einwirken muß, daß auch andere Bundesstaaten ihre Pflichten auf diesem Gebiete erfüllen.( Beifall lints.) Der Gefeßentwurf geht an eine besondere Kommission. Darauf wird die zweite Beratung des landwirtschaftlichen Etats fortgesetzt. Abg. Bacusch- Schmidtlein( ft.) weist auf die eminente Wichtig teit einer rationellen Aufforstung aller Dedländereien in Schlesien hin. Landwirtschaftsminister v. Arnim: Ich bin durchaus bereit, die Aufforstungen, soweit die Mittel reichen, zu unterstützen. Dem Ankauf von Ländereien zur Aufforstung stehe ich sehr sympathisch gegenüber, nur müssen angemessene Preise gefordert werden. Das ist aber gerade in Schlesien fast ausnahmslos nicht der Fall! Abg. Baensch- Schmidticin( ft.) gibt zu, daß dem Staate hohe Preise abverlangt würden. Der Staat möge sich beffer Mittelspersonen zum Ankauf bedienen. Das Haus vertagt die weitere Statsberatung auf Dienstag 11 Uhr. Schluß 4% Uhr. Die russische Revolution. Wahlchancen. Gutsbesitzer Bech- Ratsberg- Bayern brachte alsdann ein dreifaches Hoch auf die Vorkämpfer und Führer des Bundes aus. Bauerngutsbesizer Rahn( Langlippsdorf, Brandenburg) beklagte gebührt unserem verfloffenem Landwirtschaftsminister v. Podbielski. Dieser hat allen Angriffen mannhaft standgehalten.( Stürmischer Bei- die große Flucht der Landarbeiter. Er schlage vor: jeder Landfall.) Die Gegner im Lande fargen nicht mit allen möglichen Rat- arbeiter, der in die Stadt ziehe, müsse vor seiner Zulassung in die schlägen zur Airfbesserung der Landwirtschaft. Die deutschen Landwirte Stadt eine hohe Kantion erlegen. Nur wenn jeder deutsche Untertan tönnten ja einmal den Versuch machen. Herr Stadthagen würde sich treu zum Kaiser hält, werde Deutschland das schönste Land der Welt werden.( Stürmischer Beifall.) 3. B. als Schweinemäfter vorzüglich eignen.( Stürmische Heiterfeit. Rufe: Den fönnen wir nicht gebrauchen.) Der Redner kam der Pfalz gebracht, gelangte der Antrag Dr. Dertel einstimmig zur Nachdem noch ein pfälzischer Bauerngutsbesitzer einen Gruß aus alsdann auf die Wahlen zu sprechen: Die Regierung hat nicht Annahme. Frhr. v. Wangenheim brachte den treuen Kämpfern in umsonst an das nationale Gefühl der Deutschen appelliert. Wenn nur die Liberalen auch einsehen wollten, daß die Landwirte eben- Afrita" ein dreifaches Hoch und schloß um 3½ Uhr die Versammlung. falls auf einen Platz an der Sonne Anspruch haben. Bedauerlich ist es, daß die Zentrumspartei den größten Feinden des Staates, den Sozialdemokraten, in der Stichwahl zu einigen Reichstagssigen verholfen hat.( Rufe: Phui!) Man darf aber die Zentrumspartei nicht mit dem katholischen Volte im Lande verwechseln. Die Am heutigen 12. Februar fehrt Genoffe Paul Löbe in Breslau deutschen Landwirte haben gezeigt, daß fie sich selbst helfen nach einjähriger Gefängnishaft, die er in Wohlau verbüßte, in die wollen und daß sie feineswegs in einseitiger Beife agrarische Inter durch die letzten Wahlen geläuterte' deutsche Freiheit" zurüd. effen vertreten. Dies hat auch zur Folge gehabt, daß sich zahlreiche Genosse Löbe war das erste Opfer des im Jahre 1905 mit verHandwerker und Gewerbetreibende dem Bund der Landwirte anAus der Partei. Ein Opfer der Breslauer Justiz. geschlossen haben. Es ist kein Zweifel, der wirtschaftliche Aufschwung stärkter Wucht einsetzenden Kampfes gegen die Wahlhat uns Feinde ringsum geschaffen. Aber wenn idir feft zusammens entrechtung der Arbeiterschaft in den norddeutschen stehen, dann können wir mit Bismard sagen: Wir Deutsche fürchten Einzelstaaten. In Leipzig folgte ihm bald der Genosse Heinig mit Gott, sonst nichts auf dieser Welt.( Stürmischer Beifall.) Der Redner 21 Monaten. Löbe hatte in der„ Volkswacht" zum Beginn der schloß mit einem dreifachen Hoch auf den Kaiser. Der zweite Vorsigende des Bundes, Reichstagsabgeordneter Röfide, wies ebenfalls darauf hin, daß die Tagung des Geldsadparlaments( 5. Dezember) einen Aufruf gegen das infame Dreiflaffenwahlunrecht veröffentlicht und die politisch Mündigen zum Kampf gegen die Beherrscher Preußens aufgerufen. Petersburg, 8. Februar.( Eig. Ber.) Das große Tagesereignis ist heute das Zustandekommen des Brot und Fleischverteuerung nur eine sozialdemokratische Phrase Nebenbei erinnerte der Aufruf an die gerade damals hochgehenden Blocs der sozialistischen Parteien in Petersburg. Die Kadetten Bei den Wahlen habe sich die deutsche Nation gegen die Wogen der österreichischen und russischen Wahlrechtskämpfe gingen bekanntlich auf den Vorschlag: von den 6 Petersburger sei. Mandaten 3 den sozialistischen Parteien abzutreten, nicht ein. Sozialdemokratie erklärt. Hoffentlich werde es mit der baterlands und zeigte den Arbeitern die großen Gefahren des JunkerWenige Stunden nach Erscheinen der regiments in Preußen. mit ben Kadetten entſchieben. Ge flappte aber auch nicht mit der nach einem neuen Kulturkampf muß endlich einmal verstummen; Nummer wurde sie konfisziert, und bereits nach knapp 14 Tagen Dadurch war auch das Schicksal eines gemeinsamen Wahlblocks losen Partei weiter bergab gehen.( Stürmischer Beifall.) Der Ruf Wahleinigung der sozialistischen Parteien, so daß zuerst auch es ist dringend erforderlich, die demokratische Cliqne aus dem erhielt Löbe die Anflagefchrift, wonach er mit zu entfernen. Der Redner weiteren eine feltsame Gile! teilte im der Plan der Bildung einer geschlossenen sozialistischen Beutrum mit: Eine jezt verstorbene agrarische Dame, Frau Louife dem Aufruf eine Aufreizung zu Gewalttätigkeiten(§ 180 des StrafPhalang als gescheitert erschien. Auf dem äußersten linken Flügel in Petersburg befinden sich Stropias, habe dem Bund eine große Summe Geldes hinterlassen. gesetzbuchs) verübt haben sollte! Schon nach knapp weiteren gegenwärtig folgende Parteien: 1. Die zwei sozialdemokratischen Auf Auffordern des Redners erhoben fich die Anwesenden zum 14 Tagen(!) fand vor der mittlerweile au europäischer Berühmtheit Fraktionen( Mehrheitsfraktion" und Minderheitsfraktion"); Beichen der Dankbarkeit und der Hochachtung der Geschenkgeberin gelangten zweiten Straffammer zu Breslau unter Vorsiz des weltbekannten Landgerichtsdirektors Janske die Hauptverhand2. die sozialrevolutionäre Partei; 3. die„ Boltssozialisten"( Narod- von ihren Pläßen. Abgeordneter Diederich Hahn, mit stürmischem stürmischem Beifall nili"); 4. die Arbeitsgruppe. Tung statt. Die sozialdemokratische Minderheitsfraktion" will bei den empfangen, erstattet danach in seiner Eigenschaft als BundesNur der, der dieser Verhandlung beigewohnt hat, der mit Wahlen vor allem danach streben, daß die Duma sich aus durchweg direktor den Geschäftsbericht. Er bemerkte: Es sei sehr oppofitionellen Glementen zusammensetzt; deshalb betont sie die eigentümlich, daß heute früh bereits die Berliner Neuesten eigenem Auge die Art und Weise der Verhandlung beobachtet, kann sich veröffentlicht haben.( Rufe: einen Begriff von der spezifisch Breslauer Justiz machen. Notwendigkeit rechtzeitiger breitangelegter Wahlabmachungen über Nachrichten" den Jahresbericht Ein Judenblatt sind die Berliner Neuesten Mußten doch sogar illustrierte Blätter, die im Verlage des Vorgemeinsame Kandidaten mit den konstitutionellen Demokraten" Judenblatt!) ( Radetten") in solchen Wahlbezirken, in denen die Chancen der Nachrichten" nicht, aber ein Blatt der Großkapitalisten. Es schadet wärts" erschienen waren, mußte doch die darin beschriebene HinReaktion auch nur einigermaßen größere find. Die Mehrheits- aber nichts, wenigstens erfahren auch die Großkapitalisten etwas richtung Karls I. und des Staatsstreichlers Strafford sowie ein frattion" steht den„ Kadetten" schroff gegenüber, fie will von von unseren großen Fortschritten. Die Reichstagswahlen sind für Bildnis der Beseitiger Plehwes und Sergius dazu herhalten, zu Abmachungen mit ihnen im ersten Stadium der Wahlen( Wahl die deutschen Landwirte ungemein günstig ausgefallen, obwohl die " der Wahlmänner) nichts wissen oder läßt diese nur in ganz be- Bahl der gewählten Mitglieder des Bundes der Landwirte nicht beweisen", daß- Löbe zu Gewalttätigkeiten habe aufjonderen Fällen zu. Ihre Haltung gleicht der der Sozial- eine überaus große ist. Aber eine sehr große Anzahl Abgeordneter reizen wollen!!! Daß im Anschluß an den inkriminierten Artikel revolutionäre. Die Gruppe der Voltssozialisten" und die Arbeits- ist gewählt, die mannhaft für die agrarischen Interessen ein- deutlich auseinandergesetzt war, welches die Kampfesmittel und gruppe" hinwiederum sind für weitergehende Blodbildungen per- treten werden. Wir müssen trotzdem noch fest auf der Warte stehen, Methoden der Sozialdemokratie sind, daß ausdrücklich in derselben denn noch steht der Abschluß des Handelsvertrages mit Amerila Nummer stand, daß die Partei jedes Gewaltmittel verschmähe, jonell- technischer Natur. Nun wollte die sozialdemokratische Mehrheitsfraktion" die bevor, und die Großkapitalisten werden alles aufbieten, um eine das berücksichtigte die Janske- Kammer nicht. Und über die " Boltssozialisten" nicht zu einem revolutionär- sozialistischen Block ihren Interessen dienende Börsenreform zu schaffen. Wir müssen fest eidliche Aussage eines Polizeikommissars, wonach Löbe stets zulassen, da fie ihr in den taktischen Anschauungen nicht be- auf der Wacht stehen, damit die Interessen der Landwirte nicht stimmt genug erschienen. Die Sozialrevolutionäre wollten aber dadurch Schaden leiden. Die Reichstagswahlen sind nicht bloß des- gegen Gewaltmittel und in seinen Reden nie aufreizend gewesen, wieder von einem Blod ohne die„ Voltssozialisten" nichts halb so günstig ausgefallen, weil Deutschland sich in einem wirt- ging das Gericht zur Tagesordnung über. Dagegen übernahm dasselbe Gericht in der Begründung des wissen. Diese Hindernisse für die Wahleinigung der proletarischen schaftlichen Aufschwung befindet und weil durch die Wahlparole: Linien zu beseitigen, ist nun also gelungen! Die sozialdemokratische Die nationale Ehre ist in Gefahr!" die große Partei der Nicht Urteils, das auf ein Jahr Gefängnis und sofortige Verhaftung(!) Mehrheitsfraktion" hob ihren Beschluß, betreffend die Aus- wähler aufgerüttelt worden ist, sondern das haben die Stadt- lautete, eine Anzahl Argumente des Staatsanwalts Glazer, wonach schließung der Boltssozialisten", auf, und nunmehr fand gestern journalisten bisher nicht beachtet weil die Wahlen im Winter, die im Osten glühende cote Lohe" die deutschen Gerichte zwinge »dafür zu sorgen, daß der Brand nicht durch aufreizende Agitatoren unser geliebtes Vaterland ergreife" II Die Junkerpresse wieherte vor Genugtuung über den Schutz, den Breslauer Richter ihr angedeihen ließen. Die konservative. S ch I e- fische Zeitung" aber, die aus denunziatorischcr Absicht den Artikel LöbeS abgedruckt, also auch weiterverbreitet hatte, blieb bis zum heutigen Tage vom Staatsanwalt unbehelligt. Freilich, un> behelligt blieben auch alle die Parteiblätter, die LöbeS Artikel nach« gedruckt hatten. Einzig die Veröffentlichung in der„Vollswacht* wurde von den Breslauer Richtern als strafbar angesehen. Und die Wirkung dieses Urteils? Die.Volksmacht" gewann in wenigen Wochen 4000 neue Abonnenten und hat, seitdem eS gefällt, bis heute über 10000 neue Abonnenten gewonnen! Die Zahl der Mitglieder des sozialdemokratischen Vereins zu Breslau stieg in der- selben Zeit um über 4000! Ueber 2ö0l> neue Kämpfer eroberte die Partei bei den dann folgenden Stadtverordneten- und zirka 4000 bei den Reichstagswahlen. Die sämtlichen konfiszierten und später vom Staatsanwalt mit Terpentin und Kienruß schwarz gemachten Exemplare der.Volksmacht" wurden pro Stück mit 10 Pf. verkauft, und die Reproduktionen der geschwärzten Nummer finden noch heute reißenden Absatz, bilden also eine stete Einnahmequelle für die Partei. Heute nun öffnen sich endlich unserm schwergeprüften Genossen und Kollegen die Kerkertore und wie wir hören, kehrt er in un- geschwächter Kraft und Kampfeslust in unsere Reihen zurück. Die Wunde vernarbt— was aber dauernd bleibt, daS ist der unauslöschliche Haß und die glühende Erbitterung der Massen gegen das System, das sie ihm geschlagen. Ein begnadigter Preßsünder plötzlich auS dem Gefängnis entlassen. Am Sonnabend vormittag wurde Genosse Kühn, von der „M ecklenburger Volkszeitung" zu Rostock, dem be- lanntlich in dem aufsehenerregenden MajeftätSbeleidigungs- Prozeß der.Meckl. Volksztg." zwei Monate Gefängnis zudiktiert waren, nachdem das Reichsgericht ein freisprechendes Urteil der Strafkamnier aufgehoben und Anwendung des 6 o I u s eventualis empfohlen hatte, entlassen. Einen Monat hat Genosse Kühn abgebrummt. Am Sonnabend eröffnete ihm der Staatsanwalt, daß ihm der Rest.auf großharzogliche Verfügung" er- lassen sei. Zur Forderung der Einberufung einer Preßkonferenz schreibt die »Mecklenb. Volkszeitung" zu Rostock: „Man wird sich mit diesem Vorschlage einverstanden erklären können. Doch muß Bedingung sein, daß auf jener Konferenz keine stundenlangen Vorträge gehalten werden dürfen." DaS möchten wir allerdings auch wünschen. Die vrrnrr Sozialdemokraten veranstalteten am Sonntagnachmittag einen Demonstrationszug durch die Stadt und hielten eine Protest Versammlung gegen den Berweisungs- gesetzentwurf der Berner Regierung ab. Eine Rede drS Genossen JaurdS. Aus Paris wird vom 11. Februar gemeldet: I a u r ö S hielt gestern in St. Etienne in der Arbeitsbörse in Gegenwart von zirka 7000 Personen eine Rede. Er forderte darin das Proletariat aus, sich den geeinigten Sozialisten anzuschließen. Er bedauere keineswegs den Austritt Brrands aus der Partei, obgleich er sein Werk loben müsse. Schließlich forderte Jaurös auf. die Frage der Beteiligung der Sozialdemokratie an der Regierung auf später zu vertagen, bis das Proletariat seinen Sieg vervollständigt habe. poUreUicbeo, Gerichtiichce uftv. Eine Staatsaktion in Mannheim. Aus Mannheim wird vom 11. Februar gemeldet: In der Expedition der. B o l k s st i m m e" beschlagnahmte die Polizei gestern die Karnevalsnummer.Schnupftabak" wegen eines Artikels„Im Zeichen der Fürstenliebe". Der vcr- antwortliche Redakteur wurde verhaftet. bOO Exemplare wurden beschlagnahmt. In Mannheim weht seit einiger Zeit ein scharfer Wind gegen die Sozialdemokratte und insbesondere gegen die.Volksstimme", wie kurz vor dem 25. Januar die Haussuchung nach dem Original und dem Klischee der in der„Volksstimme" reproduzierten photographi- schen Aufnahme einer afrikanischen Hinrichlungsszene zeigte. Sie hat den Sieg der Mannheimer Sozialdemolratie im ersten Wahlgange nicht verhindern können. Möge die Beschlagnahme der„Fürsten- liebe" ebenso gute Resultate für unsere badische Partei haben. Hua Induftne und Handel. Deutsche Eisenindustrie. Längst ist der Hymnus auf die selbtätig regelnden Konkurrenz- kräfte der Wirtschaft verklungen. Die Verständigung der Unter- nehmer auf dem Markte ist zur herrschenden Norm geworden; zum markantesten Zug in der modernen Wirtschaft, hinter dessen Be- deutung selbst der technische Fortschritt, die Verbesserungen des Produktionsprozesses zurücktreten. Nur in solchen Industrien, welche die letzte Hand an das Produkt anlegen, um es fertigzustellen, und in jenen, welche es in den Konsum überführen, herrschen noch vorwiegend Konkurrenzerscheinungen. Sonst überall und in immer strafferer Form eint sich das Kapital, begräbt die Streitaxt der freien Konkurrenz und ergibt sich einer Harmonie der Profit- interessen, in welche nur als Zwischenaktsmusik zeitweilige Kon- kurrenzepisoden an den einstigen Zustand der Dinge gemahnen. Und selbst diese werden immer mehr unterdrückt. Wenn die innere Entwickelung der Industrie soweit gediehen ist, daß alte Formen der kapitalistischen Organisation nicht haltbar geworden, dann treten beizeiten andere, gewaltigere Kombinationen auf, schieben sich vor, bereit, in anderer Form, doch mit nämlichem In- halt, das Erbe anzutreten, mit möglichst unvermitteltem Ueber- gang, schließlich unter gänzlicher Vermeidung des Kampfes den monopolisierten Markt zu übernehmen. Wenn wir in diesen Tagen von einer an Größe alle deutschen Verhältnisse zurückdrängenden Vertrustung in der Montanindustrie vernahmen, so hörten wir nur die andere Seite jener Nachrichten, die von einem Zerbröckeln des großen Stahlwerksverbandes er- zählten. Hier wachsende Schwierigkeiten, vergrößerte Reibungs- flÄhen zwischen den Syndikatsmitgliedern und als Gegenstück dazu der Montanriese! Die Entwickelung in der Eisenindustrie hat diesmal die Ereignisse ordentlich zum Greifen aneinandergereiht und ihren Sinn enthüllt. In welchem Maße die inneren Gegensätze zwischen reinen und ge- mischten Werken gewachsen sind, ist aus den darüber beständig, trotz alle? geschäftlichen HochgangeS umlaufenden Gerüchten zu er- raten. Noch funktioniert der alte Verband unter den Fittigen einer üppigen Geschäftskonjunktur, erblüht ihm vielleicht auch noch das Heil einer kurzfristigen Verlängerung, aber schon melden sich hinter semem Rücken in einem gigantischen Koloß die Formen, die bereit sind, das Erbe der zerfallenden Organisation zu über- nehmen. Heute noch Frondeur im alten Verband, ist er morgen bereits Ursache ähnlicher Gebilde, ähnlicher Zusammenschlüsse auf gleich großer und größerer Grundlage. Jene Kinder der Krise, von denen es hieß, daß sie unter dem zwange des Preisdruckes der Konkurrenz entstehen, als«Fallschirme der Produktion" notwendig seien, sie find heute Hochkonjunktur- Produkte. Unter steigenden Preisen und Renten treten sie ins Leben mit viel weiteren Perspektiven, als man ihnen einst unter- stellte. In allen Formen seines Lebens bezeugt das Kapital heute seinen Drang nach einer ausschließlichen Machtpolitik auf dem Markte, zu dessen Beherrschung es durch den straffsten Zusammen- schlutz immer endgültiger gelangt. Alle Lebensäußerungen der Wirtschaft dcS heutigen Industriestaates ordnen sich diesem Zwecke ein. Zoll- und Handelspolitik dienen am Ende der Erleichterung der Kartell- und Trustbildungen, koloniale Ausbreitungsgebiete sollen zumindestens durch die Vermehrung der Kapitalskräfte diese Tendenzen stärken. Noch sind wir inmitten der unaufhörlichen Neubildungen und sehen in kurzer Zeit eine die andere an Umfang, an Kapitalskraft übertrumpfen. Unbekümmert um politisches Wechselspiel geht die kapitalistische Wirtschaft ihren Gang. Die großen Fragen der kapitalistischen Wirtschaftsordnung drängen durch die rastlose Konzentration, deren eine wir jetzt mit erlebten, der Lösung entgegen, die Montanindustrie wird zu aller- erst der privaten Ausnutzung entwachsen sein. Die Preispolitik und der Terror ddr Trusts und Syndikate werden zu allererst und deutlich ihre Unzuträglichkeiten für die Allgemeinheit und für den Produktionskörper klar machen. Diese grundlegendste Industrie der Gesamtheit dienstbar zu machen, wird das Jndustriemonopol des Privateigentums mit Sicherheit bewirken. Schon vor ein paar Jahren hat ein bürgerlicher Gelehrter das Resultat seiner Forschungen über die gemischten Betriebe in der Eisenindustrie so zusammengefaßt:„Für die Montanindustrie ist die Richtigkeit der KonzentrationSlehre von Karl Marx exakt nachgewiesen, jedenfalls in einem Lande, in dem sie, wie bei uns, durch Zölle und Fracht- tarife geschützt wird. Die Montanindustrie Deutschlands ist reif zur Expropriation." Mittlerweile hat die industrielle Konzentration weitere Fort- schritte gemacht. Geschöftsergcbnisse. Die Zellulosefabrik Feldmühle in Breslau schlägt iür 1906 bei etwas höheren Abschreibungen auf das er- höhte Aktienkapital eine Dividende von wieder 12 Proz. vor.— Die Charlottenburger Wasserwerke schütten eine Dividende von 47 i30-s-17) Proz. aus.— Der Aufsichtsrat der Bremer Wollkämmerei schlägt 14 Proz. fi. V. 12 Proz.) Dividende vor.— Die Vereinigten Berliner Mörtelwerke wollen für das mit, dem 31. Dezember abgelaufene Geschäftsjahr eine Dividende 11 Proz. lwie im Vorjahre) herausbringen.— Die Papierfabrik Sebnitz bringt 10 Proz. Dividende(gegen 7 Proz. i. V.) in Vorschlag.— Die Generalversammlung der Aktienspinnerei Aachen setzte die Dividende auf 10 Proz. lim Vorjahre 8 Proz.) fest.— Die Generalversammlung der Aktiengesellschaft Hermann S ch o e t t in Rheydt setzte die Dividende auf 9 Proz(im Vorjahre 6 Proz.) fest.— Der Aufsichtsrat der Wittener Glashütten- Aktiengesellschaft schlägt für 1906 die Verteilung einer Dividende von 7 Proz.(im Vorjahre 10) vor.— Die Hamburg- Südamerikalinie schlägt für 1906 wieder 10 Proz. Dividende vor.— Die Dampfschiffahrtsgesellschaft„Neptun" bringt für 1906 8 Proz. Dividende in Borschlag(gegen 6Vz Proz. im Borjahre).— Der Aufsichtsrat der C o n t i n est t a l C a o u t- chouc und Guttapercha-Compagniein Hannover beschloß, für 1906 40 Proz. Dividende(wie im Vorjahre) auf die alten und 20 Proz. aus die jungen Aktien vorzuschlagen.— Die Terrain- Gesellschaft Groß-Lichterfelde schüttet 23 Proz. Divi- dende aus, gegen 11 Proz. im Vorjahre. SewrKlcdaftUcKeq. Als neuer Scharfmacherverband ist der„Zentralverband deutscher Arbeitgeber in den Transport- und ähnlichen Gewerben". Sitz Berlin, gegründet worden. Er erstreckt sich nach§ 4 des Statuts„auf die Gewerbe der Personen- und Warenbeförderung, sowie diejenigen Betriebe, welche sich jener Beförderungsarten als Hülfstättgkeit bedienen. Doch können auch andere Unternehmungen, welche Rutscher, Packer, Hausdiener, Boten, Schaffner, Kontrolleure, Wächter oder ähnliches Personal beschäftigen, dem Verbände an- geschlossen werden". Als Zweck des Verbandes wird angegeben,(im be- sonderen) Streitigkeiten zwischen seinen Mitgliedern und deren Arbeitnehmern über die Lohn- und Arbeitsbedingungen in friedlicher Weise beizulegen und seinen Mitgliedern bei solchen Streitigkeiten Schutz und Unterstützung zu gewähren. Die armen, so friedlich gesinnten und bisher schutzlos preisgegebenen Unternehmer raffen sich auf zu einem Zusammen- schluß. Wird ihnen etwa der„Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter" gefährlich? In der Generalversammlung werden die Stimmen nach der Höhe der Lohnbeträge gezählt. Unternehmer, die bis zu 20000 M. zahlen, haben eine Sttmme, bis zu 60000 M. zwei Stimmen, bis zu 200000 M. drei Stimmen, bis zu 600000 M. vier Stimmen, bis zu l 000 000 M. fünf Stimmen, für jede weitere Million drei Stimmen mehr. Die„Schiedstätigkeit des Verbandes" kann auch von Aus- schüssen, Vertretungen oder Oganisationen von Arbeitnehmern angerufen werden. Dazu tritt eine Schlichtungskommission in Kraft, die„auf das sorgfältigste und nachdrücklichste die Interessen der Verbandsmitglieder zu wahren" hat. Die Schlichtungsrommission verhandelt nach§ 30 des. Statuts mit Vertretungen der zu Organi- sationen verbundenen Arbeiterschaft, so- bald bei dem betreffenden Betriebe die Mehrheit der Ar- beiter einer Arbeiterorganisatton angebärt oder die Vertretung einer solchen Organisatton von der überwiegenden Zahl der Arbeiter des Betriebes als ihre Vertretung anerkannt wird. Das klingt ganz annehmbar, indem dadurch der leidige Streit, ob die Organisation der Arbeiter anerkannt wird, bei- gelegt erscheint. Nun soll aber der Beschluß dieser Schlichtungs- kommission, von der es heißt, daß sie aufs nachdrücklichste die Interessen der Arbeitgeber vertreten muß. für die Arbeiter durchaus verbindlich sein; im andern Falle werden sie auf eine schwarze Liste(nach§ 32) gesetzt. Es wird sogar mit einer Generalaussperrung(§ 35) gedroht. Der neue Unternchmerverband ist eine Mahnung an die Arbeiter, ihre eigene Organisation zu stärken. BcrUn und Umgegend« Der Kampf in der Holzindustrie. In der letzten Nummer der.Fachzeitung" der Tischlermeister ist zu lesen: „Der sonst so geschwätzige„Vorwärts", der z. B. eine lange. wutschnaubende Abhandlung an einen Artikel der„Voss. Ztg." wendet, iy welchem dieses Blatt eine objektive und nicht im Sinne des Holzarbeiterbandes gefärbte Betrachtung über den gegenwärtigen Lohnkampf gegeben hat, findet bislang kein Wort über das von uns veröffentlichte Schreiben des Stuttgarter Vorstandes des Holzarbeiterverbandes.— Das läßt in der Tat «ties blicken"!" So, so! Also es laßt tief blicken, daß wir es nicht für nötig halten, große Betrachtungen anzustellen über ein Vorstandszirkular, das uns und jedem Kenner der Gewerkschaftsbewegung als etwas ganz Selbstverständliches erscheint, wenn auch die„Fachzeiwng" darüber ein Wesen macht, als hätte sie Wunder was entdeckt. In- zwischen wird man ja wohl in der Redaktion der„Fachzeitung" bemerkt haben, daß wir auch auf ihre Veröffentlichung des Vor- standszirlulars eingegangen sind, welches, wenn man es un- befangen betrachtet, wirklich keinen Anlaß zu dem Jubelgeschrei bietet, das die„Fachzeitung" deswegen anstimmte. Die„Fach- zeitung" glaubte aus dem Zirkular schließen zu können, daß'>er Verbandsvorstand das Verhalten der Berliner Mitgliedschaft nicht billige, und nun muß die Fachzeitung" zu ihrem Leidwesen aus der„Holzarbeiter-Zeitung" sehen und auch die Tatsachen beweisen es, daß auf feiten der Arbeiter vollkommene Einigkeit herrscht in dem Bestreben, den Angriff der Unternehmer mit voller Kraft zurückzuweisen. � Nun noch ein Wort über die„wutschnaubende Abhandlung. die der„geschwätzige„Vorwärts" an einen Artikel der„Voss. Ztg." wandte".— Diese„wutschnaubende Abhandlung" war eine aller- dings scharfe, aber durchaus sachliche Widerlegung der unwahren Darstellung, welche die„Voss. Ztg." über den Kampf in der Holz- industrie brachte. Besonders scharf hatten wir der„Voss. Ztg." und ihrem Gewährsmann aus Unternehmerkreisen auf die Finder geklopft, indem wir die Behauptung, die Unternehmer hätten sich bereit erklärt, eine Lohnerhöhung von 5 Proz. und mehr den Ar- beitern zu bewilligen, diese hätten aber trotzdem den Kampf herbei- geführt, als eine grobe Lüge bezeichneten. Wir hatten die „Voss. Ztg." ausdrucklich aufgefordert, den Beweis für diese Be- hauptung zu erbringen. Sie kann aber den Vorwurf, in bezug auf einen großen wirtschaftlichen Kampf eine Lüge in die Welt gesetzt zu haben, nicht entkräften. Auch die sonst so ge— wir wollen nicht den„feinen Ton der „Fachzeitung" anwenden, sagen wir also: Auch die sonst so red- selige„Fachzeitung", die niemals Wut schnaubt, sondern stets von Sanftmut überfließt, ist nicht imstande, die zweifellos aus llsster- nehmerkreisen inspirierte„Voss. Ztg." herauszuhauen.— Das läßt in der Tat sehr tief blicken! Am Sonnabend Pflegen selbst unter nomalen Verhältnissen immer eine erheblich größere Zahl von Entlassungen vorgenommen zu werden wie an anderen Tagen. Auch während der Aussperrung war in den ersten Wochen der Sonnabend derjenige Tag, wo die Zahl der Ausgesperrten am stärksten in die Höhe ging. Am letzten Sonnabend dagegen sind— nach den am Montag eingegangenen Meldungen— nur 71 Entlassungen erfolgt. Es kann hiernach gar nicht mehr bezweifelt werden, daß der Kampf eine weitere Aus- dehnung nicht mehr nimmt. Die Tarifbewegung der Steinmetzen. Am Sonntag fand im „Englischen Garten" eine außergewöhnlich stark besuchte Mit- gliederversammlung der Filiale Berlin l des Steinarbeiter» Verbandes statt, um Stellung zu nehmen zu der Antwort der Innung auf die Anfang Dezember eingereichten Forderungen. Wie aus dem Bericht, den der Altgeselle B u ch m a n n gab, hervor- ging, hat die Innung wohl ein gewisses Entgegenkommen gezeigt, aber doch den größten Teil der Forderungen abgelehnt und dio übrigen nur teilweise bewilligt. Statt der geforderten 90 Pf. Stundenlohn bietet sie 85 Pf. und zwar nur für die über 20 Jahre alten Gehülfen; die jüngeren sollen sich mit dem jetzt geltenden Lohn von 30 Pf. begnügen. Statt, wie verlangt wurde, um 5 Uhr, soll um 5)4. Uhr Feierabend gemacht werden; die Arbeits- zeit auf den Bauten soll sich jedoch nach der der Maurer richten. Darüber hinaus hat die Jnnungsversammlung nichts bewilligt. Bei den Verhandlungen, die dann zwischen Jnnungsvorstand und Gesellenausschuß gepflogen wurden, konnte nichts herauskommen, da die Meistervertreter von vornherein erklärten, daß sie nicht er- mächtigt seien, weitere Zugeständnisse zu machen. Somit handele es sich hierbei nur um eine unverbindliche Besprechung. Die Be- zahlung des Fahrgeldes nach den Vororten wollten die Meister nur dann als begründet erachten, wenn der Weg nach dem Bauplatz wesentlich weiter ist, als der nach dem Werkplatz des Meisters, und die Regelung der Ortszulage für Arbeiten außerhalb wollten die Meister der freien Vereinbarung überlassen wissen. Mit einer sonderbaren Begründung lehnten sie die Forderung ab, den Ar- beitsnacAveis paritätisch zu machen; sie meinten, daß dies wegen der Verschiedenartigkeit der Arbeit im Steinmetzberuf nicht gut möglich sei. Als ob nicht in anderen Berufen, wo die Arbeit noch viel verschiedenartiger ist, paritätische Arbeitsnachweise beständen l Die Freigabe des 1. Mai. meinten die Meister, gehöre nicht in den Tarif. Auf die Ablehnung dieser Forderung legte die Mehrheit der Versammlung übrigens nicht viel Gewicht, da der 1. Mai sowieso gefeiert wird. Im übrigen beschloß die Versammlung nach einer gründlichen Diskussion, sich mit dem Stundenlohn von 85 Pf. unter der Bedingung zu begnügen, daß er als Einheitslohn auch für die jüngeren Gesellen durchgeführt wird und daß, falls die Maurer denselben Stundenlohn gewinnen, für die Steinmetzen die höhere Forderung Geltung erhält; ferner die Festsetzung des Feierabends auf 5M> Uhr anzunehmen; die anderen Forderungen jedoch aufrecht zu erhalten. Auf. dieser Grundlage sollen die Verhandlungen mit den Meistern fortgesetzt werden. Die Automobilführer versammelten sich zahlreich am Sonn- abendvormittag in den Arminhallen, um den Bericht von Rettig über den Stand der Aussperrung entgegenzunehmen. R e t t i g wies darauf hin, was in der letzten Versammlung der Unternehmer von Herrn Kandelhart gesagt worden war, daß es sich nämlich nicht mehr um die Lohnfrage in erster Linie handele, sonder» hauptsächlich um eine Machtfrage zwischen den beiden On» ganisationen. Der Kampf gegen die Organisation der Fahrer ist aber schwerer, als die Unternehmer sich träumen lassen. Das hat schon einmal die Firma B e d a g erfahren, die keine organi- sicrten Fahrer anstellen wollte und jeden, der nun eintrat, einen Revers unterzeichnen ließ, nach welchem er sich verpflichtet halten sollte, keiner Organisation anzugehören. Als aber am 23. Dezem» her v. I. auch die Firma Bedag die neue Lohnordnung einführen wollte, zeigte eS sich, daß trotz der erzwungenen Unterschrift Mann für Mann der Organisation angehorte. Mit einiger Ver- wunderung hörte die Versammlung, daß auch M i I ch- B o l l e den Automobilbesitzern zu Hülfe gekommen ist. Er steht an der Spitze des Zentralverbandes der Arbeitgeber im Trans- portgewerbe und versucht, den Automobilbesitzern Arbeits« willige zuzuführen. Ein ehemaliger Milchkutscher wollte sich für eine verfallene Kaution von 110 M. die Zinsen von Bolle holen. Dieser Kutscher war Automobilfahrer geworden und Bolle stellte das Ansinnen an ihn, daß er ein Vierteljahr in einem gesperrten Betriebe Stellung nehme. Wenn er sich dazu verpflichten würde, sollte er seine Zinsen erhalten. Herr Bolle iit als wütender Feind aller Organisationsbestrebungen seiner Kutscher schon mehrmals hervorgetreten und man kann seine Sympathien für gesperrte Betriebe verstehen. Die Unternehmer haben ihre neueingerichtete Fahrschule an- scheinend aus guten Gründen nach dem Charlottenburger Polizei» gebiet verlegt. Die Fahrer können dort den polizeilichen Fahrschein manchmal schon nach drei Tagen erhalten, während in Berlin 8 bis 10 Wochen darüber vergehen. Die Charlottenburger Ver- kehrspolizei wurde scharf kritisiert, weil sie einerseits sehr streng gegen dieStreikposten vorgeht, und andererseits sich s e h r nachsichtig gegen die Unternehmer erweist, ivorüber die Versammlung ihre Entrüstung unverhohlen kundgab.— In ihrer letzten Versammlung behaupteten die Autobesitzet, daß sie sogar schon 60 Wagen fahren lassen. Nach den Feststellungen der Fahrer sind nicht mehr wie 20 Wagen aus den gesperrten Be- trieben auf der Straße. Die Organisation ist nicht mützig und stets bestrebt, die Arbeitswilligen aufzuklären und für sich zu ge- Winnen und hat auch Erfolg damit. Ein Bedagführcr besprach unter großer Heiterkeit der Ver- sammelten die Erlebnisse des Oberingenieurs Vorreuter als Auto» droschkenführer, von diesem in der„B. Z. am Mittag" neulich ge- schildert. Wie eine Schwalbe keinen Sommer macht» so kann auck ein Ausnahmetag nicht maßgebend fein für Verhältnisse im allgemeinen. Borreuter sollte nur einige Wochen das Geschäft fortführen, dann würde er bald erkennen, daß einem guten Tage viel schlechte folgen; außerdem war er im Vorteil durch seine Sprachtenntnisse und andere günstige Umstände. Ausland. Der Streit von Fougères siegreich beendet. Selbst Schultinder mußten aur Befehl der Getftlichkeit Flug blätter verteilen. In etlichen Orten haben die Frauen und Kinder auf Geheiß komitees von Fougères mit den Unternehmern find endlich gestern zu verhüten, daß ein Ungläubiger gewählt würde. In Orten, wo Paris, 9. Februar.( Eig. Ber.) Die Verhandlungen des Streit ihres Beichtvaters den ganzen Tag den Rosenkranz gebetet, um Es wurde noch darauf aufmerksam gemacht, daß es nötig sei, abend beendigt worden, nachdem sie etlichemal auf dem Punkt das Mandat besonders heiß umstritten war, standen am Tage der bas Publikum über die immer wiederkehrenden Anzeigen in gewesen waren, ergebnislos abgebrochen zu werden. Am Montag Wahl Geistliche neben den Stimmzettelverbreitern, um noch in bürgerlichen Blättern, nach welchen Chauffeure gesucht werden, wird die Arbeit wieder aufgenommen. Der neue Tarif bietet letter Minute den Wählern sich als mahnendes Gewissen aufaufzuklären. Diese Anzeigen geben sämtlich von den Arbeitern sämtlicher 22 Werkstätten eine mäßige Lohnzudrängen. Am Abend der Hauptwahl find in verschiedenen Orten Frauen gesperrten Firmen aus und sind auf Täuschung berechnet. erhöhung, das wichtigste Ergebnis des Stampfes aber ist die Wer nicht genau orientiert ist, sollte sich Auskunft von den Aus- Anerkennung der gewertschaftlichen Organisation auf offener Straße auf die Knie gefunten, um Gott für den Sieg gesperrten holen. durch das ehedem so selbstherrliche Unternehmertum. Die tapferen zu danken. Derartig haben die Geistlichen den Fanatismus ent Arbeiter von Fougères haben um sie drei Monate lang, zuerst facht. in der Aussperrung, später im Streit fämpfen müssen. Sie danken In einem Zentrumsflugblatt an die Frauen, das in Düssel. ihren Sieg ihrem Solidaritätsbewußtsein und ihrer unerschütter- dorf ausgegeben worden ist, wird behauptet, die Sozialdemokratie lichen Bereitschaft, die furchtbaren Entbehrungen einer so langen wolle die Frau trok ihrer schwachen Kräfte mit Gewalt in den Arbeitslosigkeit auf sich zu nehmen, daneben aber auch in Grifstenzkampf hineinstoßen. Daß gerade die frommen Zentrums. hohem Maße der brüderlichen Hülfe des ganzen französischen Brole- fapitalisten die größten Liebhaber billiger Frauenarbeit sind, vertariats, die sich neben reichlichen Geldspenden besonders in der schweigt man um der heiligen Religion willen. Aufnahme der Kinder der Streifenden in den Familien fundgegeben Für all diese Zentrumslügen und Beschimpfungen muß hat. Es soll aber auch nicht verschwiegen bleiben, daß sich die eine Abrechnung folgen: Die Frauen müssen helfen abrechnen, Staatsbehörden einer redlichen Unparteilichkeit indem sie auch fernerhin unermüdlich für die befleißigt haben. Vor einigen Tagen stieß sogar dem Führer bölterbefreiende Sozialdemokratie werben und der Gelben", der die Streifenden öffentlich provoziert hatte, ihre Kinder in sozialistischem Sinne beein die Leuten feines Schlages anderswo wohl nicht drohende Un- flussen. annehmlichkeit zu, in hafi genommen und sogar, infolge seines tätlichen Widerstandes, in Ketten abgeführt zu werden! Am Montag morgen kamen die Ausgesperrten wieder in den Arminhallen zusammen, weil bekannt geworden war, daß die Unternehmer ein neues Ultimatum an die Fahrer gerichtet hätten, bis Montag, den 11. Februar, die Arbeit aufzunehmen, oder man müßte eben noch warten. Da derartige Drohungen bisher nichts gefruchtet hatten, so 30g man es vor, sich nicht immer wieder lächerlich zu machen und die Briefe an die Fahrer wurden nicht abgesandt. Der nächste kritische Tag" soll der 15. Februar sein. Nach der Ansicht der Unternehmer ist aller Widerstand bis dahin gebrochen. Wer es erlebt, wird es ja sehen. Ein Efelsfußtritt. Demonstration für das Wahlrecht. Der Verein der Kapitäne und Offiziere der deutschen Handelsmarine" hatte bekanntlich dadurch das Mißfallen der Reeder erregt, daß sein Vorsitzender auf dem Seemannstongreß in Berlin das Vorhandensein einer Reihe von Mißständen auf den London, 10. Februar. Die hiesigen Frauenrechtlerinnen Schiffen zugab. Der Kampf der Reeder gegen den Verein wurde Der Sieg der Arbeiter von Fougères wird von der ganzen organisierten gestern eine neue Kundgebung, die freilich von der faft bis zur völligen Vernichtung desselben geführt. Zurzeit tagt öffentlichen Meinung Frankreichs freudig begrüßt werden. Witterung ungünstig beeinflußt war. Mehrere tausend Frauen mun in Berlin ein Verbandstag deutscher Seeschiffervereine, der Früchte tragen wird er aber namentlich dem französischen zogen an der Trafalgar- Statue vorüber und begaben sich dann seine Loyalität vor dem Unternehmertum dadurch bekundete, daß Sozialismus, der jetzt in der schwarzen Bretagne eine zum Hydepark. Die Demonstration verlief ohne Zwischenfall. er den Verein der Kapitäne und Offiziere" in nichtöffentlicher begeisterte und disziplinierte, im Stampf gehärtete Streiterschar Sigung aus dem Verbande ausschloß. Dagegen stimmte nur ein Stettiner Seeschifferverein. Die Vertreter der HamburgAmeritalinie und des Norddeutschen Lloyd, die dem Verbandstag beiwohnen, nahmen diesen Akt der Selbstentmannung sehr gnädig auf. Der heimtückische Zeitungskobold, der so gern die gelungensten Perlen der Stilfunst unstillbarer Lächerlichkeit ausliefert, hat jüngst von unferent Feuilletonredakteur einen wohlverdienten satirischen Beitschenhieb erhalten. Als wüßte er, daß ihn der Scheren held aus dem„ Gewerkschaftlichen" dem Feuilletonkollegen denunziert hatte, stürzte er sich nun auf dessen Teil und verquirrlte ihm mit ausgesuchter Bosheit gerade die Pointen. In der Sonnabendnummer macht er in dem Artikel„ Der Geldsad über Topp" aus der Stander mit dem Geldsack"„ des Standes mit dem Geldfack". Am Sonntag krümmt er sich vor Lachen, weil es ihm gelungen ist, den Neunstundenkämpfern der Buchdrucker aus dem Jahre 1891 eins auszuwischen, indem er durch Unterschlagung zweier Worte von ihnen sagt, sie hätten geschworen, „ bie unaufgeklärten zu machen". Sie sollten nach Absicht des Artikelschreibers geschworen haben, die Unaufgeklärten au solchen zu machen", zu Sozialdemokraten nämlich! Hoffentlich verbannt die Aufdeckung seiner Schandtaten den böfen Geist mit seinen schlechten Scherzen wenigstens aus dem ernsthaften Gewerkschaftsteil. Jhn ganz aus einer Tageszeitung hinauswerfen zu wollen, ist ein aussichtsloses Beginnen. Also bitte: Ins Vermischte! Deutfches Reich. Gelehrte, haltet den Zuzug fern! In der Seemannschen Kunstchronik" findet sich folgendes Inserat, das man uns angestrichen zuschickt: " Am germanischen Museum ist die Stelle eines wissen schaftlichen Sülfsarbeiters sofort zu besetzen. Gehalt monatlich 100 Mart. Verlangt wird abgeschlossenes Unis versitätsstudium in Kunstgeschichte. Gesuche find an das Museum zu richten. Nürnberg, 26. Januar 1907. Germanisches Museum." Am 25. Januar waren die Reichstagswahlen, bei denen die Intellektuellen sich im Sinne der Herrschenden betätigten. Am Tage darauf wurde dies Inserat geschrieben, in welchem den mit den heutigen Verhältnissen so zufriedenen Gelehrten nach abgeschlossenem Universitätsstudium sage und schreibe 100 m. pro Monat an Gehalt geboten werden. Und im Aerger, nicht aus erwachtem Klassenbewußtsein, sendet man das Inserat angestrichen an das Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei, um bei nächster Gelegenheit wieder liberal au stimmen. Der„ Borwärts" tut natürlich seine Pflicht und ruft:" Gelehrte, haltet den Zuzug fern!" Ob solch ein Ruf aber etwas nüßen wird bei einem Menschenmaterial, das vor Standes düntel plagt, Standes bewußtsein aber bermissen läßt?! Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 12. februar. Anfang 7% Uhr. Kgl. Opernhaus. Fallstaff. Kgl. Schauspielhaus. Hamlet. Deutsches. Romeo und Julia. Westen. Coufin Bobby. Lorking. Der Mikado. Anjang 8 Uhr. Leffing. Der Biberpelz. Schiller 0.( Wallner Theater.) Der Kaiserjäger. Schiller Theater Charlottenburg. Jugend. Schiller N.( Friedrich Wilbelm. städtisches Adieu benter). Therese. Sein Alibi. Komische Oper. Tosca. Berliner. Der Hund von Baster. ville. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit Kleines. Ein idealer Gatte. Neues. Meißner Borzellan. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen? Luftspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Der Zigeunerbaron. Deutsch Amerikanisches. 0 Sorgenbrecher. Der Thalia. Eine lustige Doppelehe. Luisen. Der Waffenschmied. Bernhard Rose. Die Schule des Fri. Josette meine Lebens. Trianon. Frau. Meirovol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdies Hotel. Wintergarten. Saharet. Shezia litäten. Apollo. Die schöne Vestalin. Spe zialitäten. Kasino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Im Café Abelles. Figaro. Geschloffen. Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Hrania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal: 6 Uhr Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. 8 Uhr Dr. Thefing: Geseze der Bererbung. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. gewonnen hat. Von besonderer Bedeutung hat sich aber auch im Konflikt von Fougères das Zusammenwirten der Gewert fchaft mit der politischen Partei gezeigt. Die sozialistischen Abgeordneten haben die Aktion der Streikenden im Parlament wirksam unterstüßt und am Streifort selbst ihre progagandistische Aufgabe vollauf erfüllt. Diese von den Streifenden trotz mancher demagogischer Einwirkung ohne Einschränkung gewürdigte Tatsache muß aber der unverkennbaren Klärung des Verhältnisses zwischen Partei und Gewerkschaft förderlich werden. Aus der Frauenbewegung. Buntes aus dem Wahlkampf. Versammlungen- Veranstaltungen. Rigdorf. Die für den 24. Februar geplante öffentliche Frauen. versammlung fällt aus, weil an diesem Tage im„ Buschkrug", Rudowerstraße in Briß die Kreisgeneralversammlung statt findet. Starke Beteiligung an der Generalversammlung wird Lichtenberg. Montag, den 18. Februar, 8 Uhr, im„ Schwarzen erwartet. Adler": Generalversammlung. Vortrag, Frau Emma Jhrer, Vorstands- und Kassenbericht, Neuwahl des Vorstandes, Vereinsangelegenheiten. Die Mitglieder werden ersucht, das Mitgliedsbuch mitzubringen. Köpenid. Die Mitgliederversammlungen finden von jetzt ab am Mittwoch vor dem 1. eines jeden Monats bei Mon statt. Eingegangene Druckschriften. Bei keiner der bisherigen Reichstagswahlen sind die Ge nofsinnen so start in den Vordergrund getreten, wie diesmal. Nicht nur waren sie eifrig im Besuch der Versammlungen, auch durch Aufbringung von Geldern und Leistung von Wahlarbeit aller Art zeichneten sie sich aus. Diese rege Beteiligung der Frauen tvar hütern etlicher Orte ein Greuel. Mit Hinausweisung der Frauen fürsorglichen" Stadtoberhäuptern und überwachenden Gesezes. aus den Bolts versammlungen glaubten die schneidigen Beamten die Frauen einschüchtern zu können, fanden aber meist energischen Widerstand. In manchen Versammlungen kam es dann zu geradezu komischen Szenen, z. B.: Auf der Bühne der Beamte, der in ziemlich lautem Ton vom Vorsitzenden die Ausweisung der Frauen fordert; daneben die Referentin, die ruhig weiter spricht und nur ab und zu, unterstützt vom Publikum, den Beamten zur Ruhe verweist. Wahrlich, eine Situation, die unwillkürlich zum Lachen 3 M. Verlag: A. Mende, Berlin SO. 26. reizt. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Paul Singer) ift foeben das Ein Kind des Zufalls. 19. eft des 25. Jahrganges erschienen. Das Heft hat folgenden Inhalt: Friedrich Engels und die Naturwissenschaft. Bon 25. Januar 1907. Dr. Friedrich Adler. Ursachen und Wirkungen. Betrachtungen zum Bon Adolf Hoffmann( Berlin). Flugblätter oder Amerita in anarchistischer Beleuchtung. Beitung? Bon Emanuel Burm. Bon Therese Schlesinger- Edstein. Die„ Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buch handlungen, Poftanstalten und Kolporteure zum Preise von 3,25 M. pro Quartal zu beziehen; jedoch kann dieselbe bei der Boft mur pro Duartal abonniert werden. Das einzelne heft toftet 25 Pf. Brobenummern stehen jederzeit zur Verfügung. Mendes Großer Verkehrsplan Berlins und seiner Bororte. Preis Witterungsübersicht vom 11. Februar 1907, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Bind Und trotz all der Begeisterung und all der geleisteten Arbeit, worin sich die Genossen und Genoffinnen überboten, hat uns der Wahlausfall herbe Enttäuschungen gebracht. Den Wählern, die von ihrem Wahlrecht einen solchen Gebrauch machten und entgegen ihrem eigenen Klasseninteresse die vereinigten bürgerlichen Bar. teien unterstüßten, werden gar bald die Augen aufgehen. Und mit welchen Mitteln hat man die Wähler gefödert! Der Zentrumsführer Spahn sagte:„ Es gehört mit zu den religiösen Pflichten Swotnemde 760 SD der Geistlichen, sich am Wahltampf zu beteiligen." Kanzel und Damburg 759 SD Berlin Beichtstuhl find weiblich für die Wahlagitation benutzt worden. Frantj.a. M. 759 S München 760 ND Wien " Die„ Euskirchener Volkszeitung" veröffentlichte die Mahnung eines Pfarrers an die Frauen. Diesen wurde der Rat gegeben, ihren Männern nicht eher zu essen zu geben, bis fie ihrer Wahlpflicht genügt hätten. In Krefeld und Aachen sind die Nonnen in die Häuser gegangen und haben den Frauen erzählt, daß bei einem Siege der Sozialdemokratie die frommen Schwestern ausgewiesen würden und die Pfarrer Handlangerdienste tun müßten. Geistliche und Küster sind von Haus zu Haus gezogen, um den Leuten die schreckliche Gefahr zu schildern, die drohe, wenn ein Roter gewählt würde. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater) Dienstag, abends 8 Uhr: Der Kaiserjäger. Somödie in 3 Aufz. v. Hans Brennert und Hans Ostwald. Mittwoch, abends 8 Uhr: Jugend. Donnerstag, abends8ubr: 8um 1. Male: Im bunten Rock. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. 8 Uhr zum 1. Male: Adieu Therese. Hierauf: Sein Alibi. Schiller- Theater Charlottenburg, Dienstag, abends 8 Uhr: Jugend. Liebesbrama in 3 Aufzügen von Mar Halbe. Mittwoch, abends 8 Uhr: Fiesko. Donnerstag abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Zentral- Theater. ( Dperette.) 8 Uhr, balbe Preise: Der Zigeunerbaron. Mittwoch, Donnerstag: Künstlerblut. Junop Bindstarle Better 3'Schnee 2 Nebel Schnee Temp. n. 16.9.9 Stationen Barometer. ftand mm inb -3 Haparanda 762 S -9 Petersburg -2 Scilly -8lberdeen Windstarle Better Temp. n. G. 4bebedt 8 755 22 4 wollig 745 759 Still 1 bedeckt 2 Nebel -7 Baris 756 SS 2 halb bd. 2bedeckt 1 763 SGD 3 Rebel Wetter- Prognofe für Dienstag, den 12. Februar 1907. Beitweise heiter, nachts etwas tälter, aber veränderlich mit leichtest Schneefällen und mäßigen südöstlichen Winden. Berliner Betterbureau. Wasserstand am 11. Februar. Elbe bet luffig- Meter, bei Dresden 1,37 dp. Elbe bei Magdeburg+1,36 Meter, Eisgang. Elbe bei Straußfurt Meter. Dder bei Ratibor Meter. oder bei Breslau Oberpegel-0,96 Meter. Neißemündung+ 2,45 Meter. Dder bei Brieg+2.88 Meter. Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige Ueberall käuflich! Fabrik..Epirus", Dresden 3621L Metropol- Theater DERNHARD ROSE THEATED Abends 8 Uhr: Der Hund von Baskerville. Kleines Theater. Urania. Der Teufel lacht dazu. Mittwoch: Der Hund von Baskerville. Donnerstag: Sherlod Holmes. Freitag: Sherlod Holmes. Theater des Westens Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. Durchschlagender Operetten Erfolg! Ullabendlich 72 Uhr: Gaftspiel Fritz Berner Coufin Bobby. Neues Schauspielhaus Dienstag, den 12. Februar 1907: Herthas Hochzeit. Morgen: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Morgen und folgende Tage: Meißner Porzellan. Gin Slabriasprozeh. Zotte Sebu. Lustspielhaus. Paffage. Berlin paß auf! Spe zialitäten. Prater Theater. Sabinnerinnen. Der Raub der Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. 8um 164. Male: Ein idealer Gatte. Wissenschaftliches Theater. Anfang 8 Uhr. Mittwoch: Eine triviale Stomödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Donnerstag: Ein idealer Gatte. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. 7, Dienstag, den 12. februar, 7% Uhr: Der Mikado. Abonnements gültig! Mittwoch 3 Uhr: Gänseliesel. 7 Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Deutsch- Amerikanisches Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Der große Lacherfolg! Der Sorgenbrecher. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Prater Theater Staftanien Allee 7-9. $ Abends 8 Uhr: 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 6 Uhr: Dr. B. Donath: Mechanik und Wellenlehre. 8 Uhr: Dr. Thesing: Gesetze der Vererbung. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Dperngastspiel d. Theaters d. Westens: Der Waffenschmied. Komische Oper in 3 Aften v. Lorking. Anfang 8 Uhr. Br. Frankfurterstr. 132. Heute und morgen 8 Uhr: Die Schule des Lebens. Große Jahresrevue in 7 Bildern Male: Sherlock Holmes. Boranzeige. Donnerstag zum ersten W. Noacks Theater. von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Direttion: Rob. Dill. Brummenstr. 16. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, 17. Februar, nchm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. Metropol. Cpollo a Theater 10 Uhr! Täglich: Morgen nachm: 3 Uhr: Schüller Bernhard borstellung: Wilhelm Tell. 8 Uhr: Sherlock Holmes. Donnerstag: Herr Potter aus Texas. Freitag: Benefiz Herr Hüner. Zum 1. Male: Der Hund von Baskerville. Residenz- Theater. Direttion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: 10 Uhr! Bernhard Mörbitz, Charakter- Komiter. Außerdem: Die Attraktionen bes großen Spezialität.- Programms. Vorher: Die schöne Vestalin. Operette von Viktor Holländer. Fröbels Allerlei- Theater Fröbels Allerlei- Theater Schönhauser Allee 148. Gastspiel Bernh. Rose Theater. Ausgewiesen. Haben Sie nichts zu verzollen? ad 12jähr. Benfurverbot freigegeben: Der Raub der Sabinerinnen. want in 3 Atten v. M. Hennequin Drama in 4 Sitten von 6. Böttcher. Schwant in 4 Aften von P. und F. v. Schönthan. Morgen: Die Waise aus Lowood. Saffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf: und Pierre Beber. Robert de Trivelin: Nich. Merander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Stond. Handwerker, Schönh. Allee 153. Schlafwagen- Kontrolleur. Krüper& Oberbeck, Raftanienallee 1. Faust die Gretchen- Tragödie v. W. v. Goethe. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Mittwoch zum letzten Male: Der Vampyr. Donnerstag: Benefiz für Adolf Stüntel: Im Hause der Sünde. Folies Caprice Linienftr. 132, an der Friedrichstr. Im Café Abelles. Im bunten Teil: Lotte Sebus. Ein Klabriasprozeß. Anfang 8 Uhr. Vorverkauf 10-2 Uhr an der Theaterkaffe und bei Wertheim. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. 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Februar, nachmittags 42 Uhr, von der Leichenhalle des neuen JakobKirchhofes, Hermannstraße, aus ftatt. 238/13 Um zahlreiche Beteiligung erDer Vorftand. sucht Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Nachruf. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Mechanifer Fritz Baumgärtner gestorben ist. 112/14 Ehre seinem Andenken! Die Ortsverwaltung. Allen Kollegen hiermit die traurige Nachricht, daß unser langjähriger Mitarbeiter, derMaschinenmeister Leopold Lehmann am Sonnabend, den 9. Februar, infolge Herzschwäche sanft entschlafen ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 13. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, auf dem Thomas- Stirchhof, Hermannstraße, statt. Das Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann. 1425b Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und reichen Stranzspenden bei der Beerdigung meines inniggeliebten Mannes, Baters, unseres guten Bruders, Schwagers und Dnfels Hans Grade sagen wir allen Teilnehmern, besonders dem Gefangverein „ Olympia", unsern herzlichsten Dant. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: 14145 Sophie Grade, geb. Frankenfeld, Admiralstr. 27. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlichfter Teilnahme und Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes Eduard Homann sage ich allen Freunden und Be fannten, insbesondere dem Gesang Verein Streuzberger Harmonie" meinen herzlichsten Dant. 14235 Luise Homann und Kinder. Danksagung. Für die vielen Beweife liebeboller Teilnahme und die zahlreichen Kranz spenden sage ich allen Kollegen und Genossen sowie dem Gesangverein der Puzer meinen innigsten Dant. 14086 Hermann Schmidt, Puter. Danksagung. Preis 50 Pf. In besserer Ausstattung 1,20. Die Grundbedingungen Für die liebevollen Beweise auf Wirtschaftslebens, Wirtschafts. richtiger Teilnahme und die schönen wesens und Wirtschaftswerden. Stranzspenden bei der Beerdigung II. Ein Vortrag, gehalten vor meines lieben, unvergeßlichen Mannes, Berliner Arbeitern von Eduard unseres guten Baters, des Schriftseters Bernstein. Preis 20 Bf. In befferer Ausstattung 50 Bf. Sozialdemokratische Philosophie. Eine Artikelferie von Josef Dieggen. Mit einem Bowort von E. Dieggen. Preis 30 Bf. Paul Rönsch sagen wir hierdurch allen Verwandten, Freunden, Kollegen, der Geschäfts. leitung sowie dem Gesangverein, Typo graphia" für den schönen Gesang un feren herzlichsten Dant. Danksagung. 1419 In befferer Ausstattung 75. Witwe M. Rönsch und Kinder. Das Ende des Reichs. Deutsch: land und Preußen im Zeitalter der großen Revolution. Von Kurt Eisner. Breis brosch. 4 M., geb. 5 M. Das persönliche Regiment. Reden und sonstige öffentliche Aeußerungen Wilhelms II. Busammengestellt von Gilh. Gchröder. 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Sagen hiermit allen Kollegen, Freunden und Bekannten, sowie den Kollegen der Firma Simon u. Co. und dem Zentralverband der Schuhmacher Deutschlands, Bahlstelle Berlin, für die rege Beteiligung und für die Spenden bei der Beerdigung des Bwiders 39282 Wilhelm Koch unferen beften Dank. Konrad Kramer Die Hinterbliebenen. Gastwirt, Proskauerstr. 27. Danksagung. Dem Verband, Kollegen und Freun den für die Beteiligung und Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, sage ich hiermit meinen herzlichsten Dant. 14095 Wwe. Marianne Mohnke geb. Borkowska. Dr. Schünemann 35112* Spezial- Arzt für Hant- und Harnleiden, Frauenkrankheiten. Friedrichstr. 203, Ede Schüßenstr. 10-2, 5-7, Sonnt. 10-12 Uhr. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, nur Mariannen- Straße 2. Hygienische Bedartsartikel. Neuest. Katalog m. Empfehl.viel. Aerzte u.Prof. grat. u.fg H. Unger, Gummiwarenfabrik Berlin NW.. Friedrichstrasse 91/92 30. Linien- Straße 30. Musik! Gesang! 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Februar, abends 8� Uhr, findet im Wirtshaus Schmargendorf, Warnemünder- straße ö, eine Mitgliederversammlung des Wahlvereins statt. Pflicht jedes Genossen ist es, pünktlich zu erscheinen. Stralau. Die Genossen werden darauf aufmerksam gemacht, daß der Zahlabend für den 2. Bezirk am Mittwoch, den 13. d. Mts., im Lokale des Herrn Max Schmidt, Markgrafendamm 16, statt- findet. Der Vorstand. Köpenick. Der Zahlabend der Damm-Vorstadt findet am Mittwoch, den 13. Januar, bei Schüler, Hohenzollernplatz, statt. Friedrichshagen. Die Parteigenossen, die noch im Besitz von Reichstagswahl-Sammelliften sind, werden gebeten, dieselben morgen auf dem Zahlabend, Restaurant Wilhelmsbad, Seestraße 45, an den Vorsitzenden des Wahlvereins zurückzugeben. Pankow. Am Mittwoch findet Zahlabend statt. Zu demselben find sämtliche Sammellisten an die Bczirksführer abzuführen. Der Vorstand. Tegel. Genossen! Der Zahlabend findet morgen abend 8� Uhr in folgenden Lokalen statt: 1. Bezirk und„Freie Scholle" bei Gehlhaar, Berlinerstrahe 92; 2. Bezirk bei Schmidt, Schlieper- straße 64; 3. Bezirk bei Halses, Brunowstrahe; 4. Bezirk bei Gutsch, Schlieperstrahe 61; 5. Bezirk bei Pfeffer, Berlinerstratze 65. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Französisch-Buchholz. Am Mittwoch, abends 8V2 Uhr, findet in Kahnes Festsälen die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Die Genossen werden ersucht, pünktlich zur Stelle zu sein. Der Vorstand. berliner JVachnchtcn. Zur Schulnot in der Schönhauser Borstadt hat in der vorigen Woche auch ein freisinniger Bezirksverein dieses Stadtteils Stellung genommen. Im Hinblick auf die vielen M i e t s. schulen, die dort bestehen, hat der Verein in einer Resolution erklärt, daß er hierin eine Schädigung der Schuljugend erblickt und baldige Abhülfe erwartet. Wir finden, daß die erwartungs- vollen Herren mit ihrer Resolution sozusagen„aus dem Mustopf kommen". Das Uebel der Mietsschulen ist in der Schönhauser Vorstadt so alt, daß der betreffende Beziksverein schon sehr viel früher allen Anlaß gehabt hätte, ein kräftiges Wort dagegen zu sagen. Zwar hat dieser Verein, wie alle freisinnigen Bezirks- vereine Berlins, unter seinen Mitgliedern auch Gemeindeschul- lehrer. Aber das Interesse der Lehrer und ihrer Gönner wird da meist durch ganz andere Fragen in Anspruch genommen. Die Aufi gäbe, den Magistrat und die Stadtverordnetenmehrheit auf das Bedenkliche der Mietsschulen hinzuweisen, bleibt den sozial- demokratischen Stadtverordneten und dem „Vorwärts" überlassen. Unsere Genossen im Rathause und wir selber sind seit langem bemüht, immer wieder zu zeigen, wie dieser Mißstand überhand nimmt. Speziell in der Schönhauser Vorstadt bestehen jetzt in der Weitzenburgerstratze, in der Star garderstratze, in der Gethsemanestratze und in zwei Häusern der Schönhauser Allee fünf Mietsschulen, die von zusammen 4599 Kindern besucht werden. Dieser skandalöse Zustand hat sich ent- wickelt unter den Augen der Bezirksvereinsgrötzen, die da drautzen zu Hause sind. Es ist ihnen aber nicht eingefallen, beizeiten und nachdrücklich Einspruch dagegen zu erheben, daß die Kinder der minderbemittelten Bevölkerung in diese unzulänglichen Schul- räume hineingepfercht werden. Für die Walderholungsstätten vom Roten Kreuz soll die Stadt- verordnctenversammlung, nach einem Antrage des Magistrats, pro 1907 eine Beihülfe von 5000 M. bewilligen. Im vorigen Jahre belief sich die aus dem Stadtsäckel gezahlte Beihülfe auf 4000 M. Die Erholungsstätten verpflegten im vorigen Jahre 2995 Er- wachsene und 872 Kinder und leisteten im ganzen 148 690 Ver- pflegungstage. Das Geschäftsjahr hat wieder mit einem Fehl- betrag abgeschlossen, der infolge der herrschenden Lebensmittel- teuerung noch höher als sonst ausgefallen ist. Da der Volksheil- stättenverein vom Roten Kreuz den Fehlbetrag decken muß, so will ihm der Magistrat den Zuschuß der Stadt, wie oben angegeben. erhöhen._ Erweiterung drS Fernsprechverkehrs. Der Fernsprechverkehr zwischen Berlin und A. den niederländischen Orten: Andelst, Blaricum, Bloemendaal. Breukelen, Meeden. Millingen, Oisterwijk, Ravenstein, Rijssen, Uithoorn, Velp, Wijhe, Zwartsluis; L. dem bayerischen Orte Edenkobcn; C. den Orten des Reichstelegraphengebietes: Bickenriede, Boll- stedt, Büttstedt iEichsfeld), Bukotvitz(Kr. Schwetz), Catharinenberg, Dachrieden, Diedorf(Eichsfeld), Dorna, Eigenrieden, Grammentin, Grotzleistenau, Grotzplotvenz, Heyerode(Obereichsfeld). Hollenbach (Thür.), Horsmar, Kruposchin, Lengefeld(Kr. Mllhlhausen, Thür.), Ostrolvitt(Kr. Lübau, Westpr.), Roschanno, Sartowitz, Struth(Eichs- feld), Wardenburg ist eröffnet worden. Die Gebühr für ein gewöhnliches Ge�räch bis zur Dauer von 3 Minuten beträgt: 1. im Verkehr mit den Orten unter A je 2 M, 2. im Verkehr mit Edenkoben 1,50 M., 3. im Verkehr mit den Orten unter C je 1 M. Vom Schlachtfelde der Industrie. In dem Betriebe von Flohr, Chauffeestratze, hat am Sonnabendabend ein Arbeiter sein Leben lassen müssen. Die meisten Arbeiter hatten schon Feierabend gemacht, als unter allen Unfftänden eine sogenannte Laufkatze, ein Hebe- Werkzeug, noch weggeschickt werden sollte. Der Expedient soll erklärt haben, er schaffe die Arbeit nicht mehr, worauf sich der Ingenieur Naumann bereit fand, die Arbeit zu machen, wenn er genügend Leute erhalte. Und so geschah es auch. Um die Laufkatze von der Galerie nach dem Erdboden zu schaffen, wurde diese an der einen Seite mit Klötzen abgesteift und sollte dann mit einem Flaschenzug herunter- gelassen werden. Dabei wurde aber nicht mit der Möglichkeit ge- rechnet, daß die Last leicht kippen könnte. Und das trat ein. Die schwere Last kippte und stürzte auf den unten stehenden Arbeiter Burkert, ihn sofort erschlagend. Wäre der Laufkrahn, wie es sich ge- hört hätte, benutzt worden, so hätte die Arbeit zwar länger ge- dauert, dafür wäre ab-r sedenfa"S das Unglück vermieden worden. Die Sache ist um so schlimmer, wenn man bedenkt, daß es noch gar nicht so lange her ist, daß ein gleiches Unglück unter Leitung oesselbcn Herrn Ingenieurs in diesem Betriebe passierte. Es mutz geradezu als ein Skandal bezeichnet werden, wie in diesem Betriebe mit Arbeitcrleben gespielt wird, und wohlgemerlt in einem Betriebe, der sich mit Herstellung von Hebewerkzeugen beschäftigt, also die nötigen Vorrichtungen alle zur Hand hat. Die Krone setzt aber dem Vorkommnis die Tatsache aus, daß gestern ein Arbeiter entlassen wurde, weil er aus Aulatz des Un- glücks die mangelhaften Einrichtungen monierte. Speichellecker brachten die unangenehme, Wahrheit an die grotze Glocke und der Arbeiter flog auf die Straße. ES gibt ja genug Arbeiter für den Toten wie für den unbequemen Mahner. Ein Unglücksfall ereignete sich am Sonntagnachmittag in der Großen Franksurterstratze in der Nähe der Koppenstraße. Dort- selbst wollte der wohnungslose 35 Jahre alte Arbeiter Hein den Fahrdamm übeschreiten. H., der die Mittelpromenade entlang ging, stolperte über die Rasenfläche, stürzte über die eiserne Um- friedigung und fiel mit dem Kopf gegen die Hinterplattform eines vorbeifahrenden Straßenbahinvagens. Mir einer nicht unerheb- lichen Kopfverletzung wurde er nach dem Krankenhause Friedrichs- Hain gebracht._ Aus dem Strassenverkehr. Ein folgenschwerer Zusammenstoß zwischen einem Straßenbahnwagen und einer Droschke erfolgte vorgestern abend in der Königgrätzerstratze.. An der Ecke der Lennestraße versuchte die Droschke 7641 noch kurz vor dem Herannahen des Straßenbahn- Wagens Nr. 2111 der Linie 14 die Gleise zu kreuzen. Der Motor- wagen stieß nun mit solcher Wucht mit der Droschke zusammen, daß diese buchstäblich in vier Stücke getrennt wurde. Auch die einzelnen Teile des Wagens wurden vollständig zertrümmert. Der Kutscher sowie der Fahrgast wurden auf die Straße geschleudert und er- litten Quetschungen. Ein anderer Zusammenstoß zwischen einem Auto- mobilomnibus und einem Straßenbahnwagen fand Sonntag nach- mittag in der Spandauerstraße vor dem Rathause statt. Der Automobilomnibus Nr. 1354 der Linie 8 geriet beim Umfahren einer Droschke ins Schleudern, und das Hintergestell des Wagens flog gegen die Vorderplattform des in gleicher Richtung fahrenden Straßenbahnwagens Nr. 1380 der Linie 30. Infolge"des Zusammenstoßes erlitt der Führer des Straßenbahnwagens eine Verletzung an dem Schienbein und anscheinend leichte Brust- quetschungen, der Schaffner des Omnibusses außer einer stark blutenden Verletzung an der Hand eine leichte Gehirnerschütterung. Am Straßenbahnwagen wurde der Vorderperron eingedrückt, an dem Omnibus der Motor beschädigt. Das„Geheimnis" des möblierten Zimmers. Der Kriminal- Polizei war es aufgefallen, datz in einem Hause in der Mariannen- straße zahlreiche Frauen und Mädchen verkehrten. Das Ziel der Besucherinnen bildete, wie bald festgestellt wurde, ein möbliertes Zimmer, das von zwei Rixdorfer Bürgersfrauen, ohne Vorwissen ihrer Ehegatten gemietet worden war. Die beiden Frauen wurden unter der Beschuldigung, sich in zahlreichen Fällen gegen den§ 218 des Reichsstrafgesetzbuches vergangen zu haben, verhastet. Wegen Arbeitslosigkeit hat in der vorgestrigen Nacht der 35jährige Maurer Julius L.,.Liebenwalderstr. 48, Selbstmord ver- übt. Vor etwa zwei Monaten wurde L. beschäftigungslos und alle seine Bemühungen, wieder Arbeit zu erhalten, waren vergeb- lich. In verzweifelter Stimmung unternahm der Aermste vor vier Wochen einen Sellistmordversuch. Seine Frau entriß ihm jedoch damals den Revolver und der Schuß drang in die Wand. Vorgestern kam der Lebensmüde zum Ziel. Während der Ab- Wesenheit seiner Ehefrau jagte er sich eine Kugel in die rechte Schläfe und starb auf dem Transport nach dem Krankenhause Verhungertes Wild. Eine traurige Entdeckung ist in den letzten Tagen in den Forsten der Umgebung Berlins gemacht Ivordcn. An zahlreichen Stellen wurde von Förstern und Aus flüglern verhungertes Wild aufgefunden. In der Tegeler Heide sind nicht weniger als siciben Rehe elend verhungert. Durch die letzten starken Schneefälle sind die Gräser in den Wäldern voll ständig zugedeckt und leider ist es an vielen Stellen übersehen worden, Futterdächer herzurichten. Falls dies nicht nachgeholt wird, dürste noch viel Wild dem Hungertode sicher sein. Todessturz von der Treppe. Verhängnisvolle Folgen sollte vorgestern für den 46jährigen> Arbeiter Joseph Guß, Höchstestr. 4, ein Bockbierfest haben. Gemeinsäm mit mehreren Arbeitskollegen hatte G. in der Nachbarschaft in einem Lokal einem Bockbierfest beigewöhnt und ein recht stattliches Quantum Bier zu sich ge nommen. In angetrunkenem Zustande machte er sich aus den Heimweg und beim Hinaufsteigen der Treppe verlor er plötzlich das Gleichgewicht und stürzte rücklings ab. Er zog sich einen Schädel bruch zu und starb nach wenigen Minuten. wolle seine Adresse Franz Fenzel, Gormannstr. 2 IV bei Mazac mit- teilen. Zeugen gesucht! Personen, welche gesehen haben, wie am 17. Oktober 1906 das Schaufenster des Schuhmachers M. von einem Automobil des Böhmischen Brauhauses und einem Bäckerwagen zertrümmert wurde, werden gebeten, ihre Adresse an Manthey, Linien- straße 245, einzusenden. Orgelkonzert. Mittwoch, den 13. Februar, abends T'/a— S'/a Uhr veranstaltet der kgl. Musikdirektor Beruh. Jrrgang in der Sankt M a r i e n- K i r ch e das nächste Orgelkonzert unter Mit« Wirkung von Frl. Elisabeth Houben(Sopran), Frl. Katharina Thonia(Alt) und Herrn Otto Großmann(Violine). Der Eintritt ist frei. Feuerwehrdcricht. Wegen Wasserrohrbrllche wird jetzt die Feuer- wehr sehr häufig alarmiert; es sei deshalb daran erinnert, daß die Wehr in diesen Fällen nur dann Hülfe leistet, wenn eine Gefahr für Leben und Gesundheit oder eine Notlage vorliegt. Gestern früh um 5 Uhr war in der Prenzlauerstraße 30/31 ein Wasserrohr gebrochen. Die Wehr beseitigte die Gefahr. Ein Küchenbrand beschäftigte die Wehr dann in der Korsörerstraße 8. In der Chorinerstraße 28 brannten Tische u. a. in einer Schneiderwerkstatt. Kellerbrände mußten in der Schlesischenstraße 14, Rhinowerstraße 16/17 und Georgenkirchstraße 37s. gelöscht werden. Benzin von einem Automobil brannte in der Calvinstraße 16/17. Ferner hatte die Wehr in der Friedrichstraße 203, Potsdamerstraße, Froben- Ecke Bülowstraße und anderen Stellen zu tun. Vorort- l�acbrickten. Charlottendurg. Ein rätselhafter Vorgang beschäftigt zurzeit die Charlottenburger Kriminalpolizei. Vorgestern nachmittag gegen 2 Uhr hielt an der Ecke der Kant- und Schlüterstraße ein Wagen des Gärtnereibesitzers Thiem aus Buckow, Rudowerstr. 1, dessen Besitzer nicht zugegen war. Da der Wagen den ganzen Nachmittag stehen blieb, so machten An- wohner die Polizei auf den eigenartigen Umstand auftnerksam, und das Gefährt sollte nach der Polizeiwache geschafft werden. Der hier- mit beauftragte Schutzmann vernahm, als er das Pferd antrieb, aus dem Innern des Kastenlvagens ein verdächtiges Sjöhnen. Er ließ sofort die Türen des Kastens öffnen und nun wurde im Innern des Wagens der Besitzer des Fuhrlverks in besinnungslosem Zustande aufgefunden. Der 60 Jahre alte Thiem wurde nach dem Krankenhause in Westend gebracht. Wie die Aerzte dortselbst fest- stellten, hatte der Gärtnereibesitzer einen Schlaganfall erlitten, doch konnten Spuren äußerer Verletzungen nicht entdeckt werden. Wie Thiem in den Kasten des Wagens gekommen und wer hinter ihm die Tür geschlossen hat, konnte bisher nicht festgestellt werden. Ein Raubanfall ist jedenfalls ausgeschlossen, da Geld und Wertsachen bei dem Besinnungslosen aufgefunden wurden. Es erscheint aber nicht unmöglich, daß T. das Opfer eines rohen Witzes geworden ist. Unter der Anschuldigung eines schweren Verbrechens ist am Sonntag der 25jährige Barbier Artur N. verhaftet worden. N. hatte bei dem Arbeiter B. in der Grünthalerstraße 52 als Schlafbursche gewohnt und ein„Verhältnis" mit der 14jährigen Tochter des B. angebandelt. Der Unhold scheute sich nicht, das Kind geschlechtlich zu mißbrauchen und vor einigen Tagen mußten die Eltern die surchbare Entdeckung machen, daß sich ihr Kind in anderen Umständen befand. Es stellte sich dann heraus, daß der Schlafbursche das Mädchen verführt hatte. N. versuchte nun die Folgen seiner verbrecherischen Handlungen zu beseitigen. Auch dies kam zu Ohren der Eltern und diese brachten infolgedessen die Sache zur Anzeige. N. wurde daraufhin von einem Kriminal- beamten verhaftet und in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert. Kindertragöbien häufen sich wieder. Kürzlich hatte sich der 11jährige Schüler Paul Bühring das Leben genommen aus Furcht vor einer Nasenoperation. Jetzt wird über einen Selbstmordversuch eines noch jüngeren Lebensmüden berichtet. Der neunjährige Sohn des Kaufmanns L. aus der Brunnenstraße hatte sich ein kleines Vergehen zuschulden kommen lassen und befürchtete, deswegen von den Eltern hart bestraft zu werden. In seiner Furcht entfloh der Knabe heimlich aus der Wohnung und irrte verzweifelt in den Vororten umher. Schließlich gelangte er im Grunewald an und hier beschloß er nun, sich in einem der Seen zu ertränken. Aber vergeblich suchte er nach einer Oeffnung im Eise. Während er dabei war, an einer Stelle des Hundekehlensees das Eis aufzu- brechen, wurde er von Spaziergängern überrascht und zur Polizei gebracht. Dort gab er an, er habe sich das Leben nehmen wollen. Gesperrt. Die Koblankstraße, mit Ausnahme des vor den Häusern Nr. 1 bis 4 und Nr. 15 bis 18 gelegenen Teiles, wird behufs Neuregulierung vom 12. d. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Einen erheblichen Verlust erlitt am Sonnabend ein Schuhmacher- geselle, indem er den größten Teil seines Wochenlohnes auf dem Wege von der Roßstraße. Ecke Rittcrgasse, nach dem Spittelmarkt in der Zeit zwischen 3US—8 Uhr verlor. Das Portemonnaie, das den- selben barg, enthielt 15 Mark 30 Vsennige. Der eventuelle Finder Stralau- Rummelsburg. Zu der Notiz:„Das Opfer eines Ueberfalls", vom 2. Februar. geht uns von Herrn B l i e tz eine Berichtigung zu, um deren Auf- nähme wir ersucht werden. Wir sehen von einer wörtlichen Wieder- gäbe derselben ab, da uns dieselbe hierzu nicht verpflichtet. In- haltlich stellt Herr B. in Abrede, den Maler F. geschlagen zu haben und bestreitet auch, daß F. von ihm noch Lohn zu bekommen habe. Hingegen erklärt er, daß er F. Arbeiten übertragen habe, womit ihn derselbe im Stich ließ und dadurch ihui erheblicher Schaden ent- standen sei. Von unserem Gewährsmann werden die in der Notiz enthaltenen Mitteilungen voll und ganz aufrecht erhalten. Lichtenberg. An Kreissteuern hat die Gemeinde Lichtenberg im Steuer- jähre 1906 dem Kreis Niedcrbarnim 133 764 M. zugeführt. Ihr folgt die Gemeinde Pankow mit 99 839 M., Wecßensee mit 83 389 M., Reinickendorf mit 66 697 M. und Boxhaaen- Rummelsburg mit 65 620 M. Summen, für die der Kreis an Gegenleistungen den Vorortsgemeinden gegenüber so gut wie nichts aufzuweisen hat. Diese Summen find einbegriffen in die von den Gemeinden zu erhebenden Zuschläge zur Geineindeeinkommensteuer. Wilmersdorf. Beim Platzen eines Kessels schwer zu Schaden gekommen ist der 26jährige Dachdecker Otto Rehbein, Berlinerstraße 23 wohnhaft. Auf dem Grundstück Gasteinerstraße 27 hatte R. mit Hülfe eines Kollegen eine zugeftorene Wasserleitung auftauen wollen und dabei einen Dampfkessel benutzt. Der Kessel explodierte plötzlich mit solcher Ge- walt, daß die beiden Leute fortgeschleudert wurden. Dem R. tvurde die Kniescheibe zerschmettert und die linke Brustseite durch heraus- strömende Dämpfe schwer verbrüht. Der Schwerverletzte fand im Schöneberger Krankenhause Aufnahme. Mariendorf und Umgegend. In der Generalversammlung des Wahlvereins erstattete der Borstand Bericht über die Tättgkeit im letzten Quartal. Danach haben stattgefunden 5 Volksversammlungen, 3 Mitgliedcrversamm- lungen und 10 Vorstandssitzungen. Die Mitgliederzahl ist von 212 auf 252 gestiegen. Diese Zahl entspricht jedoch bei weitem nicht der Stimmenzahl, die bei der letzten Wahl für den sozialdemokratischen Kandidaten abgegeben wurde. Der Vorsitzende konnte in seinem Be- richt konstatieren, daß die Mitglieder sich an den Wahlarbeiten über- aus rege beteiligt haben. Der Kassenbericht umfaßt die letzten drei Quartale, vom April bis Dezember 1906. Danach bettng die Ein- nähme des zweiten Quartals 426,04 Di. Die Ausgabe 84,98 M.; an den Kreis abgeführt wurden 284,02 M., sodaß am Ort 57,04 M. verblieben. Die Einnahmen des dritten Quartals betrugen 297,39 M. und die Ausgaben 68,76 M.; an die Zentralkasse des Kreises wurden 198,20 M. abgeführt, sodaß am Ort 30,37 M. verbleiben. Die Ein- nahmen des 4. Quartals bezifferten sich auf 491.52 M. und die Ausgaben auf 120.24 M.; an die Zentralkasse wurden 327,68 M. abgeführt. es verblieb ein Bestand von 43,60 M. am Orte. Die Zahl der „Vorwärts"-Abonnenten betrug, wie dem Speditionsbericht zu ent- nehmen ist, im letzten Quartal 1906 362 und ist gestiegen auf 450. Das Lokalkommissionsmitglied teilte mit, daß das Lokal von Stritzke fteigeworden ist. Aus dem Bericht des Bibliothekars ging hervor, daß die Bibliothek nicht in gewünschter Weise von den Genossen in Anspruch genommen wird. In der Diskussion wurde im allgemeinen dem Wunsche Ausdruck gegeben, in den Zahlabenden inehr als bisher für Aufklärung Sorge zu trage«. Im Sommer 'ollen wieder Familienausflüge nach den Agitationsbezirken unter- nommen werden. Ein Antrag, für Marienfelde— das bisher noch Mariendorf angegliedert war— einen selbständigen Wahlverein zu gründen, tvurde angenommen und zugleich ein pro- visorischer Vorstand gewählt. An den Wahkvcrein Marienfelde ist nun Lichtenrade mit angeschlossen. Die Neuwahl des Vorstandes ür Mariendorf hatte folgendes Ergebnis; 1. Vorfitzender Leh» mann II, 2. Vorsitzender Händel, Kassierer Bleeck. Schrift« ührer Leip, Beisitzer Hannemüller; Revisoren: Leh- mann I. Sparnberg und Schwager; Lokalkommiision: N e u st e d t! Bibliothekare: Komnick und Bremer. Zu Bezirks- führern für Südende wurden Schwager und Döring ernannt, die für Mariendorf sollen am nächsten Zahlabend in Borschlag ge- bracht und in der nächsten Mitgliederversammlung gewählt werden. In die Speditionskommission wurden die Genossen R e i ch h a r d t und Lehmann gewählt. Zum Schluß wurde noch über den Ausfall der Reichstagswahl diskutiert; die Diskussion hierüber soll in der nächsten Mitgliederversammlung fortgesetzt werden. Nieder- Schöneweide. Ein schwerer Betriebsunfall, der, wie uns mitgeteilt wird, auf das Fehlen von Schutzvorrichtungen zurückzuführen ist, ereignete sich am Sonnabend kurz nach der Mittagspause in dem Nieder-Schöne- weider Messingwerk. Der Arbeiter Nack aus Adlershof bedient dort eine Bandsäge, die durch eine Transmission aus dem Nebenraume getrieben wird. Ein Vorgelege dieser Transmission befindet sich an der zirka ö Meter hohen Decke, Meter von der den Raum ab- frenzenden Wand entfernt. Die Borrichtung zum Ein- und Aus- halten der Maschine befindet sich im Nebenraume, wo noch eine von derselben Transmission getriebene Schere steht. N. wollte die Lager des genannten Vorgeleges schmieren und mußte sich hierzu einer losen einfachen Holzleiter bedienen, welche an die Wand gelehnt gar keinen Halt bietet. Um nun nach dem l'/e Meter von der Wand entfernten Borgelege zu gelangen, mußte er sich von der 4. Sprosse des oberen Endes der Leiter zurücklehnen; irgend eine Schutzvorrichlung zuni Festhalten besteht nicht. Es blieb ihm deshalb weiter nichts übrig, als sich mit der einen Hand an dem Treibriemen zu halten, unr mit der anderen den Lagerbock zu erreichen. In demselben Augenblick, wo R. mit der rechten Hand den Riemen erfaßt hatte, wurde von einem anderen Arbeiter, der die Schere im Nebenraum benutzen wollte, die Transmission eingerückt. Dadurch wurde der rechte Arm des N. zwischen Riemen und Riemenscheibe geklemmt und förmlich um die Welle gedreht. Nack wurde nun von der Leiter gerissen und im Bogen von oben auf den mit Eisenplatten aus- gelegten Fußboden geschleudert, wobei er sich sehr schwere Verletzungen zuzog. Er mußte mittels Krankenwagens ins Britz« Äreiskrankenhaus eingeliefert werden. Königs-Wusterhausen. Einen Schritt vorwärts hat endlich die Gemeindevertretung von Königs-Wusterhausen getan, indem sie in der letzten Sitzung ein Wasserwerk nebst Kanalisatton mit Kläranlage zu bauen beschloß. Nicht gerade rühmlich hervorgetan haben sich bei dieser Beratung und Beschlußfassung die Vertreter der III. Klasse. Die Herren nahmen, nachdem sie in der ersten Lesung dagegen gcstinmit hatten, bei der sofortigen zweiten Lesung das Hasenpanier und verließen uuverrichtetcr Sache den Sitzungssaal. Nur einer der HI. Klasse blieb sitzen, aber auch dieser wußte nicht, was er eigentlich machen sollte. Innerhalb zehn Minuten stimmte er einmal für, einmal gegen die Vorlage. Ein wohlbeleibter Herr der II. Klasse machte seine Zustimmung von der Dauer der Verhandlung abhängig und meinte,„er würde doch nicht noch anderthalb Stunden hier sitzen Bertretern solcher Art wäre doch anzuraten, daß sie ihr Mandat niederlegten und hübsch zu Hause blieben. Zugleich ist es aber auch für die Wähler und namentlich für eine Anzahl Arbeiterwähler ein dringender Anlaß, in Zukunft mehr wie bisher dafür zu wirken, daß Sozialdemokraten in das Gemeindeparlanient gewählt werden. Denn nur von denen kann man erwarten, daß sie die Interessen der Wähler und der Gesamtheit vertreten. öencbts- Zeitung. Wegen Entziehung ein« Minderjährigen aus der Fürsorge- Erziehung standen der Maurer Franz Eberhardt und die Witwe Marie E b e r h a r d t vor der ersten Strafkammer des Land gerichts II. Die Nichte der Angeklagten wohnte Lei ihrer Stieß mutter in Adlershof. Durch das Amtsgericht in Köpenick war über sie die vorläufige Fürsorgeerziehung angeordnet worden und sie sollte am 6. August v. I. in eine Anstalt übergeführt werden. Dies er- fuhren die beiden Angeklagten. Sie fuhren am 5. August nach Adlers Hof und nahmen das Mädchen mit sich, indem sie erklärten, daß sie es mit nach ihrer Berliner Wohnung nähmen und sich be mühen wollten, für das Mädchen eine passende Dienststellung zu erlangen und aus ihr ein gutes, arbeitsames Mädchen zu machen. Das Mädchen ist dann in der Berliner Wohnung der Angeklagten beherbergt und von dort durch die Behörde wieder abgehölt worden. In diesem Vorgehen der Angeklagten erblickte der Staatsanwalt ein Vergehen gegen das Fürsorgeerziehungsgesetz und beantragte je eine Woche Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. C o ß m a n n bestritt entschieden, daß in dem Verfahren der Angeklagten eine Entziehung auS der Fürsorge erblickt werden könne, denn die Angeklagten hätten denselben Zweck verfolgt, wie die Fürsorge- crziehuug. Da sie genau angegeben, wo das Mädchen zu finden sei, so sei dasselbe der Unterbringung in eine Anstalt nicht entzogen worden. Denn man brauchte das Mädchen nur statt in Adlershof in Berlin abzuholen. Ebensotvenig wie die Translokatton einer ge pfändeten Sache— z. B. bei Wohnungswechsel— eine Entziehung auS der Verstrickung sei, sondern nur die Notwendigkeit erzeuge, von dem früheren Ort der Aufbewahrung sich an den neuen Ort der Auf- bewahrung zu begeben und die Sache dort zum Zwecke der Durch- führung der Vollstteckung abzuholen— ebenso wenig liege in der Translokation des Mädchens eine Entziehung aus der Fürsorge- erziehung. Eine derarttge Maßnahme mag eine Mehrarbeit, selbst eine Erschwerung für die Behörde bedeuten, niemals aber eine Ent- ziehung.— Das Gericht trat dieser Auffassung bei und erkannte auf Freisprechung._ Die Mitgliederversammlung einer Sektton des B«garveiterv«bandes als öffentliche Brrsamuttung. Eine eigenartige Entscheidung hat das preußische Ober- berwaltungSgericht getroffen. Zu einer für den Vormittag des 1. Oktober 1903, einem Sonntag, einberufenen Versainnilung der Recklinghäuser Mitglieder des Bergarbeitervcrbandes, die als ,. M i t- gliederversammluug des deutschenBergarbeiter- Verbandes" polizeilich gemeldet worden war. erschienen etwa 160 Personen in dem Saal von„Onkelsruh", welcher nach Polizei- lichem Matz 180 faßt. Alsbald nach ihrem Beginn wurde die Ver- sammlung polizeilich aufgelöst. Der Bürgermeister billigte die Auf- lösung und der Regierungspräsident in Münster verwarf die Be- schwerde des Einberufers, deS Recklinghäuser Verbandsbeamten Hoffeld. Zur Begründung seines Beschwerdebescheides führte der Regierungspräsident unter anderem auS: In Betracht komme hier die Verordnung deS Oberpräsidenten der Provinz Westfalen vom 2-1. Juli 1897, die zum Schutze der äußeren Hcilighaltung der Sonn- und Feiertage ergangen sei. Nach ihrem§ 10 dürften an Sonntagen öffentliche Versammlungen nicht vor Beendigung des Hauptgottesdienstes, und wo Nachmittagsgottesdienst sei, n'i ch t bor 3Vz Uhr nachmittags beginnen. Das letztere treffe in Recklinghausen zu. Die für den Vormittag angemeldete Versainnilung sei also unstatthaft gewesen, falls sie sich als öffentliche Ber- sammlung im Sinne der angezogenen Bestimmung darstellte. Das wäre aber der Fall. Der deutsche Bergarbeiterverband zähle über 147 000 Mitglieder und in der Stadt Recklinghausen allem 3739. Alle diese Mitglieder seien aber eingeladen und zum Erscheinen berechtigt gewesen. Auch seien bei Beginn der Ber- sammlung einige NichtMitglieder im Saale gewesen, z.B. ein Maurer Schir und ein Metzger. Zweifellos hätte es sich um eine den breitesten Massen der Bevölkerung zugängliche Versammlung gehandelt, und gerade solche Versammlungen habe der§ 10 der Ber- ordming gemeint, da ini Ausammenströmen größerer Menschenniassen die Gefahr einer Störung der äußeren Heilighaltuna der Sonn- und perertage liege. Wäre die Versammlung aber eine öffentliche, so käme ßdngen auch noch die RegierungS- Polizeiverordnung vom , i tn Bettacht, die gewisse Anforderungen an Säle für öffentliche Versammlungen stelle, denen das Lokal hier nicht genügte. — Diesen Bescheid bestätigte der Oberpräsident lediglich. Darauf klagte der Einberufer gegen ihn beim Ober- Verwaltungsgericht. Sein Vertreter betonte in der Ver- Handlung vor dem ersten Senat besonders, daß die Versammlung selbstverständlich nur für die Recklinghäuser Mitglieder des deutschen Bergarbeiterverbandes einberufen worden sei, von denen zudem nur 160 erschienen. Wenn ein oder zwei Personen dort waren, die dem Verband nicht angehörten, so bleibe es doch noch immer eine Mit- gliederversammlung und werde noch nicht eine öffentliche. Diese Mitglieder bildeten einen geschlossenen Kreis von Personen, die innerlich sowohl persönlich als auch durch ihre sachlichen Interessen zusammengehörten. Das Oberverwaltungsgericht wies jedoch die Klage am 8. Februar ab und erklärte die Auflösung mit Rückficht ans die gültige Verordnung des Oberpräsidenten über die äußere Sonntag- Heiligung für berechtigt. Mit Recht sei die Versammlung für eine öffentliche erachtet worden, weil sie als eine Mitgliederversamm- lung des deutschen Bergarbeiterverbandes einvernfen worden sei, welcher damals 147 497 Mitglieder zählte. Ein solcher Verband könne nicht als eine geschlossene Gesellschaft angesehen werden. Das OberverwaltungSgericht hat sich damit auf denselben Stand Punkt gestellt, wie seinerzeit in dem, Prozeß gegen die Freie Volks bühne und später gegen den Ruppiner Turnverein. Ohne Stütze im Gesetz und im offenbaren Widerspruch mit dem Sprachgebrauch nimmt es noch schärfer wie in den früheren Erkenntnisse» an, ein Verein(„geschlossene Gesellschaft") sei kein Verein(. geschlossene Gesellschaft")— weil er zu groß sei. Diese willkürliche Annahme bedeutet einen außerordentlichen Eingriff in die Bereinsfreiheit. Die mitgeteilte Entscheidung ist auch nach der Richtung hin ausfallend, daß das höchste preußische Oberverwaltungsgericht die Recklinghäuser Mitglieder mit der Gesamtheit aller Mitglieder des Bergarbeiter- Verbandes verwechselt. So hat es das preußische Oberverwaltungs- gericht fertig gebracht, den Recklinghäusern mehr als doppelt so viel Bergleute zuzuzählen, als Recklinghausen Einwohner hat. Ein Geschichtsforscher wird daher gut tun, die Entscheidungen des Ober- verwallungsgerichts nur mit sehr großer Borsicht alS Erkenntnis- quelle für heutige Zustände zu brauchen. Was man nicht definieren kann.... Der Schuhmacher Zeitz in Nürnberg befand sich im November in seiner Heimat Waischenfeld(sränk. Schweiz) auf Besuch. Im Wirtshaus wurde er als Sozialdemokrat und wegen seines neuen Anzugs gehänselt, worüber er sich zuletzt so ärgerte, daß er zu einem der Hauptspötter sagte:„Du bist dümmer wie unser Herrgott"..., eine Redensart, die man im Volke öfters hören kann und bei der man sich nicht das geringste denkt. Anders die frommen Waischen- seid«. Zeitz wurde zuerst tüchtig durchgeprügelt und dann auch noch wegen Gotteslästerung denunziert. Das Schöffen- gericht Hollfeld konnte eine solche in dem Ausdruck zwar nicht finden, dafür aber nahm es seine Zuflucht zu dem berühmten Paragraph vom»groben Unfug" und erkannte auf drei Tage Hast. Vermischtes. Ucber ein magnetisches Gewitter wird von gestern aus Breslau telegraphiert: Der Direktor der hiesigen Sternwarte, Profeffor Dr. Franz, teilt den hiesigen Mittagsblättern folgendes mit: Ein sogenanntes magnetisches Gewitter macht sich seit Sonn- abend 4 Uhr nachmittags durch Erdstöße in den Telegraphenlinicn von den Azoren über Spanien nach Nordwestdeutschland bemerlbar, seit 3?� Uhr nachmittags auch in der Richtung von Hamburg nach Schweden und Norwegen sowie nach England. Auch die Breslauer Sternwarte meldete Erdstöße in der Richtung nach Hamburg, ver- einzelt auch nach Berlin. Die Magnetnadeln wurden hierdurch in Deklination wie in Inklination zu veränderlichen, anormalen Ab- lenkungen gezwungen. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß man Nordlicht beobachten kann, wo klarer Himmel ist. Ein Opfer der Arbeit. Auf der Zeche..Prinzregent" wurde nach einer Meldung aus Langendreer ein Arbeiter dadurch getötet. daß ihm ein Rangierzug den Kopf abfuhr. Entgleist. Gestern mittag 1% Uhr entgleisten von dem Per- soncnzuge Nr. 444 bei der Einfahrt in den Bahnhof Penzig infolge Achsenbruches drei Wagen, wobei zwei Personen schwer und neun leicht verletzt wurden. Der Materialschaden ist groß. Opfer der Leidenschaft. Im polnischen Theater zu Posen geriet Sonntagabend kurz vor Beginn der Vorstellung im Garde robenzimmer der Schauspieler Sicgmund Koffobucki mit dem Schau- spiel« Bai in Streit und feuerte im Verlause desselben auf diesen einen Revolverschuß ab, der Bai jedoch nur leicht verletzte. Kosso bucki richtete darauf die Waffe gegen sich selbst und schoß sich eine Kugel in den Kopf. Er ist gestern früh im Krankenhaus gestorben. 24 060 M. gestohlen. In Mutterstadt bei Ludwigshafen wurde vergangene Nacht in die Räume des Spar- und Darlehnsvereins eingebrochen und 24 000 M. in Banknoten gestohlen. Der Kassierer hatte den Kassenschlüffel stecken lassen, so daß der od« die Diebe leichte Arbeit hatten. Eingebrochen. Wie die„Chiemgauzeitung" auS Prien meldet. sind gestern drei Personen auf dem Eis des Chiemsees eingebrochen und ertrunken. Bollstäiidig niedergebrannt ist vergaiigene Nacht die große Preß« burger Treibriemenfabrik von Lewy. Der Schaven wird auf eine halbe Million Kronen geschätzt. Gefährliche Aust«n. In Montelimar erkrankten nach Pariser Meldimg sieben Personen nach dem Genuß von Austern. Eine ist bereits gestorben. In den Flammen umgekommen. In Steiner(Kanton Thür- gau) zerstörte gestern eine Feuersbrunst mehrere Wohnhäuser. Es gelang der Feuerwehr, acht Familien zu retten, dagegen kam eine ganze Familie don fünf Personen in den Flammen um. Eine P»lv«explosion. JmArsenalzuWoolwich zerstörte. der„Daily Mail" zufolge, eine Explosion im chemischen Laboratorium die? Gebäude. In der Stadt sind fast alle Fensterscheiben ge- sprangen. Menschen sind nach den bisherigen Meldungen nicht zu Schaden gekommen. Man glaubt, daß sich zur Zeit der Explosion niemand in dem eingestürzten Gebäude befand. Ein weiteres Telegramm aus London besagt: Die Explosion im Arsenal zu Woolwich ereignete sich um 3 Uhr 15 Minuten morgens. Einige Minuten später waren die Straßen von Menschen beleot. die nach den Toren des Arsenals eilten. Es bestättgte sich. daß keine Todesfälle herbeigeführt worden sind, da Sonntags keine Nachffchicht arbeitet. Ein Schutzmann ist durch die Glassplitter eines zersprungenen LadenfensterS verletzt. Ein kleiner Gasometer ex- plodicrte gleich darauf. Gestrandet. Der Postdampfcr LaoS, von Jndochina kommend. ist nach Pariser Meldung am Sonnabend bei Croisic(Loire Jnferieure) gesttandet und vollständig verlorenz die Mannschaft wurde gerettet. Die Insel Röm im Eis. Der gesamte Verkehr zwischen Scherrebcck und der Insel Rom ist bis auf weiteres eiseshalber eingestellt. Gefährliche Ncalistik. Bei ein« von Dilettanten veranstalteten Theatervorstellung in Satillien«Departement Ardccke) wurde während der Aufführung eines Stückes, das zur Zeit deS deutsch- französischen Krieges spielt, einer der Mitwirkenden, der einen deutschen Soldaten darstellte, erschossen. Die strafrechtliche Unter« suchung ist eingeleitet worden, Dichter Nebel beeinträchtigt in hohem Maße den Schiffsverkehr im Aermelkanal. Alle Schiffe, welche den Passagi«verkehr zwischen Ostende und Dover versehen, sind mit beträchtlichen Verspätungen eingetroffen. Hungersnot in Sizilien. Aus Sizilien treffen ernste Nach« richten über große Not unter der dortigen Bevölkerung ein. Es fehlt an Brot und Arbeit. Bedeutende Truppenabteilunaen sind nach Sizilien abgegangen, um die Ordnung in dem Notstandsgebiet aufrecht zu erhalten. Berei« der Lehrlinge und jugendliche» Arbeiter. Abteilung Ober-Schöneweide. Dienstag, den 12. Februar: Versammlung bei Kaushott, WUHelmmenhojstt. 18, abends 3 Uhr. ßrUfhaften der Redaktion. Tie surlstifche Svrechftunde Nnd-t Fried richstr.»«, Aufgang s, eine TreppeS»'/» Nhr abends statt.(«eonne» 7 Uhr. EonnabcndS beginnt die Sprechstunde»m 0 Uhr. Jeder Anfrage ist«tu Buchstabe»nd eine Kaiit als Merkzeichen beizufügen. Brieflich« Slnrwort wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage«an iu der Sprechstunde vor. Ruderin. Uns leider nicht bekannt.— W. M. 21. Ihrer Mutter steht ein Anspruch aus die Halste der geklebten Marken zu. Sie wendet sich an den dortigen Landrat.— P. 15. Da Sie nicht gekündigt haben, käust nach Ihrem Berttagc Ihre Polize Weiler. Im Fall der Klage würden Sie verurteilt werden,— G.-2. 31. Ja, Sie können aber an die Steuerdeputation einen Antrag aus Niederschlagung richten. — G. 20. Lassen Sie sich ein Formular zwecks Austritts auS der Landeskirche von Hoffmann, Blumenstr. 14, gebe». Nachdem Sie das Formular eingereicht haben, müssen Sie innerhalb 4 bis 6 Wochen, ohne Ladung abzumatten, aus dem Gericht Ihren Austritt zu Protokoll erklären. — Anna lvv. Das Bureau der Assistentin der Gewerbeinspektion Fräu- lein Conrad befindet sich Pttnzen-Allee 88.— A. H. 76. Sie können die Schlüssel behalten, müssen aber den Zugang zur Wohnung freistellen.— I. Sch.. Roftockerftraste. Gotha oder Hamburg. Wenden Sie sich an den FeuerbestattungSverem Aster, Breitestr. 2.— Sozialdemokrat, Wilmersdorf. Nein.— R. E. 132. Wenden Sie sich an eine Slntiquariatsbuchhandlung.— W. K. 72. Wir teilen die Interessen solcher Leute schon deshalb nicht mit. well damit lediglich Humbug ge- trieben wird, und die Adressen aus dem� Adreßlalender ersichtlich find. — Hypothek. Die Umschreibung können Sie vornehmen, es ist daS geratenste, sich von dem dortigen Notar eine Vollmacht sür Ihren Verwandten ausstellen zu lassen und zu vereinbaren, daß sämtliche Lasten der Besitzer wägt. Senden Sie das Geld direkt an den Notar, so würden etwa 10 M. Mehrkosten erwachsen.— G. R. Moabit. Das wäre anfechtbar, nichtig und strasbar.— I. 20. Sie können Ihre Tante nicht zwingen Ihnen etwas zu schenken oder zu vermachen.— R. 16. 1.— 3. Die Invaliden- renke behält die Frau. Der Gutsbesitzer ist als Armenverband im Falle der Bedürstiakeit verpflichtet sür notdürftigen Unterhalt zu sorgen, kann diesen aber im dortigen Armenhaus gewähren. Zuständig über Ansprüche aus Almosen ist der Kreisausschuß. 4. Die Schwiegcrkinder sind überhaupt nicht, die Kinder nur soweit unterstlltzungsvcrpflichtet, als das ohne Beeinträchtigung des standesgemäßen Unterhalts ihrer eigenen Familie möglich ist. Wir würden trotzdem zur Uebetsiedelung raten, da die Frau sich im Haushalt noch nützlich machen kann.— F. T. 134. Bitte wiederholen. — Ä. M. 8. 1. Der Gläubiger müßte erst klagen. 2. Psändung ist mög. sich. 3. Die Siegel sollen sichtbar angemacht iverden; der Gettchtsvollzieher geht aber in der Regel„Rücksicht-svoll vor.— Dummkopf. Dasselbe wie ein uneheliches Kind.— Rodacker. 1. 198. 2. 217.— Hellas 180. Die Ausnahme eines Reichsdeutschen m den preußischen Staatsverband ist kosten- los. Urkunden, die verlangt werden könnten, können etwa 2 bis 6 Mark ausmachen.— 781. Ja.— H. O. 27. 1. Ja. 2.-5. Das Gesuch des Ausländers um Naturalifiermig ist in Berlin an den Polizeipräsidenten zu richten. Ein Recht aus Naturalisation hat ein Ausländer nicht. DaS Gesuch können Sie auch zu polizeilichem Protokoll geben. Kostenpunkt im Fall des Naturalisation 50 M.— Spielwart 1. Wenden Sie sich an eine Buchhandlung; in der Buchhandlmlg Vorwärts erhalten Sie alle Bücher. — Eiistrmche». Eine Klage hätte leider wenig Aussicht auf Erfolg. Versuchen Sie es mit einem Anttag. aus Schadenersatz an de» Regierungspräsidenten.— H. Ei. Unklar, bitte zu wiederholen. — R. 225. 1. Ja. 2. Polizeipräsident. 3. 24 Jahre. 4. Sie bedürscn des Attestes Ihrer HestnatSbehörde. daß nach dortigen Gesetzen Ihrer Heirat nichts im Wege steht.— G. Ja, Sie lönnen ober bei der Stcuerdeputatian Erlaß beantragen.— R. W. 102. 1. DaS Geld darf nur zugunsten der Arbeiter verwendet werde».§ 134b der Gewerbeordnung Abs. 1 Ziffer 4 und Absatz 2 am Ende.— I. P. 39. Wenn Ihr Ohrenleiden sich bessert, können Sie noch sür diensttauglich erklärt werden.— W. 100. Leider hätte eine Klage wenig Aussicht aus Erfolg.— M. W. 13.„Wie schönist die Freibeit der Felder." Entworfen von Rizzi, gestochen von W.— K. D.»0. 1. Ja. 2. Beim Landgericht. 3. Grundsätzlich lehnen wir eS ab, bestimmte Anwälte, Aerzte oder Firmen zu empsehien.— M. 126. 1. Ob die betreffende Firma sallit ist. wissen wir nicht, wenden Sie sich schristlich um Auskunst an den tn der Polize namhast gemachten Vertteter. 2. Ist die Wohnung gesundheitsgesährdend, so können Sie aus Aushebung des Vertrages und auf Schadenersatz klagen,— W. W. Ja. — E. V. 9. Pjändbarkeit ist mir gegeben, soweit die betteffende Pension 1500 M. jährlich übersteigt.— K. 2. 100. Eine Bestrafung würde ein» treten, Sie müßten versuchen, die Ausweisung rückgängig zii machen.— 2. Z. 100. Klagen Sie bei dem Gewerbegencht, Gründen Sie Ihre Klage darauf, daß Ihnen ein unverschlossener und unbewachter Raum angewiesen ist,— O. M. Wenden Sie sich an die gewerks chastliche Organisation, Engl.User 15,— H. L. Der Witt ist im Recht.— P. St. 70. ES ist keine Zahl vorgeschtteden, aber eS steht auch niemandem ein Recht aus Ausnahme in der Heilstätte zu,— A. B. 1406. 1. und 2. Nein. 2. Ja.— F. F. Nein. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bettcht der städtischen Markthallen-DirekNon.(Großhandel)-Rindfleisch I» SS— 74 pr, 100 Pjd., IIa 63-68, Ma 57-62, IVa 49-55, dän. Bullen 60-65, Holl. 0,00. Kalbfleisch. Doppclländer 110-125, la 82-90, IIa 72-80, HI» 54-68, Holl, 58-62, dän. 60—68. Hammelfleisch la 67—76, IIa 50—65. Schweinefleisch 54—62. Rehwild, dlomb, per Psd, 0,00, la 0,00, Rotwild la 0,40-0,45, IIa 0,20-0,36, do. Kälber 0,30-0,48. Dam. wild 0,40—0,55, do. Kälber 0,40—0,60. Wildschweine 0,40—0,50; Frischlinge 0,50—0,70. Hasen, plomb, per Stück 3,30—3,40, d«. II 1,25, Kaninchen per>e:tück 0,80—1,10. Wildenten per Stück 0,00. Hühner, alte per Stück 1,30— 2,00, da. IIa 1,00— 1,20, do. junge per stück 0,60— 1,40, Tauben per Stück 0,40— 0,70, junge kleine 0,00, italienische 1,00. Enten per Stück 2,00—3,00, Hamburger junge per Slück 2,70—3,75. Gänse. Hamburger per Psund 1,10, Eis- 0,50—0,62. Hechte per 100 Psund 91—92, groß 0,00, mittel 0,00. Zander 0,00, matt 0,00. Schleie, unsortiert 0,00, groß 0,00. Bleie matt 0,00. Aale, groß 0.00, mittel 0,00, klein und mittel 000. Plötzen 0,00, groß 0,00, tiein 0,00, Karpfen. 50— 70er 0/50 do, 35— 40er 0,00. Bunte Fische 0,00. Barse, matt 0,00, do. 000. Karauschen 0,00. Wels 0,00. Quappen 0,00. Bleifische 0,00. Amerikanischer Lachs la 1 ""--ioo, do. Illa neuer 75. neuer per 100 Psd, 110—180, do, IIa neuer 90—100, do.W Seelachs 25—30. Sprotten. Kieler, Wall 0,75—1 25, Danzlger. 0,50—0,60. Flundeni, Kieler, Stiege la 3—4, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. Stiege 4—5, halbe Kiste 1,50—1 Bücklinge, per Wall Kieler 3,50—5.00, Stralsund« 6,00. Aale, groß per Psd. 1,10—1.30, mittelgroß 0.80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe p« Schock 4—5. Schellfische Kiste 3—4, do. >/, Kiste 2,00, Kabllan. p, 100 Psd, 25—30. Heildutt 0,00. Sardellen. 1002« per Anker 93, 1904« 93, 1905« 90, 1906er 73—75. Schottische Bollheringe 1905 0,00, largo 40—44, füll. 36—88, med. 85—42, deutsche 87—44, Heringe, neue Maises, p««/. To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Niesen- 14. Ei«. Land-, per Schock 5,60—5,80, Butter p« tOOPsd. la 114— 120. IIa 110—115, INa 108—112, absallende 90—100. Saure Gurken Schock 3 50— 4 00, Pfeffergurken 8,50—4.00. Kartoffeln ver 100 Pjd. 0,00, magnum bonum 2,25-2,60, Dabersche 2,25-2,50, Rosen 0,00, weiße 200-2,25, Salatkartoffeln 5,00-6,00. Spinat per 100 Psund 20-25. Karotten per 100 Pfund 10-12, «ellerie. hiesige, p« Schock 3.00-7.00. do. pommersche 7,00-8.00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 3,00- 4,00. do, kleine 2,75-3,00. do, hiesige ,P«l.) 0.00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün. Schockbund 1—2. Kobirabi per Schock 0,00. Rettig. bapr,, per Schock L.40-4 80. Mohrrüben per ,00 Psund 4,00-6.00. Tettow« Rüben per lOOPsd. 7-10.©«uc Rüben, große 2 bis 2,50, kleine 6—8. Rote Rüben 2,00—2.50, Blumenkohl ital, p.Kops 0,16—0,45. Kohlrüben p« Schock 2-2.50. Schock 8.00-6.00. Rotkohl per Schock 3.00-8.00. Weißkohl 100 Iffb. JWV-8.00. Rosenkohl P. 100 Psd- 25-36. Grünkohl per 100 Pfd. 4-5.«chmlllnuch 12 Töpfe 3,00-$,o0. Birnen, p« 100 Psd. hiesig- 0.i». böhm, 8-20, l al, 85-38. Aepsel. P» 100 Psd., hiesige 6-23. Gravenstein« 0.00. Tirol« in Fässern 0.00. Kiste 32—60.«mertk. 18—30. Zittonen. Messma. 300 Stück 7.00—9.00. 360 Stück 7,00—9.00. 200 Stück 9-12.«pseismen. Jaffa, per Kiste 0,00, Murcia 200« Kiste 7-10, do. 300« 8-10, Valencia 420er Kiste 13-18,00. do. 714« 16—22, Messina. Blut- 160« 8-9, do. 150« 7,50-9,50, do. 80 er 9,00-10. Mandarinen, Kiste 0,76—9,00. do. tn Körben p« 100 Psd- 12-27. Deutscher Buchbinder- Verband S Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 14. Februar 1907, abends 8 Uhr: General- Versammlung im Gewerkschaftshause, Engel- fer 15, Saal IV. Tages- Ordnung: 1. Alzeptierung der Anstellungsbedingungen. 2. Der Jahresbericht 1906. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstagswahlkreis. Dienstag, den 12. Februar 1907, abends 8% Uhr: General- Versammlung im Moabiter Gesellschaftshause, Wiclefstr. 24. Zages.Ordnung: 1. Bericht des Vorstandes und Diskussion. 2. Staffenbericht, Bericht der Revisoren 23/3 und Diskussion. 3. Neuwahl des Gesamtvorstandes. 4. Bericht der Kommissionen und Diskussion darüber. Zu zahlreichem Besuch ladet ein [ 247/ 3*] 3. Wahl des ersten Vorsitzenden und Schriftführers und Bestätigung der Beifizer zur Verwaltung und Kommissionen, 4. Wahl zweier Revisoren und Ersatzwahl zum Gauvorstand. 5. Wahl der Rechtsschußkommission und der Bibliothekkommission. 6. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Sahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. NB. 16. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Sonnabend, den Der Vorstand. Stiftungsfest stattfindet. Der Obige. Verband der Tapezierer. Filiale Berlin. Deutscher Holzarheiter- Verband Verband Treppengeländerbranche. Dienstag, den 12. Februar, abends 8, Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Versammlung aller in Treppengeländerfabriken beschäftigt. Tischler, Stellmacher, Drechsler, MaschinenArbeiter, Polierer, Bildhauer. Zages Ordnung: 1. Bericht über die Aussperrung. 2. DisCussion. 3. Verbands- und Branchenangelegenheiten. Jeder in der Branche beschäftigte Sollege ist verpflichtet, zu er scheinen. Die ausgesperrten Kollegen müssen anwesend sein. 80/4 Die Kommission. Verband der freien Gast- und Schankwirte Deutschlands.( Zahlstelle Berlin.) Bezirksversammlungen: Bezirk 1. Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Kirschkowsky, Beuffelstr. 9. 2. Freitag, den 15. Februar, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Franke, Reinidendorf, Eichbornstr. 18. 3. Freitag, den 15. Februar, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Rahn, Borndorferstr. 8. 70/10 99 46 99 99 4. Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Feist, Mariusstr. 18. 5. Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 5 Uhr. beim Kollegen Rich. Augustin, Dranienstr. 103. 6. Freitag, den 15. Februar, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Lopper, Neanderstr. 5. Die Ortsverwaltung. Sie fahren gut 8788L mit Dr. Crato's Backpulver mit Prämienbons. Für 50 davon eine Dose ff. Bielefelder Knusperchen gratis und franko von Stratmann& Meyer, Bielefeld. Generalvertreter für Berlin: Alfred Hirsch, W. 30, Augsburgerstr. 1. Telephon Amt VI, No. 5787. PrinzonZahn- Klinik, G. Anders Dr. Simmel, on Frankfurter Allee 153 Sprechz. 2-8, Sonnt. 9-1. Plomben, Str. 41, 3/5 Svezialarzt für Hant- und Harnleiden. künstl Zähne, schmerzlos. Zahnziehen. 10-2,5-7 Sonntags 10-12, 2-4. Turmstr. 76. Frauen- Begräbniskaffe der Schriftgießergehülfen zu Berlin. Mittwoch, d. 27. Februar 1907, abends 6 Uhr: General- Versammlung im Lokale des Kollegen P. Zimmermann, Wilhelmstr. 2. Tages- Ordnung: 60/2 1. Jahresbericht pro 1906. 2. Wahl des Borstandes. 3. Wahl der Revisoren. 4. Verschiedenes. Der Vorstand. Möbel- Fabrik Stern" Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Die diesjährige Dienstag, den 12. Februar, abends 8%, Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35: General- Versammlung Quartals- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes( Kassenbericht). 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Orts. verwaltung. 4. Verbandsangelegenheiten. Jeder Kollege hat zu erscheinen. Die Ortsverwaltung. Tapezierer. Dienstag, den 12. Februar 1907, abends 7 Uhr, vor der 177/3 Verbands- Versammlung Oeffentliche Versammlung bei Dräsel, Neue Friedrichstraße 35. Tagesordnung: Wahl von sechs Innungsschiedsgerichtsbeisigern. Achtung! Der Gehülfen- Ausschuß. Putzer. Achtung! findet am 3. März 1907, vormittags Uhr, in unserem Geschäftslotal, Markusstr. 18, statt. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom Geschäftsjahre 1906. 2. Wahl des Vorstandes und des Aufsichtsrates. 3. Verschiedenes. Die Bilanz liegt zur Einsichtnahme für die Genoffen im Geschäftslotal aus. Der Vorstand. 14205 Krüger. Kornetty. Bäckerei- Genossenschaft Rixdorf Eingetr. Genoff. mit befchr." Haftung. Sonntag, den 17. Februar 1907, nachmittags 3 Uhr, i. Geschäftslokal, Münchenerstr. 25/26: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Borlegung der Bilanz. 2. Geschäftsbericht. 3. Ent lastung des Borstandes. 4. Neuwahl für Vorstand und Aufsichtsrat. 5. Ver fchiedenes. 105/7 Der Vorstand. N. Lehmann. Orts- Krankenkasse Zentral- Verband der Maurer Deutschlands. ber Gastwirte Zweigverein Berlin. Sektion der Puter. Donnerstag, den 14. februar, abends 6 Uhr, im Luifeustädtischen Konzerthause, Alte Jakobstr. 37: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Bekanntgabe des Resultats der Vorstandswahl vom 3. d. M. und Stichwahl für den 1. Vorfizenden. 2. Erledigung der in letter Versammlung zurückgestellten Punkte der Tagesordnung. 3. Beratung der in Nr. 5 des„ Grundstein" bekannt gegebenen Anträge zur Statutenänderung anf dem Verbandstage. 133/9 und verwandten Gewerbe zu Berlin. Bekanntmachung. Die in der Generalversammlung bom 14. November 1906 borgenom menen Abänderungen zum Staffenstatut haben seitens des Bezirkss ausschusses durch Beschluß Dom 4. Januar ds. s. bie erforderliche Genehmigung gefunden. Hiernach gehören gemäß§ 1 ber Statuten zu den Gastwirten und den der Gastwirtschaft verwandten Gewerben nunmehr auch die Betriebe von Bariété, Singspiel- und Konzert. lokalen, soweit dieselben nicht höheren tünstlerischen Interessen dienen. Es ist Pflicht jedes Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die örtliche Verwaltung. J. A.: H. Neumann. Kranken- und Sterbe- Kaffe Gemäß§ 12 Abs. 1 kann auf BerBerlin SO. 16, H.& P.Uder, Engel- afer 5. Fabrik- Lager sämtlicher gangbarer Kautabake. Spezialität: Nordhäuser Kautabak stets frisch zu billigsten Engros- Preisen. Amt 4, 3014. Reichel's echt ungarischer Wacholder- Extrakt 3464L* Marke ,, Medico" ein rein natürliches u. heilträftiges, seit Jahrhunderten glänzend bewähr. tes Hausmittel, mit wunderbarem Erfolge wirkend, spesiell gegen Rheumatismus. Gicht, Sämorrhoiden. Magenschwäche, Belchwer. den der Wechseljahre, Franculeiden. Asthma, ist schleimlösend auf Bruft u. Zunge und reinigt bas Blut in der vollkommensten Weise. 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Neuwahl des gesamten Vorstandes und Ausschusses, sowie der Krankenkontrolleure. 3, Sonstiges. fügung des Vorstandes an Stelle der in§ 11 der Statuten bezeichneten unterstügungen freie Kur und Berpflegung im Krankenhause gewährt merden, jedoch bedarf der Antrag des Kaffenarztes um Gewährung der Krankenhauspflege in jedem Falle die Genehmigung des Borstandes. Berlin, 6. Februar 1907. 270/71 Der Vorstand. 5. Poppe, Vorsitzender. G. Braun, Schriftführer. 187/4 Orts- Krankenkasse Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich erscheinen zu wollen. Der Vorstand. J. A.: C. Butrh. Bahnärztliche Klinik Belleallianceftr. 106% der Gürtler zu Berlin. Bekanntmachung. Die zweite Abänderung des Sta Zahnziehen unentgeltl. tuts it bom Bezirksausschuß ge Bei fünstlich. Zähnen, spez. Kronen- u. Brücken- Plomben 2c. werden nur die Auslagen berechnet. 39262* Geöffnet 9-6, Sonntags 9-12 Uhr. Brauerei Ernst Engelhardt Nachf. Berlin- Pankow. Größte Malzbier- Brauerei in Deutschland. 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Bauten der Firma Waiz: Maaß, Liebenburger und Pfalzburgerstraßen- Ede. Bau Launusstr. 29, Friedenau. Berantwortliger Redakteurs Hans Weber, Berlin. Für den Bnfezatenteil verantw.: 2. Glode, Bern. Drud n. Berlag: Borworts Wilmersdorf, Landshuter- u. Ber linerstr.- Ede, Bau Bielke. Bauten der Firma Maaß: Tegelerstr. 6, Bau Körling. Grosse, Marienfelde, Kirchstraße. Bauten der Firma Flieger& Lehmann: Köpeniderstr. 27. Schönhauser Allee 128. Beelik, Heilstätte. Bauten der Firma Henke, Mariendorf: Mette, Mariendorf, Dorfstraße. Erdmann, Mariendorf, Chausseestr. Tempelhof, Fensterbauten, Schön burgstraße. Bau der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Platz. Bauten der Firma Kuhnert& Kühne: Raft, Schöneberg, Barbarossa- Ede Landshuterstraße. Paulsen, Charlottenburg, Schlüterstraße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahlmann- und Gervisiusstr.- Ede. Buchholz, Steglitz, Albrechts und Brüderstr.- Ece. Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Viktoria. Bauten der Firma Osten, Rigdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a, Bauten der Firma Dittmar, Wankow: Wollantstr. 117. Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 1, Schule. Röder& Comp.: Ede Schmalz, Malmöerstraße, Straße 2b. Tauroggenerstr. 2. Bauten der Firma C. Prächtel, Laufiherhr. 10. Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Virchow- Krankenhaus, Seestraße. Backhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Fichtenberg, Stegliz, Friedrichstr. 6. Müllerstr. 52. Bauten derFirma Heinemann: Sophie Charlottenstraße, Ede Knobelsdorfstraße. Brehm, Gleimstraße. Krüger, Dernburgitraße. Lange, Nigdorf, Boddinstraße. Lange, Steglitz, Boststraße. Bau der Firma Herrgesell& Hübner, Wilhelmshavener. ftraße: Charlottenburg, Berner Siemenstr. Mommsenstr. 27. Banten der Weißenseer Holz. bearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Bilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. Busse u. Jenson, Schöneberg Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahust. 82. Lowe, Sidingenftr. 54. Stronenstr. 31. Bandmann, Heilbronnerstr. 22. Weißensee, Frisidestr. 3. Bauten der Firma Metz, Urban ftraße: Spandauer Beg, am Tegeler See. Tempelhof, Eilauerstraße. Stegliz, Stubenrauchstraße. Pankow, Mendelstr. 18. Bauten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Berge u. Walterstraßen- Ede. Förster, Rigdorf, Treptower und Harzerstraßen- Ede. Weise, NW., Elberfelderstr. 45. Ban der Firma Bauschke: Charlottenburg, Schillerstr. 11. Bau der Firma Sommerkorn: Bedürfnisanstalt, Wilmersdorf, Nikolsburger Plag. Bauten der Firma Herrmann, Staligerstraße: Ausbau in Tegel, Veitstr. 16. Gasanstalt, Brenzlauer Amee, Direktionsgebäude und Guß röhrenlager. Bauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrecht ftraße 17. Reinidendorferstr. 95. Gutzeit, Ufers und Martin Dpikstraßen- Ede. Noack, Bauten der Firma Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- User, zwischen Lynar straße und Ringbahn. Reinickendorferstr. 49. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmädide, Elberfelder und Dort munderstraßen- Ede. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Kuschinski, Borhagen. Bau der Firma Pohl& Sohn: Schossow, Charlottenburg, Sybell straße 8/8. Treppengeländerbrauche. Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u. Sieg lindestr.- Ecke. Schöneberg, Pragerstr. 15. Bau der Firma Hundt, Grimmstraße: Faul, Jägerstr. 63. Bauten der Firma Pusch, Pfarrstraße 35: Nigdorf, Wilhelmstr. 37/38, Ges nossenschaft. Buggenhagen, Lichtenberg, Pfarr ftraße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Ostarstraße. Urbanstr. 3. Bauten der Firma Hegelmann: Wegen Streit und Differenzen Bommel, Rigdorf, Kaiser Friedrichstraße 219-220. find gesperrt: Schaum, Wilmersdorf, Kaiſer Allee, für Korbmacher: Ede Wilhelmsaue. Welsch, Charlottenburg, WaitStraße 5-6. Werkstatt Leithoff, Seltowerstraße, Schulz, Jungfernheide, Mindener für ftraße. Böttcher, Reinidendorf, Justusstraße. Böttcher, Borhagenerstr. 17. Vergolder: 3. E. Pfaff, 8eughofstraße. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Buybruderei u. Verlagsanstalt Baul Singer& Co., Berlin SW