Nr. 37. Abonnements- Bedingungen: Ebonnements Breis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10 R, wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage Die Neue Welt" 10 Big. Bost Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mark pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Ericheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolone geile oder deren Raum 60 Bfa.. für bolitische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. Kleine Anzeigen", das erste( fettgedruckte) Bort 20 Big., jedes meitere Bort 10 Bfg. Stellengesuche und Schlaf. flellen Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., jebes meitere Bort 6 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Worte, Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 lhe nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: ., Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Mittwoch, den 13. Februar 1907. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1984. Korruption auf der ganzen Linie.andidat nach dem Herzen der Regierung vorzustellen, in 500 Smiths und 200 Brownings beſchafft... lleber 1000 BeDie russische Revolution. Die Wahlmänner. Politische Uebersicht. " besaß die politische Schamlosigkeit, sich seinen Wählern Finnland und holt die Waffen. Zum 26. Auguft hatte Kasarinom Re Schrift die Kunde verbreiten zu lassen, daß der volver, System Nohan, hat der Verband vom Fiskus bekommen! Kanzler des Deutschen Reiches den lebhaftesten Anteil an fessor Miljufom wurde start verprügelt, doch ist der Verband damit Professor Hessen sollte für 700 Nubel ermordet werden. ProDen ganzen Sommer und Herbst hindurch währten die seiner Kandidatur nehme, sondern auch Herr Eickhoff nicht zufriedengestellt, da der Befehl ergangen war, Miljukow zu ungeheuerlichen Enthüllungen der bürgerlichen Presse über die pflog mit dem Wahlmacher des Flottenvereins, dem General töten! Man ist über den Preis nicht einig geworden...." Kolonialforruption. Die freisinnige Presse gehörte damals major Keim, langwierige Unterhandlungen darüber, ob Die Zeitung verspricht, weitere Einzelheiten über die Tätigkeit zu den fanatischsten Enthüllern. Zentrum und Freisinn wett- die Regierung auch alles tue, um seine Wahl zu fördern. Mit des sauberen, von der Regierung subventionierten Verbandes aus eiferten in der Aufdeckung der Kolonialskandale. Bis ins freudigem Pochen seiner freisinnigen Mannesbrust empfing er die den Dokumenten zu veröffentlichen. Barlament hinein- man denke an die Reden des Abgeordneten Versicherung des Herrn Steim, daß Fürst Bülow ihn für den Ablaß erstreckte sich der Kampf des Freisinns gegen die geeigneten Mann halte, die freisinnige Partei in dem Petersburg, 11. Februar.( W. T. B.) Nach den bis heute einKolonialforruption. Auch die höchst eigenartige Affäre nationalen Fahrwasser dauernd zu erhalten". Und gegangenen Meldungen sind insgesamt 4838 Wahlmänner zweiten Podbielski gehörte zu den Lieblingsgegenständen der frei- zwei Wochen später bernahm er freudig die abermalige Bot- Grades gewählt. Davon find 1250 Monarchisten, 770 Gemäßigte, sinnigen Kritit. Die Korruption stant zum Himmel und schaft dieses Zwischenträgers, daß die ,, amtliche Wahlunterstützung" 1957 Angehörige der Linken, 320 Nationalisten, 328 Parteilose und drohte sich in einem ungeheuerlichen Zusammenbruch zu ent- für ihn im Wahlkreise Lennep- Remscheid in jeder Weise sicher: Gutschkow, der in Moskau kandidierte, ist endgültig durchgefallen. 213 von unbekannter Parteistellung. Der Oftobristenführer laden. Da, in ihrer höchsten Not, machte die Regierung den gestellt sei". Und Herr Eickhoff protestierte nicht etwa entrüstet Gutschkow, der in Moskau kandidierte, ist endgültig durchgefallen. schlauen Schachzug, einen den freisinnigen Korruptions- gegen diese schmachvolle amtliche Wahlmache, die, sobald sie antlägern nahestehenden Börseaner ins Kolonialamt zu be früher zugunsten eines Ronservativen geübt wurde, einen rufen und mit einem Schlage verstummte die Kolonial: wahren Entrüftungsorkan in dem freifinnigen Blätterwalde opposition und Kolonialkritik des Freisinns! Als dann einige entfesselte, sondern schmunzelnd, mit Tränen der Rührung nahm Berlin, den 12. Februar 1907. Wochen später der Reichstag aufgelöst wurde, war das zärt- er diese Zusicherungen skandalösester amtlicher Wahlbeeinliche Verhältnis zwischen Regierung und den freisinnigen flussungen zu seinen Gunsten entgegen! Abgeordnetenhaus und Landarbeitermangel. Korruptionsanflägern bereits derart gediehen, daß sich der Die Sigung des preußischen Abgeordnetenhauses am Dienstag Das schönfie aber an der Sache ist, daß die freifinnige Presse wurde zum weitaus größten Teil durch eine interessante Freifinn dem Regierungsblock mit Haut und Haaren ver- sich am Tage vor dieser neuesten Enthüllung des trauten Debatte über die Leutenot auf dem Lande ausgefüllt. Anlaß schrieb und Schulter an Schulter mit der Liebert- Garde des Storruptionsbundes zwischen Regierung und Freifinn darüber dazu gab ein zum Extraordinarium des Etats der landwirtReichslügenverbandes in der schmutzigsten Weise gegen die zu entrüften wagte, daß die Regierung von Privatpersonen zu schaftlichen Verwaltung gestellter nationalliberaler Antrag: die jenige Partei tämpfte, die es mit dem Kampf gegen die Wahlagitationszweden Gelder empfangen und an den Flotten- Regierung zu ersuchen, durch geeignete Maßnahmen auf dem Korruption einzig ernst nahm: die Sozialdemokratie! verein überwiesen habe! So schmachvoll ein solches Vorgehen der Gebiete der„ inneren Kolonisation" gegen die aus dem LandDiesen Korruptionsstandalen sind jetzt unmittelbar nach Regierung immer fein mag: noch unendlich schmachvoller und arbeitermangel sich ergebenden Mißstände Abhülfe zu schaffen. Der Wahl Enthüllungen gefolgt, die eine ungeheuerliche poli- korrupter ist die Art, wie sich der Freifinn die amtliche Untertische Korruption der Regierung und der mit ihr verbündeten stützung der Regierung erbettelt hat! Es ist charakteristisch, welche Wandlung sich in wenigen Parteien beweisen. Ein Zentrumsblatt, der Bayerische Das junterlich- bureaukratische Deutschland war auch bisher Jahren in den Anschauungen der bürgerlichen Parteien bollSurier", brachte vor einigen Tagen sensationelle Mit schon wahrhaftig nicht das Neich der Gottesfurcht und der zogen hat. Noch bor gar nicht langer Zeit verlangte der teilungen über die Art, wie die Regierung in den Wahlkampf ehrbaren politischen Sitten, als das es so gern erscheinen die Regierung beeilte sich denn auch, die berüchtigte Vorlage Landtag energisch die Knebelung der ländlichen Arbeiter, und eingegriffen, sich zugunsten des Hotentottenblocks an dem wollte. Aber seit der Verbrüderung des ostelbischen Junker- über die Bestrafung des Kontraftbruchs einzubringen. Bekanntlich Wahlkampf selbst beteiligt hat. Die Regierungsmeute brach tums mit dem Börsenfreifinn beginnt die politische Storruption ist die Vorlage infolge der Wachfamkeit der Sozialdemokratie zunächst in das bekannte Entrüstungsgeheul über einen an- alles bisher gewohute Maß zu übersteigen! Man muß schon nicht Gesetz geworden. Inzwischen scheinen sich nun einige der geblichen Diebstahl aus, den das bayerische Zentrums die korruptesten Zeiten Frankreichs, die Aera des Bürger- eifrigsten Rufer im Streite davon überzeugt zu haben, daß auf die blatt begangen haben sollte, um sich in den Besitz der für die tönigtums und des zweiten Kaiserreichs zum Vergleich heran bisher beliebte Weise dem ländlichen Arbeitermangel nicht Regierung so vernichtenden Dokumente zu setzen. Als aber ziehen, um eine solche die Regierung und alle Schichten der abzuhelfen ist, sondern daß es dazu positiver Maßnahmen die Presse des Zentrums und der Sozialdemokratie un- herrschenden Klasse verseuchende Korruption zu finden, wie sie bedarf, und als eine dieser Maßnahmen erscheint ihnen die bekümmert um das Entrüstungsgeheul der Korruptions- fich durch diese neuesten Enthüllungen offenbart hat! wähler den Inhalt der vom„ Bayerischen Kurier" veröffentFörderung der inneren Kolonisation". Man will die Anlichten Aftenstücke wiedergab, sah sich auch die freisinnige siedelung von Arbeitern, namentlich auf dem Lande, in Presse genötigt, auf den Inhalt dieser Dokumente einer beigrößerem Maßstabe betreiben, man will die Arbeiter an die spiellosen politischen Korruption einzugehen. Und der ReScholle fesseln, aber nicht etwa durch gute Behandlung, gute gierung blieb nichts anderes übrig, als mit einer Er Neue Enthüllungen über den Verband des russischen Volkes" man sie zu Besizern" macht und sie hindert, sich fern Arbeitsbedingungen und auskömmliche Löhne, sondern indem klärung herauszurücken. Jn Nr. 11 des Proletarij"( Organ des Petersburger und des von der Heimat bessere Arbeit zu suchen. Diese von uns gestern wiedergegebene Erklärung vermag Mostauer, Komitees der Russisch- sozialdemokratischen Arbeiteraber von den skandalösen Vorkommnissen auch nicht das kleinste partei), das illegal herausgegeben wird, finden wir neue inter- tages und auch der Regierung, in deren Namen der neue Das ist die Anschauung der großen Mehrheit des LandTitelchen zu beschönigen! Auch nach den Erklärungen der effante Enthüllungen über die Tätigkeit des Verbandes des tages und auch der Regierung, in deren Namen der neue Regierung bleibt die Tatsache bestehen, daß die Regierung russischen Boltes und über die Unterstüßung, die ihm un- Landwirtschaftsminister sich mit dem Antrag einverstanden die Blockparteien und ihre Hazmeute, in diesem Falle den mittelbar bon der kaiserlichen Familie erwiesen erklärte! Der Nachfolger Podbielstis, Herr v. Arnim, Flottenverein, mit Geldmitteln unterstützt hat. Die Re- wird. Die Dokumente," so sagt die Redaktion, stammen aus geht sogar soweit, daß er es als eine Tat von sozialpolitischer Rebollfommen zuverlässiger Quelle, die Tatsachen, welche darin ent- Bedeutung, als eine patriotische Aufgabe" begierung erklärt mur, daß diese Mittel nicht einem staat halten find, stehen außer jedem Zweifel." Die Dokumente zeichnet, aus dem besiglosen, von der Heimat losgelösten t- bommen lichen Fonds entnommen seien, sondern daß sie der Re- haben die Form eines Tagebuches. Wir zitieren im folgenden die zeichnet, aus dem besizlosen, von der Heimat losgelösten und darum auch mit dem Vaterlande nur gierung von Privaten zur Verfügung gestellt und dann nach interessantesten Stellen: Tofe Gutdünken zugunsten des Regierungsblocks verwendet worden Am 5. Juni erhielt Dubrowin aus dem Munde der verknüpften Arbeiter einen kleinen Besitzer zu machen. feien. Die Regierung hat sich also zum Kommis ge- Kaiserin Alexandra Fedorowna, als er ihr vorgestellt wurde, die Und gibt sich der fühnen Hoffnung hin, daß geBestätigung, wisser tapitalistischer Interessentenfreise Bestätigung, daß ihm( Dubrowin) tatsächlich die Mittel für den dadurch die Kluft zwischen der kapitalkräftigen Industrie entwürdigt! Sie hat das Geld der weltpolitischen und 500 000 Rubel angewiesen seien, welche ihm dann auch von der maßen überbrückt wird. Unterhalt des Verbandes des russischen Volkes im Betrage von und dem besiglosen, nomadenhaften Arbeiter einigerscharfmacherischen Interessenten, vermutlich der Stümmlinge Staatsrentei ausgezahlt wurden Borher hatte Dubrowin und Kühnemänner, durch ihre Vermittelung in die Wahlkaffe schon durch Vermittelung des Herrn v. d. Launit 500 000 Rubel Gine Ausnahme machte nur der freifinnige Abg. GoldAuf einen ähnlichen Ton waren fast alle Reden gestimmt. des Flottenvereins geleitet! Die Regierung wird also jetzt erhalten!" von den Kapitalisten- und Scharfmacherkreisen ohne weiteres Wozu dieses Geld verwendet wurde, wer darüber verfügte und schmidt, der die rechtliche Gleichstellung der ländlichen als ihr Mittelsmann betrachtet! Welch ein Fortschritt gegen- bon wem es tam, das zeigen die folgenden Zeilen:„ Am 27 Sep: Arbeiter mit den gewerblichen, die Gewährung des Koalitions. über dem Jahre 1898, wo der Zentralverband deutscher tember waren vom Verband des russischen Voltes Bjelinski rechts forderte und die geringen Landarbeiterlöhne sowie die Industrieller sich noch darüber verwunderte, daß ihn die Re- Stolypin, um ihn um Geld zu bitten. Stolypin gab ihnen Bandflucht verantwortlich machte. und Freschatnhi( Beamter im Verkehrsminifterium) bei jämmerlichen Wohnungsverhältnisse auf dem Lande für die gierung um eine Unterstützung ihrer auf Arbeiterknebelung aber nichts; er scheint es nicht zu wünschen, daß der Fiskus Goldschmidt die Konservativen, denen Dadurch reizte Herr hinauslaufenden Bestrebungen anging. Hente sind die Kapi- ihnen Subsidien gewähre... Am 6. Oktober wurde die Fürstin es naturgemäß taliften- und Scharfmacherkreise so sehr von der unbedingten bamelet zu Stolypin geschickt, um ihn auf die dringende doppelt unangenehm ist, wenn einer ihrer freisinnigen Hülfsbereitschaft der Regierung zur Förderung ihrer Inter- Geldnot aufmerksam zu machen. Stolypin lehnte ab. Die Fürstin Bundesgenossen ihnen ihre Sünden vorhält und so effen überzeugt, daß sie der Regierung ohne weiteres Kredit gab aus eigenen Mitteln 1000 Rubel, wovon Bjelinskii den Frieden zwischen rechts und links stört. Der gewähren, die Regierung als einen Wahlausschuß zur Er- 21. Oktober hat Bjelinskij seine Schuhwache aufgelöst, da er daher: Wenn die Herren hier schon anfangen, die Streitart 300 Rubel seiner persönlichen Schuhwache auszahlte Am tonfervative Fraktionsredner, Abg. v. Bockelberg, meinte zielung scharfmacherischer Wahlen betrachten! fürchtete, daß man ihn töten werde. General 2 a torow, BeUnd weiter! Nach den Enthüllungen des„ Bayerischen amter für besondere Aufträge im Verkehrsministerium, soll zu schwingen, wie soll es dann erst im Reichstage werden Kurier" hatte die Regierung nicht nur die ihr überwiesenen Ministergehülfe werden oder einen sonstigen hohen Posten be- mit der zukünftigen Zusammenarbeit!? In diesen Worten Geldmittel des Scharfmacherklüngels, sondern auch aus fommen, da er eines der tätigsten Mitglieder des Verbandes ift... liegt eine zwar unbeabsichtigte, aber durchaus treffende Kritik Staatsmitteln bezahlte Arbeitskräfte für die Wahlagitation Am 29. Oktober sollen sich alle noch unbewaffneten Mitglieder des des widernatürlichen freisinnig- konservativen Kompromisses. des lution in der Verbandes und des Vereins der aktiven Bekämpfung der Revo- Alle konservativen Redner sprachen sich mit aller Schärfe Machwerke, wie die Flugschriften„ Die Lügen des Herrn Erz Dolche zur Berteilung gelangen werden. Zum 30. Oftober, an dem dagegen aus, daß den Landarbeitern das Koalitionsrecht geberger" und" Weiteres aus der kolonialen Lügenfabrik" find angeblich ein bewaffneter Aufstand stattfinden soll, werden auf wahrt wird, well sonst eventuell durch einen Streit die ganze durch einen Streit, die im Kolonialamt hergestellt worden. Und die offiziöse Nord- diese Weise alle Mitglieder des Verbandes bewaffnet sein. Ernte aufs Spiel gesetzt werden könnte!" Den freifinnigen deutsche Allgemeine Beitung" hatte nichts anderes zu erklären, Eventuell werden, falls bie Revolution fich nicht regt, felbständige Slagen über die schlechten Wohnungen auf dem Lande beals daß diese Broschüren weder vom Reichsfangler Attionen vorgenommen werden.. Die Ermordung erzen- gegnete Abg. Kreth( f.) in nicht nngeschickter Weise mit noch von der Reichskanzlei hergestellt worden seien. Das steins wurde von Polownew( in der blauen Brille), dem einer Schilderung der Berliner Wohnungsverhältnisse, inshatte das bayerische Zentrumsblatt auch gar nicht behauptet! Gehülfen des Chefs aller Kampfesorganisationen( Krastowski) besondere der Schnitterwohnungen auf den Rieselfeldern! Es hatte vielmehr ausdrücklich erklärt, daß diese ber, eine von ihnen sein Name fängt mit B. an hat berzen: Mehrheit zur Annahme. ausgeführt. Seine Helfer waren zwei halbwüchsige Burschen; Der Antrag der Nationalliberalen gelangte mit großer schmierigen Wahlmachwerke im Kolonialamt hergestellt worden stein ermordet. Der Gendarm in Lerijoti hatte von Burischte Mehrheit zur Annahme. seien. Und diese Tatsache ist von der Norddeutschen All- witsch die Anweisung, Sülfe zu leiften! Bjelinskij und Am Mittwoch wird die Etatsberatung fortgesetzt. gemeinen Zeitung" nicht bestritten worden.! Dubrowin waren am 10. August beim Justizminister und baten Aber nicht nur die Regierung ist durch solch skandalöse ihn, den Gendarmen nicht zu verfolgen!... Bjelinskij erhält Bur Mitläufer"-Frage. Wahlmache fnietief in den Sumpf der politischen Korruption fein Gehalt von Herrn v. d. Launik; ausgehändigt wird es Jebe der staatserhaltenden" Parteien nimmt für sich in AnIwanow( Pseudonym; der wahre Name lautet Hineingewatet, sondern auch der Freifinn, der früher nicht ihn von Boldhrew Gehülfe des Stadthauptmanns und Chef spruch, der Sozialdemokratie bei den letzten Wahlen dadurch den genug über die Unterstützung der Reaktion durch die Re- der Schutzabteilung bei der Stadthauptmannschaft) schwersten Schlag versezt zu haben, daß sie ihr die sogen. Mit gierung zetern konnte, hat sich diesmal die amtliche Protektion Die Waffen für den Verband besorgt Valerian Kasarinom läufer" entzogen hat. Die Liberalen behaupten, daß die einseitige mit heißem Danke gefallen lassen! Nicht nur Herr Hermes( Petersburger Seite, Großer Prospekt). Seine Frau fährt nach Klaffenpolitik der Sozialdemokratie ihr die gebildeten" Mita " 1 • 9 er " Hufer, die akademische Jugend entzogen hat. Die kandbandlerischen Blätter führen, ebenso wie Herr v. Oldenburg-Januschau in der gestrigen Generalversammlung des Bundes der Landwirte, die Niederlage der Sozialdemokratie darauf zurück, daß Von ihr die kleinbäuerlichen„Mitläufer" abgeschwenkt sind, weil die sozialdemokratische Presse in ihrem Unverstand gegen die hohen Schweinepreise gegeifert hat.„Das nationale Schwein hat die Sozialdemokratie zu Boden geworfen l" rief Herr v. Oldenburg im Zirkus Busch. Nach der Anficht der nationalliberalen Presse hat die Sozialdemokratie vornehmlich ihren Mandatsverlust dem Abfall der intelligenteren Industriearbeiter zu verdanken, da diese eingesehen hätten, daß sie selbst von der Kolonialpolitik den größten Nutzen hätten. Die MittelstandSvereinler dagegen behaupten, den größten Schaden hätte die Sozialdemokratie durch die Abschwenkung der Kleinhändler und Handwerker erlitten, die durch die fortgesetzte Gründung der Arbeiter-Konsumvereine und die ewigen mit Streiks verbundenen Lohnerhöhungsforderungen der Arbeiter aufs höchste erbittert seien. Nun kommen auch noch die christlichen Arbeiterorganisationen und beanspruchen für sich das Hauptverdienft an dem„sozialdemokratischen Wahlfiasko". So heißt es z.< B. im „Deutschen Metallarbeiter", dem Organ des christlichen Metallarbeiterverbandes: „Dann aber vergesse man bei dem Zurückdrängen der Sozial- demokratie nicht das positive Verdienst der christ- lichen Arbeiterbewegung. Hunderttausende von deutschen Arbeitern haben sich von den sozialistischen Ideen freigemacht und eine eigene Bewegung geschaffen, die mit Nachdruck und Er- folg an der Hebung des Arbeiterstandes tätig ist. Dainit ist der Wahn zerstört, als ob nur die sozialdemokratische Bewegung Arbeiteriiileressen vertreten könne. Die christliche Gewerkschafts- beweaung wird auch für die Zukunft der einzige Faktor sein, oer sich den roten Wogen als ein fester Damm entgegenstellt. Man gebe fich nur keiner falschen Täuschung hin, als ob die Sozialdemokratie niedergeworfen sei. Sie ist nur zurückgedrängt und wird wieder aufwärts schnellen, wenn die Scharfmacher Ober- Wasser bekoinmen und die Arbeiterschaft niedergehalten, unterdrückt und ausgebeutet wird. Fortführung der Sozialresorm und An- erkennung des Arbeiterstandes als gleichberechtigt ist darum auch für die nächste Zukunft die brennendste Forderung aller wahren Freunde des Volkes und Vaterlandes." In gewisser Beziehung haben, wie zugegeben werden muß, alle diese Parteien recht. Der Verlust an„Mitläufern" in den sogenannten akademischen Kreisen ist an, geringsten anzuschlagen, denn in diesen Kreisen hat die Sozialdemokratie nie großen Anhang gehabt; und von jenen akademischen Anhängern, die nicht nur zu uns gekommen find, um uns als Mittel für ihre besonderen Zwecke zu gebrauchen, sondern auf. Grund ihres Studiums unserer wissenschaftlichen Literatur, ist kein einziger abgeschwenkt, denn noch viel aus- gesprochener, viel schärfer als in unserer Zeitungsliteratur und in allen Kongreß- und Agitationsreden kommt in den Schriften eines Marx, Engels. KautSky, Mehring usw. der Klassenkampfstandpunkt zum Vorschein. Dagegen ist, wie genaue Beobachtungen be- weisen, durchaus richtig, daß ein bedeutender Teil unserer bis- herigen„Mitläufer" aus dem Kleinbauerntum, dem Kleinhöndler- und Handwerkerstand abgeschwenkt ist. und zwar tatsächlich aus den obengenannten Gründen. Für die Reformer des sozialdemokratischen Programm? und der sozialdemokratischen Taktik, die, erregt über den Verlust einer Anzahl von Mandaten, eine gründliche Schwenkung nach recht» befürworten, ergibt sich also ein recht weites Feld für ihre Vorschläge. CS ist danach nur nötig, niemals mehr von Klassenkamps und Klaffengegensätzen zu sprechen, für hohe Vieh- und Fleischpretse einzutreten, die Kolonialpolitik der Regierung zu akzep- tieren. keine Konsumvereine mehr zu gründen, nicht mehr zu streiken, keine Lohnerhöhungsforderungen mehr zu stellen, die fteien Gewerk- schaften aufzulösen und deren Mitglieder zu veranlaffen, sich den christlichen Gewerkschaften oder den Hirsch-Dunckerschen GeWerk- vereinen anzuschließen. Vielleicht sind dann die Mitläufer, die am 25. Januar von uns abgeschwenkt sind und gegen uns gestimmt haben, befriedigt und schwenken wieder ein. Wir haben nur die eine Befürchtung'— daß dann unsere Kern- truppe, die klassenbewußte, intelligente Ar- beiterschaft völlig ausschwenken wird!— Der Dank des Regierungsstipendiaten Eickhoff. Herr Eickhoff hat, wie nunmehr definitiv feststeht, die Wahl in Lennep-Remscheid angenommen und damit sein Mandat für Mühlhausen-Langensalza niedergelegt. Bor der Wahl ließ Herr Eickhoff in den Blättern de« letztgenannten Wahlkreises er- klären, daß es ein W a h l s ch w i n d e l sei, wenn von gegnerischer Seite erklärt würde, Eickhoff werde, wenn er zweimal gewählt würde, das Mandat in Mühlhausen-Langensalza nicht annehmen. Der Ausschuß der vereinigten liberalen Parteien des Wahlkreises lieh noch am 6. Februar beispielsweise in der .Sömmerdaer Zeitung" erklären: „Von gegverischer Seite versucht man eS in letzter Stunde mit allen Mitteln die Wahl unseres Kandidaten Professor Richard Eickhoff zu hintertreiben. Unter anderem wird das Gerücht verbreitet, daß derselbe ein auf ihn fallendes Mandat in unserem Wahlkreise, wo er bereits zweimal gewählt wurde, nicht annehmen werde. Demgegenüber erklären wir: „Es ist unwahr, daß Herr Professor Eickhoff sich verpflichtet hat, das Mandat in feinem heimatlichen Wahlkreise Lennep- Mettman» anzunehmen." Wir bringen dies hiermit zur Kenntnis seiner Wähler mit der dringenden Bitte, sich durch nichts beirren zu lassen, sondem am Dienötag, den 5. Februar, zum dritten Male entschlossen einzutreten für ihren bewährten, bis- herigcn Vertreter im Reichstage. Herr» Professor Richard Eickhoff- in Remscheid. In einem anderen Blatte stand folgende Erklärung: „Erwiderung auf da» gestrige konservative Eingesandt. Herr Professor Eickhoff hat positiv««klärt, daß er im Falle seiner Wiederwahl nur feinen bisherigen Wahlkreis Mühlhaufrn- Weißen fee-Langenfalza, an dem er mit Leib und Seele hängt, vertreten wird. Sollte die Stichwahl auch in Reinscheid für ihn g ü n st i g ausfallen, so wird er trotzdem auf das dortige Mandat verzichten." Herr Eickhoff hat sich trotz seiner„positiven Er« klär un gen" nicht an sein Wort gebunden erachtet. Er hat seine liberalen Wähler in dreistester Weise genassührt. Diesen Wählern hat er von seinem Wortbruch durch folgende Mitteilung Kenntnis gegeben: „In Uebereinstimmung mit der Zentralleitung meiner Partei habe ich es für eine nationale Pflicht gehalten, das Mandat des Wahlkreise» Lennep-Remscheid anzunehmen. Eickhoff." Wie auö den Enthüllungen des„Bayerischen Kurier" bervorgeht, hielt Herr Eickhoff es auch für seine„nationale Pflicht", fich die amtliche Wahlbeeinflussuug im Kreise Lennep-Remscheid sowohl wie im Wahlkreise Mühlhausen-Langensalza zu sicher« l Seine„nationale Pflicht" besteht jetzt darin, sich das Mandat in Lennep-Remscheid zu sichern, um womöglich, zum Dank für die ihm geleistete amtliche Wahlunterstützung, in Mühlhausen-Langensalza dem Konservativen das Mandat zuzuschanzen! Nach dem oben gekennzeichneten schmachvollen Verhalten des Herrn Eickhoff möchten wir allerdings noch sehr daran zweifeln, o b die Freisinnigen des Wahlkreises Mühlhausen- Langensalza geneigt sind, auf dies saubere Planchen des Herrn Eickhoff einzugehen! � � Dcutfcbea Reich. Kolonialpolitik und Börsenspekulation. Die Börse hat den Ausfall der' ReichStagSwahk mit Jubel be- grüßt; denn er eröffnet eine neue Aera der Kolonialpolitik und da- mit die Aussicht auf allerlei schöne Profite. Nicht nur läßt sich bei den Anleihen zun, Ausbau der Kolonien und der Kolonialbahnen sowie der Gründungen neuer Kolonialgesellschaften manch nettes Sümmchen verdienen, die Aktien und Obligationen solcher Gesell- schaften eignen sich auch vorzüglich zu Spekulationspapieren. Wie verlautet, bexxiteck die Deutsche Bank und die DiSkontogcsellschaft bereits die Zulassung der Aktien der South West Africa Company zur Berliner Börse vor und im sogenannten fteien Verkehr wird schon jetzt mit Hochdruck in diesen Shares spekuliert. Die„Freis. Ztg." schreibt darüber: „Die South West Africa Company ist zwar keine deutsche Unternehmung, da sie ibren Sitz in London hat. Aber daftir läßt sie darauf hinweisen, daß mehrere Deutsche ihrem Direktorium an- gehören. Diese Frage wäre aber anch schließlich von unter- geordneter Bedeutung, wenn nur die Verhältnisse der Gesellschaft an sich ganz einwandfrei wären. Hieran muß aber füglich gezweifelt werden. In der Hauptsache ist die Gesellschaft gegründet zur Aus- beutung von Minen im Damaraland; später hat sie auch Minen- rechte in einem Teile des Ovambolandcs hinzuerworben. An eine wirkliche Ausbeutung der Minen ist natürlich jetzt nochgarnicht zu denken, da diese Dt inen selbst, soviel wir wissen, überhaupt nicht existieren. Auch das neueste Kolonial- Handels- Adreßbuch für ISl)? weiß nur davon zu berichten, daß die Otaviminen- und-Eisenbahn- gesellschaft in ihrem Geschäftsbereiche Äupferlager„fest- gestellt" hat. Von der South West Aftica Compagny läßt sie also bei dieser Gelegenheit kein Wort verlauten. Infolgedessen hat die Gesellschaft bisher auch noch keine Dividende gezahlt. Trotzdem sind ihre Aktien in manchen ausländischen Börsenkreisen ein sehr willkommenes Spckulationsobjekt. Aus einer Zusammenstellung der Kurse ihrer Aktien an der Londoner Börse in den letzten sechs Jahren ergibt sich, daß in einzelnen Jahren Kursschwankungen zwischen 8 Schilling 6 Pence und 30 Schilling 0 Pence v o r l a in e n. Im Jahre 1S0S bewegten sich die Kurse zwischen S Schilling und 24 Schilling S Pence. Nun haben wir gar keine Lust, berufsmäßigen Börsen- leuten, die das Geld dazu übrig haben, das Vergnügen daran zun eh n, en, in irgendwelchen Aktien zu spekulieren, deren reeller Wert über- Haupt gar nicht fe st st ellbar ist. Wohl aber möchten wir im Interesse des Volkswohlstandes vor allem die kleinen Rentner davor warnen, sich mit diesem Papier abzugeben. Gerade aber auf die kleinen Leute ist es abgesehen, denn das zurzeit zwei Millionen betragende Aktienkapital, wovon 1,2 Millionen ausgegeben sind, ist in ganz kleine Aktien zum Nominaliverte von 1 Pfund Sterling geteilt worden. Dadurch sollen die Besitzer auch der kleinsten Vermögen angelockt werden, ihre Ersparnisse in den kolonialen Unternehmungen anzulegen. Bisher konnte die Be- teiligung der kleinen Leute nur inosfiziell geschehen, da nach den gesetzlichen Bestimmungen an deutschen Börsen nur Aktien von mindestens 1000 M. Nominalwert zugelassen werden dürfen. Jetzt aber wird dafür Propagcmda gemacht, daß die Landesregierung von ihrer Befugnis Gebrauch macht, die dahin geht, auslandische Aktien, auch wenn sie auf einen geringeren Betrag lauten, an der Börse zuzulassen. Wir hoffen, daß der Bundesstaat Preußen diesem Ersuchen keine Folge leisten wird. Denn für den Kleinkapitalisten ist es bei kolonialen Gründungen noch schwerer möglich als bei einheimischen Unternehmungen, fich persönlich über die Rentabilität und die Aussicht des von ihm gekauften Papiers einwandsfrei zu informieren. Er wird vielmehr rettungslos die Beute der- jenigen, die ans dem Auf- und Niedersteigen solcher Kolonial- papiere Nutzen zu ziehen vermögen.— Die konservativ-liberale Regierungsmehrheit. Ein„Vertrauter" des Fürsten B ü l o w hat einem Berliner Korrespondenten des„Temps" allerlei Mitteilungen gemacht. Danach wünscht Bülow nichts sehnlicher, als sich eine„große und starke liberale Partei" zu erhalten. ES sei allerdings richtig, daß er„keine ausschließlich liberale Politik' treiben könne. Doch werde er sich bemühen, die„konservativ-liberale" Majorität nach Möglichkeit zu erhalten. Er hoffe, daß der Liberalismus klug genug sein werde,„um nicht Zentrum und Konservative ein- ander in die Arme zu drängen". Der Einfluß des Zentrum» sei gegenwärtig so gering wie möglich, und der Kaiser sei dem Zentrum noch weniger geneigt. Das erfteuliche Ergebnis der Wahlen und das Ziel seiner künftigen Politik sei eine nationale Majorität, d. h. eine solche,„die der Regierung nicht bei jeder Militär» und Kolonialausgabc Schwierig- kritcn mache". Eine„konservativ-liberale" Regierungsmehrheit konnte ehedem für ein tollhäuSlerisches Paradoxon gelten. Nach den letzten Helden- taten des Freisinns allerdings halten wir eine solche Ber- bindung von Feuer und Wasser durchaus möglich. Derart nämlich, daß das Wasser des Liberalismus in der Flamme des Konservatismus vollständig verdampft und nur der Konservatismus übrig bleibt. Die Warnungen an den Liberalismus, doch ja nicht Zentrum und Konservative einander in die Arme zu treiben, bedeutet ja nicht« anderes, als daß Bülow dem Freisinn zumutet und zutraut, die agrarische Brot- und Fleischwucherpolitik derart zu unterstützen, daß e» dazu nicht erst der Zentrumshülfe bedürfe. Im übrigen soll die nationale Mehrheit dazu dienen, der Regierung alle Militär- und Kolonialforderungeu mit solchem Enthusiasmus zu bewilligen, daß dagegen selbst das Zentrum dauernd ins Hinter- treffen gerät. Wir glauben es gern, daß der Kaiser einer derartigen be- dingungslosen„konservativ-llberalen" ReichStagSmehrheit den Vorzug geben würde vor der Heranziehung des Zentrums, das bei aller Bescheidenheit doch immerhin noch einige Gegenlei st ungen sorderte. Wenn nicht alles trügt, ist der Freisinn bereit, unter Ber- leuguung aller Grundsätze dcS Liberalismus eine solche„konservativ- liberale" Regierungsmehrheit zu sichern!— ReichsverbandS-Schwindek. Auch nach der Wahl fetzt der Reichsverband sein nieimttächtige» Schwindelgewerbe mit ungeschwächten Kräften fort und er findet auch nach wie vor in der bürgerlichen Presse willige AblagerungS« stätten für seine Lügenprodukte. Allen voran sind dabei die„Post", die„Kreuz-Zeitung", die„Norddeutsche Allgemeine", daS Sprachrohr Bülows, und nicht zuletzt die gesamte Kreisblattpresse. Es ist nicht zu verkennen, daß die reichsverbändlerische Lügenfabrik insofern mit einer gewissen Virtuosität arbeitet, als in vielen Fällen vermieden wird, bestimmtere Angabe zu machen; da» wäre auch fcf" bedenklich. da dann den Behauptungen nachgegangen und sie auf ihren wahren Wert geprüft werden könnten. Wie gelogen wird, soll aber doch an einigen Beispielen gezeigt werden. Die„Post" brachte in ihrer Abendausgabe vom 7. Februar eine aus der gleichwertigen„Kreuz-Zeitung" übernommene sensationelle Nachricht aus Groß-Lichterfelde, die bereits im „Groß-Lichterfelder Lokal- Anzeiger".„Steglitzer Anzeiger" und einer großen Reihe anderer reaktionärer Schmutzblätter Unterschlupf gefunden hat. Diese Nachricht, der schon von weitem die steche Lüge anzumerken ist, lautet folgendermaßen: „Wie dieSozialdemokratie die Wählerterrorisiert, davon erzählt, die„Kreuz-Ztg." aus Groß-Lichterfelde ein beinahe unglaubliches Geschichlchen. Dort wurde einem Tischlermeister von seinen Gesellen bedeutet, sie würden, wenn er überhaupt am Wahltage aus dem Hause ginge, um zu wählen, am anderen Tage die Arbeit einstellen. Da der Tischlermeister eilige Arbeit abzuliefern hatte und durch das Wegbleiben seiner Gesellen einen empfindlichen Schaden befürchten mußte, gab er dem Drucke nach und blieb am Tage der Abstimmung zu Hause. Gegen solchen skandalösen Mißstand muß mir allen Kräften vor« gegangen werden. Das anständige Publikum sollte die Arbeit- geber' aller Art darin eifrig unterstützen. Solcher Gewalt kann nur mit Gewalt begegnet iverden. Wo es irgend angängig ist, sollten sozialdemokratische Arbeiter und Gehülfen systematisch aus- geschlossen werden. Legt man nicht bald energisch Hand an, so wird eS überhaupt zu spät, dem Terrorismus der„Genossen", der immer toller wird, dei� Garaus zu machen. Uebrigens sind jene Gesellen nach Z 240 des Strafgesetzbuches strafbar mit Gesängnis bis zu einem Jahre." Diese ganze Geschichte ist tatsächlich von der ersten bis zur letzten Silbe erlogen. Die Genossen in Groß-Lichterfelde haben sich der Mühe unter- zogen, der Sache auf den Grund zu gehen und durch eingehende Recherchen nicht bei den Arbeitern, sondern bei den Unter- n e h m e r n selbst das ganze Lügengewebe bloßzulegen. In Groß-Lichterfelde gibt es 84 selbständige Tischler, von denen ein Teil überhaupt keine Gesellen beschäftigt. Von diesen Tischlermeistern haben nun 29 laut Konttolle der Listenführer ihr Wahlrecht ausgeübt, sie kommen daher für die Sache nicht mehr in Betracht. Zu allen übrigen Tischlermeistern des Ortes begaben sich Vorstandsmitglieder des WahlWeinS mit der verleumderischen Notiz in der Hand und ersuchten höflichst im Interesse der Wahrheit um Auslunft, ob bei ihnen ein solcher Borfall sich zu- getragen hätte. Sämtliche Unternehmer verneinten dies und einer davon machte seinem Unmul iiber diese ZeitungSlügen Luft mit dem Bemerken, es sei eine Beleidigung für die Tischlermeister, sie in einer solchen Rolle darzustellen. Daß diese ganze Gemeinheit sich aber nur gegen sozial« demokratische Arbeiter richtet, scheint er nicht gleich begriffen zu haben. Daß von diesen Feststellungen irgend eine der Zeitungen. die diese Lügennotiz brachten— auch die„Norddeutsche Allgemeine" brachte in ihrer Sonntagsnummer die Schwindelnotiz—. Notiz nehmen wird, glauben wir nicht; dazu sind sie zu sehr politisch und moralisch verlumpt. Eine andere reichsverbändlerische Lüge ist die von der„Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" eben- fall« in ihre Sonntagsnummer vom 10. Februar übernommene Notiz, in der es heißt: „Au? Spandau berichtet der„Anz. f. d. HaveN." über ein verwerfliches Wahlmanöver, das am Dienstag von Gegnern des konservativen Reichstagskandidaten Pauli ausgeführt worden ist: „ES wurden Stimmzettel verteilt, die nicht mit dem richtigen Bornamen August Pauli, sondern mit dem falschen Ernst Pauli oder Emil Paul bedruckt waren. Natürlich ist solch ein Wahlzettel ungültig. Der Schwindel wurde erst gegen 1 Uhr im I.Wahlbezirk ent- deckt und es sind von der konservattven Parteileitung und dem Reichsveröand gegen die Sozialdemokratie unverzüglich die nötigen Schritte getan worden." Daß der„Anzeiger f. d. Havelland" wie das„Spandauer Tages blatt" eine Erklärung der sozialdemokratischen Parteileitung bringen mußten, in der diese Behauptungen aber als unwahre und als Schwindelmanöver der Gegner bezeichnet wurden, verschweigt natürlich die„Norddeutsche Allgemeine". Ein anderer Schwindel, den die„Post" verbreitete, war der, daß unsere Genossen in Ostbavelland in der Stichwahl angeblich unter der Maske von Liberalen ein Flugblatt verbreiteten, in welchem die Liberale» aufgefordert wurden, für Liebknecht zu stimmen. Die Wahrheit ist, daß unsere Genossen im Nachbarkreise den bekannten Artikel Schwedlers aus dem„Berliner Tageblatt" durch ein Flugblatt zur Kenntnis der liberalen Wähler brachten, wozu sie natürlich ein gutes Recht hatten. Wenn die Potsdamer Kolonial- liberalen das Flugblatt und den Arttkel als Schwindel angesehen haben sollten, so wäre das nur ein neuer Beweis für das niedere Niveau der„Liberalen" in dieser Hochburg des„Liberalismus". Ihre Borniertheit läßt eS ihnen unmöglich erscheinen, daß eS immerhin hie und da noch anständige und weitblickende wirkliche Liberale gibt.—_ Majcftätsbeleidlguug. Die Scherl-Presse meldet: Im Sinne des bekannten EeburtstagSerlaffes deS Kaisers hat der Reichskanzler den Staatssekretär des Reichsjustizamtes mit der Ausarbeitung eines Gesetzentwurfes beauftragt, durch den. soweit möglich, eine Einschränkung der Anklagen wegen MajestätSbeleidrgung erreicht werden soll. Der Entwurf soll dem Reichstage, wenn irgend angängig, noch in dieser Session vorgelegt werden. Wenn der Geietzeutwurs im Sinne des bekannten Geburtstags- erlasse« verfaßt sein sollte, wird er wohl nicht» als ein neues Bus« nahmcgesetz gegen dir Sozialdemokratie sein. Warten wir also ab. bis er eingebracht sein wird._ Offene Arbeiterfeiude. Die Zirkusversammlung der Bündler fand am Dienstag eine Fortsetzung in der Generalversammlung der Steuer» und Wirtschaftsreformer. Man sprach über die Reichstags- wähl, über den, Fleischnotrummel", über die Disko,, tpolitil der Reichsbank und über die deutsche Sozialpolitik. Natürlich immer unter dem Gesichtswinkel einseitig agrarischer Interessen. Nach Referaten von v. Kardorff und Dr. Arendt wurde in der Frage der DiSlontpolitik folgende Resolution angenommen: Unter Ausrechterhaltung der am 14. Februar 1908 gefaßten grundsätzlichen Beschlüsse zur Umgestaltung des deutschen Bankwesens den Herrn Reichskanzler zu ersuchen: in Anbetracht der andauernd übermäßig hohen Diskontsätze der Reichsbank, welche Handel und Gewerbe, Industrie und Land- Wirtschaft schwer tteffen und den StaatSkredit beeinttächtigen, so- wie in Anbetracht der offenbar unzureichenden Metallbcstäude der Reichöbank unverzüglich eine Untersuchuiigskommission einzusetzen, uns bei der bevorstehenden Erneuerung des Privilegs der Reichs- dank eine durchgreifende Besserung der unhaltbar gewordenen Berhältnisse der ReichSbank herbeizuführen." Dr. jur. v. BurgSdorff referierte über die Wirkungen unserer sozialpolitischen Gesetzgebung. Auch bei dieser Gelegenheit ließen die Herrschasten ihren Gelüsten nach einem neuen Soziali st engesetz die Zügel schießen. Die Agrarier wünschen„Sozialpolitik" lediglich zur Knebelung der Ar- beiter. Schließlich bekundeten sie ihre Arbeiterfreundlichkeit durch Annahme dieser Resolution: A.„Es ist anzustreben: 1. die Verschmelzung der drei Arbeiterversicherungsgesetze (Kranken-, Unfall- und Jndaliden-Versicherung), die Vereinheit- lichung und die Verbilligung ihrer Verwaltung sowie die Ver- einfachung des Streitverfahrens; 2. eine ausgiebige Erschließung der in der A. H. Botschaft vom 17. November 1881 indizierten indirekten Steuerquellen in Verbindung mit geeigneten Re- pressivmaßregeln gegen die gemeingefähr- lichen Bestrebungen der Sozialdemokratie, ohne welche beiden Maßregeln die sozialpolitische Fürsorge, zumal in der Gestalt, welche sie heute angenommen hat, als dem Sinne der A. H. Botschaft vom 17. November 1881 widersprechend und den Zwecken und Zielen derselben zuwider- laufend angesehen werden mutz. [B. Da der bislang beschrittene Weg sich zum Teil als gangbar Nicht erwiesen, vielmehr der größte Teil der sozialpolitischen Fürsorgemaßnahmen die Begehrlichkeit unter der Arbeiterschaft hervorgerufen und eine unter solchen Umständen nicht zu recht- fertigende weitgehende Belastung vieler Kreise und Erwerbszweige herbeigeführt hat, werden die verbündeten Regierungen ersucht, weitergehende Maß- regeln solange zurückzustellen, bis a) die A. H. Botschaft von 1831 mit den dort angedeuteten und für unerläßlich erkannten Mitteln durchgeführt und h) der Erfolg dieser Durchführung in dem von der A. H. Botschaft erhofften Sinne abgewartet worden ist; dagegen von einer Arbeitslosenversicherung aber Ab- st and nehmen zu wolle n.s" Nach dem Wahlaussall braucht man sich nicht zu wundern, daß die Reaktionäre also ungeniert mit ihren Herzenswünschen heraus- rücken. Die Arbeiter haben hier in wünschenswertester Deutlichkeit das Programm ihrer Feinde vor sich. Zunächst sollen die Rechte der Arbeiter in den Krankenkassen zerbrochen, die Selbstverwaltung in der Krankenversicherung zerstört werden— deshalb die Verschmelzung der drei Arbeiterversicherungs- gesetze. Dann sollen die Massen ausgiebig mit neuen indirekt.« n Steuern belastet werden, schließlich die Arbeiterbewegung durch ein Sozialistengesetz geknebelt werden, und ehe nicht diese herrlichen Ziele erreicht sind, darf kein Schritt in der Sozialpolitik getan werden. Erst wenn die Arbeiter- schaft entrechtet, geschröpft und geknebelt ist, wird ein bißchen, ein ganz kleines bißchen Sozialreform erlaubt— oder auch nicht—, eine Arbeitslosenversicherung darf auf keinen Fall darunter sein! Notleidende, denen auf Staats- und Bollskosten geholfen werden muß, gibt's nur ans Rittergütern I Die Arbeiterschaft wird diese offenen Bekenntnisse schöner reaktionärer Seelen zu nützen wissen I Nationalliberale Zickzackpolitik. Die Nationalliberalen haben im Abgeordneten- hause vier Anträge eingebracht, von denen zwei Ohrfeigen für die nationalliberale Politik der jüngsten Vergangenheit bedeuten. Die beiden ersten minder bedeutsamen fordern Gleichstellung der S e k r e t ä r e bei den Land- und Amtsgerichten sowie der Staatsanwaltschaft mit den Sekretären der allgemeinen Staatsverwaltung und allmähliche Erhöhung der Staatszuschüsse für die Handwerkerkammern. Der dritte aber ersucht die Regierung, .mit Rücksicht auf die Verteuerung des Personen- Verkehrs durch die Einführung der Reichsfahr- karten st euer und die dadurch hervorgerufene Verschiebung in der Benutzung der einzelnen Wagenklassen auf einen a n« gemessenen Ausgleich durch Ermäßigung der Eisenbahnpersonentarife Bedacht zu nehmen." Und ddr vierte stellt die Forderung, „zur Beseitigung der Notlage der durch die allgemeine und andauernde Verteuerung des Lebensunterhaltes, zumal der. Lebensmittel, besonders schwer betroffenen Unterbeamten und der ihnen im Einkommen nahestehenden Beamtenklassen staatliche Mittel schleunigst bereit zu stellen." Die Nationalliberalen waren es, die die F a h r k a r t e n st e u e r in ihrer jetzigen Form und Höhe ausheckten, die die Verteuerung der Eisenbahnfahrt in erster Linie auf dem Gewissen haben— jetzt kommen sie mit einem Antrag, die Eisenbahn-Personcn- tarife herabzusetzen— mit einem Antrag im Dreiklassenhause. wo er völlig aussichtslos ist. da der Regierung in den Konservativen beider Fraktionen und in Teilen des Zentrums eine sichere Mehrheit gegen jede Verbilligung des Personenverkehrs sicher ist. Was die Rationalliberalen sehr wohl wissen! Und vor ihrem Fahrkartensteuer- imtrag im Reichstage wußten. Der zweite Antrag gibt die Lebensmittelteuerung, die die Nationalliberalen während des Wahlkampfes nach Möglichkeit ge- leugnet haben, zu. Für die Beamten wollen nun die National- liberalen einen Ausgleich herbeiführen— ob fie'ö vermögen bei der reaktionären Mehrheit im preußisckien Parlament, ist noch eine Frage— wie die nicht minder hart betroffenen Arbeiter und Kleinbürger bei der von den Nationalliberalen mitverschuldeten Teuerung fahren, das kümmert sie weiter nicht. Noch kurz vor der Auflöiung des Reichstages traten sie dort gegen jede einschneidende Maßregel zur Linderung der Fleischnot ein! So bewegt sich die nationalliberale Politik in kühnen Zickzack- limen. Und doch beseelt sie ein leitender Gedanke. Die National- liberalen wollen agrarisch-rsaktionäre Politik machen, vor Urteils- unfähigen Wählern sich aber als Vertreter volkstümlicher Maßregeln sprelzen können I Ein prügelnder Schuhmann. Der Schutzmann Sogebrecht kam zum Schützenfest 1905 in Weimar in Ausübung seines Berufes mit einem Schaubudenbesitzer in Streit. Bald entstand die schönste Holzerei. Der Schutzmann verdläute den Schaubudenbesitzer so gottsjämmerlich, daß er dafür im Juli des vergangenen Jahres von der Strafkammer in Weimar zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Das Gericht ging damals von der Ansicht aus, daß das Publikum vor solchen Uebergriffen geschützt werden müsse. Der Schutzmann legte jedoch gegen das Urteil Revision ein. Jedoch das Reichsgericht verwarf dieselbe. Der Schutzmann waltete ruhig seines Amtes weiter. Jetzt ist er nun vom Großherzog von Sachsen-Weimar begnadigt worden, so daß er also die vier Monate nicht ab- zubrummen braucht. Ob damit die Achtung vor der Autorität des Staates und seiner Einrichtungen erhöht wird, ist eine andere Frage.— Die verurteilte Hamburger Polizei., Während die Strafkammer I des Landgerichts Hamburg im Prozeß gegen die der Beleidigung der Polizei angeklagte bürger- liche Frauenrechtlerin Dr. Anita Augspurg die Matznahmen der Polizeibehörde und das Verhalten der Polizeiorgane am Abend des „roten Mittwoch"(17. Januar 1906) als völlig korrekt und den Umständen nach für angemessen erklärte, mithin auch das „Räumen" der Wirtschaft von Lunau in der Niedernstratze billigte, „weil energisch hätte zugegriffen werden muffen, wofür man der Polizei Dank schulde", hat die Zivilkammer II in einem Kur- kostenprozetz gegen die Polizeibehörde einen wesentlich anderen Staudpuntt eingenommen: Eine Krankenkasse verlangte von der Polizeibehörde den Ersatz der Kurkosten für ein in der Lunauschen Wirtschaft widerrechtlich durch Polizeisäbel verletzte? Mitglied. Die Beklagte Uetz durch ihren Vertreter einwenden, datz die Verletzung nicht widerrechtlich, sondern in berechtigter Ausübung hes Dienstes, um den Widerstand der gegen die Polizeimannschaften andrän- genden Gäste zu brechen, erfolgt sei. Auf Grund der Aussagen einer, langen Reihe einwandfreier Zeugen gelangte das Gericht aber zu folgendem Urteil: „Die Polizeibehörde wird verurteilt, an die Klägerin die ein- geklagte Summe von 10 M. für Kurkosten nebst 4 Proz. Zinsen zu zahlen und hat die Kosten des Verfahrens zu tragen." Die„staatsretterische" Tätigkeit unterschiedlicher Hamburger Polizeiorgane wird also nicht von allen Gerichten„dankbar" an- erkannt.— Kurz nach dem 17. Januar gerieten fast alle Personen in den Verdacht der Teilnahme an den Schopenstehlexzessen, die Verletzungen an dem Unglücksabend davongetragen haben. Des- halb ist es erklärlich, daß viele Verletzte über ihre schmerzliche Berührung mit den Polizeisäbeln sich ausschwiegen, geschweige denn wegen widerrechtlicher Verletzung Schadenersatzansprüche gegen die Polizeibehörde geltend machten. Schade!-- Scherl in Süddcutschland. Die ewig bankerotte München er„Allgemeine Ztg.", die bisher von süddeutschen Adligen(Fürstenberg u. a.) und Scharf- nmchern ausgehalten wurde, ist von Scherl übernommen worden. Die Vertrustung der öffentlichen Meinung ist damit wieder einen Schritt weiter gediehen. Allerdings kann Scherl nichts mehr an der gänzlich bedeutungslos gewordenen»liberalen" Zeitung verderben, die schon lange eine Filiale preutzischen Junkertums und eine bestellte Bekämpferin jeder sozial und demokratisch gerichteten Politik ge- worden war. Rührend ist es, datz die Scharfmacher und Magnaten. die das Blatt„kontrollieren", obendrein versichern, daß ihnen ihr Einfluß auf die Haltung des Blattes gewahrt bleibt. Die Firma Scherl darf also für das vaterländische Unternehmertum vorläufig nur das Defizit zahlen.— Hiistaiid. Schweiz. Bravo! Lausanne, 12. Februar. Das Bundesgericht behandelte in seiner heutigen Plenarsitzung eine Forderung Rußlands auf Auslieferung von drei nach Genf geflüchteten Georgiern, die beschuldigt loerden, an der Plünderung der Staatskasse von Duschet im Kaukasus teilgenommen zu haben. Der Berichterstatter, Bundes- richter Merz, stellte bei der Verhandlung fest, daß die Plünderimg der Staatskasse von Duschet von der Kampforganisation des Georgischen Bundes zu revolutionären Zwecken ins Werk gesetzt sei und es sich demnach um ein politisches Delikt handle, die Auslieferung sich daher nicht rechtfertigen lasse. Der aus lö Mitgliedern bestehende Gerichtshof schloß sich dem Stand- punkte des Berichterstatters einstimmig an und wies den Aus- lieferungsantrag ab! Die kleinen Länder Schweden kürzlich in der Tscherniak- Affäre, jetzt die Schweiz— beschämen die großen Staaten, indem sie von Zeit zu Zeit wenigstens der Sprache des Kulturgewissens Gehör geben.— Niederlande. Die Demission. Haag, 12. Februar. Bei Eröffnung der heutigen Sitzung der Zweiten Kammer erklärte der Ministerpräsident de Meester, daß in- folge Ablehnung des Kriegsbudgets durch die Erste Kammer die Minister sich veranlaßt gesehen haben, der Königin ihr Entlassungs- gesuch zu unterbreiten. Die Sitzung der Kammer wird hierauf auf Antrag des Ministeriums auf unbestimmte Zeit vertagt.— Montenegro. Die Todesstrafe abzuschaffen(außer bei Fällen von Hochverrat) bezweckte eine Vorlage, die der Skupschtina am 8. d. M. auf Ver- anlassung des Fürsten unterbreitet wurde. Die Skupschtina nahm die Vorlage an! In„Kulturstaaten" wie Deutschland darf der Henker noch immer seines lieblichen Amtes walten.— Persien. Der neue Herr. Teheran, 11. Februar.(Meldung des Reuterschcn Bureaus.) Der Schah ließ heute abend dem Parlament eine Kundgebung zugehen, in welcher er die„Erfüllung aller Wünsche des Volkes" zusagt und auch ausdrücklich gestattet, daß die Regierung des Landes als eine konstitutionelle bezeichnet wird. Die Liundgebung des Schahs wurde nach TaebriS telegraphiert, wo eine Volksmenge das Arsenal besetzt und die Bureaus der Verwaltung geschlossen hatte. Gegenwärtig ist die Ruhe dort vollständig wiederhergestellt.— Es ist sehr gütig vom neuen Schah, datz er„seinem" Volke gestattet, die Regierung als„konstitutionell" zu bezeichnen. Aber das will nicht viel besagen; nennt sich doch z. B. die deutsche Regierungsform, ja sogar die russische auch„konstitutlonell". Aus der ganzen Fassung der Reuter-Depesche geht deutlich hervor, datz dem guten Schah die Angst um seinen Thron, die Furcht vor den gemeldeten Kundgebungen so freundliche Worte diktiert hat. Nach Tische lesen's die Fürsten gewöhnlich anders. Hoffentlich läßt das Perservolk sich nicht ewig durch billige Redensarten beschwatzen. sondern fordert endlich sein Recht.— Soziales. Unzulässige Lohnbcschlaziiahmc. Das Lohnbeschlagnahmegesetz und die Lohnbeschlagnahme- Verbote finden keine Anwendung,„insoweit der Gesamt- betrag der Vergütung die Summe von 1500 Mark für das Jahr übersteigt".(§ 4 Ziffer 4.) In der Praxis wird seit einigen Jahren entgegen dem Gesetz diese Vor- schrift häufig so angewendet, als ob im Gesetz stände:»insoweit der Monatsbetrag 125 Mark" oder»insoweit der Tagesbetrag 3,11 M." übersteigt. Dieser nach dem Wortlaut und der Eni- stehungsgeschichte des§ 4 9kr._ 4 des LohnbeschlagnahmegesetzcS unzulässigen erheblichen Beschränkung des Beschlagnahmeverbots ist daS Effener Arbeitersekretariat durch Beschwerde gegen einem amtsgerichtlichen Beschlutz entgegengetreten, der die Pfändung deS monatlich 125 Mark übersteigenden Betrages anordnet. Das Landgericht hat darauf dürch folgenden, jetzt veröffentlichten Beschluß diese Beschlagnahme für unzulässig erklärt, zugleich aber einen AuS- weg eingeschlagen, dem gleichfalls die gesetzliche Unterlage fehlt. Der landgerichtliche über die Sach- und Rechtslage orientierende Beschluß ans dem Jahre 1905, dem ein gleichlautender unter dem 28. März 1906 gefolgt ist, lautet: „Der angefochtene Beschluß und der Pfändungs- und Ueberweisungsbeschlutz vom 3. April 1905 werden auf- gehoben. Es wird nachstehender Pfändungs- und Ueber- weisungsbeschluß erlassen: Wegen des Anspruchs des Gläubigers aus dem vollstreckbaren Urteile des Königlichen Amtsgerichts in Borbeck vom 10. Dezember 1904 im Betrage von 24,40 Mark, wegen 36,72 Marl Kosten und Auslagen solvie wegen der Kosten für den erstinstanzlichen Be- schluß wird die angebliche Lohnforderung des Schuldners an die Verwaltung der Zeche„Hagenbeck" in Essen-West auf Höhe der vorgenannten Beträge insoweit gepfändet und dem Gläubiger zur Einziehung überwiesen, als die Lohnforderung den Betrag von 1500 M. jährlich übersteigt. Der Schuldner hat sich jeder Ver- fügung über die Forderung, soweit sie gepfändet ist, zu enthalten. Die Drittschuldnerin darf an den Schuldner allmonatlich nicht mehr als 126 M. auszahlen und hat einen etwaigen Ueberschuß bis zum Schlüsse des Kalenderjahres zurückzuhalten. Sofern sich alsdann ergibt, daß der Jahres- verdienst des Schuldners 1500 M. übersteigt, ist der überschießende Betrag von der Summe der zurückbehaltenen Beträge an den Gläubiger auszuzahlen. Eine Gebühr für die Beschwerde kommt nicht in Ansatz; die baren Auslagen hat der Gläubiger zu tragen. Von Rechts Wegen. Gründe: Da» Amtsgericht als Vollstreckungsgericht hat wegen der 'Forderung des Gläubigers nebst Kosten und Auslagen die Lobn- sorderung des Schuldners insoweit gepfändet, als sie 126 Mark monatlich übersteigt. Eine hiergegen vom Schuldner angebrachte Erinnerung aus § 766 Z. P. O., mit der er Aufhebung des Pfändungs- und Ueberweisungsbeschlusses begehrte, weil sein Jahreseinkommen weniger als 1600 Mark betrage und daher nicht gepfändet werden könne, ist durch Beschluß des Amtsgerichts vom 3. November 1906 zurückgewiesen worden, lveil der erlassene Beschluß den gesetzlichen Bestimmungen entspreche. Das Amtsgericht führt aus: Bei schwankenden Einnahmen habe eine Berechnung des wirklichen Jahresverdienstes statt- zufinden, Und es sei an jedem Zahlungstermin soviel zu pfänden, als die Quote des Ueberschusses über 1500 Mark betrage. Erweise sich der endgültige Jahresverdienst als geringer, so könne der Schuldner allerdings das zurückfordern, was unter Außeracht- lassung dieses UmstandeS ihm abgepfändet sei. Ob solches aber der Fall sei, könne jetzt noch nicht ermittelt werden. Gegen diesen Beschlriß hat der Schuldner sofortige Beschwerde eingelegt mit dem Antrage: „den Beschluß aufzuheben und den Pfändungs- und Ueberweisungsbeschluß vom 8. April 1905 außer Kraft zu setzen." Der Schuldner ist der Meinung, daß der vom Amtsgericht erlassene Pfändungs- und Ueberweisungsbeschluß den Bestimmungen des Lohnbeschlagnahmegesetzes widerspreche. Die sofortige Beschwerde ist nach K 793 der Zivilprozeßordnung an sich statthaft und in rechter Form und Frist eingelegt. Sie mußte zu einer Aushebung der beiden Beschlüsse der Vorinstanz und zum Erlasse eine« anderweitigen Pfändungs- und Ueber- weisungsbeschluffes führen. Nach K 4 Ziffer 4 des Lohnbeschlagnahmegesetzes ist eine Lohn- sorderung nur insoweit pfändbar, als ihr Gesamtbetrag die Summe von 1600 M. jährlich übersteigt. Hieraus ergibt sich schon, daß die Pfändung nur auf den 1600 M. jährlich übersteigenden Betrag erfolgen und der Tenor des Psändungsbeschlusses nur dahin abgestellt werden darf. Ganz besonders trifft dies aber dann zu, wenn es sich um in ihrer Höhe noch schwankende Einnahmen handelt, die also in einigen Monaten mehr als ein Zwölftel von 1500 M., in anderen Monaten weniger betragen. Die Schwierigkeit liegt im letzterwähnten Falle darin, in welcher Weise und Höhe an den einzelnen Zahlungsterminen die Beschlagnahme erfolgen soll. Gaupp-Stein Genickstarren-Epidemie. Glasgow, 12. Februar.(W. T. B.) Heute sind hier 11 Per- sonen an Genickstarre gestorben und 19 erkrankt. Im Ganzen befinden sich im Hospital gegenwärtig 71 an Genickstarre erkrankte Personen. Die neueste Schiffskatastrophe. New York, 12. Februar. sW. T. B.) Der Kapitän des ge- sunkenen Dampfers„Larchmont" erklärte einem Vertreter der „Associated Preß", er habe zwischen luv bis 200 Passagiere an Bord gehabt, nur acht hätten sich gerettet.— Wie sich herausstellt, ist ein Teil der Passagiere ertrunken und ein anderer TcU in der grimmigen Kälte in den Rettungsbooten oder in den eisigen Fluten erfroren.S. Febrn Zunächst vielfach heitere» grostwetter mit»iemlich leiha Winden: später zunehmende Erwärmung und Bcwollrmer, Niederschläge. Berliner Well» Slalionen II g« II 1 r 741 SS« 74 5 SO 753®| Briefkaften der Redaktion. 1000 Baß haben, Kostenpuntt ungefähr 8 Mart. 4. 1,10 m. pro Monat. 5. Uns B. 26. Eine Berufung gegen das Urteil hätte bet bem von Ihnen 3. 999. nicht bekannt. 6. Ohne Zustimmung der Gesellschaft ist die Aufhebung des gefchilderten Sachverhalt leider feine Aussi cht auf Erfolg. Die juriftifche Sprechstunde findet Friedrichst r. 16, Aufgang 4, Bertrages nicht möglich. 5. A. 88. Der Mann ist dazu nicht be- Stropfanlage, die zurzeit untauglich macht, aber möglicherweise volfommen elne Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), rechtigt, wenn Sie wollen, fönnen Sie flagen. H. P. 99. Wer beseitigt werden wird. D. B. Schiv. 30. Bei dem Vormundschaftswochentäglich von 7 bis 92 Uhr abends statt. Geöffnet hr. zwischen dem 30. Mai und 5. Juni 1836 geboren ist, muß mindestens gericht müßte die Stellung eines neuen Vormundes und die Genehmigung. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Aufrage ist ein 610 Marlen nachweisen, um Altersrente erhalten zu können. Sit er später zur Heirat nachgesucht werden. Payenhofer. Einem. Steglit 100. Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort geboren, so hat er für jede Woche eine Marte mehr nachzuweisen. Lassen Sie Ihren Sohn in die Handelsmarine eintreten. Eine Anstalt, wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. W. Sp. Sie als Ehemann F. B. 108. Sind Sie minderjährig, so ist der etwa von Ihnen ge- wie Sie fte meinen, fennen wir nicht. 23. R., Köpenick. Eine Beleidigung kann in dem von Ihnen Geschlossene Vertrag ungültig. Haben Sie einen Vertrag als Bolljähriger haften für das von Ihrer Frau beftelte Buch nicht. Sbre Ehefrau ist aur schilderten nicht liegen. Schwerlich wird Strafantrag gestellt werden. unterschrieben, so ist er für Sie gültig. 3. S. 007. Sa. Bahlung verpflichtet, wenn sie bei der Unterschrift großjährig war. Unendlich F. P. 17. 1. Ihr Schwiegervater tann mit seinem Eigentum zu seinen E. M. 106. Sie können den Wirt auf Abstellung der beklagten Uebel- häufig haben wir davor gewarnt, sich solche Dinge aufschwagen zu lassen. Lebzeiten machen, was er will. Die Stinder braucht er nicht fragen. stände berflagen. Streit 5. Der Hauswirt fann wegen rüdständiger 2. Wenn ein bahingehendes Drtsstatut besteht, ja. 3. Jeder muß einen oder für die fünftige Zeit zu zahlende Miete die Möbel einbehalten. Für den Inhalt der Juierate. übernimmt die Nedaktion dem Bublitum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 13. februar. Anfang 7 Uhr. Kgl. Opernhaus. Götterdämmerung.( Anjang 6%, Uhr.) Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Dentides. Romeo und Julia. Leffing. Nosmersholin. Westen. Cousin Bobby. Lorning. Die lustigen Beiber von Windsor. Nachmittags 3 Uhr: Gänseliesel. Anjang 8 Uhr. Schiller 0.( Wallner Theater.) Jugend. Schiller Theater Charlottenburg. Fiesto. Adieu Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches beater). Therese. Sein Alibi. Komische Oper. Hoffmanns Er. zählungen. Berliner. Der Hund von Baskerbille. Neues Schauspielhaus. Herthas Hochzeit. Kleines. Eine triviale Komödie für seriöse Leute. Neues. Meißner Porzellan. Residenz. Haben Sie nichts zu verzollen? Luftspielhaus. Husarenfleber. Zentral. Künstlerblut. Deutsch Amerikanisches. T Sorgenbrecher. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Luifen. Sherlock Holmes. Der Nachmittags 3 Uhr: Wilhelm Tell. Urania. -W Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Schiller- Theater. Schiller- Theater 0.( Wallner- Theater)| Mittwoch, abends 8 Uhr: Jugend. Liebesdrama in 3 Auszügen von May Halbe. Donnerstag, abends8ubr: Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: 8um 1.Male: Im bunten Rock, Blei, Zinn, Kupfer. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. ( Operette.) Anfang 8 Uhr. Künstlerblut. Donnerstag: Künstlerblut. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Adien, Therese. Hierauf: Sein Alibi. Lortzing Theater Bellealliancestr. 7/8. Mittwoch. 13. Februar, nachm. 3 Uhr: Märchenvorstellung: Gänseliefel. Abends 7, Uhr: Freitag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Schwarzer Friedrichsberg. Fernsprecher Nr. 8. Schiller- Theater Charlottenburg, Mittwoch, abends 8 Ubr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Ein republikanisches Trauerspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Donnerstag abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Freitag, abends 8 Uhr: Jugend. Adter Frankfurter Chaussee 5. Mittwoch, den 13. Februar 1907, in den mit einer prachtvollen Alpendekoration geschmückten Gesammträumen: Großes Bock- Jubel- und Trubel- Fest wirkung der Willy Walde- Sänger. Großartige Ueberraschungen. Die lustigen Weiber v. Windsor. Zirkus Busch. Abonnements gültig! Donnerstag: Der Waffenschmied. Luisen- Theater Neichenbergerstr. 34. Heute nachmittag 3 Uhr: Schülerborstellung( fleine Preise): Wilhelm Tell. Abends 8 Uhr: Bernhard Rose. Die Schule bes Sherlock Holmes Lebens. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Serrufeld. Ein verrüdtes Hotel. Donnerstag: Herr Potter aus Texas. Freitag: Benefiz Herr Hüner. Zum ersten Male: Der Hund von Baskerville. Mittwoch, den 13. Februar 1907, abends 7 Uhr. Gala Abend. Um 8, Uhr: Fortsetzung der Engl. Box- Kämpfe Ehrenpreis: Gr. filberner Bofal. Ausgestellt bel Herren Gebrüder Friedländer, Unter den Linden 28. Als drittes Paar Match zwischen Joe Edwards( London Berlin, und Rob. Schoemann( Stanjas). Neu! Neu! Nen! Manello Marnitz- Truppe Akrobaten. The Novellos ( Indien in Europa). Um 9% Uhr: ROM. Gr.Orig. Manege- AusstattungsPantomime in 7 Bildern. intergarten. Saharet. Spezia DERNHARD ROSE THEATED Bebervorzub.: Die Todesfahrt litäten. Apollo. Die schöne Bestalin. Spezialitäten. Kasino. Ledige Leute. Spezialität, Folies Caprice. Im Café Abelles. Ein Stlabriasprozeß. Lotte Sebu. Passage. Mal was anderes. Spe zialitäten. Prater Theater. Lowood. Die Baise aus Figaro. Hochzeitsnacht. Sein Jdeal. Statastrophe. Unterm Bett. Chi fagoer Landwirt.( Anf. 82 Uhr.) Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstraße 48/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: Blei, Zinn, Kupfer. Sternwarte, Invalidenstr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Der Hund von Baskerville. Donnerstag: Sherlock Holmes. Freitag: Sherlock Holmes. Sonnab.: Der Hund von Baskerville. Gr. Frankfurterftr. 132. Anfang 8 Uhr. Die Schule des Lebens. Billettvorverkauf von 10-1 Uhr an der Theaterkaffe. Morgen zum ersten Male: Sherlock Holmes. Sonnabend nachm. 4 Uhr Kinders vorstellung: Der Rattenfänger von Hameln. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff, Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. über die zersprengte Brücke. Radium- Ballett. Voranzeige! Demnächst: Große internationale Ringkampf- Sonder- Konkurrenz. Deutsch- Amerikanisches Theater. Jeden Abend 8 Uhr: Der große Lacherfolg! Der Sorgenbrecher. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: Ueber'n großen Teich. WINTER BARTEN & Saharet Sonntag, 17. Februar, nchm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. letzte Woche. Theater des Westens Ollo Otto Station Zoolog. Garten, Kantstr. 12. M Durchschlagender Operetten Erfolg! Allabendlich 7 Uhr: Gaftspiel Fritz Berner Coufin Bobby. Neues Schauspielhaus Mittwoch, den 13. Februar 1907: Herthas Hochzeit. Morgen: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Morgen und folgende Tage: Meißner Porzellan. Kleines Theater. Anfang 8 Uhr. Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Donnerstag: Ein idealer Gatte. Residenz- Theater. Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Theater 10 Uhr! Täglich: 10 Uhr! Bernhard Mörbitz, neue Charakter- Stomifer. Außerdem: Die Attraktionen des großen Spezialität. Programms. Borher: Die schöne Bestalin. Operette von Bittor Holländer. Gebr. Herrnfeldng. Theater inla 8 Uhr. 7 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Neuer großer durchschlagender Lach Erfolg! Ein Reutter und das Gebr. Arnhold. Zirkus Schumann Heute Mittwoch, den 13. d. Mts., abends präz. 7% Uhr: Grande Soirée équestre. Gala- Programm und nur furzes Gastspiel. Die größte u. schönste aller egiftierenden Gruppen Mr. Richard Sawades einzig dastehende, wunderbar dressterte gemischte Raubtier- Gruppe, bestehend aus Königstigern, Löwen, Eisbären, Sragenbären usw., alles wirkliche Bracht- Exemplare. Außerdem: Die neu engagierten Spezialitäten. Um 9 Uhr zum 55. Male: Das größte Bracht- Manegenschauftüd St. Hubertus. Passage- Theater. Heute Mittwoch, den 13, Februar, zum 9. Male: Mal was Anderes! Posse von Leop. Ely. Josefine Dora, Georg Kaiser, Martin Bendix, Ernst Kettner. Ferner: Die glänzenden Februar: Spezialitäten. Folies Caprice Linienftr. 132, an der Friedrichstr. Im Café Abelles. Im bunten Teil: Lotte Sebus. Ein Klabriasprozeß. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 10-2 Uhr an der Theatertaffe und bei Wertheim. Kasino- Theater Lothringerstr. 37. Täglich 8 Uhr. Ledige Leute. Komödie in 8 uften v. Feliz Dörmann. Borher das vollständig neu e erste Ilassige bunte Februarprogramm. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Programm. Palast- Theater. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brunnenstr. 16. Bum legten Male: Der Vampyr. Schwant in 5 Aften von D. Mylius. Anfang& Uhr. Entree 30 Bf. Donnerstag Benefiz Adolf Münkel: Im Hause der Sünde. Etablissement Neue Welt Hasenheide 108/114. Gastspiel Bernhard Rose- Theater. verrücktes Hotel Gobom und Gomorrha mit dem Vorspiel: ,, Hayfisch geht zur Jagd" Stomödie in 3.Atten von Anton u. Donat Herrnfeld Borbert. 11-2 Uhr( Theaterkasse) Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 3, Uhr b. halben Kaffenpreisen: Endlich allein. Fall Blumentopf. Haben Sie nichts zu verzollen? Trianon- Theater. Schwant in 3 Atten v. M. Hennequin und Pierre Beber. Anfang 8 Uhr. Robert be Trivelin: Rich, tegander. Fräulein Josette- meine Frau. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Sonntag nachm.: Wo ist der Papa? Sylajvegeu Kontrolleur. und Die Schloßkellerei. Schwank in vier Aften. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Sonnabend, 16. februar, abends 8 Uhr: Wiederbeginn der SpezialitätenVorstellungen anserlefeuen Programm. mit einem Prater- Theater Staftanien Allee 7-9. Abends 8 Uhr: Am 10. Februar berschied plöglich mein lieber Sohn, der Schleifer Richard Keller im 29. Lebensjahre. Dies zeigt tiefbetrübt an August Keller nebst Familie. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 8%, Uhr, von der Leichenhalle des neuen JakobiStirchhofes, Hermannstraße, aus statt. 14376 Sozialdemokratisch. Wahlverein für den 2.Berliner Reichstagswahlkreis. Am 10. Februar starb plöblich unser treues Mitglied, der Schleifer Richard Keller Bezirk 138, Mainzerstr. 57. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des neuen JakobStirchhofes, Hermannstraße, aus statt. 238/13 Um zahlreiche Beteiligung erfucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, ber Schleifer Richard Keller geftorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 3 Uhr, bon der Leichenhalle des neuen Jakobi. Kirchhofes in Rigdorf, Hermannstraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet 112/16 Die Ortsverwaltung. Sozialdemokrat. Wahlverein f.d.4. Berl. Reichstagswahlkreis ( Görlitzer Viertel.) Den Mitgliedern hiermit zur Kenntnis, daß unser Genosse, der Arbeiter Heinrich Eckert wohnhaft Wienerstraße 31, Stadtbezirk 110 gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, nachmittags 3 Uhr, vom Krankenhause Bethanien aus nach dem Emmaus- Kirchhof statt. Der Voritand. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Bater, Onkel, Schwager und Schwiegersohn Oskar Spreu am Sonntag, den 10. februar, abends 9 Uhr, sanft ent schlafen ist. 14436 am Die Beerdigung findet Donnerstag nachmittags 4 Uhr von der Leichenhalle des alten Nazareth- Kirchhofes, Seestraße, aus statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Sanssouci Stottbufer ftraße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger. ( Stets neues Programm) und Tanzkränzchen. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 11. Nächster Theaterabend: Mittwoch, 20.Februar. Colosseum Täglich: Großer Bockbier- Jubel. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 uhr. Die Waise aus Lowood. ufit!- Gefang! Billettvorverkauf von 10-1 Uhr im Schauspiel in 4 Aften von Charlotte Theater. Birch- Pfeiffer. Morgen: Die Else vom Erlenhof. alhalla- Reichshallen- Theater. Walhalla Variete- Theater Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Anna Müller- Lincke Theater in Berlin. Leonhard Haskel der allbeliebte Bolts- Komiter. Gefangs Coubrette b. Metropol Max Franklin- Truppe, 15 neue luftige Februar- Spezialitäten. Stettiner Sänger. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Restaurant Bockbier- Fest. Humor! Sozi aldemokratischer Wahlverein des 6. Berliner Wahlkreises. Todes- Anzeige. Am 10. b. M. berstarb unser alter treuer Genoffe, der Fräser Oskar Spreu, Reinickendorferstr. 71. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donners. tag, den 14. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle bes alten Nazareth Kirchhofes, Seestraße, aus statt. 4 Um zahlreiche Beteiligung ersucht 247/6 Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied. der Schloffer Gustav Czarnetzki am 10. b. M. an Lungenleiden gestorben ist. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet heute Mittwoch, den 13. Februar, nach mittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Krankenhauses Moabit aus statt. Rege Beteiligung erwartet 112/17 Die Ortsverwaltung. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Fräser Oskar Spreu gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 14. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des alten NazarethKirchhofes, in der Seeftraße, aus statt. Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege Parkettbodenleger Anton Dockal am 9. Februar verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch nachmittags 2 Uhr von der Leichenhalle des St. Hedwigs. Kirchhofes, Dalldorfer Chaussee, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwartet 80/7 Die Ortsverwaltung. Verband der Gemeinde- und Staatsarbeiter. ( Filiale Groß- Berlin.) Todes- Anzeige. Am 11. b. M. nachts 1, Uhr ist unser langjähriges Mitglied, der Kollege Monteur Hermann Tiller geftorben. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, mittags 12 Uhr, vom Trauerhause Mühlenstraße 68a aus nach dem Gemeindefriedhof in Friedrichsfelde statt. Um rege Beteiligung wird ersucht. 14286] Die Sektionsleitung. Danksagung. Für die außerordentlich reiche Beteiligung beim Begräbnis meines lieben Mannes, des Restaurateurs Karl Barnowski sage ich allen baran beteiligten Bereinen und Bekannten hierdurch meinen 14406 aufrichtigsten Dant. Berta Barnowski nebst Tochter. Allerlei Ueberraschungen. Heute Pfänderauktion Weidenweg 19. Zentralverband der Schmiede ( Zahlstelle Berlin). Bureau: Stralauerstr. 48. Telephon: Amt 1, 7779. Donnerstag, 14. Februar, abends 8 Uhr, bei Boeker, Weberstr. 17: Ordentliche General- Versammlung. Zages Drbnung: 1. Abrechnung vom vierten Dnartal 1906. 2. Jahresbericht der Drtsverwaltung und sämtlicher Störperschaften. 3. Neuwahl der Drisverwaltung und sämtlicher Körperschaften. 4. Anträge und Verschiedenes. 176/4 Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne Mitgliedsbuch tein Zutritt. Sollegen, wir erwarten in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung vollzähligen Besuch. Die Ortsverwaltung. Für Damen und Herren! Wolkstuimiche Vorrang Deutscher Metallarheiter- Verhand. Vereinigung der Maler, mit Lichtbildern Donnerstag, den 14. Februar, abends 8 Uhr, in den Prachtsälen des Ostens, Frankfurter Allee 151/52 bon Dr. phil. O. Kaplick. Thema: Die sogen. Männertrankheiten und Frauenleiden, deren Uebertragung und Verlauf, fowie ihre Heilung nach einem be: fonderen Verfahren. Wie schützt man sich vor diesen Krankheiten? Was ist gegen Kinderlosigkeit und Nervenschwäche anzuwenden? ။ Höchst wichtig zu wissen für Frauen und Männer, für Kranke und Gesunde Nach dem Vortrage: Frage: beantwortung. Eintritt 30 Pf. Dr. phil. O. Kaplick, Berlin N. 4, Borsigstraße 18 I. ( Sprechzeit täglich, auch Sonntags, 9-3). Neue Welt Hasenheide 108-114. Täglich: Münchener Bockbierfest. Muckl's neueste Schlager Elite Tiroler Meistersinger. Lina vom Heede Jodlerkönigin Originellster Bockjubel Berlins. Anf. tägl. 7 Uhr. Entree 30 Pf. Gustav Behrens Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig dastehende = Elite Februar Programm. 24 Nummern. Anfang 7, Uhr. Sonntags 42 Uhr. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Zimmer 1-5, Amt 4, 9679. Donnerstag, den 14. Februar, abends 8 Uhr, in Lerches Festsälen ( am Rundteil): Bezirks- Verfammlung für Friedrichshagen und Umgegend. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen P. M. Grempe über: Fortschritte im Verkehrswesen." 2. Bahl eines Staffierers für Friedrichshagen. 3. Berbandsangelegenheiten. 112/15 Die Ortsverwaltung. Zahlreichen Besuch erwartet Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Donnerstag, den 14. Februar, abends 8, 1hr, im Rosenthaler Hof", Rofenthalerstraße 11-12: Außerordentliche Branchenversammlung der Stellmacher. Tagesordnung: 1. Der neueste Kriegsruf der„ Bereinigung Deutscher Wagenfabriken und welche Stellung nehmen wir hierzu ein?" 2. Diskussion. 3. Verfchiedenes. Niemand lasse sich von dem Besuch der Versammlung abhalten. Die Branchenkommission. Branche der Maschinenarbeiter. Koppenstraße: Am Sonnabend, den 23. Februar 1907, in Kellers Festfälen", Großer Wiener Maskenball. Drei Musikkapellen. Großartige Ueberraschungen. Anfang 8 Uhr. Eintritt 50 Pfennig. Billets find in den bekannten Zahlstellen und bei Pankow, Gubenerstr. 12 zu haben. [ 80/6] Das Komitee. Stukkateure! Donnerstag, den 14. Februar, abends pünktlich 8 Uhr: Außerordentliche Generalversammlung bei Meier( früher Franke), Sebastianstraße 39. Tagesordnung: 1. Der Ablauf unseres Tarifvertrages. 2. Diskussion. 3. Antrag Steglit und Verschiedenes. Eintritt nur gegen Vorzeigen des Mitgliedsbuches; auch Lokalorganisierten steht gegen Borzeigen ihres Mitgliedsbuches die Teilnahme frei. Die Ortsverwaltung Berlin 173/7 des Zentralverbandes. Lackierer, Anstreicher etc. Melchiorstraße 28. Filiale Berlin. Fernspr. Amt 4. Nr. 4787 Freitag, den 15. Februar 1907, abends 8% Uhr, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Wahl der Delegierten zur Generalversammlung in Leipzig( Stichwahl). Statutenberatung. Nur die Kollegen dürfen sich an der Wahl beteiligen, die die Beiträge bis zur zweiten Woche 1907 geklebt haben oder denen die Beiträge geftundet sind. 124/9 Die Ortsverwaltung. Bezirks- Versammlungen: Steglitz: Freitag, den 15. Februar, abends 8% Uhr, bei Wahrendorf, Schloßstraße 17. Tages Ordnung: Wahl der Delegierten zur Generalversammlung in Leipzig.( Stichwahl.) Süd- West: Donnerstag, den 14. Februar, abends 8 Uhr, im Kaffenlokal, Lankwigstraße 5. Pankow: Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 5 Uhr, beim Kollegen Helwig, Heynstr. 4. Nord- Oft: Montag, den 18. Februar, abends 8 Uhr, bei Reusch, Winsstraße 12. Süd- Ost: Montag, den 18. Februar, abends 8%, Uhr, bei Dalg, Stalizerstraße 51/52. Süden: Mittwoch, den 20. Februar, abends 8 Uhr, bei Stramm, Ritterstraße 123. Tagesordnung in allen Versammlungen: Wahl des Bezirksführers und Stellvertreters. im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 3: Küchenmöbelbranche! Donnerstag, den 14. Februar, vormittags 10 Uhr, Versammlung der in den Küchenmöbelfabriken ausgesperrten Maler und Auftreicher. Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Bureau: C. 54, Steinstr. 38. Ortsverein Berlin. Fernsprech. Amt III Nr. 3100. Sonntag, 17. februar, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Königstadt, großer Saal, Schönhauser Allee 10-11: General- Versammlung Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht des Borstandes, Revisionsbericht, Bericht des Ausschusses. 2. Wahl des gesamten Vorstandes, eines Revisors, der Hülfskassierer, Ausschußmitglieder und Türkontrolleure. 3. Anträge des Ausschusses. 4. Bereinsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. 129/ 2* Der Vorstand. J. A: Heinrich Metzke. Warenhaus Hermann Tietz LEIPZIGERSTRASSE ALEXANDERPLATZ Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Sonnabend, soweit der Vorrat reicht 4 Tage für Lebensmittel. Früchte- Conserven Melange- Früchte Colonialwaren Pflaumen getrocknet Pfund 5 Pfund Früchte 18 85 Apfelsinen Pf. 22 Pf. 110 Originalkisten 3 Pfd. Messina- Apfelsinen 150 Stück Gemüse- Conserven 1½ Dose 2 Dose 25 P. Bruchspargel ohne Köpfe 55 33 Pf. Prima Bruchspargel III 80 45 Pf. Prima Bruchspargel la 110 60 Pf. la Riesenbruchspargel 130 70 Pf. . 60 Pf. 135 73 Pf. la Stangenspargel mittelstark 110 Ja Stangenspargel stark 85 Pf. la Stangenspargel extrastark 170 90 Pf. Dose Dose 85 Dtzd. Aprikosen% Früchte 115 63 Pf. Pflaumen getrocknet Dutzend 35 45 Pflaumen getrocknet 28 Pf. 130 Kirschen rot ohne Stein 100 55 Pf. Sauerkirschen mit Stein 64 37 Pf. Calif. Pflaumen getrocknet 38 Pf. 110 Pflaumen süss- sauer 70 40 Pf. 5 Pfd. Pflaumen süss 2 Frucht 55 33 Pf. Birnen Bergamott 80 45 Pf. Preisselbeeren ca. 5 Pfd. 165 68 Gemischtes Backobst III Gemischtes Backobst II Gemischtes Backobst I Ringäpfel Mandarinen 33 Pf. 155 Schalmandeln 45 PP. 210 Traubenrosinen 58 Pf. 275 Pfund 60 Pf. 625 35 Pf. Pfund 90 Pf. Pfund 48 Pf. 230 Schnittnudeln 35 Pf. Feigen Imperial locoum Feigen Prima Erbegli Pfund 65 Pf. Schoten u. Carotten I 75 43 Pf. Pfund 40 Pf. Junge Carotten 48 29 Pf. Preisselbeeren ca.10 Pfd. 310 Bandnudeln 35 Pf. Reineclauden 80 45 Pf. Maccaroni 35 Pf. Stachelbeeren 70 40 Pf. Senfgurken mit Glas 85 KAFFEE gebrannt Datteln neueste TEE, Ernte Carton 35 P Pfefferlinge Zuckergurken mit Glas 105 Kürbis mit Glas 95 Mischung IV V VI Pfund IV V VI Pfund 83 90 Pf. 105 115 135 1,55 Mischung 115 180 220 270 350 420 Perl- Brechbohnen Pf. Kohlrabi in Scheiben Spinat Bayr. Steinpilze in eig. Saft 130 70 Pf. Morcheln I 120 65 Pf. 38 24 Pf. 24 Pf. 45 28 Pf. 48 29 Pf. Cervelat- u. Salamiwurst la, Pfd. 125 Thüringer Cervelatwurst 165 la Mettwurst Pa. Gänsepökelfleisch 72 60 Zwiebelleberwurst per Pfund Pfund 52 Pf. Pa. Pomm. Gänsebrüste 180 Westf. Bauernwurst Pfund 95 Pf. extra Qualität in Blasen Pfund Pfund 90 Pf. Pa. Gänsebrüste Pfund 1.50 Pfund Gänse- Rollkeulen geräuchert Pfund 1.40 Hausschlachte Rotwurst in Fettdarm Pfund 70 Pf. Delicatessleberwurst Pfund 70 Pf. Offene Gänsekeulen geräuchert Stück 75 Pf. Pr. Rotwurst, angeräuchert Pfund 52 Pf. Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. m äi 2. Keilllge des Lmälts" Kerlim Uolksbllltt. � 13 1907 Heute IHittivocI) Partei- Hngelegenbeiten* Charlottenburg. Heute Mittwoch: Zahlabend. Wir ersuchen alle diejenigen Genossen, welche noch im Besitz von Sammellisten sind, heute mit denselben abzurechnen. Gleichzeitig weisen wir hiermit die Genossen der Bezirke IIa, b und c auf die am Sonntag- vormittag 10 Uhr bei Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24, stattfindende Bezirlsversammlung hin und erwarten daselbst zahlreiches Erscheinen. Der Vorstand. Groß-Lichterfelde. Wir machen die Vercinsmitglieder auf- merksam, daß die Zahlabende von heute ab in folgenden Lokalen stattfinden: Für den. Westen bei Reisen, C h a u s s e e st r. 104, und bei Lassogga, Chausseestrasse 55(nicht bei Traegert); für den Osten im„Kaiserhof, Kranoldplatz. Der Vorstand des Wahlvereins. Trcptow-Baumschulcnweg. Parteigenossen! Wir ersuchen Euch, zwecks Neuaufstellung des Bibliothekkatalogs die entliehenen Bücher usw. bis Sonnabend, den 16. Februar er., bei den Bibliothekaren Genossen Gramenz und Schüler abzuliefern. Der Vorstand. KSpenick. Der Zahlabend findet heute abend für die Kietz- Vorstadt bei Wilhelm Z e i d l e r, für die Altstadt bei Gustav Müller, für die Damm-Vorstadt bei Fritz Schüler und für die Köllnische Vorstadt bei Karl Seidel statt. Neuenhagcn. Den Genossen zur Nachricht, daß der Zahlabend am heutigen Mittwochabend stattfindet. Kaulsdorf. Heute abend 8 Uhr findet im Lokale von Mees Zahlabend statt. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Vorstand. Reinickendorf- Ost. Zu dem am Sonnabend, den 16. Februar, abends 8 Uhr, bei Ramlow, Schön- holz 11, stallfindenden Stiftungsfest verbunden mit Kabarett- abend der Brettldiva Margarete Walkotte sind auf dem heutigen Zahlabend noch einige Billetts bei den Bczirkssührern zu haben. Gleichzeitig machen wir noch darauf aufmerksam, daß die entnommenen Billetts ebenfalls heute zu bezahlen und die nicht verkauften Billetts zurückzugeben sind. Billetts, die heute nicht zurückgegeben werden, gelten als verkauft und müssen bezahlt werden. Gleichfalls müssen heute sämtliche Sammellisten zur Reichstagswahl abgerechnet werden. Der Vorstand. Oraniburg. Den Mitgliedern des Wahlvereins zur Nachricht, daß am Mittwoch, den 13. Februar, der Zahlabend in den bekannten Lokalen stattfindet. Die Genossen werden ersucht, sich daran voll« zählig zu beteiligen._ Der Vorstand. Berliner JVadmchten» „Betimpelungsversuche." „Ueber das Ergebnis der Reichstagswahlen kann nur die Regierung frohlocken, nicht wir Liberalen!" So klagte im zweiten Wahlkreis Berlins in einem freisinnigen Be- zirksverein. der Tempelhofer Vorstadt der Stadtverordnete Kreitling, der dort am Montag seinen Zuhörern auseinandersetzte. welche Lehren der Liberalismus aus den Reichstagswahlen zu ziehen habe. Herr Kreitling ist offenbar auch einer von jenen„Mies- machern", die aller Welt erzählen, der Liberalismus sei trotz seinem Gewinn an Mandaten doch wieder nur der„Geneppte". Er traf aber durchaus die Stimmung der Zuhörer, und in der Diskussion wurde ihm bestätigt, daß die Regierung die Liberalen nur habe„betimpeln" wollen. Herr Kreitling kann und will nicht frohlocken, weil er weiß, daß infolge des bedeutenden Mandatverlustes der Sozialdemokratie die ge- samte Linke des Reichstages jetzt noch schwächer als vorher ist. Er fürchtet, daß die Regierung ihre Machtstellung ausnutzen werde. Sie werde nicht nur durch eine erhebliche Vermehrung der Flotte, ohne die sie ihre Kolonialpolitik nicht durchführen könne, der Bevölkerung neue Steuern aufbürden. Um diese Pläne durchzusetzen, werde sie wahrscheinlich auch dem Zentrum neue Zugeständnisse machen, neue Zugeständnisse an die Volksverdummung. Der„Miesmacher" be- merkte trübselig, dann sei es„ganz sicher, daß die Sozial- demokratie wieder Oberwasser kriegen und bei den nach st en Reichstagswahlen mit sehr viel mehr Mandaten in den Reichstag zurückkehren werde". Da kann er recht haben. Um aber dlcses Entsetzliche zu vcr- hüten, solle der Liberalismus, so führte der Referent aus. nunmehr„Anschluß nach links" suchen und sich bemühen. die„verständigen Elemente der Arbeiterschaft" zu gewinnen. In der Wahlagitation haben die Liberalen das dadurch erreichen zu können geglaubt, daß sie die Sozial- demokratie mit den Waffen des Lügcnverbandcs bekämpften. Sie haben uns in der unflätigsten Weise beschimpft, auch hier in Berlin. Das hat aber nicht gehindert, daß die Gesamtzahl der für die Sozialdemokratie abgegebenen Stimmen noch weiter gestiegen ist, in Berlin auf reichlich 14 Million, im ganzen Reiche auf 314 Millionen. Herr Kreitling empfahl am Montag ein anderes Verfahren.„Wir müssen," sagte er.„d c n A r b e i t e r n z e i g e n, daß wir nun auch was für sie tun wolle n." Er erzählte, er selber sei Mitglied des Aufsichtsrates einer Gesell- schaft. Da sei Gewinnbeteiligung der Arbeiter eingeführt, und die habe sich bisher ganz gut bewährt. Er riet, in diesem Punkt noch weiter zu gehen, und erörterte den Plan einer Spar- und Prämienkasse, die dem Arbeiter eine um so höhere Verzinsung der von ihm eingezahlten Beträge gewähren soll, je länger er in demselben Betrieb aushält. Voraussetzung ist aber, daß der Arbeiter hübsch artig bleibt und sich nicht mit Orga- nisationen einläßt, die dem Arbeitgeber unbequem sind. Wenn er sich von solchen Organisationen fernhält, dann genießt er auch den Vorzug, daß er bei Aussperrungen nicht mit ausgesperrt wird. Herr Kreitling fügte schmunzelnd hinzu, das sei ein Vorteil nicht nur für die betreffenden Arbeiter, sondern ebenso auch für die Unternehmer, die sich dadurch einen Stamm treuer Arbeiter schaffen und mit ihnen den Betrieb auch während der Aussperrung aufrecht erhalten können. Also Zuckerbrot und Peitsche sind die Mittel, mit denen auf gewerblichem Gebiet die Arbeiterklasse gefügig gemacht werden soll. Aber auch auf politischem Gebiet scheint man sich mit Plänen zu tragen, von deren Verwirklichung der Liberalismus eine Zurückgewinnung der„verständigen Elemente" erwartet. Als in der Diskussion eine fraktionelle Einigung der drei liberalen Gruppen als notwendig bezeichnet wurde, stimmte der Referent zu, und er erklärte bei dieser Gelegenheit, er werde alle Be- strebungen unterstützen, die auf Wiederher st ellung der alten Fortschrittspartei abzielen. Gcmeindeschullehrer Matthes, gleich Kreitling ein Wortführer der Liberalen im zweiten Kreis, sprach die Hoffnung aus, jetzt werde sich sogar wieder ein Zusammengehen der Liberalen mit der Sozialdemokratie ermög- lichen lassen. Die Sozialdemokratie habe so sehr den„Katzen- jammer", daß sie vielleicht bereit sein werde, auf die Brücke zu treten, die der Liberalismus ihr baue. Der Katzenjammer scheint bei den Liberalen stärker zu sein al» bei wis. Daraus erklärt sich dann auch das Anlehnungs- für Kerlin und Vororte bedürfnis, das sich da drüben einstellt. Uebrigens war es dieser Herr Matthes. der den oben angedeuteten Ausspruch tat, die Regierung habe die Liberalen nur �„betimpeln" wollen. Er fügte aber hinzu:„Wir lassen uns nicht betimpeln." Er und seine Freunde scheinen zu glauben, daß der Liberalismus mit der geplanten„Betimpelung" der Arbeiter mehr Glück haben werde. Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverordnetenversamm- lung am Donnerstag, den 14. Februar 1367, nachmittags 5 Uhr. Berichterstattung über die Vorlagen, betreffend: die Festsetzung von Fluchtlinien für einen neuen Straßenzug zwischen der König- grätzer und Lennestratze in der Verlängerung der Voßstratze,— Einstellung erhöhter und neuer Zuwendungen in den Spezialetat 49 für 1967, und den Ankauf eines Schulgrundstückes an der Genter Straße.— Berichterstattung, des Ausschusses für Rechnungssachen über: 34 Rechnungen, die Beantwortung der zu den Jahres- abschlüssen der Stadthauptkasse für die Etatsjahre 1963 und 1964 gestellten Anfragen, sowie über die Jahresabschlüsse für das Etats- jähr 1965, betreffend die Hauptstiftungskasse, die städtischen Gas- werke und die Kanalisationswcrke und Rieselfelder.— Berichterstattung über die Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betreffend die Beschaffung usw. von zwei Automobilen für Zwecke der städtischen Verwaltung, und die Anschaffung von Fahrkarten auf den Straßenbahnen für die Mitglieder der beiden städtischen Behörden.— Vorlagen, betreffend: die erfolgte Bauabnahme des neuen Andreas-Realghmnasiums in der Koppenstraße 75/76,— den Etat der Kassenverwaltung der städtischen Werke für das Etats- jähr 1367— und den Abschluß eines Kaufvertrages über ein Grundstück in Tasdorf.— Antrag von Mitgliedern der Ver- sammlung, betreffend schnellere Beseitigung der Schneemassen bei größeren Schneefällen.— Vorlagen, betreffend: die Anlegung einer Gartenanlage auf dem Comeniusplatz— die Niederschlagung von Beiträgen der Drechslerinnung zu den Unterhaltungskosten der Berliner Tischlerschule— die Abänderung der Fluchtlinien an der Ecke der Neuen Friedrich- und Stralauerstraße aus Anlaß des Neubaues des Verwaltungsgebäudes der städtischen Gaswerke— den Bau der beiden nördlichen städtischen Straßenbahnlinien sowie die nachträgliche Bewilligung eines vorschußweise zur Verfügung gestellten Betrages von 16 666 M. für die Kosten weiterer Vor- arbeiten— die Abänderung der Straßenanlage behufs Ver- längerung der Putlitzstraße über den Bahnhof Moabit bis zur Straße 36, Abteilung VIII des Bebauungsplanes, sowie zur Fortsetzung einer Fluchtlinie vor der Einmündung der abzu- ändernden Verlängerung der Putlitzstraße in die Straße 36 Ab- teilung VIII des Bebauungsplanes,— die Erbauung einer Ueber- führung der verlängerten Putlitzstraße über den Bahnhof Moabit und einer im Zuge der Föhrerstraße über den Spandauer Schiffahrtskanal führenden Straßenbrücke. Die Wasserfrage für die Grundstücke in der Straße Am Tempelhofer Berg gestaltet sich, wie in der Montag stattgehabten Sitzung des Freisinnigen Vereins der Halleschen Torbezirke zur Sprache kam, immer schwieriger, und es ist wenig Aussicht vor- handen, daß die Angelegenheit zu einem günstigen Resultat führen dürfte. Ein gegen di� Aktiengesellschaft für Grundbesitz einzu- leitendes Enteignungsverfahren würde sich sehr in die Länge ziehen, und, wie aus Stadtverordnetenkreisen mitgeteilt wurde, auch nur dann vom Magistrat angestrengt werden, falls die inter- essierten Kreise eine Entschädigungspflicht gewährleisten. Es ist aber völlig ausgeschlossen, daß seitens der Eigentümer der Grund- stücke bis zum 36. Juli d. I. der Nachweis einer geregelten Wasser- führung zu den Häusern, wie ihn das Polizeipräsidium fordert, gegeben werden kann, wenn nicht auf gütlichem Wege eine Einigung mit der Gesellschaft für Grundbesitz erzielt wird. Man habe sich mit dem Projekt getragen, die Leitungsröhren aus dem Straßen- ?elände zu verlegen und sie durch die Vorgärten der in Betracht ommenden Grundstücke zu ziehen. Hierbei aber sei ein neuer Besitzkonflikt entstanden. Ein Kaufmann G. macht jetzt ein Besitz- recht auf diese Terrains geltend und verlangt für dieselben eine ungewöhnlich hohe Summe. Die ganze Sachlage sei eine so ver- wickelte, daß es nicht möglich wäre, gegenwärtig festzustellen, wer nun der wirkliche Besitzer der Terrains sei. So behaupten die Besitzer der in Betracht kommenden Häuser, daß sie die Vorgärten laut Vertrag mit den bebauten Grundstücken gekaust hätten. Aus dem Grundbuche ist dies aber nicht sofort mit Sicherheit sestzu- stellen. Die Aktiengesellschaft für Grundbesitz verlangt aber für die Abtretung des völlig wertlosen, unbebauungsfähigen Geländes die Summe von 25 666 M. Die Herstellung von Brunnenanlagen sei aus technischen Gründen nicht möglich; die Höfe der Grund- stücke sind zu eng. und auf der Straße gestattet die Baugesellschaft nicht die Brunnenbohrungcn. Außerdem würden die Brunnen bei der Höhenlage des Geländes nicht genügenden Wasserdruck geben. Stadtverordneter Kreitling und Justizrat Dr. Guttsmann erteilten den Interessenten den Rat, sich mit der Gesellschaft für Grundbesitz zu einigen und den Magistrat zu ersuchen, eine Bei- hülfe zu den aus der Einigung entstehenden Kosten zu bewilligen. Die Straßenhändler gegen den groben Unfug-Paragraphen. Eine Protestvcrsaminlung der Berliner Straßcndruckschriftcn- Händler beschäftigte sich am Montag abend in Boekers Festsälen mit den neuerlichen Maßnahmen der Berliner Polizei gegen die Händler. Wie mitgeteilt wurde, hat der Polizeipräsident in diesem Jahre insofern eine Neuerung eingeführt, als auf der Rückseite der Gewerbescheine für die Druckschristenhändlcr diejenigen gesetz- lichen und polizeilichen Bestimmungen verzeichnet sind, die auf den Straßenhandcl Bezug haben. Nun befindet sich darunter aber auch der � 366 Abs. 11 des Reichs-Strafgesetzbuches, der sogenannte grobe Unfug-Paragraph. Dies hat unter den Straßenhändlern die Befürchtung aufkommen lassen, daß gegen sie noch mehr als bisher mit diesem Paragraphen vorgegangen werden soll. In der Montagsvcrsammlung wurde darüber Klage geführt, daß vielfach besonders beim Handel mit politisch nicht genehmen Schriften der grobe Unfug-Paragraph von der Polizei herangezogen werde, um den Händler die Ausübung seines Berufes zu erschweren, wenn nicht ganz zu verhindern. Einstimmung wurde zum Schluß fol- gcnde Resolution angenommen:„Die heute in Boekers Festsälen versammelten Druckschriftenstraßenhändler nehmen Kenntnis da- von, daß unter den gesetzlichen Bestimmungen über den Straßen- Handel, die das Polizeipräsidium auf den diesjährigen Gewerbe- scheinen zum Abdruck gebracht hat, sich auch der grobe Unfug- Paragraph befindet. Die Versammelten protestieren mit aller Entschiedenheit dagegen, daß dieser dehnbare Paragraph auch für die Händler in Anwendung gebracht werden soll, sobald es sich um den Handel mit Druckschriften handelt, die der Polizei nicht genehm sind."— Ferner wurde beschlossen, eine Petition in gleichem Sinne dem preußischen Abgeordnetenhause einzureichen. Zur Regelung der Lehrergehälter. Der Stadtverordneten- Ausschuß zur Vorberatung der Magistratsvorlage über die ander- weitige Festsetzung der Besoldungsverhältnisse des Lehrpersonals in den Berliner Gemeindeschulen trat am Montag zusammen. Der Magistrat war durch den Oberbürgermeister Kirschner und die beiden Stadtschulräte Dr. Michaelis und Dr. Fischer vertreten. Nach eingehender Beratung wurde einstimmig beschlossen, der Stadtverordnetenversammlung die Annahme der vorgelegten Magistratsvorlage vom 36. November v. I. mit zwei Abänderungen zur Annahme vorzuschlagen. Danach würde das Grundgehalt, die der Zahlabend statt. Mietsentschädigung, wie in der Vorlage vom 36. November vor- gesehen, unverändert bleiben. Es bleiben auch die zehn Alters- zulagen; nyr die erste nach sieben Dienstjahren wird von 156 M. um 56 M. auf 266 M. erhöht, dageg«n die Alterszulage nach dem 17. Dienstjahre von 366 M. um 56 M. auf 256 M. ermäßigt. Dieser Vorschlag des Ausschusses entspricht dem bekannten Antrage von Cassel-Rosenow vom 13. Dezember v. I. und unterscheidet sich nur dadurch von diesem, daß nach dem 17. Dienstjahr statt 366 M. nur eine Zulage von 256 M, ge- geben wird. Wer kann unbesoldeter Kommunalbeamtcr werden? Auf Ver» anlassung des Stadtverordneten- Ausschusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten ist eine Zusammenstellung der- jenigen Bestimmungen gedruckt worden, die bei den Vorschlägen zur Wahl von unbesoldeten Gemeinde- bezw. Staatsbeamten zu beachten sind. Da in Berlin rund 27 666 unbesoldete Kommunalämter vor- handen, Ivovon jährlich gegen 6566 neu zn besetzen sind, so haben diese Bestimmungen allgemeines Interesse. Mt Ausnahme der Armenkom» Missionen ist zunächst für alle übrigen Aemter bei der Wahl die preußische Staatsangehörigkeit Borbedingung. Zum Mitglieds einer Armen- kommission kann dagegen jeder Deutsche— auch Frauen— mit einem Mindesteinkommen von 966 M. vom 21. Lebensjahre ab ge- wählt werden. Die Mitglieder der Berufungskommissionen(Em- kommensteuer) und der Veranlagungskonimissionen sowie der Unter- kommissionen müssen 25 Jahre alt und Preußen sein, bevor sie be- rufen werden können. Die Mitglieder des Bezirksausschusses und der Schiedsmänner müssen mindestens 36 Jähre alt und alle übrigen mindestens 24 Jahre alt sein. Auch müssen sie sämtlich mit Ausnahme der Mitglieder der Steuerkommissionen ein Einkonnnen von 966 M. haben. Bei letzteren genügt ein Einkommen von 666 M. Das Borschlags- recht besitzen in den meisten Fällen die Stadtverordneten. DaS Bestätigungsrecht, soweit ein solches besteht, liegt in den meisten Fällen in den Händen des Magistrats, und nur bei den Schieds- männern hat der Präsident des betreffenden Landgerichts es aus- zuüben. Von den 27 666 unbesoldeten Beamten werden rund 15666 gewählt und die übrigen zur Hälfte gewählt und zur Hälfte ernannt, und zwar durch den Finanzminister bezw. den Vorsitzenden der Veranlagungskommissionen und die Steuerdirektion. Ein übereifriger Schuldirektor, Bürgerliche Blätter be- richten: „Wegen Nichtbeteiligung an der Kaisergeburtstagsfeier ist der Quartaner Hoffmann. Sohn des bekannten sozialdemokratischen Stadtverordneten Hoffmann, von der 4. Städtischen Realschule in der Diestclmcherstraße verwiesen worden. Er ist wie sein Vater Dissident und lvar deshalb von dem Religionsunterricht dispensiert worden. Da er wie im Vorjahre auch diesmal die Kaisergeburts- tagsfeier nicht besuchte und auf Befragen erklärte, daß er auf Ver- anlassung seines Vaters zu der„religiösen" Feier nicht erscheine (es wird ein Gebet gesprochen), so nahm der Leiter der Anstalt. Direktor Professor Tanger. Veranlassung, die Aufsichtsbehörde, das kömgliche Provinzialschulkollegium, um Verhaltungsmaßregeln für diesen Fall zu bitten. Die Antwort traf alsbald ein und lautete, daß der Schüler Hoffmann sofort von der Anstalt zu ent- lassen sei, da er sich durch sein Verhalten außerhalb der Schul- gesetze gestellt halbe. Eine patriotische Schulfeier sei keine religiöse, ein Dispens von dieser sei nach Lage der Sache nicht stalthaft." Wie wir erfahren, trifft die Sache im wesentlichen zu. Genosse Hoffmann hat gegen die Verweisung seines Sohnes den Be- schwerdeweg beschritten. Schon wieder ein Dampfer gesunken. In der gestrigen Nacht ist der bei Fürstenwalde im Winterlager verankerte Schlepp- dampscr„Karl" plötzlich aus unbekannten Ursachen gesunken. Es ist dies nun schon das dritte derartige Fahrzeug, welches in diesem Winter an der Ankerstelle untergegangen ist. Bei der Gleich- artigkeit der Schiffskatastrophen erscheint die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, daß das Sinken der Fahrzeuge durch böswillige Beschädigungen der Kielwände herbeigeführt wurde. Hierüber dürfte jedoch erst Klarheit zu schaffen sein, sobald es gelungen ist, die gesunkenen Dampfer wieder zu heben. Zwei Lebensmüde. Mit Hülfe des Modegiftes hat gestern das 26jährige Dienstmädchen Ida John im„Hotel zum Hirsch" in der Koppenstraße 97 ihrem jungen Leben ein Ende bereitet. Die I. hatte sich in einen jungen Mann verliebt, doch war nicht die geringste Aussicht für eine eheliche Verbindung vorhanden. Aus Gram hierüber vergiftete sie sich mit Lysol und starb auch bald an den Folgen des Giftes.— Am Fensterkreuz erhängt hat sich der Kaufmann Beck in dem Hause Knausstraße 13. Da der Selbst- mörder bei der Entdeckung der Tat noch schwache Lebenszeichen von sich gab, wurden sowohl ein Arzt als auch die Samariter der Feuerwehr herbeigerufen. Die Bemühungen, B. am Leben zu erhalten, waren jedoch erfolglos. Auf der„Schlitterbahu" verunglückt. Vom Schicksal schwer verfolgt wird der 46jährige Maurer Karl Gärtner aus der Put- buserstraße 46. Vorgestern war G. nach zweimonatlichem Kranken- lager wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden und heute morgen wollte er zum ersten Male wieder zur Arbeit gehen. Als er vor seinem Wohnhause den Bürgersteig passierte, geriet er auf eine Schlitterbahn, glitt aus und zog sich bei dem Sturze einen schweren Oberschenkclbruch zu. Anstatt zur Arbeitsstätte wurde der Bedauernswerte nun in das Lazarus-Krankenhaus gebracht. Diebstähle en mssse werden vom gestrigen Tage berichtet: Ein recht„schwerer" Diebstahl wurde auf dem Grundstück der Elektro- motorgesellschaft am Schiffbauerdamm 21 ausgeführt. Von dort stahlen Einbrecher acht Zentner Kabelleitungen im Werte von 656 Mark. Unbemerkt schleppte die Bande die schlvere Beute davon. — Ein ähnlicher Diebstahl wurde in der Maschinenfabrik von Toina- schewsky am Michaelllrchplatz verübt. Eine Einbrecherbande lud auf einen Handwagen mehrere Zentner Kupferblech und fuhr un- gehindert mit der wertvollen Beute davon. Die betroffene Firma ist durch den Diebstahl um 766 Mark geschädigt worden.— Wertvolle Leute machten auch Einbrecher, die in die Wohnung des Gastivirts Hoffmann, Prenzlauerstr. 28, eindrangen. Es fielen ihnen für 766 M. Wertsachen in die Hände.— Weniger Erfolg hatten Diebe, die der Schankwirtschaft von Ratella in der Alten Jakobstr. 64a eine nächtliche„Visite" abstatteten. Die ganze Beute bestand aus einem Automaten, einer Harmonika, einer Tisch- decke und 166 Zigarren.— Mehr„Glück" hatten dagegen Einbrecher, die in der Wohnung der Rentiere Rettich, Eiscnacherstr. 79, einen Diebstahl verübten. Sie erbeuteten eine größere Anzahl von Brillanten und anderen Wcrtgegenständen.— Für 666 M. Wurst- und Fleischwaren erbeuteten Langfinger in der Delikatessenhandlung von Lüders in der Brunnenstr. 66. Ein schwerer Straßenunfall trug sich gestern gegen Abend am Bahnhof Alexanderplatz zu. Dort wurde durch einen AutomobilomnibuL der Linie 8(Bülowstraße— Strauhbergcr Platz) ein etwa zehn Meter hoher Eckkandelaber der Straßenbeleuchtung umgestürzt.' Der schlvere eiserne Oberteil der Laterne fiel einem gerade vorübergehenden jungen Mann auf den Kopf und zer- schmetterte dessen Schädeldccke. Mit lautem Aufschrei flog der Mann zur Erde und blieb blutüberströmt liegen. Straßenpassanten schafften den Verunglückten nach der Unfall- station w der KeiSelstraße, von wo auS er nach An« legung don Verbänden nach dem Friedrichshain-Krankenhause ge- bracht wurde. An seinem Aufkommen wird gezweifelt. Da er bis zum Abend die Besinnung überhaupt noch nicht wieder erlangt hatte und auch keinerlei Papiere bei sich trug, so konnte das Nationale des Bedauernswerten noch nicht festgestellt werden. Den Führer des Automobilomnibusses trifft keine Schuld, da der Unfall durch das Schleudern seines Wagens verursacht wurde. Zeugen gesucht. Personen, welche die am 2S. Januar, abends 6on%11— 11 Uhr vor dem Lokal„Drachenburg" am Schleftschen Tor durch die Polizei vorgenommenen Verhaftungen beobachtet haben, werden gebeten, ihre Adresse bei Gustav Abel. Cubrystratze 13, vorn 2 Treppen abzugeben. Zeugen gesucht. Am IS. November 1306 abends gegen« Uhr soll ein Tischlergeselle in der Prinzenstratze unweit der Ecke der Dresdenerstratze einem anderen jugendlichen Tischlergesellen, der ihm aus der Richtung der Dresdenerstrahe her entgegen kam, in den Unterleib gestohen haben, so datz jener zu Boden stürzte. Dem- nächst soll er einen älteren Herrn, der ihn zur Rede stellte, heftig beiseite gestohen haben, so datz dieser seinen Klenimer verlor. Der erstgenannte Tischlergeselle ist wegen dieses Vorfalles, den er selbst wesentlich anders darstellt, angeklagt. Personen, die daS frag- liche Renkonter beobachtet haben, werden gebeten, sich schleunigst schriftlich zu melden bei Oskar Kraiczi, Tischler, Berlin L0. 33, Falckensteinstratze 34 bei Frau Vogel. In einem Straßenbahnwagen der Linie 34 liegen gelassen hat ein Handluugsgehülfe am 9. d. Mts. vollgeklebte Rabattblätter im Betrage von 100 M., die er nach dem Rabattsparverein„Norden" in der Brunnenstratze bringen sollte. Da der Angestellte den Betrag von seinem geringen Gehalte ersetzen mutz, glaubt er durch einen öffentlichen Hinweis den eventuellen Finder zur Rückgabe zu bewegen. Der Umschlag, in dem sich die Marken befanden, war mit voll- ständiger Geschäftsadresse versehen, eventuell kann auch Mitteilung an R. Schar, Tegelerstr. 51, gemacht werden. Feuerwehrbericht. In der letzten Nacht kam in der Dorotheen- ffrahe 78/7S in einer Wohnung Feuer aus, dem Betten, Möbel usw. zum Opfer fielen. Die»Feuerwehr mutzte kräftig Wasser geben, um die Flammen zu löschen. Nachts um 2 Uhr brannte in der Stephanstratze 60 ein Kohlenladen. Gestern früh um 7 Uhr hatte der 9. Zug in der Möckernstratze 104 zu tun, wo durch Zerbrechen einer Petroleumflasche Feuer ausgekommen war. Eine Stunde später brannte in der Oranienstratze 28 ein Lumpenlager. Der 11. Zug wurde nach der Bellealliancestratze 3 gerufen, wo in einem Spänekeller Feuer ausgekommen war. Vor dem Hause Am Schöneberger Ufer 30 brannte ein elektrisches Automobil. Wegen eines Futzboden- und Balkenbrandes wurde der 20. Zug nach der Fischerstratze 35111 gerufen. Regale, Kleider, Hausrat, Wäsche, Betten u. a. brannten Landsbergerstratze 29. In der Potsdamer- stratze 54 mutzte wegen der grotzen Gefahr für die Passanten Eis vom Dache entfernt werden. Ferner hatte die Wehr in der Elsasserstratze 8, Blankenfelderstratze 10, Korsörerstratze u. a. Stellen zu tun._ Arbeiter-Samaritcr-Kolonne. Donnerstag abend 9 Uhr, Dresdenerstr. 45: Vortrag deS Nervenarztes Dr. Pletzner über:„Die Erkrankungen des Nerven- systems durch Unfälle." Gäste willkommen. Danach Mitglieder-Ver- sammlung nur für Mitglieder. Geschäftliches und Verschiedenes. In Lichteiiberg: 4. Abteilung, Uebungsstunde. Vortrag über Vergiftungen. Vortragender: Herr Dr. Hirschfeldt. Daran an- schliehend praktische Hebungen. Uebuugslokal ist bei Piekenhagen, Scharnweberstr. 60. Am Sonntag präzise 6 Uhr Dresdenerstr. 45: Lichtbilder- Bortrag._ Vorort- jyachncbtem ES bleibt bei der Räumnug der Dachgeschosse in den Vororte». Durch Verfügung der Landräte von Teltow und Niederbarnim sind, wie wir vor einiger Zeit bereits unter Nicder-Schönhausen mitteilten, die Hausbesitzer in den Vororten, wo die landhausmätzige Bebauung vorgeschrieben ist. aufgefordert worden, zum 1. Januar resp. 1. April die Dachgeschosse, welche sie allgemein zu Wohiiuiigeii eingerichtet hatten, zu räumen, weil deren Vermietung nach der Bauordnung nicht angängig ist. Auf verschiedene Beschwerden ist nun vom R e- gierungsprasidenten zu Potsdam folgende Antwort eingegangen:„Ich bin n i ch t in der Lage, die Herren Amtsvorsteher zur Zurücknahme der Verfügung zu veranlassen, durch welche die mit den baupolizeilichen Vorschriften in Widerspruch stehende Benutzung von Wohnräumen im Dachgeschosse untersagt wird. gez. in Vertretung v. Jagow."— Schöneberg. Die Schöacberger Gtadtverorducten-Bersammlung beschäftigt« sich in ihrer letzten Sitzung in einer ausgedehnten Debatte mit dem Entwurf einer neuen Kanalisationsgebühren-Ordnung. Schon vor einem Jahre war vom Magistrat eine diesbezügliche Vorlage gemachtworden, diesich darauf begründete, datz in Schöneberg die Kanali- jationSgebührcn nach einer alten Methode verrechnet würden. Die HauS- besttzer Schönebergs hatten dadurch einen grotzen Vorteil, gehörten sie doch zu denen, die die niedrigsten Gebühren von den benachbarten Gemeinden zahlten. Die Herren Hausbesitzer, die über die Majorität in der Stadtverordnetenversammlung verfügen, verstanden es ausgezeichnet, die Sache möglichst weit hinauszuschieben: sie sprachen auch den Mietern dasRechtab.bei der Vorberatung der Gebührenordnung mitzureden. Die sozialdemokratische Fraktion wurde gänzlich aus der zur Vorberatung eingesetzten gemischten Deputation ausgeschlossen. DaS Produkt dieser langwierigen Beratungen lag nun der Stadt- verordnetenversammlung in zwei Sitzungen vor und wurde am Montag mit einer kleinen Majorität angenommen. Der Befürworter des Magistrats und der Berichterstalter des Ausschusses betonten in ihrer Begründung besonders, datz sie davon Abstand genommen hätten, die Mieter auch noch zur Zahlung von Gebühren heran- zuziehen. Von unseren Parteigenossen B ä u m l e r und F r i tz s ch wurde treffend darauf hingewiesen, datz die Hausbesitzer eS sehr wohl verständen, die Lasten auf die Mieter abzuwälzen, ja die Erfahrung hat gelehrt, datz vielfach noch darüber hinausgegangen werde. Angenommen wurde sodann eine Vorlage des Magistrats betr. Erteilung des Zuschlags bei Submissionen. Nach dieser Vorlage bedarf e» bei Ausschreibung von Lieferungen oder Leistungen sowie bei Verpachtungen und Vermietungen im Wege der Ausschreibung für die Erteilung des Zuschlags eines Gemeindebeschlusses, wenn von der Stadtverordnetenversamnilung für die Lieferungen oder Leistungen Geldmittel nicht bewilligt werden oder die aus der Verpachtung oder Vermietung zu er- zielenden Einnahmen nicht festgesetzt sind oder wenn die bewilligten Mittel überschritten oder die festgesetzten Einnahmen nicht erreicht »erden. Vor Eintritt in die Tagesordnung gab es noch grotze Aus- einandersetzuugen mit dem Magistrat wegen der mangelhaften Schneeabfuhr. Von verschiedenen Seiten wurde darüber Be- schwerde geführt, datz die verkehrsreichsten Stratzen zw wenig berück- sichtigt werden. Die Weiterberatung des Etats mutzte vertagt werden, da um 10 Uhr die Beschlutzunfähigkeit der Versammlung eingetreten war. Hierbei machten die Vertreter der Minderheit der Mehrheit den Vor- wurf, datz letztere absichtlich die Beschlutzunfähigkeit herbeiführe. Rixdorf. Die Stadtverordnetenversammlung tagt am Donnerstag dieser Woche, nachmittags 5 Uhr. in der Aula des Gymnassiuns in der Kaiser Friedrichstratze. In öffentlicher Sitzung find folgende Gegen- stände zu beraten: Anlage der verlängerten Nogat- und ihrer Neben- stratzen— Bildung eines Grundstückserwerbsfonds— Verwendung des Mehrüberschusses der Gasanstalt auS dem Jahre 1905— Ein- richtung eines OmnibuSverkehrS mit Treptow— Ratskeller-Pacht- vertrag. Die anschlietzende geheime Sitzung beschäftigt: Pensions-� fachen und Anstellung von Beamten»- Ehrenbeamten-Wahlen— Ankauf eines Grundstücks. Wilmersdorf. Die Gemeindevertretung beschlotz am Montag zunächst den Beitritt zum deutscheu Städtetag. Für die Beteiligung Wilmers- dorfs an dem vom 23. September bis Mitte Oktober im Reichstags- gebäude tagenden hygienischen Ausstellung wurden 3000 M. be- willigt. Es sollen dort die Modelle und Pläne der Wilmersdorfer Wäranlage und Kanalisation ausgestellt werden. Für den Ausbau der Sanitätswache wurden 350 M. angesetzt. In der 5. Gemeinde- schule sollen zwei Klassenzimmer vorübergehend gemietet werden; es wurden hierfür 500 M. bewilligt. Köpenick. Bei den vorige Woche stattgefundenen Stadtverordneien-Ersatz- wählen wurde in der 3. Abteilung Genosse Israel mit 973 Stimmen gewählt. Ein bürgerlicher Gegenkandidat war nicht aufgestellt.— Die 2. Abteilung wählte mit 197 Stimmen den Kandidaten der Bezirksvereine Hutmachermeister Lucht; auf Rentier G ä r i s ch ent- fielen 51 Stimmen.. Tegel. Die Kreistagswahl im Bezirk X(Tegel), die infolge der un- gültigen früheren Wahl notwendig wurde, fand am Montag statt. Von den 34 abgegebenen Stimmen fielen 16 auf den Schöffen Reichelt-Tegel und 18 auf den Amtsvorsteher Münster- Birken- Werder. Dieser ist somit gewählt. Bei der letzten Wahl war Amtsvorsteher Wcigcrt-Tegel mit 17 Stimmen gegen 16, die auf den Amtsvorsteher Münster fielen, gewählt worden. Infolge der Ungültigkeitserklärung verzichtete crsterer auf seine Kandidatur für die jetzige Wahl. Reinickendorf. Ei» Opfer seines Leichtsinns wurde gestern der 27jährige Schlosser Berschig, als er gegen 7 Uhr abends die Refidenzstratze passierte. Dort kam ihm in ziemlich schneller Fahrt ein Privat- automobil entgegen gesaust und B. sprang kurz vor dem Kraftwagen auf den Fahrdamm, die Arme ausbreitend, als ob er das Automobil aufhalten wolle. Der Wagenführer minderte sofort die Fahr- geschwindigleit und versuchte gleichzeitig, dem B. auszuweichen. In demselben Augenblick aber trat der Schlosser zur Seite, glitt aus und geriet unter die Räder des Autos. B. wurde Übersahren und so schwer verletzt, datz er nach dem Lazarus-Krankenhause übergeführt werden mutzte._ Öcncbtö- Zeitung* Die Ausweisung Bestrafter. Ueber daS Thema der polizeilichen AusweisungSbesiignis gegen- über Strafgefangenen wurde in der Februarmonatssitzung des Vereins zur Besserung der Strafgefangenen in Berlin diskutiert. Regierungsassessor(voin Polizeipräsidium) Dr. Lindenau führte hierzu aus: Es ist ja wohl kein Zweifel, datz die grotze Oeffentlich- keit für die Frage der Ausweisung neuerdings erst wieder durch den Köpenicker Hauptmann interessiert worden ist. Ich bin von meiner Behörde beauftragt, über die Punkte, die in dieser Frage in der Diskussion geltend gemacht werden, zu berichten. Die in der juristischen wissenschaftlichen Literatur gemachte seine Teilung, ob es sich bei der Ausweisung um eine Straf- oder Sicherheitsmahregel handele, kann hier unberücksichtigt bleibe». Für uns ist von prak- tischem Wert nur die Frage: Köiiucn wir durch die Ausweisung bestrafter Personen deren Rückfall verhindern? Wir wissen heute, datz das Verbrechen nichts anderes ist als eine der zahlreichen anderen sozialen Erscheiiiuiigen. Es ist ein Produkt aus der Individualität des Menschen und aus dem Milieu, das ihn umgibt. Der Ort ist einer der wichtigsten Faktoren.- Die Einflüffe, die der Aufenthalt des Menschen auf seine verbrecherische Tätigkeit ausübt, lassen sich nach meiner Ansicht in einer Stufenfolge zu- lammenfassen, die sich nach folgenden Gesichtspunkten aufbaut: Flaches Land, Kleinstadt. Grotzsiadl und Weltstadt. Die Kriminal- statistik lehrt nun, datz Bevölkerungsdichtigkeit die Kriminalität vermehrt und stärkt, datz also die Weltstadt ein erhöhter Kriminalfaktor ist. Wir betrachten die Ausweisung nicht als eine reaktionäre Matzregel, sondern als eines der brauch- barsten Mittel zum Schutze der Eiuwahner. Im übrigen sind im Jahre 1905 nur 600 und im vorhergehenden Jahre gar nur 400 besttafte Personen aus dem Landespolizeibezirk Berlin ansgewiesen worden. Es sind das nur etwa fünf Prozent der Vorbestraften, die alljährlich nach Berlin strömen. Unsere Polizei verfolgt das Grund- Prinzip, diesen Zustrom nach Möglichkeit zu verhindern, um dann die AnSweisungen auf ein Minimum beschränken zu können. Die heutige Gesetzeslage in der AusweisuugSfrage reicht vollständig auS und ist nicht so dringend reformbedürftig. Wie vielfach behauptet wird. In der Debatte traten verschiedene Redner diesen Anschauungen entgegen. Sttafanstallsdirettor Dr. Finkelnburg erklärte, datz er durch den Vortrag in keiner Weise von der Not- wendigkeit der Ausweisungen übe r.z engt worden sei. Er verwies auf Düsseldorf, Elberfeld und eine ganze Reihe anderer Grotzstädte, wo eine Auslv eisung überhaupt nicht mehr bestehe, da man dort die praktische Wertlosigkeit einer solchen Matzregel erkannt habe. Vielfach werde dort sogar die Stellung unter polizeiliche Aufsicht ignoriert. Pastor Waldow bekannte sich ebenfalls als Gegner der Ausweisungen und zwar sowohl mit Rücksicht auf die entlassenen Sträflinge wie auch auf die Gemeinden. Er nannte dieses Abschieben von Verbrechern nach anderen Gemeinden geradezu einen sozialen Mord und ein völlig verfehltes Mittel. Da die Ausweisung geeignet ist, über die Ursachen der Verbrechen zu täuschen, die Macht der Bureaukratie und burcaukratischer Willkür zu mehren, die Zahl der Verbrechen zu häufen und Verbrecher als Polizeispitzel zu züchten, so dürste die letzte Stunde dieser verfehlten, nutzlosen, grausamen, inhumanen und anttsozialen Matzregel noch lange nicht geschlagen haben. Wer annahm, datz ein Fall wie der des„Hauptmanns von Köpenick" selbst die für bestehendes Unrecht voreingenommensten Köpfe aufzuhellen geradezu geschaffen sei, unter- schätzte das Beharrungsvermögen der rückständigsten und wider- sinnigsten Institutionen in Preutzen-Deutschlaud. Bei der Gelegenheit mag mitgeteilt werden, datz der Vorsitzende in der Strafkaimner- Verhandlung gegen den Schuhmacher Voigt(„Hauptmann von Köpenick") Landgerichtsdirektor Djctz vom Landgericht Berlin II nach Leipzig als Hülfsarbeiter der RetchSanwaltschast am 1. April über- siedeln soll._ Um welche Bagatelle» Meineide geleistet werde«, zeigte eine gestern vor dem Schwurgericht des Landgerichts II ver- handelte Anklage. Wegen Meineides hatte sich der Arbeiter Friedrich D u b b r e ck, wegen Anstiftung zun, Meineide der 64jährige August Wartenberg zu verantworten. Beide An- geklagte wohnen in Mühlenbeck. Wartenberg war von dem Gendarm Schneider wegen Gewerbevergehen angezeigt worden. Er hatte am zweiten Pfingstfeiertage an den Angeklagten Dubbrcck und zwei andere Gäste, die bei ihm Karten spielten, Schnaps verkauft, ohne die Konzession zum Ausschank von Branntwein zu besitzen. Die Anzeige beruhte auf den Aussagen, die Dubbreck und die beiden anderen dem Gendarm gemacht hatten. Sie erhielten dann Vorladung vor den Amtsvorsteher in Französisch- Buchholz und dort lautete,» ihre Aussagen völlig anders, denn sie behaupteten nun, datz Wartenberg ihnen den Schnaps nicht verlauft, öndern geschenkt habe. Zu der dann folgenoen Verhandlung wider Wartcnberg vor dem Schöffengericht Pankow erschien nur noch Dubbreck als Zeuge, da die beiden anderen ihre Saisonarbeit in Mühlenbeck inzwischen aufgegeben hatten und nach ihrer Heimat in Ostpreutzen zurückgekehrt waren. In dem ersten Termin leistete der jetzige Angeklagte Dubbreck den Zeugeneid und sagte auch hier auS, öatz der Schnaps ihnen nicht verkauft worden sei. Der Termin wurde vertagt. Im zweiten Termin wiederholte er diese Aussage und erst als ihm Richter und Vertetdloer vorhielten, datz er sich doch nicht unglücklich machen solle und datz die anderen in Ostpreutzen weilenden Zeugen bei ihrer kommissarischen Vernehmung schon beschworen hätten, datz der Schnaps verkauft worden sei, gab er die Möglichkeit zu. datz er sich irre.— Aus diesen Vorgängen tst die jetzige Anklage entstanden. Der Angekl. Dubbreck war gestern in vollem Umfange geständig, einen Meineid geleistet zu haben, und beschuldigte den Mitangeklagten Wartenberg der Anstiftung. Dieser habe sofort aus ihn eingewirkt, ihm nicht Schaden zuzufügen und deshalb beim Amtsvorsteher die Unwahrheit zu sagen. Er habe dann wiederholt Schnaps spendiert, und als der schöffengerichtliche Termin sich näherte, habe er wiederum Schnaps zum besten gegeben und ihn überredet, bei seiner vor dem Amtsvorsteher gemachten Aussage zu verbleiben. Der Angeklagte Warte nberg bestritt diese Beschuldigung. Auf Grund der Beweisaufnahme beantragte Staatsanwalt Dr. Baumgarten das Schuldig gegen beide An- geUagte. Die Geschworenen bejahten bezüglich des D u b b r e ck nur die Schuld frage nach fahrlässigem Meineid, nahmen aber an. datz 8 163 Abs. 2 Str.-G.-B. zutreffe, der besagt: Straflosigkeit tritt ein, wenn der Täter, bevor eine Anzeige gegen ihn erfolgt oder eine Untersuchung gegen ihn eingeleitet und bevor ein Rechtsuachteil für einen anderen auSder(fahrlässig) falschen Aussage entstanden ist, diese bei derjenigen Behörde, bei welcher er sie abgegeben hat, widerruft. Bezüglich de« W a r t e n b e r g wurde die Schukdfrage nach An- stiftung hierzu bejaht. Das Urteil lautete demgemätz gegen Dubbreck auf Freisprechung und gegen Wartenberg auf ein Jahr Gefängnis und drei Jahre Ehrverlust. „Ich bin der Räuberhauptmann von Köpenick." Diese Worte rief am 28. November v. I. in der Maatzenstratze ein Mann aus. dessen sonst vorschriftsmätzige Hauptmanns- uniform in schroffstem Gegensatz zu feinen unter dem Uniformmantel hervorsehenden öldurchtränkten und schmutzigen Arbeitshosen stand. Der angebliche Hauptmann wurde von einer lärmenden und johlenden Menschenmenge begleitet, die jedesmal, wenn der„Herr Hauptmann" infolge seines stark angetrunkenen Zustandes eine unsanfte Bekanntschaft mit dem Stratzenpflaster machte, ein Hoch auf den Hauptmann von Köpenick ausbrachte. Schlietzlich bereiteten Schutzleute diesem Spatz durch Festnahme des„Hauptmanns" ein Ende. Da kommandierte der Angetrunkene im Tone eines Kompagniechefs: Still« gestanden! Da die Beamten diesem Befehle nicht nach- kamen, blieb er selbst stehen und mutzte schlietzlich unter Anwendung von Gewalt zur Polizeiwache transportiert werden. Als- Träger des bunten Rockes entpuppte sich der Arbeiter Gustav E l w i n g. Der PseudoHauptmann hatte mit mehreren Arbeitsgenossen in einem Lokale in Schöneberg erhebliche Mengen von Alkohol zu sich genommen und war dann auf den Einfall gekommen, in einer alten Hauptmannsuniform den„Hauptmann von Köpenick" zu spielen. Wegen groben Unfugs und Wider st andes gegen die Staatsgewalt mutzte sich Elwin gestern vor dem Schöffen- gericht Berlin«Schöneberg verantworten. Wiewohl durch den wenig geistreiche», in Alkohollaune vorgenommene» früh« zeitig exekutierten Faschingsscherz in der wenig belebten Stratze niemand Schaden genommen und die„öffentliche Ordnung" durch sein Verhalten unendlich weniger als durch Studenten-RadauS an belebten Orten gestört war, erkannte daS Schöffengericht wegen des Widerstandes auf 14 Tage Gefängnis und wegen des groben Unfugs auf eine Woche Haft. Milchfuhrcn am Sonntag. Der Molkereibesitzer Heidner hatte Sonntags zu der für daS Handelsgewerbe nicht freigegebenen Zeit durch seinen Kutscher Milch »ach Sommerwirtschaften in der Umgegend Berlins abfahren lasten. Er wurde deshalb in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt. Da? Kammer gericht verwarf seine Revision und führte aus: Die Zeit, zu der die Abfuhr der Milch erfolgte(SornttagSnachmittags 8 Uhr), ist durch die preutzische AnSführungSanweisimg zur Gewerbeordnung für Milchfuhrcn nicht freigegeben. Die BundesratSverordiumgen, die für Molkereibetriebe Ausnahmen an SonntagSarbeit zulassen, kommen mich nicht zur Aniveudimg, denn sie betreffen nur die Tätigkeit im Betriebe der Molkerei, in der Werkstatt. Es liegt auch kein Rotfall vor und ebensowenig handelt es sich um Arbeiten im öffentlichen Interesse, sondern nur um solche im Interesse des Angeklagten, femer Ab» nehmer und der Besucher der Lokale. Vermischtes. Der Mord im Essener Stadtwalde, dem, wie seinerzeit ge» meldet, die Engländerin Mitz Lake am 1. Oktober vorigen JahreS zum Opfer fiel, hat jetzt eine sensationelle Aufklärung gefunden. Der Mörder, der 21jährige Bureaubeamte Alfred Land aus Breslau, hat sich in der Nacht bei einem in der Nähe des Essener Rathauses patrouillierenden Polizeisergeanten unter der Selbst- bezichtigung gestellt, den Mord an Mitz Lake verübt zu haben. Er wurde am Bormittag einem ausführlichen Verhör unterworfen. Nach dem Ergebnis dieser Verhandlungen ist kein Zweifel daran, datz Land tatsächlich der Mörder ist. Land hat sich bis zum 9. Februar in Brüssel aufgehalten, wohin er am 31. Dezember ge- reist fein will; er ist nur nach Essen gekommen, um sich selbst zu stellen, da ihm sein Gewissen keine Ruhe lieh. Nach seinen Angaben hat er in Gemeinschaft mit zwei Unbekannten, die er am Mordtage auf der Chaussee Rellinghausen-Bredency traf, die ihm auf dem schwarzen Wege entgegenkommende Miß Lake seitwärts in den Wald geschleppt und zu vergewaltigen versucht. Infolge der kräftigen Gegenwehr der Ermordeten hat er dieser den HalS so lange zugedrückt, bis sie sich nicht mehr rührte. Land ist vom nächsten Morgen ab ruhig seiner gewohnten Beschäftigung in einem Essener Kontor wieder nachgegangen, so dah an seinem Benehmen nichts auffallen konnte. Von seinen beiden Genossen will er nur die Vornamen kennen. Der eine hciht Karl, ist Schlosser oder Dreher und etwa 20 bis 22 Jahre alt. Der andere heiht Heinrich, ist ohne festes Gewerbe, ein sogenanntes verkommenes Genie, er soll in Wirtschaften auch als Schlangenmensch aufgetreten sein. Er ist 18 bis 19 Jahre alt. Beide Komplicen sollen am 31. Dezember 1906 mit Land von Essen nach Brüssel gefahren und von dort am 2. Januar über Antwerpen nach einem autzereuropäischen Lande gegangen sein.— Jede Mitteilung, die auf die Spur dieser beiden Personen führen kann, wird von der Kriminalpolizei in Essen ent- gegengenommen. Niedergebrannt ist nach einer Meldung aus Klagenfurt das protestantische Waisenhaus in Waiern.' Soweit festgestellt, find Menschenverluste nicht zu beklagen. Ueber eine Schiffskatastrophe, bei der eine grotze Anzahl Menschen ertrunken sein sollen, wird aus New Kork folgendes telegraphiert: Zwischen Block Island und Rhode Island ist der Dampfer.Larchmont" der Joylinie mit einem Schuner zusammengestotzen und gesunken. Man hegt die Befürchtung, datz von den 150 Passagieren, die der Dampfer an Bord hatte, viele ertrunken sind. Vierzehn Leichen sind bereits ans Ufer geschwemmt worden. Ein Erbstoß von sieben Sekunden Tauer wurde nach Madrider Meldung gestern in Murcia und Umgebung wahr- genommen. Besonderer Schaden wurde jedoch nicht angerichtet, auch wurde niemand verletzt. Ein Massengrab. In dar Kohlengrube„Petromarieff" in Bach- mut(Provinz JekaterinoSlaw) ist ein Brand ausgebrochen, bei dem zahlreiche Personen ums Leben gekommen sind. Vierzig Leichen find bisher geborgen worden._ Deutscher Zentralvcrband znr Bekämpsuug der Tuberkulose. Di« ehemaligen Patienten der Heilstätte Beelitz(B. I) werden zu Donners- tag, den 14. Februar, abend» 8>/, Uhr, zu einer Besprechung nach dem „Rosenthaler Hos», Swsenthalerstr, 11/12, eingeladen. 3857L* InventurAusverkauf Nur solange Vorrat: Ein Posten Wollatlas- Steppdecken Gr.ca.135/ 195, Wert4,65, jetzt 3,25 Gr.ca.145/ 200, Wert5,85, jetzt 3,90 Gr.ca.160/ 200, Wert8,-, jetzt 5,45 zum vollständigen Ausverkauf. ( Sim.- Handarb.160/ 200 jetzt 6,35 doppels.jetzt 7,35 Seide) Einzelne Steppdecken bedeutend unter Preis. Tüll- Bettdecken, weiß, creme, Bettgröße, 1,95, 2,15, 2,25, 3.35, 3,85, 4,35 etc. Gardinen- Reste, 1-6 Fenster, ca. 25%, ermäßigt. 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Friedrich- und Halberstädterstr.- Ede. Bauten der Firma Waiz: Maaß, Liegenburger- und Pfalzburgerstraßen- Ede. Bau Launusstr. 29, Friedenau. Bauten der Firma Sperling& Kapelke: Briß, Werder u. Rungiusstr.- Ecke. Sybelstr. 56. Bauten der Firma Wagenknecht: Spreda, Gürtelstraße 17. Fize, Rirdorf, Richardstraße und Bartelsdorferstraße( Ece). Grothe, Mariendorf, Dorfstraße ( Ede). Bauten der Firma Schirmer: Breker, Nikolassee, Rehwiese. Schirmer, Zehlendorf, Neuestraße. Schirmer, Grunewald, Parkstraße. Schirmer, Zehlendorf, Spandauerstraße. Bastian, Zehlendorf, Riemeister. straße. Halensee, Wangenheimstraße. Bauten der Firma Akt.- Ges. für Bauausführung: Hardt u. Lesser, von der Heydtftraße 12. Ritterstraße 11, Fabrikgebäude. Bauten der Firma Repke, Charlottenburg: Lorenz, Sybelstraße 47. Seibt, Bismardstraße, Ede Rüder straße. Lankwitz, Sanatorium. Schröder, Charlottenburg, Spielhagenstraße, Ede Wilmersdorferftraße. Bauten der Firma Gebr. Schaar: Belder u. Plathen, Lichtenberg, Dorfstraße 9. Mig u. Genest, General Bapeftraße. Jahnisch, Charlottenburg, Bismard straße 42. Janisch, am fleinen Wannsee. Charlottenburg- Westend, Soorstraße. Billa Baum, Billenkolonie Grune wald. Bauten der Firma Schubert: Mix u. Geneft, General Papestraße. Holland, Rirdorf, Elbestraße 37. Holland, Wilmersdorf, Holsteinischeftraße. Bauten der Firma Kussin: Charlottenburg, Kaiser- Allee 203. Grünfeld, Sächsischestraße 4. Bandmann, Landshuterstraße. Bauten der Firma Walter, Reinickendorf: Gemeindeschule, Reinidendorf. Sprengel- und Samoaſtraße-Ede. Hausotter und Residenzstraße- Ede. Bau der Firma Rösner: Weichselstraße 36. Bauten der Firma Karl Hammer, Gitschiner ftraße 63: Tropfte, Wannsee, Alsenstr. 33. Hammer, Eichwalde. Hammer, Lantwig. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Zehlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bauten der Firma Heinrich Mittag: Ziehmann, Kurfürstendamm, gegen über der Dahlmannstraße. Beitscher, Kurfürstendamm 144. Ersatzkommission, Haidestraßen- Ede. Hochschule, Charlottenburg. Stegliz, Kaiser Wilhelmstr. 13. Hauptstr. 13. Wilmersdorf, Helmstedterstr. 2. Schmidt, Prager Plaz. Kirche, Beussels, Ede Wiclefstraße. Elektrische Berte, Moßstraße. Nauen, Krankenhaus. Wannsdorf b. Seegefeld, Schloßbau. Timm, Rirdorf, Bergstr. 50. Brode, Dahlmannstr. 26. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter u. Bere linerstr.- Ede, Bau Bielle. Bauten der Firma Maaß: Tegelerstr. 6, Bau Körling. Groffe, Marienfelde, Kirchstraße. Bauten der Firma Flieger& Lehmann: Köpeniderstr. 27. Schönhauser Allee 128. Beeliz, Heilstätte. Sybelstr. 52. ANZEIGEN für die nächste Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 1 Uhr, für die Vororte bis 12 Uhr, in der Haupt- Expedition, Lindenstrasse 69, bis 5 Uhr angenommen Bauten der Firma Henke, Mariendorf: Mette, Mariendorf, Dorfstraße. Erdmann, Mariendorf, Chausseestr. Tempelhof, Fensterbauten, Schönburgstraße. Bau der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Plaz. Bauten der Firma Kuhnert& Kühnet Rast, Schöneberg, Barbarossa- Ece Landshuterstraße. Paulsen, Charlottenburg, Schlüterſtraße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahlmann- und Gervisiusstr.- Ede. Buchholz, Steglitz, Albrecht- und Brüderstr. Ecke. Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Banten der Firma Herrmann, Skalikerstraße: Ausbau in Tegel, Veitstr. 16. Gasanstalt, Prenzlauer Direktionsgebäude röhrenlager. Allee, und GußBauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrecht, straße 17. Reinickendorferstr. 95. Gutzeit, Ufer- und Martin Dpiz. straßen- Ece. Bauten der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- Ufer, zwischen Lynare straße und Ringbahn. Reinidendorferstr. 49. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmädicke, Elberfelders und Dort munderstraßen- Ece. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Kuschinski, Borhagen. Lindenstraße, Erweiterungsbau der Bau der Firma Pohl& Sohn: Bittoria. Bauten der Firma Osten, Nixdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a, Bauten der Firma Dittmar, Pankow: Bollantstr. 117. Schönholzerstr. 1. Kaiser Friedrichstr. 1, Schule. Banten der Firma Hegelmann: Bommel, Rigdorf, Kaiser Friedrichftraße 219-220. Schaum, Wilmersdorf, Kaiser Allee, Ede Wilhelmsaue. Belsch, Charlottenburg, Baik ftraße 5-6. Schulz, Jungfernheide, Mindener straße. Böttcher, Reinickendorf, Justusstraße. Böttcher, Borhagenerstr. 17. Bauten der Firma Braun: Müller, Rigdorf, Juliusstraßen- Ede. Müller, Rigdorf, Granoldplay, Fenster bau. Walter und Bauten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther u. Freifingerstraßen- Ede. Rirdorf, Herrfurihplatz 8. Bauten der Firma Schulenburg, Charlottenburg: Frantsen, Wangenheimstr.- Ede. Ueberholz, Kurfürstendamm. Bauten der Firma Stellmacik Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bantow, Spandauerstraße, Ede Kreuzstraße. Bauten der Firma Altstädt, Lippehnerstr. 23: See- u. Malplaquetstraßen- Ede. Hufelandstr. 8. Bauten der Firma Oehlschlägel: Laue, Charlottenburg, Uhlandstraße, Ecke Steinplatz. Höpfer u. Schwarzkopf, Schmargendorf, Ruhlaftr. 20/21. Bauten der Firma Röder& Comp.: Schmalz, Malmöerstraße, Ede Straße 2b. Zauroggenerstr. 2. Bauten der Firma C. Prächtel, Lausitzerhr. 10. Dahlem, Botanischer Garten. Charité- Krankenhaus. Birchow- Krankenhaus, Seestraße. Padhof, Alt- Moabit. Bauten der Firma Thal, Lehrterstr. 44: Fichtenberg, Stegliz, Friedrichstr. 6. Müllerstr. 52. Bauten derFirma Heinemann: Sophie Charlottenstraße, Ede Knobelsdorfstraße. Brehm, Gleimstraße. Krüger, Dernburgstraße. Lange, Rirdorf, Boddinstraße. Lange, Steglitz, Forststraße. Bau der Firma Herrgesell& Schossow, Charlottenburg, Sybell straße 8/9. Bauten der Firma Näthe, Stettinerstraße 27: Eide u. Schwarz, Schwedenstr. 5. Bauten der Firma Schneider, Griebenowstraße: Bellermannstr. 87. Treppengeländerbranche. Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u. Sieg lindestr.- Ecke. Schöneberg, Pragerstr. 15. Bau der Firma Hundt, Grimmstraße: Faul, Jägerstr. 63. Bauten der Firma Pusch, Pfarrstraße 35: Rigdorf, Wilhelmstr. 37/38, Ge nossenschaft. Buggenhagen, Lichtenberg, Pfarr ftraße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Östarstraße. Urbanstr. 3. Banten der Firma Geißler, Dieffenbachstraße: Groterjahn, Schönhauser- Allee 129. Hesse, Pariserstraße. Supfe, Schlüterstraße, Ede Liezburgerstraße. Glogau, Schöneberg, Müncheners straße 15. Beijer, Schöneberg, Münchenerstr. 14. Friedenau, Stubenrauchstr. 12. Bauten der Firma Törmer& Scharlau: Gr. Frankfurterstr. 126. Schmidt, Pasteurstr. 35. Rigdorf, Weichselstr. 48/49. Bauten der Firma P. Peschel & Söhne: Rigdorf, Hermannstr. 32, Baugefell schaft Warte". Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: für Korbmacher: Berkstatt Leithoff, Teltowerstraße, für Vergolder: 3. C. Pfaff, Beughofstraße. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Annahme- Stellen für ,, Kleine Anzeigen". Zentrum: Frik Zinke, Mauerstr. 89. A. Hahnisch, Auguststr. 50. Westen: G. Schmidt, Bülowstr. 52. Osten: W. Mann, Petersburgerplab 4. R. Wengels, Rüdersdorferstr. 3. Gustav Vogel, Koppenstr. 83. Nordosten: 2. Zucht, Reibelstr. 42. J. Neul, Barnimftr. 42. Norden: H. Raschke, Ackerstr. 36. F. Trapp, Rügenerstr. 24. Hübner, Wilhelmshavener. Karl Mars, Lychenerstr. 123. ftraße: Charlottenburg, Berner Siemensstr. Mommsenstr. 27. Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lohse, Wilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. Busse u. Jenson, Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahnstr. 82 Löwe, Sidingenstr. 54. Stronenstr. 33. Schöneberg, Bandmann, Heilbronnerstr. 22. Weißensee, Frisidestr. 3. Bauten der Firma Metz, Urban: straße: Spandauer Weg, am Tegeler See. Tempelhof, Eilauerstraße. Steglitz, Stubenrauchstraße. Bantow, Mendelfir. 18. Banten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Rigdorf, Bergu. Walterstraßen- Ede. Förster, Rigdorf, Treptower- und Harzerstraßen- Ede. Weife, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bau der Firma Bauschke: Charlottenburg, Schillerstr. 11. Karl Weiße, Wiesenstr. 41/42. 2. Dechand, Ruheplatstr. 24. H. Vogel, Lorkingftr. 37. A. Tiek, Invalidenstr. 124. Nordwesten: Karl Anders, Salzwedelerstr. 8. W. Schrolle, Gotkomskyftr. 29. Südwesten: S. Werner, Mittenwalderstr. 30. H. Schröder, Hagelbergerstr. 27. Süden: St. Fritz, Prinzenstr. 31. F. Gutschmidt, Kottbujer Damm 8. Südosten: Baul Böhm, Laufiber Platz 14/15. P. Horsch, Engel- Ufer 15. Charlottenburg: G. Scharnberg, Sesenheimerstr. 1. Friedrichsberg: D. Seifel, Kronprinzenstr. 50. Rixdorf: M. Heinrich, Neckarstr. 7. Conrad, Hermannstr. 50. Rummelsburg: A. Rosenkranz, Alt- Boghagen 56. Schöneberg: Wilh.Bäumler, Martin Lutherstr.51. Weißensee: K. Fuhrmann, Sedanstr. 105. Bau der Firma Sommerkorn: Jul. Schillert, König- Chaussee 39a Bedürfnisanstalt, Wilmersdorf, Nikolsburger Blaz. Reinickendorf: P. Gursch, Provinzstr. 108. Berantwortlicher Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Berlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.