Nr. 89. RbonnementS'BedlngniigeD: HIonnfmentä• Preis vrünurneranda! Bierteljnhil� 8,30 M!., monntl. 1,10 SRI» wöchentlich 28 Psg, frei ins HauS. Einzelne Nummer 6 Pfg, Sonntags. Nummer mit illustrierter Sonntags- Beilage.Die Neue Welt" 10 Pfm Pest. «bonnemenl: 1,10 Marl pro Monat. Eingetragen in die Post-zeilunas- Dreislisie. Unter ltreuzbaud sür Deutschland und Oesterreich. Ungarn 2 Marl, für das übrige«usland 8 Marl pro Monat, Vostabonnevients nehmen an: Belgien. Täncmark. Holland, Italien, Luxe,, Iburg, Portugal. Rumänien. Schweden und die Schweiz, (MkIbI»glich uBer Rlonugs. Ä4. Jahrg. Devlinev VolKsblakk. Vit lnstHIons-Sedoh» detrögl für die IcchSgespaltene Kolonel- geile oder deren Raum 80 Psg„ für Voliiische und gewerkschasiliche Vereins- und»crsammlungs.Nnzeigen 80 Psg. „irieine Knreigen", das erste ssett- gedruckte) Wort 20 Psg. sedes weitere Wort 10 Psg. Stellengesuche und Schlas- slelleN'Rnzeigcn dag erste Wort 10 Psg, jede? weitere Wort b Psg. Worte über 16 Buchslaben zählen für zwei«orte. Inserate sür die nächste Nummer müssen bt» S Uhr nachmittags in der Erdeditton abgegeben werden. Die Sivedition ist vis 7 Uhr abend» geöffnet. lelegramm- Adresse: „SozIalftRaknt Berti»". Zentralorgan der sozial demokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SM. 68, Lindenetrasac 69. ShcrnfOrrriirr: tlnil IV. Wr. MISS. Expedition: SM. 68» Lindenstraosc 69» nernfurfdirr:«mt IV. Vit. 1984. Die ruiMchen Finanzen und das ruiiiiche Finanzministerium. Rußland hat zweifellos die glänzendsten wirtschaftlichen Aussichten, aber, damit diese Aussichten verwirklicht werden. ist Grundbedingung neben der politischen Umgestaltung des Landes die Sanierung seiner Finanzen...Ruß- land bezahlt seine Zinsen, was brauchen wir mehr?"— das ist der ewige Refrain der Börse, so hieß es auch jüngst im französischen Parlament. Aber es ist doch wahrlich keine Kunst, Zinsen zu bezahlen, wenn man neue Anleihen bekommt. So hat es noch jeder Bankrotteur gemacht. Man wolle doch sehen, ob Rußland seine Zinsen bezahlt, wenn es keine Anleihe mehr bekommt! Ohne neue Anleihen kann Rußland längst seine alten Zinsen nicht mehr bezahlen. Der Bankrott ist fertig: er ist nur noch nicht erklärt worden. Zweimal schon hat die zarische Regierung eine Be- sprechung des Budgets durch die Reichsduma mit Gewalt zu hintertreiben gewußt— denn sie fürchtet, daß eine öffentliche Kritik des Budgets den Staatskredit endgültig untergraben wird. Schon das Budget für 1906 sollte der Reichsduma vor- gelegt werden. Aber gerade deshalb wurde solange mit der Einberufung der Duma gezögert. Das vermehrte ungemein den Zustand der allgemeinen Unruhe, der nach dem Oktober- manifest eintrat, und war eine der Ursachen der Dezember- kämpfe. Als dann die Reichsduma einberufen wurde, legte man ihr das Budget für 1907 nicht vor. Man löste sie aus und brachte schleunigst das Budget für 1907 unter Dach und Fach. Immerhin fand die Duma Gelegenheit, die Finanz- Verhältnisse des Reiches zu kritisieren. Wie unbequem diese Kritik der Regierung war, beweist die Tatsache, daß sie den Hauptwortführer dieser Kritik, den Abgeordneten Herzenstein, hat meuchlings ermorden lassen. Die Steuererträge Rußlands sind die niedrigsten, die Steuersätze die höchsten von ganz Europa. Die Steuerschraube versagt; der Verbrauch geht schon längst zurück unter dem Druck der Steuersätze. Nachdem man sich hat entschließen müsien, die Einziehung der Loskaufsgelder der Bauern ein zustellen, da sie doch nur enorme Steuerrückstände bildeten, basiert das russische Staatsbudget in der Hauptsache nur noch aus dem Spiritusmonopol und den Zöllen. Die russischen Schutzzölle sind so hoch, daß sie längst zu einer Kalamität für das Land, zu einem Hindernis seiner landwirtschaftlichen und industriellen EntWickelung geworden sind. Gerade die russischen Gutsbesitzer sind die entschiedensten Gegner der russischen Schutzzölle. Das Spiritusmonopol steigert seine Einnahmen durch Erhöhung der Verkaufspreise. Der Schnaps- konsum zeigt eine doppelte Bewegung: er vermindert sich in den bäuerlichen, nimmt zu in den gewerblichen Gegenden. Aber Spiritus und Zölle reichen nicht aus, um das Budget eines modernen Großstaates zu decken, zumal wenn man be- rücksichtigt. daß in Rußland der wichtigste verzollbare Artikel des kontinentalen Europas, das Getreide, in der Ein- fuhr keine Rolle spielt. Rußland kommt denn auch mit seinen Staatseinnahmen längst nicht mehr aus. Die zarische Re- gierung verdeckt das chronische Defizit durch eine falsche Bilanzierung. Die Etats werden in den Einnahmen wie in den Ausgaben regelmäßig viel zu niedrig eingestellt. Darum die regelmäßigen Mehrerträge in den Abrechnungen. Der Schwindel ist so plump, daß er jedermann in die Augen fallen müßte. Denn wenn regelmäßig, Jahr für Jahr, die Beträge der Staatsabrechnungen die Ansätze der Etats um 10 Proz. und 20 Proz. übersteigen,— so zeigt das doch schon an und für sich deutlich genug, daß die budgetären Vor- anschlüge viel zu niedrig gemacht werden. Nun geben aber auch die Staatsabrechnungen noch keineswegs ein klares Bild der Finanzlage. Denn— und das ist schon ein unvermcid- liche� Ergebnis der Schuldenwirtschaft und des chronischen Defi, its— die russische Regierung pflegt ein weitgehendes System der Ueberweisungen, Zurückstellungen, Nachholungen von einem Etat zum anderen, für das nächste, übernächste Budget und sogar noch weiter hinaus, so daß jedesmal mindestens drei Jahresbudgets ineinandergeschachtelt sind, und ;war nach der Willkür des Finanzministeriums. Das russische Staatsbudget hält sich nur noch durch aus- ländische Anleihen ausrecht, daneben durch Plünderung der inländischen Sparkassen und ein schauderhaftes Herunter- wirtschaften der Staatseisenbahnen. Der Wagenmangel ist zu einem chronischen Notstand geworden. So wird jetzt wieder geklagt, daß sich Waren in Massen aufstapeln, trotz- dem der Handelsverkehr kein übermäßiger ist. Es fehlt auch an Lokomotiven. Die Eisenbahndämme, der gesamte Unter- bau der Eisenbahnen ist so ruiniert, daß Eisenbahnzusammen- bräche— das ist keine Uebertreibung— zur täglichen Er- scheinung geworden sind. Wo Geld eingenommen wird. wird es sofort an die Zentralkassen in Petersburg geschickt— das ist das System, welches Witte eingeführt hatte, um den großen Goldvorrat aufrechtzuerhalten— die Staats- ausgaben aber werden mit aller Macht zurückgehalten. Bei alledem hat die Regierung in den letzten drei Jahren um weitere 616 Millionen Rubel Kreditbillette ausgegeben, die Anweisungen des Staatsschatzamtes nicht gerechnet. Im ganzen sind jetzt 1194 Millionen Rubel Kreditbillette im Umlauf. Man betrachte, wie das russische Finanzministerium sich jetzt zu helfen sucht, und man wird die deutlichen Zeichen des Systems erkennen. Durch Dekret vom 24. Januar/6. Februar d. I. ver- kündet die russische Regierung die Ausgabe weiterer Serien der Staatsrente im Betrage von 70 Millionen Rubel. Schon die Eile, mit der das geschieht, ist kennzeichnend. Die Wahlen zur Duma sind ja im vollen Gange.— warum nicht ihren Zusammentrit abwarten, um vor ihr die ver- fassungsmäßige Bewilligung zu dieser neuen Anleihe zu erlangen? Aber allerdings nach den schon bereits ziemlich sicheren Ergebnissen der Wahlen hat die Regierung allen Grund, sich zu beeilen. Die Ausgabe der neuen Rente geschieht„zur Deckung des Bedarfs der Nahrungsversorgung(im Hungergebiet) und zur Deckung des Defizits für 1907". Man wird der Re- gierung wohl glauben dürfen, daß es ihr damit sehr pressant ist, wenn man sich des geheimen Schreibens des Finanz- Ministers vor zwei Monaten erinnert, in dem bereits wegen einer Mehrausgabe von etlichen Millionen die Einstellung der Staatszahlungen in Aussicht gestellt wurde. Wie aber diese innere Anleihe unterbringen? Sie wird nicht öffentlich ausgeschrieben. Das hätte auch nichts genützt, denn sie wird doch nicht gezeichnet. Also, sie soll—„allmählich in den Sparkassen und in den Staatsinstituten, die über freie Bestände verfügen, untergebracht werden," und zwar zunächst nur 30 Millionen. Mit den Sparkassen ist ja die Sache klar: alle neuen Anlagen werden sofort in Staats- rente umgewandelt— darum wird denn auch seit mehr als zwei Jahren keine Abrechnung über den Bestand des Porte- feuilles der Sparkassen gegeben. Welche Staatsinstitute sind aber gemeint? Die Steuern und Zölle brauchen nicht erst in Staatsrente umgewandelt zu werden, sie fließen von selbst in die Staatskasse. Also handelt es sich in der Hauptsache um die Staatseisenbahnen, deren laufende Einnahmen, ohne Rücksicht darauf, daß sie zur Deckung der laufenden Ausgaben benötigt werden, in Staatsrente umgewandelt werden sollen. Sobald etwas bares Geld in den Kassen der Staatseisen- bahnen einläuft, sofort werden sie von der Regierung aus- geraubt. Und da sage man noch, dieses Finanzsystem lasse sich aufrechterhalten, Rußland sei— nicht bankrott l poUtifcbe Oeberficbt Berlin, den 14. Februar 1907. Die Beamtenfreundlichkeit des Dreiklassenparlaments. Die preußischen Staatsbeamten, die sich vor den Wahlen durch die Versprechungen der bürgerlichen Parteien und der Regierung haben ködern lassen, werden nach dem Verlauf der gestrigen Verhandlungen des Abgeordnetenhauses darüber belehrt sein, daß man sie nur als Stimmvieh gemißbraucht hat, da sie nun, wo sie ihre Arbeit getan haben, einen Fuß� tritt erhalten. Die Nationalliberalen hatten die Einsetzung einer Kommission für Vorschläge zur Regelung der Dienst bezüge der Staatsangestellten beantragt, der die Vorberatung der einschlägigen Positionen zu überweisen wären. Gegen diesen Antrag, der um so dringlicher ist, wenn man bedenkt, daß die Gehälter der Unterbeamten trotz der Steigerung aller Lebensmittel sowie der Wohnungsmieten seit Jahren keine systematische Aufbesserung erfahren haben, machte der Finanz minister Frhr. v. Rheinbaben allerlei Bedenken geltend, die jedoch vor der Kritik nicht standhalten können. Zunächst kam der bekannte Einwand, daß auf dem Gebiete der Be- soldungsaufbesserung nicht das Parlament, sondern die Re- gierung die Initiative zu ergreifen habe. Ganz schön! Aber was dann, wenn die Regierung nichts tut und trotz der günstigen Finanzlage fortgesetzt über Mangel an Mitteln klagt? Und der preußische Staat hat nun einmal kein Geld für seine Unterbeamten übrig. Herr v. Rheinbaben konnte gar nicht schwarz genug malen, und seinen Haupttrumpf spielte er mit der Androhung einer Erhöhung der Ein- kommensteuer um 50 Millionen aus! Eine solche Drohung verfehlt natürlich niemals ihre Wirkung auf ein Geldsacks- Parlament, das in erster Linie die Interessen der Besitzenden wahrnimmt. Ein weiteres Argument, das der Minister vorbrachte, war der Hinweis auf die Disziplin, die durch die Einsetzung einer solchen Kommission gelockert würde. Die Zahl der Petitionen würde ins Unendliche wachsen, die Unzufriedenheit gesteigert werden. Und die Beamten haben doch nach Ansicht der Regierung gar keinen Grund, unzufrieden zu sein, da die Regierung für das Jahr 1908 eine Gehaltserhöhung in Aussicht genommen hat, die ganze 20 Millionen kostet— nebenbei bemerkt: ein Tropfen auf den heißen Stein! Der nationalliberale Antrag wurde nach unerheblicher Debatte gegen die Stimmen der gesamten Linken abgelehnt. Eine Reihe von Gegenanträgen, die an die Regierung die Aufforderung richten, im nächsten Jahre dem Landtage eine Vorlage zu einer allgemeinen Gehaltsaufbesserung zu machen, wird am Freitag beraten und voraussichtlich der Budget- kommission überwiesen werden. Allzusehr beeilt sich das Drei- klassenparlament bei solchen Dingen nicht.— Politische Kastration. Die bürgerliche politische Korruption feiert in dem Wahlkreise Mllhlhausen-Langensalza geradezu Orgien. Zuerst der Ehren« wortbruch des doppelt gewählten Eickhoff, dieser Säule des „entschiedenen Liberalismus", der seinem liberalen Wahlkomitee sein Ehrenwort gegeben hatte, seinem alten Wahlkreise treu zu bleiben und dann dies Ehrenwort zu brechen für eine„nationale Pflicht" hielt. Was diese„nationale Pflicht" in Wirklichkeit bezweckte, merkte man sofort und sieht man heute dokumentarisch bewiesen. Dann die Enthüllung des Flottenmajors Keim, wie der Bieder- mann Eickhoff von der Regierung ausgehalden wurde, um die frei- finnige Volkspartei dafür gänzlich an die Regierung zu verschachern. Jetzt aber zeigt sich, wie der erste Akt dieses Schacher- geschäfts von vornherein von feiten der Keimlinge gedacht war: Ausschaltung der Sozialdemokratie in Lennep- Mettmann durch den Freisinn und Ausschaltung des Frei- s i n n s in Mühlhausen-Langensalza durch eine rechtsstehendere Partei. Denn der Keimsche Ehren-Eickboff hat seinen alten Kreis ve»raten, um ihn an den nationalliberalen stüheren Minister Möller aus- zulicfern. Dieser ist Mittwoch nachmittag in Langensalza in einer stark besuchten Veriammlung der Vertrauensmänner der konservativen Parteien, deS Bundes der Landwirte, der Nationalliberalen und der Freisinnigen einstimmig als„Kandidat der nattonalen Parteien" gegen unseren Genossen Grunwald aufgestellt worden. Damit ist ein Musterbeispiel„libe- raler Einigung" zustande gekommen, eine„liberale" Einigung, bei der der Freisinn zur höheren„nattonalen Ehre" kastriert wird, um sich dann völlig in Wohlgefallen aufzulösen. Nach diesem Verhalten deS Freisinn» und nach der Aufftellung des Nationalliberalen Möller ist nun die Situation im Kreise Mühlhausen-Langensalza bis auf das Zentrum geklärt. Das Zentrum enthielt sich bei dieser Hauptwahl, im Gegensatz zu früher. wo es schon im ersten Wahlgange der Freisinn unterstützte, der Ab- stimmung. um dann in der Stichwahl zwischen Zedlitz und Eickhoff ebenso wie unsere Parteigenossen geschlossen für Eickhoff, als das«kleinere Uebel", einzutreten: wobei immer wieder daran erinnert werden muh, daß vor der Sttchwahl nie- mand dem Eickhoff den Bruch deS Ehrenwortes und die bezahlten Liebesdienste der Regierung zugettaut hätte. Für das Zentrum im Wahlkreise steht jetzt die Frage so, ob es durch erneuten Verzicht auf einen eigenen Kandidaten den Nationalliberalen im ersten Wahlgange zum Siege verhelfen will oder ob es wenigstens durch einen eigenen Zähl- kandidaten die Sttchwahl erst entscheiden lasten will. Daß das Zenttum durch Stimmenthaltung, durch Verzicht auf einen eigenen Zählkandidaten, den Kulturkämpfer Möller bewußt und direkt unter- stützt und in den Reichstag wählt, dürste, wenn Logik und politische Einsicht überhaupt noch ein Recht haben sollen, ausgeschlossen sein, denn Herr Möller ist bei der letzten Wahl, im Kreise Bielefeld- Wiedenbrück, mit Hülfe de» Zentrums ausdrücklich und ab- sichtlich an die Wand gedrückt worden. Einzelnen Organen deS Freisinns wird übrßgenS schon wenige Stunden nach dem famosen„Kompromiß" ob de»„Erfolges" angst und bange, aber nur das„Verl. Tagebl." und die„Berl. Volksztg." wagen einen Protest. Das„Berl. Tagebl." jammert: „Jetzt soll also der bis dahin freisinnig vertretene Wahlkreis ohne Schioertstreich den Nationalliberalen ausgeliefert werden, die doch keinerlei Besitztitel auf diesen Kreis aufzuweisen haben. Daß auch die freisinnigen Wahlmänner sich an dem Kompromißwerk beteiligen, ist wohl das Resultat der Verstimmung, die der Verzicht Eickhoffs auf seinen alten Wahlkreis dort hervorgerufen hat.... Er konnte nicht ahnen, daß die ungerechte, aber immerhin noch verständliche Verstimmung seiner Mühlhausener bis zu einer derarttgen Mutlosigkeit, bis zu dem Entschlüsse steigern würde, die Flinte ins Korn zu werfen. Jedenfalls stellen die Freisinnigen in Mühlhausen-Langensalza sich und ihrer Prinzipientreue kein gutes Zeugnis aus. Zum Harakiri wäre schlimmftenfalleS auch in der Stichwahl noch Zeit gewesen." Weniger wehleidig und politisch desto zutreffender charakterisiert die»Berl. Volksztg." die Situatton: „Eine ärgere Blamage hat sich bisher wohl keine Partei in Deutschland zugezogen als die Freisinnigen im Wahlkreise Mühl- hauscn-Langensalza. Mochte auch der unbegreifliche Verzicht des doppelt gewählten Herrn Eickhoff auf das Mandat in Mühlhausen- Langensalza, der nach dem eigenen Zugeständnis Eickhoffs in Uebereiustimmung mit der Zentralleitung der freisinnigen Volks- Partei erfolgt ist, die freisinnigen Vertrauensmänner des Wahl- kreifeS mächtig vor den Kopf gestoßen haben, so durften sie keineswegs von vornherein die Flinte inS Korn werfen. Wären die Freisinnigen in der Nachwahl gegenüber der konservativ- klerikalen Koalitton in dem Wahlkreise unterlegen, nun gut, sie wären in Ehren unterlegen. Niemand hätte ihnen einen Bor- wurs daraus gemacht; so aber haben es sich die«Freisinnigen" dieses Wahlkreises selbst zuzuschreiben, wenn gegen sie seitens freiheitlich und fortschrittlich gesinnter Kreise Deutschlands die schwersten Vorwürfe erhoben werden." Die„Berl. Volksztg." hat allerdings noch besonder» guten Grund zu diesen bitteren Worten, denn am Morgen desselben Tages, an dessen Abend sie das Vorstehende schrieb, hatte sie wörtlich fol- genden naiven Vorschlag gemacht: „Wäre es daher nicht angebracht, eine Verständigung zwischen den Freisinnigen und Sozialdemokraten herbeizuführen, etwa in der Art, daß ein entschieden freisinniger und sozialpolitisch fort- schrittlich gesinnter Mann aufgestellt wird, der auch den Sozial- demokraten genehm ist? Nur auf diesem Wege kann der Linken der Wahlkreis erhallen bleiben. Gegenüber der konservativ- klerikalen Verständigung wäre eine freisinnig-sozialdemokratische Verständigung die einzig richtige Antwort." Als die Herren der„Volksztg." in dieser Art politisierten, waren, mehrere Stunden vorher, in Langensalza schon die Würfel für Herrn Möller oetallen. und ibr Schmer, ist in der Tat um ko p-e reiflicher. Ein dicker Strich kann übrigens in letzter Stunde, abgesehen bon feiten des Zentrums, auch bon feiten des Bundes der Land- Wirte den ollen ehrlichen Maklern noch durch ihre Rechnung ge- macht werden. Die„Deutsche Tagesztg.", der Herr Möller seit langem, wie bekannt, höchst anrüchig ist, betont nämlich, dafe die Vertrauensleute des Bundes der Landwirte im Kreise nicht bei der „Einigungskonferenz" für Möller zugegen gewesen wären, sondem erst einen Tag später Beschluß fassen würden. Dazu paßt eine Meldung der„Mitteldeutschen Ztg.", des Zentrumsorgans des EichS- feldeS, daß zur Zeit Verhandlungen zwischen dem Bunde der Landwirte und dem Zentrum zwecks Auf- stellung eines gemeinsamen Kandidaten stattfinden.— Ein Interview Bernsteins im„Temps". Ein Mitarbeiter des großkapitalistisch-reaktionären„Temps", der e« unternommen hat, verschiedene deutsche Politiker über die Be- deutung der Wahlen und die politische Lage Deutschlands zu befragen, eröffnet in diesem Blatt den Zyklus mit einem Interview Eduard Bern st eins. So weit sich die Ausführungen Bernsteins mit seinem Artikel in den„Sozialistischen Monatsheften" decken, können wir uns ihre Wiedergabe ersparen. Dagegen scheinen uns folgende Stellen, da bereits deutsche Blätter Notizen darüber bringen, den Abdruck zu verlangen: .. Heute hat sich die Jugend der Bourgeoisie von uns ent- fernt und sogar die Arbeiter sind nicht mehr alle mit uns. Die katholischen, protestantischen, christlichen Organisationen haben sich entwickelt und haben heute gleich unseren Gewerkschaften ihre Abgeordneten im neuen Reichstag, die uns das Recht streitig machen werden, allein im Namen des Proletariats zu sprechen." Auf die Frage nach den Wirkungen der Wahlniederlage auf die künftige Haltung der Partei antwortete Bernstein:„Ich glaube, daß wir bescheidener werden und künftig den Umständen besser Rechnung tragen werden. Beachten Sie wohl, daß namentlich der linke Flügel der Partei von der Niederlage betroffen ist. ES sind unsere Heißsporne, unsere Unentwegten. die für sie verantwortlich sind. und mit ihnen die in der Doktrin erstarrten Theoretiker. Unsere, fast auf die Hälfte zusammengeschrumpfte Fraktion wird eine neue Haltung einnehmen müssen. Seien Sie überzeugt, daß Bebel und Singer trotz ihres Stoizismus die ganze Schwere deS Schlages empfinden und ihre Taktik infolgedessen ändern werden. Beurteilen Sie Bebel nicht nach den Kongressen. Die Kon- g r e s s e sind Schwindel. fDaS letzte Wort ist im Original deutsch wiedergegeben.) Nur die interne Parteiarbeit ist ernst zu neh'men und auf diesem Gebiet hat sich Bebel immer als Politiker erwiesen. Er ist vielleicht der erste unserer Revisionisten. Sicherlich ist er wiederholt dem unheilvollen Einfluß KautSkys, dem Verwalter(ckspositairs) des orthodoxen Marxismus unterlegen, aber die Geschehnisse haben ihn in die Wirklichkeit zurückgerufen." Auf unsere Anfrage, wieweit die Angaben des„TempS" der Wahrheit entsprechen, sendet unS Bernstein folgende Berichtigung: Die MontagScmsgabe deS„Berliner Lokal- Anzeigers" ver- vffentlicht ein Telagramm über eine Unterhaltung, die ich vorige Woche mit dein Berliner Korrespondenten des„Temps" hatte und deren Inhalt der betreffende seinem Blatte in Gestalt eines Jnter- vieios übermittelt hat. Ich habe mich durch Einblick in den„TempS" überzeugt, daß daS Telegramm d«L„Lolal-Anzeigers" das, waS dort steht, in sehr vergröberter Uebersetzung und in so un- vermittelter Zusammenstellung wiedergibt, daß der Sinn der Sätze dadurch völlig entstellt loird. Einen Nachweis im einzelnen glaube ich unrerlassen zu dürfen, da ich nicht annehme, daß irgend jemand das Telegramm als wörtliche Wiedergabe meiner Ausführungen aufgefaßt hat. bezw. auffassen loird. Wörtlich geben auch die Sätze des„TenrpS" nicht, was ich gesagt habe. Die betreffende Unterhaltung. die in Gegen- wart eines russischen Genossen stattfand, hatte einen durchaus formlosen Charakter. Bleistift und Notiz- buch fehlten, daS Interview.im„TempS" ist aus dein Gedächtnis niedergeschrieben. Ich bedaure das. Denn wenn ich auch an- erkenne, daß der Korrespondent die Tendenz meiner Aus- führungen im ganzen richtig wiedergibt, so fehlt es doch auch bei ihm mcht an Sätzen, die in anderem Zusammenhang gefallen waren und— namentlich soweit sie sich auf Personen beziehen— auch etwas anders lauteten, als dies im Bericht ericheint. Insbesondere ist eS'mir nicht eingefallen zu sagen, daß Kongresse „Schwindel" seien. Ich habe nur den Unterschied zwischen Kongreß- erklärungen, die der Natur der Sache nach einen allgemeinen Charakter tragsn, und der Stellungnahme in den praktischen Kämpfen des Tages betont, bei denen die wechselnden Kon- stellatiouen der Parteien stets neue Situationen schaffen, und hinzugesetzt, daß ich eine der bedeutendsten Eigenschaften Bebels, der mir in Kongressen oft als zu doktrinär erschienen ist, gerade darin erblicke, im praktischen Kampf mit großem Scharfblick sofort die Tragweite einer Veränderung der Konstellation zu erfassen und entsprechend zu handeln. Alles dies, wiederhole ich, geschah in einem lebhaften Wechsel- gespräch, in das auch der erwähnte russische Genosse eingriff, und nicht in jener tendenziösen Weise, in der das„Interview" mich sprechen läßt. Schöneberg-Berlin, den 13. Februar 1S07. Ed. B e r n st e i n. • Veutlickes Reich, Die liberale Einigung. Der gememsame Kampf gegen die Sozialdemokratie hat die verschiedenen liberalen Gruppen einander näher gebracht. Wenn schon vor der Reichstagsauflösung liberale Stimmen für einen Zusamnienschluß der gesamten liberalen Linken laut wurden. wenn schon damals allerhand Techtelmechtel eingegangen wurden, um eine„große geeinte liberale Partei" von den National- liberalen bis zur süddeutschen Volkspartei zu schaffen, so sind jetzt, nach dem Wahlkampfe, diese Stiminen noch zahlreicher und lauter geworden. So haben die liberalen Wahlvercine in Schleswig- Holstein und in Bayern beschlossen. einen Zusammenschluß aller liberalen Parteien zu einer Gesamtpartei zu der- langen. Unter den schleswig-holsteinischen Liberalen befinden sich auch drei Abgeordnete der„Freisinnigen V o l k s p a r t e i". Auch Profeffor v. Liszt erblickt in einem solchen Zusammenschluß d«n„ersten Schritt zur Besserung unserer politischen BerHSltniffe." Man sollic meinen, daß auch die„F r e i s i n n i g e Z e i t u n g- dicsen BemnigungSUriinschen enthusiastisch zustimmen nmrde. igst doch gerade die sreisinnige Votköpartci vor(einet Prvstituierung der liberalen Grundsätze zurtiikgeschreckt, haben doch gerade Vertreter ihrer Partei, wie die Herren Hermes und Eickhoff, am schamlosesten um die Gunst der Konser- vativen und der Regierung gebuhlt! Da auch bei Gebrauch des schärfsten Vergrößerungsglases zwischen Nationalliberalen und Freisinnigen nicht mehr der geringste Unterschied zu entdecken ist, erscheint eS eigentlich unverständlich, daß trotzdem die«Freisinnige Zeitung" und die„Vossische Zeitung" der Einignngsidee, die doch nur der in der Praxis vollzogeneu Verschmelzung daS formale Siegel ausdrückt, skeptisch gegenüberstehen. Wenn die freisinnige Volkspartei trotzdem bon einer solchen äußeren Verschmelzung nichts wissen will, so geschieht das offenbar nur deshalb, weil die freisinnig volksparteilichen Klopffechter in einer geeinten liberalen Partei nicht die Rolle spielen zu können befürchten, die sie gerne spielen möchten. Für die politische Situation ist es vollständig gleichgültig, ob es zu der äußerlichen Einigung kommt, die von manchen Kreisen des Liberalismus angestrebt wird. Ob Freisinnige Ver- eiuigung, ob Freisinnige VolkSpartci oder Süddeutsche Volkspartci: alle diese Richtungen sind doch nichts anderes als schlecht mnöliertc Spielarten des Nationalliberalismus!— Zentrum und Gemcindewahlrccht. Endlich, volle zwei Jahre nach der Einbringung, hat das Stadtverordnetenkollegium in Köln den von dem sozialdemo- kratischen Verein gestellten Antrag auf Erweiterung des Gemeinde- Wahlrechts angenommen. Der Antrag lautete dahin, daß auch den- jenigen Bürgern, die zu einem Einkommen von 660 bis 5)00 Mark veranlagt würden, das Wahlrecht gewährt lverde, ohne daß die Steuer zur Erhebung gelange. Der Antrag wurde anfangs IVOS eingereicht. gelangte erst Ende 190ö zur Beratung und wurde damals von der Zcntrnmsmehrhrit abgelehnt. Herr T r i m b o r n, der Sozialpolitiker des Zentrum?, der auch dem Kölner Stadtverordneten- kollegium angehört und der selber als Wähler der e r st e n Ab- t e i I u n g ein siebzigfach höheres Wahlrecht genießt als der Pöbel der dritten Klasse, vertrat den brutal-protzigen Grundsatz, daß derjenige, der nichts zahle, auch nichts zu sagen haben solle. Ferner gaben die Zentrumsredner als Vorwand für ihre ablehnende Haltung an, es sei nicht angängig, den vielen Tausenden Wählern der dritten Abteilung das ohnehin gc- ringe Wahlrecht weiter zu vermindern, indem man den 25 000 Bürgen: mit 660 bis 900 Mark Einkommen das Wahlrecht gebe. Der einzige, aber nicht ausgesprochene Grund, der die klerikalen Arbeiter- und Wahlrechts„freunde" zum Niederstimmen des sozialdemokratischen Antrags bewog, war die Furcht, es möchte der Sozialdemokratie in der Folge gelingen, die Sitze der dritten Ab- teilung zu gewinnen. Die Nationalliberalen beantragten, dem sozialdemokratischen Antrage gemäß den 660 bis 900 Mark- Zensiten das Wahlrecht zu gewähren, aber zugleich auch von diesen Steuer zu erheben. Dieser Antrag hat bis jetzt in der Kommission geschlafen. Er sollte nun- mehr bei der Etatsberatung verhandelt werden. Nun aber brachte das Zentrum genau den früher von ihm niedergestimmten sozialdemokratischen Antrag ein. Zur Begründung seiner total veränderten Stellungnahme führte es an: Durch den § 23 der Einkommensteuernovelle sei die Zahl der Wähler dritter Klasse um 16 000 vermehrt worden, da diese Bürger bisher für Leute mit weniger als 900 M. Einkommen galten, eS sich jetzt aber heraus- gestellt habe, daß fie mehr als 900 M. haben. Des Rätsels Lösung liegt aber anderswo. DaS Zentrum hat nämlich mittlerweile seine Nathans mehrheit an die Liberalen verloren, und es hofft nun durch den Schub einer Anzahl Wähler aus der dritten in die zweite Wählerabteilung künstig in der zweiten Klasse wieder über die Liberalen siegen zu können. Dazu kommt, daß man die Annahme des liberalen Antrages nicht mehr verhindern kann und so gibt man sich einen„sozialen" Anstrich, indem man über den liberalen Antrag hinaus auch Steuerfteiheit der neuen Wähler beantragt. Deshalb stimmten auch die Liberalen für die Steuer- freiheit der 660—900 Mark-Zensiten und so wurde der Antrag mit 34 gegen 6 Stimmen angenommen.— Die goldene Internationale. Die„Post" richtet heute abermals einen flammenden Auftuf an alle„Gutgesinnten", sich einmütig gegen die Sozialdemokratie zusammenzuscharen. Die Waffenbrüderschaft bei den letzten Wahlen müsse, unbeschadet der Parteizugehörigkeit deS Einzelnen, der Sozialdemokratie gegenüber eine dauernde werden: der Kampf gegen die Sozialdemokratie sei als erste und dringendste„nationale" Pflicht zu betrachten. Dieser„nationale" Appell macht sich um so seltsamer, als die „Post" in, gleichen Artikel für den Reichsverband dadurch Reklame macht, daß sie erzählt, ein namhafter französischer Schrift- steller habe die Geschäftsführer des Reichsverbandes zu seinen großen Erfolgen in der Sozialistenhatz beglück- wünscht. In diesem Briefe des französischen Scharfmachers werde ausgesprochen, daß der Sozialismus nicht nur ein„nationales Uebel", sondern ein„internationaler Schädling" sei. Gegen den Sozialismus kämpfen, heißt nicht allein für das Vaterland arbeiten, sondern auch auf indirekte Weise für die anderen Staaten. In Frankreich beabsichtige denn auch eine Vereinigung von ftanzösischen Industriellen, Kaufleutcn, konservativen und liberalen Polittkern nach dem Muster des Reichsverbandes eine gleichartige Liga zur Bekämpfung der Sozialdemokrafte zu bilden. Man sieht, die„goldene Internationale", die in ihren Ausbeuter- intercsien bedrohte Kapitalistenklaffc aller Länder beginnt sich gegen das Proletariat zusammenzuschließen. Natürlich mcht, um die gemeinsamen Ausbeuterinteresien der„goldenen Internationale" zu vertreten, sondern um die„nationale Sache" zu vertreten!-- Sozialdemokratischer„Terrorismus". Eine Schauergeschichte vom sozialdemokratischen Terrorismus geht seit einigen Tagen durch die gesamte bürgerliche Presse Deutsch- landS. Der Ort der Handlung ist Magdeburg. Dort trat während der Wahlbewegung der reichstreue„Arbeiter" H a a s e als gerngesehencr Wahlmacher für den nationalliberalen Mischmasch- kandidaten auf. Seine Vergangenheit qualifizierte ihn dazu. Dem Trunk ergeben und jeder ehrlichen Arbeit abhold, zog er früher als Leierkastenmann durch die Straßen und nicht selten konnte man ihn friedlich schlummernd im Rinnstein finden. Um Mitleid zu erregen, trat Haase als Einarmiger oder in anderer Krüppelverkleidung auf, obwohl er völlig gesunde Glied- maßen hat. Eines TageS trat er dem„Blauen Kreuz" bei und bald darauf wurde er vom Reichslügenverbaud nach Berlin auf die „AuSbildungsschule" gesandt und zum Agitator gegen die Sozial- demokratie dressiert. In der Riagdeburger Wahlbewegung brachte Haase seine.Kenntnisse an und beschimpfte die klassenbewukte Arbeiterschaft in der rüpelhaftesten Weise unter begeisterter An- erkennung der„nationalen" Ehrenniänner, die seine Vergangenheit nicht genierte. Am Mittwoch voriger Woche soll nun dieser Haase, als er abends von seiner Arbeitsstätte kam,„von einer aus dem Hinterhalt kommenden Horde aufgehetzter sozialdemokratischer Arbeiter, die etwa 200 Mann zählte, iibersallen, be- schimpft, gestoßen, geschlagen, zu Boden geworfen und mit Eisstücken und sonstigen harten Gegen- ständen fürchterlich mißhandelt worden sein, so daß erschwer krank daniederliegt." An dieser Schauergeschichte ist nur das folgende wahr: Haase verließ mit Hunderten anderer Arbeiter das Grusonwerk. Der eine oder andere Arbeiter, der den zu so trauriger Be- rühmtheit gelangten Haase noch nicht kannte, ließ sich ihn zeigen und so wurden auch die Kinder dieser Arbeitergegend auf ihn aufmerksam, die auch schon bon den Heldentaten des „Einarmigen" gehört hatten. Sie folgten ihm in großer Zahl, riefen ihm allerlei nach und bewarfen Haase schließlich mit Schneebällen. Weiter ist nichts borgefallen. Die Arbeiter schauten der Attacke der Kinder höchst belustigt zu und Haase, nackte seinein Aerger in lauten Verwünschungen Luft. Daß er krank daniederliege, ist Schwindel. Tie Magdeburger Polizei in ihrem Uebereifer entdeckte aber, daß sich ein großes Verbrechen zugetragen habe. Die Arbeiter sollen Landfriedensbruch(!) verübt haben, und von der Arbeitsstätte im Grusonwerk weg wurden am Donnerstag, Freitag. Sonnabend, Dienstag und Mittwoch insgesamt fiebzrh» Arbeiter verhaftet, darunter auch zwei Lehrlinge. Zwei Verhastete, die wieder entlassen worden waren, sind bald darauf erneut inhaftiert worden. Die ersten seckS Verhaftungen am Sonnabend ivurden nach den Angaben der beiden reich Streuen Arbeiter Schönebeck und S ck ä tz l e vorgenommen. Die beiden gingen mit vier Kriminalbeamten und drei Schutzleuten durch den Betrieb und bezeichneten die Arbeiter, die sich mit an Haase vergriffen haben sollen. Schätzles Denunziantentum entspringt niedrigstem Rachesiihl: er hat mit einigen der Verhafteten aus privaten Gründen Streitigkeiten gehabt. Von einein der auf seine Angaben hin Verhafteten, dem Schlosser Beck, hat Sckätzle in, engsten Familienkreise selber erzählt, daß er sich bemüht hätte, den aufgeregten Haase in gütlicher Weise zu be- ruhigen! Schönebeck, der auch auf der Hetzerschule des Reichslügen- Verbandes gewesen ist, wurde schon wiederholt als Denunziant ent- larvt. In einem Prozeß im Juli vorigen Jahres hat er zugegeben, daß cr„nur einmal" jemand denunziert und daß er eine andere Denunziation mehrerer Arbeitskollegen i m Interesse des Arbeitgebers verübt Habel Dieser Schönebeck hat, was kürzlich ebenfalls vor Gericht fest- gestellt wurde, vielfach damit gedroht, daß er jedem, der ihm in die Ouere komme, ein Meffer in den Leib rennen werde. Im Juni vorigen Jahres haben er und sein jetzt angeblich terrorisierter Busenfreund Haase einen Arbeiter, der Haase beleidigt haben sollte, überfallen und geschlagen. Solcher Art, wie diese drei Reichsftenen, gibt eS noch mehrere im„Verbände reichstreuer Arbeiter", der sich in Magdeburg der ganz besonderen Wertschätzung der Arbeitgeber erfreut, was sie durch Geldzuwcndungen dvkumen- tieren. So wenig Anlaß dazu auch gegeben ist, so bietet man doch alles auf. um aus dem harmlosen Borfall eine Staatsaktion allerersten Ranges zu machen. Man beabsichtigt offenbar. einen vernichtenden Schlag gegen die Partei- und Gewerkschaftsbewegung in Magdeburg zu führen, ähnlich dem großen Geheimbuudsprozeß in Magdeburg vor genau 20 Jahren, der ebenfalls mit den Wahlen, den Fasckingswahlen. zusammenhing und zur Verurteilung von 31 Parteigenossen führte. Die große Aktion loird aber mit einer kläglichen Niederlage endigen. Hat doch selbst ein Bekannter Haases, der ihn an jenem Abend begleitete, erklärt, cr habe nickt gesehe», daß Haase geschlagen worden sei. Die bürgerliche Preise unterstützt das' Bestreben der Polizei, aus dieser Mücke einen Elefanten zu machen, in der skrupellosesten Weise. Sie weiß nicht Worte genug zu finden über diesen neuen„unerhörten Fall von sozialdemokratischem Terrorismus". Besonders die nationalliberale „Magd. Ztg." scheint eS darauf abgesehen zu haben, die nötige Stimmung für Ausnahmegesetze gegen die Arbeiterschaft zu erzeugen. Sie hat bereits darauf hin- gewiesen, daß derartige„Terrorismussälle" Anlaß bieten könnten zur Beschneidung des Reich stagSwahlrechtesl Den Wahlrechtsräubeni ist eben jedes Mittel recht!— Das Zentrum als„Aushülfsmädchen". Unter dieser niedlichen Stichmarke bringt die„Kölnische Volkszeitung" einen Arftkel, in dem sie der Regienmg klar- zumachen sucht, daß sich daS Zentrum nicht länger ungestraft eine so schnöde Behandlung für seine„nationalen Verdienste" um das deuffche Schwein, die deutsche Gondel- und Äolonialpolitik gefallen lassen könne. DaS Zentrum bedanke sich dafür, die Rolle deS„AuShülfsmädchenS" zu spielen. ES könne der Regierung gerade paffen, daß sich Zentrum und Freisinn in Liebesdiensten für die imperialistischen Lieblingsprojekte der Regiermig den Rang abliefen. An eine solche Handlangerei denke aber daS Zentrunr nicht. Aber Fürst Bülow möge doch auch bedenken, daß der Freifimr „auf dem Reichsschiffe keineswegs die Rolle der Trimmer und Heizer spielen." sondem verlangen werde,„auf der Kommandobrücke zu stehen." Da möge eS denn doch bald kommen, daß der Kanzler „wehmütig der schönen Tage von Aranjuez ge- denke, wo ein schnelles Einverständnis mit dem Zentrum hinreichte, um jedes Gesetz durchzubringe»." Man sieht, da? Zentrum schreckt in seinem LiebeSwerben um die RegierungSpolitik selbst nicht davor zurück, sich selbst der politischen Prostitution zu zeihen, den Fürsten Bülow an seine so gefällige Preisgabe von ehedem zu erinnern! Das Zentrum möchte zwar nicht das„Aushülfsmädchen", wohl aber die ständige Konkubine der Regierung ein! Ob die Erinnerung an die schönen Schäfer- stündchen den Fürsten Bülow rühren wird? Vermutlich wird er zunächst doch einmal mit dem Freisinn karessieren, der sich ihm so liebestoll in die Arme geworfen hat, im sicheren Vertrauen auf die alte Liebe des Zentrums, die trotz allen Schmählens, trotz aller hysterischen Eifersuchtsszenen nicht rosten wird! Die Eifersucht der wegen der neuen Flamme vernachlässigten Ge- liebten gibt übrigens der„Köln-j Volksztg." gar nicht üble Bosheiten ein. Sie spottet: „Die nächste Aufgabe deS Reichskanzlers wird fein, alle Minen seiner diplomatischen Kun st springen zu lassen, damit aus den bis jetzt nur lose zusammengefügten Elementen des Regierunqs- blocks ein Hirt und eine Herde werde. Er entbiete zu sich die Gelehrten des„Berliner Tageblattes", der„Vossi- s ch e n Z e i t u n g". der„F r a n k f u r t e r Z e i t u n g". dann des ..Reichsboten", der„Deutschen Tageszeirung" und der ,. Kreuz-Ze itun g", ferner die Herren Pa y er und P achnicke, auch H au ß mann und den Müller von Mei- n i n g e n. sodann v. Oldenburg, den tapferen Recken von I a n u s ch a u. und andere Borkämpfer der Land- bündler und Konservativen, und richte an sie eine An- spräche in dem Sinne, wie Butler es in den„Piccolomini" sagt: „Es ist ein großer Augenblick der Zeit, Dem Tapfern. dem Entschloff'nen ist sie günstig." Ueber ein Kleines, und zu den Mosielente», den Pachnicke. den Müller-Meiningen, den Oldenburg-Januschau und Stöcker werden sich auch die Herren Gröber und Erzberger gesellen! Schon erklärt ja die„Kölnische Volkszeitimg", daß das Zentrum trotz aller Bülow- Untreue nicht daran denke,„die Wege einer extremen Opposition einzuschlagen!" Na also!— Franz». Rottrnburg, der Kurator der Universität in Bonn, ist infolge eines Schlaganfalles verstorben. Er gehörte zu den hohen Beamten, die nach den Februarerlaffen des Jahres 1890 daran glaubten, daß in Deutschland etwas Sozialpolitik getrieben werden könne. Er war von 1881 fciS im Februar 1890 Chef der Reichskanzlei gewesen und war dann als Unterstaatöiekretär in das Reichsamt des Innern eingetreten. Als 1802 die Kommission für Arbeiterstatiftil gebildet wurde, wurde er Vorsitzender der- selben und ging mit großem Eifer ans Werk. Die Unter- suchungen über die Arbeitszeit in Bäckereien, in Getreidemühlen. im Handelsgewerbe, in Gast- und Schankwirtschaften wurden von ihm eingeleitet. Aber nur die erste Untersuchung hat er durchgeführt, die dann den Erlaß der Bäckereiverordnung vom 4. März 1896 zur Folge hatte. Unter seiner Leitung folgten Lohmann, v. Scheel. Dr. Wörishoffer dem sozialpolitischen Zuge. Als nun die Vorschläge der Kommission bekannt wurden, brach der Sturm der Bäckermeister los. Als dann noch die Vorschläge kamen, einen einheitlichen Ladenschluß, tote Rottenkurg borgeschlagen hatte, den Achtuhrladenschluß einzuführen, da schlössen sich die Ladenbesitzer den Schreienden an. Im preußischen Landtage, der Hamburger Bürgerschaft und vielen anderen Gesetzgebungen der Einzelstaaten wurde gegen diese„fozia- listischen Vorschläge" protestiert. Die Handelskammern sahen in dem einheitlichen Ladenschluß den Ruin des ganzen Detailgeschästs. Vergeblich bemühte Rottenburg sich, in Zeitungsartikeln klarzulegen, daß seine Vorschläge gar nicht sozialistisch, sondern nur eine im Interesse der Gesundheit gebotene Maßregel sei. Ge- bieterisch forderten die Scharfmacher die Etttfernung eines solchen Mannes aus hohen Aemtern. Die Reichsregierung gehorchte und Rottenburg wurde Kurator der Universität in Bonn. In seiner neuen Stellung betätigte er sich von Zeit zu Zeit als sozialpolitischer Schriftsteller und jedesmal rief er den Zorn des Zentralverbandes deutscher Industrieller wach. Schon die Nennung des Namens Rottenburg genügte, um in den Kreisen der Scharfmacher eine große Schimpfkanonade hervorzurufen. Der Verstorbene hatte längere Zeit in England gelebt und sich dort seine sozialpolitischen Kennwisse gesammelt. Gar manches, was man hier für undurchführbar hält, ist dort durchgeführt. Wenn hier gegen sozialpolitische Vorschläge dieselben Argumente vorgebracht wurden, die«tan im Anfang und der Mite des neunzehnten Jahr- Hunderts in England gegen die ersten Arbeiterschutzgesetze ins Feld geführt hatte, dann liebte er es. die Nackbeter der Ure und Senior mit Zitaten auS Dickens und Macaulah abzuweisen. Rottenburgs Fehler war, in dem Glauben befangen zu sein, daß die Februarerlasse des JahreS 1890 Gesetz werden sollten. Er wollte speziell den Satz verwirklichen, daß die Arbeitszeit so geregelt werden soll, wie es im Interesse der Gesundheit der Arbeiter ist. Durch dieses Streben zog er sich den Haß der Scharfmacher zu, und das führte seinen Swrz herbei. Die Arbeiter, die den Verstorbenen bei den mündlichen Erhebungen kennen lernten, werden mit großer Genugtuung auf jene Tage zurückblicken. Sie lernten einen hohen Beamten kennen, der ehrlich bemüht war, die schlimmsten Auswüchse der AuSbeuwng zu mildern, aber dieses Sweben stieß auf so mächtigen Widerstand, daß er unterliegen mußte. Die Beseittgung solcher Männer, wie Rottenburg einer war, ist das charakteristische Merkmal für die verlogenen Behaupwngen, daß in der deutschen Gesetzgebung ein sozialer Geist herrscht.— Ter Kampf um das deutsche Rom. Tie nationalliberalen Blätter und Redner in Rheinland- Westfalen haben im Wahlkampfe mächtig gewettert gegen das Zentrum. Es schien, als ob cS diesmal den Ultramontanen ernstlich an den Kragen gehen solle, als ob eine fürchterliche Abrechnung des liberalen Bürgertums mit dem KlerikalismuS bevorstehe. Wenn man den nationalliberalen Reden und Artikeln glauben dürfte, sollte diesmal wirklich die Sozialdemokratie als der ge- ringere Feind gelten und das vielberufene Wort:„Lieber rot als schwarz!" auf der ganzen Linie zur Wahrheit werden. Aber der »ationalliberale Mut hat nur bis zum 2ö. Januar vorgehalten, gerade solange, wie man glaubte, mit dem anttklerikalen Gerede gute Wahlgeschäfte machen zu können. Als die Hauptwahl vorbei war, näherten sich die feindlichen Brüder wieder, um gemeinsam Front zu machen gegen die Sozialdemokratie, die in einer großen Zahl der rhcillisch-westfälischen Industriestädte, hier mit den Liberalen, dort niit den Ultramontanen, zur Stichwahl stand. Nicht umsonst hatte das Zentrum in Köln ein eigenes Stichwahl- komitee eingesetzt, das unter der Leitung des bewährten Kuh- Händlers Spahn stand. Man weiß, daß das geplante Stichwahl- abkommen, das sich beziehen sollte insbesondere auf Köln, Essen und Düsseldorf, wo die Ultramontanen in Betracht kamen, und aus Bochum, Dortmund und Duisburg, wo die Liberalen an der Stichwahl beteiligt waren, nicht zustande ge- kommen ist. Wie es dabei zugegangen ist, zeigt eine in der „Kölnischen Zeitung" veröffentlichte Darstellung der national- liberalen Parteileitung, worin es heißt: „Wenn je irgendwo im Deutschen Reiche, so ist in Köln das Unmoralische der Stichwahlen zutage getreten. Das Zentrum verstand es, die Bedeutung der Wahl Trim- borns ins matzlose zu steigern; statt aber dementsprechend nun auch einen gleich hohen Preis zu zahlen, ver- sprach es, in solchen Wahlkreisen für die liberalen Parteien ein- zutreten, wo es an und für sich nicht sehr viel zu sagen hatte oder wo ein liberaler Kandidat gar nicht in Frage kam. Für die Kreise Hagen und Dortmund, die dem Liberalismus nicht minder wichtig waren wie Bochum oder Duisburg, war cs nicht zu haben. Statt Bochum gegen Essen, Duisburg gegen Düsseldorf einzutauschen, Köln ganz aus- z u s ch e i d e n, wußte es sogar die Augen der dortigen national- liberalen Parteileitungen so zu blenden, daß diese nur Köln und nichts anderes mehr sahen Und während nun von dieser Seite auf die Kölner Parteileitung eingestürmt wurde, kam von Tag zu Tag in Briefen, Telegrammen, dann in Abordnungen ein Hülfcgcsuch über das andere, doch auch Industriegebiete wie Saarbrücken, O t t w e i l c r, die hessischen, badischcn und anderen Kreise, wo die Sozialdemokratie den Ausschlag gab, nicht aus den Augen zu verlieren. Zuletzt begannen auch noch die einflußreichen 5t r e i s e der Regierung sich der Kölner selbst au- zunehmen und es zu einem Vergleich bringen zu suchen. Die Männer, die in der Woche vom 28. Januar bis zum 0. Februar Tag für Tag i» diesem Hader und Schacher um die einzelnen Wahlkreise gestanden haben, werden nur mit eineni gewissen A b s ch e n daraus zurückschauen können." Wenn der Mandatsschacher, der hier um die rhcinisch-west- fälischen Wahlkreise getrieben wurde, selbst den Abscheu der in langjähriger politischer Lumperei abgehärteten Nationalliberalen erregt, dann muß er allerdings danach gewesen sein. Ter schmäh- liche Handel ist gescheitert an der Haltung der Kölner N ationalliberale». Nicht als ob diese dem Zentrum gegen- über standhafter wären, als die Nationalliberalen im übrigen Westen sind. Nein, das Verhalten der Kölner Nationalliberalen hat seinen Grund in den lokalen Verhältnissen. Vor sechs Jahren verdrängte das Zentrum in Köln die Liberalen aus der RathauSmajorität; bei der letzten Stadtverordnctenwahl gelang es den Liberalen, durch den Sieg in der zweiten Abteilung, wieder die Majorität im Stadtverordnetenkolleg zu erlangen. Diese Wahl ist vom Zentrum angefochten worden. Daher ist die Erbitterung unter den Parteien hier besonders groß. Die Liberalen fürchteten von einem offenen Eintreten für das Zentrum in der jetzigen Stich- ivahl eine Schädigung ihrer kommunalpolitischcn Stellung, eine Gefährdung ihrer RathauSmajorität bei den nächsten Stadtverordnctenwahlen „Post".Logik. Im verflossenen Wahlkampf stand die„Post" wahrlich nicht an letzter Stelle, um mit ollen möglichen Lügen und Verleumdungen die Sozialdemokratie und deren Vertreter zu begeifern. Aber auch nach der Wahl ist sie diesem altbekannten Prinzip wen geblieben, und Nummer für Nummer bietet eine Schimpfkanonade gegen die gesamte Arbeiterbewegung, als ob die„Post"-Idioten in eine Preis- konkurrenz mit den Söldlingen des Reichsverbandes zur Verleum- dung der Sozialdemolratie getreten seien. Ganz besonders angetan hat eS ihnen der letzte Aufruf des Parteivorstandes, dem die.Post" einen besottdcren Artikel„Kopflosigkeit im roten Lager' widmet Nachdem in dem Elaborat die sektvertilgenden Millionäre, Rentiers und sonstige Arbeitergroschen schluckenden Parteivertreter aufmarschiert find, schreibt die„Post": „So heißt es z. B. auch, die Erbitterung durch die vielen Streiks und Masse naussperrungen habe die Arbeiter in Sachsen vielfach von der Partei abgedrängt. Nun, früher, wenn die unglücklichen Arbeiter, mit deren Schicksal und wichtigsten Lebensinteressen die satten Parteimillionäre nach Laune und Willkür spielten, wieder einmal am Hungertuche nagen sollten und in einen aussichtslosen Streik gehetzt wurden, der weitere Massenaussperrungen nack sich zog, dann hieß es, durch die Aussperrungen würden der Sozialdemokratte nur immer neue Truppen zugeführt. Jetzt ist mit einem Male den satten Milli o nären Singer und Bebel die Erkenntnis aufgegangen, daß es doch seine Bedenken hat, aus Despotenlaune und Größen- Wahn über Tausende von ehrlichen Arbeiter- familien für Wochen und Monate die Qual des Hungers und Elends zu verhängen, damit die Ersparnisse dezimiert und die armen Leute nicht etwa zufrteden werden. Wenn der rücksichtslose Terrorismus der Sozialdemokraten nicht wäre, dann hätte das „Volk" diese demagogischen Lebemänner und Gourmands, die aus anderer Leute Haut Riemen schneiden, noch ganz anders gerichtet. Aber der Bann ist jetzt gebrochen. Das Eisen muß ge- schmiedet werden, so lange es warm ist." Daß„die satten Millionäre Bebel und Singer" mit der Inszenierung von Streiks resp. Aussperrungen absolut nichts zu tun haben, daß der wirtschaftliche Kampf mit dem Unternehmertum Sache der Mitglieder der Gewerkschaften ist. braucht natürlich ein „Post"-Redakteur nicht zu wissen, oder er belügt sein Lesepublikum wider besseres Wissen; daß er aber seine Leser bewußt belügt, beweist die Wiedergabe der Sätze auS dem Auftufe des Partei- Vorstandes, auf die sich die„Post" bezieht. Der Absatz lautet: „In diesen Tagen zeigte sich, daß der unverhältnismäßig starke Ausschwung, den die Partei bei den Wahlen im Jahre 1903 aufzuweisen halte, nur einer Reihe besonders günstiger Umstände zu danken war. Insbesondere in Sachsen, in dem dieEheirrung in der Kronprinzenfamilie, der Haß gewisser Kreise gegen den damals regierenden streng katholischen König, die Erhöhung der Zivilliste und der prinzlicken Apanagen, in Verbindung mit einer erheblichen Erhöhung der Einkommensteuer, um mit dem Reichskanzler zu reden, eine große Anzahl wild gewordener Spießbürger in eine Art BerserkcrstiiNlimitg versetzte, der sie durch Abgabe eines Stimmzettels für einen sozialdemokratischen Kandidaten den entsprechenden Ausdruck gaben.... Kein Zweifel. Die Klassengegensätze haben sich in den letzten Jahren sehr verschärft. Die Kämpfe, die die in den Gewerkschaften organisierten klassenbewußten Arbeiter mit Fug und Recht führten, mit eine über- aus günstige Prosperitätsepoche für bessere Lohn- und Arbeitsbcdin- gungen auszunutzen, hat uns diejenigen Handwerksmeister weggetrieben, die itt ihrer beschränkten Unter- itehmerauffassung die Berechtigung dieser Bestrebungen nicht begreifen konnten. Die Massen- aussperrungen der Arbeiter in den verschiedensten Berufen und Gegenden durch die Unternehmer haben auch auf Seite der Arbeiter die Stimmung verbittert und die Kluft zwischen ihnen und der UuternehmerNasse erweitert. Ferner hat die Parteinahme vieler staatlicher Organe für die Unternehmer und gegen die Arbeiter, wie sie in zahlreichen Gewaltmaßregeln verschiedener Polizeiorgane und in Klastenjustizurteilen einer größeren Anzahl Gerichte zum Ausdruck kam, die vorhandene Verbitterung noch gesteigert." Und diese klaren Sätze wagt das Postgesindel umzufälschen in ein Abdrängen der Arbeiterschaft Sachsens von der Sozialdemokratie. Wundem sollte es uns steilich nicht, wenn in dem nächsten „Handbuch für nichtsozialdemokratische Wähler" diese neueste„Post'-Liige als eine Offcnbamng der Schädlichkeit der Sozialdemokratie dar- gestellt würde.—_ Zur Regelung der Zigarren-Hausinduprie. In der heutigen Sitzmig des Bundesrates fanden die Anträge des IV. Ausschusses, betreffend: a) Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Herstellung von Zigarren in der Hausarbeit, b) Entwurf einer kaiserlichen Verordnung, betreffend die AuS- dehnung der§§ 135 bis 139b der Gewerbeordnung auf Werk- stätten der Tabakindnstrie, c) Entwurf von Bestimmungen, betreffend die Einrichtung und den Betrieb der zur Anfertigung von Zigarren bestimmten Anlagen, die Zustimmung.— Schleifsteins Ehrlichkeit. Die„Post" erklärt in einem wutschnaubenden Arttkel die An- gäbe des Genossen Bebel, die„Information" sei eine vom Verbände zur Verleumdung der Sozialdemokratie herausgegebene Korrespondenz, für eine Unwahrheit. Wir nehmen Kenntnis von dieser Richtigstellung. Bebel wird sich bei seinem Gewährsmann weiter erkundigen. Bemerken wollen wir aber: ob die„Information" vom Reichsverband oder von Geistesverwandten dieses Lügensyndikats herausgegeben wird, ändert an ihrem Charakter und iinsereni Urteil nichts. Aufs Lügen und Verleumden versteht sich die„Information" genau so gut wie der Rcicksverband. Auf keinen Fall ist es eine Beleidigung für die „Jnfomtatton". wenn Bebel sie als Kind des Reichsverbandes brand- markte. Die Vaterschaft ist dieselbe und sie gleicht dem Reichs- verband wie ein Zwillingsbrudec dem anderen. Die„Post" begleitet aber ihre Richtigstellung auch wieder mit den insamsten Angriffen und Beschuldigungen auf Bebel und Singers Verinögeusverhältiiisse und mit den maßlosesten Uebertreibungcn über die ehemalige Villa Bebels. Solche Schimpfereien»ehmen sich in dem Organ für Millionäre und Billenbesitzer allerdings etwas burlesk auS. Wir wollen aber der„Post" zur Beruhigung ihrer Herren mitteilen, daß Bebel und Singer jeden Augenblick bereit sind, mit den Hintermännern der„Post" zu teilen und dabei ein aus- gezeichnetes Geschäft zu machen glauben. Was aber die Bebelsche Villa mit ihren vierzehn Zimmern betrifft, die angeblich Bebel be- wohnte, so sei auf drese immer wiederholte Lüge der„Post" bemerkt. daß die Bebelsche Villa nicht vierzehn, sondern fünfzehn Zimmer besaß, aber auch vier Küchen, was darauf schließen läßt, daß vier Familien das Haus beivohnten. Und so�war es in der Tat. Zwei Etagen mit je fünf Zimmern und Küche wurden dauernd von fremden Mietern bewohnt, im Souterrain bewohnte der Hauswirt zwei Zimmer und Küche und im Dachgeschoß Bebel drei Zimmer und Rüche. Wir gehen auf diese Dinge so ausführlich ein, um zu versuchen, ob wir durch diese Darstellung der Tatsachen der„Post" und ahn- lichem Gelichter das Lügenmaul stopfen und sie zn einer Richtig- ftellnng zwingen können. Unsere Hoffnung ist allerdings gleich Null.— Dr. Becker-Sprendlingen nicht ReichöverbandS-Handlangcr. Die „Post" behauptet, die Angabe des„Vorwärts", der Dr. med. Becker in Sprendlingen bei Offenbach sei in die Leitung des Reichs- Verbandes eingetreten, sei unrichtig. Im Gegensatz zur„Post", die Berichtigungen ihrer Behauptungen nie beachtet, beeilen wir uns. von ihrer Angabe Kenntnis zu»ehmen. Die Mitteilung ging uns von einer Seite zu, die wir für sehr gut unterrichtet halten mußten. Uebrigens wird Herr Becker, wenn er nicht in den Dienst des Verlcumdungsverbaitdes tritt, sich doch nicht nehmen lassen, als Frei- williger in seinem Geiste weiter zu wirken. Kuslanck. Ungarn. Ausflüchte. Budapest, 14. Februar.kfW. T. B.) In der heutigen Sitzung deS Abgeordnetenhauses berichtete Handelsminister Franz Kossnth über die gestohlenen Akten, welche nur die seit Jahrzehnten bestehenden üblichen Verträge zwischen der Staatsbahnverwaltung und den Administrationen der Zeitungen betreffend die Veröffentlichung der Fahrpläne enthielten. Es sei unmöglich, diese Verträge als Be- stechung anzusehen, denn es handle sich nur um den Preis für die Veröffentlichung von Inseraten und um die Gewährung eines Reise- stipenditims für einen verdienten Publizisten. Die Aktenstücke würden vollinhaltlich veröffentlich werden. Kossuth gibt seinem Bedauern Ausdruck, daß die Skllndalsucht sich dieser Aktenstücke bemächtigt habe, obgleich sie keinerlei geheimnisvolle oder tadelnswerte Hand- lungen der Regierung berührten. Die Erklärung des MinisteeL wurde mit allgemeiner Zustimmung aufgenommen.— Italien. Die antimilitaristische Agitation. Rom, den 10. Februar. lEig. Ber.) Der„ A v a n t i" veröffentlicht einen Aufruf der sozialistischen Fugendorganisatton an die Rekruten des Jahrgangs 1887, die für den 20. Februar zum„Ziehen der Nummer" einberufen sind. Be- kanntlich wird in Italien wie in Frankreich die Gesamtmasie der Rekruten in zwei Kategorien geteilt; die der ersten Kategorie zu- gewiesenen leisten den vollen Militärdienst von drei(Infanterie) bis zu fünf(Kavallerie, Marine, Artillerie) Jahren. Was die Bedürfnisse des Kontingents überschreitet, wird der zweiten Kategorie zugeteilt und nur zu kurzen Uebungen einberufen. Ueber die Zuteilung entscheidet das LoS. Wer sich zum Ziehen des Loses an dem festgesetzten Tage nicht einstellt, für den wird von Amts wegen daS Los gezogen. Die sozialistische Jugendorganisation fordert nun in ihren, Manifest die Rekruten auf, als Protest gegen den Militarismus, der das Land aussaugt und es dem Elend und Analphabetismus über- antwortet, sich nicht zum„Ziehen der Nummer" einzustellen! Dieser stumme Protest soll der Gier des Militarismus eine Mahnung und Waniung sein. Der„ A v a n t i" billigt diese Agitation und teilt mit, daß auch die Mehrheit des Parteivorstandes ihr beipflichtet. Die Re- gierung scheint über den Plan der Antimilitaristen, eine Art Revue ihrer Kräfte zu halten, recht besorgt. Seit der Veröffentlichung des Manifestes haben die Mitglieder des Komitees, das den Aufruf unterzeichnet hat, beständig Geheimpolizisten auf den Fersen!— Der Todestag Giordano Brunos(17. Februar), der vor 407 Jahren als Märtyrer des freien Gedankens starb, soll in diesem Jahre zu einer großen antiklerikalen Demonstration in ganz Italien benutzt werden. Ueberall werden Umzüge und Volksversammlungen abgehalten. In Rom werden u. a. auch die sozialistischen Abgeord- neten Enrico Ferri und Berenini sprechen. An der anti- klerikalen Kundgebung beteiligt sich die sozialistische Partei offiziell, ferner die Republikaner, Radikalen, Anarchisten und Freimaurer. Die vatikanfreundliche Strömung in der Regierung und das machtvolle Eindringen der Klerikalen in Parlament und Gemeinden zeitigt als Reaktion dieses Erwachen anttklerikalen Geistes. In der sozialistischen Partei treten sowohl die Reformisten um Turati als die Syndikalisten dieser Bewegung als einer dem bürgerlichen Radikalismus zustehenden Manifestation entgegen. England. Die Fortsetzung der Adrrßdebatte brachte zunächst Ausfüh- rungen über die irische Frage: Der Staatssekretär für Jr- land, Birrell, erklärte, er und Premierminister Eampbell-Banncr- man seien sich darin vollkommen einig, daß die einzige Lösung des irischen Problems, die die große Mehrheit des irischen Volkes befriedigen würde, die Gewährung von H o m e r u l e und eines eigenen Parlamentes sei. Er würde deshalb nicht die Verant- Wartung für irgend eine andere Maßregel übernehmen, die in irgendwelcher Weise die Erfüllung der irischen Hoffnungen zunichte machen würde.(Beifall bei den Nationalisten.) Er hoffe, daß bald die Zeit kommen werde, wo Irland eine starke und wirkliche Erhöhung der Macht Großbritanniens sein werde, der Stolz des britischen Herzens und die Freude der irischen Bevölkerung selbst. (Beifall.) Birrels Rede war durchweg sympathisch im Tone, ließ aber nicht durchblicken, welcher Art die zu erwartenden Vorschläge der Regierung sein werden. Schatzkanzler A s q u i t h erklärte dann auf Anfrage ber- schiedencr Redner der Arbeiterpartei auf Schaffung einer Alters- Versorgung: Die praktische Lösung dieser Frage sei nur möglich durch Sparsamkeit bei den öffentlichen Ausgaben und Verbesserung des derzeitigen Steuersystems. Aber man könne nur schrittweise vorgehe», und wenn er auch den dringenden Wunsch habe, einen Anfang zu machen, so sei es doch unmöglich, den Uebcrschuß des nächsten Haushaltsctats oder dessen Verlvendung vorher festzu- legen. Die Regierung wünsche ernstlich, eine wirksame Alters- Versorgung zu schaffen, wenn auch anfangs nur in beschränktem Maßstäbe. Niederlande. Die Ministerkrise. Wie wir kürzlich mitteilten, hat die VerfassungSkomnnssion in ihremJSlitachten die Erste Kammer für einen„nützlichen Bestandteil der StaatSregierimg" erklärt. Wie sehr dies im Sinne der Reaktion der Fall ist. zeigt jetzt die Ministerkrise, die lediglich ein Werk dieses Oberhauses ist, welches das Budget des halbwegs liberalen Kriegs», inisters S t a a l ablehnt, weil man die Beseitigung und teilweise Einschränkung eines für die Landesverteidigung höchst überflüssigen Truppenteils, des sogen,„bleibenden Teiles" der Kavallerie und Infanterie, nicht billigt. 27 der hohen Kammerherren, Katho- liken und Calvinisten, sowie der Liberale van Honten stimmten gegen das Budget, 17 dafür, 0 ivaren abwesend. Unter den Gründen, die in der Debatte von der Mehrheit geltend gemacht wurden— auch von dem Liberalen van Honten— spielten solche der Landesver- teidigung nur eine untergeordnete Rolle. Man legte viel mehr Gewicht darauf, daß nach Abschaffung des bleibenden Teils bei Unruhen im Lande nicht genug Truppen zur Unterdrückung des„innern Feindes" vorhanden waren! I Denselben Grund führte man gegen eine andere Maßnahme des Kriegsministers an. nämlich dagegen, daß den Landwehrleuten nach beendeter Uebung die Gewehre zur Ausbelvahrung mit nach Hause gegeben werden, wie daS bei der Schweizer Miliz üblich ist. Die Miuisterlrise hat eine sonderbare politische Lage geschaffen. Die Zweite Kammer hieß das Budget des Kriegsministers gut, die Abstimmung über die Abschaffung des bleibenden Teils aller- dingS hat sie noch ausgesetzt. DaS Ministerium de Meestcr, das sich mit seinem Kriegsminister solidarisch erklärt hat, entspricht den Mehrheitsverhältnissen dieser Kammer, so daß also zu ihrer Auflösung kein Grund vorliegt. Eine Auflösung der Erste» Kammer ist jedoch zwecklos. weil sie von de» Provinzialstaate» gewählt wird, die höchst wahrscheinlich dieselben„widerspenstigen" Abgeordneten wiederwählen Würden. Den Kämpf gegen die Reaktion ernsthaft aufzunehnicn, daS Ministerium de Meester schwerlich Kraft und Willen genug be- sitzen. So bleibt nur Vre Ausweg übrig, daß ein Ministerium ohne ernsten politischen Charakter ans Ruder kommt, von dem kaum irgend tvelche wichtigen Reformen zu erwarten sind.— Bulgarien. „Nachgiebigkeit"— aus Schwäche? Die gemaßregeltcu Universitätsprosefforeu veröffentlichen ein neuerliches Manifest an das bulgarische Volk, in dem sie das neue Universitätsgesetz scharf mißbilligen und erklären, daß kein Pro- Lehrstuhl annehmen werde. Den g-maßregelten Uni- versitatsstudcnten gegenüber nimmt die Regierung eine nachgiebige Kaltung ein. Alle strafweise in die Armee eingereihten Studenten sind vom Militärdienst wieder befreit worden. Amerika. Tie Bodenschätze.— Branntweinhandel.»- Einwanderungsgesetz. Präsident Rooscvelt hat dem Kongreß eine Botschaft in bezug auf öffentliche Landereien zugehen lassen, in der er die Ge- wmnung von Kohle oder anderen Brennmaterialien auf Landerelen, die noch im Besitz des Staates sind, diesem vor- behalten wissen will, und erklärt, das B-lk müsse sich sein Recht nuf die Bodenschätze an Brennmaterial wahren. ... Der Senatsausschuß für auswärtigL Angelegenheiten hat uoer den in Aussicht genommenen allgemeinen Vertrag zwischen den Machten beraten, der die Unterdrückung des Branntwein. handeis in Afrika durch Einfuhrung von Prohibitivzöllen bezweckt. und einem Bericht zugestimmt, der sich für diesen Vertrag aus- lprlcht. *** Washington, 13. Februar.(Meldung der Associated Preß.) Bereits seit der letzten Session des Kongresses sind verschiedene Aenderungen des Einwanderungsgesetzes erwogen worden. Das bestehende Gesetz setzt nämlich eine Kopfsteuer von 4 Tollars fest für alle Einwanderer, mit Ausnahme solcher, die aus Kanada. Reufundlaiid, Kuba und Mexiko kommen, es sagt aber nichts über Einwanderer, die in Puertorico, Hawai, Guam und den Philip- plnen landen. Weiterhin sollen neue Bestimmungen über den den Passagieren auf den Auswandererschiffen zu gewährenden Luft- räum getroffen werden, und zwar werden für jede Person auf allen schiffen, die Einwanderer nach den Vereinigten Staaten bringen. 18 Kubikfutz mehr für das Hauptdeck und das erste Zwischendeck und 20 Kubiksuß mehr für das zweite Zwischendeck verlangt. �> Das Amendement zur Einwanderungsbill, da? vom Staats- kekretar Root vorbereitet wird, enthält auch die Bestimmung, daß der Präsident Ausländern, welche ihre Zulassung auf das kontinentale Gebiet der Vereinigten Staaten auf Grund von Pässen nachsuchen, die auf irgend ein anderes Land, als die Ber- einigten Staaten oder deren insulare Besitzungen oder die Zone des Panamakanals lauten, diese Zulassung verweigern kann, wenn er überzeugt ist, das? die Pässe in einer Art beinifct werden, die den Interessen der amerikanischen Arbeiter schädlich ist. kommunales. Stadtverordneten-Bersammluug. k. Sitzung vom Donnerstag, den 14. Februar. nachmittags 5 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Verhandlungen nach ö'/, Uhr. An Stelle der ausgeschiedenen Stadtv. Buchow und Rast und des verstorbenen Stadtv. Perls haben verschiedene Ersatzwahlen stattzufinden. Es werden gewählt in die Tiefbaudeputation B a s n e r(Soz). und S ö k e l a n d/» Millionen Mark Kosten vorschlug. Die Versammlung überwies die Vorlage und den dazu eingegangenen Antrag_ Modler einem Ausschutz. Der An- trag Modler will die Entlastung des Potsdamer Platzes auf anderem Wege erreichen; der Antragsteller hält von der Verkürzung des Weges vom Kemperplatz nach dem Potsdamerplatz um nur 200 Meter bezw. eine Zeitersparnis von nur 50 Sekunden für gänzlich einflutzlos auf den Berkehr. Auch die Er- fahrungen mit den bisherigen Stratzendurchbrüchen bestätigten ihm seine pessimistische«uffaffung; man solle die beiden Wachthäuser auf dem Potsdamer Platz beseitigen, den Leipziger Platz freigeben und so die Erleichterung des Verkehrs herbeiführen. Stadtbaurat Krause hielt für ausgemacht, datz diese Maßnahmen das Gegenteil von dem Gewünschten erreichen werden; die Kosten des Antrages Modler würden auch sehr erheblich höhere sein; das einzige Radikal- mittel sei die Schaffung einer Parallelstrabe. Der ganze Verkehr von Moabit durch die Bellevuestrabe gehe jetzt nach dem Potsdamer Platz; diesen Verkehr müsse man ablenkei». Es würden auch nur drei Grundstücke voll beansprucht werden, von den übrigen nur Hinterland. Im Ausschuß ist dann noch betont worden, daß, da die Verkchrsprojekte der Stadt seitens der Be- Hörden nur wenig Unterstützung fänden, die Stadt hier zeigen müsse, datz sie auch vor Opfern nicht zurückschrecke-, es dürfe diese Gelegen» heit nicht verpatzt werden. Die Abstimmung ergab die Annahme der Vorlage mit 7 gegen 4 Stimmen und die Mlehnung des Antrags Modler. Der Vorschlag, die Jägerstrahe nach der König, grätzcrstratze durchzulegen, ist von dem Stadtbaurat Krause als un- ausführbar bezeichnet worden. Es ist inzwischen ein neuer Antrag eingegangen, die Ver- sammlung möge mit dem Magistrat in gemischter Depu- t a t i o n beraten, wie in zweckinätziger Weise eine Entlastung des Potsdmnerplatzes herbeigeführt werden könne. Stadw. Atodler(A. L.): Ein großer Teil meiner Freunde lehnt den Magistratsantrag ab, weil wir die geforderte hohe Summe nicht als Bequivalent für die Vorteile de» Durchbruchs ansehen können. Die fürchterliche Verwirrung deS Verkehrs, die auf dem Pots- damerplatz an der Tagesordnung ist, mutz beseitigt werden. DaS kann zweckmätzig nur geschehen durch meinen Antrag, welcher die beiden Wachthäuser fortnehmen will. Dadurch entsteht eine bequeme und ge» räuniigc Verbindung zwischen dem Potsdamcrplatz und Leipzigerplatz. Durch breitere Straßen lätzt sich der Verkehr doch besser leiten als durch engere. Der Riesenverkehr über den Place de la Concorde in Pari« oder über die Piazza del Popolo in Rom ist doch nur dadurch möglich, datz solche Verkehrshindernisse sich da nicht finden. Die Kostenfrage in diesem Sinne ist nur ganz nebensächlich; der Platz aber wird ein besseres Aussehen bekommen. Datz die Torgebäude ein not- wendige» Bequivalent für die architektonische Ausgestaltung des Platzes seien, kann ich nicht zugeben; vor 100 Jahren mochte daS allenfalls noch zutreffen. Der Potsdamerplatz schlietzt doch im Westen heute viel schöner ab als der Leipzigerplatz mit den beiden gelben Häuschen. Die Erlaubnis, datz sie fallen, würde sicher zu erwirken sein, wenn die nötige Energie entfaltet wird. Mein Antrag geht ferner dahin, den jetzt um den schönen Leipziger Platz gelegten Staketen- zäun zu entfernen, durch den Platz Wege zu legen und den West» lichen Zipfel des Platzes abzuschrägen, so daß seine Grenze mit den Fronten der beiden Hotels zusammenfällt. Die Beseitigung der Vorgärten in der Bellevuestratze ist mir von vielen Seiten verargt worden und würde auch sehr kostspielig sein; ich sehe von diesem Teil meines Antrags ab. Die Berliner Steuerzahler werden nicht verstehen, wie man so enorme und unübersehbare Summen ausgeben will für absolut unübersehbare Zwecke.(Beifall und Wider- fpruch.) Stadtbaurat Krause: Trotz der vor sechs Jahren erfolgten Re- gulierung des PotSdamerplatzrs werden die Berkehrsverhältniffe dort täglich schwieriger. ES lätzt sich ja durch die Erweiterung des Platzes der Verkehr verbessern, zumal wenn auch die Vorgärten an- gekauft werden. Das aber genügt nicht. Unsere Borlage ist immer noch besser als der Antrag Modler, mit dem garnichtS erreicht wird. Der Antrag schafft bloß ein Ebao«, eine wüste Fläche, aber keine verantw. Redakteur: Hin» Weber, Berlin. Jnjeratenteil verantw.i Verkehrserleichtemng. Wir wollen auch den Verkehr auf dem Plage nicht regeln, sondern wir wollen den Platz ent- l a st e n. Dazu brauchen wir einen direkten parallelen Straßenzug nach dein Kemperpkatz. Ein anderes Projekt empfiehlt den Durchbruch nach der Bellevue- und Viktoriastratze; dieses würde noch kostspieliger sein, denn es würde das Künstlerhaus und das Wilhelmsgymnasium durchschneiden. Als billigstes und zweckmätzigstes bleibt nach Lage der Dinge nur unser Projekt übrig. Nach einigen Jahren würde auch dies durchzuführen nicht mehr möglich sein, angesichts der Ent- Wickelung der Bellevuestratze.(Beifall.) Stadtv. Khllmann(Fr. Fr.): Im Jahre 1871 habe ich bei den Vorarbeiten für die Anlegung der Voßstraße beim Polizeipräsidium lebhafte Unterstützung gesunden und in 8 Tagen hatte ich die Zustimmung in der Tasche. Ob das heute ebenso rasch gehen würde, möchte idj doch bezweifeln. Die Frage muß aber über- Haupt von umfassenderen Gesichtspunkten betrachtet werden. Vor dem Potsdamer Tor westlich liegen Stadtteile und Städte mit schon jetzt 400 000 Einwohnern. Für einen großzügigen Verkehr bedarf es einer schlanken durchgehenden Stratzenführung; die würde durch das Magistratsprojekt gegeben. Die Bellevuestratze hat einen erheblichen Verkehr, der demjenigen über den Potsdamer Platz geradezu in die Flanken fällt; der würde abgelenkt werden. Vor dem Kostenpunkt sollte Berlin nicht kleinlich zurückschrecken. Den Antrag Modler auf Ablehnung verstehe ich, aber nicht seine positiven Vorschläge, die den Verkehr nur noch weiter verwirren können. �Die Torhäuscr wirken als Schutzinseln: beseitigen wir sie, so würde der Verkehr durch die notwendigen Schutzinseln noch weiter beengt. Die Beseitigung der Häuser wäre auch architek- tonisch ein Mißgriff. Die gemischte Deputation wäre ein Umweg, auf dem nur eine Vertagung sä calencka-, graecas erreicht würde. Stadtv. Reimann(A. L.j: Der Magistrat erwartet wohl selbst nicht allzuviel von seinem Projekt, das er ja erst nach langem Sträuben und die �Verlehrsdeputation zum Teil wohl aus Courtoisie gegen den Stadtbaurat Krause(Unruhe) akzeptiert hat, der auch in der Verkehrsdeputation sitzt. Der Verkehrsrat Krause ist hier zu weit rechts abgekommen; wir können zum größten Teil nicht mit ihm mitgehen. Kosten scheuen wir nicht, das haben wir genugsam bewiesen. Die Voßstraße, ursprünglich Prwatstraße. hat bisher keinen Verkehr aufzuweisen; den Verkehr kann man eben nicht in ein bestimmtes Bett zwängen. Andererseits hat sich die Spekulation schon jetzt auf die Häuser der Mohren- und Votzstratze geworfen. Mancherlei Kreise würden Vorteil haben, nur nicht der Verkehr. Es würde am Kemperplatz� nur ein zweiter Potsdamer Platz geschaffen werden, der ja durch den Roland- brunnen schon stark in Anspruch genommen ist. Den Potsdamer Platz wollte man ja vor Zeiten auch mit einem großen Obelisken besetzen, was nur mit knapper Not abgewehrt worden ist. Die Architekten können also absolute Autorität für ihre Verkehrsvor- schlüge nicht verlangen.(Heiterkeit.) Auf dem Potsdamer Platz ist scharf zwischen Fußgänger- und Wagenverkchr zu unter- scheiden. Daß der Verkehr vielfach lebensgefährlich ist, steht fest. Das liegt aber an den 4 Bahnhöfen, die den Platz mit ihren Passagieren stets belasten werden. Daß man den Verkehr ver- bessert, wenn man ihn einengt, höre ich heute zum ersten Male. Die Entlastung des WagenverkehrS wird ja erfolgen durch die Untergrundbahn und auch durch die UntertunnelungSbauten der „Großen", die anscheinend sicher durchgeführt werden werden. Unter diesen Voraussetzungen wären ja die Millionen Mark fast weggeworfen. An die beiden Torhäuser will man bloß nicht heran, weil sie fiskalisch sind. Wenn der Baurat ein groß- städtischeres Projekt ausarbeiten wollte, wir würden die zehnfache Summe bewilligen(Hört, hörtl), aber es mutz eine Arbeit sein, die eines Groß-Berlin würdig ist, nicht ein solches Anhängsel. Für diese Vorlage bewilligen wir nicht einen Sechser.(Bei- fall und Zischen.) Stadtv. Singer(Soz.): Ich hoffe, daß nach diesen Aus- führungen der Ausschußantrag möglichst einstimmig angenommen werden wird(Heiterkeit), denn eine bessere Begründung für den- selben könnte man nicht geben. Es ist eine eigentümliche Insinuation, daß eine Deputation einem Projekt aus Courtoisie gegen den Stadtbaurat zugestinimt hat. ES ist das auch wohl bloß eine Rcdefloskel gewesen. Wenn Herr Reimaun dann das Ein- treten der Grundstücksspekulanten erwähnt hat, so ist diese Tat- fache sehr zu bedauern, aber diesen an sich unleidlichen Vorgang kann man doch nicht benutzen, um ein für die Stadt nützliches und für die Verkehrsinteressen notwendiges Projekt zu bekämpfen. Und könnte man verhindern, daß. sowie in der Verwaltung irgend ein derartiges Projekt erörtert wird, die Grundstücksspekulation sich auf das betr. Terrain wirft? Den vom Vorredner zuletzt aus- gestellten Wechsel würde ich dem Magistrat zu diskontieren nicht raten; dieser sollte ihn vielmehr als einen der eben verflossenen Faschingszeit angemessenen Scherz anseffen. Ich würde den Bogen Papier bedauern, den der Baurat darauf verwendete, eine direkte Perbindung mit dem Potsdamer Platz von der Frankfurter Allee her zu skizzieren. Der Antrag Modler verhindert in seiner Wirkung das sofortige Einschrelten gegen den Mißstand; die älteren Kollegen unter uns würden die Aufnahme der dann nötigen Verhandlungen sicher nicht mehr erleben. Wir von der Verkehrs- deputation wissen ja, was es heißt, mit den Aufsichtsbehörden zu verhandeln. Vor 30 Jahren ging es im Polizeipräsidium bezüglich der Schnelligkeit anders zu als heute; ich verweise nur auf unsere Straßenbahnprojekte. Jedenfalls würde der Antrag die gegen- wärtige Kalamität nicht beseitigen. An einer anderweiten Regulierung des Potsdamer Platzes für später mitzuwirken. würde ich mich auch durch die Annahme der heutigen Vorlage nicht behindert betrachten. Ich empfehle nicht den Modlcrschcn Plan; aber die Regulierung des Platzes soll der Magistrat auf alle Fälle im Auge behalten. Jedes halbe Jahr, um welches wir den Durchbruch der Voßstraße verzögern, ist für den Verkehr ein sehr empfindlicher Verlust. Die technische Seite der Frage ist durch den Kollegen Kyllmann erschöpfend erläutert worden. Ich vertrete durchaus mit Herrn Reimann die Anschauung, daß auch der praktische Bürger das Recht eines Urteils über die Verkehrs- Verhältnisse hat; in diesem Sinne empfehle ich gerade den Magistratsantrag als die zurzeit einzige Möglichkeit der Ent- lastung des Potsdamer Platzes und der ebenso wichtigen Ent- lastung der Leipzigerstratze. Die Prinz Albrechtstraße hat gegen früher an Verkehr doch zugenommen und wird in Zukunft einen noch weit größeren Verlehr aufnehmen; sie hat derart für die Leipzigerstraße immerhin eine Entlastung bedeutet. Es handelt sich eben auch darum, durch solche Durchbrüche nicht sowohl bereits vorhandenen Verkehr zu beseitigen, als zu verhindern, daß dieser sich noch weiter steigert. Die Rücksicht auf die Kosten darf un- möglich ein Hindernis für das Projekt sein. Wenn die badische Gesandtschaft sich gemüßigt fühlt, in einem Expose uns das törichte dieses Projekts vorzuhalten, so hätte der badische Gesandte doch Besseres zu tun, als sich in unsere Verkehrsverhaltnisse ein- zumischen, zumal auf dem Wege rechtsanwaltlicher Zustellung, wie man etwa einen Zahlungsbefehl ergehen läßt.(Heiterkeit.) Trotz der hohen Weisheit, welche Gesandten und Bundesrats- Mitgliedern an sich innewohnen mutz, glauben wir hier doch besser die Verkehrsbedürfnisse beurteilen �u können. Wir waren in den 70er und 80er Jahren viel bereitwilliger, Straßendurchbrüche zu fördern und große Verkehrswege zu schaffen, als heute; die Schwierigkeiten mit den Vororten haben vielleicht etwas lähmend auf diese Politik eingewirkt. Der frühere Kämmerer wollte ja die kleinen engen Straßen beibehalten, um das historische Bild der Stadt zu konservieren. Heute müssen wir Opfer bringen für die VerkehrSverbesserunyen. Wir gefährden alle unsere anderen Verkehrsverbesserungspläne, wir würden kommunalpolitisch unklug bandeln, wenn wir hier kleinliche Knickerei treiben wollten. Nur solche Leute können die Vorlage nicht wollen, die sich gegen die tatsächlichen Verhältnisse selbst eine Scheuklappe vorbinden. Wir werden für den Ausschußantrag stimmen!(Beifall.) Bürgermeister Dr. Reicke: Wir fassen in der VcrkehrSdeputation wirklich nicht unsere Beschlüsse au» Courtoisie gegen irgend ein Mitglied. Man kann sich gar nicht schiefer ausdrücken als Herr MI. Giscke, Berlin. Druck u. Verlag: Vorwärts Buchdr. it. Verlag»anMi Reimann es tat, wenn er von dem..Bißchen' sprach. Der Kopf ist gegenüber dem langen Körper auch nur ein„Bißchen". Mit der Vorlage gelangen wir zum erstenmal zu einer vollen Aus- Nutzung der Voßstraße, die bisher ein unterbundenes Leben führte, da'ihr ein Ausgang fehlte. Der Wilhelmplatz wird umgestaltet werden, der Zvtenplatz wird fallen; wie können Sie da die neue Verkehrsstratze von neuem unterbinden, indem Sie die Vorlage ablehnen? Ueb-r die weitere Entlastung des Potsdamer Platzes wird unausgesept weiter verhandelt. Stadtv. Frick(N. L.): Wir werden mit großer Mehrheit die Vorlage ablehnen, die nur ein kleines Mittelchen darstellen würde. womit nichts gewonnen wäre. Wir beantragen hingegen, den Magistrat in einer Resolution aufzufordern, uns eine neue Vorlage zu machen, durch die die Verkchrsverhältnisse des Pots- damer Platzes gründlich gebessert werden. Stadtv. Jacobi(A. L.) betont, daß die Magistratsvorlage in der PerkehrSdeputation einstimmig angenommen worden sei. Der Antrag Madler bringe schon lange keine Entlastung des Pots- damer Platzes, hingegen würde durch das Magistratsprojekt der Weg von der Mckuerstraßc nach dem Tiergarten um 340 Meter. nicht nur uni 200 Meter, abgekürzt. Es gehe nicht ferner an. daß das große Berlin nach dem Westen nur zwei Ausgänge habe. Brandenburger Tor und Potsdamer Platz; die Annahme der Magistratsvorlage sei dringend zu einpfeblen. Stadtv. Haberland(A. L.): Die Magiftratsvorlage.schafft keine Abhülfe; schon nach zwei Jahren ständen wir vor derselben Kalamität. Die B-llevuestraße hat eine ganz beträchtliche Per- kchrsjteigerung zu erwarten, durch das.Rheingold"-Restaurant und die projektierten großen Hotelbauten. Wo bleibt dann Ihr Flickwcrk?(Beifall.) Ein anderer Weg wird uns durch das Projekt deS Kollegen£remec gewiesen. Kollege Singer macht sich doch sonst gar nichts aus dem Standpunkte der Aufsichtsbebörden; heute erklärt er. wir mLßten diesen zeigen, daß wir vor Opfern nicht zurückschrecken. Wir halten trotz der Stellungnahme der Auf» sichtsbehörden an unserer Ueberzeugung fest. Ueberweisen Sie die Sache einer gemischten Deputation!(Beifall und lärmender Widerspruch.) Stadtv. Cassel(A. L.) ist im Gegensatz zu seinen Freunden ein Anhänger der Vorlage. In der Verkehrsdeputation sei nach- gewiesen worden, daß die Vorlage durchaus brauchbar und akzcp- tabcl ist. Baurat Krause sei auch gar nicht allein die treibende Kraft in der Berkehrsdeputation gewesen. Es sei doch kein Grund. die Vorlage abzulehnen, weil hier die Wünsche der Auffichts- behörden mit den Borschlägen des Magistrats übereinstimmen. Der Hinweis auf die Projekte der„Großen" dürfe nicht zur Ab- lehnung der Vorlage verwertet werden. In der ganzen Diskussion habe sich kein einziger andertveiter praktikabeler Vorschlag vernehmen lassen. Die Durchlegnng der Jägerstraße sei von dem Vater des Gedankens, dem Stadtverordneten Cremer. selbst fallen gelassen worden, da sie mitten durch den Bundesratssaal führen und ungezählte Millionen kosten würde. Besser heute die Vorlage ablehnen, als eine gemischte Deputation! Stadtv. Friedemann(soz.-fortschr.) verspricht sich nichts von der minimalen Abkürzung des Wages nach dem Kemperplatz, wohl aber würde man diesen unverhältnismäßig belasten. Nähme man die Eckhäuser an der Potsdamerstraße und Linkstraße fort, so würde schon eine erhebliche Erleichterung eintreten. Stadtv. Cremer(Fr. Fr.): Ich lasse mein Jägerstraßenprojekt, daS noch auf Jahre hinaus unausführbar ist, und weil es sich doch hauptsächlich um die Entlastung der Leipzigerstraße handelt, fallen und stimme für die Vorlage!(Beifall.) Stadtv. Rosenow(N. L.): Die Vorlage ist nur ein Palliativ- mittel, welche das große, wirklich Abhülfe schaffende Projekt des Durckbruckis der Voßstraße nach der Viktoriastratze und Pots- damerbrücke gefährden würde. Daher lehnen wir für jetzt die Vorlage ab, empfehlen aber die Resolution, den Magistrat zu ersuchen, uns ein großzügiges Projekt vorzulegen.(Zurufe.) Auch die PotSdamerftraße muß entlastet werden, und das muß von der Potsdamerbrücke her geschehen!(Beifall.) Oberbürgermeister Kirschner: Ich bitte Sie, den Antrag auf gemischte Deputation wie auch die Resolution abzulehnen. Das vorgelegte Projekt wird zur Entlastung des Platzes dienen, das mutz jeder Unvoreingenommene einsehen. Kein Projekt ist bei uns gründlicher und eingehender untersucht worden; die früheren Gegner sind allmählich bekehrt. Alle anderen Vorschläge, auch den des Kollegen Roseiww. haben wir längst geprüft und für undurch- führbar befunden. Nun soll etwas„Großartiges" gemacht werden; das ist sehr leicht gesagt, aber keinerlei praktische Andeutung dafür ist erfolgt. Weichen Sie der Sache nicht aus!(Beifall.) Stadtv. Stapf(A. L.) bekennt sich als Anhänger der Vorlage und betont, daß Stadtv. Cassel in der Fraktion keineswegs allein �'Stadtv. Wallach(A. L.): ES sind im ganzen nur S Mann! (Heiterkeit.) Redner zieht unter großem Lärm der immer un- ruhiger werdenden Versammlung gegen die Vorlage zu Felde; der Vor st eher vermag ihm kaum Gehör zu verschaffen. Oberbürgermeister Kirschner: Wenn Herr Wallach gemeint hat. daS Gebäude dürfe als exterritorial nicht enteignet werden, so dürfte das auf einem Mißverständnis beruhen; die Erterritoriali- tat bezieht sich auf die Personen, nicht auf die Gebäude. Hievauf wird ein Schlußantrag gegen S Uhr angenommen. Der Antrag aus Einsetzung einer gemischten Depnta- t i o n wird abgelehnt, ebenso mit schwacher Mehrheit die R e- solution Frick.„den Magistrat zu ersuchen, ein« neue Vor- läge einzubringen, welche mit Sicherheit eine Verkehrsablenkung vom Potsdamer Platz erwarten läßt"; desgleichen der Antrag M od ler gegen wenige Stimmen. Die Vorlage gelangt mit 64 gegen 45 Stimmen zur A n n a h m e. Die Versammlung setzt hierauf um 0 Uhr 5 Minuten die übrigen Gegenstände von der Tagesordnung ab. Eingegangene Druck lekriften. «. Freitags ReichstagSwahlkaite des Deutschen Reiches 1907. Preis 60 Pf. Verlag G. Freitag u. Bernd t. Wien VN 1. Markenschutz und Wettbewerb. MonatSschrist für gewerblichen RechtS- fchich. Herausacbee Rechtsanwalt Dr. M. Wassermann. Einzelnummer 1 M. Halbjährlich 4 M. Verlag Dr. Bedckind, Berlin BW. 19. Letzte Nacbncbtcn und Dcpcfchrn Gottlose Leute. Paris, 14. Fe ruar.(W. T. B.) Durch ein Dekret, welches daS Amasblatt morgen veröffentlicht, wird die Institution der Marinepfarrer abgeschafft werden. Ganz wie bei unS! Brüssel, 14. Februar.(B. H.) Bei der heutigen Beratung der Vorlage über den Achtstundentag in den Kohlengruben er- eignete sich in der Kammer ein Zwischenfall. Als der liberale Abgeordnete HeymanS gegen den Achtstundentag sprechen wollte, rief von der Tribüne ein Zuschauer: DaS ist also die Art und Weise, wie Sie die Arbeiter verteidigen! Der Rufer wurde sofort ermittelt und verhaftet._ Trotz aller Gewaltmassregeln. Petersburg, 14. Februar.(W. T. B.) Bei den heute in Petersburg seitens der Arbeiter vorgenommenen Wahlen der Wahlmänner zweiten Grades wurden 14 Wahlmänner gewählt, dir sämtlich Sozialdemokraten sind, und zwar find von ihnen 12 Russen und 2 Deutschrussen._ Zehn Personen verbrann». Warschau, 14. Februar.(B. H.) In Njazd entstand eine große Feuersbrunst, wobei zehn Personen in den Flammen um- kamen.___________________ «aul SingerLLo., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen».UnterhaltungSblatt 9t. 39, 24. Zahrglmz. L ßtilnjt Ks Joraiärls" Kerlim WksdlÄ Freitag. 15. Felmm tM. Mgeoränetenkaus. Sitzung vom Donnerstag, den 14. Februar, vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Rheinbaben, v. Arnim. Erster Gegenstand der Tagesordnung ist die Beratung eines Antrages B a ch m a n n und Genossen snatl.): Für die laufende Session eine Kommission für Vorschläge zur Regelung der Dienst- beziige der Staatsangcstelltcn einzusetzen, die auch die einschlägigen Petitionen vorberaten soll. Abg. Schiffer snatl.) begründet den Antrag, der zur Entlastung der Budgetkonimisfion und des ganzen Hauses beitrage. Es sei hohe Zeit, der wachsenden Not und Unzufriedenheit in der Beamtenschast einen Niegel vorzuschieben.(Beifall.) Finanzminister Frhr. v. Rheinbaben: Der Vorredner ist völlig über die Deckungsfrage hinweggegangen. Ich habe schon wieder- holt dargelegt, daß unsere Ausgaben verhältnismähig stärker steigen als die Einnahmen. Wenn das so weiter geht, kommen wir um eine Erhöhung der Einkommensteuer nicht herum. Die Regierung allein ist in der Lage, die Bedürfnisse der einzelnen Beamtenkategorien genau zu übersehen. Im nächsten Jahre wird mit der Aufbesserung der Gehälter der- jcnigen Unterbeamten begonnen werden, die jetzt in eine zu graste Differenz mit den Unterbeamten des Austendienstes gekommen sind. Weiter beabsichtigt die Regierung fiir 1308 eine Erhöhung der Ge- hälter der GerichtSschrciber und der Zoll- und Steuersekretäre. Auch iverden wir zu einer anderweitigen Ordnung der Servisklaffen kommen und dabei mehr Rücksicht auf die verschiedenen Teuerungs- Verhältnisse an den einzelnen Orten nehmen. Die Regierung wird immer bemüht sein, da Abhülfe zu schaffen, wo ein dringendes Bedürfnis vorliegt.(Bravo!) Abg. Dr. Porsch(Z.) erklärt, daß auch seine Partei eine all- gemeine Revision der Beamtenbesoldung für notwendig halte, dah sie aber den Antrag Bachmann ablehne. Inzwischen ist ein Antrag v. Zedlitz eingegangen, der sich mit der materiellen Frage der Erhöhung der Beamtengehälter be- schäftigt. Der Antrag wird jedoch von der Beratung ausgeschlossen, nachdem Präsident v. K r ö ch e r erklärt hat, dah er mit dem An- trag Bachmann, der nur die formelle Behandlung der Gehaltsfragen regele, nicht im Zusanunenhang stehe. Die Abgg. Dr. v. Heydebrand(k.) und Frhr. v. Zedlitz(fk.) er- klären namens ihrer Parteien, dah sie den Antrag Bachmanu ab- lehnen und die Budgetkommission für die geeignete Stelle zur Be- ratung der Bcamtenbesoldungsfrage halten. Abg. Fischbeck(frs. Bp.j: Da die Regierung die Initiative in der Frage der Beamtenbesoldung nicht in ausreichendem Matze ergriffen hat. so mutz es eben das Parlament tun. Da die Budgetkommission ihre Aufgabe nicht in vollem Matze erfüllen kann, mutz eben eine besondere Kommission eingesetzt werden. Die Be- amten wiffen dann auch, dah ihr Schicksal in guten Händen liegt, und sie werden sich bald beruhigen. Es must heute allerdings Er- bittcrung hervorrufen, wenn viele Beamte sehen, wieviel besser sich die Arbeiter fast überall stehen. Wir werden dein Antrag Bachmann zustimmen. Abg. Broemel(frs. Vgg.) schliefet sich dem Vorredner an. Hierauf wird der Antrag Bachmann gegen die Stimmen der Linken abgelehnt. Es folgt die zweite Beratung des Etats der Gestütverwaltung. Abg. v. Dirkscn(fk.) begründet einen Antrag: die Regierung möge für die Aufzucht eines für die verschiedenen Bedarfszwecke deS- Inlandes geeigneten Pferdematerials mehr tun als bisher. Abg. Gamp(st.) beklagt, datz es an genügendem Deckmaterial fehle. Minister v. Arnim: Ich habe bereits Anweisung gegeben, die Kvrordnungen einer eingehenden Prüfung zu unterziehen. Die Kalt blutzucht hat dank der StaatShülfe im Westen sehr groste Erfolge erzielt. Abg. Rogalla v. Bieberstein(k.) bekämpft— als Ostpreuhe den Antrag v. Dirksen. Oberlandstallmeister Graf Lehndorff gibt einen Ueberblick über die Lage der Pferdezucht in Preusten. Abg. Gyßling(frs. Bp.) erklärt seine Zustimmung zu dem Antrag V. Dirkse». Der Antrag v. Dirksen wird hierauf gegen die Stimmen der Konservativen angenommen und der Etat bewilligt, ebenso der D o in ä n e n e t a t nach unerheblicher Besprechung. Damit ist die zweite Lesung des Etats für die Landwirtschaft, Forsten und Domänen erledigt. Stächst- Sitzung Freitag 11 Uhr.(Justizetat. Vorher ans Wunsch aller Parteien sämtliche Initiativanträge betr. bessere Beamten- besolduug.) Schluß 6 Uhr. Die russische Revolution. Zur Wahlmännerwahl in Estland. Die Wahlmännerwahlen sind jetzt in vorletzter Instanz voll- zogen. Gewählt wurden die Kandidaten des Blocks der Linken. Der Wahlkamps war ein erbitterter und wurde hauptsächlich zwischen den Sozialdemokraten und den national-tlcrikalen Fortschritt«- männern ausgefochten. Unsere Genossen kämpften natürlich unter den gröstten Verfolgungen: �Die Redner mutzten sich vor der Polizei verbergen, von einem Orte zum anderen fahrend. Die Propa- ganda in den öffentlichen Versammlungen.war in die engsten Grenzen gebannt, da die Polizei jeden, der öffentlich für die Lehren der Sozialdemokratie eingetreten wäre, sofort eingekerkert hätte. Die Regierung, der Adel und die nationale Fortschrittspartei haben ihre Sache jedoch so in Mitzkredit gebracht, datz klotze kritische Be- merkungen genügten, um das Volk in die Opposition zu bringen.— Die Schergen der Regierung haben das sogenannte„Wahlrecht" nach Belieben gekürzt, die Arbeiter in den'Städten wie auf dem Lande entrechtet und viele bekannte Genossen ohne jeden Grund verhaftet, um sie des Wahlrechts verlustig zu machen. Es ist ein günstiger Beweis des revolutionären Geistes, datz ein Gebiet, welches seit 14 Monaten unter den schwersten Greueln dcS Stand- rcchtS, unter der grenzenlosen Gewalt der Junker schmachtet, bei der Wahl in dieser Weise protestiert. Alle Einschüchterungen und Maßregelungen seitens der Gouverneure und deren Helfershelfer vermochten nichts anderes als allgemeinen Protest hervorzurufen. Die letzte Wahl steht noch bevor. Die Kandidaten sind noch unstekannt; denn man wagt nicht, sie öffentlich zu bezeichnen) sie könnten sonst noch„unschädlich" gemacht werden. Die Reisegelder der hohen Beamten. Der ehemalige Generalgouverneur von Jrkutsk, Graf Kutaissow, richtete an den Senat eine Klage gegen das Ministerium des Innern. Als er zum Generalgouverneur ernannt wurde, gab ihm das Ministerium des Innern 2438 Rubel 73 Kopeken zur Reise nach Jrkutsk. Diese Summe entspricht den anderhalbfachen Kosten der Reise mit 12 Pferden. Obgleich ganz Rußland schon längst mit Eisenbahnen bedeckt ist, gibt die Regierung den Beamten noch immer so viel Reisegelder, wie sie brauchen würden, wenn sie mit Pferden fahren müßten, und dabei richtet sich die Zahl der Pferde nach dem Range der Beamten. Die Reise nach Jrkutsk mit einem Schnellzuge in der ersten Klaffe kostet jetzt 140 Rubel. Der Graf Kutaiffow bekam also mehr als das Siebenzehn- fache der zur Reise erforderlichen Summe, und dennoch war er unzufrieden! Er begründete seine Klageschrift damit, datz der Generalgouverneur ein Militär- und kein Zivilbeamter se» und datz er deshalb dem Gesetze gemätz nicht mit 12 sondern Ntt 1b Pferden fahren müsse. Der Senat beschloß zuerst� die Klage des Grafen Kutaiffow zu erledigen. Der Minister des Innern billigte diesen Beschluß; der Finanzministec aber und der Minister der Staatskontrolle protestierten, und die Bitte des Grafen wurde schließlich abgeschlagen. Die Bedeutung des Wahlansfalls für die Sozialdemokratie. Stimmen der P a r t e i p r ess e. „Leipziger Bolkszeituug": .... kür eine Partei wie die deutsche Sozialdemokratie, der der ParkamentarismuS nur eine unter vielen Waffen, und keines- wegs die schärfste, bedeutet, hat ein Mandatsverlust bei weitem nicht das Gewicht, das ein Stimmenverlust hätte. Eine kleine Fraktion, die mit rücksichtslosester Offenheit alle Wunden bloßlegt, die sich am Gesellschaftskörper zeigen, und von der auch ihre Gegner wissen- datz die stärkste und energischste Partei im Lande geschlossen hinter ihr steht, sie kann im sozialrcvolutionären Sinne mindestens dasselbe� leisten, wie eine um zwei oder drei Dutzend Ver» treter stärkere Fraktion. Je skandalöser das MitzverhältniS zwischen der Stimmenzahl und den Mandaten wird, desto tiefer setzt sich das Bewußtsein unter den arbeitenden Massen fest, selbst unter dem„gerechten" ReichStagswahlrecht aufs Niederträchtigste entrechtet zu werden, und desto gcwalnger würde die Empörung auflodern, wenn dieses Wahlrecht noch reaktionärer gestaltet werden sollte. Je skrnpel- loser die Reaktion im Lande der einstigen Dichter und Denker triumphiert, desto dichter werden sich alle Elemente, denen Freiheit und Bildung noch etwas bedeutet, der Sozialdemokratie anschlietzen. Die diesjährigen ReichslagSwahlc» haben das gesainte Bürgertum in eine geschlossene reaktionäre Masse verwandelt. Den Sieg, den es errungen, wird es gründlich auszunutzen suchen; denn es weist, ein solcher Sieg winkt ihr nicht wieder. Die Reaktion findet im Reichstage selber nur in der geschwächten Sozialdemokratie eine ent- schlossene Feindin. Aber gerade dadurch wird unsere Fraktion eine viel größere Bedeutung erlangen, als je zuvor. Die unverttieidlichen Fehler der Feinde werden unsere kommenden Triuiiiphe vorbereiten, die um so größer sein werden, je skrupelloser die Reaktion ihren Sieg ausnützt und je eiilschlossener der Liberalismus ins Lager dieser Rcaknon abgeschwenkt ist. War die Schlachtreihe der Arbeiterfeinde noch nie so geschlossen, wie diesmal, so waren auch die Kolonnen der Sozialdemokratie»och nie so dicht.— Diese Wahl hat in Huuderttauseiiden Proleiarierköpsen ein Licht darüber angesteckt, was Klassenkampf heißt. Diese Erkenntilis wird unseren Orgaiiisatioiie», unserer Presse zuyute ton, inen, wie sie ihr schon zugute geloiiiinen ist, und wenn diesmal die Bourgeoisie durch ihren Heerbann der unaufgeklärten Philister gesiegt hat, so werden wir unsere zu- küilftigen Siege durch aufgeklärte und klassenbewußte Arbeiter ge- Winnen." „Sächsische Arbeiterzeitung": »Es hatte sich schon bei den einzelnen Nachwahlen nach 1903 gszeigsi datz unsere Partei an Wcrbekraft einbüßte. Wir sahen diese Erscheinung mit Besorgnis. Wir konnten uns nicht mit dem Trost abfinden, der von mancher Seite geboten wurde, daß diese Erscheinung durch die Verschärfung des Klassenkampfcs und durch die immer prinzipienfester gewordene Haltung der Partei ver- ursacht und darum wenig bedenklich, eher erfreulich sei. Wir weinten vielmehr, daß durch die Verschärfung der Klasscngegen- fatze und des Klassenkampfes wohl erhöhte Erbitterung der Kapita- tistenklasse, der Regierung und der kapitalistischen Parteien herbei- geführt wird, daß aber andererseits die Erkenntnis des Aus- beutungscharakters der heutigen Gesellschaftsordnung gefördert werden und so unsere Anhängerschaft außerordentlich vermehrt iverden müßte... Die seit einiger Zeit bei uns aufgeschossene neue Formel von den„Mitläufern" bedeutet nichts anderes, als alte Fehler durch einen neuen Fehler zu übertünchen. Schon das Wort„Mitläufer" hat einen beleidigenden Klang... Entweder solle man auf Gelvinn von solchen ganz verzichten, die nicht in voller Klarheit zum sozia- listischen Prograinm stehen, oder wir sollten uns das abstoßende Wort von den„Mitläufern" gründlich abgewöhnen. Nun wollen wir gar nicht bezweifeln, daß unsere industrielle Arbeiterschaft am wenigstens von den Verstimmungen betroffen worden ist, die unsere Partei seit 1903 heimsuchten. Die Arbeiter- schaft ist durch ihre Klasscnlage so sehr auf die Sozialdemokratie gewiesen, daß man ihre Zuverlässigkeit schwererer Belastungsprobe aussetzen kann. Das ist bei uns in Deutschland um so mehr der Fall, als die deutsche Sozialdemokratie... sich ein wahrhaft immenses Kapital von Vertrauen erwarb. Man glaube jedoch nicht, daß dieses Vertrauen absolut unerschöpflich ist. Es gibt An- zeichen dafür, datz bei der jetzigen Wahl auch Arbeiter, gewerkschaft- lich organisierte Arbeiter, an die kapitalistischen Parteien zurück. verfallen sind. Wenn es auch richtig sein mag, daß unser Mißerfolg in erheb- lichem Maße auf das Fernbleiben und auf das Abschwenken an- derer Volkskreisc als der industriellen Arbeiter zurückzuführen ist, so wäre doch nichts verfehlter, als diese Tatsache leicht zu nehmen oder gar die Trauben, weil sie zu hoch hängen, als sauer zu er- klären... Diese Schichten an die große aufsteigende Arbeiter- bcwegung zu knüpfen ist eine schwere, oft undankbare Aufgabe, die um so schwieriger und undankbarer ist, als die Regierung und die kapitalistischen Parteien alles aufbieten, diese Schichten durch Scheinkonzessionen zu ködern. Alle? dies darf aber nicht dazu ver- leiten, die Angehörigen dieser Schichten als politisch minderwertig hinzustellen und sogar ihren Verlust als gleichgültig oder erfreulich aufzufassen. Leider aber muß gesagt werden, daß unsere Partei seit 1903, anstatt diese noch unsicheren Schichten mehr und mehr zu sichern und mit der Arbeiterklasse zu solidarisieren, viele? getan hat, das auf sie abstoßend wirkte. Der große Sieg von 1903 erregte in weiten Kreisen große Erwartungen. Unnötig zu sagen, daß wir nicht die Erwartungen jener meinen, die eine Revision der sozial- demokratischen Grundsätze wünschten. Aber zum erstenmal ,n der Geschichte hatte die Sozialdemokratie im Parlament eine große Fraktion erreicht. In diesem Momente durfte sie keine andere Aufgabe kennen, als die kühnste und lauterste Pertretung ihrer kulturellen Forderungen. Statt dessen verfiel sie dem Jahre dauernden verheerenden Bruderzwist, an dessen Einzelheiten nicht erinnert werden mag. Unsere Partei hat in den letzten Jahren wie sich versteht, im Parlament und außerhalb viel Gutes und Wertvolles vollbracht, aber das alles wird leider übertönt von den Ausbrüchen des PartcistreiteS. Nicht die MeinungSvprschieden- heiten an sich waren das Schlimme.., Das Schlimme war vielmehr die Methode, mittel» deren die Meinungsverschiedenheiten ausge- fochten wurden, mittels deren jede abweichende Meinung unduldsam verfolgt wurde. Dadurch haben wir uns viel Vertrauen bei den Zögernden verscherzt, wir haben sie nicht herangezogen, sondern abgeschreckt. Insbesondere ist dies der Fall in bezug auf die Kreise der Intelligenz, auf Lehrer, Gelehrte. Künstler, Techniker, Aerztc usw. Diese Leute bedeuten wenig an Zahl, aber gerade von ihnen geht ein starker Einfluß auf weite Äevölkerungskreise aus, die nicht so unmittelbar als die Arbeiterklasse in der So- zialdemokratie ihre Vertretung erblicken... Derselbe Fehler eines sachlich unberechtigten Macht- bewußtseins, der gegen die sogenannten Mitläufer begangen wurde. lastete aber auch sonst weithin auf unsere Partei- tätigkeit.aufunsercrKampfeSsührunggegendie politischen Gegner... Allzu oft und allzu laut ertönten die Posaunen deS baldigen ganzen Sieges, allzu grell wurden die Bilder von der schlotternden Angst der Bourgeoisie gemalt. Da- durch konnte es den Gegnern gelingen, weite Kreise der Bevölke- rung gegen die Sozialdemokratie zu erhitzen... Allzusehr hat man in unseren Kreisen geglaubt, das Vertrauen der Menschen lediglich dadurch gewinnen zu können, dah man ihnen eine neue MenschheitS» zukunft verheißt, während man andererseits nicht genügend be» rücksichtigt hat, daß die Keime der Zukunft im rauhen Boden der Gegenwart sorgsam bereitet werden müssen. Eine Sekte, eine kleine Partei kann sich ausschließlich auf die Anziehungskraft ihrer Ideale verlassen, eine große Partei hat die schwere Pflicht, ihre Ideale in die Wirklichkeit zu überführen, ihre Fruchtbarkeit von Tag zu Tag augenscheinlich zu erweisen. Und noch mehr offenbar ist schließlich ein anderer Fehler, der dielfach eingerissen war. Was einige Genies der Literatur, was Lessing, was Marx sich in einzelnen Fällen in der Bekämpfung ihrer Gegner gestattet haben, das glaubte nun mancher Nachfahre sich jeden Tag. da er die Feder ansetzte, erlauben zu dürfen. Die Mehrzahl unserer Gegner verübt gegen uns eine miserable Kampfesweise durch Beschimpfung und Schmähung: der letzte Wahlkampf hat eine wahrhaft widerwärtige Verwahrlosung der politischen Sitten gezeigt. Das sollte uns aber nicht veranlassen, in diesen Leistungen mit den Gegnern zu rivalisieren... Man möge in unsere obigen Darlegungen nicht das Miß« Verständnis tragen, als vernachlässigten wir bei der Rechenschafts- ablegnng über die Ursachen unseres WahlverlusteS die auf der feindlichen Seite liegenden Moniente... ES kam uns darauf an, vor allem, so weit eS an uns ist. Klarheit zu schaffen über die Mängel, die auf unserer Seite vorhanden sind, über deren Beseitigung wir Herr sind. Wir halten es für unsere Parteipflicht, dem verhängnisvollen Irrtum mit aller Entschieden- heit entgegenzuwirken, als ob die Ursachen des 2b. Januar ledig- lich außer uns liegen oder als ob dieser 2b. Januar schließlich nichts anderes war, als eine Laune des Zufalls." „Sächs. B-lkSblatt"(Zwickau): (In einem„Kassandra" überschriebenen Artikel, der sich gegen die bekannten Zleußerungen Calwers und Bernsteins wendet.) „So geht es seitenlang fort. Beide Genossen überbieten sich förmlich in Vorwürfen über die von unserer Partei getriebene falsche Taktik und Politik. Die Barth, Naumann und Gerlach könnten es kaum schärfer tun. Natürlich gelangt Bernstein zu dem Schluß, daß diese Taktik und Politik, die unser Ansehen zer- störe, auch zur„völligen Verflachung der politischen Bewegung führen müsse". Es ist traurig, dergleichen lesen zu müssen, von Leuten, di« Schulter an Schulter mit uns im Klassenkampfe stehen und am eigenen Leibe den immer tiefer greifenden Konflikt von Kapital und Arbeitskraft, von herrschenden und beherrschten Klassen täg- lich fühlen müssen, doch immer einen Teil ihrer Gedanken darüber im Kapitalistenlager haben und in unseren Reihen— trotz Mannheim und dessen großem VersöhnungStag— nur zu verurteilen und zu nörgeln wissen. Nicht bloß bei diesen beiden Genossen, auch bei anderen kehrt immer der Gedanke wieder, das Endziel zwar nicht aufzugeben, aber in der Gegenwart praktische Arbeit zu liefern, die negierende Politik aber aufzugeben. Das alles, weil die Partei zwar einen Stimmenzuwachs erhalten, aber einen starken Mandateverlust erlitten hatte, das alles, nachdem die Ge- »offen eben erst von der Wahlarbcit zurückgekehrt und überzeugt sind, ihre Pflicht reell und nach bestem Wissen und Gewissen(je- tan zu haben. Noch sind nicht einmal die Wahlziffern alle herein, da doktoren diese Eisenbarts an der Taktik der Partei herum und erzählen uns, datz die Parole: Hungerwahlcn! von selten unserer Prege und Agitatoren nicht die richtige gewesen sei, weil doch auch die Löhne gestiegen, die Wirkung des Brotwuchertarifs aber weit übertrieben von uns geschildert worden sei. Es ist einfach jammervoll!" «Hamburger Echo": „... Der Stimmenzuwachs von nahezu� 250 000, den die Hauptwahlen uns brachten, ist für jeden, der nüchtern, realpolitisch urteilen kann, der sicherste Beweis dafür, datz die Verteidi- g u n g s- und Werbekraft der Sozialdemokratie nicht abgenommen, und daß ihre Position im Volke sich nicht nur gehalten, sondern verbessert hat. Das ist aber schließlich doch das Entscheidende... Im Lichte der Tatsachen betrachtet, erscheinen die„Sieger über die Sozialdemokratie" doch als recht wenig heldenhaft... Die sozialdemokratischen Mandate freilich haben sie um nahezu die Hälfte vermindern können. Aber man beachte wohl, daß wir bei den Hauptwahlen und bei den Stichwahlen in mindestens 40 Wahlkreisen mit nur ganz geringen oder Verhältnis- mäßig unbedeutenden Minoritäten den vereinigten Gegnern unterlegen sind. In allen diesen Kreisen stand die Ent- scheidung sozusagen auf des Messers Schneide... Wer aus dem Verlust von Mandaten auf eine Schwächung der parlamentarischen Aktionsfähigkeit der Sozialdemokratie schließen wollte, würde sich in einen argen Irrtum verfangen. Unsere nun- mehrigen 43 Vertreter im Reichstage werden ohne Zweifel sich be- mühen, die Verminderung der Mandate auszugleichen durch g e- steigerte Energie und klug berechnete Taktik. Ein kritisches Eingehen auf die Lehren, die wir aus dem Wahl- kämpfe und seinen Ergebnissen zu ziehen haben. unS vorbehaltend, aeben wir heute der Hoffnung Ausdruck, daß unsere Parteigenossen. statt unmotivierte Klagen über den Rückgang der Zahl unserer Mandate anzustimmen, sich bemühen werden, alleS zu tun, was in ihren Kräften steht, um den Mißerfolg, den wir jetzt zu verzeichnen haben, bei den nächsten Wahlen durch um so größere Erfolge wctt zu machen." ..SolkSblatt"(Kassel): „Die Mandatsverluste und die große Wahlbeteiligung sind also die Folgen sehr natürlicher Ursachen und ihretwegen brauchten wir uns große Sorgen wahrhaftig nicht zu machen. Der Stimmenzuwachs unserer Partei kann da- gegen ein befriedigender nickt genannt werden und— hier haben wir es mit der unangenehmsten Erfahrung ans dem letzten Wahlkampfe zu tun. Wir haben schon vor mehreren Tagen hin- gewiesen auf die immer mehr in die Erscheinung tretende Klassenscheidung. Diese bollzieht sich doch tatsächlich vor unfern Augen. Da- bei kommen unglaublich viele Verirrungen vor. Tausende, viel- leicht Hunderttausende Klassengrenzenbewohner— Geschäftsleute. Handwerksmeister. Kanfleute—. die geradezu instinktiv sozial- demokratisch gewählt haben, wechseln hinüber ins Lager ihrer schlimmsten Feinde. Zwar wissen sie. daß ihre Totfcinde die Kapitalisten sind: die Fabrikanten und Großhändler, die den Detail-Verkauf pflegen. Aber der am Orte begründete Kon» sumverein hat ihre Ueberzeugung ins Schwanken gebracht. Sollten die Großen nicht am Ende recht haben mit ihrer Be- hauptung, daß die Sozialdemokraten den kleinen Geschäftsmann ruinieren wollen? Zwar ist das Unsinn, aber er findet Glauben und Arm in Arm mit den dem Beamten-Konsumverein an- gehörigen„nationalen" Beamten, den vom Offiziers-Einkaufs- verein die Gebrauchsgegenstände beziehenden General a. D., den prinzipiell nur in Berlin und Paris einkaufenden Herrschaften zieht nun der kleine Kaufmann ins Feld gegen die, mit denen er früher gemeinsam gekämpft hat. ... Also kalkuliert der Meister: die Gewerkschaften setzen dem kleinen Meister zu, wie die Konsumvereine dem kleinen Kaufmann zusetzen. Da ist's doch klar, daß man gegen die Sozialdemokraten Front machen muß, denn Sozialdemokratie, Konsumvereine und Gewerkschaften, das ist doch gehupft wie gesprungen!— Es erscheint uns vollkommen unzulässig, die drei Millionen Wähler, die wir 1903 mustern konnten, als absolut sichere Truppen einzuMtzen. Die ihrer Klasscnlage nach zweifellos zum Prolc- tariat«hörigen sind geblieben, die anderen sind znrückgeflüchtet TB BTe Lager, aus Venen ste�fich in besonderer Stiunnung einmal zu uns verlaufen hatten. Schätzen wir die Treugeblicbenen von den 1903 erstmalig zu uns gekommenen 900 000 Wähler auf zwei Drittel ein(600 000), dann haben wir 1907 nicht 250 000, sondern mindestens 550 000 neue rote Wähler zu buchen. Auch das will uns, die wir verwohnt sind, freilich nicht als ein übermäßig großer Zufluß erscheinen, spricht aber gewiß nicht für ein Stachlassen der Werbekraft unserer Partei; mit 3% Millionen Wählern können wir uns immerhin dem Ordnungsbrei gegenüber sehen lassen. Daß auch von den neuen Wählern in Zukunft wieder ein bestimmter Teil davonlaufen wird, halten wir für wahrscheinlich, denn wie die Massen der bürgerlichen Parteien aus Mitläufern bestehen, so rekrutiert sich auch, was zu bestreiten wir keinerlei Ursache haben, ein Bruchteil unserer Wähler aus Mitläufern. Wir wollen, wie seither, auch in Zukunft die denkbar größte Meinungsfreiheit innerhalb unserer Partei haben, wir wünschen aber, daß abgesehen wird von hochmütiger und unbrüderlicher Schulmeisterei. Uns selbst nützen gehässige Auseinandersetzungen nichts, dem Gegner sind sie sehr willkommen. Alles in allem: wir haben nicht die geringste Ursache zur Kopfhängerei.... Wir werden noch mehr Hiebe bekommen im weiteren Kampfe. Daß die Kämpfe immer heftiger und erbitterter werden, je größer unsere Partei wird, liegt doch klar auf der Hand... „Volkssiimme"'(Frankfurt a. M.): . Trotzdem hat sie(die Anregung zur Ein- berufung einer Preßkonfcrenz. Redaktion des„Vorwärts".) nicht verhindern können, daß ungeduldige Kritiker aus den eigenen Reihen bereits in die volle Oeffentlichkeit mit demjenigen gegangen sind,>oas sie auf dem Herzen haben und nicht rasch genug, wenn auch offenbar noch recht unverdaut, los- werden zu können glauben. Wenn Genosse Arons in Berlin kritisch über dortige Verhältnisse gesprochen und einen gewissen Hochmut gegeißelt hat, der führende Kreise in unserer Partei verblendet habe, so geht das noch an, denn Arons kennt die Berliner Vcr- Hältnisse wirklich. Wenn aber jetzt die Genoffen Bernstein und Ealwcr im neuesten Heft der„Sozialistischen Monatsheftc" so rasch, daß sie nicht einmal die Stichwahlen abwarten konnten, Wer unsere Fehler in der Wahlagitation Nichtiges und llnrich- tiges in sehr buntem Gemengsei und ziemlich unüberlegt in die Oeffentlichkeit schleudern, so muß dagegen denn doch nachdrücklichste Verwahrung eingelegt werden. Das ist nicht die richtige Art. Die Gegner werden jetzt aus diesen übereilten Auslaffungen mit aller Bosheit, die schon ihren Wahlkampf beherrschte, gründlichst aus- schlachten, was ihnen paßt, aber ebenso gründlich unterschlagen, was ihnen nicht patzt. Um dieses verzerrte Bild der Partei- genössischen Kritik wird sich dann, wenn nicht zeitig davor gewarnt wird, ein fulminanter Zeitungskrieg unter uns und mit den Gegnern entwickeln. Und über dieser schönen Rauferei würde dann der Hauptzweck, eine überlegte und gründliche, ruhige und leiden- schaftslose Auseinandersetzung unter uns, die freilich bitter nötig ist. fast ganz verloren gehen. Deshalb scheint es nicht unangebracht, sofort die Verab- redung in der Arbeiterpresse zu treffen, daß wir uns durch nichts provozieren lassen. Die Gegner mögen sich die Hände reiben und versuchen, uns aus den Kritiken von Bernstein, Calwer und Arons Stricke zu drehen. Ant- Worten wir vorläufig nicht darauf und sparen wir uns die gründ- lichere Aussprache auf die baldige Konferenz auf, von der wir zu Anfang sprachen. Setzen wir die ebenso gründliche Aussprache nachher in unseren Organisationen fort; dann wird bereits wesent- liche Klärung eingetreten sein, und kein Mißverständnis mehr unterlaufen, wie es jetzt die Aufsätze von Bernstein und Calwer massenhaft wieder zu bringen drohen; Mißverständnisse, die unsere Selbstkritik aufhalten und stören, statt sie zu befördern und frucht- bar zu machen." Die Frankfurter„Volksstimme" beschäftigt sich dann kurz mit dem Kritiken Bernsteins und Calwers. Unter anderem bezeichnet sie die Forderung Bernsteins, daß wir ein Verhältnis zwischen der bürgerlichen und der proletarischen Demokratie herzustellen bemüht sein müßten, als einen frommen Wunsch. Sie fährt dann fort: „Auf einem anderen Blatte steht, ob unsere Partei allerdings nicht durch die Vorgänge seit Dresden die Intelligenz und den Nachwuchs fast geflissentlich abgestoßen hat. Darüber sagen Bernstein und Calwer manches Beachtenswerte. Und darüber haben wir unterschiedslos alle im Wahlkampfe leiden müsse«, auch die- jenigen, die seinerzeit den stärksten Protest gegen jene Vorgänge erhoben. Aber sparen wir, wie gesagt, die Auseinandersetzungen darüber auf die Konferenz auf, die der Parteivorstand einzuberufen nicht zögern wird, sprechen wir uns dort gründlich aus, und gehen wir dann an das Bessern und Aufklären in unseren Parteiorgani- saitonen und in der Presse. Täuschen wir uns aber auch von vornherein nicht darüber, daß die gewissenlose Sozialisten- und Kaffernhetze, die das Merkmal dieser Wahrbewegung vom„ge- einigten" bürgerlichen Unternehmerstandpunkte aus bildete, von uns niemals mit gleichen Waffen abgewehrt werden kann, und daß wir nicht nach Wahlwochen, sondern nach Jahren und Jahrzehnten bei der Ausbreitung unserer Grundsätze rechnen." Huö der Partei. Dt« OPser der Breslauer Justiz, dem Genossen Paul L ö b e haben die Breslauer Genossen bei seiner Entlassung aus dem Gefängnis einen herzlichen Empfang bereitet. Delegationen des sozialdemokratischen Vereins und des Gewerkschaftskartells Breslau, des Wahlfa-ises Brieg-Namslau(wo Löbe kandidiert), sowie seine RedaktionskeMegen waren nach Wohlan gefahren, und nahmen dort den Freund an den Pforten des Gefängnisses in Empfang.„.... In BreSlan begrüßte in der Bahnhofshalle eine tausendkopstge Menge den Zurückkehrenden mit stürmischem Willkomm und be- gleitete ihn nach der Redaktion, ungestört von der Polizei, die sich überhaupt durchaus reserviert verhalten hat. Zur Abend-Begrüßungsfeier im GewerkschastShause hatten sich an 2000 Personen eingefunden. Löbe wurde wiederum stürinisch willkommen geheißen. Nach einem Liebe der Arbeitersänger begrüßte Genosse Schütz den Heimgekehrten. Genosse Löbe dankte in einfachen Worten für die vielen Beweise der Freundschaft und Zuneigung. Er fteue sich, mitteilen zu können. daß man ihm in Wohlau die schwere Zeit so viel erleichtert habe, wie es irgend möglich war, wie er überhaupt anerkennen müsse. daß in Wohlau der Strafvollzug unter der Leitung des Direttors Herrn Hülsberg und des Inspektors Herrn Maier ein durchaus humaner gewesen sei. Im Gefängnis habe er die Befürchtung ge- habt, die bitteren Erfahrungen der Wahlniederlage würden seine Ge- nossen draußen in der Freiheit niedergeschlagen und mutlos gemacht haben. Froh aber sei ihm das Herz geworden, als er in den Ge- sichtern der Freunde die alte Zuversicht und Kampfesfreude lesen konnte. Im Namen des GewerlschaftSkartells und der 30000 Gewerk- schaster von Breslau hieß Genosse Heppner den Zurückgekehrten willkommen. Mit Gesang« und Jnstrumentalvorträgen schloß die würdige Feier. Vom Fortschritt der Presse. Die„Brandenburger Zeitung" hat während der Wahlbewegung mehr als 1000 Abonnenten gewonnen und seit der Stichwahl wiederum an 600. ein Zuwachs, der sich größtenteils auf die Städte '~"■*' Die Zahl der Wonnenten iolksblatt für Brandenburg und Rathenow verteilt. beträgt jetzt 12600. 11023 Abonnenten zählt jetzt das Anhalt" zu Dessau. Das„Volks blatt" zu Halle a. S. hat seine Auflage, die im November noch 23 600 betrug, auf 27 000 gesteigert. Bon den Organisationen. In Leipzig wurde am Dienstag ln einer Parteiversammlung mit 153 gegen 76 Stimmen beschlossen, den seit 28 Jahren bestehenden Arbeiterbildungsverein aufzulösen, bezw. mit dem Wahlverein für den 12. Wahlkreis zu verschmelzen.. Damit ist eine reorganisatorische Tat geschehen, die sicherlich der Partewewegung im 12. Wahlkreis zum großen Nutzen gedeihen wird, bemerkt die»Leipz. Volksztg." dazu. Ein eigenartiger Parteistreit in Oesterreich. Zwischen den tschechischen und den deutschen Genossen Oesterreichs ist wegen der Kandidatur im Wiener Wahlbezirk Favoriten II ein bedauerlicher Konflikt ausgebrochen. Die Landes- konserenz der tschechischen Sozialdemokraten in Niederösterreich stellte im Oktober die Forderung auf, es seien im oberen Favoritener Wahlbezirk(20. Wiener Wahlbezirk) ein tschechischer Genosse als gemeinsamer Kandidat der deutschen und tschechischen Organisation aufzustellen. Sämtliche Instanzen der deutschen Genossen haben diese Forde- rung abgelehnt. Genosse Dr. Adler ist in Favoriten II als Kandidat aufgestellt worden. Die tschechischen Genossen erklärten nunmehr in der Bezirkskonferenz für Favoriten, daß sie über ihr weiteres Ver- halten endgüliig in einer in nächster Zeit abzuhaltenden Konferenz schlüssig werden würden. Die Redaktion der tschechischen Parteitageszcitung„Rovnost" in Brünn hat dann einen offenen Brief an den Genossen Adler ver- öffentlicht, der auch von der in Wien erscheinenden tschechischen Tageszeitung„Delnicke Listy" abgedruckt wurde. Darin wird Beschwerde geführt, daß wahltaktische Rücksichten(Furcht vor dem Abfall deutscher Wähler) über die nach Ansicht der tschechischen Genossen prinzipiell berechtigte Forderung gestellt würden. Schließlich erklärt die Redaktion des„Novnost", die tschechischen Parteigenossen werden ihre Forderung auftecht erhalten, selbst wenn sie ihren eigenen Weg gehen sollten(!). Die Wiener„Arbeiterzeitung" druckte diesen offenen Brief zugleich mit einer Antwort des Genossen Adler ab, die aus- führt: Die neue Wahlordnung hat die Bezirke möglichst national abgegrenzt; wenn auch diese Einteilung nicht immer gerecht gewesen ist, so kann sie nur durch ein neues Gesetz geändert werden. Wir müssen uns also danach einrichten. Deshalb werden in den tschechischen Wahlbezirken trotz der deutschen Minoritäten nur tschechische, in den deutschen Wahlbezirken, trotz der tschechischen, slovemschen und sonstigen Minoritäten, nur deutsche Kandidaten auf- gestellt. Man kann der Minorität keine Vertretung gewähren, ohne der Majorität die Vertretung zu nehmen. Uebrigens besteht kein Zweifel darüber, daß die Majorität der Wählerschaft ebenso wie die Majorität der Arbeiterschaft in Favoriten deutsch ist; auch ist die Zahl der organisierten deutschen Arbeiter in diesem Bezirk mindestens dreimal so groß wie der tschechischen Arbeiter. Dazu kommt noch die taktische Erwägung, daß es Torheit wäre, den deutschen Chauvi- nisten eine Waffe in die Hand zu drücken. Wir haben alles erwogen, und find uns bewußt, daß wir den rechten Weg gehen. Die Parlamentsfraktion der englischen Arbeiterpartei hat sich konstituiert. Als Präsident wurde wieder Keir Hardie, als Vizepräsident Shackleton gewählt. Ramsay Macdonald wurde zum Sekretär, Artur Henderson und Roberts zu „Einpeitschern" bestimmt.— Die Fraktion beschloß, als Partei nicht für das Frauenwahlrecht zu stimmen. Sollte das Gesetz jedoch eingebracht werden, so steht es den Mitgliedern der Partei frei, nach ihrer persönlichen Ucberzeugung zu st i m m e n.— Damit hat man Keir Hardts eine Konzession ge- niacht, die indes nicht ganz dem Willen des Kongresses der Arbeiter- Partei entspricht. polioeiticbeg, Hcricbtlicbes ulw. Die Mannheimer Staatsaktion gegen den„Schnupftabak". Mannheim, 11. Febtuar. Privattelegram in. Genosse Appel, der am Mittwoch infolge Beschwerde der Staatsanwaltschaft gegen seine Freilassung auf Strafkannnerbeschluß wieder in Haft genommen worden war, wurde heute gegen 1000 M. Kaution freigelassen. Strafkonto der Presse. Genosse Dornheim von der„Tri- b ü n e" zu Erfurt war am Dienstag vor der Strafkammer (Vorsitzender der nationalliberale Reichstagsabgeordnete und zweite Vorsitzende des ReichslügcnverbandeS Hagcmann) in Erfurt der Be- leidigung eines Gendarmen angellagt. Ein Artikel der„Tribüne" hatte gerügt, daß ein Gendarm zu Blankenburg zwei jugendliche fabrikarbeiter, die er toegen Nichtzahlens einer SchulvcrsäumniS- rase in einen ungereinigten Stall, in dem früher Hühner, Tauben, Gänse und anderes Viehzeug beherbergt wurden, gesperrt habe; der eine Missetäter hat bis zum anderen Tage ohne Nahrung in dem Räume zubringen müssen. Die Verhandlung ergab die Wahr- heit dieser Schilderung des Arrestlokals, dessen Zustand nicht entschuldbar durch den Umstand wird, daß eS nur vorübergehend benutzt wurde. Indes war der Gendarm für den Zustand des. Lokals nicht verantwortlich und deshalb beantragte der Staatsanwalt gegen den Genossen Dornheim zwei Monate(I), gegen den mit- angeklagten Genossen Rauh, der die betreffende Nummer der „Tribüne" in Blankenburg verbreitet hat, 4 W o ch e n Gefängnis(I), Geldstrafen träfen die Angeklagten ja doch nicht. Das Gericht er- kannte gegen Dornheim auf eine Woche, gegen Rauh auf drei Tage Gefängnis! Soziales. Unternehmerterrorismus, gedeckt durch die Justiz. Anfang Dezember 1906 berichteten wir über eine interessante Zivilklage, resultierend aus den wirtschaftlichen Gegensätzen, aus dem Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit. Durch diesen Prozeß ist ein Stück Unternehmerterrorismus aufgedeckt worden, wie es wohl bisher kaum übertroffen worden ist. Der Klempner D. in Lehe bei Bremerhaven hat das Kardinalverbrechen begangen. auf seinem Arbeitsplatz für Streikzwecke zu sammeln, ja er ist so- gar— wie schrecklich— so vermessen gewesen, agitatorisch für die Sozialdemokratie zu wirken. Dafür ist er von dem sog. Arbeitsnachweis der Baugewerbe an der Unterweser in Verruf erklärt worden. Zunächst schob man ihn ab. dann erklärte man ihm mit dürren Worten:„Es ist zwecklos, daß Sie noch kommen. Sie können weg- bleiben." Auf Betreiben des famosen„Nachweises" wurde er überall aus der Arbeit entlassen, und wollten Arbeitgeber dem Machtgebot der Scharfniacher trotzen, dann wurde ihnen mit der Materialsperre gedroht. Schließlich beschritt der verheiratete D., der auch eine kranke Schwiegermutter zu emähren hat. den Klageweg gegen den Scharfmacherhäuptling von Bremerhaven, unter dessen Kontrolle der„Nachweis" steht, und verlangte Schadenersatz in Höhe von 588 M. Begründend führte der Kläger aus. die Handlungsweise des Beklagten verstoße gegen die guten Sitten, und der Beklagte könne nicht verlangen, daß er die Unterweserorte verlasse, um sich in Deutschland Arbeit zu suchen. Das Landgericht zu Bremen wies die Klage zurück, indem es kühl meinte, dem Kläger steht ja das ganze Deutsche Reich offen, mn sich Arbeit zu suchen. Es sei ganz im- verständlich, wie so jemand deshalb, weil er sich in einem bestimmten Orte verheiratet habe, nun nicht nach einem anderen Orte verziehen könnte. Die Frau bilde kein Hindernis, sie habe dem Manne zu folgen. Daß der Kläger durch das Verhalten des Beklagten ver- hindert worden wäre, an einem anderen Orte Deutschlands Arbeit zu finden, fei nicht ersichtlich. Der Beklagte habe in gutem Glauben gehandelt. so daß ein Verstoß gegen die guten Sitten vollständig ausgeschlossen, heißt es an, Schlüsse dieses von antisozialem Geiste getragenen_ Urteils, dessen jnristische Minderwertigkeit sich in dem völligen Versagen offenbart, den Begriff„gute Sitten" zutreffend zu erfassen: das Urteil steht in wissenschaftlicher, juristischer und sozialer Hinsicht so weit hinter selbst der Judikatur des französischen KasiationshofeS vor 80 Jahren zurück wie ein Backfischauffatz über„gute Sitten' hinter einen, ivissenschaftlichen Werke über denselben Begriff. Und dennoch hat dieser Tage das Hanseatische Oberlandesgericht daS Urteil bestätigt. Die Urteilsgründe liegen noch nicht vor. Aber bereits jetzt läßt sich sagen: solch Urteilsfällung wird nur dadurch verständlich, daß die Richter, in dem Jnteressenfteis des Unter- nehmertums befangen, außerstande find, für die Allgemeinheit gegebene Begriffe anders als einseittg, vom Standpunkt der Unter« nehmerklasse zu erfassen.__ Unzulässige Besteuerung von Gas. Die Stadt Marienburg i. Pr. hatte durch Ordnung vom 11. April 1903 eine Verbrauchssteuer auf Gas eingeführt. Der Besteuerung wurde unterworfen alles in der Gemeinde zu irgend welchem Zweck verbrauchte Gas. Für Leuchtgas war sie auf 5 Pf. pro Kubikmeter und für andersartig verbrauchtes Gas auf 3 Pf. festgesetzt.— Eine Anzahl Gasverbraucher, darunter die„Neue Gas-Aktiengesellschast". die zur Gassteuer heran- gezogen worden waren, klagten nach vergeblichem Einspruch aus Freistellung von der Steuer, indem sie diese für gesetzwidrig er« achteten. Der zweite Senat des preußischen OberverwaltungS« g e r i ch t S erkannte auch in letzter Instanz zu ihren Gunsten. Er entschied in seiner letzten Sitzung, daß sie wegen Ungültigkeit der Steuerordnung freizustellen seien. Zlach§ 14 des Kommunalabgabengesetzes dürften u. a. nicht neu eingeführt werden Steuern auf den Verbrauch von„Brennstoffen aller Art". Unter Brennstoffen könnten auch solche verstanden werden, die zu Heizungszwecken dienten. Für die Frage, welche Gegenstände zu Heizungszwecken dienten, sei nur entscheidend die Technik und die Lage der wirtschaftlichen Verhältnisse zu der Zeit des Erlasses der Steuerordnung. Und da sei anzuerkennen, wie die Dinge gegen- wärtig lägen, daß Gas im erheblichen Maße auch zu Heizungs- zwecken verwendet werde. Gegenwärtig falle das Gas also unter den Begriff der Brennstoffe in, Sinne des§ 14 des Gesetzes. Durch die Steuerordnung von 1905 hätte also die Gassteuer nicht neu ein« geführt werden dürfen._ Hat der Reisende bei Jahresaufträgcn auch von de» nach seinem Austritt ersolgendcu Teillieferungen Provision zu beanspruchen? Diese Frage lag einem Rechtsstreit zugrunde, der gestern vor der zweiten Kammer des Kaufmai, nsgerichtes zum Austtag kam. Der Handlungsreisende Franz P. klagte gegen die Druckerei W. Griitzmacker aus Auszahlung von 62,50 M. Provision. P. war init einen» festen Gehalt und einer Provision von 5 Proz. für alle von ihm vermittelten Aufträge engagiert. Nach mehrmonatiger Tättgkeit bat der Kläger den Prinzipal um Gehaltsaufbesserung. Der Chef sagte ihm darauf, daß P. an Stelle einer Gehalts- erhöhung die Aktiengesellschgst N. P. G. als seinen Kunden betrachten könne und alle von dieser Firma eingehenden Auf- träge als durch ihi, vermittelt angesehen werden würden, während die Gesellschaft schon lange vor Eintritt des Klägers mit dem Be- klagten in Verbindung stand. Kurze Zeit nach dieser Abmachung erteilte die Akliengesellschaft einen Jahresauftrag in Höhe von zirka 10 000 M. Dieser Auftrag wurde in regelmäßigen monat- lichen Teillieserungen erledigt. Etwa anderthalb Monate bor Ablauf dieses Vertragsjahres schied der Reisende aus der Firma aus. Der Beklagte verweigert nun für die Lieferungen nach dem Austritt des. Klägers die Auszahlung der Provision, mit der Motivierung, er sei nur verpflichtet, dem Reisenden für diejenigen Lieferungen Provision zu zahlen, die auch während seiner Stellung im Hause des Beklagten erfolgt seien. Der letztere beantragt, eine Auskunft der Handelskammer darüber einzufordern, daß es im Buchdruckcrgewerbe üblich sei, dem Reisenden bei periodisch wiederkehrenden Druckaufttägen nur eine einmalige Provision für Vermittelung des Geschäfts zu zahlen. Das KaufmanilSgericht lehnte den Antrag auf Ein- fordern ng eines Gutachtens der Handelskammer a b und verurteilte die beklagte Firma zur Zahlung der Provision in Höhe von 62,50 M. ES erübrige sich eu, Gut- achten der Handelskammer, da hier nicht der Ortsgebrauch in Betracht komme. Bei Jahresaufträgen habe der Reisende für den ganzen Auftrag Provision zu beanspruchen, auch für den etwa noch nach seinem Austritt expedierten Teil des Auftrags.— Dies Urteil deckt sich mit der Judikatur der gelehrten Gerichte. Hiis Industrie und Kandel. Nationalbank für Deutschland. Der Geschäftsbericht ftir das ver- flossene Jahr weist einen Bruttogewinn von 11 642 107 M. aus, gegen 11 677 653 M. im Vorjahre. Die Verwaltungskosten inklusive Steuern betragen 2 426 832 M., die Jubiläuinsspenden für Beamte 232 563 M. und die Abschreibungen 53726 M. Es verbleibt ein Reingewinn von 3 928 986 M., der folgende Verwendung findet: 7>/z Prozent— 6 000000 M. Dividende— im Borjahre 7 Prozent= 4 900 000 M.—, 100 000 M. für den Pensionsfonds, 800 000 M. für den Reservefonds und 1 675 319 M. für Tantiemen. 353 667 M. werden auf neue Rechnung vorgetragen. Preiserhöhungen. Die Gummiindustrie hat Preis- erhöhungen vorgenommen. Diese betragen bis zu 60 Proz.! Divi- denden von 40 Proz. find ja auch noch zu gering.— Die Karton- fabrikanten haben einen Verband gegründet, um gemeinsam eine Erhöhung der Verkaufspreise zu erzielen.— Norddeutsche Bank in Hamburg. Das letzte Jahr erbrachte einen Bruttogewinn von 7 874 637 M., einen Reingewinn von 6066066 M. 9 Prozent Dividende sollen zur Verteilung gelangen. Französisches Kapital am jMiederrhem. Die Zeitschrift„Stahl und Eisen" teilt mit, daß das Steinkohlenbergwerk Friedrich Heinrich. Akttengesellschaft in'Düsseldorf eine nur mit französischen: Gelde arbeitende Gesellschaft ist, die beabsichtigt, am Niederrhcin Kohlen- selber zu erschließen. Das Aktienkapital beträgt zunächst vierzehn Millionen Mark; es ist aber beabsichtigt, sobald das Steinkohlen- gebirge erreicht sein wird, eine Anleihe bis zum Betrage von zwölf Millionen aufzunehmen, um in der Lage zu sein, eine mit den modernsten Einrichtungen versehene Doppelschachtanlage für eine Leistungsfähigkeit von 1,3 bis 1,75 Millionen Tonnen jährliche Förderung zu errichten. Die Vorarbeiten sind schon ziemlich weit gediehen. Das notwendige Gelände ist erivorben, und mit dem Schachtabteufen, nach der Gefriennethode, wird schon in 2 Monaten begonnen werden. Die Errichtung einer bedeutenden Kolsofeubatterie ist beabsichttgt, und ftir die erste Doppelschachtanlage der Bau von rund 300 Oefen vorgesehen. Die hier in Frage stehende Verleihung erstreckt sich auf beinahe 3000 Hektar. Das Feld mar!- scheidet im Osten mit den Steinschen Feldern, mit Rhcinprenßen und mit dem Krupp gehörigen Felde Norddeutschlands, im Süden nnt Feld Vluyn, im Westen mit dem Felde Humboldt(der Familie Thewissen gehörig), im Norden mit den Steinschen Feldern. Das Steinkohlengebirge liegt bei 180 bis 350 Meter Teufe. Die ganze Fettkohlenpartie und ein Teil der Gaskohlenpartie ist im Felde anscheinend in flacher Lagerung vorhanden. DaS Deckgebirge ist terttär. Deutsches Kapital für Rußland. Es verlautet, daß die Vertreter der„Deutschen Bank", der„Nationalbank für Deutschland" und der „Bank für Handel und Industrie" nach Petersburg gereist find, um an größeren Transaktionen teilzunehmen. Der Gold- und Silbergcwinn der Vereinigten Staate» ist jetzt nach dem Bericht der dortigen geologischen LandeSuntersuchung für das Jahr 1905 festgestellt worden. Die darin mitgeteilten Ziffern sind besonders beachtenswert, weil sie einen ganz erstaunlichen Auf- schwung in der Goldgewinnung und einen merklichen Niedergang in der Silbererzeugung nachweisen. Die Goldproduktion belief sich in dem genannten Jahre auf rund 4'/« Millionen Unzen Fein- gold im Wert von etwas über 88 Millionen Dollar oder 350 Millionen Mark. Das bedeutet eine Zunahme gegen das Gewerkschaftliches.Im " P Von den 8171 Mitgliedern find politisch organisiert und zwar in der sozialdemokratischen Partei 1454 oder 17,8 Prozent. Die Frage: Welche Zeitung wird außer der Fachzeitung, dem Courier" gelesen?" beantwortet sich wie folgt: Es lesen den Vorwärts" die„ Gleichheit" " " " P 19 die Morgenpost" " P " P " den Lokal- Anzeiger" " " das Deutsche Blatt" " " " andere bürgerliche Blätter feine Zeitung. 2994 36,6 Proz. 25 0,2 " P 1685 20,6 IP 120 1,5 337 4,1 " 175 2,1 " 2835 34,9" Borjahr 1904 um einen Wert von fast 7 Millionen Dollar Tischlergesellent seien viel leistungsfähiger als die an dem Se- stellung der Vorwärts- Refer in den Reihen derselben ist Der reißende Aufschwung des treffenden Orte und daß er damit die Zurückweisung von Forde- leider sehr unvollständig geblieben, denn von 20 000 ausgegebenen Goldbergbaues in den Vereinigten Staaten hat im Jahre 1892 ein- rungen in den betreffenden Orten begründet habe. Solche Fragebogen find nur 8171 ausgefüllt zurückgeliefert worden, also gesezt, hat dann im Jahre 1901-1903 eine vorübergehende Stockung Aeußerungen, sagte Becker, hat Herr Rahardt bei Verhandlungen nur 40,80 Prozent. Die Statistit zeigt noch manche interessante erfahren, seit 1904 aber weitere Fortschritte aufgewiesen, indem in meiner Gegenwart öfter gemacht. Das ist ja auch seine und Tatsache, z. B. die Stellung zur Kirche, den Einfluß der Gewerkschaftsschon im legtgenannten Jahre für rund 28 Millionen Mark mehr des Schußverbandes Taktik: In Berlin weisen sie die Forderungen organisation im Interesse der politischen Organisation und die LohnGold gewonnen wurden als 1903. Es wird als sehr wahrscheinlich der Arbeiter zurüd, indem sie auf die Konkurrenz der Provinz verhältnisse. betrachtet, daß das Jahr 1905 1905 eine neue Vermehrung der Gold- mit ihren geringen Löhnen verweisen, und wenn wir versuchen, produktion um wenigstens den gleichen Betrag ergeben wird. Der in der Provinz die Löhne zu verbessern, dann sind es gerade die Löwenanteil dieses Aufschwunges entfällt auf das jüngste Führer des Arbeitgeberschutzverbandes aus Berlin, welche dagegen Goldland der Vereinigten Staaten, nämlich auf Alasta, auftreten und den auswärtigen Unternehmern unter Drohung wo der Ertrag allein um fast 25 Millionen Mark gestiegen ist; eine mit dem Ausschluß aus ihrer Organisation verbieten, die Fordeweitere Zunahme von je 4 Millionen Mark tam auf die Staaten rungen der Arbeiter zu bewilligen. Seit einem Jahr hat Herr Colorado, Nevada und Ütah. In einigen Goldbezirken find freilich Rahardt in den verschiedensten Orten Deutschlands den Arbeitauch Abnahmen zu verzeichnen gewesen. Vorläufig steht übrigens gebern gesagt, daß die Abrechnung mit dem Holzarbeiterverband Alasta in der Goldgewinnung erst an dritter Stelle, in- nahe bevorstehe. Mit diesem Hinweis hat er überall für seinen dem es in erster Linie von Kolorado und in zweiter von Verband agitiert. Hiernach konnten wir erwarten, daß die dem altberühmten Goldstaat Kalifornien übertroffen wird. Arbeitgeber einen großen Kampf gegen uns planten. Es war desWeiterhin folgen nach dem Goldertrag geordnet die Staaten halb natürlich, daß wir auf das, was uns in Aussicht stand, Rück- Die Zahl derjenigen, die überhaupt noch keine Zeitung lejen Süd- Dakota, Nevada, Utah, Montana, Arizona, Oregon und Idaho. ficht nahmen und unseren Kollegen in den Zahlstellen Vorsicht oder abonnieren( wenn beides hier dasselbe bedeutet), ist leider sehr Die Silbergewinnung der Vereinigten Staaten belief fich 1905 empfahlen und sie ersuchten, nichts ohne Genehmigung des Haupt- groß und wird zum Teil erklärt durch den geringen Verdienst der auf etwas mehr als 56 Millionen Feinunzen im Wert von vorstandes zu tun. Das taten wir in dem von Herrn Rahardt ver- Leute, zum andern Teil aber durch die Interesselosigkeit und mangel137 Millionen Mark. Da der Silberpreis eine Steigerung erfuhr, öffentlichten Zirkular. Den Herren vom Schutzverbande, die jetzt hafte Aufklärung über Fragen des öffentlichen Lebens. ist der Gewinn aus dem Silberbergbau gewachsen, troz einer Ab- glauben, sie hätten in unserem Zirkular wer weiß was entdeckt, Die Lohntabelle zeigt uns die Kutscher mit 26,09 M. durchnahme der Produktion um mehr als 1 Millionen Unzen. kann ich verraten, daß wir vor diesem Zirkular ein in demselben schnittlichem Wochenlohn an erster Stelle, die Arbeiter folgen dann Sinne gehaltenes Rundschreiben versandt haben und daß wir gar mit 24,70 M. und aulest die Hausdiener mit 24,23 M. Der Benichts dagegen haben, wenn der Schußverband auch dieses Rund- richt hebt hervor, daß die Gruppe der ausdiener trogdem in schreiben veröffentlichen will. Weil wir in unserem Rundschreiben den Fragen Politisch organisiert" und an Vorwärts"-Lesern den vom 14. Januar fagten:" Wie ein drohendes Gewitter haben sich höchsten Prozentsaz stellt und die Kutscher zuletzt kommen. Als die Vorboten einer gewaltigen Machtprobe mit der Organisation Erklärung dieses Umstandes wird die lange Arbeitszeit der Kutscher der Arbeitgeber um unseren Verband zusammengezogen," so glaubt angeführt. bes wird die la ist in der Lage, ihren Gegnern eine unangenehme, von allen Herr Rahardt, wir hätten Angst vor dem Vorgehen der Arbeit- Eine Tabelle zeigt die Dauer der gewerkschaftlichen Mitgliedwahren Arbeiterfreunden aber gerngesehene Ueberraschung zu geber. Davon kann gar keine Rede sein. Eben so wenig von einem fchaft in Beziehung auf die Fragen nach der politischen Organisation bereiten. Während auf dem politischen Schlachtfeld fich die Gegensatz zwischen dem Hauptvorstand und den Berliner Mit- und der Stellung zu den Zeitungen. Schlammflut des Reichslügenverbandes und des Hottentotten- ftand in Stuttgart steht auf demselben Standpunkt wie die Berliner gliedern. Das kann ich dem Schußverband verraten: Der Vor- Es waren ge iverkschaftlich organisiert feit: blods in Rede, Schrift und Lichtbildern dahinwälzte, hat die Kollegen; er wird den uns aufgezwungenen Kampf mit allen Mitteln, Gewerkschaftsbewegung feinen Augenblick stillgestanden. Ganz die uns zur Verfügung stehen, durchfechten.( Beifall.) Die besonders der Deutsche Metallarbeiter- Verband ist stetig seine Arbeitgeber sagen: Ohne Vertrag feine Arbeit, aber VerbesseBahn gezogen. Vor genau 42 Wochen konnte die Metall- rungen des Vertrages gibt es nicht. Sollten wir nun vielleicht den arbeiter Zeitung das Jubiläum" einer Auflage von 300 000 Schußverband anwinseln und sagen, bitte, diftiert nur, wir werden Exemplaren begehen. Mit der neuesten Nummer ist die uns fügen? Nein, so weit ist der Holzarbeiterverband noch lange Gewerkschaftlich organicht. Bieber keinen Frieden, als einen faulen Frieden. nisiert Auflageziffer von 350 000 schon um ein erfleckliches über-( Beifall.) Die Berechnungen, welche der Schußberband über die Politisch organifiert. 189 44,0 176 22,5 261 aldeinen 139 176 schritten. Die Metallarbeiter haben also wieder einen be- Sosten unseres Stampfes anstellte, stimmen nicht und die Hoff- Leser des Vorwärts. 298 69,4 374 47,8 deutenden Schritt vorwärts gemacht, sind über eine Haupt- nungen, welche er auf diese Berechnungen stüßt, sind trügerisch. station auf dem Wege zu den 400 000 hinausgekommen. Bis jetzt hat Berlin die Mittel, welche für den Stampf gebraucht wurden, aus eigenen Kräften aufgebracht. Die von Berlin selbst aufgebrachten Gelder reichen auch noch auf Wochen. Herr Rahardt meint, es sei Schwindel, daß der Holzarbeiterverband über ein ist ja für einen Verband wie den unserigen nicht groß, aber Vermögen von 1 400 000 m. verfüge. Ich muß sagen, diese Summe daß sie noch heute unversehrt vorhanden ist, damit muß err Rahardt schon rechnen! Das Geld liegt bereit als Kampffonds gegen den Schuhverband.( Beifall.) Herr Rahardt meint anch, es sei nicht wahr, daß die wöchentlichen Einnahmen des HolzDie Metallarbeiter- Zeitung" Die Mitgliederzahl des Metallarbeiter- Verbandes ist im Jahre 1904 um nicht ganz 40 000 gestiegen, 1905 vermehrte sie sich um mehr als 60 000 und 1906 stieg fie um Die Auflageziffer der Metallarbeiter- Zeitung" zirka 70 000. tvar bei Nr. 38 am 22. September 1900: 100 000 " 49 D " 3. Dezember 1904: 200 000 17 28. April 1906: 300 000 19 Von Jahr zu Jahr steigerte sich die Zunahme der Mitarbeiterverbandes 100 000 M. betragen, weil ja die Ausgesperrten glieder, die Zeiträume zur Erreichung eines weiteren Hundert faufend Auflage der Zeitung wurden fürzer. Dennoch bleibt dem Verband viel zu tun. In Rheinland- Westfalen, im Saargebiet und in Schlesien sind noch weite Gebiete zu erobern und„ urbar" zu machen, dort ist für uns noch unendlich viel zu ,, kolonisieren". Und auch im übrigen Deutschland ist noch so manche Flaggenhissung" möglich. Wenn die Metallarbeiter von der gegenwärtigen günstigen Konjunktur Nußen ziehen wollen, so müssen sie sich dem Deutschen Metallarbeiter- Verband anschließen. Denn je zahl reicher die Scharen des Verbandes werden, je einheitlicher fie vorgehen, je mehr finanzielle Mittel ihnen zur Verfügung stehen, desto größeren Erfolg werden ihre Bestrebungen auf Verbesserung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse haben. Die Metallarbeiter- Zeitung" stellt bei dieser Veranlassung auch Betrachtungen über das Verhältnis zwischen Partei und Gewerkschaften an und meint: Berlin und Umgegend. Der Kampf in der Holzindustrie. W 1897 1908 1906 Summa und früher Proz. Proz. Broz. Proz. 429 782 2746 8171 9,5 1454 17,8 615 22,4 2994 36,6 " " der Gleichheit. 10 2,3 3 0,4 der Morgenpost 45 10,5 160| 20,4 3 660 0,1 25 0,2 24,0 1685 20,6 19 des Lokal- Anz. 10 2,3 5 0,6 42 1,5 120 1,5 " des Deutschen Blattes. 9 2,1 28 3,6 127 4,6 337 4.1 anderer bürger" licher Blätter " 9 2,1 19 2,4 50 2,8 175 2,1 feiner Zeitung. 48 11,2 193 24,7 1249 49,1 2835 34,9 Ueber die Stellung zur Kirche verzeichnet die Statistik folgendes: Evangelisch sind.. 7029 86,62 Proz. lan Katholisch Mosaisch Dissident 801 14 327 9,35" 0,02 。 4,01 teine Beiträge zahlen. Herr Rahardt vergißt aber, daß die in Arbeit stehenden Kollegen den doppelten Betrag entrichten. also, der Schußverband muß sich schon mit der Tatsache abfinden, Eine lange Reihe von Kämpfen um bessere Lohn- und Arbeitsdaß unsere Mittel zur Führung des Stampfes noch auf lange Zeit bedingungen zeigt die große Rührigkeit, die der Verband entfaltet reichen. Und wenn der Kampf so lange dauern sollte, daß unsere hat und mancher Erfolg krönte die Mühe; die Niederlagen aber eigenen Mittel erschöpft sind, dann können wir auf die Hülfe brachten keine Entmutigung. Am 1. Juli ist eine Jugendabteilung anderer Gewerkschaften rechnen. Die Herren vom Schutzverband gegründet worden, die einen erfreulichen Anfang nahm. sollen sich ihre Köpfe nur nicht um unsere Angelegenheiten zer- An Unterstützungen wurden gezahlt für 2178 Seranfe 29 976,85 M., Anforderungen an jeden einzelnen und verschlingt große Summen. Franke Mitglieder 21 235,55 M., an 628 Arbeitslose 11 757,95 M. brechen. Gewiß, die Zeiten sind ernst. Der Kampf stellt hohe für 851 Arbeitslose 15 684,90 M. Im Jahre 1905 wurden an 1565 Es wird auch dem Schutzverband gelingen, in den nächsten Tagen gezahlt. noch einige Hundert unserer Stollegen auszusperren, wenn nicht in Der Kaffenbericht zeigt eine Einnahme von 362 056,37 M., eine Berlin, so doch in anderen Orten. Anstrengungen in dieser Rich- Ausgabe von 324612,32 m., also einen Bestand, wie schon erwähnt, tung werden ja gemacht. Aber wir werden alles aufbieten, um von 37 444,05 M. Für Streits wurden 94 243,86 m. verausgabt. 37 444,05 R. diese Machtprobe zu bestehen und den uns aufgezwungenen Kampf durchzuführen. Wenn wir den Angriff der Arbeitgeber zurüdgeschlagen haben, dann haben wir für die Zukunft den Frieden gesichert.( Rebhafter Beifall.) Deutfches Reich. Die Münchener Schuhmachergehülfen haben den seither geltenden Tarif gekündigt und den Meistern eine neue Tarifvorlage unterbreitet. Die Forderungen lauten in der Hauptsache: zehnstündige Arbeitszeit, an den Zahltagen und Borabenden von gesetzlichen Feiertagen um 5 Uhr Arbeitsschluß. Für Ueberstunden bei Affordund Beitlohnarbeitern 25 Pf. Zuschlag pro Stunde. Schaffung eines paritätischen Arbeitsnachweises. Eine allgemeine Lohnerhöhung von 15 Broz, für Zeitarbeiter ein Minimallohn von 21, 23 und 25 W. Husland. Verfuchter Raub des Rechts der Freizügigkeit. ,, Gewisse nicht mehr zweifelhafte Freunde stellen tiefsinnige Unter den kaufmännischen Angestellten ist Stlassenbewußtsein und Betrachtungen an, welchen Einfluß denn wohl der Ausgang Solidarität noch recht wenig zu finden. Ja, die Angestellten im des Wahlkampfes auf die fernere Entwickelung der Arbeiter- faufmännischen Gewerbe, namentlich wenn sie sich in befferen bewegung ausüben werde. Die Rheinisch- Westfälische Zeitung", Stellungen befinden, wollen immer noch nicht einsehen, daß ihr Ver- pro Woche. Freigabe der Furnituren, Abschaffung der Heimarbeit das Organ der Kohlen- und Eisenmagnaten, erhebt gar die hältnis zum Chef wirtschaftlich sich durchaus nicht unterscheidet von und Freigabe des 1. Mai. Zuzug von Schuhmachern nach München Frage, ob die freien Gewerkschaften sozialdemokratisch bleiben dem Verhältnis des Industriearbeiters vom Unternehmer. Nun sind ist fernzuhalten! oder ob sie frei sein werden. Dem Scharfmacherorgan antworten es aber die Arbeitgeber im Handelsgewerbe selbst, die durch Maßwir: Die Gewerkschaften werden frei bleiben, sie werden sich weder nahmen gegen ihre Angestellten den tatsächlichen Beweis dafür erbringen, Die„ Ehre" der Streifbrecher in Norwegen. unter das Joch des Nationalmiserablismus noch unter das daß die kaufmännischen Arbeitnehmer genau so wie die Arbeiter anderer Wir berichteten im Dezember vorigen Jahres über die gegen Berufe als Lohnstlaben im Dienste des Kapitals behandelt werden. einer anderen bürgerlichen Partei begeben. Aber ihre Mit Einen derartigen Beweis haben neuerdings 17 namhafte Firmen der den Vorsitzenden Iversen des Norwegischen Maurerverbandes und glieder werden sich in Zukunft in noch Samt- und Seidenbranche geliefert. Sie schlossent in aller Form den Ortsvorsitzenden Eriffen in Stien gerichtete Anklage, Zwang und größerer Zahl als bisher der sozialdemo- eine Vereinbarung, wie sie die D- Banten bereits im September Drohung gegen einige Streitbrecher verübt zu haben, indem sie fratischen Partei anschließen. Und damit ver vorigen Jahres getroffen haben, des Inhalts, daß teine der Firmen, ihnen schriftlich mitteilten, daß ihre Namen auf die Schwarze sinten alle Hoffnungen, die unsere offenen welche der Vereinbarung angeschlossen sind, einen Angestellten einer iste" kommen und in den standinavischen Ländern sowie in Deutſch und versteckten Feinde auf eine Aenderung Konkurrenzfirma engagieren werden, ohne sich vorher mit dieser land usw. bekannt gemacht werden sollten, ferner Ehrenkränkung des Kurses der modernen deutschen Arbeiter Firma darüber verständigt zu haben. Die Angestellten der berübt zu haben durch die dann tatsächlich erfolgte Veröffentlichung in Frage kommenden Samt- und Seidengeschäfte haben nun im ihrer Stimmen in Social- Demokraten". Das Gericht sprach die Anbewegung im Busen hegen." Verhandlungswege versucht, die Firmen zur Zurücknahme des be- geklagten frei. Die Anklagebehörde hat jedoch gegen dieses Urteil zeichneten Uebereinkommens zu bewegen, weil bei Aufrechterhaltung Berufung eingelegt und in der vorigen Woche hatte sich nun die Sesselben die Angestellten tatsächlich in ihrer Existenz und in ihrem höhere Instanz, das„ Lagmandsrat" in Stien mit der Anklage zu Fortkommen auf das schwerste bedroht sind. Die Verhandlungen hatten" Meddomsrat", ein Laiengericht, zu dem Männer und Frauen ohne befaffen. Dieses Gericht ist ebenso wie die erste Instanz, das „ Ein Wort zur Aufklärung" ist den Ausgesperrten feinen Erfolg. Was durch Berhandlungen zwischen Vertretern von unterschied des Standes unter gleichen Bedingungen gewählt werden. in Form eines Flugblattes während der letzten Tage durch die Post beiden Seiten nicht erreicht werden konnte, das erreichte die Einberufung Das Lagmandsrat führte die Verhandlungen mit einer Gründa übermittelt worden. Derjenige, welcher sich berufen fühlt, die einer Versammlung, die am Mittwoch den Buggenhagenschen Saal Ausgesperrten aufzuklären", ist tein anderer als der Ober- bis auf den legten Platz füllte. Zur Veranstaltung dieser Bersammlichkeit durch, als gelte es ein furchtbares Kriminalverbrechen; fie meister Rahardt, welcher das Flugblatt im Auftrage(?) lung hatten sich die verschiedenen Handlungsgehülfen- Organisationen, dauerten nicht weniger als vier volle Tage. E3 tam denn auch wirklich zu einer Verurteilung. Dem Verbandsvorsitzenden Iversen Der vereinigten Arbeitgeberverbände unterzeichnet hat. Dem Grund- die sich sonst als feindliche Brüder gegenüberstehen, zusammengetan. wurde eine Geldstrafe von 50 Stronen auferlegt wegen Ehrena fake folgend:„ Wie du mir, so ich dir", glaubt Herr Rahardt Sie hatten das Trennende beiseite gestellt und fich um tränkung, die aber nicht darin gefunden wurde, daß die Namen der jedenfalls, nachdem der Holzarbeiterverband ein Flugblatt an die gemeinsamen Protest gegen das Vorgehen der Unternehmer Streitbrecher veröffentlicht worden waren, sondern lediglich darin, Tischlermeister gerichtet hat, müsse auch der Diktator der Arbeit vereint. Während der Versammlung erschienen die Vertreter bon geber die Tischlergesellen durch Flugblätter aufklären". Die zwei an der Vereinbarung beteiligten Firmen und überreichten der daß in jener Veröffentlichung das Wort zu verbreiten für nötig hält, haben wir bereits vor zwei Wochen da die Angestellten das Vorgehen der Firmen niißverstanden haben, handelte. Damit, so meinte der Staatsadvokat, fei jene Notiz in Aufklärung", welche Herr Rahardt jezt unter den Ausgesperrten Leitung ein Schriftstück, worin namens der 17 Firmen erklärt wird, während es sich nach Meinung des Gerichts bei der Sperre nicht um eine Lohn, sondern um eine Drganisations frage in dem Hirsch- Dunderschen Gewerkvereinsorgan, dann in der so hätten diefe beschlossen, von der Vereinbarung zurückzutreten " Social- Demokraten" mehr herabfegend, als notwendig " Fachzeitung der Tischlermeister und endlich in der Voss. Ztg." und das die Vereinbarug festsetzende Schriftstück zu vernichten. war, abgefaßt gewesen, und dieser Auffassung schloß sich das erscheinen sehen. Dieser Aufklärung" liegt das auch von uns er- Die Versammlung nahm folgende Resolution an: wähnte Zirkular zugrunde, welches der Vorstand des Holzarbeiter- Das Vorgehen einer Anzahl Firmen der Samt- und Seiden- Gericht an. Im übrigen aber erklärte der Vertreter der Anklage verbandes am 14. Januar an die Zahlstellenverwaltungen des Ver- warenbranche gegen ihre laufmännischen Angestellten gibt der auf im Laufe der Verhandlungen, daß man selbstverständlich das Recht bandes versandt hat, um sie zu ersuchen, daß sie mit Rücksicht auf Einladung der unterzeichneten Verbände am 13. Februar 1907 in babe, Leute, die es verdienen, als Streit oder Sperrebrecher zu den Kampf in Berlin die von ihnen selbst geplanten Lohnbewegungen Buggenhagens Etablissement zu Berlin tagenden öffentlichen Ver- bezeichnen und ihre Namen zu veröffentlichen. Bon den übrigen Punkten der Anklage wurde Iversen freis zurückstellen und auf keinen Fall etwas unternehmen, ohne vor- fammlung von Handlungsgehülfen Veranlassung, an den hohen fauf- gesprochen. her die Zustimmung des Hauptvorstandes erhalten zu haben. Bundesrat und Reichstag die Forderung zu richten, den Lauf- gesprochen. Der Ortsvorsitzende Griffen wurde gänzlich freigesprochen Mit der Veröffentlichung dieses Vorstandszirkulars und mit den männischen Angestellten eine gefeßliche Vertretung ihrer so oft be- und ihm wurde noch dazu ein Schadenersatz von 45 Kronen zits von ihm selbst daran geknüpften Betrachtungen glaubt Herr drohten Intereffen durch baldigste Schaffung von HandlungsgehülfenRahardt die Ausgesperrten dahin aufklären" zu können, daß ber lammern zu gewährleisten. Der Ausstand der bulgarischen Eisenbahnangestellten Hauptvorstand des Holzarbeiterverbandes die Haltung der Berliner Der Zentralverband der Handels- und Transportarbeiter hat hat, wie uns ein ribattelegramm aus Sofia meldet, Mitgliedschaft nicht billige und daß dem Verbande überhaupt die Mittel fehlen, um diesen Kampf durchzuführen. feinen Jahresbericht für die Verwaltungsstelle Berlin II heraus- mit einem Siege der Streifenden geendet. Gestern früh wurde die Die Nationalversammlung, In der Versammlung, welche die Ausgesperrten, wie gewöhn- gegeben. Die Organisation ist im Jahre 1906 einheitlicher ge- Arbeit wieder aufgenommen. Der Verein lich, so auch an diesem Donnerstagvormittag in der Neuen Welt" worden, wie mit Befriedigung fonstatiert wird. abhielten, äußerte sich ein Mitglied des Hauptborstandes, Beder Berliner Drosch tentutscher und der Verein Ber- welche der Streit der Eisenbahner beschäftigt hat, wurde geschlossen. aus Stuttgart, zu der Rahardtschen Aufklärung". Beder fagte: liner ausdiener haben sich gegen Ende des Jahres dem Wenn es Herrn Rahardt um Verbreitung von Aufflärung zu tun Bentralverband angeschlossen, und damit ist die Mitgliederzahl für ist, dann soll er sich nur an die Mitglieder seines eigenen Verbandes alle Verwaltungsstellen von Berlin auf etwa 34 000 angewachsen. venden, denn unter diesen herrsche sehr wenig Aufklärung über die Wie rührig der Verband agitiert hatte, zeigt sich darin, daß die Zahl Ursachen und den Verlauf der Aussperrung. Die Mitglieder des seiner Mitglieder von 17 181 auf 22 390 tvährend eines Jahres geHolzarbeiterverbandes bedürfen der Aufklärung von jener Seite stiegen ist; das ist eine Zunahme von 5209 Mitgliedern= 30,3 Proz. nicht, denn sie kennen die Verhältnisse aus eigener Anschauung. Ebenso ist der örtliche Kassenbestand von 29 125 M. auf 37 444 M. Herr Rahardt bestreitet in der Fachzeitung", daß er, wie in dem gestiegen. vom Holzarbeiterverbande verbreiteten Flugblatt angeführt wurde, Die statistische Aufnahme über die Zugehörigkeit der bei Verhandlungen außerhalb Berlins gesagt habe, die Berliner Mitglieder zur sozialdemokratischen Partei und Fest Berantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Enferatenteil verantw.: Th. Gløde, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. " erkannt. Lohn konflikt" stand, Briefkaften der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4. eine Treppe( Dandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), Geöffnet 7 1hr. wochentäglich von 7 bis 9 hr abends statt. Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ift ein Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht erteilt. Gilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. Feodorow. Manuskripte dürfen nur auf einer Seite beschrieben sein.. D., Laibach. Seit 1906 jährlich 3000 M. Wegen st. in Budapest fragen. Deutscher Metallarheiter- Verband.] 6. Wahlkreis. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau- Sonntag, den 17. februar, abends 6 Uhr, bei Wilke, Brunnenstraße Nr. 188: Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. 8immer 34, Amt 4, 3353. Sonntag, 17. Februar, vormittags 10 Uhr: Allgemeine Verfammlung der Rohrleger und Helfer Berlins und Umgegend in ,, Frankes Festsälen", Sebastianstr. 39. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über: Arbeitsstelle- Unfallverhütungsvorschriften und Arbeiterschuh. Referent: Arbeitersekretär Genoffe G. Link. 2. Distusfion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Kollegen! Da es sich herausgestellt hat, daß eine große Anzahl von Rohrlegern und Helfern Mitglieder unserer Organisation find, so erwarten wir mit Rücksicht auf die Wichtigkeit der Tagesordnung, daß Sie für guten Besuch der Versammlung forgen. Ein jeder von Ihnen muß anwesend sein. Sonntag, 17. Februar, vormittags 10 Uhr: Branchen- Verfammlung der Eifen-, Metall- u. Revolverdreher im Vereinshaus Berliner Mufiter, Kaiser Wilhelmftr. 18m. Tages Ordnung: Versammlung. Vortrag des Genoffen Hans Weber. Nachher gemütliches Beifammenfein und Canz. 247/ 7* Freie Vereinigung der Maurer Deutschlands. Bureau: C. 54, Steinstr. 38. Ortsverein Berlin. Fernsprech. Amt III Nr. 3100. Sonntag, 17. februar, vormittags 10 Uhr, in der Brauerei Königstadt, großer Saal, Schönhauser Allee 10-11: General- Versammlung Tagesordnung: 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht des Borstandes, Revisionsbericht, Bericht des Ausschusses. 2. Wahl des gesamten Borstandes, eines Revisors, der Hülfstassierer, Ausschußmitglieder und Türkontrolleure. 3. Anträge des Ausschusses. 4. Vereinsangelegenheiten. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. J. A.: Heinrich Metzke. 1081 „ Berliner Arbeiter Radfahrer- Verein" Mitglied des Arbeiter Radfahrer- Bundes " Solidarität". Touren- Anzeige der Abteilungen: 3. Abt. vormittags 11 Uhr nach Zehlendorf; abends Lichtbildervortrag Dresdenerstr. 45. Treffpunkt 5 Uhr Mariannenplat. 4. Abt. nachmittags 2 Uhr nach Kaulsdorf, Hamanns Gesellschaftshaus, großes Abtlgs.- Staffee..hen. Treffpunkt Schlesischer Bahnhof. 5. Abt. nachmittags 2 Uhr: Pichel werder bei Freund. Start: Elysium. Voran I Produktiv- und Einkaufsgenossen schaft der B. A.-R.-V. Freitag, den 22. Februar 1907, abends 9 Uhr, im Elysium, Landsberger Allee 40/41; General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Bericht des Geschäftsführers. 3. Anträge des Borstandes. 4. Geschäftliches. 5. Neu129/2 wabl des Borstandes. 11/8 Mitgliedsbuch legitimiert. 1. Welde Rebren as the nich ber babies Zentralverband der Asphalteure usw. Zentral- Krankenkasse der Maurer haben wir aus Anlaß plöhlichen Ent: laffung unserer Kollegen des Daimlerwertes zu ziehen? 2. Disfuffion. 3. Verschiedenes. Ortsverwaltung Berlin. Bu dieser Bersammlung find sämtliche Branchenkollegen und die Sonntag, ben 17. b. M., vorm. 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Dbleute des Daimlerwertes eingeladen. Die Eröffnung der Versammlung erfolgt pünktlich 10 Uhr. Sonntag, 17. Februar, vormittags 10 Uhr: Branchen- Verfammlung Engel- Ufer 15: ,, Grundstein zur Einigkeit". Sonntag, den 17. Februar 1907, vormittags 10 Uhr: Außerordentliche General- Versammlung. Mitglieder- Verfammlung Tages- Ordnung: Kaffenbericht und Verbandsangelegenheiten. Ausweiskarten find mitzubringen. Sämtliche Mitglieder müssen zur Empfangnahme der Bücher zur Stelle sein. 286/07 Die Ortsverwaltung. aller im Deutschen Metallarbeiterverhand Zentralverband der Dachdecker. organisierten Schmiede Berlins und Umgegend im„ Gewerkschaftshause", Engel- Ufer 15, Saal 5. Zages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Petersdorf: leber Arbeiter, und Unternehmer- Organisationen". 2. Distussion. 3. Branchenangelegen. heiten. 3. Verschiedenes. Verwaltungsstelle Berlin. Sonntag, 17. d. M., vormittags 10 Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Versammlung. Tages- Ordnung: 54/3 I. Vortrag des Genossen Düwell über: Die Arbeiten des neuen Reichstages. 2. Stellungnahme zum Gautag. 3. Verbandsangelegenheiten. Pünktliches Erscheinen erwartet Der Vorstand. im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15. Lages Ordnung: 1. Raffen und Revisionsbericht und Jahresbericht. 2. Bahl des ersten Bevollmächtigten, zweiten Staffierers, ersten Schriftführers und eines Revisors. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. 149/5 Die örtliche Verwaltung. Verband der Hafenarbeiter u. verw. Berufsg. Deutschlands. Mitgliedschaft Berlin. Sonntag, den 17. d. M., vorm. 10%, Uhr, im Rönigstadtkafino", Holzmarktstr. 72: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Berbandsangelegenheiten. 2. Berschiedenes und Aufnahme neuer 19/2 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Tifchler- Verein( E. H. 89) Dieber. Sonnabend, den 16. Februar, abends 8% Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Vortrag des Herrn Redakteur Weiß:" Bildende Kunst". Ausgabe der Billetts zum Maskenball am 9. März in Sanssouci". Der Vorstand. Sonntag, 17. Februar, vormittags 10 Uhr: Branchen- Verfammlung aller in der Metall- und Eisenindustrie beschäft. Hobler, Bohrer, Stoßer. Fräser Verband deutscher Textilarbeiter im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27c. Tages Drdnung: 198/5 Filiale Berlin. 1. Bortrag des Genoffen Störmer über: Die Gleichberechtigung Sonntag, den 17. Februar 1907, nachm. 2 Uhr, bei Merkowski, der Menschen in Theorie und Pragis". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 112/18 Zu dieser Bersammlung sind die Kolleginnen folgender Firmen ein geladen: Bolzani, Gebauer, Giesecke, Groß& Graf, Kaiser& Schmidt, Kappler, Prometheus, Rollert, Sentker und Zimmermann& Buchlow. Um regen Besuch bittet Die Ortsverwaltung. Verband der Schneider und Schneiderinnen Filiale Berlin. Achtung Herren- Maßschneider! Achtung! Sonntag, den 17. Februar, mittags 12 Uhr, im Palast- Theater, Burgftr. 24: Mitglieder- Versammlung. Zages Drdnung: Unsere Forderungen an die Arbeitgeber. Referent: Kollege Kunze. Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe oder mit mehr als 13 Wochen rückständigen Beiträgen kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. 162/ 4* Deutscher Holzarbeiter- Verband. Geute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer Nr. 15: Andreasstr. 26: Oeffentliche Versammlung Sozialisten! Achtung! Anarchisten! Volks- Versammlung Sonntag, den 17. Februar 1907, vormittags 11 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße 270. Tagesordnung: 1. Die Lehren des 25. Jannar für das Proletariat. Referent: Sepp Oerter. 2. Diskussion. 14506 Der Einberufer. Fr. Kniestedt, Amsterdamerftr. 11. Hüte. in allen Preislagen. Dr. der Plätterinnen, Detachensen und aller in Färbereien und Wäschereien beschäftigten Arbeiterinnen. 1. Bortrag ber Stoffegin M. Hoppe über:„ Das Leben der Proletarierin R. Weidner. Hutmacher 10-2, in der modernen Industrie". 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Bahlreichen Besuch erwartet Der Branchenletter. Achtung! 445 an der 197/2 Dresdenerst.100, Prinzenstr. Simmel, PrinzenSpezialarzt für 3/5 Hant- Haralelden. and Harold on. Sonntags 10-12, 2-4. Achtung! Bauhandwerker! Die Holzarbeiter sind in ganz brutaler Weise ausgesperrt. Die Unternehmer versuchen, die notwendigsten Arbeiten auf den Bauten von Arbeitswilligen Sitzung der Ortsverwaltung. fertigstellen zu lassen.- In Betracht kommen Einsetzer, Tischler und Treppenaufsteller. Achtung! Einsetzer! Achtung! Sonntag, den 17. Februar 1907, im Gewerkschaftshause, Eugel- Ufer 15, Saal 4: flo of Wir machen die Bauhandwerker aufmerksam, daß jeder Gr. Wintervergnügen organisierte Tischler, Einsetzer oder Treppenaufsteller im Bestt einer gelben Berechtigungskarte sein muß. Die Karte ist mur gültig, wenn vom Holzarbeiter- Verbande gestempelt. Anfang 6 Uhr. X Tanz frei. X Billett 40 Pf. Programme an der Kaffe gratis. Prebeitslose fatte aus eligente site beber, legitimieren können, erhalten für sich und ihre Frau freien Eintritt. Die Inhaber von Billetts müffen diese unter allen Umständen am Sonn 79/20 tag in den Zahlstellen abrechnen resp. die nicht verkauften Billetts zurückgeben. Wir ersuchen die Bauhandwerker, die größtmöglichste 80/8 Die Kommission. Das größte Brot! 6 Stück 10 Pi. Solidarität zu üben. nur allein in: Krautstr. 19, Wrangelstr. 135, Albrechts Bäckereien: Lausitzerstr. 2, Falckensteinstr. 32, Zentrale: Boxhavenerstr. 13. Pücklerhalle 222/223. Andreashalle 16/13. Der Ausschuß der Gewerkschafts- Kommiffion. Nr. 39. 24. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 15. Februar 1907. Partei- Angelegenheiten. Bankow. Morgen Sonnabend findet in den Kurfürsten Sälen, Berlinerstr. 102, das Fliederfest" des Wahlvereins statt. Für die drei am originellsten fostümierten Damen und Herren( Sommer toilette) find Preise ausgesezt und für ein fröhliches Fest ist im übrigen bestens gesorgt. Zahlreicher Besuch wird erwartet. Rubow. Sonntag, 17. Februar, nachmittags 4 Uhr, findet bei Balm die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tages ordnung: Bericht des Vorstandes, Neuwahl desselben und Vereinsangelegenheiten. Die Genossen sind verpflichtet, recht zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. " Friedrichshagen. Sonnabend, 16. Februar, abends 8% Uhr, tm Restaurant Wilhelmsbad", Seeftr. 45, Monatsversamm Tung des Wahlvereins. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Georg Davidsohn über" Was lehrt uns die Reichstagswahl?"; 2. Diskussion; 3. Vereinsangelegenheiten; 4. Verschiedenes. Die Genossen, die noch im Befihe von Sammellisten sind, werden nochmals dringend ersucht, endgültig abzurechnen. Der Vorstand. Neuenhagen und Umgegend. Am Sonntag, 17. Februar, findet tm Lokal von Wünsche in Neuenhagen die Generalversammlung des Wahlvereins statt. Tagesordnung: Geschäftsbericht, Neuwahlen und Verschiedenes. In Anbetracht der wichtigen Tages. ordnung ist zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vorstand. Trebbin( Kreis Teltow). Sonnabend, 16. Februar, abends 8% Uhr, Wahlvereinsversammlung bei Wolf. Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Vorstandes; 2. Vierteljahresabrechnung; 3. Lotalfrage; 4. Verschiedenes. Die Wichtigkeit der Tagesordnung macht vollzähliges Erscheinen aller Genossen notwendig. Der Borstand. Bezirk Waidmannsluft. Die Mitglieder des Wahlvereins tverden nochmals auf den bereits beröffentlichten Beschluß der er weiterten Vorstandssitung betreffs Ordnung der Bibliother vet wiesen und ersucht, die Bücher zu der am Sonntag, 17 Februar, im Schweizerhäuschen" zu Waidmannslust stattfindenden General versammlung mitzubringen. Auf der Tagesordnung steht: Bericht sämtlicher Funktionäre und Neuwahl derselben, außerdem Wahl der Delegierten zur Kreisgeneralversammlung und zur General versammlung Groß- Berlins. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen aller Mitglieder ist Pflicht. Der Vorstand. Oranienburg. Den Wahlvereinsmitgliedern zur Nachricht, daß am Sonntag, 17. Februar, nachmittags 3 Uhr, bei R. Braun, Kurfürstenstraße, unsere Mitgliederversammlung stattfindet. Da die Tagesordnung eine äußerst wichtige ist, werden die Mitglieder ersucht, bollzählig zu erscheinen. Die Vorstandsmitglieder werden ersucht, eine halbe Stunde früher im Versammlungslokal anwesend zu sein. Der Vorstand. Berliner Nachrichten. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Wenn die Rathausfreisinnigen einander in die Haare geraten, dann dürfen die Besucher der Tribüne des Stadtberordneten- Saales sich auf ein paar amüsante Stunden gefaßt machen. Gestern kamen sie da oben reichlich auf die Kosten, denn unten im Saale gab es ein hißiges Raufen, wie wenn es sich um unsere höchsten ,, nationalen Güter" handelte, für die ja der Freifinn jetzt so inbrünstig schwärmt. Der Spaß zog sich nur ein bißchen zu sehr in die Länge: um neun Uhr abends, nachdem die Sigung bereits dreieinhalb Stunden gedauert hatte, war nicht mehr als der erste Punkt der Tagesordnung, der Gegenstand des häuslichen Streites, glücklich erledigt. Dieser erste Punkt war das Projekt einer Verlängerung der Voßstraße bis zur Zennéstraße, durch das eine Entlastung der Leipzigerstraße und des Potsdamer Plates herbeigeführt werden soll. Der Ausschuß, dem es zur Prüfung überwiesen worden war, hatte sich mit den Vorschlägen des Magistrats einverstanden erklärt, aber die unterlegene Opposition nahm im Plenum den Kampf von neuem auf und führte ihn mit großer Hartnäckigkeit. Auf der Seite des Magistrats stand Diesmal mit einem Teil der Freifinnigen die sozialdemo fratische Fraktion, deren Standpunkt von unserem Genossen Singer dargelegt wurde. Singer warnte davor, wieder einmal aus falscher Sparsamkeit eine notwendige Verkehrsverbesserung hinauszuschieben, die man später doch aber dann mit sehr viel größeren Kosten werde ausführen müssen. Zu den Gegnern des vom Magistrat vorgelegten Projektes gehörte jetzt auch Herr Rosenow der es früher in der Verkehrsdeputation gebilligt hatte. Auf diesen Umfall des Herrn Rosenow schien Oberbürgermeister Kirschner anzuspielen, als er daran erinnerte, daß die Verkehrsdeputation das Projekt einstimmig angenommen habe. Die Versammlung nahm schließlich die Vorlage so, vie der Ausschuß sie empfahl, mit der unerwartet großen Mehrheit von 64 Stimmen gegen 45 an. Bom Umgang mit unbefoldeten Kommunalbeamten. Daß auch unbefoldete Kommunalbeamte zu den Respektspersonen gehören, denen ein nichtbeamteter Staatsbürger zart entgegenkommen soll, das will manchen Leuten noch immer nicht in den Sinn. Den Männern, die in den Armenkommissionen, den Waisenratskollegien, den Schulfommissionen, den Einschätzungstommissionen usw. tätig sind, wird nur zu oft die Hochachtung ber sagt, die z. B. jeder Schuhmann bom" Bibil" erwartet und als fein Vorrecht beansprucht. Schon mancher Hizkopf hat es büßen müssen, daß er mit einem diefer Inhaber kommunaler Ehrenämter allzu deutsch geredet hatte. Beleidigungen unbesoldeter Kommunalbeamter werden mitunter recht hart bestraft, wenn auch lange nicht so hart, wie die Beleidigungen eines Schutzmanne. Die Urteile werden vom Magistrat in seinem allmwöchent lich erscheinenden Gemeindeblatt" veröffentlicht, und es vergeht da kaum eine Woche, ohne daß über eine Verurteilung berichtet werden muß. " Bahlreich sind besonders die Verurteilungen wegen Beleidigung bon Armenkommissionsmitgliedern. Bürgerliche Blätter haben sich manchmal nicht wenig über diese Tatsache entrüstet und an sie die Bemerkung geknüpft, da sehe man, wie undankbar die Armen doch feien. Im Vorwärts" ist demgegenüber öfters die Frage auf geworfen worden, ob es denn immer so unbedingt nötig sei, sogleich zum Kadi zu laufen, wenn mal eine arme Frau, die ungerecht behandelt zu sein glaubt, ihrem Verdruß in zu derben Worten Luft macht. Wir haben darauf hingewiesen, daß nicht selten auch die Herren aus den Armenkommissionen gegenüber ihrem Publitum einen Ton anschlagen, der alles andere als freundlich ist. Es gibt eben auch unter den Armen noch Leute, die im Umgang mit ihren Mitmenschen nach dem Grundfah handeln zu dürfen glauben: ie es in den Wald hineinschallt, so schallt es wieder heraus." Dabei übersehen sie nur das, daß man im Umgang mit Beamten, auch mit den Inhabern kommunaler Ehrenämter, nicht nach diesem Grundsak handeln darf, wenn man nicht böse hineinfallen will. auf dem Polizeipräsidium und sie und ihre Gesinnungsgenossen werden sich wohl allmählich überzeugen, daß ihre Bewegung bei uns nicht hochkommt, daß man ihr hier auch ohne besonderce Anarchistengesetz den Weg verlegt. Daß die Verhafteten und ihre Genossen die Schwierigkeiten, die ihrer Propaganda bei uns entgegenstehen, nicht unterschäßten, zeigen die Mittel und Wege, deren sie sich bedienen wollten. 230 die Broschüre mit dem schönen Umschlag nicht als Ganzes an gebracht werden konnte, da sollte fie in einzelne Blätter zerlegt werden; so wollte man sie als Umschlag für Buzpomade und dergleichen in die Kasernen einschmuggeln. Auch die Kinder sollten den Soldaten die Broschüre in die Hand stecken, nicht minder die Mädchen, die vom Schatz im bunten Rock zum Tanz geführt werden. Es wird aber lange dauern, bis der Wahlfonds wieder so aufgefüllt ist, daß man die Heßschrift von neuem herstellen tann." Wer, wie die Beamten, besondere Machtbefugnisse hat und besonderen Rechtsschutz genießt, der sollte sich verpflichtet fühlen, dem Publikum mit desto mehr Besonnenheit entgegenzutreten. Das gilt nicht nur für die Mitglieder der Armentommissionen, sondern auch für bie Herren aus den Waisenratskollegien, den Schulkommissionen usw. Uns ist ein Fall mitgeteilt worden, der aufs neue die alte Erfahrung bestätigt, daß in diesen Körperschaften mitunter Personen sizen, die im Umgang mit ihrem Publikum nur zu sehr die nötige Ruhe und waisenral 124 B, deffen Bezirt im Bichhofsviertel liegt, wird das Besonnenheit vermissen lassen. Im Gemeinde. Amt des Vorsteherstellvertreters von einem Rentier Zehden ( Kochhannstr. 17) bekleidet. Eine Frau P., die wegen eines bei ihr in Pflege befindlichen Kindes zu ihm ging, wurde von dem wohl etwas nervösen Herrn so unfreundlich empfangen, daß fie es vorzog, unverrichteter Sache umzukehren und die Erledigung der Angelegenheit ihrem Ehemann zu überlaffen. Als Herr P. sich zu dem Herrn Rentier begab und auf die feiner Frau wider politischen Bolizei etwas fehr ungläubig gegenüber, ist uns doch Wir stehen dieser Schauermeldung über die neueste Leistung der fahrene Behandlung zu sprechen tam, brauste Herr Zehden sofort ge waltig auf und wies dem Besucher die Tür. P. versichert, er selber genugsam bekannt, wie solche Entdeckungen" in Szene gefekt habe ganz ruhig gesprochen und sich jeder beleidigenden Aeußerung werden. Es wäre nicht das erste Mal, daß fogen.„ Gentlemen" enthalten, aber 8. habe ihn angeschrien:" Was wollen Sie!? Raus, für Geld und große Versprechungen sich bereit finden, verraus! Nehmen Sie Ihre Papiere! Laufejunge! Elendes Gebotene Schriften zu beschaffen, damit die Polizei etwas entdecken findel!" und beschlagnahmen kann. Es sei nur daran erinnert, wie unter Wenn diese Darstellung zutrifft, dann muß das ja ein fehr dem Sozialistengesetz im Auftrage der Berliner politischen Polizei merkwürdiger Herr sein. P. ärgerte sich über die Schimpfworte mit Bolizeigelde die Mostsche Freiheit" gedruckt wurde, um nur und lud den Beleidiger zunächst vor den Schiedsmann. Aber 3. Material für Verlängerung des Sozialistengesetzes zu beschaffen. an die Waisenverwaltung richtete, wurde ihm von dort fam gar nicht zum Sühnetermin. Als P. dann eine Beschwerde Wir wissen nicht, об die Beiten wiederkehren follen, aus der Vorschlag gemacht, sich damit zufrieden zu geben, daß 3. in denen jene denen jene Entdeckertätigkeit" der Polizei wieder aufdie Schimpfworte zurücknehme. Im Bureau versprach man, sich zu genommen werden soll, unmöglich wäre das nicht; denn wenn diesem 3wed mit 3. in Verbindung zu setzen. B. willigte ein, aber fo gar nichts passiert, tönnte doch der eine oder der andere er wartet noch heute darauf, daß 3. fich äußern soll. Er beschloß auf den Gedanken kommen, daß die Einrichtung der politischen nun, Klage anzustrengen. Da er aber nicht Rentier, sondern nur Polizei etwas sehr überflüssiges sei. Tischlergeselle ist, so beantragte er, ihm für die Prozeß= führung das Armenrecht zu bewilligen. Doch die zu ständige Armentommission, die hierüber gehört werden mußte, tam zu dem Schluß, daß der Antrag abzulehnen sei. Und so wurde Denn dem Beleidigten der Bescheid gegeben, daß die Armenfommission ihn bei seinen Einkommensverhältnissen nicht für außerstande halte, ohne Beeinträchtigung des für ihn und seine Familie notwendigen Unterhaltes die Kosten des Prozesses zu bezahlen. P. wundert sich, woher die Armenkommission das so genau zu wissen meint. Die Steuerverwaltung würde der Kommission Aufschluß darüber geben können, daß er keineswegs im Gelde schwimmt. Dem ist aber die politische Polizei durch ihren ,, neuesten Schlag* zuborgekommen. Wenn der geängstigte Spießbürger jegt die neueste Leistung der politischen Polizei in seinem Leibblatte findet, wird er wieder einmal die Fürsorglichkeit unserer Polizei und vor allem die der politischen Polizei in allen Tönen preifen. Sie hat das Baterland wieder einmal aus einer großen Gefahr" gerettet! Lieb' Vaterland, fannst ruhig sein! Zu der Angelegenheit wird nachträglich noch berichtet: Die Staatsanwaltschaft hat umfassende Haussuchungen nach dieser Drudschrift bei allen bekannten Anarchisten im ganzen Deutschen Reiche Bei der Unsicherheit des Ausganges der Klage hat P. Hier veranlaßt. Diese Nachforschungen sind aber ergebnislos geblieben. nach darauf verzichten müssen, den aufbrausenden Herrn 3. zur Gegen die in Haft genommenen drei Anarchisten ist wegen AufRechenschaft zu ziehen. Am Ende ist das auch nicht nötig. Auch forderung der Soldaten zum Ungehorsam gegen ihre Vorgesetzten ein gewöhnlicher Sterblicher braucht nicht sofort zum Kadi und Aufreizung die Untersuchung eingeleitet worden. Der Erste zu laufen, wenn ein Beamter ihn anders behandelt, als Staatsanwalt beim Landgericht I macht bekannt, daß durch BeKnigge in seinem Buch Ueber den Umgang mit Menschen" es schluß des Amtsgerichts Berlin Mitte gemäß§§ 111, 112, 130, 866 lehrt. Wundern müssen wir uns aber darüber, daß es der Waisen: abfäße 7, 41 und 42 des Strafgefeßbuchs und§§ 6, 18 und 23 i verwaltung nicht gelungen ist, 3. zu einer gütlichen Einigung zu bewegen. Hat die Waisenverwaltung sich hin- des Preßgefeßes die Beschlagnahme des Soldatenbreviers bestätigt reichend bemüht, das zu erreichen? Oder hält sie es nur für ihre worden sei. schüßen, nicht aber, auch einem durch ein Mitglied beleidigten Pflicht, Mitglieder der Waisenratskollegien gegen Beleidigungen zu Brivatmann jede mögliche Genugtuung zu verschaffen? Die Pläne für die Zentralanstalt zur Bekämpfung der Säuglings sterblichkeit sind jetzt vom Kaiser genehmigt worden. Entworfen sind dieselben vom Stadtbaurat Hoffmann und Architekten Messel. Die Säuglingsmufteranſtalt, die auf dem von der Stadt Charlottenburg geschenkten Terrain neben dem Schloßpart errichtet werden soll, ist in einfachen Berliner Barockformen gehalten. In geschützter Lage wird sich die Musteranſtalt in zwei Geschoffen, Anlage ist nicht als gefchloffenes Bauwvert geplant; zu beiden die ein ausgebautes Dachgeschoß frönt, erheben. Die ganze Seiten des Hauptgebäudes find zwei kleinere Bauten gefehen, die durch Säulenhallen mit dem überragenden Mittelbau verbunden sind. Auf diese Weise entstehen hübsche Durchblicke, und Den Beamten, die fortgefeßt die hiesige anarchistische Be- liches, anheimelndes Gepräge. Im Anschluß an die Säuglings die Anstalt, die von Gartenanlagen umgeben ist; gewinnt ein freundwegung sorgfältig beobachten, fiel es auf, daß diese Kreise in der musteranſtalt soll ein Musterstall errichtet werden. Es handelt sich letzten Zeit sehr betriebfam waren. Verdächtig war es besonders, bei dem Huuptinstitut nicht um ein Säuglingskrankenhaus, sondern daß die Anarchisten unter den Arbeitern so eifrig für den um eine wissenschaftliche Zentralanstalt, in der Versuche zur BeWahlfonds" fammelten. Die Vermutung, daß diefer augkräftige fämpfung der Säuglingssterblichkeit angestellt werden sollen. 8wed nur vorgespiegelt fei, hat sich durchaus bestätigt. Das Bom Wirken der politischen Polizei. Die politische Polizei fühlt hin und wieder das Bedürfnis, etwas von sich hören zu lassen, um ihre Notwendigkeit zu erweisen. Jetzt läßt sie wieder im Bolizeiftil eine Schauergeschichte verbreiten, die zeigen foll, wie eifrig fie um das Wohl des Staates besorgt ist. Diese Notiz lautet: „ Einen empfindlichen Schlag, der ihren ersten Versuch einer antimilitaristischen Propaganda im Keime erstickte, hat die Berliner Polizei den Anarchisten versetzt. tvaren borDie Zentralisation der Krankenkassen in Berlin befürwortete eine ngabe, welche der Verein der Berliner Blufen- und Kostümfabritanten an den Oberpräsidenten gerichtet hat. gesammelte Geld diente nicht den Wahlen, sondern einem Unter dem Dedmantel der Trunkenheit arbeiten" zwei geumfassenden Plane, die antimilitaristische Propaganda auch bei fährliche Wechselschwindler, die sich hauptsächlich Restaurationen uns einzuführen. Die Polizei aber hat nun durch die Rechnung als Operationsfeld aussuchen. Zwei etwa 35 Jahre alte Männer einen dicken Strich gemacht. Ein Beamter sah unter den ihm betreten, sich angetrunken stellend, die Lokale und verlangen am bekannten hiefigen Anarchisten mehrfach auch einen fremden Büfett Getränke. Während der eine der beiden ein Zwanzigmarkund beobachtete, daß ihm ein Gesinnungsgenoffe im Scheunen- ftüd in Zahlung gibt, legt der andere 10 Bf. auf den Tisch. Der biertel in feiner Wohnung Nachtquartier gab. Als der Wohnungs- erstere versucht dann durch alle möglichen Mittel die Aufmerkſaminhaber morgens mit dem Besuch das Haus verließ, trug jeder feit der Gastwirte abzulenken. Währenddes streicht der Komplice einen Handtoffer. Der Beamte witterte darin verbotene Schriften das Zwanzigmarkstück ein und der andere Schwindler steckt das und hielt beide Männer an, zumal da er auch erfahren wollte, Wechselgeld zu sich. In einem Restaurant in der Wilhelmstraße wer der Fremde sei und was er in Berlin plane. Die Koffer ist den Gaunern dieser Trick bereits dreimal hintereinander genun zwar wider Erwarten leer, dagegen besaßen die lungen. Anarchisten jeder ein Büchelchen, das die lebhafteste Aufmerksam feiten des Beamten erregte. Auf dem schwarz- weiß- roten Umschlage prangte der preußische Abler inmitten der großgebrudten Aufschrift Soldaten- Brebier". Ueber dem Adler stand Mit Gott für König und Vaterland", darunter ein Auszug Der Eisenbahnfiskus betrogen. Einem raffinierten Betruge der Rede, die der Kaiser 1905 an die Rekruten hielt. Ganz unten ist der Eisenbahnfistus dadurch zum Opfer gefallen, daß ihm auf Las er: Verlag des Königl. Kriegsministeriums, Berlin 1907. gefälschte Nachnahmescheine ein Betrag von mehr als 21 000 m. abDiesem Umschlag entsprach aber teineswegs der Inhalt, genommen wurde. Ueber den Vorfall wird berichtet: Am 24. Januar der Verdacht des Beamten erwies fich vielmehr als durchaus be- wurden auf sechs Berliner Güterbahnhöfen Stiften gegen Nachrechtigt. Das Soldaten- Brevier" enthielt in den Kapiteln: Vor nahme aufgegeben, die an die Gesellschaft zur Erdbebenforschung" dem Fahneneid, die Musterung, die Blutsteuer, der Krieg, was ist in Hamburg adressiert waren und wertvolle Instrumente zur Erddas Baterland, die Schlachtbank des Vaterlandes, Antipatriotis bebenforschung enthalten sollten. Jede Sendung war mit einer mus, das Los des Soldaten, auf dem Schlachtfelde, für zwei Nachnahme von 3550 Mt. Deklariert. Einige Tage später erhielten Groschen, die Pflicht des Soldaten, die Arbeiter an ihre Brüder die hiesigen Aufgabestellen von der Hamburger Empfangsstation die Soldaten, die Mittel und Wege der antimilitaristischen Propas aus die Bestätigung, daß der deklarierte Nachnahmebetrag in ganda und Soldatenleid die wüstesten Heßereien und Aufreizungen. Sambucg von der Empfängerin bezahlt worden sei. Kurz darauf Gefragt, wie sie zu diesen Drudichriften gekommen feien, ant erschien nun auch an den Berliner Stationskaffen der Absender der worteten die Anarchisten, sie hätten sie in der Schweiz getauft. wertvollen Kisten und forderte die Nachnahmebeträge ab. Da er Daß das nur eine Ausrede war, erwies fich sehr bald. Die die den Nachnahmesendungen beigefügten Begleitscheine vorwies Anarchisten, ein Holländer und ein Belgier, wurden nach dem und diese bestimmungsgemäß den Bahnstempel der EmpfangsBolizeipräsidium gebracht. station Hamburg und die Unterschrift eines dortigen diensttuenden " In der Wohnung im Scheunenviertel fand man noch den Beamten trugen, so zahlten die hiesigen Kassen der betreffenden ehemaligen Redakteur des Revolutionär, Sauter, aber feine fechs Bahnhöfe die deklarierten Summen anstandslos aus. Hintereinzige verbotene Drudfchrift. Die weiteren Ermittelungen her stellte sich jedoch bei einer Rüdfrage nach Hamburg heraus, daß ergaben jedoch, daß der Wohnungsinhaber auf dem Boden einen dort solche Nachnahmesendungen überhaupt nicht eingegangen feien, Taubenschlag eingerichtet, aber seit einiger Beit feine Tauben und daß hier ein Schwindel vorliege. Eine Gesellschaft für Erdmehr gehalten hatte. Man durchsuchte daher auch den bebenforschung" existiere in Hamburg auch gar nicht. Die in Boden, den man in großer Ausdehnung mit Tauben Senntnis gesezte Berliner Kriminalpolizei stellte sofort fest, daß mist und allerhand Käfigen bedeckt fand. Nichts wurde ein Mann namens Kliché, wie sich der Absender auf den Frachtentdeckt, bis man endlich auch den Mist wegräumte. Da briefen genannt hatte, auch in Berlin nicht wohnhaft ist. Seit fam dann das Soldaten- Brebier" mit dem patriotischen Ein- gestern weilt mun auf Veranlassung des Eisenbahnministers ein band und dem berheßenden Inhalt zum Borschein. Gleich in höherer Eisenbahnbeamter aus Berlin in Hamburg, um die pein 15 000 Exemplaren.( Nach der Staatsbürger- 8tg." follen es fo- liche Angelegenheit zu untersuchen und womöglich die Ermittelung gar 150 000 fein; auf eine Null mehr oder weniger kommt es des Täters herbeizuführen. Daß dieser unter Bahnangestellten ge= nicht an. D. Red.) Diese wurden nun alle beschlagnahmt und sucht werden muß, gilt für die Behörde als zweifellos. Ob mehrere nach dem Polizeipräsidium gebracht, wohin auch Sauter seinen Beamte, und zwar solche aus Berlin und Hamburg ihre Hand im Freunden folgen mußte. Durch weitere Nachforschungen wurde Spiele haben, ist möglich. Denkbar ist, daß ein Hamburger Bahnfestgestellt, daß die Hezdruckschrift von dem Wahlgelde" in beamter, der mit den dortigen Verhältnissen genau vertraut war Holland angefertigt worden ist. Von dort brachten ein Lahmer und Zutritt zu dem Güterboden hatte, bei der Ankunft der Frachtund ein Blinder sie zunächst über die Grenze nach Duisburg. briefe und Begleitscheine diese unbemerkt an sich genommen hat. Dann ging fie in verschiedenen Wegeftufen weiter bis nach Berlin, Wo die Sendungen selbst geblieben sind, weiß man noch nicht. Machdas jetzt der Ausgangspunkt für die erste antimilitaristische Pro- dem der Gauner dann die Begleitscheine durch Stempel und unterpaganda im Deutschen Reiche werden sollte. Dieser Plan ist nun schrift gefälscht und die Berliner Stationen von der Ginlösung der mit einem Schlage durch die Aufmertfamteit der Sendungen benachrichtigt hat, ist er wahrscheinlich noch am selben Bolizei bereitelt. Die brei Anarchisten blieben einstweilen Tage nach Berlin gefahren und hat hier die Geldbeträge erhoben. Bell Batte er nicht zu Berlieren, da er mit der Möglichkeit rechnen mußte, daß der Schwindel bald aufgedeckt werden würde. Gestohlener Paketwagen. Ein dreister Diebstahl ist gestern in ber Poststraße verübt worden. Vor dem Grundstück Poststr. 7 hatte ein mit 50 Paketen beladener Kremser gehalten. Ein Wagenmarder, der vermutete, daß die Batete wertvolle Beute enthielten, schwang sich während der Abwesenheit des Kutschers auf den Bock, hieb auf die Pferde ein und fuhr davon. Selbstmord eines Studenten. Jm Tiergarten hat sich gestern der 22 jährige Student der Theologie Karl M. das Leben genommen. M. hatte in Greifswald studiert und war von dort kürzlich verschwunden. Gestern wurde er auf einer Bank in der Nähe der Sieges- Allee tot aufgefunden; er hatte sich mit einem Revolver erschossen. Die Tat hat er anscheinend in einem Anfalle von geistiger Umnachtung ausgeführt. Vorort- Nachrichten. Charlottenburg. in der Großbeerenstr. 17, born II, in der Beuffelstr. 38, Mittel- 1 Mädchenschule.- Die Mittel für Errichtung der dritten straße 52, Milastraße und anderen Stellen zu tun, um Verkehrs- Gemeindeschule werden in Höhe von 45 000 M. bewilligt, hindernisse zu beseitigen, Pferde aus Notlagen zu befreien usw. Desgleichen für Schaffung eines Zeichensaales für die Schule in der Waitstraße. Bei der Frage der Verpachtung des Wochenmarktes beantragten unsere Genossen die Webernahme in Gemeinderegie. Beschlossen wurde, die Pacht dem bisherigen Bächter für 3100 M. zu belassen. Herr Herwig glaubte durch die Forde rung recht hoher Standgelder die unbequeme Konkurrenz für die hiesigen Händler loszuwerden. Ein Antrag der Anwohner des Ortsteils an der Holzspreebrücke ersucht die Vertretung, Mittel Die Charlottenburger Stadtverordnetenversammlung hatte a bereit zu stellen für die Schaffung eines Notsteges während des Mittwoch eine umfangreiche Tagesordnung zu erledigen. Trotzdem Neubaues dieser Brücke Ein von den Berliner Elektrizitätswerken dauerte die Sigung verhältnismäßig nur kurze Zeit, da die meisten herzustellender Kabelsteg erleichtere die Ausführung. Die Ver Punkte belanglos waren. Zur Annahme gelangten unter anderem tretung mißbilligte scharf das Verhalten der Kreisverwaltungen, zwei Anträge aus der Mitte der Versammlung, und zwar ein Antrag welche als Erbauer der Brüde sich weigern, eine Notbrücke herzuStadthagen( natl.), der den Magistrat ersucht, die probeweise stellen. Die Mittel wurden in Höhe von 5000 M. bewilligt. Für ziehen, und ein Antrag Ring( lib.) auf Alenderung des Sparkassen- horft wurde den Berliner Ostbahnen die Genehmigung erteilt. Beschaffung von Spreng- und Automobilwagen in Erwägung zu Anlegung einer Straßenbahnverbindung mit Karls. statuts dahin, daß die Gelder der Sparkasse auch in allerersten Brivatdisfonten angelegt werden dürfen.- Die Borlage betreffend Köpenid. In Sachen der Schwebebahn hat der Polizeipräsident von Rigdorf, Herr v. Glasenapp, dieser Tage an den Bund der Haus- und Grundbesitzervereine„ Groß- Berlin" das nachfolgende Schreiben gerichtet:„ Die in der Hauptversammlung vom 18. v. Mits. die abermalige Erweiterung des städtischen Elektrizitätswertes fand Bon Köpenid nach Botsdam. Der durch den Köpenider Hauptgefaßte Resolution, betreffend die Schwebebahn Gesundbrunnen die Zustimmung der Versammlung, ebenso eine Reihe von Magistrats- mannsstreich zu trauriger Berühmtheit gekommene Polizeiinspektor Rigdorf, trifft auch für die Rigdorfer Verkehrsverhältnisse zu. vorlagen, die Nachbewilligungen betreffen. Größere Nachbewilligungen Jädel, der die erhaltene Badeerlaubnis mit der zwangsweisen Insbesondere fehlt es für die hiesige Bevölkerung an den erforder find unter anderem erforderlich für den Armenetat( 20 300 M.), für den Benfionierung büßen mußte, tritt in den Dienst der Potsdamer lichen Schnellverkehrsmitteln und an ausreichenden Verkehrs- Etat der Krankenhausverwaltung( 9000 M.) sowie für die auße Wach- und Schließgesellschaft. verbindungen mit dem Zentrum und dem Norden von Berlin. Unter ordentliche Schneebeseitigung( 75 000 m.). Nach Erledigung einer diesem Mangel hat namentlich die arbeitende Bevölkerung Reihe von Petitionen ohne allgemeines Intereffe überwies die VerOranienburg. Rigdorfs zu leiden, die zum großen Teil in Berliner fammlung eine Magistratsvorlage auf Bewilligung von 10 000 m. Durch eine Anzahl Schulknaben ist gestern bei Oranienburg Fabriken und Geschäften tätig i st. Die Gegen 25 Uhr nachplante Schwebebahn Gesundbrunnen- Rigdorf, welche die nörd- der Bettelei in Groß- Berlin geschaffenen Kolonie Hoffnungstal an mittags sauste in der Richtung von Berlin ein mit drei Personen ges zur Unterſtügung der zur Bekämpfung des Bagabundentums und ein schweres Unglüd verhütet worden. lichen und mittleren Stadtteile Berlins mit Rirdorf ver- einen Ausschuß. Hoffentlich wird der Ausschuß in eine recht sorg- besetzter Schlitten die Chauffee entlang, deſſen Pferde scheu gebinden soll, wird, wie kein anderes Verkehrsmittel, geeignet fältige Prüfung der Vorlage eintreten. Gleichfalls an einen Aus- worden waren. Bei der wilden Jagd wurde das Gefährt fortsein, dem Mangel einer Schnellbahnverbindung zwischen dem schuß ging die Vorlage betreffend Genehmigung des Borentwurfs während nach rechts und nach links geschleudert, und die uni Norden und Süden von Groß- Berlin abzuhelfen. Wie bisher, und des Kostenanschlags für den Bau einer neuen Gemeindeboppel- Hülfe rufenden Insassen hielten sich krampfhaft feſt, um nicht auf werde ich auch in Zukunft bestrebt sein, das Zustandekommen schule in der Sybelstraße. dieses wichtigen Verkehrsunternehmens in jeder den Fahrdamm geworfen zu werden. Die Lage der Schlittenfahrer war eine äußerst gefährliche, da das leichte Fahrzeug jeden Weise zu fördern." Wie erinnerlich, hatte sich auch Ober- Der Etatsentwurf für Charlottenburg schließt in seinen einzelnen Augenblick an einen Steinhaufen oder Baum geschleudert und bürgermeister Boddin gelegentlich der von der Continentalen Teilen wie folgt ab: der Hauptetat im Ordinarium in Einnahme zerschellt werden konnte. Sechs Schulknaben im Alter von 12 bis Gesellschaft im Berliner Rathaussaale veranstalteten Modellausstellung und Ausgabe mit 20 Millionen, bei einem Dispositionsfonds von 14 Jahren, die die Chauffee in der Richtung nach Lehnik entlang in ähnlich günstigem Sinne über die Schwebebahn ausgesprochen 550 000 M. für Nachbewilligungen und nicht vorhergesehene Fälle; gingen, stellten sich quer über den Weg und suchten durch und dabei hinzugefügt, sobald erst die Zustimmung der städtischen im Ertraordinarium mit 91% Millionen. Dazu kommen die Schwenken mit den Armen und Müßen die Pferde aufzuhalten. Behörden Berlins vorlägen, werde die Behandlung des Projektes Sonderetats, von denen der der Kanalisation mit etwa drei Die Tiere stuzten auch tatsächlich einen Augenblick und im nächsten bei den Rigdorfer Behörden schnellste Erledigung Millionen, der der Ladestraßen mit 58 900 M., der des Lagerplages Moment erfaßte einer der Knaben die Zügel der Roffe und der Tiefbauverwaltung mit 930 300 m., der des Elektrizitäts- brachte sie nun mit leichter Mühe zum Stehen. wertes mit 2 Millionen, der der Gasanstalten bei einem Reingewinn von annähernd zwei Millionen mit über 22 Millionen, der Potsdam. der Stiftungen mit 88 000 M., der der Verbreiterung der Bismarckstraße mit 134 Millionen, der des Grundstückserwerbefonds mit etwa 3 Millionen, der der Müllbeseitigung, mit 360 500 2. und der der Wasserwerke mit 13 Millionen abschließt. finden. Bodenwucher. Was an einem Terrain verdient werden kann, zeigt der jest perfekt gewordene Verkauf des Geländes der Trabrennbahn Weißensee. Das Terrain gehörte früher der Gesellschaft der Trabrennbahn Weißensee, zu deren Mitgliedern, wie die„ Allg. Fleischer- 3tg." mitteilt, auch mehrere Berliner Fleischermeister gehörten. 1892 fand der in Rennsportkreisen sehr bekannte PrinceSmith die übrigen Mitglieder mit ganz geringen Beträgen ab und brachte so für den Preis von 157 000 M. das Gelände in seinem Besitz. Die damaligen Mitglieder des Weißenseer Trabrenne vereins, der Fleischermeister Franz Grunow, der Fleischermeister Baufeld und die Schwagerschen Erben, die sich bei den PrinceSmithschen Transattionen benachteiligt fühlten, hatten gegen diesen zwar einen Prozeß wegen 300 000 M. Entschädigung angestrengt, find aber mit ihrer Forderung nicht durchgedrungen. Prince- Smith verkaufte zirka 10 Jahre später das Gelände für 950 000 M. an den Westender Rennverein und sicherte sich außerdem eine Lebenslängliche jährliche Rente von 35 000 M., und seinem Sportfreunde, den Herrn von Kuhlmann, eine ebensolche Rente von 10 000 m. Jezt ist das Terrain an eine Terraingesellschaft weiter veräußert worden, und zwar für den horrenden Preis von 1 600 000 M. Durch den Unfug einer Schar Schulfnaben ist vorgestern abend die 56 jährige Bauline Hoffmann aus der Schwedterstr. 48 schwer verunglückt. Frau H. befand sich auf dem Wege durch die Ramlerstraße und wurde plötzlich von einer größeren Anzahl Schulknaben mit Schneebällen bombardiert. Die Bedrohte fuchte sich in Sicher heit zu bringen, doch wurde ihr der Weg verlegt und schließlich wurde sie von einem der Schneebälle mit solcher Wucht getroffen, daß sie niederfiel. Die Bebauernswerte zog sich bei dem Sturze einen doppelten Armbruch zu und wurde in das Lazarus- Kranten haus gebracht. A Erfroren ist in der gestrigen Nacht ein unbekannter, etwa 30 Jahre alter Mann. Er wurde auf Charlottenburger Gebiet von einem Schußmann auf der Straße leblos aufgefunden und nach der Sanitätswache gebracht, wo aber nur noch der Tod fest gestellt werden konnte. Seine Leiche wurde in das Schauhaus gebracht. Der Tote hatte langes dunkelblondes Kopfhaar, rötlichen Backen- und Schnurrbart und war mit dunklem Schlapphut, schwarzem Ueberzieher und Chemisett, das das Monogramm . 2. enthielt, bekleidet. " 1 Von einem Eilgüterzug überfahren wurde gestern vormittag gegen 11 Uhr auf dem Bahnkörper vor dem hiesigen Hauptbahnhof der 60jährige Weichenſteller Kid z uhn aus Nowawes, wobei ihm der rechte Fuß zermalmt wurde. Nach Anlegung eines Notverbandes Krankenhause in Nowawes gebracht. wurde der Schwerverletzte auf einer Tragbahre nach dem Oberlin. Gerichts- Zeitung. Darlehns- Fallen. er 100 Broz. Zuschlag zur Staatseinkommensteuer unter Befreiung der An Steuern sollen im nächsten Etatsjahre erhoben werden: Personen mit weniger als 900 W. Einkommen; die Gemeindegrundsteuer in Höhe von 161,94 Proz. der staatlich veranlagten Grund- und Gebäudesteuer der bebauten und unbebauten Grundstücke; die Gemeindegewerbesteuer 2,4 pro Mille des gemeinen Wertes in Höhe eines Zuschlages von 100 Proz. der staatlich veranlagten Gewerbesteuer, und zwar mit der Maßgabe, daß der Ertrag der Gemeindegrundsteuer und der Gemeindegewerbesteuer zusammen In welch raffinierter Weise Darlehnsnepper vorgehen und die einem Satze von 150 Proz. der staatlich veranlagten Realsteuern Wechielunkenntnis ausbeuten, zeigte wieder einmal eine gestern vor gleichkommt. Steuersätze von 4, 8 und 12 und Die Gewerbesteuer der in Klasse IV veranlagten dem Schwurgericht des Landgerichts II verhandelte Anklage wegen soweit der Ertrag der Waren- Betruges, schwerer Urkundenfälschung und versuchter Erpressung. Aus haussteuer reicht stellt. auch noch von 16 M. wird außer Hebung ge- der Untersuchungshaft wurde der Buchhalter Otto Leuenberg, Der Zuschlag zur Betriebssteuer ist auf 100 Broz, die ein 24 Jahre alter junger Mann, vorgeführt. Auf eine ZeitungsKanalisationsgebühr auf 1 Proz., die Gebühr für Wegschaffung des annonce im„ Lokal- Anzeiger", in der ein gewisser Leuenberg Hausmülls auf 0,8 Proz. des Gebäudenugungswertes festgesetzt. Die Darlehen ohne Bürgschaft anbot, wandte sich im August 1906 Umsatzsteuer tommt in Höhe von 1 Proz. des Umfagwertes der bes ein junger Fahnenjunter S., der 300 Mart brauchte, briefbauten und von 2 Proz. des Umfaßwertes der unbebauten Grund- lich an den Angeklagten. Der Angeklagte erklärte sich brieflich stücke zur Erhebung. zur Gewährung des Darlehns bereit, verlangte aber zunächst 8,50 M. als Entgelt für die Einholung einer Auskunft über seine Solvenz. Der Fahnenjunker schickte die 8,50 M. ein und erhielt auch nach einigen Tagen den Besuch eines Mannes, der sich nach seinen Verhältnissen erkundigte. Obwohl die Auskunft günstig lautete, ließ der Angeklagte nichts von sich hören und als er gemahnt wurde, antwortete er, die Auskunft fei noch nicht eingetroffen. Er wolle aber dem Fahnenjunker entgegenkommen und ihm das Geld auf Die tägliche Störung des Unterleitungsbetriebes bei der längere Zeit als drei Monate leihen. Er übersandte ihm Straßenbahn erfolgte in der vorgestrigen Nacht gegen 12 Uhr an zugleich drei vollständig ausgefüllte Wechsel der Moltkebrücke. Dort hatte sich der Stromabnehmer des Motorüber 100 m., 100 M. und 120 m., fällig am 3. Dezember twagens Nr. 2388 festgeklemmt und alle Bemühungen, ihn hochDie hiesige Zahlstelle der Vereinigung der Maler, Lackierer, 1906, am 3. Januar und 3. März 1907, die S. mit seinem Afzepte zuziehen, erwiesen sich als vergeblich. Erst herbeigerufenen Anstreicher, Tüncher und Weißbinder Deutschlands" hielt am 11. 6. M. bersah und sie dem Angeklagten zurückschickte. Der Angeklagte hüllte Schloffern gelang es nach längerem Bemühen, den Stromabnehmer eine ordentliche Bersammlung ab, die im Vergleiche zu den früheren sich nach Empfang der Akzepte vollständig in Schweigen, und als ein aus dem Kanal herauszuholen. In der Zwischenzeit mußten die fich eines guten Besuches erfreute. Der zunächst gehaltene Vortrag Freund des S. den Angeklagten in seiner Wohnung in der Tiecknach Moabit fahrenden Wagen abgelenkt werden. des Kollegen Klog Berlin über„ das Koalitionsrecht der Straße aufsuchte, erfuhr er von der Wirtin, daß sich der Angeklagte Ein folgenschwerer Automobilunfall trug sich gestern nach- deutschen Arbeiterschaft" fand beifällige Aufnahme. Nach einer persönlich überhaupt nicht sprechen lasse. Am 26. September 1906 mittag am Kurfürstendamm zu. Der Großindustrielle Crawczoß eingehenden Berichterstattung über die Tätigkeit der Bezirksleitung erhielt der Vater des Fahnenjunkers, ein Rittergutsbesitzer, aus Wladiwostock, der sich gegenwärtig in Berlin aufhält, hatte wurden die Kollegen Flemming, Scheuerbrandt und Franz Drömert einen Brief des Angeklagten, daß am 10. Juli 1906 Kollege Flemming als bisheriger seinem Sohne ein gemeinsam mit seiner Frau eine Automobilfahrt unternommen. in dieselbe wiedergewählt. Darlehn gegeben habe gegen drei An der Kreuzung der Wichmannstraße tam dem Kraftwagen ein Delegierter der Gewerkschaftskommiffion gab hierauf einen um Atzepte von 400, 500 und 520., fällig am 27. beziehungsPrivatautomobil entgegen, und während der Chauffeur des faffenden Bericht über die Tätigkeit derselben im verfloffenen Jahre. weise 28. September. Der Sohn habe ihn an den Vater verletteren auszuweichen versuchte, lenkte der Führer des anderen In der Distuffion über den Bericht wurde von allen Rednern das wiesen und deshalb würden die Wechsel am 27. September Autos so dicht vorüber, daß ein Zusammenstoß stattfand. Er er- Nichtzustandekommen der Anstellung eines befoldeten Sekretärs leb- präsentiert werden. Tatsächlich ging dann auch am 27. September folgte mit solcher Gewalt, daß das Automobil, in dem sich E. haft bedauert und gewünscht, diese Frage immer noch im Auge zu bei dem Vater S. ein Afzept von 500 M. zur Einziehung mittels mit seiner Frau befand, vollständig zertrümmert wurde. Auch behalten. Postauftrages ein. Die Einlösung wurde jedoch verweigert, da sich der andere Kraftwagen wurde stark beschädigt. Das Ehepaar Zu Delegierten wurden Flemming wieder- und Schiller der Fahnenjunker inzwischen in seine Garnison begeben hatte und wurde auf den Fahrdamm geschleudert und blutüberströmt nach neugewählt. der Bater dorthin gereist war, um von seinem Sohn Aufklärung zu der Unfallstation am Zoologischen Garten gebracht. An den erlangen. Im Auftrage des Vaters schrieb auch dessen Schwager, Sänden, am Kopf und im Gesicht hatte C. sowohl als auch seine des städtischen Arbeitsnachweises Charlottenburg, am Wittenberg- daß die Einlösung bis zur Klarstellung der Sachlage nicht erfolgen Der Charlottenburger Magiftrat teilt mit: In der Zweigstelle ein Landgerichtsdirektor, an den Angeklagten und teilte ihm mit, Frau schwere Verlegungen davongetragen. Der Chauffeur war plag 4( Ede Bayreutherstraße 8) werden neuerdings durch Aushang werde. Darauf begann der Angeklagte zu drohen. mit äußeren Quetschungen davongekommen. an den Fenstern und der Eingangstür der Geschäftsstelle folche Er trat plöglich in mehreren an den Vater gerichteten Briefen mit zu beunruhigenden Meldungen über den Brand eines Stellenangebote und Stellengesuche bekannt gemacht, für welche nicht der Behauptung hervor, daß er nicht im eigenen Namen, sondern Straßenbahnwagens führte ein Vorfall, der sich gestern bereits Bewerberinnen resp. Balanzen angemeldet sind. Es liegt im Auftrage feines Geldgebers handle. Er verlangte dringend die morgen gegen 8% Uhr in der Französischenstraße ereignete. Dort daher im Interesse des Publikums, diesen Aushängen Beachtung zu Einlösung des Atzepts von 500 W. und machte auf die eventuellen wdren infolge Ueberheizens die Size über der Heizungsanlage in schenken. Brand geraten. Das Feuer wurde sofort entdeckt und konnte von Folgen für die Karriere des Sohnes aufmerksam. Er drohte auch mit einer Anzeige beim Regiments- und Generalkommando. Als dem Personal des Wagens mit leichter Mühe gelöscht werden. Eine Gefahr für die Passagiere lag nicht vor. Der Wagen fonnte, nach- Einen eigenartigen Selbstmord vollführte gestern das 28jährige der Landgerichtsdirektor eingriff und dem Angeklagten brieflich Vordem die beiden beschädigten Sitze ausgetauscht waren, wieder in Dienstmädchen Berta Bergschod, welches bei einem Fuhrherrn in haltungen machte, verübte dieser auch gegen ihn einen BetrugsEr verlangte wieder unter Drohung und Erpressungsversuch. Betrieb genommen werden. Borhagen in Stellung war und sich vorgestern abend heimlich aus mit der Wohnung der Dienstherrschaft entfernt hatte. Die B. hatte in einer Anzeige beim Regimentskommando die Einlösung Säuglingspflege. In den städtischen Säuglings bem zu den Neumannschen Eiswerken in der Triftstraße in Rummels- des Atzepts von 500 M. mittels Postauftrages. Dem überfürsorgestellen Nr. IV, Luisen- Ufer 50, und Nr. V. Bankstr. 7. burg gehörigen Teich ein Loch in die Eisdecke gestoßen und war weise dafür, daß dem Fahnenjunter am 12. Juli 1906 ein Einfandten Atzept war ein Bosteinlieferungsschein beigelegt, zum Be beginnen am Freitag, den 1. März, 6 Uhr abends, wieder unentgelt durch dieses in das Wasser gesprungen. Hier wurde ihre Leiche schreibebrief mit 1850 m. geschickt worden sei. Es stellte sich aber weise dafür, daß dem Fahnenjunker am 12. Juli 1906 ein Einliche Nurse der Säuglingspflege für Frauen und Mädchen. Bei gestern morgen durch Arbeiter der Eiswerke aufgefunden und ge heraus, daß auf dem Wechsel sämtliche Daten durch chemische Mittel wöchentlich 2 Stunden beträgt die Dauer des Kurses 3 Wochen. landet. Das Motiv zu dem Selbstmorde ist unbekannt. geändert und aus der hundert" eine fünfhundert" gemacht worden Vorherige schriftliche oder mündliche Anmeldung( täglich 1-4 Uhr) Ober- Schöneweide. war. Der Posteinlieferungsschein rührte bon einem anderen in den Instituten erbeten! her, eingefchriebenen Briefe und auch hier war Gemeindevertretersizung. Der als Ersatz für den Vertreter worden. Auf Das Brater Theater wird am heutigen Freitag wieber mit der 1. Klaffe, Weber, gewählte Herr Benz wurde in fein Amt chemische Mittel eine Aenderung vorgenommen einem laffischen Werte erscheinen, denn die Direktion fündigt die eingeführt. Gegen die Wahl des Vertreters der 1. Klasse, Herrn der Angeklagte auch die beiden anderen Akzepte des Sohnes, Verlangen des Vaters des Fahnenjunkers präsentierte diesem Erstaufführung des Schillerschen Trauerspiels Rabale und Segewaldt, dessen Mandat erst fürzlich für ungültig erklärt die gleichfalls als gefälscht sich erwiesen. Da die Fälschung erkannt wurde, lagen zwei Einsprüche vor, und zwar vom Genossen wurde, so wurde die Honorierung verweigert. Am nächsten Morgen Grunow und vom Vorstand des Bürgervereins. Feuerwehrbericht. Gestern früh um 5 Uhr kam auf dem Pots Herr Serwig, ber seinerzeit als Referent beantragte, das erhielt der Landgerichtsdirektor von dem angeblichen Auftraggeber damer Güterbahnhof Feuer aus. Dort stand ein Ringbahnbogen Mandat für ungültig zu erklären, kam diesmal zu dem Schluß, des Angeklagten einen Brief, in welchem nochmals fofortige Ein( Nr. 10) in Flammen. Es brannten Säde, Regale und anderes und erftens beide Ginsprüche wegen formeller Mängel zurüdauweisen lösung verlangt und abermals mit dem Generalkommando gedroht mußte die Feuerwehr fräftig Waffer geben, um den Brand auf den und die Wahl für gültig zu erklären. Der Bürgerverein könne wurde. Die Unterschrift unter diesem Briefe war unleserlich, aber Bogen zu beschränken. Auf einem unbebauten Gelände in der als solcher feinen Einspruch erheben, und der Einspruch des Ge- offenbar vom Angeklagten mit verstellter Handschrift geschrieben. Danzigerstraße 62a brannte eine Automobilbroschte und in der nossen Grunow führe keine Gründe an. Herr Herwig vertrat auch Nachdem alsdann Anzeige gegen den Angeklagten erstattet worden Koloniestraße 117 ein Stallgebäude. Die Feuerwehr mußte eine noch die sonderbare Auffassung, Genosse Grunow als Antragsteller war, wurde er flüchtig und konnte erst am 11. Oftober 1906 Schlauchleitung vornehmen, um die Gefahr zu beseitigen. Samariter dürfe überhaupt nicht an der Debatte teilnehmen. Er wurde ergriffen werden. Er hatte dann noch die Dreistigkeit, der Feuerwehr hatten in der Brunnenstr. 58 beim Handelsmann allerdings eines anderen belehrt. Bei der Abstimmung wurde der an das Regimentskommando einen Brief zu richten, der den Zwed Frost zu tun. Ein Mann hatte sich dort erhängt. Es gelang, den Einspruch des Bürgervereins zurüdgewiesen, dagegen der des Ge- berfolgte, die Karriere des jungen Kriegsmannes zu untergraben. Erhäugten mit Sauerstoff wieder ins Leben zurüdzurufen. Der nossen Grunow als berechtigt anerkannt und die Wahl für un- Nach eingehender Beweisuufnahme verneinten die Geschworenen Brand eines Pferdestalles beschäftigte die Wehr in der Kochstr. 10. gültig erklärt. Der Antrag des Schulvorstandes für den die Schuldfrage wegen Betruges, bejahten aber die SchuldWohnungsbrände mußten in der Dennewigstr. 34, Friedenstr. 54, Bau einer höheren Töchterschule zeitigte eine rege Debatte. frage wegen schwerer Urkundenfälschung, versuchten Marienstr. 28, Yortstr. 40 und anderen Stellen gelöscht werden. Der unsere Genossen vertraten den Standpunkt, daß hierzu durchaus Betruges und versuchter Erpressung, billigten aber dem fiebente Zug wurde nach der Liebigstr. 12 gerufen, wo Kiften, Stroh fein Bedürfnis vorliege. Beschlossen wurde im Sinne des An- Angeklagten mildernde Umstände zu. Der Angeklagte wurde zu end anderes in einem Keller brannten. Ferner hatte die Wehr noch trages, nur solle noch die Frage offen bleiben, ob Knaben- oder 12 Jahren Gefängnis verurteilt. Liebe" an. Borhagen- Rummelsburg. " durch Freigesprochener Streifpoften. bie geftrigen Zufammenstöße mit den Frauenrechtlerinnen. Erwähnt einem Karlsruher Herrn und einem ausländischen Offizier ein Der Polizeiinspektor von Herford war auf einen grandiosen wird, daß hierbei viele Frauen durch den Kot gezogen und ihnen Bistolenduell stattgefunden. Beim dritten Kugelwechsel erhielt der Gedanken verfallen, als ihm der Tischlermeister Schmidt, bei dem meist die Kleider vom Leibe gerissen wurden. Offizier einen Schuß in die rechte Schulter; doch scheint die den ganzen Sommer durch gestreift wurde, sein Leid klagte über Wunde nicht lebensgefährlich zu sein. angebliche Belästigungen durch Streifposten und ihm vorhielt, daß Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse feierte In der Grube getötet! Durch eine Dynamiterplosion im Bergder Nuin des Geschäfts drohe. Der Polizeiinspettor fein achtes Stiftungsfest im Gewerkschaftshause. Bei dem großen mert Capagnac( Departement Aveyron) wurden, nach Pariser berbot einfach dem Tischler Homeyer, der am Streit beteiligt Interesse für die Bestrebungen des Vereins reichten die früher be- Meldung, zwei Bergleute getötet, zwei verwundet. war und öfter Streifpoften stand, für die ganze Dauer mußten Räume nicht mehr aus. Dank der Mitwirkung vorzüglicher bes Streits sich in der Nähe der Werkstatt Schmidts Sträfte gestaltete sich der Abend besonders genußreich. Herbor Ueber eine Truppendesertion engros meldet das Reutersche aufzuhalten. Dies generelle Verbot ergänzte er noch das ragenden Anteil am Gelingen des Festes hatte die Mitwirkung von Bureau aus Port Said: Gestern lief der türkische Transportdurch, daß er Homeyer untersagte", weiterhin für den etwa 80 Mitgliedern des von Herrn Dr. Zander geleiteten Bolks- dampfer Hodeida, mit 1290 Mann für Hodeida bestimmter Truppen Streit in der Schmidtschen Fabrik agitatorisch tätig zu chors, die bei unserer Veranstaltung von Herrn Kursch dirigiert an Bord, in den Kanal ein. Um 8 Uhr abends sprangen 7 Solfein. Selbstverständlich ein völlig gefezwidriges Verbot.- Homeyer wurden und glänzendes leisteten. Fräulein Bölkerling fang mit schönem daten über Bord und flohen nach El Arisch. Heute früh deserfümmerte fich in teiner Beziehung um die polizeilichen Verbote. Ausdruck Lieder von Schubert, Wolf und Franz. Der einleitende tierten zwischen Kilometer 34 und 44 wieder 170 Mann. Von den Auch das Streitpostenstehen übte er nach wie vor weiter aus. Er Prolog, der sich speziell an die Aufrüttelung der Frauen wandte, an Bord befindlichen Truppen wurde auf die Deserteure gefeuert; wurde deshalb angeklagt wegen Uebertretung der Polizeiverordnung von Frau Tölle gesprochen, wurde mit großem Beifalle aufgenommen. fünf wurden erschossen, während es den übrigen gelang, auf dem des Regierungspräsidenten zu Minden vom 18. Oftober 1905, welche Eine selten feine Künstlerschaft entwickelte Frau Johanna Meher in einen oder anderen Ufer des Kanals an Land zu kommen. die Aderweltsbestimmung fast aller Straßenpolizeiverordnungen ihren Rezitationen. Diese schlichte und von tiefstem seelischen Sonnenfleden. Ein Telegramm aus Pittsburg besagt: enthält, wonach unbedingt Folge zu leisten sei den Aufforderungen Empfinden getragene Vortragsweise gewann im Sturm die Herzen Professor Broshear von der Alleghany- Sternwarte meldet die Entvon Polizeibeamten, welche ergehen zur Erhaltung der Ruhe, unserer Arbeiterinnen. deckung von Sonnenflecken im Umfange von 31/2 Milliarden engl. Ordnung, Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs auf öffentlichen Herr Leo Kestenberg, der stets bereit ist, wenn es gilt, fünftle- Meilen, die eine beträchtliche Beweglichkeit entfalten. Wegen, Straßen, Plägen. rische Bestrebungen in der Arbeiterschaft zu fördern, gab auch diesGestrandet. In Christiania ist gestern aus Australien die Die Straffammer in Bielefeld sprach indessen den mal wieder durch den Vortrag Lisztscher Kompofitionen von seinem Nachricht eingetroffen, daß das Expeditionsschiff„ Cathrine" der Angeflagten frei. Die Polizeiverordnung fönne nicht an- bortrefflichen Können Zeugnis und rief durch die zum Schluß ge- norwegischen Walfischerpedition nach dem südlichen Eismeere gewendet werden. Sotveit sich der Beamte durch die spielte Marseillaise lebhafte Begeisterung hervor. Tanz und ge- unter dem Schiffsreeder Bull am 4. Dezember bei den Klagen Schmidts zu feinem Vorgehen bewogen gefühlt felliges Beifammensein hielten Mitglieder und Gäste noch lange bei unbewohnten Crozet- Inseln westlich der Kerguelen gestrandet ist. habe, um zu verhindern, daß Schmidt zugrunde gehe, entbehre einander. Zwei Armbänder und eine Brosche, welche bei dem Fest Das Schiff ist ein Brad und die Ausrüstung der Expedition ist die polizeiliche Anordnung jeder gefeßlichen Unterlage. Der Polizei- gefunden wurden, sind bei Fräulein Petereit, Naunynstr. 5, ab- verloren. Der Besayung gelang es, fich zu retten. Am 4. Januar inspektor habe allerdings befundet, daß er außerdem auch das zuholen. fuhren drei Mann derselben nach Australien, um dort Hülfe zu Interesse der Ordnung und Sicherheit des öffentlichen Verkehrs im Auge gehabt habe. Gleichwohl sei die Anordnung des Beamten, holen, und find jezt in Melbourne eingetroffen. Die übrigen Expeditionsmitglieder befinden sich noch auf den Crozet- Inseln. Die H. folle während der ganzen Dauer des Streits norwegische Regierung hat fofort Schritte unternommen, um eine fich nicht in der Nähe der Fabrit aufhalten, teine Anordnung Rettungsexpedition von Kapstadt nach den Crozet- Inseln abzusenden. im Sinne der Polizeiverordnung. Ihr Tatbestand sei nur gegeben, wenn in einem fonkreten Falle ein Beamter die öffentlichen verkehrspolizeilichen Interessen glaube wahren zu müssen und für diesen bestimmten Fall eine Anordnung ergehen lasse. Für Wochen aber jemand den Aufenthalt in der Nähe eines Betriebes zu verbieten, sei unzulässig. Versammlungen Veranstaltungen. S. Kazenstein. " Berlin. Montag, den 18. Februar, 8% Uhr, im„ Neuen Klubhaus" Kommandantenstr. 72: Die Zutunft der Familie". Referent: Charlottenburg. Dienstag, den 19. Februar, 81 Uhr, bei Schulz, Kaiser Friedrichstr. 24: Vortrag: Herr Pauli:" Feuer bestattung". Das Modell von einem Verbrennungsofen wird gezeigt. Gäste willkommen. Wermuth. Verfammlungen. " Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 69-74 pr. 100 ẞfd., la 63-68, IIIa 57-62, IVa 49-55, dän. Bullen 60-65, 50. 0,00. Kalbfleisch, Doppelländer 110-125, Ia 82-90, IIa 72-80, IIIa 54-68, Hammelfleisch Ia Weißensee. Dienstag, den 19. Februar, 8% Uhr, im Prälaten", hol. 58-62, dan. 60-68. 67-76, IIa 50-65. Das Kammergericht berwarf die hiergegen bon Rehwild, plomb. per Pfd. 0,70, Ia 0,00, Lehderstr. 122: Agitationsversammlung. Vortrag: Genosse Schweinefleisch 53-61. Dam der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision mit Rotwild Ia 0,40-0,48, IIa 0,30-0,38, do. Kälber 0,30-0,50. do. 0,40-0,55, Kälber 0,40-0,65. Wildschweine 0,40. folgender Begründung: Festgestellt sei, daß den Beamten neben dem Reinickendorf( Ost). Mittwoch, den 20. Februar, 8 Uhr, bei wild Hasen, Frischlinge 0,40-0,70. plomb. per Stüd 3,40, do. II versönlichen Interesse des Tischlermeisters auch das Interesse des Gründer, Hoppestr. 24. Vortrag: Frau Albetsky. 1,25-1,50. Staninchen per Stüd 0,60-1,05. Wildenten per Stüd 0,00. öffentlichen Verkehrs bewogen habe, dem H. auf längere Zeit, so Hübner, alte per Stüd 1,30-3,00, do. IIa 1,00-1,25, do. junge per lange der Streit dauere, den Aufenthalt in der Nähe der Fabrik zu Stüd 1,10-1,60. Tauben per Stüd 0,40-0,85, junge fleine 0,00, italienische verbieten. Das gehe natürlich nicht. Die Aufforderung im 1,00. Enten per Stüd 2,00-2,75. Hamburger junge per Stuc Sinne der angezogenen Verordnung und anderer Straßenpolizei3,70-4,50. Banse, Hamburger per Pfund 1,05-1,20, Eis- 0,60-0,63. Hechte per 100 Pfund 85-94, groß 0,00, Ilein 95. Bander 122-141, verordnungen müsse einen berkehrspolizeilichen Sinn Bleie matt 50-55. haben. Sie müsse sich darauf beschränken, daß der Verkehr Generalversammlung des Arbeiter- Sängerbundes. Vor Ein- flein 0,00. Schleie, unsortiert 0,00, Klein 130. aufrecht erhalten werde in der augenblicklichen Art oder daß tritt in die Tagesordnung ehrte die Generalversammlung das An- ale, groß 0,00, mittel 0,00, flein und mittel 0,00. Plögen 36-40, er für die nächste Zukunft gesichert sei. Wenn z. B. ein Be- denken des verstorbenen langjährigen Revisors Hans durch Er groß 53-55, matt 0,00. Starpfen, 75-90er 54-59, do. 35-40er 0,00. Plein 40, do. 76. Sarauschen 89-95. gräbnis, ein feierlicher Zug nahe, so könne die Straße nicht erst im heben von den Pläzen. Der Vorsitzende erstattet den Geschäfts- Bunte Fische 0,00, Barse, Wels 0,00. Quappen 0,00. Bleifische 0,00. Amerikanischer Lachs Ia letzten Moment abgesperrt werden, wo der Zug schon komme. Die bericht. Hiernach ist gegen 1905 die Mitgliederzahl des Bundes neuer per 100 Bid. 110-130, bo. Ila neuer 90-100, do. IIIa neuer 75. Absperrung wäre in solchen Fällen also schon vorher erlaubt, im gesunken. 1906: 194 Vereine mit 5177 attiven Mitgliedern gegen Seelachs 25-30. Sprotten, Kieler, Wall 0,75-1,25, Danziger, Wall Interesse eines bald nahenden Ereignisses. Nicht aber fönne 1905: 201 Vereine mit 5341 aktiven Mitgliedern. Dementsprechend 1,20. Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-4, do. mittel ver Stifte 2-3, Hamb. auf Tage, Wochen, auf eine unbestimmte Zeit hinaus Leuten waren auch die Uebungsstunden besucht. 1906 von 10 238 Gängern Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Stieler 3,50-5,00, Male, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, berboten werden, an bestimmten Stellen über die öffentliche( 1905: 10 467).- Betreffs der Regelung der Maifeier konnten Stralsunder 0,00. Schellfische Stifte 5-6, do. Straße zu gehen. Das seien nicht verkehrspolizeiliche Anordnungen. seitens des Vorstandes befriedigende Erklärungen gegeben werden. flein 0,50-0,60. Beringe per Schod 5-9. Das würde ja fchließlich dazu führen, daß unter Umständen Leute Ebenso ist die Mitwirkung der Vereine bei Parteifeftlichkeiten dahin/ Stifte 3,00. Stabliau, p. 100 Pfd. 25-30. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er während der Dauer eines Streits nicht aus den Häusern gehen geregelt, daß die Sänger bei diesen freien Eintritt zu beanspruchen per Anter 93, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 73-75. Schottische Voltheringe Sardinen, rufs., Faß dürften oder den Ort verlassen müßten. Solche Anordnungen könne haben. An den Geschäftsbericht schloß sich eine lebhafte Debatte. 1905 0,00, large 40-44, full. 36-38, med. 35-42, deutsche 37-44. 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, die Polizei nicht erlassen aus den ihr anvertrauten verkehrspolizei- Es wurde allseitig gewünscht, daß der gedruckte Geschäftsbericht in Peringe neue Matjes, per al 30. 60–120. lichen Rücksichten. Somit sei die Freisprechung gerechtfertigt. Zukunft 14 Tage vor Stattfinden der Generalversammlung den Schodjaj 11, fleine 5-6, Riefen- 14. Gier, Land-, per Schod 5,60-5,80. Butter Der Streifposten ist ebenso rechtmäßig freigesprochen, wie gesetz- Vereinen zugestellt werden soll. Die Vereinigung kleiner Vereine per 100 Bid. Ia 114--118, Ila 110-115, IIIa 108-112, abfallende 90-100. widrig Hunderte von Streifposten verurteilt sind, die nach den zu größeren Chören soll auch für die Folge von dem Vorstand Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurfen 3,50-4,00. Kartoffeln zutreffenden gerichtlichen Gründen hätten freigesprochen werden eifrig gefördert werden. Die Ausschußsizungen müssen pünktlich ber 100 Bfd. 0,00, magnum bonum 2,25-2,50, Daberije 2,25-2,50, meiße 2,00-2,25, Salatkartoffeln 5,00-6,00. Spinat 25-40. Karotten 100 Pfund per 100 Pfund 10-12. müssen. Und dennoch erfolgte die Verurteilung auf Grund desselben 10 Uhr beginnen. Die Erledigung des Provinzial- Sängerfestes Rosen 0,00, Tatbestandes, der noch vor einem Jahrzehnt nimmermehr zu einer( in Frage kommen Brandenburg, Eberswalde, Luckenwalde) bleibt Sellerie, biefige, per Schock 3,00-7,00, do. pommeriche 7,00-8,00. Zwiebeln do. hiesige( Berl) Anklage, geschweige zu einer Verurteilung selbst in Preußen ge- dem Ausschuß überlassen, ebenso die Arrangements des Bundes- große, per 100 Bfd. 3,00-4,00. 6o. tleine 2,50-3,00. Sängerfestes. Der erste Staffierer gibt den Kassenbericht und 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schodbund 1-2. Kohlrabi führt hätte. Mit der Freisprechung allein ist dem öffentlichen Interesse in verzeichnet in Einnahme 6477,18 M.( 1905: 3370,15 M.), Ausgabe per Schod 0,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Mohrrüben per 100 Pfund feiner Weise gedient. Werden bei dem flaren Sachverhalt der Polizei- 5409,69.( 1905: 2599,15 M.). Bestand 1067,49.( 1905: 3,50-7,00. Teltower Rüben per 100 Pfd. 7-10. Weiße Rüben, große 2 bis Der Kassenbericht gibt zu verschiedenen Frage- 2,50, fleine 6-8. Rote Rüben 2,00-2,50. Blumenkohl ital. p. Stopf 0,16-0,45. inspektor und die Vertreter der geschilderten Anklage selbst in An- 771,00 M.). Kohlrüben per Schod 2-2,50. Wirfingfohl per 100 Bfb. 3,00. Rotkohl flagezuftand gesetzt werden? Die objektiven Tatbestandsmerkmale zum ſtellungen Veranlassung, welche sämtlich seitens des Staffierers zu per 100 Bfd. 3,00. Beißtobi 100 Bib. 2,75-3,00. Rosenfohl per 100 Bfb. Für das Josef Scheu- Dent 25-35. Grünkohl per 100 Pfd. 6-7. Schnittland 12 Töpfe 2,00-3,00. mindestens versuchten Amtsmißbrauch und versuchter Nötigung Bufriedenheit beantwortet werden. Aepfel, per liegen vor wird der subjektive Tatbestand, dessen Vorhandensein mal wurden der Wiener Typographia seitens des Bundes 166,50 Birnen, per 100 Bfb. hiesige 0,00, böhm. 8-20, ital. 35-38. Ein Antrag, nach welchem die Revisoren an 100 Bfd., biefige 6-23, Gravensteiner 0,00. Tiroler in Fässern 0,00, Stifte insbesondere unter Anwendung das gegen Laien so oft gehand überwiesen. habten dolus eventualis zweifellos vorliegt, wenn man unterstellt, Borstandssizungen mit beratender Stimme teilnehmen sollen, wurde 32-60, merit. 17-30. Bitronen, Messina, 300 Stüd 7,00-9,00, 360 Stüd Murcia Die Wahl des Vor- 7,00-9,00, 200 Stüd 9-13. Apfeljinen, Jaffa, per Stifte 0,00, die Beamten hätten sich der vollen Tragweite ihrer Handlungen von der Generalversammlung abgelehnt. 200 er Stifte 7-10, bo. 300 er 8-10, Valencia 420 er Stifte 14-20,00, bewußt sein müssen, für vorliegend erachtet werden? Wir bezweifeln, standes ergab Wiederwahl des Gesamtvorstandes. do. 714 er 16-21, Mesfina, 16t er, 11,50-12,00, bo. 200er 10,00-12,50, do. 300er daß eine Anklage gegen die Beamten erfolgen wird, weil leider die 10-11, Blut 100er 7-9, bo. 150 er 7,50-9,50, do. 80 er 9,00-10. Stal. in Körben per 100 Bfb. 10-15. Mandarinen, Stifte 0,75-2,00, do. in Antlageerhebung Monopol der Staatsanwaltschaft ist und nicht jedKörben per 100 Pfd. 25-30. wedem, der sich oder ein öffentliches Interesse verlegt glaubt, aufteht. Aus der Frauenbewegung. Im Kampf um das Wahlrecht. Vermischtes. . per Witterungsübersicht vom 14. Februar 1907, morgens 8 1hr. Barometer stand mm Windstarke Bind richtung Auf den Personenzug 224 aufgefahren ist, wie amtlich ges meldet wird, gestern nachmittag furz vor 5 Uhr auf dem Bahnhof Stendal eine von Hämerten kommende Probelokomotive, wodurch die genannte Maschine und die beiden lezten Wagen des Bersonenzuges erheblich beschädigt find. Von den Reisenden haben fünf angeblich ganz geringfügige Verlegungen beziv. Erschütte- Stationen Aus London wird berichtet: Die jüngste Thronrede hat zu einer Demonstration der Wahl- rungen erlitten. Der Personenzug 224 ist infolge des Unfalles 50 Minuten später von Stendal abgefahren. Die Ursache des rechtstämpferinnen Beranlaffung gegeben. Die Thronrede schweigt sich Unfalles ist darin zu suchen, daß die Probelokomotive mit au Sminembe. 761 GD ganz ausüber das Frauenwahlrecht. Das hat man nicht erwartet. Man großer Geschwindigkeit in den Bahnhof Stendal eingefahren ist. fiehtin dem völligen Ignorieren der Frage die Abficht der Verneinung. Inwieweit dem Lokomotivpersonal eine Schuld beizumeffen ist, Berlin Um dagegen zu protestieren, zogen girta 1000 Frauen zum Barlas muß die eingeleitete Untersuchung ergeben. ment, wo es schließlich zu einem Handgemenge mit der Schußmann- Wieder ein Grubenbrand. Auf der„ Concordiagrube" entstand, fchaft fam. 34 Frauen wurden verhaftet. Nach einigen Stunden wie von Zabrze gemeldet wird, infolge Unvorsichtigkeit in der beranstalteten die Frauen nochmals einen Demonstrationszug, dem Schachtanlage der Juliusgrube ein Bühnenbrand. Der Betrieb ist die Polizei wiederum Widerstand entgegensetzte und nochmals nicht gestört. Duellunfug. Nach einer Mitteilung der Karlsruher Badischen London gemeldet: Die heutigen Morgenblätter kommentieren lebhaft Presse" hat gestern früh auf dem Forchheimer Ererzierplaß zwischen 24 Frauen verhaftete. Weiter wird unterm 14. Februar aus Für den Inhalt der Inierate übernimmt die Redaktion dem Publitum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, 15. februar. Anfang 7 Uhr. Deutsch Amerikanisches. Der A Sorgenbrecher. Thalia. Eine lustige Doppelebe. Luifen. Der Hund von Baskerbille. Bernhard Rofe. Sherlod Holmes. Trianon. Frl. Josette meine Frau. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein berrüdtes Hotel. Wintergarten. Saharet. Spezialitäten. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Sherlock Holmes Sonnab.: Der Hund von Baskerville. Sonntag nachm. 3 Uhr: Heuchler. Ab. 8 Uhr: Der Hund von Baskerville. Kal. Opernhaus. Sinfoniekonzert. Avolio. Die schöne Bestalin. Spe Theater des Westens Kgl. Schauspielhaus. Klein Dorrit. Deutsches. Romeo und Julia. Leffing. Wenn wir Toten erwachen. Westen. Cousin Bobby. Lorning. Der Mitado. Anjang 8 Uhr. Schiller 0. Wallner Theater.) Im bunten Rod. Schiller- Theater Charlottenburg. Jugend. Schiller N.( Friedrich Wilhelm städtisches Theater). Der Familientag. Romische Oper. Hoffmanns Erzählungen. Berliner. Sherlock Holmes. Neues Schauspielhaus. Weh' dem, ber lügt. Kleines. Eine triviale Komödie für seriöse Leute. Neues. Meißner Porzellan. Refidenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Lustspielhaus. Husarenfieber. Zentral. Der Nastelbinder. zialitäten. Kasino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Im Café Abelles. Ein Klabriasprozeß. Lotte Sebu. Pañiage. Mal was anderes. Spe gialitäten. 3 Station Zoolog. Garten, Stantstr. 12. Durchschlagender Operetten Erfolg! Allabendlich 72 Uhr: Gastspiel Frit Werner Prater Theater. Kabale und Liebe Coulin Bobby. Figaro. Hochzeitsnacht. Sein Jdeal. Katastrophe. Unterm Bett. Chi, cagoer Landwirt.( Anf. 8, Uhr.) Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. ranta. Taubenstraße 18/49. Abends 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Konstruktions. Ingenieur A. Kepner: Roheisen, Gichtgas und Schlace. Sternwarte, Jnvalidenstr. 57/62. Lustspielhaus. Täglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Wa ValhallaVarieté- Theater Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Tor. Heute abend 8 Uhr: Anna Müller- Lincke Gejangs Soubrette v. Metropol. Theater in Berlin. Leonhard Haskel der allbeliebte Bolts- Komiter. Max Franklin Truppe, 15 neue lustige Februar- Spezialitäten. Better Temp. n. C. 5° C.= 4° R. Stationen Barometer. Bind Fungja Bindstärke Belter 3 balb bd.- 11 Haparanda 761 SSW 4bebedt 2 bedeckt-2 Petersburg 772 SD -4 Scilly Hamburg 760 NND Franff.a. M. 758 D München 760D Wien 759 D 2 Schnee 1 bedeckt 1 Aberdeen -4 Paris 769 N 764 SS 763 M Temp. n. 6. 15° 5.=° R. 1wolfen!-14 3 mollig 3bededt 4 bedeckt 3 bedeďt 762 GD 2 Nebel Wetter- Prognose für Freitag, den 15. Februar 1907. Beitweise heiter, aber veränderlich mit leichten Schneefällen, gelindem Frost und mäßigen nördlichen Winden. Berliner Betterbureau. Neues Schauspielhaus Kleines Theater. Urania. Freitag, den 15. Februar 1907: Anfang 8 Uhr. Eine triviale Komödie für Weh dem, der lügt. Eine triviale Komödie für seriöse Leute.( Bunbury.) Morgen: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr I Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Freitag, den 15. Februar, 7, Uhr: Der Mikado. Abonnements gültig! Sonnabend nachm. 3%, Uhr: Gänse liefel. Abends 7%, Uhr: Die lustigen Weiber von Windsor. Sonnabend zum 166. Male: Ein idealer Gatte. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Benefiz für Herrn Hüner. Bum ersten Male: Der Hund Neues Theater. von Baskerville. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Morgen und folgende Sage: Meißner Porzellan. Trianon- Theater. Anfang 8 Uhr. Fräulein Josette meine Frau. Sonntag nachm.: Wo ist der Papa? und Die Schloßkellerei. Anfang 8 Uhr. Residenz- Theater. Direftion Richard Allerander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Wissenschaftliches Theater. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: KonstruktionsIngenieur A. Keßner: Roheisen, Gichtgas und Schlacke. Folies Caprice Linienftr. 132, an der Friedrichstr. Im Café Abelles. Soloteil. Ein Klabriasprozeß. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 10-2 Uhr an der Theaterkasse und bei Wertheim. Prater- Theater Staftanien Allee 7-9. G Zum ersten Male: Kabale und Liebe. Bürgerliches Trauerspiel in 5 Aften von Friedrich v. Schiller. Anfang 8 Uhr. Morgen geschloffen. Haben Sie nichts zu verzollen? Schwank in 3 Alten v. M. Hennequin Berliner Robert de Trivelin: Rich. Alexander. und Pierre Beber. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Schlafwagen- Kontrolleur. Fellx Scheuer U lk- Trio. Stralsunderstr. 1. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Luftspiel in 3 Aufzügen von Franz b. Schönthan u. Freiherrn v. Schlicht. Sonnabend, abends 8ühr: Der Kaiserjäger. Sonntag, nach m. 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntag, abends 8 Uhr: Hasemanns Töchter. N. Schiller- Theater Charlottenburg. Freitag, abends 8 Uhr: Jugend. Liebesbrama in 3 Aufzügen von May Halbe. Sonnabend, abends 8 Ubr: Die Verschwörung des Fiesko zu Genua. Sonntag, nach m. 3 Ubr: Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Sonntag, abends 8 Uhr: Die rote Robe. Schiller- Theater Zirkus Schumann Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Der Familientag. Zirkus Busch. Anfang 7%, Uhr. Um 8 Uhr: Fortsetzung der Engi. Box- Kämpfe. Ms drittes Paar Match zwischen Joe Edwards, London- Berlin, und Dick Nauck, Berlin. The Novellos ( Judien in Europa). Manello Marnitz- Truppe Akrobaten, ust. Um 9% Uhr: ROM. Voranzeige! Demnächst: Große internationale Ringkampf- Sonder- Konkurrenz. Sonntag: 2 Gala- Borstellungen. Zentral- Theater. ( Operette.) Anf. 8 Uhr. Halbe Preise. Der Rastelbinder. Sonmab. 3. 1. Male: Der Milliardär. Passage- Theater. Heute Freitag, den 15. Februar, zum 11. Male: Mal was Anderes! Boffe von Leop. Elh. Josefine Dora, Georg Kaiser, Martin Bendix, Ernst Kettner. Ferner: Die glänzenden Februar: Spezialitäten. W. Noacks Theater. Direktion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Eine Familie, ober: Die feindlichen Brüber. Lebensb. in 4 Att. v. Ch. Birch- Pfeiffer. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Sonnab. feine Borstellung. Sonntag 3. letzten Male: Im Haufe der Sünde. Gebr. Herrnfeld8 Uhr. Theater inlaß 7 Uhr. 57 Kommandantenstr. 57. Neuer großer durchschlagender Lach Erfolg! Ein # verrücktes Hotel mit dem Vorspiel: ,, Hayfisch geht zur Jagd" Komödie in 3 Atten von Anton u. Donat Herrnfeld Borbert. 11-2 Uhr( Theaterkaffe) Sonntag, den 17. Februar, nachmittags 3, Uhr b. halben Staffenpreisen: Endlich allein. Fall Blumentopf. Cipollo Theater 10 Uhr! Täglich: 10 Uhr! Bernhard Mörbitz, Charakter- Komiter. Außerdem: Die Attraktionen bes großen Spezialität.- Programms. Borher: Die schöne Bestalin. Operette von Viktor Holländer. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Restaurant Bockbier- Fest. Heute abend präzise 7, Uhr: Gr. Wohltätigkeits.Borstellung zum des Nationalbank für Veteranen. Gala- Programm, fämtl. Spezialitäten und die größte und schönste aller existierenden Gruppen Mr. Richard Sawades einzig dastehende, wunderbar dreffterte gemischte Raubtier- Gruppe. Um 9 Uhr zum 57. Male: Die dies jährige große Schumannsche Auss stattungspantomime Palast- Theater. Kasino- Theater Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Sonnabend, 16. februar, abends 8 Uhr: Wiederbeginn der Vorstellungen Spezialitätenauserlefenen Programm. Gustav Lothringerftr. 37. Täglich 8 Uhr. DERNHARD ROSE THEATED Ledige Leute. stomöble in 3 utten v. Felig Dörmann. Borber das vollständig neue erste flaffige bunte Februarprogramm. Sonntag 4 Uhr: Mutter Gräbert. Colosseum Bockbier- Tubel. Dresdenerstraße 97. Täglich: Großer Musik! Gefang! Humor! Allerlei Ueberraschungen. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Sherlock Holmes. Connabend nachm. 4 Uhr Kinder: borstellung: Der Rattenfänger von Hameln. Goeden ist in dritter Auflage erschienen: Sanssouci Stottbufer straße 4a. Direktion Wilhelm Reimer. Sonnt., Mont., Donnerst.: Hoffmanns Nordd. Sänger ( stets neues Programm) und Tanzkränzchen. Sonnt. Bg. 5, Wochent. 8 U. Nächster Theaterabend: Mittwoch, 20.Februar. Behrens Die Sozialdemokratie im Lichte der:: Theater, Berlin O., Frankfurter Allee 85. Das einzig daftehende Kulturentwickelung. Eine Führung durch die sozialdemokratische Bewegung und Literatur von St. Hubertus. Cieebruar Programm. Weis 1.20 we. Metropol- Theater Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, 17. Februar, nchm. 3 Uhr: Auf in's Metropol. Deutsch- Amerikanisches Theater. Abds.8 Uhr! Letzte Aufführungen! Der Sorgenbrecher. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Ab 1. März 1907 jeden Abend: Gesamtgastspiel des Theaters des WESTENS. OPER und OPERETTE. Brunnen- Theater Gesundbrunnen. Badstraße 58. Direktion: Bernhard Rose. Ausgewiesen. Drama in 4 Aften von E. Böttcher. Staffeneröffnung 7 Uhr. Anf. 8 Uhr. Billettvorverkauf von 10-2 Uhr an der Theaterkaffe. 24 Nummern. Anfang 7%, Uhr. Sonntags 4%, Uhr. Otto Pritzkow, Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Auf Wunsch Vorführung in Vereinen jederzeit. Verbindung mit größter FilmsFabrik Frankreichs, daher täglich neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. 20 Paul Kampffmeyer. Agitationsausgabe 50 Pf. Expedition des ,, Vorwärts" Lindenstraße 69, Laden. H. Zimmermann Juwelier Oranienstr. 206 Berlin SO. Gold- und Silberwaren- Fabrik, Uhren- Großhandlung. Eigene Werkstatt für Neuarbeit u. Reparatur. Streng reell. Billigste Preise. Bildschön ist ein zartes, reines Gesicht mit rosigem, jugendfrischen Aussehen, weißer, sammetweicher Haut und blendend schönem Teint! 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Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau, unsere gute Mutter Frau Villwock am Mittwoch, den 13. d. Mts., sanft entschlafen ist. Die Beerdigung findet statt am Sonntag, 3 Uhr nachmittags, von der Leichenhalle des hiesigen Kirchhofes. Dber Schöneweide. B Die trauernden Hinter bliebenen. Beste Bettenfüllung find die vorzüglich füllenden, fehe elastischen, echt chineftichen Monopoldaunen ( gelegt. gefchüßt) Pfund Mr. 2,85. 3-4 Pfund genügen gr. Oberbett. Derk geg. Rachnahme. Berpadung frei, Gustav Lustig Berlin S. Prinzenstr. 46 Größtes Bettfebem@ pesials gefchäft Deutfchlands. WH. Greifenhagen Nachf WING! BARTEN Saharet letzte Woche. Otto Reutter und das neue Programm. Neue Welt Hasenbeide 108-114. Täglich: Münchener Bockbierfest Baron Muckl's neueste Schlager.Tiroler Meistersinger. Lini vom Heede. 30 bayerische Madl. Anfang 7 Uhr. Entree 30 Pf. Dienstag, den 19. Februar: Prämiierung der dünnsten Damentaille. 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Kreis, Restbetrag der 6065 5,80; 6066 3,-; 6067 2,75; 6076 8,40; 6077 8,85; 6047 0,80; Liftensammlung 700,-( darunter Liste 31 623, gef. b. d. Drüdern bei Rob. 6121 3,80; 6122 1,75; 6123 5,90; 6124 6,-; 6125 1,80; 6126 25, Schulz, Groß- Börschenstr. 4,85, Lifte 31 212 6,30.) 6188 24,60; 6139 29,10; 6140 4,75; 6141 28,90; 6142 35,30; 6143 35,35 der " 6432 6840 1, Bor bem Landgericht in Torgau spielte sich am Dienstag 6. Sreis: 1. Rate 178,30. Listen: Schönhauser Borstadt 7511 0,50; 6254 18,30; 6255 25,70; 6258 11,20; 6259 4,50; 6260 10,-; 6261 6,55 ein Prozeß gegen bier Gilenburger Parteigenossen 7512 3,80; 8647 1,20; 8648 1,70; 8675 3,20; 8687 2,60; 7721 6,90; 6262 12,30; 6263 12,-;( Die Listen von Mr. 6258 bis 6263 ab, dessen Vorgeschichte, Verhandlung und Ergebnis von besonderem 7725 6,65; 7764 19,80; 8562 1,90; 8599 1,65 7726 2,95 7727 2,10; find gesammelt bon den Arbeitern bei Ludwig Löwe, Abteilung politischen und sozialen Interesse ist. Das Reichsgerichts- 8549 2,70; 8550 2,30; Rosenthaler Vorstadt 7252 1,70; 7257 3,35; 8458 5,55; Werner, Slatt, Henig, Ritter, Bod, Dürschel.) 6265 5,45; 6273 2,35; 6274 urteil vom 12. November 1906 des dritten Straffenats hatte das 4,60; 7885 8,75; 7457 2,-; 7460 1-; 8888 8,05; 8889 10,50; 8916' 7,35; 6295 25,40; 6296 23,-; 6297 21,75; 6298 21,85; 6299 8:05( die Liften von Dranienburger Borstadt 7327 24,80; Wedding 7873 4,70; 7883 5,80; 7381 8,75; 6275 0,75; 6277 10,55; 6285 13,60; 6286 1,-; 6288 4,70; 6289 4,60; Urteil des Torgauer Landgerichts vom 29. Mai aufgehoben, das 8922 3,55; 32029 4,05; 32178 0,50; 32180 5,55; Gesundbrunnen 7806 r. 6295 bis 6299 find gef. Deutsche Waffen- u. Munitionsfabrik Abt. die Angeklagten zu je 40 M. Geldstrafe verurteilt hatte. Jn 2,75; 8055 2,15; 8057 7,35; Moabit 5946 1,50; 32296 7,80; 2. Rate Ulbrich, Gersdorf, Retsch, Christensohn, Hoffmann); 6328 Bau-, Sparverein der Begründung jagt das Reichsgericht:„ Nach der Feststellung des 151,60. Liften: 7351 12,20; 8561 7,90; 82759 7,95; 32760 12,30; Westende 12,-; 6343 7,50; 6413 4,85; 6414 2,6416 20, Vorderrichters fielen die Aeußerungen der Angeklagten in einer 32761 9,05; 32400 5,05; 82401 gef. durch Janus, Turbinenbau, Hutten 6422 1,35; 6427 8,30; 6428 1,-; 6429 8,80; 6430 4,-; 6431 3, 6420 1,40; öffentlichen Volksversammlung, die im Hinblick auf die bevor- ftraße 15.40; 32402 gef burch Richard Krull 11,35; 32403 gesammelt 0,50; 6448 3,05; 6445 1,-; 6448 6,95; 6450 3,20; 6451 4,85; 6452 2,50; stehenden Stadtverordnetenwahlen einberufen war, in der Angriffe durch Hermann Lange, Bezirk 630 14,55; 32405 Siemens u. Halste, Blod 6464 4,50; 6469 4,45; 6470 5,35; 6471 2,40; 6472 11,15; 6474 2,45; 6475 gegen die Eilenburger Stadtverwaltung gerichtet und vermeintliche u. Halste, Blodwert, Bertmeisterei 6 12,75; 3. Rate 77,25. Listen 7659 5,50; 6494.12,15; 6495 15,35; 6497 12,25; 6498 1,80; 6499 13,65; 6503 3, wert, Wertmeisteret 6 19,65; 32406 16,35; 32407 7,10; 32411 Siemens 1,50; 6476 4,85; 6477 0,50; 6490 3,90; 6491 8,75; 6492 13,05; 6493 2,40; Mißstände im städtischen Krankenhause erörtert worden sein sollen. 7728 5,10; 7730 1,80; 8548 3,80; 32758 5,30; 8890 14,70; 8421 3,85; 6509 0,30; 6510 5,30; 6512 13,65; 6542 4,80; 6543 1,45; 6545 1,- 6548 Ueber den letzten Buntt sprachen die vier Angeklagten. Die Straf- 8425 7,-; 32404 3,75; 32409 gef. b. Herbit, Rostoderstr. 42 9,70; 32410 im 3,45; 6550 5,15; 6554 1,75; 6555 2,85; 6557 10,- 6561 0,50; 6562 7,20; tammer stellt nun fest, daß die Angeklagten den Zweck verfolgten, Turbinenbau, Stanzerei 16,75; 4. Rate 33,35. Listen 6674 15,35; 7988 6570 3,75; 6571 durch Hartmann 19,-; 6572 8,90; 6578 6,80; 6574 durch die Behauptung von Mißständen die Wähler irre zu führen, 4.15; 5898. E.-G., Turbinenfabrit Abt. Bernisty 13,85; 5. Rate 131,15. 11,20; 6575 11,25; 6576 19,80; 6577 Firma Kilian, Lichtenberg 19,-; zu der bevorstehenden Stadtverordnetenwahl gegen die Stadtver- Listen 5894 A. E.-G., Turbinenfabrik, Abt. Bernisty 16,45; 5926 Stollegen 6578 0,50; 6579 17,40; 6580 0,25; 6582 9,90; 6583 10,75; 6585 20,65; waltung einzunehmen und ihrer Partei zuzuführen, meint aber, von Engels u. Wegener( Moabit) 9-; 5934 18,30; 5937 13,85; 32252 6586 4,10; 6587 8,80; 6588 7,45; 6590 3,10; 6591 5,80; 6592 gef. bei daß hierin die Wahrnehmung eines berechtigten Interesses nicht 13,70; 32254 1; 7204 2,25; 7230 5,15; 7240 3,95; 7272 5,55; Ludwig Löwe Abt. Sternberg 11,15; 6593 Abt. Briste u. Stoppig 17,15; zu finden sei. In dieser Beurteilung liegt eine Berkennung 32179 1,45. Summa aller Raten 571,65. 7275 3,05; 7276 3,45; 8411 17,75: 4818 2,30; 8443 4,80; 8477 9,15; 6594 26t. Ruddendorf 10,15; 6595 Abt. Snapp u. Lieppold 14,85; 6596 der Tragweite des§ 198. Das Kommunalwahlrecht ist wie Abt. Löschper, Wagner n. Ambt 21,65; 6597 bt. Stofert u. Krüger 18,50; das Reichstagswahlrecht ein gesehlich anerkanntes Recht. Die auf dienern des Warenhauses A. Jandorf u. Co., Belle- Aliancestraße 9,- Särterei 12,10; 6612 5,70; 6614 4,70; 6615 6,05; 6621 11,65; 6625 Lichter: Berlin, Einzelsammlungen: Von den organisierten Haus- 6599 Abt. Schmidt 8,- 6600 7,50; 6602 Ludwig Löwe Abt. Schmidt und Ausübung dieses Rechtes gerichtete Tätigkeit der Wähler, und Vom 3. und 5. Bezirk des 1. Wahlkreises 4, dazu gehört auch die Agitation im Interesse der eigenen Partei, tischlerei Hartung, Prenzlauer Allee 44 20, Bierprozente der Modell felde 9,95; 6626 Andreas( Frauen) 13,30; 6627 Döhring 6,75; 6628 Frauen Lehmann 25,-. Teller 3,65; 6630 Bettermann 2,-; 6651 Mertens 11,70; 6652 Nede 24,55; 6653 muß demnach regelmäßig auch den Schutz des§ 193 genießen, fammlung bei dem Stiftungsfest Eintracht" 4,65. Von den Glasmosait- Bollig 5,- 6654 Döring 4,15; 6655 Rede 12,25; 6656 Spielhagen 12,85; fofern nur die gefeglich vorgezeichneten Grenzen eingehalten werden. Arbeitern am Biertisch gesammelt 5,-. Vortrag bom Gen. Maurenbrecher 6660 Bühlerbau u. Pötter 13,85; 6661 Stangerei Strüger 10,45; 6662 Chrte Wenn also die Angeklagten mit ihren Behauptungen den Zwed im Verband der Stürschner 10,-. Bersonal der Werfabteilung„ Borwärts" 11,75; 6663 Mechaniter 19,50; 6664 Dünge 10,20; 6665 Brauer 27,50; 6671 verfolgten, ihrer Partei Wähler zuzuführen, so handelten sie hier- 15, Gesammelt bei der Hochzeitsfeier von E. Nürnberg 7,25. 23. 6. 2, 1,80; 6673 Schwvanebed 1,40; 6674 Seifert 0,50; 6675 14,85; 6702 3,90; 6703 nach zur Wahrnehmung berechtigter Intereffen. Dafür, daß bei Zentralverband Bureauangestellten, Bortrag von Dr. M. 10,60; 6705 3,30; 6707 5,30; 6721 8,60; 6729 0,50; 6731 4,05; 6731 0,30; 6753 8,-. ihnen aus besonderen Gründen eine Ausnahme gemacht werden von den Arbeitern der Firma Stobwasser 16, Angestellte der Drtstranfenfasse der Kaufleute ufto. 150,-. 17,75; 6756 16,90; 6759 2,60; 6760 7,- 6768 6,95; 6767 1,50; 6771 müßte( Diefe Ausnahme hatte das Landgericht Torgau gemacht. Personal der Firma Manste, Greifswalderstr. 142 10,-. Herm. Having 6784 9,80; 6786 Buchdruderei Louis Borchardt 5,55; 6787 0,90; 6789 5,35; Dr. Siegfrieda 12,- 7,10; 6772 2,25; 6773 18,95; 6774 10,55; 6779 4,20; 6782 0,60; 6783 10,35; D. B.), liegt nichts vor. Der Umstand, daß sie sich zur Erreichung 2- Bußerfolonne Großmann 10,-. Von den Stoll. der Ma ineabt. des 6799 11,45; 6803 20,-; 6805 5,85; 6806 1,20; 6807 3,90; 6810 3,65 ihres Zwedes eine gründliche Abrechnung mit dem Magistrat Wernerwert 37,20. Vortrag des Gen. Maurenbr. am 15. 11. 06 6,-Ge 6830 1,80; 6836 24,-; 6837 10,85; 6838 1,25; 6839 8, borgenommen hatten, vermag eine solche Ausnahme jedenfalls dentet der Freiheit! 2,80. Von der Sammlung für Adolf Schaeme 7500,- 6841 17,95; 6843 1,10; 6844 1,75; 6845 6,25; 6846 6,30 6849 7,55 nicht zu rechtfertigen. Eine Verurteilung der Angeklagten würde Sonstige Eingänge: Greifswald, S. Kr. 50. Waldhof- Elgers- 6850 10,60; 6854 8,05; 6855 14,35; 6857 15,- 6858 11, 6860 7,85; hiernach nur erfolgen fönnen, wenn aus der Form oder den be- Wilhelmsburg( Elbe), Ertrag einer Tellersammlung 31,70. München, 6,20; 6882 9,60; 6883 2,50; 6884 35,05; 6887 10,- 6888 3,75; 6889 4,75 hausen, Uebersch. b. Sommerfest der Patienten der Heilstätte 11,- 6866 9,55; 6867 2,95; 6870 1,50; 6873 6,05; 6876 32,75; 6877 5,60; 6878 gleitenden Umständen die Absicht der Beleidigung zu entnehmen.. 15,- Bielefeld, Blumenverkäuferin auf dem Maskenball bei 6890 0,50; 6901 16,25; 6903 1,20; 6905 0,45; 6910 3,80; 6913 1,30; 6918 Braffiek 5,-. B. 14 2-, soz. Ver. Sieter für Vortrag 3,-, fog. 6,40; 6920 2,95; 6921 4,10; 6923 0,60; 6924 24,95; 6926 12,50; 6927 Diese auffallend zutreffende Entscheidung des Reichsgerichts Verein Gellershagen für Vortrag 2,- Summa 12,-. Friedrichshagen, 11,50; 6928 1,25; 6930 2,95; 6942 1,50; 6951 10,15; 6958 13,75; behagte offenbar dem Vorsißenden Landgerichtsdirektor Such 3- Vortrag Dr. W. 7,- Offenbach a. M., durch H. 100,- Köln a. Rh., 6954 10,-; 6961 2,20; 6962 5,55; 6968 10,-; 6965 3,60; 8966 4,30 land nicht. Er ein Bruder der durch das Mißverhältnis. 9. 8, ein Gruß den russischen Freiheitstämpfern aus der Stajerne 1,6967 5,80; 6971 4,35; 6972 0,80; 6973 4,10; 6981 5,70; 6982 2,80 zwischen eigener Wertschäßung und der Einschätzung durch andere Waidmannsluft, für den russischen Befreiungskampf 10,- Buzbach i. 5, 6983 0,40 7025 8,75 7050 0,20; 7051 37057 7,20 7058 7,65 aufgefallenen Brüder Suchsland führte an, das Landgericht.st. 1,70. Desal. 1,70. Desgl. 1,50. Rirdorf, Verband der Waler, Bahl 7059 8,80; 7060 9,65; 7061 4,20; 7091 1,15; 7092 0,95 7094 5,30 habe damals den Begriff des§ 193 durchaus nicht verkannt. Wieso 15,- Nürnberg, aus dem Bau Nordbayern: Kulmbach 9,50, Bamberg 22,80, 7048 12,70; 7049 0,50; 7050 8,10; 7052 4,30; 7053 11,80; 7056 9,40 stelle St. 20,-. München S. Br. 10,- Deeb, Zweigverein der Maurer 7000 0,50; 7083 5,20; 7034 2,10; 7038 4,50; 7046 21,15; 7047 0,95 Das Reichsgericht dennoch zu dieser Ansicht tomme, sei ihm un- Schweinfurt 63,30, Rüdersdorf 19,70, Niederlamik, 40 erfindlich. Regens 7057 6,40; 7058 7,75; 7059 1,-; 7660 7,65; 7071 7,45; 7074 0,70; 7079 burg 42,10, Gefrees 20,90, Ansbach 4,80, Alleranderhütte 12,80, 1,95; 7080 12,80; 7081 3,60; 7082 4,35; 7088 3,20; 7084 0,20; 7085: 2,25 Den Hauptgegenstand der Beweisaufnahme bildeten: Burgfarrnbach 21,90, Bayreuth 47,70, Büchenbach, 80, Forch 7086 7,15; 7087 11,90; 7088 0,30; 7089 1,10; 7095 0,25; 7097 5,85 Die Zustände im Eilenburger Krankenhaus. heim 3,30, Seilsbronn 5,20, Semersreuth 3,90, Lauf 7,30, Oberlangen- 7100 4,-; 7101 16,75; 7102 1,70; 7103 1,80; 7104 3,10; 7105 2,15; Sterzu hatten die bier Angeklagten, benen als Verteidigert 11,60, Begnis 16,30, Rollhofen 4,- Bach 10,50, Beitshöchheim 7,20, 7106 0,10 7108 1, 7109 2-7110 10,95; 7111 4,75; 7113 0,80; 7116 Bersbach 1,90, firsburg 39,-, Birndorf 13,80 Summa 390,70. Gege 3,05; 7117 4,50; 7118 1,-; 7120 12,90; 7182 8,10; 7183 7,75; 7184 4,95; Genosse Dr. Karl Liebknecht aus Berlin zur Seite stand, berg, Ortsverein S. vom foglaldemokr. Bentralwahlverein für den 7185 4,40; 7186 2,80; 7187 1,65; 7188 7,25; 7199 7,20; 7132 2; 7133 folgendes behauptet: In dem Krankenhause, das geittveilig über 9. schlesw.- holft. Wahlkreis 24,35. Delmenhorst, durch.. 28,-. Beiß, 1,80; 7136 5,25; 7152 7,30; 7200 6,45; 7204 2,25; 7230 5,15; 7240 8,95; 66 Strante beherberge, sei nur ein Arzt und zwar täglich etwa Wahlkreis Heiz- Weißenfels- Naumburg 700,- Binjen v. 2. 744,80. 7272 5,55; 7275 8,05; 7276 8,45; 6675 7,60; 6680 8,85; 6697 19,55; 6698 1 Stunden tätig. Bei dieser zu großen Anzahl Kranter müsse Summa 13 090,80 M. Bereits quittiert 326 522,13 M. Im ganzen 4,-; 6990 2,40; 6991 1,55; 6992 8,20; 6993 2,35; 6994 3,20; 6995 1,75; cs fo fommen wie in dem einen Fall, daß ein Stranter, der sich 339 612,93 M. 6996 0,50; 6997 2,50; 6998 4,80; 7932 4,10; 7933 0,75; 7934 die Finger abgeschnitten oder abgehadt hatte, bier Tage auf Berlin, den 12 Februar 1907. 4,90; 7947 7,80; 8015 22,85; 8017 7,60; 8020 9,60; 8059 2,10; weitere Behandlung habe warten müssen. Die Oberschwester habe Für den Parteivorstand: 8060 4,35; 8289 5,40; 8411 17,75; 8418 2,30; 8443 4,80; 8477 9,50 den Kranten eines bestimmten Zimmers zur Strafe gute Deden A. Gerisch, Lindenstr. 69. 82686 4,85; Friedrichshagen: 9293 1-; 9301 1,60; 9302 4,10; 9303 5,60; 9804 8,65; 9305 4-; 9306 8,50; 9307 4,65; 9308 0,50; 9312 11,20; 9313 fortgenommen und schlechte Deden gegeben, die von anderen 7,80; 9814 1,10; 9817 2,70; 9318 2,70; 9819 16,20; 9320 0,70; 9322 7,60; Steanten herrührten, wovon einige infettiöse Krankheiten gehabt 9323 9,50; 9324 8,15; Sonstige Eingänge durch die Berliner Organisation: Berfonal ber Firma Peterfeld, Hollmannstr. 16,75; E. B., Voltastr. 100, Selaffe behandelt, offenbar weil sie die Abendandacht nicht mit F. B., Brunnenstr. 5.-; Bau Böhmisches Brauhaus, Landsberger Allee machten. Als Beweis für das Sparsystem, das herrsche, diene 25,80; Stnabe 5-; Maurer b. Boswau u. Knauer, Bau Wittenbergplat die Tatsache, daß die Oberschwester bestimmte Ausgaben für das durch Zucht 16,10; Tischlerei Prächtel, Büschingstr. 22,-; Werkstatt Krantenhaus aus eigenen Mitteln gebedt habe, da die Stadt F.. Lüttke, Pantom 35,35; Hahn 3; Statflub Boran" amerikanische fidh weigerte, fie au zahlen. Die Badeeinrichtung und Bedienung fchneibern der Firma Fabiau u. Hirsch 16,50; Gesangverein Nordwacht" Auff. 9,55; gef. auf einer Geburtstagsfeier Thaerstr. 1,-; b. d. Damenfür die Stranken fei mangelhaft. Der Badewärter fei gleichzeitig 80, Gesamtbetrag ber Sammlung der Organisation von Groß- Berlin Hausmann und seizer gewesen und hätte auch die Stlofetts reinigen müffen; in schmutziger Schürze und Stiefel fei er in den Baderaum gekommen. Bier auch fünf Krante hätten oftmals in demselben Badetwasser baden müssen. Um alle diese Zustände abzuändern, müssen andere Stadtverordnete ins Stadtparlament als bisher. wäre." hätten. Ueberhaupt hätte die Schwester sie als Krante weiter zur Förderung sozialdemokratischer Die Beweisaufnahme Dumawahlen in Rußland gingen bei dem Unterzeichneten folgende Beiträge ein: gingen bei dem Unterzeichneten folgende Beiträge ein: Norbd. Boltsbl." 25,- Cassel, durch die Expedition des Boltsbl. 28, Durch die Parteipreffe: Bant, durch die Redaktion des Brandenburg a.., eingegangen bei der Brandenb. 8tg. 10,80. Berlin, in der Expedition des Borwärts" eingegangen 81,50. Berlin, Sammlung der Wahitreise: 2. Streis. Liften: 203 4,20; 205 1,50; 206 1,-; 210 9,90; 211 6,05; 214 7,75; 215 12,60; 216 12,25; 219 32,70; 221 27,30; 223 7,55; 224 4,20; 238 18,45; 239 3,60; 241 4,10; 248 6,40; 302 5,75; 303 2,75; 304 2, 309 9,311 7,05; 313 0,80; 814 12,30; 325 4,25; 326 4,45; 331 5,30; 336 5; 60; 388 1,-; 340 2,05; 341 18,35; 348 2,10; 844 8,15; 854 2,25; 856 7,75; 357 6,35; 370 11,-; 378 0,85; 379 1,30; 881 19,50; 383 6,60; 601 6; 609 42,05; 617 14,40; 710 8,50; 726 10,80; 728 5, 729 10,70 730 17,80; 735 6,90; 745 3,748 6,20 771 8,85 775 7,60; 780 8,60; 810 7,85 812 7,90; 818 1,30 815 1,50 816 6,45; 817 1,70; 821 1,80; 822 8,75; 823 10,95; 834 4,70; 836 3, 4. Streis. a Konto Listen 2400, 7406,10. Berlin, Eingelfammlungen: Arbeiter b. Stodfabrik Schülfe Nachf. 20,- Desgleichen 20,-. Personal v. Janiszews 10,- Personal b. Firma stöble 10,50. M. Sch. 3,10. P. Z., Insterburgeritr. 10,- Gef. Bau Held u. Frante, Reinickendorferstr. 57 9,55. Arbeiter b. Möbelfabrir von Belter u. Platen 27,35. Bon b. Sechsertaffe d. Arlietter d. vereinigten Gelbfchranffabr. 10,- Von den Kollegen b. Fhma Jouuleit u. Pfaff 6, G... 23. 20,-. Bierprozente Bau Fürstenhof 12,- Damenschneider ergab unter anderem folgendes: Babewärter Abam beder Firma Jumey 4,50.. B. 10,- Maurer, altes Striminalgericht tundet, daß er zwei Jahre im Krankenhaus gewesen sei. Er fei 6,05. Von b. Kollegen der Firma Breiter u. Lenz 5,50. Bon 5. Werkstatt vorher Handarbeiter gewefen. Niemand, weder Oberschwester Wünsch 3,55. Von den Tapezierern der Firma Flatov u. Priemer 10, noch der Arzt, habe ihn über die sachgemäße Behandlung der Bon der Wertstelle E. Pribbenow, Görliger Ufer 28 12,50. Dstar 100, badenden Kranken informiert. Erst als ihn ein Kranter Gef. b. b. Arbeitern der Kronleuchterfabr. v. Bifchoff u. Co., Neue Stönig darauf aufmerksam machte, habe er die Svanten nicht mehr direkt ftraße 5 11,50. 9. 8. 20,- St. St. 15,05. Dr. Siegfrieda 3,-, Arbeiter 6. Krets. Liften: 5201 2,05; 5202 5,90; 5203 5,60; 5204 5,15; 5207 ber Möbelfabr. v. Dittmar, Borhagenerstr. 6, bom Dampfbad ins Bett gebracht, sondern ein anderes Bad oder 4,30; 5210 2,95; 5211 14,10; 5212 1,95; 5215 7,10; 5217 4,15; 5222 Fa. Böhme, Schufter u. Co., Weidenweg 36 7,65. G. M. 5 10,-. Gen. d. 28. 2. 70,-. Von der Dusche gegeben. Badeten bier oder fünf Mann, dann habe er 2,55; 5219 1-; 5220 5,10; 5221 3,10; 5223 5,30; 5224 1 ,; Armaturfabr. Robland durch Fiefeler 13,30. Schneider der Werkstatt Hoffbloß die Sälfte Waffer aus der Wanne gelassen und neues 5225 0,50; 5226 10,70; 5228 8,75; 5229 2, 5241 17,30; 5243 1,55 mann, Schüßenstr. 73/74 70 Gef. b. d. Stoll. d. Vereins Berliner Hausdazu fließen lassen. Waren die Badetücher, die die 5245 6,20; 5246 1,6247 8,75; 5249 3,95; 5250 4, 5251 1,85; 6252 biener, Mitgliedschaft I, nach der Generalversammlung b. Mertowati 11, Stranten gebraucht hatten, nicht schmubig, sondern nur feucht, dann 6,65; 5254 1,20; 5255 18,70; 5258 8,-; 5260 1,25; 5261 2,50; 5262 0,20; Personal b. Buchbr. Bargou Söhne Nachf., Alexandrinenstr. 4,20, Gespielt bei habe er sie getrocknet und gerollt, aber ungereinigt weiter für 5265 3,95; 5266 10,90; 5270 3,15; 5271 1,85; 5272 4,70; 5273 2,10; 6274 Rausch Lehmann fagt" 2,85. Aus der Sechserkaffe der Buchdruder b. Ferd. die Kranken benutzt. An Badetüchern habe es gefehlt. Beuge 5305 Konfektionsarb. b. Fa.' Baer Sohn 15,- 5806 6,30; 5307 4,20; 5322 Sozialdemokratie Sympathifierende 8,-. 4,75; 5275 0,30; 5278 8,55; 5294 1,50; 5296 2,35; 5298' 8,-; 5299 11,55; 218belm 10,-. Bon ber Parteischule 24,50. Mit der russischen Strantenwärter& unge fagt aus: Gr sei Jahre im Stranten 2,40; 5325 0,60; 5830 0,80; 5336 6,- 5837 7,25: 5338 5,70; 5351 4,85; deutscher Buchdruder im Mitglieder des Verbandes Vorwärts" 50,-. haus angestellt gewesen. In dieser Beit seien die Decken nur 5352 4,50; 5354 5,95; 5855 10,30; 5356 7,35; 5357 1,10; 5358 3,45; Buchdruderet Borwärts", Bom Personal der Abteilung Buchbinberet 10,- Bon bent einmal desinfiziert worden; die Matraßen aber niemals, auch 5360 3,90; 5361 10,05; 5362-72; 5363 6,80; 5364 2,70; 5365 1,35; organisierten Hausdienern des Barenbaufes Fandorf u. Co., Belle- Alliancedann nicht, wenn Typhus. oder Lungentrante auf ihnen gelegen 5366 1,55; 5371 4,60; 5372 6,60; 5374 3,30; 5376 ef. von der Bauftraße 13,-. Von den Angestellten der Innungstrantentaffe der Tischler hätten und gestorben wären. Hier ruft die Oberschwester tischlerei Bala 8, 5877 5,25; 5378 2,25; 5380 4,20: 5381 6,55; 21,- Bon den Hülfsarbeitern der Firma Hellert 4,-. Prisenver. II, bagwischen, daß die Matraken doch auf dem Balton gelüftet 5882 16,90; 5383 12,55; 5387 1,50; 5388 Gel. von der Herrenschneiderei Abt. Grünewald 3,75. Diäten der Vertrauensmännerfigung vom 9. 12. 06 II. Söhne 8, worden wären. Darauf antwortete Kunze, daß man neue Kranke Herpich 5394 7,90; 5399-85; 5401 3,25; durch P. L., Dragonerstr. 4, E. 2. 2, Gef. in der Möbelfabr. Elchauf diese Matraßen gelegt habe, auch selbst wenn sie nicht gelüftet 5403 3,20; 5409 Buchdruckerei§... Abt. st. 4,95; 5410 7,60; born, Blumenstr. 31 13,80. Gechfertaffe der Arb. ber Gießerei Hartmann, Ivorden waren. Das sei schon ein oder zwei Stunden nach dem 5418 5,05; 5419 3,50; 5420 6,55; 5421 12,90; 5422 11,60; 5423 4,65 5411 7,90; 5414 1,25; 5415 16,90; 5416 9,85; 5417 17,60; Stöpeniderstr. 154a 5,- S. B. 25, 28. 2- Bom 08. Stadtbezirk Tode eines Kranten geschehen. Zeuge Adam bestätigt, 5424 10,90; 5426 18,25; 5427 2,05; 5428 0,50; 5429 5,90; 5430 5,55 1. Teil 11,( bar. b. Göring 1,-). daß er nur dreimal in 3 Jahren desinfiziert habe. 5432 8,-; 5435 4,55; 5437 8-; 5440 1,75; 5441 3,40; 5444 3,50 Trot diefer und ähnlicher Bekundungen„ begutachten" der 5446 2,5450 1,60; 5452 0,50; 5453 2,-; 5454 0,30; 5455 0,50 Arzt des Eilenburger Krankenhauses Dr. Laser und ein anderer 5456 2,20; 5459 0,50; 5461 7,70; 5462 1,90; 5466 0,50; 5467 2,30 Arzt sowie auch die Schwester, im Krankenhause hätten keine Weißstände geherrscht. Der Arzt, die Wärter und Schwestern hätten ausgereicht, mit Formalin sei genügend desinfiziert worden. Als Stranke zweiter Klasse habe man niemanden Deyanet. Der Staatsanwalt plädierte abermals auf Be strafung au je 40 M. Geldstrafe und Bersagung des Schutzes des§ 198. Der Verteidiger Dr. Liebknecht plädierte auf Freisprechung. Den Angeklagten müsse der§ 198 gugebilligt werden. Jebe öffentliche Kritif sei unmöglich, wenn man bas nicht mehr sagen dürfe, was die Angeklagten gesagt haben. B Sonstige Eingänge: Charlottenburg, gef. von Maurern am Bau arbeiter, Zweigverein Sp. 30,- Schöneberg, Bau Derlin, Landshuter. bes Schillertheaters 15,10. Spandau, Berband der baugewerblichen Hülfs. straße 10, 8offen, gef. von den Arbeitern bei Müller u. Wißmann 7,50. 5468 3,25; 5473 15,35; Gopade, bt. Schwarzkopf Scheringftr. 740 4,45; tönigswusterhausen,.. 5,-. Hamburg, von vier Genoffen 4,- Limbach) 1476 0,50; 5478 1,95 5495 8,65; 5501 Banzer- Broglasten, Abt. Durin in Sachsen, Arbeiter Bablverein 50,-. Buzbach i. S., U. St. 1,50. Des 5517 12,-; 5518 2,55; 5519 1,80; 5522 8,55; 5523 9,85; 5524 20,30 3... 50,-, Wahlverein Luckenwalde 50,-, von Ungenannt 10,-, 10,50; 5503 7,50; 5512 4,25; 5513 5,70; 5515 7,50; 5516 2,20; gleichen 1, Jena, Wahlverein 80,-. Ludenwalde, Sereiswahlverein Bökom 4,-; 5581 7,85; 5583 10,65; 5591 5,15; 5592 Gef. auf Neubau 1. 12. 06 31,50. Mariendorf, gef. von 18 Stoll. der Motorenfabrik von 5525 5,40; 5566 Gef. Albrecht 12,20; 5567 1,85; 5568 3,40; 6570 Brauerei desgl. 3,-, Summa 113,- Eilenburg, gef. in Bolksversammlung am Deutsche Bank Mauerstr. von Serm. 3,60; 5596 2,40; 5597 6,20; 5598 Stämper 8,35. Stoßlau, fozialdemokr. Bartelverein Anbalt I, Filiale Roßlau 5,45; 5599 6,35; 5601 3,65; 5602 5,50; 5603 4,60; 5604 1,25; 5605 5,75; 10,-. Weißwasser D.- 2., Gewerkschaftskartell 19,80. Waidmannsluft, Wahl5606 4,85; 5609 11,15; 5610 2,25; 5611 0,50; 5613 Robert Lestau 6,60 munition 5, Schöneberg, A. B. 100,-. Dichersleben, b. Schneiderverband 5614 15,-; 5615 7,10; 6651 0,50; 5652 7,--; 5653 3,-; 5654 3,50; 5656 6,455, Stiel, Schneiderwertstalt Thai 20,- Rostod, v. b. Parteigenoffen 200,-. 5657 gel. von den Arbeitern der Tischlerei Schulze, Dittmar it. Ronneberger Glasgow, M. G. 5,10. Doberod, durch J. F. 8, 6,70; 5658 3,85; 5662 1,20; 5664 9,10; 5668 5, 5669 6,40; 5670 1,50; Bolts versammlung 35,30. Guben, gef. in einer 5672 8,95; 5686 gef. burch Braun 8,65; 5686 gef. durch Tomazhersti Sittmann u. Heinemann 6,50. Magdeburg, sosialdemokr. Berein 500, Kommorowen, G. 20,- Wilmersdorf, Atelier 3,65; 5687 gei. burch Werle 15,75; 5694 Deutsche Bant 20.15; 5695 10,85; Bildburghausen, B. H. 3, 5702 7; 7704 9,50; 5705 5,85; 5706 10,20; 5707 5,95; 5709 3,45; bersammlung gesammelt 10,-. Schöned i. Bgtl., in einer Vereins. 5711 5,75; 5717 gef. von den Arbeitern der Firma Herrmann, Slaviatur. 5. Köln- Deuk, b. d. Arbeitern der Schiffswerft Gebr. Sachsenberg durch Lüttringhausen, allgem. Arbeiterverein fabrit 7,50; 5718 ges. Bautischlerei Grunert u. Seemann 13,35; 5719 4,80; 3. Sauer 9,80. Rigdorf, Tischlerei P. Sümer 2,40. Striegau, von den 5720 2,45; 5721 9,15; 5732 0,50; 5739 1,75; 5740 10,80; 5762 4, Bartelgenoffen 70,- Bant. Oldenburg, Ertrag der Sammlung 5753. 45755 3,15; 5756 0,30; 5757 0,30; 5758 8,55; 5759 0,40 200,- Rendsburg, von den Maurern durch 5760 Deutsche Waffen- u. Munitionsfabrik Abt. Bierter 40,70; 5761 2,40; 12. und 13. fächsischer Reichstagswahlkreis 1000, 20,- Leipzig, 5767 4,- 5768 4,30; 5769 2,70; 5773 0,10; 7575 2,05; 5776 13,25 in Sachsen, von Parteigenossen 15,-. Ständler bel Limbach 5777 3,10; 5778 6,95; 5790 3,05; 5792 1,15; 6794 Möbeltischlerei Lufas Ueberzeitenarb. burd) 2. B. 13,50. Karlsruhe i. B., gef. b. 3,25; 5795 2,25; 5796 13, 5797 7,75; 5799 1,70; 5801 9,80; 5802 4,05; 500, Stiel, b. 7. fchlesw. Holft. Wahlkreis Neuchatel, Arbeiterverein 12,-. 5803 1,-; 5804 18,35; 5805 0,50; 5817 14,10; 5819 4,85; 5821 0,70 ülheim 199,70. Braubach, aus dem schwarzen Rheinland 10, Augs Duisburg, Wahlfreis Duisburg5823 0,30; 5824 3,45; 5828 8,- 5829 6,55; 5830 20,- 5832 2,25 burg, vom sozialbemote. Wahlverein durch Sektion Göggingen 10,-. 5883. 8,25 5885 3,20; 5836 1,-; 5840 6,45; 5842 4.25; 5843 8,25; Spandau vom Zentralverband der Schmiede, Bezirk 20 5,50. München, 5844 8,45 5846 3,80; 5863 3,10; 5866 2,10; 5867 0,50; 5869 7,503. M.- tich 16,-. Eberswalde, von den Schriftsegern 4,90. Königsberg 5876 25,15; 5887 5,40; 5889 7,65; 5900 1,-; 5951 2,10; 5958 6,65 Bon der Parteipresse: Brandenburg a.., eingegangen bet ber 5954 11,50; 5955 0,50; 5956 5,70; 5957 8,05; 5958 4,80; 5963 11,25 Br., fozialdemoke. Verein Königsberg Land- Fischhausen 69,25. Brandenb. 8tg. 11,25. Desgleichen legte Rate 10,80. Hamburg, ein- 5966 2 5968 6,50; 5969 8,50; 5971 4,25; 5978 4,15; 5976 5,15 Gumma 11 675,80. gegangen in der Expedition des Hamburger Echo", 7. Rate 1700,- Staffel, 5983 3,55 5988 0,80; 5991 1,05 Berlin, ben 12. Februar 1907. in der Expedition des Boltsblatt" eingegangen 3,- Oberlangenbielau, 5992 5, 6000 1,50; 6008 2,75 durch die Erpedition des Proletarier" 34,35. Stottbus, vom Ortsverein 6012 1,-; 6021 1; 6022 3,25 durch die Expedition der Märt. Volksstimme" 6,- Bant, bei der Redaktion 6023 5,50; 6038 10.50; 6034 1, der Nordb. Bollsftimme" eingegangen, 5. State 72,40. 6035 0,90; 6046 3.70; 6064 9,50 Das Urteil lautete auf Freisprechung. Die 6e haupteten Tatsachen seien nach Ansicht des Gerichts nicht erwiesen worden. Den Aeußerungen aber stehe der Schuß des§ 193 zur Seite, da sie in einer Wahlversammlung gefallen feien. Damals habe das Gericht diesen Schuß versagt. Heute sei es an die Auffaffung des Reichsgerichts gebunden, das diese Auffassung mißbillige.. Für die Opfer des russischen Befreiungskampfes gingen bei dem Unterzeichneten weiter ein: 5984 1,25; 5985 0,50; 5986 3,85; 5993 7,15; 5996 2,15; 5998 3,95; 6013 20,50; 6019 1,45; 6020 8,55; 6025 3,20; 6026 5,75; 6032 5,-; 6036 10,10; 6044 8,70: 6045 2,-; Für den Parteiborstand: A. Geris, Lindenstr. 69. Jedes Wort 10 Pfennig. Das erste Wort( fettgedruckt) 20 Pfg. Stellengesuche und Schlafstellen- Anzeigen 5 Pfg.; das erste Wort ( fettgedruckt) 10 Pfg. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. 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" Bauten der Firma Völker, Tempelhof. Graz, Bornholmerstraße, Ede Schönhauser Allee. Hübner, Charlottenburg, Bismard, Ede Weimarstraße. Villa Werner, Klein Glienide bei Potsdam. Baulsen, Schlüterstr. 33/34. Lehmann, Dahlmannstraße, Ede Garbinusstraße. an der Firma Stahl, Rur fürstenstraße 37: Ueberholz, Kurfürstendamm 170. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: für Korbmacher: Werkstatt Leithoff, Zeltowerstraße, für Vergolder: J. C. Pfaff, Beughofstraße. Buzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. Bezantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Anferatenteil berantw.: Zb. Glode. Berlin. Drud u. Verlaa: Borwarka Buchdruckerei u. Berlaasanstalt Raul Singer& Co., Berlin SW.