Nr. 40. Abonnements- Bedingungen: bonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 m, monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Big. Bost. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Bost Beitungs. Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemark, Holland, Italien, Luxemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. Cricheint täglich außer Montags. Vorwärts ල Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel. geile oder deren Raum 50 Pig., für politische und gewerkschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ,, Kleine Anzeigen", das erste( fett. gedruckte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und SchlafStellen- Anzeigen das erste Wort 10 Bfg., fedes weitere Bort 5 Bfg. Worte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inserate für die nächste Nummer müssen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist bis 7 Uhr abends geöffnet. Zelegramm Adresse: ..Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsprecher: Amt IV. Nr. 1983. Quittung. Sonnabend, den 16 Februar 1907. 0 Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Nr. 1984. " Drtsverwaltung Groß- Berlin 85,-. Dr. 2.. 100,-. Des- nur ja die Sympathien dieser Gebildeten" uns zu ergleichen zum Wahlfonds 500,-. P. C. 100,-. E. R., Affeffor 10,- halten, den Weg verließen, der allein zur vollständigen Dr. W. L. 5,-. S. B. 75,-. Porzellanarb. Berb., Sektion der Erneuerung der Gesellschaftsordnung führen kann. Wir haben Im Monat Januar gingen bei dem Unterzeichneten Schildermaler Berlins 25,-. Bertabt. der Vorwärisbuchdruckerei das nicht getan, wir haben unseren revolutionären Charakter folgende Parteibeiträge ein: f. d. Wahlfonds 2. Mate 50,-. Borstand des Konsumvereins von Altona, Gesangverein der Maurer Altonas 100,-. Afchaffen- Mig u. Geneft, am Bablabend 18,55. Zentralvorstand des Sattler auch nach der Wahl betont mit dem Erfolge, daß wir zwar burg, von den Parteigen. 3. und 4. Duartal 06 80,-. Amsterdam, verbandes 400,- Sparberein" Biene" 4,-. Machetes 5,50. E. M. manche Wähler los geworden sind, die von einer Neugeburt organisierte deutsche Böttcher 10,-. Alt- Glienice, Zentralverb. der- Organisierte Gemeindearbeiter 1000,-. Von der Sammlung der Gesellschaft nichts wissen wollen, daß wir aber um so Maurer Deutschlands, Zweigverein A.-G. 30,-. Alt- Glienicke, für Adolf Schaewe 2500,-. Dr. A. F. 100,-. Dr. Siegfrieda mehr andere Anhänger geworben haben, die mit den revolu Arbeitergesangverein Freie Sänger" 10,-. Augsburg, Beitrag des 5- Die Kontobucharbeiter vom Wedding 5,-.500,- tionären Zielen und Absichten, welche wir seit 1903 entWahlvereins 10,- Aachen, sozialdemokr. Verein Aachen Land- Eupen H. 1100,-. Gutenberg, per Dezember 37,90, per Januar 49,30, schiedener hervorgekehrt haben, doch einverstanden sein müssen. 42,80. Amora i. Portugal, deutsche Glasarbeiter 25,-. Desgleichen Sa. 87,20. D. G. 10,-. Schiller 5,- Munition zum Kampfe Rönnen wir also mit dem Resultat unserer werbenden " " " . C. D. Butzbach i. H., C. R. 7,-. . " 1 " wie wir 2. Rate 20,- Desgleichen Parteibeitrag v. 2 Glasarbeitern 3,-für Recht und Wahrheit 4,-. P. S. 50,- A. B. 50, Aesch( Baselland), A. 23. 1,-. Groß- Berlin a Konto feiner acht Guhrau 5,-. A. Du. 3,-. In der Expedition des Vorwärts" im Tätigkeit, wie es die Wahl zeigt, zufrieden sein, so soll damit Wahlkreise 12 000,-( darunter Verein„ Hamster" 10,50, Arbeiter Monat Januar für den Wahlfonds eingegangen 17 584,99. Brau- feineswegs gesagt sein, daß wir diejenigen Lehren, welche der der Tischlerei Zelmer u. Bartsch 10,-, Arbeiter der Tischlerei bach, aus dem schwarzen Rheinland 10,-. Bergedorf, Verband der Wahlausfall tatsächlich ergibt, etwa nicht ziehen oder danach H. A. Schulz 57,40, Beitrag 0,60, für den Wahlkampf 17,70, Holzarbeiter. Bahlstelle Bergeb. 100,- Birnbaum, durch W. G. 8,80. nicht handeln sollten. Mit allem Ernst müssen wir uns vielfür den Wahlkampf von Beuter 5,-, Beiträge durch B. 1, Brüssel, deutscher Arbeiterverein 40,32. Desgleichen 36,53. Bärwalde mehr fragen, welche nächsten Aufgaben das WahlAgitationsklub Vorwärts" 10,-, Alt 17,-, rote Kindtaufe 2, N.-M., v. 2 roten Patrioten rauchloses Pulver zur Wahlschlacht 3,- ergebnis uns auferlegt. Man kann den Verlust von 36 Mandaten Lotterieklub Frisch gewagt" 5,-, Silvesterfeier bei Löchert, Bergedorf, vom Gewerkschaftskartell 150,-. Bremen B. C. 10,-. Waldemarstr. 58, 2,50, gesammelt von der Grünen 11" 9,75, Frig Bern 50,- Bergedorf, Deutscher Metallarbeiter- Verb., Verwaltungs- ebenfalls schon hervorgehoben haben ganz gewiß nicht als Kaufmann aus Denver in Colorado 5,- Arbeiter- Radfahrerverein ſtelle Berged. 50,-. Bergedorf, Fabritarbeiter- Berband, Bablstelle etwas Gleichgültiges ansehen. Der Sozialismus freilich wird " Stern 1903" 10,-, Anglerverein" Freundschaft" 6,-, Be- Berged. 100,-. Breslaun, sozialdemokr. Verein, 4. Quart. 06 1160, feinen Siegeszug fortsegen, sogar ohne Reichstagsabgeordnete; zirk 175 5,-, Bezirk 194 15,-, von den Zeitungsausträgerinnen Baden- Baden, Wahlkreis 29,28. Canada, Robert Dittrich 29,26. Cannstatt, aber freche Attentate der Reaktion auf die Rechte wie auf am Laufiger Platz 3,10, Gesangberein Männerchor Süd- Ost I" 10,-, Chbrg., N. 2,-. württemberg. Wahlkreises, Wahlkreises, Juli- Sept. 06 den Wohlstand des Volkes können selbstverständlich von J. A. 4,55, Sechserkaffe der Wassermesser 8,15, Tischlerei Laz, Nir Kreisver. d. 2. 301,52. dorf 10, Pflanzerverein Sonneurose" 10,-, Rauchklub„ VorCharlottenburg, A. D. 2, Dresden, D. Sch. 1,20. 80 fozialdemokratischen Abgeordneten wirksamer abgewehrt wärts"( Mitglied des Arbeiter- Raucherbundes) 5,-, gesammelt" durch Elberfeld- Barmen, fozialdemokratischer Verein, 4. Quart. 06 werden als von 40. Das wird die nächste Zukunft mit Musit bei Zastrow, Görligerstr. 37, 2,40, Beitrag zum Wahl- 500,-. Friedrichshagen, Uebersch. v. Gewerkschaftsfest B. berein, 1. 1. Quartal, bon B. 3,-, Sparverein" Gute Ein- Fürth, Parteigenossen durch A. 2. 80,- Frankfurt a. M., Zentral- grausamer Deutlichkeit offenbaren. Es ist deshalb unsere Pflicht, auch den Ursachen dieser lage", Stalizerstr. 59, durch Mig 20,-, freiwilliger Beitrag verband der Dachdecker 100,- Faltenberg( Oberschl.) 5, Fried- Mandatsverluste nachzuspüren. Zahlenmäßig wissen wir sie zum Wahlfonds 17,-, Bezirk 362 10,- Rauchflub Rote richshagen, Zentralverband der Zimmerer. Zahlst. Fr. 15, Quaste" 10,-, Unbekannt 20,-, Parkettleger der Firma Rosenfeld Friedrichshagen, Ertrag einer Morgensprache b. Ermisch d. G.-, 90. bereits: in vielen Wahlkreisen sind zwar unsere Stimmen11,50, Bezirke 128, 128, 129, 2. Streis, 10,-, Klub Birra Binnin" Friedenau, G. D. 5,-. Gütergot, Sammlung von 38 roten Lungen- zahlen gewachsen, aber diejenigen der Gegner find noch stärker 2,50, Metallgießerei Mustulus, Stöpeniderstr. 113, 5,-, durch Ge- piepern zur Reichstagswahl 8,20. Germersdorf, Zentralverband der gewachsen. Das ist, beiläufig, sogar auch in solchen Wahlnossen Grund 4,25, Lotterieklub Sleeblatt", Schönleinstr. 26, 8,25, Maurer, Zweigb. G. 20,-. üle, v. d. Parteigenossen 4. Quart. 06 freisen geschehen, die wir behauptet haben, und in denen Bezirk 152, 2. Streis, 20,-, Stranzüberschuß Fr. Hinz 3,-, vom 3- Hamburg, deutscher Holzarbeiterverband, Verwaltungsstelle wir uns deshalb ja nicht in falsche Sicherheit wiegen Eisbeineffen b. Lindner, Prinzen- Allee 60, 12,50, vom Mastenball Hamb. 5000,- Von der Vereinigung der Maler Deutschlands, Fil. dürfen. So haben wir z. B. in Teltow- Beeskow einen Stimmenbei Groterjan am 12. 1. durch Finger 10,-, von einem Bablabend Hamb. 500,-. Hamburg, Verb. d. Schneider, Schneiderinnen 1. ver- zuwachs von 30 000; aber unsere Gegner haben einen solchen schwänzer, Ramlerstraße, 3,50, zur Reichstagswahl aus Bringen wandten Berufsgen., Filiale Hamb. 500,-. Hannover, besonderer von 36 000. Im Jahre 1903 waren wir ihnen um fast Allee 75/76 5,-, Kranzüberschuß vom 718. Bezirt 4,95, W. G. B. 14 Beitrag des Wahlvereins für den 8. Hannoverfch. Wahlkreis 1600,- 15 000 Stimmen voraus, jetzt nur um gegen 9000! 3,- Interessenverein der Produktenhändler und-Händlerinnen Hamburg, Konsum-, Baus, Sparverein" Produktion" 700,-. HamWoher sich die neuen Mannschaften der Gegner rekrutiert Berlins und Umgegend zum Wahlfonds 30,-, von dem bekannten burg, Zentralverband der Maurer, Zweigverein Hamburg 5000,-. Gen. Neumann 1,-, Buzzerkolonne Wilhelm 3. Wahlfonds 6,-, Hamburg, Verband der Hafenarbeiter 1500,-. Heidelberg, S.. haben, ist ebenfalls bereits bekannt. Der junge Nachwuchs, Amerikanische Auktion der Spreehallenbez. zum Wahlfonds 26,76, 35, Hamburg, im Monat Januar in der Expedition des der seit 1903 ins Alter der Wahlmündigkeit gekommen, ist Jena, Kreiswahlverein uns wahrscheinlich fast ganz zugeströmt, dagegen haben die Buzerkolonne Mogel 6,50, Stranzüberschuß, Bezirk 693 6,85, bom Samburger Echo" eingegangen 843,41. Landsturm der NichtJanuar vergessene Tellersammlung v. d. Maurern i. d. Boruffia- Weimar III 1. Oft. bis 31. Dez. 06 224, töln a. Rh., S.. bürgerlichen Parteien den Sälen 12,10, 4 organisierte Gen. der Firma A. Gueffron, Bergstr. 2 2,-20,- Kleinalmerode b. Witzenhausen, gef. v. Bigarrenmachern 6,35. wähler" aufgeboten, der verstärkt wurde durch einen Teil Leipzig, 12. Kreis 1000, zum Wahlfonds Friedrich Krüger 3,-, amtliche Kuverts, verteilt Lechhausen, Parteibeitrag 21,39. Lüttich, Wahlpulver v. Sögunfer bisherigen Mitläufer. durch Gen. C. Freese 4,-, Munition zum Wahlkampf, gel. Stattlub 13. Streis 9000,-, Sa. 10 000. Unter diesen Richtwählern" stecken nun zweifellos viele, ut. Clemens 20,-. Luckenwalde, Rufus 5,-. London, Kommunistischer " Niegewonnen", gen.„ Gaudieb" 3,25, Bleistegs Bierkasse 5, Arbeiterbildungsverein 200,- Marienfelde, amerik. Auktion b. d. die ihrer ganzen sozialen Lage nach für uns nie zu haben A. B. Mister 1.-, Bierprozente Bau Aschinger 28,-,. Onkel 10, d. Wahlfonds Gesangverein„ Rote Relfe II" 10,-, durch Ed. Warnit 50,-- Silvesterfeier 5. Arbeiter- Radfahrervereins u. d. freien Turnerschaft find: alle die Philister, denen- infolge der Ereignisse seit zum Wahlfonds Bädermeister Thoma 5,- Bau Fürstenhof durch 15, München, Gau Südbayern 124,50. Magdeburg, Beitrag der 1903 die Angst vor der Sozialdemokratie in die Stnochen Sippauf 20,-, Diverse A. F. 105 6,-, leberschuß aus der Kranz Wahlfreisorganisation für 1906 400,-. Magdeburg, vom Wahl gefahren ist. Daneben aber gibt es zweifellos unter den Mülhausen i. E., Sozial- Richtwählern auch eine Anzahl von Leuten, bei denen sich spende der Bezirke 557 und 558 3,-, für den Wahlfonds Statklub freis M. zum Wahlfonds 2000,-. den Wahlkreis 76,08. München, " Herz- Junge" 5,-, für den Wahlfonds Lotterieklub Kartoffel" demokratischer Verein für nicht ohne weiteres ersehen läßt, warum sie nicht diesmal München, Waldläufer 5,-. Meilsdorf, 5, für den Wahlfonds gesammelt Unter den Linden durch Wilhelm J. M- sch 5, Manchester ebenso wohl bei uns als bei den Gegnern hätten Mitläufer Frehje 8,10, von den Schneidern Jary durch Wogich 10.-H. H. St., Beitrag von unorg. Arbeitern 2,70. Graphischer Ortsver. Treptow- Baumschulenweg 3,50, Sechserkasse der.- A., W. Sch. u. J. W. 25,10. Neue Mühle b. Königswusterh., sein' fönnen. Nach dem Wahlfieg von 1903 war man sich allerseits Tischlerei Benno Hecht 30,-, Dachdecker der Firma Nenge 5,-, Restaurateur R. R. 3,-, feine Kellner 1, Sa. 4,-. Nürnberg, Fabrikpersonal von Jürgens 10,--, Verband der Hafenarbeiter, Mit- Zentralverband der Schuhmacher zum Wahlfonds 2000,- New York, darüber einig, daß er zum großen Teil mit veranlaßt worden gliedschaft Berlin 50,-, Buzertolonne Starl Strauſe 6,50, Bäder B. W- 0 41,80. Neuwied, sozialdemokr. Wahlverein, 4. Quartal 06 sei durch die allgemeine Unzufriedenheit. Aber lag denn Gesangverein„ Morgengrauen" 100,-, W. B., zum Wahlfonds 1,8,28. Nürnberg, K. G. 3, Nürnberg- Altdorf, sozialdemokr. Verein nicht 1907 hinreichender Grund zu einer Vom Wahlausschuß d. organis. Gastwirtsgehülfen Berlins d. Poezich 4. Quart. 06 740,79. Niederschöneweide, Einzelmitgl. C. Sch. 2 gleichen Unzufriedenheit vor? Man denke doch 300, Verband der Hoteldiener, Ortsverwaltung Berlin 50,- Oberschöneweide, Zentralverband der Maschinisten und Heizer, Arbeiter der Daimler- Werke, Marienfelde, 1. Rate: Listen 15 801 Bahlstelle O. 20.- Offenbach a. M., Landesorganisation des nur, was im Jahre 1906 alles passiert ist! Man dente an 11,10; 15 803 36,55; 15 807 82,25; 15 808 17,35; 15 809 10,60; Großb. Heffen vom 1. Juli bis 31. Dezember 06 1500,- die Bereicherung der Podbielski, Tippelskirch, Wörmann. Man 15 812 14,10; 15 818 38,20; besgl. 2. Rate: Listen 15 802 15,25; Bafing, H. L. 5,-. Beru, Leberecht Richter 50,- Pantow, Er- denke, daß dem Reichskanzler nachgewiesen worden ist, daß 15 804 28,15; 15 805 27,-; 15 806 9,60; 15 810 21,50; 15 811 9,80; trag einer Tellersammlung in Versammlung 10,-. Paris, P. 100,- er bon den Zuständen im Kolonialwesen seit Jahren war und die Nutznießer dieser Zustände 15813 22,90; 15816 18,50; 15817 23,60; 15821 11,20; 15824 28,45: Paris, Deutscher sozialdemokr. Lefeklub 80,64. Rigdorf, Statflub unterrichtet durch Verfolgung ihrer An15 882 21,05; 15 833 10,65; Jerajdh, Rolbergerstr. 23 15,50, von den Rot sticht" 8,-. Rigdorf, eine Uhr versteigert durch Hermann 7,65. geradezu geschützt hat Rohrlegern u. Schloffern der Firma E. Anfrit 22,15, von den Rirdorf, zentralorganisierten Friseurgeh., gef. b. Lobbes 2,85. fläger. Man denke an die Straßenschlachten in Breslau Koll. der Firma Schilte Nachf. 30,-, von stillen Parteigenossen in Stuttgart, G. 11. 10,-. Seifhennersdorf( Oberlausit) Frisch auf!" und Nürnberg; man denke an die Revolvertaten von ArbeitsSchopfloch, Wahlkreis Dinkelsbühl Gunzenhausen 12,15. Johannisthal 20,-, Geburtstagsf. Heinr. Rueß gef. im Bez. 701 40, 7,35, Geburtstagsf. A. Borchard, Köpeniderstr. 158, 5,20, von den Soest, sozialdemokratischer Verein Hamm- Soest 121,00. Soms willigen in den verschiedensten Gegenden des Reichs, die geKollegen der Bautlempnerei Markgrafenstr. 91 24,-, Verein der dorf Coßmannsdorf, Ortsverein, Pulver zur Wahl 25,- Schönes fühnt wurden durch Bestrafung der Angegriffenen; man denfe, Bimmerer 500,-, vom früheren Gesangverein Alpenglühen" 20,- berg, Sparverein" Biene", Bahnstraße 34 15,- Schweiz, statt daß in Königsberg noch unterm Weihnachtsbaum die VerStockelsdorf, fozialdemokr. Zentralwahlver. folgungen des Klassenstaates sich fortsetten. Kurzum, das ges. in der Bezirksvers. Ober- Schöneweide vom Arbeiter- Radfahrer- einer Stimme 500, bund Freiheit" 11,60, zwei Vorstandsmitgl. eines Grundbefizer- f. d. Fürstentum Lübeck, Quartalsbeitr. 50,80. Trier, Beitrag des Jahr 1906 hat allen Anspruch darauf, in der Geschichte als Vereins 10, von d. Rabizpuzern, Spannern und Hülfsarbeitern Wahlvereins 25,60. Tempelhof, amerit. Auft. b. d. Weihnachtsfeier das Jahr der Standale bezeichnet zu werden. Toluka( Mexiko), von der Und dennoch dieser Wahlausfall? Dennoch zeigt sich der Firma Boswau u. Knauer, Wittenau, Eichbornstraße 16,60, b. Mitgl. der freien Turnerschaft 5,-. Vorwärts", 4. Quartal 1906 nirgends, aber auch nirgends eine Folge jener furchtbaren desgleichen von den Stuffateuren 5,70, desgleichen Bierprozente 7,70, Lokal- Union der Glasarbeiter 200, Zentralverband der Glaser zu Berlin 150,- Aushilfe Rotations- 65 648,60. Wandsbeck, Fabrikarbeiter Verb., Distrikt Wandsb. 200, Erbitterung, die solche Dinge doch unfehlbar erzeugen Wahrer Jakob"," Neue arbeit, Tagesschicht 4,-, Buchdruckerei, Graph. Abt. 3,-, desgl. Wittlich, Parteibeitrag 4. Quart. 06 3, Buchbinderei 2,50, Schießklub Biel" nebst Vereinswirt 13,-, gef. Beit" u. Gleichheit", Restbetrag des Ueberschusses vom Jahre 1906 müssen? Dafür ist schlechterdings nur eine Erklärung auf dem Strolch- Abend" bei Benfched, Sonnenburgerstr. 10 7,25, 9367,28.. 9. 3. 16.000,-. Zürich, Dr. M. 2. zum Wahlfonds 10,- denkbar: die große Masse des Volkes hat offenbar von all diesen Dingen gar nichts erfahren! Zentralverband der Handels-, Transports, Verkehrsarbeiter und Bürich, John 11. 20,92. In der Quittung in Nr. 290 des Vorwärts" vom 18. Dezember Das ist es, worauf auch Genosse Adolf Hoffmann in Arbeiterinnen Deutschlands, Verwaltungsstelle Berlin II 500,-). Berlin, diverse Beiträge: Zentralverband der Handels-, Transport, 1906 muß es unter den Berliner diversen Beiträgen nicht heißen: seinem schon erwähnten Artikel in der Neuen Zeit" hinVerkehrsarb. u. Arbeiterinnen Deutscht., der Zentralvorstand 6000,- A. 2., sondern A. Du. 3, Jn der Quittung in Nr. 14 des Vorweist. Der Großstädter kann sich das ja kaum vorstellen. Dr. P. Ch. 50,-. Vom Vorstand des Allgem. deutschen Metall- wärts" vom 17. Januar d. J. muß es unter den Berliner diversen Wir in Berlin zum Beispiel sind es gewohnt, daß von solchen Dingen sämtliche Zeitungen Notiz arbeiterverbandes, Siz Berlin 300,-. Bierprozente der Arbeiter der Beiträgen nicht heißen B.- 3, Köpenickerstraße, sondern Kopernikusmüssen, um ihre Abonnenten nicht Tischlerei v. Daum u. Kutschkau, Cadinerstr. 18 9,25. Zentralverb. ftraße 5,-. zu berlieren. der Brauereiarbeiter, Sektion II 500,-. Amerit. Aukt. Rauchklub Aber in fleinen Städten und auf dem Lande ist das ganz Fliederduft" 8,45. Gef. v. d. Arbeitern der Firma Gg. Dietrich, anders. Die dort erscheinenden Amts- und Kreisblätter usw. Ritterstr. 71 6,-. Personal der Buchdruckerei Vorwärts, Abt. bringen von solchen Dingen fein Sterbenswörtchen. Und Buchbinderei 2. Rate 20,-. Die Hausdiener der Firma Blumen übrigens, auch die Großstadtblätter verschweigen vieles. So thal u. Co., Spandauerstr. 73 5,50. Verein zur Wahrung der ist, um nur ein Beispiel zu erwähnen, der„ Rausschmiß" des Interessen der Puzer von Berlin u. Umgegend 150,-. Bentralfreifinnigen Redakteurs in Gotha, der nicht auf das verband der Töpfer und Berufsgenossen Deutschlands 1000,-. Rauchflub Fidele Brüder" 20,05. Von den Ortsbeamten der Wiederholt haben wir unserer Meinung dahin Ausdruck Kommando des Verlegers seine Gesinnung wechseln wollte, Filiale II der Allgem. Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter gegeben, daß der Ausfall der Reichstagswahl gezeigt hat, wie auch in Berlin von keinem der staatserhaltenden" Blätter ( E. H. 29, Hamburg) 100,-. Von den Tischlern der Firma Kuttner richtig die seit 1903 von unserer Partei eingeschlagene Tattit berichtet worden. u. Hanff, Stallschreiberstr. 21 10,-. Ortsbeamte der MetallarbeiterWir aber wenden uns an die so irre geleiteten Massen tasse, Berlin III 11,-. Vereinigung der Maler, Filiale Berlin 800,- gewesen ist. Es bestand immerhin die Gefahr, daß wir uns x. y. F. M. 5, F. N. 10.- Verband der Wühlenarbeiter. Zahl durch der" Nimbus", den wir bei der gebildeten" Jugend außerhalb der Großstädte eigentlich nur zu Wahlstelle Berlin 100,-. 28. 3,-. Sechserkasse der Tischfabrit Siebert, damals genossen, verleiten ließen, eine Partei zu werden, zeiten. Es ist stets unser Suhm gewesen, daß wir nicht Dranienstr. 185 5,-. Dadel 10,-. Allgem deutscher Gärtnerverein, die nicht mehr sozialdemokratisch war; daß wir, um nur zur Wahl, sondern immer agitieren; aber das gilt nur " d " Berlin, den 12. Februar 1907. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Lindenstr. 69. Die nächsten Aufgaben. nehmen für die Großstädte. An die übrige Bevölkerung, die täglich| langen. Für die Herren im preußischen Landtag erschöpft In diesen Kreisen hat der Freifinn durch Verzicht auf bon fast 11000 Beitungen angelogen wird, kommen wir mit sich aber das Interesse an unserem Rechtsleben in dem Inter- eigene Kandidaturen das Mandat den Rechtsparteien zuunferen 55 Blättern gar nicht heran. esse an den einzelnen, namentlich den höheren Beamten- geschanzt. Daraus ergibt sich eine außerordentlich wichtige Aufgabe: arten. Es ist so, als wäre unser gesamtes Rechtswesen nur Auch damit ist das Streben der freisinnigen Kämpfer, wir müssen für eine regelmäßige Aufklärung und Beder richterlichen Beamten wegen da. Bloß die Subjekte des die Reaktion zu stärken, noch nicht ganz erfaßt. Durch Verlehrung der Volksmassen in Kleinstädten und auf dem Lande Rechts existieren für dieses Haus- von dem armen Objeff, sicht auf eigene Kandidaturen haben sie die Sozialdemokratie Sorge trage. Ob durch Flugblatt oder Zeitung, ist eine dem Volt, über das die Herren zu Gericht fizen, ist nicht in Memel Heydekrug aus der Stichwahl gedrängt Frage, die vermutlich am besten in jedem einzelnen Fall ent- die Rede. und in Hamm- Soest bewirkt, daß unser Kandidat nicht schieden wird. Hauptsache ist nur, daß hierfür das nötige Materiell von Interesse war die Ankündigung des Justiz in die Stichwahl gelangte. Dafür hatten fie das Vergnügen, Geld aufgewandt wird. Genosse Wurm, der in der„ Neuen ministers Beseler, daß eine allgemeine Gleichstellung der daß der Kreis vom Zentrum erobert wurde. Von ihren Zeit" diese Frage behandelt und nach unserer Ansicht mit richterlichen Beamten mit den Verwaltungsbeamten in Aus- sonstigen Liebesdiensten durch Verzicht auf eigene Kandidaturen Recht der Zeitung den Vorzug gibt, erwähnt als ficht genommen sei, ferner: daß der Assefforen- Paragraph zählen wir noch auf( in Klammern führen wir die siegende Beispiel den„ Ostpreußischen Landboten". Dies gibt uns Ver- nicht wiederkehren, also auch der Justizverwaltung nicht das Partei und die Stimmen an, die der Freifinn im Jahre anlassung, gleich auf einen Fehler hinzuweisen, der am besten Recht verliehen werden würde, sich die ihr genehmen Richter 1903 erzielte): von vornherein vermieden wird. Der„ Ostpreußische Land- auszusuchen. Nun gibt es ja bekanntlich außer den offiziellen Reichenbach( 3. 1729), Oschersleben( natl. 1675), Stade- Bremers bote" wird von den Redakteuren der Königsberger Volts- Mitteln noch inoffizielle. Immerhin gewährt es eine gewisse vörde( natl. 3524), Dschatz( f. 2590), Ohlau( f. 2570), Bautzen zeitung" im Nebenamt hergestellt und kann infolge dessen nicht Beruhigung, daß eine direkte Verschlechterung durch Gesetz( Antis. 1967), Waldenburg( Soz. 2586), Stuttgart( Soz. 2267), auf der vollen Höhe seiner Aufgabe stehen. Mit Recht erklärt nicht in Aussicht steht. Mannheim( Soz. 2163), Kalbe- Aschersleben( Soz. 1769), Chemnik Genosse Hoffmaim: was hier mehr ausgegeben wird, trägt ( Soz. 3703), Dortmund( Soz. 1100), Durlach- Pforzheim( Soz. 557), reiche Früchte. Niederbarnim( Soz. 4040). Nun sollen solche Blätter aber keineswegs nur die Standalnachrichten ins Bolt tragen. Im Gegenteil, sie sollen ihre Leser erst recht mit sozialistischen Gedanken durchdringen. Und damit kommen wir zu der zweiten Lehre, die sich unseres Erachtens aus der Reichstagswahl ergibt. Der Juſtizetat wird morgen in ähnlich großzügiger W Der Justizetat wird morgen in ähnlich großzügiger Weise weiter behandelt werden. Wahlmanöver! Der Freisinn hat wahrlich nichts versäumt, die Linke im Reichstage zu schwächen. An ihm hat es nicht gelegen, daß die Neaktion nicht noch mehr jubeln kann. Ungeschmälert kommt den Freifinn das Verdienst zu, unter anderem auch den Häuptling des Verbandes zur Verleumdung der Sozialdemokratie in den Reichstag verholfen zu haben. Der Freifinn lieferte demnach an die reaktionären Parteien 43 Kreise aus, und zwar: 1 an den Bund der Landwirte, 8 an die Konservativen, 9 an die Reichspartei, 18 an die Nationalliberalen, 7 an die Antisemiten. Das ist die Ehrentafel des Freifinns. Sie soll nicht der Bergessenheit anheimfallen. Deutfches Reich. Die Mogeleien, die zurzeit im Abgeordnetenhaus stattfinden, um die Erhöhung der Beamtengehälter möglichst auf die lange Bank zu schieben, bieten ein flassisches Beispiel für die 900 000 neue Anhänger hatten wir 1903 zu verzeichnen, Methode, nach der in Wahlzeiten von der Regierung und den bürgerdavon ist jetzt ein Teil abgesprungen, ein anderer, wahrscheinlichen Parteien Stimmenfang getrieben wird. lich größerer Teil ist uns aber treu geblieben. In der Thronrede, mit der am 8. Januar das preußische Nehmen wir an, daß die Gesamtzahl unserer alten, Abgeordnetenhaus eröffnet wurde, wurden den Unterbeamten trengebliebenen Wähler etwa 2 Millionen beträgt, so und Staatsarbeitern gewiffe Gehaltsaufbefferungen in Aussicht ge= ist zweifellos, daß diese nicht in genügendem stellt, und zwar in der Höhe von insgesamt 14 Millionen Mark. Maße für die Werbung neuer Anhänger ge- Die absolute Unzulänglichkeit dieser Gehaltsaufbesserungen lag bei forgt haben. Sonst hätte unsere Stimmenzahl größer sein dem Riefenheer der preußischen Unterbeamten und Staatsarbeiter müssen. Warum taten sie es nicht? Rechnen wir die Hälfte ohne weiteres auf der Hand. Das wurde auch von der bürgerals Leute, die aus irgend welchen Gründen nichts für die lichen Breffe vielfach zugegeben. Um aber alle VerhandAgitation tun oder tun können, so bleiben immer noch lungen über dies und manches andere figliche Thema abzuschwächen, 1 Millionen tätiger Genossen übrig. Aber auch selbst dann, vertagte man nach drei Tagen bereits wieder das Abgeordnetenhaus, wenn wir die Zahl noch geringer ansehen, bleibt das er- um sich um so eifriger dem Wahlschwindelkampf zu widmen. reichte Resultat hinter dem zurück, was man hätte erwarten Nummehr, nachdem die Wahlversprechungen ihre Zur Wahlmache des Flottenvereins. müssen. Schuldigkeit getan haben, schenkt man der Deffentlichkeit Der Flottenverein als solcher weist die Folgerung aus der Auch hierfür gibt es unseres Erachtens nur eine Erfaren Wein ein. Ein Antrag, die so dringend aufbefferungs- ffaudalösen Wahlmache feines Leiters, des Generals Reim, daß Tlärung: die große Maffe der Genossen hatte trotz guten bedürftigen Gehälter aller Unterbeamten zu erhöhen, ist eingebracht, der Flottenverein sich in eminentester Weise als politischer Berein Willens nicht eigenes theoretisches Wissen aber der Budgetkommission zum Begräbnis überwiesen und Handlanger der amtlichen Wahlbeeinflussung erwiesen habe, genug, um die Ideen des Sozialismus weiter zu tragen. worden. Herr v. Rheinbaben war so ehrlich, zu erklären, daß, natürlich mit Entrüftung von sich. Der Ausschuß des schlesischen Es ist ein anderes, selbst von den sozialistischen Ideen durch- wenn dem Antrage stattgegeben werden und eine allgemeine Provinzverbandes des Deutschen Flottenvereins erklärt in einer an drungen und ihr treuer und überzeugter Anhänger zu fein, Erhöhung der Unterbeamtengehälter stattfinden sollte, dazu die Schles. 8tg." gerichteten Zuschrift, Landrichter Stern in Beuther und ein anderes, fie jeden Augenblick in einer solchen Form 100 Millionen erforderlich seien und auf dem Wege einer be habe auf Anfrage des Ausschusses mitgeteilt, sein Briefwechsel mit in Bereitschaft zu haben, daß man sie anderen mitteilen und trächtlichen Erhöhung der Einkommenstener aufgebracht dem Generalmajor Keim habe in der Form stattgefunden, wie er andere ebenfalls von ihrer Nichtigkeit überzeugen fann. werden müßten. Nun könnten allein die 88 000 reichsten Zenfiten in wiedergegeben worden sei. Es habe sich aber nicht um einen BriefHieran hat's gefehlt. Und das ist ja schließlich auch kein Breußen, die ein Einkommen von 2500 Millionen Mart haben, wechsel in Flottenvereinsangelegenheiten, sondern Wunder. 900 000 Refruten einzuererzieren, und zwar nicht diese 100 Millionen mit Leichtigkeit aufbringen, allein dafür bedanken um einen Briefwechsel des Privatmannes und Politikers Steim mit auf dem Kasernenhof, sondern auf dem Uebungsplatz des fich natürlich diese Prozentpatrioten! dem Privatmann Stern gehandelt, über den er feinem Menschen Geistes, wo eigenes Denken gilt- dafür find 3% Jahre in Rechenschaft ablegen müsse. Auch Amtsricher Snaudt habe der Tat kaum ausreichend. mitgeteilt, daß er lediglich privatim mit Generalmajor Keim forrespondiert habe. Politifche Ueberlicht. Berlin, den 15. Februar 1907. Allerhand Beamtenfragen. " Herr Rheinbaben hat denn auch bereits rundweg erklärt, daß an die Gehaltsaufbesserung auch nur eines Teiles der Unterbeamten erst im Etat 1908/09 gedacht werden könne, und auch da nur, wenn bemerkt zu diesem höchst unsicheren Versprechen denn auch bereits, daß die Enthüllungen des Finanzministers über den Etat vorderhand nur die eine Wirkung haben würden, auch die bereits für das Jahr 1907/08 b e stimmt in Aussicht gestellten Aufbesserungen in Höhe von 14 Millionen um ein weiteres Jahr hinauszuschieben! So betreiben Regierung und bürgerliche Parteien den BauernFreisinns- Wahlfünden. " Auffassung des deutschen Kaisers in dieser Angelegenheit. Der Kaiser soll nämlich nach einer nicht dementierten Meldung beim legten Hofball an den Präsidenten des Flottenvereins, Fürsten Salm, herangetreten sein und mit erhobener Stimme bor zahlreichen Zuhörern geäußert haben: Mein lieber Fürst, die Wahlen find ja vorzüglich ausgefallen, und ich freue mich, daß Ihr Flottenverein seine Sache so prächtig gemacht hat." " Die Enthüllungen des Bayerischen Kurier" über die der letzte Hofball am 12. Februar stattgefunden hat. Der Kaiser identifiziert also die„ nationale" Tätigkeit des Generals Keim ohne weiteres mit der des Flottenvereins! • Die Kolonialarmee. ,, Wieviel Mann dann noch in der Kolonie verbleiben sollen, hängt von den Maßnahmen ab, die das Oberkommando betreffs der Stationsbefatungen treffen wird, und davon, wie der Reichstag fich zu der Frage stellen wird. Ehe die Bahn nach Keetmanshoop nicht fertiggestellt ist, ist auf eine größere Truppenver minderung nicht zu rechnen. Damit ergibt sich aber auch, was wir weiter zu tun haben. Jeder unserer Anhänger muß zum Agitator er- es die Finanzlage gestattet". Das Berliner Tageblatt" Diese oberfaule Ausrede steht in ulfigem Widerspruch zu der zogen werden. Es handelt sich nicht nur darum, eine geistige Elite heranzuziehen, sondern bis in die kleinsten Zirkel und Zusammenkünfte hinein das geistige Brot des Sozialismus in derjenigen Form zu tragen, daß jeder es verdauen kann. Diese Notwendigkeit wird gerade bei den Führern allzu leicht bergessen. Wer im Vordergrunde des Kampfes steht, kommit ganz naturgemäß zu dem Gefühl, daß die Anfangsgründe, die fang! er so oft durchgearbeitet hat, nim doch jedermann bekannt sein Die Unterbeamten werden durch solche Praktiken mit der Nase müßten, und daß man doch nicht jedes Jahr wieder mit dem ABC auf die Erkenntnis gestoken, was sie vom Wohlwollen der Re- Bahltätigkeit des Flottenvereins begannen am 4. Februar, während beginnen könne. Gerade das aber ist notwendig, weil wir ja in gierung und der befizenden Klasse zu halten haben! jedem Jahr neue Massen von Rekruten bekommen, denen selbst die Anfangsgründe noch fremd find. Wie sollen sie weiter agitieren, wenn sie nicht selbst vorher ausgebildet sind? Die Schaffung einer regelmäßigen Aufklärungsleftüre für Wir haben bereits eine Aufstellung gegeben, die nach- Daß er außerdem auch anders über die gemeinsam vom die Maffen draußen und die immer von neuem einfegende weist, in welchen Kreisen der Freisinn bei der Stichwahl die Flottenverein und dem Kolonialamt verübte Flugblattfabrikation theoretische Durchbildung aller Genossen bis in die kleinsten auf seine Kandidaten gefallenen Stimmen dem Gegner zu folcher Schriften wie, Die Lügen des Herrn Erzberger" Birkel hinein, das sind die wichtigsten Aufgaben der nächsten führte, dadurch der Sozialdemokratie das Mandat entriß und Die koloniale Lügenfabril, Erzberger, Zukunft. und die Reaktion stärkte. Diese Liste ist dahin zu ergänzen, Stadthagenu. Co." denkt, wie die Kritiker dieser Schnuuzs daß auch Ober- Barnim und, wie wir schon feststellten, und Schwindelschriften, verdient immerhin vermerkt zu werden! der Kreis Meißen Großenhain in derselben Weise durch den Freifinn ausgeliefert wurden. Im Kreise Ober Barnim erhielt der Reichsparteiler Pauli in der Nunmehr ist, wie offiziös mitgeteilt wird, auch Oberf Stichwahl zirka 4000 freifinnige Stimmen und siegte dadurch Deimling der Ansicht, daß der südwest afrikanische gegen den Kandidaten der Sozialdemokratie mit einer Mehr- Aufst and als erloschen zu betrachten ist. Er hat sein Die preußischen Abgeordneten zeigten heute ein enorm beit von 2550 Stimmen. In Meißen- Großenhain Hauptquartier auch bereits nach Keetmanshoop verlegt gutes Herz für den kleinen Mann. Die Herren verlangten waren in der Hauptwahl für den Antisemiten 6976 Stimmen Die Truppenzahl soll bis zum Sommer auf 6000 Mann von der Regierung eine allgemeine Aufbesserung der Ge- abgegeben, für den Konservativen 6599 Stimmen, zusammen vermindert werden. hälter aller Beamtenklassen, und die Nedner aller Parteien 13 575, auf unseren Genossen Nitschke fielen 14 174, auf den überboten sich in Beteuerungen, daß sie es stets mit den Freisinnskandidaten 3427 Stimmen. In der Stichwahl erfleinen Beamten gut gemeint hätten, und jeder war immer hielt der Antisemit 17 326 Stimmen. Die Freisinnigen haben um eine Nuance wärmer als fein Borredner. Es war fast also geschlossen für ihren Gegner gestimmt und es dadurch zuviel Wohlwollen, um ganz echt zu sein. Man konnte sich fertig gebracht, daß unser Kandidat mit 2888 Stimmen in des Eindrucks nicht erwehren, als ob es sich um verspätete der Minderheit blieb. Reichstagswahlreden handelte. Oder auch um verfrühfe Damit ist die Sündenliste der Freifinnigen noch nicht Landtagswahlreden! Bis allerdings im nächsten Jahre die erschöpft. Ihren Willen, reaktionäre Hülfsdienste zu leisten, Landtagswahlen stattfinden, werden die Beamten, um deren zeigten fie ferner in Breslau- Land, Hofgeismar Gunst man hier so beredt wirbt, schon wieder enttäuscht und in Friedberg Büdingen. In diesen Kreisen sein, wenn sie merken, daß aus so viel Bereitwilligkeit so wenig hatten die Gegner augenscheinlich ihre Hülfe gar nicht nötig, herauskommt: Der Finanzminister schwieg nämlich der Eifer des Freisinns, die Reaktion zu stärken, war jedoch und das war die wichtigste Rede! so groß, daß er ihnen trotzdem seine Stimmen zubrachte. Die Redeflut der Abgeordneten wurde schließlich durch In einer Reihe anderer Kreise scheiterte der gute Wille" einen Schlußantrag eingedämmt, und man ging zum zweiten nur an der freifinnigen Ohnmacht, z. B. in Wiesbaden, Gegenstand der Tagesordnung, zur sogenannten Beratung" wo die Freifinnigen dem Nationalliberalen 7000, in Hanau, des Justiz etats, über. Wohl nichts charakterisiert das wo sie für dieselbe Partei über 4000 Stimmen aufbrachten. Niveau des preußischen Abgeordnetenhauses so sehr, wie eine zu ihrem Schmerz blieb hier die Sozialdemokratie Siegerin. Subub- Keetmanshoop gebaut werden. Um dieser Bahn Justizdebatte, wenn man sie mit der im Reichstage vergleicht. Weitere Dienste leisteten die Freisinnsmannen der Re- wenigstens einige Beschäftigung zu geben und überhaupt den Die großen Kämpfe, die gerade jest um die Grundlagen aktion durch Verzicht auf eigene Kandidaturen. Wir nennen Zusammenbruch der seit Jahren fa ausschließlich von den der Rechtswissenschaft ausgefochten werden, die großen Fragen zunächst diejenigen Kreise, bei denen mit voller Gewißheit Truppen lebenden Kolonie" zu verhüten, wird man bemüht der Strafrechtspflege, das ganze Verhältnis des Rechtes zum behauptet werden kann, daß sie durch die freisinnige Selbst- sein, möglichst viel Soldaten in Wüst- West zu behalten. Volksleben und die Stellung des Rechtes in unserem Staats- fastrierung der Reaktion ausgeliefert worden sind. Zu diesem Unter 6000 werden es taum werden. Und der Reichstag ganzen: all das findet im preußischen Abgeordnetenhause Bwecke feten wir die Stimmen hierher, die der Freifinn im wird kaum Schwierigkeiten machen! Diese Truppe allein kein Echo. Nur ganz flüchtig wird ein Zipfelchen diefer Jahre 1903 aufgebracht hat und das Mehr, das der Gegen- wird dann jährlich ihre 50 Millionen kosten. Wir haben's Materie gelüftet, als ein Redner die Frage aufwirft, ob und kandidat der Sozialdemokratie dadurch erzielte: ja dazu! inwieweit man man das englische Rechtswesen bei einer Parteibezeichnung und kommenden Reform zum Muster nehmen könnte. Doch erMehrheit des schreckt über seine Kühnheit, läßt auch dieser eine den Gegegnerischen Kandidaten danken sofort fallen, um zu dem ihm näher liegenden Kleinfram überzugehen. Es soll durchaus nicht verkannt werden, daß auch diesem Kleinfram eine bedeutende Wichtigkeit zufommt, namentlich weil die richterlichen Beamten sich mehr und mehr dem Volksleben entfremden und auf gewissen Gebieten schon eine Art Willfürherrschaft eingerichtet haben. Doch böten zur Beratung dieser Dinge auch die folgenden Titel des Etats die genügende Handhabe. In der Generaldebatte, die beim Titel Minister" stattzufinden pflegt, hätte man von einer Bolfsvertretung wohl andere, größere Gefichtspunkte zu erwarten und zu ver- Birna.. Elberfeld Barmen Wangleben München I Borna Dschatz Cannstatt. Eßlingen Nens j. L. Schwarzburg- N.- S.. Breslau- Ost Löbau. • • . . # 4159 Antis. 691 Antis. 1426 natl. Freifinnige Stimmen 1903 4529 408 712 3162 2759 3457 Rp. 2182 natl. 4227 10 805 3271 5144 2 644 1899 2936 natl. 2728 natl. 4 932 natl. 5 624 tonf. 2954 natl. 571645 Antis. Nach Erlöschen des Aufstandes wird man das Land in Militärdist rifte teilen, jeder Distrikt erhält eine Station, jede Station eine Befagung. Die Stärte der Befagung wird bedingt durch die Lage der Station, ihre Ent fernung von den Verbindungswegen und den Hauptorten der Kolonie und die Sicherheit der Gegend. Das Oberkommando in der Kolonie wird hierfür einen genauen Plan aufstellen. Dazu kommt noch, daß die Lokationen und die Gefangenenlager militärischen Schutz und Aufsicht erfordern. Wenn alle diese Bläne genau geprüft sind und die Zahl der zu verwendenden Truppen fe st steht, läßt sich auch angeben, wie hoch die Zahl der Truppen im Etat für 1907 sein soll." Also trotz des Erlöschens des Aufstandes soll die Bahn Der ehemalige preußische Handelsminister v. Brefeld ist in Freiburg i. B. gestorben. Brefeld wurde am 26. Juni 1896 der Nachfolger des Freiherrn v. Berlepsch. Er erhielt am 5. Mai 1901 feine Entlassung, gleichzeitig mit Miquel und HammersteinLogten, den Opfern des von den Junkern niedergestimmten Mittellandtanals. Um den Handel selbst hat sich Brefeld keine Verdienste ervorben. Dagegen wurde er berüchtigt durch feine intimen Be ziehungen zum Zentralverband deutscher Industrieller, der ihn, wie seinerzeit der Bued- Brief bewies, als seinen Vertrauensmann betrachtete. Die Breslauer Justiz auf der Anklagebank. Die schon telegraphisch gemeldete Ablehnung der Janke- Straffammer durch den Genossen Radlof von der Breslauer Boltswacht" wird in ihrer ganzen Bedeutung erst erkenntlich burch dk Begründung die Genosse Radlof seinem Antrage gab. Er sagte: Während des ISjährigen Bestehens der„Volkswacht" sind fast ebenso diele Jahre Gefängnis über die Redakteure derselben der- hängt worden. In allen gegen uns geführten Prozessen haben die Breslauer Strafrichter zur Begründung der hohen Strafen auf die Tendenz der Sozialdemokratie Verlviesen, die die staat- liche Ordnung.umstürzen" wollen. Insbesondere die Urteile gegen L ö b e und K l ü h S, die unter dem Richterkollegium I a n s k e, Bleisch und Hab erlin g zu schweren Strafen verurteilt wurden, haben mir die Gewihheit gegeben, daß die.Bolkswacht"- Redakteure vor Breslauer Strafrichtern kein Recht finden können. Die seltsamsten Fragen wurden gestellt. Im Prozeß gegen meinen Kollegen Klühs(3 Monate Gefängnis) stellte Herr Assessor Haberling die Frage: Kennen Sie das sozialdemo- kratische Programm? Das haben wir alle als eine Vcr- höhnung aufgefaßt, umsomehr, als Klühs als sozialdemokratischer Redakteur täglich im Geiste des sozialdemokratischen Programms arbeiten mutz. In einem Prozeß gegen meinen Kollegen Müller stellte ein Richter an einen Zeugen die Frage: Sind Sie Sozialdemokrat? Das zeugt von Befangenheit des Richter?. Ich verweise auf meine Verurteilung im Juni 1S03 wegen MajcstätSbeleidigung zu einem Jahre Gefängnis. Trotz- dem das Gericht damals feststellte, ich sei nicht der Verfasser der Notiz gewesen, wurde ich zu der ungeheuerlichen Strafe der- urteilt. In meinem letzten Prozesse wegen angeblicher Beleidigung der Glogauer Nichter erhielt ich drei Monate Gefängnis, trotzdem ich die Erklärung abgab, jede Beleidigung hätte mir fern- gelegen. So habe ich aus allen gegen meine Kollegen und mich ver- bandelten Prozessen die Ueberzeugung gewonnen, daß ich vor den Schranken der BrcSlauer Strasrichter ein verlorener Mann bin! Ii» Ramcn meiner Kollegen und in meinem eigenen Namen erhebe ich entschiedenen Protest gegen eine solche Rechtsprechnng. Wir verlangen mit gleichem Maße gemessen zu werde» wie jede andere Person, die nicht der sozialdemokratischen Partei angehört. Der Antrag wurde abgelehnt, die drei genannten Richter er- achteten sich für nicht befangen. Der Angeklagte verzichtete darauf auf jede weitere Teilnahme an der Verhandlung, sein Vcr- teidigcr verließ den Saal. Der inkriminierte Artikel der„Bolkswacht" tadelte das schroff« und übereifrige Borgehen eines Gendannen gegen Boykottpostcn in Oswitz bei Breslau. Durch die Zeugenaussagen wurde im all- gemeinen der Inhalt des inkriminierten Artikels bestätigt, selbst die nicht besonders sicheren Aussahen des Gendarmen wichen nicht allzusehr davon ab. Bemerkenswert ist bei der Zcugenvemehmung folgender Bor- gang, der einen neuen Beleg für die Berechtigung des ÄblehnungS- antrages liefert: Borsitzender zum Zeugen Aderhold: Gehören Sie auch zu der Partei?— Zeuge: Ich glaube nicht, daß Sie das Recht haben, diese Frage zu stellen.— Bor- sitzender: Dieses Recht habe ich sehr lvohl. ES handelt sich darum, festzustellen, ob die Friedhofsbesucher im allgemeinen oder nur die Boykottposten über das Verhalten des Gendarmen aufgebracht waren.— Zeuge: Das läßt sich doch auch ohne mein politisches Glaubensbekenntnis feststellen.— Borsitzender: Ich verbitte mir das. junger Mann, Sie sind verpflichtet, über die Ihnen vorgelegten Fragen auszusagen.— Zeuge: Ich verweigere über diese Frage die Aussage.— Vorsitzender: Ich lege auf die Beantwortung weiter kein Gewicht, nachdem Sie gesagt haben, daß es ein Freund von Ihnen war, dem die Tasche zerrissen sein soll. Zuletzt soll Aderhold vereidigt werden.— Zeuge: Ich »miß bemerken, daß ich Dissident bin und an den Gott nicht glaube, den ich hier anrufen soll.— Vorsitzender: Der Eid ist nicht konfessionell. Sie werden doch wissen, daß jeder Zeuge den Eid leisten muß.— Zeuge: Ich kann doch aber nicht gezwimgen werden, bei einem Gotte zw schwören, an den ich nicht glaube.— Borsitzender: Das sind sehr ungehörige Bemerkungen, nehmen Sie sich in acht l— Zeuge: Ich protestiere gegen die Behandlung, die mir hier zu teil wird, erst soll ich gezwungen werden, ein politisches Glaubensbekenntnis abzulegen, und dann wird mir ungehöriges, freches und unreifes Benehmen vorgeworfen. Die Verhandlung endete mit der Verurteilung des Angeklagten zu fünfzig Mark Geldstrafe, wie der Staatsanwalt be- antragt hatte. Eine nebensächliche Bemerkung war für unrichtig und einige Ausdrücke für beleidigend befunden worden. An der Absicht der Beleidigung bestand nach den Ausführungen des Bor- sitzenden kein Zweifel, da die Partei des Angeklagten und insbesondere die„Bolkswacht" systematisch bemüht sei, die Beamten herabzusetzen und zu verh ö h nen, und sie dem Haß der Klassen zu überliefern, für welche die„Vollswacht" schreibe. Die Breslauer Justiz hat sich in diesem Prozeß und insbc- sondere in der Urteilsbegründung wieder ein Denkmal gesetzt.— Die Stöckerreptile durch Scharfmachermittrl„saniert". „Reich" und„Staatsbürger Zeitung" teilen heute mit, daß sie künftig, vom„Deutschem Verlage"„gedruckt" d. h. aus- gehalten werden würden. Im„Deutschen Verlag", einer Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht, erscheinen auch die„B c r l. N e u« st. R a cht.", ein Blatt, das früher von Panzerplattenfabrikanten und Scharfmachern wie Krupp und Stumm aufgehalten wurde. Zweifellos stecken hinter dem„Deutschen Verlag" auch heute noch weltpolitische Jnter- essenten und Scharfmacher de» gleichen Schlagest— Studenten als Detektivs! Der„Frkf. Ztg." wird aus Dresden gemeldet: „Eine Versammlung nationaler Studenten der Technischen Hochschule beschloß, die Ermittelung der rufflschen Studenten, die an der sozialdemokratischen Wahl- agitation beteiligt waren, selbst in die Hand zu nehmen." O alte Burschenhmlichkcit, wie tief bist Du gesunken!-- Die'Frage der Betriebsmittelgemeinschaft im württembergischen Landtag. In der heutigen Sitzung der württembergischen Abgeordneten- ktimmer äußerte sich Mini st erPräsident v. Weizsäcker nochmals über die Frage der Betriebsmittclgemeinschast. Er er- innerte daran, daß Preußen einen diesbezüglichen«taatsvertrag vorgelegt hat, und erklärte, daß Württemberg den Geschichtsschreiber über die betreffenden Verhandlungen einmal nicht zu fürchten haben werde: Der Vertag, den wir abzuschließen bereit sind, kostet uns keine Opfer für unsere Eisenbahnhoheitsrechte, aber für unsere Verwaltuungsdispositionen, solange wir im Vertragsverhältnis bleiben. Die Betriebsmittelgemeinschast ist da» Minimum einer Eisenbahngemeinschaft. Sollte sie nicht erreichbar sein, so wollen wir uns auch von einer Wagenaemeinschaft nicht ausschließen, wie sie Bayern vorgeschlagen hat. Wir werden an den Verhandlungen hierüber in loyalster Weise mitwirken, aber der Wunsch, der uns in dieser Frage beseelt, wird auf diesem Wege nicht bcfriedgt. Wir halten in Uebereinstimmung mit der großen Majorität de» Landes eine weitergehende Gemeinschaft für eine politische Verkehrsnot- wendigkeit. Der fruchtbare Gedanke einer Matc.rialgemeinschaft ist im Wachsen begriffen, er wird durchgreifen. Neben der Volkswirt- schaftlichen und finanziellen Seite der Frage habe ich vom ersten Nogtkllt W die pationale Seite der Sache mit Freuden begrüßt. Der Gedanke einer wechselseitigen Unterstützung der deutschen Re- gierungen ist ein so großartiger, daß er, einmal aufgestellt, nicht mehr verschwinden wird. Zu unserem lebhaften Bedauern müssen wir uns aber auf eine langsame Entwickelung gefaßt machen. Wir müssen uns so einrichten, daß wir bis auf weiteres für uns leben können(Sehr richtig!), aber ich gebe die auf den Artikel 42 der Reichsvcrfassung gegründete Hoffnung und Erwartung nicht auf. (Bravo!)—_ Elsaß-Lothringischer Landesausschuß. Straßburg, den 44. Februar. Die zweite Sitzung des reichsländischen Parlaments, das am 7. Februar mit einer bedeutungslosen Thronrede eröffnet worden ist, beschäftigte sich am 13. Februar mit dem Etat für Elsaß-Lothringen. Staatssekretär v. Koller bemerkt in seinem Referat, der Etat sei auf Grund der Verhältnisse in den drei Jahren 1V05, 1606 und 1907 ausgestellt. Das Jahr 1605 habe ein gutes finanzielles Ergebnis gehabt. An Stelle der etaismäßigen Anleihe von 2 900 000 M. sei nur eine Anleihebegebung von 44 000 Mark nötig gewesen, und wenn man den Einnahmeübcrschuß von 75 000 M. in Berechnung stelle, so habe das Jahr 1905 sogar mit einem Uebcrschuß von rund 31 000 M. abgeschlossen. Das Jahr 1606 habe mit einer Anleihe von 2 600 000 M. balanziert. Es werde aber ebensogut abschließen, wie das Jahr 1905. so daß von der Anleihe wohl nur 50 000— 60 000 M. zu erheben sein würden. Die Abschlußrechnung des Etats für 1907 stelle sich rund auf 60 614 000.M. in Einnahme und Ausgabe. Die ordentlichen Ein- nahmen stellten sich auf rund 57!� Millionen Mark, die außer- ordentlichen auf 466 000 M., so daß zur Balanzicrung eine An- leihe von 2 702 000 M. vorgesehen sei. Die fortlaufenden Ein- nahmen stellten sich ungefähr auf 3 Millionen Mark höher als im Jahre 1906. Die fortlaufenden Ausgaben seien um 2 300 000 M. höher veranschlagt als im Jahre 1906. Der Posten zur Ge- Währung von Unterstützungen auf Grund von Vereinbarungen mit anderen Staaten habe um 90 000 M. erhöht werden müssen. Weiter seien die Kosten der Unterhaltung der Gefangenen in den Staats- gcfängnißen, verschiedene Posten in der Kulturvcrwaltung, der Pcnsionsfonds usw. erhöht. Die einmaligen Ausgaben im neuen Etat beliefcn sich auf 3235 000 M. gegen 2 460 000 M. im Vor- jähre, eine Steigerung um rund 800 000 M. Darunter befinden sich 500 000 M. für Teuerungszulagen an Untcrbeamte. D i c Preise der notwendig st en Lebensmittel steten im Laufe der letzten fünf Jahre erheblich ge- stiegen. So der Weizen um 14 Proz., Kartoffeln um 20 Proz., Butter um 7 Proz., Rindfleisch um 13 Proz., Kalbfleisch um 3 Proz., Schweinefleisch um 10 Proz., Steinkohlen um 7 Proz., Briketts um 3 Proz. Rrichsverbändlerische Rüstungen. Dem Reichsvcrband zur Verleumdung der Sozialdemotratie ist infolge des Wahlausfalls, der nach seiner kindischen Bchaup- tung vornehmlich seinem„großzügigen" Wirken, nicht dem viel- gerühmten Erwachen des nationalen Geiste? zuzuschreiben ist, ganz gewaltig der Kamm geschwollen. In der letzten Nummer seiner„Korrespondenz" schlägt er wie verrückt die Reklametrommel und verheißt, wenn er die nötige Uniterstützung fände, einen weiteren Ausbau seiner Organisation, nämlich die Bildung von Ortsgruppen des Reichsverbandes. In dem ersten Artikel der be- treffenden Nummer heißt eS: „Ein. Mittel dazu ist die Bildung von Ortsgruppen des Reichsverbandes gegen die Sozialdemokratie. Nach den glänzenden Erfolgen der jetzigen ReichStagSwahl sollten alle natioualgcsinnten Deutschen freudig an dem Ziel mitarbeiten, eine besondere Kcrntruppe im Kampf gegen die Umsturzpartci zu schaffen, die dauernd an ihrer Ausbildung wirkt, und zu Wahlzeiten wohlgcrüstet den bürgerlichen Parteien dient. In jedem Wahlkreis müssen gutorganisierte Ortsgruppen erstehen, deren Parole lautet: Erst das Vaterland, dann die Partei." Das neue sächsische Landtagswahlrccht. Den„Leipz. Neuesten Nachrichten" wurde aus Dresden über den Landtagswahlgesetz- entwurf u. a. geschrieben: „Erst jüngst hat eine hochstehende Persönlichkeit, von der man die volle Kenntnis des Wahlgesetzentwurfs voraussetzen darf. einem liberalen Abgeordneten gegenüber sich dahingehend auS« gesprochen, daß das neue Gesetz weder ein Pturalwahl- recht, noch ein berufsständisches Wahlrecht sei. Da man hiernach weiß, was nicht kommen wird, und außerdem bekannt ist, daß ein allgemeines gleiches Wahlrecht weder vorgelegt werden noch irgend welche Aussicht auf Annahme haben würdest), so ist mit Sicherheit anzunehmen, daß die Regierungsvorlage über ein neue» sächsisches Wahlrecht ein Konglomerat aus den verschiedenste» WahlrechtSgrsetzen darstellen wird, das sowohl liberalere Tendenzen wie das geltende Wahl- recht vertritt, als auch den Erwerbs- und Bcrufskreisen sowie der Arbeiterschaft mehr als im alten Wahlrecht entgegenkommt." Scheint eine nette Kreuzung zu sein, die die sächsische Regierung zu präsentieren gedenft.—_ Deutsch-amerikanische Handelsvertragsvrrhandlungen. Wie dem„Hamb. Korresp." aus New Uork berichtet wird, wurde nach mehreren Konferenzen zwischen Root und dem Führer des Senats erftercm mitgeteilt, der Senat könne den Bertrag, wie er durch die Northkommiffion entworfen, nicht ratifizieren. Root denkt nunmehr in Uebereinstimmung mit dem Präsidenten neue Vorschriften für die Applikation des Dingleh-Tarif» zu erlassen, sobald am 4. März Shaw durch Cortelvou erseht ist. Ferner soll die Liste der im Abschnitt 3 des Dingley-TarifS vorgesehenen Ar» tikel um diejenigen Artikel verlängert werden, die den North gegen- über ausgesprochenen Wünschen der deutschen Regierung ent- sprechen. Man denkt so einen Vertrag zustande zu bringen, der der Ratifikation des Senats nicht bedarf.— Wahlphantastereien. Nachdem die Meldung bürgerlicher Blätter, Genosse Bömelburg wolle in Dortmund zugunsten MoltenbuhrS sein Mandat nieder- legen, von unserem Dortmunder Brudcrblatt als unrichtig gekenn- zeichnet worden ist, haben erfindungsgewandte Korrespondenten eine andere«Kombination" ersonnen. Sie berichten, Genosse Dietz sei wahlmüde und wolle sein Mandat des 2. Hamburger Wahlkreises an Molkenbuhr abtreten. Auch diese Meldung entbehrt, wie wir versichern können, jeder Grundlage.— Chronik der MajcstätSbeleidiguugen. Der„Grobian", ein in M ü n.ch e n erscheinendes obskures Wochenblättchen, brachte in seiner Nr. 50 ein Titelbild, daS den Prinzrcgenteu von Bayern im Bette sitzend darstellt. Vor dem Bette schwebt der Geist König LudivigS II., an der Wand stehen die Worte:„Ein gutes Gewissen ist ein saiistes Ruhekisseii", die der Geist durchstreicht. Als das Pflichtexemplar bei der Polizei eingeliefert wurde. waren erst einige Abzüge fertig: dte Numnier iourde sofort beschlagnahmt und gegen den Re- datteur und Verleger Joseph Anton Leib Anklage wegen Beleidigung des Regenten von Bayern erhoben. Da eine Ver- breitung der Nummer noch nicht stattgefunden hatte, kam die Sache nicht vor« Schwurgericht, sondern vor die Strafkammer des Land- gerichts M ü n ch e n I. Der Angeklagte bestritt jede Absicht der Beleidigung. Er habe mit dem Bilde lediglich Kritik üben wollen an dem passiven Verhalten des Regenten gegen Literaturerzeugnisse. die in frivoler unverschämter Weise behauplcn, der König Ludwig II. sei' irrsinnig gewesen und habe Selbstmord verübt und die dadurch das Andenken de-5 Königs schändeten. Auf Antrag des Staats- anwalts wurden mehrere frühere Artikel des»Grobian' verlesen, in denen behauptet wird. König Ludwig und der Irrenarzt Dr. Gudden seien der Ueberqewalt feiger Mordbuben unterlegen, ferner: Das bayerische Volk solle die Ehre seines Königs schützen, der unter Mörderhänden sein Leben beschlossen habe. Das Land- gericht München I fand in dem Bilde den dem Regenten gemachten beleidigenden Vorwurf des Schuldbewußtseins, da? in den Ereignissen von 1836 seinen Grund haben soll, und verurteilte den Angeklagten Leib zu sechs Monaten Gefängnis. Der Staatsanwalt hatte neun Monate beantragt. �_ Reichstagsersahwahl in Wreschcn-Pleschen. Bei der Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise Wreschen-Pleschen» Jarotschin wurde Rechtsanwalt Sehda(Pole) mit 14 938 Stimmen gewählt; der deutsche Kandidat Gutsbesitzer Mylius erhielt 3760 Stimmen, zersplittert 31 Stimmen.— Die Empfindsamkeit des Dreiklassenparlaments. Die Gcschäftsordnungskommisfion des preu- ßischen Abgeordnetenhauses hält am Sonnabend vor Beginn des Plenums eine Sitzung ab, in der über das Ersuchen mehrerer Staatsanwaltschaften zur Genehmigung der Strafver» folgung sozialdemokratischer Zeitungen, n. a. der Magdeburg« r ,.Volks> stimme" wegen Beleidigung! des Abgeordnetemhauses Beschluß gesaßt werden soll.— Hiisland. Oesterreich. Wahlpflicht! Wien, 15. Februar. Das vom niederösterreichischen Landtage beschlossene Wahlpflichtgesetz erhielt die kaiserliche Sanktion.— Frankreich. Die„Parlamentarischen" rühren fich. Paris, 10. Februar.(Eig. Ber.) „Die Piuzgcmer wollten wallfahrten zehn"... Dre„nicht- unifizierten Sozialisten" wollen einen Kongreß abhalten, ihre „Prinzipien" erklären und sich eine Parteiorganisation geben. Die „autonome Föderation" des Rhönedeparlements erläßt einen Aufruf, aus dem man erfährt, daß der„Kongreß" am 30. und 31. März in Lyon stattfinden und u. a. auch über die Haltung der„Partei" gegenüber dem Generalstreik und der direkten Aktion, dem Anti- palriotismus und den verschiedenen Parteien der Linken, einschließ- lich der geeinigten Sozialisten, verhandeln wird. In be- sagtem Aufruf wird erzählt, daß der„Versuch", die frauzöfischen Sozialisten zu einigen, unter den Bedingungen, unter denen er vorgenommen wurde, nicht die Gesamtheit der Sozialisten habe einbegreifen können.„Zahlreich" seien die Departements- verbände, lokalen Gruppen und Genossen, die ihre volle Freiheit beivahrt hätten, um der Taktik treu zu bleiben, die so günstige Resultate ergeben hätte. An diese ergehe nun der Ruf, die Partei- orgauisation auszuarbeiten. Die Genossen der geeinigten Partei werden diese Ankündigung ohne Erschütterung ihres Gleichmuts lesen. Sicherlich fehlt noch sehr vieles, um die Organisation des französischen Proletariats als befriedigend erscheinen zu lassen. Aber die Mängel liegen vor allem in der«och nicht überwundenen Abneigung vieler Gewerkschaften gegen die Partei und nicht in dem oft nicht freiwilligen Abseits- stehen der„Unabhängigen". Wenn sich der Aufruf ans die 26 Mit- glieder der„parlamentarisch- sozialistischen" Fraktion beruft, so wird kein ernster Mensch aus dieser Zahl einen Rückschluß auf die Stärke der„Partei" ziehen: denn diese Abgeordneten erkennen be- kanntlich gar keine Verpflichtung gegen etne Parteiorganisation, sondern nur eine solche gegen die W a h l e r an. und diese selbst präscutieren sich in den aus ihrem persönlichen Anhang gruppierten Wahlkomitees. Man kann es ganz ruhig aussprechen: Eine wirkliche Partei der unabhängigen Sozialrsten besteht überhaupt nicht, geschweige denn eine derartige Arbeiterpartei, und was sich unter dieser Flagge ztlscmrmeufindet, das ist ein regelloser, vom Zu- fall zusammengebettelter Haufen von mittelmäßigen Vulgär« demokraten, kleinbürgerlichen Provinzdemagogen, zweifelhaften Geschäfts- und einige» sehr klugen Erfolgspolitikern vom Schlage M i l l e r a n d s und B r i a n d s. In dieser Schätzung der„Unabhängigen" stimmen so ziemlich alle Genossen von der geeinigten Partei überein, wenn man etwa den sehr gutmütigen Professor Fournisre ausnimmt, der sogar der Zulassung der„ Unabhängigen" zum inter- nationalen Kongreß daS Wort redet— ein Verlangen, das ja schoiz an den Beschlüssen des internationalen Bureaus scheitert. ES ist auch wirklich nicht abzusehen, wa» diese Lente in einer Versamm- lung zu suchen haben sollten, deren Beschlüsse sie ja nicht an- erkennen. Die guten Leutchen sollten eS sich genug daran sein lassen, daß sie mit Zaren verkehren, sich in der bürgerlichen Staats- und Salonberrlichkeit sonnen dürfen, und sich nicht auch nock» in den Kreis der geschworenen Feinde de» Zarentum« und der Totengräber der kapita« listischen Glückseligkeit drängen wollen. Eine Partei der Unabhängigen gibt eS nicht I Wer da« noch immer nicht geglaubt hat. der wird nach den Versammlnitgen, die Jauros gestern und heute in Lyon und in St. Etienne gehalten hat. nicht mehr daran zweiselti können: Lyon, die ehemalige Residenz des heutigen Vizekönigs von Madagaskar Augagneur. St. Etienne, der Wahlbezirk BriandS, des unzweifelhaft ge- sÄicktesten und ersolgreichstcn MaimeS der„Unabhängigen". Und in Lyon konnte Jaurss unter dem Beifall einer tausendköpfigen Menge erklären:„Dre g e e i n i g t e Partei ist die einzige s o z i a l i st i s ch e Partei, die einzige, die beanspruchen darf, die Arbeiterklasse zu vertreten. Die Sozialisten, die sich nicht auf s i e stützen, müssen notwendig andere Stützpunkte suchen und sich von ihrer ursprünglichen Politik entfernen."— In St. Etienne hat JauröS heute vor 5000 Menschen in demselben Sinne gesvrochen. Die»Un- abhängigen" aber wagten nicht einmal, den Muno aufzutun I Jaurö» hat in den beiden Versammlungen auch über die deutsche Sozialdemokratie gesprochen, deren„Wahl- Niederlage" die ganze französische Arbeiterschaft außerordentlich beschäftigt. Jaurs« sagte;„Wenn eine Partei in einem Sturm, wie er diesmal gegen die deutsche Sozialdemokratie entsessclt wurde, ihre Stimmenzahl um eine Viertelmilliou vermehrt, wenn sie im Kampfe gegen alle Mächte des Reichs 3 300 000 deutsche Proletarier, ein Drittel der deutschen Nation, ins Feld stellen kann, ist das eine Zerschmetterung zu nennen?" Auch zu diesen und den übrigen allgemein politische» Ausführungen JauröS' hatten die.UnahSngrgen' nichts zu sagen.— Die Titengräber der Altersversicherung. Paris, 13. Februar.(Eig. Ber.) Was zu erwarten war, ist eingetroffen: Die Altersversicherung ist in hoher Gefahr, in der Versenkung zu verschwinden! DaS Gesetz war seinerzeit von der alten Kammer mit großer Mehrheit angenommen worden. Das war unmittelbar vor den Wahlen, und die Herren Deputierten wollten nicht mit leeren Händen vor den Wählern erscheinen. Sic taten noch ein übriges, indem sie sür Bedingungen stimmten, von denen sie guten Grund hatten anzu- nehmen, daß der Senat auf sie nicht eingehen würde.— So entstand«in Gesetz, das den Ansprüchen der Arbeiterschaft mehr Rech, nung trug als die Gesetzgebung irgend eines anderen Landes, und das allerdings die StaatSfinanzen in einer Weise belastet hätte, daß eine stärkere Hcranziehung der besitzenden Klassen zur Besteuerung oder aber beträchtliche Ersparnisse im Budget dcS Militarismus notwendig gewesen loärcn. Nachdem die bourgcoisradikalcn Deputierten die p o l i t i» scheu Interessen ihrer Klasse durch ihre wahlpolitischc Demagogie gewahrt haben, übernimmt nur der Senat die Aufgabe, ihre wirtschaftlichen Interessen zu schützen und dte unbequeme Altersversicherung still abzumurksen. Seit elf Monaten hat die zur Beratung des Gesetzes gewählte Senatskowmission erst zwei Sigungen abgehalten! In der zweiten vor einigen Tagen zu- 130 Mark für etwa angerichteten Schaden, wollten den Arbeits- Der 15. Februar follte eine Entscheidung bringen, wie in Untersammenberufenen beschloß sie, eine- Enquete zu veranstalten! nachweis an fich reißen und das Einkommen der Fahrer um etiva nehmerkreisen verlautete. Die Hälfte der Befizer gesperrter Betriebe An die Handelskammern, die Unternehmer- und Arbeitersyndikate 33 Prozent schmälern. Diese Lohnreduttion empörte die Fahrer um ist für einen Friedensschluß, aber es sind meist die kleineren, die bei und etliche andere Korporationem sollen langstielige Fragebogen fomehr, als von demselben Tage an eine Erhöhung der Fahr- dem Modus der Abstimmung in ihrem Verein wenig zu sagen über Zwed, Nußen und Möglichkeit der Altersversicherung ber- agen vorgesehen war. Die Fahrer find zu 95 Prozent organisiert, haben. sendet und auch die Wünsche über die Methode der Durchführung gesperrt. Nur eine Anzahl kleiner Betriebe, etwa 30, beteiligten sie beschlossen, den Aushang nicht anzuerkennen, und wurden auseingeholt werden. Dann erst halten die Herren Senatoren die sich nicht an der Aussperrung. Frage für reif zur Debatte. Man sieht: die Bourgeois im Senat, die bei der Art ihrer Wahl auf Voltsmeinungen weniger zu geben haben, genieren sich nicht, ihre reaktionäre, arbeiter feindliche Gesinnung zu betätigen. Den Leuten, die noch immer vom demokratischen Jllusionismus befangen sind, mag dieses Treiben, mit dem sich jetzt auch ein tüdischer Minenfrieg gegen die Einkommensteuer verbindet, eine nüßliche Ernüchterung bringen. haben. Schweden. Tscherniat verunglückt oder ermordet? Achtung! Bauhülfsarbeiter! Deutfches Reich. Die Sperre über die Dachdecerfirma F. W. Neuße ist aufEs ist erfreulich, zu berichten, daß die 520 ausgesperrten gehoben. Die Differenzen sind nach gegenseitiger Aussprache au Fahrer fest zusammenhielten und bis heute noch zuversichtlich beiderseitiger Zufriedenheit erledigt. auf den Sieg rechnen. Wie maßvoll und entgegenkommend Verband der baugewerblichen Hülfsarbeiter, Zweigverein die Fahrer von Anbeginn des Kampfes waren, bewiesen Berlin und Umgegend. fie sofort, als sie den Unternehmern anboten, daß sie bereit seien, nach drei Monaten eine Neuregulierung ihres Einkommens vornehmen zu laffen, falls die Erhöhung der Fahrtagen Die Streifflaufel in der Textilindustrie. den Erwartungen der Unternehmer aut höhere Profite Demnächst soll, wie der„ Konfektionär" mitteilt, eine große Zu nicht entsprechen sollte. Die Unternehmer aber zeigten sich ſammenkunft der Textilindustriellen Deutschlands stattfinden, um zu anmaßend und erklärten, daß sie als legten Termin zur be- beraten und zu beschließen, wie in Zukunft die Textilindustriellen in dingungslosen Unterwerfung der Fahrer den 5. Januar festgesetzt hätten. Wer sich bis dahin nicht zur Arbeit melde, bleibe zur Strafe ganz Deutschland„ unberechtigten"( 1) Lohnbewegungen mit Erfolg Der russische Sozialrevolutionär Dr. Jakob Tscherniak ist, nach bis zum 1. Juli ausgesperrt. Das war das erste Ultimatum, aber entgegentreten können. In der Hauptsache handelt es sich darum, fich mit vem er eben erst der Gefahr, an Rußland ausgeliefert zu werden, die Fahrer ließen sich nicht dadurch verblüffen. Am 5. Januar gabenstellern von Fabrikaten aus der Textilindustrie) dahin zu einigen, in entgangen und auf der Neise nach Paris begriffen war, in die Unternehmer ihr zweites Ultimatum heraus und machten be- jeden Lieferungsvertrag die sogenannte Streitt lausel aufganz seltsamer Weise ums Leben gekommen: Er war kannt, der allerlebte Termin sollte der 10. Januar sein. Streittlausel einer jener vier Passagiere des schwedischen Dampfers Olof Diese Drohung war ebenso wirkungslos und nun versuchten dieser oder jener Fabrit ausbrechenden Streit die Lieferfrist um die zunehmen, d. h. im Lieferungsvertrag festzulegen, daß bei einem in Wijt", die in Antwerpen als Leichen anfamen und die einzelnen Unternehmer ihr Glück durch Einschüchterung. Zeit der Dauer des Streifs verlängert wird. wie die erste Meldung über den Vorfall, besagte durch Gase Vorschläge, die„ nur“ bis zu bestimmten Tagen Geltung haben Streits in Kraft treten. Ob der Streit berechtigt oder unberechtigt Sie machten ihren Fahrern- aber beileibe nicht der Organisation Allerdings soll diese Streitklausel nur bei, unberechtigten" bergiftet" sein sollen, die sich in der aus Zündhölzern bestehenden sollten. Ladung des Schiffes entwickelt hätten! Alle sachverständigen und Vergebliche Mühe! Die Fahrer standen fest zu ihrer Organi- ist, darüber soll ein zu schaffendes Schiedsgericht entscheiden. urteilsfähigen Leute, Kapitäne, Reeder, Zündholzerporteure, Tech- fation, die jedem Schachzug der Unternehmer zu begegnen wußte In diesem Schiedsgericht ſizen aber nur Leute, die überhaupt je de niker, haben jedoch übereinstimmend erklärt, daß dies unmöglich und über die Vorgänge in jeder Garage unterrichtet war. Die Forderung und jeden Streit der Arbeiter als unberechtigt die Todesursache sein könne. Die vier Passagiere fuhren sämtlich Hoffnung der Unternehmer auf die Chauffeurschulen, die große ansehen. Abgesehen davon, daß bei den sprichwörtlich gewordenen erster Kajüte, und ganz in ihrer Nähe lagen die Schlafräume des Reklame für den Arbeitsnachweis in der Gitschinerstraße, alles Kapitäns und der Aufwärterin, die beide ebenso wie alle anderen müßte nichts. Schon am 4. Januar hatten die Ausgesperrten eine miserablen Löhnen in der Textilindustrie von vornherein Leute auf dem Schiffe nichts von den giftigen Dünsten bemerkt öffentliche Versammlung nach Kellers Saal in der Koppenstraße von unberechtigten" Forderungen nicht die Rede sein kann, so gibt es Fälle 3. B. allgemeine Lohntürzungen wo selbst ein einberufen, um vor den Chauffeurschulen zu warnen. Die StreifMan hat Grund posten taten ihre Schuldigkeit, wenn auch die Verkehrspolizei oftmals Teil des sonst der Arbeiterbewegung feindlich gegenüberstehenden zu vermuten, daß Tscherniat das Schwierigkeiten machte. Ein Flugblatt für die Arbeitswilligen mit Bürgertums einen Abwehrstreik der dadurch hart getroffenen ArbeiterOpfer eines Verbrechens geworden Aber auch in diesen Fällen werden ist, vielleicht eines einer Darlegung der Sachlage wurde herausgegeben. Bis Mitte Januar die Herren des betreffenden Schiedsgerichts den Abwehrstreik als schaft für berechtigt hält. Verbrechens russischer Regierungsbanditen! Das Schiff tam aus hatten die Unternehmer nur 64 Mann gewonnen; den Ausgesperrten nicht berechtigt erklären, weil der Vorteil, der ihnen durch eine Göteborg, und dort hat Tscherniat vor der Abreise zu Bekannten aber gelang es, 30 Renausgelernte zuriid zugewinnen, und sie hatten nicht berechtigt erklären, weil der Vorteil, der ihnen durch eine geäußert, daß er vermute, von Agenten der russischen Regierung die Genugtuung, daß sich die Zahl der Betriebe, die die alten Be- borzunehmende Lohnkürzung in Aussicht gestellt wird, durch den verfolgt zu sein. Diese Vermutung wurde dadurch bestärkt, dingungen anerkannte, auf 65 vermehrte. Von den Ausgesperrten Abwehrstreit eventuell illusorisch gemacht wird. Am wandten sich etwa hundert den Pferdedroschten wieder zu. daß ihn tatsächlich ein französisch sprechender Herr observierte, 14. Januar fanden Verhandlungen zwischen den kämpfenden Parteien der denn auch als Passagier mit dem Olof Wijt" reiste. statt, die auf Umwegen von den Unternehmern eingeleitet wurden. Wohl reichen die bisher bekannten Umstände nicht aus, um zu be- Es handelte sich um den Vorschlag, daß 1,50 M. Tagelohn und weisen, daß die russische Regierung ihre Hände im Spiele hat. 20 Prozent der Einnahme statt der bisherigen 25 Prozent gezahlt Doch ist das Ereignis so dunkel und noch so unaufgeklärt, daß jener werden sollten und alles übrige beim alten bleibe. Da diese VorGedanke nahe liegt, wie er denn auch in der schwedischen Presse so- schläge nur von einzelnen Unternehmern ausgingen, so hielten fort auftauchte! Natürlich wird eine gerichtliche Untersuchung die Ausgesperrten es für geraten, abzuwarten, ob die Vereinigung stattfinden. Ob durch sie Aufklärung geschaffen wird, das ist aller- der Befizer sich dafür erklären würde. dings zweifelhaft. am 16. Januar durchaus ablehnend. Hartnäckig wurde der Kampf fortgesetzt, der den Ausgesperrten durch die bürgerliche Presse sehr erschwert wurde, denn das Publikum wurde in den Glauben bersetzt, daß die Automobilführer brillant gestellt seien und ungerechte Forderungen erheben. Am 26. Januar sperrte der Beeinem Druck der vereinigten Besitzer gehorchend. Am 28. Januar trat die Kommission der Ausgesperrten mit dem Vorschlage auf, daß die Fahrer mit 1,50 M. Tagelohn und 20 Proz. der Einnahme zufrieden sein wollen, daß aber der Unternehmer das Waschgeld für den Wagen tragen soll, wenn die Tageseinnahme eines Fahrers weniger als 10 M. beträgt, bei mehr als 10 M. soll der Fahrer 50 Pf. Bezahlen. Die Ausgesperrten billigten diese Vorschläge in geheimer Abstimmung mit 172 gegen 151 Stinmen; sie zeigten damit wieder ein Entgegenkommen; indem sie 171 Proz. Lohnreduktion auf sich nehmen wollten. Die Unternehmer aber wollten auch davon nichts wissen, die Vorschläge fanden kein Gehör, nicht einmal eine Antwort. Ebenso wenig wurde ein zweites Schreiben der Kommission beantwortet, welches dahin lautete, daß man bereit sei, auch die Frage über den Arbeitsnachweis zur gemeinsamen Zufrieden heit zu regeln, falls dies allein noch der Stein des Anstoßes fein follte. Diese aber antwortete Stockholms Social- Demokraten" empfing die Mitteilung von Tscherniaks Tod durch eine Depesche des Genoffen Huysmans aus Brüssel. Tscherniat soll auf Kosten der belgischen Arbeiterpartei beerdigt werden, wie Huysmans gleichzeitig telegraphierte.-trieb Marim( für elektrische Wagen) seine Fahrer aus, vielleicht Die Wahlrechtsfrage. Bur Prüfung des Regierungsvorschlages über die Wahlrechtsreform hat der schwedische Reichstag einen besonderen Ausschuß gewählt, statt die Frage wie sonst üblich dem Konstitutionsausschuß zu überweisen. In den Wahlrechtsausschuß wurden Vertreter sämtlicher Parteien gewählt, von der sozialdemokratischen Genosse Branting und als sein Stellvertreter Genosse Lindquist. Von den Mitgliedern des Ausschusses gelten 12 als Anhänger des Proportionalsystems, die also in diesem Punkte, wenigstens grundfäglich, mit dem Regierungsvorschlag einverstanden sind, und 12 als Gegner der Proportionalwahlen. Gewerkschaftliches. Vorschnelle Justiz. mürbe machen. Also hat das Schiedsgericht eine praktische Bedeutung nicht. öffentliche Meinung getäuscht werden soll und getäuscht Es ist lediglich eine Detoration nach außen, womit die werden wird! Wie sieht nun diese Streiftlausel aus? Dazu sagt das Unternehmerblatt: „ Es empfiehlt sich nicht, jetzt schon, bevor diese Versammlung getagt hat, den Wortlaut der vorzulegenden Streifflausel bekannt zu geben, damit nicht durch vorzeitiges Bekanntwerden den Arbeiterorganisationen Waffen zur Bekämpfung dieser gegen ihre ungerechtfertigten Ansprüche gerich teten Bestrebungen geliefert werden. Nur so viel ſei schon zur Information der Großhändler und Konfektionäre( Ab nehmer der Tertilindustriefabrikate) gesagt, daß die von ihnen geforderten Opfer verhältnismäßig gering find im Vergleich zu dem großen materiellen und moralischen Erfolge, den die gemeinsame Streifflausel sowohl den Fabrikanten als auch indirekt den Großhändlern und Verarbeitern bringen soll." Und um deutlicher zu werden, fährt das Blatt fort: " Der Hauptvorteil, der den Unternehmern aus der Streit Haufel erwachsen soll, ist der: den Arbeiterorganis sationen den Haupttrumpf aus den Händen zu ringen, der darin besteht, daß den Fabrikanten als Schreckgespenst die großen Entschädigungen hingestellt werden, die sie eventuell bei nicht rechtzeitiger Erfüllung ihren Abnehmern zu machen hätten." Der Artikel im Konfektionär" schließt: " „ Es liegt im Interesse aller Unternehmer, alle Hebel in Bewegung zu jetzen, um gemeinsam mit den Fabrikanten und Großhändlern zu einer Verständigung zu gelangen, wodurch unsere Interessen gewahrt werden." Gemeinsam! Im Hamburger Hafen spißen die Verhältnisse sich immer mehr zu. In einer von 2500 Personen besuchten Versammlung der Schauerleute wurde einstimmig beschlossen, die erneute Forderung der Reeder bezüglich der Sonntags- und Nachtarbeit abzulehnen und wie bisher nur bis 10 Uhr abends zu arbeiten. In diesem letzten Abschnitt des Artikels aus dem UnternehmerDie Unternehmer antworteten nicht und spekulierten auf den Bei der Verfolgung organisierter Arbeiter in Streit 1. Februar, fie glaubten, die fällige Mietszahlung müßte die Fahrer organ liegt schon der Hinweis, wie die deutschen Tegtilangelegenheiten gibt es meist teine Untersuchung, einen Mietszuschuß zu der gezahlten regelmäßigen Unterstützung Die Organisation bewilligte den Fahrern aber arbeiter dieser Aktion der Unternehmer zu begegnen haben: sondern auf jede Denunziation folgt sofort ein und berief am 4. Februar eine Versammlung der fahrenden und die Bestrebungen der deutschen Textilarbeiter um Verbesserung ihrer Durch die Festlegung der Streifflausel werden nun in Zukunft Strafbefehl oder die Eröffnung des Hauptverfahrens. ausgesperrten Autoführer nach den" Arminhallen", wo beschlossen So ging es auch dem organisierten Maurer Franz Wagner wurde, den Kampf energisch fortzuführen. Der Behauptung der Unter- äußerst mißlichen Lage nicht unmöglich gemacht. Die Kämpfe werden in Augsburg. Er wurde denunziert, einen Streifbrecher mit nehmer, daß fie 60 Wagen fahren laffen, widersprachen die Angaben für die Arbeiter enden, je stärker und je kräftiger die Organisation nur länger dauern. Sie werden aber desto eher mit einem Erfolg Er stechen bedroht zu haben! Bei der Verhandlung stellte der Kontrolleure der Fahrer, daß nur 15 bis 20 Wagen im Betriebe für die Arbeiter enden, je stärker und je kräftiger die Organisation und je schwerer die Kriegskasse ist. fich nun heraus, daß der organisierte Maurer gar nichts seien. Die Fahrschule der Unternehmer sollte genügenden Ersatz für getan hatte, daß aber der Streifbrecher mit einer Mist- die Ausgesperrten bieten. Aber durch die eifrige Agitation der gabel auf den Streikposten eingedrungen ist. Der zu Un- legteren gelang es immer wieder, die neugewonnenen Kräfte aus den Betrieben herauszuziehen. Am 12. Februar waren die ersten recht Angeklagte wurde freigesprochen und die durch die falsche beiden Abtrünnigen von dem alten Stamm der Ausgesperrten zu Denunziation entstandenen Kosten wurden der Staats- verzeichnen; an demselben Tage wurden aber den Unternehmern tasse auferlegt. fech& neu angelernte Leute abtrinnig gemacht. Es handelt sich in Die Allgemeinheit trägt so die Kosten für die im Inter- diesem Kampfe für die großen Garagen noch um etwas anderes als esse des Kapitals unternommenen Staatsaktionen. um die Unterdrückung der Fahrerorganisation, nämlich darum, die viele kleine Konkurrenz in Berlin aus dem Felde zu schlagen und ein Monopol der vereinigten großen Unternehmer zu errichten, was der Direktor Stieper offen als wünschenswertes Ziel bezeichnet hat. Im Bedag betriebe hat sich eine Vereinigung der Arbeitswilligen gebildet und auch die Fahrer, die jetzt ausgesperrt sind, nach ihrer Niederlage zu die Firma soll einige tausend Mart dafür gestiftet haben, um damit veranlassen, ihrer alten Organisation den Rücken zu kehren und Selbstverlag Berlin N., Elsasserstr. 8. dieser Vereinigung beizutreten. Berlin und Umgegend. Der Kampf in der Holzindustrie. -Y Noch wird der Kampf mit Heftigkeit geführt, die sich stetig Eingegangene Druckschriften. Günther Jacoby. Herders und Kants Aesthetik. 5,40 M. Schaarschmidt, E., Universitätsprofessor. Die Religion. Einführung in ihre Entwicklungsgeschichte. Leipzig, Dürrsche Buchhandlung. 4,40 m. Großstadt- Dokumente. Band 29. Berliner Theater von W. Tur szinsky. Preis: 1 M. Berlag: H. Seemann Nachf., Berlin NW. 87. Krebsschaden des Ausstellungswesens von J. Behrens. Preis 1 M. mehrenden privaten Bemühungen vieler Unternehmer, ihre alten Letzte Nachrichten und Depeschen. Fahrer zurückzugewinnen, deuten aber darauf hin, daß der Wunsch nach einem baldigen Frieden immer allgemeiner wird. * Landgerichtsrat Menken+. Holzarbeiterzeitung" über den Stand der Aussperrung bringt, Aus dem Situationsbericht, den die neueſte Rummer der ist zu entnehmen, daß am Schluß der vierten Aussperrungswoche ( 9. Februar) die Zahl der Ausgesperrten und aus den Betrieben Herausgezogenen in Berlin und den Vororten auf 9600 ange= wachsen war. Von diesen sind aber 1200 von Berlin abgereift und mehrere Hundert in Berlin ſelbſt anderweitig untergebracht, so daß sich die Zahl der vom Verbande zu Unterstüßenden auf 7600 beläuft. Bei einer wöchentlichen Zunahme von 476, wie ihn die bergangene Woche brachte, wird ungefähr der Abgang ausgeglichen, Köln, 15. Februar.( W. T. B.) Der frühere Reichstags- und der sich jetzt erhöht, da in der Möbeltischlerei der Geschäftsgang ein Die ausgesperrten Automobilführer versammelten sich am Landtagsabgeordnete, Landgerichtsrat a. D. Menken, ist im Alter besserer wird. Eine weitere Erhöhung der Zahl der Ausgesperrten. sagt die Holzarb.- 3tg."- ist nicht zu erwarten. Jedoch ist auf eine über die Lage der Aussperrung und trat der Behauptung der UnterFreitagmorgen in den Arminhallen. F. Nettig erstattete Bericht von 95 Jahren gestorben. Der Verstorbene war Mitglied der Zentrumspartei und verBeendigung des Kampfes vorläufig nicht zu rechnen. Herr Rahardt nehmer entgegen, daß 60 Wagen fahren und 120 Fahrer in ge- trat im Reichstage den Wahlkreis Köln- Land von 1877 bis 1903. macht die größten Anstrengungen, die säumigen Meister zur Aus- sperrten Betrieben angestellt seien. Nach den Feststellungen der sperrung zu bewegen. Auf der anderen Seite sind dem Holz- Ausgesperrten find gegenwärtig 50-55 Arbeitswillige angestellt. Bom Schlachtfeld der Arbeit. arbeiterverband bon anderen Gewerkschaften Sympathiefund- Die Unternehmer versuchen auch außerhalb Berlins Fahrer heranHaspe, 15. Februar.( W. T. B.) Heute abend explodierte auf gebungen und Angebote finanzieller Hülfe zugegangen. Von mehreren Seiten sind größere Summen als Darlehen angeboten zuziehen, z. B. aus Magdeburg und Hamburg. In Magdeburg ist ein dem Hasper Eisen- und Stahlwerte die Gasmaschine eines Hochmehreren Seiten sind größere Summen als Darlehen angeboten worden, deren der Holzarbeiterverband aber zurzeit nicht bedarf. Stellenvermittler, der sich 10 M. Gebühren zahlen läßt, für die N. A. G. ofens. Dadurch wurden zwei Arbeiter getötet und mehrere schwer tätig. Die Leute in der Provinz seien gewarnt, den Reflameanzeigen verletzt. Der Tarifvertrag der Stukkateure läuft am 15. Mai ab und der Unternehmer Glauben zu schenken. Sie verlieren ihr Textilarbeiterstreit. müßte am 15. Februar gekündigt werden, falls er nicht für weitere Geld dabei, denn außer der Vermittelungsgebühr müssen sie Reichenberg in Böhmen, 15. Februar.( W. T. B.) Hente find zwei Jahre gelten soll. Am Donnerstag beriet eine Versammlung hier 30 Mark Kaution hinterlegen, 50 Mark Lehrgeld zahlen, und der Stuffateure darüber, ob sie den Unternehmern die Kündigung wenn sie nach langer Zeit wirklich den Fahrschein erhalten, müssen über 1000 Arbeiter der Tannwalder Baumwollspinnerei in den Auseinreichen wolle oder nicht. Der Filialvorsitzenden Krebs vertrat sie einen vorschriftsmäßigen Anzug für 150 bis 200 Mart stand getreten. Dazu tommen die die Ansicht, die gegenwärtige Geschäftslage im Stuffateurgewerbe taufen. Polizeistrafen, denen alle AnWerftarbeiterstreik. sei nicht so günstig, daß man sich von der Kündigung einen großen fänger in höherem Maße ausgesetzt sind. Es ist den Ausge Prag, 15. Februar.( W. T. B.) In den Schiffswerften des Erfolg versprechen könne, er rate deshalb von einer Kündigung ab sperrten wieder gelungen, mehrere Neuangelernte aus den Betrieben und empfehle, daß durch Verhandlungen mit den Arbeitgebern der N. A. G. und von Lennert und Alvensleben herauszuziehen. Tetfchener und des Aufsiger Bezirkes ist am vergangenen Dienstag bersucht werde, auch ohne Kündigung eine angemessene Verbesserung Energisch wurde in der Versammlung den Verdächtigungen der Unter- wegen Lohndifferenzen ein Ausstand ausgebrochen. Heute ruht des Bertrages zu erlangen. Nach mehrstündiger Debatte, in der nehmer entgegengetreten, daß die Ausgesperrten die Wagen beschädigen auf fämtlichen Werften der genannten Bezirke die Arbeit. Die fowohl für wie gegen die Kündigung gesprochen wurde, beschloß die oder sich Roheiten gegen die Arbeitswilligen zu schulden kommen Bemühungen der Regierung zur Beilegung der Differenzen blieben Bersammlung, daß der Vertrag nicht gekündigt werde, jedoch lassen. Man neigt vielmehr zu der Annahme, daß Exzesse absichtlich erfolglos. foll auf die Verbesserung desselben hingewirkt werden. verübt werden, um sie den Ausgesperrten zur Last legen zu können. In Berlin verhält sich die Polizei im allgemeinen neutral; Die Aussperrung der Automobilführer Eingestürzter Tunnelbau. aber aus Charlottenburg kommen Klagen darüber, daß Antananarivo( Madagaskar), 15. Februar.( W. T. B.) Bei dauert jetzt nahezu sieben Wochen. Am 1. Januar begann der die Polizei auf feiten der Unternehmer steht. Die Fahr- Antatabe stürzte ein Teil eines im Bau befindlichen Tunnels ein; Kampf, nachdem die Unternehmer durch den berüchtigten Aushang in und Fachschule daselbst wird scharf von der Polizei bewacht, dabei kamen der Unternehmer der Anlage namens Kock und sechs ihren Betrieben den Krieg erklärt hatten. Sie wollten eine neue aber die Unternehmer find wenig erbaut von den„ Erfolgen" ihrer Eingeborene ums Leben. Lohn- und Arbeitsordnung einführen, verlangten eine Raution von Schule; die Lehrlinge sollen zuviel Schaden anrichten. Berantw. Rebatteur: Hans Weber, Berlin. Inseratenteil verantw.; Ch. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdr. u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt Nr. 40. 24. Jahrgang. 1. ßtilnjt des Jotmitts" Kerlim Dolliolilatt. Sonnabend, 16. Februar 1907. Hbgeordnctenbaus. 11. Sitzung vom Freitag, den IS. Februar,! vormittags 11 Uhr. Am Ministertisch: Frhr. v. Rheinbaben, Beseler. Auf der Tagesordnung stehen zunächst Initiativanträge betreffend Aufbesserung der Beamtenbcsoldung. Abg. Gyßling(frf- Vp.): Der Antrag seiner Partei erstrecke sich nicht nur auf die Lage der unteren und mittleren Beamten, sondern auch auf die Aufbesserung der Bezüge der diätarischen Beamten und Ärbeiter. Wenn das Schreckgespenst des Finanzministers, das heißt der Bedarf von IVO Millionen Mark, wirklich eintreten sollte, so sei seine Partei willens, die Einkommensteuer zu erhöhen.(Lebhafter Beifall links.) Abg. Schmedding(Z.) begründet einen Antrag seiner Partei: eine allgemeine Erhöhung des Dienstenikammens der mittleren und unteren Staatsbeamten für das Jahr 1908 in Aussicht zu nehmen. Abg. Frhr. v. Zedlitz(fk.) schlägt eine Resolution vor, in der ebenfalls eine allgemeine Neuordnung der Bezüge der Staats- angestellten spätestens für die nächste Tagung erwartet wird. Die zu diesem Zweck nötigen Mittel müßten nötigenfalls durch erhöhte Besteuerung bereitgestellt werden. Abg. Dr. Friedberg(natl.) befürwortet einen Antrag der Nationalliberalen auf Bereitstellung staatlicher Mittel zur Be- seitigung der Notlage der durch die anhaltende Teuerung besonders schwer getroffenen Unterbeamten. Abg. v. Hcydcbraild u. d. Lasa(kons.) führt aus, daß seine Partei eine Aufbesserung der Beamtengehälter für dringend not- wendig halte. Die Abgg. Dr. Wagner(freik.) und Brömel(Frf. Vg.) betonen in gleicher Weise die Notwendigkeit einer Aufbesserung der Beamten- gehälter.— Dann wird die Debatte geschlossen, und alle Anträge werden der Budgetkommission überwiesen. Es folgt die zweite Beratung des Justizetats. Bei den Ein- nahmen beklagt Abg. Witzman»(natl.) die Konkurrenz, die den Handwerkern und Gewerbetreibenden durch die Gefängnisarbeit ge- macht werde. Abg. Tourneau(Z.) gibt seiner Genugtuung darüber Ausdruck, daß die von Unternehmern für die Gefängnisarbeit zu zahlenden Löhne eine Erhöhung erfahren haben.— Hierauf werden die Ein- nahmen bewilligt. Es folgen die Ausgaben. Zum Titel„M i n i st e r g e h a I t" liegt ein Antrag Dr. Arendt(fk.) vor auf baldige Vorlegung eines Gesetzentwurfes betr.' Einführung des Dieustalterstufensystenis für Staatsanwälte, Landrichter und Amtsrichter. Abg. Viereck(fk.) begründet diesen Antrag. Justizminister Beseler: Die Regierung erkennt an. daß die jetzige Art der Besoldung der Richter und Staatsanwälte nicht die richtige ist und daß auch für diese Beamten das Dienftalterstufcn- system eingeführt werden muß. Das Höchstgehalt der Richter soll im nächsten Etat auf 7200 M. festgesetzt werden, zu erreichen in acht Stufen und 21 Jahren. Weiter soll die diätarische Beschäftigung der Assessoren bis zur Dauer von zwei Jahren auf das Vesoldungs- dienstalter angerechnet werden.(Beifall.) Abg. Viereck(fk.): Mt Rücksicht auf die Erklärung des Ministers Whe ich meinen Antrag zurück. Abg. Pallaske(k.) hält die im Etat vorgesehene Vermehrung der Richterftellen für ungenügend und wünscht Aenderungen in der Vor- bildung für den höheren Justizdienst. Justizminister Beseler: Zur Frage der Umgestaltung der Vor- bildung zun, höheren Justizdienst schweben gegenivärtig Erwägungen, die hoffentlich bald zu einem befriedigenden Abschluß führen. Abg. Tonrneau stationär geblieben, dagegen hat unser Blatt seit Dresden 13 000 Abonnenten gewonnen, und davon 3000 im letzten Wahlkampfe, und in entsprechendem Maße hat sich der Stand der Partciorgani- sationen gehoben. Damit ist aber für die Partei— und ähnlich liegt die Sache in den meisten Wahlkreisen— mehr gewonnen. als wenn unser Abonnenten- und Organisationsstand seit 1903 stationär geblieben und wir 13 000 neue Wählerstinunen gewonnen hätten.... ... Es kommt darauf an, die reellen historischen Ursachen des Wahlausfalls zu entdecken, und dann ergibt sich ganz von selbst. was wir zu tun, welche Fehler wir zu verbessern, welche Unter- lassungen wir nachzuholen haben. Uns als glücklich-unglückliche Propheten hinzustellen, die seit Dresden und Jena alles Ilnyeü vorhcrgesagt haben und nun reumütig an unsere Brust zu schlagen: mea culpa, maxima mea culpa! Meine Schuld, meine allergrößt? Schuld l dazu haben wir unseres Erachtens keinen Anlaß." Stimmen der Gewerkschaftsprefse. „Korresponbenzblatt der Generalkommission": „Die Partei.der NichtWähler hat die Parole der nationalen Gefahr auf die Beine gebracht, aber die Partei der Mitläufer hat der innere Parteistreit verflüchtigt. Und fragt man sich, was hat die Sozialdemokratie getan, um diese unerwartet zu ihr gestoßene Mitläuferschaft festzuhalten und sich dauernd einzuverleiben, so muß die Antwort leider lauten: das Gegenteil von dem, was sie hätte tun sollen. Sie hat diese Massen durch radikale Phrasen und Anhäufung von Kraftworten erschreckt, sie durch Akte der Jntole- ranz in ihrem Vertrauen irre gemacht, sie durch Massenstreikidcen in Furcht gejagt und sie durch ungeschickte Vertretung der eigenen Grundsätze abgestoßen(?).«Gut, daß wir sie loö sind,"— darin findet sich ein Teil der Parteipresse mit dieser Isolierung der So- zialdemokratie ab. Aber diese Massen sind zum großen Teil ins Lager der Gegner hinüberactrieben; sie stärken die politische Macht der letzteren und bringen dadurch wertvolle Volksrechte in Gefahr. Wäre sich die Sozialdemokratie in all den Jahren stets bewußt geblieben, daß sie nicht bloß eine Zukunft zu erobern, fondern auch einen wertvollen Gegenwartsbesitz zu verteidigen hat, dann hätte sie manches vermeiden muffen, was ibr jetzt zum Nachteil ge- reickt isi. Aver auch auf dem Gebiete der Oraanisation ist die Sozialdemo kratie hinter ihren Gegnern zurückgeblieben... Die Sozial. demokratie hatte nur in oen größeren Städten eine einigermaßen ausreichende Organisation... Auf dem Lande läßt ihre Organi- Jation noch alles zu wünschen übrig... Nur die Umgegend von Zerltn und einigen Großstädten hat sich glänzend gehalten; dort hat sich unsere Organisation bei dem verzweifelten Kräfteaufgebot der Gegner bewährt; Verdoppelungen der Stimmenzahl seit 1903 find da leine Seltenheit... Da» find aber nur die nächstliegenden Ursachen unseres Miß. erfolgeS.� Eine der allgemeinsten Ursachen ist die geflissentliche Unterschätzung nationalistischer Empfindungen, die noch in weiten Bolkitreilen vorhanden sind. Mögen diese Empfindungen irre- geleitet sein, weil sie sich am trügerischen Schein einer Fata liorgana nationaler Größe oder Ehre berauschen, so müssen wir doch mit ihnen rechnen, auch wenn wir sie weder teilen, noch ihnen Konzessionen machen konnten. Eben weil sie vorhanden sind als ein« wirkliche nationale Gefahr, sollten wir uns hüten, sie mehr als nötig herauszufordern und sie als belanglos einzuschätzen... ES ift eine der Früchte des jüngsten Wahlkampfes, daß die Partei in eine kühlere Abschätzung ihres eigenen Einflusses auf national erregte Wählermassen eintritt und ihre Aufklärungsarbeit wie ihr taktisches Verhalten dementsprechend einrichtet. Auch die wirtschaftspolitische Haltung der Sozialdemokratie hat diesmal eine Belastungsprobe aushalten müssen, wie nie zuvor, und sie hat dabei leider sehr oft versagt... Die Wirkung unserer besten Argumente versagte diesmal in weiten ländlichen Bevölke- rungskreisien fast vollständig. Die kleinen Bauern uvd Land- arbeitcr, die uns vor vier Jahren bei der Agitation gegen die Ge- treidezölle zustimmten, standen den Anklagen gegen die hohen Fleischpreise verständnislos, ja sogar spöttisch gegenüber... Soll nun die Sozialdemokratie ihre Stellung zur Wirtschaftspolitik ändern— soll sie für agrarische Schutzzölle und Schutzsperren eintreten, um sich ein offenes Tor bei der ländlichen Bevölkerung zu halten? Mitnichten I Aber sie muß ihre ländliche Agitation verdoppeln und muß energischer als bisher die Organisation der Landarbeiter in die Hand nehmen, um Bresche in die aararische Herrschaft zu legen. Hier zeigt sich, daß daS allgemeine Wahlrecht ohne gleichzeitiges Koalitionsrecht nicht bloß wertlos, sondern eine direkte Gefahr für das arbeitende Volk ist. Dieses Koalitionsrecht muß der Landarbeiterschaft erkämpft werden... Gewerkschaften und Sozialdemokratie haben beide gleichwichtige Arbeit zu leisten im Befreiungskampfe des ländlichen Proletariats ... Seit dem vorigen Wahlkampfe, seit Mitte 1903 sind die ge- werkschaftlichen Organisationen um fast eine Million Mitglieder gewachsen— von 887 000 auf 1 800 000. Kommt dieser bedeutende Fortschritt in den sozialdemokratischen Stimmen des jüngsten Wahlkampfes zum Ausdruck? Diese Frage läßt sich weder un- bedingt bejahen noch verneinen. Aber wenn erstereS der Fall wäre, um wieviel größer muß dann die Zahl der fluktuierenden Elemente gewesen sein, die der Partei selbst bei der bloßen Abgabe eines Stimmzettels die Treue nicht halten konnten. Je mehr der ge- werkschaftliche Aufschwung, je mehr die gewaltig anwachsenden Lohn- und Klassenkämpfe der Partei Arbeitermassen zuführt und Sie in ihrem Klassenbewußtsein gefestigt haben, desto größer muß »er Abgang in Rechnung gestellt werden, den die Zwistigkeiten zwischen Partei und Gewerkschaften und den die inneren Rei- bungen der Sozialdemokratie hinausgedrängt haben. Ohne diese Fluktuation wäre die vierte Stimmenmillion mit Leichtigkeit er- reicht worden... Sie(die gemeinschaftliche Arbeit der Partei und der Gewerkschaften) muß von unten herauf beginnen durch ein- trächtiges Miteinanderarbeiten an der Vervollkommnung der ge- tyerkschaftlichen wie der politischen Organisation, durch gegen- seitige Unterstützung in allen Aufgaben und durch Ausschaltung alles inneren Zwistes, der die Aktionskrast einer oder beider Gruppen schwächt und den Gegnern Angriffswaffen bietet." „Metallarbeiter-Zritung": „... ES ist zur Stunde, wenn nicht überhaupt, vollkommen aus- geschlossen, über die Qualität der sozialdemokratischen Wählerschaft ein richtiges Urteil zu fällen. Nur soviel läßt sich sagen, daß sie sich ganz überwiegend auS Industriearbeitern zusammensetzt, ohne aber auch nur annähernd deren Zahl erschöpft zu haben. Da erhebt sich von selbst die Frage, ob diese Beschränkung auf daS reine In- dustrieprolertariat von der Partei bewußt unterstützt werden soll oder nicht. Die Meinungen gehen, jetzt wie auch früher, darüber auseinander. Wi» wollen hier keinen Versuch der Versöhnung dieser Meinungen machen, aber unsere Ansicht nicht zurückhalten. daß sich der Klassenkampfstandpunkt sehr wohl mit einer ziel- bewußten Ausdehnung der sozialistischen Propaganda weit über die Kreise deS JndustrieproletariatS verträgt... Es scheint uns angebracht, daß wir wieder mehr die Gelegenheit zu öffentlichen Diskussionen mit den Gegnern suchen sollten und jede Möglichkeit der schriftlichen und mündlichen Propaganda auszunützen ver- pflichtet wären. Die zweite Erfahrung ist die, daß in weiten Kreisen der Bevölkerung, und zwar auch solchen, die sich offen zur Sozialdemo. kratie bekennen und ihr die Wahlstimme zuwenden, die Probleme unsere» politischen Lebens nicht genügend bekannt sind Es fehlt an systematischer Durcharbeitung dieser Scharen durch lehrhafte Bor- träge und Verbreitung populärer Schriften. Das hat die Partei ja auch schon öffentlich anerkannt, indem sie die Parteischule er- richtete und den Bildungsausschuß einsetzte... In den Wahl- zeiten läßt sich das natürlich nicht nachholen: Vorarbeit sei das Posungiwort l Womit haben nun die Gegner den tiefsten Eindruck zu er- wecken gesucht und wohl auch geweckt?... Zuerst mit der„na- tionalen Phrase". Die Tätigkeit deS Reichsverbandes zur Ver- leumdung der Sozialdemokratie hat uns unberechenbaren Schaden zugefügt. Seine Sendboten sind mit der großen Pauke der„pa- triotischen" Entrüstung landauf, landab gezogen und haben zahllose Indifferente aufgeschreckt, die nie Gelegenheit hatten, die Stellung der Sozialdemokratie zum Vaterland, zur Landesverteidigung, zu Heer und Flotte kennen zu lernen. Wir hätten ein wachsames Auge darauf haben und dem Treiben schon beizeiten viel ener- gischcr entgegentreten sollen. Man kann über die alkoholisierte Begeisterung der Kriegervereinler spotten, aber man darf ihre ver- hängniSvolle Bedeutung nicht unterschätzen. Wir müssen an diese Leute herankommen und ihnen klar machen, warum wir so handeln, wie wir handeln, und warum wir gar nicht ander» handeln können. Nebe? öer„nationalen" Phrase stieß man dann immer und immer wieder auf die Behauptung, die Sozialdemokratie erschöpfe sich in der Negation und habe besonders für die Arbeiter gar nichts geleistet... Die Behauptung ist falsch, böswillig erfunden. Tie Sozialdemokratie ist. wie nicht nur ihr Programm, sondern auch ihre Geschichte sonnenstar erweist, eine Partei der posi- tiven Reformarbeit, mittels deren sie ihr Endziel an- strebt. Aber ei ist mehr als gewichtig, e» ist direkt Notwendig, daß sie daS im Volke viel mehr al» bisher bekannt macht... Und nicht erst in Wahlzeiten— w»e man nicht oft genug wiederholen kann. Sodann aber sollten wir selbst mit größerem Nachdruck als bisher aus unsere positive Arbeit— Kleinarbeit, wie man sie zu- weilen nennt— hinweisen; manchmal kommt eS einem so vor, als ob einzelne Parteigenossen geradezu des Glauben? wären, Wir hätten uns solcher Tätigkeit wenn nicht zu schämen, so doch wenigstens nicht zu rühmen. Nein, heraus mit der Sprache! Auf- zeigen wollen wir. was wir im Reiche, in den Einzelstaaten, in den Gemeinden, nicht nur für die Arbeiter, sondern für die Ge- samthett geleistet haben. Wir haben Kulturarbeit geleistet. Kulturwerte geschaffen'und dürfen unS dessen auch rühmen. Nur nicht da» Licht unter den Scheffel stellen! Hier ist ein Feld, vor allem für die Gewerkschaften. Die können für Beleh. rung sorgen, Aufklärung verbreiten!" Arbeiteransiedelttnge«. Der gestrige„Reicksanzeiger" veröffentlicht den Wortlaut des vom Landwirtschaftsminister und vom Finanzminister gemein- schaftlich an die Generalkommissionen zwecks Seßhaftwerdung ländlicher Arbeiter am 8. Januar gerichteten Erlasses. Der Erlaß soll durch erleichterte Anwendbarkeit des Rentengutsgesetzes vom 7. Juli 1891 der Ansiedlung sowohl der landwirt- schaftlichen al» auch der gewerblichen Arbeiter dienen. Die Regierung erwartet von einer Seßhaftmachung der landwirtschaftlichen Arbeiter in größerem Umfange, daß sie der Entvölkerung des platten Landes und dem Mangel an Landarbeitern entgegenwirken wird. Deshalb vermeidet es die Ministerialverfügung, für diese Art der Arbeiteransiedlung Einzelvorschriften zu geben, die hemmend und einschränkend wirken könnten. Jni Gegensatz dazu ist für die Ansässigmachung von gewerblichen Arbeitern eine Reihe von beschränkenden Bestimmungen vorgesehen. Der Erlaß lautet: „Zur Erleichterung der Ansässigmachung von Arbeitern haben wir beschlossen, versuchsweise die An Wendung der Bestimmungen des Gesetzes vom 7. Juli 1891, be treffend die Beförderung der Errichtung von Rentengütern, in einem weiteren Umfange zuzulassen, als dies nach dem AuS. führungserlasse zu diesem Gesetze vom 16. November 1891 bisher der Fall gewesen ist. Und zwar haben wir eS als mit dem Gesetze vereinbar erachtet, zu genehmigen, daß bis auf weitere? derartige Rentengüter bis zu einer Mindestgröße von 12,50 Ar gebildet werden. Soweit die Begründung so kleiner Stellen für Landarbeiter in Frage kommt, wird von dem Erlaß besonderer Borschriften ab gesehen, weil allgemeines Einverständnis darüber besteht, daß es sich nicht empfiehlt, auf dem platten Lande reine Arbeiterkolonien zu errichten, anderseits aber die im Zusammenhang mit der bäuer- lichen Kolonisation stattfindende Arbeiteransiedlung von den Ge sichtSpunkten mit betroffen wird, die im allgemeinen für die innere Kolonisation matzgebend sind. Soweit es sich aber um die Schaffung solcher Stellen für nicht landwirtschaftliche, insbesondere für Industriearbeiter, handelt, scheint es geboten, eine Reihe von Grundsätzen aufzustellen, die bei der Errichtung derartiger Renten- güter zu beachten sind. Im übrigen bemerken wir nochmals aus- drücklich, daß die Maßnahme zunächst nur den Charakter eines Versuchs hat, und daß wir uns vorbehalten, sofern es nötig werden sollte, die Summen zu begrenzen, die an Renten� bliesen von den einzelnen Rentenbanken für diesen Zweck au» gegeben werden dürfen. Die Gesichtspunkte, nach denen bei der Begründung von kleinen Rentengütern für nicht landwirtschaft- liche, insbesondere Industriearbeiter, zu ver fahren ist, sind folgende: 1. Voraussetzung für die Bildung solcher Rentengüter ist der Nachweis eines nachhaltigen Bedürfnisses. Dieses wird naturgemäß nur dort vorhanden sein, wo ausreichende und dau ernde Arbeitsgelegenheit geboten ist. Und zwar erscheinen im Hinblick auf die Abhängigkeit der meisten Industrien von der wechselnden Konjunktur vorwiegend solche Gegenden für die Aus legung von Jndustriearbeiterstellen geeignet, wo mehrere Industrie- zweige vertreten sind. Denn hierdurch wird die Gefahr einer größeren Arbeiterabwanderung bei wirtschaftlichen Krisen ein- zelner Industrien und damit einer plötzlichen allgemeinen Eni Wertung der Rentengrundstücke verringert. 2. Bis genügende Erfahrungen auf diesem für die General kommissionen neuen Gebiete gesammelt sind, halten wir es für erforderlich, daß in jedem Falle einer ArbeiterrentengutSbildung meine, des Ministers für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, Zustimmung eingeholt wird. Zur Vermeidung von Unzuträglichkeiten hat dies zu eilier Zeit zu geschehen, wo einer- seits die nötigen Unterlagen beschafft sind, um eine Prüfung der Verhältnisse zu ermöglichen, anderseits den Parteien der Rücktritt von dem Unternehmen ohne finanzielle Verluste noch möglich ist. 3. Bei der B e l e i h u n g der Stellen ist mit besonderer Vor- ficht zu verfahren. Um den Rentengutsausgeber an dem weiteren Schicksal der Rentengüter interessiert zu halten, ist eS erforderlich, daß er entweder eine für längere Zeit(mindestens 10 Jahre) un- kündbare Restprivatrente oder Resthypothek auf der Stelle beläßt oder daß er eine mindestens 10- bis Ibjährige Garantie für die Rentenzahlungen leistet. Nur dann ist es gerechtfertigt, den vollen gesetzlichen Kredit von de? Stellenwertes zu gewähren; anderw falls ist die Beleihungsgrenze niedriger— etwa bis zu X des Wertes— zu bemessen. Um das finanzielle Interesse auch des RentengutSerwerbes an seinem Besitz zu sichern, wird von ihm regelmäßig eine angemessene Anzahlung auf den Kaufpreis, wenn auch nur in Höhe von etwa '/» bis'/. des Stellenwertes, zu fordern sein. 4. Bedingung für die Mitwirkung der Generalkommission bei Benutzung des Rentenbanktredits ist regelmäßig, daß der Renten- gutSausgeber ein Kommunalvcrband, eine Genossenschaft oder ein gemeinnütziger Verein ist. Ausnahmsweise können, wenn das Unternehmen einen gemeinnützigen Charakter hat, bei dem jedes spekulative Motiv ausgeschlossen ist, insbesondere wenn ein Arbeitgeber für seine eigenen Arbeiter Heimstätten schaffen will, auch Privatpersonen als Ausgeber zugelassen werden, sofern gegen ihre Persönlichkeit und gegen ihre VermögenSverhält- niffe Bedenken nicht vorliegen. 5. Es ist B o r s o r g e zu treffen, daß nicht die Eigenschaft und der Zweck des Rentenguts als ländliche Arbeiterheimstelle durch spekulative Ausbeutung beeinträchtigt wird, eine Gefahr, die in der Nähe schnell wachsender Jndustrieorte häufiger zu besorgen sein dürste. Daher erscheint es unerläßlich, den Rentengutserwerber gewissen Verfügungsbeschränkungen zu unterwerfen. ES sind dies: 1. die Untersagung der Teilung deS Rentenguts oder seiner Vereinigung mit anderen Grundstucken. 2. die Verpflichtung zur ordnungsmäßigen Erhaltung und Ver- icherung der Gebäude, 3. die Verpflichtung zur Einholung der Ge- nehmigung der Gcnerallommission zu einer Veräußerung des Grundstücks, 4. das Verbot des Betriebs eines Schankgewcrbes auf dem Grundstück. 5. die Jnnehaltung gewisser Bestimmungen über die bauliche Benutzung des Grundstücks. Diese werden oft zweck- mätzig durch eine baupolizeiliche Verordnung gesichert werden können. Da eS jedoch nicht immer möglich sein wird, vor Ein- leitung des Rentengutsverfahrens den Erlaß einer baupolizeilichen Verordnung herbeizuführen, so ist der Rentengutserwerber in erster Linie auf die vertragsmäßige Jnnehaltung der Bestim- mungen zu verpflichten und daneben erforderlichenfalls der Versuch zu machen, eine Baupolizeiverordnung herbei- zuführen. Die hiernach dem RentengutSnehmer auf- zuerlegenden Bestimmungen sind: a) Auf jedem Rentengut muß eine Fläche von mindesten» 90 v. H.. bei Eckgrundstücken von 35 v. H. deS ganzen Grundstücks unbebaut bleiben.- b) Jedes Rentengut darf, abgesehen von den etwa nötigen Wirtschaftsgebäuden, nur mit einem Wohnhause besetzt fein. Letzteres muß ein Einfamilienhaus sein, was jedoch selbstverstand- lich nicht ausschließt, daß auf der Grenze zweier Rentengüter zwei Häuser mit gemeinsamer Brandmauer aneinander gebaut werden. c) Die Wohnhäuser dürfen nicht mehr als zwei Geschosse haben. Keller- und Dachgeschoß werden hierbei mitgerechnet, wenn ie Wohnräume oder zur Einrichtung von Wohnungen geeignete Räume enthalten. S. In den national gefährdeten Gegenden ist der Erwerber verpflichtet, die Stelle in beut- cher Hand zu erhalten. Hiefür kommen auch einzelne Gegenden im Westen der Monarchie in Betracht. Es wird hier im Benehmen mit den politischen Be- Hörden jedesmal zu prüfen sein, ob nach Lage der Verhältnisse nationale Sicherungsmaßrcgeln am Platze sind. J|ur Erreichung der vorstehend unter 1 bis g aufgeführten _ e ist in dem RentengutSvertrage zwischen dem Rentenguts- äusgeber und dem RentengutSnehmer daS dingliche Wieder- k a u f S r e ch t gemäß Artikel 29 de» Preußischen AuSführungS- zesetzes zum B. G.-B. auSzubedingen und dem RentengutSauSgeber sie Verpflichtung aufzuerlegen. daS Wiederkaufsrecht aus Ver- langen des Staats an diesen abzutreten und, solange hiervon kein Gebrauch gemacht wird, im einzelnen Falle seinerseits das Wiederkaufsrecht auf Verlangen des Staats auszuüben. Voraussetzung für die Geltendmachung deS Wiederkaufsrechts ist die Verletzung der nach obigem dem Rentengutseigentümer auf- zuerlegenden Pflichten. Ob diese Voraussetzung borliegt, ist unter Ausschluß des Rechtsweges der Entscheidung der Generalkommission zu unterwerfen. Der Wiederkaufspreis hat sich zu bemessen: a) für den Grund und Boden nach der Taxe, die seitens der Gcneralkommission der Beleihung zu Grunde gelegt ist; b> für die Gebäude nach dem reinen Bauwerte, den sie unter Berücksichtigung der Abnutzung zur Zeit der Ausübung deS Wiederkaufsrechts haben. Hierbei ist der Wert vertragswidrig aufgeführter Gebäude und Gebäudeteile zuzüglich der Kosten ihrer Wieoerbeseitigung in Ab- zug zu bringen. Der GesamtwiedcrkaufSpreiS soll jedoch keinenfallS mehr als 90 v. H. des jeweiligen gemeinen Werts der Rentenstelle betragen. Hierdurch soll der Rentengutserwerber davon abgeschreckt werden, den durch den RentengutSvertrag übernommenen Verpflichtungen zuwiderzuhandeln. Die Festsetzung deS WiederkaufSpreiseS ist unter Ausschluß des Rechtsweges der Entscheidung der Generalkommission zu unterwerfen. 7. Da die Arbeiterrentengüter keine wirtschaftliche Selbständigkeit als ländliche Stellen besitzen, bedarf es selbstverständlich nicht der Eintragung der Anerbengutseigenschaft. 8. Die Generalkommissioncn haben sich bewußt zu halten, daß bei den Arbeiterrentcngütern der Wert der Stelle vornehmlich in den Gebäuden liegt. Zur Sicherung der Rentenbant ist daher mit der Abschätzung zum Zwecke der Beleihung ganz besonders sorgsam zu verfahren. Namentlich sind in allen nicht ganz einfach und zweifelsfrei liegenden Fällen zur Begutachtung der Gebäudewerte zuverlässige Bausachverständige zuzuziehen. Bei der Abschätzung der Gebäude darf der Mietswert keinesfalls überschritten werden. Dieser ist in der Weise zu ermitteln, daß der nach Lage der Ver- hältniffe nachhaltig zu erzielende Mietsertrag abzüglich der Auf» Wendungen für öffentliche Abgaben und Gebäudeunterhaltung so- wie einer angemessenen Quote für Abnutzung der Gebäude kapita- lisiert wird. 9. StaatSbeihülfen für die Regelung der öffentlich-rechtlichen (Gemeinde-, Schul-, Kirchen-) Verhältnisse von Rentengütern für nichtlandwirtschaftliche Arbeiter können auS Fonds der landwirtschaftlichen Verwaltung nicht gewährt werden. Zum Schluß weisen wir noch darauf hin, daß es bei der Be- gründung von derartigen Rentengütern vielfach zweckmäßig sein wird, nicht nur auf die Möglichkeit einer Erweiterung der Ar- beiterkolonie als solcher, sondern auch auf Schaffung von künftigem Baugelände überhaupt Bedacht zu nehmen und gegebenenfalls dieses für eine gesunde EntWickelung des Wohnungswesens wichtige Ziel im Wege eines Umlegungsverfahrens zu erreichen. Hierbei empfiehlt sich die Zuziehung von Sachverständigen, denen die für städtische Bebauungspläne wichtigen praktischen und ästhetischen Gesichtspunkte geläufig sind und wie sie namentlich innerhalb der größeren städtischen Verwaltungen zu finden sein werden. Ueber die Ergebnisse deS nach dieser Verfügung Veranlaßten ist Aelegent- lich der Erstattung der Jahresberichte mir, dem Minister für Land- Wirtschaft. Domänen und Forsten, Vortrag zu halten." Der durch den vorstehenden Erlaß gemachte Versuch, den Arbeiter an die Scholle zu fesseln, ist durck zweierlei charakteristisch. Durch Ziffer 6 wird im Widerspruch mit der preußischen Verfassung und den Reichsgesetzen versucht, die Preußen polnischer Zunge zu benach- teiligen. Der Erlaß erhält durch diese Borschrift ein noch klarer wie daS Ansiedelungsgesetz mit der Reichsgesetzgebung unverein» bareS Ausnahmegesetz gegen die Polen. DaS ziveite Charakteristische des Erlasses ist der absolute Mangel jeder Schutzvorsihrift der Rentengutsbesitzer gegen Ausbeutung ihrer Unerfahrenheit und ihrer Arbeitskraft. Nicht einmal der übrigen« unzulängliche unter Ziffer 5 angeführte Schutz gegen spekulative Ausbeutung soll ja für die rKn ländlichen Stellen Geltung haben. Im Gegenteil, durch den innewohnenden Geist der Ziele, die mit der preußischen Rentengutsgesetzgebung verfolgt werden, soll Vorsorge für erne Ausbeutung getroffen fein. Dre Rentengüter sollen so klein sein (s. auch Ziffer 7), daß sie eine wirtschaftliche Selbständigkeit nicht besitzen. Der Rentenguts-Kleinbauer soll zu Tage- löhnerdiensten wirtschaftlich gezwungen sein. CS ist ja auch von vielen LandwirtschastSkollegien betont worden, daß die Rentengüter nie so groß sein dürfen, daß ihr Inhaber und dessen Familie nicht zu Lohnarbeit gezwungen wäre. Der Zweck dieser„inneren Kolonisation" ist nicht Hcimats- zolitik zugunsten der Landproletarier, sondern ihr Andie- chollefesseln zugunsten der Möglichkeit billiger und williger Arbeitskräfte für die Großgrundbesitzer. Rentenstellen auf Grund der Rentengesetzgebung find bislang fast ausschließlich in den oft- lichen Provinzen errichtet. Und hier haben die Versuche gründlich Schiffbruch erlitten und mußten Schiffbruch leiden, weil die so- genannten Rentenstellen für die Ernährung einer Familie völlig un- zureichend find. Von den rund 10 000 in Ost- und Westpreußen. Posen und Pommern errichteten„Rentengütern" sind etwa 1300 unter fünf Hektar, 2500 unter 10 und ebenso viel unter zwanzig Hektar groß. Die Landflucht gerade aus Ost« und Westpreußen mit ihren rund 4500 Rentengütern ist besonders groß und wird durch den mitgeteilten Erlaß, der dem arbeitenden Renten- autsbesitzer nichts bietet, schwerlich auch nur um ein Unbedeutendes behoben werden können. Beseitigung der Ausnahme» esetze gegen die ländlichen Arbeiter, ihre rechtliche Ileichstellung mit den Industriearbeitern und ihre Wirtschaft» liche Hebung durch gesetzliche Schutzvorschriften, ein gesichertes Koalitionsrecht und erträgliche Arbeitsbedingungen allein können der durch den Saisonarbeilscharakter der Landwirtschaft und die Aus- beutung durch Großgrundvesitzer hervorgerufenen Leutenot entgegen- treten. Wo anständige Behandlung, angemessener Lohn und Arbeits- zeit anzutreffen sind, besteht auch im Osten keine Leutenot. Das erweisen die Rittergüter der Genossen Ebhard und Hofer aufs deutlichste._ Der Fall Pöpla«. Die Verhandlung des Prozesses gegen Pöplau rückt nur langsam vor. Am Freitag, dem zweiten Verhandlungstage, wurde die Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt. Sie nahm diesen Tag noch voll in Anspruch. Die zahlreichen Zeugen, die geladen find, mußten wiedemm vorläufig entlassen werden, ohne vernommen worden zu sein. Auch die für Donnerstag beabsichtigt gewesene kommissarische Ver- nehmung des Zeugen Geheimsekretär Schneider. der wegen eine« Nervenleidens sich seit Mitte Januar dieses JahreS in einem Sanatorium bei Eberswalde befindet, hat dort nicht statt» finden können. Der leitende Arzt deS Sanatoriums hat Ein- 'pruch gegen die Bernehpmng erhoben, weil von ihr eine Ver- 'chliminerung des Züstandes Schneiders zu befürchten sei. Die Vernehmung werde früher als in zwei Monaten kaum möglich sein. Der Arzt hatte die Vorladung für Donnerstag dem Kranken gar nicht ausgehändigt, weil er jede Aufregung von ihm fernhalten zu ollen glaubte. Schneider war beim Eintreffen des mit der Ver- nehmung betrauten LandgerichtSratS Pauli nicht in der Anstalt; er machte zu dieser Zeit seinen gewohnten Waldspaziergang. Das in Eberswalde ausgenommene Protokoll wurde am Freitag im Laufe der Sitzung verlesen. Im Anschluß daran verlas der Vor- itzende Landgerichtsdirektor Langner eine Postkarte, die von einem Fabrikanten Kallmann(Aorkstraße 8t) beim Gericht eingegangen ist. Danach sei der angeblich vernehmungsunfähige Schneider noch am DienStag in Berlin im Restaurant Uorkstraße 30 gewesen und dort bis in die späte Nacht hinein geblieben. StaalS- anwalt Lindow beantragte, durch den zuständigen Kreisarzt begut- achten zu lassen, ob Schneider, den sein Nervenleiden nicht am Kneipen gehindert habe, tatsächlich vernehmungsunfähig sei. UebrigenS werde man wohl auf Schneiders Aussage überhaupt verzichten können. Dem gegenüber erklärte Rechtsanwalt Bertram, daß die Verteidigung auf Schneiders Aussage unter keinen Umständen verzichten werde. Gerade sie sei auS- chlaggebend für das Schicksal des Angeklagten. Der Ver- teidiger fügte hinzu, Schneider sei nur zum Besuch seines kranken Kindes nach Berlin gekommen und habe bei dieser Gelegenheit das Lokal besucht. Der Angeklagte Poplau wies darauf hin. daß ja Schneider gerade von der Stüatsanwaltschaf geladen worden sei, weil sie von ihm angenoinmen habe, werde bezeugen können, daß P. sich Alten abgeschrieben habe. Aber Sch. werde genau das Gegenteil bezeugen, und werde auch bestätigen, daß ihm, dem Angeklagten, die Abschrift der Anzeige des Sekretärs Kiem gegen den Landeshauptmann Brandeis (die P. dem Abg. Erzberger mitgeteilt hat) tatsächlich anonym zu- gegangen sei. Staatsanwalt Lindow versicherte jetzt, auf Schneiders Aussage komme wirklich nicht so sehr viel an, auch wenn er das bekunde. Jedenfalls bilde sein Zeugnis nicht den Grundpfeiler der Anklage. Die Sache, die schon so lange schwebe und so viele Beamte der Kolonialverwaltung beunruhigt habe, müsse doch mal zu Ende kommen; daher solle man nicht um dieses Zeugen willen vertagen. DaSJnteresse des Staates müsse dem Jnteress des Angeklagten vorangehen. Der Verteidiger er- widerte, daß der Indizienbeweis, den die Anklage führen wolle, hauptsächlich auf Schneiders Aussage sich stützen müsse. Bekunde er, daß die Abschrift der Anzeige gegen Brandeis tatsächlich anonym an Pöplau gelangt ist, so falle auch die Anwendung des Z 858a weg. Der Beschluß, den der Ge richtshof nach längerer Beratung faßte, lautete dahin, daß der Fabcn kam Kallmann telephonisch zu laden sei und der Gehcimielretär Schneider durch den streisarzt aus seine Vernehmungsfähigkeit unter- sucht werden solle. Das Interesse des Angeklagten hatte also über das.StaatSinteresse" den Sieg davongetragen!— Die Vernehmung des Angeklagten erstreckte sich zunächst noch auf die Verfügung des NeichskanzlerS über da? dem Hauptmann a. D. Kannenberg zu bewilligende Ruhegehalt. die P. an Erzberger mitgeteilt hat. Pöplau sucht nachzuweisen, daß diese Verfügung, die ihm in Abschrift anonym zugegangen sei. gar keine Urkunde sei, zu deren Geheimhaltung er verpflichtet gewesen wäre. Pensionierung sei lediglich eine verwaltungsrechtliche Angelegenheit. Der Staatsanwalt hielt ihm vor, daß ihm schon in den Jahren 1302 und 1903 ausdrücklich untersagt worden sei, dritten Personen überhaupt irgendwelche Urkunden mit- zuteilen. Der Angeklagte erwiderte, daß jene Verfügungen des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes sich nur aus Dinge beziehen konnten, von denen er in seinem Amt Kenntnis erhalten hatte. Im übrigen bestreitet er, daß der Staatssekretär überhaupt berechtigt war, jene Verfügungen zu erlassen. Das werde hervorgehen aus den Eingaben, die er gemacht habe und auf die jene Verfügungen ergangen seien. Der von der Verteidigung ge- stellte Antrag der Verlesung dieser Eingaben, dem der Staats- auwalt widersprach, wurde vom Gerichtshof nach längerer Beratung abgelehnt. Die dem P. vorgesetzte Behörde sei zu ihren Ver- fügungen berechtigt gewesen; das Gericht habe nicht zu prüfen, von welchen Gründen sie sich leiten ließ. Nach einer Mittagspause, die mit Rücksicht auf den leidenden Zustand des Angeklagten gemacht werden mußte, wurde der inzwischen ein- getroffene Fabrikant K a 1 1 m a n n als Zeuge vernommen. Er bestätigte die in seiner Postkarte gemachten Angaben. Schneider sei von 8 Uhr abends bis 1 Uhr nachts im Lokale gewesen und solle sogar bis 3 Uhr morgens noch dageblieben sein. Der Zeuge wird vom Vorsitzenden aufgefordert, sich unter den Zuhörern umzuschauen und festzustellen, ob daninter etwa eine Person sei, die er in Begleitung des Schneider gesehen habe. Im besonderen wird er auf Herrn W i st u b a aufmerksam gemacht, der sich ja gleichfalls im Zuhörer- räum befinde. Wistuba erhebt sich lächelnd, um sich dem Zeugen zu zeigen. Dieser versichert, er habe dm Herrn nicht dort gesehe». Wistuba schien übrigens Gegenstand des lebhaften Interesses zweier Kriminalbeamten zu sein, die gleichfalls unter den Zuhörern waren und ganz in seiner Nähe Platz genommen hatten. Oder was sonst suchten sie dort? Es wird sodann in der Vernehmung des Angeklagten fort- gefahren und über den Fall Kiem verhandelt. Kiem. der damals Regierungszivilsupernumerar war und bei der Kolonialverwaltung beschästigi wurde, hatte nach seiner Entlassung Anzeige erstattet über ungesetzliche Handlungen, die der Landeshauptmann B r a n d e i s sich auf den Marschallinseln habe zuschulden kommen lassen. Pöplau hatte die betreffende Eingabe dimstlich zu be- arbeiten. Er versichert aber, die Auszüge daraus, die er an Erzberger gegeben hat, feien ihm anonym zugegangen In KiemS Eingabe wurde behauptet, Brandeis habe das Dienst- geheimnis verletzt, habe Eingeborene der Marschall« inseln zur Prügel st rafe verurteilt, die dort u n- zulässig sei, habe auf Polizeistrafen bis zu 1 Jahr Gefängnis mit Zwangsarbeit, zum Teil in Verbindung mit Hieben, erkannt, und zwar besonders wegen geschlechtlichen Umganges von Ein- aeborenm unter einander, und so weiter. Der Vorsitzende fragt, wie P. überhaupt an Erzberger geraten sei. P. erwidert, Erzberger habe Verbindung mit ihm gesucht mit der Begründung, P. sei ihm empfohlen worden. Dabei habe er dem Abgeordneten zunächst seine eigene Pensionierungsangelegenheit mitgeteilt und ihm ge- klagt, daß sie nicht zu Ende kommen wolle. Er habe Herrn Erz- berger Schriftstücke über seine eigene Sache und später auch anderes übergeben. AIS der Vorsitzende festzustellen sucht, zu welcher Zeit die Auszüge auS der Kiemichen Anzeige von P. an Erzberger über- geben worden seien, sagt P.:„Ich glaube, Sie wollen feststellen, ob ich sie ihm zu einer Zeit gegeben habe, wo ich noch Beamter war?"-Und er fügte mit nachdrücklicher Betonung hinzu: „Ja, das trifft zul" P. bleibt dabei, daß ihm das alles anonym zugegangen sei und zwar offenbar in ganz bestimmter Ab- ficht. Er schildert, wie man damals, als er gegen den Geh. Legatious von König Anzeige zu erstatten beabsichtigte, ihm alles mögliche versprochen habe, wie man ihm Anerkennung seiner Ansprüche und Rückzahlung der Disziplinarstrase in Form einer Remuneration in Aussicht gestellt habe. Ein großer Teil der Beamten habe ein lebhaftes Interesse an diesem seinem Vorgehen gehabt. Und da habe er dann diese Auszüge gekriegt, damit er sie vor- bringe. Er habe sie in der Tat für sehr geeignet gehalten, zu zeigen, wie es in der Kolonialverwaltung zugehe. Zur Sprache kam auch, daß der Angeklagte noch nach seinem Ausscheiden aus dem Amt mancherlei Schriftstücke erhalten hat, eine Verfügung Caprivis, zwei Briefe des Herrn v. Soden, die Herrn v. Puttkamer betrafen, usw. P. hat die Sodenschen Briefe, die er schon 1899 bekam, sogar im Auswärtigen Amt herum- gezeigt, um festzustellen, ob die Handschrift echt war. Er hat einen Teil dieses Materials an den Abg. Müller-Sagan gegeben mit dem Hinzufügen, dieser möge es an den Reichskanzler weiter- geben, damit dann von dort aus endlich etwas geschehe. Auf die Frage deL Vorsitzenden, was er denn mit all dem bezweckt habe, antwortete P.:„Ich hatte die Behandlung, die mir zuteil geworden war, satt— und ebenso dachten verschiedene andere. Das sollte dann mal zur Sprache gebracht werden und zwar durch die Volksvertretung."„Die Volksvertretung kann," bemerkte der Vorsitzende.„Sie doch nicht vor schlechter Behandlung schützen?!"„O doch." unterbrach P. ihn eifrig,„das ist ja die Aufgabe der Volksvertretung. Sie hat doch das Volk zu schützen, und dazu gehören doch auch die Beamten." Gegenüber dem Indizienbeweis, den die Anklagebehörde führen will, um glaubhaft zu machen, daß P. die von ihm benutzten bezw. wettergegebenen Schriftstücke direkt den Akten entnommen und daraus abgeschrieben habe, weist der Angeklagte auf zahlreiche Indizien hin, aus denen hervorgehe, daß diese Annahme unzu- treffend sei. Im Fall Kiem behauptet er, daß er die Eingabe Kiems während seiner Amtstätigkeit niemals auch nur zu sehen gekriegt habe.— Die Verhandlungen werden nachmittags in der fünften Stunde abgebrochen. Am Sonnabend beginnt die Sitzung bereits um 9 Uhr; es soll da zuerst der Abg. Erzberger vernommen werden, dessen AuSsageverweigerung ja am Mittwoch für nicht durch das Gesetz begründet erklärt worden ist. Hiid der Partei. Vom Fortschritt der Presse. Der Monat Januar brachte dem „Bolksboten" zu Stettin etwa 1209 neu« Abonnenten. 3000 Abonnenten gewann die»Leipziger Volks zeitung" im Wahlkampfe. Die„Freie Presse" zu Elberfeld-Barmen hat seit den letzten acht Tagen weit über 1000 neue Abonnenten zu verzeichnen. Vom 1. November 1906 bis zum II. Februar 1007 stieg die Abonnentenzahl der„Volksstimme" zu Magdeburg von 19 000 aus 22000. Bon den Organisationen. Der sozialdemokratische Verein ElLer- feld-Barmen hat seit dem 17. Januar rund Sö0 neue Mitglieder ge Wonnen. Und alle Anzeichen deuten darauf hin, daß dieser Zustrom zur Organisation noch weiter andauern wird. Eine neue Lüge. Die bürgerliche Presse verbreitet eine Schauer- mär von einem zu Dresden wegen Meineids in Haft ge nommenen„sozialdemokratischen Agitator' F i e b i g. Dazu schreibt die„Sächsische Arbeiterzeitung": Der„sozialdemo- Iratische Agitator" Fiebig hat in einer Wählerversammlung in den Blumensälen auf das bestimmteste erklärt, er sei nicht Sozial- demolrat, werde aber für Dr. Gradnauer stimmen. In Dresden gibt eS also keinen„sozialdemokratischen Agitator' Fiebig. Die sozialdemokratische Partei kann nicht für alle« verantwortlich ge- macht werden, was irgend ein Beliebiger für sie tut, und»«ie er es tut. Uebrigens: hängen wir denn die Meineide, die bürgerliche Parteigänger schwören, den nationalen Parteien an di Rockschöße? poUreilickes, 0 die Kontrolllpflicht über diS Verkehrssicherheit oblag. Da der Schaden des Klägers durch die Vernachlässigung der A u fs ich t ssp f l i cht entstanden sei. habe der Beklagte auch hierfür aufzukommen. Die gegen dieses Urteil eingelegte Revision hatte keinen Erfolg und wurde vom VI. Zivilsenat des Reichsgerichts zurückgewiesen.._ Polnische Justiz. Bor der Posener Strafkanimer wurde gestern abermals gegen ien Redakteur des„Postep" Trocha, und zwar diesmal in vier Strafsachen ivegen Vergehens gegen§ 119 Strafgesetzbuchs (Ausforderung zum Schulstreiks verhandelt. Wegen der ersten Straf- fache wurde Trocha zu 159 M. Geldstrafe, in der zweiten zu 79 M., in der dritten zu sechs Wochen Gefängnis und in der vierten zu 259 M. Geldstrafe verurteilt, demnach insgesamt zu 470 M. Geldstrafe und sechs Wochen Gefängnis. Außer den bislang abgeurteilten 9 Anklagen gegen Trocha schweben noch gegen 29 andere Anklagen. Wenngleich die Ver- urteilungen leicht so„begründet" werden können, daß sie gegen eine Revision hieb- und stichfest sind, enthalten die zur Anklage gezogenen Artikel lediglich scharfe Kritiken gegen Anordnungen, die dem Gebrauöh der Muttersprache entgegentreten. Eine strafbare Handlung wird das allgemeine Rechtsbewußtsein in derartigen Handlungen nimmer zu erblicken vermögen. Gelangt das Gericht aber zu entgegengesetzter Auffassung, so mag auf eine» in die Augen springenden Widerspruch hingewiesen werden, in dem sich zwei Gerichte bewegen: Dem um seine Ueberzeugung kämpfenden Redakteur ist jeder Artikel als eine besondere Straftat angerechnet; als der Graf Pückler in gegen 20 Fällen wegen ebenso vieler Reden an- geklagt wurde, in denen er nach Ansicht des Gerichts mit den knotigsten Ausdrücken zum Morden und Rauben anreizte, nahm das Gericht an: die ganzen 20 Reden seien als eine fortlaufende Handlung zu erachten. Und doch sagt die preußische Verfassung: vor dem Gesetz sind alle Preußen gleich. Verpflichtung des Geschäftsinhabers für sichexen Zugang zu seinem Laden. Den Gefahren des Winters infolge von Glatteis wird seitens des Publikums zumeist weniger Rechnung getragen, als es nötig wäre. Für solche Korporationen, Berwalnmgen und Private, die als Besitzer von öffentlichen Wegen und Zugängen für die Sicher- heit des Verkehrs auf denselben zu sorgen haben, lassen sich aus einer mangelhaften Vorsicht in der Rcchnungstragung von winterlichen Fährnissen vielfach erhebliche Verpflichtungen herleiten. Be- sonders gilt dies auch für Geschäftsinhaber, welche durch die Eröffnung des Geschäfts im juristischen Sinne verpflichtet sind, für gefahrlosen Zugang zu demselben zu sorgen, und die sich im Falle eines fahrlässigen Verschuldens schon haftbar piachen. In dem gegenwärtigen Rechtsstreit klagte ein gewisser H. als Vertreter feiner minderjährigen Tochter gegen den Geschäfts- inhaber G. in Hamburg. Das Dienstmädchen des G. reingte am 1. Januar 1S9ö während der morgendlichen Geschäftsftunden den mit Marmorfliescn belegten Hauszugang zu dem Laden mit heißem Wasser. Als die 15 jährige Tochter des Klägers H. den Laden betreten wollte, legte das Dienstmädchen einen Aufwisch- läppen hin, auf welchen die H. erst trat. Bei dem Verlassen des Ladens will das Dienftmädchcri der Käuferin auch zugerufen haben, erst auf den Lappen zu treten, den sie hinlegen wollte. Die H. sprang- jedoch gleich hinaus, und kam am Ausgangsende der Tür infolge des auf den Marmorfliesen gefrorenen Wassers zu Fall, wobei' sie den Eimer mit heißem Wasser umriß und sich verschiedene Brandwunden und Verletzungen zuzog, welche nach der Angabe dos jetzigen Klägers später die Erwcrbsfähigkeit der Verunglückten beschränken würden. Der Beklagte bestreitet, von den Reinigungsarbeiten feines Dienstmädchens am Morgen gewußt und diese gebilligt zu haben. Auch fei das Mädchen im allgemeinen zuverlässig, und werde dafür der Entlaftungsbcweis nach§ 831 B. G. B. angeboten. Das Landgericht Hamburg erkannte infolgedessen auf Abweisung der Klage. Dahingegen wurde das crstrickster- liche Urteil vom Oberlandesgericht Hamburg auf- gehoben und der Beklagte nach den Ansprüchen der Klägerin: Zahlung einer Abfindungssumme von 6999 M. eventl. Ratenzahlungen, dem Grunde nach verurteilt. Das Ober- landcsgericht führt aus, daß derjenige, welcher ein Geschäft be- treibe, dafür zu sorgen habe, daß dessen Zugänge mit Sicherheit vom Publikum betreten werden können. Es sei deshalb schon fahr- lässig, die Reinigung des Flurs mit Wasser bei Frostwettcr während 'der Geschäftsftunden vornehmen zu lassen. Trotzdem der Beklagte bestreitet, irgend etvas von der Reinigung am Morgen gewußt zu haben, nimmt das Oberlandesgericht an, daß er mit den Aus- führungen des Mädchens vollständig zufrieden war und diese ge- billigt habe, da sie in seinem Sinne erfolgt seien. Zum mindesten nimmt das Oberlandesgericht an, hätte der Beklagte. über die Reinigung Anordnungen treffen müssen und treffe ihn deshalb ein Verschulden, daß er das unterlassen habe. Die Klägerin selbst treffe auch beim Unterstellen der Richtigkeit der Behauptung des Dienstmädchens über den Zuruf, als sie aus dem Laden kam, kein Verschulden, denn sie konnte den Zuruf des Dienstmädchens im letzten Augenblick nicht so schnell verstehen und befolgen.— Auf die Revision des Beklagten hin wurde das Urteil deS O bor la nde sg e r i chts Hamburg vjom VI. Z iv i I s e na t des Reichsgerichts aufgehoben und die Sache zur weiteren Verhandlung, und Entscheidung an das Oberlandesgericht zurückgewiesen. Die Aufhebung erfolgte aber lediglich wegen prozessualer Angriffe, daß ein Schaden noch gar nicht entstanden sei und dieser daher auch nicht in einer Hohen Abfindungssumme geltend gemacht werden könne. Eine Kapitalabfindung ssi in dieser Hinsicht ganz unzulässig. Sodann komme noch in Betracht, daß der Gesichtspunkt des selbständigen Verschuldens des G. gar nicht in den Verhandlungen hervor- getreten sei._ Schulversäumnis und Gewissenszwang. Ein Schulversäumnisstreit, der schon einmal das Kannner- gericht beschäftigte, ist jetzt in letzter Instanz entschieden worden. Der Lagerhalter Kelterborn aus Küstrin war angeklagt worden, weil er seinen Sohn Mei Monate lang nicht zur Schule geschickt habe. Angeklagter bestritt, strafbar zu sein, und machte folgendes geltend: Ihm falle lein Verschulden zur Last, sondern der Schul- behörde und dem Regierungspräsidenten sei es zuzuschreiben, wenn der Knabe eine Zeitlang keinen Unterricht genoß. Er habe den besten Willen gehabt, seinen Sohn einen Unterricht zukommen zu lassen, der dem in der Volksschule mindestens gleichwertig sei. Er Hab« ihn in die Mittelschule geschickt. Nach einiger Zeit sei der Knabe van da weggewiesen worden, weil er nicht an dem dort gelehrten Religionsunterricht habe teilnehmen wollen. Andererseits habe aber Angeklagter versucht, den Jungen in einer anderen, nämlich der jüdischen Religion unterrichten zu lassen. Zu dem Zweck habe er ihn bei der Synagogengemeinde angemeldet. Ein solcher Unterricht würde nach der Judikatur den Gesetzen des Staates entsprochen haben, und es hätte dann dem Weiter» Unterricht in der Mittelschule tvahrschcinlich nichts entgegen ge- standen. Der R eg i e rungs p rä s i d e nt ha b e das aber verhindert, indem er der Synagogen gemeinde verboten habe, dem Knaben den jüdischen Religionsunterricht erteilen zu lassen.— Das Landgericht Küstrin verurteilte jedoch den Angeklagten wegen unberechtigter Schulversäumnisse des Sohnes zu einer Geldstrafe und führte aus: Es könne als wahr unterstellt werden, daß der Regierungspräsident den jüdischen Unterricht verhindert habe. Trotzdem treffe den Angeklagten ein Verschulden, denn auf keinen Fall hätte er den Sohn zwei Monate lang ganz ohne Unterricht lassen dürfen.— DaS Kammer- gericht hat jetzt die Revision des Angeklagten verworfen und ebenfalls ausgeführt, daß die Verweigerung der Erteilung jüdischen Religionsunterrichts ihn kein Recht gegeben habe, das Kind überhaupt nicht in die Schule(Volksschule) zu schicken, be« ziehungsweise es überhaupt nicht unterrichten zu lassen. Der Küstriner Fall zeigt, daß der Schulzwang infolge der reaktionären Verhältnisse teilweise in einen Gewiffenszwang sich gewandelt hat und daß gar statt der Bestrafung derer, die den Mittelschulbesuch verhindert haben, der Vater bestraft werden kann, der mit dieser Behinderung nicht einverstanden ist. Em der Frauenbewegung. Das Frauenstimmrccht. Aus London wird unterm 15. Februar berichtet: Von dem Liberalen Dickinfon wurde im Unterhanse ein Gesetzentwurf betreffend Einführung des Frauenstimmrechts eingebracht. Die zweite Lesung der Vorlage soll am 3. März stattfinden. Bersamnilungen— Veranstaltungen. Friedrichshagen. Montag, den 18. Februar cr., S'/z Uhr abends im „WilhelmSbad": Vortrag des Genossen Block. Zverliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Mnrllhnllen-Direkiion.(Großhandel.) Rindfleisch 1» 69—74 pr. 100 Psd., IIa 6,') 68, lila 57-62, IVa 49-55, dän. Bullen 60—65, Holl. 0,00. Kalbsleilch, Doppellälider 110-125, la 82-90, IIa 72-80, ITTa 54-68, 5 oll. 58—62, dän. 60—68. Hammelfleisch fa 67—76, IIa 50—65. schivcincilcisch 53—61 Rebwild, plomb. per Psd. 0.70—0,75, la 0,00, Rolwild la 0.40-0,50, IIa 0,25. do. Kälber 0,40—0,55. Dam- wild 0.40—0,55, do. Kälber 0,35—0,60. Wildschweine 0.40—0,50. Fistchlinge 0,40—0,50. Hasen, plomb. per Stück 3,25—3,40, do. ll 1,00—1,35. Kaninchen per stück 0,75—1,03. Wildenten per Stück 0,00. Hübner. alte per Stück 1,30—3,25, do. IIa 1,00— 1,25, da. junge per Stuck 0.90—1 ,40. Tanben per Stück 0,50— 0,75, junge kleine 0,00, italienische 0,95—1,00. Ente» per Stuck 1,70—2.80. Hamburger junge per Stück 3,50—3,73. Gänse. Hamburger per Psund 1,05—1,20, Eis- 0,58—0,63. Hechte per 100 Psund 89—97 groß 0,00, klein 0,00. Zander 112—123, klein 0,00. Schleie, unsortiert 0,00, klein 0,00. Bleie matt 36. Aale, groß 0,00, mittel 0,00, klein und mittel 0,00. Plötzen 0,00, groß 53—58, matt 0,00. Karpfen. 75— 90er 54—61, do. 35— 40er 0,00. Bunte Fische 52—67, Barse, Hein 46, do. 77—86. Karauschen 95. Weis 0,00. Quappen 0,00. Blcisische 0,00. Amerikanischer Lachs la neuer per 100 Psd. 110—130, do. IIa neger 90—100, do. lila neuer 75. Seelachs 25—30. Sprotten, Kieler, Wall 1,00—1,35, Danziger, Wall 1,20. Flundern, Kieler,, stiege la 3—4, do. mittel ver Kiste 2—3, Hamb. stiege 4—5, halbe Kiste 1,50—2. Bücklinge, per Wall Kieler 3,50—5,00, Stralinnder 0,00. Aale, groß per Psd. 1,10—1,30, mittelgroß 0,80—1,00, klein 0,50—0,60. Heringe per Schock 5—9. Schellfische Kiste 5—6, do. '/z Kiste 3,00. Kablian, p. 100 Psd. 25—30. Heilbutt 0,00. Sardellen. 1902er per Anker 93, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 73—75. Schottische Bollheringe 1905 0,00, largo 40—14, füll. 36—38, med. 35—42, deutsche 37—41. Heringe, neue Maises, per To. 60—120. Sardinen, russ., Faß 1,50—1,60. Bratheringe, Büchse(4 Liter) 1,50—1,75. Neunaugen, Schocksaß 11, kleine 5—6, Riesen- 14. Eier, Land-, per Schock 5,60—5,80. Butler pei>00 Psd. la 114-118. Ila 110-115. llla 103-112. abjallciide 90-100. Saure Gurten Schock 3,50— 4,00, Pfeffergurken 3,50—4,00. Kartosseln per 100 Psd. 0,00, magnum bonum 2,25—2,75, Dabcrschc 2,50—2,75, Rosen 0,00, weiße 2,23—2,50, Satatkarlofseln 5,00—6,00. Spinat per 100 Psund 25—10. Karotten per 100 Pfund 10—12. Sellerie, hiesige, per Schock 3,00—7,00, do. pommersche 7,00—8,00. Zwiebeln große, per 100 Psd. 3,00- 4,00. do. kleine 3,00. do. hiesige(Perl-) 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schockbund 1—2. Kohlrabi per Schock 0,00. Rektig. bayr., per Schock 2,40—4,80. Mohrrüben per 100 Psund 3,50—6.00. Teltower Rüben per tOO Psd. 7—10. Weiße Rüben, große 2 bis 2,50, kleine 6—8. Rote Rüben 2,00—2,50. Blumenkohl ital. p. Kops 0,15—0,50. Kohlrüben per Schock 2—2,50. Wirsingkohl ver 100 Psd. 3,00. Rotkohl per 100 Psd. 3,00. Weißkohl 100 Psd. 2,75-3,00. Rosenkohl per 100 Psd. 25-35. Grünkohl per 100 Psd. 6-7. Schnittlauch 12 Töpse 2,00-3,00. Birnen, per 100 Psd. hiesige 0,00, böhm. 8—20, ital. 35—38. Aepfel, per 100 Psd., hiesige 6—23, Gravensteiner 0,00. Tiroler in Fässern 0,00, Kiste 32—60, Amcrik. 17—30. Zitronen. Messina, 300 Stück 7,00—9,00, 360 Stück 7.00—9,00, 200 Stück 9—13. Apfelsinen. Jaffa, per Kiste 0,00, Murcia 200er Kiste 7-10, do. 300er 8—10, Valencia 420cr Kiste 14-20.00, do. 714 er 16-21, Messina. I6ter. 11,50-12,00, do. 200er 10,00-12.50, do. 300er 10-11, Blut. 100er 7-9, do. 150er 7,50-9.50, do. 80er 9,00-10. Ital. in Körben per 100 Psd. 10—15. Mandarinen, Kiste 0,75—2,00, do. i» Körben per 100 Psd. 25—30._______ Wittcr»»aoiU>»rstn>t vom 15. Februar 1007, inurneus S III)«. SlaHmcn Swinemde Hamburg Berlin Franks.a M München j Wien Stationen C 3 i ä v-c Sdici »s c- S' S e» W tb | I Saparanda 752 SW ctcrsburg 772 S Sctlly 766 WSW nberdeen 752 SW Paris 768 ONO S _ 2 bedeckt j—3 1 wolkenl— 19 4 Nebel 4 wolkig Ihalbbd. g » -L Wetter-Brognoie für Sonnabend, de» 16. Februar 1007. Zunächst ziemlich heiter, nachts strenger, am Tage rasch nachlassender Frost bei lebhasten südlichen Winden; später Trübung und geringe Nieder» sthläge. Berliner Ä e i> e r d»,«„ Orts- Krankenkasse der Handschtthmachcr n. verw. Gewerbe zu Ilorlln. Die 14. Wänderung deS Statuts st am 22. Januar d. I. vom Bezirks- mSIchuß genehmigt und tritt biermit in Kraft. 270,13 Druckexemplare sind beim Rend.mten Fr. Werner, Mulackstr. 29/30, ab- luhebe». Berlin, den 16. Februar 1907. Hei- Vorstand. g. tj.: Herrn, Hinz, Vorsitzender. Prinzen-Allee 83._ Vaaclc,'Buohhandlung, Berlin, Charlottenstr. 74/76, sucht zu kaufen:* „Vorwärts" 1883—1889 ur saubere vollständige Stücke. Snglischeii Unterricht,' änjebi und im Zirkel, erteilt 36372* Gertrud Swienty, ScHBneberg, Sedanswaße 57, M. Der Vertrieb von Erzeugnissen sächs. Gardinen-Fabriken gibt ab Gardinen« Stores, Zugvorhänge, Tüllbett« und Zierdecken in bekannter Gediegenheit an Wiederverkäufer, Anstalten, Hotels sowie an Private im Einzelverkauf und 39iol* verbärgt natürlich eminent billige Preise, di« überall deutlich verzeichnet sind. Umgehung jeder unnötigen Verteuerung der Waren. Wegen Anwendung der elektr. Bleiche Garantie für größte Haltbarkeit.■■ Besichtigung empfohlen.——— Verkaufsstellen mit Einzelverkauf zu Originalpreisen: Berlin C., Rosenthalerstrafie No. 2 am Rosenthaler Tor. „ SO., Wienerstraße No. II g»gen&bex der Hochbahn(Oranionstraße). Berlin O», Große Prankfurterstraße 5—6 an der Frachtstraße. 99 0*9 Grüner Weg 28, am Andreasplatz. 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Hausotter und Residenzstraße- Ede. Bau der Firma Rösner: Weichselstraße 36. Bauten der Firma Karl Hammer, Gitschiner ftraße 63: Tropfte, Wannsee, Alsenstr. 33. Hammer, Eichwalde. Hammer, Lanfioig. Bauten der Firma Glatzer, Blücherstraße 35: Zehlendorf, Adalbertstr. 28. Waldemarstr. 41. Bau der Firma Schüler: Wilmersdorf, Landshuter. a. Ber linerstr.- Ede, Bau Bielte. Bauten der Firma Maaß: Tegelerstr. 6, Bau Körling. Grosse, Marienfelde, Kirchstraße. Bauten der Firma Flieger& Lehmann: Köpeniderstr. 27. Schönhauser Allee 128. Beeliz, Heilstätte. Sybelstr. 52. nke, Bauten der Firma Henke, Mariendorf: Mette, Mariendorf, Dorfstraße. Erdmann, Mariendorf, Chausseestr. Tempelhof, Fensterbauten, Schönburgstraße. Banten der Firma Wolf: Fürstenhof, Potsdamer Plaz Halensee, Hertaftr. 18. Buch, Heilstätte. Bauten der Firma Kuhnert& Kühne: Raft, Schöneberg, Barbaroffa- Ede Landshuterstraße. Bauljen, Charlottenburg, Schlüter ftraße. Damenheim, Aschaffenburgerstraße. Lehmann, Tiefbaugesellschaft, Dahlmann- und Gervisiusstr.- Ede. Buchholz, Steglitz, Albrecht- und Brüderstr.- Ede. Bau der Firma Jost, Glogauerstraße: Lindenstraße, Erweiterungsbau der Viktoria. Bauten der Firma Osten, Rigdorf: Magnus, Schönhauser Allee 134a, Bauten der Firma Dittmar, Pankow: Wollantstr. 117. Schönholzerstr. 1. Raiser Friedrichstr. 68, Schule. Bauten der Firma Hegelmann: Bauten der Firma Strotthoff: Herold, Charlottenburg, Giesebrechtftraße 17. Reinickendorferstr. 95. Gutzeit, Ufer- und Martin Opik ftraßen- Ede. Bauten der Firma Noack, Hennigsdorferstraße: Giller, Nord- User, zwischen Lynar ftraße und Ringbahn. Reinidendorferstr. 49. Bauten der Firma L. Lassen: Demme, Urbanstr. 94. Schmädicke, Elberfelder und Dort munderstraßen- Ede. Blankenfeld, Müllerstr. 152. Lassen u. Kuschinski, Borhagen. Bau der Firma Pohl& Sohn Schoffow, Charlottenburg, Sybell straße 8/9. Bau der Firma Näthe, Stettinerstraße 27: Eide u. Schwarz, Schwedenftr. 5. Bau der Firma Schneider, Griebenowstraße: Bellermannstr. 84. Bauten der Firma Roloff. Mohrenhof, Friedrich, Ede Mohren Straße. Schivelbeinerftr. 7. Winsstr. 17. Baut der Firma, Hoffmann, Wollinerstr. 27a: Gleimstr. 46/47. Bau der Firma Knöfel, Lichter felbe, Manteuffelstr.7 Steglit, Herderstr. 7. Bau der Firma Krüger, Reichenbergerstr. 64: Brig, Germania- Promenade. Bau der Firma Schwarze, Nixdorf, Nogatstr. 25 Rigdorf, Emserftr. 34. Bommel, Rirdorf, Kaiser Friedrich- Bau straße 219-220. Schaum, Wilmersdorf, Kaiser Allee, Ede Wilhelmsaue. Belsch, Charlottenburg, straße 5-6. Bait Schulz, Jungfernheide, Mindenerftraße. Böttcher, Reinidendorf, Justusstraße. Böttcher, Borhagenerstr. 17. Bauten der Firma Braun: Müller, Rixdorf, Juliusstraßen- Ede. Müller, Rigdorf, Cranoldplay, Fensterbau. Walter und Bauten der Firma Grünberg, Markgrafendamm: Springer, Schöneberg, Luther. u. Freisingerstraßen- Ede. Rigdorf, Herrfur hplatz 8. Bauten der Firma Schulenburg, Charlottenburg: Franksen, Wangenheimstr.- Ede. Ueberholz, Kurfürstendamm. Bauten der Firma Stellmacik Wilmersdorf, Düsseldorferstraße, an der Bayrischen Straße. Charlottenburg, Neue Kantstraße, Ede Dernburgstraße. Bankow, Spandauerstraße, Ede Kreuzstraße. Banten der Firma Altstädt, Lippehnerstr. 23: See u. Malplaquetstraßen- Ede. Qufelandstr. 8. Bauten der Firma Oehlschlägel: Laue, Charlottenburg, Uhlandstraße, Ede Steinplay. Höpfer u. Schwarzkopf, Schmargendorf, Ruhlaftr. 20/21. Banten der Firma Röder& Comp.: Schmalz, Malmöerstraße, Ecke Straße 2b. Zauroggenerstr. 2. Bauten der Firma C. Prächtel, Lausitzerhr. 10. Dahlem, Botanischer Garten. Charité Krankenhaus. Birchowo- Krankenhaus, Seestraße. Backhof, Alt- Moabit. Banten der Firma Thal, Lehrterftr. 44: Fichtenberg, Stegliz, Friedrichstr. 6. Müllerstr. 52. Bauten derFirma Heinemann: Sophie Charlottenstraße, Ede Sinobelsdorfstraße. Brehm, Gleimstraße. Strüger, Dernburgstraße. Lange, Nirdorf, Boddinstraße. Lange, Steglit, Forststraße. Rigdorf, Lahnstraße. Bau der Firma Herrgesell& Hübner, Wilhelmshavener. ftrafpe: Charlottenburg, Berner Siemensstr. Mommsenstr. 27. . Bauten der Weißenseer Holzbearbeitungsfabrik G. m. b. H.: Lobse, Wilmersdorf Friedenau, Ringbahnstr. 245. Busse u. Jenson, Schöneberg, Münchenerstr. 16. Knoblauch, Briz, Jahnstr. 82. Löwe, Sidingenstr. 54. Stronenstr. 33. Bandmann, Heilbronnerstr. 22. Weißensee, Frifideftr. 3. Bauten der Firma Metz, Urbanstraße: • Tempelhof, Gilauerstraße. Steglitz. Stubenrauchstraße. Bantom, Mendelstr. 18. Tegel, Spandauer, Ede Bergstraße. Banten der Firma Pätz, Reichenbergerstr. 114: Fischer u. Colberg, Nirdorf, Bergu. Walterstraßen- Ede. Förster, Rixdorf, Treptower- und Harzerstraßen- Ede. Beile, NW., Elberfelderstr. 4/5. Bau der Firma Bauschke; Charlottenburg, Schillerstr. 11. Bau der Firma Sommerkorn: Bedürfnisanstalt, Wilmersdorf, Ritolsburger Play. Bauten der Firma Herrmann, Stalikerstraße: Ausbau in Tegel, Beitstr. 16. Gasanstalt, Prenzlauer Allee, Direktionsgebäude und Guß röhrenlager. der Firma Wagenknecht, Petersburgerstraße: Friedrichsberg, Pfarrstr. 4. Bauten der Firma Heidenberg, Prinzenallee 20: Thiele, Wilmersdorf, Nassauisches ftraße 5. Bau der Firma Scharwis: Stöckel, Friedenau, Granachstraße Bau der Firma Holstein: Schule, Lichtenberg, Scharnweber ftraße 22. Bauten der Firma P. Peschel & Söhne: Rigdorf, Hermannstr. 32, Baugesell schaft Barte". Bau Friedrich in Schöneberg Tempelhoferstraße. Treppengeländerbranche. Bauten der Firma Schmidt& Co., Schönhauser Allee: Wilmersdorf, Kaiser- Allee u. Sieg lindeſtr.- Ede. Schöneberg, Pragerstr. 15. Bau der Firma Hundt, Grimmstraße: Faul, Jägerstr. 63. Bauten der Firma Pusch, Pfarrstraße 35: Buggenhagen, Lichtenberg, Pfar straße 5. Burr, Simon Dachstraße. Karlshorst, Prinz Östarstraße. Urbanstr. 3. Rummelsburg, Wilhelmstr. 3/4. Höfelt u. Seifert, Karlshorst. Wolf, Nieder- Schöneweide. Schwindt, Charlottenburg, Str. 17L Bauten der Firma Geißler, Dieffenbachstraße Groterjahn, Schönhauser- Allee 129 Heffe, Bariserstraße. Supte, Schlüterstraße, Ede Met burgerstraße. Neuendorf, Monumentenstr. 27. Menge, Wilmersdorf, Schwäbischo Straße. Burgall u. Martin, Fallenstein straße 49. Rottbuserdamm 87. Bauten der Firma Törmer& Scharlau: Gr. Frankfurterstr. 126. Schmidt, Pasteurftr. 35. Rigdorf, Weichselstr. 48/49. Burnau, Charlottenburg, Mommfer ftraße 42/43. Lehmann, Charlottenburg, Momme fenstraße 44. Bilmersdorf, Raiser- Allee 202 Bauten der Firma Völker, Tempelhof. Graz, Bornholmerstraße, Ede Schön. hauser Allee. Hübner, Charlottenburg, Bismard, Ede Weimarstraße. Billa Werner, Klein Glienice bel Potsdam. Baulsen, Schlüterstr. 33/34. Lehmann, Dahlmannstraße, Ed Garbinusstraße. Wan der Firma Stahl, Kur fürstenstraße 37: Ueberhols, Surfürstendamm 170. Banten der Firma Lindgren, Rigdorf: Kakmann, Brüdenstr. 2. Bühler, Nirdorf, Bergstr. 112. Wipperstr. 25. Walter und Fu maller, liusstraßen- Ede. Löwe, Gewehrfabrit, Bittenau. Altes Kriminalgericht, Moabit. Bauten der Firma Marzahn, Bergmannstraße: Lorenz Reple, Sybelstr. 47. Karl Schmidt, Helmstädterstr. 2. Brinzeffinstr. 18. Wilhelmstr. 45/46. Gewerkschaftshaus d. Metallarbeiter, Chauffeeftraße. Bauten ber Firma G. Bruns, Boppstraße: Geile, Wisbierstr. 71/72. Schonenscheftr. 4-5. Beißenfee, Friefideftr. 3. Wegen Streit und Differenzen find gesperrt: für Korbmacher: Werkstatt Leithoff, Teltowerstraße, für Vergolder: C. Pfaff, 8eughofstraße. Zuzug ist fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. erantwortlicher Redakteur: Hans Weber, Berlin. Für den Inseratenteil verantw.: Th. Glode, Berlin. Drud u. Verlag: Vorwärts Buchdruckerei u. Berlagsanstalt Paul Singer& Co., Berlin SW.