Nr. 43. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 m, monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 6 Bfg. Sonntags. nummer mit illustrierter Sonntags Beilage Die Neue Belt" 10 Big. Boft. Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in die Post. Beitungs Breisliste. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Bostabonnements nehmen an: Belgien, Dänemart, Holland, Italien, Lugemburg, Portugal, Rumänien, Schweden und die Schweiz. • Crideint täglich außer Montags. Vorwärts فل Berliner Volksblatt. 24. Jahrg. Die Infertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel geile oder beren Raum 50 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Bereins. und Bersammlungs- Anzeigen 30 Bfg. ., Kleine Anzeigen", das erste( fett. gebrudte) Wort 20 Bfg., jedes weitere Bort 10 Big. Stellengesuche und Schlaf. stellen- Anzeigen das erste Bort 10 Bfg., jebes meitere Bort 5 Bfg. Borte über 15 Buchstaben zählen für zwei Borte. Inferate für die nächste Nummer müffen bis 5 1hr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition it bis 7 Uhr abends geöffnet. Telegramm Adresse: Sozialdemokrat Berlin". Zentralorgan der fozialdemokratifchen Partei Deutschlands. Redaktion: S. 68, Lindenstrasse 69. Ferniprecher: Amt IV. Rr. 1983. Die Chronrede. Mittwoch, den 20. Februar 1907. denn das soziale Werk in dem erhabenen Geiste Kaiser Wilhelms des Großen" fortgesetzt werden soll! Auf die Angriffe gegen die Sozialdemokratie konnte man ja nach den lezten kaiserlichen Stundgebungen gefaßt sein. " Der Kaiser eröffnete heute den Reichstag mit folgender Man durfte vermuten, daß das Motto von dem NiederThronrede: Geehrte Herren! Im Namen meiner hohen Verbündeten heiße ich den neugewählten Reichstag willkommen. " reiten" in irgend einer Weise wiederkehren würde. Das ist denn auch geschehen. Ueberraschen dürfte allerdings den mit den Verhältnissen des Hofes und der Regierung minder Vertrauten die Form des kaiserlichen Angriffs auf die Sozialdemokratie. Aufgerufen zur Entscheidung über einen 8 wiefpalt Stellt doch die Behauptung, die Sozialdemokratie habe alles zwischen den verbündeten Regierungen und der Mehrheit des Gute und Lebenskräftige stets verneint, namentlich aber feien borigen Reichstags hat das deutsche Bolt bekundet, daß die großen grundlegenden Geseze" des Arbeiterschutzes es Ehr und Gut der Nation ohne fleinlichen gegen den Widerstand" der Sozialdemokratie geParteigeist treu und fest gehütet wissen will. In schaffen worden, nichts anderes dar, als eine Wiederholung folcher Bürger, Bauern und Arbeiter einigenden Kraft des National- jener reichsverbändlerischen Legenden, die bereits gefühls ruhen des Vaterlandes Geschide wohl geborgen. 28 ie ich während des Wahlkampfes von der sozialdemokratischen Presse alle berfassungsmäßigen Rechte und Befugnisse nachdrücklichst und gründlichst widerlegt worden sind! gewissenhaft zu achten gewillt bin, so hege ich zu So war in einem Artikel des Vorwärts" bom dem neuen Reichstage das Vertrauen, daß er es als seine höchste 8. Februar in eingehendster Weise nachgewiesen worden, daß Pflicht erkennt, unsere Stellung unter den Kulturvölfern ver- die ganze soziale Gesetzgebung Deutschlands in letzter Linie ständnisvoll und tatbereit zu bewahren und zu befestigen. auf die unermüdlichen Anregungen und die unausgesette geset " Ihre erste Aufgabe wird die Erledigung des Reichs- geberische Arbeit der Sozialdemokratie zurückzuführen ist. haushalts für 1907, des Nachtragsfrebits für Südwest- Selbst ein Bismard hatte am 26. November 1884 erklären afrika und des Bahnbaues von Setmanshoop nachubub müssen: sein. Diese Vorlagen gehen Ihnen sofort in der früheren, nur unwesentlich veränderten Gestalt zu. Wenn es teine Sozialdemokraten gäbe und wenn nicht eine Menge Leute sich vor ihnen fürchteten, würden die mäßigen Fortschritte, die wir in der Sozialreform gemacht haben, auch noch nicht eristieren." Und einer der tüchtigsten Sozialpolitiker des Zentrums, Konstantin Franz, schreibt auf Seite 18 seines Werkes Die schwere Krisis, die durch die Aufstände der Einin Südwest- und Ostafrika über diese Schutzgeborenen gebiete hereingebrochen war, ist überwunden. In Ostafrika ist der Aufstand vollständig unterbrüdt. In Südwest afrita sind die feindlichen Stämme bis auf über Sozialpolitik: wenige eberreste unterworfen worden, so daß eine erhebliche Verminderung der dort stehenden Schutztruppe aller Voraussicht nach möglich sein wird. Der Dank des Vaterlandes ist den Tapferen sicher, die in jahrelangen schweren De Stämpfen mit einem verschlagenen und hartnäckigen Gegner ben C Ruhm der deutschen Waffen hochgehalten haben. " Es ist eine Tatsache, daß es erst der sozialistischen Agitation bedurfte, bis man überhaupt dazu lam, neben all den Gesetzen, die borzugsweise die Interessen der befizenden Klaffen betreffen, doch nebenbei auch einige Gesetze speziell für die arbeitenden lassen zu erlassen." Unser Artikel vom 8. Februar gab dann, geftüßt auf Die Entwidelung unserer Kolonien au einem wertamtliche Dokumente, eine historische Darstellung der bollen Zeil des nationalen Besisstandes erfordert Geschichte speziell der Unfallversicherung. Bereits vor allem einen sorgfältig auszuarbeitenden Plan für den Ausbau im Jahre 1877 und 1878 hatten sozialdemokratische Anträge der Berkehrswege. Um allmählich zu einer gedeihlichen Selbst eine staatliche Unfallversicherung gefordert. Als dann im verwaltung zu gelangen, werden zunächst das Rechnungswesen zu Jahre 1881 endlich der erste Entwurf des Unfallversicherungsvereinfachen und die Beamtenverhältnisse neu zu ordnen sein. Wie gesetzes vorgelegt wurde, waren es gerade staatserhaltende" mit dem Vorschlage, ein Kolonialamt zu errichten, so wird der Abgeordnete, wie Herr v. Kardorff, die diesen Gefeßentwurf Reichstag auch mit den Beihilfen für die schwer geschädigten An- der Regierung als sozialdemokratisch bekämpften! Und siedler in Südwestafrika von neuem befaßt werden. auch der freisinnige Abg. Bamberger erklärte damals: " Herr Bebel hat im Jahre 1878 bei Gelegenheit gerade des Borschlages, die Unfallversicherungsgesetzgebung zu verbessern, eine Rede gehalten, und er hat in derselben genan die Grundzüge des jenigen Gesetzes entworfen, das Ihnen heute vorliegt. Ich will Herrn Bebel nicht des Vergnügens berauben, die Stelle wörtlich vorzulesen, in der die ganze Dekonomie des Gesetzes auch seiner Ausführung nach, enthalten ist; aber das kann ich sagen, nachdem ich die Rede heute morgen nachgelesen habe, ist mir der Gedanke gekommen, ich weiß nicht, warum Herr Bebel nicht bor tragender Rat ber boltswirtschaftlichen Abteilung in der Reichsregierung ist...." Der gesunde Sinn in Stadt und Land hat im Wahlkampf einer Bewegung Halt geboten, die fich, alles bestehende Gute und Lebensträftige verneinend, gegen Staat und Gesellschaft in ihrer stetigen friedlichen Entwickelung richtet. Die großen grundlegenden Gefeße zum Schuge der wirtschaftlich Schwachen sind gegen den Wiber. stand der Fraktion geschaffen worden, die sich als bie Vertreterin der Arbeiterinteressen bezeichnet, selbst aber nichts für sie und für den Kulturfortschritt geleistet hat. Gleichwohl zählen ihre Wähler immer noch nach Millionen. Der deutsche Arbeiter darf darunter nicht leiden. Jene Gesetz gebung beruht auf dem Grundsatz der sozialen Berpflichtung gegen über den arbeitenden Klassen und ist daher unabhängig von der wechselnden Parteigestaltung. Die verbündeten Repolitische Gesetzgebung sei gegen den Widerstand der Sozialgierungen sind entschlossen, das soziale Wert in dem erhabenen Geifte Kaiser Wilhelms des Großen fortzusehen. Als König von Preußen habe Jch am 27. Januar d. J. Kundgegeben, daß Ich bei Beleidigungen Meiner Person von Meinem Begnadigungsrecht größeren Gebrauch machen will. Es ist Mein Wunsch, auch im Gesetze den Bestrafungen wegen Majestätsbeleidigung engere Grenzen gezogen zu sehen. Eine Vorlage für den Bundesrat wird vorbereitet. Die allgemeine politische Lage berechtigt zu der Zuversicht, daß uns der Friede weiter erhalten bleiben wird. Zu unseren Verbündeten unterhält Meine Regierung die alten herzlichen, zu den anderen fremden Mächten gute und korrekte Beziehungen. Der am 11. Januar dieses Jahres unterzeichnete Bertrag mit Dänemark der durch Regelung der Verhältnisse der Optantentinder störende Reibungen beseitigen soll, wird, wie Ich hoffe, bas freundliche Verhältnis zu unserem nördlichen Auf Grund der Anregungen der Nachbarstaate kräftigen. Bereinigten Staaten von Amerika und der Vorschläge der russischen Regierung habe Jch die Einladung zu der zweiten Haager Friedenstonferenz angenommen, die berufen sein wird, im Anschluß an die Ergebnisse der ersten Haager Konferenz das Völkerrecht im Sinne des Friedens und der Humanität weiter auszubilden. Und nun, meine Herren, möge das nationale Empfinden und der Wille zur Zat, aus dem dieser Reichstag herborgegangen ist, auch über seinen Arbeiten walten- Deutschland zum Heil! Die Thronrede zeichnet sich durch zwei Momente aus: durch die heftigen Ausfälle gegen die Sozialdemokratie und durch das Fehlen eines auch nur in den allgemeinsten Umrissen angedeuteten sozialpolitischen Programms! Während die Absichten des kolonialen Programms mit aller Deutlichkeit fundgegeben werden, findet sich in dem auf die sozialpolitischen Verpflichtungen des Reiches bezüglichen Teile Der Thronrede nicht der flüchtigste Hinweis auf die Art, wie Man sieht, wie unrichtig die Behanptung ist, die sozialdemokratie geschaffen worden! Zudem haben unsere Fraktionsredner diese ja nicht erst gestern ersonnene Legende wiederholt im Reichstag grausam zerpflückt. So führte z. B. Genosse Moltenbuhr bereits am 15. Dezember 1903 im Reichstag aus: Nun muß ich noch auf einige Fragen des Herrn Reichs. tanglers eingehen, die er hier mehrmals wiederholt hat. In seiner Donnerstagsrede sowohl wie in seiner gestrigen fragte er, was die Sozialdemokraten denn Positives geschaffen hätten. Ich hätte geglaubt, daß, wenn er so neugierig ist, das zu wissen, er diese Frage vielleicht an den Staatssekretär des Innern oder an irgend einen Geheimrat gestellt hätte, die vielleicht in der Lage gewesen wären, ihm Auskunft darüber zu geben. ( Sehr gut! bei den Sozialdemokraten.) Aber es scheint so, als ob der Herr Reichskanzler in dem Wahn lebte, daß noch niemals ein sozialdemokratischer Antrag an= genommen worden ist. Es ist freilich Brauch des Hauses, daß, wenn ein Antrag Auer und Genossen oder Albrecht und Genossen heißt, die anderen Parteien dagegen stimmen. ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Diese negative Wirkung sozialdemokratischer Tätigkeit liegt nicht an den Sozialdemokraten, sondern an denen, welche die Anträge ablehnen. Expedition: S. 68, Lindenstrasse 69. Fernsvrecher: Amt IV. Nr. 1984. Sozialdemokraten geschaffen sind. Diese Behauptung will ich nicht etwa als Behauptung meinerseits gelten lassen, sondern mich dafür auf die Motive der betreffenden Geseke berufen; denn in den Motiven wird man ja doch nicht falsch Zeugnis reden augunsten der Sozialdemo fraten. Da heißt es z. B. in den Motiven zu dem Gesetzentwurf zur Unterstützung der Familien der Reservisten und Landwehrleute: Der Reichstag hat bei Feststellung des Reichshaushalts. etats für das Etatsjahr 1886/87 am 12. februar 1886 beschlossen, die berbündeten Regierungen zu ersuchen, dem Reichstage einen Geseßentwurf borzulegen, welcher die Unterstüßung der Familien der zur Uebung einberufenen Reservisten und Landwehrleute regelt. Ich habe nachgesehen, wer denn am 12. Februar 1886 die Sache in Anregung gebracht hat, und fand da unter Drudsachen 59 II, Antrag Harm und Genossen, einen Antrag, der von allen Sozialbemokraten unterzeichnet ist, und da sehen Sie, daß in den Motiven selbst zugegeben wird, daß aus der Anregung der Sozialdemokraten heraus jenes Gefeß entstanden ist. Dann heißt es in den Motiven zur Seemannsordnung: Nachdem im Reichstag durch den Antrag Schwart ( Drudsachen des Reichstags bon 1892/93 Nr. 120) eine solche Revision in Anregung gebracht und weitgehende Forderungen im Interesse der Schiffsleute gestellt worden waren, ist die Frage in lebhaften Fluß gekommen und in beteiligten Vereinen und Korporationen eifrig erörtert worden. Es wird da näher zusammengestellt, was in dieser Beziehung alles geschehen ist: Das Ergebnis aller dieser Vorarbeiten bilden: 1. Der vorliegende Entwurf einer neuen Seemanns. ordnung sowie die anschließenden Entwürfe zu Gesezen betreffend 2. die Verpflichtung der Kauffahrteischiffe zum Mitnehmen heimzuschaffender Seeleute; 3. die Stellenbermittelung für Schiffsleute; 4. die Abänderung seerechtlicher Vorschriften des Handelsgesetzbuches. Also da teilt uns der Herr Reichskanzler selber mit, daß Bet Antrag Schwartz die Anregung dazu gegeben hat. Dessen muß er sich doch erinnern, da er es selbst dem Reichstage mitgeteilt hat. Oder sollte der Herr Reichskanzler es vollständig vergessen haben? Dann hätte er sich bielleicht bei den Räten erkundigen können, die in der Kommission gesessen haben. Ich will natürlich nicht alle Einzelheiten hervorheben, welche auf Anregung und Antrag der Sozialdemokraten in die Gesetzgebung hineingekommen sind, dann müßte ich sehr lang werden. Für den Herrn Reichskanzler wäre es aber doch, wenn er solche Neben halten will, vielleicht angebracht, wenn er einmal einen Rat beauftragen würde, daß ihm alle jene Aenderungen, welche infolge bon Anregungen und Anträgen von Sozialdemokraten in die Gesetzsammlung hineingekommen find, rot unterstrichen werden. Ich glaube, er würde merkwürdig viel rote Striche in seiner Geseksammlung sehen. ( Heiterkeit.) Ich will hier nur an einige erinnern. Wenn im Unfallversicherungsgeseh früher bei Berechnung der Renten 4 Mark bom Tagesverdienst voll angerechnet wurden und der überschießende Teil nur mit einem Drittel in Rechnung gebracht wurde und gegenwärtig statt dieser Summe 1500 Mark Jahresarbeitsverdienst steht, was eine erhebliche Erhöhung der Renten zur Folge hat wenn Sie sich da einmal erkundigen, bon welcher Seite die Anregungen und die Anträge ausgegangen find, dann wird er erfahren, daß es diese negativen Sozialdemokraten gewesen sind, die zuerst diese Frage in Anregung gebracht haben. ( hört! hört! bei den Sozialdemokraten.) Wenn er weiter fragt, wie es denn kommt, daß den See Leuten jetzt das elffache der Monatsheuer zugrunde gelegt wird, und nicht der neunfache Betrag, dann wird er erfahren, daß es wieder die Sozialdemokraten sind, welche diese Aenderung her beigeführt haben. Wenn er weiter fragt, wie es kommt, daß bei den Renten der Witwen und Waisen die Summe, welche für Kost und Logis gerechnet wird, bei der Rentenberechnung mit in Anrechnung tommt, dann wird er abermals auf die Sozialdemokratie stoßen. Aber dann möchte ich dem Herrn Reichskanzler noch eine weitere Frage vorlegen. Der Herr Reichstanzler hat am 22. Dezember 1900 eine neue Festsetzung der Heuerbeträge vornehmen lassen, nach denen die Renten der Seeleute berechnet werden. Dieser Termin ist insofern ein ungewöhnlicher, weil der vorherige Feststellungstermin nicht ab. gelaufen war. Nun möchte ich den Herrn Reichskanaler fragen, wie er bazu gekommen ist, diese neue Festsetzung zu so ungewöhnlicher Zeit vorzunehmen. Es war kein anderer Grund, und es ist auch von den Kommissaren hier vom Bundesratstische ausgesprochen worden, daß es infolge unserer Anregung geschehen ist. Davon weiß scheinbar der Herr Reichskanzler gar nichts, daß alle diese feine positiven Handlungen auf Anregung der Sozialdemokraten zurüdzuführen find." ( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) Aber der Herr Reichskanzler hätte auch fragen sollen, wie unsere Gefeße ausgesehen hätten, wenn alle diese Anträge angenommen worden wären. Dann würde er sagen können, wie es dann in Deutschland aussehen würde, und ich glaube, er würde dann sagen, daß die positive Tätigkeit der Sozialdemokraten eine ganz erhebliche gewesen wäre, und Deutschland wirklich mit seiner Sozialpolitik an der Spike marschiere. Aber er nimmt vielleicht das Tatsächliche, und da muß ich leider den Herrn Reichstangler darauf aufmerksam machen, daß ihm die Geschichte der deutschen Reichsgesetze nicht genau Uebrigens beweist auch gerade der vom Kaiser erwähnte betannt sein muß, denn sonst würde er wissen, daß es Erlaß Kaiser Wilhelms des Großen" die ganze deutsche Reichsgesetze gibt, welche auf Anregung der Richtigkeit unserer Darstellung, daß es obne Sozialdemokratie Wir hoffen, daß diese Zitate genügen, um nun endlich einmal der Legende von der rein negierenden" Haltung der Sozialdemokratie ein Ende zu machen. " auch keine soziale Gesetzgebung in Deutschland gäbe! Heißt I anzustimmen. Von dem Oberscharfmacher Frhrn v. Bedrik( ft.)| ihren Vorwurf des Wortbruchs aufrecht erhalte und sich nicht selbst es doch in dem kaiserlichen Erlaß vom 17. November 1881: bis zu dent unentwegten" Volksparteiler Caffel herrschte Lügen strafe. Wie nämlich das Blatt in seiner gestrigen Nummer " Schon im Februar ds. Js. haben wir unsere Ueberzeugung freudige Uebereinstimmung darüber, daß die bürgerlichen mitteilt, hat es folgende Zuschrift von Herrn Eickhoff erhalten: aussprechen lassen, daß die Heilung der sozialen Parteien im Wahlkampfe Lorbeeren gepflückt haben, und auch An die Redaktion der Mülhäuser Zeitung", Schäden nicht ausschließlich im Wege der Repression( Unter der Minister des Innern, v. Bethmann- Hollweg, Mühlhausen i. Thür. drückung) sozialdemokratischer Ausschreitungen, sondern gleich schloß sich den berauschenden Siegestiraden an. Die Herren mäßig auf dem der positiven Förderung des im Dreitlassenparlament fleben nun einmal an der OberWohles der Arbeiter zu suchen sein werde." fläche: sie sehen, daß die Sozialdemokratie ein paar Duhend Die Einleitung der sozialpolitischen Gesetzgebung wird Sie im Reichstage eingebüßt hat; und schon glauben sie, also auch hier in direttesten ursächlichen Zu- daß dadurch die Sozialdemokratic niedergeritten ist! sammenhang mit der Sozialdemokratie gebracht! Nur Herrn Cassel schien es zeitweise aber auch nur zeitDaß der Kaiser gleichwohl so irrige Ansichten in seiner weise zu dämmern, daß der Verlust einiger Mandate Thronrede äußert, ist uns durchaus verständlich. Der Kaiser nicht überschätzt werden darf, da ja die Stimmenzahl der bekommt von allen deutschen Blättern nur den Scherlschen Sozialdemokratie erheblich zugenommen hat. ,, Lokal- Anzeiger" unzerschnitten zu Gesicht; die übrige Presse Die Scharfmacher halten offenbar die Zeit für gekommen, wird ihm in Ausschnitten vorgelegt. Die Verantwortung um mit ihren Plänen auf Erdrosselung der Arbeiterklasse für die bedauerlichen politischen und sozialpolitischen Irrtümer offen hervorzutreten. Herr v. 3edlit verlangt nicht mehr des Kaisers trifft also diejenigen, die ihn durch tendenziöse und nicht weniger als eine neue Zuchthausvorlage und einseitige Auswahl seiner Lektüre irreleiten. gegen den angeblichen Terrorismus der Sozialdemokratie. Wenn der Kaiser dann weiter die Ansicht äußert, daß Der Vertreter der Nationalliberalen, Abg. Dr. Friedberg, die deutschen Arbeiter unter der Tatsache, daß die Sozial will aus taktischen Gründen davon nichts wissen. Er demokratie auch nach der neuen Wahl 34 Millionen hält gerade die jetzige Zeit, da es seiner Ansicht nach unter Stimmen zähle, nicht leiden würden, da die soziale den Arbeitern selbst zu dämmern beginnt": daß ihr Heil Gesetzgebung auf dem Grundsake der sozialen Verpflichtung nicht von der Sozialdemokratie kommt nicht für geeignet gegenüber den arbeitenden Klassen beruhe, so können auch wir zur Schaffung von Zuchthausgesehen. dieser Auffassung durchaus zustimmen. Die Sozialdemokratic Auch Herr Cassel ist gegen den Zedlitzschen Vorschlag. Er hat ja diese soziale Verpflichtung stets betont. Sie wird nach glaubt, daß die bestehenden Geseze ausreichen, und der„, freiallen Kräften auch fernerhin dafür wirken, daß diese soziale sinnige" Mann entblödet sich nicht, die Richter auf den ErVerpflichtung auch von den widerstrebenden reaktionären und pressungsparagraphen und auf eine schärfere Handhabung des Scharfmacherkreisen anerkannt werden muß. Der Umstand,§ 153 der Gewerbeordnung zu verweisen! Stann der Freidaß Hunderttausende von Arbeitern sich diesmal noch nicht sinn" noch tiefer sinken? Die Dinge, die Herr Cassel vorum unser Banner geschart haben, soll die Sozialdemokratie trug: von dem Zwang, der auf kleine Gewerbetreibende nicht hindern, mit dem Aufgebot all ihrer Arbeitskraft und seitens der Sozialdemokratie ausgeübt wird", erinnerten leball ihrer Energie für die Rechte aller Arbeiter, aller Aus- haft an die famose Denkschrift zur Zuchthausvorlage und an gebeuteten einzutreten! die Sudelschriften des Reichslügenverbandes. 17 Falls Sie es nicht vorziehen, nachdem sich die erste Erregung über meine politisch notwendige Ablehnung des dortigen Mandats gelegt hat, nunmehr freiwillig zu erklären, daß Sie den in Nr. 34 Ihrer Zeitung gegen nich erhobenen schweren Vorwurf, mein verpfändetes Wort gebrochen zu haben, zurücknehmen, werde ich mich zu meinem lebhaften Bedauern genötigt sehen, Sie zur Ver antwortung zu ziehen und meinerseits öffentlich den Nachweis zu erbringen, daß ich es während des ganzen Wahlkampfes in beiden Wahlkreisen stets abgelehnt habe und ablehnen mußte, für die Eventualität einer Doppelwahl eine be stimmte Zusage zu geben. Ich ersuche um ungehende Mitteilung, ob Sie mir die Genugtuung zu leisten bereit sind, die ich nicht nur zur Wahrung meiner persönlichen Ehre, sondern zugleich auch im wohlverstandenen Interesse der liberalen Sache zu fordern berechtigt und verpflichtet bin. sb tsp Hochachtungsvoll R. Eidhoff. Die Mühlhäuser 3tg." antwortet auf dieses liebenswürdige Schreiben furzweg damit, daß fie Herrn Eickhoff auffordert, seine Drohung auszuführen; sie werde dann vor Gericht die Berechtigung ihres Vorwurfes durch Zeugen beweisen. Wörtlich schreibt sie: " Das Schreiben des Herrn Professor Eickhoff ist ein charakteristisches Zeichen mehr für seine ganze, nach der Wahl eingenommene Haltung gegenüber seiner alten, treuen Wählerschaft. Während ihm diese zehn Jahre hindurch zwei Legislaturperioden unbegrenztes Bertrauen entgegengebracht und seinem Manneswort unbedingten Glauben geschenkt hatte tvar die Wählerschaft feines heimatlichen Wahlkreises LennepMettmann Remscheid etwas weniger vertrauensselig, dafür aber auch bedeutend vorsichtiger! Denn dort hatte seinerzeit Herrn Brofessor Eickhoff einen schriftlichen Bertrag vorgelegt, laut welchem er sich verpflichten sollte, bei einer eventuellen Wahl dout anzunehmen. Jener Bassus ist von Herrn Professor Eickhoff eigenhändig durchstrichen worden. Dieser Umstand spricht klar und deutlich für die Annahme, daß er sich dem Wahlkreise Mühlhausen- Langensalza- Weißensee für ver pflichtet hielt und durch sein Wort für ge= bunden erachtete. Nicht allein im trauten Gespräch" mit hiesigen Parteifreunden, sondern auch bei den verschiedensten Gelegenheiten hat Herr Professor Eickhoff auf die mehrfach an ihn gerichteten Fragen, ob er auch bei einer eventuellen Wiederwahl annehmen würde, wörtlich sich geäußert: Wenn ich hier gewählt werde, nehme ich selbstverständlich nur hier an!" Diese damals so beifällig aufgenommenen Worte des Herrn Prof. Eickhoff können durch eine große Anzahl ehrenwerter Männer, die bei dieser Aezißerung zugegen waren und dieselbe mit angehört haben, bekräftigt und eidlich erhärtet werden; und wenn jezt Herr Prof. Eickhoff versucht, durch einige von ihm im Berl. Tagebl." und in der Boss. 3tg." offensichtlich inspirierte Artikel das Gegenteil glaubhaft zu machen, um damit eine Mohrenwäsche an sich vollziehen zu lassen, so bedeutet das nichts weiter als den verunglückten Versuch, durch eine inkonsistente Behauptung uns sowohl wie eine Reihe von Parteifreunden vor der Deffentlichkeit zu desabonieren. Merkwürdig auch ist an dieser Nichtigstellung", daß Herr Professor Eickhoff erst nach dem Verlauf von acht Tagen sich darauf besinnt, unseren gegen ihn mit Recht erhobenen Vorwurf des Wortbruches den wir auch heute noch voll und ganz aufrecht erhalten durch absichtliche Entstellung nun seinerseits entkräften zu müffen." Dann geht das Blatt auf die Drohung des Herrn Eickhoff über " Wir hoffen nur, daß sich der Eifer der verbündeten Re- Von den weiteren Fragen, die in der Debatte angierungen für den Ausbau der sozialen Gesetzgebung auch recht geschnitten wurden, interessiert am meisten die Frage der bald in entsprechenden Gesetzesvorlagen äußert. An der Reform" des Wahlrechts und des Vereins- und sozialdemokratischen Unterstützung für solche Gesetze zum Versammlungsrechts. In bezug auf die Aenderung wahrhaften Schutz der Heloten des Staates soll es des Wahlrechts haben die Freisinnigen, die Nationalliberalen nicht fehlen. Im Gegenteil: die Sozialdemokratie wird und das Zentrum bestimmt formulierte Anträge eingebracht, es auf dem Gebiete der sozialen Gesetzgebung ebenso die jedoch erst später zur Beratung fommen. Die Redner bemachen wie der vom Kaiser dieser Tage noch so be- beschränkten sich deshalb auf furze Erklärungen. Der lobte Flottenverein: sie wird die Regierung weiter vorwärts Abg: Cassel forderte den Ersatz des Dreiklassenwahlzu drängen suchen! Hoffentlich wird die Regierung diesen rechts durch das Reichstagswahlrecht, mit dessen Hülfe Eifer der Sozialdemokratie für wahrhafte nationale Kultur- wie die Wahlen gezeigt hätten die Sozialdemokratie ja arbeit ebenso dankbar entgegennehmen wie das Drängen der auch besiegt werden könnte! Eine äußerst scharfe Stritit am Panzerplattenpatrioten! Vielleicht läßt man es sogar einmal Dreiflassenwahlrecht übte Abg. Dr. Friedberg( natl.), der die zu einer Reichstagsauflösung kommen, falls in solchen Reform des Wahlrechts als die dringendste Aufgabe bezeichnete Fragen die nationale" Mehrheit versagen follte! und nicht mit Unrecht hervorhob, daß sich eventuell schon die Bisher sind ja sonderbarerweise immer nur dann Reichstags- nächsten Wahlen unter der Parole der Wahlreform vollauflösungen erfolgt, wenn Heeres-, Flotten- und Kolonial- ziehen könnten. Man irrt aber, wenn man glaubt, daß der forderungen abgelehnt wurden! nationalliberale Redner etwa die Einführung des ReichstagsDer sonstige Inhalt der Thronrede bestätigt nur die Auswahlrechts für Preußen fordert. Im Gegenteil das führungen unseres gestrigen Leitartikels. Zunächst sollen die Wahlrecht soll nach wie vor plutokratisch bleiben; nur soll es Kolonialforderungen unter Dach und Fach gebracht werden. so zugeftugt werden, daß nicht mehr die Konservativen, sonWeiter soll die Entwickelung der Kolonien durch einen forg- dern die Nationalliberalen den Hauptvorteil davon haben. fältig auszuarbeitenden Plan für den Ausbau der Der Minister äußerte sich zur Wahlrechtsfrage nicht; er Verkehrswege" gefördert werden sollen also die will bis zur Beratung der Anträge warten. Dernburg Projekte realisiert werden! Ueber die Notwendigkeit der Reform des VereinsZum Schluß wird dann der Hoffnung Ausdruck gegeben, rechts herrscht bei allen Parteien mit Ausnahme der daß das nationale Empfinden und der Wille zur Tat, aus Konservativen- Uebereinstimmung, und auch die Regierung dem der Reichstag hervorgegangen, auch über seinen Arbeiten stellte eine baldige Abänderung in Aussicht. Wie diese Re- und schreibt: walten möge". Diese Hoffnung birgt alle die in der Thron form" aussehen wird, das läßt sich noch nicht sagen, man rede noch unausgesprochen gebliebenen ,, nationalen" wird aber nicht fehl gehen in der Annahme, daß sie neben Forderungen für Heer, Marine und Weltpolitik im Schoße, einigen Milderungen auf der anderen Seite Härten und Vervon denen wir gestern gesprochen haben! fümmerungen des Vereins- und Versammlungsrechts bringen wird. Wenigstens lassen die Andeutungen des Frhrn. v. Zedlik darauf schließen. Auch die Thronrede beweist, daß die herrschenden Mächte in Deutschland das Wesen der Sozialdemokratie nicht im mindesten verstanden haben. Um so- schlimmer für sie! Auf die Frage einer Reform der Gesinde ordnung, Die Sozialdemokratie wird mit verdoppeltem Eifer fortfahren, die von verschiedenen Seiten angeregt wurde, ging der Minister ihre Grundsäge und Ideale der Masse des Volkes verständlich nicht ein. Charakteristisch ist es übrigens, daß von keiner zu machen. Sie wird das Proletariat und die ihm nahe- Seite die Aufhebung dieses mittelalterlichen Gesetzes berstehenden Schichten noch unvergleichlich intensiver als bisher langt wurde. über das Wollen und die Leistungen des sozialistischen Klassen- Einen breiten Raum in der Debatte nahm auch die Frage tampfes aufflären! Und an diesen ehernen wirtschaftlichen und politischen Tatsachen werden alle reaktionen Vorspiegelungen in Schaum zerstieben! Politische Ueberlicht. Die bedrohliche Redewendung des Herrn Professor Eickhoff werde ich mich zu meinem lebhaften Bedauern genötigt sehen, Sie zur Verantwortung zu ziehen", schredtuns ganz und gar nicht, vielmehr sind wir, und wir glauben auch mit uns der weitaus größte Teil der Wähler des Herrn Prof. Eickhoff der Ansicht, daß die gerichtliche Klarstellung das ist dann der unrühmliche Schluß eines begeistert unternommenen und erfolgreich durchgeführten Wahlkampfes für Herrn Prof. Eickhoff denn doch etwas anders ausfallen wird, als er vielleicht selber vermuten dürfte! Wir erwarten jest nicht nur eine gerichtliche Klarstellung, sondern wir fordern sie!" Es bleibt nach dieser direkten Aufforderung der Mühlhäuser der Handhabung der Ausweisung vorbestrafter 8tg." Herrn Gidhoff nichts anderes übrig, als gegen fie Klage zu Personen durch die Polizei in Anspruch, eine Frage, die erheben. Drückt er sich mit allerlei Geschwäß um diese Ehrenpflicht durch den Hauptmann von Köpenick wieder in Fluß ge- berum, ist er gerichtet und zieht als toter Mann in den Reichss tommen ist. Es muß offen anerkannt werden, daß der tag ein. Minister den Willen zu haben scheint, auf diesem Gebiet Wie es scheint, hat jede Fraktion ihr Schredenskind, die Kon Wandel zu schaffen. Es fragt sich aber, ob er durch bloße fervativen ihren Oldenburg- Januschau, das Zentrum seinen ErzVerwaltungsmaßregeln dies Ziel erreicht. Bei der Macht- berger Bei der Macht- berger und der Freifinn seinen Eidhoff! befugnis, über die heutzutage die untergeordneten Polizeigemeinten Absichten scheitern. Hier kann eben nicht durch organge verfügen, besteht die große Gefahr, daß selbst die bestBerwaltungsmaßnahmen, sondern einzig und allein durch Gesetz Abhülfe geschaffen werden. Deutfches Reich. Sand in die Augen! In der Deutschen Tageszeitung" bespricht ein Mitarbeiter die Wiederkehr der füdwestafrikania Berlin, den 19. Februar 1907. Sihung der sozialdemokratischen Fraktion. Unsere Fraktion hielt am Dienstag im Anschluß an die Plenarsizung ihre erste Sizung ab. Als Fraktionsvorstand wurden Auer, Bebel, Singer, Staden und Richard Fischer gewählt. In den Senioren Fonvent wurden Bebel, Geher und Singer designiert. Im Plenum Wie es die Polizei treibt, das geht ja zur Genüge aus fchen Eisenbahnborlage. Er macht darauf aufmerksam, foll als Schriftführer Fischer vorgeschlagen werden. Als Redner dem bekannten Fall Schöne- Brockhusen hervor, der auf der daß im Herbst die Bahnvorlage in der Kommission mit großer für die kolonialetats( Nachtragsetats) wurden Bebel und linken Seite des Hauses angeschnitten wurde. Der Minister Mehrheit genehmigt worden war, aber mit der Abänderung, Ledebour, für den Etat 1907 Bebel und Singer bestimmt. Die vermied es, auf diesen typischen Fall näher einzugehen; er daß die Kosten für die Bahn in Form eines der Kolonie zu geFraktion beschloß, eine Einladung, die zu der sogenannten ersten begnügte sich mit der Erklärung, daß der schuldige Bewährenden Darlehns aufgebracht werden sollten. Auch der stell deutschen Konferenz zur Förderung der Arbeiterinneninteressen" an amte zur Rechenschaft gezogen ist!- Das ist ein deut- vertretende Kolonialdirektor habe damals keine prinzipiellen Bedie Fraktion gerichtet war, als Frattion nicht anzunehmen. Ueber licher Beweis dafür, daß das, was die sozialdemokratische denten wegen einer derartigen Umgestaltung der Vorlage vor diese sogenannte„ erste deutsche Konferenz zur Förderung der Presse über diesen standalösen Versuch, einen Ausländer unter zubringen gehabt. Arbeiterinneninteressen" und ihre Tendenz haben wir bereits am 8. Der Androhung der Ausweisung zu Spizeldiensten zu verleiten, und 14. d. Mts. berichtet. Die Herren Mumm, Pfarrer Beyer berichtete, auf Richtigkeit beruht. Daß Vorkehrung gegen die und andere Gegner der zentralisierten freien Gewerkschaften be- Wiederholung solcher Dinge getroffen ist, ergab sich aus den zwvedenim Verein mit bewußt und unbewußt in das Fangnez Morten des Ministers nicht! der Vogelsteller zum sozialen Frieden gelaufenen bürgerlichen SozialNachdem am Schlusse der Sigung noch die Polen ihre reformern durch diesen sogenannten Kongreß in der bereitwilligst Beschwerden vorgetragen hatten, die programmäßig als„ unvom Ministerium für Schulverpfaffung zur Verfügung gestellten begründet" zurückgewiesen wurden, vertagte das Haus die Bauakademie in die schlappen Segel der gelben, blauen und grünen weitere Beratuna auf Mittwoch. Organisationen zur Hemmung der politischen und gewerkschaftlichen Organisationen der Arbeiterinnen etwas Wind zu blasen. Es ist für jeden Förderer der gewerkschaftlichen und politischen Organisation der Der Fall Eickhoff". direktor diese Notiz des Agrarierblattes inspiriert. Geht sein Möglicherweise hat sogar der stellvertretende Herr Kolonials Plan der Sanierung der Kolonialfinanzen doch bekanntlich dahin, alle sogenannten Kulturausgaben für die Kolonien in Form von Darlehen zu gewähren, die von den Kolonien verzinst werden follen. An eine Verzinsung dieser Darlehen ist aber nur dann zu denken, wenn der von Herrn Dernburg gemachte Vorschlag an genommen wird, nach marokkanischem Muster alle militärischen Ausgaben für die Kolonien auf das Reich zu übernehmen und vom Stolonialbudget vollständig zu trennen. Ginge dieser Vorschlag Dernburgs durch, so würde möglicherweise Südwestafrika in der Lage sein, das Reichsdarlehen für seine Bahnen mit ein paar Hunderttausend Mart jährlich zu verzinsen, während das Reich für die militärischen Ausgaben der Kolonie jährlich 60 oder 70 Millionen zu veramsgaben hätte! Die ganze Darlehenspolitik stellt sich also nur als kolonialer Gründerschwindel dar! In den Siegestrunk des Kopsch- Mugdanschen Freisinns fallen Arbeiterinnen selbstverständlich, daß Arbeitervertreter als solche diese bittere Tropfen. Zwar hat der parlamentarische Rest, der von der arbeiterfeindliche, auf Schwächung und Zersplitterung wirklicher ehemaligen Richterschen Fortschrittsherrlichkeit übrig geblieben ist, Arbeiterinnenorganisationen abzielende Bestrebungen nicht unterstüßt im Wahlkampf durch schimpfliche Schachermacherei und völlige Preishaben. Weder eine gewerkschaftliche noch eine politische Organisation gabe aller politischen Grundsäge einige Mandate erobert, aber verzielbewußter Arbeiter kann derartige gewerkschaftsfeindliche Ber- schiedene seiner Größen ziehen als geschändete politische Bankrotteure anstaltungen beschicken. Mögen Arbeiterfeinde und Salonsozialisten in den Reichstag ein und zu all diefem an den Fersen der Frei Der racheschnaubende Herr Erzberger. ihre sozialreformerischen Schaustellungen für sich abhalten. Wie die Germania" mitteilt, hat Herr Erzberger an finnigen Volkspartei klebenden moralischen Dreck kommt nun noch den Reichstanzler Fürsten Bülow ein Schreiben gerichtet, in der höchst intereffante Fall Eickhoff", der sich für den zu dem er von ihm Auskunft verlangte darüber, ob es wirklich wahe Das Dreiklaffenparlament über die Reichstagswahlen. künftigen führenden Kolonialpolitiker des Freisimms von Tag zu fei, daß er, wie Herr von Keim in einem durch den Bayerischen Es war vorauszusehen, daß das Dreiklassenparlament die Tag schimpflicher gestaltet. Kurier" veröffentlichten Brief erklärte, dem Vorschlage zugestimmt erste Gelegenheit benutzen würde, um seiner Befriedigung über Hert Professor Eickhoff hat nicht nur den Vorwärts" mit einer habe, daß eine der Wahlflugschriften den Titel tragen müsse:„ Die den Wahlausfall Ausdruck zu geben. Die Gelegenheit bot Berichtigung beehrt, in der er forglos behauptet, daß er niemals Rügen des Herrn Erzberger". die Generaldebatte zum Etat des Ministeriums des Innern, sein Wort verpfändet hätte, in jedem Falle die Wahl im Wahlkreise antwortet, daß Herr Keim in dieser Angelegenheit wohl mit ihm Fürst Bülow hat die Anfrage des Herrn Erzberger damit bes die am Dienstag begann. Es paßte ganz zu dem Bilde, das Mühlhausen- Langensalza anzunehmen, er hat auch der Mühl- antwortet, daß Herr Keim in dieser Angelegenheit wohl mit ihm forrespondiert habe, daß er aber auf seinen Vors die Politik der letzten Monate gezeigt hat, die konservativ- häuser Zeitung", die seine Wiederwahl auf das energischste ich lag teine zustimmende Antwort gegeben habe. liberalen Bundesgenossen Arm in Arm aufmarschieren zu sehen, betrieben hat, eine ähnliche Berichtigung zugefandt und ihr zugleich Aus diesem Briefwechsel geht hervor, daß Fürst Bülow, des um ein Lobred über die Niederzwingung der Sozialdemokratie" gedroht, sie zur Verantwortung zu ziehen, wenn sie dem Flottenverein das von privater Seite der Regierung zur Vers " " Das Präsidium des neuen Reichstags. " Wir hätte. Vielleicht hängt der Mangel des Berichts damit zu sammen, daß der Berichterstatter die Ideen Bernhards nicht zu begreifen vermochte. Unsere Hohe Werteinschätzung des Politikers Bernhard ist es auch, die uns daran gehindert hat, während der Wahlkampagne von der Stinkbombe Notiz zu nehmen, die er sich in seinem Blutus" gegen den„ Vorwärts" geleistet hat. | fügung gestellte Geld überwiesen hat, mit Herrn Keim tatsächlich mehr bor.... Als Beweis für diese- sagen wir einmal Linken.) Guiche( radikaler Republikaner) beklagt, daß die Rechte Litelüberschrift und Inhalt der Wahlflugfchriften vereinbart hat. Kühne Behauptung führt Bernhard an, daß der„ Vorwärts" der freien Kultusvereinigungen und der unabhängigen Katholiken Nur will er Herrn Keim auf eine Anfrage, ob ihm, dem Reichs- oder vielmehr die diesen redigierende maßgebende nicht anerkannt worden seien. Redner tritt schließlich für die fanzler, der vorgeschlagene Titel:" Die Lügen des Herrn Erz- Clique" nicht die von ihm türzlich in einer Charlottenburger religiöse Freiheit ein. berger" passe, nicht geantwortet haben. In diesem Falle Rede ausgesprochenen Reformgedanken veröffentlicht hat. dürfte Herr Keim in der Tat mit einigem Recht die NichtAustralien. beantwortung seines Briefes durch den Reichskanzler als 3u- wollen offen erklären, weshalb wir unsere Leser mit diesen Der Bericht der Fabrikinspektoren von Queensland für 1. April stimmung angesehen haben. Bernhardschen Denkergebnissen verschont haben: Erstens weil 1905 bis 31. März 1906 beschäftigt sich mit den Verhältnissen in Immerhin hat sich Fürst Bülow durch seine diplomatische wir nach unseren Erfahrungen Bernhard als Politiker für 1619 Fabriken und Werkstätten mit 17 451 Angestellten, die dem Antwort der Gefahr entzogen, von Herrn Erzberger wegen eine nicht ernst zu nehmende, höchst komische Figur halten, Fabrikgesetz von 1900 unterstehen. Von diesen Angestellten waren Breßbeleidigung belangt zu werden. berger fann ja nun Herrn Keim verklagen. Freilich zuging, so wenig Wesentliches über das Referat gesagt war, daß 17 Jahren. Die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter von 14 big Herr Erz- und zweitens, weil in dem Bericht, der uns über die Versammlung 7258 männliche und 2460 weibliche Erwachsene, 2514 männliche und 993 weibliche Gehülfen und Lernende über 18 Jahre und 2489 täte dieser blamorene Held der Reichstagsimmunität besser, sich sich schon aus diesem Grunde der Abdruck in Zukunft in der Oeffentlichkeit weniger nicht gelohnt 17 Jahren. Die Beschäftigung jugendlicher Arbeiter ist an die mausig zu machen. Wer so leicht wie Herr Erzberger die Erlaubnis durch den Inspektor oder an die Beibringung eines ärztAbgeordnetenimmunität preisgibt, hat nicht die geringste Ursache, lichen Zeugnisses geknüpft. Ferner besteht eine Vorschrift, daß diese sich über die Vorsicht des Reichskanzlers zu entrüsten! Angestellten nur ein Monat ohne Vergütung arbeiten dürfen, nachher müssen sie den Mindestlohn von 2½ Shilling( 1 Shilling gleich 1 Mart) pro Woche erhalten! Kinderarbeit wird nur in ganz In der heutigen Sitzung des Reichstags, die sich zunächst mit ausnahmsweisen Fällen gestattet; in dem Berichtsjahre nur 96mal. ber Wahl des Präsidiums zu beschäftigen hat, wird seitens des Wenn der Bericht der„ Berl. Volksztg." richtig ist, begreifen wir charakteristische Bestimmung über Mindestlöhne. Es schreibt nämIm übrigen enthält das Gesetz nur noch eine, aber sehr Zentrums Dr. Spahn als Präsident vorgeschlagen werden. Sollte übrigens nicht, was Bernhard noch in der Sozialdemokratie zu lich vor, daß die Frauen und jugendlichen Arbeiter unter 16 Jahren, dieser Vorschlag abgelehnt werden, so wire das Zentrum auf die suchen hat. Er gehört dann zu den Sozialliberalen vom Schlage deren Arbeitstag beschränkt ist, bei Leistung von Ueberarbeit, die Buerkennung eines Vizepräsidenten verzichten. Ein, wie wir hören, vom Reichstanzler Fürsten Bülow inspierierter womit wir jedoch nicht sagen wollen, daß 40mal im Jahre bis zu je 3 Stunden gestattet ist, die Ueberstunde Borschlag will ein Präsidium schaffen mit dem Grafen Naumann als Politiker so leicht wiege wie Bernhard. Anscheinend mit mindestens einen halben Shilling bezahlt beStolberg Wernigerode( t.) als Präsidenten, Prof. hat Bernhard das Bestreben gehabt, in seinen Auslassungen der fommen müssen! Da die hier in Betracht kommenden Kategorien Paasche( natl.) und Kaempf( Frs. Vp.) als 1. resp. 2. Vize- bürgerlichen Deffentlichkeit zu zeigen, daß er nicht Sozialdemokrat von Arbeitern meist einen viel niedrigeren Lohn erhalten, so ist präsidenten. dadurch das Ueberstundenmachen für den Kapitalisten ein sehr Uns interessiert besonders die Designierung des Grafen Stolschlechtes Geschäft geworden und eine Einschränkung der Ueberberg zum Präsidenten. Wer den Herrn jemals als Vizepräsidenten arbeit die natürliche Folge. Im Berichtsjahre wurde daher auch den Vorsitz führen und in seiner ganzen Unbeholfenheit hat agieren nur von 5,8 Proz. der jugendlichen Arbeiter im Durchschnitt sehen, der wird verstehen, wenn wir sagen, daß sich der Hurra10% Stunden und von 45 Proz. aller weiblichen Arbeiter durchReichstag, den man fünftig ebensogut Stolberg- Reichstag wird schnittlich 22% Stunden Ueberarbeit geleistet. nennen können, durch die Wahl dieses Mannes zum Präsidenten bortrefflich charakterisiert. Dieser Reichstag ist des Präsidenten Stolberg würdig. = Die Bescherung. Dem Reichstage werden vorgelegt: " Naumanns ist. Uns könnte es recht sein. Das„ objektive" Bülow- Blatt. Die„ Nordd. Allg. 3tg." teilt die neue Erklärung Bebels mit, die er der Lügen- Information" gesandt hat und bemerkt dazu: Wir haben von den bisherigen beiderseitigen Er flärungen Notiz genommen, um unseren Lesern zu ermöglichen, sich selber ein Urteil in der Sache zu bilden." 179 Wie objektiv! Und um dieser Objektivität willen unterläßt das Bülow- Blatt sorgsam, ein Wort weiter hinzuzusetzen, das sein Urteil über die Affäre verrät! Das Blatt des Stanzlers bringt es nicht fertig, zu erklären, daß die Lüge der Information" eine Rüge ist. Ein wahrhaft nobles Blatt. " Gewerkschaftliches. Das Urteil eines Großindustriellen über die deutschen Unternehmer und über die Streikbrecher. Nachtrag zum Etat für das Rechnungsjahr 1906, Nachtrag zum Etat für die Schuhgebiete auf das Rechnungsjahr 1906, Die„ Nordd. Aug. 3tg." hat es übrigens auch noch nicht für Im Sozialwissenschaftlichen Verein" in Nürnberg hielt zweiter Nachtrag zum Etat für das Rechnungsjahr 1906, zweiter nötig gehalten, mitzuteilen, daß es seine Leser irregeführt hat, als Herr Dr. Eduard Schwanhäuser, Besitzer der beNachtrag zum Stat für die Schutzgebiete auf das Rechnungsjahr es ihnen den Ueberschuß des" Vorwärts" im 4. Quartal 1906 als fannten Schwanhäuserschen Bleistiftfabrik in Nürnberg, einen 1906, Etat für das Rechnungsjahr 1907, Etat für die Schutzgebiete Auf eine Unrichtigkeit mehr oder weniger, die dem Leser vorgesetzt schauungen und die Urteile, die der Vortragende gegenüber den Ueberschuß des ganzen Jahres 1906 servierte. Wozu auch? Vortrag über das gewerbliche Einigungswesen. Die Anauf das Rechnungsjahr 1907, Entwurf eines Gefeßes betreffend wird, kann es dem Blatte Bülows doch nicht ankommen. die Gewährung eines Darlehns an das südwestafrikanische Schuhdem deutschen Unternehmertum bekundete, lassen ihn als gebiet. Bom eigenen Bruder als Majestätsbeleidiger denunziert. Gegen weißen Raben unter den deutschen Unternehmern und GroßDem guten Michel, der so brab" gewählt hat, werden die den Maurer Georg Linz von Mistelbach wurde vor dem Bayreuther industriellen erscheinen. Augen sehr bald übergehen. Landgericht wegen Majestätsbeleidigung verhandelt. Er soll im Daß sich in Deutschland die Lohnkämpfe und insbesonSommer 1902, also vor nahezu fünf Jahren, in einem Wirtschafts- dere die Aussperrungen immer mehr verschärfen und an UmEine recht bemerkenswerte Wahlepisode wird nachträglich garten beleidigende Reden über den Kaiser geführt haben. Der fang zunehmen, führt dieser Unternehmer u. a. darauf zurück, noch bekannt. In einem Wahllokal des Kreises Gumbinnen Denunziant war der eigene Stiefbruder des Angeklagten, der Ge- daß in Deutschland in den Köpfen der Großindustriellen ( Ostpreußen) benußte man statt einer Wahlurne einen- offenen meindediener Schiller von Mistelbach. Der Denunziant fungierte immer noch zu stark der feudale Geist spuke und in den FaTeller, auf den die abgegebenen Stuberts forgfältig auf- in der Verhandlung als Stronzeuge und erflärte, er habe schon er geschichtet wurden. Der Wahlborstand wollte wie überall in längst Anzeige erstatten wollen, aber immer gedacht, es sei doch sein briken das militärische System vorherrschend sei; ferner, daß jenem Kreise gerne wissen, wie jeder Wähler gewählt hatte. Bruder", erst anläßlich eines Familienstreites habe er dem Bürger- die deutschen Unternehmer zum größten Teil auf dem seiner Die Arbeiter mertten sofort, was mit dem Aufschichten der Kuberts meister Mitteilung gemacht. Auf den Vorhalt des Vorsitzenden, ob Ueberzeugung nach ganz falschen Standpunkt stehen, Arbeiterbezwedt werden sollte und der eine von ihnen, der nebenbei sich die Sache nicht am Ende schon 1901 zugetragen habe, in welchem organisationen unter feinen Umständen anzuerkennen. Der auch noch Dorfmusikant und in der Welt weit herumgekommen ist, Falle Verjährung eingetreten wäre, entgegnete das liebe Brüderlein: soziale Friede" auf dem Boden der kapitalistischen Gesellberlangte, weil geheime Wahl sein sollte, daß die Nein, er wiffe ganz bestimmt, daß es 1902 gewesen sei. schaftsordnung sei nur möglich bei vollständiger AnRuverts durcheinander geschüttelt werden sollten. Der Wahl- Der Angeklagte wurde zu zwei Monaten Gefängnis erkennung der Arbeiterorganisationen; das Gegenteil sei vorstand achtete jedoch auf seine Worte nicht viel, sondern meinte, verurteilt. falsch und manchmal( für den Profit) sogar gefährlich. Ebenso Alls er sich im Wahllokal nicht ruhig verhalte, werde man ihn an Als ein Märchen bezeichnet die Deutsche Tageszeitung" ein verkehrt und unbegründet sei, wenn sich die deutschen Unterfrische Luft feßen. Das empörte den Arbeiter außerordentlich, von der Magdeburger Zeitung" verbreitetes Gerücht, daß der nehmer gegenüber den Arbeiterorganisationen auf den à als er dann sah, wie weiter die abgegebenen Kuverts forg- frühere Kolonialdirektor Dr. Stübel seinem Nachfolger Dern Standpunkt stellen, der eigene Herr im Hause" bleiben zu g aufgeschichtet wurden, schritt er an den Wahltisch und fegte, burg eine Pistolenforderung übersandt habe, weil er sich Standpunkt stellen, der eigene Herr im Hause" bleiben zu Ser Wahlvorstand sich versah, mit den Worten:" Hier ist geheime durch dessen abfällige Kritit seiner Amtsführung im Reichstage wollen, denn in vielen großen Werken könne bei der heutigen I und runter mit dem ganzen Kram!" den ganzen Teller nebst beleidigt gefühlt habe. Ob die„ Deutsche Tageszeitung" sich bei Entwickelung der Großindustrie, bei dem Ueberhandnehmen der darauf aufgeschichteten Wahlfuverts vom Tische, so daß der diesem Dementi auf verlägliche Informationen stüßt, ist aus ihrer der die Preise und sogar den Umfang der Produktion dikti Mer in Stüde ging. Die Entrüstung des Wahlvorstandes war Notiz nicht zu ersehen. An sich wäre eine solche Forderung nicht renden Kartelle und Syndikate vom Herr fein im eigenen to loffal. Er regte sich außerordentlich über die" Freveltat" des unmöglich bei der unerschütterten Geltung des Duellblödsinns Hause" ohnedies nicht mehr die Rede sein. Und überdies be frechen und unbotmäßigen Wählers auf, doch das half ihm nicht in den Kreisen unserer besseren Kreise" und namentlich der höheren schränke sich das Streben der Arbeiterorganisationen nur auf piel; er mußte die Kuverts vom Boden auflesen und auf den Tisch Beamtenschaft. Kommt es doch in Deutschland vor, daß Justiz das Mitbestimmungsrecht in bezug auf Arbeitszeit, Lohn und Legen. Die geheime Wahl war jetzt hergestellt der Wahlvorstand beamte, Richter und Staatsanwälte, die über die Geseze zu wachen hatte nun jede Kontrolle verloren, und in diesem Orte wußte man halben die ja nebenbei auch das Duell berbieten fich unter dergleichen, Fragen, an denen die Arbeiter als Verkäufer abends nicht, wie jeder gewählt hatte. Das hatten die Wähler einander duellieren! Pihrer Arbeitskraft unmittelbar interessiert seien, während dem mutigen Arbeiter zu verdanken, der die wadere Tat vollbracht und mit dem ungesetzlichen Vorgehen des Wahlvorstandes gründ- Dem elsaß- lothringischen Landesausschuß ist von Zentrums. aber in technischen und anderen Dingen der Unternehmer lich aufgeräumt hatte. feite folgender Antrag zugegangen: Der Landesausschuß wolle be- nach wie vor der Herr im Hause" bleiben könne. Neben schließen, die Regierung zu ersuchen, eine Gesetzesvorlage einzu der Erziehung der deutschen Unternehmer zu sozialem Denken bringen, wodurch das Proportionalwahlsystem für die müsse Hand in Hand gehen die Erziehung der Unter. Gemeinderatswahlen in den Städten von mehr als organe, die auf Gestaltung der sozialen Verhältnisse in 25 000 Einwohnern eingeführt wird. In der Situng des Landes- den Betrieben meist nicht ohne Einfluß seien. Der Vorausschusses hatte bereits der liberale Abgeordnete Wolf einen tragende ist der Ueberzeugung, daß es für den Unternehmer ähnlichen Antrag angekündigt. Das Zentrum ist ihm aber zuvor fein Grund zur Nichtanerkennung der Organisation sein gekommen. Wir Sozialdemokraten können diesen Antrag nur be grüßen. Abgesehen davon, daß durch den Proporz eine gerechte könne und dürfe, wenn deren Mitglieder zum großen Teil Verteilung der Mandate ermöglicht wird, dient dieses Wahlsystem der Sozialdemokratie angehören, ebensowenig wie sich die auch zur politischen Schulung der Massen. Es macht die Parteien Arbeiter um die politische Ueberzeugung des Unternehmers fümmerten. den Wählern gegenüber unabhängiger. Das schönste aber ist, daß die Staatsstüßen den Mann für die Herstellung der geheimen Wahl noch bestrafen lassen wollen. Er hat schon zwei Vernehmungen gehabt! Ob man wirt. lich den Mann anklagen wird, der für die gefeßesmäßige Ausübung des Wahlaktes gesorgt hat?? Den vielen Wahlleitern, die mit grausamstem Hohn das Wahlgesetz in der brutalsten Weise übertreten haben, geschieht nichtsrein nichts. Die fönnen bei der nächsten Wahl wieder auf ihre Weise konservative Wahlen machen". Georg Bernhard interviewt. " L Die Schuld an der Berschärfung der sozialen Kämpte in Der Ruhm des Genossen Bernstein hat Georg Bernhard, den Der Streit der Pfarrer. Eine interessante Streitgeschichte, ein Herausgeber der Börsen- Wochenschrift Blutus" nicht schlafen lassen. Beitrag zum Kapitel" Terrorismus", wird aus dem abltreise Deutschland schiebt der Redner beiden Teilen zu; aber er Er hat sich auch interviewen oder, deutsch gesprochen, ausfragen lassen Schweinfurt berichtet. Der Pfarrer eines großen Dorfes ent- müsse sagen, die Schuld liege mehr auf seiten der Unter- allerdings nicht von dem Korrespondenten einer großen aus- faltete in der Wahlzeit auf der Kanzel, im Wirtshaus und bei den nehmer. Ferner müsse er zu seinem Bedauern konstaländischen Zeitung, sondern von Herrn Dr. Martin Cohn, der Bauersfrauen eine lebhafte Agitation zugunsten des Zentrums tieren, daß die Arbeiterführer bei Unterhandlungen oft kandidaten. in der Berl. Volksztg." lang und breit mitteilt, welche tief- aber mehr im Geheimen, ebenso lebhaft für den Blockkandidaten mehr Taft gezeigt haben, als manche Unternehmer. gründigen Ansichten über die Entwickelung der deutschen Alle am Wahltag abends das Resultat zusammengestellt wurde, ergab " Ueber die Streitbrecher sagte der Großindustrielle, Sozialdemokratie Bernhard ihm anvertraut hat. Wer sich für sich, daß eine große Anzahl Stimmen für den Kolonialblod ab- diefe feien Leute mit mangelndem Berständnis. Allerdings diese Anschauungen Bernhards interessiert, mag fie in gegeben waren. Darüber war der Pfarrer sehr aufgebracht, und er feien sie ihm als Unternehmer bei einem Arbeitskampf in dem freifinnigen Blatt nachlesen. Wir glauben uns auf die furge fann auf Vergeltung. Die Gelegenheit hierzu bot sich bald. Sturze feiner Fabrik nüßlicher als die Organisierten, aber nur bei Mitteilung beschränken zu können, daß der Herausgeber des Blutus" Beit darauf fand das Fest des Schutzpatrons des Kirchsprengels einem Streif. Er nehme es niemandem übel, wenn er auf die Erkämpfung einer parlamentarischen Re- statt. An diesem Tage finden sich die Gläubigen und die Pfarrer die Streifbrecher mit einer gewissen Berachtung herabblice. gierungsform" durch die Sozialdemokratie und die liberalen aus der ganzen Umgebung im Hauptdorfe ein, wo erftere die Bum Schluß gab der Nürnberger Bleistiftfabrikant der HoffKommunion entgegennehmen. Aber diesmal weigerten sich die nung Ausdruck, daß die deutschen Unternehmer gegenüber Parteien, die der Sozialdemokratie„ tros allem politisch immer noch Geistlichen, den Gläubigen ihre Sünden abzunehmen, worüber große den Arbeiterorganisationen immer mehr zur Vernunft am nächsten stehen", fordert, sich gegen die Ablehnung des Aufregung entstand, besonders bei den frommen Bauersfrauen, die Etats, speziell auch gegen die Ablehnung des Militär- nun fürchten, mit ihrem Sündenpäcklein, das sie weiter mit sich budgets wendet und sich für den politischen Kuhhandel herumschleppen müssen, einmal nicht in den Himmel eingelassen zu ausspricht, da dieser das Zentrum did und fett gemacht habe. " 1 Außerdem hat er dem Anfrager noch die Versicherung gegeben, daß die Frage der Regierungsform für jede Arbeiterpartei eigentlich von ganz untergeordneter Bedeutung" ist, „ daß der Deutsche, wie überhaupt der Nordländer sehr wenig Talent zum Republitanismus hat" und daß ihm( Bern hard) ein soziales Königtum" ebenso denkbar scheint, wie eine soziale Republik." " So Bernhard, vorausgesetzt, daß der Bericht der„ Berl. Voltszeitung" richtig ist, was wir nach den bisherigen Leistungen Bernhards allerdings anzunehmen vollauf Grund haben. Große Männer werden freilich oft mißverstanden und deshalb könnte ja schließlich auch Bernhard das passiert sein. werden. Ausland. Frankreich. Die Kirchenpolitif. kommen müßten. Diese Hoffnung dürfte allerdings eine vergebliche sein. Erst der harte 3wang, mit der stärker gewordenen Organisation der Arbeiter rechnen zu müssen, wird manchen Scharfmacher veranlassen, den Herrenstandpunkt aufzugeben. Berlin und Umgegend. Achtung, Mitglieder des deutschen Metallarbeiterverbandes! Die. Barts, 19. Februar.( W. T. B.) Deputiertenkammer: Das Saus ist dicht befeht. Ein Antrag des sozialistischen Radikalen im Januar ds. Js. aufgenommene Enquete über die„ Vorwärts". Buisson, die Pfarrhäuser in den Gemeinden, wo feine Schule vor. Abonnenten und Wahlvereinsmitglieder unserer Verwaltungsstelle handen ist, in Schulhäuser umzuwandeln, wird, nachdem die Dring- hat folgendes Ergebnis gezeitigt: Antworten liefen ein von 1524 Vertrauensleuten in ebensoviel Betrieben beziehungsweise Ablichkeit für ihn erklärt ist, an eine Kommission verwiesen. " Darauf interpelliert Menier( radikaler Republikaner) die Re- teilungen. hin, die unter den Republikanern herrsche, seitdem der Senat die und 2007 weibliche Mitglieder. Hiervon waren Vorwärts"-Lefer: gierung über die Kirchenpolitik; er weist auf die Beunruhigung Beschäftigt waren in diesen 1524 Werkstätten 37 140 männliche Vorlage betreffend die über die Veranstaltung öffentlicher Stultus- und 2007 weibliche Mitglieder. Hiervon waren Vorwärts"-Leser: a) Männliche 17 405 46,35 Broz. Auf einen Vorwurf, der direkt den„ Vorwärts" betrifft, versammlungen abzugebenden Erklärungen an eine Kommission b). Weibliche 71 3,05 P wollen wir furz antworten. Bernhard hat zu Anfang der Unter- verwiesen habe. Redner wendet sich gegen die Politik der AusBon den 37 140 männlichen Kollegen waren Wahlvereinsmit redung dem Ausfrager gesagt, er habe nichts dagegen, daß seine Aus- hülfsmittel, die Minister Briand verfolge; sein jüngst ergangener laffungen veröffentlicht würden. Denn leiber ist die Situation bei Runderlaß an die Bürgermeister zeige das Bestreben, dem Ulti mitglieder 9754 26,25 Proz. Bemerkt fei zu Obigem, daß nur die Kollegen als Vorwärts". uns so", fährt Bernhard fort, daß diejenigen Partei- matum der Bischöfe Genüge zu tun. Redner führt Klage, daß genossen, die eine von der maßgebenden Clique nichts über die Unterhandlungen bekannt gegeben worden sei, die Leser oder Wahlvereinsmitglieder gezählt sind, welche dem Verabweichende Ansicht haben, in dem größten Zeit zwischen dem Seinepräfekten und dent Erzbischof von Paris geführt trauensmann die letzte„ Vorwärts"-Duittung oder das Mitgliedsder Parteipreffe mundtot gemacht sind... Die un- wurden; er sagt, der Bachtvertragsentwurf erkenne die katholische buch des Wahlvereins gezeigt haben. Hierarchie an, verweist auf mehrere Artikel Clémenceaus vom Eine Anzahl von Betrieben haben ein besonders schlechtes Erbedingte Möglichkeit, sich in der Parteipreffe zu äußern, war meines Jahre 1905, in denen Clémenceau die Kirchenpolitik Briands beErachtens selbstverständliche Voraussetzung des Ihnen ja bekannten fämpft habe und schließt mit der Bemerkung, eine Versöhnung der gebnis gezeigt. Diese werden den zuständigen Bezirksleitern genannt Dresdener Beschluffes. Sie liegt schon seit langem nicht Regierung mit Mom sei unmöglich.( Beifall auf der äußersten und in der nächsten Generalversammlung oder tombinierten Ber " trauenSmSnnerkonfer«nz namentlich aufgeführt. Dann kann bei der nächsten Enquete festgestellt werden, ob eine Besserung eingetreten ist. Gründen die Unternehmer mit erlaubten und nicht erlaubten Mitteln gelbe Gewerkschaften, dann erwächst unS die erhöhte Pflicht, dafür zu sorgen, daß unsere Mitglieder in ihrer Ueberzeugung genügend gefestigt werden, um den Verlockungen der Unternehmer- schutztruppen zu widerstehen. Die Versuche der Unternehmer müssen uns zu doppeltem Eifer anspornen unseren Bestand zu festigen und neue Mitglieder zu werben. Die OrtSberwaltung. Die bevorstehenden LohnkLmpfe im Schneiderberuf. Dies war die Tagesordnung einer größeren Anzahl Lffent- licher Versammlungen, die der Schneiderverband am Montag in verschiedenen Stadtteilen Berlins veranstaltet hatte. Sie waren teils, wie die bei Schulz in der Belforterstraße und bei Henscl in der Jnvalidenstratze, für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Herren- und Knabenkonfektion bestimmt, teils, wie die Versamm- lung im„Königshof" in der Bülowstraße, für die Herren- Maßschneider, oder, wie die bei Habcrecht in der Großen Frank- furterstraße, für beide Branchen gemeinsam. Der zahlreiche Be- such dieser Versammlungen ist um so höher anzuschlagen, als ja leider die Masse der Heimarbeiter, die dabei in Frage kamen, bis spät abends und sogar bis in die Nacht zu arbeiten pflegt; er zeugt aber dafür, daß sich auch in diesen Kreisen die Er- kenntnis immer mehr Bahn bricht, daß starke Organisation und einmütiges Handeln zur Besserung der elenden Arbeitsverhältnisse unbedingt notwendig sind. Als Referenten sprachen die Organi- sationsvertreter Mirius, Mähr. Käming und F a u st- mann. Es wurde auf die Lohnbewegungen und Lohnkämpfe hin- gewiesen, die in verschiedenen Städten des Reiches die organisierten Schneider und Schneiderinnen in diesem Jahre eingeleitet haben oder zu führen gedenken, sowie auf die Erfolge, die in den letzten Jahren oder in neuester Zeit erzielt worden sind. Fast alle Branchen der Schneiderei sind an den diesjährigen Lohnbewegungen im Reich beteiligt. Für die Berufsgenossen in Berlin ist selbst- verständlich die hier eingeleitete große Lohnbewegung in der Herrenmaßbranche ganz besonders wichtig. Kommt es hier zu einem Kampf, so gilt es vor allem auch für die Arbeiter und Arbeiterinnen der Herren- und Knabenkonfektion, darauf zu chten, daß ihnen nicht Streikarbeit untergeschoben wird. Gewiß werden die Maßgeschäste, namentlich die zweiter und dritter Klasse, versuchen, ihre Arbeiten in der Konfektion herstellen zu lassen. Wohl mag es dann in einzelnen Fällen schwer sein, zu sagen, waZ Maßarbeit und was Konfektion ist. aber die Organisation wird Mittel und Wege finden, um in jedem Fall die Verhältnisse auf- zudecken und die Streikarbeit zu verhindern wissen.— Ferner wurde in den Versammlungen über die Einführung von Betriebs- Werkstätten in den Detailkonfektionsgeschäften gesprochen und über den Vorstoß, der hierzu in diesem Frühjahr mit Hülfe der ganzen Arbeiterschaft Berlins gemacht werden soll. Es handelt sich um große, kapitalkräftige Firmen, die die bescheidenen Forderungen der Arbeiter wohl bewilligen können. Schließlich wurde auch das Elend in der Konfektionsindustrie im allgemeinen erwähnt. Man sprach von den ungeheuerlich niedrigen Preisen, zu denen einige Geschäfte Kleidungsstücke feilbieten, wie Stoff- hosen zu 2,50 M., Damenblusen und-Röcke zu Qb Pf., 88 Pf., ja noch billiger, woraus schon der Laie zu erkennen vermag, daß diese Sachen zu allem Anstand und auter Sitte hohnsprechenden Löhnen angefertigt werden, ganz abgesehen davon, daß der Käufer mit solchen Waren betrogen wird, da ihr Gebrauchswert gleich null ist und bei weitem nicht einmal den Schundpreisen entspricht, die dafür verlangt werden. Um solchem Elend ein Ende zu machen, um mit den Mißständen aufzuräumen, die sich mehr oder minder schreiend in allen Branchen des Schneidergewerbes geltend machen, ist vor allem ein treues Festhalten und eifriges Streben in der Organisation notwendig. Dies war der Grundton. der in allen Versammlungen widerklang und offenbar seine Wirkung nicht verfehlte. m Die Schneider und Schneiderinnen der Damenkonfektion versammelten sich bei Raabe in der Kolbergerstraße. Fräulein Heidemann hielt einen Bortrag über das Thema:„Die Stellung der Frau im wirtschaftlichen Leben". Sie legte dar, wie die Frau in den wirtschaftlichen Kampf gezogen wird und wie sie unter der kapitalistischen Ausbeutung am schwersten zu leiden hat. Ist die ledige Frau schon erbarmungslos preisgegeben, so wird der verheirateten Frau durch die Iamiliensorgen das Leben noch schwerer gemacht; sie lernt die Fleischnot, die allgemeine Teuerung, das Wohnungselend, die Schrecken der Heimarbeit und die gesamte Proletariernot von der schlimmsten Seite kennen. Die Rednerin forderte die Arbeiterinnen zur gewerkschaftlichen Organisation auf und verlangte, daß alle Frauen den Ursachen nachspüren möchten, warum sie sich in einer schlechten Lage befinden, dann werden sie finden, daß sie sich auch mit Politik beschäftigen müssen. Die Männer und Frauen de« Proletariats müssen stch fest zusammen. schließen, um den Kampf für die Erlösung von der kapitalistischen Herrschaft mit Erfolg führen zu können.— In der Diskussion fertigte Frau Lungwitz in scharfer, schlagfertiger Weise die Widerreden und Entschuldigungen ab, welche die Frauen vorbringen. wenn sie zur Organisation aufgefordert werden. Eine Resolution wurde angenommen, nach welcher es den Parteigenossen zur Pflicht gemacht werden soll, darauf zu dringen, daß ihre Frauen und Töchter sich ihren resp. Organisationen anschließen. Die Kraftdroschkenbesiher setzen ihre Bemühungen mit großem Eifer fort, die Fahrer einzeln zu bewegen, wieder in Dienst zu treten. Eine Reihe von Schreiben, in welche Einsicht zu nehmen wir Gelegenheit hatten, läßt deutlich erkennen, wie sehnsüchtig die Unternehmer die Rückkehr ihrer Fahrer erwarten und mit welcher Besorgnis sie einer ablehnenden Antwort jedesmal ent- gegensehen. Die Schreiben sind sehr höflich gehalten und es fehlt nicht an Versprechungen, daß die Arbeitswilligen ihre Stellungen nicht wieder verlieren sollen. Zu gleicher Zeit wrrd in H a m. bürg. Magdeburg und Breslau in den Zeitungen nach Fahrern gesucht! Die Ausgesperrten warnen dringend, diesen Lockungen zu folgen I Die Unternehmer hatten Dienstagabend eine ellig einberufene Besprechung im Hotel Alexander, Mittel. straße, wo auch am nächsten Freitag eine Sitzung stattfinden soll. Die Friedenspartei scheint an Anhängern zu gewinnen. OeutCcheo Reich. Die Arbeiter der Zuckerfabrik in B a r t h an der Ostsee sind Wegen Verbandszugehörigkeit schon bereits vier Wochen aus. gesperrt. Die Dtrektion versucht, aus allen Gauen Deutschlands Arbeitswillige nach Barth zu ziehen. Die Arbeiter an allen Orten, wo Agenten der Firma tatig sind, werden gebeten, diese energisch zurückzuweisen und Zuzug mit allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln fernzuhalten. Die Hamburger Reeder haben nun in einer engeren Sitzung Seschlossen. die Leute, welche sich weigern die Nachtarbeit zu ver- richten, 6 Wochen lang nur bis 6 Uhr abends arbeiten zu lassen und nach dieser Zeit, wenn die Leute bei der Weigerung verharren, diese auf eine bestimmte Zeit auszusperren. Aus diesem Beschluß geht zweifellos hervor, daß die Reeder Zeit gewinnen wollen,� um während derselben nach Möglichkeit Streikbrecher anzuwerben. ES seien alle Genossen auf diese Situation aufmerksam gemacht mit der Bitte, Obacht auf Streikbrecheragenten zu geben und den Zu» zug von Hafenarbeitern nach Hamburg fernzuhalten. Zur Schneiberbewegung in Nürnberg. In der Herren- und Damenschneiderei sind die neuen Tarifforderunyen eingereicht. Die Antwort wurde bis 20. Februar gefordert. Einzelne Unter. nehmer entlassen bereits organisierte Arbeiter und suchen unorgani- Beiantw. Redakteur; ptn» Weber, Berlin. Jnjcrätenteil utanttui sierte zu gewinnen. Nürnberg und Umgebung ist daher ton allen Schneidern zu meiden. Auf Grund des Nürnberger Streikpostenverbots, das vom obersten Gericht für ungültig erklärt wurde, weil die Bollzieh- barkeitserklärung der Kreisregierung nicht eingeholt wurde, werden von Nürnberger Gerichten noch immer Urteile gefällt. Ein Maurer war vom Schöffengericht zu 2 Tagen Gefängnis wegen Streik- Postenstehens verurteilt worden, wogegen er Berufung ergriff. Interessant ist. daß der Stadtmagistrat die Akten über das Verbot nicht herausgeben will. Schon das Schöffengericht hatte beschlossen, die Herausgabe der Akten zu verlangen, den Beschluß aber wieder aufgehoben, nachdem der Magistrat eine Erklärung abgegeben hatte. Auch die Strafkammer hatte einen solchen Beschlutz gefaßt, ihn aber, als der Magistrat erklärte,„etwa gewünschte Aufklärung zu geben," wieder aufgehoben. Als dann aber der Antrag gestellt wurde, den Bürgermeister und den magistratischen Referenten als Zeugen zu laden, lehnte das Gericht auch diesen Antrag ab, es hob das Urteil auf und erkannte auf 10 M. Geldstrafe. Das Gericht wollte also die vom Magistrat angebotenen Aufklärungen gar nicht. Auch diesen Fall wird das oberste Gericht entscheiden müssen. Liberale Sozialpolitik. Die Kehrichtabfuhrarbeiter der Stadt Negensburg hatten um Erhöhung ihres Tagelohnes von 2.40 auf 2,50 M. nachgesucht. Diese Bitte wurde vom Magistrat rundweg abgeschlagen. Unter den vom Referenten angeführten Ablehnung?- gründen ist auch der, daß die Arbeiter wöchentlich zwei Badekarten unentgeltlich bekommen! Im Regensburger Stadtmagistrat sind die Liberalen am Ruder. Wieder ein christlicher Streikbruch. In der Spiegelfabrik von Meier u. Lerchcnthal in Fürth i. B. sind Differenzen ausgebrochen, deren Beilegung der Verwaltung des Glasarbeiterverbandes nach wiederholten Vorstellungen ge- lungen war. Inzwischen aber fand sich der Bezirksleitcr der Chr»stlichen bei der Firma ein und erbot sich, die Fabrik mit Christ- lichen zu besetzen. Wenn der Glasarbeiterverband die Sperre über die Fabrik verhänge, werde er öffentlich zur Besetzung der Fabrik auffordern. Darauf zog der Besitzer der Fabrik das bereits gegebene Versprechen wieder zurück. Nun machte sich der christliche Bezirksleiter auf die Jagd nach Streikbrechern, er fand aber ihrer nicht so viel als notwendig waren, worauf er zuletzt selbst in die Bresche sprang und zum Arbeitswilligen wurde.— Eine feine Ge- fellschaft, diese christlichen Brüder! HubUiuL Eine neue Organisation der holländischen Landarbeiter. Am Sonntag fand in Groningen eine Konferenz von Ver- tretern der Landarbeiter-Fachvereine der Provinzen Friesland und Groningen statt, auf der einstimmig beschlossen wurde, eine neue„Niederländische Landarbeitervereinigung" zu gründen, die den Grundsätzen und der Taktik des Niederländischen Verbandes der Gewerkschaften huldigt. Die Vereinigung umfaßt vorläufig 7 Ortsabteilungen. Für später wird eine Verschmelzung mit dem Verband der Molkereiproduktenarbeiter geplant. Mardanschlag eines holländischen Streikbrechers. In Rijssen, wo der große Streik der Textilarbeiter noch immer andauert, schoß am Sonnabend ein Streikbrecher namens I. Nij- land auf eine streikende Arbeiterin, verfehlte aber glücklicherweise sein Ziel. Er wurde verhaftet, aber bald darauf wieder frei- gelassen, was ja in einem kapitalistischen Klassenstaat, wenn ein Streikbrecher der Täter ist, nicht weiter überraschen kann, ob dieser Klassenstaat nun Niederland oder Deutschland oder sonstwie heißt. Versammlungen. Zentralverband der Töpfer. Der am Freitag abgehaltenen Generalversammlung der Fittale Berlin lag der Geschäftsbericht des Vorstandes für 1906 vor. In demselben wird unter anderem ausgeführt: Das> Bevichtsjaihr war frei von Lohnkämpfen, jedoch gab es eine große Zahl von Differenzen wegen des Tarifs, die durch die Kommission geschlichtet werden mußten. Bei den Differenzen handelte es sich hauptsächlich um solche Arbeiten, die der Vereinbarung unterliegen. Oft mußte die Kommission in solchen Fällen eingreisen, wo sich die Unternehmer sonst ohne weiteres mit den Arbeitern geeinigt hatten, ohne erst die Kommission anzurufen. Die Neigung der Unternehmer, bei Vereinbarungs» arbeiten den Lohn zu drücken, wird als ein Zeichen der nieder- gehenden Konjunktur gedeutet. Auch auS den Zahlen der Arbeits- nachweisstatiftik ergibt sich, daß die Bautätigkeit im Jahre 1906 nicht mehr so günstig war, wie 1905. Erst Mitte April gestaltete sich die Arbeitsgelegenheit günstig, die gute Konjunktur hielt aber nur bis Mitte Juli an, dann flaute sie wieder ab und blieb auf diesem Stande bis zum Schluß des Jahres. Nur im Monat August war die Konjunktur wieder ettvaS günstiger, jedoch waren im August 200 Arbeitslose mehr vorhanden wie in demselben Monat des JahreS 1905. Im ganzen Jahre waren 2385 Mitglieder 57 119 Tage arbeitslos. Der Fenstcrstreik erforderte höhere Kosten wie in den Vorjahren, auch wird der Kampf wegen der Fenster- frage infolge der abflauenden Konjunktur und der Zahlungs- stockungen aus Bauten immer schwieriger.— Die Mitglied- rzahl der Filiale betrug am Schluß des JahreS 1905 2440. Am Schluß des Jahres 1906 waren 2574 Mitglieder vorhanden. Der Zahres. durchschnitt betrug 2521. Eine Statistik über die Zugehörigkeit der Mitglieder zur sozialdemokratischen Partei ergab folgendes Resultat: Von 2116 Befragten gehörten 1084 der sozial- demokratischen Partei an, das sind 51L Proz., 1490, daS sind 70.4 Proz. hielten eine sozialdemokratische Zeitung. — Die Geschäfte der Filiale wurden erledigt in 4 General-, 8 Mitglieder». 87 Bezirks-, 9 Bauvertrauensmännerversamm- lungen, 10 Bezirksleitersitzungen und 81 Vorstandssitzungen. — Die JahreSeinnahme der Lokalkasse betrug 83 344,69 M., die Ausgabe 41 669,70 M., der Bestand 42174,90 M. Für Streik. Unterstützung wurden 5304 M. ausgegeben.— Nach einigen münd- lichen Erläuterungen zum Vorstandsbericht und einer unwesent- lichen Debatte erfolgte die Reuwahl des Vorstandes. Sie hatte folgoudes Ergebnis: 1. Vorsitzender Segave, 2. Vorsitzender Schöffler, 1. Kassierer B o in h a m m e l. 2. Kassierer K I a v e r i, Schriftführer Rapputan jun., Beisitzer G ä d e und Wolfs. Revisoren K r a h l und Kitzle. Als Delegierter zur GeWerl- schaftskommission wurde Kemnitz, als Revisor der Zentrallasse Huhn gewählt. Die Eisen-, Metall-«üb Revolverbreher besprachen in e,ner Branchenversammlung am Sonntagvormittag in den Musikersälen die Frage:„Welche Lehren haben wir aus Anlaß der plötzlichen Entlassung unserer Kollegen aus den Daimler-Werken zu ziehen?" ES tourde im Laufe der Diskussion als Pflicht der organisierten Arbeiter festgestellt, nach einer Berkürzung der Arbeitszeit zu streben, um zu verhindern, daß die Lohn- und Arbeitsverhältnisse durch eine größere Arbeitslosigkelt zu stark beeinträchtigt werden.— Der Vorsitzende brachte dann einen Beschluß der Verwaltung des Metallarbeiterverbandes zur Sprache, nach welchem Rudolf Lange als Referent in Versammlungen deS Verbandes nicht zugelassen werden sollte. Er rechtfertigt diesen Beschluß mit dem Verhalten Langes in Sachen des GeheimprowkollS der Generalkommission über die Massenstreikdebatte. Der Redner berief sich dabei auf das übereinstimmende Urteil deS„Vorwärts" und der„Einigkeit". Die Versammlung erklärte sich mit diesem Beschluß gegen einige Stimmen einverstanden. Der Verband der Maschinisten und Heizer(Verwaltungsstelle Berlin) hielt am Montag bei Bercht in der Ritterstraße eine Generalversammlung ab. Es war dies die Fortsetzung der vorigen Versammlung, woselbst die ganze Tagesordnung nicht mehr voll erledigt werden konnte. Zunächst wurde Schwittau als Ver- trauensmann für die in der g l u ß s ch i f f a h r t tätigen Kollegen UI.Gticke, Berlin. Druck u. Verlag: vorwärts Buchdr. u. verlagfcmKtfi gewählt. Die weiteren Wahlen entfielen auf Krohn als Prodi- forifchen Schriftführer. Klein als Mitglied des Arbeitsnachweis- Kuratoriums, sowie K u tz n e r und R o ch o w als Ersatzleuten dazu. Die Jahresabrechnung ergab laut Bericht dös Kassierers Holst eine Einnahme von 30 944,25 M. und eine Ausgabe von 30 449,75 M.; es verblieb ein Bestand von insgesamt 7686,87 M. Am Jahres- schluß gehörten der Zahlstelle 1800 Mitglieder an. Nach der Ent- gegennahme des Geschäftsberichts wurden interne Angelegenheiten erledigt._ Eingegangene Druchfchnftcn. „Neue Gesellschaft«, Sozialistische Wochenschrist. Lest 21. Heraus» aeber: Dr. Heinrich Braun und Lily Braun. Verlag: Berlin-schonebcra. Preis für das Einzelheit 10 Pf, pro Monat 40 Pf, pro Vierteljahr 1,20 M. Die Gesellschaft. Herausgegeben von M. Buber. Bd. 7. Der Arzt, von E. Schweninger. Bd. 6. Der Weltverkehr, von A. Wirth. Bd. 0. Die Zeitung von I. I. David. Preis des Bandes kart. 1,50 M., geb. s SB. Literarische Anstalt Rülten u. Loening in Franksurt a. M. Letzte JVachnchtcn und Depefeben» Breslauer Justiz. Breslau, 13. Februar.(Privatdepesche des„Vorwärts.") Genosse Müller von der„Breslauer Bolkswacht" wurde heute wegen Richterbeleidigung zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Angeklagt war Müller wegen Beleidigung der bekannten Janske- Strafkammer; die Missetat wurde in einem Artikel der„Breslauer Volkswacht" ge» funden, der sich gegen einen Ausspruch dieser Kammer wandte, daß ein Redakteur überhaupt nicht das Recht habe, alles, was ihm mitgeteilt werde, zu ver» öffentlichen._ Es kommt immer besser. München, 19. Februar.(B. H.) Der„Bayer. Kurier" schreibt: Gestern stellten wir fest, daß im Flottenverein Denunzianten bei der Arbeit waren und noch find, um dir dem Zentrum angehörenden Beamten in ihrem beruflichen Fortkommen z« schädigen. Heute ein Gegenstück dazu: Wie wir in unserem ersten Enthüllungsartikel feststellten, erhielt Generalmajor Keim am 31. Dezember 1906 aus der Reichskanzlei ein Schreiben, wonach ein Reichsgerichtsrat, der seinerzeit von Thüringen vorgeschlagen worden sei, bald in den Ruhestand trete. Ob P-rzig sein Nachfolger werde, müsse man in Weimar erfragen. Und jetzt? Soeben wird gemeldet, daß Herr Oberlandesgerichtsrat Porzig-Jena zum Reichsgerichtsrat ernannt worden ist» an Stelle des am 1. März in den Ruhestand tretenden Reichsgerichtsrats Brückner. Merkt man noch immer nicht, welche geheime Fäden wir bloßgelegt haben? Müsse» wir deutlicher werden?_ Die«gefahrliche" Bombe. Frankfurt a. M., 19. Februar.(B. H.) An amtlicher Stelle nimmt man jetzt mit Sicherheit an, daß die in einem Wiesbadener Personenzug aufgefundene Bombe ein sehr altes Geschoß nicht- preußischen Modells ist, aus der Zeit von 1866 stammt und das in dem Geschoß enthaltene Pulver seine EzplofionSkraft verloren hat. Die Polizei weiß aber noch immer nicht, wer sich den üblen Scherz erlaubt hat. dieses Geschoß in einen Bahnzug zu prakti- zieren._ AuS dem Eifenbahnzuge gestürzt. Wiesbaden, 19. Februar.(W. T. B.) AuS dem Schnellf Wiesbaden— Nied er lahnstein stürzte heute mittag, wie der„V nifche Kurier" meldet, aus einem Abteil 3. Klasse der 25jö Korrespondent Wilhelm Großmann auS Koblenz. Bei dem laufen des Zuges in Biebrich erstattete ein Mitreisender von■ Geschehenen Anzeige, worauf ein Hülfswageen nach der Unfai. �'stet abging und den Verunglückten mit schwerer Schädelverletzung ui, gebrochenem rechten Oberarm bewußtlos fand. Großmann wu tb: nach dem städtischen Krankenhause in Bim ich übergeführt, wo tt kurz darauf verstarb._ Textilarbeiter-Ausstand. Reichenberg«. B.. 19. Februar.(W. T. B.) In dem benach- karten Fabriksorte Doerfel sind 1100 Arbeiter der Weberfirma Lederer u. Wolf wegen Lohndifferenzen in den Ausstand getreten. In Nordböhmen ist die Ausftandsbcwegung im Zunehmen begriffen- Die Kirchenpolitik. Pari», 1V. Februar. Deputiertenkammer.(Fortsetzung.) In Beantwortung der Interpellation Menier verleiht Mnister Briand dem Wunsche Ausdruck, daß die heutige Debatte entscheidend sei« möge. Seine Entschlüsse seien stets einstimmig durch den Ministerrat gebilligt worden, und er habe keinen Augenblick geglaubt, daß die Trennung des Staates von der Kirche den Charakter eines Religionskrieaeö haben sollte. Die Regierung wolle in keiner Weise der Gewissensfreiheit zu nahe treten. Briand erinnert darauf an die durch die Regierung übernommene Verpflichtung, die Kirchen für die Ausübung deS katholischen Gottesdienstes offen zu lassen, und fügt hinzu, daß die Regierung die Schaffung von Gesetzen und den Erlaß von Rundschreiben auf da« Minimum beschränkt habe. Briand wird dann vom Ministerpräfident Clemeuceau unterbrochen, der erklärt, daß er die Berantivortlich- keit mit Briand teile. Minister Briand rechtfertigt dann seine Unterhandlungen mit dem Erzbischof von Paris und führt aus. da das Gesetz einen Nutznießungsvertrag vorsehe, so habe es auch der» artige Verhandlungen vorgesehen, die das einzige Mittel seien. um einen solche» Vertrag zustande zu bringen. Die Regierung werde jeden vernünftigen Vorschlag akzeptieren, werde aber jeden Ver- trag verwerfen, der streitsüchtigen ausländischen Mönchen oder Mit- gliedern der aufgelösten Kongregationen ein Wiedererscheinen gestatten würde. Briand schließt mit einem Appell an das Gewissen der gesamten republikanischen Partei, für die Anwendung de« Trennungsgesetzes einzutreten, daß die Vorherrschaft des LaienswateS und die Be» ruhigung der Gemüter sichere. Die Mehrheit solle ohne Hinter» gedanken sagen, ob sie Vertrauen zu dem Kabinett habe.(Lebhafter. wiederholter Beifall links.) Nach einigen weiteren Bemerkungen der Deputierten Bepmale und Allard wird mit 384 gegen 33 Stimmen eine von Sarrien ein- gebrachte und von der Regierung genehmigte Tagesordnung ange- nommen, in welcher es heißt, die Kammer habe Vertrauen zu der Regierung, billige die von ihr abgegebenen Erklärungen, weise jeden Zusatz zurück und gehe zur Tagesordnung über. Die Sitzung wird hierauf geschlossen.(S. auch unter Frankreich.) Die Wahlen zur Duma. Petersburg, 19. Februar.(Meldung der Petersburger Tele- graphen-Agentur.) Nach den bis heute abend 16 Uhr eingegau- genen Depeschen sind bis jetzt noch 71 Dumaabgeordnete gewählt worden, darunter 1 Monarchist, 1 gemäßigter Parteiloser. 11 Kadetten, 17 Sozialdemokraten, 22 Linksstehende und 19 Nationalisten. Unter den Gewählten befinden sich 9 ehemalige Dumamit- glieder, darunter Professor Kusmine Karavaeff, sowie der Führer der Kadettcnpartei in Twer, Rodischeff. Ein drittes Dumamitglied für das Gouvernement Petersburg ist ein sozialistischer Arbeiter. Im ganzen sind bis jetzt 104 Dumamitglieder gewählt, unter ihnen 4 Monarchisten, 2 Ottobristen, 1 Gemäßigter. 21 Kadetten, 1« So- zialdemokraten, 3 Mitglieder der Arbeiterpartei. 29 Linlsstehendc. 3 Anhänger der extremen Richtung und 23 Nationalisten. , Entkommen. Warschau, 19. Februar.(B. H.) Aus der Festung Alexis sind drei wichtige Staatsgefangene entflohen.______ Paul SingcrLrCo.. Berlin SW. Hierzu 3 Beilage» u. Unterhaltungsblatt Nr. 43. 24. 1. KeilHt dkg Jotnätte" Krlim lolMlitt. MVoch, 20. Febrnar 1907. Reichstag. 1. Sitzung vom Dienstag, den 19. Februar t9V7, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowskh. Abg. v. Winterfeldt-Menki»v o l l t e n. flink in a ch e n. Der Unternehmer wurde mit einer Geldstrafe belegt. Wenn die Arbeiter aber sagen, Akkordarbeit ist Mordarbcit, dann machen die Unternehmer Spektakel. Hub Induftrie und ftandd* Die Große Berliner Straßenbahn. Die Rentabilität des Unter- nehmens illustriert die folgende Zusammenstellung: «Si SÜSSSP w Kapital fonds Gemeinden Reservefonds Jahr Mark Mark Mark- Mark Mark 1897 21375000 1 496248,90 1 538080,74 2 901340,93 3 420000 1893 44250000 2307818,34 1 349541,32 3 560958,57 3 847500 1899 67125000 2178248,10 1 656434,09 3 807712,28 4 646250 1900 68625000 2349067,30 1788401,07 4792938,39 5032500 1901 85785000 2 668980,61 1987994,70 5 348976,90 5146875 1902 85785000. 2850371,10 2050225,91 5933038,12 6 433875 1903 85785000 3282432,74 2515707,52' 6503483,10 6862800 1904 100082400 3 441 120,39 2147184,07 7 233881,82 7 506180 1905 100082400 3896908.85 2781 993.88 7 901422,09 7 756386 1906 100082400 4078818,13 3117082,88 8 594074,52 8006592 Summa 29550014,46 20982646,18 8594374,52 58658958 Es sind demnach in 10 Jahren neben 29>/.z Millionen Mark Abschreibungen an Abgaben für Gemeinden, Reservefonds und Dividenden 88 235 978 M. aufgebracht worden. Rechnet man noch die gezahlten Zinsen hinzu, so ergibt sich eine Gesamtsumme von rund 93 Millionen Mark. Den Brotkorb höher i Die Bäckcrinnung zu Glauchau macht bekannt, daß sie einen größeren Preisausschlag eintreten lasten müsse, und die Innung in Zwickau veröffentlicht folgende Preise: 6 Pfund Brot 1. Sorte 78 Pf.. 6 Pfund Brot 2. Sorte 75 Pf., d. h. für das Pfund Brot 1. Sorte wird 13 Pf. verlangt. Da wären wir glücklich wieder angelangt, wo das 8-Pfund-Brot 1 M. kostet und die„Achte" bei den Bäckermeistern nur noch b'/z Pfund wiegt. Daneben wird auch noch die Zukost teuerer. Die Margarinefabrikanten, die zur besseren Ausbeutung der Konsumenten einen Ring geschlossen haben, machen bekannt, daß sie genötigt sind, aufzuschlagen. Nachdem die Nationalen sich von den patriotischen Anstrengungen erholt haben, machen sie sich für die„idealen" Unkosten selbst bezahlt, wobei natürlich der Materialismus allein wieder Kurs- wert hat. Böhmisches Brauhaus. Im Geschäftsbericht für 1906 sagt die Verivaltung: Mit Abänderungen, ivie sie ungünstiger sich für uns nicht ge- stalte» konnten, ist das Braufteuergesetz in Form einer Staffelsteuer am 3. Juni 1906 angenommen und schon am 1. Juli 1906 in Kraft getreten. Von den im Berichtsjahre versteuerten 98 760 Zentnern Malz haben wir 49 080 Zentner, also fast die Hälfte unserer ge- samten Produktion zu dem erhöhten Satz versteuern müssen. Aber nicht genug damit— dem uns schwer schädigenden Gesetz legte man auch noch rücktvirkende Kraft bei, wodurch wir einen Verlust in Höhe von 23 375 M.' erlitten. Im ganzen zahlten wir 394 140 Vi. an Brau- steuer, während wir nach dein bisher geltenden Gesetz nur 246900 M. hätten entrichten müssen, das ist unter Hinzurechnung obiger 23 375 M. eine Mehrausgabe von 170 615 M. Das bedeutet für uns 4'/« Proz. Dividende, wobei zu berücksichtigen ist, daß das Brausteuergesetz ja nur erst ein halbes Jahr seinen ungünstigen Einfluß ausübte. Zu diesem uns auferlegten Opfer kommt nun als zweites die Wirkung des am 1. März in Kraft getretenen Zolltarifs. Die sehr verbreitet gewesene Annahme, daß die durch den Zolltarif ein- gettelene Erhöhung der Rohmaterialien vom Auslände und Jnlande ivenigstenS je zur Hälfte getragen werden würde, schien in der Theorie nicht ganz unberechttgt zu sein, sie hat sich aber als tatsächlich unzutreffend erwiesen. ES unterliegt keinem Zweifel mehr, daß bereits in dieser Campagne der ganze Zoll auf Gerste in voller Höhe von den Konsumenten allein getragen wird. Die besseren Gerftenqualitäten sind in» letzten Viertel des Berichts- jahres um 20 bis 30 M. pro Tonne gestiegen, wiewohl nach den amtlichen Feststellungen die Gerstenernte in Deutschland eine sehr gute gewesen ist, welche die des Vorjahres sogar um mehr als 189 000 Tonnen übertrifft." Die Brauereien haben die Verteuerung auf die Konsumenten abgewälzt. Trotz der angezogenen Mehrbelastungen gestattet das BelriebsergebniS die Ausschüttung einer Dividende von 10 Proz. Prcisvereiubarungen in der Konservenindustrie. Eine größere Anzahl von Fabriken auS dem Verein Süddeutscher Konserven- fabrikanten. die die bedeutendsten Vertreter der Fruchtkonserven- induftrie sind, haben dieser Tage in einer stark besuchten Versamm- lung in Mainz eine Preiskonvention geschlossen. Geschäftscrgebnisse. Die Essener Kreditanstalt verteilt für 1906 8V2 Proz. Dividende.— Der Aufsichtsrat der Bergbaugcsellschaft Neuessen schlägt 40 Proz. vor gegen 30 Proz. im Vorjahre.— Die Bremer Rolandmühle schlägt 7 Proz. Dividende vor gegen 9 Proz. im Vorjahre.— Die Norddeutsche Portland-Zementfabrik Misburg will 13 Proz. ausschütten, gegen 9 Proz. im Vorjahre.— In der AuffichtSratSsitzung des Norddeutschen Lloyd wurde beschlossen, die Dividende für 1906 auf 8'/, Proz. festzusetzen. Der Nettogewinn betrug 12 790 000 M.— Das Eisenwerk Wülfel in Hannover bringt 9 Proz. heraus, 8 Proz. im Vorjahre.— Bon 5 auf 12 Proz. erhöht sich die Dividende der Mathildenhüttc zu Bad Harzburg.— Die Metallgesellschaft in Frankfurt hat den Schluß ihres Geschäfts- jähre vom i. Juli auf den 1. Oktober verlegt. Sie zahlt für das Vierteljahr Juli-Oktobcr 1906 nur— 25 Proz. Dividende. Schiffahrtsabgabrii. In Mannheim waren am 16. Februar die Vertretungen von 22 städtischen Behörden. 24 Handelskammern und 4 wirtschaftlichen Verbänden zusammengekommen, um zu der Frage der Einsühruna von Schiffahrtsabgaben Stellung zu nehmen. Nach Entgegennahme von Referaten der Professoren Laband und Gothein wurde eine Resolution angenommen, in der eS heißt: Jede auch noch so geringe Abgabe würde eine schwere Schä- digung der Schiffahrt aus den natürlichen Binnenwasserstraßen zur Folge haben, denn in allen Verkehrsbeziehungen, wo die deutsche Binnenschiffahrt mit anderen Beförderungswegen im Wettbewerb steht, würde sie der deutschen Schiffahrt Transporte entziehen und ihren Aktionsradius verkürzen. Zu schärfftem Widerspruch würde auch die Form der geplanten Abgabcnerhcbung nach Tonnenkilometern herausfordern, da sie das Schwergewicht der Belastung den oberen Stromgebieten aufbürden und dadurch einseitig Handel und Industrie dieser Gebiete und ihres natürlichen Hinterlandes in ihrer Wettbewerbs- und Ausfuhrfähigkeit aufs empfindlichste schädigen würde. Gegen diese Einführung von Abgaben überhaupt ist um so ent» schiedener Einspruch zu erheben, als diese ausgesprochenermaßen zur Durchführung agrarisch-schutzzöllnerischer und anderer wirtschasts- politischer Absichten mißbraucht und der Verwaltung der maßgebliche Einfluß auf die Enttvickelung des Gütertransportwesens nicht nur auf. den Eisenbahnen, sondern auch auf den Wasserstraßen eingeräumt werden soll. Die durch den Ausfall der ReichstagStvahl in ihrem Macht- bewußtsein gestärkte agrarische Mehrheit des Abgeordnetenhauses wird sich wenig um solche Proteste kümmern. Und sie hat die Re- gierung auf ihrer Seite, die sogar Pressionsmittel anwendet, uin den Widerstand gegen die geplante— Reform zu brechen. In der Budgetkommission des Abgeordnetenhauses erklärte ein Regierungs- Vertreter: Die Regierung stände auf dem Standpunkt des§ 19 des WasserstraßengesetzeS. Einen Widerspruch mit der Verfassung könne sie in der Erhebung von Schiffahrtsabgaben nicht sehen( 1 1), und sie werde bis zu ihrer Einführung keine weiteren Mittel zur Regulierung künstlicher Wasserstraßen in den Etat einstellen. Das ist natürlich kein Terrorismus, das ist vom Agrariertnm diktierte— Diplomatie zur Stärkung der konservativ-liberalen Bereinigung. Und immer wieder Preiserhöhung. Das Kohlenkontor erhöhte. wie die„Köln. Volksztg." meldet, die Preise für Braunkohlenbriketts von, 1. April ab un, 0,80 pro Tonne auf 12,30 M. ab Werk zur Lieferung bis 31. August d. I. und auf 12,80 M. zur Lieferung vom 1. September ab. Lohnerhöhung. Ohne Streik hat der Aufsichtsrat der Rheinisch- Nassauischen Bergwerks- und Hütten-Aktieugesellschaft in Stolberg eine Lohnerhöhung von 50 Prozent durchgesetzt. Die Tantieme ist von 40 000 auf 60 000 M. erhöht worden. Die Zulage wird mit dem enorm gestiegenen Gewinne der Gesellschaft begründet. Der Reingewinn des letzten Jahres beträgt 3 321 000 M. Da dürfen die Arbeiter auch wohl auf eine kräftige Lohnaufbesserung rechnen? Japan und die Zelliiloid-Fabrikation der Welt. Seit einiger Zeit hat eine ungeheuere Preissteigerung des Kampfers, der in großem Umfange zur Zelluloidfabrikation benutzt wird, stattgefunden. Dadurch sind die großen Zellnloidfabriken, die sich hauptsächlich in Deutschland, England und Skandinavien befinden, in eine schwierige Situation gebracht, da sie zum großen Teil Lieserungen zu niedrigen Preisen übernommen haben, die- ihnen bei dem hohen Stande der Kampfcrpreise keinen Gewinn mehr lassen. Kampfer wird fast aus- schließlich auf Forniosa gefunden, und seit der Eroberung der Insel durch die Japaner ist die Kampferernte vom Staate monopolisiert. Die Regierung hat seit langem große Ouantitäten einbehalten, und vor kurzer Zeit selbst eine staatliche Zelluloidfabrik errichtet. Da Japan in der Lage ist, das Rohmaterial zu einem außerordentlich billigen Preise zu erwerben und auch die japanischen Arbeitskräfte beträchtlich billiger als die europäischen sind, so steht eine Konkurrenz für die europäischen Zelluloidfabriken in Aussicht, die schwer zu bc- kämpfen sein wird, um so inehr als eS den Japanern völlig freisteht, de» Kampfermarkt eventuell gänzlich zu sperren. Versammlungen. Die Konkurrenzklausel. Modernes Sklaventum im HanbelSgcwerbc, lautete das Thema einer öffentlichen Handlungsgehülfenvcrsamm- lung, die vom Zcntralverband der Handlungs- gehülfen und Gehülfinncn Deutschlands einberufen war. Ueber 1000 Handlungsgehülfcn und Gehülfinncn waren diesem Rufe gefolgt und protestierten energisch gegen das Vorgehen der Firma A. W e r t h e i m gegen ihre Angestellten sowie gegen das rückständige Urteil des Berliner Kausinannsgcrichts in einem Prozeß, den die genannte Firma gegen eine Verkäuferin wegen Nichtcin- Haltung der Konknrrenzklausel angestrengt hat. Unter lebhafter Zustimmung der Versammlung führten die Referenten, Rechts- anwalt Dr. Hugo S c i n c m a n 11 und M a r t i n Meyer ans, daß die Konkurrenzklauscl, wie sie heute die größten Geschäfte ihren Angestellten aufzwingen, diese Angestellten zu Sklaven degra- diert. Den, Angestellten wird bei Strafe verboten, während einer bestimmten Zeit seine Kenntnisse in einem ähnlichen Geschäft zu verwerten; er wird also um seine Existenzmöglichkcit gebracht. Noch viel verwerflicher aber ist dieses Vorgehen der Chefs beim Bcrkaufsperfonal, das absolut keine Geschäftsgeheimnisse kennt und auch nicht verraten kann. Die Weltfirma Werth ein, aber, die in der Oeffentlichkeit sich so gern als wohltätige Firma aufspielt, hat sich nicht geschämt, gegen die betreffende Perkäuferin, die mit 80 M. entlohnt wurde, H a f t st r a f e zu beantragen. Das Gericht allerdings erkannte„nur" auf eine Geldstrafe von 10 Mark pro Tag, bei einem Gehalt von 80 Mark pro Monat! Lebhafte Pfuirufe ertönten, als die Referenten die Rückständigkeit der Bei- sitzer, die an diesem Urteil mitgewirkt hatten, geißelten. Der eine Chefbcisitzer ist schon wiederholt vom Zentralverband bei Ueber- tretungen der Sonntagsbestiminungen festgestellt worden. Nach leb- hafter Diskussion, in der von allen Rednern auf den Wert der Organisation hingewiesen wurde, nahm die Versammlung ein- stimmig folgende Resolution an: „Die am 18. Februar 1907 in Dräsels Festsälcn tagende Ver» saminlung von Handlungsgchülfen und Gehülfinnen, einberufen vom Zentralverband der Handlungsgehülfcn und GebülfinnenDeutschlandS, Bezirk Berlin, Neue Königstr. 36, erklärt sich mit den Ausführungen der Referenten einverstanden.— Sie protestiert mit aller Eni- schiedenheit gegen die Art und Weise, in der die Firnis A. Werthcim von der Konkurrenzklauscl Gebrauch macht.— Sie erblickt in dem Verlangen, den Angestellten mit Haft bestrafen zu lassen, einen Versuch, eine neue Form der Leibeigenschaft einzuführen, der um so verwerflicher ist, als es für die Angestellten der Warenhäuser schon ohne Konkurrenzklauscl fast zur Uninöglichkeit geworden ist, in anderen Betrieben Stellung zu finden.— Sie verurteilt dies Benehmen der Firma A. Wertheim noch rücksichtsloser, da di e s e Firma es gerade war, die sich bei Gelegenheit des Kampfes um die Warenhaussteuer in'Eingaben und Flugblättern gegen diese Besteuerung, auf die für andere Betriebe vorbildliche Lage ihrer Angestellten berief, immer anführte, daß ihre Betriebe die besten Arbeitsbedingungen böten, und d>e sozialpolitischen Forderungen der Gegenwart im weitesten Umfange erfüllten.— Die Versammlung bedauert, daß eine Kammer des Berliner Kaufmanns- gerichts ein so rückständiges Urteil fällen konnte. Sie sieht darin einen Ansporn, bei den nächsten Wahlen der Beisitzer zum Kauf- mannsgericht dafür zu sorgen, daß nur solche Beisitzer gewählt werden, die für die soziale Lage der Angestellten Verständnis haben. — Die Versammlung ersucht die gesetzgebenden Körperschaften des Reiches unverzüglich, nach dem Zusammentritt des Reichstages Schritte zu tun, die Konkurrenzklauscl für Handclsanacftellte voll- ständig zu beseUigrn."_ Lese- und Diskntiertlnb„Süd-Ost". Heule abend S>/,Uhr Bortrau bei Tolksdori, Görlitzerstr. 58. .- Arbeiterinnen Deutscher Metallarheiter- Verband Zentralverband der Handels; Transport- Verkehrsarhelter- helteringmen Deutschlands. Arbeitsnachweis: Verwaltungsstelle Berlin. Hauptbureau: Bimmer 34, Amt 4, 3353. Engel- Ufer 15. Bimmer 1-5, Amt 4, 9679. Verwaltungstelle Berlin II. " Gewerkschaftshaus", Engel Ufer 15, II, Zimmer 13-17. Mitglieder aus allen Branchen! Donnerstag, 21. Februar, abends 8%, Uhr: Donnerstag, den 21. Februar 1907, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Branchen- Verfammlung der Elektromonteure und Helfer Berlins und Umgegend in Frankes Festsälen, Sebastianstr. 39.( Jnh. Meier.) Zages Drdnung: Engel- llfer 15( großer Saal): Ordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: 1. Mitteilungen. 2. Jahresberichte: a) Bericht des Vorstandes; b) Staffenbericht; c) Arbeitsnachweis. bericht; d) Bericht des Bibliothekars. 3. Neuwahl der inneren Ortsverwaltung. 4. Besprechung über die Zu sammensetzung der erweiterten Drtsverwaltung und eventuelle Wahl derfelben. 5. Erledigung eventuell ein: gegangener Anträge. 6. Geschäftliches. 10 8857L* InventurAusverkauf Nur solange Vorrat: Ein Posten Bei der äußerst wichtigen Tagesordnung erachten wir einen zahlreichen Besuch für Wollatlas- Steppdecken. selbstverständlich. 1. Uuser Tarif. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. Mitgliedsbuch ist mitzubringen und am Eingang der Versammlung vorzuzeigen. Wer mit seinen Beiträgen Da in Unbetracht der Wahlen unsere lekte Bersammlung aus über 10 Bochen im Rückstande ist, hat keinen Zutritt. fallen mußte, ersuchen wir die Kollegen, in dieser Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. Achtung! Gürtler. Achtung! Donnerstag, 21. Februar, abends 6 Uhr: Versammlung im Saale von Buggenhagen, Morisplas. Tages- Ordnung: 1. Was haben die Arbeiter von dem neugewählten Reichstag zu erwarten?" Referent Sollege Wuschick. 2. Disfuffion. 3. Berschiedenes und Branchen- Neuwahlen. Kollegen! Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es not wendig, daß alle Kollegen erscheinen. Sonntag, 24. Februar, vormittags 10 Uhr: General- Versammlung 68/4 Die Ortsverwaltung Berlin II. Orts- Krankenkasse Freie Volksbühne Charlottenburg. für das Barbiergewerbe zu Berlin. Mittwoch, 27. Februar, abends 8 Uhr, im Volkshauſe, abends 10 tilbe, im Restaurant Wohl3: General- Versammlung. Zages Drdnung: 1. Berwaltungs- und Kassenbericht. Bericht der Revisoren. 2. Anträge des Vorstandes.( Erhöhung der Beiträge.) 3. Bahl der Funktionäre für das neue Geschäftsjahr. 4. Berschiedenes. 287/2 " Eintritt nur Mitgliederngegen Vorzeigen der Karte gestattet. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist das Erscheinen aller Mitglieder erforderlich. Der Vorstand. J. A.: Wilt. fahrt, Rosenthalerstr. 57: Außerordenti. Generalversammlung Tages Drdnung: 1. Geschäftliches. 2. Antrag auf Erweiterung des§ 14 des Statuts. 3. Regelung der Anstellungsverhält niffe der Beamten. 4. Abänderung des§ 52 des Statuts. 5. Raffen. angelegenheiten. Der Vorstand. J. A.: Julius Langner, Borfigender. Soeben ist erschienen: Die 270/15 Klaffe Gr.ca.135/ 195, Wert4,65, jetzt 3,25 Gr.ca.145/ 200, Wert5,85, jetzt 3,90 Gr.ca.160/ 200, Wert8,-, jetzt 5,45 zum vollständigen Ausverkauf. ( Sim.- Handarb.160/ 200 jetzt 6,35 Seide) doppels.jetzt 7,35 990 Einzelne Steppdecken bedeutend unter Preis. 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ΚΟΣ ΚΟΣ O O Engel- Ufer 15 Gewerkschaftshaus Engel- Ufer 15 Sonnabend, den 23. Februar 1907: Großes Winter- Vergnügen bestehend in einem Gebirgs- Fest. Arrangiert von den Gold- und Silberarbeitern. Die Dekorationen zum Fest sind auf das eleganteste ausgeführt. Anfang 9 Uhr. Tanz in zwei Sälen. Billett 60 Pf. Billetts find zu haben bei F. Holtkamp, Fürstenstr. 20; A. Becker, Prinzenstr. 81; A. Lohse, Staligerstr. 10; E. Sommerfeldt, Prinzessinnenftraße 4; E. Bauer, Bernburgerstr. 20. Hierzu ladet freundlichst ein O Das Komitee. O KOKO O Deutscher Holzarbeiter-Verband. Einsetzer. Werkstattfikung der Firma Sommerlatte- Stralan Donnerstag, den 21. Februar, abends 7 Uhr, im Lokale von Brünner, Engel- Ufer Nr. 13. Die Kollegen obiger Firma werden zu derselben hierdurch eingeladen. Der Obmann. 80/17 Vereinigung der Fliesenleger Deutschlands. Ortsverein Berlin, Abt. I. Den Mitgliedern zur Kenntnis I Am Donnerstag, 21. Februar, abends 8 Uhr, Kommandantenstr. 72: Zages Drdnung: 1. Bericht der Schlichtungskommission über den Stand der Berhand. lungen zur Neuregelung des Tarifs für 1907-1908 und Distusfion. 2. Be richt vom Verbandstag in Leipzig und Diskussion. 3. Wahl der Delegierten der Filiale Berlin I zur Gaufonferenz der Provinz Brandenburg. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsverwaltung. J. A.: Paul Schenke, Berlin C. 54, Gormannstr. 28 part, Amt III 1296. in Rußland. Eine historische Darstellung an der Hand amtlicher und privater Untersuchungen und der Berichte ber in Tuch, Plüsch u.Velvetin ( 2 Schals u. 1 Querbeh.) 3,35, 4,25, 4,85, 5,65, 6,25, 7,50, 8,25 etc. Fabrikinipeltoren von 1861 bis in die Fehlerhafte Plüsch- Teppiche heutige Zeit. Bon K. A. Pashitnow. Autorisierte Ueberfegung von:: M. Nachimson. Band 40 der Internationalen Bibliother Preis broschiert 2,50 M., gebunden 3 M. Ferner empfehlen wir: Verband der baugewerblichen Hilfsarbeiter Seyehn Jahre in Sibirien. Deutschlands. Zweigverein Berlin u. Umgegend. :: Erinnerungen eines russischen:: Revolutionärs bon Leo Deutsch. Sektion der Brunnenbauer u. Hülfsarbeiter. it 7 Borträts und 6 Illuftrationen. Donnerstag, den 21. Februar, abends 8 Uhr: Preis broschiert 3 M., gebunden 3,50 Versammlung der Brunnenbauer u. Hülfsarbeiter Expedition des„ Vorwärts" bei Augustin, Oranienstr. 103. Tagesordnung: 1. Aufstellung und Beratung unserer diesjährigen Lohn forderung. 2. Bie betreiben wir am besten Agitation. 3. Berbands, angelegenheiten. 32/12 BERLIN SW.68 Lindenstr. 69, Laden. Goltzstr. 9 Schöneberg, Goltzstr. 9 Das Erscheinen sämtlicher Brunnenbauer und Hülfsarbeiter in bejer Gustav Behrens Theater Bersammlung erhofft Max Glienke. Deine alte Mutter bittet um Deine breffe. W. Gilenke, Liegnigerftraße 27, 3 Treppen. 15785 Masken- Garderobe Der Zweigvereins- Vorstand. Mit Ihren geringen Ersparnissen tönnen Sie Ihr Glück machen. Ordentlichen, nüchternen Schlossern, Monteuren usw. geben wir schon bei geringer Anzahlung Motorwagen Karl Ernst, wodurch sie ein glänzendes EinKöpeniderftr. 126, 1 Kr. Größte Auswahl! Billigste Preise! Borzeiger diefer Annonce erhält 10% Breisermäßigung. General- Versammlung. ff. Stutzflügel, fommeu erzielen, besonders da jeht die Fahrtage um 3 erhöht ist. 175/ 18* Berliner Automobilhaus- und enorm billig, event. Industrie- Gesellschaft m. b. H., Teilzahlung, schnell, Tagesordnung ist dieselbe, wie die der am 31. Januar nicht statt- b.9 abbs., 3. verf. Gerichtstr. 32, Dittrich. gefundenen Versammlung. 287/1 Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder ist unbedingt erforderlich. Der Vorstand. Verein der föderierten Anarchisten. Berlin W., Uhlandstr. 170. Volks- Versammlung Möbel Mittwoch, den 20. Februar 1907, abends 8 Uhr, in Herrn Boekers Festfälen, Weberstraße 17. Tages- Ordnung: 1. Parlamentarismus und Generalftreik. Referent: Genosse Rudolf Lange. 2. Freie Diskussion. Bahlreicher Besuch wird erwartet. Der Einberufer. 15905 Bürgerliche WohnungsEinrichtungen eventuell auch auf Teilzahlung Paul Burow's Möbel- Fabrik Berlin SW., Lindenstraße 105. 53 früher Schöneberger Wintergarten. 密 Eröffnung Sonnabend, 2. März mit einem erstklassigen Programm. Bahnärztliche Klinik Belleallianceftr. 106 1 Zahnziehen unentgeltl. Bei fünftlich. Zähnen, spez. Kronen- u. Brüden- Blomben 2c. werden nur die Auslagen berechnet. 39262* Geöffnet 9-6, Sonntags 9-12 Uhr. Amtl. untersucht, unverfälscht 1904er Weiß- u. Rotwein 60 Pf. pr. Ltr. u. 62 Pf. pr. Fl. mit Glas. Fäffer v. 30 Ltr., Kisten v. 12 Fl. an. Probefifte 6 weiß, 6 rot. Weingut Ed. de Waal& Sohn, Koblenz 88. Weidenweg 12 Laden m. Wohn., 60 M. mon. u. fl. Wohn. frei, d. Tröllsch, I. in allen Größen zu fabelhaft billigen Preisen, zu 10 Proz. extra Rabatt. Plüschdecken in allen Farben, solange Vorrat. Stck. 5,75, 6,25, 7,35, 8,25, 9,35. Tuch- Tischdecken 1,68, 2,15, 2,75, 3,50 etc. Weissenbergs Teppich- Haus Gr. 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Die neue Organisationsform, die sich Groß-Berlin geschaffen hatte und die darauf beruhte, die Beratung und Entscheidung über innere Parteisragen nicht mehr der öffentlichen Partei- Versammlung, sondern den organisierten und tätigenGenossen zuzuweisen, brachte naturgemäß eine größere Wertschätzung und Bedeutung der Wahlvereine mit sich. Diese immer mehr zu stärken und zu einem immer stär- keren Machtfaktor im politischen Leben auszugestalten, war stete Sorge der leitenden Genossen. Hand in Hand mit diesem Bestreben ging andererseits, die in der politischen Bc> wegung Organisierten, gemäß den Parteitagsbeschlüsscn. auch der gewerkschaftlichen Organisation zuzuführen, soweit dies etwa noch nicht der Fall war. Und nicht zuletzt galt es, dein Blatt der Berliner Arbeiterschaft, dem„Vorwärts", neue Leser zuzuführen in der Erkenntnis, daß aus den Lesern un- seres Blattes Anhänger und schließlich Kämpfer für unsere Sache werden. Um über die Ergebnisse dieser für unsere Sacke so wertvollen agitatorischen Kleinarbeit eine positive Unterlage zu schaffen, wurde im verflossenen Jahre vom Zen- tralvorstand der Beschluß gefaßt, eine Statistik aufzunehmen, die sich erstrecken sollte aus Alter und Beruf der Mitglieder. Tauer der Mitgliedschaft, Zugehörigkeit zur politischen und gewerkschaftlichen Organisation, sowie Abonnementsver- hältnis zur Parteipresse. Zuni Zwecke der Aufnahme dieser Statistik wurde ani 23. Oktober ein Extrazahlabend abge- halten. Das Resultat dieses Ertrazahlabends liegt nun vor. ES haben sich an dieser Statistik 53 939 Mitglieder beteiligt, die sich auf die einzelnen Kreise wie folgt verteilen: Es Ware» anwesend oder wurden später aufgesucht: Im t. Kreise " 8* n O« ,, . 4. In Nieder-'Barnim. „ Teltow-Beeskow 530 Mitglieder 3 781 1721 11827 1 174 18 920 6 780 13 447 Zieht man in Betracht, daß in jedem Wahlkreise sicher mehrere hundert Mitglieder vorhanden sind, die bei dem nachträglichen Aufsuchen nicht anzutreffen waren und infolge- dessen nicht mit in die Statistik miteinbezogen werden konnten, so dürfte sich der effektive Bestand der politisch orga- nisierten Genossen und zahlenden Mitglieder in Groß-Bcrlin sicher um mehrere Hundert vermehren. ES ergibt sich demnach, daß sich die Mitgliederziffer der Wahlvereine Groß-Berlins vom 17. Dezember 1395 bis 23. Oktober 1V96 um mindestens 11389 erhöht hat. Dazu kommt aber, daß uns die im Dezember einsetzende Wahlbewegung noch einen weiteren erheblichen Zuwachs an Mitgliedern gebracht hat, der hoffentlich in dem der General- Versammlung des Verbandes am 21. April zu erstattenden Bericht zum zahlenmäßigen Ausdruck kommen dürfte. Es kann offen ausgesprochen werden, daß noch in keinem Jahre vorher die Parteiorganisation in Groß-Bcrlin einen solchen Fortschritt zu verzeichnen hat, wie in dem oben näher bezeichneten Zeitraum. Die auf Stärkung der politischen Organisation gerichtete Tätigkeit hat gute Erfolge gehabt »nd berechtigt für die Zukunft zu den besten Hoffnungen. Die Stärkung der politischen Organisation, die Vergrößerung und Disziplinierung unserer Kerntruppcn hat sich, als es galt, in den Kampf zu ziehen, vortrefflich bewährt: nur mit Hülfe unserer Parteiorganisation im Verein mit unserer Presse war es möglich, den Angriffen der Gegner im ver- slossenen Wahlkampfe nicht nur erfolgreich zu begegnen, son- dern auch neue? Terrain zu erobern. Nichtsdestolveniger dürfen wir uns aber nicht verhehlen, daß uns noch viel zu tun übrig bleibt; ein Blick auf die bei der Wahl für Sozialdemokraten abgegebenen Stinimen zahlen beweist uns das. Der günstige Erfolg der organisatorischen Tätigkeit der 19 Monate bat den Beweis geliefert, daß die Genossen Groß-Berlin» sich auf guter Bahn befinden; arbeiten die Genossen in diesem Sinne weiter, so dürfte auch in der Zukunft der Erfolg sicher sein. Stärken wir unsere Mittel un Klassenkampfe, dann wird uns auch der endgültige Sieg zufallen müssen! Partei- Angelegenheiten. Tegel. Heute. Mittwoch, abends SVi Uhr, beim Genossen Götz, Schloßftr. 7/8 Kursus in Nationalökonomie. Um Punkt» liche» und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Borstand. berliner Nachrichten. In der gestrigen Sitzung der städtischen BerkchrSdeputation ge» langt« zunächst ein Antrag der Großen Berliner Straßen» bahn auf Zustimmung zur dauernden Einrichtung deö Oberleitung S b et ri eb e s auf dem Potsdamer Platz zur Beratung. Die Deputation kam zu dem Beschluß, daß eS vor» zuziehen sei, die ganze graae der Beseitigung der noch vorhandenen UnterleitungSstreaen im Zusammenhang zu behandeln. Der Gekell« schaft soll daher anheimgegeben werden, ihr« Vorschläge und Wünsche auch bezüglich der anderen Strecken einzureichen. Ei» Antrag der gieger-TranSport»Sktien»Ges»ll» thaft betr. die Aufstellung eine« Schuppen» auf der Ladeinsel de« rbanhafenS zur U n t e r st e l l u n g eine« elektrischen Auto« m o b i l w a g e n S für Vcn SleintranSport wurde gegen eine jährliche Lnerkennungsgebühr von 400 M. genehmigt. Bezüglich des geplanten Hasen« am S tralauerAnaer haben die auf Wunsch der Stadtverordnetenversammlung wiederholt mit den Staatsbehörden geführten Verhandlungen da« Ergebnis ge» zeitigt, daß jetzt der Stadt die benötigten Spreeflächen statt zum Prepe von 40 M. für 20 M. pro Quadratmeter überlassen werden sollen, daß der Staat dagegen auf das ihm zustehende Viertel der zu erhebenden Gebühren und Liegegelder nicht verzichtet. Der Stadwerordnetenversainmlung wird von diesem Resultate der Beratungen Mitteilung gemacht werden; auch sollen die staatlichen Behörden ersucht werden. Borkehrungen zu treffen, daß die Stadt vom 1. April ab über die benötigten Flächen verfügen kann. Die OmnibuS'Gesellschaft hat sich mit dem in der vorigen Sitzung bezüglich der Tarife für die Motor» wagen gefaßten Beschlutz einverstanden erklärt. Nach diesem Beschluß darf die Gesellschaft für Strecken über 3000 Meter einen Tarif von 15 Pf. für die Motorwagen erheben, während bis zu 3000 Meter für 10 Pf. gefahren werden muß. Da die von der Gesellschaft als Teilstrecken gewünschte Verbindung zu Hauptverkehrspunkten in einigen Fällen unter 3000 Meter bleiben, während in anderen diese Wegestrecke überschritten wird, lag der Deputation in der gestrigen Sitzung ein von der Gesellschaft aufgestellter Plan der Teilstrecke» zur Genehmigung vor. Nach eingehender Beratung wurden an diesem Plan einige Abänderungen vorgenommen und dem so geänderten Plan die Zusttmmung erteilt. Bor einigen Monaten hatte die Verkehrsdeputation beschloffen, der Großen Straß enbahngesellschaft die Ein» stellung der Linie 68 von der Frankfurter Chauffe fHubertuS» straße) über Alexandcrplatz— Stettiner Bahnhof nach der Seestraße aufzugeben. Der Gesellschaft hatte es beliebt, in krasser Vertragsverletzung von der geschehenen Eiurichung dieser Linie der Verkehrsdeputation einfach Kenntnis zu geben, während sie nach dem Vertrage die Genehmigung zum Betrieb einer jeden neuen Linie einzuholen hat und dieser Praxis auch ivährend der ganzen bisherigen VertragSdaiicr nachgekommen war. �n ihrem ersten Antivorlschreiben hatte die Gesellschaft kühl erklärt, daß sie den von der Verkehrsdeputation eingenoinmenen Standpunkt nicht anerkenne. Die Linie 63 sei keine neue Linie, sondern nur die Verlängc» rung einer schon bestehenden. Zu einer solchen Verlängerung brauche sie die Genehmigung der VcrkchrSdeputto» nicht. Wenn sie bisher auch in solchen Fällen die Genehmigung eingeholt habe, so habe sie damit etwa« getan, wozu sie nicht verpflichtet gewesen sei, und was in der Folge zu tun sie ablehne. Die Verkehrsdeputation legte darauf noch einmal ihren Rechts standpunkt dar. Z 38 Absatz 1 des Vertrages bestimmt ganz generell und ohne Einschränkung:„Der Fahrplan unterliegt der gu> stimmung deS Magistrats.' In§ 33 Absatz 2 werden dann eine Reihe von Vororten aufgeführt, für die vertraglich der Zehnpfennig- Tarif festgelegt wird. Die von der Gesellschaft angezogene Bestimmung deS§ 33 Absatz 3:„Zu einer Veränderung, die eine Verkürzung der Linie deS jeweiligen Fahrplans mit sich bringen würde, ist die Zustimmung deS Magistrats erforderlich" könne dem Sinne, der Stellung und der Entstchungs geschichte nach nur auf§ 33 Absatz 2 bezogen werden. E< solle durch diese Bestimmung eben lediglich verhindert werden, daß der im Interesse von Groß-Berlm eingeführte Fahrplan verkürzt und so der 10 Pfennig» Tarif durchlöchert werde._ Keinesfalls aber könne aus dieser Bestimmung das Recht hergeleitet werden, wie die Gesellschaft das nunmehr wolle, die generelle Bestimmung deS Absatz 1 zu umgehen und im Weichbild der Stadt auch Verlängerungen der leiveils betriebenen Linien ohne Zustimmung des Magistrats vorzunehmen. Ebenso wie zu Ver» kurzunaen sei auch zu Verlängerungen von Linien nach Z 83 Abs. die Zustimmung des Magistrats erforderlich. Was ven speziellen Fall der Linie 68 betreffe, so sei die Behauptung, die neue Linie sei nur die Verlängerung einer schon* stehenden, schon aus dem Grunde falsch, weil die neue Linienfüb g gegen früher Ab weichungen aufwefft. 3* In ihrem letzten Antwortschreiben g,vl die Gesellschaft nur zu, daß die neue Linie 68 nicht als eine bloße Verlängerung der früheren anzusehen sei und bittet um die Genehmigung der neuen Linie, welche erteilt wurde. Dagegen hält die Gesellschaft an ihrem auf ß 83 Absatz 3 gegründeten Rechtsstandpunkt fest und über» reicht zur Bekräftigung diese« Standpunktes Abschriften der beim Polizeipräsidenten beantragten Fahrplanänderungen für die Linien 80. 58 und 65 zur Kenntnisnahme. Nach längerer Beratung beschloß die Deputatton, unter Wahrung und wiederh oller Betonung ihre« Rechtsstandpunkte« die C nehmigung für die neuen zweckmäßigen Fahrplanänberungen zu erteilen._ Der Etat der Reichshaupfftabi. für das Etatsjahr 1907 ist jetzt im Der�W��M��WW���MWWWWWWWWWI Rathaus fertiggestellt worden" Er balanziert in Einnahmen und Ausgaben mit 147 534 411 M.. dav sind gcgenüber der Endsumme de« Etats für 1906. die sich auf 153 467 646 M. belief, rund 6 Millionen weniger. Daran» darf aber nicht geschloffen werden, daß die Einnahmen gegenüber dem Vorjahre geringer veranschlagt sind. Im Gegenteil: sie find mit über OVi Millionen Mark Häher in Anschlag gebracht. Die Verringerung ist im wesentlichen da» durch begründet, daß im Kapitel Bauwesen 10V4 Millionen weniger gegenüber dem Etat für 1906 in Ansatz gebracht sind, die zu einem Teil aus Anleihemitteln genommen ivcrden. Im Hauptetat figu. rieren die Etats der städtischen Werke nur mit ihren Ueberschüffen Rechnet man ihre Spezialetat» hinzu, so stellt sich der Bruttodat auf fast das Doppelte, etwa 270 Millionen. Nachdem so die Balance hergestellt ist. dürfte auch in diesem Jahre wie in den Vorjahren die Gemeindesteuer auf 100 Proz. festgesetzt werden._ Tagesordnung für die Sitzung der Stadtverorbnrtenversamm lung am Donnerstag, den 21. Februar d. I., nachmittag» 5 Uhr. Vorschläge des Ausschusses für Petitionen.— Berichterstattung über die Vorlagen, betreffend: Einstellung erhöhter und neuer Zuwendungen in den Spezialetat 49 für 1907,— und den Ankauf eine? Schulgrundstück« an der Genterstraße.— Berichterstattung des Ausschusses für RechnungSfachcn.— Berichterstattung über die Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betreffend: die Be schaffung pp. von zwei Automobilen für Zwecke der städtischen Ver waltung, sowie die Anschaffung von Fahrkarten auf den Straßen bahnen für die Mitglieder der beiden städtischen Behörden.— Vorlagen, betreffend: die erfolgte Bauabnahme de» neuen Andreas-RealgymnasiumS in der Koppenstr. 75/76,— den Etat der Kassenverwaltung der städtischen Werke— und den Abschluß eine» Kaufvertrages über ein Grundstück in Tasdorf.— Antrag von Mitgliedern der Versammlung, betreffend schnellere Bcseiti» gung der Schneemassen bei größeren Schneefällen.— Vorlagen, betreffend: die Anlegung einer Gartenanlage auf dem Comcnius- platz,— die Niederschlagung von Beiträgen der Drechslerinnung zu den UnterhaltungSlostcn der Berliner Tischlerschulc.— Ab- änderung der Jluchtlinten an der Ecke der Neuen Friedrich- und Stralauerstraße aus Anlaß des Neubaues des Verwaltungs» aebäude» der städtischen Gaswerke,— den Bau der beiden nörd» lichen städtischen Straßenbahnlinien sowie die nachträgliche Bc- willigung eines vorschußweise zur Verfügung gestellten Betrage» von 10 000 M. für die Kosten weiterer Vorarbeiten,— die Ab- änderung der Straßenanlogc behufs Verlängerung der Putlttz- straße über den Bahnhof Moabit bis zur Straße 30, Abteilung VIII de» Bebauungsplanes, sowie zur.Festsetzung einer Fluchtlinie vor der Einmündung der abzuändernden Verlängerung der Putlitz. straße in die Straße 30— und die Erbauung einer Ueberführung der verlängerten Putlitzstratzc über den Bahnhof Moabit und einer im Zuge der Föhrerstratze über den Spandauer Schiffahrtskanal führenden Straßenbrücke.— Berichterstattung über die Vorlage, betreffend die anderweitige Festsetzung der Besoldungsverhältnisse des Lehrperfonalö in den Gemeindeschulen.—> Berichterstattung über die Petition der Aufseher der städtischen Straßenreinigung um Aufbesserung ihre« Gehalts, Festsetzung eines Kleidergeld- betragc« und Einführung eineö periodisch wlederkchrcndcn dienst- freien Tage».— Vorlagen, betreffend: die Erhöhung de» KämmereiunterstützungSfondS--- die Erstattung gestohlener Arm-n» geldcr,— den Anschluß des Wasserwerks Müggelsee as die Kanalisation der Gemeinde Friedrichshagen,— den Uebcrgang de» Grundstücks Chorinerstr. 74 in die Verwaltung der Deputation für die höheren Schulen,— die Errichtung zweier Stellen für Obcrbrandinspektorcn bei der Berliner Feuerwehr und die Auf- besserung der Gehälter ihres Exekutivpersonals.— den Ankauf des Grundstücks Melchiorftr. 20 zum Zwecke der Erweiterung der Werk- statt der städtischen Wasserwerke,— die Enteignung eines Teils des Jnselspeichergrundstücks,— den freihändigen Erwerb des Grundstücks Gartenstr. 92,— die Löschung von Kalksteinberechti- aungen,— die Errichtung von Baulichkeiten auf den städtischen Rieselgütern,— die in derf Etat für 1907 aufzunehmenden neuen oder abgeänderten Gehaltsskalcn,— die Auswahl der Neu- und UmPflasterungen für das Rechnungsjahr 1907,— die Verlegung eines Rohrstranges durch das Gelände im Nordosten des Weich- vildeS zur Verbesserung der Wasserversorgung der nördlichen Hoch- stadt,— die Vermehrung der etatSmäßigcn Stellen im Etatsjahr 1907— und die Festsetzung der Etats: des städtischen Viehmarktes, deS städtischen Schlachthofes und der städtischen Fleischbeschau auf dem Schlachthofe für das Etatsjahr 1907. Die Beschwerden der Bahnsteigschaffner über mangelnden Schutz gegen die Kälte haben den Minister der öffentlichen Arbeiten veranlaßt, den Erlaß vom 6. Juli 1903 in Erinnerung zu bringen, nach Ivelchem die Vcrabfolgung von Winterschutz-Kleider u an die Bahnsteigschafsner usw. genehmigt worden ist. Der Minister erwartet, daß von dieser Ermächtigung überall da» wo es die klimatischen oder örtlichen Verhältnisse erfordern, aus- reichend Gebrauch gemacht und insbesondere auch dafür gesorgt werde, daß die Füße hinreichend gegen die Kälte geschützt sind. Auch durch zweckmäßige Bauart und Aufstellung der SchaffncrhäuSchen sollten die Beamten nach Möglichkeit geAu die Unbilden der Witterung geschützt werden. Was nützen alle Hinweise auf Bestimmungen, wenn nicht da» nach verfahren wird und die Bahnsteigschafsner nach wie vor frieren müssen. Die Nachricht deS„Verl. Tagebl."» daß die Assistenzärzte in den Berliner Krankenanstalteil streiken wollen, wird Magistrats- offiziös als unrichtig erklärt. Ein ganz bezeichnendes Kuriofum aus der neuen Berliner GerichtSorganifatio» schildert ein Beteiligter in den„Bl. für RechtSpfl." ausführlich. Ein hiesiger Anwalt hatte einen Kauf- mann N., der in dem Hause Bambergerstr. 17 wohnt, zu verklagen. AuS dem StraßenvcrzeichniS entnahm er, daß die Häuser Bam- bergerstr. 13—20 zur Gemeinde Deutsch-WilmerSdoxf gehörten und daS zuständige Amtsgericht daS Amtsgericht Charlottenburg sei; hierbei hatte er aber übersehen, daß diese Häuser der Bam- bergerstraße mit einem Sternchen versehen sind, was ihre Zu- achörigkeit zu verschiedenen Gemeindebez,rken andeutet. In der Tat sind, wie er nachträglich ermittelte, diese Häuser auch als zum Gcmeindebczirk Schöncberg und zum Amtsgericht Berlin-Schönc- berg gehörend verzeichnet. Auf die beim Amtsgericht Charlotten- bürg angestrengte Klage hat der Beklagte die Einrede der örtlichen Unzuständigkeit erhoben, indem er ausführte, daß er in dem Vordcrhause des Grundstücks Bambergerstr. 17 wohne und dieser Teil deS Grundstücks in der Gemeinde Schöneberg liege. während nur das Hintere Gartenhaus und der Hintere Hof auf dem Gebiete der Gemeinde Deutfch-WilmreSdorf liege. Die an- gerufene Polizeibehörde zu Schöneberg erteilte die Auskunft, daß X. im Vorderhaufc wohne und wie die sämtlichen anderen Mieter des Hauses in Schöneberg gemeldet sei, während das Einwohnermeldeamt zu Deutfch-Wilmersdorf eine der Behauptung de» X. entsprechende Auskunft erteilte, wonach das Hau» Bambergerstr. 17 m der Tat auf zwei Gebieten liegr. Um nun ganz sicher zu gehen, bat der Anwalt da» Katasteramt zu Gchöneberg um Auskunft, welche Teile des HauseS zu Schöneberg und welche zu Deutfch-Wilmersdorf gehören. Ihm wurde der Be- scheid, daß die auf dem Grundstück befindlichen Gebäude in der Ratasterkarte nicht eingetragen seien, weshalb nicht festgestellt werden könne, ob das Gartenhaus auf Wilmersdorfer Gebiet stehe. ES wurde dem Anwalt anheimgegeben, die Zugehörigkeit der Ge- bäudeteile zu beiden Gemeinden aus den Bauakten der Polizei- dircktion in Schöneberg und der Polizeiverwaltung in Wilmers- darf feststellen zu lassen. Inzwischen hatte der Anwalt gegen Nach- nähme der Kosten in Höhe von 7,50 M. auf sein Ersuchen von dem Gcmcindevorstand zu Deutsch-WilmerSdorf eine beglaubigte Abschrift von dem amtlichen Lageplan erhalten und daraus er- sehen, daß der von ihm Verklagte im Vorderhause wohnte und ohne seine Zustimmung beim Amtsgericht Charlottenburg nicht verklagt werden durfte. Die bei diesem Gericht angestrengte Klage wurde daher zurückgenommen. Bei der Betrachtung des Lageplans pries der Anwalt sein Schicksal, daß ihm bisher noch nicht der Auftrog zuteil geworden war, einen der Mieter des Seitengebäudes des Gartenhauses Bambergerstr. 17 zu verklagen. Hier bätte er wirklich nicht gewußt, bei welchem Amts- oder Landgericht die Klage anhängig zu machen wäre. Denn da» Amtsgericht Schöne- berg gehört zum Bezirk des Landgerichts ll, das Landgericht Chac- lottenburg aber zu Berlin lll und die Mieter des Seitengebäudes de« Gartenhauses wohnen hier offenbar zum Teil auf Schöne- berger, zum Teil auf Wilmersdorfer Gebiet. Welches Gericht. so muß gefragt werden, ist nun für die in diesem Seitengebäude wohnhaften Mieter zuständig: DaS Gericht, in dem da» sogenannte Wohnzimmer, oder das Gericht, in dem das Schlaf« oder Speise- zimmer liegt? EiSbruch wird bereit« von der vbersprre gemeldet. Da» Plötz« lich eingetretene Tauwetter, verbunden mit de» orkanartigen Stürmen hat die bi« zu einem Fuß starke Eisdecke auf den Seei» der Obcrspree nicht nur weich und morsch gemacht, sondern ver- schicdentlich auch Risse in dem Eise herbetgeführt. Durch das ununterbrochene Steigen de» Wasserlaufe« wurde die Eisdecke ge- hoben, und auf vielen Stellen trat Eisbruch ein. Durch den hohen Wellengang wurden die Eisschollen durcheinander getrieben, so daß sie für die an den Ufern liegenden Schiffe eine erhebliche Gefahr bedeuten. Auf dem Müggelsee hat da» Ei» dem Wasserdruck Stand gehalten, doch ist die Fläche derartig locker, daß ein Betreten derselben nicht mehr möglich ist und auch hier die Eisbewegung bereit» in den nächsten Tagen erwartet wird. In dem unteren Spreelauf sind die Wasserfluten in der Zeit vom Montag bis zum Dienstag morgen 8 Uhr um siebzehn Zentimeter gestiegen. ES ist hier, da ohnehin schon hoher Wasserstand vorhanden war. Hoch. wasser eingetreten. Da aber auch au» dem Gebiet der Obersprcc eine starke Schneeschmelze und ununterbrochene» Steigen des Wasserstandes gemeldet wird, dürfte mit starkem Hochwasser ge- rechnet werden. Um weiteren Verwüstungen be« Grunewelb» vorzubeugen, ist von verschiedenen Seiten die Gründung eine» Zweckverbandeö angeregt worden, der Aussicht hat. zustande zu kommen. Gestohlene Fuhrwerke. In der Kirchstraße ist gestern ein dreister Diebstahl verübt worden. Vor dem Grundstück Rr. 11 hatte ein Äespai», der Weinhandlung von KempinSki in der Leipziger« straße gehalten. Kaum hatte der Kutscher dem Wagen den Rücken gekehrt, so sprang ein junger Bursche auf den Bock hinauf, ergriff die Zügel und jagte mit den Pferden davon. Er wurde sofort ver- gt, entkam jedoch mit seiner w-rtvollen Beute.— Vor der ..jaritd wurde gestern ein mit 80 Broten beladener Wagen ge- stöhlen. Der Kutscher der Brotfabrik„WIlhclma" hatte in der Charitöküche Brot abgeliefert und als er wieder auf die Straße zurückkam, war das Fuhrwerk spurlos verschwunden. Ein dreister Wagenmarder hatte ev während der kurzen Abwesenheit des Kutschers gestohlen. »#8 S-mmerh-wj-hr der stLbttschen Kochschule in der Dunckcrstr. 65/66 beginnt am Montag, den 8. April, und schließt am Montag, den 30. September. Der Unterricht findet wöchent- lich an zwei Vormittagen von 8� bis Uhr statt. Die Ferien- Zeiten stimmen mit denen der städtischen Fortbildungsschulen über- ein. Das Schulgeld beträgt für das halbe Jahr 4 M. Nähere Auskunft wird ausschließlich der Ferien Montags, Mittwochs, Donnerstags und Sonnabends von 2 bis 3 Uhr in der städtischen Kochschule Dunckerstr. 65/66 erteilt. Zu gleichen Zeiten werden dort Anmeldungen entgegengenommen. Unter dem Verdacht, den Einbruch in das Bureau der Bau- arbeiter im Gcwerkschaftshaus begangen zu haben, ist in Stral- sund ein aus Berlin zugereister Schlosser verhaftet worden. Ob sich der Verdacht bestätigt, muß die Untersuchung ergeben. Verbrannt. Einen traurigen Tod hat der 56 Jahre alte Chemiker Felix Ossyra, Hohenzollcrnplatz 21, gefunden. O. war abends im Begriff gewesen, sich schlafen zu legen, als er plötzlich von einem Asthmaleiden, an dem er schon längere Zeit kränkelte, heimgesucht wurde. Er stürzte zu Boden und ritz beim Fallen die auf der Kommode stehende Nachtlampe mit um. Während der Be- dauernswerte besinnungslos auf dem Fußboden lag, wurde seine Kleidung in Brand gesetzt und bald hatte sich das Feuer über den ganzen Körper hinweg verbreitet. Als die Wirtin einige Zeit später das Zimmer betrat, fand sie ihren Herrn tot auf. Die linke Körperseite des Unglücklichen war inzwischen vollständig verkohlt. Mehrere Zusammenstöße im Straßenbahnverkehr, bei welchen verschiedene Personen verunglückten, werden vom Montag gemeldet. An der Ecke der Zossener- und Fürbringerftraße bog ein Geschäfts- wagen der Großdestillation von Jensen, Kottbuser Damm, un- mittelbar vor einem Straßenbahnwagen der Linie 39 auf das Gleis und wurde angefahren. Der Kutscher Eduard Quednau stürzte auf das Straßenpflaster, erlitt jedoch glücklicherweise nur leichtere Verletzungen. Der Destillationswagen wurde umgeworfen, der Straßenbahnwagen nur leicht beschädigt. An der Ecke der Brunnen- und Rügenerstraße fuhr ein Straßenbahnzug der Linie 35 auf den an der Haltestelle stehenden Stratzenbahnzug der Linie 36 auf. Der Anprall erfolgte mit solcher Gewalt, daß die Fahrgäste von ihren Sitzen geschleudert wurden. Acht Personen meldeten sich bei dem Betriebspersonal als verletzt; sie klagten über Schmerzen. Der Motorwagen Nr. 1364 und der Anhängewagcn Nr. 2505 wurden derartig beschädigt, daß sie außer Bettieb gesetzt werden mußten. Ein Zusammenstoß eines Kohlenwagens der Firma Mirsch u. Sohn mit einem Straßenbahnzug der Ringlinic 3 erfolgte an der Ecke der Maaßen- und Nollendorferstraße. Durch den Anprall wurden der Kutscher und seine Mitfahrer auf die Straße ge- schleudert. Der Kutscher Czysch erlitt Verletzungen am rechten Fuß und rechten Arm, der Mitfahrer Lüdemann Verletzungen an der rechten Kopfseite und Kontusionen an der linken Hand. Der Mit- fahrer Opalla trug eine Quetschung des rechten Knies davon. Die drei Verunglückten erhielten auf der Unfallstation die erste Hülse. Von dem Straßenbahnwagen wurde der Vorderperron eingedrückt, bei dem Kohlenwagen die Deichsel zerbrochen. In ähnlicher Weise erfolgte ein Zusammenstoß eines Straßen- bahnzuges der Linie 28 mit einem Automobil der Schloßbrauerei Schöneberg in der Spandauer- Ecke Kleine Poststraße. Durch den Anprall wurde das Automobil zur Seite geschleudert und flog gegen eine Anschlagsäule, die umgerissen wurde. Personen wurden nicht verletzt. Die Boxcrkämpfe im Zirkus Busch Polizeilich verboten. Wegen mehrfach vorgekommener Uebergriffe der Kämpfenden, vor allen Dingen in Rücksicht auf die auch von uns gerügten Ausschreitungen der Boxerkäuipfer am Sonnabend, wobei es wiederholt zu Ver- lctzungen kam, wurden die Boxeckämpfe im Zirkus Busch von der Polizei untersagt. Arbeiter-Samariterkolonnc. Donnerstagabend 9 Uhr 3. Ab- teilung für Schöneberg und Umgegend bei Obst. Meiningerstr. 8. Vortrag über:„Gefahrdrohende Krankheitszustände". Vor- tragender Herr Dr. Schwab. Nach dem Vortrage praktische Uebungen. Neue Mitglieder können jederzeit eintreten. Gäste haben einmaligen freien Zutritt. Der Polizeipräsident erläßt folgende Warnung: Es wird wiederholt davor gewarnt. Mietsverträge über Räume in neu- erbauten oder umgebauten Häusern für eine Zeit abzuschließen. zu der die von der Ausfertigung des Rohbauabnahme-Scheines ablaufende Frist von sechs Monaten für die Gebcauchsabnahmc- Prüfung noch nicht verstrichen ist, da die Polizeiorgane vor Ablauf dieser Frist das Bezichen der fraglichen Räume nicht dulden und nack, den gesetzlichen Bestimmungen auch nicht dulden können. Die Polizeireviere werden nach wie vor auf Anfragen aps dem Publi- kum über den voraussichtlichen Termin der Bcziehbarkeit von Wohnungen in neuen bezw. umgebauten Häusern bereitwilligst Auskunft erteilen._ Vorort- JVachncbten* Schöneberg. Der Haushaltsplan der Stadt Schöneberg, mit dem sich die Stadtverordnetenversammlung gegenwärtig beschäftigt, schließt ab mit zirka 1614 Millionen Mark, das ist ungefähr Vk Millionen Mark höher als im Vorjahre. Hiervon entfallen auf die ordentliche Verwaltung 8 092 770 M. Ucberschüsse bringen folgende einzelne Etats, und zwar der Steueretat 4 651 729 M.(4 705 716 M. im Vorjahre), der Grundstücksctat 35 150 M.(15 300 M.), der Ver- kehrsetat 11 789 M.(58 753 M.) und der Friedhofsetat 27 218 M. (30 296 M.) Außer in dem GründstückSctat sind also die lieber- schüsse geringer geworden wie im vergangenen Jahre. Im Steuer- etat ist der geringere Ueberschuß jedoch nuv rechnungsmäßig, weil in den Ausgaben desselben in diesem Jahre der von der Stadt- gemeinde zu übernehmende Fehlbetrag für die Kosten der Kanali- sation in der Höhe von 239 703 M. neu eingestellt ist. In Wirk- lichkeit ist also auch hier die Einnahme eine höhere geworden. An Zuschüssen erfordern der Etat der allgemeinen Verwaltung 1328 517 M.(im Borjahre 1224 373 M.). die Schuletats 1288 310 M.(1 113 974 M.), der Armenctat 245 840 M.(236143 Mark), die Bauetats 155 437 M.<1057 555 M.). der Verschöne. rungsetat 87 970 M.<75 820 M.), das Feuerlöschwesen 170 824 M. <155 739 M.). der Wohlfahrtsetat 85 900 M.(69 893 M.), der Etat der Volksbücherei 21 20» M.(19 000 M.), der Etat der Desinfektions- anstatt 11269 St.<7 564 M.) und der Krankenhausetat 239 805 M. Neu hinzugekommen ist der Etat der Volksbadcanstalt, der in Ein- nähme und Ausgabe mit 11500 M. abschließt. Die Volksbade- anstatt soll bekanntlich zum 1. April eröffnet werden. Die außerordentliche Verwaltung erfordert im kommenden Jahre 7 227 336 M., ungefähr dasselbe wie im Vorjahre. Von dieser Summe entfallen aufBaukostenfürhöhereSchulen alllein schon 2 020 000 M.. dagegen an Baukosten für Gemeindcschulen nur 662 000 M.— Für den Neu- bau des Rathaufes ist die erste Rate in der Höhe von 485 000 M. und für den Bau eines Armen- und Siechenhauses die Summe von 245 000 M. eingefetzt. 1 ' An Steuern sollen im nächsten Jahre erhoben werden: 100 Proz. Zuschlag zur Staatseinkommensteuer. Die Gemeinde- grundsteuer ist festgesetzt auf 2,25 pro Mille des gemeinen Wertes der bebauten und unbebauten Grundstücke, die Gewerbesteuer auf 150 Proz. der staatlich veranlagten Beträge in Klaffe I und II und auf 100 Proz. in Klasse III und IV. Die Umsatzsteuer für ver. äußerte Grundstücke soll betragen 1 Proz. für bebaute und 2 Proz. für unbebaute Grundstücke. Die Hundesteuer soll von 20 M. auf 30 M. pro Jahr erhöht werden. In der lebten Stadtverordnetenversammlung nahm die zweite Beratung des' E t a t s ihren Anfang. Zugestimmt wird ohne wesentliche Debatte dem Sti ftungsetat, der eine Einnahme von 4533 M. bringt, ebenso dem Etat der Volksbadeanstalt, der in Einnahme und Ausgabe mit 11 500 M. abschließt, ferner dem Friedhofsetat mit einer Einnahme von 48 335 M. und einer Ausgabe von 21 137 M. und dem Etat der Volksbücherei und Lesehalle mit einer Einnahme von 870 M. und einer Ausgabe von 22 070 M. Sodann wandte sich die Versammlung der Magiftratsvorlage betr. Umwandlung der Knabenmittelschule in eine acht- stufige Anstalt zu. In der Vorlage wird verlangt, den drei- stufigen Unterbau in einen vierstufigen zu verwandeln, dessen Lehr- plan im allgemeinen nach dem der vier untersten Klassen der Volksschulen einzurichten ist. Stadtv. Zobel wendet sich gegen diese Aenderung. Eine derartige Reorganisation sei ein Schlag ins kalte Wasser. Wenn man der Mittelschule helfen wolle, dann soll man die drei untersten Klassen ganz auflösen und lieber den oberen Klassen eine neue hinzufügen. Im übrigen hält Rebner die Mittelschulen nicht für lebensfähig, sie bilden nur Unterkunfts- stätten für Schüler, die auf höheren Schulen nicht vorwärts kommen. Auch wird in einzelnen'Fächern weniger gelehrt als in Volksschulen. Stadtv. Seele wünscht die Erhaltung und den Ausbau der Mittelschule. Man mutz den Eltern Rechnung tragen, die ihre Kinder nicht in die Volksschule schicken wollen und Rück- ficht nehmen auf deren Wünsche und Bedürfnisse. Auch im eigenen Interesse der Mittelschullehrcr müsse diese Schule erhalten werden. Die Stadtvv. K u n tz e und Schüler halten den vorgeschlagenen Ausbau der Schule ebenfalls für unbedingt notwendig. Stadtv. K ü t c r(Soz.) betont, daß die übergroße Mehrheit der Bürger- schaft gegen � das Weiterbestehen der Mittelschule sei, auch die Majorität in der Stadtverordnetenversammlung sei nur eine knappe gewesen. Die lleberweisung der besten Schüler der Volks- schule nach der Mittelschule ist ein Fehler; die betreffenden Schüler werden dadurch von den schlechten Schülern der Mittelschule in ihrem Lernen zurückgehalten. Wolle man für die Minderbegabten Schüler der höheren Schulen etwas tun, so schicke man dieselben nach der Volksschule, damit sie dort in ihrem Lernen mitgerissen werden. Die Mittelschule folle man jedoch auflösen. Stadtv. M a g n a n(Soz.) tritt den Ausführungen der Befürworter der Mittelschule entgegen, in denen offen ausgesprochen wurde, daß die Mittelschule den Charakter einer Standesschule trägt und lediglich aus diesem Grunde erhalten werden soll. Der Besuch der Schule sei ein sehr geringer, ein Beweis, wie wenig Interesse für die Erhaltung derselben vorhanden ist. Auch wegen Erteilung von fremdsprachlichem Unterricht brauche die Schule nicht bestehen leiben. Es wäre viel nutzbringender, in der Volksschule mit Er- teilung von fremdsprachlichen Unterricht vorzugehen. Redner bc- antragt, die Magistratsvorlage abzulehnen. Stadtv. L i n i c u s wendet sich gegen die Sozialdemokraten, die sich nur von der Absicht leiten lassen, den Mittelstand zu verschlingen. Der Mittelstand hat ein Recht darauf, seine Kinder in eine eigene Schule unter- zubringen und von diesem Verlangen werde man sich nicht ab- bringen lassen. Stadtv. Gotheiner kann sich ebenfalls mit dem Vorschlage des Magistrats nicht befreunden; er beantragt, das Schulgeld in der Realschule lieber herabzusetzen, um dadurch die Mittelschule überflüssig zu machen. Stadtv. Zobel wünscht vom Stadtv. Linicus Aufklärung darüber, wer zum Mittelstand gehöre. Er wisse, daß sich gewisse Gutsherren zu den Proletariern rechnen, während die Arbeiter auf diesen Gütern dem Mittelstände zuge- teilt werden. Stadtv. O b st(Soz.) tritt den Ausführungen deS Stadtv. Linicus entgegen. Es sei unwahr, daß es die Sozial- demokratie ist, die den Mittelstand zugrunde richte. Das besorge allein die heutige kapitalistische Wirtschaftsweise. Die Mittelschule hält Redner für überflüssig, sie erzeuge nur eine Halbbildung und pflanze einen gewissen Dünkel in die Köpfe dieser Schüler. Man helfe lieber die Volksschulen weiter auszubauen und dafür sorgen, daß den gut lernenden Kindern Gelegenheit gegeben ist, die höheren Schulen kostenlos zu besuchen. Stadtv. K ü t e r(Soz.) wendet sich ebenfalls noch gegen den Stadtv. Linicus, in dessen Ausführungen eine heillose Verwirrung eingetreten sei. Wo kauft denn der Arbeiter? Bei den kleinen Geschäftsleuten! Und woher beziehen die Beamten und das reichere Publikum ihre Waren? Aus den größeren Geschäften? Also komme man nicht damit, daß die Ar- beiter es seien, die den Mittelstand verschlingen. Ein Antrag auf nochmalige Ausschußberatung wird abgelehnt. In namentlichen Abstimmungen werden dann weiter abgelehnt, der Antrag Zobel, die drei untersten Klassen der Mittelschule auf- zulösen, mit 30 gegen 20 Stimmen, und ein Antrag auf Schulgeld- frciheit in den drei untersten Klassen mit 33 gegen 17 Stimmen. Die Magistratsvorlage wird mit 28 gegen 23 Stimmen angenommen. Einem früheren Ersuchen der Stadtverordnetenversammlung, wegen Gewährung eines Rabattes mit den Lieferanten für Lehr- mittel in Verbindung zu treten, ist der Magistrat nachgekommen. Auf seinen Antrag wird beschlossen, bei allen Lieferungen für die Stadt einen Rabatt von mindestens 7«> Prozent zu verlangen, so- weit dem nicht die Verkaufsbestimmungen des Büchcrvereins ent- gegenstehen. Weiter wird beschlossen, die Anstellung einer zweiten Auf- s i ch t s d a m e für die Halte- und Kostpflegekindcr mit einem An- fangsgehalt von 1250 M. Der Antrag der sozialdemokratischen Fraktion, das Anfangsgehalt auf 1500 M. festzusetzen, wird abgelehnt. Der Antrag aus Erhöhung der Hundesteuer wird einem Ausschuß überwiesen. Hierzu sind eine ganze Reihe von Petitionen gegen die Erhöhung eingegangen. Der Petition der Gcwerbegerichtsbcisitzer um Er- höhung der Tcrminsentschädigung auf 6 M. wird zugestimmt. Eine ausgedehnte Debatte brachte noch die Petition des Be» zirksvereins Nordost um bessere Straßen da hnverbin- d u n g mit der sogenannten Jnfcl. Von allen Seiten ivird an dem Verhalten der Straßenbahngesellschaft eine scharfe Kritik geübt. Die Gesellschaft habe nicht die Verkehrsinteressen, sondern nur ihre eigenen Interessen im Auge. Auch der Verkehrsdeputation wird der Vorwurf gemacht, daß sie vor lauter Bedenken nicht vorwärts komme und nicht energisch genug vorgehe. Der einzige Ausweg wäre die Errichtung von Konkurrcnzlinien durch Automobil- omnibussc, und damit müsse so schnell wie möglich der Anfang ge- macht werden. Wenn die Verkchrsdeputation nicht schneller�handle, werde man daran gehen müssen, einen besonderen Verkehrsausschutz einzusetzen. Um 12 Uhr wird die Sitzung, ohne einen Beschluß in dieser Angelegenheit zu fassen, abgebrochen. Von sozialdemokratischer Seite wird dagegen protestiert, daß bei diesen wichtigen Angelegen- heiten ein großer Teil der Mitglieder, fast die gesamte Hausbesitzer» fraktion, es nicht für nötig hält, anwesend zu sein, sondern eS vorzieht, im Ratskeller zu sitzen und dort weiter zu diskutieren. Charlottenburg. Ein schwerer Bauunfall ereignete sich gestern kurz vor Mittag im Neubau der Kraftfahrzeugfabrik Fritschestraße. Dort ivaren die Arbeiter mit dem Aufstellen von eisernen Säulen beschäftigt. Da- durch, daß ein Entlastungsträger entfernt wurde, fiel plötzlich daS Mauerwerk ein und verschüttete den Maurer Gürtler, Monteur W r u s ch und den Arbeiter W a r g i n. Alle drei erhielten schwere Kontusionen an Kopf und Gliedern. Gürtler wurde mittels Krankenwagen nach dem Krankenhaus Westend und Wrusch nach dem HedwigSkrankenhause gebracht, während Wargin, nachdem er auf der Unfallstatton verbunden worden war, sich nach Hause begeben konnte. Der EntlastungSträgcr soll, wie' unS mitgeteilt wird, ent- gegen den Anordnungen des Poliers entfernt worden sein. Der rätselhafte Tod zweier Kinder beschäfttgt zurzeit die Char» lottenburger Kriminalpolizei. Anfang dieses MonatS wurde die Frau des in der Spreestr. 38 wohnenden Arbeiters Vogeler von einem Zivillingspaar entbunden. Vor drei Tagen wurden die Kinder in ihrem Wagen tot aufgefunden' Auf Veranlassung der Polizei fand eine Obduktion der Leichen statt, welche ergab, daß die Kleinen erstickt waren. Die Vernehmung der unglücklichen Mutier hat bisher keinen Anhaltspunkt dafür ergeben, daß der Frau ein fahrlässiges BersMden zur Last gelegt werdeil kann. Rixdorf. Die Schwebebahn-Modelle, welche seinerzeit im Berliner Rat- Hause ausgestellt waren, werden auf Veranlassung des Rixdorfer Bürgervereins auch in Rixdorf zur Ausstellung gelangen. Lichtenberg. Das neue Karlchen Mießnick an der hiesigen„Volksztg." hat entschieden Talent zum— Klown! Am Sonntag kündigte er eine fürchterliche Abrechnung mit dein„Vorwärts" an. Und in der Dienstag-Nnmmer läßt er in � Spalten seinen Geist Hausen. Nachdem er 12mal behauptet hat, der„Vorwärts" habe mit Schmutz geworfen, wiederholt er die Behauptung noch einige Male. Dabei muß es ihm wohl ergangen sein wie dein bekannten Zauberlehrling: es wurde ihm von alle dem(was er schrieb) so dumm, als ging enr Mühlenrad in seinem Kopf herum.— Ohne daß wir es verlangten, platzt er mit diesem Geständnis heraus: ..... man hat das lebhafte Bedürfnis zu rufen: Bringt mir Wasser, viel Wasser und Seife, die letzt von uns verpönte scharfe Sodaseife. Und auch dann ist noch die Frage, ob unsere Finger rein werden." Ganz recht! Auch wir sind der Meinung, daß die Schmierfinken- finger des„Voliszeitungs"karlck>ens nicht zu reinigen sind. Da ist selbst Sodaseife ein untaugliches Mittel am untauglichen Objekt. Schließlich bekennt sich der hartnäckig Unsaubere als teutonischer Anti- semiterich und stößt folgende fürchterliche Drohung aus: „Es kommt auch mal die Zeit, wo der deutschen Bürgerschaft der Geduldfaden reißt. Und dann wird es einen Strauß geben, in dem Polizei und Militär ausscheiden und Volk gegen Volk steht. Jmigdcutschland ist schon auf dem Marsch und die prole- tarischen Bataillone werden es nicht aushalten!" Hu. hu! Der Teutonikus scheint wirklich Mut zu haben. Obwohl Fürst Bülow kürzlich den Degen BonaparteS gegen den wild ge- wordenen Spießer zitierte, forchl das Männchen sich nicht und will den Spießer zum Sturm gegen die proletarischen Bataillone hetzen. Das ist zu grausam I Wir fürchten niedergeritten zu werden und bitten den Strategen der„Volkszeitung" um Pardon. Wilmersdorf. Ein Bauunfall ereignete sich vorgestern auf dem Bau Güntzel- und Nassauischestraße-Ecke. Als ein Arbeiter dort die Betondecke der zweiten Etage betrat, stürzte dieselbe zusammen. Die auS demselben Material hergestellte Decke der ersten Etage wurde durchschlagen und der Arbeiter mit in die Tiefe gerissen. Nach dem Unfall wurden zwei andere Decken eingeschlagen um ein weiteres Unheil zu verhüten. Dieser Bau scheint ein Unglücksbau zu sein, denn vor ungefähr drei bis vier Wochen verunglückte unter genau denselben Verhält- nissen und Umständen ein Maurer, wodurch er längere Zeit erwerbs- unfähig wurde. Jetzt, nachdem das Unglück geschehen ist, sind die Räume, in denen derartige Decken vorhanden find, abgesperrt. Ueber die Ursachen der mmigelhäften Haltbarkeit der Betondecken ist noch nichts Genaues festgestellt, anzunehmen ist jedoch, daß bei der Hetstellung dieser Decken unzulängliches Material und ungeübte Arbeitskräfte verwendet worden sind. Die Decken sind von der Firma L. Leist, Vetonbaugeschäft, Ober-Schöneweide, ausgeführt. Marienfelde. In der am Montag stattgefundenen Gemeindevertretersitzung wurde die Uebernahme der Kreischaussee von der Mariendorfer Grenze bis zum Ausgang des Dorfes im Zuge der Berlincrstraße als Gemeindestratze beschlossen. Dadurch ivird einem wohl von allen Einwohnern längst empfundenen Uebelstande abgeholfen. In erster Linie ist es der Teil zwischen Bahnhof und Dorf, welcher bei schlechtem Wetter für Fuhrwerke und Fußgänger fast mipassierbar ist. Der Kreis zeigte bisher wenig Entgegenkommen, da aber am 1. April die Chausseegeld-Hebestelle eingeht, so scheint sich das Blatt zum Besseren gewendet zu haben. Welches Verständnis manche bürgerliche Vertreter der Verbesserung von Straßen entgegen bringen, bewies Herr W o y s ch e. indem er meinte, daß für die Ge- meinde kein Bedürfnis vorliege, die Straße zu übernehmen, da die Kosten doch von den Grundbesitzern getragen werden müßten. Für Herrn Greulich sei es ja leicht, für die Sache einzutreten, da seine Wähler nichts zu zahlen haben. Genosse Greulich blieb dem Herrn die Antwort nicht schuldig und ineinte unter anderem, daß man auch ohne Grundbesitzer zu sein, wohl die Interessen des Ortes zu fördern imstande ist; die Herren Grund- und Haus- besitzer im Ort hätten es bis jetzt immer sehr gut verstanden, ihre Lasten auf die Meter abzuwälzen, denn wenn heute Wohnungen 360 M. kosten, für die man vor 10 Jahren 120 M. bezahlte, so ist das der beste Beweis dafür. Für Baustellen, die vor 10 Jahren 25 bis 30 M. die Ouadratrute kosteten, werden heute 250 M. be- zahlt resp. gefordert. Es wurde schließlich eine Kommission gewählt. welche die Auseinandersetzung mit dem Kreise herbeiführen soll. Zur Gründung eines Zweckverbandcs mit der Gemeinde Lankwitz betreffs Einrichtung einer Kanalisation und Ankauf der hierzu nötigen Ländereien wurde ebenfalls eine Kommission gewählt. Erkner. Ein großer Raubzug ist in der gestrigen Nacht in der Villen- kolonie„Schönblick" bei Erkner unternommen worden. Eine aus etwa acht Mitgliedern bestehende Bande hatte eS auf die Villen, die gegenwärtig unbewohnt sind und deren Besitzer in Berlin weilen, abgesehen. Sie verübten eine ganze Reihe von Einbruchsdiebstählen und stahlen, was ihnen wertvolles in die Hände kam. Zutritt zu den Villen verschafften fie sich dadurch, daß sie die Fenster mit Schmierseife bestrichen und dann eindrückten. Mit ihrer Beute hat sich die Bande vermutlich nach Berlin gewandt. Weißensee. AuS der Gemeindevertretung. Als Gemeindearzt wurde von 30 Bewerbern der Sanitätsrat Dr. Dührenfort- Berlin ge» wählt. Der Bau der Geineindeturnhalle ivird nun bestimmt in An- griff genommen, so daß dieselbe un April nächsten Jahres in Be- Nutzung genommen werden kann. Dieselbe wird 17 Meter breit und 30 Meter lang und kostet 142000 M. ohne Einrichtung. Sie kommt auf den Platz am Kreuzpfuhl an der Pistoriusstratze zu stehen. umgeben von einem neuanzulegenden Park. Hinter dem See wird später das Realgymnasium errichtet werden. Zu diesem Zweck soll eine neue Straße hinter den Gärtnereien der Parkstraße durchgeführt werden. Die Erhebung einer Abgabe für Aufnahme der Abwässer aus gewerblichen Betrieben in die Kanalisatton erzeugte eine interessante Debatte, weil nach eiu»--- Ortsstatut von 1893 die Hausbesitzer hierzu herangezogen lveroen können. Wie dies in einem Hausbesitzerparlament nicht anders zu erwarten ist, sträubten sich die Herren ganz energisch dagegen. Nach längerer Debatte einigte man sich dahin, ein Provisorium aus ein Jahr zu schaffen; 500 Kubikmeter Abwässer sollen lastenfrei sein, da das ungefähr den Abwässer» eines großen Wohnhauses entspricht. Dann solle das Ortsstatut so geändert werden, daß die Fabrikbesitzer die Lasten aus sich nehmen. Unter den jetzigen Vcrhältniii'en verursacht die Ab- leitung. Förderung und Reinigung eines Kubikmeters Schmutzwasser der Gemeinde 0,04 M. Kosten, diese Abgabe wird vom 1. April d. I. erhoben. Beschlossen wird, eine Bedürfnisanstalt an der Ecke der Langhans- und Rölckestraße zu errichten. Des weiteren, die Kreis- chaussee Berlinerstraße, von der Rennbahnstraße bis zum Steuer- Hause, auf die Gemeinde zu übemehmen. Die Abfindung deS KreifeS bettägt 35 000 M.. was pro laufenden Meter 34,45 M. ausmacht. Rudow. Was lernen wir ans den letzten Reichstagswahlen lautete daS Thema, über daS Genosse S e v e k o w in der Generalverfaunnlung deS Wahlvereins referierte. Eingehend legte er die Ursachen dar. die zu dem Mandatsverlust der Sozialdemokratte geführt haben. Auch betonte er, daß in Zukunft zwischen Partei und Gewerkschaft ein einheitlicheres Zusammenarbeiten notwendig ist. Am Schlüsse seines Referats ennahnte er zu unablässiger Aufklärungsarbeit namentlich bei der Jugend, um diese frühzeitig der Sozialdemokratie Mujühren. Dem beifällig aufgenommenen Referat folgte eine qv- Bei dem Neubau der Königlichen Handels- und Gewerbeschule für Mädchen ereignete sich gegen 5 Uhr ein Unglüdsfall. Beim Sehen des Hauptgesimses tippte ein schwerer Sandstein von zirka 5-6 3entner um und riß noch vier weitere große Steine mit in die Tiefe. Die drei Etagen hohe Rüstung wurde zertrümmert und begrub den Arbeiter Jeß und den Steinmeßen Pauls unter sich. Beide mußten nach dem städtischen Krankenhause geschafft werden. Jeß ist sehr schwer verletzt; an seinem Aufkommen wird gezweifelt, Pauls hat nur leichte Verlegungen erlitten. Gerichts- Zeitung. Der Tod auf der Straße. " 1 ,, Aufgehobener" Eid. Das Landgericht Flensburg verurteilte am 8. September den Redakteur der Flensborg Avis" Simonsen zu neun Monaten Gefängnis wegen vermeintlicher Beleidigung durch die Presse. mabis" war im März ein Artikel über den Invalidenfonds beröffentlicht. In demselben ist dem Hauptmann v. H. vorgeworfen, er habe seinen 1848 dem dänischen Könige geleisteten reneid gebrochen. Die Revision wurde am Montag von dem Angeklagten selbst vor dem Reichsgerichte vertreten. Der Reichsanwalt erklärte die Revision für begründet. Festgestellt sei, daß die Offiziere nicht mehr an den Eid von 1848 gebunden waren. Sie konnten diesen also nicht mehr brechen. Der Angeklagte wußte nicht, daß der Eid nicht mehr galt. Unter diesen Umständen mußte nochmals geprüft werden, ob ber Angeklagte sich strafbar gemacht habe. Das Reichsgericht hob das Ürteil auf und verwies die Sache an das Landgericht Altona. stimmende Diskussion, an welcher sich die Genossen Nagott, Borwärts" spedition weist eine Einnahme von 743,95 M. auf, es miette, zu einer Geldstrafe von 20 m. verurteilt worden; außer Schneider und Miers beteiligten. Bei der Vorstandswahl verbleibt ein Ueberschuß von 12,12 M. Der Abonnentenstand dem soll er eine Buße von 30 M. an den Nebenkläger Journalist wurden gewählt: Genosse Nagott als erster und Raasch als beträgt 193. Aus der Vorstandswahl gingen die Genossen Schneider Meldner zahlen. Das Gericht hat zwei Fälle von Nachdruck für zweiter Vorsitzender; Schneider als Beifizer; als Kassierer als 1. und Winkelhau als 2. Vorsitzender, Beet als Kassierer, festgestellt erachtet. Meldner berichtet seit vielen Jahren für Berliner Bolz; zu Revisoren wurden gewählt: Schepan, Klupsch und Degenhardt als Schriftführer und Bielice als Beisitzer hervor. Beitungen über Gerichtsverhandlungen. U. a. hat er zwei Artikel Kugel und in die Lokalkommission Miers. Nach Besprechung interner örtlicher Angelegenheiten teilten die verfaßt 1. ob ein Gewerkschaftskartell ein Verein ist, 2. über Landrat Gemeindevertreter Dühring und Radunde mit, daß nach zehn- und Stadtverordnetenwahl. Beide Artikel wurden wörtlich in der Pankow. wöchentlicher Unterbrechung wieder eine Gemeindevertretersizung Barmer Zeitung" ohne Wissen und Genehmigung Meldners ab Der Voranschlag über die Einnahmen und Ausgaben für das stattfindet. Neben anderem steht auf der Tagesordnung ein Antrag gedruckt. Wegen beider Artikel ist schon zweimal ein Urteil Rechnungsjahr 1907 wird in der nächsten Sigung der Vertretung der Lehrerschaft auf Gehaltserhöhung. Da erst im origen Etat des Landgerichts aufgehoben worden. Das jezige zur Durchberatung gelangen. Der Hauptetat im Ordinarium und die Lehrergehälter eine Erhöhung fanden und die pekuniären Ver- Urteil lehnt sich genau an das letzte Urteil des Reichsgerichts an. Extraordinarium schließt in Einnahme und Ausgabe mit 5 963 250 M. hältnisse des Ortes ganz traurige find, sprachen sich alle Redner Die in den Meldnerschen Artikeln vorgenommene Bearbeitung der ab, dazu kommt der Sammelfonds in der Höhe von 99 073 M., so dahin aus, daß in diesem Etat von einer Erhöhung der Lehrer- fraglichen Gerichtsurteile ist, so heißt es in den Gründen, eine ganz daß der Etat mit 6 062 323 m. abschließt. Als neu erscheinen die gehälter abgesehen werden soll. selbständige. In beiden Artikeln hat der Verfasser seine geistige Etats des Realgymnafiums für ein halbes Jahr, da erst am 1. Of Potsdam. Tätigkeit darauf richten müssen, die Hauptpunkte des Gedankentober eröffnet, mit 41 700 M., die Höhere Mädchenschule mit 62 200 M. und das Krankenhaus mit 158 000 m. Trotz der Mehr- Von der Straßenbahn gestürzt. Ein Unfall ereignete sich am ganges der Urteile zusammenzustellen. Das geht weit über die bloße Tätigkeit des Kopisten. Der Angeklagte hat nicht annehmen belastung für das laufende Rechnungsjahr um 1 Millionen sollen Sonnabend gegen 7 Uhr abends. Ein Passagier namens Paul fönnen, daß keine selbständigen Arbeiten vorlägen. Die Nesur 100 Proz Staatseinkommensteuer erhoben werden Hennig aus Potsdam hatte sich auf das Trittbrett gestellt und vision wurde am Montag vom Reichsgericht verworfen. zur ftatt wie bisher 110 Proz. Die Einnahmen aus den wurde, als der Wagen am Alten Markt eine Kurve nehmen sollte, biretten Steuern sind auf 679 250 m. veranschlagt, aus durch einen jähen Ruck herabgeschleudert und auf das Pflaster geden indirekten Steuern 472 600 M., darunter zum ersten worfen, wo er mit einer Quetschung des rechten Kniegelenkes und Male die Wertzuwachssteuer in der Höhe von 50 000 M. Von den einigen Kopfverlegungen liegen blieb. Hennig wurde mittels KrankenEinnahmen interessiert die der Friedhofsverwaltung in der Höhe wagens nach dem städtischen Krankenhause geschafft. bon 17 300 M., ein Zeichen dafür, daß der Tod nicht umsonst ist. Von den Ausgaben für die Gemeindeverwaltung entfallen auf die Besoldung von Gemeindebeamten 167 150 M. und auf die der Amtsverwaltung 46 500 M. Die Armenverwaltung erfordert einen Zuschuß von 70 500 M., das Krankenhaus 24 200 M. und die Schulverwaltung einen Zuschuß von 358 417 M., darunter die Gemeindeschulen 265 141 M. Bei den Parochiallasten werden durch den Beschluß der Gemeindevertretung, keine Mittel für landesfirchliche Zwecke mehr zu bewilligen, 5000 m. gespart. Bei der Kanalisationsverwaltung zahlt Reinickendorf für die Aufnahme seiner Abwässer und deren Unterbringung auf den Pankower Rieselfeldern 30 000 M. Die Kanalisationsverwaltung schließt ab mit 390 000 m., desgleichen die Verwaltung des Rittergutes Mühlenbed mit 159 000 M. Der Wassertverksetat sieht in Ausgabe zur Deckung den aus dem Rechnungsjahre 1906 entstandenen Fehlbetrag bon 16 000 m. vor, derselbe dürfte dadurch entstanden sein, daß die Ein tödlicher Straßenunfall, der auf das un Selbstkosten 23 Pf. betragen, während nur 20 Pf. für den Kubik- vernünftige Fahren eines Kutschers zurückzuführen ist, beschäftigte meter erhoben werden. Obige Summe ist ein Geschenk der All- gestern unter Vorsitz des Landgerichtsdirektors Haase die zweite gemeinheit an die Grundbefizer. Der Vermögensbestand beträgt Straffammer des Landgerichts III. Wegen fahrlässiger Tötung war an Kapitalvermögen 1 958 629,22 M., Baulichkeiten und Grundwerte der Kutscher Albert Ramin angeflagt. Am 5. November v. J. von 12 228 908 M., insgesamt 14 280 945,22 m. Die Schulden be- ging das Dienstmädchen des Kaufmanns Ahlemeyer aus Charlotten Die juristische Sprechstunde findet Friedrichstr. 16, Aufgang 4, tragen 11 855 785,84 m. burg mit dem kleinen dreijährigen Söhnchen ihrer Dienstherrschaft eine Treppe( Sandelsstätte Bellealliance, Durchgang auch Lindenstr. 101), wochentäglich von 7 bis 9% 1hr abends statt. Geöffnet Uhr. spazieren. Das Mädchen achtete nicht darauf, daß am Ludwigs- Sonnabends beginnt die Sprechstunde um 6 Uhr. Jeder Anfrage ist ein firchplay in Wilmersdorf ein von dem Angeklagten geführter Wagen Buchstabe und eine Zahl als Werkzeichen beizufügen. Briefliche Antwort Die Gemeinde Tegel steht in der allernächsten Zeit vor großen in scharfem Tempo um die Ecke der Pariserstraße bog. Im nächsten wird nicht erteilt. Eilige Fragen trage man in der Sprechstunde vor. und bedeutsamen Projekten, die im Zusammenhange zum erstenmal Augenblid war das Unglück auch schon geschehen. Das unachtfame. 100. Der Wirt ist berechtigt, die Sachen einzubehalten, wenn Sie F. St. 77. in einer aus Anlaß der Erweiterung des Tegeler Verwaltungs- Dienstmädchen ließ den ihr anvertrauten Knaben stehen, um das nicht die gesamte Miete bis zum 1. Oktober hinterlegen. Kurbel 111. Ohne gütliche Vereinbarung würden Sie nichts er gebäudes erschienenen Druckvorlage des Gemeindevorstehers auf eigene Leben in Sicherheit zu bringen. Das Fuhrwerk des Angeklagten a gezählt werden. Es find dies: 1. Ausführung des Flügelanbaues faßte das Kind, über welches beide Räder des mit Eisenröhren be- reichen. Vielleicht veranlassen Sie die Anschaffung von Gummipfropfen auf C. B., Nummelsburg. Nicht Ihr Vermögen, aber das bei der Volksschule mit Doppelturnhalle. 2. Beschaffung eines ladenen Wagens hinweggingen. Der Tod trat infolge der überaus Shrer Frau haftet für die Kosten. 3. 7. 1. Nein. 2. Nein, aber es zweiten Zu- und Ausganges zum Grundstück unter Punkt 1, dazu schweren Verlegungen sofort ein. Die Hauptschuld an diesem Unfall fönnte auf Ermission geklagt werden. 2. K. 18. Breslau Poft Erwerb des Dahintenschen Hausgrundstücks. Umbau für den Durch bürdete die Anklagebehörde dem Angeschuldigten Ramin auf, der amt 18. Benden Sie sich vielleicht an das Parteiarchiv oder an Antigang. 3. Erwerb des Bauplages für eine neue Realschule, Projet nach alter Kutscherunfitte zu schnell um die sogenannte„ scharfe Ecke" quariatsbuchhandlungen. H. B. 9. 1. Für den Fall der Klage würden tierung und Bau derselben samt Turnhalle. 4. Erweiterung des gefahren war, anstatt im großen Bogen zu fahren. Die Beweis- Sie voraussichtlich verurteilt werden. 2. Ja. Wasserwerkes. 5. Erweiterung der Klärstation. 6. Erweiterung des aufnahme ergab jedoch, daß die Hauptschuld jenes Dienstmädchen nicht beweisen, daß in dieser Weise betrügerisch gegen Sie vorgegangen ist, würden Sie die Bücher bezahlen müssen. Strafantrag wegen Betruges Friedhofes. 7. Bauplatzbeschaffung, Projektierung und Ein- trifft, welches sich zurzeit in Irland aufhält. Der Staatstönnen Sie an die Staatsanwaltschaft richten. 2. B. 1907. 1. Cie richtung eines neuen Armenhauses. 8. Krankenhausbau. 9. Her anwalt hielt deshalb die Freisprechung des Angeklagten für fönnen Beschwerde erheben. 2. Nein. 2. M. Ja. B. O. 1. Nein. stellung zeitgemäßer Bedürfnisanstalten. 10. Bau einer Bolts- geboten. Das Gericht tam jedoch zu einer Verurteilung des D. M. 56. Wenden Sie sich an einen Arzt. R. S. 100. Nein. badeanstalt. 11. Kleinkinderschule. 12. Feuerwehrhof. 13. Bau- amin, indem es für nachgewiesen hielt, daß er zu schnell und nicht salensee 100. Halensee 100. 1. Sind ausgetreten. 2. Ja. 3. Nein. Franz. hof und Marstall zwecks Uebernahme der Straßenreinigung vorschriftsmäßig gefahren tvar, anderenfalls es noch möglich gewesen 1. und 2. Ja. Wenden Sie sich an den Magistrat, Gewerbedeputation, und Müllabfuhr. æ. 111. Wenden Sie fich an den Magistrat 14. Durchführung von Bebauungsplänen wäre, das Fuhrwert rechtzeitig zum Stehen zu bringen. Da auch Stralauerstr. 1-3. und Herstellung von Straßen und Plägen, als z. B. Auguft dem Dienstmädchen grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen worden war, Stiftungsdeputation. H. B. 9. Nein. Den Eltern steht die Hälfte Müllerstraße, Buddestraße, Straße am Bahnhofsplage, See- beließ es das Gericht bei der milden Strafe von einer Woche uferberichtigung, Bahnhofsplaz- und Schloßplazumgestaltung, Ver- Gefängnis. befferung der Kurvenverhältnisse bei den Straßenfreuzungen. 15. Verbesserung und Vermehrung der Verkehrsmittel mit Berlin( Hochbahn Für die Folgen schlechten Pflasters kann die Stadtgemeinde und der Stadtrat haftbar gemacht werden. Berlin- Tegel). 16. Streisbahn mit anschließenden Aenderungen der Schloßstraße, des Hermsdorfer Weges ust. 17. Hafenbau mit Arealerwerb zu Punkt 16 und 17. 18. Bodenpolitit. 19. Dertliche Steuergefeßgebung( Wertzuwachssteuer). Die Einwohnerzahl Tegels ist feit 1901 in folgender Weise gestiegen: 1901: 7487, 1902: 8091, 1903: 9358, 1904: 10 072, 1905: 11 938, 1906: 14 332. Reinickendorf- Oft. Tegel. Es ist ein gar starkes Stück wegen Folgerungen über die Wirkung eines einmal geleisteten Eides auf neun Monate Gefängnis zu erkennen. Darf denn die Ansicht über die Heiligkeit eines Eides strafbar sein? Ihre Kosten. Briefkaften der Redaktion. $. S. 103. Benn Sie bes Nachlasses zu, dem finderlosen Ehegatten steht aber ein voraus bezüglich der Hochzeitsgeschenke und Haushaltungsgegenstände wir grundsäßlich ab. Peter. Wenn Sie Erbe geworden find, ja. Hoffnung. E. J. 07 Bu Erna 52. Wenden Sie sich an das Gericht mit dem Antrag, Ihnen zu gestatten, getreunt von Ihrem Manne zu leben. Den Sachverhalt müßten Sie darstellen und Beweise dafür anführen. Vallentin. Un nicht bekannt. Kranich. Wenden Sie sich an einen Stammerjäger. Auf einer Straße in Billtallen( Provinz Ostpreußen) tam 2. G. Leider ja. Sitenbleiben. Möglich find solche Fälle. G. B. 34. Der Antrag der Fuhrunternehmer R. am 21. Oftober 1904 dadurch zu Schaden, Einzelne Urteile Herauszusuchen ist unmöglich. daß ein Pferd seines Fuhrwerts in ein auf der Straße befindliches auf zahlung von Invalidenrente ist an den Magistrat, Abteilung für Invalidenversicherung, Köllnischer Bart, zu richten. E. Sch. 11. Ja, 12 Bentimeter Durchmesser habendes Loch trat und mit dem einen unter Abzug des Krankengeldes. A. 3. 91. 1. Das wäre zweckmäßig. Hufe steden blieb, so daß der Wagen einen Ruck erhielt. Kläger 2. Das tönnen Sie halten, wie Sie wollen. 3. Wenn Ihre Frau ohne fordert für die Beschädigung von Pferd und Wagen Schadloshaltung Ihren Willen die Ehewohnung nicht teilt, sind Sie zum Unterhalt nicht ver sowie eine jährliche Rente von 438 Mart für die pflichtet. K. 28. Voraussichtlich würde das Gericht annehmen, daß die Aus der Gemeindevertretung. Zum Kreistagsabgeordneten an Iäßlich des Unfalles erlittene Erwerbs- Bereinbarung des Ausschlusses der Kündigung auch jetzt noch Geltung hat. wurde Bürgermeister Wille gewählt. Sodann wurde den verminderung. R. P. 10. Auch Auswärtige können aufgenommen werden.- 2. H., b. Wognaschen Erben die Erlaubnis zur Anlegung neuer Straßen Es handelt sich bei diesem Unfall um die Deffnung zu einem inkstraße, und H. Thielte. Firmen und dergleichen zu nennen, lehnen auf ihrem Gelände erteilt. Die Befizer haben für Asphaltierung Verschlußhebel der Gasleitungsrohre. Diese Deffnung war mit 99. K. 1. Ja. 2. Die Adreffe genügt. 3. Wenn Sie mindestens der Straße eine Nachzahlung von 35 000. zu leisten. Dem einem Deckel verschlossen, dessen Verschlußbolzen, der als Halteteil 200 Marken fleben, so leben Ihre alten Rechte wieder auf. Steinfegmeister Schier wurde die Genehmigung zum Ausbau in einer Zunge die Deffnung durch Drehen des Deckels möglich 1. und 2. Nach der herrschenden aber bestehenden Ansicht ja. feiner Gelände an der Albert, Freytags und Sonntagstraße erteilt; machte, gebrochen war. Der Dedel lag somit vor der Deffnung, und Ph: 4. Ja. A. und B. 1. Sa. R. 11001. Das ist möglich. dagegen die Verlängerung der Sonntagstraße bis zur Bankower als der Unfall passierte. Schon 14 Tage vor dem Unfall hatte Shre Ladung muß erkennen lassen, ob Ihr persönliches Erscheinen erforder Adee abgelehnt. Vorläufig abgelehnt wurde der Antrag des Lehrer der Kläger feinen Schwager, dem Kaufmann D., der als Magistrats bem Gesek. Beschwerden oder Klagen würden aussichtslos fein.- St. D. 4. lich ist. 5. B. 100. Die von Ihnen geschilderte Pfändung entspricht vereins auf Erhöhung des Grundgehalts der Lehrer auf 1500. M. mitglied die Aufsicht führte, diesen ordnungswidrigen Zustand mit- Alle im ersten Wahlgang gewählt. 2. M. 100. 1. Bei einem Jahresmit der Motivierung, daß die mißlichen Finanzverhältnisse der Ge- geteilt. Der Stadtrat hatte diesen Deckel damals persönlich in einkommen über 1500 W. 2. Ja, aber eine Interventionsklage würde die meinde es dieser zurzeit nicht erlauben, das Gehalt der Lehrer, die Deffnung gelegt und auch einen Angestellten seines Geschäfts Pfändung beseitigen. deren Alterszulagen im Vorjahre auf 250 M. erhöht wurden, auf-( feinen Sohn) zu dem Gasmeister gesandt, damit dieser die Reparatur zubeffern. Bei der Neuwahl der Armendeputierten bezw. Waisenräte, beforge. Es ist nun zirka 14 Tage lang nichts passiert, bis einige Armenpfleger, Armen- und Waisenpflegerinnen wurden sämtliche bis Tage vor dem Unfall der Gasmeister einen Stein in die wieder dahin Amtierenden wiedergewählt, darunter auch Genosse Schiller. freistehende Deffnung preßte, so daß der Stein noch etwas über das Ein Antrag unserer Genossen, einige von uns vorgeschlagene Niveau hinausstand; am anderen Tage sollte die Reparatur vorArmen- und Waiſenpflegerinnen zu wählen, wurde nach kurzer genommen werden. Der vernommene Sachverständige führte aus, Debatte gegen unsere Stimmen abgelehnt. daß jedenfalls durch das Anfahren eines Fuhrwerks dieser keines Es folgte alsdann eine lange heftige Debatte über den Erlaß wegs ordnungsmäßige Verschluß wieder entfernt worden sein mag. einer Ordnung für die Erhebung einer Wertzuwachssteuer. Stadt Die betlagte Stadtgemeinde beruft sich nun darauf, daß rat a. D. Reichhelm trat für die Einführung dieser gerechten ihr wegen der Unterhaltung der Straße und der Beaufsichtigung Steuer ein. Nach seinen seit einer Reihe von Jahren angestellten fein Vorwurf gemacht werden könne. Es sei, was die Kontroll Ermittelungen haben Grundstücksspekulanten Hunderttausende ein pflicht anlange, von ihrem Vertreter alles getan worden, was nötig geheimst. Der Ertrag dieser Steuer solle zur Herabsetzung des jetzt war, während sich der Kläger auf die Oberaufsicht des Stadtrates 145 Broz. betragenden Kommunalsteuerzuschlages auf 100 Broz. D. beruft. Berliner Marktpreise. Aus dem amtlichen Bericht der städtischen Markthallen Direktion.( Großhandel.) Rindfleisch Ia 68-73 pr. 100 Bid., a 62-67, a 56-61, IVa 48-54, dän. Bullen 60-65, holl. 0,00. Stalbfleisch. Doppelländer 110-125, Ia 80-88, IIa 70-78, IIIa 52-66, holländ. 55-60, dän. 60-68. Hammelfleisch Ia 67-76, IIa 50-65. Schweinefleisch 51-59. Rehwild plombiert, per Pfd. 0,65-0,70, Rotwild Ia 0,50-0,58. Damwild 0,55, do. Stälber 0,40-0,75. Wildschweine 0,40 bis 0,55. Frischlinge 0,45. Hafen, plomb. per Stüd 3,00-3,30, bo. II 1,50. Kaninchen per Stüd 0,80-1,00. Wildenten per Stud 1,60. übner, alte per Stüd 1,40-2,30, do. IIa 0,90-1,25, do. junge per Stud 0,00. Tauben per Stüd 0,55-0,60, junge fleine 0,00, italienische 0,00. Enten per Stüd 0,00, dito Hamburger junge per Stück 2,00-3,75. Ganje, Hamburger per Bfund 1,10-1,20, Gis- 0,50-0,63. Hechte per 100 Bfund 92-103, groß 64-79, Hein 0,00. Bander 150, flein 0,00. Schleie, unsortiert 0,00, groß 88. Bleie 46-47. Karauschen 0,00. dienen. Als ein scharfer Gegner der Vorlage entpuppte sich der Ge- Das Landgericht Insterburg stellte die Berechtigung lale, groß 0,00, mittel 0,00, flein und mittel 0,00. Blößen matt 0,00, meindevertreter Dr. Berliner, der durch die Annahme der Vor- zum Schadenersatzanspruch dem Grunde nach fest. Durch Urteil groß 60, flein 48-52. Starpfen, 75-90er 55-61, do. 40-60er 61-67. lage einen starten Zuwachs der ärmeren Bevölkerung erwartet und des Oberlandesgerichts Königsberg wurde das erst Bunte Fische 0,00, Barse, klein, matt 0,00, do. 0,00. Bleifische 0,00. Amerikanischer Lachs Ia glaubt, daß dadurch der Gemeinde außer dem Bau vieler neuer instanzliche Erkenntnis auf die Berufung des Beklagten hin beels 0,00. Quappen 66. Schulen auch durch vermehrte Armenunterstügungen neue Lasten aufstätigt. Es bestehe, heißt es im Urteil, fein Zweifel für den neuer per 100 pfd. 110-130, do. Ila neuer 90-100, do. Illa netter 75. Seelachs 25-30. Sprotten, Kieler, Wall 1,00-1,35, Danziger, Kiste erlegt würden. Für die Vorlage sprach sich Bürgermeister Wilke Staufalzusammenhang zwischen dem Unfall und dem Unterlassen der 1,20. Flundern, Kieler, Stiege Ia 3-4, do. mittel ver Stifte 2-3, Hamb. aus, jedoch hegt er Befürchtungen, daß durch die Herabsetzung des Reparatur. Als Korporation des öffentlichen Rechts hafte die Stadt Stiege 4-5, halbe Stifte 1,50-2. Büdlinge, per Wall Nieler 3,50-5,00, Kommunalzuschlages auf 100 Proz. die Gemeindefinanzen einen zu gemeinde aber für alle Schäden, die durch Verschulden in der Amts- Stralsunder 0,00. Aale, groß per Pfd. 1,10-1,30, mittelgroß 0,80-1,00, großen Rückschlag erleiden; für eine Herabſegung auf 125 Proz. ausführung eines ihrer Vertreter einem Dritten zugefügt werden. tlein 0,50-0,60. Heringe per Schod 5-9. Schellfische Kiste 5-6, do. ſei er jedoch zu haben. Unsere Genossen Shilling, Der hier in Betracht kommende Vertreter der Stadt sei der Stadt- Niste 3,00. Stabliau, p. 100 Pfd. 25-30. Heilbutt 0,00. Sardellen, 1902er Dhl und Schiller traten warm für die Herabsetzung des rat D., der die ordnungsmäßige Herstellung des Deckels durch per fer 95, 1904er 93, 1905er 90, 1906er 75-80. Schottische Vollheringe 1905 0,00, large 44-45, full. 38-40, med. 35-42, deutsche 37-44. kommunalen Zuschlags auf 100 Proz. ein; sie würde von der den Gasmeister angeordnet hatte. Ihn aber treffe insofern ein Ver- Heringe, neue Matjes, per, To. 60-120. Sardinen, ruff., Faß arbeitenden Bevölkerung geradezu als eine Wohltat betrachtet. schulden, als er bei Bemerken der Ordnungswidrigkeit nicht sofort 1,50-1,60. Bratheringe, Büchse( 4 Liter) 1,50-1,75. Neunaugen, Zudem würde durch die Einführung der Wertzuwachssteuer die Ent- felbst für ausreichende Abhülfe gesorgt hatte. Er hätte nicht nur den Schodjas 11, fleine 5-6, Riesen- 14. Gier, Lands, per Schock 5,60. Butter wickelung des Drtes beschleunigt. Der befoldete Schöffe Herr Gasmeister durch seinen Sohn zur Wiederherstellung des Verschuffes per 100 Bfd. Ia 114--118, Ia 110-115, IIIa 108-112, abfallende 100-105. Reichhelm wies noch die Befürchtung des Bürgermeisters zurück auffordern lassen dürfen, sondern war verpflichtet, selbst darauf zu Saure Gurten Schod 3,50-4,00, Pfeffergurten 3,50-4,00. Startoffeln und zeigte, daß die Gemeinde bei Erhebung von 100 Proz. achten, daß der Verschluß auch tatsächlich wieder ord= ber 100 Bib. 0,00, magnum bonum 2,50-2,75, Dabersche 2,50-2,75, Stommnunalsteuer auskommen könne. Trozdem wurde die Herab- nungsmäßig hergestellt wurde. Für dieses Verschulden Rosen 0,00, weiße 2,25-2,50, Salatkartoffeln 5,00-6,00. Spinat per 100 Pfund 25-30. Karotten per 100 Pfund 10-12. fetzung auf 125 Broz. beschlossen und darauf die Vorlage betreffs habe aber die Stadt aufzukommen, denn hätte der Stadtrat D. rechtmäßig Sellerie, hiesige, per Schod 3,00-7,00, do. pommersche 9,00-10,00. Zwiebeln Wertzuwachssteuer mit elf gegen sechs Stimmen angenommen. eingegriffen, so würde der Unfall verhütet worden sein. Eigenes Ver- große, per 100 fb. 3,50-4,00, bo. fleine 3,00-3,50. do. hiesige( Berl) schulden des Klägers fönne nicht angenommen werden, da er nicht 0,00. Charlotten 0,00. Petersilie, grün, Schodbund 2-3. Kohlrabi Johannisthal. Die am letzten Dienstag abgehaltene Generalversammlung des borauszusetzen brauchte, daß man eine derartige, den Verkehr ge- per Schod 0,00. Rettig, bayr., per Schod 2,40-4,80. Mohrrüben per 100 Bjuurd 4,00-5,00. Teltower Rüben per 100 Bfb. 7-10. Beiße Rüben, große 2 bis Wahlvereins nahm zunächst den Bericht des Vorsitzenden Genoffen fährdende Deffnung unverwahrt lassen werde. Gegen dieses Urteil hatte die Beklagte Revision eingelegt 2,50, fleine 6-8. Rote Rüben 2,00-2,50. Blumenkohl ital. p. Korb 2,35-3,00. Schneider über den Reichstagswahlkampf entgegen. Am Schlusse per 100 Pfd. 3,25-3,50. Beizkohl 100 Pfd. 3. Rosenkohl per 100 Bid. desselben meinte der Redner: Wenn die Regierung glaubt, nach und sich darauf berufen, daß ihr Vertreter alles getan habe, was Rohlrüben per Schock 2-2,50. Birsingkohl ber 100 pfb. 3,25-2,50. Rotfohl den Wahlen ein„ niedergerittenes" Proletariat vor sich zu haben, nötig war. Wenn der Gasmeister die Reparatur unterließ, so treffe 25-35. Grünkohl per 100 Bib. 5,00-7,00. Schnittlaugh 12 Zöpje 0,00. Der sechste Zivilsenat de 3 Birnen, per 100 pfd. hiesige 0,00, böhm. 10-20, ital. 35-38. Alepfel, per so irrt sie sich; mit vermehrter Energie wird die Aufklärung der sie und D. kein Verschulden. uns fernstehenden Maffen in Angriff genommen werden. Nach Reichsgerichts pflichtete dieser Auffassung aber nicht bei, 100 Bfb., biefige 6-23, Gravensteiner 0,00. Tiroler in Fäffern 0,00, Stifte dem Vorstandsbericht haben im letzten Quartal des abgelaufenen sondern schloß sich den Darlegungen des Berufungsgerichts an und 32-60, Amerit. 18-32. Sitronen, Messina, 300 Stüd 6,00-9,00, 360 Stüd 7,00-9,00, 200 Stüd 9-13. Apfelsinen, Jaffa, per Stifte 0,00, Murcia Jahres 3 Mitgliederversammlungen, eine öffentliche Versammlung erkannte auf 8 urüdweisung der Revision. 200 er Stifte 7-10, do. 300 er 8-10, Valencia 420 er Stifte 14-24,00, und 10 Vorstandsfizungen stattgefunden. Am Schlusse des Jahres do. 714 er 16-23, Messina, 160 er, 11,50-12,00, do. 200er 10,00-12,50, bo. 300er 10-12, Blut 100er 7,50-9, do. 150 er 7,50-9,50, do. 80 er 9-10. Jtal. betrug die Mitgliederzahl 108. Die mit der Reichstagswahl verin Körben per 100 Pfd. 10-15. Mandarinen, Kifte 0,75-2,00, do. in Körben per 100 Bid. 25-30. Strafbarer Nachdruck einfacher Berichte. bundenen Agitationstouren fanden prompte Erledigung. Zwei Wegen Nachdruck ist am 4. Oktober v. J. vom Landgericht Wahlverfommlungen wiesen überaus starken Besuch auf. Die Elberfeld der Redakteur der Barmer Zeitung", Dr. Hellmuth Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Rebattion dem Publikum gegenüber teinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 20. februar. Anjang 7 Uhr. Rgl. Opernhaus. Don Juan. Kgl. Schauspielhaus. Wallensteins Lager. Die Piccolomini. Deutsches. Romeo und Julia. Urania. Wissenschaftliches Theater. 4 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal 8 Uhr: Dr. M. v. Unruh: Die Chemie des Eisens. Luisen- Theater Reichenbergerstr. 34. Schiller- Theater. Schiller- Theater O.( Wallner- Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Die Räuber. Schauspiel in 5 Aufzügen von Friedrich Schiller. Donnerstag, abends8Uhr: Jugend. Freitag, abends 8 Uhr: Minna von Barnhelm. Schiller- Theater N. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater. Abends 8 Uhr: Die von Hochsattel. Leifing. Benn wir Loten erwachen. Else vom Erlenhof Zirkus Busch. Weften. Die Fledermaus. Lorking. Fra Diavolo. Anfang 8 Uhr. Stiler 0.( Ballner- Theater.) Die Räuber. Schiller- Theater Charlottenburg. Jugend. Schiller N.( Friebrich Wilhelmstädtisches Theater). Die von Hochsattel. Romische Oper. Carmen. Berliner. Der Hund von Basker ville. Neues Boltsstück in 5 Aufz. v. S. C. Staad. Anfang 8 Uhr. Donnerst.: Der Erbe von Baskerville. Freitag: Dperngastspiel des Theaters des Westens: Undine. Sonnabend 4 Uhr: Kindervorstellung. Bum 1. Male: Sneewittchen und Die fieben Zwerge. 8 Uhr: Elfe bom Erlenhof. Sonntag 3 Uhr: Sherlod Holmes. 8 Uhr: Der Erbe von Baskerville. Schauspielhaus. Serthas Residenz- Theater. Hochzeit. Zentral. Die Buppe. Kleines. Ein idealer Gatte. Neues. Meißner Porzellan. Residenz. Haben Sie nichts zu berzollen? Luftspielhaus. Husarenfieber. Deutsch Amerikanisches. Sorgenbrecher. Thalia. Eine luftige Doppelehe. Luisen. Else vom Erlenhof. Der Direktion Richard Alexander. Heute und folgende Tage 8 Uhr: Haben Sie nichts zu verzollen? Schwant in 3 Aften v. M. Hennequin und Pierre Beber. Robert de Trivelin: Rich. Merander. Sonntag nachmittag 3 Uhr: Der Prinzgemahl. Anfang 7%, Uhr. The Novellos Indien in Europa. Manello Marnit- Truppe, Akrobaten. Außerdem: Frl. Mohnle, Schulreiterin, Herr Ernst Schumann, Neudreſsuren. Um 9 Schiller- Theater Charlottenburg. Mittwoch, abends 8 Uhr: Jugend. Liebesbrama in 3 Aufzügen von Mar Halbe. Donnerstag abends 8Uhr: Fiesko. Freitag, abends 8 Uhr: Im bunten Rock. Zirkus Schumann Heute abend 7 Uhr: Grande Soirée équestre. Elite Programm und Nur kurzes Gastspiel Mr. Richard Sawades einzig daftehende, wunderbar dressierte gemischte Raubtier- Gruppe. Die neu engag. Spezialitäten usw. Um 9 Uhr: Sensationeller Erfolg: PROM. St. Hubertus. Gr. Orig. Ausstatt. Pantomime iu 7 Bildern. Besonders hervor zuheben: Fauftkämpfe. Rings fämpfe zu Pferde. Die Todesfahrt über die zersprengte Brücke. Feenhafte Licht- u. Wasserspiele. W. Noacks Theater. Direftion: Rob. Dill. Brummenftr. 16. Zum legten Male: Faust. Bernhard Rofe. Sherlock Holmes DERNHARD ROSE THEATER Die Gretchen Tragödie von Goethe. Trianon: Frl. Josette Frau. Metropol. Der Teufel lacht dazu. Gebr. Herrnfeld. Ein verrüdies Hotel. Wintergarten. Sabaret. Spezialitäten. Apollo. Bernhard Mörbik. Spes zialitäten. Kasino. Ledige Leute. Spezialität. Folies Caprice. Im Café Abelles. Ein Klabriasprozeß. Vaffage. Spezialitäten. Prater Theater. Sabinerinnen. Der Raub der Figaro. Hochzeitsnacht. Sein Jdeal. Ratastrophe. Unterm Bett.( Anfang 8 Uhr.) Walhalla. Spezialitäten. Karl Haverland. Spezialitäten. Reichshallen. Stettiner Sänger. Iranin. Tanbenstraße 48/49. Gr. Frankfurterstr. 132. Täglich 8 Uhr: Sherlock Holmes. Billettvorverkauf schon für 8 Tage vorher ohne Vorverkaufsgebühr von 10-1 Uhr an der Theaterkasse und bei Wertheim. Sonnab. nachm.: Die sieben Naben. Deutsch- Amerikanisches Theater. Abds.8 Uhr! Letzte Aufführungen! Der Sorgenbrecher. Sonntag nachm. 3 Uhr halbe Preise: Ueber'n großen Teich. Ab 1. März 1907 jeden Abend: Gesamtgastspiel des Theaters des WESTENS. OPER und OPERETTE. Wiffenſchaftliches Theater: Rach. Metropol- Theater mittags 4 Uhr: an der Riviera. 8 Uhr: Die Feuergewalten der Erde. Hörsaal: Abends 6 Uhr: Die Chemie des Eisens. Sternwarte, Invalidenftr. 57/62. Ferdinand Bonns Berliner Theater. Anfang 8 Uhr. Der Hund von Baskerville. Donnerstag: Sherlock Holmes. Abends 8 Uhr: Der Teufel lacht dazu. Große Jahresrevue in 7 Bildern von Julius Freund. Musik von Viktor Hollaender. Dirigent Max Roth. In Szene gesetzt von Direktor Richard Schultz. Massary. Wolff. Bender. Giampietro. Josephi. Rauchen überall gestattet.. Sonntag, 24. Febr., nachm. 3 Uhr: Freitag: Der Hund von Basters Auf in's Metropol. ville. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Bf. Donnerst.: Große Extravorstellung: Carmen. Schaufp.m. Operneinlagen. WINYET CARTEN Neues Programm Otto Reutter. Folies Caprice Palast- Theater. Burgstr. 24, 2 Min. v. Bahnhof Börse. Heute 8 Uhr. Entree 50 Bf. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Todes- Anzeige. Den Genossen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maurer Hermann Hinze Köpeniderstraße 144 verstorben ist. am Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, den 20. Februar, nachmittags 8 Uhr, auf dem Philipp Apostel Kirchhof, Müllerstraße statt. 240/18 Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband Berwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Klempner Hermann Voigt am 18. b. M. gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am von Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der deutschen Wagenbauer. Berlin Bezirk V. Am 17. Februar verstarb nach langem Leiden unser Mitglied, der Schleifer Max Heidemann im Alter von 40 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. d. M., nachmittags 3%, Uhr, vom Trauer hause Gerichtstraße 47 aus nach bem alten Nazareth Kirchhofe, 253/3 Seestraße, statt. Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Todes Anzeige. Den Kollegen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schleifer Max Heidemann geftorben ist. 113/10 Ehre seinent Andenken! Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Februar, nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Gerichtstraße 47, nach dem alten Nazareth Kirchhofe in der Seestraße statt. Gethsemane Der auserlesene Februarspielplan Donnerstag, ben 21. Februar, u.a.: Die 3 Harders, Könige der Luft. Grete Füllgraf, jüngste Berwandlungsfünstlerin. Vom Witwenball. Schwant Familienkarten, wochentags sum halben Kassenpreis gültig, in Barbier, Friseur. u. Bigarrengeschäften gratis. Reichshallen- Theater. Stettiner Sänger. Anfang Bochentags 8, Sonntags 7 Uhr. Reichshallen- Restaurant Bockbier- Fest. Colosseum Colos Dresdenerstraße 97, Täglich: Großer nachmittags 4 Uhr, Leichenhalle des der Kirchhofs in Nieder- Schönhausen ( Nordend) aus statt. Rege Beteiligung erwartet 113/9 Die Ortsverwaltung. Zentral- Kranken- und Sterbekaffe der Zimmerer. ( E. H. No. 2, Hamburg.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Zimmerer Fritz Wiechmann Havelbergerftr. 81 wohnhaft, am 15. Februar 1907 verstorben ist. 259/2 Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 21. Februar, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Heil. Geist- Kirchhofes in Plögensee aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand, Bezirk 4. 0 Rege Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und überreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines 15776 lieben Sohnes Paul Silberberg sage ich seinem Herrn Chef Selmar Bayer, feinen Berufskollegen und Mitarbeitern der Firma Selmar Bayer fowie dem Verband der Lithographen und Steinbruder( Deutscher Senc felder- Bund) meinen herzlichsten Dank. Weißensee, den 19. Februar 1907. Heinrich Silberberg. Danksagung. Für die liebevollen Beweise herzlicher Teilnahme und die vielen KranzSpenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und unvergeßlichen Baters, des Kürschnermeisters 15766 Gustav Hoppe fagen wir allen unseren herzlichsten Dant, insbesondere der Firma Baer u. Salomon, fowie dem Berein selb Die trauernde Witwe nebst Kindern. Verband der freien Gast- und tändiger Starschner( Belzbranche). Tintenftr. 132, an der Priebrigtr. Bockbier- Tubel. Sehankwirte Deutschlands. Im Café Abelles. Soloteil. Ein Klabriasprozeß. Anfang 8 Uhr. Borverkauf 10-2 lihr an der Theaterkaffe und bei Wertheim. Mufik! Gesang! Humor! Allerlei Ueberraschungen. Prater- Theater Kaftanien Allee 7-9. Abends 8 Uhr: Neues Schauspielhaus pollo Walhalla- Der Raub der Sabinerimen Herthas Hochzeit. Morgen: Herthas Hochzeit. Anfang 8 Uhr. Neues Theater. Anfang 8 Uhr. Meißner Porzellan. Donnerstag, Freitag: Meißner Porzellan. Sonnabend: Gaftsp. Despres: Phedre. a Theater 10 Uhr! Täglich: 10 Uhr! Bernhard Mörbitz als Baulchen auf der Wanderschaft. Außerdem: Die hervorragenden Attraktionen des großen Spezia litäten- Programme. Die schöne Vestalin. Operette von Viktor Holländer. Gebr. HerrnfeldKleines Theater. Theater Abends 8 Uhr zum 169. Male: Ein idealer Gatte. Donnerstag: Eine triviale Komödie für feriöse Leute.( Bunbury.) Freitag zum 170. Male: Ein idealer Gatte. Sonnabend 7, Uhr zum 1. Male: Die Stralle. Schauspiel in 4 Atten von Henri Bernstein. Sonntag nachm. 3 Uhr: Nachtashl Abends 8 Uhr: Die Kralle. Lustspielhaus. Zaglich abends 8 Uhr: Husarenfieber. Zentral- Theater. 8 Uhr: Bereins Extra Vorstellung: 4 Die Puppe. Morgen u. folg. Lage: Der Milliardar. Lortzing- Theater Bellealliancestr. 7/8. Mittwoch, den 20. Februar, 7%, Uhr: Fra Diavolo. Abonnements gültig! Donnerstag: Der Mikado. Passage- Theater. Heute Mittwoch, den 20. Februar, gum 15. Male: Mal was Anderes! Poffe von Leop. Ely. Josefine Dora, Georg Kaiser, Martin Bendix, Ernst Kettner. Ferner: Die glänzenden Februar: Spezialitäten. Berontwortlicher Redakteur: 8 Uhr. Bert. 11-2 Uhr 57 Kommandantenstr. 57. Die stürmisch bejubelte Herrnfeldiade Ein verrücktes Hotel mit dem Vorspiel: ,, Hayfisch geht zur Jagd" Komödie in 3 Aften mit den Autoren in den Hauptrollen. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonntag, den 24. Februar, nachmittags 3%, Uhr, b. halben Staffenpreisen: Endlich allein. Fall Blumentopf. Weinbergsweg 19/20, Rofenth. Zor. Heute abend 8 Uhr: Anna Müller- Lincke Gesangs Soubrette v. Metropol Theater in Berlin. Leonhard Haskel, der allbeliebte Bolts- Komiter. Max Franklin- Truppe, 15 neue luftige Februar- Spezialitäten. Trianon- Theater. Anjang 8 Uhr. in 4 von P. und F. v. Schönthan. Morgen: Kabale und Liebe. KottbuserS Sanssouci, straße 4a. A N Direktion Wilhelm Reimer. Heute Mittwoch 3. 1. Male: Novität: SS Die Diamanten des Sultans. 0 Fräulein Josette- meine Frau. Otto Sonntag nachmittag 3 Uhr: Die Liebesschantel. Fröbels Allerlei- Theater fr. Puhlmann, Schönhauser Allee 148. Donnerstag, den 21. Februar: :: Großes Bockbiers:: Sensat. Detektiv- Komödie in 5 Aufz. n. d. Engl. v. Walter. Jeden Sonntag, Montag u. Donnerst.: Nordd. Sänger. Sonnt.Beg. 5, Bochent.8 Uhr. Pritzkow, Münzstr. 16, Welt- AusstellungsBiograph-( St. Louis) Theater lebender Photographien. Auf Wunsch Vorführung in Vereinen jederzeit. Jubel- und Trubelfest Verbindung mit größter Filmsberb. mit Theater- u. Spezialitätenvor. Fabrik Frankreichs, daher täglich fstellung und 2536718 Ueberraschungen. Anfang 8 Uhr. Eintritt 30 Pf. neueste Bilder. Den ganzen Tag Vorstellung. 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Jeden Mittwoch: 受 38202* Willy Walde- Sänger. Gebr. Arnhold. Zahlstelle Berlin. Nachruf. Den Mitgliedern zur Kenntnis, baß der Kollege Otto Lück ( Beuffelfte 71) am Freitag, den 15. 6. M. ber storben ist. 69/6 Die Ortsverwaltung. Prinzen Nach langen, schweren Leiden verstarb unfere pflichttreue Mitarbeiterin Frau Emma Klopsch Chre threm Andenken! Partelspedition ,, Vorwärts", 39892 Laufiger Blat 14/15. Danksagung. Hiermit fage ich allen Genoffen, Dr. Simmel, Str. 41, Freunden, Berwandten und Bekannten Spezialarzt für 3/5 Hant- und Harnleiden. 10-2,5-7 Sonntags 10-12, 2-4. 50 M., fchön, Nettelbedplay für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines unvergeßlichen Mannes meinen herzlichsten Dant. Ww. Berta Beilde, geb. Hütcher nebft Tochter. ff. Pianino, odpart, Nettelbedhof. 15716 Eröffnung der Frühjahrs- und Sommer- Saison 1907. Westmanns Engroshaus Hauptgeschäft W., an den Mohrenstr. 37a, Kolonnaden. Filiale: 0., Große Frankfurterstr. 115, an der Andreasstraße. Damenkonfektion. 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Verlag: Borwärts Buchdruderei u. Verlagsanstalt Paul Singer& Co. Lrlin SV Kr. 43. 24. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mito, 20. februar 1907. Aus der Frauenbewegung. Mittwoch, gerichteten Demonstrationen lebhaft bedauerte. Was die von einigen ließ er durch Frau und Kinder in Umlauf bringen. Als er verherangezogene Frage der Sittlichkeit beträfe, so fordere er, der haftet wurde, wandte er sich an den Bundesanwalt mit der Bitte, Minister, die strengste, lauterste und vornehmste Sittlichkeit für die ihm zu helfen, da er auch ihm schon nützlich gewesen sei.„ Leider" Schule, er glaube aber nicht, daß es dieser Sittlichkeit irgend wie konnte aber der Bundesanwalt seinem verehrten Spizelkollegen Abbruch täte, wenn eine Frau ihrem Kinde Mutter sei, für es ar- nicht beistehen. Worten? Wie würden sie sie aufnehmen, wenn sie ihnen vom von Algier gemeldet wird, bei Cetif in dem Augenblid, als er über beite und es erziehe. Was fagen die deutschen Philister zu diesen In den Fluß gestürzt. Ein gemischter Eisenbahnzug ist, wie Ministertische entgegen tönten? eine Brüde fuhr, in den Fluß gestürzt. Maschine, Tender, Postwagen und sechs Güterwagen entgleisten und stürzten ins Wasser. Der Zugführer wurde getötet, ein Heizer schwer und mehrere andere Bugbeamte leicht verletzt. Vermischtes. Das Recht auf Mutterschaft vor der italienischen Kammer. So merkwürdig es ist, wir müssen diesmal die Worte eines italienischen Ministers wegen ihrer Modernität und Vornehmheit zitieren. Am 12. b. M. tam in der Stammer eine Angelegenheit zur Sprache, die feit Monaten in Pharisäerkreisen" viel Anstoß erregt hat. Eine Lehrerin, Frau Terruzzi, war im vorigen Herbst an einer Mailänder technischen Schule angestellt worden auf Grund eines Wettbewerbes; gegen diese Anstellung erhoben sich viele Lehrer und vor allem der Rektor der Schule. Als Vorwand gab man an, Bon einem Jagdgaft erschossen. Wie das„ Rathenower Kreisblatt" heimagenten bei ihr einfanden, um nach Die New Yorker Boltszeitung" erzählt, daß sich kürzlich Ge-, die Anstellung sei illegal, da die betreffende Dame zwar ein OberBomben zu suchen. Der lehrerinnendiplom, nicht aber den Doktorgrad befäße, der für den meldet, wurde gestern morgen ein Waldarbeiter auf dem Wege nach Staatsanwalt Gerome hatte eine anonyme Anzeige durch einen Unterricht an Mittelschulen vorgeschrieben wäre. In Wirklichkeit der königlichen Forst erschossen und ein zweiter Arbeiter schwer ber In Wirklichkeit der königlichen Forst erschossen und ein zweiter Arbeiter schwer ver- Fuhrunternehmer erhalten, der den Inzug der Volkszeitung" bewurde der Krieg gegen Frau Terruzzi aber durch den Umstand be- legt. Wie es heißt, rührten die Schüsse aus dem Gewehr eines orgt hatte. Dabei hatte ein Kutsch verdächtige" Pappröhren mit dingt, daß sie, obwohl unverheiratet, ein Kind befigt, einen jetzt Berliner Schloſſermeisters, der sich mit anderen Jagdgästen auf dem einer Zündschnur gesehen und das eheimnis dem Unternehmer mitdreizehnjährigen Knaben, den sie bei sich hat und erzieht. Daß dies Anstand befand und die Arbeiter für Wild hielt. geteilt. Diefem ließ es feine Ruhe, bis er die furchtbare Entdeckung ein unverzeihliches Verbrechen in den Augen aller Biedermänner Selbstmord im Gefängnis. In Bunzlau übergoß sich der angezeigt hatte. Die Agenten fanden auch wirklich die fraglichen ist, versteht sich bon selbst. Als fich Frau Terruzzi wegen Einbruchsdiebstahls in Untersuchungshaft fizende Maurer Bappröhren vor, die zum Verschicken der Kalender dienten; die in ihrer Klasse vorstellte, schämte sich der Direktor nicht, Rother mit Petroleum, zündete sich an und verbrannte. Zündschnur war harmlose Strippe. Nach diesem Resultat ihrer der Dame und Kollegin die Tür zu weisen; da die so Beleidigte Opfer ihres Berufes. Jm Gleiszellener Steinbruch erfolgte nach Nachforschungen schlichen sich die Herren von der Polizei still wieder trotzdem ihre Klaffe aufsuchte, wie das ihr Recht und ihre Pflicht einer Meldung aus Landau( Pfalz) vorzeitig eine Explosion der davon. war, verließen die Schüler und Schülerinnen die Schule und führten Sprengmasse. Zwei Arbeiter sind schwer verlegt, einer hat das einige Tage einen" Proteststreif" durch. Aber das Ministerium Augenlicht verloren. schüßte Frau Terruzzi in ihrem Recht, worauf der Direktor der technischen Schule seine Stelle niederlegte. Heute haben fich lange Zahlreiche Lawinen sind zu Tal gegangen, veranlaßt durch die Bon Lawinen bedroht. Aus Annech( Frankreich) wird gemeldet: die Wogen über die Angelegenheit geglättet, aber die Klerikalen plößliche Schneeschmelze. Der Verkehr auf der Straße von Arbes fonnten es doch nicht unterlassen, den Fall durch den Abgeordneten ist vollständig unterbrochen. Viele Häuser, die durch Lawinen beAlbasini im Parlament zur Sprache zu bringen. Dieser ver- droht sind, mußten auf Veranlassung der Behörde geräumt werden. breitete sich dann über die angebliche Gesezwidrigkeit der Ernennung der Frau Terruzzi und verschwieg den wahren Grund des fleritalen Falschmünzer und Spigel in Basel. Das Strafgericht in Basel Swinembe. 750 283 6Regen Feldzuges gegen die tapfere Frau. Turati, der gleichfalls eine verurteilte den 34jährigen Schneider und Schriftsteller" Pamburg 7545beiter 3 Regen Interpellation eingereicht hatte, wandte sich mit kraftvoller und Saarmann aus Preußen wegen Falschmünzerei, die er Frantj.a.m. 760 S 5 bedeckt feiner Beredsamteit gegen den Abgeordneten Albasini und sprach sein durch Herstellung schweizerischer, deutscher und französischer Gold- München 765 523 Bedauern darüber aus, daß die Verhegung der Kleritalen seinen und Silbermünzen beging, zu 1 Jahr und seine Frau wegen Be- Bien Vorrebner dahin gebracht hätte, zu vergessen, daß er ein Gentleman teiligung zu 4 Monaten Gefängnis. Dieser Saarmann ist das fei. Der sozialistische Abgeordnete legte dann dar, daß die Verfolgung nämliche Subjekt, das den„ Bombenfabrikanten" Schneider Blazed nicht der Lehrerin ohne akademischen Titel, sondern der Frau und Mutter und Genossen in Zürich an den Bundesanwalt Kronquer in Bern galt, die den Mut gehabt hatte, ihre Mutterpflichten höher zu stellen als verraten hatte. Als er sich in Zürich nicht mehr sicher fühlte, ließ die Konventionen der Gesellschaft. Er zeigte, welche gemeinen Ver- er sich von seinen Berufsgenossen, Schneidern, die Umzugskosten beleumdungen Frau Terruzzi durch die Mailänder Klerikalen und zahlen, obwohl er in bürgerlichen Blättern Basels kurz vorher noch Pharifäer zu erdulden hatte. Den Interpellanten antwortete der gegen die Arbeiterbewegung geschrieben hatte. Da er ein wenig Unterrichtsminister Rava, der erklärte, Frau Terruzzi sei zu Recht leistungsfähiger Arbeiter war, mußte er sich die meiste Zeit hindurch an der betreffenden Mittelschule angestellt worden, und die gegen sie von mitleidigen Kollegen unterstüßen lassen. Die falschen Münzen Witterungsübersicht vom 19. Februar 1907, morgens 8 1hr. Stationen Barometer. stand mm Berlin 754 Bind. richtung Windstarte Better Temp. n. C. 5° E.= 4°. Stationen Barometer. fland mm Wind. richtung 4 Haparanda 740 Still 3 Betersburg 750 WNW 4 Scilly Bindstärke Better Temp. n. G. -17 8 3 7 Nebel 1 Nebel 762 WSW 5 bedeckt 6 Aberdeen 743 WSW 4 wolkig 4 bedeckt 3 Paris 764 528 3 bedeckt 763 23 5 Regen Wetter- Prognose für Mittwoch, den 20. Februar 1907. Mild und zeitweise heiter, aber veränderlich mit Regenfällen und lebhaften südwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Meter, bei Wafferstand am 19. Februar. Elbe bet Ausfig Dresben 1,32 dp. Elbe bei Magdeburg 1,31 Meter, eisfrei. Glbe bei Straußfurt Meter. Oder bei Ratibor 1,18 Meter. der bei Breslau Oberpegel Neißemündung 2,11 Meter. der bei Brieg 2,68 Meter. 1,24 Meter.Die Mischung der Josetti Vera Cigaretten vereint alle Eigenschaften feinster Türkischer Tabake in vollkommener Weise. Aromatisch, rein im Geschmack, gehaltvoll und doch milde. JOSETTI VERA CIGARETTEN bieten zu mässigem Preis die Qualitäten, welche für Cigaretten zu doppelten Preisen als deren hervorragende Eigenschaften in Anspruch genommen werden, +44 Josetti e 10 ST. FÜR 30 PFENNIG. PhänomenZigaretten AN Polologlow- Zigaretten sind in Geschmack und Qualität unerreicht! Das Stück 3 bis 10 Pfennige Ueberall käuflich! Fabrik ,, Epirus", Dresden 36211* Lehr- und Versuchsanstalt für Brauer in München. 200/ 18* Privatinstitut: Direktor Dr. Dolmens. Beginn des nächsten viermonatlichen Hauptkursus: 25. April 1907. Prospekte gratis. Bezugnahme auf diese Zeitung erbeten. 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